Nr. 13. Abonnements- Bedingungen: • abonnements Breis pränumerando Bierteljährl 3,30., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Bellage„ Die Reue Belt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 tar! pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich Ungam 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Edelat täglich außer Montags. Vorort- Ausgabe Norwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 25 ẞfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm.breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1982. Mittwoch, den 17. Januar 1906. Erantt: auf den unerhörten Zustand, daß nicht die Masse des Kriegsromantik und Volksentrechtung. Bolkes selbst über Krieg und Frieden zu entscheiden hat, sondern " daß die Geschicke der Völker von der winzigen Schicht der herrschenden Klasse bestimmt werden, ja daß es in dem Belieben einiger weniger Personen liegt, einen Weltenbrand der ungeheuerlichsten Art zu entzünden. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Amt IV. Nr. 1984. feindliche Geschoß eines ihrer Glieder beraubt hat, die doch die einzigen Hülfsmittel ihrer Arbeit und ihres Erwerbes find, den Schmerz der Waisen, die mit dem Tode des Vaters den einzigen Halt in ihrer Schwäche verloren haben, den Verlust so vieler nüzlicher Menschen im Staate, die der Tod vor der Zeit hin tegrafft?" Nachlese vom roten Sonntag. Und Nach einer in der Zeitung, Bor wärts" erfolgten Veröffentlichung wird die sozialdemokratische Partei am Sonntag, den 14. Januar, Flugblätter in großem Umfange öffentlich verteilen und an dem barauf folgenden Sonntage, den 21. Januar, öffentliche Kundgebungen für( 1) das bestehende Sandtagswahlrecht veranstalten. Die Kriegsgerüchte wollen nicht verstummen. Die Bossische Zeitung" stellt heute mit der ernsthaftesten Miene von der Welt Betrachtungen an, ob sich ein Krieg vermeiden lassen werde, wenn es zwischen den an der Marokko- Daß die besiglosen Klassen, also die große Masse der BeDiese Säße aber schrieb Friedrich II. nur wenige Monate affäre interessierten Mächten auf der Konferenz von Algeciras völkerung, ja daß auch die breite Masse des Mittelstandes vor dem Ausbruch des ersten schlesischen Krieges nieder, den zu feiner Einigung fäme. Das freisinnige Blatt hält es also friedliebend ist, daß fie feinen Krieg wollen, steht außer allem er felbst aus dynastischen Interessen und aus brennendem wirklich für möglich, daß es wegen eines jo lächerlichen Zweifel; das Gegenteil dürften selbst unsere Striegsheber nicht Ehrgeiz begann! Dies eine Beispiel beweist schon, wie Anlasses faktisch zu einem Bölferkriege kommen fönne, der bei zu bestreiten wagen. Was speziell den Marokkohandel an- wenig auf die diplomatischen Friedensbeteuerungen, ja selbst der heutigen Kriegsstärke der Mächte und der vorgeschrittenen langt, so ist er für mindestens neunzehn Zwanzigstel der Be- auf die Aeußerungen im Augenblick ganz ehrlich gemeinter Technik der militärischen Mordmittel zweifellos noch ungleich völkerung diesseits und jenseits der schwarz- weißen Grenz- Stimmungen gekrönter Häupter zu bauen ist. Will das Volk in blutiger ausfallen müßte als der Krieg von 1870/71! Gleich Pfähle vollständig Hetuba. Die Handelsinteressen seiner friedlichen Stulturarbeit, in dem freiheitlichen Ausbau der der„ Vossischen Zeitung" behandelt auch eine Reihe anderer Deutschlands in Marokko sind so minimale, daß sie für die Gesellschaft gegen blutige Statastrophen geschützt sein, die durch Blätter, die Anspruch darauf erheben, politisch ernst genommen deutsche Handelsentwickelung so gut wie gar nicht in Betracht die rücksichtslose Habgier winziger Stapitalistenkreise oder durch zu werden, die Maroffofrage als einen Konflikt, bei dem es kommen. Die deutsche Ausfuhr nach Maroffo beträgt wenig die unberechenbaren Stimmungen einzelner Personen herauffeineswegs ausgeschlossen sei, daß das letzte Wort durch die über 5 Millionen Mart, also taum den tausendsten Teil der beschworen werden können, so muß es sich mit eiserner Energie Kanonenschlünde gesprochen werde. Und nicht nur die Presse deutschen Ausfuhr überhaupt! Selbst wenn sich aber die Handels- als eines der elementarsten Volksrechte auch das Recht der gibt sich den Anschein, als ob sie an eine Kriegsmöglichkeit beziehungen in Zukunft noch ganz bedeutend entwickeln würden, so Entscheidung über Krieg und Frieden erfämpfen! glaube, sondern auch in den„ besten Gesellschaftskreisen" sollen stellten sie nicht im entferntesten den Preis auch nur für einen nach glaubwürdigen Versicherungen Stimmungen vor- Rolonialfrieg von dem Umfang des füdwest afrikanischen herrschen, die, je nach dem Standpunkt, entweder als Kriegs- dar, geschweige denn für die ungeheueren Opfer an Gut und romantik oder als Striegspanik zu betrachten sind. So wird Blut, die ein Strieg zwischen Deutschland und Frankreich verder Köln. Boltsztg." aus Berlin geschrieben, daß die schlingen würde! Genau so liegen die Dinge in Frankreich. Berliner, die gemeiniglich eine unverwüstliche Friedens. Als der Abschluß des englisch französischen Marokkovertrages In unserer gutmütigen Harmlosigkeit haben wir die zuversicht beseele, gegenwärtig zu den größten Pessimisten ge- bekannt wurde, aus dem schon deutlich genug hervorging, daß preußische Polizei und ihre Schwester, die Staatsanwaltschaft, worden seien. Die Bant- und Handelstreise, in Frankreich beabsichtigte, sich nach 30 Jahren eventuell handels- wieder einmal zu günstig beurteilt. Wir glaubten, mit denen sonst jeder Mensch, der nur von der Möglichkeit eines politische Monopole in Maroffo zu sichern, erregte sich in unseren gestrigen Ausführungen über die Scherereien, deren Strieges spreche, an dem Deutschland beteiligt sein tönne, für Deutschland kein Mensch darüber. Es mußte erst das deutsche sich unsere Genossen bei der Flugblattverbreitung zu erfreuen geistig nicht normal erklärt würde, teilten diese pessimistische Vorgehen im Anfang des vorigen Jahres, es mußte erst die hatten, die Materie für diesmal erschöpft zu haben. Stimmung. Diese sonst so unwandelbaren Optimisten seien Marokkoreise hinzutreten, um diesen ganz beiläufigen nun schauen wir in unsere Parteipresse und in unseren zurzeit vielfach allen vernünftigen Vorstellungen gänzlich un- Interessenkonflikt zu jener wichtigen Frage aufzubauschen, Briefkasten. Was finden wir? Berge von Nachrichten die man den Marokkohandel in zugänglich. Viel scheine Herr b. Rheinbaben zu dieser als den scharf über Konfistationen, Haussuchungen und ähnliche beWir haben leider nicht Stimmung mit seinen Bemerkungen in der Etatsrede bei- macherischen Blättern gegenwärtig behandelt. Und jetzt hördliche Scherze mehr. getragen zu haben, in denen von den„ Schatten" am Horizont muten diese Blätter dem deutschen Volke, das dem ganzen genügend Raum, hier die ganze Fülle der uns zu die Rede gewesen sei. Manche Leute beteuerten zähneklappernd, Marofforummel kühl bis ans Herz hinan gegenüber gegangenen Mitteilungen zu veröffentlichen, sondern sind geso spreche man nur am Vorabend eines Krieges. In einem steht, mit einemmal zu, daß er unter Umständen zur Kriegs- zwungen, nur das wichtigste herauszugreifen. Wiener Blatt werde versichert, daß in den Berliner Garde- frage gemacht werden soll, daß für die elenden paar Millionen Am Niederrhein muß die Angst vor der drohenden offiziertreisen die Ansicht verbreitet sei, daß ein Strieg einer deutschen Ausfuhr nach Marokko Hunderttausende deutscher Revolution" noch viel größer sein, als aus unseren gestrigen mit Frankreich innerhalb 5 bis 6 Monaten mit ziemlicher Soldaten ihr Leben und ihre gesunden Knochen aufs Spiel Betrachtungen hervorzugehen schien. Hat doch die EisenbahnSicherheit zu erwarten sei. Angeblich würden entsprechende feten sollen! Die ganze Sache ist so aberwikig, daß man sie verwaltung des niederrheinischen Industriebezirks sich geBorbereitungen getroffen. Die„ Köln. Bolfsztg." meint zwar, nicht für möglich halten sollte, wenn nicht das hysterische drungen gefühlt, folgende Warnung" in den Güterschuppen daß unsere Gardeoffiziere ja schließlich auch nicht mehr wissen Geschrei unserer scharfmacherischen Blätter den Beweis dafür und an sonstigen ihr geeignet erscheinenden Stellen der eintönnten als jeder andere Mensch, daß die Meldung aber lieferte, daß es sich hier um Wirklichkeit und nicht um den zelnen Stationen anschlagen zu lassen: immerhin als Stimmungssymptom bezeichnend sei". Auch Fiebertraum einer überreizten Phantasie handelt! sei nicht zu leugnen, daß die Kriegsstimmung durch Die Maroffoaffäre zeigt also dem Volte wieder einmal, angesehene Preßorgane befestigt werde, er- wie unerträglich die gegenwärtigen Zustände sind, die einer flärten doch die Grenzboten", daß es jetzt das gefähr- Handvoll von Striegsromantikern und Prozentpatrioten erlichste sei, durch fortgesette Friedensbeteuerungen in Frank- möglicht, einen wüsten Striegslärm zu entfesseln. Denn im reich und sonst im Auslande den Eindruck hervorzurufen, daß Grunde sind an der ganzen Affäre nur einige wenige Handelsdas Reich den legten Trumpf seiner Politit firmen interessiert und ein paar Kriegslieferanten, die bei niemals ausspielen, daß es dem Kriege grund- dem Ausbruch eines internationalen Mordens ihr Schäfchen fäglich ausweichen werde! Trodene zu bringen hoffen. Daneben täme Wir haben alle diese Ausstreuumgen bisher mit der höchstens noch die Kriegsschwärmerei einer Anzahl von größten Kaltblütigkeit aufgenommen und sind auch zur Stunde Militärs in Betracht, denen der Frieden schon viel zu noch der Ansicht, daß es ausgeschlossen ist, daß die verantwort lange dauert und die gern einmal an einem Ernstfalle Lichen Stellen der Regierung sich wirklich mit irgend welchen erproben möchten, ob die deutschen Waffen an ihrer SchneidigKriegsgedanken trügen, ja Kriegseventualitäten überhaupt feit noch nichts eingebüßt haben. Man weiß ja aus den Ausin den Bereich ihrer Berechnungen zögen. Daß es aber eine laffungen des Feldmarschalls Moltke und des Generals ungeheuerliche Frivolität ist, daß in den nicht verantwortlichen Boguslawski, daß es hohe Offiziere gibt, die den Frieden aber zweifellos einflußreichen Kreisen ein fünstliches Kriegs- nur für ein notwendiges Uebel halten und gerade im fieber geradezu erzeugt wird, möchten wir auch heute wieder Serieg ein Mittel erblicken, die moralisch erschlaffte Menschmit allem Nachdruck betonen. Wenn gewisse ausländische heit wiederum zu regenerieren! Diese Handvoll Leute; Mächte tatsächlich eine solche Abneigung gegen Deutschland denen sich höchstens noch eine Anzahl lediglich avancementsempfinden sollten, wie das ja gerade von der Regierungs- lüfterner Offiziere zugefellen läßt, würde einen Krieg freudig presse bei der Beratung der Marinevorlage behauptet worden begrüßen, ganz einerlei, welches immer seine Ursache ge- einer bisher in dieser Stärke noch nicht dagewesenen Beist, wenn diese Mächte mur den Augenblick herbeisehnten, um wesen sein möchte. Und das Ungeheuerliche ist es, daß die teiligung binnen einer Stunde ohne nennenswerte Zwischenjich des verhaßten handels- und marinepolitischen Rivalen große Masse der Nalion, das friedliebende, jedes Blut- fälle erledigt. Dagegen sind in Köln- Land Verhaftungen, Deutschland entledigen zu können, so bedeutet es eine geradezu bergießen hassende Bolt durch solche Elemente unter Um- Beschlagnahmen in Hülle und Fülle beliebt worden. In aberwigige Provokation, bei einer so fritischen internationalen ftänden tatsächlich in den Krieg hineingetrieben zu werden Mühlheim am Rhein wurde die ganze Auflage beLage Kriegsdrohungen auszustoßen und bramarbafierend mit bermag! schlagnahmt, aber noch im Laufe des Sonntags wieder dem Säbel zu rasseln! Wenn diese Kreise den Anschein zu er Es gibt nur ein Vorbeugungsmittel gegen die finnlose herausgegeben, so daß die Flugblätter nachträglich ber weden suchen, als ob Deutschland den geringfügigsten Konflikt Anzettelung berartiger Striegsabenteuer: die Entscheidung über fellt werden konnten. In Stoblenz, Stirn usw. fanden statt. Aus geradezu als Vorwand benüßen würde, um sich in ein furcht- Krieg und Frieden durch das Volk selbst! Nur wenn das Konfiskationen den Bemerkungen bares Kriegsabenteuer zu stürzen, so verlieren alle Friedens- Volt selbst seine auswärtige Politit macht, nur wenn die Ent- Exekutivbeamten, die etwas von höherem Auftrage" beteuerungen, die in den letzten Wochen von den Regierungs- scheidung über Krieg und Frieden bei ihm liegt, ist eine murmelten, glauben die Genossen allenthalben schließen bertretern abgegeben worden sind, jede Glaubwürdigkeit. Garantie dafür geboten, daß nicht eines schönen Tages das zu dürfen, daß von Berlin her geradezu eine Parole ausDenn wenn schon ein wirtschaftlicher Streit von so unter Volt durch eine Striegserklärung überrascht wird. Das naive gegeben sei! geordneter Bedeutung wie die Handelsinteressen Deutschlands Vertrauen in die Friedensliebe einzelner leitender Personen In Danzig haben die Dinge sich weniger ,, tragisch" in Maroffo als ausreichender Anlaß zu einer kriegerischen ist der denkbar schlechteste Schuß gegen internationale Striegs abgespielt, als unsere ersten Nachrichten es darstellten. Auseinandersetzung bezeichnet werden, so müßte mit Natur- händel. Kein Geringerer als Friedrich II., der sogenannte Bon ben für die Verbreitung in der Stadt notwendigkeit in den weltpolitisch mit Deutschland rivali. Große, war es, ber in seinem Antimacchiavell über den Danzig bestimmten 40 000 Blättern taperte die Polizei fierenden Mächten die Ueberzeugung befestigt werden, daß Krieg folgenden beherzigenswerten Ausspruch tat: nur 5-6, und auch von den für das Land beDeutschland fünftig jedes Mittel recht sein werde, sich welt-" Ich bin überzeugt, würden die Monarchen ein wahres stimmten Exemplaren ist nur ein Restchen von einigen politische Vorteile zu erringen. und treues Bild des Elends sehen, das eine einzige Kriegs- Tausend in die Polizeihände gefallen. Auch in Graudenz erklärung über ein Bolt bringt, sie tönnten nicht mehr erlebte die Hochwohllöbliche einen Reinfall, denn sie erbeutete gefühllos fein. Ihre Einbildungskraft ist eben nur den schäbigen Rest von 500 Flugblättern. Uebrigens nicht lebendig genug, um ihnen die Leiden ganz natürlich müssen wir der Danziger Staatsanwaltschaft das Kompliment vorzustellen, die sie selbst nicht erfahren haben, und vor machen, daß sie recht schnell arbeiten tann- wenn sie will. Die benen ihre Lebensstellung fie fügt. Wie tönnten Vorwärts- Buchdruckerei ist bereits im Besitz des Beschlusses der fie diese Steuern fühlen, die ihre Bölter nieder. Danziger Staatsanwaltschaft, die die Beschlagnahme des Flug drücken, den Raub an der Jugend des Landes, blattes anordnete und uns darüber belehrt, daß eine Beleidigung den die Rekrutierungen mit sich bringen, die verheerenden der Staatsregierung und der Volksvertretung, eine Beleidigung Seuchen, die die Armeen verwüsten, den Schreden des Herrenhauses, ja sogar eine strafbare Verächtlichmachung der Schlachten und bie noch mörderischeren dieses hochehrwürdigen Hauses(§ 181 des Strafgesetzbuches) ins. Belagerungen, die Verzweiflung der Verwundeten, die das besondere in Ausführungen auf der zweiten Seite des FlugBir halten, wie gesagt, diese Drohungen der Presse sowie die angebliche Striegsromantit gewisser militärischer Streise für nichts als törichte Renom mistereien, Für eine Renommiſterei freilich, die auf die Dauer nicht ohne den berhängnisvollsten Einfluß auf das Verhältnis der Nationen zu einander bleiben tönnte. Daß dem aber so ist, daß die frivolen Kriegsfanfaren gewissenloser Hezer schließlich in der Tat die Gefahr eines Strieges heraufbeschwören können, stößt die friedensliebenden Elemente der Nation, namentlich also die große Masse des arbeitenden Voltes förmlich mit der Nase auf das Hauptübel, an dem die internationale Politit ins Wir erinnern aus diesem Anlaß die Beamten und Arbeiter der Staatseisenbahnverwaltung des Eisenbahndirektionsbezirks Essen daran, daß es mit dem zwischen ihnen und der Stationsverwaltung bestehenden Treuverhältnis mit ihren besonderen Pflichten und ihrer besonderen Stellung als Bedienstete einer Staatsverwaltung nicht vereinbar fein würde, wenn fie fich an der Verteilung jener Flugblätter oder an den öffentlichen Rundgebungen in irgend einer Weise beteiligen. Für die Beurteilung einer solchen Beteiligung würde es fein Unterschied sein, ob es im Bahnbezirke oder durch Verteilen von Flugblättern außerhalb des Bahnhofs geschähe. Es wird immer als eine fozialdemokratische Agitation angesehen werden, welche mit Entlassung oder mit hoher Strafe bestraft wird. Diese Teilnahme ist allen als verboten bekannt. Effen, den 13. Januar 1906. Kgl. Eisenbahn- Direktionsbezirk Effen." In Köln- Stadt und in Kalt war die Verbreitung bei der Blattes zu erblicken fei, bie an Bismards Bewertung der Mißwirtschaft in Südwestafrifa und die Wertlosigkeit dieser daß es höchst wünschenswert wäre, wenn dieser Grad politi beiden Stammern anflingen! Da im Flugblatt darauf hin- Kolonialperle ist schon oft genug das Nötige gesagt worden. scher Einsicht auch innerhalb der übrigen Dynastien des gewiesen ist, daß sich im Osten das Rechtsempfinden des Auch in Ostafrika hat die deutsche Mißwirtschaft, vor allem Reiches vorhanden wäre. Nach den Meldungen bürgerlicher Voltes regt, so soll auch eine Anreizung zu Gewalttätigkeiten der Bureaukratismus in der Verwaltung und die Versklavung Blätter fagte er: (§ 130 des Strafgesetzbuches) vorliegen. der Eingeborenen in der Zwangsarbeit, den Aufstand hervorgerufen. Selbst von bürgerlichen Rednern, wie dem ZentrumsNähern wir uns wieder den märkischen Gefilden, so abgeordneten Erzberger, mußte anerkannt werden, daß unsere hören wir selbstverständlich aus Strasburg in der Uckermark, Partei, insbesondere unser Fraktionsredner zu diesem Gegendessen Geschicke seit vielen Jahren vom berühmten Bürger- stand, Genosse Dr. Südekum, in ihrer Kritik der Fehlgriffe meister und Sozialistenfresser Herrn Merck gelenkt werden, der deutschen Verwaltung Ostafrifas dieses Ereignis längst von einer Art fleinem Belagerungszustand nebst Gendarmen- vorausgesagt hat. Die Regierung sucht nun diese Gelegenheit und Nachtwächteraufgebot, Flugblätterbeschlagnahme u. s. w. dazu auszunuzen, in der Form eines Nachtragsetats die BeTrotzdem wurde das Städtchen Haus bei Haus von unseren willigung von Mitteln für eine gänzlich neue VerwaltungsGenossen mit der Konterbande belegt. organisation Ostafrikas durchzusetzen. Gegen dieses etatsIn Templin mußte natürlich der preußische Staat auch rechtlich höchst bedenkliche Vorgehen wandten sich alle Redner gerettet werden. Das dortige Amtsgericht verkennt in seinem aus dem Hause, der freisinnige Gothein, der nationalBeschlagnahmebeschluß keineswegs, daß nicht zu Gewalttätig- liberale Ba a sche, der Zentrumsmann Erzberger und feit aufgefordert ist. Da aber zu einer Erhebung gegen das selbst der konservative Frhr. v. Richthofen. Ginen Dreiflassenwahlrecht und zur lauten und nachdrücklichen" Zwischenfall rief der kolonialwütige Dr. Paasche hervor, der Kundgabe des festen Willens gegen das Dreiklassenwahlrecht sich seit seiner Ostafrifabisite als einzigen Kenner der wirkSturm zu laufen abgezielt wird, so wirke bei der Nähe Ruß- lichen Verhältnisse in den Kolonien aufspielt. Er wurde lands, Desterreichs und Sachsens der Inhalt des Flugblatts darauf festgenagelt, daß er sich über die Wirkung des Arbeitswie eine Aufreizung zu Gewalttätigkeiten verschiedener Selaffen zwanges auf die Eingeborenen heute im Reichstage viel der Bevölkerung. Welcher Klassen? Je nun: derer, die das weniger scharf ausgesprochen habe, als früher in privaten VerWahlrecht nicht haben, gegen die, die es haben. sammlungen. Dieser unbequemen Feststellung suchte er durch einen ganz unmotivierten zusammenhanglosen Angriff auf die Beamten der übrigen Kolonialmächte auszuweichen, denen er vorwarf, daß sie allesamt Staatsgelder in ihre Tasche wirtschafteten. Genosse Dr. Südekum und eine Reihe anderer Redner straften ihn wegen dieses Unsinns gebührend ab. - In Drewit( bei Potsdam!) wurden etwa 40 Flugblätter tonfisziert der Rest war schon vorher fein säuberlich verteilt! Die liebliche Solonie Grunewald mußte es erleben, daß die roten Frevler ihren Frieden störten. Dem wachsamen Gendarmen fielen etwa 15 Blättlein zur Beute. Ein nicht uniformierter Kollege von ihm schnüffelte dem nach Alle vier Vorlagen gingen schließlich zur Vorberatung Schmargendorf pilgernden Vorwärts" Spediteur die an die Budgetkommission. Morgen ist Schwerinstag. Der Zeitungstasche nach! Ein Flugblatt fand er nicht. alte Antrag des Zentrums und der Nationalliberalen auf GeIn Tasdorf( Niederbarnim) wurden vier Genossen währung von Anwesenheitsgeldern und freier Fahrt in ganz arretiert und um die ,, aufrührerischen" Flugblätter erleichtert. Deutschland an die Reichstagsabgeordneten steht zur VerIn Rüdersdorf( Dorf) erwischte der Herr Gendarm handlung. einen der Verteiler, die übrigen erfüllten ihre Parteipflicht, ohne gefaßt zu werden! ausgegeben sei? für neue „ Man dürfe sich glücklich schätzen, daß für den deutschen Reichstag ein Wahlsystem bestehe, mit dem der größte Teil der Bevölkerung zufrieden sei. Man solle nur das Ausland ansehen und insbesondere diejenigen Staaten, in denen verkünftelte Wahlsysteme bestünden, die dem Gerechtigkeitsgefühl der großen Masse der Bevölkerung widersprächen. Ob diese Wahlsysteme noch lange fortbestehen dürften, möchte er bezweifeln. Es sei leicht möglich, daß sie durch radikale Systeme ersett würden. Die Wahlen gäben seiner Meinung nach in der Regel dann ein getreues Bild von der Gesinnung der gesamten Bevölkerung, wenn sie ein gleiches allgemeines direktes und geheimes Wahlrecht befize. In Bayern bestehe eigentlich schon jetzt das gleiche, allgemeine und geheime Wahlrecht. Das direkte Wahlrecht und die gefeßliche Wahlkreiseinteilung solle das neue Wahlgesetz bringen. Das Land habe bei den letzten Wahlen seine Ansicht darüber geäußert. Der Wahlgefeßentwurf sei fast genau der von der t. Staatsregierung dem letzten Landtage vorgelegte. Er bedürfe, um ins Leben zu treten, nur noch der Zustimmung der Kammer der Reichsräte. Diese zu geben, liege im Interesse des Landes, das sonst nicht zur Ruhe komme, und auch im Interesse der Kammer der Reichsräte, die dadurch an Ansehen nur gewinnen fönne." Diese Aeußerungen scheinen in der Tat nicht nur von dem bekannten Kronprinzenliberalismus diftiert zu sein, sondern einer vernünftigen Würdigung der ja allerdings schwer zu verkennenden Zeichen der Zeit zu entspringen. Es läge im eigensten Interesse der Standeskollegen des Prinzen Ludwig, diese Mahnung zu beherzigen! " Deutsches Reich. Verfehlte Spekulationen. ,, Die Sozialdemokratie wird es an dem Bestreben, einen ruhigen Verlauf ihrer Wahlrechtsversammlungen herbeizuführen, gewiß nicht fehlen lassen. Sie würde unklug, ja berbrecherisch gegen ihre Anhänger handeln, wollte sie die Zeichen der Zeit falsch deuten. Gegen das allgemeine Wahlrecht Ausnahmegesetze! Die Frankfurter 8tg.", die über die furchtbaren Dem Genossen Preczang ist mittlerweile der Beschluß Noch kecker und unverhüllter als in den Tagen vorher Vorbereitungen spottet, die nach den halboffiziösen Andes Amtsgerichts Kalfberge Rüdersdorf zugegangen. Es ver hat am Dienstag, dem letzten Tage der Etatsdebatte, die fündigungen für den 21. Januar nicht nur in Berlin, sondern, lautet mit einem Male nichts von„ Verächtlichmachung von Reaktion im Abgeordnetenhause ihr Haupt erhoben. Ihre wie es scheint, in ganz Preußen getroffen werden, äußert Staatseinrichtungen", sondern es soll plöglich(§ 94 Straf Vorkämpfer, die Herren v. Arnim( f.) und der unvermeid- die Vermutung, daß die Scharfmacherkreise geradezu darauf prozeßordnung,$ 40 Strafgesuchbuch) vorliegen:" Beleidigung liche Frhr. v. 3 e slit( ft.), scheinen es geradezu darauf ab- ausgingen, Massenmezeleien nach russischem Muster zu proder vereinigten Häuser des Landtages, der gesetzgebenden Ver- gesehen zu haben, die Arbeiter durch ihre Scharfmacherreden vozieren. Sie schreibt: Ver- liche edli fammlung des preußischen Staates". Woher diese Wendung? Sollten diejenigen Recht haben, zu reizen und zu Gewalttaten hinzureißen, die natürlich nur der Reaktion zugute kämen. Insbesondere erinnert die davon sprechen, daß von oben" eine bestimmte Parole das Auftreten des edlen Zedliz lebhaft an das gewisser agents provocateurs. Es unterliegt feinem Zweifel: Der freitonservative Scharfmacher hat keinen Genug für heute des mehr als grausamen- Spiels. fehnlicheren Wunsch, als daß es am Sonntag zu blutigen Die Scharfmacher riechen bereits Blut und Leichen. Die Zusammenstößen kommen und womöglich am Tage darauf Stonservative Sorrespondenz" erfährt von geschäßter" Seite, bas Standrecht in Berlin proflamiert werden möge. Nun, „ daß in sozialdemokratischen Kreisen des Berliner Nordens die sozialdemokratischen Arbeiter werden ihm den Gefallen und Südens schon am vergangenen Mittwoch die Parole aus nicht tun, sie werden der Reaktion keine Handlangerdienste gegeben worden ist, zu den Massenversammlungen am nächsten leisten, sondern in gefeßlicher Form Protest erheben nicht nur Sonntag Revolver und Schlagringe mitzubringen, um für alle gegen das elende Dreiklassen- Wahlsystem, sondern auch gegen Eventualitäten gerüstet zu sein". das Auftreten der Junkerclique im Landtage. Nachdrücklichst und mit aller Deutlichkeit werden sie ihre Forderungen propagieren; sie werden kämpfen, aber nicht der Waffen brutaler Gewalt, sondern der Waffen des Geistes werden sie sich in diesem Stampfe bedienen. Wie hoch die Stonservative Korrespondenz" jene „ Seite" schäßt, sagt sie nicht. Wir schätzen sie auf acht Groschen! Man faßt sich an den Kopf und fragt: In welchem Monat leben wir eigentlich? Im Narrenmonat April? Ein Blick auf den Kalender belehrt uns, daß wir tatsächlich noch immer Januar schreiben. Unglaublich aber wahr! Politifche Ueberficht. Reichstag. " Denn wer die Presse aufmerksam verfolgt, stößt unfehlbar auf die Wirksamkeit politischer Agents provocateurs. Man bemüht sich, zum Teil gar nicht ungeschickt, eine Art Raserei der sozialdemokratischen Massen herbeizuführen und es gibt in Preußen nicht zu unterschäßende Kreise, die einen Zusammenstoß demonstrierender Arbeiter mit der Polizei oder gar ein aftives Eingreifen der bewaffneten Macht mit hellem Jubel begrüßen würden, denn sie wissen, daß das Knattern der Infanteriegewehre das Signal zu einer Reaktion im großen Stil sein würde und daß nichts ihren finsteren Plänen günstiger sein könnte als ein topfloses Vorgehen der Sozialdemokratie." Eigenartige Sozialistenbekämpfung. Herr Er tut so, als Wie recht die Franks. 8tg." mit ihrer Vermutung hat, Die Politik der Furcht kenne ich nicht! rief mit Emphase beweisen ja die Proben aus den Aufreizungsversuchen der der Abg. Frhr. v. Bedliß aus. Und dabei war seine ganze Scharfmacherpresse, die wir in unserer Sonntags- Nummer Rede nichts weiter als ein Eingeständnis der Furcht vor der wiedergaben. Sozialdemokratie, deren gesetzliches Vorgehen den Sieg über Die Frants. 8tg." braucht sich trotzdem keine Sorge zu die Gewaltpolitik ihrer Gegner erringen könnte. Was war es machen: das Proletariat wird den Herzenswunsch der„ staatsdenn anders als das Gefühl der Furcht, das ihn veranlaßte. erhaltenden" Agents provocateurs nicht erfüllen. So sehr mit so ungewöhnlicher Schärfe gegen die Vorfrucht der auch ihre Provokationen geeignet sind, maßlose Erbitterung zu Sozialdemokratie", die freisinnige Partei zu wettern, die es erzeugen: die Versammlungsbesucher werden sich nicht zur Berlin, den 16. Januar. doch wahrlich an Bescheidenheit im Laufe der Etatsberatung Raserei" treiben lassen. Zu einem Verzweiflungsausbruch nicht hat fehlen lassen! Der ganz bescheiden, noch dazu unter liegt für die Sozialdemokratie auch zu allerletzt irgend ein Der Reichstag hatte heute eine ganze Reihe kleinerer Ausfällen gegen die Sozialdemokratie vorgebrachte Wunsch des Grund vor der Vormarsch des Proletariats ist unaufRegierungsvorlagen zu erledigen. Er beschäftigte sich zunächst Abgeordneten Brömel auf Einführung des allgemeinen, gleichen, haltsam, das bezeugt ja gerade das Toben der Scharfmacher. direkten und geheimen Landtagswahlrechtes, versezte den Je faltblütiger die Arbeiterklasse bleibt, desto ohnmächtiger mit einem Gefeßentwurf auf Erhöhung der Quartiergelder Ritter ohne Furcht( aber mit desto mehr Tadel) in eine fast muß das Scharfmachertum seinen Grimm in sich hineinEbenso wie die inhaltgleiche Vorlage für Preußen, die gleich- fimulose Wut. Nicht einmal eine Kritit des Dreiklassenwahl- fressen! gleich- rechts falls eine Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse um durch rechts soll mehr erlaubt sein. Das Wahlrecht hat den Konschnittlich 50 Proz. vorfieht und heute im preußischen Landtag fervativen die Mehrheit gesichert also ist es gut und Die Behörden im Ruhrrevier befinden sich schon verhandelt wurde, ist diese kleine Aufbesserung in der Lage der muß sobald wie möglich auch für die Wahlen jekt in größter Erregung über die bevorstehenden Wahlrechts. Reichsbeamten nur als eine geringfügige Abschlagszahlung zum Reichstage eingeführt werden! Hatten die Konservativen früher das Dreiklassenwahlrecht demonstrationen, wenigstens erweckt die Tätigkeit ihrer anzusehen, die auch nur einem Teile der Beamtenschaft zugute kommt. Die bürgerlichen Parteien, denen viel daran liegt, sich wenigstens durch Gründe, mögen es auch nur Scheingründe Organe den Anschein dafür. Besonders fallen auf der königliche die Stimmen der zum Teil noch rückständigen Proletarier im gewesen sein, zu rechtfertigen gesucht, so stehen sie heute auf Bezirkskommissar Görde in Dortmund und der Staatsdienste zu erhalten, bewiesen großen Eifer, eine aus dem Standpunkte, daß sie es gar nicht mehr nötig haben, Bürgermeister Ewers der Stadt Hörbe. giebigere Erhöhung der bisherigen Säße für alle Subaltern- Gründe für ihre Gegnerschaft gegen das allgemeine, gleiche, Görde wendete sich direkt an unsere Genossen, um näheres über beamten zu fordern. Nur die Konservativen waren un- direkte und geheime Wahlrecht anzuführen. Bei einem solchen die Absichten der Sozialdemokratie zu erfahren. anständig genug, sich wieder zu ihrer alten Auffassung zu be- Berhalten der Konservativen ist natürlich jede ernsthafte Dis- glaube er im Ernst an eine Revolution, meinte aber, wenn die kennen, daß die Sklaven des Staates, in dem sie herrschen, fussion ausgeschlossen. Die Konservativen mißbrauchen ihre Macht Arbeiter auf die Straße gingen, würden sie den kürzeren ziehen. richt einmal fatt zu essen und anständig zu wohnen brauchten. in geradezu schamloser Weise. Zu ihrer Enschuldigung könnten Auf ein gutes Gewissen gewisser Herren läßt nicht gerade seine Praktisch werden natürlich auch die anderen Parteien nichts für wir höchstens das eine gelten lassen, daß sie einen Ver- Frage schließen, ob die Dortmunder Arbeiter denn diese schlecht besoldeten Beamten durchsetzen, da ihr Eifer nicht zweiflungskampf um die Herrschaft ihrer Klasse führen; denn vors Rathaus ziehen wollten. Ueber all diese Dinge dem Dortmunder Arbeiterfetre. so weit geht, die Minister, deren Gehalt erst jüngst ausgiebig sie wissen sehr wohl, daß das Ende des Dreiklassenwahlrechts wollte er auf dem Dortmunder tariat( 1) Auskunft haben. Auch hätte er dort nur zu gern erhöht wurde, zu einer fleinen Stonzession auch an die unteren in Preußen auch das Ende der Junterherrschaft bedeutet. Die Verewigung des Dreiklassenwahlunrechts, die Be- ein Eremplar des am nächsten Sonntag zur Verbreitung ge= Beamten zu zwingen. Immerhin war die Debatte ganz wertvoll durch einige Zugeständnisse, die den Vertretern der bürger- feitigung des Reichstagswahlrechts und Hand in Hand damit langenden Flugblattes gehabt. Er meinte, für Dortmund würde neues Ausnahmegeset: das ist es, was die Kon- doch ein Flugblatt besonders hergestellt und man möge ihm lichen Parteien fast wider Willen entschlüpften. Der Zentrums-, Der Abgeordnete v. Arnim hat doch ein Eremplar überlassen. Der Wissensdrang des Herrn war abgeordnete Its chert erklärte die Wohnungsverhältnisse in fervativen verlangen. offen gefordert, die Regierung solle zunächst die zu groß, er fonnte nichts erfahren und mußte unverrichteter Sache ganz Deutschland für höchst unbefriedigend und