Nr. 229. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Vost- Abonnement: 8,30 Mr.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. tn der Boft- Zeitungs- Breisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs: Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. fernfprech- Anschlus Amt 1, v. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Freitag, den 30. September 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Mit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Abonnement Badischen Anilin- und Sodafabrik find der Nachwelt ganz entfeßliche. Im Jahre 1889 beschäftigte die Fabrik auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntagsbeilage Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mart 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mark für das 4. Quartal unter Nr. 6652.) entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene „ Die Waffen nieder!" Theil des Romans Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner, auf Verlangen gratis nachgeliefert, worauf wir noch besonders aufmerksam machen. Die Redaktion und Expedition des wendenden Riesenbetriebes fließen. Der schöne Erlaß des das Verhältniß von papierner Schilderung und WirklichFabrikdirektors datirt vom 8. Januar 1892, und er, wie feit und zwar nicht blos in Ludwigshafen! Die Gesund viele andere schöne Dinge aus der berühmten heitsverhältnisse der Ludwigshafener chemischen Arbeiter sind erhalten in einem wackeren Schriftchen, das eben 3430 Arbeiter. Aerztliche Behandlung mußte aber inüber„ Die Zustände in der Badischen 4209 Fällen eintreten. 1409 waren mehr als 3 Tage erwerbs Anilin und Sodafabrik" durch den Genossen unfähig, und zwar mit insgesammt 33 568 Tagen! Die F. J. Ehrhart( Mannheim, Verlag der Mannheimer Lungenschwindsucht haust fürchterlich unter den Leuten. Aftiendruckerei, 1892, 46 Seiten) veröffentlicht worden ist. Ehrhart kann aus dem Jahre 1889 lange Todtenliften aufDieses gewandt und volksthümlich verfaßte Schriftchen, das zählen; man begreift, warum ebenso genaue Angaben aus zugleich eine treffende Kritik der Berichte des pfälzischen 1890 und 1891 noch nicht vorliegen. Auf den Kopf der Fabrikinspektors bildet, liefert einen beredten Kommentar Arbeiterzahl der Badischen Anilinfabrik kommen jährlich zu dem schönen Erlaß des Ludwigshafener Fabrikdirektors. 12,07 Krankheitstage und auf je 100 Arbeiter 1,3 Todesu aller erster Linie scheint danach das große Unter- fälle, in den gleichartigen Mannheimer Fabriken" nur" je nehmen denn doch für andere Dinge zu sorgen, als für 7,8 Krankheitstage bezw. 0,5 Todesfälle. Ist es nicht das Wohl seiner Arbeiter. Unter weitgehender Begünsti- herrlich, wie gerade in Ludwigshafen in erster Linie" gung durch die Gemeinde Ludwigshafen an einer für das Wohl der Arbeiter gesorgt wird? Die Einzelhöchst günstigen Verkehrsstelle entstanden und empor- heiten muß man in dem interessanten Schriftchen unseres geblüht, übrigens schon im Jahre seiner Gründung( 1865) Genossen nachlesen. mit dem stattlichen Aktienkapital von 16 Millionen Mart Und an all der kapitalistischen Ausbeuterwirthschaft ausgerüstet, hat die Fabrik zunächst dafür gesorgt, daß die hängt natürlich noch der Einfluß in Staat und Gemeinde, Dividende für je 100 M. Aktienkapital nie unter 7 M. in der Deffentlichkeit und in privaten Leben, den solch' jährlich sank, in den lezten Jahren aber sich immer hübsch ein Riesenunternehmen ausübt. Geradezu klassisch ist in über 20 m. hielt, sodaß jede 600 M.- Aktie seit Gründung der Schrift geschildert, wie sich dieser Einfluß bei Wahlen die hübsche Gesammtdividende von 2942/3 M. erhielt und zu Gunsten eines nationalliberalen Fabrikdirektors, der jetzt für 1600-1700 m. verkäuflich ist. Weiter hat die zeitweilig für den Reichstag kandidirte, äußert, wie ein Fabrik dafür gesorgt, daß ihre Reservefonds mit neues Krankenhaus der Gemeinde zur Domäne des ohneMillionen gespickt wurden, und fernere Millionen, wohl dies überlasteten Fabrikarztes gemacht wird u. s. w. Die fieben bis acht seit Bestehen, als fette Tantièmen Fäden einer solchen Klingelwirthschaft klarzulegen, ist für an die Direktoren und Aufsichtsräthe zur Bertheilung tamen. jebe Stadt eine dankbare Aufgabe der Genossen. Als Nachdem dies in aller erster Linie besorgt war, mag Muster möge ihnen hierfür, wie in jeder anderen Beziehung wohl nun in erster Linie" an die Arbeiter gedacht worden das treffliche Schriftchen des Genossen Ehrhardt dienen. „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. in., aber es ist wenig, was dabei für dieſe übrig blieb, Solche Arbeiten sind die ficheren Geſchoffe, mit denen wir In erster Linie." wenig schon nach den Auszeichnungen des pfälzischen Fabrik die morschen Mauern der größten Festungen bürgerlicher inspektors, noch weniger aber nach der ziffermäßigen Dar- Gewinnsucht und Machtdünkels durchlöchern und langsam stellung des Genossen Ehrhart, der wie selten Einer in niederlegen. dem Getriebe der Fabrik Bescheid zu wissen scheint und fleißig und geschickt Alles sammelte, was Es war einmal ein Direktor in einer mächtigen Fabrik. die ,, in erster Linie" versorgten Arbeiter angeht. Dem hatten die Arbeiter dieser großen Fabrik einen Fackelzug Ein Dritttheil der Arbeitsbienen der Fabrik hat nach bringen müssen, weil ihn die Huld seines Landesherrn am diesen Ermittelungen bis zu 100 Arbeitsstunden in der Neujahrstage zum Kommerzienrath ernannt hatte und weil Woche, soweit wird das Ueberzeitarbeiten ausgedehnt. Einer die Aufseher der Fabrik nichts Eiligeres zu thun gehabt dieser Wermsten theilt mit, daß er vier Mal wöchentlich hatten, als mit Liſten zur Einzeichnung für die Theilnahme von 6 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends arbeite, wobei er um an der„ Ehrung" in den Arbeitssälen herumzugehen. Und 1/25 Uhr aufstehe und um 1/410 Uhr heimkomme, außerdem aber gerührt von dem gewaltigen Fackelzuge feiner" Arbeiter zweimal wöchentlich von 4 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends erließ der Direktor der mächtigen Fabrik einige Tage darauf schaffe und an diesen Tagen 23 Uhr aufstehen müsse, ein Schreiben an dieselben, in dem die schönen Worte um 1/411 Uhr nach Haus zu kommen. Fin Fabrikvorkamen:„ Ich " Ich kann wohl sagen, daß unseren Vorstand inspektorenbericht aber steht von einer 10,6stündigen tägimmer in erster Linie die Sorge um das Wohl lichen Arbeitszeit zu lesen! Als Ergebniß dieser Sorge seiner Angestellten und Arbeiter beschäftigt hat." für sein Wohl, welche die Fabrik bethätigt, heimst dieser Diese Fabrik ist die weltberühmte Badische Unglückliche 16,53 M. netto wöchentlich ein! Das macht für Anilin und Sodafabrik in Ludwigshafen 7/2 Tage à 10 Stunden wenig über 2 M. Der Fabrikam Rhein, in dessen grüne Wellen die Abwässer der inspektor und die Handelskammer sprechen jedoch von Chemikalienfabrikation dieses über 3000 Arbeiter an- Durchschnittslöhnen, die sich um 3 W. bewegen fo ift Feuillefont. Nachbrud verboten.] Die Waffen nieder! [ 34 Politische Ueberlicht. Berlin, den 29. September. Brauftener. Das Depeschenbureau Herold" meldet unterm 29. d. M. aus München: Die geplante Brausteuer- Erhöhung wird, nach zuverlässigen Mittheilungen, nur Norddeutschland betreffen; die süddeutschen Bundesstaaten zahlen für ihre Ausnahmestellung an die Reichstasse ein Aversum. Die norddeutsche Brausteuer- Erhöhung hat daher für Süddeutschland nur eine fleine Steigerung der Matrikularbeiträge zur Folge. Bayern beabsichtigt nach den ,, Neuesten Nachrichten" feineswegs eine Erhöhung des Malzaufschlags. Der Finanzminister hat sich dem Staatssekretär von Malzahn gegenüber auch gegen die Erhöhung der norddeutschen Brausteuer ausgesprochen." Man hat es mit mit einem neuen Versuch der Rampfe treibend, wirkt der lang geschürte Haß, welcher streben sein: Friede, Friede die Waffen nieder!" Hätte schließlich ebenso sehnsüchtig und naturgewaltig nach tod- doch unsere schöne Kaiserin sich auch zu Füßen ihres Ge bringendem Handgemenge drängt, wie lang genährte Liebe mahls geworfen und weinend, mit erhobenen Händen, um nach lebenschöpfender Umarmung. Entwaffnung gefleht! Wer weiß? Vielleicht hat sie es gethan vielleicht hätte der Kaiser selber auch gewünscht, den Frieden zu erhalten, aber der Druck, der von den Räthen, von den Sprechern, Schreiern und Schreibern kommt, dem kann ein einzelner Mensch, selbst auf dem Thron * Von nun an überſtürzen sich die Ereignisse, Desterreich tritt so entschieden für den Augustenburger ein, daß Preußen dies für einen Bruch des Gasteiner Vertrags er klärt und darin eine deutliche feindliche Absicht erkennt, Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. was zur Folge hat, daß beiderseits auf's Aeußerste gerüstet nicht widerstehen. wird und nun auch Sachsen damit beginnt. Die AufIch laffe mich von dieser Melodie wieder einigermaßen regung ist eine allgemeine und wird immer heftiger. Am 1. Juni erklärt Preußen dem Bundestage, es werde in Ruhe lullen. Nach solchen lauten und wiederholten Ver- Krieg in Sicht, Krieg in Sicht!" verkünden alle Blätter sofort abrüsten, wenn Desterreich und Sachsen das Beispiel sicherungen kann doch feiner angreifen, und ohne daß und alle Gespräche. Mir ist zu Muthe, als wäre ich auf geben. Dagegen erfolgt von Wien geradeheraus die Aneiner angreife, giebt es feinen Krieg. Das Prinzip, daß dem Meere und der Sturm im Anzug schuldigung, daß Preußen schon lange mit Italien einen nur noch Vertheidigungskriege gerecht seien, hat sich schon Der gehaßteste und geschmähteste Mann in Europa Angriff auf Desterreich geplant habe, weshalb Letzteres sich so sehr des öffentlichen Bewußtseins bemächtigt, daß doch heißt jetzt Bismarck. Am 7. Mai wird auf denselben ein nunmehr ganz dem deutschen Bund in die Arme werfen wolle, teine Regierung mehr einen Einfall in das Nachbarland Mordversuch gemacht. Hat Blind, der Thäter, jenen um diesen aufzufordern, die Entscheidung in Sachen der unternehmen darf; und wenn sich nur lauter Ver- Sturm dadurch abwenden wollen? Und hätte er ihn Elbherzogthümer zu übernehmen. Gleichzeitig wolle es die theidiger gegenüberstehen, so können dieselben, so drohend abgewendet? holsteinischen Stände einberufen. fie auch bewaffnet, so fest sie auch entschlossen seien, sich bis Ich erhalte aus Preußen Briefe von Tante Kornelie, Gegen diese Erklärung legte Preußen Protest ein, weil aufs Messer zu wehren doch thatsächlich den Frieden aus welchen hervorgeht, daß dort zu Lande der Krieg nichts dieselbe gegen den Gasteiner Vertrag verstoße. Damit sei nicht brechen. weniger als gewünscht wird. Während bei uns allgemeine zum Wiener Vertrag zurückgekehrt, nämlich zum gemein Welche Täuschung! Neben Offensive" giebt es ja noch Begeisterung für die Idee eines Krieges mit Preußen schaftlichen Condominat; folglich habe Preußen auch das verschiedene andere Arten, Feindseligkeiten zu eröffnen. Da herrscht, und mit Stolz auf unsere Million auserlesener Recht, Holstein zu besetzen, wie es seinerseits den Desterfind die irgend ein drittes Ländchen betreffenden Fordes Soldaten" geblickt wird, herrscht drüben innere Zerfahren- reichern den Besitz Schleswigs nicht verwehre. Und zugleich rungen und Einmengungen, die als ungerecht abgewehrt heit. Bismarck wird im eigenen Lande nicht viel weniger rücken die Preußen in Holstein ein. Gablenz weicht ohne werden können; da sind die alten Verträge, die man für geschmäht und verleumdet, als bei uns; das Gerücht geht, Schwertstreich, aber unter Protest zurück. verlegt erklärt, und für deren Aufrechterhaltung zu den daß die Landwehr sich weigern werde, in den„ Bruder- Borher hat Bismark in einem Rundschreiben gesagt: Waffen gegriffen werden muß; da ist endlich das„ europäische Krieg" zu ziehen, und man erzählt, daß die Königin Augusta Von Wien hatten wir gar kein Entgegenkommen gefunden. Gleichgewicht", welches durch die Machterweiterung des fich ihrem Gemahl zu Füßen geworfen, um für den Frieden Im Gegentheil: es waren dem Könige von authentischer einen oder anderen Staates gefährdet werden könnte und zu flehen. D, wie gern hätte ich an ihrer Seite gekniet nelle Auslassungen von österreichischen Staatsmännern daher gegen solche Machterweiterung energisches Einschreiten und alle meine Schwestern alle zu gleicher That hin- und Rathgebern des Kaisers zu Ohren gekommen( Tritscherheischt. Uneingestandenermaßen, aber am heftigsten zum reißen wollen. Das, das allein sollte aller Franen Be- tratsch), welche beweisen, daß die Minister den Krieg um offiziösen Beschwichtigungs- Hofräthe zu thun. Bekannt- und anderer studentischer Tugenden ausgezeichnete, von Herrn| fundgebungen gegen fremde Arbeiter heißt: Und hierin lich ist im Deutschen Reiche die Biersteuer zwar Boffe schon früher richtig bewerthete Pflanzs chule der menfur- unterscheiden sich hauptsächlich die deutschen von den ausverfaffungsmäßig Reichssteuer, aber gemäß Absatz 2 geübten Schneidigkeit", Schuldenmacherei, Rohheit und ländischen Arbeitern. Während diese wohl wissen, daß es des Artikels 35 der Reichsverfassung ist in den drei süd- Bummelei. ihnen nur gut gehen kann, wenn ihre heimische Produktion in die Höhe geht, wenn Handel und Wandel im deutschen Bundesstaaten Bayern, Württemberg und Baden die Besteuerung des inländischen Bieres nach wie vor der Staßfurt. Die Kölnische Volkszeitung"( Nr. 538 eigenen Land blühen, ist der deutsche sozialdemos. Sondergesetzgebung dieser Staaten vorbehalten, eine Ein- vom 29. d. Mts.) schreibt in einer den Staßfurter Urkunden kratische Arbeiter im Allgemeinen von solchem Haß gegen richtung, die nach Artikel 78 der Reichsverfassung nur gewidmeten kurzen Betrachtung:" Das sonderbare Berhalten die Arbeitgeber erfüllt, daß er sogar diese Alltagswahrheit mit Zustimmung des berechtigten Bundesstaates abgeändert des Bürgermeisters Reinhard wird hoffentlich nicht ohne verkennt und, während er für sich alle möglichen Ansprüche werden kann." Die Einnahmen, die Bayern, Württemberg, Folgen bleiben; denn aus den veröffentlichten Schreiben erhebt, den Leitern der Produktion möglichst keinen Ge Baden aus ihrer Biersteuer zufließen, verbleiben voll ihren gewinnt man allerdings den Eindruck, daß dieser Herr sich winn gönnt. Aus dieser Grundverschiedenheit der AufLandeskaffen; dagegen müssen sie an die Reichskaffe nach weit mehr als Agenten der Großindustriellen faffungen in den Arbeiterkreisen erklärt sich auch Maßgabe der letzterer zufließenden Einnahmen aus der denn als unparteiischen Beamten fühlt. Natürlich sind die Bierbesteuerung im Biersteuergebiet, sowie im Verhältniß Briefe Wasser auf die Mühle des Vorwärts."- Und die leichter zu Berständigungen zwischen Arbeitgeber und der Umstand, baß es in anderen Ländern weit' der Bevölkerung, besondere sogenannte Matrikularbeiträge politisch- soziale Entwickelung läßt die Mühle immer eifriger Arbeitnehmer kommt, als in Deutschland. Hier würde nur entrichten, deren Höhe in den jährlichen Reichsetats fest- und stärker arbeiten. Wenn die Wasserkunst nun einmal Abhilfe geschaffen werden, gesetzt wird( Artikel 38 letzter Absatz und Artikel 70 der die Fluth auf unsere Räder treibt, so muß das Zentrums- demokratie in ein nationales Fahrwasser einlenkte, wozu wenn endlich die SozialReichsverfassung). Aehnlich steht es mit den Reichs- blatt sich bescheiden. Des alten Logau Sinngedicht ist heute allerdings heute noch nicht die geringsten Aussichten vorLanden laut Reichsgesetz vom 25. Juni 1873, fo zu lesen: wonach die Bierbesteuerung der elsaßlothringischen" Bottes Mühlen mahlen langfam, mahlen aber schreck. Ob aus Sangmuth es sich fäumet, bringt mit Schärf es Landesgesetzgebung bis auf Weiteres" vorbehalten ist. Die Reichslande haben also kein verfassungsmäßiges Reservatrecht wie Bayern, Württemberg und Baden. Wenn die Depesche des Herold" von zu zahlenden Aversen, lich fein, alles ein." Bor handen sind." Mit seinen letzten Worten hat der Waschzettel ausnahmsweise einmal Recht. Für das Nationale", bas von Bismarcknechten, Schlotjunkern, Agrariern und Antisemiten um die Wette gemißbraucht wird, sind die deutschen Arbeiter zu gut. Was gehört aber im Uebrigen Wie Wahlen gemacht werden. Eine Berliner Zu- für eine Heuchelei dazu, den deutschen Arbeitern ihre freundeben den oben näher bezeichneten Matrikularbeiträgen spricht, schrift des Leipziger Tageblattes", die das liche Haltung gegen ausländische Kameraden vorzuwerfen so könnte damit nur gemeint sein eine Erhöhung der furchtbare Fiasko der Nationalliberalen, so ihnen bei der und von ihnen zu verlangen, daß sie die Ausländer anbereits jetzt gezahlten Matrikularbeiträge. Was die Löwenberger Reichstags- Ersatzwahl zugestoßen, rührselig be bellen, die dem Kapitalisten gerade unbequem sind, während süddeutsche Bevölkerung zu diesem Mehran Abgaben handelt, läßt sich wie folgt vernehmen: Bunächst muß doch Hamburgische echtnationale" Rheder indische Trimmer befagen wird, versteht sich am Rande, da die breite Masse der zur Erklärung der kümmerlich dürftigen Ziffer der national schäftigen, und die noch nationaleren" Agrarier immer Steuerzahler auch hier dafür in der einen oder anderen liberalen Stimmen bemerkt werden, daß im Organisehnsüchtiger nach den Kulis ausblicken! Weise für die Mehrausgabe aufzukommen hat. Erhöht sationsplan der Nationalliberalen noch Bayern den Malzaufschlag nicht, dann wird eben ein an- mit einer erheblichen Reihe von Gemeindes Militarismus und Versammlungsrecht. deres Loch aufgemacht. Daß aber die Biersteuer der Brau- vorstehern gerechnet war. Als es zum einiger Zeit ging, so liest man in der Thüringer Tribüne" steuergemeinschaft, die ganz Deutschland, ausgenommen die Klappen fam, versagten sie sämmtlich,( Nr. 155 vom 29. September), durch die Blätter die Nachdrei genannten füddeutschen Staaten und die Reichslande, ohne jede Ausnahme, und die nöthige richt, daß es in Jena den Bemühungen der Vertreter umfaßt, erhöht werden wird, ist auch nach dieser Draht Fühlung mit einem dem behördlichen aller politischen Parteien gelungen sei, die dortigen Saalmeldung leider nur zu gewiß. Das heißt, um das Militär- Drucke minder ausgesetten bäuerlichen inhaber zu bewegen, ihre Lokalitäten feiner Partei zu ver budget zu erhöhen, will die Reichsregierung ein vorzüg- Glement war nicht mehr zu gewinnen." Ausweigern. Dieses Uebereinkommen, das von der gesammten liches Boltsnahrungsmittel, das die Wissen- diesem Geständniß einer schönen Mannesseele blüht ein anständigen Presse ohne Unterschied der Parteirichtung mit schaft und die Praxis einmüthig als das beste Schutz ganzer Garten duftiger Polizeistaatspoesie. Wäre der Ge- Freuden begrüßt wurde, scheint nicht den Beifall des mili mittel gegen den Schnapsfuff erkannt haben, so hoch neral von Boguslawski in der Zeit des Melinit- und tärischen Höchstkommandirenden von Jena, des Majors belasten, daß der altpreußische Fusel nach und nach das Barackenfiebers unter dem Zeichen des Kartells Anno 1887 und Bataillonstommandeurs v. Wagens Nationalgetränk aller Deutschen", die nicht zu den oberen ins Feld gezogen, dann wären die Amtsvorsteher ein- boff gefunden zu haben, wie folgender Vorfall beweist. Behntausend zählen, werden wird. So befördert die in den geschenkt wie Unteroffiziere". 