Nr. 66. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorort- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Berfammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( feitgebructe) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben merden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 20. März 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " auch bei der im freisinnigen Sinne gerechtesten Wahlkreis- treten soll. Nach§ 2 fällt die jetzt bei Stimmengleichheit erReaktionäre Volksverhöhnung! einteilung so gut wie bollständig unvertreten forderliche Stichwahl fort, es braucht fein zweiter Wahlgang stattbleiben würde, würde den freisinnigen Hütern des demo- zufinden, sondern das Los kann sofort entscheiden. Schon seit längerer Zeit hatte die preußische Regierung fratischen Prinzips viel weniger Kopfzerbrechen machen! Durch§ 3 wird die Fristwahl" eingeführt, d. h. es brauchen angekündigt, daß sie einen Gefeßentwurf vorzulegen beDer Freifinn hat es sich selbst zuzuschreiben, daß er so nicht alle Wähler zusammen am Wahltische zu erscheinen, sondern absichtige, durch den die Ungerechtigkeit des Landtags en canaille behandelt wird! Er, der zu der Zeit, als er felbft sie ermöglicht dem einzelnen Wähler zu ihm gelegener Zeit seine wahlsystems gemildert werden solle. Es war kein Zweifel, Straft feiner Mehrheit im preußischen Abgeordnetenhaus das Stimme abzugeben! Mit der Einführung der Fristwahl fällt daß es sich nicht um eine Umgestaltung des elendesten aller Dreiklassenwahlsystem hätte beseitigen fönnen, der damals andererseits die Möglichkeit fort, die engeren Wahlen sofort im AnBahlsysteme im Sinne einer demokratischen Reform aber die Rolle des unentwegten Verteidigers schluß an den ersten Wahlgang, also gewöhnlich noch an demselben handeln würde, sondern nur um einige armselige Schön- dieses schmählichsten Wahlunrechts spielte, hat mum zu aller Tage vorzunehmen. Der Wähler wird häufig ein zweites Mal zur heitspflästerchen, durch die man das Gesek im Gegenteil legt Ursache, darüber Slagelieder anzustimmen, daß ihn die Wahl erscheinen müssen. Deshalb ist in der Vorlage die Fristkvahl fonservieren wollte. Nun sind gestern, am Tage nach der Junker nun ebenso behandeln, wie er früher das Proletariat nicht allgemein vorgeschrieben worden. Ihre Einführung ist auf Wahlrechtsdemonstration des Proletariates, diese Ver- behandelt hat! große Gemeinden mit besonders guten Verkehrsverbindungen bebesserungs" vorschläge der Regierung in Gestalt von zwei Das entrechtete Volt aber, dem durch diese junkerliche schränkt!! Der Entwurf schreibt die Einführung der Fristwahl Gesezentwürfen dem Landtage zugegangen. Und diese Gesetz Wahlkreisreform nicht einmal jenes jämmerliche Zugeständnis nur für Gemeinden von wenigstens 50 000 Einwohnern für die entwürfe stellen in der Tat den blutigsten Hohn dar, gemacht wird, das man dem Freisinn immerhin noch konzediert Urwahlen vor, gestattet jedoch zugunsten der Terminwahl für den man dem sein Bürgerrecht heischenden Proletariat antun hat, wird den Hohn, den man ihm durch die Regierungs- diese Gemeinden und zugunsten der Fristwahl auch für fleinere konnte! Denn daß die Verbesserungen" so armselig aussehen vorlage zu bieten wagt, durch eine immer energischere Gemeinden zu erlaffen, deren Anordnung im Einzelfalle der Ministewürden, wie es die Gesetzentwürfe borsehen, hätte man denn wahlagitation beantworten. Wenn der Freifinn auch rialinstanz vorbehalten und von einem Antrage des Gemeindevordoch kaum annehmen sollen. nur noch einen Funken von politischem Selbstbewußtsein befäße, standes abhängig gemacht wird. Für die Abgeordnetenwahlen wird Man wußte, daß die Tendenz des Regierungsentwurfes so müßte er sich nun, wo auch er aufs neue begaunert wird, die Einführung der Fristwahl nur in einzelnen Wahlbezirken fakuldarauf hinauslaufen würde, die schlimmsten Ungeheuerlichkeiten mit aller Rücksichtslosigkeit und Energie der Wahlrechtsbewegung tativ zugelaffen. der bestehenden Wahlkreisgeometrie zu beseitigen. des Proletariats anschließen. Wir trauen freilich dem Freisinn Nach§ 4 fann der Minister des Innern anordnen, daß in Die Einteilung der Wahlkreise für das preußische Abgeordneten auch jetzt noch nicht zu, daß er sich ermannen könnte. So ist Wahlbezirken, in welchen die Zahl der Wahlmänner 600 oder mehr haus beruhte für die alten Provinzen auf der Volkszählung nach wie vor das Proletariat auf sich selbst, auf seine eigene beträgt, die Wahl der Abgeordneten in Gruppen der Wahlmänner von 1858, für die neuen durch den Eroberungskrieg vom Tatkraft angewiesen. Nur dann, wenn das arbeitende Bolt vorzunehmen ist und dabei die Orte innerhalb des Wahlbezirks beJahre 1866 gewonnenen Provinzen auf der Volks- sich zur Eroberung seiner Bürgerrechte zu einer Armee zustimmen, an denen örtlich getrennte Gruppen der Wahlmänner zu zählung von 1867. Da sich inzwischen die Bevölkerungs- fammengeschlossen hat, die alle Glieder der Entrechteten und versammeln sind. An Stelle dieser Bestimmung kann unter der giffer der einzelnen Wahlkreise infolge der kapita- Enterbten umschließt, nur dann wird die Reaktion zur Her- gleichen Vorausseßung von dem Minister auch angeordnet werden, listischen Entwickelung ganz enorm verschoben hatte, be- ausgabe des Wahlrechts gezwungen werden. daß in dem Wahlbezirke die Abstimmung bei der Wahl der Abdeutete die bisherige Wahlkreiseinteilung eine unerhörte geordneten in der Form der Fristwahl stattfindet. Außerdem entBenachteiligung der städtischen and industriellen Wahlkreise zu- Die beiden Entwürfe haben folgenden Inhalt: hält der Entwurf noch Vorschriften über die Verpflichtungen, das gunsten der rückständigen ländlichen Wahlkreise. So hätten Der erste Entwurf sieht eine Vermehrung der Mitglieder des Ehrenamt des Vorstehers, des Protokollführers oder eines Beifikers unter zugrundelegung der Bevölkerungsverhältnisse vom Abgeordnetenhauses und Aenderung der Landtagswahlbezirke und im Wahlvorstande anzunehmen, und die Berechtigung, diese Aemter Jahre 1890 in Berlin statt der neun Landtagsabgeordneten Wahlorte vor, der zweite Gesetzentwurf: Abänderung der Vor- abzulehnen. Die Vorschriften des Artikels 115 der Verfassungsderen 23 gewählt werden müssen, im Regierungsbezirk schriften über das Verfahren bei den Wahlen zum Abgeord- urkunde, soweit sie den Vorschriften der Vorlage entgegenstehen, Düsseldorf statt 21 deren 29, im Regierungsbezirk Arnsberg 19 statt 16, im Regierungsbezirt Oppeln netenhaus. Nach§ 1 des ersten Entwurfs soll die Zahl der Mit- treten außer Kraft. Der Entwurf felbft soll mit dem 1. Oftober Arnsberg 19 statt 16, im Regierungsbezirk Oppeln glieder des Hauses der Abgeordneten um 10 bvermehrt werden, 1906 in Straft treten. 23 statt deren 20. Aber auch in Breslau, in Köln, in Magdeburg, in Frankfurt a. M., in Eiberalfo 448 betragen.§ 2 handelt von der Aenderung der Wahlbezirke. feld- Barmen, in Stettin und Altona hätte der 83 enthält für die geänderten Wahlbezirke eine anderweitige Be. fortgeschrittenen Bevölkerungsziffer zufolge eine Reihe neuer für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von dem 3. Wahlbezirk des stimmung der Wahlorte.§ 4 besagt, daß die Garnison von Mainz Wahlbezirke gebildet werden müssen. Zentrum und Nationalliberale dominieren. " Politifche Ueberficht. " Als ihm der Berlin, den 19. Mära. Die Regierungsvorlage nun denkt gar nicht an eine auch Regierungsbezirks Koblenz abgetrennt und dem 9. Wahlbezirke des Regierungsbezirks Wiesbaden zugewiesen wird.§ 5, der Teşte Afrika- Etats. nur halbwegs durchgreifende Beseitigung dieser Ungeheuerlich Baragraph, bestimmt, daß das Gesetz bei der ersten nach seinem feit. Es sollen im ganzen Neueinteilungen der Wahlbezirke Auf Anfrage des Genossen Ledebour, wann denn nur in Berlin, Potsdam, Oppeln, Arnsberg und Inkrafttreten stattfindenden Neuwahl Anwendung finden soll. In nun endlich das Ende des südwestafrikanischen Krieges zu erDüsseldorf erfolgen. Dadurch soll die Gesamtzahl der einem beigegebenen Verzeichnis werden die zu ändernden Wahl- warten sei, gab heute im Reichstage namens der Regierung bezirke aufgeführt: Danach erhält Berlin statt der bisherigen 9 Ab- der Oberst Deimling eine Antwort, nach der noch auf Abgeordneten im ganzen um 10 erhöht werden, und zwar geordneten 12 und wird in 12 Wahlbezirke mit je einem zu Jahre hinaus zwecks Unterwerfung" der gegen ihre Unterfoll Berlin statt der bisherigen neun 12 Abgeordnete erhalten, Potsdam, Oppeln und Düsseldorf je einen und der wie die Begründung ausführt, neben Rücksichten auf Erleichterung rebellisch" gewordenen südwestafrikanischen Völkerschaften ge halten, Potsdam, Oppeln und Düsseldorf je einen und der wählenden Abgeordneten geteilt. Bei ihrer Abgrenzung war, brückung und gegen die Besitznahme ihres Eigentums Regierungsbezirk Arnsberg drei Abgeordnete mehr wählen dürfen. Da bei einer wirklich gerechten Wahlkreiseinteilung allein des Wahlbetriebes und auf die voraussichtliche zukünftige Bewegung waltige Truppenmassen in Afrika bleiben müssen. Erst nach der Bevölkerung, namentlich der Gesichtspunkt maßgebend, daß Beendigung der Bahn nach Keetmannshop, meinte der ReBerlin 15 Landtagsabgeordnete mehr erhalten müßte, so bedeutet die Vermehrung der Wahlkreise um 10 nicht nur einen historisch zusammengehörige Teile der Stadt tunlichst auch bei der gierungskommissar, tönne man an eine Zurückziehung der Wahlbezirkseinteilung nicht getrennt werden. Hohn auf die Wahlrechtsforderungen des Proletariates über- Wahlbezirk Potsdam Nr. 9, der aus den Landkreisen Teltow, Bees- Sollte sie bewilligt werden, so würden nach der vom Genossen Weiter ist der Truppen denten. Die Bahn ist überhaupt noch nicht bewilligt. haupt, sondern sogar einen Hohn auf die Forderung einer ver- fow, Storkow, und aus den Stadtkreisen Charlottenburg, Schöne Ledebour angestellten Berechnung etwa zwei Jahre auf nünftigen Wahlkreisgeometrie! Bezeichnend für den ultrareaktionären Charakter dieser berg und Rigdorf besteht, neu eingeteilt. Es ist vorgesehen, einen den Bau verwendet werden. Also mindestens noch zwei Jahre Wahlkreisreform ist es auch, daß mit Ausnahme von Berlin bei der neuen Wahlbezirk aus dem Stadtkreise Charlottenburg, einen foll eine Armee von 14000 Mann in Afrita bleiben zweiten aus Rigdorf und Schöneberg zusammen, und zwar mit je müssen! Der Vermehrung der Wahlkreise nur solche Regierungsbezirke in einem Abgeordneten zu bilden, während in den beiden zu einem Bondelzwarts begann Ende Oftober 1903. Der Aufstand" des Hottentottenstammes der Betracht gezogen worden sind, in denen Konservative, Wahlbezirk zu vereinigenden Landkreisen entsprechend ihrer Größe Aufstand" der Hereros folgte, hieß es: in wenigen Monaten Diesen ausgesprochen reaktionären Parteien will man sieben und Bedeutung die bisherigen zwei Abgeordneten belassen werden. würden die um ihr Recht und ihr Gut lämpfenden„ Rebellen" Sier sind also zwei neue Abgeordnetenfiße geschaffen worden. Die niedergehalten werden. neue Mandate zuschanzen, während dem Freifinn nur ein britte Teilung ist beim Wahlbezirk Oppeln Nr. 5, der aus den Millionen geopfert, blühende Menschenleben auf deutscher Seit der Zeit sind hunderte von Mandatszuwachs von drei Mandaten in Aussicht gestellt ist. 4 Landkreisen Tarnowik, Beuthen, Kattowitz, Zabrze und den und afrikanischer Seite vernichtet. Und noch heute werden Das ist der Dank der Reaktion dafür, daß der Freifinn ihr 3 Stadtkreisen Beuthen, Königshütte und Kattowitz besteht. Hier unübersehbare Opfer gefordert! Oberst Deimling erblickte die treuesten Schleppenträgerdienste geleistet hat! So erflärte ist die Teilung so vorgenommen, daß die Landkreise Tarnowitz und in den militärischen Schritten der Niederwerfung des Auffich denn auch, daß die freisinnige Presse durch diese Wahl- Beuthen, die Landkreise Kattowitz, Zabrze und die Stadikreise standes Vorteile auf ideellem" Gebiet, weil tausende doch rechtsreform bitterlich enttäuscht ist und ihrem Unwillen über Beuthen, Königshütte, Kattowiß je einen Abgeordneten wählen, nun mit eigenen Augen sehen, daß es dort drüben auch noch biese Uebertölpelung in der lebhaftesten Weise Ausdruck gibt. während bisher von allen diesen Streifen nur zwei Abgeordnete eine Welt gibt. Die übergroße Zahl Deutscher wird eher in So schreibt die Freie Deutsche Preffe": gewählt wurden. Die vierte Teilung ist im Wahlbezirk Arnsberg der Erhebung der um ihr Gut und Recht geprellten Schwarzen Wie wir befürchtet haben, ist die Wahlreformborlage der Nr. 5, dem größten Wahlkreise der Monarchie, der aus 9 Stadt- und und in ihrer verzweifelten Gegenwehr einen ideellen Zug heraus. Regierung nur ein armseliges lid wert. Grundlage des Wahlrechts, an dem Dreiklassenwahlsystem, das Landfreifen besteht, erfolgt. Die Abgeordneten sind hier von drei finden. Den Gebrauch von Waffen gegen um ihr Recht gedurch die Steuerreform trog gefliffentlicher Abschwächungsversuche auf ſechs vermehrt, es sind sechs Wahlbezirke, die je einen Ab- brachte Wienschen mag die findliche Räuberphantafie eines noch plutokratischer geworden ist, wird nicht das geringste geändert. geordneten zu wählen haben, gebildet. Schließlich ist noch der alten Schachtemeyer, an dessen Räuberlieder Genosse Ledebour Auch die durchaus ungerechte Einteilung der Wahlbezirke im ganzen Wahlbezirk Düsseldorf Nr. 5( Effen- Duisburg- Mühlheim- Ruhrort) bie sonderbaren Idealisten heute erinnerte, als ein Jdeal erleidet durch die Novelle teine Verbesserungen. Sie berüid geteilt worden. Die Zahl der Abgeordneten wird hier von bisher betrachten; für den nach Kultur und Verbreitung der Kultur fichtigt weder die gegenwärtigen Steuerberhält brei auf vier erhöht. Außerdem find in 25 Wahlbezirken die strebenden Menschen sind Barbarei und Idealismus underniffe, noch die Bevölkerung, noch den territorialen Umfang. Aber Wahlorte anders bestimmt worden, hauptsächlich zur Bermeibung einbare Gegenfäße. Der Genosse Ledebour tennzeichnete für die Konservativen und damit für die von ihnen beeinflußte fünftiger Wahlen in Kirchengebäuden. Verlegt ist der Wahlort im diesen angeblichen ideellen Zug" und hob die Gefühlsroheit Regierung ist die jetzt herrschende Wahlkreiseinteilung nun einmal Wahlbezirk Labiau- Wehlau von Tapiau nach Wehlau, im Wahl- hervor, die schwere Lasten bem arbeitenden Volk zur Verlichkeit auch unter dem Dreitlassenwahlrecht zus folgung von Menschen in Afrika auferlegt. Der Nachtragsim Wahlbezirk Ofterode Neibenburg bon sammenbrechen würde, wenn eine rationelle Einteilung Pr. Holland, etat in Höhe von 30 Millionen wurde bewilligt. der Wahlkreise nach dem Brinzip der steuerlichen Hohenstein nach Osterode, im Osterode, im Wahlbezirk Allenstein- Röffel Bei dem Etat für Stamerun gelangte die bekannte Leistung erfolgen würde.. von Wartenburg nach Allenstein, im Allenstein, im Wahlbezirk Rasten Buttkameruniade, insbesondere der Justizmord gegen die AfwaWie man sieht, ist die Freie Deutsche Presse", das burg- Gerdauen- Friedland bon Schippenbeil nach Bartenstein, führende Organ der Freifinnigen Volkspartei, fast weniger im Wahlbezirk Sensburg- Ortelsburg von Auwveiben nach Sensburg, häuptlinge und Jestos Fertigkeit zur Ausstellung falscher Pässe barüber entrüstet, daß die Wahlreformvorlage der Regierung im Wahlbezirt Flatow- Dtsch.- Krone von Jastrow nach Schneide. zur Besprechung. Morgen Fortsegung.nicht an dem Klassenwahlrecht selbst rüttelt, als mühl. im Wahlbezirk Oberbarnim- Niederbarnim von Bernau nach darüber, daß die Wahlkreiseinteilung nicht nach dem Prinzip Lichtenberg und Eberswalde, im Wahlbezirk Osthavelland- Spandau der steuerlichen Leistungen erfolgt, d. h. den Geld- von Nauen nach Spandau usw. " " An der ein Kräutlein Rührmichnichtan, weil die ganze konservative Herr- Wahlbezirk bezirk Pr. Holland- Mohrungen bon Mohrungen nach Scharfmacherei. Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Montag den sad ganz allein zum Gradmesser des Wahlrechts macht! Der zweite Gesetzentwurf enthält Abänderungen der Vor. Gesezentwurf betr. die Befähigung zum höheren Daß die Bourgeoisie auch durch diese neue Vorlage wiederum schriften über das Wahlverfahren.§ 1 ändert die bisherigen Vor- Verwaltungsdienst. Es handelt sich in der vont vom Junkertum geprellt werden soll, entfacht den höchsten schriften dahin, daß an Stelle der Wahl der Mitglieder des Wahl. Herrenhause bereits erledigten Vorlage im wesentlichen um Entrüstungssturm in diesen freisinnigen Gemütern. Daß die vorstandes durch die Versammlung der Wahlmänner die Ernennung eine bessere Vorbildung der Referendare, die zur Regierung Masse des Volkes, in erster Linie das Proletariat, des Protokollführers und der Beisitzer durch den Wahlkommissar übertreten wollen; der eigentlich juristische Vorbereitungsdienst soll abgekürzt, der in der Vcrivaktung entsprechend dcrkängcrt werden. Aus der Debatte ist nur die Hetze des rheinischen Groß- industriellen und freikonservativen Kommerzicnrats V o r st e r gegen Professor Brentano und den Kurator der Universität Bonn, v. Rottenburg, hervorzuheben. Herr Vorstcr machte sich zum Sprachrohr derjenigen, die die Nationalökonomie in den Dienst des Unternehmertums stellen und jeden hängen möchten, der irgendwelche Forderungeit der Arbeiter— und mögen sie noch so bescheiden sein— gutheißt. In früheren Jahren pflegte der selige Stunim diese Rede zu halten. Die Vorlage wurde einer Komniissioil überwiesen. Am Dienstag>vird das Sparkassengesetz beraten. Die erste Lesung der Wahlrechtsvorlage soll am Donnerstag erfolgen.—_ Steuerscheu. Den Junkern werden in der von der Reichsfinanzkommission umgeänderten Erbschaftssteuervorlagc zwar weitgehende Vorrechte eingeräumt, dennoch paßt ihnen, so sehr sie auch neuerdings aus Rücksicht auf die Stimmung gewisser ollerhöchster Kreise für die „gräßliche Flotte" schwärmen, durchaus die Reichserbschafts- steuer nicht in ihre steuerpolitischen Absichten, denn aus eigenen Mitteln zu der Aufbringung der Kosten für die Flottenvermehrung beizutragen, verspüren sie in ihrem opferwilligen„vaterländischen" Herzen keine Neigung. Am liebsten bürdeten sie diese Last durch die Einführung einer Erhöhung der Bier-, Tabak- und anderer Verbrauchssteuern der großen breiten Volksmasse auf. Da aber diese agrarisch-uneigennützige Steuerpolitik unter den heutigen Verhältnissen sich nur teilweise durchsetzen läßt, so plädiert neuerdings die agrarische Presse für die Einführung solcher Steuern, die speziell die Großindustrie treffen— mit der Motivierung, daß diese nicht nur die leistungsfähigsten Schultern besitze, sondern auch an der Weltpolitik wirtschaftlich am meisten interessiert sei. So schreibt z. B. das Jntclligenzblatt des Bundes der Landwirte, die Oertelsche„Deutsche Tageszeitung": „Angesichts der Tatsache, daß sich sowohl die Reichsregierung als auch die Steuerkommission des Reichstages ängstlich davor gc- hütet hat, die am Ueberseehandel und dem Ausbau unserer Flotte so lebhaft interessierte Großindustrie zu irgend welchem Steuer- opfer heranzuziehen, ist eine Zusammenstellung interessant, welche kürzlich der„Vorwärts" über die Rentabilität der Eisen- und Stahlindustrie brachte. Es sind dabei die Betricbsergebnisse von 13 größeren Werken innerhalb der letzten 6 Jahre berücksichtigt. Das gesamte Aktienkapital dieser Werke betrug 226% Millionen Mark, auf welches in den 6 Jahren 126?