Nr. 28. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Boft- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart bro Monat. engelet täglich außer Montage. Vorort- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fedsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 40 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Bort 10 Big. jebes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben sählen für zwei Borte. Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben merden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffuct Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernwrecher: Amt IV. Nr. 1982. Menschenopfer. Sonnabend, den 3. Februar 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. 9r. 1984. nehmerium in den Schoß wirft. Es hat bekanntlich nach dem Und wie steht es mit den Unsummen", die an I unfallversicherungsgesetz das Unternehmertum erst vom Ablauf geblich alljährlich zur Sicherung von Leben und der dreizehnten Woche nach dem erlittenen Unfall Gefundheit der Arbeiter ausgegeben werden? ab zu zahlen. Diese für 13 Wochen lang gefparte Entschädigung Die Kreuz- Zeitung" hat wohlweislich verschwiegen, wie empörend Die den Interessen der Unternehmer dienende Presse schäumt muß zugerechnet werden. Rechnen wir 20 M. wöchentlich, also 260 M. wenig insbesondere die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über die an der Hand der amtlichen Rechnungsergebnisse der Berufs- für 13 Wochen als durchschnittliche Entschädigung eines Verlegten, so an Unfallverhütungskosten ausgeben. Berechnen wir wiederum an genoffenfchaft von uns gegebene Darstellung der ungeheuren Opfer greifen wir sicherlich nicht zu hoch. 128 921 Schwerverletzte, denen der Hand der vorliegenden amtlichen Zahlen, wie groß auf, die auf dem Schlachtfeld der Arbeit in dem einen Jahr 1904 für die ersten 91 Tage nichts gezahlt wurde, bringen also dem die ungeheuren Unsummen" find, die das Kraut- und Schlotjunkergeblieben oder schwer verwundet find. Mit ihrer ihr und das Schuld- Unternehmertum einen ferneren Vorteil von 33 591 460. Hierbei tum auf Grund der Unfallgefeßgebung ausgegeben hat. Im Jahre bewußtsein des Unternehmertums besonders kennzeichnenden Unzucht haben wir nicht die Zahl aller, sondern lediglich die Bahl derer 1904 wurde von den landwirtschaftlichen Berufsgenossender Sprache überhäuft die gegnerische Bresse die sozialdemokratische in Ansatz gebracht, für die im Jahre 1904 zum erstenmal fchaften insgesamt( feineswegs etwa nur für Unfallverhütungen, Presse mit Vorwürfen. Die Magdeburgische Zeitung", ihr nach die Entschädigung gezahlt wurde. sondern Renten usw.) gezahlt: 34 736 861 M. Nach der Nachweisung Streuz- Zeitung"," Tägliche Rundschau" usw. heulmeiern u. a. wie Der dritte Vorteil, der dem Unternehmertum aus der ausnahme des Reichsversicherungsamtes waren in landwirtschaftlichen Betrieben folgt: rechtlichen Natur des Unfallversicherungsgefeges im Gegensatz zu berfichert: 11 189 071 Personen. Es entfiel von allen Ausgaben der „ Gerade die Partei des Vortvärts" ist es gewesen, die in der Art, wie sie anfänglich der Gewerbe- Aufsicht entgegengetreten ist, dem Schadenersatzrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches zufällt, landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften für einen Versicherten aber auch durch ihre Kritik an der sozialpolitischen Gesetzgebung sich besteht in dem, was an den Witwenrenten gespart wird. für das Jahr 3,10 M., also für den Tag bare 0,85 Pf. pro Kopf mehr als ein Hemmschuh, denn als ein Förderer einer durch- Auch das tieftraurige Unglück der Witwen und Waisen füllt den des Arbeiters. Es ist schamlos, eine solche Summe, die noch nicht Es erhält nämlich die Witwe des einmal einen Bettel pfennig ausmacht, als Unsumme" zu begreifenden Arbeiterschußgefeßgebung erwiesen hat. Jahraus, jahrein Beutel des Unternehmertums. 11ur werden auf dem Verwaltungswege auf Bundesratsbeschluß neue verunglückten Arbeiters nur 20 Proz. des Jahresarbeitsverdienstes, zeichnen. Echuzvorkehrungen getroffen und Maßnahmen im Interesse der im günstigsten Falle also nur ein Fünftel des Schadens Wie stehts mit den Ausgaben bei gewerblichen BerufsGesundheit der Arbeiter angeordnet. Da Sorglosigkeit, ersetzt. Im Jahre 1904( in dem erstmalig an 6151 Witiven Ent- genossenschaften? Diese sind etwas höher. Es sind für das Jahr Fahrlässigkeit und Leichtsinn einen nicht geringen schädigungen gezahlt wurden) wurde insgesamt an 65 307 Witwen 1904 in allen gewerblichen Berufsgenossenschaften( ohne die VerTeil der Unfälle herbeiführte, hat immer mehr Bedacht darauf Unfallentschädigung gezahlt. Die Gesamtsumme der im Jahre 1904 ficherungs- Anstalten der Baugewerks, Tiefbau- und Seeberufsgenommen werden müssen, mechanisch wirkende Schußvorkehrungen zu treffen. Und wer nur einmal die ständige Ausstellung für gezablten Witwengelder beträgt 9 535 211 M. Mithin beträgt der genossenschaften) berausgabt: 116 579 253 m. Davon entfallen auf Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen in Charlottenburg besucht hat, Gewinn des Unternehmertums bei diesem Posten 38 140 844. ben opf des Versicherten für das Jahr 14,85 M., das Die Ausgaben der der weiß, wie staunenswerte und finnreiche Erfindungen gerade Bei dieser Rechnung haben wir z. B. noch außer Anfaß gemacht also für den Tag 4,07 f. nach dieser Richtung hin gemacht worden sind, und wie teine lassen: die 4/5, die das Unternehmertum an den Kinderrenten gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufsfowie der staatlichen und Opfer von der Industrie gescheut sind, um Leben und Gesundheit spart. Ferner haben wir nicht in Ansatz gebracht, daß den Kindern genossenschaften der Arbeiter sicherzustellen. Trotzdem kommt das fozialdemo- der Arbeiter nicht wie nach dem bürgerlichen Gesez bis zum fommunalen Ausführungsbehörden betrugen aufratische Zentralorgan auch heute wieder mit neuen An- oder über das 21. Jahr hinaus Unfallrente gezahlt wird, fammen für das Jahr 1904: 161 805 528 Mark. Das macht flagen. Es behauptet, die herrschende Slasse, die so gern vom sondern bis zum vollendeten 15. Jahre. Nicht be- für den Kopf des Versicherten pro Jahr Segen der Sozialgesetzgebung spreche, vermeide alles, was eine ferner der einfachen Uebersichtlichkeit 8,14 M. oder für den Tag 2,23 Pf. Eine Unfumume" Herabfegung der Unfälle zur Folge haben könnte. Ja, die Unrechnet haben wir fallgesesgebung selbst wirke durch ihren gegen die Rechte halber den Vorteil, den das Unternehmertum dadurch hat, daß der ist es demnach, wenn für den Arbeiter pro Tag durchder Arbeiter auf vollen Schadenersatz gerichteten ausnahmerecht in einem Krankenhaus untergebrachte Verletzte über schnittlich noch nicht 2. feitens der gewerb lichen Charakter auf Vermehrung der Unfälle fördernd ein. Denn haupt teine Nente erhält, und daß die während dieser Zeit antichen Berufsgenossenschaften rund 4 Pfennige fie nehme dem Arbeiter das Recht, vollen Schadenersaß zu verfeine Familie gezahlte Rente nur- des wirklichen Schadens und feitens der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften noch Das Streben der langen und befreien den Unternehmer von seiner Haftung auch nach dem Geseze beträgt. Würden wir diese Faktoren noch hinzu- nicht 1 Pfennig ausgegeben wird! für fahrlässig herbeigeführte Unfälle. Das Unternehmertum er ziele damit einen Gewinn, den das sozialdemokratische Zentralorgan rechnen, so würden wir eine 50 Millionen bei weitem übersteigende bürgerlichen Preffe, felbstverständlich bis hinein in die freiSumme noch hinzuzuaddieren haben. finnigste, geht dahin, die für die Opfer der Arbeit verausauf 30 Millionen fchätzen zu tönnen glaubt. Es gehört die Aus vorstehendem geht hervor, daß infolge der gesetzlichen Herab- gabten Summen durch Verschweigung der Summe, die auf den ganze Verlogenheit und Gewissenlosigkeit der fozialdemokratischen Presse dazu, um eine derartige fegung des Schadenerfaßes für verunglückte Arbeiter dem Unter- einzelnen Stopf des Arbeiters fommen würde, anzuführen und daBerleumbung auszusprechen angesichts der Un- nehmertum als Vorteil zum mindesten für das Jahr 1904 durch dem Uneingeweihten gegenüber den Anschein zu erweden, als summen, die alljährlich in den Industrie- erwuchs: 62 438 690+3 359 460+38 140 844 134 098 994 M. ob die sogenannte soziale Gefeßgebung wer weiß welche Lasten dem betrieben zur Sicherung von Leben und Ge Es läßt sich dieser Berechnung gegenüber einwenden, es feien ja Unternehmertum auferlege. Wir werden gelegentlich darlegen, Politifche Ueberficht. Berlin, den 2. Februar. Die Proffriptionslisten. Vor einiger Zeit veröffentlichte ein ehemaliger Straßburger Kriminalpolizeikommissar, Herr Alfred Stephany, eine Broschüre, die einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Stöllerschen Regiererei in Elsaß- Lothringen gestattete. Herr Stephany ist vom Bau; er fennt alle Schliche der polizeilichen Freimaurerei, er hat alles, was er schildert, jahrelang felbst eifrig mitgemacht: was er schreibt, sind eigentlich Selbstbekenntnisse, wenn er's auch nicht so nennt. Konnte man vielleicht eine Zeitlang annehmen, daß ein erheblicher, vielleicht der wesentlichste Teil seiner Enthüllun gen, Phantasiegebilde seien, so hat die Regierung von ElsaßLothringen diesen Glauben durch ihr Vorgehen gegen den gefährlichen Menschen gründlich zerstört. sundheit der Arbeiter ausgegeben werden, und in oben wiedergegebenen Berechnungen alle Unfälle, nicht lediglich wie beschämend niedrig die Ausgaben des Unternehmerangesichts der Millionen, die aus den Berficherungslaffen an die diejenigen enthalten, die auf ein Verschulden des Unternehmers tums für alle fogenannten sozialen Gebiete find und wie ungeschädigten oder invalid gewordenen Arbeiter fließen! Aber die fozialdemokratische Partei, die noch jedes Arbeiterschug- und zurückzuführen find. Berücksichtigen wir diesen Einwand. Auf ein geheuer hoch dem gegenüber die Lasten und Beiträge der Wohlfahrtsgesetz abgelehnt hat, angeblich, weil sie nicht unzuläng Verschulden des Unternehmers find nach der Statistik Arbeiter find. lichen Gesetzen zustimmen fönne, ist nicht in der Lage, auf der für das Jahr 1897 selbst nach der Annahme der Berufsgenossenartige Kampfmittel zu verzichten, wenn sie nicht ihren Anhang fchaften 16,81 Broz. zurückzuführen. Wer aber nicht nach der Aufverlieren will." faffung der Berufsgenossenschaften und der ihr folgenden des ReichsEs gehört in der Tat ein außerordentlicher Tiefstand dazu, über versicherungsamtes die Versicherungsstatistik von 1897 betrachtet, die Armee von Verlusten, die alljährlich der Profitgewinn der rechnet dem Unternehmertum zum mindesten noch zur Last: die Un Unternehmer an Arbeiterleben und Arbeitergesundheit erfordert, in fälle, als deren Urfache ungeeignete Kleidung" angegeben ist, das dieser zynischen Weise sich auszulassen. Welche Schamlosigkeit gehört sind 0,49 Broz. aller Unfälle, ferner die, die als„ Schuld des Arbeitdazu, gegenüber den feststehenden, von uns angeführten amt gebers und Arbeitnehmers" verzeichnet sind, das find 4,66 Broz. lichen Tatsachen der Sorglosigkeit, der Fahrlässigkeit und dem aller Unfälle, und endlich 10 Broz. der Unfälle, die auf Un Leichtsinn der Arbeiter die Hauptschuld an den Unfällen zuzu achtsamkeit und Ungeschicklichkeit der Arbeiter" beruhen sollen; insschreiben und zu leugnen, daß das Unternehmertum durch die gesamt betragen diese nach der Statistit 20,85 Broz. aller Unfall. ausnahmerechtliche Stellung, in die der im Betriebe verlegte Arbeiter urfachen: 10 Broz. rechnen wir ohne Unbill auf Konto der Unterdurch das Gesey gelangt ist, jahraus jahrein Millionen genehmer. Bei dieser der früheren Rechtsprechung des winnt, ja gar von„ Unfummen" zu sprechen, die alljährlich in den Reichsgefeges entsprechenden Klassifizierung der Unfall Industriebetrieben zur Sicherung von Leben und Gesundheit der urfachen fommen auf Verschulden des Arbeitgebers Arbeiter ausgegeben werden! mindestens 81,96 Proz. aller Unfälle. Führen wir nur Wie steht es mit der Prämie, die bem Unter- 25 Bro3. aller Unfälle auf Fahrlässigkeit oder Vorfäßlichkeit der nehmertum infolge der Unfallgefeggebung in Arbeitgeber zurüd, so fommt als der mindeste Vorteil, den das den Schoß fällt und die um so höher ist, je mehr Unternehmertum infolge des Unfallversicherungsgefeges hat, die die Zahl der Unfälle wäch st? Gerade die Betrachtung der Summe von 33514748 M. Heraus. Selbst wenn wir nur Rechnungsergebnisse zeigt, daß die Unfallversicherungsgesetzgebung 16,81 Pro3., den Angaben der Berufsgenossenschaften folgend, als leineswegs eine Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle, sondern durch Unternehmer fahrlässig oder vorfäßlich verschuldete Unfälle eine Versicherung der Arbeitgeber gegen die Folgen der beim erachten, so fäme ein jährlicher Gewinn von 22%, Millionen Betriebe fich ereignenden Unfälle ist. Der Schadenerjag, den der für das Unternehmertum heraus. In der oben wieder unfallverlegte Arbeiter erhält, besteht nicht, wie bei dem Schaden gegebenen Betrachtung dessen, was das Unternehmentum in den eriaz für jeden anderen Bürger, im Ersatz des Verlustes und des ersten 13 Wochen spart, hatten wir nur die Zahl der erstmalig im infolge des Unfalles entzogenen Gewinns, der nach dem ge Jahre 1004 entschädigten angegeben. Insgesamt sind für das Jahr wöhnlichen Laufe der Dinge oder nach den besonderen Um 1904 583 965 Unfälle angemeldet, von diesen insgesamt angemeldeten fann. Der Unfällen belasten also über 76 Proz. im wesentlichen die ständen mit Wahrscheinlichkeit erwartet werden Arbeiter Schadenersatz besteht vielmehr abgesehen von den Strantenfaffen und nicht die Unternehmer. Wir hatten also in Teider so seltenen Fällen der Zubilligung einer Hülflofen unserem Artikel, der dem Scharfmachertum so wenig gefällt, rentena dem Gesez höchstens in zwei Dritteln, bei der ungefähren Schäzung von 30 Millionen Gewinn nicht zu und nach der Rechtsprechung in einem noch fleineren Bruchteil des hoch, sondern viel zu niedrig gegriffen. Das zeigt auch eine Einsehung wirklichen Schadens. Ee berbient mithin das Unter- des an den Kinder- und Entelrenten für das Unternehmertum nehmertum und das mag sich die Kreuz- Beitung", deren Ersparten. An Kinder und Entel( insgesamt 97 145 Berfonen) find Bynismus bei der Bewertung von Arbeiterleben und Arbeiter im Jahre 1904 insgesamt 11 588 747. gezahlt. Der dem Unter gesundheit freilich begreiflich ist und derselben Weltanschauung nehmertum zufallende Gewinn beträgt alfo 47 354 988 m. ober, entspricht, der das ungeheure Wachstum der Unfälle in landwirt wenn man 25 Broz. auf Schuld des Unternehmers rechnet und allein schaftlichen Betrieben zuzuschreiben ist, hinter die Chren schreiben die dann entstehende Summe einfegen will, 11 838 747. Falls man bas Drittel, das nach dem Gesetz dem Arbeiter, weil er im aber nur 16,81 Proz. aller Unfälle zugunsten des Unternehmertums Betriebe und nicht außerhalb desselben verlegt ist, entzogen wird. berücksichtigt, so macht diese an den Kinderrenten ersparte Summe Diese Summe au den oben im Dies Drittel stellt sich als die Hälfte der den verlegten Arbeitern in immerhin über 7990 000 m. einem Jahre gezahlten Entschädigung dar. Im Jahre 1894 wurden an güluftigsten Falle als Gewinn des Unternehmertums ausgerechneten Entschädigungsbeiträgen insgesamt nach der amtlichen Nach- 22 Millionen zugerechnet, übersteigt bereits unfere Annahme von weisung gezahlt: 124 877 880 Mart. Mithin verdient das Unter- 30 Millionen Jahresgewinn des Unternehmertums. nehmertum hiervon die Hälfte, das macht 62 438 690 Mart für das eine Jahr 1904. Aber dieser Geldvorteil fiellt noch lange nicht den gesamten Geldvorteil dar, den die Unfallversicherungsgesetzgebung dem Unter Er hat eine Menge privaten und persönlichen Schmutz aufgedeckt. Der kümmert uns nicht. Aber die deutsche Justiz war bisher gegen solche Sünder erbarmungslos. Im Falle Stephany vermied fie es, gerade auf diese Frage einzugehen. Höhnend konnte der angebliche Verleumder in einem Briefe an die Straßburger Bürgerzeitung" schreiben: " " " Statthalterbureau und Ministerium wissen ganz genau, daß meine Broschüre fein Pamphlet" und kein Schandwerk" ist, und daß meine Depositionen weder alter Klatsch" noch„ Erfindungen" find. Sollte indessen irgend jemand glauben, von miz zu Unrecht angegriffen worden zu sein, so stehe ich ihm hier, in ber Schweiz, sur Verfügung. Zürich liegt nicht in Honolulu, auch hier gibt es Strafgerichte, welche dem wissentlichen Verleumder die ihm gebührende Strafe zukommen lassen. Darum En avant! Meine hiesige Wohnung ist: Leonhardstraße Nr. 12. Stephany, Kriminalpolizeikommissar a. D." Niemand fand sich, der gegen Stephany auf dem gezeigten Wege vorging und die provozierte Beleidigungsklage gegen ihn einreichte. Dagegen ist er, wie mitgeteilt, plöglich in Zürich verhaftet worden, um vor ein deutsches Gericht geschleppt zu werden. Er wurde, wie man uns schreibt, der Unterschlagung eines zu den Aften gehörigen Briefes beschuldigt, der feinen Erklärungen zufolge nachweislich ein Privatbrief sein soll. Jedenfalls wird er nur unter der Zusicherung des freien Geleits für die Vergehen der Beleidigung usw. ertradiert werden. Wenn seine Broschüre nichts Statt der Flut von Schimpfworten, deren sich die Kreuz- weiter als eine Sammlung von Klatschgeschichten war, wozu Zeitungs"-Ritter und die Schlotritter in ihrer Preffe bedienen, dann diese Maßnahme der Regierung um einen Brief? follten sie versuchen, die vorstehend festgestellten Tatsachen zu Wozu eine Maßnahme, die es geradezu unmöglich macht, auf dem Wege der Privatbeleidigungsflage in ein Feststellungs widerlegen. Zahlen find hartnädige Dinge. " -NGO nach Straßburger Sozialdemokraten, Gemeinderatsmitglied Böhle, wünschenswerten Deutlichkeit herausgesagt. Man kann Konferenz des Labour Representation Committee furz nach Zuberfahren einzutreten? Die Sache der angeblichen Unter- Ideutungen hinauszugehen. Der Hochwürdige fordert seine Zuhörer Kriegstanz gegen einen vermeintlich liberal gesinnten Gegner auf schlagung mag ausfallen wie sie will, ein Erfolg derfelben ist in der Sonntagspredigt auf, am Tage der Inventuraufnahme geführt, während man sich kaum ernstlich bemühte, Clynes' sozialen ficher: da Stephany in Deutschland wegen Beleidigung zum Zeichen des Protestes gegen die Vergewaltigung der und arbeiterrechtlichen Argumente zu widerlegen. Heute nicht verfolgt werden kann, in der Schweiz eine Klage gegen Stirche sich um ihn zu versammeln. Wenn der Beamte kommt, worum es sich handelt, und ihre Führer suchen sich gegenseitig zu ihrer Niederlage beginnen die Konservativen besser zu verstehen, den zwangsweise in Deutschland Weilenden nicht angängig wird er, der Hochwürdige, einen Protest verlesen, die Schar überbieten in Bemühungen, der jungen Arbeiterpartei gehörig den ist, so wird die eintretende Verjährung eine Beleidigungs- der Gläubigen wird fromme Lieder singen. Ist dabei etwas Hof zu machen, um sie zu gemeinsamer Oppofition gegen die liberale flage gegen ihn und so eine gerichtliche Aufklärung unmöglich Ungesetzliches oder gar etwas wie Jufurrektion? Und kann Regierung zu gewinnen. machen. der Hochwürdige etwas dafür, wenn die Beter und Sänger, Für die Stellungnahme der liberalen Partei ist es bezeichnend, Die politisch wichtigste Behauptung, die er aufstellt, ist vom heiligen Zorn übermannt, den Beamten aus der Kirche daß zu Beginn der Wahlen einige ihrer bedeutendsten Tagesfolgende: Er stellt die Existenz von Proffriptionslisten fest, werfen, die Inventuraufnahme verhindern und den Abgefandten zeitungen die Siege der Arbeiterpartei mit ihren eigenen zuſammenwelche die Regierung in regelmäßigen Zwischenräumen des Staates mit seinen uniformierten Begleitern durchprügeln? faßten, wo Arbeiter und Liberale zusammen einen Konservativen revidiere und ergänze. Run könnte allerdings jemand finden, die vollkommene berdrängten. Dagegen zählten sie die Siege der Arbeiterpartei separat auf, sobald die Mehrheit der liberalen Stimmen für sich Auf jeder Kreisdirektion und jeder Polizeidirektion Gleichmäßigkeit, mit der sich diese Szenen in den verschiedenen allein gesichert schien! Man hat sich demnach der sozialistischen und werden nach ihm geführt: Kirchen der verschiedenen Städte abspielen, weisen auf einen Trades- Unions- Erfolge bedient, um der radikalen Bewegung eine 1. eine Geheimliste derjenigen Elsaß- Lothringer, welche im allgemeinen Plan, die ganze Betbrüderrevolte deute auf eine einheitliche Farbe zu geben; sobald man aber auf die Schminke als Mobilmachungsfall ausgewiesen werden; erkünftelte Leidenschaft hin. Worin besteht in der Tat die Lockmittel verzichten zu können wähnte, tat man's ohne die geringste 2. eine Geheimliste derjenigen Elsaß- Lothringer, die im Vergewaltigung", gegen die die Frommen protestieren? Sie Scheu. Mobilmachungsfall festzunehmen und in ein- und ausbruchs-, fo- rufen:„ Nieder mit den Dieben!" Aber wem wird etwas ge- Erfolg der Wahlen, insofern er die Arbeitergruppe angeht, nicht unDen in der Arbeiterbewegung stehenden Politikern kommt der wie bombenficheren Kasematten unterzubringen find. nommen? Die Inventarisierung der Kirchengüter hat doch den In dieſe Liſten ſeien unter anderem aufgenommen wed, gemäß dem neuen Kirchenpolitischen Gesetz die Ueber- erwartet. Man hatte jahrelang an der Vorbereitung gearbeitet worden: die klerikalen Reichstagsabgeordneten weisung der Kirchengüter an die katholischen auch den weniger gut organisierten Zweigen der Independent Labour Ueber- bas lange Zaubern der letzten Regierung vor ihrer Abdankung hat Abbé Delsor und Rechtsanwalt Dr. Bonderfcheer; Stultusverbände zu bewerkstelligen! Die Pfarrer und Party und des Labour Representation Committee Zeit genug ge die männlichen Mitglieder der Familie Baumann frères, die fleritalen Führer, die regierenden Geister des Lärms, sind geben, ihre Waffen zu schärfen. Die politische Unabhängigkeit von Mühlenbesizer, der Gutsbesizer Definger in Grafen- fich dessen vollkommen bewußt. Warum halten sie den alten Parteien wurde zum Hauptpunkte der Propaganda gemacht, staden, der Gutsbefizer Baron de Dardein in Klobsheim, ihre Gläubigen im Irrtum?- Aber auch die Phrase von und auch da, wo der Kandidat nicht eingestandenermaßen oder wirk wegen ihrer gehobenen sozialen Stellung in Verbindung mit der Heiligtumsschändung hat jeden Schein von Berechtigung lich nicht auf dem Boden des Sozialismus stand, trug die Hoffnungsdem Umstande, daß sie Verwandtschaft im Auslande befizen verloren, seitdem die Regierung den kommissaren den Auftrag volle Aussicht auf direkte Klassenvertretung wesentlich zur Berund der Regierung gegenüber ein gemessenes Benehmen zur gegeben hat, von der Deffnung der Tabernakel abzustehen und besserung seiner Aussichten bei. Die Frage, wie fich die aus verSchau tragen; der frühere Pfarrer Spik in Düppigheim; ihre Pflicht mit Umgehung jeglicher Schikane zu erfüllen. mente organisieren wird, steht im Vordergrunde des Intereſſes. Die schiedenartigen Elementen zusammengesezte Arbeitergruppe im Barladie Fabrikdirektoren 2üd, Sailer, Schmitthäusler weder in ihrem Besiz noch in ihrer Würde erleidet die Kirche nicht- Sozialisten scheinen wenig geneigt, Steir Hardie oder einen der Illkirch- Grafenstadener Maschinenfabrik, da in letzterer irgend eine Beeinträchtigung warum also das wüste anderen der sozialistischen Hauptleiter das Ruder zu überlassen; die die Buchführung die französische ist, und weil die Inschriften Toben? Sozialisten wieder werden sich schwerlich mit der Führerschaft eines in und an den Fabrikräumen in französischer Sprache abgeDas Rätsel ist nicht schwer zu lösen. Die wirkende nicht- sozialistischen Leaders einverstanden erklären. Die Sensationsfaßt sind; die sozialdemokratischen Redakteure Martin in Kraft der Kirchenstandale ist nicht die Religion, sondern die preffe spricht heute schon von einer Zersplitterung der Arbeitergruppe Mülhausen und Peirotes in Straßburg, der Führer der Politik! Das hat hat Rouvier heute mit der in zwei oder drei von einander unabhängige Abteilungen. Da eine fowie der Führer der Mülhauser Sozialdemokraten, Landes- sich davon auch überzeugen, indem man die Persönlich es mehr als unnötig, fich jetzt schon darüber den Kopf zu zerbrechen. sammentritt des Parlaments diefen Gegenstand diskutieren wird, ist ausschußzabgeordneter Emmel; die meisten Mülhauser Groß- feiten betrachtet, den Pfarrern beim Arrangement Es kann indessen nur nützlich sein, wenn man sich gleich zu Anfang industriellen, zahlreiche Großkaufleute, Bankiers, Brauerei- assistieren. Ueberall findet man die Nationalisten mit der parlamentarischen Session keinen Illusionen über den inneren besitzer in Diedenhofen, Mek, Straßburg, Kolmar, Mül- an der Spitze, darunter viele, an deren katholischer Recht- Zusammenhang oder Nichtzusammenhang der Arbeiterpartei hingibt. hausen. gläubigkeit starke Zweifel bestehen. Die reaktionären Parteien wollen die religiöse Gläubigkeit, besonders auch die der Frauen, bei den kommenden Wahlen gegen die Republikaner ausspielen. Die Religion ist ihnen dabei ganz gleichgültig. wissen, daß ihr jetziges Randalieren keinen Erfolg haben, daß Die Köln. Volksztg." erhält aus Parlamentsfreifen eine ber hinausgeworfene Regierungsbeamte mit stärkerer Assistenz Kennzeichnung der augenblicklichen Lage der Reichsfinanzreform. wiederkehren und der Staat Sieger bleiben wird. Aber Nach den Kommissionsbeschlüssen, wird in der Zuschrift ausgeführt, hätten sie Erfolg, wer anders würde den Schaden davon sei von der Brausteuererhöhung, die 67 Millionen habe haben als die Stirche selbst, deren neue Organi- bringen sollen, nur ein Ertrag von 24, ja nach der in der zweiten fationen nicht in den Besitz des vorhandenen, ihnen Lesung zu erwartenden Aenderung der Staffelung nur von nach dem Gesetze zustehenden Gutes gelangen, nicht zur Aus- 21 Millionen zu erwarten. Der erhoffte Ertrag von 28 Millionen übung ihrer Funktionen instandgesetzt werden könnten! aus der Tabatsteuer werde überhaupt in Fortfall kommen, und Gegenüber dem demagogischen Treiben bewahrt die Ne- die Zigarettensteuer werde statt der erhofften 16 Millionen gierung eine forrette Haltung, in der sich Entschiedenheit mit nur 6 Millionen bringen. Bermeidung überflüssiger Gewalt paart. Allerdings, der Vor- Ebensowenig fei die Annahme der Quittungs- und wurf läßt sich nicht von der Hand weisen, daß solche rachturkunden- Steuer, bei der mit einem Betrage von Vernunft nur eben in solchen Fällen obzuwalten scheint, 57 millionen gerechnet worden sei, zu erwarten. Alles das bedeute wo es sich unt eine Opposition der„ respektablen" Leute dann zusammen schon einen Ausfall der