Nr. 16. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1.10., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland & Mark pro Monat. Crideint täglich außer Montage. Vorort- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Amt IV. Nr. 1982. Für das Frauenwahlrecht. Sonnabend, den 20. Januar 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. r. 1984. feit bringt dem Proletariat der Kampf ums Frauenwahlrecht. Ihn innerhalb des allgemeinen Ringens um das Recht der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen mit aller Energie zu führen, läuft darauf hinaus, dem Feinde zahlreichere und wehrtüchtigere Streiterscharen entgegenzustellen. Sammlung und Erziehung der Wassen aber be. deutet macht und Sieg! Die Revolution in Rußland. Offiziöse Beschwichtigungen. die Bauernbewegung Einem Telegramm aus mit au zufolge ist die Stadt Goldingen, der Die Petersburger Telegraphen Agentur meldet: Serd des Aufstandes in den Ostseeeprovinzen, heute von einer Truppen Abteilung befezt und die Ordnung wiederhergestellt worden.- Aus Taschkent wird gemeldet, daß der südliche Teil der Eisenbahnlinie Orenburg- Taschkent für den Verkehr wieder frei ist. Nach Telegrammen aus Ufa ist die Eisenbahn Sfamara- Slatoust dem Berkehr wieder übergeben worden. Es herrschen wieder normale Verhältnisse. Die Telegraphenleitungen find in Betrieb.- Im Gouvernement Boronesch hat nachgelaffen. Im Gebiete der Provinz und der Stadt Woronesch herrscht Ruhe. In den Werkstätten der Mostau- Kursfer Bomben vorgefunden wurden. Eine große Anzahl Revolver und anderer Eisenbahn in Moskau wurden 6 Personen verhaftet, bei denen zwei -Einem Telegramm Waffen nebst Munition wurde beschlagnahmt. aus Riga zufolge telegraphierte General Schiff aus Wenden, daß gestern Abordnungen von 46 Gemeinden ihre völlige Unterwerfung erklärten. Die Beruhigung der Provinzen Esthland und Livland schreitet schnell vorwärts, langsamer die der Provinz Kurland, wo jedoch in der letzten Woche gute Refultate erzielt worden find. 20 Führer der Aufständischen wurden verhaftet, 8 von ihnen getötet. Die Flüchtlinge haben sich nach Niga gewandt, wo sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden sind. Revolutionäres ans Odessa. tariat kann diese Kämpfe nur siegreich bestehen, wenn in der Fabrik und im Heim die Frau mit leidenschaftlicher Hingabe Wenn das klaffenbewußte Proletariat in Preußen zu dem Ideal des proletarischen Befreiungskampfes anhängt. Dazu ein anderes. Im Lager der bürgerlichen kraftvollem Ansturm aufmarschiert gegen die Spottgeburt Parteien beginnt sich der Wille zu regen, die Frauen als einer Volksvertretung, welche junkerliche Brutalität und bourgeoiser Berrat seit 54 Jahren erhalten haben, wenn es stämpferinnen in die politische Aera zu rufen, als Ersa einen Kampf aufnimmt, der in legter Linie entscheidend sein truppen für die Arbeiter, die ja längst in hellen wird für das Schicksal aller Geldsacksparlamente und aller der Sinn des grundsätzlichen Frontwechsels in der FrauenHaufen zur Sozialdemokratie abgeschwenkt sind. Das ist politischer Rumpelkammern, wo geborene oder von gottes- frage, der sich innerhalb des Zentrums vollzieht und gnädiger Weisheit ernannte Gefeßgeber in Deutschland ihr flerifale Verteidiger des Frauenwahlrechts shafft; das fünUnwesen treiben: da tritt es als entschlossener, fonsequenter digen die Anträge bürgerlicher Parteien, welche für das Borkämpfer für die volle Demokratie des politischen Lebens weibliche Geschlecht volles oder teilweises politisches Vereinsauf den Plan. Es heischt die sich in der Gesetzgebung ber- recht fordern. Die Sozialdemokratie muß fünftig ficher da dichtende politische Macht für die breitesten Massen, nicht von mit rechnen, daß ihre Feinde aus der Rückständigkeit der jenem sentimentalen naturrechtlichen Standpunkt aus, für den die Verräter des heutigen marklosen und reaktionär ver- Frauenmassen Kapital zu schlagen versuchen. Unter den den die Verräter des heutigen marklosen und reaktionär verfeuchten bürgerlichen Liberalismus schwärmten, sondern in aufgezeigten Gesichtspunkten gewinnt die Sammlung und flarer Würdigung der wirtschaftlichen und fulturellen Schulung der Proletarierinnen für den KlaffenLeistungen und Bedürfnisse dieser Massen und der Bedeu- kampf erhöhte Bedeutung! Das Wahlrecht aber hat als bortung, die der politischen Macht für den proletarischen Emanzi- zügliches Mittel hierzu seine Straft am proletarischen Manne pationskampf zukommt. Sein Schlachtruf für das allgemeine, bewährt. Es wird der Arbeiterklasse Scharen von Kämpfepationskampf zukommt. Sein Schlachtruf für das allgemeine, rinnen erstehen lassen, die ziel- und wegsicher, flug und fühn gleiche, direkte und geheime Wahlrecht schließt dabei in jeder Beziehung die weitestgehende Demokratisierung des Wahl zur Tat und grenzenlofer Aufopferung fähig sind. rechts ein. Er begreift in fich alle jene Forderungen, deren und reaktionäre Geschwisterpaar gemeiniglich das FrauenDie Gründe widerlegen, mit denen das spießbürgerliche Erfüllung die bürgerliche Demokratie in Deutschland bis heute aus Klassenfurcht und Klassenhaß dem Proletariat so wahlrecht zurückweist, hieße die Leser beleidigen. Diese Gründe gut wie vollständig schuldig geblieben ist, ja mehr noch, die sind gerade gut genug, einen Stammtisch zu ergößen, das fie zum Teil verleugnet und bekämpft. Zu diesen Forderungen Mätzchenarsenal des dummen August im Zirkus zu bereichern gehört das Frauenwahlrecht. Der eingeleitete Kampf und etwa von einem Minister aufgetrumpft zu werden, gehört das Frauenwahlrecht. Der eingeleitete Stampf der als„ Diener seines Herrn" ein Amt hat und keine gegen das Dreiklassenwahlunrecht muß auch ein Kampf für Das Frauenwahlrecht sein. Es genügt nicht, daß in diesem Meinung. Dagegen sei ein ernsteres Bedenken gegen das Stampfe unsere sozialistische Auffassung von der vollen Gleich- Frauenwahlrecht gestreift: die Befürchtung, es werde zuerst berechtigung der Geschlechter durch freundliche Komplimente die Macht der reaktionären Parteien stärken. Ließe die So vor dem Prinzip falviert wird. Die grundsägliche Forderung zialdemokratie sich von ihr schrecken, so müßte sie überhaupt muß vielmehr in der Schrift wie in der Rede überall mit bor jeder Demokratisierung des Wahlrechts zurüdscheuen. In Nachdruck erhoben, mit den vollwichtigen Gründen gerecht- der Tat führt jede Erweiterung des Wahlrechts Rückständige Der Standard meldet: In Odessa wurde eine Von.be fertigt werden, welche sie zu einem Postulat des kämpfenden und Neulinge auf den politischen Stampfplatz, die zunächst Proletariats erheben. Es gilt für uns, in dem Bewußtsein, leicht die Beute gewiffenloser Drahtzieher und Finsterlinge gegen eine Abteilung Poliziften geworfen. Dabei wurden fünf dem Willen der Massen eine Macht zu schaffen, der sich die werden können. Die vorhandene Gefahr trägt aber ihre Bolizisten getötet und sieben schwer verwundet. Die Revo gefeßgebenden Gewalten schließlich beugen müssen, dem Korrektur in sich: den stärksten Ansporn und die trefflichste lutionäre haben die Absicht kundgegeben, den Dom in die Philifterium wie der Reaktion jeder Kuleur zum Trok. Das Gelegenheit, die Rückständigkeit durch Schulung zu über- Luft zu sprengen. Infolgedessen ließ der Generalgouverneur den Dom von Truppen umgingeln. fordert die Resolution, welche der Parteitag zu Dresden zur Frage des Frauenstimmrechts angenommen hat, und die der internationale Sozialistenkongreß zu Amsterdam den sozialdemokratischen Parteien aller Länder als Richtschnur gab. Diese Forderungen müssen jekt, wo sich das Proletariat in Preußen und anderen deutschen Bundesstaaten zum Kampf für die demokratische Gestaltung des Wahlrechts anschickt, in die Braris umgesetzt werden. Nicht engbrüftiger Buchstabenrespekt ist es, der zur Tat treibt, wohl aber die flare Erkennt nis von dem innigen organischen Zusammenhang, der für das kämpfende Proletariat zwischen Theorie und Praris besteht. Die sozialistischen Grundsäße sind wurzelfeste Sprößlinge der Einsicht in die geschichtliche Entwickelung; sie bei irgend einer Aktion in den Silberschrein" stellen, das liefe zuguterlegt immer darauf hinaus, tatsächliche soziale Faktoren zu überschätzen oder zu unterschäßen und dadurch die Praris des Klassenkampfes zu schädigen. In ihrem gegenwärtigen Ringen muß die Sozialdemokratie mit der gleichen Energie für das Frauenwahlrecht wie für ihre übrigen Forderungen fämpfen, nicht weil es im Programm steht, sondern weil die theoretische Erkenntnis, die das Programm diktiert hat, die richtige Wertung der geschichtlichen Situation und ihrer Aufgabe verleiht. Der Kapitalismus ist am Werk, Sein und Bewußtsein großer Frauenmassen gründlich zu revolutionieren. Mit brutaler Faust zertrümmert er den häuslichen Herd, um den das weibliche Geschlecht seine Welt bauen follte, zerreißt er die Schleier altehrwürdiger Ideologien von des Weibes Natur, Pflichten und Rechten. Immer neue Zehntausende und Zehntausende Frauen zwingt er, um den Lebensunterhalt oder den Lebensinhalt zu ringen, oft um beides zugleich, und stößt sie damit in das foziale Schlacht getöse unserer Zeit. winden. Banernunruhen. Politifche Ueberficht. Eine Frage anderer Natur drängt sich jedoch auf: ist es strategisch flug und ratsam, in dem gegenwärtigen Kampfe Lemberg, 19. Januar. Blättermeldungen zufolge nehmen die das Banner des Frauenwahlrechts zu entrollen? Wird da- antisemitischen Bauernunruhen in der Umgegend von Nadworna durch nicht die Wucht des proletarischen Angriffs geschwächt, einen sehr ernsten Charakter an. Jüdische Familien treten der Widerstand gegen ihn vermehrt und gekräftigt? Wir sind die Flucht an. In Worochia überfielen Bauern das bortige Krankender gegenteiligen Ansicht. Der Kampf des Proletariats für haus, mißhandelten und töteten einen dortigen Pater. die Demokratisierung des Wahlrechts trägt so ausgesprochen Für heute, am Tage des Jordanfestes, werden große Erzesse beden Charakter eines Ringens um die Macht, ist von so ein- fürchtet. schneidenden und weittragenden Folgen, daß ihm- gana gleich, welche Einzelforderungen er einschließt die besitzenden und herrschenden Klaffen unter allen Umständen den Berlin, den 19. Januar. zäheften, erbittertsten Widerstand entgegensetzen werden. Keine Konzession, keine Beschränkung der proletarischen Abschluß der Woche im Reichstage. Forderungen wird diesen Widerstand entwaffnen können. Er Die kolonialpolitische Debatte über die Dualabahn sank muß durch die höchste andauernde Kraftentfaltung gebrochen heute auf ein noch tieferes Niveau, als sie der Tropenkoller werden. Wie die Dinge heute liegen, ist außerdem eins nicht gestern schon herabgeschraubt hatte. Sie bewegte sich fast aus. ausgeschlossen. Die Reaktion kann sich einfallen laffen, nach schließlich in polemischen Angriffen und Erwiderungen der dem norwegischen Muster des Gemeindewahlrechts eine Er- Redner von gestern, unter denen die urwüchsig naiven Aeußeweiterung des Männerwahlrechts mit der Einführung des rungen des Abg. Goller, der von dem Abg. Erzberger des Benfuswahlrechts für die Frauen zu berquicken und dadurch Tropentollers bezichtigt wurde, Lachsalven auslöste. Die Vordie politische Macht des Beſizes neu zu stärken. Die beste lage wurde darauf an die Budgetkommission verwiesen. Verteidigung ist bekanntlich der Hieb. Nichts durchkreuzt Dann folgte die erste Beratung der Pensionsgefeße wirksamer die Absicht, unter der falschen Flagge des Frauen- für das Heer, die Marine und die Schutwahlrechts ein Vorrecht mehr für den Geldfad zu schaffen, als truppen, durch die die Pensionsverhältnisse für Offiziere fowie ein energischer Kampf für das allgemeine Frauenwahl- die Versorgung der Personen der Unterklassen des Heeres 2c. neu recht, ein Kampf, der vor allem die Massen der weiblichen geregelt werden sollen. Die Vorlage fiel bekanntlich im a benichtse und wenig Bemittelten aus ihrer vorigen Jahr unter den Tisch, weil der Reichstag urplötzlich Lethargie aufrüttelt und fortreißt. ,, wie Schulbuben" von der Regierung nach Hause geschickt wurde. Der Regierung, die dieses Gesetz selbst für dringlich bezeichnet, wurde diese von ihr selbst verschuldete Verschleppung besonders von unserem Redner, dem Genossen esche, unter die Nase gerieben, der auch noch einige Veränderungen der Vorlage zugunsten der unteren Heerestlassen berlangte. Aus der Debatte ist noch hervorzuheben, daß der tonservative Abgeordnete v. Massow so täppis als möglich die Gelegenheit ergriff, ein wenig gegen die Er hatte revolu Doch auch davon abgesehen, trägt die Sozialdemokratie mit ihrem Ruf nach dem Frauenwahlrecht Verwirrung und 3miespalt in die Reihen ihrer Feinde und schwächt dadurch deren Stampfessicherheit und Stampfeskraft. Die Forderung löst die sozialen Gegensäte aus, welche innerhalb der befißenden Klassen zwischen Mann und Weib existieren, fie erzeugt in den bürgerlichen Parteien Reibungen und Splitterungen zwischen den Anhängern und Gegnern des BürgerIn diesen Kämpfen bedarf die Frau des Wahlrechts als einer Waffe, deren fie so wenig entraten kann wie der Mann. Das alles ist gerade in legter Zeit in den Spalten des Vorwärts" bon Genoffinnen wiederholt so eindringlich nachgewisen worden, daß sich jedes weitere Wort darüber erübrigt. Aber der gleiche Entwickelungsgang, welcher das Frauen rechts der Frau. Gleichzeitig trägt sie an ihrem Teil dazu Sozialdemokratie scharf zu machen. wahrecht zu einer sozialen Lebensnotwendigkeit bei, die Oeffentlichkeit über die Haltung bürgerlicher Re- tionärrische Visionen über die Wahlrechtsdemonstrationen ant für das weibliche Geschlecht werden läßt, die diesem kein Ein- former und Aucharbeiterfreunde aufzuklären. Bis in die 21. Januar und rief die Offiziere auf, auch an diesem Tage fichtiger und Gerechter verweigern darf, löst auch für den Reihen der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen hinein zwingt ihre Pflicht zu tun. Es scheint, daß die ärgsten Scharfmacher proletarischen Klassenfampf eine unwiderfie, Farbe zu bekennen, scheidet sie scharf, wer mit dem Prole- die größte Angst vor den Willenskundgebungen der entrechteten fteblich wirkende Triebfraft aus. Je schärfer der tariat, mer gegen es geht. Ein nicht zu unterschäßender Ge- Voltsmassen haben. Natürlich fiel Herr v. Massow mit Stlaffenkampf zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten fich winn. Nichts gefährlicheres in einem schweren Kampfe, als seinen Alüren gründlich ab; kein Mensch mißt ihnen Be zuspigt, je weitere Streise er zieht: um so wertvoller, ja un halbe und laue Freunde, welche die Kühnheit und Entschlossen- deutung bei. Der, nationalliberale Abg. Graf Oriola entbehrlicher wird für die fämpfenden Proletarier die heit des Wollens lähmen, die Wucht und Tragweite der wollte die Vorlage an eine besondere Kommission, der Bundesgenossenschaft der aufgeklärten, organisierten, wehr Schläge mindern. Zentrumsabgeordnete Graf Hompesch dagegen an die tüchtigen proletarischen Frauen. Die heißen, erbitterten Budgetkommission gewiesen haben. Der letztere Antrag wurde Kämpfe, in denen das deutsche Proletariat steht, die noch geangenommen. waltigeren Schlachten, denen es entgegengeht: sie müssen unstreitig noch in größerem Make als seither auch die Frauenwelt in ihre Wirbel reißen und ihre tosende Brandung bis in den Schoß der Familie werfen. Sie bedingen die Aftion proletarischer Maffen, die durch einen zielflaren Willen fest zusammengeschweißt, beseelt und geleitet werden. Das ProleAm höchsten aber werten wir die Wirkung des Kampfes fürs Frauenwahlrecht auf die proletarischen Massen. Er trägt Gärung, Leben, Bewegung, unter fie, zwingt sie, Weiter erledigte das Haus die erste Beratung des Gesetze fich mit alten Vorurteilen und neuen Broblemen auseinander entwurfs wegen Abänderung des Gesetzes betreffend die zusetzen, hält sie dadurch in Atem, wirbt neue, besser geschulte Statistit des Warenverkehrs des deutschen Streiter ganz besonders aus dem weiblichen Proletariat 8ollgebietes mit dem Auslande und entschied und mehrt dadurch Kampfesfreude und Siegesaussicht. sich, die zweite Lesung ohne Kommissionsberatung vorzuNicht Schwächung, vielmehr Kräftigung seiner Aktionsfähig. nehmen. Che sich das Haus vertagte, machte der Präsident Mit- 1 Indessen Nervosität ist ansteckend. Die Hamburger Polizei teilung von dem Ableben des Staatssekretärs v. Richthofen, hat bereits eine für gestern( Freitag) abend einberufene Verdie sich so lange verzögert habe, weil er von der Regierung fammlung der Metallarbeiter auf. Grund des Vereinsgesetzes" verbis zur Stunde weder über das Ableben noch über den Zeit- boten! Ja, sie ist noch weiter gegangen. Sie hat gar folgende punkt der Beerdigung benachrichtigt sei. Da er aber aus generelle Bekanntmachung erlassen: Zeitungen Kenntnis davon erhalten habe, schlage er vor, morgen am Beerdigungstage die Sigung ausfallen zu lassen. Am Regierungstische gab es über diesen Wischer" lange Gesichter, während im Hause lebhaftes„ Hört! hört!" erschallte. " Die Unterlassung der Benachrichtigung ist ja nur eine der kleinsten Rücksichtslosigkeiten gegen den bewilligungsLustigen Reichstag. Geschieht der Mehrheit ganz recht; sie apportiert ja doch alles, was die Regierung von ihr begehrt. Die nächste Sigung findet am Montag statt. Zur Hamburger und zur Berliner WahlrechtsDemonstration. Der die kühnsten Erwartungen übertreffende imposante Verlauf der Hamburger Wahlrechtsdemonstration hat gezeigt, wie die Arbeiter schaft über die politischen Brutalisierungsgelüfte der Hanseatischen Machthaber und ihres Klüngels denkt. Daher ist es auch erklärlich, daß die Scharfmacherorgane heiß bemüht sind, die Bedeutung dieser ihnen eindringlichst zu Gemüte geführten Bekundung des Voltswillens dadurch herabzusehen, daß sie weiter versuchen, den Großstadt- Janhagel der Sozialdemokratie an die Rodschöße zu hängen. Wer bloß die Tobsuchtsanfälle der„ Hamb. Nachrichten" liest, der muß in den Glauben verjezt werden, Hamburg habe am Abend des 17. Januar in Blut geschivommen. Das edle Organ muß aber doch schon zugeben, daß die ersten Nachrichten- seine Nachrichten nicht in allen Teilen zutreffend sind. Wie weiland die gefallenen Krieger nach der Hunnenschlacht, so läßt es auch die bei den Straßenkämpfen mit dem Hamburger Mob gefallenen berittenen und unberittenen Polizeifrieger wieder auferstehen bezw. sich auf dem Wege der Besserung befinden. Die unverantwortliche Polizei. " Nachdem sich an die sozialdemokratischen Versammlungen am 17. d. M. Auflehnungen schwerster Art gegen die öffentliche Ordnung angeschlossen haben, wird die Polizeibehörde öffentliche Versammlungen für den am 21. und 22. Januar und für die Tage, an denen die Bürgerschaft über die Wahlrechtsvorlage verhandelt, ausnahmslos verbieten und sonstige öffentliche Versammlungen in der nächsten Zeit nur in ganz besonderen Fällen zulassen. Umzüge werden bis auf weiteres überhaupt nicht gestattet werden." Und was gibts in unserem teueren Berlin? Man kann die Nervosität der Hamburger Behörde wenigstens für echt halten. Die Nervosität der preußischen Junker und Mucker, der Leute von der„ Post", ,, Deutsche Zeitung" usw. ist zweifellos erheuchelt. Und doch vermochten und vermögen fie es, unsere behördlichen Organe mit dem NervositätsBazillus zu infizieren. So hören wir, daß am morgigen Sonntag sämtliche Berliner Poftunterbeamten Dienst haben sollen!? Will man sie als Oder glaubt mau, Schußtruppe der Reaktion mit verwenden? Taufende von Händen nötig zu haben, um die Siege" der Berliner Polizei und Garnison über das friedlich demonstrierende Berliner Proletariat nach berühmten Mustern in alle Richtungen der Windrose telegraphieren(!) zu können? Oder will man„ bloß" verhindern, daß die Postsflaven die Volksversammlungen befuchen?! " In letzter Stunde geht uns aber eine Nachricht zu, von deren Richtigkeit ganz Berlin fich heute wird überzeugen fönnen. Sie be weist, daß gewisse Kreise unseres Beamtentums im Herensabbat der Scharfmacherei sich doch noch etwas Vernunft und Kaltblütigkeit bewahrt haben. Herr von Borries, Berlins Polizeipräsident, läßt am heutigen Tage folgende Bekanntmachung an alle Berliner Litfaßsäulen fleben: Bekanntmachung. Für den morgigen Tag find von der sozialdemokratischen Partei zahlreiche Versammlungen einberufen worden, um gegen Wie schon gestern mitgeteilt wurde, hat die Polizeibehörde eine das für das preußische Abgeordnetenhaus geltende Wahlrecht Warnung an die gesamte Bevölkerung erlassen. Sie scheint aber sehr schlecht über den Beginn der Erzesse im Kaschemmenviertel 3 protestieren. Wenngleich der sozialdemokratische Parteiunterrichtet zu sein, denn nicht im Anschluß an die sozialdemo- vorstand die Mitglieder seiner Partei ermahnt hat, hierbei den fratischen Versammlungen", die etwa um 6 Uhr beendet waren, Anordnungen der Behörden zu folgen und Demonstrationen sondern abends um 11 Uhr hat der lichtscheue Mob das Bombarde- auf der Straße zu vermeiden, so ist es nicht ausgeschlossen, daß ment auf die Schaufensterscheiben usw. begonnen! Wie gestern erregte Massen nach Schluß der Versammlungen dennoch die schon hervorgehoben, ist dieses von Verbrechern frequentierte Viertel, dessen Kaschemmen im vorigen Sommer von den Mitgliedern der Ordnung auf der Straße stören und sich zu gemeinsamen Kundinternationalen Kriminalistenvereinigung mit großem Interesse in gebungen hinreißen lassen. Sollten derartige Ausschreitungen Augenschein genommen worden sind, von Polizei ganz entblößt vorkommen, so wird ihnen mit vollem Nachdruck und nötigengewesen, während es in" normalen" Zeiten stets von starken Polizei- falls mit den äußersten nach dem Gesetz zulässigen Mitteln patrouillen durchzogen wird. Frei von aller Polizeiaufsicht, beging entgegengetreten werden. der Janhagel die Erzesse, ohne zunächst von Polizisten behindert zu werden. Die Polizei hatte an dem Abend- höhere Aufgaben zu erfüllen: fie ließ das Rathaus und die friedlichen Demonstranten bewachen. Auf dem menschenleeren, von Hunderten von Polizisten abgesperrten Rathausplake stand ein großes Pikett berittener Polizisten, im Rathause selbst waren 150 Beamte stationiert. Die Polizeibehörde mag fich drehen und wenden, wie sie will, den Vorwurf, eine große Unterlassungsfünde und taktische Ungeschicklich feiten begangen zu haben, kann sie nicht entkräften. Das Verhalten bieler Polizeiorgane gegenüber ruhigen Leuten wird von völlig einwandsfreien Zeugen scharf kritisiert. Nach dem bekannten Worte: Verleumde fühn, es bleibt doch etas hängen, wird von unseren politischen Gegnern die Schuld an den bedauerlichen Vorgängen der Arbeiterschaft in die Schuhe geschoben. Ga widert uns an, am Vorabend des 21. Januar die gemeinen Entstellungen unserer politischen Gegner aufs Korn zu nehmen. Daher beschränken wir uns aufs allernötigste. Derjenige Teil der bürgerlichen Presse, der sich in irgend einem Edchen seines Gewissens „ für vorkommende Fälle" noch ein letztes Restchen Anstandsgefühl gewahrt hat, erkennt an, daß die Hamburger Erzesse nur bei Notzüchtigung der Wahrheit der Sozialdemokratie in die Schuhe geschoben werden können. Dagegen schreibt Dr. Friedrich Langes " Deutsche Zeitung" am Freitag einen Nonsens über:„ Die General probe für den 21. Januar in Hamburg"( die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" brachte tags zuvor einen Leitartikel:„ Die Hamburger Generalprobe")- einen Nonsens, auf den wir furz eingehen müssen, nicht um uns mit Dr. Lange über seine Auffaffung der Hamburger Borgänge zu streiten, sondern um die Tendenz dieses teutschen Artikels des unabhängigen Tageblatts für nationale Politit" zu charakterisieren. Der langen Rede furzer Unsinn ist natürlich der: die Behörden noch schärfer zu machen, als sie im Augenblick schon find. Da wird geflennt: die Sozialdemokratie sei schuld an den Ereignissen in Hamburg; denn sie habe die Erbitterung erregt, für deren Folgen sie auch die Verantwortung tragen müsse usw. Daß es angenommen: dieser Gedankengang wäre richtig viel sträflicher, viel leichtsinniger ist, in die gesamte preußische Schußmannschaft, die Gendarmerie, das Heer eine Erbitterung zu tragen, wie die, deren Feuer die reaktionäre Meute in den letzten Tagen diabolisch schürt, das brauchen Logiker und Gemütsmenschen a la Dr. Lange nicht zu bedenken. Die Hauptsache ist den biederen Hezern und Schwätzern übrigens die Nubanwendung auf die Reichshauptstadt." Welche Fol. gerungen werden daraus für Berlin gezogen?" Und Folgerungen müssen natürlich gezogen werden; denn hier wird die" Post" zitiert aufgeregt durch die vorhergegangene Agitation in Flugblättern und Vorwärts"-Artikeln und zum Teil womöglich ,, animiert" durch Alkoholgenuß am Sonntag morgens und vormittags" werden diejenigen, die keinen Einlaß in die abs gesperrten Versammlungslokale finden, geneigt sein, etwas zu unternehmen, d. H. in irgendwelcher Form die Sicherheit und Ordnung des Verkehrs auf den Straßen und Plätzen gefährden Was soll demnach geschehen? Sehr einfach!