� Millionen Mark a n Dividenden oder SS Proz. des Anlagekapitals verteilt worden sind. Das ergibt, auf das einzelne Jahr berechnet, eine durchschnittliche Dividende von reichlich ä Proz. Daneben tonnten die Reserven bis zur Höhe von etwa 8114 Millionen gesteigert und so reichliche Abschreibungen vor- genommen werden, daß bei den meisten Gruben, wie der„Vor- wärts" sagt, in den letzten 10— 15 Jahren das ganze Aktienkapital schon einmal abgeschrieben ist. Das sind wirklich deutliche Beweise einer sehr befriedigenden Rentabilität, die aber von anderen Werken doch noch sehr weit in den Schatten gestellt wird. So schwankt beispielsweise die Dividende bei dem Schalker Gruben- und Hüttenverein zwischen 3214 und 75 Proz. und bei dem Aachener Hüttenverein zwischen 30 und SO Proz., abgesehen davon, daß bei beiden Werken auch noch die Rücklagen auf nahezu SO Proz. des Aktienkapitals gebracht werden konnten. Man sieht, diese großindustriellen Werke sind wahre Gold- gruben für ihre Aktionäre und für ihre im Hintergrunde stehenden Gründerbanken. Ihre Erträgnisse dürften aber noch weiter ge- steigert werden, wenn erst die mit einem Kapitalaufwandc von mehreren Hundert Millionen aus der preußischen Staatskasse zu erbauenden Kunstwasserstraßen fertig gestellt sind und wenn vom Reiche ebenfalls Hunderte von Millionen für neue Kricgsschiffsbauten ausgegeben werden. Trotz- dem hat man, wie schon erwähnt, von keiner Seite den Versuch gemacht, diese doch gewiß„l ei st ungsfähigen, kräftigen Schultern" zum Tragen der neuen Reichs st cuer- lasten mit heranzuziehen. Und dabei war gerade diese großkapitalistische Schwerindustrie schon bisher vor anderen In- dusrriezweigen in dieser Beziehung ungemein bevorzugt." Die„Deutsche Tageszeitung" hat so unrecht nicht. Die rheinisch- westfälische Bergwerks- und Hüttenindustrie steht nicht nur in bezug auf Prosperität unter den wichtigeren deutschen Industriezweigen obenan: sie hat auch an dem Flottenbau das größte pekuniäre Interesse, da sie den bedeutendsten und wertvollsten Teil der Schiffs- baumaterialien liefert. Aus diesen Gründen und weil fast nirgends die Flottenpropaganda so eifrig betrieben wird als in den Kreisen der Eisen- und Stahlindustrie, wäre es nur gerecht, wenn diese Kreise auch am stärksten zu den Lasten der von ihnen propagierten Flottenvermehrung herangezogen würden— umsomehr, als die hohe Prosperität jener größtenteils syndizierten Industriezweige durch- aus nicht, wie von der kapitalistischen Presse behauptet wird, allein auf ihrer Tüchtigkeit beruht, sondern vielmehr durch die Eisenbahn- tarifpolitik, die Berggcsetzgebung und die deutsche Zollpolitik seit Jahrzehnten mächtig gefördert worden ist. Das beste Mittel, jene Kreise in weit stärkerem Maße zu den Kosten einer Politik heranzuziehen, die in der Hauptsache ihrem wirtschaftlichen Interesse dient, wäre die Einführung einer Reichs- einkommen- und einer Reichsvermögensstcuer. deren Staffelung und Vermögensberechnung derart beschaffen ist, daß sie die kleineren Vermögen ganz frei läßt, dafür aber die rentablen industriellen Großbetriebe um so schärfer in Anspruch nimmt. Von solchen Steuern wollen jedoch die ostclbischcn Großgrundbesitzer ebensowenig etwas wissen als die rheinischen Jndustriebarone, denn sie wissen, daß im Fall der Einführung derartiger Steuern auch die im länd- lichen Großgrundbesitz angelegten großen Vermögen nicht völlig ver- schont bleiben könnten. Deshalb hüten sich denn auch die adeligen „Bauern" mit über 500 Hektar, für derartige Steuervorschläge ein- zutreten; was sie wünschen, sind Steuern, wie der Kali- und Kohlen- ausfuhrzoll. der nicht die hohen Gewinne der Industriellen trifft. sondern lediglich den betreffenden Industriezweigen den Absatz im Auslande erschwert und dadurch die inländische Produktionstätigkeit einschränkt. Das Motiv ihrer Steuerpolitik ist eben ausschließlich der eigene Nutzen._ Ein Sturmgeselle. An, 18. März. am Tage der Revolution. hat das Leben eines Mannes geendet, der zeit seines Lebens geglaubt hat, ein wahrer Revolutionär zu sein und der doch nur ein Revoluzzer gewesen ist. Hans M o st ist zu Nclv York, 60 Jahre alt. gestorben. Da der Sozialismus sich anschickt, die amerikanische Arbeiterschaft zu er- ober», geht der Apostel des Dynamits zum Grabe. Ein reich begabter Geist ist erloschen. Johann Most war einer von den vielen Talenten, die sich unter dem belebenden Einfluß der jungen sozialistischen Lehren losrangen aus der Gebundenheit; ein Autodidakt, der sich nnt starker Faust nahm, was der Klassenstaat ihm an Wissen vorenthalten hatte. Bald stand er in den vordersten Reihen der Arbeiterbewegung. Mit Andreas Scheu und anderen wurde er in den ersten Wiener Hochverratsprozeß verwickelt und verurteilt, dann ainnestiert und ausgewiesen. 1871 kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte als beredter Agitator der Eisenacher. Er hat das erste Partciblatt der Chemnitzer Genossen redigiert, später die„Berliner Freie Presse", die Vorgängerin des heutigen„Vorwärts". Ueber die Art seiner Agitation und Schreibweise urteilt Mehring in seiner Geschichte der Sozialdemokratie: Die Presse der Partei war sehr in die Breite, aber nicht in die Tiefe gewachsen.... Ihren, weil proletarischen, Redakteuren fehlte jede Muße, sich in ihren Beruf einzuleben: wo es ihrer Beweisführung an sachlicher Kraft mangelte, halfen sie sich durch einen um so kräftigeren Ausdruck ihrer lieber- zeugungen darüber hinweg.... Hier sin der„Berliner Freien Presse") sprach Most allzu oft über Dinge, die er wirklich auch nicht verstand. Zwar seine Polemik gegen MommsenS Römische Geschichte war keineswegs so abgeschmackt, wie die bürgerliche Presse behaupten wollte, obschon sie sehr viel zu wünschen übrig ließ, aber der populäre Auszug, den Most ans dem ersten Bande deS„Kapitals" anfenigte, war voll von den ärgsten Mißverständnissen, und sein Vortrag über die Lösung der sozialen Frage riß die großen, bis dahin in der sozialistischen Literatur stets mit Achtung genannten Utopisten in lächerlicher Weise herunter, um dann selbst in der Ausmalung des„Zukunflsstaats" einem sehr seichten Utopismus zu verfallen. ES war die Periode nach der Vereinigung der Eisenacher und Lassalleaner zur gecinigten sozialistischen Arbeiterpartei bis zum Erlaß des Sozialistengesetzes, eine Zeit fieberhafter Agitationsarbelt und kräftigen Wachstums; die Flegeljahre der Partei nennt sie Mehring: In dieser Zeit ist Most nicht zur inneren Sammlung gekommen, auch seine häufigen Gefänginsstrafen verschafften sie ihm nicht— die Behandlung sozialistischer Redakteure im Gefängnis unterschied sich schon damals bedeutend von der Behandlung bürgerlicher Preßsünder— Most hat in seiner Broschüre„Die Bastille am Plötzensee" dieses System— man zwang ih», da er gelernter Buchbinder Ivar, für einen Unternehmer Papp- arbeiten anzufertigen— geschildert. Sein Reichstagsmandat— er war 1874»nd 1877 vom Chemnitzer Wahlkreis in den Reichstag gesandt worden— schützte ihn vor solcher Mißhandlung nicht. Als das Ausnahmegesetz die Presse und die Organisation der Partei zerstörte, weilte Most wieder im Gefängnis. Am S. Dezember verließ er es und sofort traf ihn die Ausloeisungs- order. Er siedelte»ach London über, wo er mit Hülfe des koininililistischen Arbeiterbildungsvereins eine Wochenschrift, die„Frei- heit" begründete. Sie wollte ursprünglich ein ausländisches Organ der deutschen Sozialdemokratie sein. Aber sie wurde bald, anstatt eine Stütze für die Partei zu sein, eine Quelle von Verlegenheiten. Die Verfolgungen, die Most von Polizei und Gerichten in überreichem Maße zu erdulden gehabt, hatten ihn in furchtbarer Weise aufgeregt und erbittert. Dazu kam nun sein Mangel von fester theoreli'cher Basis und an historischem Sinn, der schon in seiner Polemik mit Monnnsen zutage getreten. So verlor er leider das Augenmaß für das Mögliche, so konnte es geschehe», daß er die durch die Verhältnisse gegebene Taktik, die die Partei unter dem Sozialistengesetz beobachtete, nicht begriff. Immer mehr entwickelte er sich zum Prediger der Gewalttat, zum Apostel der Bombe. Er stellte die Forderung auf, die Sozialdemokratie solle, da sie von der gesetzlichen Agitation für ihre Prinzipien aus- geschlossen sei, jeder Beteiligung am politischen Leben entsagen, sich nicht an de» Wahlen beteiligen und alle ihre Kräfte nur auf die Vorbereitung zur Revolution konzentrieren. Dieses Programm war von wüsten Beschimpfungen der„parlamentarischen Sozialdemokratie" und ihrer Führer begleitet. Der Wydener Kongreß der Sozial- demokratie beschloß folgerichtig den Ausschluß des ManneS, der sich selbst außerhalb der Partei gestellt hatte. Ende 1832 ging Most wieder nach Amerika. Hier vollzog sich bald seine Wandlung zum Anarchismus. Die Bombe, die Alexander II. von Rußland am 14. März 1881 niederstreckte, hatte ihn zum be- geisterten Anbeter des Dhnamits als des wahren Mittels der Re- volntion gemacht. Noch nn Jahre 1902 hat ihm diese Begeisterung für die Propaganda der Tat eine einjährige Gefängnisstrafe eingetragen. Als er da? Attentat feierte, das im September 1901 CzolgoSz auf» den Präsidenten Mc. Kinley verübte, statuierte die Justiz ein Exempel. An einem Ungefährlichen I Denn Most hat seit vielen Jahren für die Arbeiterbelvegung der Union und der Welt überhaupt nichts mehr bedeutet. Er war ei» Sturnigesclle, ein wilder Rebell. Aber ihm fehlte Erkenntnis, und so hat er vieles Bleibendes geschaffen, nichts Wert« volles hinterlassen. Er ist guten Willens gewesen und war allezeit ein ehrlicher Mann, ehrlich in seiner Selbstüberschätzung. Aber ein Pfadweiser, ein Führer der Arbeiterklasse konnte er auf die Daner nicht sein.—_ Druckfchlcrberichtigung. Unsere Leser werden bereits gemerkt haben, daß unsere Notiz in der Sonntagsnummer„Auf die Schanzen" durch einen Druckfehler arg entstellt worden ist. In dem Satz:„Sie ivill die Drcimillionenpartei zur Viertel millionenpartei machen", sollte es selbstverständlich heißen„zur V i e l Millionenpartei".— ** ♦ Dcutfchco Reich. Die Reichstagsersatzwahl in Kaiserslautern. Am Mittwoch, den 21. d. Mts., findet im sechsten pfälzischen Wahlkreise die Ersatzwahl für den freisinnigen Volksvertreter und Weinpantscher SartoriuS statt. Der Wahlkreis ist ein alter liberaler Besitzstand. Bis 1898 war er nationalliberal vertreten, u. a. durch Mtquel von 1887— 1890, wo er bekanntlich vom Oberbürgermeister- Posten in Frankfurt a. M. ins preußische Finanzministeriuni berufen wurde. 1890— 1898 vertrat den Kreis der nationalliberale Gutsbesitzer Brunck. Er wurde durch den Bündler Doktor Roesicke, Rittergutsbesitzer in Görsdorf, abgelöst, den 1903 SartoriuS ans dem Sattel hob. Die sozialdemokratische Partei konnte seit 1878, wo ihre Stimmen gegen 841 im Jahre 1873 sNachwahl durch den Tod des damaligen Vertreters) auf 243 gefallen waren, einen beständigen Stimmenzuwachs verzeichnen. 1893 hatte sie 2525. 1898 4993. Hier kam sie zum erstenmal in die Stichwahl, und zwar mit dem Bunde der Landwirte. In der Stichwahl 1898 siegte der Bund der Landwirte mit 10930 gegen 10146 sozialdemokratische Stimmen. 1903 einigten sich die liberalen Parteien auf SartoriuS. Er erhielt in der Hanptwahl 8024 Stimmen, sein sozialdemokratischer Gegenkandidat Genosse Klement 7009(also wiederum erheblicher Stimmenzuwachs), der ZcntrumSlandidat 4248 und der des Bundes der Landwirte 6114 Stinimen<1898 Hauptwahl 6078). In der Stichwahl gaben die Bündler den Ausschlag, die für den liberalen SartoriuS ein- traten, der mit 11 366 gegen 9769 sozialdemokratische Stimmen siegte. Schon eine Betrachtung dieser Zahlen zeigt, daß die Chancen für unsere Partei recht günstige sind. AIS Bewerber um das Mandat stehen sich im jetzigen Wahl- lamps gegenüber: als Vertreter des Zentrums der Pfarrer Kempf von Gerbach, als Vertreter des liberal-freistnnig-demokratischen Ge» misches der Bürgermeister Schmidt von Odernhcim, der OrtS- gewaltige einiger kleinen zu einer Gemeinde vereinigten Ortschaften und früherer Besitzer einer Oelmühle, der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Dr. Roesicke und unser alter Kandidat, der Landtags- abgeordnete Klement. Unsere Partei hat am frühesten von allen mit der Agitation eingesetzt und spannt alle Kräfte an, die Palme deS Sieges für de» Landtags- Abgeordneten Genossen Klement davonzutragen. Die Agitation ist nicht leicht, da der Kreis ein rein ländlicher ist. Er besteht auS 139 Orten. Kaiserslautern ist die einzige größere Stadt, sto hatte 1900 43 310 Einwohner. Es ist also ein harter Boden zu bearbeiten. Dutzende von Versaininlungcn sind alle Sonntage abgehalten worden, am letzten Sonnabend und Sonntag vor der Wahl allein 22._ Grabschändung. Die„Staatsbürger-Zeitung" leistet sich ein anti- semitisches Späßchen. Sie veröffentlicht unter dem Titel„An den Vorlvärts" ein„Gedicht" mit den geistreichen EinleitiingSworten, daß ihr„über Nacht" die Antwort Ferdinand Freili�» raths auf den Abdruck seines Gedichtes„Die Toten an die Lebenden" durch den„Vorwärts" zugegangen sei. Von diksem Gedicht sei folgende Stilprobe wiedergegeben: Man rief mich heute nach Berlin I Ach— daß ich hingegangen I War' ich nicht Geist, mir stiege vor Scham Das Blut in meine Wangen. Nein, niemals wieder soll es mich Dem Ruf zu folgen gelüsten. Daß Gott erbarm'! Wer sind es, die Mit meinem Namen sich brüsten? Rot die Krawatte, stier der Blick, Zog wie zu Faschingspossen Laut lärniend durch der Straßen Zug . Ein Haufe von Genossen. Auch Frauen zogen mit selband Die Tröpfin mit dem Tropfe— Mit Geisteraugen sah ich ein Brett, Ein Brett vor jedem Kopfe. Sie zogen zum Saal. Dort stand ein Manv Den sie Dreimarkredner heißen. Und dieser Mann begann den Mund Entsetzlich aufzureißen. Die Phrase rollt, die Rede dröhnt, Viel Bier floß durch die Kehlen. Was groß und heilig, ward verhöhnt, Man klatschte nach den Befehlen.... Ich wandte mich um, und Hab' nur noch Von ihrer Säle Stufen Den: armen arg betörten Volk Die Worte zugerufen: Laßt, wenn Ihr wieder Feste begeht, Mich still in meiner Truhe! Gönni mir— ich bin der Eure nicht Die stille Grabesruhe! Laßt mich, so lang es Euch Lust gewährt. Dem Ausland die Stiefel zu lecken, Erst wenn Ihr Deuts che geworden seid, Mögt Ihr mich wieder wecken! Nicht Kaffern und Boxern schuf ich da? Reich Nicht Welsche», Juden und Polen! Euer Welschen-, Juden- und Polen-Reich— DaS mag der Teufel holen! Zur Beantwortung dieses„Witzes" ist uns prompt folgendes drahtlose Telegramm zugegangen: Wir haben lange nicht so gelacht, Die wir in Walhall versammelt, Als über die Verse, die„über Nacht" Ein Hepp-Hepp-Schreier gestammelt. Das ist fürwahr der kühnste Humor, Die tollste der Geschichten, Daß solch' ein hirnverbrannter Tor Es wagt, mir„nachzudichten". Der Heine spitzte die Lippe schon, Ein niedliches Spottlied zu pfeifen, Der Lessing wollte gar dem Kujon Das Fell über die Langohren streifen. Doch Goethe winkte: gemach, gemach, Ihr braucht nur mich zu plagiieren. Ihr kennt doch die Verse vom Kirchendach? Die wollen wir variieren. Der Kerl will den Dichter der Revolution— Es ist zum Lebendiglachen— Zum Stöckergardisten, zum Schutzpatron Der„dummen Kerle" machen: „Wodurch— gesagt mit Reverenz--- Kann er sein Recht beweisen? Als durch die löbliche Tendenz, Aufs Dichtergrab zu......." Ein klerikales Schreckenskind. Eines der begabtesten Mitglieder der Zentrumsfraktion ist, was da? Reden anbetrifft, der Abgeordnete Matthias Erzberger. Die gütige Mutter Natur hat ihm eine derartige Zungenfertigkeit beschert. daß er eS in puncto Redegewandtheit mit den geübtesten Ver- treterinnen deS weiblichen Geschlechts aufzunehnien vermag. Früher sahen eS die leitenden Größen des Zentrums durchaus nicht ungern. wenn Herr Erzberger seinem Talent die Zügel schießen ließ. Ost bemerkte» wir auf dem breiten Gesicht des Herrn Gröber ein be- hagliches Schmunzeln, wenn er dein Redefluß des klerikalen onkant tsrribls folgte. In neuester Zeit ist das jedoch anders geworden. Die scharfe Opposition des Herrn Erzberger gegen die offizielle Kolonialpolitil paßt dem Zentrum, das sich seine Stellung als Regierungspartei nicht verderben lassen möchte, nicht in seine Taktik. Und da Herr Erzberger mangels christlicher Selbstlosigkeit nicht ver- steht, den taktischen Anforderungen seiner Fraktion gemäß sich be- scheiden im Hintergrund zu halten, erfährt er durch die„Kölnische Volkszeitung", dasselbe Blatt, das sich ihm noch im September vorigen Jahres fiir seine Angriffe auf die Kolonialverwaltung zur Verfügung stellte, eine derbe Abfertigung. Das Bachemsche Blatt schreibt: „Herr Erzberger gehört zu den regelmäßigsten Besuchern der Sitzungen, und da er die Vorlagen zu studieren pflegt und sehr redegewandt ist, so liegt es nahe, daß er redet, häufig redet, wenn eben keines der führenden Mitglieder der Fraktion anwesend ist. Und das war in letzter Zeit in sehr unerwünschtem Maße der Fall.... Das sind allerdings keine erwünschten Verhältnisse, erwünscht weder für den Abg. Erzberger,»och für die Fraktion und die Partei im Lande. Manche Freunde des Abg. Erzberger sind schon längst der Meinung, daß er sich zu viel zumutet und so rascher sein Kapital an Arbeitskraft verwirtschaftet, als seinem eigenen und der Sache Interesse entspricht. Es macht andererseits auch keinen guten Eindruck, wenn aus der Mitte einer großen Fraktion ein noch so junger Abgeordneter so häufig das Wort ergreist. Die Jugend ist allerdings ein Fehler, der sich mit jedem Tage bessert, aber man wird nun einmal nicht als Führer geboren, und zu einer führenden Rolle gehört außer anderen Eigenschaften doch auch ein Maß von Erfahrung und Umsicht, die niemandem in die Wiege gelegt werden, die mansich auch nichtimHand- umdrehen erwirbt." Ob der Dämpfer helfen wird? Herrn Erzbergers Rede-Diarrhöe ist allem Anscheine nach nicht akuter, sondern chronischer Art.— Fahrkartensteuer. Wie der„Lokal-Anzeiger" zu berichten weiß, ist im Reichs- schatzamt ein neuer Vorschlag zur Besteuerung der Eisenbahn« fahrkartcn ausgearbeitet worden. Die Steuerkommission des Reichstages hatte bekanntlich an Stelle des vorgeschlagenen festen, nach Wagenklasse» abgestuften Stempels Kilometerzuschläge beschlossen, und zlvar für die erste Klasse 1, für die zweite>/z und für die dritte 1li Pf. Dieser Beschluß ist aber bei den verbündeten Regierungen auf so erhebliche Bedenken gestoßen, daß bei der zweiten Lesung in der Kommission von neuem der Versuch gemacht werden soll, einen festen Stempel zur Annahme zu bringen, jedoch nicht in Form des ur« sprllnglichen Planes, wonach für die erste Klasse 40 Pf., für die zweite 20 Pf., fiir die dritte 10 Pf. und für die vierte Klaffe S Pf erhoven werden sollten(unter Freilassung aller Fahrkarten unter dem Betrage von 2 M.), sondern in der Form eines nach Zonen abgestuften Stempels unter Freilassung des Vorort- und Nah- Verkehrs. Das Spezialorgan der junkerlichen„Auch-Bauern", die»Deutsche Tageszeiwng", bemerkt zu dieser Meldung: «Wir würden es, loenn eS zuletzt auch auf dasselbe hinaus- kommt, für zweckmäßiger und einfacher halten, wenn die Abstufung nicht nach Zonen, sondern nach den Fahrkartcnpreisen vorgenommen würde. Die Fahrkarten bis zu 2 M. können frei bleiben, die übrigen mögen einen Stempel von 10 Pf. bis vielleicht 2 M. erhalten. Staffelt man den Stempel nach dem Fahrkartenpreise, so wird dadurch auch der Unterschied zwischen den einzelnen Wagen- klaffen gleichzeitig erfaßt. Die Reisenden der niederen Klassen werden entsprechend weniger getroffen als die der höheren." Recht charakteristisch für die Uneigennützigkeit der Hintermänner des Blattes. Nach dem Vorschlag der Regierung zahlt z. B. der Reisende dritter Klasse nur ein Viertel der Steuer, die von den Passagieren erster Klasse erhoben wird, nach dem Vorschlag der „Deutschen Tagesztg." jedoch die Hälfte.