trotzdem wird uns ein Reichswohnungsgesetz stets verweigert der frei- bestehenden Strafgesetze mit allem Nachdruck und aller Schärfe wieder abziehen. Bemerkt sei noch, daß der freundliche Herr schon finnige Volksparteiler Eid hoff wies nach, wie ungeheuerlich anwenden, aber wenn sie aus den Erscheinungen der Zeit die Strafprozesse in Aussicht stellte, die aus der Wahlrechtsdie Mieten gestiegen seien, und selbst der nationalliberale Ueberzeugung gewinne, daß zur Zurüddrängung der Sozial- bewegung entstehen würden. Man sollte nun meinen, das erfolg Ortel räumte ein, daß die Bezahlung der unteren Beamten demokratie ein neues Ausnahmegesetz notwendig sei, dann lose Bemühen zum Arbeiterfekretariat hätte den Forschungseifer in Preußen und Deutschland so miserabel sei, daß sie in Ver- solle sie das Erforderliche" veranlassen. Nach dieses Junkers des Herrn föniglichen Bezirkskommissars ein wenig abgekühlt, suchung geführt würden, etwas von dem vielen Gelde zu unter. Meinung ist die Zeit allerdings schon jetzt gekommen; er hält aber weit gefehlt. Herr Görde wagte ein äußerstes und erschien schon jetzt die Sprache der sozialdemokratischen Presse für so Donnerstag früh in der Expedition der Arbeiter. schlagen, das täglich durch ihre Hände geht. Der zweite Regierungsentwurf, über den der Reichstag unerhört, daß durch Ausnahmebestimmungen dagegen ein- Beitung", um ein Eremplar des Flugblattes zu erhalten, Daß auch hier sein Bemühen erfolglos war, braucht nicht be. heute verhandelte, betraf die Ergänzung des dreiviertel geschritten werden müßte. bankrotten Invalidenfonds, eines der traurigsten Kapitel der Bemerkenswert ist es, daß die Vertreter der Regierung fonders betont zu werden. Auch der Bürgermeister der Stadt Hörde möchte ebenfalls reichsdeutschen Finanzwirtschaft. Bekanntlich haben wir es sich im Verlauf der dreitägigen Debatte überhaupt nicht zu nach 30 glorreichen Jahren des Friedens und Wohlstandes den wichtigen Fragen der inneren Politif geäußert haben. Ruhm und Ehre verdienen in seinem Bemühen um die Nettung noch nicht einmal zu einer halbwegs angemessenen Unter- Sie, die sonst so wacker gegen den Umsturz zu predigen des Staates. Er macht's aber anders, wie der Herr königliche stügung der Kriegsinvaliden gebracht, und auch die neue rein pflegen, find den umstürzlerischen Plänen des preußischen Bezirkskommissar. Er ist anscheinend sehr unzufrieden das verwaltungstechnische Reform wird daran nicht das mindeste Abgeordnetenhauses auch nicht mit einer Silbe entgegen- mit, daß die Regierung die Wahlrechtsversammlungen nicht vers getreten, der Ministerpräsident Fürst Bülow war nicht einmal bieten will. Er will jedenfalls in Hörde teine bessern. Wahlrechtsbewegung, und um sie zu verhindern, dürfen Dann trat der Reichstag seine übliche Kolonialreise an, im Hauſe anwesend. nach seiner Meinung feine Versammlungen stattfinden. Und da die bekanntlich alles eher als eine Gratisreise ist. 22 Millionen wurden als dritter Nachtragsetat für die Bekämpfung des Auf. Der bayerische Thronfolger für das allgemeine gleiche direkte faßte der Herr Bürgermeister einen großen, sehr großen Plan. und geheime Wahlrecht! Man höre und staune: Er wandte sich an sämtliche standes in Deutschostafrika, 30% Millionen als vierter Nachtragsetat für 1905 zur Niederwerfung der Empörung in Süd- Prinz Ludwig von Bayern, der älteste Sohn des Rokalbesiger in der Stadt Hörde, um ihnen für westafrika gefordert. Eine größere Debatte rief nur die ost. Prinzregenten, machte in der Wahlrechtskonimission der die Dauer des Monats Januar die Lokale ab. afrikanische Vorlage hervor über das Elend der deutschen bayerischen Kammer der Reichsräte so verständige Aeußerungen, 13 umieten". Und der Herr Bürgermeister hatte auch Erfolg, ein " efne ganze Reihe Wirte„ vermieteten" ihm ihre Lokale, sogar Ein Zentrumsmann gegen das Zentrum? mutlich vor den Operationen des Majors Johannes weichend, unser bisheriger Parteiwirt. Und doch ist der groß- Die Stadtverordneten in a chen beschlossen in ihrer jüngsten fielen Ende Dezember in Lupembe ein. Gegen fie artige" Plan gescheitert, denn andere Wirte erklärten, fie Sigung, den städtischen Arbeitern und minderbesoldeten Beamten errang der bena- Posten unter Sergeant Bach schönen Erfolg in er müßten von den Arbeitern leben und müßten eine Teuerungszulage zu gewähren. Die Arbeiter erhalten zwei bitterten Höhlenkämpfen. Sergeant Ba ch wurde unerheblich verdiesen darum auch die Lokale zur Verfügung Wochenlöhne, die Beamten mit weniger als 1800 Mark Jahres- wundet. Der Bezirk Fringa ist gesichert. stellen. Sie vermieteten" dem Herrn Bürgermeister ihre einkommen ein halbes halbes Monatsgehalt. Die Zulage wurde Eine Proklamation des Gouverneurs Lindequist fordert die noch Lofale also nicht. Und als darauf in einem speziellen Falle dem hauptsächlich begründet mit der gegenwärtigen Lebensmittelteuerung. umherstreifenden Hereros zur Ergebung auf. Er sichert ihnen ge Wirte von einer Seite gesagt wurde:„ Dann wird über Ihr zu der Angelegenheit führte der Redner der Zentrums- rechte Behandlung zu. In der Broklamation heißt es: frattion, Kommerzienrat Vossen aus: Es sei ein Lokal die Schantsperre verhängt!", antwortete der Wirt Skandal, daß man solche Beschlüsse fassen müsse; müsse; nur ganz fühl, daß ihm solche Androhung in seinem Entschlusse nicht durch die Schuld der Agrarier sei man dazu ge= wankend machen könne. So wird also Hörde trop der ..besten Absichten" des Herrn Bürgermeisters feine zwungen. Schuld der Agrarier sei es, daß in Aachen die Lebensmittel so teuer sind, daß man mit einer Summe Wahlrechtsversammlungen haben. eine halbe Stunde entfernt( Aachen liegt nahe bei der holländischen Grenze) schon ganz gut leben könne, während man mit dem gleichen Betrage in Aachen hungern müsse und die Bevölkerung an Unterernährung leide. Die ganze Kalamität fei verursacht durch die Fürsorge für die Herren, die das Schlagwort von der„ notleidenden im Gegenteil, die Agrarier wollten damit ihre Produktion im Preise Landwirtschaft" geprägt haben. Diese Notlage sei nicht vorhanden; und damit auch den Wert ihres Grund und Bodens steigern. Ergänzung. Die von ihm zutreffend gekennzeichnete agrarische Politik des Lebensmittelwuchers und der Volksaushungerung ist vor allem das Werk des Zentrums. Ohne die Zustimmung der ausschlaggebenden Partei des Reichstags, eben des Zentrums, wäre diese Politik unmöglich; ja noch mehr: Das Zentrum ist geradezu führend in dieser Politik, und es scheut, wie die denkwürdige Dezembernacht des Jahres 1902 erwiesen hat, ihr zuliebe selbst vor dem Verfassungsbruch nicht zurück. Polizeiliche Demonstration. In Königsberg wurde am Sonntag eine Versammlung mit dem Thema" Massenstreit und Straßendemonstration" abgehalten. Die Versammlung war so stark besucht, daß polizeiliche Absperrung erfolgte. Schuyleute, mit Revolvern bersehen, nahmen die Absperrung vor. Die Versammlung, an der auch zahlreiche Russen und Russinnen teilnahmen, wurde nach zehn Minuten aufgelöst, als der Referent das Wort Straßendemonstrationen" gebrauchte. Das ist zwar kein gefeßlich gerechtfertigter Grund. Indes diesen Gesetzesverstoß hat der Polizeibeamte ja nach dem kriegsministeriellen Vortrag über die Anschauung des Reichskanzlers nur vor seinem Gott" und vor dem Oberverwaltungsgericht zu verantworten. Vor straf- und zivilrechtlicher Ahndung wird ihn wohl auch ohne Begnadigung die Annahme der Staatsanwaltschaft schützen, daß der strafrechtliche Dolus ihm fehlte. Diese Art Polizeidemonstration ist agitatorisch weit wirksamer als irgend eine andere. Einlenken der sächsischen Regierung. Und im größten Bundesstaate des Deutschen Reiches sollte alles Diese Bemerkungen des Aachener Zentrumsmannes bedürfen der Aus dem württembergischen Landtag. Stuttgart, 14. Januar 1906.( Eig. Ber.) Am Donnerstag ist die württembergische Zweite Kammer wieder Dem Scherlblatt wird aus Dresden gemeldet: In einer zusammengetreten. Die ersten beiden Sibungstage brachten nur die Unterredung, die der Hauptredakteur der„ Dresdener Neueste Nach- Erledigung von Angelegenheiten untergeordneter lokaler Bedeutung. richten" mit dem Grafen v. Hobenthal hatte, erklärte der Am Sonnabend aber kam es zu einer Debatte, in der mehrfach auf zukünftige Minister des Innern, daß ein neues die allgemeine Zoll- und Handelspolitik des Deut Landtagswahlgefes seine erste Arbeit sein werde, und ichen Reich es Bezug genommer wurde. Die württembergischen daß er zuversichtlich hoffe, eine zufriedenstellende Lösung Müller hatten eine Eingabe an den Landtag gerichtet mit dem Erherbeizuführen. Auch der König habe ihm gegenüber betont, daß suchen, für Mehl und Getreide verschiedene Eisendies die erste und wichtigste Aufgabe sei, deren baldigste Er- bahntarife festzusehen und zwar in der Weise, daß die Fracht für Mehl erhöht und die Fracht für Getreide füllung er dringend wünsche. ermäßigt würde. Die vorberatende Kommission beantragte beim Landtag, diesen Wunsch der Müller der Regierung zur Erwägung zu überwiesen. In der Plenarberatung stellte das Zentrum, unterstützt von den Nationalliberalen, den Antrag, die Meh frachten zwar zu erhöhen, die Getreidefrachten aber nicht zu erniedrigen. Gegen diesen Standpunkt wendete sich für die Sozialdemokratie mit Nachdruck der Abg. Hildenbrand, der im Interesse der kon sumierenden Bevölkerung gegen jeden weiteren Versuch, die durch die Zollpolitik schon über Gebühr hinaufgeschraubten Brotpreise vermittelst einer einseitigen Interessen dienenden Frachterhöhung noch weiter hinaufzutreiben, protestierte. Er stellte den Antrag, die Bitte um Detarisierung des Brotgetreides der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen, über das Gesuch um hinaufsetzung des Mehles in die höhere allgemeine Wagenklasse zur Tagesordnung überzugehen. beim alten bleiben?! affenaburteilungen von Straßendemonstranten Die sechste Strafkammer in Dresden hatte am Sonnabend über vier derartige Miffetäter zu Gericht zu fiken. Der 1863 in Schlesien geborene Arbeiter Karl Gustav Wenzel hatte am Sonntag, den 3. Dezember, im Kulmbacher Hof auf der Schloßstraße gekneipt und begab sich gegen 2 Uhr nachmittags nach seiner auf der Kleinen Brüdergasse gelegenen Wohnung. Die Straße am Taschenbergpalais war durch eine starke Schuhmannstette abgesperrt, weil die Menge nach dem Schloß zu drängte. 2. verlangte Durchlaß, indem er erklärte, er wolle nach seiner Wohnung. Das half ihm aber nichts; er wurde zurückgewiesen. Darüber ärgerlich, fing er zu schimpfen an. Daraufhin wurde er verhaftet und nach der Schloß wache gebracht, wo er sich ebenfalls in beleidigenden Redensarten ergangen haben soll. Der Mann ist sinnlos betrunken ge= wesen und vermag sich an nichts mehr zu erinnern. Die beiden als Zeugen vernommenen Schuhleute Koch und Käppler erklärten, man habe es ihm angemerkt, daß er ein paar Glas getrunken hatte. Weiter kann dem Angeklagten nichts zur Last gelegt werden, und doch wurde er die Anklage lautete auf Beamtenbeleidigung zu der drakonischen Strafe von fünf Monaten Gefängnis berurteilt. Der Minister v. Pischek erklärte, einer fleinen Delarifierung des Getreides zwar nicht abgeneigt zu sein. Da fie aber einer Aufhebung der mit den Handelsvertragsstaaten vereinbarten Bollfäße gleichkomme, wäre sie diesen Staaten gegenüber eine illoyale Handlung. Das gleiche träfe auf eine Erhöhung der Mehlfrachten insbesondere angesichts der Vereinbarungen mit Desterreich- Ungarn zu. Für den Antrag des Zentrums, die Erhöhung der Mehlfracht zu fordern, stimmten geschloffen das Zentrum, der Bauernbund, die Nationalliberalen, sowie zwei Volksparteiler. Das Ergebnis war trotzdem die Ablehnung des Antrags mit 35 gegen 31 Stimmen. Für den Antrag Hildenbrand stimmten außer den Sozialwurde in namentlicher Abstimmung mit 36 gegen 30 Stimmen andemokraten nur einige Volksparteiler. Der Antrag der Kommission genommen. Es werden in Omburo und Otjiheinena teine weißen Soldaten stationiert werden, damit ihr nicht Ang st habt und denkt, es joll noch weiter geschossen werden. Je schneller ihr kommt und die Waffen niederlegt, desto eher kann daran gedacht werden, eueren Stammesgenossen, die jetzt gefangen sind, Erleichterungen in ihrer jetzigen Lage zu gewähren und ihnen später die Freiheit wiederzugeben. Wem von euch Dmburo oder Otjiheinena zu weit ist, der kann seine Waffen auch bei irgend einer Militärstation abgeben und sich dort stellen. Auch die Soldaten, die auf diesen Stationen sind, werden nicht schießen. Ebenso sind die Soldaten, welche Wagentransporte begleiten und deshalb im Lande herumziehen, angewiesen, nicht auf euch zu schießen, so lange the nichts Feindliches gegen sie unternehmt. Fürchtet euch also nicht, wenn ihr sie seht. So kommt denn schnell, Herero, ehe es zu spät ist!" Diese Versicherungen, daß nicht mehr geschossen werden solle auf friedlich sich zur Uebergabe Stellenbel- geben mancherlei zu denken! zu Ausland. Frankreich. Gegen den Krieg. Paris, 14. Januar.( Eig. Ber.) Die gestrige, bon der fozialistischen Seine- Föderation einberufene Protestversammlung das Urteil im Antimilitaristen- Prozeß gestaltete sich gegen einer stürmischen Demonstration gegen die kapitalistische Nach den Reden Vaillants, Abenteuer- und Kriegspolitik. Herves und anderer wurde eine Resolution angenommen, die den fozialistischen Organisationen empfiehlt, die„ Wege und Mittel zu studieren, um einem Mobilisationsbefehl die internationale proletarische Insurrektion" entgegenzustellen. England. Die Wahlen. jede Stunde neue Berichte einlaufen, die das Zahlenverhältnis Die Eigenart der englischen Wahlen bringt es mit sich, daß beständig ändern. Wir werden nach Schluß der Wahlen ausführlicher berichten. Die sozialistische Arbeiterpartei zählt bis jetzt zwölf Mandate; unter den Gewählter befinden sich mehrere überaus tüchtige Genossen, wie Thorne, O'Grady, Roberts usw. Im Augenblick ist der Stand im ganzen folgender: 93 Liberale, 27 Unionisten, 21 Mitglieder der verschiedenen Arbeiterparteien, 19 Nationalisten. Das Ministerium erhält eine Mehrheit von über 100 Stimmen! Amerika. In San Domingo hat Ramon Caceres, bisher Vizepräsident der Republik, die Regierung übernommen. Der verjagte Präsident Carlos Morales hat abgedankt und sich nach Porto Rico begeben, um in Sicherheit zu sein. Seit 1898 fanden in San Domingo sechs Revolutionen statt und Caceres ist der sechste Präsident nach Heureur, der 14 Jahre lang an der Spize des Staatswesens stand. Die amerikanische Regierung hat beschlossen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten San Domingos einzumischen, aber auch keine Einmischung in die Kontrolle der Zollhäuser von anderer Seite zu dulden. Die Regierung hofft auf eine baldige Ratifitation des Vertrages durch den Senat, da Berwickelungen befürchtet werden, falls eine andere Station mit der Beschlagnahme von Zollämtern vorgehen würde. Die jeßigen Zollbeamten find Amerikaner, die Roosevelt vorgeschlagen hatte und die dann von Morales bestätigt und eingesetzt wurden. Der 1874 zu Wilhelminenort geborene Maurer Frizz Erdmann 3iegert, ein sonst ganz harmloser und bisher gänzlich unbestrafter Mensch, hatte am 16. Dezember die Versammlung im Trianon" besucht, nach deren Schluß er mit den übrigen Demonstranten nach dem Stadtinnern zog. Am Postplab, wo sich dem Zuge Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe, die sich Davan schloß sich die Beratung einer Eingabe des Deutschen Die Revolution in Rußland. zum erstenmal Polizei entgegenstellte, erhielt 3. einen Säbelhieb über den Rücken. Das brachte ihn in furchtbare gegen die Heranziehung von Arbeitern bei AusVerhaftung des Arbeiterdelegiertenrats in Petersburg. Erregung, und als er, am Altmarkt angekommen, die die Schloß- übung der Kontrolle auf Bauten aussprach. Die Eingabe straße absperrenden glibernden Bickelhauben erblickte, konnte er nicht hatte in der vorberatenden Kommission eine abfällige Beurteilung Petersburg, 16. Januar.( Meldung der Petersburger erfahren, worüber der Berichterstatter Abg. Gabler( Volksp.) mehr an sich halten. Durch die Worte:" Ihr Kosaken, Ihr Blut- referierte. Die Scharfmacher des Baugewerbes hatten in ihrer Eingabe Telegraphen- Agentur.) In der vergangenen Nacht hunde!" machte er seinem verhaltenen Groll Luft. Das hatte seine die Arbeiter wegen mangelnder Vorbildung und„ bei ihrer Vorein- ist der Arbeiterbelegiertenrat, insgesamt Arretur und die spätere Anklage wegen Beamtenbeleidigung genommenheit gegen die Arbeitgeber" als nicht ausreichend befähigt 22 Personen, verhaftet worden; seine Dokumente zur Folge. Auch dieser Angeklagte muß mit drei Monaten Ge- für eine gerechte und fachkundige" Kontrolle bezeichnet. Demgegenüber und Briefschaften wurden mit Beschlag belegt. Es ist er fängnis büßen. Auflauf, Widerstand und Ruhestörung sind die Delikte, sprach der Referent es als die Meinung der Kommission aus, daß wiesen, daß der Arbeiterdelegiertenrat aus Revolutionären deren sich der 1879 zr Dörnthal bei Freiberg geborene Schneider- dem erfahrenen, mit den Bauarbeiten vertrauten Arbeiter eine bestand, die der Arbeiterklasse nicht angehören und sich ausgehülfe B.al Emil Trints am 3. Dezember schuldig gemacht regelmäßige Ueberwachung der Arbeit viel eher möglich, eine schließlich damit beschäftigten, die Arbeiter zu terrorisieren, um stellung der bei der Bauausführung gemachten Fehler viel leichter haben soll. Dieser Angeklagte befand sich am fraglichen Sonntage sei als dem höheren Kontrolibeamten, der nur vorübergehend auf Ziele zu erreichen, die mit der Arbeiterfrage nichts gemein auf der Logissuche. Gegen 21 Uhr fam er von der Ostraallee den Bauplak fomme. Die Eingabe der Unternehmer hatte auch haben. In behördlichen Kreifen glaubt man, daß die Ausund wollte über den durch ein starkes Polizeiaufgebot abgesperrten behauptet, daß durch solche Arbeiterfontrolleure die sozialdemokratische dehnung der revolutionären Organisationen infolge der VerPostplay. Dabei geriet er unter die Demonstranten. Obgleich er Agitation auf die Arbeitsstätten übertragen, die Arbeitgeber in ein haftung des Arbeiterdelegiertenrats und der Beschlagnahme sich nicht am Schreien und Lärmen beteiligt haben will, sei er plöblich verhaftet worden. Auf der Polizeiwache der Scheffelstraße unwürdiges Verhältnis zu den Unternehmern gebracht werden und feiner Dokumente sehr erschwert worden sei. jei er von sechs Gendarmen geschlagen worden. Die terrorisierten" Arbeiter werden die naive Regierung sei er von sechs Gendarmen geschlagen worden. ihre Autorität den Arbeitnehmern gegenüber Not leide." Der Die Zeugen, vier Polizeibeamte, behaupten, daß er mit den Ellen- Referent hob dieser beweislos vorgebrachten Behauptung gegenüber bald genug eines Besseren belehren! hervor, daß die in Württemberg vorhandenen, auf Grund des bogen Schuhleute zurückzudrängen versucht habe. Deshalb habe ihn Kammerbeschlusses vom 14. Mai 1902 und entsprechender Ministerialder Wachtmeister herausgegriffen und verhaftet. Der Angeklagte verfügung bereits vorhandenen Baukontrolleure aus dem Arbeiterschlug mit den Händen um sich, ohne jedoch einen Beamten zu treffen, stande sich gut bewährt hätte.. ging dann aber schließlich uhig mit, bis er auf der Scheffelstraße, unweit des Wachtlokals, abermals eine drohende Stellung daß der Antrag der Kommission auf Uebergang zur Tagesordnung Die Scharfmacher mußten denn auch noch den Schmerz erleben, eingenommen haben soll. Auf der Treppe zum Wachtlokal soll er über ihre Eingabe vom Landtag debattelos und einstimmia anden hinter ihm gehenden Schuhmann Buschbeck mit dem Ellenbogen ob dieser Stoß absichtlich geschehen ist, dürfte trotz der Schußmannsaussagen in Zweifel gezogen werden gestoßen haben. genommen wurde. Reiter Dtto Aus dem Kaukasus. * Tiflis, 15. Januar. Die Armenierinnen aus Schuscha richteten an die Gemahlin des Statthalters telegraphisch die Bitte, die schützen und vor Hunger und Kälte zu retten. Das Anwachsen Armenier gegen die Gewalttätigkeit der Tataren und Kurden zu der revolutionären Bewegung in den Kreisen Gori und Duset, Gouvernement Tiflis, verNeue Opfer des Kolonialkrieges. Bei der Verfolgung anlaßte die Verhängung des Kriegszustandes. Die 2. bestreitet ganz entschieden, absichtlich einen derartigen Stoß ge- Morengas geriet in der Nähe von Rietfontein eine Abteilung Bahnstationen bis Gori find mit Truppen besetzt. Eine Abteilung führt zu haben. Die Schuhleute wollen den Angeklagten nicht ge- der zweiten Kompagnie des Feldregiments Nr. 1 in einen Hinter rüdt weiter nach Michailowo und Borshom. Die Besetzung schlagen haben. Der Staatsanwalt plädierte dafür, dem Angeklagten auch wegen Aufruhrs den Prozeß zu machen und eine hohe halt. Es fielen Leutnant Ditt furth und zwei Reiter, ein der letztgenannten Station ist für die Holzversorgung von Tiflis Reiter wurde verwundet. Weiter werden folgende Strafe auszuwerfen, da seine Teilnahme an Rädelsführerschaft lufte gemeldet: An Typhus gestorben: Sanitätssergeant Ver erforderlich. Einige Stationen sind von den Bauern grenze. Das Gericht hielt nun zwar Aufruhr nicht für erwiesen, Friedrich Schwarz, geboren am 23. 8. 80 zu Gießen, erstört worden. Der Suramtunnel ist durch zwei von beiden erkannte aber immerhin auf ein Jahr Gefängnis. Von der Anklage am 4. Januar 5. J. im Feldlazarett Hasuur. Unteroffizier Seiten ohne Bedienung abgelassene Lokomotiven umpassierbar ge der Ruhestörung erfolgte Freisprechung. T. war noch unbestraft. Wegen Aufruhrs und Widerstandes hatte sich der 1872 am 11. Januar d. J. im Lazarett Keetmanshoop. Bruno Hofmann, geboren am 18. 11. 80 zu Dresden- Altstadt, macht worden. Nach Kutais rücken von drei Seiten Truppen heran. zu Pieschen geborene Maschinenformer Max Alwin Wehner zu Radifchat, geboren am 28. 5. 81 zu Schackeln, am 11. Januar Rostow am Don, 15. Januar. Hier wurde eine Patronenberantworten. Der bisher noch unbestrafte Angeklagte ist am 3. De= im Lazarett Windhuk. zember mit den Besuchern der Versammlung im Bieschener Gasthof, geboren am 21. 6. 77 zu Bieschen, am 11. Januar d. J. im Feld gefunden wurde. Zahlmeister- Aspirant Artur Schröder, fabrit entdeckt, in der ein Vorrat von Patronen und 4 Bomben zu denen er ebenfalls gehörte, nach der Stadt gezogen. Die Schuß- lazarett Lüderizbucht an Herzmuskelschwäche gestorben. leute drängten die Reihen zurück und forderten zum Auseinander Reiter Johann Donner, geboren am 13. 6. 83 zu Altfelde, gehen auf. Als jedoch ein Straßenbahnwagen fam, drängte die am 12. Januar d. J. infolge Stich verlegung, erhalten im Menge nach, und die Schußmannstette war durchbrochen. Etwa Streit mit Kameraden, gestorben. hundert Personen, darunter dem Angeklagten, war der Durchbruch Aus Ostafrika liegt folgende Nachricht vor: gelungen. Bald darauf ist W. umgefehrt und nach Hause gegangen. Die bereinigten Detachements des Hauptmanns Freiherrn Während der Gendarm Hentschel bekundete, er habe beim Durch v. Wangenheim und des Hauptmanns v. Grawert fonnten bruch den Anklagten am Arme gefaßt, er hätte sich jedoch losgeriffen, auf dem Marsch auf Mahenge den ungewöhnlich angeschwollenen werden fortgesetzt die Bestimmungen über die Sonntagsruhe erklärte der Beschuldigte, er sei ohne jede Gewaltanwendung über Luwegufluß bisher nicht überschreiten. Hauptmann v. Hassel hatte die Brücke gekommen. Zur Anzeige ist W. erst später gelangt. am 18. November ein siegreiches Gefecht am Ruipa gegen und die gewerbliche Arbeit der Frauen überschritten. Die Urteil: ein Jahr Gefängnis. 2000 Jiataraleute, wobei er 26 Hülfstrieger Arbeiter und Arbeiterinnen waren dagegen machtlos, weil verlor. Die gegnerischen Verluste waren groß. Der Vormarsch des leider ihre Organisation nicht genügend ausgebaut war, um Hauptmann v. Hassel über den Ulangafluß nordwärts wurde eine solidarische Auflehnung gegen diese Ausbeutung möglich durch hohen Wasserstand verhindert. Major Freiherr v. Schlei- zu machen. Da nahm sich der Braunschweiger Volksfreund" niz operiert, in rechter Flanke durch das Detachement des Haupt- ihrer an und veröffentlichte eine Reihe von Artikeln über die manns Hirsch unterstützt, am Ruahafiuß, östlich von der Straße Mißstände. Er wies nach, daß in der Saison Sonntags Kiloffa Iringa. In den Bezirken Kilwa, Mohorro und kindi räubern noch einzelne Banden. Anscheinend oft bis 11 Uhr abends( 1) gearbeitet würde, daß manche iehen sich größere Trupps in das Donde Gebiet Frauen in der Woche 100 Arbeitsstunden() leiſten onzentrisch zurück, wo sie nach der Regenzeit auf- müßten, daß die Männer sogar Arbeitszeiten bis zu 113 Stunden gesucht werden müssen. Aufständische aus dem Songeabezirt, ver- lin der Woche zu verzeichnen hätten. Immer wieder geißelte Die Nürnberger Polizei bekämpft jetzt auch die ruffische NeJolution. Sie geht gegen die von der sozialdemokratischen Bartei veranstalteten Sammlungen für die Opfer der russischen Freiheitslämpfe vor. Der Sekretär des sozialdemokratischen Vereins Genosse Treu, und Revakteur Genosse Adolf Braun wurden bereits polizeilich vernommen; legterer, weil er als verantwort licher Redakteur in der Presse Mitteilungen über die eingegangenen Gelder gemacht hat. Gewerkschaftliches. Der Wert der Arbeiterpresse. In den Braunschweiger Konservenfabriken " der„ Boltsfreund" diese Zustände und jetzt endlich kann triumphierend über einen Erfolg berichten. Das braunschweigische Staatsministerium hat Handelskammer folgenden Brief gerichtet: er die der Gentoffe B3 welburg zum Schluß seiner beherzigenswerten Ausführungen machte, dazu beitragen, daß nunmehr die im an die Intereffe der allgemeinen Arbeiterbewegung notwendig zu erfüllenden Aufgaben der Organisation wieder mehr zu ihrem Recht Tommen Volts: fchiedenheit durchzusetzen. Die Konferenz beschäftigte sich im zweiten Punkt eingehend mit den Aufgaben der Arbeiterausschüsse. Buchdruckerstreif. Jn der Buchdruderei der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" und des Rheinisch- Westfälischen Anzeigers" in Essen " In den u. N. beigefügten drei Nummern des reichten fünfzig Verbandsbuchdrucker ihre Kündigung ein. Der Chef freund"( 176, 249, 253) find lebhafte Klagen darüber geführt Das gesamte Hülfspersonal der Deutschen Buch- und Kunst- der Firma, Dr. Reismann- Grone, versuchte schon seit längerer Zeit, worden, daß in diesem Jahre die Arbeiter und vor allem die druckerei zu 3offen trat am Dienstag früh in den Ausstand. Der die Gehülfen zum Austritt aus dem Berband zu bewegen. RachArbeiterinnen in den Konservenfabriken Monate hindurch in sehr Anlaß war eine winzige Forderung. Vor 1 Jahren wurde dem aber fürzlich eine Aussprache zwischen Dr. Reismann- Grone erheblicher Weise über die zulässige Arbeitszeit hinaus beschäftigt folgende Vereinbarung mit der Geschäftsleitung getroffen: und dem Vertrauensmann der Gehülfen stattgefunden, bei welcher worden sind. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, Arbeiterinnen unter 16 Jahre erhalten einen Wochenlohn von der Chef auf Ehrenvort versicherte, daß er gegen die Verbändler daß tatsächlich die bestehenden Borschriften über die Arbeits- 5 Mart, über 16 Jahren 6 Mark Anfangslohn, dieser Lohn steigt gar nichts einzuwenden habe, glaubten die Gehülfen, der zeiten für Arbeiterinnen in den Konservenfabriken von von Vierteljahr zu Vierteljahr um 50 Pf. und erreicht eine Höhe Friede sei wieder gesichert. Sie hatten sich aber getäuscht, den Fabrikanten andauernd übertreten find. Wir verkennen bon 8, 12 und 14 M. Die Vereinbarung wurde jetzt von der Ge- denn schon nach zwei Tagen machte der zweite Faktor, Jonas, den nicht, daß die Konservenfabrikanten infolge der unter Um- fchäftsleitung ignoriert unter der Begründung, daß diese Beamten Versuch, zwei Gehülfen zum Austritt aus dem Verbande zu verstängen außerordentlich gesteigerten Zufuhr von Nohmaterialien in staffel der Faulheit einzelner Personen Vorschub Teiste. Die anlassen. Nun beschlossen die Gehülfen, eine bestimmte Erklärung eine schwierige Lage geraten können, und wir haben, wie der Forderung des Hülfspersonals lautet auf Anerkennung der früheren und die Entlassung des Faktors zu verlangen. Das wurde ab Handelskammer bekannt ist, in Anerkennung dieser Verhältnisse in Vereinbarung und eine neunstündige Arbeitszeit für das gesamte gelehnt, worauf Freitagvormittag fünfzig Gehülfen die Kündigung den Jahren 1897 und 1903 die Wünsche der Handelskammer Personal. Bisher mußten einzelne Leute zehn Stunden arbeiten einreichten. bei Löhnen von 18-21 M. Die Verhandlungen zogen sich eine Woche lang hin, die endliche Antwort der Geschäftsleitung war, daß zehn Mitglieder des Hülfspersonals aussegen mußten, wahrscheinlich aus Dank für die Tätigkeit, die dieselben während des flotten Geschäftsganges an Ueberstunden geleistet haben. Da dem Personal keine zusagende Erklärung gegeben wurde, war dasselbe gezivungen, die Arbeit niederzulegen. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. und Deutfches Reid. Inzwischen haben sich nun die Verhältnisse noch weiter zugespizt. Ein Privattelegramm meldet uns: Essen( Ruhr), 16. Januar. Als wieder ein Verbandsmitglied entlassen wurde, legten heute morgen 47 Verbandsmitglieder der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" sofort die Arbeit nieder. des Vereins deutscher Konservenfabrikanten auf Berlängerung der Arbeitszeiten für weibliche Personen weibliche Personen beim Reichsamt des Innern lebhaft befürwortet.() Da aber der Bundesrat eine Abänderung der bestehenden Vorschriften abgelehnt hat, find wir verpflichtet darüber zu wachen, daß die geltenden Bestimmungen beobachtet werden. Um die ieder holung derartiger ungefeglicher Zustände, wie sie in diesem Jahre in den Konservenfabriken geherrscht haben, Die Textilarbeiter Bramsches find in eine Lohnbewegung eins zu verhüten, werden wir uns genötigt sehen, die Polizeigetreten. Sie haben den Unternehmern folgende Forderungen direktion und die Gewerbeaufsichtsbeamten be unterbreitet: 15 Prozent Lohnerhöhung, Berechnung des Weblohnes sonders anzuweisen, fünftig unnachsichtig jede nach Metern, Bezahlung der Zeit, während welcher auf Arbeitslebertretung der Vorschriften zur strafgerichtlichen material gewartet werten muß, Abschaffung des Prämiensystems, Verfolgung zu bringen und mit allen ihnen zu Gebote Die Lohnbewegungen des Zimmerer- Verbandes im Jahre 1905. Anerkennung der Organisation, Anerkennung der Arbeiterausschüsse stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die Arbeiterschutzvorschriften usw. Die Löhne der Arbeiter sind äußerst niedrig. Mit 15 bis zur Durchführung gelangen. Wir geben der Handelskammer anEinen vollgültigen Beweis für die erfreuliche Entwickelung und 16 Mart pro Woche müssen die Familienbäter nach Hause gehen. Die heim, die Konvenfabrikanten hiervon in geeigneter Weise in die Leistungsfähigkeit des Zentralverbandes der Zimmerer liefert Unternehmer haben auf ein höfliches Schreiben der Arbeiter überStenntnis zu feyzen und sie in ihrem eigenen Intereffe zu ver- feine ſtatiſtiſche Aufstellung über die Lohnkämpfe des verflossenen haupt nicht geantwortet. Die Arbeiter wollen mit Nachdruck ihre anlassen, rechtzeitig vor Beginn der nächsten Stampagne Maß- Jahres. Noch in feinem Jahre hatten die Lohnbewegungen im Forderungen verfechten. Ein Streit scheint unvermeidlich. 