„ Verbot der für den 21. Januar geplanten Versammlungen nicht aus politi. schen(!?), sondern aus rein verkehrspolizeilichen Gründen, im Interesse der Sicherheit und Ordnung des Straßenverkehrs... ein Verbot speziell für Berlin, und nur gerade für Sonntag, den 21. Januar, eventuell und vorläufig überhaupt für die Sonntage..." Die guten Seelen! Sie wissen nicht, daß die Berliner Arbeiterschaft von anderen Riefenveranstaltungen wie beim Zollwucher usw. abgesehen am Sonntag, den 1. Mai 1904, an die 100 000 Arbeiter auf die Beine gebracht und in Versammlungen vereinigt hat, deren Anzahl noch größer war als die Zahl der für den morgigen Sonntag projektierten! Und diesen Tag feierte in gleicher Weise das gesamte deutsche, das internationale Proletariat! soviel wir wenigstens wissen feine Säbel Und damals waren geschliffen, das Militär der Berliner Garnison nicht fonfigniert, Hintmel und Hölle nicht in Bewegung gefeßt. Und trotzdem ging der preußische Staat nicht unter, das alte Schloß zu Berlin blieb stehen, keinem Polizeimann, feinem Gendarmen wurde ein Härchen gefrümmt. Da bei solchen Vorgängen Unbeteiligte und Neugierige jeden Alters und Geschlechts zugegen zu sein pflegen, so glaube ich im Interesse der Einwohnerschaft zu handeln, wenn ich sie auffordere, allen Massenansammlungen fernzubleiben, weil sonst nicht zu verhindern ist, daß unter Umständen auch Unschuldige au Leben und Gesundheit Schaden leiden. Berlin, den 20. Januar 1906. Der Polizei- Präsident. von Borries. Für uns war diese freundliche Fürsorge unnötig. Auf jeden Fall aber fann sie nicht schaden, und wir dürfen uns vielleicht gar freuen, daß Herr v. Borries sich dem Aufrufe unseres Parteivorstandes in so liebenswürdiger Weise angeschlossen hat. Staatsraison oder Hochverrat? Gegenüber der borniert- reaktionären Haltung, mit der die privilegierten Klassen in Preußen jede Wahlreform ablehnen, verdient die Haltung des Wahlgesezausschusses der bayerischen Ersten Kammer rühmend herborgehoben zu werden. Die Erste bayerische Kammer ist ihrer Zusammensetzung nach ein ebenso zopfiges Institut, wie das preußische Herrenhaus. Die bayerische Kammer der Reichsräte besteht aus den mündigen Brinzen des Königshauses, den Kronbeamten, den zwei Erzbischöfen, den Häuptern der standesherrlichen Familien, einem vom König auf Lebenszeit ernannten Bischof, dem Präsidenten des protestantischen Oberkonsistoriums und anderen vom König zu erblichen oder lebenslänglichen Reichsräten ernannten Mitgliedern. Aber selbst diese Zusammenſegung der Stammer der Reichsräte hat nicht verhindert, daß die von ihr eingesetzte Wahlrechtskommission dem Wahlgefeßentwurf, der die bisher bestehende indirekte Wahl beseitigt, beinahe einstimmig, nämlich mit 11 gegen eine Stimme angenommen hat! Mögen aber auch dem neuen Wahlgesehentwurf noch bedenkliche Mängel anhaften, und mag auch die Zustimmung des Ausschusses der Ersten Kammer vornehmlich auf das Interesse zurückzuführen sein, das die Ultramontanen an der Wahlreform haben: beachtenswert bleibt trotz alledem die Tatsache, daß das bayerische Herrenhaus sich im schroffsten Gegensatz zu dem mumifizierten preußischen Herrenhaus für eine Demokratisierung des Wahlrechts ausgesprochen hat! Aus der Debatte des Wahlgesetzausschusses seien nach der Münchener Post" folgende Stellen wiedergegeben: Reichsrat Dr. Ritter v. Bechmann als Referent: Die Stammer der Reichsräte habe sich seit acht Jahren mit der Frage der Aenderung des Landtagswahlgesetes zu beschäftigen gehabt. Die erste Veranlassung hierzu sei im Jahre 1898 durch einen Antrag Grillenberger gegeben worden. Zu Beginn der jetzigen Session sei von den Abgeordneten Dr. b. Daller und Genossen ein neuer Antrag eingebracht worden. Derselbe verlange jedoch nicht mehr die Vorlage eines Gesetz entwurfes von der königlichen Staatsregierung, sondern enthalte selbst einen ausgearbeiteten Initiativentwurf eines neuen Landtagswahlgesetes, der jedoch im Wortlaut nahezu völlig mit dem feinerzeitigen Entwurf der königlichen Staatsregierung über einstinime. In formeller Beziehung sei hiergegen nichts zu erinnern, da die vorwürfige Materie dem Initiativrechte des Landtages überlassen sei. p freise die Regel sein und nur 30 Wahlkreise zwei Kandidaten aufweisen. Eine noch konsequentere Durchführung des Systems der einmännigen Wahlkreise wäre entschieden au wünschen gewesen. Zum Schlusse erklärt der Referent, daß er glaube, mit gutem Gewissen das Gesez zur Annahme empfehlen zu können und fügt noch bei, daß bei Ablehnung desselben, wozu allerdings der Kammer der Reichsräte die vollste Freiheit gelassen sei, die Unruhe im Lande fortdauern, ja sie noch mehr steigern würde. Reichsrat Ritter v. Thelemann: Er möchte betonen, daß er schon im letzten Landtage das Zustandekommen des Wahlgesetzes dringend gewünscht und es sehr beklagt habe, daß das Gesetz nicht zustande gekommen sei. Auch zurzeit hege er den dringenden Wunsch, daß der jetzt vorliegende Entwurf zum Gesetz werden möge, da er nicht nur unter den gegebenen Verhältnissen das Zustandekommen des Gesetzes als ein Gebot der Not= wendigkeit erachte, sondern auch weil das bisherige Wahlgesetz zweifellos veraltet und dringend einer zeitgemäßen Umgestaltung bedürftig sei. Reichsrat Dr. Frhr. v. Hertling: Er stimme unter allen Umständen dafür, daß das Gesetz zu stande lomme, denn er fürchte, daß, wenn das Gesetz noch einmal zu Falle kommen werde, das ganze Land eine noch größere Beunruhi gung erleiden dürfte, als dies bei den letzten Wahlen der Fall gewesen sei. Die wenn auch unberechtigte Wahlparole: „ Raub des Wahlrechts" habe damals auf die Massen gewirkt, und dies müßte in erhöhtem Maße auch jezt eintreten. Aus diesem Grunde würde er es beklagen, wenn die Ablehnung dieses Gesetzes durch die Kammer der Reichsräte erfolgen sollte. Prinz Ludwig von Bayern: Er sehe nur zwei Möglichkeiten, entweder man nehme den von der Kammer der Abgeordneten in Vorlage gebrachten Geseßentwurf in der Fassung an, wie er an die Kammer der Reichsräte gekommen sei, und sichere dadurch die Wahlreform, oder man ändere ihn ab und bringe dadurch höchstwahrscheinlich die Wahlreform zu Fall. Seiner Meinung nach dürfte bei der vorgesehenen relativen Mehrheit der Ausgang der Landtagswahlen auch für die Liberalen nicht ungünstiger werden, als bei der absoluten Mehrheit. Zum Beweise führe er das Beispiel der Münchener Gemeindewahlen an. Obwohl hier das Zentrum die Mehrheit aller in der Stadt abgegebenen Stimmen erhalten habe, sei doch der Ausgang der Wahl der gewesen, daß fast keine Zentrumsleute, sondern über= wiegend Liberale und auch einige Sozialdemokraten gewählt worden seien. Er für seine Person habe ganz andere Bedenken gegen das ganze Wahlgesetz gehegt. Er wäre dafür gewesen, daß man Iauter einmännige Wahlkreise gebildet und daß in diesen die absolute Mehrheit entschieden hätte. Er sei auch der Anschauung gewesen, was vom Gerechtigkeitsstandpunkteaus betrachtet viel für sich gehabt hätte, daß bei den je. Landtagswahlen auf die Be. meiligen bölkerungszunahme Rüdsicht genommen und immer die lekte Volkszählung der Wahlkreis. einteilung zugrunde gelegt würde. Alle diese Fragen hätten aber zurzeit an Bedeutung verloren, und es handle fich jekt nur darum, ob die Kammer der Reichsräte das von der Kammer der Abgeordneten einstimmig angenommene Gefeß zum Scheitern bringen wolle oder nicht. Maßgebend sei für ihn der Umstand, daß das ganze Land eine Aenderung des bestehenden Wahlrechtes wünsche und daß ca fich mit großer Majorität dafür ausgesprochen habe. Er schwärme nicht für das neue Wahlgeses, doch müsse er anerkennen, daß es einen großen Fortschritt gegen über dem jezigen bedeute. Die durch die gesetzliche Wahlkreiseinteilung im Laufe der Zeit zutage tretenden Ungerechtigkeiten könnten durch Novellen bes seitigt werden. Es sei ihm bekannt, daß die vor Dezennien gesetzlich festgestellten, ursprünglich annähernd gleichen Reichstags= wahlkreise durch die Bevölkerungsverschiebungen jetzt höchst una gleiche Wählerzahlen aufwiesen. Trotzdem dürfte es besser sein, die Wahlkreise gesetzlich festzulegen, als dies dem Verordnungs. wege zu überlassen. Hier müsse er auch einige Worte zugunsten der geheimen Wahlen vorbringen. Mit Ausnahme des Herrn Reichsrats Frhrn. b. Thüngen sei keiner der Herren gegen das geheime Wahlrecht aufgetreten. Seiner Anschauung nach sei die geheime Wahl ein Schutz der Schwachen gegen die Starken. Vielfach würden gerade abhängige Leute veranlaßt, anders zu wählen, als sie beabsichtigten. Es gäbe gewissenlose Menschen genug, die ihre Untergebenen zwängen, ganz anders zu wählen, als diese wählen möchten. Diese scheuten auch nicht davor zurück, ihre Untergebenen nur wegen einer nicht genehmen Stimmenabgabe aus dem Dienste zu entlassen. Um derartige Uebelstände zu verhüten, müsse mit allen Mitteln an der Sicherstellung des geheimen Wahlrechts gearbeitet werden. Der Gesezentwurf sei in dieser Richtung im fortschrittlichen Sinne gefaßt. Prinz Ludwig ließ dann noch die Ausführungen über die Vorzüge des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Reichstagswahlrechts folgen, die wir bereits widergegeben haben! Die Auslaffungen der bayerischen Standesherren, befonders des bayerischen Stronprinzen sind aus einem doppelten Grunde für die preußische Wahlrechtsbewegung höchſt aktuell. Einmal wegen ihrer prinzipiellen Betonung der Notwendigkeit eines möglichst demokratischen Wahlrechts, ferner aber auch wegen der unverhüllten Anerkennung der Pflicht der Regierungen und der privilegierten Klassen, sich der Willensäußerung der Masse des Volkes zu fügen! Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Reden die Betomung der Pflicht, der Volksstimmung Rechnung zu tragen und die Massen nicht durch ein starres Festhalten an überlebten, reaktionären Klassenvorrechten immer mehr zu erbittern! Für die bayerischen Standesherren, den fünftigen Träger der Krone an der Spize, ist also des Volkes Wille das höchste Gesetz in Preußen dagegen wird das Volk, das seinem Willen Ausdrud geben will, als innerer Feind, als vaterlandslose Rotte, als ein Haufe von Aufrührern behandelt! In Bayern legt man die bessernde Hand an ein veraltetes, die Massen benachteiligendes Wahlrecht, in Preußen mobilisiert man die Staatsanwälte, fonfisziert man die Flugblätter, bedroht man friedlich Demonstrierende mit Polizeifäbel und Sleinkalibrigen! Was in Bayern vornehmstes Gebot der Staatsräson ist, ist in Preußen Hochverrat! Das Prinzip der Gleichheit, wonach alle Stimmen als solche gleich gezählt werden müßten, sei auch im bisherigen Gefete boll zur Geltung gekommen. Eine Erweiterung dieses Brinzipes weise der Entwurf nicht auf, auch keine Verbesserung. Hier würde das System der Proportionalwahl ent Die Arbeiterflasse in Preußen und in allen Bundesscheidend eingegriffen haben, insofern als hierbei die Bewertung der Stimmen nicht rein nach dem der Proportion staaten mit gleich reaktionärem Wahlrecht wird sich auch diesen vorzunehmen wäre.... Insofern laffe die Durchführung schreienden Kontraft als Agitationsmittel nicht entgehen lassen, des Prinzipes der Gleichheit etwas zu wünschen um gegen die reaktionären Regierungen und reaktionären übrig, als die Wahlkreise nicht alle einmännig Parteien Sturm zu laufen. Namentlich auch das Zentrum, seien. Nach dem Entwurfe sollten zwar die einmännigen Wahl- das in Preußen zu den Beschützern des unerhörten Drei Hassenwahr- Unrechts gehört, wird Rede und Antwort stehen nichts zu effen bekommen. Der Vorwärts richtet nämlich müssen, wie es die politische Doppelmoral für einen Aufruf an die" Frauen und Mädchen! Arbeiterinnen und Nord und Süd mit Recht und Logit in Einklang zu bringen Arbeiterfrauen", den er mit folgenden Worten einleitet:" Besucht bermag! am Sonntag, den 21. Jannar, die Volksversammlungen, die von der sozialdemokratischen Partei einberufen sind. An diesem Tage müßt Ihr Euch von den gewohnten Pflichten und den Sorgen des Koch herdes( vom„ Vorwärts" durch Druck hervorgehoben) frei machen. An diesem Tage hat nicht nur die Frau mit dem Manne zusammen, es haben alle erwachsenen weiblichen Proletarierinnen die Versammlungen zu besuchen." Deutfches Reich. Der weiße Schrecken in Sachsen. Dresden, den 19. Januar.( Eig. Ver.) Die 3 weite Kammer des Landtags hat gestern nachmittag mit 59 gegen 4 Stimmen in namentlicher Abstimmung beschlossen, die Genehmigung zur Strafverfolgung der ,, Leipziger Volkszeitung" wegen Beleidigung des Landtags zu erteilen. Gegen den Antrag stimmten nur der eine Sozialdemokrat und die drei Freisinnigen, dafür geschlossen die Konservativen und Natio= nalliberalen. Tem Beschluß ging eine lange und zum Teil stürmische Debatte voraus. Man behandelte nämlich unseren Genossen Goldstein wie schon oft: man schnitt ihm durch einen Schlußantrag das Wort ab, so daß er nicht in der Lage war, die von allen Seiten gegen ihn und die sozialdemokratische Partei verübten schweren Angriffe zurückzuweisen! Goldstein wehrte sich erregt, und ohne Rücksicht auf das Eingreifen des Präsidenten gegen dieses Verfahren. Der Zwischenfall brachte ganz außergewöhnliches Leben in die Bude". Goldstein wurde zweimal zur Ordnung gerufen. Die Begründung der Justization hatte Landrichter Dr. Kühl, morgen, der Hauptmacher des Dreiklassenwahlrechts, übernommen. Er war der geeignetste Mann. Kleine Nadelstiche", so meinte er, oder sachliche Stritifen würden auch in Zukunft die Kammer nicht zu gerichtlichen Klagen veranlassen, hier aber handele es sich um gröbste Beschimpfungen. Es sei geradezu Pflicht, solche Robeiten zu bekämpfen. In dieser moralischen Entrüstung machen dieselben Herren, die oft genug von der Tribüne des Landtags unter dem Schuhe der Immunität im sozialistenreinen Landtag die Sozialdemokratie und ihre Vertrauensleute in gemeinster Weise beschimpft und verleumdet haben! In diese Kerbe hieben Opitz und einige nationalliberale Abgeordnete. Von bürger27 " Wenn die Berliner Arbeiter den Scharfmachern zu Gefallen wären, würden sie für das entgangene Mittagessen entschädigt werden durch ein Gericht blauer Bohnen! Unnachfichtliche Strenge". Auch in Braunschweig ist man so liebenswürdig, die Arbeiterschaft vor Dingen zu warnen, an die sie gar nicht gedacht hat. Die Polizeibehörde erließ daselbst folgende Bekanntmachung. Militärjustiz. Jm November 1905 verurteilte das Kriegsgericht lens. burg den Musketier Reichart von der 4. Kompagnie des 86. Re giments wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgeseßten, Ungehorsams und Beleidigung zu 3 Jahren Gefängnis. Dem GerichtsHerrn erschien die Strafe, weil ein schweres Vergehen gegen die Disziplin vorliege, zu gering, dem Angeklagten zu hoch, weshalb das Oberkriegsgericht in Altona sich mit der Angelegenheit zu bes fassen hatte. Es handelt sich um einen Vorgang bei der Geburtss tagsfeier der Kaiserin, die von der 2. und 4. Kompagnie gemeinfam im Flensburger Tivoli" abgehalten wurde, und bei der der Angeklagte es war mitten in der Nacht- mit dem Sergeanten Christians kollidierte. Dieser rief R. im Befehlston zu, er solle sich ruhig verhalten, worauf. R. den Vorgesetzten anrempelte. Dies das schwere Verbrechen, welches das Kriegsgericht so erorbitant ahnden zu müssen glaubte. Der Generaloberstarzt Dr. Weißer stellt als Sachverständiger mehrere Anträge, die darauf hinauslaufen, den Angeklagten in bezug auf seinen Geisteszustand unter Obserbation zu nehmen. Nach Vernehmung von 30 Zeugen wurde dem anstalt überwiesen werden. Der Boltsfreund" hat die Ankündigung der zu Sonntag, den Antrage des Sachverständigen entsprochen und R. soll einer Heil21. d. Mts., vorm. 11 Uhr, nach dem Hofjäger, der Hohen Torschänke und dem Gewerkschaftshause mit der Tagesordnung: „ Der Kampf um das allgemeine Wahlrecht und der Jahrestag der russischen Revolution" berufenen Volksversammlungen mit einem maßlosen, Her mit dem allgemeiuen Wahlrecht" über schriebenen Hezartikel begleitet. Angesichts diefer sozialdemokratischen, revolutionären Kundgebung warne ich auf das dringendste vor jedem Widerstand gegen die polizeilichen Anordnungen, insbesondere auch vor jeder Demonstration und jeder Ansammlung auf den Straßen mit dem Hin weise darauf, daß Zuwiderhandlungen mit unnachsichtlicher Strenge begegnet werden wird. Braunschweig, den 19. Januar 1906. Der Polizeipräsident: Prözel. Auch das Braunschweigische Proletariat wird diese zwar licher Seite sprach nur der freisinnige Abgeordnete Günther, überflüssige, aber väterlich gutgemeinte Warnung zu beherzigen wissen. freilich nicht ohne dabei der sozialdemokratischen Partei aus dem Hinterhalt einige Fußtritte zu verjeten, gegen den Antrag. Er verz achtet die sozialdemokratische Presse. Da werden wohl die sozialdemokratischen Redakteure nicht mehr ruhig schlafen fönnen. Selbstverständlich bekämpfte Genosse Goldstein entschieden, sachlich aber scharf, das Vorgehen gegen unser Leipziger Parteiblatt. Auf die Wahlentrechtung Pressefnebelung und Schreckensurteile hat gefehlt! Das gefeßlich gewährleistete Versammlungsrecht ist für und nun auch noch Versammlungsverbotel Das die entrechteten Dreislassenwähler in Sachsen am nächsten Sonntag aufgehoben! Die Polizeidirektion Dresden hat die für die Stadt Dresden angemeldeten Volksversammlungen verboten. tischen Partei, besonders aber aus den Aeußerungen der sächsischen Bom Polizeikampf gegen die Wahlrechtsdemonstration. Von der Unterweser wird uns geschrieben: Mit der Konfiskation des Wahlrechtsflugblattes, welche am Sonntag in Geeste münde und einigen ländlichen Bezirken des 19. hannoverschen Wahltreises vorgenommen wurde, ist die feineswegs beendet gewesen. Ganz besonders scheint die heilige Polizeiaktion für die Erhaltung des Dreiflassenparlaments noch Hermandad von Lehe sich darüber geärgert zu haben, daß hier die Sozialdemokratie früher aufgestanden war als sie und das ominöse Flugblatt bereits am Sonnabendabend verbreitet hatte. aussuchungen abgehalten und Nachforschungen angestellt, Tag für Tag hat fie nämlich bei einer ganzen Anzahl Genossen immer in der stillen Hoffnung, doch noch hier oder dort einen Stoß Flugblätter aufgestapelt zu finden. Daß diese Hoffnung zu Wasser wurde, ist selbstverständlich. Ueberall mußte die Polizei unverrichteter Sache wieder abziehen. Auch dieses zweite Flugblatt hat keine Gnade vor den Hütern ein Wie Majestätsbeleidigungsklagen entstehen. Am Freitagvormittag hatte sich vor der Straffammer III des Landgerichts Hamburg ein Blumenhändler G. wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten. Das Verbrechen gegen die Majestät soll er in einem Wirtschaftsgespräch über den ostasiatischen Strieg begangen haben. Wie der Denunziant, der Händler Johann Bauer, in einem Brief an die Staatsanwaltschaft behauptete, soll S. vom Hängen sämtlicher Fürsten" gesprochen haben. Der Ans geklagte erklärte, daß er nur die russische Großfürstenbande und den Zaren gemeint habe. Der Denunziant hat die Anzeige erst sechs Wochen nach der angeblichen Beleidigung erstattet; heute weiß er nicht mehr, ob der Angeklagte den deutschen Kaiser ge= meint habe, und er gibt die Möglichkeit zu, daß die Redewendungen sich nur auf die russischen Fürsten bezogen haben. Antragsgemäß wird, weil es sich nur um einen Racheakt handelt, wie vom Verteidiger Rechtsanwalt Böhm festgestellt wurde, der Angeklagte frei= gesprochen.Reichstagserfahwahl in Rheinbach- Bonn. des Regierungsbezirts Köln( Kreise Rheinbach, Bonn), die Bei der gestrigen Reichstagserfaßwahl im vierten Wahlkreise bem Bonner Generalanzeiger" zufolge, 3615 Stimmen; der Gegendurch die Mandatsniederlegung des Abgeordneten Dr. Spahn( 3.) erforderlich geworden war, wurde dieser wiedergewählt; er erhielt, kandidat Erdmann( Soz.) erhielt 1008 Stimmen. Es handelt sich offenbar erst um ein Teilresultat, da 1903 Spahn 15 908, Erdmann 1610 Stimmen erhielt. Husland. Frankreich. Der Präsident der Republikaner. Streber oder einen biedermännischen liberalen Doktrinär an ihre Die Einberufer der neuer Versammlungen wurden heute vormittag auf das Polizeiamt beschieden, um dort den mündlichen Bescheid des Versammlungsverbots entgegenzunehmen. Man hat fichs also obendrein noch sehr bequem gemacht. In der„ Begründung" des Verbots wurde gesagt, daß bei der Behörde nicht die Absicht bestände, jede Erörterung der Wahlrechtsfrage und alle Stritik Am Mittwochabend wurde in Geestemünde, Lehe, Wulsdorf, des Dreitlassenwahlrechts in Versammlungen zu hindern.( Wie so Schiffdorf ein zweites Flugblatt verteilt, in welchem grundgütig bei alledem die Polizei noch ist.). Diese Massenversamm neben der scharfen Kennzeichnung des elendesten aller Wahlsysteme Paris, 17. Januar.