— Durch die rosenrote Brille. Das alte Lebysöhnchen hatte für Sonntag die Leser des «Berliner Tageblatt" wieder mit einer seiner politischen Wochen- schau-erlichkciten zu beglücken. Da er sich in erster Linie mit Frank- reich befassen zu sollen glaubte, so lag die Versuchung nahe, sich in die phrasenreiche Gedankensphäre der französischen Bourgeoisie ein- zuspinnen. Und da ist der alte Knabe so gründlich ins Französeln hineingeraten, daß die Einleitung seines ernst gemeinten Artikels eine Banalität ersten Ranges wurde. Levysohn kommt aufs Unglück von Courrieres zu sprechen und meint: Der Glanz der roten, der goldenen, der grünen, der schwarzen, der weißen Internationale müsse verblassen vor dem Leuchten der neuesten, der allerneuesten, der„rosenroten Internationale der Brüderlichkeit und Humanität"(Patent Mosse-Levysohn, mscke in Germany). Mit dieser„rosenroten Internationale" ist gemeint die Hülfsabtion der braven westfälischen Bergleute, die nach Courrieres eilten, um auf die Gefahr hin, das eigene Leben zu opfern, in hervorragender Weise an den Bergungsarbeiten teilzu- nehmen. Wir sind die letzten, diese Hülfeleistung, die— nach Levysohn— spontan aus dem deutschen Gemüt erwuchs, zu verkleinern. Wir behaupten aber, daß sie aus dem proletarischen Gemüt erwuchs, das heißt: daß im umgekehrten Falle französische Bergsklavcn sich eben- sowenig besonnen hätten, aus ihrem„französischen" Gemüt heraus deutschen oder englischen, spanischen oder italienischen Brüdern zu Hülfe zu kommen. Und wenn Levysohn in seiner tränenreichen Trivialität meint, die deutschen Bergleute hätten den Nobelpreis verdient, so antworten wir: Soweit wir proletarisches Empfinden kennen, vermuten wir, daß die braven Knappen höchstwahrscheinlich jeden„Preis" ablehnen würden, den man ihnen anböte für das, was sie einfach als— Menschenpflicht erachten. Hat doch ein französischer Arbeiter. der sich so hervorragend an der Bergung der Leichen beteiligte, daß ihm die Rettungsmedaille zuerkannt wurde, sich geweigert, die AuS- Zeichnung anzunehmen! Herr Levysohn sollte sich einmal Bürgers Gedicht:„Hoch klingt das Lied vom braven Mann!" durchlesen, da könnte er auf seine alten Tage noch allerlei lernen. t!lber so geht's diesen Ho-rrschaften: Wenn sie die Gefühle und die Gedanken der„rosenroten" internationalen Bourgeoisie ge- dankenlos aufs Proletariat übertragen, so kommt allemal Unsinn heraus. Und noch eins: Wenn die deutschen Kapitalisten der Rettungs- Mannschaft gnädigst gestattet haben, in Courrieres auf einige Zeit „rosenrote Internationale" zu mimen, so spielt da das internationale böse Kapitalistcngewissen eine größere Rolle als etiva die Unter- nehmer-„Brüderlichkeit" oder die Grubenmagnaten-„Humanität". Und das ist kein Unsinn.— Sand in die Augen. Die Petition des ArbciterauSschusses der Reichsdruckerei, die Teiterungszulagen für die im Betriebe Be- schäfligten forderte, wurde bekanntlich hauptsächlich auS dem Grunde abgelehnt, weil der RegiernngSkommissar hierbei un- berechtigterweise Mitteilungen über die Sparkasse niachte, durch die die Mitglieder der Petitionskommission eine ganz falsche Vorstellung von der„Wohlhabenheit" der Reichsdruckerei- arbeitcr bekam. Wie es möglich war, daß man den Arbeitern erst hoch und teuer strengste G e h e i in h a l t un g der Kassen- Verhältnisse nach außen hin versprach, und bei der e r st e n sich bietenden Gelegenheit dieses„Manneswort" einfach un- beachtet ließ, um den Arbeitern die Teuerungszulage vorzu- enthalten, darüber wird wohl am besten der Vorsitzende, Direktor Landbeck— der jeweilige Direktor ist nämlich immer Vor- sitzender— Auskunft geben können. Aber sehen wir uns einmal die Kasicnverhältnisse etwas näher an, die eine Teuerungs- zutage überflüssig erscheinen ließen: An ordentlichen Spareinlagen (pro Illvö) sind 63 461,43 M. von im Durchschnitt etwa 1300 Mitgliedern geleistet worden, das macht pro Kops etwas über 4 M. Es wurden aber an Darlehen 63 248 M. gegeben, welche Summe, auf die Mitglieder verteilt, ebenfalls etwa 4 M. ergibt, so daß tatsächlich überhaupt nichts gespart wurde. Nun gab der Regierungskommissar aber als Gesamtsparsumme 101 30V M. an. Die fehlenden 47 848 M. sind nämlich sogenannte „außerordentliche" Spareinlagen. Diese werden von Leutenlgeleistct, die sich in ausreichend dotierten Stellungen befinden und aus irgend welchen Gründen sich zu derartigen Extravaganzen verpflichtet fühlen. Auch soll nicht bestritten werden, daß hier und da mal ein Arbeiter eine größere Summe einzahlt, doch hat auch dies seinen Grund. Es werden nämlich alle Spareinlagen mit drei Prozent verzinst, genau wie bei der Sparkasse; am Schlüsse des Geschäftsjahres gelangt aber außerdem eine Dividende zur Auszahlung, die 1S03: lä/4 Proz., 1904: 1>/4 Proz., 1905:>/, Proz. betrug, sodaß die Sparguthaben zwischen 4V4 und 3'/s Proz. Zinsen trugen, ein Zinsfuß, der sich bei der vorhandenen Sicherheit immerhin sehen lassen kann. Man begreift nun wohl, warum„außerordentliche" Einlagen gemacht werden, die jedenfalls bei einer Beurteilung der Kasse vollständig außer Betracht bleiben müssen. Fest steht vielmehr, daß die Spareinlagen von 4 M. pro Kopf fast gänzlich durch die gegebenen Darlehen wieder herausgenommen wurden. Im übrigen erfolgen jetzt infolge dieses Vertraueusbruches zahlreiche Austrittserklärungen, sodaß, wenn die Direktion die Sache nicht nachirüglich noch etwas überzuckert, die Tage der Kasse gezählt sein dürften. Man ersieht auS dem Vorligenden aber wiederum, mit welcher llnvsr- antwortlichkeit den Reichstagsabgeordneten vom RegierungS- tische Angaben gemacht werden. Und doppelt bedauerlich ist eS. Ivenn durch solche Vorspiegelungen gerade d i e benachteiligt werden. die die teueren Zeiten am eigenen Leibe erfahren I Selbstverständlich paßt das aber ganz in den Rahmen eines„Musterbetriebes" wie die Reichsdruckerei.— Freiherr von Richthofen-Kohlhöhl, der sich als konservativer Ab- geordneter des Wahlkreises Striegen-Schweidnitz Freiherr v. Nicht- Hofen-Damsdorf titulieren läßt, vielleicht weil Damsdorf besser klingt wie Kohlhöhl— fühlte sich durch eine Notiz im„Proletarier aus dem Eulengebirge" beleidigt, die an das Eintreten des alte» Frei- Herrn für die Prügelstrafe erinnerte. Um den Beweis zu liefern, daß das Eintreten für die genannte barbarische Strafe unter aller Kritik ist. war der Freiherr zum Kadi gelaufen und hatte Straf- antrag wegen formaler Beleidigung gegen den Redakteur des Langen- bielauer Parteiblattes, Genossen Franz Feldmann, gestellt. Der Staatsanwalt verfolgte die Sache im öffentlichen Interesse. Die Strafkammer in Schweidnitz erkannte auf eine Woche Gefäugnis. Der Staatsanwalt hatte„bloß" einen Monat Gefängnis als Sühne für die geschädigte freiherrliche Ehre beantragt.— Einen großen, fast unersetzlichen Verlust, so sagt der Polizei- Präsident in seinem Nachruf, hat die Berliner Polizei erlitten. Der Chef der politischen Abteilung, der Geheime Regierungsrat Muhl, ist gestorben. Der Verstorbene stand der polltischen Ab- teilung seit länger denn 20 Jahre vor. Der Nachruf des Polizei- Präsidenten rühmt ihm sicheren Blick und anderes mehr nach. Unter diesen Uniställdeil ist zu verstehen, daß dieser Verlust fast unersetzlich ist, denn die Berliner Polizei hat, lvie ihre diversen Reinfälle wieder beweisen, an Intelligenzen gerade keinen Ueberfluß.— Ein neuer Mißerfolg in Sudwestafrika. Kürzlich wurde offiziell gemeldet, daß der Hottentottenführer Morenga dermaßen von den deutschen Truppen umzingelt sei, daß seine Gefangennahme bevorstehe. Die neuesten Rachrichten aus Südwcstastika zeigen jedoch, daß die Siegeshosfnung verfrüht ge- Wesen ist. Morenga hat nach scharfen Gefechten den Umschließungs- kreis durchbrochen und ist— entschlüpft. Amtlich wird darüber gemeldet: Major Täubler hat am 11. März bei Pelladrift den Angriff gegen den von ihm umstellten Gegner ausgeführt. Die Ab- teilung des Hauptmanns Siebert griff von Westen, die Abteilung des Oberleutnants Beyer, die' bereits einen zehnstündigen Nachtmarsch zurückgelegt hatte, von Osten her an. Nach längerem Widerstände gelang eS dennoch den Hottentotten, deren Stärke auk etwa 100 Gewehre geschätzt wird, nach Nordosten zu entfliehen und sich in dem unwegsamen Gebirge zu zerstreuen. Morenga soll diese Bande persönlich ge- führt haben. Auf deutscher Seite ist ein Reiter gefallen, ein Reiter schwer verwundet. Major v. Estorff ordnete sogleich die Besetzung der Wasserstellen von Arus, Vclloer und Nantsis und die Verfolgung des Gegners durch die vereinigten Abteilungen Siebert und Beyer den Oranje auswärts an. Die Abteilungen der Hauptleute v. Erckert und v. Hornhardt, die am 12. März den Gegner bei Hartebcestmund geschlagen hatten, setzten noch am Abend desselben Tages den Vormarsch in Richtung Pelladrift fort. Auf Saumpfade», die Geschütze, Ma- schinengewehre und Verpflegung auf Tragetieren verladen, ver- folgte man den Feind, dem es möglich war, von den seitlichen hohen Felswänden herab unsere Kolonnen zu beschießen und zu zeitraubenden EntWickelungen zu zwingen. Am 13. März morgens wurde endlich eine srischverlassene Werft er- reicht, aus der nur noch vereinzelte Schüsse fielen. Die mit Decken und Hausgerät gefüllten PontokS, zurückgelassene Gelvehre und Sättel ließen die Eile erkennen, nnt der der Feind geflüchtet war. Die Insassen zogen sich rechtzeitig über den Oranjefluß zurück und setzten sich zum Teil auf den dicht bewachsenen englischen Flußinseln, zum Teil auf dem südlichen britischen Ufer fest. Nach Mitteilung des Gouverneurs an den Oberst Dame hat der Kolonialsekretär in Kapstadt die Entwaffnung und Jutcrnieruug der Flüchtlinge bereitwilligst zugesagt.— Opfer über Opfer. Berlin, 17. März.(Anitliche Meldung.) Auf Patrouille bei KaimaS am 6. März 1906 gefallen: Kriegsfreiwilliger Max Schneider, geboren am 30. 3. 31 zu Prockeudorf, Hals- und Brustschuß: leicht verwundet bei UineiS am 6. März 1906: Gefreiter Wilhelm Schultze, geboren am 26. 7. 31 zu Elberfeld, Streifschuß linken Unterarm: im Gefecht bei Pelladrift am 8. März 1906: Gefreiter Otto Alt- mann, geboren am 13. 2. 82 zu Sagau, Geschoßsplitter linkes Schulterblatt, Gefreiter Martin Lorenz, geboren am 7. 11. 81 zu Lankeningken, Streifschuß Rücken. Sergeant Paul Nitz, geboren am 13. 6. 82 zu Gncsen am 11. März 1906 im Lazarett Keetmanshoop an Ruhr und Bauchfell- entzündung gestorben. Reiter Ewald Rötschke, geboren am 3. 3. 83 zu Sohland, am 13. März d. I., im Lazarett Karibi an Ruhr gestorben. Reiter Heinrich Johann Trommer, geboren am 25. 7. 84 zu Würzburg, am 11. März d. I. bei Pelladrift schwer verwundet: Streifschuß Schläfe, Steinsplitter beide Augen. Gefreiter Ernst Jacobi, geboren am 27. 11. 83 zu Steglitz, am 14. März d. I. im Lazarett Windhuk am Typhus gestorben. Hud!anaft:Hckes. Ein neues christliches Kampfmittel. Vor dem Schöffengericht Fürth hatte sich der GeWerk- schaftsbeamte Karl Müller von der Zahlstelle Nürnberg des Deutschen Mctallarbeiterverbandes zu verantworten, weil er in einer christlichen Versammlung in Fürth Hausfriedensbruch verübt und gegen den christlichen Letter der Versammlung Fidelis Ullrich eine„lebengefährdende Handlung" unter- nommen haben soll. Die Versammlung war als öffentliche und allgemeine ausgeschrieben, zu der jedermann Zutritt hatte. Der christliche Referent verweigerte die Bureauwahl, obwohl eine solche aus der Versammlung verlangt worden war, und beschimpfte die freien Gewerkschaften in der unverantwortlichsten Weise. Müller wies die Angriffe durch Zwischenrufe zurück. Um ihn zu verhindern, daß er das Wort ergreife. wies man ihn auS dem Saals; er wollte sich entfernen, blieb aber auf Ersuchen einer Anzahl Veksainmlimgsbesncher, darunter auch Gegner, die ihm versprachen, zu beantragen, daß ihm das Wort erteilt würde. Die christliche Mehrheit wies jedoch den Antrag ab. Am Schluß der Versammlung entstand eine Schieberei, wobei der Versammlungsleiter von M ü l l e r am Halse gepackt worden sein will. Das war die lebengefährdende Handlung. In der Verhandlung erklärte der Saalbesitzer, daß es nur der Besonnenheit Müllers zu verdanken gewesen sei, daß es nicht zu Tätlichkeiten kam; er habe die Leute durch gütliches Zureden zu beruhigen ge- sucht. Die christlichen Angaben von dem tätlichen An- griff erwiesen sich als u n ch r i st l i ch e Flunkereien. Ein anderer Zeuge sagte aus. ein christlicher Redner habe jedesmal, wenn ein Zwischenruf erfolgte, seine beiden Rock- schöße gehoben und den Gegnern den Hintern gezeigt. Müller erhielt wegen Hausfriedensbruchs Ä) M. Geldstrafe, weil er nicht auf die erste Aufforderung hin den Saal ver- ließ; im übrigen wurde er freigesprochen. Die gesamte deutsche Zentrumspresse hat damals den Fall als einen Beweis für den„Terrorismus der freien Gewerkschaften" breitgetreten und Müller als den größten Rohling aus der Partei der Intelligenz bezeichnet. Erwiesen ist durch oen Prozeß nur das eine, daß Müller bestrebt war, einen Radau zu verhüten, daß dagegen die Christ- l i ch e n das möglichste taten, um zu provozieren, und daß ein christlicher Redner die„guat Sach" nicht mit Vernunft- gründen, sondern mit seinem Hintern verteidigte, der vielleicht das„wahre Gesicht" der Christlichen ist. S-riin»na llmqeaenck. Wie uns seitens der Organisationslcitnng mitgeteilt wird. haben die StixdorserSchneider beschlossen, in den Ausstand zu treten. Zur Lohnbewegung in den Wagcnfabriken. Bisher ist nur in einem Betrieb, allerdings dem größten(Gebr. Beermann in Treptow), den Forderungen der Arbeiter entgegengekommen Ivorden. Bewilligt wurde die Verkürzung der Arbeitszeit auf 51%, Stunden wöchentlich(bisher 55% Stunden). Ferner wurden seitens der Betriebsleitung Lohnerhöhungen zugebilligt; desgleichen sollen die allgemeinen Mißstände beseitigt tverden. Die Herren Gebr. Beermann erklärten, von einem großen Teil der vor- gebrachten Mißstände keine Ahnung zu haben und versprachen, für Abhülfe Sorge zu tragen. Um in Zukunft die Wünsche der Arbeiter zeitiger zu hören, wurde auch von seilen der Betriebsleitung die Errichtung eines Arbeiterausschusses gewünscht, der sofort in Funktion treten soll.— Ferner hatte die Firma Lange u. Gut- zeit, Frankfurter Allee, Zugeständnisse gemacht, indem sie nament- lich die lOprozentige Lohnerhöhung bewilligte. Zu einer Ver- kürzung de.. Arbeitszeit auf 52 Stunden wöchentlich war jedoch die Betriebsleitung nicht zu bewegen. Die Arbeiter haben sich vorläufig damit einverstanden erklärt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß es in diesem Betriebe zur Arbeitsniederlegung kommt, wenn die Firma nicht noch in letzter Stunde die Verkürzung der Arbeitszeit bewilligt.— Bei der Firma N e u ß(Inhaber Trutz), Friedrich- straße, arbeiten die Arbeiter toeiter, da sich dieselben der Bcivcgung nicht anschließen wollen. Herr Trutz setzt alles daran, seine Arbeiter von der Bewegung fernzuhalten.— In folgenden Betrieben wurde die Arbeit eingestellt: 5t ü h l st e i n, Charlottenburg; L e u s ch n e r (in Firma L. Rühe), Enke-Platz; Franke, Jnselstraße; 5t l i e m t, Neue Königstraße, und Gebr. W i e n i ck c, Pankow. In allen diesen Betrieben konnte auf gütlichem Wbge keine Einigung erzielt tverden und mußten die Arbeiter in den Ausstand treten. Bei der Firma L. Rühe sind auch gestern die Schmiede in den Solidaritätsstreik eingetreten. Wir ersuchen, nach allen diese» Firmen den Zuzug von Stellmachern, Tischlern, Lackierern. Sattlern, Schmieden und Metallarbeitern aller Branchen streng fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Deutscher Holzarbeiter-Verband.— Deutscher Metallarbeiter- Verband.— Verband der Sattler.— Vereinigung der Maler, Lackierer usw.— Verband der Schmiede. Zahlstellen Berlin. Die Möbeltransportarbeiter, Packer und Kntscher von den Firmen A. Schäfer sowie Schubert u. K o.(in Frage kommen 90 Mann) legten am Montagmorgen die Arbeit einmütig nieder, nachdem die eingeleiteten Verhandlungen bezüglich Durch- setzung ihrer am Mittwoch, den 14. März eingereichten Lohnforde- rungen resultatlos verlaufen waren. Die Packer und Kutscher ver- langen einen Lohn von 28 resp. 25 M. pro Woche, bei einer Ar- beitszeit von 6— 7 Uhr täglich inkl. 2% Stunden Pause. Di« Ueberstunden sollen mit 50 Pf. pro Stunde, Nachtarbeit mit 50 Pro- zent Aufschlag zum Lohn bezahlt werden. Die Arbeiter fordern einen Lohn von 4,50 M. pro Tag, während der stillen Zeit, und für die Zeit vom 10. März bis 10. April und vom 10. September bis 10. Oktober eines jeden Jahres 5,50 M. pro Tag. Außerdem Be- zahlung der Sonntagsarbeit und Regelung der Spesensätze bei Touren resp. Umzügen nach außerhalb für Packer,.Kutscher und Ar- beiter. Die Firma Schäfer hat den Kommissionsmitgliedern, welche an den Verhandlungen im Auftrage ihrer Kollegen teil- genommen haben, mit Entlassung gedroht. Die Firma Schu- b e r t u. K o. hat'ihren Leuten erklärt, sie lasse sich auf nichts ein, weil diese die Forderungen durch ihre Organisation, dem Zentral. verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter, haben zu- stellen lassen. Mit letztcrem will die Firma nichts zu tun haben. Der Streik steht insofern für die Arbeiter besonders gut, als sämt- liche alten Packer und Kutscher sich einmütig an denselben beteiligen. Da nicht ausgeschlossen ist. daß die Firmen Gustav 51nauer und andere während des Streiks Umzüge für die im Streik stehenden Firmen machen, ersuchen wir alle in Arbeit stehenden Kollegen, darauf zu achten und Streikarbcit unter allen Umständen zu ver- weigern. Ortsverwaltung Berlin I deS Zentralvcrbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbciter. Achtung, Mühlenarbeiter! Bei der Firma F. W. Schutt in Verlin, Stromstr. 1— 3, ist am Montag, den 19. d. M., ein Streik der Müller und des gesamten übrigen Personals wegen Lohn- forderungen ausgebrochen. Die Löhne betragen zurzeit 21— 24 M. für gelernte und ungelernte Mühlenarbeiter. Maschincnpersonal, Schlosser und Dreher haben pro Woche 21— 27 M. Aufbesserungen haben seit Jahren nicht stattgefunden. Herr Schutt liebt es, kleine Trinkgelder in Gestalt von Teuerungszulagen zu geben, so daß hin und wieder mal 1 M. pro Woche herauskommt. Hierauf verzichten die Leute. Sie haben eingesehen, daß trotz aller Devotion für sie nichts herausspringt und haben sich endlich Mann für Mann der Organisation angeschlossen. Verlangt wurden Aufbesserungen auf wöchentlich 27— 30 M. Es sind das Löhne, die in den übrigen Mühlen schon seit 2 Jahren tariflich festgelegt und zum Teil schon überschritten sind.„Arbeitswillige", von uns geschickt, hörten sonder- bare Ansichten sowohl von dem Obermüller Schnelle wie auch von Herrn Schütt. 