3 unahmen technischer oder kaufmännischer Art zu treffen, durch welche Bimmerergewerbe einen so großen Umfang wie 1905. Bei dem zug ist deshalb fernzuhalten. eine ordnungsmäßige Fortführung ihres Betriebes innerhalb des Hauptvorstand des Verbandes wurden im Jahre 1905 von 282 Bahl- werden um Abdruck ersucht. gefeglichen Rahmens gewährleistet wird." stellen mit zusammen 27 248 Mitgliedern Lohnbewegungen angemeldet gegen 248 Bahlstellen mit 15 408 Mitgliedern im Jahre 1904, 162 Bahlstellen im Jahre 1903, 112 Bahlstellen im Jahre 1902 und 188 Bahlstellen im Jahre 1901. Die Braunschweiger Konserven- Arbeiter und-Arbeiterinnen verdanken also der Arbeiterpresse, was sie selbst nicht erreichen konnten. Den ganzen Segen der Errungenschaft werden sie erft spüren, wenn infolge der verkürzten Arbeitszeit die Konserven fabrikanten genötigt sein werden, stärkeres Personal heranzuziehen und zu diesem Zwecke höhere Löhne zahlen müssen. Berlin und amgegend. Alle Arbeiterblätter In der Kölner Kunstfigurenfabrik von Nolte in Köln- Ehrenfeld ist eine Reihe von Maßregelungen organisierter Arbeiter erfolgt, weshalb der Betrieb vom Verbande der Die Lohnbewegungen führten in 199 Fällen zu Lohnkämpfen, Borzellanarbeiter gesperrt merden mußte. Die Firma maßbaran beteiligten Verbandsmitglieder betrug 8862, die Gesamtzahl Figuristen und Retoucheure, dann drei weitere Mitglieder und schließdie sich auf insgesamt 299 Orte erstreckten. Die Gesamtzahl der regelte zunächst zwei Vertrauensleute der Sektion der Polychromeure, der Streiftage 182 869. Jn 117 Fällen mit 5097 Beteiligten und ich noch sieben Maler. Da die Firma auf alle Art Arbeits62 375 Streiftagen handelte es sich um Angriffsstreifs, in 37 Fällen träfte von auswärts heranzuziehen sucht, wird die arbeitermit 379 Beteiligten und 2598 Streiftagen handelte es sich um Ab- freundliche Presse um Abbrud gebeten. wehrstreits, und in 45 Fällen mit 3256 Beteiligten und 67 121 Streittagen handelte es sich um Aussperrungen, 191 851 M. Die Lederarbeiter Erlangens find in eine Bewegung eingetreten. In dem Maße, wie der Umfang der Lohnbewegungen zu- Sie verlangten Minimallöhne für Gerber und Färber 3 M., für genommen hat, sind auch die finanziellen Aufwendungen Lederzurichter 4 M., 15 Proz. Lohnzuschlag für Affordarbeiter, Verfür 2ohntämpfe gestiegen, so daß im Jahre 1905 die Summe fürzung der Arbeitszeit von 60 auf 58 Stunden. Die Unternehmer bon 351 100 M. berausgabt wurde. Die Angriffsstreifs tofteten wollten nur 1 M. pro Woche zulegen und 5 Proz. Erhöhung für 152 978., die Abwehrstreiks 6271 M. und die Aussperrungen Affordarbeiter gewähren, die 21 m. verdienen. Dies wurde einDer Zweck der Angriffsstreits war in einem Falle Arbeits- mütig abgelehnt, sämtliche Arbeiter haben die Kündigung eingereicht. zeitverkürzung, in 76 Fällen Lohnerhöhung, in 19 Fällen Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung, in 6 Fällen Entlassung mißliebiger Personen und in 13 Fällen anderer Art. Von diesen Kämpfen waren 81 erfolgreich, 10 hatten teilweisen Erfolg, 21 waren erfolglos und von 5 ist der Ausgang nicht bekannt. Rusland. Lohnkampf im Buchdruckgewerbe Kopenhagens? Stockfarbeiterbewegung. Am Montag tagte im„ Englischen Garten" eine von über 400 Personen besuchte Versammlung der Stodarbeiter, um über die bevorstehende Lohnbewegung zu beraten. Der Obmann der Branchenkommission, Hübner, legte der Versammlung nach stehende Forderungen vor und begründete dieselben. Gefordert wird: 1. Verkürzung der Arbeitszeit auf 51 Stunden pro Woche oder 8% Stunden pro Tag; wo fürzere Arbeitszeit besteht, wird diefelbe beibehalten; 2. Festsetzung eines Minimallohnes von 25,50 M. In unserer Jahresübersicht über die dänische Gewerkschafts pro Woche: 3. Lieferung des Schleif- und Poliermaterials feitens der Von den Abwehrstreits richteten sich 8 gegen Maß- bewegung erwähnten wir, daß in den Provinzstädten Dänemarks Firma; 4. Ein Lohnzuschlag von 10 Proz. für Lohn- wie Affordarbeiten; regelungen, 12 gegen Lohnreduftionen, 3 gegen Verlängerung der ein neuer Tarifvertrag für das Buchdruckgewerbe abgeschlossen 5. Einrichtung eines Arbeitsnachiveises, durch welchen sämtliche Arbeitskräfte vermittelt werden; 6. Einrichtung einer Kommission arbeitszeit. 7 gegen Durchbrechungen der vereinbarten Lohn- und worden ist, und sprachen die Erwartung aus, daß es auch in Kopenzur Schlichtung aller Streitigkeiten in Lohn- und Arbeitsfragen, wie Arbeitsbedingungen, 2 gegen die Einführung unverschämter Arbeits- hagen auf friedlichem Wege zu einer Einigung zwischen den diefelben. bereits in anderen Gewerben seit Jahren dauernd beBuchdruckereibesitzern und ihren Gehülfen und Arbeitern kommen werde. Es scheint jedoch jetzt, daß es hier zu einem ernsten Lohnstehen. kampf kommen soll. Die Vertreter der beiden Parteien hatten fich zivar über einen neuen Tarifvertrag geeinigt, dieser ist jedoch am Sonntag, den 14. Januar, von der Versammlung der Gehülfen, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen mit 941 gegen 321 Stimmen abgelehnt worden, während er von der zur ſelben Zeit abgehaltenen Versammlung der Prinzipale mit starter Majorität gutgeheißen wurde. Die ablehnende Haltung der Gehülfen und Arbeiter erklärt sich namentlich aus dem Umstand, daß der Tarif auf volle acht Jahre abgeschlossen werden sollte, dafür aber nur geringe Lohnaufbefferungen bot, die kaum ausreichten, um die Berkürzung der Arbeitszeit von 9 auf 8½ Stunden und nach Verlauf von 4 Jahren auf 8 Stunden auszugleichen, Gleichzeitig beantragte die Kommission, dieselben am Dienstag, den 16. d. Mts. früh, den Unternehmern zu unterbreiten mit dem Untrag, bis Sonnabend, den 20. d. Mts. endgültig Antwort zu geben. Nach eingehender Debatte wurden die Anträge einstimmig angenommen. ordnungen, i gegen unwürdige Behandlung und 7 gegen andere nichtswürdige Zumutungen. Bon diesen Kämpfen hatten 27 vollen Erfolg, 2 teilweisen Erfolg, 5 waren erfolglos und von 3 ist der Ausgang nicht bekannt. Von den Aussperrungen endeten 22 mit dem vollen Erfolge, 3 mit teilweisem Erfolge, 4 ohne Erfolg; 2 find noch nicht beendet, in 1 galle erklärten die Zimmerer nach Aufhebung der AusSperrung den Streit und von 18 ist der Ausgang nicht befannt; es handelt sich in diesen Fällen um Kämpfe anderer Organisationen, wobei die Zimmerer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Barbier- und Friseurgehülfen! Laut Beschluß der ordentlichen Generalversammlung vom 15. Januar cr. wurde wegen unerträg Die Erfolge dieser Lohutämpfe werden durch folgende licher Verhältnisse, die sich auf unserem früheren Arbeitsnachweis Busammenstellung veranschaulicht. Es ergab sich, daß im Jahre 1905 Große Frankfurterstraße 65( Restaurant Chemniz) eingeschlichen in 376 Bahlstellen mit zusammen 33 694 Mitgliedern Lohnaufbessehatten, beschlossen, felbigen zu verlegen. Unser jetziger Arbeitsnach- rungen erzielt worden sind, und zwar in weis befindet sich Schillingstraße 15/16 im Restaurant Volley. Es ist nun Pflicht, den aufgehobenen Nachweis zu meiden und dem neuen die Aufmerksamkeit zu schenken. Bureauzeit von 10-1 Uhr. Telephon Amt VII. Nr. 2824. Verband deutscher Barbier, Friseur- und Berückenmachergehülfen. 49 Zahlstellen mit 2481 Mitgliedern um 1 Bf. pro Stunde 4 97 " " " 127 9587 11/2 2 3" D " 19 " " " " 17 4382 " " P " 21/2 " " 84 10368 3 " " " 239 " 31/2 " " " " P " 1787 4 " 19 P " " 28 " 4% " " " " 4028 5 " " " " 317 6 " " " " " 8 " 61/2 " " " " " 385 7 " " " " " " 37 19 " P U " 71 " " " In 80 Bahlstellen mit zusammen 4706 Mitgliedern wurde außer nicht geeignet für einen allgemeinen Streit. Der Eisenbahner2 Bahlstellen mit 109 Mitgliedern um 14 Stunde täglich Lohnbewegung der schwedischen Staatsbahnangestellten. In bürgerlichen Blättern wird berichtet, daß die schwedischen Staatsbahnangestellten sich auf einen allgemeinen Streit vorbereiten. Diese Auffassung entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Es herrscht zwar eine allgemeine Unzufriedenheit unter den Angestellten und unteren Kündigung des Berliner Bauflempner- Tarifs. Gestern abend Beamten, zu einem wirklichen Lohnkampf fehlt es jedoch an einer beschloß eine im Gewerkschaftshaus abgehaltene, ungewöhnlich stark die Mehrheit des Personals umfassenden Kampfesorganisation. Die besuchte Versammlung der im Metallarbeiterverband organisierten schwedischen Eisenbahner sind in verschiedenen Vereinen und VerBauflempner einstimmig, den jezigen Tarifvertrag zu fündigen. bänden organisiert, von denen jedoch nur der Schwedische EisenbahnerAbgeschlossen wurde der Tarif mit der Berliner Bauflempnerinnung verband( Svensk Järnvägsmannaförbundet), der zirka 4000 Mitglieder nach dem erfolgreichen Streit im Jahre 1903 mit einer Gültigkeitszählt, als eine zur Durchführung eines Streits geeignete Organisation dauer bis zum 1. April 1906. Der Versammlung lag bereits ein angesehen werden kann und diese hält den gegenwärtigen Zeitpunkt von den Vertrauensleuten ausgearbeiteter neuer Tarifentwurf zur Beschlußfassung vor, und enthält derselbe folgende Hauptforde- dem die Arbeitszeit verkürzt, und zwar in verband hat Vorschläge zu einer Lohnregelung ausgearbeitet und fie Dagegen rungen: Die Arbeitszeit beträgt( wie bisher) 9 Stunden. der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion überwiesen. Vom 1. November bis 1. März kann die Arbeitszeit bis auf haben die anderen Eisenbahnerorganisationen eine Deputation zum 7 Stunden verkürzt werden. Die Arbeit für und auf Bauten wird Staatsminister geschickt, um ihm ihre Wünsche vorzutragen. Sie nur in Zeitlohn ausgeführt Der Mindestlohn beträgt 75 Pf. erhielten die Antwort, daß über das von der Staatsbahnverwaltung pro Stunde( bisher 60 Pf.). Für Jungausgelernte im ersten Jahr nicht unter 60 Pf.( bisher 50 f.) und im zweiten Jahr nicht unter Freilich waren die Lohnkämpfe, deren steigende Zahl die Ver. Borgeschlagene in diesem Jahre nicht hinausgegangen werden könne. Ver- Diese Vorschläge der Verwaltung bieten mit geringen Verbesserungen 65 Pf.( bisher 55 Pf.). Ueberstunden dürfen nur in äußerst schärfung der Klassengegensäge mit zwingender dieselben vorläufigen Lohnzulagen, die im vorigen Jahre vom dringenden Fällen gemacht werden und wenn weitere Arbeitskräfte Deutlichkeit wiederspiegelt, auch mit erheblichen persönlichen Opfern Reichstag beschlossen wurden. Inzwischen ist eine Kommission damit In nicht weniger wie nicht zu erhalten sind. Bis 9 Uhr abends sind 33% Prozent und der Organisationsangehörigen verbunden. bon da ab oder für notwendige Sonntagsarbeit sind 50 Prozent 111 Fällen erhob die Staatsanwaltschaft Antlage wegen Streit beschäftigt, Vorschläge zu einer allgemeinen, dauernden Lohnregelung Aufschlag zu vergüten. Bei Nachtarbeit darf nur 8 Stunden ge- vergehens, und die Polizei bedachte 12 Streitfinder mit Straf- auszuarbeiten, die, wie der Minister versicherte, dem Reichstag von 1907 vorgelegt werden sollen. Es erfolgten nur zirka 30 Freisprechungen; dagegen Es kommen dann die Forderungen über Wer mandaten. gütung von Fahrgeld und Fahrzeit sowie über Schußrüstungen und brachten die Prozesse eine Gesamtverurteilung von 2 Jahren, Materiallieferung usw. Der neue Tarif foll bis zum 1. Septem- 7 Monaten, 3 Wochen und 5 Tagen Gefängnis und 774,30 m. ber 1908 Gültigkeit haben und für alle Arbeiten gelten, die von Geldstrafe. In den meisten Fällen bildeten diese Bestrafungen die Firmen ausgeführt werden, die dem Tarif angeschlossen sind. Vor- ftaatliche Zugabe zu den brutalen Aussperrungen. stehender Entwurf fand die einmüiige Genehmigung der Versammlung und soll gleichzeitig mit der Mündigung eingereicht werden. arbeitet werden. 47 " D 31 3756 931 D 17 #F 1/3 1 " " P B " " So schmerzlich derartige Opfer für den einzelnen auch find, so wenig werden sich die deutschen Zimmerer dadurch in der Weiterführung des llgemeinen Klaffenkampfes beeinträchtigen lassen. Im Gegenteil: das Jahr 1906 wird ein Jahr neuer Kämpfe und neuer Erfolge sein. Letzte Nachrichten und Depefchen. Neue Opfer für die afrikanischen Sandwüften. Hamburg, 16. Januar.( B. H.) Ein neuer Truppentransport geht am Donnerstag, den 18. d. M. mit dem Dampfer Erna Börmann" nach Südwestafrika. Der Transport besteht aus 30 Offizieren und 593 Unteroffizieren und Mannschaften. Die Potsdamer Maurer haben die bisher dort verboten gewesene Attordarbeit der Puzer freigegeben. Dieser für das gesamte Baugewerbe in Bezirk des Potsdamer Tarifgebiets wichtige Beschluß wurde in einer start besuchten und recht lebhaft Unter den Bergleuten der Reviere Zeit- Weißenfels und Meusel Revolutionäres Wetterleuchten. verlaufenen Versammlung gefaßt, nachdem selbst der Verbands- wis regt es sich. Am Sonntag fand in Ludenau bei geit vorsitzende Bömelburg als Referent vergeblich versucht hatte, eine Konferenz der Grubenausschüsse statt. Vertreten Budapest, 16. Januar.( B. H.) In Bilfe kam es anläßlich der Die Gendarmerie mußte durch einen Vermittelungsvorschlag den Beschluß auf Aufhebung des waren 28 Gruben nur einige fehlten durch airta 60 Ausschuß- Richterwahl zu großen Ruhestörungen. Affordverbots unnötig zu machen. Infolge des von dem Bots- mitglieder. Ginberufer war der Gauleiter der Bergarbeiter Dölle fchließlich einschreiten und von der Waffe Gebrauch machen. Hierbei damer Zweigverein beschlossenen Ausschlusses von zwei Buper- Beiß. Anwesend war auch Reichstagsabgeordneter A. Thiele, wurden sechs Personen getötet. Auch die Menge schoß auf die kolonnen, die sich fortgefeßt gegen das Aktordverbot vergangen hatten, ferner mehrere Grubenbeamte. Aus den beantworteten Fragebogen Gendarmen, wobei zwei getötet und zwei vertvundet wurden. Aus war di. Situation fritisch geworden und die Organisationsarbeit an die Gauleitung ging hervor, daß die Löhne der Bergarbeiter der nächsten Ganisonstadt ist Militär nach Bille abgegangen. sehr erschwert. Für die Aufhebung des Beschlusses stimmten des zum Teil sehr gering find, es gibt Schichtlöhne bis zu 2. 1 Bf. halb selbs Gegner der Affordarbeit, nachdem von Bömelburg herunter. Die Behandlung ist nur auf acht Gruben eine einwandim Laufe des Abends die Feststellung gemacht worden war, daß bei freie, auf allen anderen eine schlechte. Gewählt wird nach langen der Demoralisation in den Reihen der Potsdamer Pußer infolge des Diskussionen eine fünfgliedrige Kommission, die in Gemeinsamkeit Petersburg, 16. Januar.( B. H.) Die Stadt Kutis im Kaukasus namentlich von dem Kolonnenführer Deder u. a. ausgeübten ver- mit dem Gauleiter Dölle einen Lohntarif ausarbeiten soll, der in befindet sich in den Händen der Aufständischen; von drei Seiten schleierten Affordsystems an ine ehrliche Einhaltung, des Affordber- allerfürzester Zeit den Grubenverwaltungen unterbreitet wird. Die rücken große Truppenmassen heran, um die Stadt wieder zu bots wohl nicht mehr zu denken sei... Mögen die ernsten Worte, Arbeiter find gewillt, diese Forderungen eventuell mit aller Ent- lerobern. Der Aufstand im Kaukasus. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 13. 23. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 17. Januar 1906. natürlich in keiner Weise geschmälert werden soll, liegt zu einem besondere sind Kriegsgebühren bisher nicht gezahlt. Die Truppen, Widerspruch gegen diese Vorlage kein Grund bor. Wir welche von den Schiffen in Ostafrika requiriert wurden, haben bisher beantragen die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission. Kriegsgebührnisse nicht erhalten. Nach unseren ursprünglichen An Ich wollte nur noch den Wunsch aussprechen, daß, falls an eine schlägen betrugen die Kosten im ganzen 500 000 m. Diese Auf21. Sigung vom Dienstag, den 16. Januar 1906, chrsteuer gedacht wird, die Erträgnisse einer solchen Steuer nur wendungen zu machen, lag in unseren gesetzlichen Befugnissen. nachmittags 1 Uhr. den Invaliden zugute kommen dürften.( Bravo! bei den National- Dagegen waren die Mittel für die Kriegsgebührnisse nicht vorliberalen.) handen. Da die Kriegsgebührnisse noch nicht gezahlt find, brauchen wir auch keine Judemnität zu erbitten. Am Tische des Bundesrats: Kommissare. Erster Punkt der Tagesordnung ist die erste Beratung des Gefegentwurfes betreffend den Serbistarif und die Klasseneinteilung der Orte. Wir Abg. Erzberger( 8.) schließt sich den Ausführungen des Vorredners an. Geh. Legationsrat Seis: Die Regierung hatte bisher noch keine Abg. v. Elern( f.): Wir sind mit der Vorlage ebenfalls einber- Gelegenheit, um die Indemnität des Reichstages zu bitten. Auf Vorschlag des Präsidenten Graf Ballestrem wird standen, würden es aber mit Freuden begrüßen, wenn wir erhebliche sind um diese Indemnität so schnell als möglich eingekommen. Wir hiermit die erste Beratung des Gesezentwurfes betreffend A 5- Mittel dem Reichsinvalidenfonds zuweisen könnten, um ihn noch für mußten doch erst das Material für die Abfaffung eines Nachtragsänderung des Gesezes über die Bewilligung von lange Zeit zu erhalten.( Bravo! rechts.) etats zusammenbringen. Die Ursachen des Aufstandes sind schwer Wohnungsgeldzuschüssen verbunden. Die Vorlage geht hierauf an die Budgetkommission. ficher zu erkennen. Der Gouverneur Graf Gözen stand nie auf Der erste Gesetzentwurf fordert die Erhöhung der Servisbeträge Es folgt die erste Beratung des dritten Nachtragsetats dem Standpunkte, daß ein Aufstand in seinem Schutzgebiete unin den Servisklassen III und IV auf die Säße der Serbisklasse II für das ostafrikanische Schußgebiet in Höhe bon möglich war. Er hat deshalb feit langer Zeit eine neue und Beseitigung des Personalservises. Die andere Vorlage fordert 2407 875. Organisation der Machtmittel des Gouverneurs als Ersatz für die Beseitigung des Personalservises eine Erhörung Stellvertretender Kolonialdirektor Prinz Hohenlohe- Langenburg: bei der Regierung vorgeschlagen. Es war nun unsere Absicht, die der Wohnungsgeldzuschüsse für die Klassen I und A, und außerdem Der vorliegende Nachtragsetat bringt neben den Forderungen, Mittel für diefe Neuorganifation in den ordentlichen Etat eine allgemeine Erhöhung ver Wohnungsgeldzuschüsse. welche die Lage in Ostafrita infolge des dort ausgebrochenen Auf- für 1906 einzustellen. Infolge des Aufstandes aber waren Abg. Itschert( 3.) vermißt in den Vorlagen die notwendige standes verursacht, die Forderung für die Verpachtung der wir gezwungen, die Neuerungen zu beschleunigen, deshalb Konsequenz. Die Trennung des Personalservises von den Wohnungs- usam barabahn. Diese Verpachtung vollzog sich durch Vertrag erscheinen diese Forderungen bereits im Nachtragsetat für 1905. geldzuschüssen ist ja mit Freude zu begrüßen, und ebenso ist mit vom März 1905. Der Wortlaut des Vertrages ist dem Nachtrags- Mir ist nicht bekannt, daß schon früher von einer Missionsstation am Freude zu begrüßen, daß die Wohnungsgeldzuschüsse entsprechend er- etat beigefügt. Der Vertrag wurde abgeschlossen unter dem Vor- Kilimandſcharo ein Bericht über den Aufstand eingelaufen sei, bevor höht werden. Richtiger aber wäre es, auch die Wohnungsgeld- behalt der Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften des Reiches wir von der Verwaltung Kunde erhielten. zuschüsse abzuschaffen und die Gehälter entsprechend zu erhöhen. zu den Leistungen, die eventuell dem Reiche aus dem Vertrage er- Abg. Dr. Paasche( natl.): Der Abg. Erzberger hat den Aufstand Wir wollen uns aber nicht auf diesen Standpunkt festlegen. Doch wachsen. Es ist durch den Vertrag erreicht, daß das Betriebsdefizit, insofern nicht richtig geschildert, als er den Zwangsarbeiten einen zu kann niemand die Klasseneinteilung der Orte, so wie sie besteht, als mit welchem bisher die Verwaltung der Usambarabahn durch das großen Einfluß zuwies. Die Baumwollfultur als solche kann nur gerecht ansehen. Die Wohnungsverhältnisse in Deutschland sind Reich belastet war, aufgehoben worden ist und daß die Hoffnung hier und da Anlaß zu Mißgriffen gegeben haben, diese können aber allgemein unbefriedigend. Große Teile des Volkes, namentlich auch besteht, nach den vorläufigen Ergebnissen des letzten Rechnungs- nicht in erheblichem Maße den Aufstand beeinflußt haben. Ich die Unterbeamten, können nur dadurch ihre Wohnungsmiete auf jahres, es werde für das Reich ein, wenn auch noch nicht großer, gebe zu, daß man vielleicht etwas zu weit ge= bringen, daß fie Untermieter zu sich nehmen. Das bringt große Betriebsüberschuß sich ergeben. gangen ist darin, die Leute zu der Arbeit heranzuziehen. fittliche Gefahren mit sich. Man sollte bei den Gehältern zwischen Der im vorigen Jahre ausgebrochene Aufstand in Dstafrika ist Das System war gut, aber die Ausführung miserabel. Das fommt Junggesellen und Familienbätern unterscheiden. Ich beantrage, die zwar leider noch nicht unterdrückt, immerhin ist es gelungen, den bei uns auch vor.( Heiterkeit.) Ein großer Mangel ist der Borlagen der Budgetkommission zu überweisen. Aufstand auf ein bestimmtes Gebiet zu beschränken. Ich möchte ständige Wechsel der Beamten, zu denen natürlich die Abg. Eickhoff( fri. Vp.): Wir erkennen an, daß die neuen Vor- Ihnen eine kurze Uebersicht über die Geschichte des Aufstandes geben. Reger unter diesen Umständen kein Vertrauen haben können. Ein lagen einen erheblichen Fortschritt bedeuten, aber von einer endgültig Er begann im Juli vorigen Jahres in Kilwa. Mitte Juli begann gewiffer 3wang zur Arbeit muß bleiben. Auch die Kinder werden befriedigenden Regelung dieser Frage kann auch jezt noch nicht die der Aufstand sich auszubreiten. Das Gouvernement hat sofort die doch zur Arbeit angehalten. Mit den Negern muß man ebenso verRede sein. Wir begrüßen die Erhöhung der Servissäge im Interesse energischsten Gegenmaßregeln getroffen. Die Truppen, die an der fahren. Bessere Löhne werden wir in Afrika in Zukunft zahlen der fleinen Städte und des platten Landes. Wir begrüßen ferner Küste standen, wurden nach Kilwa dirigiert. Dann, im August trafen müffen. Die Zauberer spielten bei dem Aufstande zunächst eine die Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse für die Unterbeamten; der weitere schlimmere Nachrichten ein, darunter die Ermordung untergeordnete Rolle. Mit unseren Schienensträngen müssen wir in Reichstag hat eine solche Erhöhung seit langer Zeit gefordert. Auch eines Benediktiner- Bischofs. Die Nachricht von diesem Un die fruchtbaren Gefilde in der Nähe des Kilimandscharo vordringen. ich habe stets gefordert, daß der Wohnungsgeldzuschuß glücksfall hat unzweifelhaft den Mut der Bevölkerung( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) für die unteren Beamten prozentual höher sein muß, als weiter geschürt und hat die Verbreitung des Aufstandes für die mittleren, weil bei den unteren die Wohnungs- gefördert. Das Eingreifen der Mannschaften des Kreuzers„ Buffard" miete einen größeren Bruchteil des Einzelhaushaltes ausmacht, als unter Oberleutnant Baasche hat dann fegensreich gewirkt. Aber der Herr Geheimrat Seiz hat sich vorhin gegen zwei Vorwürfe bei den mittleren. Aber im übrigen bin ich mit meiner Logit gegen Aufstand brach dann wieder an anderen Orten aus, namentlich auch gewehrt. Was seinen ersten Nachweis anlangt, daß es unmöglich über den Vorlagen zu Ende. Ich muß sagen, der Eindruck ist es am Nyassa- See. Glücklicherweise wurde bei dem ganzen Aufstand gewesen wäre, den Nachtragsetat früher vorzulegen, so will ich zuwird fortgewurstelt. Dabei wäre jezt, furz nach der Volkszählung, nur wenig Blut von Weißen vergossen. Der Grund dafür liegt geben, daß er afzeptiert werden kann. Aber der Versuch, nachzuder geeignete Beitpunkt gewesen, die Klasseneinteilung der Orte darin, daß der Aufstand in Gegenden wütete, die noch wenig in weisen, daß Forderungen, die ihrer Natur nach in den ordentlichen grundfäßlich neu zu ordnen. Hoffentlich wartet man aber mit dieser Kultur genommen waren. Der Höhepunkt des Aufstandes war im Etat gehören, hier in den Nachtragsetat aufgenommen worden sind, Neueinteilung spätestens bis 1908, und nicht erst bis 1913, wie es September. Damals stand fast der ganze Süden, d. h. etwa ein ist ihm nicht geglückt. Die Kolonialverwaltung hat zweifellos die jegt heißt. Für einen besonderen Zuschuß für Familienbäter trete Viertel des ganzen Schußgebietes in Aufstand. Absicht gehabt, diese organisatorische Umgestaltung der dortigen Verauch ich ein, obgleich ich Junggeselle bin.( Heiterfeit.) Hoffentlich Doch blieben auch dort wichtige Stämme, vor allem der der Wahehe, waltung in dem ordentlichen Etat zu fordern, sie muß diese tommt bald eine Reform dieser Materie, die den Namen einer uns treu. Das Eingreifen der Marine- Infanterie hat dann den Forderung dann nachher erst künstlich wieder dort Reform verdient.( Beifall bei den Freisinnigen.) Aufstand wesentlich eingeschränkt. Wir schulden dem schnellen Vor- amputiert haben, vielleicht weil sie der Meinung war, daß Abg. v. Elern( t.): Mit der Aufbesserung der Bezüge für das gehen des Major Johannes einen großen Dant. Gegenwärtig ist der sie als Forderung eines in Eile durchgenommenen Nachtragsetats flache Land und die fleinen Städte find meine politischen Freunde Bezirk Daressalaam völlig ruhig, in den benachbarten Bezirken dagegen leichter bewilligt werden würde. Jedenfalls ist es durchaus unatvar einverstanden, aber es find dies ja gerade diejenigen Teile treiben sich noch räuberische Banden umher. Doch wird das Zusammen- zulässig, so weitgehende Forderungen in einen Nachtragsetat aufdes Landes, die unter den Einquartierungen leiden, und wir halten wirken des Major Johannes und des Major Steinmetz diefem Un- zunehmen. Dem Reichstag wird nichts übrig bleiben, als es für viel wichtiger, wenn die Entschädigung für die Natural- wefen hoffentlich bald ein Ende bereiten. Zu einer pessimistischen diese Forderung aus dem Nachtragsetat loszutrennen und verpflegung der Truppen kräftig erhöht wird. Denn die Gelder Auffaffung der Zukunft liegt meines Erachtens kein Grund vor. sie in den Kolonialetat zu verarbeiten, vorausgesetzt, daß dürfen nicht zersplittert werden. Eine allgemeine Erhöhung der Die Macht des Gouverneurs muß freilich dauernd gestärkt er sich überhaupt bon ihrer fachlichen Notwendigkeit überWohnungsgeldzuschüsse um 50 Broz. erscheint uns als vielleicht werden. Namentlich muß die Trennung der militärischen Kräfte zeugen. sollte. Die Kolonialverwaltung ist über die Ur( ettwas zu schematisch. Die Durcharbeitung dieser schwierigen und der Zivilverwaltung durchgeführt werden, weil die bisherige fachen des Aufstandes in Ostafrika auch nach den Provokationen des Materie muß der Kommission überlassen werden. Das Werk muß gelingen, wenn sämtliche Parteien den besten Willen haben. Abg. Ortel( natl.) hält die Vorlagen für wefentliche Verbefferungen gegenüber dem bestehenden Zustande, hält aber die Erhöhung der Bezüge noch nicht für genügend. Der Unterbeamte ist täglich Versuchungen ausgesetzt. So lange er nicht genügend vom Staate bezahlt wird, liegt die Gefahr vor, daß er trop feiner großen Pflichttreue und Vaterlandsliebe gelegentlich einer solchen Berfuchung unterliegt. Ich bewillige alles gern zum Wohle unseres Baterlandes, halte aber die Fürsorge noch nicht für genügend. ( Beifall.) . Abg. v. Derzen( ft.) fürchtet, daß die ganzen Vorlagen scheitern fönnten, wenn man die Ansprüche zu hoch spannt. Außer den Unterbeamten hätten aber auch die sogenannten Subalternbeamten, d. h. die mittleren Beamten in ihren Bezügen aufgebessert werden müssen. Das Bedürfnis ist sehr dringend. wechselseitige Verwendung derfelben Kräfte große Nachteile mit sich gebracht haben. Diese dauernden Ausgaben betragen 982 000., während für einmalige Bedürfnisse 1571 000 M. gefordert werden. Wir hoffen, daß der Reichstag sich diesen Notwendigkeiten nicht verschließen wird.( Beifall rechts.) Abg. Dr. Südckum( Soz.): Herrn Erzberger sehr leicht hinweggegangen. Es ist auffallend, daß die dringenden Warnungen, die der Kolonialverwaltung schon im vorigen Jahre auch durch mich zu Ohren gekommen sind, so leicht behandelt worden sind. Es lag das allerdings durchaus im System Stübel. Durch rechtzeitige Maßregeln hätte es wahrscheinlich verAbg. Erzberger( E.) bekämpft es, daß Ausgaben für dauernde hindert werden können. Daß der Aufstand einen solchen Umfang Bedürfnisse in einem Nachtragsetat aufgenommen find. Der- annahm und so erhebliche Kosten verursachte. Nun hat Herr gleichen gehört doch in den ordentlichen Gtat! In der Rede Baasche uns aus der Fülle seiner oftafrikanischen Erfahrungen bes Brinzen Hohenlohe vermisse ich den Hinweis auf die Ursachen heraus eine Darlegung von den Ursachen des Aufstandes gegeben. des Aufstandes. Soll denn erst der Abg. Dr. Paasche diese Begrün- Er ist aber dabei etwas feiner Neigung zur Schönfärberei verfallen. dung geben? Ich gestehe zu, daß in der Behandlung des Reichs- Herr Erzberger erblickte borhin in der Fronarbeit eine der Ursachen tages durch die Regierung ein kleiner Fortschritt eingetreten ist. Es des Aufstandes, Herr Paasche aber meinte, das könne man doch nicht ist jetzt wenigstens das Gesuch um Indemnitat in die Vor- eigentlich Fronarbeit nennen. Nun ob man das Fronarbeit oder lage aufgenommen worden. Aber solche Gesuche werden allmählich in Erziehungsarbeit oder Zwangsarbeit nennt, darauf kommt es nicht Deutschland billiger wie die Brombeeren.( Sehr richtig! bei den Soz.) an, sondern auf die Sache selbst, und da ist es ganz unzweifelhaft, Gestern hat der höchste Beamte des Reiches es ausgesprochen, daß daß sich die Neger dort betrogen und bestohlen fühlen von den Weißen, Abg. v. Gerlach( frs. Vg.): Auch ich möchte wünschen, eine die Offiziere unter Umständen die Gesetze mit Füßen treten müssen. die sie zur Arbeit genötigt haben. Man hatte ihnen z. B. bei der grundsägliche Reform des Wohnungsgeldwesens fäme fchon jest. Da tönnen wir uns ja freilich nicht wundern, daß auch Bestellung der kommunalen Schampes eine Art Voranschlag gemacht. Auf keinen Fall darf die schreiende ungerechtigkeit, welche die jetzige die Regierung felbft sich über die Verfassung Man hat den Negern nämlich vorgerechnet, wie hoch sich der Ertrag Im Vertrauen Klaffeneinteilung mit sich bringt, bis zum Jahre 1913 bestehen hinwegfest.( Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Das ihrer Fronarbeit wohl gestalten würde. bleiben. Im Rahmen des jezigen Gefeßes muß vor allem auch Budgetrecht des Reichstages wird fortgefeßt verlegt. Das kann darauf haben die Neger dann monatelang in den Baumwolleine Erhöhung der Bezüge für die mittleren Beamten gefordert unsere Partei auf die Dauer nicht ertragen. Die Budgetüberschreitung plantagen gearbeitet; dann sind die Träger mit der Ernte an die werden. Baden ist uns ferner mit gutem Beispiel vorangegangen: durch die Regierung besteht jetzt ein halbes Jahr, während das Haus Küste gegangen, haben die Ernte dort verkauft und das„ Geld" aus Es hat für die Unterbeamten die Bezüge so erhöht, daß, auch sofort oder doch sobald als möglich hätte gefragt werden müssen. dem Erlös zurückgebracht. Aber tatsächlich haben sie kein Geld den ja, das war wenn die gegenwärtige Aufbefferung der Unterbeamten des Reichs Im Sommer hieß es in der Norddeutschen Allgemeinen Beitung", arbeitenden Negern abgeben können, denn das Geld durchgeführt sein wird, die badischen Unterbeamten sich noch die vorhandenen Fonds würden ausreichen. Aus der gegenwärtigen eben bei den Unkosten des Transportes draufgegangen.( Sört! hört! immer sehr viel besser stehen werden. Das muß große Erbitterung Vorlage aber geht genau das Gegenteil hervor. Wie ist dieser bei den Sozialdemokraten.) Damals hat der Abg. Dr. Paasche auch in den Kreisen der Reichs- Unterbeamten hervorufen. Ungerechtigkeiten Widerspruch zu erklären? biel ernster wie jetzt auf die Methoden hingewiesen, durch die man dürfen aber nicht verewigt, sondern sie müssen beseitigt werden. Der Grund des Aufstandes liegt m. E. in der Einführung der die Neger zur Fronarbeit gebracht hat, auf jene Daumenschrauben der ( Lebhafter Beifall links.) Fronarbeit in den Baumwollenplantagen. Muß denn unsere Kolonial- Verwaltung( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) und überAbg. Kirsch( 8.) ist höchst erstaunt, daß man mit der Neu- verwaltung alle Fehler früherer Kolonialmächte nachmachen? Die haupt auf jene ganze verfehlte Politik. Und was find denn das für einteilung der Ortsflafsen bis 1918, also noch sieben Jahre warten Fronarbeit ist aber nicht einmal durch eine allgemeine Verordnung Weiße, die für den Ertrag der Regerarbeit nicht wenigstens so viel wolle. Werden das nun sieben fette oder sieben magere Jahre sein? des Gouverneurs, fondern durch den Uebereifer einzelner Bezirks- bezahlen, daß trotz der Transportunfosten noch genügend übrig bleibt, ( Buruf bei den Sozialdemokraten: magere! Heiterfeit.) Schon im häuptlinge eingeführt. Man sieht wie wichtig unser Initiativ- um die Neger für ihre Arbeit einigermaßen zu entschädigen! Man ift, welcher die Jahre 1904 lagen dem Reichstage sehr berechtigte Petitionen vor, die antrag Vollmacht der Bezirkshäuptlinge hätte damals mit einigen tausend Mart, die man noch daraufund die beschränken fordert, Mitarbeit des Reichs- gezahlt hätte, und die Neger befriedigen können hätte Selasseneinteilung wenigstens einzelner Orte zu ändern. Der Reichstag hat die Empfehlung dieser Petitionen damals nur deshalb mit ge tags in der inneren Gesetzgebung der einzelnen Kolonieen wünscht. so dem Reiche jetzt Millionen ganzen Aufstand, der Das ist geradezu unverantwortlich.