( Eig. Ber.) lungen würden aber dazu dienen, den Umsturz und die revolutionären die Antwort auf die geschehene Konfistation gegeben wurde. Die brüllen auf den Boulevards die Camelots ihre Ertrablätter aus. Fallières ist also gewählt, glatt im ersten Wahlgange. Soeben Ideen zu fördern; sie seien geeignet, Haß gegen die bestehende Verteilung ging glatt von statten; außer ein paar Siftierungen Das Publikum greift mit Haft, aber doch ohne sonderliche Erregung Staats- und Gesellschaftsordnung zu erzeugen und für deren ge- zum Polizeibureau erfolgte fein Zwischenfall. Diese Aktion unserer waltsame Beseitigung geneigt zu machen. Diese Ansicht schöpft die Genossen war eben der Polizei völlig überraschend gekommen. Als danach. Das Resultat war gemäß der gestrigen Probeabstimmung Behörde aus verschiedenen offiziellen Aufrufen der sozialdemokra- lektere Kenntnis davon erhielt, war die Arbeit bereits vollendet. Der Republikaner zu erwarten trotz der befriedigten Mienen, die die Doumersche Clique zur Schau trug. Aber nunmehr, da die geſozialdemokratischen Presse, soweit sie sich auf diese Versammlungen der Klassenstaatsordnung gefunden, vielleicht sogar noch weniger schehene Tatsache vorliegt, atmet man dennoch auf. Sicherlich, vom beziehen. Nach dieser„ aufreizenden Sprache" sei zu erwarten, daß als das erste. Bereits Donnerstag früh 7 Uhr fand im Lokale Standpunkte des proletarischen Klaſſenkampfes mag es nicht vie ez zu Demonstrationen auf der Straße komme, auch wenn die und in den Privaträumen des Genossen Mädger in Lehe eine ausmachen, ob die Bourgeoisrepublik einen gefinnungslosen, gefügigen Dieſes mündliche Versammlungsverbot deckt sich durchaus mit Lager der Kampfblätter ausheben zu fönnen. Die Arbeit hätten Spike ſtellt. Aber in der jetzigen Situation bedeutet der Geg Sausfuchung Defendante arbeit dem in Leipzig schriftlich gegebenen, das in der„ Leipziger Bolts- fich die guten Leute natürlich) sparen können, gefunden wurde kein Fallières die Sicherung vor allerlei Gefahren, bie qulekt both aut zeitung" abgedruckt wird. Das festzustellen ist wichtig, weil diese einziges Eremplar. Das gleiche Resultat hatte eine Haussuchung, die Arbeiterbewegung selbst hätten in Mitleidenschaft ziehen müssen. Tatsache zu bestätigen scheint, daß diese Verbote nach Schema F auf die ein paar Stunden später in den Räumen unserer Partei Gewiß, Herr Doumer iſt nicht der gefährliche, abenteuerhöhere Anweisung hin erfolgen. Jetzt kann ja der Minister bruderei in Bremerhaven stattfand. Die beiden Krimi- luftige, von diktatorischen Gelüften bewegte Mar, im Landtage bei einer etwaigen Interpellation wieder auf den nalbeamten der Republik Bremen, welche diesen Liebesdienst für Er ist ein nüchterner Ehrgeizling, dem die Natur recht mittelmäßige man ihn in der Hize der Agitation darstellen mochte. instanzenmäßigen Beschwerdeweg verweisen. Das müßte sich nun den preußischen Staat auszuführen hatten, fanden weder Manu- Talente, aber viel Sitfleisch und zugleich eine bedeutende Geschicklich noch viel besser ausnehmen als im vorigen Falle. Weitere Meldungen über Versammlungsverbote liegen noch vor stript, noch Sab, noch Druckplatten, gefchweige denn fertige Flug feit, zu schieben und sich schieben zu lassen, verliehen hat. Ein ge Alles war entweder wieder vernichtet, oder, wie die aus Bittau, Birna, Baußen, Radeberg, Großröhrsdorf. Es ist kein Flugblätter, längst über alle Berge und ihrer Bestimmung gemäß ständen sicher auch kein schlechter Präsident. Nicht etwa, daß wandter und geduldiger Ressortmensch und unter anderen Ums Zweifel, daß in ganz Sachsen die Versammlungen verboten werden. In Dresden und dem ostsächsischen Bezirk sind für Sonnabend und Sonntag 46 Voltsversammlungen vorbereitet und bereits angeKündigt. Auf der Amtshauptmannschaft Dresden- Altstadt erklärte man einem Versammlungsanmelder aus dem Landbezirk, es habe keinen Zwed, die Versammlung erst anzuzeigen und die Anmeldung zu bescheinigen, denn bescheinigen, denn die Versammlungen würden ja doch verboten. Büdleriana. D blätter. verwendet worden. fchen Wahlkreises im Für den nächsten Sonntag sind im Bezirk des 19. Hannover- man zu befürchten gehabt hätte, Doumer würde als Präsident nationalistische Auslandspolitik getrieben haben. Ohne Zweifel hätte ganzen 13 Demonstrationsver= sammlungen angefeßt. Die jeßige Polizeiaktion hat für die er, der so verwandlungsfähige, feine Helfer auf der Rechten ebenso selben eine Propaganda gemacht, wie wir sie uns besser nicht hätte sich der größten Vorsicht und Mäßigung in der Behandlung verraten, wie er einst seine radifalen Parteigenossen verriet, und er wünschen könnten. Es leben unsere Freunde, die Feinde! der internationalen Fragen befleißigt. Troßdem würde seine Wahl Zeugniszwang gegen Redakteure.( Privat Telegramm.) Ein im Augenblick der Marokko- Konferenz die internationale Situation ganz eigenartiger Fall von Zeugniszwvang gegen einen verantwort auf das bedenklichste verwirrt haben. Die friedliche Wendung des Maroffo- Handels ist zu sehr mit lichen Redakteur ereignete sich gestern vor dem Schöffengericht in Wir lesen in einem Berliner Blatte: Unter den nichtsozialdemo- Halle. Der bekannte ehemalige Bürgermeister von Luckenwalde, dem Namen Rouvier verknüpft, als daß ein Wechsel im Ausa fratischen Vereinigungen Berlins ist gegenwärtig eine Bewegung im jest Rechtsanwalt in Halle fühlte sich durch einen Artikel des Weißtrauen erzeugen mußte. Doumers Wahl hätte eine Ministerkrise wärtigen Amte nicht Stockungen, Verstimmungen oder zumindeſt Gange zu dem zwecke, die Wirkung der für Sonntag zu erwartenden Hallenser„ Volksblatts" beleidigt, der das Verhalten des jetzigen Mißtrauen erzeugen mußte. Doumers Wahl hätte eine Miniſterkrise fozialdemokratischen Straßendemonstrationen durch deutsch Rechtsanwalts Suchsland kritisierte. Suchsland hatte, wie unsere zur Folge gehabt, und das Ministerium Millerand, das nationale Gegen demonstrationen zu bereiteln. Eine Leser sich entsinnen werden, in einem Prozeß, in dem er als Neben in Aussicht stand, hätte nicht nur die Schwierigkeiten der Lage, Versammlung deutschnationaler Handlungsgehülfen läger aufgetreten war, als Beuge und als Rechtsanwalt rund fondern vor allem die Nervosität, die im langwierigen Marottound Studenten in der Andreasburg" beschloß gestern weil das Hallenser Volksblatt" die hohe Rechnung unter die Lupe mehr als eine Beruhigung der Börse. 163 M. liquidiert. Von diesen hatte das Gericht 159 M. gestrichen. handel alle Beteiligten ergriffen hatte, zu überwinden gehabt. Der Sieg Fallières bedeutet unter diesen Umständen also abend, jeden Aufzug der Sozialdemokraten durch antifozialdemo- nahm, lief Rechtsanwalt Suchsland zum Kadi. Für die innere Politik kratische Kundgebungen mit patriotischen Abzeichen auf den Straßen lehnte die Erhebung einer Klage aus Mangel eines öffentlichen dagegen bejagt er nicht viel. Nicht die republikanische Solidarität", zu beantworten. Einstimmig gelangte folgende Erklärung zur An- Intereſſes ab. Darauf verklagte der fich als Nebenfläger so über ihn hinaus viele gemäßigte Republikaner zusammengefügt. sondern die Furcht vor dem Krieg hat diesmal den alten Block und nahme: hoch einschäzende Herr den Genossen Thiele als mutmaß- Die antiflerikale Kirchenpolitik ist einmal über den entscheidenden " Die heute in der Andreasburg" versammelten deutschen lichen Verfasser der Notiz. Als Zeuge wurde der bers Punkt hinaus und kann nicht mehr den Weg zurück finden, ohne Männer erklären angesichts der von der Sozialdemokratie für den antwortliche Redakteur des„ Voltsblatt" Genoffe Molen 21. Jamuar borbereiteten Straßendemonftrationen, daß sie nicht buhr geladen. Ihm wurde die Frage vorgelegt, ob Thiele Vereine vollständige Kapitulation vor dem Klerifalismus, die der untätig mit ansehen werden, daß in der Hauptstadt des Deutschen fasser des Artikels fei. Molkenbuhr lehnte eine Beantwortung dieser republikanischen Bourgeoisie heute doch wider den Strich geht. Die Reiches von undeutschen Elementen angeführte Massen sich als Frage ab, da die Preisgabe der Anonymität der Prepartikel den soziale Reform aber bleibt auch weiter auf die Kraft der Arbeiterschaft selbst angewiesen. In diesem Sinne mag es immerhin besser Herren der Straße aufspielen. Es steht fest, daß die zweifellos journalistischen Gepflogenheiten, dem Anstande und dem Interesse sein, daß Frankreich vor einem pseudosozialistischen Regime Millerand beabsichtigten Straßendemonstrationen nicht die Einführung der Preßfreiheit widerspreche, überdies er ja auch als verantwort- verschont bleibt und daß der Kampf der Klaffen nicht durch demagogische eines besseren Landtagswahlrechts bezwecken, licher Redakteur nach dem Geseze berechtigt sei, Zeugnis abzulehnen, sondern lediglich den Ausbruch der russischen Revolution vor da er ja für den Artikel nach dem Preßgefeß strafrechtlich verant- Sniffe verwirrt werde. " Der Staatsanwalt Die Sozialisten hatten die Entscheidung zwischen den, beiden einem Jahre verherrlichen sollen, um eine Uebertragung der wortlich sei. Der Schöffengerichtsvorsißende wollte diese Verrussischen Bewegung auf Deutschland herbeizuführen. Wir Deutsche weigerung nicht gelten lassen. Allerdings sei der Zeuge strafrechtlich bürgerlichen Gruppen in den Händen. Sie haben, ohne sich an die Linksrepublikaner zu binden, doch den Sieg ihres Kandidaten mit haben aber aus dem empörenden Treiben der ruffischen Mord- für den Inhalt des Artikels verantwortlich. Aber§ 54 der Straf- aller Energie gefördert. Die Sozialisten waren es sogar, die zu buben gelernt, daß die von den internationalen Hegern geleitete prozeßordnung gebe dem Zeugen das Recht, die Auskunft auf allererst ben Warnungsruf vor der Doumerschen Intrige ertönen Bewegung" mit wahrer Freiheit nicht viel zu tun hat. Wir ver- olche Fragen zu verweigern, deren Beantwortung ihm die Gefahr ließen. Nicht von Jülusionen einer Humanitären Kooperation der pflichten uns, der beabsichtigten Revolutions tomödie strafgerichtlicher Verfolgung zuziehen würde", eine solche Frage sei selaffen gewiegt, haben sie so gehandelt, sondern um das Land vor gegenüber zu beweisen, daß auch die deutschnationalen Kreise der aber die, ob Thiele der Verfaſſer ſei, nicht. Da Molkenbur ber Kriegsgefahr zu bewahren und dem Verrätertum den Weg zur Bevölkerung Berlins auf dem Plaze find. selbstverständlich bei seiner Zeugnisverweigerung beharrte, befchloß macht zu verlegen. " England. Die Wahlen. Niemand wird diese findische Prahlerei der antisemitischen Hans. das Gericht nach längerer Beratung eine Strafe bon 75 M. würste ernst nehmen. Wenn die Leutchen wirklich an sozialdemo- 3 to eds Erzwingung des Zeugnisses! fratische Straßendemonstrationen glaubten, würden sie sich sicherlich Gericht zugemessenen Inhalt. Indes, selbst wenn der§ 54 Str.-Pr.-D. § 54 Str.-Pr.-D. hat keineswegs den engen ihm vom Hallenser hüten, das Berliner Proletariat zu provozieren, wenngleich ihnen die gar nicht eristierte, hat nun und nimmer der für den gesamten Inhalt Bis gestern( Freitag) mittag waren gewählt: 209 Liberale, Arbeiterschaft das findliche Vergnügen eines Narrenaufzuges von verantwortliche Redakteur die Verpflichtung der Zeugnisablegung. 86 Unionisten, 61 Nationalisten, 33 Mitglieder der Arbeiterparteien. Herzen gönnen würde. Nachdem jedoch die sozialdemokratische Partei- Das folgt aus demselben Grundsay, aus dem folgt, daß der Ange- Die Liberalen haben zurzeit 111, die Arbeiter 28, die Unionisten leitung wiederholt erklärt hat, daß teine Straßendemonstrationen flagte in feiner Sache nicht als Zenge vernommen werden kann. Es 3 Size gewonnen. stattfinden würden, und nachdem den Herrchen der Schuß eines feld- ist dieser Grundfazz wie eine Reihe anderer nicht in der Strafprozeß- Stonnten wir gestern mitteilen, daß die„ Daily News" den Sieg marschmäßig in den Kasernen bereitgehaltenen Armeekorps ausordnung ausgesprochen, weil er selbstverständlich ist. Die völlig haltlose der englischen Arbeiter als das Erwachen des Riesen" bezeichnen, gesichert ist, beginnt sich ihr teutonischer Mut übermütig zu regen. Debuftion des Hallenser Richters hat den Vorzug der Neuheit für so können wir heute hinzufügen, daß die" Daily Mail" im selben Oder sollte die lächerliche Renommisterei der Püdlergarde etwa sich, nicht den der Richtigkeit. Ein Verfahren, das es zuließe, einen Busammenhange gar von der„ Revolution von 1906" spricht! Angeklagten, eben für die zur Anflage gezogene Tat als geuge Von den gewählten Arbeitervertretern der verschiedenen Riche gar den Zweck haben, die Arbeiter doch auf die Straße zu vernommen zu werden, ginge in der Frivolität der Schandung der tungen sind bezw. waren ihrem Berufe nach: Bell Eisenbahnlocken, damit der Säbel hauen und die Flinte Gewissensfreiheit weit über die mittelalterlichen Foltern zur Erschaffner, Bowermann Setzer, Clynes Fabritarbeiter, Duncan Mecha schießen kann? Als ob man sich über Schaltsnarren ärgern preffung eines Geständnisses hinaus. Die Beschwerdeinstanz wird nifer, Edwards Bergmann, Gill Baumwollarbeiter, Hudson, Eisenkönnte! Man läßt sie gewähren und lacht sie aus! ja wohl Remedur schaffen. Aber auch dieser Fall zeigt, wie dringend bahnschaffner, Jotvett Fabritarbeiter, Snowden Zollbeamter, Kelley notwendig ein ausdrückliches Zeugnisverweigerungsrecht für alle bei Lithograph, Macpherson Stahlarbeiter, O'Grady Kunsttischler, Offiziöser Esprit. Wir lesen in der„ Nordd. Aug. 3tg. Am der Herstellung eines Prekerzeugnisses beteiligten Personen in jedem Roberis Schriftfeber, Thorne Gasarbeiter, Ward Seemann, Wardle Sonntag jollen die Sozialdemokraten au Saufe' Rechts- und Disziplinarverfahren ist. Buchhalter, Wiltie Zimmermann. Soziales. Fasten zur Kaiser- Geburtstagsfeier nad) Formular 4a. Unser Justizminister Beseler scheint ein prächtiger Erzieher zur Königsliebe zu fein. Die Monatszettel der in der Justiz verwendeten Stanzleigehülfen mit Mindesteinkommen( Formular 4a) fragen folgenden Vermerk: " Die Zahl der Werktage im Monat beträgt... Hiervon find abzusetzen: wegen neten. " familien. Was galt ihnen Gesetz und Recht! Sie daß die vor dem Einigungsamt getroffenen Vereinbarungen mit der woliten Herren im Hause" sein, und da duldeten sie nicht, Freien Vereinigung felbändiger Barbiere, deren Mitglied Herr daß ein Arbeiter von seinem gesetzlichen Koalitiousrecht tuschte, Reichenbergerstr. 171 ist, bon leyterem innegehalten Gebrauch machte und unter seinen Berufskollegen für die werden. Der neue Gehülfe ist durch den Arbeitsnachweis der Feien Vereinigung selbständiger Barbiere bezogen, jedoch gewerkschaftlich Organisation agitierte. Solch ein„ cker" wurde nicht nur nicht organisiert, kann daher auch nicht im Besitz der weiß- grünen entlassen, nein er wurde noch auf Wete hinaus brotlos ge- Kontrollfarte sein. Die Schlichtungskommission der Friseure. macht, indem man ihm auch die übrigen Betriebe des Fabrikantenringes sperrte. Die Betriebe sollten eben„ rein" Lohnbewegung der Stockarbeiter. Die Verhandlungen mit den bleiben; das war ja" Prinzip". Deshalb Willfür über alles- Unternehmern sind noch im Gange. Die Schlichtungskommission mochte der gemaßregelte Arbeiter auch untergehen! fommt am Montag mit den Unternehmern zu einer Verhandlung „ des Geburtstages St. Majestät des Welch Geschrei erhob sich dann aber in der Unternehmer- nochmals zusammen. Die Schlichtungsfommission erwartet deshalb, Kaisers und Königs, welcher auf einen presse, als das Reichsgericht diese Sperrmaßregel der Kühne daß vorzeitige Arbeitsniederlegungen nicht erfolgen. Heute findet Berttag fiel.... männer als einen Verstoß gegen die guten Sitten Vertrauensmännerversammlung statt.( Siehe Jujerat.) Die Arbeitsverhältnisse in der Glimmerfabrik von Jarowslaw, , der Urwahlen zum Hause der Abgeord.erflärte und in der Schadenersatzklage eines Arbeiters gegen die Firma Reyling u. Thomas Legtere wegen Schöneberg, Fregestr. 60, fanden vor einigen Tagen in einer Zu$ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches schreibt vor: Der der von ihr bewirkten Sperre zur Zahlung einer Ent- sammenkunft der dort beschäftigten Arbeiterinnen ein drastische BeArbeiter wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch schädigung an den Arbeiter berurteilte. Das Unternehmerleuchtung. Bisher verdienten die zirka 30 Arbeiterinnen bei au verlustig, daß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche tum geriet ob solcher Rechtsprechung" förmlich aus dem gestrengfester Affordarbeit etwa 7 bis 9 Mark pro Woche. Zeit durch einen Kürzlich wurde aber ein derartig schlechtes Material zur Verarbeitung in seiner Person liegenden Grund Häuschen und bezeichnete jenes Urteil des Reichsgerichts in der geliefert, daß die Arbeiterinnen pro Tag troß allen Fleißes nur ohne sein Verschulden an der Dienstleistung ver- ungeniertesten Kritit als ein offenbares Fehlurteil", durch einen Verdienst von 40 bis 70 Pfennig zu erzielen vers hindert ist. Diese Bestimmung trifft auch auf Affordarbeit welches die Autorität des Arbeitgebers dem Arbeitnehmer mochten. Als daraufhin die Arbeiterinnen beim Chef vorstellig au.§ 616 faßt den Abzug vom Lohn für Behinderung durch gegenüber direkt untergraben werden müsse. Es sei das gute wurden und nur die bescheidene Frage an ihn richteten, ob denn Wahlen nicht zu. Die königlich preußischen mindestbefoldeten Recht des Arbeitgebers, zu verhindern, daß wüste Agitatoren diese Arbeit nicht im Lohn anstatt im Afford verrichtet werden könne, bei einem so minimalen Akkordverdienst doch nicht zu Stanzleigehülfen erhielten trotz des§ 616 B.-G.-B. weder für und Heger" andere Arbeiter der Betriebe unzufrieden machten. ba die Zeit der Abhaltung durch Wahlen noch für die Zeit des Deshalb fönne eine solche Sperre auch nur lediglich als eine existieren sei, da faßte der Herr das gemeinsame Vorgehen feiner" Arbeiterinnen als eine„ Empörung" gegen seine Autorität ihnen gesezten Gefnurtstagsfeiertages Lohn. Diese höchst un- im wirtschaftlichen Kampf durchaus legale" Notwehrmaßregel" auf und entliek fofort 16 von ihnen. Unter den Entsoziale Handhabung des§ 616 B.-G.-B. findet natürlich die gegen die ständig zunehmende Verhegung der zufriedenen laffenen befand sich auch eine jugendliche Arbeiterin, der gar fein Billigung des Dreitlassenparlaments. Die armen Stanzlei- Arbeiter betrachtet werden usw. Krankenkassenbuch ausgehändigt wurde, obwohl ihr die Krankengehülfen haben das Recht, sich am 27. Januar satt zu Nachdem aber jenes Urteil gesprochen war, fanden sich tafienbeiträge prompt vom Lohn abgezogen worden waren. Wahr hungern. Findige Staatsanwälte, die in Flugblättern, die gegen bald weitere Arbeiter, die wegen Verdienstschädigung durch scheinlich ist das Mädchen noch überhaupt nicht bei der Krankenkasse dies Dreitlassenparlament sich wenden, allerlei strafbare Hand- die über sie ebenfalls verhängte Sperre Schadenersatzansprüche angemeldet gewesen. Der Fabritarbeiterverband, dem lungen erblicken zu müssen meinen, sollten sich überlegen, ob gegen verschiedene Arbeitgeber geltend machten. So flagte ein Teil jener Arbeiterinnen als Mitglieder angehören, dürfte von folche Monatszettel nicht Majestätsbeleidigung. Aufreizung zu u. a. der Gürtler 2. unter Beistand der Rechtsanwälte Rothiezt ab dem Jaroslawschen Betriebe ein gebührend schärferes AugenGewalttätigkeiten, Hochverrat gegen die Bedürfnisse des und Dr. Heinemann gegen die Firma Otto Herberg Magens enthalten. Ist der Herr Justizminister der Ansicht, u. 6o. zu Berlin. Der Kläger war am 18. Februar 1904 2000 Textilarbeiter der Fabrik von Bahr Aktiengesellschaft zu daß seines Königs Geburtstag am besten durch Nichtempfang bei der Firma in Arbeit getreten, aber bereits am 24. Fedes Lohnes für diesen Tag gefeiert wird weshalb beantragt bruar ohne Angabe von Gründen wieder entlassen worden. 2andsberg a. W. haben die Arbeit niedergelegt. er nicht im Etat, das Gehalt auch für Staatsanwälte, Richter Er begab sich darauf nach dem Arbeitsnachweis der und ihn selbst zu streichen? Macht der leere Magen nur Metallwarenfabrikanten in der Dresdenerstraße, der unter der Leitung des bekannten Sekretärs Nasse steht, Stanzleigehülfen staatserhaltend, höhere Beamie rebellisch? um sich um die offene Stelle eines Bronzeurs zu bewerben. Von der Sozialreform, um die uns die Welt beneidet, gab eine Auf dem Nachweise wurde ihm jedoch kurzerhand mitVerhandlung vor dem Landgericht Nürnberg eine treffende Illustration. geteilt, daß er gesperrt sei, weil er in der Werkstatt Angeklagt waren die Arbeitereheleute Paul und Babette Gebhardt für den Metallarbeiter Verband agitiert wegen verschiedener Betrügereien, die darin bestanden haben sollen, habe. Seine Sperre sei von dem Geschäftsführer der Firma daß fie Quittungen über Invalidenrente schon lange vor Verfall an telephonisch und brieflich empfohlen worden. Der Gemaßverschiedene Personen verpfändeten. Es war ein unjäglich trauriges Bild von der Lage eines deutschen Reichsrentners, das sich da entrollte. regelte begab sich hierauf noch einmal zu Herrn Herberg, Der Mann ist Invalide und vollkommen arbeitsunfähig; er erhält die um dort etwa den näheren Grund der Sperre zu erfahren, fürstliche Rente von 12,25 M. pro Monat. Die Frau ist fränflich wurde jedoch, ohne gehört zu sein, abgewiesen. Am 7. März und ebenfalls nicht imstande, irgend einem Verdienst nachzugehen. fand L. dann Arbeit bei einer Firma, die der Vereinigung Die beiden Leute sollen also von 12,25 M. leben. Bezeichnend war Berliner Metallwaren- Fabrikanten" nicht angehörte, er die Feststellung, daß die Armenpflege der freisinnig regierten Stadt wurde aber schon am 16. Mai wegen Arbeitsmangel wieder Nürnberg die früher gewährte Armenunterſtügung fofort einstellte, entlassen. Am 18. Mai erhielt er dann Arbeit bei der einen plöglichen Ausstand handelt, sondern um die Folge einer Hierzu wollen wir nur bemerken, daß es sich gar nicht um als dem Mann die großartige Rente zugesprochen wurde. Diefe Firma planmäßigen Provokation der Buchdrucker durch den Berlag. Im scheint also der Meinung zu sein, daß man mit 12,25 m. Aftiengesellschaft Gebrüder Krüger. M. vor seiner Einstellung jedoch den üblichen übrigen: unser Beileib und Glückauf! den tämpfenden Buch monatlich ganz gut auskommen fönne. Einmal gab fie verlangte den Leuten zwar ein Darlehen, aber sie nahm dafür die vom Arbeitsnachweis beglaubigten Arbeitsschein von ihm, brudern. Rentenquittungen für mehrere Monate in Pfand. Die freifinnigen weil sie der Vereinigung" angehörte. Dieser wurde ihm auf Armenräte fümmerten fich nicht im geringsten darum, daß die Ehe- dem Nachweis jedoch abermals und zwar endgültig versagt, Teute dann für längere Zeit überhaupt mittellos waren. Das Ge- und seine Einstellung unterblieb. 2. war dann längere Zeit richt mußte sich überzeugen, daß die verschiedenen Verpfändungen arbeitslos, da er trotz aller Bemühungen keine Stellung wieder mur in höchster Not geschahen und der Vorsitzende meinte, finden konnte. Sie monatlich auskommen zu müssen, dabei müsse man ja auf merk widmen.. Deutfches Reich. Das Erscheinen vorläufig eingestellt. Den Abonnenten der Zeitschrift Glüdauf", die in der Druckerei Der Rh.