Ur. 65. Bbonnemcnts-Bedingungcn: Abonnements- Preis pränumerando: Vierteljährl. S,30 Mi, monall. 1,10 Mi. wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntaa?. Beilage.Die Neue Welt" 10 Pf-r Post- Abonnement! 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Posl.ZeiwngS. Preisliste, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland g Mark pro Monat. Poftabonnemeuts nehmen an: Belgien. Däneniarl, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. CrfchtlDt lzgstch auBtr Illonlagj. Verlinev VolKsblAtk. 28. Jahrg. Die TnfertlonS'Gebaifr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Psg,, für politische und gewerkschaftliche Bcreins- und VersammlungS-Anzeigen 20 Pfg, „Klein» Hnreigen", baS erste(fett- gedruckte) Wort 20 Psg,, jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Anzeigen daS erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort b Pfg, Worte über IK Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben worden. Die Expedition ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm. Adresse: „snlaldnisknt Btrin". Zentralorgan der foztaldemokrati leben Partei Deutfcbtands. Redaktion: SM. 68» Lindenstrasse 69. Zhernsprechrr: Amt IV. Nr. 1983. Sonntag, den 18. März 1906. Sxpedition: SM. 68, Lindenstrasde 69. «iernsprccher: Amt IV. Nr. 1984. Die Toten an die Lebenden! Me Kugel mitten in der Brust, die Stirne breit gespalten, So habt ihr uns auf blut'gem Brett hoch in die Luft gehalten! .Hoch in die Luft mit wildem Schrei, daß uns're Schmerzgeberde Dem, der zu töten uns befahl, ein Fluch auf ewig werde! Daß er sie sehe Tag und Nacht, im Wachen und im Traume— Zm Oesinen seines Bibelbuchs wie im Champagnerschaume! Daß wie ein Brandmal sie sich tief in seine Seele brenne: Daß nirgendwo und nimmennehr er vor ihr fliehen könne! Daß jeder qualverzog'ne Mund, daß jede rote Wunde Ihn schrecke noch, ihn ängst'ge noch in seiner letzten Stunde! Daß jedes Schluchzen um uns her dem Sterbenden noch schalle, Daß jede tote Faust sich nod) nach seinem Haupte balle— Mög' er das Haupt nun auf ein Bett, wie and're Leute pflegen, Mög' er eS auf ein Blutgerüst zum letzten Atmen legen! So war's! Die Kugel in der Brust, die Stime breit gespalten, So habt ihr uns auf schwankem Brett auf zum Altan gehalten! „Herunter"!— und er kam gewankt— gewankt an unser Bette; „Hut ab!"— er zog— er neigte sich!(so sank zur Marionette, Der erst ein Komödiante war)— bleich stand er und beklommen! Das Heer indes verließ die Stadt, die sterbend wir genommen! Dann:„Jesus meine Zuversicht!" wie ihr's im Buch könnt lesen: Ein„Eisen meine Zuversicht!" war' paßlicher gewesen! Das war den Morgen auf die Nacht, in der man uns erschlagen; So habt ihr triumphierend uns in uns're Gruft gettagen I And wir— wohl war der Schädel uns zerschossen und zerhauen, Doch lag des Sieges froher Stolz auf unfern grimmen Brauen. Wir dachten: hoch zwar ist der Preis, doch ed)t auch ist die Ware! And legten uns in Frieden d'rum zurecht auf uns're Bahre. Weh' euch, wir haben unS getäuscht! Bier Monden erst vergangen, And alles feig' durch euch verscherzt, was trotzig wir errangen: Was unser Tod euch zugewandt, verlottert und verloren— O, alleS, alles hörten wir mit leisen Geisterohren! Wie Wellen braust an uns heran, was sich begab im Lande: Der Aberwitz des Dänenkriegs, die letzte Polenschande; Das rüde Toben der Bendee in stockigen Provinzen; Der Soldateska Wiederkehr, die Wiederkehr des Prinzen; Die Schmach zu Mainz, die Schmach zu Trier; das Hänseln, das Entwaffnen Allüberall der Bürgerwehr, der eben erst geschaff'nen; Die Tücke, die den Zeughaussturm zu einem Dieb'szug machte, Die selber uns, die selbst das Grab noch zu begeifem dachte; So weit es Barrikaden gab, der Druck auf Schrift und Rede; Mit der Versammlung freiem Recht die täglich ftech're Fehde; Der Kerkertore dumpf Geknarr im Norden und im Süden; Für jeden, der zum Volke steht, das alte Kettenschmieden; Zm Juli 1848. r Der Bund mit dem Kosakentum; daS Brechen jedes Stabes, Ach, über euch, die wert ihr seid des lorbeerreichsten Grabes: Ihr von des Zukunstsdranges Sturm am weitesten Getrag'nen! Ihr— Iunikämpfer von Paris! Ihr siegenden Geschlag'nen! Dann der Verrat, hier und am Main im Taglohn unterhalten— O Volk, und immer Friede nur in deines Schurzfells Falten? Sag' an, birgt es nicht auch den Krieg? den Krieg herausgeschüttelt! Den zweiten Krieg, den letzten Krieg mit allem, was dich büttelt! Laß deinen Ruf:„Die Republik I" die Glocken überdröhnen, Die diesem allerneuesten Iohannesschwindel tönen! Amsonst! es täte not, daß ihr uns aus der Erde grübet, And wiederum auf blut'gem Brett hod) in die Luft erhübet I Nicht, jenem abgetanen Mann, wie damals, uns zu zeigen— Nein, zu den Zelten, auf den Markt, ins Land mit uns zu steigen! Hinaus ins Land, soweit es reicht! And dann die Insurgenten Auf ihren Bahren hingestellt in beiden Parlamenten! O emste Schau! Da lägen wir, im Haupthaar Erd' und Gräser, Das Antlitz fleckig, halbverwest— die rechten Neichsverweser! Da lägen wir und sagten aus: Eh' w i r verfaulen konnten, Ist eure Freiheit schon verfault, ihr trefflichen Archonten k Schon fiel das Korn, das keimend stand, als wir im Märze starben: Der Freiheit Märzsaat wird gemäht noch vor den andern Garben! Ein Mohn im Felde hier und dort entging der Sense Hieben— O, wär' der Grimm, der rote Grimm, im Lande so geblieben! And doch, er blieb! Es ist ein Trost im Schelten uns gekommen: Zu viel schon hattet ihr erreicht, zu viel ward euch genommen! Zu viel des Hohns, zu viel der Schmach wird täglich euch geboten: Euch muß der Grimm geblieben sein— o, glaubt es uns, den Toten! Er blieb euch I ja, und er erwacht! er wird und muß erwachen! Die halbe Revolution zur ganzen wird er lyachen! Er wartet nur des Augenblicks, dann springt er auf allmächtig, Gehob'nen Armes, weh'nden Haars dasteht er wild und prächtig! Die rost'ge Büchse legt er an, mit Fensterblei geladen: Die rote Fahne läßt er weh'n hoch auf den Barrikaden! Sie fliegt voran der Bürgerwehr, sie fliegt voran dem Heere— Die Throne geh'n in Flammen auf, die Fürsten flieh'n zum Meere k Die Adler flieh'n; die Löwen flieh'n; die Klauen und die Zähne!— And seine Zukunft bildet selbst daS Volk, daS souveräne! Indessen, bis die Stunde schlägt, hat dieses unser Grollen Euch, die ihr vieles schon versäumt, das Herz ergreifen wollen! O, steht gerüstet, seid bereit! o, schaffet, daß die Erde, Darin wir liegen strack und starr, ganz eine freie werde! Daß fürder der Gedanke nicht uns stören kann im Schlafen: Sie waren ftei: doch wieder jetzt— und ewig I— sind sie Sklaven! freUigratb. Der 18» März mtb das allgemeine Wahlrecht. Die preußischen Arbeiter werden in diesem Jahre den Gedenktag der Revolution durch Massenkundgebungen für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts in dem preußischen Staat feiern. Da wird sich eine historische Darstellung empfehlen, wie ihre Vorfahren sich einst das allgemeine Wahl- recht erobert haben und wie es ihnen dann von den preußischen Junkern durch widerrechtliche Gewalt geraubt worden ist. Hat doch erst vor einigen Wochen ein Junker ini preußischen Geldsack- Parlament die dreiste Stirn gehabt zu bestreiten, daß jemals das allgemeine Wahlrecht in Preußen bestanden hat. Am 18. März 1818 hatte das Berliner Proletariat seinen glorreichen Sieg auf den Berliner Barrikaden erfochten, die Garderegimentcr aus der Stadt gejagt und den König ge° demütigt, indem es ihn zwang, mit entblößtem Haupte die toten Barrikadenkämpfer zu grüßen. Allein das damalige Proletariat war noch ganz uuentivickelt und konnte nicht daran denken, dauernd die Zügel der politischen Herrschaft zu ergreifen. Nach allen Gesetzen historischer Eutwickelung nmßte diese Herrschaft zunächst der Bourgeoisie zufallen, die dazumal im Rhcinlande am entwickeltsten war. In der Tat ernannte riedrich Wilhelm IV. Caniphausen und Hansemann, die äupter der rheinischen Bourgeoisie, zu seinen Ministern. Jedoch an der deutschen Bourgeoisie waren die Er- fahrungen des englischen Chartismus und des französischen Sozialisnius nicht spurlos vorübergegangen. Sie hatte längst den Glauben an die eigene Gottähnlichkeit verloren und ver- abscheute im Herzen die Revolution, die sie ans Steuerruder des preußischen Staates geworfen hatte. Camphausen und Hansemann dachten deshalb gar nicht daran, ihre Herrschaft aufs Recht der Revolution zu siiitzen. Vielmehr entschlossen, das Proletariat so gründlich und so schnell wie möglich um die Früchte seines Sieges zu prellen, saunen sie nur darauf, den 18. März aus der Geschichte des preußischen Staates auszuschalten und die„Kontinuität des Rechtsbodens" herzu- stellen, das heißt an die vormärzlichen Zustände wieder an- zuknüpfen. So war ihre erste Tat, den Vereinigten Landtag feudalen Angedenkens zu berufen, damit er ein Wahlgesetz beschließe zur Wahl der Versammlung, die mit der Krone eine bürgerliche Verfassung„vereinbaren" sollte. Von dem Lug und Trug, der in dem„Vereinbaren" steckte, müssen wir hier absehen, wo es uns nur auf die Frage des Wahlrechts ankommt. Der Vereinigte Landtag trat in den ersten Apriltagen zusammen und das Ministerium Caniphausen legte ihm ein Wahlgesetz vor, wonach das aktive Wahlrecht jedes Preußen an die Vollendung des 21. Lebensjahres, den Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte und einjährigen Aufent- halt in der Gemeinde geknüpft war. Ausgenommen sollten nur Empfänger von Armenunterstützung und Personen sein, die„ohne eigenen Hausstand in einem dienenden Verhältnisse Lohn und Kost beziehen". Das passive Wahlrecht war an die Vollendung des 30. Lebensjahres geknüpft. Jedoch sollte die Wahl auf indirekten� Wege erfolgen. Die Wühler einer jeden Gemeinde sollten in geheimer Abstimmung ans je fünfhundert Seelen ihrer Bevölkerung einen Wahlmann, die Wahlmänner jedes landrätlichen Kreises oder jeder Stadt, die zu keinem landrätlichen Kreise gehörte, wiederum in geheimer Abstimmung einen Abgeordneten wählen.„Erreicht die Bevölkerung des Kreises und der Stadt sechzigtansend Seelen, so werden zwei Abgeordnete gewählt, und es tritt für jede fernere Volkszahl von vierzigtausend Seelen ein Abgeordneter hinzu, so daß für hunderttausend Seelen drei, für hundert- vicrzigtausend Seelen vier Abgeordnete usw. gewählt werden." Dies waren die Grundsätze des Wahlgesetzes, das dem Vereinigten Landtage am 2. April 1818 vom Ministerium Camphausen-Hansemann vorgelegt wurde. Der Vereinigte Ferdinand Freiligrath. (Zum 30. Todestage des„Trompeters der Revolution".) Der Gedenktag der Revolution, sden wir heute begehen, ist mit Ferdinand j�reiligrath zwiefach verknüpft. Dem Sturm- jähre von 1848 hatte der Poet und Volkstribun seines Geistes Schwerter geliehen! und die Sonne des 18. Märzen, die damals auf blutige Leichen gefallener Freiheitskämpfer geschienen hatte, sie leuchtete 28 Jahre später, als sie morgens emporstieg, in das Antlitz des eben Entschlafenen.„Er ist gestorben, wie Dichter sterben sollen", rief Ludivig Walesrode in einem kurzen Erinnerungsblatt an den Freund aus.„Das auf dem Pfühl wie schlummernd ruhende Haupt war noch der alte, mähnenumwogte Löwenkopf mit der trutziglichen Stirn. Der elegisch trauernde Zug: Der frühere Gouverneur Dr. Liebert hat sich auch gegen die weiße Konstrngnie ausgesprochen. Stellvertretender Kolonialdirektor Prinz Hohenlohe: Widerspruch gegen den Privatbrief, den der Abg. Dr. Müller in der Kommission verlesen hat, haben wir nicht erhoben, weil wir den Verfasser nicht kennen und seine Angaben auch die Ausführungen des Gouverneurs nicht lviderlegen können. Die weiße Kompagnie könnte natürlich nur in den Garnisonen oerwandt werden. Abg. von Böhlendorf-Kölpin(k.) stimmt mit dem Abg. Dr. Müller-Sagan vollkomnien überein, daß die Verwendung von Neu- Guinea-Leulen wegen der mangelhaften Akklimattsationsfähigkeit nicht zu empfehlen ist.(Sehr richtig I bei der Freisinnigen Volks- Partei.) Abg. Graf Arnim(Rp.) hofft, daß die Kolonie sich noch so entwickeln wird, daß der Abg. Dr. Müller-Sagan seine Freude er- leben wird. Abg. Dr. Müller-Sagan(fr. Vp.): Den Namen des Brief- schreibers habe ich absichtlich nicht genannt, weil der Brief nicht dazu bestimmt war, eine Rolle bei diesen Beratungen zu spielen. Gerade ans solche Berufe sollte man Wert legen.(Beifall links.) Hiermit schließt die Debatte. Die Posirion wird mit großer Mehrheit abgelehnt, ebenso die entsprechenden Forderungen für Ver- pflegnng, Unterkunft, Ausrüstung und Beförderung der weißen Kom- pagnie. Beim„Reservefonds" beanttagt Abg. Dr. Bachem(Z.) in die Forderung„zu unvorhergesehenen Ausgaben" das Wort„not- w endig" einzufügen und begründet diesen Anttag damit, daß es notwendig ist, zu verhindern, daß Luxusausgaben aus dem Dis- positiiv bestritten werden. Gcheimrat Seih: Ueber die angebliche Verwendung von Well- blech für Bauten, für die es nicht bestimmt war, bin ich nicht orientiert. Ich glaube aber nicht, daß Ersparnisse an den Stations- bauten für Luxusbauten verivendet sind. v Abg. Dr. Bachem(Z.) befürwortet noch einmal seinen Antrag und spricht den Wunsch aus, der Bndgetkommission alljährlich eine Uebersicht über die Ausgaben aus dem Reservefonds zugehen zu lassen. Nach nochmaligen Ausführungen des Geheimrats Seitz und des Abg. Dr. Bachem(Z.) schließt die Diskussion. Der Antrag Bachem wird angenommen. Damit ist der Etat für Ostafrika bis auf den Titel„Regierungs- schulen" erledigt. Das Haus vertagt sich., Nächste Sitzung Montag t Uhr.(Nachtragsetat, Etat für Süd- ivestafrika, Marineetat. Schluß 6'/- Uhr. Bei Wiedergabe meiner Bemerkungen zum Falle Peters am 10. März habett sich im Parlamentsberichte Irrtümer eingeschlichen, die wohl auf die lebhaften Unter- brechungen aus dem Hause zurückzuführen sind. Es ist mir insbesondere gar nicht eingefallen, eine neue Unter- s u ch u u g des Falles Peters zu fordern. Laut Stenogramm habe ich folgendes ausgeführt: Nun, Herr Dr. Arendt, wenn Sie sich bei dieser Gelegenheit gegen meinen Parteigenossen Bebel wenden, weil er damals die Mitteilungen über Peters vorgebracht habe, so wenden Sie sich durchaus an die falsche Adresse. Wenn Sie in Wirklichkeit die Re- habilitierung des Dr. Peters wollen, dann«lüssen Sie nachweisen, daß der Urteilsspruch zu unrecht gefällt worden ist.(Zurufe rechts.) Das haben wir? Wer ist wir? Hier im Hause habe ich nur die Rede des Dr. Arendt gehört; daraus geht ein derartiger Nachweis absolut nicht hervor. Im übrigen meine ich, daß es allerdings nun einmal Aufgabe der Kolonialverwaltung ist, den Urteilsspruch zu vertreten oder abzulehnen— nicht natürlich Aufgabe des gegen- wärttgen Herrn stellvertretenden Kolonialdirektors persönlich, der, wie ich annehme, über die Vorgänge nicht genügend unterrichtet sein kann, um ohne weiteres aus eigener Kenntnis darüber zu sprechen. Aber nach diesen wiederholten Attacken des Herrn Dr. Arendt hier im Hause, die darauf abzielen, den Dr. Peters zu rehabilitieren, und die natürlich darauf hinausgehen müssen, das Urteil zu diskreditieren, würde ich es allerdings für sehr wünschenswert halten, damit wir endlich einmal diese Peters-Litanei los werden(Zurufe rechts), daß die Herren von der Kolonial- Verwaltung ihrerseits eine gründliche Antwort ergehen ließen; denn da es sich um einen Urteilsspruch handelt, geht das zunächst die Kolonialverwaltung an. Was nun meinem Freund Bebel anbetrifft, so hat der gar keinen Grund, sein Auftreten in dieser Angelegenheit zu bedauern.(Hört! hört! rechts.> Er hat die Informationen, die ihm zugegangen sind und die er für durchaus glaubwürdig halten konnte, in die Oeffentlich- keit gebracht hier im Hause. DaS war nicht bloß sein Recht, das war seine Pflicht!(Zurufe rechts.) Das war seine Pflicht, das in die Oeffentlichkeit zu bringen.(Widerspruch rechts.) Er hat es so weit geprüft, wie ein Privatmann so etwa? prüfen kann. Die weitere Aufklärung mußte den Gerichten überlassen werden, und die gerichtliche Entscheidung hat das Auftreten meines Freundes Bebel durchaus gerechtfertigt.(Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten, Widerspruch rechts.) Peters ist verurteilt worden zur Dienst- entlassung wegen der unsanbersten Geschichten, die»in Beamter ver- üben kann. Sind Sie, Herr Abg. Arendt, damit nicht zufrieden, so singen Sie Ihr Lied nur bei allen Gelegenheiten wieder. Wenn Sie aber die Debatten des Hanfes fortwährend mit Peters aufhalten, so rehabilitieren Sie PeterS nicht, sondern diskreditieren sich selbst. (Sehr gut! bei den Soz.) Aus dem Wortlaut meiner Ausführungen geht wohl mit hinreichender Deutlichkeit hervor, daß ich keineslvegs von der Verwaltung verlangt habe, sie solle eine neue Untersuchung des Falles Peters veranlassen, sondern nur, daß sie die An- griffe des Dr. Arendt auf das Urteil unter Vorbringung der aktenmäßigen Tatsachen zurückweisen soll. Zu einer neuen Untersuchung liegt gar kein Anlaß vor, da es dazu des Bekanntwerdens neuer Tatsachen bedürfte, die geeignet sind, das Urteil zu entkräften. Daran inangelt es aber gänzlich. Peters bleibt nach wie vor moralisch gerichtet, und er kann von Glück sagen, daß seine Untaten nicht nach deutschen Strafgesetzen hier zur Aburteilung gebracht werden konnten. G. Ledebour. �bgeorÄnetenkaus. 46. Sitzung, Sonnabend, den 17. März, mittags 1 Uhr. Am Mimstertische: v. B e t h m a u n- H o l l w c g. sfcie dritte Lesung des Etats wird beim Ministerium des Innern fortgesetzt.' Abg. Dr. Mizerski(Pole) führt Klage darüber, daß polnische Gewerbetreibende wider die Gewerbeordnung von der Polizei ge- zwungcu worden seien, mit deutschem Vornamen zu firmieren. Minister v. Bethmann: Der Beschwerde des Vorredners habe ich durch eine Verfügung schon abgeholfen.(Bravo l links.) Abg. Roscnow(frs. Vp.) verlangt Besserstellung der Aerzte an den Gefangenenanstalten. Abg. Dr. v. Tziembowski(Pole) wiederholt die Beschwerde über die seiner Meinung nach reichsgesetzwidrige Verweigerung der Ein- tragung der Endung a bei den weiblichen Vornamen.— Die polnischen Versammlungen würden andauernd durch Saalab- ireibungcu und ungesetzliche Verbote gestört. Das Volk sei fest überzeugt, daß die Behörden bewußt die Gesetze verletzen.(Sehr wahr! bei den Polen.) Abg. Busch(Z.) klagt darüber, daß die Zentrumsblätter von amtlichen Anzeigen ausgeschlossen würden. Abg. Gyßling lfrs. Vp.) tritt dafür ein, die amtlichen Anzeigen überhaupt nicht nach Parteirücksichten, sondern nur nach dem Grund- satze, sie möglichst weit zu verbreiten, zu vergeben. Damit schließt die Besprechung. Der Etat des Innern wird genehmigt. Es folgt der Etat des Kultusministeriums. Abg. Rosenow(frs. Vp.) kommt auf den Angriff des Kultus- Ministers gegen die Berliner Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat von Berlin zurück. Plötzlich habe der Kultusminister Studt in dieser allgemeinen Etatdebatte die Vergebung von Turn- hallen an Angehörige' aller politischen Parteien als„Unfug" be- zeichnet. Dieser„Unfug" habe 84 Jahre lmig unter den Augen der Behörden bestanden, ohne zum geringsten Monitum Anlaß zu geben. Noch im August 1893 habe das Kultusministerium Herrn v. Koscielski mitgeteilt, daß es keine Bedenken hätte, Volksjchul- räume zur Erteilung polnischen Sprachunterrichts herzugeben. (Hörtl hört! links.) Jetzt plötzlich tue man so, als ob die größte Schulverwaltung der Welt, die der Stadt Berlin, mit einem JahrcS- etat von 26 Millionen, mit der Vergebung von Schulräumen zu Turnzwecken außerhalb der Schulzeit etwas Ungeheuerliches getan hätte. Unerhört ist nur, daß die Regierung in dieser Frage die von uns angestellten und bezahlten Rektoren zu Aufträgen gegen den Magistrat in Anspruch genommen hat. Das ist eine Lockerung der Disziplin, wie sie im preußischen Staate noch nirgends vorge- kommen ist. Alle Berliner Einwohner ohne Unterschied der Partei und des Standes fühlen sich einig mit der Stadtverwaltung. Möge der Minister den Mut finden, seinen ungehörigen und unangebrach- ten Vorwurf, den wir entrüstet zurückweisen, offen zurückzunehmen. (Lebhafter Beifall links.) Kultusminister Dr. Studt: Der Eingriff in die städtische Schul- Verwaltung, den wir vorgenommen haben, war weder plötzlich noch unerhört. Neun Jahre lang hatten wir es im guten versucht, „die unerhörten Zustände" zu beseitigen. Schließlich erhielten wir die Antwort von der städtischen Schuldeputation:„Wir lehnen es ab, auf die Zumutungen des Provinzialschulkollegiums einzugehen."