geforderten Steuern von handelt. Von streifenden Arbeitern ließe man Organen der öffent- 141 Millionen. lichen Gewalt sicher nicht so übel mitspielen wie von den„ Selbstverständlich" könne dieser Ausfall durch eine höhere Be frommen Insurgenten. Aber immerhin auch anderswo messung der Erbschaftssteuer nicht gedeckt werden; im Gegen könnte man daraus lernen, daß der Staat durch Straßen- teil sei es fraglich, ob die Regierung nach der Zerpflückung ihres demonstrationen nicht gleich zugrunde geht, und daß selbst, indirekten Steuerbuketts sich überhaupt noch auf die Reichserbſchaftswenn irgendwo ein paar Polizisten nicht den geforderten steuer einlassen werde. Sei aber dergestalt die ganze ReichsfinanzRespekt gefunden haben, dem beleidigten Göken Autorität nicht reform gescheitert, so bleibe nichts anderes übrig, als das durch das gleich Blutopfer gebracht werden müssen. neue Flottengefeg auf 200 Millionen anwachsende jährliche Defizit Der Pfaffenkrieg wird seinen Zweck: den anti- durch eine Erhöhung der Matrifularbeiträge zu republikanischen Parteien auf die Beine zu helfen schwerlich becken. Brengen werde dann allein 120 Millionen an Matrikularerreichen. Dem französischen Kleinbürger und dem Bauern, beiträgen aufzubringen haben, was ihm nur möglich sei, wenn es auf die man dabei rechnen müßte, liegen die irdischen Be- die Einkommensteuer um 50, 60 ja allmählich bis zu 76 Proz dürfnisse sehr, überirdische aber um so weniger am Herzen, erhöhe. und sein höchster idealer Aufschwung liegt in der Linie der patriotischen, nicht der himmlischen Glorie. Die Existenz dieser Proffriptionslisten ist nun inzwischen erwiesen! Die beiden klerikalen Abgeordneten Preiß und Wetterlé brachten die Affäre im elsaß- lothringischen Landesausschuß zur Sprache. Unter allgemeiner Spannung des Hauses gab Unterstaatssekretär Mandel zu:" Ja, es gibt solche Listen!" Es wäre eine schwere Versäumnis seitens der Regierung, forgte sie im Kriegsfalle nicht dafür, daß Personen, von denen man weiß, daß sie mit ihrem Ansehen und mit ihrem Vermögen eine feindselige Beeinflussung der Bevölkerung zuwege bringen würden, sofort außer Landes fommen. Solcher Personen müsse sich die Regierung im Ernstfalle versichern, folche Personen kommen auf die Proffriptionsliste. Von allen Personen, welche die Stephany- Broschüre aufführte, sei nicht eine einzige auf der Liste. Alle jene Namen, wegen welcher eine Misstimmung zwischen Regierung und Bevölkerung gefät wurde, seien erlogen. Die Proffriptionslisten werden von den Kreisdirektoren vorbereitet, es befinden sich aber nur ganz wenige Personen im ganzen Lande auf diesen Listen. Die Listen existieren also! Es ist für die Allgemeinbeit ganz gleichgültig, ob die von Herrn Stephany genannten oder andere Personen auf der Liste stehen. Die furchtbare Tatsache ist richtig, daß iiber gewisse der Regierung oder irgend einem obffuren Beamten unliebsame Personen das Damoklesschwert sofortiger Internierung hängt, sofern am politischen Wetterhimmel eine Schwarze Wolfe auftaucht, wenn ganz ohne Zutun der Beganz ohne Zutun der Betroffenen der Barometerstand auf Srieg weist! Noch mehr hat die Interpellation an den Tag gebracht: Herr Unterstaatsekretär Mandel behauptete ganz feelenruhig: Jede Regierung führt solche Listen!" Das läßt den Verdacht aufkommen, daß diese nicht nur für Elsaß- Lothringen, daß sie für ganz Deutschland existieren! Was sagt der Reichskanzler, nicht zu der Enthüllung des Herrn Stephany diese ist klargestellt, sondern zu der des Herrn Unterstaatssekretär. Mandel? -Sie Der politische Mißerfolg der Reaktionäre wird aber die Stirche zwingen, den neuen Zustand der Dinge anzuerkennen. Da sie sich jetzt vorsichtigerweise nicht engagiert hat, wird sie sich zu dieser Anerkennung noch einmal verstehen dürfen, ohne groß Einbuße an ihrer Autorität zu erleiden. " Deutfches Reich. Die Aussichten der Reichsfinanzreform. Dieser Weg wäre vielleicht auch der vernünftigste, würden dann doch wenigstens die Leistungsfähigen zum Steuerzahlen herangezogen. " 1 Der Reichsbote", das dem„ christlichen" Herrn Stöder politisch so nahestehende Organ, ist über diese Perspektiven ganz entfezt. Durch solche sozialistische" Borschläge nähere fich das Zentrum immer mehr der Politik der Sozialdemokratie". Sei es doch eine unglaubliche Zumutung an die Befigenden, 50-76 Prozent EinAus der Schweiz wird zu dem Falle noch gemeldet: Die Arbeiterpartei im englischen Parlamente. tommensteuer mehr zu zahlen, da diese die Mehrbelastung nicht Die Handlangerdienste, welche die Züricher Polizei der Elfasser Wenn man die englischen Tageszeitungen der letzten zwei Wochen tragen" tönnten. Selbst wenn die Pression des Zentrums nur Regierung leistete, indem sie den ehemaligen Straßburger Polizei in die Hand nimmt, muß man sich verwundert fragen, wie es dahin gehen solle, schließlich doch der vom Zentrum empfohlenen tommissar Stephany verhaftete, werden vielleicht doch noch vom möglich ist, daß eine Bewegung, der in den Wahlen die Schaffung Bundesgericht forrigiert werden. Denn es ist doch zweifellos, daß einer 30 Mann starken Parlamentspartei gelang, den bürgerlichen fabelhaften" Erbschaftssteuer zur Annahme zu verhelfen, so sei das die Straßburger Regierung den ehemaligen Polizeikommiffar nicht Organen so ganz verborgen geblieben sein sollte. Die deutschen ein unerhörtes Vorgehen. Wir fürchten, daß das„ christliche" Blatt sich unnötig aufregt. beswegen verfolgt, weil er irgendwelche Aften befizen follte, Tageszeitungen( u. a. Frankfurter Zeitung" und„ Kölnische Zeitung") sondern fie will ihn paden wegen seines politischen Wer sind natürlich in ihren Betrachtungen der Bewegung, die selbst in Dafür, daß sich das Zentrum nicht allzu energisch für eine„ fabelder englischen Presse so verschiedenartige Beurteilungen erfahren hat, hafte" Erbschaftssteuer ins Beug legt, forgen schon die Zentrumsgehens. Unter aber, solchen Umständen kommt erst recht nicht auf den Grund gegangen. Nur einige der be- agrarier des„ Rheinischen Bauernvereins" und die übrigen Zentrums „ Volfsrecht" bon Züricher juristischer Seite auseinander- deutendsten englischen Blätter brachten lange Artikel von Arbeiter fapitalisten. Wie es denn überhaupt erst abzuwarten ist, ob das führern und Interviews mit den nengewählten Arbeitermitgliedern des Zentrum nicht doch noch in gewohnter Weise umfällt. Es wäre ja Unterhauses, um ihren Lefern Gelegenheit zu geben, Aufklärung über die Zentrum nicht doch noch in gewohnter Weise umfällt. Es wäre ja Biele und Absichten der neuen Parlamentsgruppe aus erster Quelle nicht das erste Mal, daß das Zentrum ein kategorisches Nein sagte, zu schöpfen. Einige der provinziellen Abendblätter, welche unter um im Augenblick der Entscheidung ein verschämtes Ja zu lispeln. allen Umständen vor dem Winde der öffentlichen Meinung zu fegeln Es wäre nichts gefährlicher, als wenn die Arbeiterklasse sich durch pflegen, haben dann schnell innerhalb der letzten Woche einen geradezu die Zentrumsdemagogie in Sicherheit einlullen ließe! revolutionären Enthusiasmus für das Ideal einer demokratischen Boltsvertretung entwickelt! Die staatsanwaltschaftliche Wahlrechtsflugblattaktion hat auch in wie im gesetzt wird, der Artikel 4 des deutsch- schweizerischen Auslieferungsvertrages in Anwendung, welcher lautet:„ Die Auslieferung foll nicht stattfinden, wenn die strafbare Handlung wegen deren die AusLieferung berlangt wird, einen politischen Charakter an sich trägt oder wenn die auszuliefernde Person beweisen fann, daß der Antrag auf die Auslieferung in Wirklichkeit mit Absicht gestellt werde, fie wegen eines Verbrechens oder Vergehens politischer Natur zu verfolgen und zu bestrafen." Im Interesse des guten Rufs der republikanischen Schweiz als ein Zufluchtsort aller politisch Verfolgten ist es sehr zu wünschen, daß das Bundesgericht der preußenfrommen Züricher Polizei einen Strich durch die Rechnung macht. Die Klerikale Revolte. Paris, 1. Februar. = Die Stellungnahme der unabhängigen Arbeitergruppe im Elberfeld bereits zu einer förmlichen Anklage auf Grund des§ 130 parlament macht den Weissagern der alten Parteien nicht wenig des Strafgesetzbuches geführt. Die Staatsanwaltschaft hatte es gut Stopfzerbrechen. In den City Cafés kann man Gespräche hören, vor, nicht weniger als zehn Genossen waren als Angeschuldigte verdie Bilder von scharfen Slaffenkämpfen, von ruiniertem Welt- nommen worden, und zwar die Mitglieder der Verlagsgesellschaft handel, von einer in der Auflösung begriffenen Großindustrie der Freien Presse", die Mitglieder des niederrheinischen Agitationsheraufbeschwören. Man ist sich also Man ist sich also wohl bewußt, daß ein Stein ins Nollen gekommen ist, der mit wachsender fomitees und der Geschäftsführer der Freien Presse", in deren Geschwindigkeit nach dem Muster der kontinentalen Arbeiterparteien Druckerei das Flugblatt hergestellt worden ist. Letzterer, Genoffe zu einer gewaltigen Lawine anschwellen wird. Die sozialistische Ullenbaum, hat nun die Anklageschrift erhalten, während Die Kirchenstandale, die jetzt anläßlich der Inventarisierung Färbung der neuen Arbeitergruppe ist leider nicht allzustart, und es gegen die übrigen das Verfahren eingestellt werden ber Kirchengüter in ganz Frankreich aufgeführt werden, sind ist bedauerlich, daß einige der bedeutendsten Vorkämpfer des Sozia- mußte. ein klassisches Beispiel für die hinterhältige, verlogene Jesuiten- tismus in England, wie Hyndman, Bruce Glasier, Ben Tillet usw. Hammer und Ambos. politik. Die vatikanischen Strategen schicken ihre Mannen nicht genug Stimmen zu gewinnen vermochten, um ihre Wahl zu Von einem tüchtigen, seine Justruftion fennenden Soldaten wird besonders aber auch ihre Weibsen ins Gefecht, aber sichern. Aber auch in den Fällen der Niederlagen hat die Anzahl nur als Freischärfer, für die sie die Verantwortung der für die unabhängigen Vorfämpfer abgegebenen Stimmen allen bekanntlich verlangt, daß er, vorbehältlich des ihm zustehenden Beschwerderechts, sich geduldig knuffen läßt, wenn es seinem Vorgesetzten ablehnen können. Sie wollten erst ausprobieren, wie start der gerechtfertigten Voraussetzungen entsprochen. Die beiden alten Parteien sind, wie schon gesagt, von dem so beliebt, ohne sich wehren zu dürfen. Macht einmal ein Soldat fleritale Stampfeifer im Volte ist, um hinterher dem Staate Siege der Arbeitergruppe geradezu überrumpelt worden. Man hatte von dem jedem anderen Staatsbürger zustehenden Stechte der Notje nach dem Resultate Krieg oder Frieden zu bieten. ben erneuerten Angriff einer bisher so wenig erfolgreichen Wolfs- wehr Gebrauch, dann wird seine Handlung anders bewertet als die Die römischen Füchse wissen noch nicht, ob sie den Löwenmut bewegung vor den Wahlen nicht ernst genug genommen, und jetzt des fuffenden und puffenden Vorgesetzten. Auch der Dragoner der Kreuzfahrer oder die Taubendemut der Märtyrer erwählen nach den Wahlen weiß man nicht, welches wohl die geeignetste Tattit Bierow von der Leibeskadron des 17. Dragoner- Regiments pollen. Die unfehlbare Entscheidung des heiligen Baters in den Beziehungen zu der neuen Gruppe ist. Einige der konser in Ludwigsluft hat in Erfahrung bringen müssen, daß ihm das-Beschwerderecht zusteht. Am Morgen wird weniger das Werk des heiligen Geistes als das der vativen Kandidaten verfehlten während des Wahlkampfes in ihren nur Angriffen auf fozialistische Gegenkandidaten ganz ihr Biel; die alt- 11. Dezember 1905 hielt 3; sich in angetrunkenem Bufranzösischen Polizei sein. Die Juszenierung des Kirchenlärms ist ein Meisterstück modischen Herren, welche ihre Wahlkreise oft zehn Jahre und länger stande auf dem Ererzierplatz auf, wo der Unteroffizier Warkentin zweideutiger Demagogie. Der Papst die oberste Autorität vertreten hatten, waren auf die liberale Geguerschaft geschult, einige Leute nachererzieren ließ. Die taumelnden Bewegungen des aber mit der neuen Partei wußten fie absolut nichts anzufangen! 3. hielt der Unteroffizier für eine Nachäffung des langfamen der Stirche hat noch nicht gesprochen; die Bischöfe haben In Nordost- Manchester z. B., ivo Clynes, ein Fabritarbeiter aus Schrittes, den er seine Leute üben ließ. Der Unteroffizier trat an ihre Entscheidung- vertagt; selbst die Pfarrer, die eigent- Oldham, einen der ärgsten Gegner der Arbeiterinteressen in den den Betrunkenen heran und soll ihm mit den Worten:„ Du Schwein lichen Arrangeure des Rummiels, hüten sich, über unbestimmte An- Sand streckte, wurde von der reaktionären Seite ein hochfomischer bist ja besoffen!" eine Ohrfeige verjetzt und gestoßen haben. Der des Geschlagene erwiderte sofort die Ohrfeige, nachdem er gesagt hatte: „Herr Unteroffizier! Ich lasse mich nicht schlagen." Auch soll Z. sich dem Unteroffizier gegenüber einen falschen Namen beigelegt haben. Das Kriegsgericht in Schiverin verurteilte den Unter- vffizier wegen Beleidigung und Mißhandlung eines Untergebenen zu 45 Tagen, den Untergebene» dagegen wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten zu der Mindeststrafe von sechs Monaten Ge° fängnis und wegen der Beilegung eines falschen Namens zu drei Tagen Arrest, umgewandelt in eine eintägige Gefängisstrafe. Der Eerichtsherr legte gegen das Urteil in seinem Gesmntumfang Be- rufung ein, weil ihm die Strafen zu niedrig erschienen. Das Ober- lriegsgericht in Altona sah die Sache unter einein ganz anderen Wesichtsirnnlel an; denn es verurteilte den schlagenden und stoßenden llnteroffizicr mir zu fünf Wochen»nd einen Tag Mittelarrest, dcu ich wehrende» Soldaten aber zu elf Monaten Gefängnis.— Die erstklassige Ehre und ihre angebliche Schutzlosigkeit. Mit dem Duellunfug beschäftigt sich in der neuesten Nummer der„Deutschen I ur i st en- Z tg." der Justizrat Dr. Stranz- Berlin. Er sagt: „Schließlich aber— und hier setzt mit Wucht das öffentliche Interesse ein— dürfen unduldsame Standes- anschauungen nicht über die Heiligkeit des Gesetzes siegen, dürfen solche Anschauungen nicht oon regierungStvegcn ge- billigt und gefördert werden. Das Gesetz verbietet den Zwei- kämpf, das Verbot macht vor keinem Stande halt. Soll es keine stumpfe Waffe bleiben, so muß es verschärft werden. Der Zweikampf ist nicht isoliert, wie bisher, gleichsam als vornehmeres Bergehen zu behandeln, sondern auf eine Stufe mit der Körper- Verletzung und Tötung zu stellen; beim Strafmaß mögen die Beweggründe berücksichtigt werden." Bekanntlich behaupten nun unsere Erstklassigen, daß sie auf da? Standesprivileg des Duellmordes schon deshalb nicht verzichten könnten, weil ihre besonders empfindliche Ehre durch das Gesetz nicht genügend geschützt sei. Diesem törichten Gerede tritt Justizrat Stranz durch folgende Ausführungen entgegen: „Dieser Irrtum", schreibt er,„gedankenlos immer und immer wieder nachgesprochen, verdient, damit er nicht Unheil stifte, ins rechte Licht gesetzt zu werden. Hier das Strafregister aus den §§ 185ff Str. G B. Die einfache Beleidigung, sowie die(nicht erweislich wahre) ehrenrührige Nachrede werden bestraft nnt Geldstrafe bis zu 600 M. oder mit Haft oder Gefängnis bis zu einem Jahre. Wird die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen, oder geschieht die üble Nachrede öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder Darstellungen, so tritt Geldstrafe bis zu 1500 M. oder Gefängnis bis zu zloei Jahren ein. Der Verleumder, der wider besseres Wissen beleidigt, wird nnt Gefängnis bis zu zwei Jahren, und wenn die Verleumdung öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften begangen ist, ,n i t Gefängnis nicht unter einem Monat b e ft r a f t; bei mildernden Um- ständen kann die Strafe bis auf einen Tag Gefängnis ermäßigt oder auf Geldstrafe bis zu 900 M. erkannt werden. Beim Zusammen- treffen mehrerer selbständiger Beleidigungen ist(nach§ 74) gegebenen- falls eine Gesamtstrafe bis zu 10 Jahren Gefängnis möglich. Wir meinen, mit diesen Strafmaßen läßt sich durchaus auskommen. Ein andxres istes, daß die Gerichte oft, infolge einer Minderbewertung des Gutes der Ehre, nicht streng genug von den Strafmitteln Gebrauch machen. Dies freilich nicht immer. Der Oberhäuptling King Akwa ist lvegen zehn Vergehen gegen Z 186 des Strafgesetzbuchs(üble Nachrede) und eines Vergehens gegen§ 185(ein- lache Beleidigung) zu einer Gesamtstrafe von neun Jahren Gefängnis m i t Z w a n g S a r b e i t verurteilt worden. Die Bestätigung dieses harten Urteils ist bis jetzt nicht erfolgt. Die Reform der in vielen sonstigen Punkten verbesserungsbedürftigen Gesetze über die Beleidigung braucht also uichl bei der Höhe der Strasalldrohungen einzusetzen." Viele Duellraufereien entstehen häufig durch Weibergeschichtcn. 66er auch hier wäre es Unsinn, etwa den Ehebruch kriminell härter zu bestrasen. Unsere Erstklassigen brauchen ja nur den Ehebruch als gesellschaftliche Aechtung zu bestrafen, wenn sie eS faktisch mit dem sechsten Gebot so ernst nehmen. Im übrigen: Uns ist eS ziemlich einerlei, wie hoch oder niedrig diese Erstklassigen ihr Leben einschätzen. Das Unerhörte ist es nur, daß die Negierung solch' skandalöse Gesetzesverstöße geradezu fordert I—_ Die Flottensammlungcn der höhere» Töchter. Bekanntlich ist auch unter den„höheren Töchtern" ein Auf- ruf zu Sammlungen für unsere herrliche Kriegsflotte verbreitet worden. Was dabei herauskommen wird, beweist das Resultat einer solchen Sammlimg in Mecklenburg. Tort ist die stattliche Summe von 749,35 M. eingegangen, die an die ReichSbank in Berlin eingesandt worden ist, um dem Kaiser am Tage seiner silberne» Hochzeit feierlichst überreicht zu werden. Die höhere Töchter- schule in Rostock hat 100 Mark aufgebracht. Das Lehrerinnen- seminar und die höhere Töchterschule zu Wismar 80 Mark, eine Schweriner höhere Töchterschule 62,20 Mark usw. Diese Beträge sind noch sehr hoch gegenüber den Summe», die in Mecklenburg-Strelitz zusamniengekoinmen sind: in Neustrelitz wurden nämlich ganze 7,30 M. und in Neubrandenburg 8,30 M. gespendet. Bemerkenswert ist. daß dieser ganze Unfug scheinbar unter dem Protektorat der Anstaltsdircktoren verübt worden ist. Jedenfalls beweist auch diese Sammlung, wie wenig die besitzende Klasse daran denkt, sich ihren Flotteupatriotismus bares Geld kosten zu lassen._ Keinen Pardon! Allerlei„Unstimmigkeiten" scheine» in der Redaktion des Mojjse-Blattes zu herrschen. Nachdem das„Verl. Tagebl." die Protestkundgebung des 21. Januar vor diesem Tage in der bekannten Wrise verlästert hatte, ließ es am Tage nach der Demonstratio» einen Artikel vom Stapel, in dem eS hieß: „Keinen Pardon aller Rückwärtserei, die das Reichstags- Wahlrecht liebar heute als morgen beseitigen möchte l" lieber dasselbe Thema schreibt nun ein angesehenes Mitglied derselben Redaktion, Friedrich Der» bürg: „Beurteilt man das Reichstag swahlrecht nach dem Erfolg, so zeigt sich sicher auch kein Ideal. Zweifellos ist eS nicht die Auslese der Nation in ihre» leitenden Männern i» Wissenschaft. K'unst, im Geistes-»nd Berkchrsleben, j» öffentliche» Stellungen, die sich im Reichstage vereinigt. Selbst her- vorragende Männer, die ausnahmsweise dahin gelangen, fühlen sich unter dem Drenke der die Situation beherrschenden g e i st i g e n Verödung. Bestenfalls eine Sammlung von Lokalgrößen. Dem entspricht nach allgemeiner Annahme Macht und Ansehen des Reichstages. Was würde es nützen, das unbesehen herüber- zunehmen? Man sollte ctnias anderes versuchen." Die„Tägl. Rdsch." ist neugierig, ob nun auch Herr Deruburg keinen Pardon kriege.» werde!— Die Ehre des Herrn Leutnants. Das Schöffengericht Nürnberg �fällte einUrteil, das zum schärfsten Protest herausfordern muß. Der Schuhmacher Johann Knöchlein hatte an einem Apri itage des vorigen Jahres mit einige» Freunden im WirtShanse gezecht. Als sie fortgingen, waren sie, besonders Knöchlein. ziemlich stark benebelt. An einer Straßenecke begegneten sie einem abgelösten Militärp osten, der von einem Gefreiten geführt wurde, zu gleicher Zeit kan» ein Leutnant per Fahrrad daher. Der Gefreite kommandierte.„Schritt gefaßt I Augen rechts!" Knöchlein ahmte das Kommando noch, worauf der Leutnant vom Rade sprang, den Gefreiten zu sich hc ranrief und ihm gebot, den Knöchlein auf die Militärwache zu süftren. Dieser ging lvillig mit. Auf der Wache stellte ihn der Leutnant zur Rede, wie Knöchlein behauptet, in barscher, schreiender Weise. Der Sistierte erwiderte darauf: „Nur langsam, nur langsam,»ur keine so große Schueidigkeit. Ich fürchte mich nicht, ich bin doch kein Bub. daß man mir mit dem Säbel den Kopf>auseinaiidcr schlägt. Ich darf doch noch einen Spatz mache n." Diese gewiß harmlosen Aeußerungen eines Betrunkenen gaben Anlaß zu einer Staatsaktion. Der Leutnant fühlte sich in seiner besonders gearteten Ehre gekränkt und meldete die Sache seinen Vorgesetzten, der Oberst stellte darauf Strafantrag wegen Beleidigung. Der Amtsanwalt beantragte zwei Monate Gefängnis, weil die Aeußerungen des Knöchlein geeignet seien, den Leutnant in seiner Ehre herabzusetzen und die Disziplin in Heere zu untergraben— ein Ausspruch, der weder für die Leustiantschre noch für die Disziplin im Heere eine Schmeichelei ist. Das Urteil lautete auf eine» Monat Gefängnis, wobei noch die Betrunkenheit des Angeschuldigten als mildernder Umstand in Betracht gezogen wurde!— Vom nichtöffentlichen Militärgcrichtsverfahrcn. Der Leutnant Kurt Engelbrccht vom Infanterieregiment 51 in Breslau stand vor dem Breslauer Kriegsgericht der 11. Division. Leutnant Engelbrecht ist der Sohn des Generalmajors Engelbrecht in Glciwitz, Kommandeur der 23. Fufanteriebrigade, 1881 in Mainz geboren, 1903 als Fahnenjunker in das Infanterieregiment 51 ein- getreten, 1904 Fähnrich geworden, am 27. Februar 1905 Leutnant. Auf Antrag des Vertreters der Anklage, Kriegsgerichtsrat Esche, schloß das Kriegsgericht die Oeffentüchkeit wegen G e- fährdun g militärdienstlicher Interessen aus. Bei Wiederherstellung der Ocffentlichkeit verkündete der Verhandlungs- fiihrer, Kriegsgerichtsrat Tschirschke, folgendes Urteil: Leutnant En gelbrecht wird wegen Ungehorsam, Belügens von Vorgesetzten, Mißbrauch der DienstgeWalt zu sechs Wochen Stubenarre st verurteilt.— Abermals straflose Notzucht! Den Lesern ist noch der Fall in Erinnerung, wo das Schlvnr- gericht in Altona einige Wüstlinge freisprach, in der Folge aber einige sozialdemokratische Redakteure zu schweren Gefängnis- und Geldstrafen verurteilt wurden, weil sie Kritik an dem freisprechenden Urleil geübt hatten. Ein ähnlicher Fall, wo ebenfalls zwei Wüst- linge ihre Freisprechung erzielten, hat sich jetzt vor dein Dort- »in»der Schwurgericht zugetragen. Angeklagt sind ein Bergbaupraktikant und ein Steiger, sich unter Anwendung von Gewalt gegen ein fünfzehn- jähriges Dien st mädchen sittlich vergangen zu haben und zwar jeder der Beiden in einem besonderen Falle. Die beiden Augeklagten logierten im selben Hause, in dem das Mädchen in Diensten stand. Nachmittags haben die beiden ziemlich gezecht, nachts sind sie dann gewaltsam in das Zimmer des Mädchen» eingedrungen, der eine durch die Tür, der andere durch's Fenster. Das Mädchen, das jetzt 16 Jahre alt ist, bekundet unter Eid, daß die beiden Gewalt augewendet haben. Ihren Zweck hätten sie sreilich nicht erreicht, weil es sich energisch gewehrt und Lärm geschlagen habe. Andere Zeugen belasten die beiden An- geklagten ebenfalls sehr. Ein medizmischerSachverständiger hält die Aussage des Mädchens für durchaus glaubhaft. Aber auch die beiden An- geklagten haben sich selbst verdächtig gemacht, weil sie nach der Tat in's Alis- land wollten. Auch anderen Leuten gegenüber haben sie sich als schuldig bekannt und erklärt, daß sie auf mehrere Monate Gefängnis rechneten. Vor Gericht wollen sie freilich nicht eingestehen, daß sie Gewalt angewendet haben. Der Staatsanwalt hielt die Schuld der beiden für voll und ganz erwiesen, plädierte aber auf Zubilligung mildernder Uinstände. Die Angeklagten hatten sich den n l t r a m o n t a n e n Rechtsanwalt Wulff-Dorlinund zum Verteidiger bestellt. WaS dieser Herr sich leistete, dürfte eben nur ein Ultra- montaner leisten könne». Daß er die Schuld der Angeklagte» für nicht erwiesen hielt, mag noch hingehen. Aber er machte einen unglaublichen Angriff ans das arme, ge mißhandelte Mädchen, dem er die uneheliche Geburt vorwarf. Der Herr sprach dann noch von erblicher B e l a st u n g und großer fleischlicher Neigung aller unehelich GeborenenI Von wo stammt diese wunderliche Kenntnis des Herrn? Für die Wüstlinge hatte ihr Verteidiger nur milde Worte. Das sind eben die echten ultramontanen Rechts- und Moralbegriffe. Den Wüstlingen wird alles verziehen, aber dem unehelichen Kinde. dem Kinde der Sünde, wie die Herren sagen, wird niemals ver- ziehen, daß eS zur Welt gekominen ist. So ist's bestellt in der voir Gott gewollten christlichen Weltordnung. Die Geschworenen sprachen das Nichtschuldig aus. Danach blieb dein Gericht nur noch die Freisprechung übrig.— So lange die Geschworenen ausgesiebt und ausgewählt und nicht aus allen Schichten der Bevölkerung zusammengesetzt werden, wird naturgemäß das Urteil der Geschworenen oft fast so häusig wie das gelehrter Richter dem Rechtsgefühl widersprechen.—■ WahlrechtZfrngc» im Goetheländchen. Am Donnerstag ging es im w e i m a r i s ch e n L a n d t a g e wieder einmal recht lebhaft zu. Die Regierung hat eine Vorlage dem Landtage vorgelegt, die eine Aenderung deS Wahl- g e s e tz e S vorsieht. Zwar soll es sich, wie die Regierung be- haupter, gar nicht um politische Gründe handeln. ES sei eine rein organische Aenderung. Die sozialdemokratischen Ab- geordneten Baudert- Apolda und H a n w e d e- Ilmenau behaupten jedoch das Gegenteil und bewiesen eS unter dem Hinweis auf Aeußerungen eines konservativen Junkers und eines Regierungs- Vertreters, die bereits vor ein paar Jahren gemacht wurden. Die Wahlrechtsdenionstrationen und der Wahl- kr awall in Eisenach spielen in der langen Debatte eine große Rolle. Die Nationalliberalen sprechen sich eben- falls gegen den„ F l i ck l a p p e n" der Regierung aus. Damit werde nur eine eingehende Aenderung des Wahlsystems aufgehalten. Sie erklären sich für die direkie Wahl. Jede einsichlige Re- gierung müsse den Zeichen der Zeit Rechnung tragen. Die Klassen- wähl müsse jedoch bestehen bleiben, damit später einmal nicht nur eine Partei im Landtage herrsche. Der nationalliberale Abgeordnete Döllstedt- Weimar liindigte für die zweite Lesung einen Antrag an, nach dem jeder Staatsbürger, der 25 Jahre alt sei und mindestens ein Jahr im Wahlkreise wohne, das Wahlrecht haben soll.