1892 ist der Landrath von Die örtliche Verwaltungsstelle des deutschen Tischlers Dienst des Militarismus gestellte Politik der indirekten Holleufer das Schooßkind der Amtsvorsteher gewesen, verbandes beabsichtigte am 24. September einen Ball Steuern die raschere Entartung und Verelendung der und der Herr General a. D. hat ganze 433 Stimmen auf zu veranstalten, zu welchem auch die übrigen Gewerk Massen. Und zum Schluß! Mag Herr von Riedel, der sich vereinigt. So berichtet der Briefschreiber des Leipziger schaften geladen waren. Als Festlokal war das bayerische Finanzminister, der mit dem Reichs- Schatsekretär Blattes, daß der Schlüssel zu den nationalliberalen Wahl Schützenhaus in Wenigenjena in Aussicht genommen, der von Malzahn Gemsen und Steuern jagen ging, jeht auch erfolgen der höhere Befehl, daß die treibende Kraft der Wirth desselben hatte seine Busage gegeben und alles schien in noch so beredt ableugnen lassen, die bayerische Regierung Amtsvorsteher gewesen ist. Nun haben wir ja nie an Ordnung. Da erhielt einige Tage nachher der Bevoll und der bayerische Landtag haben das Branntwein diesem Thatbestand gezweifelt. Gut aber ist es, dies auch mächtigte des Tischlerverbandes von dem Wirthe die Mitsteuer Reservatrecht geopfert. So wird bei kräftigerem von einem Gentleman zu hören. theilung, daß er seine Zusnge zurückziehe, da er nach einer Druck von Berlin auch das Brausteuer- Reservatrecht ver ihm von dem Kommandeur des in Jena garnisonirenden militärverbot zu gewärtigen habe, falls er sein den 3. Bataillons des 94. Regiments gewordenen Benachrichtigung Nochmals Herr Boffe und die pommerschen Tischlern gegebenes Wort halte. Mündlich erklärte der Gymnafiaften. Endlich ergreift der Reichs- und StaatsBildungsproletariat. Auf dem kürzlich in Leobschüß der Bürgermeister von Wenigenjena habe den im Manöver Wirth dem Bevollmächtigten der Tischler, daß er vermuthe, Anzeiger"( Nr. 230 vom 29. b. M.) bas Wort und theilt abgehaltenen oberschlesischen Städtetage hat der Bürger- befindlichen Major von dem geplanten Tanzvergnügen erst u. a. aus dem am 20. August d. J. an das pommersche meister Gundrum von Groß- Strehliz einer Ansicht Aus- befindlichen Major von dem geplanten Tanzvergnügen erſt Provinzial- Schulkollegium gerichteten Erlaffe das Nachdruck gegeben, die sicher von vielen seiner Kollegen getheilt Majors legte der Wirth dem Bevollmächtigten vor. in Kenntniß gesetzt. Die schriftliche Boykottandrohung des wird. Auf der Tagesordnung stand die Frage der Gehalts" Der Minister soll über die Rohheit der pommer erhöhung für städtische Volksschul- Lehrer. Herr erstaunte aber der Lettere, als er beim Ummenden des ſchen Jugend an den höheren Schulen scharfe Klage führen; Gundrum war zwar nicht gegen eine Aufbesserung der Schriftstücks auf der anderen Seite folgende Anfrage" des Die anerkennenswerthe Aufmerksamkeit, die das Provinzial- geknüpft: daß die Kommunen in den Stand gesetzt würden, Lehrergehälter, aber er wünschte dieselbe an die Bedingung Wirths an den Major entdeckte: Schulkollegium dem Turnen und dem Turnspielen widmet, ist die Arbeitszeit der Lehrer beffer auszuzugleich Fürsorge für die Disziplin. Die letztere ist vor Allem nußen, da eine vier bis fünfstündige Unterrichtszeit taum zugleich durch Anregung edlerer Interessen bei der heranwachsenden Jugend zu fördern, wie es feitens des Direktors ausreichende Beschäftigung sei." Für Hungergehälter, die N. und einiger anderer Direktoren geschieht. Daß die vielfie jetzt so gnädig sind, um eine Kleinigkeit zu erhöhen, fach auf Rohheit zurückzuführende Neigung der pommer- wünschen also die Herren Stadtobersten die Freiheit einer schen Gymnafiaften zum Verbindungsleben scharf beobachtet ungemeffenen Ausnußung der Lehrkräfte! Ganz wie in der sein will, lehren die Erfahrungen, die in den letzten sechs Fabrit, wo der Unternehmer für ein möglichst geringes Jahren in( Namen von sieben Orten) gemacht worden find; Lumpengeld möglichst viel Arbeitsstunden aus dem Arbeiter auch die von mir veranlaßte Revision des Gymnasiums zu herausschlägt. Vielleicht kommt eine bürgerliche Stadtmachte mich mit groben Ausschreitungen einiger dortiger Schüler verwaltung auch noch einmal auf den genialen Gedanken, die Lehrer im Akford zu bezahlen! 0 nichtet oder doch durchlöchert werden. Wir kennen unsere und durch den Regierungspräsidenten vom Dienst suspendirt Der Kölner Sperling ift in Anklagezustand verfekt Riedel, unsere Drterer und Schauße. stehende mit: der Erlaß fagt aber in dieser Hinsicht nur Folgendes: bekannt." Wir meinen, daß dieser amtliche Text ganze Bände Spricht. Das Verbindingsleben" der grünen Junker, Pfaffen- und anderen Bourgeoissprößlinge, das nicht blos auf pommerfchen Schulen, sondern in fast ganz Deutschland verbreitet ist, bildet die durch virtuose Technik des Suffs worden, Deutsche und ausländische Arbeiter." Durch die Provinzpresse geht unter dieser Spigmarke ein anscheinend national- miserabler Waschzettel, an dessen Schluß es nach Besprechung mehrerer französischer und englischer Arbeiter jeden Preis wünschen( Bölkermord wünschen: welche furcht viel Jammer- und Wehgeheul hat diesen drei Stimmen als bare Verbrechensanklage!), theils auf Erfolg im Felde Echo nachgedröhnt! hoffend, theils, um über inmere Schwierigkeiten hinweg- Es ist geschehen. Die Gesandten erhalten ihre Päffe. zukommen und um den eigenen zerrütteten Finanzen durch Am 16. fordert der Bund Desterreich und Bayern auf, den preußische Kontribution aufzuhelfen.( Staatsflugheit.) Hannoveranern und Sachsen, welche bereits von Preußen angegriffen seien, zu Hilfe zu kommen. Unterm 9. Juni erklärt Preußen dem Bundestag, der selbe habe kein Recht zur alleinigen Entscheidung in der Schleswig- Holsteinischen Frage. Ein neuer Bundesreformplan wird vorgelegt, nach welchem die Niederlande und Desterreich ausgeschlossen bleiben sollen. Am 18. ergeht das preußische Kriegsmanifest. Zu gleicher Zeit das Manifest des Kaisers von Desterreich an ein Bolt und die Proklamation Benedet's an feine Truppen. Am 22. erläßt Prinz Friedrich Karl einen Bemeebefehl und eröffnet damit den Krieg. Ich habe die vier Urkunden zur Zeit abgeschrieben; hier sind sie: König Wilhelm sagt: n Hochwohlgeboren Herrn Major Freiherr von Wagenhoff. Wie Ew. Hochwohlgeboren werden gütigst verzeihen, daß ich mich mit einer Frage an Sie wende. Am 24. d. M. will der hiesige Tischlerverband in meinem Lokal einen Ball abhalten, will aber dazu die Gewerkschaften einladen. Um nun nicht wieder in die Gefahr zu kommen, Militärverbot zu bekommen, frage ich Ew. Hochwohlgeboren, ob ich in diesem Falle den Ball annehmen fann oder nicht. Die Tischler haben mir versichert, daß bei dem Ball Politik durchaus nicht berührt wird, und daß es eben nur ein Ball sein soll, doch möchte ich Ew. Hochwohlgeboren bitten, mir gütigst einen Rath zu ertheilen, wonach ich mich dann richten werde. Jm voraus meinen besten Dant sagend, zeichne mit aller Hochachtung ganz ergebenft W.- Jena, den 8. Sept. 92. Eduard Tretbar, Schüßenwirth. Auf die submisseste Eingabe des Wirthes hatte nun unheilvoller Krieg", weil" Deutsche gegen " Deutsche gegen Deutsche". ber Ganz richtig: es ist schon ein höherer Standpunkt, teren Begriff über Preußen" und Desterreich" den wei" Deutschland" erhebt aber nur noch einen Schritt: und es wäre jene noch höhere Einheit erreicht, in deren Licht jeder Krieg-Menschen gegen Menschen, namentlich zivilisirte gegen zivilifirte als uns heilvoller Bruderkrieg erscheinen müßte. Und Und vor den Richterstuhl der Geschichte" rufen was nützt das? Die Geschichte, wie sie bisher geschrieben wurde, hat noch niemals anders gerichtet, als daß sie dem Erfolge huldigte. Die Presse ist nunmehr ganz friegerisch und zwar, wie bies patriotische Sitte ist, siegesgewiß. Die Möglichkeit einer Niederlage muß für den loyalen Unterthan, den sein Derjenige, der aus dem Kriege als Sieger hervorgeht, vor dem fällt die historienstribbelnde Gilde in den Staub und Fürst zum Kampfe ruft, völlig ausgeschlossen sein. Ber- Deutschland beherrschten, will im jungen Preußen keinen vor dem Richterstuhl Gottes, des Allmächtigen"? Ja, Desterreich will nicht vergessen, daß seine Fürsten einst preist ihn als den Erfüller einer Kulturmission". Und schiedene Leitartikel malen den bevorstehenden Einzug Bundesgenossen, sondern mur einen feindlichen Nebenbuhler ist es denn dieser selber nicht, der stets als der Lenker Benedeks in Berlin aus, sowie die Plünderung dieser Stadt erkennen. durch die Kroaten. Ginige empfehlen auch, Breußens Haupt- ftrebungen zu bekämpfen, weil, was Breußen frommt, Defter dem Ausbruch sowohl als mit dem Ausgang jedes Preußen, meint es, fei in allen seinen Be- der Schlachten hingestellt wird-geschieht denn mit stadt dem Erdboden gleich zu machen. Plünderung", Erdreich schade. Alte, unfelige Eifersucht ist in hellen Flammen Krieges nicht eben dieses Allmächtigen unverrückbarer boden gleich machen", über die Klinge springen lassen" diese Worte entsprechen zwar nicht mehr dem neuzeitlichen entehrt werden. wieder aufgelobert; Preußen soll geschwächt, vernichtet, Wille? D Widerspruch über Widerspruch! Ein solcher muß Völkerrechtsbewußtsein, sie sind aber, von den Schul- mehr. Wohin wir in Deutschland schauen, sind wir von versteckt werden soll, wo man zwei einander aufhebende Ihm gegenüber gelten keine Verträge sich eben überall einstellen, wo unter Phrasen die Wahrheit studien der alten Kriegsgeschichte her, an den Leuten Feinden umgeben, und deren Kampfgeschrei ist Erniedrigung Prinzipien wie Krieg und Gerechtigkeit, wie Bölterhaß hängen geblieben; derlei ward in den auswendig Preußens. Bis zum letzten Augenblick habe ich die Wege und Menschlichkeit, wie Gott der Liebe und Gott der gelernten Schlachtberichten so oft hergesagt, in den Seutschen Aufsätzen so oft niedergeschrieben, daß, wenn nun reich wollte nicht." zu gütigem Ausgleich gesucht und offen gehalten Defter Schlachten nebeneinander gleich heilig halten will. über das Thema Krieg Beitungsartikel verfaßt werden Und Benedek sagt: Dagegen läßt sich Kaiser Franz Joseph also ver sollen, solche Worte von selber in die Feder fließen. Die nehmen: " Wir stehen einer Streitmacht gegenüber, die aus zwei Berachtung des Feindes kann nicht drastisch genug ausSälften zusammengesetzt ist: Linie und Landwehr. Erstere gedrückt werden; für die preußischen Truppen haben die daß Preußen nun offen Gewalt an Stelle des Rechtes jetzt. Entbehrungen gewöhnt, niemals eine bedeutende Kampagne Die neuesten Ereignisse erweisen es unwiderleglich, bilden lauter junge Leute, die, weder an Strapazen und Wiener Zeitungen feine andere Bezeichnung mehr, als die Go ist der unheilvolfte Kriegein Krieg Deutscher gegen mitgemacht haben. Lehtere besteht aus jetzt unzuverlässigen, Schneidergesellen", General- Adjutant Graf Grünne hat ge- Deutsche- unvermeidlich geworden! Zur Verantwortung mißvergnügten Elementen, die lieber die eigene mißliebige äußert:" Diese Breußen werden wir mit nassen Fehen ver- all des Unglücks, das er über einzelne Familien, Gegenden Regierung stürzen, als gegen uns tämpfen möchten. Der jagen."" Mit derlei macht man einen Strieg eben populär". und Länder bringen wird, rufe ich diejenigen, welche ihn Feind hat infolge langer Friebensjahre auch nicht einen So etwas fräftigt das nationale Selbstgefühl. herbeigeführt, vor den Richterstuhl der Geschichte und des einigen General, der Gelegenheit gehabt hätte, sich auf den 11. Juni. Desterreich beantragt, der Bund solle gegen ewigen allmächtigen Gottes." die preußische Selbsthilfe in Holstein einschreiten und Jaimer der Andere" ist der Kriegwünschende. Immer Balestro, ich denke, ihr werdet unter euren alten bewährten Schlachtfeldern heranzubilden. Veteranen von Mincio und das ganze Bundesheer mobil machen. Am 14. Juni wird dem Anderen" wird vorgeworfen, daß er Gewalt au Stelle Führern es euch zur besonderen Ehre rechnen, einem solchen über diesen Antrag abgestimmt und derselbe mit neun gegen sechs bes Rechtes sehen will. Warum ist es denn überhaupt Gegner auch nicht den leiseften Bortheil zu gestatten. Der Stimmen- angenommen. D, diese drei Stimmen! Wie noch völkerrechtlich möglich, daß dies geschehe? Gin Feind prahlt seit langer Beit mit seinem schnellen Klein der Major folgende Antwort ergehen lassen und dieselbe auf die Rückseite der Eingabe geschrieben: III. Bataillon 94. J.-Nr. 1229. Sundern, 19./9, 92, Urschriftlich dem Herrn Antragsteller mit dem Erwibern, daß, sofern sich unter den bezeichneten Vereinen Sozialdemokraten befinden und der Ball in Ihrem Lokal abgehalten werden sollte, der Besuch des legteren für die Garnison Jena ein für allemal untersagt werden wird. v. Wagenhoff, Major und Bataillons- Kommandeur. Ein von einer Gewerkschaft veranstalteter Ball bedeutet den Eisgang, die Vernichtung der bürgerlichen Gesellschaft. Als fühner Held, ein Eisbrecher im Waffenrock, geStiefelt und gespornt, fäbelrasselnd und eindrucksvoll, erscheint der Jenaer Bataillonskommandeur und rettet sämmtliche thüringischen Kleinstaaten. Das Verhängniß ist noch einmal abgewehrt worden. Man denke auch: hochverrätherische Walzer, Guillotinir Françaisen, kommunistische Rheinländer fund am Ende gar ein Revolutions- Kehraus, der die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung vom Wenigenjenaer Tanzboden spurlos megfegt, find Dinge, womit sich nicht spaßen läßt. Unsere Anerkennung dem Gesellschaftsretter, Herrn von Wagenhoff! 0 " Kronenwährung in Defterreich. Die Wiener Neue Freie Presse" meldet, daß voraussichtlich zum 1. Januar 1894 Die Rechnung in Kronenwährung als obligatorisch eingeführt werden wird. Das Budget pro 1894 dürfte schon in der Kronenwährung aufgestellt werden." Auf dem Papier nimmt Kronenwährung aufgestellt werden." Auf dem Papier nimmt fich die Baluta- Reform recht schön aus. Im Uebrigen wurstelt man weiter mit dem Gulbenzettel. Die Golddecke" des verschuldeten Desterreichs ist halt zu kurz". haben wir niemals geändert. Die Bourgeoisie, darauf bedacht,| Harmonie) und erscheint wöchentlich einmal unter der Redaktion uns zu trennen und zu theilen, behauptet in ihrer Presse, wir von Aline Balette. Bereits ist die Probenummer erschienen, hätten uns geändert, wir seien nicht mehr die Sozialdemo- welche das Programm enthält, das an Klarheit und Entschieden fraten von 1870/71, wir hätten das revolutionäre Banner im heit nichts zu wünschen läßt. Es geht vorwärts überall! Unsere Stiche gelassen, wir seien Chauvinisten geworden. Sie hat besten Wünsche begleiten das neue Unternehmen. schändlich gelogen. Wir haben weder unsere Biele, noch unsere Taktik verändert; wir sind noch heute, was wir von Anfang an waren und wir werden bleiben, was wir sind: revolutionär und international. Auf unserem letzten Kongresse haben wir uns sogar ein revolutionäreres Programm gegeben, als das erste war, und dieses Programm enthält einen Para graph, welcher ausdrücklich erklärt, daß wir einig sind mit den Proletariern aller Länder und uns mit denselben solidarisch erklären. Wir internationalen Sozialisten bilden ein großes Heer, indem Ihr Franzosen und wir Deutschen, Die Berliner Arbeiter Sanitätskommiffion, welche sowie die Sozialisten der anderen Länder nur verschiedene Dr. 3 adet im Verein mit einer Reihe anderer, unserer Partei Armeekorps bilden. Und, glauben Sie mir, wir, die wir gegen angehöriger Aerzte organisirte, wird auch von der ultramontanen Bismarck gekämpft, ihn niedergeworfen und nach fünfund- Kölnischen Volts- Zeitung" für eine nüzliche Einrichtung erzwanzigjährigem Rampfe geschlagen haben, wir werden durch flärt. Das Blatt fagt:" Wenn die Arbeiter- Sanitätstommiffion feine Macht der Welt unterjocht und von unserem Ziele ab- fich wirklich der angekündigten absoluten Objektivität" befleißigt, gelenkt werden. Wir sind bereit, unseren letzten Blutstropfen tann sie zweifellos Gutes leisten; denn es liegen in den großen für die Sache des Sozialismus zu vergießen, und wir werden Berliner Arbeitervierteln viele fanitäre Uebelstände unferen Emanzipationstampf fortseßen, bis wir den Sieg er- vor, deren Aufdeckung und rasche Beseitigung um so dringender rungen haben. Ich will mich jetzt nicht mit der Politit be- erscheint, als die Choleragefahr feineswegs vorbei ist und im Allschäftigen; ich schließe mit dem Rufe, der alle sozialdemokra- gemeinen die Arbeiterviertel gegenüber den vornehmen Stadttischen Versammlungen in Deutschland beschließt und Ihnen theilen etwas vernachlässigt erscheinen. Gin Studiengang durch von dem in unserer Bewegung herrschenden Geist Zeugniß ab- die verschiedenen Stadtbezirke und ein Einblick in die riesigen legt: Es lebe die internationale revolutionäre Sozial- überfüllten Hofwohnungen lehrt dies zur Genüge. Es fehlt auch demokratie!" in Berlin nicht an Stellen, die sich als Seuchenheerde erweisen Eine neue Lügennachricht über sozialdemokratische Ans gelegenheiten macht in der gegnerischen Presse wieder die Runde. Danach soll die, Gazeta Robotnicza" eingehen, und zwar weil die Propaganda unter den Polen unserer Partei viel foste, aber wenig Erfolg gebracht habe. Unsere Leser wissen, daß im Gegentheil die sozialdemokratische Propaganda unter den Polen sehr gute Fortschritte macht. meine Weltlage, so lesen wir in unserem Mülhauser Parteiorgan vom 28. September, darf Siebknecht morgen Abend( Mittwoch) im Eisfeller sprechen, sondern über die wirthschaftliche Lage und die Sozialdemokratie". Die Abänderung des Themas ist eine Folge unserer herrlichen vereinsgefeßlichen Zustände. 