( Beifall ringer Mehrheit abgelehnt, weil man erwartete, daß in allernächster Die Erbitterung der Eingeborenen ist noch dadurch gestiegen, daß fostet, bermieden. Beit eine grundsägliche Neuregelung eintreten würde. Hoffentlich ge- die Löhne für die Fronarbeit ganz minimale waren. Sie bekamen für links.). Aber es ist nicht allein dieser Frondienst, der die Es kommen die unzähligen fleinlingt es der Budgetkommission noch, wenigstens einige Ungerechtig- ihre Arbeit teilweise nur 1 bis 2 Pf. pro Tag. Hätte der Reichstag Neger aufgereizt hat. feiten zu beseitigen. genügend Einfluß auf die Kolonialpolitik, so wäre die Einführung der lichen und verkehrten Maßnahmen der einzelne it Was find bas für BeAbg. Burckhardt( Wirtsch. Vg.) schließt sich dem Vorrebner namens Fronarbeit sowie auch die der Hüttensteuer sicher unterblieben. Die Bezirkshauptleute hinzu. feiner Partei vollkommen an. Nechte der Eingeborenen müssen gefeßlich feststimmungen, wenn ein Bezirkshauptmann sich eine Verfügung Abg. Bruhn( Ant.) hält es für einen traffen Widerspruch, wenn gelegt werden, darüber ist sich die große Mehrheit des abringt, nach der die Hütten tadellos weiß angestrichen bie Subalternbeamten nur ebensoviel Wohnungsgeldzuschuß bekommen Reichstages einig. Die Eingeborenen erklären ganz offen: früher sein müssen, und die den Negern verbietet, den Eingang in die sollen wie die Unterbeamten. waren wir die Sklaven der Inder und Araber, jetzt sind wir die Hütten einen Meter hoch über den Erdboden anzubringen, die also Unterstaatssekretär im Reichsschazamt Twele: Die Beratungen Sklaven der weißen Regierung. Uebrigens hat im vorigen Jahre die Neger zwingen will, durchaus Parterre zu wohnen.( Heiterfeit.) innerhalb der Regierung über die Neueinteilung der Drtstlassen sind bereits Herr Abgeordneter Dr. Südefum darauf aufmertiam Die Folge einer folchen törichten Verordnung mußte natürlich die sein, noch nicht auf ein Stadium gekommen, daß wir eine baldige Ein- gemacht, daß ein Aufstand in Ostafrika drohe. Auch ich daß das ganze Negerdorf bei Eintritt der nächsten ( Hört! hört! bringung einer solchen Vorlage in Aussicht stellen fönnten. Ich erwähnte diese Gerüchte. Die Antwort war aber mir ein mit Regenzeit weggeschwemmt wurde. fonstatiere ferner, daß das Reichsschazamt seinerzeit lediglich seine leidiges 2ächeln des damaligen Herrn Kolonialdirektors. Auch links.) Ferner hat man die Neger verhindert, das Jagdrecht ausZustimmung zur Erhöhung der Wohnungsgeldzuschüsse für die Unter- bon Missionaren ist ein Bericht mit solchen Nachrichten beim zuüben. Es ist ja nun möglich, daß an sich eine solche Verordnung beamten ausgesprochen hat. Von den mittleren Beamten war in Kolonialamt eingegangen; es wäre mir interessant, zu erfahren, aus den Verhältnissen heraus gerechtfertigt sein könnte, das kann ich Aber viel dieser Zustimmung nicht die Rede. was mit diesem Bericht geschehen ist. Ebenso bitte ich um Aus- auf die weite Entfernung hin nicht so beurteilen. Hiermit schließt die Debatte. funft, was aus dem Urteil über die Kameruner Beschwerdeführer, schlimmer war die Art und Weise, durch welche man die Neger Die beiden Borlagen werden der Budgettommission das die öffentliche Meinung mit Recht so erregt hat, geworden ist. von dieser Ausnußung ihres Jagdrechtes abhielt. Man zwang sie Weiter müssen wir energisch protestieren gegen die offizielle nämlich einen Jagdschein überwiesen. zu lösen und setzte den Preis Es folgt die erste Beratung des Gefeßentwurfs betreffend die Förderung des Mohamedanismus in Ostafrika. Zum Beispiel ist dieses Jagdscheins so hoch an, daß der Neger dreiviertel Jahre Entlastung des Reichsinvalidenfonds. mohamedanischer Religionsunterricht einige Jahre hindurch in den lang fronden müßte, um einen solchen Jagdschein zahlen zu Weiter find mohamedanische tönnen. Durch ein solches Verfahren war der Neger nicht einmal Abg. Graf Oriola( nati.): Der Invalidenfonds ist von 561 öffentlichen Schulen erteilt worden. ( hört! hört! im mehr im stande, das Raubzeug abzuschießen, so daß die Viehzucht Millionen, feinem ursprünglichen Stande soweit zurückgegangen, daß Moscheen aus Reichsmitteln gebaut worden. er am 1. April 1906 nur noch 187 Millionen betragen wird. Es Bentrum.) Die Schußtruppe besteht fast nur aus Anhängern des schwer leiden mußte. Ein solcher Affefforismus, eine solche törichte folien daher jetzt alle Fürsorgen, die der Reichstag aus diesem Fonds Jelams. Wir sind aber nur bereit, die Kolonialpolitik zu unter Verwaltungspolitik mußte felbst eine so findliche Bevölkerung, wie bewilligt hat, und die nicht bireft mit dem ursprünglichen Zwed ftügen, wenn sie der Ausbreitung der Kultur und des Christentums fie Ostafrifa enthält, zum Aufstand bringen. Ich fann mich zu dem ganzen Kolonialenthusiasmus, zu dieser Kolonialphantasie, wie sie desselben etwas zu tun haben, aus demselben herausgenommen und auf dient.( Bravo! im Zentrum.) zu ben ben allgemeinen Etat übertragen werden. Da die Erfüllung der Kapitän zur See Kapelle: Von den hier geforderten Summen ber Abg. Dr. Paasche besigt, nun einmal nicht befehren.( Buruf bei berechtigten Forderungen der Invaliden aus diesen Positionen der Marineverwaltung ist noch nicht ein Pfennig ausgegeben, ins- den Nationalliberalen: Gehen Sie doch erst einmal hin!) Gewiß, " " Abg. Beltasohn( frs. Wp.) stellt fest, daß der Erfolg des Gefezes ein fläglicher sei; man solle deshalb fernerhin von solchen zwangsmaßregeln in anderen Provinzer Abstand nehmen. Auf eine Anfrage des Abg. Meyer- Diepholz( natl.) erklärt Justizminister Dr. Beseler, daß eine Neubearbeitung des Hannoverschen Höferechts vorbereitet werde. Die Denkschrift wird durch Kenntnisnahme für erledigt Das Haus vertagt sich erklärt. Nächste Sitzung: Montag, den 22 Januar, 11 Uhr.( Interpellation wegen leberwachung katholischer Geistlicher, Novelle zum Snappschaftsgesetz) Schluß 3% Uhr. Parlamentarifches. eman follte wohl eigentlich einmal hingehen, aber ich fürchte, daß ich dem Hohenzollernhause zu vergleichen, das sich durch glänzende p Es folgt die Beratung der Denkschrift über die Ausführung auch dann nicht als Enthusiast zurückkehren werde. Wir werden Pflichttreue bewährt hat. Aber diese Sache hat auch eine ernste des westfälischen Anerbengesetzes vom 2. Juli 1898 in fobald keine vernünftige und menschenfreundliche Beamtenschaft in die Seite, und gerade auf diese hat Herr v. Zedliz es leider abgesehen. den ersten fünf Jahren. Kolonien bekommen. Ich erinnere an Kamerunt. Die unglaubwie jedes Mitglied dieses Hauses habe ich den Eid der Treue auf lichen Zustände sind hier durch die Enthüllungen des Abg. Erz- die Verfassung geschworen und bin gesonnen, ihn zu halten, so berger bekannt geworden und wie matt ist die Stellung der lange ich atme.( Beifall links.) Aber auch der König von Preußen hat Kolonialverwaltung demgegenüber. Von einer solchen Verwaltung den Eid auf die Verfassung geleistet. Herr v. Zedlih wirft mir also fönnen wir nicht erwarten, daß sie den Entschluß faßt, gründlich zu vor, daß ich meinen Eid vergessen hätte und an den Monarchen die ändern und dafür Sorge zu tragen, daß solche Aufstände unmöglich ungeheuerliche Zumutung stellte: auch er sollte seinen Eid vergemacht werden. Wir werden dem Antrage auf Ueberweisung gessen. Nachdem mir Frhr. b. Zedlib diesen Vorwurf ohne einen der Vorlage an die Budgetkommission zustimmen und werden Schatten von Berechtigung gemacht hat, fordere ich, daß er ihn dort die einzelnen Forderungen genau prüfen. Vor allem muß dort klipp und klar ohne Winkelzüge heute zurücknimmt, wenn er auch auch die Begründung gegeben werden, die wir in den uns vor- nur eine Spur von Ehre im Leibe hat.( Lebhafter, langanhaltender liegenden Motiven und in den Reden vom Bundesratstische her Beifall links.) Nach der notgedrungenen Abwehr dieses unerhörten heute so schmerzlich vermißt haben.( Lebhafter Beifall bei den persönlichen Angriffs nur wenige Bemerkungen auf seine fachlichen Sozialdemokraten.) Ausführungen. Wenn Frhr. v. Zedlig klipp und klar erklärt, die Stellvertretender Kolonialdirektor Prinz Hohenlohe: Auf den Reform des Landtagswahlrechts müsse aufgeschoben werden, bis das Tadel, daß wir über die Gründe des Aufstandes noch keinen Bericht Reichstagswahlrecht beseitigt sei, so heißt das: eine Reform bis zum geliefert hätten, muß ich kurz antworten. Schon vor mehreren Nimmerleinstag zu verschieben. Eine unglücklichere Stunde für eine Wochen hat Graf Gözen eine Kommission, bestehend solche Erklärung fonnte Frhr. v. Zedlih wohl nicht finden.( Geaus einem Beamten und zwei Privatleuten eingefeßt lächter rechts.) Für die Erfolge der Sozialdemokratie in nächster Die Budgetkommission des Reichstages beschäftigte sich gestern mit dem Auftrage, sich genau an Ort und Stelle über die Ursachen Zeit wird man mit vollem Recht den Frhrn. v. Zedlich verantwortlich zunächst mit einer Gehalts-( Nepräsentations-) 3ulage im Betrage des Aufstandes zu informieren und die Mißstände, die sich in der machen.( Sehr richtig! links.) Auf der einen Seite hört man das von 14 000 M. für den Reichsschazsekretär. Der preußische Verwaltung ergeben haben, aufzudecken und darzulegen, damit die Wort unsere Zukunft liegt auf dem Wasser" daß es authentisch Landtag hat den preußischen Ministern die gleiche Summe bewilligt. Verwaltung in der Lage ist, Abhülfe zu schaffen. Die Kommission ist, kann ich bezeugen, denn ich habe es bei Eröffnung des Stettiner Die Staatssekretäre sollen nun auch diese Zulage erhalten. Graf hat weite Reisen in das Land zu machen, da der Aufstand haupt- Freihafens selbst gehört. Wenn aber auf der anderen Seite ver- Bofabowsky begründete die Forderung mit dem Hinweis, daß sächlich in solchen Gebieten ausgebrochen ist, in welche langt wird, dem Volfe zu geben, was des Volkes ist, dann heißt es: die Gehälter der Staatssekretäre im Vergleich zu ihren Stellungen Die Kultur noch nicht gedrungen ist. Ich hoffe, daß Ja, Bauer, das ist etwas anderes!"( Beifall links.) Er freut mich, sehr bescheidene seien, und weit hinter den Bezügen z. B. der die Arbeit möglichst rasch erledigt wird. Der Gouverneur auszusprechen, daß nach meiner Ueberzeugung gerade die Presse in französischen Minister zurückstehen. Ohne Privatvermögen komme ift angewiesen, einen möglichst ausführlichen Bericht zu ihrem entschiedenen Kampf und ihrem Eintreten für die Selbst- ein Staatssekretär faum durch. Vom Zentrum wurde beantragt, schicken und auch unabhängige Privatleute zu Wort kommen verwaltung unter der Mitarbeiterschaft hervorragender Personen ein die Bewilligung der Zulage bis nach Erledigung der Steuervorlagen zu laffen. Die Regierung wird nicht verfehlen, von dem Ergebnis Maß von Entschiedenheit und Sachkunde entwickelt, die im Interesse zurückzustellen, man müsse doch erst wiffen, wie die Finanzierung Der Untersuchung Mitteilung zu machen, unserer Schule und Selbstverwaltung gar nicht genug anerkannt des Etats vor sich gehen werde. Im Verlaufe der Debatte wurde Abg. Frhr. v. Richthofen( t.) verteidigt das Vorlegen eines Nach werden können.( Lebhafter Beifall links.) Freiherr von Rhein- darauf hingewiesen, durch das gleichzeitige Tagen der Budget- und tragsetats, das allein dem Rechte des Reichstages wie dem Be- baben hat mir den Vorwurf gemacht, daß ich von der Parlaments- Steuerkommission seien Kollisionen unvermeidlich. Die Budgetdürfnis einer schleunigen Geldbeschaffung gerecht werden könne. tribüne den Monarchen apostrophiert hätte. Soll das denn etwa fommission wisse ja gar nicht, ob und in welchem Umfange neue Etatsüberschreitungen, tägliche, dauernde, seien nur zu vermeiden, den Männern, die hier ein Mandat vom Volke haben, versagt sein? Steuern bewilligt werden, fie also Mehrforderungen im Etat tenn man der Kolonialverwaltung endlich einen reichen In jedem Deutschen lebt doch noch etwas von dem Geist, der in gewissermaßen auf gut Glück bewilligen müsse. Der Zentrums Dispositionsfonds zur freien Verfügung stellte. Besseres Immermanns" Münchhausen" zum Ausdruck kommt, wo es heißt, antrag wurde mit 12 gegen 12 Stimmen abgelehnt; die beiden Material zur Begründung der Forderungen müsse aller- der Deutsche gehe, wenn er in Not sei, zu seinem König. Der freisinnigen Mitglieder, Müller- Sagan und Eickhoff, dings dem Reichstage vorgelegt werden. Hoffentlich hole die preußische König ist doch kein Dalai- Lama. Wir dürfen uns durch stimmten gegen einander. Bei der nun folgenden Regierung in der Kommission das Versäumte nach. Die Beamten den formalen Firlefanz des Ministers nicht beirren lassen, sondern Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern bekämpfte in den Kolonien müßten sofort dauernd angestellt werden, und das müssen hoffen, daß Preußens König nicht zu denen stehen wird, die Abg. Südekum, daß aus Reichsmitteln Aufwendungen für mit sehr auskömmlichem Gehalt, um eine gewisse Permanenz, ein im Widerspruch zu der Gerechtigkeit ein schweres Unrecht ver- Institute, wie den Verband der Spiritusfabrikanten, längeres Verweilen an einem Drte zu erreichen. Alles übrige werde teidigen.( Lebhafter Beifall lints.) zu Versuchs- und Ausstellungsziveden gemacht werden. Ein Antrag sich in der Budgetkommission finden.( Beifall rechts.) Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Ich nehme dem Vorredner des Abg. Erzberger, der Reichsfanzler möge in eine Prüfung einAbg. Erzberger( 3): Wenn eine Budgetverlegung stattgefunden den Ausdrud: formaler Firlefanz" nicht übel, meine aber, daß treten, inwieweit sich eine Verminderung bezw. Vereinfachung hat, so ist es gleichgültig, ob es sich dabei um 100 M. oder um Herr Broemel den Ton mehr verschärft hat, als nötig war.( Sehr der statistischen Arbeiten ermöglichen lasse, wird von den 10 Millionen Mark handelt. Neubildungen in der Organisation dürfen wahr! rechts.) Mit ihm erkenne ich an, daß gottlob in unserem abgg. Schöpflin und Ledebour, teilweise auch vom Grafen in keinem Falle durch einen Nachtragsetat erfolgen. Daß Herr Volfe noch das Gefühl lebt, beim König Recht zu finden. Aber gerade Pojadowsky bekämpft; von ersteren deshalb, weil die Annahme des Dr. Paasche die Fronarbeit heute so milde beurteilt hat, überraschte deshalb wollen wir den Thron nicht hineinziehen in den Wahlrechts- Antrages sehr leicht, sogar wahrscheinlich zu einer Einmich sehr. Er hat sehr viel Wasser in den Wein gegossen, den er streit. Deshalb halte ich meine Auffassung in jedem Punkte aufrecht. schränkung der sozialpolitischen Statistiť führen könne. Der im Dezember vorführte. Er hat damals in seinem außerparlamen-( Lebhafter Beifall rechts.) Antrag wurde gegen die sozialdemokratischen, freifinnigen und antitarischen Vortrag sich weit präziser und schärfer ausgesprochen als Abg. v. Arnim( f.): Das Sozialistengesetz ist sehr zu meinem femitifchen Stimmen angenommen. Die Forderung von 200 000 m. hier angesichts der Regierung. Auf meine Beschwerden über die Bedauern aufgehoben. Daher erklärt sich die maßlose Agitation für den Ausbau der Hohfönigsburg im Elsaß führte zu Bevorzugung des Mohammedanismus ist mir nicht einmal eine Ant- der Sozialdemokratie. Diese zeigt sich so recht in einem Artikel der einer recht interessanten Debatte. Abg. Süde tum bekämpfte die wort zuteil geworden. Wird das bisherige System des Tot- Leipz. Volksztg." über die Vorgänge von 1848.( Redner verliest Forderung, die nur bezwecke, die bisher noch verschonten Partien schweigens seitens der Verwaltung fortgesetzt, so werden wir die den Artikel.) Mir scheinen die Maßregeln für die Wahlreform, an der Ruine Hohkönigsburg auch noch zu verschandeln und eine Konsequenzen beim Etat zu ziehen wissen.( Bravo! im Zentrum.) welche die Staatsregierung vorschlägt, sich in dem richtigen Rahmen alte interessante Ruine einer 2a une zuliebe verschwinden zu Abg. Dr. Paasche( natl.): Die Auslassung des Herrn Erzberger, zu halten. lassen. Für den Grafen Posadowsky, der sich für den Bau als ob ich heute, angesichts der Regierung" nicht so scharf gesprochen sehr ins Zeug legte, ist die ausgebaute Hohkönigsburg ein werthätte, muß ich mir durchaus verbitten. Im übrigen tann ich ervolles nationales Element, gewissermaßen der äußere Stempel, den flären, daß ich von dem, was ich in meinem damaligen zweistündigen das Deutsche Reich auf die Wiedergewinnung von ElsaßBortrage ausgeführt habe und was ich heute nicht alles wiederLothringen drücke. Im Interesse der Wiedergermanisierung holen wollte, nicht das geringste zurücknehme. der Reichslande werde die ausgebaute Burg von großem Minister des Innern v. Bethmann- Hollweg: Auf die Wahl- Vorteil sein. Dieser Auffassung trat Abg. Ledebour entgegen. rechtsfrage bitte ich, mir ein Eingehen zu erlaffen. Ich würde nur Gewährung voller politischer Rechte und Freiheiten an die Elsaßtheoretische Ausführungen für meine Person machen können, die die Rothringer sei das einzige Mittel, sie zu gewinnen, nicht aber Angelegenheit nicht fördern würden. Die Presse und die übrigen Burgen; ebensowenig wie jemand behaupten könne, der PatriotisBarteten möchte ich aber bitten, nicht mit der Sozialdemokratie zu mus der Berliner Bevölkerung werde durch die Halskragen fofettieren, wie es leider geschieht; denn dadurch werden in erhitzten Architektur" bei den Denkmalsbauten gefördert. Abg. Prinz Hirnen schlimme Bewegungen hervorgerufen.( Beifall rechts.) v. Arenberg rügte es scharf, daß trotz der früheren bündigen Die aus den baltischen Provinzen zu uns kommenden Deutschen Zusicherung der Regierung, der Bau dieser Burg erfordere werden wir mit der größten Gastlichkeit aufnehmen.( Rebhafter" nur" 1,4 Millionen Mart, jetzt 850 000 m. mehr gefordert Beifall.) werden. leber die neue Forderung hinaus werde das Zentrum Abg. Frhr. v. Zedlit( ft.): Die Worte des Abg. Broemel auf feinen Fall gehen. Mit dem Bau des Kaiserschlosses konnten, wenn sie überhaupt einen Sinn haben sollten,( Heiterkeit) in Straßburg sei an dieser Stadt eine Realinjurie berübt nur bedeuten, daß mit Hülfe des Monarchen über die gesetzliche worden; man habe damit den Auswurf des deutschen Landesvertretung hinweggegangen werden solle. Wenn Herr Architekturgeschwaders nach Straßbung gesezt. Broemel dies heute bestreitet, so sagt er damit, daß seine früheren In der weiteren Verteidigung der Höhfönigsburg ließ Graf Ausführungen keinen Sinn hatten.( Heiterkeit rechts.) ( Heiterkeit rechts.) Danach Bojadowsky die Bemerkung fallen: Den Versuch, die Archibin ich selbstverständlich bereit, den gegen ihn erhobenen Vorwurf tektur des Straßburger Schloffes zu verteidigen, zurückzunehmen.( Seiterkeit rechts.) Sie( nach links) sind es ge- unternehme er nicht. Mittwoch Fortsetzung der Bewesen, die die Sozialdemokratie groß gezogen haben.( Sehr richtig! ratung.rechts; Rufe links: Fürst Bismarck!) Lehren Sie mich nicht Fürst Bismard kennen!( Sehr gut! rechts.) Solange man die SouDie Finanzreform- Kommission hielt gestern ihre erste Sigung ab. veränität des Proletariats stabiliert, kann sich die Linke über das Der Vorsitzende Büsing machte den Vorschlag, wöchentlich vier Abg. Dr. Südelum( Soz.): Ich freue mich, daß Herr Paasche Vorgehen der Sozialdemokratie nicht wundern. Das Mittel dazu Sigungen stattfinden zu lassen und zwar vom Dienstag bis Freitag, die Ausführungen, wie er sie in seinem neulichen Vortrag gemacht ist die Einführung des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts. wogegen fein Widerspruch erfolgte. Ferner wurden folgende Borhat, heute noch besonders unterstrichen hat. Etwas anderes war So find Sie( nach links) mit dieser Forderung die Vorfrucht der schläge des Vorsigenden über die geschäftliche Behandlung nicht meine Absicht. Dagegen muß ich mich dem Protest des Herrn Sozialdemokratie.( Langanhaltender Beifall rechts, Bischen und der Vorlagen ohne jede Debatte akzeptiert. Es werden zivei Borredners gegen die letzten Ausführungen des Herrn Paasche durch- Lärm links.) Lesungen vorgesehen in folgender Reihenfolge: a) Festsetzung des aus anschließen. Eine Nation, die Männer wie Leist, Wehlau Abg. Broemel( frf. Vg.): Frhr. v. Bedliß hat wieder gezeigt, durch neue Steuern aufzubringenden Betrages; b) Beratung bis zu Buttkamer unter ihren Kolonialbeamten aufzuweisen daß er das Interesse seiner Partei über das des Vaterlandes stellt der Regierungsvorlagen; c) Beratung der eventuell hat, hat durchaus teine Ursache, sich so in die Brust zu werfen und( Beifall links) und mir unehrenhafte Motive untergeschoben. Diese Kommission gemachten Vorschläge; d) das Mantelgesetz. bor allemt steht es einem Vertreter dieser Nation nicht an die Art vergifteter Beschuldigung gehört zu der Politik des Frhrn. Für die Regierungsvorlagen soll je ein Referent und ein Korreferent Kolonialbeamten anderer Staaten so allgemein herabzusehen. v. Zedliß.( Lebhafter Beifall links.) Solche Verleumdungen... für die Kommissionsberatung bestimmt werden. Diese zu ernennen ( Glode des Präsidenten.) bleibt den Fraktionen überlassen. Sch bin aber auch viel in anderen Kolonien herumgekommen und muß denn doch konstatieren, daß unsere deutschen Beamten turmhoch über den Beamten aller anderen Kolonien stehen.( Unruhe links.) Sowohl in den englischen wie französischen und spanischen Kolonien, selbst bei den sanften Mynheers kommen Unterschlagungen inter den Kolonialbeamten vor, wie sie bei uns nicht zu verzeichnen sind. Stellvertretender Kolonialdirektor Prinz Hohenlohe- Langenburg: Zu der Anfrage über das Kameruner Urteil möchte ich bemerken, daß ich mir vorbehalte, darüber Mitteilung zu machen, fobald es vorliegt. Wie schon in der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wurde, soll das Urteil mit dem nächsten Dampfer aus Stamerum eintreffen. Sobald es vorliegt, wird der Sache die ernsteste Aufmerksamkeit geschenkt und nichts ver heimlicht werden. Abg. Gothein( frs. Bg.): Die Ehrlichkeit unserer Kolonialbeamten hat ja wohl niemand bezweifelt. Dagegen müssen wir lebhaft dagegen protestieren, daß Abg. Dr. Paasche hier so allgemeine und schwere Beschuldigungen gegen die Stolonialbeamten fremder Staaten erhoben hat.( Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Diese Art und Weise, Steine gegen fremde Staaten zu werfen, kann unmöglich dazu beitragen, uns im Auslande beliebt zu machen. Abg. Dr. Paasche( natl.): Ich habe mur, um Vorwürfe gegen unsere Beamten abzuwehren, darauf hingewiesen, daß wir ehrliche Beamte haben und fein Pfennig in unrechte Hände kommt. Das ist sehr wertvoll, denn bei der englischen Ngumelabahn sind von 120 Millionen Mart 40 in falsche Hände geraten. Ich konstatiere auch nochmals, daß in den spanischen Kolonien es jeder Beamte für feine Pflicht hält, sich zu bereichern auf Kosten der Gesamtheit. Es sind mir Beispiele von holländischen Beamten bekannt, die bei einem Gehalt von 10 000 m. fich in wenigen Jahren 200 000 gespart haben.( hört! hört!) Die Vorlage geht an die Budgetfommission. Es folgt die Beratung des Nachtragsetats für Südwestafrika. Das Wort erhält unter den fortgesetzten Rufen nach Bertagung der Abg. Erzberger( 3.), derselbe erklärt, daß er auf das Wort berzichte und Ueberweisung an die Budgetkommission beantrage. ( Heiterkeit.) Präsident Graf Ballestrem: Das wollte ich soeben auch vorgeschlagen. Die Vorlage geht an die Budgetkommission. Das Haus vertagt sich. Nächste Sigung: Mittwoch 2 Uhr.( Anträge der Abgg. Graf Nächste Sigung: Mittwoch 2 Uhr.( Anträge der Abgg. Graf Hompesch( 8.) und Bassermann( natl.) betreffend Fahrgelder und freie Eisenbahnfahrt der Abgeordneten.) Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. Dienstag, den 16. Januar, vormittags 11 Uhe Justizminister Dr. Beseler: Der Abg. Dr. Wiemer hat gestern eines Gnadenerlasses gedacht und hierbei angedeutet, daß dieser Er laß noch mit der Amtstätigkeit meines Amtsvorgängers in Verbindung stehe. Ich möchte darauf bemerken, daß die Verantwortung dafür lediglich von mir zu tragen ist. Vizepräsident Dr. Krause: Solche Vorwürfe dürfen Sie nicht erheben. Das ist nicht zulässig. Abg. Broemel( fri. Vg.) fortfahrend: Es ist auch nicht zulässig, daß jemand eine andere Partei verleumdet.( Sehr richtig! links.) Ich will noch bemerken, daß ich mein Urteil über Frhrn. b. Zedlig nach seinen Beschuldigungen und Schmähungen...( Glode des Präsidenten.) rechts.) Bizepräsident Dr. Krause: Diese letzten Worte perstoßen gegen die Ordnung des Hauses, ich rufe Sie zur Ordnung.( Bravo! b. Zedlis aufrecht.( Beifall links.) Abg. Broemel: Jedenfalls halte ich mein Urteil über den Frhrn. nachzuweisen, daß die Polenpolitik der Regierung verfehlt sei. Abg. Graf Praschma( 3.) sucht an Beispielen aus Schlesien Abg. Pallaske( f.) fordert Gleichstellung der Gerichtssekretäre Lehrer. in der der Referenten vorgesehenen Fraktionen ist die folgende: Die Reihenfolge der Regierungsvorlagen und die zur Ernennung steuer: Referent Konservativ, Korreferent Zentrum. 3. Zabat- und 1. Hauptgesetz: Referent Zentrum, Korreferent Freifinn. 2. Brau Bigarettensteuer: Referent Nationalliberal, Korreferent Sozialdemofratie. 4. Frachtbriefsteuer: Referent Sozialdemokratie, Korreferent fratie. 4. Frachtbriefſteuer: Referent Sozialdemokratie, Korreferent Wirtschaftliche Vereinigung. 5. Fahrkartensteuer: Referent National Konservativ, Korreferent Nationalliberal. 7. Quittungs- 2c. Steuer: liberal, Korreferent Freisinu. 6. Frachtfahrzeugesteuer: Referent Referent Wirtschaftliche Vereinigung, Korreferent Sozialdemokratie. 8. Erbschaftssteuer: Referent Zentrum, Korreferent Konservativ. Zum Berichterstatter für das Hauptgefeß für das Plenum wurde Müller- Fulda bestimmt, unter Vorbehalt weiterer Beschlußfassung über die Spezialberichterstattung. Nach Erledigung dieser Geschäftsordnung bemühten sich der Reichsschatzsekretär b. Stengel und sein Unterstaatssekretär mit den Verwaltungssekretären, Besserstellung der Amtsanwälte und wele, in sehr langen, reich mit Zahlen gespickten Reden den Abg. De Witt( 8.) spricht sich im Sinne des Vorredners aus. Nachweis zu führen, daß die geforderten neuen Steuern das Abg. Dr. v. Dziembowski( Pole): In den polnischen Provinzen allergeringste sind, was die Regierung fordern müsse, und einer Gesetzesverlegung ergibt sich eine andere. Das ist der Fluch in ihren Voranschlägen berechnet habe, durchaus nicht am Blaze sei. wie die Regierung mehr herausspringen, als Preußens werden fortwährend Gesetz und Verfassung verlekt. Aus daß die bei der Generaldebatte geäußerte Befürchtung, es fönne der bösen Lat- wie Goethe fagt( Beifall bei den Polen; Rufe: Denn wenn dies wirklich der Fall sein sollte, daß einige Millionen Das ist ja von Schiller! Große Heiterkeit.) Minister des Innern v. Bethmann- Hollweg: Ich könnte mit mehr einkommen sollten, so werde man dafür schon Verwendung derselben Wärme und ebenso mit Dichterworten wie der Abgeordnete finden, und wenn sonst zu nichts, so doch zur Schuldentilgung. b. Jadzewski für den Anschluß an die polnische Sprache, so für den Anschluß an das deutsche Vaterland eintreten.( Lebhafter Beifall rechts.) Damit schließt die Generaldebatte über den Etat. Nach persön= lichen Bemerkungen der Abgg. rhr. v. 3edli( ft.), Broemel Am Ministertisch: b. Bethmann- Hollweg, Dr.( frs. Vg.) und von Jadzewski( Pole) wird der Etat der BudgetBeseler, Freiherr v. Rheinbaben. tommiffion überwiesen. Die erste Beratung des Etats wird fortgesetzt. Es folgt die erste Lesung des Gesetzes betr. die Gewährung von Abg. Broemel( fri. Vg.): Ich muß mich gegen eine Beschuldi Wohnungsgeldzuschüssen an die unmittelbaren Staatsgung wenden, wie sie hier im Hause seit den achtziger Jahren vorigen beamten. Der Entwurf bezweckt eine Erhöhung des WohnungsSahrhundert niemals erhoben ist, indem Frhr. b. Zedlitz behauptete, geldzuschusses um 50 Prozent für die Unterbeamten, die einen Mehrich hätte die Aufforderung zum Staatsstreich an den Monarchen ge- aufwand von 8 234 913 90darf erfordert. Nach einer Befürwortung richtet und dies mit dem pinweis auf die Napoleoniden bekräftigte. Der Vorlage durch die Abgg. Fund( fri. Bp., Fritsch( natl.), Ich verkenne nicht, daß diese Bemerfung eine recht fomische Seite b. Seyfing( f.) und Frhrn. v. Reblik( ft.) geht die Vorlage hat; denn er bringt es fertig, die eidbrüchigen Napoleoniden mit an die Budgetkommission Der langen Reden kurzer Sinn war nur der: Die Schulden sind da und werden weiter riesig anwachsen, wenn nicht für die gleichfalls fortwährend sich steigernden neuen Ausgaben neue Steuern bewilligt werden. Da sich der Reichsschapsekretär wie auch sein Unterstaatssekretär auf Anfrage bereiterklärten, ihre Mehrbedarfsnachweise drucken zu laffen und der Kommission als Material zur Verfügung stellen zu wollen unter der Bedingung, das als Anlagen beizugebende Zahlenmaterial diskret zu behandeln, beschloß die Kommission unter Berzichtleistung auf die Zahlentabellen, die Verteilung des sonstigen schriftlichen Materials aus dem Reichsichazamt abzuwarten und nach Eingang desselben erst wieder zusammenzutreten. Für besseren Schutz der Bauarbeiter tritt eine dem Reichstage zugegangene Petition des Zentralverbandes christlicher Bauhandwerker und Bauhülfsarbeiter Deutschlands ein. Die Petition fordert, Um eine einheitliche Regelung des Bauarbeiterschußes, fei es durch Reichsgesetz oder durch eine Bundesratsverordnung, herbeis zuführen, fordert die Petition: 1. eine Verschärfung und Erweiterung der Unfallverhütungsvorschriften und der sanitären und sittlichen Anforderungen für Bauten und Bauplätze; 2. die Ueberwachung der Baubetriebe und Bauplätze ist den Gewerbeinspektoren zu übertragen und find für diese Ueberwachung Bauarbeiter in geeigneter Weise mit heranzuziehen; 3. die Beschäftigung von weiblichen Personen auf Bauten und Bauplägen ist zu untersagen; 4. in den Lehrplänen der Baugewerkschulen und der gewerb lichen Fortbildungsschulen ist der Bauarbeiterschuß als Unterrichtsgegenstand aufzunehmen; jedenfalls aber find Vorträge über den selben zu halten. Hus der Partei.W nur baß die Regelung des Bauarbeiterschutzes unter allen Umständen würde Onkel Bräfig sagen, aber das Stück wird noch besser. 1 100 000 Tonnen Kohle hat das rheinisch- westfälische Verbands. für das ganze Reich einheitlich erfolgen soll, da das jetzige System Grefutor Stengel erwartet gesteigerte Ausgaben für Bier, fyndikat angeblich in England bestellt, um die eingegangenen Ver der lokalen Baupolizeiverordnungen unhaltbar sei. Die Regelung Tabak und sei eine dringend notwendige, da die Zahl der im Baugewerbe be- anderen Fakultät rät aber zur Sparsamkeit, da die verLuxusfahrten, der Cheffollege von der Pflichtungen auf dem Auslandsmarkt erfüllen zu können. schäftigten Personen sich zurzeit auf weit über 11 Millionen beKonzentration in der Hannoverschen Erdölindustrie. Wie ver laufe, die Zahl der durch Unfall hervorgerufenen Todesfälle im Bau- flirten neuen Handelsverträge nicht die Fleisch lautet, steht die Bildung einer großen Aftiengesellschaft bevor. Die getverbe betrage aber mehr als ein Fünftel aller im gewerblichen und Brotrationen zusammenschrumpfen lassen, sondern auch fleinen Unternehmer sollen alle fufioniert werden. Die Hannoversch Leben überhaupt durch Unfall herbeigeführten Todesfälle. die Einnahmen schmälern, weil Handel und Wandel Westfälischen Erdölwerke sind zu einem Preise von 4 886 000 M. in ins Stocken gerät. Und während der Hoffnungsvolle Stengel den Besitz der Internationalen Bohrgesellschaft übergegangen. lachender Himmelsbläute sich erfreut, deutet sein Kollega mit vielsprechender Geste zu verdunkelnden Wolfen hinauf.„ Dat Soziales. is noch een Stück!" horchten des Volkes Boten auf die prophetischen Worte des sich in der Beschaffung ausländischer Arbeiter unter einander Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Ausländische Arbeiter. Die Landwirtschaftskammern machen Herrn Rheinbaben, als er durch seines Geistes leuchtendes lebhafte Konkurrenz. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Blitzen die Situation erhellend, die„ Gläubigen" erkennen ließ, Brandenburg hat Filialen ibres Arbeitsnachweises zur Bedaß man unter böser Leitung die Konjunktur verkennend, die schaffung von galizifchen, ruthenischen, slowakischen, Industriewerte biel zu hoch einschätzt. Der Respekt der russischen und füdungarischen Arbeitern in Myslowig, fommandierenden Generale im Reiche der Großindustrie war Neuberun und in Annaberg, Kreis Ratibor( Preußisch- Dderberg) bisher schon nicht sonderlich groß, den Herren Kirdorf, Thyssen, errichtet. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Schlesien Stinnes, Haniel, Lueg und Genossen kann ein simpler Minister, erklärt, daß sie im Interesse der schlesischen Landwirte" nicht raten sonst was.... Die neue Leistung Rheinbabens dürfte solche könne, diese Vermittelungsstellen in Anspruch zu nehmen. Sie warnt nicht im Juteresse der heimischen Arbeiter und der Wertschäzung noch erhöht haben, denn es war der Herren Heimischen Arbeit. Vielmehr begründet sie ihren guten Rat damit, Möller und Rheinbaben glorioje„ Hibernia"-Aktion, welche die daß fie zu Bedingungen, die für die Arbeiter noch ungünstiger find, Ueberschäzung der Industriewerte hervorrief. Es gibt immer jede Quantität Ausländer liefern könne. Sie offeriert Galizier, noch eine Menge Leute, die jedes ministerielle Lallen als einen Suthenen und Slowaken: Männer für einen Monats bon Göttern eingehauchten Drakelspruch bewerten. Je ver- Lohn von 20, während der Ernte sechs Wochen lang 22 Mart, ständnisloser das Lallen, desto machtvoller war jedenfalls die& rauen, Mädchen und Burschen werden um 3 m. billiger begöttliche Inspiration. Und als des langen Möllers Werben rechnet. Tagelohn 80 Pfennig pro Februar/ März, 90 Pf. um die schöne Hibernia" bekannt wurde, da stürzten die Lieb für April/ wai, 1 W. für Juni/ September. 90 f. für Oftober/ Februar und 1,10 m. für vier Wochen Ernte. Frauen, Mädchen und haber von allen Seiten heran. Jede höhere Einschätzung der Burschen offeriert sie um 15 bis 20 f. billiger. Hibernia" durch den feurigen Liebhaber rief gesteigerte Naturalien soll ferner den galizifchen, ruthenischen und südLiebeswut auf der ganzen Linie der Dividendenbuhler hervor. ungarischen Arbeitern pro Person und Woche gewährt werden: So schnellten unter der Patenschaft Rheinbabens die der Mann 10 Pfund Brot, der Bursche oder das Weib" 8 Pfund Surfe der Industriepapiere in die Höhe wie noch nie. Brot, außerdem je 1 Pfund Neis, 1 Pfund Erbsen, 50 Pfennige 1 Pfund Schweinefett, 25 Pfund Kartoffeln, Mit großem Mißbehagen erkannte ministerieller Scharfblick die Fleischgeld, Berlin, den 12. Januar 1906. den Konsum schädigende, die ganze Volkswirtschaft bedrohende, Liter Magermilch( Liter täglich), Pfund Salz, Pfund. An unsere Verbände und Einzelmitglieder! berderbliche Ueberschätzung der Konjunktur, die Blindheit iehl zum Einbrennen. Ferner ist freie Wohnung- wie diese be schaffen sein soll, wird nicht vorgeschrieben mit nach Geschlechtcrn Das internationale Bureau der sozialdemokratischen Partei gegenüber des sicher einsehenden Rückschlages. Schleunigst getrennten Schlafräumen, freie Feuerung und für jede Person eine hat einen Aufruf erlassen, welcher die angeschlossenen Parteien schloß der Minister der öffentlichen Arbeiten mit den Strohmatraße und eine Schlafdecke verlangt. Die Arbeitszeit aller Länder auffordert, den Sonntag, den 21. Januar cr., oder industriellen Verbänden Lieferungsverträge auf Grund- foll von 5 ihr morgens bis 7 Uhr abends einschließlich der ortsMontag, den 22. Januar cr., durch Versammlungen und lage von Hochkonjunkturpreisen ab und blizz üblichen Baufen betragen. Ueberstunden sollen an Männer Straßendemonstrationen zu feiern. Wenn auch anzunehmen ist, daß die deutschen Arbeiter ihre schnell hinterher folgte die ministerielle Prophezeiung von mit 15, an Mädchen, Frauen und Burschen mit 10 Pfennigen Versammlungen usw. am Sonntag, den 21. Januar cr., abhalten Wirtschaftswetter, er kündete damit sinkenden Preis an. Dat bezahlt werden. Die Bedingungen, unter denen Russen von der schlesischen werden, so wäre es doch nicht ausgeschlossen, daß war erst recht en Stück. Aus der Ferne schaut der lange stammer ausgeboten werden, enthalten unter den Naturalien Gruppen von Arbeitern in einzelnen Bezirken Möller nun den Extratouren seiner ehemaligen Kollegen zu forderungen nur 25 Pfund Kartoffeln und 32 Liter Mager auch am 22. Januar cr. nicht zur Arbeit erscheinen. Er darf vergnügt sein, wenn sich das Gerücht bewahrheitet, milch. An Tagelohn beanspruchen die Russen, die Für diesen Fall bitten wir, diejenigen Arbeiter, welche am nach welchem er bei seinem Salto aus dem Ministersessel sanft übrigens Affordlohn vorziehen sollen: Männer mindestens 22. Januar von der Arbeit fernbleiben sollten, wie die Teilnehmer und weich auf einem Divan im Direktorium oder im Aufsichts- 1,50 M., starke Burschen mindestens 1,20 M., Frauen, an der Maifeier als ftreifende Arbeiter zu betrachten. rate der Firma Krupp landete. Mädchen und schwächere Burschen mindestens 1,00 M., Vor. arbeiter bezw. Aufseher größerer Kolonnen 20 bis 50 Pf. täglich mehr als der Männerlohn beträgt. Während der Ernte( 4-6 Wochen) Arbeiter um 50 Pf. erhöht sich der Lohn der starken Burschen" um je 40, der übrigen Die Scharfmacher im Kampfe fürs Dreiklassen- Unrecht! Der 21. Januar hat es auch den deutschen Scharfmacherberbänden angetan. Wo die Militärverwaltung und die Polizeibehörden sich in schneidigem Kampfe gegen die Arbeiter schaft mit„ Ruhm" bedecken wollen, da darf auch das industrielle Scharfmachertum nicht fehlen. In welcher Geistesverfassung sich die Herren vom Schlot und Geldsack gegen. wärtig befinden, davon legt folgender Ufas des BucckKonfortiums ein geradezu klassisches Zeugnis ab. Er lautet: Verein deutscher Arbeitgeberverbände. J.-Nr. 20. Demgemäß bitten wir Sie, Jhren Mitgliedern hiervon Mitteilung zu machen beziv. selbst davon Kenntnis zu nehmen, damit ein einheitliches handeln ermöglicht wird. Verein deutscher Arbeitgeberverbände. " An Eine Verstaatlichung. Wenn der Staat als Käufer auftritt, dann So auch bei der jegt unternommenen gibt's jedesmal gute Beute. Hochachtungsvoll Aktion zur Verstaatlichung der Kaligewerkschaft Hercynia". Nach dem Zu noch billigeren Bedingungen werden südungarische Haben die Leutchen eine Ahnung! Als ob die organisierte im Reichsanzeiger" veröffentlichten Kaufgebot bietet der Staat deutsch sprechende Arbeiter ausgeboten. In dem Angebot Arbeiterschaft sich auch nur eine Sekunde um solchen Wisch einen Staufpreis von 30 Millionen Mark in bar, zahlbar am heißt es:" Gestellt werden Männer, Frauen und Mädchen zu gleichen fcheren würde, wenn sie wirklich beabsichtigte, auch am 30. Juni 1906. Im Januar stand der Kurs der Kure noch auf Prozentiäßen, Burschen sind wenig oder gar nicht zu haben. An 22. Januar nicht zur Arbeit zu erscheinen!" Soviel follten 22 500, er schnellte mit Auftauchen der Verstaatlichungsgerüchte bis Tagelohn beanspruchen: Männer: vom 1. Februar bis 1. Juni die Herren von den Arbeitgeberverbänden doch schon allein auf 28 000 am Montag empor, so daß den legten Befigern noch ein mindestens 1,00 M., vom 1. Juni bis 1. Ottober mindestens 1,10 M., aus dem bisherigen Verlaufe der Maifeier gelernt haben, Plus von 2000 M. in den Schoß fällt. Die Kure find aber fast vom 1. Oftober bis 1. Februar mindestens 0,90 m., während der Ernte 4-6 Wochen mindestens 1,50 M. Frauen, Mädchen und Burschen: daß, wo die Arbeiter wirklich den Willen zu feiern alle in festen Händen, die Inhaber schlucken einen guten Happen. vom 1. Februar bis 1. Juni mindestens 0,70 m., vom 1. Juni bis hatten, sie sich auch durch alle Aussperrungsbrohungen Uebrigens verbleibt den Gewerken auch noch die Ausbeute bis 1. Oftober mindestens 0,80 M., vom 1. Oftober bis 1. Februar des Unternehmertums nicht davon abhalten ließen. Wenn 1. Juli d. J., ebenso verbleibt ihnen eine Summe von 600 000 2. mindestens 0,60 M., während der Ernte 4-6 Wochen mindestens aber die Maifeiermaßregeln der Arbeitgeberorganisationen Rücklagen, also nochmals 600 m. pro Stur. Für 1904 betrug der 1,20 M. Für leber stunden: Männer 15 Pf., Frauen, Mädchenr immer noch als ein Ausfluß des industriellen Herren- Anteil der Gewerkschaft am Absatz des Stalifynditats rund 240000 Doppel- und Burschen 10 Pf. Naturalien pro Person und Woche: dünkels und eines progigen Machtbewußtseins erschienen, sentner. Per 1905 wurde pro Kuy eine Ausbeute von 1800 M. erzielt, seit 3 Liter Magermilch, 20 Pfd. Kartoffeln, 8 Bfd. Brot, 1½ fb. so präsentiert sich dieser Januar- Ufas dagegen als ein überaus 1896 wurde für jeden Kur eine Gesamtausbeute von 15 750 M. Mehl, 1 Pfd. Erbsen, 1 Pfd. Neis, 1 Pfd. Fleisch oder 60 Pf., tlägliches Angstprodukt. Schlotternde Angst vor dem was gezahlt. Hercynia" ist das einzige Staliunternehmen, welches zwei 1 Bfd. Schmalz oder 50 Pf. und 1 Bfd. Salz. Vorarbeiter werden auch kommen könnte, spricht aus jeder Zeile, wenn auch nach außen Schächte besitzt. Wie behauptet wird, sei einer der leitenden Ge- gestellt, die Tagelöhne derselben sind etwas höher als die der Männer. Die Reisekosten," heißt es weiter in dem Angebot von hin ein gewisser Anschein der Schmeidigkeit erweckt werden soll. banken bei der Verstaatlichung der gewesen, den Zusammenbruch Menschenware,„ von der Heimat bis zur preußischen Grenze tragen Jedoch die Herren mögen sich beruhigen: Die Arbeiter lassen des Kalisyndikats, bessen Bestand wegen starker Differenzen aus die Arbeiter selbst, sind einzelne dazu außerstande, so werden diese fich weder durch Schneidigkeit noch durch Angst in ihren Maß- Anlaß der Beteiligungsansprüche immer in Gefahr schwebte, zu von uns verauslagt und den Arbeitgebern in Rechnung gestellt, nahmen beeinflussen. Sie bemitleiden höchstens jenie Leute, verhindern. Man wird nicht fagen können, daß der Staat ein welche fie wiederum ben Arbeitern bei der lesten die aus banger Sorge um ihren Geldsack ebenso überflüssige schlechter Zahler ist, wenn er mit Stapitalisten zu tun hat, wollte er 2ohnzahlung in Abzug bringen. Bur Sicherstellung der dem Arbeitgeber aus der Beschaffung der Arbeiter entstandenen wie wirkungslose Anweisungen an ihresgleichen ergehen lassen. nur, feinen Arbeitern gegenüber etwas Noblesse zeigen. Koften ist derselbe berechtigt, bei der Lohnzahlung während der ersten Ihre staatsbürgerlichen Rechte allerdings werden sie sich nicht Ridgang des Ziegelsteinabsatzes. Trotz der im allgemeinen guten acht Wochen wöchentlich 3 M., zusammen 24 W. als Kaution einschmälern lassen- am allerwenigsten durch Aussperrungs- Bautonjunttur im verflossenen Jahre ist der Absatz des rheinischzubehalten, die erst beim ordnungsmäßigen Abgange der Arbeiter drohungen. westfälischen Ziegeleisynditats auf rund 340 Millionen Steine, gegen auszuzahlen find. Bei Monatslöhnen wird der Sohn der ersten rund 424 Millionen im Jahre 1904, zurückgegangen. Für den Aus- drei Monate zur Hälfte ein behalten." Sowohl der Abzug der Polizeiliches, Gerichtliches ufw. fall können sich die Ziegeleifabrikanten bei den aussperrungsluftigen Reisekosten vom Lohn wie die Einbehaltung von Lohn widersprechen Das letzte Opfer des Russenprozesses wird am 16. Januar den Unternehmern, welche durch ihr Herr im Hause- Spielen das Bau- dem Reichsgesetz(§ 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches). Was verKerker verlassen. Es handelt sich um den Genossen Mertins- geschäft auf lange Wochen brach legten, bedanken. schlägt das der Landwirtschaftskammer? Tilsit, der seine dreimonatige Gefängnisstrafe ver Daß bei den jämmerlichen Löhnen, dem Gefühl der Rechtlosigkeit, eines der wenigen Gewerbe, dessen Ausblick auf das neue Geschäfts- gesundheitsgefährdenden Behaufungen und der nicht zum Bleiben Spielwarenexport im Jahre 1905. Die Spielwarenindustrie ist den Ausnahmegefeßen gegen die ländlichen Arbeiter, den miserablen jahr durch die Veränderung der zollpolitischen Beziehungen zum einladenden Behandlung viele Ausländer die Arbeitsstätten so bald Auslande gar nicht oder doch nur recht wenig beeinflußt wird. Diese wie möglich verlassen werden, sieht das halbamtliche Drgan für Tatsache wird um so angenehmer empfunden, als der Auslands- Arbeitsvermittelung wohl voraus. Es erklärt sich deshalb zur„ einabsag der deutschen Spielzeugindustrie fich von Jahr zu Jahr ein maligen Erfasstellung frei Grenze für alle innerhalb 4 Wochen nach größeres Feld erobert. Zu dem befriedigenden Geschäftsverlauf im sem Arbeitsantritt fontrattbrüchig werdenden Leute bereit, wenn der Jahre 1905 hat denn auch die Erportfähigkeit viel beigetragen. Vor Arbeitgeber den Kontrattbruch innerhalb 3 Tagen anzeigt, die Ausallem in den Bereinigten Staaten von Amerika erfreuten sich deutsche weispapiere der Leute einsendet und nachweist, daß er seinen Spielfachen während der letzten Jahre einer start wachsenden Betontrafilichen Verpflichtungen den Arbeitern gegenüber gegenüber nach liebtheit, die hauptsächlich der Sonneberger Industrie zugute kommt. gekommen ist". Der Gesamterport Deutschlands betrug in den ersten elf Monaten der Jahre Doppelzentner 1000 Mart büßt hat. Die Genossen in Tilsit werden dem„ Sträfling" einen würdigen Empfang bereiten. Die neueste Sozialistenheze treibt, wie uns aus Mecklenburg geschrieben wird, ihre Wellen auch schon nach dort hin. So erschien am Sonnabendnachmittag der Erste Staatsanwalt beim Landgericht Schwerin in der Wohnung des dortigen Kreisvertrauensmannes der fozialdemokratischen Partei, um in Begleitung mehrerer Polizisten Nachforschungen nach dem Inhalt dreier Stuttgarter Palete an zustellen, die unserem Genoffen am 7. d. M. von der Reichspoft aus geliefert seien. Flugblätter gegen das mecklenburgische June parlament wurden nirgends gefunden, statt dessen begnügte sich der Erste Staatsanwalt mit der Beschlagnahme von 86 Eremplaren des letzten Wahren Jakob", 13 des Süddeutschen Postillon", 2 Heften von Freien Stunden" und einem Heft Hohenzollern- Legende". " Hus Induftrie und Handel. Ministerielle Unstimmigkeiten. 1903 1904 1905 • • • 322 219 338 386 363 531 52 577 59 143 62 275 Die Ruffen, Galizier und Slowalen sind durchweg römischkatholisch, die Südungarn meistens evangelisch und deutsch sprechend, die Ruthenen griechisch- katholisch, polnisch und ruthenisch sprechend. Damit diese Leute nicht zu viel Feiertage beanspruchen, gibt der Arbeitsnachweis der schlesischen Arbeitskammer ausdrücklich Zu bedauern sind die armen ausländischen Arbeiter, die nach Deutschland verlockt werden, um den deutschen Arbeitern in den Rüden zu fallen, und die sehr bald sich weit fort von Ostelbien sehnen werden. Schmachvoll ist die Möglichkeit, daß Landwirtschaftsfammern in amtlichen und nichtamtlichen Blättern und durch Zu schriften menschliche Arbeitskraft zu solchen Bedingungen anbieten fönnen. Aus der Frauenbewegung. Die Wertsteigerung gegenüber 1903 beträgt fast 20 Broz. Nach bekannt: Außer an Sonn- und Feiertagen haben die römisch- und den Vereinigten Staaten von Amerika wurden 1905 zirka 27 000 griechisch- katholischen Arbeiter das Recht, nur an folgenden römischDoppelzentner oder annähernd 30 Broz. Spielzeug mehr ausgeführt katholischen Festtagen zu feiern: 14. Juni( Fronleichnamfest), als 1903. Nächst Amerika ist Belgien neuerdings ein wichtiger Ab- 29. Juni( Peter und Paul), 15. Auguſt( Mariä Himmelfahrt), belehren nehmer für Erzeugnisse der deutschen Spielwarenindustrie; im Jahre 8. September( Mariä Geburt), 29. September( Michaelis), 1. NoDie Regierungsvertreter argumentieren und m staatsretterischer Weisheit oft so, daß die Regierung mit 1905 wurden über 40 Proz. Spielwaren mehr nach Belgien aus- vember( Allerheiligen)." vor meinen geführt als im vorhergegangenen Jahre. Die Bedeutung FrankBezug auf sie sagen kann: Rette mich vor Preußens Finanzminister hat die für ihn reichs für die deutschen Spielzeugerporteure hat dagegen nach gelassen. ebensowenig ehrenvolle, als für das Volk angenehme Aufgabe Folge der Wirren in Rußland. Die österreichischen Bündhölzchen übernommen, des Reiches Finanznöte durch Eingriff in die Taschen der Armen zu mildern. Der arme Teufel, der bei fabriken find in Bedrängnis geraten, weil der Eingang des zu ihrer einer Pfeife Kanaster Qualität 6, bei einem Glase Bier Fabritation notwendigen russischen Efpenholzes fast vollständig ins lufullischen Freuden, ausschweifender Verschwendung frönt, Stoden geraten ist. Die Produktion ist start eingeschränkt worden; soll mehr Steuern auf des Vaterlandes Altar opfern, und für der Preis erfuhr Herauffezung um 5 Stronen pro 100 Pad. jede Lurusfahrt auf der Eisenbahn, Abteil 4. Güte in Dunst Die Portland- Zementfabrit in Oppeln fann für 1905 bei 260000 Die Frauen in der Waisenpflege. Wie den Lefern des„ Vorund Dualm und Stank und Dred, soll der vergnügungs- Mart Abschreibungen 14 Proz. Dividende verteilen gegen 10% Proz. wärts" bekannt sein dürfte, find in Berlin in der Waisenpflege fo süchtige Proletarier und die verschwenderische Proletarierin im Vorjahre bei 225 000 Mart Abschreibungen. wohl wie in der Armenpflege Frauen im Ehrenamte thätig. Bis Iciften. Steuerbuße Ist Herr Stengel, der in Submissionsblume. Aus fast allen Branchen der Eisenindustrie in den legten Jahren war das Mißtrauen gegen die Mitarbeit der Meisters Namen feines ein sprach, Bote der wird über Häufung der Aufträge berichtet. Eigenartig illustriert Frauen auf diefen Gebieten ziemlich allgemein. Unsere Spießbürger heiligen Nemesis, die das Volk für Sünde und Schande werden solche Stimmungsbilder durch folgende Nachricht: Das in den Waisen- und Armenkommissionen führten alle möglichen und züchtigt und es auf den Weg der Tugend und Enthaltsamkeit städtische Wasserwerk in Dortmund hat die fofortige Lieferung und unmöglichen Gründe gegen die Tätigkeit der Frauen ins Feld. Dem zurückführt? Bewahre! Diese Rächer zehren von der Sünde", Aufstellung einer zirka 800 PS Wasserhebemaschine ausgeschrieben. Drängen der Frauen gelang es aber doch, den Widerstand zu durchsie spekulieren darauf, daß die„ Ausschweisungen" sich) mehren, zwischen der höchsten und niedrigsten Forderung stellte sich hierbei brechen. Es sind Frauen jetzt auch auf diesen Gebieten tätig und daß sie wachsen, blühen und gedeihen. Herr Stengel rechnet eine Preisdifferenz von 130 800 m. herans, indem die Firma Haniet zwar mit beftem Erfolge, wie auch die Armenvorsteher, die utr 1. Lueg in Düsseldorf ein Submissionsgebot von 265 400 m. abgab, sprünglich unsere Gegner waren, amtlich attestieren mußten. Auf aus, daß, wenn die böse Vergnügungssucht", die Ver- während die Gutchoffnungshütte in Oberhausen ihre Forderung auf eine Rundfrage der Armendirektion an die Vorsteher, wie ſich die schwendung" und die Schlemmerei" des Volfes, alles das, 134 600 M. gestellt hatte. Die Gutehoffnungshütte würde demnach Mitarbeit der Pflegerinnen bewährt habe, lauteten die betreffenden was er mit Buße belegt, sich nicht steigere, des Staates Be- für den von Haniel u. Lueg geforderten Preis zwei Maschinen Antworten durchweg 84 unseren Ginisten, ja zum Teil stand und Herrlichkeit gefährdet fei. ,, Dat is en Stüc", liefern wurde sogar zugestanden, daß die Frauenarbeit in vielen " " Fällent Befruchtend auf die Gesamtarbeit der Kommissionen ge Recherchen auch bestimmte Pfleglinge zugewiesen, in deren Angelegen-| pflegerinnen in einer Versammlung, die am 12. Januar stattfand, wirft hat. Es wird dadurch nut bestätigt, was für uns heiten sie alles zu erledigen haben. Die Waifenpflegerin hingegen nach einem Referat des Frl. v. Welczeck beschlossen, sich zu einer ganz selbstverständlich ist: Die Veranlagung der Frau, ihr feineres, fann zu feiner Selbständigkeit kommen. Sie hat nur Recherchen freien Bereinigung zusammenzutun. Es ist zu erwarten, daß durch wärmeres Empfinden, ihr weicheres Gemüt und nicht zum geringsten für den Waisenrat zu machen, ferner erhält sie günstigsten diesen Zusammenschluß es den Waisenpflegerinnen bald möglich sein ihr flarerer Blid und praktischer Sinn bei Dingen, die die Häuslichkeit Falles einige Kinder in den ersten Lebensjahren zur Be- wird, ihre Tätigkeit in den Kommissionen zum Besten der ihrer und die täglichen Sorgen betreffen, machen fie für Hülfeleistungen aufsichtigung überwiesen. Das heißt, diesen Kindern fann fie Obhut anvertrauten Pfleglinge ersprießlicher zu gestalten. Bemerkt geeigneter wie den Mann. Während nun für ganz Berlin bisher auch feine rechte Helferin sein; denn Hülfsquellen stehen ihr über sei hierzu noch, daß die Waisenpflegerinnen anderer Städte wie nur zirta 30 Armenpflegerinnen in rund 300 rmenkommissionen gute Ratschläge hinaus direkt nicht zur Verfügung. Will sie ein München und Charlottenburg sich fchon längst organisiert haben. tätig sind, haben wir in den zirka 240 Waisenkommissionen schon Kind dem Waisenhause zuführen oder ihm unentgeltlich Milch ver- Die Berlinerinnen folgen hier einem guten Beispiel. K. W. zirfa 500 Waisenpflegerinnen. Wir ersehen hieraus, daß den Frauen schaffen, so muß inumer erst ein Antrag beim Armenvorsteher gestellt die Aemter in den Waisenkommissionen viel leichter zugänglich sind werden. Die Waisengelder zahlt der Herr Waiseurat" mit Vor- Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterflaffe. Montag, den als in den Armenkommissionen. Das läßt sich wohl zum größten liebe felbst aus. Es bleibt so der Frau nur die Tätigkeit eines 22. Januar, abends 81 Uhr, in den Arminhallen, KommandantenTeil daraus erklären, daß die Armenpflegerinnen ein viel aus- besseren Laufburfchen für den Waisenrat übrig. Darum stellt man straße 20: Vortrag von Eduard Bernstein über das Thema: gedehnteres Tätigkeitsfeld haben als die Waisenpflegerinnen. Sie auch Waisenpflegerinnen so leicht ein. Um nun den Einfluß der Materialistische Geschichtsauffassung und das moderne Geschlechtsbekommen wie ibre männlichen Kollegen neben den üblichen Frauen in der Waisenpflege zu bergrößern, haben die Waisen- leben. Gäste willkommen. " Orts- Krankenkasse Neuestes Unternehmen der Gegenwart! Eröffnung Mittwochnachmittag 3 Uhr Fensterbesichtigung sehenswert! Internationales Kommissions- u. Lagerhaus Rosenthalerstr. 9 ( Eckhaus) Eröffnung Heute nachmittag 3 Uhr. Enorme Billigkeit! Durch unser einzig dastehendes System sind wir in die Lage versetzt, noch nie Dagewesenes zu bieten. 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Eine Antwort auf die Artikelserie der Stölnischen 8tg.": Die heutige Sozialdemokratie 1,- M. Feste der Festlosen. Hausbuch weltlicher Predigtschwänke von Kurt Eisner 2,50 M. Die Hämmer dröhnen. Gedichte bon Franz Diederich 1, M. Die berühmten Frauen der franzö fischen Revolution 1789-1795. Mit 9 Porträts von Emma Adler geb. 6,- M. Sonntage eines großstädtischen Arbeiters in der Natur von Kurt Grottewiß mit einem Vorwort von Wilh. Bölsche brosch. 60 Pf. geb. 1,-. Die Prostitution als foziale Klaffenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung von Paul Kampffmeyer 75 Pf. in besserer Ausstattung 1,50. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Blutarmut Bleichsucht, Nervenschwäche, Blutstockungen usw. beseitigt vollkommen Reichel's Malzeisenpulver Reichlich blutbildend, schwache Nerven stärkend und enorm Appetit anregend. Wirkt bel Kindern Wunder! Wahrhaft überraschende Erfolge. Dose Mk. 1.25. Uebl. 3 Dosen Mk. 3.75 hier frei Haus. Versand nach auswärts. 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Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hülfskaffen- Kongreß. Im großen Saale des Gewerkschaftshauses traten gestern früh Sie Bertreter von 291 eingeschriebenen sowie auf Grund landesSie Bertreter von 291 eingeschriebenen sowie auf Grund Landesrechtlicher Vorschriften errichteter Hülfskaffen zusammen, um Stellung au nehmen zu dem Entwurf eines Gefeges über die Sülfstasien. Simanowski- Berlin eröffnete den Kongreß und begrüßte denselben namens der Zentrale für das deutsche Krankenkassenwesen und der Zentralkommission für die Krankenkassen von Berlin und Bororten. Es gelte hier, einen von der Regierung gegen ein System, das sich für die verficherte Arbeiterschaft als fegensreich erwiesen habe, geplanten Schlag abzuwehren. Das Hülfskaffengebiet fönne man mit einem blühenden Kornfeld vergleichen, in dem sich eine Anzahl Disteln und anderes Unkraut befinden. Um das Feld zu reinigen, wolle man e& nun einfach abmähen, statt das Unkraut einzeln auszureißen. den Mittwody, 17. Januar 1906. Es nahm dann namens der anwesenden sozialdemokratischen einen Damm entgegenzusehen; aber deshalb ist es nicht nötig, die freien Hülfskaffen unter die Diktatur des Reichsaufsichtsamtes zu Reichstagsabgeordneten Abg. Frohme- Hamburg das Wort zu bringen. Wir wollen kein Hehl daraus machen, daß wir auch mit einer Ansprache. Er und seine Kollegen hätten sich an den Debatten schuldig sind, daß die Schwindelkassen einen so großen Umfang nicht beteiligt, weil sie sich nicht nachsagen lassen wollten, daß sie die genommen haben. Wir haben es an der nötigen Aufklärung Stellungnahme des Stongresses beeinflußt hätten. Er wisse, daß fehlen lassen. Redner wendet sich dann gegen die Forderung der hier nicht alle Teilnehmer Sozialdemokraten seien.( Sehr richtig!) rechnerischen Gutachten des Entwurfes. Das solle zur Sanierung Der Stongreß habe die Tendenz der Vorlage gang richtig aufgefaßt. dienen, werde aber nichts weiter als eine Schita nierung der Diese Tendenz gehe dahin, dem staatlichen Bureaukratismus gewisse freien Hülfstassen sein.( Lebhafte Zustimmung.) Wenn der Ent- Stonzessionen zu machen, die sich nicht vereinbaren lassen mit dem wurf Gesetz werden sollte, sei es mit der Selbstverwaltung vorbei. Prinzip der Selbstverwaltung, mit den Interessen der Arbeiterschaft Das Gesetz sei in dieser Form unannehmbar.( Beifall.) und der großen Masse des Mittelstandes, der in erheblichem Maße Barthel- Offenbach Barthel Offenbach stellt sich als Vertreter fleinerer an den Hülfstassen beteiligt fei. Die Schwindellassen seien in der Iändlicher Hülfstassen vor, die sich jahrzehntelang großartigen Erscheinung des Hülfstassenwesens nur eine Neben fegensreich bewährt haben, nicht bloß für Arbeiter, sondern auch erscheinung. Die Ablehnung der Beteiligung des Reichsamtes bes für kleine Handwerker. Die Regierung verstehe es Innern werde bei den Arbeitern einer günstigen Eindruck machen. meisterhaft, unzufriedenheit zu fäen. Selbst unter ganz meit rechts( Sehr richtig!) Wenn es sich um Zünftler, Großindustrielle usw. ftehenden Mitgliedern finde man das Vorgehen der Regierung un- Handele, da verfehle die Reichsregierung nie, mit den berufenen begreiflich.( Beifall.) Interessenvertretern Fühlung zu nehmen. Anders, wenn es sich Berufsgenossenschaften beständen ja auch auch sehr biele Heinrich Wolff Dambach veriveist auf die tautschukartige um Arbeiter handele. Redner schließt mit dem Versprechen, daß Mißstände. Db man da wohl auch zu einer solchen Fassung vieler Bestimmungen des Entwurfes. seine Fraktion mit Entschiedenheit für das Prinzip der Selbstvers Radikaltur schreiten werde? Wir wissen, daß diefes Darnowski- Hamburg( bom Deutsch- nationalen waltung eintreten werde.( Anhaltender stürmischer Beifall.) Gesetz den Vorsturm bildet und daß bald der Hauptangriff and Iungsgehülfenverband) spricht sein Bedauern Hierauf erstattet Brühne- Frankfurt a. M. den Bericht der gegen die Drtskrankenkaffen nachfolgen werde.( Lebhafte Zu Es sind auf dem stimmung.) Wenn man dem Kassenwesen helfen wolle, dann sollte aus, daß man die beteiligten Kreise nicht vorher gehört habe. Der Mandatsprüfungskommission. man gegen die Betriebs-, Jnnungs- und andere kleine Krankenkassen Entwurf sei von demselben Geifte getragen wie die Krankenkassen- Kongres vertreten 291 Stassen mit 850 000 Mitgliedern in erster Reihe vorgehen. Denn diese sind der größte Hemmschuh, novelle von 1903, die auch schon beabsichtigte, die freien Hülfskaffen und 243 Delegierten. Die Stommission habe sich bei Durchdaß sich die Versicherungsgesetze zum Gegen der versicherten Arbeiter- nur noch als Zuschußkassen zu dulden. Es wäre richtig, den Ent- ficht der Statuten eingelner großer Kassen über die Art, wie sie die schaft entfalten. Die Betriebskrankenkassen werden aber nach jeder wurf zu benennen:" Entwurf zum Begräbnis der freien Hülfs- Selbstverwaltung auffassen, wundern müssen. Da sei in Altona Richtung hin protegiert. Gegen dieses Vorgehen müssen wir energisch lassen".( Seiterkeit.) wir aber wollen alles aufbieten, um dem die große Sülfstaffe Germania", bei der es im Statut heißt:" Die Vorstandsmitglieder werden auf fünfzehn Jahre ge= protestieren. Man sollte sich doch vergegenwärtigen, welche lang Entwurf selbst ein Begräbnis zu bereiten.( Beifall.) Man müsse sich Klarheit über die wählt."( Lachen.) Die Staffe habe 284 000 Mark Einnahmen und wierigen Prozesse die Verletzten mit den Berufsgenossenschaften Stimmung im Reichstage schaffen. Nach seinen Informationen 38 000 Mark persönliche und 20 000 Mark sächliche Ausgaben, also führen müssen, um zu ihrem Rechte zu kommen. Haben nicht die freien Hülfskaffen ihre volle Schuldigkeit getan? Das hat ja auch sei man über die Vorlage unter den Reichstagsvertretern geteilter 24 Prozent der Einnahmen.( Bfui! Schwindel!) Die Kommission die Regierung in der Begründung der Vorlage Meinung. Mehrfach sei man der Ansicht, daß die freien Hülfs habe einstimmig beschlossen, diese Staffe nicht zuzulassen.( Stürmischer zum Zeil anerkannt. Dann sollte man auch die Konsequenzen lassen ihre Pflicht erfüllt haben und daß es nichts schaden fönne, Beifall.) Den gleichen Antrag stelle die Kommission bezüglich der daraus ziehen und nicht, um die Schwindeltassen zu beseitigen, wenn sie von der Welt verschwinden. In diesen Kreisen sollte man großen Vereinskasse Altona", die bei 34 000 Mart einfach mit den ganzen freien Hülfskaffen tabula rasa( reinen Tisch) aber nicht übersehen, daß über die Leiche der freien Hülfskaffen Einnahmen 13 000 Mart Ausgaben im letzten Jahre hatte, fowie machen. Wir wollen hier unsere Meinuing unverblümt zum Ausdruck der Weg zur Beschneidung des Selbstverwaltungsrechtes der Orts- der Kasse Bittoria" in Altona. bringen. Hoffentlich finden unsere Wünsche bei Regierung und frankenkassen führe.( Zustimmung.) Barust- Berlin bringt eine Reihe Punkte im Entwurf zur Reichstag Beachtung.( Stürmischer Beifall.) Schaad Altona teilt mit, daß die einberufende Kommission Sprache, welche seiner Ansicht nach zur Benachteiligung der Ber Einladungen an das Reichsamt des Innern, an das taiserliche sicherten dienten. Der Entwurf zeige, wie die Regierung gewillt Aufsichtsamt und die Reichstagsfraktionen gerichtet habe. Vom ist, den sozialpolitischen Starren im Dred steden zu laffen. Die Staatssekretär Graf Posadowsky ist die Antwort Arbeiter müssen aufgeklärt werden, damit sie wissen, welcher Art eingegangen, daß er davon absehen müsse, sich vertreten zu lassen, die soziale Fürsorge der Regierung für sie ist. Aus diesem Grunde daß er aber, falls ein Bericht über die Verhandlungen erscheinen müssen wir die energischste Propaganda gegen den Entwurf entfollte, dessen Einsendung gern entgegensehe. Das faiserliche falten.