— Heute muß jeder Wähler außer dem Staatsbiirgerrccht noch das Gemeinde- bürgerrecht besitzen. Wählen kann er aber schon vom 21. Jahre an. Die von der Regierung geplante Aenderung betrifft eine andere Einteilung der Wahlbezirke in den fünf größeren Städten des Landes. Der freisinnige Abgeordnete Meyer- Weimar ist ebenfalls gegen diese Aenderung. Gegen die Sozialdemokratie brauche man keine solchen Gesetze mehr zu machen, denn die falle ja bald auseinander.— Der einzige Abgeordnete, der die Vorlage als„sehr praktisch" bezeichnete, war der Freiherr v. Boyneburg. Derselbe leistete sich den feudalen Witz, daß unser Wahlrecht sehr gut set, denn bei uns hätten ja keine Wahlrechtsdemonstrationen stattgefunden. Abg. Baudert wies darauf hin, daß wohl am 21. Januar auch in Sachfen-Weiniar demonstriert worden sei. Aber nicht von den Sozialdemokraten, sondern von der Behörde, die durch ihre Vor- kehrungei. bewiesen habe, daß sie furchtbare Angst gehabt habe. Die Regierung bestritt dies natürlich, wurde aber dennoch von den nationalliberalen Abgeordneten auch für ihre Sicherheitsmaßregeln be- lobigt. Schließlich wurde der Entwurf einer Kommission zur weiteren Beratung überwiesen. Obwohl sich nur ei» Abgeordneter für die A, mahnte desselben ausgesprochen hat, ist es doch möglich, daß die Regierung mit ihrem Entwürfe den Sieg davon trägt, deim im Ausschüsse bietet sich ihr genügend Gelegenheit, so viel Abgeordnete breitznschlagen, daß sich allerunterlänigst eine Mehrheit findet, die der Regierung jeden Gefallen tut. Das umso lieber, wenn eS gegen die Sozialdemokraten geht, wenn es auch öffentlich nicht zu- gegeben wird.—_ I» der Strafsache gegen den Redakteur Paul Büttner zu Berlin, wegen öffentlicher Beleidigung des Wirkt. Geheimen Legationsrats Dr. Stuebcl, hat die neunte Straslammer des königl. Landgerichts I in Berlin am 12. Dezember 1905 für Recht erkannt: Die Angeklagten werden wegen öffentlicher Beleidigung ... Büttner zu einer Geldstrafe von eintausend— 1000— Mark verurteilt. Im Nichtbeitreibungsfalle soll an Stelle der Geld- strafe für je 15 M. ein Tag Gefängnis treten. Dem Reichskanzler wird die Befugnis zugesprochen: die Urteilsformel binnen zwei Monaten nach Rechtskraft des Urteils auf Kosten der Angeklagten je einmal im„Berliner Tageblatt" und im„Vorwärts" öffentlich bekannt zu machen. Die Richtigkeit der anszugsweisen Abschrift der UrteUSformel wird beglaubigt und die Vollftreckbarkeit�des Urteils bezüglich des Angeklagten Büttner bescheinigt. Verlin, den 22. Dezember 1905. (O. S.) gez. Heye. Gerichtsschreiber des königl. Landgerichts I Strafkammer 9. Vorstehendes Urteil wird veröffentlicht. Berlin, den 29. Januar 1906. �...., Der Erste Staatsanwalt am kömgl. Landgericht I. Hueland. Frankreich. Jacke wie Hose. Paris, 2 Februar.(28. T. B.) Der Minister» rat hat in großen Grundzügen einen Gesetzentwurf festgelegt, wodurch ein Corps von 3000 Mann mobiler Gendarmerie geschaffen wird, welches bei Ausständen das Militär ersetzen soll. Wie gütig! Wenn der Kapitalistenstaat bei Streiks nach wie vor die bewaffnete Macht eingreife» lassen will, dann dürfte es schließlich den berroffenen Getroffenen ziemlich gleichgültig sein, ob sie durch eine Soldalengewehr- oder durch eine Gendarmenrevolver- Kugel erschossen, durch einen Lanzenstich, einen Soldatensäbel oder eine Gendarmenplcmpe getötet werden.— Verworfen! Paris, 2. Februar.(W. T. B.) Der Kassationshof hat heute die Berufung der ain 30. Dezember v. I. vom Schwurgerichtshofe wegen Auschlagens autimilitaristischer Plakate Verurteilten verworfen. Kein Einsichtiger hat dem hohen Kassationshofe etwas anderes zugetraut.—_ Die Auskunfts-Zettel. Der nationalistische Deputierte Guhot de Villeueuve hat seine bereits seit mehreren Monaten aus- gesprochene Drohung wahrgemacht und die Veröffentlichung der zur Zeit des KriegSmiuisters Andrv von den Freimaurerlogen dem Kriegsministerium übergebenen AuSkuuftszettel über die klerikaler und antirepublikanischer Gesinnung verdächtigen Offiziere wieder aufgenommen. Der heutige„Eclair" bringt eine Reihe von solchen Auskunftszetteln, welche ein Tapezierer, Ob- mann der Freimaurerloge in SoissonS, angefertigt hat. Guhot de Villeneuve hält heute in Gemeinschaft mit dem Major Driant in Soissons eine nationalistische Versammlung ab, in welcher er die Zettel zur Verlesung bringen wird. De Villeneuve erklärte einem Berichterstatter gegenüber, daß er sich gezwungen sehe, seine Waffen wieder hervorzuholen, weil Rouvier wieder alles aufbietet, um die nationalistische Opposition in der Kammer mundtot zu machen.— Italien. Der Sturz des italienischen Ministeriums. Der Katastrophe ging eine dreitägige Redeschlacht voran. Von der sozialistischen Fraktion nahmen die Genossen Ferri und Turati das Wort. Turati erklärte, daß der feindselige Empfang, der dein Ministerium Fortiö von der Kammer bereitet wurde, in der parla- mentarischen Geschichte Italiens beispiellos dastehe; das zeige, wie groß die Kluft zwischen Parlament und lliegierung sei. Der Redner erörterte sodann die ganze politische Situation, die Verwirrung und Ohnmacht der regierenden Kreise, und griff dabei besonders Giolitti an, dessen schwankende Politik die jetzige Krise mitverschuldet habe. Die Impotenz der Regierung in den letzten Jahren habe besonders dazu beigetragen, daß der Klerikalismus sich entwickelte, als ein Protest gegen den Nihilismus der Bourgeoisie. Der Redner sprach die Hoffnung au?, daß der Tag kommen möge, wo Regierung und Parlament endlich damit aushvrtcn, sich mit kleinlichen Dingen zu befassen und damit beginnen, die großen Interessen des Landes wahrzunehmen.— In der gleichen Sitzung kam auch Ferri zum Wort, von der Kammer mit großer Spannung erwartet. In scharf pointierten Sätzen zeichnete er die Situation vom Standpunkte der Sozialdemokratie. Er sei von dem Wunsche beseelt, daß die normale Leitung und Funktion der Institutionen des Landes die notwendige Eni- Wicklung der gegenwärtigen Gesellschaft und gleichzeitig den Auf- stieg der Arbeiterklasse ermöglicht. In großen Zügen erörterte er dann all' die Reformen, ivelche notwendig sind, um die Bevölkerung in bessere wirtschaftliche Verhältnisse zu bringen. Bor allem forderte er das allgemeine Wahlrecht und kritisierte die Haltung der Re- gierung gegenüber dem Vatikan.— Die beiden sozialistischen Redner wurden vom größten Teil der Kammer lebhaft applaudiert. Das Resultat der Debatten ist durch den Telegraph bereits bekannt ge« worden: das Ministerium Fortis, das in keiner Partei eine genügende Stütze hatte, ist gestürzt.—_ „Man munkelt allerlei." In eingeweihten deutschen Kreisen Roms tuschelt man, Wilhelm II. plane, demnächst einen seiner katholischen Generale mit vertraulicher Botschaft zum Papst zu senden, einen Mann, der schon zu Zeiten LeoS XIII. mit ähnlichen Aufträge» bedacht worden sein soll. lieber den Zweck der Mission sind die Ansichten geteilt. Am interessantesten sind folgende beiden Lesarten: Die deutsche Regierung wolle den Papst bearbeiten, daß er auf die deutsche Zeutruinspartei sänftigend einwirke, die in letzter Zeit bei einigen Gelegenheiten nicht ohne weiteres nach der Pfeife der deutschen Regierung getanzt hat. Da der Kenner der Verhältnisse weiß, daß diese Ziererei des deutschen Zentrums auch ohne päpstliche Jnterventi»» besiegt wird, so hat schließlich noch die anvere Lesart mehr Wahrscheinlichkeit: der Papst solle in der Polenfrage mit seinen Schäfchen ini deutschen Osten ein„vernünftiges" Wörtlein reden. Vielleicht glaubt man in den verantwortlichen Kreisen Deutschlands wirklich, daß es opportun sei, de» neuerlichen Schriftwechsel zwischen Wilhelm II. und Florian von Stablewöki zur Sicherheit durch freundliches Einvernehmen mit Pius X. zu übergipfeln?— England. Neuer Geist. Die„National Review" veröffentlicht einen Artikel. in welchem Keir Hardie das Programm der englischen Arbeiterpartei mit ein paar Strichen skizziert. Nachdem er die Bemerkung gemacht hat, daß die Abgeordneten der Arbeiterpartei der Regierung scharfe Opposition machen werden, nennt er ein paar der nächsten Forde- runge», die von der Fraktion vertreten werden sollen: Bewegungsfreiheit für die TradeS-UnionS, Pensionen für betagte Arbeiter, Lohnminima, Beschäftigung für Arbeitslose durch Auf- forstung von Brachland, Ausbau der Landwirtschaft durch Errichtung kleiner Güter, die genossenschaftlich verloaltet werden.... Norwegen. GrenzfcstnngSpolitik»der Friedenspolitik? Die Schleifung der gegen Schweden gerichteten Grenzfestungen und die Festsetzung einer neutralen Zone zwischen beiden Ländern, innerhalb deren keine Festungen angelegt iverdeu dürfen, war bekanntlich eine der Haiipkbedingnngcn, von denen Schweden seine Zustimmung zur UnionSauflösung abhängig mackte, und nur ungern gingen die Norweger darauf ein. Aber noch sind diese SchleifungS- arbeiten nicht ganz vollendet, da beschäftigen sich norwegische Nationalisten schon mit dem Plan, die Kanonen und Panzertürme der Festungen an anderen«tellen, die„strategisches Interesse" bieten, anzubringen— offenbar ein Ansang zu neiien Grenz» festinigen, wen» auch nur an der Grenze der neutralen " Bone. Ein der Regierung nahestehendes Blatt schreibt, daß ein geständnisse abzuringen; wer Organisationen will, welche die Macht Anarchistische Lügen gegen gewerkschaftkch tätige Arbeiter. Aus Borfchlag zur Bewilligung der hierzu nötigen Mittel dem Storthing haben, die Lage der Arbeiter zu verbessern, der darf die Arbeiter StöIn wird uns gefchrieben: Die Berliner Anarchistenblätter kaum vorgelegt werden würde; man werde die kleine Summe unter nicht trennen wollen nach ihren religiösen Bekenntnissen und ihrer scheinen ihren Stolz darein zu setzen, der bürgerlichen Presse und den außerordentlichen Ausgaben der Budgetperiode 1905/06 aufführen. Die Absicht war also offenbar, das Storthing bei dieser Stellung zur Kirche. Die wirtschaftlichen Interessen aller Arbeiter besonders den Zentrumsgewerkschaften felbfterfundenen Stoff zur neuen Feftungsbauerei auszuschalten, die man sonderbarerweise als find den Unternehmern gegenüber die gleichen. Deshalb sind alle Bekämpfung der freien Gewerkschaften zu liefern. Wir erinnern an die vielen Schwindeleien des Anarchist" über den rheinisch- westeine direkte Konsequenz" des Karlstäder llebereinkommens bezeichnete. chriftlichen Sonderorganisationen, ganz gleich welcher Richtung, ein fälischen Bierboyfott und an die fürzlich dem Freien Arbeiter" " Social- Demokraten" hat jedoch diese dunklen Pläne enthüllt und Hindernis in der Arbeiterbewegung, fie zersplittern und schwächen nachgewiefene Fabelei über den Kölner Gewerkschaftsführer", ber ist dafür von„ Verdends Gang", einer in früheren Jahren freiheitlich die Arbeiter. Wenn das erst die Masse der christlichen Arbeiter ein- einen reisenden Berufsgenossen der Polizei in die Hände habe demokratischen, jezt aber reaftionären Zeitung, mit Ausdrüden wie gesehen hat, werden die Führer der christlichen Organisationen feinen fchiden wollen, statt ihn zu unterstützen. Die Untersuchung hat schändlich, leichtsinnig, gefährlich und lügenhaft" bedacht worden, Boden mehr haben für ihre Sonderbündelei. hat aber gleichwohl den Erfolg gehabt, daß jetzt erklärt wird, die Angelegenheit sollte dem Storthing doch vorgelegt werden! Hoffent lich wird nun im Storthig die konsequente Friedenspolitik, wie sie die Sozialdemokratie vertritt, über die Grenzfeftungspolitik der unverbesserlichen Nationalisten fiegen. Amerika. Der 22. Januar in New York. " Berlin und amgegend. 4 ergeben, daß der als Gewerkschaftsführer" bezeichnete Kassierer des Bauhülfsarbeiterverbandes in Köln in unerhörter Weise von dem Anarchistenblatte verleumdet worden ist. Damit nicht genug, bringt der " Freie Arbeiter" jezt eine neue Schwindelei ber diesen Staffierer. Das Ein Kampf in Frifcurgewerbe droht von neuem auszubrechen. Blatt redet von einem„ polizeifreundlichen Getnerfschaftsführer" und sagt: Zu der Verhängung von Ordnungsstrafen über Mit- Dieser bureaukratische Herr hat sich inzwischen als ein ungeglieder der Junung, welche die Forderungen bewilligten, kommt jetzt treuer Verwalter der ihm anvertrauten Kasse Bei einer Revision foll ich ein Fehlbetrag von noch hinzu, daß man zum Zwecke der Quertreiberei einen Innungs- erwiesen." gehülfenverband gründen will. Auch die Freie Ber- 125 M. ergeben haben, so daß die Mitglieder seiner Gewerkschaft Die New Yorker Sun", ein bürgerliches Blatt, bringt in der einigung hat den vor dem Einigungsamt abgefchloffenen heftig seine Absetzung verlangten. Es ist daher mehr denn je Zu diesen Angaben erklärt die Ortsverwaltung des Zweigvereins Nummer vom 23. Januar cinen spaltenlangen Bericht über die Tarifvertrag gekündigt. große fozialistische Demonstration am Abend des 22. Januar in den notwendig, darauf zu achten, daß in den Geschäften die weiß Köln des Verbandes der Bauhülfsarbeiter: Der verdächtigte Kasierer, Straßen von New York. Zu Ehren der russischen Freiheitskämpfer grüne kontrollfarte als Ausweis dessen vorhanden ist, daß der im Freien Arbeiter" auch als stolzer tölner Herr" bezeichnet hielt die sozialistische Partei eine Straßenparade ab, an der nach der Gehülfe zu den bewilligten Bedingungen arbeitet, Gültig, wenn wird, habe seit mehreren Fabren seinem Verbande völlig unentgeltlich - Die Karte ist ent- als Staffierer gedient und sei erst vor drei Monaten angestellt worden. dent Bericht der„ Sun" zehntausend Personen teilnahmen. Viele die laufende Woche gestempelt ist. Bis dahin habe er Steine und Mörtel auf den Bau getragen. Die rote Fahnen sah man im Zuge, und Mufitforps spielten abwechselnd aogen bei Pothke, Drontheimerstr. 5. die Marseillaise und Trauermärsche. Nach 5 Uhr setzte sich der Zug Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. ganze Veruntreuungsgeschichte sei vollständig erlogen. Nicht in Bewegung; auf ein Zeichen wurde eine große schwarze Fahne Zweigverein Berlin und Vororte. bei einer Revision", sondern bei der brechnung, zu der der Staffierer selbst schon acht Tage vorher eingeladen hat, sei bei entfaltet, und die Musit spielte Chopins Tranermarsch. Zahlreiche Zur Lehnbewegung der Fliesenleger( Sektion des Maurer- einer bierteljährlichen Einnahme von über 12 000 M. ein Fehlbetrag Banner mit der Gelegenheit entsprechenden Inschriften wurden in verbandes). In der geftrigen Bersammlung der Streifenden wurde von 83 W. gefunden worden, der sich bei weiterer Prüfung auf der ernst und feierlich paradierenden Masse getragen. Sehr viele. Frauen marschierten mit. Um 8 Uhr versammelte sich die Menge mitgeteilt, daß bisher nur drei Firmen die neuen Tarifforderungen 39 m. verminderte, also eine ganz gewöhnliche Sache, wie sie bei auf dem Union Square, wo über die Bedeutung des Tages viele der Sektion anerkannt haben. Es arbeiten daselbst zu den neuen einer so großen Stasseneinnahme unvermeidlich ist und wobei in der Reden gehalten wurden. Die Polizei befürchtete Unruhen in ein- Bedingungen zirka 50 Leger. Alle übrigen Firmen haben die Regel nicht das Geld, sondern der Beleg abhanden gekommen ist. zelnen Straßen, und in einer bestimmten Stadtgegend war ein In- Forderungen teils rundweg abgelehnt, teils überhaupt keine Antwort Eine von siebzig Kollegen besuchte Vertretersizung hat sich denn spektor mit 750 Mann bereit, um die Ordnung aufrecht zu erhalten! gegeben. Die meisten Firmen berufen sich in ihrer Ablehnung auch einmütig auf den Standpunkt gestellt, daß von einer Untreue Der nämlichen Ueberzeugung gaben die Die Ruhe wurde aber nirgends gestört, obwohl die Parade viele darauf, daß sie ja erst fürzlich mit der Freien Vereinigung der nicht die Rede sein könne. Tausende von Zuschauern anzog; die Feier verlief in durchaus geschlossen haben, den fie als bindend für den ganzen Beruf be- Bücher geprüft hat. Der verleumdete Karierer wird dem„ Freien Fliesenleger", als der größeren Organisation, einen Tarif ab- Revisoren und der Hauptvorsitzende Bebrendt Ausdruck, der die würdiger Weise. In vielen anderen Städten, wie in St. Louis, Philadelphia, trachten. Da es den Unternehmern infolge der Arbeitsniederlegung Arbeiter" und feinen Hintermännern Gelegenheit geben, den WahrChicago, San Francisco und überall, wo die sozialistische Bartei an der genügenden Anzahl von Arbeitsfräften mangelt, so versuchen heitsbeweis an anderer Stelle zu erbringen. sie von auswärts Fliesenleger heranzuziehen. Den Streifenden geAnhänger zählt, wurde der 22. Januar feierlich begangen, in ähnlang es indeffen, eine Anzahl der auswärtigen Kollegen gestern wieder licher Weise wie in New York. zur Abreise zu bewegen. " Gewerkschaftliches. Christlich- gewerkschaftlicher Bruderzwift. Streitbeschluß der Fliesenleger- Hülfsarbeiter. Die im Bauarbeiterverband organisierten Fliesenleger- Hülfsarbeiter haben gestern abend in einer zahlreich besuchten Versamm Lung beschlossen, bei allen Firmen, die den int Dezember vor dem Getverbegericht abgeschloffenen Tarifvertrag noch nicht anerkannt haben, nochmals vorstellig zu werden und, wo die Unternehmer bei ihrer Beigerung beharren, heute, Sonnabend, die Arbeit niederzulegen. Husland. Die Gewerkschaftsorganisationen im Stmate New York beginnen sich mit der steigenden wirtschaftlichen Konjunktur von dem zeitIveiligen Niedergang, den sie während der wirtschaftlich ungünstigen Seit 1903/04 erlitten, zu erholen. Nach den Feststellungen des New Yorker Arbeitsamtes ist die Zahl der organisierten Arbeiter im Staate New York vom 1. April bis 1. Oftober v. 3. von 374 282 auf 382 201 gestiegen, ein Gewinn also von 7919 Mitgliedern oder etwa über 2 Broz. Jufolge des besseren Geschäftsganges hat aber auch die Einivanderung innerhalb des letzten Jahres sehr zu= genommen. Das ergibt sich schon allein aus den Zahlen, die das Arbeitsamt über New York befannt gibt. Banach sind im dritten Außerdem nahm die Versammlung Stellung zum Streit der Quarial 1905 im Hafen von New York 169 467 europäische AusFliesenleger. Hierzu wurde beschlossen, dem zwischen dem Maurer- wanderer gelandet, gegen 139 818 im gleichen Zeitraum des Vorverband und dem Bauarbeiterverband bestehenden Startellvertrag, jahres. Mehr als ein Biertel dieser Einwanderer kam von Italien, fowie den Weisungen ihrer Organisationsleitung entsprechend, foli- ein Sechstel waren Juden; 28 Proz. aller Einwanderer waren darisch zu handeln. Analphabeten. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.)] Ein Streit, der im christlichen Lager seit Jahren tobt, hat gegenwärtig besonders heftige Formen angenommen. Hie chriftliche Getverkvereine!"-hie fatholische Fachabteilungen!" lautet der Kriegsruf. Es handelt sich um den Gegensaz zwischen der M.- Gladbacher Richtung", welche chriftliche Arbeiter ohne Unterschied der Konfession aufnimmt, und der Berliner Richtung", die mir fatholische Arbeiter in den Fachabteilungen der latholischen Arbeiter bereine organisiert. Beide Richtungen wollen lichen Zweden dienen. Im Grunde genommen breht arbeiter der Firma Reinicke in Spandau stehen seit drei Wochen im sich der christliche Bruderkrieg int die Frage: Nimmt Streif. Die Firma hatte für die fönigliche Munitions fabrik Patronenkatholischer Arbeiter ant feinem Seelenheil Schaden, fisten zu reparieren. Hierbei wurden einige Arbeiten so gering wenn er einer gewerkschaftlichen Organisation beitritt, der auch bezahlt, daß es den Arbeitern bei intenſioſter Anstrengung nicht Letzte Nachrichten und Depefchen. ein Andersgläubige angehören. gewerkschaftHolzarbeiterftreit in Spandau. 82 Tischler und 8 Maschinenmöglich war, ihren Tagelohn zu verdienen. Die Arbeiter verlangten Wohlgemerkt: Nicht darum streitet man, ob katholische Arbeiter eine Aufbesserung der Affordpreise oder die Arbeit im Zeitlohu zut Ein hartes Urteil. ihre wirtschaftlichen Interessen in einer gemeinsamen Organisation machen. Der Herr Reinide lehnte diese Forderungen rundweg ab, die Arbeiter traten deshalb in den Ansstand. Die Streifenden Leipzig, 2. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts".) mit nicht firchlich Gesinnten vertreten sollen. In dieser Frage sind halten gefchloffen zusammen, nur drei Arbeitswillige haben sich ge- m Markranstädter Landfriedensbruch- Prozeß wurden beide Richtungen einig. Sind doch die christlichen Gewerkvereine funden. Der Unternehmer- er ist außerdem auch Stadtrat der M.- Gladbacher Nichtung lediglich deshalb ins Leben gerufen versucht die Hülfe der Polizei die Streifenden Kemmnik, Soft, Harnisch wegen schweren Landfriedensbruches gegen worden, weil man die christlich gesinnten Arbeiter vor jeder in Anspruch zu nehmen. Die Polizei hat auch schon ihr unter Annahme mildernder Umstände zu je 1 Jahr 3 Monaten Berührung mit ihrer auf dem Boden der modernen möglichstes in dieser Hinsicht getan. Der Aufenthalt in fämtArbeiterbewegung stehenden Klaffengenossen bewahren will. Diesen lichen in der Nähe der Fabrit liegenden Straßen ist polizei- Gefängnis und 5 Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt. Haftchriftlichen Sonderbündlern auf gewerkschaftlichen Gebiet entstand lich verboten. Tischler, welche zum Mittagessen gingen, wurden von entlassung wurde abgelelhnt. Die übrigen sechs Angeklagten aber vor einigen Jahren ein Gegner in Gestalt eines neuen Sonder der Polizei angehalten und zur Wache fiftiert. Leute, die man für wurden freigesprochen. bundes, nämlich der Berliner Richtung". Sie zieht im Grunde Geheimpolizisten hält, suchen, als Tischler verkleidet, die Streilposten zu provozieren. Die Streifenden beschwerten fich beim Polizeigenommen die Konsequenz aus dem von den christlichen Gewerk- inspektor über das Verhalten dieser Leute; die Antwort des Invereinen eingenommenen Standpunkt und sagt, geitüßt auf kirchliche fpettors war: die Streitposten werden entfernt. Auch die bürgerliche Wien, 2. Februar.( W. T. B.) In der Altlerchenfelder Autoritäten: Wenn schon chriftliche und nichtchristliche Arbeiter in Lokalpreffe stellt sich wie gewöhnlich auf die Seite des Arbeitgebers Kirche im Bezirke Neubau erlitt heute vormittag während einer getvertschaftlichen Organisationen nicht zusammenfigen dürfen, dann und bewirft die Streifenden mit Schmug. Das Spandauer Tage- Sinderpredigt ein junges Mädchen einen Krampfanfall. In der fann es auch nicht statthaft sein, daß sich katholische und nichtfatho- blatt" und der Anzeiger für das Havelland" behaupten, die Streit Umgebung des Mädchens entstand Unruhe, die rasch um sich griff lische Arbeiter gemeinsam organisieren, also müssen wir rein fatho- poften hätten nicht nur Streifende, sondern auch das Publikum be- und, als von seiten eines Erschreckten der Ruf Feuer" erscholl, in läftigt. lische Arbeiterorganisationen haben. Diefe Behauptungen sind grobe unwahrheiten. Die Streil- allgemeine Panik ausartete. Beruhigende Worte des Predigers posten haben sich nicht die geringsten Ausschreitungen zuschulden verhalten ungehört in dem allgemeinen Lärm. Kinder und Ertommen lassen. Diese unwahrheiten sind erfonnen, um die Inter- wachsene eilten zu dem Ausgange, mehrere stürzten und die Nacheffen der Arbeiter zu schädigen, die an ihren Forderungen festhalten. folgenden stürmten über sie hinweg, ein zehnjähriger Knabe wurde getötet, 21 Personen wurden schwer verletzt., Deutfches Reich. Achtung! Kürschner, Zurichter! Die Zurichter in Wien, Prag, Bilfen und Brandeis stehen in einer Lohnbewegung und ersuchen wir, jeden Zuzug nach diefen Orten fernzuhalten. Desgleichen ist die irma Otto Hoffmann in Bösendorf bei Wien gesperrt; es wird gewarnt, sich nach dorthin anwerben zu lassen. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Deutscher Kürschner- Verband. Filiale Berlin. Banif in der Kirche. Streit beim österreichischen Lloyd. Triest, 2. Februar.( W. T. B.) Heute vormittag erschien eine Abordnung der Seizer des österreichichen Lloyds bei der Direk tion dieser Gesellschaft und ersuchte darum, die Direktion möge be= fannt geben, in welcher Höhe sich die versprochene Lohnerhöhung beiegen werde. Die Direktion teilte der Abordnung mit, die Lohnaufbesserung werde 10 bis 20 Prozent der bisherigen Bezüge be= tragen. Gine mittags abgehaltene Bollverfamnilung der Lloydheizer erklärte den Ausstand. Christliche Friedfertigkeit. So stehen sich nun die Anhänger der„ M.- Gladbacher Richtung" und die Vertreter der„ Berliner Richtung" in bitterer Fehde gegenüber. Gegenwärtig wird sowohl in den christlichen Gewerkschaftsblättern beider Richtungen, wie auch in politischen Zeitungen der Zentrumspartei heftig über die Streitfrage diskutiert und in den Gegenden, wo Drganisationen beider Nichtungen vorhanden find, bringt man den Streit in Verfammlungen zum Austrag. Da wird nicht nur mit Gründen, sondern oft auch mit Fäusten für die eine oder die andere Richtung gekämpft. Und was das schönste ist: Beide Richtungen berufen sich auf den Bapst. Eine Aeußerung des heiligen Vaters" in Rom ist es, die dem christlichen Bruder zwist einen neuen Anstoß gegeben hat, und das kam so: Bischof Die Metallarbeiteraussperrung in Rostock. In der letzten Zeit Korum in Trier fragte den Bapst persönlich, ob er, der Papst, es versuchte die Direktion der Neptuniverft durch einen ihrer Meister billige, daß die Geistlichkeit der Diözese Trier die katholischen Fach- Arbeitswillige aus den Reihen der Schiffbaner zu bekommen, Es fursierten überdies in der Stadt abteilungen begünstige. Der Bapst billigte das und die Berliner natürlich ohne jeden Erfolg. allerlei Gerüchte über eine Beilegung des Kampfes, die daran Richtung" spielte diese Aeußerung des heiligen Baters" gegen fcheitern folle, daß die Führer der Arbeiter nicht verbandeln wollen. Inventaraufnahme in der Kirche Saint Pierre du Gros- Caillou Paris, 2. Februar.( W. T. B.) Aus Anlaß der heutigen die M.- Gladbacher Richtung" aus. Als nun die christliche Darauf bin hat das Zentralstreiffomitee den einstimmigen Be- waren umfassende Maßnahmen von der Polizei getroffen. Um die Richtung sich gegen dies Verhalten des katholischen Bruders schluß gefaßt, die Bezirksleiter der drei am meisten beteiligten Stirche hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt; gegen wehrte, brachte das päpstlich- offiziöse Blatt Djervatore Romano" Drganisationen mit der Anbahnung von Verhandlungen zu 1 Uhr nachmittags erschien der Polizeipräfekt Lépine, der die Andie Mitteilung, daß Seine Heiligkeit" mit gleichem Wohlwollen beauftragen. Der Direktion wurde brieflich mitgeteilt, daß die Streif- wesenden dreimal aufforderte, den äußeren Zugang zur Kirche beide Richtungen lobt, doch fönne, je nach den Verhältnissen, leitung jederzeit zu Verhandlungen bereit fei. Die Direktion ant- freizugeben, und da das erfolglos blieb, den Zugang mit Gewalt einer bestimmten Gegend, bald der einen, bald der anderen der Vor- wortete darauf, fie halte Verhandlungen für überflüssig. es stehe erzwingen ließ. In der Kirche hatten sich gegen 3000 Menschen jedem Arbeiter frei, wegen Ardeit anzufragen, doch lönnten zunächst hinter Barrikaden aus Stühlen verschanzt. Es kam zu einem zug gegeben werden. Wie man sieht, fucht die heftigen Kampf. Steine und Trümmer von Stühlen wurden aus Nun fühlt sich die M.