Nr. 46. Beonnemenfs-Bttff n�nngen: •Bonntntcntä• PrriZ Jitänumetmtio i Bittleljastl 3,30 Mk. monatL 1.10 Mk., wöchentlich 28 Psg. frei in» Hau», Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag». nuinmer mit illustrierter ConnlagZ. Seilage»Die Neue Well' 10 Psg. Post. «donnemenl: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post. Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn 3 Marl, für da» übrige«uSIand S Marl pro Monat. 33. Jahrg. Die TnFertions.Gebniir betrögt für die sechsgespaltene kolonel- zeile oder deren Raum«0 Psg,, sllr politische und gewerlschasiliche Scvem». und BersainmIungS.llnzeigen 26 Psg, „RUsne Hnzcigtn", das erste(seit' gebtuiflc) Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 6 Psg, Worte über 16 Buchstabe» zöhlen sür zwei Worte, Inserate sür die nöchste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Woche». tagen bis 7 Uhr abends, an Eon», und gesiiagen bis 8 Uhr vonniltag» geöffnet, Crftdit«811(6 HBcr Ecnfjj». Berliner Volksblnkk. Telegramm,«dresse! „Sosiöliltliiollnl Sri»»". ZtwXvuXovqxn der lozialdemokrati fchen Partei Dcutfchlanda. Redaktion: 8M. 68» Lindcnstraeac 69. Jfrrnfprtdirr:«m» IV,«r. Expedition: 8Rl. 68, Lindenstrasae 69. Sperufttredifr: Amt IV. tWr. 1984. Aus der Stenersnche. Die Art, wie sich jetzt die verschiedenen Parteien nach der Verwerfung des Stengelschen Stenerprojektes auf der Suche nach neuen Steuern den Rang abzulaufen suchen, bietet ein geradezu abstoßendes Bild. Jede Schicht der besitzenden Klassen ist bemüht, nur ja Steuern auszuhecken, die a n d e r e treffen, nur nicht sie s e l b st. Man hat die Bier- und Tabaksteuer abgelehnt, nicht deshalb, weil dadurch die besitz- losen Massen abermals mit indirekten Steuern belastet worden wären— damit hätte sich schließlich die Mehrheit der bürger- lichen Parteien abgefunden— sondern weil diese Steuern einen Rückgang des Konsums verursacht und dadurch unter Umständen auch die betreffenden Unternehmerkreise selbst ge- schädigt haben würden. Aus denselben Gründen hat man sich auch einstweilen mit der Fahrkarten- und Quittungsstempel- steuer nicht befreunden können. Für das Ausscheiden dieser Steuern muß aber eine anderweitige Deckung geschaffen werden. Zwar erhoben sich im Zentrum Stimmen, daß ein so hoher Steucrinehrertrag, wie ihn Herr von Stengel for- dere, gar nicht nötig sei; allein angesichts der Marinevorlage. der afrikanischen Kriegskosten und der ja jetzt energischer als je betriebenen Kolonialpolitik ist dieser Trost doch ein sehr unzuverlässiger. Man hat sich denn auch schleunigst auf die Steuersuche begeben und bereits die wunderlichsten Projekte präsentiert: eine Tantiemensteuer, eine Ansichtspostkarten- steuer(neuerdings hat man sogar die Beseitigung der 2 Pf.» Pastkarten im Lokalverkehr vorgeschlagen!) und eine Wehr- steuert Ganz abgesehen davon, daß diese Steuern zum Teil schon deshalb höchst fragwürdiger Natur sind, weil sie wahrschein- lich überhaupt keinen Ertrag abwerfen werden, ist ihnen vor allem dadurch das Urteil gesprochen, daß sie aus der Ab- ficht heraus geboren sind, die neuen Steuerlasten möglichst so zu gestalten, daß nicht der Besitz, sondern die große Masse des Volkes dadurch getroffen wird. Betrachten wir zum Beispiel die einzige dieser Steuern, deren finanzielles Ergebnis überhaupt in Frage kommen kann, die Wehrsteuer. Man ist ja eifrig beinüht, ihr das von vornherein anhaftende Odium besonderer Ungerechtigkeit dadurch zu nehmen, daß inan beteuert, sie solle keine Krüppelsteuer fein, da die mit wirklichen Gebrechen behafteten von der Steuerleistung aus- genommen sein sollten. Aber selbst wenn man diese Ver- fprechungeu halten würde-- ertragreich könnte die Wehr- steuer doch nur dann sein, wenn mau die große Masse der D i e n st u n t a u g l i ch e n zur Steuer heranzöge. Diese große Masse aber besteht aus Nichtbesitzenden, aus Proletariern, die ohnehin unter einer unerhörten Be- lastung durch indirekte Steuern zu leiden haben. Diesen Pro- letariern soll also zu diesen Lasten auch noch eine neue in Gestalt der Wehrsteuer aufgebürdet werden! Denn man wird in Wirklichkeit nicht daran denken, alle proletarischen Ein- kommen von der Wehrsteuer auszuschließen. Die dem Reichs- tag im Jahre 1881 vorgelegte Wehrsteuervorlage sah denn auch vor, daß Personen mit w e n i g e r als tausend Mark Ein- kommen eine 12 Jahre lang zu leistende Iah res st euer von vier Mark zahlen sollten; für höhere Einkommen sollte dann ein progressiv wachsender Zuschlag gezahlt wer- den. Die Wehrsteuer würde also auch das Proletariat wiederum schwer belasten. Mit dieser direkten Steuer- belastung wäre aber die neue Steuerschröpfung noch lange nicht zu Ende, denn zweifellos wird man schließlich doch wieder zu neuen indirekten Steuern, zur Bier-, Tabaksteuer usw. seine Zuflucht nehmen. Das vorläufige Sperren der ausschlaggebenden Parteien gegen diese indirekten Steuern wird also schließlich nur den Effekt haben, dem Proletariat zu den indirekten Steuern auch noch eine neue direkte Steuer, die Wehrsteuer, zu bescheren. Und diese empörende Steuerpolitik hat, wie betont, nur den einen Grund, daß die besitzende Klasse sich selbst vom Steuerzahlen möglichst drücken will. Wollte unsere Bourgeoisie ihren so aufringlich be- tcuerten Patriotismus in die Tat umsetzen, so brauchte sie nur nach dem Vorbild des Auslandes eine halbwegs ernsthafte Reichserbschafts- und Rcichsvermöaenssteuer einzuführen, um auf alle sonstigen Steuern verzichten zu können. Aber daran denkt natürlich unsere deutsche Kapitalistenklasse nicht. Es ist nichts als ein dreistes demagogisches Manöver, wenn jetzt die Zentrumspresse mit dem Erbschaftssteuerprojekt ihres Fraktionsniitgliedcs Z c h n h o f f hausieren geht. Stach diesem Vorschlag sollte die Erbschaftssteuer einen Ertrag von 120 Millionen Mark abwerfen. Das würde also pro Kopf der Bevölkerung eine Erbschaftssteuer von 2 Mark ausmachen. Da in England eine Erbschaftssteuer von pro Kopf niehr als 9 Mark erhoben wird, wäre also der Zehnhoffsche Vorschlag nur ein recht bescheidener. Aber nicht einmal das Zentrum selbst steht in Wirklichkeit hinter diesem Antrag. Nachdem kürzlich schon die„Germania" das Projekt des Herrn Zehnhoff zienilich unwirsch behandelt hatte, erklärt heute die „Kölnische Volkszeitung", daß man„bezüglich der Einzelheiten sehr verschiedener Meinung sein" könne. Aller- dings liege dem Antrag ein„richtiger Gedanke" zugrunde, weSbalb er griindlich geprüft werden müsse. Die Zentrums- fraktion werde ibn auch„zwciffellos in der eingehendsten Weise beraten". Aus diesen Beratungen wird der Antrag ebenso zweifellos arg verstümmelt hervorgehen, und der ver- ftümmelte Kern wird dann von den übrigen Parteien aber- I mals verstümmelt werden, so daß schließlich so gut wie nichts i übrig bleibt! Wenn die Parteien, die sich jetzt täglich vergeblich von der Mitschuld der Steuerausplünderung der nichtbesitzenden Klassen rein zu waschen versuchen, in erster Linie also das Zentrum und die f r e i s i n n i g e n P a r t e i e n, wirklich ernsthaft bestrebt wären, dem arbeitenden Volke die iinmer riesiger anschwellenden Lasten zu ersparen, so hätten sie es gar nicht erst zu dem jetzigen Steuerdilemma kommen lassen dürfen. Sie hätten nur die törichte Kolonial- und W e l t p o l i t i k des neuen Kurses rechtzeitig zu bekämpfen brauchen, und Deutschland wäre in seine gegenwärtigen finanziellen Verlegenheiten gar nicht hineingeraten. Allein die chinesischen und afrikanischen Abenteuer des letzten Jahr- f ü n f t s haben dem Reiche eine runde Milliarde ge- kostet— tausend Millionen, die vollständig zwecklos ver- pulvert worden sind! Hätten Zentrum und Freisinn geinein- fam niit der Sozialdemokratie gegen die ostasiatische Aben- teuerpolitik protestiert, hätten sie durch rechtzeitiges Ein- greifen die afrikanischen Kriegsabenteuer verhindert, so wären diese Unsummen gespart worden und neue Steuern wären überhaupt überflüfsig. Hätte man trotzdem eine Reichs- erbschaftssteuer eingeführt, so hätten die indirekten Steuer- lasten erleichtert werden können. Aber speziell das Z e n- t r u m hat ja als Regierungspartei all diese törichten Aden- teuer mit fliegenden Fahnen mitgemacht! Und wenn jetzt auch Herr Erzberger und Herr Müller-Sagan noch so sehr gegen koloniale Skandalös« wettern und die 400 Millionen für Südwestafrika für vollständig nutzlos weg- geworfenes Geld erklären, so ziehen sie selbst heute nicht einmal die Konsequenzen aus ihrer Kritik, so verweigern sie nicht einmal heute die Kredite sür die Fortführung dieser verschwenderischen Abeuteuerpoli- tik! Im Gegenteil: Zentrum und Freisinn sind heute kolonialbegeistertcr und flottentollcr denn je zuvor! Die Folgen davon können für die Zukunft so wenig aus- bleiben, wie die Folgen der bisherigen Sünden ausgeblieben sind. Die Kolonialpolitik wird immer neue Opfer ver- fchlingen, und die Kosten dafür wird zur Hauptsache die arbeitende Klasse auszubringen haben! Dabei wächst der Reichtum der besitzenden Klassen rapid. Herr Rheinbaben wies darauf, hin, daß das„Vermögen" der nichtbesitzenden Klasse, nämlich die Sparkasseneinlagen, sich in 25 Jahren um 6 Milliarden vermehrt hätten. Wir haben seinerzeit auf Grund der amtlichen Zahlen nachgewiesen, daß der größte Teil dieser Einlagen gar nicht ans den Spar- groschen des Proletariates, sondern aus Ersparnissen der be- sitzenden Klassen besteht. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre: die Vermögen über 6000 Mark, d. h. die Vermögen der Bourgeoisie, haben sich nach der preußischen Vermögenssteuer- Statistik binnen 10 Jahren allein in Preußen uni nicht weniger als 16 Milliarden vermehrt! Gibt es einen fchlagenderen Beweis dafür, daß die Bourgeoisie mit Leichtig- keit durch direkte Steuern die Summen aufbringen könnte, die jetzt wiederum zur Hauptsache von der besitzlosen Klasse aufgebracht werden sollen? Selbst der konservative Professor Adolf Wagner kann nicht umhin, feinen Parteifreunden heftige Vorwürfe wegen ihrer Steuerdrückebergerei zu machen, wobei dieser Herr freilich auch die geplanten indirekten Steuern verteidigt. Unsere besitzende Klasse wird über die an sie gerichteten Ge- wiffensmahnungen gleichzeitig die Achseln zucken und um so eifriger am Zustandekommen der das Proletariat be- lastenden Steuern arbeiten. Für die murrende Arbeiterklasse hält sie dann als E x t r a g e s ch e n k noch allerhand Knebelgesetze bereit I— Die Revolution in Rußland. Wirderaufflammen der Unruhen. Aus Moskau wird dem„Tag" gemeldet: Auf der sibirischen Eisenbahn sind abermals Unruhen aus- gebrochen, welche immer größere Dimensionen an- nehmen. In Jrkutsk meutert daö Militär und droht mit bewaffnetem Aufstand. Die telcgraphische Verbindung mit Wladiwostok ist unterbrochen. Auch im Kaukasus breitet die Revolution sich aus. Täglich kommt es zu scharfen Kämpfen zwischen Militär und Aufständischen. Besonders in Kutais soll die Lage sehr ernst sein. Waffen neuester Konstruktion werden für die Revolutionäre aus dem Auslande ein- geschmuggelt.— Um in den Gefängnissen Platz für neue Verhaftete zu schaffen, werden aus Moskau täglich Partien politischer Arrestanten nach den entferntesten Kreisen der Gouvernements Archangelsk. Ufa und Tobolsk verschickt, darunter Leute, in deren Handlungen der Untersuchungsrichter nichts Straffälliges entdecken konnte oder die während ihrer Haft nicht ein einziges Mal verhört wurden i «.» Auch die Tätigkeit der konstitutionellen demokratischen Partei wird systematisch lahm gelegt. Aus Libau ist der Rechtsanwalt Landberg wegen Verbreitung der Ideen der Partei ausgewiesen worden. In Naiwa ist am Sonntag ein Referat des Redakteurs der „Pravo" vom Gouverneur telcgraphisch verboten worden. In Jamburg ist auf allen Aufrufen der Partei der Untertitel„Partei der Volks- freiheit" vom Polizeichef gestrichen worden und schließlich der Druck des Aufrufs ebenfalls telcgraphisch inhibiert ivorden. In Edar wurde eine Versammlung in Sachen der Wahltaktik verboten und mehrere Mitglieder der Partei wegen der Propaganda ihres Pro- gramms unter den Bauern verhaftet. Selbst in Petersburg lverden die Versainmlungen der Partei manchmal auf Verfügung des Stadthauptmanns nicht zugelassen, lote das am 1. Februar der Fall war, obgleich die Versammlung gemäß dem Gesetze vom 12. Dezember eine geschlossene und durch nameiüliche Einladungen einbernfen war. Die Polizei ergänzt die Forderung des betreffenden Paragraphen jedoch eigen- mächtig noch durch den Punkt„in Privattvohnungen". Die Ver- fügung soll eingeklagt werden— die Tätigkeit der rechtsstehenden Parteien wird dagegen keineswegs behindert. In den vom Reichsrat approbierten neuen Regeln toerde indessen eine schriftliche Anzeige bei der Polizei„nicht später als drei- mal 24 Stunden vor der Versammlung. falls Ort und Zeit derselben aber zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden soll, nicht später als dreimal 24 Stunden vor einer solchen Bekanntniachung" verlangt. Nur durch völlige Unkenntnis des öffentlichen Lebens, schreibt der„Rufst Wedomosk", lasse sich eine so unfinnige Forderung erklären, die darauf hinausläuft, daß die Veranstalter einer Versammlung 4— S Tage vor der Publikation in den Zeitungen von der Versammlung den Behörden Mitteilung macheu sollen. Wer auch nur eine blasse Ahnung von dem politischen Leben in konstitutionellen Staaten habe, werde begreifen, daß man nicht fünf Tage vorher eine Versammlung anzeigen kann, die den Zweck haben soll, das Verhältnis der Wühler zu einem Befchluß des Parlaments auszudrücken oder den politischen Gegnenl eine öffentliche Antwort zu geben. Noch schwieriger sei es, die Frist anzugeben, wo es sich um professionelle Versammlungen handele, z. B. anläßlich emeS auS- gebrochenen Streiks oder eines drohende» Konfliltcs dieser Art. Ein Auf- enthalt in solchen Fällen kann nicht beruhigen, sondern die Erregung nur verstärken, die Ordnung bedrohen und zu Massenansammlungen auf offener Straße führen, wo ein besänftigendes Wort keinen Einfluß haben kann. Eins von beiden: entweder ist die VersammlnngS- freiheit eine Notwendigkeit— dann liegt kein Grund vor, sie i» neue Fcsielii zu ichlagen— oder aber sie ist schädlich, dann muß man den Mut haben, sie abzuleugnen, das ist besser, als falsche Vorstellmigen über eine angebliche Verwirklichung der Freiheit zu erregen._ politische Ucbcrficht. Berlin, den 23. Februar. Kein Zollkrieg. Der Lederbaron und Agrarier Frhr. Hehl zu Herrnsheim holte sich in der heutigen Reichstags sitzung eine böse Niederlage. Sein eigener Fraktionsgenosfe S e m l e r, nach ihm G o t h e i n von der Freisinnigen Vereinigung und Genosse B e r n st e i n legten ihm eindringlich dar, daß er seinen eigenen schon gestern gestellten Antrag nicht verstanden habe. Außerdem spielte die Frage, ob der preußische Handels- vertrag von 1828 aufgehoben sei, eine erhebliche Rolle. Gothein vertrat mit Entschiedenheit die Ansicht, daß er fort- besteht. Der Staatssekretär drückte sich etwas vorsichtig dahin aus, daß Amerika sein Fortbestehen annehme. Danach ist die Gefahr eines Zollkrieges erheblich abgeschwächt. Graf Kunitz beeilte sich denn auch, die Aufhebung jenes Vertrages durch konkludente Handlungen zu erweisen. Der Versuch mißlang. Das Handelsprovisorium mit Amerika wurde dann in dritter Lesung angenommen. Hierauf fuhr das HauS in der Beratung des Etats zum R e i ch s j u st i z a m t fort. Zunächst charakterisierte Ge- uossc Kunert an einer Reihe von Straffällen— unter welchen er besonders die Prozesse gegen die Wahlrechts- demonstranten in Dresden hervorhob— die Justiz des Deutschen Reiches als eine ausgeprägte Klassenjustiz. Die scharfe Kritik brachte Kunert zwei Ordnungsrufe ein. Auch die Abgeordneten B r u h n und Ablaß trugen eine Reihe von Beschwerden vor, besonders der letztere wendete sich gegen richterliche Uebergriffe, die speziell durch Anwendung des Zengniszwanges auf politischem Gebiet den Geist der Gesetze durchbrechen und eine Praxis einführen, gegen die der schärfste Protest eingelegt werden müsse. Der Abgeordnete Ablaß hat zu diesem Etat eine Rcsolu- tion eingebracht, die den Reichskanzler ersucht, bei der Reform der Strafprozeßordnung dafür zu sorgen, daß die Zuständigkeit der Schwurgerichte in Preß- fachen auf das ganzeReich ausgedehnt werde. Gegen diese Forderung fuhr der Staatssekretär N i e b e r d i n g das schwere Geschütz auf, daß die ganze Strafprozeßreform scheitern würde, wenn diese Forderung vom Hause beschlossen werden sollte. Der Abg. Gröber begründete dann die Resolutionen des Zentrums auf Ver- billigung des Wechselprotestvcrfahrens und auf Entschädigimg der Gcschworcnenen und Schöffen. Als es im Vorjahre möglich war, diesen Antrag zum Gesetz zu erheben, stimmte ihn das Zentrum nieder: eine Resolution sieht hübsch aus. nützt aber nichts! Sonnabend erfolgt Fortsetzung der Beratung des Justiz- etats.—_ Abgeordnetenhans. Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Freitag den Entwurf zu einem Kreis- und Provinzialabgabengesetz in dritter Lesung an und setzte darauf die Etatsberatüng fort Die im Etat des Finanzministeriums stehenden Korruptionsfonds wurden bewilligt, ebenso die Etats- Überschreitungen in Höhe von mehr als 8/4 Millionen für den Umbau des Berliner Schauspielhauses. Sonst finden sich weder im Etat bemerkenswerte Positionen, noch ist aus der Debatte irgend etwas Bemerkenswertes zu erwähnen. Ani Sonnabend beginnt die Beratung des Kultusetas.— Die Auflösung des ungarischen Reichstages. Nus Wien wird uns vom 22. Februar geschrieben: . So ungewöhnlich die Form der Auflösung des ungarischen Reichstages war, so ungewöhnlich sind ihre Wirkungen: Sic bleiben nämlich völlig aus l WaS das bedeutet, kann nur der ermessen, der das heißblütige Magyarenvolk und insbesondere die so leicht erreg- bare Hauptstadt kennt, die sonst bei dem geringsten Konflikte mit „Wien" sos rt in Bewegung geriet. Nun ist aber die Hauptstadt still und stumm, das ganze Land absolut ruhig: sehr einleuchtende Beweise, Ivie lose der Zusammenhang der parlamentarischen Mehrheit mit den Volksmassen ist. Aber auch die koalierten Helden sind ruhig; die einzige„Demonstration", zu der sie sich nach ihrer Vertreibung aus dein Abgeordnetcnhause aufgeschwungen haben, war eine Messe, in der zur heiligen Jungfrau gebetet lvurde, sie möge die Freiheit Ungarns iir� ihre Hut nehmen I! Den Scherz mit der„nächsten Sitzung", die vor der Flucht bekanntlich für Mittivoch anberaumt war, haben die Herreu ausgegeben: von den„Protestversniuin- lungcir", die im ganzen Lande an diesem Sonntag abgehallen werden sollten, ist es gleichfalls stille geworden. Die„Revolution" wird also wie bisher weiter mit Paragraphen und Schriftsätzen ge- führt werden. Dabei ist die Auflösung in einer Weise vorgenommen worden, die nur begriffen werden kann, wenn man annimmt, daß am Hose schlechthin die Absicht der Provokation gewallet hat. Die Auflösung ist nach der gesetzlichen Seite allerdings unanfechtbar; das Recht der ungarischen Krone, den Reichstag aufzulösen, ist in der Ver- fasiung durch nichts beschränkt. Die Krone ist nur verpflichtet, binnen einein bestimmten Zeiträume die Neuwahlen vornehmen zu lassen und den neuen Reichstag längstens drei Monate nach der Anflösui.g zu versammeln. Da es so gut lvie ausgeschlossen war, daß der Reichstag der Auflösung Widerstand leisten werde, iväre es 100hl möglich gewesen, die Auflösung in der üblichen konstitutionellen Form: mittels eines königlichen Reskripts an den Reichstag, das der ver- antwortliche Miniflerpräsideut überbringt, zu vollziehen. Stau dessen ist bekanntlich ein„königlicher Kommissar mit unbeschränkter Macht" sdcr Generalmajor und frühere Honvedminiiter Nyiri) er- uaunt worden, der den beiden Häusern die Auflösnngsbotschaft mit eiuem ungemein aufreizenden Schreiben zuschirfte: Er werde„in dem nicht erwarteten Falle, daß seiner Anordnung nicht in ihrem ganzen Umfange Folge' geleistet werden sollte und das Ab- gcordnetenhaus nach der Verlesung des Auflösungsreskriptes sich nicht auflösen würde, von der Vollmacht, die ihm seine Bestallung einräumt, Gebrauch machen". Noch drastischer war der Ton des Reskriptes, da» den„königlichen Kommissar" ernenn t. Ganz im Stile der Konterrevolution hieß es darin: „Daher wir Euch kraft unserer königlichen Gewalt ans- austragen und befehlen, daß Jbr olle Anordnungen des durch uns ernannten königlichen Kommissars zu erfüllen, ihnen zu gehorchen und unserem königlichen Befehl zu huldigen habet, bei der die Zuwiderhandeluden treffenden gesetzlichen Ahndung dies als Eure gesetzliche und Unter- taue»Pflicht erkennen und nicht anders verfahren sollet." Diese königlichen Konnnissare sind allerdings ein Bestandteil der uralten Verfassung, aber das moderne geschriebene Recht kennt sie nicht, kennt nur das verantwortliche Ministerium. Die zweifel- hafte Gesetzlichkeit jener Anordnung wurde nun von der Koalition und advokatorischer Schlauheit ausgenützt: Der Vizepräsident er« klärte, daß er die ihm von zwei Offizieren überbrachten Schreiben ldie Reskripte, lvelche die Ernennung des„Kommissars" und die Auflösung enthielten) nicht annehmen könne und sie den Absendern uneröffnet zurückstellen werde. Etwas BesoudercS war der Einfall nicht, aber daß dann, nachdem der Vorsitzende die„Sitzung" geschloffen hatte(und die„nächste"' auf „übermorgen" anberaumte), in den Sitzungssaal Polizei ein- drang, in die ConloirS Honvedtruppen einmarschierten und ein Honvedoberst unter militärischer Bedeckung die Präsidentenestrade bestieg und das Auslösuugsreskript„verlas", das war doch nicht mehr als eine rohe Herausforderung und zwecklose Brutalität. Zwar zwecklos vielleicht doch nicht z vielleicht sollte gerade dem UN« geberdigen Reichstag gezeigt werde», daß seine Deklamationen, Protcstationen und Petitionen wenig bedeuten gegenüber der sehr realen militärischen Macht. Man wollte von Wien aus zeigen, daß die Krone in Ungarn doch noch eine sehr bedeutsame Macht ist. indem sie über die Armee verfügt— eine sehr gehässige Beweis- führung, die aber— nach den bisherigen Wirkungen zu schließen— ihren Effekt nicht verfehlt hat. Die Frage ist natürlich: Was weiter? Der Weg der Gesetz- lichkeit würde vorschreiben, daß binnen drei Monaten der neue Reichstag einberufen wird. Es ist nicht gerade sicher, daß dies ge- schicht. Vielmehr macht es den Eindruck, als ob die Krone die „Wicdereroberung" Ungarns ernstlich unternehmen wollte, wozu natürlich vor allem gehört, daß ihre Regierung die Verwaltung in die Hand bekommt. Zu dem Zwecke sind in die renitenten Komitate„königliche Kommissare" geschickt worden, zu dem Zwecke wird die autonome Verwaltung der Hauptstadt miter die Kuratel des bisherigen Oberstadthanptmannes (PolizeidirektorS) gefetzt, zu dem-zwecke wird mit einem Worte alles getan, was eben noch mit dem Wortlaute der Verfassung verträglich zu sein scheint. Von da bis zu einem offenen Absolutismus, der die Neuwahlen unterläßt und Steuern und Soldaten ohne parla- mentarische Bewilligung aushebt, ist nur ein Schritt— wenngleich ein großer! Zustimmung kann diese Wirtschaft, wenn sie auch im Wesen die Notivehr der Krone darstellt, nicht finden, obwohl immer- hin gesagt werden muß, daß das volksfeindliche und kindische Treiben der Koalition alles andere denn Anerkennung verdient. Mitgefühl läßt sich selbstverschuldetem Unglück schwer entgegen- bringen.— DcutlcKe» Reich. Lasset uns den Leib begraben! Herr von Gerlach hat im„Tag" einen Artikel geschrieben über die„Einigungs"-Verhandlungen auf dem Parteitage der Frei- sinnigen Vereinigung am letzten Sonnabend. Dieser himmelhoch janchzende Erguß des sehr optimistisch veranlagten Herrn v. Gerlach enthält u. a. folgenden Passus: „Wer dem Parteitag der Freisinnigen Vereinigung am 17. und 18. Februar, dem zweiten seit der Fusion, beigewohnt hat, wird den Eindruck nach Hause genommen haben, daß die Ver- bindung der beiden Elemente zu einer A m a l g a- m i e r u n g geführt hat. Man hat es jetzt mit einer Masse zu tun, nicht bloß programmatisch, sondern vor allem auch st i m m u n g s m ä ß i g. Kaum einer Rede konnte man es an- hören, ob man es mit einem früheren Nationalsozialen oder einem alten freisümigcn Vereinler zu tun hatte. Alles war sozial. liberal, entschieden liberal. Ein einziger Eigen- br ö t l e r, der sich in den Gang der Dinge nicht zu finden ge- wüßt hat, kam zu Worte. Sonst war die gesamte berufene Vertretung der Partei so einheitlich, wie'das kaum in einer anderen Partei zu finden sein dürfte. Was in der Presse gelegentlich von Differenzen innerhalb der Freisinnigen Vereinigung verlautet, ist auf ganz vereinzelte diffentie- rende Elemente zurückznführe»." Tie„Frei Deutsche Presse" hatte leichtes Spiel, wollte sie diese Gerkachschen Phantasien zerpflücken. Die Art und Weise aber. wie daS.,Freisiniis"-Blatt die Polemik gegen ihren„sozialliberalen" Widersacher führt, reißt das letzte Feigenblatt von der„freisinnig. volksparteilicheil" Scham herunter. Der Erguß des verärgerten Richter-Müller-Sagan-Blattes ist wert festgenagelt und a' ahrt zu werden als Sterbeurkunde des unselig entschlafenen.ralis- mus" dieser Richtung. Man lese und staune: .... Was nun den Eigenbrötler betrifft, so ist auch darüber die Tarstellung des nationalsozialen Abgeordncw.c unrichi'g. Herr von Gerlach meint damit das Mitglied der Hamburger Bürgerschaft Dr. Goldfeld, der auf dem Telegiertentag des Wahlvereins der Liberalen die Hamburger Wahlreform in Schutz zu nehmen suchte. Dr. Goldfeld konnte darauf hinweisen, daß er mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Einführung des Reichswahlrechts in die Einzeliiaaten in der Freisinnigen Vereinigung durchaus nicht allein dastehe. Für die Lübecker Wablreform sei u. a. der frühere langjährige Reichsiagskollege des Abg. Dr Barth Dr. Görtz eingetreten, ebenso Herr Stiller, der gleichfalls Kan- didat für den Reichstag von Lübeck gewesen ist. Zu den Herren der Hamburger Bürgerschaft, die für das Zweiklassenwahlrecht gestimmt haben, gehörte ein Mann wie Riege, der für die Freisinnige Vcrcinigu ig zum Reichstag kandidiert hat, wie Heinrich Pfe.iffer. der langjährige Vorsitzende des Liberalen Vereins Hamburg für die Freisinnige Vereinigung als Reichstags- kau didat aufgestellt ivar.— Unter diesen Umständen von einem „Eigenbrötler" zu reden, ist etwas sehr kühn und kann auch nur einem Manne wie Gerlach passieren..... Das ist wahrhaftig der Gipfel! Während andere Menschen Fehltritte ihrer näheren und ferneren Anverwandten mit dem Mantel der Liebe zu verdecken pflege», wird bier mit einer beispicl- los zynischen Brutalität die eigene Farnnienschande in höhnischem Triumphe aufgedeckt. Es ist wahrhaftig weit gekommen mit diesem—„Freisinn". Tie Sterbeurkunde ist da, bald werden die Totenglocken läuten.— Scherl kauft alles— also überschreibt die„Staatsbürger-Zeitung" eine Jercmiade da. über, daß Angnstns Scherl es sich leisten kann, Namen von Klang. Ver- traneiisbrüche, alles— alles zu kaufen, während das Antisemiten- Blättlein sich mit dem Abhub begnügen muß. Vor allen Dingen ist die„Swatsbürger-Zeitung" wütend darüber, daß Scherl sich sogar intime Nachrichten aus der Uu.ebung Wilhelms II. zu kaufen versteht. Nun ist es dieser Tage wieder passiert, daß August Scherl imstande ivar. näheres über die Konferenz beim Reichs- kanzler zu berichten. der eine Anzahl parlamentarischer Führer nach der Wilhelmstraße gelade» hm.e und— vertraulich mit ihnen über das Handelsprovisorinm mit Amerika konferierte! Natürlich nintz Scherl sich einen dieser Parlamentarier gekauft haben; den» sonst konnte er unmöglich über die Konferenz informiert sein. „Dabei". so schreibt die durch ihre antisemitische Vornehmheit berühmte„Staatsbürger-Zeitung",„dabei ist nicht etwa ein Sozialdemokrat darunter gewesen, der das„Briefefinden" und Ausplaudern als politischen Sport betreibt, sondern es waren lauter respektable bürgerliche Parteigrößen. Uebrigeus haben die sozialdemo- kratischen Abgeordneten, wenn beispielsweise in der Budget- kommission vertrauliche militärische Mitteilungen gemacht wurden, das Schweigegebot bisher stets respelricrt. Es gehört die ganze unmoralische Skrupellosigkeit des Systems Scherl dazu, um die linanständigkeit der Indiskretionen planmäßig zu züchten. Mit ivclchem Rechte will man dann irgend einem fanati- sienen Genossen Vorwürfe machen, wenn er gestohlene Akten ver- öffentlicht? Der verstorbene Minister Freiherr v. Hammerstein war so naiv, sich einreden zu lasse», die Scherl-Presse sei ei» Hemmschuh für die Eniwickelung der Sozialdemokratie in der Reichshauptstadt. In Wahrheit ebnet sie ihr nur den Weg. Beide leben vom Materialismiis." Man kann der„Staatsbürger-Zeitimg" ihren edlen Konkurrenz- zorn nachfühlen. Vielleicht entdeckt sie eines Tages noch, daß Scherl selber Sozialdemokrat ist oder gar, daß er eigentlich nicht August Scherl, sonder» Abraham Scherlsohn heißt. Eins sei zum Schlüsse noch gesagt: Die„Staatsbürger-Zeittmg" handelt zum mindeste» nnvorsichtig, wenn sie sich gerade darüber mokiert, daß Scherlchen alles kauft. Hat sie selber sich doch eben erst von der„G. m. b. H. Das Reich" kaufen lassen! Wer bürgt dafür, daß eines schönen Tages nicht August Scherl die„Staatsbürger- Zeitung" kauft!? Allznlveit ist'S ja nichl von der Zinnner- nach der Johnimiterstraße, Und im übrigen kann sich August Scherl nichl nur Parlanientarier, sondern auch— Equipagen und Auto- mobile kaufen.—_ Frisch, gesund und— Bodelschwingh. Am Montag hielt der Berliner Asylverein für Obdachlose seine Generalversammlung ab, in der zu erscheinen und zu reden auch Herr Pastor von Bodelschwingh sich nicht entbrechen konnte. Er vertrat wieder seinen alten Standpunkt: man dürfe Arbeitsfähigen ohne Gegenleistung keine Uiiterstiitzinig, nicht einmal ein Nacht- quartier gewähren! Von diesem Grundsatze ausgehend, machte der alte Knabe dein Asylverein Vorwürfe, weil er durch seine„im- angebrachte Barmherzigkeit" in seinen Räumen Verbrechern und Ar- beilsscheuen'litterkuuft gewähre. Dann kam die berühmte alte Melodei: Rund um Berlin gebe es wohl an 100 000 Morgen Land. das noch urbar zu macheu ist, und von den ihm für seine Kolonien überlassenen Waldungen würde er freudig dem Verein 25 000 Morgen überlassen, um seine Asylisten an Arbeit zu gewöhnen usiv. usw. Genosse Singer versuchte, den greisen Pastor darüber zu be- lehren, daß Wanderkolonieu und städtische Obdachlosenasyle nicht mit demselben Matze gemessen werden können. Vergebene Mühe! Der gute Pastor wird auf seine alten Tage ivohl nicht mehr ver- stehen' lernen, daß Leute, denen die vom Kapitalismus erzeugten Krisen lauge Perioden unfreiwilliger Arbeitslosigkeit aufgezwungen, denen das Gefängnis, das Korrekttons-, das Arbeits-, das Zuchthaus des modernen Kapitalistenslaates die Liebe zur und das Verständnis für Arbeit mit Gewalt ausgetrieben haben, daß solche Leute nicht von heute auf morgen vom„Segen der Arbeit" überzeugt werden lömieu. Der alte Bodelschwingh tut einem in der Seele leid. Er ist ein paar Jahrzehnte zu früh auf die Welt gekommen.