( Lebhafter Beifall.) Aufsichtsamt für Privatversicherung erwiderte kurz, daß es sich bersagen müsse, der Einladung Folge zu leiften". Bon den Reichstagsfraftionen war nur die sozialdemokratische vertreten. Es waren anwesend die Abgg. Frohme- Hamburg, Mahlte Flensburg- Apenrade, Fräßdorf- Dresden, Stadthagen Berlin, Lesche Hamburg. = Bei der Bildung des Bureaus wurden zu Vorsitzenden gewählt: BIume Hamburg, Feurig Dresden und Scha ad- Altona, zu Schriftführern: Deifinger- Hamburg, Hud- Altona und Schulze Offenbach. " = bekannten Auslassungen des Geheimen Regierungsrats Hoffmann Thomas- Dresden hätte gewünscht, daß seinerzeit gegen die von den Kassenorganisationen energischer Protest erhoben worden wäre. " Die Versammlung beschließt, diese drei Rassen. nicht zum Kongreß zuzulaffen. Achtermeier Braunschweig beantragt, auch die Klasse hönig" in Altona, die 34 Prozent Verwaltungskosten im letzten Jahre hatte, auszuschließen. Grenz Altona bittet von dieser Maßnahme abzusehen, da es gelungen fei, die Verwaltung nach dem Tode des auf Lebenszeit gewählten früheren Vorsitzenden jetzt in solide Bahnen zu leiten. Nach längerem Für und Wider wird die Stasse" Phönig" zue gelaffen. Die Verhandlungen werden dann auf Mittwoch früh vertagt. Deutsche Heimarbeit- Ausstellung. Wenn der gesetzliche Schuh, der den Fabrikarbeitern zu teil wird, fich nur auf ein äußerst geringes Maß beschränkt, so stehen die Arbeiter den Ausbeutungsgelüften der Unternehmer und den mit ihrer Arbeitsmethode verknüpften vielfachen Schäden und Fährlichfeiten fast ohne gefehlichen Schuh gegenüber. So oft die Forderung: Schuh den Heimarbeitern erhoben wird, tönt uns aus dem Munde der Gegner eines durchgreifenden Arbeiterschutzes die Phrase entgegen, die Gewerbeaufsicht dürfe sich nicht bis in die Säuslichkeit und in die Familie bes Arbeiters erstrecken. Nach der Ansicht dieser Leute muß also die Arbeiterschutzgesetzgebung Halt machen an der Schwelle des Arbeiterheims, welches in den meisten Fällen Küche, Wohn- und Schlafstube( unter Umständen auch Strankenstube) und Werkstatt in ein und demselben Raume birgt. Nicht immer find die Regierung und die Herrschenden Klassen von so zarten Rücksichten auf das Heim und die Familie des Arbeiters befeelt. Der Steuerfistus zum Beispiel überschreitet ohne jede Rücksicht die Schwelle der dürftigen Behausung auch des ärmsten Arbeiters, er seßt sich mit ihm zu Tische und heischt seinen Tribut von jedem Stüdchen Brot, von jedem Körnchen Salz, das in der Familie des Arbeiters genossen wird. Wenn wir aber verlangen, daß die Heimarbeiter vor übermäßiger Ausbeutung geschützt werden, daß der Profitgier des Unternehmertums, die sich ja den Hein arbeitern gegenüber in ganz besonders unverschämter Weise be merkbar macht, ein wenn auch nur schwacher Damm entgegengesetzt werde, dann proflamiert man auf jener Seite die Unberleglichkeit des Arbeiterheims, das durch keine Art von Schutzbestimmungen ein wenig von dem sozialen Elend befreit werden darf. An der Schwelle des Arbeiterheims soll die Arbeiterschutzgesetzgebung Halt machen. Das Unternehmertum weiß sich die Schußlosigkeit des HeimAchtelmeier: Die freien Hülfskaffen erfüllten eine hohe foziale Aufgabe. Da sie in der Arbeitslosigkeit erkrankten Ar beitern die Krantenunterstützung auszahlten, feien sie gleichzeitig auch Arbeitslosenunterstüßungs- und soziale Wohlfahrtskaffen und entlasten die Armentassen der Gemeinden. Hoffentlich beachte man das bei der Beratung im Reichstag. Hühnlein Frankfurt a. M.: Als Vertreter einer Hierauf besprach 8affte Hamburg( Zentralfrankenkasse der Schuhmacher) eingehend den Gesezentwurf, zu dem von der einen ländlichen Hülfskaffe tönne er versichern, daß Kommiffion eine Dentschrift für den Reichstag ausgearbeitet ist. selbst in den ganz schwarzen Kreisen des Taunus 3affle fritifiert die Gesetzesvorlage. Selbstverständlich sind wir durch die Vorlage große Erregung hervorgerufen gegen die Schwindellaffen. Das Gesetz hätte sehr gut so umgestaltet worden sei. Mit dem Verschwinden der Hülfskaffen werden zahl werden können, daß es die Schwindellassen traf und die freien reiche Leute insbesondere auf dem Lande der Armenunterstüßung Sülfstaffen nicht hemmte. Schon vor der letzten Abänderung des zur Last fallen. Die Vorlage bedeute einen schweren weißgriff Gesetzes im Jahre 1903 bestanden solche Schwindellaffen und die der Regierung und müsse, wie einst die Zuchthausvorlage, bura Regierung hätte fchon damals die Pflicht gehabt, gegen dieselben den Sturm der Entrüstung im Lande weggefegt werden.( Beifall.) Gudeknust- Ronsdorf: Während man sonst bei Borlagen einzuschreiten. Eine Schwindellaffe sei an besonderen Merkmalen ohne Iweiteres zu erkennen. So lasse sich der Leiter derfelben auf Lebens- vorher die Interessentenkreise anhöre, habe diesmal vollständige zeit anstellen, den Mitgliedern fehle die Gelegenheit, an der General Stille geherrscht. Die freien Hülfstassen hätten Mitglieder aus allen verfammlung teilzunehmen, die Verwaltungskosten sind ungeheure, Barteien bis zu den Konservativen. Das mögen sich die AbBegationen bei Berfolgung der Mitgliederansprüche ist Tür und Tor geordneten gefagt sein lassen. Vogel- Halle wünscht, daß der Kongreß einen flammenden geöffnet usw. Diesen Mißständen konnte ein Gesezentwurf entgegenfreten. Der vorliegende Gefeßentwurf tut das nicht. Er stellt sich als eine Protest gegen die Vorlage beschließe und der Regierung gehörig Aftion des Staates dar, der damit die Oberaufsicht über die Hülfskaffen die Zähne zeige. Deisinger Hamburg: Der Staat müffe feinen Bürgern haben wolle, weil ihm diese jetzt im Wege stehen, um die Selbstverwaltung der Ortskrankenkassen anzutasten.( Sehr richtig!) einen gewiffen Schuh gewähren, jedoch dürfe dieser Schuß nicht Wenn die Absicht bestehen sollte, daß die freien Hülfskaffen zugunsten derart sein, daß Vernunft Unfinn, Wohltat Plage werde. Wohl ber Ortskrankenfaffen verschwinden, dann sollte man in gleicher Weise sei die Bekämpfung der Schwindellassen geboten, aber nicht dadurch, gegen die Betriebs- und Innungskassen vorgehen. Charakteristisch ist daß man das ganze Hülfstaffengeset befeitige. Wenn man sehe, es, daß die Hamburger Nachrichten", ein Blatt, bem wie schnell die Bolizei jeden Streifverbrecher am Stragen habe und wahrlich niemand eine Liebe für Arbeiterfürsorge Einrichtungen zu wie prompt ihn die Gerichte verknurren, werde man diesen löblichen mutet, flipp und flar am 3. Januar erklärte: wenn die Unter- Behörden doch zutrauen fönnen, daß fie auch die Staffenschwindler arbeiters, die in jeder Hinsicht schwache Position, in der er sich be. stellung der Hülfslaffen das Privatversicherungsgesetz und Betrüger zu fassen imstande sein werden. In Hamburg findet, nur allzu sehr zunuze zu machen. Obwohl die Heimarbeit notwendig fei, so ist es tonſequent, auch alle anderen wenigstens haben es die Behörden verstanden, eine rückständige Produktionsmethode ist, hat sie, aller technischen Staffen demselben Gesetz zu unterstellen. Darauf zielt offenbar das Aufkommen von Schwindellaffen au ber- Fortschritte zum Troy, mit der Ausbreitung der industriellen Ent. auch die Absicht maßgebender Streife hin. Die Zerreißung des hindern. Dazu reiche das bestehende Hülfstassengesetz voll- widelung eine ungeahnte Ausbreitung erfahren. Wenn die UnterStaffenwesens in so viele Kaffenarten, die Zwerglassen, sind vom fommen aus. Die Schädigung des Publikums durch die Schwindel- nehmer mit großer Vorliebe sich der Heimarbeit bedienen, so spricht Uebel. Eine Vereinheitlichung des Strankenkassenwesens faffen sei eine ganz minimale im Vergleich zu den Millionen, um hierbei außer der leichten Möglichkeit des Lohndrudes auch der Nutwürde die Arbeiterfchaft mit Freuden begrüßen.( Lebhafte Bu- die das deutsche Volk durch die Schutzbestimmungen für Vieh und stand mit, daß sie sich dem Heimarbeiter gegenüber derjenigen ftimmung.) Das beztvedt der Entwurf aber nicht, im Gegenteil. Schweine, durch die agrarische Grenzabsperrungspolitik geschädigt Pflichten entziehen fönnen, welche ihnen die Versicherungsgesetze Unrichtig ist die Behauptung, daß die Mittel der freien werde. Da müsse der Gedanke fommen, daß es sich bei dem Vor- hinsichtlich der Fabrikarbeiter auferlegten. Mit der Ausdehnung der Hültsstassen nicht ausreichten; die soliden Kassen sind bis- gehen um etwas ganz anderes handele, als darum, den Schwindel Heimarbeit hat sich auch das tausendfache Glend der Heimarbeiter Dann lassen das Handwert zu legen. Die Arbeiterschaft habe hinreichend auf Tausende und Abertausende der ärmsten Proletarier, Männer, her noch immer mit ihren Mitteln ausgekommen. behaupten Gegner der Klassen, die Krankenkassen verwenden bewiesen, daß sie imstande sei, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Frauen und Kinder, ausgedehnt. Auf dem Heimarbeiterschußkongreß, der vor zwei Jahren in Mittel für sozialdemokratische Zwede. Die Staffen werden aber von Dieses Recht der Selbstverwaltung wollen fie fich auch weiter nicht den Aufsichtsbehörden überwacht und gegebenenfalls hat die Behörde verfümmern lassen. Darum müsse es heißen: rundweg Ab- Berlin abgehalten wurde, erhoben die Vertreter der Seimarbeiter aus allen Teilen des Reiches ihre Stimmen und forderten die das Recht, die Staffe aufzulösen. Wenn eine Kasse ihre Mittel zu lehnung der Vorlage.( Stürmischer Beifall.) Glagau Breslau ist gleichfalls für Ablehnung der Vorlage. Ausdehnung des gefeßlichen Arbeiterschutes sozialdemokratischen oder überhaupt zu politischen Zweden ausgemikt Barijowsti Hamburg hofft, daß dieses Vorgehen der Re- auf die Heimindustrie. Neben dem Verhandlungsfaal hätte, dann hätte die Aufsichtsbehörde sicherlich leinen Augenblick gezögert, zur Auflösung zu schreiten. Ein derartiger Fall ist gierung den Anstoß geben werde, im Hülfskaffenwefen waren Erzeugnisse der Heimarbeit ausgestellt. Die Aussteller gingen aber nicht bekannt, also erweist sich der Vorwurf eine Bentralisation herbeizuführen. Bei den Debatten im von dem Gedanken aus: Besser als es in Wort und als unberechtigt. Wenn eine Staffenart zu egiftieren berechtigt Reichstage werde die Sozialdemokratie Gelegenheit nehmen, auf die Schrift möglich ist, wird der Augenschein das der Heimarbeiter zur Anschauung sei, dann sei es die der Hülfskassen. Durch den Gefeßentwurf Ausdehnung der Versicherung auf Dienstboten, forst- und land- Elend werde den Hülfskassen die Existenz untergraben. Einer Vereinheit wirtschaftliche Arbeiter und Heimarbeiter zu bringen. Denn nur bringen. Die Ausstellung, obwohl nur im kleinen Raum und lichung des Krankenkassenwesens, wobei den Versicherten auch ein dann werde es gelingen, den Schwindelkaffen ihr unsauberes Hand- in beschränktem Umfange arrangiert, fand das lebhafteste Interesse der Besucher. Was den Interessenten damals nur bruchstückweise genügender Einfluß gesichert werde, würden sie, wie schon betont, werk zu legen. borgeführt werden konnte, hat jezt eine neue Auflage er= freudig zustimmen. Aber sie müßten energisch Protest erheben, daß fahren, die bedeutend reicher, mannigfaltiger ein Glied herausgerissen werde um vielleicht ganz andere Zwede und vollständiger ist als die erste Ausstellung zu verfolgen.( Lebhafter Beifall.) war. Es wurde dann die Debatte eröffnet. Wessel von der Krankenkasse„ Germania" in Altona schließt sich dem Referenten in der Ansicht an, daß der Gefeßentwurf unan nehmbar sei. In gleicher Weise äußert sich Stauberg( Wandsbeck). Es tritt dann die Mittagspause ein. Gule- Frankfurt a. M.: Es müßten andere Gründe als die Bekämpfung der Schwindelfaffen, welche die Regierung veran laßten, den Hülfskrankenkassen den Hals umzudrehen, borliegen, denn die Regierung müßte doch einsehen, daß durch die gegen feitige Versicherung der Arbeiterschaft dem Staat und den Gemeinden ein großer Teil von Lasten abgenommen werde. Daß man trotzdem so vorgehe, beweise, wohin der Weg führe: zur Beschnei: dung der Selbstverwaltung der Krantentassen. Von unserer Frat tion sowie von den Parteien, welche mit uns sympathisieren, er tarten wir, daß fie Rüdgrat zeigen und zum Wohle und Gedeihen ber verficherungspflichtigen Arbeiter den Entwurf dahin befördern, wohin er gehört.( Lebhafter Beifall.) Sauer Bremen: Die Regierung hätte auch icht schon genug Sandhaben, die Schwindeltaffen zu beseitigen, wenn ihr nur das am Herzen läge. Was haben denn die Sülfskaffen verbrochen? Saben nicht die eingeschriebenen Hülfskaffen den Grundstein für den Aufbau der Arbeiterversicherung gebildet? Hartmann- Berlin( Vertreter der Hülfskaffen der deut schen Gewerkvereine): Gewiß ist es geboten, den Schwindelfassen Ein Schlußantrag findet Annahme. Im Schlußwort versichert der Referent Baffte Hamburg, daß auch er wie Deisinger in erster Reihe für strikte Ablehnung der Vorlage sei, daß man doch aber mit der Möglichkeit der Annahme rechnen müsse. Von diesem Gesichtspunkt allein seien die von der Stommiffion in ihrer Denkschrift an den Reichstag gemachten Verbesserungsvorschläge aufzufaffen. Er glaube, daß es in der Absicht der Regierung liege, die Hülfskaffen zu beseitigen. Wenn sie diese Absicht offen aussprechen würde, wäre eine Ablehnung im Reichstage zweifellos. Deshalb suche sie den Zweck auf diesem Umwege au erreichen. Daraus erkläre sich auch die Eile der Regierung, sonst hätte sie doch damit warter können bis zur Reform des Krankentaffengefeßes. Diese Vorlage berühre nicht allein die Hülfskassen, sondern die ganze Arbeiterschaft, und alle Barteien bezweifeln ob die Zentrums. anhänger, die zu einem großen Teil in den freien Hülfskaffen organi. fiert seien, damit einverstanden sein würden, daß das Zentrum der Vorlage zustimme. Das Zentrum und andere Parteien werden es sich daher überlegen müssen, ob sie dieser Vorlage zustimmen follen. Das beste wäre die Ablehnung der Vorlage, follte fie aber dennoch nun wir werden es verstehen, uns auch damit Annahme finden abzufinden. Aber der Entwurf wird auf bie Arbeiterschaft eine ganz andere Wirkung ausüben, als der Regierung erwünscht ist. Die Arbeiter werden daraus erkennen, wie man ihnen auch noch das bißchen Recht, das sie haben, zu schmälern sucht, und sie werden nicht verfehlen, der Regierung im gegeigneten Moment ihre Antwort zu erteilen.( Sürmischer Beifall.) Freie, Hirsch- Dundersche, christliche Gewerkschaften im Berein mit bürgerlichen Sozialreformern haben die jebige Ausstellung ins Wert gesezt. Sie erwarten, daß die Ausstellung auch von den Angehörigen der besikenden Klassen besucht wird. Den Damen und Herren dieser Kreise soll vor Augen geführt werden, welche Sungerlöhne in der Regel für die Herstellung oft sehr wertvoller Gebrauchsgegenstände gezahlt, und unter welch elenden Verhältnissen diese Dinge, die wegen ihres hohen Verkaufspreises nur von begüterten Leuten erstanden werden können, hergestellt werden müssen. Damit es die Befizenden recht bequem haben, wenn sie die Ausstellung besuchen wollen, hat man sie mitten im vornehmsten Viertel von Berlin untergebracht. Sie findet ftatt im alten Akademiegebäude Unter den Linden. Dori, to tagaus tagein ein Strom reicher Müziggänger borüberzieht, mo in eleganten Equipagen hohe, höchste und allerhöchste herrschaften vorüberrollen, birgt sich hinter altersgrauen Mauern eine Fülle von Produkten der verschiedensten Art, und jeder der ausgestellten Gegenstände erzählt eine Geschichte von unendlicher Müh. fal, bon anstrengender Arbeit und jammerboller Entlohnung. Die Ausstellung, welche heute dem Publikunt geöffnet wird, fonnte gestern abend auf furze Zeit von Bertretern der Presse und anderen geladenen Gästen besichtigt werden. Noch ist die Ausstellung, wie man uns sagte, nicht ganz vollständig, und doch bietet fe eine Fülle bon Material, welches in allen feinen Einzelheiten das eingehendste Studium wert ist. Es ist natürlich nicht möglich, nach dem ersten furzen Besuch ein auch nur annähernd vollkommenes Bild der Ausstellung zu geben. Wir müssen uns Ginzelbesprechungen deshalb für die Folgezeit vorbehalten. Dr. jur. S. Ortloff. Deutsche Konsumgenossenschaften im neuen Zentralverband und die Hamburgar Großeinkaufsgesellschaft. 78 Seiten. Preis 1 Mart. Verlag Jah u. Schunke, Leipzig. Kolonial- Handelsadreßbuches ist soeben erschienen. Das Abrehbuch wird Kolonial- Handelsadrehbuch 1906. Die neueste Ausgabe 1906 des vom Kolonial- wirtschaftlichen Komitee, Berlin NW, Unter den Linden 40, herausgegeben. Der Bezugspreis beträgt einschließlich Porto 1,70 Mart. Briefkaften der Redaktion. ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden foll, und die lezte bonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort ivird nicht erteilt -W lich so verfahren, daß die neuen ungeübten Arbeiter, da sie den festgesetzten Lohn nicht verdienen können, einen Lohnzuschuß aus dem sogenannten„ allgemeinen Fonds" erhalten. Den alten Arbeitern wird aber gesagt, die bisherigen Lohnsätze seien zu hoch, die neuen Arbeiter fämen nun mit niedrigeren Löhnen aus, folg Der Eindruck, den man bei einer wenn auch nur flüchtigen lich müßten sich auch die alten mit geringeren Löhnen begnügen. Betrachtung der Ausstellung gewinnt, ist der: Die Heimarbeit Dazwischen erfolgen dann gleichzeitig Entlassungen„ migliebiger" hat eine Ausdehnung, von der sich ein neinge Arbeiter. Der Referent sowie auch die Vertreter anderer Organiweihter taum eine Vorstellung machen kann. Es fationen schilderten dann das Verhalten der Meister noch im gibt. faum einen Bezirk im Reiche- abgesehen vielleicht von den einzelnen und schlossen mit der Warnung an die Diref= rein landwirtschaftlichen Gegenden wo sich die Heimarbeit mit tion, das Maß nicht zum Ueberlaufen zu bringen, da es sonst all ihren Schäden und Mißständen nicht eingenistet hat. Es gibt in unserer schnellebigen Zeit gar zu leicht zu unangenehmen faum einen Industriezweig mit Ausnahme derjenigen, wo Ueberraschungen für sie kommen könne. Die Widerstandskraft der technische Bedingungen dem entgegenstehen- der sich nicht die Arbeiter sei durch die Aussperrung nicht gebrochen, sondern gestärkt Heimarbeiter mit ihren niedrigen Löhnen und elenden Lebens worden. Das könne sich die Direktion der A. G. G. mit samt ihren bedingungen dienstbar gemacht hat. Das Kind in der Wiege be- Meistern und Obermeistern ernstlich gesagt sein lassen.( Lebhafter luftigt sich mit Spielsachen, die Heimarbeiter oft auch Beifall.) Vom Genossen Körsten wurde sodann auf eine Kinder im zartesten Alter in Thüringen und im Erzgebirge ungehörigkeit der Polizei hingewiesen, die anlaßlich Mv. B. 321. 14. Sängt von den betreffenden Statuten ab. angefertigt haben. Auf dem Wege zur Schule trägt das Kind der Aussperrung zum erstenmal zur allgemeinen Kenntnis gelangt A. Sch. 100. Deutscher Maschinist und Heizer", Berlin SO. 33, Büdler. Schulmappe und Schiefertafel, beides in der Heim- ist. Das Polizeibureau in der Brunnenstraße, bei dem sich die straße 55. Wette Kopenhagen 20. Ja. Borortzüge Erkner- Botsdam. arbeit entstanden. Der Schüler schreibt mit Bleistiften, die aus Arbeiter des Werkes meistens ihre Invalidenkarten ausG. T. 55. Boltsführer, Boltsleiter; meist jedoch Bolfsverführer. der Werkstatt des Heimarbeiters in Nürnberg stammen. 1000. G. 2. Wenden Sie sich an das Aus. stellen resp. umtauschen lassen, übt nämlich die sonderbare Praris,. 6. Nicht bekannt. In der Bekleidungsindustrie spielt, wie bekannt, die auf die Karten nicht nur den Namen und Beruf des Arbeiters Sie sich an eine Buchhandlung oder öffentliche Lesehalle. wärtige Amt, W., Wilhelmstr. 75/76. R. S. Albertsberg. Wenden M. B. 31. Heimarbeit eine große Rolle. Wer kennt nicht das sprichwörtliche( Schloffer, Dreher usw.) aufzuschreiben, sondern fügt dem Beruf Benden Sie sich an die fgl. Münze. Kleemann. Die Unterlagen für Elend der Handweber, die in elender Behausung, nach längst ver- noch die Bemerkung ginzu: in einer elettrischen Ihren Vortrag müssen Sie sich schon durch Selbststudium beschaffen. alteter Arbeitsmethode Gewebe und Stoffe der verschiedensten Art Fabrit". Da durch einen derartigen Vermerk die Arbeiter bei H. M. M. 6. Was Hr. treibt, ist uns nicht bekannt. Rigdorf 59. Wenden herstellen. Die weitere Verarbeitung der Stoffe zu Wäsche- und Streits und Aussperrungen leicht als Streifende oder Ausge- Sie sich an die Redaktion des Deutscher Maschinist und Heizer, Berlin SO., Büdlerstr. 55. Kleidungsstücken geschiehr im Wege der Heimarbeit, und es find sperrte gekennzeichnet werden können, so beschloß die Versammlung, Streit 1893. 1. Jm Jahre 1890. 2. Jm Jahre 1893. 3. Begen Militärvorlage. Leser in Grabowiec. Wahrheit und Dichtung. nicht nur billige Sachen, welche auf diese Weise angefertigt werden. fich wegen dieser gesetzlich unzulässigen Berufsbezeichnung beJ. W. 1. Wenden Sie sich an Wilhelm Hinz, Prinzensic 66. Auch sehr kostbare Bekleidungsgegenstände haben ihren Ursprung in schwerdeführend an den Vorstand der Landesversicherung zu E. St., Kraufenstraße. Auskunft erhalten Sie in Generalkonsulat der der Heimarbeit. So manche feine Dame ahnt wohl nicht, daß die wenden, damit jene Karten wieder annulliert werden. Bereinigten Staaten von Nordamerika, Friedrichstr. 59/60. Mailänder Perl- und Seidenstickereien, welche ihre GesellschaftsAusstellung. Bei der hiesigen italienischen Botschaft nachfragen. toilette schmüden, als Heimarbeiten im Spessart angefertigt sind, Eine Protestversammlung der städtischen Kanalisationsarbeiter Hermann 100. Benden Sie sich an die Städtische Stiftungsdeputation, bon armen Frauen und Mädchen, die einen Hungerlohn dafür be- fand am Sonntag im Lokal von Merkowski in der Andreasstraße Berlin, Boftstr. 16, Bimmer 47-48. A. 8. Roburg. G. Rehfeld, tommen haben, und daß die künstlichen Blumen, welche auf statt. Alle nicht dienstlich behinderten Arbeiter der Kanalisations- Ober- Schöneweide. Es gibt mehrere Neurode, sehen Sie bitte im Atlas A. D. 100. Der russische Kalender rechnet dem eleganten Hut der Dame prangen, den fleißigen Händen schlecht werte waren anwesend. Wie aus den Ausführungen. des Referenten nach, welches Sie suchen. 13 Tage zurüď. 2. S. 79. Der Hobel, die Hobel. G. G. 1000. bezahlter sächsischer Heimarbeiterinnen entstammen. Auch die Schabel und anderer Redner hervorging, handelt es sich um folSpielfragen beantworten wir nicht. R. R. 27. Wenden Sie fich an Fußbekleidung, nicht nur die des Arbeiters, sondern vor- gendes: Jm November vorigen Jahres stellten die Arbeiter an die einen Arzt. nehmlich die feinste Maßarbeit, Offizierastiefel, sowie von Direktion und an die Deputation der Kanalisationswerte For Gold und Seide schimmernde zierliche Ballschuhe zu hohen derungen, welche sich auf Regelung der Lohnverhältnisse beziehen. Preisen find, wie die Ausstellung zeigt, Erzeugnisse der Heimarbeit. Gefordert wurde, daß bei Beerdigung verstorbener Kollegen eine Ebenso gehen Hüte für Herren wie für Damen, Militär-, Stu- Abordnung der Arbeiter beteiligt jein solle, daß, wenn ein Arbeiter denten- und Sportmüßen aus der Heimarbeit hervor. bei Krankheits- und Todesfällen in seiner Familie die Arbeit verfäumt, der Lohn bis zu drei Tagen fortgezahlt werde, und daß bei den vierzehntägigen Lohnzahlungen volle 14 Tage bezahlt werden, da die Kanalisationsarbeiter doch sehr häufig an Sonntagen arbeiten oder sich in Dienstbereitschaft halten müffen. Etwa zwei Fünftel aller Sonntage feien Arbeitstage für die Kanalisationsarbeiter. Zur Begründung der Forderungen wird unter anderem hervorgehoben, daß dieselben in anderen städtischen Betrieben längst anerfannt seien. Die Direktion und auch die Deputation haben die Konrad Höfke Forderungen der Arbeiter abgelehnt. Die Direktion hat sich aber nicht nur mit der Ablehnung begnügt, sondern noch ein übriges ge= tan. Im Betrieb der Kanalisation bestehen nämlich mehrere Arbeiterausschüsse. Für jede Betriebsinspektion einer. Da es sich hier um Forderungen handelt, die für alle Kanalisationsarbeite. gestellt sind, so haben alle Arbeiterausschüsse eine gemeinsame Petition, worin um Bewilligung der Forderungen ersucht wird, eingereicht. hierin erblickte die Direktion einen Verstoß gegen die geheiligte bureaukratische Ordnung. In einem Anschlage wurde den Arbeitern bekannt gegeben, das gemeinsame Petitionieren der Arbeiter. ausschüsse sei unzulässig, es werde im Wiederholungsfalle bestraft werden. Gegen diese Verfügung erhob die Versammlung besonders scharfen Protest. Die Strafandrohung wurde als ein Eingriff in das Koalitionsrecht der Arbeiter bezeichnet. Wenn die Rechte der Arbeiterausschüsse so beschränkt würden, wie es durch das Vorgeher der Direktion geschehe, dann hätten die Arbeiterausschüsse überhaupt teinen Wert, fie feien mur Dekorationsstüde, auf welche die Arbeiter lieber verzichten würden. Die Bürste, womit wir die Kleider reinigen, die Schwarzwälder Uhr an der Wand, unsere Taschen- und Tischmesser, die Schlösser an unseren Schränken und Türen, sowie tausend andere Gegenstände des täglichen Bedarfs, selbst die Schachteln, in denen der Apotheker seine Pillen verpadt, die Papierserviette, die uns bei Aschinger vorgelegt wird, sie sind Erzeugnisse der Heimarbeit, ebenso wie das zierliche Geldtäschchen und der seidengepolsterte Schmuckfasten der Bourgeoisdame. Und wenn wir uns die Zettel ansehen, die jedem Stück beige geben sind, so erzählen fie uns alle diefelbe traurige Geschichte. Wir erfahren da, daß der betreffende Gegenstand so und so viele Stunden Arbeitszeit erforderte, oft auch, daß Frauen und Kinder bei der Herstellung helfen müssen und der Lohn für die mühsame Arbeit berechnet sich in den allermeisten Fällen nur auf wenige Pfennige für die Arbeitsstunde. Wie die Arbeiter bei so elenden Löhnen leben, unter welch traurigen Verhältnissen sie ihr jammervolles Dasein fristen müssen, das kann jeder ermessen, der die Ausstellung aufmerksam betrachtet. Die Ausstellung als ganzes genommen redet in dieser Hinsicht eine eindringliche Sprache. Ob die Herrschaften aus den besitzenden Klaffen die Ausstellung in gebührender Weise beachten, ob sie ihr mehr als Neugier entgegenbringen werden, bleibt abzuwarten. Die Arbeiter werden die Ausstellung zweifellos mit großem Interesse betrachten. Verfammlungen. Die Herrenkonfektionsschneider hielten am Montag zwei Berfammlungen ab. Eine für den Norden in der Schönhauser Allee und eine andere für den Often in der Frankfurter Allee. In der ersten Versammlung referierte Räming, in der letteren Heitmann. Die Referenten schilderten die schlechte Lage der in der Konfettion Beschäftigten, die als Heimarbeiter mit zu den gebrüdtesten Arbeiterschichten gehören. Das Hauptziel müsse sein: Abschaffung der Heimarbeit und Errichtung von Betriebswerkstätten, 10stündige Arbeitszeit und Bezahlung in Zeitlohn, sowie ein prozentualer Aufschlag für Ueberstunden und Sonntagsarbeit. Leider gebe es in den Reihen der Konfektionsschneider noch viele, welche fein Interesse für die Durchführung dieser schon längst aufgeftellten Forderungen zeigen. Diese Kollegen glauben, sie ständen fich beffer, wenn sie in Afford arbeiten und sich selbst eine unbeschränkte Arbeitszeit auferlegen könnten. Da unter folchen Umständen das Ziel der Konfektionsarbeiter einstweilen nicht erreicht werden könne, fo gelte es zunächst, dahin zu wirken, daß mit den Unternehmern feste Tarife vereinbart werden, deren Säße bei Menderung der Muster durch Tariffommissionen revidiert und entsprechend geändert werden. Auch sei die Einführung von Lohnbüchern zu fordern, wo die Löhne für jede Arbeit einzutragen sind. Ebenso notwendig sei die Festseßung einer bestimmten Ablieferungszeit und die Zahlung einer Vergütung in solchen Fällen, wo die Schneider bei Ablieferung und Entgegennahme von Arbeit länger ale festgesetzt warten müssen. Den Maßschneidern sei es gelungen, Tarifvereinbarungen zu erreichen. Wenn die Konkommen, daß wenigstens die schreiendsten Mißstände in ihrem fektionsschneider solidarisch vorgingen, so würden auch sie dazu Arbeitsverhältnis beseitigt werden. Die Diskussionsredner Darlegungen Referenten meinen zu. Im übrigen wurde an einzelnen Beispielen gezeigt, wie ungemein die Löhne selbst für beste Arbeit gedrückt seien. Für einen Baletot, der in großen Geschäften wie Herzog, Israel, für 110 M. verkauft werde, erhalte der Arbeiter einen Lohn von nur 7,30 M. Dieses Mizverhältnis sei darauf zurückzuführen, daß die großen Geschäfte ihre Arbeiten bei großen Zwischenmeistern, Lohnfonfektionären, in Auftrag geben, die wieder eine Anzahl kleinerer Zwischenmeister beschäftigen. Jeder wolle möglichst viel profitieren und so werde schließlich der Arbeiter mit einem Hungerlohn abgespeist. Wenn die Zwischenmeister fortfielen und die Geschäfte ihre Arbeiten in eigenen Werkstätten anfertigen hießen, dann ftimmten den der im allgetönnte, um bei dem angeführten Beiſpiel des Baletots zu bleiben, der Arbeiter den doppelten Lohn erhalten, ohne daß der herstellungspreis ein höherer werde. Einstimmige Annahme fand folgende Resolution: Die zahlreich bersammelten Arbeiter der städtischen Kanalifationswerte nehmen Kenntnis von dem ablehnenden Bescheid ihrer Forderungen seitens der Deputation. Sie halten jedoch nach wie vor an diesen bescheidenen For berungen fest und beauftragen die Arbeiterausschüsse, unverzüglich die gleichen Anträge zu unterbreiten unter nochmaligem Hinweis, daß bei anderen städtischen Betrieben bereits die geforderten Vergünstigungen bestehen. In Erwägung, daß die städtische Sanalisationsarbeit eine der schwersten und unangenehmsten ist, halten es die Versammelten für die Pflicht der Berliner Stadtgemeinde, eine Lohnregelung im Sinne der aufgestellten Forderungen vorzunehmen. Sollte aber wiederum eine Ablehnung erfolgen, so behalten sich die Kanalisationsarbeiter weitere Schritte vor. Die Versammlung erhebt gleichzeitig entschieden Protest gegen die Auffassung der Direktion bezüglid, der eventuellen Bestrafung des gemeinsamen Vorgehens der Arbeiterausschüsse. Falls wider Ertvarten auch die Deputation den Standpunkt der Direktion teilen sollte, werden sämtliche Ausschußmitglieder ersucht, unberzüglich ihr Amt niederzulegen, da ein Arbeiterausschuß zu dekorativen Zweden nicht im Interesse der Kanalisationsarbeiter lieger. fann. Die Bersammlung beauftragt das Bureau, diefe Refolution der Direktion und Deputation zu unterbreiten. Berband städtischer Arbeiter. Die Generalversammlung der städtischen Gasarbeiter fand am Montag in der Ressource" Stadtv. Schubert über die Bildungsstätten des preußischen Bolles" wurde die Sektionsleitung pro 1906 gewählt: erster Vorstatt. Nach einem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage des figender offmann, zweiter Vorsitzender Wendt, Beifizer Tscheu, Kroll, Stemmer, Drehkopf, Stelmaczyk, Gottschalt, Särtel, Maspfuhl und Brattig. Be züglich des Kampffonds wurde beschloffen, ab Januar 1906 10 f. pro Mitglied und Woche an den Hauptvorstand abzuführen, während die übrigen 5 Pf. jowie der eingelaufene Fonds als Vokalkampffonds von der Ortsfiliale zu verwalten ist. Ortssekretär E. Dittmer gab alsdann ein gedrängtes Bild der Gasarbeiterbewegung pro 1905. Zur Fortführung unseres Hauptzieles, der Verkürzung der Arbeitsseit auf acht resp. neun Stunden bedürfe es der Anspannung aller Kräfte. Die Breslauer Vorgänge beweisen, was uns droht, wenn wir nicht geschlossen dastehen. Es muß also im neuen Jahre eine itraffert Benitaliation greifen und die Anstalts. bersammlungen müssen vorwiegend nur Agitation einberufen werden resp. zur Regelung von Betriebsangelegenheiten. Die Gasanstalt Danzigerstraße macht erfreuliche Fortschritte in der Orga Mit einem nisation, und auch in Tegel find die Kollegen wader. Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzende Wendt die gut besuchte Versammlung. Eingegangene Druckfchriften. Der politische Maffenstreik und die Sozialdemokratie. Sonder abdruck der Berhandlungen auf dem Parteitag in Jena. 63 Seiten. Breis 20 Pf.( Sozialdemokratische Agitationsbibliothek V.) Berlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 69. Die Arbeiter der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft( Werk Brunnen- und Voltastraße) beschäftigten sich am Sonntag in Ballschmieders Saal erneut mit der Nichtinnehaltung der Abmachungen, wie sie bei Beendigung der Aussperrung zwischen der Streitleitung und der Direktion getroffen worden sind. Wie Cohen in seinem mehrstündigen Referate unter anderem hervorhob, benehmen sich die Obermeister, Meister und Werkführer des Betriebes gegen die Arbeiter derartig provozierend, daß anzunehmen sei, es geschehe im stillen Einverständnis oder gar auf Anweisung der Direktion hin. Wenn die Herren auf ihre Uebergriffe aufmerksam gemacht werden und die Arbeiter ihnen Beschwerden in Aussicht stellen, so antworteten einige:" Beschweren Sie sich, wo Sie wollen; hier in meiner Abteilung bin ich Herr!" Erst kürzlich wurde versucht, an Stelle der Achtstundensaicht die neunstündige einzuführen und Ueberstunden machen zu lassen. Besonders böses Blut macht die Einstellung neuer Arbeitskräfte, obwohl noch heute nicht alle Ausgesperrten wieder an ihre alten Bläge gekommen sind. Es ist dies eine direkte Durchbrechung jener Zusage, daß betriebsfremde Arbeiter nicht eher angenommen werden sollten, ehe die Ausgesperrten sämtlich wieder eingestellt A. Maak. Die neue Weltordnung. 144 Seitent. Preis 1,50 Mart. worden seien. Die Direktion scheint mit den Neueinstellungen die Absicht allmählicher Lohnreduktionen zu verbinden. Es wird näm- Verlag A. Maaß in Kolberg. Deutscher Danksagung. Metallarbeiter- Verband bie Strangipenden bei der Beerdigung Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schraubendreher am 14. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. Januar, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am Urban aus nach dem neuen Luisen- Kirchhof in Nigdorf, Hermannstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 110/19 Die Ortsverwaltung. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bandagist Max Weinitschke am 3. d. M. in Breslau verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Senefelder- Bund. ( Verband der Lithographen und Steindrucker.) Todes- Anzeige. Am 15. Januar 1906 verstarb unser Stollege und Mitglied, der Steindruder Für die herzliche Teilnahme und meines lieben Mannes sage ich allen Barteigenossen, Freunden und Verwandten sowie dem Gesangverein Hochstein" meinen tiefgefühlten Dant. Witwe Agnes Glathe nebst Kindern. 