- Gladbacher Richtung" wieder oben auf. nur Eisenschiffbauer eingestellt werden. Die Autorität des Papstes so jubelt fie kann nicht gegen uns Direktion ihre Position als günstig hinzustellen. Das ist jedoch eine dem Innern der Kirche geworfen; als die Feuerwehr das Day und für die„ Berliner Richtung" ins Feld geführt werden. Nachdem Täuschung, wie folgende Tatsachen zeigen. Begonnen hat der Stampferklettert hatte und starte Wassermengen in das Innere leite, mit dem Streif ber Schiffbauer wegen des Tarifbruches durch die wurden auch einige Revolverschüsse abgegeben. Außerhalb der Kirche sich jetzt beide Richtungen mit gleichem Recht auf den heiligen Direktion, der Preise für die Kohlenbunker und der Maßregelungen. machten berittene Garden einen Angriff mit gezogenen Säbeln, Bater" berufen können, wird ja wohl der Krieg der Sonderbündler Von den 53 Eisenschiffbauern, die einmütig die Arbeit niedergelegt wobei viele der Manifeftanten verwundet wurden. Gegen 3 1hr gegen die Sonderbündler noch weiter fortgesetzt werden. haben, ist noch nicht einer abtrünnig geworden. hatten sich etwa 10 000 Personen versammelt. Als die Garden Es arbeiten als Schiffbauer nur 5 bis 6 Lehrlinge und Meister! in das Innere der Kirche eindrangen, wurde der Stampf allgemein. Ohne Schiffbauer aber fann der Betrieb nicht arbeiten. Eben darum Viele Manifestanten, deren Gesichter blutig und deren Kleider vom Glücklicherweise ber Wasser durchnäßt waren, wurden an den Eingängen der Kirche verfucht ja auch die Betriebsleitung Schiffbauer! gebens! Bis heute hat sich von Schiffbauern auch von außerhalb haftet. Gegen 3% Uhr hatten die Garden die Kirche besetzt. Um noch fein einziger Streifbrecher gefunden. Von den Ausgesperrten diefe Zeit erschien der Domäneninspektor. Der Pfarrer gebot Ruhe haben bis jetzt auch nur die Unorganisierten fich wieder um Arbeit und erhob Einspruch gegen die Aufnahme des Inventars. gemeldet und ist der Zuzug auch derartig ferngehalten worden, daß rembe so gut wie gar nicht beschäftigt find. # 1 " ... Es handelt sich jetzt nach wie vor darum, den Zuzug nach to stod fernzuhalten. Insbesondere darf lein Schiff bauer nach dort kommen. Auf der Strecke geblieben. Das interessanteste an dieser Sache ist, daß die Leute von der M.- Gladbacher Richtung" mit Argumenten operieren, die nicht nur gegen ihre fatholischen Gegner, fondern gegen jede christliche gewertschaftliche Sonderbündelei sprechen. Ganz zutreffend fagt der Bergtuappe", das Organ des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter: Man kann nicht in Abrede stellen, daß die Trennung die Arbeiter schwächt und wirtschaftlich schädigt. Die Zersplitterung hat eine Schwächung der Arbeiter und eine wirtschaftlich minderwertige Das ist sehr richtig. Aber, wer diese wundeten Manifestanten wird auf 50 angegeben, darunter find Paris, 2. Februar.( W. T. B.) Die Bahl der heute verOrganisation zur Folge." Das ist sehr richtig. Ansicht vertritt. der muß auch so fonsequent sein, jede Sonder mehrere erheblich Verichte. Auch eine Anzahl Bolizisten trug Ver: organisation der Arbeiter auf wirtschaftlichem Gebiete zu berEine Auslage von 25 000 hat Der Hafenarbeiter", das letzungen davon. In der Kirche Gros caillon watete man bis zu urteilen. Die christlichen Geverfvereine bon der M.- GladOrgan des Verbandes der Hafenarbeiter und verwandten Be- den Knöcheln im Wasser. Die vor der Sakristei aus Sesseln, bacher Richtung stören aber die Einheitlichkeit der gewert rufsgenossen Deutschlands erreicht. Allein im letzten Jahre stieg die Bänken und Beichtstühlen errichtete Barrikade war so fest, daß die schaftlichen Organisation genau so, wie ihre Spezialgegner Auflage mm 3000 trotz der schwierigen Verhältnisse, welche den Hafen Polizisten nach halbstündiger Arbeit sich begnügen mußten, eine bon der Berliner Richtung. Wer traftvolle Arbeiter arbeitern die Organisationsarbeit besonders erschweren. Glid auf, Art Tunnel herzustellen, um sich zu der Safristei 1 organisationen will, die imstande sind, den Unternehmern Su- zu weiteren Erfolgen. Zugang zu verschaffen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt �28. W-Z-H-Sl",. 1. Atilllßt!>tS„DölZW" Atllllltl Dllldsblllü. Z-«d.«d.zz.dm«lM. Die Revolution in Rntzland. Die finanzielle Lage Rußlands. Der letzte Ausweis der russischen Staatsbank hat, wie der„Russ. Courier" meldet, auch die russischen Finanzkreise in begreifliche Auf- regung versetzt, und man beschäftigt sich jetzt mehr denn je mit der Frage, betreffend die Festigkeit der russischen Goldvalnta. Dabei insissen selbst die den extremen Elementen fernstehenden Russen zugeben, dafi die während des Jahres 1903 erlittene Einbuße an der Gold- Valuta im Betrage von 461 Millionen Rubel, lvas mehr als Vz des gesamten in Rußland in Umlauf sich befindlichen Papiergeldes aus- «nacht, ein zu tnibeS Zeichen für den Stand der russischen Finanzen ist. Durch ihr eigenartiges Vorgehen verliert die russische Regierung immer mehr das Vertrauen des russischen Volkes, daher hören die Ueberweisungen des Geldes und Goldes von Rußland nach dem Auslande nicht auf. Unter solchen Umständen ist es natürlich gefährlich, neues Papiergeld in größerem Umfange in den Verkehr zu bringen. Der zwischen der russischen Regierung und dem russischen Volke herrschende Antagonismus wird auch fernerhin zu dem Niedergang der Goldvaluta beitragen, so daß, falls es der russischen Regierung nicht ge- lingen sollte, bald eine größere Anleihe im Auslände zu machen, das Einwechseln des Papiergeldes in Gold eingestellt werden muß. Das hat auch die russische Staatsbank u. a. veran- laßt, schon jetzt für dreimonatliche Akzepte 8 Proz. und mehr zu er- heben. Interessant ist, daß, während in Berlin die Rubelnoten etwa zu 213 M. zu haben waren, die russische Staatsbank Schecks auf Berlin zu 216 M. verkaufte. Das russische Volk hat zur Einführung der Goldwährung in Rußland kolossale Opfer gebracht, hat gedarbt und sich von ausländischen Kapitalisten in mancher Beziehung aus- nutzen lassen, und jetzt steht eS vor der gänzlichen Gefährdung der Goldvaluta. * Neue Zuckungen? Lodz. 1; Februar.(Von einem Sonderberichterstatter.) Der Hauptmonopolladen samt der Spiriwsrektifikatio» steht in Flammen. Preußisches FaudesöKousulitKollepm. Das„hohe Kollegium" beschäftigte sich gestern(Freitag) trotz des katholischen Feiertages weiter mit seinen wichtigen Angelegen- Helten.— Die Patsdamer Fleischerinnung petitioniert um Beseitigung der Schlachthaussteuer und— Freigabe der einfinnigen Rinderl Eine Kommission wird sich in die beiden Fragen ver- liefen.— Pod hat folgende Vorlage eingebracht: „Gentigt die jetzige Organisation der landwirtschaftlichen Ver- suchsstationcn für die an sie zu stellenden Anforderungen auf dein Gebiete der Kontroll- und auf dem der VersnchStätigkeit, und welche Vereinbarungen sind anzustreben, um ein einheitliches Bor- gehen der landwirtschaftlichen Versuchsstationen im Deutschen Reiche hinsichtlich der Kontrolltätigkeit beim Handel mit Futter- und Düngeinitteln sowie Sämereien zu erreichen?— Wie kann insbesondere die durch linterbieten bei den Untersuchungsgebühren hervorgerufene gegenseitige Konkurrenz der verschiedenen Kontroll- stationen beseitigt werden?" Nachdem die Debatte über diese Vorlage beendigt war, kam„die Impfung mit Rotlaufkulturen durch Laien" an die Reihe. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung:„Die innere Kolonisation" unter- breiteten die Referenten v. Wangenheim und Metz eine Resolution, die in acht Punkten fordert: planmäßige Besiedelung eines Teiles des Großgrundbesitzes in den östlichen Provinzen, billige Kreditgewährung durch provinzielle gemeinnützige Privatgesellschaften, gesetzliche Be- schränftmg deS gewerbsmäßigen Handels mit ländlichen Grund- stücken ustv.— Die Resolution wurde natürlich angenommen. Der letzte Referent behandelte das Thema„Ländliches Kredit- Wesen in Preußen."— Am Sonnabend Schluß der Vorstellung. Eue der Partei. Ein Sozialdemokrat auf der Hintertreppe. Der Besuch Balthasar Eramers.des sozialdemokratischen ReichStagSabgeordueten, bei seinem Großherzog hat einen noch weit ernsthafteren Hintergrund, als man auS dem kurzen Hofbericht auch nur zu ahnen vermochte. Cramer hat tatsächlich bei seinem Be- such nicht nur alle Parteitraditionen, sondern auch die Partei p r i n- z i p i e n gröblich verletzt. Die Fraktion, der er angehört, hat im Reichs- tag eS ausdrücklich ausgeschlagen, einen wichtigen Posten im Präsidium damit zu erkaufen, daß sie den dafür vorgeschlagenen Genossen ver- pflichtete, zu Hofe zu gehen. Cramer als Mitglied dieser Fraktion setzt sich über solche Kleinigkeiten hinweg! Aber noch mehr: E r geht zu Hofe und ersucht den Großherzog um ei» Stück Ein- schräukung der städtischen Sclbswerwaltung!— DaS ist seit den Zeiten S t e g m ü l l e r S in der Partei nicht dagewesen I Das„Offenbacher Abendblatt" hat bei Cramer selbst Erkundi- gungen eingezogen und folgendes erfahren: Die Sache ist wundereinfach, sie hat aber ein wenig mit „Wohnungsreform" zu tun. Vor den Toren Darmstadts, am „hohlen Weg", liegt ein Gartengelände, vielen Besitzern gehörig, darunter auch armen Teufeln. Ein hübsches Fleckchen Erde. Professor O l b r i ch, der bekannte Sezessionist. ging gern da hin- aus spazieren: der Mann ist ein Poet, Formen und Farben sind seine Ausdrucksmittel. Seit Jahren hat er fabuliert, wie schön eS wäre, da draußen eine Gartenstadt erstehen zu lassen. Und bei dem Fabulieren blieb eS nicht; schließlich steckte er die kleinen Besitzer mit seiner Idee an— und am Ende nimmt Balthasar Cramer. der da draußen auch ein ererbtes Fleckchen be- sitzt, die Sache in die Hand, ein Verein oder eine Genossenschaft der Grundbesitzer wird gegründet, die den Plan befolgt: das ganze Gelände soll zusammengelegt werden zu einem Stück: vorher wird der Wert jeden Stückes Land festgesetzt. Dann soll die Stadt- Verwaltung bestimmt werden zur Festsetzung eines Bebau» ngs- planes, zweckmäßig geformte Baugrundstücke sollen heraus- geschnitten, das Sttaßengelände soll unentgeltlich abgetreten werden. Selbstverständlich verfolgt der Bereiir der Grundbesitzer nicht etioa bloß ideale Zwecke: er will das Gelände vorteilhaft verwerten. Eine alte Erfahrung beweist jedoch, daß Stadtverwaltungen meist lingern an die Erweiterung der Bebauungspläne heran- treten: das Bauspeknlantentum hat Einfluß, und es will künstlich das Angebot von Grundstücken beschränken; auch müssen die Hausbesitzer in der inneren Stadt von der Entwickelnng der Vorstädte befürchten, daß ein Druck auf die Mieten eintritt. Jedenfalls hat der Grundbesitzerverein Widerstände in der Darmstädter Gemeindeverwaltung zu fürchten und da ist er auf eine Idee gekommen, die Kleinbürgern sehr nahe liegt, von Sozialdemo- kraten aber abgelehnt werden muß. Er beschloß, den Groß- herzog für seine Bestrebungen zu gewinnen. Olbrich und Cramer wurden ersucht, bei ihm vorzusprechen. Und Cramer meint, wenn er nun einmal Vorsitzender ist, muß er eS auch tun---- Sehr richtig sagt unser Offenbacher Parteiblatt zu der Affäre: „Dem der Politik fremden, in der Welt künstlerischer Formen lebenden und vom Großherzog wiederholt in seinen Bestrebungen eförderten Olbrich wird niemand gram sein, wenn er zu Ernst tidwig geht. Und auch Cramer nicht, wenn er etwa mit dem vor- urteilsfreien Herrn plaudern oder eine Partie Schach spielen will, nur wird er gut tun, die Verzeichnung solcher weltbewegenden Be- gebenheiten im Hofbericht sich zu verbitten. Aber in der vor- liegenden Geschichte hat nicht Cramer, sondern es hat die sozial- demokratische Partei sich etwas zu verbitten. Denn— die Motive Cramers in allen Ehren— es handelt sich doch darum, daß der Monarch angerufen wird zu einer Einflußnahme auf die kommunale Selbstverwaltung. Das ist unter allen Umständen zu tadeln, doppelt zu tadeln aber in einer Stadt, die das fast unbeschränkte allgemeine gleiche Wahl- recht zur Gemeindevertretung hat! Ist es wirklich so, daß die Ideen Cramers, was wir gern glauben wollen, auch dem Allgemeininteresse entsprechen, dann war der Versuch, den Fürsten dafür zu gewinnen, vom Standpunkte des Sozialdemokraten das allerungeeignetste Mittel. Vielmehr mußte die Masse der Ein- ivohner, mußte das werktätige Volk mobil gemacht werden; die Jnteresfenwirtschaft städttscher Grundbesitzer, die auf Emporschrauben der Grundwerte und Hochhaltung der Wohnungsmieten gerichtet ist, mußte öffentlich angeklagt und es mußte auf diese Weise die Stimnumg geschaffen werden, die ein endliches selbständiges k o m p r o m i ß f r e i e§ Vorgehen der Sozialdemokratie bei den nächsten Darmstädter Stadtverordnetenwahlen erfolgreich macht. Statt dessen geht Cramer zu Hofe— er schädigt damit die Aktions- kraft der lokalen Partei und gibt den Gegnern der Demokratie Gelegenheit zum Spott."_ Der Entwurf zum bayerischen Organisationsstatut beschäftigte den sozialdemokratischen Verein Nürnberg, die stärkste Partei- organisation Bayerns. Es wurde beschlossen, eine Reihe Ab- änderungsanträge an den Landesparteitag zu stellen. Unter anderem sollen die ordenllichetr Gautage nur alle zwei Jahre, anstatt all- jährlich, abgehalten werden, für die Einberufung sollen die gleichen Bestimmungen gelten wie für den Laudesparteitag. Zu den Be- stimmungen über den Landesvorstand wird beantragt, daß der Satz, wonach die sozialdemokratische Landtagsfraktion drei von den sieben Mitgliedern des Landesvorstandes ernennen soll, zu streichen und zu bestimmen, daß der Landesparteitag die Wahl des Landes- Vorstandes dem Orte zu übertragen das Recht hat, an dem der Landesvorstand seinen Sitz hat. Der Sitz des Landcsvorstandes soll vom Parteitag bestimmt werden, während der Entwurf als solchen München bestimmen will. Unter die Aufgaben des Landesparteitages soll auch die Entgegennahme des Berichtes der Landtagssraktion ein- gereiht lverden. Bon den Würzburger Genossen ist an den Partei- tag der Antrag gestellt, den Kreis Uiiterfrauken vom Gau Nord- bayern abzutrennen und einen eigenen Gau aus ihm zu bilden; ähn- liche Wünsche sind auch schon bezüglich Oberfrankcus laut geworden. Die Versammlung sprach sich entschieden gegen solche Bestrebungen aus, da diese kleinen Gaue nicht leistungsfähig wären und keinen Beamten besolden könnten, somit in der Agitation schlechter fahren würden. Eine längere Debatte entspann sich über die Frage der Parteibeiträge. Der Entwurf des Landesvorstandes will den regel- mätzigen Monatsbeitrag ans 16 Ps. festsetzen und nur davon 26 Proz. an die Gesamtpartei abführen, während außerdem für die Ver- Wendung im Lande und in den Gauen noch ein monatlicher Mindest- Zuschlag von 13 Pf. erhoben lverden soll. Alle Redner wendeten sich entschieden gegen diesen Vorschlag, Genosse Simon bezeichnete ihn als illoyal und bemerkte, wenn man ihn zum Beschluß erheben wurde, so hätte die zuweilen bemerkbare Antipathie gegen den Süden eine große Berechtigung. Es wird beantragt, den regel- mäßigen Beitrag auf 23 Pf. festzusetzen, wovon 20 Proz. an den Gesamtvorstand und 20 Proz. an den Gauvorstand abzuliefern sind. Der Gauvorstand hat von seinen Einnahmen wieder 40 Proz. an den Landesvorstand abzuliefern. Werden höhere Beiträge erhoben, so werden an die anderen Korporationen die gleichen Prozentsätze abgeführt. Zur Vereinfachung der Geschäfte hat der Landesvorstand bei Abgabe der Marken und Bücher an die Gauvorstände sogleich die auf ihn entfallenden Beitragsanteile zu erheben, in gleicher Weise hat der Gauvorstand gegenüber den einzelnen Vereinen zu ver- fahren. Das Wiedcraufnahmcgesuch des bor vier Jahren mit drei an- deren Genossen aus dem Berein ausgeschlossene» Genossen Speyerer wurde gegen wenige Stimmen angenommen. polfeeUickieo. Ocrichtliehee uf«r. — Auch ein Afrikaprozeß. Das Bezirkskommando in E l b e r- seid hatte im Herbst v. I. an die Sanitätsmannschaften des Beurlaubtenstandes ein Schriftstück gesandt, durch das die Empfänger im militärischen Kommandostil aufgefordert wurden, dem Haupt meldeamt sofort zu melden, ob sie zum Eintritt in die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika oder Kamerun bereit seien. Dieser kategorische Imperativ eines Bezirkskommandos wurde in der E l b e r- selber„Freien Presse" und der Solinger„Ber- zischen A r b e i t e r st i m in e" abgedruckt und entsprechend gewürdigt. Da aber nach Ansicht gewisser Leute die militärischen Institutionen heilig und unangreifbar sind, so wurde die Anklage wegen Beleidigung des Bezirkskommandos in Elberfeld gegen beide Blätter erhoben. Am Donnerstag hatten sich nun die Genoffen Hoff mann- Elberfeld und T e i f e l- Solingen als die Verauiivortlichen Redakteure der beiden Blätter vor der Strafkammer in Elberfeld zu „verantworten". Die Verhandlung machte den Eindruck, daß der Strafantrag gar nicht voni Bezirkskommando, sondern von anderer Stelle, wahrscheinlich von der Staatsanwaltschaft, angeregt wurde. Der als Zeuge geladene Hauptmann vom Bezirkskommando erklärte auf die diesbezügliche Frage nach einigem Zögern ja allerdings, daß er sich durch den Artikel beleidigt fühle, aber die Form der oben be- zeichneten Aufforderung des Bezirkskommandos rechtfertigte er nicht; sie sei von einem Untergebenen verfaßt worden und er höbe sie nicht gekannt. Aber dennoch erfolgte Verurteilung: Hoffmann erhielt eine Geldstrafe von 130 M. und Teifel eine solche von 200 M. Letzterer s�ll deshalb 30 M. mehr zahlen, weil er dem Arttkel noch eine Be- merkung beifügte und— zweimal vorbestraft ist, während Hoffmann nur einmal dieses preußische Vergnügen gehabt hat. Polizeiliches ans Ostrlbien. Mit dem eigenartigen Bescheide, weil der Vorsitzende des BauhiilfsarbeiterverbandeS(Zahlstelle Gum- binnen) ein Ausländer sei, wurde die zum 28. Januar ein- berufene öffentliche Bauhülfsarbeiterversammlung von der Polizeibehörde in Gumbinnen verboten. Im Versammlungslokale hatten fich zahlreiche Besucher eingefunden, und ehe noch die Ver- sanunlung eröffnet war. ersuchte der Polizeibeamte die An- lo e s e n d e n, d e n S a a l z u verlassen. ES wurde dagegen protestiert, doch der Polizist berief fich auf den Bescheid, und so mußte das Lokal geräumt werden. Nur der Pächter des Lokals durste nach erteilter Erlaubnis im Saale ver- bleiben. Das ist wieder eine echt oftelbische Polizeitat. Es ist ja für unS Untertanen gewiß nicht leicht, uns im„Vereins- und Versammlungsrecht" zurechtzufinden, aber soviel wissen wir doch, daß sich in dem Gesetz nicht ein Wort davon befindet, daß eine Versammlung aus dem obigen Grunde verboten werden kann. Noch viel weniger steht in dem Gesetz, daß Personen aus einem Lokal gewiesen werden können von Leuten, die gar nicht das Hausrecht besitzen, denn von einer Oersammlungsauflösung konnte keine Rede sein, da noch keine Versammlung eröffnet war. Wir meinen, das sollten auch die unteren Polizeiorgane wissen. So viel Gesetzeskenntnis müssen sie nun einmal haben, wenn sie ihr Amt versehen und die Bürger nicht der gesetzesmäßigen Aechte berauben wollen. Und selbst wenn mau den Artikel 29 der preußischen Verfassung betrachtet, der den Preußen das Recht gibt, sich zu versammeln, so hätte im aller- schlimmsten Falle auf die Entfernung des Ausländers gedrungen werden können. Es ist selbstverständlich, daß wir natürlich eine derartige Auslegung nicht gelten lassen, aber zur Entschuldigung der Polizeitat könnte man eS vorbringen. Aber das schönste an der Geschichte ist, daß es sich gar nicht um einen Ausländer handelt. Der Mann ist deutscher Reichs- an gehöriger, was auch seine Geburtsurkunde beweist, die fich in Gumbinnen auf dem Bureau befindet. Und seit Jahren arbeitet der Genosse in Deutschland und zahlt auch Steuern. Man sieht— derFiskus nimmt ihm die Steuergroschen ab— auf der anderen Seite macht ihn die Polizei zu einem rechtlosen Menschen und schädigt auf diese Weise noch zahlreiche andere— die selbst in den Augen der Polizei Preußen sind.— Es wird selbstverständlich Beschwerde geführt werden._ Hus Induftne und Handel. Kohlenwucher. Berlin hat seine Vorzüge.„Geschmackvolle" Denkmäler, könig- liche Polizei, teure Mieten und dergleichen„Annehmlichkeiten" mehr. Den Hausfrauen besonders fühlbar macht fich seit einiger Zeit eine empfindliche Verteuerung des Hausbrandes. Wir berichtete» seiner- zeit, daß unter der Führung der Gesellschaft„Ilse" das Großhändler- tum eine Verteuerung der Briketts beschlossen hat. Es wurde damals auch bestimmt, daß diejenigen Händler, welche unter den festgesetzten Preisen abgeben, unnachsichtlich gesperrt lverden sollen. Natürlich fügen sich die Händler, obwohl sie auf Vorhalt erklären können: Wir würden wohl etwas billiger liefern, wenn wir nur dürsten. Da aber viele Abnehmer besttmmte Marken unbedingt verlangen, müssen wir uns dem Machtgebot der betteffenden Finnen fügen.— Dem Vorgehen von„Ilse" haben sich noch einige andere Firmen angeschlossen und da bekanntlich der Hunger während des Essens sich einstellt, braucht man sich kaum darüber zu wundern. daß für dieses Jahr noch weitere Preis- erhöhnngen geplant sind. Die Sommerpreise sollen in Zukunft die jetzt geltenden exorbitanten Winterprejse noch überholen und für den folgenden Winter werden die nächsten Sommerpreise natürlich wiederum überboten. Briketts sollen um 10 bis 13 Pf. pro 100 Stück im Preise steigen, für den Scheffel Koks will man 73 bis 80 Pf. einheimsen und Steinkohlen sollen auf den horrenden Satz von 1,20 Mark gebracht werden. Bei dem ungeheuren Verbrauch Berlins an Brennmaterialien bedeuten solche Preistreibereien für das menschenfreundliche Unternehmertum Millionenbeute. Im Jahre 1903 betrug die Zufuhr nach Berlin— abzüglich des Versandes— an Braunkohlen und Briketts: 1 666 463 Tonnen. Eine Preissteigerung um 10 Pf. pro Zentner brächte ein Mehr von rund 3'/« Millionen Mark! Teilweise sollen die Preise aber um mehr wie 10 Pf. in die Höhe ge- schraubt werden. Dazu käme ferner noch die Mehr- beute aus dem Verschleiß an Koks und Steinkohlen, deren Gesamizufuhrmengen sich in 1903 auf 3'/- Millionen Tonnen belief. Der Konvention, bei der die Gesellschaft„Ilse" das treibende Element ist, haben sich noch die Firmen„Monopol". „Matador" und die Anhalttschen Kohlenwerke angeschlossen. Die HauSftauen könnten der wilden PreiStteiherei etwas entgegenwirken, wenn sie den Produkten der der Konvention nicht angeschlossenen Firmen den Vorzug geben. Dann brauchten auch die Händler keine Angst mehr zu haben, boykottiert zu werden und die fteien Unternehmer kommen nicht in die Zwangs- läge, sich der Diktatur der Konvention unterwerfen zu müssen. Daß etiva die Stadt Berlin in großzügiger Weise die Kohlenversorgung in die Hand nimmt, ist ja nicht zu erwarten, deshalb sind die Hausfrauen auf die Selbsthülfe angewiesen. Auch die Konsumvereine könnten durch gemeinsames Vorgehen, durch große Abschlüsse event. in Böhmen usw., eine» heilsamen Druck auf die allzu begehrlichen Kohlengewalttgen ausüben. Die Plünderung der Konsumenten mit einem dem Volke gehörenden Naturschatz durch das kapitalistische Unternehmertum zeigt übrigens auch recht drastisch die Kulturwidrigkeit, dieser Gesellschaftsordnung, von der das Volk schließlich nur durch die Sozialisierung der Produktton und Distribution befreit werden kann. Eine agrarische Pleite. Aus Camberg berichtet die„Franks. Ztg.": Auf der außerordentlichen Generalversammlung der KoruhauS- Genossenschaft verlaugte man namens der Mehrheit die Konkurs- cröffnung. Der stellverttetende Generaldirektor Baron Mengers- Hausen aus Neuwied gab zu, daß sehr traurige Verhältnisse herrschen und beschwichtigte die Erbitterung durch das einstweilen unverbind- liche Versprechen, daß die Neuwieder Raiffeisen-Zentrale auch dieses Defizit mit 92 000 M. decken wolle. Die agrarischen„Erfolge" zwingen zu dem Schluß: Die staatliche Subventionspolitik hat die agrarische Sippe für jede Selbsthülfe im wirtschaftlichen Ge- triebe unfähig gemacht. Es wird die allerhöchste Zeit, mit der Pro- tektionsluirischaft zu brechen, damit nicht für die Zukunft jede Aus- ficht auf Besserung ausgeschlossen erscheint. Jemehr die Schoßkinder verhätschelt und mit Liebesgaben erzogen werden, desto frecher und verzogener werden sie. Das muß das deutsche Volk allzusehr er- fahren, es hat die Affenliebe der Regierung zu den Junkern mit Hungerzöllen und Knebelversuchen zu bezahlen. Ein russisches Kohlensyndikat. In Süd-Rußland ist die Gründung eines Syndikats geplant, das die Ausbeute der reichen Kohlenlager des DonezbeckenS betreiben will. Französisches Kapital steckt Himer der Gründung. Neue Goldgruben in Ungarn. AuS KöröSbinha wird berichtet, daß im Gebiete der Gemeiiiden KaräcS und Cebe reiche Goldsunde gemacht wurden. Aus deu Magura- und KaräcSbergen sollen bereits die Römer reiche Ausbeute gehabt haften und auch daS königlich ungarische Montanärar bat zu Beginn des verflossenen Jahrhunderts dort Goldbergbau betrieben; in letzterer Zeit war der Betrieb vollkommen vernachlässigt. Der geologische LandeSvcrein hat im Sommer die Gegend untersucht, wobei der außerordentliche Reichtum der Landschaft festgestellt wurde. Es wurden am Magura Versuchs- weise Pochproben vorgenommen und im Gestein dieses Berges 8 Gramm Gold pro Tonne ermittelt. Den fortgesetzten Unter- suchuugen gelang eS aber, in Körösbänya selbst in den diluvialen Gerolle» Schwemmgold zu entdecken. Probewaschungen haben in der Tonne 2 Gramm Gold erkennen lassen. lieber die Preispolitik der Zentrale für Spiritusvcrwertuiig wird in Jitteressentenkreisei! lebhaft geklagt. Der Jahresbericht der Handelskammer zu Bielefeld für 1903 behauptet in einer Eingabe an den Handelsininister. daß die Zentrale die Preise für Spiritus willkürlich herauf- und herabsetze. Zum Beweise dafür wird an- geführt, daß sie beispielsweise den an sich schon außerordentlich hohen Spirituspreis im August 1904 um weitere 4 M. erhöht hat, mir weil die Ernte au Kartoffeln voraussichtlich nicht gut ausfallen würde. Im Jahre 1905 dagegen, als die Aussichtcn für die Kartoffel- ernte glänzend waren, wartete die Zentrale mit der Herabsetzung deS sehr hohen Preises bis Oktober und setzte dann den Preis nur zögernd um 3 M. und lveiter noch zweimal um 4 M. herab. Trotz dieser Herabsetzung steht der heutige Spirituspreis noch mindestens 10 M. über dem normalen Preise. Außerdem habe seit dem Be- stehen der Zentrale auch die Oualität des besten Spiritus und des KvrnspirUus gelitten. Da die Kartellkommission sich uächstdem mit der Zentrale für SpirituSverwertung beschäftigen Ivird, jo ist ja den Interessenten Gelegenheit gegeben, ihre Klage» möglichst aus- führlich vor der breitesten Deffentlichkeit vorzutragen und nachprüfen 1, Berggeist" in Brühl sowie das Bergische Elektrizitätswerk in wieder erhielt Weihe den Zuschlag mit 12000 Mart, trai zu lassen. Solingen erworben. Außerdem erwarb die Gesellschaft Beteiligungen aber schon vor dem 1. April von der Pachtung freiwillig Wirkung der hohen Rohstoffpreise. Die Klage über gestiegene an der Duisburg Düsseldorfer Kleinbahn, an der Kreis Ruhrorter zurück und bat um ein Zeugnis. Bei der Unterredung, die er darauf mit dem Oberst von Marschall hatte, erhob Weihe gegen den OberLöhne, selbst wenn es sich nur um Einkommensteigerung aus ver- Straßenbahn und an der Krefelder Straßenbahn. Tängerter Arbeitszeit handelt, ist den Unternehmern zur zweiten Dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller gingen von Bahlmeister Lottmann den Vorwurf, daß er von diesem schifaniert würde, weil er sich ihm nicht erkenntlich zeige. Der Oberst Natur geworden. Berücksichtigt man das, dann kommt man zu unterrichteter Seite Mitteilungen zu über zweifelhafte Firmen in forderte den Angeflanten darauf auf, seine Bes einer richtigeren Würdigung der Stimmen, welche die Wirkungen Liverpool und Marseille. Interessenten erhalten weitere, jedoch nur ich werde schriftlich einzureichen. Darauf richtete der Preissteigerungen für Nohmaterialien kundgeben. Die Porzellan- mündliche Auskunft im Bureau des Vereins, Jägerstr. 