-W. 8tg." hergestellt wird, gehen seitens Redaktion und Verlag folgende Trauernachricht" zu: Nachricht für die Bezieher der 8eitschrift Glüdauf". " Infolge eines plöglich eingetretenen Buchdruckerausstandes in der Druckerei der Zeitschrift ist das Erscheinen der nächsten Nummer( 3) unmöglich, das der darauf folgenden fraglich. Den leider unvermeidlichen Ausfall werden wir baldmöglichst durch Vermehrung des Inhaltes späterer Nummern zu ersetzen suchen. Hochachtungsvoll Redaktion und Verlag der Berg- und Hüttenmännischen Zeitschrift„ Glüdauf". Effen- Ruhr, den 19. Januar 1906. Sämtliche Former und Gießereiarbeiter der Maschinenfabrik bigung einzureichen, falls ihre Forderungen auf Zurüdnahme der Jakob Pfeiffer in Kaiserslautern beschlossen, die Stün Lohnreduzierungen und Entlassung des Meisters nicht bewilligt werden. Zuzug ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter Verband. Verfammlungen. es fei schon eine recht harte Strafe, mit 12,25 Mark Beim Landgericht erftritt er nun ein obfiegendes Urteil Lumpereien verfallen, aber dennoch wurde Gebhardt zu 6 Monaten gegen die Firma, da dieses sich die Urteilsgründe des ReichsGefängnis verurteilt, während die Frau freigesprochen wurde, da gerichts in der Keylingschen Sache zu eigen machte. Hiergegen der Mann erklärte, daß sie von den Verpfändungen nichts gewußt legte die Firma Herberg Berufung beim Stammergericht habe. Das ist die gesicherte Existenz" des deutschen Arbeiters. ein. Herr Herberg als Berufungsfläger bestritt, von den Be- Erklärung. Um die unter meinen engeren Berufskollegen, den Ohne dem Gesetz zu großen Zwang anzutun, hätte der Angeflagte strebungen und Sagungen der ,, Vereinigung" Renntnis gehabt Berliner Rohrlegern und Helfern, fursierenden Verdächtigungen gegen tvegen Rotstands freigesprochen und derjenige Armenrat wegen An- und die Sperre über den Kläger veranlaßt zu haben. Sein meine Person zu zerstreuen, habe ich auf Beschluß der Vertrauens stiftung zu Straftaten verurteilt werden können, der für die hülflose Brief an den Sekretär Nasse sei lediglich auf das telephonische leute folgendes öffentlich zu erklären: Lage der„ Rentiers" verantwortlich zu machen ist. Ersuchen des Herrn Nasse an diesen abgesandt worden. Die Ich habe feinen Verrat an meinen Branchenkollegen geübt, inLandarmenverband gegen Krankenkasse. Der Arbeiter Braun, Sperre habe sich auch nur auf Zeit" erstredt. Uebrigens dem ich die Bersammlung am Sonntag, den 14. Januar 1906 im Namen der der Ortstrankenkasse zu St. Goar angehörte, berfiel infolge gehe die Entscheidung des Reichsgerichts auch zu weit; ein ber Ortsverwaltung abbeſtellte. Ich bin noch heute der Meinung, epileptischer Veranlagung idiotischen Zuständen. Auf Betreiben des daß die Versammlung notwendig war und ruhig hätte stattfinden Bürgermeisters in Rheinbach wurde er in die Idiotenanstalt in Verstoß gegen die guten Sitten könne nicht vorliegen. tönnen. Die Mehrheit der Drtsverwaltung war dagegen der Ansicht, Montabour aufgenommen und dort längere Zeit verpflegt. Der Das Kammergericht wies nun kürzlich die Berufung des daß bei der gegenwärtigen Erregung in der Branche eine rheinische Landarmenverband trat für die Kosten ein und bean. Beklagten Herberg ab und erkannte den Klageanspruch des Diskussion über über den Bericht, die Differenzen der Drts spruchte dann gemäß§ 57 Abfab 2 und 5 von der Ortstrantentasse Klägers Lesser dem Grunde nach für berechtigt au. Die zu verwaltung mit den Berliner Rohrlegern und Helfern nicht St. Boar Ueberweisung von Krankengeld in der gefeßlichen Höhe. zahlende. Schadensersagsumme unterliegt der Feststellung des zu vermeiden wäre. Dadurch würde aber, da die Verhandlungen Die Staffe ließ es auf eine Stlage ankommen. Nachdem der Bezirks- Landgerichts. In der Urteilsbegründung heißt es wörtlich über die Differenz noch nicht abgeschlossen find, ein schiefes Bild ausschuß die Klage abgewiesen hatte, weil die Aufnahme Brauns in Das Verhalten des Betlagten enthält aber entstehen, wodurch die Interessen des Verbandes geschädigt würden. das strankenhaus nur im polizeilichen Interesse erfolgt sei, hob das auch einen Verstoß gegen die guten Sitten, der Da nun jedes Mitglied, welches die Interessen des Verbandes Oberverwaltungsgericht am Donnerstag dies Urteil Berufungstläger hat sich als Beuge über den Grund der Entlassung schädigt, ausgeschlossen werden kann, ich dies aber für mich nicht auf und verurteilte die Strankenkasse, an den Landarmenverband wünschte, so fügte ich mich dem Beschluß der Ortsverwaltung. dahin geäußert, 218 Mark zu zahlen. In der Urteilsbegründung wurde gesagt: Der welcher besagte, die Versammlung mit dieser Tagesordnung darf Bezirksausschuß habe nicht gewürdigt, daß nach dem maßgebenden W. Dannenberg." nicht stattfinden. ärztlichen Attest nicht nur der Schutz anderer die Aufnahme B.3 in die Idiotenanstalt erforderlich gemacht habe, sondern daß auch B. selbst der Anstaltspflege bedurfte, weil die Hauspflege nicht genügte. Somit habe einerseits die Armenpflege einzugreifen gehabt und andererseits seien infolge der Eriverbsunfähigkeit B.3 Ansprüche desselben an die Krankenkasse entstanden. Daraus folge, daß der Armenverband Ersatz der für die Anstaltspflege ihm entstandenen Stoften nach§ 57 Absah 2 und 5 des Krankenversicherungsgesetzes in der danach zulässigen Höhe von der Krankenkasse beanspruchen fönne. Das Gericht verwies noch auf ein Urteil des Bundesamts für das Heimatwesen, wonach die Armenpflege dann einzutreten hat, tvenn bei Unterbringung in einer Anstalt auch das polizeiliche Interesse überwiege, aber ein armenrechtliches Interesse hinzufomme. Diese Auslegung des Krankenversicherungsgesetzes dürfte dem Gefeß entsprechen. Sie zeigt aber, daß auch im fleinen die Krankens versicherung wie die Sozialgesetzgebung überhaupt dazu dient, die Lasten der Armenpflege von den Schultern der Wohlhabenderen auf die durch Arbeiterbeiträge erhaltenen Krankenkassen abzuwälzen, Gewerkschaftliches. Abermals: Schwarze Listen und Arbeitssperre gegen die guten Sitten. ein Verstoß der Kläger habe seinem Vorgesetzten zuwider gleich am Tage nach Antritt der Arbeit für den Metallarbeiterverband während der Arbeitszeit agitiert, und er sei insbesondere mit Anmeldeformularen herumgegangen." Eingegangene Druckschriften. Diese Tatsache konnte dem Berufungskläger berechtigten Anlaß Dr. med. E. Liebe. Werde gesund! Zeitschrift für Bollsgesundheits geben, den Kläger zu entlassen, aber sie berechtigte nicht zur Herbei führung der Sperre. Das Berufungsgericht schließt sich der Aus- pflege, Krankheitsverhütung und gesunde Erziehung. Monatlich ein Heft. führung des Reichsgerichts in dem Urteile( wider Stehling/ Thomas) Preis: vierteljährlich 75 Pf. Verlag, Th. Krische, Erlangen. Die Hamburg- Amerika Linie von Profeffor Dr. Karl Thieß- Danzig an und erachtet es für ein Gebot der Gerechtigkeit und Billigkeit, daß zur Aussperrung eines einzelnen Arbeiters( eft 14 der Sammlung„ Moderne Zeitfragen".) Berlin W. 61, Pan- Verlag. 1 M., geb. 2 M. jedenfalls nur dann geschritten werden darf, wenn es sich um eine sehr schivere Verfehlung im Arbeitsverhältnis handelt und diese durch sorgfältige Ermittelung festgestellt ist." Seine dieser beiden Voraussetzungen liegt hier vor. Die bloße Agitation bei den wenigen Mitarbeitern enthielt eine so schwere Ver fehlung nicht und der Berufungstläger hat nach seiner eigenen Angabe zu der Aussperrung mit die Hand geboten lediglich auf die ihm glaubhaft erscheinenden Mitteilungen einzelner Arbeiter hin und ohne den Kläger auch nur zu hören oder ihm auch nur die Möglichkeit einer Verteidigung zu geben und ohne ihm den Entlassungs grund mitzuteilen. Darin lag im Sinne der Rechtsprechung des Reichsgerichts ein Verstoß gegen§ 826 Bürgerlichen Gesetzbuches, der die Beklagte zum Schadenersag verpflichtet. Daß der Kläger durch die Verweigerung des Arbeitsscheines mindestens zeitweise ver hindert worden ist, Arbeitsgelegenheit zu finden, ist nicht zu bezweifeln. Mögen auch viele Betriebe der Metallindustrie an die Vereinigung der Metallwarenfabrikanten sich nicht angeschlossen, so ist doch nicht anzunehmen, daß der Kläger fofort bei einer dieser Firmen ander weitig gleichlohnende Arbeit hätte finden können. Thatsächlich hat der Kläger auch bei der Firma Gebr. Krüger im Mai 1904 die ihm gewährte Beschäftigung wieder aufgeben müssen, weil er den berlangten Arbeitsschein nicht beizubringen vermochte. Daß der Kläger einen Schaden überhaupt erlitten hat, steht hiernach fest, und eines weiteren Nachweises bedarf es für das Urteil über den Grund des Klageaufpruches nicht." Den Kühnemännern dürfte es mit ihren Sperrmaßregeln gegen einzelne Arbeiter nachgerade doch etwas schwül zu Mute werden. Schon zu lange betreiben sie den brutalen Unfug, ,, migliebigen" Arbeitern ihre Arbeitsnachweise willkürlich auf unbegrenzte Zeit zu sperren. So mancher brave Familienvater hat durch jene überaus hartherzige Maßregel schon viele Monate lang arbeitslos umherirren müssen, obwohl er gerne arbeiten wollte. Von Betrieb zu Betrieb fonnte er wandern: stets wurde er abgewiesen, weil er als„ Agitator" Die Kühnemänner werden ihr Prinzip" mun bald wohl oder als„ unbotmäßig" in der schwarzen Liste der Kühnemänner oder übel etwas revidieren müssen, sonst dürfte ihnen ihre berzeichnet stand und infolgedessen feinen Arbeitsschein bekam. Sperrwut auf die Dauer doch etwas zu fostspielig werden. Mochte auch die rigorose Sperre den Betroffenen an den Gegenwärtig schweben noch ein Dutzend ähnlicher Klagen. Rand der Verzweiflung bringen, mochten seine unschuldigen Familienangehörigen am Hungertuche nagen oder in Not und Elend vollends verkommen was fümmerte es die Kühnemänner. Für sie galt nur ihr Prinzip". Salt wie Die unterzeichnete Kommission teilt zu der am 13. b. M. ber Stein opferten sie diesem Prinzip die Existenz ganzer Arbeiter- öffentlichten Befamtmachung des Verbandes der Friseurgehülfen mit,' Berlin una amgegend. Zur Beachtung! Letzte Nachrichten und Depefchen. Aus der Heimat deutscher Klassik. Weimar, 19. Januar.( B. H.) Die Regierung verbot sämtliche für Sonntag und Montag geplanten Demonstrationen, öffentliche Aufzüge und Versammlungen zur Berherrlichung der russischen Revolution. Gegen die heute beabsichtigte Flugblattverbreitung wurde polizeilich eingeschritten. Ein Geniestreich n Hamburg, 19. Januar.( Privatdepesche des Vorwärts".) Dic Altonaer Polizei untersagte dem Inhaber der Anschlagsäulen die Plakatierung der Aufrufe zum Besuch der Demonstrationsverfamme lungen am 21. Januar. Gegen den Tabakszoll Straßburg, 19. Januar.( B. 8.) Eine gegen die Tabaksteuer gerichtete Petition an den Reichstag hat in Elsaß- Lothringen 22 000 Unterschriften gefunden. Entdeckte Bomben. Mostau, 18. Januar.( Meldung der Petersburger Tele= graphenagentur.) In dem Obuchowgäßchen wurden in der Woh nung einer jungen Frau, die sich Fürstin Koslowska nennt, ein eiferner Kasten gefunden, in dem sich brei geladene Bomben befanden. Auch Waffen wurden entdeckt. Wie aus der vorgefundenen Korrespondenz hervorgeht, sollten die Bomben dazu dienen, heute während einer firchlichen Feierlichkeit eine Panit hervorzurufen und einen Anschlag gegen den Generalgouverneur auszuführen. Außer der genannter Koslowska wurden noch zwei Frauen und ein junger Mann verhaftet. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseraienteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Ur.tö. 23. JalMug. 1. Jtilfljt des Lsmiirls" Munt yoMitt Ssmabend. 20. Inmiitr 1906. Rckbstag. 24. Sitzung vom Freitag, den Iv. Januar, nachmittags 1 II Hr. Am Tische des Bundesrats: Prinz Hohenlohe. b. Einem. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Mitteilung des Reichs- kanzlers wegen Berufung einer Kommission zur Prüfung der Rechte und Pflichten und der bisherigen Tätigkeit der Land- und Bergwerksgesellschasten in Südioestafrika. Auf Vorschlag des Abg. Graf Hompesch sZ.) beschließt da? Hans, 14 Miiglieder in die Kommission zu entsenden, die in der üblichen Weise von den Abteilungen gewählt werden sollen. Darauf wird die erste Beratung des Gesetzentwurfs betr. Heber nähme einer Garantie des Reiches für die Eisenbahn von Duala nach den Manen gubabergen fortgesetzt. Abg. Erzbcrger(Z.) polemisiert gegen den Geheimen Legationsrat Hclfferich: Es hätte uns, wie schon Abg. Lattmann entgegen den Ausführungen des Herrn BundeSratSkon, nrissars ausgeführt hat, ein ausführlicher Kosten anschlag gemacht werden müssen, wie es früher bei der Dar es Salam— Mrogorobahn geschehen ist.— Der Abg. Dr. Semler irrt, wenn er meint, daß die Veröffentlichung von Briefen aus den Kolonien dem Dennnziantentnm Tür und Tor öffnet. Macht Dr. Semler diesen Vorwurf der gesaniten Presse? Wir halten diese Veröffentlichungen dur-b Presse und Parlament so lange für nötig. als die Kolonialverwaltung nicht energisch vorgeht. Ich würde mich mit der Rede des Abg. Goller von gestern beschäftigen, wenn er im Namen der Freisinnigen Volkspartei gesprochen hatte. Nun hat aber das offizielle Organ seiner Partei, die„Freie Deutsche Presse", beute morgen geschrieben:„Der Abg. Dr. Goller scheint über die Rechte und Pflichten parlamentarischer Gastfreundschaft wenig orientiert sein. Bisher war eS im Reichstag nicht üblich, daß ein Hospilant die Fraktion, die ihm Aufnahme gewährte, in solcher Weise angriff, wie dies am Donnerstag seitens des Abg. Dr. Goller gegenüber der Freisinnigen Volkspartei geschehen ist, zu der er im Verhältnis eines Hospitanten steht."— Dr. Goller scheint etwas von einem Tropen- koller befallen zu sein, den er auch in dem rauhen Klima Berlins nicht ganz überwunden hat. sG locke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrem: Herr Abg. Erzberger, der Tropen� koller war nicht angemessen.(Heiterkeit.) Ich muß daS rügen. Abgeordnete, dw vom Tropenkoller befallen find, gibt eS nicht. (Heiterkeit.) Stellvertretender Kolonialdirektor Prinz Hohenlohe: Der mehr fach erwähnte Bezirkshauptmann von Edea ,st nicht etwa strafver setzt, sondern nur aus allgemein dienstlichen Gründen in einer anderen Gegend verwandt worden, in der wir eine fruchtbringendere Thätigkeit von�ihm erwarten konnten. Abg. Dr. Semler(natl.) erklärt seine gestrigen Ausführungen über die NichtVeröffentlichung kolonialer Beschwerden dahin, daß er natürlich das Recht der Presse, ihr zugehende Mitteilungen über Mißgriffe von Beamten in unseren Kolonien zu veröffentlichen, nicht habe beschränken wollen, sondern nur gebeten habe, den Reichstag wenigstens im Plenum mit der Mitteilung unverbürgter Gerüchte zu verschonen, die durch die Benutzung der ReichStagstribüne sofort als Wahrheit in alle Welt hinausposaunt würden. Abg. Ledebour(Soz.): Der Abg. Starz hat sich darüber beklagt, daß ich ihn als „Africanus Minor" angezapft hätte.(Heiterkeit.) Auch heute muß ich das leider wieder tun. Die Teilnehmer an der interessanten Spritztour nach Afrika haben sich gestern mir gegenüber als besondere Sachkenner aufgespielt. Ich habe aber meinerseits gar kein Urteil abgegeben und nur darauf hingewiesen, daß auch diese Herren auf Grund der kurzen Fahrt nicht in der Lage seien, ein verständiges Urteil abzugeben. Die Güte des Hafens von Duala müßte denn doch erst technisch gmiz genau untersucht werde». Aber selbst wenn die Wafferverhältmsse sich dann als überaus günstig herausstellen. so wäre der Hafen doch nicht gleich dem von Lissabon, weil ihm daS Hinterland fehlt. Das Hinterland des DualahafenS ist nur eine Urwaldregion, die hinter diesem Urwald gc- legene Gegend gehört wieder zum Hinterland der englischen Kolonie Nigricien. Wegen dieser geographischen Lage ist es eine ganz ungeheure Ueberschätzung DualaS, wenn man diesen Hafen auch nur für die Zukunft mit Liffabon vergleicht. Der Abg. Storz hat gestern dem Abg. Bebel eine von diesem vor 30 Jahren getane Aeußerung über Kolonialpolitik vorgehalten und gemeint, daß sie im Gegensatz zu der heutigen Haltung unserer Partei gegenüber den Kolonialfragen stehe. Dazu hatte er gar keine Veranlassung. Wenn Herr Storz den von ihm angeführten Satz im Zusammenhange mit den übrigen damaligen Aeußerringen Bebels angeführt hätte, so hätte sich daraus ergeben, daß Bebel diese Aenßerungen in einer Polemik gegen Männer gemacht hat, die die Ansicht vertraten, daß die Erde zu klein sei, um eine große Mcnscheinncnge zu beherbergen. Wir haben niemals gesagt, daß Kolonien an sich zu verwerfen sind, wir haben niemals verhehlt, daß wir für Kolonien wären, wenn wir die Möglichkeit hätten, die Kulttvierung der Kolonieen nach unserem Wunsche zu beeinflussen und den Bevölkeningsstrom nach unserem Wunsche dahin zu leiten. Wogegen wir uns aber erklären, das ist das Kolonial- fystem, das in allen Kolonialstaaten der Gegenwart besteht und in der gegenwärttgen kapitalistischen Aera nicht anders sein kann; denn die kapitalistische Aera beruht aus Ausbeutung der Arbeiter- massen. und daS Kolonialsystem stellt nur noch eine schlimniere Bnitalisierung des an sich verwerflichen AusbentungssystemS dar. DaS vom Deutschen Reiche und von allen Kolonialstaalen betriebene Kolonialsystem beruht aus der Ausbeutung von fremden Völkern. und weil dieses System zu den ungeheuerlichsten Barbareien führen muß. deshalb sind»vir dagegen. Dieses Kolonialsystem erscheint auch deshalb nicht in einem schöneren Lichte, weil Sie in einen fürchterlichen Farbenrousch versenkt find, da Sie auf dem Wönnanu-Dampfer auf den Kamerun-Ge- lvnsseni umherschwammen. Das ist ja gerade die charakteristische Erscheinung, daß alle die Herren, die diese Vergnügungsfahrt mit- gemacht haben, von den zweifellos sehr angenehmen ästhetischen Ein« drücken in ihrem Urteile bestimmt sind. Mir fällt dabei immer eine G> schichte ein: Bor etwa 30 Jahren entstand in der Umgegend von Oxford eine Agitation, die dahin ging, daß ehemalige Akademiker an'swandern sollten in die Kolonien, um einmal zu zeigen, was sie leisten könnten ini Gegeniatz zu den übrigen Auswanderern. Das Unternehmen wurde ins Werk gesetzt, die Herren wanderten nach der amerilaniichen Union, und zwar»ach dem Staate Tenessee ans und fanden dort in den Alleghanybergen eine wundervolle Landschaft. Ich habe mit Interesse ihre Berichte gelesen: Sie schwelgten in der wundervollen Aussicht. Nach Jahresfrist war die ganze Kolonie kaput l Man hatte vergessen, daß auf dem schön gelegenen Ans- siausberge ein Mangel an gutem Klima, gutem Boden und guten Absapverhältnissen bestand, so daß man keine Landwirtschaft be- treiben konnte.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Dieses Ex- periment ist mir gestern, als die Herren bier ihre Reden hielten. durch den Kopf gegangen.— Ick möchte in diesem Znianimenhaiige dem Abg. Erzberger gegenüber, um allen Mißverstäudniffen vorziibengen, l'einerke», daß ich zugebe, daß einzelne Kolonisten in linseren Schutzgebieten auch heute schon als Kultur- träger, als zivilisatorische Kräfte wirke» können. Und trotzdem wir nickt für Pfaffenherrschaft sind— wir sind ja über diesen Verdacht wohl erhaben—. io ei kenne ich doch an, daß sich unter den wirklichen Kulturträgern die Missionare wohl mit einem höhere» Prozentsatze befinden als die Beanite». Lein Abg. Semler möchte ich bemerken, daß man nicht ohne 1 weiteres eine» �Nann für einen Kulturträger halten kann, wenn er einen schönen Spruch in seinem Bureau angebracht hat. Ich möchte dabei nur an die Direktoren der Trebertrocknungsgesellschaft erinnern; sie hatten ihr ganzes Bureau mit schönen Sprüchen austapeziert und glaubten sich vielleicht gerade deshalb berechtigt, die Bevölkeniiig nach Noten auszuplündern.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Noch einige Worte zu den Ausführungen des Herrn Kollegen Goller. Bei der freisinnigen Volkspartei erleben wir die merkwürdigsten Dinge: Wo sich ihrer zwei zusammenfinden, da ist die Spaltung unter ihnen.(Heiterkeit.) Herr Eickhoff hat sich innerhalb der frei- sinnigen Partei als Oberlehrerftaklion etabliert(Heiterkeit) und tritt voll und ganz und unentwegt für die Flottenverstärkung, die Er- höhung der Ministergehälter usw. ein. Noch weiter geht...(Glocke des Präsidenten). Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, das steht doch nur in sehr losem Zusammenhange mit der Vorlage.(Heiterkeit.) Abg. Ledebour(fortfahrend): Ich komme jetzt zu dem engeren Zusammenhang, nämlich der Rede des Herrn Goller. Er sprach dagegen, daß hier sogenannte Wahlreden gehalten werden. Das zeigt, daß Herr Goller über den Sinn der parlamentarischen Verhandlungen nicht unterrichtet ist. Die Reden im Reichstage werden nicht für die paar Mitglieder des Bundesrats, die häufig nicht einmal da sind, oder für die wenigen anwesenden Abgeordneten gehalten, sondern weil die Abgeordneten die Sprecher des Volkes sind, das das Parlament zum Notbehelf als Mundstück braucht, um seine Wünsche über die Gestaltung der Dinge auszudrücken. Aber Herr Goller ist noch weiter gegangen; er hat die gesamte Linke des Reichstages mitverantwortlich gemacht für das Unheil, das jetzt in den Kolonien passiert. Den Aufstand in Südwestafrika etwa dem mangelnden Jntcreffe der Linken für die Kolonien zuzuschreiben, das hat selbst der entschiedenste, konservativste, kolonialbcgeistertste Abgeordnete hier im Hause noch nicht fertig gebracht. Richtete sich der Angriff nur gegen uns, so hätte er wenig zu bedeuten; auf uns Sozial- deinokraten wird ja alles Mögliche abgeladen; wir legen's zu dem übrigen. Aber Herr Goller richtete seinen Angriff gegen die gesamte Linke, auch gegen die bisherige Haltung seiner eigenen freisinnigen Partei! Nur einmal hellte sich die verdüsterte Stirn des Herrn Goller auf. als er von der Möglichkeit sprach, auszuwandern, statt sich alle die Reden der Linken hier anzuhören, und das, kurz nach- dem einer seiner Parteigenossen, der Abg. Lenzmann, gegen die Kolonien gewettert hatte. Diese Selbstzersetzungsprodukte der Reste einer freisinnigen Partei in der Aera Eickhoff-Goller haben schließlich ja auch für uns einiges Interesse. Von den Herren der Kolonialverwaltung habe ich wieder auf meine speziell gestellte Frage keine Antwort erhalten wie schon früher bei mehreren Gelegenheiten. Ich wiederhole jetzt meine Anfrage: Wie steht es mit.den 50 000 M., die dem Direktor Rens zugesichert worden sind? In den gestrigen weitschichtigen Verhandlungen hätten die Herren von der Kolonialverwaltnng ihrer Verpflichtung, Auskunft zu geben, nachkommen müssen. Direktor Neno, der gestern den Verhandlungen hier beiwohnte, hat mir mitgeteilt, die Summe sei ihm zugesichert worden als Entschädigung fiir das Direktorengehalt von 10 000 M. für 5 Jahre, das ihm nicht ausgezahlt worden sei, und er hat mich ennächtigt, daS hier zu erklären. Aber woher sind denn jetzt diese 50 000 M. enwommen worden? Ich stelle an die Kolonialverwaltung die neue und positive Frage: Sind diese 50 000 M. etwa auch mit in die reinen Bantosten eingegangen und da verzeichnet? Wer in das Gettiebe der Kolonialverwaltung noch nicht so ein- gedrungen ist, wird die. Frage erstaunlich finden. Aber schließlich wäre ja das nicht schlimmer, als es bei den 120 000 M. Provision, die Herr Erzbcrger entdeckt hat, tatsächlich festgestellt ist. Hoffentlich werden mir die Herren von der Kolonialvcrioaltung heule endlich antworten. Ich werde jedenfalls nicht müde werden, zu fragen; denn es ist doch geradezu ungeheuerlich, daß Leute mit Kapital und andere Leute mit glänzendem Namen sich zusammen- tun und in dem Syndikat zum Bau der Kamerunbahn nicht einmal so viel Geld zusammenbringen, um die angestellten Beamten zu bezahlen. Und Herr Rens hat fünf Jahre lang als Direktor nicht das mindeste zu tun bekommen, ist aber mit einem Gehalt von 10000 M. angestellt geblieben. Da wird mir klar, wie recht das Sprichwort hat, daß das Geld auf der Straße liegt. Man muß nur einen gefälligen Reichsbeamten finden, der es einem aufhebt. lGroße Heiterkeit und Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich habe noch nicht gesehen, daß so leicht 10000 M. im Jahre zu ver- dienen sind. Aber eine solche Affäre ist ganz geeignet, den ge- füllten Becher des Mißmuts über die ganze Kolonialwirffchaft überlaufen zu lassen.