Nr. 48. nbonnementS'Btdlngangen: «Sonnements• Preis jjtSnumetanSo: «ierteliihrl. 3�0 Mk. monall 1,10 Ml., «vichentlich 28 Psg. frei ins Hau». Einzelne Nummer G Pfg, Sonntag», nummer mit illustrierter Sonntag», Vellage.Die Reue Welt» 10 Psg. Post. Abonnement: 1,10 Marl vro Monat. Eingetiagen in die Post-Zeitung», Preisliste. llistr: Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige klusland 8 Marl pro Monat. S3. Jahrg. CriftlBt tSglltk ivBcr Oontiai. % ytb* Zerlinev Volksblnkk. Die InlerHonS'GebObf delrligt für die sechZgespaltene Kolonel- zelle oder deren Raum 40 Psg., für dolitische und gewerlschastliche Vereins- und BersanimIungS-iinzeigen LG Psg. „Meine Snreigen", da» erste ssrU- gedruckte) wort lO Psg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über IG Buchstabe» zählen sür zwei«orte. Inserate sllr die nächste Stummer müssen bi» 6 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» s Uhr vormittag» geSssnet. relegiamm-Rdresse: „Boilaliltiiiekrit BmIIb". Zcntralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfcbtands. Redaktion: 8CQ. 68, Lindenstrassc 69. Kernspreckier-«ml IV. Nr. 198«. Dienstag, den Ä7. Februar Expedition: 8Rl. 68, l.indenstrasse 69. Zsrrntvreltier:«m» IV. Mr.>984. Von der Invalidenversicherung. Die bürgerlichen Arbciterfrcunde können wieder einmal triumphieren. Die dem Reichstage vorgelegte jüngste Nach- Weisung über die Geschäfts- und Rechnungsergebnissc der In- validenversicherung zeigen, daß an invalide Arbeiter im Jahre 1904 nicht weniger als 128849097,15 M. ausgezahlt worden sind. Und für die Zeit von 1891 bis 1904 beläuft sich, Wie in der amtlichen Veröffentlichung noch besonders vor- gerechnet ist, die Summe der ausgezahlten Renten sogar auf 896 959 338,76 M. DaS Bild wird jedoch ein anderes, wenn wir uns nicht mit diesen großen Zahlen allein begnügen, sondern auch da- nach fragen, wie viel von jenen Millionen Mark auf jeden einzelnen Reichsrentner kommt. Es war nämlich im letzten Jahre der durchschnitt- liche Jahres- betrag der Invalidenrente Krankenrente Altersrente bei den Versicherungs- anstalten M. 153,18 158,6? 155,93 bei den zu- gelassenen Kassen einrichtungen M. 196,50 186,86 177,52 bei allen Versicherungs- trägcrn M. 155,13 158,87 157,13 Der höchste durchschnittliche Jahresbetrag ist also 190 Mark 50 Pf.--- 52 Pf. pro Tag. Das ist die großartige Versorgung invalider Arbeiter. Dabei muß auch noch das Alter berücksichtigt werden, in dem die invaliden Arbeiter mit solchen Renten abgefunden werden. Von denjenigen Arbeitern, denen im Jahre 1904 eine tier sehen wir, wie viele Arbeiter bereits im Alter von ) Jahren invalid im Sinne des Invalid enversicherungS- Gesetzes, also fast ganz arbeitsunfähig, werden. Unter diesen unglücklichen Arbeitern sind viele Fanulienväter mit mehreren noch unerzogenen Kindern. Wie sollen solche Invaliden mit — 52 Pfennig pro Tag den Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen bestreiten l Pon denjenigen Arbeitern, welche eine Krankenrente bekommen, steht sogar die größere Hälfte im Alter biS zu 50 Jahren. Die Krankenrente erhält derjenige Arbeiter, welcher zwar nicht dauernd, aber dort bereits W" �'...... während 26 Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig geivesen ist. Die Rente soll solchen Arbeitern die Möglichkeit gewähren, sich eventuell allmählich wieder zu erholen, neue Kräfte zu sammeln. Und dazu erhielten sie— 52 Pf. pro Tag I Altersrenten wurden im Jahre 1904 im ganzen 12 069 Arbeitern zuerkannt, von denen naturgemäß fast alle 70 Jahre alt, einige etwas älter sind. Ist ein versicherter Arbeiter dergestalt erkrankt, daß als Folge der Krankheit Erwerbsunfähigkeit zu besorgen ist. welche einen Anspruch auf reichsgesetzliche Invalidenrente begründet, so ist die Versicherungsanstalt befugt, zur Abwendung dieses Nachteils ein Heilverfahren in dem ihr geeignet erscheinenden Umfang eintreten zu lassen. Leider werden noch immer nicht diejenigen Zahlen angegeben, aus denen zu ersehen ist, ob die Versicherungsanstalten von dem Recht, ein Heilverfahren durchzuführen, in dem Umfange Gebranch machen, wie es notwendig ist. Wir müssen uns daher mit folgender Zu- sammenstellung begnügen: Versicherungsanstalten usw. t. Rheinprovinz... Königreich Sachsen Schlesien.... Berlin..... Brandenburg... Westsalen.... Sachsen-Anhalt.. Hannover.... Württemberg... Hansestädte... Baden..... Hessen-Nassau.. Elsaß-Lothringen. Slvleswig-Holstcin Thüringen.... Ostpreußen... Pommern.... Beiträge pro 1964 Mark 2. 16 635 991.29 14 Q97 516,02 11 555-422,19 8 360 419,32 8 672 067,96 7 288 505,25 7 067 609,17 6 475 742,04 5 363 019,44 5 272 727,13 6 057 211,75 4 987 645,34 4 214171,76 3 661 754,24 3 497 554,14 3 428 534,28 3 238 332,53. Gesamtkosten der Heilverfahren im Jahre 1964 3. 997 656.66 761 558,96 532 403.05 1510 550,15 516 757.69 502 882.42 162 837.77 556 129.43 567 374,64 495 090.74 478 249.76 233 624.15 160 925,01 184 520.45 305 033,92 226 626,71 116 299,13 Versicherungsanstalten usw. 1. zu Beittäge pro 1964 Mark Gesamtkosten der Heilverfahren im Jahre 1964 2. 3 197 698.57 2 875 875,91 2 876 727,44 2 533 355,65 2 694 506,90 1775 072.78 1 649 723,74 1 431 991,64 1 271 891,90 1 053 179,18 1 049 613,34 936 840,87 793 541.36 654626,81 4 824 535,26 3 467 284,75 1 393 950,56 740204,26 436 813,96 431 325,02 390 989,32 266525,86 223 912,03 3. 222 932,66 824,717,48 278 975,88 168 381 56 91 058,50 63 290,06 77 563,42 39 793,32 79 127,82 21 538,48 48 981,81 28 219,92 24 363,72 65 433,97 251 655,32 582 739,73 153 100,04 5681,46 27 680,07 16 537,63 28 799,33 11 398,34 Obcrbahern........ Großherzogtum Hessen... Posen.......... Westpreußen........ Mittelfranken....... Mecklenburg........ Pfalz........ Schwaben-Neuburg..... Braunschweig....... Niederbahern....... Oberfranken........ Unterfranken und Aschaffenburg, Obert'falz und Regensburg., Oldenburg........ Allgemeiner Knappsckaftsverein Bochum........ Pensionskasse der Preußisch- Hessischen Eisenbahngemeinschaft..... Norddeutsche Knappschafts-Pensionskasse Saarbrücker Knappschaftsverein... Allgemeine Kuappschafts- PensionSkaffe für das Königreich Sachsen... Arbeiterpensionskasse der kgl. bayrischen Staatseisenbahnen...... Arbeiterpensionskasse der kgl. sächsischen Staatseisenbahnen...... ArbeiterpensionSkaffe für die badischen Staatseisenbahnrn und Salinen. Pensionskasse für die Arbeiter der Reichseisenbahnverwaltung... Wir haben die Versicherungsanstalten und die Kassen- einrichtungen. jede Art für sich, nach der Höhe ihrer Einnahme aus den Beiträgen geordnet. Ein Vergleich der Spalte 2 (Beiträge) mit Spalte 3(Gesamtkosten der Heilverfahren) er- gibt, wie sehr selbst diejenigen Versicherungsanstalten, welche die höchsten Einnahmen und daher auch die größten Zahlen von Versicherten aufweisen, die Durchführung von Heilverfahren vernachlässigen. Die Versicherungsanstalt Rheinprovinz zum Beispiel hat eine fast doppelt so große Einnahme als die Versicherungsanstalt Berlin und gibt dennoch viel weniger für Heilverfahren aus als letztere Versicherungsanstalt. Noch un- günstiger ist das Verhältnis in den Versicherungsanstalten Königreich Sachsen, Schlesien, Sachsen-Anhalt, Hessen-Nassau, Elsatz-Lothringen, Schleswig-Holstein, Pommern, Mittelfranken und in fast allen anderen kleineren Versicherungsanstalten.— Die Kassencinrichtungen leisten durchweg nur sehr wenig' in bezug auf die Durchführung von Heilverfahren. Trotzdem finden sich auch hier auffallende Unterschiede. Im allgemeinen kann darüber kein Zweifel bestehen, daß die so viel gerühmte Invalidenversicherung auch in dieser Beziehung weit hinter dem zurückbleibt, was die Arbeiter verlangen müssen. Ferner kann auf Grund statutarischer Bestimmung der Versicherungsanstalt der Vorstand einem Rentenempfänger auf seinen Antrag an Stelle der Rente Aufnahme in ein Jnvalidenhaus oder in ähnliche von dritten unterhaltene An- stalten auf Kosten der Versicherungsanstalt gewähren. Zu diesem Verfahren haben sich im letzten Jahre folgende Vcr- sicherungsanstalten herbeigelassen: Versicherungsanstalt usw. 1. Westfalen Berlin....... Oberbayern..... Hansestädte..... Thüringen...... Niederbayern..... Nheinprovinz..... Braunschweig.... Pensionskasse f. d. A. d. Preuß.-Hess. Eisenb.-G. Königreich Sachsen... Oldenburg..... Schwaben und Nenburg. Schlesien...... Württemberg..... Arb.-PensionSkaffe für die Bad. StaatSeisenb. u. Salinen Zusammen Gesamt- kosten der Invaliden- hauSpflege M. 2. 62 462,52 40 841,79 40 645, 35 661,57 34 879,53 27 218.74 23 966.83 23 198,- 16 845,08 15 782,96 13 699,63 9 865,88 4 953,46 2 301,18 366,- 352 572,07 Davon gehen ab: die Renten der verpflegten Personen M. 3. 21 735.38 3 210.12 4.655.89 3 805.33 7 637,57 7 606.56 7 497,21 7052,68 942,45 5 428,86 6 976,54 1 916,66 831,25 144,60 78 834,32 Zuschüsse von anderer Seite M. 4. 994,79 456,29 13 859,93 3 643.61 173,20 182,35 246,07 486,90 238,02 19 669,16 Mithin Zuschuß d. Vcrsiche- rung»- anstatt M. 5. 39 732,35 37 631,67 36 589.11 31 856,24 26 791,67 5 758.31 13 426,01 15 972,72 15 726.28 16 658,09 6 242,09 9 865.88 2 793.84 1 469.93 155,46 254 068.59 Also nur 15 von den 40 Versicherungsanstalten und Kasseneinrichtungen wenden Mittel für �die Jnvalidenhaus- pflege'auf. Aber auch die vorstehenden 13 Anstalten tun dies in recht beschränktem Maße. Dabei zeigt sich, daß diese nvalidenrente nicht einnial für einen allein stehenden Invaliden ausreicht. Denn alle Anstalten, welche Invaliden in Jnvalidenhäusern untergebracht haben, können die Kosten nicht mit den Renten der verpflegten Personen decken, sondern mußten sehr erhebliche Zuschüsse leisten. So bestätigt die Statistik der Invalidenversicherung unsere Klagen über die ungenügenden Leistungen der Versicherung. Und der Triumphgesang der bürgerlichen Blätter mit den vielen Millionen, welche für die invaliden Arbeiter ausgegeben werden, ist nichts als ein schamloses Schwindellied. Die Revolution in Rußland. Fortschritte der„Beruhigungsarbeit" der Mimster Witte und Durnowo. Trotz der vom Minister des Innern erlassenen Vorschrift nicht zu arretieren, sondern mit den unbequemen Leuten kurzen Prozeß zu machen, ist die Zahl der politischen Ver- hafteten in allen Gefängnissen des Reiches schon jetzt so kolossal groß, daß die Regierung sich gezwungen sieht, für dieselben nach einer billigeren Unterkunft sich umzuschauen. Dabei dauern die Verhaftungen noch immer fort und fangen in einigen Provinzen jetzt erst an, denn es bedurfte einiger Zeit, bis die Gendarmerie- Verwaltungen die alten Akten hervorgezogen und Aussagen von den zuerst Verhafteten herausgepreßt hatten. Jetzt erst kommen die Nachrichten von Massenarresten unter den Eisenbahnern, Fabrik- arbeitern, Lehrern und Bauern aus dem Innern Rußlands. In Moskau sind nach der„Rußj" am 18. Februar vier Eisenbahn- Waggons mit 120 politischen Gefangenen angekommen. Unter den Arretierten, die alle in dem Kreise Moskau verhaftet worden sind, befanden sich auch einige G e i st l i ch e. Die Lage der Verhafteten in den Gefängnissen ist schrecklich. In den Städten der Gouvernements, die sich unter dem Bc- lagerungszustande befinden, bedeutet jeder Protest der Gefangenen den sofortigen Tod. Jeder Beamte außerhalb der Gefängnismauern ist allmächtig, also erst recht innerhalb derselben. In Charkow befinden sich nach einer Meldung des eben genannten russischen Blattes in jeder Zelle, die für 15 Personen bestimmt war, jetzt 45 Personen. Im Laufe einiger Wochen ist die Gesamtzahl auf 205 herangewachsen. Die Folgen dieser Zusammenpferchung der Gefangenen sind nicht ausgeblieben. In Jekaterinoslaw ist unter den Verhafteten eine Typhusepidemie ausgebrochen. Wird der TyphuS erst der Gefängnisse Petersburgs sich bc- mächtigt haben, in denen augenblicklich sich'über 40 000 politische „Verbrecher" befinden sollen, dann werden die Herren Durnowo und Witte sich die Hände reiben können, dieser Teil der„Armee der Unruhigen" wird dann bald aufgerieben sein. Und daß der andere Teil der Armee, die 40 000 Arbeitslosen, recht bald umkommen. dafür sorgt täglich die Petersburger Polizei mit dem Stadthaupt- mann von der Launitz. In den letzten zwei Wochen sind wieder sieben Speisehallen, in denen das Mittagessen un- entgeltlich an 3006 Personen verabfolgt wurde, von der Polizei geschlossen worden, weil die Vorsteher derselben sich in den Augen der Polizei nicht als genügend zuverlässig erwiesen. Auch das Bureau des Arbeitslosenkomitces ist schon mehrmals von der Polizei überfallen worden. Am schrecklichsten ist die Lage derjenigen, die sich in den Polizei- arrcstlokalen befinden. Das ist das sogenannte Fegefeuer, das ein jeder durchmachen muh. Erst wenn der Gefangene genügend— d. h. bis zur Ohnmacht— geschlagen worden ist, überführt man ihn nach dem Gefängnis. Man sticht auch die Fußsohlen und Fingerspitzen mit Nadeln. Um eine Aussage von den Arbeitern des„Prowodnik" in Riga zu erpressen, hat man dieselben mehrmals an den Zaun ge- stellt und das Kommando zum Schießen erteilt, und erst als einige Frauen in Krämpfe fielen, führte man sie ins Gefängnis ab. Die Administration wittert überall„verbrecherische Ver» bindungen" und erlaubt keine Ucbergabe von Speise und Büchern. In Moskau, Petersburg und Rostow ist die Besuchszeit auf drei Minuten und einmal wöchentlich eingeschränkt worden. In R i g a werden überhaupt keine Besuche gestattet. Viele werden im Laufe von acht Wochen kein einziges Mal verhört. Am gemeinsten geht man auch hier mit den Arbeitern um. Die Schwester des Vorsitzenden des Arbeiterdcputiertenrates von Petersburg war aus der Provinz hergereist, wurde aber nicht zu Chrustalew zuge. lassen.— In Rostow befinden sich 1006 politischke Ge- fangen«, in der Warschauer Zitadelle 9728 und in den Gefängnissen Rigas betrug die Zahl am 13. Februar 1521. Politische Prozesse gab es am 30. Oktober drei, jetzt 1206 bis 1300.— ».» Petersburg. 25 Februar.'(Wl T. 93.) Die Polizei schloß heute das in, Teinschew-Saale tagende Zentralbureau der demokratsch-kon- stitutionellen Partei sowie dir mit dem Bureau verbundenen Agi- tationskurse. Warschau. 25. Februar.(MWdung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Heute nachmittag drang eine Schar Soziali st en in eine Wählerversammlung, die in der Vorstadt Praga abgehalten wurde, ein, um die Versammlung zum Auseinandergehen zu zwingen. Es entspann sich eine Rauferei, bei der mehrere Revolverschüsse abgegeben wurden. Eine Person wurde getötet, fünfzehn Personen wurden verletzt. Die Potizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Odessa. 25. Februar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) In der vergangenen Stacht schössen bei einer polizeilichen Durchsuchung des Stcrnbergschen Haufes A na r ch i st e n auf die Polizeibeamten und verwundeten da» beide nPortierdesHauses.deffenFrauun deinen Polizeibeamten schwer. Tann flohen sie nach dem Dach- räum des Hanfes und wechselten Schüsse mit dem inzwischen herbei- gerufenen Militär; ferner warfen sie zwei Bomben, die jedoch, ohne Schaden anzurichten, auf der Straße platzten. Durch eme nach dem Dach hin abgegebene Salve wurden drei der Anarchisten ge» tötet; zwei wurden danach festgenommen. Tiflis. 25. Februar.(Mplimiig der Petersburger Telegraphen-Agentur.), Die Plünderungen und Telderpressungcn werden hier immer häufiger. Sechs Individuen plünderten«ine Apotheke und verschwanden dann. — In die Wohnung eines Arztes drangen, während dieser Sprech- stunde abhielt, zehn bewaffnete Männer ein, raubten ihm die Taschen- uhr und das Geld und cutflohen. Als die Frau des Arztes aus dem Fenster um Hülfe rief, erschien ein Polizeisergeant.und gab auf den Arzt drei Revolverschüsse ab, die diesen schwer verwundeten. Der Täter wurde festgenommen.— Ferner ist auf einen reichen Waren- Hausbesitzer ein Angrisf ausgeübt worden, bei dem dieser ver- wundet wurde. Odessa, 26. Februar.(B. H.) Der Prozeß gegen Leut- «aut Schmidt nimmt für diesen einen sehr ungünstigen Ver- lauf. ES kann bereits als feststehend gelten, daß Leutnant Schniidt zur Degradation und zum Tode durch deu Strang verurteilt iverdcn tvird. Dagegen tvird angenommen, daß der größte Teil der Mitangeklagten Matrosen nur zu mehr oder minder laugen Freiheitsstrafen verurteilt werden wird. politische debevsicbt. Berlin, den 26. Februar. Biel Lärm um»ichts. Im Abgeordnetcuhause stand am Montag bei der Iveiteren Beratung des Kultusetats der Fall Römer in: Vordergrunde des Interesses. Es handelt sich bekanntlich um den Lizen- u teil Römer, der vom Konsistorium in Koblenz nicht bestätigt v urb., iv.il das hohe Konsistorium an seiner Probepredigt Anstoß nahm. An irnd für sich sind ja solche Entscheidungen nichts S.ltenes; wer irgendwie eine von der Anschauuilg der hurshendeil Kirche abweichende Meinung äußert, ist in � i ußen ebenso ungeeignet zum Geistlichen wie etwa ein "C. iMloemokrat für ein Kommunal- oder Staatsamt. Das ist nun.inmal alt-borussische Tradition. Was aber dem Fall ''stiimr einen besonders pikanten Beigeschmack gibt, das ist die Tutsache, daß an der Nichtbestätigung u. a. mitgewirkt hat d.e natioualliberale Abgeordnete Hackenberg, der Mann, der im Landtag die schönsten Predigte» über die Freiheit der Wissenschaft auch der theologischen Wissenschaft— zu halten fle�t. In Worten ist er für freie wissenschaftliche Forschung, tatsächlich aber trägt er im Verein mit den Muckern dazu bei, daß derjenige, der frei seine Meinung äußert, in Preuß.n keine Anstellung findet. Mit Worten weiß er vor- lrestlich die Bedeutung der Volksschule zu preisen, tatsächlich u. r � erbindet er sich mit den Erzreaktionären, um die Schule d.r Kirche auszuliefern. Herr Hackeuberg mußte sich ob seines Verhaltens von seinen nächsten Parteifreunden manch bittere Wahrheit sagen lassen. Namentlich Herr v. E y n e r n fand treffende Worte g>.gen die reaktionären Elemente in der Kirche, Worte, die in- direkt auf seinen Parteigenossen gemünzt waren. Das Zentrum beteiligte sich überhaupt nicht an der Debatte, da es sich in inneren Angelegenheiten der evangelischen Kirche nicht einmischen will. Auch die Konservativen protestierten energisch dagegen, daß Angelegenheiten der Kirche vor dem Landtage verhandelt werden. Geld soll der Landtag für kirchliche Zwecke in Hülle und Fülle belvilligen. aber wehe ihm, »oenn er sich erlaubt, über kirchliche Angelegenheiten zu sprechen. Solche„Anmaßung" verbitten sich die Konservativen aufs ent- schiedeuste. Der Verlauf dieser Debatte hat wieder einmal die Not- w�ndigkeit der völligen Trennung der Kirche vom Staat, wie es die Sozialdemokratie verlangt, aufs deutlichste dargetan. Dafür ist aber das Dreiklassenparlament natürlich nicht zu hab.n; im Gegenteil— die Mehrheit möchte am liebsten den Sta t d.r Kirche ausliefern. Am Mittivoch tvird die Beratung des Kultusetats fort- gcsO.—_ Byzantinismus. Unsere Byzantiner haben wieder einmal gute Tage. Die Familienfeier der kaiserlichen Familie gibt ihnen wieder Ge- legenheit, ihre in Demut ersterbende Königstreue ins rechte Licht zu setzen. Für den Liberalismus bedarf es allerdings solcher Extragelegenheiten kaum, er gibt sich ja täglich Mühe, zu beweisen, daß Männerstolz vor Königsthronen ein ihm völlig unverständlicher Begriff ist. Es berührt deshalb ganz und gar nicht befremdend, daß zum Beispiel das„Berliner Tageblatt" fortwährend darüber winselt, daß das neuvermählte Prinzenpaar in Potsdam sein Domizil nehmen wird, statt in Berlin selbst: oder daß die„Voss. Ztg." ganz enthusiasmiert die Entdeckung verkündet, daß auch die„Großen auf der Menschheit Höhen Menschen bleiben und als Menschen fühlen dürfen". Vielleicht will die Tante Boß damit auch sagen, daß heutzutage n u r die„Großen" als Menschen fühlen dürfen, daß jedoch gewöhnlichen Sterblichen solch vermessenes Streben versagt ist. Wie dem aber immer sei: unserer libe- ralen Bourgeoisie ist das Byzantinern gewohnte Alltagsverrichtung; wogegen unseren Junkern solch festliche Anlässe die hochwillkommene und ausgiebig benutzte Gelegen- heit bieten, durch gedoppelte Weihranchspenden den alten Junkertrutz vergessen zu machen, der sich in ihrer Politik, namentlich in den Kämpfen um die Zollwucherbeute und gegen den Lausekanal, häufig genug offenbarte. Nachdem und dteiveilen nun die kaiserliche Politik ihren junkerlichen Jnter- esse» Rechnung getragen, erheischt es nun auch die traditionelle Junkerpolitik. das Gottesgnadentum der Krone mit den höchsten Tönen zu feiern und dem Hohenzollernhause zu beweisen. daß es keine getreueren Untertanen besitzt, als die bis auf die Knochen monarchische ostelbische Junkerschaft. Man sollte meinen, daß Familienfeste um so würdiger gefeiert würden, je familiärer sie sind, je weniger sie der Lärm aufdringlicher Gäste stört. Unsere besitzenden Klassen nehmen darauf keine Rücksicht, sie, die vonl zarten deutschen Familicngefühl der Kaiserfamilie nicht genug zu schwärmen ivissen, ahmen die widrigen Gepflogenheiten des kapitalistischen Geschäftsbetriebes nach, der jedes frohe oder traurige Fannlien- ercignis brutal zu Reklamezwecken ausnutzt. Diese sich patriotisch gebärdende byzantinische Geschäfts- spekulation läßt sich auch dadurch nicht hinwegtäuschen, daß man den Anschein zu erwecken sucht, als sei eine kaiserliche Familienfeier recht eigentlich eine nationale Feier, als betrachte sich das deutsche Volk mit der Kaiserfamilie förnilich als durch Familienbande verbunden. Wenn die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." in gewissen Kreisen eine so verlogene Auffassung zu verbreiten sucht, so leistet sie dem Monarchismus selbst durch solch blöde Schmeichelei die denkbar schlechtesten Dienste! Die Masse des Volkes, deren Gesinnung nicht nach dem Schwarme müßiger Gaffer und Hurraschreier beurteilt werden darf, steht der Monarchie und ihren Trägern vollständig reserviert gegenüber. Wie könnte das auch anders sein zu einer Zeit.>vo die arbeitende Klasse die Herausgabe ihrer politischen Rechte fordert und wo ihr vom Negierungstische diese Rechte mit dem Argument verweigert werden, daß es der Dynastie nicht ein- fallen könne, ihre Vorrechte zugunsten des Volkes beschneiden zu lassen! Oder sollten etwa die Kriegsvorbereitnngen vom 21. Januar, das Aufgebot der Truppen gegen das eigene Volk das Gefühl familiärer Zugehörigkeit zum preußischen Königshause gestärkt haben?! Das deutsche Proletariat respektiert die Privatgefühle aller, auch der„Großen". Und es glaubt diese Gefühle da- durch am besten zu respektieren, daß es die Familienfeier des Kaiserhauses als wirkliche Familien feier betrachtet, um die es sich nicht zu kümmern hat. Aber diese Rücksichten sollten umgekehrt von unseren Byzantinern respektiert werden! Denn alle byzantinischeil Huldigungen im Namen des Volkes müßten nnr den" P r o t e st dieses Volkes provo- zieren!—_ Politische Reden bei der Familienfeier. Zur Feier der silberne» Hochzeit des Kaiserpaares brachte auch der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld im Namen des Bundesrates seine Glückwünsche dar. Der Kaiser dankte mit folgender Ansprache: „Ich spreche dem Bundesrat von ganzem Herzen nieinen wärmste» Dank aus für die Wünsche, die Eiv. Exzellenz soeben aus- gesprochen haben, und bitte Sie. Dolmetsch unseres Dankes zn fein bei Ihren Herren für das Interesse, das sie an deni Fest in unfcrein Hause genommen haben. Es ist mir eine Freude, vernommen zu haben, daß der Bundesrat in der Lage gewesen ist, sich zu überzeugen, mit Iv e l ch e m Fleiß und welcher Hingebung Arbeiten und Pflichten von ihrer Majestät aufgefaßt werden. Sie können versichert sein, daß wir unsere Arbeit auch fernerhin mit unermüdlichem Pflicht- eifcr tun werden und vor allem in inniger Vereinbarung mit unseren hohen Verbündeten wirken werden. Auf die Gratulation der militärischen Spitzen cnt- gegnete Wilhelm II.: „Ich spreche meinen herzliche» Dank aus für die schonen Worte, die Ew. königliche Hoheit aN uns gerichtet haben. Ich bin von Herzen beglückt und daükbar, daß' des Reiches wehrhafte Söhne, dargestellt in den obersten'Spitzen der Armee, uns heute hier gratulieren können, uiid daß dieselben von Ew. könig- lichen Hoheit geführt werden,, die uns noch die herrliche Zeit der Auferstehung des Reiches verkörpert. Ew. königliche Hoheit können versichert sein, daß mein erster und letzter Gedanke meine Streitkräfte zn Lande und zu Wasser sind, und daß ihre Majestät stets bestrebt ist, für die Linderung von Not und Krankheit zu wirken und vorzusorgen. Gebe Gott, dost ein Kriegsfall nicht eintreten möge. Sollte es aber dennoch geschehen, so bin ich fest überzeugt, daß die Armee sich ebenso bewähren werde wie vor 35 Jahren." Es ist bezeichnend für die Deutung der letzten Ansprache, daß ihr Bekanntwerden auf der Berliner Börse eine kleine Baisse verursachte!—_ Friedcns-Stimmung. Die letzten Nachrichten aus Algeciras sind dazu angetan, die Unruhe, die sich der Kulturwelt bemächtigt hatte, ein klein wenig zu dämpfen. Die Tatsache vor allen Dingen, daß Herr de Courcel im Ailftrage Frankreichs in Berlin gewesen ist und sich seiner diplomatischen Mission zur Zufriedenheit seiner Auftraggeber entledigt zu haben scheint, diese Tatsache vor allen Dingen hat etwas Oel auf die Wogen gewisser französischer Stimmungen gegossen. Prompt reagiert die deutsche bürgerliche Presse auf den allerneuesten Barometerstand. So läßt sich z. B. das„Berliner Tageblatt" von seinem Pariser Korrespondenten mit- teilen, der Besuch de Courcels könne vielleicht als ein Wendepunkt in der Marokkoaffäre bezeichnet werden. Gleich hinterher folgt die begreifliche Einschränkung: Man müsse sich indessen vor vorschnellen Erwartungen hüten. Man kann es nur loben, wenn auch bürgerliche deutsche Blätter durch solche Bemerkungen dazu beitragen, die Nation skeptisch und argwöhnisch zu machen für alle Fälle, bei denen die internationale Diplomatie ihre Finger im Spiele hat. Daß eS aber einer Zeitung wie dem„Berliner Tageblatt" nicht ernst ist mit der Absicht, seine Spalten etwa bewußt in den Dienst einer Politik zu stelle», die dergleichen verwickelte Fragen prinzipiell von dem Standpunkt aus behandelt: um jeden Preis der Taktik der Wahrung des Friedens zu dienen, das geht aus dem Schlnßabsatz des erwähnten Entrefilets hervor. Es ist nämlich davon die Rede, daß ein Leitartikel der Londoner„Daily NewS" den Vorschlag macht, die intrikate marokkanische Bankfrage so zu regeln, daß Deutschland darein willige. Marokkos Interessen unter den Schutz einer Macht zu stellen, die mit einem europäischen Mandat betraut ist. Man sollte meinen, gegen diesen vernünftigen Vorschlag dürfte — zumal im gegenwärtigen Stadium der eben friedlicher gewordenen Verhandlungen— kein einigermaßen besonnenes Blatt etwas einwenden. Was haben aber die Mosseaner zu sagen? Ihnen fällt nichts Gescheidteres ein als folgende im höchsten Grade deplazierte Politikasterei: „Mit der Macht, unter deren Schutz nach dem Vorschlage des englischen Blattes Marokko gestellt werden soll, kann doch aber nur Frankreich gemeint sein. Wollte Deutschland diesem Vor- schlage beistimmen, so wäre die ganze Konferenz überflüssig gewesen." Und das bildet sich noch ein. Wunder wie geistreich, patriotisch und— liberal zu politisieren I Nebenbei bemerkt führt die Bankfrage auch rein äußerlich etwas Ruhe in den Verhandlungen der Marokko-Konferenz herbei. Das Problem ist nämlich so vielseitig und vielgestaltig, daß nicht weniger als drei Entwürfe vorliegen, die von dem zum Studium und zur Vorberatung dieser Frage eingesetzten Ausschuß zu beraten sind. Nun meldet das offiziöse„Wölfische Bureau" im Anschluß hieran folgendes: „Die Vorberawngen werden natürlich wegen des Umfange? der in Frage kommenden Interessen und der damit verknüpften Schwierigkeiten längere Zeit in Anspruch nehmen." Und es fügt hinzu: „Infolge des UmstandeS. daß der Tag der nächsten Sitzung nicht festgesetzt worden ist, werfen manche pie Frage auf, ob dies nicht als Vertagung der Konferenz aus unbestimmte Zeit aufzufassen sei. Diese Auslegung ist ein Irrtum. Es wird vielmehr auch von französischer Seite die Ueberzeugung ausgesprochen, daß das der Konserenz vorliegende Programm von ihr bis zu Ende durch» beraten werden wird." Wenn„diese Auslegung" auch„ein Irrtum" sein mag. so ist immerhin bemerkenswert, daß Wolff dergleichen überhaupt in die Debatte hineinziehen darf.