22, während Weihe am 10. Februar 1905 eine Eingabe an den Kommandeur, in fabrit Schönwald führt den Rückgang ihres Gewinnes auf die der Geschäftsstunden von 9-1 und von 4-7 Uhr. welcher er mit Bezug auf die Unterredung gegen den Steigerung der Rohinaterialienpreise zurück. Aehnlich wie die vorEin Gesetzentwurf betreffend die Ermächtigung, die Verausgabung ber- 3ahlmeister Lottmann geltend machte, er schifaniere stehende Firma äußert sich der Verwaltungsbericht der Maschinen- von Bankbilletts auf 5 Milliarden 800 Millionen zu erhöhen, wurde ihn seit langer Zeit, zweifle die Qualität des Bieres an, obgleich fabrik Wegelin u. Hübner A.-G. in Halle. Der Bericht sagt: Im gestern( Freitag) in der französischen Deputiertenkammer beraten. alle damit zufrieden wären, bemängele die Gläserfüllung und Jahre 1905 waren dem Geschäftsbericht zufolge sämtliche Betriebe mit Boutard( Soz.) vertrat die Ansicht, die Vermehrung der Bankbilletts schädige ihn geschäftlich, da er es veranlaßt, daß ihm Ausnahme der ersten Monate mit Lieferungsaufträgen so reichlich ver- sei ungerechtfertigt. Der Berichterstatter Jules Roche, verteidigte der Verkauf von Bürsten, Bürsten, Holzpantoffeln und Drillichsachen sehen, daß dieselben mur unter Zuhülfenahme von Ueberstundenarbeit die Vermehrung als notwendig und gerechtfertigt. Deloncle( Re- entzogen sei. Außerdem habe Lottmann die Erhöhung der bewältigt werden konnten. Der vorjährige Umsatz wurde nicht unerheb= publikaner) verteidigt gleichfalls den Gefeßentwurf, der dem Interesse Pacht durchgesetzt, deshalb den Sergeanten Sollerz und andere lich überschritten, aber trotzdem nur ein etwas größeres Reinerträgnis des Publifums diene. Darauf wurde der Gesetzentwurf angenommen zur Mitbewerbung veranlaßt und dies alles, weil er nicht, wie sein wie im Vorjahr erzielt, weil einerseits die Preise für Rohmaterialien und Halbfabrikate, welche fast sämtlich syndiziert sind, sowie die Ar- und die Beratung des Budgets fortgesetzt. Soziales. Borgänger Vogel, an Lottmann Geld- und andere Geschenke mache, wie dies der Bruder Vogels wiederholt erklärt habe. Lottmann beitslöhne beträchtliche Steigerungen erfuhren, andererseits und zwar habe zudem moralische Verstöße begangen, indem er sich 1900 feiner infolge des in der Maschinenindustrie noch immer herrschenden starten Wettbewerbes die Preise der Fertigfabrikate nicht erhöht Schwägerin Paula Weise in zudringlicher Weise genähert und einmal, als sie die Pacht zahlte, im Zahlmeisterbureau sich an ihrer werden konnten. Daß bei Ueberstundenarbeit die Löhne steigen, Taille zu schaffen gemacht habe. Als sie sich dies energisch verbat, ist, wenn man nicht Lohndrückerei als das natürlichste und selbst- Hülfskaffenkongres- Protokoll. Das Protokoll über den am habe Lottmann seitdem einen Haß auf ihn und seine Angehörigen verständlichste betrachtet, wohl nicht sehr verwunderlich. Eine solche 16. und 17. Januar cr. in Berlin stattgefundenen Hülfskaffenkongreß gehabt und zu dem Wachtmeister Kuhlmeh einmal gesagt, Lohnsteigerung verteuert die Produktionskosten natürlich nicht, die ist im Druck erschienen und zum Preise von 20 Pf. pro Exemplar würde ihm 1000 Mart geben, wenn er es schriftlich von ihm Beklagte Belastung ist lediglich auf die Verteuerung der Rohmateri- zu beziehen. Als Anlagen sind demselben der betr. Gesezentwurf befäme, daß er zu ſeiner Schwägerin in intimen Verkehr getreten alien zurückzuführen. Wit Inkrafttreten der Handelsverträge, wenn nebst Begründung sowie die Denkschrift beigegeben, welche von der sei. Als guter Staatsbürger erachtete er es für seine Pflicht, das die Holzindustrie durch erhöhte Zölle noch etwas auf die Selbsttosten Kongreßtommiffion Anfang Januar cr. dem Bundesrat und Reichstag unwürdige Verhalten Lottmanns zur Anzeige zu bringen. Gegen gepackt bekommt, wird die Syndikatspreispolitik sich noch schärfer zugestellt wurde. Bestellungen sind zu richten an C. Deifinger, letzteren, wurde darauf militärgerichtlich eingeschritten, doch wurde unangenehm bemerkbar machen. Hamburg I. Hohe Bleichen 34. Alle arbeiterfreundlichen Blätter er in dem Verfahren vollständig freigesprochen. Nunmehr wurde werden um Abdruck gebeten. Kongostaatliches. Versicherungspflicht der in der Hausweberei tätigen Personen. Das Kautschukregime am Kongo nimmt ungestört und ungestraft Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Brandenburg erläßt feinen Fortgang. Von 1898 bis zum April 1905, in etwa 72 Jahren, folgende Bekanntmachung, die für die Hausweberei von Interesse ist: find vom Kongo zirka 34 000 Tonnen Kautschuk im Werte von zirka ,, Ueber die Versicherungspflicht der neben ihren Ehemännern in 350 Millionen Frank nach Antwerpen exportiert worden! Der der Hausweberei tätigen Frauen herricht noch immer Unklarheit. Es deutsche Handel hat an diesen Umsätzen keinen Anteil. wird daher darauf hingewiesen, daß diese Frauen nur dann der Wie gelangte der Kongostaat und feine Monopolgefellschaften- Versicherungspflicht unterliegen, wenn sie selbständig tätig sind. denn nur diese haben nach den fongostaatlichen Verordnungen ein Die Selbständigkeit ist ohne weiteres anzunehmen, wenn Mann Recht auf die Bodenerzeugnisse des Landes zu diesem enormen und Frau für verschiedene Fabrikanten arbeiten. In Export? diesen Fällen find daher stets Beitragsmarten zu verwenden. Des Königs eigene Untersuchungskommission gibt Antwort auf Arbeiten Mann und Frau für den gleichen fabrikanten, diese Frage: so sind für die Frau nur dann Beitragsmarken zu verwenden, 2. es folgt daraus, daß überall im Kongo die Ein- wenn geborenen den Kautschut nur unter Anwendung von Gewalt, a) die Gewebe von Mann und Frau besonders abgeliefert werden; direkt oder indirekt angewandter Gewalt, sammeln." b) die Frau ein eigenes Ablieferungsbuch befigt, oder bei gemeinschaftlichem Ablieferungsbuche die Gewebe der Frau in der Weise eingetragen sind, daß ihre Person als Verfertigerin besonders bezeichnet ist; Gewalt" im Kongostaat bedeutet Mord und Grausamkeit, die die fürchterlichen ,, Maisons d'hotages", Stetten und Nilpferdpeitsche; das sind die Mittel zur moralischen und materiellen Wiedergeburt, die König Leopold dem Volke feierlich zugesichert hat! Es kann nicht länger von angeblichen" Grausamkeiten die Rede fein: diese Dinge sind als tatsächlich durch die Kommission des Königs bestätigt worden. Reformen werden denn auch in Aussicht genommen und im Schoße einer Kommission von vierzehn Personen beraten, die alle mehr oder minder an der profitablen Ausbeutung des Kongos interessiert sind: wie aber sollen Reformen eingeführt werden, wenn an dem System der Ausbeutung, an dem System der maßlosen Knechtung des Volkes nicht gerüttelt werden darf? c) der Lohn für die Frau getrennt, wenn auch auf gemeinfamem Konto, berechnet wird; er gegen Weihe eingeschritten. Er gab zu dem eingesandten Schriftstück die Erklärung ab, daß er von der Wahrheit seiner Behauptungen überzeugt sei. In der Beweiserhebung befundete Oberst b. Marschall, daß er Weihe auf die schweren Anschuldigungen in feiner Eingabe aufmerksam gemacht habe. Es habe sich nicht Lottmann daß Ober- Zahlmeister den Angeklagten ergeben, schikaniert habe, als Mitglied der Kantinenkommission hatte Lottmann das Recht, über den Betrieb zu wachen. Er hat Weihe fogar Wohlwollen gezeigt. Oberst Graf Dohna bekundete, daß die Pachterhöhung auf seine Initiative zurückzuführen sei, ebenso das Beschaffen von Bürsten usw., welche die Mannschaften gratis erhielten. Mehrere Wachtmeister sagten aus, daß Sergeant Sollerz erklärte, als er den Zuschlag bei der Kantinenverpachtung nicht erhielt, er habe ja noch Zeit und diene weiter. Eine Scheinbewerbung des Sollerz lag nicht vor. Sollerz, der mit Weihe nicht gut stand, hat ihm indessen einmal sagen lassen, daß er die Erhöhung der Bacht ihm zu verdanken habe, weil er mitgeboten. Es wurde festgestellt, daß der Handel mit Drillichsachen überhaupt vom Generalkommando verboten wurde, so daß Lottmann gar nicht zugunsten des Regimentsschneidermeisters dem Angeklagten den Handel entziehen konnte. Verschiedene 8eugen belunden darauf, daß der frühere Verwalter der Kantine, Richard Vogel, Vorgänger des d) die Frau für die von ihr angefertigten Gewebe allein ver- Angeflagten, sich mehrmals geäußert hat, Weihe möge antwortlich ist. den Ober- Zahlmeister nicht so spicken, wie dies sein Bruder, der Sind derartige Merkmale nicht vorhanden, so ist die Frau als Hoflieferant Vogel( Spatenbräu), getan habe, welcher monatGehülfin ihres Ehemannes anzusehen und nicht zu verlich einen Blauen und zu Neujahr einen Grauen au Lottmann gegeben. Zeuge Kaufmann Otto Kühn, Kantinenlieferant aus sichern. Wenn Zweifel über die Versicherungspflicht bestehen, ist die Aus- Berlin, hat diese Aeußerung auch gehört und gesehen, wie eines kunft der unteren Verwaltungsbehörde( Landrat bezw. Magistrat) Abends Lottmann den Angeklagten schifaniert hat, worauf dieser laut sagte: Na spicken tu ich ihn doch nicht." Lottmann hörte diese einzuholen." ruhig mit an. Richard Vogel kann sich auf És fann unerörtert bleiben, ob die Bekanntmachung, soweit sie Worte sich auf die Nichtversicherungspflicht in dem Falle des Arbeitens bei Aeußerungen derartiger Art nicht mehr besinnen. der Hoflieferant Vogel, bestritt des Reichsversicherungsamtes unter allen Umständen entspricht. mit Von seinem Bruder gab Zweifellos trifft der Inhalt der oben wiedergegebenen Bekannt- Geldgefchenke gegeben zu haben. machung in der Regel zu. Die Notwendigkeit einer besonderen er die Charakteristik, daß er ein großer Maulheld sei und Sachen, Bekanntmachung erweist, wie notwedig eine flarere und umfassendere die unwahr sind, so wahrheitsgetreu erzähle, daß er sie selber Gestaltung der Invaliditätsversicherungs Vorschriften für Haus- glaube. Er habe dadurch schon viel Aerger bereitet, sei er doch der Meinung gewesen, er müsse selber Hoflieferant werden, weil er für industrielle ist. ihn die Arbeit mache. Wachtmeister Suh Imeh bestätigte, daß Die Fischzucht in der Lüneburger Heide macht Fortschritte. Nach Lottmann ihm einst nach einem Fest in Wernigerode beim Grafen einer neueren Zählung wurden über 2400 Fischteiche, hauptsächlich Stolberg angeheitert die 1000 m. versprochen habe, falls er ihm Die" Tägliche Rundschau" vom 17. Januar 1905 bringt eine mit Karpfen besetzt, festgestellt. Es ist das erklärlich, wenn man schriftlich gebe, daß er mit Frl. Weise in intime Beziehungen geoernichtende Charakteristik dieser Vérité" aus der Feder eines sich die Erträge derartiger Teiche vergegenwärtigt. Ein alter Bauer treten sei. Daß Lottmann im Zahlmeisterbureau derselben zu nahe In der ganzen zivilisierten Welt, in England, Amerika, Italien, fagte kürzlich, daß ihm der Morgen Karpfenteich etwa 50 M., der getreten sei, stellte Sergeant Arndt, der damals im NebenFrankreich und nicht zum wenigsten in Belgien selbst erhebt sich im besten Falle 18 M. Pacht. Eben derselbe Bauer meinte, seine beantragte der Amtsanwalt gegen den Angeklagten 6 Monat GeProtest gegen die flar zutage getretenen unheilvollen Schäden und Fischteiche hätten ihm soviel eingebracht, daß er seinen Enkelsohn fängnis! Der Gerichtshof erkannte auf 600 M. Geldstrafe, eventuell bie jahrelange Drangfalierung des Bolles der Eingeborenen, welches habe studieren lassen können. Der sonst nicht sehr ertragreiche Boden 60 Tage Gefängnis. Und da kommen Deutsche her und treiben ihren Landsleuten die Schamröte ins Gesicht, indem sie ihre Feder und ihre Person in den Dienst des Kongostaates stellen und dieses, allem Recht und aller Gerechtigkeit Hohn sprechende, die deutschen sowohl wie jede anderen Handelsinteressen im Kongo einfach erstickende System verherrlichen und beschönigen. Die Gründe, welche diese Verteidiger des Kongostaates unter Verleumdung und Verdächtigung der Gegner desselben, für ihre Agitation ins Treffen führen, sind alle der famosen ,, Vérité sur le Congo", dem„ Drgan des Kongostantes zur Vertretung der belgischen Intereffen im Auslande" entnommen, werden von diesem dann wieder als neue Beweise der gerechten Sache abgedruckt, und verlohnen sich nicht, aufs neue widerlegt zu werden. " Sein demselben Fabrikanten bezieht, dem Gesetz und der Rechtsprechung Bruder, aller Entschiedenheit, jemals an Lottmann in den Kautschuldistrikten mitleidlos zugrunde gerichtet wird. Ueberall fann gar nicht vorteilhafter ausgenutzt werden. Auf amtliche Nachfrage im strecken sich den Aermsten der Armen barmherzige Hände entgegen, Sommer haben 370 Gemeindevorsteher aus Heidedörfern berichtet, daß Kampf gegen die Fröhlichkeit der Arbeiter. Der gegen die um sie aus der Not und dem Elend zu befreien nur in Deutsch- im Gebiet ihrer Gemeinde noch Platz und Gelegenheit zur Anlage von frühere Rechtsprechung des noch nicht von einem selbständigen Richter land regen sich teine Hände, und die sich regten, sind zum größten Fischteichen sei. Von den damals festgestellten über 2000 Teichen waren befreiten Kammergerichts von der Polizei und Staatsanwaltschaft Teil wieder erlahmt; gefühllose Agitatoren dagegen helfen den 1886 Heftar Karpfenteiche und 168 Heftar Forellenteiche, die jährlich geführte Stampf bricht nicht ab und zeigt, wie recht jener MinisterialBeinigern und Blutsangen die Nilpferdpeitsche schwingen und vermindestens suchen der Deffentlichkeit klar zu machen, daß alles aufs beste sei in mindestens 500, wahrscheinlich aber sogar 750 Doppelzentner Karpfen rat prophezeite, daß die Statuierung der Staats( 60-90 000 m. wert), 23 Doppelzentner Schleie( 5000 M.), 25 Doppel- anwaltschaft als Herrin des Strafprozesses not diesem besten aller Kongostaaten. Wer solches lieft, mag glauben es sei übertrieben und mancher entner Salmoniden( 12 500 M.) und 25 Doppelzentner Bachforellen wendig dahin führen müsse, das Gericht intellektuell und ( 12 500 M.) lieferten. Mit einem kleinen Bruchteil der für das moralisch von der Verwaltung abhängig zu gestalten. Am Montag Hereroland und andere kolonialpolitische Schwärmereien verausgabten wurde wiederum der Kampf um Konstruktion öffentlicher Gesellkolonisieren. nimmt vielleicht Anstoß an der Art dieser Darstellung; Wahrheit derselben kann nicht geleugnet werden: aber die Die Beweise für ein unbeschreiblich grausames Vorgehen des Staates und seiner Monopolgesellschaften bei der gewaltsamen Eintreibung willkürlich auferlegter, schier unerschwinglicher Abgaben an Kautschuk und dergleichen und Lebensmitteln für den Unterhalt der Stationen treten in dem Bericht der Kommission für den der sehen will, flar zutage. fann, anzuschließen? Welches sind die Gründe, die Deutschland verhindern, sich der Reformbelegung gegen den Kongo, die durchaus berechtigt und gerechtfertigt ist, aus der der deutsche Handel nur Vorteil ziehen Das Schlagwort:„ Wir werden uns hüten den Engländern die Kastanien aus dem Feuer zu holen", entbehrt durchaus jeder Begründung. Nicht englisch soll der Kongo werden, sondern frei. Fürst Bismarck schloß die derzeitige Konferenz, aus der der Kongostaat hervorging, mit den Worten: Gelder ließe sich die Lüneburger Heide in noch weit erheblicher Weise schaften aus geschlossenen von der Staatsanwaltschaft geführt. In Alt- Kosel hatte am 23. Januar vorigen Jahres ein ge Genossenschaftsfeinde. Zu der gestrigen Notiz über die Kritik schlossenes Vergnügen der Mitglieder des Maurerverbandes aus Altdes" Genossenschafts- Pionier" wird uns mitgeteilt, daß uns insofern Rosel und drei benachbarten Orten stattgefunden. Nur Verbandsein unangenehmer Irrtum unterlaufen ist, als wir das Blatt als mitglieder und deren Angehörige wurden zugelassen. Der Gastwirt Blatt der Konsumgenossenschaften für Berlin und Umgegend be- Mobler wurde trotzdem wegen Abhaltung einer öffentlichen zeichnet hatten. Die Konsumgenossenschaft für Berlin und Umgegend Tanzluftbarkeit ohne Erlaubnis angeflagt. Das Landgericht Ratibor Instanz steht dem„ Genossenschafts- Pionier" völlig fern und ist auch mit den sprach ihn jedoch in zweiter Justang frei. Es sprach aus, daß es sich um eine geschlossene Gesellschaft handele. Die StaatsanwaltAusführungen des von uns bekämpften Artikels S. me feineswegschaft legte Revision ein und operierte mit dem Begriff der großen, einverstanden. Wir freuen uns, daß unsere Annahme bestätigt wird, daß eine Konsumgenossenschaft, die auf dem Boden der ose organisierten Vereine, die keine geschlossenen Gesellschaften modernen Arbeiterbewegung steht, den S. K.- Artikel nicht billigen feien, weil sie zu viel geschlossene Gesellschaften vorstellen. R.-A. Wolfgang Heine trat dem entgegen und machte inter Verweisung auf die örtlichen Verhältnisse geltend, tann. daß hier alle Merkmale einer geschlossenen Gesellschaft ( Begrenzung nach außen, innerliches mit einander Verbundensein usw.) gegeben seien. Das Kammergericht hob jedoch die Vorentscheidung auf und berties die Sache noch einmal an das LandBeleidigung unter allen Umständen. Unsere Leser entsinnen sich gericht zurück. Es hatte ihm die Form der tatsächlichen aus verschiedenen Prozessen, so dem aus der„ blanken Hölle", daß Feststellungen" des Landgerichts angetan, des Landgerichts angetan, die dahin gingen, Gerichte die wenig seltsame Anschauung vertreten, wenn jemand baß das Vergnügen von Mitgliedern des Hamburger Maurer glaubt Anlaß zur Beschwerde zu haben, habe er fein Recht, sich verbandes und insbesondere von den in Alt- Kosel und drei Die Beschlüsse, welche wir im Begriff sind zu sanktionieren, durch Inanspruchnahme der Presse in die Deffentlichkeit zu flüchten. benachbarten Orten wohnenden Mitgliedern" abgehalten sei. Es sichern dem Handel aller Nationen den freien Zutritt in das Er handele nur dann in Wahrnehmung berechtigter Interessen, wenn wäre deshalb nachzuprüfen, ob der Hamburger MaurerJumere des afrikanischen, Sontinents. Die Garantien, mit denen er sich über den Vorfall bei der betreffenden Behörde beschwere. verband" und insbesondere die Mitglieder von Alt- Stofel und die Freiheit des Handels im Becken des Kongo umgeben sein wird, Daß ein Bürger aber auch gar dann bestraft wird, wenn er, zur den drei benachbarten Orten eine geschlossene Gesellschaft bildeten. und die in den Kongo- und Niger- Schiffahrtsatten getroffenen Beschwerde aufgefordert, sich beschwert, lehrte eine vor Die Feststellungen des Landgerichts genügten dem KammerBestimmungen sind derart, daß sie dem Handel und der Induſtrie dem Potsdamer Schöffengericht am Donnerstag stattgefundene gericht nicht. aller Nationen die günstigsten Bedingungen für ihre Entwickelung Gerichtsverhandlung. Meine Herren! Unsere Konferenz ist nach langen und mühfamen Beratungen am Schluß ihrer Arbeiten angelangt, und ich bin glücklich, zu konstatieren, daß dank Ihrer Bemühungen und dem versöhnlichen Geiste, der bei unseren Verhandlungen gewaltet hat, eine vollständige Uebereinstimmung über alle Punkte des uns vorgelegten Programmes erzielt worden ist. und ihre Sicherheit bieten. Gerichts- Zeitung. Wegen Beleidigung des Ober Bahlmeisters Bestrafte Höflichkeit. Merkwürdige Ordnungsstrafen seitens Durch eine andere Reihe von Bestimmungen haben Sie Ihre Lottmann vom Leib- Garde- Husaren- Regiment in Botsdam hatte des Gerichts machen immer weitere Fortschritte. Während einer Fürsorge für das moralische und materielle Wohl der eingeborenen sich vor dem dortigen Schöffengericht der frühere Pächter der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Wennigsen bei Hannover Bevölkerung bewiesen und es ist zu hoffen, daß diese vom Geiste Kantine der Leib- Garde- Husaren, jezige Kaufmann Andreas Weihe mußte ein Schöffe niesen. Das veranlaßte den Möbelhändler B., weiser Mäßigung eingegebenen Grundsäge Früchte bringen und aus Potsdam zu verantworten. Zu den Verhandlungen, die erst der sich in jener Verhandlung wegen eines fleinen Vergehens zu dazu beitragen werden, diese Völker der Wohltaten der Zivilisation spät nachmittags ihr Ende erreichten, waren zwanzig Zeugen verantworten hatte, ihm ein freundlich argloses, Profit", zu Den Dank dafür erstattete ihm der Vorsitzende des geladen. Der Angeklagte war früher Sanitätssergeant im Leib- zurufen. teilhaftig zu machen." Garde- Husaren- Regiment und hatte als solcher den damaligen Gerichts in Gestalt einer Strafe von 10 M. wegen Un= Gericht. Daß die also bestrafte ArtigKommandeur Oberst von Wallenberg während seiner schweren gebühr vor Nervenerkrankung gepflegt. Als er im Jahre 1900 den Dienst feit nicht etwa ironisch gemeint war, geht daraus hervor, niesende Schöffe auf das freundliche„ Profit“ quittierte, erhielt er gegen 8000 Mart Pacht die Kantine daß der Er wurde der Nachfolger des Hof- im Begriff war, sich dankend zu verbeugen, als ihn der des Regiments. Lieferanten Vogel, der durch seinen Bruder Richard die Gerichtsschreiber auf seinen Stuhl festhielt. Daß eine vielleicht etwas Kantine bewirtschaften ließ. Mit dem Wechsel des Regiments- ungezwungene aber sonst durchaus nicht ungebührlich gemeinte Höf Thyssens Monopolspuren. Langsam aber sicher nähert sich die kommandeurs wurde die Kantine im Jahre 1902 neu verpachtet und lichkeit eine strafbare Ungebühr vor Gericht darstellen soll, dürfte Gruppe Thyssen, Stinnes, Haniel dem Ziele, ein Elektrizitäts- zwar zum Preise von 12000 Mart. Weihe erhielt auch darauf wohl außerhalb des Gerichtes nur bei jenen Bureaukraten Zumonopol zu schaffen. Wiederum sind zwei Werke unter ihre den Zuschlag, obgleich er einen Mitbewerber in der Person des ſtimmung finden, die von ihrer Tüchtigkeit im Gegensatz zu anderen Kontrolle gebracht. Wie die„ Kölnische Zeitung" meldet, hat das Sergeanten Sollerz hatte, der bei der abermaligen Verpachtung im Erdenbürgern überzeugt sind. Trügen sie offensichtlich Zopf und Berüde, Rheinisch- Westfälische Elektrizitätswerk in Essen das Elektrizitätswerk Jahre 1905 wiederum als Konkurrent auftrat. Aber auch diesmal so würde ihnen vielleicht klar werden, wie wenig innere Kopfmasse Und welches sind die Resultate des Systems der Verwaltung des Kongostaates, wie sie nach und nach völlig im Gegensatz zu den Absichten der Signatarmächte in die Erscheinung getreten find? Die Unterdrückung jeglichen durch die Akte gewährleisteten freien Handels auf der einen Ströme von Blut und Tränen, Verwüstung und Entvölkerung auf der anderen Seite! bazu gehört, Drdnungsstrafen" zu verhängen. Auch solche Richter find zur Klarlegung der Wahrheit gut, daß die Rechtsprechung einer Klassenjustiz feinen Anspruch darauf erheben kann, gerecht zu sein. | Witterungsübersicht vom 2. Februar 1906, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 768 SW Wetter 2 bedeckt 2 bedeckt 5 Schnee Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Benuhung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art Der Eid des Schutzmannes. In Herdecke in Westfalen hatte es und Richtung aus. auf einem Turnfest eine Streitigkeit abgefeßt, in welche sich Bromberg- Stadt und Land. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis Sigung Dienstag, den 6. Februar, die Polizei einmischte. Die Sache hatte ein gerichtliches Nachspiel. bei Ostrowski, Schillingstraße 24: Vortrag über: Was ist Religion? Vor Gericht behauptete nun der Angeklagte Schumacher, der Zentralverband der Handels:, Transport: nnd Verkehrsarbeiter Swinemde 756 WSW 5 bedeckt Schuhmann Lausberg habe ihm bei der Affäre einen( Verwaltungsstelle Berlin I.) Sonntag, den 4. Februar, vormittags Hamburg 758 WSW 5 Regen Fußtritt verfekt. Diesen Fußtritt stellte der Schußmann aber 10 Uhr: Deffentliche Versammlung der Hausdiener, Backer usw. der Papier Berlin 759 S unter Eid in Abrede. Dem Schumacher wurmte die Sache Engrosfirmen Berlins in Balduin Frankes Festsälen, Sebastianstr. 3. Frantf.a.M. 765 S fehr, und in öffentlichen Lokalen warf man dem Schuhmann vor, er 1. Bortrag des Kollegen M. Bernhardt: Können wir in diesem Frühjahr München 766 WSW 4 bedeckt habe einen Me in eid geschworen. Nun mußte sich Schumacher wieder durch eine Lohnbewegung unsere Lage verbessern? 2. Diskussion uid Wien Beschlußfassung. wegen Beleidigung verantworten. In der Verhandlung, Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins die am Mittwoch stattfand, fanden sich nun eine und Umgegend. Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 22 Uhr: Deffent größere 3ahl Zeugen ein, die sämtlich be- liche Versammlung in Scheruchs Festsälen, Rüdersdorferstraße 45. Tagesfundeten, daß der Schuhmann den Schumacher ordnung: 1. Vortrag der Frau Dr. Wegscheider- Ziegler über: Jugendgetreten habe. Wenn der letztere nun aber auf Freisprechung organisationen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ale Lehrlinge, jugendgerechnet hatte, so war das ein schwerer Irrtum. Das Gericht er- lichen Arbeiter und Arbeiterinnen sind herzlich willkommen. fannte vielmehr auf einen Monat Gefängnis, denn der Angeklagte habe keinen Anlaß gehabt, dem Schuhmann einen Meineid vorzuwerfen. Damit rechnete das Gericht offenbar nicht, daß häufig im gewöhnlichen Leben auch eine irrtümliche Zeugenaussage als Meineid bezeichnet wird. Eingegangene Druckfchriften. F. Karsch- Haack. Forschungen über gleichgeschlechtliche Liebe. Das gleichgeschlechtliche Leben der Ostafiaten, Chinesen, Japaner, Koreer. 