— Die Aushimgerungspolitit der„Maßgebenden". In den schleswig-holsteinischen Marschen, die sich in einer einzigen gewaltigen Weidesiäche über ganz Nordfriesland, Norder- ditbmarschen nnd die Halbinsel Eidelstedt erstrecke», besitzt bekanntlich Nord- nnd Westdeutschland eine seiner hanptiächlichstcn Prodnktivns- stätten für Schlachtvieh. Die Gräier, die Besitzer nnd Pächter dieser ungeheuren Viehweiden, beziehen schon seit langen Jahren ihr Roh- Material, das Magerdieh, das sie den Sommer über zu den berühmten schleswig-holsteinischen Marschochsen herausfüttern, aus Jütland. Als nun die Grenzen für die Einfuhr lebenden Viehes gesperrt wurden, wurde an der dänischen Grenze für dieses jütiiche Magervieh, das sich ganz besonders gm zur Aukznchl eignet, die A. lahmebestiminung getroffen, daß ein bestimmtes Kontingent, über nie..ere Jahre verteilt, noch eingeführt werden durfle, und zwar allein über die Landesquarantäneanstalt Hviddina, Im Jahre 1S05 ivar dieses Kontingent erschöpft und die Quarantäne Hvidding wurde ge- schloffen. Immerhin rechnete man in Gräserkreisen, wie nnS ans Schleswig-Holstein geschrieben wird, mit Bestimmtheit darauf, daß mit dem Inkrafttreten des neuen Zolltarifs am 1. März dieses Jahres oder doch in absehbarer Zeit danach die Einfuhr des jütischen Magerviehes wieder gestattet werden würde, denn durch den all- gemeinen Tarif sind doch solche Spezialschikanen, wie diese Sperre, überflüssig geworden und das deutsche Vieh ist von diesem Zeitpunkt an mehr als genügend gegen die ausländische Konkurrenz gescyützt, Wie nun bürgerliche Biälter der Provinz zu melden wissen, ist nach „Informationen an maßgebender Stelle" an eine Wieder- zulqssmig der Einfuhr in absehbarer Zeit nicht zu denken. Der Einfluß derjenigen landwirtschaftlichen Kreise, auf deren Vorstellniigen hin seinerzeit das Einfuhrverbot erlassen worden, sei in den landwirtschaftlichen Körperschaften und bei der Regierung immer noch zu groß, als daß eine Revision der geltenden Anschannngen von dieser Seite erwartet werden könne. Als Haupt- argument für die Sperrpolitik werde neben der Behauptung, daß das Inland bereits ein den Anforderungen der Weidewirtschaft ge- nügendes Quantum von Magervieh produziere, der Schaden ins Feld geführt, der den einheimischen Magerviehzüchtern durch die billigeren Produktionskosten und demgemäß niedrigeren Preise des dänischen Magerviehs erwachsen würde. Die einheimische Land- Wirtschaft aber bedürfe des Schutzes umsomehr, als sich viele Landwirte bereits unter bedeutenden finanziellen Aufwendungen auf eine forcierte Aufzucht von Magervieh geworfen hätten usw. usw. Also mit dem jütischen Magervieh ists vorbei. Die Gräser aber fangen bereits an, die Folgen dieser Politik empfindlich zu spüren. Die schleswig- holsteinischen Viehzüchter, auf die sie jetzt angewiesen sind, fordern in diesem Frühjahr Preise, wie sie gleich hoch bis jetzt noch nicht dagewesen sind. Viele Großbauern ans der Geest halten sogar das Vieh zurück, um später noch höhere Preise zu erzielen. Natürlich wird diese künstliche Erhöhung der Produktionskosten in den Preisen des Schlachtviehs zur gegebenen Zeit entsprechend zum Ausdruck kommen und die prcissteigernde Wirkung des Zolltarifs noch ver- stärken. Wie dann die breiten Massen der arbeilenden Bevölkerung zur höheren Ehre der einheimischen Agrarier ihren Fleischkonsum noch mehr einschränken können, verrät vielleicht in seiner nächsren Champagnerrede der Landwirtschaftsminister oder sein Gönner, der Kanzler.—_ Parlamentarische Selbsteinschätzung. Kaum ist die Entrüstung sächsisch-reaktionärer Blätter über die Kennzeichnung des sächsischen Parlamentarismus durch den„Vorwärts" verraucht, und schon ist wieder eine neue Probe von derselben Sorte sächsischer Jämmerlichkeit zu verzeich- neu. In der Mittwochsitzung der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages stand eine freisinnige Interpellation zur Beratung, die eine interessante Vorgeschichte hat. Ter freisinnige Abgeordnete Roch hatte sich in der Sitzung vom 30. Januar d. I. über die unzweckmäßige Art der Schnee- beseitigung in mehreren Städten des Erzgebirges durch die staat- liche Straßcnbauverwaltung beschwert und unter scharfen Be- Merklingen gegen die Behörden nachgewiesen, daß die beliebte Anhäufung von Schnee in den Straßen sowohl vom feucrpolizei- lichen Standpunkte bedenklich wie gesundheitsschädlich und schließ- lich auch ekelhaft sei, da auf den bis zu vier Meter bohen Schnee- baufei, der Unrat abgelagert werde. Außerdem bemängelte er die Handhabung des Grenzvcrkchrs mit Nahrungsmitteln und die Steuerfreiheit ausländischer Arbeiter in den Grcnzgemeindcn. Vorher hatte er über diese Fragen mit dem Amtshauptmann von Annabcrg, einem Herrn v. V i tz t u m, verhandelt, aber angeblich keine genügende?lufklärung erhalten.' Dennoch war der Herr Amtshauptmann über die Kritik der oben angedeuteten Uebel- stände in seinem Machtbereiche so entrüstet, daß er den Abgeord- netcn Roch in einem Schreiben aufforderte, seine Behauptungen zurückzunehmen und ihm öffentlich Abbitte zu leisten. Eine solche Abbitte war bereits entworfen und Herr Roch sollte sie nur unterzeichnen, und zwar sollte das bis zu einem bestimmten Termin geschehen, anderenfalls weitere Maßnahmen erfolgen würden. Da der solcher Art wie ein Schüler. behandelte Volksvertreter nicht darauf reagierte, veröffentliche der AmtShauptmann im Namen der„königlichen Amtshauptmannschaft" einen offenen Brief gegen den Abgeordneten Roch, worin diesem unter anderem vorgeworfen wurde, im Landtage wider besseres Wissen gehandelt zu haben. Das freisinnige Frakliönchen antwortete darauf mit einer Interpellation an die Regierung, ob sie eine solche amtliche Kritik eines Abgeordneten durch einen königlichen Amtshauptmann billigen könnte. Die Antwort des Ministers v. M e tz s ch auf diese Jnterpclla- tion war ein richtiger Eiertanz: Im allgemeinen sei eine solche Kritik allerdings nicht zu billigen, in besonderen Fällen aber müsse man den Beamten daS Recht zugestehen, sich zu verteidigen gegen unberechtigte Angriffe. Die Hauptsache aber, ob eine solche Kritik eines einzelnen in Form eines amtlichen Erlasses erfolgen dürfe, überging der Minister mit Schweigen. Das Verhalten des Herrn v. M e tz s ch ist ja verständlich. Es war ja auch nicht seine Sache, die„Würde des hohen Hauses" und die Rechte der Zlbge- ordneten zu wahren. Das wäre Sache der Kammer selbst ge- wesen, wenn die Volksvertreter nicht zur Seiostentmannung kommen wollen. Nun, die freisinnigen Redner und Genosse G 0 l d st e i n ließen es an zutreffenden Worten gegen das von der Amtshauptmannschaft beliebte Verfahren auch nicht fehlen. Aber wie verhielten sich die Konservativen? Der Oberreaktionär Opitz und sein erster Helfer Dr. Kühlmorgen verteidigten geradezu unter Angriffen auf den Abg. Roch das anmaßende Vorgehen eines Amtshauptmanns gegen einen Abgeordneten, ob- wohl sie sich hätten sagen müssen, daß, wenn dieser Brauch um sich greifen würde, auch konservative Abgeordnete gelegentlich darunter zu leiden haben würden. Statt nur einen Versuch zu machen. das Recht auf Kritik an„Landesgebrechen", das den Abgeord- neten in der Verfassung garantiert ist, zu Ivahrcn, ergingen sie sich in juristischen Spitzfindigkeiten, um auf diese Weise selbst zu versuchen, de» Interpellanten das Recht streitig zu machen, loegen dieser Sache überhaupt eine Interpellation einzubringen. Par- lamentaricr, die ihre Befugnisse in so kurzsichtiger Weise preis- geben, ja, die noch versuchen, das eigene Jnterpellationsrecht zu beschneiden, dürfte man wohl außerhalb Sachsens vergebens suchen. Gewiß können sich auch Sendboten anderer Länder an reaktio- närer Gesinnung mit den sächiischen Konservativen messen, aber auf ihre koustitutionellen Rechte pochen sie doch eifersüchtig. Die Liebedienerei und der engherzige Parteihah der sächsischen Kon- servativcn gehen aber sogar soweit, ihre eigenen Befugnisse als Volksvertreter heimlich mit Füßen zu treten, kknd solche Herren beherrschen das Parlament eines Industriestaates, allerdings nur mit Hülfe der Volksentrechtung. Wer noch daran zweifelte, wird jetzt erkennen, daß es der Jämmerlichkeit des sächsischen Parla- mentarismus in erster Linie mit zuzuschreiben iit, daß Sachsen ein Polizeistaat per excelience wurde. Dem russischen Henker überliefert wurden von der K a t t 0 w i tz e r Polizei in vergangener Woche zwei russisch-polnische politische Flüchtlinge, namens PaSzta und und K u n t! Tieselben kamen in Begleitung eines Dritten namens Piecha mit der Eisenbahn von Sosnowice, der russisch-polnischen Grenzstation, auf dem Bahnhofe in Kattowitz an und wurden vom dort ausgestellten Gendarni nach ihrer Legitimation gefragt. Da nach Ansichl des Beamten die von den drei vorgezeigten Halbpässe nicht mit dem Aeußeren der Paßinhaber übereinstimm'.eir, übergab er die Fremden der Kattowitzer Polizei, die sie in Hast »ahm. Am Mittage des nächsten Tages wurden die Verhasteten aus dem Polizeigefliilgnis wieder entlassen, nachdem sie wegen lleberttetung der Paßvorschristen je drei Mark Sttafe gezahlt hatten. Während man aber einen, den preußischen Staatsangehörigen Piecha, ganz laufen ließ, wurden die bcidci» riissischc» Staatsanqchörigcn von einem Kattowitzer Kriuliiialbcamteil zinn Bahnhof geführt, mit dem nächsten Zuge nach Sosilvivicc geschafft und dort der russischen Greilzkammcr, d. h. den Kosaken(!) überliefert! Was dann mit den Unglücklichen geschah, weiß man nicht. Nach den Aenßerungen deS Dritten, der den bedauernswerten Kollegen nach Sosnowice folgte, ist aber ihr Schicksal besiegelt, da sie als gefährliche Revolutionäre gelten sollen. Das Vorgehen der Kattowitzer Polizei muß den empörten Protest jedes menschlich Fühlendem entflammen. Seit längerer ZeU find derartige AllSIieferilngen seitens der oberschlesischen Polizei nicht mehr erfolgt, man beschrtmlie sich vielmehr darauf, aufgegriffenen mittel- und legitimationSloscn russischen Flüchtlingen einen AnSwcg über Sczalowa(Gaiizien) zn ermöglichen. Seit kurzer Zeit ist das anders geworden, offenbar nicht aus eigenem Ermessen der Grenz- Polizeibehörden sondern auf höhere Weisung. Von aufjer- ordentlich scharfen Grenzkontrolluiaffregeln und sogar von völliger Aufhebung bisheriger Möglichkeit, die preußische Grenze von Rußland aus zu passieren, wird auch aus anderen oberschlesischen Grenzorten berichtet. So ist auf Anordnung des Land- rats von Lublinitz(Oberschlesien) am Grenzübergang Preußisch» Herby ein Gendarm postiert, der nur Inhaber von russischen Jahres- Pässen die Grenze nach Preußen passieren läßt, die Inhaber der bisher geltenden Halbpässe aber unbedingt zurückweist. Die leb- haften Proteste der durch diese Hemmung des ivichtigen Grenz- Verkehrs schwer geschädigten oberschlesischen Geschäftsleute sind bis- her ohne Wirkung geölieben, man bleibt dabei, russische Polizei- Praktiken in Preußen noch zu übertreffen. Ein solches Treiben, insbesondere aber die schmachvolle Auslieferung politischer Flücht- linge, die hier nichts weiter verbrochen, als die mit ein paar Mark Geldstrafe belegte Uebertreiung irgendeiner Polizeivcrordnung, fordert die allerentschiedenste Verurteilung sowohl durch die uuab- häugige Presse, wie im deutschen Reichstage heraus.— Zentrum und katholische Arbeiter. Wir haben bereits in frühere» Oerichten gezeigt, wie die Zentrumspartei in der sichersten ihrer Hochburgen, in Aachen, die Interessen seiner Arbeiteranhänger immerfort mü Füßen tritt. Obgleich das Zentrum im Raihause nahezu Zweidrittelmehrheit hat, lehnte mau die Anträge des christ- lichen GewerkschaftSkariells auf Herabsetzung des kommunalen Wahl- zensuS ab. Seit acht Jahren fordern die katholischen Arbeiter ferner, daß sie im Stadtverordiietenkollegium vertreten seien. Jetzt endlich hatte man ihnen zugesagt, daß sie einen Sitz in der drillen Wihlerklasse erhalt«! sollten. In der zweiten Klasse war ein Stadl- verordneter gestorben. Der Maschinenfabrikant Pappert sollte sein Mandat in der dritten Klasie niederlegen und in der zweiten Klasse gewählt werden. Das freigewordene Mandat dieser Klasse sollte dann ein christlicher Gewerlschasiler erhalten. Nun aber haben die zeiitrunilichen Geldprotzen der zweiten Klnsse aus ausgesprochener Gegnerschaft gegen eine katholische Arbeiterkandidatur den Maschinen- fabrikanten in der zweiten Klaffe durchfallen lassen und statt seiner einen anderen Ultramontanen gewählt. Niemand zweifelte daran. daß das Zentrum auS politischer Klugheit und trotzdem in der dritten Klasse den Arbeitervertreter aufstellen werde. Statt dessen aber beschloß der Wählerausschuß gegen nur zwei Stimmen, von der Arbeiterkandidalur Ab st and zu nehmen und den Maschinenfabrikanten erneut in der dritten Klasse zu wählen. Und was das allerbeste ist: eine von 300 Zentrumsleuten besuchte Versammlung beschloß gegen wenige Stimmen im nämlichen Sinne. Daurit haben die Arbeiteranhänger des Zentrums, soweit sie in der Versammlung erschienen waren, ihre Selbstentmaiuiung endgültig vollzogen. Die große Mehrzahl der katholischen Arbeiter allerdings war der Versammlung ferngeblieben: ein Teil ist infolge der klerikalen Erziehung und der berüchtigten Aachener Hungerlöhne völlig apathisch: ein immer mehr anwachsender Teil aber hat er- kannt, daß bei der Partei des Lebensinittelwuchers und des Arbeiterbetrugs für den Proletarier nichts zu hoffen ist. Auch im duulleu Aachen wächst die Erkenntnis von Tag zu Tag. daß die Sozialdemokratie die einzige Vertreterin der Arbeiterllaffe und des Volkswohles überhaupt ist. Revolver! Dolche! Revolution! Unter den Waffenhändlern und Fabrikanten von Rheinland und Westfalen macht sich eine lebhafte Protestbeweguirg gegen einen von dem Ober- Präsidenten geplanten Erlaß bemerkbar, der einem Verbot des Waffenhandels nahekommt und die Händler unter Polizeiaufsicht stellen will. Wie in einer in K ö l n ab- gehaltenen Versammlung von Interessenten mitgeteilt wurde, beabsichtigt die Regierung eine Verordnung zu erlassen, wonach der Verkauf von Waffen. wie Revolver. Jagdgewehre, Teschins, Flobertbüchsen, Dolche, ferner von Munition nur noch an solche Personen stattfinden darf, die einen von der Polizei ausgestellten Waffenschein haben. Ein solcher Schein soll an Personen unter 21 Jahren grundsätzlich nicht, im übrigen nur an Personen, die„zuverlässig" sind und ein Bedürfnis nachweisen, abgegeben werden. Die Händler sollen über alle Käufer ein genaues Verzeichnis führen. Daß diese Verordnung geplant sei, ist gleich nach dem 21. Januar, dem„roten Sonntag", bekannt geworden. In der Kölner Versammlung trat ein Waffcnhändler aus Bonn auf und erklärte, von einem höheren Beamten die Ursache der Maßnahme erfahren zu haben. Als der 21. Januar heranrückte, habe man alle Polizcibeamte mit Revolvern ausrüsten wollen, aber man sei nicht in der Lage gewesen, genügend Waffen zn erhalten, da keine ausreichenden Lager zur Verfügung standen und die Fabriken ihre Produktion bereits auf ein halbes Jahr versagt hatten. Es müsse der Regierung klar gemacht lvcrden, daß die Händler keine Waffen an Sozialdemokraten geliefert haben, sondern daß die Produktion meistens ins Ausland gehe.— Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an. die gegen den geplanten Erlaß Einspruch erhebt, weil er die Lebensinteresscn der Händler und der Waffenfabrikanten aufs ciupfindlichste schädigen werde. Es wurde eine Kommission eingesetzt, die mit allen Mitteln gegen den Plan angehen soll.— Der„verpumpte" Soldat. Wegen vier militärischer Vergehen wurde vor einiger Zeit der Wachtmeister Karl August Wilhelm Schocß von der 1. Batterie des Feldartillcrie-Regimcnts Nr. 24 in Güstrow kriegsgerichtlich zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Da nicht auf Degradation und nicht auf eine höhere Straf« erkannt worden sei, legte der Gerichts» Herr Berufung ein, mit der sich am Donnerstag das Obcrlricgs- gericht des 9. Armeekorps(Altona) beschäftigte. Die Angelegenheit entbehrt nicht nur des humoristischen Anstrichs, sondern sie zeigt auch, daß in unserem so viel gepriesenen und von vielen Leuten für Tabu erklärten Heereswesen mandfcs nicht mit rechten Dingen zu- geht. Sonst wäre es doch kaum möglich, daß der Wachtmeister einen Soldaten auf fünf Monate ins„Zivilleben" hätte schicken können, ohne daß die Vorgesetzten etwas davon merkten. Der Angeklagte ist von Beruf'Sattler und kannte den Satllcrnieister Bchnk in Güstrow, der ihn kurz vor Pfingsten 1905 aushüifsweise um Ueberlasiung eines Sattlers er- suchte. In der 1. Batterie diente ein Saltler R., der früher bei Behnk gearbeitet hatte. Tie„Aushülfezcit" dauerte fünf Monate, bis zur Entlassung des R., der dann bei Behnk als Zivilist in Arbeit trat. Während oieser ganzen Zeit wußte der Wachtmeister seine Vorgesetzten über den Verbleib des R. zu läuschen, der entweder auf Wache oder aus Urlaub oder sonstwo war. Auch ins Manöver brauchte dieses nützliche Mitglied unseres� Kriegshceres nicht zu ziehen. Da lief plötzlich ein anonymes Schreiben beim Batteriechef ein, in dem Andeutungen über die Tätigkeit des R., für den die Kom- petenzen nach wie vor gewährt wurden, enthalten waren. Der Batteriechef beruhigte sich, als fein Wachtmeister erklärte,„der Mann sei vom Regiment beurlaubt". Tann lies vom Güstrow er Ge- werlschaftskarrell ein Schreiben ein, in dem Beschwerde geführt wurde über die Verwendung des R. Diesen Brief legte de? Wachtmeister beiseite und der Zustand blieb der alte. Als die Sache aber dennoch ruchbar wurde und R. bereits seine Zeit„abgedient" hatte, ging der Wachtineifler zu R. und überreichte ihm die„zurück- behaltene" Löhnung in Höhe von 25,30 M. R. glaubte leinen An» spruch darauf zu haben, well er während der fraglichen Zeit außer Essen und Trinken pro Woche 8 M. von seinem Meister erhalten hatte. Die Straftaten des Wachtmeisters qualifizieren sich als Miß- brauch der Dienstgewalt, Belügen eines Vorgesetzten, Erstattung un- richtiger Meldungen und Unterschlagung. Der Angeklagte behauptete, den Mann ganz vergessen zu haben. Ter Berufung des Gerichisherrn wurde stattgegeben und der angeklagte Wachtmeister, der im 15. Jahre dient, nunmehr zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Antrag lautete auf sechs Monate Gefängnis und Degradation von der jedock Abstand ae- nomtnen wurde. HuoUncL Oesterreich. Das Wahlrecht naht. Die Regierung brachte gestern(23. Februar) 5 Gesetz- entwürfe ein betreffend die Parlamentsreform, und zwar Ge- setzentwürfe, wodurch die Grundgesetze für die Reichsvertre- tnng abgeändert werden; ferner einen Gesetzentwurf betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses nebst der Reichsratswahlordnung, sodann einen Gesetzentwurf be- treffend die strafrechtlicheil Bestimmungen zum Schutze der Wahlfreiheit und einen Gesetzentwurf betreffend die Er- gänzung des Paragraphen 16 der Grundgesetze über die Reichsvertretiing sowie einen Gesetzentwurf betreffend die Ab- änderung der Geschäftsordnung des Reichsrats. Die Ent- würfe enthalten im wesentlichen folgende Bestimmungen: Die Mitglieder des Herrenhauses können in das Abgeordnetenhaus gewählt werden. Für die Dauer dieses Mandats ruht die Mitgliedschaft im Herrenhaus. Die Zahl der Abgeordneten beträgt 155. Davon entfallen auf Böbmen 118, auf Dal- matien 11, auf Galizien 88, auf Oesterreich unter der Enz 55, Ober-Oesterreich 26, Salzburg 6. Steiermark 28, Kärnthen 16, Krain 11, Bukowina 11, Mähren 44, Schlesien 13, Tirol 21, Voralberg 4, Jstrien 5, Triest-Gradiska je 5. Das aktive Wahlrecht steht jedem Staatsbürger zu, der 24 Jahre alt ist und seit mindestens einem Jahre in einer österreichischen Gemeinde seinen Wohnsitz hat. Das passive Wahlrecht steht jedem zu, der seit mindestens drei Jahren österreichischer Staatsbürger ist und das 36. Jahr zurück- gelegt hat. Das voraussichtliche nationale Ergebnis der Reform stellt sich folgendermaßen dar: Deutsche künftig 265 (jetzt 265), Böhmen künftig 99(jetzt 87), Polen künftig 64 (jetzt 72), Ruthenen künftig 31(jetzt 16), Slovenen künftig 23(jetzt 15), Serbokroaten künftig 13(jetzt 12), Italiener künftig 16(jetzt 19), Rumänen künftig 4(jetzt 15). Somit gegen 265 Deutsche, 236 Slawen, 16 Italiener, 4 Rumänen. Die neue Reichsratswahlordnung soll mit der Auflösung des bestehenden Abgeordnetenhauses in Wirksamkeit treten. Die Wahlberechtigten in jedem Wahlbezirk bilden einen Wahl- körper, der einen Abgeordneten zu wählen hat: nur in den ländlichen Wahlbezirken Galiziens sollen je zwei Abgeordnete mit relativer Stimmenmehrheit derart gewählt werden, daß jeder Wähler nur für einen Abgeordneten seine Stimme ab- geben kann. Mähren ist nach dem Vorbild der Landtagswahl- ordnung in Wahlbezirke mit national getrennten Wahl- körpern eingeteilt. Die Einführung analoger Wahleinrich- tungen in anderen Ländern wird von der Einführung der nationalen Kataster bei den Landtagswahlen abhängig ge- macht werden. Es wurde versucht, die Wahlbezirke möglichst national einheitlich zu gestalten, außerdem wurde die Schaf- fung von städtischen und ländlichen Bezirken versucht. Jeder Wähler kann nur eine Stimme abgeben. Die Wahlpflicht ist in dem Entwurf nicht festgestellt., Das Wahlrecht ist in jener Gemeinde auszuüben, worin der Wahlberechtigte am Tage der Wahlausschreibung seit wenigstens einem Jahre wohnt. Der Gesetzentwurf betreffend die Geschäftsordnung bestimmt unter anderem, daß Ab- geordnete, welche grobe Ruhestörungen im Hause verüben oder das Haus oder den Präsidenten schwer beleidigen, auf längstens eine Woche aus dem Hause ausgeschlossen werden können. Außenstehende Personen können im Falle der Be- schuldigung einer strafbaren Handlung oder ehrenrührigen Behauptung über das Privat- und Familienleben beim Prä- sidenten schriftlich Beschwerde führen. Gleich nach Eröffnung der Sitzung hielt Ministerpräsident v. Gautsch eine lange Rede zu den Wahlreformvorlagen.— Die Alldeutschen störten den Referenten durch lärmende Zwischenrufe, die sie auf den Minister vom Anfang bis zum Ende seiner Rede herniederprasseln ließen.— Rustland. Neue Konstitutionswehen. Als die Billygrnsche Konstitution, das Neichsdumaprojekt vom 19. August, verkündet wurde, da herrschte unter den politischen Parteien Rußlands, deren eS dazumal im ganzen nur ändert- halb gab— wen»»ran alle sozialdemokralischen Organisationen der verschiedenen Nationalilöten als eine Partei betrachtet— so ziemlich die eine Meinung, daß dieses Prvjelt ein totgeborenes Kind ist. Die erste Konstitution ivar nicht lebenSsähig, konnte es nicht sein, weil die Bulyginsche Rcichsduma nicht einmal als eine Ständevertretung angesehen werden durfte. Man diskutierte und schrieb aber über das Bulyginsche Projekt viel mehr(auch in der russischen und ausländischen Arbeiterpresse), weil dieses Projekt eben der erste Schritt zn einer Konstitution überhaupt war. Mit der Anerkennung einer gewählten Vertretung hatte der Absolutismus als solcher eigentlich aufgehört zu existieren. Daher das allgemeine Interesse, welches diesem Projekt gezollt wurde. Worüber man damals so eifrig diskutierte, das war ja übrigens nicht das Projekt selbst als vielmehr die anderen Konzessionen, die die Regierung dem Volke machen mußte. Soviel Vertrauen besaß die russische Regierung noch vor vier Monate», daß man an- nehmen konnte, sie werde vor den Reichödumawahlen irgendwelche Preß-, Rede- und Versammlungsfreiheiten gewähren: den» ohne solche konnte sich niemand die Wahlen auch zur Bulyginschen Duma vorstellen. Nur im Zusammenhairge mit diesen Freiheiten wurde die Frage der Beteiligung resp. Ausnutzung der Wahlagitation (denn die Arbeiter köiuilen sich ja nach dem ersten Projekt über- Haupt an den Wahlen nicht beteiligen) von seilen der Arbeiterpartei diskutiert. Daß dem ersten Schritte noch weitere Schritte folgen müssen, da« sahen sogar die damals unter der allgemeinen Bezeichnung der„Liberalen" signriereiiden Semstwokongresse ein. Unter dem Drucke der Arbeiter, die ihnen mit dem ollgemeinem politischen Streik drohten, traten die Semstwoniänner ziemlich geschlössen noch für das allgemeine gleiche, geheime mrd direkte Wahlrecht ein. Eine Spaltung der Semstwoniänner war aber schon auf dem letzten Kongreffe zu Moskau am 6. November zu verzeichnen, als man gerade über die Frage des allgemeinen Wahlrechts und die Autonomie Polens debattierte. Allmählich bildeten sich nun unier den Liberalen Gruppierungen der verschiedensten Schatticrnngen. Nack den Forderungen der Ge- mäßigten und der Reaktionäre schnitt sich Witte dann sein zweites, e r iv e i t e e t e S Reich Sdllma Wahlgesetz zurccht. Dieses Gesetz wurde am 24. Dezember publiziert. Die Regierung hatte mit der Veröffentlichung deS Gesetzes ge- zögert, um dadurch den reaktionären Parteien, die sich nach dem ProvokationSmanifest vom 30. Oktober gebildet hatten, Zelt zur Organisierung zu lassen. Tie Gegenrevolution konnte au ch nur dann auf Erfolg rechnen, wenn sie unterstützt wurde von politisch organisierten Parteien. Sobald das Volk zur Verwirklichung der im Manifeste vom 30. Okt. angekllndigtelL Freiheiten übergegangen war und an den Privilegien der herrschenden Gewalten zu rütteln angefangen hatte, war eine ganze Menge neuer reaktionärer Parteien»nd Gruppen entstanden. Wir können selbst« verständlich weder sie hier alle aufzählen noch auf ihre Programme eingehen. Eine nannte sich„Vereinigung echt russischer Leute", eine andere„Die Partei der Recktsordnung" usw. Den größten Einfluß erlangte allmählich„der Verband des 17 /30. Oktobers", zu welckem sich augenblicklich auch die Herren Schippor, Gutsckkow, Heyden, v. Korf u. a. zählen. Diese Partei war anfangs, als die Reaktion noch nicht in dem jetzigen Grade mit Kerker und Todesstrafe hantierte, damit zufrieden, mit dem konstitutionellen Nikolaus durch dick und dünn zu gehen. Witte war für diese Lente immer„der einzige Retter" Rußlands gewesen, und die Sozialdemokratie mit ihren Forderungen halten diese Herren stets gehaßt und mit allen Mitteln bekämpft. Dieser Partei nun hat sich z. B. auch der baltische Adel angeschlosicn. Die Herren Schippor und Gntschkow werden sich denn auch für dieselben albernen Mittel aussprechen, welche die baltischen Jnnker jetzt den lettischen Bauern und der lettischen Sozialdemokratie gegenüber an» wenden. Am weitesten links steht„die Partei der konstitutio« »eilen Demokraten", deren Mitglieder jedoch je nach der Nationalität ziemlich verschiedene Forderungen aufstellen und einzig der Sozialdemokratie gegenüber geschlossen auttreten wollen. Zu dieser Partei der konstitutionellen Demokraten zählen sich die„jetzt liberalen" Männer vom Rufe eines Peter v.Struwe, v. Hessen, Miljnkow, P e t r u n k e w i t s ch usw.! Alle diese Herren zusammen wollen augenblicklich die Regierung unierstützen und zur Wahlurne schreiten; denn das tun, heißt doch augenblicklich die Regierung, uliterstützen! ES ist klar, wenn die russische Regierung es überhaupt bis zum Zusammentritt der Dnma kommen lasieu will, dann ist diese Duma ihr zu irgend welchem Zwecke notwendig: denn sonst würde die Reaktion, die jetzt stolz über Menichenleichsn dahinschreitet unb_ allmächtig zu sein scheint, sich nicht eine Art von Kontrolleuren aufhaljen. Die Regierung muß— vorläufig wenigstens— so tun, als ob sie es mit der Einberusung der Duma ernst nähme; denn nur so kann sie auf das Geld der ausländischen Bankiers und auf die Leicht- gtäubigkeit der sranzösischen Kleinbürger spekulieren. Gelingt es dem Zarismus, eine Anleihe schon unter diesen Scheinvorbereitungen zur Duma zu erhalten, s o wird Graf Witte seinen Rücktritt und die Ein- berufung der Duma noch um einige Mo riate ver« schieben, wie er es bisher von einem Tage zum andern ver- schoben hat. Wenn das die Absicht der russischen Regierung ist— und daß sie es ist, das haben alle sozialdemokratischen Orgamsationen an- erkannt—, so kann deren Aufgabe nur die sein, mit allen sozial- demokratischen Mitteln dahin zu arbeiten, daß die Duma nicht zu- sammentritt, oder falls es de? Regierung doch gelingen würde, mit Hülfe von Polizei und Gendarmerie die nötige Bettrctung zum fest- gesetzten Termin„fertigzustellen", daß die ganze Welt dann auch wissen muß, wie diese Vertretung„gemacht" wurde: denn der Schein soll den ansländischen Geldpumpern gegenüber gewahrt werden, als ob das Volk an den Wahlen teilgenommen hätte! Einige Organisationen hofften anfangs, daß durch ihre Be- teiligung an den Wahlen die Duma von innen her gesprengt werden und auf den Trümmern derselben eine konstituierende National- Versammlung einzuberufen gelingen könnte. Wie die Dinge jetzt stehen, kann weder von einer Sprengung der Rcichsdnma, noch von einer ausgiebigen Wahlagitation die Rede sein. Die Rede-, Preß- und Versamni lungSfreiheiten sind wieder vernichtet und viele sozial- demokratische Organisationen dermaßen geschwächt, daß von einer breitangelegten Agitation absolut keine Rede sein kann. Wie könnte man z. B. in den Ostseeprovinzen, im Kaukasus- gebiet usw. die Arbeiter jetzt, wo ihre Genosien im Kampfe um das gleiche, allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht gefalle» sind, auf- fordern, an Wahlen teilzunehmen, bei denen jede Fabrik mit ein- tausend Arbeikern nur einen Wahlmann zu wählen hätte, an denen ferner nur diejenigen Arbeiter teilnehmen könnten, die ein Jahr lang an Ort und Stelle gewohnt und dabei ein selb- ständiges Quartier iiinegehabt hätten, so daß zum Beispiel auf daß Gouvernement Wilna nur ein von Arbeitern gewählter Wahlman», auf das Gouvernement Livland nur drei und auf die meisten Gouvernements überhaupt keiner entfallen würde! Aite 46 Gouvernements des europäischen Rußlands würden iirsgesamc nur 236 Wahlmänner aus den Arbciterkreisen wählen können, wobei das Gouvernement Olonez mit 366 000 Ein- wohnern drei Deputierte und die Stadt Odessa mit 405 000 Einwohnern nur einen Deputierten in die Reichs- duma schicken würde'! Hervorzuheben ist, daß nach der russischen Wahlarithmetik kein einziger Arbeiter in die Reichsduma kommen würde, wenn die Arbeiter auch alle„Wahlstrapazen". die dann einem und dem anderen sogar das Leben kosten würden, wenigstens einige Jahre Kerler eintragen könnten— glücklich über« stäildeir!