— Gewisse Leute sprechen und schreiben im Anschluß an die Silber- Hochzeit des deutschen Kaiserpaares in diesen Tagen so viel von den Segnungen, die Wilhelms II. bald 18 Regierungsjahre dem Deutschen Reiche beschert haben sollen, und von den hohen Erwartungen, die man noch an die fernere Regierungszeit dieses friedlich gesinnten Monarchen knüpfen dürfe.— Wir werden Gelegenheit haben, an der weiteren Haltung der deutschen Diplomatie in den Verhandlungen lvcgcn Marokkos zu er- kennen, wie weit deren Auftraggeber wirklich den Interessen der Kultur und des internationalen Friedens zu dieuen wünschen.— Tischge» offen der deutschen Diplomatie. Paris, 23. Februar.(Eig. Ber.) Die Geheimtuerei und Exklusivität der Diplomatie wird nicht selten mit dem Argument vcrteitigt, daß zu deu Geschäften der inter- nationalen Politik ein ganz besonderer Takt gehöre, der gewöhnlichen Sterblichen nicht eigen sei! In der Tat gibt es im Kreise der hohen Staatskunst Tinge, die so fein. sind, daß unsereins ihre Feinheit schon gar nicht bemerkt. So haben zum Beispiel viele Leute die politischen Unterhaltungen, die seinerzeit Herr Rosen hier mit einigen Nationallisten bei einem privaten Diner führte, für ivenig angemessen gc- halten. Sie meinten, derlei Konversationen eines Staats- mannes mit politischen Cliquen eines fremden Landes bei Gelegenheit einer amtlichen Mission könnten— besonders im Augenblick einer diplomatischen Spannung— die Beziehungen der Staaten eher verschlechtern als verbessern. Auch die Freundschaften, die Herr R a d o l i n hier pflegt, rufen einiges Kopfschütteln hervor. Zu einem Diner, das in dieser Woch auf der deutschen Botschaft stattgefunden hat, war neben R o n V i e r auch Herr Bunau-Berilla geladen, der Herausgeber des„Matin", des berüchtigten Sensations- blattes, dem gegenüber erst kürzlich deutsche Gerichte den Mißbrauch der Presse zn schmutzigen Börsenoperationen als erwiesen angesehen haben! Daß der Unternehmer der berüchtigten, vielfach Delcasss zugeschriebenen Enthüllungen, jedenfalls der skrupelloseste Förderer der chauvinistischen Er- regung, gerade jetzt einen so demonstrativen Beweis der Radolinschen Huld erhält, mögen sich die von ihm vor Gericht zitierten deutschen Patriotenblättcr als Dank für die unentwegte Verteidigung der„weisen deutschen Marokkopolitik" vermerken. Rouvier gegenüber war es aber eine besonders taktvolle Aufmerksamkeit, ihn an einer Tafel mit dem Manne zusammenzubringen, dem man nachgesagt hat, er habe die Enthüllungen über den Fall Dclcasses erst dann veröffentlicht, als ihm Ronvier das Interview verweigert hatte, welches er für sein Blatt nach dem vom„Petit Parisien" veröffentlichten Interview mit Bülow aus Konknrrenzrücksichten gefordert hatte!— »• veutlckes Reich. Zur„Einigung" des Liberalismus. Ueber die Einigungsaltion des Wahlvereins der Liberalen urteilt ein der Freisinnigen Vereinigung selbst an- gehörendes Blatt, die„ W e s e r- Z e i t u n g", folgendermaßen: „Am meisten muß die Anmaßung gewisser jüngerer Elemente der Berliner Versammlung getadelt werden, die eine» Hamburger Redner, der abweichende Meinungen vertrat, mit dem Rufe„was liberal ist, daS entscheiden wir", zum Schioeigen zu bringen Nichten. Wer sind denn die Herren, die ein solches Mandat vom Liberalismus erhalten haben? Wo hat man cS ihnen zugesprochen? Schon die eine Talsache, daß sie sich so geberden, beweist, daß sie völlig un- geeignet dafür sind. Mögen sie erst einmal lernen, die Lebens- arbeit derer zu würdigen, die seit drei oder vier Jahrzehnten für den Liberalismus im Kampfe gestanden haben. Wenn derartig arrogante Leute in der Partei maßgebend werden, s o dürfte daö s ch o n a l l e i n a u s r e i ch e n, um uns und unsere Freunde zurückzu scheuchen, namentlich in den Seestädte», wo uns die Verhällnisse am genauesten bekannt sind, und wo die Freisinnige Pereinigung doch bisher langjährige Unterstützung gefunden hatte." Im„Verl. Börse, i- Courier" äußert sich ferner ein Äff- geordneter der Freisinnigen Vereinigung wie folgt: „Diesen schiefen Gang der Dinge hätte man verhütet, wenn man vertrauensvoll an diejenigen herangetreten wäre. welche die Geschäfte»un einmal führen. Es ist ja in der Hauptsache das persönliche Vertrauen, welches in den langen, erbitterten Kämpfen verloren ging und nun erst ivicder zurück- gewonnen werden mutz. Ohne diese harmonische Grimdstirmnmtg gibt es auf die Dauer kein gedeihliches Zusammenwirken. Das . Vertrauen aber b e f e st i g t man nicht, wenn man der- artige Aktionen hinter dem Rücken derer vorbereitet, die nachher in vorderster Reihe die Ausführung übernehmen sollen." Die Einigungsaktion scheint also außerdem nur den Erfolg haben zn sollen, die Uneinigkeit innerhalb der„Freismnigen Ver- einigung selbst nur noch zu verschlimmern!— Verdächtige Zuversicht. Die Nordwestliche Gruppe des Verein? deutscher Stahlindustrieber nahin in der am 24. Februar abgehaltenen Sitzung einstimmig folgenden Beschlußantrag an: Die Nordwestliche Gruppe hat die vom Reichstage empfohlene Erhebung betreffend die Verhältnisse'der Arbeiter in der deutsckien Großeisenindustrie in keiner Weise zu scheuen. Eine solche Er- Hebung würde zweifellos klarstellen, daß die von seilen der Sozialdemokraten behaupteten Mißstände in der niedcrrheinisch-west- fälischen Großeisenindustrie nicht existieren und dazu bei- tragen, die offenbar von jener Seite gewollte Irre- führung der öffentlichen Meinung zu verhindern, die ge- legentlich des niederrheinisch-westfälischen BergarbeiterausstandeS zum Schaden der deutschen Industrie in so großem Umfange gelungen ist. Die niederrheinisch-westfälische Großelsen- Industrie sieht der genannten Erhebung im Hinblick auf die in ihr herrschenden geordneten Arbeiterverhältnisse mit voller Ruhe entgegen. Wenn die Herrschaften nicht schon die Gewißheit haben, daß die Untersuchung nach dem bei Erhebung der Verhältnisse im Bergbau beliebten Schenia vorgenommen wird, dann werden sie schon noch unruhig werden. Soll die Enquete der Regierung einwandfrei sein. dann darf sich die Feststellung der Arbeitszeit nicht auf Befragung beschränken, es müssen die Werkstatffchichtenbücher, die Markenkontroll- bücher und die Lohnlisten vorgelegt werden. Erst dann darf man die Gewißheit haben, daß nicht, wie zurzeit auf Zeche„Unser Fritz" der Versuch gemacht wird, die Behörde durch Bnchkorrekturen irre zu führen. Solche Korrekturen find im Prozeß gegen die genannten Gesellschaften wegen Uebertrelungen der Be- stimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter gerichtlich festgestellt worden! Diese Tatsache mag der Regierung schon ein BeiveiS dastir sein, daß Mißtrauen und scharfes Zusehen am Platze ist! Daß die im Reichstage von unseren Genossen angegebenen Arbeitszeiten der Wirklichkeit ent- sprechen, ist im„Vorwärts"— Dezember 1SV4— schon auf Grund vorliegender Hunderter von Lohnlisten nachgewiesen worden. Die Erklärung der Unternehmer spricht für ihr— schlechtes Gewissen. sie ist zweifellos darauf berechnet, die öffentliche Meinung irre zu führen und die- Regierung zu beeinflussen. Wenn dieser auch nur daS geringste an der Meinung der Arbeiterschaft gelegen ist, muß sie jetzt schleunigst mit aller Energie die Unterslichung betreiben, anderenfalls darf sie sich nicht wundern, aus Arbeiterkreisen die Meinung zu vernehmen, sie stecke mit den Jndustriegeivaltigen unter einer Decke und wage nicht, die tatsäch- lichen Verhältnisse aufzudecken. Den Eisenkönigen ist es ja vielleicht gleichgültig, wie die Arbeiter von der Regierung denken, wir er- warten aber, daß die letztere ivcnigstens in diesein Punkte ihr An- sehen wahrt.— § 160. Gegen den Götteslästcrmigsvaragraphcn prvtestlerte eine Ver» sammlung des Evangelisch e n B u n de S zu Osnabrück. Pastor Dr. Pfannkuche, der als Vorkämpfer der oolkstüm- lichen Bibliothekspewegung in Teutschland bekannt ist, verwarf den Ketzerparagraphcn schlechtweg. Wenigstens solle man aber die protestantische Kirche von dessen Schutz ausschließen. Land- r i ch t e r D r. S t r u V e, der denselben Gegenstand vom juristischen Standpunkt aus behandelte, meinte, der Schutz Gottes dürfe un- bedenklich Gott selber überlassen bleiben. Bekanntlich hat gelegent- lich des jüngsten Evangelisch-sozialen Kongresses zu Hannover auch die„Vereinigung der Freunde der chri st lichen Welt" für die Streichung des Z 166 plädiert, und zwar aus An- laß des Prozesses gegen unseren Genossen W e st m e y e r, der wegen einer im Hannoverschen„Volkswillen" begangenen „Lästerung" zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Den Anlaß zu dem jetzigen kirchlich-liberalen Vorstoß gegen das mittel- altcrliche Ketzerrecht hat der Prozeß gegen den Militär- vsarrer Bach st ein abgegeben, der in einer zu Osnabrück ge- haltenen Rede den Herrgott von der anderen Fakultät gelästert haben soll und sich darum jetzt vor dem Reichsmilitärgericht ver- antworten mutz.—_ In Gnaden entlassen� ist am Sonnabend der Landtag des Grotzherzogtums Sachsen- Weimar. Ter„Getreue" wird erst wieder zusammen berufen, wenn der Grotzherzog aus Indien zurückgekehrt ist, um dann die übriggebliebenen Arbeiten zu erledigen. An die stelle des landcsfürstlichcn Dankes für die treu- geleistete Arbeit trat diesmal der Tank des StaatSministeriums, das jetzt die Verwaltung der Regierungsgcschäfte allein besorgt. Daß das Staatsministerium in der Versicherung seiner„aus- gezeichnetesten Hochachtung" gegenüber dem getreuen Landtage nicht erschüttert worden ist, dafür hat der„Getreue" auch in der letzten Tagungsperiode gesorgt. Die Flickerei am Wahlgesetz ist wünsch- gemäß vollzogen und auch sonst war der„Getreue" immer bemüht, den Wünschen der Krone und den allgemeinen Staatsinteresscn Rechnung zu tragen. Daß natürlich die Regierung in den all- gemeinen Staatsinteressen gerade das Gegenteil von dem erblickt, was die Mehrheit des Volkes will, das liegt an der von den Sozial- dcmokratcn geschaffenen Unzufriedenheit.— so sagt nämlich die Regierung.—_ Gtwas für nnsere Diplomaten. Tie„Krcuzzeitung" bespricht die Pläne Amerikas, die beiden Negerrcpubliken San Domingo und Haiti unter die Herr- schaft der Union zu bringen. Die erste Etappe zu diesem Plan sei der San Domingo-Vertrag, durch den diese Republik zwar nicht formell annektiert, aber doch in Wirklichkeit durch die völlige Finanz-, Zoll- und Polizeikontrolle der Macht der Vereinigten Staaten vollständig ausgeliefert werde. Dieser Vertrag sei zwar im vorigen Jahre nicht zur Annahme gelangt, doch sei es nicht un- Ivahrscheinlich, daß sich in diesem Jahrr die Zweidrittelmehrheit für denselben finden werde. Gehe der Vertrag durch, so werde auch Haiti für die Suprematie der Union reif geworden sein. Den beiden Negerrcpubliken steht also dasselbe Schicksal bevor, das Frankreich Marokko zugedacht hatte. Da Fürst Bülow ja erklärt hat, daß Teutschland nicht dulden könne, daß ein noch freier Staat von einer anderen Macht annektiert werde, so läge für ihn alle Veranlassung vor, sich auch gegen die Pläne Roosevelts zu wende n. Die deutschen Handelsinteressen sind in den beiden Ncgcrrepublikcn jedenfalls beträchtlich größer als in Marokko, beträgt doch die deutsche Ausfuhr allein nach Haiti zirka 6 Millionen Mark, also fast doppelt so viel als die deutsche Ausfuhr nach Marokko! Es ist daher anzunehmen, daß sich unser Welt- politischer Kanzler die günstige Gelegenheit nicht entgehen lassen wird, in dieser konfliktsarmen Zeit einen kleinen imperialistischen Handel mit Amerika anzuzetteln!— Das saaradischr System. Nach dem Prozeß Hilger-Krämer war man in verschiedenen Kreisen optimistisch genug, anzunehmen, daß die Bergbehörde und die Hüttenverwaltungen aus ihm die Lehre ziehen würden, den Berg- und Hüttenarbeitern in der Ausübung ihrer staatsbürger- lichen Rechte weniger Hindernisse als bisher in den Weg zu legen. Man glaubte um so mehr daran, als kurze Zeit nach dem Prozeß der"Geheinirat Hilger, in dem man den Träger des Systems erblickte, gegangen worden ist und dieses Aus- scheiden ebenfalls als ein gutes Omen für die Zukunft betrachtete. Ein weiteres Moment, das wie„veränderte Verhält- nisse" aussah, war die Aufhebung des Verbotes, wonach die Das- bachprcsse in den Schlashäusern und dein Bergfiskus gehörigen Diensträiimen nicht aufliegen und gelesen werden durfte. Von diesem Zeitpunkte an streckten auch die christlichen Gewerk- schaften und katholischen Fachabteilungen ihre Fühler aus. Erst schüchtern und schämig und als keine Verbote und Maßregelungen kamen, wagte man sich schon etwas Vdeiter vor. Wie naiv diese Leute sind, beweist, daß man in diesem Stadium der Verhältnisse von einem„völligen Zusammenbruch" des saarabischen Systems in den Versammlungen faselte. Sie bewiesen damit nur, daß sie das saarabische System in seiner ganzen gefährlichen Tiefe nicht begriffen haben, wenn sie, als die Scharfmacher ein wenig die Zügel locker ließen, schon glaubten, im Lande der goldenen Freiheit zu wandeln. Diese Tatsache ist auch gleichzeitig charakteristisch für die Genügsamkeit dieser Sorte Bolksbeglücker. Die freien Gewerkschaften, in erster Linie der Melällarbeiter- und Berg- arbeiter-Verband, schätzten die Situation anders ein. Es war vorauszusehen, daß die Gruben- und Hüttengeioaltigen, ohne sich etwas zu vergeben, den ungefährlichen chri st lichen Gewerk- schaften schon etwas Spielraum einräumen würden, daß dies aber bei den freien Gewerkschaften nicht der Fall sei. Eine in Dudweiler, als Probe auf das Exeinpel angesetzte Ver- sammlung zeigte, wie richtig man kalkuliert hatte! Es erfolgte das Verbot des Versammlungsbesuches bei Strafe der Entlassung. So sieht das nach christlicher Auffassung „zusammengebrochene" saarabische System aus I Wie auf den Gruben, wurde es natürlich auch in den Hüttenwerke» ge- halten. Dort wurde ein tadellos arbeitendes S p i o n a g e s Y st e m unterhalten, um Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes oder Leser der.Saarwacht" zu erinitteln, die dann unbarniherzig ohne Einhaltung der Kündigungspflicht aufs Pflaster flogen. Dabei kam auch mancher heitere Zwischenfall vor. Wollte irgend ein Arbeiter den Staub Saarabiens ohne Kündigung von seinen Stiefeln schütteln, so hatte er nur nötig, unter den Augen seiner Vorgesetzten die„Saarwacht" zu verbreiten. Ehe eine Stunde verging, stand der Uebeltäter nach Auszahlung seines Lohnes vor dem Tore! Die Bergarbeiter üben eine größere Zurückhaltung der Arbeiter- bewegung gegenüber aus, da für sie neben ihrer Arbeit auch noch langjährige Ansprüche an die Knappschastslasse auf dem Spiele stehen. Nichtsdestoweniger dringt auch hier, dank der christ- lichen Vorarbeit, der Bergarbeiterverband immer weiter vor, und die Mitglieder, die unter den gegenwärtigen Verhältnissen gewonnen Ivcrden, können als die Pioniere für die Bcrgarbeiterbewegung betrachtet werden. So wurden von der Grube„Dechen" kürzlich vier Mann entlassen, weil sie am 21. Januar in St. Johann an der Demonstralionsversammlung teilgenommen haben und durch aus- gestellte Spitzel denunziert wurden. Nach der Logik der Scharfmacher sollte man nach Lage der Umstände annehmen, daß dies Erempel abschreckend unter den Bergleuten wirken würde, aber das Gegen- teil ist der Fall, Die Maßregelungen haben zur Folge gehabt, daß eine ganze Anzahl Bergleute dein Verband beigetreten und die besten Aussickten für die Zukunft vorhanden sind. Ob mit oder ohne saarabischem„System" macht die Bewegung an der Saar Fort- schritte, die durch die in Anwendung gebrachten Mittel dauernd nicht aufgehalten werden können.—_ Stadtverordnetenwahl in Kassel. Es wird unS geschrieben: In der zweitgrößten Stadt der Provinz Hessen-Nassau mit 125 000 Einwohnern fanden vom 21. bis 23. Februar Kommunal- Wahlen statt. Kassel ist ein rechtes Beamtennest. Beamte der Ober- postdirelhon, Eisenbahndirektion, Militär- und Justizbehörden stellen neben den zahllosen städtischen Angestellten tausende abhängiger Wähler für die dritte Klasse. Kein Wunder, daß es der organisierten Arbeiterschaft bisher nicht möglich war, ans eigener Kraft Mandate zu besetzen. An wiederholten Versuchen hat es im Laufe des letzten Jahr- zehnts nicht gefehlt. Einmal, im Jahre 1000, gelang es infolge Vereinbarung>nit dem Mieterverein, zwei Genossen in die zum großen Teil ans Regierungs-, Justiz-, Kommerzien- und anderen Räten bestehende„liberale" Stadtverordnetenversammlung zu ent- senden. Als das eine der beiden Mandate sich durch Verzug erledigte, hatte unser einziger Vertreter im wahrsten Sinne des Wortes die Rolle des Hechtes im Karpfenteich. Kassels Arbeiterschaft hatte im Laufe der Jahre einsehen ge- lernt, daß es höchste Zeit sei, durch die Wahl weiterer Arbeiterkandidaten die Wirksamkeit der soialdemokratischen Kritik zu erhöhen. Das Wort von der einen reaktionären Masse konnte heuer auf unsere Gegner angewendet werden. Alle Vereine und Klubs der Stadt, vom evangelischen Arbeiterverein bis zum Mieterverein, an dessen Spitze ein sich nationalsozial nennender Schulmeister steht, waren zum„Kampf gegen die sozialdemokratische Gefahr" aufgerufen. Mit wenig Hoffnungen, aber frohen Mutes zog die Sozial- demokratie in den Wahlkampf, der von den Reaktionäreil nach dem Rezept des Reichsverbandes in heimtückischer, verleumderischer Weise geführt wurde. Der Sozialdemokratie fehlte es nicht an durch- schlagendem Agitations Material. Das Maß der Sünden unserer Feinde war zum Ueberlanfen voll. Nicht allein, daß Kassels Stadtstiefväter die Geldsäcke der Reichsten dadurch schonen, daß sie ungeheure Summen zur Deckung des städtischen Bedarfs durch indirekte Lebensmittel st euern aufbringen lassen und Hunderttausende für sogenannte patriotische Zivecke nutzlos zum Fenster hinauswerfen, während die Großstadt Kassel eines Krankenhauses und eines Schwimmbades entbehrt, haben diese ihrer reaktionären Politik die Krone aufgesetzt, indem sie Tausenden von Arbeitern durch Sanktionierung einer willkürlichen fingierten Steuerveranlagung das Wahlrecht rauben halfen. Vor zwei Jahren fielen unsere Kandidaten mit 900 Stimmen durch. Diesesinal gelang es, mit durchschnittlich 1700 Stiminen vier unserer Kandidaten gegen- s e i t i g in Stichwahl zu bringen, wodurch uns auf sechs Jahre zwei Mandate gesichert sind. Die übrigen drei der fünf freigewordenen Mandate wurden durch die Mischmaschler mit 2100 Stimmen besetzt. Unsere Vertreter werden viel Arbeit vor- finden.—_ Rekruteuschinder. Das Kriegsgericht in Düsseldorf verurteilte die Kanoniere Franz Wax und Moritz Helle wegen schwerer Miß- Handlung von Rekruten zu 3 bezw. 2 Monate» Gefängnis. Der Gefreite H. Wüsthoff und der Ulan Johann Nauen vom 5. Ulanen- rcgiment erhielten wegen desselben Vergehens je drei Wochen Gefängnis.— Auch ein Opfer der Polenpolitik. Wie das„Hobensalzaer sJnowrazlawer) Tageblatt" mitteilt, wurde dieser Tage ein zwölf- jähriger Quartaner wegen Majestätsbeleidigung vom Gymnasium verwiesen I Der Missetäter kann, da er ja bereits das straf», ündige Alter erreicht hat, noch froh sein, daß er nicht auch noch gerichtlich zur Rechenschaft gezogen wird I— /Zustand. Frankreich. Allerlei Sozialisten. Paris, 25. Februar. fEig. Ber.) In der Freitagsitzung der Kammer, in der nach Jaurss auch V a i l l a n t das Wort ergriffen hat, um das Mißtrauen der Sozialisten gegen das Ministerium zu erklären, haben die sozialistischen Abgeordneten dieser Meinung auch durch Verweigerung der geforderten Budgetzwölftcl Ausdruck gegeben. Aller- dings nicht alle. Unter den Deputierten, die sich der Abstimmung enthalten haben, finden wir auch Angehörige der geeinigten Partei: B r i a n d und Charpentier, Deputierte deS Loire-Departements, dessen sozialistische Föderation nach dem Kongreß in Chalon der vereinigten Partei beigetreten ist. Die„parlamentarischen" Sozialisten stimmten insgesamt für das Kabinet Rouvier.— In der heutigen„Petite Nspnblique" bespricht Görault-Richard die Taktik der„parlamentarischen" Sozialisten im bevorstehenden Wahlkampf. Seine Parole ist: Der Block vor allem! Die parlamentarischen Sozialisten werden in allen Wahlkreisen, die bisher„republikanische" Abgeordnete hatten, für deren Wiederwahl stimmen ohne Rücksicht auf ihre Parteistellung I Nur dort, wo kein Blockdeputierter in Frage kommt, wollen sie für die Sozialisten»ohne Unterschied der Schule" stimmen.—_ Taktische Fragen. Paris, 22. Februar.:g aber nicht. In Unternehmer- und Handelskreisen war man fü r die Zwangsgesetze, und gegen solche Elemente haben Liberale in der Regel»venig Rückgrat. Die Regierung, welche gegenüber den Arbeitern gerne die Hülfe der Liberalen gehabt hätte, gab Versprechungen über die Rechtsposition und d:e Lage der Eisenbahner: Nach Annahme der Gesetze werde eine Enquete veranstaltet und dann eventuell konstatierte Mib- stände aufgehoben werden. Aber zuerst mühte die«Ordnung" wieder hergestellt sein l Mit dieser Leimrute fing die Regierung die Stimmen aller Liberalen, die sich g e r n fangen lieben. Das ist jetzt drei Jahre her und die Liberalen haben die Stelle der christlichen Herren an: Regierungstische eingenommen, nicht zun: mindesten dadurch, daß die organisierten Arbeiter, aus Wut über die ZwangSgesetzc, bei den Wahlen wie ein Mann gegen die„Christ- lichen" gestimmt hatten, ohne viel danach zu fragen, wer diesen „Christlichen" gegenüber stand. Und was geschieht jetzt? Von den Versprechungen der vorigen Regierung ist nichts erfüllt. Die Enquete hat stattgefunden. fürchterliche Mibstände sind aufgedeckt, aber nun ist die Regierung plötzlich Ivieder machtlos.— Unsere Genossen haben bei der Etatsberatung jüngst diesen Wortbruch der Regierenden behandelt, und in einer mehr als zwei- tägigen Debatte haben die bürgerlichen Herren von Rechts und Links ihr wahres Angesicht zeigen m ü s s e n. Der liberale Führer Goemann Borgesius sagte wörtlich:„Nie- wand kann sagen, dab die Arbeitsbedingungen der Eisenbahner jetzt gut geregelt sind. Die Frage, ob die Versprechungen von 1903 eingelöst sind, ist überall verneint, nicht bloh von den Sozialisten, fanden: auch von den Rednern der rechten Seite."— Darauf forderte Genosse Troelstra die Regierung und die Liberalen ani. die Zwangsgesetze wieder abzuschaffen. Natürlich sagte der Minister nicht ja, aber nicht etwa weil er die gesetzlichen Bc- stimmungen guthieb, sondern iveil„in der Landesregierung Kontinuität fem müsse und die eine Regierung die Gesetze, welche «ine andere gemacht habe, nicht abschaffen dürfe, wenn die Umstände noch die gleichen seien l" Also mit der Erfüllung der Versprechungen von 1903 ist's nichts. Wir stehen hier vor einem plumpen Wortbrnch, den die Regierende,: von 1903 an den Arbeitern begangen haben und den die jetzt Regierenden nicht wieder autmachen wollen. Auch hier demnach werden die Arbeiter sich selbst helfen müssen. Die Eisenbahnerorganisation fängt durch die kräftige Agitation. welche auf diese Tatsachen hin unternommen wird, an, wieder grob und stark zu werden, während die christlichen Organisationen, in welche man nach dem Generalstreik von 1903 die eingeschüchterten Leute hineintrieb, nicht einmal imstande sind, ein halbes Dutzend Vor- standsmitglieder zu finden, die es länger als ein paar Monate ans- halten. Die Organe, welche sie gründete, sind schon alle wieder ein- gegangen. Merkwürdig trifft es zusammen, daß auch die Amsterdamer Dockarbeiter, welche ebenfalls in: Jahre 1903 eine schwere Nieder läge erlitten, jetzt wieder aufzuleben anfangen, und im Begriff sind, einen Kamps gegen die Sklaverei aufzunehmen, welche man ihnen, als sie besiegt waren, aufgezwungen hatte. Schweden. Die Wahlrechtsreform. - Die schwedische Regierung hat am Sonnabend dem Reichstag ihren Entwurf über die Reform des Wahlrechts zur Zweiten Kammer vorgelegt. Danach sollen die Städte 63 Abgeordnete, die ländlichen Wahlkreise 163 wählen. Die Wahlen sollen direkte sein, und für jeden Wahlkreis soll ein Abgeordneter gewählt werden, sodatz also die jetzt in den großen Städten üblichen Listenwahlen fortfallen. Wahlberechtigt ist nach dem Entwurf jeder unbescholtene Mann von dem Kalenderjahre an, in dem er das 25. Lebensjahr erreicht. A u s- geschlossen vom Wahlrecht sind jedoch solche, die für im Wahl- jähre oder in dem vorhergegangenen Jahre empfangene Armen- Unterstützung haften! femer solche, die in den letzten 3 Jahren Staats- oder Gemeindesteuern schuldig geblieben sind, und schlieblich Wehrpflichtige, die ihre Wehrpflicht nicht erfüllt haben. Gewählt kann man nur in dem Wahlkreis, oder— bei Städten mit mehreren Wahlkreisen— in der Stadt werden, in der man wahlberechtigt ist! Im ersten Wahlgange ist für die Wahl eines Kandidaten die absolute Mehrheit entscheidend: beim zweiten Wahlgange können jedoch die alten Kandidaten sämtlich wieder aufgestellt und auch neue nominiert werden, und hier ent- scheidet dann die einfache Mehrheit. Die Regierung soll in jedem neunten Jahre die Einteilung der Wahlkreise festsetzen. Wächst die Bevölkerung der Städte so stark, daß sie mehr als die 63 Abgeord- neten haben mühten, so soll die VerhälNnszahl von Stadt- und Landvertretem von neuem der Bevölkerungszahl entsprechend geregelt werden. Bei der jetzt geltenden Wahlkreisordnnng haben die Städte 80, die ländlichen Kresse 130 Vertreter in der Zweiten Kammer, wobei jedoch die ländlichen Kreise benachteiligt sind. Gegen die Ver- schiebung des Verhältnisses zugunsten der Landbevölkerung ist nichts einzuwenden. Der schwerste Fehler des Entwurfes ist der, dah die Steuerzahlung zur Bedingung des Wahlrechts gemacht wird, ab- gesehen davon, dah die Frauen wahlrechtslos bleiben. GewerksekaftUedes. Berlin und Umgegtnd. Schuhmacher. In der Werkstatt von Paul Charlotten bürg, Kurfürste,rdamn: 231, sind Körting, Differenzen ausgebrochen. Nach Einführung von Fräst- und Putzmaschinen machte der Geschäftsinhaber, ohne jede Verständigung mit den Arbeitern, Lohnabzüge von 30 Prozent. Tie Arbeiter sind der Meinung, dast ein so hoher Lohnabzug in gar keinem Verhältnis steht zu den Er- lcichterungcn, welche durch die Maschinen geschaffen werden können. Die Organisation der Schuhmacher versuche, mit Herrn Körting zu verhandeln, derselbe lehnte aber jede Verhandlung ab mit dem Be- merken, er zahle, was er wolle und werde künftig noch mehr abziehen. Tarauf legten die in der genannten Werkstatt Be- schäftigten die Arbeit nieder. Vor Annahme von Arbeit bei Körting warnt die Charlottenburger Zahlstelle des Verbandes der Schuh- macher. Deutsch«» Kelch. Lohnbewegungen in Hamburg. Im vorigen Herbst haben die Malergehülfen Altona und Umgegend einen Lohntarif aufgestellt, von Hamburg, ______________. der außer der Verkürzung der setzt neunstündigen Arbeitszeit um eine halbe Stunde einen Stundenlohn von 70, später 73 Pf. vorsah. Inzwischen hat der Arbeitgeberverband im Malergewerbe für Nordwest-Deutschland zur Lohnbewegung Stellung genommen und einen Lohntarif Itipuliert, der in mehreren Punkten von dem der Gehülfen abweicht. Der Mnimallohn soll 63 Pf.