57802 Danksagung. Für die vielen Beweise der Herzlichsten Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes und Vaters lage ich allen Bekannten sowie dem Beerdigungsverein Berliner Zimmer leute unseren herzlichsten Dank. Luise Daebel geb. Buchow. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten sowie den Mitgliedern des Berliner Schwimmvereins Welle", dem Per fonal der Offizin Schäfer u. Rosen feld und den ehemaligen Schullolleges für die rege Beteiligung bei ber Beerdigung meines unvergeßlichen Sohnes, unseres Bruders Richard Matzke fagen wir hiermit unseren besten Dant, 1950b Familie Matzke. Zentral- Verband Gust. Heller der Asphalteure, Pappdachim Alter von 32 Jahren an Lungenfatarrh. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. Januar, nachmittags 32 Uhr, von der Halle des Wilmersdorfer Kirch hofes( Berlinerstraße) aus statt. 286/2 Die Verwaltung. Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Den Kollegen zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 13. d. Mts., unser Mitglied Karl Knopf plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, auf dem Pius Kirchhof in Wilhelmsberg statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 75/2 Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. am Die Beerdigung des 15. Januar verstorbenen Steindruckers Gustav Heller findet am Donnerstag, 18. Jamuar, nachmittags 3, Uhr, bon der Leichenhalle des GemeindeKirchhofes Wilmersdorf, Berlinerstraße, aus statt. 1952b Das Komitee. Bericht des Verbandes der Genossenschaftskrankenkassen Biens für Bekannten, dem Verein der Rohrer Allen Verwandten, Freunden und Stönigsegggaffe 10. decker u. Hülfsarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 21. Januar 1906, bormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal III: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Aufnahme nener Mitglieder. 4. Neuwahl des gesamten Borstandes. 5. Berbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 285/20 Die Ortsverwaltung, 3. B. A. Kleinschmidt. Achtung! Lederarbeiter! Donnerstag, den 18. Januar, abends 8, Uhr, im Marienbad, Badstraße 35/36: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Rechte und Pflichten der Fa brif: Ausschüsse und deren Wert. Referent: Genoffe Bauer. 2. Diskussion. 3. Berschiedencs. 19555 Auf Grund des wichtigen Themas ist es Pflicht jedes einzelnen zu er scheinen. Der Vorstand. Krankenkasse der Hutmachergesellen zu Berlin.( E. H. Nr. 67.) Montag, den 22. Januar 1906, bei abends 82 Uhr, Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: das Jahr 1904. 170. Seiten. Selbstverlag des Verbandes. Wien VI, und dem„ Rigdorfer Männerchor" General- Versammlung. " Die Neue Gesellschaft", Sozialistische Bochenschrift. Heraus- fage meinen besten Dank für die meiner lieben Frau. geber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Berlag: Berlin W. 15. Breis rege Beteiligung bei der Beerdigung für das Einzelheit 10 Pi., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M. Das 3. Heft des 2. Bandes ist soeben erschienen. 57792 Karl Lehmann u. Sohn. Zages Ordnung: 1. Kaffen und Jahresbericht pro 1905. 2. Bericht vom Kongreß der freien Hülfskaffen. 3. Wahl des VorStrankenkontrolleure. 5. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 18786 0. Tschoppe. Prinzentades. 41, Der Arbeitsmarkt. Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeitsmarttberichte. Herausgeber Brofeffor Dr. 3. Jastrow. Mr. 8 bes 9. arg. Dr. Simmel, tubes. 4. Wahl der Reviſoren und Berlag G. Reimer, Berlin W. 35. Spezialarzt für 29/14 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Wablitum gegenüber feine: let Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 17. Januar. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Die Entführung aus dem Serail. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues Opern Theater. schlossen. Ge= Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Berliner. Zar und Zimmermann. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Neues. Ein Sommernachtstraum. Weften. Schüßenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Schlaraffen land. Leffing. Die Frau vom Meere. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) leber unsere Kraft.( I. Zeil.) Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Cyprienne. Kleines. Nachtasyl. Komische Oper. Der Corregidor. Residenz. Der Prinzgemahl. Trianon. Die Betterfahne. Lustspielhaus. Der Weg zur Hölle. Thalin. Bis früh um Fünfe. Carl Weiß. Die lebende Brücke auf Ruba. Zentral. Der Bettelstudent. Luisen. Der Kaufmann bon Benedig. Deutsch- Amerikanisches. Er und Jch. Metropol. Auf ins Metropol. Rajino. Die goldene Bride. Apollo. Prinzeß Rosine. Speziali täten. Herrnfeld. Familientag im Hause Prelistein. Wintergarten. Dtto Reutter. Spezialitäten. Urania Taben. Abends 8 Uhr: str. 48/49. Am Golf von Neapel Hörsaal 6 Uhr: Dr. Donath: Farbenphotographie. 2. Teil. 8 Uhr: Dr. Schwahn: Gebirge a. Erdbeben. Sternwarte Invalidenstr.57/ 82. astans Cas Panoptikum Friedrichstr. 165. Ohne Extra- Entree. Heute und folgende Tage: Zum ersten Male in den Räumen der 1. Etage: Berghewohner Abessiniens. 65 Eingeborene Männer, Weiber und Kinder. Eintritt 50 Pf. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Walhalla. Nach Afrika, nach Sta. Die Wetterfahne. merun. Folies Caprice. Nach dem Zapfen. streich. Der Beheme. Irania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Im Hörsaal: Abends 6 Uhr: Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Apollo- Theater. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Mittwoch, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft. ( I. Zeil.) Schauspiel von Björnstjerne Björnson. Donnerstag, abends8ubt: Ueber unsere Kraft.( I. 3eil.) Freitag, abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. Cyprienne. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Luftspiel in 3 Aufzügen v. Bictorien Heute, Mittwoch, abends 8 Uhr, bei 2. Keller, Sardou und E. de Najac. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hans. Freitag, abends 8 Uhr: Cyprienne. Konzerthaus Sanssouci, Kottbaserstr. 4a. Sonnabend, den 20. Januar 1906, abends 8 Uhr: Großes Kostüm- Fest v. Gesangverein ,, Norddeutsche Schleife". B. Eine Sängerfahrt nach dem Riesengebirge mit diversen Begleiterscheinungen. Natürliche dekorative Darstellung des Riesengebirges Teilnehmerkarten mit vollständigem Programm a 75 Pf. vorher zu haben: Restaurants: R. Schaller, Gräfestr. 4. M. Richter, Adalbertstr. 5. Zigarrengeschäfte: Brodowsky, Reichenbergerstr. 73. A. Hoffmann, Pücklerstr. 30. O. Henscher, Wrangelstr. 107. C. Wolff, Gubenerstr. 29. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Meden Sonntag: Adler Frankfurter. Chaussee 5. Gr. Ball untereitung Herrn 0. Bürger. des Jeden Mittwoch: Humoristische Soiree der Willy Walde- Sänger. Radh ber Familien- Kränzchen. Gültigkeit. Vorstellung: 56582* Zirkus × Bons haben Gebr. Arnhold. XI. Berliner Saison. Donath: Fardenphotographie. 8 Uge: Prinzeß Rosine Albert Schumann Zirkus Busch. ( II. Zeil.) von Lincke. Abends 8 lthr: Dr. Swahn: Hierauf die glänzenden SpeziaGebirge und Erdbeben. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. litäten mit Zäglich geöffnet von 7 bis 111. Katsukuma Higashi Berliner Theater. Nachm. 3 Uhr Schülervorstellung zu ermäßigten Breisen: Heute abend präzise 7 Uhr: Grande Soirée équestre. Elite- Progr. Bum 2. Mede: Eine wirkliche Sensation! Direkt aus At plute Novität! Norb- Amerika! Meister der Selbstverteidigungslehre MIB Abie Mitchell und ihre schwarzen Jiu- Jitsu. Sonntag nachm. 3 Uhr: Berliner Luft und Spezialitäten. Wilhelm Tell. Metropol- Theater Abends 7 Uhr Gastspiel der Oper des Theater des Westens: Zar und Zimmermann. Donnerstag: Kean. Freitag: Gast Spiel der Dper desTheater des Westens: Der Zigeunerbaron. Neues Theater. Anfang 7%, Uhr. Anfang 8 Uhr. 20 Tenessee- Studenten 20 Ferner die großartigen neuen Spezialitäten und die phänomenale Zum 59. Male: Die neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins: Indien. Orig.- Pantom. des Zirk. Busch. Besonders hervorzuheben: Eine Tigorjagd in den Dschungeln Indiens und Elefanten- Kämpfe. Sensationell! Sensationell! Mr. Norton Smith, Amer. berühmtester Pferdebändiger. U. a.: Die gefährliche Fahrt durch Mirza- Golen- Truppe. d. Teufelsbrücke b. Rauch u. Feuer. Zum Schluß: 39liefenerfolg! Die diesjährige große AusstattungsAuf- in's Metropol! Femina, Passage- Theater. Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in all. Räumen gestattet. Sonnabend, den 20. Januar cr.: Ein Sommernachtstraum: II. großer Metropol- Theater- Ball. Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Liebesleute( Amants). Sonnabend, Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Anfang d. Abend vorstellung 8 Uhr. das neue Frauenreich. Walter Steiner Sieben wunderbaye Bilder, mit sich von Aft zu Aft eigernden Effekten und die märchenhaft schöne Folies Caprice. Schluß- Apotheose. Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstr. Bum 122. Male: Kleines Theater. Nach dem Zapfenstrelch. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Donnerstag: Hidalla. Vorher: Der Beheme u. d. ausgezeichnete Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Borbert. tagl. b. Wertheim u. an der WINIGI BARTEN 6 Theaterkaffe v. 10 Uhr vormittags an Otto Reutter. Walhalla Theater Klein- Familie, Kunstradfahrer. Zentral- Theater Madh Afrika, nadh Kamerun. Ernst Perzina, dressierte Affen. Ausst. Boffe mit Gef. u. Lang in 6 Bilb. Lola Hawthorne, amerikanische ( Operette). 8 1hr: Bettelstudent. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sängerin. amerikanische Exzentriks. Komische Oper. Residenz- Theater. Elm. Recco," setrika Friedrichstr. 104/ 104a. Mittwoch, den 17. Jan., abends 8 Uhr: Der Corregidor. Direktion: Richard Alexander. Yulian Familie, Akrobaten. DrahtseilHeute und folgende Tage 8 ur: Die drei Holloways, Danser. Der Prinzgemahl. Gebrüder Schwarz, Parodisten. Satirischer Schwank in 3 atten von Die Meininger, Hundepantomime. 2. Xanrof und J. Chancel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Schlaferwagenkontrolleur. Donnerstag: Die Bohème. Freitag: Der Corregidor. Sonntag nachmittag 3 Uhr bei mäßigten Preisen: Hoffmanns Erzählungen. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Donnerstag: Der Störenfried. Die Dienstboten. Freitag zum erstenmal: Penfion Schöller. Sonnabend: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag nachmittag: Die lustigen Weiber von Windsor. Abends: Penfion Scholler. Carl Weiß- Theater. Br. Frankfurterstr. 132. Zäglich abends 8 11hr Die lebende Brücke auf Kuba. Sensationelles amerit. AusstattungsBallett,, In Schottland" Divertissement. Burke, Andrus u. Frisco in ihrer Szene. Der Biograph ,, Rückkehr vom Ball". flüd mit Gej. u. Ballett in 7 Bildern Schöneberger Wintergarten bon James For. Sonnabend, den 20. Januar, nach mittag 4 Uhr Stindervorst.: Aschenbrödel. W. Noacks Theater. Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. 8um letztenmal: Maria Stuart. Montag: Der Störenfried. Die Schauspiel in 5 Aften von Friedrich Dienstboten. b. Schiller. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag: Benefia für Artur Moabit. Gesellschaftshaus. Seelen: interitürme oder: Der Wiclefstr. 24. Jnh. H. Peters. Jeden Mittwoch: OriginalLiebe Macht. Kasino- Theater Harburger Sänger Lothringerstr. 37. Zäglich 8 Uhr. Direktion: Karl Frick- Kasche- Krause Anf. 8 Uhr. Entree 20 Pf. Die goldene Brücke. Schauspiel in 3 ft. b. St. Glowronner. Borzugskarten gelten. Im Neuen Theater 3. 3. m. sensation. Erfolg gegeben! Nachher: Tanz. Borber: Das brill. bunte Programm. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Sonntags: Spezialitätenvorstellung. opferiamm. Bolzstraße 9. Täglich Theater und Speziali: tätenvorstellung. Sonntags 2 Borstellungen. Nachmittags 4 Uhr zu halben Preisen. Sebe erwachsene Berfon hat ein Kind fret. Abends 7, Uhr Große GalaVorstellung. Die Direktion. Humorist. Acosta Kraft Jongleur. Buddhas Tafel prolongiert. 14 neue erstklassige Nummern. Gebrüder HerrnfeldKoppenstraße 29: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Zages Drdnung: 1. Das Ergebnis der statistischen Aufnahme über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in Berlin. Referent: Kollege Langhammer. 2. Bericht des Kollegen Maaß über die Verhandlungen in der Schlichtungstommiffion. Vertrauensmännerkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Achtung! E 78/3 Die Ortsverwaltung. Achtung! Bauarbeiter der Firma H. Räbel, Bangeschäft( 6. m. b. H.). Donnerstag, den 18. Januar, abends 7, Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20: Versammlung aller bei der Firma H. Räbel beschäftigten Träger, Einschaler und sonstigen Hülfsarbeiter. Tagesordnung: 1. Die Erhöhung des Tariflohns und ist derselbe zur Durchführung gelangt? 2. Berschiedenes. 32/9 In dieser Versammlung kommen die gedruckten Tarife zur Ausgabe. Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Der Zweigvereinsvorstand. Etablissement„ Neue Welt". Deutsch- Amerikanisches Theater. Hasenheide 108/114. Heute Mittwoch, den 17. Januar cr. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters Uriel Acosta. Trauerspiel in 3 Alten v. K. Gupkow. Anf. 8 Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Borzugsfarten haben Gültigkeit. Preise der Plätze wie gewöhnlich. Palast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- Januar- Programm. 3 Harders, odturner, Berliner U.a.: Die ehemal. Mitgl. d. Hegelmann- Truppe. The Baretts, urkomische Pantomimisten. Paulas Beichte, Burleste von W. Gericke. Der trene Hund und 11 Elite Nummern. Familienfarten in allen Barbier, Friseur u. Zigarrengeschäften sowie im Theaterbureau unentgeltlich zu haben. Gustav Behrens Köpenickerstr. 67/68. Jod. Abd. 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. „ ER und ICH Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! Ueber'n großen Teich". Sanssouci. Kottbuserstr. 4a. S SS 0 U C Dir. W. Reimer. Heute Mittwoch: Das Gefängnis. Lustspiel in 4 Aften von Benedig. Sonnt. Bg.5, Wochent.8Uhr Dienstag und Mittwoch Theater- Abende. Sommt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Riesen- Weihnachts Programm! Reu! Die Elite- Liliputaner- Truppe, die fleinsten Sängerinnen u. Bortragskünstler der Welt. Riesin Ilona, 485 Bfd. fchiver. Opullo, der Mensch ohne Gefühl. Mne! Mno! Mnie! frei in der Luft schwebende Türfin. Hellseherin Armida, IvahrWunderdame. Pluto, Wunderhahn, geb. mit 4 Beinen, 2 Störpern, 1 Stopf, lebend. 2c. Spezialitäten- gende Theater Frankfurter Allee 85. Der größte Schlager der Saison! Rentier M u dices Abenteuer auf dem Metropolball oder: Variété Elysium Kommandantenstraße 3/4. Die feinen Mädchen von Berlin. Um 9½ 11hr: Auftreten Gr. Ausstattungspoffe m. Gef. u. Tanz. des berühmten Stegreifdichters Im zweiten Bilde: Die 6 schönen Manolizigaretten. Außerdem: 16 Spezialitäten. Paul Steinitz. Bei Sammelaufträgen extra Vergünstigung. Theater. Hochelegante, hochmoderne Doppel- Uhrketten Heute und folgende Tage bie von der gesamten Berliner Presse als „ ber größte Schlager ein. ftimmig anerkannte breiaktige Komödie Familientag im Hause Prellstein mit Anton Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Reichshallen. Heute: Anfang Stettiner Sänger 8 Uhr, Wochentags Sonntags 7 Uhr. Qoo Q Kavalierketten, ganze Länge 45 cm. Nur 1.80 Mk. frei ins Haus Borhereinsendung( auch Briefmarken). 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Januar 1906, abends 5 Uhr, im Geschäftslokal: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Statutenänderung. 2. Wahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 3. Bilanz. 4. Geschäftliches. 105/5 Der Vorstand. Generalversammlung der Möbelfabrik ,, Union" Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Mittwoch, den 31. Januar 1906, abends 7 Uhr, im Geschäftslokal, Warschauerstr. 70. Zages Drbnung: 1. Bilanz. 2. Statutenänderung. 3. Wahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 4. Geschäftliches. 1959b Der Vorstand. Lackierer, Anstreicher. Filiale Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 36. Telephon: Amt IV, 9720. Donnerstag, den 18. Januar 1906, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15: Versammlung Tages- Ordnung: Wahl der Hauskassierer. Vereinsangelegenheit. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 124/2 Etablissement Buggenhagen Achtung! Ausschneiden! Achtung! Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Donnerstag, den 18. Januar, beginnt in Ahrends Brauerei, Turmistr. 26( Gartensaah), abends. Uhr, ein Unterrichts- Kursus NB. Die Bilanz liegt zur Einsicht Gottschalk- Konzert. auf dem Gebiete der Gesundheitspflege. Der Kurfus findet an nahme der Genossen in unserem Kontor aus. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39: Branchen- Versammlung der Elektromonteure neun aufeinanderfolgenden Donnerstagen statt, und ist speziell für die arbeitende Bevölkerung berechnet. In diesem Kursus soll den Teilnehmern gelehrt werden, wie und was man tun kann, um Krankheiten in der Familie zu verhüten. 286/1 Das Programm des gesamten Stuajus lautet: 1. Abend: Anatomie. 2. Abend: Physiologie. 3. Abend: Geschlechtsleben und Entwidelung.( Gruppe 1.) 4. Spezielle Krankheiten. 5. Physikalische Heilmethode ohne Kunsthülfe( Licht, Luft, Wasserbehandlung). 6. Physikalische Heilmethode mit Kunsthülfe( Maffage, Elektrizität).( Gruppe 2.) 7. Diätetische Heilmethode( Normal- toffwechsel). 8. Arzneimittel und Gifte. 9. Ueber Hülfe bei plöglichen Unglüdsfällen.( Gruppe 3.) Jeder Unterrichtsabend dauert zwei Stunden. Es liegt im Intereffe der Teilnehmer, wenn jeder pünktlich erscheint, so daß pünktlich geschlossen werden kann. Der Gesamtkursus kostet 2 Mk. pro Teilnehmer. Für drei Abende sind 1 Mk.. für einen Abend 50 Pf. zu zahlen. Jedoch ist jeder Teilnehmer berechtigt, seine Ehefrau oder ein erwachsenes Kind frei einzuführen. Der Kursus wird von einem approbierten Arzt, Herrn und Hilfsmonteure Berlins und Umgeg. Dr. med. Ernst Burchard geleitet und bitten mir die Arbeiterschaft, sich Tages- Ordnung: 1. Das Paradies der Kapitalisten". Referent Genoffe Heilmann. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Jedes Wort: 5. 110/18 Die Ortsverwaltung. recht zahlreich an diesem Kursus zu beteiligen. 99 Der Vorstand der Hausarztkasse Volkswohl". 3. A.: Otto Hagen, Rostoderstr. 21, 1. Vorsitzender. Deutschlands.( Ortsverwaltung Berlin.) Freitag, den 19. Januar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Boeker, Weberstraße 17: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Antrag Litfin. 3. Antrag der Zahlstelle Lichtenberg. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verbandsangelegenheiten. 69/1 Die Ortsverwaltung. Schneider und Schneiderinnen! Mitglieder der Innungskaffe! Am Donnerstag, den 18. Januar 1906, abends 8½ Uhr, findet in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20, die Delegierten- Wahl Bur Junungs- Krankenkasse statt. Kollegen und Kolleginnen! Auf zur Wahl! 162/3 Arbeiter! Parteigenoffen! Veranlaßt Eure Frauen und Töchter, welche Mitglieder der Innungskaffe find, daß sie zur Wahl gehen. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Verband der Schneider. Die Appetitlofigkeit bei magenkranken Kindern beruht sehr oft darauf, daß die gereichte Nahrung an sich wohl fräftig, aber den Verdauungssäften nicht leicht genug zugängig ist. Das leicht verdauliche Kufefe Kindermehl dagegen wirft anregend auf den Appetit ein und stellt dennoch eine fräftige Nahrung dar, d. h. eine Nahrung, welche reich an Eiweiß- und Mineralstoffen ist und die sogar zur ausschließlichen Ernährung der Säuglinge dienen kann. Mit dieser Nahrung kann man wieder Fleischsuppe und Milch, Katao 2c. in die Ernährung einführen und so zur gewohnten Nahrung überleiten. Pfennig. Das erste tettgedruckte Wort 10 Plg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Kleine Anzeigen. Schöne große Federbetten, Stand 20 Mart. 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Redaktion und Expedition: Berlin, Cindenitr. 69. Fernfprecher: Amt IV, 1983. Partei- Angelegenheiten. " 1 Vorort Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Nr. 13. Mittwoch, den 17. Januar 1906. entscheidet, ob Wasser und Elektrizität von der Stadt selbst produziert werden, oder Privatgesellschaften die Lieferung von Wasser und Elektrizität übertragen werden foll; allgemein herrschte die Ansicht vor, daß die Stadt diese Produktion selbst zu übernehmen habe. Wilmersdorf. 1 હા, નવાવા Jnferate Sechsgeipaltene Kolonelzelle 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. Friedrichshagen. Unglücksfall hat sich gestern nachmittag auf der Borortbahn zwischen Eines Handschuhes wegen in den Tod. Ein bedauernswerter Zur Lokalliste. Der Sparverein Morgengrauen" verFriedrichshagen und Hirschgarten zugetragen. Eine Kolonne von anstaltet am 20. d. Mts. im Restaurant Ostbahnhof einen Arbeitern war dort auf dem Bahnkörper mit dem Ausstopfen der Maskenball. Da das betr. Lokal gesperrt ist, ersuchen wir, Billetts Die Gemeindevertretung genehmigte in legter Sigung für die nahte, wurde das übliche Warnungsfignal gegeben, worauf die Leute Gleise beschäftigt. Als von Köpenick kommend eine Rangiermaschine au diefem Vergnügen entschieden zurückzuweisen. Reform Realschule die Mietung eines Grundstücks bis Die Lokalkommission. 1. Oktober 1909 zu einem jährlichen Mietspreis von 11 300 M. Aufarbeiter Kaiser aus Köpenick hatte auf dem Schienenftrang einen zum sich auch von dem Gleise entfernten. Der 50 Jahre alte BahnTempelhof. Die Parteigenossen werden hierdurch aufmerksam Antrag der Aufsichtsbehörde werden statt der festgesetzten 10 000 M., Handschuh zurückgelassen und da er befürchtete, daß das Bekleidungsgernacht, daß die Gemeindewählerliste vom 15. bis ein- die Spareinlagen der Gemeinde Sparkasse von einer Mark bis ftüd durch die Näder der Lokomotive vernichtet würde, sprang er schließlich 30. Januar d. J. im Gemeindebureau, Dorfstr. 17, 5000. festgelegt. Für Mehrarbeiten von gärtnerischen Anlagen schnell noch einmal zum Gleis zurüd. Kaum hatte er jedoch nach Bimmer 7, ausliegt. werden dem Etat 6000 m. für Löhne nachbewilligt. Während dieser Zeit kann jeder Stimmberechtigte gegen die Maschine einen derartigen Stoß in den Rücken, daß er die Böschung den Handschuh gegriffen, so erhielt er von der vorüberfausenden Richtigkeit der Liste bei dem Gemeindevorsteher Einspruch erheben. Parteigenossen, welche nicht selbst Zeit haben, die Listen einhinabgeschleudert wurde und sofort tot war. zusehen, werden gebeten, ihre Adresse dem Genossen M. Müller, Berlinerstr. 41/42, zur Einsichtnahme zu übermitteln. Groß- Lichterfelde- Lankwit. Die Wählerlisten zur Ge- Die Gemeinde meindewahl liegen aus für Groß- Lichterfelde: auf Staatszuschuß dem Rathause, Zimmer Nr. 8; für Bantwig: auf dem Gemeinde- die Anstellung der Lehrkräfte, bureau, Hauptstr. 13, Zimmer Nr. 2. Die erforder lichen Mittel zur besseren Beleuchtung der Sigmaringen- und Xantenerstraße, sowie des Ludwigkirch- und Kaiserplates wurden bewilligt. Den größten Teil der Sigung nahm die Debatte über die Errichtung dieses Jahres in Anspruch. Das Provinzialschulkollegium macht die in einer vom hiesigen Gewerkschaftskartell einberufenen Gewerkeines Gymnasiums mit Vorschule sowie einer Realschule zu Ostern Am Dienstag, den 9. Januar, hielt Genosse knüpfev- Berlin Erteilung der Konzession von folgenden Bedingungen abhängig: schaftsversammlung ein Referat über Bauarbeiterschutz. In seinem hat die Pflicht, die Anstalt ohne jeglichen anderthalbstündigen Vortrag schilderte er in Kürze die Nachlässigkeit zu erhalten. Die Aufsichtsbehörde regelt auf dem Gebiete des Bauarbeiterschutes, insbesondere kritisierte er Anstellung der Lehrkräfte, der Pensionsberechtigung 2c. die Unzulänglichkeit der zum Schutz der Bauarbeiter getroffenen Ferner wird verlangt: der erforderliche Grund und gesetzlichen Bestimmungen. Im Gegensatz zu Norddeutschland sind Die Parteigenossen werden dringend aufgefordert, ungesäumt Boden des Schulgrundstücs geht in den Besi in Süddeutschland bereits Fachleute als Baufontrolleure vom Staate die Listen einzusehen. Für diejenigen Genossen, die verhindert der juristischen Korporation über. Hiergegen erhob sich angestellt. An einer Reihe von Beispielen legte er dar, daß die Verfind, selbst die Listen einzusehen, werden dies veranlassen für ein Sturm der Entrüstung. Die Gemeinde errichtet und unterhält gebung resp. die Ausführung der Arbeiten im Afford ganz erhebGroß- Lichterfelde: Reifen, Restaurateur, Chauffeestr. 104. die Anstalt, wogegen ihr das Eigentumsrecht entzogen wird. In der liche Gefahren mit sich bringe. Am Schluffe feines Referates erHarring, Lagerhalter, Dürerstr. 37. Wenzel, Zehlendorfer- Debatte wurde von dem Gemeindevertreter Direktor Haberland und mahnte er die Bauarbeiter zu strenger Befolgung der schon bestehen. straße 3. Therow, Töpfer, Brauerstr. 18. Für Lantwig: dem Schöffen Geheimen Regierungsrat Profeffor Dr. Beyschlag die den Bauunfallvorschriften, sowie die gewerkschaftliche und politische Bogheimer, Kaiser Wilhelmstr. 53, III. 2int, Restaurateur, rechtliche Grundlage zu einer solchen Forderung bestritten, die Forde Organisation hochzuhalten, und diejenigen, welche noch fernstehen, Calandrelliste. 27. rung als ein Eingriff in die Selbstverwaltung der Kommune und heranzuziehen. Endlich ersuchte er die anwesenden Bauarbeiter, die als eine Unbilligkeit der Schulbehörde bezeichnet. Mit großer von der Zentralfommission für Bauarbeiterschutz ausgearbeitete Mehrheit wurde die Forderung Provinzial Schul- Petition au unterzeichnen. follegiums abgelehnt und der Gemeindevorstand beauftragt, erneut mit der Schulbehörde wegen Errichtung der beiden Anstalten zu Spandau. verhandeln. Der Gemeindevorstand teilte sodann mit, daß der Kreisausschuß unterm 13. Januar d. J. dem von der Gemeindebertretung beschlossenen Abkommen hinsichtlich der Bedingungen über das Ausscheiden von Wilmersdorf aus dem Kreisverbande zugestimmt habe, und daß die Angelegenheit der Stadtwerdung nur noch der thalschen Gymnasiums seitens der Gemeinde hat die ministerielle Genehmigung des Kaisers bedürfe. Der Ankauf des JoachimsGenehmigung erhalten. Grünan. Zur Empfangnahme der Handzettel zu der Verfammlung am 21. Januar treffen sich die Genossen Donnerstag, den 18. Januar, abends 8%, Uhr, in der„ Grünen Ede", Stöpeniderstr. 88. Der Borstand. Vorort- Nachrichten. Schöneberg. Protest gegen die Erhöhung der Tabaksteuer. Eine gutbesuchte Versammlung, welche am Mittwoch im Saale von Stumfe tagte, ge= staltete fich zu einer imposanten Sundgebung nicht allein gegen die geplante Erhöhung der Tabalsteuer, sondern gegen die Steuerpolitik der Regierung und der herrschenden Klassen überhaupt. BigarrenDer Vertreter des Kreises, Reichstagsabgeordneter Pauli, habe einer macher Genoffe Pieper eröffnete die Versammlung und teilte mit: zweimaligen Einladung zur Versammlung leider nicht Folge geleiftet. Die Antwort des Herrn habe gelautet: Er würde zu der geplanten Versammlung nicht erscheinen. Wolle man eine derartige Versammlung haben, fo empfehle er, sich an den Vorsitzenden des neuen Wahlvereins zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, Herrn Rechtsanwalt Lüdicke, zu wenden. Genosse Pieper geißelte das Verhalten des Herrn Pauli in gebührender Weise. Alsdann erhielt Genosse Mar Müller- Berlin zu seinem last aufzuwälzen. Redner geht nun im allgemeinen auf die Steuerpläne der Regierung ein. Die deutsche Reichsregierung brauche Geld zu ihrer Stolonial- und Flottenpolitit. Um das Geld flüssig zut machen, fei fie in den Mitteln nicht wählerisch. Im Landtag sowohl wie im Reichstag haben die Mehrheitsparteien stets Interessenpoliti Armen und Unterdrückten vertreten. getrieben. Nur die sozialdemokratische Partei habe die Interessen der Die Versammelten hätten hieraus die Lehre zu ziehen, so schloß Redner seinen Vortrag, sich dieser Partei anzuschließen. Folgende Resolution gelangte hierauf einstimmig zur Annahme: Nixdorf. Der Krankenhausbau in der Kommission. In der letzten Sihung der Krankenhausbaufommission wurden die Grundrisse zu den einzelnen Gebäuden des neuen Krankenhauses definitiv ge= nehmigt. Jm großen und ganzen ist der Entwurf der gleiche geblieben, nur sind einige Aenderungen vorgenommen, die nach AnDie Stadtverordneten hielten am Montag nur eine kurze Sigung gabe des Magistrats die Kosten etwas verringern sollen, ohne die ab. Außer der Magistratsvorlage betreffend Errichtung einer OberAnlage zu schädigen. So ist auch die ursprünglich achteckige Form lehrerinnenstelle an der höheren Mädchenschule des Badehauses aufgegeben worden, weil man die Absicht hat, ftand nur die Wahl der ständigen und der besonderen später über dem Badehause eventuell noch ein Stodivert für ausschüsse auf der Tagesordnung. Von unseren Parteigenoffen Krantenräume zu errichten, was bei der achteckigen Form nicht aus- find darin vertreten: Obst und Däumig in je drei, Küter, Referat das Wort. Zunächst schilderte er die Lage der Arbeiter und führbar wäre. Da das ganze Terrain von der Briz- Rudower Frisch und hoffmann in je zwei und Wollermann und Arbeiterinnen in der Tabakindustrie und wies nach, daß in diefer Chauffee nach hinten start ansteigt, so sollen die niederen Gebäude Bäumler in je einem Ausschuß. Den Rekord in der Höchstzahl Branche Not und Glend am allerdeutlichsten zutage treten. Um so etwas tiefer liegen, während die Wirtschaftsgebäude und die In- der Zugehörigkeit zu den Ausschüssen hat der bürgerliche Stadt- unbegreiflicher sei es, daß die Regierung jenen Wermsten der Armen fektionspavillons auf dem höheren Teil errichtet werden. Abgesehen verordnete Dr. v. Gordon erreicht; derfelbe gehört bis jetzt noch mehr Lasten aufhalsen wolle. Die besitzende Klasse habe es von dem finanzieller Vorteil, den diese Anlage bringt, wird durch sech 3 Ausschüssen an, während es sein Kollege. Schneider stets sehr gut verstanden, der minderbemittelten Klasse die Steuerdieses Projekt etwas Abwechselung in das ganze Bild hineingebracht nur auf vier gebracht hat. Ob es bloßer Zufall ist, daß manche werden. Der Verkehr von dem höheren zum niederen Teil des bürgerliche Stadtverordnete gar feinem Ausschuß angehören? Krankenhausgrundstückes wird über zwei Rampen erfolgen. Zu Jm nichtöffentlichen Teile wurde sodann noch über die Angleicher Zeit wurde nun auch der Kostenanschlag festgesetzt. Bei der stellung von Schwestern zum neuen Krankenhause verhandelt. Festsetzung von 6500 M. pro Bett wurde für den Gesamtausbau von 750 Betten mit Inventar, Zentrale für Licht und Kraft, StraßenLichtenberg. regulierung und Wasserversorgung die Koftenhöhe auf 5 700 000 m. Ich mache es eben so! Die Gemeindearbeiter in Lichtenberg erangegeben. Ueber die Zahl der Betten, mit denen das Krankenhaus freuer fich wirklich einer recht patriarchalischen Behandlung! Bor eröffnet werden soll, entspann sich eine längere Diskussion. Bon furzem richteten die Straßenreinigungsarbeiter an den Gemeindeseiten der sozialdemokratischen Vertreter wurde darauf hingewiesen, vorstand die gehorsamste Bitte", gleich den Gasanstaltsarbeitern daß man bei dem rapiden Wachstum Rigdorfs und der Krankenhaus- einen Arbeiterausschuß" bilden zu dürfen. Ich bin dagegen. " Die heute bei Sumle tagende Versammlung protestiert auf das not in ganz Groß- Berlin mit einer hohen Bettenzahl von vornherein Wenn die Arbeiter etwas wollen, dann können sie es selbst sagen," entschiedenste gegen die geplante Erhöhung oder Neueinführung von beginnen müßte; vier Pavillons für innere und chirurgische Krante so äußerte sich der Dezernent und knüpfte daran noch einige Be- Steuern und Zöllen auf Tabatfabritate. Die Gesezesvorlagen stehen und zwei Pavillons für Infektionskranke wurden als das Minimum merkungen, die an die guten alten Lichtenberger Sitten erinnern in einem unlöslichen Widerspruche mit dem Schuße zugunsten der bezeichnet. Ganz anderer Ansicht waren die bürgerlichen Vertreter sollten: Ich würde eine Kommission schön leuchten, wenn fie fich Arbeiterflaffe und des Mittelstandes, der die Grundlage der deutschen der Stadt Rigdorf. Ein Stadtverordneter, de schon oft von sich etwa auf meinem Blaze( der Herr ist Zimmermeister feines Sozialreform bilden soll. Die geplanten Steuern und Zölle find reden machte, jener, der sich durch seinen Prozeß um das Haus- Zeichens) mit so einem Faulpelz von Agitator blicken ließe!!" ruinös