(Hört! hört! rechts.) Danach blieb uns zur Wahrung der unterrichtlichen und der all- gemeinen Statsinteressen nur der Weg unmittelbaren Zwanges. Die Erteilung von polnischem Sprachunterricht, die aus jetzt aller- dings nicht mehr in Frage kommenden Rücksichten(Ahal und Lachen links.) damals zugelassen wurde, liegt in keiner Parallele mit der Vergebung von schulräumen durch die Berliner Stadt- Verwaltung an die Freireligiöse Gemeinde, die sozialdemokratischen Turnvereine und dieSokols. Ueber die Freireligiös« Gemeinde Hat1839 der Berliner Magistrat selbst an die Stadtverordnetenversammlung geschrieben, es sei unverträglich, eine Gesellschaft in städtischen Räumen zu lassen, die alles, Ivas der lehrplanmäßige christlich� Religionsunterricht den Kindern beibringen wolle, ihnen als Phantasie und Unsinn hinstelle(Hört! hört! rechts.) und Haupt- sächlich unter sozialdemokratischer Leitung stehe.(Ahal rechts.)! Die polnischen Turnvereine fühlen sich nach ihrem Programm als „Nachfolger der alten Helden", als„Wiedererwecker des schlafenden weißen Adlers". Auch die sozialdemokratischen Turnvereine be» zwecken nach Gerichtsurteil eine Einwirkung auf öffentliche Ange- legenheiten. Es handelt sich bei ihnen nicht um harmlose Turn- Übungen, sondern um einen systematischen Unterricht. Sie haben im Liederbuch ein Lied mit dem Refrain: „Petroleum, Petroleum, sei unser Feldgeschrei!" (Große Heiterkeit.) Der Abg. Rosenow hatte als» kein Recht, die Sachen wieder so schief darzustellen wie 1904 bei seiner ersten Interpellation. Ich muß dem Versuche zu dieser Legendenbildung mit aller Entschiedenheit entgegentreten.(Lebhafter Beifall rechts.)! Abg. Stychcl(Pole) verteidigt die Sokols, die erst von der Regierung zur politischen Tätigkeit gedrängt worden seien, und die polnischen Geistlichen gegen den Vorwurf, die deutschen Katholiken polonisieren zu wollen. Ministcrialdircttor Schwartzkopff sucht nachzuweisen, daß die Beschwerden über Eingriffe der �chulaufsichtsbehörden in die Selbstverwaltungsrechte der Stadt Berlin unbegründet seien. Redner bittet den Abgeordneten Cassel, darauf hinzuwirken, daß das Ver» hältnis zwischen der städtischen Schuldcputation und der Schul- aufsichtdbehörde seine bisherige Spannung verliere. Abg. Dr. Friedberg(natl.): Bedauern mutz ich das Vorgehen des Provinzial-Schulkollegiums gegen die Berliner Schulverwaltung, indem es sich die Entscheidung darüber vorbehalten hat, Ivel che Theaterstücke in den Schulen gelesen werden sollen.(Sehr richtig! links.) Abg. Cassel(frs. Vp.): Alle die von mir bereits frühen er« wähnten Fälle zeigen, daß es sich um ein System ganz unerträg- licher Bevormundung der städtischen Schuldeputation durch das Provinzial-Schulkollegium handelt.(Sehr richtig! links.) Ter Ministerialdirettor crmahnt zu einer friedlich-schiedlichen Verstöndi- gung zwischen der städttschen und der staatlichen Schulverwaltung. Die städtischen Behörden haben kein sehnlicheres Ziel, als ohne große Störungen möglichst friedlich mit der«taatsregierung leben zu können. Aber Sic können es doch dem Berliner Magistrat wirklich nicht verübeln, wenn er den Rekord in der Aenderung der Re- gierung sanschauungen, z. B. über die Polen, seinerseits nicht mit- halten kann.(Sehr gut! links.) Die Erlaubnis zur Benutzung der städtischen Räume durch die Freireligiöse Gemeinde gin,, nicht von unserem Kollegen Hobrecht aus, der in dem Verhalten der Stodtgemeindc keinen Unfug, wohl aber im Verhalten der Regierung Präfektenempfindlichkeit sah. Aber vielleicht werden wir uns nie über diese Dinge einigen, weil wir von verschiedenen Standpunkten ausgehen. Nur sollte man uns dani. nicht bei jeder Gelegenheit ohne Not in der Debatte mit so starken Worten traktieren, die nor- wendigerweise die Achtung vor der Obrigkeit— denn auch der Stadtmagistrat ist eine Obrigkeit— herabmindern müssen. Wohin sollte es führen, wenn wir von dieser Tribüne aus diese oder jene Regierungsvorlage mit dem Worte„Unfug" zu bezeichnen uns er- kühnten? Wir sind gern zum Frieden bereit; wenn man nur nicht bei jeder Gelegenheit versuchte, unierci guten Willen mit allen möglichen Mitteln herabzusetzen, bloß weil wir nach unserer Ueber- zeugung der Gemeinde und dem Staat dienen wollen.(Lebhafter Beifall" links.) Kultusminister Dr. Studt: Um die heutig- lange Debatte wären wir herumgekommen, wenn der Abgeordnete Cassel sich be» schwerdeführend an die Ministerialmstanz gewandt hätte, ffact hier die Flucht in die Oeffentlichkeit anzutreten. Zu dem Worte„Unfug" bin ich durch den Abgeordneten Rosenow provoziert worden. Ich konnte mich gegen den Vorwurf, die Tagespolitik in die Schule zu ziehen, wehren, so viel ich wollte, konnte nachweisen, daß es sich um ein rein patriotisches, von Seiner Majestät gesördertes Werk handele, es wurde so diskreditiert, daß die 5lindcrseelen vergiftet und verdorben werden mußten. Die städtischen Behörden habe ich gar nicht genannt.(Lachen links.) Ich erkenne die städtische Schulvcrwaltung durchaus an, sie bleibt ein Ruhmesblatt der städtischen Verwaltung, ich will die Selbstverwaltunc, in schul» angelcgenheiten nicht einschränken, aber in dieser Frage hatte ich die Pflicht, einzugreifen.(Vereinzelter Beifall rechts.) Hierauf wird die Debatte geschlossen� Der Kultusetat wird be. willigt. Ein von allen Parteien unterstützter Antrag v. Schenken- dorf auf Förderung des Handfertigkeitsuntcr- r i ch t s wird debattelos der Budgetkommission überwiesen. Hierauf wird der Etat in der Gesamtabstimmung änge- n o m m e n.— Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzuno, Montag, 11 Uhr, kleinere Vorlagen. Schluß 7 Uhr._ Parlamcntanrcbee. Zur Geschäftslage des Reichstages. Der Seniorenlonvent des Reichstages hat gestern unter dem Vorsitz des Präsiventen vereinbart, datz die Osterferien am 6. April beginnen und bis zum 24. April dauern werden. Bis zu den Ferien soll, wenn irgend möglich, die zweite Berawng des Etats beendet sein. An eine Fertigstellung des Etats bis zum 1. April d.J. ist nicht mehr zu denken und wird der Bundesrat in den nächsten Tagen ein N o t g e s e tz zum Zweck der Berechtigung außeretats- mäßiger Ausgaben dem Reichstage vorlegen. Die weiteren Intentionen des Präsidenten gehen dahin, un- mittelbar nach den Osterferien die zweite und dritte Berawng der sogenannten Fiuanzreform(Steuerreform) vornehmen zu lassen und erst nach Erledigung der Steuervorlagen den Etat in dritter Lesung zur Verabschiedung zu bringen. Zur Beschleunigung der zweiten Lesung des Etats und zur Er- ledigung derselben bis zu den Osterferien soll ein SchwerinStag geopfert werden. Ein zweiter Schwerinstag soll der Erledigung der noch vorliegenden Berichte der Wahlprüfungs-Kom- Mission gewidmet werden. Die Reihenfolge der noch in zweiter Lesung ausstehenden Etats wurde wie folgt festgesetzt: Mariireetat, Flottengesetz, Militäretat mit Etat der Zölle und Verbrauchssteuern, Etat des Auswärtigen Aints und des Reichs- k a n z l e r s. Die H i n a u s s ch i e b u n g der Beratung der beiden letzten Etats geschieht auf besonderen Wunsch des Reichskanzlers, der erst nach Beendigung der Marokkokonferenz dem Reichstage Rede stehen will.—_ Die Revolution in Rußland. Wahlvorbereitungen in Rußland. Das Ministeriunr des Innern hat für die Landhauptleute (Semskije Natschalniki) folgende Instruktionen erlassen: t. Die Landhauptleute sind verpflichtet, sich jeglicher offener aktiver Einmischung in die Wahlen zu enthalten, dennoch strengstens darauf zu achten, daß während der Wahlen keinerlei Gewalttätigkeiten ausgeübt werden von feiten der regierungsfeindlichen Parteien, wie Sozialdemokraten, Sozialistcn-Nevolntionäre, konstitutionelle Demo- kraten und ähnlicher Parteien. 2. Die Landhauptleute sind verpflichtet, mit den Bauern Privat- Unterhaltungen abzuhalten, ihnen erklärend, daß die Anteilnahme an den Wahlen keinenfalls ein Recht oder eine Freiheit be- deutet, sondern die Pflicht eines jeden treuen Untertanen sei. Gleichzeitig sind die Landhauptleute während der Erläuterung ver- fchiedener Parteiprogramme verpflichtet, den Bauern die Grundlosig- keit jener Programme vor Augen zu führen, die auf die Veränderung der Grundlagen der jetzigen Staatsordnung hinzielen. 3. Während der Wahlen müssen die Landhauptleute durch Ber- trauensmänner(!) die Reden jener Redner verfolgen, die, um in die Duma zu gelangen, den Bauern unerreichbare Hoffnungen machen sollten auf kostenlose Aufteilung des Privatgrundbesitzes. Falls solche Redner in die Wahlversammlungen dringen sollten, müssen sie als unruhiges Element aus denselben entfernt werden, damit sie nicht den ruhigen Verlauf der Wahlen stören. Das Entfernen solcher Elemente aus den Wahlräumen soll aber keinesfalls durch offizielle Regierungsbcamte, sondern durch„Vertrauensmänner" ge- schehen. 4. Der Entfernung aus den Wahlräumen unterliegen nicht nur Betrunkene, sondern auch Schreier. 6. Die Landhauptleute sind verpflichtet, schon vor den Wahlen alle Maßregeln zu treffen, daß Leute, die der politischen Un» Zuverlässigkeit verdächtig sind, nicht in die Wahlräume gelangen. 6. In den Wahlräumen müssen die Namen derjenigen Leute ausgehängt werden, die wegen ihrer psolitischen Unzuver- lässigkeit nicht Kandidaten sein dürfen. Falls aber die Wähler solche Leute wählen sollten, muß ihnen mitgeteilt werden, daß diese Wahlen, da sie unregelmäßig verlaufen, nicht als richtige anerkannt Iverden könnten und deshalb kassiert werden würden. 7. Falls Agitatoren die Absicht kundtun sollten, die Wahlversamm- lungen in Baucrnkomitees zur Aufteilung des Privatgruudbesitzes zu verwandeln, sind die Landhanptleute verpflichtet, solche Versammlungen als u n g e s c tz l i ch e zu erklären und unverzüglich Militär zu requirieren, um diejenigen zu verhaften, die an diesen Komitees teilgenommen haben sollten. 8. All dieses unterliegt der strengsten Erfüllung, ohne Vorwürfe von feiten der Bevölkerung zu erwarten. (Retsch Nr. 1. den 23./S. März 1906.) • Aus dem Parteileben. „Das Vereinigte Zentralkomitee der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Nußlands" hat einen Auftuf erlassen, in dem alle Parteigenossen aufgefordert werden, Vorbereitungen zu treffen zum bevorstehenden Kongreß, der dem Zwiespalt in der Partei auch formell ein Ende setzen soll. Die Tagesordnung des Kongresses legt Zeugnis ab von der ungeheuren Arbeit, die der Partei bevorsteht. A. Revision deS AgrarprogrammS. B. I. Die Taktik zu den Dumawahlen und die Beziehungen zur Duma selbst. II. Der bewaffnete Aufstand. III. Die provi- sorische revolutionäre Regierung und die revolutionäre Selbst- Verwaltung. IV. B-ziehnngen zum„Rat der Arbeiterdelegicrtcn." V. Gewerkschaftliche Verbände. VI. Stellung der Bauernbewegung gegenüber. VII. Beziehungen zu verschiedenen nichtsozialdemokratischen Parteien und Organisationen. VIII. Die Frage einer besonderen konstituierenden Versammlung für Polen. 0. I. Die Organisation der Partei. II. Vereinigung mit den nationalen sozialdemokratischen Organisationen(?. L. D., Lettische sozialdemokratische Partei, Jüdischer Arbeiterbund.) v. Rechenschaftsberichte. E. Wahlen. Petersburg, 17. März.(Meldung der Petersburger Telegraphen. Agentur.) Bezüglich der in der Presse aufgetauchten Meldung über eine angebliche Beseitigung der Reichsdumawahlen in Polen wird mitgeteilt, daß keinerlei darauf abzielende An- ordnung erfolgt ist. Der Minister des Innern hatte nur dem Gou» verneur der fünf Weichselaouvernements auf dessen Ansuchen, den Wahltermin festzusetzen, die Weisung erteilt, die Order dazu aus Petersburg abzuwarten._ Das Verbrechen von Courriöres. Das System ist gerichtet! Die Reihen schließen sich! Die Retter der Gesellschaft bringen sich in Sicherheit, sie stimmen nun schon fast rückhaltlos in das von uns gefällte Urteil ein, daß mangelhafte Einrichtungen das ent- setzliche Unheil verschuldet haben. Das ist Vorsicht bei den Ver- tretern kapitalistischer Interessen. Der Skandal ist zu groß, er kann nicht vertuscht werde». Und oJronie! Um wenigstens dicGesellschaftmcht gänzlich fallen zu lassen, konstatiert sogar die„Rh. Wests. Zeitung", die Mängel lägen hauptsächlich im System. Ueber die Ursachen der Katastrophe gibt sie nun auf Grund von Jnforniationen sachver- ständiger Bergpraktiker folgendes Urteil: „Aber eins. Es kann jene unbegreifliche Tatsache nicht ver- schwiegen werden, daß in der Grube Berieselung fehlte, und daß offene Lampen in Gebrauch waren. Courrisres hat sehr fette Kohle, die zwar weniger Gas gibt, dafür aber um so bröckeliger ist und eine Menge Staub mitbringt. Und doch gibt eS keine Berieselung dort. Da die sonst auf der Grube geübte Sorgfalt in der Sicherung gegen Steinfall üble Lässigkeit ausschließt, so ist man eben genötigt, diese Unterlassung auf ein tatsächliches Fehlen des Bewußtseins der Gefahr in diesem Punkte zurückzuführen. Nicht ein einziges Berieselungsrohr haben unsere Leute dort ge- sehen, wie will man dann Kohlenstaub bekämpfen, jenen den Wettern weit überlegenen Feind des Bergmanns? Dann haben unsere Mannschaften bei ihrem Vordringen in die Baue spitze, in die Zimmeruugshölzer getriebene Haken bemerkt, an denen die offenen Grubenlampen befestigt wurden, teilweise noch saßen. Man läßt am besten jeden weiteren Kommentar zu diesen Tatsachen beiseite. Sie sprechen genug. Sie zeigen, daß Dinge, die hier als allerschlimmste Mißstände, schier als undenkbare Mängel mit Recht verschrieen werden würden, dort vorhanden sind." Das zwischendurch ausgesprochene Wohlwollen für die Ge- seilschaft kann die Wucht der Feststellungen nur erhöhen. Weiter unternimmt das Blatt den Vernich, wenigstens das kapitalistische System— in Deutschland zu retten, mit dem Hinweise, in Deutsch- land seien solche skandalösen Zustände nicht möglich. Demgegenüber sei konstatiert, daß in Deutschland der Einrichtung der Berieselung auch erst verschiedene Katastrophen vorausgingen und daß die Unternehmer der Einführung hartnäckigen Widerstand entgegen- gesetzt haben. Ja, die Unternehmerorgane sprachen der Berieselung segensreiche Wirkung ab, sie wollten durch sachverständige Gutachten sogar nachweisen, durch die Berieselung werde die Unfall- gefahr erhöht. Jetzt will man sich Ruhmeskränze flechten für eine Einrichtung, die lediglich der Sozialdemokratie als Anwalt der Ar- beiterschast zu danken ist. Sachverständige unterstreichen jetzt auch die Leichtfertigkeit, die darin liegt, daß man, obwohl der Gruben- brand zu schweren Bedenken Anlaß gab, die Einfahrt nicht eingestellt wurde. Ein deutscher Ingenieur schreibt einem Brüsseler Blatte: „Warum hat man nicht am Sonnabend, als der Brand in dem Schacht eine gefährliche Ausdehnung nahm, den Betrieb unterbrochen? Die Gesellschaft wollte aber auf die Vorstellungen, die ihr, wie behauptet wird, in dieser Hinsicht besonders von dem Bergarbeiterdelegierten Simond gemacht wurden, nicht hören, weil sie zahlreiche Bestellungen auszuführen hatte." Hier hat man den vollgültigen Beweis, datz das kapitalistische System, die blinde, brutale Profitgier die Katastrophe verschuldete. Weiter ist aber auch bewiesen, daß es nicht genügt, Arbeiter- kontrolleure anzustellen, es muß ihnen auch eine gewisse Exekutiv- gcwalt eingeräumt werden. Das ist die Konsequenz, das sehen auch unsere Kohlenmagnaten ein, darum der mehr als alberne Wunsch, die Zwecklosigkeit der Arbeiterkontrolle nachzuweisen. Man befürchtet, daß bei Einführung der Arbeiterkontrolleure auch bei uns noch sehr, sehr viele unhaltbare Zustände aufgedeckt werden. Mit der Feststellung der skandalöse» Zustände wächst erklärlicher- weise die Erregung der Bevölkerung. Selbst die Blätter, die sich bisher sehr zurück- haltend zeigten, fordern nun ungestüm energische Untersuchung und rückhaltlose Aufdeckung des Skandals. Wie berichtet wird, hat der Minister des Innern Clemenceau heute(Sonnabend) eine JnspektionS- reise in das Kohlengebiet angetreten. Ueber den Stand der BergnngSarbcitcn liegen wenig neue Nachrichten vor. Allgemein ist das Urteil über das heldenhafte Verhalten der Rettungsmannschaften. Dagegen werden die Regierungsbeamten hart angegriffen. Ein Mitarbeiter deS„GauloiS" schreibt u. a.: „Von allen Seiten des öden Landes kamen sie in langen Reihen dahergezogen, diese unbekannten Helden, erfaßt von dem Gedanken der Hingabe, begierig danach, sich zu opfern, und in der Umgebung der Schächte standen sie stumm und groß in unbeweglichem Schweigen, bis die Reihe an sie kam, den unterirdischen Gefahren zu trotzen. Ihre Führer, die Ingenieure, geben ihnen ein wundervolles Beispiel trotziger Kühnheit. Die Beamten der Regierung aber haben nicht den Mut, die Wagen zu besteigen, die tief in den Schacht hineinführen, und noch keiner von diesen Herren hat eS bisher gewagt, sich zusammen mit den Helden des Volkes an den Ehrenplatz zu stellen, der Auf- opferung und Größe verlangt. Doch all die Hingabe und der Todesmut der Arbeiter scheinen leider vergeblich zu sein, denn die Grube wird wohl nur noch Leichen wieder ans Licht des Tages zurückgeben, und das ungeheure Unglück kann nicht mehr gut- gemacht werden." Nein, das Vcrbrecheu von Courrisres kann nicht wieder gut ge- macht werden. Hoch klinge das Lied von der tapferen Helferschar, aber auch unerbüterlicher Kampf sei dem System proklamiert, das Massenmorde wie den von Courrisres möglich machen. Als Ver- brecher sind alle gebrandmarkt, die nun noch energischer Förderung des Arbeiterschutzes sich hindernd in den Weg stellen. Es wird noch gemeldet: LenS, 17. März. Professor Chantemesse ist mit vier Aerzten heute morgen aus Paris hier eingetroffen, um festzustellen, auf welche Weise eine Desinfektion der Grube von Courrisres durch- zuführen ist. Lens, 17. März. Die Jngenieurkommission hat heute morgen folgendes bekanntgegeben: Die Abdämmungsarbeiten im Schacht Nr. 2 sind fast beendet. Man bereitet die Wiedereinfahrt vor, doch wird diese erst stattfinden, nachdem die Wetterführung in ausreichendem Maße gesichert worden ist und keinerlei Gefahr mehr besteht. Paris, 17. März. Mehrere Mitglieder des Pariser Ge- meinderates ersuchten den Polizeipräfekten, die von der deutschen Rettungsgesellschaft in Conrriöres angewandten Vorrichtungen auch bei der Pariser Feuerwehr einzuführen und zur Prüfung dieser Apparate eventuell Fachleute nach Westfalen zu senden. Lens, 17. März. Im Schachte II werden gegenwärtig aus Bausteinen, Lehm und Zement sechs Meter starke Absperrmauern auf- geführt, von denen man hofft, datz sie der Verbreitung der durch den Brand erzeugten Gase Einhalt zu tun vermögen. Diese Absperr- Vorrichtungen werden voraussichtlich bis heute abend fertiggestellt sein. Dle deutschen Rettungsmannschaften werden zum Teil ebenso wie die Pariser Feuerwehrleute, noch hier bleiben, um sich noch an den Versuchen, neue Leichen zutage zu fördern, zu beteiligen. Der Pariser Sachverständige Dr. Calmette, der gestern in Schacht II eingefahren ist, hat aber geraten, mit der Bergung von Leichen aufzuhören, da die Gefahr tödlicher Infektion für die Bergungsmannfchasten zu groß sei. Die Jngenieurkommission wird daher vielleicht beschließen, die Stollen, in denen noch Tote liegen, zumauern zu lassen. Die Streikbewegung hat anscheinend größeren Umfang nicht angenommen. Im Becken von Pas de Calais sind zirka 20 000 Mann ausständig, die Gruben in Courrisres haben den Betrieb ganz eingestellt. Wie verlalltet. hat der frühere Ministerpräsident Perier sich angeboten, zu ver- Mitteln. Bon dem Resultat der Verhandlungen wird eS abhängen, ob die Bewegung znrückdämmt, oder der Generalstreik proklamiert wird.