(bisher 60 Pf.) betragen bei neun- stund ig er Arbeitszeit, außerdem sollen Maler und Anstricharbeiten nur von Gehülfen anSgeführr werden. Zu dieser Tariffrage nahm am Sonntag eine große Gehülfenversammlung Stellung. Das An- gebot des ArbeitgeberverbandeS fand Annahme. Der Tarifvertrag soll auf eine dreijährige Dauer festgelegt werden. Der gefaßte Be- schluß bedarf noch der Zustimmung der Hamburger Malerinnung. Die Schauerlcute(Stückgutarbeiter, Kohlenschauerleute usw.) und das Personal der Elb- und Alsterdampfer(Flußfahr- zeuge) haben Lohntarife mit erhöhten Positionen eingereicht. In einer Montngnnttag im Sitzungssaale der Handelskammer statt- gefundenen Verhandlung wurde zwischen den Arbeitgebern und den Delegierten der Schaüerlcnte eine völlige Einigung erzielt. Der Tagclohn wird danach von 1,30 M. auf 4,80 M. und für Nacht- und Feiertagsarbeit von 3,70 M. auf 6,20 M. erhöht; der neue Tarif tritt am ll. März in Kraft. Die Bunkerlcutc, die eine besondere Sektion des Hafenarbeiter- Verbandes bilden, haben in der Sonnabendabend stattgehabten Ver- sammlung die von den Arbeitgebern gemachten Zugeständniffe an- genommen._ Textilarbeiterbewegung in Mülhausen. Aus dem Reichsland schreibt uns unser Korrespondent: Schon seit längerer Zeit gärt es in der oberelsässifchei: Textilindustrie. Im borigen Jahre gelang es den Markirchcrn Arbeitern, eine nicht un- erhebliche Verkürzung der Arbeitszeit durchzusetzen. Nur dank dem Eingreifen der„christlichen" iGewerlschaft wurde die Einführung des Zehnstundentages verhindert. Immerhin herrscht in Markirch seither durchtvcg der IQV* stündige Arbeitstag. Nun verlangen auch die Mülhaufer Arbeiter den Zchnstundentag. Ein Teil der Arbeiter der BaunNvollfpinncrei und»Weberei Frey u. Cie. hatte auf den 21. Fe- bruar, ein Teil auf den 23 Februar gekündigt. Dem Austritt des ersten Teils folgte nun sofort die von den Unternehmern angedrohte Aussperrung von 3000 b i s 6000 an der Arbeits. einstellung unbeteiligten Arbeitern. Diese maß- lose Ausnützung der wirtschaftlich überwiegenden Stellung versuchen die Herren mit der kläglichen Ausrede zu decken, daß in: übrigen Deutschland der Zehnstundentag in der Textilindustrie nicht durchweg eingeführt ist! Sie schreiben: Wir erklären nochmals, daß wir durchaus geneigt wären, eine Herabsetzung der Arbeitszeit einzuführen, insofern eine solche einheitlich für alle ähnlichen Be- triebe Deutschlands festgesetzt würde, und daß wir bereit sind, darauf abzielende Schritte zu unterstützen." Der patri- archalisch gewählte Ton dieses Ukas weist lediglich auf die Bercchti- gung der Forderung der Arbeiterschaft hin, deren Ablehnung nur auf diese Weife den: Publikum und der Oeffentlichkeit einigermaßen mundgerecht gemacht werden kann. Als ob die Mülhaufer Textilbarone nicht im Verband der Textilindustriellen selbst die Initiative zu den „daraus abzielenden Schritten" hätten ergreifen können, schon da- mals, als in Crimmitschau der heldenmütige Kampf der 7000 ge- führt wurde I Die Aussichten der Bewegung sind günstig. Ter Textil- arbeitervcrband hat seit einigen Jahren eine bemerkenswerte firäfti- gung, besonders an Mitgliederzahl, erfahren, und andererseits ist auch die Lage des Geschäftszweiges durchaus gut. Zahlreiche Auf- träge harren ihrer Erledigung, so daß die Unternehmer vor der Wahl des Mchgebens oder großer Verluste stehen. Ter Streik der Kohlenarbeiter in Kiel dauert unverändert fort, da die Firma Jhms u. Graf jedeS Entgegenkommen ablehnt. Die kaiserliche Werftverwaltung in Kiel kommandiert weiterhin Marinemannschaften spwie Werftarbeiter zp Kvhlenarbeit, von letzteren wird jeder sofort entlassen bezw. mit Entlassung bedroht, der sich weigert, Streikbrecherarbeit zu leijten In Kiel und Umgebung findet sich kein Streikbrecher, weshalb die ' Firma Arbeitswillige aus Schlesien, Oesterreich-Ungarn usw. kommen läßt und auf den kaiserlichen Kohlenhöfen einquartiert; damit keiner entweicht, patrouillieren Milirärpostcn mit scharf ge- la denen: Gewehr. Ii: der Wald-.mburgcr Gegend(Schlesiens' haben Streifl'recheragcnten Ärbeilswilligc unter Vorspiegelung falscher Tatsache» zum Kontraktbruch verleitet und aus fester Arbeit herausgelockt. Wir bitten alle Parteigenossen, hiervon Notiz zu nehmen und für strenge Fcrnhaltung des Zuzugs Sorge tragen zu wollen. Traiwportarbeitervcrband Kiel. Tie Bäcker an München haben beschlossen, den bestcbendcn Tarif- vertrag zu kündig», da die Löhne, welche derselbe vorsieht, in Hinsicht auf die derzeitigen Tcuerungsverhältnisie zu niedrig sind. Ge- fordert werden Stundenlöhne von 26 bis 35 Pf. Bustanil- Statistisches über die englische» Trade-Unions. London, 24. Februar.(Eig. Ber.) Das Arbeitsamt deS Handelsministeriums veröffentlichte gestern eine Statistik über die Trade-Unions in den fahren 1902 bis 1004: Zu Ende des Jayres 1904 gab es 1148 Gewerkschaften mit einer Gesamtmstgliedschafl von 1 866 733. Infolge des in den drei Berichtsjahren vorherrschenden GeschäfrsniedergangcS zeigte sich— wie in früheren DepresisionSjahrei:— ein Rückgang der Zahl der Gewerkschaftsmitglieder. Zu Ende des Jahres 1991 gab es 1 940 874 Gewerkschaftler gegen 1 866 733 drei Jahre später— ein Verlust von 74110 oder 3,8 Proz. Immerhin waren die Trade- UnionS zu Ende 1904 stärker als im Jahre 1899. Der Rückgang betraf besonders die kleineren UnionS. An: meisten litten die Gewerkrchancn der Tagelöhner, der Zimmerer, Schneider und in geringere:.': Maße die Gewerkschaften der Berg- leute und der Transportarbeiter. Dagegen zeigten die Gewerkschaften der Gemeinde- und Staatsarbeiter sowie der La d engehülfen eine erhebliche Zunahme; auch die graphischen Gewerbe zeigen eine Zunahme. In den zehn Jahren 1893--1905 betrug die Zunahme der Zahl der Trade-Unioniften 32 Proz. Die Zahl der weiblichen Mitglieder der Trade-Unions belief sich auf 123 094 oder 6,7 Proz. der Gesamtmitgliedschaft, davon waren etwa 90 Proz. in der Teutilindustrie beschäftigt. Einen ausführlichen finanziellen Bericht gibt die amtliche Vir- öffentlichung nur über 100 llnion's, die aber die größten sind und etwa 60 Prozent der Gesamttnilgkiedschast einschließen: Das Vermögen dieser hundert UnionS belauft sich auf 4 616 230 Pfund Sterling. Seit 1893 hat es sich mehr als verdoppelt. Letzte Nachncbten und Depefeben. Die Lohnbewesung der Schauerleutc. Hamburg, 26. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts",) In einer Riefenverfammlung der Schauerlcute, die heute stattfand. wurde das Angebot der Reeder angenommen. Der Tarif, der ver- schiedene Lohnaufbesserungen für die Arbeiter enthält, tritt mit dem 11. März in Kraft._ Der uugarische Konflikt. Budapest, 26. Februar.(B. H.) Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung von morgen an den Zrituugsverkauf auf den Straße» zu entziehe::. Ferner soll die Regierung beabsichtigen, die Recht- sprcchung in Majestätsbeleidigungen den Geschworcl«ngerichten zu entziehen, da in letzter Zeit die Geschworenen in den markantesten Fällen Angeklagte wegen Majestätsbeleidigung freigesprochen haben. Zusammenstöße mit Gendarmen. Budapest, 26. Februar.(B. H.) BläUermeldungen zufolge kam e sgestern in Gran, sowie in Haidananan, wo die Abgeordneten Kmety und Rakosi ihre Rechenschaftsberichte erstatteten, zwischen einer großen Bolkömx„gx und der Gendarmerie zu heftigen Zu- sammcnstößcu. Viele wurden verhaftet. Ein verurteilter General. Paris. 26. Februar.(28. T. 83.) Das Zuchtpolizeigericht verurteilte den bei den Kundgebungen gelegentlich der Inventur- aufnähme in der Kirche des heiligen Thomas von Aquino ver- hafteten General des Beurkaubtenlstandes, Reramier. zu sechs Monaten Gefängnis unter Aufschub der Strafvollstreckung. ' Neues Attentat. Petersburg, 26. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Ter Beigeordnete des Direktors der hiesigen Putilowwerke, Razarow, wurde heute durch fünf Revolverschüsse getötet. Der Attentäter ist entkommen. Roch ein Uebrrfall. Tiflis, 26. Februar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Heute tchossen vier Personen auf den 2Lagen des Rechts- anwalts Heydemann, der von der Staatsbant zurückkehrte, wo er 13 969 Rnbtl erhoben hatte. Die Schüsse verwundeten einen Diener. Tie Angreifer bemächtigten sich des Geldes und ergriffen dann die Flucht._ Ein Bluturteil. � Werchne UtnnSk(Transbaikalien). 26. Februar.(Meldung der Petersburger Telcgraphen-Agcntur.) Das Kriegsgericht urteilte heute über dreißig Eisenbahnangeftrllte ab. Bier wurden zu Zwangsarbeit verurteilt, neun andere zum Tode. General Renncn- karnpf begnadigte vier der zum Tode Verurteilten zu Zwangsarbeit. Tie fünf anderen wurden hingerichtet. Urbcrfall auf die russische Staatsbank. HcUingfors, 26. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Mehrere Personen, die vermutlich aus den baltischen Provinzen stammen, drangen beute in das Gebäude der russischen Staatsbank ein, töteten de» Wächter und verwundeten einen anderen Angestellten der Bank durch Revolvoeschüffe und raubten 73 000 Rubel. ES gelang den Räubern dann, zu fliehen- Zerstörung euter amerikanischen Mission. Washingtou, 26. Februar.(W. T. B.) Der amerikanische Generalkonsul in Schanghai telegraphiert: Tie amerikanischen Missionen in Nnchaug und Bicnse, vierhundert Meilen aufwärts am Uang-tse-, sind zerstört worden; die Ursachen sind wahrscheinlich örtlicher Natur. Vierzehn Missionare entkamen, während die Mit- glieder einer aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern bestehenden Familie getötet wu.-den. Das amerikanische Kanonenboot„Elcano" in Nanking wurde angewiesen, sofort nach der dortigen Gegend zu gehen. Es wird bvnchtet, daß auf der britischen Mission alles wohl ist. fverantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin. JnfergtMeil viMtw.. gijoife, Perl in. Druck v. Verlag: PorlvärtZ B ychdr. u. P-rlagsqpftqlt Laul Singer LcC�.BerliwSW. Hierzu 3 Beilagen«.UnterdaltlMgSilatt Kr. 48. 33. Ichrgaug. 1. WM Ks Jotraiitls" fitrlintt NsIlisIilM Dienstag. 27. Februar lM. NlirteizeWjseii und dktiDfßnncti! Alle organisierten Arbeiter, ivelche das lebhafte Interesse hegen, sich soniohl in der politischen als auch in der geiverk- schaftlichen Bewegung zu betätigen, haben es stets als einen argen Mißstand empfunden, daß recht oft von beiden Seiten Versammlungen mit wichtiger Tagesordnung am selben Tage einberufen worden sind, und daß es dadurch einer ganzen An- zahl Genossen unmöglich gemacht war, pflichtgemäß in Partei- und Gewerkschaftsangelegenheiten tätig zu sein. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, haben die Unterzeichneten folgendes Abkommen getroffen: Dienstags und an jedem zweiten Mittwoch im Monat dürfen keine Gewerkschafts-Versammlnngen einberufen werden, da diese Tage für die Partei reserviert sind,— Donnerstags und jeden 1., 3. und 4. Mittwoch im Monat dürfen keine politischen Versammlungen einberufen werden, da diese Tage gänzlich für die Gewerkschaften frei bleiben. Abgewichen von der Vereinbarung darf nur werde» bei plötzlich ausbrechenden Streiks und ähnlichen Differenzen oder wenn Protest- Ber- sammlungen schnell zu veranstalten sind. Wir machen hiermit den Versuch, eine Regelung des gewerkschaftlichen und politischen Lebens herbeizuführen und bitten alle Einberufer von Versammlungen, diese Vereinbarung von heute an streng durchzuführrn. Gleichzeitig bitten»vir die Vororte, sich diesem Abkommen sobald als möglich an- zuschließen. Berlin, den 26. Februar 1$06. Ter Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Der Ausschuh des Berliner Gewerkschaftskartells. Demonstrationsstreik der Berliner Droschkenkutscher. Mi unerwarteter Einmütigkeit sind die Berliner Droschken- kutscher der Aufforderung ihrer Organisationsleitung, am Montag in einen eintägigen Demonstrationsjtreik einzutreten, nachgekommen. Tatsächlich war gestern fast keine Droschke in Betrieb. Nur ganz vereinzelt war in diesem oder jenem Straßenzuge ein Droschkengcfährt als Ausnahmeerscheinung zu erblicken. Be- sondersfühlbar machtesichdasFehlenderDrosch- ken a» den Bahnhöfen. Tausende von Personen, die locgen der H o f fe st l i ch kc i t e n nach Verlin gekommen tvarcn, sahen sich vergeblich nach einer Droschke um. Wohl oder übel mußten sie auf das Beförderungsmittel verzichten. In der Zeit aber, wo sich so mancher unbefördertc Passagier über das rätselhafte Verschwinden der Droschken den tiopf zerbrechen mochte, waren die Droschkenführer in dem größten Berliner Saal, in der„Neuen Welt", zu einer Riesenversammlung zusammengekommen, um gegen die das Droschkengewerbe ein- engenden polizeilichen Maßnahmen Protest zu erheben. Taufende füllten Kopf an Kopf gedrängt den geräumigen Saal nebst den lÄalcrien, und auch der Vorraum war bis auf den letzten Platz be- setzt. DaS Referat hielt der Organisationsvertreter K n ü t t e r. Er betonte, die unmittelbare Ursache zu dieser Demonstration liege in lvr polizeilichen Sperre des Potsdamer Platzes und der ministeriellen Zurück lo eisung einer B c- sch werde dagegen. Anfangs seien auch die Mitglieder der Lohn- fuhrwerlS-Jnnung gewillt gewesen, im Verein mit den Kutschern und den kleinen Droschkenbesitzcrn den Betrieb zeitweise einzustellen, wenn der Beschwerde keine Folge gegeben werde. Später sei ihnen dann aber das Herz in die Hosen gefallen, indem sie ihren eigenen Beschlüssen untreu wurden. Tarauf ist von den Fachvereinen der Droschkenführer unter Ausschaltung der Innung eine Beschwerde an die Minister von Budde und von Bethmann-Holiwcg gesandt worden. Die Antwort der Minister lautete ablehnend. Redner wandte sich in scharfer Kritik gegen diesen minffteriellen Bescheid. Den großen Straßenbahn- und Omnibusgesellschaften werde eine Konzession nach der anderen erteilt, das Droschkengewerbe aber werde künstlich ruiniert. Infolge der unausgesetzten Drmigsalierungen- der Droschken. führer durch die Polizei sei die Existenz der Kutscher direkt in Frage gestellt. Wenn das so weiter gehe, müßten die Droschkenkutscher naturgemäß der gänzlichen Verarmung verfallen. Deshalb sei auch der Entschluß gefaßt worden, gerade mal an solchem Tage zu streiken, wo die Droschken noch nötiger als sonst gebraucht würden. Dadurch solle der Polizeibehörde eben gezeigt werden, daß die so verächtlich behandelte Droschke als Verkehrsmittel noch keineswegs zum alten Eisen gehört. Die Demonstration, trage, wenn sie auch in die Zeit der Hoffestlichleiten falle, keinerlei politischen Charakter, sondern sei lediglich der Ausdruck der hochgradigen Unzusriedeicheit gegen die unerträglichen Polizeimaßnahincn.(Großer Betfall.) In der Diskussion, an der sich u. a. noch der Organisations- Vertreter Becker und der Schriftführer des Verbandes der Troschkenbesitzer Schnitze beteiligten, wurde i» drastischer Lebendigkeit das Sammelsurium von Polizeiverordnungen mit den vielen Paragraphen und vor allem das rücksichtslos in Anwendung gebrachte Strafshstem kritisiert. Wegen der geringsten Ueber- tretungcn, ja selbst dann, wenn sich der Droschkenführer einer lieber- trctung gar nicht eininal bewußt ist. hagelt es förmlich Strafmandate, die jetzt sogar die Höhe von SO, 60 und 70 Mark erreichen. Alle Redner waren sich darin einig, und die Versammlung.stinunte ihnen mit starkem Beifall darin bei, daß eS mit den polizeilichen Maßnahmen so wie bisher nicht weiter gehen könne. Wenn die Polizeibehörde kein Einsehen habe, so bleibe eben nichts anderes übrig, als auch fernerhin bei alle» festlichen Gelegenheiten, Paraden und dcrgl. einfach auf 2-t oder 48 Stunden den Droschlen- betricb demonstrativ einzustellen, so lange, bis es besser werde. Denn was zu viel ist, ist zu viel. Unter diesem Eindruck und um die Demonstration noch etwas wirkungsvoller zu gestallen, beschloß die Versammlung dann sogleich, den Streik bis zum Mittivoch, den 28. Februar, morgens 8 Uhr, fort- zusetze«. Hierauf gelangte folgende Resolution zur einstimmigen An- ivahme: „Die versammelten Droschkenführer und sonstigen Interessen. ten des TroschkenfuhrgewerbeS finden es bedauerlich, so wenig Entgegenkommen auf die an den Minister des Innern abgesandte Beschwerde gefunden zu haben und können sich mit dieser Antwort nicht einverstanden erklären. Die Versammlung erblickt in. dem nicht zu billigenden Ver. halten der Behörden den Droschkenführern gegenüber eine Herab- setzung und Nichtachtung des ganzen Troschkenfuhcgetverbcs und erklärt die Vestiinmungen und Verordnungen der Polizeibehörde als unhaltbar und unausführbar. Durch das jetzige Verhalten der Polizei ist nicht nur die Existenz des Kroschkenfuhrers gefährdet, sondern es ist auch geeignet, denselben ehrlos zu machen, indem er nach etlichen Bestrafungen degradiert und aus dem Droschken- führerberuf ausgemerzt wird durch Entziehung des Fahrscheines. Die Versammlung protestiert nicht nur gegen die Sperrung des Potsdamer Platzes, sie protestiert gegen jede weitere Be- schränkung unseres Gewerbes. Wir erheben Einspruch gegen die ungemein hohen Bestrafungen der Droschkenführer und erachten eS als einen Eingriff in die persönliche Freiheit des einzelnen, wenn derselbe laut§ 24 der neuen Droschlenordnung gezwungen wird, außer sxiucr Dienstzeit bei Abstempelung des Fahrscheins und polizeilichen Vorladungen im Dienstanzuge zu erscheinen. Wir erblicken ferner in der Bestimmung des§ 71 Absatz 0— wonach ein Droschkenführer während des Fütterns am Kopfende des Pferdes sich aufhalten muß, eine beleidigende Herabwürdigung der gesamten Troschkenführer. Wir protestieren endlich auf das allerentschiedenste gegen das Urteil des Kammcrgerichts, welches den Droschkenführer außerhalb seiner Dienstzeit der Stellung des Staatsbürgers und Privatmannes verlustig erklärt, indem es durch rechtskräftiges Urteil bestätigte, daß, wenn ein Droschkenführer eine polizeiliche Vorladung zu einer Vernehmung erhält, er der- selben pünktlich nachkommen müsse, da er nicht als Privat- mann, sondern als Droschkenführer geladen werde. In Anbetracht der Nichtbeachtung der Petitionen und Bitt, gesuche, welche an behördliche Stellen abgesandt, verpflichten sich die Anwesenden, von Zeit zu Zeit das Fuhrwerk aus dem Betrieb zu ziehen, eventuell zu einem Generalstreik zu rüsten, bis uns Gerechtigkeit von feiten der Behörden zuteil wird." nicht fehlen ließen. In einer Schrift verwahrt sich van den Brinck gegen die wider ihn erhobenen Vorivürfe. Er zeigt in dieser auch, wie' ihn der Widerspruch zwischen den nach seiner Ansicht wahren Lehren des Christentums und den heutigen Bekennern desselben zum Sozialismus getrieben ui>d bei ihm die Erkenntnis vom Klassencharakter deS Staates gefördert hat. Diese Dar- legungen hat die Buchhandlung Vorwärts übersetzen und als Broschüre erscheinen lassen. Es ist wohl das erstemal, daß ein römisch-kaiholischer Priester in offener und rückhaltloser Weise für die Sozialdemokratie eintritt. Sind auch vom Standpunkt unserer Partei aus betrachtet nicht alle seine Ausführungen zu unterschreiben, so sind doch seine Worte beherzigenswert. Ein Nachwort wahrt den Stand- Punkt unserer Partei. Die Broschüre kostet 10 Pf. und ist in allen Parteibuchhand» langen, in Berlin auch in allen Parteispeditionen zu haben. Eine Agitationsausgabe, die nur an Vereine, Vertrauensleute usw. ab- gegeben wird, kann vom Verlage bezogen werden. Neun Anklagen und einen Redakteur im Gefängnis verzeichnet das neueste Bulletin der„Erfurter Tribüne" über das Befinden der — deutschen Preßfreiheit. Genosse Michaelis hat die mit Eisen gesicherte Freiheit bezogen. Einen Monat bleibt er drin. So will's die Gerechtigkeit, weil er angeblich das ganze preußische Offizierkorps beleidigt haben soll. TIiis der Partei. Genosse Franz Mehring vollendet heute, am 27. Februar, sein sechzigstes Lebensjahr— ein rüstiger Jubilar, der, wenn auch das Alter an ihm nicht spurlos vorübergegangen ist und sein Haar weiß- gebleicht hat, doch noch heute im politischen Tageskampfe als journalistischer Kämpe seinen Mann steht, wie kaum einer der Jüngeren, denen er auf publizistischem Gebiete ein Lehrmeister war und noch ist. Es kann heute nicht unsere Aufgabe sein, zu schildern, was Mehring als Journalist und Wissenschaftler für unsere Partei und ihre Eniwickelung geleistet hat; wir erinnern nur an seine Tätigkeit als leitender Redakteur der„Berliner Volkszeitnng" in den letzten Jahren des Sozialistengesetzes und später der„Leipziger Volkszeitung", die unter seiner Leitung allezeit eines der gewandtesten, schneidigsten Kampforgane nicht nur unserer deutschen, sondern der ganzen internationalen Parteiprcsse war. Und doch hat neben seiner aufreibenden journalistischen Tätigkeit Mehring noch Zeit und Kraft zu wissenschaftlichen Arbeiten ge- funden, die ihm eine dauernde angesehene Stellung in der historischen und ökonomischen Wissenschaft sichern, wie z. B. seine„Lessing- Legende", seine„Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" und seine Herausgabe deS literarischen Nachlasses von Marx, Engels und Lassa lle. Wir grüßen den Jubilar und rufen ihm den Wunsch zu, daß er den Gegnern zum Trotz noch manches Jahr in unseren Reihen mit seiner fähigen Feder für die Befreiung der Arbeiterklaffe wirken möge._ Bersammlungsauflösung und Wortentziehung in Leipzig. Am Sonntag fand in Leipzig eine öffentliche Versammlung mit dem Thema„Klassenjustiz und Sozialdemokratie" statt, über das Genosse Stadthagen referieren sollte. Der„Kristall- Palast", der über 3000 Personen faßt, war überfüllt. Ueber 6000 Personen hatten umkehren müssen, weil sie keinen Einlaß finden konnten. Als Stadthagen kaum 8 Minuten rein theoretisch über die Aufgaben einer Justiz als Verwalterin der Gerechtigkeit, der verhältnismäßigen Gleichheit und den Aufgaben einer Klassenjustiz als einem Instrument für die herrschende und gegen die Interessen der arbeitenden Klasse gesprochen hatte, entzog der Polizeiinspektor Fürsten- berg ihm das Wort und löste die Versammlung auf. Die Auflösung erfolgte, als Stadthagen etwa aus- führte:„Die Unabhängigkeit der Richter ist eine der Forderungen zur Erfüllung der Aufgaben einer gerechten Justiz. Diese Unabhängigkeit ist aber tatsächlich ein Märchen, eine Legende." Auch nach dem sächsischen Vcreinsjuwel läßt sich die Wortentziehung und Auflösung nicht rechtfertigen: gegen diese Hand habung der Versammlungspolizei ist Beschwerde eingelegt. Die Wortentziehung ist um so drolliger, als tags zuvor im Reichstag der sächsische BundeSratsbevollmächligte Börner Stadthagen verblümt aufgefordert hatte, das, was er über den sächsischen Staatsanwalt Böhme im Reichstag ausgeführt hatte, außerhalb desselben zu wiederholen. Die Versammelten gingen ruhig auseinander, wiewohl in verschiedenen Galerien deS zirkuSartigen Versammlungsraumes einige den Genossen als der Polizei bekannte Leute sich durch Rufe bemerklich machten und wiewohl eine große Anzahl Schutzleute in Bereitschaft stand._ Deutsche Prcß-„Frciheit". Unser Bremer Parteiorgan veröffeni- lichte in seiner Nummer vom 12. Dezember v. I. eine Notiz, in der behauptet wird,„ein Unteroffizier" habe in einem größeren Ver- gnügungSlokal Gröpelingens dadurch unangenehmes Aufsehen erregt, daß er einen Musketier in erregtem Tone zur Rede stellte, weil dieser ihn angeblich nicht gegrüßt hatte. Nach energischer Auf- forderuug des Buffetiers habe der Unteroffizier eS für geraten gehalten, das Lokal zu verlassen. Vor dem Lokal habe er sich aber mit dem Säbel in der hochcrhobenen Hand auf- gepflanzt und die Anwesenden aufgefordert, herauszukommen. Als dem keine Folge geleistet wurde, habe er sich in Gesellschaft eines Musketiers, den er aufgefordert habe, ihn zu seinem Schutze zu begleiten, auf den Weg zur Stadt gemacht. Die Notiz trug die Stichmarke: Ein großspuriger„Stellvertreter Gottes auf Erden" I Diese Notiz hat das zarte Ehrgefühl des Unteroffiziers Dirks verletzt. Es erfolgte Anklage. Der Beleidigte als Zeuge be- kündete, er sei bedroht worden, und deshalbe habe er zu seiner persönlichen Sicherheit blankgezogen. Buffetier AilerS sagt aus, er habe Dirks, weil er immer lauter wurde und ihm mitgeteilt worden war, jener habe im Saale einem Rekruten Ordnung beibringen wollen, aus dem Lokale gewiesen. Der Staatsanivalt plädierte auf 600 M. Geldstrafe und»ahn, sich heraus zu behaupten,' der Angeklagte habe durch die Notiz seinem persönlichen Haß Aus- druck gegeben. Das Urteil lautete aus 300 M. Geldstrafe. Lieb' Vatelland, magst ruhig sein: Unteroffiziere sind geschützt durch blanke Waffe und Strafgesetzbuch.— Eilige Justiz. Genosse Leinert. Redakteur unseres Parteiorgans in Hannover, hat eine Gefängnisstrafe von drei Wochen abzubüßen. Ein Gesuch um Strafausschub hatte die Staatsanwaltschaft ab- gelehnt; ehe die eingelegte Beschwerde an den Oberstaatsanwalt beantwortet war, wurde Leinert verhaftet. Da die bestimmt erwartete Amnestie wahrscheinlich alle politischen„Verbrecher" um- faßt, die— noch nicht verurteilt find oder ihre Strafe bereits ver- büßt haben, wird unser Genosse die drei Wochen Muße ganz aus- kosten. „Em römisch-katholischer Pfarrer als— Sozialdemokrat." Vor einiger Zeit erregte es allgemeines Aufsehen in weilen Kreisen, namentlich der katholischen Bevölkerung, daß ein römisch-katholischer Priester in Holland, Dr. I. van den Brinck, sich offen für die Sozial- demokratie und ihre Forderungen erklärte. Sein Wirken zog ihm denn auch bald den Haß und die Verfolgung seiner frommen Kollegen und seiner christliche» Vorgesetzten zu, die eS in ihrem christlichen Eifer au Verleumdungen und Verdrehungen aller Art Soziales. Einengung des Begriffs„Facharbeiter" durch ländliche Brrufsgcuoffenschaften und durch das ReichSversicherungsamt. § 1, Absatz 6 des tlnfallversicherungsgesetzes für Land- und Forst- Wirtschaft lautet: „Wer im Sinne dieses Gesetzes als Betriebsbeamter oder als eine solche Person anzusehen ist, welche zum Unterschiede von den gewöhnlichen land- oder forstwirtschaftlichen Arbeitern eine technische Fertigkeiten etfordernde besondere Stellung einnimmt(z. B. Förster. Gärtner, Gärtnereigehülfen; gewerbliche Facharbeiter, wke Brenner, Maschinenfnhrer, Heizer, Müller, Ziegler, Stellmacher, Schmiede u. a.) wird durch statutarische Bestimmimg der Berufsgenoffenschaft(§ 33) für ihren Bezirk festgestellt. Bis zum Erlaß entsprechender statutari- scher Bestimmungen bleiben diese Personen den sonstigen Arbeitern gleichgestellt. In der Nummer vom 22. Oktober vorigen Jahres teilten wir mit, daß eine landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft in ihr Statut u. a. eine Bestimmung aufgenommen habe, nach der dieser im 8 1 Absatz 6 deS UnfallversicherungsgesetzeS für Land- und Forstwirtschaft beschriebene Kreis von Personen, für die bei der Rentenberechnung der Jndividuallohnverdienst zugrunde gelegt werden soll, eingeengt wird. ES handelte sich um die Gärtner und Gärtner- g e h ü l f e n, die in der wiedergegebenen Stelle des Unfallversiche- rungsgesetzes unter den Beispielen besonders aufgeführt, aber von dem Gcnosscnschaftsstatut nicht als Facharbeiter anerkannt sind. Gegen diese Einengung wendeten sich die Gärtner beschwerdeführend an das Reichsversicherungsamt. Sie haben nun folgende, auch alle anderen Facharbeiter berührende Verfügung erhalten: „Das Unfallversicherungsgesetz für Land- und Forstwirtschaft vom 30. Juni 1900 hat keineswegs selbst bestimmt, welche einzelnen Arten der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigte» Personen als sogenannte Facharbeiter die Unfallentschädigung statt nach Maßgabe des behördlich festgesetzten durchschnittlichen Jahres- arbeitsverdienstes land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter, nach Maß- gäbe ihres individuellen JahreöarbeitsverdiensteS(§ 9 a. a. O.) erhalten sollen, sie hat vielmehr im 8 1 Abs. 6 ausdrücklich die Feststellung darüber, wer als Facharbeiter in diesem Sinne anzusehen ist, der statutarischen Bestimmung einer jeden Berufsgenossenschaft vorbehalten. Wenn das Gesetz dabei zur Ber- dcutlichung seiner Forderung, daß diese PersonenH„zum Unterschiede von den gewöhnlichen land- oder forstwirtschaftlichen Arbeitern eine technische Fertigkeiten erfordernde besondere Stellung einnehmen" sollen, in der Klammer unter der Boranstellung der Buchstaben: „z. B." einige Berufsarbeiter aufzählt, so hat es damit nur Beispiele aufgeführt, die Berufsgenossenschaften aber, wie das Reichsversicherungsamt bereits wiederholt hat anerkennen müssen, nicht verpflichtet, jede der von � ihm namhaft gemachten Kategorien und etwa gar diese in ihrem weitesten Wortbegriff für Facharbeiter zu erkläre». Die Berufsgenossenschaften sind vielmehr befugt. bei der statutarischen Regelung auch andere Arbeiter- arten für Facharbeiter zu erklären und einzelne der vom Gesetz als Beispiele angeführten Gruppen fort- zulassen oder sie nur in abweichender, insbesondere einschränkender Begriffsgestaltung aufzunehmen. Aus dieser Rechtslage ergibt sich, daß für die Frage, welche versicherten Personen im Gebiet einer Berufsgenossenschaft als Fach- arbeiter zu behandeln sind, allein der Wortlaut deS be- treffenden Statuts, nicht aber jene Beispiels- aufzählung des Gesetzes entscheidend ist." Soweit die grundsätzlich erläuternde Auslegung des Reichs- versicheningsamtes in der Frage der„Facharbeiter". Den Gärtnern und Gärtnereigehülfen wird dann vom Reichsversicherungsamt eröffnet, daß es den Bcrilfsgcnossenschastcn. wie z. B. bei der Rheinischen und der Hessischen geschehen, unbenommen sei, n u r die .Kunstgärtner" den sogenannten Facharbeitern einzureihen, während alle übrigen Gärtner den gewöhiilichen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitern zugeteilt worden sind, so daß diese letzteren Gärtner nur auf de» behördlich festgestellten Jahresdurchschnittsarbeitsverdienst land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter bei der Rentenberechnung Anspruch zu erhebe» vermögen. Die Sache ist von prinzipieller Bedeutung. Wäre die Auf- fassung des Reichöversilberungsamtes zutreffend, so würden alle in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Facharbeiter der Ge- fahr ausgesetzt sei», durch Willkür der berufsgeuosfenschaftlichen Statuten erheblich in ihren Rentenansprüchen herabgesetzt zu werden. Die vom ReicdSversickierungsamt bekundete Auffassung steht aber der Absicht des Gesetzgebers und der historischen Eniwickelung der Uiifallversichcrnngsgeseygebuiig entgegen: durch das ReichSgesetz vom 30. Juni 1900 sind eine erhebliche Anzahl von Personen, die vordem der Gewerbeiiiifallversicherung unterstanden, unter die Unfall- Versicherung für Land- und Forstwirtschaft gekommen. Schon dieser Umstand erweist, daß der Gesetzgeber, der ja durch die Uiifallgesetznovellc die Facharbeiter besser als vordem stellen wollte, eine Abweichung von den als Beispiele aufgeführten Kategorien von Facharbeitern nicht zulassen, vielmehr den Berufsgenossenschaften nur gestatten und nahelegen wollte, den Kreis der„Facharbeiter" noch zu erweitern. Der Entscheid des Reichsversicherungsanites würde dazu führen,„Facharbeiter" durch berufsgeuossenschäftlicheS Statut in„Nichtfacharbeiter" zu verwandeln. Ein derattiges Umwandlungsrecht hat der Gesetzgeber weder dem agrarischen Vorstände zutrauen wollen, noch ohne Ber- letzung des gesunden Menschenverstandes zumuten dürfen. Ist das Reichsversicherungsamt anderer Ansicht, so dürfte ein Notgesctz am Platze sein, das die Absicht des Gesetzgebers klarstellt. KindeSmord als Folge der agrarischen Ausnahmegesetze gegen die ländlichen Arbeiter. Der ganze Jammer der modernen Gesinde- stlaverei packt einen an, wenn man folgenden Bericht über eine Verhandlung vor der Hildesheimer Strafkammer gegen den Land- wirr Hoppe, dessen Ehefrau und den Knecht Müller aus G.