1. Art. 1 des Gesetzes vom 6./10. Juni 1868 macht politische Ver während nichtpolitische dieser Genehmigung nicht bedürfen. Die sammlungen von der Genehmigung der Behörde abhängig, Bersammlung barf feinen politischen, sondern nur einen wirthschaftlichen" Charakter tragen! Wir Elfäffer sind doch glückliche Leute! des Delegirten der deutschen sozialdemokratischen Partei, die Ein wahrer Beifallssturm begrüßte diese Erklärungen tönnten." Bei der Gewerbegerichtswahl in Teuchern( Proving Begeisterung der französischen Delegirten war unbeschreiblich, Sachsen) wurden in der Klasse der Arbeitervertreter die sozialund der Vorsigende, Genosse Ferroul, versicherte, daß die demokratischen Kandidaten mit je 69 Stimmen gewählt. Die von französischen Sozialdemokraten niemals die Lügen der Bour- freifinniger Seite aufgestellten Kandidaten erhielten, wie der geoispresse über die deutsche Brudertruppe geglaubt hätten. Beißer Volksbote" berichtet, jeder nur eine Stimme. Zum Beweise, daß die französische Arbeiterpartei die gleichen Aus Marseille wird uns unterm 26. September ges Sympathien der deutschen Partei entgegenbringe, wie diese Gegen die Erhöhung der Militärlasten protestirte entschrieben: Von neuem hat sich die Solidarität des organisirten ihr, forderte er die Kongreßmitglieder auf, sich von ihren schieden eine Volksversammlung zu Hannover, in welcher und für seine Befreiung kämpfenden Proletariats aller Sigen zu erheben und mit ihm zu rufen: Es lebe das Reichstags- Abgeordneter Wurm referirt hatte. Länder in glänzender Weise bekundet. Der Einladung der Deutschland der Arbeit! Voll Enthusiasmus leisteten sämmt- Liebknecht in den Reichelanden. Nicht über die allge französischen Arbeiterpartei folgend war Genosse Liebliche Delegirte diesen Worten Folge." fnecht als Vertreter der deutschen sozialdemokratischen. Die Zeitung Paris" hat, wie der Frankfurter Partei auf dem Kongresse von Marseille erschienen. Genosse Beitung"( Nr. 273 vom 29. d. Mts.) aus Paris geLafargue ftellte ihn in der Sigung am 25. September den schrieben wird, über die Frage der Ausweisung Liebknecht's Mitgliedern des Kongresses vor, und stürmischer Beifall die Meinung des Herrn Soinour, Direktors der folgte auf seine Begrüßungsworte; ein gleich begeisterter politischen Polizei im Ministerium des Innern, eingeholt. Empfang wurde dem Vertreter der belgischen Arbeiter Die Nachricht von der Ausweisung ist falsch", sagte partei, dem Genossen Anseele, bereitet. Als sich die dieser, vollständig falsch"." Wir haben, gegenwärtig nicht enden wollenden Beifallsbezeigungen gelegt hatten, wenigstens, gar keinen Grund zu einer solchen Maßnahme. antwortete Genosse Liebknecht mit folgender Ansprache: Nichts in der gehaltenen Rede, trotz der sozialistischen Tenbenz derselben, bietet einen Anhaltspunkt dafür. Ich weiß Ich wollte heute morgen so wichtige und wirklich nicht, wer diese Fabel erfunden hat, noch auch, aus Von der Agitation. In Saderau( Kreis Ohlau) hielt für mich besonders interessante Distuffion über den welchem Grunde sie erfunden worden ist. Aber ich kann es am Sonntag der Redakteur ber Breslauer, Voltswacht", Genoffe ersten Mai nicht unterbrechen; jetzt jedoch ist es unsere Pflicht, nur wiederholen: Niemals ist die Eventualität der Aus: Karl Thiel, auf einem Acker eine Versammlung ab, die trob Anseele's und die meine, vor Eintritt in die Tagesordnung der Gegenagitation des Kriegervereins und des GemeindeIhnen für den herzlichen Gmpfang au banken, ben Gie und weisung auch nur in Betracht gezogen worden."- Derselbe tirchenraths von gutem Erfolge gewesen ist. Aus den Dörfern bereitet haben, uns, ben Fremden, um die Sprache ber, alten Korrespondent schrieb einen Tag vorher( Frankfurter Btg." der Umgegend strömte die Landbevölkerung in Schaaren herbei, Gesellschaft zu sprechen. Wir wissen, daß dieser Ausbruch von Nr. 272 vom 28. Sept.):„ Die Idee, daß Liebknecht wegen man kam zu Fuß und zu Wagen, und hörte die Ausführungen Sympathie und internationaler Begeisterung nicht unseren einer Rede ausgewiesen werden solle, worin er das gerade des Referenten über das Thema:" Was hat die ländliche BePersönlichkeiten gilt, sondern den Parteien, die wir vertreten Gegentheil von antifranzösischen Aeußerungen gethan hat, völkerung von der Sozialdemokratie zu erwarten?" mit Interesse und die uns hierher gesandt haben. Mich hat die deutsche erscheint eine so abfurde, und die Quelle, aus welcher die und Beifall an und versprach in einer Reſolution, die einfozialdemokratische Partei, der organisirte und kämpfende Nachricht stammt, ist eine so verdächtige, daß man gut thun stimmig zur Annahme gelangte, fünftig nur sozialdemokratisch Sozialismus Deutschlands, zu Ihrem Kongreß entfandt und wird, an eine chauvinistische Boswilligkeit zu zu wählen. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. In bas mich beauftragt, Ihnen die Grüße und brüderlichen Wünsche breifache Hoch, welches zum Schluß auf die Sozialdemokratie des arbeitenden und sozialdemokratischen Deutschlands zu über glauben, welche nach zwei Seiten zugleich bezen will, gegen ausgebracht wurde, stimmten die Bauern fräftig ein. Nach ber bringen. Vor zwei Jahren entsandten Sie Ferroul die Deutschen und gegen die Sozialisten. Einzig der Gau- Versammlung unterhielten sie sich mit unseren Breslauer Geund Guesde zu unserem Kongreß in Halle. Ver- lois" greift heute die Meldung auf und bringt in die Re- noffen aufs freundlichste im Wirthshause. gangenes Jahr haben wir den Besuch nicht er gierung, ihre Pflicht gegen die internationalistischen Hezer" widern können. Heute befinden wir uns nun in zu thun, gegen die deutschen Sozialisten, die zuerst Deutsche " Genossen, Brüder! Ihrer Mitte, Polizeiliches, Gerichtliches ze. und schütteln Ihre Hand im Namen und dann Sozialisten feien und die dem Fürsten Bismarck Dem Bürgermeister von Benig, welcher mehrere Ver des deutschen Proletariats. Dieser Kongreß heißt ein National- alle gewünschten Kredite bewilligt hätten(!). Dieser reaktio- fammlungen verbot, in denen der frühere Lehrer Wolf. aus tongreß, aber er ist zugleich ein internationaler Kongreß. Sie näre Vorstoß läßt immer deutlicher die eigentlichen Urheber Döhlen über das Thema reden wollte: Warum ich nicht mehr find international, wir sind es auch. Für uns Gozialisten des Gerüchtes erkennen und den Zweck, den sie damit ver- worden, daß er in drei Fällen zu dieser Verbieterei kein Recht Boltsschullehrer bin", ist von der Streishauptmannschaft eröffnet existirt feine Nationalitätsfrage; wir fennen nur zwei Nationen, die Nation der Kapitaliften, der Bourgeoisie, der besitzenden folgen. Es ist gewissen Leuten äußerst unangenehm, daß hatte. Zwischen Euch Franzosen und uns Deutschen fließt ein breiter Blutstrom; wir sind unschuldig an diesem Blute. Unsere Feinde haben es vergoffen; und dieser Blutstrom bildet für uns feine Grenze des Haffes. Wir sind Brüder. Wir haben gegen den Bruderkrieg von 1870 Protest erhoben, wie Ihr es gethan habt, und unsere Haltung gegenüber dem Kriege gewehrfeuer aber, Leute, ich denke, das soll ihm wenig Nußen bringen. Wir werden ihm wahrscheinlich keine Zeit bazu lassen, sondern ungesäumt ihm mit Bajonett und Kolben auf den Leib gehen. Sobald mit Gottes Hilfe der Gegner geschlagen und zum Rückzug gezwungen sein wird, werden wir ihn auf dem Fuße verfolgen und ihr werdet in Feindesland euch ausrasten und diejenigen Erholungen im reichlichsten Maße in Anspruch nehmen, die sich eine siegreiche Armee mit vollstem Rechte verdient haben wird." Prinz Friedrich Karl endlich spricht: ganzen falschen Lärms." " -In Frantfurt a. D. waren fieben Parteigenoffen, darunter Genosse Faber, wegen unbefugter Verbreitung von Druckschriften auf öffentlichen Wegen und Plähen angeklagt. Da die Verbreitung der Schriften jedoch nur in den Wohnungen gefchehen war, sprach das Schöffengericht die Angeklagten frei, lehnte aber ben Antrag ab, den Angeklagten die ihnen aus den Termin erwachsenen Kosten zu erstatten. Fratischen Elsaß- Lothringischen Volts- Beitung" war es feinerzeit -Bolizeiwillkür. Dem Verlag der sozialdemo von der Straßburger Polizei nicht gestattet worden, Blatate anschlagen zu lassen, in welchem zum Abonnement auf dieses Blatt aufgefordert wurde. Solche Platate, hieß es, dürften nicht angeschlagen werden, und man könne mit der Elsaß- Lothringischen Bolts- Zeitung" teine Ausnahme machen. Jetzt aber prangen an allen Gcten große Platate, in welchen das Abonnement auf eine Sokalzeitung empfohlen ist. Klaffe einerseits und andererseits die Nation der Proletarier, die mit so vielem Fleiß in Frankreich aufrecht erhaltene-Schfendit. Genosse Conrad Müller erhielt ,, wegen der enterbten Maffe, der Arbeiterklasse. Und dieser zweiten Anschauung, wonach alle Deutschen geschworene Feinde Berübung green Unfuge" einen auf 9 M. oder 3 Tage Haft Nation gehören wir Alle an, französische wie deutsche Sozial- Frankreichs sind und nur auf dessen Bernichtung finnen, lautenden Strafbefeht. Der Unfug soll darin bestehen, daß Müller demokraten. Wir sind eine Nation; die Arbeiter aller Länder einen Stoß erleiden soll. Das ist ber tiefere Grund des in einer am 17. Juli stattgehabten Versammlung beim Gingen bilden eine einzige Nation, die im Gegensatz zu der anderen der Arbeitermarseillaise statt. der Schlußworte: bdie uns geführt Nation steht, welche gleichfalls in allen Ländern ein und die Der Bossischen Zeitung"( Nr. 456 vom 29. September) asfall"" mit durchdringender Stimme gesungen habe:" Die rothe felbe ist. Republik". Was man nicht definiren kann, sieht man für groben wird aus Paris telegraphirt: Unfug an. Bemerkt sei, daß die Versammlung in einem geDem Figaro" zufolge wäre gestern in Lyon die Ausschlossenen Raume stattfand und die Marseillaise von allen Anweifung Liebknecht's doch erfolgt. Dies geschah so vorsichtig, daß bis Mittag Niemand von der Maßregelwesenden mitgefungen wurde. Ginspruch ist erhoben. -Am Dienstag Nachmittag wurde in der Leipziger wußte. Siebknecht habe Lyon anscheinend allein mit dem Bolfsbuchhandlung nach dem 26. Heft der Sozialdemokratischen Morgenzuge verlassen, sei aber von Polizeiagenten bis an die Bibliothek, betitelt: Guyot und Lacroix, Die wahre Gestalt des Grenze gebracht worden. Als Ursache bezeichnet man nicht die Christenthums", gehaussucht. Es wurden zwei Broschüren dieser Reben Liebknecht's, sondern einige Rußland betreffende Stellen Schrift gefunden und beschlagnahmt. einer im Temps" veröffentlichten Unterredung. Siebknecht fagte nach diesem Berichte, es sei jammervoll, daß Frankreich vor dem Zaren unterthänig frieche und einem Autokraten die Füße füffe; Rußland werde Frankreich verrathen, wie es Deutschland verrieth. Das, Petit Journal" hingegen versichert, daß keine Ausweisung erfolgte und Liebknecht freiwillig abgereift fei. Diese Meloung flingt weniger wahr scheinlich, da Liebknecht sonst seine Absicht, Abends einer Versammlung im Theater Bellecour beizuwohnen, ausgeführt hätte." Wir haben darauf zu bemerken, daß diese ganze Aus weisungs- Geschichte eine Gute ist. Es ist unrichtig, wie Soldaten! Das treulose und bundes brüchige Desterreich wir aus bester Quelle hiermit konstatiren, daß Liebknecht hat ohne Kriegserklärung schon seit einiger Beit die in Lyon sich hat aufhalten wollen. Er ist nur durch preußischen Grenzen in Oberschlesien nicht respektirt. Ich gereift, weil er direkt nach Mülhausen i. Els., wo er in hätte also ebenfalls ohne Striegserklärung die böhmische einer Versammlung sprechen wird, weitergefahren Grenze überschreiten dürfen. Ich habe es nicht gethan. i ft. Heute habe ich eine betreffende Kundgebung überreichen Lassen und heute betreten wir das feindliche Gebiet, um unser eigenes Land zu schonen. Unser Anfang sei mit Gott. ( Ist das derselbe Gott, mit dessen Hilfe Benedek versprochen hat, den Feind mittels Bajonett und Rolben zurückzuschlagen?...) Auf ihn laßt uns unsere Sache stellen, der die Herzen der Menschen lenkt, der die Schicksale der Völker und den Ausgang der Schlachten entscheidet. Wie in der heiligen Schrift geschrieben steht: Laßt eure Herzen zu Goit schlagen und eure Fäuste auf den Feind. Schluß der italienischen Kammer. Das römische In diesem Kriege handelt es sich ihr wißt es um Amtsblatt veröffentlichte am 28. d. Wt. einen Erlaß, durch Preußens heiligste Güter und um das Fortbestehen das der Schluß der gegenwärtigen Parlaments- Session aus unferes theuren Preußens. Der Feind will es ausgesprochen wird. Die Wahlen stehen vor der Thür. gesprochenermaßen zerstückeln und erniedrigen. Die Ströme von Blut, welche eure Berichtigung. In der Notiz: Die Sozialdemokratie Friedrich dem Großen und wir jüngst bei Düppel und auf in der Schweiz( r. 228, Politische Uebersicht) lies: Ludwig Alfen vergoffen haben, sollten sie umsonst vergossen sein? Börne, nicht Ludwig Löwe. Nimmermehr! Wir wollen Breußen erhalten wie es ist, und durch Kriege träftiger und mächtiger machen. Wir werden uns unserer Väter würdig zeigen. Wir bauen auf Ben Gott unserer Bäter, der uns gnädig sein und Preußens Waffen fegnen möge. Und nun vorwärts mit unserem alten Schlachtruf: Mit Gott für König und Vaterland. Es lebe der König! ( Fortfehung folgt.) und meine Bäter unter Herold" depeschirt denn auch: Lyon, 29. September. Biebknecht, der gestern hier angekommen ist, wurde weber aufgefordert seine Abreise zu be fchleunigen, noch ist derselbe sonst von der Polizei belästigt worden. Ferner bringt Wolff's Bureau folgendes Telegramm: Eine Note des Ministers des Junern erklärt die Meldung des Figaro", wonach der deutsche Reichstags- Abgeordnete Liebknecht von der französischen Regierung ausgewiesen worden fei, für unrichtig. Parteinachrichten. Sozialdemokratische Breffe. Mit dem 1. Oktober er scheint in Paris ein Blatt für die Intereifen und die Rechte der Frauen, das vollkommen auf sozialistischem Boden steht. Das Blatt führt den Zitel L'Harmonie Sociale"( Die foziale Noch etwas Dom zweierlei Recht. In essen verwehrt man den Sozialdemokraten die Zellerfammlungen, den Antisemiten sind sie gestattet. Dabei behauptet Artikel 18 der hessischen Verfassung, daß alle Hessen" vor dem Gefeßgleich" seien. " 30 M. follten die Genossen Schröder, Sinn und Günther aus Riers pe Strafe zahlen, weil sie wie die Westfälische Freie Preffe" mittheilt der dortigen Polizei das Mitglieder verzeichniß eines Vereins nicht eingereicht hatten, der in Wirk lichkeit noch gar nicht bestand. Das Schöffengericht zu meinerzhagen sprach fie frei. - Die Parteigenossen Schäftefabrikant Brzo stewig und Sattler Schlichting in Stroßburg i. G. standen am 21. September vor dem Landgericht unter der Antlage der Majestätebeleidigung. Die Delikte sollen, wie die Franff. 3tg." mittheilt, am 28. Februar bei Gelegenheit eines Festes des ArbeiterGefangvereins Hoffnung begangen worden sein. Brzostowiß sollte fich bierbei in beleidigender Weise über ein Bild des Kaifers geäußert, Schlichting die bekannte faiserliche Rede über die " Nörgler" perfiflirt haben. Brzostewig wurde durch die Zeugenaussagen überführt und zu einer Gefängnißstrafe von zwei Monaten, dem Strafminimum verurtheilt. Schlichting wurde als nicht überführt freigefprochen. Die Zeugen, welche fast ausfchließlich Parteigenossen waren, wurden anstandslos vereidigt, Dagegen verweigerten Verschiedene mit Rücksicht auf ihre Religionstofigtett anfänglich die Ableistung bes gesetzlich formulirten Gides, ließen sich aber schließlich doch dazu bestimmen. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 30. September. Opernhaus. Sevilla. Der Barbier Don Schauspielhaus. Rabale und Liebe. Lessing- Theater. Die Orientreise. Tasso. Egyptische Ausstellung. Heute Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Geöffnet von Morgens 10 Uhr an. Vorführung der Karawane nur um Genossenschaftsbäckerei für Berlin und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir veröffentlichen bis auf Weiteres folgende Niederlagen unseres 1* 0. Griepentrog, Schwedterstr. 23( Flur). 4 Uhr. Brotes: Sonntag, den 2. Oktober: Unwiderruflich: Abschieds- Vorstellungen um 4, 6 und 7½ Uhr. Deutsches Theater. Torquato affo. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Berliner Theater. Napoleon. Wallner- Theater. Papa Finder. Vorher: Die Geschwister. Bellealliance- Theater. Das Nachtlager zu Granada. Kroll's Theater. Der Troubadour. Residenz- Theater. Der selige Tou pinel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Schönröschen. Rein Hüfung Thomas- Theater. ...( Keine Heimstätte). Adolph Gruft- Theater. Die wilde Madonna. Alexanderplatz- Theater. Mord in der Kohlmessergaffe. Hierauf: Tannhäuser. Oftend- Theater. Don Carlos. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reidshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Gesangspoffe in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Musik von G. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. Adolph Ernst. Zahlstelle Berlin I( Putzer). Derlammlung am Sonntag, den 2. Oktober, Vorm. 11 Uhr, Dresdenerstraße 96. Tages Ordnung: 1. Abrechnung der Liquidations- Kommission des ehemaligen Fachvereins der Puzzer. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragetaften. NB. Die Kollegen werden ersucht, die im Jahre 1891 ausgegebenen Statistik- Bücher in dieser Versammlung abzugeben. 482/7 Der Bevollmächtigte. Osten: * Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. * Albert Böhl, Rüdersdorferstr. 8. * Krause, Büschingstr. 7. Wwe. Keil, Marfiliusstr., Ecke Blumenst. Wilh. Wandelt, Roppenstr. 36. * Reimann, Andreas- Markthalle Stand Mr. 50. * Max Richter, Grüner Weg 65. Aug. Zickerow, Friedrichsfelderstr. 10. " Wilh. Helfer, Friedrichsbergerstr. 24. Wilh. Mispel, Posenerstr. 32. A. Kothe, Langeftr. 11. " Herm. Licht, angeftr. 71. ( Vom 1. Oktober Nr. 56). G. Neuendorf, I. Markusstr. 3. Nordosten: * F. Geske, Waßmannstr. 17. * Fritz Rintisch, Carl Achtung! Steinmetzen. Achtung! Backs, Ballifabentit. 62.1 Sonntag, den 2. Oktober, Vormittags 10 hr: * W. Gollee, Georgenkirchstr. 3. * C. Mittmann, Lichtenbergerstr. 14. Reinhold Dreissig, Weberstr. 25. Große öffentliche Versammlung Versammlung A. Krüger, Höchſteſtr. 18. im Lokale des Herrn Müller, Johannisstraße Nr. 20. Tages Drdnung: 1. Vortrag über die neue Gewerbe- Ordnung. Referent: Regierungs- Wilhelm Jerratsch, Wienerstr. 31. Baumeister a. D. Kessler. 2. Verschiedenes. 292/5 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in der Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. General- Versammlung Südosten: Carl Halfpap, Rottbuserstr. 18. A. Alschner, Naunynstr. 65a. * Fr. Mittmann, Oppelnerstr. 30. Paul Peetz, Reichenbergerstr. 139, C. Huberich, Lübbenerstr. 22. Paul Neidhardt, Naunynstr. 70. * Julius Haase, Liegnigerstr. 42. F. Müller, Waldemarstr. 64. * J. Wansner, Forsterstr. 57. * H. Grimpe, Manteuffelstr. 22, * C. Zinke, Stalizerstr. 123. Kabisch, Staligerstr. 146. * R. Lück, Reichenbergerstr. 