— Em der Partei. Böhme— isch! Die drakonische Strafe von l3/4 Jahr Gefängnis, zu der Genosse Heinig von der„Leipziger Volkszeitung" kürzlich von der dortige» Strafkammer verurteilt wurde, begründete das Gericht u. a. besonders aus mehreren Stellen eines Artikels vom 6. De- zember 1905. Wie wir unseren Lesern mitteilten, ist am Dienstag Genosse Preczang bor der Berliner Strafkammer von der Anklage der Aufreizung mit Fug und Recht freigesprochen worden. Die Anklage war erfolgt wegen verschiedener bildlicher Wendungen, enthalten in der Broschüre:„Gegen Volksverdummung, Volks» knebelung, Volksausbeutung". Und die inkriminierten Wendungen waren ohne Ouellenangabe— dem in Leipzig verurteilten Artikel entnommen! In Berlin Freisprechung, in Leipzig viele Monate Gefängnis, das illustriert die Ungeheuerlichkeit des Urteils gegen Genossen Heinig. Fixigkeit. In Erfurt ist die staatsanwaltliche Fixigkeit be» sonders ausgeprägt. Kaum sind sieben Anklagen in einem Schub erhoben— da ist auch schon die achte da! Ebenfalls wegen der augenblicklich in Mode befindlichen„Verächtlichmachung von Staats« einrichtungen". Am i>. März hatte die„Tribüne" so nebenher die „Vorbereiiungen" von Polizei und Militär am 21. Januar als das bezeichnet, was sie waren und als was sie die friedliche Arbeiterschaft empfand— und bereits am 1)8. März wurde die erste Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter festgesetzt. Beseler muß seine Freude über die Folgsamkeir seiner Staatsanwälte in bezug auf die von ihm geforderte Fixigkeit haben. In Erfurt werden nunmehr zwei Redakteure neben der Genossin Zietz die Anklagebank in dem Massen- Prozeß zieren— falls Scharfsinn und Fixigkeit bis dahin nicht noch weitere„Verächtlichmachungen" entdecken. „Der Zukunftsstaat". Thesen über den Sozialismus, sein Wesen, seine Durchführbarkeit und Zweckmäßigkeit. Unter diesem Titel gibt die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, eine Arbeit von I. S te r n heraus. Fürst Bülow, der schon so oft den Reichstag mit seinen Plaudereien fiher den Zukunftsstaat amüsierte, mag an dieser Schrift seine Freude haben. Oder auch nicht; denn er kann daraus ersehen, daß seine Geistreicheleien— nichts weniger waren als geistreich. Nicht ein Guckkasten will die Schrift sein, worin zu sehen, wie man in der sozialistischen Gesellschaft lebt, sondern die landläufigen Vorurteile und Einwürfe gegen unser Endziels ent- kräftigen und widerlegen und die glänzenden Vorzüge der sozia- listischen Produktionsweise zeigen.— Wie die vielverbreitetcu „Thesen über den Sozialismus", die hier gründlich umgearbeitet und wesentlich verbessert unter dem neuen Titel erscheinen, wird sie der sozialdemokratischen Aufklärung und Agitation gute Dienste leisten. Die Broschüre ist in allen Parteibuchhandlungen, bei jedem Kolporteur, in Berlin in allen Parteispcditioncn erhältlich. Der Preis derselben ist 60 Pf.; eine AgitationSausgabe kostet 30 Pf. Berichtigung. In unserer gestrigen Notiz unter der Spitzmarke: „Vollmars Abstimmung" heißt es an einer Stelle: �_< „Nach dieser Erklärung ist anscheinend die Differenz zwischen Vollmar und den übrigen FrailionSinitgliedern nicht besonders groß. Die Fraktion konnte über ihre Stellungnahme noch nicht diskutieren und lehnte nur ab"... Es soll heißen: „Die Fraktion konnte über ihre Stellungnahme noch diskutieren"... Gemeint ist, datz sie noch fähig Ivar, in die Erörterung einer Frage einzutreten, die prinzipiell in der Partei längst entschieden ist. Dieser Sinn geht durch das eingesügte„nicht" verloren. Em Induftnc und Kandel. Leichtfertiges Urteil. Wie eine Privatdepesche der„Börsen-Ztg." meldet, hat die Handelskammer in Düsseldorf eine Resolution beschlossen, in der sie die von unseren Abgeordneten im Reichstage geschilderten Zu- stände in der Eisenindustrie als unbegründete Verdächtigungen gegen die Verwaltunge» zurückweist. Diese Aktion der Handelskammer kann nicht einmal den Anspruch auf sachliche Kritik erheben, aus dem einfachen Grunde, weil die Handelskammer nicht in der Lage ist. selbst ein Urteil abzugeben.� Die Resolution stützt sich auf die auf eine diesbezügliche An- frage von den Werken einstimmig erteilte Auskunft, welche die Aus- führungen HueS als maßlose Entstellungen bezeichnet. Mit dieser Begründung dokumentiert die Handelskammer, daß sie als wirtschaftliche Organisation über die Verhältnisse in der Industrie gänzlich ununterrichtet ist. Diesen Mangel kann man auch aus den rcspekliven Jahresberichten konstatieren. Die Magerkeit nach dieser Richtung glaubt man ersetzen zu müssen durch welt» politische Betrachtungen und scharfmacherische Vorstöße. Auf eine vor längerer Zeit an die verschiedenen Handelskammern im rheinisch-westfälischen Industriegebiet ergangene Anfrage betreffend Arbeitszeiten usw. in der Großindustrie lauteten die eingegangenen Autworten dahin, daß man darüber Auskunft mangels jedweder Kenntnis nicht erteilen könne I Bei diesem Stande der Dinge ist es nicht nur anmaßend, sondern auch leichtfertig, auf Grundlage eines subjektiven Urteils der Unternehmer sich als berufene Richter auf- zuwerfen._ Teures Brot— mehr Kanonen! Für die Zustimmung zur Brot« Verteuerung haben die Panzerplatten- und anderen Patrioten von de» Junkern die Zusage zu stärkerer Forcierung der Mordwerkzeugkultur erlangt. Die Folgen zeigen sich bereits! Die Fleisch- und Brot» preise steigen zu schwindelnder Höhe und Krupp baut eine neue Kanonenwerkstatt. Bolkscigentnm. Das zuständige Oberbcrgamt hat dem A. Schaaffhausenschen Bankvercin-Köln und der Dresdener Bank» Berlin zirka 9 Millionen gm Bergwerkscigentum in der Gemeinde Elmpt, Kreis Erkelenz, verliehen, zwecks Gewinnung der in dem Rayon lagernden Steinkohlen. An dieser Meldung ist neben der Tatsache, daß sie ein nach vielen Millionen Mark zu bewertende» Geschenk an die Kapitalisten involviert, ferner noch interessant, als sie einen Beleg für das stärkere Eindringen der Großbanken in die Großindustrie darstellt. Einhunpertunddreißig Prozent Gewinnsteigerung. Die Hau- noversche Gummi-Kamin- C ompanie erzielte für das verflossene Jahr bei enormen Rückstellungen einen Reingewinn von 513 334 M., gegen 224 510 M. im Vorjahre. Die Dividende betrug in den letzten Jahren 4 und 10 Prozent. Um wieviel Prozent sind die Arbeiterlöhne gestiegen? Eiscubahnverstaatlichnng in Japan. Das japanische Abgeordneten- Haus hat am Freitag nach lebhafter Debatte die Eisenbahn- verstaatlichuugS-Vorlage mit 243 gegen 109 Stimmen unverändert angenommen. Man erwartet, daß' auch die Vorlage betreffend die Verstaatlichung der Bahnlinie von Söul nach Fufan(auf Korea) angenommen wird. Die Kosten der Bahnverstaatlichnng in Japan seihst werden auf etwa 500 Millionen Ucn geschützt. Der Finanz- nnnister sprach die Zuversicht auS, daß der Ankauf der Bahnen ohne Störung des Geldmarktes sich in fünf Jahre werde durchführen lassen. Schlachtfcldrnhe! Wenn günstige Bankabschlüsse, die Erzielnng hoher Gewinne als Maßstab der wirtschaftlichen Lage eines Landes bewertet werden können, dann müßte in Rußland Handel und Wandel blühen wie noch nie. Der„St. Pctcrsb. Herold" berichtet: Von der Geschäftslage der finnländischen Banken kann man sich aus nachstehenden Dividenden ein Bild niachen, die die Banken ihren Aktionären für das letzte Geschäftsjahr zahlen: Bereinsbank 16 Prozent(eigentlich 32 Prozent, da das Aktienkapital vor zwei Jahren durch Uebcrfüyrung aus dem Reservefonds verdoppelt wurde), Wasa-Bank 12 Proz., National- Nordische Bank 11 Proz., Privat-Bank 10 Proz.. Nyland-Bank 10 Proz.. Hypothekcn-Bank 6°/,� Proz., Abo-Bank 6 Proz. und Tammerfors-Bank s'/z Proz. Außerdem haben die Banken be- trächtliche Summen für Dotierung der Reserven usw. verwendet. Dies rosige Bild hat als Kehrseite Hunger und Elend. Die Banken plündern, der GewinnstatuS korrespondiert mit dem Elends- Niveau des gesamten Volkes. Es geht hier wie auf dem Schlacht- selbe: je mehr Leichen, desto reicher die Beute der— Hyänen. Engl. Tüllgardinen Mtr. 38, 55, 75 pr. Engl. Tüllgardinen Fenster 2.60, 3.75, 5 m*. Englische Tüll-Stores smen 2, 3 Mk., Englische Bettdecken fiett 2.25, 3.50, Englische Bettdecken BenL 4.50, 5.75, Englische Tüll-Vitragen Mtr. 30, 42, 58 pr. EnglischeTül I- H al bstorejysf5c.bi«s)n!fara"mnt6.65 Engl. Tüll-Brise-bise Mir. 35, 55, 70 pr. 5.25 5 Mk. 7 Mk. Lacet-Storea stock 6.75, 8, 1 1 Mk. Portieren chsie 1.40, 2.75, 3.75 Fenster-Dekorationen 3.90, 7.50, 10.50 Fenster 2 Chales, 1 Lambrequin. Filztuch Fenster-Dekorationen 8.26, 10.75, 1 7 Mk. I-einenpIUsch Schlafzimmer-Dekoration heu, Fenster 9.75, 1 2,50, 1 7 Mk. Phantasie-Tischdecken 1.90, 2.75, 4 Mk. Filztuch-Tischdecken 2.25, 3.50, 5 Mk. Plüsch-Tischdecken 6175, Owk., 11.25 Grässe ca. 140/200 170/285 ZOO,«« Imit. Perser-Teppiche 4.75. 8.50, 13»«. Tapestry-Teppiche 13»«., 22.25, 34.50 Velours-Teppiche 16»«, 26.50, 39 Mk. Axminster-Teppiche 9.75, 17.50, 25.50 Axminster-Teppiche 14»«, 21.50, 32.50 Tapeatry-Vorleger 2.75, 3.75, Lacet-Gardinen Fenster 9.75, 11, 15»«. Lacet-Stores m« voiant smck 6»«. 9.25, 1 5,50 Lacet-Bettdecken r»se« 7.75, 9.75, 13»«. Lacet-Bettdecken 2Betien9.50, 14.25, 19»«. Lacet-Brise-bise stück 80 pr.. 1 ,40, 2.30 Lacet-Bonne-femme �""VÄr 9»«., 1 1.90 Spachtel-Stores smck 7.25, 11, 14»«. Köpervorhänge Paar 2.60, 3.25, 4.50 Köper-Rouleaux smck 2.25, 3.25, 4.75 Moquette-Tischdeckenl 1.75, 14,75, 18.50 Moquette-Diwandecken 26 Mk., 29 Mk., 40 Mk. Phantasie-Diwandecken 4.35, 6.50, 8»«. Melierte Schlafdecken 4*«., 5»«., 6»«. Kameelhaar-Schlafdecken 8.75, 1 1.75, 14.75 Plüsch-Reisedecken 7.50, 10.50, 1 5 Mk Steppdecken �rScns5tinS.75, 7.25. 1 1 Mk. Velours-Vorleger 3.25, 3.90, 4.26 Axminster-Vorleger 1.75, 2.50, 3.75 Imit. Perser-Vorleger 65 pt. 1»«. 1.30 Jute-LäuferstofFe Mtr. 50, 65, 75 pr.. 1.06 Kokos-LäuferstoffeMtr. 95 pr, I.20, 1.35 Mk. Tapestry-Eäufer Mtr. 1.76, I.90. 2.20»«. Besonders preiswert: Engl. Tüllgardinen Fenster 3.50, 4.75, 6 Mk. 7.50 reg. Pr. 4.4.75, 6-6.50, 7-8 Mk. 8.50-10 Farbige Stores 3.25 4.75, 6.50 reg. 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Mar; IM. ..jerer Lohn- und Arbeits- das den Arbeitern freisteht: gegen die eigenen Klassen- GexverKtcKaftlicKes. Arbeiter als Arbeitgeber. Unser Bericht über die autzerordentliche Generalver- sammlung des Holzarbeiterverbandes hat sofort wieder die bürgerliche Presse auf den Plan gerufen, für die armen. bedauernswerten Gewerkschaftsbeamten einzutreten. Die ..Freie Deutsche Presse" konstatiert zum soundsovielten Male. daß die Arbeiter die schlechtesten Arbeitgeber seien. Freilich verschweigt das Blatt, w a r u m sie es sind: weil sie leider oft gedankenlos die Allüren des Unternehmertums nachahmen, wenn ihnen die Aufgabe zufällt, über die Anstellungsverhält- nisse anderer zu entscheiden. Das Kopieren verleitet gar zu leicht, die charakteristischen Eigentümlichkeiten des Originals zu übertreiben! Proletarier sollten die Anstellungsverhältnisse ihrer Ver- trauensleute vom Standpunkt der ArchTiter aus regeln. nicht von dem der Unternehmer. Det�AMMärte Proletarier aber trachtet nach V er b es s er wag�lasr Klassenlage und wird als Grundlage für die Beiolfc«,« nicht die Bezahlung des schlechtestgestellten Arbeiters''lsMMiten; dies zu tun ist eine Eigenheit des misbew die Arbeiterschaft für sich erk den Vertretern ihrer Jnt� denn diesen ist zur Errin bedingungen ein Mittel eben das des Kampfes, der � genossen richten müßte. Wenn aber die bürgerliche Presse sich heuchlerisch der Gewerkschaftsbeamten gegen die Arbeiter anzunehmen vorgibt, so sei daran erinnert, daß sie an 364 Tagen im Jahre — und in Schaltjahren an 365— eben auf diese selben Be- amten als Hetzer und Verführer schilt, die sich von den Groschen der Arbeiter mästeten. Auch das Wort voni Mästen aus Ar- beitergroschen ist keine Erfindung aus proletarischen Kreisen, sondern stammt von den Tinteukulis, die der Arbeiterschaft bei jeder Lohnbewegung in den Rücken fallen. Von Schlagworten dieser Herkunft kann die Arbeiter- schaft sich in ihrem Tun kaum leiten lassen. B«rUn una(ImgeQend. Tic Tarifbewegung der Herren- Maßschneider beschäftigte am Tonnerstag eine stark besuchte Versammlung dieser Branche. Wie der Referent K u n � c ausführte, ist kürzlich an 4g Firmen, woselbst 1007 Arbeiter beschäftigt sind, vom Schneiderverband die Forderung ergangen, teils den zweiten Lohntarif voll zu bezahlen, teils eine prozentuale Erhöhung deZ dritten Tarifes eintreten zu lassen und teils den dritten Tarif überhaupt zur Einführung zu bringen. Es konnte mitgeteilt werden, daß bisher mit 16 Firmen eine Einigung erzielt worden ist..davon haben 12 die Forderungen voll und 4 teil- weise anervannt. Bei der Firizia Napierkowski in der Friedrichstraße �ist es wegen dieser Angelegenheit jedoch zum Streit gekommen. Zirka 40 Arbeiter legten daselbst am Donners- tag morgen einmütig die Arbeit nieder. Von den übrigen Firmen hat ein um Verhandlungen nachgesucht, der andere Teil hat dem Arbeitgcberverband übertragen. Auch in Rix- Geschäfte in Betracht; die Verhandlungen mit den- fen jedoch bisher resultatlos.— Es wurde sodann die gen.Firmen durchgegangen, die fortgesetzt Anlaß zu . Hier kommen besonders die Firmen Hecken- Becker. I. W. Skalla,..I o k e y- C l u b". [stet, Lindenbaum und B a e r Sohn in Frage. erstrecken sich vornehmlich auf schlechte Behandlung und 'ge Entlohnung der Schneider. Einige Firmen, darunter h n, wälzen derartig unangenehme Vorkommnisse am sich ab und suchen sie auf Mißgriffe ihrer Angestellten führen. Daß es unter den Angestellten tatsächlich solche Individuen gibt, die den Schneidern das Leben nach Kräften sauer machen, zeigte sich erst jüngst bei der Firma Leineweber. Dort hatte sich ein kaufmännischer Angesteuter bewogen und berufen ge- fühlt, einem alten Tagschneider den Wochenlohn von 27 auf 24 M. zu kürzen, weil dieser angeblich nicht mehr genug leiste. Auf eine Beschwerde hin erklärte der Chef jenen kleinlichen Willkürakt des er- wähnten kaufmännischen Stehkragenproleten jedoch kurzerhand für nichtig. Als Äuriosum wurde noch erwähnt, daß die Firma B a e r Sohn, als mit ihr wegen der Errichtung von Betriebswerkstätten verhandelt wurde, an die Organisationsvertreter das Ansinnen stellte, den von ihr ohnehin nur sehr mangelhaft bezahlten dritten Tarif um volle 25 Prozent zu erniedrigen. Natürlich lehnten die Vertreter ein Eingehen auf diesen Herzenswunsch der Firma dankend ab. Mit einem Appell an die Anwesenden, energisch dahin zu wirken, daß auch für Berlin baldigst ein einheitliches festes Tarif- Verhältnis geschaffen werde, erfolgte Schluß der Versammlung. Der Schiedsspruch für die WSschebranche. Es kostet den Vertretern deS Verbandes der Wäsche- und Krawattcnbranche viele Mühe, dem nach dem Streik im Herbst vorigen Jahres gefällten Schiedsspruch des EinigungZamteS volle Gdltung zu verschaffen. Besonders widerwärtig scheint manchen Fabrikanten die Bestimmung zu sein, daß sie ihre Tarife auf dem Emigungsamt niederlegen sollen. Obgleich dies bis spätestens zum .4L März geschehen sollte, haben bis jetzt, wie am Freitag in einer Sitzung der SchlichtungSkom Mission festgestellt wurde, ii r 31 Firmen ihre Tarife eingereicht. Und doch waren es ur- rünglich 47 Firmen, für die der Schiedsspruch gelten sollte. Herr shilipsohn, der Vorsitzende der Arbeitgeber in der Schlich- 'tungskommission, erklärte hierzu, daß sie 5 säumige Fabrikanten Cfegesordert hätten, ihre Tarife innerhalb acht Tagen einzureichen; Ii weiteren 3 Fabrikanten sei die Aufforderung überflüssig gewesen, feil diese vor die Schlichtungskommission geladen waren. Die Jfrigen Firmen existierten teils nicht mehr als Fabriken, teils habe It Arbeitgeberorganisation keinerlei Verbindung mit ihnen. Von en Geladenen war nur einer, Herr Eichenberg, erschienen. Mit hm beschäftigte sich die Schlichtungskommission gleich zu Anfang der Sitzung. Er hatte einen Tarif mitgebracht, der jedoch, wie sich durch die Aussagen der als Zeugen erschienenen Arbeiterinnen heraus- stellte, sehr unvollkommen war. ES fehlte ungefähr ein Drittel der Positionen. Er hatte es abgelehnt, über den von seinen Arbeite- rinnen nach ihren Lohnbüchern aufgestellten Tarif zu verhandeln und statt dessen selbst diesen mangelhaften Tarif fabriziert. Nun suchte er noch vor der Schlichtungskommission einige Acnderungen vorzunehmen. Damit hatte er natürlich kein Glück. Ihm wurde ebenfalls aufgetragen, innerhalb acht Tagen einen mit seinen Ar- Leiterinnen vereinbarten Tarif einzureichen. Darauf befaßte sich die Sitzung mit einigen Streitfragen Maischen den Arbeitnehmer- und den Arbeitgebermitgliedern der Kommission. Wie der Arbeitnehmervorsitzende Keller im Einver- sländnis mit seinen Kollegen ausführte, ist seinerzeit beschlossen wSfeden, daß beiden in der Schlichtungskommission vertretenen sBrgäntsationen je ein Exemplar der beim Einigungsamt nieder- (wiegten Tarife zur Verfügung gestellt wird. Dies wurde von den Arbeitgebern bestritten, und da das Protokoll jener Sitzung nicht jux. Stelle war, konnte keine Klarheit darüber geschaffen werden. 