für die Tabatindustrie und vernichtend für die Existenz von befikerprivileg einen so eigenartigen Ruhm verschafft hat, führte Der Antrag wurde wohl in der Straßenreinigungskommission an- Behntausenden von Arbeitern, die mitsamt ihren Familien der Not aus, daß die Stadt Rigdorf das Krankenhaus gar nicht ein genommen, aber im Gemeindevorstand abgelehnt. Der Gemeinde- und dem Glend preisgegeben werden. Sie wirken aber auch lohngenug bauen fönnte; mit anerkennenswerter Offenheit erklärte er, vertretung wurde er gar nicht erst vorgelegt. Derselbe Herr handelt drückend für diejenigen, die unter den neuen, bedeutend verschlechter daß er und seine Freunde den Krankenhausbau noch lange hinaus auch in anderer Beziehung recht selbstherrlich. Zwei Kutscher der ten Erwerbsverhältnissen in der Tabakindustrie noch Beschäftigung schieben würden, wenn nicht die Behörden so danach strebten. Je Straßenreinigung erhielten anstatt des im Etat vorgesehenen und finden; endlich werden diese Steuern und 3ölle in der Hauptsache mehr Betten wir im Krantenhause haben, um so mehr würder sie beschlossenen Lohnes von 24 M. pro Woche nur 21 M. Die so ent- von den befitlosen Klaffen aufgebracht. Die Versammlung fordert belegt, denn wer jetzt einen starken Schnupfen hätte, ginge ins standene Differenz von 6 M. aber wurde einem Stallmann als vom Reichstag, daß derselbe die ihm vorliegenden Gejebentwürfe Krantenhaus, besonders die Armenärzte schickten meist deshalb Bulage" gewährt, der mun anstatt 24 M. 30 M. Wochenlohn erhielt. ablehnt, die für erhöhte militärische Rüstungen zu Wasser und zu die Patienten ins Krankenhaus, damit sie gute Verpflegung be- Diefe Handlungsweise rechtfertigte er mit den Worten:" Ja, wenn Lande nötig werdenden Mehrausgaben auf die Schultern derjenigen fämen. Man sieht, daß dieser Herr weder von den Ideen der das auch nicht beschloffen ist, ich mache es eben sol" Auf die Vor- zu legen, zu deren Schuß und auf deren Verlangen diese Rüstungen modernen Gesundheitspflege noch irgend welcher Menschenfreundlich haltungen, daß das doch eine willkürliche Wirtschaft wäre, hatte der gemacht werden, und zwar durch Einführung direkter Reichssteuern teit angefrärtelt ist. Bom Magistrat wurde dann ein Kosten- Gemütsmensch nur noch die Bemerkung:„ Na, ich mache es nicht auf Einkommen, Vermögen und Erbschaft." anschlag vorgelegt, der für 362 Betten( zwei innere und zwei äußere anders!" Und wie die Alten" fungen, so zwitschern die Jungen". Bavillons) 3 870 000 m. ergab. Bei einem. Anbau von drei Der Betriebsführer an der Kläranlage scheint den Arbeitern dieselbe Potsdam. Bavillons mit 304 Betten fommt der Preis auf 3 650 000.Wurschtigkeit" entgegenzubringen. zu stehen. Es ist ersichtlich, daß bei der vorherigen Anlage der Zwei Stredenarbeitern ist auf bisher nicht aufgeklärte Weise Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude für 750 Betten sich der Preis ein Ring Durchzugsdraht von etwa 2 Meter Länge abhanden gedes einzelnen Bettes um so höher stellt, mit je weniger Betten kommen. Der„ Meister" Markow, dem der Verlust gemeldet wurde, das Krantenhaus belegt wird. Bei der Abstimmung über die Frage, macht die Arbeiter kurzerhand erfabpflichtig. Bis zum Betrage von ob 362 Betten oder 304 Betten ausgebaut werden sollten, stimmten 10 M. werden ihnen einfach pro Woche je 1 M. vom Lohne in Abzug die drei anwesenden Vertreter der bürgerlichen Stadt gebracht. Und am Sonnabend wurde die erste Rate bereits ab berordneten natürlich für die niedrigere Bettenzahl; besonders gezogen. Auf den bescheidenen Hinweis, dock, zunächst einmal mit interessant war, daß auch ein bürgerlicher Stadtverordneter, der dem Herrn Dezernenten darüber sprechen zu dürfen, gab der Herr Arzt ist und eigentlich die Krantenhausnot tennen sollte, für die Meister die lakonische Erklärung ab:„ Wenn Sie dahin gehen wollen, niedrigere Bettenzahl stimmte; Magistrat und Sozialdemokraten werden Sie entlassen!" Die Arbeiter wurden nun aber doch vor. stimmten für die höhere Bettenzahl, die denn auch angenommen stellig und erhielten die Antwort: Wer etwas verliert, muß es wurde. Freilich kamen die bürgerlichen Stadtverordneter sofort mit ersetzen! Nun hatten aber die Arbeiter einen um der Drohung, im Plenum der Stadtverordnetenversammlung doch 6 meter längeren Ring Draht von angeblich noch die niedrigere Bettenzahl durchjeßen zu wollen, damit nur ja nicht besseret Qualität als der abhanden gekommene die„ Gefahr" eintrete, daß wir 362 Betten belegt hätten, wo wir durch einen Menschenfreund zur Verfügung gestellt erhalten und doch blog 304 belegen brauchen. Fürwahr, vortreffliche Vertreter dem Meister Markow gebracht. Das mußt nichts: 10 M. müssen einer Stadtverwaltung, die es nicht einmal für die Pflicht einer bezahlt werden! Und das, obwohl ein Eisenwarenhändler am Orte Stadt von über 150 000 Einwohnern halten, dafür zu sorgen, daß erklärt, daß der Wert des Drahtes mit 1,50 M. vollständig er bie tranten Mitbürger eine Zufluchtsstätte in Strantheitsfällen jetzt sei. haben. Für die Sozialdemokratie trat es in dieser Sigung wieder Das sind ja vecht niedliche Zustände in der Lichtenberger Geaufs deutlichste hervor, daß nur ununterbrochene Agitation für das meinde. Man glaubt sich nach Ostelbien verfekt, wo der Gutsherr Arantenhaus den endlicher Beginr des Baues erzielen fann. Von über Leib und Leben seiner" Arbeiter und Ragelöhner rfügt. ben bürgerlichen Vertreteer wird man, das ging aus der Sigung Mit den Arbeitern wird hier umgesprungen, als ob es tulis wären. wieder einmal deutlich hervor, immer wieder versuchen, der Bau Es wird wirklich Zeit, daß die Arbeiter selbst dafür Gorge tragen, hinauszuschieben und so wenig wie mur irgend möglich für dieses daß ihnen eine menschenwürdige Behandlung zu teil wird. Das wichtige Jnstitut leisten. In betreff der Heizanlagen, der Wasser- tann aber nur geschehen, wenn sie sich einer gewerkschaftlichen. Orversorgung und Elektrizitätsanlagen beschloß man, zunächst Gut- ganisation anschließen und vereint suchen, derartige Bustände, unter achten vom Spezialfachverständigen einzuholen, bevor man die Frage I denen sie leiden, zu beseitigen, " Arbeiterrisiko. Von einem Neubau abgestürzt und dadurch ge tötet ist am Montag in Potsdam der Maurer August Schulz aus Schöneberg, welcher als Bußer auf dem Grundstüd Leipzigerstr. 8 beschäftigt war. Im dritten Stockwerk auf dem Baugeriist stehend, entfiel ihm eine Latte. die er schnell noch aufhalten wollte, wobei er das Gleichgewicht verlor und durch das Rüstungsgeländer fopfüber in die Tiefe stürzte. Mit gebrochenem Schädel und Genick blieb er tot auf dem Hof liegen. Schulz war Familienvater. Seine Angehörigen wurden sofort von den Unfall in Kenntnis gefeßt. Berliner Nachrichten. Gegen die Theaterbilletsteuer wenden sich ganz entschieden die Theaterdirektoren. Am Montag fand eine Sigung des Verbandes der Berliner Theaterleiter statt, in der Herr Rafael Löwenfeld mitteilte, daß vielleicht schon in zwei bis drei Wochen eine diesbegügliche Vorlage an die Stadtverordnetenversammlung gelangen werde, nachdem sie inzwischen von der Steuerdeputation beraten worden sei. In den Beratungen, an denen Mitglieder des Vera bandes teilgenommen haben, sei es wenigstens gelungen, die Steuerbeputation von der Undurchführbarkeit der rigorosesten Beftimmungen des Entwurfs zu überzeugen. So war ursprünglich geplant, auch die Freibillets einer Steuer von zehn Prozent zu unterwerfen; ferner follten die ermäßigten Eintrittskarten zu den in Berlin üblichen Nachmittagsvorstellungen nach den Abendpreisen der entsprechenden Pläße besteuert werden. Diesen Plan hat man dank der Bemühungen der Direktoren fallen laffen, auch beabsichtigt bie Steuerbeputation, die Bläge bis zum Preise von einer Mark zug und schivarzem Schlapphut. | Gleich nachdem er das Zimmer hält." Der Biegeleibefizer Mann war wegen Uebertretung dieser von der Steuer auszunehmen. Direktor Dr. Löwenfeld führte gemietet, entnahm er seinem grauen Handkoffer einen größeren Bosten Vorschriften angeklagt worden, weil er die beiden Aushänge nur aus, daß Berlin die einzige deutsche Stadt sei, die für die Zwecke Wäsche, legte dieselbe in die Kommode, dadurch das be- am ordentlichen Zugange zu seiner Ziegelei hatte anbringen lassen. In den Das Landgericht sprach ihn seinerzeit frei, weil es dies als den der dramatischen Kunst kein Geld übrig habe, die vielmehr noch sondere Vertrauen der Zimmervermieterin erweckend. eine Million aus den Erträgnissen der Theater für sich beanspruche. folgenden Tagen verließ der Fremde gegen 9 Uhr vormittags Borschriften des§ 138 genügend erachtete. Das Kammergericht hob Die wenigen Städte, die eine Theaterbetsteuer eingeführt haben, fein Zimmer und kehrte immer gegen Abend zurüd. Gelegentlich dann im verflossenen Sommer das Urteil auf und verwies die Sache damals laffen deren Erträgnisse wieder in anderer Form dem Theater erzählte er, daß er verheiratet gewesen sei, Frau und Tochter wären zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zugute kommen, so stelle z. B. die Stadt Frankfurt a. M. ihrer jedoch gestorben. Am Sonnabend, den 13. Januar, ersuchte der zurück, indem es sich dahin aussprach: Die Auffassung des LandTheaterattiengesellschaft nicht nur zwei großartige Theatergebäude, Birt behufs polizeilicher Meldung den Fremden um Angabe seiner gerichts sei irrig. És widerspreche dem§ 138, daß die Aushänge sondern auch noch einen jährlichen Barzuschuß von mehr als Personalien, worauf legterer erwiderte, daß er die Anmeldung selbst am ordentlichen Zugange zur Ziegelei genügen sollten. Finde die 300 000 M. zur Verfügung. Als des pikanten Interesses nicht ent- besorgen wolle. Gleich darauf verließ der p. Franke das Zimmer, Beschäftigung der Jugendlichen wechselnd an verschiedenen oder in verschiedenen Räumen des behrende Neuigkeit erwähnte Direktor Löwenfeld noch, daß die da er einen notwendigen Gang besorgen müsse, kehrte dann zu einer Stellen föniglichen Bühnen, unbeschadet der Rechtsfrage, ob sie tatsächlich Zeit zurück, während der die Wirtsleute vom Hause abwesend waren, Fabrifbetriebes( hier der Ziegelei) statt, dann seien eben zu der geplanten Billetsteuer herangezogen werden könnten, sich und verließ es dann wieder unter Mitnahme seines Handkoffers die genannten Aushänge in jedem der betreffenden bereit erklärt haben sollen, den auf sie entfallenden Steuerfaß zu nebst mitgebrachtem Inhalt sowie eines dem Tapezierermeister ge- Räume und an jeder der betreffenden Arbeitstragen. Die Generalintendang erwarte dagegen von der Stadt, hörigen neuen Ueberziehers, mehrerer Bürsten und einiger Schul- ft ellen anzubringen. Demnächst verurteilte dann das Landgericht den Angeklagten wegen Uebertretung der an daß sie bei dem bevorstehenden Neubau des Opernhauses tornister. nach Kräften zu den Kosten beitragen werde. Oberbürgermeister Kirschner sei übrigens ein eifriger Verfechter der neuen arbeitende Volf. Von dieser Wochenschrift, die in Heften zu je Strichen und in den Maschinenräumen, wo Jugendliche, zum In Freien Stunden." Romane und Erzählungen für das gezogenen Bestimmungen zu einer Geldstrafe von 10 M. Es nahm als festgestellt an, daß in einem Schuppen, an den sogenannten kunstfeindlichen Besteuerung, und es sei erforderlich, in eine 10 Pf. erscheint, liegt der zweite Band des neunten Jahrganges Teil nur gelegentlich, beschäftigt würden, die Aushänge fehlten. energische Propaganda gegen die Steuer einzutreten, da ihre An- nunmehr gebunden vor. Sein Inhalt ist:„ Der Kurier des Zaren," nahme in der Stadtverordnetenversammlung durchaus nicht außer- Roman von Jules Verne;" Das Vermächtnis des Bedlars," Herr Mann legte abermals Revision ein. halb des Bereiches der Möglichkeit liege. Demnächst soll eine Roman von Otto Rupius;„ Am Malanger Fiord," Erzählung von gericht verwarf das Rechtsmittel. große öffentliche Versammlung einberufen werden, in der gegen Theodor Mügge und" Wie der Großvater die Großmutter nahm," die Berteuerung der Kunst und der Volksbildung Stellung ge- Erzählung von Hermann Kurz. Daneben bietet ein kleines nommen werden soll. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetenver- Feuilleton" allerlei kurze unterhaltende und belehrende Notizen. Der reichhaltige Inhalt gediegener Unterhaltungslektüre dieses sammlung hat sich schon gegen dieses Steuerprojekt gewandt als und der bisher erschienenen Bände der Zeitschrift sollte die Parteies auftauchte und wird, als grundsätzliche Gegnerin jeder indirekten Steuer, auch diesen Standpunkt zum Ausdrud bringen, genossen veranlassen, auf selbe zu abonnieren und auch in ihrem Gerade wenn eine diesbezügliche Borlage an die Stadtverordnetenver- Freundes- und Bekanntenkreise Abonnenten zu werben. sammlung gelangt. Daneben aber trägt die Theaterbilletsteuer iebt ist für diese Agitation der richtige Moment, denn in dem so sehr den Charakter der Krähwinkelei an der Stirn, daß man sich ersten Heft des soeben beginnenden zehnten Jahrganges ist ein wundern muß, daß es in Berlin noch Leute gibt, die ein der Roman:" Der verlorene Sohn", enthalten, der zweifellos in den Kreisen der Arbeiterschaft viel Anklang finden wird. artiges Steuerprojekt gutheißen können. Die Post an Kaisers Geburtstag. Bei den Postanstalten im Bezirke der Oberpoftdirektion Berlin werden am 27. Januar, dem Geburtstage des Kaisers, die Schalter auch nachmittags in der Zeit von 5 bis 7 1hr geöffnet sein. Die Zweigstellen, die Sonntags für den Verkehr mit dem Bublifum nicht geöffnet werden, bleiben auch am 27. geschlossen. Vormittags sind die größeren Bostämter von 8-9, mittags von 12-1 Uhr geöffnet. Die Briefbestellung findet am 27. Januar ztveimal vormittags statt. Pakete und Geld werden einmal bestellt. Das Märkische Provinzial- Museum ist zurzeit bis zur Wiedereröffnung im neuen Gebäude für die öffentliche Besichtigung geschlossen; dagegen bleibt der Geschäftsverkehr in den provisorischen Räumen, Zimmerstr. 90, im Gange. Die Bibliotheken gewerkschaftlicher und politscher Verbände machen wir auf die bisher erschienenen Bände besonders aufmerksam, dieselben bieten den Mitgliedern gern gelesene Romane, Erzählungen und sonstige Unterhaltung. Jeder Band kostet gebunden in Halbfranz 4 M., in Leinen 3,50 M. In Wochenheften abonniert kostet jedes Heft 10 Pf. Bestellungen auf die Bände sowohl als auch auf die wöchentlichen Lieferungen nimmt jede Parteibuchhandlung, in Berlin auch alle Parteispeditionen und Zeitungsspediteure entgegen. Vermischtes. Das Rammer Eine verkrachte Ordnungsstüte. Unter dieser Spitzmarke melde ten wir kürzlich, daß über das Vermögen des früheren Gesandten Freiherrn von Cramm- Burgdorf der Konkurs verhängt ist. Zu dieser Affär. geht dem„ Berl. Tagebl." aus Hamburg folgende Zuschrift zu: Bur " Im Sommer 1905 faufte der Baron von Cramm- Burgdorf ben dem auf sehr schwachen Füßen stehenden Bauunternehmer Sch. in Hamburg vierzehn unfertige Etagenhäuser zunt Preise von einer Million und vierhunderttausend Mart. Die Häuser liegen in Hamburg- Eimsbüttel an der Methfesselstraße, Grundstraße und Voigtstraße. Die an diesen Bauten beschäftigten Hands werker und Lieferanten waren nicht wenig erfreut, daß die Häuser aus den Händen des schwachen Besizers in die des angesehenen Herrn v. Gramm gerieten, und arbeiteten mit doppelten Kräften. Um so mehr fielen sie aus allen Himmeln, als sie von dem plötzlich eingetretenen Konkurs des Herrn Kenntnis erhielten. Illustration dieses merkwürdigen Häuserantaufes diene, daß der Wert der genannten vierzehr Grundstüde, wenn sie in allen Teilen ,, Die Bedeutung des Eauerstoffes für Technik und Wissenschaft" feriiggestellt sind, was heute noch, nicht annähernd der Fall ist, im wird Herr Dr. Saubermann am 155. Beobachtungsabend des allerhöchsten Fall 950 000 Mart beträgt." In die Sache ist auch eine Baronin von Königs. Vereins von Freunden der Treptow- Sternwarte am Mittwoch, den 17. Januar 1906, abends 8½ Uhr, in warter in Hannover verwickelt, die beschuldigt wird, Wechsel auf einem Vortrag, der durch zahlreiche Experimente unterstützt den Namen des Herrn von Cramm- Burgdorf gefälscht zu haben. wird, behandeln. Zur Vorlegung gelangen einige alte Supfer- Mit ihr wird sich die Staatsanwaltschaft in Hannover beschäftigen. An den Vorbereitungen zur filbernen Hochzeit des Kaiserpaares in der Drucker ist i che, welche Herr Model dem Astronomischen Museum leber lettere Angelegenheit wird berichtet: wird bereits mit Hochdruck gearbeitet und zwar Sie stellen Alexander von Huntals Geschenk überwiesen hat. " Die Verhandlungen gegen die Baronin von Königswarter und Freiherrn von Cramm Bürenstein, wo zu Nuz und Frommen aller Patrioten ein Gruppen boldt, J. S. Bailly, Maximilian Hell und J. Bernouillo dar. gegen letteren ist voraussichtlich eine bild der kaiserlichen Familie hergestellt wird. Um dieſe frendige mit dem großen Fernrohr wird vor und nach dem Vortrag Anklage nicht zu erheben, er wird wohl nur als Zeuge in dem leberraschung der gesamten patriotischen Welt auch rechtzeitig unter- Mit werden, wie uns unser Hannoverscher Jupiter beobachtet. Prozeß auftreten breiten zu können, sind jetzt in dem genannten Betriebe Ueberstunden Korrespondent schreibt, vor der Straffammer zu Hannover stattan der Tagesordnung. Für die eifrige Tätigkeit seiner Zeute wird finden. Vorläufig sind die Untersuchungen noch nicht beendet. Noch Hoffentlich Herr Bürenstein den Lohn in Gestalt einer hübschen liegen die Sachen bei der Staatsanwaltschaft, auch ist noch gar nicht Deforation im Knopfloch erhalten. bestimmt, welche Anklage der Untersuchungsrichter aus dem Aftenmaterial fonstruieren wird. Die Höhe der Summe der ausge stellten Wechsel ist noch nicht genau festgestellt. Wie die Verhältnisse liegen, wird das Gericht unstreitig gegen einige der Geldgeber und Vermittler vorgehen, denn Wucherzinsen sind von der Baronin wiederholt gezahlt worden." Ein geriebener Schwindler. Auf das Mitleid seiner Mits menschen hat ein Gauner spekuliert, welcher seit längerer Zeit die Bewohner der westlichen Vororte gebrandschabt hat. Er gab an, ein Fuhrunternehmer Schuhrig aus Potsdam zu sein und beHauptete unter Tränen, daß ihm durch Roß seine sämtlichen 16 Pferde verloren gegangen seien und daß er jetzt völlig mittellos und verarmt dastehe. Außerdem habe er schwere Schicksalsschläge in der Familie gehabt. Der Schivindler verstand es stets, seine Leidensgeschichte so glaubwürdig und rührend darzustellen, daß der Erfolg, namhafte Geldunterstützungen, niemals ausblieb. Gestern ereilte den Pseudo- Schuhrig jedoch das Schicksal. Als er in einem feinen Restaurant des Westens ein splendites Diner einnahm, wurde er von einem Polizeibeamten erkannt und vom Tisch weg verhaftet. Auf dem Polizeibureau entpuppte sich der Schwindler als der 32jährige Gelegenheitsarbeiter" Otto Meier aus Friedenau. " Aus der besten der Welten. Wegen Arbeitslosigkeit in den Tod gegangen ist gestern abend der Bauarbeiter Robert Bodamer aus get Zinienstraße 201a. B. war schon seit langer Zeit ohne Beschäftigung gewesen, und trotz aller Bemühungen wollte es ihm nicht gelingen, wieder Arbeit zu erhalten, um für sich und seine Familie das tägliche Brot verdienen zu können. In der Verzweiflung beging B. Selbstmord. Er erhängte sich in seinem Schlafzimmer. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und in das Schauhaus eingeliefert. Automobilomnibus- Verbindung zwischen Berlin und Friedenau. Die Verkehrsprojekte, welche Verbindungen zwischen Berlin und den Vororten durch den Automobilomnibus herbeiführen wollen, häufen sich jetzt immer mehr. Das letzte derartige Projekt beabsichtigt eine Autoomnibus- Verbindung zwischen Friedenau, Schöneberg und Berlin. Ein Unternehme ist bereits mit den maßgebenden Stellen in Unterhandlungen getreten. Es ist geplant, die Automobilomnibuslinie aud, während der Nachtstunden aufrecht zu erhalten. Zwei Opfer der Bootskatastrophe auf dem Seddinsee sind am gestrigen Tage durch absuchende Fischer geborgen worden. Es sind dies die Leichen des Kaufmanns Radtke, Friedrichstr. 250, und des Radtke war noch mit dem Buchhalters Neumann, Arndtstr. 39. vollständig durchweichten Militärmantel bekleidet. Neumann, der ein Rudertrikot trug. war am Sonntagnachmittag vom Ufer aus beobachtet worden, als er, mit den Wellen kämpfend, fich vergeblich an das Boot anklammerte und schließlich in die Tiefe sant. Gäste haben Zutritt. Gerichts- Zeitung. Wilddrauflosfahrer. Daß der üble Nuf der Schlächterfuhrtverke nicht ganz zu inrecht besteht, ergab wieder einmal eine Verhandlung, welche gestern vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Wegen fahrläffiger Tötung war der Schlächtermeister Richard HolzEines Tages im November v. J. unternahm famm angeklagt. Ermordet wurde acht Tage nach der Hochzeit in Neubielar die in der Dresdenerstraße wohnhafte 77jährige Witwe Selig einen fleinen Spaziergang. Als die Greifin den Straßendamm kreuzen in Schlesier der 52 jährige Produktenhändler Lichey von seiner un fünf Jahre jüngeren Ehefrau. Ueber diese Tat werden folgende vollte, bemerkte sie nicht, daß ein Schlächterfuhrwerk in dem üblichen unsinnigen Tempo von rechts fich näherte. Sie jetzte ihren Weg Einzelheiten gemeldet: 2. lernte vor einiger Zeit durch eine Annonce ruhig fort. Der Führer des Schlächterfuhrwerts, der jezige An- die Privattrankenpflegerin Schmidt aus Kattowiz kennen, die sich geklagte, mäßigte trotzdem nicht feine Fahrgeschwindigkeit, sondern fuhr dert eines guten Leumunds erfreute und sich trok eines schweren brauf los, als ob der Straßendamm lediglich für ihn vorhanden sei. förperlichen Leidens ihres Bräutigans, infolgedessen dieser eine Als ihn Passanten durch Rufe aufmerksam machten, verlor der künstliche Nase tragen mußte, entschloß, mit ihm die Ehe einzugehen. Angeklagte noch die Geistesgegenwart und fuhr nunmehr direkt auf Die Hochzeit des Paares fand am 6. d. M. statt; kurz vor der die Greifin zu. Beide Räder des schwerbeladenen Fuhriverts gingen Trauung war notariell festgelegt worden, daß die zukünftige Frau 2., über die Unglückliche hinweg, die schließlich besinnungslos von im Falle der Mann vor ihr stürbe, außer einer Barsumme von Passanten aufgehoben und in einer Droschke nach dem Krankenhaus 3000 Mark die Nuznießung von 10 000 Marf erhalten solle. Als am Urban geschafft wurde. Hier verstarb Frau S. nach kurzer Zeit fürzlich der in Frankenstein wohnende Sohn des L. zur Besuch des an den Folgen der schweren inneren Verlegungen. Vor Gericht Vaters in Neubielau eintraf, fand er diesen leblos im Bette vor. behauptete der Angeklagte, keinerlei Schuld an dem allerdings höchst Ein sofort herbeigerufener Arzt konstatierte, daß der Toi bereits bebauerlichen Tode der Frau S. zu haben, diese sei ihm direkt in vor einiger Zeit eingetreten sei, als mutmaßliche Todesursache wurde den Wagen hineingelaufen. Die Beweisaufnahme ergab indessen, Erdrosselung festgestellt, da am Halse de. Leicht Drudſtellen vordaß H. in unglaublich fahrlässiger Weise gehandelt hatte. Der handen waren. Anscheinend ist 2. während des Schlafes überfallen Gerichtshof hielt aus diesem Grunde eine empfindliche Strafe für und erwürgt worden; dod, deutete die Lage des Toten auf einen angebracht und erkannte auf drei Monate Gefängnis. erbitterten Kampf hin. Die Frau des Ermordeten war inzwischen alte Rotwild Ein Kaffierer für Aerzte. Wegen Körperberlegung ist aus dem Hause verschwunden, nachdem sie einige Photographien von am 15. Februar vom Landgericht Köln der Kaffierer Gerhard sich vernichtet hatte. Sie wurde in Myslowit verhaftet und hat bei Bläser zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er war der ersten Vernehmung eingestanden, ihren Mann ermordet zu haben. sassierer des Aerztevereins zu Köln und kam zu Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen dem Zeitungsverleger R., um eine Arztrechnung einzukaffieren. R. erklärte, er habe schon bezahlt und komplimentierte den Angeklagten Markthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 62-65 pr. 100 Pfund, Ila 54-60, hinaus. Das ging nicht ohne Wortwechsel ab. Draußen schimpfte IIIa 48-52, IVa 40-46. Salbfleisch Ia 82-90, IIa 70-80, IIIa 56-69, der Angeklagte. R. trat vor die Tür und erhielt dann vom An- Sammelfleisch Ia 65-75, IIa 56-64. Schweinefleisch 68-75. geflagten einen Messerstich, dessen Heilung drei Wochen in An- Bjund 0,40-0,50 Pf. Hafen Stüd 3,00-3,40, mittel 2,00-2,80. Staninchen Die Revision des Angeklagten wurde am Mon- Shid 0,90-0,95. Hühner pro Stüd, alte 1,50-2,30, junge Ta 0,70-0,90, spruch nahm. do. IIa 0,00-0,00. Tauben, junge 0,55-0,60, 0,50. Enten junge 2,00-2,30. Ganje Ia 0,00-0,00, IIa 0,00-0,00, russische tag vom Reichsgericht verworfen. 0,40-0,55 M. Schellfische 19-26., Flunder 16-22 M. pro 100 Pid. echte 112-120 M. Schleie unfortiert 104-108 M. Male, groß 00-00, mittel 102-103, flein 0,00 M., Blögen 34-37 M., Karpfen uns. 0,00 M., Lachs 1,56 M. 100 Pfund Ia 114-117, IIa 110-114, IIIa 105-110, abfallende Schottische Voltheringe( gefalzen) 40-44 M. Gier, Schock 5,00. Butter pro Kartoffeln pr. 100 Bid. rote 2,00-2,20, Rolen 0,00-0,00, 00-00 blaue 0,00-0,00, runde weiße 1,80-2,00. Wirsingkohl pr. Schoc 7,00-12,00, Weißfohl pr. 100 Pfd., 2,50-3,25 Roffohl pr. Schock 6,00-10,00, holl. 14-17 M. Sauve Gurken, Schod 2,00 M., Pfeffergurten 2,00 M. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. im 21. Eigentümliche ländliche Sitten. Wegen Körperverlegung wurden am 30. September v. J. vom Landgerichte Bonn ein gewisser zu vier Monaten, der Schuhmachermeister Theodor Post Wischerath, der Steinbrucharbeiter Heinrich Dick und der Pferdefnecht Michael Eichbach zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Dorfe, in welchem die Angeklagten wohnen, besteht die Sitte, daß im Mai ein junges Mädchen versteigert wird. Neber einen Selbstmord einer Frau eines im Westen Berlins Derjenige Bursche, dem sie zufällt, muß sie im Mai dreimal beEin gewisser 2. aus einem sehr bekannten Baumeisters teilten wir vorige Woche nach der suchen und etwas zum besten geben. vorigen Jahre die Apollonia H. erWelt am Montag" mit, daß das Motiv zu diesem Schritt darin zu Nachbarorte hatte Ivar aber anscheinend seinen Verpflichtungen nicht fuchen sei, daß ihr pervers veranlagter Ehemann die Frau infolge steigert, Die Angeflagten unternahmen es daher Perlebergerstr. 10. Rein. E. R.Eine Klage hätte leider feine seiner Neigungen derart gequält habe, daß sie das Opfer derselben voll nachgekommen. des Das Ende Aussicht auf Erfolg. Mai, ihn zu bestrafen. 24 W. Der Mietsstempel für Mieten von mehr geworden sei. Gestern nun berichtigt sich, die Welt am Montag" am Abend Post hatte als 500 bis 1000. beträgt eine Mart. G. 7. 8. 1. Pas tam ausdahin, daß die letztere Behauptung nicht aufrecht zu erhalten sei, vom Liede war, daß W. gründlich verhauen wurde. sie habe sich vom Gegenteil überzeugt. Wir nehmen auch hiervon sich bei dem Urteile beruhigt, die übrigen hatten Revision ein- nahmsweise gewährt werden. 2. Nur die militärische Prüfungskommission O. 2. 3ft auch mündlich nichts vereinbart, fo läuft der 666 Charlton. 1. Die Revision in Notiz und bemerken, daß, wie uns noch berichtet wird, das Motiv gelegt. Das Reichsgericht hielt die Gemeinschaftlichkeit nicht wäre zuständig. zu dem bedauerlichen Schritt in schweren Erkrankungen in der für genügend festgestellt und hob am Montag das Urteil im vollen Bertrag am 1. Oftober 1906 ab. 2. Kautsky und Schoenlant: Erläuterungen des Erfurter Programms. Familie zu suchen sei, und angenommen werden muß, daß die Frau Umfange auf, also auch soweit es Post betrifft, weil die Aufhebung Zivilsachen ist innerhalb eines Monats durch einen Anwalt einzulegen. eines Urteils aus materiellen Gründen für alle Angeklagten er-.. 75. 1. Die Policen find verschiedenartig. 2. und 3. Da der Ver infolge der Aufregunger in geistiger Umnachtung gehandelt habe. können Sie leider mit Aussicht auf Er2. Zurmstr. 1. Berufung In das Kaffenlokal der Ortstrankenkasse der Maler, Spandauer- folgen muß, wenn der Verurteilung dieselbe Straftat zugrunde liegt. frag der allgemein hier übliche ist, Mangelnder Schuh in Ziegeleien. Die Klagen über mangelnden folg nichts machen. 4. Uns nicht bekannt. straße 5, wurde in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ein Schuß in Biegeleien sind außerordentlich zahlreich. Die Umgehung gegen ein Strajurteil ist innerhalb einer Woche nach der Verkündung einzulegen. Die Zustellung erfolgt später. 2. Weifden Sie sich an den VerEinbruch verübt. Die Einbrecher nahmen ihren Weg durch einen der wenigen Schuhvorschriften wird durch die Annahme, die Ziegelei band. 3. Sie müssen laden. Beispiel finden Sie in dem in den öffentfleinen Fensterflügelt des ziemlich hohen Parterre von der Straße sei nur ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb, außerordentlich er- lichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht. aus, um in das Zimmer zu gelangen, in dem das Geldspind stand. leichtert. Es wird unter dieser Annahme häufig die Beschäftigung D. R. 100. Der Verein als solcher tann nicht flagen, wohl aber der Erbschaft. Können Sie sich nicht gütlich außergerichtlich Dieses wurde angebohrt beztv. mit Gewalt erbrochen. Erbentet haben die Spitzbuben 3618,90 m. Das Geld war bereits in Rollen ausländischer Arbeiter durchgesetzt. Diese Umgebung der Staffierer. O. 11. Der Beschäftigungsort ist maßgebend, falls bei der Deutschen Bank eingewechselt worden, um am Sonnabend erlassenen Vorschriften ist wiederholt im Reichstage beklagt worden. Mit einigen, so kann jeder Erbe erft an das Amtsgericht, dann an das Prozci an tranke Mitglieder ausgezahlt zu werden. Außerdem haben die welcher Hartnäckigkeit selbst gegen fleine Schutzvorschriften große gericht fich wenden. Köstner. Uns ist kein Anwalt dort bekannt. Friedrichsberg. 1. Den Einbrecher eine Kaffette mitgenommen, in welcher sich Depotscheine Ziegeleibefizer sich wenden, zeigt ein am Montag vor dem Kammer- nicht das uns nicht bekannte Ortsstatut etwas anderes vorschreibt. der Seehandlung, einer des Gewerkskrantenvereins, die Police der gericht abgeschloffener Prozeß gegen den Ziegeleibejizer Bertrag tönnen beide Teile jederzeit lösen. 2. Bersicherungspflicht liegt nicht Nonnendamm 87. Ja. 100. A. B. Der Antrag auf jogenannten Feuerversicherungsanstalt, die Police der Versicherungsanstalt gegen Mann in Herzfelde( Mark Brandenburg, Kreis Niederbarnim). bor. 3. Ja, wenn es erforderlich ift. Paragraph 138 der Gewerbeordnung bestimmt unter anderm: D. R. 100. Ja, 1893. S. S. in S. Die Einbruch, Mietskontrakte usw. befanden, Sachen, die für die In jeder Fabrik hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, daß in den Ehrenfold ist an das Polizeipräsidium zu richten. Diebe vollständig wertlos find. Fabrikräumen, in welchen jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, an Stlage ist aussichtslos, zumal fie spätestens am 8. Januar anhängig zu F. B. H. Ja, im einzelnen entscheidet das Statut. Die Anmeldung bei der Ortsfrankenkasse ist erforderlich. Ein Schlafstellenschwindler, angeblich namens Franke, ham- einer in die Augen fallende Stelle ein Verzeichnis der jugendlichen machen war. Statklub Schneider. 1. Reiner. 2. a) Lebenslänglich. b) Sa. burgischen Dialekt sprechend, scheint gegenwärtig eine Gastrolle in Arbeiter unter Angabe ihrer Arbeitstage, sowie des Beginns und 2.49. Berlin zu geben. Mittwoch gegen 5 Uhr nachmittags tam zu einem Endes ihrer Arbeitszeit und der Pausen ausgehängt ist. Ebenso hat 3. Urteile lauten nu dann so, wenn mehrere Straftaten vorliegen. Tapezierermeister am Luifen- üfer ein etwa 42-44 Jahre alter, er dafür zu sorgen, daß in den bezeichneten Räumen eine Tafel ausWetter- Prognose für Mittwoch, den 17. Januar 1906. mittelgroßer Herr mit schmalem Gesicht, dunklem, start ergrautem gehängt ist, welche in der von der Zentralbehörde zu bestimmenden Faffung Mild und zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen Haar und dunkelblondem Schnurrbart und mietete ein Zimmer. und in deutlicher Schrift einen Auszug aus den Bestimmungen über Seine Kleidung bestand aus einem dunklen Ueberzieher, dunklem An- die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern ent- und lebhaften südwestlichen Winden. Berantwortlicher Redakteur: Haus Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Merlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW H., Wichertstr. Rein. Gustav