21. * W, Grüneberg, Manteuffelstr. 37. A. Krause, Naunynstr. 11a. * H. Müller, Grünauerstr. 25. der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umg. F. Pott, Grünauerſtr. 33. am Sonntag, den 2. Oktober, Vorm. 10% Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tages Ordnung: = 1. Wahl des ersten Vorsitzenden, des zweiten Raffirers und von vier Beisitzern. 2. Kaffen- und Revisionsbericht. 3. Fragekasten. 86/4 Der II. Vorsitzende. Oeffentliche Hänsel, Görligerſtr. 62. In Scene gefest von 116r. Em Versammlung für Männer und Frauen Hamann, anteuffelt. 8. Anfang Morgen: Diefelbe Borstellung. Alexander- Play- Theater. Heute, den 30. September: Mord in der Kohlmessergasse. Poffe in 1 Aufzuge von A. Bergen. Hierauf: Tannhäuser. Große Ausstattungs- u. Gesangs- Poffe. Anfang 7 Uhr. Sonnabend, den 1. Oktober: Novität! Novität! Die Liebe vor Gericht. ( Trial by Jury.) Operrette in 1 Aufzug von W. S. Gilbert und Arthur Sullivan. Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer. Sonnabend, 1. Oktober, Abends 72 Uhr: Gala- EröffnungsVorstellung. Aus dem reichhaltigen Programm find hervorzuheben: Vorführung des wunderbar dressirten Rapphengstes Incroyable durch den Direktor Pierre Althoff. Fräul. Adele, BarforceReiterin. 3 Gebr. Gelli, chinesische Excentrique Akrobaten. Mlle. Vidal, Schulreiterin. Mr. Daniels, Original Gigerl Clown. Herr A. Rossi, Joden- Reiter. Troika, 3 fache hohe Schule, geritten vom Direttor Pierre Althoff, ohne Zügel. Auftr. der Luftgymnastiker 3 Gebr. Dunbar.- Sonntag, den 2. Oktober, Abends 72 Uhr: Brillant- Vorstellung m. neuem Programm. Näheres die Plakate. Hochachtungsvoll Die Direktion: Corty- Althoff. A Feen- Palat am Sonnabend, den 1. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Gesellschaftshaus Ostend, Rüdersdorferstraße 45. Tages Ordnung: 1. Bortrag über:" Das Wesen der Hausindustrie und ihre Wirkung." Referentin: Fräulein Baader. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Entree 10 Pf. Der Einberufer. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein verbunden mit Tanz- Kränzchen arrangirt vom Geselligen Verein ,, Mehr Licht". Arbeiter- Bildungsschule( Nordbezirk). Große Versammlung am Sonntag, 2. Oftober, b. 6 Uhr, in Pape's Salon( fr. Rnebel), Badstr. 58. 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël: Aus den ältesten Tagen der Menschheit. 2. Distuffion. Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste sehr willkommen. Die Schulkommission. Arbeiter- Bildungs- Schule( Süden). 2261b * C. Kien, Görligerstr. 67. E. Stendel, Cuvrystr. 48. * J. Paehlke, Forsterstr. 16. G. Grim, Reichenbergerstr. 54. * Glauss, Wienerstr. 42. * J. Schilk, Forsterstr. 49. * C. Trampe, Wrangelstr. 13. A. Keil, Adalbertstr. 69. C. Scholz, Faltensteinſtr. 29. J. Wegener, Falkensteinstr. 17. W. Legler, Köpenickerstr. 126a. Richard Krause, Melchiorstr. 17. do. 2. Verkaufsst.: Kleine Hamburgerstr. 7. * C. Münch, Straßburgerstr. 19. E. Grönke, Schönhauser Allee 165. * P. Joost,( Elisabethkirchstr. 11( Flur). Otto Tanzki, Biesenthalerstr. 8. * Wwe. Ida Fischer, Bernauerstr. 2. Herm. Matthis, Stralsunderstr. 69. A. Thieme, Granseerstr. 8. Rud. Gebert, Brunnenstr. 57, * Louis Otto, Gerichtstr. 75. Gustav Bähr, Ackerstr. 66. * Rud. Köhn, Hussitenstr. 7. Wwe. Emilie Liesegang, Fehrbelliner Straße 36. J. Zuber, Schönhauser Allee 48a. Richard Gleich, Schlegelstr. 28. Louis Sander, Schönholzerstr. 6. Frau Fr. Tabbert, Markthalle Ackerstraße, Stand 217. * A. Weiss, 3ionskirchstr. 32. Gottlieb Patzold, Belforterstr. 6. * Julius Rogatt, Wiesenstr. 39. * C. Clement, Sochmeisterstr. 2. Süden: * Gustav Arnholz, Alerandrinenstr. 116. * August Gerstmann, Dieffenbachstr. 36. C. Schreiber, Boeckhstr. 44. August Hoppe, Schmidtstr. 17a. * Ernst Zimmermann, Schönleinstr. 33. * Ebeling, Kreuzbergstr. 74. * W. Gläser, Ritterstr. 9. W. Schubert, Urbanstr. 8. * Wilh. Purrmann, Gneisenaustr. 30. F. Scherzer, Markthalle Lindenstraße, Stand 246. do. Markth. Zimmerstr., St. 196. * F. Brix, Gräfeſtr. 32. L. Hinze, Prinzenstr. 11. * Otto Fischer, Urbanstr. 103. Oscar Hübner, Simeonstr. 24. * Wilhelm Katerbow, Lindenstr. 25. * Friedr. Ninnemann, Gitschinerstr. 81. * E. Neumann, Rürassierstr. 4. * E. Ewald, Dresdenerstr. 28. * G. Mannsfeld, Teltowerstr. 41. * Teupel, Gräfestr. 78. * Lembke, Fürstenstr. 2. Laufer, Rottbuser Damm 5, Weihrauch, Urbanstr. 186. Westen:] Th. Dochow, Markthalle Marheinide Play, Stand Nr. 128. * A. Hannemann, Steinmetstr. 52b. R. Paulink, Steinmetzstr. 58. * A. Engelhardt, Neue Maaßenstr. 49. August Labitzke, Prinzessinnenstr. 28. Carl Steinbiss, Besselstr. 4. 0. Möricke, rangelstr. 28. Centrum: Franz Schmidt, Linienftr. 245. * R. Ojust, Alte Schönhauserstr. 16. Herm. Greiffenberg, Linienstr. 68, * W. Werner, Heiligegeiſtstr. 37. * P. Salzwedel, Klosterstr. 88. * St. Schmela, Ritterstr. 5. Sonntag, 2. Oktober, Abends 62 Uhr, in Heinrich's Festsaal, Blücherstr. 61: D. Krühn, Albrechtstr. 4. Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein über: Austechende Krankheiten. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Gäste sind willkommen. E 2254b Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 15. Oftober 1892: Vereins- Kränzchen im Norden: R. Dittmar, Brunnenſtr. 82c. R. Willich, Chriſtinenſtr. 35. * Hermann Grashold, Prenzlauer Allee 222. * H. Ramlow, Schönhauser Allee 185. * Oscar Ahlers, Bionstirchstr. 11, Ecke Zionstirchplas( Flur). Aug. Grünsch, Usedomstr. 15. Die mit einem Charlottenburg: W. Krause, Pestalozzistr. 11. Rixdorf: * A. Franke, Berlinerstr. 4. " Heinrich Rund, Hobrechtstr. 9. Eduard Standke, Biethenstr. 39. * Gottlob Blumberg, Herrmannstr. 22. * Carl Engelhardt, Sobrechtstr. 4. F. Liebscher, Lessingstr. 9. Hellwig, Jägerstr. 2. Kittlas, Wißmannstr. 22. Rummelsburg: Georg Rehm, Lessingstr. 6. Weissensee: B. Schmelzer, Lehderstr. 2. Conrad Löhnert, Kronprinzenstr. 12. bezeichneten Niederlagen führen nur Genossenschaftsbrot. Wiederverkäufer, welche noch Aufnahme in die Liste wünschen, wollen sich Müllerstr. 33a/ 34 schriftlich melden. 95/15 Der Brotverkauf findet außerdem in unseren Rottbuserstr. 4a ,, Konzerthaus Sanssouci" Rottbuferstr. 4a. Bäckereien statt: Anfang Abends 8 Uhr. Müllerstr. 33a| 34. Gartenstr. 35. Brunnenstr. 122a. ** Weidenweg 99. Manteuffelstr. 63. Hafenhaide 117/18. ** Dieffenbachstr. 58a. In den mit bezeichneten Bäckereien ist auch weiße Backwaars Billets sind auf allen Zahlstellen des Vereins sowie bei folgenden Herren zu haben: Conrad, Bärwaldstr. 53, Quergeb. 2 Tr.; Schulz, Brigerftraße 42, 4 Tr.; Mieke, Adalbertstr. 9, 4 Tr.: Glocke, Laufigerstr. 52, 3 Tr.; Koblenzer, Adalbertstr. 96, Quergeb. 1 Tr.; Hoppe, Rigdorf, Berlinerstr. 84/85; Mews, Mariannenstr. 13, 4 Tr.; Klawitter, Oppelnerstr. 16; Gruschke, Bücklerstraße 58, Hof 2 r.; Siebert, Roppenstraße 27, 1 Tr.; Zwanzig, FürbringerStraße 27; Thiel, Boechstraße 15: Maass, Schwedterstraße 1, 1 Tr.; Forner, Elisabethstr. 49, Quergeb. 3 Tr.; Wiedemann, Wallstr. 7/8, im Arbeitsnachweis. per Stück 2 Pf. zu haben. 85/6 Der Vorstand. Kranken- Unterstütungs- und gewerblich. Hilfsarbeiter Berlins. Sonntag, den 2. Oktober: Mitglieder- Versammlung Burgstraße, neben der Börse. Gratweil's Bierhallen Begräbniß- Berein der Ban- und Täglich Gr. Spezialitäten Vorstellung. = Mis Selina, die singende Luftfee, Truppe Leopard, Kraft- u. Zahnproduktionen a. d. Ringen, AlféraTruppe, Parterre Akrobaten, Mr. Clermont, m. s. dress. Esel, Schweinen, Bären 2c., Garreton- Truppe, Excentr. Atrobaten, Granan und Seefeld, Wiener Duettisten, Herm. Schulte, Gesangs- Humorist. Anfang Wochentags 7/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. PassageKommandantenstraße 77-79. Täglich: Borussia- Konzert- und Kouplet- Sänger. Gastspiel des Charles bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vereinsmittheilungen. 2. Abrechnung des Kassirers. Randolf, Bauberkünstler 3. Verschiedenes. Gäste, durch Mitund Gedanfenlefer à la Cumberland. glieder eingeführt, haben Zutritt. Wochentags frei. Sonntags Entree 30 Bf. 126/20 Der Borstand. J. A.: Gadegast. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch, Zwei Säle zu Bersammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. Panopticum. Castan's Fuß!! ein Panoptikum. 9- Geöfuct von 9 Uhr Morgens RiesenKind!!! 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September, Mittags, gemeldete Cholera- Erkran tungs- und Todesfälle: Staat und Bezirk. Drt. Hamburg. Hamburg. Preußen: Schleswig. Altona. Stettin. erfrankt Datum: 25./9. 26./9. 27./9. 28./9. erkrankt gestorben erfrankt gestorben erkrankt gestorben 9. Jahrg. 31 Gemeinden davon infizirt, 214 Personen sind bisher gestorben. flück zu dem f. 3. von der Versammlung für angemessen ers In der Provinz Ostflandern waren 21 Gemeinden infizirt. Der flärten Preise von 380 000 M. zu erwerben, resultatlos geblieben Borort Anderlecht hat eine Desinfektionsbaracke erbaut für die sind, das Enteignungsverfahren eintreten zu lassen. Personen. Man beabsichtigt die infizirten Häuser niederzureißen. aus den geräumten Häusern entfernten ansteckungsverdächtigen Der Antrag wird angenommen. Im Borinage und zu Paturages ist die Cholera ebenfalls zurückgegangen, dagegen tritt jetzt Typhusepidemie auf. Paris, 29. September. Hier sind 47 Erkrankungen und 16 Todesfälle an Cholera gemeldet. Cherbourg, 29. September. Gestern waren hier drei Todesfälle an Cholera zu verzeichnen. # New York, 28. September. Der Dampfer Normannia" ist heute nach Southampton abgegangen. Die ,, Rhaetia" ist heute aus der Quarantäne entlassen worden. Unter den auf der Swinburne- Insel in Beobachtung befindlichen Reisenden sind keine 126 47 70 33 58 42 70 25 neuen Erfrankungen vorgekommen. Die Patienten sind auf dem Wege der Besserung. 11 7 11 4 9 9 Liepgarten. 93 6 61 Bereinzelte Erkrankungen: Regierungsbezirk Stettin: in der Stadt Stettin und 1 Ort des Kreises Greifenhagen je 1 Erkrankung. Regierungsbezirk Magdeburg: in 1 Orte des Kreises Stendal 1 Todesfall. Regierungsbezirt Schleswig: in der Stadt Wandsbeck, Kreis Stormarn, 1 Todesfall, in 1 Ort desselben Kreises sowie in der Stadt Rendsburg je 1 Grkrankung. Regierungsbezirt Roblenz: in der Stadt St. Goar 1 Todesfall. Regierungsbezirk Düsseldorf: Duisburg ein Todesfall, aus Dortrecht eingeschleppt. Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin: in der Stadt Ludwigslust 1 Erkrankung. " " Parteinachrichten. Aufruf an alle Arbeiter- Sängervereinigungen resp.-Bünde Dem Dienst personal der städtischen, diesmal wegen Choleragefahr bereits am 5. d. M. geschlossenen Fluß- Badeanstalten soll angesichts des Ausfalls, den dasselbe dadurch erlitten hat, und im Hinblick auf die anerkennenswerthen Leistungen der betreffenden Angestellten der Lohn für den Septembermonat unverkürzt gezahlt werden. Es handelt sich im Ganzen um 2548 M. Ohne Debatte genehmigt die Versammlung die Vorlage. Der von der Müllerstraße, Seestraße und der Jungfernhaide ( Gemarkungen Tegel und Reinickendorf) begrenzte Theil des Bebauungsplanes, Abtheilung X 1, ist vom Magistrat infolge der nordwestlich vorschreitenden Bebauung Berlins und der neuerdings von verschiedenen Grundbesitzern gestellten Anträge zur Verschiebung der Straße 23 auf die Mitte der Grundstücke 129/13, und zur Anlage neuer Straßen auf dem Grundstücke Müllerstraße 88/91 einer durchgreifenden, schon längst wünschenswerth erschienenen" Umarbeitung unterzogen worden. Der be zügliche Entwurf der Baudeputation wird einem Ausschuß von 10 Mitgliedern überwiesen. = Nach einem dringlichen Antrage des Magistrats sollen die Deutschlands. Betreffs Herbeiführung einer Liedergemeinschaft aller Artheilung des letteren für verzogene Steuerschuldner und die Zentralstelle des städtischen Steuer- Ginziehungsamts, die Abbeiter Sängervereinigungen refp.-Bünde Deutschlands werden die Steuer Annahmestellen I und II aus dem Rathhause nach dem Borstände derselben ersucht, ihre Adressen, soweit das noch nicht Hause Poststr. 1 in Miethsräume( für einen von 11 000 auf geschehen, an den Unterzeichneten einzusenden. Der Werth dieser 9500 m. ermäßigten Miethszins) verlegt werden, und zwar schon Liedergemeinschaft für die Arbeiter- Sängervereinigungen ist ein vom 1. Oktober ab, um im Rathhause Raum für das nach dem so großer, daß eine baldige Herbeiführung dieser Vereinigung neuen Ginkommensteuer- Gesetz gänzlich zu reorganisirende und wünschenswerth erscheint. sehr beträchtlich zu erweiternde Einkommensteuer Bureau zu ge Der Vorstand des Arbeiter Gängerbundes winnen. Berlins und Umgegend. J. A.: Adolph Neumann, 1. Vorsitzender, Berlin N., Brunnenstr. 101, II. * * = Stadtv. Singer: Wir werden durch die Vorlage aufgefordert, der Beschaffung einer besonderen Dienstlokalität für die Zwecke des Steuer Einziehungsamts vom 1. Oktober ab zuzu Die amerikanische Presse, schreibt die ,, National: Zeitung"( Nr. 552 vom 29. d. Mits.) hat sich in den letzten liche Nächstenliebe in der Praxis aufgefaßt wird, geht zur Ge- Tage vor dem Termin, Ultramontanes. Wie von ultramontaner Seite die christ- das leidige Schauspiel sich wiederholt, daß der Magistrat zwei stimmen. Zunächst befremdet mich, daß auch in diesem Falle Lagen in scharfen Ausfällen gegen den amerikanischen nüge daraus hervor, daß ein Aufruf zur Sammlung für die die Genehmigung dazu nachsucht. Aus der Begründung ergiebt wo er miethen will, von uns Vizekonsul in Hamburg, Herrn Charles H. Burte, gewendet, indem sie ihn der Fahrlässigkeit bei Ausstellung eines ungernden Arbeiter in Hamburg, welcher im„ Gmünder Tage- sich, daß der Magistrat das Bedürfniß der Erweiterung des Gesundheitspasses für den am 17. v. M. von Hamburg lagegen Bezahlung erscheinen sollte, mit der Ausrede zurück Einkommensteuer- Bureaus schon früher erkannt hat, und richtiger nach New- York in See gegangenen Dampfer Moravia" be- gewiesen wurde, daß von sozialdemokratischer Seite überhaupt wäre es gewesen, wenn die Magistratsvorlage so zeitig geschuldigt. Bekanntlich war dies Schiff das erste in der Reihe feine Annoncen aufgenommen würden. tommen wäre, um uns eine gründliche Prüfung der Verhältnisse deutscher Handelsfahrzeuge, auf welchem während der Ueberfahrt 22 Todesfälle von Cholera gemeldet und von welchem schreibt die Apoldaer" Freie Presse" in Nr. 29 vom 25. Sep- Deshalb, die Vorlage einem Ausschusse von 10 Mitgliedern zu zu ermöglichen; denn daß das von heute bis übermorgen nicht ,, leber die Heiligkeit und Bedeutung des Eides", geht, brauche ich wohl nicht auseinanderzusetzen. Ich beantrage Zwischendeckspassagiere unter choleraartigen Symptomen gelandet tember, lieferte die am 17. d. Mts. stattgefundene Schöffen- überweisen. Für diesen Antrag spricht außer dem angeführten wurden, von denen einer im New- Yorker Hospital der Seuche gerichts- Verhandlung, wo der Redakteur des Blattes, Genosse noch der weit wichtigere Grund, daß mit der Genehmigung dieser erlegen ist. Um seine Handlungsweise öffentlich zu rechtfertigen, Aug. Baudert, wegen angeblichen Heraushängens einer rothen Vorlage die Versammlung im Grunde auch die vom Magistrat hat der amerikanische Vizekonsul einem Reporter gegenüber höchst hat der amerikanische Vizekonful einem Reporter gegenüber höchft Fahne unter Anklage gestellt war, interessante Einzelheiten; so beabsichtigte nothwendige Reorganisation der Einkommensteuerauffallende, in der Sun" vom 5. d. M. wiedergegebene Aeuße hatte der Polizeiwachtmeister Feller der Antlage Bureaus genehmigt, eine erhebliche Zahl neuer Beamten bewilligt, rungen gemacht. Herr Burke giebt darin zu, ein vom Hamburger gemäß beschworen, daß auf fraglicher Fahne die Inschrift furz beträchtliche Ausgaben gutheißt, ohne sich in der Lage beStadt und auf den im Hafen befindlichen Schiffen ein guter gestanden:„ Arbeiter aller Länder vereinigt Euch!" Erſt als der funden zu haben, einmal die von mir gar nicht bezweifelte Gesundheitszustand herrsche und keinerlei ansteckende Krankheiten Angeklagte darauf hinwies, daß auf seiner Fahne die Worte geNothwendigkeit der Reorganisation und dann die Zweckin Form einer Epidemie vorhanden seien, am 16. August ſchrieben seien:„ Arbeiter aller Länder seid einig!" und nachdem mäßigkeit und Sachgemäßheit der speziellen Magistratsvorschläge Nachmittags gewohnheitsgemäß mit einer Beglaubigung der Widerspruch aufmerksam gemacht, erklärte der Polizeiwachtmeister von dieser Bedeutung gegenüber nicht; solche Dinge dürfen nicht dann der Vorsitzende des Schöffengerichts den Zeugen auf diesen zu erörtern. Das fann die Versammlung einem Gegenstande Unterschrift und des Siegels des Senatssekretärs versehen zu Feller:" Es tönne ja möglich sein, daß doch Anderes, wie er zuerst übers Knie gebrochen werden. Die Versammlung muß dem Anhaben. Erst am 22. habe er das Gerücht von dem Auftreten gesagt, darauf stände!" Infolge der gegen das Urtheil eingelegten trage zustimmen, auch um dem Magiftrat zu zeigen, daß, wenn asiatischer Cholera innerhalb Hamburgs vernommen, doch sei auf feine direkte Frage die Richtigkeit desselben von dem Chef der Berufung wird der Verurtheilte zu gegebener Zeit mit Beweisen ihm die zeitige Ginbringung einer solchen Vorlage nicht möglich Polizei, Senator a chmann, ausdrücklich in Abrede ge Wachtmeisters nicht aufrecht erhalten werden können, wie dies rathung ablehnt. Die Gefahr der Einsetzung eines Ausschusses dienen, daß mehrere unter Eid abgegebene Behauptungen des stellt worden, der dann erst folgenden Tages das amtlich schon bezüglich der Inschrift der Fall war." iſt, fie die Verantwortung für eine haſtige und überhaftete Be fonstatirte Vorhandensein der asiatischen Epidemie zugegeben habe. Dem ungeachtet seien dem Konsulat an jenem 23. August nicht weniger als sieben vom Senat ausgestellte reine" Gesundheitspässe vorgelegt worden, deren Beglaubigung er jedoch verweigerte. No ch am 25., 2 Tage nach der amtlichen Konstatirung der Krankheit, sei ihm eine gleiche Bescheinigung behufs Expedition der Normannia" vorgelegt worden, nach deren Wortlaut feinerlei Epidemie in Hamberg herrschen solle und welche er gleichfalls beanstandet habe. Der amerikanische Vicekonsul schiebt demnach alle Verantwortung dem Hamburger Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 29. Septbr. Senat und der dortigen Gesundheitsbehörde zu, auf deren amtliche Feststellungen allein das Ronsulat seine Kenntniß des öffent- Die Zuhörertribüne ist stark besetzt, der Zugang zu derselben lichen Gesundheitszustandes stütze. Auch die Vertreter anderer von 5 Uhr ab geschlossen." Mächte seien in gleicher Weise zur Legalisirung von reinen" Stadtv. Dr. Meyer II zeigt Urlaub auf 3 Wochen an. Gesundheitspäffen veranlaßt worden. Was hat die Ham: Am 3. Oktober erfolgt die Abnahme des Neubaues der burger Regierung hierauf zu sagen? höheren Bürgerschule Belle- Alliancestraße 80. " • Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Nachmittags 5 Uhr. Hamburg, 28. September. Der Senat hat für die nach Auf der Tagesordnung stehen zunächst mehrere Berichte des Afrika gehenden Dampfer strenge Anordnungen getroffen, um Petitions Auschusses. einer Einschleppung der Cholera in die deutschen Schuhgebiete Ueber eine Anzahl von Petitionen( zum Theil Untervorzubeugen. Unter Anderem wird eine fünftägige ärztliche ftüßungsgefuche) wird zur Tagesordnung übergegangen. Ueber Beobachtung in Cuxhaven vorgeschrieben, bevor die Dampfer in die Petition des Kaufmanns Edmund Jacobsohn, Schlegelstr. 