133 Seiten. Preis 4 M. Verlag Seiz u. Schauer, München. Temp. n. T. 5º 6.4° R. Stationen Barometers 3 Haparanda 741 D Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. E. of Dog 2235 -2 2Schnee-10 1 bedeckt 7 722 WNW 5 wolfig 752 28 770 2N 2 bedeckt 5 mollig 4 Petersburg 745 29 3 Scilly 4 lberdeen O Paris Wetter- Prognose für Sonnabend, den 3. Februar 1906. Bunächst mild, jedoch vorwiegend trübe mit Niederschlägen und ziemlich starten westlichen Winden; später aufflarend und etwas fühler. Berliner Wetterbureau. Dresden-0,83 Meter, bei Magdeburg+1,70 Meter. Wasserstand am 1. Februar. Elbe bei Auffig+0,00 Meter, bei 11n strut bei Straußfurt+1,60 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,22 Meter, bei Breslau Oberpegel+5,08 Meter, bei Breslau Unterpegel-0,96 Meter, bei Frankfurt+1,52 Meter. Weichsel bei Brahemünde +3,42 Meter. War the bei Bosen+ 1,54 Meter. Briefkaften der Redaktion. J. L. Wenn Wasser und Seife nichts nüßt, mit verdünntem Salmial geist. Otto 46. Einzelheiten darüber sind uns nicht bekannt. Juriftifcher Teil. Die eigene Ehefrau fahrlässig getötet? Am Donnerstag gelangte eine wenig aufgeklärte Straffache gegen den Glasäger Robert A. Adamkiewicz. Der Krebs und die" goldene Statue". 2.8 Seiten. Wissenschaft und Verbrechen. 40 Seiten. Selbstverlag. Bien. Herzog aus Berlin vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Das Dr. Chr. J. Klumker und Dr. D. Spann. Die Bedeutung der Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Landgericht Berlin I hat Herzog am 19. Dezember v. J. wegen fahr Berufsvormundschaft für den Schutz der unehelichen Kinder. Eine Dent- von 7 bis 9%, lhr abends statt. Geöffnet: 7 br. Jeder Anfrage ist lässiger Tötung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. schrift für den internationalen Kongreß für Erziehung und Kinderschutz ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Nach Angabe des Angeklagten und seines Bruders hat sich der Vorfall in Lüttich, mit XI farbigen Tabellen. 31 Seiten. Dresden, D. G. Böhmert. Antwort wird nicht erteilt. O. H. 59. 1. Sie sind nicht verpflichtet, früher zu räumen als ver. folgendermaßen abgespielt. Der Angeklagte tam am 16. September 1 Mart. 2. St. Rainer. Wahlreformstudien. 48 Seiten. Preis 1 M. einbart. Der Verpächter müßte sich mit Ihnen einigen. 2. Ohne Darlegung borigen Jahres in die Küche, um das Abendessen zu verzehren. Strakosch- Grafmann. M. B. 1840. 1. Verbandsbureau Das allgemeine Wahlrecht in Desterreich seit des Sachverhalts unverständlich. Frau Herzog hatte ihm kein Messer hingelegt. Auf seine Nachfrage 1848. 99 Seiten. Preis 1,50 M. Berlag Franz Deutide, Leipzig und der sozialdemokratischen Vereine Berlins, Lindenstr. 69. 2. Sie mögen tun, legte sie ihm ein geöffnetes Taschenmesser auf den Tisch. Er ergriff Wien. was Sie für richtig halten. E. P. 13. Die Krankenkasse und die das Messer und mit den Worten: Was soll ich damit?" Monatsschrift für christliche Sozialreform. Februarheft. Halb. Invalidenversicherung ist zur Beschaffung des Stübapparates berechtigt, nicht streckte er ihr nach hinten, ohne sich umzusehen, die jährlich 3,20 M. Einzelheit 80 Pf. Verlag Bäßler u. Drexler, Lottstetten aber verpflichtet. R., Steglit 117 n. C. 2. 50. Wir lehnen grundKlinge mit Wucht entgegen. In diesem Augenblicke aber Baden. säglich die Empfehlung bestimmter Aerzte, Anwälte und Gewerbetreibender Der Arbeitsmarkt. Nr. 9. Halbmonatsschrift der Zentralstelle für ab. W. H. Nein, Sie können nur auf Zahlung des. Restdarlehns bückte sich Frau Herzog gerade und die Klinge drang ihr Arbeitsmarktberichte. Herausgeber Professor Dr. J. Jastrow. von der rechten Schulter aus durch die Rippen ins Herz. Gewerbe und Kaufmannsgericht. Nr. 5. Monatsschrift des Ver- dem Unfall nachweisbar ist. 5. O. 10. Wenn der Zusammenhang zwischen dem Tode und Das flagen. 120. M. G. An den Besitzer und den Ohne ein Wort zu sagen, ging fie an dem Tische vorbei zur Tür bandes Deutscher Gewerbehinaus. Auf Anraten seines anwesenden Bruders folgte ihr der An- Dr. J. Jastrow. Verlag( 3. Reimer, Berlin W. 35. und Kaufmannsgerichte. Herausgeber: Jagdberechtigten des Grundstücks, auf dem Sie frettieren wollen, müssen Sie sich behufs Erwirkung eines Erlaubnisscheines wenden. Verzwickte geflagte, der erst jetzt sah, daß sie blutete. Während der Bruder Monatsbericht des wissenschaftlich- humanitären Koraitees. Abonnement Verhältnisse. 1-5, 7-9: Ja. 6. Das Pflichtteil muß bleiben. 10. Gezum Arzte ging, führte der Angeklagte seine Frau die Treppe hinauf. pro Jahr als Drucksache 3 M., als Brief für Berlin und Vororte hört zur Erbmasse. 11. Die Hälfte der gesetzlichen Portion ist der PflichtSie sagte, es sei ihr schlecht, legte sich hin, stöhnte noch ein paar- 3,50 M., für Deutschland und Desterreich 5 M., Ausland 7 M. Charlotten- Gesindeordnung fann ein Dienstbote, dem durch Heirat„ vorteilhafte W. G. 99. 1. Ja. 2. Nach§§ 147, 148 der altpreußischen mal und war dann tot. Der Angeklagte stellte sich sofort burg, Berlinerstraße 104. Gelegenheit zur Anstellung einer eigenen Wirtschaft wird", zum der Polizei. Im Urteile heißt es, daß die Angaben der 36, beiden Brüder in mancher Hinsicht unwahrscheinlich Martthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 62-65 pr. 1.00 Pfund, IIa 54-60, Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Schluß des laufenden( Vierteljahres vorzeitig fündigen. Strausberg. Ja. F. M. Erwirken Sie das Armenrecht seien, daß aber der Beweis für die Annahme einer vorfäß- IIIa 48-52, IVa 38-46. Stalbfleisch Ia 80-88, ITa 63-78, IIIa 53-63, und flagen Sie. M. R. 1. Nein. 2. Auf Klage hin würden lichen Tötung nicht ausreiche. Der Angeklagte wußte, daß seine Sammelfleisch Ia 65-75, IIa 59-65. Schweinefleisch 67-77. Sie verurteilt. Rotwild Spandau S. Ihr Vater hätte nicht zu bezahlen Frau hinter ihm stand, er handelte also grob fahrlässig, wenn er fund 0,35-0,50, Damwild 0,45-0,55. Hasen Stück 3,70-3,75. Kaninchen brauchen. Da gepfändet werden sollte, es sei denn, daß eine Klage vorausrücksichtslos mit dem Messer nach hinten fuhr. Nach der Wirkung Stüd 0,95-1,10. Hühner pro Stüd, alte 1,60--2,80, junge 1,20-1,65, gegangen ist. Sonst wäre eine Pfändung unzulässig gewesen. Ihrem Vater muß der Stoß mit grober Heftigkeit geführt worden sein, sonst hätte do. IIa 0,00-0,00. Tauben, junge 0,70-0,72, alte 0,50. stände das Beschwerde und Rückforderungsrecht zu. Enten, das Messer nicht so tief eindringen können., Gegen das Urteil junge 3,60. Gänse pr. Pfd. Ia 0,00-0,00, IIa 0,00-0,00, russische weniger als 1500 M. Jahresverdienst und weniger als 3000 M. Anlagehatte der Angeklagte Revision eingelegt. Das te ich s gericht 0,40-0,58 M. Schellfische 22-27 M., Flunder 13-20 m. pro 100 Bib. fapital besteht Gewerbesteuerfreiheit. Prophylax 25. Nein. Unendlich von Schutzmitteln, Hechte 109-112 M. Schleie, groß 00,00 M. Aale, groß 00,00, mittel 00,00, häufig baben wir vor Ankauf erkannte auf Berwerfung des Rechtsmittels. Blözen 40-49 M., Karpfen 0,00, Rheinlachs 675, Seelachs 20-25 pr. 50 Sto.üchern usw., die von Reisenden zu Ratenzahlungen Schottische Bollheringe( gesalzen) 40-44 M. Eier, Schock 4,00. Butter pro angepriesen werden, gewarnt. Ist die Frau großjährig 100 Pfund Ia 116-118, Ila 112-116, IIIa 108-112, abfallende( 21 Jahre), so ist sie an den Vertrag gebunden. Sie als Ehemann haften 00-00. Startoffeln pr. 100 Pfd. rote 2,00-2,20, Rojen 0,00-0,00, Gie können aber Interventionstlage erheben. für diese Schuld nicht. A. K., A. N. 10. Nein.- 2. W. 100. Ja, blaue 0,00-0,00, runde weiße 1,80-2,00. 2. S. 74. Sie können 7,00-12,00, Weißfohl pr. 100 ẞfd. 2,75-3,25, Rotkohl pr. Schock 6,00-10,00, Mutter ist im Recht. 2. Keine. 3. und 4.: Nein. Wirsingkohl pr. Schock auf Gewährung hinreichender Räumlichkeiten flagen. M. 909. 1. Die A. G. 20. Ohne boll. 14-16 M. Saure Gurten, Schock 2,00 M., Pfeffergurten 2,00 m. Kenntnis der Sachlage kann ein Rat nicht erteilt werden. Allgemeine Fragen können deshalb nicht beantwortet werden. 2. 2. 17. Ja. F. 20. Ja. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 4 Februar, vormittags B%, Uhr, im Rathause, Saal 109, Eingang Jüdenstraße: Bersammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 10 Uhr vormittags in der Schulaula, Kleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke: " Zukunftsgedanken." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Teures Fleisch teil. Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft ,, Nordsee" billige Seefische!! Filiale: Berlin C. 2, Bahnhof Börse, Bogen 8-10. Die so sehr beliebt gewordenen Seekarpfen( Brassen) sind soeben wieder eingetroffen! Pfund 25 Pf. Zentral- Fernsprecher: Amt III No. 8804. Seefisch- Kochbücher gratis. Verkaufs- Niederlagen: F. W. 48. 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Abends 7, Uhr: Berliner. Der Widerspenstigen Der Widerspänstigen Zähmung. Zähmung. Westen. Schützenliesel. Sonntag nachm. 22 Uhr zu ers Nachmittags 3 Uhr: Der Sohn der mäßigten Preisen: Wilhelm Tell. Wildnis. WiderAnfang 8 Uhr: Zessing. Und Pippa tanzt. Nenes. Salome. Schiller ( Wallner Theater.) Die Logenbrüder. Nachmittags 3 Uhr:, Der Traum ein Leben. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Ueber unsere Kraft.( I. Zeil.) Kleines. Kinder der Sonne. Zentral. Das süße Mädel. Nachmittags 4 Uhr: Schneeweißchen und Rosenrot. Metropol. Auf ins Metropol. Walhalla. Nach Afrika, nach Kamerun. Komische Oper. Der Corregidor. Residenz. Der Prinzgemahl. Trianon. Loulou. Lustspielhaus. Der Weg zur Hölle. Thalia. Bis früh um Fünfe. Abends 72 Uhr: Der spänstigen Zähmung. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Salome. Sonntag, Montag: Ein Sommernachtstraum. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Bith. Th.) Sonnabend, nahm. 3 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum Besten des Landerholungsheims Ueber unsere Kraft.( I. Zeil.) des Jugendschuh": Schauspiel von Björnstjerne Björnson. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Crainquebille. Der Traum ein Leben. Dramatisches Märchen in 4 Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Schwant in 3 Aften von Karl Laufs und Kurt Kraak. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Nora. Sonntag, abends 8 Ubr: Ueber unsere Kraft.( I. Teil.) Montag, abends 8 Uhr:' Cyprienne. Zirkus Die Bäuerin. Abschied vom Regiment. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Ehre. Montag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft. ( I. Teil.) XI. Berliner Saison. Albert Schumann Zirkus Busch. Heute abend präzise 7 Uhr: XX. Grande Soirée High Life. Das neue Sensations- Programm. Neu! U. a.: Ihre Erzellenz Neu! Margaretha Fehim Pascha, das Rätsel des Morgenlandes. Reu! The great Morgana Family. Neu! The Ergotti u King Louis Troupe. Neu! The great Créard Troupe, Kleines Theater. ifarische Spiele auf lebendem Biedeſtal. Anfang 8 Uhr. Kinder der Sonne. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Kinder der Sonne. Carl Weiß. Die lebende Brüde Zentral- Theater auf Ruba. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Quisen. Der Verschwender. Deutsch- Amerikanisches. Er und Ich. Kasino. Die goldene Brücke. Apollo. Prinzeß Rojine. Speziali täten. ( Operette.) 4 Uhr Kindervorstellung: Schneeweißchen und Nosenrot. 8 Uhr: Das jüße Mädel. Die beliebte Schulreiterin Fräulein Dora Schumann. Miß Abie Mitchell mit ihren farbigen 20 Studenten 20 Ferner sämtliche Spezialitäten. Zum Schluß: Die diesjährige große Ausstattungspantomime Femina das neue Frauenreich. Sonntag: Zwei Gala- Borstellungen. Residenz- Theater. Kasino- Theater Direktion: Richard Hlexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herrnfeld. Familientag im Hause Der Prinzgemahl. Brellstein. Folies Caprice. Nach dem Zapfenstreich. Der Beheme. Belle- Alliance. Der grüne Teufel. Spezialitäten. Satirischer Schwant in 3 Aften von 2. Xanrof und J. Chancel. Sonntag, den 4. Febr., nachm. 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Die goldene Brücke. Zum 76. Male: Die neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins: Indien. Orig.- Pantom. des Zirk. Busch. Besonders hervorzuheben: Eine Tigerjagd in den Dschungeln Indiens. Ferner: Elefantenkämpfe. Außerdem: Mr. Hagedorns Transformations Grotto. Les Maikel et Sandro, Akrobates excentrics. Die Kunst- und Schulreiter. Sign. Natalina Rossi. Avis! Morgen 2 gr. Vorstellungen, nachm. 4 Ühr u. abends 7, Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Nachm. 4 Uhr: Mexiko. Abds. 72 Uhr: Indien. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Schauspiel in 3 Alt. v. R. Skowronnet. Rauchen in all. Räumen gestattet. Sm Neuen Theater 3. 8. m. fenfation. Erfolg gegeben! Borher: Das brill. bunte Programm. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Opferlamm. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. zu billigsten Tagespreisen. Komische Oper. Luisen- Theater. Sonnabend, 3. Februar, abends 8 Uhr: Der Corregidor. Sonntag abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Der Verschwender. Sonntag nachm.: Der Verschwender. Abends: Ein Sommernachtstraum. Montag: Pension Schöller. Anfang Loulou. 8 r. Carl Weiß- Theater. Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung. Preise. Apollo- Theater. Der geftiefelte Kater, Vollständig neues Programm. Neue Spezialitäten nb Gobert Belling mit seinen vierbeinigen Komikern. Dazu: Die Jusel Tulipatan. Operette in 1 Alt v. Jacq. Offenbach. Im Grifetten- Kabarett Bariser Nachtbild. Deutsch- Amerikanisches Theater. bends 8 ur und folgende Lage: Die lebende Brücke auf Cuba. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Maskenball des Gesangvereins ,, Lerche". Sonntag: Die Räuber. SchauKöpenickerstr. 67/68. Jed. Abd. 8 Uhr: spiel in 5 lufzügen v. Fr. v. Schiller. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. 99 Gastspiel Ad. Philipp. ER und ICH Restaurant„ Zum Prälaten" Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! , Ueber'n großen Teich". Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Morgen Sonntag nachm. 3 Uhr bei volkstümlichen Preisen: Das Gefängnis. Abends 7 Uhr: Mit Vergnügen. Billett- Vorverkauf vorm. v. 10 bis 1 Uhr an der Theaterkasse. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Mittwoch: Konzert, Theater, Spezialitäten, Tanz. Anf. Sonntags 6 Uhr, Wochent. 8 Uhr. Rummelsburg. Inh. F. Boragk. Sonnabend, 3. Februar: GriginalHarburger Sänger. Direktoren: C. Frick und Fr. Kasche- Krause. Neues hochkom. Progr. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugskarten gelten. Nachher: Tanz. Sonntags: Spezialitäten- Vorstellung. Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Div. Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 811. Jeden Dienstag, Mittwoch: Theater- Abend. Urania Abends 8 Uhr: TaubenStr. 48:49 Etablissement Buggenhage Variété Elysium Am Golf von Neapel. Nachmittags 4 Uhr:" Im Lande der Mitternachtssonne. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Die chemischen Stromwirkungen. InvalidenSternwarte str. 57/62. Castans Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Gottschalk- Konzert. Kommandantenstraße 3/4. Um 9% Uhr: Auftreten des berühmten Stegreifdichters Paul Steinitz. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Am 1. Februar verschied sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Bater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Schloffer August Hoffmann im 46. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung: Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Stranfenhause am Urban aus nach dem Luisen- Kirchhof, Hermann ſtraße. Achtung! Stock- und Zelluloid- Arbeiter! Achtung! age. Sonntag, den 4. d. Mts., vorm. 10% Uhr, in den Andreas- Sälen, Andreasstraße 21: 23896 Sozialdemokratischer Wahlverein für den Panoptikum Branchen- Versammlung Berliner Belchstags Wahlkreis Friedrichstr. 165. Ohne Extra- Entree. Bergbewohner Abessiniens. 65 Eingeborene Männer, Weiber und Kinder, sowie das Baby„ Berolina". Eintritt 50 Pf. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Das neue Februar- Programm. Miß Gertrude, Tänzerin Karl Bernhard, der Humorist. 14 Rummern = Tages Ordnung: 1. Die Verhandlungen mit den Unternehmern am Freitag und unfere Stellang zu denselben. 2. Diskussion. 3. Eventuell Wahl einer Schlichtungskoramission. 79/10 Der Obmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! ( Zahlstelle Nixdorf.) Möbelpolierer. Achtung! Montag, den 5. Februar, abends 81%, Uhr, im Lokal des Herrn Wilke, Hermann und Jägerstraßen- Ele: 79/11 Versammlung der Möbelpolierer. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verlegamg der Versammlung. 3. Berschiedenes. Der Obmann. Verband der Maschinisten und Heizer sowie ,, und Pepi singt" Berufsgenossen Deutschlands. Berlan u. Umgegend.) ( Pepi Weiß) die aktuelle Berliner Soubrette. WING TEARTEN 765 Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 4 Uhr, bei Voigt, Ritterstraße 75: Versammlung Tages- Ordnung: 1. Erledigung der zurückgestellfen Sachen von der vorigen Versamm lung. 2. Beratung der Anträge zur Generalversammlung des Verbandes in Mannheim. 3. Berschiedenes. Neues Programm. Reichshallen. Otto Reutter. Charles Hera, Jongleur. Sutcliffe- Truppe, schottisch. Akrob. Stein- Eretto, Handspringer. Robbins, Kunstradfahrer. Das ,, Motogirl". Tschin- Maa- Truppe Chinesische Gaukler und Zauberer. Mistinguette, Pariser Sängerin. Rococo, Ballettszene. Clark u. Hamilton, musik. Excentr. Täglich: Stettiner Sänger ( Mensel, Bietro, Briffon, Böckmann, Böhnte, Walden, Seidel, R. u. D. Schrader). Aujang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Otto Pritzkows 138/5 Die Ortsverwaltung. 8. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 1. Februar verschied nach langem, schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied, der Schloffer August Hoffmann im 46. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bom Strankenhause am Urban nach dem Luisen- Kirchhofe in der Hermannstraße statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verein Berliner Hausdiener. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß 2388b bag ber sollege August Philipp, Alexandrinenstr. 123, nach langem schwweren Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Holzarbeiter- Verband, Metallarbeiter- Verband, Vereinigung der Holzarbeiter- Verband, Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Bezirk Weissensee. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege 32/12 Hermann Schilling am 31. Januar nach kurzen Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Elsaßstraße 13 aus nach dem Beißenseer Kirchhof, Schönstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Verein Berliner Hausdiener. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Rachricht, daß Kollege Georg Stark Bintschstraße 10 nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Februar, nach mittags 3 Uhr, auf dem Auferstehungs- Kirchhof in Weißensee, Lichtenbergerstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 2386 Der Vorstand. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. am Die Beerdigung des 30. Januar verstorbenen Steinbruckers Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stud gearbeitet Sehr feste Kappnähte. 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Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Rigdorfer Kirchhofe, Mariendorferweg, statt. 2373b Das Komitee. Berichtigung. Die Beerdigung der Frau Maler u. Lackierer, Verband d. Sattler und Verband d. Schmiede. Marie Wöllner Sonntag, den 4. Februar 1906, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, großer Saal: Allgemeine Versammlung aller in den findet Sonntag) nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Rirdorf, Herrmannstraße, aus statt.[ 23696 Danksagung. Wagenfabriken Berlins u. Umgegend beschäftigt. Arbeiter Für die rege Beteiligung bei der Tages Ordnung: 1. Wie schaffen wir in den Wagenfabriken bessere Verhältnisse? 2. Distuston. 176/2 Kollegen aller Berufe! Sorgt für recht zahlreichen Besuch dieser für Euch befferung Eurer Lage. Kein Arbeiter darf fehlen! Japanische Garde, Damenensemble. Berliner Abnormitäten- Theateraue to wichtigen Versammlung. Beigt, daß es Euch ernst ist mit der Ber- skollegen derselben; auch dem Berein D Biograph. Gebrüder Münzstr. 16. Neu! Neu! Die Herrnfeld- Theater Elite- Liputaner- Truppe Heute und folgende Tage: Familientag im Hause Prellstein. Familienmitglieder: Fridolin Unterbett Emmerich Unterbett Samuel S. Unterbett Frau Wolkenbruch Jonas Tischtuch Hannibal Sauerstoff Fredy Eiweiß Maurice Archimedes Flora Prellstein Kicky v. Kitzky Monika v. Kitzky Igel u. Kodak Stanislaus, Helene Schestak, Rechtskonsulent ( Anton Herrnfeld) Esau Prellstein ( Donat Herrnfeld). Anf. 8 Uhr. Borvert. 11-2 Folies Caprice Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Zum 138. Male: Nach d. Zapfenstreich. Borher: Der Beheme die kleinsten Vortragskünstler und Sterne der Liliputaner der Welt. Die Fuß Künstlerin Margarete Marjot. Hellseherin Armida, wahre jagende Wunderdame. Pluto, Wunderhahn, geb. mit 4 Beinen, 2 Störpern, 1 Stopf, lebend. 2c. Riesen, Zwerge, Phänomen, Fafire usw. Gustav Behrens Die Agitations- Kommission der Wagenfabriken Berlins und Umgegend. Verhand deutsch. Gastwirtsgehülfen ( Ortsverwaltung Berlin.) Dircksenstr. 39 1. Amt III. 1813 Das Lokal Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters, sagen wir allen Verwandten und Bekannten, im besonderen der Vertretung der Firma Villeroy u. Boch und den Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands", Abteilung I und II, sowie dem Gesangverein Eintracht"-Mariendorf und den Gefangvereinen Liederfreunde" und" Eichenfranz"-Berlin unseren herzlichen Dank. " 23706 Witwe Pauline Schwinzert geb. Wassermann nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise liebevoller TeilKranzanzugeben. 56882* Versand von 20 M. an franko. Nachdruck verboten! Der Kenner raucht Nº61 hochfeine 6 Pf. Cigarre vorzüglicher würziger Geschmack nahme und für die zahlreichen Strange J.NEUMANN Pracht- Säle des Ostens" Gastwirt Granz) is een en antza delav Frankfurter Allee 151/152 Cigarren- Fabriken- 103 Filialen spenden anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Gastwirts Gustav Pfennig, fagen wir allen BerDavon in Berlin: wandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Wahlverein, dem Brunnenstr. 32, Ecke Anklamerstr. ist für organisierte Gastwirts Gehülfen wegen Nicht- Bilanzerverein Dit- Elbien", der Billen- Chausseestr. 16, Ecke Invalidenstr. tolonie Rigdorf, dem Sparberein Chausseestr. 36/37, Ecke Schwartzund Kollegen Spezialitäten- auerkennung des koſtenloſen Arbeitsnachweiſes verbandes der Firma wechſtein unſeren inuighten Dresdenerstr. 5, Ecke Adalbertstr. Theater Frankfurter gesperrt. Dank. Alwine Pfennig, geb. Körner, nebst Kindern. Allee 85. Die feitens des Ausschulfes de Berliner e perigtet wurde, on en Berwandten, Freunden und angebahnte Ginigung ist, wie bereits im„ Borwärts" berichtet wurde, Die größte Sensation des Oftens sind Die kleinen Mädchen von Berlin. Die sechs schönen Manolizigaretten. Im zweiten Bilde: Außerdem gescheitert. NB. it biefem erfuchen wir alle Vorstände und Komitees, soweit sie bei Herrn Cranz Bersammlungen und Vergnügungen abgemacht haben, uns gefl. ihre Adressen anzugeben, Damit wir in der Lage find, über die Ursachen der Sperre die notwendige Aufklärung zu geben. X das neue Februar- Programm. X128712 3. A.: F. Braun. 522 171, Ecke Franz. Str. Gertraudtenstr., Eck. Breitestr.20a. Invalidenstr. 148, Ecke Bergstr. Jerusalemerstr. 41, Eck. Krausenst. Kaiser Wilhelms, 19.Münzst. Markgrafenstr. 17, Ecke Junkerstr. Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstr. Potsdamerstr. 57/58, Eck. Bülowstr. Prinzenstr. 91, Ecke Ritterstr. Rosenthalerstr. 48, Ecke N. SchönBekannten, insbesondere dem Gesangverein Fröhlichkeit" und den Kollegen der Möbelfabrik G. Slug fage ich hiermit für die zahlreiche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Minna Arndt, geb. Reling, meinen tiefgefühlten Dant. 512 Der trauernde Gatte Bernhard Arndt. hauserstraße. Wallstr. 14a, Ecke Neue Grünstr. Wienerstr. 22, Ecke Grünauerstr. Rixdorf: Bergstr. 146. Verband der haugewerblichen Hülfsarheiter Deutschlands. Zentral- Kranken- und Sterbe- Kasse der Tischler. Sektion der Fahrstuhl- Arbeiter. Sonntag, Insel- Festsälen, u. d. ausgezeichn. Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Borvert. tägl. b. Wertheim ut. an der Theaterkaffe von 10 Uhr vormittags an, Palast- Theater Burgstr. 24, 2in. v. Bh. Börse. Entree 50 Pf. Heute 8 Uhr. Zum ersten Male: Die Herbstparade. Schwank in 1 Aft b. A. Schmasow. Le- Bello Songleus Szene. Astre and Cissy Norton, Amerif. Bravour Zänzerinnen. Mig Astre, die zweite Saharet E. H. 3. Hamburg. Countos, den 4. Februar, vormittags 10 11hr, in ben Jufel- Behälen, Mitglieder- Versammlungen Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der einzelnen Firmen- Bertrauensmänner über Berlin A: die derzeitigen Arbeitsverhältnisse. 2. Bericht von der Vertretersizung. 3. Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Sektion der Dachdecker- Hülfsarbeiter. Sonntag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 7), Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. 32/1 Tagesordnung: 1. Bericht der Firmen- Bertrauensmänner über die derzeitigen Arbeitsverhältnisse. 2. Bericht von der Bertretersizung. 3. Ber bandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Der Zweigvereins- Vorstand. der örtlichen Verwaltungsstellen am Montag, den 5. Februar, abends 8%, Uhr, bei Wollschläger, Adalbertftraße 21. Engel- Ufer 15, Saal 3. Berlin B: am Sonntag, den 4. Februar, vormittags 9%, Uhr, im Gewerkschaftshause Berlin D: heute, Sonnabend, den 3. Februar, abends 8 Uhr, in der Kronen- Brauerei Großer Wiener Maskenball Berlin E: Berlin F: At- Moabit 47/48: zum Besten ausgesteuerter Mitglieder. am Sonntag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, bei Herrn Raabe, Kolberger ftraße 23. am Sonntag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, bei Reinfarth, Swinemünderstraße 42. Sonnabend, den 24. Februar, in Fröbels Allerlei Theater, Schönhauser Allee 148: Großer Wiener Maskenball. Berlin G: am Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, in Flechs Feitsälen, Fruchtstr. 36a und S erstklassige Nummern. Bürsten- u. Pinselmacher. Berlin H: am Sonntag, den 4. Februar, bormittags 10 Uhr, tur Lokale des Herrn Familienfarten in Barbier, Friseur und Zigarrengeschäften unentgeltlich. Sonnabend, den 3. Februar 1906, abends 81%, Uhr, bei Patt, Dragonerstraße 15: Walhalla Theater Branchen- Versammlung Walhalla- Theater Nady Afrika, nadh Kamerun. Tages Ordnung: Tolksdorf, Görligerstr. 58. Rixdorf: Montag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale von Albert Schmidt, Berlinerstr. 