-- Amerika. Kein Schutz für streikende Arbeiter. Wie vor erniger Zeit be- richtet, wurden in Key West im Staate Florida die Führer streikender Zigarrenmacher aus Kuba gewaltsam durch ein Bürgcrkomitee auf ein Schiff gebracht und nach Havana verschickt. Auf eine Beschwerde des kubaniichen Gesandten in Washington wurde eine amtliche Unter- snchung eingeleitet, und die Beschwerde ist jetzt als unbegründet zurück- gewiesen worden. Die Hafenbehörden hatten ausgesagt, daß ihrer Meinung nach jene Männer sich freiwillig auf das Schiff be- geben hätten.„Freiwillig" bei Nacht und Nebel unter Begleitung von schwer Bewaffnelen I„Freiwillig" ließen manche von ihnen Weib und Kind zurück!— Gegen die Eisenbahnen. Das Repräsentantenhaus hat eine Untersuchung gegen die Eisenbahngesellschnften angeordnet, welche mit Kohleiibergwerksgesellschaften ungesetzliche Monopole ausüben, um die Konkurrenz der kleineren Gescllschastcn vollständig zu unterdrücken. Nach einer neueren Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten verstößt es gegen das zwischenstaatliche tandelSgesctz. wenn eine Bahngesellschaft das Produkt, dessen raiu.port sie übernimmt, selbst zum Verkauf auf den Markt bringt. Man hält es an maßgebenden Stellen für notwendig, die Uebermacht der Großen ein wenig zu beschränken, erstens weil die Kleinen viel Geschrei erheben und zweitens— wie Roosevelt selbst ernigemale erklärt hat— um nicht eine Volksbewegung herbeizuführen, welche die Nationalisierung der Eisenbahnen verlangen könnte! Die öffentliche Meinung ist den Bahiigesellichaftcn nicht günstig, weil die rücksichtslose Ausbeutungs- sucht dieser Gesellschaften allgemein bekannt ist. 8o2tales. (Siehe auch 1. Beilage). Von den reinlichen Bäckermeistern. Bamberger Bäckermeister wurden nicht schlecht erschreckt, als kürzlich eine Kommission der Nahruiigsmittel-Untersuchungsanstalt von der Universität Erlangen in der fromincn Bischofsstadt austauchte, um eine unvermutete Kou- trolle der Bäckereibetriebe vorzunehmen, wobei sich in verschiedenen Bäckereien sehr uiireinliche Zustände ergaben. Bei dem Bäckermeister Römer fand man in dem nur durch ein Holzgatter abgeschlossenen Keller ein malerisches Stilleben, bestehend ans einem Durcheinander von schlecht oder gar nicht verdeckten Gefäßen mit Rollenfctt, KokoSnnßbnttcr, Ballcnbutter, Sauerkraut und lose hcrumliegendeir Kartoffel», während dazwischen die Hauskatze und eine kind-rreiche Kaninchensaiuilie ihr Lager aufgeschlagen hatten. Außerdem wimmelte es von schwarzen Kellerasseln. In der Backstube waren Sie Wände mit Schimmel bedeckt. Der Magistrat ging sehr gnädig mit dem Reinlichkeitsfanatiker, der Lieferant der Irrenanstalt ist, um; er bedrohte ihn: Für den Fall der Wiederholung mit Entziehung der Lieferung. GetverKIcKaftliedes. Berlin und llmgegend. Zur Maßregelung der Straßenbahner .vird uns von getverkschastlicher Seite mitgeteilt, daß sich die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn bereit erklärt hat, die in der Versammlung der Angestellten gewählte Äom° Mission heute mittag zu empfangen.— In der Nacht vom Montag zum Dienstag wird in Kellers Saal in der Koppen- straße wieder eine Versammlung der Straßenbahnangestelltcn abgehalten, die zu der Angelegenheit Stellung nehmen wird. Metallarbeiter. Bei der Firma Stolzenberg, Rei nicken- dorf\V., Saalmannstraste, sind sämtliche Dreher wegen Ver- Weigerung der Ueberstunden entlassen worden. Der Betrieb ist bis auf weiteres für Metallarbeiter gesperrt. Bei der Firma Stock, Zeughofftraste, haben die Mechaniker wegen Berschlechterung der Arbeitsverhältnisse in der Abteilung Äörber die Arbeit niedergelegt. Der Betrieb ist für Mechaniker gesperrt. Metallarbeiter-Verband. Der Streik der Packer, Packerrunen und Lagerarbeiter ans der Lanolinfabrik iivtartinickenfelde) dauert unverändert fort. Der Betrieb kann mit den vorhandenen Arbeitswilligen nicht aufrecht er- halte» werden. In den Reihen der Streikenden herrscht ein guter Geist und sind Streikbrecher bis dato nicht zu verzeichnen. Gefordert wird für Arbeiter ein Anfangslohn von 3S Pf., nach 6 Wochen 36 Pf., nach'/, Jahr 37 Pf., nach t Jahr 38 Pf., nach 1>/z Jahr Ig Pf. und nach zweijähriger Tätigkeit iO Pf. pro Smnde. Für Packerinnen ein Anfangslohn von L2 Pf., nach 6 Wochen 23, nach '/, Jahr 24 Pf., nach 1 Jahr 2ö und nach zweijähriger Tätigkeit •27% Pf. pro Stunde. Bisher betrug der Anfangslohn 18 Pf Das; diese Forderungen berechtigt sind und auch beivilligt werden können, geht schon daraus hervor, dost die früheren Besitzer Dr. Benno Jaffa und Dannstädter die geforderten Löhne schon bezahlt haben. Diese Herren gehören noch jetzt dem Auffichtsrat der Gesellschaft an. Eine Kommission der Streikenden, welche bei Dr. Darmstädter eine Unterhandlung nachsuchen wollte, ist von diesem kurzer Hand ab- gewiesen worden. Die Unternehmer rechnen darauf, daß die -streikenden zu Kreuze kriechen sollen, dies ist jedoch ausgeschlossen. Die Streikenden stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, datz sie die Arbeit nicht eher aufnehmen, als bis ihnen annehmbare Zu- geständnisse seitens der Firma gemacht werden. Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter. Die Berliner Zahlstelle des H-lzarbelter-BerbandcS hat soeben ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1965 herausgegeben. Derselbe sagt, das verflossenc Jahr war ein Jahr des Ausbaues und der Stärkung der Organisation. Ter Anfang des Jahres brachte den Abschluß des Tarifvertrages, der das Ergebnis des großen LohnkcunpfcS von IOOVOö ist. Die Befürchtungen violer Mitglieder, der Vertrag werde nachteilig auf die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse einwirke», haben sich nicht bestätigt, es hat sich vielmehr gezeigt, daß der Vertrag für die Kollegen ein Vorteil ist. Ter lang- jährige Kampf um den Arbeitsnachweis ist durch die Errichtung des im Vertrage vorgesehenen paritätischen"Arbeitsnachweises beseitigt, der am IS. Juli eröffnet wurde. Der Verband hat insofern eine Erweiterung erfahren, als ihm am 1. April der Verband der Möbelpolierer und der Verein der K i st c n m a ch c r beitrat. Am 1. April trat auch die Erhöhung des Wochcnbeitrages auf 60 Pf. in Kraft, gleichzeitig wurde die Li r a n k e n u n te r st ü tz u n g eingeführt. Als am Anfang des Jahres der Abschluß de» Ver- träges zur Beratung stand, wandte» sich viele Kollegen dagegen, weil sie glaubten, lvährcnd der Vertragszeit dürften sie nicht» unter- nehmen, um die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu veibessern. Die Tatsachen haben diese Annahme widerlegt. Nicht eine ruhige Zeit ohne Streiks und Differenzen war da» vergangene Jahr, sondern es herrschte eine äußerst rege Streikbewegung. Einige Wochen noch dem Abschluß des Vertrage» brachen die Streiks der Treppen- geländerbranche und der Jalousiearbeiter aus. Nebenher kam es zum Streik in zahlreichen Werkstellen der Tischlerei, deren Inhaber nicht dem Vertrage unterstehen. Alle diese Streiks, ebenso wie die streiklosen Bewegungen sind in Tabellen übersichtlich ausgeführt. Es wurden im Laufe de» Jahres 93 erfolgreiche Streiks in 130 Werk- stellen mit 2233 Arbeitern geführt. Al» verlorene Streik» ver- zeichnet der Bericht 15 in 38 Betrieben mit 784 Arbeitern.— In 162 Werlftellen mit 2619 Arbeitern wurden Forderungen gestellt, deren Bewilligung ohne Streik erfolgte. Das sind insgesamt 229 Lohnbewegungen mit und ohne Streik, die sich aus 345 Werk. stellen mit 5864 Arbeitern erstrecke». Die Ausgaben für Streiks betrugen 327 983 M. Davon entfällt jedoch ein Teil auf Unter- stützungen, die aus Anlaß des großen, zu Beginn des Jahres bc- endeten Lohnkampfcs gezahlt worden sind.— Von den 15 verlöre iren Streiks in 38 Werkstelle» mit 784 Arbeitern entfallen allein auf den ungünstig verlaufenen Modelltischlcrstrcik 74 Werkstellen mit 561 Arbeitern, so daß für die übrigen 14 verlorenen Streiks nur 223 Arbeiter in Frage kommen. Vergleicht man damit die große Zahl der an den erfolgreichen Streiks beteiligten Arbeiter, so kann da» Gcsanitrcsultat der Streikbewegungen als ein günstiges an- gesehen werden. Ueber die Tätigkeit der Schlichtungskommission, die ebenfalls ein Ergebnis des Vertragsabschlusses ist, sagt der Be- tickst;„Etwas schwierig gestaltet sich das Eingreifen der Schlich. tungskommission bei den Werkstattdifferenzen der Spezialbranchen der Möbeltischlerei, da hier einheitliche Tarife nicht bestehen, die der SchlichtungSkommission als Grundlag« zur Berechnung der Preise dienen könnten. Wohl wurd« der Versuch gemacht, bestimmte Grundpreise aufzustellen. Jedoch erwies sich dieser Versuch als sehr schwer durchführbar und scheiterte an der Verschiedenartigkeu der Herstellungsweise. Nur in der Bautischlerei kann die Schlich- tungskommission auf Grund des Tariscs die Akkordpreis« be. rechnen. Die Kommission mutzte bei der Schlichtung der Diffe- renzen viel auf den guten Willen der Parteien rechnen, und eS war auch in den meisten Fällen möglich, bei den Vorverhandlungen mit den beiden Bevollmächtigten der Kommission eine Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen." Der paritätische Arbeitsnachweis hat bis zum Jahresschluß 11 319 Stellen besetzt, während 17 048 Stellen ge» meldet und 20 291 Arbeitslose eingeschrieben waren. Der Arbeitsnachweis des Verbandes, der nur für die nicht unter den Vertrag fallenden Branchen besteht, besetzte im ganzen Jahre 4137 Stellen, während 6318 Arbeiter verlangt wurden und 8318 Arbeitsuchende eingeschrieben waren. Ans dem Kassenbericht seien folgende Zahlen angeführt: Die Abrechnung der Hauptkasse schließt in Einnahme und Ausgabe mit 462 816,14 Mk. Ausgegeben für Rechnung de" Hauptiasse sind unter anderem für ArbeitSlosen-Unterstützung an Reisende 7913 M., am Orte 67 539 M., Unterstützung bei Streiks 53115 M., an Ge- maßregelte 6731 M., in Sterbefällcn 6355 M., an Ausgesperrte 67 197 M.— Die Lokalkasse, deren Abrechnung mit 652 639,30 M. bilanziert, hatte am Jahresschluß einen Bestand von 229 972 M. An Unterstützungen zahlte sie: An Streikende 185 516 M., an Au?. gesperrte 12158 M., an Gemaßregelte 2538 M., an Arbeitslose 38 486 M., an Kranke 62 040 M. Am Schluß des Jahres 1904 hatte die Zahlstelle 18 795 Mit- glieber. Am Schluß des Jahres 1905 war dieMitgliedcrzahl auf 22 069 gestiegen. Das ist eine Zunahme von 3355 Mit- gliedern im Laufe beS Berichtsjahres._ Genosse Wicsenthak ersticht uns, mitzuteilen, daß der Ausschuß de-Z Metallarbeiterverbandes seinen vom Verbandsvorstand be- schloffen«» Ausschluß, als mit den Bestimmungen des Statuts nicht im Einklang stehend, für unberechtigt erklärt. Wir nehmen von dieser Mitteil, mg lediglich deshalb Notiz, weil die Angelegenheit Wiesenthal vor kurzem von den beteiligten Seiten im„Vorwärts" behandelt worden ist. Deutsche« Kelch. Der Ausstand in der Leipziger Baumwollspinnerei dauert unbcr- ändert fort Streikbrccheragenten sind eifrig bemüht, Arbeitswillige nach Leipzig zn bringe». Besonders in Herford, Bielefeld, Krefeld, Posen und Bayern sind solche aufgetauckt. Arbeiter, Parteigenossen, haltet den Zuzug fern. Mitteilungen wolle man sofort an den Unter- zeichneten richten. Moritz HermSdorf, Leipzig-Kleinzschocher, Antoniastr. 51. Die Differenzen der Hüttenarbeiter in Differdingen, über die wir kürzlich berichteten, sind geregelt. Huslnnd. Bergarbeiterstreik in Frankreich. Brietz, 23. Februar. Etwa 1000 Arbeiter der Bergwerke ru Joens sind in den Ausstand getreten. Aus Verdun wurden Truppen dorthin entsandt._ Versammlungen. Unsere Taktik im wirtschaftlichen Kampf. Ueber dieses Thema sprach am Donnerstag Genosse v. Elm in einer stark besuchten Branchciiversainmlung der Elektromontenre. Redner sagte unter anderem: ES liege im Wesen der heutigen GesellschaftSzuslände. daß die Gcwcrlschafien zu immer neuer Tälig- keit im Interesse der Gesamtarbeiterschaft angespornt würden. Dafür sorgten schon die Unlernehinerkoalitione». Die Taknk der Unternehmerverbände um geringfügiger Ursachen willen große Massen auSsperrungen über ganze Jiidnslriedistrikte zu inszenieren, müßten jedem Klarsehenden zeigen, daß wir großen wirtschaftliche» Masse» kämpfen entgegengehen. ES sei ausgeschlossen, diesen bevorstehenden Massenkämpfen ausweichen zu können, selbst Ivenn man es wolle. Bei diesen Kämpfen entscheide auch nicht Moral und Recht, sondern einzig und allein die Macht. Es entstehe nun die Frage: Was ist zn tun, uin die kommenden großen Kämpfe für die Arbeiterschaft siegreich zu gestalten? Dazu bedürfen die Gewerkschaften der nötigen Mittel und geschulter Kämpfer. Die Organisationen müßten sich dazu verstehen, gemein- sam einen Abwehrfonds zu schaffen. Die Methode, öffentliche Sammlungen für Streiks zu veranstalten. sei ein Zeichen der Schwäche, es komme meisten» auch nicht das erforderliche Geld zusammen. Wie notwendig aber auch eine bessere Schulung der Käinpfer sei, das habe besonder» der Crimmitschaner Streik bewiesen. Dort seien ausnahmsweise durch öffcnlliche Sammlungen genügend Mittel zur Weiterführung des Kampfe» eingekommen. und doch mußte der Streik erfolglos beendet werden, weil sich in dem vielgerühinten„roten Königreich" eine solche Masse von Streikbrechern gefunden hatte, datz auch die vor- handene» Milte! den negativen Ausgang des Streiks nicht auf- zuhalten vermochten. Nicht» ist falscher, wie die leider noch vor- herrschende Meinung der Masse. daß ein Kampf unter allen Umständen bis zum Weißbluten geführt werden müsse. Gegenüber den MassenauSsperrungen sei die Taktik der fortgesetzten Beunruhigung angebracht. Streiken, aussperren lassen, nach kurzer Zeit wieder in den Betrieb hineingehen, und dann nach ebenso kurzer Zeit wieder streiken. Eine solche Taktik werde den Unter- nehmern die AnssperrungSgeliiste schließlich schon austreiben. Man olle sich gar nicht bedenken, bei momentanen Niederlagen die von den Arbeitgebern verlangten Reverse zu unterschreiben. In solchem Falle, das" spreche er ruhig aus. heilige der Zweck die Mittel. In olchen Situationen sei es einfach richtig, jeden Revers prompt zu unterschreiben und dann ebenso prompt das Gegenteil von dem zu tu», loa» man in der Zwangslage unterschrieben hat. Ein dringendes Erfordernis sei eS, die Beschlüsse über Streiks und die dabei zu beobachtende Taktik nicht stets in aller Oeffcntlichkeit zu assen. Die Masse müsse in solchen Fällen eben Vertrauen zu ihren erwählte» Führen: haben und sich nicht immer aus da» demokratische SelbstbestrmmungSrecht versteifen; die Führer könnten trotzdem genügend scharf kontrolliert werden. Alles dieses würde unbedingt dazu beitragen. die Manövrierfähigkeit der Gewerkschaftsannee zu erhöhen. Und gerade daran mangele es in besonders hohem Grade. Total falsch sei eS nun auch, nach einer Niederlage gleich auf ewige Mißerfolge zu schließen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Arbeiterorganisation noch aus jeder Niederlage gestärkt hervorgegangen ist, besonders bei Ans- sperrungcn. Deshalb keinen Pessimismus, aber auch kein falsches Macknbewnßtsein. Ruhig und klar das Ziel im Auge, dann werden die Organisationen des Proletariats sich auSwachscn zu dem. waS sie sein sollen: zu Grundpfeilern der zuküuftigen Gesellschaft. sLebhafter Beifall.) Die Diskussionsredner äußerten sich in zu- stimmendem Sinne._ Mit den Zuständen im Warenhause Jandorf beschäftigten sich am 16. d. MtS. vier Versammlungen(Der Bericht ging uns am 21. d. MtS. zu. D. Red.), welche der Zentralverband der Handlungs- gehiilfen und Gehülfinnen Deutschland» geineinsam mit den Zentral- verbänden der Handels- und Transportarbeiter sowie der Maschinisten und Heizer einberufen hatte. Die Versammlungen waren— mit Ausnahme derjenigen, welche für die Filiale Spittelmarkt einberufen war— sämtlich überfüllt. Die Referenten führten aus, daß die Zustände im Warenhanse Jaudorf unglaubliche siud. Nicht nur daß das Personal außerordentlich schlecht bezahlt wird— ein großer Teil der weiblichen Angestellten verdient unter 50 M. monatlich— ist die Behandlung eine unglaubliche, Schimpfworte — welche dem Tierreich entlehnt— sind durchaus nichts Seltenes. Um da« Maß von größtmöglichster Ausnutzung zu füllen, währt die Arbeitszeit so lange, daß nicht einmal die doch wirllich sehr bescheidenen Schutzgesetze für die Angestellten inne- gehalten werden: Während das Gesetz eine mindestens elfftündige ununterbrochene Ruhepause vorschreibt, darf daS Personal frühestens 20 Minuten nach 9 Uhr abends das Geschäft verlassen, während eS morgens 5 Minuten vor 8 Uhr bereits wieder an seiner Arbeitsstelle sein"muß. Daß an allen AuSnahmetagen— welche fast immer find, da gewöhnliche VerkanfStage eine Ausnahme bilden— meisten» länger gearbeitet werden muß, versteht sich am Rande. Arbeitszeiten bis 12 Uhr nachts sind in der Saison durchaus nichts Seltenes. Die Ueberstunden zu bezahlen fällt der Firma Jandorf gar nicht ein. Znr Inventur ließ man das Personal von Sonnabend früh um 8 Uhr bis Sonnlag früh nach 6 Uhr arbeiten, ohne auch nur die geringste Vergütung zu geivähren. lvenn mau es nicht etwa gar als eine Vergütung betrachten will, daß die Firma Jandorf einen Teil ihrer Angestellten an dem betreffenden Morgen entließ. Der größte Teil des kauf« männischen Personals ist nämlich unter geschickter Umgehung des Gesetzes gegen tägliche Kündigung engagiert. Zu begrüßen ist eS. daß die Angestellten genannter Finna letzt ernstlich gewillt sind, diese unhaltbaren Zustande zu ändern. Begeistert wurden überall die Referate attfgenoinmen.— Das erste Ziel, was erreicht werden soll. ist der Achtuhrladenschlust. Daß die Angestellten gewillt sind, auf dieser Forderung mit Nachdruck zp bestehe», zeigt dle in allen Ver- samnilungen einstimmig angenommene Resolutron, welche die Ein- führung des AchtuhrladenschlusseS als eine unbedingte Notwendigkeit fordert und die in Frage kommenden Zentralverbände auffordert, die weiteren Schritte in dieser Angelegenheit einzuleiten. Ueber die Lage der in der Zelluloid- Haarschmuckbranche be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sprach Langhammer am Mittwoch in einer Versammlung dieser Branche. Redner legte seinen Ausführungen statistische Erhebungen des Holzarbeiter-VerbandeS zu- gründe: Von 25 Betrieben mit 441 Beschäftigten wurden in 20 Be- trieben mit 387 Beschäftigten Erhebungen aufgenommen. Unter den 441 gibt eS 115 Arbelterinnen. Organisiert sind 152 Arbeiter und 10 Arbeiterinnen(von den 387 Beschäftigten, welche die Statistik erreichte). Die Arbeitszeit ist eine sehr ungeregelte, bis zu 58 Stunden die Woche! der Durchschnitt ist 54 Stunden. Die Lohnverhältnisse liegen etwas verwickelt. Die Akkordarbeit überwiegt stark die Lohn- arbeit. Der DurchschnittSverdicnst wird mit 23,40 rcsp. 21,40 M.. durch den Geschäftsgang beeinflußt, angegeben. Die Löhne der Ar- beiterinnen sind trotz der gleichen Leistungsfähigkeit weit geringer. Wo Arbeiter 20—27 M. verdienen, erhalten Arbeiterinnen 9—15 M. Zum Teil werden auch höhere Löhne, bi» zu 30 M. für Arbeiter und 18 M. für Arbeiterinnen erreicht. Vielfach stellen die Fabrikanten Leute, die Invaliden- oder Unfallrente beziehen, in Arbeit und geben ihnen 12—15 M. pro Woche.— Um die Lage des Berus» zn verbessern, muß vor allen Dingen die Organisation gestärkt«verde».— Eine lebhaste Dislnssion entspann sich, in welcher die Verhältnisse einzelner Betriebe besprochen wurden. Folgende Resolution wurde angenommen: „Die Versammlung der Kammacher und aller in der Zelluloid- Haarschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen spricht sich für die Einführung einer einheitlichen Arbeitszeit sowie eine» Mindestverdienstes aus und beauftragt die Kommission der Branche, die nötigen Schritte einzuleiten." Letzte Nachrichten und Depeschen. Auch ein kolonialer Erfolge Köln, 23. Februar.(W. T. B.) Die„Kölnische Zeitung" er- fährt aus Berlin vom 23. Februar, iaß der Gouverneur Bestimmungen. die die Zuwanderung lässiger Elemente nach Südwest afrika möglichst einschränken sollen, erlassen und vorläufig in Krafr gesetzt hat. Beweggrund zu dieser Maßnahme war in erster Linie der, daß sich gerade während des AufsiandrS Gesindel aus aller Herren Länder nach Teutsch-Südwesiasrika gewandt hatte, und dasi von allen Seiten die lebhaftesten 5Uagen iiber die Zunahme der Unsicherheit im Schutzgebiet laut geworden waren. Nach bewährtem Muster. Budapest, 23. Februar.(V. H.) Der. neue Politische Kurs macht sich bereits in vielfacher Beziehung bemerkbar. Nach etwa 20 Orten des Landes, wo man eine lebhaftere politische Agitation befürchtete, wurden militärische Ber- stärknugen beordert. Die für Sonntag angesetzten politischen Versammlungen im ganzen Lande wurden von den Behörden verboten. Die katholische Volkspartei hat, da die Auflösung der politischen Klubs bevorsteht, schon gestern ihre Auflösung beschlossen.__ Eine französische Maro, tzdebatte. Paris, 23. Februar. Teputiertenkammer. DaS Haus ist reckt gut besucht und angeregt. DenyS Eochin äußert den Wunsch, die Regierung über die auswärtige Politik und die.Konferenz von Algeeiras zu befragen. Ter Ministerpräsident Rouvier erwidert, keine weitere Erklärung geben zu können, als die, daß die Berhand- langen von Algeeiras im Zugt. seien. Er verpflichte sich, gleich nach der Beendigung der Konferenz die erforderlichen Erklärunzen zu gebe:,. I au res(Soz.) erklärt, daß er nicht darauf verzichte, über Marokko zu sprechen. Der Regierung stehe es frei, nicht zu antworten. Nach neun Monaten Stillschweigens über die innere und äußere Politik seien jedoch nach der Meinung der Sozialisten Erklärungen notwendig. Tie Mehrheit, so führt Jaures aus, ist unsicher, schwankend und gespalten. Da» kommt davon, weil die Regierung eine zweideutige Politik verfolgt. Rouvier hat in der Frage der Trennung von Kirche und«taat eine unklare Haltung gezeigt. Tie Demokratie hat das Recht, zu wissen, ob die Regierung die nötige. Energie haben wird, die sozialen Reformen durchzuführen.(Beifall auf der äußersten Linken.) Jaurös äußert in seinen weiteren Aus- führuugen sein Ersiauuen und sein Bedauern über die Haltung Rouvier» in der äußeren Politik und erklärt, er könne mit der Be- sprechung dieser Fragen nicht warten, bis die Konserenz in Algeeiras vorüber sei, lveil die Politik der Regierung zusammenhanglos und widerspruchsvoll sei. Seit neun Monaten habe diese sich nicht auf einen Meinungsaustausch eingelassen. Wir wollen wisse», welche Weisungen sie unseren Vertreter» gegeben hat. Ministerpräsident Rouvier unterbricht hier den Redner mit der Bemerkung, datz diese Weisunger. mit den Erklärungen der Regierung durchaus im Einklang stehen. Jaures fährt dann in seiner Rede fort. Er erklärt, die Zweideutigkeit dauere fort. Das verantwortliche Parlament verharre in Schweigen, während sich draußen eine unverantwortliche Preßkampagne entfessele. Redner weist auf einen Artikel des gestrigen„Tenips" hin, der aus oskiziellcr oder offiziöser Quelle stammen könne. Rouvier antwortet hieraus; Sie wissen sehr wohl, daß die französischen Zeitungen unabhängig sind. Jaurös erwidert: Sie sagen damit, daß. wenn der„Temps" einen Artikel mit der Ueberschrist:„l-'aceorck impossible" veröffentlicht. die Regierung dabei in keiner Weise ihre Hand im Spiele hat. Ich danke Ihnen.(Bewegung.) Jaures fährt fort; Warum in der Tat könnten wir nicht auf eine glückliche Lösung durch die Konferenz hoffen, wenn wir versichern, daß wir enl- schloffen sind, unter Wahrung unserer Siechte an der Aufrecht erhalt,, ng des Friedens zu arbeiten. Ich sage nicht, dasi uns Deutschland unser Vorgehen erleichtert hat, daß das offizielle Deutschland unsere Bemühungen, zu einer Verständigung zu ge- langen, unterstützt hat, daß es nicht Unrecht gehabt hat, seinen Standpunkt nicht genau� darzulegen. Aber lvenn es beabsichtigte, uns durch diese UnVersöhnlichkeit von der englischen Freundschaft abzubringen, würden wir es laut aussprechen, daß wir die englische Freundschaft als ein Mittel ansehen, den Frieden zu erhalten und datz wir davon nicht abgehen, lieber die Politik DelcasseS ließ sich streiten, aber sie war klar. Es war eine falsche und unkluge Politik, Deutschland als qusntite negligeable zu behandeln, aber es war eine entschiedene Politik. Sie haben recht daran getan, nach Algeeiras zu gehen, aber Sie haben gerade damit den lnter- nationalen Charakter der Marokkofrage anerkannt. Warum ver- zweifeln Sie an einer internationalen Lösung dieser Frage! Man behauptet, daß ich die Jntereffen des Landes vernachlässige, indem ich die Marokkofrage auf die Tribüne bringe.(Bewegung.) Der Mangel an Kontrolle aber stürzt das Land in Gefahr. Jaurös schließt, eS wäre ein Wahnsinn,«in Verbrechen, wenn zwei große Länder sich aufeinander stürzen würden um dies« elend« Marokkafrage. Er könne daran nicht glauben.(Beifall auf der Linken, Bewegung.) Rouvier erwidert. er könne Jaurös auf dieses Gebiet nicht folgen, er könne nur wiederholen, daß die den französischen Vertretern gegebene» Weisungen mit seinen Erklärungen übereinstimmte». Man könne nicht sagen, daß die Regierung allein die Verantwortung übernommen habe, denn die Kammer habe seine Erklärungen ein- mutig gebilligt. Frankreich wünsche aus voller Ueberzeugnng die Aufrechterhaltung des Friedens, aber unter der Bedingung, daß der Friede unter Wahrung seines Rechts und seiner Würde erhalten bleibe.(Anhaltender Beifall rechts, links und in der Mitte.) Von der äußersten Linken ruft jemand:„finanzielles Jutereffe", worauf Rouvier erwidert: Es ist eine Schamlosigkeit, einen solchen Ausdruck zu ge- brauchen. Es handelt sich um politische Interessen, welche wir wahren, um unsere Sicherheit und unsere Würde. Wir werden nicht gestatten, daß man unsere Würde antaste.(Beifall.) Die Boxer. Peking. 23. Februar.(Meldung de«„Reuterschen BureauS"� Die Unruhen in der Provinz Hönau, wo Angriffe auf Christen e» folgt sind, haben aufgehört. Der Gouverneur der Provinz hat Truppen in die betreffenden Gegenden gesandt. In entlegenen Ort- schaiten bestehen jedoch noch immer Brsorgmssc vor Angriffe» der Boxer. Perantw. Redakteur: Hans Weder. Berlin. Joseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BortväctZ Buchdr. u. Verlag Sanstalt Paul Singer L-Eo., Berlin L W. Hierz« 3 Beilagen u. NnterhaltnngSblgtt gl. 46. 23. 1.1, m* t ötilllge ötß Kttliütt VölligdlM Z-°".z4.F-d«.«i g dieser Freveltaten verivechselt. In solchen Fällen macht sich der Richter selbst zum Nachrichter und Ehrabschneider. Vizepräsident Graf Stolberg: Eine solche Bemerkung ist un« zulässig. Abg. Kunert(Soz., fortfahrend): Ich könnte noch viel mehr solcher Fälle von Ehrabschneidungen anführen I Beim Leipziger Urteil meinte der Richter, eine Beweisausimhme sei nicht nötig, da er schon annehme, alle unsere Bchanvtungen seien richtig. Aber das ist ein reines Märchen! Denn der Eindruck cineS einzigen Zeugen kann oft die Meinung des Gerichtshofes völlig umwerfen. Durch das Verhindern der Zeugenaufnahme wird die ganze deutsche Recht- sprechung einfach eine Komödie! Vizepräsident Graf Stolbcrg ruft den Redner wegen dieser Aeutzerung zur Ordnung. Abg. Kunert(Soz.) sschließends: Alles das beweist eben, daß wir keinen Rechtsstaat, sondern einen Klassenstaat haben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bruhn(Wirtsch. Vg.): Die Behandlung der Zeugen und der Angeklagten ist sehr oft eine durchaus unzulässige. Die An- geklagten werden fast immer behandelt, als wenn sie schon verurteilt wären. Die Presse verlangt mit Recht einstimmig die Erweiterung der Zuständigkeit der Schwurgerichte. Wie teuer unsere Justiz ist. wissen die wenigste» hier. Die Gebühren für Rechtsanwälte sind unerhört hoch. Nicht umsonst sind die Juden so zahlreich Anwälte. In Moabit und in der Grunerstraße laufen fast mir Juden in Talaren umher. Es ist höchst bedauerlich, daß das Vertrauen zu den Strafsenaten des Reichsgerichts nur ein sehr geringes ist. Wir müssen unsere An- griffe gegen die Justiz hier zur Sprache bringen. In Versamm- Iiingen darf man es nicht, weil man sonst sofort eine Anklage zu befürchten hat. An de» Ausführungen des Abg. Kunert ist viel Wahres. Unsere Strafjustiz ist schlecht. Die Staatsanwälte, vor allein die jüngeren, wetteifern in der Stellung hoher Strafanträge. Gegen den' Abg. Krösell ivurde ein Haftbefehl erlassen mit der Begriindung, er halte sich verborgen. Der Staats- anwaltschaft und dem Gericht war aber der Aufenthalt des auf Elhollingsreisen weilenden Herrn Krösell bekannt. Die Reichsjustizverwaltung sollte mit aller Entschiedenheit gegen derartige Behandlung von Reichstagsabgeordneten einschreiten. Wie kommt es, daß in Plötzensce eine so ungehörige Bchaiidliing der Strafgefangenen stattfindet? Jeder verurteilte Redakteur freut sich, wenn er nach Tegel kommt. Staatssekretär im Reichsjustizamt Dr. Nieberding: Wenn der Herr Borredner das Verfahren eines pommerschen Gerichtes gegen ihn beklagt und dabei behauptet hat. daß man ihm nur die Zeil vor der Pröffnung de? Reichstages möglichst schwierig »lachen wollte und daß der Richter gegen ihn in gehässiger, parteiischer und auf bewußt uuwahren Gründen fußender Weise vorgegangen sei. so mutz ich gegen diese schwersten Borwürfe, die «intt gegen c'nen pveuMschen Richter erheben kann, entschieden Ver- Wahrung einlegen. Die beiden Herren Vorredner haben ferner über die Behandlung der Zeugen vor Gericht geklagt. Das Recht der Zeugen auf höfliche Behaudliing erkenne ich ebenso an wie der preußische Justizminister Dr. Beseler. Sollte sich im einzelnen Falle ein Richter hinreißen lassen, von dieser Richtschnur abzugehen, so verdient er dafür unseren Tadel. Jrgendwi» müssen die G-fangenen beschäftigt werden. Wir bemühen uns nach Möglichkeit, die?