-Himstedt liest. Das Kleeblatt hatte sich wegen Körperverletzung zu ver- antworten. Juni v. I. trat eine vierzehnjährige Arbeiter- tochter, die von guter Kör perkon st itutiou und noch gesund und munter war, in den D i e n st des Angeklagten. Infolge furchtbarer Arbeits» Nverlastung, furchtbarer Mihhandlungen und entsetzli'chen Hungerleidens, dem die saubere„Herrschaft" das arme Kind aussetzte, siechte es rapide hin. Man schickte es zu schweren Arbeiten aufs Feld, ohne ihm einen Bissen Brot mitzugeben, wenigstens hat kein Mensch die Kleine je auf dem Felde'essen sehen. Fort- gesetzt wurde sie geschlagen; sogar der Knecht j!) traktierte sie bei jeder Gelegenheit mit der Peitsche! Am tS. Oktober erkrankte das Mädchen plötzlich und am 20. Oktober starb es— a n Entkräftung. wie die angeordnete Obduktion ergab. Der Magen enthielt keinerlei Nahrungsspuren. Wohl aber zeigte der Körper zahlreiche Narben und Wunden, die von Miß- Handlungen herrührten. Und das Urteil? Hoppe erhielt 6 Monate, der Knecht 5 Monate Gefängnis und Fran Hoppe 60 M. Geldstrafe I Aber die Hannoverschen Gesinde- ordnungen bleiben bestehen, nicht minder die anderen preußisch-deutschen Sklavereiordnungen. Fast Tag für Tag haben wir über entsetzliche Ausbeutungen des Elends, der Jugend, der Hiilflosigkeit auf dem Lande durch die Bestie, die im Agrarier steckt. leider zu melden. In Erinnerung ist ja auch, wie jüngst im preutzischen Landtage die Wortführer der nationalliberaleu. louser- vativen und Zentrnmsparteien gar nach BeseitigungderRenten für Kinder schrien, die in landwirtschaftlichen Betrieben verletzt sind. WaS bietet denn da?„herrliche Deutsche Reich" den, Land- arbeiter? Elend, Hunger, Entwürdigung, Miszhandlnng, polizeiliche Rückholung in den Zwangsdienst und Verelendung, ja gar zu Tode- Marterungen seiner Kinder. Fort mit den Ausnahmegesetzen gegen die ländlichen Arbeiterl Her mit Schutzgesetzen gegen agrarische Bestien I Hue Induftrlc und bandet Heimatpolitik! Bei den Kämpfen um den Zolltarif führten die Hochschutzzöllner die Phrasen von„Heimatpolitik".„Schutz der nationalen Arbeit" usw. stets im Munde, darin erschöpfte sich ihre sachliche Argumentation. Mit welchem Erfolge die„Edelsten" der Nation„Heimatpolitik" trieben, lehrt die Flucht ins Ausland. Deutsche Unternehmer lassen ihre Betriebe in Deutschland eingehen, sie wandern aus, um in, Auslände Fabriken anzulegen, so des„Segens" der neuen Handels- Verträge sich entziehend. In Weipert in Böhmen werden zurzeit nicht weniger als sechs neue Fabriken von deutschen Flüchtlingen gegründet, in denen Plauener Artikel hergestellt werden sollen. Antzerdem werden in Weipert auch noch andere„deutsche" Betriebe eingerichtet. In Neschwitz bei Außig erbaut eine sächsische Aktien- gesellschaft eine Treibriemenfabrik. Von deutschen Unternehmern ist ferner beabsichtigt, im Autziger oder Teplitzer Gebiete eine Ouebracho- apparatefabrik zu gründen. Eine reichsdeutsche Firma will in Tetschen eine Luxuskartonnagefabrik bauen, und so fort— zum Ergötzen der „Schützer der nationalen Arbeit" I Daß den deutschen Arbeitern bei Brotverteuerung, bei Vernnnderung der Arbeitsgelegenheit, bei er- höhtem Steuerdruck auch noch die politischen Freiheiten weiter be- schnitten werden sollen, gehört zur herrlichen, leuchtenden, reichs- deutschen Heimatpolitik der Junker und Jndustriefeudalen. Börsentheater. Ein treues Spiegelbild aller politischen Wichtig» und Nichtigkeiten gibt die Börse. Sie ist selbst ein Theater! Hier werden Komödien tragisch behandelt und für die wüstesten Ereignisse hat inan oft nur ein mokantes Lächeln, sie bleiben unbeachtet. Welche Stimmungen dort im Tempel ausgelöst werden, wo alltäglich in der Jagd nach Gewinn die Mammonlüsternen in bacchantisch wildem Reigen den Tanz ums goldene Kalb ausführen, mag unseren Lesern einmal die kurze Skizzierung einer Wochenvorstellung— vom 16. bis 25. Februar er.— illustrieren. Wir geben einein Börsen- stilisten das Wort, um nichts von der ursprünglichen Naivität und Tappigkeit zu verwischen, mit der der große Haufen der Beutejäger Nichtigkeiten, politische Räubergeschichten und Märchen gläubig ver- schluckt. Der Bericht lautet: Montag: Die Börse eröffnete in etwa? festerer Haltung, da man die Rede s!) Kes Grafen Posadowsky über die neuen Handels- Verträge als günstig sl) auffaßte und auch die Nachrichten aus AlaeeiraS nichts Unangenehmes brachten. Auch erwiesen sich die Befürchtungen einer gewaltsamen(?) Opposition des ungarischen Parlaments gegen seine Auflösung als unbegründet. Dienstag. Anfänglich fest, die Kurse hielten sich auf dem Niveau voni Montag, doch fanden überall, mit Ausnahme der Schiffahrtsaktien, nur geringe Umsätze statt. Der außerordentlich günstige Geschäftsbericht der Nationalbank für Deutschland übte zwar anfänglich eine angenehme Wirkung ans, als jedoch von der„Agence Havas" die Bestätigung der Nachricht eintraf, daß Deutschland die französischen Vorschläge in der marokanischen Polizeifrage abgelehnt habe, trat sofort die Wendung zum Schlechteren ein. Mittwoch. Neuigkeiten! Man erzählt, König Eduard(!) wolle in der Marokko-Angelegenheit die edle Rolle des Ver- Mittlers �1) spielen; auch eine Begegnung mit ihm und dem deutschen Kaiser soll bevorstehen. Die Börse verstieg sich doch nicht zu einer Hausse, die Kurse bröckelten weiter ab. � Donnerstag. Licht in der Marokto-Affäre! Die deutsche Antwort soll keineswegs Frankreich den Weg zu neueren Vorschläge in der Regelung der heiklen � Polizei- und Bankfrage versperren. Auch das Bild auf dem Markte der MinenshareS in London erhellt sich. Ans Verstaatlichungsgerüchte hin fanden in Kohlenaktien, bei teilweisen Avancen, größere Ankäufe statt. Infolge günstiger Nach- richten profitierten„Konsolidation" wieder 9 Proz. Für deutsche Fonds herrschte Begehr. Freitag. Anfang fest, bei großer Zurückhaltung. Rußland stand mal wieder im Vordergrund und über die Nachricht au« Petersburg, betreffs der Mittel zur Deckung des Geldbedarfes der russischen Regierung, wurde eifrig disputiert.-- Später verstinnnte der Bericht des„Jronmonger" über den mnerikanischeir Eisenmarkt die anfänglich feste Tendenz unserer Eisenwerte. Als znm Schluß der Börse die Gerüchte eintrafen, die Marolkokonferenz sei gescheitert, gingen die Kurse allgemein zurück. Sonnabend. Der Markt litt gleich von Anfang an unter uitgüustigen Nachrichten vom englischen Eisenmarkte, auch die Angelegenheiten in der Marokkoaffäre wurden noch ziemlich pessi- mistisch beurteilt, sodaß sich bei nur wenig Umsatz alles dem Zuge ö. la baisse anschloß. Anch russische Anleihen und besonders Eilen- bahnanleihen mußten stark nachgeben. Es scheint, man fängt an die russischen Finanzen kritischer— wirklich?— zu beurteilen. Heute einer Ministcrrede günstige Wirkung auf Konjunktur und Handelsverhältnisse zuschreiben, morgen feierliche Ministererklärungen betreffend ihre eigenen Absichten, als Luft behandeln, mit Histörchen über gewaltsame Parlamentsopposition sich ängstigen lassen und Schrecken erregen, so wie am Bändchen der Hampelmann, am Schnürchen der Marokkokomödie auf und ab hampeln, King Eduard zunr Vermittler in einer Sache machen, in der er selbst nicht die kleinste Rolle spielt, der Tatsache gegenüber, daß Rußland am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruches steht, als Gläubiger fast interesselos bleiben, das macht in wichtiger Geschäftigkeit die Börse. Man glaubt gar nicht, sunt wie wenig politischem Verstand die«Völker" regiert und Börsengeschäfte gemacht werden. Eine Dividende von 9 Proz. sollen für das abgelaufene Geschäfts- jähr die Aktionäre der Bremer Dampfschiffahrts-Gesellschaft erhalten. Die Verwaltung beantragt die Erhöhung des Aktienkapitals um 6 Millionen Mark auf 25 Millionen Mark zwecks Vergrößerung des Schiffsparks. Berliner Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft erzielte im Jahre 1903 einen Rohgewinn von 14138 984 M. gegen 11791806 M. im Jahre vorher. Akz dem Reingewinn von 11 724 307 M. gelangt eine Dividende von 9 Proz. zur Ver- teilung. Die Aufwendungen für Tantiemen an den Aufsichts- und Verwaltungsrat beanspruchen 1 218 549 M. - Bom Elcktrizitätsmonopok. Wie jetzt bekannt wird, haben Stinnes-Thhssen bei Erwerbung von Aktien der Bochum-Gelsen- kirchener Straßenbahn gleich gute Arbeit gemacht, sie brachten 8/4 des gesamten Aktienkapitals an sich. Während von der anderen Seite projektiert und disputiert wird, setzen die Monopolisten in aller Stille ihre Gegner schachmatt. Eine akzeptable Wohlfahrtseinrichtung. Der Industrielle Teresio B o r s e l l i n o, Besitzer einer großen Filzhutfabrik in A l e s s a n- drin, hat zur Feier des 30jährigen Bestehens seiner Fabrik ein Haus im Werte von 40 000 Lire erworben und der Genossenschaft der Filzhutarbeiter in Alessandrin zum Geschenk gemacht. Es ist dies jedenfalls ein vernünftigeres Geschenk, als die sonst bei Jubiläumsfeiern üblichen mageren Medaillen und Wohlsahrts- einrichtungen, welche den Arbeitern keine Rechte einräumen, ihnen aber Lasten anfhalsen. Eine russische Pleite. Mit Passiven in Höhe von 427 Millionen Rubel hat eine Teefirma in Moskan ihre Zahlungen eingestellt. Außer russischen sollen besonders englische Firmen in Mitleidenschaft gezogen sein._ Versammlungen. In einer Sitzung der Berliner Gewrrkschaftskommission, die am Freitag stattfand, hielt P. Stempel, der Kassierer der Arbeiter- Baugenossenschaft„Paradies", einen Vortrag über das Vaugenossensck�ftswesen. Der Redner führte aus, daß neben der politischen und gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterklasse der Zusammenschluß in Genoßenschaften nicht vernachlässigt werden sollte. Wenn man darauf hinweise, daß in dieser Sache schlechte Ersahrungen gemacht worden sind, so müsse man bedenken, daß die Arbeiterschaft auf dem ihr noch neuen Gebiet erst Kenntnisse er- werben mußte, um hier nützlich und sicher wirken zu können. Nach einem Hinweis auf die Vorteile, die durch ein gut organisiertes Genossenschaftswesen erreicht werden können und teilweise schon er- reicht wurden, schilderte der Redner die EntWickelung der Arbeiter- Baugenossenschaft„Paradies", die als die erste reine Arbeiter- Baugenossenschaft vor drei Jahren gegründet worden ist, jetzt 1150 Mitglieder zählt und bei Grünau ein Terrain von 144 Morgen erworben hat, auf dem die ersten Wohnhäuser bereits gebaut sind. Gegenwärtig wird die erste Straße, zugleich mit einer Wasser- leitung, angelegt nnd gepflastert. Die verhältnismäßig geringe Zahl von Mitgliedern hat in den 3 Jahren schon 160 000 M. auf- gebracht. Ter Redner forderte die Anwesenden auf, dafür zu sorgen, daß den Vertretern der Arbeiter- Baugenossenschaft Gelegenheit ge- gedtzn wird, innerhalb der Gewerkschaften durch Vorträge mehr Interesse für die Sache zu erwecken. Es müsse dahin gewirkt werden, daß die Gewerkschaften, statt ihre Gelder auf die Banken zu tragen und damit das Privatkapital zu unterstützen, das gegen die Arbeiter- schaft kämpft, sie gut fundierten Arbeitergenossenschaften zur Ver- fügung stellen. Daß die Gelder in der Arbeiter-Baugenossenschast „Paradies" ebenso sicher und vorteilhaft angelegt werde» könnten wie auf den Banken, beweise auch zur Genüge der Umstand, daß diese Genossenschaft ihre erste Hypothek von der Teltolver Kreis- sparkasse erhalten hat. In der kurzen Diskussion über den Vortrag, an der sich Keslinke, F romholt und M ü n d n c r beteiligten, wurden grundsätzlich Einwendungen gegen die Ausführungen des Referenten nicht erhoben, doch wurden einige Mängel der Konsumgenossen- schaften erwähnt und auch Bedenken darüber laut, ob man der Bau- genossenschaft„Paradies" zur Verfügung gestellte Gelder im Bedarfs- falle auch schnell genug zurückerhalten könne. Ter Referent er- widerte, daß allerdings für die Pflichtspareinlagen der Genossen eine Kündigungspflicht von 12 Monaten festgesetzt sei, daß sie aber laut Statut im Notfalle auch sofort zurückgezahlt werden könnten, und von dieser Bestimmung sei' auch im vorigen Jahre während der großen Aussperrung in der Elektro-Jndustrie, von der viele Genossen init betroffen waren, in reichem Maße Gebrauch gemacht worden. Der Redner sprach sich auch noch für die Gründung einer Arbeiter- dank aus. Verband der Töpfer. Eine Filialversam�nlung, welche am 21. Februar tagte, beschäftigte sich wiederum mit dem Arbeitsnach- weis. Eine vorher srattgefundene Sitzung des Vorstandes und der Bezirksführer unter Teilnahme des Zcntralvorstandes und des Aus- schußvorsitzenden empfahl der Versammlung in einer Resolution, die Form des bestehenden Arbeitsnachweises zu ändern. Nach einem Referat des Kollegen S c g a w e wurde über die Resolution und einige inzwischen eingelaufene Anträge eingehend diskutiert. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, die Form des Arbeitsnachtveiscs o zu ändern, daß Umschauen gestattet ist. Jeder arbeitslose Kol- lege hat sich eintragen zu lassen und wird die event. einlaufende Arbeit der Reihe nach vermittelt. Diejenigen, welche durch Um- schauen Arbeit erhalten, haben sich zur Abmeldung auf dem Nach- weis zu melden, und erhält jeder einen Schein, welcher dem Bau- Vertrauensmann vorzuzeigen ist. Der Nachweis befindet sich nach wie vor Engel-Ufer 13 Saal 8 zu den bekanntgegebenen Zeiten. Die in letzter Zeit sich bemerkbar machenden unliebsamen Vorgänge im Beruf machten diese Abänderung des Nachweises dringend nötig. Es wurde dann beschlossen, diejenigen Kollegen, welche bis zum 21. d. M. länger wie eine Woche arbeitslos sind, pro Tag mit 1 M. zu unterstützen und auf jedes Kind pro Woche 1 M. extra zu zahlen. Es wurde ferner noch beschlossen, von nun ab auch auf Bauten zu arbeiten, wo lokalorganisierte Töpfer in Arbeit stehen. Der Ob- mann der Lohnkommission berichtete noch über Meinungsverschieden» heiten bei den noch schwebenden Verhandlungen mit den Meistern über den Chamottetarif. Tie Versammlung gab zu den vor- liegenden Streitfällen eine Erklärung ab, welche das Fortführen der Verhandlungen ermöglichen. Die Filiale Berlin der Bereinigung der Maler, Lackierer und Anstreicher hielt am Donnerstag ihre Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht für 1903 sagt unter anderem: Die Filiale hat sich im Laufe des Jahres außerordentlich stark entwickelt. Die Mit- gliederzahl ist von 2833 auf 3073 gestiegen. Im Frühjahr und im Herbst wurden Bautenkontrollen vorgenommen, die sich im ganzen auf 886 Arbeitsplätze erstrecken. Hierbei wurde u. a. festgestellt, daß auf 73 der kontrollierten Arbeitsplätze der Tarifvertrag nicht in seinem ganzen Umfange innegehalten wurde. Die Verstöße betrafen meist das Fahrgeld und die Aufschäae für Ueberzeilarbeit. Auf 40 Proz. der Arbeitsplätze wurde noch teilweise im Akkord gearbeitet. Statistische Erhebungen, die sich auf die Zeit vom 1. August 1904 bis zum 31. Juli 1903 erstreckten, haben jedoch ergeben, daß die Akkord- arbeit, die noch vor wenigen Jahren vorherrschend war, allmählich mehr und mehr verschwindet. Außerdem ergab diese Stasistik, daß trotz der guten Konjunktur immerhin im Durchschnitt noch 33 arbeits- -lose Tage auf jeden Kollegen kamen und außerdem S1� Krankheitstage. Zieht man dieses mit in Betracht, so ergibt die Lohnstatistik, daß der ganze Jahresverdienst eines Berliner Malergehülfen sich auf nur 1274.89 M. stellte. Im Arbeitsnachweis ließen sich 9907 Arbeits- lose einschreiben; verlangt wurden 16 742, besetzt 8461 Stellen. Ersatzscheine bei Vermittelung von Arbeit, die keine 13 Tage dauerte, wurden 2065 ausgegeben. ES kamen eine Anzahl Werkstatt- differenzen vor, die zugunsten der Arbeiter erledigt wurden. Eine größere Lohnbewegung fand in der Küchenmöbelbranche statt. Der aufgestellte Tarif wurde bei den meisten Firmen durch Verhandlung zur Anerkennung gebracht, bei einer Firma jedoch erst nach 14tägigem Streik. Bei der großen Aussperrung in der Elektroindustrie wurden ungefähr 300 Mitglieder der Filiale mit ausgesperrt. Der Kassen- bericht' schließt für die Hauptkasse mit der Bilanzsunune von 67 232.92 M. Die Einnahmen der Filiale betrugen samt dem alten Kassenbestand von 4634,36 M. 104 343,98 M., die Ausgaben 85 483,39 M.. so daß am Jahresschluß her Kassenbestand auf 19 062,39 M. angewachsen war. Die Vorstandsivahlen ergaben keinerlei Veränderung in der Zu- sammensetzung des Vorstandes. j Zum Schluß der Versammlung hielt der' Zentralvorsitzende T o b l e r aus Hamburg einen Vortrag über die gegenwärtige Lage im Beruf. Er erwähnte das starke Wachstum der Organisation, deren Mitgliederzahl im Reiche während der letzten Jahre von 13 000 auf' 30 000 angewachsen ist. Ferner die Lohnkämpfe, die im verflossenen Jahre stattgefunden haben, an denen über 900 Mit- glieder beteiligt waren und die 232 000 M. Ausgaben verursachten. Sodann wies er auf die in den verschiedensten Teilen Deutschlands eingeleiteten Lohnbewegungen hin, die wohl teils durch Verhand- lungen zum Ziele führen werden, aber teils auch größere Lohukämpse hervorrufen können. Tie Stellmacher versammelten sich am Donnerstag, um über den Kampf der Wagenfabrikanten und Stellmachermeister gegen den Deutschen Holzarbeiterverband zu diskutieren. Das Referat hatte Henke übernommen, der ausführte, wie die Unternehmer sich gewaltig rüsten, um der wachsenden Organisation der Arbeiter ent- gegeutretcn zu können. Man hat einen �rtreikabwehrverbaud vor- geschlagen; man will schwarze' Listen zirkulieren lassen und die Agitatoren unter den Arbeitern brotlos machen.� Es ist sonderbar, welche Besorgnis in Unternehmerkreisen herrscht, trotzdem sehr wenig Ursache dazu vorhanden ist. Zehn Fahre sind jetzt verflossen, seitdem die organisierten Stellmacher mit Forderungen an die Meister herangetreten sind. Nur kleiae Anläufe sind in der letzten Zeit gemacht worden. Nun ist allerdings die Organisation der Stellmacher in den letzten Jahren stark gewachsen. Während im Jahre 1902 nur 176 Kollegen dem Verbände angehörten, hat sich diese Zahl im Jahre 1903 auf 763 vermehrt. Tie Erkenntnis hat sich Bahn gebrochen, daß die Stellmacher aus eine Verbesserung ihrer Lage gerechten Anspruch haben. Tie Löhne sind zu niedrig, und die Arbeitszeit, die jetzt 33—60 Stunden die Wock,e beträgt, muß geregelt werden. Nur wenn die Organisation stark ist, können die Forderungen durchgesetzt werden, das darf vor allen Dingen nicht vergessen werden.— In der Diskussion wurden die Verhältnisse und Mißstände bei vielen Firmen aufgedeckt und lebhaft beklagt, daß sich die Arbeiter seit Jahren so viel gefallen ließen. Man war sich dahin einig, daß jeder nach Möglichkeit für den Verband agitieren müsse, dessen Kräfte vielleicht schon in den nächsten Wochen aus die Probe gestellt werden, wenn die Meister noch länger in rücksichtsloser Weise den Herrenstandpunkt herauskehren. Dir Berliner Zahlstelle drö Holzarbeiter-Berbandes hielt am Freitag in der Brauerei Friedrichshain ihre stark besuchte General- Versammlung ab. Miele und Glocke erläuterten sodann den gedruckt vorliegenden Kassen- und Vorstandsbericht, der im„Vorwärts" bereits besprochen worden ist. Nach unwesentlicher Diskussion er« folgten die Vorstandsersatzwahlen. Gewählt wurden als 1. Bevoll- mächtigter Glocke, als I.Kassierer Miele, als Schriftführer Döring, als Beisitzer F. L e otz o l d, als Revisoren Voigt und B r e i t k o v f. als Arbeitsvermittler im paritätischen Nachweis Güth, und als Bureauarbeiter G l e ß. Hierauf wurde die Aufftellung derDele- giertenkandidaten zum kommenden Verbandstag vorgenommen. Auf die Vorschlagsliste kamen 30 Kandidaten, die auch sämtlich der politischen Organisation angehören. Von diesen sind 21 als Delegierte zu wählen. Die Wahl selbst findet später in vier Bezirken statt. Zum Schluß unterbreitete die Ortsverwaltung der Versammlung einen Antrag auf Gehaltserhöhung ihrer örtlichen Vcrbandsbeamten. Glocke befürwortete den Antrag und empfahl gleichzeitig die Gehalts- regelung nach einer Skala, wonach sich die Gehaltssätze der einen Kategorie von Beamten zwischen 2100 und 2300 M., und die der anderen zwischen 1800 und 2400 M. bewegen soll. Zur Beschluß- fassun; kam es hierüber jedoch nicht, weil ein Antrag aus der Ver- sammlung angenommen wurde, diese Angelegenheit in der nächsten außerordentlichen Generalversammlung zu behandeln, wo auch zum Verbandstag Stellung genommen werden soll. Vermifcktes. Geborstene OrdnungSsäule. Wegen einer Reihe von Betrügereien und Urkundenfälschungen hatte sich in viertägiger Verhandlung der Notariatsbuchhalter Isidor Hefele zu verantworten. Auf Grund gefälschter Hestscheine des Notariats München XVII hatte er an- qeblich zum Zwecke von Hypothekregulierungen folgende Summen heraus- geschwindelt: 76 000, 70 800. 74 000. 20 000, 9 000, 20 000, 12000, 7000. 28 600, 72 000, 63000 M., außerdem unterschlug er eiuenBetrag von 5000 M. Das Geld hatte der Mensch nahezu wahnsinnig verschwendet. Erveranstaltete Saufgelagen, wobei er in einem Abend Zechen von 600—3000 M. bezahlte. So nahm er auf einer Reise nach Brixcn die gesamte Regimentsmusik des 1. Schweren Reiterregiments ans seine Kosten mit, auch seine übrige Reisegesellschaft hielt er zechfrei; nach durchschwelgter Redoutennacht, wobei der Champagner in Strömen floß, veranstaltete er ebenfalls auf seine eigene Kosten Korsofahrten in dem englischen Garten. Obwohl er niemals beim Militär war, gehörte er doch mehreren Veteranen- und Kriegervereinen als Mitglied an, einem dieser Vereine ssiftete er eine wertvolle Fahne mit der gold- gestickten Inschrift:„In Treue fest". Auch war er Mitglied einer Loge mit einem Monatsbeittag von 150 M. In der Verhandlung verlegte sich der Gauner, der bereits mit vier Jabren Gefäi"- is vorbestraft ist, aufs Winseln. Der Staatsanwalt beantragte lünf Jahre Zuchthaus. Das Gericht ging über diesen Antrag hinaus und verurteilte Hefele zu fünf Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Hinrichtung des Frauenmörders Hoch. Dieser Tage wurde in Chicago neun Monate nach seiner Verurteilung der Frauen- mörder Johann Hoch hingerichtet. Sein Verteidiger versuchte noch im letzten Moment, den Verurteilten vom Galgen zu retten. Die Behörden erklärten sich auf sein Verlangen bereit, die Hin- richtung um eine Stunde zu verschieben. Während dieser Zeit wollte der Verteidiger ein letztes Gnadengesuch ein- reichen. Der Verurteilte lächelte, als er von dem Aufschub hörte, und bestellte sich ein gutes Essen, dem er mit großem Interesse zusprach. Nach dem Essen unterhielt er sich mit dem Geistlichen und rauchte dabei eine Zigarre. Das Gnadengesuch wurde abschlägig beschieden und Hoch, der bis zum letzten Altgen- blick seine Unschuld beteuerte, dem Henker ausgeliefert. Hoch gab zu, 17 Frauen geheiratet zu haben, behauptete jedoch hart- näckig, daß er keine Schuld an dem Tode irgend einer dieser Frauen habe. Der Mörder hat infolge der Albernheit vieler Damen, die ihn täglich mit Blumen und Früchten beschenkten, im Gefängnis einen höchst angenehmen Aufenthalt gehabt. Briefkasten der Redaktion. 5urirtifchcr Ceti. Dl« jiirlftlsch« Sprich ftnud« findet lüqllch mit Nu»»«»«,- de? Saniiadlnd» von?>/, bis»>/, II,>r abends IIa, t.(ßcäifuet: 7 Nbr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe lind eine Zahl als Merkzeichen beizusügett. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Posten. Da liegt nicht das geringste Bedenken vor.— A. M. 30. Ja: aber ratsamer wäre wohl weiterkleben. Wenn«ie in je 2 Jahren 20 Marken(gleichviel welcher Klasse) lieben, so erhalten Sie sich Ihre Ansprüche aus etwaige Rente und aus die Aussicht, in einer Heilanstalt eventuell vorübergehend Aufnahme zn finden.— O. H. Nur mit Ein- willigung der Versicherungsgesellichast könntest Sie zurücktreten.— B. 230. Wahrheitsgemäße Sluslüiiste eines AuSkuiislshnreaus werden in Regel als strassrei erachtet. Wnhrhcitswidrige sind strafbar und verpflichten zum Schadenersatz.— M. W. diu eigenhändiges Testament, selbst aus- bewahrt, genügt. Beispiele und Anleitung zu einem solchen finden c-ie aus den letzten Seiten des dem„Arbciterrccht" bcigcsügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.— R. R. 1000. Ja. — Tch. 102. Ist nichts vereinbart, so können Schlaslcutc und Chambrc- garnislen, die monatlich zahlen, bis am 13. znm Ersten(nicht umgekehrt bis zum 1. zum 15.) lündigen; in derselben Weise kann ihnen gekündigt werden.— H. S. 25. Unterliegt der Gegner, so hat er Ihnen Ihre Kosten(Auslagen und AnwallSkosten) zu erstatten.