6* wurde beschlossen, das Protokoll zur nächsten Sitzung herbeizu- schrfffc» und dann weiter über die Frag- zu verhandeln. Es kam sodann zu einer langen Aussprache darüber, ob die Bestimmung des Schiedsspruches, daß sowohl die in den Fabriken nnen und Arbeiter, wie die Heimarbeiter 6 Proz. alten sollen, und die Bestimmung, daß die Tarife iken und in den Ablieferungsräumen für die Heim- ausgehängt werden sollen, es in sich schließen, daß den in lerhalb der Fabriken tätigen Arbeitern für die gleiche t der gleiche Lohn bezahlt werden soll. Die itnehmer äußerten entschieden, daß dies der Fall sein müsse, da man doch unmöglich in ein und derselben Fabrik zweierlei Tarife, einen mit geringeren Lohnsätzen für die Heimarbeiter, die doch die Werkstätte und alles, was dazu gehört, selbst bezahlen, und einen mit höheren Lohnsätzen für die Arbeiter, die diese Unkosten nicht selbst tragen, aushängen könne. Die Arbeitgeber waren gegen- teili�er Meinung, obwohl sie zugaben, daß, wenn Fabrik- arbeiterinnen zur Heimarbeit übergehen, eine Herabsetzung der Lohnsätze nicht eintreten sollte. Sie zogen sich zu einer besonderen Beratung zurück, an der auch der unparteiische Vorsitzende teilnahm, und erklärten dann, daß ihrer Ansicht nach der Schiedsspruch eine Gleichstellung der Lohnsätze der Heimarbeiter mit denen der in den Fabriken tätigen nicht in sich schließe. Die Arbeitnehmer erklärten. daß sie hierüber die Entscheidung des EinigungSamtes herbeiführen wollten. Schließlich beschäftigte sich die Sitzung noch mit mehreren Firmen, die Verstöße gegen den Schiedsspruch begangen hatten. Die Firma G r ü n b a u m soll sich entschieden weigern, organisierte Arbeiter einzustellen, und auch verlangt haben, daß ihre Arbeiter einen dementsprechenden Revers unterschreiben. Ein Zeuge sagte aus, daß die Firma von ihm mündlich den Austritt aus der Organi- sation verlangt hat. Ueber den Revers sollen in der nächsten Sitzung weitere Zeugen vernommen werden. Die Firma Fried- länder u. Haferkorn läßt ihren Zuschneider immer noch 9 Stunden arbeiten, zahlt ihm dafür den horrenden Wochenlohn von 16 Mark. Der Firma soll die Weisung erteilt werden, ihren Zu- schneidet künftighin nur noch 8 Stunden arbeiten zu lassen. Ein Vertreter war weder von dieser Firma noch von Grünbaum er- schienen._ Die Lohnbewegung in den Berliner Wagenfabriken hat bereits zu einem Betriebs st reik geführt. So haben gestern bei der Firma K ü h l st e i n, Charlottenburg, Salzufer 4, 179 Metall- arbeitet, Schmiede, Stellmacher. Sattler, Maler und Lackierer die Arbeit niedergelegt. Nur drei Arbeitswillige blieben in der Werkstatt stehen. Die Firma wollte sich nur zu ganz winzigen Zugeständnissen an die Arbeiter verstehen, alle Hauptforderungen dagegen lehnte sie ab. Es blieb den gut organisierten Arbeitern dieses Betriebes mithin kein anderes Mittel übrig, als der Firma Kühlstein durch Eintritt in den Streik zu zeigen, daß die Forde- rungen in allen Teilen durchaus ernst gemeint sind. Es ist selbstverständlich Pflicht aller Arbeiter der be- zeichneten Branchen, während der Dauer des Streiks keine Arbeit bei der Firma zu nehmen. veurftdes Reicks. Gewerkschaften und Massenstreik. DaS Zittauer Gewerkschaftskartell hielt dieser Tage eine Ver- sammlung ab, in der Arbeitersekretär Dr. Duncker aus Dresden über den»politischen Massenstreik" sprach. Die Versammlung war glänzend besucht. Der Referent legte die Möglichkeit und eventuelle Notwendigkeit eines politischen Massenstreiks dar, der kein an- archistischeS Abenteuer, sondern eine aus den festgefügten ge- werkschaftlichen und politischen Organisationen hervorwachsende. einheitliche Massenaktion sei; freilich nur möglich bei einer hochgesteigerten Empörungsflut des Proletariats. In der Debatte stellten fich alle Redner auf den Standpunkt des Referenten. Von besonderer Wirkung war es, als der zurzeit in Zittau den Bergarbeiterstreik leitende Genosse Langhorst aus Zwickau erklärte, er ergreife die Gelegenheit, öffentlich zu bekennen. daß er mit seiner Abstimmung als Delegierter auf dem Kölner Kongreß einen Fehler gemacht habe. Er glaube, eine ganze Reihe von Delegierten in Köln hatten damals die Frage des General» streiks noch zu wenig studiert gehabt. Hätte man den Kölner Kon- greß einige Zeit später wiederholen können, wäre der Beschluß wohl anders ausgefallen._ In der Seifenfabrik I. Fr. Weber zu Braunschweig, deren Abnehmer hauptsächlich Konsumvereine sind, haben sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt wegen Nichtanerkennung eines aufgestellten LohntarifeS. Die bisherigen Minimallöhne be- trugen 2,60 M. pro Tag für Arbeiter und 1 M. für Arbeiterinnen; gefordert werden solche von 2,80, resp. 1.60 pro Tag. Alle Einigungsverhandlungen verliefen bisher völlig resultatlos. flu»l»»ck. Streiks dänischer und schwedischer Gummiarbeiter. Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der„Skandinavisk Gummikompagnis tabrik" in Odense haben am 15. März die Arbeit niedergelegt. üe Ursache des Streiks sind Lohnstreitigkeiten. Am selben Tage traten 500 Arbeiter und Arbeiterinnen der Gummifabrik in H e l f i n g b o r g in den Streik. Die Streikenden verlangen hier, wie berichtet wird, die Entlassung eines Meisters, was von der Fabrikleitung abgelehnt wird. Straßcnbahnarbeitcrstrcik in Kopenhagen. Die Remisenarbeiter der Kopenhagener Straßenbahngesellschaft streiken, weil man ihren Lohn von 35 Oere pro Stunde auf 30 Oere herabsetzen will. Sie verlangen Beibehaltung des alten Lohnes und einen freien Tag in der Woche. Infolge des Streiks ist es weder angenehm noch ungefährlich, mit der Straßenbahn zu fahren. Die Reinigung der Wagen wird vernachlässigt, die Weichen werden mangelhaft bedient und die Rangierung kann ebenfalls nicht so ausgeführt werden, wie sie sollte._ Soziales* Die Heiuiarbeitausftellung, die im Februar in Berlin abgc- halten wurde, war„ein Zerrbild, eine Unwahrheit, lediglich darauf berechnet, das Publikum bis in die höchsten Kreise hinein zu dü- picren". So dekretierte eine von etwa 1000 Personen besuchte Ver- fammlung von Schneiisermeistern der Damen- konfektion, die Freitagabend in der Neuen Philharmonie in der Köpnickerstraße tagte. Sie war von den Schneideriimungeir Berlin und Rixdorf, sowie von der Freien Vereinigung Berliner Schneidermeister einberufen worden, um Stellung zu nehmen zu der HeimaAscitauSstellung. Graf Posadowsky, der um Entsendung eines Vertreters angegangen war, hatte ablehnend geantwortet, doch waren ewige Mitglieder der Handelskammer und verschiedene Ver- treter von Großkonfektionsfirmen anwesend. Schneidermeister Bona hielt das Referat. Er behauptete, die Ausstellung sei nur einseitig zusammengesetzt gewesen und habe kein wahres Bild über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Damen- und Kinder- konfektion geboten. Tie zur Schau gebrachten Lohnverhältnisse cnt- sprächen durchaus nicht den Berliner Verhältnissen und seien lediglich darauf berechnet gewesen, der Agitation und Propaganda für die Sozialdemokratie Vorschub zu leisten. Die wirklichen Blutsauger der Heimarbeiter seien ganz wo anders zu suckfen, als bei den Schneidermeistern. Man brauche nur die Konfektionspaläste zu betrachten, um zu erkennen, wo die wahren Bedrücker der Heim- arbeitet sich befänden. Was in der Ausstellung zu sehen gewesen sei, sei vielfach Schund gewesen. Bei diesen Erzeugnissen habe die Arbeit genau den Stoffen entsprochen, und der geübte Fachmann habe mit Leichtigkeit erkennen können, daß die Arbeiten nicht von gelernten, fondern von ungeübten Arbeiterinnen hergestellt worden seien. Gerade diese ungeübten Arbeiterinnen seien an dem Preis- druck der Konfcktionslöhne schuld. Daß die Ausstellung kein wahres Bild geboten habe, ließe sich schon daraus erkennen, daß an den ausgestellten Gegenständen weder die Namen der Fabrik, noch die der Arbeiterinnen bekannt gegeben seien. Der folgende Redner Krebs drückte sich im ähnlichen Sinne aus und suchte den von der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage eingebrachten Gesetz- cntwurf zum Schutze der Heimarbeiter als ein ganz gewöhnliches Machwerk hinzustellen, das keine besondere Beachtung verdiene und niemalis verwirklicht werden könnte. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution an: „Unbekümmert um die Vorteile oder Nachteile, die die Heim- arbeit für das Gewerbe der selbständigen Schneidermeister für Damenkonfektion in sich birgt, erklären die in Kellers Festsaal ver- sammelten Meister der Branche, daß das Bild, das die Heimarbeit- ausstellung von den Berliner Lohnverhälwissen der Heimarbeit in der Damenkonfektion bot, durchaus nicht den allgemew herrschenden wahren Lohnverhältnissen entsprach und nur darauf berechnet war, die höchsten Kreise, wie anch überhaupt das sachkundige Publikum zu täuschen und irrezuführen. Insbesondere legen die versammelten Meister energischen P r o t e st ein gegen die Erklärungen der bei den Konfektionsgegcnständen zur Unterrichtung des Publikums be- diensteten Heimarbeiterinnen, durch die die selbständigen Schneider- meister unter dem unberechtigten Schimpfnamen Zwischen- m e i st e r als die blutsaugenden Ausbeuter ihrer Heimarbeiter hin- gestellt wurden. Der Lohn einer einigermaßen eingearbeiteten Heimarbeiterin bei normaler Arbeitszeit schwank� nachweislich zwischen 12 und 25 M. wöchentlich. Ein noch größerer Verdienst ist aber nichts seltenes. Eine von feiten der Regierung zu veranlassende Enquete zur Feststellung der wahren Lohnverhältnisse in der Heimarbeit der Damenkonfektion, die jederzeit durch Einficht des von uns einzu- fordernden kontrollierbaren Materials erfolgen kann, wäre den fclbständigen Meistern zur Rettung ihrer Ehre und zur Vermeidung falscher Maßnahmen durch die Gefetzgebung äußerst willkommen und erwünscht." Die Versammlung und die Resolution beweist, was wir nicht für möglich gehalten hätten: daß es in Berlin noch gar viele frei- sinnig-konservative„Meister" sind, die selbst gegenüber dem sinnen- fälligsten Elend sich erdreisten, das Vorhandenfcin der traurigsten Verhältnisse zu leugnen. Doppelt und dreifach notwendig ist nicht mehr eine Enquete, sondern schleuniges Eingreifen der Gesetz- gebung._ Berel« der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend. Mt. VII. Am Montag, den 19. d. M., findet eine auher- ordentliche Mitgliederversammlung bei Herrn Pagcl, Rostockerstr. 17, statt. Aus der Tagesordnung steht: 1. Vortrag des Kall. Wenzel. L. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Abteilung W e t tz e n s e e. Montag, den 19. März, abends 8'/, Uhr, im Lokale von Schmutz, KSnigchaussee 38: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Lupnitz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Mäste willkommen. Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin. 3. Bezirk. Montag, den 19. März, abends 81;, Uhr. im Ncstaureant»Jung- brunnen", Jägcrstr. 11: Vortrag.— 5. Bezirk: Montag, den 19. März, abends'/,9 Uhr:„Zum roten Meer", Lhchenerstr. 18: BezirkSsitzuiig. Arbeiter-Athletenbund Deutschlands. In anbetracht der Demon- strationSvesiammIungen am l8. März findet unsere fällige Dclcgiertensitzung am 25. März, nachmitlagS 2 Uhr, im„Englischen Garten", Alexander- stratze 27o, statt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Lese- und Dtskutierklud»Moabit». Montag, den 19. März, bei Bachstein, Salzwedelerftraße 16: Sitzung. ßHefkaften da* Redafttfon. Juritttfthtr CcU. Die siirtftlschc Sprechftsinde findet täglich mit Ausnahm« de» Sonnabends von?'/, bis»>/, llbr abend» statt,««eöfinet-? Nbr. Jeder Anfrage ist et» Buchstabe»nd eine Zahl alS Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. M. A. loa. Soweit ersichtlich, steht dem betreffenden ein Rechts" anspruch leider überhaupt nicht zu, er mühte sich an die Eisenbahudirektio» wenden.— E.®. Z. 87. Ueber den Einflutz der Heirat aus daS Gesinde- Verhältnis gilt für daS Gebiet der altpreuizischen Gesindeordnung, zu dem auch Berlin und Ostpreußen gehört, folgendes: 1. HetratSgelcgcnhelt vor Antritt des Dienstes. Erhält weibliches Gesinde vor dem Antritt der Dienstzeit Gelegenheit zum Heiraten, so steht demselben stet, eine andere taugliche Person zur Versehung des Dienstes an seiner Statt zu stellen. 2. Heiratsgeleaenheit während deS Dienstes. Ein Dlenstbote (männlich oder weiblich) kann vor Abläns der Dienstzeit jedoch nur nach vorhergegangener Sluskündigung den Dienst verlassen, wenn er durch Heirat zur Anstellung einer eigenen Wirtschaft vorteilhaste Gelegenheit erhält, die er durch Ausdauern der MietSzeit versäumen müßte. ES muß, falls nichts anderes vereinbart ist, das lausende Vierteljahr innegehalten werden. Ihre Braut würde, da daS Dienftjahr mit dem 11 Novemher abläuft, also jetzt, unter Einhaltung ewer sechswöchige» Kündtgungssrist, zum 11. Mai, später zum 11. August kündigen lassen. O. K. S. Eine Beschwerde hätte wenig Aussicht aus Erfolg. Bauerlaubnis ist aber erforderlich.— W. G. Hiissitenstrofte. St. Vit». l7S4«. Was bei der Steuerveranlagung abgezogen werden kann, wird dieser Tage im lokalen Teil wiederum mitgeteilt merden.— 20 jähriger Abonnent. Militärpapiere und Geburtsurkunde find erforderlich, sowie der Totenschein ihrer ersten Frau. Ferner müssen Sie ein Auseinandersetzungsschreiben seitens des VoianilndschastSgerichtS beibringen. Ein Beispiel jür eincn A An- trag aus Erteilung solchen lscheincS finden Sic Seite 224 des dem Arbeiter- recht beigefügten Führers. DaS Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.— P. N.>6. B.eslau Obcrpegel 4- 5,12 Meter, bei Breslau Nnterpegel— 0,10 Meter, bei Frankfurt 4- 2,25 Meter.— Weichsel bei Brahemünde 4- 5.93 Meter.— Warthe bei Posen 4- 1,60 Meter.»- Netze bei Usch 4- 1.10 Meter. Sfüt den Jnlialt der Jnservte bernimmt die Redaktion den, Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Zheater. Sonntag, den 18. März. Freie Volksbühne. Sonntag, 18. März, nachmittags Ä1/, Uhr: 5./6. Abteilung im Metropol-Theater: Kater Lampe. 12./13. Abteilung im Carl Weiß-Theater: Ein FrühlingSoPscr. Neue freie Volksbühne. Sonn- tag, den 18. März, nachmittags » Uhr: 12. Abteilung im Schiller-Theater R: Zapfenstreich. 2. Abteilung im Schiller-Theater O.: Die Macht der Finsternis. Nachmittags 2'/, Uhr: 7. Abteiig. im Neuen Theater: Doppelselbst- mord. 10. Abteilung im Deutschen Theater: Abschieds- Souper. Die Neu- vermählten. Der Herr Kommissär. Anfang VI, Uhr: Opernhaus. Der Pseifertag. Montag: Die Meistersinger von Nürnberg. Ansang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Journalisten. Montag: Romeo und Julia. Neues Operntheater. Torquato Taffo. TentscheS. OedipuS und die Sphinx. Montag: Der Kausmann von Venedig. Neues. Boubouroche. Die Neu- vermählten. Montag: Erdgeist. Berliner. Nachtasyl. Nachmittags 21/, Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Ein Vollsfeind. Westen. Schützenlicscl. Nachm. 3 Uhr: Die Zauberflöle. Montag: Schützenliesel. Lcssing. Rosmersholm. Nachm. 3 Uhr: Nora. Montag: Und Pippa tanzt. Zentral. Bruder straubingcr. Nachmittags 3 Uhr: Der Bettel« student. Montag: Der Zigeunerbaron. Anfang 8 Uhr. Walhalla. Heinrich Heine. Die BallhauS-Anna. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ans. 8 Uhr. Metropol. Aus inS Metropol. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8 Uhr: Schiller».(Wallner-Theater.) Don Carlos. Nachm. 3 Uhr: Die Macht der Finsternis. Montag: Königsglaube. Schiller Äi.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). Der Vogel im Käfig. Nachmittags 3 Uhr: Zapsenstteich. Montag: Der Vogel im Käfig. Komische Oper. Hoffmanns Er- Zählungen. Nachmittags 3 Uhr: HoffmannS Er- Zählungen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Kinder der Sonne. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Hidalla. Residenz. Der Prinzgemahl. Nachmittags 3 Uhr: Der Schlaf- wagenkontrolleur. Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Loulou. Nachmittags 3 Uhr: Ge herbe Frucht. Montag: Loulou. Carl Weist. Die lebende Brücke aus Kuba. Montag: Diesewe Vorstellung. Lnstspielhauö. Der Weg zur Hölle. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag: Die von Hochsattel. Thalia. Bis früh um Fünse. Nachmittags 3 Uhr: Charteys Tante. Montag: BiS früh um Fünse. Snisen. Ein Sonunernachtstraum. Nachmittags 3 Uhr: Der Kausmann von Venedig. Montag: Die Haubenlerche. Denlsch-Nmerikanisches. Er und Ich. Nachm. 3 Uhr: Uebern groben Teich. Montag: Er und Ich. Kasino. Die Herren Söhne. Nachmittags i Uhr: Die goldene Brücke. Montag: Die Herren Söhne. Zlpollo. Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Nachmittags 3 Uhr: Berliner Luft. Montag: Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Hcrrnfeld. Familientag im Haus« Prellstein. Montag: Dieselbe Vorstellung. FolieS Eaprice. Der Schmock. Dalles u. Co. Montag: Diesewe Vorstellung. Wintergarten. Saharct:.Die Kaiserin der Sahara'.-- Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-Zllliance. Spezialitäten. Sieichshailen. Stetliner Sänger. Passage. Spezialitäten. Urania. Taubenstraste 48/49. 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Montag: Diesewe Vorstclljtng. Sternwarte,. Jnvalidenstt. 57/62. Täglich f«öffnet von 1 bis 7 Uhr. Neues Theater. Ansang VI, Uhr. ßoubouroebe» Vorher: Die STenvermahlten. Montag: Erdgeist. m, Montag: Boubouroche. Vorher: Die Neuvermblilten._ Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Jagend. z�hr: ver Weg zur pie. Berliner Theater. Nachm.2'/» Uhr zu ermäßigt. Preisen: Der Widerspenstigen Zäiiig. Abends 71;., Uhr: Gastspiel des Moskauer Künstlerischen Theaters. Zum letzten Male: Nachtasyl. Montag zum erstenmal: Ein Volksfeind. Nleines Theater. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Kinder der Sonne. Montag: ttidaila._ Zentral-Theater. (Operette.) 3 Uhr: Der Bettelstudent. VJ, Uhr: Bruder Straubinger. Montag: Zigeunerbaron._ Luisen-Theater. Nachmittags: DtrKtttifmttttntwnVeittdlg. Abends: 8in Sonunernachtstraum. Montag: Die Haubenlerche. Dienstag: Pension Schöller. Mittwoch: Der Verschwender. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Benefiz für Uhlig: Aus eigenen Füßen.__ Komische Oper. Nachmittags 3 Uhr ermäßigte Preise - und abends 8 Uhr: hott 010008 Erzählungen. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Don Pasquale. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Carl Weiß-Theater. Gr. Franksurterslr. 132. Vorletzter Sonntag. Abends 8 Uhr: DitlkbendeKnilite tUlfKuba Sonnabend nachm. 4 Uhr Kindervorstellung, kl. Pr.: Schneewittchen. Metropol-Theater Anfa i-t Anfang ll,S Uhr. Große Jahrosrevue mit Gesang u, Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in aU. Räumen gestattet. Passage-Theater. Ansang 8 Uhr. Das neue März- Programm. kXntoinette Sohns Koloratursängerin. Geschwister Flokatl, Gesang und Tanz-Duo. IFi-itz Schön ha u er mit seinen lustigen Geschichten. 14 originelle Spezialitäten. t rws Apollo-Theater. Nachmittags 3 Uhr ermäßigt. Preise: Große Familien-lforsteliuDg. Berliner Luft p. I-Le und die glänzenden Spezialitäten. Abends 9 Uhr: Das btimmtlnde Derlin. Burleske in drei Bildern mit Gesang und Tanz von Benno Jacobson. Musik von Nudols Nelson. Vorher 3 Uhr: Die erstklasfigen Spezialitäten-Atttaktionen._ Letzte Vorstellunjgln der australischen Tänzerin Saharet als Kaiserin der Sahara. Außerdem Folies Caprice lliudapester Possen-Theater| 132 Linienstr. 132, Ecke FriedrichstraBe. Zum 2. Male: Der Schmock und Dalles& Co. Ansang 8 Uhr. > Kasse den ganzenTag geöffnet, j Voroerkaus bei Werlheim. KehillQ»' Schiller-Theater 0.(Wallncr-Theatcr) Sonntag, nachm. 3 Uhr: OIc IHaclit der Finsternis. Schauspiel in 5 Alten v. Leo N. Tolstoj. Deutsch von Raphael Löwenscld. Sonntag, abends 8 Uhr: n<»n Carlos. Ein dramatisches Gedicht in 5 Akten von Friedrich Schiller. Montag, abends 8 Uhr: ILiiniASjxlanl»«. Dienstag, abends 8 Uhr: ncr Vogel im Küflg. -Theater i Schiller-Tlicatcf«. cSnedr.-Wilh.TH.) m. 3 11 h r:■ Zapleitstrcic Znp Drama in 4 Adam rrlcl». Franz Sonntag, o 6 jjj Der Vogel I Schausp. in 5 Akten v. Montag, abends 8..____ Der Vogel im' Dienstag, abends 8 ll'ij V; Heber nnscre Kraft.(2. Teil?) I 65 Abessinier« 1 Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Kein Extra-Entree. »SS««» Zirkus Albert Schumann Heute Sonntag, den 18. d. MtS., nachm. 3'/z Uhr und abends 7'/. Uhr: gr. brillante Gala-Vorstellungen A mW Im! 7 9 # Plätzen o. Ausn. LI Jedes weitere Rind unter zehn G Jahren halbe Preise(außer Galerie). In beiden Vorstellungen nachmittags und abends: illllle. Eonise Mary und ihre wunderbar dressierten Etskäreii worunter h ö ch st originell: Der singende Bär. In beiden Vorst, nachm. und abends: Ein Souper bei Maxim. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Bora Schumann. Nachmittags zum Schluß die reizende Sportpanlvinime: Der Dag des Englischen Derby. Abends zum 91. Male: DaS gr. Pracht- Manegen- Schaustück der Gegenwart Peusinu � ncue Montag: Frauenreich. Port-Vorstellung._ Residenz-Theater. Direktion: Richard HUxander. Heute zum 140. Male, morgen" und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Akten von L. Tanros und I. Chancel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Oer Schiai» wagenkontrolleur. Kebrüder Zum 133. Male: Jamilientan im Kause Prellstein. Komödie in drei Akten mit den Autoren A. u. D. Herrnseld in den Haupttollen. Ans. 8 Uhr/ Vorwerk. 1l— 2 Uhr. Sonntag, den 1. April: Schluß ditsjiihrigtr SpielstnCott! Abschirds-Norstelluug = im alten Hause!!