14. Zages Ordnung: 1. Abrechnungsbericht vom 4. Quartal 1905. 2. Wichtige Kassenangelegenheiten. 3. Besprechung über die Konferenz der freien Hülfskaffen am 16. und 17. Januar in Berlin. 4. Verschiedenes. Außerdem in B Bericht über Familienversicherung; in F und G Bahl eines Beitragsammlers. Mitgliedsbuch legitimiert. Anf. 8 1hr. Rauchen überall gestattet. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Ortsverwaltungen. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ausstattungspojfe in 6 Bildern. 1. Bortrag des Genossen A. Kleinlein über: Die Revolution in Rußland". 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. J. A.: E. Bölde. 184/1 Nr. 28. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. " Sonnabend, 3. februar 1906. Die Generalversammlung der Arbeiterbildungsschule fand am fang sei von 4 auf 8 Seiten und ihr. Auflage von 1000 auf 1500 11. Januar( den Bericht erhielten wir am 1. februar. Red.) im Eremplare geftiegen. Die Nr. 9, die anläßlich des einjährigen Bes Gewerkschaftshause statt. Nach dem vom ersten Vorsitzenden stehens des Vereins als Festnummer erschien, wurde in zwei Auf2 ammé gegebenen Vorstandsbericht waren im vierten Quartal lagen von insgesamt 8500 Exemplaren verbreitet. Außer der Ber1905 794 Mitglieder eingezeichnet. Davon waren nur politisch or liner Jugendorganisation haben noch die Jugendvereine in Bernau Der neue Zolltarif und seine Folgen. Ueber dieses Thema ganisiert 20, nur gewerkschaftlich 308, politisch und gewerkschaftlich und Pforzheim die Arbeitende Jugend" als obligatorisches Organ sprach Genosse Wilhelm Düwe II am 30. Januar in einer gut 358. Der Besuch der Unterrichtskurse war verhältnismäßig gut. eingeführt. Der Bericht wurde ohne Debatte entgegengenommen. besuchten Volksversammlung bei Sachon in der Müllerstraße. In Es wäre zu wünschen, daß der Aufschwung, den die Schule im berIn Es wäre zu wünschen, daß der Aufschwung, den die Schule im ver- Darauf erstattete der Kassierer den Kaffenbericht. Die Gesamtgroßen Umrissen schilderte der Redner zunächst die Entwidelung gangenen Vierteljahr zu verzeichnen hat, dauernd wäre. Leider ist einnahme im Jahre 1905 belief sich( einschließlich eines Stassendes Schutzollsystems in Deutschland, sowie dessen verderbliche Wir- in jedem Jahre im Sommerhalbjahr ein Rückgang der Mitglieder- bestandes von 77,29 M. am 1. Januar) auf 2779,97 M. Die Getungen auf die Lebenshaltung des arbeitenden Volkes. Er wies zahl zu verzeichnen. Im vergangenen Vierteljahr nahmen an einem samtausgabe auf 2459,92 M. Nach einer Diskussion über den ferner darauf hin, wie sich bei dem Zolltarifentwurf von 1901 die Kursus 467, an zwei Kursen 91, an drei Kursen 21 und an vier Bericht erteilte die Versammlung dem Kassierer Decharge. industriellen Unternehmer mit den Agrariern zu dem Raubzug auf Surfen 5 Mitglieder teil, während 210 Mitglieder den Unterricht Sierauf foigte der Bericht der Befchwerbestelle. Diese hatte die Taschen des Volkes verbündeten, und wie die Vertreter dieser nicht besuchten. Die im Berichtsquartal abgehaltenen Sonntags- in ihrer dreimonatlichen Tätigkeit sich mit drei Beschwerden bea beiden Ausbeutergruppen, deren Zollinteressen doch in einem gewissen versammlungen erfreuten sich ebenso wie der Kunstabend eines zahl- treffend die Nichtinnehaltung der gefeßlichen Jugendschutzbestim Gegensatz stehen, durch Bruch der Geschäftsordnung des Reichstages reichen Besuches. Nach dem von Freger gegebenen Bibliothets- mungen und mit einer Klage, die mit teilweiſem Erfolge für den und Verfassungsbruch ihr schmähliches Werk vollendeten. Der bericht war die Bibliothek an 45 Abenden geöffnet. Ausgeliehen Lehrling endete, zu beschäftigen. Rat und Auskunft wurde in Redner bemerkte hierzu unter anderem, daß diese Verbindung zwischen wurden 435 Bände an 43 Damen und 277 Herren. Die Einnahmen mehreren Fällen erteilt. In Anbetracht, daß das Bestehen der Be. Großindustriellen und Agrariern einen schwerwiegenden politischen der Schule betrugen nach dem Bericht des Kassierers 1782,75., fchwerdestelle den Mitgliedern noch nicht genügend bekannt gemacht Hintergrund habe. Es handele sich offenbar nicht um eine vor die Ausgaben 1904,67 M., der Bestand betrug am Ende des worden sei, könne die Tätigkeit der Beschwerdestelle als eine rege übergehende, sondern um eine dauernde Verbindung, die die Auf- Quartals 1736,67 M. Auf Antrag der Revisoren wurde dem bezeichnet werden. Auch die Bildungskommission hatte gabe habe, die Arbeiterschaft politisch zu fnebeln. Auf allen Ge- Staffierer und den Bibliothekaren Decharge erteilt. Zum zweiten eine umfangreiche Arbeit geleistet. Sie ermöglichte, daß die Mitbieten werde man mit Anstürmen gegen das Proletariat zu rechnen Punkt der Tagesordnung:" Schulangelegenheiten", teilte der Vor- glieder des Vereins Theatervorstellungen und Kunstausstellungen haben und schwere politische Kämpfe würden die Folgen davon sein. fizende mit, daß der Unterricht in Naturerkenntnis im kommenden zu bedeutend ermäßigten Preisen beiwohnen resp. besichtigen Zweifellos müßten wir auf Einschränkungen der politischen Frei- Vierteljahr wegen Verhinderung des Lehrers ausfallen müsse, da- konnten. In nächster Zeit würden Literaturabende abgehalten und heiten gefaßt sein. Freilich werde das Proletariat nicht zurück- gegen im April- Juni- Quartal wieder gegeben werden solle. Dafür die Besichtigung der Vorwärts"-Druckerei vorgenommen werden. gedrängt dadurch. Vielmehr werde unter diesen Umständen der ist der Unterricht in Geschichte der Gewerkschaften eingelegt worden. Die Bibliothetstommission gab einen ausführlichen großen Masse immer klarer die Tatsache erkennbar, daß es nur zwei Lehrer für diesen Kursus ist Genosse Nakenstein. Die Leitung der Bericht über das Lesebedürfnis der verschiedenen Berufe und der Parteien gibt und daß wir uns auf das Bürgertum in keinem Fall Rednerschule übernimmt an Stelle des mit Arbeit überlasteten Abteilungen. Die Bibliothek umfasse 304 Bände. Ausgeliehen verlassen können. Wer bisher noch von einer Abschwächung oder Genossen Maurenbrecher der Genosse H. Ströbel. wurden durchschnittlich pro Tag 17 Bände. Nunmehr ging die Milderung der Klassengegensäte redete, den müßten nun doch die Der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins Versammlung zum Punkt Neuwahlen" über. Der Wahl des VorVorgänge am 21. Januar belehrt haben, die nervösen Rüstungen der und Umgegend hielt am letzten Sonntag in den Arminhallen seine fizenden ging eine längere lebhafte Debatte vorauf, in der mehrere Regierung, ihr Bereitsein, das Volk niederzuschießen, und das vor- Jahresversammlung ab. Etwa 600 Mitglieder waren anwesend. Redner die Tätigkeit einiger Vorstandsmitglieder einer scharfen her feige, nachher schändlich gemeine Verhalten der Freisinnspresse. Als Vertreter des Ausschusses der Berliner Gewerkschaftskommission Kritik unterzogen. Als Vorsitzender wurde der bisherige Schrift. Wir stehen allein und sehen, daß sich die Gegner in großen poli- wohnten die Arbeitersekretäre Link und Brüdner der Ver- führer Mag Peters mit allen gegen 30 Stimmen gewählt, als tischen und wirtschaftlichen Verbindungen zusammenschließen zur fammlung bei, Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung Raffierer Hermann Schröter, als Schriftführer Paul Knechtung des Proletariats. Um so deutlicher zeigt es sich, daß der Geschäftsbericht des Vorstandes für das Jahr 1905. Eingangs Grüttner und als Beisitzer Maschke, Jonas, Lüpnit die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Wert der Arbeiter selbst sein des Berichtes wurde die Entwickelung des Vereins geschildert. Troß und Wachsner. Ferner wurden gewählt als Revisoren der vielen Bekämpfungen schreite er ständig vorwärts, ihm gehören. Schneider, Hänede und M. Schorf, als Führer der Dem Vortrag, der lebhaften Beifall fand, folgte eine kurze, an- zurzeit 1023 Mitglieder an. Zur Bildung und Unterhaltung der- Beschwerdestelle Mar Peters, als Abteilungsleiter Niemag. regende Diskussion, die sich auf Angelegenheiten erstreckte, die mehr felben wurden zahlreiche Versammlungen, Ausflüge und Museums. Mühle, Selbig, Hermann Bardeleben, onde, oder minder eng mit dem Thema des Vortrages zusammenhängen. besichtigungen veranstaltet. Versammlungen fanden statt: 5 Ge- enzel, Scholz, P. Gerlach, P. Schulz und Schmidt Einer der Redner sprach für den Austritt aus der Landeskirche. neralversammlungen, 15 Agitationsversammlungen, 8 Allgemeine als Expedient der Arbeitenden Jugend" Jsmar Nachdem damit die Rednerliste erschöpft war, ermahnte der Vor- Mitgliederversammlungen, 40 Abteilungsversammlungen, 54 Vor- Wachsner. Darauf wurde die Versammlung vertagt. Die jizende, Genosse Frenthaler, in beherzigenswerten Worten zu standsfizungen, Verwaltungsfibungen und 5 Allgemeine Bezirks. Fortjeßung derselben findet am 11. Februar, nachmittags 2 Uhr, in eifriger Betätigung im politischen und wirtschaftlichen Kampf des führerversammlungen. Die Presse des Vereins,„ Arbeitende demselben Lokale statt. Proletariats wie für Verbreitung der sozialdemokratischen Presse. Jugend", habe einen erfreulichen Aufschwung genommen. Ihr Umfann. und " 11 Achtung! Vereine, Gewerkschaften! em verehrten Publikum, Vereinen und Gewerkschaften sowie allen Freunden und Bekannten Den zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich das herrlich an der Oberspree gelegene, mit Veranden und Hallen versehene zirka 15 000 Personen fassende Etablissement Hasselwerder käuflich erworben habe. Bequem vom Bahnhof Nieder- Schöneweide- Johannisthal in 5 Minuten zu erreichen. 5685L Dampferanlegestelle der Stern- Gesellschaft. Ausspannung für 200 Pferde. Im großen Saale jeden Sonntag: Ball. 6 Kegelbahnen. AAAA Volksbelustigungen aller Art. AAAA In meinen Festsälen Rüdersdorferstr. 45 setze ich mein Geschäft bis zum 1. Oktober 1906 unverändert fort. Hochachtungsvoll Albert Scheruch, Rüdersdorferstr. 45. Der Aufsehen erregende Sonder- Verkauf endet Montag, den 5. Februar. Trotz großen Käufer- Andranges noch viele Hunderte Anzüge, Hosen und Westen zu teilweise bis unter die Hälfte herabgesetzten, beispiellos billigen Preisen. Baer Sohn Chausseestraße 24a/ 25 11 Brückenstraße 11 Große Frankfurterstraße 20. lord Roß- Str. 29. Nähe Kölln. Fischmarkt. 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A.: Georg Hinze, Bevollmächtigter Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. die 23726* des Der Vorstand Bau Nonnendamm, Siemens& Halske, Deutschen Kürschnerverbandes. Bau Siemens- Schuckert in FürstenZahlstelle Berlin. Der Vorstand brunn. Vorort Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt all Redaktion und Expedition: Berlin, Cindenftr. 69. Ferniprecher: Amt IV. 1983. Partei- Angelegenheiten. 1 Nr. 28. Sonnabend, den 3. Februar 1906. 1 Zur Lokalliste! In Müggelheim steht das Lokal„ Boigts Krampenburg"( vis- a- vis Schmödwig) der Arbeiterschaft zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lotalfommission. Agitationskommiffion für die Provinz Brandenburg. Die Adresse des Obmannes ist von jetzt ab: K. Liesegang, Berlin O. 112, Mainzerstr. 2. Briz. Am Sonntag, den 4. Februar, früh 7 Uhr, findet eine Handzettelverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, sich pünktlich in den Bezirkslokalen einzufinden. Der Vorstand. Tegel und Borsigwalde. Mittwoch, den 7. Februar, abends 8 Uhr, findet in Trapps Festsälen eine öffentliche Versammlung statt. Reichstagsabgeordneter v. Elm spricht über das Thema:" Mehr Flugblattverbreitung Sonntag früh 8 Uhr Jnferate Sechsgespaltene Kolonelzelle 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entiprechenden Rabatt. der Witwe glaubten, daß er nur schlafe, und hielten sich aus Angit geflagte in eine begreifliche Erregung habe tommen müssen, als er vor ihm still. So kam es, daß auch gestern niemand zu Hülfe den Beamten in den von der Prinzessin gemieteten Gemächern ergerufen wurde. Erst die unheimliche, andauernde Ruhe in der blickte. Der Gerichtshof erkannte aus den gleichen Gesichtspunkten Wohnung veranlaßte gestern abend die Hausgenossen, diese aufzu heraus nur auf 40 M. Geldstrafe. brechen. Nun fand man die Frau hülflos in ihrem Beite liegen, Schöneiche. vor dem die Kinder furchtsam und ratlos saßen. Der Mann war längst tot. Frau Holzfuß wurde nach der Charité gebracht. Sie Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich am Mittwochnachmittag liegt sehr schwer danieder. Ein Beilhieb geht vom rechten Ohr bis in der dritten Stunde auf dem Rittergut des Herrn Amtsrats Wrede auf den Kinnbackenknochen, zwei, die sich kreuzen, haben die Stirn- in Schöneiche. Die Ehefrau des Arbeiters Hoffmann war beauftragt, fnochen zertrümmert, ein vierter Hieb traf die linke Kopffeite und Stroh von der Dreschmaschine auf den Boden des Kuhstalles zu ein fünster den Hinterkopf. Die Leiche des Mannes wurde heute bringen. Nachdem dieselbe ihre Arbeit erledigt hatte und im Bemorgen nach dem Baukower Friedhof übergeführt. Die Kinder der griff war, den Stallboden zu verlassen, brach die angestellte Leiter Frau Holzfuß brachte die Gemeindeverwaltung in das Waisenhaus. und Frau Hoffmann stürzte aus beträchtlicher Höhe auf den gepflasterten Hof, wo sie mit schweren Stopfverlegungen liegen blieb. Ein schwerer Unfall, bei dem ein Arbeiter leider sein Leben ein- Sie wurde zunächst nach ihrer Wohnung und nachdem der hinzubüßte, hat sich gestern vormittag in der Mägdefraufchen Feilen gerufene Arzt Sanitätsrat Dr. Jacobi aus Friedrichshagen einen Hauerei ereignet. Daselbst war ein neuer 40 Bentner schwerer Rotverband angelegt hatte, nach dem Krankenhaus Wilhelmshagen großer Schleifstein eingehängt worden, der erst zur Probe lief. Dem gebracht. Der Vorfall ist um so trauriger, da die Verlegte eine an dem Stein beschäftigten Arbeiter Johann Schuster war aus große Familie zu versorgen hat. Die im Gebrauch befindliche Leiter drücklich untersagt worden, dem Stein zu nahe zu kommen. Trotz war sehr schadhaft, es fehlten schon längere Leiter vier Sproffen, diefes Verbots begab er sich zwischen Wand und den laufenden mußte aber, obwohl sich noch eine bessere Zeit auf dem Gutshofe Stein, als diefer plöglich auseinanderplatzte und die größere Hälfte befindet, auf ausdrückliche Anordnung des Hofmeiers benutzt werden. Spandau. Am Dienstag, den 6. Februar, findet der Zahlabend sich gegen die Wand und den Arbeiter neigte. Dem Unglücklichen statt und erwarten wir zahlreiche Beteiligung. Außerdem verweisen wurde der Schädel total zertrümmert, so daß der Tod auf der Kalkberge Rüdersdorf. wir auf die am 13. Februar stattfindende Generalversammlung des Stelle eintrat. Die Leiche wurde sofort nach der Leichenhalle überWahlvereins, dieselbe findet im Restaurant Fürstenhof", Segefelder- geführt. Der Verunglückte, der etwa 40 Jahre alt ist, hinterläßt firaße, statt. Der Vorstand. eine Witwe und vier unmündige Kinder. Macht". Tegel: Gehlhaar, Berlinerstraße, Borsigwalde: bei Kube. Vorort- Nachrichten. Friedrichsfelde. Bergrutsch. Das in hiesiger Gegend feltene Schauspiel eines Bergrutiches wurde vor einigen Tagen den Bewohnern von Kalfberge- Rüdersdorf zuteil. Oberhalb des Tiefbaues Redentunnel war Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer letzten Sizung mit das Gebirge bereits am Sonnabend voriger Woche ins Rutschen dem feinerzeit gefaßten Beschlusse zu befaffen, der ein gemeinsames gelommen, so daß die Umgebung geräumt werden mußte. Nachdem Vorgehen mit der Stadt Berlin gegenüber den Verkehrsprojekten das Geschiebe scheinbar zum Stillstand gelangt, wurde es durch den Charlottenburg. der Großen Berliner Straßenbahn betrifft. Wie wir fürzlich schon Regen in den letzten Tagen wieder in Bewegung gesezt und der berichteten, beabsichtigt die Große Berliner eine Linie vom Westen ganze Abhang bis in die Nähe des Feuerturmis stürzte himunter. Freie Bolksbühne Charlottenburg. Eine sehr interessante Erft- über den Spittelmarkt nach Pankow, die Berliner-, Mühlen- und Da der abgestürzte Teil fast ausschließlich aus Kalkstein besteht, so aufführung hat der Verein für seinen nächsten Theaterabend, Florastraße entlang zu errichten. Diese Linie foll später über die Banke bedeutet dieser Bergrutsch für die Bergbauinspektion eine erhebliche Freitag, den 23. Februar, in Aussicht genommen. Die Nordbahn entlang nach Reinickendorf führen. Die Kommission, Ersparnis an Sosten und Arbeit. Leopold Kampfs vielgenanntes Drama, Am Vorabend", welcher auch Genosse Freiwaldt angehörte, schlug dem Plenum vor, daß ein Kulturbild aus der gegenwärtigen russischen Re- die Gemeinde mit einem gemeinsamen Vorgehen mit dem Berliner volution, wird unter persönlicher Anteilnahme des Dichters in Magistrat sich insoweit einverstanden erklären möge, als dies den In der Mitgliederversammlung des hiesigen Wahlvereins am Szene gehen. Das Schauspiel, das in Berlin noch nicht gegeben Interessen der Gemeinde Pankow entspricht. Unberührt von der zu 30. Januar im Lokale von Bausdorf, Berlinerstraße, erstattete Gen. worden ist, hat bei seiner Hamburger Uraufführung, die wegen des erteilenden Konzession der oben genannten Strecken an die Große Pinseler den Bericht über die Gemeindevertretung. Mit Genugtuung Polizeiverbotes vor einem geschlossenen Streise stattfinden mußte, Berliner wird die Gemeinde Pankow auch mit Berlin gemeinsam fonstatiert er, daß die Mitarbeit unserer Genossen in derselben troy bekanntlich gewaltiges Aufsehen erregt. Den Arbeitern Charlotten- den neuen Verkehrsprojekten nähertreten und diese unterstützen. Die der Voreingenommenheit der bürgerlichen Mehrheit nicht ohne guten burgs sowie den Mitgliedern der hiesigen russischen Gemeinde Pankow behält sich vor, über jeden Antrag betreffend die Einfluß geblieben sei. Manche ihrer Kritiken hätten die AufmerkjamKolonie wird jetzt die Gelegenheit geboten, das viel- Anlage neuer Verkehrslinien von Fall zu Fall zu entscheiden. keit auf früher nicht bemerkte Schäden gelenkt, manche ihrer Anumstrittene Werk des temperamentvollen jungen Poeten und Le Maßgebend für diesen Beschluß ist die immer mehr regungen habe auch zu entsprechenden Maßnahmen geführt, wenn geisterten Revolutionärs aus eigener Anschauung fennen zu lernen. zunehmende Verbitterung der Gemeindevertretung auch nicht immer sofort, sondern erst nachträglich. So haben unsere Die Aufführung findet abends 8%, Uhr im Voltshause statt. Neu- und der Bürgerschaft gegen die Rüdsichtslosigkeit Genoffen es erreicht, daß die Kommissionen für die einzelnen anmeldungen, die für diese Vorstellung gültig sein sollen, müssen der Straßenbahn Siemens und Halste, deren Ressorts ordnungsgemäß gewählt werden. Die Vermehrung des bis Dienstag, den 20. Februar, bei einer der folgenden Zahlstellen nomineller Besizer die Stadt Berlin ist. Die eigenen Grundbesitzes der Gemeinde sei ihrem Eingreifen zu ebenso die Einstellung eines Fürsorgefonds für des Vereins bewirkt werden: Emil Müller, Rosinenstr. 3( Voltshaus); Verkehrsdeputation des Berliner Magistrats scheint entweder keinen danken, Wilf, Kirchstr. 30; Paesler, Schlüterstr. 8; Franz Schmidt, Wilmers Einfluß auf die Siemens- Babn zu haben, denn auch bei ihr sind die Lungenkranke und die Anerkennung des Prinzips, bei VerDorferstraße 130; Konsumverein, Wilmersdorferstr. 27; Bigalfe, Beschwerden der Gemeinde Pankow ergebnislos geblieben oder gebung von Gemeindearbeiten den dabei beschäftigten Arbeitern Schloßr. 26a; Wilh. Murrer, Wilmersdorf, Gislebenerstr. 14; Kasler, aber die Interessen der Gemeinde Pankow find ihr gleichgültig. Die zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern vereinbarten Im Armenhause wurden Wilmersdorf, Lauenburgerstr. 20. Unter voller Würdigung der Verhältnisse stimmten auch die sozial- Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. gesündere Verhältnisse herbeigeführt. Hingegen gelang es nicht, Unfall in einer Brauerei. Beim Auskellern der Lagerfässer demokratischen Gemeindevertreter für obigen Beschluß. einen genügenden Einfluß der Gemeindevertretung auf die Vergebung schwer verunglückt ist gestern vormittag um 8 Uhr in der Kaifer- Reinickendorf- Oft. öffentlicher Arbeiten selbst durchzusetzen. Auch bei der seitens unserer brauerei, Sophie Charlottestr. 92, der 37 jährige Arbeiter Lorenz Ueber den Einbruch, der in dem Goldwarengeschäft von Körner Genossen angeregten Fleischnotdebatte offenbarte fich der KlassenMaticzak aus der Dantelmannstraße 2a. Er wollte im Lager- verübt wurde, schreib: uns der Besizer: Nachdem die Diebe das geift der bürgerlichen Mehrheit, die über den sozialdemokratischen eller Fässer vom Lager herunterlassen, die Fäffer tamen ins Rollen Schaufenster eingeschlagen, fuhr ich sofort dazwischen, konnte natürlich Antrag zur Tagesordnung überging. Scharf geißelte der Redner nd Maticzak geriet mit dem Kopf zwischen zwei große gefüllte nicht verhindern, daß diefelben mit einem Teile meines Eigentums das System der nichtöffentlichen Verhandlungen. Es gäbe noch ässer. Dem Bedauernswerten wurde dabei der Kopf derart ge- fchleunigst ausrückten. Auf der Straße lagen die goldenen Arm- zahlreiche Mißstände zu beseitigen, aber um wirksam durchzugreifen, uetscht, daß ihm das Blut aus Mund und Ohren quoll. Der schwer bänder, Ninge usw. überall verstreut; in der Holländerstraße sind reiche der Einfluß der zwei Genossen gegen 22 bürgerliche Vertreter erlegte Mann mußte aus seiner qualvollen Lage befreit im Kranken- noch Broschen und 2 Ketten gefunden worden, welche die Diebe auf nicht aus. Es müssen mehr sozialdemokratische Vertreter gewählt agen nach dem Krankenhaus Westend geschafft werden. An seinem der Flucht verloren hatten. Die Kriminalpolizei ist den Tätern auf werden und sei deshalb bei der bevorstehenden Ersazwahl im März ufkommen wird gezweifelt. der Spur; dieselben hatten sich nach den Lauben auf den Rehbergen mit vollen Kräften in die Wahlagitation einzutreten. geflüchtet. Der Schaden beträgt trogdem noch etwa 350 M. Friedenau. Schöneberg. Sodann wurde das Wahlkomitee aus den Genoffen Pinseler, Lint, Stühmer, Gronwald und Schwäbisch zusammengesetzt und zu Delegierten für die Generalversammlung von Groß- Berlin Gronwald, Link, Rieber und Schwäbisch, als Ersatzmann Umbreit gewählt. Rum Revisor wurde Bocher beſtimmt. Am Schlusse wurde den Seine Bestätigung als zweiter Bürgermeister von Schöneberg hat er am 18. Dezember vorigen Jahres zu diesem Amte gewählte Wegen wörtlicher und tätlicher Beleidigung eines GerichtsStadtfyndilus Blankenstein erhalten. Die Einführung desselben vollziehers stand der frühere Generalkonsul Ali Nouri Bay zu wird bereits in der am nächsten Montag stattfindenden Stadt: Friedenau vor dem Schöffengericht II. Er war früher in Schweden Genossen eine lebhafte Agitation für den Austritt aus der Landesverordneten- Versammlung erfolgen. Noch nicht bestätigt ist amtlich tätig und ist nach seiner Verabschiedung nach Friedenau firche als Antwort auf die preußische Schulvorlage empfohlen. der zu dem gleichen Zeitpunkte zum Kämmerer gewählte Rechnungsübergesiedelt. Seine dortige Wohnung ist von seiner Frau, der direktor Machowicz. Er war damals mit nur einer Stimme Prinzessin Hairi Beniab, gemietet. Zu seiner Hausgenossenschaft ge- Zehlendorf. Majorität gewählt worden. Von einigen bürgerlichen Stadtverordneten hören noch seine Tochter Nagli Hanem und die Bedienstete Loutfie Am Dienstag, den 30. v. Wis., fand im Lolal von Benno ist gegen dessen Wahl Beschwerde beim Regierungspräsidenten ein- Abdullah. Nach türkischem Recht ist die Frau die Inhaberin der Mickley eine öffentliche Versammlung statt. Dieselbe war, auch von gelegt. Wie verlautet, sollen unlautere Motive bei dieser Wahl eine Wohnung und auch des Mobiliars. Eine Tages hatte ein Gerichts- Frauen, außerordentlich zahlreich besucht. Der Naum erschien viel Rolle gespielt haben. vollzieher bei der Prinzessin Hairi Beniad eine Kostenrechnung zu zu flein, um die Besucher alle aufzunehmen. Es ist dies ein erPankow. präsentieren. Er klingelte, forderte zur Begleichung des Schuld- freuliches Zeichen, daß auch von den Frauen in energischer Weise In der Versammlung des Wahlvereins am 31. Januar d. J., titels auf und erhielt durch die Türspalte 20 Mark zugesteckt. Er dafür zu sorgen versucht wird, daß uns recht bald wieder ein größerer die zum erstenmal in dem jetzigen Vereinslokal( bei Roczydi, Streuz- hatte nun auch eine schon ältere Kostenrechnung gegen den Saal zur Verfügung steht. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag straße 3/4) tagte und besser als bisher besucht war, referierte Genosse Ehemann bei sich und wollte die Gelegenheit wahrnehmen, auch des Genoffen Heinr. Schulz- Bremen, welcher über das äußerst diesen Schuldtitel begleichen zu lassen. Wie die oben genannten interessante Thema:„ Erziehung und Sozialismus" sprach. lleber Baege- Friedrichshagen über„ Babel und Bibel". In der Diskussion, weiblichen Mitglieder des Hausstandes, deren Aussagen durch den den Vortrag haben wir vor einiger Zeit an anderer Stelle sehr einSie dem interessanten Vortrage folgte, trat immer wieder die Forde- Dolmetscher Hassern ins Deutsche übertragen wurden, behaupten, gehend berichtet, sodaß sich eine Wiederholung erübrigt. In der rung in den Vordergrund, im Hinblick auf die durch den neuen habe sich der Gerichtsvollzieher bei der zufällig um diefelbe Zeit Distuffion wurde allgemein aufgefordert, als Antwort auf das preußischen Schulgesetzentwurf drohenden Gefahren den Austritt aus der Landeskirche Beweis- erfolgenden Heimkehr der Nagli Hanem und der Lontfie Abdullah neueſte Schulverpfaffungsgesetz den Austritt aus der Landeskirche zu zu erklären. Die treffliche führung des Referenten gegen die Legende, daß die Bibel Gottes mit in die sich öffnende Tür gedrängt und sei in das Zimmer der erklären. Ferner wurde auf die bevorstehenden Gemeindewahlen Bort" und nach seinen Eingebungen niedergeschrieben sei, fiel Prinzessin eingetreten, so daß diese mit einem lauten Auffchrei sich hingewiesen und die Frauen ersucht, sich an den Arbeiten zu be Der Gerichtsvollzieher bestritt, fich eingedrängt zu teiligen. Als Vertrauensperson wurde Frau Hecking, Rondelstr. 