« Beschäftigung so einzurichten, das, sie niemand Konkurrenz»nacht. Wenn die Gefangenen in Plötzensee und. in Tegel von einander abweichend behandelt werden sollten, so kann eZ sich dabei nur um Nüaucen handeln, da für beide Strafanstalten dieselben preußischen Ver- Ordnungen gelten. Abg. Ablaß lsrs. Vp.): Ein Fall beweist uns eklatant, daß die Schwurgerichte mehr auf das Volksempfinden Rücksicht nehmen, als die BerufSnchter: die Freisprechung des Kellners Meyer. Das ist ein Verdienst des Schwurgerichts, daß es den Glauben zerstört hat, der mächtige Minister Ruhsirat könne alle niederwerfen, die ihm pflichtgemäß entgegenstehen.(Sehr wahr I links.) Ich will nicht leugnen, daß sich die Schwurgerichte auch Mißgriffe, ja Justiz- morde, zuschulden kommen lasten. So wurde ivcgen eines in der Nähe von Bunzlanf verübten angeblichen Morde» ein Dienstknecht zum Tode verurteilt. Alle GefängniSae'stlichen und Aerzte be- kündeten, daß der Verurteilte unschuldig sein müsse. Schon kurze Zeit nach der Verurteilung war bei der StaaiSanwalrschast in Lieguitz ein Schreiben deS Inhalts eingelaufen, daß der Ermordete sich die Wunden selbst habe beibringen lassen aus Furcht vor einer . ihn erwartenden gerichtlichen Strafe. Der kälschlich Lenirteilte sitzt jetzt 12 Jahre im ZuchtauS und ist unter seinen Leiden längst seelisch zusammengebrochen, unheilbar geisteskrank. Jetzt hat auch Kriminalinspektor Braun sich für seine Unschuld ans- gesprochen. Da sollte doch die Staatsanwaltschaft selbst die Revision de? Verfahrens einleiten. Trotz dieser unzwciselhasten vereinzelten Fehlsprüche hat das Volt mehr Vertrauen zum Laiengericht.> Wie wenig Verständnis zeigt doch das Reichsgericht für die Presse dadurch, daß es ihr ständig den Schutz des§ 193 versagt. In Süddeutschland haben die Schwurgerichte in den Gotteslästerungsprozesscn stets ganz freifiniiig- fteimütig geurteilt und den �Simplicissimus", das geistreichste deutsche Witz- blatt9 der Reichs- Verfassung im Widerspruch stehend. Die ohnehin schon so schweren Militärlasten, die zumeist durch indirekte Steuer» aufgebracht werden. würden dadurch vermehrt. Die für nicht tauglich befundenen jungen Leute, die mit körperlichen Gebrechen behaftet sind, wie Kurz- sichtigkeit. Taubheit auf einem Ohr. Krümmung der Wirbel- säule usw. seien ohnehin schon genug gestraft und zu- meist nicht so voll erwerbsfähig wie die dieusttmigliche», so daß die vorgeschlagene Steuer in der Tat den Charakter einer Krüppelsteuer erhalte. Die von der Regierung gegen die Wehrsteuer angeführten Gründe seien den ReichsragSverhandlungen von 1881 entnommen. Damals wurden diese Gründe sowohl von den Kon- servativen(Puttkamer), vom Zentrum iReichenSpcrger und Schor- lemer-Alst) wie von den Nattonalliberalen(Treilschle) gegen die Vorlage angeführt. Die Vorlage wurde 1881, ohne einer Kommission überwiesen zu werden, vom Reichstage glatt abgelehnt. Heute, 25 Jahre später, müssen wir das Schauspiel erleben, daß nicht nur die Führer der regierenden Zentrumspartei, sondern auch Siationalliberale dafür eintreten, wie Dr. Becker, der sogar die Jnvalidenkarte der nichttauglichen Krüppel auS der Arbeiterklasse als Steckbrief fiir den Steuerexekuwr empfiehlt. Wenn nun von den Anttagstellern betont werde, der Ertrag der Wehrsteuer solle nicht fiskalischen Zwecken dienen, sondern dem Invaliden- unterstützungSfondS zugeführt werden, so sei das eine ebenso wert- lose Dekoration für diese Steuer wie die Angabe, daß die durch Versteuerung deS Postkarten- und Drucksachen- portoS erzielten Mchrerträae zur Aufbesierung der Unterbeamten- gehälter verwandt werden sollten. War die Wehrsteuervorlage von 1881 kein Ruhmesblatt für die Regierung, so ist dieser Antrag noch weniger ein Ruhmesblatt für die Unterzeichner. Da die Wehrsteuer ungerecht unv unsozial ist, auch mit der Verfassung im Widerspruch steht, stinimen wir Sozialdemokraten gegen den Antrag. Dagegen wenden sich auch die Aogg Mertens(srs.), Dr. W i e m e r(frs.) Herold als Eigentümer der von dem Gendarm Freese beschlagnahmten Flätter durch nichts legitimiert haben, kann deren Freigabe nicht erfolgen, weil die Beschlag» nähme dieses Flugblattes als durch den im ganzen Deutschen Reiche wirksamen Beswluß US tönigl. Amtsgerichts Grande nz vom 13. Januar 1906— 17. 6. 06 ausgesprochen anzusehen i st. Denn das dort beschlagnahmte Blatt ist zwar gedruckt bei Singer u. Co. und gezeichnet von E. Preezang, inhaltlich aber vollkommen identisch mit den den Gebrüdern A. abgenommenen Flugblättern, die von Meister verlegt und von Dörnke u. Loder in Hannover gedruckt sind. Außerdem ist gegen die Gebrüder A. wegen öffentlicher Verteilung der Flugblätter nach ß 10 des Gesetzes über die«Presse vom 12.«Mai 1851 ein Versahren anhängig, welches die amtliche Verwahrung der Flug- blälter zwecks ihrer Sicherstellung gemäß Z 94 der Slrafprozetz- ordnung erforderlich macht. Soweit Sie in Ihrer Eingabe über das Verhalten des Gendarm Freeie Beschwerde führen, habe ich diese zuständigkeits- halber an die hiesige Gendarmeriebrigade weitergegeben. Von den Flugblättern sind 335 Stück an die Staatsanwalt- schafl Graudeuz gesandt. Nestel. Der Ansicht des hannoverschen Ersten Staatsanwalts, daß das Amtsgericht in Graudenz auch die in Hannover gedruckten Flug- blälter mit seinem«Bcschlagnahmebeschluß getroffen hat, können wir uns nicht anschließen. ES ist auch nicht richtig, daß der Inhalt des hannoverschen Flugblattes mit dem Berliner indentisch ist. Es müßte ganz sonderbar zugehen, wenn auch in dem in Graudenz be- schlagnahmten Flugblatt der in Hannover hinzugesetzte Satz: .Besucht die am 21. Januar stattfindenden Versammlungen" stehen würde. Außerdem sind doch in Graudenz auch nur die vom Genossen Preezang verlegten und von Singer u. Co. gedruckten Flugblätter beschlagnahmt und auch schon am 13. Januar, nicht aber die erst am 14. Januar ausgegebenen hannoverschen Flugblätter. Mau kann doch nichts konfiszieren, von dessen Existenz man �nichts weiß! Und wenn schon eine Konfiskation der hannoverschen Flug- blätter erfolgen sollte, dann kann dies doch nicht vom Grau- denzer Amtsgericht, das in Hannover gar nicht zuständig ist, er- folgen. Unverständlich bleibt uns auch, daß die Staatsanwaltschaft in Graudenz nur 335 Flugblätter bekommen hat. Werden nun, was doch sicher zu erwarten, die 335 nach Graudenz gesandten Flugblätter dort freigegeben, auf Grund welcher Rechtstttel befinden sich dann die übrigen zwei Flugblätter in Händen der hannoverschen Staatsanwaltschaft? Eine gerichtliche Beschlagnahme der hannoverschen Flugblätter ist noch nicht erfolgt. Ueber den Stand deS Nürnberger'Parteigeschäfts wurde in einer Versammlung des sozialdemokratischen Vereins Nürnberg von der Preßkommission Bericht erstattet, der einen erfteulichen Aufschwung im Verlaufe des verflossenen Ge'chäftsjahres konstatiert. Der Abonnentenstand der„Fränkischen Tagespost" hat sich um rund 2500 gehoben und ist bis Ende Dezember aus über 13000 gestiegen. Im Januar sind ebenfalls wieder zirka 1000 Abonnenten hinzu- gekommen, zurzeit beträgt der Stand weit über 14 000. Es soll eine planmäßige Agitation betrieben werde::, um die unparteiischen «Blätter, die in Nürnberg leider in den Arbeiterwohnungen noch sehr massenhaft zu finden sind, zu verdrängen und an ihrer Stelle dem Arbeiterbiatt Eingang zu verschaffen. Der Reinüberschuß betrug 17 836 M., wovon 2150 M. zu sozialpolitischen Zwecken Verwender wurden. 6000 M. wurden zur Bildung eines HansbaufondS und 6000 M. zur Bildung eines Reservefonds zurückgelegt. Die Schulden des GeichäfteS, die bei der Reorganisation vor einigen Jahren sehr beträchtliche waren, find im verflossenen Jahre voll- ständig getilgt worden. Nunmehr soll die Hauptaufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltlmg des Blattes gerichtet werden. In ab- sehbarer Zeit will man ein eigenes Heim errichten, ferner ist in Aussicht genommen, der„Tagespost" ein handlicheres Format, etwa das des.«Vorwärts", zu geben und sie achtseitig erscheinen zu lassen. Dies hofft man bis zum 1. Mai 1910 durchführen zu können. Der erste Kongreß der Sozialisten Brasilien-; findet am 1. Mai 1906 in Rio de Janeiro statt. Nähere Auskünfte erteilt Jahan Hämacek, Sabarä, MinaS, Brasilien. Hud Industrie und Kandel. Lohn und Reingewiil». Nach dem Geschäftsbericht des Steinkohlenwerkes„Vereinsglück" in OelSnitz stellten sich im letzten Jahre die Selbstkosten pro Tonne einschließlich Selbstverbrauch auf: Löhne 5,96 M.; Material 2,30, Diverse 0,17 M.. Lasten. Steuern usw. 1,30 M., Summa 10,13 M. Der erzielte Durchichnittsverkausspreis betrug 12,42 M. Demnach ergibt sich bei 5,96 M. Lohnkosten ein Reinverdienst von 2,20 M. pro Tonne Förderung, oder auf je eine Mark Lohn kommen rund 31 Pf. Reingewinn! Da sage noch jemand, den Arbeitern— Hand- und Kopf- arbeitern— würde nicht ein erheblicher Teil des Arbeitsertrages vom Kapital vorenthalten. Das vorstehende Resultat wurde erzielt, obwohl merkwürdigerweise der erzielte Durchschnittspreis pro 1905 um 33 Pf. pro Tonne niedriger eingesetzt ist als der im Vorjahre ermittelte, weiter die Gesellschaft eine„Teuerungs"lohnzulage von 15— 25 Pf. pro Schicht hat eintreten lassen, ferner in erheblichem Umfange Vorrichtungsarbeiten geleistet wurden und der Bericht hier bis in den Herbst hinein eine nicht günstige Konjunktur konstatiert. Unter normalen Verbältnissen ist die Mehrwertquote mithin noch erheblich höher. Und bei solchen Verhältnissen verlangt man von den Arbeitern Zufriedenheit I_ Folge der Hochschutzzoll- und Kartellwirtschaft. Aus mancherlei Gründen tvird in den Auslassungen des Stahlverbandes ktets be- merkt, die flotte Beschäftigung der Stahlwerke sei eine Folge des starken JnlandSbedürfiiisses, der Verband habe seine Exporttätigkeit bis auf ein Minimum eingeschränkt, um allen Ansprüchen der heimischen Weiterverarbeitung genügen zu können. Weiter ist wiederhol: betont worden, der starke Auslandsbegehr habe die Auslandspreise hart bis auf die Höhe der Inlandspreise hinaufgehen lassen. DaS gesucht starke Hervorkehren der an- geführten Momente beweist, daß, wenn die tatsächlichen Verhältnisse anders liegen, dies als eine unbefriedigende, ungünstige Erscheinung für die deutsche Volkswirtschaft, besonders auch für die Verarbeiiungs- industrie bewertet werde» muß. Weiter wäre dann die Schädigung des AllgemeinimeresseS durch die Schutzzoll- und Monopolwirtschaft kaum noch zu laugnen. Daß der Stahlverband also sehr stark mit künstlichem Licht leuchtet, erhellt aus solgender Tatsache: AuS dem Verwaltungsberichl der Dortmunder Union ergibt sich, daß der Durchschnittswert der Ende 1904 vorliegenden Aufträge 124,1 Mark pro Tonne betrug. Mittlerweile sind im all- gemeinen die Preise erheblich gestiegen, trotzdem ist der Durch- schnittswert der Ende 1905 gebuchten'Austräge auf 117,3 M. zurückgegangen! Und die Ursache dieser Erscheiiumg? Der „B.-E." schreibt dazu: „Diese erhebliche Differenz wird unS von zuständiger Seite damit erklärt, daß die Dortmunder Union jetzt etwa 30 Proz. ihrer Produktion dem Stahlwerksverbande zu Exportzwecken nach dem Auslände zur Verfügung zu stellen hat und die Preise für die«Ausfuhrware wesentlich hinter den Inlandspreisen zurück- bleibe»." Dah der Stahl»erband Parität inalten läßt bei Zuteilung der Aufträge darf nmn wohl voraussetzen. Dann wäre also fast ein Drittel der Gesamtbeteiligung des Stahlverbandes für die Ausfuhr bestimmt und zwar zu wesentlich niedrigeren Preisen als der deutsche Verbraucher zu zahlen hat. Wenn bei nicht ge- ringer Steigerung der Inlandspreise die 30 Proz. Exportware den Durchichmllspreis sogar noch ziemlich erheblich herunterdrückle, dann differieren die In- und Auslandspreise unstreitig ganz erheblich. Dast eine umfangreiche Preisbevorzugnug der ausländischen Vcr- arbeitungsindustrie bei der Versorgung mit deutschem Halbmaterial die inländische Weiterverarbeitung schwer schädigt, liegt auf der Hand. Das ist die Heimatpolitik der Agrarier und Industrie- hochschutzzöllncr unter liebevoller Bemutterung des Zoll-Loilchens mit der Rhinozerushaut. Steigerung der Einnahmen. Infolge der starken Exporttätigkeit sind in dem letzten Geschäftsjahre die Einnahmen der Eisenbahn gunz enorm gestiegen. Das pro Januar erzielte Plus beläust sich auf 1ö Millionen Mark, davon einfallen ln3/5 Millionen Mark allein aus den Güterverkehr. Bei einer Gesamtemnahme von 1 43l 003 000 M. für die ersten zehn Monate des laufenden Geschaitsjahres, beläust sich die Mehreinnahme gegenüber derselben Zeit des Vorjahres auf rund 92 Millionen Mark.__ Ankündigung der Konfiskation? Folgende Nachricht aus Petersburg gibt eine drastische Be- leuchtung zu den glänzenden Schilderungen, die das Publikum über die russische Finanzlage in der letzten Zeit über sich ergchen lasten mutzte: „Unter Feststellung einer allgemeinen Besteruna der Finanz- läge Rutzlands teilt das Organ des Graten Witte,„Rutzkoje Gossudarstwo", mit, daß. um die autzerordenllichen Ausgaben des Budgets zu decken, man mittels Kreditoperationen etwa 600 bis 700 Millionen Rubel in Gold iverde beschaffen müssen. Da eS nun gegenwärtig unmöglich sei, dies unter den gewöhnlichen Kreditbediiigungeil zu tun, werde man zu mehr oder weniger extremen Mitteln seine Zuflucht nehmen müssen, zu denen übrigens auch andere Staaten häufig griffen, wenn sie sich in ähnlichen schwierigen Verhältnissen befänden." Welche beglückenden Pläne Witte in Petto hat, kann man nach dieser Verlautbarung noch nicht bestimmt wissen, aber ahnen lätzt es sich. Bisher hatten die russischen Unterhändler Glück mit dem Ultimatum an die Gläubiger: Entweder Ihr pumpt weiter, oder wir find bankrott I Jetzt kommt Witte vielleicht ganz gemütlich mit dem Vorschlage: Pumpt weiter, oder wir— konvertieren! Die potemkinschen Dörfer, bei deren Ausbau die deutsche Regierung sehr eifrig Handlangerdienste leistete, kosten der deutschen Volkswirtschaft ungezählte Millionen. Die wirtschaflliche Existenz RutzlaudS gründet sich aus Hochstapelei in grotzem Stile. Ein neuer Beitrag zu der russisch-absolutistischen Korruption. Guter Abschluß. Die Neue Boden A.-G. in Berlin erzielte pro 1908 einen Reingewinn von 2 890 042 M. Daraus werden 9 Proz. Dividende verteilt und 191 396 M. erhält der AufsichtSrat. Nahrungsmittelverfälschung in Amerika. Von Zeit zu Zeit wird in Amerika die öffentliche Meinung aufgerüttelt gegen die Ver- fälschuug von Nahrungsmitteln, die einen kaum geahnten Umfang angenommen hat. So werden jetzt die Grotzschlächter in Chicago beschuldigt, datz sie kranke Rmder und Schweine schlachten und zu Würsten und Büchsenfleisch verwenden. Man erinnert wiederum an das„einbalsaniierte" Fleisch, welches habgierige Armeelieferanten den Truppen im Kriege urit Spanien sandten, was einen großen nationalen Skandal verursachte. Die behördliche Fleischiuspeklion in den Vereinigten Staaten wird als mangelhaft bezeichnet. Den größten Schaden würden die Amerikaner scibst haben, wenn sie den NahrungSmittelfälschem nicht scharf auf die Finger sehen. Man wird durch die erwähnten Nachrichten veranlaßt werden, den Fleisch- waren auö Chicago erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Freilich, man kann eine Wurst aus Chicago mit dem größten Mißtrauen betrachten und eine weit schlechtere Ware vom Nachbar Schlächter mit größtem Appetit verzehren. Die Nahrungsmittel- Verfälschung ist eine Begleiterscheinung des Kapitalismus und wird international geübt._ Soziales. Die Mißstände in der Konservenindnstrie. Die Handelskammer für das Herzogtum Braunschweig hat unterm 29. Januar d. I. eine Eingabe au den Bundesrat gerichtet, in der eine größere Aus- bcutuiigsfreiheit für die Konservenfabrikanten gefordert wird. Der Bundesrat soll— so wird in der Eingabe verlangt— gestatten, daß für das Küchenpersonal der Konservenfabriken les handelt sich um weibliche Personen) eine innerhalb der l3slündigen Arbeitszeit liegende Beschöstigimg bis 12 Uhr nbeuds zugelassen wird. Das ist eine geradezu skandalöse Forderung..Eine Arbeitszeit bis 12 Uhr nachts, von morgens 4% Uhr beginnend, dazu noch der Weg von und nach der Arbeitsstätte: dies zu fordern ist eine unerhörte Dreistigkeit Eine solche Arbeitszeit muß unbedingt die Verelendung der betreffenden Arbeiterinnen im Gefolge haben. Um diesem arbeiterfeindlichen Gebahren der genannten Handels- kammer�entgegenzutreien. hat jetzt die Verwaltungsstelle Braunschtveig der„Geiverkscbaft der Fabrik- und LandhülfSarbeiter und-Arbeite- rinnen Deutschlands" dem Bundesrat und Reichstag eine Denkschrift zu- gehen lassen, in der die traurigen Arbeitsverhältnisse der in der Konserven- industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ungeschminkt dargelegt lverden. Infolge einer von der genannten Gewerkschaft veranstalteten Enquete sind aus 36 Konservenbetrieben Braunschweigs und Umgegend 526 Fragebogen beantwortet worden. Bon den Befragten waren 402 Heimarbeiterinnen und 124 in Fabriken Beschäftigte(72 Männer, 52 Frauen). Unter den 72 in Fabriken beschäfli'gien männlichen Arbeitern erhielten 49 einen Smndenlohn von 22 bis 30 Pf., 17 über 30 bis 38 Pf. und nur 5 über 35 bis 45 Pf. Von den 52 in den Fabriken beschäftigten weib- lichen Personen bekamen 30 einen Stundenlohn von 11 bis 14 Pf., 14 erhielten 15 Pf. pro Stunde und 3 über 15 bis 22 Pf. Ein großer Teil der befragten Heimarbeiterinnen klagt darüber, daß die Akkordlöhne für Heimarbeit niedriger als für Fabrikarbeit seien. Ferner wird geklagt über die häufige Nachi- und SonniagS- arbeit in den Fabriken lolvie über die lange tägliche Arbeitszeit. So wird angeführt, daß eine Arbeiterin in einer Braunichweiger Konservenfabrik in 84 Tagen 1083'/z Stunden, ein Arbeiter einer anderen Fabrik während 6 Wochen 589 Stunden(da? eine Mal in einer Tour 32 Stunden) gearbeitet haben. Wie man die Arbeiter zur Sonntagsarieit zwingt, zeigt der Z 4 der am 1. Mai 1903 herausgegebenen Arbeitsordnung der Konservenfabrik deS„Spargel- und Gemüsebau-Vereins G. m. b. H." zu Braunichweig: dort wird bestimmt, datz, wer Sonntags- oder Uebcrnrbcit verweigert, mit dem Verlust bis zu einem Tagelohn be- straft wird. Auch die sanitären Verhältniste in den Konservenfabriken lassen viel zu wünschen übrig. So wurde z. B. festgestellt, datz von den 124 in den Fabriken Befragten im Laufe der letzten drei Jahre 79 krank gewesen sind. Davon waren 29 von der Spargel-, Morchel- uiid Bohncnkrätzc befallen. Angesichts solcher Zustände muß die von der Braunschweiger Handelskammer beim Bundesrat gestellte Forderung den lebhaftesten Widerstand jedes Arbeiterfreundes hervorrufen. Es ist daher eine durchaus berechtigte Forderung, wenn die in der Konserven- industrie beschäftigien Arbeiter und Arbeiterinnen(es handelt sich um zirka 20000 Personen) vom Bundesrat verlangen, daß er die Verordnung zurücknehme, nach lvelcher eine 13stiindige Arbeitszeit für die in der Konservenindustrie beschäftigten Fronen gestaltet sein soll, da bei einer llstündigeu Arbeitszeit, wie sie die Gewerbe- ordnung für die Frauenarbeit in Fabriken als MaximalarbeitSzeit vorschreibt, unter Voraussetzung vollkommener technischer Ein- richlungen und ausreichender Löhne das vermehrte Arbeitsbedürfnis während der Kanipagne vollkommen bewältigt werden kann. Minister a. D. v. Berlepsch über Arbeitcrvcrhältnisse. Kürzlich hielt der frühere Minister v. Berlepsch in der staatswissenschafilichen Gs'ellschast zu Jena einen Vortrag über„Die Arbeiterfrage". Wir entnehmen einein Bericht über diesen Vortrag folgende Ausführungen: „Es lebt nicht mehr als ein Drittel der gewerb- lichen. Arbeiter in befriedigenden Auskommensverhältnisien; die Hälfte kann zur Not auskommen, ist jedoch durch Krankheit und Arbeitslosigkeit äußerst� gefährdet; der übrige Teil lebt unter Verhältnis se'n, die als völlig un- genügend anzusehen, für den Unterhalt einer Familie zur kräftigen Ernährung und hinreichenden Wohnung unzulänglich sind. Die Arbeitszeit ist auch nicht als befriedigend anzusehen, weder für Männer, noch für Frauen, jugendliche Arbeiter oder Kinder. Die rechtliche Lage der gewerblichen Lohnarbeiter hinsichtlich deS Koalitionsrechts, der Rechtsfähigkeit der Berussvereine, der Handhabung der einschlagenden gesetzlichen Bestimmungen durch die Geriltue und Verwaltungsbehörden ist gleichfalls unbefriedigend. Die Teilnahme der gelverblichen Lohnarbeiter an öffentlich- rechtlichen Einrichtungen, an der Gesetzgebung und Ver- waltung, an der Interessenvertretung Ar die Bernssstände steht teils überall, teils in großen Teilen des Reiches hinter den anderen Klassen der Bevölkerung zurück. Daher muß die Frage, od die Lage der Gruppe der Lohnarbeiter, ihre Stellung in der staatlichen und gesellschost- lichen Ordnung den Ansprüchen genügt, welche Gerechtigkeit und Billigkeit in der Gegenwart in eine in kulturell so hochentwickelten Staats- wesen, wie das DeutscheReich ist, ihr zuweisen müßte, verneint werden. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, wenn das Evangelium des großen Propdetcn des Sozialismus, Karl Marx, in die Köpfe und Herzen der großen Masse der gelverblichen Lohnarbeiter Eingang gefunden und sie jedes Interesse an der Aufrechterhaltung der beflehenden staatlichen und gesellschatt- lichen Ordnung verloren hat. Darin aber besteht die große Gefabr. Die Schuld, daß es soweit gekommen ist, liegt in der Haupt- fache an den bürgerlichen Parteien und an der Regierung..Die bürgerlichen Parteien haben den Bedürstlisten der anssteigenden Arbeiterklasse kein Verständnis entgegengebracht und die Regierung hat durch verfehlte Maßnahmen, wie das Sozialistengesetz, die Wasser nicht beseitigt, sondern nur gestaut. Bismarck har das Arbeirerproblem wohl erkannt, in seinen positiven Maßnahmen ist er aber über die Arbeiterversicherungsgesetze nicht hinaus- gekommen. Heute steht der Staat vor einem außerordentlich ichweren Dilemma. Ohne daß die Arbeiter in der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung als vollberechtigte Bürger angesehen und behandelt werden, wird es nicht möglich sein, dem Vater- lande den inneren Frieden zu erhalten..Zum Schluß gab Redner der Ueberzeugung Ausdnick. daß die Regierung wie dir gebildeten und die besitzenden Klassen sich ständig vor Augen halten müssen, daß nichts bedenklicher ist für die ruhige Fortentwickelt»� des Staatswesens und der Zivilisation, als wenn sie versäumen, die Ueberliesernngen der Vergangenheit rechtzeitig mit den Bedürf- nissen der Gegenwart in Einklang zu bringen.„Ihr könnt das sozialistische Ideal, welches sich der Arbeiter bemächtigt hat, nicht zerstören, wenn Ihr ihnen nicht ein anderes gebt!" Diese Ansführungen stechen merklich von der Theorie der„vollen Kompottschüssel" ab. Hätte der Redner mich die Verhältniste der ländlichen Arbeiter in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen, so würde er ein noch erheblich trüberes Bild von den Verhältnissen der Arbeiter zeichnen müsse». Die Utopie des Ministers a. D., daß von dem guten Willen der herrschenden Klasse etwas zugunsten der Arbeiterklasse zu erwarten sei, hält etwas lange vor. Dem ruhigen Beobachter sollte nicht entgehen können, daß die Arbeiterklasse eine Besserung ihrer Lage nur durch eigene Kraft erringen kann und daß sie trotz aller Versolgungen und Erschwerungen das Ziel der Be- seitigung der Ursachen deS Elends auch erreichen wird. Ocffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von tv lllir abends, an Sonn- und Feiertagen von 9— l und 3—6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschristen jeder Art und Richtung au§. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 25. Februar, vormittags Uhr. im Rathause, Saal 193, Eingang Jüdenstraße: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Um IN"/, Uhr vorm. in der Schul-Aula, Kleine Franksuvterstr. 6; Vortrag des Frl. Ida Altmann:„Der natürliche Mensch und die menschliche Gesellschaft". Gäste, Damen und Herren, sehr will- kommen. Bcrein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend. Abteilung I und Iiis Sonntag, den 25. Februar, nachmittags 2 Uhr, Mitgliederversammlung bei Pauls, Michaelkirchstr. 29». Vor- trag des Kollegen Maschke:„Dir gute alte Zeit".— Sonntag, den 25. Fe- bruar, nachmittags 3 Uhr, im Lokale des Herrn Wille in R i x d o r s, Hermannsw. 213: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. DlSkujsion. 3. Vcreinsangelegenheiten. Gäste willkommen. Allgemeine Kranken-»ud Sterbekasse der Metallarbeiter. (E. H. 29) Filiale Baumlchulenweg. Sonnabend, den 24. Februar, abends 8'/, Uhr, im Restaurant von W. Klelnschmager, Baumschulenstv. 67: Mit- gliederversaminlung._ Vermircbtcs. Deutsche Patrioten in Amerika. Mit Unrecht wird den Deutschen manchmal zum Loriviirs gemacht, daß sie in der Fremde ihr Vater- land und ihren Kaiser' schnell vergessen. Freilich, sie haben es in Amerika oft sehr eilig, Bürger der großen Republik zu werden, ivozu ein Engländer z. B. sich nur schwer entschließt. Die meisten Deutschen hegen wohl den Wunsch,„drüben" zu bleiben, nach fünf Jahren werden sie Bürger und schwören dabei, datz sie keinerlei Verpflichtung zu einem deutschen Monarchen in ihrem Herzen fühlen »»d sich ganz dem Wohle deö neuen Vaterlandes widmen wollen. Aber was hilft's? Der deutsche Bourgeois wird nun einmal seine Bcdientcntreue so leicht nicht los. Deutsche Kriegervereine blühen auch in Amerika, und als Prinz Heinrich übers Meer kam, da krümmten sich die deutschen Buckel ganz von selbst,— es war freilich auch mancher echtamerikanische darunter. Und der Prinz war ganz verwundert, er war darauf vor- bereitet, lauter stcifnackige Republikaner auch unter den Deutschen zu treffen!— Daß es Wilhelm II. an Verehrern und Bewunderern in Amerika nicht fehlt, ist bekannt. Wie diese Bewunderung aber zugleich geschäftlich ausgebeutet ist, das zeigt eine Anzeige ,n der „New Storker Staatszeitung", deS ersten deutschen BlnttcS in der deutschanierikanischen BourgeoiSpreste, die uns ein Leser zusendet und wie folgt lautet: „Vom deutschen Kaiser geschossen." Ein Rothirsch, geschossen(laut empfangenem Attest) von Seiner Majestät, dem deutschen Kaiser, wird in verschiedenen tormen und auss feinste zubereitet, in unserem Lokal serviert. ew Uorkcr Raiskeller. Und das ist eine ernsthaft gemeinte Anzeige, nicht etwa ein amerikanischer Karnevalsscherz! Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marklbnllen-Direktioil. Rindfleisch la 63 66 pr. 100 Pjund, IIa 54 62 lila 43 53, IVa 39-47. Kalbfleisch la 80-88, IIa 63-75, lila 54—60, Hanimclfiellch la 62—73, IIa 56-62. Schweiiiesleisch 74-79. Rotwild Pfund 0,60, Damivild 0,55—0,62. Hasen Stück 3,80—3,90. Kamncheii Stück 0,75—1,10. Hl, hu er pro Stück, alte 1.40 2,40. junge 0,80-1,40, do. IIa 0,00— 0,00 Tauben, junge 0,40— 0,65, aste 0,40 0,45. Eulen, Stück 1,10—2,75. Gänse pr. Pfd. la 0,00-0,00, IIa 0,00—0,00, russische 0,35- 0,50 M. Schellfische 32—34 M.. Flunder 11—17 M. pro 100 Pfd. Hechte 110—113, Schleie, unsort. 00,00,'Aale, groß 00,00, mittel 00—00; Plötzen 57—60, Karpfen 00,00, Rhcinlachs 675, Seelachs 20—25 M. pr. 100 Pfd. Schollilchc Vollheringe lgcsalze») 40—44 M. Eier, schock 3,40—3,70. Butter pro 100 Psmid la 121—123, IIa 118-120, lila 115-118, abfallende 00-00. Kartossel, l pr. 100 Psd. rote 2,00-2,20, Rosen 0,00-0,00, hlaue 0,00-0,00, runde weiße 1,80— 2,00. Wirsingkohl pr. Schock 7.90—12,00, Weißkohl pr. 100 Psd. 4.25-4.50, Rotkohl pr. Schock 6.00-10,00, Holl. 14—16 Ni. Saure Gurken, Schock 2,00 Lt., Psessergurken 2,00 M. iLltterniigSuverstckit vom 23. Februar 1006, morgens H Uhr. Stationen 1 5 �=2 Iii e- k'-l_ 1 Wester I 3 bedeckt 3 Schnee 2 bedeckt 2>volkenl 4 bedeckt balb bd. is s c%■ S Ii W Tc 1 0 1 — 1 -4 -1 Stationen 2 5 i« Wetter »s 2". Haparanda 1 769 NNO 4Wlkig Petersburg 759 OSO 1 Schnee Scillh>749 WNW Kivollig Aberdee» 757 WNW 2 heiter Paris 752 SO j 3 bedeckt -14 —7 7 -1 1 Lwinemde!756WSD Hamburg!757SW Berlin!758W Franks. a M 758 O München 759 SO Wien 761 Still Wrttcr-Prognosc für Sonnabend, den L4. Februar 1006. Zeitlveise aufklarend, vorwiegend trübe mit Niederschlägen und mäßigen südwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. llVasserstand am 22. Februar. Elbe bei Aussig+ 0,36 Meter, bei Dresden—1.13 Meter, bei Magdeburg+ 1,42 Meter.— U u st r u l bei slransisurt-f 1,80 Meter.— Oder bei Ratibor+ 1,32 Meter, bei Bieslau Lberpegel-f 5,02 Meter, bei Breslau llnlerpegel— 1,12 Meter, bei Frmiksmt 4- 1,35 Meter.— Weichsel bei Brahemünde 4- 2,80 Meter.— Warthe bei Posen 4- 1,08 Meter.— N e tz e bei Usch Meter._ ßHcfkaften der Redaktion. A. F. Dirschau-Weichselb rücke, 837 Meter, Millionenbrücke, überbrückt den Bahndamm aus 220 Meier Spannweite.— G. 51. Linkstr. 42, 3—3. — L. E. 400. Ist nicht anzuraten.— W. P. 2. Sie werden bei einer Anzahl von Wörtern immer Unterschiede zwischen Schrift und Aussprache finden.— E. Pf. Wenden Sie sich an die GewerkschaftSkommission, Berlin, Engcl-User 15.— W. T. F'ngen Sie an bei der Zentral- komnnssion der Krankenkassen, Berlin, Engel-User 15.— D. 34. Reg.-Bez. Frankfurt. 4. Wahlkreis: Franksurt-LebuS, früher Dr. H. Braun, jetzt Bafierinann(»all.). 20. sächsischer Wahlkreis, früher Rosenow, jetzt Zimmer- mann(Ant.). Sachsen-Altenburg, früher Buchwald, jetzt Porzig(k.). ßriefkaften der Redaktton* Jui-isrikAie? Cell. Ttcj ___ juristlschc Etzrcchftiiudc findet tägli-tz mit Ausnahme des Soniiabends von vis Illir atirnds statt,(»cöitne«! 7 Ilbr. Wieder Anfrage ist et» Buchstabe»nd eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Schöncberg. Wenden Sie sich an die Offenbacher Kasse für Frauen und Mädchen.— A. K. 70. Soweit ersichtllch. steht Ihrem Schwicger- vater ein Recht nicht �u, es sei denn, aus dem Anstelluiigsvcr'rage erhelle das Gegenteil.' Znr Steuer ist er wie jeder andere verpflichtet.— Otto Flareck. Ja, aber vor der Heirat müssen 200 Marken geklebt sein.— Hermann Riebe. Sie müßten genau angeben, was die Zeugen bekunden sollen, und beantragen, datz die Zeugen hierüber gehört werden.— K. 8. 1883. Darüber gibt es keine Bestimmungen, daß ist von Fall zu Fall nach dem Grundsatz von Treu und Glauben zu entscheiden.— H. L. 17. 1. Ja. 2. Verjährung tritt erst in 30 Jahren nach der letzten Pfändung ein.— H. 78. Sic können sich an das RcichsversicherungS- amt wenden. Beispiele hierfür finden Sie in dem in den öffentliche» 'Bibliotheken' aiiSstegcndcn„Arbeiterrecht".— X. Z). Z. 000. Nein. — Z. 77. Sie mützten�sich an das Polizeipräsidium wenden. ES ist aber .völlig. aussichtslos,, daß Sie nachher ihr Ziel erreichen, wenn«ie etwa jetzt bereits älter als 27 Jahre sind.— M. K. 100. An die Versicherungsanstalt ist der'Antrag wegen Rückerstattung zu richten.— F. 65. Der- fieikige,' der perfide' Sachai zur Äusbewahrung hat, sie als Psand hat oder aus'Grund eines Arbeitsvertrages oder sonstwie in deren Besitz gelangt ist, .wird.kcweSivcgs„durch Zeitablauf Eigentümer der Sachen. Er hat die Sachen zurückzugeben, oder, wenn ihm eine Forderung zusteht, aus Zahlung gegen Rückgabe zu klagen.— R. 336. Ja.— R. L. 100. Nein, es ist Ihre Ausgabe, die Miterben zu ermitteln oder einen Pfleger für dieselben bestellen zu lasten oder ein Ausgebot herbeizuführen. — Sft>. B. 84. 1. In eiiwm' Grade schwerhörig, datz voraussichtlich Dienst- untauglich keit erklärt werden wird. 2. Sie müßten sich deS Morgens um 9 Uhr an das RcichstägÄiurean Portal V wenden.— Mietsvertrüge. Wir sind nicht in der Lage, Ihnen zu sagen, welche Entscheidung Sie meinen.—■(£. B. Potsdam. Da das Streitobjekt weniger als 100 M. beträgt, ist eine Berufung nicht zulässig.— H. H. 40. Sic müßten aus Aushebung des Vertrages und aus Schadenersatz klagen.— St.!t. DaS ist nicht mögllih. Es sei denn, Sie wenden sich an die betreffende Kirchen- behörde desjenigen, mit dem Sie verwandt sind.— R. 300. Sie müßten dem Gericht die Anzeige, die Sie danials unterlassen haben, nunmehr er- statten.— 91. W. Schreiben Sie vor dem Termin unter Angabe Ihrer Vorstrasen an das Gericht mit der Bitte, Sic nach denselben nicht zu fragen. — Otto 100. Wir würden das Institut nicht in Anspruch nehmen. — A. W... Pfd. 1.00 M. ... Pfd. 0.70 M. Verkauf an Mederverkäufer findet nicht statt. dagdwurst fa... k�ornrn. Mettwurst Oeisclvwarei� Pomm. Rotwurst... Pomm. Zwiebelwurst. Pfd. 0.50 m. Pfd. 0.50 m. New-Departure-Freilauf-Bremsnabe Die beste der Welt i.1 r« d jl0a n doruerncng. Millionen im Gebrauch Engroa-Vertrleb: Konmln Talbot, Berlin S. Von der Arbeiter- GesandHeits- K ilbliothek stett, sind bisher jolgende Hefte erschienen: 233/0* Bif erste Hülfe bei Unglül!'.sfäüen»on t*.«hriftencc " Muh In SaBrlten, Scrtftättcn, auf Bauplätze» vorhanden sein. 2 Bus erste Lebeusjahr.....»o«»r. anreecftctn Jeder junge» Mutter zur Anschaffung zu empfehlen. T>eft i Hesiindhkitspstege des Nervensystems°o»Dr.Hirschlafs Wer seine Nerven gesund erhalten will, lese diese Anleitung dazu. steft 4 Der Adjtöiiubentflg.........»o»»t. gäbet Eine ärztliche Begründung der sozialdemokratischen Forderung. fteft 5 Alkoljolfraijp und Arbeiterblaffe. v°n Dr. Fröhlich ' Eine empfehlenswerte AgilalionSbroschüre. stefr 6 BöS Schlllbiud......... von Dr.«tiberftei« Die Kinder vor Schullrankheiten schützen, ist Zweck des Büchleins. steft/ Geschlkchtsverkthr und Gesthlechtskraubheiten von Dr. Gebert Belehrend über diese, für jeden Mensche» wichtige Frage. r>eft 8 Nahrung und Ernährung Ein wichtiges Kapitel für die Arbelterfamitte. . Jedes Heft kostet 20 Pfennig.> JÜM- Diese Whandluiigen sind für jedermann verständlich geschrieben und sollten in leiner Familie fehlen."MO expccUtlon des„Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenftrafie 60, Laden. Eine Warfe wöchentl. Teilzahlung liefero oleganto. fertige Herren-jlfoden. Erttatz für Haß. Maß-Anfertigung feinst© Verarbeitnng Garantie tadelloser Silz. J. Knrzberg, Ad der Jannowitz-Briicke U. Direkt am Bahnhof. Kein Waren-Kredithaus. Nur neueste Moden. Dte, er steife schwarze-«..U IMkMö U. Odgp. vIZWß moderne Form. jigNtl M. D.iSD. j„ groster Auswahl. iSpoztal-Hnt-EiiKruB-Eiixci',»»f neueste Moden. Abteilung für den Et»ieQlv©rlt»i»f Neue König-Straße 48, i Trepp©, dritten Hau» vom Aloxanderplatz. Größte Auswahl, außergemöhnlillj billige preise. ülbllHta fiir Hppron neueste Form, mit Futter M. ESO. NulUUC IUI neu eil, mit Atlasfutter M. Ä—, Hochseine Qualität M. L.S0. extfg fölnö Ad. 3.�, böstk lZualitSt 4.ö0. Sionntaj?« gj'ßlTnct."MQ" t01L+ Bnglischer Garten Alcxandorstr. Ü7 c. eoimaBcnb, 24 März, grosser Saal frei geworden. Ferner ein iaal zum 25. und äl. Marz noch frei. 2242* Max Quclttser. « «°w»«! Vereine, Gewerkschaften!:; Dem verehrten Publikum, Vereinen mid Geworksohaften sowie allen Freunden und Bekannten zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich das herrlich an der Obersproo gelegene, mit Veranden und Hallen versehene zirka 15 000 Personen fassende Etablissement HaMHcUvcrdcp käuflich erworben habe.— Bequem vom Bahnhof Nieder-Schüneweide— Johannisthal in 5 Minuten zu erreichen. Dampferanlegestelle der Stern-Gesellschaft. öOSpL* Ausspannung für 200 Pferde. Im großen Saale jeden Sonntag; Ball. 6 Kegelbahnen, A A A A Volksbelustigungen aller Art. A A A A In meinen Fostsälon Küdersdorferstr. 45 setze ich mein Geschäft bis zum 1. Oktober 1906 unverändert fort. Hochachtungsvoll Albert Scheruch, Rüdersdorferstr. 45. •••••••••••••••••»•••••«ff hochfeine 6 Pf. Cigarre vorzüglicher würziger Geschmack J.NEUMANN Cigarren-Fabriken- 103 Filialen. Dr. Simmel, �nz4en SvezialarzI für 29/ U* Haut- und llarnleidun. 10— 2,5— 7. sonntaqS 10—12.2—4. Ilm sich vor Enttäuschungen zu bewahren, verlange man ausdrücklich z Würze -u. M Ilm sich vor Enttäuschungen zu bewahren, vi apiiiiiiirn I �maggi AHB 1�� JB IM U[ M W(JlS'4) und lasse sich nichts anderes aufre! MAGGl8 Würze nur in MAGG mit dem Kreuzstern, aufreden. Auch lasse man .MAGGI-Fläschchen nachfüllen. Verantwortlicher Redakteur: Hanl Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdruaerei u. Verlagsanstalt Paul Singer sc Co., Berlin SW. Nr. 46. 26. Jahrgang. 2. Ifiliiflf Ks Jotmärts" Knlim DslksdlM. Sonnabend, 24. Febrnar 1966. Für die Opfer des rnssischen Befreiungskampfes gingt» Weiter ein: Von der Parteipresse: Kassel, durch die Expedition des„Bolls- dlolt" 163,36, Desgl. 37,55. DeSgl. 14,10. Stuttgart, in der Expedition der„Schwäbischen Tagwacht" eingegangen 492,03. Desgl. 454,89. Desgl. 351,90. Forst i. L., eingegangen bei der Gcschästsstelle der„Märkischen BolkSstimme" 144.55. Desgl. 227,50. Offcnbach a. M., eingegangen in der Expedition des„Ofsenbachcr Abendblatts 226,5t. Desgl. 234,57. Ludwigs- lioien a. Rh., bei der Expedition der„Psälzer Post", eingegangen 200,—. Brandenburg a. H., eingegangen bei der„Brandenburger Zeitung" 150,—. Bant, bei der Redaktion der„Norddeutschen Volksstimme", 3. Rate 200,—. Königsberg i. Pr., durch die„Königsberger Bolkszeitung", 8. Rate 28,91. Hamburg, eingegangen in der Expedition deS„Hamburger Echo", 5. Rase 3000.—. Frankfurt a. M., in der Expedition der„Bolksstimme" eingegangen 125,35. Berlin, Sammlungen derWahlkrcise:2. Kreis. Listen: 35453 10,75 i 35257 und 35258 Daimler-Motorcn-Werkc, Marienselde, Abt. 9 und 10 35,75; 35262 Degenhardt, Waldstr. 35 9,10: 35263 deSgl. 16,50; 35264 12,55; 35267 13.60; 35277 7,20; Gemütliche Silvesterjeier bei Sa». Hornstr. 2 17.—; 15209 4,50; 15220 1,90; 15221 2,50; 15227 9,80; 15309 1.55; 15:365 1,50; 35108 4,60; 35124 5.-; 35126 3,20; 35135 8,40; 15707 1,70; 35058 16,70; 35061 10,10; 35073 20,80; 35081 15,—; 35100 12.65; Onkel 5.-: R. D. 2.-: 35187 9.-; 35191 11.50; 35192 16,40; 35082 Pianosorte-Fabrik Köpenickerstr. 154 18,50; 35197 und 35198 Kollegen und Kolleginnen der Verl. Buchbinderei Wübben u. Co. 67,30; 15476 21,95; 15477 7,95; 15478 2.10; 15479 12.90; 15481 5,50; 15486 16,80; 15489 5.20; 15491 12,60; 15492 3,65; 35371 22,3»; 35373 27,65; 35377 Buchdruckerei Otto von Holten 10,60; 35106 4,30; 35118 7,65; 35119 5,65; 35123 20,65; 35127 13,10; 35138 9,—; 35139 14,70; 35140 8,20; 35141 8,60; Gesammelt bei Herzog, Fürbrmgerstrnsze 5,—; 15054—,50; 15073 9,40; 35256 12,35; 36260 16,55; 35273 4,45; 35276 Vcrbandmitglteder bei Büxen» stein 29,45; 35288 5,80; 35289 3,50; 35282 5,15; 35294 13,60; 35296 3,90; 35297 13,80; 35298 6,20; 35451 13,50; 35454 1,50; 15134—,95; 15163 12,55; 15161 7,25; 35303 4,-; 35306 5,70; 35308 9,75; 35312 3,70; 35313 6,15; 35319 9,50; 35329 4,40; 35324 11,35; 35325 3,70; 35328 8,60; 35329 20,35; 35330 21,13; 35331 7,20; 35332 29,70: 35333 3,60; 35339 2,-; 35341 3,40 I 38345 10,10; 35347 12,15; 85350 5,50; 35421 4,93; 35425 5,10; 35432 7,60; 35005 10,-; 35006 6,35; 35011 8,50 1 35024 6,—; 35027 3,35: 35030 6,40: 35035 12,70; 3503« Ullstein u. Co.. ZeitungS.Abt. 11,70; 35038 12,15; 35041 1.25; 35042 6,10; 35043 3,75; 35046 11,30: 35047 8,15; 35048 7,—: Gesammelt bciReim, Fichtestraße 2,35; 35259 7,60; 35452 7,80; 35290 9,50: 35057 5,25; 35060 11,70: 35084 10,40: 35085 13.55: 35098 4,05: 36004 16,55: :>6008 11,65; Tischlerei Gossow 9,20; 35103 8,45; 35113 13,—; 35115 7,20; 35144 12,05; 35149 7,25; 36055 Tischlerei Gossow 10,45; 15252—,50; 35152 7,55; 35153 9,—; 35154 6,30; 35159 10,75; 35170 R. Hartmann. 2. Rate 3.85; 35172 Gießerei u. Apparatebau R. Hartmann, 1. Rate 8,55; 35173—.50; 35174 2,50; 35175—,25; 35180 2,50; 35182 2,50; 35183 7,75; 35186 18,85; 35189 8,55; 35195 10,25; 35200 5,80 I 35353 9,30 1 35357 7,65; 35363 5,—; 35370!,—. Summa 1389,75. 3. KreiS a Konto Listen 1000,—(darunter Listen 31652 5,30; 31651 Deutsche Telcphonwerke, Abt. Maschinenbau, Elisabcthuscr 22,50; 31656 Deutsche Telcphonwcrkc, Zeughosstvaße 13,45; 31657 desgl. 27,75; 31658 deSgl. 5,15; 31659 desgl. 3,85; 31660 desgl. 11,20; 31661 desgl. 4,10; 31662 desgl. 5,75; 31663 desgl. 5,35; 31664 desgl. 1,80; 31665 desgl. 10,75: 31666 desgl. 26,50; 31667 desgl. 7,15; 31668 desgl. 2,70; 31669 desgl. 9,90; 31670 deSgl. 14,80; 31492 12,80; 31604 ges. am gcmütl. Stammlisch bei Becker, Kvmmandantenstr. 10/11 3,30; 31189 Tischlerei Lüdke(2 Tischler auSgeschl.), Luisen-User 8 5.—; 31165 Kollegen der Firma Guggen» bichlcr 12,—; 31212 Buchdr.-?ldt. Gebr. Dchhle u. Wegner 6,30; 31280 6,35; 31281 7,65(darunter Theater- BergnügungSverem„Bineta ll" 3,—); 31282 5,70; 31221 4,80; 31232 5,80; 31233 Weihnachtskneipe u. amerik. Aukt. der 6. Männer-Abt. deS Turnvereins„Fichte" 14,05; 31234 3,25; 31242 2,80). 4.KreiS, Wahlverein 1607,88. Listen: 10423 3,60; 10429 «,«0; 10447 4,40; 10448 7,70; 10489 4,70; 10549 6,25; 11126 3.-; 11128 8,95; 11132 6,70; 11135 5,20; 11137 7,45; 11138 1,20; 11139 5,80; 11176 2,60; 11173 3,50; 11504 13,10; 11505 5,55; 11523 7,10; 11523 6.65: 30103 4,80; 30119 4,—; 30137 5,55; 30140 8,73; 30151 24,85; 30154 21,95; 30159 3,30; 30160 1,80; 30168 4,25; 30135 4,05; 30136 6,05; 30237 10,45; 30238 10,90; 30239 Möbelsabrik Gurisch 9,10; 30240 Werkstatt Frenze! 10,40; 30243 17,55; 30244 2,45; 30246 6,70; 30248 6,05; 30249 1,65: 30250 11,80; 30252 8,95; 30255 14,20; 30256 1,10; 30277 4,60; S0278 6,75; 30280 7,05; 30282«,—; 30283 4,75; 30296 23,75; 30297 7,45; 30306 10,60; 30314 gesainmelt bei Sl. S. Ball 25,75; 30307 16,45; 30361 6,50; 30362 5,70; 30367 14,—; 30502 9,15; 30503 1,80; 30504 4,60; 30505 20,—; 30506 22,25; 30507 4,70; 30508 5,60; 30511 7,90; 30512 8,50; 30513 10,45; 30514 2,30; 30516 10,10; 30517 2,75; 30518 16,05; 30519 3,05; 30520 4,95; 30521 17,45; 30522( 7,—; 30523 3,80; 30524 12,85; 30525 5,50; 30526 6,90; 30529 8,70; 30530 4,65; 30531 8,10; 30532 6.20; 30533 9,60; 30534 7,20; 30535 11,95; 30536 20,10; 30537 6,25; 3053b 15,60; 30544 8,95; 30546 3,10; 30549 8,25; 30601 8,50; 30605 4,75; 30616 4,10; 30617 5,10; 30619 5,75; 30,620 10,10; 30626 7,70; 30628 3,50; 30630 2,90; 30631 9,—; 30632 4,95; 30633 9,80; 30634 10,55; 306.36 2,15; 30639 8,95; 30640 3,—; 30641 14,10; 30642 14,45; 30645 6,50; 30646 6,50; 30801 17,60; 30802 11,25; 30803 gesammelt aus der Fahrt von Berlin nach Wiesenburg 8,10; 30801 7,05; 30813 5,75; 30814 9,05; 30818 7,75; 30821 3,40; 30825 4,10; 30828 8,—; 30830 2,85; 30904 4,90; 30914 2,30; :;09fG 5,95; 30920 10,30; 30933 7,70; 30937 5,80; 30938 10,25; 30939 2,05; 30942 12,55; 30913 4,50; 30944 9,20; 30945 2,35; 30946 9,60; 30947 13,05; 30948 15,60; 30753 7,—; 30754 7,10: 30755 von de» Arbeitern der Möbel» sabrik Lonnig u. Jatzky(darunter Sechserkasse 5,—) 15,25; 30756 5,90; 30758 12 60; 30759 3,—; 30772 18,10; 30774 8,50; 30775 2,15; 80776 4,35; .«779 12,40; 30781 10,45; 30784 2,10; 30787 7,10; 30793 6,70; 30795 4,55; 30796 Werkstatt Langer 11,45; 30798 4,50; 30799 4,05; 35504 9,90; 35508 14,95; 35510 6,05; 35511 8,95; 35512 10,30; 35517 3,45; 35518 22,55; 35519 6,75; 35528 3,25; 35530 18,15; 36531 7,—; 35537 13,-; 35601 II 40- 35603 19,—; 35666—35670 die Arbeiter der Firma Groos n. Gras, (when-Schönhausen 81,85. Von Tischlern der Möbelsabrik Kluy, Warschauer» st'raße 24.75; Tischlerei Reiher u. Linke 3,50; von den Parteigenossen deS I<3. Stadtbezirks 10,-; Tischlerei H. u. A. Schulz, Boxhagenerstraße(ein» schließlich Ueberichuß der Kranzspende 15,80) 45,90; durch Kracht lO,—; Tischlerei Reichel u. Co. 12.-. 5. Kreis. Listen: 9001 Ulrich 12,50; 9005 6,75; 9011 10,25; 9012 11,25; 9016 5,05; 9034 5,90; 9045 1,—; 9050 Gasmestersabriken S. Elster, .Klempner 42,95; 9067 4,15; 9084 3,30; 9085 5,—; 9087 6,35; 9088 Akzidenz» Abt Ullstein 10,05; 9090 9,50; 9091 5,—; 9092 2,55; 9098—9102 Versammlung der Brauerciarbeiter Sektion II durch Kästner 47,65; 9103 6.90; 9106 2,10; 9107 3,15; 9110 durch Scheck 9,20; 9115 5.—; 9120 5,95; 0130 3,15; 9133 5,60; 9142 14,25; 9146 1.70; 9147 2,30; 9148 1,90; " WWW 9160 2,60; 9216 5,—; 9236 3,90; 9270 1,55; 1,50; 2,25; 1,25; 3,95; 9157 9211 9227 9254 9383 9475 der 9502 9312 9524 6,—; 9548 5,-20; 9559 4,—; 9564 8,16; 3,60; 6,55; 1,70; 2,—; d. Forster 7,75; 9391 8,50; 8,25; 9478 1,65; 9480 9159 9214 9233 9266 9172 8,30; 9184 8,10 I 9217 7,30; 9223 6,—; 9246 1,50; 9251 1,75; 9358 d. Förster 7,45; 9393 6,—; 9397 7,30; 3,40; 9482 von den 9185 6,75; 9226 2,30; 9252—,30; 9376 9,30; 9472 3,60. Arbeitern Firma Louis u. H. Löwenstein 12,85; 9485 6,40; 9501 6,65; 24 66; 9503 1,90; 9505 5,25; 9506 9,40; 9508 8,35; 9510 9,85; 65; 9516 3,25; 9518 4,05; 9519 3,45; 9520 5,30; 9521 19,90; 9528 18,35; 9531/32 d Bäsch 20,75; 9533 7,10; 9531 1,50; 0549 5,30; 9550 15,60; 9552 8,95; 9557 1,50; 9558 2,85; 9560 6,97; 9561 Arbeiter Dewitt u Herz 17,90; 9562 10.—; „. 9566 4,70; 9570 Zigarettensabr. Janina 4,20; 9571 4,10; 9572 15,05; 9573 8,35; 9574 Zigarettensabr. Herbsloli 4,30; 9575 Zigarettenfabrik Phänomen 8.35; 9576 Zigarettensabr. Phänomen 10,35; 9580 10,15; 9582 6,—; 9589 Zigarettensabr. Wachsmund 6,40; 9592 6,55; 9599 6,15: 9601 19,25; 0604 4,—; 9605 11,50; 9606 7,90; 9607 19,50; 9612 11,96; 9616 7,20; 9618 3,40; 9620 4,75; 9621 4,10; 9622 7,50; 9633 24,50; 9634 12,50 1 9635 15,28; 9636 gesammelt in Halbe 6,60; 9633 2,40; 9639 5 95; 9640—,30; 9648 9,20; 9649 2,50; 9653 8,15; 9656 Gasmesser. sabirken S- Elster. Abt. Klempner 21.85; 9661 7,80; 9662 6,90; 9703 Filzschuhsabrtk Nosenberg, ges. durch B. 19,80; 9707 3,95; Summa 1000,33 5 KreiS 1933LS Schönhauser Vorstadt: Listen: 7518 2—- 7573 3,20; 8631 von den'Arbeitern und Zlrbeiterlnnen durch Frau Grothen, Saarbrückerstr. 30, 8,—; 8650 6,45; 8652 6,80; 7703 3,90; 7747 Weihiiachtstneipe der sechsten Männerabt. Turnverein„Fichte" 9,05; 7761 desqt. 0,90; 8575 2,95: 8501 1,95; 8596 1,40; 32706 10.-; 32743 Karl Kühne. Oderbergerstr. 13, 10,60; 3708 6,80; 7595 6,80; 7628 6,50; 7636 13,85; 7639 8,20; 7640 5,90; 7643 3,05; 7644 9,60; 7647 9,75; 7651 3,—; 7652 3,-; 7653 7,-; 7663 6,50; 7668 11,75; 7687 7,16; 7688 15,90; 7689 4,15- 7690 9,75; 7897 6,90; 8780 8,80. Tellersammlung 21. Januar Köritz bei Neustadt a. D.. Kreis Ruppin ll.—. R o s e n t h a I e r B o r st a d t: Listen: 4175 3,50; 4279 17.20; 832 1 6.50; 8330 5,60; 8334 8,—; 8355 8,20; 8358 2 80; 8367 11.95» 8368 14,60; 8369 2,75; 8370 6,60; 8371 3,—; 8374 4,95: 8388 14,10; 8388 7,20; 8389 4,70; 8407 7,30; 8431 durch A. Gold» Otf« 16,86; 8440 2,75; 8460 11,40; 8464 4,85; 8473 19,05; 848V 5,45; 8499 4,50; 7248 10,05; 7250 darunter 14,90 Kranzüberschuß von Rudols Radloss 21,80; 7207 gesamm. aus der Geburtstagsseier von Robert Diescler durch Gruhlke 13,85; 7208 2.50; 8354 lt.—; 8400 5,45; 8454 3,40; 8497 gesammelt durch Brettschneidcr 6,13. Gesundbrunnen: Listen: 3433 5,95; 3434 6,15; 3435 3,20; 3436 3,30; 3437 2,50; 3438 9,20; 3439 5,25; 6638 7,30; 6639 6,70; 6689 10—; 6692 8,40; 6693 2,90; 6695 14,10; 6696 13,90; 7979 4,—; 8000 6,95; 8005 8,10; 8007—,90; 8011 3,40; 8028 2,90; 8041 2,15; 8043 2,70; 8044 4,20; 8046 4,80; 8047 1,70; 8071 2,90; 8075 22,85; 8078 2,10; 8094 4,90; 8095 2,50; 8108 7,95; 8110 10,50; 8292 20,15; 8294 14.50; 8295 8,45; 6629 24,70; 6628 17,40; 66,40 6,40; 6691 11,45; 7845 4,45; 7847 9,50; 7856 6,55; 7859 2,40; 7895 5.40; 7898 11.85; 7813 4,20; 7920 4,50; 7975 9.05; 7993 8,65; 7994 6,90: 7997 10,35; 7993 14.85; 7999 6,65; 8038 4,75; 8039 4.25; 8062 1,45; 8063 13,35; 8066 1,35; 8067 2,—; 8070 2,90; 8081 5,15; 8083 2,45; 8084 6,40: 8085 1,10; 8087 3,20; 8089 1,20; 8121 6,70; 8123 4,10; 8126 4,25; 8127 4,25; 8128—,50; 8129 10,—; 8198 25,20; 8197 14,90. Amenkanische Auktion pwnderige Jacke 11,20. Oranienburger Vorstadt: Listen: 4942 8,40; 4969 6,10; 4973 7.30; 33004 12,95; 4817 5,90; 4823 4,95; 4824 4,—; 4825 5,80; 4840 5,20; 4865 9,50; 4876 4,50; 4886 5,80; 4913 3,65; 4941 5,50; 4946 8,60; 4974 14,30; 4997 2,—; 7315 12,50; 7326 4.61; 33008 Bau Aschinger 11L5. Wed ding: Listen: 5313 1,—; 5371 4,25; 5372 8,10; 8801 7,90; 8806 12,80; 8834 3,15; 8835 2,10; 8836 3,05; 8844 80,—; 8854 1,60; 8882 6,80; 8886 10,55; 8894 10,65; 8909 4,50; 8912 2,25; 8915 7,—; 8917 5,80; 8918 1,95; 8930 6,00; 8933 13,30; 8973 6,20; 8976 7,20; 8978 3,45; 8982 9,75; 8986 1,40; 8989 8,60; 32030 5,85; 32033 16,20; 32036 5,—; 32037 7,90; 32060 6,90; 32062 17,40; 32063 6,85; 32079 7,75; 32085 6,10; 32098 11,10; 32101 1,30; 32125 3,25; 32165 10,50; 32166 7,40; 32167 6,85; 32170 3,45; 32171 6,15; 32187 8,45; 32188 ILO; 32191 16,—; 32192 4,05; 7359 Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Bergmann, Elektr. Werte.'Abt. Schultz 6,20; 8875 Abt Nerkc 27,20; 8876 20.-; 32040 Ab» tcilung Lande» Baurct 3,80; 32042 Abt. Joseph-Wollib 1,20; 7356 6.95; 7370 Fabrik Tobler, Müllerstraße 8,30; 8808 13.—; 8812 22,—; 8992 9,70; 32024 7,50; 32076 2,25 I 32104 7,90. Moabit: Listen: 5594 Abt. Büttner, Schleijerei 44,50; 5770 4,55; 5578 9,42; 5921 Tischlerei Georg Kuhnert 8.50; 5928 2,90; 5936 2.65: 5939 17,35: 5947 5,20 I 5948 20,80; 5953 4,80; 5955 7,30; 5966 6,90; 5975 2,—; 32210 9.25; 32211 5,10; 32213 Buchdruckerei I. Marwitz Nachs. 10,50; 32222 Bergmann, Abt. Schwarz 8.25; 32224 4,90; 32227 11,—; 32229 3,25; 32235 1,75; 32257 9,-; 32258 Turbinenbau, Tischlerei 22,15; 32263 Filiale Mittag 4,80; 32275 12,70; 32277 11,60; 32278 15,—. Bautischlerei Mittag, Moabit 10.—. Wahlkreis Teltow-BeeSkow-Charlottenburg, sozial- demokratischer Zentralwahlverein aus Listen und Einzelbelträge 11:30,48 (darunter Lotterieverein Einsatz Eh. 3,50; Nieder-Schöneweide, Listen 22,—; Schmargcndors, Listen 12,75; Schönebcrg, Listen 149,90, Bau Wellenberg, Müllerstraße 21,45, deSal. 7,95, Tischlerei H. Rcddemann 18,60, Firma Bockmüller durch ErHardt 3,10, Bau Schmidt, Monumentenstraße, durch Kersten 7,10, Buchdruckerei Kettenbeil 13,10, Maler der Firma Bendisch 16,10, Tischlerei A. Staberow 11,35, Bau Maties, Hauptstraße 12,75, Bau Haichtstraße durch Walter 13,10, Summa 274,50; WilmerSdors, Listen 31,50; Steglitz, Listen 6,40; Zebiendors, Listen 20,60; Grünau, Listen 19,55-, Rix» dors, Listen 200,—, Stammtisch Flick 7,95, vom 10. Bezirk 6,13, Gips» und Zementarbeiter, Filiale Rixdors 6,—. Tischlerei Winguth, Rixdors 8.—, Summa 228,08. Alt-Glienicke. Listen 44,25; Tempelhos, Listen 147,70, amerik. Auktion 2,90, Summa 150,60; Eichwatdc, Listen 19,65; Johannisthal, Listen 15,60; Teltow, Listen 56,05; Charlottenburg, Listen 200,—, Uebersch. v. 7. Bezirk durch Viereck 25,80, Summa 225,80. Bereits ab- geiiesert 7640,66. Im ganzen 877l,14). Nieder bar nim er Wahlkreis. 806,95. Neuenhagen: Listen 238 7,85; 240 6,30; 241 8,75; 245 4,55. Fitiale des Töpferverbandes Neuen Hagen 15.-. Pankow: Listen 378 5,55; 379 25,75; 256 13,90; 6 5,55. Nicder-Schönhausen 4t9 6,85; 412 12,10; 420 19,15. Friedrichs- selbe: Listen 871 11,95; 873 12,55; 877 17,302 880 4,60. Gesammelt durch Putzerkolonne Gemeinhardt 6,—. Ober-schönew eide: Listen 116 K.-W. O. Abt. Ricsstahl 8,90; 271 14,15; 272 12,85; 273 21,30: 274 Einsetzer v. Kuhnert u.Kühne, Charlottenburg 20,—; 275 17,90; 276 11,80; 278 Freie Turnerschast Obcr-Schöncweide 4,—; 279 11,20; 286 7,40; 28? 3,70; 288 6,65; 291 Schwimmklub Vorwärts Ober-Schöne- weide 14,85; 292 Gesangverein„Liedertascl" 19,40; 293 Arbeiterinnen v. Salomon Ob.-Schde. 21,55; 298 9,70; 299 11,40; 301 8,30; 302 K. W.O. Drahtsabrik, Saal VI. VIII, IX 13,95; 304 6,—; 305 5,40; 306 9,05; 307 K.-W. O. Band- und Blechwalzwerk 9,65; 309 K.-W. O. Gummi-Werk, Saal 26. 27 7.-; 310 deSgl. 40.25; 311 29,30; 312 K. W. O. Autodreher 13,85; 313 37,35; 315 6,85; 317 21,60; 318 8,50; 320 10,75; 331 Blech. walzwerk Kupserwerk Deutschland 9,--; 383 K.-W. O. Auto-Reparatur 18,30. Lichtenberg: Listen 515 5,95; 520 6,15; 525 1,85; 544 7,05; 56t 2,60; 563-.65; 564 1,20; 565 3,50; 566 1,80; 567 1,30; 569 2,10; 570 3,90; 616—,70; 617—,50; 618 5,40; 621—,30; 635 2,85; 640 10,25; 641 9,20; 646 7,—; 649 Auto, Siemens. Schlickert Werke 2t, 85; 653 7,60; 660 9,90; 661 1,10; 663 23,70; 666 11,80; 688 14,-; 507 7,85; 612 2,60; 613 1,35; 667 5,40. Berlin, diverse: Ans Berlin NW. 1,—. Gesammelt von den Kollegen der Firma Walter Hhan 10,—. Silvesterpunsch 2,—. Kranzüber- schütz v. d. Firma S. A. Hostmann, Mützcnsabrik 12,75. Silvester, Hopsen, blüte 2 Treppen 2,50. Buchdruckerei- Hülssarbeiter, Abt.„Woche" 13,30; deSgl. 12,25; deSgl. 12,10; desgl. 11,85. Bier Touristen 4,—. Personal der Buchdruckerci H. S. Hermann, 5. Rate 113,35; desgl. 6. Rate 86,55; desgl. 7. Rate 88,10. Von den Buchdr. der graphischen Kunstdruckerei Gebr. Fcyl 16,—. Arbeiter v. Woishardt u. Goldschmidt. Franksurter Chaussee 26,80. Rote Hochzeit Kobold 4,02. Ges. aus Bau Oranienstr. 24 von Maurern, Arbeitern u. Lehrlingen 5,20. Tischlerei G. u. H. Schütze, Neuenburgerstr. 13 20,—. Allgem. Kranken- u. Sterbek. d. Metallarbeiter, E. H. 29, Filiale 3 10,—. Gesangverein„Freie Liedertafel" 10,—. Polierer von Dischleit, Adiniralstr. 18b 5,—; deSgl. 5,—; desgl. 6,80. Einige Maler durch Ocslcrle 15,50. Wunderlich 1,50. Personal der Buchdruckerei Sitlenseld 123,60. Bon den Maschinenmeistern der„National- Zeitung" 20,—. Ueberschuß der Sechserkasse der Werkstatt Roedel 3,—. Ges. durch K. von d. Kollegen der 17. Gas- Revierinspektion, Schulftraße 6,45. Organisierte Brauer Berlins I 50,—. V. d. Schneidern der Stückwerkst. Herrn. Hoffmann 20,—. Gesangverein„Freiheit Nord" 21,95. Maler 1,—. Statt Hochzeitsgeschenl v. 3 Kall. v. Jastrow 3,—. Putzerkolonne A. Schutze, Äarbaroflastraße, Schöneberg 15,—. Tarisgemeinschast der. S.— aus— Kall. 4,50. Verband der Friseurgehülsen, Strafgelder aus der Vorstandssitzung 5,—. Gesammelt am GeburtStagsttsch am 5. 2., Alte Jakobstr. 6 3,45. Vom Uebersch. deS gemeinsamen Vergnügens der Portefeuiller, Sattler und Veraoldcr Berlins in der„Neuen Welt" 24,55. Chirurgische Branche Ueberschuß b. Vortrage über die russische Rcvolutton 85,65. Psropsenverein Nordost 10,—. Holzarbeiterverband 2000,—. Zentral verband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin 500,—. Lotterievercin.Glucksstern" Moabit 2,50. Gesangoerew„Rote Nelke II" 20,—. Ges. b. einer klemen Feier von W. u. R. 4,—. Vortrag Dr. Zadel b. d. Holzarbeitern S. W. 6,—. Buchdruckerei Rosen 10,—. Ertrag der Tellersammlungen in den Versammlungen am 24. Januar in Groß-Berlin 9190,29; Koßler, Familienfest 7,—; Schneiderwerkst. Unter d. Linden 13 30,—; Wall, Weißensee durch Lindner 1,70; Zentralorganifierte Töpfer Rixdorss durch Sterkermeier 31,81; Summa 9260,80. Vereinigung der Maler, gesammelt am 11. 2. 06, 159,50. Böttcher d. Faßsabril W. Koch, Antonstr. 25,95. Lotalverband der Kürschner 100,—. Arbeiter d. Gießerei- Abt. G. Graucrt, Slralau 23,85. Uebersch. v. Liedervcrtaus d. Krüger 3,—. Sonstige Eingänge: Vetschau N.-L., Tellersammlung am 21. 1. 11,50. München, von den organisierten Brauern durch Albert 100,—. München-Au, o. d. Brauereiarö. der Wagnerbrauerei 8,50. München, Un< genannt 25,—. Schönebcrg b. Berlin, A. B. 200,—. Driesen, durch L. W. gesammelt in Versammlung 9,20. Bremen, von den Parteigenossen 500,—; deSgl. 500,—; desgl. 800,—; desgl. 500,-. Wedel i. Holst., durch M. A., Tellersanimlung in Versammlung 31,86. Kiel, vom 7. schlcSw.-holst. RcichStagswahlkreise 2. Rate 1200,-; desgl. 3. Rate 600.—; desgl. 4. Rate 600,—; deSgl. 5. Rate 600,—. Neustadt i. Holst., durch A. M.. Teller. sammlung m Versammlung 12.66. Danzig, durch P. B. 37.—. Celle, durch W. B., Tellersammlung in Versammlung 53,50. Segcberg, durch C. B., Tellersanimlung in Versammlung 13,05. Wolgast, durch O. P. 32,05. Trebbin Kr. Teltow, durch R. K.. Tellersammlung in Proieswersanimlung 37,—. Brandenburg a. H., durch G- B., Tellersammlung von 3 Versamin» lungen am 21. 1. 204,>0. Bremen, durch E. R., Ertrag der Tellersammlung in Versammlung in Scharmbeckstotel 4,42; desgl. in Ritterhude 10,58; desgl. in Stade 45,60; Summa 60,60. Nürnberg, eingegangen bei dem sozialdemolr. Verein 282,—. Marxioh-Hamborn, durch A. T., Tellersammlung in Versammlung vom 21. I. 20,-. Rehme, durch F. H., Tellersammlung in Protestoersammiung 15,—. Guben, aus Listen gesammelt 160,—, Tellersamnilung im Restaurant Bellevue (Proteswers.) 39,—, Sa. 199,—. Bayreuth, vom sozialdemolr. Verein 25,—. Curslack, durch A. St., Tellersammlung in Versammlung am 21. 1. 11,—. Suhl, durch A. K., Tellers, in Vers, am 21. 1. 12,—. Wenig-Rackwitz, durch 'JB., ges. in Protestvers, am 21. 1. 14,19. Tilsit, durch G. D.. ges. in rotestvers. am 21. 1. 36,—. Jse' lohn, durch G.. tn den Versammlungen in I u Umg. ges. 44,46. Worms, i. d. Demonstrationsvers, eingegangen 50,—. v. Metallarbciterverb.. Zahlstelle B. 11,—, Sa. 61,—, Suhl, durch A. Schi- 80,—. Spandau, Tellers, i. Vers. 143,—. Alt-Glienicke, Kranken- lasse der Maurer 5,50. Pößneck i. Th-, durch P. S. aus dem verpreußten Meiningen 155,70. Rüdersdorf, Tellers, in Vers, am LI. 1. 15.75. Aus Pommern, durch Parteisekretär A. H-, Stettin: Kolberg 23,—, Hammel- stall 7,05, Hammer I 9,2t, Hammer H 5,30, Anklam 14,12, Torgclow 27,15, Stargard 6,60, Gollnow 12,—, Loitz 10,—, KöSlin 21,—, Lassan 4,82, Sagard o, R. 1,15, Sehlen a. N. 1,45, esumma 141,85. Thorn, Tellers, i. Protestvers, am 21. 1. 9,67. Forst t. L., in den zwei Versammlungen am 21. 1. ges. 146,40. Odersbach i. H., ges. in Versammlung am 21. 1. 6,30. Mütheim a. Ruhr, durch H. F. 8,10. Burg b. Magdeburg, durch O. B., Uebersch. der Protestvers. 80,—. Minden i. W., von den Parteigenossen 31,50. Fürstenberg a. O., durch O. L., ges. i. Protcstvers. am 21. 1. 29,20. Plagwitz, Kr. Löwenb. i. Schi., durch A. K., ges. i. Volksvers. 18,—. Sorau N.-L., durch W. W., Tellcrsamml. i. Vers. ain 21. 1. 60,—. Luoeck, durch A. E., Ergebnis der Sammlungen in den Ber- samnilungen am 22. 1. 344,60. Grünhos(Lauenburg-EIbc), durch E.,40. Summa 50 084,06. Bereits quittiert 224 816,82. Im ganzen 274!,U0,8S. Berlin, den 21. Februar 1906. A. G e r i s ch, Ltndenstr. 69, Charlotteuburger Stadtverordneten-Nersamiulung. In der Sitzung am Mittwoch begründete Gen. Dr. B o r ch a r d t eingehend die von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Interpellation:„Was gedenkt der Magistrat zu tun, um die feit nunmehr zwei Jahren vorgenommenen Ardeitsloscnzählungcn fruchtbar für die ermittelten Arbeitslosen zu gestalten?" Der Redner verwies darauf, daß die Frage einer ausreichenden Fürsorge für die Arbeitslosen geradezu eine Lebensfrage für die bürgerliche Gesell- schaft sei, die nach dem Ausspruch des verstorbenen bürgerlichen Sozialpolitikers Rösicle sich selbst daS Todesurteil spreche, wenn sie einem Teile ihrer Bürger zurufe:„Ihr könnt Euch durch ehrliche Arbeit nicht ernähren, ihr müßt verhungern." Aber obwohl auch der Reichskanzler erst vor wenigen Tagen noch erklärt hat, es sei Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, daß„jeder Bürger nicht nur Brot habe, sondern auch Butter aufs Brot," also nicht nur einen ilotdürstigen Unterhalt, sondern ein behagliches Auskommen, hört man von einer Arbeitslosen-Fürsorge seitens des Reiches seit langem, seit den letzten Wahlen nichts mehr. Roch weniger als bom Reich ist vom Staat zu erwarten.