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Noch einige Worte zu zwei Fragen, die mit dem ungeheuerlichen Urteil gegen die Alwahänptlinge zusammenhängen. Mein Vorwurf gegen den früheren Direktor des Kolonialamts stützte sich darauf, daß er sich damit begnügt hat, über die Beschwerde der Häuptlinge Bericht vom Gouverneur v. Puttkamer einzuziehen, gegen den sich die Beschwerde richtete, statt einen zuverlässigen Beamten aus Deutschland oder ans Togo zur Untersuchung dorthin zu beordern. Das wäre um so notwendiger gewesen, als dies nicht der erste Fall einer Beschwerde gegen den Gouverneur v. Puttkanier war. So ist die Anwendung des einzig wirksamen Mittels, das dieses ungeheure Urteil von vornherein unmöglich gemacht hätte, unterblieben. Dem gegenwärtigen Leiter des Kolonialamtes mache ich nicht etwa daraus einen Vorwurf, daß er Herrn Jesko von Puttkamer zur Rechenschaft hierher berufen hat, daS finde ich vollkommen recht und billig, sondern daß er die Häuptlinge noch immer im Gefängnis läßt, oblvohl das Urteil gegen sie noch gar nicht rechtskräftig ist, und obwohl es von einem zu diesem Zweck als Richter delegierten Ver- waltungsbeamten. also ohne jedeS geordnete Gerichtsverfahren, gefällt worden ist, und trotzdem auS dem Urteil selbst hervorgeht, daß eS einen schweren Mißbrauch der Amtsgewalt und eine» Rechts- bruch darstellt; denn anders läßt sich das Urteil gar nicht erklären. Man mag eS drehen und wenden, wie man will, es bleibt ein Rechtsbruch schnödester Art.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Ich will auf den Fall selbst nicht eingehen, aber die Strafen wären selbst dann doch rechtswidrig hoch, wenn die Negerhäuptlinge sich der vollen Tragweite ihrer Handlung bewußt gewesen wären. Jeden- falls hat das Urteil eine symptomatische Bedeutung für den Wider- sinn des Beleidigungsprozesses und des Beleidigungsprozeßvcrfahrens überhaupt. ES hat schneidend dargelegt, daß das BelcidigungS- verfahren mit unserer Kultur und unserer ganzen Entwickelung un- vereinbar ist.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Die einfache Beleidigung ist ein Widersinn, weil sie von einer falschen Auffassung deS Ehrbegriffs ausgeht. Sie ist nur eingeführt und wird nur aufrechterhalten, um die herrschenden Klassen, insbesondere die Bureaukratie, gegen die Kritik der Oeffentlichkeit in der Preffe und den Versammlungen zu schützen. Unter unseren nicksländigen Einrichtungen leiden auch die Kolonien. Der Assessorismus, der schon in Deutschland die wunder- lichsten Kapriolen macht, entwickelt sich drüben in vollkommenster Freiheit. Auch daS Urteil gegen die Akwahäuptlinge ist ein sprechender Beweis dafür. Wir protestieren dagegen, daß man sie noch länger in Hast hält und verlangen von der Kolonialverwaltung. wenn sie noch einen Rest von Rechtsgcfühl und Menschlichkeit in sich hat. die Leute sofort frei zu lassen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Geh. LegationSrat Dr. Helfferich: Ich habe mich gestern über daS dem Herr,: Renä gegebene Gehalt nicht geäußert, weil ein- gehende Angaben in der Kommission gegeben werden sollten. Ich will aber jetzt feststellen, daß eS sich dabei um Abmachungen handelt, die zwischen dem Bankenkonsortium und dem ersten Syndikat ge- troffen sind, die ohne unsere Mitwirkung uni Kenntnis zustande ge- konniien sind. Wir hatten lediglich die Pfl: ht, die Kostenanschläge zu prüfen. Und diese Prüfung ergab ihre Richtigkeit. Die Gewinn- bcteiligung deS früheren Syndikats mit ISO 000 M. und des Direktors, der jahrelang an dem Unternehmen gearbeitet hat, mit 50 000 M. ging uns durchaus nichts an! Ich erkläre ausdrücklich. daß beide Summen nicht mit in dem Kostenanschlag enthalten sind. Sie werden sich davon überzeugen, wenn wir Ihnen in der Kam- Mission diese Kostenanschläge vorlegen werden.(Beifall,) Abg. Dr. Arendt(Rp.): Wenn die Engländer� nach dem Prinzip unserer Sozialdemokratie kolonisiert hätten, so wären sie auch heute noch nicht so weit. Eine Vergnügungsfahrt darf unsere Studien- fahrt objektiverweise nicht genannt werden. Sie war mit großen Anstrengungen verknüpft. Der Woermonnlinie aber gebührt der Dank der Nation, weil sie die deutsche Flagge an der ganzen Westküste Afrikas in Ehren gebracht hat. Abg. Lattmann(Wirtsch. Ver.): WaS die Trace anlangt, so be- merke ich. daß wir gegenüber den technischen Vorschlägen der Re- gierung in bezug auf die Kolonien nicht unbedingtes Vertrauen haben dürfen. Ich erinnere an die Reede von Swakopmund! (Sehr richtig I bei der Wirtschaftlichen Vereinigung.) Abg. Nacken(Z.): Die Provisionssache verwerfen alle meine Freunde; so leicht verdienen sonst deutsche Kaufleute nicht„Prodi- sionen".— Im übrigen begrüße ich es, daß Herr Erzberger, der zuerst den Mut hatte, dieser Provisionsangelegenheit ins Gesicht zu leuchten, so glänzend gerechtfertigt worden ist.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Dr. Goller(frs. Vp.): Es ist noch kein Gelehrter vom Himmel gefallen und auch noch kein Volksvertreter.(Große Heiter- keit links.) Ich danke Herrn Ledebour für sein Privatissimum und werde gern von ihm lernen.(Heiterkeit.) Nur seilte Physiognomie- Verrenkungen werde ich ihm niemals nachmachen können.— Die Auseinandersetzung mit meinen Freunden mutz Herr Erzberger schon mir überlassen. Im übrigen bin ich mir nicht bewußt, trgend etwas gegen meine Parteigenosien gesagt zu haben. Ich habe mit einem gemütlichen Scherz begonnen, der nichts weiter fein wollte. lieber den Begriff„Gemütlichkeit" kann man sehr verschiedener Meinung sein.(Große Heiterkeit.) In Berlin kommt diese gute deutsche Eigenschaft immer mehr und mehr abhanden. Ich weiß überhaupt nicht, wie Herr Erzberger dazu kommt, fich immer mehr als Zensor des gesamten Hauses aufzuspielen. Ich kann ihm in seiner schwäbischen Weitschweifigkeit nicht folgen. Jedenfalls steht der Tenor seiner Reden im umgekehrten Verhältnis zur Zahl seiner Jahre und der Summe seiner wirtschaftlichen Erfahrung.(Große Heiterkeit und Sehr gut! links.)— Meine Aeußerung über die Missionen mag nicht in sehr glücklicher Form gefallen sein; ich habe vom Psaffenwn, nur im politischen Sinne gesprochen, die Bedeutung der Missionen für die Kültureutwickelung in den Kolonien erkenne ich durchaus an. Abg. Storz(Slldd. Vp.): Der Abgeordnete Ledebour hat gegen die'Kolonialschivärmer gesprochen. Aber sein Fraktionsgenosse Bebel hat namentlich in der neuesten Auflage seine« Buches„Die Frau und der Sozialismus" sich selbst als Kolonialschwärmer aus- gesprochen.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Er schwärmt davon, die deutschen Arbeiter könnten ein Stück Land in Nordafrika besiedeln, um dort den Sozialismus einzuführen. Wenn das keine Kolonialschwärmerei ist, weiß ich nicht, was das sonst bedeutet. Der Abgeordnete Ledebour sollte also einmal etwas mehr in die Fußstapfen seines— Vorgesetzten darf ich nicht sagen(Große Heiter- keit)— Kollegen treten. Ich für meine Person bin durchaus nicht in allen Punkten mit der Kolonialpolirik. wie sie die Herren von der Rechten betreiben, einverstanden. Beispielsweise wäre ich für ein Verbot des Branntweintransports auf der neuen Bahn. WaS unseren Spiritusbrennern doch loohl wenig sympathisch sein dürfte. Abg. Eickhoff(fts. Vp.): Der Abg. Ledebour hat mich als be- sondere„Oberlehrerfraktion" innerhalb der freisinnigen Volkspartei bezeichnet. Dagegen protestiere ich, da ich meinem Stande gegen über völlig unabhängig bin und mir ebenfalls nieiner Fraktim gegenüber in allen Fragen, die nicht grundsätzlich im Programi festgelegt sind, meine» individnellen Standpunkt unabhängig wahr. Auf Grund der wissenschaftlichen Forschungen erscheint es höchs wahrscheinlich, daß eine Kolonie wie Togo und Kamerun, mit dcnei wir einen Warenaustausch in Höhe von 12 Millionen Mark haben, während der mit Marokko nur ö Millionen Mark beträgt, nach Jahrzehnten wirtschaftlichen Nutzen bringt.(Beifall rechts.) Damit schließt die Debatte. Es folgen persönliche Be- merkungen: Abg. Ledebour(Soz.): Die Unabhängigkeit des Herrn Eickhoff habe ich mit n, einer Aeußerung über die„Oberlehrerfraktion" nicht in Frage stellen wollen. Ich habe den Ausdruck gebraucht im Hinblick auf die allgemein bekannte Tatsache, daß gerade diejenigen Bestrebungen, für die Herr Eickhoff im Gegensatz zur Majorität seiner Parteigenossen eingetteten ist, mit besonderer Wärme in Ober- lehrerkreisen kultiviert werden. Im übrigen hat Herr Eickhoff nicht ün geringsten meinen Zorn, sondern nur nieine Heiterkeit erregt. Abg. Lenzmaim(frs. Vp.): Herr Dr. Goller sagte: er hätte für sich und ich für mich gesprochen. Das ist nicht ganz richtig. Ich habe als Fraktionsredner»aniens der Fraktion die Meinung der Fraktion vertreten. Ich habe also nicht fiir mich gesprochen, sondern hoffentlich auch für die Majorität der Fraktion.(Lebhafte Zurufe: Also nur„hoffentlich"? Große Heiterkeit.) Abg. Eickhoff(fts. Vp.): Bon einer Schwärmerei in Oberlehrer- kreisen für die Kolonialpolitik ivar mir bisher nicht? bekannt. Im übrigen habe ich von der Heiterkeit, die ich bei Herrn Ledebour erregt haben soll, nichts gemerkt.(Heiterkeit.) Die Vorlage geht hierauf an die Budgetkommission. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die Pensionierung der Offiziere in Verbindung mit dem Gesetz betreffend die Versorgung der Personen der Unterklassen im Heere und in der Marine. Preußischer Kriegsminister v. Einem: Die Verbündeten Regierungen haben Ihnen den Entwurf zur Versorgung der Offiziere des Heeres, der Marine und der Schutz- truppen in derselben Form wie im Borjahre vorgelegt, versehen nur mit den Verbesserungen, die die Budgetkommission im vergangenen Jahre hinzugefügt hat. Die Bedeutung der Vorlage und ihren Wert für die bewaffnete Macht brauche ich Ihnen heute nicht mehr zu be- gründen. Darüber herrscht wohl in diesem Hause Einigkeit. Ich kann da? hohe Hans nur herzlich bitten, die Vorlage mit Wohl- wollen zu prüfen und sobald wie möguch Gesetz werden zu laffeu. (Bravo I rechts.) Abg. Graf Hampesch(Z.): Ich habe namens meiner Fraktion folgende Erklärung abzu- geben: Das Zentrum hält es nicht für angezeigt, sich bei der ersten Lesung an der Debatte über den materiellen Inhalt dieser Vorlage zu beteiligen. Die Gründe für dieses ungewöhnliche Verhalten an- zugeben, überlassen wir dem Reichstag und der Reichsregierimg. Ich beschränke mich also darauf, den Antrag zu stellen, die Borlage wie im Vorjahre der Budgetkoinmission zu überweiscn.(Große Be- wegung.) Abg. Graf Oriola(natl.): Auch wir empfinden eine tiefe Miß- stimniung über den plötzlichen Schluß des Reichstages im Sommer, der gerade die Verabschiedung dieser Vorlage gehindert hat. Und dabei hatte sie der Kriegsminister wichtiger bezeichnet, als die Heeres- und Flottenvermehrung I Die Vorteile der Borlage, die prinzipiellen Fortschritte erkenne ich gern an; aber ich muß— wie im Vorjahre—«ine gerechtere Berücksichtigung der jetzt schon Pensionierten und möglichst bald eine Reform der Reliktenversorgimg fordern. Ich hoffe, daß bei der Verabschiedung dieses Gesetzes das Zentrum trotz seiner dunklen Erklärung uns keine Schwierigkeiten machen wird und daß wir ein wahrhaft wohlwollendes Offizier- pensionsgefetz zustande bringen zur Ehre und zum Segen des deutschen Vaterlandes.(Lebhafter Beifall bei den Nattonalliberalen.) Staatssekretär des Reichsschaamtes Frhr. v. Stenget. Freihäfen in die Statistik einbegriffen werden sollen und der Bundes- Büsing eine Hineinziehung des§ 6 des Flottengesetzes in ble Auch die verbündeten Regierungen hoffen auf ein baldiges Burat die Ermächtigung erhalten soll, von den eingeführten Waren Diskussion für unzulässig hielt, entspann sich eine längere Geschäftsftandekommen der Pensionsgefeze. Gegen die Ausdehnung der rüd- eine Wertangabe zu verlangen. ordnungsdebatte, an der sich außer Dr. Müller Sagan und svirkenden Kraft der Vorlagen auf alle alten Pensionäre habe ich Abg. Beumer( natl): Das Einbeziehen der Freihäfen in die Lenzmann auch Genosse Stolle beteiligte, die sämtlich den mich bereits im Dezember 1904 ausgesprochen. Das würde zu einer Statistik wird diese zu einem treueren Bilde des deutschen Handels Standpunkt vertraten, daß unmöglich dem Anfinnen des Vorsitzenden so erheblichen Vermehrung der Ausgaben führen, daß eine solche machen. Meine politischen Freunde halten das aus Wertangabe und Rechnung getragen werden könne. Der§ 6 hänge so eng mit oer Ausdehnung das Schicksal der Vorlagen gefährden würde. Für den Wertschäßung gemischte System der Ermittelung des Wertes, wie es Vorlage zusammen, daß es nicht zu vermeiden sei, sich darauf zu Kriegsteilnehmer ist die rückwirkende Kraft vorgesehen, aber darüber die Vorlage will, für sehr zweckmäßig und sind dafür, die Novelle beziehen. Ein von Dr. Müller gestellter Antrag, darüber abzustimmen, ob die Mehrheit der Kommission die Vorlage mit dem können wir nicht hinausgehen. Ich bitte Sie, in dieser Beziehung gleich hier im Plenum zu verabschieden.( Beifall.) den Bundesrat in seiner Sparsamkeit zu unterstützen. In absehbarer Abg. Graf Kanik ist ebenfalls für die Vorlage und für ihre Er-§ 6 vereinbar halte, wurde bis zum Schlusse der Diskussion zurückgestellt. Zur Sache selbst wandte sich Genosse Stolle Zeit werden wir auch zu einer Verbesserung der Pensionen der ledigung im Plenum.( Beifall.) Zivilbeamten kommen, und Sie würden, wenn Sie jetzt die rückdie unbedingt die Abg. Kämpf( frf. Bp.) hält die Vorlage für eine wesentliche mit großer Entschiedenheit ge gen wirkende Kraft allgemein einführen, dann auch dort die Konsequenz Brinzip der Grundsaz der Wertabschäßung beibehalten und daß nur daß unsere Fraftion die Vorlage, wie sie fich auch immer nach den der im und daraus ziehen müssen. Abg. Lesche( S03.): in Ausnahmefällen die Wertangabe eingefordert wird. Wir möchten aber, daß der Kreis der Warenfategorien, für die die Wertangabe eingefordert werden soll, noch weiter eingeschränkt werde, als es die Novelle will. Geheimrat Wermuth bittet, den Gesezentwurf in der Form zu belassen, wie er vorliegt. Damit ist die erste Beratung erledigt. und Der Gefeßentwurf betr. Erwerbsbesteuerung der Einfuhrscheine Bollabfuhr wird debattelos in erster Lesung angenommen. Das Haus vertagt sich. b. Beschlüssen der Mehrheit gestalten möge, bestimmt ablehnen werde. Seine durchaus sachlichen, mit beweisfräftigem Zahlenmaterial geIm Widerspruch zu der Erklärung des Kriegsministers, daß er stigten Ausführungen gaben den Freifimigen Veranlassung zu dem das Militärpensionsgesetz dringend wünsche, steht der im vorigen Hinweis, daß mit Annahme der Vorlage das AgitationsMai erfolgte Schluß des Reichstags. Zunächst hat die Regierung material der Sozialdemokratie vermehrt und dadurch ganz außerordentlich lange gezögert, bis sie einer Resolution des tverde, 1nzufriedenheit in Streifen erregt die heute noch Reichstages folgte. Nachdem wir dann endlich die VorGegner dieser Partei seien. Die Regierungsvertreter Staatslage erhalten hatten, erlebten wir es, daß sie zusammen Direttor Kühn der Stengel, fein und ietretär mit dem Börsengesetz durch den Schluß des Reichstags begraben preußische Finanzminister v. Rheinbaben bemühten sich im wurde. Wir müssen uns deshalb erneut mit dem Gesetz beschäftigen. Schweiße ihres Angesichts, ihr Werk zu verteidigen und die Annahme Namens meiner Fraktion kann ich erklären, daß wir nicht die Hand Präfitent Graf Ballestrem: Ehe ich Vorschläge für die nächste der Vorlage mit möglichst wenig Aenderungen als eine zwingende dazu bieten werden, diesen Gefeßentwurf einer besonderen Kommission zu überweisen. Wir halten es für notwendig, daß eine Be Sizung mache, möchte ich erwähnen: Obwohl ich bis jetzt von Notwendigkeit ans Herz zu legen. Bezüglich der Anregungen des feiten der Reichsregierung feine offizielle Mitteilung erhalten habe Korreferenten Speck erflärte der Schatzsefretär, daß er dazu schwerlich lastung des Etats in Höhe von 18 Millionen durch die Budget über das höchst bedauerliche Ableben des Staatssekretärs Freiherrn die Genehmigung durch den Bundesrat erhalten werde. Der Finanz kommission geprüft wird. Wenn dadurch die Vorlage wieder nicht v. Richthofen, auch nicht über die Zeit der Leichenfeierlichkeit, die minister anerkannte die Nichtigkeit der Behauptung des Abg. Sped, erledigt wird, so trägt die Schuld die Regierung, nicht der Reichstag gehalten werden soll( hört! hört!), so ist mir doch beides daß die durch die neuen Handelsverträge herbeigeführte PreisIch habe in Ergänzung der Ausführungen, die früher mein Partei- aus den Zeitungen bekannt. Ich weiß, daß morgen nach- steigerung wenn nicht ganz, so doch größtenteils vom Auslande genosse Dr. Gradnauer gemacht hat, nur weniges zu sagen. Wir haben schon früher erklärt, daß wir dagegen sind, daß in dem§ 4 der Vorlage mittag drei Ihr die Leichenfeierlichkeit für dieſen ebenso aus- getragen werde, für die inländischen Betriebe keine oder doch nur eine ganz geringe Mehrbelastung bringe. das diskretionäre Ermessen zur Pensionierung sanktioniert wird, indem gezeichneten wie liebenswürdigen Staatsmann stattfindet, an der wie ich ficher viele von den Herren teilzunehmen wünschen.( Sehr zweierlei Gründe für die Verabschiedung festgelegt werden. Zur wahr! Deshalb wollte ich dem Hause vorschlagen, die nächste Begründung meines Standpunktes verweise ich insbesondere auf Sißung abzuhalten: Montag 1 Uhr mit der Tagesordnung: Kleine den Fall des Generals Kretschmann. Der Kriegsminister hat versucht, die Angelegenheit in günstigeres Licht zu stellen, er fonnte Borlagen, Gesetz über den Versicherungsvertrag. Zweite Lesung des doch aber im wesentlichen nur sagen, daß er nach wie vor das Recht Gesezes betreffend die Statistik des Warenverkehrs, der Krone wahren müsse. An dem Fall an sich, der doch außerordentlich kraß ist, fonnten seine Erklärungen wenig ändern. Wir haben stets, unbeschadet unserer grundsäglichen Stellung zum Militarismus, den Standpunkt vertreten, daß das Reich die Pflicht hat, für angemessene Pensionen zu sorgen. Wir verlangen aber Schluß 5 Uhr. Parlamentarifches. Die Fortsetzung der Beratung wurde auf Dienstag vertagt. Aus der Partei. Das internationale sozialistische Bureau wird im Laufe des Monats März zu einer Sizung zusammentreten. Auf der Tagesordnung stehen die folgenden vier Punkte: Der Antrag Vaillant betreffend die Haltung des internationalen ProleBriefkaften der Redaktion. Eim Die Budgetkommission des Reichstags führte gestern die Betariats im Falle eines Krieges; der Antrag des Genossen Van Kol, auch hier ausgleichende Gerechtigkeit. Da fällt es aber in ratung der Vorlage über den Servistarif und die Selasien die Regelung des auf den internationalen Kongressen anzuwendenden Einstimmig angenommen die Augen, daß die Unterklassen im Verhältnis zu den rinteilung der Orte zu Ende. Offizieren außerordentlich schlecht behandelt werden: 8955 000 Mark wurde ein Zentrumsantrag, der den§ 1 der Vorlage wesentlich ver- Abstimmungsmodus und die Vertretung der sozialistischen Parteien entfallen auf die Offiziere, 8715 000 Mart auf die Unter- ändert. Nach der Vorlage sollen die derzeitig bestehenden sechs im internationalen Bureau; vom Genossen Troelstra wird beKlassen. Die Unterklassen erhalten also nur nahezu dasselbe Servistlaffen auf drei vermindert werden, mit der Maßgabe, daß antragt, zu verhandeln über die Situation in Rußland und die twie die Offiziere, obwohl die Zahl der Unterbeamten beim Militär die niedrigste Klasse V, die das flache Land und die Städte bie Rückwirkung der revolutionären Bewegung auf die anderen Länder; biel größer ist. Schon nach dem vorliegenden Etat erhalten die 5000 Einwohner umfaßt, verschwindet, die Klaffen II, III und IV als vierter Punkt figuriert ein Bericht des schwedischen Delegierten 129 000 Pensionäre der Unterklassen nur 24 Millionen, die 12 128 zusammengelegt werden auf den gemeinsamen Satz der Klasse II, über die letzte Krise. Pensionäre der Offizierklasse aber 34 Millionen Mart. Darin fönnen neben der danach in Zukunft noch die Klassen I und A bestehen Der Zentrumsantrag fordert jedoch nur eine Klasse Der erste Sozialdemokrat wir feine ausgleichende Gerechtigkeit erblicken. Es ist jedenfalls not follen. aufzuheben, so ist in den Landtag von Schaumburg- Lippe eingezogen. wendig, bei der Beratung über die Geseze die Frage nach ihrer und zwar die Klasse I, alle anderen eventuell rückwirkenden Straft genau zu überlegen, und wir erkennen daß im ganzen Reiche die gleichen Servissäße gezahlt werden. Privatdepesche meldet uns aus Stadthagen: an, daß die Vorlage diesen Gedanken zum Ausdruck bringt. Die Regierungsvorlage würde eine Mehrausgabe von rund 232 000 Genosse Lorenz wurde als erster Sozialdemokrat mit 356 Ich muß noch auf einen anderen Fall hinweisen, aus dem flar Mark im Etat des Landheeres erfordert haben; durch den Zentrums- gegen 318 auf Landrat v. Obeimb gefallene Stiminen in den Landtag hervorgeht, wie die zu frühzeitige Verabschiedung der Offiziere antrag wird diese Ausgabe erhöht, im allgemeinen aber große gewählt. Genosse Dehne ist mit 315 Stimmen unterlegen gegen 332, den Pensionsfonds unnüß belastet. Es ist das der be- Härten beseitigt. Weiter wurde ein sozialdemokratischer die auf den Freisinnigen Strömer fielen. tannte Fall des Obersten Gaedke. Als dieser kurz Antrag angenommen des Inhalts, daß die nächste Revision des vor dem Brigadekommandeur stand, erhielt er die Nachricht, Servistarifs und der Klasseneinteilung nicht erst zum 1. April 1913 daß der Kaiser ihm keine Brigade geben werde, und gleichzeitig den vorgenommen wird, wie es die Vorlage verlangt, sondern schon zum Befehl sich darüber zu äußern, was er nun zu tun gedente. Als er 1. April 1908. Ein Antrag der Konservativen, den Revisionstermin noch etwas zögerte, erhielt er sogar den direkten Befehl, seinen Ab- auf 1. April 1910 zu verlegen, wurde abgelehnt. Hierauf trat die Kommission in die Beratung des Abänderungsschied einzureichen, da er nicht mehr diensttauglich sei. Er erklärt selbst, daß er daran mit großer Heiterfeit denken müßte, da er als gefeßes über die Naturalleistung für die bewa Striegsberichterstatter im tiefsten Winter den Mandschurei- Feldzug mit- Macht im Frieden ein. Bisher werden bei Einquartierungen gemacht hat, der wahrlich ganz besondere Anforderungen an die förper- an die Quartiergeber für Unteroffiziere und Mannschaften vergütet: iche Tauglichkeit und geistige Frische stellte. Dreiviertel aller Offiziere verden nach feiner Angabe auf solche Weise gezwungen, frühzeitig jren Abschied zu nehmen.