3 M. pro Tag halten die Herren für die Familie für ausreichend. Aber vielleicht verraten die Herren uns, wovon bei 21 und 24 M. Wochenverdienst noch Miete, Kleidung usw. herkommen sollen. Die Verhandlungen mit der Organisation sind abgelehnt. Mit der Kommission, von den Leuten delegiert, verliefen sie resul- tatlos. Die beteiligte Arbeiterschaft, namentlich die Mchlkutscher, niachen wir auf die Firma aufmerksam. Die Schüttmühle ist für Müller, Arbeiter, Schlosser, Dreher, Maurer, Tischler und Maschinenpersonal gesperrt. Alle arbeiterfreundlichcn Blätter werden um Abdruck gebeten. Verband deutscher Mühlenarteiter. Gauvorstand und Ortsderwaltung Berlin. Achtung, Dachdecker Berlins und ttmgegend! Wegen fortgesetzter Verweigerung des tarifmäßigen Fahrgeldes haben die Kol» legen der Firma Lemnitzer, Lichterfelde, die Arbeit niedergelegt. Die Werkstelle ist bis auf weiteres zu meiden. Die Ortsverwaltung. Karl Görnitz, S59, Schinkestraße 25. Deutrchc» Rtfdi. Achtung, Mühlenarbeiter! Die Firma A. Tic de in Branden- bürg a. H. ist für Müllcrarbeiter und Maschinenpersonal gesperrt. Es sind Forderungen eingereicht, um die Löhne von 21— 22,50 M. auf 26 M. zu erhöhen. Bewilligt wurden ein, eineinhalb und einigen sogar ein ganzer halber Pfennig. Dieses Angebot ist dankend abgelehnt worden und die Kündigung zum 24. d. Mts. eingereicht, Zuzug ist fernzuhalten. Verband deutscher Mühlenarbeiter. Vorstand des 1. Gaues. Streik in Saarabien. Man könnte es für einen verspäteten Faschingsscherz halten, wenn man die Nachricht liest, daß im Herzen des Stummschen tlönigreiches, in dem Lande, wo es nach den Zeugenaussagen diverser Bürgermeister, unabhängiger Knappschaftsärzte, verschiedener Fabrik- besitzer im Hilger-Krämcrprozeß keine Armut gibt, wo die Arbeiter- fraucn, nach der Aussage des Scharfmachers Vopelius im gleichen Prozeß, die ersten Gemüse kaufen und weiße Handschuhe(das Paar zu 28 Pf.) tragen, in dem Lande, wo das„soziale Königtum" zur höchsten Vervollkommnung gebracht ist, die Arbeiter in den Ausstand getreten sind, weil das Unternehmsrtum die Fesseln gar zu straff gezogen hat. Bei der Firma Leo Rcppcrt, Glashütte, in Friedrichsthal haben 102 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Genannte Hütte beschäftigt sich mit der Produktion von Flaschen, namentlich Bier- und Weinflaschen. Ein geübter Flaschenmacher erzeugt täglich bei gutem Rohmaterial 330— 350 Flaschen. Diese Flaschen werden nur dann voll in Rechnung gestellt, wenn sie bei der Prüfung als„gut" bezeichnet werden. Ob die Schuld für die„schlechte" Ware am Arbeiter oder am Material liegt, spielt keine Rolle. Seit längerer Zeit beklagen sich die Arbeiter über schlechtes Rohmaterial, wodurch sie nichts verdienen könnten. Reklamationen blieben erfolglos. Mitte dieser Woche hatte dann die Drangsalierung ihren Höhepunkt erreicht. Einer ganzen Anzahl Arbeiter wurde die ganze Produktion annulliert. Anderen wurden 20. 30, 40, 50 Stück von über 300 Stück als„gut" angeschrieben, die übrigen verworfen. Die Höchst- zahl der als„gut" angerechneten Flaschen betrug 120 Stück. Hier- bei muß aber eingeschaltet werden, daß es mit den zurückgewiesenen Flaschen fast durchweg genau so geht, wie früher mit den genullten Wagen der Bergarbeiter: sie werden ebenfalls verkauft, woraus sich auch die Neigung, recht viel Flaschen zurückzuweisen, erklärt. Am Lohntage, als die Arbeiter, meistens Väter zahlreicher Familien. ihre paar Pfennige— einer war dabei, dem noch einige dreißig Pfennige ausbezahlt wurden— bekamen, wurden die Arbeiter bei Herrn Rcppcrt nochmals vorstellig, um Abhülfe herbeizuführen, jedoch vergebens. Darauf weigerten sich die Arbeiter, die fast alle unorganisiert sind, weiter zu arbeiten, da ihnen nicht zugemutet werden könnte, umsonst zu arbeiten. Nachdem die Arbeit eingestellt war. wählten sie sich eine Kommission, die sich mit dem Unter- nehmer in Verbindung setzen sollte. Aber allemal wurden sie, wie es bei einem saarabischen Scharfmacher nicht anders möglich ist, brüsk zurückgewiesen. Er erklärte vielmehr, wenn die Arbeiter nicht binnen 5 Minuten die Arbeit aufnehmen würden, er die Oefen zu- schmieren ließe, was auch, nachdem die Arbeiter sich weigerten, geschah. In allen Tonarten haben die ganze Jahre hindurch die Unternehmer und die ihnen ergebene Scharfmacherpresse von dem Wohlwollen gesungen, das sie den Arbeitern entgegenbringen. In der leider hier noch vielfach anzutreffenden Naivität haben die Arbeiter ihnen vertraut, welches Vertrauen nun bei der ersten Gelegenheit jämmerlich Schiffbruch gelitten hat. Alle an sie in Wort und Schrift gerichteten Ermahnungen, sich zu organisieren. haben sie in den Wind geschlagen, bis es ihnen jetzt wie Schuppen von den Augen fiel, welchen Fehler sie begangen. Obgleich der weitaus größte Teil der Arbeiter keiner Organisation angehörten, hat der Deutsche Glasarbeiterverband ihnen Unterstützung zugesichert, so daß sie nicht von vornherein zur bedingungslosen Aufnahme der Arbeit gezwungen sind. Su»l»nck. Deutsche Gummiarbeiter werden davor gewarnt, jetzt nach Odense zu reisen, da dort ein Streik auf der„Skandinavisk Gummi. kompagni" �rrscht. In der Wäschefabrik von I. W. Haus er in Teplitz (Böhmen) sind die dort Beschäftigten ausgesperrt worden. Es wird ersucht. Zuzug nach dort fernzuhalten. Ein Buchdruckerstreik in Frankreich. Paris, 19. März. 1500 Arbeiter, Setzer und Drucker der Druckerei Paul Dupont in Levallois-Porret, legten« die Arbeit nieder; sie verlangen eine Lohnerhöhung. Um ihre Solidarität zu bekunden stellten 250 Arbeiter der Filiale dieses Hauses in der Rnc Montmartre die Arbeit ein. Der Druck der in dem hiesigen Hmffe. Paul Dupont gedruckten Zeitungen ist für heute gesichert. Ein Zwischenfall ist bisher nicht vorgekommen. Tie amerikanischen Grubenarbeiter bekunden ihre Friedensliebe. Jndiapolis, 19. März. Der Führer der vereinigten Berg' arbeiter hat an den Vorsitzenden der Anthrazitgrubenbesitzer das schriftliche Ersuchen gerichtet, eine neue tlonfeccnz vor dem 1. April dieses Jahres anzuberaumen, um noch einen Versuch zur Beilegung der Differenzen zwischen Bergwerksbesitzern und Grickcnarbcitcrn zu machen. Letzte Naebnebten und Depefeben. Der Ausstand der Bergarbeiter. Lens, 19. März.(B. H.) Die Zahl der Ausständigen hat heute bedeutend ziigenonimen und veläuft sich augenblicklich auf 46 000 Mau». Nur 8000 Mann arbeiten noch. Heute morgen erneuerten sich die Attentate gegen die Arbeitssteiheit an verschiedenen Orten. Aus Lille sind bedeutende Truppenverstäckungen eingetroffen. Hsilfswerke wirken besser als Wettrüsten. Paris, 19. März.(W. T. B.) Eine Anzahl Senatoren und Deputierte haben im Einverständnis mit dem Bureau der inter- nationalen Äersöhnungsgesellschaft beschlossen, jedem Teilnehmer an der deutschen Rettungsmannschaft, dir den französischen Bergleuten zu Hülfe geeilt ist, als Zeichen der Dankbarkeit eine ErinnernngS- denlmiinze zu stiften._ Leutnant Schmidt erschossen! Petersburg, 19. März.(Meldung der Petersburger TeL- araphen-Agentur.) Leutnant Schmidt und drei Matrose» find heute in Otschakow erschossen worden. Attentat. Odessa, 19. März.(Meldung der Petersburger Telegraphen, Agentur.) In einem leeren, unter der Gcndarmerieverwaltung gelegenen Zimmer explodierte heute eine Höllenmaschine. Die Decke des Zimmers wurde zerstört und das Arbeitszimmer der Gen- darmerieobersten schwer beschädigt. Durch Sprcngstücke wurden etwa zehn Passanten auf der Straße leicht verletzt. Attrntat mif einen Eiscnvahnzug. Warschau, 19. März.(B. H.) Gestern entgleiste bei der Station Skarchsko der Weichselbahn infolge mutwilliger Schicnenlockerung ein Personenzug. Mehrere Passagiere wurden getötet. Lerantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck n. R---'"""ik"-wärtsBuchdr.u.VcrlagsanstaltPaulSingsrLeCo.,BerIinL1V. HierzuSBeilagenu.UnterhaltungSdlatt Nr. 66. 23. Jahrgang. 1. WIM des JroW Ktllim WdsM Dienstag, 26. Mär; 1966. koir werden es erringen, cS koste, was es wolle. Hinein in die gewerkschaftliche und politische Organisation. Die Organisation ist unsere Macht, unsere Kraft und Stärke und nur durch diese werden wir kämpfen und auch siegen. Der Redner schloß seine packenden Ausführungen mit den Worten: Dua res agitur— um deine(Volk) Sache handelt es sich! Die Anwesenden, die den Ausführungen mit sichtlichem Interesse gefolgt waren und diese oft durch Znstimmungsäutzerungen begleitet hatten, spendeten dem Redner stürmischen anhaltenden Beifall. Die Resolution wurde einstimmig angenommen, ferner ehrte die Ver samnilung das Andenken an die Freiheitskämpfer durch Erheben von den Plätzen. Die Versammlung in der Bockbrauerei war von zirka 8000 Personen besucht. Genosse Molkenbuhr hatte hier das Referat übernommen. Nach dem beifällig aufgenommenen Referat fand eine Diskussion nicht statt. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Die Versammlung in K I i em s ch en Saal in der Hasen- Heide, hart an der Grenze von Rixdors, war von zirka 2000 Per so n e n besucht. Eine Diskussion nach dem mit lang- anhaltendem, lebhaften Beifall aufgenommenen Referat des Ge- nossen Eugen B r ück n e r wurde nicht beliebt. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Eine ganze Reihe von Genossen traten der politischen Organisation bei. In der Versammlung im„Hofjäger-Palast". welche von zirka 1000 Personen besucht war, referierte Genosse K a l i s k i. Die Resonlution wurde einstimmig angenommen. Mit einem Appell an die Frauen und Männer, sich' gewerkschaftlich und politisch zu organisieren, unsere Parteiprcsse„Vorwärts".„Gleichheit" usw. zu abonnieren, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Dritter Wahlkreis. Die Versammlung in den„Rittersälen" war leider nur mäßig besucht. Der Genosse F ö r st e r- Hamburg, der das Referat hielt, legte in einer einstündigen Rede die Bedeutung des 18. März für das Proletariat dar. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Re- solution wurde einstimmig angenommen. Im großen Saale der„ A r m i n h a l l e n" sprach vor etwa 400 Personen Willi Wach. An das beifällig aufgenommene Referat schloß sich eine kurze Debatte, in der verschiedene Redner gleich dem Referenten dazu anfeuerten, das Andenken der März« tämpfer von 1348 durch Organisation und Agitation im Sinne der sozialdemokratischen Bewegung zu ehren. Einstimmig wurde die Resolution angenommen. Das vom Vorsitzenden G e h r m a n n am Schluß ausgebrachte Hoch auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie fand begeisterten Widerhall. Im vollbesetzten Saale von M ö h r i n g in der Admiralstraße sprack, vor gut 400 Personen Genosse E. H e i l m a n n. Er schilderte den Sieg der Märzrevolution und ihren Verrat durch die Feigheit der„Revolutionäre in Schlafrock und Pantoffeln". In der Er- innerung an die deutsche Revolution sah er einen neuen Ansporn zur Unterwerfung des Halbabsolutismus und der Junkerschaft, die sich seitdem wieder in Preußen breit geniacht haben. Die Versamm- lung dankte mit Beifall für die Ausführungen und nahm die vor- geschlagene Resolution debattelos einstimmig an. Der große Saal von Buggenhagen am Moritzplatz war schon lange vor 12 Uhr bis auf' den letzten Platz gefüllt; auch die Galerien waren dicht besetzt. Unter den Besuchern waren viele Frauen. In begeisterter Stimmung folgten die VersammlungS- besucher der einstündigen Rede des Reichstagsabgeordneten deS dritten Wahlkreises, Genossen Heine. Nach Annahme der Re- solution wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozial- demokratie geschlossen. Die im Gewerkschaftshause tagende Versammlung, in welcher Dr. Zadel das Referat übernommen hatte, war von etwa 000 Personen besucht. Die Anwesenden folgten den Ausführungen des Referenten mit gespannter Aufmerksamkeit. Eine Diskussion wurde nach dem mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag nicht beliebt. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der Vor- fitzende Genosse Pohl wies darauf auf das letzte große Gruben- Unglück in Courriöres hin, worauf sich die Anwesenden zum An- denken an die Verunglückten von ihren Sitzen erhoben. Vierter Wahlkreis. Die Versammlung im Elysium war von zirka 1500 Personen besucht. Tische und Stühle mußten entfernt werden. Vor Beginn der Versammlung wurde ein Antrag Rott angenommen, den Be- trag der Tellersammlung den russischen Freiheitskämpfern zu über- weisen. Der Referent Genosse P ä tz e l schilderte die wirtschaftliche Grundlage der Revolution. Die 43er Revolution mit der jetzigen russischen vergleichend kam er zu dem Resultat, daß heute wie 1843 die Bourgeoisie bestrebt ist, dem Proletariat die Früchte deS Kampfes zu entreißen und das preußische Wahlrecht kritisierte Redner als Boll- werk der gesamten Reaktion in Preußen und Deutschland. Zur Frage, ob es möglich sei, das bestehende Wahlrecht zu beseitigen, erklärte Referent: Ebenso wie wir das Sozialistengesetz über- lounden haben, werden wir auch dieses Wahlsystem überwinden. In der Diskussion forderte Frau Kroll auf, daß die Frauen und Mädchen sich dem Verein der Frauen anschließen sollten und die„Gleichheit" abonnieren. Lange vor Eröffnung der Versammlung lvar das Litsinsche Lokal überfüllt, so daß die Tische herausgeschafft werden mußten. An 800 Personen waren anwesend und viele fanden keinen Einlaß, um den Worten der Rcferentin Ottilie Baader zu lauschen. Der Gesangverein„L i e d e s s r e i h e i t I" leitete die Versammlung durch einen Vortrag ein und schloß sie auch. Auf der Straße und im Lokal waren Ordner mit roten Schleifen tätig, fanden jedoch nirgends Anlaß zum Einschreiten. Am Eingang des Saales waren Parteigenossen mit der Aufnahme von Mitgliedern für den Wahl- verein beschäftigt. Das Resultat war die Aufnahme von 27 neuen Mitgliedern und Gewinnung vieler„Vorwärts"-Abonnenten. Am Schlüsse ihres Vortrages ermahnte die Referentin die Frauen zur regen Anteilnahme an der Bewegung. Die Frauen sollen ihr Organ, die„Gleichheit" abonnieren und sich in ihren Gewerkschaften organisieren. Wir können nichts von den herrschenden Klassen er- warten, sondern müssen uns unsere Rechte selbst erkämpfen. Mit Begeisterung lauschte die dichtgedrängte Menge, unter der man viele Frauen sah, den Worten der Referentin und donnernder Beifall lohnte der Rednerin für ihren 1Vs-st"ndigen Vortrag. Zu Ehren der Märzgefallenen erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen, Im bis auf den letzten Platz besetzten B o e k e r schen Festsaal in der Weberstraße hielt Genosse Wels von Beifallskundgebungen häufig unterbrochen, den Vortrag des Tages. Nach einer eingehenden Schilderung des historischen Verlaufes der Revolution sowie der Konterrevolution und einer Kritik des Dreiklassenwahlunrechts forderte der Referent die Anwesenden zum engsten Zusanuneuschluß in den gewerkschaftlichen wie politischen Organisationen und zum Abonnement der Arbeiterpresse auf. Nachdem dann das vom Genossen Wasewitz ausgebrachte Hoch auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht verklungen, sangen die Versammelten stehend begeistert den Vers der Arbeitermarseillaise„Das freie Wahlrecht ist das Zeichen, in dem wir siegen, nun wohlan." Hierauf erfolgte Schluß der von bester Stimmung getragenen Versammlung. Im„Böhmischen B r a u h a u s e", das gegenüber dem Friedhof der Märzgefallenen liegt, hatten sich mehr denn 1500 Per- soneu beiderlei Geschlechts versammelt. Der große Saal sowie die Gartenhalle, die durch Ausheben der Saalfenster mit diesem ver- bunden ist, waren so dicht als nur irgend möglich besetzt. Die Versammlung ehrte vor Eintritt in die Tagesordnung auf Anregung des Vorsitzenden Genossen Schenk die im Klassenkampf um die Befreiung der Menschheit Gefallenen im allgemeinen und die vom 18. März 1848 im besonderen durch Erheben von den Plätzen. Daraus hielt Genosse Fritz Kater seinen oftmals durch Beifalls- stürme unterbrochenen Vortrag. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende nahm noch Veranlassung die Anwesenden zu eiftiger Agitation für die sozialdemokratische Parteiorganisation so- wie zum Lesen der Arbeiterpresse aufzufordern und schloß unter Hin- weis auf den ersten Mai, der durch Arbeitsruhe gefeiert werden müsse, die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die inter- nationale, völkerbefreiendc Sozialdemokratie. In der„ K ö n i g s b a n k" referierte Genosse W o I l h e i m. Der Saal war überfüllt. Uebcr 1200 Versammlungsbesucher be- gleiteten die Ausführungen des Referenten mit stümischem Beifall. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Als unmittelbarer Erfolg der Demonstration ist zu berichten, daß nach dem Vortrage zahlreiche Anmeldungen zum Beitritt in den Wahlverein vollzogen wurden. Bei Keller in der Koppenstraße sprach im festlich dekorierten Saale vor 3000 Personen Genosse S trö b e l. Der Redner entwarf, von häufigem Beifall unterbrochen, ein Bild vom Verlauf der 48er Revolution und geißelte besonders die Schwäche und den Verrat der Bourgeoisie, deren Feigheit das Volk um die Früchte der anfangs siegreichen Revolution brachte. Aufgabe des Proletariats sei es, aus eigener Kraft �den Kampf um die Befreiung des Volkes unter dem Banner des Sozialismus aufzunehmen und siegreich zu Ende zu führen.(Langanhaltcuder Beifall.) Nach einem kräftigen Schluß- wort des gleich dem Referenten zu reger Agitation zum Beitritt in die Organisationen und zum Abonnement des„Vorwärts" auf- fordernden Borsitzenden Bader wurde die imposante Versammlung mit einem donnernden Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. In der Brauerei Friedrichshain referierte Genosse Singer. Scbon um 11 Uhr wurde abgesperrt; Hunderte mußten zurückgehen. Der Saal war mit 3000 Personen überfüllt, da die Galerien wegen eines polizeilichen Verbotes nicht besetzt werden durften. Im Keller war eine Schutzinannslvache placiert. Der Referent wurde beim Erscheinen mit Hochs cinpfangen. Sein zwei- stündiger Vortrag wurde oft von Beifallssalven unterbrochen. Er gab eine geschichtliche Darstellung der Revolutionszeit und feierte das Gedächtnis der gefallenen Barrikadenkämpfer. Dann schilderte er die später in Preußen herrschende Reaktiousperiode und die Ein- führung des Dreiklasienwahlsystems und die dadurch bewirkte Eni- rechtung der Arbeiterklasse. Redner schloß mit der Aufforderung. alle Mittel zur Erringung des Sieges anzuwenden. Langauhaltender türmischer Beifall lohnte ihn am Schluß deS Vortrages. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Märzversamnilung im Lokale„Süd- O st" in der Waldemarstr. 76 wurde infolge des gewaltigen Andranges vor 11 Uhr schon polizeilich abgesperrt. Etiva 6—700 Personen waren anwesend und war der Verlauf ein äußerst imposanter. Genosse T o st- Adlershof behandelte an der Hand der geschichtlichen Vor- gänge die Revolutionsbcwegung von 1843, um dann auch der Kommunekämpfer des 18. März 1871 zu gedenken. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Das Restaurant„Sanssoucie" wurde bereits ll'/z Uhr abgesperrt, nachdem es von etwa 2300 Personen dicht besetzt�war. Der Referent Fritz E b e rt behandelte in zweistündiger, oft von Zu- timmung unterbrochener Rede die Entwickelungsgeschichte der Revo- lution und eingehend die sich daraus ergebenden Lehren für die Arbeiterklasse. Das Verhalten der Herrschenden zum Wahlrechts- kämpf, insbesondere das de» Bürgertums wurde einer scharfen Kritik unterzogen. Die Ausführungen fanden stürmischen Beifall. Die Resolution wurde ohne Diskussion einstimmig angenommen. Nach- dem eine Tellersammlung zugunsten der Opfer der russischen Revo- lution beschlossen war, fand die Versammlung unter rauschenden Hochrufen auf die Sozialdemokratie und das allgemeine Wahlrecht ihren Abschluß. Im Lokale von Graumann in der Naunynstraße waren etwa 600 Personen anwesend. Den Vortrag hielt Genosse Dr. Paul Bernstein. Lebhafte Beifallsbezeugungen unterbrachen oft den Redner und wurden ihm auch am Schlüsse seiner Ausführungen ge- 'peudet. Im Lokal„Zur Drachenburg" am Schlesischen Tor sprach Genosse H e tz s ch o l d. Der Saal war lange vor Eröffnung der Versammlung durch unsere eigene Polizei abgesperrt. Mehr als 800 Personen füllten den dichtbcsetzten Saal, aus dem die Tische entfernt waren. Uniformierte Polizei ließ sich vor Be- ginn der Versammlung nicht sehen, nur ein„Geheimer" drückte sich im Vollgefühl seiner Ueberflüfsigkeit in den Winkeln herum. Reicher Beifall während und am Schlüsse des Referats spendeten die von gutem Geiste beseelten Zuhörer dem Redner. In der Diskussion forderte eine Genossin die Männer auf, die Frauen in ihrem eigenen Interesse aufzuklären und ihren Organisationen zuzuführen. Fünfter Wahlkreis. In den Musikersälen referierte vor stark besuchter Ver- sammlung der Abgeordnete des Kreises, Genosse Robert Schmidt. Ausgehend von der französischen Revolution schildert Redner unter Beifall der Anwesenden die Erfolge des französischen Volkes durch diese gewaltige Volksbewegung. Uebergehend zur Bewegung von 1848 schildert Redner die Unfähigkeit der bürgerlichen Bevölkerung, die Vorteile, die dabei errungen waren, festzuhalten, um dann für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht zu allen Körperschaften einzutreten. Die Resolution wurde einstimmig an- genommen. Der Saal des Schützenhauses in der Linienstraße war schon um ll'/z Uhr überfüllt und wurde abgesperrt. Etwa tausend Personen waren anwesend. Genosse Dr. Herzfeld referierte. Die Stimmung war vorzüglich und fand in häufigem, brausenden Beifall ihren Ausdruck. Die Resolution wurde einstimmig an- genommen. Sechster Wahlkreis. Die Versammlung im Feldschlößchen war von mindestens 1600 Personen besucht. Schon gegen 11 Uhr wurden die Räume gesperrt, so daß Tausende vergeblich Emlaß begehrten. Genosse K o tz k e referierte unter stürmischem Beifall. Er wies namentlich auf die Geschichte der Revolutionen von 1780 in Frankreich und 1843 in Preußen hin. Das Verhalten der preußischen Könige Friedrich Wilhelm IL, genannt der Dicke, Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. gegenüber den Forderungen des Volkes wurde gebührend gekennzeichnet. Die Versprechungen dieser Könige, dem Volke eine Verfassung mit gleichem Wahlrecht zu geben, seien bis heutigen TageS nicht erfüllt; deshalb fei es Pflicht des arbeitenden Volkes, den Kampf fortzusetzen, bis das Ziel erreicht fei. In der Diskussion forderte Genossin W i n n i g auf, sich den Frauenorganisationen anzuschließen und auf die„Gleichheit" zu abonnieren. Mit einem stürmischen Hoch auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie wurde die Versammlung unter Absingung der Marseillaise geschlossen. 