— B. Str. 00. Es wäre nur Klage möglich. Für die letzten zwei Jahre(nicht für die frühere .Zeit) kann nachgeklebt werden.— W. G. 02. Wenn Sie volljährig(über 21 Jahre alt)'sind, so hasten Sie infolge Ihrer Unterschrist.— G. S. 1. Nur Weihnachtsgeschenke. 2. Innerhalb des Dienstjahres, falls der Vertrag vor dessen Ablauf durch Schuld des Mädchens aufhört. 3. Nein. —a»s. Prinz Friedrich von Homburg. Aerliuer. Geschlossen, Deutsches. Ocdipus und die Sphinx. Acnes. Ein Sommernachtstraum. Westen. Schützculiesel Zentral. Die Fledermaus. Ansang 8 Uhr: Schiller O.«Wnllner-Theater.) lieber unsere Kraft. I. Teil. Schiller(Friedrich Wilhelm- städtisches Tbeater). Die Macht der Finsternis. Lcssing. Der Ruf des Lebens. Mctrovol. Auf ins Metropol. Walhalla. Heinrich Heine. Die Ballhaus-Slnna. Kleines. Kinder der Sonne. Komische Oper. Der Corregidor. llicstdcnz. Der Prinzgemahl. Trianon. Loulou. Garl Weist. Minna von Barnhelm. Lnstspiclhans. Der Weg zur Hölle. Thalia. Bis früh um Fünse. Nachm. 3 Uhr: Königin Luise. Luisen. Wilhelm Tell.s Dentsch-Amerikanisches. Er und Ich- Kasino. Die goldene Brücke. 'Apollo. Insel Tulipatan. Jiu-Jitsu. Spezialitäten. Herrnfeld. Famstientag im Hause Prellstein. Folics Gaprice. Nach dem Zapfen- streich. Der Behcmc. Wintergarten. Tfchin- Maas Chinescn-Truppe.— Otto Reurter. Nelchshaflen. Stettiner Sänger. Passage. Spczlalitäieu. Urania. Tanvenstrasie 48/49. Abends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Sternwarte, Jnvalidenftr. S7/S2. Tägliäi geöffne, von l bis 7 Uhr. Zerlrner Theater. Gastspiel des Moskauer Künstlerischen Theaters. Dienstag: Steine Vorstellung. Mittwoch zum ersten Male: OnlkSZ Wan|a. Ansang 71/, Uhr._ Neues Theater. Ansang 7'/j Uhr. An Scnunernaehtstraiun. Mittwoch: Erdgeist. Donnerstag: Die Morgenröte. Freitag: Ein Somn'ernachtstraum. Kleines Theater. Ansang 8 Uhr. KiliÄtl der Äiiilk. Morgen: Kinder der Sonne. Zentral-Theater. (Operette.) 71/, Uhr: Die Fledermaus. Mittwoch 8 Uhr(halbe Pr.): DieGeisha. Komisehe Oper. Dienstag. 27. Februar, abends 8 Uhr: Oer Corregidor. Oper in 4 Akten von Hugo Wölls. Mittwoch: iiottmanns Erzählungen. Donnerstag: Don Pasquale._ Luisen-Theater. Ansang 8 Uhr. Milkelm'Cell. Mittwoch; Maria Magdalene. Donuerstog: Der Verschwender. Freitag: Benefiz F. Kiedaifch: Gras Essex. Sonnabend: EinSommcrnachtstraum. Sonntag nachm.: Ein Sommernachts- träum. Abends: Gras Essex. Montag: Die Waise aus Lowood. Eäetropot-Thealer Anfang 8 Uhr. -1 Große Jahrosrovue mit Gesang n. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Hauchen in all. liäiucen gestattet. Urania Abonds 8 Uhr; Um Golf itod Neapel. astans ?anoptikma Fried richstr. 165. öhrcs Sxira-Bnfvee.| Hcrp.bonolincr Ahessiniens. 65 Eingeborene Männer, Weiber und Kinder, sowie das Baby„Berolina". Eintritt 5U Ff. Trianon=Theater. Ansang Ltoulon. 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Residenz-Theater. Direbtion; Richard Hlcxander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwant in 3 Akten von L. Tanros und I. Chancel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Lohlal- wagenkenlrelleur_ Lusispielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Der iUfij M Kölle. Zum 67. Male: Deutsch- Amerikanisches THEATER. Jeden Abend 8 Uhr!! Gastspiel Ad. Philipp. Sonnt, nehm. 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Apollo-Theater. Vorletztes Auftreten der Februar-Attraktione». — Gibsy Woolf— mit ihren Piccaninis. Gob@H Belling mit seinen vierbeinigen Komikern. Iintsnl.anin Higuahi, der Meister des.lin-�itan.� 1 Passage-Theater. d Anfang d. Abendvorstellung 8 Uhr. Miß Qertrude, Tänzerin. Karl Bernhard, det Humorist. — Älerzehii Nummern.— j„Und Pepi singt" � �(Pepi Weiß). Walhalla-Theater Keintrich Keine. Lustspiel in 3 Akten von 81. MelS. Hieraus: Sie Sallhaus-Kntta. Posse m. Ges. i. 2 Akt. v.Daun u. Haskel. Ans. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. KasinosTheater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. zinr ttodj bis 1. Mär; inkl. Die goldene Brücke. Slm 2. Äärz zum erstenmal: Die Herren Sähne. Sonntag 4 Uhr: Hekel Klingebusch. QerreiaHiss-Sale- Charlottenburg. Spreestr. 13. Inhaber: C. Woderich. Jeden Dienstag: Oripal- Jfarbiirger Sänger Dir.: Karl Friok und F. Kasche-Krsuise, K Ans. 8 Uhr. Entr.30u.50Ps. Borzugskarteu gelte«. Nachher: Taut, Scliiller- Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbealer). DkenSlag, abends 8 Uhr: Feber unsere Kraft.(1. Teil.) Schauspiel in 4 Ausz. v. Björnstjerne Björnson. Mittwoch, abend? 3 Uhr: Eeber unsere Kraft.(2. Teil). Donnerstag, abendsbUdr: Die IDaeht der Finsternis. Theater. Schiller-Theater N.(Friedr.-MIh. Th.) Dienstag, abends 8 Uhr: Die macht der Finsternis. Schauspiel in 5 Akten v. Leo N. Tolstoj. Uebersetzt von Raphael Löwenseld.. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die maeht der Finsternis. DonnerStag.abendSSUHr: Zwei gltickllcbe Tage. Zirkus Albert Schumann Heute abend präzise 7'/, Uhr: VW?" Gr. ansterordeiitliche Hola-Feft-Uorstklltttlg. Cala-Frogramm. Gala-Kostüme. Parade-Unisormen. U. a.: Die gröstte Novität l Im Souper bei Maxim. Ees 7 Perezoff. Ihre Exz. Margaretha Fehim Pascha, Die ausgezeichnete Great Creard- u. King Louis Troupe. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Dura Schumann. Die phänomenale Mergana-Troupe. Die großartigen neuen Spezialitäten und Direktor Albert Schumanns neueste Monsterdressuren. Zum Schluß zum 74. Male: Die größte Pracht-Ausstattungspantomime der Gegenivavt kenuna ÄÄ. Zirka 450 Mitwirkende. 2 Musillorps. Feenhafte Lichtefsekte._ Zum erstenmal in Berlin! Tscltin-Maa's Chinesen-Truppe Außerdem Otto Reutter und das sensationelle Fehiw-Prograinin. Gebrüder 1( Heute zum 113. Male: Der größte Herrnfeld- Schiager: Jamilientag im Hause Prellstein. Komödie in drei Akten mit den Autoren 81. u. D. Herrnseld in den Hauptrollen. 8lns. S Uhr" Vorverk. 11—2 Uhr (Theaterkasse). Xl. Berliner Saison. Zirkus Busch. Grolle Gala-Festvorstellung. Wen! Dressierte Bienkl 70 Eisbären 70 unterpersönlicherVorführung| des Herrn llagenbecb.[ Neu! IE® IW Sensationell! Der automatisciie Mensch.) Zum ersten Male in Europa! DUf Noch nie dagewesen! Femer die vorzüglichsten Programmnummem. Zum Schluß(um Q'l, Uhr); Zum 100. Male:] Die neueste und größte Sehens-[ Würdigkeit Berlins: <► Indien. ❖ Orig.-Pantom. d. Zirkus Busch. Besonders hervorzuheben: Eine Witwenverbrennung. Polles Caprice Budapester Possen• Tbeater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Zum 193. Male: Nach d. Zapfenstreich. I Vorher: Der Behemei u. d. ausgezeichn. Spezialitätenteil. Anlang 8 Uhr. I Vorverk. tögl. b. Werthelm u. an! der Theaterkasse von 10 Uhr vor-; mittags an. Larl Äeiß-Iliealei'. Gr. Franks iirterstr. 132. Abends 8 Uhr: Wmi von Barnhelm. Lustspiel von Lessing. Morgen: Die lebende Britcke auf Kuba. !lZ Hl Schönhauser Allee 148. Heute DienStag, den 27. Februar: top! des Bernh. Rose-Theaters. Hdam und 6va. Große Posse mit Gesang in 4 8lkten von Jaeobsen und Eitz. Ansang 8 Uhr. Kassenerösfn. 7 Uhr. In Borbereitung: Die Hochzeit von Baleni. fröbels Älleiiei-Iliealer Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag»nd Mittwoch: VAU- Konzcx-t"TKs Theater, Spezialitäten, Tanz. Ans. Sonntags 6 Uhr, Mittwochs 8 Uhr. BSff- Sonnabende für Sommerseste sind noch frei. W. Noacks Thealer. Direktion: Rod. Dill. Brnniienslr. 16. Benefiz für Udo Hurst. Im Tode vereint oder: Dreue Herzen. Volksst. m. Ges. in 48lkt. v.Hausmann. 8liisang 8 Uhr. Entree 39 Pf. Ball. Mittwoch z. letztenmal: Walzerkönig. Psiusi-Thesiler *■ Burgstr. 24, 2Min.v.VH.Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Ps. Vorlestter Dag! AHte. Eugenie Schulreiterin im Herrensattel. LI Bello AAer. La belle Leona Astre Norton UnÄe The Byrons, Musikat ElownS. Die Herbstparade, Schwant und acht erstklassige Nummern. Familienkarten In Barbier-, Friseur- und Zigarrengeschästen iiiientgeliiich. kvivkskAllen. Heute: Fo»t-8«lr6c der Ztelliner Länger. 8lnsang 3 Uhr. Nachher: ::: Tanz-::: kränzciien (ohne Ziach- zahlung). Gustav Behrens Spezialitäten- Theater Frankfurter Allee 85. Die grötzte Sensation des Ostens find Hie kleinen liiehen von Berlin. Im zweiten Bilde: Die sechs schönen Manolizigaretten. Slußerbem X das neue Februar-Programm. X 8aiissoiiei.L°raßo� Dir. Wüholm Reimer. Heute Dienstag: Königin Kuise. L-chausp. in 4'Akten. Epilog. Groner Jaslnachtsball. Mittwoch: Die Grille. Sonnt., Mont., Donnerst.: llokkmanns Nordd. Sänger und TanzkrSnxohon. Carl Oabriels Volks-Museum Friedrichstr. 112a, am Oranionb. Tor Zirka 2000 Ausstellungsobjekte! Entree 30 Pf. Sold.u.Kind.20Pf. Sämt.Käum. 60 Pf. UBKm morltzplnlz. Täglich � in de» untere» Säle» O Gottschalk-Konzert. X X X X Berlin C., Sophleustr. 1 8. 4 neuerbaute �FßStSSllß sind unter den kulantesten Bedingungen täglich zu vergeben..... 10 Vereinszimmer. X X X X X X SoortshailS ,n Ziegenhals de! zenta (VororT und Stadtbahn-Verkehr) am Crossin-See, mit 2 großen Sälen. Hallen u. schattigem Garten, bis 1500 Personen lassend. 10 Morgen Spielplätze in herrlichem Hochwald, zwei neuerbanle oerdeckte Kegelbahnen,»Ausspannuiig für Fuhrwerke, Dampsersteg, Ruderboote, Sommerwohnungen u. Logierzimmer, Kaffeeküche usw.— Halte michVereinen, Fabriken, Gesellschaften zu 8lusflügcn ganz besonders empföhle». Hochachtungsvoll»» ItTiirmfi! a!»«kl Telephon; Amt [58442*] iTJi.» iVÄ.OJ, Königs-Wusterhausen 75. Wirtshaus Sehlo]] Woltersdorf (nicht Schleuse) direkt an Chaussee und Makeusee, für die bevorstehende Saison den geehrten Vereinen, Gcsellschasten, Fabriken zu Dampscrpartien und Ausslügcn per Bahn, Fußtoilren usw. angelegentlichst empfohlen. Stelle mein Lokal auch Sonntags u. an den Pfingstfeiertagen zu Vercinssestlichkeiten N Fpie,jp. Saewert,.ÄÄW Jferaus aus Kirche und Tempel als einzig Wirksamen Drckst WI> im Sdjnliif r|f«f niigsgtfrli! Fornmlare znr Anmeldung des Austritts in allen mit Plakaten belegten Ausgabestellen unentgeltlich. Zur Beachtimg!"W Austritt a»S Kirche und Tempel'. Protest gegen das Verpfaffnngs-Schnlgeset,! Wer vor vier Woche» seinen Kirchen- austritt angemeldet hat, versäume nicht, innerhalb der nächste» 14 Tage vor Gericht persönlich zu erscheinen.(Vticmaud lasse sich durch Vorstellungen einschüchtern, dast der Anstritt. Schädigungen verschiedener Art herbeiführen kann.) Später darf es nicht geschehen, aber Gerichtskosten wegen Versäumnis des Termins sind doch z» zahle». Der Agitntioilsausschuß der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin. L2/8' 1. 21.: A. Uoffiunuu, Btniiienstr. 14. Keine Cigaretten, die in Qualität ihnen gleich sind, können zu denselben Preisen gefunden werden- Keine, die in Aroma, Gehalt, Milde und reinem Geschmack sie übertreffen, zu doppelten Preisen. Die höchst vollendeten und mustergiltigen Mischungen, welche am besten alle Qualitäts�Eigenschaften feiner türkischer Tabake vereinen, werden bei der Herstellung von J OSETTI CIGAREXTEN Mff ÄM M Einsegnung ans tsiu t?sripi>tsio sodvaruev Xaraw�oru sovis ans Iialtdaron Oksviotstokksn, sandorsts �ns- I l führung von M. I■■ m GW ans prima tiefschwarz. Kammgarn- undTnch- KammgarnstoSen mit besten Zutaten, I�RQ eleganter Sitz, 1 1 von.. Mark I I an nach Maß Garantie Ilir f)h- gntesPassenM;�" M. Schulmeister Schneidermeister, Dresdenep-Straße 4, am Kottbaner Tor. Bordes Vereins- Säle Xoho KUnig-Straße 7. 55822* Fahrverbindungen nach allen StadtteUen.— empsehle meine Zäle für Versammlungen. GewerkfchaftssiNungen und sür«eretnsfeftlich- keilen. Kulante Bedienung. Ii n.& P. Uder, eÄV£ Fabrik-Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. litäl: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros-Preisen. 5651 L* Amt 4. 3014. Von der Arbcker- Gkslindhkils-öiblilithkK Kett, sind bisher salzende Hefte erschienen: 233/9* Die erke Ulfe bei iluglücksfiillkll van Dr. Christeuer " Muß in FabrUen. Werkstätten, aus Bauplätzen varhanden sein. nekt 2 Das erße Lebensjalir.....»a»-vr. TUberstein Jeder jungen Mutter zur Anschaffung zu empfehlen. nekt) CesundheitspLege des Nervensystems°°nT>r. Hirschiaff Wer seine Nerven gesund erhalten will, lese diese Anleitung dazu. V)tft 4 Der AWundtniag......... Zaber Eine ärztliche Begründung der sazialdemakratischen Farderung. (Bergriffen, die zweite Auslage erscheint in zirka 14 Tagen.) Tieft 5 Alkoholfrage»nd Arbeiterklasse.»an Dr. Fröhlich Eine empfehlenswerte Agitatiansbraschüre. I�ett 6 Das Schulkind......... van Dr. Silb-rftein Die Kinder var Schullranfheiten schützen, ist Zweck des Büchleins. rieft/ Heschlechtsverkehr«nd Geschlechtskrankheiten van Dr. Gebert Belehrend über diese, für jeden Menschen wichtige Frage. mfr s Nahrung und Ernährung..... van Dr. Chajes Ein wichtiges Kapitel für die Arbeitersamilic. Jedes Heft kostet 20 Pfennig. Diese Abbandlungen sind sür jedermann verständlich geschrieben und sallten in keiner Familie schien."MO 6xpedltion des„Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 60, Laden. + Hygienische ttetunsaraKei. JNeuest. Katalog IQ. Einpfohl.riel. Aerzle u.Prof. grat. u.iX. H. Unser, Gummiwai ealabrik Berlin NW.. Fhedrichsirass�" 09 Zahnklinik sä— �Ulllinilllin �d Mahrenstraße). Zahnziehen, nnsatic Siervtöten gPS»IS» Bei kstnstl. Zähnen, Plombe»:c. werden nur die Auslagen berechnet Sprcchst. abds. 5— 7Uhr, außer Säf 137L* Invenlur-Exlrapfeise ardinen abgepaßte Fenster, weiß nnd creme Schallttnge pro 050 3 Mtr. Fstr. u- 2 Schallhnge pro 3,«0 Mtr. Fstr. mit. Poln Gardinen, pr.Fstr. m g85 Imit. Polnt-Iace- � g85 M. §05 Eleg. Sezesslons- ,r 185 Tüll-Stores M 1 Gestickte echte Spachtel-Stores Goldfarb. reich- gestickte M. 4 Band-Stores TUllbett- Gr.180/220 035 decken cm a Rclchgest. Erbs- tüllbettdeckcn M. ««£"» Oranlenstr. 158 NachMiawärte�erNachnabi� Inventur-Extraliste billige Sonderangebote gratis und franko. Achtung!!! Ausschneiden!! Kleinste Wochenraten. Große Auswahl Standuhren, Freischwinger. Regulatenre, Broschen, Ringe, Ketten, Stöcke, echte MenzenhauerZIthern,_ W Phonographen Platten Sprechmaschinen, Potyphons, Harmonikas, Mandolinen, Geigen etc. Verkauf von Platten, echten Edison- und pa. 1 Mk.-Walzen. Juhre& König Warschauerstr. 72(nahe Bahnhof) und ReinickendorferstraBeS?(nahe Bahnhof Wedding)._ 54L* Das älteste Kester-Gesehäft dcS S.-O. vo» ♦ Wilhelm MUhlbaeb empfiehlt zur bevorstehenden Ein. segnung Beste von schwarzen Kleiderstoffen, Plüschen:c., sowie zur Kinderkonsektion zu den billigsten Preisen. GriiBte Auswahl in fertiger � Konlektlon. 1U Oppelnerstr, 1U Bruch-Pollmann enlpfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieser. s. Orts.».HülsS-Kraukenkaffen Berlin C., 5649L* 30. Fiuieu-Straßt 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe- loiten, angenehm u. weich am K örper. M fie BrOl lür 50 PI. Backware: 6 Stück 10 Pfennig in Albrechts Bstckerelen: Wrangelftr. 135, Krautstraste 10. Kalckeusteiustr. S8, Lausiherstr. 2, Markthalle Pücklerftr., Stand 222/23, Markthalle AndreaSstr., Stand 16/18, Zentrale: Poxhagenerstr. 13. von SSSSL' CsltX Ernst, Köpenickerstr. 126, 1 Tr. Gröstte Auswahl 1 Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10"/. Preisermäßig. �ew-veparture-EreilauL-Eremsnabe WliNionvn Im Gebrauch Engros Vertrieb: Romain Talbot, Berlin S. Die beste der Welt Kreuzstero. � Kdjji5 10 M-MMeu bietet auch der bescheidensten Börse Gelegenheit, einen Versuch zu machen mit der altbewährten MAGGP Suppen- und Speisen- Eeberall zn haben. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtsBuchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW£ Nr. 48. 23. Jahrgang. 2. vtüip i>cs Jonoirto" Kerlim MlisdlM Dienstag, 27. Febrnar 1906. Heimarbeit-Ausstellung. Porzellanindustrie. In der Hauptsache ist die Herstellung von Porzellanwaren aus technischen Gründen an die Fabrik gebunden. Nur einzelne Ver- Achtungen sind in die Heimarbeit übergegangen. Die Heimarbeit ist in der Porzellanindustrie bei weitem nicht so stark verbreitet wie in manchen anderen Industriezweigen. Wo sie aber anzutreffen ist, da zeigen sich dieselben Miststände und das gleiche Elend, wie wir es als eine kennzeichnende Begleiterscheinung jeder Heimarbeit finden. In den thüringischen Bezirken der Porzellan- iudustrie werden kleinere Gegenstände, wie Spielzeug, Nippessachen und dergleichen, von Heimarbeitern— oft sind es Frauen, denen Kinder behüflich sind— geformt, gegossen und verputzt. Die Arbeiter holen Formen und Porzellanniasse aus der Fabrik und bringen die fertig geformten Sachen zurück. Da diese im rohen, ungebrannten Zustande sehr leicht zerbrechen, so gibt es beim Trausport natürlich viel Schaden, den die Arbeiter zu tragen haben. Die Bezahlung dieser Arbeiten ist so gering, dast ein Verdienst von 20—24 Pf. pro Stunde zu den Seltenheiten gehört. Meistens sind die Stundenlöhne von den vom Porzellanarbeiter-Verband ausgestellten Sachen auf 13— 18 Pfennigen angegeben.— Auster den hier angeführten Arbeiten wird hauptsächlich das Bemalen der fertigen Porzellanwaren durch Heimarbeiter verrichtet. Nicht nur geringe Ware, sondern selbst Porzellanmalereien der schönsten Ausführung gehen aus den Händen der Heimarbeiter hervor. Da hängt in der Ausstellung ein Teller, der die Blicke aller Besucher auf sich lenkt. Die innere Fläche wird durch ein weibliches Bildnis bedeckt. Es ist eine Kunstleistung, die sich sehen lassen kann und ist doch dem Maler nur mit 13 M. pro Stück bezahlt worden. Wie lange der Künstler arbeiten »ruhte, um die 13 M. zu verdienen, ist leider nicht angegeben. Den Rand desselben Tellers hat ein anderer Maler— in Dresden— sehr kunstvoll mit Goldornamenten auf rotem Grrrnde dekoriert. Dieser Maler, eine t ü ch t i g e K r a f t, der die von ihm ausgeführten geschmackvollen Muster selber entwirft, hat an der vorliegenden Arbeit in der S t u n d e 8 3 P f. verdient. Das war aber eine ausnahmsweise gut bezahlte Arbeit. Sonst pflegt derselbe Maler nur'SO— 65 Pf. pro Stunde zu verdienen, und das bei kun st gewerbliche»Lei st ungen erstenRanges. — Bei minder guten Malereien fallen denn auch die Löhne ganz be- deutend. Andere der ausgestellten Arbeiten, die immer noch als recht gute Leistungen gelten können, brachten nur noch 50 Pf. Stundenlohn. Die Maler, welche gewöhn- liche Handwerksleistungen liefern, die zwar kein künstlerisches Talent, aber doch erhebliche Gewandtheit und Geschicklichkeit ver- raten, stehen in ihrem Verdienst nicht besser da, wie die Arbeiter in den elendesten Zweigen der Hausindustrie. Ein Wochenverdienst von 7—15 M. wird in verschiedenen Orten Thüringens beim Bemalen von Pfeifenköpfen verdient. Ein Wochenverdienst von 18 M. gehört zu den Seltenheiten. In Gotha, wo allerlei NippeSsachei! von Heimarbeitern bemalt werden, gilt ein Stundenverdienst von 33 Pf. als etwas ganz ungewöhnliches. Ein Artikel, der diese» Verdienst brachte, wurde als besondere Vergünstigung nur an Angehörige der Fabrikbeamten ausgegeben. Das erregte den Unwillen der berufs- rnähigen Porzellanmaler, die an ähnlichen Arbeiten nur 21. 15, ja S Pf. pro Stund» verdienen und nicht einmal dauernd Beschäftigung haben. In andere Zweig« der keramischen Industrie führt uns die Aus- stellung des christlichen Verbandes keramischer Ar- beiter. Da sehen wir Tonpfeifen, im Westerwald an- gefertigt, bei deren Herstellung ein Stundenlohn von 20—22 Pf. verdient wird, glasierte Ton waren, Spielsachen und andere Kleinigkeiten, die Stundenlöhne von 27—36 Pf. bringen, Schiefer- tafeln, die in Neuhalben sOberfranken) angefertigt sind und den Arbeitern Stundenlöhne von 10— 14'/-! Pf. bringen.— In dieser Abteilung liegt auch eine Sammlung von Glasperlen aus. Anscheinend sind sie bestimmt, in Gestalt von Perlenschnüren ländlichen Schönen als Sonntagsschmuck zu dienen. Sie könnten aber auch zu Rosenkränzen, wie sie die katholischen Beter ge- brauchen, verwendet werden. Die Löhne, welche bei der An- fertigung dieser Perlen verdient werden, gehören zu den elendesten der ganzen Ausstellung. Betragen sie doch nicht niehr als 1—5 Pf. pro Stunde. Die Heimat dieser Perleninditstrie ist U n t e r l i n d in der Oberpfalz. Hüte und Mützen. Der Zentralverein der Hutmacher stellt Erzeugnisse der Dresdener Strohhutfabrikation aus. Das Zusammen» nähen des Strohgeflechts und das Garnieren der fertige» Hüte ist Heimarbeit, womit Stundenlöhne von 12— 18 Pf. ver- dient werden.— Die Berliner Hutindustrie ist durch ein Exemplar vertreten, das wohl hauptsächlich wegen der Eigenart seines Ursprunges ausgestellt ist. Ein Lumpenknäuel, das man nur mit Mühe als die Ruine eines ehemaligen Zpliuderhutes erkennt, niacht verschiedene Stadien der Bearbeitung durch und erscheint schließlich wieder als funkelnagelneue Angströhre. Es handelt sich bei dieser Fabrikation nicht um einen Einzelfall, sondern, tvie uns versichert wird, um einen besonderen Jnduftrieziveig, der die Hutfragmente, tuelche mit Lumpensendungen aus England herüberkommen, durch Heimarbeiter zu neuen Zylinderhüten umwandeln läßt, die in Waren- Häusern zu billigen Preisen verkaust werden. Verschiedene Arten von Mützen stellt der Kürschnerverband aus- Die Stellung des Mannes, dessen Haupt zu bedecken die Mütze bestimmt ist, scheint ausschlaggebend zu sein für die Qualität der Arbeit und damit auch für die Höhe des Lohnes. An dem Barett eines Landgerichrsdirektors verdient der Arbeiter pro Stunde 42'/z Pf. Dienst, nützen für Polizei-, Eisenbahn- und Postbeamte bringen Stundenlöhne von 35. 27Va, 25 Pf., eine Mütze für Berliner Omnibus- angestellte wird mit einein Stundenlohn von 20 Pf. bezahlt. Die Osfiziersmütze bringt 42>/z Pf., die Exlramütze für de» Soldaten aber nur 25 Pf. pro Stunde. Eine Anzahl verschiedener Sportmützen ergeben Stundenlöhne von 10—17 Pf. Künstliche Blume». Wer bei einem Besuch der sächsischen Schweiz von der Haupt- tour der Touristen abweicht und kurz vor Schandau sich vom Elbtal in das Sebuitztal wendet, der gelangt bald in das freundlich gelegene Städtchen S e b n i tz. Hier sieht man fast hinter jedem Fenster der kleinen Häuser Frauen und Mädchen, oft auch Kinder, über der Arbeit gebeugt. Emsig regen sich die geschickten Hände der fleißigen Arbeiterinnen, als wollten sie dem Frühling, der draußen Gärten und Fluren mit farbenprächtigen Blüten geschnnickt hat, Konkurrenz bereiten, denn auch sie, die Ärbeiterinnen, fertigen Blumen und Blätter an, die in den besseren Ausführungen den Kindern Floras täuschend ähnlich sehen. Sebnitz und die ganze Gegend von dort bis Neustadt ist ein Hauptplatz für die Herstellung von künst- lichen Blumen und Blättern, die aus den Händen der Heim- ärbeiterinnen in die Magazine der Grossisten, von da in alle Welt wanden» und schließlich als Hut-»md Toilettenschmuck der Damen Verwendung finden. Fragen wir nach den Löhnen, welche bei der Herstellung der künstlichen Blumen verdient werden, so gibt die Antwort ein ebenso trübes Bild, wie wir eS in allen Zweigen der Heimarbeit sehen. Da finden wir in der vom Verband der Blumen- und Blätterarbeiterinnen arrangierten Ausstellung, daß in Sebnitz ein Stundenlohn von 12 Pf. schon als ein verhältnismäßig hoher angesehen werden muß. Oft sagen uns die Zettel an den ausgestellten Gegenständen, daß die Löhne bis 6, ja 4 Pf. p r o I St un de hinabgehen. Aber selbst das ist noch nicht die niedrigste ii Lohngrenze. Nicht selten arbeitet eine Frau nnt einen, oder mehreren " Kindern zusammen. Häufig sind die Angaben, daß eine Frau und ein Kind zusammen 12, 8'/z, T'/j, 62/3, 6 und in einem Falle sogar nur 2'/3Pf. pro Stunde verdienen. Andere Angaben sagen, daß eine Frau mit zwei Kindern zusammen nur 10 Pf. und eine mit drei Kindern von 10—14 Jahren zusammen- arbeitende Frau in der Stunde n u r 15 Pf. verdient. Eine andere Frau mit drei Kindern bringt es sogar mir auf 10 Pf. pro Stunde. Nicht besser sieht es in anderen Hauptorten der Blumenindustrie aus. An den ausgestellten Dresdener Erzeugnissen sind Stunden- löhne von 5—10 Pf. verzeichnet. In Berlin scheint der Verdienst ein wenig höher zu sein. Wir finden an den aus Berlin stammen- den Sachen Stundenlöhne von 14—20 Pf., vereinzelt auch 25—30 Pf. verzeichnet. Vielleicht handelt es sich hier um besonders qualifizierte Arbeiten. Daß die Verhältnisse in Berlin im allgemeinen nicht günstiger sind als anderswo, geht schon daraus hervor, daß sich in der Berliner Abteilung ein Myrtenkranz befindet, welcher der Arbeiterin nicht mehr als einen Stundenverdien st von 7 Pf. brachte. AuS Berlin sind auch Vögel und bunte Federn ausgestellt, die zur Garnierung von Damenhüten dienen und Stundenlöhne von 12—15, selten 20 Pf. einbringen.— Also Hungerlöhne überall. Sowohl in Berlin wie in Dresden, Neustadt, Sebnitz und wo sonst noch der prächtige Blumenschmuck für die Damenwelt angefertigt wird. Kartonnagen, Papierwaren. Mehr und mehr ist es in letzter Zeit Brauch geworden, Waren aller Art in ansprechender, schön aussehender Verpackung, die außer- dem auch noch der Reklame dient, zum Verkauf zu bringen. Die Kartonnagenindustrie, welche derartige Emballagen herstellt, hat dadurch einen großen Aufschwung erfahren. Wenn auch die in Fabriken betriebene Maschinenarbeit in der Kartonnagenindustrie die größte Rolle spielt, so ist doch daneben auch die Heimarbeit in diesem Industriezweige weit verbreitet, besonders im sächsischen Erzgebirge und in Baden. Aber auch an anderen Orten ist die Heimarbeit m der Kartonnagenindustrie anzutreffen. So finden wir in der vom Deutschen Buchbinderverband arrangierten Ausstellung eine Samm- lung hübscher Zigarettenschachteln, die in Dresden angefertigt sind und Stundenlöhne von 16— 20 Pf. einbringen. Dieser Verdienst erscheint aber noch günstig im Vergleich mit dem, was die Heimarbeiter in Baden erzielen. Aus Lahr ist eine Kollektion von runden und ovalen Schachteln da, wie sie in den Apotheken zum Verpacken von Pillen und Pulvern benutzt werden. An diesen Gegenständen ist der Verdienst ein äußerst erbärmlicher. Stundenlöhne von 10—12 Pf. sind Ausnahmen. In den meisten Fällen wird nicht mehr als 9, 8, 6, 5» ja 3>/z Pf. pro Stunde verdient. Diese Art Kartonnagen werden nur von Frauen hergestellt, welche eigene und fremde Kinber zur Hülfe leistung heranziehen. Die Ausbeutung fremder Kinder ist durch das Kinderschutzgesetz und die infolgedessen geübte Kontrolle erheblich eingeschränkt worden. Vor dem wurden schulpflichtige Kinder an Schultagen bis zu 8 Stunden und in der Ferienzeit bis zu 12 Stunde» täglich beschäftigt für einen Monatslohn von 2—4 M.