( hört! hört! links.) Nur ein Viertel ehe freiwillig ab. Ich kann nur immer wieder erklären, daß wir in derartiges Snstem unter keinen Umständen billigen können, es also noch weniger unterstützen werden. Wir werden nur dann für die beiden Gefeße stimmen, wenn Aenderungen in der von mir angeregten Weise aufgenommen werden. Wenn die Höchstpensionen, die in Aussicht genommen sind, etwas herabgesetzt werden, und wenn dafür den niedrigen Pensionsklassen zugelegt wird. Sollte die Regierung diese Forderungen ablehnen, und sollten die Geseze des halb zum Scheitern kommen, so würde sie selbst die volle Veraut wortung treffen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) a) für bolle Tageskost " b) Mittagsfost. c) Abendkost " " d) Morgenfost. Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.): Wir müssen so rasch wie möglich eine Kommission einsetzen, die in der Lage ist, die Vor- Brausteuerborlage. lage schnell zu verabschieden. Von 0,65 M. 0,80 M. 0,40 0,35 " 0,25 0,15 0,20 0,10 " affnete E. R. Hermann Sachse, Bochum, Bimelhauserstr. 42. Juristischer Teil. in Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½, 1hr abends statt. Geöffnet: 7 br. B. 2. 72. 3ft nichts vereinbart, so beträgt die Kündigungsfrist eines D. S. 10. Lohnpfändung Dienstmädchens 6 Wochen zum Quartalsschluß. mit Brot ohne Brot ift, falls es sich um Rohn bis 1500 m. jährlich handelt, unzulässig. A. S. 100., p. B. 80., A. S. 17., A., B. 90. Nein. Heinz R. 2. 62. 1. Nein. 2. Ein Recht auf Naturalisation steht einem Nichtdeutschen nicht zu. 3. Ja. J. W., H. S. 10., W. 5. 60., B. 29. Ja. R. Otto, Rigdorf. Für die Zeit nach dem 31. 12. 1905 haben Sie Diese Entschädigungssäge sollen nun erhöht werden bei a aut eine Stirchensteuer mehr zu zahlen, da Sie im Jahre 1904 aus der Landesfirche ausgetreten sind. F. S. 06. Nein. Sie haben nur das Recht, B. R. 17. 1. Das 1 beziv. 0,85 m., bei b auf 0,52 beziv. 0,47 m., bei o auf 0,29 auf Bahlung gegen Rüdgabe des Pfandes zu flagen. Eigentum Ihrer Frau haftet für Ihre Schulden nicht. Sie müssen, falls bezw. 0,24 M. und bei d auf 0.19 bezw. 0,14 M. Auch in der neuen Vorlage wird bestimmt, daß im Streitfalle gepfändet wird, intervenieren. Jegliches Beweismittel ist zulässig. 2. u. 3. Was unentbehrlich ist, ist die Militärbehörde verlangen kann, daß zur vollen Tagesfost mit Die unentbehrlichen Sachen sind unpfändbar. Brot für die Entschädigung von 1 M. dem Soldaten geliefert werden von Fall zu Fall, auf Beschwerde vom Amtsgericht zu entscheiden. Nirwana. Austrittsformulare erhalten Sie bei den erft am muß: 750 Gramm Brot, 250 Gramm Fleisch, 60 Gramm RinderSonntag der Annonce bekannt gegebenen Stellen. Die nierenfett oder 40 Gramm Schmalz oder 200 Gramm Speck, 125 Gr. Kosten betragen 3 Mart und einen Gang auf das Gericht. Reis oder Graupe oder 250 Gramm Hülsenfrüchte oder 1500 Gr. E. N. Nein. R. O. 5. 121. Mit dem vollendeten 21. Lebens Abg. v. Massow( f.): Für mich ist es ein beschämender Gedanke, Startoffeln; 25 Gramm Salz und 15 Gramm gebrannten Kaffee. jahre. 75 F. R. Seit mindestens dem Oktober 1901 find Sie boll Der Beleidigte. Das ist nicht zulässig. M. S. daß unsere Afrikakrieger, wenn sie jetzt zurückkehren, auch noch auf Bom Zentrum wurde beantragt, die Entschädigungssäge über die wahlberechtigt. die Drehorgelfonzeffion" angewiesen sein werden. Gine gute Regierungsvorlage hinaus zu erhöhen und zwar bei a auf 1,20 M. Eine Warenforderung und Lohnforderung verjährt in der Regel in zwei C. S. Pensionsversorgung ist unerläßlich zur Erhaltung der Disziplin, und die ist das beste Gewähr( Heiterkeit) für den Frieden nach außen bezw. 1,05 m., bei b 0,60 bezw. 0,55 m., bei e auf 0,50 bezw. Jahren, nach Ablauf des Jabres, in dem fie fällig wurde. dem durch den Standesamtsalt vollzogenen Trauatt tann eine firchliche und innen.- Das letztere möchte ich den bürgerlichen Parteien be- 0,45 M. und bei d auf 0,25 bezw. 0,20 m. Für Unteroffiziere und 1. 14 Tage. 2. Wenden Sie sich an den Standesbeamten. 3. Erst nach Feldwebel soll ein Zuschlag von 10 Proz. hinzutreten. Ein kon- Beremonie erfolgen. 4. Wenden Sie sich an den Küster Ihrer Kirche. sonders an's Herz legen. Unsere Armee ist intakt und begeistert trotz Bilfe und Beyerlein. Und im Ernstfalle da hilft kein Mund- fervativer Antrag verlangt für die Unteroffiziere eine Erhöhung um D. B. Aus allgemeinen Gründen müssen wir es ablehnen, anzugeben, 0,30 bezw. 0,25 M. Generalmajor Gallwig bekämpfte die wie bestimmte Proben vorzunehmen sind. Ihr Arzt, auch jeder Apotheker G. G. 100. Ja. 23. 2. 1. Ja. spißen, da muß, gepfiffen sein. Und, meine Herren, da wird die H. K. 1. Nein. 2. Ihnen gehört das Beigetriebene. Armee pfeifen( Große Heiterkeit), pfeifen auf all die großen Reden Zentrumsanträge, die eine Mehrbelastung gegen heute um übernimmt solche Untersuchungen vor. 3. Millionen Mark bedeuten, während die Regierungsvorlage nur 2. Nein. 1. Nein. 2. Die Mutter selbst hat Bormundschaftsrechte. der Voltsbeglücker, pfeifen auf all die, die sie mit Schmutz bewerfen. eine Wiehrbelastung von 1 Million Mark zur Folge haben werde... M. P. 23. ( Große Heiterfeit links.) Er halte die von der Regierung vorgeschlagenen Säge auch für G. Stollberg. 1. Leider ja. 2. Durch 1 erledigt. 3. Ja. 1. Sichtwechsel. 2. und 3. Nein. C. W. Nein, tann auf ein halbes Abg. Dr. Mugdan( frf. Vp.) bekämpft die Anregung der Abgg. genügend; die Quartiergeber müßten eben die Opfer tragen. Jahr herkommen. Köpenick 100. Lassen Sie es auf eine Klage und Graf Oriola und v. Massow, für die Vorlage eine besondere Dienstag nächster Woche Fortsetzung der Beratung. dann eventuell auf Eid des Klägers ankommen. Sommer. 1. Wenden Kommission einzusetzen. Die Finanzreformkommission begann gestern die Beratung der Sie sich an die Stiftungsdeputation. 2. Der Schaffner soll sich schleunigst an 2. 3. 1000. Sie find im Recht. einer Generaldiskussion der an die Berufsgenossenschaft wenden. A. S. 1. Das Berhalten war, soweit ersichtlich, forreft. 2. Amts. ganzen Vorlage wurde Abstand genommen und die Diskussion zu gericht I oder Landgerichtspräsident. O. B. 87. Ihrer Mutter steht Südost 15. Sie sind nächst auf den§ 3a beschränkt, der die Grundlage des ganzen Ent- ein Anrecht nicht zu, weil für sie nicht geklebt ist. G. P. 100. Ihr Mann, nicht Sie, haftet. wurfs bildet, nämlich die Staffelung, nach der die Steuer erhoben an den Bertrag gebunden. Ch. R.. 42. Nein. werden soll. Während die Abgabe für den Doppelzentner Braustoff Lassen Sie es es auf eine Anzeige antommen. E. W. 1. Nein. 2. Die Sache eignet sich nicht zur Veröffentlichung. in der norddeutschen Brausteuergemeinschaft nach dem alten Gesetz R. S. 83. 1. Nach herrschender Braris: falls der Chambregarnist nicht Abg. Mommsen( fri. Vg.): Eine Neuregelung der Zivilpenfionen durchweg 4 Mark beträgt, soll diese Abgabe in gutunft 7 Mart für Unentbehrlichkeit anerkennt. 3. und 4. Ja. A. K. Die Beträge werdeu wird dieser Vorlage folgen müssen. Gegen die rückwirkende Kraft die ersten 250 Doppelzentner, für die folgenden 250 8 Mart, die widerspricht, ja. 2. Ja, wenn nicht das Amtsgericht auf Beschwerde die haben wir sehr erhebliche Bedenken; wir würden höchstens bereit folgenden 500 10 m. und so steigend bis zu 1250 Mart für mehr als in ein Mietsstempelverzeichnis eingetragen. Es ist für die Vertragszeit In dieser Art der Staffelung jedes von beiden, also auch für Ihren, zu stempeln. Springler. fein, der rückwirkenden Kraft bis 1. April 1905 augustimunen, 2000 Doppelzentner betragen. dem Muster der badischen Braufteuer erblickt der Büchtigungsrecht auch gegenüber dem Gesinde ist durch Artikel 95 zum Ein wenn das Gesetz noch in diesem Jahre verabschiedet wird. nach Rettich P. W., Oranienstraße. eine Ungerechtigkeit, durch die eine führungsgeseh zum B. G.-B. aufgehoben. Herr v. Massow hat ein Wort gesprochen, gegen das ich doch Ver- Referent P. J. E. Löffelscheid. Wenden Sie sich an die Ans Be 1. Oktober 1874. große Belastung Er wollte offenbar an die Lorbeeren, die zu wahrung einlegen muß. 3. W. 38. 1. Bis neun Uhr abends. H. Nr. 14. fich Herr v. Erffa im Abgeordnetenhause geholt bat, antnüpfen, triebe gegenüber den großen Riefenbetrieben herbeigeführt werden fedelungskommiffion in Boſen. 4-10 Mark und Mark für jeden Besuch ist angemessen. indem er auch hier die Gerüchte, die über den 21. Januar herum würde. Er bringt am Schlusse seines Referates den Antrag ein, 2. An den Handlungsgehülfenverein, Neue Friedrichstr. 20. R. N., Rigdorf. Erst wenn abermals zweihundert Marken ge schwirren, herangezogen hat. Er hat sogar gesagt: die Offiziere für die kleineren Brauereien den Satz von 4 M. für die ersten die zurzeit verjährten Ansprüche wieder auf. werden auch an diesem Tage ihre Pflicht und Schuldigkeit tun. Wenn 250 Doppelzentner bestehen zu lassen, die folgenden 250 Doppelzentner tlebt find, leben 7. F. 104. Db und inwieweit aus der an sich allerlei Deutungen eine Vorlage ungeeignet ist, um solche scharfmacherischen Töne hier auf 7 M. und die weiteren 500 Doppelzentner auf 9 M. festzusetzen, hineinzubringen, so ist es doch wohl diese. Auf allen Seiten ist im übrigen die Steigerung wie in der Vorlage beizubehalten. Der fähigen Eintragung Ihrem Grundstück Rechte zustehen, ist nun aus den das ernste Bestreben borhanden, die Vorlage zur Ver- Korreferent Sped will eine mehr nach oben wirkende Steigerung Grundbuchatten selbst zu ersehen, in denen sich der Vertrag vorfinden wird, abschiedung zn bringen, und da brauchen Sie doch nicht so durchgeführt wissen und zwar so, daß die kleinen und mittleren auf Grund dessen die Eintragung erfolgt ist. Nach Ihrer Darlegung scheinen Sie aber das Zutrittsrecht durch Verjährung ersessen zu haben. vage Gerüchte, an die doch niemand von uns glaubt, der die Brauereien nicht mehr belastet werden wie sie es gegenwärtig schon Benden Sie sich an das Bureau derjenigen Bersicherungsanstalt, der Sie Sache ruhig betrachtet, herumzutragen.( Sehr richtig! links.) Der sind und die großen nicht vermögen die Mehrbelastung auf die Ab- ausweislich Ihrer Quittungstarte zugehören.-F. S. 37. Das 28. LebensSache, der wir alle nützen wollen, hat Herr v. Massow damit sicher nehmer und Konsumenten abzuwälzen. Gegen diese vorgeschlagene jahr ist abzuwarten. Die Unterhaltspflicht bleibt ohne Rücksicht auf das Staffelung müsse er sich mit Rücksicht auf§ 6 des Flottengesetzes erflären. Militäroerhältnis bestehen. Der Umfang der Unterſtügungspflicht der Kinder teinen guten Dienst getan.( Bravo! links.) Abg. Werner( Ant.) spricht gegen Ueberweisung der Vorlagen an Gegenüber der in den Petitionen von den Interessenten zum Aus richtet sich danach, daß in erster Reihe für den standesmäßigen Unterhalt Sie sind deren die Budgetkommission, weil diese überlastet ist. Es sollten doch ein- druck gelangenden Anschauung, daß die Brauereien schon durch die der eigenen Familie( Frau, Kinder) zu sorgen ist.- Auna P. Der Mann Bertreter, einen Vormund gebrauchen Sie nicht. Das beste wäre wohl, mal die Herren, die gewöhnlich nicht hier sind, für die Zusammen. Erhöhung der Braustoffe bei Inkrafttreten der neuen Handelsverträge hat teineswegs das Recht, Ihre Kinder rauszuwerfen. setzung der Kommissionen herangezogen werden, damit sie auch etwas übermäßig belastet würden, stehe er auf dem Standpunkte, daß Sie leiten die Scheidungslage ein.- A. B. 16a. Ihnen steht ein Andiese Belastung zum größten Teile vom Auslande getragen werde. ipruch auf Wöchnerinnenunterstüßung zu, da Sie ja länger als sechs zu tun bekommen. Sie müssen aber daraus achten, daß Shre Abg. v. Derken( Np.): Eine Verabschiedung der Gefeße vor Die Vorlage bringe, wenn sie so wie sie ist angenommen würde, Monate Mitglied find. D. R. 99. Nein. dem 31. März halte ich nicht für nötig, um die rückwirkende Kraft den süddeutschen Staaten eine ganz bedeutende Mehrbelastung. Mitgliedschaft Ihnen nicht verloren geht. G. W. 31. Jn beiden Fällen wäre leider eine Berfolgung des An auf eine beliebig lange Reihe von Jahren eintreten zu lassen. Troy- Während z. B. Bayern mit 3 Millionen Mark ungedeckter MatrikularR. N. 1. und 2. Wenden Sie sich an den dortigen dem sind auch wir für eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern. beiträge figuriere, belaufe sich der nach der Vorlage zufallende spruchs aussichtslos. 3. Wenn fein Maschinenbetrieb vorliegt, nein. Hiermit schließt die Debatte. Der Antrag Graf Oriola( ul.) wird Brausteuerbetrag auf 7 Millionen Mart. Aehnlich so verhalte es Magistrat: ob für den betreffenden Gewerbszweig eine Zwangsinnung bort 4. Das ist möglich. 2. M. 01. Je länger Sie mit Stellung einer gegen die Stimmen der Rechten und der Nationalliberalen abgelehnt. sich mit Baden und Württemberg. Er behält sich die Ein besteht, wissen wir nicht. Die Vorlage wird nach dem Antrag Graf Hompesch der bringung eines mit seinen Freunden noch näher Frist zögern, desto schwieriger wird die Klagedurchführung. Zuständig ist zu besprechenden Antrages bor, der geeignet sei, alle die das Amtsgericht. Die Kosten für die erste Instanz werden etwa 40 bis Budgetkommission überwiesen. von ihm und in der Debatte im Plenum von den Rednern anderer 120 M. ausmachen. Die juristische Sprechstunde steht jedem Abonnenten Parteien angeregten edenten zu zerstreuen. Da der Vorfiyende offen. Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel: Der Bundesrat hat im April des abgelaufenen Jahres Ausführungsbestimmungen erlaffen, durch welche die Frage der Veteranenbeihülfen einheitlich über das ganze Reich geregelt worden ist. Es folgt die erste Beratung einer Novelle zum Gefeß über die Statistik des Warenverkehrs, nach der die der und fleinen mittleren D. 29. Sonntag, den 21. Januar 1906, mittags 12 Uhr: Protest- Versammlungen in folgenden Lokalen in Berlin: I. Wahlkreis: Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. Englischer Garten, Alexanderstr. 27c. II. Wahlkreis: Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Kliems Salon, Hasenheide 13. Viktoria- Brauerei, Lüßowstr. 111/112. III. Wahlkreis: Buggenhagen, Moritzplatz. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Möhring, Admiralstr. 18c. Franke, Sebastianstr. 39. IV. Wahlkreis: Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Graumann, Naunynstr. 27. Süd- Ost, Waldemarstr. 75. Drachenburg, Am Schlesischen Tor. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23. Boecker, Weberstr. 17. Keller, Koppenstr. 29. IV. Wahlkreis: Litfin, Memelerstr. 67. Elysium, Landsberger Allee 40. V. Wahlkreis: Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. 85 Musiker- Säle, Kaiser Wilhelmstr. 18m. VI. Wahlkreis: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 8/10. Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser 151 Allee 148. 12 Hensel, Invalidenstr. 1. Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstr. 6. Bernhard Rabe, Kolbergerstr. 23. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Saal), Saal), Moabiter Gesellschaftshaus großer Wiclefstr. 24 Moabiter Gesellschaftshaus( a Wiclefstr. 24 Ballschmieders Salon, Badstr. 16. Referenten sind die Genossen: Dr. Arons, Augustin, Antrick, Bebel, Cohen, Dietz- Hamburg, Ebert, Richard Fischer, Gehl, Heimann, Heine, Dr. Herzfeld, Kater, Koblenzer, Ledebour, Litfin, Manasse, Massini, Michels- Marburg, Poetzsch, Ad. Ritter, Robert Schmidt, Schütte, Dr. Silberstein, Singer, Umrath, Wels, Werner, Dr. Weyl, Wiesenthal, Dr. Zadek. Für den Wahlkreis Teltow- Beeskow- Charlottenburg: Adlershof: Meißner, Bismarckstr. 10. Nowawes: Volksgarten, Priesterstraße. Baumschulenweg: Speers Festfäle, Baumschulenstr. 78. Rixdorf: Hoppes Festfäle, Hermannstr. 49. Britz: Bethge, Chausseestr. 39. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenſtr. 3. Schulz, Kaiser Friedrichstraße. Wodrich, Spreestraße. 95 Köpenick: Stadt- Theater, Ringeltaube. Eichwalde: W. Heinrich, Hankels Ablage. Friedenau: Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14. Groß- Lichterfelde: Reifen, Chausseestr. 104. Grünau: Dudhauffour, Köpenickerstraße. Johannisthal: Haffelwerder, Hasselwerderstr. 3. Ketschendorf: Fliederhain. 99 " Thiels Bruses Heikaus " Bergstr. 151. Knesebeckstr. 131. Karlsgarten. 2ib/ 92113 Königs- Wusterhausen: Wedhorn, Altes Schüßenhaus. Lankwitz: Link, Calandrellistr. 27. Mariendorf: Hugo Borgfeldt, Feldstr. 44. Mittenwalde: F. Schmidt. ftraße 6. Schmargendorf: Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünder Schöneberg: Obfts Festfäle, Meiningerstr. 8. 99 Klubhaus, Hauptstr. 5/6. Steglitz: Birkenwäldchen, Schüßenstraße. Tempelhof: Noak, Berlinerstraße. Teltow: Pickenhagen. Trebbin: Gesellschaftshaus, Bahnhofstraße. Treptow: Ludwig, Köpenicker Landstr. 25. Wilmersdorf: Volksgarten, Berlinerstr. 40. Zehlendorf: Micklei, Potsdamerstr. 25. Zossen: dimke, Barutherstr. 51. Referenten sind die Genossen: Davidsohn, Diesner, Exner, Tendel, Frau Jeetze, Friedländer, Giebel, Gebert, Groger, Heidemann, Hildebrandt, 2. Hofmann, Hirsch, Haß, Heller, O. Hoffmann, Jäck, Kube, Metzger, Mohs, Mayer, Obst, Pagels, Strasser, Ströbel, Steinicke, Tost, Ucko, Uthes, Vogt, Wollermann, Wollheim, Zubeil. Bernau: Elysium. Für den Wahlkreis Nieder- Barnim: Biesdorf( 3 Uhr). Birkenwerder: Paradiesgarten( 2 Uhr). Buch: Restaurant Galle, Bahnhofstraße( 2 Uhr). Erkner: Degebrodts Gesellschaftshaus( 3 Uhr). Franz.- Buchholz: Kähne, Berlinerstraße. Friedrichsfelde: Bube, Prinzen- Allee 30. Oranienburg: Schumann, Schützenstr. 34. Pankow: Bum Kurfürsten, Berlinerstr. 102. Reinickendorf( Ost): Grohmann, Provinzstr. 76. ( West): Frankes Familienheim, Eichbornstraße 18( 1 Uhr). " Rummelsburg: Café Bellevue. 95 Gorges, Neue Prinz Albertstraße. Friedrichshagen: Karl Conrad, Friedrichstr. 137( 3 Uhr). Rüdersdorf( Kalkberge): Hermann Grebe( 3 Uhr). Herzfelde: Henze, Hauptstr. 57. Karlshorst: Kupsch( Waldschänke), Treskow- Allee. Lichtenberg: Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5. Prachtsäle des Oftens, Frankf. Allee 151/152. ララ Mahlsdorf: Wernickes Saal. Nieder- Schönhausen: Lindengarten, Lindenstr. 43. Ober- Schöneweide: Schloßpark Wilhelminenhof. Schöneiche und Umgebung: Restaurant Waldschloß. Stralau: Alte Taverne. Waidmannslust: Schweizerhäuschen. Weißensee: dhloß Weißensee. Wilhelmsberg( Hoh.- Schönhausen): Paradiesgarten, Berlinerstr. 68/69. Wilhelmsruh: Bader, Kronprinzenstr. 15. Tegel: Trapp, Bahnhofstraße. Referenten sind die Genossen: Boeske, Büchner, Brückner, Dupont, Fülle, Grunwald, Haak, Helbig, Hinrichsen, Jacobsen, Katzenstein, Kotzke, Kubig, Kupsch, Link, Miethke, Dr. Maurenbrecher, Metzke, Nollstadt, Pinseler, Rühl, Sabath, Sassenbach, Schulzki, Schumann, Sillier, Sonnenburg, Stadthagen, Taubmann, Umbreit. Tages Ordnung: Gegen Volksentrechtung Volksknechtung". und Parteigenossen und Genossinnen, erscheint insgesamt in diesen Versammlungen und agitiert für Massenbesuch. J. A. der Einberufer: Eugen Ernst, Aderstr. 62. Metropol Ball Vergnügte Stunden sind das Ergebnis einer harmonischen Ver. bindung von allem was gefällt- geeigneter Zeitpunkt. rechter Ort, nette Gesellschaft und das beste was des Lebens Annehmlichkeiten bieten. In Ve JOSETTI CIGARETTEN findet jeder Verehrer vergnügter Stunden die Qualitäts- Eigenschaften, welche unverfälschte und vollkommene Befriedigung gewähren. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. it. i6. 23, Zchgmy. 2. Sfilfluc k0„Pormürtö" Dtlüiltk PollisWutl. �WM«d. A» ZlinNt IM. Aus der Heimarbeit-Zlnsstellung. Textilindustrie. Glänzendes Elend. Mit diesen zwei Worten läßt sich kurz und bündig das soziale Empfinden bei der Besichtigung der Heimarbeit- Ausstellung, die gegenwärtig in der alten Kunstakademie stattfindet, bezeichnen. Noch mehr tritt dos„glänzende Elend" in die Er- scheinung, wenn der Fachmann die einzelnen Branchen und Berufs- arten eingehend bezüglich der ausgestellten Erzeugnisse und der dasür gezahlten Arbeitslöhne prüft. Die stummen Zahlen auf den Schildchen, die an den Waren angebracht sind, reden zwar eine recht lebendige Sprache, aber ein zutreffendes Urteil über Kunstfertigkeit, Gewandtheit und Fleih, die zur Vollendung der Waren nötig sind, kann sich nur der bilden, der in den Stätten der Heimarbeit das Entstehen der Waren kennen gelernt hat. Einen breiten Raum der Ausstellung nimmt die Textilindustrie mit ihren verschiedensten Branchen ein. Bis auf die Färberei sind alle Einzelbranchen der Textilindustrie in der Heimarbeit vertreten. Die Ausstellung weist mit Ausnahme der Seilerei, die in einzelnen Orten als Heimarbeit betrieben wird, alle übrigen Branchen auf. Da sind ausgestellt die verschiedensten Produkte der Weberei. Die einfachsten Gewebe von der gewöhnlichen L e i n w a n d b i n d u n g bis zu den feinsten Plüsch- und S a m t m u st e r n. Das Rheinland hat in folchen Waren eine reichhaltige Kollektion ausgestellt. Schlesien dagegen ist mit groben Krimmcrstoffen und wollenen Waffelstoffen vertreten. Bernau und N o w a w e s, die alten Wcberorte in der Nähe von Berlin, sind durch Produkte der Teppich- und Chcnille- Weberei vertreten. Oberfranken hat Stoff zu„Scheuerlappen" ausgestellt und— der Stundenlohn von 14 Pf. sticht für Scheuerlappen noch vorteilhaft ab gegenüber den Hungerlöhnen, die für die feine Applikationsarbeit an den durchbrochenen Zierkragen, pro Stunde 3— 7 Pf., gezahlt werden. Das fächsische Erzgebirge hat aus den bekannten In- dustrieorten die verschiedensten Posamentenartikel aus- gestellt. Borten, Litzen, Kordeln, jedes Stück Ware ein Kunst- erzeugniS für sich. Die Löhne schwanken zwischen 3 bis 13 Pf. pro Stunde. Einige photographische Aufnahmen geben Kunde von dem„trauten Heim" der Textilproletcn. Da wird in demselben Räume gekocht, geschlafen, gegessen und gearbeitet. Es ist alles immer hübsch beieinander. Schläft das Kindchen, dann liegt es im Spankorbe oder dem Kinderwagen, ist es unruhig, dann hat's die Mutter auf dem Schöße und— arbeitet dabei emsig weiter. Daß in einem solchen Räume gar oft auf eine Person nur 4— 6 Kubikmeter Luftraum entfallen, ist keine Seltenheit. Auch die so- genannte„R a h m e n a r b e i t" ist vertreten. Aus Schlesien sind aus dieser Branche geknöpfte Zierdeckchen ausgestellt. 