10, See gehen. Die aus etwa 150 Personen bestehenden Bewohner betr. die Anbringung des Riedel'schen patentirten Läutewerks an eines in der Kastanien- Allee in St. Pauli gelegenen Hauses den Pferdebahnwagen soll entgegen dem auf der Tagesordnung wurden auf Anordnung der Gesundheitskommission dislozirt und stehenden Ausschußantrag besonderer Bericht erstattet werden. in einem großen Revierhause untergebracht, wo sie verpflegt Hiernach schreitet die Versammlung zur Wahl des werden. In dem von den Bewohnern geräumten Hause waren ersten Bürgermeisters. Die Wahl erfolgt auf 12 Jahre. gegen 40 Personen an der Cholera erkrankt und davon 18 ge- Anwesend sind, wie durch Namensausius festgestellt wird, storben. Die bewegliche Habe der Dislozirten wurde nach einem 110 Mitglieder. großen Schuppen gebracht und wird dort pelizeilich bewacht. Bei der Wahl werden 117 Bettel abgegeben. Auf den Die Polizei hat den Eigenthümer des geräumten Hauses zum zeitigen Bürgermeister Belle lauten 94 Stimmzettel, 22 find Umbau deffelben veranlaßt. In ähnlicher Weise wird auch in unbeschrieben, daher ungiltig. Eine zersplitterte Stimme entfällt den anderen Stadttheilen von den Gesundheitsfommissionen mit auf dem Stadtv. Neumann. Energie und eventueller zwangsweiser Reinigung der verseuchten Bürgermeister Belle ist somit auf 12 Jahre zum Häufer vorgegangen. ersten Bürgermeister gewählt. Hamburg, 29. September. Amtlich werden 70 CholeraErkrankungen und 25 Todesfälle gemeldet; davon entfallen auf gestern 44 Erkrankungen und 16 Todesfälle. Die Transporte betrugen gestern 66 Kranke und 12 Leichen. Stettin, 29. September. Amtlicher Meldung zufolge ist ein in der Elifabethstraße wohnhafter Arbeiter an der Cholera erfrankt. Ein neuer Todesfall infolge von Cholera ist nicht vorgefommen. Lübed, 28. September. Das zweite Gabenverzeichniß für die Nothleidenden in Hamburg weist 6500 m. auf. Bis heute Mittag find in Lübeck insgesammt 25 777,59 M. eingegangen. Außerdem sind in Travemünde 1000 M. gesammelt. Essen a. d. Ruhr, 29. September. Der Rheinisch- westfälischen Beitung" zufolge hat die feitens der Aerzte in Duisburg und des Professor Fränkel in Marburg vorgenommene bakteriologische Untersuchung ergeben, ergeben, daß der Schiffer Rock im Duisburger Hafen infolge asiatischer Cholera verstorben ist. München, 29. September. Beide städtische Kollegien bewilligten 6000 m. für die Nothleidenden Hamburgs. Kratau, 29. GSeptember. Hier und in Pordgorze ist je ein Choleratodesfall vorgekommen. Amsterdam, 29. September. Die Stadt hatte gestern 13 Erkrankungen an Cholera, 2 sind in Delft, in Groningen, Maasland, Brielle, Doftvoorne, Haarlemmer- Meer zusammen 8 Todesfälle an Cholera vorgekommen. Offiziell werden für ganz Holland für die verflossene Woche 24 Todesfälle an Cholera angegeben. Brüssel, 29. September. Die Cholera ist in ganz Belgien in der Abnahme begriffen. In der Proving Antwerpen waren Unter den 22 weißen Stimmzetteln befinden sich auch die jenigen der anwesenden Vertreter der sozialdemokratischen Partei. Es folgt die Wahl von 7 unbesoldeten Stadträthen an Stelle der Herren Beeliz, Haack, Mamroth, de Nève, Roestel, Schäfer und Weigert. Sämmtliche Wahlen erfolgen auf 6 Jahre. Die 7 Wahlgänge nehmen fast anderthalb Stunden in Anspruch. Das Ergebniß ist die Wiederwahl sämmtlicher 7 Stadträthe, und zwar erhalten: Beelit 76 von 88 giltigen Stimmen, daneben 14 weiße, Haack 93 94 Samroth 81 85 de Neve 71 Röstel Schäfer 84 " " " " " " 群 81 " " " " 83 85 " " " " 83 " " " " Weigert 71 80 " " 88327 " " " " " halte ich nicht für groß. Sehr vertrauenerweckend ist die Offerte für die Miethsräume schon deswegen nicht, weil in fo turzer Zeit von 11 000 M. 1500 M. abgelassen worden sind; vielleicht ist auch der Betrag von 9500 M. noch nicht das letzte Wort des Vermiethers. Wir werden die Lokalität jedenfalls nicht verlieren, denn sie wird schwerlich in 8, 14 Tagen anderweitig vermiethet werden. Ich bitte, den Antrag auf AusSchußberathung anzunehmen. Stadtrath Borchardt tritt für die Annahme der Vorlage ein. Die Verwaltung habe am 1. Auguft die Nothwendigkeit der Raumerweiterung auf das Eingehendste nachgewiesen; die in Aussicht genommenen Stäume seien von 4 Stadträthen angesehen und für durchaus angemessen erachtet worden. Stadtv. Nicolai empfiehlt ebenfalls die Annahme der Vorlage wegen ihrer Dringlichkeit. Die erste Berathung wird geschlossen und der Antrag Singer auf Ausschußberathung abgelehnt. In der zweiten Berathung erflärt Stadtv. Kalisch, daß für die Frage der Reorganisation, d. h. der beträchtlichen Erweiterung des Einkommensteuer- Bureaus Ausschußberathung unbedingt nothwendig sei, damit die Versammlung in diese Verhältnisse einmal gründlich hinein sehen fönne, zumal es leicht fommen fönnte, daß eine spezielle Vorlage wegen Vermehrung der etatsmäßigen Kräfte gar nicht an die Versammlung gelangte, weil noch Hilfskräfte resp. die Mittel für dieselben vorhanden seien. Stadtrath Hag en hält die Einfeßung eines Ausschusses für überflüssig, da die Vorlage für sich allein und auf Grund des unmittelbaren Bedürfnisses nach Raumerweiterung der bestehenden ganz unzulänglichen Bureaus betrachtet werden müsse. Auf die imgestaltung des Einkommensteuer= Bureaus behalte sich ja die Versammlung selbstverständlich ihre Mitwirkung vor. Die Miethung der qu. Lofalität müsse sofort erfolgen, damit die Neu- Einrichtung der Räume für das Einkommensteuer- Bureau unverweilt vorgenommen werden könne. Stadtv. Singer: Selbst wenn der Magistrats- Kommissar mit seiner prinzipiellen Ausführung bezüglich der Mitwirkung der Versammlung Recht hätte, würde das nicht gegen AusschußBerathung sprechen. Nach früheren Vorgängen auf diesem Gebiet bedarf der Magistrat recht sehr eines sachverständigen Beiraths aus der Versammlung bei der Auswahl solcher Lokalitäten. Die Ausführungen des Stadtraths beweisen gerade die Nothwendigkeit genauer Prüfung. Die Beamten, welche so lange Jahre in den so unzulänglichen bisherigen Räumen gearbeitet haben, werden es wohl auch noch 14 Tage länger aushalten fönnen, bis fachgemäße Prüfung und Beschlußfaffung unsererfeits stattgefunden hat. Stadtv. Kalisch beantragt, der Miethung zuzustimmen, um den ersten Schritt der Reform zu bewilligen, für die Reorgani fation des Einkommensteuer- Bureaus aber einen Ausschuß einNach Erledigung der Wahlen beräth die Versammlung zuzusetzen. nächst die Petition des Komitee's der 1892er Aus= Stadtv. Meyer I erklärt letzteres bei dieser Gelegenheit ft e II ung von Wohnungseinrichtungen wegen un- für unstatthaft, wünscht im Uebrigen, da Gefahr im Verzuge sei, entgeltlicher Lieferung von Gas und Wasser zum Zwecke dieser die Genehmigung der Miethung. Ausstellung. Der Ausschuß empfiehlt Ueberweisung zur Be= rücksichtigung. Die Versammlung beschließt demgemäß. Der Verein für Verschönerung des Spreeborn- Grundstücks zu Ebersbach in Sachsen hat die Gewährung einer Beihilfe zur Errichtung eines Monumentalbaues über der Spreequelle erbeten. Der Magistrat beantragt zu diesem Zwecke 300 M. zu bewilligen; die Versammlung tritt dem Antrage bei. Zur Verbreiterung der Artilleriestraße sind von dem Grundstücke Nr. 7 ca. 311 Quadratmeter erforderlich. Der Magistrat schlägt vor, da die Versuche, das ganze GrundStadtv. Dinse stellt von Neuem den Antrag auf Ausschußberathung der ganzen Vorlage; Stadtv. Kalisch zieht seinen Antrag zurück und bei der Abstimmung entscheidet nunmehr die Mehrheit für die Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß. Die übrigen Gegenstände werden von der Tagesordnung abgesetzt. Schluß 9 Uhr. Lokales. Der in Wie es dann straße 58, fehen wir das Paul Gerhardt- Stift. Etwa 1000 Meter| Behörde der Gefährdung von Mitmenschen durch die unüberlegte von all' diesen Krankenhäusern entfernt liegt die Abdeckerei Leichtfertigkeit von Schülern vorzubeugen sucht, hat sich am Die zur lebung einberufen geweseneu Reservisten und mit ihrer schauderhaften Luftverpeftung, und zum Ueberfluß ist Montag Nachmittag in Berlin wieder ein schwerer Unglücksfall Landwehrmänner möchten wir nochmals darauf hinweisen, daß der Platz gegenüber der Abdeckerei zur Abladestelle für den aus der gleichen Veranlassung ereignet. Der zehnjährige Sohn die 2'nmeldung des Anspruchs auf Unterstützung der Familien städtischen Müllhof bestimmt, auf welcher täglich hunderte von des an der Prenzlauer Allee wohnenden Kommissionärs Kluge spätestens vier Wochen nach beendigter Uebung beim hiesigen Ma- Fuhren Schmutz ihre Ruhestätte finden. Der Müll und das machte um die angegebene Zeit in Gesellschaft eines gleichaltrigen giftrat erfolgen muß; später eingehende Anträge werden gesetzlich Stehricht hat sich im Laufe der Zeit zu einem wirklichen Gebirge Kameraden mit einer sogenannten Salonbüchse, die er sich heimals verspätet zurückgewiesen. Zur Bequemlichkeit der Inter- erhoben, aus welchem ringsum Bächlein abfließen, die zum lich aus der Etube seines Vaters geholt hatte, Schießübungen. effenten werden jetzt für die Anmeldung des Anspruchs Formulare Himmel ftinken. In dem Schmutzgebirge nisten ganze Schwärme Beide Knaben luden abwechselnd die Büchse mit fleinen Steinen ausgegeben, und zwar im Zimmer 99 im Rathhause, 3 Treppen, Die Pferdebahn- Beamten der Strecke Weidendammer Brücke- Tegeler- angebrachten Scheibe. Blöglich entlud sich die Waffe beim Anvon Ungeziefer, die Fliegenschwärme verdunkeln sogar die Sonne. und Papierpfropfen und schossen nach einer an einem Baume Eingang Spandauerstraße über die Wendeltreppe. Gleichzeitig Chaussee haben von den Fliegen, deren Stiche sich sehr unangenehm legen von selbst und die Ladung kleiner Steine traf den Sohn fei bemerkt, daß der Anspruch auf Rückerstattung gezahlter Steuern für die Uebungszeit den Mannschaften ohne Rücksicht auf bemerkbar machen, viel zu leiden, auch die Bewohner des alten Kluge's so heftig gegen den Kopf, daß er mit einem Aufschrei zu etwa empfangene Unterstützung zusteht und daß bezügliche An- Steuerpalastes wissen von der Fliegenplage ein Lied zu singen. Boden fant und vom Plage getragen werden mußte. Die Steine träge an die Steuer- und Einquartierungs- Deputation des Ma- Das Gebäude hat der Berliner Wig als Fliegenpalast" getauft. hatten dem Knaben durch den scharfen Druck das ganze Gesicht Einige hundert Echritt vom Fliegenpalast" befindet sich die zerfetzt und die Augen stark beschädigt, so daß der Verletzte auf giftrats zrt richten sind. Haltestelle der Pferdebahnstrecke. Hier ist keine Bedürfnißanstalt Anordnung eines requirirten Arztes schleunigst nach dem Zur Cholera. In die Cholerabaracken des Krankenhauses vorhanden, der Bedürfnisse aber mannigfache. An Sonntagen, Krankenhause geschafft werden mußte, wo er hoffnungslos darMoabit wurde gestern früh die Leiche des Kutschers Otto Hanke wo die Strecke start frequentirt wird, wird das fehlen einer niederliegt. zur Sektion eingeliefert. Hanke, der in der Admiralstr. 36 im solchen Anstalt zu einer öffentlichen Kalamität. Eine gewaltige Gasexplosion hat Mittwoch Abend in zweiten Hof eine Kellerwohnung inne hatte, erkrankte in der bort aussieht, unterlassen wir lieber auch nur annähernd zu dem Hause Kottbuser Damm Nr. 4 stattgefunden. In dem Nacht gegen 1 Uhr Morgens. Es stellten sich bei ihm heftige eine große Grube, etwa 7-8 Meter im Quadrat, welche stets die Arbeiter Scholz'schen Eheleute, dieselbe Wohnung im zweiten schildern. In der Abdeckerei befindet sich rechts vom Eingang linken Seitenflügel des Vordergebäudes wohnen in der ersten Stage Krämpse in Armen und Beinen ein, er mußte wiederholt er brechen und starb um 4 Uhr Morgens. Durchfall hat Hanke mit allerhand scheußlichen Abflüssen und mit Jauche halb gefüllt Stockwerk hat die Wittwe Frau Belt inne. Schon seit mehreren nicht gehabt. Seine Leiche wurde nach dem Leichenschauhause ge- ist. Bis vor Kurzem noch wurde der Inhalt der Grube hinter bracht und dort veranlaßte man ihre Ueberführung nach Moabit, der Abdeckerei auf Reinickendorfer Gebiet entleert, wo schon Tagen hatte die Lehtgenannte einen durchdringenden aus den Dielen da man Grund für die Annahme gefunden zu haben glaubte, hunderte von Fuhren Pferdedung lagerten. Erst infolge wieder- herausströmenden Gasgeruch wahrgenommen und vorgestern Abend daß Hanke an der Cholera gestorben sei. Die Sektion der Leiche holter Beschwerden ist nach dieser Richtung hin eine ende- gegen 1/19 Uhr leuchtete die B. den Fußboden ihres Wohnwurde im Laufe des gestrigen Nachmittags vorgenommen. rung zum Besseren eingetreten. jenem Theile simmers mit einem offenen Licht ab, um sich zu vergewissern, Unter den Bersonen, welche seit vorgestern Abend als choleraver- Reinickendorfs stationirte Gendarm hatte seiner Zeit die Auf- woher der penetrante Geruch fame. Plöglich erfolgte eine heftige dächtig in Moabit eingeliefert worden sind, befinden sich einige, forderung, diesen Mißstand zur Anzeige zu bringen, mit der Explosion und die Dielen, aus denen die hellen Flammen hervor bei denen man der weiteren Entwickelung der Krankheits- Motivirung abgelehnt, dazu habe er feine Zeit. Die Beschwerden brachen, wurden umporgehoben, während die erschrockene Frau erscheinungen mit Besorgniß entgegensieht. Dieses gilt in erster müssen aber trotzdem an die richtige Stelle gelangt sein, denn nur mit Mühe den Ausgang gewinnen konnte. Weit schlimmer Reihe von dem Postschaffner Möwes, der auf der Strecke jegt erfolgt die Reinigung der Grube sorgfältig, auch bleibt das aber noch hatte die Gaserplosion in der darunter belegenen Berlin- Hamburg thätig ist. Er befand sich auf dem in der Reinickendorfer Gebiet von deren Inhalt verschont. Die Fliegen- Scholz'schen Wohnung gehauft; hier hatten die Gase, welche sich letzten Nacht aus Hamburg hier eingetroffenen Schnellzug und schwärme der Abdeckerei und des Müllhoss sind für die Anwohner zwischen der Diele der zweiten Etage und der Decke des ersten war während der Fahrt unter schweren choleraartigen Anzeichen dieser Gegend und auch für die Jufassen der in der Nähe liegen- Stockwerks, den Stuck von dem Plafond gerissen, die Fenstererkrankt. Nach seiner Ankunft in Berlin wurde er auf Ver- den Krankenhäuser nicht nur eine Plage, sondern auch eine Ge- freuze aus der Füllung geschleudert und die in dem betreffenden anlassung des Sanitätsbureaus auf dem Lehrter Bahnhofe nach fahr. Die Uebertragung gewiffer Krankheiten durch Fliegen wird immer befindlichen Möbel arg beschädigt. Trotzdem sich mehrere Moabit übergeführt. Die in diesem Falle angestellten bakterio- von feiner Seite beftritten. Hoffentlich bemüht sich die Sanitäts- Personen in diesem Wohnraum befanden, kamen dieselben wie durch ein Wunder ohre Verlegungen davon, nur ein junger logischen Untersuchungen waren gestern Mittag noch nicht zum tommission auch einmal nach der Reinickendorferstraße, ein Besuch Mann erfitt eine leichte Kopfwunde durch herabfallenden Stuck. Abschluß gekommen. Bon dem Sanitätsbureau auf dem Lehrter der Abdeckerei dürfte sich schon der Mühe verlohnen. Die sofort hinzugerufene Feuerwehr hatte sich nur noch mit Bahnhof ist ferner ein holländischer Soldat, Namens Göffich, der über Hannover aus Holland hier eingetroffen und cholera- Arbeiter ft Die väterliche Fürsorge" unserer Arbeitgeber für die Aufräumungsarbeiten zu beschäftigen, die etwa eine Etunde an verdächtig erschien, nach Moabit zur Beobachtung befördert Arbeiter ist zwar zur Genüge bekannt, es fann aber nichts dauerten. Der durch die Explosion angerichtete Schaden ist nicht worden. Eine sehr schwere Erkrankung an Cholera nostras ist schaden, wenn dieselbe hin und wieder durch einzelne Beispiele unbeträchtlich. immer von neuem illustrirt wird. Es kommt ja doch mal vor, bei dem Bukarester Kaufmann Hirschkowsky festgestellt worden, Nifiko der Arbeit. Zwischen Himmel und Erde schwebte der vor ein paar Tagen hier eingetroffen war und in einem daß ein bürgerliches Blatt von solchen Beispielen Notiz nimmt, vorgestern Mittag ein Dachdecker, welcher auf dem Dache eines Hotel in der Friedrichstraße Quartier genommen hatte. Der und dann stecken die Bourgeois die Köpfe zusammen und wissen Hauses der Großen Frankfurterstraße eine Reparatur auszuMusikdirektor Bartholsen hat gestern das Hospital geheilt ver- sich vor Erstaunen nicht zu lassen, daß so etwas" möglich ist. führen hatte. Der von einem zweiten Arbeiter an einem Tau laffen. Die in den Cholerabaracken zurückgebliebenen Patienten Giner unserer Abonnenten sendet uns folgendes Schreiben, das befinden sich auf dem Wege der Befferung. Es befanden sich wir im Wortlaut wiedergeben, weil die Schilderung einen wirt gehaltene Mann glitt nämlich plöhlich aus und stürzte bis zur vierten Etage hin ab, wo er zwischen Himmel und Erde hängen gestern Mittag in Moabit an Cholera- Patienten und in den lich drastischen Eindruck macht: Großes Reinmachen war am Donnerstag bei einem Schlächter- blieb. Die Situation wurde um so gefahrdrohender, als der Beobachtungsstationen 63 Personen, darunter 10 Cholerakrante. meister in der L.straße. Zwei Reinemachefrauen waren dazu beweite in der Dachluke befindliche Mann um Hilfe rief, weil er Zum Stande der Cholera in Charlottenburg erfahren stellt. Zuerst wurden die Dienstbotenräume gereinigt, vor Un- das Tau nicht mehr zu halten vermochte. Zum Glück gelang es wir von amtlicher Seite, daß gestern Abend unter choleraver- geziefer fonnten sich die Frauen faum retten. einigen von der Straße herbeigeeilten Männern noch rechtzeitig Der Schlafraum dächtigen Erscheinungen eine Frau Wester in das Baracken- für die weiblichen Dienstboten ist fafernenartig eingerichtet, der bei dem Fall nur eine unerhebliche Stirnwunde davongetragen Hilfe zu bringen und den in der Schwebe hängenden Dachdecker, lazareth