---- T rianon-Theater. Ansang liOltlOU* 8 Uhr. Sonntag nachm.: Oie herbe Frucht. Zum 86. Male: Deutsch- Amerikanisches THEATER. Jeden Ab end 8 Uhr!! Gastspiel Ad. Philipp. Sonnt, nehm. 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Kasino«Ttieater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Die Herren Söhne. Vollsstück in drei Akten von Walter u. Stein. �das°" neue bunte Märzprogpanini. Sonnt. 4 Uhr: Arbeit schändet nicht. f Krug zum* Grünen Kranze Alexanderplatz |==(im_Keller)==| 33 Allabendlich: Fidelitas!" Damen-Orcbeater Bedienung w neaienuug nach Münchener Art. | Stitree frei 1 XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. 2 große Vorstellungen 2| nachmittags 4, abends 7'/] Uhr. N achraittags zahlen Kinder auf allen Sitzplätzen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: 70 Eisbären 70 unterporsönlicher Vorführung des Herrn Hagenbeek. Herr Ernst Schumanns Xeudress. Abends V/, Uhr: Oie neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins: � lud i en. � Orig.-Pantom. d. Zirkus Busch. Besonders hervorzuheben: Eine Tlgci-jagd. Walhana-Theäler Keinrieh Keine. Lustspiel in 3 Akten von A. Mels. »ieraus: Sie Sslwsus-Anns. Posse in. Ges. i. 2 Akt. v. Daun u. töaskel. Ansj/z8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Duiust-Theuter Burgstr. 24, 2 Min. v.Bh. Börse. Heute'1,8 Uhr. Enttee 50 Pf. ='Jolißl(e Compape= Reck-Pantomime. Elsa& Magda Evolutton aus Doppei-Draht. Montanis Hönde and Katzen. Margarit und Vellmar Tanz-Duo. ne seine Nnmmer! Burleske von Mar Koch Hoi-Itzplatz. Täglich � in den unteren Sälen Goltschalk-Konzert. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute nachmittag 3 Uhr, bei ermäßigt. Preisen sowie abends 7 Uhr: Das Milchmädchen von Schöneberg. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von Mannstadt. Billett-Vorverkaus von 10 bis 2 Uhr an der Theaterkasse. Montag: iiommaO oder; Die beiden Harfenmädchen. Stadi-Theaier Moabit Alt-Moabit 47/49. Heute Sonntag, den 18. März er.: Gastspiel des Berliner Schau- and Lustspiel-Ensembles unter Leitung von Han» Vilain Goldene Berge. Lebensbild mit Gesang in 5 Bildern von Willen und Jacobson. Ansang 6 Uhr. Kasseneröffnung 5 Uhr. Billett-Vorverkaus von 10—1 Uhr an der Theaterkasse. Jeden Montag: Soiree der beliebten Fritz Steldl-Sanger. Fröbels Ällerlei-Tliealer Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Mittwoch: WM- Konzert-MzZ Theater, Spezialitäten, Tanz. Ans. Sonntags 6 Uhr, Mittwochs 8 Uhr. WM- Sonnabende sür Pommer- feste sind noch frei._ Reichshallen. Stettiner Sänger. = Eioiiuartierung. Nil. Humoreske v. Metfiel Mil. Humoreske v. Meyse Ansang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Urania JÄ Abends 8 Uhr: Am Golf vou Neapel. Montag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Sternwarte ITÄ Berliner jhjnarium Unter den Linden 68a Eingang Sehadow-Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis i«r so Pf."uc Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc._ Sanssouci.', Dir. Wilhelm Reimer. Sonnt., Moni., Donnerst.: iisOTn-uiii« Norddeutsche Sänger. Sonnt. Bg. j,.Wochen tt 8 U. Dienstag lind Mittwoch: Gastsp.d. lewe-nnsembles. Krieg im Krikdeu. Grethens Polterdhend. V. Noacks Ilieal�z. Direktion: Rod. Ol». Bniimcnyr. ZZer Zttrt von lZo! Großes vaterländisches Märchendrama in 3 Stücken(ö Bildern) V. M. Pseiser, friede, Hilst von Gotdau: Dir. Oill. Ansang 7'/, Uhr. Entree 30 Ps. Montag: Dieselbe Vorstellung. l0e"Ä"fFaii!ilieii-!(räflzehgD tVin 5i?hrnJf Großer Ball. Donnerstag: Militär-Konzert i d. Garde-Füsilier-Kapelle. Vorzugs karte» u. Passepartouts Mittwochs i;nd Donnerstags gültig. 324L- Gustav Lelirens Speckliläleg- fhezlsj' Erankiurter Allee SS. 1)38 8en83tl0ne!le, Vl)ll8t3näix neue März-Programm. Oresdcncrstr. 97 olossenm Spezialitäten DttoSteiilelsHÄerfr Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr Eintritt 30u.50 Pf. c Qaf e nfjeyer Dresdener- StraOe 128/29. Kaffee lOu. 15, Bier, hellu diml., lOPf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Sld. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne.• Otto Prltztcoirs Berliner Abnormitälen- und Biograph-Theater Münzstr. 16. Münzstr. lv. Welt=Biograph Sy Sy?????? Die Wunder- Liliputaner! Tie Fuftkünstlerin! Arnold Scholz Hscht. Karl liichter. Jeden Sonntag und mttwoch: gnania-Praclitsäie Chaussee- Straße 103. Dnlons- Brauerei Hasenheide 22-31. JnH.: M. Köitzow, Jeden Sonntag: �llni Wintergarten: Origtnal- harburger Zänger. Direktor C. Frick und F. Kasche-Krause und gr. miltttr-lionzcrt, Anf. 5 Uhr. Entree 20 Pf. Alhambra Wnlliier-Theatersttaße 15.' Großer Ball Großes Orchester. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. 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Ilm den Arbeitern aber Ersatz zu bieten, erlaubte er seinem Schachtmeister die Einrichtung einer Kantine. Der geschädigte Gastwirt klagte jetzt gegen Sp. auf Unterlassung eines derartigen Verbotes und Ersatz des ihm dadurch bereits entstandenen Schadens. Gestützt war die Klage auf Z 826 B. G. B.(unerlaubte, den guten Sitten zuwider- lausende Handlung). In erster Instanz wurde die Klage ab- gewiesen. Das Landgericht II Berlin nahnr an, daß eine schädigende Handlung nicht vorliege, da sich bereits herausgestellt, daß der Schachtmeister die Konzession für den Betrieb einer Kantine nicht erhalten hatte und auch entlassen worden war. Demgcgen- über entschied das Kammergericht Berlin auf die Berufung des Klägers abändernd und verurteilte den beklagten Bau- Unternehmer zur Unterlassung jedes derartigen Verbotes an seine Arbeiter, sowie zur Schadenersatzzahlung, welche im Grunde als gerechtfertigt anzusehen sei. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision eingelegt. Letztere wurde vom Reichsgericht als unzulässig verworfen und ist das Vorderurteil, welches den Schadenersatz zuspricht, mithin rechtskräftig geworden. Mögen Gastwirte in ähnlichen Fällen gegen Unternehmer oder Hauswirte. die sich derartige Uobergriffe erlauben, in gleicher Weise vorgehen. Ring«tnd Genossen endgültig mit ihren rechtswidrige» Ansprüche» gegen Bauern abgewiesen. � DaS Reichsgericht hat gestern die letzte der von der Milchzentrale gegen ihre Genossenschafter angestrengten Klage- fachen erledigt, nachdem der höchste Gerichtshof bekanntlich Ende Januar in drei Urteilen, die in Höhe von rund 7 Millionen von den Genossen teils schon eingezogenen, teils erforderten und in die Bilanz als Aktiven zun, Nennwerte eingestellten Milchabgaben für gesetzwidrig erklärt hatte. Die Leitung der Mlchzentrale hatte damals durch Rundschreiben ihre Genossenschafter auf den Ausgang des letzten noch beim Reichs- gericht anhängigen Prozesses vertröstet; vorher seien endgültige Entschließungen nicht zu erwarten. In dieser Sache handelte es sich um eine Klage gegen die bäuerliche Wachower Milch- Verwertungsgenossenschaft, die vor dem Berliner Landgericht, wie vor dem Kammergericht günstige Entscheidungen erzielt hatte, so daß hier die Revision gegen das kamn, ergerichtliche Urteil von der Zentrale ausging. Die Revision wurde durch einfaches Versäumnisurteil verworfen, da für die Milchzentrale im Termin kein Reichsgerichtsanwalt erschienen war. Inzwischen hat die Milch- zentrale auch die übrigen noch in II. Instanz vor de», Kammer- gericht anhängigen Klagen auf Zahlung der fiir ungültig erklärten Milchabgabe, teils verloren, teils ohne Urteil zurückgezogen. Damit ist nun wiederholt und endgültig vom Reichsgericht fest- gestellt, daß die Sozialdemokraten auch nach Ansicht des Reichs- gerichts recht hatten, als sie behaupteten, die Milchzentrale unter Leiwng des konservativen Abgeordneten Ring und deS Hern, Krause suche durch die sogenannten.Provisionen" Steuern von den Kleinbauern und Grundbesitzern rechts- widrig beizutreiben. Als das Kammergericht, noch dem Gesetz ent- sprechend, den Milchring mit seiner Klage gegen Kleinbauern ab- gewiesen hatte, hatte bekanntlich der Justizminister a. D. Schönstedt eine schriftliche Aufforderung deS Hern, Ring, auf die Richter dahin zu wirken, daß künftig anders geurteilt Iverde. nicht zurück- gewiesen, sondern hatte nach seiner Erklärung ün Ab- geordnetenhause den Kammergerichtspräsidenten angewiesen, den Senat auf angebliche Unrichtigkeiten hinzuweisen. Stach der Darstellung deS Staatssekretärs der Justiz hatte der Justizminister „nur" den Referenten in dieser Weise rüffeln lassen wollen, der Rüffel sei aber nicht ausgeführt, weil der Referent erkrankt sei. Gegen diese als schwerste Richterbelcidigung und Rechtsbeugung empfundene Ungeheuerlichkeit und auf die Tatsache, daß nach dem im Ab- geordnetenhause vom Justizminister ausgesprochenen Tadel zu- treffender Erkenntnisse ein Kammergerichtssenat in gleichliegender Sache ähnlich und wie das Reichsgericht bestätigt hat, zuungunsten der Bauern falsch judiziert hatte, war im Reichstag allein von sozialdemokratischer Seite scharf vorgegangen. Die sich Bauern freunde nennenden Zentrums leute, Rationalliberalen und Konservativen hatten zu dieser rechtswidrigen Besteuerung der Bauern und zu der !>tüffelung der Richter, die damit einverstanden waren, geschwiegen, ja dem Justizminister gar Beifall gezollt. Auch aus den. Vorgehen der Milchzentrale und dem Verhalten der Behörden kann der Bauer ersehen, wie recht die haben, die da sagen: die Großgrundbesitzer und ihre nationalliberalen, konservativen und ultramontane» Vertreter im Parlament sind die größten Feinde des wirklich arbeitenden Bauern. Milde Bestrafungen. t. Ein angetrunkener Schutzmann überfällt einen harmlosen Bürger. Wegen Körperverletzung im Amte stand vor der Strafkammer in Köln der Schutzmann Wilhelu, Schlösser. Er war eines Sonn- tags abends um 11 Uhr von einigen jungen Leuten angeulkt worden, weil er angeheitert war. Er verfolgte die Spötter und stieß dabei auf einen an der Sache unbeteiligten städtischen Laternenanzünder, der gerade seine Dienste versah. Er überfiel den Ahnungslosen von hinten mit den, Säbel und schlug ihn mehrmals derart über den Arm, daß der Mann zu- sammenbrach. Selbst als der Malträtierte ihn bat, doch Vernunft anzunehmen, da er ja der Laternenanzünder fei, setzte der Schutzmann die Mißhandlungen fort. Dann machte er sich weg. ohne sich um den Schwerverletzten zu kümn, ern. Drei Wochen hat dieser an den Folgen der Brutalitäten in, Krankenhause gelegen. Das Gericht erkannte auf sage und schreibe fünfzig Mark Geld- strafe, indem es die Trunkenheit des Angeklagten als mildernd gelten ließ. 2. Der Brauereidirektor S ch ö l l e r aus Hohen-Schönhausen bei Berlin beschimpfte ohne jede Veranlassung den Gärtner Dummer aus demselben Ort. Dieser erwiderte. Darauf schlug der Brauerei- direktor mit der Faust den Dummer ins Gesicht. Dummer erwiderte den Schlag. Darauf schlug der Direktor mit einem Gewehr gegen die linke Schläfe Dummers. Dummer fiel zu Boden. Der Direktor schlug auf den am Boden Liegenden noch los. Dann ent- fernte er sich. Zu dem Inspektor Nöhring äußerte er kurz darauf:.Schade, daß so viele Augen dabei sind, sonst hätte er noch mehr gekriegt." Angeklagt wurden Schöller— und Dummer. Der Staatsanwalt beantragte Freisprechung des Gärtners, der lediglich in Notwehr gehandelt und gegen den mit 6 Tagen Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraften Direktor— 80 M. Geldstrafe. Das Schöffengericht Berlin Hl sprach den Gärtner Dummer frei und verurteilte den Direktor zu— 100 M. Geldstrafe. Wie hätte wohl in beiden Fällen das Urteil gelautet, wenn der Laternenanzünder einen Schutzmann oder der Gärtner den Brauerei- direktor in ähnlich roher Weise mißhandelt hätte? Die Verfassung spricht davon, daß alle Preußen vor dem Gesetz gleich sind. Unterlassene Erleuchtung der Fadriktreppe ist strafbar. Wegen fahrlässiger Körperverletzung ist an, 23. Mai v. I. vom Landgericht Elberfeld der Kaufmann Walter Heidemann in Velbert zu einer Geldstrafe von 20 M. ver- urteilt worden. Der Arbeiter E. war in der Maschinenfabrik des Angeklagten tätig und verließ eines Abends mit den, Schlosser W. zusammen die Arbeitsstätte. Aus der Treppe, die nicht erleuchtet war, glitt E. auf einer der oberen Stufen aus und kam rücklings zu Falle. Er erlitt dabei Verletzungen, welche eine mehrwöchentliche Behandlung erfor- derten. Die fragliche Treppe wurde gewöhnlich durch die Lampen der Schlüsselmacherei genügend erleuchtet; an dem betreffenden Tage waren aber die Schlüsselmacher schon fort und die Treppe war daher finster. Seit dem Unfälle läßt der AngeNagte die Treppe durch eine besondere Lampe beleuchten und diese nicht eher aus- löschen, als bis der damit Beauftragte sich davon überzeugt hat, daß alle Arbeiter fort find.— Die Revision des Angeklagten wurde am Freitag vom Reichsgericht verworfen. Der PostfiSkuS auf der Anklagebank. Vor dem Schwurgericht in Trier stand der 28jährige Postbote Johann Knob wegen Unter- schlagung und Urkundenfälschung. Es handelt sich um Beträge von 150 und 80 M. Der StaatsaiUvalt fragte einen als Zeuge er- schienenen Vorgesetzten, wie es komme, daß der Angeklagte nur ein Tagegeld von 1,80 Mark erhalte, wovon er noch jährlich 6,30 M. für die Dienstkleidung zahlen müßte. Der Beamte erwiderte, im benachbarten Beuren sei ein anderer Postbote, der eine Frau und sechs Kinder habe und nur 1.30 M.— in Buchstaben: eine Mark und fünfzig Pfennige— pro Tag erhalte. Das Gericht erkannte auf ein Jahr Gefängnis. Zweieinhalb Jahre unschuldig im Zuchthause gesessen. Im Wieder- aufnahme-Verfahren wurde vom Dortmunder Schwurgericht ein Mann freigesprochen, der seinerzeit wegen Straßenraubes zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist und von dieser Strafe schon 2Vs Jahre verbüßte. Es gelang den, Manne, seine völlige U n s ch u l d n a ch z u w e i s e n. ES hat der größten Anstrengungen bedurft, um das Wiederaufnahmeverfahren zu erzwingen. Mo<�en-Spielplan der Berliner Cheater. OperuhauS. Sonnlag: Der Pfeisertag. Montag: Meistersinger von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Dienstag: Aida. Mittwoch: Der Barbier von Sevilla.(Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Smsonielonzert der könig- Itchen Kapelle. Freitag: Lohcngrin.(Ansang 7 Uhr.) Sonnabend: Der Pfeifsertag. Sonntag: Mignon. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Sonntag: Die Journalisten. Montag: Romeo und Julia. Dienstag: König Richard III. Mittwoch: Othello. Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Der Schwur der Treue. Sonnabend: Der Erb- sörster. Sonntag: Narziß. Montag: Götz von Berlichingen.(Ansang 7 Uhr.) Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Torquato Tasso. Sonntag, 25. d. M.: Der lange Kerl. Die Puppensee.(Ansang 7'/, Uhr.) Lessing- Theater. Sonntag: Nachmittags Z Uhr: Nora. AbendS: RoSmerSholm.(Ansang 7'/, Uhr.) Montag: Und Pippa tanzt. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: RoSmerSholm.(Ansang Tl, Uhr.) Freitag: Und Pippa tanzt. Sonnabend und Sonntag: Kater Lampe. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Erziehung zur Ehe. Die sittliche Forderuug. Montag: Die Weber. Deutsches Theater. Sonntag: OedlpuS und die Sphinx. Montag: Der Kausmann von Venedig. Dienstag: OedipuS und die«phinx. Mittwoch: Der Kausmann von Venedig. Donnerstag: Der Gras von Charolais. Freitag: Der Kausmann von Venedig. Sonnabend: OedipuS und die Sphinx. Sonntag: Der Kausmann von Venedig. Montag: Kabale und Liebe._„.. Schiller- Theater O.(Wallner-Theater.) Sonntag: Don Carlos. Nachmittags 3 Uhr: Die Macht der Finsternis. Montag: KönigSglaube. Dienstag: Der Vogel im Käsig. Mittwoch: Die Macht der Finsternis. Donnerstag: Ueber unsere Kraft. 2. Teil. Freitag: Ueber unsere Kraft. 1. Teil. Sonnabend: Der Vogel im Käsig. Sonntag: Die Ehre. Nachmittags 3 Uhr: Die Macht der Finsternis. Montag: Hosgunst. Schiller-Theater Zl.(Fiiedrich-Wilhelmstädtisch-S Theater.) Sonntag: Der Vogel im Käfig. Nachmittags 3 Uhr: Zapsenstretch. Montag: Der Vogel im Käsig. Dienstag und Mittwoch: Ueber unsere Krast. 2. Teil. Donnerstag: Die Macht der Finsternis. Freitag: Der Vogel im Käsig. Sonnabend: KönigSglaube. Sonntag: Ueber unsere Krast. 2. Teil. Nachmittags 3 Uhr: Romeo und Julia. Montag: Ueber unsere Krast. Berliner Theater. Sonntag: Nachtasyl. Sonntaqnachmittaq 2'l2 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Montag: Ein Volksseind. Dienstag: Zar Feodor Joannowitsch. Mittwoch: Ein Volksseind. Donnerstag biS Montag: Unbestimmt. � Kleines Theater. Sonntag: Kinder der Sonne. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Hidalla. Dienstag und Mittwoch: Kinder der Sonn«. Mittwochnachmittags 3 Uhr: Antigone. Donnerstag biS Sonntag: Kinder der Sonne. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Unbestimmt. Lustspielhaus. Sonntag: Der Weg zur Hölle. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Montag bis Mittwoch: Die von Hochsattcl. Donnerstag-. Der Weg zur Hölle. Freitag bis Sonntag: Die von Hochsattel. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Btedcrleute. Montag: Der Weg zur Hölle. Neues Theater. Sonntag: Die Neuvermählten. Boubouroche. Montag: Erdgeist. Dienstag: Die Neuvermählten. Boubouroche. Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Donnerstag: Die Neuvermählten. Boubouroche. Freitag: Ein Sommernachtstraum. Sonnabend: Die Neuvermählten. Boubouroche. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Die Neuvermählten. Boubouroche. Luisen-Theater. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Nachmittags 3 Uhr: Der Kausmann von Venedig. Montag: Die Haubenlerche. Dienstag: Pension Schöller. Mittwoch: Der Verschwender. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Aus eigenen Füßen. Sonnabend: Der Störensried. Die Dienstboten. Sonntag: Aus eigenen Füßen. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Teil. Montag: Auf eigenen Füßen. Komische Oper. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: HossmannS Erzählungen. Dienstag: Don Pasquale. Mittwoch: HossmannS Erzählungen. DonnerS- tag: Don PaSquale. Freitag bis Sonntag: Hossmanns Erzählungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hossmanns Erzählungen. Montag: Figaros Hochzeit. Theater deS Westens. Sonntag: Die Schützenliescl. Nachmittags 3 Uhr: Die Zaubcrflöle. Mittags 12 Uhr: Matinec. Montag und Dienstag: Die Schützenliesel Mittwoch: Die vier Grobiane. Donnerstag: Undtne. Freitag: Die vier Grobiane. Sonnabend: Die Schützenliescl. Nachmittags 3 Uhr: Emüia Galotti. Sonntag: Die vier Grobiane. Nach- mittags 3 Uhr: Undtne. Montag: Die Schützenliescl. Trianon-Thrater. Sonntag: Loulou. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Die herbe Frucht. Montag bis Sonntag: Loulou. Nachmittag 3 Uhr: Die herbe Frucht. Montag: Loulou. Residenz-Theater. Sonntag: Der Prinzgemahl. Nachmittags 3 Uhr: Der Schlaswagenkonttolleur. Montag bis Sonntag: Der Prinzgemahl. Nachmittags 3 Uhr: Seine Kaurmerzose. Montag: Der Prinzgemahl. Carl Weist- Theater. Sonntag und solgende Tage: Die� lebende Brücke aus Kuba. Sonnabcndnachmittag 4 Uhr: Schneewittchen. Sonntag: Die lebende Brücke aus Kuba. Zentral-Theater. Sonntag: Bruder Sttaubinger.(Ansang?'/, Uhr.j Nachmittags 3 Uhr: Der Bettelstudent. Wontag: Der Zigeunerbaron. Dienstag: Der Mikado. Mitttvoch: Die schöne Helena. Donnerstag: Die Uedermans. Freilag: Die Puppe. Sonnabend: Die Geisha. Sonntag: Der Zigeuncrbaron. Nachmittags 3 Uhr: Der Vogclhändler. Montag: Der Mikado. Thalia-Theater. Allabeitdlich: Bis früh um Fünse. Sonntag« nachmittag 3'/. Uhr: CharlcyS Tante. Sonntag, den 25. März, nachmittags 3'/, Uhr: Preciosa. Dcutsch-Anierikanisches Theater. Sonntag und folgende Tage: Er und Ich. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Sonntag, den 25. Marz, nachmittags 3 Uhr: lieber'« großen Teich. Walhalla-Thratrr. Sonntag und solgende Tage: Heinrich Heine. Die BallhauS-Anna. Ansang 8 Uhr, Sonntags 7'/, Uhr. Casiuo■ Theater. Allabendlich: Die Herren Söhne. Sonnlag- nachmittag 4 Uhr: Die goldene Brücke. Sonntag, dm 25. Marz, nachmittags 4 Uhr: Arbeit schändet nicht. Belle- Alliauce- Theater. Allabendlich« Uhr: Spezialitäten. Folies Caprice. Allabendlich: Der Schinock. Dalles u. Co. Apollo-Tbeater. Allabendlich: Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Berliner Lust. Spezialttätcn. Sonntag, den 25. März, nachmittags 3 Uhr: Berliner Lust. Spezialitäten. Passage- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Gebr. Hcrrufcld> Theater. Allabendlich: Der Laiiiilientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Spezialitäten. Reichähallc«> Theater. Stettiner Sänger. Bernhard Rose-Theater. Sonnlagnachmittag 3 Uhr und abcudS 7 Uhr: DaS Milchmädchen von Schöneberg. Montag: Kommaß oder: Die beiden Harscnmädchcn. Urania< Theater. Taubmsttaße 48/49. Sornilag bis Dienstag: Am Golf von Neapel. Mittwoch und Sonnabend: Die Fortschritte der drahtlosen Tclcgraphic. Freitag: Hauptmann Fonck tt, Deutsch-Ostasrika. Die Beerdigung meiner lieben Frau Hoffinann ijcfc.Horstigall, findet Montag, nachmittags 5'/, Uhr. aus demHeiligkreuz-Kirchhos in Akaricn. darf statt. poeclinanil Hottmann. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Beerdigung des Ma- schincnmcisters Hnsn! Blllmel heute Sonntag, den 18. März, nachmittags 4'/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöne- berger Friedhofes, Maxstraße aus stattfindet. 5g3b DaS Personal der Lnchdruckerei H. 8. Hermann. Wter-Her-Biil Berlins nnö llmgepl Toden-Anielße. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser BundeSmüglied Matiliias Stellen vom Klub.Regalita" am Herz- schlag verstorben ist. Ehre seine» Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr vom Trauer. hause, Drontheimerftraße 6, aus nach dem neuen PaulS- Kirchhos in Plötz ensee statt. 289/20 t»«r Toratand. SozialdemokratisctierWahlverein für den Todea-Anzolße. Am 17. d. Mts. ist unser Ml- glied, der Steinsetzer Richard Krause nach langem schweren Leiden ver- storben. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Montag, den 19. o. MtS., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS Luther- KirchhoseS iu Lankwitz aus statt. Um zahlreiche Betciligmig ersucht Der Toratand. ' Am 15. März, abends 11'/« Uhr, entschlief sanjt nach langen. schweren Leiden mein innigst- geliebter Mann, unser treu- sorgender Vater. Schwiegervater, Bruder, Onkel, der Restaurateur, früherer Schlostermcister Hermann Kühne im 51. Lebensjahre. Ma trauernden Hinterbliebenen. Berlin, Tegelerftr. 15. Die Beerdtgung findet am Mon- tag. den 19. Marz, nachmtttagS 3>/, Uhr, vom Tlauerhause aus nach dem neuen Razarethkirchhos statu 553b de» I. TodeS-Anzetge. Am 15. d.M. verstarb unser Mit- glied, der Tapezierer Viibelm Neumann, Pankstraße 3a. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 19. d. M., nach- mittags'/«t Uhr. von der Halle deS Dankes- Kirchhofes(Blanke- ftraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/14 Der Borftand. Ikutral-Krallkeu- und SterbekassederZimmtm. lklllale Sohöneberg.) Todes- Anselme. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser MUglied (Zustav Struck verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle in der Maxstraße aus statt. 259/7 Der vorstand. Nach bewahr dreißigjähriger glücklicher Ehe starb meme innig geliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin. Tante und Nichte Klara Gödde geb. Thiele am 16. März 1906, morgen» S'/i Uhr, im 51. Lebensjahre an plötzlich cingettetener Herzschwäche. Die Hinterbliebenen. llla» Gddde, Rewickendorser Straße 64. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle de» neuen Nazareth-Kirch- yoseS, DalldorserChaussee, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme sowie der zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines unvergeßlichen, lieben Mannes und VaterS, des RestaurateurS J. Jusselt sagen wir alle« Verwandten. Freunden und Bekannten, besonder» den Mtgliedern de» LotterievcreinS .Hoffend" sowie unseren Stamm- gasten unseren aufrichtigen Dank. Die trauernde Witwe Tlor» jnsselt nebst Kindern, Stcttiuerftr. 37. 6 57b Zentral-Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. Bezirk 5. Allen Kameraden zur Nachricht, daß unser Mitglied Heiiu'ick Obst verstorben ist. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. d. M., nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-FricdhosrS in Friedttchsselde auS statt. Um rege Belelligung bittet 254/5 Der Borstand. Danksagung. Für die überaus rege Anteilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers Richard Rateix tagen wir allen Beteiligten, ins- besondere de» Kollegen des Ver- storbenen, der Bausirma Müller u. Grebing, der»Freien Sängerschaft Südost-, dem Zentralverband und der Zenlralkranken- und Sterdetasse der Zimmerer Deutschlands, sowie den gesamten Wassersportvereinen unseren ttesgefühllesten Dank. b44b vi» trauernden Hinterbliebenen. Deutscher htetailarheiter-Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gold- schnüed Ms» Riedl gestorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Montag, den 19. März, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Steglitzer Gemeinde- KirchhoseS in Steglitz aus statt. Rege Beteiligung erwartet 114/lt ose Ortsverwaltung. Für die liebevolle Teilnahme und Unterstützung seitens der Genossinnen und Genossen sowie der Angestellten und Kollegwnen der Parteispeditiou bei der Beerdigung meiner lieben Frau 5282 Eva Hoffmann lagen wir hiermst allen unseren herz- lichsten Dank. 0er trauernde Gatte Paul Hoffminn nebst Kindern. Sonntag, 18. März, mittags 12 Uhr: Volks- Versammlungen in folgenden Lokalen: I. Wahlkreis:?een-?atast, Burgstraße. 2m Wahlkreis: Königshof, Bülowstr. 37. ZÜhlhe, Dennewitzstr. 13. Sockbrauerei, Tempelhofer Berg. Kofiäger-�aiast, Hasenheide 52/53. Kliems Salon, Hasenheide 13. 3. Wahlkreis: Qewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15. Suggenhagen, am Moritzplatz. ZKönring, Admiralstr. 18 c. Arminhallen» Kommandantenstr. 20. Voigts Kittersäle, Ritterstr. 75. 4m Wahlkreis: Srachenburg, Am Schlesischen Tor. �ranmann, Naunynstr. 27.' Keimann, Kottbuserstr. 4«. SÜÜ-Ost, Waldemarstr. 75. Sranerei Vrieüriehsbain(LippZ), �umgstor. Keller, Koppenstr. 29. Königsbank, Große Frankfurterstr. 117. Söhmisehes Srauhaus, Lmidsbergtr Allee MX 4. Wahlkreis; Zocker, Weberstr. 17. Litfin, Memelerstr. 67. Slgsiunr, Landsberger Allee 40. 3. Wahlkreis: Altes Schützenhaus, Linienstraße 5. Musiker-Säle, Kaiser Wilhelmstr. 18m. S. Wahlkreis:?röbel, Schönhauser Allee 148. Wernau, Schwedterstr. 23. Kensei, Jnvalidenstr. la. Wilke, Brunnenstr. 188. Sallschmieder, Badstt. 16. Swinemünd. Qesellschaftshaus, minfÄ: Germania-Säle, Chausseestr. 103. Kaabes Salon, Kolbergerstr. 23. Kösliner Kof, Köslinerstr. 8. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. ?atzenhofer Srauerei, Turmstr. 25/26. Kronenbrauerei, Alt-Moabit 47/49. Pankow: Sbersbach Zum Kurfürsten, Berlinerstr. 101. Koczgckis Gesellschaftsbaus, Kreuzstr. 3/4. Referenten: Augustin, bttilie Saaäer, Sebel, Ir. Paul Zernstein, Zorgrnann, Lrnst Zrückner, Lugen Srückner, Lbert, Förster-Hamburg, friedländer, Glocke, Koilmann, Keine, Ar. Kerzfeld, Ketzschold, Kofrnann-Saalfeld, Sohn, Kater, Koblenzer, Kaliski, Kotzke, Sedebour, Sink, Sitfin, Molkenbuhr, Poetzsch, Kobert Schmidt, Singer, Sillier, Stadthagen, Ströbel, Tost, Wach, Wels, Klara Wegl, Wiesner, Wollheim, Wutzkg, Kr. Zadek. TeitowaBeeskow-Storkow-Charlottenburg. Adlershof— AltsQlienicke. 2 Uhr: ßesellscliaftshaus Kobert Beyer, Bismarckstr. 10. Baumschulenweg=Treptow. 12 Uhr: Speers Teslsäle, Baumschulenstr. 78. 12 Uhr: Zeulers Kesellsebaftsb.. KöpenickerLandstr. 20. Britz. 12 Uhr: Jlübtiers Kestaurant ßusclikrug, Rudoiverstr. 51. Charlottenburg. 12 Uhr: Volkshans, Rosinenstr. 3. 12 Uhr: Schulz Teslsäle, Kaiser Friedrichstr. 24. 12 Uhr: Sauers Testsäle, Berlinerstr. 80a. Köpenick. l'/a Uhr: Stadttlieater Kingeltaube. Drewitz. 3 Uhr: pwhlinanns Kestaurant. Eichwalde. 12 Uhr: Lulil Wittes Kestauranl. Friedenau. 12 Uhr: Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14. Groß=Lichterlelde— Lankwitz. 12 Uhr: Kelsens Kestaurant, Chausseestr. 104. 12 Uhr: Links Kestaurant, Calandrellistr. 26/27. Grönau. 12 Uhr: Subhaufours Kestaurant, Köpenickerstr. 79. Ketschendorf. 3 Uhr: Weidemanns Gasthof in Ketschendorf. Markgrafpieske. 2 Uhr: Wilhelm Grassuichs Kestaur., Langendammerstr. Königs=Wusterhausen— Groß=Besten. 3 Uhr: Wedhom(Altes Schützenh.), Königswusterhausen. Mariendorf. 12 Uhr: Kngo Sorgfeld, Mariendorf, Feldstr. 44. Miiteuwalde-Selienkendorf-Dt.-Wusterhausen. 3 Uhr: 8. Schmidts Kestaurant, Mittenwalde. Nieder-Schöueweide-Joliaunistbal-Rudow. 1 Uhr: Senftiebens Kest., Johannisthal, Friedrichstr.48 Nowawes. 12 Uhr: Jiiax Singers Kestaurant, Priesterstr. 31. Rixdorf. 12 Uhr: Koppes Testsäle, Hermannstr. 49. 12 Uhr: Sürgersäle(3nh. Gröpler), Bergstr. 147. 12 Uhr: Thiels Testsäle. Bergstr. 151/152. Schmargendorf. 12 Uhr: Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. Schöneberg. 12 Uhr: Obsts Testsäle, Meiningerstr. 8. 12 Uhr: Weiraanns Klubhaus, Hauptstr.. 5/6. 12 Uhr: Wilhelmshof. Ebersstr. 80. Steglitz. 2 Uhr: Sirkenwäldchen, Schützenstraße. Teltow. 2 Uhr: fickenhagens Kestaurant. Tempelhof. 12 Uhr: Wilhelras-Garten(3nh. Koack), Berlinerstr. 9. Trebbin. 3 Uhr: Gesellschaftshaus. Wilmersdorf. 12 Uhr: Volksgarten(Salomon), Berlinerstr. 40. Zehlendorf. 12 Uhr: JÄicklegs Kestaurant, Potsdamerstraße. Zernsdorf. 2 Uhr: 3. Kuorrs Kestaurant in Zernsdorf. Zossen. 3 Uhr: A. Schimkes Kestaurant, Barutherstr. 51. 12 Uhr: Keickhaus Testsäle, Karlsgartenstr. 6— 10. Referenten: Antrick, Basner, Zoeske, Breslauer, 8. Zernstein, Kittmer, Kavidsohn, Tülle, Treiuiatdt, Qrunmald, Grauer, Kildebrand, 0. Koffmann, Sacobsen, Küter, Kunze, Kubig, Kloth, Klingner, Käming, Kosiol, Katzenstein, Seid, Sanghammer, K. Kosenfeld, Müller, Metz, Miethke, Trau Mesch, Kürnberg, Stühmer, Sonnenburg, Schröder, Sabath, Schütte, Täter ow, Ucko, Wollermann, Zzzbeil. Birken werder. 12 Uhr: faradiesgarten. Bernau. Sßhützenliaus. Buch. 12 Uhr: jUbrecM. Erkner. 3 Uhr: Öegebrodts Gesellschaftshaus. Lichtenberg. Rest.?. Schwarz, Dorfstr. 25. Restaurant Gursch, Frankfurter Chaussee 128. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5/6. Eranz. Buchholz. Nachm. 5 Uhr. Friedrichsfelde. Restaurant Luhe, Prinzen-Allee 33. Karlshorst. Waldsehenke. Nieder-Barnim. Kaulsdorf. 5 Uhr: Ratnanns Gesellschaftshaus. Friedrichshagen. Nachmittags 3 Uhr: Restaurant Conrad, Friedrichstr. 137. Borsigwalde sWaidmannslust. Römers Lokal, Borsigwalde. Tegel. Restaurant Trapp, Bahnhofstraße. Ober�Schöneweide. Sehlossp.Wilhelrainenhof Nieder-Schönhausen. Schwarzer Adler. ReinickendorfsW. Tranke, Eichbornstr. ReinickendorfsOst. Wilhelmsruh. Rest. Lader, Kronprinzenstr. Rummelsburg. Cafd Lelleone. Wwe. Weigel, Türrschmidtstraße 45. Gorgas, Neue Prinz Albertstraße 70/71. Neuenhagen sM. und Fredersdorf a.O. Wwe. Klara Grosse, Fredersdorf(Dorf). Stralau. Alte Taverne. Herzfelde. Restaurant Kermann Renzs. Weißensee. Scblofi Weißensee. Oranienburg. Waldhaus Sandbausen. Wilhelmsberg. Nachm. 1 Uhr: Rest. Groflmann. Provinzstr. 76 Referenten: Ahrcns, 3crg, Süsse, Cohen, Tendel, Giebel, Gtempe, Kildebrandt, Kofmann, Sohn, Keslinke, Krebs, Maaß, Maurenbrecher, Kitschke, Kollstadt, Pätzel, Puttlitz, Hegge, Sickfeld, Stadthagen, Strasser, Tarnoui, Thurow, Uthes, Voigt, Wiesenthal, Wehrte, Wilke, Wücke, Wuschick. Tages- Ordnung: Die liiiMliche llcuoliitioii der luljtf 1848 und 49 und das preußische DrtililujseuiuuhlWtm. Parteigenossen! Agitiert für Massenbesuch! 9»«unnfn: EupEmst, Mr.63. Achtung! Achtung! ZiveigTerein Berlin. Mittwoch, den 21. März, abends 8>/z Uhr, in Beller» Festsälen, Koppcnstr. 29: General- Versammlung 3k für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer sowie der Sektion der Putzer und der Gips- und Zementbranche, gleichzeitig der Gruppe der Fliesenleger. Tages-Ordnung: 1. Geschäsls- und Kassenbericht für das Jahr 1905. 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl zweier Ausschuß- Mitglieder. 4. Berichterstattung von der am 4. März stattgesundenen Gaukonserenz. 5. Gewerlschastliches. ' Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt.=s===ss Regen Besuch erwartet Der Zivelevervlnsvorstniid. I. 2t.: Emil ThSns. NB. Die für die Zahlstelle Reinickendorf am selben Tage angesetzte Versammlung findet der General-Bersammlnug wegen nicht statt. 143/1» liiai GmnkjWm Wiickrgs! Mte Donnerstag, den SS. März iSak, abends 8 Uhr, bei Obst, Meiningerstr. 8: öessentl. KeWerhellsstZ'VerzWmIung. Tages-Ordnung: i. Vortrag des Senossea H. Slröbel über:„Der politische Massenstreik". 2. Diskusston. 3. Berichterstattung und Neuwahl des Obmannes. In Anbetracht der Tagesordnung dars niemand in der Versammlung schien. 283/13»_ Per Anssclinll. I. A.: Karl Henkel, Prinz Georgstr. 4. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer! Da für Montag, den 13. März, Ortsverwaltungs» Sitzung anberaumt ist. findet die llächste kombinierte Kommisstons- Sitzung am Dienstag, den AO. d. M., abends«»Hr. im Gewerkschastshause(Saal II) statt. Der Obmann. Mittwoch, 21. März, im Böhmischen Brauhause, LandsvergerAllee 11/13: Kcrtrliilc>isi»llniicr-Vcrsl»»!illilng für sämtliche Bezirke und Branchen! � Ver�valtnilssstelle Perlln. Haupt-Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV 3673. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. BI o n t a ff, den 19. Mlirz, abends 7 l'hr,-Wgj Klempner- Versammlung in Kellers Festsälen, Koppenstr. 89. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die gepflogenen Tarifverhandlungeu. Rcserenten: Kollegen caden und«oitrel. 2. Diskussion. mM- Kollegen! Da wir dem Wunsche der Kollegen, diese Ver- sammlung Sonntags abzuhalten, wegen der Volksversammlungen nicht nachkommen können, ersuchen wir die Kollegen, die Versammlung gleich der Arbeitsstelle auS zu besuchen, damit dieselbe pünktlich eröffnet von werden kann. 114/10 BtV Montag, den 19. März, abends 7 Uhr,"MS im liokal von Lange, Berlinerstr. 31: Mitglied er-Versammlung für Konigs-Wasterhausen und Omgegend. Tages-Ordnung: 1. Vorttag. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltnnff. Mtm-i! lanunbiinffbtion! MS- Sonntag, dc» 18. März cr., nachmittags S Uhr, bei Baabe (stoldsrger Salon), Kolbergerstr. Z3, und Montag, den lg. März er., abends«'/, Uhr, bei Babereebt, Groffe Frankfurterstr. 30: 162/14 S öffentl. Dersammlungen aller in der vamenkonkektio» beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Tages-Ordnung: „Heimarbeit und Arbeiterschutz!"» Res erenten: FränI. Kadeltt und KUminff. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, sich an diesen Versamm- lungen zahlreich zu beteiligen. Die Elnbcrater. NS. N°ch Sch�der Sonntags- Gx�Ütl. KtlsaMMeilstM ml, lanr. Actitong! Spandau. Achtung! Dienstag, den 20. März, abends S'/a Uhr, im Lokale von K u m l e. Spandau» Schönwalderstr. 80 i Allgemeine Versammlung w Mctall-Jndustrie Tag«S»Ordaung: 1. Die Ausgaben und Zielt der Gewerkschaften. Referent: Kollege Bandtke. 2. Diskussion. U4/3 Zahlreichen Besuch erwartet Der Blnbernker. H UMr-UIalutr-BiH„Freiheit" 1. Bezirk: Berlin. Sonntag, den 25. März ct., nachmittags 12'/, Uhr, im EnffHseben Garten, Mexandcrstr. 27c: Bezirks»Versammlung. ES ist Pflicht aller zum Bezirk Berlin gehörigen Bundesmitglieder wlSeinen. 11/20 Die Bezlrksleltnnff. zu erscheinen. (gemeinsame Orts- Krankenkasse kiii- Jftarlcndorf und Umgegend. Sonntag. den 25. März d. I., vormittags g>/, Uhr: Ordentllebe General- Versammlung im Restaurant Borglcldt zu Marieudorf, Feldstr. 44, zu der die Herren Delegierten hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Statutenänderung betreffend die Zs 13. 14 und 18 des Statuts. 4. Verschiedenes. 271/10 Etwaige Anfrage», Beschwerden oder dergl., zu denen die Einsichtnahme der Geschäftsbücher erforderlich ist, sind dem Vorstand mindestens drei Tage vorher schristlich einzureichen. Maricndors, den 14. März 1906. Der Vorstand.• M. Bcthke. Vorsitzender. erliner Ulk-Trio. Felix Scheuer u Stnliio jentr. t. Orts-Krankenkasse für das Bierbrauer gewerbe zu Berlin Alte Schönhauserstr. 32, Hos I.. Montag, den 20. März 1906, abends'/,9 Uhr, im Gewerkschaftshause, 130., Engel-User 15 im Saal 5: = Ordentliche== General-Versammlung der Delegierte». Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Bericht der Revisionskommission. 3. Entlaswng des Vorstandes und Rendanten. 271/8 4. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Staffen- Bücher oder Alten notwendig ist, müssen mündlich oder schristlich be- huss Beantwortung derselben in der General- Versammlung bis zum 22. März dem Vorstande mitgeteilt werden. Als Legitimation dient die über« sandte Einladungskarte. Um recht püiiltliches und zahlreiches Erscheinen bittet Oer Vorstand. Otto Ullrich, Vorsitzender. Orts-Krankenkasse der Möbelpolierer. Tonntag, den 25. März, nachmittags 2 Uhr, Blumen st raffe 38: OM. General-Versaninilung TageS-Ordnung: 1. Jahresbericht. 2 Bericht der Revisoren(Dcchargcertellung). 3. An- träge. 4. Verschiedenes. Berlin, 16. 3. 06. 271/9 Der Torstand. Ortskrankenkasse der Möbelpolierer. Die vom Bczirksausschuff geneh- migte I. Abänderung zum Statut (Erhöhung des Krankengeldes sowie des Sterbegeldes tritt am 19. März 1906 in Krast. Diese Abänderung ist in den Zahlstellen zu haben. Berlin, 16, 3. 06. Der Vorstand. ♦t Orts-Krankenkasse für das Bierbrauer gewerbe zu Berlin Alte Schönhauserstr. 32, Hof I. Die in der Gcneral-Versanrmlung vom 27. November 1905 beschlossenen Abänderungen der ZK 1, 2, 5, 7, 8, 9. 10, lt. 12, 13. 14, 15. 16, 21, 22. 25, 23, 33, 34, 36, 41, 43, 49, 50, 56, 58, 60, 61, 63, 64 und 65 sind unterm 20. Februar d. I. vom Bezirksaus- schuff genehmigt und tritt das rem- dierte Statut mit dem Tage dieser Bekanntmachung in Krast. Berlin, den 18. März 1906. Der Vorstand. Utto Ullrich, Vorsitzender. Moernar's Blumengarten O ber-Schöneweide Dampferstation Stern empfiehlt sich zur Abhaltung von Sommerfestllcbkeiten jeglicher Art. !♦ 1 Sfi Einsegnungs- Anzüge EsdersiDyckhotf Leipzigerstr. 50 a— Oranienstr. 48 tlir leine H6M- u.i fertig und nach Maß. Herren- Sommer- Palelots und ■ Anzüge 1 'Sf Modemer Schnitt,# nur la Verarbeitung,' � .große Auswahl, biUigeic» aber feste Preise. Verband der Saftler. _(Ortsverwaltung Berlin.)_ Mittwoch, den 21. März, abends 8'/z Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20 Allgemeine Wglieäer-Veusmmlnng. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Nrbeiterselretärs Genossen Eugen Brückner über„Arbeiterbewegung einst und setzt.» 3. Dislussion. 4. Stellung- nähme zum 1. Mai. 5. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 156/10_ Die Ortsverwaltung. nnd deren Hillfsarbciter.( I ii i ale Berlin.) Montag, den 19. März, abends 8 Uhr, Zlndreasstraste 26: AuSerordentliciie Mitglieder- Versammlung. Ordnung: We Fohnbewegnug l» der SltchtzbrlNlltie. DaS Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist dringend notwendig. 3613 Der Borstand: L. Klapschus. Tapezierer! Mittwoch, den 21. März 1906, abends 8 Uhr, bei Damm, Schutzenstraste 18/19: — Versammlung. 177/14 Tages-Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Bndolf l-a-iffe über:„Was trennt und worin gleiche» sich Sozialdeiiiokratic nnd Anarchismus?" 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. 