— gehört Preußen doch zu deujenigen Staatswesen, die bis heute noch einer Bolksvcrtretuug cutbehren. Daher ist es gerechtfertigt, daß die Arbeiter sich zunächst an die Geineiude lueiiden, luozu noch die Erwägung komme, daß eine allge- meine zcutralistische Regelung der Arbeitsiosensürsorge im ganzen Reich vielleicht 10 schivicrig ist, daß notwendigeriveise erst von den einzelnen Gemeinden die Borbedingungen hierfür geschaffen werden mußten. AuZ solchen Erwägungen heraus sind wohl auch vor zwei Jahren die Arbeitslosenzählungen in Charlottenburg eingeführt worden> die regelmäßig im Februar, Juli und November stattfinden. Redner ging näher auf die Technik dieser Zäh- lungen ein, deren letzte, im November 1£)Oö, nur die geringe Zahl von 72 Arbeitslosen ergeben habe, aber daraus kann leider nicht geschlossen werden, daß die Arbeitslosigkeit in Charlottenburg eine so geringe sei, sondern dies Resulrat erklärt sich aus der Talsache, daß sich der Arbeiter allmählich Zweifel be- «nächtigt habe», ob denn auf die fortdauernden Zählungen auch wirklich etwas� für die Arbeitslosen geschehen werde; wein« dies Jucht der Fall sei, sonder» immer nur Erhebungen zu rein statisti- scheu Zwecken veranstaltet werden, muß naturgemäß bei den Arbeitern die Freudigkeit bei der Mitarbeit nachlassen; daraus erklärt es sich, daß bei der letzten Zählung ganze Arbeiter- viertel nicht mit Zählkarten belegt wurden. Das beste Mittel, die freudige Mitarbeit der Arbeiter zu sichern und die Zählungen zu zuverlässigen auszugestalten, ist die Inangriffnahme einer Ikuterstütznng für die ermittelien Arbeitslosen. Der Magistrat würde sich damit nicht anf vollkommen unbetrctenes Gebiet begeben, vielmehr haben die Arbeiter selbst in ihren Organisationen, von denen allein die freie» Gewerkschaften für reine Arbeitslosen-Unterstützung, also abgesehen von Kranken- und Invaliden-, sowie von Gemaßregelten- und Streikunterstützung, jährlich über IVz Millionen Mark ausgeben, vorzügliche Vorarbeiten geleistet. Auch öffent- liche Gelder iverdcn bereits zur Arbeitslosen- Fürsorge ver- Ivendet; so werden bereits in 9 � von den 10 belgischen Städte» mit über bOOOO Einwohnern nach dem Vorgange von Gent den Gewerkschaften Zuschüsse zu ihrer Arbeitslosen- Unterstützung gezahlt, und auch in Deutschland hat die Kölnische Stadtverwaltung im Mai vcrigen Jahres beschlossen, der von privater Seite ins Leben gerufenen Arbeitslosen- Versichcrungsknsse einen Zuschuß von 20 000 M. zu gewähren und für die 100 000 M. übersteigenden Kosten aufzukommen. Wir hoffen auf eine Antwort, die uns er- warten läßt, daß Charlottenburg auf diesem Gebiete vorbildlich wirken will. Die Antwort des Magistrats entsprach dieser Erwartung leider iiichti Herr Stadirat Professor Dr. Jastrow ver- breitete sich sehr eingehend über die Methoden, einen Ucberblick über den Arbeitsmarkt zu gewinnen, unter Ivelchen die Charlottenburger Arbeitslosenzählungen nur ein ergänzendes Glied darstelle». Alle diese Methoden haben überein- stinmiend ergebe», daß gcgciiwärtig die Arbeitslosigkeit eine ver- hältuismäßig geringe sei, und deshalb sei ein Anlaß zu irgend tvclchen außerordentlichen Maßnahmen nicht gegeben. Bei der Ein- fiihrnug der Arbeitslosenzählungen sei durchaus keine Versprechung auf irgend eine unmittelbare Unterstützung der Arbeitslosen geniacht worden; diese sollten sich zunächst an den städtischen Arbeitsnachweis wenden. Zu bemerken sei ferner, daß vom ReichsanU des Innern in allernächster Zeit eine um- fangrciche Veröffentlichung über Arbeitslosenversicherung junnittelbar bevorstehe, die man zunächst wohl abwarten müsse. Jedenfalls Jverde der Magistrat die Frage im Auge behalten und die Zählungen fortsetzen. Wenn sie durch die Teilnahmslosigkeit der Arbeiter niiß- lingeu und der Magistrat einer etwa eintretenden großen Arbeits- losigkeir dann unvorbereitet gegenüberstehe, müsse er die Verant- worlung dafür ablehnen. Die Mehrheitsparteien waren von dieser mit übermäßigem Bei- fall aufgenoinmeiien Antwort so befriedigt, daß sie überhaupt nicht das Wort ergriffen. Von unserer Seite betonte Genosse Dr. Borchard t, er müsse nach dieser Antwort befürchten, daß die nächsten Zählungen ergebnislos verlaufen würden. Freilich ist bei ihrer Einführung keine positive Zusicherung auf Unterstützung der Arbeitslosen gemacht worden i aber die Matzregel selbst enthält in sich die Ver- mutung dieser Unterstützung, die gerade in verhältnismäßig günstigen Zeiten eingeführt werden mutz. Beim Hereinbrechen einer großen Arbeitslosigkeit ist es zu spät, organische Einrichtungen in großem Stile zu treffen. Deshalb ist die ablehnende Haltung des Magistrats überaus bedauerlich. Freilich behalten die Zählungen auch dann noch ihren symptomatischen Wert, und ist aus diesem Grunde eine Be- teiligung der Arbeiter au ihnen eNviinscht. Von den übrigen Gegenständen der Tagesordnung rief nur der Etat eine Debatte hervor, den der Kämmerer wohlwollend zu prüfen bat. Die Liberalen erklärten durch ihren Redner, Stadt- verordnetenvorsteher-Slellvertreter Kaufmann, daß sie angesichts der Schwierigkeit, den Etat zu balanzieren, sogar auf prinzipielle Wünsche Verzicht leisten würden. Genosse Dr. Borchardt erklärte diesen Standpunkt nicht ein- nehmen zu können, zumal noch genügend Mittel zur Aufbringung von Geld vorhanden seien; ganz allein der Grund und Boden sei nur inj letzten Jahre wieder um 52 Millionen Mark im Werte ge- stiegen, woraus sich mit Leichtigkeit die erforderlichen Mittel be- schaffen ließen, etwa zur Verbilligung des Gases, dessen Herab- scynng um einen Pfennig pro Kubikmeter nur 350 000 M. kosten würde. Gar nicht mitsprechen dürfe die Kostenfrage bei der Ge- Währung freier Lernmittel, die übrigens nur ein Mehr von 150 000 M. erforderten. Ebenso sei dringend aus dem schnelleren Bau von Gemeindeschulen zu bestehen, für welche eine verständige Finanzpolitik die Mittel schaffen müsse. Der Etat wurde einem Ausschuß von 15 Mitgliedern und 15 stellvertretenden Mitgliedern überwiesen; seitens der sozialdemo- kratischen Fraktion gehören diesem Ausschutz an die Genossen Dr. Borchardt. Hirsch, Scharnberg, als Stellvertreter Klick, Vogel, Zepler. Um'/slO Uhr wurde die öffentliche Sitzung geschlossen. Gerichts-Leitung. Reichsgerichtliche Erschwerung des Beschwerderechts. Wird die Behauptung wahrer Tatsachen unterbunden oder die freicste Kritik gegen Mißstände behindert oder gar das persönliche Beschlverderecht erschwert, so wird der Ungerechtig- keit.derWillkür.derKorrnption und derHeuchelei Vorschub geleistet. Deshalb muß in dem Strafkodex der in der Kultur borge- schrittenen Länder die Behauptung wahrer Tatsachen g e s ch ü tz t iverden. Unser Strafgesetzbuch durchbricht den für ein Kultur- land unentbehrlichen Grundsatz, daß das Aussprechen von Wahr- heiten geschützt sein müsse, in erheblichstem Maße. Im§ 186 des Strafgesetzbuches legt es dem, der die Wahrheit ausspricht, den Beweis der Wahrheit auf, falls die behaupteten Tatsachen jemand verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzusetzen geeignet wäre. Weit darüber hinaus geht die Recht s p r e ch u n g, die so oft den Beweis trotz des er- drückendsten Beweismaterials nicht in vollem Umfange für geführt erachtet oder gar den Beiveis der Wahrheit durch die Fiktion(Annahme) abschneidet, die behauptete Tatsache sei keine Tatsache sondern ein Urteil und ein solches lasse sich nicht beweisen. Aber selbst wenn alles, was gegen Beamte vorgebracht ist, bis auf das Tipfelchen über dem i bewiesen ist, tritt§ 192 des Strafgesetzbuches an, der da bestimmt, „der Beweis der Wahrheit der behaupteten oder verbreiteten Tatsache �schließt, die Bestrafung nach Vorschrift des ß 185 des Strafgesetzbuches n i ch t aus, wenn das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form der Behauptung oder Verbreitung oder aus den Uni- ständen, unter Ivelchen sie geschah, hervorgeht". In ähnlicher Weise sagt der überdies durch die Rechtsprechung außer- ordentlich eingeengte§ 193:„Tadelnde Urteile über wissen- schaftliche, künstlerische oder gewerbliche Leistungen, ingleichen Aenßerungen, welche zur Ausftihrung oder Verteidigung von Rechteji, oder zur Wahrnehmung berechtigter Interessen ge- macht werden, sowie Vorhaltungen und Rügen der Vor- gesetzten gegen ihre Untergebenen, dienstliche Anzeigen oder Urteile von feiten eines Beamten und ähnliche Fälle sind nur insofern strafbar, als das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Forni der Aeußerung oder aus den Umständen, unter welchen sie geschah, hervorgeht." Ani Donnerstag gelangte folgender Fall vor dem Reichs- gericht zur Verhandlung, der zeigt, lvie nicht einmal vollauf berechtigte Beschwerden nach der Auffassung des Reichsgerichts gegen Beleidigungsklagen geschützt sind. Vom Landgericht Flensburg ist am 7. Juli v. I. der Rentner Anton Georg C a r st e n s e n in Arsleben von der Anklage der Beleidigung freigesprochen worden. Er hatte in einem Schreiben an die Regierung in Schleswig sich über den Gemeindevorsteher K. beschwert, weil dieser bei der Verpachtung der Jagd, die Carstensen bis dahin inne hatte, parteiisch vorgegangen sei. K. stellte Strafantrag, doch. wurde vor Gericht die Behauptung des Angeklagten voll erwiesen. In dem Schreiben an die Regierung kamen u. a. die Worte„in skandalöser Weise" vor. Das Gericht verkannte nicht, daß sie beleidigend seien, meinte aber, sie seien es nicht so sehr, daß der Angeklagte, der be- rechtigte Interessen wahrgenommen habe, deshalb bestraft werden müsse.— Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, weil nicht aus- d r ü ck l i ch nach Z 193 festgestellt sei, daß sich weder aus der Form noch aus den Umständen die Absicht der Beleidi- gung ergebe. Es wird in dem besprochenen Fall wohl das Landgericht abermals zu einer Freisprechung gelangen. Unerfindlich ist, weshalb die Bezeichnung des parteiischen Vorgehens eines Beamten nicht unter allen Umständen als ein skandalöses soll bezeichnet werden dürfen. Logisch folgt aus der An- nähme des Reichsgerichts: es kann in Prcußen-Deutschland nicht als skandalös bezeichnet werden, daß ein Beamter parteiisch vorgeht. Sollte das in der Tat die Ansicht des Reichsgerichts sein, so verurteilt diese Ansicht unsere Zustände schlimmer als es der heftigste Angriff tun könnte. Das Lizentiatengedicht deS„Simplizissimns" vor dem Reichs- gericht. Das gestern verkündete Urteil des Reichsgericht gegen die Redakteure des„Simplizissimus", Linnekogel und T h o m a, welche vom Landgericht Stuttgart am 26. Juni v. I. wegen des bekannten Lizeiitiatengedichtes, Linnekogel zu 200 M.. Thoma zn sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden sind, lautete auf Verwerfung der von den Angeklagten eingelegten R e- Vision. Die erhobenen Rügen, über die wir am 10. d. M. berichteten, wurden gänzlich für unbegründet erklärt. Durch das Gedicht in Verbindung mit dem Bilde habe nicht bloß der Lic. Bohn getroffen werden sollen. Dieser sei vielmehr als die Ver- körperung seines Standes anzusehen. Deshalb sei der Strafantrag der gerichtlichen Behörde ausreichend. Eine straf- bare Beleidigung müsse als vorliegend erachtet werden, da die Grenzen, welche auch der Satire gezogen seien, überschritten worden seien. Die Reichsgerichtsrechtsprechl«ng, wie überhaupt die Recht- sprechung auf dem Gebiete der Beleidigungsprozesse wächst sich immer mehr zu einer Rechtsprechung zur Verhinderung freier Kritik und abfälliger Urteile über An- gehörige oder Diener der herrschenden Klasse ans. In dem formvollendeten, prächtigen Lizentiatengedicht wird das bigotte Geschrei über Unsittlichkeit satirisch, unter besonderer Hervorhebung der Ausübung ehelicher Pflichten Geistlicher behandelt. Darauf wird Strafantrag vom Oberkirchenrat gestellt. Es kann nämlich nach K 196 des Strasgesetzbuches nicht nur der unmittelbar Beteiligte, sondern auch sein amtlicher Vor- gesetzter Strafantrag stellen, wenn die Beleidigung begangen ist,„während der Religionsdiener in der Ausübung seines Berufes begriffen" war oder wenn sie„in Beziehung auf seinen Beruf begangen ist". Es fällt schon schwer, einen Zusammen- hang zwischen der satirisch behandelten Tätigkeit des Lizenliaten Bohn und seinem Berus zu erkennen. Aber das Reichs- gericht geht noch weiter: Thoina sollte nicht nur Bohn, sondern alle dem Oberkirchenrat unterstellten Pfarrer be- leidigt haben. Wie aus der mitgeteilten Urteilsbegründung hervorgeht, nimmt dies das Reichsgeriidt an, demnach sei der Strafantrag hin- reichend— weil Bohn als Verkörperung seines Standes oder seiner Standesgenossen anzusehen sei. Da ist es jvirklich schwer, über das Urteil keine Satire zu schreiben. Im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde gestern die Frau Elisabeth A. von der 2. Strafkammer des Landgerichts II. Tie Angeklagte ist die Ehefrau eines in sehr guten Vermögensverhält- nissen lebenden Kaufmanns in. Schöneberg. Im Jahre 1900 wohnte das A.'sche Ehepaar in der Ebersstraße 27. Die Bewohner dieses Sauses wurden längere Zeit hindurch durch das geheiinniSvolle Treiben einer Hansdiebin in Aufregung versetzt. Bald war es eine alte Waichleine, dann ein alter Lumpensack, dann iviederum eine alte Brotschneidemaschine, die auf rätselhafte Weise verschwand. Die Diebin wurde schließlich in der Person der Angeklagten ennittelt. In ihrem Besitze fand man allerhand zusainniengestohlene alte Sachen. Unter Anklage gestellt, wurde Frau A. wegen wieder- holten schwere» Diebstahls zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Sie legte Revision gegen dieses Urteil ein, die jedoch vom Reichsgericht verworfen wurde. Lange Zeit hindurch betrieb der Rechlsbeistand der Angeklagten ein Wideraufuahmeverfahren, weil sie schon seit ihrer Jugend an gewissen somnambulistischen Zu- ständen leide, die sie zu Handlungen verleiten, die man früher als Kleptomanie bezeichnete. Frau Ä. selbst habe ihre sämtlichen Be- kannten gebeten, bei Besuchen aufzupassen, daß sie nichts mitnehme oder sich eventuell fehlende Gegenstände von ihrer Wohnung später abzuholen. Zu der erneuten Verhandlung war als psychiatrischer Sachverständiger Professor Dr. Mendel geladen, der bekundete, daß er durch längere Beobachtungen festgestellt habe, daß die An- geklagte an epileptischen Zuständen leide, die vorübergehend eine freix Willensbestimmung ausschließen. Die Angeklagte wurde des- halb auf Grund des§' 51 Strafgesetzbuchs freigesprochen.— Zweifellos gibt es krankhafte Zustände, welche die Zurechnungs- fahigkeit ausschließen. Aufsallend ist, daß solche Zustände vor Gericht fast nur bei vermögenden Leuten entdeckt werden. Eine genaue Prüfung der geistige» Beschaffenheit der Angeklagten wäre wohl bei jeden« Eigentumsdelikt, insbesondere aber bei Jugendlichen, an- gebracht. Noble Passionen haben den Geschäftsführer Karl Schirmer ins Verderben gestürzt, der gestern aus der Haft der 10. Straf- kamnier vorgeführt wurde. Der bisher unbestrafte Angeklagte war im Herbst v. I. als Geschäflssührer in dem bekannten„Linden- Restaurant" tätig. Hier machte er verschiedene Bekanntschaften, für die er viel Geld verbrauchte. Da er außerdem als Kavalier auch auf verschiedenen Rennbahnen„tippte", überstiegen� seine Ausgabe» bald bei weiten« seine Einnahmen. Als sich durch seine Schuld auch noch ein Kassenmanko herausstellte, griff er fremde Geldbeträge an, im, dieses zu verdecken und zugleich seine Schulden zu bezahlen. Als die Unterschlagungen die Höhe von etwa 2000 M, erreicht hatten, wurde die sortgesetzte Untreue eures Tages entdeckt.— Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängnis. Da? G e r« ch t erkannte auf acht Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshast. /Ziis der frauenbeivegung. FraucnwahlrcchtSbcweguiig. Die bürgerlichen Frauen Wiens haben Sonntag wieder eine Versammlung abgehalten, in der zum Frauenwahlrecht Stellung genommen wurde. Prof. Dr. W i e l e r- n i tz aus Prag war als Referent erschienen und begründete in unanfechtbarer Rede die Berechtigung des Frauenwahlrechts. So weit wäre alles gut gewesen; niemand wird es den Damen ver- wehren, daß sie gerade jetzt für das Frauenwahlrecht demonstrieren. Sie riskieren dabei nichts und schließlich werden doch immer einige Frauen mit den Bestrebungen der Frauenbewegung bekannt gemacht. Etwas anderes ist es aber, daß die Damen es nicht unterlassen können, bei jeder Gelegenheit unsere Genossinnen eines schweren Fehlers zu beschuldigen,� weil sie gegenwärtig den Kampf uins allgemeine Wahlrecht ohne besondere Betonung des Franenwah lrechts führen. So auch Sonntag wieder. Um sich die Sache ein» mal anzuhören und wiederholter Einladung folgend waren diesmal eine Anzahl Genossinnen anwesend, darunter auch die Genossinnen Schlesinger und I o p p. Beide Genossinnen ergriffen das Wort. Genossin Popp bewies den Damen die Berechtigung der Haltung unserer Genossinnen. Die Versammlung nahm auch Stellung zum Z 30 des V e r e i n s g e s e tz e s. der Frauen von der Mitgliedschaft in politischen Vereinen ausschließt. Frl. Stefanie Manheim er, eine Volksschullehrerin, hielt ein ausgezeichnetes Referat und führte aus, daß das Vereins- und Versainmlungsgesetz Frauen mit Minderjährigen und Ausländern auf gleiche Stufe stelle, trotzdem in Oesterreich sechs Millionen Frauen selbständig tätig sind. Als einzige Ent- schnldigung für das Gesetz bezeichnete die Referentin den llmstand, daß es vierzig Jabre alt ist und aus einer Zeit stammt, wo die politische Unfähigkeit der Frau von ibrer Wirtschaft- lichen Abhängigkeit abgeleitet war. Es wurde eine Resolution angenommen, in der die Ausschließung der Frauen von der politischen Vereinstäligkeit als unvereinbar mit ihrer sozialen und Wirtschaft- lichen Tätigkeit im Staate erklärt wird und die das Frauen« Wahlrechtskomitee beauftragt, durch eine P e t i t i o n an das Abgeordnetenhaus die baldigste Beseitigung dieser entwürdigenden Bestimmung zu fordern. Fraiienwahlrechts-Denioiistration in-Englaud. Die„Franks. Ztg." schreibt unterm 20. Februar aus London: Während der König feine Thronrede hielt, fand unweit des Parlamentspalastes eine eigenartige Dcnionstration für das Frauenstiminrccht statt, obwohl während der Eröffnung-des Parlainents alle öffentlichen Versammlungen und Auf- züge in einem Umkreise von einer englischen Meile verboten sind. An der unterirdischen Eisenbahnstation St. JameS, unweit vom Parlament, sammelten sich Hunderte von Frauen an, darunter viele mit Kindern anf den Armen. Meist waren es Arbeiterfrauen aus der westlichen Vorstadt Hammersmith, in der es viele Sozialdemo- kraten gibt. Auch elegante Damen kamen, darunter die Gräfin Carlisle und Lady Francis Balfour. Mit der letzten Abteilung Frauen kam ein Mann, der ein mächtiges rotes Banner entfaltete. Ein Polizei-Jnspektor ergriff das rote Banner und rollte es zu- sammen, und nun zogen die Frauen nach Caxton Hall. Hier wurde, der Polizei zum Trotze, das Banner über dein Eingange entfaltet, bis alle Demonstrantinnen in den Saal gelaugt waren. Man sang ein eigens gedichtetes Lied und wartete auf Keir Hardie, der aber nicht erschien, sondern einen Brief schickte, in dem er sein Weg- bleiben entschuldigte. Reden wurden gehalten und zwei Resolutionen angenommen. Gegen beide erhoben sich zwei Arme, die einem der wenigen Männer in der Versammlung gehörten. Dieser Protest des einen Mannes erweckte laute Rufe des Unwillens. Nachdem die Ver- sammlung zu Ende Jvar, zogen die Demonstrantiunen in einzelnen Gruppen, da ein organisierter Aufzug nicht gestaltet war, zum Parlainent, um hier einzelne Abgeordnete für ihre Forderungen zu gewinnen.- Mariendorf. Der Frauen- und Mädchen-Bildungsvercin von Mariendorf«md Umgegend hielt am 21. d. M. seine Mitglieder- Versammlung bei Reichardt Hierselbst ab. Herr R. Küter sprach über: „Die Frau in der heutigen Gesellschaft." Der Referent schloß den großes Interesse erweckenden Vortrag«nit einem warmen, beherzigenswerten Appell an die Frauen, überall da. wo sich Verbände und Bildungsvereine für Frauen und Mädchen befinden, müßten sie sich denselben anschließen, Hand in Hand arbeiten, Schulter an Schüller kämpfen. Unter Punkt Vereinsangelegenheiten wurde den Mit- gliedern bekannt gegeben, daß am 3. März eine Eröffnungsfeier linscres Vereins in Tempelhof bei Noack, Berlinerstr. 9, statlfindet. Recht zahlreicher Besuch wird erwartet. Einige neue Mitglieder schloffen sich dem Verein an. Die nächste Versammlung findet anr Mittwoch den 21. März statt. Lichtenberg. Den Mitgliedern deS Frauen- und Mädchcn- BildungSvereinS Lichtenberg diene hiermit zur Nachricht, daß die gemeinsame Besichtigung der Heimarbeit-Ausstellung am M on- tag, den 26. Februar nicht st a t t f i n d e n kann, da die Ans- stellung nur noch bis Sonntag, den 25. Februar, ge- öffnet i st. Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und unser guter Vater, der Steinmetz Molimin Tröster am 22. d. M. im Alter von 49 Jahren gestorben ist. 2g88b SopKis Tröster nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. d. M., nachm. 31/, Uhr, aus dem Rixdorfer Kirchhof. Maricndorser Weg statt. Am 21. d. M. verstarb unser Kollege, der Schriftsetzer �uxust k�ietmek im Aller von 34 Jahren. Ehre seinem Audenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. d. M., nachm. 3-/, Uhr. von der Leichenhalle des EmmauS-Kirchhoses, Rixdorj, Herniannstraße, ans statt. Die Kollegen der Hausdrackerei der Aktien■ Gesellschaft für Anilin-Fabrikation. �3osef Tisch er � /> Kohle, i-vlrosihandl», ig � De>'lin0.34,Brombergerst.t9j20. Preise ab Plai, von 10 Ztr. an. Industr.-örikels, Halbsteine p.Ztr.SvPs 1». Senffenberger Salon-Briketts Anna" oder„Marie" v. Ztr SO-Ef. Henckels Werke.. 90, Ilse». Anh. Mariengrube,„ 95„ la engl. Anthraiit, Bruch, Koks, Steinkohlen, Holz usw. zu billigsten Tagespreisen.* Handwagen verleihe zu Kohlen. To«! e«..4 n sr.ei s?. Am 22. Februar verstarb nach! schwerem Leiden unsere lang- j jährige Kollegin Luise Bethge geb. Linke. Sie ist uns stets eine treue Kollegin gewesen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 25. Februar, nachm. i'l, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen-KirchhoscS, Rixdorf, Her- malmstraße, auS statt. 497öb Die Kollegen». Kolleginnen der Firma UliKtoln& Co., Buchbinderei. Deutscher Buchbinder' Verband. Zahlstelle Berlin. Am 22. Februar verstarb unser langjähriges Mtglied Frau EBHse Bethge. Ehre ihrem Andenken l Die Beerdigung findet am 25. Februar, nachm. i'l, Uhr, in Rixdorf auf dem Luisenkirchhosc in der Hermannstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 23/10 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die Beweise innigster Teil- nähme bei der Beerdigung meines leider zu früh dahingeschiedenen lieben ManneS, deS SieinirägerS Adolf Silz sprechen wir hiermit unseren herz- lichsten Dank» auS. 29816 Witwe Klara Silz nebst Verwandten. Kür bcn Jnliali ber Jmernie iibmiimmt bic Nebiitüoii bei» Piiblikiiin gegenüber keinerlei Berniiiixortiiiig. Ukeater. Tonnabend, den 24. Februar. Sliismig 7'/, Uhr: Opernhaus. Orpheus und Eurhdike. Ansang 8 Uhr. Schanspieihans. Der Schwur der Treue. Deutsches. Oedipus und die Sphinx. Lerliner. Zar Feodor Jannowitsch. Neues. Ein Sommernnchtstraum. Lessiug. Der Ruj des Lebens. Ilnfang 8 Uhr: Schiller O. iWnllner-Tbealer.) Zwei glückliche Tage. Schiller �>.«Friedrich Wilbelm- slädlilches Tbeaier). Die Macht der Finsternis. kleines. Minder der Sonne. Westen.«Lchützenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. jeiitral. Der Mikado. Nachmittags 4 Uhr: Prinzeßchen Goldtraut. vietropol. Aus ins Metropol. iLalhalltr. Nach Afrika, nach Ka- merun. Komische Oper. Don Pasquale. Nesidenz. Der Prinzgemahl. Trianon. Loulou. «nilspielhans. Der Weg zur Hölle. Nachmittags 3 Uhr: Kleine drama- tische Matinee. rhalia. Bis früh um Fünse. Sari Weift. Die lebende Brücke aus Kuba. Nachmittags 4 Uhr: Rübezahl. tuiirn. Der Kaufmann von Venedig. Deutsch-Amerikanisches. Er und Ich. Kasino. Die goldene Brücke. Apollo. Insel Tulipatan. JmGri- setten-Kabarett. Spezialitäten. Smnfelb. Familientag im Hause Prellstein. Folies Capricc. Nach dem Zapfen- streich. Der Beheme. Wintergarten. Tschin- Maas Chinesen-Truppe.— Otto Remter. Neictisliallen. Stettiner Sänger. Passage. Spezialitäten. Ilrauia. Tauvensirnfte 4K/4S. Wends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Nachmittags 4 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Elek- tromagnetismus. Sternwarte, Jnvalidenstr. S7/S2. Täglich geöfsnei von l bis 7 Uhr. Berliner Theater. Gastspiel des Moskauer Künstlerischen Theaters. Zar Feodor Joannowitsch. Tragödie in 5 Akten v. Alexej Tolstoj. Sonntag und Montag: lax Feodor Joannowitsch. Ansang 7>/, Uhr. Sonntag nachm. 2'/- Uhr zu er- mäßigten Preisen: iiamlet._ Heues Theater. Ansang 71/, Uhr. Sin Scnunemactitstramn. Sonntag: Erdgeist. Montag: Die Neuvermählten. Hieraus: Salome._ Kleines Theater. Ansang 8 Uhr. Kinder der Somit. Sonnlag nachm. 3 Uhr: Nachtaspl. Abends 8 Uhr: Kinder der Sonne. Zentral"Theater. Sonnabend nachmittag: Prlnzeßclicn Goltitrant. Abends 8 Uhr: Oer Tlikado. Komische Oper. Sonnabend, 24. Febr., abends 8 Uhr: Don Pasquale. Kam. Oper in 3 Akten von Donlzetti. Sonntag nachm. 3 Uhr(ermäßigte Preise) u. abends 8 Uhr; Hoffmanns Erzählungen. Montag: Don Pasquale. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: ' i. öonntag nachm.: Gastsp. Frl. Ursus vom Lessing-Tbeater: Faust. Ibends: Die Karlsschüler. liontag: Ein Sommernnchtstraum. Deutsch Amerikanisches THEATER. J ed o n Abend 8 Uhr!! Gastspiel Ad* ä'iiilipp, Sonnt, nehm. 3 U Zum 64. Male: tr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Apollo-Tlieaier. Interessant! Aninsant! Die glänzende» Spezialitäten n. (aodvn� BeiBing mit seinen vierbeinigen Komikern. Katsnkiima IIIeaNhl, Meister des Jiu-Jltsp. Vorher: Die Insel Tulipatan, Operelle. Sonnlag, den 25. Februar, nachm. 3 Uhr: Berliner Luft u. Spezialitäten. Urania Abends 8 Uhr: Am Goif Ton Ne�el. Nachmittags 4 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Elektromagnetismus. Sternwarte l,"'alid0n' str. 57/62. astans fanoptihum Fried i-icliisti*. 163. Ohne 8xtra-Snfree. ßcrjfbewoUneir Abessiniens. 65 Fing-eborene Männer, Weiber und Kinder, sowie das Baby ,,Berolina". Eintritt 56 Pf. LustspieBlia&as. Nachm. 3 Uhr: Kleine dramatische Matinee des Eichelbergsche» Konser- vatoriums. 8 Uhr: Her Weg zur Hölle. Meiroplil-Thealer Anfang 8 Uhr. W- i's fchui! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Hauchen in all. Räumen gestattet. Folies Caprice Budapester Possen• Theater 132 Linienstr. 132, —" Ecke FriedrichstraBe.■— Zum 160. Male: Wach d. Zapfenstreich. Vorher: Der Beheme u. d. auSgezeichn. Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Vorverk. tägl. b. Werlheim u. an der Theaterkasse von IV�Uhr vor- mittags an. Rozilisiu-IIiöglos. Direktion: Richard Hlexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Akten von L. üänros und I. Chaneel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Oer Schlaf- wagenkontrolleur._ Carl Weiß-Theater. Gr. Franksurterftr. 132. Nachmittags 4 Uhr Kinder-Porstelluug. Kleine Preise. UBhezahl u. das lustige Schneiderlein. Abends 8 Uhr: Die lebende Brücke auf Kuba. Morgen: Tie lebende Brücke auf Kuba. W. Noacks Thealer. Direktion: Hob. Dill. Brunneustr. 16. Maskenball d. G.-V„Lied Hoch!"(M.d.A.-S.-B.) Sonntag: In rulTilchcr Leibeigen febaft. Ansang T'/o Uhr. Entree 30 Pf. Ball. KasinosTheater Lolhringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Alar bl« L8. Fcbraar: Die goldene Brücke. Donnerswg, den I.März, z. I.Male: Die Herren Söhne. Sonntag 4 Uhr: Das Opferlamm. BenMRlise-TIiögw Gesundbrunnen, Badslraße 58. Morgen Sonntag, den 25. Februar, nachmittags 3 Uhr: Die zöltlicht» iltrivandttn. Abends 7 Uhr: Die Hnna-Lire< Billett-Porverkaus Sonntag vorm. v. 19 bis 1 Uhr an der Theaterkasse. Voranzeige. Dienstag, 27. Febr.: Großes Kostümfest. Ein Winzerfest am Rhein. tags-Tlieglu. Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Miß Gertrude, Dänzeri». Karl Bernhard, ,Unil Pepi singt1 < i < i ( ( i i ( der Humorist. j= Bierzehn Nummern.= ( a. � J(Pcpl Weiß). J WalhaÜa Thealer ilndj Aftilm, iindj fiaiitrnttt. Ausslatlungsposse in 6 Bildern. Auf. 8 Uhr. Naucheu überall gestaltet- Schiller-Thealer 0.(Wallner-Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Zwei glückliche Tage. Lustspiel in 4 Akten von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Sonntag, nach in. 3 Uhr: lVOca. Sonntag, abends 8 Uhr: tityge« nnd sein Ring. Montag, abends 8 Uhr: Z. 1. Male: lieber unsere Kraft(2. Teil). Llheatvi'. Schiller-Theater N.(Friedr.-Wilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Ubr: Idie Rächt der- Flnstecm«. Schauspiel in ö Slften v. Leo N. Tolstoj. Uebersetzt von Raphael Löwenseld.. Sonntag, n a ch nr. 3 Uhr: �aplenstcelch. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgimst. Montag, abends 8 Ubr: i Die Rächt der Finsternis. Zirkus Albert Schumann Heute abend präzise 7'/» Uhr: XXIIl. Grande Soiree High Life. Gala-Programm. U. a.: Die gröftte Novität! ein Souper bei Maxim. L,cs 7 Perezolf. Riesen-Potpourri von Schul-, Frei- heits- und Springpferden. Sämtliche Originaldressuren des Dir. Schumann. ihre Exz. Margaretha Fehim Pascha, das Rätsel des Orients. Die ausgezeichnete Drsard-Troupe. Die phänomenale Ergotti und King Louis Troupe. Frl. Oora Schumann aus dem Vollbluthengst„Dsitl". Die vorzügliche Morgana-Troupe. Ferner die neu engagierten Spezialitäten. Zum Schluß: Die größte Pracht- Ausstattungspantom. der Gegenwait zum 76. Male: FfflimEnai das neue reuillHia Frauenreich. Sonntag; 2 Gala-Vorstell., nachm. 31/, Uhr(ein Kind frei) und abends 7>/. Uhr. In beiden Vorstellungen das SensationS- Programm. Zum 71. Male Fcmina. Trianon=Theater. Ansang liOnlOll. 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die herb« Frucht. Zum erstenmal in Berlin! Tschin-Maa's Ghineson-Truppe Außerdem Otto Reutter und das tiiebriider Heute zum 110. Male: Der größle Herrnfeld- Sehlager: Mientag Hanse Prellstein. .Sloinöbie in drei Akten mit den Autoren A. u. D. Herrnseld in den Hauptrollen. Ans. 8 Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr (Theaterkasse). fröbels Allerlei-Thealer Schönhauser Allee 148. Jede» Sonntag uub Mittwoch: lOV Konzert Theater, Spezialitäten, Tanz. Ans. Sonntags 6 Uhr, Mittwochs 8 Uhr. Bar- Sonnabende für Sommerfeste sind noch stet._ Palast-Theater Burgstr. 24, 2Min.v.Bh.Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Mlle. Eugenie vchulreiterin im Herrensattel mit Goldsuchshengst Monte Christo. Li Bello«"■ Miß Astre Norton die zweite Saharet. La belle Leona Gelenkphantastin. Die Herbstparade, Schwank. Familienkarten in Barbier-, Friseur- >0 Zigarrengeschäften unentgeltlich. Gustav Behrens Spezialitäfeii- Theater Frankfurter Allee 85. Die größte Sensation des Ostens sind flie kleinen Wehen von Berlin. Im zweiten Bilde: Die sechs schöne» Munolizigaretten. Außerdem X das neue Februar-Programm. X XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Prunk- und Parade-Abend. Zum 1. Male;"HiW 70 Eisbären 70 unter persönlicher V orführung des Herrn Hagenbeck. Neu!"ME KW Sensationell! Der automatische Mensch. Zum ersten Male in Europa! Noch nie dagewesen!"Mg Femer die vorzüglichsten Programmnummem. Zum Schluß(um 91/« Uhr): Die neueste und gröBte Sehenswürdigkeit Berlins: + Indien.# Orig.-Pantom. d. Zirkus Busch. Besonders hervorzuheben; Eine Witwenverbrennung. Avis I Morgen 2 gr. Vorstellungen, nachm. 4 Uhr u. abends Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder auf allen Sitzplätzen halbe Preise. Reichshalien. Täglich: Stettiner Sänger (Mensel, Pietro, Britton, Böckmann, Böhme, Waiden, Seidel, R. u. O. Schräder). Ansang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Raataurant„Zum Prälaten" Rummelsburg. Jnh.: F. Boragk, Sonnabend, d. 5. März: Karlmrger Sänger. Direktoren: C. Frick und Fr. Kasche-Krause. Neues hochkom. Progr. Ans. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugokarten gelten Nachher: Tann. Sonntags- Spezialitäten-Yorstsllung. SanSS0UCi.sträßeS4ar Dir. Vfilhelm Reimer. Sonnt.. Moni., Donnerst.: IfoiTiiiHnnei Norddeutsche Sänger Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Dienst., Mittw.: Theaf.-Ab. Anmeld. f. d. gr. Theatersaal z. nächst. Saison(a. s. Mitt wochs) w. schon seht entg. A!»>'l Jackett, prima Köper-Gewebe.. S M. 50 Echtblaue Monteur- Hose, prima Köper-Gewebe.. L M. lv Weihe Friscur.Jacketts 3,50,!j M. 75 ilonditor-Jacken, Lreihig... 