60 Auftlahmen für den Wahlverein sind zu verzeichnen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. In Hensels Festsälen, Jnvalidenstratze, sprach Genosse Friedländer. Die Versammlung war von 600 Personen besucht und wurde um 11'/z Uhr polizeilich abgesperrt. In der Diskussion forderte die Genossin M a t s ch k e die Frauen zur Organisation und zur Agitation für die Partei auf. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Polizei hatte im gegenüberliegenden Hause eine fliegende Wache eingerichtet, zeigte sich sonst aber sehr wenig auf der Straße. Die Beamten, die zu sehen waren, fielen durch die Revolver am breiten gelben Gurt bei den Straßenpassanten auf. Die von zirka 700 Personen besuchte Versammlung bei Wernau, Schwedterstr. 23, war vom besteir Geiste beseelt. Nach Entfernung der Tische aus dem Saale referierte G. W i e S n e r in 1'/zstündigem Vortrage über das vorliegende Thema, vielfach von Betfall unterbrochen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen, außerdem ein Antrag, die Tellersammlung fortzusetzen und dm Ertrag zur Agitation für die Wahlbewegung zu verwenden. In F r ö b e l s Allerlei-Theater in der Schönhäuser Allee hatten sich annähernd 2000 Personen eingefunden, so daß lange vor Be- ginn der Versammlung der Saal gesperrt wurde und viele keinen Einlaß mehr fanden. Das Referat hatte Frau Dr. Wehl über- nommen. Ausgehend von der 1848er Revolution kritisierte Re- ferentin, oftmals von starkem Beifall unterbrochen, die damalige und heutige politische Situation. Zum Schluß gab der Gesangverein Freier Männerchor einige proletatische Kainpflieder zum besten. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der große Saal der Kronenbrauerei in Alt-Moabit war bis aus den letzten Platz gefüllt. Im Saal und aus den Galerien drängte sich eine tausendköpfige Menge, so daß sämtliche Tische aus dem Lokal entfernt werden mußten. Die Ausführungen des Referenten Paul Litfin wurden oft von stürmischem Beifall unterbrochen. In der Diskussion ermahnte Frau Wulf die anwesenden Frauen und Mädchen, die Worte des Referenten zu beherzigen und durch Beitritt in den Bildungsverein für Frauen und Mädchen den Worten auch die Tat folgen zu lassen. Nach einem kurzen Avpell des Vor- sitzenden, Genossen Richter, dem Wahlverein beizutreten und die Arbeiterpresse, besonders den„Vorwärts" durch Abonnement zu unterstützen, fand die Resolution einstimmige Annahme. Im„Kolberger Salon" referierte Genosse S i l l i e r. Saal und Galerie waren dicht besetzt. Zirka 1100 Personen waren anwesend. Sillier kritisierte das Dreiklassenparlament, den preußischen Landtag. Nur Aufklärung der Massen, unter Anschluß an die politischen und gewerksajaftlichen Organisationen, führen das Prole- tariat seinen Zielen zu. Die Resolution wurde einstimmig an- genommen. In den„Germania F e st s ä l e n" waren über 2000 Per- sonen versainmelt. Der Referent Genosse T h. Glocke gab einen Ueberblick über die wirtschaftlichen und politischen vormärzlichen Ver- Hältnisse in Preußen-Deutschland. schilderte sodann die revolutionären Vorgänge von 1848, die mit Naturnotwendigkeit sich aus den da- maligen Verhältnissen ergeben mußten und stellte fest, daß durch die Feigheit des Bürgertums, das die Führung in dieser Bewegung hatte, die schon errungenen politischen Rechte ivieder verloren gingen und somit die Arbeiterklasse bis heute unter dem Dreiklassenwahl- systcm politisch rechtlos sei. Der Kampf um Beseitigung dieses Wahlunrechtcs, welcher der Arbeiterklasse aufgezwungen, werde und muffe zum siegreichen Ende führen, wenn jeder unermüdlich bestrebt sei, politische» Verständnis in uns fernstehende Kreise zu tragen und nnsere Organisation bis zur Unüberwindlichkeit stärken zu Helsen. Dann sei nicht nur die Beseitigung des Wahlunrechtes sicher, sondern auch ein gewaltiger Schritt auf dem Wege zur Verwirk- lichung unseres Programms getan. An den mit Beifall auf- genommenem Vortrag schloß sich eine kurze Diskussion, in der auch die Frauen aufgefordert wurden, in diesem Kampfe mitzuwirken, worauf die Resolution einhellig angenommen wurde. Im überfüllten Saal von W i l k e hielt der Stadtv. Borg« mann einen 1l/zstündigen von vielem Beifall unterbrochenen Vor- trag. Der Redner knüpfte an die angebliche Rede des Kaiser? bei der Vereidigung der Marinerekruten in Wilhelmshaven an, schilderte die wahren historischen Vorgänge dieser Zeit, zeigte, daß die Junker damals das Vaterland und den Thron feig und fchmählich verraten und doch heute noch das Heft in Preußen in den Händen haben. Einhellige Zustimmung unterbrach den Redner, al» er den Helden der Märztage die Sympathie der aufgeklärten Arbeiterschaft aus- prach. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. In der Versammlung im S w i n e m ü nd e r G e s e l l s ch a f t s- hause referierte Genosse E r n st Brückner. Unter dem Beifall der nach Tansenden zählenden Zahl der Versammlungsbesucher schilderte der Referent die Eutwickclung der sozialen Verhältnisse bis in die neueste Zeit hinein. Besonders geißelte der Vortragende den Klassen- charakter des im Jahre 1849 oktroyierten Landtagswahlgesctzcs und das Verhalten der bürgerlichen Klaffen Deutschlands. Die Versamm- lung mußte bereits um ll3/4 Uhr abgesperrt werden und dennoch wogte» die Massen der Genossen, die kernen Einlaß gesunden hatten, auf der Straße hin und her. In der Versammlung selbst mögen zirka 1200 Personen Kopf an Kopf Platz gefunden haben In B a l l s ch m i e d e r s Salon auf dem Gesundbrunnen war der große Saal lange vor Eröffnung der Versammlung überfüllt. Ueber 2000 Personen' drängten sich nach Fortschaffung der Tische im Saale zusammen. Der Referent, Genosse L e d e b o u r, gab in 2>/Mndigcr Rede eine» Ueberblick über die 48er Revolution und ihre Vorgeschichte und wies zum Schluß auf die Pflicht hin, die uns als Erben der Märzkämpfer obliegt, die vom Bürgertum verlotterten Errungenschaften zurückzugewinnen. Zu Ehren der gefallenen März- kämpfer erhoben sich die Versammelten von den Sitzen und gaben, einer Aufforderung des Referenten folgend, mit donnerndem Zuruf das Gelöbnis ab, unablässig dafür zu wirken, daß die verlorenen Volksrcchte zurückerobert und die sozialistischen Ideale verwirflicht werden. Die Genossin Buchmann forderte noch in packenden Worten die�rauen zur Beteiligung an dem Befreiungswerk des Proletariats und zur Erkänrpfung der Rechtsgleichheit mit den Männern anf. Im Kösliner Hof sprach der Genosse Augustin vor überfüllter Versammlung. Seine Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Der Vorsitzende A. Melzer forderte zum Schluß zum Beitritt in den Wahlverein auf und erinahnte die Anwesenden energisch, auf den „Vorlvärts" zu abonnieren. Am Schluß sangen die Versammelten begeistert die Marseillaise, was den überwachenden Beamten sehr in' Aufregung versetzte. Er drohte mit Eingreifen, wenn der Gesang nicht aufhören würde. Teltow-Beeskow. Das Bolkshaus zu Charlottenburg prangte im Schmucke rorcr ahnen. Im großen Saale sammelten sich über 1200 Männer und tauen, darunter zahlreiche Russen. Die Gesangvereine„Maien- grüß" und„Lyra" trugen einige Gesänge vor, worauf Max Schütte referierte. Einen Zwischenfall brachte die Hinaus- beförderung eines Kriminalbeamten, die übrigens rasch und sicher vor sich ging. Genosse Schütte verlas die Resolution und wurde diese einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende Genosse Schmidt mahnte zum Eintritt in den Wahlverein und zum Abonnement auf den„Vorwärts", teilte auch mit, daß die Polizei von dein Kranze, den die Charlottenburger Genossen den Märzkämpfer» am Friedrichs- Hain gespendet hatten, die Schleife, welche emen Ver» des Dr. Kasfer aus Budapest brachte, abgeschnitten hatte. Im kleinen Saale des VolkShauseS sprach Richard Nürnberg vor zirka 260 Personen. Die Versammlung trug den gleichen Charakter wie die im großen abgehaltene. Die Versammlung im B a u e r sch e n S a a l e, Berlincrstraßc, war von zirka 300 Personen besucht. Nachdem der Männerchor ein Lied zu Ehren der Märzgefallenen intoniert, charakterisierte Genosse E. D i t t m e r das laue Verhalten de» Bürgertums in den Jahren 1848/49. In der Versammlung im großen Saal der„Charlotten- burger Festsäle, Kaiser Friedrichstr. 24, waren über 700 Per- onen beiderlei Geschlechts anwesend, denen Genosse L. Breslauer die Ereignisse des„tollen" Jahres darlegte. Im kleinen Saal bei Schulz in Charlottenburg hatte Genosse K o s i o l das Referat übernommen. Die Versammlung wurde durch die Darbietungen des Gesangvereins„Vorwärt»" würdig eingeleitet. Etwa 150 Zuhörer waren anwesend. Die Ausführungen des Rcfc- reuten erlitten eine Unterbrechung, als der Vorsitzende Genosfe R o s e n t h a l mitteilte, daß sich ein Kriminalschutznrann unter den Aniocsenden befände. Unter den Entrüstungsrufen der Versammlung entfernte sich derselbe. Die Mitteilung des Vorsitzenden, daß die Kranzschleife des Charlottenburger Wahlvereins konfisziert sei, wurde mit Pfuirufen aufgenoinmen. Rixdorf. Die Demonstration zur Erringung deS gleichen geheimen und direkten Wahlrechts war seitens der Rixdorfer Arbeiter» schaft eine geradezu gewaltige. Die Parteigenossen hatten sich vorher in ihren Zahlabendölokalen versammelt und begaben sich kurz vor 12 Uhr zu Hunderten in losen Reihen nach den festgelegten Ver- fommIm!fl§ToIaTcit. Die Ruhe und Entschlossenheit der demonstrierenden organisierten Arbeiter zeigte den Ernst der Situation. Ein zahl- reiches Aufgebot von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde sorgte dafür. daf; die Genossen in ihrer Demonstration nicht gestört Wurden. Sämtliche vier Volksversammlungen waren gut besucht. Im Lokale von H e i k h a u S waren gegen 90V Personen versammelt. Referent war Genosse B a s n e r. Die Anwesenden hatten sich zu Ehren der Märzgefallenen und französischen Bergarbeiter von den Plätzen erhoben. Jn Thteles Festsälen referierte der Genosse A n t r i ck vor lLOO Versammlungsbesuchern. Der Referent, der mit der preußischen Junkersippe scharf ins Gericht ging, gedachte in seinen Ausführungen der Märzgefallenen und schloß mit einem warmen Appell an die Anwesenden, einzutreten für Beseitigung des Dreiklassenwahlsystems durch das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht. In Gröplers Bürgersälen referierte Genosse Fülle bor 1000 Personen. Referent schilderte, oft von Beifall unterbrochen, die Wahlentrechtung vom Jahre 1848 bis zur Gegenivart. In Hoppes Festsälen referierte der Genosse Ed. Bern- stein vor etwa 2500 Personen. Brausender Beifall lohnte den Redner für seine lehrreichen Ausführungen. Die vorgelegten Reso- lutionen wurden überall einstimmig angenommen. Tie Vorsitzenden der vier Versammlungen schlössen dieselben mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale Sozialdemokralie; stehend wurde die Marseillaise gesungen. Hahl- reiche Aufnahmen in den Wahlverein,„Vorwärts"-Abonnenten sowie Austritte aus der Landeskirche waren das vorläufige Resultat dieser Versammlungen. Schöneberg. Die Versammlung in Weimanns Klub- Haus war von 400 Personen besucht, welche aufmerksam den sünfviertelstündigen Ausführungen des Genossen Hoffmann- NowaweS folgten. Der große Saal von Obst war längst vor 12 Uhr gefüllt, bei Beginn der Versammlung mochten an 1000 Personen, darunter viele Frmlen, versammelt sein. Das Referat, das vielfach von Zussimmungen unterbrochen und mit großem Beifall auf- genommen wurde, hatte Genosse G r u n w a l d. Der Arbeiter- gesangverein trug in würdiger Form einige Lieder vor. Die im Wilhelmshof tagende Versmninlung war von an- nähernd 400 Personen besucht. Die Anwesenden spendeten der Ge- nossin M e s ch für ihren l�stündigeu Vortrag reichlichen Beifall. Genosse Henkel forderte zum Eintritt in die gewerkichaftliche und polittsche Organisation auf und empfahl den Austritt aus der Landeskirche; ferner betonte er die Pflicht zum Abonnement auf den „Vorwärts". Friedenau. Der Saal des GefellschaftshaufeS, in dem Genosse H. Müller die Gedächtnisrede hielt, war dicht gefüllt; einstimmig wurde die Resolution angenommen. Bei Beginn und Schluß der Versammlung sang der Arbeiter-Gesangverein einige stimmungsvolle Lieder. In Wilmersdorf war der Volks garten gefüllt. Der Ge- sangverein der Maurer leitete die würdige Feier durch Gesang ei». Genosse Küter schilderte in seinem Vorwage die historische Be- deutung der Revolution. Großer Beifall wurde ihm zu teil. Ge- nossin Fräulein B a a r ersuchte die Anwesenden zum Anschluß an den Bildungsverein der Frauen, um auch die Frauen als Kämpfer zu erziehen. Die Versammlung ehrte das Andenken der Märzgefallenen, der russischen Freiheitskämpfer und der Grubenarbeiter in Courrisres. Steglitz. Im größten Saale von Steglitz l„B irkenwäldchen") waren 700 Teilnehmer(darunter sehr viele Frauen) versammelt, die den Ausführungen des Genossen D a v i d s o h n aufmerksam folgten. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Anfang und Ende der Versammlung verschönte der Arbeiter-Gesangverein»Zukunft I" durch den Vortrag stimmungsvoller Lieder. In Tempelhos sprach im„Wilhelms garten"(Noacf) der Genosse Osw. Grauer- Lichtenberg vor zirka 100 Teilnehmern. Eingangs der Versammlung erhoben sich die Versammelten zu Ehren der gefallenen Märzkämpfer von ihren Plätzen. Zum Schluß semeS Vortrages forderte Genosse Grauer zur Stärkung der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen und zum Abonnement auf die Parteiprcsse auf. In Groß-Lichterfeldr in Reifens Lokal war der Saal über- füllt. 450—500 Personen hatten sich eingefunden, um der Gedenk- seier für die Märzgefallenen und der Demonstration zur Erringung des allgemeinen gleichen geheimen und direkten Wahlrechts beizu- wohnen. Vor und nach'dem Vottrage des Genossen Mietete brachte der Gesangverein„Einigkeit 1" einige Kampslieder zu Gehör. Bor und»ach der Versammlung sah man in der Nähe des Lokals unnötig viele Gendarmen sich aushalten, welche aber wohl während der Zeit nichts Besseres zu tun hatten. In Links Restaurant, Calandrellistraße, referierte Genosse Kurt R o s e u s e l d vor ungefähr 100 Personen. Er gab ein Bild der Märzrevolution, ihrer Ursachen und Wirlungen und geißelte alsdann das Drcitlassenwahlstzstcm. Ein von der Polizei entsandter Spitzel wurde schon am Eingänge des Lokals erkannt und mußte unter Hohngelächter von dannen ziehen. In Schmargendorf legte Genosse Leid die Märzereignisse dar, im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen den Kampf gegen das Wahlunrecht zum Dreiklasienparlament als einen Teil des Kampfes gegen jede Entrechtung und Unterdrückung kennzeichnend. Die von 150 Personen besuchte Versammlung votierte einstimmig für die Resolution. Dem 30. Todestage Freiligraths wurde durch die Rezitation einiger seiner Gedichte gedacht. Vom Vorsitzenden wurde noch auf die OrganisationSpflicht in gewerkschaftlicher und polittscher Beziehung sowie auf das Lesen der Arbeiterpresse hingewiesen. In zehlciidorf war die Versammlung von zirka 100 Männern und Frauen besucht. Der Referent Genosse Mittz sprach unter großem Beifall der Anwesenden über die Geschichte des 18. März. In Mariendorf sprach der Genosse Kunze vor einer sehr gut besuchten Versammlung. Er legte seinen Ausführungen Heines Worte:„Beruhigt Euch, ich liebe das Vaterland ebenso sehr wie Ihr" zugrunde. Ausgehend von der Stellungnahme des Bürger- tumS zu den Versammlungen am 21. Januar schilderte er die Ver- fassungSkämpfe von 1803 bis 1848. alsdann die Konterrevolution von 1849. Die Frage, ob die Regierung imstande sei, mit Flinten den Wünschen des Volkes ein Paroli zu bieten, verneint Redner mit dem Hinweis auf Rußland. Aber uns sind noch andere Wege ge- geben. Die Reaktion vermag ihre eigenen Gesetze nicht mehr zu achte». Als letztes Mittel steht dem Proletariat aber seine ökonomische Macht, die Verweigerung der Arbeit zur Verfügung. An der Diskussion beteiligte sich Genosse Greulich im Sinne des Refe- renteu. Der Vorsitzende, Genosse Reichardt, ichloß die Versammlung, indem er einen Appell an die Versammelten richtete, die Parteipresie zu abonnieren, mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Nowawes. Die im Saale des V o l k S g a r t e n S tagende Märzverjammlung, in welcher Genosse B ö s k e referierte, war von 500—600 Personen besucht und nahm einen iniposanten Verlauf. Redner erläuterte mit zündenden Worten die historische Bedeutung des Tages und geißelte in treffender Weise das bestehende preußische Landtagswahlrecht. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Nachdem noch Genosse G r u h l mit einem Appell auf die morgen stattfindende Gemeindevertreterwahl hinwies, wurde die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. Zossen. Unsere Versanimlnna war von 250 Personen besucht. Genosse Ucko behandelte das bekannte Thema. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Teltow. Nachmittags 2 Uhr fand im Pickenhagenschen Lokal eine gut besuchte Versammlung statt. Der Referent, Genosse K ä m i n g- Berlin, gedachte eingangs seines Vorttages der März- gefallenen, geißelte dann die preußische Jimkerwirlschaft und schloß mit einem Appell an die Anwesenden, nicht eher zu ruhen, bis an Stelle des Dreiklassenparlameuts und des Herreuhauses eine einzige Vertm.iiig auf Grund de? allgemeine!! gleichen direkten und geheimen Wahlrechts getreten sei. Eine diesbezügliche Resolution wurde ein- stimmig aiigenomnien. Britz. In HübnerS Restaurant„Buschkrug" hatten sich an 450 Personen eingefunden, Ivorunter die Frauen zahlreich vcttreten waren. Redner war der Vertreter des Kreises, Genosse Fritz Z n b e i I. Die BcifallSbezeugungen beunruhigten den überwachenden Gendarmen Daberkow dermaßen, daß derselbe die Versammlung aufzulösen drohte. Der Vorsitzende Händel kam ihm aber zuvor und vertagte die Versammlung auf zehn Minuten, um alsdann über die Resolution abstimmen zu lassen. Treptow. Die Versammlung war dicht gefüllt. 