— Man vergesse nicht, daß es sich hier um Schachteln für Pillen und Pulver handelt, die in der Heimarbeit unter den elendesten Verhältnissen hergestellt werden. Nicht selten mag ein solcher Karton neben den heilkräftigen Pillen, die der Apotheker hineingetan hat. Krankheitskeime bergen, die sich in der Stube der badischen Heimarbeiterin in das Schächtelchen hineingeschmuggelt haben. Brillenfutterale werden ebenfalls als Heimarbeiten an- gefertigt. Aus Rathenow sind solche ausgestellt, welche Stunden- löhne von 18—27 Pf. bringen. Etuis für Ringe, Uhren, Zigarrenspitzen usw. sind Erzeugnisse der Heimarbeit in Eisenberg(Thüringen). An den ausgestellten Sachen dieser Art sind Stundenlöhne von 14—19 Pf. verzeichnet. In das Fach der Buchbinderei gehören zwei Artikel, die bei vielen AuSstellungsbestichern besonderes Interesse erwecken. Es ist eine Papierserviette mit der Firma„Aschingers Bierquelte". Das Geschäft, welches diese Servietten für Aschinger fabriziert, läßt dieselben von Heimarbeiterinnen falzen, zählen und zusammenbinden. Dafür wird ein Arbeitslohn von 35 Pf. für 1000 Stück gezahlt, was einen Stundenlohn von 1 7>/z Pfennig ergibt, während der Tarif, den die Buchbin der-Organisation mit den Arbeitgebern vereinbart hat, für diese Arbeit 65 Pf. für 1000 Stück festsetzt. Dasselbe gilt für einen ausgestellten Reklamezettel der Hufna-gelfabrik von Möller».Schreiber. Auch für diese Arbeit(Falzen usw.) erhält die Heimarbeiterin nur die Hälfte des Lohnes, den der Buchbindertarif Vorsicht, und verdient dabei in der Stunde 16 Pf. Papierwaren der verschiedensten Art, als: Gratulations- karten, Reklaniebildcr. Kottillonartikel, Atrappen und dergleichen werden von Heimarbeitern fertiggestellt. Eine ganze Anzahl solcher Gegenstände sahen wir in der Ausstellung. Dinge, die bestimmt sind, beim fröhlichen Fest zur Erheiterung der Gesellschaft beizutragen. Auch an diesen der Lust und dem Frohsinn dienenden Sachen haftet das Elend' der Heimarbeiterinnen, die bei der Her- stellung dieser bunten Dinge Stundenlöhne von 10, 14, höchstens 18—20 Pf. verdienten. In einem anderen Räume der Slusstellung hat der christ- liche Gewerkverein der Heimarbeiterinnen gleich- falls einige Produkte der Papienndustrie ausgestellt, die zu den schlechtest entlohnten Arbeiten der Hausindustrie gehören. Ein er» beblicher Teil dieser Dinge stammt aus Halle. Da sind unter andern Scherzartikel, welche Tiere darstellen, deren auszievarer Körper von gefaltetem Papier gebildet ist. An diesen Sachen werden Stundenlöhne von 3—10 P f., höchstens 17 Pf. verdient. Ketten aus gekräuseltem Papier bringen nur 3 Pf. Stuudenlohu, Papierblumen, welche nachher in die bekannten Wachsblumen um- gewandelt werden, erzielten 11'/« Pf. Stundenlohn, und beim Düten- kleben werden 9, 10, höchstens 15 Pf. pro Stunde verdient. Eine sehr schlecht bezahlte Arbeit ist die Anfertigung von„Haussegen". DaS sind fromme Sprüche, die mit Wolle und Goldfäden auf Papier- kanevas gestickt werden. Eine mühsame, die Augen anstrengende Arbeit, bei der an zwei ausgestellten Exemplaren pro Stunde 12 P f., an einem dritten sogar nur 7% Pf. pro Stunde ver- dient iverden. „Lerne leiden, ohne zu klagen" lesen wir auf einem der„HauS- fegen". Wir überschauen noch einmal die Fülle des Elends, die hier sechs Wochen lang ausgestellt war. Die Zehntausende, die Hundert- tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen der Hausindustrie, sie haben gelitten, sie haben das bitterste Elend getragenseit Generationen, sie leiden heute noch unter dem entsetzlichsten Druck profitwütiger Kapitalisten. Sie klagten nicht, sie trugen ihr jammervolles Dasein »reist ohne Murren, und überließen sich willig der schamlosesten kapitalistischen Ausbeutung. Wird es jetzt vielleicht besser werden? Wird die Ausstellung des Elends Anlaß geben, den von unserer Seite längst geforderten gesetzlichen Schutz den Heimarbeitern zuteil werde» zu lassen? In dieser Zeit, wo das Wort gefallen ist: Die Kompottschüssel der Arbeiter ist gefüllt, darf man keine großen Hoffnungen auf die Gesetzgebung setzen. Doch, wie sich auch die Regierung und die herrschenden Klassen zur Frage des Hein, arbeiter- schützes stellen mögen: die Hauptsache ist, daß die klassenbewußte Arbeiterschaft Aufklärung in die dunklen Winkel der Heimarbeit trägt, damit auch diese Aermsten der Proletarier zum Selbstbewußtsein erweckt werden, daß sie nicht mehr leiden, ohne zu klagen, nicht mehr schliften, ohne zu murren, sondern sich zusammenschließen mit ihren Leidensgenossen und dem Unternehmer ihre Forderungen stellen. Es ist gewiß eine schwere Aufgabe, dem Gedanken der Organisation in den Kreisen der Heimarbeiter Geltung zu ver- schaffen. Aber es sind doch schon recht erfteuliche Anfänge in dieser Hinsicht gemacht. Daß es auf dem einmal betretenen Wege weiter geht, dafür wird die organisierte klassenbewußte Arbeiterschaft sorgen. Ein Beitrag zur Eingemeindungsfrage Ein recht trübes Bild von der wirtschaftlichen Entwickelung Lichtenbergs entwirft der Gemeindevorstand in einer Vorlage betreffend Annahme der Städteordnung und der Ver- einigung mit Berlin. Und die Ursache, welche die Gemeinde auf den Weg der Schuldenwirtschaft drängt, ihr die Aussicht auf finanziellen Zusammenbruch eröffnet, liegt außerhalb der Einflußsphäre der Vertvaltung. Die Ursache bleibt dauernd ruinös wirksam, wenn nicht die verlangte Eingemeindung vollzogen wird. Die Gemeinde stellt damit kein un- berechtigtes Verlangen, sie verlangt nicht schmarotzender Kost- gänger von Berlii, zu werden, ihre Forderung ist die logische Konsequenz einer Entwickelung, die keiner Gemeinde das Recht gibt, besondere Verdienste zii reklamieren, ebensowcmg wie inan einzelne Gemeinden dafür verantwortlich machen kann. Der allgemeine„Zug nach dem Westen" ist es, der in den Budgets der nördlichen und östlichen Gemeinden böse Störungen verursacht. Es sind nämlich keine Sachsen- gänger, die nach dem Westen ziehen; fast aus- schließlich sind es Leute, die sich des Besitzes An- nehmlichkeit erfreuen. den industriellen Bezirken den Rücken kehren, um in den Villenorten die Tugend besseren Genictzens zu üben. Wie sich die Wirtschaftslage Lichtenbergs gestaltete, dafür einige Zahlen. Die steuerliche Belastung pro Kopf der Bevölkerung stieg von 1895 bis 1903 für Gemeindeverwaltung von 1,7 M. aus 3,9 M., Polizei- Verwaltung von 0,4 M. auf 0,8 M., Schulverwaltung von 3,7 M. auf 7,3 M., Armenverwaltung von 1.5 M. auf 2 M., öffentliche Straßen usw. von 0,8 auf 3,2 M. Es mag hierbei bemerkt werden, daß die Gehälter der Beamten im allgemeinen als zu niedrig bezeichnet werden müssen, besonders die Bezüge der unteren Beamten bedürfen dringend der Aufbesserung. Bei der Gemeindeverwaltung ent- fällt im Durchschnitt auf je einen mittleren Beamten ein Ge- halt von 2108 M., auf je einen Unterbeamten 1656 M., auf nicht dem Ortsstatut unterstehende Bureaubcamte usw. 1220 M. Die Gehälter sind gewiß nicht zu reichlich bemessen, dagegen erscheint die Anzahl der Vcrwaltungsbeamten zu hoch. Außer Polizeibeamten, technischem Personal usw., also lediglich im inneren Verwaltungsdienst, sind 60 Beamte beschäftigt, das macht auf je 800 Einwohner einen Beamten. Die Steigerung der Schul- lasten ist in der Hauptsache auf den„reichen Himmelssegen", dessen sich die heimischen und zuziehenden Prolctarierfamilien erfreuen, zurückzuführen. Den Reichtum straft der Himmel meist durch beschränkte Kinderzahl. Nicht durch ordentliche Einnahmen konnten die erforderlichen Mittel aufgebracht werden. Die Schulen sind auf„Pump gebaut". Die Summe der Zinsen, die für die zu Schulzwecken aufgenommenen An- leihen entrichtet werden müssen, beläuft sich pro Kopf der Bevölkerung auf 1,1 Mark! Dabei fehlt es noch an Klassenräumen: 26 fliegende Klassen mußten eingerichtet werden. Ganz außerordentlich erhöhten sich die Straßenbaukosten. Auch unser Pflaster steht auf Hypotheken. Die Verzinsung der Anleihen für Straßenausbau beanspruchten 1895 pro Kopf 0,8 M., 1903 aber schon 3,2 M. Die Schuldnachweisungen bringen das nette Sümmchen von 9 486 500 M. zusammen. Der Tilgungs- und Zinsendienst beansprucht 525 736,96 M. Und auf diesem Wege zum Bankrott marschiert die Gemeinde lustig weiter.— Das wird ja ein netter„Zukunftsstaat". Wie der Gemeindevorstand bemerkt, hat man, um noch stärkerem Abzug vorzubeugen, die direkten Steuern durch sozusagen künstliche Frisuren möglichst niedrig gehalten, aber dieser Schrecken ohne Ende mutz doch schließlich ein Ende mit Schrecken nehmen. Wie die„Völkerwanderung" steuerlich in den einzelnen Gemeinden wirkt, beleuchtet eine tabellarische, der Vorlage angehängte Zusammenstellung. Hiernach ist der Ertrag der Umsatzsteuer, auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, in den westlichen Vororten zirka 3—5 M., in den östlichen zirka 1,2—2,5 M.(Lichtenberg zirka 1,7 M.). Von dem staatlichen Veranlagungsfoll der Grund- und Gebäudesteuer entfallen in Berlin und im Westen auf den Kopf der Bevölkerung zirka 5—7 M., im Osten dagegen nur zirka 2—3 M.(Lichtenberg zirka 2,1 M.) In sämtlichen Vororten erfolgt die Besteuerung des Grundbesitzes in der Form der Grundwertsteuer. Der dieser Steuer zu» gründe liegende Wert beläuft sich auf den Kopf der Be- v öl kennig in den westlichen Nachbargemeinden Berlins auf zirka 4000 bis 8000 M., in den östlichen bloß auf zirka 1500 bis 3000 M.(Lichtenberg 2280 M.). Die Gemeindeeinkommen- steuer zu 100 Proz. bringt in Berlin und in den westlichen Vororten pro Kopf der Bevölkerung zirka 11 bis 20 M., in den östlichen jedoch nur zirka 3 bis 8 M.(in Lichtenberg zirka 4,8 M.). Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß Berlin und verschiedene westliche Vororte Zuschläge zu den untersten Stufen der Einkommensteuer nicht erheben. Aus den wenigen Zahlen geht allein schon klar und deutlich hervor,'daß die Stcuerkraft— und zwar nicht nur auf dem Gebiete der Personalsteuern— vom Westen nach deni Osten zu ganz außerordentlich abnimmt. Jedenfalls kann nach allem diesen an der Tatsache, daß der Osten immer steuerschwächcr und ärmer wird, der Westen jedoch an Reichtum zunimmt, nicht gezweifelt werden. Da nun Lichtenberg als ein Teil von Groß-Berlin in seiner Entwickelung fast ausschließlich von der Art der Ent- Wickelung des Ganzen abhängt und zu den östlichen Vororten gehört, so ist seine bedenkliche wirtschaftliche Lage als eine notwendige Folge der oben besprochenen eigentümlichen Ge- staltung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Groß-Berlin anzusehen. Diese allgcnieme Entwickelung der zu Groß-Berlin ge- hörenden Gemeinden ist aber nicht aufzuhalten, und es gibt kein brauchbares und geeignetes Mittel, um derselben eine andere für Lichtenberg günstigere Richtung zu geben. Unter diesen Umständen mutz Lichtenberg finanziell auf eine andere Weise geholfen werden. Die gesonderte kommunale Selbständigkeit der Stadt Berlin und seiner Vororte war so lauge gerechtfertigt, als diese Gemeinden nicht zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet zusammengewachsen waren. Nachdem sie aber allmählich zu einander in eine engere wirtschaftliche Gemeinschaft getreten sind und ein wirtschaftliches Ganzes gebildet haben, sind die kommunalen Grenzen absolut künstliche, und es ist auch die Teilung des Ganzen in eine Reihe völlig selbständiger Ge- meinden eine unnatürliche geworden. Daß die Vororte nicht schon lange in Berlin eingemeindet sind, ist hauptsächlich den langen Erwägungen der freisinnigen Mehrheit im Roten Hause zuzuschreiben. Dadurch wurde der günstige Zeitpunkt verpaßt, da seinerzeit der Minister des Innern Herr v. Herrfurth die Eingemeindung lebhaft wünschte und förderte. Heute zeigt sich immer deutlicher, welches große Schuldkonto die freisinnigen Herren sich ausgeladen haben._ Hus der frauenbewegung. Der Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse ver- emstaltete am Dienstag unter Leitung des Herrn Dr. Osdorn eine Bestchtignng der Meunier-Ansstellung bei Keller u. Reiner, an der sich auch noch 60 Gewerkschaftsführer beteiligten. In seinen ein- leitenden Worten führte Dr. Osborn ungefähr folgendes aus: Nor längerer Zeit hielt ich bereits im Verein einen Vortrag über Meunier, welchen ich durch Lichtbilder erläuterte: heute ist mir nun Gelegenheit gegeben, Sie vor das Werk des Meisters selbst zu führe» und vor allem vor das letzte große Werk, das den Gipfel seiner Kunst und seines Schaffens bedeutet, vor sein„Denkmal der Arbeit". Bedeutsam ist es, daß ich dieses höchste Werk der Kunst, das bisher von keiner Regierung zur Aufstellung erworben wurde, gerade Ihnen, den berufenen Vertretern der Arbeit, vorführen kann. Meunier, von armen Eltern geboren, kam in seiner Jugend zu einem Bildhauer in die Lehre. Da er aber an der scliematischen Nachbildnerei von Akten. welche damals die Kunst beherrschten, keinen Gefallen fand, weil schon damals der Trieb in ihm ichlunmierte, die Wirklichkeit zu schildern, wurde er Maler und blieb solcher bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahre. Erst in so später Zeit soll es beim An» blich einer Arbeitcrschar, die er in Amsterdam beim Ausladen eines Schiffes beobachtete, plötzlich wie eine Offenbarung über ihn gekommen sein. Diese Schönheit und Be- lvegung der Körpcrformen, diese Ausarbeitung der Muskeln, diese Kraft und diesen Trotz, diese Lebenssülle von Gestalten darznstellen, das sollte nun sein Lebenswerk werden, und nur durch die Plastik konnte er diesen Gestalten Leben geben. Diese Eingebung>väre aber sicher nie über Meunier gekommen, wenn nicht in seinem Wesen eine tiefe Liebe zur Arbeiierwelt geschlummert hätte. Es erschien nun sein erster großer Arbeiter, der Hannnermeister, und mit ihm wurde zum erstenmal in der Kunst der Bildhauerei ein Typus des niodernen Arbeiters erschaffen. Hüten wir uns aber, in Meunieur nur den Schöpfer der Arbeiter z» sehen und dabei den Künstler zu vergessen So schuf Meunier nicht einen Arbeiter schlechthin, sondern er erhob die Figur des einzelnen zum Typus der Arbeit und bildete eine Kunst der Körperhaltung und Körperbewegung, die direkt an die Antike anknüpfte und beseelte auf diesem Untergrund die moderne Kunst mit neuer Schönheit. Er beobachtete die dunkele Welt des Arbeiters, in der statt der grünenden Bäume gespenstische Schornsteine, statt der blauen Klarheit des Himmels das düstere Gran des Rauches die leuchtende Sonne verhüllte. Die Frucht seines Lebens steht nun hier im Denkmal der Arbeit vor uns. Meunier hatte sich den Aufbau des Werkes sicher anders gedacht und hätte auch noch vieles daran geändert, wenn ihn der Tod nicht abgerufen hätte; er hat uns aber auch in diesem Aufbau eine unendliche Erhebung und Kraft offenbart, daß das Werk aus der Gegenwart noch lvcir in die Zukunft als leuchtendes Bild der Kunst hervorragen wird. Von den Gestalten, die vor den Reliefs ausgestellt sind, ist wohl die ergreifendste Gestalt die des Ahnherrn des Arbeitcrgeschlechrs. I» harmonischer Ruhe sitzt der Alte nach einem langen Leben schiverer Arbeit müde, aber nicht mutlos in die Welt blickend, nachdenklich da. Sem Auge blickt ins Weite. gleichsam als sähe er seine Nachkommenschaft in gewaltigen Scharen vor sich, die Welt erobernd. Vor dem Denkmal der Arbeit auf dem Podium stehend, hatte Dr. Osborn diese Worte an die nnter ihm stehenden Zuhörer gerichtet, die mit tiefem Ernst und Verständnis der Erklärung t'olgten. Sie waren sich voll und ganz bewußt, hier den großen Künstler und Erschaffer ihrer Welt vor sich zu sehen, den Künstler, der die Arbeit in ihrer ganzen rauhen Härte, zugleich aber als höchstes Symbol der schaffenden Menschenkraft darzustellen wußte. Nun erläuterte Dr. Osborn noch an einzelnen Bildwerken die Schönheiten dessen, was Meunier geschaffen halte. Er verweilte beim Zoladenkinal, bei der ergreifenden, von Arbeit und Hunger ausgemergelten alten Frau, bei dein verlorenen Sohn und anderen. Aus den Reihen der Betrachtenden wurden Fragen gestellt, die das lebhafteste und eingehendste Verständnis der einzelnen bekundeten. Montag, den 5. März, findet die Generalversanunlung des Vereins statt. Charlottenburg. Der hiesige Frauen- und Mädchen-Bildungs- verein hielt am 21. Februar im Volkshans seine regelmäßige Bereinsversammlung ab. Der Referent, Herr Winter, sprach über „das Genossenschaftswesen und dessen Bedeutung für die Frauen." Der Redner erörterte in leicht verständlicher Weise die„Geschichte der redlichen Pioniere von Rockdale" und anschließend das weitere Emporblühen der Konsumvercinsbewegung. Er gab eine Uebersicht von den bestehenden Vereinen und forderte besonders die Frauen als Trägerinnen der Genossenschaften auf, sich mit Eifer der Förderung der Konsumvereine zu widmen. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenomnien. Die Diskussionsredner forderten die Anwesenden auf, dem Charlottenburger Konsumverein beizutreten. Die nächste Vereinsversammlung tagt am 21. März im Volkshause, Rosinen- straße 3. Wilmersdorf. Am Donnerstag hielt. der hiesige Frauen- und Mädchen- Bildnngsvcrcin im Lokale von Fischer. Durchlacherstr. 3, eine gutbesnchte Mitgliederversammlung ab. Herr Dr. Westphal referierte über„Die Vorgeschichte der Menschheit". Als die erste Kulturtat des Urmenschen bezeichnete Redner die Lantsprache; er zeigte, wie im artikulierten Wort der Begriff gefunden wurde, durch Lautnachahmung und weiter durch Lautneubilduiig, wie dann der Satz wurde in den Urteilen, und erläuterte am Zahlivort, wie Inhalt und Umsang der Begriffe sich nach und nach erfüllten. Die ziveitc Epoche begann mit Entdeckung des ReibfeuerS und der Steinzeit. Referent zeigte wie der Grad der Vollkommenheit der Produktionsmittel, stets auch die Standhöhe der Kultur überhaupt bestimmte. Ferner wurden die Anfänge aller Künste auf den ersten Schmuck zurückgeführt; damit neben dem Kampf ums Dasein eine Freude am Dasein in die Er- scheinung trat. Endlich wurden die beiden Wurzeln der Naturreligion gefunden in einem Kausaliiätsbedürfnis gegenüber den Natur- erschcinungen und einem Gemüts- und Schutzbcdürfnis gegenüber der blindwütenden Allgewalt der Naturkräste. Daran reihte sich die Entwickclnngsgeschichte des Unstcrblicbkeitsglaubcns. Nachdem der Referent noch die Kulturstufe der Barbarei kurz skizzierte, schloß er seine interessanten Ausführungen mit einer Dar- stellnng des Ursprungs der Familie und des Staates nach Morgan. Es wurde gezeigt, wie aus der Horde mit Mischehe der Stamm mit den Gruppenehen der Blutsverwandtschaft der Panalua und Paarunasfamilie entstand. Insbesondere beleuchtete Redner, wie der urzeillickie Kommunismus der Gentilverfassung durch das Anwachsen des Urkapitals und des Tauschhandels gestürzt lvurde, wie zur Sicherung des entstehenden Privateigentums ans dem Stamm mit blutsverwandten Gemeinschaften der Staat mit rein- territorialen Gemeinden sich bildete. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen.— Die regelmäßigen Versammlungen finden jeden Donnerstag nach den» 15. jeden Monats statt. Nächste Versammlung bei Käsler, Lauenburgerstr. 20. Mitglieder werden aufgenommen. Treptow-Baumschiilenweg. Mittwoch, den 21. Februar, fand in Baumschnlenweg im Lokale von Christ die Generalversammlung des Frauenbildungsvereins statt. Herr Störmer hielt einen Vortrag über„Moses oder Darwin der von den zahlreich anwesenden Frauen und Männern mit sehr großem Beifall aufgen>mmen wurde. Den interessanten Ausführungen des Referenten schlössen sich, da eine Diskussion nicht stattfand, die Berichte der Vorsitzenden und der Kassiererin an. Der Bericht der Vorsitzenden ergab folgendes: Es fanden im verflossenen Jahre 9 Versammlungen in Baumschnlenweg und eine Versammlung in Unter-Treptow statt. Es wurden Vor- träge aus den Gebieten der Medizin, der Literatur, der Natur- Wissenschaft, der Geschichte usw. gehalten.— Die Versammlungen waren im allgemeinen sehr gut besticht. Um auch in Unter-Treptow eine große Mitgliederzahl zu erwerben, werden seit Januar dieses Jahres dort monatlich Leseabende resp. Vortragsabende veranstaltet. Der Verein hat das. erfreuliche Ergebnis zu verzeichnen, daß er in dem ersten Jahre seines Bestehens 75 Mitglieder erworben hat. Nachdem wurde der Vorstand gewählt. der sich zum großen Teil aus denselben Mitgliedern ziisammenietzt wie im Vorjahre, und der aus folgenden Personen besteht: Frau Lutz, erste Vorsitzende, Frau Künzel, zweite Vorsitzende, Frau Karow Kassiererin, Frl. Karow. Schriftführerin. Frau Röhrich, Frau Fischer. Frau Silge Revisorinnen. Frau Gantzer und Kohlhansen, Beisitzerinnen. Es lrateii in der Generalversammlung 12 Frauen dem Vereine bei. Wir hoffen, daß jedes Mitglied bestrebt sein wird, auch im neuen Jahre den Verein nach Kräften in seinem Gedeihen zu fördern. Jedes Mitglied muß versuchen, in seinem Bekanntenkreise Mitglieder zu werben; denn nur wenn jeder sein möglichstes tut, könne» wir hoffen, daß der Verein aufblüht und fein segensreiches Wirken in großem Matze entfaltet. Der Zweck der Frauenbildungsvereine ist, Aufklärung und Bildung bei den Frauen und Mädchen des Volkes zu fördern. Jede Frau, die dieses hohe Ziel würdigen kann, muß bestrebr sein, den Verein in seinem Wacdslume zu fördern.� Die nächsten Versammlungen finden statt: Donnersiag, den 22. März, in Bumnschuleniveg bei Christ; Donnerstag, den 29. März, in Treptow bei Mohlau. Näheres wird zurzeit bekannt gegeben. Der Vorstand. Die Amerikanerinnen verlangen Stimmrecht. Vor dem Kongreß- komitee für Wahlangelegenheitcn plaidierle eine Abordnung der Nationalen Frauensliimnrechts-Assoziation zugunsten der Einführung des Frauenstimmrechts. Die Delegation bestand anS fünfzig Frauen und darunter befanden sich viele der bekannten Vorkäinpferinnen für die Eniaiizipation des weiblichen Geschlechts in den Vereinigten Staaten. Diese Bewegmig gewinnt iminer mehr an Umsang, aber die Aussichten auf eine Anerkennung der gestellten Fordermigen sind vorläufig, soweit die Kongreßwahlen in Frage konunen. noch gering. Bei Staats- und Lokalwahlen sind dagegen immer mehr kleine und auch größere Fortschritte zu verzeichnen. Gerickts Zeitung. Reichsgerichtlicher Schutz für Mißslände, die von der Presse ge- tadelt»mirn. An Bcrtenhauscn bei Kassel wirkt der Lehrer Schäfer nach einer Methode, die vielen Einwohnern gar nicht zu- sagte, kurz gesagt, er haut zuviel. Beschwerden der Eltern bei den zuständigen Behörden halfen nichts. Als letztes Hülfsmittel blieb wie gewöhnlich die Presse übrig. Eine Anzahl Eltern tat sich zu- samnicn und vcranlaßte den Redakteur des„Volksblattes", Ernst Müller in Kassel, einen entsprechenden Artikel zu verösfent- lichen. Die Antwort darauf war eine öffentliche Anklage wegen Beleidigung des Lehrers Schäfer. Das Landgericht Kassel lx>t aber den Angeklagten am 12 April v. I. freigesprochen. Was in dem Artikel über einen Bcleidigungsprozeß des Lehrers Schäfer gegen den Totengräber M. sowie über die Ausübung des Züchtigungsrechtes durch Schäfer gesagt ist, wurde als der Wahrheit entsprechend angesehen. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte nicht die Absicht der Beleidigung hatte und daß solche nicht aus den gewählten Ausdrücken— moderner Ingen derzi eher, Prügclpädagogc, prügcllustiger Lehrer— entnommen werden könne. Auch aus den Umständen, so heißt es lveiter im Urteil, gehe die Absicht der Beleidigung nicht hervor. Der Angeklagte habe einen Mißstand beseitigen wollen, dem auf andere Weise nicht beizukommen war. Er wohne zwar in Kassel, Bettenhaufen stehe aber mit Kassel in derartigem Zusammenhange, daß beide Orte als zu einer Gemeinde verschmolzen angeschen werden könnten. Das Blatt des Angeklagten sei insbesondere in Bettenhauscn stark verbreitet. Man könne deshalb annehmen, daß der Angeklagte als Redakteur berechtigt gewesen sei, jene Dinge, die im höchsten Grade das öffentliche Interesse erregten, in seinem Blatte zu behandeln. Diese Ausführungen über den§ 193 bezeichnet das Urteil nur als Eventual-Erwägungen, da die Frei- sprechung schon durch die Feststellung getragsn werde, daß eine Beleidigung überhaupt nicht vorliege.— Auf die Revision des Staatsanwalts und des Nebenklägers Lehrer Schäfer hob am Freitag das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Mar- bürg. Die Begründung dieser Entscheidung ist von besonderem Interesse, da sie eine neue Nuance in der Methodik der Beurteilung von Preßdelikten einführt. Das Reichsgericht sagt: Die in- kriminierte» Ausdrücke sind vom Vorderrichter nur unter dem Ge- sichtspunkte geprüft worden, als ob es sich um die Form handle, in welche die ehrenrührige Behauptung gekleidet war. In der Tat handelte es sich aber um eine Charakterisierung der Persönlichkeit des Lehrers. Es war nicht das entscheidende Gewicht auf die Ab- ficht, zu beleidigen, zu legen; dies hat das Landgericht verkannt. Daß die Eventual-Erwägungen' bezüglich des§ 193 als rechts- irrtümlich anzusehen sind, liege auf der Hand.— Danach würde also gesagt werden dürfen: Friedrich August Schulze hat gestohlen, aber nicht: er ist ein Dieb. Wir dürfen in Nutzanwendung dieses neuesten juristischen Handwerksgrisfes also sagen: die Richter des Reichsgerichts haben ein falsches Urteil gefällt, aber beileibe nicht: sie find„gerechte Richter". Schon das tut uns aufrichtig leid. Verstoß gegen H 149 des GcnossenschaftsgcsetzeS. Leiter des Arbeiterkonsumvereins in Zörbig. Maurer Karl Müller, war am Sonnabend vor der Halleschen Strafkammer wegen Vergehens gegen§ 149 des Genossenschaftsgesetzcs vom 1. Mai 1889 angeklagt, weil er Handlungen hegangen habe, die nicht auf dem geschäftlichen Zweck, wie er im§ 1 des Genossenschaftsgesetzes angegeben ist, gerichtet sind. Das Gericht gelangte auch zu einer Verurteilung. Das Vergehep des Angeklagten wurde darin erblickt, daß er in einer Vorstandssitzung darüber diskutieren ließ, ob eS angängig sei, einen Konsumverein im Ruhrrevier zu unterstützen, und daß in jener Sitzung beschlossen worden ist, Müller zu einer Besprechung nach Halle zu delegieren, in der über einen event. Boykott der Bällberger Mühle geredet worden ist. Z 149 des Genossenschaftsgesetzes schreibt vor:„Mitglieder des Vorstandes werden mit Geldstrafe bis zu 600 M. bestraft, wenn ihre Handlungen ans andere als die im K 1 erwähnten geschäftlichen Zioecke gerichtet sind. oder wenn sie in der General« Versammlung die Erörterung von Anträgen gestatten oder nicht hindern, welche auf öffentliche Angelegenheiten gerichtet sind, deren Erörterung unter die Geietze über das Vereins- und Ver« saminlungsrechls källt." ß 1 des Genossenschaftsgesetzes stellt als Zweck der Genossenschaften„die Förderung deS Erwerbes oder der Wirtschaft der Genossentchoftsmitglieder" hin. Die in der Vorstandssitzung erörterten Gegenstände halten sich streng in diesem Rahmen. WeShalb das Gericht das Gegenteil angenommen hat. war aus der mündlichen Urteilspublikation nicht zu erkennen. Sobald wir Kenntnis von den schriftlichen Gründen des Urteils haben, gegen das Revision angemeldet ist. werden wir auf die Angelegenheit zurückkommen. Es bedarf wohl kaum besonderer Hervorhebung, daß unsere Genossen in Konsumvereinen die an ihnen stels beobachtete strenge Befolgung der Ordnungsvorichriften des Genossenschaftsgesetzes auch weiterhin beobachten, sich aber auch durch unrichtige Urteile nicht abhalten lassen werden, ihre Rechte als Genossenschafter energisch wahrzunehmen. Dazu gehört zweifellos eine eventuelle Boykottierung im Interesse der Genossenschaft und ihrer Mitglieder. Messerstecherei- Roheit. Der 2 0jährige Stukkateur Wilhelm W i c g a n d t hatte sich gestern vor dem Strafrichter wegen Körper- Verletzung zu verantworten. Am 14. Dezember v. I. saß der Schraubendreher Polawsky mit mehreren Bekannten und Arbeits- kollegen in lustigster Stimmung beim Glase Bier. Man unterhielt sich ziemlich lebhaft, und mußte dies wohl den am Nebentische sitzenden Angeklagten ärgern. Er machte allerlei Bemerkungen, auf die jedoch nicht eingegangen wurde. Als er sich schließlich in die Unterhaltung hineinmischte verbaten sich dies mehrere Gäste, wodurch ein allgemeiner Streit entstand. Der Störenfried wurde zum Schluß von dem Inhaber des Lokals etwas unsanft an die frische Luft gesetzt. Unter schweren Drohungen entfernte sich W. scheinbar, in Wirklichkeit versteckte er sich in einem Hausflur. Als gegen 1 Uhr nachts Polawsky mit mehreren anderen Gästen das Lokal verließ, stürzte plötzlich der Angeklagte mit gezücktem Messer auf ihn zu und brachte ihm einen gefährlichen Stich in die linke Schulter bei. der um ein Haar die große Halsschlagader getroffen hätte.— Vor Gericht konnte der Angeschuldigte als einzigen Milderungsgrund für die rohe Tat nur seine damalige Angetrunken- heit anfuhren. Der Staatsanwalt beantragte neun Monate Gefängnis. Das Gericht ging jedoch von dem alten Grundsatz: pro Messerstich ein Jahr nicht ab, sondern erkannte auf ein Jahr Gefängnis.— Ob im vorliegenden Falle bei der Bemessung der Strafe für die rohe Tat auf die Jugendlichkeit des Angeklagten hinreichende Rücksicht genommen ist, mag dahin» gestellt bleiben. Im Vergleich mit diesem Urteil erscheinen aber Urteile außerordentlich milde, die bei fortgesetzten, nicht durch Jäh- zorn oder Trunkenheit veranlaßten brutalen Quälereien und Miß- Handlungen ländlicher Arbeiter und Arbeiterinnen oder gar Kinder ein niedrigeres Strafmaß festsetzen. Unsere Leser mögen mit diesem Fall, in dem ein jugendlicher, angetrunkener, vielleicht in einem ländlichen Bezirk aufgewachsener Mann zu einem Jahre Gefängnis verurteilt ist, mit der milden Strafe von 6 Monaten vergleichen, die gegen das Gutsbesitzer-Ehepaar erkannt sind, welche ein vierzehn- jähriges Kind zu Tode marterten. eingegangene Druckfebriften. Von der„Neuen Zeit« sStutlgart, Paul Singer)� ist soeben das 22. Heft des 21. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des HesteS heben wir hervor: WahlrechtSkämpse.— Revolutionäre Propaganda unter den russischen Kricgsgcsangenen in Japan. Nebersctzt von A. L.— Der amerikanische'Arbeiter. Bon K. Kautsky. sFortsetzung.)— DaS Ende der skandinavischen Unionstragödie. Von Wilhelm Janssen.— Zur Chem- nitzer RcichStagswahl. Von Hermann Wendel(Chemnitz).— Literarische Rundschau: Marie Ltlchnewska, Die geschlechtliche Belehrung der Kinder. Von 0. L. Die„Neue Zelt" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstaltcii und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Bs. Probmummern stehen jederzeit zur Verfügung. PlutuS. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen (Herausgeber: Georg Bernhard.) Abonnements vierteljährlich per Post und Büchhandel 3,50 M., direkt vom Verlag 4 M. Probehefte gratis in jeder Buchhandlung und vom Verlag, Berlin-Charloltenburg, Goethestr. 69. Richard Calwer. Das Wirtschaftsjahr 1905. I. Teil. Handel und Wandel. 346 Seiten. Preis: drosch. 9,— M., geb. 10,— M. Verlag G. Fischer, Jena._ eaittcrnngSiiberNcht vom SS. Februar 11)06, morgens«Nhr. Wetter-Prognose für Dienstag, den 27. Febrnar 1906. Mild und vielfach heiter, aber veränderlich mit geringen Niederfchlägcn und ziemlich lebhaje» südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. rapide Steigerung der Abonnenten des„Vorwärts"— unsere Tagesauflage beträgt gegenwärtig®?em�are— macht es notwendig, den preis für Inserate vom 1. jviarz d.% ab zu erhöben. Wir berechnen===== von diesem Zeitpunkte ab die feebs gespaltene Kolonelzeüe oder deren Raum mit 50 Pf., bei mindestens dreimaliger Aufgabe 1l)°/g Rabatt.— Familien* Anzeigen wie bisher 40 pf.— Kleine Anzeigen das erste(fettgedruckte) Wort 20 pf., jedes weitere Wort 10 pf. ötellengefucbe, Schlaf stellen- und Zimmergelucbe und-Hngebote das erste(fettgedruckte) Wort 10 pf., jedes weitere Wort 5 pf.— Vereins» und Versammlungs»Anzeigen politischer und gewerkschaftlicher Art, die Zeile 30 pf. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags in der Expedition ausgegeben seinl Verlag und Haupt-Expedition des„Vorwärts", Lindenstr. 69. Zentral-Verband der Zimmerer ZablftcUc Berlin und dingcgend. Bureau: Engel-Nfer IS v. III, Zimmer 32. Fernsprecher: Amt 4 Nr. Ä78S. Mittwoch, den Ä8. Februar, abends 8 Uhr: Zwei Mitgliederversammlnngen in den Audreas-Festsälen, Andreasstrahe 2t und in den Borussia-Säle», Ackcrstrafte K/7. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1.„Unsere Taktik im wirtschaftlichen Kampf." Referenten: Reichstagsabgeordneter v. Elm und Frau Steiubnch-Hainburg. 2. Verschiedenes. 254/2 — Pflicht der Mitglieder ist eS, in diesen Bersammluuge» vollzählig z« erscheinen.-»»--»» _ Der Vorstand._ Richtig Deutscii sprechen und schreiben erlernen sie ungeniert und spielend leicht>2r den Preis von nur 5 M. durch den blies- lichen Unterricht der foMsmssmMi, Fachdlatt für Kontor und Bureau, Berlin, Prinzcnstr. 26, Zahlreicher Besuch wird erwartet. Srancken-Verlammlung Äer Kle�allilrüeker Mittwoch, den 28. Februar, abends 8'/,«Hr. bei rranhe, Sebastianstr. 29. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Dr. A. Bernnteln über: Oefsentliche Gesundheitspflege. 2. Diskussion. 3. Der Streik der Drücker bei der Firma Kirchner. Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß alle erscheinen._ Mittwoch, den 28. Februar, abds. 8'/, Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerftr. 11/12: Versammlung der chirurgischen Branche. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Branchenvertreters und Neuwahl desselben. 2. Mahl der Agitationskommission. 3. Bericht der Arbeitsvermittler und Neuwahl der« selben. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 28. Februar, abends 8'/- Nhr. im Dresdener «arten, Trcsdcnerstr. 45: Versammlung der Gold- und Silber-Arbeiter und verwandter Berufszenoffen. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. WoIUieim. 2, Diskussion. 3. Werk. stellcn-Angclcgcnheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Sonntag, den 4. März, vormittags 10 Uhr, in der Akenei» Welt, Hasenhcide 108/114: Gcncral-Vcrfamtnlungs TageS-Ordnung: 1. Jahresbericht der Ortsnerwaltung. 2. Kassenbericht. 3. Diskussion. 4. Neuwahlen il. Bevollmächtigter, 2. Kassierer, 1 Revisor und 2 Beisitzer). DM- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-9Q Zahlreicher Besuch wird erwartet. VAU- Unseren Mitgliedern vom Wedding und Gesundbrunnen zur Nachncht, daß die Bibliothek sich im Restaurant von fabros, Ravensftr. 6, befindet. Die Ausgabe der Bibliotheksbücher ersolgt jeden Dienstagabend von S biS 9 Uhr. 113/3 Die Ortsrermiltane. Parketibodenleger. Mittwoch, den 28. Februar, abends 8 Nhr. im OeHverhsehafts- hanse, Engel-Ufer 15(Saal 2): Krniimisjiliiisjihmili mit önltniitiisltiitcn. Tages-Ordnung: 1. Wie regeln wir nnfcren Nachweis? 2. Branchcn-Angclegen- heilen. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen sind die Kollegen verpflichtet, pünktlich zu erscheinen. Die Komnilsisioii. ürnn|» und Llumitlmtdem von kotier! SSezser,. nur Wltriaiiiien-Stioße 2. Vereins-Kränze, Palmen- u. Blumen- Arrangemenls, Buketts, Gnirlande» uiiv. werde» sein».preiswert geliefert. Rill. iMzkliiMNimwn�i� üenfräl-Verktid der Maurer Dentseblands. Zweigverein Berlin. Seht. d.(jips- u. Zementbrauehe. Truppe Babitzpntzer. Freitag, den 2. Marz 19VK, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engcl-llfer 15: Mitzliedn-Nttsemmilisig der Gruppe der Rllditzpiltzcr. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Beitragszahlung für das Jahr IIMM». 2, Verschiedenes. NB. Zu dieser Versammlung haben nur die Kollegen Zutritt, die 75 Pf. Beilrag bezahlen. 13719 Die Wichtigkeil der Tages-Ordnung erfordert es, daß alle in Betracht kommenden Kollegen zu dieser Ver- sammlung erscheinen.— Mitgliedsbuch legitimiert.__ Der Borstand._ Verband der Tapezierer Kleber. - Male Eerk Kleber. Wir machen die Kollegen daraus aufmarlsam, daß ab 1. März dieses Jahres folgende Erhöhungen eintreten: Naturelltapete ohne Vorarbeit mit Vorstreichen. Lo Ps. „»» Löschpapier. 27„ ,,., Bandstreisen. 28. Makulatur.............. 25„ „ mit Bandstreisen....... 28„ auslegen.......... 3„ Tarif. 177/3 30 Ps. Fondtapete.......... Ingram,(mit. Holzvelour, Excelsior un- gcstosien......... 35—65. Rclicstapcte........... 60—90, Oberwand-Naturell, 3 Blatt..... 35» Stuudenloh» ab 1. März 1906.. 65—70„ Der Ausschlag von 25 Proz. bei Aushülssarbeiten hat jetzt für alle Monate Gültigkeit. Pflicht eines jeden Klebers ist es, ans den erhöbteil Preisen zu bestehen, und alle Differenzen, die hieraus entstehen, bitten wir aus dem Verbandsbureau zu meiden. Die Verimndsleltnnp:. Sä Dr. Simmel, Sprziolarzl sür 29/14» Dant- and Harnleiden. 10— 2,5—7. SonulagS 10—12, 2— 4 Deutscher Kolzarbeiter-Verband. Stellmacher. Mittwoch, den 28. Februar er., abends 8'/, Uhr, bei Wdhlfart. Rosenthalerstrasje 57: 81/7 Verträüen!iänner?ersainiiiiung u. Kommissionssitzuog iler Stellmacher. Jede Werkstatt mnsi vertrete» sein._ Der Obmann._ Freie� Nereiuigung der Gewerkschaften von Fiitiilillisdklg-sichkMls! Mittwoch, de» 28. Februar, abends 8 Uhr: IProteft'-ücrlammSung im Lokale Schwärmer Adler, Frankfurter Chaussee, Ecke Gürtelstr. Tages-Ordnung: Die Rechtlosmachung eines Teiles der Lichtenberger und Fricdrichsbcrgcr Arbeiterschast durch das Voi gehen der zentralorganisierten Gewerkschaften bei der Gewerbegerichtswahl. Referent: Genosse Jnlins Gehl. Freie Diskussion, Parteigenossen I Erscheint in Masse zu dieser Versammlung, damit auch jenen Leuten, welche die Veranlassung zu derartig undemokratischen Hand- lungen gegeben haben, einmal klar gemacht wird, baff die Friedrichsberg- Lichtenberg« Arbeiterschaft nicht gewillt ist, das schreiendste Unrecht gut- zuheisien. Die Kommission der lokalorganisterten Gewerkschaften Friedrichsberg-LichtenbergS. Allen lieben Kollegen nnd Ge> ! nossen die traurige Nachricht, dasi mein lieber, unvergeßlicher Mann und Sohn, unser herzensguter ' Vater, Schwager, Cousin und I Onkel, der Maurer kVan� Sekuihse in fast vollendetem 46. Lebens- jähre sanst entschlascn ist. Dies zeigt, um stille Teilnahme bittend, tiejbctrübt an bVvre. H.Sehnlze u. Töchter. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. d. M., vor- mittags tO Uhr, von der Leichen- i.alle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsselde aus statt. 70b SeÄmeMcb.Mvra für den 2.ßerIiiierReicbstapablkreis. (91. Bezirk.) Todes- Anzeige. Am 24, d. Mts. verstarb unser altes Mitglied, der Maurer Franz Schulze. Ehre seinem Slndenken! Die Beerdigung findet am 28. d. Mts., vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Kirchhofes in Friedrichsseide aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 238/10 Der Borktand. Fachverein der Tischler Berlins nnd Umgegend. ««M«! Tischler IIIIII Möbelpolierer! Mittwoch, 28. Febr., abdö. 8 Uhr, bei Zölz, Köpenickerstr. 137/138: Außerordentliche Generowersommluug. TageS-Ordnung: 1. Unsere nächste Konferenz und wie gestalten wir in Zukunft unsere Zeniraltsation? 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zum 7. Kongreß. 4, Vereinsangclegcnheiten, 5, Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert, In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir pünktliches und zahlreiches Erscheinen aller Kollegen, s186/3j 0er Vorstand. Freit Ihmnipap der Maurer DeiiWunds. Ortsvcrein Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, dasi der Kollege Franz Schulze Zahlstelle Südost am 24. d. M. verstorben ist. Edre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. d. M., vor- mittags 10 Uhr, aus dem Zentral- Friedhose in Friedrichsseide statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 129/7 Der Borstand. Wisn-CizsreUeil y. gesetzlich geschützt! — unerreicht in Qnalltat dnreh Sllschnng= der feinsten türüsohen Tabake. BERIilir, Grüner Weg 112. Carl Röcker, X X Amt vn, 3861. X X 211L* Machen Sie einen Versnch mit Dttnischcm Kapilän-Kanlabah gesetzlich geschützt! und Sie werden überzeugt sein, daß derselbe am besten ■■ schmeckt.====== (5 n. 10 Pf.-Rollen n. Schleifen.) Nur echt mit Zetteleinlage. Carl Röcker, X X Amt VII, 3861. X X ItERUIM, Grüner Weg 112. 212L* Berlins um) llnisepd. Todes-Anzclgc. Hiermit zur Nachricht, dasi unser Bimdesmitglied Karl Jakob vom Klub„Frohes Leben'(Ablers« hos) am 25. Februar 1906 verschieden ist. 288/16 Ehre seinem Zlndcnken Z Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, AdlerShos, Meta- stratze 14, auZ statt. Der Vorstand. A. Braun, Liebenwaldcrstrasie 50. Freie Nereiuiguiig der Maurer Nentfchlands. OrtSveretn Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege ksrl EEIserrmrm Zahlstelle Wedding am 24. d, M. verstorben ist, Edre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 27, d, M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Pauls-Kirchhoses in Plötzensce auS statt. 129/8 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Borstand. Todes-Anseige. Am Sonntag, den 25. d. M., nachmittags 3 Uhr, entschlief sanst nach langem, schlveren Leiden im 48. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, der Putzer BeruBiarö Ott. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. d. M.. nach- mitlags 4 Uhr, von der Leichen- Halle der Friedens- Gemeinde in Nieder-Schönhausen aus statt. Die tranerade Witwe nebst Sohn und Tochter. Zentral-Verliaml der Maurer Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Bemb. Ott verstorben ist, 133/14 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Halle der ZionSgemcinde aus statt. Rege Beteiligung wünscht Die örtliche Berwaltung. Stukkateure. unseres am d. M,. im verstorbenen Die Beerdigung Montag, den 19. 21. Lebensjahre Kollegen Alfred Schüller findet heute nachmittag 4 Uhr, von derHalledcs Neuen Johannis- lirchhoscS, Jungsernheide, am Plötzensce aus statt. 173/8 Wir bitte» alle Kollegen, sich rege an der Beerdigung zu be- teiligen. Die Ortsvcrwaltnng. Am Sonntag, den 25. d. Mts., früh 3 Uhr, verschied nach kurzen schweren Leiden mein geliebter Mann, Vater, Grosi- und Urgrotz- vatcr, der Schankwirt(2492 August Michael. Dies zeigen tiesbetrübt an Danllae Dichael. Witwe, Paul Wclhser. Sohn, Wrangclstr. 22. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 28, Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des EmmauS- Kirchhofes in Rixdorj aus statt. ! Deutseher Senefelder-Buul Berlin Filiale I. Am 23. Februar 1906 verstarb/ unser Mitglied, der Stcindrucker Um. Posemann nach kurzem Krankenlager. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. Februar, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Gethscmane-KirchhoseS in Nordend aus statt. 63b Bio Verwaltung. q(1o prjtzkows" Berliner ibnormitätsn-Theater Bünzstr. 16. Wen!-mit miT Ten t Die Eiite- Liliputaner-Truppe die kleinsten Vortragskünstler und Sterne der Liliputaner der Welt. Die Fusi- Künstlerin Margarete Marjot. Hellseherin Armida, wahr- S sagende Wuuderdame. Pluto,» Wunderhahii, geb. nüt 4 Beinen, g 2 Körpern, 1 Kops, lebend, zc. i Riesen. Zwerge, Phänomen, P Fakire usw. wmmmmtwmmmwvtmwwmmmwS II. Wahlkreis. Dienstag, de» 37. Februar, abends 8'/, lthr: Oeffendiebe Versammlung in Habels Braneret-Nnöschank, Bergmannftr. V/7. TageS»Orbnung: l.„Somle Strömungen". R°f°r°nt G-n°ls- 0ü>vell. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 238/9» Zahlreichen Besuch erwartet Der Borstand. fieue freie Volksbühne Mittwoch, den 38. Februar, abends 8'/, Uhr, in den Mnsikcr.Festsalcn, Kaiser Wilhelmstraste 18m: Zlutzerordentliche General-Bersammlung. T a a e s- O r dn u n g: to0/3 Wie stellen sich unsere Mitglieder zum Philharmonie-Boykott? SMP* Ohna Mitgliedskarte kein Zutritt."MW Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Borstand. DroscBikenfilhrer Berlins nnd Umgehend n. sonstige Interessenten d. Drosebkenfnhrgewerbes Heute Dienstag, ntithnttttags 3Zlhr, im Lokale„Ntue Meli": Fortsetzung der Demonstrations-Bersammlung Laut Beschluß der Montags- Versammlung hat jeder Berufsgenosse zu erscheinen. 238/14._ Der Vorstaid des Vereins der Drosehkenfiihrer Berlins und Umgegend._ freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. ———— Ortsverein Berlin.'■■ Mittwoch, den 28. Februar, abends 8'/z Uhr, Dragonerstr. 15, bei Patt: ßaudeputierten-lferfammlung. TageS.Ordnung: 1. Die letzten Ereignisse in unserem Berufe. 2. Pflichten und Rechte der Baudeputierten. 129/9 Kollegen I Jeder Bau muß vertreten sein. Der Vor»t«u»d. l Orts- Krankenkasse ' der Gastwirte iiDil verwandt. Gewerlie zu Berlin. Bekanntmachung. II. Abänderung zum Kasienftatut. ß S2 erhält folgende Fassung: Alle die Kasse betreffenden Bekannt- machungen werden durch das.Gast- haus", den„Gaslwirtsgehitjen", die »Deutsche Gastwirte- Zeitung", den „Vorwärts" und die„Deutsche Kran- kenkaffenzeitung" veröffentlicht; außerdem werden die Kaffensertreier zu jeder Generalversammlung schriftlich eingeladen, Berlin, den 24. November 1995. Der Vorstand. S. Poppe, Vorsitzender. . Braun,(Schriftführer. Genehmigt durch Beschluß vom 18, Januar 1906. Der Bezirksausschuß zu Berlin. Abteilung II. (Stempel.) K a y s e r._ Or. Schünemann, Spezial-Arzt für Hanl- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Jetzt: Friedrichstr. 203 schÄraoe. 10-8, 5-7,©onnt. 10-18 Uhr. M Won V alilSBi Pfennig. Das erste fettgedruckte Worte mit mehr Buchstaben zählen doppelt. Jedes Wort » c •• 10 Ptr. ibtt Kleine Anzeigen. M M** V Strasse 6 Anzeigen ttr0,Ä den AnnaJimeslellen für Berlin bis I Vhr.ßlr die Vororte bis! 2Ubr, der HauptexpediHod Undm- strasse69 bis S Uhr angenommen ebtte A r er Jen JB irlin Verkäufe. Inventur-ZluSoerkaus. Gardinen 10 Prozent Rabatt. Fenster(zwei IchalS) 140, 188. 225,238, 380, 485, Slä, 868 uslv. 120t Augeschmutzte Gardinen WWWWW für I. 2, 3 Fenster zu spottbilligen Preisen. t202K» Stores 10 Prozent Rabatt. 185] 225, 295, 350, 425, 550, 675 usw. Inventur- AuSvcrlaus. Vorzieh« Gardinen mit überraschend schöner Stickerei, creme, weiß, Fenster t35, 165. 210. 255, 285, 325, 425 usw., goldfarbig und rot Fenster 265, 285, i!S5. 450 usw. 120451* Düllbettdecten, weiß, creme, sür große Betten ausreichend, 195, 225, 285, 375, 450-790. WeißenbergS TeppichhauS, Große Frankfurter- ilroßr 125. 1205K» Jnvcntiirpreis. Steppdecken, Stmilt, Seide, rot, grün, oliv, blau, zirla 160 breit, 200 lang, Hand- arbeit(Wert 10.50) jetzt Stück 5.85. Steppdecken, GclegenheilSlaus, nur jo lange Vorrat. 285. 365, 425, 585, 675, 735 usw. WeißenbergS Teppich- bau». Große Franksurterstraß« 125.» Inventur-AuSvertauj. Tuchtisch- decken mit kleinen Sticksehlern in allen Farben, Größen. 1.85. 2,25, 2,75, 3,50, 4.35 ulw 1208K» Ptüschttschdecken, GelegenhcitS- kaus, mit lleinen Sticksehlern, nur so lange Vorrat, 4,85, 5,65, 6,35, 7,50, 8.45. 9,65, 10,85. 1209K» Movelftoffreste in Wolle und buntem Plüsch, zu Sosabezügen aus- > eichend, in allen Preislagen. Weißen» bei äs TeppichhauS, Große Franksurter- ilraße l25. 12t0K» Inventur> Ausverkauf. Abfall- i_ m" j,, Spott. 1211,(1» .nve»»»r> Teppiche in allen Größen prellen. Bettvorleger, echter Plüsch, ein Posten, Werl 5,65, jetzt stück 4,35; ein Posten Wert 4.85, jetzt Stück 3.65. WeißenbergS TeppichhauS, Große Franliurierstratze 125._ 1212K» i'mifcri-estc in Wolle und Plüsch ( Zimmcrlänge) cnonn billig. 1213K* Deppiche. imitiert Japaner und Perser, 2 Bieter lang, nur 3,25. WeißenbergS TeppichhauS, Große Frautsurlerstraße>25._ 1214Jt» Portieren(zwei Garnitur . 12158» JUvriitur-PreiS. ©halvIS, ein Lambrequtn) 4L5, i» allen Farben._ Einzelne Plüsch- und Tuchgarni- luren enorm billig. WeißenbergS TeppichhauS, Große Frantsurler- slraß«>25._ 1216st* Erbstüllstores. nur(o lange Vorrat, Stück 435. WeißenbergS TeppichhauS, Große Franfturtcr- itraße»25. 1217K» Bettenlagerel spottbilligst Pfand- lcihhanS Weldenweg»eunzehi,.-s-35' Gardtiienverkaus, Teppichverkaus Weidenwcg neunzehn. t35» Steppdecken, Tischdecken Weiden- lveg neunzehn._ t35* Regulatoren. Freischwinger, Taschenuhren. verfallene Pfänder Weiden- iveg neunzehn._ 735» Bettenverkauf. Bettinlette. Herren- garderoben, Damcnsachen, Aussteuer- wasche Verschiedenes. Spottpreise. VerlausSzelt genebmigter Ladenschluß. PjandleihhauS Weldenweg. �35» Gardine«. Versandhaus Jeru- sakemerstraße 11/12 Inventur- AuS- verlaus zu bedeutend herabgesetzten Preisen._ 1291 St* Teppiche, Betten, Gardinen, An» züge, Remontolrubren, Uhrketten, Steppdecken, Tischdecken, Portiere», Freischwinger. Operngläser, Gas- klonen. Pctroleuinironen, Bilder, Spiegel, Möbel, spoltbillig Leihhaus Grüncrlveg>13. 92/9» Teppiche:(fehlerhafte) in allen Größen sür die Halste d«S Werte« i». Teppjchiager Brünn. Harsch« Markt 4.«ahnhos Börse. 2o4/!2» Ehalselonguc, Taschcnsosa, Tru meau, mahagoni, Nußbaum. AuSziep' tische, Areuzvcrbaiid, Betistcllen, ctm zelne Matratze» ganz billig. Andr eas- straße 57. vorn Keller. Lazarus. Deckbett, Unterbett. Kiffen mit glattrotem Inlett, zusammen l0,50, nur(Pfandleihe) AndreaSslraßc 38.» Notrosn-geslreisteS Deckbett, Unter- bett, zwei Kiffen, 18,00, Andreas- slraß« 38. 1243K» Pommersches Bauernbett, Dcck- be». Unterbett, zwei Kiffen, 27,00. Großes Lalen, Siuck 1,00. Psandleibe AndreaSstraße 38. Elektrische nach überall. l244K» TePPlcheniiiFarbensebternFabrit- Niederlage Große Franksurterftraße 9, parterre._ tl Sofa, wie neu, 21,00. Micke, Große Hamburgerstraße 18/19. 256/20 Taineuhüte, Allee Nr. 140, Allee. j nurPappel- !ckhauS Schönhauser Krammop raiuren. Roi straße 42. 2. Hos. honplatten und Repa� ithenburg, � Prenzlauer- 1171K Federbetten Stand 10,50, große 16,00, Gardinen, Wäsche, Teppiche, Steppdecken, Uhren, Goldsachcn, spott- billig. PsandleihhauS Küstriner Platz 7._ 1261K» Steppdecke« billigst Fobrik Große Franksurterftraße S, parterre.-fl Zigarrengeschäft. anschließende Wohnung, acht Jahre einer Hand, wegen Slrigenleiden, sehr billig April verkäuflich Mühlenstraße 49a. 93/6» Gnskronen, Petroleumkronen, Speifekronen, ohne Anzahlung, Woche l,00. Riesenlager. Böttcher selbst.— ErstenS: Borhagenerstraße 32(Stadt- bahn, Hochbahn: Warschaucrstraße). — Zweitens: Ravensstraße 6(Bahnhof Wedding)._ mTK» Möbelfabrik. Oranienstraße 58, direkt Mmitzplatz. In meinen drei Etagen stehen komplette WohnungS- cinrlchtungen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Etegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich w verliehen gewesenen, fast neuen Möbeln, die bedeutend herabgesetzt sind. Besichtigung erbeten, ohne Kauf- zwang. Auffallend billig verkaufe ich neue ChaiselonaueS 17, Schlaffosa 27, Satteltaschensosa 35, Paneelsosa 55, Garnitur 50, hochelegante Plüsch. garnitur 75, Säulenirumeau 29, Bettstelle mit Malratze 18. AuSzieh- tisch 16.'Gekaufte Möbel können drei Monate toftensrei lagern. Teil- zablung gestattet. Auch Sonntags geöffnet. 1163L' Herren- Garderobe näH Matz, saubere Arbeit, großes Stofflager. Paletot,'Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handwerker, lasset den Hand- werker verdienen. Teilzahlung gestattet. F. Dörgc, Dresdenerstraße 109.» Kinderwagen, Kinderbettstellen. Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kurfürsten- straße 172. 2355b» Andersen- Pianos. Bequemste Ratenzahlung. Schilltngstraße 38.» Gnrd tue» bans Große FranÜiirler. straße v, parterre. Iß MNchgcschäftSeinrichtuugen, Müchkübel, Staunen, Maße, Milch- siebe, Wiegeschalen, Buttermaschinen rc. billigst. Jordan. Michaetkirchstratze 21. Möbeltischlerei liesert geschmack- volle Wohnungseinrichtungen äußerst billig. AuSziebiisch 11, Nußbaum- Kleiderschrank, Verttlo 45, Trumeau geschliffen 35, Plüschsosa 55, Muschel- betisiellen mit Mairatze 40. Schias« zimmer Farbige Kuchen 60. Besichti. gung meines staunend großen Lagers erbeten. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Nur Keller und Htnterräume. Harnack, Tischtermetster, Dresdener« straße 124, zwischen Oranienplatz und Siottbuser Thor. Genoffen erhalten 5 Prozent._ 1288a* Fahrräder, Teilzahlungen. Jnva» lidcnstraße 148(Eingang Bergstraße), (vroge Franksurterstraße b6, Statitzer- straße 40. 1285K» Bauparzellen, genehmigter Be'. bauungsptaii. ohne Stiaßenland- Abtretung. 2'/, Meilen vom Zentrum Berlins, Quadratrute 9 Mark, ver» laust Schulz. Rixdors. Lenau. ftiatze 12/13._ 2769b» Äbessintcrpumpen, 8.00 bis>00.00, alte 5.00. Schläuche 0,40. Erdvoyrer umsonst. Wolff, Pumpenjabrik, Acker- straße 8l. �>04» Änzüge enorm billig. Pfandleihe Küsteinerplatz 7. 1292A» Möbelverkans in ineinei Möbel« .sabrik Wallstraße 80/81, nahe Sptttel- markt. Infolge de» großen Umzugs befinden sich am Lager viele zurück. gesetzte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu sind. Kleiderspind, Bcrtito 28.00, Ausziehtisch ts. Muschel. bcttstelle mit gedermatratze' und Keilkissen 36, Taschensosa 50, Paneel- sosa 70, Waschtoileiie 20, Ruhe- bett 25, ganze Elnrichtmigen billigst. Transport frei. 93/17» Flottgehende Kastwirtschasten. auch mit Materialwaren-Geschäst, in emporblühenden industriellen Städten, zu verlausen. Anzahlung 2000 bis 10 OOO Mark. Agenten verbeten. Offerten an Laut« Linzner. Witten- Berg. Restaurant, sichere Brotstelle, Fa- briken im Hause, sofort zu verkaufen. Muskulus, Schöneberg, Maxstraße 8. Restaurant und Taubenbörse, gutgehend, zu verkaufen. Zu er- fragen Berliner Unions-Brauerei, Hasenheide 22/31.__+82' Pianino und Harmonium, noch sehr gut erhatten, billig verkäuslich Pllcklerstraße 33, I links.___ fll* Gärdinenspanner, Platte und Kinderwagen zu verkausen. Preß, Mariannenplatz 11._ flO» Fräulein verlaust räumungs- halber Nußbaumspind, Vertiko, Ma- gazinstraße 18o, Hochparterre rechts. Malzkrastbier. blutbildend, sür Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Gewichtszunahme, bessere Gesichis« sarbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark,'/„ Tonne 3,60 exklusive. Nicht Flaschenzahl, Qualität ent. scheidet. Dcutschcnglische Porterkellerei, Bernauerstraße 119. 1255K» Brautleute— SosaS, Spiegel. Bettstellen, reelle Matratzen, enorme Auswahl vollständiger WohnungS- Einrichiungen in riefigen Fabrik- räumen bekannt billigstl.NurGnmer- weg 81." Dwinatzks. 1303K» Junge Frau muß schleunigst sechs Zimmer Möbel verlausen, darunter Gardinen. Steppdecken. StoreS, Tisch- decken, GaSkronen, Bilder, Salon- garnitur, Paneelsosa 50,00, vieles ledcn annehmbaren Preis. Lands- bergerstraße 42, II-_ 78B Nähmaschinen, alle Fabrikale, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, ge» brauchte 12,00, Postlarte genügt. Wienerstraße 6, Ackerstraße 113. 69b Paneelbrett, Muschclbettstelle, Matratze 25,00, Stabbeltslelle 10,00, Nmerspinb 8,50, Kleiderschrant 27,00, großer Spiegel, Spiegelspind 18,00, 'Küchenmöbel, Waizensosa 36,00, Schreibtisch 48,00, Stühle 3,50, Speise. tisch 7,00, Bilder 2,80. Kamerling. Kastanien-Allee 56 am Weinbergsweg. Plüschsosa 18.00, Bücherschrank. Schreibtisch 15.00, Tresckowslraße äl N. Kanarienauswahl straße 53, Portal I. Dresdener- -s63» Kleiderspind, Wäschespind, SchlaI- sosa 15,00, Chaiselongue, Küchenspind, Spiegel, Kommode 13,00, Bettstelle, Matratze 20,00, Pallisadenstraße 95, Verwalter. 93/16* Paneelbrett. elegant, neun Mark, Strausbergerstraße 6s II. 93/15 Betten, zweischläfrig, 16,00, Dresdenerstraße 38. 72b* Brautleute besichtigen Sie mein großes Lager im Fabrikraum und Keller. Möbel, Spiegel, Polster- waren. Saalselds Möbelspeicher, Krautstraße 50. Kein Laden, daher die billigen Preise._ 175 Wellbtechbuden. sür Lauben- kolonie» passend, verkaust Kiesholz- straße 13/14. Lesichtigung in Stralau. Tuimeistraßc 39/40._ 260il3 Freikchwinger, für Schuld an- angenommen, billig zu verkausen. Hanlwitz. R-ich-nbergerstraße 17.?9b Zigarrengelchäst, gutgehend, mit Wohnung, billig. Demminerstiaße 32. Bettstelle(Nußbaum). Matratze verlaust Scharina, Admiralstraße 15. Hos 2 Treppen. �2 Ztgarrengetchäs» heiralSwegen so« fori zu verlausen, 450 erforderlich, auch Tciizahwng. Weißensce. Langhaus- straße 9. P>38 Setsengeichäst sofort oerlanstich" lianlhcilShaibcr Buchholzerstvaße 8. Nähmaschinen, ohne Geld, Woche 1,00, Uhr Gratiszugabe, gebrauchte 12.00 an. Köpenickerstrahe 60/61, Große Franksurterstraße 43, Prenzlauerstraße 59/60. t89* Geniiisegeschäst mit Kohlen ver- zugshalber sofort zu verkaufen. Er- fragen bei Weißer, Seelowcrstraße 9. Milchgeschäft vertäust attershalber sehr billig Jnsterburgerstraße 8(Eck. Haus).___ t39 Nähmaschinen. Zahle bis tO.OO, wer Teilzahlung kaust oder nach. weist. Sämtliche Shsteme. Woche 1,00. Ohne Anzahlung. Postkarte. Brauser, TUsiterstraße 90. t39' Halbrenner, Damenrad, hochmodern, abreffehatder sofort spottbillig ver- käustich. Henrich. Große Frankfurter- straße 96/ Seitenflügel, parterre. Schöne große Federbetten, Stand 20 Marl. Dresdenerstraße 33, vorn II ltnls. 93/18» Gelegenheitskäufe: Paletots, An- üge, Hosen, Koffer, Revolver, lesckingS, Uhren, Goldsachcn, Kessel, spottbillig. Lücke, Oranienstraße 131. Reisegtäser, Operngläser. Reiß zeuge. Regulatoren, Freischwinger, Harmonikas, Geigen, Zithern, Betten, Teppiche, spottbillig. Lücke, Oranien- straße t3l. 6tb» Monatsanzüge und Winier- paietois von 5,00 an, Joppen von 4,50 an, Hosen von 1,50 an, Geh- rockanzüge von 12,00 an, Fracks von 2,50 an, sowie für korpulenie Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, auS Pfand- leihen verfallene Sachen kaust man am vorteilhaftesten bei Naß, Mulack- straße 14. 74b» Versckiectenes. Gesanglehrer sucht Damen und Herren ftir gemischten Chor kostenlos. Uebungen Mittwoch abends 9—11 im Institut Bombelke, Slalitzerstratze 45. Meldungen jederzeit. 2OS0b Anspolsterung: Matratzen 4,00, Soja 5,00. Meicke, Große Hamdurger- straße l8/t9_ 260/5« Kunststopferei von Frau Kokoskh, Charlottcnburg. Goethestraße 84, I. Pfaiidteihe, Prinzenftraße 63, ilich 8—8, Sonntags bis 2. 83/5» täglich l Patentanwalt Weisel, Gitschiner« straße 94a. 1792b» Pfandleihe Markusstraße 27.» MaSkenanzüge k Wintcrsee. Brief taube. Teuselcheu verleiht Meyer, Strelitzerstraße 23._+92* Zahnärztliche Polikkmik/ Weinbergsweg 11, 1—3 Uhr. Zahnziehen mit Zahnffeischbetäubuug umsonst. Künslliche Zähne a t Mark, Gold- und Porzellunsüllung 2 Mark.» schnellsördernd. Zitherunterricht, Britzerstraße l4 II. 75b» Teilhaberin sür rentables Penfio- nat von Dame gesucht. Erforderlich sünshundert.„Existenz", Hauptpost- amt.__________ 776 Ehrenerklärung. Die Beleidigung gegen Herrn Skrzyczack nehme ich zurück, erkläre denselben sür ehrenhaft. LulowSki, Swinemünderstraße 53. Pfandleihe, Schönhauserallee 35, Ecke Franseckistraße._+56 Küchenjachen streicht Wolff, MuS- kauerstraße 14.+12 Vermietungen. Warthesiraste I/I8. Nähe Bahn- hos Hermonnftraße. 2 Stuben mit und ohne Bad. 1 Stube nebst vielem Zubehör. Ferner Läden mit und ohne Wohnung sofort preiswert. Näheres Barthestraß« 41 und 71. Wodmiiix«» Oudenarderstrahe 36, 37, 38. billige, geiunde Kleinwohnungen sofort und 1.'April. Näheres Wirt 37.» Hermannftraj« 62, Rixdorj, neues Haus, Wohiiung�u von 2 und 1 Zimmer, Ballon, Zubehör, iosort billigst zu veimietnu. l22SK* * Markgrafendamm 8 zwei große Zimmer, Küche mit Speisekammer, reichlichem Zubehör, 336 Mark an, auch dreizimmerige, 552, sofort, April. Rixdors, verzugshalber Stube und Küche 1. April Herniannstraßc 232, IV, Kahlert._+150' Sofort Stube, Küche 20,00, vorn Soldinerstraße 106._+99 Zimmer. Möbliertes Zimmer, geteilt, so» fort a 12,50, Walter, Wiesenstraße 6. SchlafstelleB* Möblierte Schlafstelle für Herren bei Warsow, Oranienstraße 38, IV. Teilnehmer zur möblierten Schias- stelle gesucht. Frau Jacobey, Kol« bergerstraße 26, III. 78b2 Möblierte Schlafstelle vermietet Schnur, Pücklerstraße 19._+12 Bessere Schlasslelle, 9 Mark, Wrangelstraße 115, vorn 2 Treppen links._+12 Schlafstelle für Herren, Dieben» hosenerstraße 11».«eithnflügel II. Frau Quintern.+56 Moliliorre Schlafstelle Oderbergcr> straße 35, vorn, Albvccht.+56 Gut möblierte Schlafstelle für zwei Herren Boxhagenerstraße 14/l5, vorn IV rechts, Kochinsli._+39 Zwei Herren, saubere Schlafstelle Ackerstraße 64, Witwe Düntzel, Quer- gebäude IIL_+93 Mietszesnchm SaubercS Zimmer sucht Koch. mamsell, Nähe Bahnhos Bülowstraße. Berta Schröder, Charlattenbnrg, Knesebcckstraße 35/36, I. 64b Saubere Schlafstelle für zwei Herren zu mieten gesucht. Preisofferten unier X. 1 dieses Blattes. �rbeitsmarkt. Stellengesnclie. Junger Installateur, welcher drei Fahre in einem Elellnzitätswerle als Hülssmonteur sür Starkstrom tätig war, sucht als solcher Beschäs. tigung. Gute Z-ugniffe stehen zur Verfügung. Rixdors, Schönstedt. straße t4 Bei Deuter._+119 Suche sofort eine Heizerstcllc. Paul Sievert, Remickendors-Ost, Justusstraße 6.+128 Berhetrateter Mann, 30 Jahre. sucht Stellung als Hausdiener oder Kalfenbote. Offerten Z. 100, Post- amt 31._'+93 BolkSduett Bogdanowitz, 9chchiä. bergerstraße 17.(Frei Matinee.) 92» Komiler, ElSholz, straße 6. frei. GropiuS- W 2950b» BolkSliumortst Schmelzer. Auch Gesellschaft, Stetlmerstraße 57.+98» �»tölkshumorist Balzö, auch Ge- sellschast, Manteuffelstraße 41.+12* Blinder Siuhlflechter bittet mn Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgettesert. ill. Gläser, Mulack. straße 27. 1468b Fl ickschnetder. � spottbillig, gut- sitzend, schnell, geübt, Aendermigen, Reparaturen, Garderobenreüiiguiig, sucht Kundschaft. Eberl, Frucht- straße 3t, vorn._+39 Btcllcnangebote. Schloffergeiellen und Konffruk- tlonSarbeiter verlangt R. Blume, Cdar- lottenburg. Schillerstraße 97. Itb» Kräftige Cijcnarbciler sofort ver- langt Steffen u Nolle, Süd-IIscr 16,17. �Schlciscrlehrliiig gesucht. Stahl- wareiisabrik, Sebastianstraße�?. 93/12 Kisteiiniacher jüFHand verlangt Eckert, Große Hamburgei straße 20. �Einpolterer verlangt Sedanilraße 46». im, Weißenf Schürz ennäherin. Hause, verlangt Hetz, straße 38._ 83 öüßcrm Stettiner- +99 Zlrbeiterinnen verlangt aus Knabcn-Pyials, dauernde Beschästi- gung, May, Reichenbergerstraße 42. Mädchen, tagsüber, sucht Schneider, Frankfurter Allee 31, III.+130 Schürzennäherin aus bessere weiße Kinderresorm sucht Klemami, Petcrsburgerstraße 23._+39 K n a b e» h o se n- Arbeit erin, Knabcn- Stoffbtusen-Arbeiterin, Waschbluscn- Arbeiterin verlangt Laaser, Brunnen- straße 84._ 65b* Hohlsaum- Stepperin Eisenbahnslraßc 11._ Ganske, 68b Zeitungsfrauen finden sofort lohnende Beschäftigung Altonaer- straße 138,_ 98/14* Zettungsfrauen finden dauernde Bcs chästigung Schützenstraße 22.* Eine tüchtige Belegerln verlangt E. Liepmann, Charlottenburg, Am Lüchow 9._+126 Mädchen von 14—16 Jahren zum Anternen für leichte Kontorarbeit sofort verlangt. Offerten unter„G. 1" sind mit Gehaltsansprüchen zu richten an die Expedition des„Vorwärts".* Fassonhemden- Arbeiterinnen im und außerm Hause. Fürle, Arkona» platz l II._ 100 Arbeiterinnen aus leichte Saccus verlangt Buchholz, Pank- straße 5._+82* Stepperinnen Kinderkleider oerlangt EverZ. Wittstockerstraße 18.» Zeitungsfrauen sinden dauernde Beschäftigung Prinzenftraße 41. 92/8» S*n ArdettsmarN durch Mnntecc« Druck hervorgehoben« ■«»cito« koste« 40 Pf. pro Zeit«. _ür meine Goldleistenfabrik suche ich zum 1. 1. einen in allen Fächern des Betriebes erfahrenen Werkführer. Angebote» sind Zeugnisabschristen sowie GehaltSansprüche bei freier Wohnung beizufügen und befördert solche unter it. t gerichtete Offerten der„Vorwärts" weiter. 2292* Oenucht für I-ondon! Tüchtige Gürtler, die fich aus clektrogalvanische Arbeit verstehen, tüchtige Metall- Färber, müssen mit Silber, Bronze und Messing- Platteren bewandt sein, tüchtige Ziseleure, die es auch gründlich ver- stehen. Formen zum Zinnguß zu ver« fertigen; dauernde Arbeit und guter Lohn. Rur ersahreue und tüchtige Arbeiter werden ersucht, sich zu be- werben mit Angabe von Ültter usw. K. L. c/o P. W. Sears, Adver- tising Contractor, 50 u. 52, Ludgatn Hill, London. 287/13* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Wegen Streik und Differenzen ist Ju/iig fmiiiilißltfii von Treppengeländer-'Arbeitern (Drechsler. Tischler, Stellmacher. Polierer. Maschineiiarbeiter und Bildhauer) von derTreppeiigelander- sabril Joseph Drechsler, Gubener« straße 33; von Perlmuttarbeiter». Horn- u. Hülfsarbeitern von der Finna AbramowSli u Sieiner, Köpenick«. straße 33; von Einseüeru oom Bau Gerhardt in Halcniee, Schiveidnitzerstr. 6 und 7; von Tischlerei Zlngrtek, Heizlörper- verllesdung nach folgenden Bauten: Bau Schmidt, Halensce, Joachim- Fiiedrickstr.. EckeHalbcrstädter, Bau stidreoht. Charlöllenburg, Giescbrechtslr. 13, Bau Iheising, Tanbeiistraße, Ecke Rarlgrasen straße, Bau ltkaiter, Schöncberg, Grüne- waidstraße 91, Bau V/ipperling, Schöneberg, Eise- nacherstraße 89; und Tischlern von Ebers Möbel- tischlere«, Manteuffelstraße 22, und von Parkettbodenlegern vom Bau Schoffow, Gicsebrcchtstr. 11 R»ie Oi-tii.vei'svaUunjj. — �Bttantwortlicher Redakteur- H«ns Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck». Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. itiüiü. Redaktion und 6xpedttion: Berlin. Cindenltr. 69. fernlprether: Hmt II, 1983. | Nr. 48. Dienstag, den 27. Februar ISttv. � Inserate Stchzgelpattene«oloneli-eile ZS Big. Bei größeren NuttrSgen entiprecvenden Rabatt partci-Hnc|clcgcnbcltcn. Reinickendorf-West. Heute Dienstag, den 27. Februar, findet der Diskutierabend im Lokale von Schulz, Berlinerstr. 3S statt. Vortrag des Genossen Markowski über:«Die Schule, wie sie sein soll". Erscheinen notwendig. Der Vorstand. Weißensee. Am Mittwoch, den 23. d. M.. abends S'/z Uhr, findet im Lokale«Albrechtshof", Parkstraße 13, eine öffentliche Kommunalwähler-Versamnrlung statt. Die Kandidaten für die ll. und Hl. Wählerabteilung werden in dieser Versammlung auf- gestellt. Da anzunehmen ist, daß auch Gegner anwesend sein werden, so werden die Genossen ersucht, zahlreich zu erscheinen. DaS sozialdemokratische Wahlkomitee. Lankwitz. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Restaurant Link, Calandrellistr. 27, eine Vereinssitzung des Sozialdemokratischen WahlvereinS Gr. Lichterfelde-Lankwitz statt. Außer Vortrag steht die Besprechung der Gemeindewahlen auf der Tagesordnung. Diese Zweigsitzungen werden von jetzt ab jeden letzten Dienstag im Monat abgehalten. Vorort- l�acdricbten. Zur Lemetocketvshlbetvegiiiig. I« FriedrichShagcn finden am Montag, den 6. März, nach- mittags von S— 8 Uhr. die Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung in beiden Bezirken der dritten Klaffe statt. Ueber die Bezirkseinteilung geben die in einigen Tagen zur Verteilung gelangenden Flugblätter J!luskimst. Die Wahl finoet statt S?; im ,m ersten Bezirk: Restaurant.Eiskeller", Friedrich ziveiten Bezirk: Restaurant Karl Conrad, Friedrichstr. 157. Kandidaten sind: 1. Bezirk Maurer Wilhelm Schmidt, 2. Bezirk Metall druck waren-Fabrikant Hermann Grau. Unsere Gegner sind emfig an der Arbeit, um die Vermehrung der ihnen so verhaßten sozial- demokratischen Gemeindevertreter zu verhindern. Die von ihnen für die dritte Klasse aufgestellten Kandidaten mögen ja sonst ganz gute Menschen sein, für die hiesige Arbeiterschaft aber find sie gänzlich unbekannte, im verborgenen blühende Veilchen. Der HauS- und Grundbesitzerverein, der Verein der Ladeninhaber, der Verein der Gastwirte einerseits und der Mieterverein anderer seit« entfalten eine fieberhafte Tätigkett, um den Einzug neuer hte in den Karpfenteich unmöglich zu machen. Vergebliches Be „Viel andere zogen vor ihm aus, Heck mühen I zu wagen kehren." Wie sagt doch Schiller:„Blei andere zogen i den gewaltigen Strauß, doch keinen sah man wieder- Intensive Agitatton unsererseits wird der Maulwurfs arbeit der Gegner hinter verschlossenen Türen ein für allemal ein Ende machen. Wenn die Gegner glauben, die Werbe kraft der Sozialdemokratte habe in unserem Orte ihren Höhepunkt überschritten, so sollen sie am Wahltage durch den Masfentritt des Arbeiterbataillons eines anderen belehrt werden. Darum ist es aber die doppelte Pflicht der hiesigen Arbeiter und Parteigenossen, eifrig für die Wahl zu agitteren, bei Bekannten, in der Werkftätte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, damit unsere Kandidaten nicht nur gewählt werden, sondern auch mit überwältigender Majorität als Sieger aus dem Wahlkampfe hervorgehen. Unsere Losung sei: Die dritte Klasse gehört von nun an nur noch der Sozialdemokratie I In Groß-Lichterfclde finden die Gemeindevertreterwahlen am 9. März statt. Wie bei früheren Wahlen, so werden sich auch diesmal unsere Gegner die Hand reichen zur gemeinsamen Be känchfung der Sozialdemokratie. Ist aber die Arbeiter- schaft auf dem Posten, tut jeder Parteigenosse seine Schuldigkeit, s o ist ern Sieg der sozial- demokratischen Kandidaten trotzdem diesmal zu erwarten. Die kurze Spanne Zeit muß gründlich zur Agitatton v o n M u n d zu M u n d, in den W e r k st ä t t e n, auf den Bauplätzen usw. ausgenutzt werden. Kein Arbeiter versäume diese seine Pflichtl Die Kandidaten der Sozialdemokratie sind: für den West bezirk: Hermann Senst, Maurer, M o ltkestr. 21; Kaspar W en z e l, ZeitungS- cppedient, Zehlendorfer st r. 3; für den Ost bezirk: Kurt E isner, Schriftsteller, Boninstr. 3. DaS sozialdemokrattsche Wahlkomitee. AuS Nowawes- Neuendorf wird uns geschrieben: Die sozial- demokratische Petttion an den Gemeindevorstand von Neuendorf um Verlegung der Wahlzeit zu den dortigen Gemeindevcrtreter- wählen in die Abendstunden hat nun doch einen für die Petenten günstigen Erfolg gehabt. Wie wir kürzlich mitteilten, erhielt der Genosse Fesser, welcher den genannten Antrag dem Neuendorfer Ge- ineindevorsteher überreichte und begründete, den mündlichen Bescheid, daß der Petition nicht stattgegeben werden würde. Inzwischen hat man sich aber doch eines Besseren besonnen, wie folgendes, dem Genossen Fester am Sonnabend zugegangenes Schriftstück beweist: «Auf Ihr Schreiben vom 19. Februar d. I., die Gemeindeverord- netenwahl von 5—8 stattfinden zu lassen, teile ich Ihnen hier- durch mit, daß Ihrem Anttage entsprechend die Wahl der dritte Klasse am Donnerstag, den 8. März, nachmittags von 5—8 Uhr stattfinden soll, nachdem festgestellt ist, daß die Wahlen in Nowawes in derselben Tageszeit stattfinden solle». Den Milunterzeichneten wollen Sie hiervon gefl. Kenndlis geben. Obst." Wir wollen über die merkivürdige Ansicht, daß sich die Wahlzeit in Neuendorf nach derjenigen in Nowawes zu richten hat. keine Worte verlieren, sondern nur unserer Genugtuung darüber Ausdruck geben. daß die öffentliche Kritik, die der erste Bescheid des Gemeindevor- stchers in der sozialdemokratischen Presse und in Versammlungen erfuhr, nun doch ihre Wirkung getan hat. Hoffentlich wird dieser Erfolg für unsere Genossen ein Ansporn sein, die kurze Zeit bis zur Wahl noch fleißig auszunutzen und zu agitieren, damit der 8. März durch die Wahl unserer Kandidaten ein Ehrentag für die Neuen- dorfer Sozialdemokratie werde. Die Wahl findet im SitzungS- saal des Neuendorfer Rathauses statt und werden an den letzten drei Tagen vor derselben im Gemeindebureau. Zimmer Nr, i. während der Zeit von 8 Uhr vormittags bis g Uhr nachmittags Legitimationskarten ausgegeben. Die ohne eine solche erscheinenden Wähler müssen für anderweitige Legitimation Sorge tragen, sich auch bei der Zulaffung zur Stimmabgabe eine Zurückstellung hinter die mit Karte erscheinenden Wähler gefallen lassen. Wer es von den Genossen also möglich machen kann, besorge sich im Interesse einer schnellen und ungestörten Erledigung der Wahlhandlung eine amtliche Legittmationskarte. Glückliches Friedenau! In Friedenau haben unsere Genossen kürzlich ein Flugblatt verbrettet, in dem unsere Forderungen dar- t sind, die wir auf kommunalpolittschem Gebiete erheben. Der Friedenauer Moniteur findet, daß die„meisten" Forderungen davon in der Gemeinde Friedenau bereits durchgeführt sind und die dor- tigen Gemeindevertreter nicht notwendig hätten, von der sozialdemo- kratischen Partei erst darauf hingewiesen zu werden. Einzelne andere Fragen, die ebenfalls in diesem Programm aufgeworfen sind, seien bereits und andere würden in allernächster Zeit in der Gemeinde- Vertretung beraten. Also der reinste ZukunftSstaat ist in Friedenau schon vorhanden und das alles durch die bürgerlichen Vertreter. Und da sind die Arbeiter so einsichtslos, diese Herren nicht wiederwählen zu wollen! Undankbare Menschen! Warum mögen sich denn nur diese Herren so sträuben, Sozialdemokraten in ihrer Mitte zu haben? Der sozialdemokratische Wahlverein von Treptow-Baum- s ch u l e n w e g hat bekanntlich zur Gemeindevertreterwahl als Kandi- baten die Genossen G e r i s ch und Karow aufgestellt. Weil vier Stimmen gegen Karows Kandidatur waren, läßt sich der«Treptower Waschzettel" berichten, Karow wäre nur mit 30 Stimmen ausgestellt worden. Der Berichterstatter muß in der Versammlung geschlafen haben, sonst könnte ihm das nicht passieren, er verwechselt nämlich einen anderen Punkt der Tagesordnung mtt der Kandidatenaufstellung. DaS ist aber gleichgülttg; es wird eben berichtet, weil der Verleger jedenfalls seinen glaubigen Lesern alles bieten kann. Ueberhaupt hat eS Genoffe Karow diesem Herrn angetan, denn er hält ihn nicht für geeignet zu diesem Amte. DaS glauben wir ihm gern, aber er wird lange warten können. bis wir ihn danach fragen, wen wir aufftellen sollen.— Am Freitag hielten die fünf„Parteien" eine sogenannte öffentliche Wähler Versammlung ab. Es waren nur zirka 50 Männchen erschienen. Wie ein zu dieser Versammlung einladendes Flugblatt sagt, soll mit .vereinten" Kräften gegen die Arbeiterschaft losgezogen werden. — Sie mögen nur losziehen. Wir werden mit ihnen schon fertig werden. Tue nur jeder Arbeiter seine Pflicht und helfe kräftig mit an der Wahlarbeit, dann werden unsere Genossen mit großer Majorität den Sieg davonttagen. Charlottenburg. Im Cafö erschossen. Ein auftegender Zwischenfall fand gestern nachmittag in dem Cafo und Konditorei von Eduard Krause m der Kantstr. 152 in Charlottenburg statt. Ein fremder Gast. trat gegen 3 Uhr in das Cafs ein und fiel durch sein erregtes Wesen den übrigen Gästen auf. Er bestellte sich eine Tasse Kaffee und ver langte nach einer Zeitung, in deren Lektüre er sich anscheinend ver- tiefte. Plötzlich ertönte ein Knall und der Fremde stürzte entseelt zu Boden. Unbemerkt hatte er hinter dem Zeitungsblatt einen Revolver hervorgeholt und sich ein« Kugel i» die Schläfe gejagt. Der sofort von der Unfallstation XX hinzugerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. In dem Selbstmörder wurde ein Kauf- mann Müller aus der Wichmannstraße in Charlottenburg rekognosziert. Die Leiche kam ins Schauhaus. . Freie Volksbühne Charlottenburg. Die heute Mttwoch, abends 3>/z Uhr, im Vollshause stattfindende ordentliche General- Versammlung der Charlottenburger Freien Volksbühne, auf die wir an dieser Stelle nochmals hinweisen, wird durch einen Vortrag des Herrn Dr. B roh über. Gerhart Hauptmann" ein- geleitet werden.— Die nächste Vorstellung findet am Freitag, 16. März, statt. Zur Aufführung an diesem ersten Theaterabend des neuen Geschäftsjahres gelangt Leop. Kampfs Revolutionsdrama „Am Vorabend". Die Mitglieder werden dringend gebeten, noch vor diesem Termin die abgelaufenen Mitgliedskarten bei ihren Zahlstellen gegen neue umzutauschen, da am letzten Tage der An drang zu groß und die Arbeit des Ausschreibens nicht ohne Un bequemlichkeiten zu bewältigen fein würde. Neueintretende Mitglieder, die den Wunsch haben, bereits der Auf führung des Kampffchen Dramas beizuwohnen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß bei Anmeldungen. die nack, dem 13. März einlaufen, eine rechtzeitige. für diese Vorstellung bereits gültige Aufnahme in den Verein statutengemäß nicht mehr angänglich ist. Zahlstellen sind: E. Müller, Rosinen- straße 3 sVolkshauS); A. Will, Kirchstr. 30; Friedr. Paesler, Schlüterstr. 8; Franz Schmidt, Wilmersdorferstr. 130; Konsum- verein, Wilmersdorferstr. 27; Konsumverein II, Potsdamerstt. 12; Gustav Bigalke. Schloßstr. 26a: Wilhelm Murrer. Wilmersdorf, Eislebenerstc. 14; Käsler, Wilmersdorf, Laueuburgerstr. 20. Rixdorf. Für Schulbauten hat der Magistrat im Einverständnis mit der Stadtverordnetenversammlung den Ankauf von drei neuen Grund stücken beschlossen. Die Kosten beziffern sich rund auf eine halbe Million Mark. In den für diese Grundstücke in Aussicht genommenen Gebäuden werden 120 Schulklassen Aufnahme finden. Auf jede einzelne Klasse entfällt für Grunderwerb und Baulosten ein Betrag von zirka 16 000 bis 17 000 Mark. Unser am Freitagvormittag vom Postneubau abgestürzte Genoffe Karl Brase ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag seinen schweren Verletzungen erlegen. Da die Leiche polizeilich be- schlagnahmt ist. kann der Zeitpunkt der Beerdigimg noch nicht an- gegeben werden. Brase gehörte zu den Parteigenossen, die jahrelang in emsiger Tätigkeit für die Partei wirkten. Jinmer, wenn die Partei rief, war Brase auf dem Posten. Längere Zeit arbeitete er als Bezirks- führer des 13. Bezirks nach besten Kräften für unsere Sache. Die Parteigenossen betrauern das Geschick deS im Dienste der Arbeit verunglückten Genossen und werden ihn in ehrendem Andenken be- halten. Der Entwurf einer Polizciverordnung für die neu errichtete Freibank lag der letzten' Stadtverordnetenversammlung zur gutacht- lichen Aeußerung vor. Es wird darin die obligatorische Benutzung der Freibankeinrichtungen für sämtliches beanstandete Fleisch be- stinrntt. Aber auch auswärts untersuchtes und eingeführtes Fleisch dieser Art soll zugelassen werden können, wenn die zuständige Depu- tation dies genehmigt. Mit Recht wurde von sozialdemokratischer Seite diese Bestimmung bekämpft, weil es sicher nicht im Interesse der städtischen Bevölkerung liegen kann, daß auch noch von auswärts minderwertiges Fleisch zugeführt wird. Es wurde dem gegenüber versichert, daß nur verschwindend seltene Ausnahmen in Frage kommen. Die Abgabe des Fleisches erfolgt nur in Mengen von höchstens zwei Kilogramm an demselben Tage und für denselben Haushalt. Gast- und Speisewirte erhalten nur nach polizeilicher Genehmigung Fleisch von der Freibank; Wurstfabrikanteu und Flcischhändler sind als Abnehmer vollständg ausgeschlossen. Weihensee. Aus der Gemeindevertretung. Der Brennkalender für 1906 lvurde von der Majorität dergestalt angenommen, daß vom 1. April ab sämtliche Straßenlaternen bis 12 Uhr nachts brennen, von da ab werden 177 Nachtlaternen Beleuchtung spenden.— Ein Einspruch gegen die Richtigkeit der Wählerlisten wurde berücksichtigt.— Die Kommission für Errichtung einer höheren Mädchenschule machte fol- gende Vorschläge, welche auch angenommen wurden: Die Leiterin der ehemaligen Privatschule ist nicht an die neue Anstalt zu über- nehmen. Es wird ihr eine Entschädigung für die Abgabe der Schule an die Gemeinde von 4000 M., für die Uebereignung der Lehrmittel und Einrichtungsgegenstände eine solche von 900 M. gewährt, außerdem 400 M. für Mietsverbindlichkeiten. DaS Schulgeld wird für die drei unteren Klassen auf 100 M., für die übrigen auf 120 M. jährlich festgesetzt. Freistellen sind mindestens 5 Proz. vorzusehen. Die Schule wird in dem von der Gemeinde angekauften Buchmannschen Grundstück in der Parkstraße unter- gebracht.— Ein Antrag des Fabrikbesitzers Ruthenberg um Ab- änderung des Elektrizitätsvertrages gab Veranlassung, nochmals eine Kommission einzusetzen, welche den Berttag erneut prüfen soll. Rian kommt so sachte dahinter, daß man sich mit dem Vertrage eine schwere Rute anfgebnnden hat und versucht zu retten, was noch zu retten ist.— Die Erhöhung der Hundesteuer auf 25 M. hat einen Entrüstungssturm der Hnndebesitzer gezeitigt und es wurden verschiedene Petitionen eingereicht, darunter auch eine des Grundbesitzer- Vereins. Die Gemeindevertretung ließ sich aber von der Nützlichkeit der Herabsetzung der Hundesteuer nicht überzeugen, und cS bleibt beim alten.— Die Schaffung einer Kämmem-Jnspeltorstelle verursachte eine ausgedehnte Debatte. Der Herr Vorsteher sowohl wie sein Stellvertreter gaben zu erkennen, daß die Kassengeschäfte so im argen liegen, daß an eine Beratung des Etats vor der Hand nicht zu denken ist; betrübend war die Aeußerung, daß ihnen zu wenig zuverlässiges Beamtenpersonal zur Verfügung stände. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte diese Aeußerung auf die bürgerlichen ?ierren, die nunmehr ihre vorgefaßte Meinung änderten und die Stelle «willigten.— Die unerquicklichen Debatten über die Bewilligung einer Dienstwohnung an denGemeindevorsteher haben nun auch ihre Erledigung gefunden. Der m geheimer Sitzung mit einer Stimme Mehrheit gefaßte Beschluß, die ehemalige Wohnung des verstorbenen Amtsvorstehers als Dienstwohnung für 1000 M. Entschädigung dem neuen Ge- meindevorsteher zu überlassen, hat derselbe angenommen und sind nunmehr noch für die bewohnbare Herrichtung der Villa 800 M. bewilligt. Die Summe ist deshalb so hoch, weil die Erben des verstorbenen Amtsvorstehers Feldtmann nicht nur die Kochmaschiiic, sondern auch die Badeeinrichtung mitgenommen haben.— Der Schöffe Plüschow hat seinen Posten niedergelegt, die Gemeindcver- ttetung hat keinen großen Verlust, denn während seiner langjährigen Tätigkeit hat man weiter von ihm nichts gehört als bei nament- lichen Abstimmungen je nach den Verhältnissen die Worte„Ja" oder„Nein." Steglitz. Wie Klagelaute«ineS geprügelten KöterS klingt eS aus dem Bericht über die Versammlung des„Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" in der„Stegl. Ztg.". der anscheinend von „beteiligter Seite" verfaßt ist. Der Verfasser sucht sich damit zu trösten, daß die Bersammlung zu ungünsttger Zeit stattfand, dieweil unsere„Bürgerschaft" bis an die Ohren in den Vorbereittmgen zur Silberhochzeit und zu den Gemeindcwahlen stecke. Das mag immerhin ein Trost sein, wenn auch ein schlechter.— Aber eine Naivität des Berichts müssen wir noch der weiteren Oeffentlich- keit mitteilen. Ans der Tatsache, daß eine ganze Anzahl unserer Anhänger mit„ A n g st r ö h r e n" bedeckt zur Versammlung gingen. weil sie nachmittags einem verstorbenen Freunde und Kollegen das letzte Geleit gegeben hatten, folgert der geärgerte Reichsvervändler, daß diese Parteigenossen von der Absicht geleitet waren, sich einen zu geben. �WWWB:sen. dann nicht im Zylinderhut, sondern mit einer möglichst großen O, heilige Einfalt! dann wären unsere Freunde bürgerlichen Anschein Wäre das wirtlich beabsichtigt gelve ' t, sondi Schlafmütze, geschmückt mit einer schwarz- weiß- roten Quaste, erschienen.— Etwas mehr Menschenkenntnis sammeln, Herr Skribifax, dann ersparen Sie sich in Zukunft vielleicht manche Blamage in Berichten und— Reichsverbands- Versammlungen I Groß-Lichterfelde. Morgen, Mittwoch, den 28. d. M., abends 8 Uhr, findet im Reisenschen Lokale Hierselbst, Chausseestr. 104, eine öffentliche Ge- Werkschaftsversammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Die Auf- gaben der Gewerkschaftskartelle in der sozialpolitischen Gesetz- gebung. Referent: Genosse Link-Berlin. 2. Diskussion. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist recht zahlreiches Erscheinen erwünscht. DaS Gewerkschaftskartell fitr Groß-Lichterfelde und Umgegend. Stralau. Ucberfahren wurde gestern nachmittag das vier- bis fünfjährige Kind des Arbeiters Kühnemann, Alt-Stralau 58. DaS Kind wollte über die Straße gehen, als ein Wagen der Sttaßenbahnlinie Görlitzer Bahnhof-Treptow herangesaust kam. ES geriet unter die Räder und wurden ihm Kopf und Beine abgefahren. Zehlendorf. In siedendes Blei gestürzt ist am Sonnabendnachmittag in Zehlen- darf der Arbeiter K. Zwischen Zehlendorf und Klem-Machnow finden gegenwärtig Verlegungen von Druckrohren statt, die durch die Führung des Teltowkanals bedingt sind. K. stand auf einem gußeisernen Rohre, um die Verbindungsstelle zu löten, als er plötzlich abglitt und mit dem rechten Fuße in den Bleitiegel geriet. Die flüssigen Bleimassen spritzten empor und bedeckten den Fuß und Unterschenkel des Arbeiters bis fast hinauf zum Knie. Der Unglück- liche erlitt entsetzliche, teilweise bis zum Knochen gehende Brand- wunden. Er wurde, nachdem ihm an Ort und Stelle ein Not- verband angelegt worden war, nach dem Kreiskrankenhause in Groß- Lichterfelde übergeführt. Waunsee. Die patriotischen" Vereine von Wannsee mußten natürlich die „Silberhochzeit" auch durch würdige Veranstaltungen feiern. Sie reichten deshalb eine Eingabe an die Gemeindevertretung ein zwecks Ueberweisung von 300 M. aus der Gemeindekaffe für den sehr löb- lichen Zweck. DaS Geld wurde natürlich bewilligt. Als dann aber die Abgeordneten der patriotischen Vereine eines Tages sich ver- sammelten, um das Festprogramm aufzustellen, ergab sich, daß man die 300 M. eigentlich gar nicht unterzubrinp-n wußte. Musik Lech» fackeln, Drucksachen und eine Biiste Ihrer Majestät seine solche Seiner Majestät war noch vorhanden), desgleichen Büstendekoration und Diverses lostet im Voranschlag nur rund 150 M. In der Rat- losigkeit, was nun mit den noch verbleibenden 150 M. anzufangen. machte dann jemand den Vorschlag, diese in Bier anzulegen was denn auch beschlossen wurde. Die Wannseer „Patrioten" können sich nun zur Silberhochzeit auch bier-patriotisch berauschen— auf Gemeindelostcn. Hermsdorf. Achtung, Gewerbegerichtswahlen! Für das Gewerbegericht m Hcrmsdorf finden in diesem Frühjahr die Wahlen der Beisitzer statt. Jeder Wahlberechtigte mutz sich im Laufe dieser Woche