4 M. 50 Malcr-Kittel... 3.—. 2.50. 2 M. 25 Mechaniker-Kittel(braun) 3,—, 2 M. 40 Weiße Leder-JackeltS, 2reihig 7,50. Z M. 75 Weihe Lederhoscn... 4,50, 2 M. 30 Kcsselreiniacr-An*üge, blau, nach Vorschrift...... 5 M. 50 Die Preise gelten sür normale Gröben. Elaei* Sohn En gros. Export. En detail. Chauitecstr.24a/28.Vrürte»ftr.U. Gr. Urautfurterstr. 20. DaS 2b. Haupt-PrciSbuch tWS wird kostenlos uns portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweste und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 56882» — Versand von 20 St. an franko.— P5~ NCen eröffnet! Ken eröffnet! Centrale für Herrenmoden S. LITTMANN nnr IVO« Ä, OffllliCllStl'itll© nur Ä, Station Hocliliahn Oranienstraße. !! Jeder Käufer erhält ein Geschenk!! speziaiangebot: S!eganfe?atetofs Kerren-Btisilge Kcnfirnianaen-Hnziige Herren-Seinkleider x'on 10,50 Mark an. von 11,50 Mark an.__ von 0,5O Mark an.__ von 2,50 Mark an. zeieimet sieli ans diireti tatlelloseo Sitz, vorzüglictie ferarfigitung, solideste Stoffe. nnr No. Ä, Oi*aniensti*aße nnr No. Ä. Neu eröffnet.1 Sensationell! Jas Kaiser Wilhelm 11/ Umgebung" von ♦»*— Hochinteressant! r Seilen stark. Mk. 2,80 franko gegen Nachnahme oder Vorcins. Betrages vom libein. Verlag A. Reichenbach& Cie., Köln. empfiehlt sich, das Buch sosort zu bestellen. 129 Skalistcrstr. 129. Die schönsten 1122» 1 Herren-Somnier- Paletots| und Anzöge fotjre""un �ouats-Garderobef oo» Kavalieren getragene Lachen, I säst neu, für jede Figur passend, I speziell Bauchanzüge sind int grober Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zubaben. j atban Manel 129 Skaliuerstr. 129. dochbahnstation KottduserTor. f Sitte aus Hausnummer zu achten.> Greift zu! hlonals-Anellgo dem Besten v. 10.— M.an KNORR'5 5u ppenfckFel n u "I r»t>s wo ns F. Abonnements-Anzüge., 12,50 Monats- Paletots..., 9,—,, Joppen........ 5,—,# Partie-Anzüge, teils mit unmcrfbaicnFchIeni„ 10,50., Anzüge, Ersatz für Mag„ 20,—,, Kammg.-Hos.od.Jacketts, 3,—,, Alles auch für korpulente Figuren! Getrag. Kleidungsstücke v. Kavalieren, Reisend., aus den feinsten Werkstätten Berlins, teils von Hoflies., kolossal billig. Strabcnbahn- Vergütung I* p�unZentral-KelleF, Benin. an der ') Köpenickerftr. 3 Minut. v. Stadtbahn Jannowitzbrückc. 35 Neanderstr. 35, 91/6* iiZenterSeeDlaid| gelegen, ist den verehrten Vereinen, Oe- ülen. GroSe und kleine Säle. Bes. W. Heinrich.*| Zigarren! {UUliffate)£ Bczngaqnelle> S für Händler: I=" ab Mk. IC.-»/».'| Bell& Co. f Kosenstrnße 18, I.•= Spezialitäten: ä 24-25-26— 28— 29—«0 5 Zahnklinik Friedrichstr. stohrenstraße). hen- Kronen- »«,»»»»»>,»»»»> Mohr Ulahnzlehe»,, Nervtäten Bei künftl. Zähne», Plomben:c. werden nur die Auslagen berechnet Sprechst. abds. 5— 7Uhr, aufecr Sonnt. KraFt-RofliWEm fürBlukarme u.Kranke ärzMich eopfohlen n.150 In Apotheken, Drogen- u. Delika- tessengosch., steht unter ständiger Kontrollo d. ehem. Laboratoriums Dr. C. BiachofT. Kleine Anzeigen. M M» W Strasse& Anzeigen den Annahmestellen für Berlin bis! Uhr. für die Vororte bis 1 2Ubr, Hauptes pedition Linden- Strasse 69 bis S Ubr angenommen. B # jA f erden Am •rlin "jM 6!»rdl»e»baiis Wroge Franksurter- strage 9, Parteire. Ii 3» den tu r'Ausverkauf. Gardinen 10 Prozent Rabatt. Feilster(zwei Schals) 140, 185. 225, 285, 350, 485. 575. 665 usw. 120111* Slngeschmukt« Gardinen für 1, 2, 3 Fenster zu spotlbilligen Preisen. 1202K* StoreS 10 Prozent Rabatt. 185] 225, 295, 350, 425, 550, 675 usw.* Inventur- Ausverkauf. Vorzieh- Gardinen mit überraschend schöner Stickerei, creme, weist, Fenster 135, 165, 210, 255, 285, 325, 425 uslv., goldfarbig und rot Fenster 265, 285, 325,-150 usw._ 120451* Tiillbettdecken, weist, creme, für g>oste Betten ausreichend, 195, 225, 285, 375, 450—790. Wcistenbergs Teppichhaus, Groste Franksurter- slrastc 125.■' 120551» Jnventurpreis. Steppdecken, Simili, Seide, rot, grün, oliv, blau, zirka 160 breit. 200 lang, Hand- arbeit(Wert 10,50) jetzt Stück 5,85. Steppdecken, Gelegenheitskaus, nur so lange Vorrat, 285. 365, 425. 585, 675, 785 usw, WcistenbcrgS Teppich- Haus, Groste Franksurterstrastc 125.* Inventur- Ausverkauf. Tucktisch- decken mit llcineii prtickscblcru in allen Farben, Gröben, 1,85, 2,25, 2,75, 3,50, 4,35 usw._ 120811* Pliischtischdecten, Gelcgcnhests- kaus, mit kleinen Stickfehleni, nur so lange Vorrat, 4,85, 5,65, 6,35, 7,50, 8.45. 9,65, 10,85.____ 1209K» Ältövelstosfreste in Wolle und buntem Plüsch, zu Sosabezügen ans- reichend, in allen Preislagen. Meisten- bergs TeppickihauS, Groste Franlsurtcr- ftrage 125._ 121051* Jnventnr- Ausverkauf. Absall- Teppiche in alle» Gröben zu Spott- vreilcn._'_ 1211K* Bettvorleger, echter Plüsch, ein Posteil. Wert 5,65, fetzt Stück 4,35; ein Posten Wert 4,85, jetzt Stück 3,65. WeistenbcrgS Tcppichhaus, Groste Frankfurt erstraste 125.__ 12126* Läuferrefte in Wolle und Plüsch (Zitmnerlänge) enorm billig. 12l3i1* Teppiche, imitiert Japaner und Perser, 2 Meter lang, nur 3,25. DetstcnbergS TeppichhauS, Groste Franlsurtcrstraste 125. 1214K* Inventur-Preis. Portieren(zwei ShawIS, ein Lambrequi») Garnitur 4,35, in allen Farben. 121551* Einzelne Plüsch- und Tuchgarni- turen enorm billig. Wcistenbergs Teppichhaus, Große Frankfurter- strastc 125._ 1216K* ErbStiiststores. nur so lange Borrat. Stuck 435. WeistenbcrgS TeppichhauS, Groste Frauksurter. slraste 125.___ 1217K* Bettenlagerei spottbilligst Pfand- leihhaus Wcidenweg neunzehn.(-35* Gardinenverkauf, Teppichverkans Weideinvcg neunzehn.__ 135* Sicppdcckcn, weg neunzehn. Tischdecken Wcidcn- t35» Negulatoren, Freischwinger, Taschcm uhren, verfallene Pfänder Vetden- weg neunzehn.__ t35* Bettenverkauf. VettinIette.Herren- garderoben, Damensachen, Aussteuer- Wäsche. Verschiedenes. Spottpreise. Verkausszeit genehmigter Ladenschhlst. Psandleihbaus Weldcnweg._ t35* Deckbett, Unterbett, Kissen mit glattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur(Psandlcihe) Andreasstraste 33. Rotrosa-geslreisies Deckbett. Unter Kissen, bctt, zwei straste 38. 18,00, Andreas- 1243K* Bauernbett, Deck- bett, Unterbett, zwei Kissen, 27,00. Grostes Laken, Stuck 1,00. Psandleihe AndreaSstraste 38. Elektrische nach überall. 1244K* Äbeisinierpumprn, 8,00bis 100,00, alte 5,00, Schläuche 0,40, Erdbohrer umsonst. Wolff, Pumpensabrik, Acker. strastc 81. t104* Umgegend: i Geschäft Ober-Schöneweide, Empfehle den Genossen mein in musikalischen Artikeln: Zithern, Mandoliuen, Biolinen(mit Bogen, Kasten 12,50 M. an), alle Zubehör- teile. Zithern werden gestimmt! Gutes L-Piston,— Flöte, tiefe Stimmung, mit Elfenbein,— sehr billig. Otto Messing, Instrumenten-, Zigarrenhandlung, Wllhelmincnhos- straste 1. 126511* Teppiche!(sehler! Grösten sür die Hälste im Teppichlager Brünn, Markt 4.«ahnhos Börse. in allen es Wertes Hackeschcr 254/12» Sofa, wie neu, 21,00. Meicke, Groste Hamburgerstraste 18/19. 256/20 Chaiselongue, Taschensosa, Tru- meau, mahagoni, Nußbaum, Auszieh- tische, Krcuzverband, Bettstellen, ein- zclne'Matratzen ganz billig. Andreas- strastc 57, vom Keller, Lazarus Danienhii te, spottbillig nur Pappel- Allee Nr. 140, Eckhaus Schönhauser Allee.* Grammophonplatten und Repa- rainren. Rothenburg, Prenzlauer- strastc 42, 2. Hos._ 1171K Federbette» Stand 10,50, groste 16,00, Gardinen, Wäsche, Teppiche, Stevpdecken, Uhren, Goldsachen, spott- billig. PfandleihhauS Küstriner Platz 7._ 126151* Steppdecken billigst Fabrik Groste granksurterstraste 9, parterre. stl Lichtenrade, am Bahnhos, billige Baustellen. Heicrt, Berlin, Branden- burgstrastc 1._ 234/8* Hochvornehme Herrenanzüge, Winterpaletots, feinsten Maststoffen herrührend, 16—38,00. Gehrockanzüge, Lodcnjoppcn, Herrenhosen spottbillig. Täglich, Sonntagverkans. Deutsches Versandhaus, Jägerstraste 63, I. Bauparzellen, genehmigter Be- bamnigSplan, ohne strastenland- Abtretung, 2'/, Meilen vom Zentrum Berlins, Ouadratrute 9 Mark, ver- kaust Schulz, Rixdorf, Lenau- straste 12/13. 2769b» ÄUonatsaiiznge und Winter- Paletots von 5,00 an, Joppen von 4,50 an, Hosen von 1,50 an, Geb- rockanzilae ob» 12,00 au, Fracks von 2,50 an. sowie für korpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Psand- leihen verfallene Sachen kaust man am vorteilhaftesten bei Rast, Mulack- slraste 14.__ 2893b" Tcehändler H Iis si tcn straste 28. Hiensong 1,80. (-98* Anderse» Ratenzahlung. Pianos. Bequemste Sch illingstrastc 33.* Malzkraftbier, blutbildend, sür Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Gewichtszunahme, bessere Gesichts- sarbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark,>/,, Tonne 3,50 epklusive. Nicht Flaschcnzabl, Qualität cnt» scheidet. Deutschcnglischc Porterkellcrei. Lernauerslraste 119._ 125511* Wasch- und Wringmaschinen, beste Qualität, billigste Preise. Bei An. Zahlung kulante Bedingungen E. Bellmann, Gollnowstraste 26, nahe der Landsbcrgerstraste. 113151* Näbinaschinen, ohne Geld. Woche 1,00, Uhr Gratiszugabe, gebrauchte 12,00 an. Köpenickerslraste 60/81, Groste Franksurlerstraste 43, Prcnz- lauerftraste 59/60.-f-89* Teppiche iiulFarbcnjehIern Fabrik- Niederlage Greste Franksurlerstraste 9, parterre. kl Kleiderfplnd, Ausziehtisch, Spiegel 14,00, Weidenweg 85, Quergebände I links. st 38 Vefsckiectenes. Elegante Tuchkostümc, lange Jacke ans Seide, Schneiderarbeit, 45 Mark. Svezialatelier Blumenstraste 9, II.» Kostümröcke, tadellos sitzend, eigenes Fabrikat, zu Fabrikpreisen sMastanfertigung). SPezialsabrik Blumenstraste 9._ 89/6* �Seidenblusen, gestreiste, 9 Märh Wollblusen 4 Mark, Blumenstraste 9. Nabinaschineii- Käufer lernen zratis Bliisemiähen, 9!öckenähen, Zu- chneiden Blumenstraste 9 II. 89/8* Einscgnungs-Boxkalsknabensticsel, Mädchenstiesel 4,75, 6,00 Mark, seltene Gelegenheit, Palliiadenstrastc 48. Möbclkcller.+36* Kinderwagen, Kinderbettstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kurfürsten- straste 172._ 23556* Kinderwagen oerkaust Braun, TOirbachstraste 31, rechter Seitenflügel I.___ st 129 Sofas. Kleiderspinde, Berti loch Spiegelspinde, Kommoden, reelle Matratzen, Spiegel, Tische, Stühle, Woh- nungs- und Küchen- Einrichtungen. verkaust zu austerordentlich billigen Preisen SaalfeldS Möbelhallc, Fenn» straste 2. Weddingplatz, kein Laden, daber die billigen Preise. 2979b Schanklokal billig zu verlausen Tegclcrstraste 31._ Milchgeschäft, gutgehend, zu vei> kaufen Gnbenerstraste 35. 2989b Küchenspind verlaust billig Müller, Ebelingstrastc 11, Laden. st38 Elegantes Fahrrad und Krön- leuchter verzugshalber nach außer- halb billig zu verkaufen. Julius Behrendt, Gleimstraste 16, Hos par- tcrre.____ st55* Pianino, kreuzsaitig,(nustbaum) 140,—. Turmstraste 8, parterre. Kanarienroller 6,00, 91/17 I.. Borschläger Scljertstamm Schloßplatz 2. 91/13 Gardinen- Versandhaus Jeru- salemerstraste 11/12 Jnventur-AuS- verkauf z« bedeutend herabgesetzten Preisen._ 129111* Paneelbretter, 1,75 LandSbergerftraste 42 ll. lang 6,50. 29L0b Räucherwaren, Herings-, Kar- toffel-, Obst-, Gemüse- und Kolonial- waren-Geschäfl verkäuflich. Jahresumsatz 18 000. Näheres GreisSwalder- straste 47, Restaurant Patzenhoscr. �Anzüge enorm billig. Psändleihe Küstrmerplatz 7._ 129241* Anfpolsterung: Sofa 5,00. Meicke," straste 18/19. Matratzen 4,00, WWWIWGws 260/5* Knnststopfcrel von Frau!1okosly, Eharlottenburg, Goethestraste 84, I.* Pfandleihe, Prtnzenstrastc 63, täglich 8—8, Sonntags bis 2. 83/5* Patentanwalt Wessel, strastc 94a._ Kleiderspind, iner- 1792b* Kommode, SliteS���M. Wäschespind, Schlassosa kaust Ver Walter, Palllsadenstraste 95. 90/19* Platinabfälle, Gold, Silber, Ge- bisse, alte Uhren, Kchrgold, Staubgold, photographische Nückstände, alte Tressen, sowie sämtliche gold- und silberhaltigen Abfälle kaust Gold- schmelze Broh, Wrangelftraste 4. Telephon Amt 4, 8958. 91/3* Pier Stoff Hai? Fertige Herrenanzüge mitFuttersachen 15,00. Wagner, Schneidermeister, Lichtenbergerstraste 9 (Pallisadenslraste). 91,10* Konkurrenz ausgeschlossen, für abgetragene Kleidungsstücke zahle jedcneiaen doppellen Preis. Komme auch außerhalb. Schmer, Linien- strastc 216.__ 2918b* streicht Ziönspics. 29686* Knchenmöbel Friedenstrastc 97.__ Kl cid n n gsstücke. Notbedars. Her- rengarderobe, allerhand Anzüge, Bein Neider, Paletots, Damcngarderobe, Unisormstücke. Betten, Wäsche, Stiesel, Nachlässe, Partiesachen, Goldgegeu- stände, höchjtzahlcnd, ohne Handel, komme austerhalb. M. Gunnann, Rückcrstraste 8.__ 29636* Zwei VercinSzimmer mit Pianino Luning, ch98* (20' und 60 Personen). zzussitcnstrastc 35. "Antomodtlfuhrer! Jedermann wird unter jachmämiischer Leitung schnellstens zu erstklassigem Chaufseur ausgebildet. Prospekte stet. Auto- mobiltcchnikum„Berlin*, Spichern- straste 11,12._ 204/ 18* Äufarbeitnng von Polstcriachen. reell. Förster, Pallisadenslraste 46, Möbelkellcr. f36* Durststillstation.Zum Landsmann*, Rixdors, Kopsstraste 29, Ecke Falkslraste. allen Parteigenossen empsohlen. Großes Vereinszimmer. Hochachtend Eduard Richnow.' chlLO* Erkläre hiermit, dast ich die Worte zurück nebme, die ich gegen die Ge- nosscn(Bezirk 498) geäustept habe. E. Grosser._ f55 Gesanglehrer sucht Damen und Herren sür gemischten Ehor kostenlos; Uebmigen Mittwoch abends. 9— 11 im Jnstilut Bombclke, Slalitzcrstrastc 45. Meldungen jederzeit. 29906 Empfehle mein Weist- und Bayerisch- Bier-Lokal, passend sür Zahlstelle, so- wie VercinSzimmer, 50 und 60 Per- soneu fassend, noch einige Tage in der Woche frei. PauILorcnz, Schreiner- straste 4. Vermietungen. Krosseuerstraste 13, Osten, Laden, Stube, Kochofen, 40,00. Wohmmgcn billig! t118' Wohnangea. Herinannftraste 62, Ripdorf, neues Haus, Wohnungen von 2 und 1 Zimmer, Balkon, Zubehör, sosort billigst zu vermieten�_ 122341* �Oudenarderstrafte 36, 37, 38 billige, gesunde Kleinwohnungen sofort und 1. April. Näheres Wirt 37.* Kordmachergcsellen sucht Kanzog, Nieder-Schönhausen._ 29726* Lehrling für großes Bureau ver- langt. Vorläufige Entschädigung 20 Mark. Englische Dienstzeit. Offerte» „Mar 33", Postamt 12. 29736 Klavierspieler drincnstraste 127. verlangt Ale /an- >746 Anschläger verlangt Bichl, bergcrstrastc 44._ Barockvergolderin Wienerstraste 9. Oder- 29836 verlangt 29756 Zeitungsfrauen Beschäftigung Schützcnstraste 22. finden lohnende '» Markgrafendamm 8 zwei große Zimmer, Küche mit Speisekammer, reichlichem Zubehör, 336 Mari an, auch drcizimmcrige, 552, sofort, April. Schreinerstrasie 50, Ecke Voigt« straste, im neuerbauten Hause Woh- Illingen von 2 und 3 Stuben und Köche usw. sofort preiswert zu ver mieten. Näheres daselbst. 2977b AeSIskstell«». Schlafstelle für Herrn, straste 20, vorn III, Herrath. Adolf« 1-81 Gut möblierte Schlafstelle für zwei Herren, Roflockerskraste 12, vorn I links. s-72* Schlafstelle, Borhagenerstraste 1-4/15, vom IV. Heirm Kochinslst 14/" Bessere Schlafstelle, straste 18. vorn I rechts. Belsortcr» 2984b MletogesnclMb Zwei junge Handwerker suchen möblierte Schlafstelle, möglichst im Zentrum. Offerten mit Preisangabe unter ,8. H. 99* Postamt 68 erbeten. Arbeitsmarkt. Stellengesucbe. Bolkshumorist Balze, Mantcufscl. straste 41.__ fio* Elsholz, Komiker, frei. Gropius- straste 6.___ 29506* BolkSduett Bogdanowitz, RhcinS- bergerstraste 17.(Frei Matinee.) 92* Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zuriickgcliesert. A. Gläser, Mulack- straste 27. 1468b Sf«U«>i»axsd«to. Ein tüchtiger, solider Sortierer bei dauernder Beschästigung sofort gesucht. R. Bodammcr, Zigarrensabritaut, Templin(Uckermark)._ 2941b* PeterS- +38 Farbigmacher verlangt burgerftraste 16. Goldleiften. Ein tüchtiger Ber- goldcr und Polilurarbcitcr für Schwc- den gesucht. Offerten sub, Goldleisten 985* an Aua. I. Wölfl u. Co., Aiiiioncen-Bureau, Kopenhagen. K J« ArbettSmarN durch Oefvndereu Druck hervorgehobe»« Auzetgr» kosten 40 Pf. pro Zell«. lleulsclier kolisrdelter- VerM. Wegen Streik und Differenzen ist Zimig fcrnsilljülitn von Tlrcppevgeläuder- Zlrbeitcrn (Drechsler, Tlichler, Stellmacher. Polierer, Maschinenarbeiter und Bildhauer) von dcrTreppengeländcr- sabril Joseph Drechsler, Gubener« strastc 33; von Perlmuttarbeitern. Horn- u. HiilfSarbeiteru von der Firma AbramowSli u. Steiner, Köpcnickcr- straste 33; von EinseNeru vom Vau Gerhardt in Halensce, Schweidnitzerstr. 6 uud 7; von Dischlerei Zlngriek. Heizkörper- Verkleidung nach folgenden Baute»: Bau Schmidt, Halensee, Joachim- Friedrichstr., EckeHawerstädtcr, Bau Albrecht, Eharlottenburg, Giesebrechtstr. 13. Bau Theising, Taubenstraste, Ecke Markgrafenstraste, Bau Vkaller, Schönebcrg, Grüne- waldstrastc 91, Bau iz/ipperiing, Schönebcrg, Eise- nacherstragc 89; und Dischlern von GbcrS Möbel- tischlerei, Manteuffclstraste 22, und von Parkettbodenleger» vom Bau Schoffow, Giesebrechtstr. 11. Nlv OrtB-vci-evultimg;. 2en!ralverband der Töpfer. Verband der Sauarbeiter. Die Sperc über den Bau Lichten- beiu, Dossestr. 20, Unternehmer Karl Pollmechcr, ist hiermit auigehobe». da derselbe sich verpflichtet hat, die Bezahlung für die noch fertig zu stellende Arbeit zu leisten. Die Sperre über die Firma E. Pokrzflkowski hier, Wöhlcrlstr. 20, besieht nach wie vor weiter llio Orisverwaltung der Töpfor. Die Oortsverwaltung der Bauarbeiter, Verantwortlicher Redakteur: Hanö Weber. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: TK. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei u. Berlagsanstalt Paul Singer Si Co Berlin SW. Partei-Hngelcgcnheiten. Oranienburg. Den Genossinnen und Genossen zur Nachricht, dah am Montag, den 26. Februar d. I., abends 8 Uhr, im Lokal von Schumann sWaldhauS Sandhausen) eine Volksversammlung stattfindet. In derselben spricht der Schriftsteller Adolf Stern- Berlin über das Thema:„Gibt es einen Gott?" Die Genossinnen und Genossen werden im eigenen Interesse gebeten, rechtzeitig zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. Der Einberufer. Nieder-Schöncweide. Der Wahlverein hält am Sonntag, den 25. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Lokal von Wilhelm Ladendorf, Berlinerstraste 22, eine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Unsere Gemeiudewahlen; 2. Diskusfion; 3. Wahl der Delegierten zur >treis- Generalversamnilung; 4. Vereinsangelegenheiten und Ver- schiedeneS.— Gäste haben Zutritt. Um regen Besuch ersucht Der Vorstand. Blühleudeck, Woltersdorf und Umgegend! Morgen nachmittag 5 Uhr findet im„Gasthof zur Sonne" in Mühlenbeck eine öffentliche Versamnilung statt. Auf der Tagesordnung steht 1. Vortrag des Genossen Hans Weber über„Lebensmittelzölle"; 2. Die Be- deutung der Gemeindewahlen. Die Wichtigkeit der Versammlung macht das Erscheinen aller Genossen und Genossinnen zur Pflicht. Der Einberufer. Steglitz. Am Sonntagmorgen findet von den betreffenden Lokalen aus eine Flugblattverbreitung zur Gemeindewahl statt. Zahlreiche Beteiligung ist unbedingt nötig. Wahlkreis Prenzlau- Augermünde. Sonntag, den 11. März, mittags 1 Uhr, tritt in Schwedt a. O. im Gasthof„zum deutschen Hause" unsere Parteikonferenz zusammen. Tagesordnung: 1. Bericht der Kreisvertrauensperson: 2. Gründung eines Kreis- ivahlvereins; 3. Berschiedenes. Der Vertrauensmann. Vorort- l�acbrickten. Zur Seweindelvahlbeweglmg. Die diesjährige Wahlkampagne in Wcistensee gehört zu den interessantesten und aufregendsten, die wir jemals erlebt haben. Ein heilloser Schrecken ist den bürgerlichen Herren in die Glieder ge. fahren, weil fie befürchten, dast die Sozialdemokraten die 2. Wähler- klaffe erobern werben, wenn ein Getrenntmarschieren der einzelnen Vereine nicht verhindert wird. Im Gewcrbetreibenden-Verein gab es bald blutige Köpfe, als vom Vorsitzenden der Standpunkt ver- treten wurde, mit den Hausbesitzer-Vereinen gemeinsame Sache zu machen. Gegen zwei Stimmen wurde beschlossen, keinen Haus- bejitzer zu wählen. Die Hausbesitzer brauchen aber die Stimmen der Gewerbetreibenden, und da kam man dann auf folgenden Einfall. Ganz heimlich wollte man eine Versammlung einberufen, wo alle Vereine bürgerlicher Richtung zur freien Aussprache zusammen- kouunen sollten. Im hiesigen, abends erscheinenden Blättchen stand an ganz unauffälliger Stelle eine Lokalnotiz, worin die Mitglieder des Nationalliberalen Vereins, des Haus- und Grundbesitzer-Vereins, der Krieger-, Kampfgenossen-, Schützen- und sonstigen Vereine zur srrien Aussprache über die aufzustellenden Kandidaten eingeladen wurden. Der sozialdemokratische Wahlverein tvar nicht besonders eingeladen, aber es gefiel doch Einigen Genossen zu dieser Versamm- luug zu erscheinen. Man witterte wohl Unrat von den bösen Sozis, und es blieb dem Geschick des Einberufers, Herrn Professor Dr. Kcmsies vom Nationalliberalen Verein, vorbehalten, sich, so gut es ging, aus dieser schwierigen Situation herauszufinden. Nachdem eine Weile die Köpfe zusammengesteckt waren, kam Herr Professor auf eine» unserer Genossen zu, mit den Worten:„Meine Herren, Sie sind nicht eingeladen; nur die Vorstände einzelner Vereine und die in Aussicht genommenen Kandidaten haben an der Sitzung teil- zunehmen. Tie Zeitungsnotiz beruht auf einem Irrtum. Ich be- dauere wirklich sehr, dast die Herren es so aufgefaßt haben. Wir werden Gelegenheit nehme», uns öffentlich auszuspreehen; aber heute geht es wirtlich nicht." Die erstaunten Gesichter nicht nur unserer Genossen, sondern auch der anwesenden bürgerlichen Herren gaben Zeugnis, wie die Auffassung eines Professors gegenüber anderen Sterblichen so grundverschieden sein kann. Die nun so vor- genommene vertrauliche Aussprache hatte das Ergebnis, daß nun- mehr auch ei» Gewerbetreibender aufgestellt werden soll. Aber, o weh, jetzt stellt sich heraus, daß der aufzustellende gewerbetreibende Kandidat ein— Jude ist, und noch dazu ein Kleiderjudc, und schon hört man wieder Stimmen, unter keinen Umständen das Gemeinde- Parlament mit einem Mann zu zieren, der nun zufällig jüdischen Glaubens ist. Für unsere Genossen sind daher die Chancen noch immer günstig, und wenn ein jeder den aufgetragenen Arbeiteil Folgejcisiet, dann werden wir auch die zweite Wählerklasse erobern. Ein Stolz unserer Parteigenossen muß es sein, als erste Gemeinde von Groß-Berlin die zweite Wählerklasse für sich zu beanspruchen. Am Somitag ist Flugblattverteilung und am Mitttvoch Versammlung, wo unsere Kandidaten nominiert werden. Beide Veranstaltungen verlangen die Beteiligung aller Genossen. AuS Ober-Schöneweide wird geschrieben: Die bevorstehende Gemeindewahl, welche gleichzeitig eine Vermehrung der Vertreter- zahl um drei bringt, hat— wie immer— unter dem Bürgertum den üblichen Streit um die.Kandidatenfrage entfacht. Grund- b e s i tz e r- und Bürgerverein haben,— da ja Jntercssen- vcreine— sich erst allmählich auf gemeinsame Kandidaten für Mc zweite Klaffe einigen können. Die. bevorstehende-Ki r chc n- fordern ng an die Gemeinde( Beihülfe zum Kirchenbau) brachte die Frommen und Gottlosen beider Vereine aneinander. Von den Kandidalen ist alles mögliche versprochen worden. Ten Katholiken scheint die Lust zur Aufstellung eigener Kandidaten vergangen zn sein. Unsere Parteigenossen werden am Montag in öffentlicher Versammlung Stellung zur Wahl nehmen. Wie notwendig die von uns geforderte Einsichtnahme in die Wählerliste Ivac, geht aus dem Umstände hervor, daß in W i l m e r s- darf eine große Anzahl Wähler nicht eingetragen war, selbst der Vorsitzende des Wahlvereins fehlte. Die letzte Gcmeindevertrctcr- Sitzung mußte 36 Einsprüche für berechtigt erklären und Nach- tragung be'chließen. Hätten diese Wähler die Listen nicht ein- geseven, wären sie am Tage der Wahl um ihr Wahlrecht gekommen. Die Frlcdenauer Genossen stellten die Genossen Grunwald und Angermüller als Kandidaten für die Gemeindevertretcrwahl auf. Unsere politischen Organisationen in den Vororten erstarken immer mehr. Zn Lichtenberg wurden im Monat Januar 90 Genossen für den Wahlverein gelvonnen. Er zählt bereits über 1000 Mitglieder. In Charlottenburg haben sich in den letzten vier Wochen 171 Personen zur Aufnahme in den Wahlverein gemeldet. In der Versammlung des Rixdorfer Wahlvereins am 20. Februar fanden 315 Mitglieder Aufnahme. Die Zehlendorfer Genossen haben in einer im Ortsteil Schlachtensee am Dienstag stattgefundenen Versammlung 18 neue Mitglieder für die politische Organisation gewonnen. Elf neue Mit- glieder wurden in der letzten Wahlvereinsversammung in Friedenau aufgenommen. Durch 45 Genossen vermehrte sich in der letzten Ver sammlung der Wahlverein in Ober-Schöneweide. Gemeinde* Ctats. Der Boranschlag der Gemeinde Lichtenberg für das Jahr 1906 liegt nun vor. An ordentlichen Elimahmen und Ausgaben balanziert der Etat mit 2 006 800 M. d. h. 247 200 M. mehr als im Jahre 1905. Gewiß für ein„Dorf" ganz ansehnliche Zahlen. Der außerordentliche Etat wird sich voraussichtlich in annähernd gleicher Höhe halten. Der Etat der Gemeinde Friedrichsfelde ist in diesem Jahre er- heblich höher als im Vorjahre. Damals betrug er 565 000 M. und ist in diesem Jahre auf 2 934 482,50 M., also beinahe 3 Millionen ge- wachsen. An Gemeindesteuern werden wie im Vorjahre 130 Proz. Zuschläge erhoben werden. Den Hauptanteil am Etat beansprucht die jetzt in Angriff genommene Kanalisation, nämlich 2 300 000 M. Die einzelnen Etatspositionen haben an der Erhöhung ziemlich gleichmäßigen Anteil, nur die Ausgaben für Löhne an die Straßenarbeiter sind dieselben geblieben. Die Berater des Etats glaubten wahrscheinlich, diese Kategorie von Arbeitern sei schon so fürstlich besoldet, daß sie eine Aufbesserung nicht ver- antlvorlen könnten. Diese Arbeiter werden mit 2,25 M. täg- lich bezahlt, d. h. wenn es nicht regnet, friert oder schneit, denn dann wird ausgesetzt und natürlich auch kein Lohn gezahlt. Eine bemerkenswerte Steigerung bat in der Position„Polizeiver- waltung" die Rubrik Ausrüstungsstücke der Polizeibeamten erfahren. 1905 waren es 100 M. jetzt 400 M. Ob in dieser Summe die Kosten der zirka 8 Revolver für die Polizeibeamten, die kurz vor dem 21. Januar angeschafft ivurden, enthalten sind, ist nicht ersichtlich. Dieselben werden zur Zeit von den betreffenden Beamten nicht ge- tragen, vielleicht sollen sie nur bei Demonstrationsversammlungen Verwendung finden. Die Ausgaben für die Fortbildungsschule haben sich infolge der Herabsetzung der Altersgrenze von 13 auf 17EJahre um 800 M. vermindert. Für die Verwaltung des Nieselgutes Münchehofe sind 45 000 M. in Ansatz gebracht, außerdem für Ergänzung des Guts- inventarS 40 000 M. An Grundwertsteuer sollen 2.4 erhoben werden. Der Boranschlag soll den Gemeindevertretern dieses Jahr vor der endgültigen Drucklegung zur Beratung zugehen. Eine kleine Verbesserung gegenüber dem früheren Zustand. Die Bevölkerungsziffer beträgt 14 072 lgegen 9632 vor fünf Jahren), männl. 6716, weibl. 7356. Hiervon entfallen auf den Ortsteil Karlshorst 6205 und zwar männl. 2792, weibl. 3413; auf den Orlsteil Friedrichsselde 7867, darunter 3924 männl. und 3943 weibl._______ Chnrlottenburg. Achtung! Ariestslosenzählung. Zu der am Sonntag, den 25, Februar stattfindenden Arbeitslosenzählung ersuchen wir hiermit die Parteigenossen sowie insbesondere sämtliche gewerk- schaftlich organisierte» Arbeiter, sich am genannten Tage morgens 8 Uhr in folgenden Bezirkslokalen einzufinden: 1. Bezirk: F. Pasche, Potsdamerstr. 44; 2. Bezirk: a) H. Bade, Nehringstr. 25; d) A. Müller, Kant- und Windscheidstraßen-Ecke; 3. Bezirk: a) E. Müller, Rosinenstraße 3; b) E. Kai. Osnabrückerstr, 4; o) F. Lindstedt, Erasmus- straße 5; 4. Bezirk: E. Dörre, Wallstr. 90; 5. Bezirk: A. Bartsch. Sesenheimerstr. 11; 6. Bezirk: H.Mertens, Krummestr. 46; 7. Bezirk: A. Graffunder, Wielandstr. 4; 3. Bezirk: W. Kampowski, Kleiststr. 15. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschaftskommission. In der Generalversammlung deS Wahlvereins am Dienstag hielt der Arbeitersekretär Genosse Ritter einen l'/z stündigen Vortrug über die geplante Refonn in der sozialpolitischen Gesetzgebung, Eine Diskussion über den sehr instruktiven Vortrag wurde nicht beliebt, worauf Genosse Müller den Kassenbericht erstattete. Die Einnahme inkl. Bestand vom vorigen Quartal betrug 1674,50 M., die Ausgabe 1374,12 M. Von diesen Ausgaben erhielt der Zentral- vorstand 1116.33 M.. es bleibt ein Ortsbestand von 320,38 M. Als Delegierte zur Kreisgeneralversammlung am 11. März wurden die Genossen Kley, Müller und Richter gewählt. Des verstorbenen Genossen Kleeblatt wurde durch Erheben von den Plätzen ehrend gedacht. Der Vorsitzende Genosse Schmidt teilte mit, daß das Lokal von Wodrich, Spreestraße, wieder gesperrt werden mußte, weil der Lokalinhaber seine Bewilligung wieder zurückgezogen habe. Es sei deshalb dieses Lokal streng zu meiden und dafür das Lokal der Witwe Bauer, Ecke der Berliner- und Banhofftraße zu berücksichtigen: Eine längere Debatte entspann sich über die Arbeitslosenzähiung, die das Ergebnis hatte, daß die Genossen sich an der Zählung be- ieiligen wollen. Es wird ersucht, sich am Sonntag früh 8 Uhr in den Bezirkslokalen einzufinden. Das Gerücht, daß der Schankwirt Heinrich Dyhr, Hutten» straße 39, zur letzten Stadtverordnetenwahl nicht gewählt haben soll, beruht auf Irrtum.. Derselbe hat für den Kandidaten der Sozialdemokratie gestimmt. Der Wahlvercinsvorstand. Rixdorf. Der Wahlverei» hielt am 20. d. M. eine außerordentlich stark besuchte Mitgliederversammlung im Lokale von Thiel in der Berg- straße ab. Das Referat des Abends hatte Genosse D ü w e l l über- nommen, cr behandelte ben politischen Massenstreik. In kurzen Zügen gab der Redner ein anschauliches Bild vom Wesen des politischen Massenstreiks, er hob die Momente hervor, die den politischen Massenstreik vom rein gewerkschaftlichen Streik resp. Generalstreik scheiden, da derselbe in Ursache und Wirkung sowie in seinen Ztvcckbeslimmungen vom rein getverlschastlichen Kampfe voll- kommen verschieden sei. Redner kritisierte die irrige Ausfassung einiger Gewerkschaftsführer, die da meinten, daß die jetzt glücklicher- weise stärker und einflußreicher gewordene gewerkschaftliche Organi- sation, in Verbindung mit den in den Betrieben bestehenden Fabrik- ausschüssen, so ganz allmählich die soziale Frage zn lösen imstande sei. Er wies nach, wie namentlich die von verschiedenen Seiten auf die Fabrikausschüffe gesetzten Hoffnungen seitens der Unternehmer vollkommen zuschanden gemacht worden seien und wie auch die glänzendsten Erfolge der gewerkschaftlichen Bewegung doch am Wesen der kapitalistischen Ordnung nichts ändern konnten. Trotz der ge- stiegenen Löhne ist die Profitrate des Unternehmertums nicht nur nicht gesunken, sondern eminent gestiegen, da diese Herren es wunderbar gut verständen, sich an den Konsumenten schadlos zu halten. Nur die sozialistische Wirtschaftsweise sei geeignet, die Aus- beutung des Produzenten sowie des Konsumenten durch das Kapital zu beseitigen. Der Redner schildert die Entstehungsmöglichkeiten sowie die Durchführbarkeit und eventuellen Wirkungen eines in großem Umfange- entstandenen Massenstreiks, hierbei seine Kenntnis der Bergarbeiterbewegung und den Verlauf des großen Bergarbeiterstreiks im vorigen Jahre verwertend. Ein politischer Massenstreik könne nicht„gemacht" und ebensowenig„verhindert" werden; er sei eben ein Produkt der Verhältnisse. Da nun aber in Deutschland, wenn nicht alles trügt, die Scharfmacher in letzter Zeit ganz besonders eifrig an der Arbeit seien, um die Bolksrechte weiter zu verkürzen, müsse die Arbeiterschaft dahin aufgeklärt werden, daß der politische Massenstreik eine gewaltige Waffe im proletarischen Kampfe werden könne. Zur Durchführung desselben sei eine starke gewerkschaftliche und politische Organisation eine unbedingte Not- wendigkeit. In der Diskussion kritisiert Tesche einige Ausführungen des Referenten über die gewerkschaftliche Bewegung sowie die Ansichten R. Luxemburgs und der Genossin Roland-Holst über den Massen- streik.