8 Stunden Arbeitszeit beansprucht so ein Stück, dann hat die Frau aber auch US ganze Reichspfennige verdient. Interessant ist der Berglcich der Arbeitslöhne für gehäkelte und gestrickte Waren. Ge- häkelte Schultcrkragcn, Erstlingsschuhchcn und Kindcrkleidchen sind in schönen Mustern aus Apolda, Eckardsberga und Spremberg aus- gestellt. Auf dem Fangstrickstuhl und auf der Musterstrickmaschine sind dieselben Waren, deren. Unterschied in der Herstellungsweise nur der Fachmann leicht herausfindet, aus Apolda stark vertreten. Trotzdem für die letztere Art dieser Waren der Arbeitslohn für das einzelne Stück nur den vierten bis fünften Teil der handgehäkelten Waren beträgt, stellt sich der Verdienst pro Stunde auf vier- bis fünfmal höher. Ueberhaupt erscheinen die Löhne für Strick- maschinenware als Westen, Tellermützen, Fäustlinge, Gamaschen usw. als ganz annehmbare. Die,„Fabrikation von Strümpfen" mit einem Stundenlohn von IS bis 26 P f. führt eine phow- graphische Aufnahme aus Berlin vor Augen. Die Arbeiterin ist misig an ihrer Strickmaschine tätig, die in dem Räume, der als ittoch-. Wohn- und Schlafraum dienen muh. aufgestellt ist. Dabei muß ober auf eine Eigentümlichkeit in der Strick- und Wirkwarenbranche hingewiesen werden. Früher war es üblich, daß der Unternehmer, der Fabrikant die zur Herstellung der Waren benötigten Maschinen kaufte und sie den Arbeitern zur Verfügung stellte. Das ist im Laufe der paar letzten Jahrzehnte aber ganz anders geworden. Der Heimarbeiter, der in der Strick-Phantasiewarcnbranche auf„Be- stcllungen" rechnet, der muß sich die Maschinen, von denen das Stück je tiach der Art, 6, 1600 bis 2000 M. und noch mehr kostet, selbst schaffen. Auf wöchentliche oder monatliche Abzahlung erhält er solche vom Maschinenfabrikanten. Tritt keine Krise ein, dann kann dieser Heimarbeiter mit ziemlicher Sicherheit damit rechnen, daß er im Jahre 8— 9 Monate voll beschäftigt ist. Er kann dann auch regelmäßig abzahlen und hat dann in einigen Jahren die Maschine „verdient". Gewöhnlich ist aber dann die Maschine verbraucht oder das System so veraltet, daß der Wert derselben nur noch nach dem Preise für altes Eisen berechnet werden kann. Wenn aber durch Krisen längere Arbeitsstockungen eintreten, dann ist eS keine Selten- Iicit. daß doni Maschincnfabrikanten gar manche schon halb bezahlte Maschine wieder zurückgenommen wird. Die Entwickelung der Heimarbeit in dieser Branche ist daher für die Arbeiter noch mit einem gewissen Risiko auf materiellem Gebiete verbunden, denn schwere Krisen in der Industrie bedeuten nicht nur den Verlust der Maschinen, sondern oft auch der übrigen pfändbaren Gegenstände. In den Gegenden, wo die Weberei als Heimarbeit in Betracht kommt, bürgert es sich mehr und mehr ein. daß der Unternehmer die fertig gescherten Ketten nebst den Karten, die zur Jacquard- Maschine zu dem betreffenden Muster nötig sind, liefert. Selbst die „Geschirre" sind oft Eigentum des Fabrikanten. Daß unter solchen Umständen ein gewaltiger Druck auf die Arbeitslöhne dieser Heim- arbeiter seitens der Unternehmer verhältnismäßig leicht ausgeübt werden kann, ist ohne weiteres begreiflich. Manchem Besucher dieser Ausstellung dürfte es nun wohl verständlich sein, daß so verschiedene Textilwaren als Erzeugnisse der Heimarbeit ausgestellt sind, deren Herstellung sonst zu dem Schluß berechtigte, daß es sich nur um „Fabrikerzeugnisse" handeln könne. Die Angabe der Arbeitslöhne bei den einzelnen Waren liefert wieder einmal den Beweis, daß die unter Aufbietung der kunstvollsten Handfertigkeit hergestellten Waren, und vor allem die kostbaren Schmuckgegenstände der so- genannten feineren Damen, am miserabelsten bezahlt werden. Da kann man in des Wortes wahrster Bedeutung von Hungerlöhnen reden. Bietet im allgemeinen diese Ausstellung ein Bild von der großen Not und dem unendlichen Elend, die zu bekämpfen die Pflicht jedes denkenden Menschen sein müßte, so liefern die in der Gruppe der Textilindustrie gemachten Angaben einen überzeugende,« Beweis dafür, daß eine Wandlung zum Besseren nur zu er- warten ist, wenn auf dem Wege der Gesetzgebung die Vorschriften erlassen werden, die zur Besei- tigung der grenzenlosen Ausbeutung durch die Heimarbeit in wirtschaftlicher und sozialer Be- ziehung unerläßlich sind. Hub Induftrle und Handel BermögcnskonfiSkation. Von den durch die neuen Steuerüberraschungen beglückten Unter- nehmer, z. B. aus der Brennindustrie, hört man jetzt öfter den Bor- wurf, der Staat übe durch seine Steuerpolitik Vermögens- konfiskation. So sagt zum Beispiel das Böhmische Brauhaus in Berlin in seinem Geschäftsbericht, die Aussichten für die Zukunft seien trübe, wenn die von der Regierung in Vor- schlag gebrachten Steuersätze Annahme finden würden. Deren Sätze ergäben eine Erhöhung der Brausteuer um zirka II Pcoz. oeS Aktien- kapitals. DaS komme einer Vermögenskonfiskation gleich. Aber, es ist noch ein.Wenn" dabei. Der Bericht macht den Borbehalt, wenn «eine Abwälzung unmöglich wäre" l Das heißt, man wünscht die Steuer eventuell auf die Konsumenten abzuwälzen. Durch die in- direkte Steuer werden den Aermsten der Armen nicht nur 10 Prozent von ihrem Vermögen, sondern von ihrem Existenzminimum ge- nommeu. Solche Konfiskation macht das Bürgertum mit, und es wehrt sich gegen neue indirekte Steuern, wenn nicht die Aussicht besteht, die Konfiskation den Konsumenten aufzupacken. Wir sind gegen jede indirekte Steuer, die Unternehmer zeigen aber mit solchen Hintergedanken, daß sie sich verteufelt wenig um das Allgemein- interesse kümmern. Sie reflektieren auf unsere Hülfe, sind aber da- mit einverstanden, daß die Aermsten noch mehr belastet werden. Ein glänzendes Bild entwirft vom Eisen« und Kohlenmarkt die „Rh.-W. Ztg.". Sehr helle Farben hat man aufgetragen. Bis Ende Juni sind die Eisenwerke ausverkauft, bis zum genannten Termin können Aufträge kaum noch untergebracht werden. Geradezu stürmisch soll die Kauflust Befriedigung erbeischen.— Der Stahlwerksoerband muß angeblich Auslandsverkäufe sistieren, um dem JnlandSbegehr ge- nügen zu können. Träger sind stärker denn je im Aus lande begehrt. Als Schatten, die das glänzende Bild aber eigentlich nur noch plastischer hervorheben, wtrd allseitig über Rohmaterialknappheit ge- klagt. Englische Kohlen müssen herangeholt werden, die Stahlwerke können die drängende Nachfrage nicht decken usw. Heiter koloriert wird das Bild— für das Unternehmertum— durch die eingetretenen Preisveränderungen: Und doch, der Rahmen zum Bilde fehlt noch, das soll ein Prachtstück werden. Schließlich wird bemerkt, daß bisher eine sehr mäßige Preisentwickelung zu konstatieren sei. aber die Werke könnten selbst aus der mäßigen Preissteigerung noch nicht den entsprechenden Nutzen ziehen, weil sie noch mit Erledigung älterer Austräge zu niedrigeren Preisen beschäftigt seien. Soll daS Gemälde vielleicht Stimmung machen für weitere Preistreiberei? Wir vermissen noch etwas. Wie sieht's mit den Lohnverhältnissen aus? Von der- schiedenen Werken dringt zu uns die Kunde von Akkordherabsetzungen, von nirgends her aber hört man etwas von tatsächlichen Lohn- steigerungen. Da man mit den Lohnabreißereien bei Anbruch ab- stauender Konjunktur immer sehr schnell bei der Hand ist. dürfte eS nun aber auch bald Zeit sein zu einer entsprechenden Lohnaufbesse- runq. Ohne solchen Regulator zwischen Produktion und Konsum wird man sehr bald den Schreckensruf„Ucberprodultion!" ver- nehmen. Eine Lex-SatoriuS. In der am 17. Januar IVOS in Deidesheim stattgehabten Versammlung, die besucht war von Abgesandten aller in der Rheinpfalz vertretenen politischen Parteien, den Ver- tretern der WeinhandelS- und Produzentenvereinigungen und der Winzervereinigungen gelangte folgender Antrag zu einstimmiger Annahme: Durch die Vertreter der einzelnen Parteien soll beim Reichstag folgende Interpellation eingebracht werden: „Was gedenken die verbündeten Regierungen zu tun, um die be- stehenden Mißstände in der Weinbranche zu beseitigen? Insbesondere ist die Regierung zur Abänderung des Weingesetzes mit scharfer Lagerbuchkontrolle und wirksamer Einschränkung des Zuckerzusatzes bereit, und welche Garantien bieten uns die ver- bündeten Regierungen zur Durchführung des Weingesetzes, und ferner sind die Regierungen bereit, die Kellerkontrolle in allen Bundesstaaten durch Kontrolleure im Hauptamte nach einheitlichen Gesichtspunkten durchführen zu lassen?" Schutzzöllner-Verstimmung. Mit der entscheidenden Niederlage der Schutzzöllner in England sind gewisse Kreise in Deutschland nicht zufrieden— obwohl die Fortführung der Freihandelspolitik in England im Interesse der deutschen Volkswirtlchaft nur freudig zu begrüßen ist. Da zeigt sich wieder, wie die„Edelsten" der Nation ihr Tascheninteresse dem Gesamtwohl voran- stellen. Die Junker hofften wohl, bei einem Siege der Schutzzollidee in England noch besondere Fischzüge im Trüben ausführen zu können. Darin hat man sich verspekuliert, daher der Aerger. Die„Kreuz-Ztg." tröstet sich mit dem Gedanken, daß die Schutzzällner nur vorläufig unterlegen sind. Die Strauchritternatur steckt gewissen Leuten so sehr im Blut, daß sie bei jeder Gelegenheit zum Durchbruch kommt— und die sonst so gern lärmend auf den Markt zur Schau gestellten nationalen Interessen schnöde ver« leugnet. Schutzzollstimmungrn in Frankreich. Wie aus Frankreich berichtet wird, will man dort zunächst die Wirkungen des neuen deutschen Zolltarifs abwarten, ehe man dort entsprechende Maßnahmen er- greife. Wie die„Fr. Ztg." berichtet, hat der Handelsminister Trouillot es abgelehnt, mit Deutschland in Verhandlungen ein- zutreten. Städtischer Aktienbesitz. Wie verlautete, ist der Wunsch der Herren Stinnes und Thyssen, den Staat als Aktionär deS Rheinisch- Westfälischen ElektritätswerkeS zu gewinnen, bisher noch nickt von Erfolg begleitet gewesen. Bei den Kommunen scheinen die Herren aber mit ihrem Plan, für den man übrigens durch Berufung von Bürgermeistern in den AufsichtSrat Sympathien zu wecken versuchte, mehr Glück zu haben. Zu den neuen Aufsichtsräten gehört auch der Bürgermeister von Gclsenkirchen. Die Stadt hat mit dem Elektrizitätswerk einen bis 1929 gültigen Vertrag auf Lieferung elektrischer Energie abgeschlossen; ferner wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordneten einem Antrage zugestimmt, 600 Aktien der Gesellschaft zum Preise von 760000 M.— Aktienkurs 160— zu übernehmen._ Hub der Frauenbewegung. Ein« Lex-Htinze-Aktion. Wegen Verbreitung unfitt- licher Schriften unter den Dienstboten ist gegen die geschäftliche Leiterin des Vereins für die Interessen der Haus- angestellten zu Berlin Strafverfolgung eingeleitet worden. Die Agitation unter den Dienstboten, die der Verein durch Flugblätter und Versammlungen betreibt, hat unter einer Anzahl Hausfrauen lebhafte Enirüstung erregt. Insbesondere ist neuerdings das Ver- teilen von Flugblättern, in denen die Prostitution geschildert wird. übel vermerkt ivorden. Eine der Hausfrauen, die sich gekränkt fühlte, richtete darauf folgenden Brief an die Geschäfts führet in, Frau Westphal:„Geehrte Frau l Heute früh wurde in meinem Beisein auf dem Wittenbergplatz meinem 18jährigen Mädchen eine Schrift zugesteckt,„Verein für die Interessen der Hausangestellten", deren erster Artikel über die„ProstUution" lautet. Wollen Sie mir gütigst sagen, von wem die Verteilung derartiger Schriften ausaeht? Sollen vielleicht derartige Schriften die Sittlichkeit heben? Soll ein junges Mädchen, das vielleicht, Gott sei Dank, von all' diesem Schmutz noch unberührt ist, durch derartige Schriften aufgeklärt werden? Mit Staunen las ich, daß Frl. Arndt bemerkt:„Der Hauptgrund der Dienstbotennot liegt darin, daß den Mädchen zu wenig freie Zeit gewährt wirdl" Sollte man den Mädchen nicht lieber tagen:„Seid pflichtgetreu und brav, so habt Jhr'S gut, seid froh, wenn sich die Haus- frau um Euch kümmert und nicht z, B. unumschränkten Gebrauch deS Hausschlüssels an Sonntagen gestattet?" Sollen die Mädchen immer mehr Freiheit haben? Ist nicht der Schutz eines guten Hauses, ist nicht treue Pflichterfüllung das, was am höchsten anzuschlagen ist. Der Grund, daß sich die Mädcheit gewerblichen Betrieben zuwenden, liegt fteilich darin, daß sie mehr Zeit haben wollen, da« heißt freie Abend« und Rächte! Liegt denn in der Arbeit im Hause Sklaverei imd müssen wir nicht jeder arbeiten, jeder auf seine Weise?� Noch einmal bitte ich Sie. mir zu sagen, ob die Verteilung dieser erwähnten Schrift mit Ihrer Erlaubnis geschieht?" Als darauf keine ihr zusagende Antwort erfolgte, erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Die Leiterin de« Verein«, Frau Westphal, wurde darauf aus daS Polizei- bureau zitiert, wo man ihr mitteilte, daß sie angezeigt sei wegen Verbreitimg anstößiger Schriften. Auch die Herausgeberin des Organs für die Interessen der Hausangestellten. Frau Regine Deutsch, wurde auf das Polizeirevier geladen, um über die Art der Pro- pagauda Auskunft zu geben. Die beiden Damen erklärten dort, daß ihnen nur daran liege, die jungen Dicnstiiiädche», die ohne Kenntnis der Großstadtverhältnisse nach Berlin kommen, vor den Gefahren der Unsittlichkeit zu bewahren. Mau darf gespannt sein, welchen Erfolg daS Verfahren wegen Verbreitung anstößiger Schriften haben wird. Pankow. Der hiesige Frauen- und Mädchen-BildungSverein hielt am Dienstag, den 16. Januar, im„Feldschlößchen", Berlinerstraße, eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Frau Jeetze sprach über:„Was müssen die Frauen von alter und neuer Welt- anschauung wissen?" Das Referat wurde von den Anwesenden mit großem Interesse entgegengenommen, waS auch in der anschließenden Diskussion zum Ausdruck gelangte. Groß-Lichterfelde-Lankwitz. Der Frauen- und Mädchen-BildungS- verein hält Montag, den 22. Januar, abends 8'/z Uhr. im Restaurant Reissen, Chausseestr. 104, seine Monatsversanimlung ab. Vortrag deS Herrn Eichler über:„Bildende Kunst". Gäste will- kommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Pünktliches Erscheine» er- beten. Die Heimarbeit und die bürgerlichen Frauen, so hieß daS Thema, über welches Fräulein Alice Salomon am Donnerstag- ahcnd im Verein Berliner Frauen sprach. Gebt die Frau dem Hause, der Familie, ihrem natürlichen Beruf zurück, befreit sie von der Berufsarbeit, so verlangte die Rednerin. Es ist der schwerste Konflikt im Leben der Frau, wenn hier die Familie, dort der Beruf sie in Anspruch nimmt. Die wohlhabenden Frauen können das Problem leicht genug lösen, aber die arbeitenden Frauen haben schwer darunter zu leiden. Das zeigt das Los der Heim. arbeiter in. Eine ganze Tragödie liegt in diesem einen Wort! Es bedeutet nicht das Bild der frohen, tätigen Hausfrau, die gern und freudig für das Heim allerlei Bedarfsartikel herstellt. Ach nein, für den Weltmarkt muß sie arbeiten, hart und schwer vom frühen Morgen bis in die späte Nacht, um die drückende Sorge zu er- leichtern. Die Heimarbeiterin hat kein Heim mehr; es ist zur Werkstatt geloorden.— Die Redneri» verwies auf die Heimarbeit- Ausstellung und zeigte an vielen Beispielen die jämmerliche Lage der Heimarbeiterinnen. Manche Betriebe erhalten sich ausschließlich durch Erzeugnisse der Heimarbeit. Die Unternehmer ziehen die größten Vorteile daraus; sie sparen an Miete, Licht, Heizung, Ver- stcherungSbciträgen. sie zahlen die niedrigsten Löhne und sind nicht an Kündigung gebunden. Alles aber, was für die Unternehmer Gewinn darstellt, bedeutet für den Heimarbeiter Verlust.— Wir haben über eine Million Heimarbeiter in Deutschland, und die meisten davon sind Franenl Wer kamt das Elend begreifen, die große Tragödie erfassen, die sich dahinter verbirgt. Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Volksleben, daö durch solche Zustände zerrüttet werden mußt— So wußte die Rednerin mit bewegten Worten das Elend der Heimarbeit zu schildern.— Nun fragt es sich, was soll dagegen geschehen, denn das Mitleid und die Rührung schaffen keine Aendcrung. Es fällt den bürgerlichen Frauen natürlich nicht ein, da« Grundübel, den Kapitalismus, an- zugreifen. Die Redncrin machte allerlei Vorschläge, von denen sie sich aber selbst nicht viel versprach und deren Ausführung sie nur als eine sehr entfernte Möglichkeit betrachtete. Mit Verbot der fteimarbeit würde man mehr schaden als nützen, denn die armen eute müßten doch Geld verdienen. Nicht einmal für ein strittes Verbot aller Kinderarbeit trat die Rednerin ein, trotzdem sie die Leiden der armen Kleinen sehr rührend zu schildern wußte. Die Heimarbeit muß gesunden, so meinte sie, ihr Wirkungskreis sollte eingeschränkt und höhere Löhne gezahlt werden. Ein« gute Organs» sation sei dazu das nächstliegende, aber nicht ausreichende Mittel. Die Selbsthülfe wäre nur in beschranktem Maße möglich und als wichtiges Mittel fordere sie die Staatshülfe. Mndestlöhne müßten festgesetzt werden durch eme staatliche Lohnpolitik; weiter« Ein» sührung der Lohnbücher, Wohnungsinspektion, größerer Kinder- schütz, Ausdehnung der Alters, und Krankenversicherung auf die Heimarbeiter seien zu empfehlen. Was die bürgerlichen Frauen dazu tun könnten, sei sehr wenig; sie müßten sich begnügen, die öffentliche Meinung nach Möglichkeit zu beeinflussen und im kleinen zu wirken, daß es besser tverde. Mit solcher Bescheidenheit ist also bitter wenig zu erreichen. Die sozialdemokratischen Frauen kämpfen gegen den Kapitalismus selbst, der immer neue schlimme Auswücbke zeitigen muß._ VermifchteB. Sturmnachrichten aus dem Reiche. Aus dem Reiche liegen über die Verheerungen, die der gestrige Sturm angerichtet, folgende Nachrichten vor: Hamburg, 19. Januar. Ein orkanartiger Sturm, ver- bundcn mit Hochwasser, herrscht hier seit heute nacht. Der Klein- schiffsverkchr ist eingestellt. Warnungsschüsse meldeten den Hafen- bewohnern, daß eine Sturmflut heraufziehe. Hamburg. 19. Januar. Hier herrscht schwerer Sturm. Die Windstärke beträgt 10— 11, der Barometerstand ist 743. Warnungsschüsse vom Stintfang kündigen Hochwassergefahr an. — Die Sturmflut erreichte heute mittag eine beträchtliche Höhe; daö Wasser stand bei den Vorsetzen auf der Straße. Jetzt beginnt es wieder zu fallen. Mehrere im Hafen liegende bczw. auf der Unterelbe befindliche Schiffe erlitten Beschädigungen. Harburg. 19. Januar. Infolge Sturmes stürzte heute vormittag in der Schüttstraßc ein Haus ein. Hierbei wurde ein Kind getötet und eine Frau lebcnSgcfcchrltch verletzt. Alfeld, 19. Januar. Heute früh hob der Sturm das Dach eines Maschinenschuppcns ab und schleuderte eS auf die Straße. Hierdurch wurden drei vorübergehende Arbeiter schwer verletzt. eiltcr davon tödlich. Cuxhaven, 19. Januar. Schwerer Nordweststurm herrscht in der Nordsee und der Elbmündung. Der hier eingetroffene Amcrikadampfer„Graf Waldersee" konnte wegen hohen Seeganges nicht landen und fuhr weiter elbaufwärts, wo er die Landung in Tender versuchen will. Der Flutstand ist ein sehr hoher. Auf Großvogclsand vor der Elbmündung ist in gefährlicher Lage eiit Dreimastschoncr gestrandet. Lübtheen(Mccklcnburg-Schwerin). 19. Januar. Heute vormittag wurde der hiesige neue eiserne Förderturm vom Winde umgestürzt. Ein Arbeiter wurde schwer verletzt und st a r b auf dem Transport. Trier, 19. Januar. In der vergangenen Nacht herrschte hier ein orkanartiger Sturm. Gewaltige Regenmengen gingen nieder. Die Mosel steigt ununterbrochen. Im Altenbekener Tunnel hat sich ein neues Unglück ereignet. ES wird gemeldet: Durch nachstürzende Gebirge sind heute drei beim Hinterpacken des Gewölbes beschäftigte Arbeiter im Alten- bekener Tunnel verschüttet worden. ES besteht kein« Aussicht, sie zu retten. Ein« weitere Nachricht besagt: Altenbeken. 19. Januar. Bei dem Erdsturz, der gestern im Altenbekener Tunnel erfolgte, sind, wie gemeldet. 3 Arbeiter verschüttet worden. Rettungsversuche waren erfolglos. Einem vierten an derselben Stelle beschäftigten Arbeiter war es möglich. sich mit Hülfe anderer Arbeiter zu retten. Trotz des plötzlichen heftigen Sturzes der Erdmasscn hat das an der Einbruchstcllc bereits fertiggestellte Gewölbe vollständig standgehalten. Hungersnot in Jap»«.„Daily Telegraph" meldet aus Tokio vom 10- Jaguar.: Amtliche Erhebungeu bestättgeu in vollem Um, fange die Nachrichten von der bedenklichen Natur der Hungersnot| Freireligiöse Borlesung. Um 10% Uhr vormittags in der Schulaula, in Japan und einer wirklich völligen Mizernte im Norden des Sleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke: Das philosophische Frankreich." Landes. Dadurch befinden sich 958 875 Personen im Zustande Gäste, Damen und Herren, sehr willfommen. äußerster Bedürftigkeit. Allgemeine Krankens und Sterbekaffe der Metallarbeiter. ( E. H. 29. Hamburg.) Filiale 1. Die Versammlung am 21. findet nicht statt. Filiale 3. Heute abend 82 Uhr bei Kayser, ReichenbergerFiliale 6. Heute abend 81, Uhr bei Wiesenthal, AckerStraße 157. ſtraße 123. Filiale 7. Heute abend 8%, Uhr bei Hoffmann, Bajewalkerftraße 24. straße 3. Filiale 9. Heute abend 9 Uhr bei Gundlach, WaldenserFiliale Charlottenburg. Heute abend 8%, Uhr im Volkshaus, Rosinenstraße. Filiale Rigdorf. Heute abend 8%, Uhr bei Thiel, Bergstraße 151. Sozialpolitisch zu betätigen suchen sich jetzt aus Anlaß der filbernen Hochzeit des Kaiserpaares eine Anzahl Gemeinden. Während sonst Anträge, die der Säuglingspflege, den Heimstätten galten, mit Entrüstung zurückgewiesen wurden im Hinblick auf Sie großen Kosten, das Familienfest im Kaiserhause bringt es 3 wege, daß Gelder hergegeben werden für derartige Zwede, um den Patriotismus recht hell erstrahlen zu lassen. Sind wir auch nicht einverstanden mit den Motiven, aus denen solche Bewilligungen erfolgen, gegen die Sache können wir nichts einwenden. Heute wird aus Breslau gemeldet: Die Stadtverordnetenversamm lung trat in ihrer heutigen Sizung ohne Debatte dem Antrage des Magistrats bei, zur Erinnerung an die silberne Hochzeit des Kaiserpeares einen Betrag von 360 000 M. zur Eirichtung eines Säuglingsheims zu bewilligen. " Wie die Schlesische Zeitung" meldet, errichtete die Bergwerksgesellschaft Georg von Giesches Erben aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaisers und der Kaiserin eine Stiftung von 300 000 m., aus deren Zinsen den älteren Unterbeamten und Arbeitern ein Erholungsurlaub ermöglicht werden soll. Die Stiftung erhält den Namen Kaiser Wilhelm- Auguste Vittoria- Stiftung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Januar, vormittags 8% Uhr, im Rathause, Saal 109, Eingang Jüdenstraße: Versammlung. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Urania Tauben. str. 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Publitum gegenüber feinerlei Im Lande der Mitternachtssonne. Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 20. Januar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Figaros Hochzeit. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Nenes Opern Theater. schlossen. Ge= Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Berliner. Der Widerspenstigen Bähmung. Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Schüzenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Wallensteins Tod. Lessing. Und Pippa tanzt. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Zwei glüdliche Tage. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Cyprienne. Kleines. Stilpe- Komödien. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Residenz. Der Brinzgemahl. Trianon. Die Wetterjahne. Lustspielhaus. Der Weg zur Hölle. Thalia. Bis früh um Fünfe. Rachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Carl Weiß. Die lebende Brücke auf Kuba. Nachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Zentral. Bruder Straubinger. Nachmittags 4 Uhr: Schneeweißchen und Rosenrot. Luifen. Die lustigen Weiber von Windsor. Deutsch- Amerikanisches. Er und Ich. Metropol. Auf ins Metropol. Kasino. Die goldene Brüde. Apollo. Prinzeß Rosine. Spezialitäten. Herrufeld. Familientag im Hause Brellstein. Belle- Alliance. Der grüne Teufel. Spezialitäten. Wintergarten. Otto Reutter. Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Das Ohm'sche Gesetz. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Castans Eingegangene Druckschriften. Plutus. Kritische Wochenschrift für Bollswirtschaft und Finanzwesen ( Herausgeber: Georg Bernhard). 3. Heft. Abonnemento einschließlich der Plutus- Merktafel vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., direkt vom Verlag 4 M. Berlag Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 69. Witterungsübersicht vom 19. Januar 1906, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Hamburg 740 W Berlin 744 SW München 761 SW Wien 760 Still Better Temp. n. C. 5°.