1, auf fruchtbaren Boden; die Genossen werden die Ergebnisse der geflüchtet habe. modernen Bibelforschung den Indifferenten begreiflich zu machen haben, und behauptete, daß der Angeklagte plöglich auf der Bildfläche gewählt. wissen. Genosse Freiwaldt teilte mit, daß die Gemeindewahlen in erschienen sei und seiner Empörung in folgenden Worten Luft gemacht der dritten Klasse in zwei Bezirken am 15. März von 11 bis 8 Uhr habe:" Sie wollen ein gebildeter preußischer Beamter sein? Sie sind Franzöfifch- Buchholz. ein gemeiner Sterl! So ettvas kommt ja in der Türkei nicht eininal Die Große Berliner Straßenbahngesellschaft hatte seinerzeit auch stattfinden. Nachdem noch auf die im Vereinslokal am 6. d. W. vor, daß ein Beamter in den Harem bringt!" Darauf soll der An- ein Gesuch der Gemeinde Französisch- Buchholz, nach dort stattfindende Protestversammlung gegen die neuen Reichssteuers vorlagen und auf das ebenda am 18. März stattfindende Winterfest geklagte dem Gerichtsvollzieher einen Fußtritt versezt und ihn in eine Straßenbahnlinie zu führen, abgelehnt, sofern die Gemeinde beschleunigter Weise aus der Wohnung hinaustomplimentiert haben. nicht einen Zuschuß von 100 000 Mart leisten wolle. des Vereins hingewiesen worden war, wurde die Versammlung Der Angeklagte bestritt sowohl die wörtliche wie die tätliche Be- Straßenbahngesellschaft motivierte ihre ablehnende Haltung bes geschlossen. leidigung. Er versicherte, daß er mit seiner Aeußerung zu dem Gesonders damit, daß die Chausseestrecke Französisch- Buchholz- BlankenEine Eifersuchstragödie ereignete sich in der vorlegten Nacht in richtsvollzieher den preußischen Beamten, deren Wohlerzogenheit er burg feinen beträchtlichen Verfehr aufzuweisen habe und dauernde Bankow. In der Schulzestr. 26 wohnte bei der 35 Jahre alten bei vielen Gelegenheiten fennen gelernt habe, nur ein Kompliment Zuschüsse erfordern würde. Die Gemeinde baute daraufhin, cine Straßenbahnlinie und zwar gerade auf Witwe Marie Holzfuß der 46 Jahre alte Arbeiter Franz Gulikowski, habe machen wollen. Er fei über das Vorgehen des Gerichts- eigene. der in einer Maschinenfabrit auf dem Grundstüd Nr. 48 beschäftigt vollziehers sehr empört gewesen, denn nach orientalischem Recht die angeblich unrentable Strede Französisch- Buchholz- Bahnwenn ein Mann in die hof Blankenburg bis Pankow Heinersdorf. In der letzten tvar. Frau Holzfuß hat drei Kinder von zehn, sieben und sei es die größte Beleidigung, der wurde Gemeindevertretung nun das in diesem Falle Sigung Er= einer Prinzessin dringt, und sechs Jahren, die bei ihr wohnten. Gulifowsti unterhielt Be- Gemächer als die gebnis des ersten Betriebsjahres bekannt gegeben. Danach bes ziehungen zu der Witwe Holzfuß und wollte sie heiraten. ſei ſeine Erregung Erregung um so berechtigter gewesen, Die Frau aber wollte davon nichts wissen, weil Gulifowski Prinzessin sich noch im Negligee befunden habe. Er habe den trugen die Einnahmen von der Straßenbahn für die Gemeinde maßlos eifersüchtig war. Diese Leidenschaft steigerte sich aber Gerichtsvollzieher auch nicht hinausgeworfen, sondern nur etwas 17 861,65 M., die Ausgaben nur 14 728,28 W., so daß also noch ein noch dadurch, daß sie mit einem Töpfergesellen ein Verhältnis an energisch hinausgeleitet. Der Staatsanwalt beantragte 3 Monate Ueberschuß von 3138,87 m. vorhanden ist. Dabei haben noch Die Große Berliner Inüpfte. Es fam wiederholt zu heftigen Auftritten zwischen Gulifoweli Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Ehrhardt legte dem Gerichtshofe beträchtliche Abschreibungen stattgefunden. und der Frau. In der Nacht zum Donnerstag arbeitete Gulitowski dagegen nahe, daß in diesem Falle den obwaltenden Verhältnissen Straßenbahn- Gesellschaft konnte aber, sofern sie eine Verbindung bis Mitternacht und kam dann nach Hause. Wieder kam es zum doch mehr, als es der Etaatsanwalt getan, Rechnung getragen über Pankow nach Berlin geschaffen hätte, einen beträchtlich höheren Streit. Zulegt ergriff der Wütende ein Beil und schlug unbarmherzig werden müsse. Der Angeklagte sei ein ernster, wohl angesehener Zuschuß erzielen, weil bei einer direkten Verbindung von dem Vorauf den Kopf der Frau ein, bis sie regungslos dalag. Dann ging Mann, ein Türke, der leicht aufgeregt sei. Auch die orientalischen orte nach Berlin die Zahl der Fahrgäste größer gewesen wäre, er in einen Nebenraum, schloß sich ein und erhängte sich. Die Kinder Sitten müßten in Betracht gezogen werden, nach denen der An- als unter den jezigen Verhältnissen, wo von Pankow- Heinersdorf Die owS die Eisenbahn benutzt werden muß, langen. um nach Berlin zu ge- Grost- Besten. Eiue gut besuchte Volksversammlung tagte am Sonntag, den 28. Januar, nachmittags 2 Uhr, in Korbiskrug bei Groß-Besten. Genosse Max Kicscl.-Berlin referierte über die Anfänge der russischen Revolution und erntete für seine gemeinverständlichen Ausführungen reichen Beifall. Folgende Resolution gelangte zur Annahme:..Die heute in Korbiskrug tagende öffentliche Versammlung für Groß- Besten und Uingegend spricht den russischen Brüdern und Schwestern ihre Sympathie aus in ihrem heldenmütigen Kampf gegen den russischen Absolutismus. Der 5tampf. ivelchcn die russischen Re- volutionäre führen, ist ein Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit Dw Versammlung verspricht, die russischen Geaioffen tatkräftig zu unterstützen." In der Diskussion führte Genosse Kaiser-Königs- Wusterhausen aus, daß es bedauerlich wäre, daß die Genossen der hiesigen Gegend so wenig unsere Parteiprcsse lesen. In seinem Schlußivort geißelt Genosse Kiesel noch eingehend das preußische Wahlunrecht. Der Betrag der Tellersammlung wurde den Opfern im russischen Frei!>citskampf übcrtviescn. Die Sammlung ergab einen Betrag von 15,50 M. Teltow. Vom Rade gestürzt und schwer verunglückt ist gestern der tZ jährige Arbeiter Johann Steinmann. St. fuhr mit seinem Rade die Zehlendorfer Chaussee entlang, kam aber infolge des schlechten Zustandcs derselben zu Fall, wobei er sich eine Kopfwunde zuzog und den linken Oberarm und Unterschenkel brach. Er wurde von Arbeitern der Kanalisation zum Arzt und von da nach seiner Wohnung geschafft. Spandau. Die Stadtverordnclenversammlung beschäftigte sich in ihrer Sitzung am Donnerstag, den 1. Februar, nach Erledigung einiger Schreiben und einer dringlichen Vorlage betreffend Wahl einer gc- mischten Kommission für die Abschätzung der Grundstücke, in welche auch Genosse Pieck gewählt wurde, in der Hauptsawe mit Etats- beratungen. Zum Gaskafsenetat hatte der Stadtv. Ducksch den Antrag eingebracht, die Löhne sämtlicher GasanstältSarbeiter um 25 Pf. täglich zu erhöhen. Wie bei allen solchen Anträgen, wo eS sich um Erhöhung der Löhne städtischer Arbeiter handelt, ist der Kounmmalfreisinn für derartige Anträge nicht zu haben. Da heißt es nur immer hübsch langsam erwägen und generell vorgehen, da- mit den Arbeitern gar nicht etwa zu viel gewährt wird. Genosse Pieck trat energisch für den Antrag Ducksch ein. Nachdem aber der Bürgermeister Wolf erklärte, daß man ja den Lohn der Gas- anstaltSarbeiter erst erhöht habe, und zlvar den der Feuerarbciter von 4,80 M. steigend von drei zu drei Jahren um je 2V Pf. bis zum Höchstlohn von 5,20 M. und den der Hofarbeiter von 3.50 M. steigend von drei zu drei Jahren auch um je 20 Pf. bis zum Höchst- lohn von 4,20 M., da konnte sich der Stadtv. Ducksch nicht mehr halten, er fiel wieder mal um, indem er seinen Antrag zurückzog und noch dazu dem Bürgermeister seinen Dank für die Erhöhung aussprach. Einfach rührend! Ter Etat der Elektrizirätsanstalt stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 183 550 M. Als hierbei sich ein Eigentümer und Stadtverordneter über die zu hohen Licht- preise beschwerte, wies Genosse Pieck sehr treffend darauf hin, daß man sich leider aus 15 Jahre an die Allgemeine ElektrizitätZ- gcsellschaft gebunden, statt ein eigenes Werk zu bauen, und so lange dieser Vertrag gehe, werden auch wohl die Apothekerpreise bei- behalten werden. Der Schuletat, welcher einen städtischen Zuschuß von 492 692 Mark erfordert, balanziert in Einnahme und Ausgab« mit 757 175.60 Mark. Ter Zuschuß aus der Staatskasse ist um 29 042,30 M. höher als im Vorjahre. Die neue Rcallschule. welche mit dem 1.-April er. ins Leben tritt, erfordert bei einer angenommenen Schülerzahl von 320 einen Zuschuß aus der Stadtkasse von 20 349 Mark, pro Schüler also 63,50 M. Die höhere Töchterschule er- fordert einen Zuschuß von 14 907,37 M. Da hier die Schülerzahl nicht angegeben»var, so forderte der Genosse Pieck Auskunft dar- über, um festzustellen, daß für jeden Schüler resp. Schülerin der gehobenen Schule ein größerer Zuschuß gezahlt werden müsse als für einen Gemeindeschüler. Aber die zahlen doch auch mehr Steuern, replizierten hierauf der Stadtverordnetenvorsteher Schröder und der Bürgermeister Wolf, ohne auf das Verlangen Piecks weiter«in - zugehen. Erst als der konservative Stadtverordnete Bautnspcktor Bender damit hervorkam, daß man ja eine derartige Zusammen» stellung schon in der Etatökominission erbeten, bequemte sich der Bürgermeister Wolf zu dem Zugeständnis, wenn man nach diesen Zahlen rechne, dann komme allerdings auf jeden Schüler der ge hobenen Schule ein Zuschuß aus der Stadtkasse von durchschnittlich 83 M. und für einen Gemeindeschüler ein solcher von 38 M. So dürfe man aber nicht rechnen, man müsse bedenken, daß die Eltern der Schüler der gehobenen Schulen doch auch mehr Steuern zahlen, folglich müssen für ihre Kinder auch mehr Zuschüsse gezahlt ioerdcn. Das ist doch eine sonderbare Logik. Wir sind immer der Ansicht, daß dem Steuerschwachcn mehr geholfen werden müsse. Als nun gar Genosse Pieck behauptete, daß die Einkommen bis zu 8000 M. mehr Steuern aufbrächten als die Einkommen über 3000 M., machte ihm der Oberbürgermeister folgendes Rechenexempel auf: Nach einer Statistik aus dein Jahre 1900, die ihm gerade vorliege, brachten 2607 Steuerzahler, die den Satz von 2,40 M. zahlten, also ein Ein kommen"on je unter 600 M. hatten, 6656 M. Steuern auf. wäh. rcnd 35 Steuerzahler, die den Satz von 600 M. zahlten, also ein Einkommen von je 19 500 bis 20 500 M. hatten, dieselben Steuern aufbrachten, und daraus wird gefolgert, daß für die 35 kapital- und steuerkräftigeren Leute mehr Zuschuß geleistet werden müsse wie für jene armen 2607, die den 85 möglicherweise ihr Kapital erst er- arbeitet haben. Da sieht man wieder einmal, was für sonderbare Blüten die kapitalistische Wirtschaftsordnung tveibt. Genosse Pieck stellte dann einige Forderungen aus dem kommunalen Programm der sozialdemokratischen Genwinde Vertreter, wie Einheitsschulen, Uuentgeltlichkeit der Lehrmittel, Umänderung deS Lehrplanes, bessere hygienische Einrichtungen, wie Brausebäder usw., bessere Bczahluna für Lehrkräfte. Er trat auch dafür ein. daß man das Gehalt der Lehrerinnen erhöhe» möge. Natürlich fand er dafür kein Ver- ständnis bei den bürgerlichen Stadtverordneten. Man versuchte ihn sogar lächerlich zu machen. Ter konservative Stadtverordnete und Laudtagsabgeordnete Lüdicke stellt« u. a. sogar die Behauptung auf, es sei ausgeschlossen, daß ein Lehrer sich zur sozialdemokratischen Partei bekenne. Auch der Verleger des konservativen amtlichen Organs, der AcichSverbandler und Antisemit Qdfdb, versuchte sein Späßchen. Nun, er ist nicht er, ist zu nehmen. Er tnts in, Interesse seines an Abonnentenschwindsucht leidenden Reptils. Höchst ergötzlich ist auch, daß man die 3000 M.,»velche die Versammlung für Anstellung von Schulärzten eingestellt hatte, wieder gestrichen bat, weil— man höre und stamm— weil der Vertrag mit den Aerzten nicht zustande gekommen ist. Welch ein soziales Verständnis hier vorherrscht, dokumentiert sich aus dieser Tatsache. Sämtliche drei Etats wurden schließlich genehmigt. Die übrigen Punkte fallen wohl wenige� für die Oesfentlichkeit ins Gewicht. Der Kassierer des Gcwcrkschaftskartells, Genosse Reichard, befindet sich zurzeit im Krankenhaus zu Potsdam. Gelder, welche für das Kartell bestimmt sind, ivolle»>a» bis auf weiteres an den Obmann Genossen Sage, Bismarcksw. 5, abliefern. städtischen Kanalisations- und Rieselfelder wegen verschiedener Um- bauten auf den Rieselgütcrn zu. Neue Bcrkchrspläne. Der„Südwest-Zentral-Bayn- Hof", der an Stelle des Potsdamer und Anhalter Bahnhofes auf dem Bahngelände jenseits des Landwehrkanals, etwa zwischen Steglitzer- und Kurfürstenstraße, geschaffen werden soll, beschäftigte gestern abend den aus Delegierten der Grundbesitzer- und Bezirks- vereine des Südwestens m>d Süden? der Stadt bestehenden„Ver- einigten Bcrkehrsausschuß". Der Vorsitzende, Gymnasial� direktor Prof. Dr. G l a tz e l. brachte eine Petition zur Ver- lesung, in welcher der Eisenbahnminister v. Budde ge- beten wird, den Plan prüfen zu lassen und eine Abordnung Von Bürgen, der beteiligten Stadtbezirke zum Bortrage darüber empfangen zu wollen. Diese Petition ist bereit? von zehn Stadt- verordneten des Südwest-Stadtteils unterzeichnet worden. Die Mit tcilung, daß die Staatsbahn- Verwaltung bereits in eine Prüfung des Projekts eingetreten sei. wurde zwar für irrig er- klärt, auch auf die großen Schwierigkeiten hmgeiviesen, ivelche sich der HinauSverlegung der beiden Bahnhöfe entgegen stellten. Vor allem wurde eine Tunnelverbindimg von dem geplanten Zentralbahnhof über den Potsdamerplatz nach dem Lehrter Stadtbahnhof den großzügigen Plan der Staatsbahn- Verwaltung, den Potsdamer mit dem Stettiner Bahnhof durch einen Tunnel zu verbinden, durch kreuzen, denn auch diese für den Fen, verkehr unerläßliche Ver bindung soll unter dem Potsdamerplatz verlegt werden. Wenn nun auch der viergleifige Tunnel der Großen Berliner Straßenbahn hier(wie weiterhin an dem Brandenburger Tor) so tief gelegt werden wird, daß jener Staatsbahn- Tunnel noch ausführbar ist, so würde ein dritter Bahnwnnel. der für den Verkehr zwischen dem Zentral Bahnhof und der Stadtbahn �Lehrter Bahnhoff allerdings notwendig erscheinen mag, die ungleich wichtigere Fern-Berbindung unmöglich machen. Dann würde das Projekt des �.Zentral- Bahnhofs" auch mit dem von der Stadt im Einvernehmen mit dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten aufgestellten, generellen Plan kollidieren, der,»eben einer Rord-Süd-, Ost-West- und inneren Ring- j Ergänzung«-) Linie als in absehbarer Zeit auszuführende Untergrundbahn, auch den zweigleisigen Eisenbahir tuimel zwischen Potsdamer(Wannsee-) und Stettiner Bahnhof fest- gelegt hat. Der BerkehrSausschutz beschloß trotzdem, nochmals für das, vor Jahresfrist schon einmal abgelehnte, Projekt einzutreten; die P e- tition wurde mit großer Mehrheit genehmigt, auch wurden vier Delegierte gewählt, welche in der erbetenen Audienz dem Minister von Budde die Wünsche der Bewohner des Süö Westens vorzutragen haben würden. Zur Führung der Abordnung hat sich der Stadtverordnete Kreitling bereit erkört, der sich für das Bahnhofsprvjekl von jeher lebhaft interessierte. Bei de» Anwohnern des Potsdamer- und Anhalter Bahnhofs dürste der Plan der Hinaus- Verlegung der Bahnhöfe wohl auf einigen Widerstand stoßen. Bcuzinwäschcreien. Die Bestimmungen der Polizeiverordmmg, betreffend Sicherheitsvorschriften für Benzi,'Wäschereien, vom 28. März l905. treten am 1. April dieses Jahres auch für solche Anlagen i» Kraft, die bei Erlaß der Verordnung bereits bestanden haben. Sie gelten nicht nur für Betriebe mit fremde» Arbeitern, sondern für alle Neimgungsanstallen. zum Beispiel alle Handschuhwäschereien, chemische Waschanstalten und der- gleichen, in welchen Benzin oder ähnliche leicht entzündliche Reinigungsmittel verwendet werden, und für solche Betrieb«, in welchen diese Reinigungsmittel zur erneuten Ver- Wendung gereinigt werden. Den Mitgliedern der Zcntralkrankrn- und Stcrbekaffe der Tischler lBcrli» K) diene zur Nachricht, daß die für DieiiSlag angesetzte Versammlung der Parteiversammlungen wegen schon am Montag in demselben Lokal stattfindet. KerUner I�acbricKtm Der Magistrat genehmigte am Freitag den Antrag des Kura- toriumS des städtischen Schlacht- und Viehhofe?, auf Errichtung einer Wartehalle für die zahlreichen Personen, die oft stundenlang ans die Eröffnung der Freibank und den Beginn des Fleischverkaufes warten. Ferner stimmte der Magistrat den Anträgen der Deputation der Ei» entsetzliches Familiendrama ereignete sich gestern»aclimsttag in der Beusselstraße 66. Dort wohnte seit vorgestern der Portier Straube mit seiner 49jährigen Ehefrau Franziska im Quergebäude 1 Treppe. TaS Ehepaar ist aus Schlesien zugezogen, der Mann befand sich bis vor einem Jahre in einer Irrenanstalt in Grünberg i. Schl. Gestern nachmittag scheint der Irrsinn bei ihm wieder ausgebrochen zu sein. Die Frau wurde auf der Treppe sitzend, aus mehreren Kopfwulidei, stark blutend, von einem Schutzmann aufgefunden und nach der Unfallstation gc- bracht. Sie hatte eine 10 Zentimeter lange Wunde auf der linken Scheitelseite, eine Quetschwunde auf dem Hinterkopf und eine Ziemlich stark blutende Wunde am linken Ohr. Nachdem ihr die Wunde ver- brmden war, wurde die Frau in einem Krankenwagen nach dem Krankenhause Moabit geschafft. Der Wann wurde von der Polizei verhaftet._ Eine unangenehme Ueberraschnng wurde gestern der Tochter des Eigentümers Ärüper, Kirchhofstr. 26 zuteil, als sie bei einem der Hausbewohner, dem pensionierten Postschaffner JuliuS Laer die Miete einziehen wollte. Sie fand den L. in der Küche an einer Wollschnur erhängt vor. WaS den Lebensmüden, der bereits im 62. Lebensjahre stand, in den Tod getrieben hat, ist nicht belannt. Zwei schwere Ueberfälle find in der vergangenen Nacht aus dem Gesundbrunnen verübt worden. In der zwölften Stunde passierte der 28jährige Bauarbeiter Karl Fehrig, Hochstr. 32 wohnhaft, die Wiesenstraße und wollte in Begleitung seiner Wirtin heimkehren. Unterwegs stießen die beiden auf mehrere Rowdys, in deren Be gleitung sich ein junges Mädchen befand, welches F. kannte. Plötzlich ertönte der Ruf„Messer heraus!" und im nächsten Augenblick stürzten sich die Burschen über F. her und stachen auf ,hn ein. Blut- überströmt.brach der Mißhandelte zusammen. Auf die Hülferufe der Wirtin de? F. eilten Passanten und jetzt ergriffen die Messer- stecher die Flucht. In bewußtlosem Zustande brachte man F. nach der Unfallstatton in der Badstratze, wo bei ihm in der Brust, am Hals und am Rücken nicht weniger als neun Messerstiche festgestellt wurden. Di« Täter sind bereits ermittelt und verhaftet worden. Ein schwerer Raubanfall scheint einem Ueberfall zu- gründe zu liegen, welcher fast um dieselbe Zeit in der Wollank- straße ausgeführt wurde. Der 43 Jahre alte Maurer Hermann Lemj. Gottschalkstr. 1 wohnhaft, wurde beim Passieren der Wollank- straße plötzlich von einigen jungen Burschen überfallen und so schwer verletzt, daß er die Uusallstation VII auffuckien mußte. 8. gibt an, daß ihm die Täter beim Ueberfall gewaltsam Uhr und Porte- monnaie entrissen hätten. Auch die Urheber dieses Ueberfalles sind bereits ermittelt worden. Die Drahtdiebe und das„Blaue Kreuz". Die Diebesbande. welche m letzter Zeit im Osten fortwährend Leitungsdrähte zerstörte und stahl, ist jetzt hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Die Bande bestand aus vier Mitgliedern und zwar aus den„GelegcnheitS- arbeitern" Emil Fiedler, Fritz Stemborn, Hermann Uirger und Karl Ziegler. Um recht sicher zu gehen, hatte die Diebesgenossenschaft da?„Blaue Kreuz" in der Zietenstraße zu Rirdorf als Stammlokal gewählt. Die Burschen verdienten ihren Lebensunterhalt lediglich durch den Diebstahl von Fernfprechdrähten sowie durch Blei- und Messingdiebstähle in Neubauten. Die Postverwaltnng, welche wieder- holt Belohnungen auf die Ergreifung von Drahtdieben gesetzt hat, dürste durch die Festnahme der Täter vor tvciterem großen Schaden bewahrt werden. Ei» schwerer Unglücksfall hat sich gestern nachmittag in der Eisenbahn-Hanptwerkstätte an der Anhalter Bahn zngetragen. Der 28 jährige Monteur Alfred Ludwig, der bei der Firma Degenhardt (G. m. b. H.), Waldstr. 33, angestellt ist, hatte auf der Eisenbahn- werkstätte eine Oberlichtaulage anbringen wollen. Er stürzte dabei von beträchtlicher Höhe ab und zog sich so schwere innere Verletzungen zu. daß er in einem Krankenwagen in das Krankenhaus Moabit gebracht»verden mußte. Das Hochwasser der Spree hält in diesem Jahre ungewöhnlich lange seinen Hockstand und beweist, daß die kürzlich im Landtage bei der Hochwasserdebatte vorgebrachten Beschwerden der Anlieger der Obcrsprce über die Schädigungen durch die Sprec- überschwemmungen vollständig berechtigt waren. Seit vier Wochen bereits zeigt die Spree anhaltend, bald steigend, bald fallend. Hoch- Wasser, welches gegenwärtig io bedeutend ist, wie es schon seit längerer Zeit nicht war. Das Hochwasser macht sich besonders in den oberen Gegenden des Flttßlaiifes durch bedeutende Versandungen bemerkbar, die nicht nur Schlainmablagerungen auf den Feldern zur Folge haben, sondern auch die Fahrrinne der Spree verflachen und all- jährlich enorme Kosten durch Baggerarbeiten vcnirscicheir Diese Versandungen sind an der Einmündung der Spree in die Müggel sowie oberhalb der letzteren so bedeute, id. daß durch die alljährlich heraus- gebaggerten Sandmasien in jener Gegend große Aufschüttungen vor- genommen werden konnte, r Da bei dem anhallenden Hochwasser auch jetzt wieder Verschlanunungen zu befürchten sind, erscheinen die Ernteaussichten für die an der Spree belegenen Wiesen- und Feld- gelände für dieses Jahr sehr ungünstig, so daß die Anlieger wieder erheblichen Schaden erleiden würden. VolkS-Kabarctt. Kürzlich gaben wir einer Besprechung Raun,. die sich mit einem in Lichtenberg von Frau Walkotte vcranslalicten Volks Kabarett-Abend beschäftigte und zu einem bedingt günstigen Resultate gelangte. Diese Besprechung hat uns eine Zu'chrift von einem Parteigenossen eingetragen, die ein gegenteiliges Urteil enthält und von der wir glauben, sie ebenfalls hier wiedergeben zu sollen. Die Zuschrift lautet: „Die Nr. 22 deS„Vorwärts" enthält atlS Lichtenberg eine äußerst günstige Rezension eines sogenannten„VolkS-Kabaretts" unter Leitung von Frau Margarete Walkotte. Diese Kritik möchte ich nicht unwidersprochen lassen, da die ganze Beransialtung ans mic!> einen entgegengesetzten, geradezu deprimierenden Eindruck gemacht hat. Auch nickt den geringsten ästhetischen Genuß konnte man mit nach Hanse nehmen. Wenn man von den schwachen Versuchen zu gesellschaftlicher Kritik aus„Willis Werdegang" absieht, so enthielt die Veranstalttmg auch nicht irgend welche Anläufe zur gesellickast- lichen oder politischen Satire. Und trotzdem bilden diese Veranstaltungen als Ganzes die beste Krittk der bürgerlichen Kultur. Ist doch alles, was da geboten wird, das Zersetzungsprodukt einer Kultur, der gerade durch diese künstlerische Deladcnze der hippokratische Zug im Gesicht anzumerken ist. Dem künstlerischen Bedürfnis des Proletariats nach ästethischem Genuß. Schönheit. Begeisterung und Erhebung über seine Misere, wird eine derartige„Kunst", die keine großen Ziele kennt, nicht gerecht. Die naturalistische Richtung der 90er Jahre, die das„Proletariat" nur in der Schoapskneipe und im Bordell aufsuchte, feiert ihre ftöhliche Auferstehung in dieser„Kunst", deren höchster Ehrgeiz es zu sein scheint, die Wirkungen deS Alkohols recht„realistisch auf der Bühne zur Anschauung zu bringen. Mau ftage sich nur, wo die Kunst bleibt, wenn in den erhabenen Faustmonolog 30, sage und schreibe dreißig Redensarten und Zoten„hineingedicktet" werden, wie t„Mensch hast Du ne Weste an l"„Du hast ja'n Pickel uf de Näse!"„Em guter Hahn. wird selten fett!" gsw. wie eS ein Herr Bamberger als Stegreisdichter fertig brachte. Ich kenne den Herrn, der ivohl mehr pornographischer als satirischer Schriftsteller ist, zwar nicht als Mitarbeiter des„Sinchli- ci'simus". wohl aber als eifrigen Mitarbeiter von„Satyr",„Sett". »Kleines Witzblatt" und ähnlichen Geistesprodulten. Wenn wir auch keine Ursache haben, nach dem Polizeiknüppel gegen derartige„Kunst" zu schreien, so noch viel weniger, sie zu unterstützen. Ich habe auch die Ueberzeugung, daß die Bestrebungen, derarttge Kunstprodukte bei der klassenbewußte» Arbeiterschaft einführen zu wollen, scheitern werden an dem guten Geschmack derselben. Dieses Kunstgenre über- lasse man ruhig der Lebe- und Halbwelt der Berliner Friedrichstraße. für die eS geschaffen ist. Wollen die Arbeiter derartige Kunstgenüsse, so finden sie diese in jedem Tingel-Tongel. Da ist mir denn doch des kleinsten Parteiblattes schlechtester Leitarttkel lieber als eine der- artige„Gesellschaftskritik". Möge» diese Produkte als Auflösungs- erschein,„igen einer untergehenden Kultur ihre Berechtigung und natürliche Erklärung finden, mit einer aufwärtsstrebende,, Kultur-- bewegnng, wie sie der Sozialismus darstellt, sind sie unvereinbar." Das königliche Juslitut für Meereskunde, Gcorgenstraße 34/36, veranstaltet in der kommenden Woche abends 3 Uhr folgende öffentliche. Herren und Dame,, zugängliche Vorträge: Donnerstag, den 8. d. M., spricht Herr Pros. Voeltzkow-Berli» über„Ceylon und die Perlen- ischerei", mit Lichtbildern; Sonnabend, den 10. d. M., Herr Prof. Thietz-Danzig über„Schutz und Fürsorge für die deutschen Aus- Wanderer", mit Lichtbildern. Einlaßkarten sind zum Preise von 25 Pf. pro Abend von 12 bis 2 Uhr mittags und an den Vortrags- ab«, de» selbst von 6 Uhr ab im Institut erhältlich; außerdem in der Zeit von 9 bis 4 Uhr im Deutschen Flottenverein. Bernburger- 'traße 35, 1. Zum Bortrage deS Herrn Prof. Voeltzkow sind die Einlaßkarten beretts vergriffen. Das Slpolla-Theater bietet für den Monat Februar ein vollständig neues und abwechslungS- reiches Programm. Die Operette„Prinzeß Rosine" hat der Offen- bachiade„Die Insel Tulipatan" weichen müssen, durch die das Publikum in recht animierte Stimmung versetzt wird. Als her- vorragende Akrobaten produzieren sich Gebrüder Balzer, die durch ihre Tricks mit dem Trampolin alle Anerkennung finden. The fanr Darktown ist ein Progran, mpunkt betttelt, der sich als ein Negerquartett darstellt. Mit ihren wohlgeschulten Stimmen erzielten sie stürmische Hervorrufe. Noch eine andere Leistung verdient hervorgehoben zu werden, das sind die an einem dreifachen Reck arbeitenden S a p h o S. R o b e r t S t e i d l ist der alte geblieben und seine neue,, Schlager schließen sich seinen be- währten Erfolgen an. Diesmal ist das moderne Kabarett das Ziel seiner Spottlnst. Ob die Direktion mit der Wahl des Pariser Nacht- bilde«:„Im Grisetten-Kabareii" gerade einen glücklichen Griff getan hat, möchten wir billig bezweifeln, in den Rahmen und Charakter des Abends paßt es nicht gut hinein. Vermischtes. Da? größte Trockendock der Welt wird in Manilla auf de» Philippinen erwartet. ES ist i» Amerika gebaut, ein riesiger stählerner Kasten, den man mit einem wasie, dicht abgeschlossenen Dach versehen hat und der im Schlepptau mehrerer Dampfer von Norfolk in Virginieii»ach Manilla gebracht wird. Das ist eine Reise von 17 000 englischen Meile«, die wenigsten? 3 Monate dauern wird, aber schon im Dezember v. I. begonnen worden ist. Die Amerikaner haben diesem Dock den Namen ihre» Admirals Dewey gegeben. freie sornereeW Rixdorf-Briiz (Mitgl. deS Arbeiter- Turnerbund es). Am Sonntag, den 4. Februar, nachmittags pünktlich 4 Uhr, bei Hiiel, Brrgstr. 151/52: