Cor. 238. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Betlage ,, Neue Welt" 10 Pig. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fesitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlus Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Moderne Bayarde. Von einem Menschenfreund", der sich den, Distanzritt" in und aus Desterreich angesehen hat, erhalten wir nachstehenden Brief: Dienstag, den 11. Oktober 1892. alterlicher Ritterlichkeit in ihnen, und bei den Zirkusspielen und dem sonstigen Sport, den sie trieben, trugen sie wenigstens die eigene Haut zu Markte nicht blos die der unglücklichen Pferde. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. So Herr von Reißenstein über und gegen Herrn von Reißenstein. Wo ist der Staatsanwalt? die Doch nicht blos für Herrn von Reihenstein anderen haben es nicht beffer gemacht; nicht weniger als Es liegt in dem Wesen der geschichtlichen Entwickelung, 29 Pferde sind bereits dieser neuesten Sport- Orgie zum Opfer G3 wäre wirklich angezeigt, wenn bei paffender Ge- daß jede auf Ausbeutung und Herrschaft beruhende Kultur- gefallen, und den meisten übrigen Pferden blüht noch das legenheit die bei dem Distanzritt Berlin- Wien verübten periode, wie die Lebensbedingungen, so auch die Fäulniß- nämliche Schicksal. Ein Stiergefecht, bei dem 10 Pferde zu schauberhaften, kaum je dagewefenen Pferdeschinde- bazillen der früheren Perioden in sich aufnimmt, und zu Grunde gehen, ist schon ein ungewöhnlich blutiges, so daß reien ernstlich zur Sprache gebracht würden, denn wenn beidem ihr eigenes Theil hinzufügt, und daß demzufolge die es sogar spanischen Nerven zu viel wird. Und in allen diese Art Sport in die Mode käme, würden die Mann Fäulniß am Schluß der einander folgenden Kulturperioden eine zivilifirten Ländern sind die Stiergefechte ob ihrer Grauschaften die Gefühlsverhärtung der Offi- immer intensivere, der Hochgeschmack immer penetranter wird. samkeit verboten. Biere zu fühlen bekommen. Das bei dem Das oströmische Reich von Byzanz war noch weit durch- Trotzdem giebt es Menschen, die von einem sittlichen Distanzritt Geleistete reiht sich würdig an das Spieß- feuchter und raffinirter korrupt als das weströmische Reich und geistigen Inhalt" des Distanzrittes faseln. Dieser tuthenlaufen traurigen Andenkens. Wenn es die der alten Roma; und unsere fin de siècle, das heißt die Blüthe des noblen Sports, der die Blüthe der Nation hohen Kreise so treiben, ist nicht viel Verständniß für die moschusduftende, krebskranke Zivilisation des wissenschaftlich bewundernd zugeschaut, wurde der richtige Stempel aufgedrückt nothwendige Sozialveform zu erwarten." humanen Massenmordes und des fromm- fittlichen Massen- durch den Bruder kuß, welchen der Sieger im ,, edlen Der Vorwärts" hat schon wiederholt auf das raubes am Ende des 19. Jahrhunderts, schlägt die byzan- Wettkampf" seinem schweiß- und blutüberströmten Pferde Barbarische des Distanzritt• Sports und wir hatten auch, hingewiesen, tinische fin de siècle um 1000 Pferdelängen, wie bei dem gab, ehe es vom vornehmen zum gemeinen Schinder eintraf, als obiger Brief bei uns soeben verübten Distanzritt die österreichischen Bayarde" geführt wurde. Die Frage ist blos, wer von den beiden die Peitsche schon nochmals aufgenommen, bie preußischen. Brüdern auf der höheren geistigen Stufe steht. Sicher nicht um fie auf dem Rücken der Distanzritt- Sportsmänner und Bayarde! Wir danken dem Bindter für das Wort. der zweibeinige. ihrer würdigen Bewunderer herumtanzen zu lassen. Ohne zu wollen wie immer, wenn ihm das passirt- Und wenn Swift heute wieder auferstände und sähe, Recht hat der österreichische Menschenfreund" mit seiner hat er eine blutige Satire geschrieben. Bayard- der Ritter wie dieser Distanzritt" die Edelsten und Gebildetsten des Entrüftung über die„ kaum je dagewesene Pferdeschinderei", ohne Furcht und Tadel, der nie die Feinde gezählt, nie den Volkes der Denker mit Enthusiasmus erfüllt, ihnen wochenund Recht hat er mit seinem Hinweis auf die Folgen, die Armen eine Wohlthat, nie den Schwachen seine Hilfe ver- lang für ein Ereigniß ersten Ranges gegolten hat, dann solche Leistungen an Pferden für die Manufagter das Ideal eines, christlichen Ritters" mit den würde er finden, daß sein Pferdereich in Gulliver's Reisen schaften der distanzritterlichen Herren Offiziere haben Birfusreitern verglichen, deren ganzer Ruhm es iſt, teine Satire gewesen, sondern eine Prophetie: die Vormissen. Aus der Thierquälerei entwickelt sich erfahrungs: ein paar Dugend Pferde zu Schanden geritten zu ahnung der kapitalistischen Rivilisation, welche die herrschende gemas pers die wenschenqueret, und ein Offizier, der schwaben. Scapjcher toute nicht ausgedrückt werden, Klaffe so tief demoralisirt und herunterdrückt, daß sie daran gewöhnt hat, sein Pferd zu schinden, wird auch nicht wie das Ritterthum auf den Hund gekommen ist. Alexander unter dem Pferde steht. Davor zurückschrecken, seine Mannschaften zu schinden, zumal der Große, dessen Staub ein Spundloch verstopfen muß, ihm das keine Unkosten verursacht, wie die Pferdeschinderei hat noch eine angenehmere und ehrenvollere Rolle, als der thut, wenn das Thier davon lahm wird oder gar arme Bayard, der zwar nicht mit seinem Staub, aber mit eingeht". Und worin bestanden denn die Leistungen des„ groß- sucht und haarsträubendſter Thierquälerei decken soll- wohl Politische Meberlicht. artigen Distanzritts"? Handelte es sich um irgend ein höheres um den Staatsanwalt fern zu halten? Denn Sache Ziel? Um etwas Schönes und Gutes? Um eine Muth- des Staatsanwalts ist es, einzuschreiten. Und " seinem guten Namen diese Orgie rohester Sportsmanns " Berlin, den 10. Oktober. probe? Nichts von alle dem. Das Problem war, einige Man lese nur, wie Herr von Reigenstein, einer der Parlamentarisches. Die Post" meldet anscheinend Tage hintereinander auf dem nämlichen Pferde in möglichst Helden" des„ Distanzritts", sich selber belastet: offiziös, daß der Reichstag gegen Ende November, aber furzer Zeit mit äußerster Unbequemlichkeit und PferdeEr Herr von Reizenſtein spricht, gleich Cäsar, von vor dem 1. Dezember zusammentreten wird, damit die schinderei eine Strecke zurückzulegen, die man auf der sich in der dritten Person ritt gegen Ende der Frage bezüglich der Handelsverträge erledigt werden kann. Eisenbahn bequem und für eine geringe Summe zurücklegt. Tour drei Kilometer galoppirend, Der Etat soll sofort dem Reichstag zugehen. Die Militärfür diese Sportleistung läßt sich nicht der bescheidenste gegen Stockerau. Hier aber stellte sich plöglich bei Lipp- vorlage wird im Bundesrath bis Ende d. J. verbleiben. praktische Zweck anführen; Roß und Reiter werden dabei springe( Name des Pferdes) große Müdigkeit ein. Der Von einer authentischen Veröffentlichung derselben soll so zu Schanden, und ein Kavalleriekorps, das im Krieg einen Heiter war gezwungen, sich Sporen anzuschnallen, und lange abgesehen werden." Der preußische Landtag derartigen Distanzritt vollbrächte, täme am Ziel in so führte dann zu Fuß das Pferd bis Korneuburg; doch hier wird nach derselben Quelle laut Beschluß des letzten miserabler Beschaffenheit an, daß es spielend, ohne erheblichen begann das Thier plöglich im Rücken zu Ministerraths Mitte November einberufen werden und Widerstand vom Feinde eingefangen würde. Nichts schwanken und drohte umzufallen. Nur durch hef sofort die Steuerreform- Vorlagen erhalten, die vorher nicht Simpleres, nichts Geistloseres, nichts Frivoleres läßt sichtige Beitschenhiebe erhielt es der Reiter noch veröffentlicht werden.„ Man beabsichtigt nur eine Ueberdenten, als ein solcher Distanzritt. Die Herren Offiziere, aufrecht; doch als es nach Baffiren von Lang- Enzers- sicht über die Entlastung des mittleren und niederen Eindie ihn verübt haben, sind freiwillig auf das Niveau der bors neuerlich Miene machte, umzufallen, fommens vor der Landtags- Einberufung der Deffentlichkeit Stallfnechte gewöhnlichster Art herabgestiegen. bestieg er das Pferd, spannte durch Sporensti che zu übergeben. Die erste Berathung der drei Steuerreformund Peitschenhiebe die legten Kräfte des Borlagen dürfte acht bis vierzehn Tage in Anspruch nehmen, Thieres an und brachte es so noch aus Ziel, woselbst und alsdann werden voraussichtlich die kommissarischen Bees, wie bekannt, nieder brach." rathungen der Steuerreform- Vorlagen beginnen." Da waren die byzantinischen Besten der Nation am Ende des 15. Jahrhunderts aud) fin de siècle doch noch andere Kerle. Es steckte noch etwas von mittelFeuilleton. lambrud verboten.) Die Waffen nieder! ( 43 Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. folgt statt?" diese Szenen haben sich bei Sternenschein aboder aber unter wüthenden Schnierzen sich främmend, flehen sie jeden an, der in die Nähe kommt, daß er sie tödte. Schwärme von Aaskrähen lassen sich auf die Wipfel der Bäume nieder und verkünden mit lautem Gefräch das lockende Festmahl..... Hungrige Hunde aus den Dörfern kommen herbeigerannt und lecken das Blut der Wunden. Noch sieht man einige Hyänen, welche noch immer haftig weiter arbeiten... Und jetzt kommt das große Begraben-" Wer thut das? Die Sanität?" " " 1 sich regt darum fümmern fie fich auch nicht. Der Fall Starrtrampf tritt bei Verwundungen häufig auf. Manch zufällig Errettete haben von der Gefahr des Lebendigbegraben- werdens, der sie entronnen, erzählt. Aber wie viele giebt es derer, die nichts erzählen konnten? Wenn man einmal ein paar Fuß Erde über dem Mund liegen hat, so muß man den Mund wohl halten." O mein Friedrich, mein Friedrich! stöhnte es in meiner Seele. " des Das ist das Bild des nächsten Morgens," schloß der „ Ja, ja- ich will alles hören. Was Sie da Wie könnte die zu solcher Massenarbeit ausreichen? Regimentsarzt. Soll ich noch weiter erzählen, was den beschrieben haben, war die Nacht, welche auf die Schlacht Die hat bei den Verwundeten vollauf zu thun." nächsten Abend geschieht? Da wird-" Also kommandirte Truppen?" Das will ich Ihnen sagen, Herr Doktor," unterbrach gespielt-" Nein: herbeigeschafftes oder auch freiwillig heran- ich. In einer von den beiden Hauptstädten der betheiligten Und bei Fackelschein. Die von Sieger zum Durchlaufendes Gesindel: Landstreicher, Leute vom Troß, welche Reiche ist die telegraphische Nachricht des glorreichen Sieges juchen des Schlachtfeldes ausgeschickten Patronillen tragen sich bei den Marketenderbuden, bei den Bagagewagen auf- angelangt. Da wurde vormittags während Fadeln und Laternen. Und rothe Laternen ragen an hielten, und welche jetzt neben den Bewohnern der Armenhäuser Hyänentanzes um die Gruben in den Kirchen„ Nun Signalstangen empor, um die Orte zu bezeichnen, an welchen und der Hütten von den Militärgewalten herbeigetrieben banket Alle Gott" gesungen und abends da stellt die fliegende Hospitäler errichtet worden sind." werden, um Gräber zu graben recht große, das heißt Mutter, oder das Weib eines lebendig Begrabenen ein paar Und der nächste Morgen wie zeigt der die Wahl- weite Gräber, denn tief werden sie nicht gemacht. Dazu brennende Kerzen auf den Fenstersims, denn die Stadt wird wäre keine Zeit. Dahinein wirft man die todten Körper beleuchtet." Beinah noch fürchterlicher. Der Gegensatz von dem topfüber, topfunter, wie es gerade kommt. Dder man Ja, gnädige Fraut, diese Komödie wird zu Hause aufarbeit, die es beleuchtet, wirkt doppelt schmerzlich. hellächelnden Tagesgestirn zu der grausigen Menschen macht es so: tüiber einen aus Leichen gebildeten Haufen geführt. Judessen, auf dem Schlachtfeld selber ist mit dem Des wirft man ein zwei hinauf; das sieht Sonnenuntergang die Tragödie noch lange Nachts hatte das ganze Schredbild etwas gespensterhaft dann auch aus wie ein Tumulus. Ein paar Tage darauf abgespielt. Außer denjenigen, welche in die Lazarethe und phantastisches, bei Tag ist es einfach Leichen: Leichnamen weg aber was liegt daran? Die flinken gefundenen. Hinter dichtem Gebüsch, in hohen Aehrenauf den Straßen, zwischen den Feldern, in den Gräben, und lustigen Todtengräber denken nicht so weit. Lustige feldern, oder zwischen Bautrümmern verborgen, sind sie den hinter Mauertrümmern; überall, überall Todte. Geplündert, und flotte Arbeiter sind sie, das muß man ihnen lassen. Blicken der Krankenträger und Todtengräber entgangen. mitunter nadt. Ebenso die Verwundeten. Diese, welche Es werden da Lieder gepfiffen und allerlei zweideutige Für jene Unglücklichen beginnt nun das Martyrium einer frog der nächtlichen Arbeit der Sanitätsmannschaften noch Wige gemacht--ja mitunter tanzt eine Hyänen runde. um mehrere Tage und mehrere Nächte langen Agonie: in der immer in großer Zahl umherliegen, jehen fahl und verstört das offene Grab. Ob in manchen Körpern, die da hinab- sengenden Hize des Mittags, in den schwarzen Schauern aus, grün und gelb, mit stierem, stumpfsinnigem Blick; geschleudert oder mit Erde verschüttet werden noch Leben der Mitternacht, gebettet auf Steinen und Disteln, im Die Aus der Ferienkofonie". Unserm Bruderorgan, der Fräntischen Tagespost", geht von Einjährig Freiwilligen, die soeben ihre Dienstzeit bein 7. Jufanterie Regiment in Bayreuth absolvirt haben, folgende Skizze zu: Den Bayarden ins Stammbuch. Nachdem unfer] Zum Fall Jüttner. Frankfurter die weiße Seite der Fahue nur als Futter für die rothe heutiger Leitartikel geschrieben worden, erhielten, wir 3eitung" druckt unseren Artikel über den Fall Hüttner Seite derselben betrachtet, ebenso gut wird die Bevölkerung folgendes Telegramm: ab und bemerkt dazu:... Der Staatsanwalt die ganze Begründung der herzoglichen Kreisdirektion nur Wien, 10. Oktober. Der militärische Redakteur der hat jeßt, da die Sache zur öffentlichen als Ausfütterung für ihr Mißbehagen an dem Turnverein Sonntags- Zeitung", Hauptmann Danzer, erklärt offiziös, der Kenntniß gebracht und noch nicht verjährt ist, ansehen. Kriegsminister lehne eine baldige Wiederholung des Distanz von Amtswegen gegen den Mildner ein rittes ab; derfelbe sei den Stiergefechten ähnlich und zuschreiten." Die Freisinnige 8eitung", weber von militärischem noch kavalleristische mbie gleichfalls den Thatbestand mittheilt, hält unsere Mit Intereffe. theilung für taum glaublich", als ob der, Vorwärt 3" bis heute auch nur ein einziges Mal berichtigt worden wäre bei seinen Mittheilungen amtlicher Urkunden, und begnügt fich zu sagen: Eine amtliche Aufklärung wird hoffentlich nicht auf sich warten lassen." Wir werden ja sehen, ob die Staatsanwaltschaft einschreitet, und ob das Reichspostamt eine Erklärung abgiebt. Wird etwa wieder die Kölner Wetterfahne zu einem offiziösen Erguß verwendet werden, wie bei der Bettelsac Geschichte? Auch eine Staatsrettung. Die herzogliche Sonst heißt's von den Desterreichern:„ nur immer lang fam voran". Jezt schlagen sie uns aber an Geschwindig keit: der österreichische Kriegsminister mit seiner Berurtheilung des Distanzritts den preußischen, wie die öfter reichischen Offiziere die preußischen Kollegen im Distanzritt selbst geschlagen haben. Oder sollte man im preußischen Kriegsministerium vo. Distanzritt anders denken als im österreichischen? es : Festgestellt sei bei dieser Gelegenheit noch, daß nicht blos die jankerliche und fonfervative Preffe ist, ist, die bei uns bei uns in spaltenlangen Artikeln Kreisdirektion zu Dessau hat einem Umzug des die distanzritterliche Thierquälerei gefeiert hat. Auch unsere Turnvereins Frisch auf" zu Kühnan die nachgesuchte ErBourgeoispresse, und sogar die fortschrittliche, wie Tante laubniß durch folgende Verfügung versagt: Voß u. s. w., hat fast ausnahmslos fich mit wollüstigem Behagen in dem Pferdemist der„ neuesten aristokratischen Senfation" gewälzt. Wir haben also vollkommen recht, diese Saturnalien der Rohheit in das Sündenregister des Rapitalismus zu schreiben. # Auf den schriftlichen Antrag des Vorstandes vom 28. v. M. und auf die weitere protokollarische Erklärung des Vorstandsmitgliedes Otto Höhne vom geftrigen Tage benachrichtigen wir den Vorstand hierdurch, daß wir die nachgesuchte Genehmigung zu der für Sonntag, den 2. Oktober beabsichtigten Abhaltung eines zweimaligen Aufzuges auf der Kreisstraße zu KleinKühnau und einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel im Garten des Höhne'schen Gasthofs dortselbst zum Zwecke einer sog. Fahnenweihe auf Grund des§ 11 des Ber einsgefeßes vom 26. Dezember 1850, wie hierdurch geschieht, versagen müssen, da nach der in den öffentlichen Blättern bekanntgegebenen Einladung zu dieser sog. Fahnenweihe eine unbeschränkte Theilnahme des Publikums an dieser Handlung gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes zugelaffen ist und mithin bei den Umzügen, welche der Fahnenweihe voraufgehen, oder sich an dieselbe anschließen sollen, sich eine Begrenzung auf bestiminte Theilnehmerkreise gar nicht wird durchführen lassen, und zwar um so weniger, als es dem nur aus ungefähr 15 Mitgliedern bestehenden Turnverein Frisch auf" zu Klein Kühnau an den ausreichenden Kräften gebricht, um eine entsprechende Bugordnung aufrecht erhalten zu fönnen. Ein derartiges, einer ficheren Regelung entbehrendes Umherziehen etwa nach KleinKühnau aus Anlaß des Turnfestes zusammenströmender Menschenmengen auf der nicht nur dem lokalen Verkehr, sondern einem erheblichen Durchgangsverkehr dienenden Kreisstraße läßt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung befürchten, zumal da als Mittelpunkt der zum Zweck der sogen. Fahnenweihe abzuhaltenden Versammlung und der Umzüge eine Fahne dienen soll, welche ihrer ganzen Beschaffenheit nach der PolizeiVerordnung herzogl. Regierung vom 27. April 1891( GesetzSammlung Nr. 855) widerspricht und geeignet ist, im Falle ihres Entfaltens eine Demonftration gegen die bestehende Ordnung wachzurufen. Wenn wir somit die Veranstaltung einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel zum Zweck der Enthüllung der Fahne sowie der für Sonntag Nachmittag geplanten öffentlichen Aufzüge in Klein Kühnau vers bieten, so müssen wir ebenso unter Bezugnahme auf die be reits erwähnte Polizei Berordnung vom 27. April 1891 die Entfaltung der neu beschafften rothen Fahne des Turnvereins, welche zur Demonstration gegen die bestehende Ordnung verwendet zu werden, ihrem äußeren Ansehen nach geeignet ist und deren Bekleidung mit weißem Futter auf der Innenseite ihren Charakter als einer rothen Fahne nicht zu beseitigen vermag berhaupt mit dem Bemerken untersagen, daß wir zuwiderhandlungen zwangs weise zu verhindern uns genöthigt sehen würden. = " Am 10. Oftober 1891 traten in das 7. Infanterie- Re giment Prinz Leopold 40 Einjährig- Freiwillige ein und wur den zur Ausbildung seitens des Regiments Herrn Bieutenant Sauter überwiesen. Herr Lieutenant Sauter suchte eine Force darin, ebenso wohl während des Ererzirens, als auch während der folgenden Instruktionsstunde mit den ausgesuchtesten" Schimpf morten um sich zu werfen; anbei einige Proben: Hunds Inochen gottverdächtiger, Hornochse, Hammel saudummer, Rind, Saubauer, dreckiger Judenjunge, Bengel, Lümmel, ehrlose Blase 2c. Zu beurtheilen, ob ein derartiges Benehmen eines Difiziers würdig ist, bleibe den Lesern überlassen. Zum Ruhm Des Regiments muß man allerdings sagen, daß kein Unter offizier derartige„ Bildungsausflüsse" sich zu Schul den kommen ließ. Herr S. äußerte selbst:" Ob Sie was lernen, ist mir gleich giltig, aber eine gute Borstellung will ich mit Ihnen machen". Er zwang uns, auf freiem Feld, bei grimmiger Kälte und Hagelwetter, ohne Handschuhe Griffe zu machen, so daß Einzelnen vor Schmerz die Thränen über die Backen liefen. Ohne das Recht zu haben, Disziplinarstrafen zu verhängen, ließ er Leute einzelne Säße 50, 100, ja 200 Mal abschreiben und zwar von einem Tag auf den anderen. Weit über die vorgeschriebene Zeit hinaus ließ er egerziren und ertheilte Instruktionsstunde; denn Alles mußte aweds einer guten Bor stellung" im Unterricht wörtlich auswendig gelernt und hergeplappert werden. Herr Sauter erntete für dieses System großes Lob, wurde Adjutant und bald darauf Premier. Dem Verdienste seine Krone! Solches Vorgehen eines Subalternoffizier wird einem freilich einigermaßen erklärlich, wenn man einmal das Ver halten des Herrn Obersts Schuster, Chef des Regiments, betrachtet Die geringsten Bergehen werden mit drakonischer Härte geabndet. So bestrafte der Oberst einen Soldaten, der sich Nachts bei Kälte und Sturm ins Schilderhaus gestellt, mit 14 Tagen Mittelarrest, obgleich befagter Mann nach dem Ausspruch des revidirenden Offiziers nicht Auch geschlafen hatte. war ber Mann regen Dieses geringfügigen Vergehens schon vom Hauptmann bestraft Ein schlechter Griff, eine ungeschicht ausgeführte Ehrenbezeigung genügt oft schon, um acht Zage bei Wasser und Brot ein gesperrt zu werden. Bom Chef der Post. In den letzten Tagen ift mehrfach davon die Rede gewesen, wie es den Arbeitern und Beamten der Post geht, wenn sie treu im Dieste ausgehalten haben, trotzdem rings um sie die Cholera wüthete, wie in Hamburg. Zur Vervollständigung des Bildes gehört aber ein Blick in das Leben ihres Herrn und Gebieters des Herrn von Stephan. So intensiv dieser seine Bediensteten ausnüßt, so wenig läßt er sich etwas abgehen. Man liest in den bürgerlichen Blättern: Beim Staatssekretär des Reichspostamts Dr. von Stephan fand am Dienstag voriger Woche aus Anlaß der am Donnerstag vollzogenen Vermählung seiner ältesten Tochter mit dem Premier- Lieutenant v. Napolski eine Abendgese IIschaft statt. Anwesend waren der Reichsfanzler Graf Caprivi, die Minister v. Boetticher, v. Berlepsch, Thielen, v. Heyden, v. Kaltenborn- Stachau und Bosse mit ihren Damen, die Staatssekretäre v. Marschall und Hollmann, nahezu alle in Berlin anwesenden Bundesrathsbevollmächtigten zc. Bald nach 8 Uhr luden festliche Klänge die erschienenen Damen und Herren zum Eintritt in den Festsaal ein, in dem eine Bühne aufgerichtet war, von der herab die Freunde und Freundinnen des jungen Brautpaares dem Paar ihre Huldigungen darbrachten. Die jüngere Tochter des Hauses überreichte mit einem reizend vorgetragenen Gedicht den Brautkranz, dann folgte ein Postzug, wie er wohl nur in diesen Räumen möglich ist. In getreuen Zeittrachten erschienen aus dem Alterthum ein affyrischer Briefbote mit seinen Briefen, die noch Ziegelsteine waren, ein egyptischer Landbriefträger mit seinen Papyrusbriefen, ein athenischer Hemerodrom, zwei Tabellari aus der Zeit der römischen Republik und des Zäsarenthums, ein reitender Kourier des Kaisers Augustus, und endlich ein römischer Postmeister. Dann tam aus dem Mittelalter ein würdiger stojiet vie mit einem fünf gute Meter langen Botenzettel, ein Studentenbote von der Pariser Universität, ein Megger, ein Briefjunker des Deutschen Ritterordens und schließlich zwei Ronstanzer Stadtboten. Aus der Neuzeit erschienen sodann ein Thurnund Taris'scher Postillon, vier Kurfürstlich brandenburgische, vier preußische Postillone je mit Standarte, ein Schirrmeister und ein preußischer Feldpoftmeister, weiter die Darstellerin der Telegraphie, vier norddeutsche Postill one mit dem Abzeichen der Feldpost, endlich vier Reichspostillone in Gala mit der Reichsstandarte und Matrosen von einem ReichsPostdampfer. Die ganze Borführung des Postzuges, der in einer schönen allegorischen, den Weltpostverein darstellenden Gruppe gipfelte, wurde von Herolden eingeleitet und erläutert, während passende musikalische Leistungen, darunter zwei trefflich eingeübte Quartette auf Bostillonshörnern ihn begleiteten. Die ganze Aufführung ging vorzüglich von Wäre es nicht für das Ansehen der herzoglichen statten." Das letztere ist die Hauptsache! Mit diesem Kreisdirektion beffer, den Umzug einfach par Ordre du Troste können die Poftarbeiter und Beamten des Herrn moufti zu verbieten, als so viele Gründe vorzusuchen, ohne von Stephan weiter darben und entbehren! einen stichhaltigen zu finden? So gut wie die Kreisdirektion Mannesmuth! scharfen Verwesungsgeruch der naheliegenden Leichen und der eigenen faulenden Wunden, den festenden Geiern zur noch zuckenden Beute. * Im übrigen fann das Turnfest, so weit es im Turnen und in Abhaltung eines Tanzvergnügens besteht, unbehindert abgehalten werden, selbstverständlich darf aber das Fest und das Breisturnen nicht, wie das Vorstandsmitglied Otto Höhne beantragt hat, bereits um 11 Uhr Vormittags, sondern gemäß Nr. 8§ 3 des Gesetzes vom 23. April 1880, betr. die äußere Heilighaltung der Sonn- und Festtage( Gefeß- Samml. Nr. 567) erst Nachmittags 3 Uhr beginnen. Da der Umzug verboten ist, fann naturgemäß auch die Erlaubniß nicht ertheilt werden, an beiden Enden des Dorfes auf der Kreisstraße Stangen zur Anbringung von Guirlanden aufzustellen. Dessau, den 1. Oftober 1892. Herzogliche Kreisdirektion. Huhn. Sodann wird beim 7. Regiment auf die Ausbildung im Detail der Hauptwerth gelegt. Man könnte meinen, das Regiment sei gar nicht da, um feldmäßig ausgebildet zu werden, sondern lediglich, um eine gute Vorstellung" auf dem Ererzierplah machen. So wurde z. B. in dem Jahre feine einzige Fel dienstübung im Regiment, teine Nacht- Felddienstübung, wie fie fonst Sitte sind, abgehalten. Blos Griffe, Wendungen, Richtungen, langsamer Schritt mußten täglich vorgenommen werden, so daß im Durchschnitt feine Kompagnie mehr als fteben Felddienstübungen während eines ganzen Jabres abhalten fonnte. Nun, mit„ guten Griffen" verden wir einmal unseren Feinden sehr imponiren! Bei einer der artigen zwedwidrigen Ausbildung aber reicht freilich eine awei jährige Dienstzeit nicht aus, vier Jahre würden aber einen folchen Herrn und bei solchem Sustem auch noch zu fura fein. Leider ist hierorts der Hetr Oberst ein so Gewaltiger vor dem Herrn, daß keine Zeitung den Muth hat, zu sprechen, auch feine Behörde, einzuschreiten. Folgender Vorfall möge Ihnen das beweisen. Ein Herr Lieutenant. brachte unter Assistenz von Kameraden einem Ingenieur M. im Juli dieses Jahres in einem hiesigen Hotel, früh gegen 4/2 Uhr, mehrere Ropi wunden mit blantem Säbel bei, so daß der He ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Ich selbst habe den Herrn mit blutüberströmtem Gesicht im Bett liegen fehen, fann also a 13 Augenzeuge berichten. Der Grund zu diesem Benehmen war die Behauptung eines Offiziers, fei firirt" worden P Insel Sandyhoot, Montag, 19. Septbr. 1892. Mein lieber Bater! et Die Fränkische Tagespoft" hat in dieser Buschrift schon manches in der Form gemildert und hält es ebenso wenig wie wir noch nöthig, etwas hinzuzufügen. Der deutsch freifinnige Fränkische Kourier", dem die Zuschrift vorher zur Veröffentlichung angeboten war, lehnte dieselbe ab, e lärte fich aber zum Abdruck derselben bereit, wenn fie in einem anderen Blatte erschienen sein werde. Welcher auf Herr Hachmann, der es so eilig hat, Angriffe jetzt mit liegenden und tauernden Gestalten gefüllt. Das das Rhederkapital zu berichtigen", hat auf unsere sind die aus den umgebenden Feld- und Privatlazarethen aftenmäßige Antwort, aus der die Hinfälligkeit feiner herbeigeschafften franken Soldaten, welche ben nächsten Eisen- Erklärung offenkundig zu Tage trat, bis heute no bahnzug abwarten, der einen Verwundetentransport beför nicht reagirt. Wie es mit dem Schooßkinde des Hamburger Das war eine Reise! Der Regim entsarzt hatte dern kann. So müssen sie stundenlang liegen und wer Polizeigewaltigen, der Hamburg Amerikanische schon lange aufgehört zu sprechen, aber die Auftritte, weiß, wie viele Transportirungen sie schon hinter sich haben? Pa detfahrt Gesellschaft bestellt ist, beleuchte welche er geschildert, fuhren unausgefeht fort, vor meinem Bom Kampffeld zum Berbandplay, von da zur Ambulance, auch folgender im Hamburger" Echo" mitgetheilter Brief inneren Auge fich abzuspielen. Um diesem mich verfolgen von dieser in ein fliegendes Feldhospital, dann in die Ort zweier Zwischendecks Passagiere der„ Normannia", eines den Gedankenzeigen zu entgehen, schaute ich zum Wagen- fchaft- jetzt zur Eisenbahn; und von hier steht ihnen noch Schiffes jener Gesellschaft, an nahe Verwandte in Hamburg fenster hinaus und versuchte, im Anblick der Landschaft die Fahrt nach Wien bevor; dort vom Bahnhof zum Spital Berstreuung zu finden. Aber auch hier boten sich dem und von da, nach so langen Leiden, vielleicht zum Regiment Blicke Bilder des Kriegsjammers. Zwar hatte in dieser zurück, vielleicht zum Friedhof... Mir ward so leid, so Gegend keine gewaltsame Verwüstung stattgefunden: es leid, so schrecklich leid um die armen Teufel! ich hätte rauchte da kein zerschossenes Dorf, hier hatte, der Feind" zu jedem Einzelnen hinknieen wollen und ihm Worte des noch nicht gehaust; aber was hier nun wüthete, ist viel- Mitgefühls zuflüstern. Aber der Doktor ließ mich nicht. leicht noch schlimmer: nämlich die Furcht vor dem Wenn wir an einer Station ausstiegen, nahm er mich am Feinde. Die Preußen kommen! die Preußen Arm und führte mich in das Bureau des Stationschefs. kommen!" war die Schreckenslosung auf der ganzen Strecke; Hierher brachte er mir Wein oder sonst eine Erfrischung. und wenn auch im Vorbeifahren diese Worte nicht zu Die Schwestern walteten auch schon hier ihres barmhören waren, ihre Wirkung konnte man vom Wagenfenster herzigen Amtes. Sie reichten den Verwundeten an Trank und aus deutlich erschauen. Ueberall auf allen Straßen und Speise, was nur aufzutreiben war: aber öfters gab es nichts, Wegen fliehende, mit Sack und Back ihr Heim verlassende die Vorräthe in den Restaurationen waren zumeist er Menschen. Ganze Wagenzüge bewegten sich landein- schöpft. Dieses Getriebe auf den Bahnhöfen, namentlich wärts gefüllt mit Bettzeug, Hausgeräth und Borräthen. auf den größeren, machte mir einen finnverwirrenden EinAlles sichtlich in größter Eile aufgeladen. Auf demselben druck; es schien mir wie ein böser Traum". Dieses HinKarren fleine Schweine, das jüngste Kind und ein paar und Herrennen, dieses wüste Durcheinander abmarschKartoffelsäcke, nebenher, zu Fuß, Mann und Weib und die bereite Truppen-Flüchtlinge- Krankenträger- Haufen größeren Kinder: so sah ich eine auswandernde Familie blutender und wimmernder Soldaten- schluchzende, händeauf einer nahen Straße sich fortbewegen. Wohin gingen vingende Frauen-; Geschrei, barsche Kommandorufe aufdie Armen? Das wußten sie wohl selber kaum nur überall Georänge, nirgends ein freier Durchgang fort von den Preußen". So flieht man das prasselnde geschichtetes Gepäck, Kriegsmaterial, Kanonen, abseits Pferde Feuer oder die steigende Fluth. und brüllendes Hornvieh- dazwischen das unausgesetzte Ge Defters braufte auf den Nebengeleifen ein Bug an uns läute des Telegraphen durchfahrende Züge, welche mit -vielmehr vollvorüber: Verwundete, immer wieder Verwundete; immer aus Wien anlangender Reserve vollgefüllt wieder die aschfahlen Gesichter, die verbundenen Köpfe, gepfropft- find... Nicht anders waren diese Soldaten die in der Binde getragenen Arme. Auf den Halte in den Wagen dritter und vierter Klaffe- ja in Laft- und stellen besonders fonnte man an diesem Anblick in allen Biehwaggons untergebracht, nicht anders wie SchlachtVarianten sich fattsam erlaben. Sämmtliche große und vieh. Und, im Grunde genommen, ich konnte den Getleine Berrons, auf welchen man sonst das wartende Völklein danken nicht unterdrücken; was waren sie denn anderes? ( Fortfegung folgt.) der Reisenden fröhlich umherstehen und gehen sieht, waren Soeben empfingen wir Deinen lieben Brief. Noch imme find wir in der Quarantäne, und wir lesen, daß Ihr noch Alle gesund seid; welch eine Freude. Aber von uns tönnen wir leider nur furchtbar traurige Mittheilungen machen. Die Reise war so schrecklich, daß sie nicht zu beschreiben i und ich will Dir, lieber Bater nur einiges davon erzählen. Unseren geliebten fleinen Rudolf, den wir pflegten und schüßten, mußten wir dem Himmel schenken. Rudolf hatte die Reise troßdem die Nahrung auf dem Schiff für kleine Rinder da reine Wasser war, ganz schön überstanden, weil wir uns immer Milch und Haferschleim von dem Sellner aus der ersten Kajüte geben ließen. Rudolf hatte nur eine kleine Erkältung davongetragen. Jetzt glaubten wir, die Reise wäre überstanden wir tamen aber nicht nach New- Yort, sondern auf eine Felsen insel. Rudolf wird krank von der ewigen Unordnung und muß in diesen Schmerzen seinen Geist aufgeben. Das arme Kin hat furchtbar ausgehalten. Wir haben uns für das Kind auf geopfert und konnten ihm doch nicht helfen; wir sind wie wahnsinnig. Die armen Kinder sind auf dem Schiff hingestorben. wie die Fliegen, und diese ver... Gefeuschaft nahm Alles ganz leicht hin. Wir rathen jeden, daß niemand mit der Hamburger Gesellschaft fährt; es fin Das Effen im Zwischendeck ist nicht zu genießen, sonst wären nicht so viel Lente gestorben Als am Donnerstag Abend unser Rudolf starb, legte ich mic am Freitag, 9. September, und wurde furchtbar krant, wenn ich nicht einen so tüchtigen amerikanischen Doktor gehabt hätte, wäre ich auch gestorben. Wenn ich auch abgefallen wie ein Sfelett bin, auch noch sehr schwach, so lebe ich doch noch und dieses ist die Hauptfache. Die amerikanischen Beute fin gut und geben einem auch tüchtig zu essen, aber die Deutschen find die größten. die haben kein Herz. Die Reise werde ich nie vergessen." ver " und T e 11 15 8 " Der Schuh der Deutschen im Ausland ist ein So Herr Hyndman. Das„ Mißtrauen", von dem er spricht, daß eine streng durchgeführte dreijährige Dienstzeit weniger böses liberales Aushängeschild, wenn es sich darum handelt, den und das sich soeben in Frankreich so elementarfräftig ge Blut machen würde, weniger unerträglich wäre als die gegen Profit oder Bucher eines Bourgeois durch deutsche Schiffe äußert hat, herrscht bei den nämlichen Leuten, die Herrn wärtige Einrichtung. Gine solche ist aber ohne Berringerung der and Kanonen zu schüßen. Daß aber deutsche Arbeiter, Hyndman, zu seinem unqualifizitbaren Handeln bestimmt oder ohne bedeutende Erhöhung der Friedenspräsenz unmöglich. Aushebungsziffer und demgemäß Verminderung der Kriegsstärke die im Ausland sich niederließen und sozialdemokratischer haben, und deren Geschäft es ist, im Interesse und weder an das eine, noch an das andere wird gegenwärtig Gesinnung verdächtig waren, plöblich verschwanden, unserer Feinde die deutsche Sozialdemokratie zu ver- in Deutschland jemand ernsthaft denken. Es bleibt also wohl ohne daß ein Hahn darnach krähte, ist uns längst bekannt. leumden. Daß Herr Hyndman sich über uns hat anfügen nichts anderes übrig, als die Einführung der zweijährigen Dienst Jett berichtet darüber auch die Volts Beitung" laffen, das weiß er jetzt, denn er hat die Nummer des zeit. Und zwar der gesetzlichen." und weist darauf hin, wie bei dem bisherigen deutschen Borwärts", die seine Gewährsmänner Lügen straft, mit Generalkonsul in Warschau, Herrn v. Rechenberg, der in eigenen Augen gelesen. Was ist der bezeichnende Ausdruck diesem Frühjahr im 83. Lebensjahre gestorben, jede An- so fragen wir zum Schluß- für ein derartiges Verfrage und Nachforschung, sowie jedes Gesuch um Verfahren? Loyal und ehrenhaft war es gewiß nicht, Herr mittelung vergeblich war. Bei den Untergebenen des Hyndman! Fürsten Bismarck ist dieses sehr erklärlich; kroch doch dieser Staatsmann wie der jämmerlichste Lakai vor der russischen Frisches. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages Regierung im Staube, und zwang dieser geradezu die Ver- Parnell's fand am 9. Oftober in Dublin eine De 10. Ottober, Mittags, gemeldete Cholera- Erkranachtung der Deutschen auf. Hoffentlich sind diese Zeiten für monſtration statt. immer vorbei. 11 11= Ein würdiges Bruderpaar und Verwandtes. In einem Sonntags- Leiter der Tante Voß liest man: von Forckenbed war der würdige Nachfolger des geborenen Präsidenten", Simson's, in der Leitung des Reichstages." In der That, Präsident Forckenbeck war des Präsidenten Simson würdig. Diese beiden Muster- Liberalen wetteiferten darin, die parteiischsten und gerechtesten Vorsitzenden des Deutschen Reichstages zu sein. Die Sozialdemokratie kann ein Lied davon singen. Daß die Bossische Zeitung" ihr und des Fortschritts monarchische Gesinnung mit byzantinischer Liebedienerei ausbietet wie faures Bier, versteht sich heute wie sonst. Sie schneidet aus Entzücken über die an Belle gesandte Königs Depesche die wundersamsten Kapriolen. Wenn sie einen Augenblick verschnauft, hat sie vielleicht die Güte uns zu sagen, wie es denn kam, daß einer ihrer Lieblinge, Herr Rudolf Virchow, der Commis voyageur des Baren thums, der Berliner Universitätsrektor, die Leuchte des Deutschfreisinns im Reichstag und Abgeordnetenhaus, der Träger von Purpurmantel und Madelstrumpf, der Anwärter auf den von Uhland ausgeschlagenen Orben pour le mérite, im Jahre 1848 für die Republik sich so herzinnig begeistert hat? Wir können mit Urkunden aufwarten. # " " Von der Cholera. Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 8. bis fungs- und Todesfälle: Staat Drt. und Begirl. Dynamit. Aus Serbien wird ein Dynamit Attentat gemeldet, das gegen einen liberalen Agitator" gerichtet war und ihm sein Haus zerstörte. Die Liberalen" find in Serbien die Feinde der Radikalen", und die Radikalen sind die bezahlten und nicht bezahlten Agenten Rußlands. Es ist daher mehr als wahrscheinlich, daß das Dynamit für dieses neue Attentat aus der bekannten russischen Quelle herstammt, die schon so viel Dynamit, Gift, Dolche, Revolver u. f. w. für politische Attentate geliefert Samburg. hat, und auch in Paris und anderen Orten ihre Filialen befißt. Die Spionenriecherei ist bis zu den Antipoden ge drungen. In Australien( Brisbane) wurde vor einigen Tagen ein vermeintlicher russischer Spion verhaftet. Der Mann, welcher die Hafenbefestigungen photographirt hatte, mußte allerdings sehr bald wieder in Freiheit geſetzt werden, aber die Verhaftung zeigt doch, wie man in England und den englischen Kolonien mit der Möglichkeit eines Krieges zwischen dem britischen Weltreich und Rußland rechnet. Preußen: Hamburg. Schleswig. Altona. Datum: 6./10. 7./10. 8./10. 9./10. ertranft gestorben erkrankt ago erfranft co erfrankt gestorben 24 4 12 2 14 5 21 4 2 and 1 Vereinzelte Grfrantungen: Rendsburg und je 1 Ort der Kreise Stormarn und Pinneberg Regierungsbezirk Schleswig: in der Stadt 3 Erfrankungen, 3 Todesfälle. Regierungsbezirt Stettin: in den Städten Demmin und Swinemünde 2 Erkrankungen, 1 Todesfall, Städten Küstrin und Fürstenwalde 2 Erkrankungen, 1 Todesfall. Regierungsbezirk Frankfurt a. D.: in den Regierungsbezirt Potsdam: Walde bei Nieder- Schönhausen, Kreis Niederbarnim, 1 Person sterbend aufgefunden. im Regierungsbezirk Roblenz: in 1 Ort des Kreises Mayen vom 5. bis 8. Oktober 5 Erkrankungen, 2 Todesfälle. Hamburg, 9. Oftober. Amtlich werden 14 Cholera5 Der Rest sind Die nothwendigen Lebensbedürfnisse der Masse sind gestern 10 Erkrankungen und 2 Todesfälle. der Gegenstand der Steuergelüfte. Mit zynischer Offenheit schreibt Nachmeldungen. Die Transporte betrugen gestern 19 Kranke Partei:„ In den Regierungsfreifen wird schwerlich Widerspruch die National- Beitung", der Amtsverkundiger der Gentlemen- und 2 Leichen. Hamburg, 10. Oftober. Amtlich werden 21 Choleragegen die Deckung des Mehrbedarfs durch Erhöhung der Reichs Erkrankungen und 4 Todesfälle gemeldet; davon entfallen auf Einnahmen aus den Verbrauchsabgaben bestehen, und auch im gestern 2 Erkrankungen und Todesfall. Die Transporte Reichstag fann eine solche, wenn der Mehrbedarf anerkannt betrugen gestern 8 Krante und 2 Leichen. Wie nachträglich festgestellt worden ist, betrugen die Transwird, taum verweigert werden. Die kritische Frage ist: ob so hohe militärische Neuforderungen gestellt werden dürfen, wie die 18 Krante und 2 Leichen. Nationalmiserabler begeistert für die Militärvorlage und für die Militärvorlage fie enthalten soll." Natürlich wird die Handvoll indirekten Steuern stimmen. Wozu wäre man sonst die Fraktion Drehscheibe? Militärvorlage und Steuerpläne. Erkrankungen und 8 Todesfälle gemeldet; davon entfallen auf verporte am Sonnabend nicht 19 Kranke und 2 Leichen, sondern " Schweizerisches. Die Demokratisirung des schweizerischen Staatswesens hat wiederum in awei Kantonen Fortschritte zu verzeichnen. In Grau bünden und Tessin hat das Bolt mit großem Mehr Verfassungsrevisionen angenommen, welche die politischen Rechte des Volkes erweitern. Graubünden erhält jezt die Bolkswahl der Regierung und eine erleichterte Ausübung des Initiativrechts. Tessin hat die Volkswahl sämmt licher Richter erster und zweiter Instanz und der Regierung, verbunden mit dem Recht der Abberufung gegen früheren Antrag betreffs Abänderung der Organisation der Der Senat fordert die Bürgerschaft auf, schleunigst über den über der letztern- damit das Bolt nicht mehr zu putschen Bolizeibehörde Beschluß zu fassen, da der Senat es im öffentlichen braucht!, das Initiativrecht in Verfassungs- und Gesetz gebungsfragen, das fakultative Referendum und das ProInteresse für geboten erachtet, die Anstellung einer größeren Anzahl Portional- Wahlsystem sowohl für den Großen Rath Die dreijährige Dienstzeit wird u. a. von der Kreuz- höherer rechtskundiger Beamten bei der Polizeihörde nicht länger wie den Regierungsrath eingeführt. Möge jetzt das Volk 3eitung" wie folgt verfochten: Durch die allgemeine Wehr hinauszuschieben. nur rechten Gebrauch machen von diesen Rechten! pflicht und die bis jetzt giltige Dienstzeit wurden aus den deut- Das Verbot der Tanzbelustigungen in Altona ist aufschen Soldaten Männer, welche die ganze Summe der der Arbeit gehoben worden. Swinemünde, 10. Oftober. Bei dem im hiesigen -Aus Brüffel erhalten wir die betrübende Kunde, daß entspringenden Tugenden mit allen Bürgertugenden Krankenhause verstorbenen Heizer Jonaus von dem Hamburger unser braver Genosse Volder 3 schwer erkrankt ist. Möge einigen. Die allgemeine Wehrpflicht in ihrer jezigen Dauer zu Krankenhause verstorbenen Heizer Jonaus von dem Hamburger erhalten und möglichst zur Durchführung zu bringen, fiellt sich Auswandererschiff Italia" ist die asiatische Cholera als Todeses seiner fräftigen Konstitution gelingen, den tückischen uns als heilige Pflicht dar, und in der That erscheint ursache konstatirt worden. Der Dampfer" Italia" war von Feind zu überwinden! auch uns die breijährige Dienstzeit als ein Stettin gekommen. Palladium des Heeres gegen Sozialismus, Wien, 10. Oktober. In einer heute stattgehabten Be Republikanische Begnadigung. Wie ein Telegrammiberalismus und die nicht mißzu verstehenden Sprechung der Mitglieder der österreichischen Delegation wurde aus ille uns mittheilt, hat Präsident Carnot gelegentlich Bestrebungen des„ Fortschrittz"." Der Bjährige Drill beschlossen, den Präsidenten der Delegation des Reichsrathes aufseiner Anwesenheit dort 60 Bergleute, die wegen der soll den unter Waffen stehenden Proletariern, den Fabritarbeitern, zufordern, angesichts der gegenwärtigen Gesundheitsverhältnisse Prügeleien mit belgischen Arbeitern verurtheilt waren, beben Handwerksgesellen, den Bauern- und Landarbeiter- Söhnen die in Best geeignete Schritte behufs Bertagung der Delegationsver gnadigt". Auch Culine ist von dem Präsidenten blos oppofitionellen Mucken" austreiben und sie zu politischen handlungen einzuleiten. Die für Mittwoch anberaumte Sigung begnadigt" worden. Nicht a mne stirt, wie der Anstand a de stöd en machen, die sich beliebig gebrauchen laffen. Aber des Budgetausschusses der Delegation ist vom Obmanne abgesagt es erheischt hätte. Der Unterschied zwischen Amnestie und das junterliche Regifter hat ein Loch. Die Ferienkolonie worden. Pest, 10. Oftober. Gestern find hier von Mitternacht bis Begnadigung ist der, daß die Amnestie- wie der Name öffnet immer mehr Kolonisten die Augen, und die harte Zucht besagt. absolutes Vergessen, für nicht vorhanden Erklären des bürgerlichen Lebens drillt die Masse zu Anhängern der Mitternacht 36 Cholera- Erkrankungen und 18 Todesfälle vorDer Nachwuchs, der zur Fahne einrüdt, gekommen. der sogenannten Strafthat bedeutet und ein politischer Akt ist aus anderem Holze geschnigt, als die Jahrgänge der früheren Pest, 8. Oftober. In der heutigen Sigung der Choleraist, während die Begnadigung nur die strafrechtlichen Folgen Beitabschnitte, und der Reservist, der Landwehrmann hat gelernt, kommission konstatirte der Präsident derfelben, Gerloczy, daß der That wegwischt und dem Begnadigten eine persönliche wo Barthel den Most holt. eine Abnahme der Cholerafälle stattgefunden habe. Der HausirVerpflichtung auferlegt. Herr Carnot war eben kleinlich Die fonservativen Grenzboten"( Nr. 41 vom 6. Oftober, handel mit alten Kleidern ist verboten und über das Schleppund halb wie immer. G. 62 ff.) schreiben dagegen in einem Artitel: Kafernenstudien": schiff Ferkoe", auf dem ein Cholerafall vorgekommen, ist eine Vollends gleichgiltig in bezug auf den Ehrbegriff sind durch- fünftägige Quarantäne verhängt worden. Ein Aufruf des VizeCarmang. Noch immer alles beim alten. Absolute schnittlich die Leute, die im dritten Jahre dienen. Für sie ist der Bürgermeistera fordert die Bevölkerung auf, die CholeraUnfähigkeit der Regierung, aus der Sackgasse heraus- alles beherrschende Gedanke die Gewißheit, daß sie nach dem fommission in ihrem Wirken zu unterstüßen, und macht die in zukommen. Die Entlassung des Maires Calvignac aus britten Jahre doch entlassen werden müssen. Unter dieser Aus- jedem Bezirke konstituirten Bezirks- Choleratommiffionen bekannt, der Arbeit wird erst in ihr volles Licht gestellt durch die sicht in die Zukunft betrachten sie die Gegenwart. Arreststrafen deren Verfügungen unbedingt zu befolgen find. von fünf oder zehn Tagen fechten sie wenig an; nur hüten sie sich, Budapest, 9. Oftober. Gestern 33 Erkrankungen und schon von uns früher mitgetheilte, jest in der französischen es so arg zu treiben, daß sie auf die Festung kommen, denn der dortige 11 Todesfälle an Cholera. Geldfackspresse bekannt gewordene Thatsache, daß Calvignac's Aufenthalt Aufenthalt abgesehen von seinen sonstigen Unannehmlichkeiten Szegedin, 9. Ottober. Das Auftreten der asiatischen Bater im Jahre 1872 in den Werfen der Carmauxer wird ihnen nicht als Dienstzeit angerechnet. Meist sind sie Cholera hierselbst ist nunmehr amtlich festgestellt worden. Heute Minen- Kompagnie verunglückt ist, und daß die Kompagnie denn auch durch Erfahrung gewißigt genug, die Grenze genau find 4 Erkrankungen vorgekommen. Die Abhaltung des Jahrfich damals feierlich verpflichtet hat, den Sohn zeitlebens einzuhalten. Ueberhaupt ist der im dritten Jahre dienende marktes, welcher heute beginnen sollte, ist verboten worden. zu beschäftigen. Das warme Herz" der arbeiterfreundlichen Soldat gerieben, verschmitt, mit allerhand Kunstgriffen aufs Eine Cholerakommission hat sich konstituirt und in Permanenz Bourgeoisie! Und so hält sie Wort! innigste vertraut. Nach Ablauf der ersten beiden Jahre sind die erklärt. Leute so genau in die militärischen Geheimnisse eingeweiht, daß Wamdrup, 10. Oftober. Departementschef Ricard inHerr Hyndman. Wie unsere Leser sich erinnern es schon aus diesem Grunde beffer wäre, sie zu entlassen, spizirte, begleitet von dem Phyfikus, sämmtliche Beranstaltungen werden, enthielt der Vorwärts" in seiner Nummer vom ehe fie im stande find, den Refruten Belehrungen zu ertheilen. gegen die Cholera an der schleswigfchen Grenze. Es soll feitens 15. September d. J. einen Angriff auf Herrn Hyndman. Die Verbitterung macht aus der Mannschaft des dritten Jahr- der dänischen Regierung beabsichtigt sein, die Veranstaltungen Herr Hyndman schickte uns daraufhin einen Brief, in gangs im Verhältniß zu der des zweiten und den Rekruten in den Winter hindurch zu erhalten, so daß sie, wenn nothwendig, welchem er die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück- moralischer Beziehung häufig Soldaten zweiter Klaffe. Und am im nächsten Jahre sofort wieder in Thätigkeit treten tönnen. zurückschlimmsten ist es, wenn vorher gut beleumdete Leute infolge Kratau, 8. Oftober. In der Zeit vom 7. Oftober 7 Uhr wies, und dieser Brief wurde von uns mit der Loyalität, getäuschter Hoffnungen im dritten Jahre Taugenichtse werden. Den Abends bis 8. Oktober Morgens 8 Uhr ist hierselbst weder ein die wir Freund und Feind zu bezeigen gewohnt sind, un militärischen Uebungen, endlich bringen die, die sie bereits zwei- Erkrankungs- noch ein Todesfall an asiatischer Cholera vorverkürzt seinem ganzen Inhalte nach, uur mit Wilderung mal mitgemacht haben, zum dritten Male auch nicht den gekommen. In Podgorce fam feit zwei Tagen tein Cholerafall, oder Weglaffung einiger persönlich verlegender, für die nöthigen Ernst entgegen, ihr größter Stolz besteht vielmehr in der Gemeinde Dabie ein Todesfall vor. Sache sowie für die Person Hyndman's unerheblicher Aus- darin, fich möglichst in der Kunst des„ Drückens" zu verdrücke, in der Nummer vom 20. September veröffentlicht, vollkommnen, das heißt sich selbst nach Möglichkeit jeder Thätig und zwar ohne ein Wort des Kommentars unsererseits. feit zu entziehen und anderen die Arbeit aufzuhalsen. Nimmt man dazu, daß durchschnittlich in der That die verhältnißmäßig Es kommen uns erst jetzt die letzten Nummern der Londoner schlechteren Elemente zurückgehalten werden, so wird sich niemand " Justice" zu Gesicht, und in der Nummer vom 24. Sep- darüber wundern, daß die Soldaten, die im dritten Jahre dienen, tember finden wir zu unserem Erstaunen einen: Die eng- auf ihre übrigen Kameraden oft einen geradezu demoralisirenden lische Korrespondenz des Vorwärts" betitelten, das Datum Einfluß ausüben. Für ihren bürgerlichen Beruf aber werden die des 18. September tragenden Brief des Herrn Hyndman, Leute in diesem dritten Jahre vollends verdorben. Die Unworin er mittheilt, daß er im Vorwärts" angegriffen thätigkeit, das Bestreben, sich der Arbeit zu entziehen, wird ihnen worden sei, daß er einen ruhigen Brief"( a quiet letter) zur Gewohnheit, einen Theil zum mindesten von der Bitterkeit, die fich in ihnen pährend des lehten Dienstjahres angesammelt der Berichtigung an den Vorwärts" geschrieben habe, und hat, nehmen sie mit fich hinaus in das bürgerliche Leben. Sie daß doch der Rest ist zu charakteristisch, um nicht eine haben das dritte Jahr als Strafe betrachtet und sind der festen wörtliche Wiedergabe nothwendig zu machen. Wie ich aber Ueberzeugung, daß ihre Strafe und ihr Bergehen, falls übererfahre"( I understand however), schreibt Herr Hyndmann haupt von einem Bergehen die Rede sein kann, im Mißverhältniß weiter, gestatten die Führer der offiziellen deutschen zu einander gestanden haben. In die Heimath zurückgekehrt, Sozialdemokratie( the german official Social- Democratic verleihen sie ihrer Stimmung nach Kraften Ausdruck und Party Leaders) niemals, daß eine Widerlegung einer ihrer suchen den Militärdienst herabzusehen. Was sie zwei Jahre lang Angaben gedruckt wird. Es scheint mir daher wünschens- dem Vaterlande zu Liebe getragen hätten, ist ihnen im dritten zur unerträglichen Last geworden, weil ihnen weder die Nothwerth, daß die„ Justice" diesen meinen Brief veröffentliche, wendigkeit, noch die Gerechtigkeit der Maßregel einleuchtet. Wer damit die Sozialisten verstehen, wer an dem großen und alles dies gehörig in Erwägung zieht, wird nicht bezweifeln, daß wachsenden Mißtrauen schuld ist, welches unter den Sozial- die ganze Frage feine rein militärische ist, sondern mit der sozialen demokraten anderer Länder gegen die offiziellen in enger Beziehung steht. Es ist höchst wahrscheinlich oft deutschen Parteiführer sich regt." genug tann man derartige Aeußerungen von Betheiligten hören " " Paris, 9. Ottoaer. Gestern sind in Paris 9 CholeraErkrankungen und 1 Todesfall, innerhalb der Bannmeile 11 Grfrankungen und 4 Todesfälle vorgekommen. Paris, 10. Oftober. Gestern find in Paris 10 CholeraErkrankungen und 3 Todesfälle, innerhalb der Bannmeile eine Erkrankung und 3 Todesfälle vorgekommen. Havre, 9. Oktober. Hier ist der Gesundheitszustand wieder ein sehr zufriedenstellender. Das tägliche amtliche Bulletin wird deshalb in Bukunft unterbleiben. Briefhaffen der Redaktion. P. Dochow. Da das Material zur Bearbeitung bereits abgefandt ist, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen, ob Ihre Zus fendung eingetroffen. G. Schonert. Der Aufruf betr. Reng' Ballfalon und Kliem ( Safenhaide) gehört in den Annoncentheil; der Artikel über die Mißstände im Musikerberuf bringt nichts Neues und ist auch viel zu lang. Das Andere wird aufgenommen; ebenso die Mittheilung über das Erkennungszeichen. M. Osowski. Das gehört in den Inseratentheil. Neu eröffnet! ( City- Paffage.) City Bazar Neu eröffnet! ( M. Lehmann.) City- Passage.) Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 11. Oktober. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Der Widerspenstigen Bähmung. Leffing Theater. Die Orientreise. Deutsches Theater. Der Misanthrop. Berliner Theater. Das Käthchen von Heilbronn. Wallner- Theater. Bellealliance- Theater. Schwiegerpapa. Bandora oder Götterfunken. Vorher: Die Nürnberger Puppe. Kroll's Theater. Euryanthe. Residenz Theater. Im Pavillon. Vorher: Nach zwei Jahren. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Banditen. Thomas- Theater. Onkel Bräfig. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Mevanderplat- Theater. Die Liebe vor Gericht. Hierauf: Tannhäuser. National- Theater. Das Räthchen von Heilbronn, Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenThenter der Reidshallen. Speziafitäten Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten- fowie Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Gesangspoffe in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Musik von G. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. In Scene gefegt von Adolph Ernst. 冷 Anfang 7 Uhr. E Morgen: Dieselbe Borstellung. Alexander- Play- Theater. Novität! Novität! Die Liebe vor Gericht. ( Trial by Jury.) Operette in 1 Aufzug von W. S. Gilbert und Arthur Sullivan. Hierauf: Tannhäuser. Große Ausstattungs- u. Gesangs- Posse. Anfang 6% Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Wiederauftr. des urkomischen Bendix in seiner neuesten Saisonnummer. " P Man merkt's am Gang Da ist was mang." Neu! 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Etage, Abtheilung VI, Schlafröcke in Double sonst M. 18 6. u. v. 7 M. an 20 " " " ### 群 97 24 26 12 " " " 13 " " #D " " " Schlafröcke Velour Schlafröcke Double Face 9" 101/2 " I " " ### " 26 H ## 27 15"" 28 14 77 " " 2927 " " Schlafröcke Frisé Mout. 30 20 47 30 16 . " " " 12 99 # B Schlafröcke Floconné 34 #t 34 18 9" DE ## " " " Schlafröcke mit Steppfutter 36 " 30 16 " " " 09 Schlafröcke, Türkisch sonst 45 13. ### ### ### #D " " 21 #F " 99 23 29 at 45 29 " " #### "" 50 30 Abtheilung VII. "" 1 11 " " 56 32 " " ### " " 80 45 " 39 ##" " " Schwarze Tuchwesten Weiße Westen 12 " 71/2"#" 6 Abtheilung II. Hochelegante Westen 12 09 H ### B Reise- Mäntel.. Kaiser- Baletots Baletotfaçon Prinz- Reg. Ulster .fonst M. 24 b. u. v. 12 M. an. Abtheilung VIII. 20 10 6 " " "#" 36 20 " " "" in Butskin 25 15 " " " 5,- nn m 21/2 " " " ### " " 32 in Cheviot 20 " H " 5,50,""" 3 " " ### "" in Satin 40 27 " " " 6, 31/2 ## 17 " " " ### "" 20 12 " in Diagonal " 27 7, " . " " ### "" in Nouveaut. 28 18 n " 社 10,- ww 5 " " " "" 50 27 " " " 7 111111 " " Floconné mit Banella Frisé mit Tuch Montognac mit Seiden Rammgarn mit do. Prince of Wales WinterBaletots exquisit. 22222222 Ulster m. halber Pelerine Ulster m. ganzer Pelerine Raiser- Mäntel Kaiser- Mäntel I Hohenzollern- Mäntel Kutschier- Mäntel, elegant, sonst 65 M., blau Cheviot. Bukskin Grimmitschauer: Diagonal. 222128 18 750 Westen, einzelne sonst M. 6 b. u. v. 1%, M. an 324 " #" Ia. Knaben- Anzüge sonst M. 4,-, b. u. v. 2 M. ant Haute Nouveauté- Anzüge, wie solche nur Spezial- Geschäfte führen. Ib. Burschen- Anzüge, sonst M. 9 b. u. v. 5 M. an 6919 Ie. Jünglingg- Anzüg., sonst M. 15, b. u. v. M. 7 == Abtheilung eingerichtet. Für das Verleihen von Fracks, sowie ganzer schwarzer Anzüge haben wir eine besondere bei uns 25 M. Abtheilung III. in Butstin " " " 91/2## 51/2" Complette Anzüge in " in Cheviot 10 53/4 " " " 17 sonst M. 24 b. u. v. 8 M. an. in Satin 12 " " " 6 27 27 " 9 " " ## " " " in Diagonal 13 7 " 21 ##" 21 14 " " " 17 " hochfeine 18 8 " " " "" " " 32 18 an " " " " Sportfaçon 34 17 " " ### " " " in Butstin, " 29 18, " 7/2 für die Reise 15 " " ### " Cheviot, 19, 8 " n 17 11 11 " " 1 Velour 36 20 17 " " " " " Diagonal," 11 " ## 11 " 81 Satin 42 26 " " B" "" " " Rammgn. 24, 14 " ##" " 1 Kammgarn do. Gehrockfaçon do. hochfein 34 19 " 27 " "" " " " hochelegante, 30, 18 " " " " " rayé 42 26 " " """ " " 50 30 " " "#" " 11 64 36 " " " "" Abtheilung IV. Tuch Hofen Westen und Hosen. == sonst M. 7 b. u. v. 3 M. an. 20, 88 IIa Knaben- Balet., sonst 61/2 m., b. u. v. 23/4 M. an Knaben- Balet. 78 4 # " " mit Plüsch. 9 29 " Knaben- Palet. mit Pelerine 11 " " """ Knaben- Schuw. 12 " ##" 12, 5 " "#" " " Knaben- Reise14 " 15 61/2 8 "# 7 Mäntel 6 3 # D" DA OF " # 11 " " Knaben- KaiserW. u. H. i. gedieg. Stoff 15 " " 17 17 24 81/2 14 " " Mäntel... 5 21/2 " # " " " 12 "" " 11 Winterbukskin Schwarzem Tuch. Kamingarn W. u. H., hochfein. Nouveauté Hosen, das Eleganteste der Saison, sonst M. 21 b. 11. v. 81/2 M. an von 9, M. an. Abtheilung V. Herbst- Paletots Herbst- Paletot, schwer 28 13 " # ### "" Herbst- Paletot, extra Juppen fürs Haus Loden- Juppen 36 20 " " " " " " 10 6 " " ##" "" 12 7 97 " DH " " Gebirgs- u. Jagd- Juppen 17 11 " 1# " " 15 " " " Interims- Façon- Juppen, 22 Spezialität in Juppen besseren Genres. " Zum I. Etage, t Haute Nouveautés Paletots zu jedem Preise. IIb Bursch- Pal., Hr- Fac. sonst 12 M., b.u.v. 5 M, an Burfch.- Schin. m.Bel. Bursch. Menchifoffs. Bursch.- Kaiser- Mtl. IIe Jünglings- Paletots. Jüngl- Schuw.m.Pel. Jüngl. Menchifoffs Jünglings- Ulster Jüngl- Kaiser- Mtl. a et b e D 8 lu tr b 21 31 S 9 " 8 14 7 " 17 # ### 15 9" 1 " " " " 11" 10 41/2" " " 15 δι " 11# 1111 " п 18 11 17 " 1 " DHO 19 • 2 " ## 1 14 12 8 17 " de " . " " ## 11 " 12 " 27 28 71/2 20 25 " " 11 Jüngl- Hohenz.- Mtl.. Prophet Am Dönhoffplatz, Ecke Leipziger n. Kommandantenstraße. Versandt nach auswärts gegen Nachnahme. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck uno Verlag von Max Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. et I. Etage, fü pl Hierzu zwei Beilagei 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 238. Parteinachrichten. Aufruf an die in Berlin und Umgegend wohnenden Of und Westpreußen! Ost und Westpreußen. B es Dienstag, den 11. Oktober 1892. 9. Jahrg. ( St. Gallen).Initiative betr. das Recht auf Arbeit. Referent: Abhängig gemacht wird die Erlaubniß vom Vorhandensein fol A. Steck( Bern).-Proportional- Vertretung. Referent: gender Einrichtungen: die Behälter zur Aufnahme der flüssigen Ed. Siegrist( Basel).- Internat. sozialist. Arbeiterfongres fessel), sowie die Kohlensäure- Reduktionsapparate müssen mit der P. Brandt( St. Gallen). Feier des 1. Mai 1893. Referent: und gasförmigen Kohlensäure( Kohlensäure- Flaschen und Gas1893 in Zürich. Referenten: D. Lang und N. Seidel Firma des Fabrikanten, einer laufenden Nummer, und die an Landsleute, Arbeiter, Genossen! Ihr Alle wißt, in welch( Zürich). Wohnungsfrage. Referent: 2. Arnold( Basel). geführten Behälter mit der Atmosphärenzahl bezeichnet sein, bis unfäglich trauriger Lage sich unsere Landsleute in der Heimath Nationalrathswahlen 1893. Referent: G. Wullschleger zu welcher diese Apparate Widerstand zu leiſten haben. Ferner befinden, unter welch' schwerem Joch sie seufzen und wie noth( Basel).- Eisenbahnverstaatlichung. Referenten: St. Gschwind müssen die Behälter mit Sicherheitsventil versehen sein, und thut, dort Aufklärung zu schaffen, die Köpfe hell zu machen,( Baselland) und D. Lang( Zürich). Etaatlicher Getreide dies ist so einzustellen, daß die gasförmige Kohlensäure abunsere Brüder von dem geistigen Drucke zu befreien, unter handel. Referent: N. Seidel( Zürich). welchem sie von ihren Ausbeutern gehalten werden. bläst, sobald der Druck im Gastessel bezw. Kohlensäure- Apparat Da nun, auf zwei Atmosphären( früher 21/2 Atm.) steigt. Der Durchmesser wie bekannt, im Kreise Marienwerder- Stuhm eine Auch in Metz ist ein sozialdemokratischer Verdes Sicherheitsventils muß bei Gasteffeln 10 mal so groß sein, Na ch wa h I stattfindet, so ersuchen wir, recht viel Adressen an ein- ein Lese- und Diskutirklub uns gelangen zu lassen. gegründet worden. als der engste Theil des Zuleitungsrohrs. Bei KohlensäureReduktions- Apparaten muß der Durchmesser des SicherheitsIm Auftrage der Agitations Rommission der Polizeiliches, Gerichtliches 2c. ventils mindestens 10 Millimeter betragen. Die Gaskessel sollen -Der verantwortliche Redakteur der Wurzener Zeiturg", freistehen, damit sie leicht zugänglich sind; sie müssen ferner am Genosse Peter Breuer, wurde vom Leipziger Landgericht tiefsten Punkt einen Ablaßhahn, und eine im unteren Drittel wegen Beleidigung des Königs von Sachsen zu 4 Monaten Ge- angebrachte, in geeigneter Weise verschließbare Reinigungsfängniß verurtheilt. öffnung haben, von mindestens 10 Zentimeter Weite; diese Zur Vorbereitung der letzten Gewerbegerichtswahl in Reinigungsöffnung kommt jedoch in Fortfall, wenn der Kopf der Frankfurt a. M. war vom dortigen sozialdemokratischen Kessel zum Abschrauben ist. Vor der Ingebrauchnahme der Verein eine Kommission eingesetzt worden. Dieselbe hatte tros Bierdruck- Vorrichtungen sollen die Behälter für die flüffige des polizeilichen Verlangens ihre Sigungen nicht angemeldet und Kohlensäure einem Ueberdruck von 250 Atmosphären, und die war deshalb der Uebertretung des Vereinsgesetzes angeklagt Behälter für gasförmige Kohlensäure einen Ueberdruck von worden. Sowohl das Schöffengericht wie auch das Landgericht drei Atmosphären durch einen Sachverständigen unterworfen erkannte jedoch auf kostenlose Freisprechung. werden. Eine Prüfung der Behälter, sowohl für gasförmige Genosse P. Brust ewicz, Schäftefabrikant in Straß- Kohlensäure als auch der Kohlensäure- Reduktionsapparate darauf, burg i. E., theilt uns mit, daß die Nachricht der Frankfurter ob auch alle vorgeschriebenen Einrichtungen gut und sicher funkBeitung" nicht zutreffe, wonach er durch die Zeugen der Majestäts- tioniven, soll alle zwei Jahre, für die Behälter für flüssige Kohlenbeleidigung überführt sein sollte. Sechzehn Entfäure alle drei Jahre stattfinden; über den Befund der zeugen stand nur ein Belaftungszeuge gegenüber, d Der Prüfungen, welche von den betreffenden Sachverständigen durch Waschpritschen- Besizer Blesch, dessen gleichfalls als Bengin ver- Ginschlagen des Prüfungszeichens und des Datums fenntlich zu nommene Ehefrau selber erst erklärte, sie habe die inkriminirte machen sind, ist von dem Eachverständigen eine schriftliche Be Aeußerung nicht gehört. Erst als der Präsident des Gerichts scheinigung auszustellen, welche bezüglich der Behälter für flüssige bemerkte: Nicht wahr, Frau Blesch, Sie können die Aeußerung Kohlensäure von den Fabrikanten der Kohlensäure, vorbehaltlich auch überhört haben? gab sie dies zu. Genoffe Brustewicz wird der Einforderung durch die Polizeibehörde, bezüglich der Behälter Revision beim Reichsgericht einlegen. Hoffentlich hebt man das für die gasförmige Kohlensäure und der Reduktionsapparate Es hat nach der„ Elsaß- Lothringischen Volts: dagegen stets bei dem Bierdruck- Apparat zu jeder zeitigen EinBeitung" selbst unter den Gegnern unserer Partei Befremden sichtnahme aufzubewahren ist. Bei denjenigen Bierbruckvor gez. Paul Decker, Schwedterstr. 245, 2 Tr. Magdeburger Gewerbegerichts Wahlen. Auch in Bu dau haben jetzt die Gewerbegerichts- Wahlen stattgefunden und sind zu Gunsten der Sozialdemokratie ausgefallen. Das Gesammtresultat für Magdeburg mit Vorstädten stellt sich also bei den Arbeiterbeisigern wie folgt: Hirsch- Dunder. Sozialdem. u. christl. Arb. Magdeburg, 1. Kaminer Sudenburg, 1. Reustadt, 1. Suckau, 15 103 7 80 11. 510 27 55 " 11. 586 47 47 105 #F 746 226 " 1. 4 09 " 211 587 11. 11. 19 1169 zufaminen 3011 Es sind demnach 60 sozialdemokratische Kandidaten gewählt. Zu den Mainzer Stadtverordneten- Wahlen haben die Urtheil auf. Altramontanen, Nationalliberalen und Demokraten( Volkspartei)| in Rartell gegen die Arbeiter geschlossen, wie unsere Mainzer erregt. Barteigenoffen vorausgesehen hatten. Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Görlitz siegte in der Klasse der Arbeitervertreter die sozialdemokratische iste mit 1289-1293 Stimmen über die Liste der HirschDunderianer, auf welche nur ca. 400 Stimmen abgegeben wurden, und das, trotzdem die Hirsch- Dunckerianer durch die Unternehmer und deren Werkzeuge ausgiebigst unterstützt worden waren. Lokales. so richtungen, bei welchen komprimirte Luft als Druckmittel dient, gelten hinsichtlich der Beschaffenheit und Bezeichnung der Behälter zur Aufnahme der komprimirten Luft( Windkessel) sinngemäß die gleichen Bestimmungen wie für Gasteffel der Sohlens fäure- Druckapparate. Die als Druckmittel zu benutzende Luft foll aus dem Freien und zwar von einem Orte aus zugeführt werden, welcher der Lage nach keine Verunreinigung der Zust befürchten Die Neberfüllung der Gemeindeschulklassen nimmt läßt; auch soll die Luft, ehe sie in den Windkessel tritt, durch von Semester zu Semester ab," erklärte der Stadtschulrath einen Filtrirapparat geleitet werden, welcher mit Salyzilwatte Uebereifer schadet nur." In neuerer Zeit mehren sich die Bertram in der letzten Stadtverordnetensitzung bei der Berathung ausgefüllt sein muß; die Watte soll sich stets in reinem trockenen Zustand befinden und mindestens allwöchentlich erneuert werden; Fälle, daß Staatsanwälte und Richter Aeußerungen, welche des sozialdemokratischen Antrages, der eine geordnete ärztliche auch soll, um den Eintritt des Bierschleims in die Luftleitung zu Beitungsberichterstatter und andere Zengen berichten und gehört Untersuchung und Überwachung des Gesundheitszustandes der verhüten, am Spund des Faffes oder in der Leitung ein gut haben, ableugnen und auf Mißverständnisse zurückzuführen suchen. Gemeinde- Schulkinder forderte. Herr Bertram hat Recht. Seit schließendes Rückschlagsventil angebracht werden. Ueberall wo So leugnet der Landgerichts- Direktor Schmidt in Breslau, die dem 1. Juni 1889, wo auf jede Klasse durchschnittlich 56 Kinder der Bierausschaut nicht mittels Zapfhahnes vom Faß erfolgt, fozialdemokratische Parteileitung in öffentlicher Gerichtsverhand- kamen, ist diese Zahl beständig gesunken, allerdings in ſo tleinen sondern das Bier eine Leitungsröhre zu durchlaufen hat, sollen ung der Meineidsförderung bezichtigt zu haben, wie dies die Stufen, daß am 1. Juni 1892 auf jede Klasse im Durchschnitt an den Leitungsröhren zwischen dem Zapshahu und dem MittelBreslauer Zeitungen berichteten und der Vertheidiger, Rechts immer noch 55 Kinder kamen. Das macht in 6 Semestern eine walt Martuse, wohl auch verstanden haben muß, da er sofort, Verminderung von 1 Kopf auf 56, also 1/4 pG. Und mit dieser punkt der Länge der Rohrleitung, bequem zugängliche Borrichfungen angebracht sein( Kontrollhähne), welche vom Polizeibu seinem Plaidoyer gegen die aus der Luft gegriffene Behauptung Abnahme" glaubt Herr Bertram Staat machen zu können? protestirte. Ebenso leugnet der Staatsanwalt Cornelius in Halle, Uebrigens wird durch diese Durchschnittszahlen sehr wenig präsidium als unzureichend anerkannt sind, zur jederzeitigen Erin einem früheren Prozeß in Beziehung auf die Sozialdemokratie bewiesen. Wenn man den Durchschnitt der auf 1 Klasse möglichung zuverlässiger Feststellung des Zustandes im Innern dieser Röhre. als„ von Gesindel" gesprochen zu haben. Wegen dieser und kommenden Kinder nicht für alle Gemeindeschulen zusammen, einiger gleichwerthiger Aeußerungen des Herrn Cornelius sondern für jede Schule besonders berechnet, dann ergiebt sich, hatten unsere Hallenser Genossen den tödtlichen Verlauf eines Falles von 27. Juni d. J. daß von allen am 1. Juni 1892 vorhandenen 195 Gemeinde- Cholera nostras im Krankenhause Moabit macht der eine Protestversammlung einberufen, in deren Verlauf schulen die Durchschnitts- Kopfzahl bei 90 Schulen bis 55, bei 93 Chefarzt deffelben, Herr Dr. Paul Guttmann, in der Klinischen fich der Zigarrenhändler Hoffmann und der Restaurateur bis 60 pro Klasse reichte und bei 12 Schulen über 60 hinaus Wochenschrift recht interessante Mittheilungen. Der Arzt schreibt Sofmeister einer Cornelius Beleidigung schuldig gemacht ging. Bedenkt man ferner, daß natürlich auch diese Durch darin u. a.: Fälle von Cholera nostras fommen in Beiten, haben sollen. Wie gesagt, leugnete Herr Cornelius, in schnitte zahlen bei den verschiedenen Klaffen jeder einzelnen Schule wo aftatische Cholera epidemisch auftritt, sehr häufig vor; welche Beziehung auf die Sozialdemokratie von Gesindel gesprochen zu wieder mannigfachen und bedeutenden Schwankungen unter Ursache diese Häufung von Cholera nostras- Erkrankungen zu haben, während ein als Zeuge vernommener Besucher der betr. worfen find, daß in den obersten Klaffen wegen allmäligen Zurück- Zeiten epidemischen Auftretens von astatischer Cholera hat, ist Gerichtsverhandlung unter seinem Gide befundete, daß die bleibens und zahlreicher Todesfälle im allgemeinen nur noch halb vollkommen dunkel. Zu Zeiten, die von letterer Krankheit frei Neußerung so gefallen sei, wie sie die jetzt Angeklagten ihrer so viel Kinder figen, als in den untersten Klassen, so ergiebt sich find, fommt Cholera nostras nicht oft vor, mehr als zweimal Kritik zu Grunde legten und wie sie seinerzeit die Berichte der für diese letteren gelegentlich eine Kopfzahl von 75 und 80 Kindern. in einem Jahre sehe ich sie in dem großen Moabiter KrankenBeitungen verschiedener Parteistellungen wiedergegeben haben. Hält Herr Stadtschulrath Bertram auch diese Frequenz für hause gewöhnlich nicht; noch seltener ist es, daß ein solcher Fall Das Gericht schenkte dem Zeugen vollen Glauben, sprach Hof- durchaus nich gesundheitsschädlich"? = am meister frei und verurtheilte Hoffmann wegen formaler Beleidigung zu drei Monaten Gefängniß. Soweit wäre diese Angelegenheit zum Abschluß gebracht. Eine noch nicht erledigte Frage ist aber die, ob es angesichts dieser Vorgänge nicht an gebracht wäre, von zuständiger Stelle den Herren Richtern und Staatsanwälten nahe zu legen, in politische Parteien, welche niemanden öffentlichen Gerichtsintereffiren, für sich zu behalten. Breslau liegen doch Schmidt nicht leber bei einem bis dahin gesunden Erwachsenen tödtlich endet. Ich bin in der Lage, einen tödtlich verlaufenen Fall von Cholera Bum Sparsystem der Eisenbahnen wird uns geschrieben: der Güterverkehr im verflossenen Monat bedeutend gehoben hat, und welche die auffallende Aehnlichkeit der Cholera nostras mit Da sich der Verkehr auf den Staats- Eisenbahnen, insbesondere nostras, welcher im Juli d. J. vorkam, zu schildern.( Es folgt nun eine Schilderung, die für Mediziner von großem Werth ist sollte man glauben, daß dadurch der Arbeitsmangel zum Theil der asiatischen Cholera beweist.) Auch der Leichenbefund des an beseitigt sei und ein großer Theil der von den Verwaltungen Cholera nostras Verstorbenen war demjenigen der asiatischen entlassenen Arbeiter wieder eingestellt würde, Aber im Gegen- Cholera sehr ähnlich, wenn auch nicht vollkommen identisch. Die theil haben auch im September wiederum Arbeiterentlassungen Bahl der Cholera nostras- Galle, der als choleraverdächtig in Die Borgänge in Halle und stattgefunden und stehen deren voraussichtlich noch mehrere bevor. Moabit Eingelieferten betrug 51( 41 Männer und 10 Frauen), so, daß entweder die Herren Cornelius und Die Parole heißt eben:" Sparen"! Das tgl. Eisenbahn- Betriebsamt bei denen weder der Kommabazillus, noch der Finkler- Groß Gerichtsverhand- Berlin- Magdeburg leistet hierin geradezu Erstaunliches. Die den Prior'sche Bazillus gefunden worden ist. Auf eine Beobachtung lungen über die Sozialdemokratie gesagt haben, oder daß sie sich verschiedenen Arbeitern im Juni d. Js. zustehende Lohnerhöhung aber möchte ich noch hinweisen, die in unserem Laboratorium an so unklar ausgedrückt haben, daß die Zuhörer sie mißverstehen sie, daß demnächst eine andere Lohnstala herausgegeben würde; nostras und zwei an Brechdurchfall Erkrankten stammten, gemacht von 10 Pf. pro Tag ist nicht genehmigt worden. Man bedeutete Präparaten, welche aus dem Stuhlgange eines an Cholera mußten. Beide Möglichkeiten weisen aber darauf hin, daß die diese läßt noch heute auf sich warten und den Arbeitern ist somit wurden: das Vorkommen nämlich von ziemlich gekrümmten hätten, ihre Weisheit über die Sozialdemokratie für sich zn be- vorläufig jede Aussicht auf Lohnerhöhung abgeschnitten. Auf der Stäbchen, welche den Verdacht erweckten, daß es sich um Kommahalten. Was aber für die Herren Cornelius und Schmidt, gilt, Wannseebahn hat man vom 1. Oktober ab eine Anzahl Züge bazillen handeln könne; in den aus diesen Stuhlgängen antrifft für die Rechtsprechung überhaupt zu. Deshalb empfehlen ausfallen lassen. Die hierdurch disponibelen Beamten werden laſſen. bir, der sich einniſtenden Gewohnheit, in der Sache selbst nicht dem Güterbahnhof überwiesen und die bisher auf letztgenanntem gestellten Gelatineplatten aber waren Kolonien von diesen gefrümmten Bakterien nicht gewachsen. Da es sich nicht um eine begründete Urtheile über politische Parteien abzugeben, schon jetzt Bahnhofe beschäftigten Hilfsbremser entlassen oder der Lohn- einmalige, sondern um wiederholte Beobachtungen handelt, so und ehe sie weiter Play greift, mit aller Entschiedenheit entgegen schnittlich 2,30 M. pro Tag zugetheilt. Was den Dienst selbst auf Gelatine nicht wachsen. Es würde sich empfehlen, bei Brechmeisterei als Streckenarbeiter mit einem Lohnfatze von durch scheint die Annahme zulässig, daß diese gekrümmten Bakterien 8 treten. Gerade der politische Prozeß steht aus der Zeit des Kulturkampfes und des Gozialistengesezes her bei der Masse des betrifft, so ist dieser z. B. bei dem Fahrpersonal des Potsdamer durchfällen und verwandten Zuständen auf das Vorkommen Boltes in so geringem Ansehen, daß besonders die sogenannten will ich nur ein Beispiel anführen: Ab Berlin 129 Mittags, verschiedenen Nährboden und ihre event. pathogene Bedeutung Güterbahnhofes äußerst schwer. Des beschränkten Raitmes wegen dieser gekrümmten Bakterien zu achten, ihre Kulturfähigkeit auf daß von diesem geringen Vorrath an Ansehen durch schlecht an- zurück 933 Abends, ab Berlin 1146 Abends und zurück in Ber folgenden Nacht 1213 Uhr. zu prüfen." gebrachten Uebereifer der letzte Rest verloren geht. Das Personal ist demnach fast un= unterbrochen 36 Stunden( weniger 1 Minute) im Dienst. Aus dem Krankenhause Moabit. Seit Sonnabend Abend die dortigen Brauereien Küpper und Wicküler verhängt hatten, Der Boykott, welchen die Elberfelder Arbeiter über Bieht man den Umstand in Betracht, daß das Personal eine bis gestern Vormittag 11 Uhr sind Neu- Einlieferungen von an Stunde vor Abgang eines jeden Zuges auf dem Bahnhofe sein der asiatischen Cholera erkrankten Personen nicht zu verzeichnen ist muß und frühestens eine halbe Stunde nach Ankunft des Zuges gewesen. Als am Brechdurchfall erkrankt sind vorgestern Nachder Barmer und Glberfelder Brauereien und der Boykott- den Heimweg antreten kann, so dürften im Durchschnitt täglich Rommission aufgehoben, nachdem jener die Garantie über: 14 Stunden Dienst nicht zu wenig gerechnet sein. Daß badurch mittag zwei weitere Korrigenden des Rummelsburger Arbeitshauses nommen, daß diejenigen Brauburschen, welche in den Brauereien die Betriebssicherheit nicht gefördert wird, leuchtet ein. Bedenkt nach Moabit überführt worden, doch ist bei diesen Leuten, sowie der Bergischen Brauereigesellschaft vormals Gustav Stüpper und man ferner, für welchen spärlichen Lohn das Personal täglich den übrigen fünf daselbst befindlichen Korrigenden jeder Choleraverdacht ausgeschloffen. Die am Sonnabend Vormittag in das Wicküler- Brauerei, Aktiengesellschaft, infolge der Boykotterklärung und stündlich sein Leben aufs Spiel ſetzt, so dürfte es wohl an- Krankenhaus eingelieferte Wäsche Arbeiterin Frida Guinappel endlich eine Befferung der troftlosen aus der Koblantstraße leidet an Cholera nostras; die mikroBoykotts von den vorgenannten beiden Brauereien sofort wieder Verhältnisse eintreten läßt. stopische Untersuchung der Auswurfstoffe der Patientin ergab eingestellt werden. Die Streitfrage, auf wessen Kosten die vom Polizei- das Vorhandensein von Rommabazillen, später vorgenommene präsidium angeordneten Spülvorrichtungen in den Gastwirth- Prüfungen der Exkremente auf Gelatineplatten wiesen das VorDer Landesvorstand der sozialdemokratischen schaften herzurichten sind, ob auf Kosten des Grundbesitzers oder bandensein von Kommabazillen- Kolonien nicht auf. Anscheinend Bartei Gisaß Lothringens hat sich wie folgt konstituirt: bes Gastwirths, hat, nach einer Mittheilung in der Versammlung an der Cholera leidend war der Bahnarbeiter Fiedler, welcher, führer: Jean Martin, Schulgaffe 2; Raffirer: Alfred Hoff einem Prozesse zu Ungunsten der Gastwirthe entschieden. Borfigender: Start Me we czerzal, Buffongaffe 22; Schrift des Vereins Berliner Gastwirthe, bas Landgericht Berlin I in wie wir bereits meldeten, vom Schlagfluß getroffen, im Kleinen mann, Manegeftr. 27; Beisiger: Jérôme Doppler, Lagerplatzgasse 1, und Jakob Haug, Biegelgaffe 29; sämmtlich in Mulhausen i. E. Thiergarten am Mittwoch Vormittag zusammenbrach und in das nahebelegene Krankenhaus Moabit geschafft wurde, Dem Magistrat ist vom Polizeipräsidium eine gegen die wo er bald verstarb. Die Erscheinungen, welche sich bei dem frühere Faffung abgeänderte Polizei- Verordnung zugegangen über sterbenstranten Mann zeigten, bewogen den Chefarzt, Herrn die Einrichtung und den Gebrauch der beim Bierausschant zur Direktor Dr. Guttmann, eine Obduktion der Leiche vorzunehmen, Die schweizerische Sozialdemokratie wird auf ihrem am Anwendung tommenden Drud- Leitungs- und Bapfvorrichtungen. und wiewohl Bazillen nicht in den Därmen gefunden wurden, und 6. Sovember in Solothurn stattfindenden Partei- Es dürfen danach Bierdruckvorrichtungen, bei welchen Kohlen- so war es doch augenscheinlich, daß F. bei Lebzeiten an der Wahl des Bundesraths durch's Volt. Referent: P. Brandt laubniß des Polizeipräsidiums in Venußung genommen werden. Müllerstraße erkrankte in der Macht zum Sonnabend ein Schloffers lage u. A. über folgende Bunkte verhandeln: Initiative betr. fäure als Druckmittel dient, nur nach ertheilter besonderer Er- Cholera nostras gelitten haben müsse. In einer Herberge der " gefelle Dombrowski; derfelbe wurde auf polizeiliche Anordnung in welcher Genosse Märtens das Wort hatte, soll derselbe die fizzende den Geschworenen die Schuldfragen und der Herr Staats nach Moabit überführt, und hier konnte schon am Sonnabend Worte gebraucht haben:„ Das Rechtsprechungssystem sei miferabel." anwalt ergreift das Wort. Nachmittag fonstatirt werden, daß D., welcher übrigens bis Sep- Wegen dieser Aeußerung war gegen Märtens ein Strafprozeß Staatsanwalt: Ich bin leider in der Lage, aufs tember d. J. als Korrigende im Rummelsburger Arbeitshause anhängig gemacht worden, in welchem auch Märtens verurtheilt politische Gebiet übertreten zu müssen. Die Angeklagten find internirt gewesen, nur an Brechdurchfall leide. Das Befinden wurde. In diesem Prozesse sollen die Genossen Wieczorowsky, Holz fämmtlich Sozialdemokraten, und da ist es nothwendig, auch die des Arbeitshäuslers Schubert derselbe ist noch der einzige und Neßler einen Weineid geleistet haben; diefelben hatten aus- Ansichten der Sozialdemokraten über Meineid fennen zu lernen. Patient, welcher an der asiatischen Cholera erkrantt, in dem gesagt, daß die beanstandeten Worte von Märtens nicht gebraucht Nicht nur in der letzten Zeit ist von den unabhängigen So Choleralazareth darniederliegt ist ein ganz vortreffliches und worden waren. Da diese Worte aber nach dem Beugniß der zialisten der Meineid gebilligt, auch im Sozialdemokrat", der in die Genesung desselben ziemlich sicher. Entlassen wurden im beiden Polizeibeamten doch gefallen waren, so wurden die Ge- Bürich erschien und in Deutschland verboten war, finden wir in Laufe der letzten 48 Stunden 12 Personen, darunter der Bade- nossen Wieczerowsky, Holz und Neßler wegen Meineids angeklagt. dem Jahrgange 1882 und 1883 drei Artikel unter dem Titel wärter Meinecke, der übrigens nur einen leichten Anfall der In der Echwurgerichtsverhandlung sollen nun die Angeklagten Meineid", und ich stelle den Antrag, diese Artikel hier verlesen asiatischen Seuche durchzumachen hatte. Der Bestand der an den oben erwähnten Meineid geleistet haben, indem sie noch aus zu dürfen. Cholera nostras, Brechdurchfall 2c. erkrankten, sowie verdächtigen drücklich hervorhoben, daß sie die Worte, das Rechtsprechungs- Rechtsanwalt Stadthagen: Falls dieser Antrag an Personen betrug gestern Vormittag 40. system sei miferabel" hätten hören müssen, wenn sie gefallen genommen wird, so werde ich unter lebhaftem Bedauern auch ges wären. Bei fämmtlichen Angeklagten liegt die Sache so, daß zwungen sein, einen Gegenantrag zu stellen auf Verlesung derjenigen Von beachtenswerther Seite ist, wie der Reichs- Anz." diese bei ihrer Wernehmung im Prozeß Wiczorowsky im Vor- Artikel und Broschüren, die ich in aller Eile gestern Abend zus schreibt, darauf hingewiesen worden, daß die auf den Straßen 2c. verfahren bereits uneidlich dieselbe Aussage gemacht, wie sie fammengerafft habe( Redner legt ganze Stöße von Zeitungen und feilgehaltenen Wineralwäffer, wie Selters, Sodawaffer 2c., an dieselbe nachher im Hauptverfahren beschworen. Broschüren auf sein Pult); ja nicht nur sozialdemokratische, auch die Abnehmer stets eiskalt verabfolgt werden, und daß der Vorsigender verliest die früheren Aussagen der Zeugen tatholische, in denen sich auch Aeußerungen über Meineid Genuß so falten Wassers, der schon in normalen Zeiten leicht und fragt die Angeklagten Fritsche und Genossen, ob sie sich finden. Nochmals gefagt, ich bedauere lebhaft, daß vom Herrn ernfte Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich ziehe, selbst vertheidigen wollen. Staatsanwalt versucht worden ist, die Politik in unsere gegenwärtig bein Drohen der Cholera die Neigung zu ähnlichen Fritsche: Soweit es nöthig, werde ich mich selbst ver- Gerichtsverhandlung zu ziehen, die Richter sollten auf einer Erkrankungen befördere. Der Minister der geistlichen, Untertheidigen, im übrigen überlasse ich es meinem Rechtsbeistande, höheren Binne stehen. richts- und Medizinal Angelegenheiten hat die Regierungs- Herrn Stadthagen. Staatsanwalt: Ich ziehe im Interesse der Präsidenten ersucht, die Verkäufer von Mineralwässern im Aus- Borsigender: Erzählen Sie nochmals den Hergang der Beschleunigung des Prozesses den Antrag auf schant anzuweisen, das Getränt fernerhin, gleichviel, ob Cholera Bersammlung. Verlesung des Sozialdemokrat" zurück. Der droht oder nicht, nur in einem der Trinkwasser- Temperatur entAngell. Fritsche: Ich war in der Versammlung, in Staatsanwalt entwirft nun ein ausführliches Bild der Anklage sprechenden Wärmegrade von etwa 10 Grad E. abzugeben, und welcher Genosse Märtens über Die Noth der Zeit" referirte. und kommt zu dem Schluffe, daß die Angeklagten mit„ boden das Publikum vor dem Genuß eistalter Getränke überhaupt, ins- Gigentlich foute Regierungsbaumeister Kepler aus Berlin sprechen, loser Dreiftigkeit" gelogen und sich der Begünstigung und besondere aber der Mineralwässer, zu warnen. da er aber nicht erschienen war, übernahm Märtens das Referat. des Meineides schuldig gemacht haben. Er ist daher der AnPlötzlich irrsinnig geworden ist der in dem Hause Gericht- Ich saß fünf bis sieben Schritt vom Redner und habe den Vor- ficht, daß die Herren Geschworenen die Schuldfragen zu bejahen straße 8 wohnhafte und in jener Gegend wohlbekannte Gastwirth trag genau verfolgt. Redner sprach über die gegenwärtige öko- haben. nomische Lage, über die Invaliditäts- und Altersversicherung, Rechtsanwalt Stadthagen erwidert dem Staatsanwalt Friedrich P. Der 48 Jahre alte Mann flößte durch sein Ver über die Rechtssprechung, die er als verbesserungsbedürftig hin in einer fünfviertelstündigen Rede und weist nach, daß in Staß halten den Angehörigen Besorgniß ein und wurde daher aufstellte, aber daß er das Rechtsprechungs- System als ein miserables furt thatsächlich ein Eifer zu fonstatiren set, mit welchem man ärztliche Veranlassung noch am Sonnabend Abend zu später bezeichnet hätte, ist nicht der Fall, sonst müßte ich es gehört die dortige Sozialdemokratie bekämpfen will, Stunde der Charitee zugeführt. haben. Allerdings hat Märtens das Wort miserabel gebraucht, daher bei den Polizeibeamten nicht diejenige Obaber in bezug auf die nationalliberale Partei, die er eine national- jektivität, diejenige Sachlichkeit vorhanden, die im Interesse miserable" nannte. der Wahrheit wünschenswerth wäre, übrigens bestehen die Borsigender: Wie kommt es, daß einige sich mit dem Notizen des Polizeikommissars- aus abgerissenen Worten, die zur legten Urtheil beruhigt haben, während Sie Revision einlegten? Abgabe eines Urtheils nicht hinreichend find. Weiter weist RechtsFritsche: Weil ich der Ueberzeugung bin, daß ich un anwalt Stadthagen nach, daß die Ingeflagten mit ihrer Aus schuldig bin, und( Fritsche fagt dies mit erhobener Stimme), wenn fage: Wenn das Wort miserabel" gefallen wäre, sie es auch ich jetzt wiederum verurtheilt werde und die Strafe auch ver- hätten hören niüffen" nur ein Urtheil über ihre Auffassungskraft büßen sollte, so werde ich unschuldig gelitten haben. abgeben wollten, was natürlich nicht ausschließt, daß sich die Angeklagten irren fonnten. Legtere würden sich deshalb nur eines Jrrthums, aber feines Meineids schuldig gemacht haben. Nach seiner( des Rechtsanwalts) Ansicht müßten die Geschworenen die Schuldfragen verneinen. Der zuleht bei dem Poftamte in Grimma beschäftigt gewesene Postasistent Ferdinand Paul Grahmann ist nach Unterschlagung von 11 485 M. Postkassengeldern am 28. September flüchtig geworden. Grahmann ist 243/4 Jahre alt, 1,62 meter groß, hat schwarzes, glattes Haar, tleinen Schnurrbart, dunkle Augen, schwarze dünne Augenbrauen, schmales blasses Gesicht und breiten Mund. Er hat hervorstehende Backenknochen, ist in der Nasengegend blatteruarbig, hat einen etwas stechenden Blick und theilweise schleppenden Gang. Grahmann spricht oftpreußi- Die Angeklagten Rückert, Schneider, Bock, Strohschen Dialekt und versteht polnisch und plattdeutsch. Auf die fuß sagen ebenfalls in diesem Sinne aus. Ergreijung des Grahmann und die Wiederherbeischaffung des Zeuge Polizeikommissar Huk: unterschlagenen Geldes ist eine Belohnung von 1000 m. aus- lung?- 3euge: Reßler sollte sprechen; da er nicht erschienen Borsigender: Was wissen Sie von dieser Verfammwar, übernahm Märtens das Referat. Er sprach über die wirthschaftliche Krisis, über die sozialpolitische Gesetzgebung und bezeichnete das heutige Rechtssprechungssystem als ein miserables". Vorsitzender: Haben Sie Notizen gemacht? Zeuge: Ja. gesetzt worden. Straßensperrung. Die Schönhauser Allee, von der Franfeciftraße( bis intl. Kreuzdamm) bis zur Tanzigers resp. Eberswalderstraße( intl. Kreuzdamm), ist behufs Umpflasterung von Montag, den 10. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Polizeibericht. Am 9. d. M. Nachmittags wurde vor dem Hause Mendelssohnstr. 14 ein Bäcker mit einer bedeutenden Berletzung am Bein aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. In einer Schankwirthschaft in d Sorauerstraße gerieth ein Heizer mit mehreren Gästen in eine Schlägerei und wurde von diesen hinausgeworfen. Hierbei erlitt er einen Bruch des Unterschenkels und mußte nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden.- Abends versuchte ein Bäckergefelle in der Bäcker- Herberge Gypsstr. 3 in der Trunkenheit sich mittels mehrerer, aneinander gebundener Bettlaken aus dem Fenster des im 2. Stock belegenen Schlafraumes auf den Hof hinabzulaffen. Die Laken zerisjen jedoch, und er stürzte aus der Höhe des 1. Stockes herab, wobei er anscheinend innere Verlegungen erlitt, die seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich machten. Vor dem Hause Oderbergerstr. 36 fuhr ein Schlächtermeister mit einem mit acht Personen besetzten Break gegen cin Brunnen- Bergestell, so daß der Wagen umschlug. Der Schlächtermeister erlitt einen Bruch des Oberarmes, die übrigen Infaffen blieben unversehrt. Am 8. D. M. uno der Darauf folg den Nacht fanden drei kleine Brände stott -Theater. Das betreffende Notizbuch wird den Wertheidigern, den Angeklagten und den Geschworenen zur Ansicht überreicht. Žeuge: Als dies Märtens ausgesprochen hatte, stieß mich der Polizeisergeant und ich unterstrich dreimal das Wort„ miserable" in meinem Notizbuche. Borsigender: Wann haben Sie den Bericht an die Polizeibehörde gemacht? Beuge: Sogleich, als ich nach Hause tam. Es wurde im Vortrage dreimal das Wort„ miserabel" gebraucht: einmal warf Redner der Bourgeoisie miserable Gewissenlosigkeit" vor, das zweite Mal nationalmiferable Partei", und das dritte Mal sprach Märtens von dem miserablen Rechtssystem". Zeuge Polizeisergeant Sim o 11, Borsigender: Haben Sie jener Versammlung beigewohnt? Beuge: Ja. Sonst stimmt die Aussage dieses Zeugen mit der des Polizeifomissars überein. Beuge Bürgermeister Reinhart stellt den Polizeibeamten ein gutes Leumundszeugniß aus. Polzeikommissar Suk sei ein intelligenter, tüchtiger Beamter, und der Polizeisergeant habe aller dings ein Verhältniß mit einer Frauensperson gehabt, sonst sei er ein zuverlässiger, vertrauenswürdiger Beamter. Vorsigender: Haben Sie nicht einen Drohbrief er halten? und ift In einer Replik versucht der Staatsanwalt die Ausführungen Stadthagens zu widerlegen und um Stadthagen bei den Ge schworenen herabzusehen, vergleicht er deffen Rede mit der Rede des Schuhmachers und Predigers" Märtens.- Scharf erwiderte Stadthagen und Rechtsanwalt Bacher, der den Angeklagten Strohfuß vertheidigte, schloß sich den Ausführungen Stadthagens an und führte ganz treffend aus, daß hier nur von einer Handlung gesprochen werden kann, da die eidliche Vernehmung der Angeklagten nur als eine Verstärkung der uneidlichen Aussage zu betrachten ist. Vorsitzender: Haben die Angeklagten felbst was vor zubringen? Fritsche: Ich habe meinen Standpunkt beim Eintritt in die Verhandlung flar auseinander gesetzt. Dabei bleibe ich auch noch. Fritsche fritisirt noch einige Ausführungen des Staats amvalts und fügt hinzu:„ Meine Herren Gesch: vorenen! Ich bitte nicht um Milde oder um Freisprechung. Ich bitte nur um ein gerechtes Urtheil, ohne Rüdsicht auf irgend welche politischen Momente. Nur Gerechtigkeit bitte ich." Der übrigen Angeklagten verzichten aufs Wort. bie Hierauf ertheilte der Vorsitzende die Rechtsbelehrung an Geschworenen. Um 81/4 Uhr zielen sich die Geschworenen zurü und verkünden um etwa 1/210 das Verdikt Schuldig." Hierauf erkennt der Gerichtshof gegen sämmtliche Angeklagte auf je 1 Jahr 5 Monate Buchthaus, unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchunge hast, außerdem auf 5 Jahre Ehrverluft. ( Magdeburger Voltsstimme.) " Die neue Schwurgerichtsperiode des Landgerichts welde gestern unter dem Vorsitze des Landgerichtsralb annenberg begann, hatte sich mit einer Anklage wegen Straßenraubes zu beschäftigen, die sich gegen den Beuge: Ja, einen anonymen Drohbrief, von dem ich ver- beiter" Franz Jlla richtete. Der Beraubte, Möbelpolier muthe, daß er von den Angeklagten berstammt. Löschinger, gab an, daß er in der Nacht zum 19. Juni in etwas Im Residenz Theater ging am Sonnabend der Schwank Rechtsanwalt Stadthagen: Ich möchte die Frage an den angetrunkenem Zustande durch die Prinzessinnenstraße gegangen Im Pavillon" von Blum und Toché in Szene und errang einen Beugen Herrn Reinhart richten, ob er nicht eine Anzahl Arbeiter fet, als sich der ihm unbekannte Angeklagte zu ihm gefelt und großen Seiterfeitserfolg, trotzdem die unglaublichsten und un- auf die schwarze Liste gesetzt hat, weil sie Sozialdemokraten ihn begleitet habe. In der Gegend des Mortsplayes habe wahrscheinlichsten Situationen heraufbeschworen wurden. Der sind, ob er nicht den Unternehmern sonst fleißige und ehrliche plötzlich mit einem fchiveren Gegenstande wie er vermuthe Juhalt des Ganzen ist loses französisches Leben, das die Be- Arbeiter angegeben und sie arbeits- und brotlos gemacht hat, mit einem Steine einen wuchtigen Schlag gegen be wohner des Hauses Montesson in tolle Verlegenheiten fetzt. weil sie sich der sozialdemokratifden Bewegung angeschlossen Hinterkopf erhalten, der ihn bewußtlos zu Boden streckte Madame Montesson, die an die Größe und den Ruhm ihres haben Als er wieder zu fich fam, habe der Angeklagte ge Gatten unerschütterlich glaubt, wird durch seine neueste Erfindung Zeuge Reinhart: Als die sozialdemokratische Bewegung bücft über ihm gestanden, ihm die Uhr aus der Tasche ge - ein Parfüm, das zufällig in ihrem Schlafzimmer verschüttet größere Dimensionen angenommen hatte, habe ich aus eigener rissen und sei davongelaufen. Der Zeuge sei dann aufgefprungen wird und einen fürchterlichen Geruch darin verbreitet, für die Initiative in einer Versammlung der Unternehmer denselben und habe den Fliehenden verfolgt. Derfelbe fei auf dem Franz Nacht aus demselben vertrieben. Sie geht in das im Pavillon gesagt, sie möchten die sozialdemokratischen Arbeiter entlassen. Play eingeholt worten und habe die Uhr wieder herausgegeben belegene Zimmer der Köchin, die gerade am Tage vorher ent- aber ich weiß nicht, wie der Rechtsanwalt diese Sache hier hinein- Dem Beraubten fehlten auch fünf Thaler, die er lose in der laffen worden ist, weil sie nicht an den Ruhm des Gatten geziehen kann. Tasche gehabt, dies Geld wurde bei dem Angeklagten nicht ge funden. Der Beuge hatte zwar nicht gesehen, daß der Angeklagte den Schlag gegen ihn geführt, war aber der Meinung, daß fein anderer die That begangen haben tönne. Der Angeklagte bestritt, daß er den Zeugen gefchlagen, er fei etwas hinter demſelbell zurückgeblieben und als er ihn nach einigen Minuten wieder ein geholt hatte, habe Löschinger ohnmächtig am Boden gelegen Die Geschworenen fprachen den Angeklagten nur des Diebstahls schuldig. Das Urtheil lautete auf zwei Jahre Gefängniß. Soziale Leberlicht. glaubt hat. Herr Montesson, der seiner Frau erzählt, er müsse Staatsanwalt: Auch ich bin der Ansicht, daß der diese Nacht außerhalb der Stadt zubringen, und zwar in einer Rechtsanwalt nicht zur Sache spricht. vermeintlichen wissenschaftlichen, Sigung, fehrt jedoch in Rechtsanwalt Stadthagen: Ich bitte, ich spreche sehr derselben Nacht noch noch heim, und in dem Glauben, zur Sache, denn unter den vom Bürgermeister Reinhart an die die Kammerzofe zu finden, flopft er an das zum Unternehmer denunzirten Arbeitern befindet sich ein Arbeiter, der Pavillon gelegene Fenster derselben; er füßt das weib- ganz unschuldig außer Arbeit gekommen ist, und es ist bei der hier liche Wesen, das ihm entgegenkommt, entfernt sich jedoch bald gekennzeichneten Thätigkeit des Zengen nur zu begreiflich, daß wieder, um die Gaitin in dem Glauben der erdachten Reise zu ihm Drohbriefe zugeben, die aber gewiß nicht von ten An laffen. Am anderen Morgen natürlich große Verwirrung, da der geklagten, die ich vertheidige herstammen. Zweitens wurde in Herr garnicht zu Hause ist und es war doch die Gattin, die den einem Beschlusse jener Unternehmerversammlung deutlich gesagt, Gatten gelüßt! Nach vielen Wirrungen wird endlich der Knoten daß man den entiaffenen Arbeitern nicht den wirklichen Grund gelöst und hätte das flotte vorgligliche Spiel nicht die Inhalt ihrer Entlaffung anzugeben branche, sondern einen anderen. Da losigkeit des Ganzen verdeckt, so hätten wohl selbst die anwesenden der Zeuge diesen Beschluß gefaßt und gebilligt, hat er die UnterSpießbürger mit ihrem Beifall auch mehr gegeizt. nehmer zu einer Unwahrheit verleitet, und unter diesem urkundFräulein Bertens spielte die schwierige Rolle der Mme. Mon- lich zu beweisenden Umstande stehe ich nicht an, zu behaupten, teffon quit sehr viel Gewandtheit und Feinheit; ebenso war Herr daß das vom Herrn Bürgermeister Reinhart abgegebene Leu Achtung, Berliner Gewerbegerichts- Wahlen! Alexander, als Schüler Montesson's, in seiner Komit vorzüglich, mundszeugniß über die beiden als Belastungszeugen erschienenen Gruppe IV. Metallindustrie. die übrigen Mitwirkenden rechtfertigen den Ruf des guten Polizisien durchaus werthlos fei, da der Zeuge Reinhart durch( Gold, Silber und Bijouterie Arbeiter Ensembles des Residenz- Theaters. diesen Akt nichts weniger als ein wahrheitsliebender Wann be- ra.veure und Biseleure, Uhrmacher, Mecha Ein leines Lustspiel aus dem Ungarischen von Schamér trachtet werden muß. Außerdem ist der Abgeordnete Heine zu niter, Gürtler und Galvaniseure, lempner ging diefem Schwant voran. Fräulein Hofer und Herr Jarno, 200 m. in Staßfurt verurtheilt worden, weil er gesagt hat, in und Blech waarenarbeiter, Metallschleifer, die einzigen Träger des Stückes, gaben sich die beste Mühe, die Staßfurt friege jeder sozialdemokratische Arbeiter einen blauen Binne, Blei, Kupfer- und Mesfingwerfarbeiter ziemlich lang ausgesponnene kleine Episode dem Publikum durch Strich. Herr Reinhart, der sich der Wahrheit dieser Worte be- ohrieger und Installateure, Schlosser und lebhaftes Spiel so interessant und fesselnd als möglich zu machen. wußt war, hätte mindestens diese Verurtheilung verhindern Maschinenbauer, Beschlag, Fabrik, Zeus' sollen. Ich stelle daher den Antrag, das vom Zeugen Reinhart und Nagelschmiede, Gisen, Metall über die Polizisten abgegebene Leumundszeugniß als werthloß zu Schraubendreher, Metallbrüder, betrachten. Rupe schmiede, Feilenhauer, Nadler und Siebs macher, Heizer und Maschinisten.) Nach der von der Streit- Kontrollkommission herausgegebenen Tabelle haben diese Gewerbe insgesammt 41 Kandidaten zu den Gewerbegerichts- Wahlen aufzustellen. Gerichts- Beitung. ( Diese Szene war höchst dramatisch. Die Bemerkung des Borsigenden über den vom Zeugen Bürgermeister Reinhart erhal tenen Trohbrief nuste Nechtsanwalt Stadthagen meisterhaft aus. Magdeburg.( Meineids- Prozeß Fritsche und Das politische Sündenregister, das Stadthagen dem Bürgermeister Genossen.) Ten Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Zsenbart, vorlas, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Der so selbstbewußt Staatsanwalt Nefsel vertritt die Auflage, als Bertheidiger fungiren auftretende Schutzengel des Kapitals verlor sichtlich die stolze Stadthagen und Bacher. Die Angeflagten Karl Fritsche, Saltung. Die Leftion war etwas derb, aber wohlverdient. Herr Sebastian Rücker, Karl Bock, Friedrich Schneider, Jafob Reinhart wird sie wohl nicht vergessen.) Strofuß werden beschuldigt, im Prozesse Wieczorowsky und Ge- Der Gerichtshof zieht sich zur Berathung des Antrages zurück nossen, indem sie demselben durch Abgabe eines falschen Beug- und nach Wiedererscheinen verkündet der Vorsitzende die Ablehnung nisses Beistand geleistet, sich eines Meineides schuldig gemacht zu des Antrages. haben, dadurch, daß sie unter dem Eide aussagten, das Wort Es erscheinen noch 10-12 Zeugen, die indeß nichts Wesent miferabel fei' in einem Vortrage des Genossen Märtens nur ein- liches aussagen können, so daß von der Vernehmung der noch mal gefallen und zwar in bezug auf die nationalliberale Partei". vorgeladenen Zeugen Abstand genommen wird. In einer Versammlung im Lingner'schen Saale in Staßfurt, Da die Zeugenvernehmung beendet war, verlas der VorIn der legen Sigung vorgenannter Kommission wurde jedoc konstatirt, daß von einigen Gewerben Kandidaten nicht in Bor schlag gebracht worden sind. Zur endgiltigen Nominirung der bisher aufgestellten Kandidaten eventuell Ernennung der an der Zahl 41 no fehlenden, findet am Sonntag, den 16. Ottober, Bor mittag 10 Uhr, in Brochnow's Saal, Sebastian straße 89, eine öffentliche Bersammlung alle oben genannten Beruse statt. une Die Angehörigen derselben ersuche ich um zahlreiches pünktliches Erscheinen. 4 פן 4 43 Die aufgestellten Kandidaten müssen in dieser Versammlung anwesend sein. Alles Weitere besagt das Inferat, welches am Freitag im Vorwärts" veröffentlicht wird. 91 Mit follegialem Gruß R. Pezold, Vertrauensmann, Wilhelmstr. 21. Achtung, Berufsmusiker Berlins! Es gilt gegen unseren größten Konkurrenten, das Beamtenmufiterthum, Schritte zu unternehmen, um uns diese Konkurrenz Dom Halfe zu schaffen; wir fordern Euch deshalb nochmals auf, uns Mittheilungen darüber zukommen zu lassen, in welchen Etablissements( Theatern, Balllokalen 2c.) Beamtenmusiker mufiziren, wie viel( mit möglichst ausführlicher Angabe des Namens, der Art der Anstellung als Beamter und der Gehaltsböhe), ferner welchen Verdienst( Gage 2c.) diefelben noch als Musiker beziehen. Im Interesse der gerechten gemeinsamen Sache bitten wir bringend um zahlreiche Ginsendungen. Die Agitationstommission der Berufsmusiker Berlins. J. Schonert, Bernauerstr. 28. B. Blachefsky, Stralsunderstr. 52. E. Vogel, Köpnickerstr. 173. Achtung, Arbeiter Berlins! Das neue Erkennungszeichen für unsere Mitglieder ist gelb und trägt braunen Querstrich. Es gilt Dom 1. Oftober bis 31. Dezember 1892. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Bivil Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Beruntung Dienstag, den 11. Oftober, Abends 8 Uhr, bei Satob, Brune Beise mit dem Säbel, während ihm sein Kollege zurief: Hau' Verband deutscher Jimmerleute Schönebergs und Umgegend.| Gendarm Merke ihm nach und bearbeitete ihn in gräßlichster waldstr. 110. Achtung! Brauer! Dienstag, den 11. Oftober, Abends s uhr, öffent fefle, hau' feste! Diezaret hat zwei 6-7 Zentimeter lange liche Bersammlung( Gruppe 1) in der Brauerei Friedrichshain, großer Saal. Säbelhiebe am Hinterkopfe und eine an der linken Stienseite, Kandidatenwahl zum Gewerbegericht. Allgemeiner Arbeiterinnenverein, Filiale Weißensee. Dienstag, den In der Ginwohnerschaft herrscht große Entrüstung, auch ist die 11. d. M., Abends 8% Uhr, bei Pfeiffenmüller, Königs- Chaussee, Mitglieder Sache bei der Staatsanwaltschaft und der Gendarmeriebrigade versammlung. Vorlesung:„ Die Prostitution." Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend 8%-10% Uhr: Südschule zur Anzeige gebracht. Sagelsbergerfir. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres); Südost- Schule: Schiffsstrandung. New- York, 6. Oktober. Der Dampfer Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( mittleres): Dit Schule, Martusstraße 31: Unterricht in Deutsch( unteres); Nord- Schule, Müller- am letzten Sonnabend von hier nach Havana segelte, ist an der " Banama" der Spanisch- Transatlantischen Gesellschaft, welcher ftraße 179a: Unterricht in Geschichte( neue). In alle Fächer fönnen Küste von Florido gestrandet. Das Schiff steckt am Elbon noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Eele- und Diskutirklubs. Dienhag. Johannes Wedde, s uhr, Riff fest. bet J. Wintler, Manteuffelfir. 60. 8% Uhr, bei Schayer, Reichenbergerstr. 54. Mondregenbogen. Bingen, 8. Oktober. Gin prachtvoller Lese- u. Diskutirflub Spinoza Mondregenbogen war hier gestern Abend gegen 7 Uhr am westbends 8½ Uhr, bei Tripte, Reichenbergerstr. 47.- Empor", Abends lichen Himmel sichtbar. Im Gegensahe zu den sieben, durch die Dienstag 8 Uhr, Man: Sonnenstrahlen erzeugten Regenbogenfarben, bot diefe glänzende Refetlub Gleichheit jeden Dienstag 8 Uhr, Restaurant Lusterscheinung nur ein weißlich- gelbliches Licht, letteres aber in so flaren und scharfen Umrissen an beiden bis zur Erde neigenden Enden gezeichnet, daß nan annehmen konnte, eine mächtige majestätische Brücke am westlichen Himmelsgewölbe vor sich zu haben. Ungefähr 10 Minuten währte das anziehende Bild, bis es bei eingetretenem Regen erlosch. Agitationsverein 2assalle, Abends 8% Uhr, bei G. Behrend, Blumenthalftr. 5. Sozialistischer Hefe- und Diskutirklub. Seger, Naunynfir. 74. teuffeliraße 60." Dermisäftes. Ein Edelster und Bester.„ Der Post" wird aus Allenstein( Ostpreußen) unter'm 10. d. M. gemeldet: Develchen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Der Gesammtbetrag der Unterschlagungen des Kassirers v. Knobelsdorf, beim Vorschuß und Darlehusverein beziffert sich auf 115 356 M. Durch Reservefonds, Kaution, Geschäftsgewinn pro 1891 pp. find bisher 41 469 M. gedeckt. Zur Deckung des Restes von 78 887. befchloß die Generalversammlung, den Mitgliedern ein Guthaben von 44 pt. abzuschreiben. raths- Abgeordneten in der inneren Stadt Wien für den ver Wien, 10. Oftober. Bei der heutigen Wahl eines ReichsEinen Theil der Summe hofft man noch durch Inanspruchnahme storbenen Dr. Herbst wurde Kronawetter mit 2701 von 3869 der Regreßpflicht einiger Vorstandsmitglieder und durch Antheil an der Kontursmasse Knobelsdorfs zurückzuerhalten. Eine Versöhnungsszene. Die Frankfurter Laterne schildert die Versöhnung zwischen den Herren Baare und & us angel in ihrer neuesten Nummer. Achtung, Gruppe Baugewerbe, Berlin! Die Leiter der Drganisationen, sowie auch die Vertrauensmänner der der Gruppe Baugewerbe zuzählenden Gewerkschaften werden hierdurch ersucht, zu Sonntag, den 16. Oktober, feine Versammlungen ihrer Branchen oder Organisationen einzuberufen, da an diesem Tage eine öffentliche Versamm, Tung fämmtlicher Baugewertschaften stattfindet. wie widerwärtig bin ich Ihnen erschienen.. Fusangel: Edler Mann, können Sie mir verzeihen? Näheres siehe Inserat am Mittwoch und Freitag dieser Woche im„ Vorwärts". Ferner werden die Brunnenmacher hier- Sie verkannt. Ich kann beschwören, daß Sie sich bei der ganzen Baare: Nein, nein, nichts mehr von Schienen! Ich habe durch aufgefordert, im Falle es noch nicht geschehen ist, ihren Sache nichts gedacht haben, und wenn Sie wünschen, soll mein Gewerbegerichts Kandidaten so bald wie möglich zu wählen. Eid.... Desgleichen werden die Dachdecker ersucht, sich an den Arbeiten zu diesen Wahlen zu betheiligen. J. A.: C. Blau- rath, wie rein stehen Sie vor mir da. Was Sie sagen, trägt den Fusangel: Nichts von Meineid, erhabener Kommerzien. Stempel der Wahrheit, nicht jenen falschen Stempel der ein Beitrag zur Steuer der Wahrheit, welche wir dem Baare: Lassen wir die Falschstempelei. Unsere Versöhnung Bublifum nicht hinterziehen wollen. tod. NB. Die Kandidaten dieser Gruppe werden gebeten, in Ge- Lüge meinschaft mit den Vertrauensmännern ihres Gewerkes am Donnerstag, den 13. d. M. vom Lokal Gipsstr. 3 die Flugblätter ist zur Versammlung behufs Verbreitung unter ihren Kollegen abzuholen. Der Obige. Versammlungen. Fusangel: Reden wir nicht mehr von Steuerhinterziehungen, erlauchtes Mitglied der Nationalliberalen, lassen Sie mich Ihnen huldigen, und schneiden Sie mir nicht eh'r das Wort ab, als bis. Baare: Ich will nichts mehr von Ehrat schneiderei hören, Sie sind eine große Seele. O wie tief muß bei Ihnen das Ehr gefühl fizen... Fusangel: Ja, das Sizen! Das ist nun glücklicherweise vorüber, ich habe genug gesessen. In meine Arme, hochverehrter Schienenfabrikationsschirmherr. Stimmen gewählt. Der christlich- foziale Gegenkandidat erhielt 1005 Stimmen, der Kandidat der deutsch- nationalen Antisemiten erhielt 78 Stimmen. Brüffel, 10. Oktober. Die von französischen Blättern gebrachte Meldung, daß zwischen Frankreich und Belgien ein neuer Handelsvertrag werde abgeschlossen werden, wird von unterPetrowa wurde gegen den früheren Ministerpräsidenten Basics richteter Seite für unbegründet erklärt. Belgrad, 10. Oktober. Bei einer Parteiversammlung in ein Gewehrschuß abgefeuert. Basics blieb unversehrt. Der Attentäter, ein Pandur des Bezirkspräfekten, ist verhaftet worden. Athen, 10. Oktober. Gestern Abend fanden neuerdings Kundgebungen der Studenten gegen das Schulgesetz vor dem trieben die Menschenmenge auseinander. Mehrere Berhaftungen Universitätsgebäude statt. Polizei und Militär schritten ein und wurden vorgenommen. Wie verlautet, beabsichtigen die Studenten für heute abermals eine Kundgebung. ( Depeschen des Bureau Herold.) Köln, 10. Oft. Die Köln. Volts- 3tg." meldet aus Nom: Am kommenden Sonnabend erscheint ein Buch des Jesuiten Brandts über die französische Politik des Papstes. Der Bapst, welcher die Korrekturbogen gelesen, habe sich danach nicht für völliges Aufgeben der monarchischen Idee in Frankreich, sondern nur für Anerkennung der Republik als der zur Zeit bestehenden Regierungsform ausgesprochen. München, 10. Oktober. An der Spike des„ Bayer. Vaterlandes" erklärt Dr. Sigl heute sich zur Annahme der Kandidatur für den Reichstags- Wahlkreis Kelheim bereit: er betrachte dieselbe als Protest gegen die bisherige Zentrumswirthschaft im Reich und in Bayern, gegen den wachsenden Militarismus und die Steuerbelastung, sowie gegen eine Reihe beklagenswerther Gefeße und gegen das unleiblich gewordene Parteiwesen. Indem er feiner Partei beitrete, gedenke er stets als Katholik und guter Bayer zu denken, zu handeln und zu stimmen. Sein Blatt ent halte fein Programm. Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufs. genoffen hielt am 4. d. M. seine 4. ordentliche Generalversamm lung ab. Bünächst wurde mitgetheilt, daß sechs Kollegen frant find, ferner daß am 14. Oftober im Konfordia- Saal eine öffentliche Versammlung aller im Handelsgewerbe Angestellten statt- Baare: Arm in Arm mit Dir fordere ich sämmtliche Gefindet und ebendaselbst am 5. November das Stiftungsfest ab- richtshöfe in die Schranken.( Sie umarmen sich feierlich.) gehalten wird. Ueber das Bestellen der Einladungskarten durch Eine Gendarm- Säbelaffäre wird uns ans Ostrowo, die Reichspost wurde Beschwerde geführt. Kollege D. Grauer Provinz Bosen, gemeldet. In Ostrowo findet alle Montage und erwähnte u. a., daß Karten von der Reichspost als unbestellbar Donnerstage ein Wochenmarkt statt, auf welchen zahlreiche zurückgekommen waren, während dann die Karten mit derfelben Bauern vom Lande nach der Stadt kommen. Dieselben müssen Adresse durch die Packetfahrt- Gesellschaft bestellt wurden. Der den Markt bis 1 Uhr und die Stadt bis 8 Uhr Nach britte Bierteljahresbericht ergab folgendes: Einnahme 2311,75 M., mittags räumen. Am Montag, 3. Oftober, stand um 2 Uhr Ausgabe 1561,98 M., Ueberschuß 749,77 M. Bestand Ultimo Nachmittags der Wagen des Wirths Wasielewski aus BisJuni 1285,58 M., Gesammtvermögen 2035,35 M. Nachdem dem tupice szalone in der Kalischerstraße, als die Gendarmen Paris, 10. Oktober. Die gestrigen Versammlungen zu Raffirer Decharge ertheilt war, wurden folgende Kollegen in den Dreßler und Merte tamen und den W. aufforderten, die Stadt Gunsten der Ausständigen in Carmaux find ordnungsgemäß Borstand gewählt: Krakau, 2. Vorsitzender; Hoffmann, zu verlassen. Dieser weigerte fich, da er bis um 8 Uhr Zeit verlaufen. Die Redner führten theilweise eine sehr heftige 1. Schriftführer; Clemens, Beisiger; Gerber, Revisor. zu haben glaubte, worauf ihn der Gendarm Merke an den Sprache und drohten mit der Entfaltung einer Agitation, welche Der Antrag, die Wochenbeiträge zum Zwecke der obligatorischen Hals faßte und ihn ordentlich schüttelte. Dieses em die Proflamirung einer zweiten Kommune, die Besetzung des Einführung der neu zu gründenden Zeitung um 5 Pf. zu erhöhen, pörte die Umstehenden, und ein Bekannter des W., namens Stadthauses, der Kammer und des Senates durch das Volt wurde nach lebhafter Debatte abgelehnt. Dadurch ist der Be Krajewski I, gleichfalls aus Biskupice szalone, bemerkte, dem herbeiführen werde. Präsident Carnot mißbilligt angeblich lebschluß der außerordentlichen Generalversammlung hinfällig, Gendarm, daß er zu seiner Thätlichkeit kein Recht habe, er haft die nachgiebige Haltung des Kabinets, welches ohne enerwelcher besagt, daß die neue Zeitung obligatorisch eingeführt fönne höchstens den W. aufschreiben und zur Anzeige gische Beilegung des Ausstandes das Niederhalten der sozialistiwerden solle. bringen. Dieses veranlaßte den Gendarm Dreßler, den fchen Agitation beabsichtige. Krajewski zu arretiren und ihn mit Hilfe des Merke nach Christiania, 10. Oktober. Die norwegische medizinische Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, der Polizeiwache zu schleppen. den 11. Oftober, Abends 8% Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Kommans die ihren Bruder loszulassen bat, erhielt vom Gendarm Dreßler Veranlassung von Pasteur's Geburtstag am 27. Dezember. Pasteur Eine Schwester des K., Gesellschaft sammelt Beiträge zur Gründung einer Stiftung in bantenstraße 10-11, Borstandssigung. Brutralverein der Bildhauer Deutschlands, Gauverein Berlin. einen Faustschlag ins Gesicht, so daß das Blut ihr aus der Nase selbst soll eine Adresse überreicht werden. Abends 8 Uhr Annenftr. 16 Generalversammlung. Tagesordnung: Bortrag strömte. Schlimmer noch erging es dem Bruder des R.; derfelbe Des Herrn Dr. Borchardt über: Giniges Sehenswerthe aus der Urania." wurde derartig mit dem Gäbel bearbeitet, daß er die Flucht ergriff, mittel für die Staatskasse soll ein bedeutender Posten von 3,6 pt. Stockholm, 10. Oft. Zur Beschaffung größerer GeldRechenschaftsbericht über das 3. Quartal, Verein Berliner Hausdiener. Dienstag Abend s ühr erste ordentliche wobei er noch 4 Säbelhiebe in den linken Arm erhielt. Als ein anderer Staatsobligationen freihändig begeben werden und sind die Generalversammlung in den Arminhallen, Kommandantenir. 20. Tages Einwohner aus Biscupice namens Dwezarek die Bemerkung Kasse des Reichsschulden- Komtoirs, die Reichsbank nebst Filialen, ordnung: Vorstandswahl. machte, daß der Gendarm nicht schlagen dürfe, bekam er einen sowie sämmtliche schwedischen Privatbanten mit dem Verkauf beSäbelhieb auf den Kopf, und als er die Flucht ergriff, eilte der auftragt. Der Begebungsfurs ist zur Beit 94 pct. Serliner Kolportage- Buchhändler. Dienstag, den 11. Oftober, Abends 8 Uhr, Sigung im Bereinslotal, Stralauerstr. 57( tegel). Achtung! Achtung! Jamaica- Rum, echt Verschnitt u. Faç.- Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Lurus- Papier Arbeiter und Arbeiterinnen! Tokayer, med. füßer Ungarvein, Literft. M. 2,10, im Am Mittwoch, den 12. d. M., ,, Schulthei"( Eiskeller), Chauffeestraße Nr. 88: Grosse Versammlung. Tagesordnung: Die Mißstände in den Berliner Lurus- Papier- Fabriken. Neu eröffnet! Großes Lager von 118/8 E Neu eröffnet! Herren- u. Knaben- Garderobe. 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Wer fämmtlicher Pferdebahn- und Omnibusbediensteten Berlins in den Concordia- Feftsälen( großer Saal), Andreasstraße Nr. 64. Tagesordnung: 1. Die großen Berliner Verkehrsgesellschaften und ihre Arbeiter. Refer. Reichstags- Abgeordneter August Bebel. 2. Diskussion und Besprechung über die event. Gründung einer Organisation. 3. Verschiedenes. Pflicht der Beschäftigten obiger Betriebe ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen und sich durch keine Maßregelung abschrecken zu lassen, ebenso diese Bekanntmachung in den weitesten Kreifen zu verbreiten. 273/2 Der Einberufer. Freie Volksbühne. Die außerordentliche Generalversammlung der Freien Volksbühne" findet nicht in„ Sanssouci", sondern am Mittwoch, den 12. Oktober, Abends 8 Uhr, ftatt. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, 11. Oftober, Abends 81/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 79. Tages Ordnung: = 870/1 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten P. Singer, über: Die preußische Landtags- Wahlreform. 2. Diskussion. 3. Kaffen- und Geschäftsbericht. 4. Wahl des Vorstandes. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein I 44 einen guten und billigen Teppich faufen will, wende sich an die Teppich fabrik von J. Adler Söhne, für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Spandauerstr.30 Versammlung Dienstag, den 11. Oktober, Abends 812 Uhr, in Albrecht's Salon, Wilhelmstraße 105. Tages Ordnung: = 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes, Fragen. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein im ,, Böhmischen Brauhause", Landsberger Allee 11-13, für den 4. Berliner Reichtags- Wahlkreis. Versammlung Tagesordnung: Fortsetzung der Generalversammlung vom 4. Oktober. Dienstag, den 11. Oktober, Abends 8½ Uhr, bei Joël, Andreasstr. 21. Zur Aufklärung sagen wir hierzu: 1 1 Tages Ordnung: Nach§3 des Statuts ist der Vorstand Ginberufer einer jeden General1. Hervorbringung und Vertheilung der Werthe in der sozialistischen Versammlung, nicht der Kassirer. Wenn bisher der Kassirer die Bekannt- Gesellschaft. Referent Genosse Julius Türk. 2. Diskussion. 3. Wahl machungen unterzeichnete, so geschah es wie auch stets angezeigt wurde dreier Revisoren. Im Auftrage". Der Kassirer hat also nur eine Gvekutive, nicht aber die C. Scholz, Wrangelstr. 82. 5. Verschiedenes. 4. Antrag betreffend die Verlegung der Zahlstelle von Initiative in Vorstandsobliegenheiten. Daß Herr Türk diesmal nicht mehr mit der Besorgung des Saales, der Bekanntmachung und Anmeldung der VerGäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden in der Versammlung fammlung beauftragt wurde, geschah aus folgendem Grunde: Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Am 29. September erhielten wir von Herrn Türk ein Schreiben, in dem es heißt: Nach den Vorgängen am Montag verzichte darauf, eine Voraufgenommen. Sozialdemokratischer Wahlverein Ferner offeriren wir eine große Partie, ca. 2000 Fenster #. englisdje Tüllgardinen und Stores in weiß u. crême, fowie einen Posten schwerer Portièren, 312 Mir. Iang, 120 Stm. breit, von Mark 2,50 an. Ferner alle Arten Möbelstoffe nu. Plüsche sowie Tischdecken, Steppdecken, Läuferstoffe u. Reisedecken 49 sehr billig! 376/1 Karl Köhler, Mariannenſtr. 26, an d. Kottbuser Brücke, empfiehlt all. Freunden u. Genossen sein Filzschuh- und Pantoffel- Geschäft fowie angrenzende Artikel.[ 2415b Randsßhung zu besuchen, bevor nicht die Generalversammlung se für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Eigenes Fabrikat. E sprochen hat." Daraufhin, sowie in Anbetracht der Eigemmächtigkeiten, die sich Herr Türk bereits hatte zu Schulden kommen lassen, beschlossen wir in der Vorstandssitung vom 1. Oktober, zu der Türk ausdrücklich eingeladen war, ihn mit der Exekutive nicht mehr zu beauftragen und zwar so lange, als er bei feiner Weigerung, an Vorstandssitzungen theilzunehmen, beharre. Am Mittwody, den 12. d. M., Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße 33: General- Versammlung. Tagesordnung: Mitgliedsbuch legitimirt. Wenn nun Herr Türk seine Verfügung der Sanssouci- Versammlung da1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des gesammten mit zu entschuldigen sucht, daß er den Saal bereits gemiethet hätte, als er Vorstandes. 4. Verschiedenes. Pflicht aller Mitglieder ist es, in dieser Verunsere Mittheilung vom 6. Oftober erhielt, so erwidern wir, darin eben liegt sammlung zu erscheinen. Die Eigenmächtigkeit des Herrn Türk, daß er Ort und Zeit der General- 378/ 1 versammlung festsetzte, ohne seine Vorstandskollegen auch nur zu fragen. Da nun die von Herrn Türk verfügte Versammlung unberechtigt ist, so sehen wir( als Vorstandsmehrheit) uns genöthigt, gegen ihre Beschichung zu protestiren und eine andere( statutenmäßige) Versammlung einzuberufen. Wir haben den Mittwoch gewählt, weil sich die Mitglieder zu diesem Tage bereits eingerichtet haben und weil wir wissen, daß Herr Türk an diesem Tage erscheinen fann. Bruno Wille. Bernhard Kampffmeyer. An die Mitglieder 2444b Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Allen Freunden und Genossen empfehle ich mein Geschäft mit alten und neuen Kleidungsstücken, ArbeiterHemden, Leinenzeug, Lederhosen zu den 3089L billigsten Preisen. Hirsch, Staligerstr. 119. Staare, 3083L Stieglige, Rothhänflinge 1,50, Buch finken, Kreuzschnabel, Zeisige, Wachteln, Lerchen 1 M., Rothfehlchen, Meisen 80 für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. f. Schnelle, Stalizerſtr. 123. Versammlung 239/2 am Dienstag, 11. Oktober, Ab. 8 Uhr, in Nagel's Salon, Schwedterstr. 23/24. Tages Ordnung: 1. Die Ursachen der gegenwärtigen Krisen. Referen Genoffe Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.. Der Vorstand. der„, Freien Volksbühne Gewerbegerichts- Wahlen 1. Gruppe. Aus der obigen Annonce erfehen die Mitglieder der Freien Voltsbühne", daß seitens des Vorsitzenden Wille eine Versammlung nach dem„ Böhmischen Brauhause" einberufen ist, trotzdem er wußte, daß der Kassirer Türk für denselben Tag schon das Konzerthaus Sanssouci" gemiethet hatte. Um der Deffentlichkeit das traurige Schauspiel zu ersparen, daß zur selben Zeit zwei Generalversammlungen der Freien Volksbühne" tagen, so hat Türk den Saal des Konzerthauses abbestellt und so findet am Mittwoch die General Versammlung im Böhmischen Brauhause", Landsberger Allee 11-13, statt. Aus den wiederholten Erklärungen des Vorsitzenden Wille, daß er den Kassirer T. habe stürzen wollen, aus den Briefen, die T. vorlas, geht unzweifelhaft hervor, daß eine Majorifirung T. seitens feiner Vorstandskollegen stattgefunden hat. Für uns Mitglieder beweisen diese Vorkommnisse, wie gefährlich es für unseren Verein ist, daß der Vorstand nur aus drei Mitgliedern beteht. Schon am 23. September ist bei dem Vorsitzenden Wille ein Antrag eingegangen, den Vorstand auf 5 Mitglieder zu erhöhen. Ueber diesen Antrag au berathen und zu beschließen, wird Aufgabe der morgenden Versammlung sein. Außerdem hat sich durch die Diskussion jetzt schon gezeigt, daß die augenblicklich im Amt befindlichen Vorstandsmitglieder nicht mehr zusammenarbeiten tönnen. Die Unterzeichneten werden daher den Antrag einreichen, den Gesammtvorstand neu zu wählen. Dienstag, den 11. Oktober, Abends 8 Uhr, in der ,, Aktien- Brauerei Friedrichshain"( früher Lips): Große öffentliche Versammlung aller Arbeiter folgender Berufe: Möbel, Spiegel und Polsterwaaren, reelle Waare, solide Preise, Gauze Ausstattungen in Mahagoni und Nußbaum. Küchenmöbel in gr. Auswahl empfiehlt 2926L Julius Apelt, Sebastianstr. 20( früher 27/28) Empfehle mein Geschäft in frischen 533 L Blumen und Kränzen. Robert Meyer, Bäcker, Konditoren, Brotfabriken, Dampf- und Reismühlen, Schlächter, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Brauer und Mälzer, Wein, Branntwein- und Effig- Fabrikarbeiter, meiden, bitte ich meine Freunde und NB. Um häufigen Irrthum zu ver Zucker, Chokolade, Käse. Butter- und Konserven- Fabrikarbeiter, Genossen, genau auf meine Adresse zu Gastwirthsgehilfen, Tabak u. Bigarrenarbeiter, Barbiere n. Friseure. Tages- Ordnung: zum 1. Endgiltige Aufstellung der Arbeiterkandidaten für die Beisigerwahlen Gewerbegericht. 2. Verschiedenes. Die Kandidaten müssen anwesend sein. 2421b J. A.: Wilhelm Börner, Delegirter der Tabatarbeiter. Emil Polter, Delegirter der Gastwirthsgehilfen. Fachverein der Tischler. Dersammlung W am Dienstag, den 11. Oktober, Abends 8% Uhr, in Graiweil's Bierhallen, Sommandantenstraße 77-79. Zages Ordnung: In der fombinirten Sigung vom 26. September, nicht wie irrthümlich im Flugblatt, das an die Mitglieder verschickt wurde, behauptet wird, am 23. September, wurde gesagt, als der Kassirer T. dagegen protestirte, daß das 1. Bortrag des Dr. Lütgenau über: Die Freiheit und ihre Rolle in der Flugblatt aus Vereinsmitteln bezahlt und verschickt werden sollte:„ Wir haben sozialen und geistigen Entwickelung der Menschheit. 2. Diskussion. 3. Verja noch den Ueberschuß vom Waldfeft"( Der Ueberschuß in Höhe von 2000 m. einsangelegenheiten und Verschiedenes. ist bis heute von dem Revisor Wildberger noch nicht an die Kasse abgeliefert worden.); auch über dieses Vorkommniß muß in der morgenden Versammlung gesprochen werden. Kurz, die Tagesordnung der morgenden Versammlung ist so wichtig, für unser ganzes Vereinsleben so entscheidend, daß wir jedes Mitglied dringend bitten, pünktlich in der Versammlung zu erscheinen. Sonnabend, den 15. Oftober 1892: Vereins- Kränzchen 33 im Emil Ambach, Schützenstr. 54/55. Alfred Böttcher, Neuenburgerfir. 23. May Gottbuserstr. 4a Konzerthaus Sanssouci" Rottbuserstr. 4a. Born, Leipzigerstr. 50. A. Blasig, Streligerstr. 28. Emil Donath. Naunynstraße 78. Paul Dupont, Solmsstr. 33. B. Dübelt, Boeckhstr. 23. August Anfang Abends 8½ hr. Hildebrand, Boechstr. 44. Albert Hengstback, Brückenftr. 43. A. Heymann, Billets find auf allen Zahlstellen des Vereins sowie bei folgenden Steglitz. Gustav Hellbig, Kottbuserstr. 63. Rudolf Jungnitsch, Naunynstr. 48, Herren zu haben: Conrad, Bärwaldstr. 53, Quergeb. 2 Tr.; Schulz, BrizerOstar Kühling, Oranienstr. 204. Emil Kulicke, Moritzstr. 5. Gustav Koswig, straße 42, 4 Tr.; Mieke, Adalbertstr. 9, 4 Tr.: Glocke, Laufiberstr. 52, 3 r.; Waldemarstr. 65. Albert Laasch, Mittenwalderstr. 47. Richard Meyer, Koblenzer, Adalbertstr. 96, Quergeb. 1 Tr.; Hoppe, Rirdorf, Berlinerstr. 84/85; Köpenickerstr. 194. Otto Meyer, Strelitzerstr. 28. Robert Purschmann, Dresdener Mews, Mariannenstr. 13, 4 Tr.; Klawitter, Oppelnerstr. 16; Gruschke, Pücffer straße 180. Rich. Schmiedel, Charlottenburg. Otio Schneider, Charlottens straße 58, Hof 2 Tr.; Siebert, Roppenstraße 27, 1 Tr.; Zwanzig, Fürbringerburg. Carl Sieger, Besselstr. 12. Carl Stöger, Laufigerplay 17, 8 r. Straße 27; Thiel, Boechstraße 15: Maass, Schwedterstraße 1, 1 Tr.; Forner, Julius Türt, Solmsstr. 24. Gustao Winkler, Wrangelstr. 135. Elifabethstr. 49, Quergeb. 3 Tr.; Wiedemann, Wallstr. 7/8, im Arbeitsnachweis. Der Vorstand. Verein für volksthümliche Kunst. Das Festspiel: 85/6 Maler. 12 Jahre der Verbannung, Gr. Generalversammlung der Filiale I( Süd) oder: 11 am Mittwody, den 12. Oktober, Abends 81/2 yr. Tagesordnung: im Etablissement ,, Süd- Ost", Waldemarstrasse No. 75. 1. Vierteljahresbericht. 2. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenan über: Nationalökonomie". 3. Filialangelegenheiten. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Ausgewiesenen Heimkehr, Episch- dramatische Dichtung von C. M. Scävola, in 12 lebenden Bildern dargestellt von den Mitgliedern des Vereins unter Leitung ihres Dirigenten Frik Hansen, gelangt auf vielseitiges Verlangen am Sonnabend, den 15. Ot tober, in den„ Concordia- Festfälen beim Stiftungsfeste des Deutschen Tischler- 211/2 verbandes zum zweiten Wale zur Aufführung. Freunde und Gönner des Vereins sind hierzu eingeladen. 364/1 Der Vorstand. J. A.: Fritz Hansen. Verantwortlicher Redakteur: August Enders Der Vorstand. achten. Staare, Wachteln, Rothhänslinge, Stieglige, Kreuzschnabel, Stück 1 Mart 25 Pf. Beifige, Finten, Grünhänslinge, Girlize, Goldammern 80 Pf. Rothfehlchen, Meisen 50 Pf. Alles Männchen. 2440b M. Redtmann, Stralauerplay 21. Berlin. Rester- Roben. 1 großer Posten Roben ,, direct ab Fabrik" 6 Meter für 4 Mark. Prima Waare in allen Farben. A. Wronkow, Oranienstraße 162. lands ist eine lukrative Artstelle In einer größeren Stadt Westdeutsch zu vergeben. Suchender muß Sozial demokrat sein. Offert. vermittelt d. Exp. 2411b dieses Blattes unt. K. 10. In einer größeren rheinischen Doppel stadt( 230 000 G.) ist in guter Lage ein älteres Zigarrengeschäft, welches sich vermöge seiner Lage u. weil Konkurrenz fehlt, sehr gut mit sozialist. Buch handel verbinden läßt, billig zu über tragen. Dffert. vermittelt die Grped. d. Blattes unter L. 11. 2412 b Die Beleidigung gegen Frau Seiffert, Naunynstr. 21, nehme ich zurüd. Preischoff. 46/3 Arbeitsmarkt. Farbigmacher auf bessere Leisten und Schleifer verl. Neumanny Hennig& Co., Reichenbergerstr. 47. Tüchtigen Galvaniseur verlangt Möbl. Schlafft, für Herrn, Rüders- Eine möbl. 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Diese Darstellung ist unrichtig, inden das polizeiliche Straf mandat nicht auf sechzig, sondern aus sechs Mart gelautet hat. Beit Stuttgart, den 7. Oktober 1892. Stadtpolizeiamt. Sozialistische Presse Deutschlands. I. Quartal 1892. Zentral- Organ. Vorwärts" Berliner Volksblatt, Beuthstr. 2. S.W. täglich erscheinend. Wissenschaftliche Revue. Die Neue Zeit." Chef- Redakteur: Karl Kautsky. Ständige Mitarbeiter: A. Bebel. E. Bernstein. M. Schippel. Erscheint wöchentlich in Stuttgart, Furthbachstr. 12. " Täglich erscheinende Zeitungen. Augsburg Volkszeitung" Mittlerer Graben H 405. Bielefeld Vollswacht" Obernthorivall 28. Brandenburg„ Boltsblatt für Ost- und Westhavelland" ( Brandenburger Zeitung), St. Annenstr. 83. Braunschweig Braunschw. Voltsfreund" Kannengießerfir. 18. Bremen Bremer Bürger- Zeitung" Schlachte 35. Breslau„ Schlesische Volkswacht" Weißgerbergasse 64. Caffel Boltsblatt für Hessen" Schäfergasse 26. Darmstadt Bessische Boltsstimme" Schirmgasse 16. " " Dortmund Rheinisch- Westfäl. Arbeiter- Beitung" Lindenfir. 25. Dresden Sächsische Arbeiter Zeitung" Gerbergasse 1. Elberfeld Freie Presse" Kleine Klozbahn 10. Frankfurt a. M. Volksstimme" Katharinenpforte 11. Fürth Fürther Bürger- Zeitung". Geeftemünde„ Norddeutsche Wolfestimine" Schulzstr. 16. Gera„ Reußische Tribüne" Bichochern 54. Salle a.. Boltsblatt für Halle" Bölbergasse. Bamburg Hamburger Echo" Gr. Theaterstr. 44. Hanau Hanauer Bolts- Zeitung" Langstr. 40. Hannover Volkswille" Marktstr. 45. " Leipzig Der Wähler" Dörrienstr. 9. " " Magdeburg Boltsstinume" Schmiedehofstr. 5/6. Mainz Mainzer Boltszeitung" Deutschhausgäßchen 1, Mannheim Bolfsstimme" T. 3, 4. b. " München Münchener Post" Senefelderfir. 4, I. Nürnberg Fränkische Tagespost" Weizenſtr. 12. Offenbady Offenbacher Abendblatt" Frankfurterstr. 36. Saalfeld Saalfelder Boltsblatt" Rosmaringaffe 15. Stuttgart Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Würzburg„ Unterfränkische Volkstribüne". " " Beit„ Voltsbote" Stiftsberg 18. Bant Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. „ Norddeutsches Voltsblatt" Adolfstr. 1. Berlin"„ Volksblatt" für Teltow- Beeskow- Charlottenburg, Oberund Nieder- Barnim, Beuthstr. 2, SW. Burgstädt„ Die Volksstimme" Augustusstraße. Chemnik Der Beobachter" Gartenstr. 16. Defan Boltsblatt für Anhalt" Landstr. 38. " " " Sonntags- Zeitung" Grudenberg 3. Bote von der Saar" T3, 4 b. Arbeiter- Chronik" Weizenſtr. 12. " „ Bayrisches Wochenblatt" Weizenstr. 12. Glückauf" Neumarkt 38. Witblätter. München Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4. Erscheint alle 14 Tage. Stuttgart„ Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Erscheint alle 14 Tage. Unftrirtes Unterhaltungsblatt. Hamburg Die Neue Welt" Große Theaterstr. 44. Erscheint wöchentlich einmal. Gewerkschaftspresse in Deutschland. I. Quartal 1892. Dreimal wöchentlich erscheinend. Leipzig- Rendnik Der Correspondent" für Buchdrucker. Bildstock Ronstantinstr, 8, 3weimal wöchentlich erscheinend. „ Schlägel und Eisen"( Organ des Rechtsschutz- Ver eins der Bergleute für das Saar- Revier). Wöchentlich erscheinend. Arnstadt„ Der Handschuhmacher." Hannover 9. Jahrg. 0 „ Der Schiffszimmerer" Hamburg Gilbeck, Konventstr. 5. Vereinsblatt der 3iegelei Arbeiter" Gilbeck Ronventstr. 5. Tapezirer- Beitung" Ecferstr. 19. Hanau Adamas"( für Diamantschleifer). Erscheint dreis sprachig in Antwerpen. Deutsche Redaktionsadresse: Brauerei Weismantel, Schnurgasse". " 21 Stuttgart Die Gleichheit". Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen. Furthbachstr. 12. Wiesbaden„ Der Glaser" Helenenstr. 26. Monatlich einmal erscheinend. Berlin Correspondenzblatt für Steinfeger Gesellen" Emdenerstr. 42. Hamburg„ Der Bürsten und Pinselmacher" Gilbeck, → Konventstr. 5. Gärtner Zeitung" Gilbeck, Ronventstr. 5 „ Der Holzarbeiter" Gilbeck, Konventstr. 5. " Der Kundschafter"( für Barbier gehilfen) Gr Reichenſtr. 62. Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir je zu Beginn des Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende Adreß- oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behufs Vormerkung mittheilen zu wollen. Berlin SW ,, Razbachstraße 9, I. Der Parteivorstand. Die italienischen Parlamentswahlen und die Arbeiter. Berlin„ Der Bauhandwerker" S. Urbanstr. 124, Dugb. IV. Sobald er den gefeßlichen Bestimmungen Genüge thun kann. Das " Bildhauer Beitung", Stralauerstr. 11, ,, Allg. Fahr- Zeitung" Schüßenstr. 58. " " Der Gastwirthsgehilfe" Annenstr. 14. = „ Die Einigkeit"( für Hausdien er zc.) Burgstr. 18 Vereins- Anzeiger für Maler" Gitschinerstr. 16. Bremen Deutsche Böttcher Zeitung", Langeftr. 100 I. Burgstädt„ Der Zeptilarbeiter" Obere Marienffr. 285. Gelsenkirchen„ 3tg. der deutschen Bergarbeiter" Friedrichstraße 47. Gatha Halle Schuhmacher Fachblatt" Töpfer- Zeitung". Hamburg Correspondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands" Ham burg- St. Georg, An der Koppel 79 I. „ Glück auf!"( für Former) Hamburg- Gilbeck, Konventstr. 5. Der Grundstein"( für Maurer) Bollvereins Niederlage, Wilhelmstr. 13 I. ,, Bruder Schmied" Brüderstr. 10. " Fachzeitung für Schneider" Fuhlentviete 63. Neustädtische „ Neue Tischler- Zeitung" Eimsbüttel, Bismarckfir. ,, Der Zimmerer" Barmbeck, Holst. Kamp 18 I. Leipzig Der Gewerkschafter"( f. Gigarrenarbeiter) Dörrienstraße 9. " Aus Italien wird uns geschrieben: Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, die italienischen Ar beiter hätten fein Stimmrecht, denn jeder Bürger ist Wähler, Wahlkollegium bilden in Italien alle diejenigen, welche das 21. Jahr erreicht haben, italienische Staatsbürger sind und als folche die ihnen zukommenden Zivilrechte genießen und lesen und shreiben können. Es ist ferner die Bestimmung in Geltung, daß die Betreffenden die obligatorische Volksschule be endigt haben müssen( so nennt man die ersten zwei Jahresfurse der 4 Jahresklassen umfassenden Kommunalschulen). Im Prinzip fönnen) fein Stimmrecht. Als dieses Wahlgefeb 1882 eingeführt haben nur die Analphabeten( die welche nicht lesen und schreiben wurde, wurde es dahin ergänzt, daß die Eintragung in die Wahlisten auch durch den Ortsnotar auf Wunsch der Bürger stattfinden könne: die Ausübung des Stimmrechts, ebenso wie die Eintragung in die Wahllisten ist nicht obligatorisch. Wenn nun auch die Zahl der Analphabeten seit Begründung der jungen italienischen Bourgeoisherrlichkeit in höchst erfreulicher Weife abgenommen, so kann doch, seitdem dieser Zustand den Wahlakt als ein Vorrecht eines nur fleinen Theiles des Volkes erscheinen läßt, von einer Volksvertretung nicht die Rede sein, Ebensowenig fann man von einer durch das moderne Proletariat felbft erwählten Arbeitervertretung sprechen. Da man den Fehler begeht, diese Zustände bei Beurtheilung der italienischen Arbeiterbewegung nicht genug zu beachten, ferner die geringe Betheili gung bei den Wahlen an fich gleichfalls außer Betracht zu ziehen, so mögen sie hier durch Zahlen einigermaßen beleuchtet werden: Analphabeten zwischen dem 12. und 20. Lebensjahre auf 100 Einwohner; eingetheilt nach den 4 großen Regionen Italiens: im Jahre: Norden 1861 45,86 1871 1881 39,68 27,28 Mittelitalien 77,89 68,33 58,57 Süden 86,17 82,03 76,44 Insulargebiet 88,77 84,58 77,99 63,53 Reform"( für Buchdrucker) Ulrichsgaffe 27-29 I. Linden- Sannover.„ Deutsche Brauer- Zeitung", Nieschlag- Im ganzen Königreich: 71,45 54,30 Diese Zahlen, welche als Durchschnitt der Ermittelungen aus Löbtau- Dresden„ Der Fachgenosse"( für Glas, Porzellan- den Gemeinden, Kreisen und Provinzen gewonnen werden, geben straße 13. und Thonwaaren- Arbeiter) Wilsdrufferstraße 50. Nürnberg Deutsche Meta II arbeiter- Zeitung" Weizenstr. 12. Stuttgart Buchbinder- Zeitung", Heusteigstr. 30. " Dresden Der Voltsfreund" Gerbergasse 1. Düffeldorf„ Düsseldorfer Arbeiter- Zeitung" Hundsrückenftr. 1. widiau„ Glück auf!"( für Bergarbeiter) Aeußere SchneeEisenach.„ Eisenacher Volksblatt" Kaffelersir. 20. Erfurt„ Thüringer Tribüne" Gartenstr. 7. Frankfurt a. O. Märkische Volksstimme" Tuchmacherstr. 78. Gotha„ Gothaisches Voltsblatt" Kinsleberstr. 11. Iserlohn Märkische Arbeiter- Zeitung" Grabenstr. 56. Mülhansen i. E.„ Elsaß- Lothr. Volkszeitung" Schulgasse 2. Offenburg i. 8." Volksfreund" Meggerstr. 268. Ottensen„ Norddeutsche Volks- Zeitung" Gr. Rainstr. 23. Solingen" Bergische Arbeiterstimme" Kaiserstr. 29. Schmalkalden„ Schmalkalder Kreisblatt". Stettin Bolls- Bote". Stralsund„ Stralsunder Bolksstimme". " Wilkan Allgemeiner Anzeiger" Kirchbergerstr. 189. Wurzen Wurzener Zeitung". Zwickau Sächsisches Volksblatt" Magazinstr. 2. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. bergerstraße 60. eine nur allgemeine Uebersicht der betrachteten Verhältnisse. Es giebt nämlich Landstriche, in denen 98,5 pCt. der Bevölkerung weber lesen noch schreiben können. Für die Schäzung der Zahl der Wähler ist es besser, von der Zahl der Analphabeten unter den Retruten auszugeben: auf 100 Nefruten gab es im ganzen Rönigreich 1890 48,31 Analphabeten, also 56,69 des Lesens und Schreibens Kundige. Auf 100 männlicher Bevölkerung überm 21. Lebensjahr gab es 35,08 politisch Wahlberechtigte, und nur Monatlich dreimal erscheinend. 9,76 pet. der ganzen Bevölkerung. Diese legten Zahlen geben die Zahl der Stimmberechtigten an, nicht aber der das Altenburg Correspondent für Hutmacher" Morisstr. 22 1. Stimmrecht wirklich ausübenden; denn hierzu muß man in die Leipzig- Schendik„ Graphische Presse" Schkeudig. betreffenden Register eingetragen werden u. f. f. Von 100 Wählern stimmiten im ganzen Reich in den letzten Jahren nur 58,50 bis 53,6 pt. kaum die Hälfte derselben, und man kann sich hinzu denken, ein wie niedriger Prozenifatz der männlichen Bevölkerung überhaupt Meinung einen politischen Ausdruck gaben. und wie klein die Zahl der Arbeiter, die ihrer Alle 14 Enge erscheinend. Altenburg Fachblatt d. Mühlen arbeiter" Cotterigerftr. 201, 11 ,, Vereinsblatt der Weißgerber", Schüßenstr. 16 Altona„ Die Biene",( Organ der Konditorgehilfen und verwandten Berufsgenossen), Stuhlmannstr. 3. Deutsche Bäcker u. Fleischer Zeitung", Koloniestraße 20. ,, Allgem. Da ch decker Zeitung" Schwedterstr. 52. Der Jachgenosse"( für Graveure, Biseleure 2c.) Andreassir. 63. Berlin Crefeld Niederrheinische Vollstribüne" Ostwall und Alte Bresden"„ Der Barbier und Friseur"( für die selbständigen ,, Sattler u. Zapezirer Zeitung" Borsigstr. 24. Linnerstraßen- Ecke. Köln Rheinische Zeitung" Gr. Griechenmarkt 115. Tangenbielan„ Der Proletarier aus dem Eufengebirge". Nordhausen Nordhäuser Volksblatt" Altendorfstr. 16. Saalfeld„ Thüringer Volksfreund"( Thür. Waldpost) Rosmaringaffe 15. „ Thüringer Bolteblatt"( Schwarzburger Boltsfreund) Rosmaringasse 25. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Altenburg Der Wähler" Brüdergasse 2. " Bant Die Nord- Wacht" Adolfstr. 1. 47 Merkwürdiger Weise zeigen Gegenden mit der größten Zahl der Analphabeten auch den größten Prozentsatz der Stimmenden und umgekehrt. Dies gilt durchweg für ganz Italien. So hat der Norden, der ökonomisch am weitsten vorgefchritten, ebenso wie Mittelitalien, bei seiner relativ fleinen Zahl von Analphabeten die kleinste Zahl von Stimmenden: 45 bis 53 pCt.( Analphabeten wie schon erwähnt nur 27-58 pt.) und der Süden und die Infeln die größte Bahl Bürger, die an den Wahlen sich betheiligten, nämlich 56-64,26 pet.( Analphabeten 58-77,99 pt., ja in manchen Gegenden 98,5 pSt.). Je beffer an der Bourgeoispolitik nicht theilzunehmen. also die Bürger lesen und schreiben, desto mehr achten sie darauf, Die wenigen Arbeiterkandidaten tommen bei einer Parlamentswahl, bei der fommt noch eins hinzu. 508 Deputirte aus der Urne treten, gar nicht in Betracht. Nun Je weniger Wähler, desto ge= suchter dieselben, und in Italien, wo die Wahlen ge ist dies ein Umstand, der nicht hoch genug angeschlagen werden tann. Je kleiner die Zahl der Wähler, desto sorgsamer geht die Regierung vor, und da eine Differenz von ein paar hundert Stimmen über die Wahl der ,, ministeriellen Kandidaten" entscheidet, werden die Wähler auch besser befoldet". Es giebt billige und theure Wahlkreise, und die Kandidaten und das Publikum wissen ganz gut, welchen jeweiligen Marktpreis eine Gegend besitzt. Diese Zustände sind der Gegenstand bitterer Klagen der Demokraten geworden. Diese Der Kupferschmied" Sophienstr. 37 IV. founten nämlich bei dem früheren Listenskrutinium mit Hilfe einer kleinen Anzahl ergebener Wähler Kompromisse mit andern. antizünstlerischen Meister) Pragerstr. 46. Hamburg„ Der Arbeiter"( für Bau- und Hilfsarbeiter Eilbeck, Konventstr. 5. " Fachzeitung für Drechsler" St. Georg, an der macht" werden, Roppel 79 I. „ Gerechtigkeit"( für Werft u. Hafenarbeiter) Schaarthor 7 I. " = „ Der Gerber" Hamburg Gilbeck, Ronvent.c. 5 Der Golbarbeiter" Der Kürschner" St. Pauli. Do. do. 00. do. Die = Vor 3 Monaten veranstaltete die demokratische Italia del Popolo" eine Enquete, welche ergab, daß die Mehrzahl der Agitatoren demokratischer, schwach sozialistischer und anarchistischer ein 45 entgegen treten git tönnen, Parteien schließen, was seit Einführung der„ Einer Wahlkreise" Um Unterstügung wenden sich die von dem Knopf- Schmutzkonkurrenz und Fabrikanten. unmöglich. Da ihnen nur geringe Geldmittel zur Verfügung fabrikanten H. Kasche in Berlin ausgesperrten 23 Arbeiter an einiges Zusammengehen von Arbeitern stehen, und die Wähler oft nur durch den Klang der baaren die Berliner Arbeiterschaft in einem Aufrufe, auf dessen Abdruck Der Fabrikant Nud. Kayser erklärte, dem Vorschlage Roa's Münze zutraulich gemacht werden können, fo be- wir verzichten können, da er Neues nicht enthält. Die Knopf sympathisch gegenüber zu stehen, warnte aber die Arbeiter vor finden sie sich fie sich in einer höchst unangenehmen Lage. arbeiter haben in ihrer legten öffentlichen Versammlung be allzu großer Vertrauensseligkeit, da, auf Versprechungen seiner früheren demagogischen Phrasen verfehlen ihre Wir schloffen, diese Angelegenheit der Streit- Kontrollkommiffion zu Kollegen, der Fabrikanten, den Arbeitern gegenüber nichts zu fung. Wir sprechen von der oppositionellen Demokratie, überweisen. Es handelt sich bekanntlich um einen 20 bis geben fei, wie ja die Zeit gelehrt habe. Dieser Ansicht schlossen und nicht von der Regierungs- Volkssouveränität. Es giebt näm- 40 prozentigen Lohnabzug, welchen sich die Arbeiter nicht ge- fich einige Redner an( sowohl Fabrikanten wie Arbeiter). Der lich eine Regierungsdemokratie, wie es einen ministeriellen fallen lassen konnten. Die Einigungsversuche derselben sind ver- Vertreter der Firma Gumpel u. Lewinstein, der Werkführer Dietrich feit, gab zu, daß die dort gezahlten Löhne Sozialismus giebt. Ganz abnorm sind z. B. die Verhältnisse in geblich gewesen. äußerst niedrige feien, meinte aber, dies wäre nicht Schuld der Mailand,( la capitale morale) der moralischen Hauptstadt, in welcher es nur 23,9 Analphabeten und nur 32,56 pt. einDie Arbeit niedergelegt haben die Arbeiter der Erft en Juhaber, welche der Erhöhung der Löhne nicht so schroff gegen geschriebene Wähler giebt; einen noch fleineren Prozentjah bilden Wiener Kunst Terrafotten- Fabrik( Inhaber Friedrich über stehen, sondern die Schuld seiner, des Redners, Vorgänger, die wirklich Stimmenden. Goldscheider, Wien, Währing, Johannisgasse 11. Die der Werkführer. Hierauf bemerkt ein früherer Arbeiter der Firma Firma sucht auswärts Streifbrecher( Dekorationsmaler, Faß- G. u. L., er habe daselbst im Alford einen Wochenlohn von 5,50 M. maler, Vergolder), weshalb man überall auf der Hut sein möge. erzielt. Nachdem noch Fabrikant Ebert interessante Einzelheiten über eine ganze Auzabl Firmen, die er namhaft machte, In Hildesheim sind in der Franz Dirks'schen angeführt hatte, bemerkte Stockarbeiter Menzel, ein Zu Färbung in die Wahllisten niemals eingeschrieben war. Der Schuhfabrik Differenzen wegen ungebührlicher Behandlung fammengehen von Arbeitern mit Fabrikanten sei eine UnmöglichAdvokat Rondani suchte ein Komitee zu organisiren, um die Ein- der Arbeiter entstanden. Es wird um Fernhaltung des Zuzugs teit, da die Intereffen vollständig auseinander gingen. Wenn fchreibung zu bewirken, und wurde- wie er in einem Briefe wirklich einige Fabrikanten human handeln wollten, so würden an die genannte Beitung schreibt aus den Häusern vieler gebeten. Arbeiter fortgejagt. Die hier vorgeführten Zustände lassen dem Gegen diejenigen Barbiere und Friseure Manuheims, sie durch die Konkurrenz zum Gegentheil gezwungen, und darum Ginfluß der Regierung einen so weiten Spielraum, daß diese und welche die durch Vereinbarung zwischen Prinzipalen und Gehilfen warne er die Arbeiter vor einem etwaigen Zusammengehen init die mächtigen politischen Unternehmungsanstalten der Bourgeoisie festgesetzte Sonntag 3 ruhe wieder illusorisch machen wollen, den Fabrikanten; etwas. Ersprießliches komme für die Arbeiter jede ernſte ſozialistische Wahlagitation unschädlich machen können. nahm eine Arbeiterversammlung entschieden Stellung. Danach heraus. Die Versammlung verpflichtete sich jedoch durch AnDie einander nachfolgenden Miniſterien treten in den Wahl- werden die Arbeiter nur diejenigen Barbiere und Friseure be- nahme eines Antrages des Fabrikanten Noa, mit den Fabrifanten bei einem etwaigen Vorgehen gegen die Schmutzkonkurrenz tampf direkt ein; die großen Transportgesellschaften, Berwal- suchen, welche die erwähnte Vereinbarung respektiren. Hand in Hand zu gehen, wenn die Fabrikanten sich bereit er tungsräthe der größeren Attienunternehmungen, die einflußreichen Mitglieder der Freimaurerlogen, auch sonstige Koterien müssen Die Wiener Holzdrechsler stehen im Kampfe um Ver- flären, die von derartigen Schmutzfirmen ausgesperrten Arbeiter Weiter wurde eine Resolution be für die Gründung" gewonnen werden. Denn die Wahl ist ein fürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes. In ca. bei sich unterzubringen. Geschäft wie jedes andere, und die Regierung und die Betheiligten 52 Werkstätten wurde die zehnstündige Arbeitszeit und eine 4 bis schlossen, laut welcher sich die Anwesenden zum Beitritt in den überhaupt müssen für den Unterhalt des niedern Viehstands 15prozentige Lohnerhöhung ohne Kampf erzielt. In 15 Werk Verein der Stockarbeiter verpflichteten. während der kritischen Periode ein paar Millionen springen stätten traten die Arbeiter am Montag, den 3. Oktober, in den Taffen. Streit; in zwei Werkstätten wurde Dienstag, den 4. Oktober, nachdem die Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne bewilligt waren, die Arbeit wieder auf genommen. Die Genossen allerorts, besonders die deutschen Genossen, werden dringend gebeten, Zuzug fern zu halten. " " Jm Ortsverein der Porzellan- nus Glasmaler, Gift angezeigt zu wiederholen: die Bahl der das Wahlrecht Berlin II, referirte am 3. Ottober, nachdem die Wahl der Ausübenden steht im umgekehrten Verhältnisse zur Zahl der Delegirten zur Krankenkasse vertagt worden war, Herr C. Hoff: Stimmberechtigten. Je mehr eingeschriebene Wähler( allgemein mann über„ Die Bedeutung der Gewerkschaften". In seinem mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrage legte der Referent Stimmberechtigte), desto kleiner die Zahl der wirklich Stimmenden. die heutige Wirthschaftsweise tlar und wies nach, daß der Ar Man flagt über Apathie; und es ist leicht festzustellen, was sie bewirkte. Wir ließen noch außer Rechnung, daß die Zahl der In Belovar( Kroatien) ftellten, wie der Grundstein" be beiter vereinzelt dem Kapital gegenüber machtlos ist und nur Stimmenden allgemein in Abnahme begriffen ist, wie dies die richtet, 100 Maurer die Arbeit ein. Nach eintägigem Streit durch nationale und internationale Verbindung mit seinen betreffende Statifiit für die letzten Jahre zeigt. Das italienische errangen fie eine Verkürzung der früheren Arbeitszeit, die von Klaffengenossen sich eine dauernd auskömmliche Eristenz erringen Es wird mit dem Abhalten derartiger Borträge fort Proletariat, dessen Kinder vom neunten Lebensjahre an zur Morgens 5 bis 1/28 Uhr Abends währte, um 11/2 Stunde und kann. Fabrik gehen( und früher, nämlich vor Einführung dieser segens- eine Lohnerhöhung von 10-20 tr. pro Tag. Dabei ereignete gefahren werden, um in den Kollegen immer mehr und mehr das reichen Arbeiterschutz- Gesetzgebung vor dem Jehre 1886, war sich etwas unglaubliches: die Gewerbebehörde stellte sich auf Klassenbewußtsein zu erwecken. Wlan debattirte dann über die man noch freier in dieser Beziehung), ist von einem Wider Seite der Arbeiter und erklärte den Unternehmern kurz:" Wenn Verschmelzung mit dem Verband der Porzellanmaler Deutsch willen gegen die Politik erfüllt, dem nur seine Fähigkeit zu die Arbeiter nicht ordentlich bezahlt werden, so werden die Unter- lands. Wenn sich die Delegirten an der Aufnahme der Frauen revoltiren das Gleichgewicht hält. Die Begründer der nehmer davongejagt und die Arbeit wird mit den Arbeitern stoßen, soll eine Verschmelzung ohne Frauen angeregt werden, Der Gewährsmanu bemerkt weiter: Wenn in vor allem aber doch darauf hingewirkt werden, daß man un Renaissance des XIX. Jahrhunderts"( denn dies ist der fertig gemacht. Name, den die Bourgeoisie ihrer Herrschaft über Italien Belovar einige tüchtige Genossen gewesen wären, hätten die gelernte und Frauen aufnimmt, da die Frauenarbeit auch in in aller Bescheidenheit beilegt), kennen die Gründe der Maurer noch mehr erreichen können, denn die Zeit war ihnen dieser Branche in Rechnung zu ziehen ist. Apathie. Sie wissen sich vor den Folgen dieser Unbeweglichkeit günstig." der unglücklichen Massen zu schützen, durch Militär und Mittel der Korruption, wie sie schamloser kaum gedacht werden können. " Im allgemeinen deutschen Tapezirerverein referirte am Die Pariser Ladendienerinnen sind, wie wir in der 3. Oktober Genosse Wach über die Entwickelung des " Fränt. Tagespost" lesen, im Begriff, sich zu organisiren. Zu Kapitalismus. Er erntete für seinen interessanten Vortrag Das italienische Proletariat stimmt nicht, aber es folgt gern dem piesem Zwecke und zur Abstellung der Hauptübelſtände im Ge- reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen ersten Aufruf zur Revolte, und es find nicht nur Agents schäfte fand im September eine Versammlung der Demoiselles de Engel und Grimpe. Leider war die Versammlung sehr provocateurs, welche die Tumulte veranstalten. In dieser Fähig- Magazin in der Arbeiterbörse statt. Als zu erftrebende Ber- schwach besucht, was wohl auf die jetzt herrschende Saison in feit des zu frühen, leicht zu unterdrückenden Losbrechens der Re- besserungen wurden in erster Linie genannt: zehnstündiger Arbeits-| Tapeziergewerbe und die damit verbundene Ueberstunden volte liegt eine Gefahr für das proletarisch- revolutionäre Europa, tag, völlig freier Sonntag und das Recht, in den Geschäften in arbeit zurückzuführen ist. Ein Kollege empfahl, die Mitglieder welche zu erwähnen wir uns für verpflichtet hielten. Parteinachrichten. Ein Parteitag für den Kreis Schlenfingen findet am 16. Oftober Nachmittags in Suhl statt. Un demselben werden auch die Parteigenossen ans Bella- Wiehlis theilnehmen. Die Tagesordnung enthält u. a. die Punkte: Organisation, Wahl eines Vertrauensmannes. . Immer vorwärts! An den Gemeinderatha Wahlen in Gonsenheim betheiligten sich, wie die Mainzer Volkszeitung" berichtet, diesmal unsere Parteigenoffen zum ersten Male mit einer eigenen Kandidatenliste und brachten drei Kandidaten auch siegreich durch. Die gewählten Gegner hatten ihre Wahl nur dem Umstande zu verdanken, daß sie auf mehreren Wahlzetteln als Kandidaten bezeichnet waren. Die Wahl war durch die Theilnahme der Sozialdemokratie äußerst lebhaft; es gaben über zwei Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Auf der Huldigungsadreffe, welche der Gemeinderath zu Weimar der großherzoglichen Familie anläßlich eines Festes derselben widmete, war auch der Name des sozialdemokratischen Gemeinderaths- Mitgliedes Gierz mit aufgeführt. Derselbe läßt nun in der Thüringer Tribüne" erklären, daß man seinen Namen miß braucht hat. 卑 der Zeit, in welcher sie keine Kunden zu bedienen haben, sich setzen zu dürfen. Gerade dieses Recht wurde den Aermsten bis her beharrlich verweigert, so daß sie 12-14 Stunden un unterbrochen auf den Beinen sein müssen. Alle Vorstellungen, felbst die Fürbitte von Damen der besseren Kundschaft, fonnten feine Besserung schaffen. versammlungen im Vorwärts" zu annonciren; dadurch sei besserer Versammlungsbesuch zu erhoffen. Kollege Grimpe meinte dagegen, daß dies schon zum öfteren geschehen, doch der Besuch sei eben auch nicht besser gewesen; überhaupt könne die biefige Filiale, die infolge der Reibereien der Berliner Tapezirer um die Form der Organisation noch nicht auf sehr parten Füßen siehe, das Geld zum Annonciren der Bersammlungen nicht immer anwenden. Redner theilte noch mit, daß Montag, den 17. d. M., eine Generalversammlung stattfindet und ersuchte um rege Agitation für deren guten Besuch. Die römische Bädergehilfen Genossenschaft hat einen rühmlichen Beschluß gefaßt. Seit längerer Zeit herrscht unter den Bäckergesellen Roms sehr empfindliche Arbeitslosigkeit; von etwa tausend, die sonst bort Arbeit fanden, sind gegen 200 be Nixdorf. Im sozialdemokratischen Verein Vorwärts" hielt schäftigungsslos. Um diese vor dem größten Glend zu bewahren, ist nun vorgeschlagen worden, daß die in Arbeit stehenden Gesellen kürzlich Dr. Bernstein einen interessanten Vortrag über die an zwei Tagen in jedem Monat zu Gunsten ihrer unbeschäftigten Cholera und das Verhalten der bürgerlichen Gesellschaft zu Kameraden auf die Arbeit verzichten, so daß jeder Unbeschäftigte dieser Epidemie. Im Sinne des Referenten sprachen die Ge zehn Tage im Monat Arbeit hätte. Sollten die Meister diesem nossen Regerau, Schertner, Neumann hochherzigen Akt von Arbeitersolidarität nicht zustimmen, so Dienstag, den 11. Oftober, Abends 1/29 Uhr, findet in Hoffmann's wollen die Gesellen den Arbeitslohn zweier Tage jeden Monat Salon die Generalversammlung des Vereins statt. Der Wichtig zu Gunsten ihrer arbeitslosen Genossen opfern. Eine Kommission feit der Tagesordnung halver wurde damit betrant, Vorschläge zu machen, wie das am besten standes vorzunehmen erscheint, einzurichten wäre. Aehnlich sollten alle in Arbeit stehenden Arbeiter überhaupt handeln; das würde die Arbeitslosen einigermaßen abhalten, sich zu jedem beliebigen Lohn anzubieten. Vorausgesetzt ist dabei natürlich, daß die Arbeiter sich zahlreicher als jegt, möglichst sämmtlich organisirt haben. Versammlungen. 2. A. es ist die Neuwahl des Vors -wird erwartet, daß jedes Mitglied Brit. Jm hiesigen Volks- Bildungsverein sprach am 3. Oftober Genosse Antric unter Beifall über Staats Sozialismus. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Ge nossen im Sinne des Referenten. Hierauf wurden die Genossen Schönberner, Niemann, Köhler und Eberhardt zu Revisoren gewählt. Unterm Puntt„ Vereinsangelegenheiten" machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung eine Generalversammlung sein wird. Dann verlas Genosse Böven zwei Inserate der Rigdorfer Zeitung, welche mehrere Ver einsmitglieder betreffen und der Wahrheit direkt zuwider Die Agitation für die Einführung des allgemeinen, gleichen, laufen. Da troz wiederholter Aufforderung keine Berichtigung geheimen und direkten Wahlrechts zum preußischen Land Zu einer lebhaften Diskussion führte eine Verfamm erfolgt ist, war man allgemein der Ansicht, diese Sache in der tage beginnt in Fluß zu kommen. In Frankfurt a. M.( ung der Stockarbeiter, welche am Dienstag bei Joel in der Generalversammlung energisch zu verfolgen, wenn bis dahin faßte eine vom Sozialdemokratischen Verein gegen das bisherige Andreasstraße tagte und auch von Fabrikanten ziemlich zahlreich keine Berichtigung erfolgt sein sollte. Ferner wurde beschlossen, Wahlsystem einberufene öffentliche Protestversammlung nach einem besucht war. Veranlassung zur Einberufung dieser Versammlung einen Fragekasten anzuschaffen, und Genosse Rämmling mit der Referat des Reichstags- Abgeordneten Wilhelm Schmidt und zur Einladung der Unternehmer durch die Agitations Ansertigung desselben betraut. Hierauf machte der Vertrauens einstimmig folgende Resolution:" In Erwägung, daß das kommission der Stockarbeiter haben die Stockfabrikanten selbst mann von Brig bekannt, daß in nächster Zeit eine öffentliche preußische Landtags- Wahlrecht in keiner Weise geeignet ist, den gegeben. Tiefelben versuchen nämlich seit einiger Zeit, möglichst Bolksversammlung stattfindet, zu welcher Reichstags- Abgeordneter Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen, im Gegentheil die vereint der Schmutzkonkurrenz in ihrer Branche entgegenzutreten Singer das Referat übernommen hat. Es wird zahlreicher Besuch völlige Vernichtung des freien Selbstbestimmungsrechts des Da die üblichen Schundpreise auch auf die Löhne der betreffenden derselben erwartet. Boltes zu Gunsten einer kleinen Anzahl Besitzender bedeutet; in Arbeiter eine große Einwirkung haben, so saben sich die Stockfernerer Erwägung, daß ein solcher Zustand ganz geeignet ist, arbeiter veranlaßt, zu dem Vorgehen der Fabrikanten Stellung das Wohl des Volfes in Frage zu nellen, fordert die öffent zu nehmen. Hierzu erhielt zunächst der Stockarbeiter Menzel liche Protestversammlung des Sozialdemokratischen Vereins das das Wort. Er erklärte die Konkurrenz, welche auch den einzelnen allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für jede Unternehmern anfängt, lästig zu werden, für ganz natür 20 Jahre alte Person ohne Unterschied des Geschlechts, weil nur liche Folge des manchesterlichen angeblich freien Spiels des hierdurch es möglich ist, dem Willen des Voltes Ausdruck der Kräste" ebenfo die jetzige traurige Lage Mit scharfen Worten zu verleihen und so die verderbliche Klassengesetzgebung zu be- Arbeiters mit aus diesem resultirt. feitigen." geißelte Redner die starke Einführung der Gefängnißarbeit und das System der Zwischenmeister. In das gebührende Licht rückte er ein in der Rheinischen Zeitung" veröffentlichtes Birkular der Firma Cabn in Plößensee, welche durch ganz enorm billige Arbeitslöhne" in den Stand gesetzt ist, zu außerordentlich niedrigen Preisen zu liefern. Ziellose Redereien nennt es Eugen Richter, wenn Versammlungen über Referate distutiren, ohne daß es Beschlüsse zu faffen gilt. Eine solche Be chlußfassung fönne bei der Hallenser Bersammlung, in welcher Richter um Sonntag sprach und in der auf seinen Wunsch Diskussion ausgeschlossen war, schon nach der Allgemeinheit des Vortrags nicht in Betracht kommen. Das sind einfach Richter'sche Flaufen. Wer in öffentlicher Verfammlung spricht, hat die natürliche Verpflichtung, über das was er sagt, Diskussion zuzulassen. Ob Beschlüsse gefaßt werden sollen oder nicht, darüber hat weder der Referent, noch der Einberufer der Versammlung, sondern diese selbst zu entscheiden. Wie follte von einem gesunden politischen Leben die Rede sein können, wenn schon die Parteiführer der Diskussion mit dem Gegner aus dem Wege gehen dürften? wie " Literarisches. Von Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Verlag) ist soeben das 2. Sest des 11. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Preußisches Städtewesen. Ein internationaler Kongreß für den Achtstundentag. Bon Ueber historischen Materialismus. August Bebel. Friedrich Engels.( Schluß). Zur neuesten Untersuchung über die Lage der Landarbeiter. Notizen.- Feuilleton: Kunde von Nirgendwo. Einige Kapitel aus einem utopischen Roman von William Morris.( Fortsetzung.) 1 01 R li der Ar Wie sehr die Konkurrenz unter den Unternehmern auf die Arbeitslöhne drückt, veranschaulichte Redner durch Vorführung einiger Zahlen. So wurde z. B. vor einiger Zeit noch für eine ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen bestimmte Arbeit pro Dußend 2 M. an Lohn gezahlt, jetzt dagegen für dieselbe Arbeit nur 20 Pf., ja von der Firma beiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diez' Verlag). Nr. 20 des Die auf Gumpel u. Lewinstein sollen für diese Arbeit bis zu höchstens 2. Jahrganges enthält u. a. Mene Mene Tekel. 171/2 Pf. gezahlt werden. Diese Firma verkauft angeblich ein feimende Arbeiter und Arbeiterinnenbewegung in Rußland. Dußend Stöcke für 3,50 m., für welche es noch vor kurzem allein Die Pariser Frauen des 5. und 6. Oktober 1789.( Schluß.) Feuilleton: einen Arbeitslohn von 8-9 mi. gab. Hieraus müsse einem Der Parteitag der deutschen Sozialdemokraten. jeden flar werden, daß das herrschende System ein ungefundes Am Nordpol. Nach dem Englischen von P. Olliverio.( Fort jei und unbedingt abgeschafft werden müsse. Als nächster Redner fegung.) Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. trat der Fabrikant Noa, Alexandrinnenstr. 73, auf; er betonte, Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der daß in seiner Fabrik die neunstündige Arbeitszeit eingeführt sei Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der und bei ihn die höchsten Arbeitslöhne gezahlt werden.( Letzterer Reichspost- Beitungsliste für 1892 unter Str. 2564 a) vierteljährlich Behauptung wurde widersprochen, ersterer zugegeben.) Den ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Fabrikanten würde die Existenz oft schwerer gemacht als den Bei der Nedaktion eingegangene Schriften: Arbeitern. Er sei der letzte, der sich den Bestrebungen der ArAlldeutschland in Wort und Bild. Eine malerische beiter entgegen stemme, und glaube, daß, wenn die Arbeiter berechtigte Forderungen an die Fabrikanten stellen, dieselben auch Schilderung der deutschen Heimath. Von August Trinius von diesen bewilligt werden würden. Das Zwischenmeisterthum Mit mehreren hundert Juustrationen. Vollständig in 52 Liefe und die Gefängnißarbeit bezeichnete er als für die Arbeiter, wie rungen à 30 Pf. Berlin. Ferd. Dümler's Verlagsbuchhandlung. Gefundheitskalender für das Jahr 1893. Berlag vo Die Talesweber der Firma Sager in Colomea haben auch für die Fabrikanten äußerst schädlich, und dann empfahl er, im diesen Uebelständen, wie auch der Wilh. J3leib, Berlin SW. einen vollständigen Sieg errungen. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Soziale Leberlicht. Für Tischler! Der in Stettin ausgebrochene Streif dauert nach der„ Neuen Tischler- Zeitung" fort, weshalb Zuzug nach wie vor fernzuhalten ist. Berantwortlicher Rebatteur: August Enders in Berlin 6 δι b be be 11e ge at ge al De $ 3 1, ira 5 40 3, bo 21 in