4. VcreinSangelegenheiten. ES ist Pflicht aller Kollsgen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen!«—»»»»»—»»»» Der Borstand der„Freien Bereinigung der Tapezierer __ Berlins und Umgegend". Deutseher Kürsehner-Verhand Filiale Berlin Mjontag.dcn 19. März, abends 8 Uhr, in Ad. ErnstS, Gcsellschaftshaus, Prenzlauei straffe 41: Mitglieder-Versamrnlnng Tages-Ordnung: 1. Ausnahme neuer Mitglieder und Einzahlung der Beiträge. 2. Vortrag des Genossen Sebütte über:„Der Geburtstag, der deutsche» Arbeiterbewegung». 3. Dislussion. 4. Anträge zum Internationalen Kürschner-Kongreß in Leipzig und Wahl eines Delegierten. 5. Diskussion über die zum zweiten Verbandstage gestellten Anträge. 6. Verschiedenes. 102/3 SW Der Wichtigkeit der Tages-Ordnung halber ist es Pflicht jedes cinzcliicn, für starken Besuch zu agitieren. Ole Ortsverwaltung. Berliner Gonlum-Verein. = Zentralverwaltung: Krautstraße 7. Vevkaufsstellen: 1. Michaelkirchplatz 4 4. Zorndorserstr.«S S. Krautstraste 7 5, Havelbcrgerstr. 6 3. Liebigstraste 7 6. Rostorkerstr. SO 7. Emdenerstraste 50. 8. Rummelsburg: Türrschmidtstr. 0 9. Berlin-Stralau: Stralauer Allee 580 A 10. Frankfurter Chaussee 103 1 Fricdrichsberg« 11. Kronprinzcnstraste 1/ Lichtenberg. Eintrittsgeld 50 Pf._ Eintrittsgeld 50 Pf. Die ordentliche General» Versammlung findet am Freitag, den 50. März d. I.. abendS 8 Uhr, im Saal VII des GewerkschaftshauscS, Gngcl-Ufer Nr. 15, statt. Tages-Ordnung: Porstand eingereicht werden. 106/3» 5. Verschiedenes. Der Vorstand. Reinseidene Chind-Bluse 10.°° Verkauf mehrerer hundert seidener Blusen direkt an Private. Darunter- Reinseidene Blusen in aparten Streifen und eflekt» Vellen Chines jetzt 10,00, 12,00, 15,00 etc., solücke Theater- und Gesellschafts-Blusen jeder Art jetzt 15,00, 17,50, 20,00 eto. Schwarze Seiden-Blusen in nur soliden Geweben jetzt 9,00, 12,00, 15,00 etc. Vornehme Samt-Blusen 10,00, 12,00, 15,00 etc. Sämtliche Blusen sind ganz auf Futter gearbeitet. Aendcrungen sofort. Maß-Anfertigung schnellstens. 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Der hiesige Bildungsverein hielt am Dienstag, den 13. d. M., seine regelmäßige Vereinsversammlung ab. Herr Schumacher sprach über:„Konsumgenossenschaft". Redner führte u. a. aus, Pflicht eines jeden politisch wie gewerk- schastlich Organisierten sei eS, sich mehr der Konsumgenosienschaft anzuschließen. Der Konsumverein bietet den Mitgliedern reelles Gewicht und unverfälschte Ware. Eine kurze Diskussion schloß sich diesem Vortrage an. Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den 27. d. M. statt. Schöneberg. Der hiesige Frauen- und Mädchenverein hielt am 12. d. M. eine Generalversammlung ab. Frl. Bahr referierte zunächst über:„Die Frauenarbeit in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Dem interessanten, beifällig aufgenommenen Vor« trage folgte eine rege Diskussion. In Vereinsangelegenheiten erstattete die Vorsitzende den Geschäftsbericht. Seit einem halben Jahre ist die Mitgliederzahl um 123 gewachsen. Der Kassiererin wurde Decharge erteilt, der erstattete Bericht akzeptiert. Beschlossen wurde, das Vereinslokal zu Obst, Meiningerstr. 8. zu verlegen. Die nächste Versammlung findet dort am 9. April abends Uhr statt. Im vergangenen Monat wurden 14 neue Mitglieder aufgenommen. Tempelhof, Mariendorf uud Umgegend. Am Mittwoch, den 21. d. Mts., abends 8>/z Uhr, tagt die Monatsversammlung des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins in Tempelhof bei Martin Müller, Berlinerstr. 41/42. Tagesordnung: 1. Bortrag des Schrift- stellers Herrn Emil Eichler über:„Moderne Sittenlehre". 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Männer als Gäste herzlich willkommen' Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Tegel— Borsigwalde. Der hiesige Frauen- und MädchenbildungS- verein hält am Mittwoch, den 21. März, abends 8Vz Uhr bei Schmidt, Tegel, Schlieperstraße 64. seine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vorttag„Moses oder Darwin", Referent Herr Hermann Schulz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Mitglieder, pünktlich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter und-Ardeiterinnm. Heimarbeiterinnen der Wäsche-, Krawatten-, Blusen-, Schürzen-, Korsett- und Negligö-Branche usw. Die nächste Zusammenkunft für den Norden findet am Dienstag, den 20. März, abends 8 Uhr, bei Punzel(früher Löwenstein), Stralsunderstr. 2(3, statt. Kollege TrinkS wird über„Märzgedanken" sprechen. Die Parteigenossen werden ebeten, ihre Frauen und Töchter ganz besonders auf diese Zu» ammenkunst aufmerksam machen zu wollen. Die SekttonSleitung. Spandau. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiter- klasie hält am 20. d. M., abends 8s/z Uhr, im Lokal von Böhle, Neumeisterstr. 5, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Es ist Pflicht einer jeden Genossin, in dieser Versammlung zu erscheinen und ihr Mitgliedsbuch nicht zu vergessen. Gäste, Männer und Frauen, sind eingeladen. Der Vorstand. kewinnverteilung. Die Auszahlung der Gewinnanteile für 1905 nach§ 54 der Betriebsordnung wird am Lonnerztss. den 23. JÄärz d. 3., nachmittags 5 Uhr erfolgen. Die im abgelaufenen Jahre von mir beschäftigten Arbeiter werden zu der der Auszahlung vorangehenden Verjammlung der Fabrikmitglicder hiermit eingeladen. Berlin, den 18. März 1006. 5366 Keiwrich Treese. Raucht 492b Ben Schira Marke A SElgaretten, hervorragendste Qualitäten. Deutsches Fabrikat— nur Handarbeit. » PI. Vitra 3 Pf. usw. Zigarettenfabrik Ben Schira, Berlin N.58. Wegen Dmban übel und VergrOBcrnng verkaufe mein staunend großes Lager fertiger Möbel- und Polsterwaren zu 452L* bedeutend ermäßigten Preisen. einstige Qelegenbelt für Brautleute. Möbelfabrik Hirscliowitz Skalitzerstrafte%3. | I unmittelbar am Bahnhose, �FRute 55 M., herrlich gelegen, bequem zu<» erreichen, in drei Jahren das Doppelte wert. Pläne und Näheres bei'> IMrtv ßsttrettht Schöneberger Ufer 33. 8—10 u. L— 4 und aus? 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Kerlagsanstalt Paul Singer t K°rlin SW. Redaktion und Expedition: Berlin, Cindenltr. 69. Fernfprecf)er: Amt IT, 1983. | Nr. 05. Sonntag, den 18. März 1906. j Inserat« Sedjsgclpaltcne Kolonelzelle 20 Pfg. Bei größeren Bulträgen entsprechenden Rabatt. Partei-Hngclegcnbeitcn. Zur Lokalliste! In Schmargendorf stestt das Lokal„Gasthaus zum Lindenbaum", Inhaber Ad. Pötsch, Spandauerstraize 40, der Arbeiterschaft zu allen Versammlungen zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. Der Gesangverein„Lorcley"(M. d. A.-S.-B.) Nr. 74(Gesund- brimnen), bittet uns mitzuteilen, dag er mit dem in der gestrigen Nummer genannten Gesangverein gleichen Namens in Zernsdorf nicht identisch ist. Tegel. Die nächste Mitgliederversammlung des sozialdemo- kratischen Wahlvereins findet am Dienstag, den 20. März, abends 8 Uhr, bei Robert Schmidt, Schlieperstr. 64 statt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Charlottcnburg: Achtung 4. Bezirk. Am Dienstag, den 20. März 1306, abends 8 Uhr: Oeffentliche Bezirksversannnlung bei Wernicke, Bismarkstraße 34. Da beabsichtigt wird, dem Wahlverein neue Mit- glieder zuzuführen, ist es Pflicht eines jeden Genossen, zu erscheinen. Der Bezirksleitcr. Rixdorf. Am Dienstag, den 20. März, abends 8Vz Uhr, hält der Wahlverein in Hoppes Festsälen. Herniannstr. 49— SV, seine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Die Beleidigung der Rixdorfer Arbeiterschaft durch den Stadtverordneten Belst. 2. Bericht von der Kreisgencralversammlung. 3 Vereins- angelegenheiten und Verschiedene-?. Der Stadtverordnete Beltz wird zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen. Um zahlreiches Er- scheinen ersucht Der Vorstand. Trcptow-Baiimschulcnwcg. Dienstag, den 20. d. M., abends S'/g Uhr, hält der Wahlverein in Speers Festsälen seine Mitglieder- Versammlung ab, in welcher Genosse Lüdke über den politischen Massenstreik sprechen wird. Außerdem steht Berichterstattung von der Kreisgeneralversammlung auf der Tagesordnung. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Zehlendorf. Heute Sonntag, mittags 12 Uhr, findet bei Mickley, Potsdamerstr. 26, die Protestversammlung statt mit der Tages- ordnung:„Die Revolution des Jahres 1848 und das preußische Dreiklassenwahlrecht'. Vorort- I�admcbten. Zur ciemeinäetvahlbetvegung. Friedenau. Wenige Stunden trennen uns noch von dem Tage, der die Friedenauer Arbeiter öffentlich als Entrechtete zeigt. Wuchtig muß der Protest sein, den die dritte besitzlose Wählerklasse gegen das bestehende Wahlsystem einlegt. Wir müssen unsere ganze Kraft auf- wenden, um den Befürwortern dieses Wahlsystems eine gründliche Blamage zu bereiten. Parteigenossen, an uns liegt es, dafür zu sorgen, daß kein Arbeiter der Wahlurne fern bleibt: unsere Pflicht ist es, auch dem rückständigsten Arbeiter die Entrechtung vor Augen zu führen. Jede Minute freie Zeit der Aufklärung, der Agitation I Auf zum Protest I Aus in den Kamps I Montagabend 7 Uhr muß jeder Parteigenoffe in die im Gcscllschastshaus, Rhrinstraße 14, stattfindende Mitgliederversammlung kommen. Nowawcs-Neuendorf.' Die Wähler der dritten Abteilung im zweiten Bezirk werden ersucht, bei der morgen, Montag, statt- findenden Gemeindcvertreterwahl darauf zu achten, daß die Namen der Kandidaten nur in folgender Reihenfolge abgegeben werden müssen, wenn sich nicht unsere eigenen Stimmen zersplittern sollen. Zur Ergänzungswahl Karl Gruhl, zur Ersatzwahl Karl G o m o l l. Im ersten Bezirk ist nur Ernst Zöllner zu wählen. Genossen, erscheint pünktlich 4 Uhr im Wahllokal, damit auch wir im Wahlbureau einen Sitz erhalten. Die Genossen mit weißen Karten erscheinen bei Regel(Kaiserhof), Lindenstraße, und die mit gelber Karte in der Turnhalle, Auguststraße. Der Vorstand. Die gegnerischen Kandidaten sind nun endlich durch Plakate ver- öffentlicht worden: der frühere Gemeindevertreter Nimmig befindet sich nicht darunter, dagegen außer Dreher Reinhardt und Schlosser Schwarze der Webermeister Wilhelm Haase. Damit haben die „vereinigten bürgerlichen Wähler"»ach langem Suchen glücklich ein Trifolium zusammengestellt, welches die rückständigsten Anschauungen vertritt, die man sich denken kann. In den Empfehlungsplakaten wird behauptet, daß diese Kandidaten das Interesse der Gemeinde unpa r- teiisch vertreten werde»! das heißt, daß sie alle Anträge ablehnen, die etwa von Sozialdemokraten gestellt werden und somit sich den erst- und zweiklassigen Gemeindevertretern würdig anschließen, selbst- verständlich unter der Voraussetzung, daß sie gewählt werde»! dieses zu verhüten, muß Sache jedes fortschrittlich denkenden Arbeiters sein. Zwar wird es diesmal einen schweren Kampf kosten, insbesondere im 1. Bezirk, wo viele Eisenbahnarbeiter wohnen, aber der Sieg muß uns werden, wenn die sozialdemokratische Arbeiterschaft ihre Pflicht tut. Es würde ein schwerer Schlag für unsere Bewegung am Orte sein, wenn es den Gegnern gelingen sollte, uns auch nur einen Sitz im Ralhause zu rauben. Die Sozialdemokratie hat in den letzten JSHren in Deutschland bedeutende Forlschritte gemacht. zeigen wir. daß auch Nowawes nicht zurückgeblieben ist, und protestieren wir gegen das schändliche Dreiklassenwahlunrecht dadurch, daß die sozial- demokratischen Kandidaten Karl Gruhl, Ernst Zöllner und Karl Gomoll mit gewaltiger Majorität gewählt werden! Zehlcudorf. Eine auch von unseren Genossen außerordentlich stark besuchte, von den Gegnern einberufene Kommunalwähler- Versammlung tagte am Freitag, den 16. d. M., im Kaiserhof. Herr Hanimer sprach eingangs den Wunsch aus, die Redezeit für die Kan- didaten auf 16 Minuten, für die Diskussionsredner auf eine kürzere Zeit festzusetzen. Der Vorsitzende lehnte aber den liebenswürdigen Vorschlag ab und überließ der Versammlung das Enischreiten, wenn ein Redner seine Ausfühningen allzulang ausdehnen sollte. Es wurde indes kein Anlaß gegeben, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Als erste Redner kamen die bisherigen Vertreter Hammer und Kunzendorf zum Wort. Wenn man nun erwartete, daß von den beiden Genannten ein erschöpfender Bericht über ihre Tätigkeit innerhalb der Gemeindevertretung gegeben wurde, sah man sich gründlich enttäuscht. Herr Hannner sprach wohl über alles, was andere Gemeinden tun oder lassen, aber über die Verhältnisse und die Arbeit der Vertretung ging er mit einigen nichtssagenden Redensarten himveg. Herr Kunzendorf, dem der Vorwurf eines Drückebergers gemacht war, wies diesen Vor- Wurf mit einem gewaltigen Redeschwall zurück, gab aber im nächsten Moment zu, daß er am heutigen abend seit sechs Jahren zum ersten Male vor seine Wähler trete! er sprach die Erwartung aus, daß auch die Arbeiter sich seiner am Wahltage freundlichst an- nehmen möchten. Als neuer Kandidat des Haus- und Grundbesitzer- Vereins trat Herr Thornton auf den Plan und versprach es alle» Leuten, auch den Arbeitern, recht zu machen: Ivas außer ihm, auch nicht seine Freunde aus dem Haus- und Gruudbesitzerverein, kein Arbeiter glauben wird. Hierauf erhielt Genosse Scheler als Kandidat für den Bezirk I (südlich der Bahn) das Wort, um seine Begründung der Forderungen der Sozialdemokratie in den Gemeinden darzulegen. Genosse Göhre als Kandidat für den Bezirk II(nördlich der Bahn und Schlachtensec), ging hierauf noch näher auf spezielle Vorgänge in unserem Orte ein und ging schonungslos mit der bisherigen Gemeindevertretung ins Gericht. An der Debatte beteiligten sich wdann Vertreter der einzelnen Vereine, sowie von unserer Seite die Genossen Köster und Göhre. Hauptsächlich Genosse Köster verstand es, ans dem reichen Material, welches ihm längere Jahre hindurch zugänglich geworden war, dem bürgerlichen Herren einige unangenehme Wahrheiten zu sagen.— Hiermit war der erste Punkt der Tagesordnung erledigt und man ging zur Besprechung des Etats über, von Ivelchem ein Abdruck jedem Versainmlungsbesucher zur Verfügung stand. Die Er- läuterungen hierzu gab der Gemeindevcrtreter Nieukamper, der es sich jedoch am Schlüsse seiner Ausführungen nicht ver- kneifen konnte, gegen die Sozialdemokratie anzurennen, mit dem Erfolge, daß ihn Genosse Göhre in spielender Weise aus dem Sattel hob. Mögen die Genossen aus dem Ver- laufe dieser Versammlung und den oft allzu großen Offen- Herzigkeiten unserer Gegner die Konsequenz ziehen, daß eS wie bisher nicht mehr weitergehen kann und daß jeder, auch der letzte Arbeiter ZehleNdorfs, ani Wahltage seine Stimme nur für die Kandidaten der Arbeiter, die Genossen Göhre und Scheler abgibt. Die Wahl findet statt am Donnerstag, den 22. März, nachmittags von 5—8 Uhr in den schon bekannt geniachten Lokalen. Am Dienstag, den 20. März, findet bei Mickley, Potsdamer- straße 25, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, in welcher kein Genosse fehlen darf. Die Kandidaten werden noch einmal in letzter Stunde die Wähler auffordern, daß jeder am Wahltage seine Pflicht tut. Also auf zum Kampf, auf zum Sieg! Wir müssen siegen._ Wahlergebnisse. Ncucnhagen a. d. Ostbahn. Zu dem bereits mitgeteilten Wahl- ergebnis haben wir noch mitzuteilen, daß die Gegner mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Leuten an die Wahlurne getreten sind. Sämtliche wahlberechtigten Eisenbahnbeamten. Lehrer, Stall- männer aus den Rennställen sind zur Wahl gegangen. Unsere Agitation war indes nicht vergebens. Hat es doch das bloße Er- scheinen der SozialdcinokraUe zuwege gebracht, daß sich über 53 Proz. der eingeschriebenen Wähler an der Wahl beteiligten, während es sonst 5—12 Proz. waren. Und das ist doch auch ein Erfolg. Ucber zwei Jahre sehen wir uns wieder, wir haben das erstemal Erfahrungen gesammelt, die wir dann verwenden werde». Glück auf zu neuem Kampf, zu neuer Arbeit I Eggersdorf. Bei der am Freitag stattgefundenen Gemeinde- Wahl wurde unser Kandidat Genosse Gehrmann mit 19 Stimmen gewählt. Auf den bürgerlichen Kandidaten entfielen 13 Stimme». Charlottenburg. Freie Volksbühne Charlottenburg. Dieser junge Verein hat Glück, und Herr Leopold Kampf noch mehr. Sein russisches Revolutionsdrama„Am Vorabend", das schon vordem in Hamhurg und auch hier die lieben Augen der Zensur auf sich gezogen hatte, sollte endlich am letzten Freitag vor dem Verein als geschlossener Gesellschaft privatim zur Aufführung kommen. Die Polizei verbot trotzdem diese Privatvorstellung! Der Herr Polizeilcutnant ging eigens auf die Bühne, um den Schauspielern das Austreten zu unter- sagen! Um die Mitglieder nicht zwecklos auseinander gehen zu lassen, wurde wenigstens eine Probelesung des Stückes veranstaltet, die der Herr Polizeileutnant gestattete. Frau Rüben aus Hain- bürg, die bereits dort mehrfach als Rezitatorin aufgetreten ist, über- nahm die Vorlesung �— ohne sonderliches Glück und recht primitiven Kunstmitteln. Auf die Art und Weise machte das Drama den Ein- druck eines dialogisierten Leitartikels— nichts mehr und nichts weniger. Wenn der„Vorabend" für eine plastische Ver- körperung auf der Bühne nur einen ähnlichen Effekt verspräche, nicht auch ein wenig K u n st, dann wäre wirklich nicht einzusehen, warum die Behörde sich so hartnäckig gegen die Aufführung sträubte. Selbstverständlich wird der Vereinsvorstand gegen die polizeiliche Maßnahme auf gesetzlichem Wege Einspruch erheben. Es kann auch gar nicht daran gezweifelt werden, daß die richterliche Instanz sich auf die Seite des'Vereins stellt und daß dann das Drama für die Bühne freigegeben wird. Bis dahin aber mag sich Herr Kampf bei der Polizei für die ebenso große als überflüssige Reklame, die sie seinem Erstlingsstücke bereitet hat, wärmstens bedanken. Der Zcntralverband der Handels-, Transport- und Verkehrs- arbeiter hielt am 11. März im„Volkshause", Rosinenstr. 