eingeliefert worden ist. immer zwei Betten übereinander gestellt. Es sind 3 bis 4 Ber: fäuferinnen, Köchin und Kindermädchen, die alle in einem batte, in Sicherheit zu bringen. Der aufregende Vorfall hatte Raume schlafen. Als dieser Stall ausgekehrt war, wurde die natürlich einen großen Auflauf verursacht. gnädige Frau gefragt, was jekt an die Reihe kommen sollte. Die Berliner Einbrecher verlegen ihre Streifzüge jetzt in Die Antwort war: Die Gesellenstube wäre eigentlich noch die Umgegend. In Groß- Lichterfelde wurde in der vorletzten nicht nöthig, doch da die Frauen einmal hier seien, könnten sie Nacht bei dem am Anhalter Bahnhofe wohnhaften Kaufmann diefelbe auch etwas rein machen. Diese sogenannte Gesellenstube Grothe eingebrochen. Die Diebe hoben die Rolljalousie hoch und befindet sich im Keller, ein finsterer, dumpier Raum neben der drückten die Fensterscheibe ein. Es fiel ihnen die etwa 70 m. Waschküche. Der erste Anblick war schon so arg, daß sich die enthaltende Wechseltasse in die Hände. Ungleich frecher ging Frauen zuerst mit Schaufeln, Körben und Eimern ausrüsteten; man bei dem am Jungfernstieg wohnhaften Schlächtermeister dann ging das Ausmisten los. Mehrere Körbe voll alten Bingel zu Werke. Nachdem sich die Diebe anscheinend in das Strümpfen, Hosen, Mützen, Holzpantoffeln u. f. w. wurden ans aus eingeschlichen hatten, standen sie plötzlich vor einem GeldTageslicht geschafft. Wie das aussah, war wirklich appetitlich. fchrant, dessen gewaltsame Deffnung zu viel Zeit und Mühe verAlles war voll Talg und Schmiere. Die Frauen schleppten ursacht haben würde. Sie betraten daher furzweg mit einer zirka 7-8 Eimer ekelhaften Unrathes hervor. Sehr schön sahen brennenden Kerze das Zimmer, wo die Eheleute schliefen, auch die Betten" aus. Die eisernen Bettstellen waren vom Rost leuchteten ihnen, wie auf den Fußboden gefallene Tropfen bezeugen, zerfressen, das Drahtgeflecht zerrissen und die Unterbetten schon faft in das Gesicht und holten sich, den Geldschrankschlüssel. Die halb verfault. Die Reinemachenfrauen behaupteten, daß in dieser Beute betrug 500 m., die Wechselfasse und eine ziemlich be Besthöhle schon seit Jahren nicht rein gemacht worden sei. Schwerte Geldtasche hatten sie in dem Schlafzimmer nicht vermuthet Da famen sie aber bei der Meisterin schön an, es sei alle Jahre und daher auch nicht mitgenommen. ein Mal sehr gründlich rein gemacht worden. Die Scheuerfrauen glaubten das zwar nicht, aber sie waren flug genug, den Der Hund als Lebensretter! Gestern Nachmittag wurde Mund zu halten, wenn die Meisterin was sagt, dann hat sie der 14jährige Sohn des Fuhrherrn T. in der Stralauerstraße eben fo recht. In der Wurstfabrik sieht's um fein Haar besser durch einen Hund gerettet. Der Junge fuhr mit drei gleich aus. Sie befindet sich im Keller, wo das ganze Jahr weder altrigen Genossen in einem kleinen Boote auf der Spree. Die Sonne noch Mond hin scheint. Im zweiten Hof find Schmalz fleine Gesellschaft machte sich aber in dem Kahne so unnüß, daß tonnen aufgestapelt, in welchen schließlich auch die Knochen und der Kahn plöglich umschlug und die Insassen ins Wasser fielen. Abfälle aufbewahrt werden. Wenn es warme Tage sind, ist es Drei davon waren so glücklich, wieder emporzutauchen und den vor Gestant nicht auszuhalten. Im Hinterhause sind mehrere umgestürzten Kahn zu erreichen, an welchem sie sich so lange Werkstätten, wo sehr viel Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt festhielten, bis durch einen anderen Kahn Hilfe fam. Der kleine find, die müssen diefe Luft einathmen. Es ist schon mehrmals T. aber schien unrettbar verloren. So tämpite er verzweiflungs Beschwerde geführt worden bei dem Revierbeamten, doch bis jetzt voll mit dem Tode des Ertrinkens, mehrfach tauchte er unter ohne Erfolg. In den Staatszimmern der Echlächter'schen steht's und tam, mit den Händen in der Luft umher fuchtelnd, wieder hochpropper aus, im Laden auch. Da wird die Sanitäts- zum Vorschein. Die Sträfte verließen ihn bereits, und die fommission auch gewesen sein, warum geht sie nicht auch einmal Beugen des Vorfalls, die längst einen Rahn herangewinkt zu den Dienstmädchen und zu den Gesellen? Auch aus Tangermünde wird uns das Auftreten der Cholera asiatica gemeldet. In Kaulbau, einem zehn Minuten von Tangermünde entfernt belegenen Dörfchen an der Elbe, starb am vorgeftrigen Tage ein Kind des Schiffbauers M. unter Krankheitserscheinungen, welche den behandelnden Arzt veranlaßten, die bakteriologische Untersuchung vorzunehmen, wobei asiatische Cholera fonstatirt wurde. Gestern ertranfte auch Frau Schiffbauer M. und ein älterer Knabe derselben unter cholera verdächtigen Erscheinungen und wenige Stunden später war auch dieser Kleine gestorben. Frau M. liegt schwer erkrankt dar: nieder. Eine sehr bemerkenswerthe Erscheinung hat der Chef arzt des Moabiter Krankenhauses, Herr Dr. Guttmann bezüglich des ganz verschiedenartigen Auftretens der Cholera asiatica bei den daselbst eingelieferten derartig Erkrankten gemacht. Es giebt Fälle von Cholera, fo berichtet Herr Dr. G., beren Erscheinungen so milde sind, daß sie nicht einmal dem Bilde entsprechen, welches man der Cholera nostras zuspricht, d. h. Erbrechen, Durchfall, Wadenschmerzen Bei leichten Erkrankungen Der Cholera asiatica fönnen Erbrechen und Wadenschmerzen fehlen und es ist außer der Diarrhöe kein einziges charafteristisches Symptom wahrnehmbar. Und doch können solche Fälle, die nur Diarrhöe aufweisen, asiatische Cholera sein, wie der Nachweis der Kommabazillen beweist. Diese Beobachtung hat Herr Dr. Guttmann an der Krankenpflegerin Bohlten, dem Musikdirektor Bartholfen und dem 15jährigen Schifferssohn Ludwig Woytkowski gemacht. Diese drei litten nur an Diarrhöe und doch ergab die bakteriologische Untersuchung bei ihnen das Vor handensein zahlreicher Kommabazillen. Diese Fälle zeigen, wie roachsam man in der jetzigen Zeit bei anscheinend einfachen Darmtatarrhen fein müsse; Sache der Aerzte sei es in jetziger Zeit, wo die Unterscheidung zwischen einfachen Darmkatarrhen und Cholerabiarrhöe nicht sofort möglich ist, für eine gründliche Desinfektion aller diarrhöeischen Darmentleerungen Sorge zu tragen. hatten, fügten sich in die traurige Gewißheit, daß die Ein ganz eigenartiges Gewitter durchzog in der Nacht Ruf: Bol ihn!" ein mächtiger Neufundländer ins Wasser, Katastrophe dies eine Opfer fordern würde. Da sprang auf den Vom städtischen Zentral- Biehhofe wird einem hiesigen Mittwoch sich als ein recht schwüler Herbsttag gezeigt und der Verzweiflung von diesem umfaßt. Keuchend schwamm das Thier, zum Donnerstag in rasender Schnelle die Mark. Obgleich der schwamm auf den Ertrinkenden zu und wurde mit der Angst der Blatte geschrieben: Wenn man fortwährend hört und lieft, daß Himmel sich gegen Abend stellenweise mit finsterem Gewölf be- feine Beute mit den Zähnen an der Kleidung unterhalb des in unserer guten Reichshauptstadt alles, alles in wunderschöner deckt hatte, dürften wenig Menschen mit dem Gedanken zur Genicks festhaltend, dem Ufer zu. Ordnung und wie in diefer Cholerazeit überall aufs beste Vor- Nachtruhe gegangen sein, daß ein so furchtbares elementares Retter, der, mächtig sich schüttelnd, sofort auf seinen Herrn zu Ein Hurrah empfing den forge gegen die Menschenfeuche getroffen sei, so wissen die auf Ereigniß fie binnen wenigen Stunden vom Lager aufschrecken sprang, der bereits in einer Droschke saß und eilig davonfuhr. dem unter städtischer Verwaltung stehenden Vieh- und Schlacht würde. Das Gewitter brach, in drei Zügen vom Süden, Südhofe verkehrenden und beschäftigten Taufende hiervon ein ander westen und Westen kommend, über die Mark herein. Um 8 Uhr Lied zu singen. Und nicht nur diese, auch die Bewohner der stand es noch zwischen Oder, Spree und Elbe in der Richtung in der Nacht zum Donnerstag das Vergnügen, im Hause Acht Rowdies, dem Handelsstande angehörig, machten fich angrenzenden Straßen, denen man 3. B. das Polizei- Schlacht Guben- Lübben- Wittenberg und um 12 Uhr wüthete es bereits, Dranienstraße 186 auf den im Flur desselben zum Abkühlen auf haus gemeinhin Todtenkammer" genannt gerade vor die nordwestwärts ziehend, in den an Berlin und Potsdam grenzen- Brettern niedergelegten frischen Backwaaren der dortigen Bäckerei Nafe gefegt hat. Hierher wird nämlich alles frante Vieh, die den Landkreisen Teltow, Bauch- Belzig, Ost- Havelland und Nieder- herum zu spazieren. Ein Bäckergeselle, welcher sie daran hindern von der Veterinärpolizei beanstandeten Fleischtheile, sowie Abfälle, barnivt, wo es bis gegen 2 Uhr stand. Im Nu wurden die wollte, wurde von ihnen mit Stöcken mißhandelt, so daß er um auch die Kadaver der auf dem Transport verendeten Thiere( wäh- Wege vom Gewitterregen unter Waffer gesezt. Der Himmel Silfe rief; feinem herbeieilenden Kollegen erging es noch schlimmer. rend der heißen Augusttage z. B. aus einem einzigen Viehzuge glich fortwährend einem Feuermeer, so leuchteten die von Sekunde Die Unholde brachten ihm mittelst ihrer Messer eine Menge Stich 32 sehr schwere Schweine!) geschafft, che sie der Abdecker holt. Entzu Sekunde auf drei Stellen herniederfahrenden Blize. fehliche Dünste und ganze Wolfen von Aasfliegen ent- furzen, mächtigen Stößen rollten die Donner. Als sich das Un- dann aus dem Staube. Einer der Rowdies hatte sich beim Ge In wunden an Kopf, Gesicht, Brust und Arm bei und machten sich steigen dem gährenden Innern diefer Höhle und ver wetter einigermaßen verzogen, erglänzte vielfach Feuerschein am brauche des Messers selbst verlegt, weshalb er sich in die in der pesten die Umgegend weit und breit. Ein Pendant dazu Himmel, das Wert der Blike. Nach vorläufigen Meldungen Adalbertstraße gelegene Sanitätswache verfügte. Nach ihm kam bildet die Talgschmelze" mit ihren mephitischen Düften, die dem haben Blige gezündet bei Luckau- Dahme, Teltow, Brandenburg, der verwundete Bäckergeselle in diefelbe Wache, so daß es ge Menschen bas Athmen benehmen, auch zur Ronfervirung des so Belzig, Werder a. H. und Spandau. sehr empfindlichen frischen Fleisches in den Hallen und Vorrathslungen ist, die Personalien der Rowdies festzustellen. Die Antammern wahrlich nicht beitragen! Seit Jahr und Zag ist Leichtfertiges Umgehen mit Schuhwaffen. Vor kurzem gelegenheit ist bereits der Polizei übergeben. vergeblich um die Verlegung dieser Mufteranstalten" petitionirt bat in einer Gymnasial- Badeanstalt ein Schüler beim Spielen Auch jetzt, wo die Sanitätsbehörden eifrig an der mit einer Salonpistole einen Kameraden seiner Klasse erschossen erfchoß sich gestern der Schlosser Burps. Neben dem durch einen Auf dem Grabe seiner im Auguft verstorbenen Fran Arbeit sind, ist hier noch nichts geschehen wohl aber wurde und so einem jungen, hoffnungsreichen Leben vor der Zeit ein Schuß in die Schläfe schwer Berwundeten fand man einen mit neuerdings die Schweine- Verkaufshalle desinfizgirt, und zwar so iähes Ende bereitet. Dieser betrübende Borfall hat den Unter- Bleistift geschriebenen Bettel: Liebe Kinder, ich sage Euch das gründlich, daß von der dazu verwendeten äßenden Maffe den richtsminister, wie der gestrige Reichs- Anzeiger" mittheilt, verlegte Lebewohl. Laßt mich an der Seite meiner guten Frau be Berkäufern und Käufern Schuhwerk und Kleider völlig veranlaßt, in einer Verfügung vom 21. September den Anstalts- erdigen, die ich nicht vergessen kann. Meine kleine Else bitte ich, dorben, den armen Thieren, die sich in Schmerzen umberwälgten, leitern aufzugeben, daß sie bei Mittheilung dieses schmerzlichen burch Frau Kayfer dem Waisenhause zu überantworten. Bitte, aber nicht blos die Haut, sondern buchstäblich Fett und Fleisch Ereignisses der ihrer Leitung anvertrauten Schuljugend in ernster behandelt sie gut; es war mein Liebling." bis auf Bolldicke zerfreffen und verbrannt worden sind, was sich und nachdrücklicher Warnung vorstellen, wie unheilvolle Folgen beim Schlachten derselben aufwies. Manche Schlächter haben ein frühzeitiges, unbesonnenes Führen von Schußwaffen nach sich ziehen kann und wie auch über das Leben des zurückgebliebenen feierte am Sonnabend, den 24. d. M. in der Borussia Brauerei Der Gesangverein ,, Eintracht" in Nieder- Schönweide dabei einen Berlust von 500 Mark und darüber zu beklagen unglücklichen Mitschülers für alle Zeit ein düsterer Schatten ge- fein 3. Stiftungsfest, das erste als Mitglied des Arbeiter- Sängerbreitet sein muß. Schüler, die, sei es in der Schule oder beim bundes. Zur Verschönerung des Festes trugen die GesangTurnen und Spielen, in der Badeanstalt oder auf gemeinsamen vereine Morgenroth" aus Köpenick und Eintracht" aus Glie Ausflügen, kurz wo die Schule für eine angemessene Beaufsichti- nicke bei. Die rege Theilnahme der Genossen und Genossinnen Im Norden Berlins häufen sich die sanitären Mißstände gung verantwortlich ist im Besitze von gefährlichen Waffen, aus den umliegenden Ortschaften bewies so recht die Sympathie, ein Beispiel anführen: An der Reinickendorfer- und Sandstraßen werden, find mindestens mit der Androhung der Verwar bis zu Ende ein vollkommen ruhiger, und zufrieden trennten und noch mehrere Hospitäler. Nicht weit- davon entfernt, Müller- unnachsichtlich mit Verweisung zu bestrafen. Während so die gleitet wurden. worden Unseren Sanitätsbehörden wie auch Thierschutz- Vereinen bietet fich auf dem Zentral- Schlachthof also noch ein reiches Feld für ihre Thätigkeit! mehr denn in anderen Theilen der Stadt. Wir wollen heute nur insbesondere von und Anstalt, im 122 — Polizeibericht. In der Nacht zum 28. d. Mts. fuhr ein rojutscher am Denkmal Friedrich's des Großen aus Unvorsichtigkeit mit einem Gefährt gegen einen Prellſtein, infolge deffen er vom Bock gejagiert wurde und eine 2 cm lange Verlegung an der Stirne litt. Anlegung eines Verbandes wurde er nach seiner Wohnung gebracht. Vor dem Hause Stegligerstr. 64 wurde Mittags em vierjähriges Mädchen beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Geschäftswagen über fahren und erlitt einen Armbruch, so daß seine Ueberführung nach dem Elisabeth- Krankenhause erforderlich wurde. In der Nähe der Kieler Brücke fiel ein siebenjähriger Knabe beim Spielen in den Spandauer Schifffahrts- Kanal, wurde jedoch von dem Lademeister- Aspiranten Gaffe gerettet. Als der Schlächtergefelle Steinbrecher auf dem Pferde seines Dienstherrn durch die Müllerstraße ritt, wurde das Pferd plöglich scheu, und fiel Steinbrecher vor dem Hause Müllerstr. 26 von demselben herab. Er erlitt einen Armbruch und mußte nach dem Krankenhause des Paul Gerhardt- Stifts gebracht werden. Abends wurde ein Arbeiter, als er mit einem Karren die Leipzigerstraße paffirte, vor dem Hause Nr. 125 von einem Omnibus überfahren und erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Am 28. d. M. fanden sechs Kleine Brände statt. Gerichts- Beitung. Prozek Hugo Löwy. Zweiter Verhandlungstag. 93 Anklage Unterschlagung und Untreue annimmt, event. der Betrugs-| Tage aber feien die angekauften Poften immer wieder gleich Paragraph Play greifen könnte. an andere Kunden ausgefertigt worden, wobei die Kunden in der Es wird sodann als Belastungszeugin eine Frau Schuch Provinz manchmal den Berliner Kunden, die energischer drängten, vernommen. Dieselbe ist eine Wittive, welche ihr kleines Ver- nachstehen mußten. Das ceterum censeo des Angeklagten geht mögen bei dem Angeklagten verloren hat. Diefelbe hatte die immer wieder dahin, daß er allen seinen Verpflichtungen nachAnkündigungen der Kommanditgesellschaft Hugo Löwy ge- gekommen wäre, wenn man ihn nicht verhaftet hätte. Gegen lesen, hatte geglaubt, daß sie bei demselben trefflich auf- 5 Uhr wird die Verhandlung auf Sonnabend 9 Uhr vertagt. gehoben sei und ihm 4500 Frts. italienische Rente und 800 m. mit dem Auftrage übersandt, Harpener zu kaufen. Was eine Verunreinigung der Straße ist, darüber hat Es war abgemacht, daß die italienische Rente erst zu 98 der Droschtenfutscher Miethner einige Erfahrung machen müffen. verkauft und dafür Harpener gekauft werden sollten. Die Dieser fand, als er eines Vormittags mit seiner Droschke an Frau hat, wie sie angiebt, in dem Glauben gelebt, daß sie nun dem Halteplate in der Neuen Grünstraße angefahren war und Bug um Zug die Harpener zugesandt erhalten würde. Der An- seinem Pferde Futter geben wollte, daß dieses etwas staubig war geklagte hat ihr dann angezeigt, daß er die Italiener verkauft, und ließ nun, um den Staub zu entfernen, das Futter durch die Dagegen Harpener in Höhe von etwa 6000 m. gekauft, sie daher Hand in den Futtersack gleiten. Der Schuhmann Neugebauer noch mit ca. 2000 m. belastet habe. Der Angeklagte behauptet, erblickte aber in dieser Manipulation eine Uebertretung des daß er auch hier als Selbstkontrahent aufgetreten sei und die Be- Straßenpolizei- Reglements und setzte auf seine Anzeige hin das rechtigung gehabt habe, die Italiener zu verkaufen, die er nur Polizeipräsidium eine Strafe von 3 M. gegen den Kutscher fest. als Einschuß auf die Harpener betrachtet habe. Er habe, da die Dieser erhob im Vollgefühle seiner Unschuld gegen diese StrafFrau anfänglich nach Pluto" anfragte, durchaus annehmen festsetzung Widerspruch. Das Schöffengericht ermäßigte zwar die müssen, daß die Frau spekuliren wollte, habe ihr dazu ein Konto Strafe auf 1 M., konstatirte aber im Uebrigen, daß durch die aufgemacht und dieselbe habe deshalb nur Anspruch an die Hantirung des Miethner die Straße verunreinigt worden sei, wesKonkursmaffe. Die Zeugin, aus welcher nur schwer halb eine Strafe eintreten müsse. herauszuholen ist, was sie sich bei Eingang des Ge" schäfts eigentlich gedacht hat, erklärt sich schließlich Der jugendliche Naubmörder Otto Wagenschütz wurde bahin: sie habe nicht spekuliren, sondern nur die Harpener heute aus Plößensee der achten Straffammer des Landgerichts I taufen wollen, um die in Aussicht gestellten 18 pet. Dividende vorgeführt. Er war beschuldigt, auf Anstiftung des Formers auf ein Bierteljahr mitzunehmen, dadurch ihr bischen Vermögen Alfred Winzer, der bei dem Raubmorde als Hehler eine Rolle zu vergrößern und die Harpener dann wieder zu verkaufen und spielte, und der kürzlich wegen verschiedener schwerer Diebstähle ihr Geld auf die Spartaffe zu bringen. Jedenfalls ist die Zeugin su 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde, einen Diebstahl be ihre italienische Rente losgeworden und hat Harpener nicht er- gangen zu haben. Der als Dritter auf der Anklagebant sich halten, kurz, ihr kleines Vermögen verloren. befindliche Steindrucker Riethöfer sollte den Wagenschütz ebenfalls Nach