= 4° R. Stationen Barometer.! stand mm Windrichtung Windstärke 4 Dabaranda 746 NW Better Temp. n. G. 50 G.= 4° 9. 2 heiter -7 3 Wilna 6 Scilly 751 SW 769 NNW 1 bedeckt 6 wolkig 6 lberdeen 3 Baris 1733 Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 62-65 br. 100 Pfund, IIa 54-60, Swinemde. 739 SSW 7 Regen 9 Regen 7 bedeckt la 48-52, IVa 38-46. Stalbfleisch Ia 82-90, IIa 70-80, IIIa 56-68. Hammelfleisch Ia 65-75, IIa 56-64. Schweinefleisch 66-76. Rotwild 6 wolkig 762 NW 5 wolkig Bund 0,30-0,50 Bf. Hafen Stüd 3,00-3,30, mittel 2,00-2,80. Staninchen Franks.a. M. 757 7 bedeckt 762 3 bedeckt Stüd 0,85-1,-. Hühner pro Stück, alte 1,50-2,10, junge Ta 1,30-1,75, bedeckt do. IIa 0,00-0,00. Tauben, junge 0,60, alte 0,45-0,48. Enten junge 3,50. Gänse pr. Pfd. Ia 0,60-0,66, IIa 0,55-0,58, russische Wetter- Prognose für Sonnabend, den 20. Januar 1906. 0,40-0,55 m. Schellfische 21-25 M., Flunder 21-24 M. pro 100 Bfd. Etwas fälter, vielfach heiter, jedoch unbeständig mit geringen Nieder. Sechte 107-114 M. Schleie unsortiert 107-108 m. Male, groß 00-00, mittel schlägen und starken, später abnehmenden nordwestlichen Winden. Wasserstand am 18. Januar. Elbe bei Auffig+0,78 Meter, bei 00-00, flein 0,00 M., Plögen 23-35 M., Karpfen unj. 60 M., Lachs 0,00 M. 11 n strut bei 0,50 Meter, bei Magdeburg+2,33 Meter. Schottische Bollheringe( gesalzen) 40-44 M. Gier, Schock 5,00. Butter pro Dresden 100 Pfund Ia 114-117, Ila 110-114, IIIa 105-110, abfallende Straußfurt+2,20 Meter. Oder bei Ratibor+1,40 Meter, bei 00-00. Startoffeln pr. 100 Bjd. rote 2,00-2,20, Rojen 0,00-0,00, Breslau Oberpegel+5,15 Meter, bei Breslau Unterpegel- 0,68 Meter, blaue 0,00-0,00, runde weiße 1,80-2,00. Wirsingfohl pr. Schock bei Frankfurt+1,91 Meter. Weichsel bei Brahemünde Marthe bei Bosen-- Meter. Neze bei 7,12-12,00, Weißfohl pr. 100 ẞfd., 2,75-3,25 Notfohl pr. Schod 6,00-10,00,+3,48 Meler. 11sch Meter. boll. 14-17 M. Saure Gurten, Schod 2,00 M., Pfeffergurten 2,00 M. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Cyprienne. Zwei glückliche Tage. Schwant in 4 Aften von Franz Lustspiel in 3 Aufzügen v. Victorien v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Sardou und E. de Najac. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Sonntag, nach m. 3 Uhr: Crainquebille. Nora. Sonntag, abends 8 U br: Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Montag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Zirkus Die Bäuerin. Abschied vom Regiment. Sonntag, abends 8 Uhr: Cyprienne. Montag, abends 8 Uhr: Cyprienne. XI. Berliner Saison. Prunk- und Parade- Abend. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Morgen Sonntag, den 21. Januar: Nachmittags 3 Uhr: Berliner Droschkenkutscher. Abends 7 Uhr: Uriel Acosta. Billett- Vorverkauf Sonntag vorm. bon 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Montag: Benefiz f. d. Oberregisseur Reichshallen. Stettiner Sänger Heute: Anfang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. 2199 Kottbuserstr. 4a. Heinr. Richter: Der Roland v. Berlin. Sanssouci. Kibw.mer. Schöneberger Wintergarten Golzstraße 9. astans Albert Schumann Zirkus Busch. zaid zacaler, zub Panoptikum Friedrichstr. 165. Ohne Extra- Entree. Heute und folgende Tage: Zum ersten Male in den Räumen der 1. Etage: Berybewohner Abessiniens. Heute, Sonnabend, den 20. Januar, abends präzise 72 Uhr: XVIII. Grande Soirée High- Life. Gala- Programm. U. a.: Die Sensation des Tages! Novität! Direkt aus Nordamerika! MiB Abie Mitchell und ihre 20 schwarzen Tenessee- Studenten 20 Neu! Die persische Karawane. Neu! Die ausgezeichnete Zum 62. Male: Indien. Besonders hervorzuheben: Eine Tigerjagd in den Dschungeln Indiens und Elefanten- Kämpfe. Außerdem: Mr. Hagedorns Transformations- Grotto. Sensationell! Sensationell! Mr. Norton Smith, Amer. berühmtester Pferdebändiger. Unter anderem: Die gefährliche Fahrt durch die TeufelsMirza- Golem Truppe. brücke bei Rauch- und Feuer. Die spanische Truppe Los Queirolos. Neu! Die sibirischen Turmspringer. Die beliebte jugendliche Schulreiterin ful. Dora Schumann 2c. 2C. Zum Schluß: Einzig dastehend. Erfolg! Die diesj. gr. Ausstattungspantomime 65 Eingeborene Femina, Männer, Weiber und Kinder. Eintritt 50 Pf. Komische Oper. Friedrichstr. 104/ 104a. Sonnabend, 20. Januar, abds. 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachmittag 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Hoffmanns Erzählungen. Abends 8 Uhr: Der Corregidor. Apollo- Theater. Walhalla. Nach Afrika, nach Na- 8 Uhr: Prinzeß Rosine merun. bon Lincke. Folies Caprice. Nach dem Zapfen- Hierauf die glänzenden Speziastreich. Der Beheme. Meichshallen. Stettiner Sänger. Baffage. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Nachmittags 4 Uhr: Jm Rande der Mitternachtssonne. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath; Das Ohmsche Gesek. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Täglich geöffnet non 7 bis 1 Ú5r. Berliner Theater. Abends 7, Uhr: Der Widerspänstigen Zähmung. Sonntagnachm. 2, Uhr Vorstellung Katsukuma Higashi Meister der Selbstverteidigungslehre Jiu- Jitsu. Sonntag nachm. 3 Uhr: Berliner Luft und Spezialitäten. Metropol- Theater Heute Sonnabend: II. großer MetropolTheater- Ball. Anfang 11 Uhr. zu ermäßigt. Breifen: Wilhelm Tell. Sonntag u. die folgenden Tage: Abends 7 Uhr und Montag: Der Widerspänstigen ! Neues Theater. Auf-in's Metropol! Anfang 7, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Sonntag, Montag: Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Sin Sommernachtstraum. Der Prinzgemahl. Kleines Theater. Satiricher Schwant in 3 Atten von Anfang 8 Uhr. 2. Xanroj und J. Chancel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. das, neue Frauenreich. Sonntag 2 Galavorstellungen, nachmittags 3%, Uhr( ein Kind frei!) u. abends 7, Uhr. In beiden Vorstell.: 20 Tenessee- Studenten, Mirza GolemTruppe. Abends: Femina. Folies Caprice Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Bum 124. Male: Nach d. Zapfenstreich. Borher: Der Beheme u. d. ausgezeichu. Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Borbert. tägl. b. Wertheim u. an der Theaterkasse von 10 Uhr bormittags an. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Die Wetterfahne. Kasino- Theater Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Die goldene Brücke. Schauspiel in 3 Att. v. R. Stowronnet. Im Neuen Theater 3. 3. m. sensation. Erfolg gegeben! Borher: Das brill. bunte Programm. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Opferlamm. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Walter Steiner Humorist. Acosta Straft Jongleur. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Zwei Stilpe- Komödien. Deutsch- Amerikanisches Theater. nagm. 4 Uhr: Stindervorstellung: Sonntagnachm. 3 Uhr: Nachtafyl. Köpenickerstr. 67/68. Jed. Abd. 8 Uhr: Abends 8 Uhr: Hidalla. Zentral- Theater ( Operette). 8 Uhr: Neu einstudiert: Bruder Straubinger. Nachm. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung, halbe Preise, 1 Kind frei: Schnee: weißchen und Rosenrot. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. „ ER und ICH Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! Ueber'n großen Teich". W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Maskenball Die lustigen Weiber von Windsor. bes Lotterie- Bereins„ Glücksbund. Sonntag nachmittag: Die lustigen Sonntag: Winterstürme Weiber von Windsor. Abends: Pension Schöller. oder: Der Liebe Macht. Montag: Der Störenfried. Die Anf. 7 Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 M. Dienstboten. Nach der Vorstellung: Familienball. Aschenbrödel oder: Der filberne Pantoffel. Kindermärchen m. Ges. u. Ballett in 6 Bildern von Alban v. Hahn. Morgen Sonntag: 2 gr. Vorstell. Nachm. 4 u. ab. 7 Uhr. In beid. Vorstell. der amerikan. Pferdebändiger Smith. Herr Ernst Schumann, Orig.- Dress. Nachm.: Mexiko. Ab.: Indien. $ 7 6 5 7 Otto Reutter. Klein- Familie, Kunstradfahrer. Ernst Perzina, dressierte Affen. Lola Hawthorne, amerikanische Elmo u. Recco, Exzentriks. Yulian Familie, Akrobaten. Sängerin. amerikanische DrahtseilTäglich Theater: und Speziali: tätenvorstellung. Sonntags 2 Borstellungen. Nachmittags 4 Uhr zu halben Preisen. Jede erwachsene Person hat ein Kind frei. Abends 71, Uhr Große GalaVorstellung. Die Direktion. Gustav Behrens SpezialitätenTheater Frankfurter Allee 85. Der größte Schlager der Saison! Rentier Mu dickes Abenteuer auf dem Metropolball oder: Die Kleinen Mädchen von Berlin. Gr. Ausstattungspoffe m. Gef. u. Zanz. Im zweiten Bilde: Die 6 schönen Manolizigaretten. Außerdem: 16 Spezialitäten. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Sonnt. Bg.5, Wochent.8Uhr Dienstag und Mittwoch Theater- Abende. Gastsp. d. Löwe- Ensembles. Anm. f. d. gr. Theatersaal u. d. kleineren Säle zur nächst. Saison werden schon jezt entgegengenommen. pa Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Riesen- Weihnachts- Programm! Steu! Die Elite- Liliputaner- Truppe, die kleinsten Sängerinnen u. Vor Riesin tragskünstler der Welt. Ilona, 485 Pfd. schwer. Opullo, der Mensch ohne Gefühl. Mne! Mno! Mnie! frei in der Luft schwebende Türfin. Hellseherin Armida, wahr fagende Wunderdame. Pluto, Wunderhahn, geb. mit 4 Beinen, 2 Körpern, 1 Stopf, lebend. 2c. Verband deutsch. Gastwirtsgehülfen ( Ortsverwaltung Berlin.) Dircksenstr. 39 1. Amt III. 1813: Das Lokal ..Pracht- Säle des Ostens" Gastwirt Cranz) Frankfurter Allee 151/152 des ist für organisierte Gastwirts- Gehülfen wegen lichtDie drei Holloways, künstler. anerkennung des kostenlosen Arbeitsnachweiſes Berbandes Gebrüder Schwarz, Parodisten. Die Meininger, Hundepantomime. BallettIn Schottland", Divertissement. Burke, Andrus u. Frisco in ihrer Der Biograph, Der Biograph ,, Rückkehr vom Ball". Gebrüder Szene. HerrnfeldTheater. Heute und folgende Tage die von der gesamten Berliner Presse als „ der größte Schlager" einstimmig anerkannte dreiaktige Komödie Familientag im Hause Prellstein mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Vorverk. 11-2 Uhr. Palast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das gesperrt. Die seitens des Ausschusses der Berliner Gewerkschaftskommission angebahnte Einigung ist, wie bereits im„ Vorwärts" berichtet wurde, gescheitert. Mit dieſem ersuchen wir alle Vorstände und Komitees, NB. Pot fi bei Herrn Crang Versammlungen und Vergnügungen abgemacht haben, uns gefl. ihre Adressen anzugeben, damit wir in der Lage sind, über die Ursachen der Sperre die notwendige Aufklärung zu geben. J. A.: F. Brann. 286/8 TUMA51682 ZARI Beste 2 Pfg.- Zigarette. Weltbekannt sind Echt Rathenower Brillen 1,00 Pincenez( echt Nickel) M. 1,50 Doublé 99 5,00 Gold. 99 12,00 Schildpatt. .4,50 Abends 8 Uhr und folgende Tage Riesen- Januar- Programm. Rathenower Augengläser. Die lebende Brücke auf Kuba. Berliner Sensationelles amerik. Ausstattungs- u.a.: 3 Harders, Sodturner, stück mit Gef. u. Ballett in 7 Bildern Die bon James For. ehemal. Mitgl. d. Hegelmann- Truppe. The Baretts, Pantomimiften. Variété Elysium Paulas Beichte, Kommandantenstraße 3/4. Um 9 Uhr: Auftreten des berühmten Stegreifdichters Paul Steinitz. Burleste von W. Gericke. Der treue und und 11 Elite: Nummern. Familienkarten in allen Barbier, Friseurs u. Zigarrengeschäften sowie im Theaterbureau unentgeltlich zu haben. Opern- u. Reisegläser v. 6,00 an Barometer, grant gute 6,00 Werke, von an A.Grün, 6ptiker, Brunnen- Straße 4 am Rosenthaler Tor. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. Etablissement Buggenhagen Walhalla Theater Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Achtung! Gewerbegerichtswahl in Schöneberg! Arbeiter, Parteigenossen! Nach Afrika, nach Kamerun. Gottschalk- Konzert. organifierten Gewerkschaften auf die Liste der zu wählenden Beifizer zum Gewerbegericht zu ſehen. Ausst.- Posse mit Ges. u. Tanz in 6 Bild. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Achtung! Schlosser! Achtung! Dienstag, den 23. Januar, abends 8%, Uhr: Allgemeine Versammlung der Schlosser Berlins u. Umgegend im großen Saale von Louis Keller, Roppenstr. 29. Tages- Ordnung: lege Cohen. 1. Bericht über die eingelaufenen Fragebogen. Referent: Sollege Cohen. 2. Stellungnahme zum neuen Tarif und Beschlußfassung darüber. Dienstag, den 23. Januar, abends 8, Uhr, im Zolale von Tempel, Alt- Boghagen Nr. 56: Bezirks- Versammlung für Nummelsburg, Borhagen u. Stralau. Tages- Ordnung: Die Vertreter der Schöneberger Verbandsfilialen haben es abgelehnt, einen Kandidaten der Total Während in anderen Drten, wo die Filialen derselben Berbände die Minorität bilden, prozentuale Verteilung der Kandidaturen gefordert wird, handelt man hier nach dem Grundsatz der befizenden Klasse: Wer die Macht hat, hat das Recht. Der so vergewaltigte Teil der Schöneberger Arbeiterschaft hat daher eigene Kandidaten aufstellen müssen und ersuchen wir alle rechtlich denkenden Wähler, am Sonnabend, den 20. Januar, ihre Stimme den Kandidaten der vergewaltigten Gewerkschaften zu geben. Stimmzettel werden am Eingang der Wahllokale ausgegeben. ten werten Freunden, Bekannten und Parteigenossen empfehle mein Weiß- und Bayrischbier- Lokal. Die Kommission der Schöneberger Gewerkschaften. 286/6 Für Vereine! Achtung! Stockarbeiter! Sonnabend, der 17. März, ist Alle Streiffollegen von J.& H. Zu jeder Zeit warme und falte frei geworden und erster Osterfeier Gembicki vom 24. Januar 1905 Gut gepflegte Biere. Speisen. 2 Vereinszimmer mit Pianino, 40 tag ist zu vergeben. noch 57892* Gr. FrankUnserem lieben Freunde, dem bewährten Bezirksführer Wilhelm Lenz und seiner jungen Frau die herzlichsten Glückwünsche zum Hochzeitsjefte. Die Genossen der 2. Abteilung im 5. Kreise. 245/2 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 18. d. m. verstarb unser Mitglied, der Schlosser Otto Häßner Schwedterstr. 51. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. d. M., nachmittags 23 Uhr, vom Trauerhause Nordend- Nieder- Schönhausen statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/11 Der Vorstand. werden zu einem gemütlichen aus nach dem Žions- Stirchhof in und 60 Bersonen fassend, find no Buß' Salony furterst.85. Busammensein einige Tage frei. 56862* Hermann Stümer, Gastwirt, Siemensstraße 3. ==== Streng reell! Jedes Stück ist ausgezeichnet! Die Ermäßigung wird an der Kasse abgezogen!! 1. Die gefüllte Rompottschüssel der Arbeiter. Referent: Rollege Jacobsen. 2. Diskussion. 3. Verbandsanlegenheiten. Zur Beachtung! In nachstehenden Lokalen wurden neue Zahlstellen errichtet, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen: 111/5 Im Restaurant Galle, Tilsiterstr. 12. Kersten, Glbingerstr. 15. Sachse, Greifswalderstr. 37. Lorenz, Schreinerstr. 4. Bühr, Stralauer Allee 1. Tieke, Lichtenberg, Herzbergstr. 23. " " Schulz, " Blum, " Prinzen- Allee 6. Frankf. Chanffee 118. Die Ortsverwaltung. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis Rosenthalerstraße 57 ( 2. Eingang: Gormannstraße 28). Geöffnet von 9-2 und 4-8 Uhr. Telephon: III, Nr. 1296 Unsere Mitglieder ersuchen wir, fich pünktlich und vollzählig an den am Sonntag, den 21. Januar, stattfindenden Oeffentlichen Protest- Versammlungen zu beteiligen. 280/2 Ferner weisen wir darauf hin, daß bei männlichen Mitgliedern für das Sahr 1906 nur gelbe Beitragsmarken verwendet werden dürfen. Weiter geben wir bekannt, daß am Sonntag, den 18. Februar, nach: mittags 5 1hr, im„ Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c, eine Monats- Versammlung und am 8. April, vormittags 10 Uhr, eine Urania Vorstellung Taubenstr. 48/49, stattfindet. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Stock- u. Zelluloidarbeiter! Sonnabend, den 20. Januar d. Js., abends 8 Uhr, bei Bareinz, Brückenstraße 7: Vertrauensmänner- Verfammlung. Tages Ordnung: 78/1 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Dis fuffion. Der Obmann. Verband des technischen Bühnen- Personals Sitz Berlin. Sonnabend, den 20. Januar, abends 11 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: General- Versammlung. Lages Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen er Der Vorstand. wünscht. 190/1 Verband der Maschinisten und Heizer sowie ( Verwaltungsstelle Berufsgenossen Deutschlands, Berlin u. Umgegend.) Sonntag, den 21. Januar, nachm. 4 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Statutenmäßige General- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Borstandes. 2. Vierteljährlicher und Jahres. Kaffenbericht. 3. Bericht des Arbeitsvermittlers. 4. Bericht der Revisoren 5. Bericht der Delegierten von der Gewerkschaftskommission. 6. Anträge. Die Bablftelle 4 ist nicht aufgehoben, wie irrtümlich in der letzten Nummer der Zeitschrift steht, sondern befindet sich nach wie vor im Lokale von Stühl( früher Wunderlich), Comeniusplag 5, Ede Memelerstraße. Bahltag jeden 1. und 15., abends von 8-10 Uhr. 138/4 Die Ortsverwaltung. General- Versammlung der Sterbekasse ehemaliger Pflugscher Arbeiter ( Hetzelsche Kasse) am Sonntag, den 28. Januar 1906, vormittags 10 Uhr, in Wilkes Saal( früher Nümann, Brunnenstr. 188. Lages Ordnung: 1. Borlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 23. Juli 1905. 2. Sassenbericht des Rendanten pro 1905 und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. 4. Wahl des zweiten Borsigenden und ersten Schriftführers. 5. Wahl von drei Revisoren. Mitgliedsbnch legitimiert. 285/17 Der Vorstand. J. A: Dtto Wintler. am 24. Januar 1906, abends 8 Uhr, bei Ziggel eingeladen. Der Einberufer. 25% T Ermäßigung auf Restbestände sämtlicher Abteilungen Nur noch bis Sonntag, den 21. Januar. Esders& Dyckhoff Leipzigerstr. 50a Oranienstr. 48 Spezial- Haus für Herren- und Knaben- Bekleidung fertig und nach Maß! 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Um zahlreiche Beteiligung ersucht 20165 Der Vorstand. Arbeiter- Athleten- Bund Deutschlands. Todes- Anzeige. Am Donnerstag verstarb plotlich das langjährige Mitglied des Kraft- und Artistenklubs„ Birke" Wilhelm Schindler. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der St. Golgatha- Gemeinde ( Barfusstraße) aus statt. 286/7 Nach furzem Krantenlager entschlief unser sorgsamer, guter Vater und Schwiegervater, der Schankwirt Hermann Zinnecke, Litthauerstraße 8, im 70. Lebens jahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, d. 21. d. M., nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle der St. PetriGemeinde, Friedenstraße, aus statt. Die Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Großund Schwiegervaters sprechen wir allen Verwandten und Bekannten fowie dem Vorstande des Holzarbeiter- Berbandes, den Parkettlegern Berlins, den Kollegen der Firma Bogel u. Co. und dem Gesangverein „ Streuzberger Harmonie" unferen 19985 innigsten Dank aus. Augufte Günther nebst Kindern. Jedes Stück ist ausgezeichnet! Die Ermäßigung wird an der Kasse abgezogen!! = Streng reell!= Wirklich äußerst günstige Gelegenheit! Kinder- und Jünglings- Anzüge, Paletots, Blusen und Hosen. KNORR'S Maccaroni. 16219V Kranken- und Sterbekasse aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg u. Berlin ( E. H.-K. Nr. 115). General- Versammlung am Sonntag, den 28. Januar 1906, bormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Obst( Tunnel), Meiningerstr. 8. Zages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Staffett bericht. 3. Antrag Liebig. 4. Neu wahl des gesamten Borstandes. 5. Ver. fchiedene Sassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen der Mite glieder ersucht 286/ 4* Der Vorstand. Greift zu! 0000000000000000000000000000000000 Joppen Achtung! Vereine, Gewerkschaften! Dem verehrten Publikum, Vereinen und Gewerkschaften sowie allen Freunden und Bekannten zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich das herrlich an der Oberspree gelegene, mit Veranden und Hallen versehene zirka 15 000 Personen fassende Etablissement Hasselwerder käuflich erworben habe. Bequem vom Bahnhof Nieder- Schöneweide- Johannisthal in 5 Minuten zu erreichen. Dampferenlegestelle der Stern- Gesellschaft. 5685L* Ausspannung für 200 Pferde. Im großen Saale jeden Sonntag: Ball. 6 Kegelbahnen. AAAA Volksbelustigungen aller Art. AAAA In meinen Festsälen Rüdersdorferstr. 45 setze ich mein Geschäft bis zum 1. Oktober 1906 Hochachtungsvoll unverändert fort. Albert Scheruch, Rüdersdorferstr. 45. 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Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 52 ( Ede 1165* 1885b gesucht. Derselbe muy redegewandt und eine agitatorische sowie organisatorische Kraft sein. Die Sperre über die Firma Giese & Borchardt, Leisten- u. Bilderrahmen- Fabrit, Adalbertstr. 37, ift aufgehoben, da die Differenzen beigelegt find. Gehalt 2200 M. Eintritt am 15. März 1906. Offerten find bis zum 25. Januar Suzug ist fernzuhalten von der an Paul Schlemann, Remscheid. Firma M. Schürer, Scheiben. Freiheitftr. 32, au richten. 57862 berg i. Sachi. Tüchtige farbigmacher Für Rahmenbergolder bleibt die Firma Bethke, Berlin, Koch 225/ 8* ftraße 62, gesperrt. Der Vorstand des Verbandes der Vergolder. Redahtion und Expedition i Berlin, Cindcnltr. b». fernlprecfter: Bmt IT, 198}. Nr. 16. Sonnabend, den 20. Januar 1006. Infcratc SetDsgclpalfene Kolonelzeile 20 PTo. i Bei größeren BulttZgen entsprechenden Rabatt. II partci-Hnö|clec(cnbeiten. Boxhagen-Rummelsburg. Die Wählerlisten zu den Gemeinde Wahlen, welche im März d. I. in allen Bezirken stattfinden, liegen zur Einsicht bis zum 30, Januar im Rathaus, Zimmer 23 und bei folgenden Genossen aus: Fnr den I. Bezirk, welcher sämtliche Straßen innerhalb der Ringbahn umfaßt, also der ganze Ortsteil Boxhagen bei Gustav Tempel, Alt-Boxhagen 56. Für den II. Bezirk. welcher sämtliche Straßen nördlich der Ostbahn umfaßt, also Tiirr- schmidt» und Kantstraße nebst den Querstraßen bei Otto John, Karlshorsterstr. t. Für den Hl. Bezirk, welcher sämtliche Straßen südlich der Ostbahn umfaßt, also der ganze Kietz, Prinz Albert-, Haupt-, Rathaus- und Liebigstraße bei Albert Gorgas, Prinz Albertstr. 71. Britz-Buckow. Am Sonntag, den 21. Januar, früh Vj� Uhr, Handzettclverbreitung. Die Genossen werden ersucht, pünktlich in den Bezirkslokalen zu erscheinen. Der Vorstand. Neucnhagen iOstbahn). Am Sonnabendabend 8 Uhr findet bei Aug. Wünsche, Bahnhofstr. 27. eine Versammlung des Wahlvereins statt. Es soll über die Gemeindewahlen verhandelt werden eventuell Aufstellung von Kandidaten. Nachher Bezirksführerwahlen. Die regelmäßige Versammlung am 21. d. M. fällt wegen der Protest- Versammlungen aus. Der Vorstand des Wahlvereins Neuenhagen(14. Bezirk Kr. N.-B.) Obcr-Schönewcide. Die Genossen werden aufgefordert, die Wählerlisten für die Gemeinderatswahl einzusehen. Dieselben liegen aus im Gemeindebureau, Zimmer Nr. 10, in der Zeit von 8 bis 3 Uhr. Wem eS nicht möglich ist dieselbe selbst einzusehen, der wolle sich an die Genossen Jacobsen, Rathenaustr. 21», Karl Schulte, Wilhelmincnhofstr. 43, August F eng er, Frischenstr. 6, Ernst Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 13, I. Grunow. Edison- straße 10, I, Max Walter, Edisonstr. 12