— Im Schlußwort stellt der Referent einige von Tesche miß- verstandene Aeutzerungen richtig und verwahrt auch die Genossin Luxemburg gegen die ihr unterstellten Ansichten. Hätten wir statt der 3 Millionen Stimmen 3 Millionen organisierte Genossen, dann würden wir den pveußischeu. Junkern anders wie jetzt zum Tange aufspielen.— Unter Vereinsangclegenheitcn wird das Verhalten unserer Reichstagsfraktion gelegentlich der Interpellation über die „Borussia"-Affäre einer scharfen Kritik unterzogen und eine Re- solution angenommen, die die Erwartung ausspricht, daß derartiges in Zukunft nicht mehr vorkommen wird. Eine längere, äußerst leb- Haft geführte Diskussion findet über den Boykott der Philharmonie statt. Es wurde eine Resolution arrgenommen, die sich für die weitere Fortführung des Boykotts über das gekannte Institut aus- spricht. Die Delegierten zur Kreis-Generalversammlung, die Ge- nossen Heinrichs Scholz und Zirkel, die mit der Vertretung betraut wurden, werden verpflichtet, diese beiden Resolutionen aus der Generalversammlung entsprechend zu vertreten. Bauunfall. Bon dem Dache des hiesigen Postneubaues ist gestern vormittag unser Parteigenosse Dachdecker Brase. Prinz Handjerystraße 32 wohnhaft, abgestürzt. Mehrere Rippenbrüche sowie ein Schliisselbeinbruch machten die Ueberführung nach der Unfallstation notwendig. Da der Bedauernswerte nach innen fiel, wäre der Sturz wahrscheinlich nicht so schwer ausgefallen, wenn die Bodenetage_ abgedeckt gewesen wäre, so aber stürzte derselbe bis zur ersten Etage und zog sich schwere Verletzungen zu. Ein„Gentleman". Ein„schwerer Junge" ist gestern durch die Kriminalpolizei in Rixdorf verhaftet worden. Es ist der Ein- brecher Hermaim Eichert, der schon vor längerer Zeit durch seine mit verblüffendem Raffinement ausgeführten Taten Aufsehen erregte. Auf das Konto des Verbrechers werden zahlreiche Einbruchs- und Fahrraddicbstähle gesetzt, die in der raffiniertesten Weise ausgeführt wurden. Auch das Revolverattentat gegen den Schneidermeister Stengert auf der Chaussee zwischen Grünau und Schmöckwitz ist von E. ausgeführt worden. Im Moabiter Untersuchungsgefängins spielte er den„wilden Mann". E. wird jetzt wieder nach der Irrenanstalt zurückgebracht werden. Reinickendorf West. In Reinickeudorf-West fand am Dienstag, den 20. Februar, im Saale des Herrn Otto. Berlinerstr. 118, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Genosse Bold hielt einen von der Ver- sammlung mit großem Beifall aufgenommenen Bortrag. Diskussion fand nicht statt. Der nächste Punkt der Tagesordnung, Wahl eines Bezirksführers für den 5. Bezirk, gab zu einer äußerst lebhaften Debatte Veranlassung. Damit die Agitatton nicht lahmgelegt werde, mußte ein Genosse aus einen, anderen Bezirk geivählt werden. Unter Vereinsangelegenheiten gab Genosse Nenhoss einen kurzen Bericht der Zeitungskommission. EL ist ein Uebcrschuß von 34.59 M. zu verzeichnen. Bedauert wurde, daß am Orte noch so viele Arbeiter, hauptsächlich aber noch eine große Anzahl Partei- genoffen den„Vorwärts" nicht lesen. Von den in der Versammlung anSliegenden Formularen zum Austritt aus der Landeskirche wurde ausgiebig Gebrauch gemacht, ein großer Teil Genoffen meldeten sich zum sofortigen Austritt. Genosse Prezewerzinsli. Mitglied der Lokal- konunission, gab dann noch einige Genossen bekannt, welche vor- nehmlich in gesperrten Lokalen verkehren, welche laut Beschluß das erstemal eine Riige erhalten, im Wiederholungsfälle den Ausschluß zu gewärtigen haben. Schöneberg. Die Hausbesitzer gegen den Straßenhandel. Nachdem in Rh- darf durch ein Verbot des Polizeipräsidenten der dortige Straßen- Handel aufgehoben ist, hat der Schönebcrger Haus- und Grund- besitzerverein gestern abend einstimmig beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß der gesamte Straßenhandel wie in Rixdorf so auch in Schöncbcrg verboten werden soll. Der Antrag"wird damit begründet, daß die Läden immer schwieriger zu vermieten seien und daß das Verbot keineswegs nur arme Leute, die ihr Leben vom Straßenhandel fristen, treffen würde. Die überwiegende Mehrheit der den Straßenhandel Betreibenden seien Großgewerbe- treibende, zum Teil Millionäre wie beispielsweise Bolle, die in den Vororten keine Steuern zahlen und den ansässigen Gewerbe- treibenden ungerechtfertigterweise Konkurrenz machen. Der Erlas; des Verbotes würde die gleiche Wirkung haben wie in Rixdorf, lvo die Grohgewcrbctreibenden zahlreiche Läden gemietet hätten und dadurch Steuerzahler geworden, sind. Für die Hauptstraßen Schöne- bergs hat der Polizeipräsident den Straßenhandel bereits verboten. Die Offenheit der Schöneberger Hausbesitzer ist immerhin an- zuerkennen.„Weil die Läden sich immer schwieriger vermieten" lassen, deshalb mutz der gesamte Straßenhandel beseitigt werden. Das ist das„Allgcmcininteresse", das diese Masse immer vorschützt. In Berlin sprachen es die Hausbesitzer ivcuiger offen aus, da schon man immer das„Verkehrsinteresse" vor. Daß die Straßenhändler meistens reiche Leute sind, glauben die Herren natürlich selber nicht, aber was schadet es: Wenn sie nur höhere Mieten einsäckeln können muß sich Polizei und Stadtverwaltung in ihren Dienst stellen. Wilmersdorf. Dir Geuleiudcvertrctuug beschloß in letzter Sitzung die Etats» Position, das Lohnfuhrwesen betreffend um 7000 N. zu erhöhen. ftür die weitere Ausgestaltung des letzten Drittels deS HohenzoHevn- Platzes wurden 7000 M. bewilligt, die gleiche Summe erfordert die llmgestaltuug des Ludwigkirchplntzes. Für elektrische Beleuchtung der Nathansuhr wurden 400 M. bewilligt. Die Gemeindevertretung stimmte dem Staffeltarif des Elektrizitätswerkes Südwest vom 1. Juli 1905 zu. Nach dem Tarif werden für 25 000 Kilowattstunden pro Stunde 25 Pf. gezahlt. Dann fällt der Preis auf 20 Pf. und 15 Pf. Jetzt betrug der Einheitspreis 16 Pf. Die Hundesteuer wird von 20 auf 30 M. erhöht und zwar, weil Luxushunde über- Hand nehmen. Der Hohenzollerndamm macht den Ankauf eines Grundstückes von 469 Quadratmeter zum Preise von 33 000 M. nötig. Für bessere Beleuchtung des Teiles der Kaiserallee zwischen Spicheru- und Schaperstratze wurden 573 M. bewilligt. Der Provinziallaudtag hat der Verleihung des Städterechts an SBilniersdorf zugestimmt. Lichtenberg. Am 20. Februar hielt der hiesige sozialdemokratische Wahlverein bei Gebr. Arnhold seine Mitgliederversammlung ab, in der Genosse Dittmer vom Gemeindearbciter-Vcrband einen sehr instruktiven Vortrag über„Die Aufgaben der Gemeinden" hielt. In eineinhalb- stünoigcr Rede zeigte der Referent, was die Genicinden leisten müßten, wenn sie sich ihrer Aufgaben bewußt wären. Er hob hervor, wie das preußische Dreiklassenivahlrrcht auch in den Gemeinden den Hemmschuh jeglichen Fortschrittes bilde, indem es den Haus- und Grundbesitzern ein Uebergewicht sichere. Zum Schluß fordert Redner die Genossen auf, nicht nachzulassen in der Agitation und Organi- sation, und rnsbesondere die sozialdemokratischen Vertreter in den Gemeindeverwaltungen crmahnte er, immer und immer wieder unsere Forderungen zu stellen, wie sie im Kommunalprogramm der Sozialdemokratie auf dem Parteitage zu Bremen niedergelegt sind. — Als Bezirksführer wurden bestätigt für Bezirk 2a Genosse Helberg, für den 10. Bezirk Genosse Tilch und für den 11. Bezirk Ge- nosse Gliese.— Die Mitgliedsbücher sind unverzüglich an die Bc- zirksführer abzugeben.— Die Anschuldigungen gegen den*1. Vorsitzenden wurden vom 2. Vorsitzenden im Auftrage des erweiterten Vorstandes als unberechtigt zurückgewiesen; die diesbezügliche Er- tlärung wurde von der Versammlung ohne Diskussion gutgeheißen.- Nach Auseinandersetzungen über das am 17. März stattfindende Stiftungsfest des Wahlvereins und nach Hinweis auf den äugen- scheinlichcn Mangel an Polizeibcamtcn, wo es gelte, daS Kinder- jchutzgcsetz zur Durchführung zu bringen, schloß der 1. Vorsitzende die Versammlung. Auf die am 5. März von 3— 8 Uhr stattfindenden Wahlen von Arbcitnehmcrbeisitzern zum Gewerbegericht machen wir nochmals aufmerksam. Wir ersuchen, von den in den Bezirkslokalen erhält- lichen Legitimationsformularen recht regen Gebrauch zu machen; dieselben erleichtern die Wahl selbst ungemein, Neuendorf-Nowawes. Die Erhöhung der Gcmeindecinkommensteuer um 30 Proz. ist in der letzten Sitzung der Neuendorfer Gemeindevertretung beschloffen worden. Bisher betrugen die Zuschläge zur Staatseiniommensteuer einschließlich 39 Proz. Kreissteuer 120 Proz., bei der diesmaligen Etatsbcratung sind sie aus 110 Proz. ausschließlich Kreissteuer fest- gesetzt worden. Zum großen Teil ist diese Steuererhöhnng durch die Errichtung einer Vorschule und eines Realgymnasiums ver- anlaßt, welche dazu dienen sollen, den Zuzug steuerkräftigen Publikums nach Neuendorf zu fördern. Daß für die Errichtung derartiger »stitute eine unbedingte Notwendigkeit vorhanden ivar, kann nicht ehauptet werden, da daS in der Nähe liegende Potsdam derartige Lehranstalten besitzt, welche von Neuendorfer Kindern besucht werden können, was auch vielfach noch geschieht. Hierzu kommt noch, daß das Schulgeld von 90 M. für die Vorschule, deren einzelne Klassen von zirka 14 Kindern besucht werden, ein so niedriger ist, daß dadurch die Kosten, die dieses Institut verursacht, auch nicht entfernt aufgebracht werden. Berücksichtigt man noch, daß auf dem Gebiete des VolkSschulweseus in Neuendorf noch geradezu skandalöse Verhältnisse herrschen, so ist es begreiflich,� daß die Arbeiterschaft Neuendorfs von dieser Steuererhöhung nichts weniger als erbaut ist. Hoffentlich werden die dortigen Wähler der dritten Klasse, welche bei der letzten Gemeindevertreterwahl den Gegnern der Sozialdemokratie ihre Stimme gaben resp. überhaupt nicht wählten, aus diesen Verhältnissen die Lehre ziehen, daß es ihre Pflicht ist, � dazu beizutragen, daß bei der diesmaligen Wahl nicht wieder Kandidaten gewählt werden, die ihre Aufgabe darin erblicken, auf Kosten der Gesamtheit Einrichtungen zu schaffen, die nur dem besitzenden Teil der Einwohnerschaft zugute kommen, sondern daß die Kandidaten der Sozialdemokratie zum Siege ge- laugen, deren Prinzip es ist, die Steuererträge so zu verwenden, ivie es im Interesse der Gesamteinwohuerschaft liegt. Steglitz. Einen großartigen Reinfall erlebte der„Reichsverband zur Be- kämpfung der Sozialdemokratie" mit der gestrigen Versammlung. Eingeladen waren die Angehörigen aller bürgerlichen Parteien, er- schienen waren aber fast nur— Sozialdemokraten. Der Referent, Redakteur La euffen-Berlin, tummelte schlecht und recht seinen abgetriebenen Klepper in der politischen Arena und erregte durch seine wunderlichen Kapriolen zwar ungewollte, darum aber um so herzhaftere Heiterkeitsausbrüche des Auditoriums. Der ZukunftSstaat, die Ablehnung der sozialpolitischen Gesetze durch unsere Abgeordneten, die Unterstützung des Auslandes durch die deutsche Sozialdemokratie, ein vor mehr als zehn Jahren er- schieneues sozialdemokratisches Flugblatt, Bebels Erbschaft, die sozialpolitischen Lasten der Arbeitgeber und wie die alten Ladenhüter sonst noch heißen, bildeten die Bestandteile des Ragouts, das der Sozialistentöter seinen Hörern auftischte. Die Diskussionsredner des Reichsverbandes waren alle von der fixen Idee beherrscht, daß ihre Ausführungen_ deren Berechtigung unsere Genossen nicht anerkennen konnten— so furchtbar gescheit seien, daß die ungebildeten Arbeiter sie nicht kapieren könnten. Von unserer Seite unternahm es Genosse Dil well, die verwirrten Ansichten der Gegner über den Sozialisnuis etwas zu ordnen, soweit das bei einer Redezeit von 10 Minuten möglich war. Außer- dem kennzeichneten die Genossen Krause. Leimbach und Schwedter die Kampfesweise des Reichsverbandes und rückten die von jenen behauptete Fürsorge der bürger- lichen Parteien und des Staates für die Arbeiterschaft in das richtige Licht. Festnageln müssen wir noch das ruppige Verhalten eines deutschnationalen Handlungsgehülfen, welcher unsere Abgeordneten als„elende Gesellen" bezeichnete und damit einen Entrüstuugssturm entfachte, der sich erst wieder legte, als der Held diese Beschimpfung zurücknahm. Genosse Krause brachte schließlich eine Resolution ein folgenden Inhalts: Die Versammelten verurteilen die Bestrebungen deS Verbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie und protestieren gegen dessen Kampfesweise. Sie erklären es als Pflicht jedes Arbeiters, sich der sozial- demokratischen Partei anzuschließen, da nur der Sieg des Sozialis- muß die Befreiung der Menschheit aus Knechtschaft bringen kann.— Der Vorsitzende. Herr KustoS S t a h l b e r g, tveigerte sich jedoch, die Abstimmung vorzunehmen, weil auf der Tagesordnung nichts von einer Resolution stehe. Auf Zuruf aus der Ver- sammlung erhoben sich ungefähr 200 Personen für die Resolution. Nunmehr verließen unsere Anhänger gemeinschaftlich den Saal— zirka 20—25 Männlein als trauernde Hinterbliebene des Reichsverbandes allein zurücklassend. So endete der Kamps gegen die Steglitzer Sozialdemokratie ,nit einer großen Enttäuschung für die Veranstalter und sicherlich auch sür— den Saaliuhaber, weil die meisten Versamnilungsbesucher auf sein Bier verzichteten. Teltow. Einen„eigenartigen Fund" machte gestern vormittag der Kohlen- Händler Karl Kautsch aus Groß-Lichterselde. Als derselbe sein Pacht- land an der Villenkolouie sSeehoser Gelände) besichtigte, fand er auf demselben Fleischreste; bei Verfolgung der Spur stieß er in jüiiem .Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Kiesloch auf ein ganzes Schwein, ein Bündel Kleidungsstücke, darunter Männer- und Fraueuhemden, und ungefähr 50 Meter von der Stelle entfernt standen Bratheringsbüchsen, welche als Kochtöpfe gedient hatten. Die Fenerstelle und die Spuren deuteten darauf hin, daß die Diebe die Stelle soeben verlassen hatten. K. meldete diese Ent- deckung sofort der Lichtcrfclder Polizei, die Nachforschungen nach den Dieben aufgenommen hat. berliner I>sackrickten. Ruhig behaupten! In der R e i chs t a g s s i tz u n g vom 14. Februar war in der Debatte über den W a h l r e ch t s a n t r a g der sozial- demokratischen Fraktion auch das Thema„Wahlrechtssonntag und Schul e" gestreift worden. Unser Genosse Bebel hatte daran erinnert, daß in den Schulen Berlins vor dem 21. Januar Lehrer die Kinder auf die Gefahren des Wahl- rechtssonntags hingewiesen und sie vor dem Betreten der Straßen gewarnt hatten, da es am 21. Januar Revolution gebe. Da Genosse Bebel hieran eine Bemerkung geknüpft hatte, die für die betreffenden Lehrer nicht gerade schmcichel- Haft war, so antwortet jetzt die„Pädagogische Z e i- t u n g" mit einen Ausfall gegen den„sozialdemokratischen Redner, der trotz seiner weißen Haare den jüngsten Brause- köpf an Maß- und Zügellosigkeit überbietet." Zur Sache sagt das Lehrerblatt folgendes:„Wir wissen ja wohl auch, was an den Berliner Schulen vorgeht, und können deshalb sagen, daß die übergroße Mehrheit, sa lvir dürfen ruhig behaupten, die Gesamtheit der Berliner Lehrerschaft des Deinon- strationstages mit keiner Silbe gedacht hat in der Einsicht, daß es Sache der Eltern ist, ihre' Kinder Sonntags zu hüten." In einigen Fällen, so erzählt das Blatt weiter, hätten Kinder in der Schule angefangen von den bevorstehenden Ereignissen zu reden. Wenn dann hier und da der Lehrer geraten habe, sich nicht in Volkshaufen zu mischen, so habe er„weiter nichts als das Wohl seiner ihm liebgewordenen Schüler.im Auge gehabt." Diese über die G e s a m t h e i t der Berliner Lehrer- schaft abgegebene Erklärung wird durch die Tatsachen wider- legt, über die auch im„Vorwärts" berichtet wurde. Da übrigens an den Gemeindeschulen Berlins gegenwärtig weit über 3000 Lehrkräfte beschäftigt sind, so gehört auch für den, der wirklich keinen einzigen Fall einer schulmeisterlichen Revolutionsrede kennen gelernt haben sollte, eine tüchtige Portion Mut dazu, für die„Gesamtheit der Berliner Lehrerschaft"(auch in der„Päd. Ztg." ist das Wort„Ge- samtheit" durch den Druck hervorgehoben) die Hand ins Feuer zu legen.„Ruhig behaupten", sagt das Lehrerblatt, ohne die Selbstkritik zu merken, die in diesem Ausdruck liegt Am 27. d. M. werden sämtliche öffentlichen Kassen und Bureaus der Ministerien, des Gerichts, des Magistrats und anderer Behörden mit wenigen Ausnahmen geschlossen bleiben. In den Schulen finden nur Festakte, aber kein Unterricht statt. Am 26. d. bleiben die Kassen und Bureaus geöffnet und findet auch der Unterricht in den Schulen statt. Ahlwardt ist wieder da! Der lange Zeit von der politischen Schaubühne verschwundene„Rektor aller Deutschen" tritt jetzt wieder in die Oeffentlichkeit und zwar beabsichtigt er nicht mehr und nicht loeniger als eine große neue Partei zu gründen, die alle übrigen antisemischen Gruppen verdrängen soll. Im„AgitatioiiSvcrbnnd für nationale Politik„Allzeit voran" entwickelte Ahlwardt gestern im „Hackerbräu" sein neues Programm. Hervorzuheben ist daraus vor allein, daß Ahlwardt jetzt den Kampf gegen die Juden aufgeben will und daftir den Kampf gegen die Jesuiten predigt. Im Gegensatz zu seiner früheren Lehre verkündet er, daß nicht das Judengeld den Mittelstand unterdrücke, sondern die Macht der Jesuiten. Die Berliner Warenhäuser und Großbanken, aber auch die großen christlichen Spezialgeschäfte wären von Jesuiten ge- leitet, die jüdischen Inhaber seien nur vorgeschobene Personen. So- gar die nationalliberalen Grubenbesitzer im Ruhrrevier sind nach Ahlwardt nur Angestellte der Jesuiten. Die drei Hauptforderungen des Ahlwardtsche» Programms sind: 1. Rechtsfähigkeit aller Vereine. 2. Umwandlung der Reichsbank in ein nationales Kreditinstitut und 3. Entfernung des Religionsunterrichts aus den Schulen. In großen öffentlichen Versammlungen will Ahlwardt demnächst Anhänger für seine„neue Partei" werben. Die VerkehrSbeschränkungen in Berlin nehmen kein Ende, im Gegenteil haben wir in den nächsten Tagen wieder neue zu erwarten. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung: An« Anlaß des feierlichen Einzuges Ihrer Hoheit der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg am Nachmittage des 26. Februar d. I. treten folgende Verkehrsbeschränkungen ein: Etwa von 3 Uhr nachmittags ab werden gesperrt: a) für jeglichen Verkehr: die Bellevue-Allee zwischen Schloß Bellevue und Kleinem Stern, der Fahrdamm der Charlottenburger Chaussee vom Kleinen Stern bis zum Brandenburger Tor, der Platz vor dem Brandenburger Tor, der Pariser Jtzlatz, die Fahrdämme, Mittelplomenade und der Reitweg der Straße Unter den Linden, der Platz am Opern- und Zeughause, die Straße am Zeughause, der Schinkelplatz, die Schloßfreiheit, der Lustgarten und die Kaiser Wilhelm-Brücke; b> nach Bedarf für Wagen, Reiter und Fußgänger: die Luther- brücke, der Spreeweg, das Bellevue-Ufer von der Stadtbahn bis zum Schloß Bellevue, die Bellevue-Allee zwischen Kemperplatz und Kleinen Stern, die SiegeS-Allee und die FriedenS-Allee zwischen Zelten-Allee und Platz vor dem Brandenburger Tor, die Sommer» straße von der Dorotheenstraßc bis zum Brandenburger Tor, Königgrätzerstraße von der Lennöstraße bis zum Brandenburger- Tor, der Schloßplatz und die Kurfürstenbrücke. Wenn im Interesse der Sicherheit zeitweise noch Verkehrs- beschränkungen im weiteren Umfange erforderlich werden sollten, bitte ich, den Anweisungen der Aufsichtsbeamten willig Folge zu geben. Um eine Ueberfüllung der Fcststraße zu verhindern, wird das Brandenburger Tor voraussichtlich erst längere Zeit nach den» Passieren des Zuges für den Verkehr wieder freigegeben werden können. Dem Publikum wird, soweit irgend angangig, die Teil- nähme an der Einzugsfeier von den AuffichtSbeamten ermöglicht werden; ich darf hierbei aber wohl die dringende Bitte aussprechen, den Exekutivorganen ihre schwere Aufgabe ourch williges Befolgen ihrer Anordnungen zu erleichtern und die glatte Abwickelung des Verkehrs durch Rechtsgehen und Rechtsausweichen zu fördern. Genußmittel auf dem Bürgersteige höher stellen? Aus einer der Hauptverkehrsstraßen der Friedrichstadt wird ein Vorkommnis ge- meldet, das dringend zur Abhülfe mahnt. Vor einem dort befind- lichen Kolonialwarengeschäft waren unter anderen Gemißmitteln auch eingemachte Bohnen zu gleicher Erde auf dem Bürgersteig zur Schau gestellt. Vorübergehende Passanten beobachteten nun. wie plötzlich ein Vierfüßler an den Behälter heranlief und den Inhalt in nicht wiederzugebender Weise verunreinigte. Kurz darauf wünschte eine Käuferin, die natürlich nichts von dem Vorfall bemerkt hatte, ein Quantum der frag- lichen Bohnen. Und sie erhielt sie auch. Der Verkäufer wurde jetzt von einem der Passanten auf den Zustand der Gennßinittel aus- mcrksam gemacht, anstatt dieselben jedoch zu entfernen und zu ver- nichten, lvurdcn sie einfach höher gestellt. Es wäre doch im Interesse der Appetitlichkeit und auch der Gesundheit, wem» derartige skandalöse Zustände aus der Welt geschafft würden.________ Inseratenteil vcranttv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag; Vorwärts Heber den Bammfall in Buch» bei dem mehrere Arbeiter schwer verunglückt sind, schreibt uns die Baufirma Stoedtner u. Scharnweber: Es handelt sich nicht um ein Gerüst, sondern um eine Aufzugsbrücke. Die Brücke, die fach- gemäß und aus völlig einwandfreiem Material hergestellt— und nicht belastet— war, hat sich vermutlich dadurch, daß ein Arbeiter ein zum Festhalten der Brücke unbedingt erforderliches Tau. zwecks Anbringung eines zweiten Taues, löste bezw. lockerte, an dem überstehenden Teil gesenkt und ist so nach außen herabgeglitten, die auf ihr befindlichen vier Leute mit sich reißend. Das Ereignis ist umso unerklärlicher, als vor ihm an demselben Tage bereits schon dreimal Eisenteile und einige Wochen vorher vermittelst derselben Brücke erhebliche Mengen Material aufgefahren worden waren. Irrtümlich ist, daß der Auf- zuzskrahn gebrochen, denn bei dem Eintritt des Unfalles wurde der Krahn nicht beansprucht. Der Stadtbanrat Hofstnann hat sich in anderem Sinne geäußert. Nach seiner Darstellung soll ein Tau gerissen sein, an dem die Arbeiter eiserne Träger aufheben wollten. Daraus erhellt, daß das Tau fehlerhaft war und die Last nicht tragen konnte. Bon einem Ueberfall auf einen arbeitswilligen Mechaniker wußten dieser Tage verschiedene bürgerliche Blätter zu berichten. Es hieß da: „Einen Ueberfall auf einen arbeitswilligen Mechaniker namens Bruno Hermann aus der Schillerstraße zu Charlottenburg haben einige Streikende verübt, deren Spuren von der Polizei ver- folgt werden. Der 20 jährige Hermann ist in der Rinne-Motoren- gesellschast in der Siemensstr. 12 beschäftigt, wo vor einiger Zeit ein Streik unter den Schlossern und Mechanikern ausbrach. Hermann schloß sich den Streikenden nicht an und erfuhr seitdem vielfache Belästigungen auf dem Wege von und nach der Werkstätte. Eines Abends drohten ihm ehemalige Arbeiter der Fabrik, ihn in die Spree zu werfen, wenn er die Arbeit nicht niederlege. Hermann aber gab auf die Drohungen nichts. Als er gestern abend auf dein Heimwege die Waldstraße passierte, wurde er hinterrücks von einigen Burschen überfallen und mit Messern in grauenvoller Weise zugerichtet. Mit dem Rufe:„Das ist der Streikbrecher I" stießen ibm die Rowdies die Messer ins Gesicht. Außer vielen anderen Verletzungen erlitt H. Stichwunden an beiden Augen, so daß Gefahr für das Augenlicht besteht. Der Uebersallene liegt im Krankenhause Moabit schwer danieder; eine Gefahr sür sein Leben besteht zwar nicht, doch dürste er dauernd entstellt bleiben. Die Spuren der Täler, die sich nach dem Ueberfall geflüchtet hatten, sind entdeckt. Der Streik selbst ist inzwischen beigelegt worden." Schon in sich leidet die Notiz an einem Widerspruch. Es wird am Schluß gesagt, daß die Spuren der Täter entdeckt seien. Daraus geht schon hervor, daß man nicht genau weiß, wer die Täter sind, sonst wären sie sicher genannt worden. Das hält aber nicht ab, in der Einleitung dieser Notiz frei und frank zu behaupten, daß Streikende diese Tat verübt hätten. Wie nun sofort an- gestellte Recherchen ergeben haben, haben Streikende mit diesem Vorgange nichts zu tun, lvas natürlich diese Blätter nicht hindert, einer Verdächtigung streikender Arbeiter ohne weiteres Raum zu gewähren. Einen recht dreisten Diebstahl verübte in der Nacht vorn Donnerstag zum Freitag der Händler B. Eichgriin, der seit einigen Tagen bei seinem Bruder, der Fensterputzer ist, vorübergehend Auf- nahnic gefunden hatte. Ter Händler benutzte die Gelegenheit, einem Schlafkollegen die sämtlichen Papiere, einem anderen einen neuen Gehrockanzug, Portemonnaie mir Inhalt und� andere Kleinigkeiten zu stehlen. Tie Polizei nahm den„guten Schlafkollegen" fest. Erwischte Wäschcdiebe. Gestern nachmittag statteten zwei Diebe dem Boden eines Haines in der Münchebergerstraße ihren Besuch ab und stahlen eine Menge frisch gewaschener Wäsche. Sie sollten sich jedoch nicht lange ihres Raubes zu erfreuen haben, denn als sie mit derselben in die Herberge zur Heimat, Koppenstr. 5 kamen und daselbst soeben Hemden zu versilbern suchten, ivnrden sie von vier herbeigeholten Schutzleuien festgenommen. Nachdem die Beamten den Haupttäter sofort gefesselt hatten, brachten sie die Spitzbuben nach dem nächsten Polizeirevier. Beim Hcnnig-Spielen verunglückt ist der Schulknabe Artur G. aus der Skalitzerstraße. Er spielte mit mehreren gleichalterigcn Kameraden das in letzter Zeit aufgekommene, namentlich bei der Schuljugend- sehr beliebte Heimig-Jogdspiel, ivobei er selbst den „Hennig" machte. Um das Spiel möglichst naturgetrcn zu gesialten, ging die Hennig-Jagd über hochanfgestapelte Bretter auf einem Holzplatz an der Rixdorfer Grenze, durch welche die Jagd über die Dächer versinnbildlicht werden sollte. Leider geriet beim Hin- und Herlaufen ein Holzstapel ins Wanken, der kleine Pscudo-Hcmiig stürzte zu Boden und wurde von den nachstürzenden Brettern nicht unerheblich verletzt. Der Junge erlitt einen Bruch des Oberschenkels und wurde nach der nächsten Unfallstation gebracht. Bcrein sür volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern. Der für Dienstag, den 27. d. MtS., angesetzte Vortrag deS Herrn Geheimen Medizinalrats Professor Dr. Dönitz aus seinem Kursus über„Japan und die Japaner" fällt aus. Herr Geheimrat Dönitz wird die beiden letzten Vorträge am 6. und 13. März halten. Auf der Treptow-Sternwartc behandelt Herr Direktor A r ch e n- hold am Sonntag, den 25. Februar, nachmittags 5 Uhr, in ciiicm mit zahlreichen LichtbUdern ausgestatteten Vortrage die Frage: „Gibt es em Leben auf dem Monde?"— Das Thema für den 7 Uhr-Vortrag lautet:„Die Bewohnbarkeit der Welten", für den Vortrag am ivkontag. abends 9 Uhr:„Wolken und Blitze".— Mit dem großen Fernrohr werden Sonne. Mond. Orioimebcl und Jupiter nacheinander beobachtet. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird Herr Dr. Donath icmen Experimentalvortrag„�ie Fortschritte der drahtlosen �elcgraphic am Montag und Mittwoch noch einmal wieder- holen. Au allen übrigen Tagen der Woche gelangt abends der mit zahlreichen farbigen Bildern und Wandelpanoramen aus- gestattete Vortrag �Am Golf von Neapel" zur Tarstellung. Nach- mittags wird am Mittwoch der Vortrag„Im Lande der Mittcr- »achtssonne und am Sonnabend der Vortrag..Tierleben in der Wildnis zu kleinen Preisen gehalrcn lvcrden. Im Hörsaal spricht am Donnerstag Herr Dr. Thesing über„Das Problem der Be- frnchtmig und Vererbung", am Freitag Herr Ingenieur Max R. Zechiin über„Leistungsprüfungcn des Kraftwagens" und am Sonnabend Herr Dr. Tonarh über„Elektromotoren und Dynamomaschinen. Feucrwchrbericht. Donnerstag früh um 6 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr nach dem Dresdener Außenbahnhof auf Schöne- berger Gebiet gerufen. Dort stand eine Kontorbude in Flammen. Die Berliner Feuerwehr löschte die Flammen und übergab dann die Brandstelle der Schöneberger Feuerwehr, die dann das Feuer voll- ständig ablöschte. Abends um 10 Uhr entstand im„Wintergarten" während der Vorstellung Erdschluß in der Obcrlichtrainpe. Das Publikum blieb ruhig..Eine Gefahr war, da der Erdschluß sofort bemerkt wurde, nicht vorhanden. Nachts um 1 Uhr brannte vor dem Hause Königgrätzerstraße 1 ein Automobil. Das Benzin hatte sich entzündet. Gesterilvormittag mußte in der Anklamerstraße 53 ein Brand gelöscht werde», der die Baltanlage erfaßt hatte. Ferner hatte die Wehrin der Frankfurter Allee 57 zu tun, wo in einem Fabrikkeller ein Brand ausgekommen war, der längere Löschtätgkeit erforderte. Papier, Lumpen u. a. brannten dort»uter großer Onalmentwicklung. I" einen, Papiergeschäft in der Jnvalidenstraße 40/41 waren nachts Regale. Papiere u. a. in Brand geraten und in der Jnsterburger- straße 26 Gardinen usw. Bei einem Alarm, der abends aus der Soldiiierstraße einlief, handelte es sich um einen Mißbrauch des öffentlichen Feilerinelders. Ferner halte die Wehr Brände iii der Mitteiiwalterslraße 23. Am Hafenplatz 5. Langestraße 0 und anderen Slellen zu löschen.________ Blichdruckerei u7 Verlagsanstalt Paul Sinaer& Co.. Berlin SW.