Eröffnung der Sigung befragt der Staatsanwalt den Konkursmassen- Verwalter Brinkmeyer hat inzwischen die zu einem Diebstahl angestiftet haben. Wagenschüß war geständig. Zeugen Kriminalkommissarius v. Arnault nochmals über seine neuerdings von der Vertheidigung überreichten Wechsel durch Etwa 14 Tage nach dem Raubmorde, von dem Winzer wußte, Geschäftsverbindung mit dem Angeklagten. Danach hat der gefehen. Er befundet, daß es 65 Stück seien. Ein Theil davon hatte derselbe den Wagenschütz aufgefordert, ihm von sem Zeuge dem Angeklagten ca. 80 000 m. in Papieren übergeben, fei bereits protestirt, alle bis auf zwei feien bereits fällig. Wenn Bau, auf dem der Lettere beschäftigt war, ein Paar Stiefel um damit zu arbeiten. Der Zeuge erklärt, daß er sich als stiller der Gemeinschuldner Aussicht auf Eingang dieser Wechsel hätte, zu stehlen. Wagenschüß will gefürchtet haben, daß Winzer in Sozius betrachtet habe und fast keinen Berlust erleiden würde, würde er das Jukasso sicher schon lange vorgenommen haben. Betreff des Raubmordes zum Verräther werden würde, wenn wenn die Wechsel, die er von Löwy erhalten, eingehen würden. Der Angeklagte erbietet sich, abgesehen von diesen Wechseln, dem ihm nicht gehorcht würde, er hat deshalb am folgenden Tage Ob und welcher Gewinn ihm aus der Geschäftsverbindung mit Verwalter die Beweise zu liefern, daß er mehrere Forderungen einem auf dem Bau beschäftigten Maler die Stiefel gestohlen und dem Angeklagten erwachsen, weiß der Zeuge nicht, er hat je nach zu Unrecht als aussichtslos abgefeht habe. fie dem Winzer gegeben. Kiethöfer habe von diesem Diebstahl Bedarf nach und nach 17 000 W. aus dem Geschäft gezogen. Der nächste Fall ist als Betrug charakterisirt. Kaufmann gehört und um sich seines Schweigens zu versichern, hate er, Der Bücherrevisor Töpfer, welcher mit dem An- 3öllner in Würzburg übersandte dem Angeklagten 7508 m. agenschüß, diesem in gleicher Weise ein Paar Stiefel besorgt". geklagten nochmals die einzelnen Boften feines Privatfontos theils in Baar, theils in Papieren, darunter 1700 m. 4prozent. Wagenschüß konnte eine here Strafe als die ihm bereits aufburchgegangen ist, hat nunmehr den Privatbedarf des An- Pfälzer Pfandbriefe, mit dem Auftrage, dafür König Wilhelm- erlegten 15 Jahre Gefärgriß nicht erhalten, Winzer erhielt geflagten auf 12000 m. jährlich festgestellt. Auf das Konto desselben Aftien zu feufen. Er hat den Auftrag dann dahin geändert, noch 4 Jahre Zuchthaus zufäßlich, Kiethöfer wurde zu soll nämlich eine Summe von ca. 5000 m. geschrieben worden daß er 3000 M. König Wilhelm- Stammprioritäten wünschte. einem Jahre und einem Monat Zuchthaus versein, welche der Vorsteher der Filiale Belleallianceplatz an eine Der Angeklagte hat dann mitgetheilt, daß der Auftrag erledigt urtheilt. Gräfin Zwenka Rokorowa auf Schloß Wietach zu zahlen hatte. sei und sich den Saldobetrag zuschicken lassen. Er theilte gleichVon dem Börsensachverständigen Lippmann ist inzwischen festgestellt, daß nach der damaligen Kursdifferenz zwischen österreichischen Noten und kurz Wien" der Zeuge Seiffert etwa 100 M. durch eine derartige Anweisung auf Wien erspart haben würde. Rechtsanwalt Dr. Friedmann erbietet sich zum Beweise, daß der Angeklagte, als er dem Seiffert die Anweisung auf die Anglo- österreichische Bank übergab, sicher annehmen konnte, daß ihm zur rechten Beit aus dem Verkauf der Gräfin Kokorowa'schen Güter die benöthigte Summe zufließen würde. Der Sachverständige Lippmann erflärt noch, daß bezüglich der Anweisung in Wien insofern ein Fehler gemacht worden ist, als die Anweisung mangels Guthabens nicht sofort zurückgehen, sondern der Verfalltag erst abgewartet werden mußte. Ueber die ganze Transaktion des Angeklagten mit der Anweisung auf die Anglo- österreichische Bank soll noch der Bankdirektor Weil vernommen werden. wurden Soziale Lebersicht. August 1892 Auguft 1891 Januar August 1892 Januar- August 1891 An Karbolsäure eingeführt ausgeführt Doppel- Zentner 5 201 1180 18 200 • 9716 11 920 521 25 630 8206 5 212 Doppel- 3Zentner 887 " An Chlortalt wurden ausgeführt: August 1892 August 1891 Januar- August 1892 25152 • Januar- August 1891 8150 * Das Geschäft blüht also und damit ist den Kapitalisten zeitig mit, daß er die Pfälzer Pfandbriefe nach Frankfurt a. M. fenden müsse. Die Bücher aber ergeben, daß der Angeklagte bereits am 5. November die Pfälzer Pfandbriefe verkauft hat. Ueber den Ankauf von König Wilhelm Stammprioritäten ergiebt sich aus den Büchern Nichts. Als die Lieferung der letteren nicht erfolgte, ist der Zeuge, der schon seit einiger Zeit mit dem Angeklagten in Verbindung stand, nach Berlin gekommen. Der schreibt die„ Nordd. Allg. 3tg." in Nr. 456 vom 29. September, Cholera und Kapitalismus.„ Die Cholera- Epidemie", Angeklagte war damals verreist, ein Herr Lewin aus dem Ge- schreibt die" Nordd. Allg. 3tg." in Nr. 456 vom 29. September, schäft desselben übergab demselben aber aber zu seiner We- hat eine sehr lebhafte Bewegung des Handels in Desinfet rubigung 1000 m. Deutsche Reichsanleihe. Am 25. November tionsmitteln im Gefolge gehabt." fam Löwy von seiner Reise zurück und sagte dem Zeugen, daß er ihm die König Wilhelm- Prioritäten nunmehr gegen Heraus gabe der Koufols liefern werde. Am 26. November erfolgte dann die Verhaftung des Angeklagten. Löwy erklärt auch hier, daß es sich um ein Spekulationskonto des Zeugen handele und daß er seinen Verpflichtungen diesem gegenüber vollkommen nachgekommen sein würde, wenn er nicht verhaftet worden wäre. Ueber den Status der Konkursmasse berichtet der Konkurs- Der Staatsanwalt betont dagegen, daß nach seiner Meinung der massen- Verwalter Brinkmeyer: Nach der ersten Tage hatte Angeklagte in allen diesen Fällen die Leute in Vertrauen einer 555 853 M. an Außenständen vorgefunden, von denen er aber gewiegt habe, damit sie ihm ihr Geld schickten und daß er dann nur 10 000 m. als sicher einstellte, ferner 41 882 M. Wechsel, von mit dem Geld nicht das gemacht habe, was er sollte, sondern denen nur 2000 M. als sicher einzustellen waren, endlich 6313 M. was er wollte. baar, so daß er die Aktivmasse damals auf 18 313 M. berechnete. Zu dem Falle 3 öllner wird noch ein früherer Angestellter Davon gehen an die bevorrechtigten Forderungen, Mietben, des Angeklagten, Kaufmann Erich, vernommen, welcher Aus- das Recht gegeben, die Preise für die Desinfektionsmittel so hoch Gerichtstoften u. f. w. etwa 10 400 m. ab, so daß 7781 M. funft darüber giebt, woher es gefommen, daß noch am 7. Nov. hinaufzuschrauben, als sie wollen und können. Die bürgerliche verblieben, die gegenüber einer Schuldenlaft von 890 000 M. dem Zöllner geschrieben wurde, daß die Pfälzer Pfandbriefe nach Ethit hat dagegen nichts einzuwenden. ea. 134 pet. Dividende repräsentirten. Die Sache hat sich inzwischen Frankfurt a. M. gesandt werden müßten, während sie schon am Die Branergehilfen Leipzigs beschlossen am Sonntag in geändert, und es stehen jetzt nur noch 3200 M. zur Vertheilung 5. November als verkauft gebucht waren.-Zwischendurch be- einer Versammlung, in welcher Herr Biehle aus Hannover bereit. Die ursprünglich auf 390 000 m. berechnete Schuldenmasse merkt Staatsanwalt Dr. Benedir: Der Angeklagte hat vor referirte, die Errichtung einer Organisation, bezw. den Beitritt hat sich auf 746 895 M. erhöht, so daß nur 1/2 pet. Dividende zur gestern so gethan, als ob die Pariser Affäre vollständig zu seinen zum Zentralverband deutscher Brauer. Verfügung steht. Zu der Schuldenlast gehört allein eine Forderung Gunsten erledigt worden sei. Die Akten ergeben aber, daß das 150 Brauer als Mitglieder aufnehmen. Es ließen sich sofort von 105 949 M., welche ein Herr v. Westernhagen für aus diesbezügliche Verfahren nicht aus sachlichen materiellen, sondern gefallene Hypotheken bei dem Grundstück Markgrafen- und Koch nur aus gewissen materiellen Gründen eingestellt worden sei, straßen- Ecke geltend macht. Ferner ist darin enthalten die weil der Angeklagte nicht zu finden war. R.-A. Dr. Fried Forderung des Kriminalkommissarius v. Arnault, welche derselbe mann bestätigt im allgemeinen die Ausführungen des Staatsmit 94 926. angemeldet hat. Der Massenverwalter hofft noch anwalts, bestreitet aber, daß der Angeklagte flüchtig gewesen sei. in 13 Anfechtungs- Prozessen etwas für die Masse zu erstreiten, Derselbe habe zu der kritischen Zeit täglich, Nachmittags mehrere aber der Erfolg ist zweifelhaft. Die Objekte der Prozesse be- Stunden in seinem Bureau zugebracht, um mit ihm zu fonferiren. tragen ca. 180 000 M., unter den Prozessen befindet sich auch ein Als hier ein Schwager des Angeklagten kurze Zeit verhaftet solcher gegen Herrn von Arnault, wegen Rückgabe von Wechseln worden war und derselbe gezwungen werden sollte, 60 000 Frts. im Betrage von 95 000 M. v. Arnaudt weigert sich, die Wechsel die er bei sich führte, herauszugeben, habe er( Dr. Fr.) im zurückzugeben, der Massenverwalter beruft sich aber auf das Auftrage des Angeklagten vor aller Welt mit der Petite bourse Zeugniß mehrerer Zeugen, in Gegenwart deren Kriminal- den Streit über die Frage ausgefochten, ob die Papiere heraus tommiffarius v. Arnault im Geschäft von Hugo Löwn erschienen, zugeben seien. Als dann der Angeklagte hier in Berlin ein Geschäft ins Portefeuille gegriffen und Wechsel im Betrage von zirka aufmachen wollte, fei zu den Personalakten desselben bei 95 000 m. herausgenommen haben soll. Er soll von den der Bolizei eine ausführliche Darlegung der Staats Gläubigern auf das Unzulässige dieses Vorgehens aufmerksam anwaltschaft gelangt, wonach auch aus materiellen Gründen das gemacht worden sein, aber geantwortet haben:" Hier ist Alles Verfahren damals eingestellt wurde. Der Staatsanwalt behält verloren, hier muß Jeder sehen, wo er bleibt!" Wenn die An- sich vor, diese Frage noch weiter aufzuklären. Genehmigt wurde nach fast zweijährigem Prüfen und Verwerfen der eingereichten Statuten seitens einer t. t. österreichischen Regierung jetzt endlich der Zentralverein der Textilarbeiter und Arbeiterinnen Böhmens. Berufsgenossenschaftliches. Die Schornsteinfeger- Berufsgenossenschaft zahlte im vorigen Jahre an Entschädigungen für Unfälle( einschließlich der aus früheren Jahren datirenden) 14 655 M., während die Verwaltungsfosten 20 782. fraßen. Seit ihrem Bestehen brauchte die Berufsgenossenschaft mehr als 100 000 m. an Verwaltungskosten, während für Unfallentschädigungen insgesammt nur 52 000. gezahlt worden sind. Der Mannheimer Stadtrath hat einstimmig beschlossen, am 1. Oktober das Schulgeld aufzuheben. Das ist löblich. Gleichzeitig beschloß er die Einrichtung einer Sklassigen Bürgerschule für Knaben und Mädchen, in welcher gegen Entrichtung fechtungsprozesse gewonnen werden, dann erhöht sich im günstigsten Eine Reihe anderer Fälle, bei denen auswärtige Zeugen be- eines jährlichen Schulgeldes von 28 M. eine etwas bessere AusFall die Dividende auf ca. 18 pet. Das Grundstück in der Köpnickerstraße hat der Massen- alle ziemlich gleich. Die betr. Zeugen sind auf Grund der An- Das ist nicht löblich. Wie die Frankf. 3tg." meldet, ist man theiligt sind, bieten kein hervorragendes Interesse. Sie liegen bildung als in der gewöhnlichen Boltsschule geboten werden soll. verwalter für 398 450 M. an Herrn Seiffert verkauft, derfelbe zeigen des Angeklagten mit demselben in Geschäftsverbindung gerade in denjenigen Schichten der Bevölkerung, welchen durch hat aber bisher den Kaufstempel noch nicht bezahlt. Der An- getreten, haben ihm Effekten mit dem Auftrage zugesandt, dafür die zu errichtende Bürgerschule gedient werden soll, vielfach der geklagte erklärt, daß er das Haus für 450 000 M. gekauft hatte. Bapiere zu kaufen und sind schließlich um ihr Geld gekommen. Ansicht, daß durch die Ausführung des stadträthlichen Planes Rechtsanwalt Dr. Friedmann regt an, daß der Massen- Der Angeklagte hatte die Ausführung der Aufträge hin- die gewöhnliche Volksschule geradezu zu einer Armenschule geverwalter doch wohl eine ganze Reihe von Forderungen des An- gezögert, die ihm überfandten Effekten aber gewöhnlich bald macht und dadurch die Kluft zwischen dem Bürgerthum und dem geklagten zu Unrecht nicht in die Attiva eingestellt habe und be- versilbert und feine Verhaftung brachte dann die betreffen Arbeiterstande nur noch erweitert würde. Dabei erscheint es hauptet, daß, wenn der Angeklagte selbst die Fornerungen, so den Kunden vis- à- vis de rien. In allen diesen Fällen behauptet zweifelhaft, ob das geplante Unternehmen für die Stadt einen weit sie aus Differenzgeschäften zc. herrühren, hätte geltend der Angeklagte, daß er nach den mit den betreffenden Zeugen nennenswerthen finanziellen Vortheil im Gefolge haben wird, da die Einnahmen aus der Bürgerschule das in Wegfall kommende machen können, diefelben zum großen Theil eingegangen wären. vorher geführten Korrespondenzen berechtigt war, das Geschäft in die Einnahmen aus der Bürgerschule das in Wegfall kommende Der Vertheidiger überreicht beispielsweise ein ganzes Konvolut sich zu machen und die ihm als Einschuß" übersandten Effekten Bolts- Schulgeld kaum sehr erheblich übersteigen werden. Man von Wechseln in Höhe von über 40 000 m., welche der An- nach Belieben zu verkaufen, so daß er schließlich einfach Schuldner wünscht deshalb, daß der Bürgerausschuß das stadträthliche geklagte aus den an Gerichtsstelle befindlichen Aften heraus- der Personen geworden sei. Eine solche Verfügung über die ein- Projekt einer sehr strengen Prüfung unterziehe, damit nicht die gesucht hat. Dieselben sind dem Maffenverwalter bisher nicht gesandten Effekten sei namentlich in den Fällen unanfechtbar, wo in ihrer jetzigen Verfassung sehr gute einheitliche Volkszu Gesicht gekommen und lauten zum Theil auf Würstendörfer die betreffenden Zeugen Ultimo- Spekulationen machten. Der An- fchule gegen etwas vielleicht ganz Berfehltes vertauscht werde. geflagte behauptet auch, daß er zu der fritischen Zeit Wenn das herrschende Bürgerthum wirklich einmal einen und Senftner unb Andere. " Staatsanwalt Dr. Benedig hält es denn doch für nöthig, mehrfach in der Lage war, die Leute dilatorisch zu behandeln, da herzhaften Schritt nach vorwärts thut, so verfehlt es ganz gewiß daß, wenn diese Forderungen auf ihre Güte geprüft werden er vielfach mit den Dingen nicht vertraut war, weil sein Better nicht, nach dieser Heldenthat sofort wieder zwei Schritte rücksollen, der Massenverwalter sich nicht mit den Angaben des An- Krolig, der jetzt in London weilen soll, mit den Zeugen ursprüng- wärts zu voltigiren. Das lehrt die Mannheimer Schulhistorie geklagten begnüge. Der Staatsanwalt behält sich vor, in jedem lich verhandelt hatte. Ferner behält sich der Angeklagte den aufs Neue. einzelnen Falle den Gegenbeweis durch Vernehmung der einzelnen Beweis dafür vor, daß er im Auguft vorigen Jahres feinem Gegen die Verböserei der Mannheimer Schule wird nächsten Personen zu führen. Es werde sich dann vielleicht ergeben, daß Personal die Ordre ertheilt habe, allen Kunden nochmals seine Dienstag eine Protesiversammlung abgehalten. der Angeklagte noch andere sichere" Personen von dem Kaliber Geschäftsbedingungen zuzusenden, weil damals ein Reichsgerichtsdes Defraudanten Bock zu seinen Kunden zählte, der bekanntlich Erkenntniß in den Zeitungen veröffentlicht worden war, wonach Unterschlagung toloffaler Eummen bei Löwy spekulirt nach die bloße Zusendung der Bedingungen genügt, ohne habe, dann durchgebrannt sei und von New- York habe zurück- daß es einer Unterzeichnung derselben durch die Kunden geholt werden müssen. bedarf. In einem Falle hatte ein Kunde, welcher Versammlungen. Kontursmaffen- Verwalter Brinkmeyer erwähnt feinerseits, Ultimo- Geschäfte machte, ausdrücklich ausbedungen, daß zwei von daß Wüstendörjer und Senftner ihm mitgetheilt, daß sie dem An- ihm eingesandte Türkenloose in natura im Depot verbleiben sollten. Der sozialdemokratische Wahlverein für den fünften geklagten eine Anzahl Gefälligkeits- Accepte in Blanko über- Der Angeklagte giebt die Möglichkeit zu, daß trotzdem diese Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 28. d. M. eine Verlaffen hätten und nicht wüßten, in welcher Höhe diese aus- Türkenloose lombardirt worden seien, glaubt aber, daß dabei ein fammlung ab. Dieselbe hörte einen Vortrag des Genossen gefüllt seien. Versehen des Kassirers obgewaltet haben mag. Solche Lom- Alwin Gerisch über Genossenschaften, Boytotts Staatsanwalt Dr. Benedig hält um so mehr eine sorg- bardirungen fämen ja manchmal vor, wenn man annehmen könne, und kontroll marten. Der Redner schilderte das Genossenfältige Prüfung jeder einzelnen der vom Angeklagten als aus- daß die Effekten jeden Augenblick wieder eingelöst werden schaftswesen in seiner jetzigen Form und meinte, daß die Genossenfichtsreich hingestellten Forderungen für geboten und Herr Brint tönnen. In anderen Fällen sucht der Angeklagte aus seinen schaften wohl Einzelnen Bortheil bringen können, vom Parteimeyer wird beauftragt, diefe Prüfung vorzunehmen. Auf Büchern nachzuweisen, daß er in der kritischen Zeit wiederholt standpunkte aus aber im Allgemeinen feine sonderliche Beachtung ferneren Antrag des Etaatsanwalts wird der Angeklagte darauf solche Effekten, wie sie von einzelnen Kunden verlangt worden, verdienen, weil sie die Lebenshaltung der Gesammtheit nicht zu aufmertfam gemacht, daß in allen den Fällen, in welchen die angekauft habe; in bem Sturm und Drang jener heben vermögen. Weiter seien Boykotts und Kontrollmarken unter treten. Veteranenstr. 22. 1 Buch= Blaue Schleife, in Umständen wirtfame Rampfmittel, boch nicht auf alle Verhält-| fönnen Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, etn.[ er herab, so öffnete sich der Schlund und Lokomotive und Zenber nisse mit Erfolg anwendbar. Man müsse sich hüten, sie zu ver Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mary, Abends sy uhr, stürzten hinein. Es wurden sofort Arbeiter von Barrow herbeis allgemeinern, zu ihrer Durchführung den ganzen Partei- Apparat bei Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bei. Kiging, Bülowfir. 52. geschafft, um die Lokomotive freizumachen. 5 Uhr Nachmittags in Anspruch zu nehmen. Der Parteitag werde sich mit diesen olzarbeiter". Abends 8½ Uhr im Lokale des Herrn Beterfon, geriethen die Erdmassen wieder in Bewegung. Den Arbeitern geFragen eingehend zu beschäftigen haben. Redner empfahl dann, allen jenen Erscheinungen gegenüber, die in der gegenwärtigen stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Freitag. Uebungs- lang es, sich noch rechtzeitig aus dem Staube zu machen, sonst Kaiser'scher wären wohl Alle verschüttet worden. Das Loch wurde nämlich wirthschaftlichen Misere sozusagen wie Pilze aus der Erde schießen, Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Nord, Elifabeth- plöhlich 60 Fuß tief. Einige tinuten später hörte man, wie die Maschine mit lautem Gefrach in den Stollen eines vervöllig kaltes Blut zu bewahren und vom Standpunkt der sozial- tirchstr. 