3, seine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Genosse Dr. Borchardt, Chor- lottenburg, hielt einen Vortrag über„Die Kommunalverhältnisse von Charlottenburg". In der Diskussion wurden die Verhältnisse hier am Orte einer scharfen Kritik unterzogen. Als Delegierte zum Handelshülföarbeiterkongreß wurden die Kollegen Gebert und Gold- berg gewählt. Unter Verschiedenem machte der Vorsitzende aus den Lichtbildervortrag des Genossen Grempe, welcher am 20. März, abends 9 Uhr, stattfindet, aufmerksam und ersuchte die Anwesenden. recht zahlreich daran teilzunehmen. Billetts a A) Pf. sind in den bekannten Zahlstellen zu haben. Lichtenberg. Die Gemcindevertretersitzung vom 16. März gestaltete sich für unsere„Besitzenden" zu einem Freudcntage ersten Ranges! Bei der Festsetzung der Jahresrechnung pro 1904, die mit einem Ueberschuß von 165 000 M. abschließt, gaben die Herren ihre Genugtuung in lebhafter Weise zu erkennen. Insbesondere mußten die Ersparnisse von 8000 M., die man bei der Armenunterstützung gemacht hatte, herhalten, die Verhältnisse im rosigsten Lichte zu zeigen und— einen mißlungenen Versuch einer Sozialisteudebatte zu zeitigen! Unsere Genossen sollen nicht schlecht abgeschnitten sein. Elftausend zwei- hundert und acht Mark, die in Posten von 16 M. bis 1465 M. von 27„Besitzern" in Form von Rückerstattung für aufgewendete Bürger- steigs-Ncgulicrungskostcn beantragt wurden, sind von der„Majorität" unter Ausschluß von drei Positionen, die aus Antrag unserer Genossen vertagt wurden, genehmigt worden. Bezeichnend für die Situation ist. daß eine„Nachsorderung" von„sechzehn Mark" von einem Ge- meindevertreter— natürlich einem„Besitzenden"— ausgeht, während die größte Position von 1465 M. der—„Kirche" zufällt. Die Parochialgemcinde, die hier an der Frankfurter Allee noch„Speku- lationsterrain" besitzt, ist die„Interessierte"! Die vertagten Positionen betreffen Straßen, die durch„Terraingesellschaften" her- gestellt sind und von diesen vorläufig herzustellen waren. Aber es scheint, als ob diese Herstellungskosten für die Gesellschaften nun auch noch die Gemeinde zu tragen hätte. Von der Stadtgemcinde Berlin sollen auch für das Rechnungs- jähr 1905 42 000 M. Beitrag zu den Lasten der Volksschule auf Grund des§ 53 des Kommunalabgabengesetzes gefordert werden. Unsere Genossen plädierten für Ablehnung der Vorlage. Abgesehen von der erhebliche Kosten verursachende Mühe und dem Zeitanfwand müsse es andere Mittel geben, um zu einem erträglichen Verhältnis mit den Nacbbargemeinden zu kommen. Obwohl die Forderung vom Jahre 1901 im Bezirksansschuß iwch nicht einmal zur Verhandlung gekommen ist, wurde die Vorlage angenommen. Man dürfe aus den Beittag zu den schon unerträglichen Lasten der Volksschule nicht verzichten. Daß dieselben Herren auch„anders können", ergibt sich bei der Festsetzung des Schulgeldes sich die nenerrichtcte Realschule. Vorgeschlagen wird 100 M. für die cinhciinischcn und 120 M. für die auswärtigen Kinder der Vorschule wie der Vollschule. Die Ver- trcter der Majorität schlagen vor„aus rein geschäftlichen Gründen", das Schulgeld aus 100 M. festzusetzen. Die Eltern aus den anliegenden Orten würden die Kinder hierher schicken, wenn das Schulgeld billiger sei als andcrslvo, und diese Kinder brauche man, um überhaupt die Schule füllen zu können! Auch würden durch„billigeres" Schulgeld die Eltern der Kinder eher im Orte Wohnung nehmen, später könne man ja den Preis wieder erhöhen! Also nicht die Bedürfuissrage war bei der höheren Schule maßgebend, sondern das„Geschäft" des Wohnungs- vennietens soll durch die Schule gefördert lvcrden. Daß unsere Genossen zu dieser Erkenntnis nicht erst durch die offenherzige Aus- spräche der Vertreter der Grundbesitzer gekommen sind, haben diese bei der Besprechung der Schulvorlage selbst sowie auch in dieser Sitzung darMjan. Den Vorschlag des Gcmeindevorstandes, 100 und 120, nahm die Majorität an. Lichtenberg. In dem Bericht der DonnerStagsnummer über die Gewerbegerichtswahlen soll es nicht Fischer, sondern Fieseler heißen. Schmargendorf. Tie VauhülfSarbeiter hielten am 16. d. M. eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Nach Entgegennahme des Berichtes von der Vertretcrsitzung fand eine rege Diskussion statt, an der sich die Kollegen Reck und Stein beteiligten. Am Schlüsse der Versammlung forderte Kollege Reck die Nkitglieder auf, zu der am 18. März statt-, sindenden Protestversammlung rege zu agitieren und zahlreich die Versammlung zu besuchen. Groh- Lichterfelde. Der sozialdemokratische Wahlverein Groß- Lichterfelde- Lankwitz hielt am Mittwoch seine gutbesuchte Vercinsversammlung ab. Ucber die Krcis-Generalversnmnilnng berichtete Genosse Wenzel, der bc- sonders seine Genngtuuna darüber aussprach, daß der§ 5 des Or- ganisationsplaneS betteffend die Delegationsform zur General- Versammlung abgelehnt und der frühere Zustand beibehalten worden sei. Die Einführung deö Proportionalwahlsystems in der eigenen Partei halte er für ein Unding und den demokratischen Grundsätzen nicht entsprechend. Es sei bedanerlich, daß in der Regel die wichtigsten Gegenstände erst am Schlüsse der Versammlung beraten oder wie dies bezüglich der Frage der Aus- gestaltuug des„Vorwärts" leider geschehen sei, vertagt würden. K o n i tz k i erklärte die Delegation auf proportionaler Basis vielleicht der Kostenverringeriliig halber für angebracht. Zur Ausgestaltung des„Vorwärts" nimmt Eisner das Wort, welcher betont, daß die Aufhebung der Vorortbeilage in ihrer jetzigen Gestalt, nach ihrem jetzigen Inhalt, keinen Verlust bedeute. Im Gegenteil, sie habe eine Beschränkung des allgemeinen Teiles zur Folge gehabt und in ihrer trockenen Notizensammlnng nur für einen winzigen Teil der Leser des„Vorwärts" Interesse gehabt. Aber es komme doch daraus an, Stoff zu bringen, der alle Teile interessiere. So wie die Dinge heute lägen, seien die Berliner benachteiligt. Er schlage vor, wöchentlich einmal eine Beilage für die Vororte zu geben und vielleicht etwa so, daß für je eine bestinnnte Gruppe von Orten, z. B. Charlotten» bürg, Rixdorf, Schöneberg zusammen eine Beilage, im ganzen etwa drei verschiedene Beilagen, die am Tage gedruckt und der„Neuen Welt" beigelegt werden könnten. Dann wäre Raum für k o m« in u n a l p o l i t i s ch e Artikel i n st r u k t i v e r und polemischer Natur. Die Kosten oder ivenigstens ein Teil derselben würden eventuell durch Inserate zu decken sein. An der lebhaften Diskussion über diesen Vorschlag beteiligten sich die Genossen Wenzel, Schindler, R adele und K o n i tz k i, die sich teils für, teils gegen den Vorschlag aussprachen und wobei betont wurde, daß die Berliner Genossen ebenfalls über die Vor- gänge in den Vororten, die organisatorisch zu Groß-Berlin gehören, unterrichtet.sein wollten. Ueber den Verlauf der letzten Gemeinde- wählen referierte Genosse Wenzel. Wenn auch diesmal der Sieg ausgeblieben, so sei doch in der bedeuteuden Stuumeuzunahme eine Garantie künftigen Erfolges zu erblicken. Redner läßt im weiteren Verlauf seiner Ausfiihrnngeir den erfreulichen Stimmenzuwachs Revue passieren und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß durch intensive Arbeit bei den nächsten Wahlen in Lichterfelde und Lankwitz in der III. Wählerklasse die Sozialdemokratie den Sieg erringen werde.— Ueber die Aufhebung des Boykotts bezüglich der Philharmonie wurde lebhaft diskutiert, ein Beschluß jedoch in An- bewacht der Entscheidung vor einem anderen Forum nicht gefaßt.— Den Bericht über die Sitzmig der Lokallommission gab Genosse Kristen. Spandau. Die Stadtverordnetenversammlung am 16. h. M. wurde er- öffnet mit einem Vortrag des Ingenieurs Müller über den Stand der Entfcstigungsarbeiten. Aus demselben ist zu entnehmen, daß die Größe des ganzen in Frage kommenden Geländes 55,45 Hektar beträgt, davon sind 20,7 Hektar Baugelände, 10,75 Hektar Straßen- gelände, welches der Fiskus unentgeltlich abtritt, und 24 Hcttar Baugelände, welches der Fiskus behält. Die Stadt führt die Eni- festigung aus und erhält dafür soviel Land, als die Kosten für die Entfcstigung betragen. Nach dem neuesten dritten Kostenanschläge betragen die Gesamtkosten für Einebnung, Kanalisation, Pflasterung 2,783 Millionen Mark. Der Stadt soll Gelände im Werte von 2,781 Millionen Mark überwiesen werden, die etwaige Mehr- forderung soll später ausgeglichen werden. An der Hand von Bsfäjmingeft tmS®I2Enen crtlStte der VortSHenVe die Ari der Kanalisation, die als Trennsystem gedacht ist. Nach diesem Vortrage wünschte Genosse P i e ck zu wissen, wieviel für einen Quadratmeter des Geländes angesetzt ist. Der Vortragende konnte hierauf aber keine Auskunft geben, da die Preis« verschieden angesetzt seien.— Es folgte hierauf die Beratung über das Ortsstatut und die Schulordnung der kaufmännischen Fortbildungsschule. Die Vorlage wurde mit einigen kleinen Aenderungen bezüglich der Schulzeit(von 2 bis 4 Uhr, statt 3 bis 5 Uhr) und der Besetzung des Schulvorstandes stes soll auch ein Stadtverordneter hineindelegiert werden) an- genommen. Bei dieser Gelegenheit klagte der Stadtverordnete Kauf- mann Thomas, datz für den Kaufmannsstand jetzt so wenig ge- eignetes Personal zu haben sei; früher bekamen die Kaufleute Schüler gehobener Schulen als Lehrlinge, diese jungen Leute er- griffen aber heute Berufe, die leichter und lohnender sind. und deshalb sei der Kaufmann nur noch auf Schüler der mittleren und Gcmeindeschulen angewiesen, die dann, wenn sie tüchtige Kauf- leute werden sollen, auch eine geeignete Nachbildung haben müsien. Aus dieser Jeremiade geht unzweifelhaft hervor, daß der Kauf- mannsstand auch einen Umänderungsprozeh durchmacht. Man kann es doch wirklich keinem Schüler höherer Schulen verdenken, wenn er sich diese Auspowerung, wie sie gerade noch im Kaufmannsstande üblich, nicht gefallen läßt. An eine Selbständigkeit können heute wohl die wenigsten jungen Leute denken. Dadurch aber, daß mmi ge- nötigt ist. seine Ausbeutungsobjekte unter den Proletarierkindern zu suchen, wird eben auch der ganze Gehülfenstand proletarisiert. Dies sollten sich namentlich gerade diejenigen Gehülfen der Kauf- Mannschaft merken, die immer noch den Dünkel haben, sie seien etwas Besseres.— Ein« Erhöhung der Remuneration für Be- dienung der Umdruckpresse beim Magistrat von 45 M. auf 50 M. monatlich wird gefordert. Genosse Pieck hält eine derartige Be- zahlung für unwürdig und beantragte dem Mann einen Stunden- lohn van 40 Pf. zu gewähren. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt.— Der allem Anschein . nach bedeutsamste Punkt der Tagesordnung, nämlich der Verkauf von 500 Morgen des Stadtwaldes an das evangelische Johannesstift in Plötzensee, wurde nur zu einem Teil in öffentlicher Sitzung be- handelt.. W'i« der Referent mitteilte fordert die Stadt einen Preis von 0000 M. pro Morgen. In geheimer Sitzung wurde die Vor- lag« angenommen. Dagegen stimmten nur unsere Genossen Grieben. Köpenick, Hornig und Pieck, getreu ihrem Prinzip, daß kein städtisches Gelände zu Privatzwecken verkauft werde,_ Berliner)Vacbricbten. Der übliche Gerüsteinsturz hat auch gestern wieder stattgefunden und er war auch von recht schweren Folgen begleitet. An der Veranda der Arosten Restaurationshalle im Zoologischen Garten werden gegenwartig Renovierungsarbeiten ausgeführt. Zum Zwecke der Anbringung neuer Malereien an der Decke war ein etwa acht bis zehn Meter hohes Gerüst aufgestellt, daS gestern nachmittag gegen Vo5 Uhr plötzlich zusammenstürzte. Der 50 Jahre alte Maler Karl Ludwig aus der Zorndorferstr. 23 wurde mit in die Tiefe gerissen und blieb besinnungslos zwischen den Trümmern liegen. der Schwerverletzte mit dem Leben davonkommen wird, ist fraglich Als ein Glück ist es noch zu betrachten, dafc die übrigen vier Arbeiter das Gerüst uock nicht bestiegen hatten. Die Ursache ist daraus zurückzukühr«, bah die Hauptstütze jedenfalls infolge Ueber- lastung broch. «ufere Polizei ist um das Wohl der Bürger außerordentlich be- sorgt. Am rührendsten betätigt sie diese Fürsorge, wenn es sich um Sozialdemokraten handelt. Jetzt hat sie die Versammlung, die am 13. März bei Franke in der Sebastianstraße stattfinden sollte, aus baupolizeilichen Gründen untersagt. Die Sozialdemokraten find aber ganz undankbare Menschen, daß ste die polizeiliche Fürsorge nicht anerkenne«. Protest gegen die geplante Fahrlartensteuer. Nicht weniger als 76 Vororte Berlins haben gestern abend in einer Hauptver- sammlung des Vereines der Vororte gegen die von der Reichstags- kommission vorgeschlagene Fahrkartensteuer Protest eingelegt. Das Referat hatte der Direktor der Zentralstelle für Vorbereiwng der Handelsverträge Dr. Votzberg-R:kow übernommen. In längeren Ausführungen bezeichnet der Redner neben der Produktion den Ver- kehr als eine der grundlegenden Kraftquellen der wirtschaftlichen EntWickelung und legt dar, daß es unter allen Umständen falsch sei, derartige Quellen abzubauen. An Hand einer erschöpfenden Statistik prüft der Referent die Wirkung, welche die Kommissions- Vorschläge auf Berlin und sein« Bororte ausüben würden. Mit Hülfe der Eisenbahnfahrpläne, der Straßenbahnlinien sowie der Dampfschiffahrtsstrecken legt er dar, wie einschneidend die Wirkung sein müsse. Die Forderung des fünfzehnfachen Betrages für Zeit- karten sei willkürlich. Durch eine Reihe von Beispielen belegte der Redner seine Ausführungen. Es sei eines davon an dieser Stelle erwähnt: Das gesamte Netz der Großen Berliner Straßenbahn um- saßt eine Ausdehnung von 505 Kilometer. Die Große Berliner verabfolgt für ihr ganzes Fahrnetz Monatskarten zum Preise von 20 Mark. Sobald die vorliegenden Komniissionsbeschlüsse Gesetz werden, dürste sich dieser Betrag der Kilometcrzahl entsprechend auf 38,70 Mari erhöhen. Würde die Vorlag« Gesetz, so iiküßten auch diese außerordentlich beliebten und ganz besonders von den be- scheidenen Bevölkerungskreisen benutzten Danipfersahrten im Sommer wegsallen. Der Referent kommt in seinem mit großem Beifall ausgenommenen Vortrage schließlich zu der Ansicht, daß es im gemeinsamen Interesse nicht nur für Berlin, sondern auch für sämtliche Vororte sei, wenn eine Verteuerung des Verkehrs für die Reichshauptstadt und seine Umgebung unter allen Umständen verhindert werde. Eine Verteuerung der Verkehrsmittel im Vor- ortnetze bedeute nichts weniger, als eine Beeinträchtigung im Zu- sammenhange zwischen der Reichshauptstadt und seinen Vororten. In der nun folgenden Diskussion verwahrten sich sämtliche Redner gegen die Einführung einer Fahrkartensteuer. Die Versammlung, die außerordentlich stark besucht war und in der nicht weniger als 76 Vororte durch Delegierte vertreten waren, beschloß einstimmig, eine entsprechende Petition an den Reichstag sowie an den Bundes- rat zu richten. Unglücksfälle bei der Arbeit. Bei einem bedauerlichen Unglücks- fall ist der 53 jährige Zimmermann Gottfried Sperling, Gubener- straße 32, tödlich verunglückt. Sp., der arif dem Lagerplatz von Depplin u. Mamlock in der KopernikuSstrahe beschäftigt gewesen war, hatte dicht an einem Bretterstapel zu tun gehabt, und plötzlich stürzte dieser ein und Sp. wurde unter den Brettcrmassen begraben. Der Aermste wurde mit so schweren Verletzungen wieder hervor- gezogen, daß er bald starb.— Bei einem Vorkommnis, das noch der Aufklärung bedarß ist der 27 jährige Arbeiter Gustav Kleinschmidt aus der Simon Dachstraße 37 schwer verletzt worden. Der junge Mann hatte auf dem Neubau Romtntenerstrvhe 26 gearbeitet, und als er nach Feierabend mit einigen Kollegen auf dem Hose deS Neubaues stand, stürzte plötzlich ein halber Mauerstein mit solcher Ge- Ivalt auf seinen Kopf, daß K. bewußtlos zusammenbrach; er hatte einen Schädelbruch erlitten und wurde in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus am FriedrichShain gebracht. Auf welche Weise der Stein von dem Bau heruntergeschleudert worden ist, konnte bis- her noch nicht aufgeklärt werden. Hennig ist nunmehr in Nummer sicher und eS beginnen die Vernehmungen und Untersuchungen. Nack Monaten wird sich die Oeffent- lickkeit wieder mit der Affare beschäfligen, wenn Hennig von dem Schwurgericht abgeurteilt wird. Inzwischen ventilieren die Zeitungen eifrig die Frage, wem wohl die ausgesetzten Belohnungen zuerkannt werden sollen. Für uns ist diese Frage eine sehr müßige und wir werden uns darüber auch nicht den Kopf zerbrechen. jBre es heißt, kommen Beamte dabei nicht in Betracht, da nach einer vor Jahren getroffenen Verfügung des Ministers diese ausschalten und nur Privat» Personen in Frage kommen. Privatpersonen werden zwar in den meisten Fällen in Betracht kommen, da diese erst die Polizei auf die be- treffenden Verfolgien aufmerksam machen, ja meistens erst der Polizei zufuhien. Im Falle Hennig war das so. Aus Stettin hat sich jetzt der Wächter Haase, der sich rühmt, der Urheber der Festnahme Henuigs zu sein, nach Potsdam begeben, um sich dort von der Staatsanwaltschaft vernehmen zu lassen. Denn er will es gewesen sein, der Hennig dem Kriminalbeaniten übergab. Es wird berichtet, daß auch dieser Polizeibeamte mit Hennig nicht anders umgegangen sei, als seine Berliner Kollegen. Gegen den Wächter Haase soll außerdem ein Strasbesehl erlassen werden, weil er bei der Verfolgung des Diebes übermäßig schnell gefahren fein soll und den Mitverfolger, Sattler Brauer, umgestoßen habe. Uebrigens sollen die beiden Schutzleute des 17. Polizeireviers in der Wörthcrstraße, die Hennig nach seiner ersten Festnahme entfliehen ließen, erkrankt lein; der eine soll eine Nervenheilanstalt haben aussuchen müssen, der andere soll zu Hause kraut danieder- liegen. Wie doch ein solches Malheur auf die Nerven wirkt. Als der eine von den Bcamten sich früher so sehr anstrengte, wenn es sich um Auflösung von Matineen und anderen VernnstaUnngen, die von unseren Genossen arrangiert waren, handelte, hat man von solchen Folgen der Anstrengung nichts gehört. Keine Odstrcste fortwerfen. Ein bedauerlicher Unglücks- fall ist gestern durch das leichtfertige Fortiverfen von Obstresten herbeigeführt worden. Der Tischler Paul Schulze aus der Memeler« straße trat gestern abend, als er aus dem Wege nach seiner Wohnung begriffen, die Frankfurter Allee passierte, auf ein Stück Apfelstilen- schale, glitt aus und fiel so ungtücklich. daß er einen lomplizierten Bruch des rechten Unterschenkels erlitt. Der Verunglückte wurde nach der Unfallstation in der Warschauerstraße gebracht und von dort, nachdem ihm ein Notverband angelegt worden war, nach dem Krankenhause am FriedrichShain übergeführt. Dem entschlossenen Eingreifen eines Lokomotivführers hat ver Handelsmann Lücke aus Heimigsdors sein Leben zu verdanken. L. wollte die Berlin-Veltener Bahn in der gestrigen Nacht benutzen und sprang aus der Station Tegel auf einen Wogen des Zuges Nr. 379, obgleich dieser sich schon in Bewegung gesetzt hatte. Der Unvorsichtige verfehlte das Trittbrett und stürzte zwischen den Bahnsteig und den abfahrenden Train. Zweifellos wäre L. zermalmt worden, ivenn nicht der Lokomotivführer, der den auffegenden Unfall beobachtet, sofort die Schuellbremse in Tätigkeit gesetzt hätte. Mit einem Ruck stand der Eisenbahnzug. Der leichtsinnige Fahrgast konnte noch von Glück sagen, daß ihm nur zwei Zehen am rechten Fuße abgequetscht worden waren. AlS Leiche wurde gestern morgen um 7% Uhr der 22 jährige Zigarrenmacher Gustav Bolle aus Pankow, Mühlenstraße 52 bei den Eltern wohnend, an der Sellerbrücke am Nordhafen gelandet. In seinem Besitz wurde ein Verbandsbuch, ein Portemonnaie mit In- halt und eine silberne Remontoiruhr gefunden. Eine Juvalidenkarte, lautend auf den Namen Otto Work, ist von der Station Viehhof nach dem Gesundbrunnen verloren ge- gangen. Der Finder derselben wird gebeten, dieselbe Frankfurter Allee 135, Ouergebäude II, abzugeben. Zeugeugesuch. Personen, die am 14. März, abends, in der Heidestraße Zeuge eines RekonterS zwischen einem Fuhrherrn und einem Kutscher waren, werden gebeten, ihre Adresse bei Miehlke, Sparrstraße 2, abzugeben. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Montag: 1. Abteilung, D«S. denerstraße 45. Augenarzt Herr Dr. Cohn spricht über Augen- Verletzungen und praktische Hülfcleistungen, daran anschließend praktische Uebungen.— 3. Abteilung, am Donnerstag in Schöneberg bei Obst, Meiningerstraße 8. Neue Mitglieder können jederzeit in der Kolonne eintreten. Gäste haben einmaligen ffeien Zutritt. Sozialdemokr. Wahlverein Rixdorf. Dienstag, den SV. März, abends 8'/, Uhr: Mitglleder-Uersammlitng in Hoppes Festsälen, Hermannstr. 49-50. Tage». Ordnung: I. Di« Beleidigung der Rlrdorser Arbeiterschast durch den Gtadtverord- aeten Ssl»z. 2. Bericht von der KreiS-Generalversammlung. S. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. D«r Stadtv. Bei st wird in dieter Versammlung schriftlich eingeladen. Gäste, anch Frauen, haben Zutritt. 232/8 »w Vorstand. Emil Hoegner Schönehenj Cnmewaldstraße 108. Sctiönefierg Wüsche-, Weiß-, Woll- und nannfaktarwaren. Vorgeselchnete und fertlfe Handarbeiten� ♦ Wegen VergrSBerung um lOProz. herabgesetzte Preise.- Herren- Artikel. Mitglied von 8 Rabatt- u. Sparvereinen. 339V» ! Vereins-Säle! Bruse's Ball-Salon. Rixdorf, Knisebeckstrahe 113 (2 Min. 6. Bahnhos Hermannstr� Jeden Sonntag: 322S3* KavaliersBall bei stark besetztem Orchester. Saal(SlXZ Pers.) mlt Bühne und Restaurani besten» empfohlen. »«««««««««»««««««»d Weitestes konz. Leihhaus Charlottenbars, Vilmersdorferstr. 40 I. Hohe Beleihung. Diskr. Sprechzimmer. Gelegenheitskäufe In Brillanten, Uhren, Gold- u. 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