14, bei Mitolan.— or wärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. Kummei'scher Gesangverein, Langestraße 65, bei Tempel. demokratischen Partei aus ruhig zu erwägen, ob die Vortheile, binder: Männerchor Berlins, Alte Jakobstraße 68, bei A. Richter lassenen Bergwerts fiel. Die acht Geleise, welche sich auf dem welche den Einzelnen aus den Genossenschaften, den Boykotts 2c.- Maiglöckchen, Hochftr. 32a, bei Wilte. Gemüthlichkeit Bahndamm befanden, hingen entweder in der Luft oder waren Fris, Naunynstraße 86, bei Zubeil. ineinander gerathen. Die Lokomotive ist natürlich verloren. Die erwachsen, die eventuelle Schädigung der Allgemeinheit auf- Buyer), Seydelstraße 30. Palme, in Welten, bei Schröder. wiegen. Die Darlegungen des Redners fanden Beifall. Die Bantow, Mühlenstr. 24, bei Stöhr. Borwärts 6,( Gem. Chor), Nieder- Bahn, welche sich an der beschriebenen Stelle über die Parkside Diskussion gestaltete sich lang und lebhaft. Die verschiedensten Schönweide, bei Siebenbaunt. Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, Gruben hinzieht, gilt schon seit 3 bis 4 Jahren auf der Strecke Ansichten für und wider wurden namentlich in Betreff des Ge- bei Fröhlich. Morgenroth 4, Köpenid, Müggelheimerstr. 3 bei Held. nicht für sicher. Kleinere Senkungen sind häufig vorgekommen, Wahrheit, An der Zwölf- Aposteltirche 7b, bei Framfe. nossenschafts- und Kontrollmarkenwesens geltend gemacht. i. a. fcher Gefangverein, Sichtenbergerstr. 21, bei Heise. Moabit", daß eine so starke aber möglich sei, hatte man nicht geglaubt. betonte man, daß, wenn die Partei als solche bezw. der Vor- Wilhelmshavenerstraße 23, bei Brosch. Collegia, Beughofstraße 8, Wahrscheinlich haben die heftigen Regengüsse der letzten Wochen Freie Liedertafel, Martgrafenftr. wärts" keine Veranlassung habe, sich für derartige Gründungen bet it- und Neu- Bitenie, bet. Stabelhof Rudowerfrage. den Bahndamm unterwaschen. Die Reparaturen werden vorauszu erwärmen, sie aber auch nicht Veranlassung nehmen sollten, Gesangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Leibnizstr. 78 bei sichtlich eine ganze Woche in Anspruch nehmen. benselben hindernd in den Weg zu treten, während andererseits ulrich. Arbeiter Gesangverein Fretes Lied 1, Friedrichsberg, bei Heinecke. Gesangverein Berliner Friedrich Karlstraße 11 betont wurde, daß es durchaus nothwendig sei, etwaigen Typographia, Fischerstr. 25. Schwärmern einen Dämpfer aufzusetzen und vor Ueberschätzung Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. derartiger Unternehmungen zu warnen. Die Auseinander Alle Buschriften sind zu senden an Mar Genz, Berlin, Belforterstraße 26, 1. fetzungen über das zur Tagesordnung stehende Thema füllten den Freitag: Bergnügungsverein Grüne Tanne bei Raiser, Martusftr. 8. Tambour- Verein Borussia bei Leichniß, Königsbergerstr, 24( UebungsZambourverein ganzen Abend aus. stunde). Tambour- Verein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1. Wirbel bei Müller, Gartenstr. 52. Theaterverein Acacie in Hoff" Koch. " Karthaus= " Gesangverein Quartettverein Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 28. September. Nach Pester Meldungen der hiesigen Die arbeitslosen Maurer und Berufsgenossen Berlins mann's Festfälen, Dranienſtr. 180. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Greitag. Männer- Gefang- Blätter sind von der ruthenischen Bevölkerung der Gemeinde und Umgegend waren gestern Vormittag nach dem Feenpalast verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bodbrauerei. Männerchor Reregte im Marmaroser Comitat am 21. d. M. Ausschreitungen zu einer öffentlichen Versammlung entboten, um die Ur- Wedding, Abends 8 Uhr, bet König, Gerichtsstraße 35. Privat gegen die Juden begangen worden, indem dieselben mißhandelt sachen der Arbeitslosigkeit und deren Folgen Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bei Weigt, Markgrafenftr. 87. Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Puttbuserstr. 35. zu erörtern. Die Versammlung war indessen nur von höchstens musikverein Zusch, Freitag Abend 9 Uhr, Restaurant Nebelin, zange- und mit dem Tode bedroht wurden. Der rechtzeitig eingetroffenen 200 Personen besucht; man beschloß sie trotzdem tagen zu lassen, ftraße 108.- Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Gendarmerie gelang es, durch einen Bajonnettangriff die renitente Mufit- Dilettantenverein Zonita", Abends Menge auseinanderzutreiben und die Haupträdelsführer zu verda verschiedene Kollegen anwesend waren, die sonst in Ver- Richter, Alte Jakobftr. 68. haften. fammlungen nicht anzutreffen sind. Als Ursache der überall 8½ ühr bei Schent, Krautstr. 39, Uebungsstunde. Berliner Turngenossenschaft. Die erfte Männerabtheilung Petersburg, 29. September. Der russischen Moskauer herrschenden Arbeitslosigkeit bezeichnete der Referent Kollege turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle bes Leffing- Gymnasiums Pantstr. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Zeitung" ist eine weite Verwarnung ertheilt worden und Wilte die zügellose Stonkurenz, welche auf allen Industrie- Die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turn- war wegen eines Artikels über den Hirtenbrief des Moskauer gebieten herrsche, das Bestreben, die Produkte so billig wie mög balle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. lich auf den Weltmarkt zu bringen. Dazu gehöre Kapital und Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, Metropoliten. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9 Uhr, bei Brauns, Stockholm, 29. September. Bei den vorgestern und gestern Maschinen; letztere nähmen den Arbeitern das Brot. Natur- im Restaurant. Dranienfir. 183 p. Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% br, stattgehabten 9 Neuwahlen zur ersten Kammer wurden sieben gemäß wirke die industrielle Reserve- Armee auf die Lohnverhält alte Jatobftr. 128( 2ogenhaus). Unterhaltungstlub Schiller, jeden Stattlub Schutzöllner und zwei Freihändler gewählt. nisse ein, die Löhne sänken immer tiefer, die große Masse werde Freitag Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreifeftr. 3.Brüffel, 29. September. Die„ Gazette" veröffentlicht, wenn fonsumtionsunfähig, die Waaren fänden keinen Absah, Geschäfts- Grand. Jeden Freitag, Abends 8½ Uhr, bet Subrich, Lübben erftr. 22. Rauchklub Rothe Pfeife. Freitag: Sigung bei Echulze, Plantagen- schon mit allem Vorbehalt, eine ihr von angeblich sehr gut stockungen träten ein; so werde das Elend fortgesetzt größer. Straße 9. Um die schweren Folgen des wilden Konkurrenzkampfes Fachverein der Tischler. Die Bahlstellen befinden sich in den folgen- unterrichteter Seite zugegangene Meldung aus dem Kongostaat. nach Möglichkeit abzuschwächen, sei es nothwendig, eine den lokalen: 1. Friedrichsbergerstraße 25 bei Schmidt. 2. Staligerstraße 107 Danach wäre einer belgischen und einer holländischen Gesellbei Kunstmann. 3. Belleallianceplay 6 bei Silscher. 4. Schwedterstraße Nr. 44 schaft, welche in dem Aequatorgebiet am Rongo mehrere Niederstarfe Organisation zu bilden. Endgiltige Befferung der bei Thierbach. 5. Schleiermacher und Gneisenaustraßen Ecke, bet Scheuer. Verhältnisse sei natürlich nur durch Beseitigung der heutigen 6. Dresdenerstraße 116. 7. Lübeckerstraße 41 bet Matthias. 8. Breslauer- lassungen besitzen, eine vom 8. Mai datirte Verfügung des be10. Fenn treffenden Distriktskommissars des Kongostaates zugestellt worden, tapitalistischen Produktionsweise zu erzielen. Speziell das Bau- ftraße 27 bet Tempel. 9. Nirdorf, Bergstraße 7, bet Duschet fach habe sehr darunter zu leiden, daß die überschüssigen" Ar- ße 5 bet serigrottenfragen be Sorauerstraßen- Ede, 12. Weißenfee, wodurch jeder Handel mit Kautschut untersagt wird. Wie das Bölter- und Ecke klebs. 13. Tresdom- und Diedenbeitskräfte aus anderen Gewerben sich dem Baufache zuwenden, bofenerstraßen- Ecke bei G. Schmidt. 14. Badstraße Nr. 23 bei Walter. Blatt ferner bemerkt, soll die holländische Regierung ihren Geindem die Maschinen hier noch nicht wie in anderen Gewerben 15. Frankfurter Allee 90 bei Babel. Dafelbft tann sich jeder Kollege als mit fandten in Brüssel beauftragt haben, bezüglich dieser Verlegung dominiren, die Akkordarbeit und der Bauschwindel seien weitere alieb aufnehmen laffen. Der Arbeitsnachweis befindet sich Walstraße. 7-8 des Berliner Vertrages bei der Regierung des Kongostaates vorund ist von 8 Uhr Morgens bis 7 1hr Abends, mit Ausnahme der MittagsMißstände im Baugewerbe. Das Volk nun habe ein Interesse stunden von 12-3 Uhr, geöffnet. Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich. stellig zu werden. Rauchhlub Rothe Pfeife. Heute, Freitag, Sigung bei Schulze, Plandaran, nicht zu verelenden, sondern sich lebensträftig zu erhalten. Um dies zu ermöglichen, sei es Pflicht jedes Gewerksgenossen, tagenftr. 9. sich den bestehenden Organisationen anzuschließen; man dürfe sich nicht in den Schmollwinke! stellen und in Unthätigkeit verharren. Mit der Enthaltungspolitik werde nichts erreicht. Der Verein zur Wahrung der Jutereffen der Maurer erhebe für die Wintermonate feinen laufenden Beitrag, sondern nur ein Eintrittsgeld von 30 Pf. Jeder Maurer könne sich deshalb dem Verein anschließen. Gröppler schätzte die Zahl der arbeitslosen Maurer Berlins auf 6000-7000, veranschaulichte gleichfalls die Ursachen der Arbeitslosigkeit und bedauerte ben schwachen Besuch der Versammlung. Die Noth sei schon im Sommer eingerissen, das Elend werde im Winter grenzenlos werden. Troy alledem seien die Maurer nicht zu bewegen, fich einer gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen. Die Kollegen seien wohl politisch thätig, aber nicht gewertschaft lich, und doch wären vor der Hand gerade die Gewerkschaften die Faktoren, welche die wirthschaftliche Lage der Arbeiter verbeffern können. Würde unter den Kollegen das Solidaritätsgefühl mehr Blah greifen, so würde es auch möglich sein, den elenden Verhältnissen im Baugewerbe wirksamer entgegenzutreten. Deshalb empfahl auch er den Anschluß an die Organisationen, insbesondere an den Verband der deutschen Maurer. Herr Bolz ( Mitglied der Agrarpartei) entwickelte des Längeren seine sozialen Anschauungen vom agrarischen Standpunkte aus, bekämpfte das geltende römische Zinsrecht als Grundübel des heutigen sozialen Elends, das falsche Kapital", die Schuldwirthschaft 2c. und forderte eine beffere Besitz vertheilung. Folgende Resolution wurde beantragt: " In Erwägung, daß die kapitalistische Produktionsweise uns auch in unserer besten Saison aufs Straßenpflaster wirft; in fernerer Erwägung, daß nur durch ein geschlossenes, gemeinfames Vorgehen dem Kapital entgegengewirkt werden kann, verpflichten sich alle anwesenden Maurer, soweit dies noch nicht gesd, ehen, sich dem Vereine zur Wahrung der Intereffen der Maurer Berlius und Umgegend anzuschließen." Diese Resolution wurde von Vorpahl beantragt und beGenosse Kepler nahm Veranlassung, den Heimfürwortet. stätten- Idealen des Herrn Bolz entgegenzutreten, veranschaulichte die heutige anarchische Produktionsweise als die Hauptursache des herrschenden sozialen Elends. Nur durch Aushebung des Privatbesizes an den Herstellungsmitteln könne der wirthschaftDie Relichen Noth der arbeitenden Massen gesteuert werden. solution wurde gegen zwei Stimmen angenommen. Allgemeine Branken- und Sterbekaffe, sowie Bentral- Krankenund Sterbekasse der Metallarbeiter, G. S. 29 und 89 zu Hamburg, Filiale Berlin 3. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Zahlstelle von Eisenbahnftraße 7 nach Eisenbahnstr. 35 bet Semisch verlegt ist. Die Beiträge, sowie Aufnahmen werden daselbst alle Sonnabende von 8-10 Uhr entgegen genommen. Sprecisaal. Die Redaktionelt bitum Bun Bells, fowelt der Raum dafür abzugeben ist, Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit den Inhalt desselben identifizirt zu werden. An die Genossen der Stadttheile Moabit und Wedding! Durch die letzte Lassallefeier haben sich mehrere Genossen veranlaßt gesehen, aus ihrem Gesangverein auszutreten; fie find gesonnen, einen neuen Gefangverein zu gründen, welcher den weck verfolgen soll, bei Arbeiterfesten unentgeltlich mitzuwirken. Stimmbegabte Genossen, welche gewillt sind, den Verein mit zu gründen, werden hiermit zu einer Vorbefprechung eingeladen, die am Sonnabend, den 1. Oftober, Abends 82 Uhr bei Hermer Schmidt, Perlebergerstr. 28, stattfindet. Im Auftrage: Johann Pfarr, Wilsnackerstr. 49. D. Hempel, Stephanftr. 8. Fr. Wilh, Schulzendorferstr. 14. Vermischtes. ( Depeschen des Bureau Herold.) Budapest, 29. September. Die Abgeordneten wählten die Delegation, darunter auch zum ersten Male seit 1867 ein Mitglied der äußersten Linken. Kovacs brachte sodann eine Inter pellation über den Fortbestand der Tripelallianz ein, in welcher er verweist auf die gewöhnlich von den Delegationen verbreiteten Alarmgerüchte, sowie auf die vorjährige Thronrede, welche Beunruhigung hervorgerufen habe, und fragt an, ob die Alianz ernstlich bestehe; ob die Regierung geneigt sei, dahin zu wirken, daß bei den Delegationen feine Aeußerungen erfolgen, welche das Gefühl der Gesichertheit des Friedens erschüttern könnten. Lyon, 29. September. Ein sozialistisches Meeting beschloß eine energische Agitation unter der Landbevölkerung. Der Bergarbeiter- Kongreß der Ricamarie beschloß eine nationale Ber einigung aller Bergleute Frankreichs und ernannte eine Organis fationsfommission, erklärte sich ferner solidarisch mit dem Ausständischen in Carmaux. Aden, 29. September. Französische Berichte kündigen für den Winter einen Vormarsch der arabischen Armeen gegen den Süden an zwecks Vernichtung der Deutschen, Engländer und Belgier in Mittel- und Südafrika. Alle Araber im Sudan hätten sich gegen die Europäer verschworen. Die Sklavenjagden und die Ausfuhr ist in stetem schnellem Zunehmen, namentlich in Mombattu Unio, Urungi und Ugogo. Die Eflaven werden un gehindert über itu, Gardafui, Maffuah und Suakim verladen; 70 pet. derselben sterben auf dem Transport. Briefkaffen der Redaktion. A. R. Heimstr.: Wenden Sie sich an den Hamburger Senat. H. B. Versuchen Sie es mit einem Zeitungsinserat. N. Schöpke. Wir bitten um Ihren Besuch( Abends 7 bis T. G. Jn Görlitz selbst erscheint tein sozialdemokratisches Blatt. Die schlesischen Blätter unserer Partei sind die Breslauer Volkswacht" und der in Langenbielau erscheinende„ Proletarier aus dem Eulengebirge". Eisenbahnzusammenstoß. Diedenhofen, 27. September. Auf dem Bahnhof von Hargarten stieß ein von Zeterchen kommender Güterzug mit voller Heftigkeit auf einen im Rangiren begriffenen Personenzug. Zwei Personen- und sechs Güterwagen wurden vollständig zertrümmert sowie auch die beiden Maschinen erheblich beschädigt. Leider trug auch der Lokomotivführer der 8 Uhr). einen Zuges, Grein aus Diedenhofen, eine schwere Verlegung davon. Er erlitt einen Beinbruch und mußte in das Hospital zu Diedenhofen gebracht werden. Der andere Lokomotivführer rettete sich noch rechtzeitig durch einen Sprung von der Maschine. Einbruchsdiebstahl. Nach einer Meldung der Franks. W. Arndt. Das Statut steht zu Ihrer Verfügung. 8tg." aus Zürich ist in der Nacht auf Sonntag, am Limmat- Ernst Enger, Großenhain. Wir können solche Warnungen quai, im Goldwaarengeschäft von Billian fils, ein großer Dieb- nur in ganz besonderen Fällen veröffentlichen. stahl verübt worden; hauptsächlich Uhren, im Werthe von J. H., Heidelberg. Regel's" Sozialdemokratisches Bieber15 000 Franken, fielen den Dieben in die Hände. buch foftet 40 Pfennig( 5 Pf. für Porto extra) und ist von der Buchhandlung des Vorwärts". Berlin SW., Beuthstraße 2, zu beziehen. Loose. Ihr Schreiben ist gänzlich unverständlich. Ein eigenthümlicher Eisenbahn Unfall, schreibt die Frankfurter Zeitung", ereignete sich am Donnerstag Morgen auf der Furneß- Eisenbahn in England. Als nämlich die LokoArbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abende von 8%- 10% Uhr: Süd motive eines Güterzuges von Lindal nach Ulverston fuhr, sant Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Süd- plötzlich Dit schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); Dit Der Lokomotivführer hörte das Geräusch im Boden und berechnet werden. Schule, Marfusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nord= Schule, Müllerstraße 179a unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie. hatte die Geistesgegenwart, Gegendampf zu der Maschine zu springen. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, rechtzeitig von Dem Genossen Wilhelm Gräf zu feinem heutigen Wiegenfeste ein bonnerndes Hoch, daß seine neue Wohnung wackelt! Die rothe 8 von Berlin I. Unserm Kollegen O. Garreis zu seinem heutigen Wiegenfeste ein don22636 nerndes Hoch! Die Kollegen H. W., M. N. Achtung! SE Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich die Nestanration Simmerstraße 2 übernommen habe. Mittagstisch in Ausw. inkl. Bier 50 Pf. Karl Kakuer. Größtes Lager Berlins 2265b Kinderwagen. Andreasstr.23.H.p. Todesanzeige. Allen Genossen, Freunden und Bes kannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Bräutigam, der Buchbinder Max Eichhorn, am Dienstag, den 27. d. Mts., an der Lungen- und Kehlkopfschwindsucht sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Freitag, 30. d. Mts., Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Brunnenstr. 93, Seitenfl. 4 Tr., nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Um stille Theilnahme bittet Seine Braut Anna Panten 3039L nebst Eltern. 1832 L Arbeitsmarkt. Sophabezüge! Bergoldergeh. a.Lst. v. Rüdersdorferstr.9. Versilberer a. gl. 2st. v. Markusstr. 40. Lehrling verlangt sofort Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, fpatibillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! 3038L Sep. frdl. Schlafst. Oranienstr. 187, Seitenfl. 3 Tr. Í. 2231bl G. Superczynski, Zahnkünstler, Invalidenstr. 105, 11. der hohe Eisenbahndamm 30 Fuß tief 730 M Goldene Hedaille Halle 1891. F. S. 51. Verlangen Sie zunächst spezifizirte Rechnung. ein. Für jede Operation können 15 M. und 5 M. für den Assistenten N. F., Biberach a. Nh. 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