500 Teilnehmer. Das Referat des Genossen T ä t e r o w wurde beifällig aufgenommen. Mit dem Absingen der Arbeitermarseillaise fand die Versammlung einen würdigen Abschluß. Baumschiileuweg. Die Versammlung war von zirka 500 Personen besucht. Der Gesangverein„Licdesfreiheit" leitete die Versammlung durch einen Gesangsvortrag stimmungsvoll ein. Genosse Freiwaldt- Pankow referierte. Indem er zwischen der russischen Revolution und der Achtundvierziger eine Parallele zog, gedachte er mit warmen Worten der Genossin Rosa Luxemburg. Zum Schluß sang der Gesangverein die„Marseillaise", in welche die Versammelten ein- stimmten. In Mittenwaldr referierte Genosse Kling ner- Berlin vor etwa 250 Personen. Die Resolution fand allgemeine Zustimmung. In Zernsdorf waren 100 Personen versammelt, um die Dar- legungen des Genossen Ku b i g- Pankow anzuhören, der die 48er Bewegung als eine notwendige Folgeerscheinung der revolutionären Bewegung in Frankreich schilderte. AdlerShof. 400 Personen. Referent Genosse Katzenstein. Redner erntete reichen Beifall. Resolutton wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende richtete einen warmen Appell an die Versammelten, sich an der am 26. März, nachmittags von 4—7 Uhr stattfindenden Gemeindewahl rege zu beteiligen. Köpenick. Das Köpenicker Stadttheater war wie am 21. Januar überfüllt. Nach dem Vorttag des Gesangvereins„Morgenrot" hörten 1800 Personen, darunter viele Frauen, die Ausführungen des Referenten Genossen S o n n e n b u r g-Friedrichshagen mit der größten Ruhe. Mit einem„Auf zur geistigen Revolution" schloß der Referent unter stürmischem Beifall. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Nach dem Vortrag des Gesangvereins „Morgenrot" ging die Versammlung in der größten Ordnung aus- einander. In Ketschendorf bei Fürstenwalde referierte Genosse Stühmer vor 320 Personen, worunter viele Frauen. Redner erötterte die Ursachen der bürgerliche» Revolutton, sowie auch, warum das Bürger- tum später die Erfolge wieder preisgegeben hat und jetzt gar nicht mehr an jene Kämpfe erinnert werden mag. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Nachdem die Genossen noch auf- gefordert, am Donnerstag, den 22. d. M., bei der Gemeindevettreter- wahl ihre Stimme für den Arbeiterkandidaten der dritten Abteilung abzugeben, wurde die Versammlung geschlossen. In Eichwalde referierte vor etwa 150 Personen Artnr Zacher- Berlin. Dem oft durch Beifall unterbrochenen Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich Gegner jedoch nicht beteiligten. Die vorgeschlagene Resolution fand einstimmige Annahme. In Markgrafpieske fand eine gut besuchte Versammlung im G r a ß n i ck scheu Lokal statt. Referent war der Genosse W o l l e r- ni a n n- Schöneberg. In seinem Vorwage wies Redner auch gleich- zeitig auf die Wichtigkeit der Gemeindewahleu hin und forderte die Anwesenden auf. sich vollzählig an den im Anschluß an die Ver- sammlung stattfindenden Gemeindevertreterwahlen zu beteiligen. Aufgestellt waren in der zweiten und dritten Abteilung je zwei sozialdemokratische Kandidaten. Nach der einstimmigen Annahme der Resolution begaben sich die Versammlungsteilnehmer sofort nach dem Wahllokal. In Königs-Wusterhausen war die Märzversammlung auf 3 Uhr nachmittags angesetzt, um den weit zerstreut wohnenden Arbeitern der umliegenden Jndusttten die Teilnahme zu erleichtern. Trotz des naßkalten Wetters waren gegen 400 Personen zur Stelle, die mit größter Aufmerksamkeit den Ausführungen des Genossen Gerhard Hildebrand aus Ober-Schöneweide lauschten. Die Protest- resolution wurde einstimmig angenommen, nachdem die Bersamm- lung bereits vorher den Ausführungen des Referenten lebhaftesten Ausdruck verliehen hatte. Von Johannisthal, Nieder-Schöncweide, Rudow fanden sich die Genossen zahlreich in ,. Senftlebens VolkSgarten" ein. Die Ausführungen des Genossen Kloth wurden mit großem Bei- fall ausgenommen. Frühmorgens wehte auf dem noch ini Bau befindlichen Gemeindehause daS rote Banner mit der Inschrift:„Nieder das Drei- klassenwahlshstem!" Niederbarnim. In Weißeusee referierten in den beiden großen Sälen des Schloß- Restaurants die Genossen W e h r l e und W i e s e n t h a l vor weit über 2000 Personen. Die Resolution wurde unter begeisterter Zu- stimmung einstimmig angenonimen. Lichlculierg. Die bei Schwarz tagende Versammlung war von zirka 400 Personen(darunter viele Frauen) besucht und wurde durch Massengesang eingeleitet und beendet. Genosse G r e m p e kam in seinem, oft von Beifall unterbrochenem Referat auch auf die Verurteilung des Genossen Löbe-Breslau zu einem Jahre Gefängnis wegen eines durchaus maßvollen Artikels zur preußischen Wahlrechts- bewcgung zu sprechen. Mit einem wirksamen Aufruf zur Verbreitung unserer Presse und Beteiligung an der Agitation schloß der Vorsitzende die imposante Kundgebung. In Stralau sprach in der„Alten Traverne" Genosse Berg. Die von zirka 200 Personen besuchte Versammlung wurde mit einem Liebe,„Deni Lenz entgegen", vom Gesangverein„Vor- wärtS" vorgetragen, eröffnet und nahm nach 1'/„stündigem Referat die vorgeschlagene Resolution ohne Diskussion einstimmig an. Zum Schluß wurde' das Lied„Empor zum Licht" vorgetragen. Runimclsburg. Die Versammlung im Cafo Bellevue war gut besucht. DaS Referat hielt unter lebhaftem Beifall Genosse Cohen. Die Versammlung im Saale der Witwe Weigel, T ü r r s ck> m i d t st r. 4 5, war äußerst stark besucht. Der Referent, Genosse Nollstadt, entledigte sich seiner Aufgabe unter lebhaftem Beifall in zirka 1>/zstiindiger Rede. Die vorgelegte Resolution fand einstimmige Annahme. In der Versornmlung bei G o r g a S referierte Genosse Wilke vor 300 Versammlungsbcsucherii. Der vorläufige Erfolg seines von stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrages war, daß sich eine Anzahl Besucher in den Wahlverein einschreiben ließen. Fricdrichsberg. Die Versammlung im„Schwarzen Adler", wo Genosse A h r e n L referierte, war gut besucht und wurde die Resolution begeistert aufgenommen. Im„ K r o n p r i ii z c n g a r t e n Frankfurter Chaussee, folgten die zahlreichen Versammlungsteilnehmer mit großem Interesse den trefflichen Ausführungen des Genossen F e n d e l. Auch hier wurde die Resolution einstimmig angenommen. In Friedrichsfeldc fand die Versammlung im Bube schen Saale statt und erfreute sich eines guten Besuches. Die Resolution wurde mit Jubel aufgenommen. Referent war Genosse Benno Maaß- Berlin. Pankow. Hier fanden zwei Versammlungen statt. Eine außer- ordentlich stark besuchte im Lokal„ Z u m K u r f ü r st e n". in der der Vertreter des Kreises, Genosse Artur Stadt Hägen sprach, und eine zweite inmitten des OrtcS in RoczhckiS Gesell- s ch a f t s h a u s, wo Genosse Paul John referierte. Die Ver- sammlung im„Kurfürsten" war noch besonders dadurch intercssant, daß sie ein Stück Orgauisationsarbeit in die Erscheinung treten ließ. Da den Genossen der Schönhauser Vorstadt ihre Lokale zu klein waren, hatten sie nördlich der Ringbahn die Parole ausgegeben: „Auf nach Pankow". So formierte sich dann auch plötzlich zwischen 11 und 12 Uhr ein geschlossener Zug von mehrere» 100 Personen, der sich durch die Schönhauser Allee in daS verabredete P l?!per Lokal ergoß.— Die füchterlich aussehenden Gendarmen machten den Kindern viel Spaß. Nieder- Schönhliusen. Die Versammlung war den örtlichen Ver- Hältnissen entsprechend gut besucht, 180 Versammlungsteilnehmer, darunter auch Frauen, waren erschienen. Das Referat hielt Genosse U t h e ß- Berlin. Resolution wie Referat wurden begeistert aufgenommen. In Reinickendorf- West bei Franke behandelte Genosse C. G i e b c l das Tagesthcma. Durch ein stimmungsvolles Lied des Arbeitergesangvereins„Einigkeit II" wurde die von zirka 250—300 Personen besuchte Versammlung eingeleitet. Dem I'/Jtiiiidigen Vortrage folgten die Anwesenden mit sichtbarem Interesse. In Hoheii-Schöiihansen-Wilhelinsberg war der Besuch den ort- lichen Verhältnissen entsprechend ein starker. Im Saale von Kuhle, Bcrlinerstr. 68, referierte Genosse S t r a s s e r. Der Vortrag wurde mit großem Beifalle von der Versammlung aufgenommen. Wilhelmsruh. In Baders Saal halten sidi etwa 100 Personen versammelt, vor denen Genoffe P c s s i e r über die Bedeutung des Tages sprach. Tegel. Die Versammlung war von annähernd 1000 Personen besucht. Das Referat hielt Genosse Hildebrandt, welcher sich am Schluß seiner Ausführungen besonders an die zahlreichen Frauen wandte und die sozialdemokratische Presse empfahl. Eine Anzahl Besucher meldeten ihre Ausnahme in den Wahlverein, wie auch ihr Abonnement siir den„Vorwärts" an. Borsigwalde. Im Körnerschen Restaurant referierte Genosse W ü ck e vor zirka 300 Personen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Karlshorst. An der Versammlung nahmen an 75 Personen teil. Das Referat hielt Genosse Krebs- Berlin. Friedrichshagen. Hier referierte vor ungefähr 800 Personen in Konrads Festsälen der Genosse W u s ch i ck. Seine Ausführungen wurden wiederholt von stürmischen Beifallskuudgebungcn und bei gelegentlichen satirischen Seitenhieben von allgemeiner Heiterkeit unterbrochen. Die von ausgezeichneter Stimmung beherrschte Ver« sammlung nahm die Resolution einstimmig ohne Diskussion an. Der Gesangverein„Maiengruß" hatte die Versammlung mit einigen Liedern festlich eingeleitet. Die Versammlung für Grünau war von über 200 Teilnehmern besucht. Der Referent Genosse I a c o b s e n erledigte seine Auf- gäbe nach besten Kräften und fand zum Schluß reichen Beifall. Erkner. Die Versammlung fand� nachmittags 3 Uhr im D e g c- b r o d t schen GesellschaftshaUs e statt und war von 200 Per- sonen besucht. DaS Referat des Genossen P u t t l i tz wurde von den Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Ober-Schöneweide. Im großen Saal deS Wilhelm inen- Hofs mußten die Tische entfernt werden und stauden die Massen dicht gedrängt, um dem Referat des Genossen Manrcnbrechcr zn folgen. Seine Ausführungen wurden niit stürmischem Beifall auf- genommen. Der Gesangverein des Ortes half durch einige schwung» volle Liedervorttäge die Versammlung besonders imposant gestalten. Neueuhagen a. Ostbahn. Die in Fredersdorf stattgcfundeue Protestversammlung war von zirka 120 Personen besucht. Referent war Genosse Tornow, dessen Ausführungen mit lebhaftem Beifall aufgenonmien wurden. Die Resolution fand einstimmige Annahme. In Hrrzfelde wies die Versammlung diesnial eine für diesen Ort ausnahmsweise starke Beteiligung auf; zirka 250 Besucher waren zugegen. Der Referent F. T h u r o w- Ripdorf schilderte in flammenden Worten die Geschichte der Revolution. Brausender Beifall folgte den Worten des Referenten. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Bernau. Die starlbesuchte Versammlung nahm nach dem Referat des Genossen P ä tz e l- Berlin die Resolutton einstimmig an. Der Bürgermeister hatte eine Wiederkehr der 48 er Vorgänge befürchtet und Lieder des Arbeitergesangvereins zur Einleitung der Versammlung verboten. Als nach Schluß der Versammlung die Sänger dies nachholen wollten, in dem Glauben, daß das Verbot doch nur siir die Versammlung gelte, löste der llebcrwachende diese „neue Versammlung" auf und räumte mit Hülfe seiner Kollegen den Saal. Oranienburg. Hier tagte eine gutbesuchte Versammlung im Lokale„Zum Waldhaus Sandhausen". Anwesend Ivarcn zirka 300 Personen. Referent Genosse B u s e. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Der Gesaugverein„VorivärtS" leitete mit dem Kanipfliede„Der Freiheit Sieg" die Versammlung ein und beschloß dieselbe mit dem Liede„Empor zum Licht". Provinz Brandenburg. In Eberswalde nahmen an der Demoiiftrationsversammlung im Restaurant„Zur Mühle" etwa 250 Personen teil. Nach dem Referat des Genossen Albin M o h S- Schöneberg fand die Resolution einstimmige Annahme. ES wurden 15 Zcitiuigsabonnenten und 18 Wahlvereinsmitglieder geworben. Biesenthal. Die Versammlung im hiesigen,, S ch ü tz e n h a u s e" war gut besucht. Referent Stadtverordneter Gründet- Berlin unterzog in klarer volkstümlicher Weise die Ereignisse der 43er Revo- lution sowie auch das Wahlgesetz einer eingehenden Kritik, die be- geisterte Aufnahme fand. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Polizei war nicht aufgeboten. In Wriezen a. O. hatte Genosse Heller-Ripdorf daS Referat übernommen. Die zahlreich Erschienenen folgten mit großem Interesse den Ausführungen deS Referenten. Einstimmig wurde die Resolution angenommen. Nach Schluß der Versammlung meldete sich eine größere Anzahl Patteigenosscn zur Aufnahme in den Wahl- verein. Die Polizei verhielt sich ruhig. In Strausberg referierte in dem gefüllten Saal von Magnus vor über 300 Personen, oft von großem Beifall unterbrochen, Haffner- Berlin. Die Resolution wurde in der von bester Stimmung be- seelten Versammlung einstimmig angenommen. Nach Schluß erfolgte eine große Anzahl Neuaufnahmen in die politische Organisation. Steinfurth b. Eberswalde. Die im Lokale von Schien sener tagende Versaiiiiiilimg war von ca. 60 Personen besucht, Otto H a f f n e r aus Ripdorf referierte. Die Stimmuiig der Versaiimiluiig, welche mit größter Aiifiiierksamkeit den l'/» stündigen Ausführungen des Redners folgte, stimmte begeistert der Resolution zu. Diskussion fand nicht statt, Gegner waren nicht anwesend. ES fanden ferner noch Versanimlungen statt in: Freienwalde, Werneuchen. Spandau. Die für hier einberufenen vier Protestversammlungen waren sämtlich gut besucht und überall herrschte eine begeisterte Stimmung. Im Lokale von Kiunke referierte die Genossin G e e tz e- Ripdorf. Besuch der Versammlung 000 Personen. Eine Teller- sammlung ergab 62,40 M.— Im Lokal von T-h e ß n o tv sprach Genosse R a ni s b r o ck- Berlin vor etwa 800 Personen. Die Sammlung erbrachte 43,60 M.— Bei K ö p n i ck waren zirka 600 Personen anwesend. Referent Genosse Hille- Velten. Ge- sammelt wurden 33,17 M.— Im Lokale von Schwabe referierte Genosse Gehl- Berlin vor etwa 500 Anwesenden. Die Teller- sammlung ergab 21,91 M. Die bekannte Resolution wurde in sämtlichen vier Versammlungen einstimmig angenommen. Potsdam. Die Prote st versa mm lung im Viktoria- Garten war von über 600 Personen besucht. Ihr Verlauf war ein ebenso würdiger und eindrucksvoller wie am„roten Sanntag" im Januar. Der Referent Genosse Jul. Cohn-Bcrlin wußte däs Thema deS bedeutungsvollen TagcS so wirkungsvoll zu behandeln, daß ihm nach seinem zweistündigen Vortrage lebhafter Beifall wurde. Die Resolution gegen das preußische Dreiklassenwahl- ystem wurde mit brausender Zustimmung aufgenommen und ge- langte einstimmig zur Annahme. Ebenso gut verlief die Protestversammlimg in Bornstedt, wo Genosse H a n d t k e- Berlin unter allseitiger Zustimmung referierte. Die Teilnehmerzahl betrug 200. Die Resolution gelangte eben- 'iills einstimmig zur Annahme. Nach dreistündiger Dauer erreichte die ciiidrucksvolle Kundgebung gegen das herrschende Wnhlunrecht mit einem kiäftigen Hoch auf das frei:'/recht ihr Ende. $n Eiche würbe die Sebeutung beS Tages bor einer gut Ve« suchten Versammlung durch den Referenten Genossen Max Hesse- Verlin gleichfalls in wirkungsvoller und überzeugender Weise erklärt. Die Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Sanrmund. Die Versammlung war von zirka 150 Personen besucht. Genosse Richard G ä r t n e r- Luckenwalde referierte. Die Resolution fand einstimmig Annahme. Trebbin. Gegen 300 Personen, Männer und Frauen hatten sich in der hier im Gcsellschaftshaus stattgefundenen Versamm- lung eingefunden. Genosse S a b a t h- Verlin referierte. Die bekannte Resolution wurde einstimmig angenommen. Der Gesangverein „Freie Sänger" leitete die Versammlung durch ein Lied ein und beschlost sie in derselben Weise. Die Versammlung verlief ohne Zwischenfälle, Militär und Gendarmerie war diesmal nicht nach hier beordert, auch die Schützengilde hat sich nicht sehen lassen. Caputh bei Potsdam. Hier tagte am Sonnabend, den 17. März die Protestversammlung gegen das preustische Dreiklassenwahlsystem. Genosse, Arbeitersekretär H. Tabert- Luckenwalde referierte. Im Anschlust an die Volksversammlung fand noch eine Mitgliederver- sammlung des Wahlvereins statt, in der 11 Genossen ihren Beitritt zum Wahlverein erklärten. Bornstädt bei Potsdam. Im vollbesetzten Lokale von L a a st waren zirka 200 Parteigenossen und Genossinnen antvesend. Die Feier wurde stimmungsvoll eingeleitet durch den Vortrag des Gesangvereins„Frischauf": Empor zum Licht, und„Dem Lenz entgegen I Der Referent schilderte Ursache und Begebenheiten der 4Ser Revolution. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Staaken. Die im festlich dekorierten Saal von G n ä b i g statt gefundene Versammlung, in welcher Genosse K a st l e r- Berlin referierte, war von 100 Personen besucht. Der Referent gab in kurzen kräftigen Zügen ein Bild von der Entstehung der Revolution. In Ketzin a. H. referierte vor einer gut besuchten und begeisterten Versammlung Genosse Liebknecht. In Nauen war die Versammlung trotz dcS schlechten Wetters vortrefflich besucht. Die Stimmung war ausgezeichnet. Auch hier sprach Genosse Liebknecht. In beiden Versammlungen fand die bekannte Resolution ein- stimmige Annahme. Drewitz. Die hier abgehaltene Protestversammlung gegen das Dreiklasscnwahlsystem war von über 100 Personen besucht. Das Referat hielt Genosse Schröter» Britz. Die Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Hennigsdorf a. d. Hovel. Vor ungefähr 300 Zuhörern referierte Genosse Ar tu r S ch in i t- Berlin über„Die Bedeutung des 18. März". Dem Vortrage wurde reicher Beifall zu teil. Die Re- solution des ParteivorstandcS fand einstimmige Annahme. Vehlefanz. Die Versammlnng war von zirka 70 Personen besucht. Der direkte Erfolg der Versammlung war: 7 Aufnahmen für die politische Organisation, 3 Abonnenten für die Parteipresse und 5 Mark 25 Pf. Ertrag der Sainmlung fiir den Russenfonds. In Bötzow referierte Hilter lebhaftem Beifall der Versammlung der Genosse Wilhelm B e r n d t. Die Resolution des Partei- Vorstandes wurde einstimmig angenommen. Kremmen. Die öffentliche Volksversammlung war von zwei- hundert Personen besucht. Genosse Rieger-Berlin referierte. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Zum Schlust wurde noch auf rege Agitation, Lesen der Parteipresse und zum Beitritt zum sozialdemokratischen Wahlverein ermahnt. Die Tellersammlung er- gab S,7S Mark. Fünf Mitglieder Wurden für den Wahlverein ge- »vonnen. In Velten referierte Genosse D r u n s e l; anwesend waren zirka 500 Personen. Stimmungsvoll wurde die Versammlung durch ein paar Freiheitslieder eingeleitet und nahm einen würdigen Ver- lauf. Die Resolution fand einstimmig Annahme. Die Versammlung in Atarwitz bei Velten war gut besucht. Nach einein mit Begeisterung aufgenommenen Bortrag des Genossen Sorg- Berlin wurde die Resolution einstiimnig angenommen. In Alt-Geltow a. d. Havel sprach Genosse Händel vor zirka 200 Personen, darunter zahlreich- Frauen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Brandenburg. Unter bedeutend stärkerem Andränge als am 21. Januar verliefen die hier veranstalteten 3 DemonstrationS- versanunlungen, welche am Nachmittag um 4 Uhr. in den Lokalen VolkSgarten, Bürgerhalle und C a fö Helgoland tagten. Die Tagesordnungen fanden durch Referate der Genossen Reichstagsabgeordneter P e u S. Redakteure H. Meyer und Jäschke unter starkem Beifall Erledigung. Unter einstimmiger Annahme der allgemeinen Resolution wurden die Versammlungen mit dem üblichen Hoch geschlossen. Rathenow. Im K r y st a l l p a l a st referierte Genosse Z e r n i ck e- Berlin in einer von zirka 600 Personen besuchten Versammlung. Die Resolution wurde widerspruchslos angenommen. In KottbuS war die Versammlung von zirka 1000 Personen besucht. Genosse Alfred Bern st ein referierte. Die Resolution wurde mit Begeisterung angenommen. In KochSdorf waren fast alle erwachsenen Dorfinsaffen in der Versammlung erschienen. Genosse Bernstein, der hier ebenfalls sprach, fand für seine daS Dreiklassenrecht geistelnden Ausführungen begeisterte Zustimmung. Kolkwitz. Die Versammlung war von 100 Personen besucht. Nach einem Referate deS Genossen K i e s I i ch- Slainen wurde die Resolution einstimmig unter grostem Beifall angenommen. Im ReichstagSwahlkreise Sora,,-Forst fanden am Vormittag drei Versammlungen in ländlichen Ortschaften, nach- mittags sunf Versammlungen in Forst, Berge, Sora», Gassen und Sacra statt. Und die Versammlungen der ländlichen Ortschaften wiesen eine verhältnismästig stärkere Beteiligung auf als die der Städte. Vollbesetzt waren jedoch auch in den Städten die Säle. Die hohe Obrigkeit hatte keinerlei Vorkehrungen getroffen, die darauf schliesten liesten, dast sie den Ausbruch einer„gewaltsamen" Revo- lution befürchte. In allen Versammlungen wurde emsig und meist mit guten, Erfolg für die Ausbreitung unserer Presse und der Partei- organisation agitiert. Der März-Resolution stimmten alle Ber- sammlmigsteilnehnicr einmütig zu. SchwiebuS. Die Versaimnlung war von 300 Personen besucht und wurde die Resolution einstimmig angenommen. Sprcmberg. Im Saale des BergschlöstchenS sprach Ge- nossin Ida Altmann vor 4— 500 Personen. Die freudige Zu- stimmuug, welche die Ausführungen der Rednerin fanden, zeigte, dast SprembergS Arbeiterschaft kampfestrotzig sich ihrer Aufgabe bewußt ist, die sie als Glied der organisierten, uins Recht ringenden Arbeiter» klaffe zu erfüllen hat., r r„ Gassen. Die heutige Versammlung war gut besucht. Genosse Franke- Ripdorf referierte. Die Anwesenden demonstrierten für das allgemeine, direkte, gleiche Wahlrecht. Finsterwalde. Die hier abgehaltene Versammlung war von etwa 800 Personen besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung leitete der Gesaugverein„Einigleit" die Märzfeier durch ein ent- sprechende? Arbeiterlied ei». Gen. Pagels referierte. Der Vortrag wurde durch reichen Beifall belohnt und die vorgeschlagene Resolution einstiimnig angenommen. Kirchhain. Die Versammlung am 18. er. war von ca. 400 Per- soncn besucht. Vor Eintritt in die TageSordnüng trug der Arbeiter» gesangvercin„Alpenglühen" ein Lied vor. Der Referent Pagets schilderte in eingehender Weise die Ereignisse der Jahre 1348/4S. Die vorgeschlagene Resolution fand einstimmige Annahme. Srnftenlierg. Die in der T o tz i g m ü h I e stattgefuiidene ruhig verlonfene Versammlung war von ca. 200 Personen besucht. Vortrag und Resolution fanden begeisterte Zustimmiüig. Trcuenbrietzen. Die im Lokale von L a b b e S tagende März» Versammlung, in der Genosse F r o m k c- Berlin daS Referat über die Revolution von I34S übernommen hatte, war von zirka 200 Teil» nehmern besucht. �. Zossen. Die Versammlung hier war überfüllt. Der zirka l'/jistündige Vortrag des Genossen U ck o ivurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Iii Luckenwalde waren uiigesähr 100 Personen, darunter viele Frauen, anwesend. Das Referat dc-Z Genossen I a e ck- Berlin würbe mit großem Beifall aufgenommen; bie Resolution fand ein« stimmige Annahme. _ Am Nachmittag referierte Genosse I a e ck- Berlin in Jänicken darf bei Luckenwalde in einer sehr gut besuchten Versanimlung. Das Referat fand lebhaften Beifall. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Beelitz. Die Versammlung war stark besucht. Referent: Heinrich T a b e r t. Resolution fand Annahme. Münchebcrg i. Mark. Hier referierte Genosse Freiwaldt unter Zustimmung der versammelten Mitglieder deS hiesigen WahlvercinS. Da ein größerer Saal nicht zur Verfügung steht, mußte die Ver- sammlung in einem kleinen Gastzimmer abgehalten werden. Woltersdorf bei Luckenwalde. Zu der hiesigen DemoustrationS- Versammlung hatten sich gegen 100 Personen eingefunden. Das Referat hielt Genosse Dr. Borchardt- Charlottenburg. Die allgemeine Resolution wurde einstimmig angenoinmen. In Frankfurt fanden sich zu der Märzoersammlung weit über 1000 Personen zusammen, um den Ausführungen des Stadtverordneten Genossen Conrad- Rixdors mit gespannter Auf- merlsamkeit zu folgen. Nach kurzer Diskussion wurde die allgemeine Resolution einstimmig angenommen. Fürste»Walde. Die Versammlnng war zahlreich besucht und nahm nach dem von lebhaftem Beifall aufgenommenem Vortrage des Genossen Dr. Heinrich Braun die Resolution, in welcher das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für den preußischen Landtag gefordert wird, einstimmig an. Guben. Hier fanden drei gut besuchte Versammlungen statt, ,n den die Genossen Martin Meyer und Gustav Bauer aus Berlin und Marckwald- Forst referierten. Die Resolution wurde überall einstimmig angenoinmen. Eine Reihe Genossen wurden in die politische Organisation aufgenommen, auch wurden zahlreiche Abonnenten für die„Märkische Volksstimme" gewonnen. Fiirstenberg. Die hier tagende Volksversammlung war von zirka 800 Personen besucht. Genosse O. B ü ch n e r- Berlin schilderte die Märzrcvolution. Die Resolution des heutigen TageS fand ein- stinnnige Annahme. LandSberg a. W. In den zwei hier einberufenen Versammlungen referierten die Genossen Gebert- Eharlottenburg und Mermuth- Berlin vor ö— 700 Teilnehmern. Die Resolution fand in beiden Versammlungen einstimmige Annahme. Küstrin. Die Versammlung in JacobiS Festsaal war von etwa 200 Personen besucht. Der Referent Genosse Dr. S. R o s e n- f e l d- Charlottenburg fand Aufmerksamkeit und Beilall. Die Re- solution wurde einstimmig angenommen. Oderberg. Da zu einer Parteiversammlung in Oderberg kein Lokal zu haben ist, so mußte eine öffentliche GewerkschaftSversamm- lung einberufen werden. Genosse Funk- Berlin sprach. Die Ver- sammlung war von über 100 Personen besucht, darunter viele Frauen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Strasburg t./N. bei Pasewalk. Die Versammlung war groß- artig besucht, der geräumige Saal des„Schwarzen Adler" bis auf den letzten Platz gefüllt. Genosse G r o g e r- Rixdorf besprach die bürgerliche Revolution von 1843, von häufigem Beifall unlerbrochen. Die Resolution wurden von den 300 Anwesenden, darunter viele Frauen, einstiinmig angenommen. Hervorgehoben zu werden verdient die Tatsache, daß die StraS- burger Polizei zur Ueberwachimg noch einen Wachtmeister aus Prenzlau geliehen hatte, obgleich 3 Beamte am Orte bedienstet sind. Schwedt. Im Herdfordsckien Lokal waren 500 Vtrsammwngs- besncher anwesend. RechtSanw. Dr. Oskar Cohn aus Berlin referierte. Die Resolution fand einstimmig Annahme. Im Schlußwort forderte Genosse Rod. Schmidt zum Eintritt in die Vereine und zum Abonnement der Parteipresse auf. Nach S-bluß der Versammlung sang der Arbeitcrgesangverein„Die rote Fahne". In Pritzwalk war die Versammlung von 300 Personen besucht, die aufmerksam den Ausführungen der Genossin Frau Hedwig Kiesel über die Revolution 1848/49 lauschten. Lebhaften Beifall rief die Kritik des Dreiklaslenwahlrechts hervor, und wurde die Re- solution �einstimmig angenoiiimen. Mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie wutds die Versammlung geschlossen. In Wittenberge, der Hauptstadt der Weschrignitz, gestaltete sich die Versanimlung zu einer machlvollen Kundgebmig. Der Reichstags- kandidat des Kreises, Stadtv. Dr. W e y l- Berlin referierte; die Zentralhalle" war überfüllt und frühzeitig abgesperrt. Mehr denn 1000 Männer und Frauen lauschten dicht gedrängt den be- geisternden und begeisterten Darlegungen des Redners. Seit dem 21. Januar hat die Arbeiterbewegung in der Westprignitz einen machtvollen Aufschwung genommen; die Mitglieder der gewerkschaftlichen und politischen Organisation, die Leser des Parteiblattes haben eine beträchtliche Zunahme erfahren.— Die Resolution der Berliner Ge- nossen wurde einmütig angenommen. Perlebcrg. Die in Ermangelung eines Versammlungslokals unter freiem Himmel einberufene Volksversammlung ist von der hiesigen Polizei verboten sl), weil— zu besorgen ist. daß dnrch Abhaltung dieser Versammlung unter freiem Himmel die öffentliche Ordnung gestört wird. Die sofort eingelegte Beschwerde beim Landrat beantwortete dieser, indem er die polizeiliche Ver- fügung aufrecht erhielt. In Zehdenick sprach Genosse Stürmer vor etwa 500 Per- sonen. Bor und noch dem Bortrage sang die Liedertafel das Lied„Vorwärts" und«Empor zum Licht" ,n recht wirkungsvoller Weise. Der Bortrag fand sehr beifällige Aufnahme und die Reso- lntion wurde einstimmig angenommen. Gendarmerie-Aufgebot ziemlich reichhaltig. Gransce. Da der Partei hierzu Versammlungen kein Lokal zur Ver- fügung steht, fand eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung statt, die von zirka 120 Personen besucht loar. Genosse Gg. Engelbert raf- Berlin referierte. Die Resolution fand allseitige Zustimmug. der Diskussion sprach noch Genosse Zacha», der von Alt- derSdorf kam, wo die Versammlung durch die Polizei un- möglich gemacht worden war. Kurstchlag. Die Versammlnng im Lokal von Wißmann war sehr gut besucht. Der Referent Genosse Hermann Schulz fand stürmische Zustimmung. Diskussion fand nicht statt. Die Re- solution wurde einstimmig angcnonimen. Drei Gendarmen, einer mit Gewehr belastet, blieben natiirlicki draußen. In Linbow i. M. sprach vor einer sehr gut besuchten Ver- sammlung Hans Weber- Berlin. Mit einem kräftigen Hinweis auf die Notwendigkeit der weiteren Verbreitung unserer Presse, deS Eintritts in die geioerkschaftliche und politische Organisation fand die von gutem Geiste beseelte Versammlung ihren Abschluß. Provinz Sachsen. Thale a. H. Vor zirka 500 Personen sprach Genosse Albert G o r g a S- Magdeburg unter großem Beifall. Die von dem Vor- sitzenden, Genossen Tchinckel, der Versammlung bekannt gegebene Resolution fand einstimmige Annahme. Von Polizei. Gendarmerie oder Militäraufgebot war nichts zu merken. Merseburg. Die öffentliche Versammlung war gut besucht. Genosse Barrel au« Leipzig referierte. ES wurden 34 neue Mitglieder aufgenommen. Die Resolution fand einstimmige An- nähme. Burg bei Magdeburg. Die Versammlung gegen daß Drei- klasscnwahlrecht war von zirka 600 Personen besucht. Nachdem die Genossen Henning und Stollberg das System der preußischen Drei- klasscnwahl in scharfer Weise kritisiert hatten, erfolgte einstimmige Annahme der Resolution. Kreis Wanzleben. In acht stark besuchten Versammlungen referierten unter starkem Beifall die Genossen BcimS, Brandes, Fabian, Koch, Mösinger und Silberschmidt. Die Resolution des Partcivorstandes fand überall einstimmige Annahme. Die Ver- sammlungen waren wie folgt besucht: Egeln 400, Fermersleben 170, Diesdorf 200 Gr. Ottersleben 850, Klein Ottersleben 250. LemS- dorf 200, Salbke 180 und Sohlen 150.. Die Zahl der Wahlvereins- Mitglieder dcS Kreist'S hat sich seit Januar um 100 Proz. vermehrt. In den heutigen Versammlungen erklärten wiederum über 100 Ge- nossen ihren Eintritt. Bitterseld. Die Demonstrationsdersammlung war von«t» gefähr 400 Personen besucht. Es referierte Genosse Raute auS Eilenburg. Tic Resolution wurde einstimmig angenommen. Nordhansen. Im Wahlkreis Rordhausen fanden sieben gut be. suchte und würdig verlaufene Versammlungen statt. Teilweise waren die Säle überfüllt. Die Resolution fand überall einstimmige Annahme. Halle. Der 21. Januar mit seinen Demonstrationsversamm- lungen ist für die Polizei eine heilsame Lehre gewesen. Die heutigen Versammlungcn waren stark besucht, teilweise überfüllt. Die Polizei hielt sich in den gesetzlichen Grenzen und gab keinen Anlaß zum Einschreiten. Tie überflüssigen Straßensperrungen waren unterblieben, auf dem Markte fehlten die Feuerspritzen und auch die berittenen Schutzleute. Die Versammlungsteilnehmer gingen diesmal ruhig über den Markt und die Polizei retcrierte in die Wache, als die Demonstranten kamen. Das war sehr ver- nünftig. Es ist deshalb diesmal auch nicht das geringste passiert, während am 81. Januar durch daS Vorgehen der Polizei über 30 Sistierungen vorgenommen wurden. Die bürgerliche Presse, die doch auch zum 18. März etwas sagen mußte, bemerkte verschämt: „Gutem Vernehmen nach sind von der Polizei und von der Garnison alle Maßnahmen getroffen, um etwaige Demonstrationen zu unterdrücken; das Militär bleibt in den Ka- fernen konsigniert." Hinter dem größten Lokal st.Bellebue"), in dem der Abge- ordnete des Kreises, Genosse K u n c r t sprach, hatte sich ein Schwärm Schutzleute im Verborgenen gehalten, doch gab es nichts zu tun. Der 13. März war ein Ehrentag für das Proletariat in Halle. Selbstverständlich wurde die vorgeschlagene Resolution in allen Versammlungen einstimmig angenommen. Soweit sich bis heute abend übersehen läßt, sind auch die Ver- sammlungen in der Umgebung Halles stark besucht gewesen und ruhig verlaufen. Die Versammlung in Könnern wurde wieder, wie am 21. Januar, verboten. In Halberstadt war die Protestversammlung, in welcher Ge- nosse Emil Müller- Oschcrslebcn über„Die Revolution von 1848 und das preußische Dreiklassenwahlrecht" fpracb, von 450 Pcr� sonen besucht. Eine Resolution gegen das Dreiklasscnwahlrecht wurde einstimmig angenommen. Eisleben. Im hiesigen Kreise fanden zwei Versammlungcn statt, und zwar in Leutschcnthal mit 200 Personen und in Eis- leben mit 100 Versammlungsteilnehmern. Referent in beiden war der Genosse Drescher-DreSden. Die Resolution fand in beiden Versammlungen einstimmige Annahme. Wittenberg a. Elbe. In einer von zirka 300 Personen be- suchten Versammlung sprach hier Genosse Bartfch-Berlin. Die Wahlrechtsresolution wurde einstimmig angenommen. Torgan. Die hier stattgefundenc Volksversammlung war von über 100 Personen besucht. G. Meusch-Leipzig referierte. Die vom Partcivorstand vorgeschlagene Resolution fand einstimmige Annahme. Wohl um der Bedeutung des TageS das nötige Relief zu geben, hatte man hier das Militär in den Kasernen in Bereit- schaft gehalten, auch war die Polizei wieder sehr lebendig und nutz- loS wacker auf den Beinen. Delitzsch. Die Volksversammlung war von 300 Personen be- sucht. Genosse Raute- Eilcnburg hatte das Referat übernommen. Die Resolution wurde einstimmig angenoinmen. Der Arbeiter- gesangverein trug einige dem Tage angemessene Lieder vor. In den Nachbarkreisen Halles waren sämtlich« Versammlungen stark besucht. Im Zeitz« Kreis« fanden 15 Versammlungen statt. Ueberall fanden zahlreiche Aufnahmen in die sozialdemokratischen Vereine statt. In Teutschentbal bei Eisleben erließ ein Obergcndarm das originelle Verbot,«über Könige zu sprechen"! Thüringen. Gera. Zur Erinnerung an die Märzrcvolution fanden hier und in Triebes zahlreich besuchte Volksversammlungen statt, in welchen die Genossen Rühle- Leipzig und Leven- Gera referierten. Die Versammelten vorpflichteten sich, mit aller Energie für die völkerbefreiende Sozialdemokratie zu wirken. Saalfeld. In einer von 600 Personen besuchten Volks- Versammlung sprach heute Genosse Reichstagsabgeordneter Reiß- h a u s- Erfurt, der Abgeordnete unseres Kreises, über die Revo- lution des JahreS 1848. Redner kennzeichnete u. a. auch die über- aus klägliche erbärmliche Haltung der freisinnigen Parteien gegen- über den Ereignissen deS Jahres 1848. Brausender Beifall wurde dem Redner für seine vorzüglichen Ausführungen zuteil. Auch in Sonnebcrg, Pößneck und noch verschiedenen anderen Orten fanden gut besuchte Volksversammlungen statt, in denen die Bewegung deS Jahres 1848 und die gegenwärtigen politi- scheu Ereignisse Gegenstand dcS Themas waren. Ueberall war die Stimmung der Teilnehmer eine begeisterte. Hessen-Nassau. I» Frankfurt a. M. waren die zehn arrangierten Versamm- lungen von 7000 Personen besucht. ES wurden 150 Mitglieder für die politische Organisation und 70 Abonnenten auf daS Parteiorgan gewonnen. Für die Opfer der russischen Revolution wurden 450 Mark gesammelt. Zwischenfälle ereigneten sich nirgends. Auch in der Umgegend nahmen die Verfammlungew einen trefflichen Verlauf. Kassel. Im AgitationSbezirk Kassel fanden 18 Versammlungen statt, die sich durchweg guten Besuches erfreuten. Aeußerst imposant waren die Demonstrationen in verschiedenen ländlichen Ortschaften. Die Annahme der allgemeinen Resolution erfolgte überall einstimmig. Auffällige polizeiliche Maßnahmen waren diesmal nicht zu be« merken; da« Militär der Stadt Kassel ist diesmal nicht um seinen Sonntag gekommen. Viele neue Abonnenten wurden für die Partei- presse gewonnen, zahlreiche neue Mitglieder der Parteiorganisation zugeführt.- i In de« rheinhessischen Orten, in Worms, und ebenso in Darm- stadt, sowie dessen Umgebung, fanden am Sonnabend und Sonn- tag zahlreiche Äärzvcrsammlungen statt. Der Besuch war durchweg vorzuglich. Die Gedenkreden beschäftigten sich neben den auswärtigen aktuellen Ereignissen hauptsächlich auch mit der preußischen und der RcichSpolitik. Es ist unverkennbar, daß ein lebhafterer Zug in die ganze Bewegung kommt. Offenbach-Diebnrg. Stark besuchte Versammlungen beschlossen in 20 Orten des Wahlkreise« die folgende Resolution: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden und zieht aus den Kämpfen des 13. März 1848 und 1871 die Lehre, daß es für die Arbeiter- klass« fortgesetzter OrganisationStätigkcit sowohl in politischer als auch gewerkschaftlicher Richtung bedarf, um eine den Fortschritten der Kultur einigermaßen entsprechende menschenwürdige Lebens- Haltung zu erringen und zu halten. Sie sieht in der Erringuvg des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für alle Vertretungskörperschaften, insbesondere auch für die Land- tage der Einzelstaatcn des Deutschen Reiche« ein Mittel zur Er- rcichung ihrer Ziel«, die in der Richtung der Demokratisierung des öffentlichen Lebens und der Sozialisierung der Produkttons- mittel liegen. Provinz Hannover. Im Wahlkreise Hannover-Linden haben heute v Versammlungen stattgefunden. Sämtliche Versammlungen waren sehr gut besucht. Referenten waren die Genossen: Brey, Donath. Leinert, Menke, Paul, Schmidt, Schräder, Striefler und Thomaser. Die gehaltenen Referate wurden mit Begeisterung aufgenommen. Eine dem Tage entsprechende Resolution wurde überall angenommen. Tie Vorbereitungen der Behörden scheinen in ähnlicher Weise er- folgt zu sein wie am 21. Januar, nur mit weniger Geräusch. Das Militär durfte auch heute die Kasernen nicht verlassen. Die bürg«- liche Presse ist hier diesmal ziemlich zurückhaltend gewesen und nicht so tölpelhaft wie zum 21. Januar. Schönebeck(Elbe). Die Versammlung war von VOO Personen besucht. RcichstagSabgeordnet« Richard Li pinSki referierte. Die Berliner Resolution wurde einstimmig angenommen. PeraßtwertWer Rcdaktcu« Hans Weber, Berlin, Für de» Inseratenteil vcrantw.; Th, Glocke, Berlin, Druck u, Perlag: PorwärtSBuchdruckerci u. Berlagsanstalt Paul Singer Si Co.. Berlin SW. Nr. 66. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. März 1906. Leipziger Märzfeier. Ein besseres Thema für die Märzfeier des Proletariats dürfte es wohl faum geben als einen Vortrag über Karl Mary, aumal wenn es gelingt, den Genossen Kautsky als Referenten dazu zu gewinnen. Eine solche Märzfeier beging die Leipziger Arbeiterschaft, allerdings in dem sehr beschränkten Rahmen einer Vereinsversammlung der Wahlkreisorganisation von Leipzig- Stadt am Sonnabend, den 17. März, weil der Genosse Kautsky nur ausnahmsweise den Leipziger Genossen den Wunsch nach einem Vortrag über Karl Marr erfüllen wollte und zwar auch nur unter der Bedingung, daß dies in einem kleineren Kreise von Genossen geschähe. Trotzdem von der Kreisleitung dem Wunsche Kautskys Rechnung getragen wurde, und nur die Vereinsmitglieder und engeren Parteigenossen aus dem 13. Kreise eingelaben waren, wurden die bekannten Genossen, namentlich aus akademischen Kreisen, um Einlaßkarten bestürmt. Die Versammlung im Voltshaus war denn auch bis auf den lezten Platz mit aufmerksamen Zuhörern gefüllt, die den Genossen Kautsky enthusiastisch, mit leb haftem Händeklatschen, empfingen. Die hochgespannten Erwartungen der Zuhörer an den Vortrag wurden voll erfüllt. " allen Schicksalslagen eine treue Gattin gewesen, dann bald darauf und was sich für Frankreich als unabwendbar erwiesen hat, davor seine älteste Tochter Jenny starb, erlag er diesen harten Schlägen darf man sich in Deutschland nicht länger drücken. Für die Zukunft selbst. Am 14. März 1883 fand man ihn inmitten seiner Bücher wird man für Katastrophen wie auf Zeche Borussia" mindestens sanft entschlafen, seiner Bücher, in denen er uns so viele und ebenso sehr die Regierung wie die resp. Verwaltungen verantwortlich tiefe Gedanken niedergelegt hatte. Die Nachricht von seinem Tode zu machen haben. erfüllte die Freunde mit Schmerz, die sozialistische Bewegung aller Mit großem Eifer, aber anscheinend ohne großen Erfolg. Länder aber mit tiefer Trauer und zugleich mit der Besorgnis, werden die daß der gewaltige Bau, den er geschaffen, den Kämpfen der Zeit Bergungsarbeiten vielleicht nicht standhalten könnte. Man befürchtete innere Kämpfe, fortgesetzt. Ein Teil der deutschen Mannschaften wie auch die die das Werk der Befreiung der Menschheit aus den Banden der Pariser Feuerwehr ist fortgesetzt bei den Arbeiten tätig. Ueber den Rohnsklaverei, wenn auch nicht zerstören, so doch aufhalten könnten. Stand der Arbeiten wird berichtet: Diese Besorgnisse waren unbegründet. Die Arbeiterbewegung ist seit Mary' Tode immer stärker und mächtiger geworden, weil sie auf dem Boden seiner Lehren weiter gekämpft. Immer schärfer und andauernder wird der Kampf, wenn wir seinem Banner folgen. Wirken und fämpfen wir in diesem Sinne weiter, dann schreiten wir zum Sieg und Triumpf des internationalen Proletariats. Die Revolution in Rußland. Die Arbeit der zarischen Henker. In einem anderthalbstündigen Referate verstand es der Genosse Kautsky meisterhaft, das gewaltige Wirken von Karl Mary in wissenschaftlich- theoretischer und praktisch- propagandistischer Beschen Zeitungen veröffentlichen Artikel über die furchtziehung in verständlicher und plastischer Weise zu erläutern. Petersburg, 18. März.( Bureau Laffan.) Die Iettibaren Unterdrückungsmaßregeln der russischen Nach den einleitenden Worten über die nationale und inter- Regierung in den baltischen Provinzen zwischen dem 14. Denationale Bedeutung der Märzfeier, bei der wir der an jenen zember und dem 14. Februar. Sie bezeichnen diesen Zeithistorischen Aktionen beteiligt gewesenen Persönlichkeiten besonders gebenten, ging er dazu über, die Jugend- und Studienjahre von raum als die beiden roten Monate. Es wurden in dieser Zeit Karl Marx zu schildern, der bereits mit 18 Jahren die Universität vom Militär 18 Personen gehängt, 621 erschossen, 320 bei beBonn bezogen habe. Um Margens Entwidelung zum Revolutionär waffneten Zusammenstößen getötet, 251, darunter zwei Frauen, zu verstehen, müsse man die politischen und wirtschaftlichen Zu- gepeitscht, 97 Bauernhäuser, 2 Rathäuser, 4 Schulgebäude, stände der Rheinprovinz aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts 22 städtische Häuser und 3 Klubhäuser niedergebrannt. Unter fennen lernen. Nachdem die Rheinproving im Jahre 1815 wieder den Hingerichteten befinden sich 13 Schullehrer und an Breußen fam, habe die dort sich entwidelnde Bourgeoisie und 29 Bauerngutsbesizer. Die Hinrichtungen während von einer solchen fonnte man nur in der Rheinproving reden erst den Unterschied zwischen französischem und ostpreußischem Regime fennen gelernt. Die reaktionäre Bureaukratie und rüd. ständigen Staats- und Gesellschaftszustände Breußens standen der industriellen Entwidelung der Rheinproving hindernd im Wege und trieben die Bourgeoisie in die Opposition, woraus dann die Vortämpfer der Bourgeoisie und des Proletariats hervorgegangen sind. Diese Kämpfe wurden aber in den ideologisch verkleideten Formen Petersburg, 19. März.( Meldung der Petersburger Telegraphender philosophischen Diskussion geführt, und man strebte aus der Agentur.) Gestern haben in dem größten Teile von Rußland die ideologischen Philosophie auf den festen Boden des Materialismus Vorwahlen zur Reichsduma in größter Ruhe und Ordnung stattzu kommen. Der Hauptwortführer dieser Richtung war Feuerbach. gefunden. In diese Kampfzeit fielen Margens Studienjahre, und in Berlin fam er in den Kreis der damals bedeutendsten Männer hinein. des Monats Januar im ganzen Reich werden auf 397 angegeben. Es wird gemeldet, der Bar habe den General Linewitsch eine Audienz verweigert, weil es diesem nicht gelang, die Revolution zu unterdrücken. Die Vorwahlen zur Duma. Die Ruhe wurde auch nicht gestört, doch verliefen die Wahlen, so gut wie refultatios. Entweder erschienen die Arbeiter nicht und erklärten, von der Duma nichts wiffen zu wollen, oder, wo die Wahl mit Mühe und Not zu stande tam, weigerten sie sich, das Wahlprotokoll zu unterzeichnen. „ Alles ruhig". Lens, 19. März. Die Abdämmungsarbeiten zur Bekämpfung der Feuersbrunst, die das Vorgehen gegen Schacht III unterbricht, werden in planmäßiger Weise fortgeführt. Die heute morgen bor genommenen Luftanalysen scheinen den Nachweis dafür zu liefern, daß der Brandherd durch die Abdämmungen eingeschlossen und das Feuer teilweise erstickt ist, die Ingenieure befürchten aber, daß es wieder heftig aufflammen wird, sobald die Abdämmungen durchbrochen werden. Die Wetterführung muß vervollständigt werden, um die Sicherheit der Feuerwehrleute und Bergungsmannschaften zu gewährleisten, man geht daher jetzt daran, am Schacht III Hülfsventilatoren aufzustellen. Ein solcher befindet sich bereits jetzt an Schacht IV, doch befindet sich dieser in schlechtem Zustande und es liegt die Gefahr vor, daß er durch sein Versagen den Fortgang der Arbeiten in Frage stellen könnte. Die Jugenieurtommission hat heute morgen folgende Mitteilung bekannt gegeben: In die Abdämmungen der ersten und zweiten Linie sind Türen eingeschnitten worden, so daß man bis zur dritten Abdämmung. gelangen kann. Die Aufstellung eines Hülfsventilators an Schacht III wird fortgesetzt. Einige Arbeiter, die diese Aufstellung vornehmen sollten, sind anscheinend durch Ausständige festgehalten worden. Man rechnet darauf, heute abend die Abdämmungen an Schacht II wieder öffnen und gegen den Brandherd vorgehen zu fönnen. Wie viele Knappen bei der Katastrophe ihr Leben einbüßten, ist noch immer nicht festgestellt. Eine Nachricht aus Lens vom 19. März besagt, daß die Bergarbeiter verlangen, die Bürgermeister der beteiligten Orte sollen in den Arbeiterdörfern eine Zählung der Einwohner veranstalten, damit die genaue Zahl der Opfer der Katastrophe von Courrières festgestellt werden kann. Die Gesellschaft hat die Ziffer der Verunglückten auf 1095 angegeben. Nach einer von Vertreter des Journal" veröffentlichten Nachricht sollen girfa 1500 Bergleute zugrunde gegangen sein. Daß die Verwaltung die Zahl der Opfer zu gering angibt, ist sehr wahrscheinlich, sie hat ein Interesse daran, die ganze Größe der Menschenvernichtung möglichst lange zu verschleiern. Der Streit der Bergarbeiter. ,, Aus Paris wird uns geschrieben: Die Bergarbeiter Nordfrankreichs haben zwei Organisationen, die sozialistische Grundsäge vertreten. Die eine, weitaus zahlreichere, stellt sich in den verbundenen Föderationen der Becken Pas- de- Calais, amendin und Selle an ihrer Spize; die andere, die sich Nord und Anzin dar und hat die sozialistischen Deputierten Basly, Fédération syndicale" nennt und gewöhnlich nach ihrem Führer als das Syndikat Brontchoug" bezeichnet wird, ist mit der Pariser Arbeiterkonföderation in Verbindung und lehnt die Intervention des Parlaments und der Parlamentarier ab. Die Arbeitstonföderation hat neuerdings drei Delegierte in das Streifgebiet entfendet. Diese syndikalistische Frattion hat eine selbstWarschau, 19. März.( W. T. B.) Gestern töteten hier ständige Liste von Forderungen aufgestellt, die über das vom bewaffnete 2ente zwei Gefängnisauffeher und gestrigen Kongreß der drei Föderationen angenommene Brogramm hinausgeht. Uebrigens hat sie Basly eine Kooperation mit den entführten einen politischen Gefangenen. In Lodz bersuchten gestern Sozialisten eine Wahl- Föderationen angeboten, jedoch feine Antwort erhalten. bersammlung zu sprengen. Militär mischte sich ein und gab auf die Es wäre sicherlich für die Sache der Arbeiter von Vorteil, Clemenceau hat Ruheftörer eine Salbe ab. Diese erwiderten das Schießen. wenn eine Einigung zustande täme. 8wei Soldaten und zwei Zivilpersonen wurden seine Rede in einer Versammlung gehalten, die von der Broutchourschen Gewerkschaft einberufen und von 1200 Bergleuten besucht war. getötet, 19 Perfonen verlegt. In der vergangenen Nacht ist bei Starzysto, auf einer Vorher hatte er Basly aufgesucht und mit ihm fonferiert. Linie der Weichselbahnen, ein Personenzug entgleist. Mehrere Per- Ueber den Umfang und den Stand der Streitbewegung unterfonen find umgekommen. Die Entgleisung wird auf einen Anrichten folgende Nachrichten: ichlag zurüdgeführt. Petersburg, 19. März.( Von einem besonderen Korrespondenten.) Wie er an diesen Kämpfen schon als Student teilgenommen hat, Die vier Vororte von Petersburg, wo gestern in 39 Fabriken von beweisen die Briefe an feinen Vater. Recht drastisch zeigt sich den Urwählern 57 Bevollmächtigte zu wählen waren, die ihrerdaring uns auch die Marrsche Kampfesnatur. Mary follte die feits wieder die Wahlmänner für die im April stattfindenden Gelehrtenlaufbahn einschlagen; er sah aber sehr bald ein, daß diefe Reichsdumawahlen zu wählen haben, waren militärisch stark bewacht. fein Tätigkeitsfeld für ihn werden würde, das ihn hätte befriedigen fönnen. Daß für ihn fein Blaz an einer deutschen Universität war, das sah er auch an der Maßregelung seines Freundes Bruno Bauer von der Bonner Universität. So wählte er den Beruf des Schriftstellers, und er griff au, als ihm die rheinische Bourgeoisie 1842 die Redaktion der Rheinischen Zeitung" anbot. Sehr bald fam es aber hier zu Differenzen. Wegen seiner scharfen Opposition war der Regierung das Blatt ein Dorn im Auge, und sie suchte es zu unterbrüden. Die Herausgeber, in dem Bestreben, das Blatt zu erhalten, stellten an Marg das Anfinnen, seine Opposition zu mäßigen, was diefer aber zurüdwies und die Redaktion aufgab. Die ..Rheinische Zeitung" wurde aber später trotzdem verboten. Nach Aufgabe seiner Stellung an der Rheinischen Zeitung" begab sich Marg nach Paris, dem sozialistischen Metta. Dort trieb er Studien über Geschichte und Oekonomie und beteiligte sich dabei auch praktisch an der Bewegung. Mit Ruge zusammen gründete er die Deutsch- französischen Jahrbücher", von denen freilich nur ein Heft Sodann arbeitete er mit anderen deutschen erschienen ist. Emigranten am Borwärts", einem vordem ganz unbedeutenden und unbeachteten Blatte. Bald wurde die deutsche Regierung auf das Blatt aufmerksam und erstrebte sogleich dessen Unterdrüdung und die Ausweisung der Flüchtlinge. Anfänglich sträubte sich die französische Regierung, der deutschen Bütteldienste zu leisten, gab aber schließlich nach und wies Marg mit einer Anzahl Flücht lingen aus. " Rostow( Don), 18. März.( W. T. B.) In einem benachbarten Flecken wurde in der bergangenen Nacht eine Versammlung von Revolutionären von Kosaten und Polizeimannschaften aufgehoben, wobei es zu einem Kampfe fam. Von den Revolutionären wurden dabei zwei getötet und acht verwundet. Catherinoslaw, 18. März.( W. T. B.) Eine Bande von Räubern und Mördern, die als Beamte und Polizisten verkleidet, Haussuchungen veranstaltet und die Bevölkerung in Schreden versetzt hatten, ist heute verhaftet worden. In Paris wurde Marg auch mit Proudhon, Heine und Friedrich Engels zusammengeführt, von denen namentlich letzterer auf ihn einen nachhaltigen Einfluß ausübte. Engels hatte in England die Charliftenbewegung und die dort schon kolossal entwidelte tapitalistische Produktionsweise aus eigener Anschauung kennen gelernt Leutnant Schmidt zum Tod durch Erschießen begnadigt". und machte nun Mary damit vertraut. Was das Bekanntwerden der beiden Männer miteinander für die internationale sozialistische Sewastopol, 18. März.( Meldung der„ Petersburger Bewegung bedeutet, das ist in deren wissenschaftlichen Werken nieder- Telegraphen- Agentur".) Admiral Tschuknin hat dem Kassagelegt. Stautsty schilderte hierauf das Wirken der beiden Freunde tionsgesuch des Leutnants Schmidt feine Folge gegeben. Das in Brüssel, im dortigen Arbeiterverein, in der demokratischen Ge- auf Tod durch den Strang lautende Urteil ist aber in Tod sellschaft und in der Presse, besonders der Brüsseler Zeitung". durch Erschießen umgewandelt worden. Dem Dort entstand auch das bedeutende Werk gegen Proudhon, das Glend Sommandanten des Pruth, an dessen Bord sich Schmidt und der Philosophie", worin Marg mit dem fleinbürgerlichen Sozialismus andere Verurteilte befinden, ist entsprechende Weisung zugründlich abrechnete. Ihre gemeinschaftliche materialistische Geschichtsauffassung legten Marg und Engels in der Heiligen gegangen. Familie" und anderen umfangreichen Werken nieder, von denen jedoch nur das erste Wert erschienen ist. In dieser Zeit( 1847) fraten auch die im Bund der Gerechten organisierten Sommunisten, die wesentlich blanquiftische Ziele verfolgten, an Marg und Engels heran, um sie zum Beitritt in den Bund zu bewegen. Sie traten auch bei, nachdem der Bund eine andere theoretische Grundlage an zunehmen und aus einer geheimen Verschwörergesellschaft in eine Propagandagesellschaft des Kommunismus umzubilden sich erklärt hatte. Das Ergebnis dieser Arbeiten war die Geburtsurkunde des modernen wissenschaftlichen Sozialismus: das von Marg und Engels berfaßte Kommunistische Manifeft". Das Verbrechen von Courrières. Auf der Auflagebank. Die Vertreter der Arbeiter haben die Lohnforderung dahin modifiziert, daß der Minimallohn von 6,25 Fr. um 15 Prozent auf 7,18 Fr. erhöht werden soll; die Arbeitszeit soll beginnen um 6 11hr, um 2 1hr nachmittags beendet sein. Die Unternehmer lehnen jedoch die Forderungen ab, sie wollen nur eine Lohnerhöhung von 10 Proz. für Arbeiter unter Tage und 5 Proz. für Arbeiter über Tage bewilligen. Das hat die Erregung gesteigert. Es wird berichtet: St. Etienne, 19. März. Ueber die Konferenz der Grubenarbeiter wird noch gemeldet, daß eine Resolution angenommen wurde, worin erklärt wird, daß nach Prüfung der Arbeitsbedingungen in den Gruben und angesichts des großen Unterschiedes zwischen den Gefahren der Bergarbeiter und den hohen Dividenden der Unternehmer in eine energische Agitation zur Erhöhung der Löhne eingetreten werden müsse. An den zu diesem Zwede in ganz Frankreich abzuhaltenden Versammlungen soll je ein Delegierter der Bergleute des Departements Bas- de- Calais teilnehmen. Lens, 19. Mära. In Dourges, Ostricourt und Carvin ist der Betrieb völlig eingestellt. Die Zahl der Ausständigen beträgt aur Beit 46 000, die der Arbeitenden 7000. " Verfammlungen. Die Bucht der Tatsachen, welche jedem weiteren Versuche, sträf liches Verschulden an der grauenvollen Katastrophe in Courrières abzuleugnen, den Boden entziehen, haben auch diejenigen, welche genoffenfchaft Barabies", welche am Sonntag bei Buggenhagen Die außerordentliche Generalversammlung der Arbeiter- Baudurch Flucht ins Fatalistische das System glaubten retten zu können, stattfand, nahm Vorstandserfaswahlen vor. zu Anflägern gezwungen. Der alte Voltsbetrug, die Schuld für die die Genossen Oppenborn und Großkopf. Die dann folgende Es wurden gewählt Folgen verbrecherischer Leichtfertigkeit auf den Himmel" abzuwälzen, Beratung der Statutenänderungen ergab die einstimmige Annahme Nach einer Darstellung der 48er Revolution und der Teilnahme läßt sich der unerbittlichen Kritik der sozialistischen Preffe gegenüber der von der Verwaltung vorgeschlagenen Wenderungen. Um für die von Marg und Engels daran, schilderte Staut3th Margens Londoner doch nicht mehr nach Wunsch und Laune betreiben. Daß ohne bei erbauten und noch zu erbauenden Säuser in jeder Beziehung Erilszeit, seine publizistische Tätigkeit, seine Studien im Britischen spiellose Nachlässigkeit seitens der Verwaltung das Unglück nicht ge hygienisch einwandfreie Zustände zu schaffen, schlug die Verwaltung Museum und seine wissenschaftlichen Arbeiten in der Zeit von 1850 fchehen konnte, darüber herrscht kaum noch Ziveifel, felbft bort nicht, vor, neben der bereits angelegten eigenen Wasserleitung auch für die bis zur Gründung der Internationale, dann die gewaltigen Arbeiten wo man aus wohlverstandenem Intereffe mit der Kritit zurückhält, bor, neben der bereits angelegten eigenen Wasserleitung auch für die ökonomischen und politischen Dingen unklaren Arbeiterschaft der angeblich besseren Verhältnisse in Deutschland, nach dieser Richtung stimmte die Versammlung dem Projekt zu und beschloß, zur Aufin der Internationale felbst, die notwendig waren, um der in fich in der Hauptfache darauf beschränkt, durch Herausstreichung der Beseitigung der Abwässer Sorge zu tragen, und zwar durch Erbauung einer biologischen Kläranlage. Nach kurzer Diskussion verschiedenen Nationen das Verständnis der historischen Aufgabe die Deffentlichkeit zu täuschen. Aber nicht die Verwaltung bon bringung der vorläufig nötigen Mittel Darlehnsscheine im Betrage der Arbeiterklasse beizubringen. Dazu kam die Herausgabe des Courrières allein ist schuldig, für die direkten Unfallurfachen trägt Kapitals", des Werkes, das in der Weltliteratur seinesgleichen die Regierung einen erheblichen Teil der Schuld. Sie hat nicht ein- bon 60 000 202. mit einer vierprozentigen Verzinsung auszugeben, nicht hat. Mögen auch in seinen historischen Werken einzelne gegriffen, obwohl der Arbeiterkontrolleur Simon schon im No- und zwar in Stücken von 10 bis 100 W., um jedem Gelegenheit zu Parteien veraltet sein, beim Sapital" aber, trotzdem es vor nun bember v. J. in seinen Berichten auf die standalösen Verhältnisse geben, nach feinen Kräften zum Vollbringen dieses Werkes beigumehr 40 Jahren geschrieben wurde, läßt sich das von keiner Beile hingewiesen hat. Besonders auf die mangelhafte Lüftung in der tragen. Die Verwaltung teilte noch mit, daß die Drudrohre für jagen. Grube, auf die Explosionsgefahr machte er aufmerksam. Die Ver- die Wasserleitung in der neu anzulegenden ersten Straße verlegt sind und die Pflasterung der Straße in etwa vier Wochen beendet In die Zeit der praktischen Arbeit für die Internationale fiel waltung achtete nicht darauf und die Regierung inhibierte nicht sein wird. An dieser Straße sollen dann neun Doppelhäuser erSpiel mit dem Leben bon 2000 Berg die Pariser Kommune, für die Mary als Historiker gegen die das freventliche Schmähungen des Bürgertums in die Schranken trat. Nachdem die arbeitern. Ebenso hat schon vor Monaten der Abg. Basly auf die richtet werden, so daß am 1. April 1907 voraussichtlich 108 neue Internationale ihre historische politische Aufgabe erfüllt, die eine Schäden und Mängel der Unglücksgrube aufmerffam gemacht und Wohnungen bezogen werden können. Die Kosten der Anlegung der zelnen Länder fich ihren politischen Verhältnissen angepakt, wurde dringend Abhülfe verlangt. Bergeblich! Hat die Regierung vielleicht Straße verden aus den eigenen Mitteln der Genossenschaft gedeckt. fie aufgelöft. An ihre Stelle traten nun politische Organisationen gar keine Kenntnis genommen von den Berichten? Desto schlimmer! auf nationaler Grundlage, aber mit den gleichen internationalen Das steht fest, mit dem bisherigen System muß gebrochen werden. Zielen. Das Aufhören der Internationale brachte Marg indessen Arbeiterkontrolleure, die der der Disziplinargewalt Ber Denticher Arbeiter Abstinenten Bund. Ortsgruppe Berlin. nicht die Muße zu ausschließlicher wissenschaftlicher Tätigkeit, waltungen gänzlich entzogen sind, die lediglich der Res 1. Bezirk. Mittwoch 8 Uhr, Frankfurter Allee 64, v. I.: Diskussion über: fondern vermehrte praktische Arbeit, da er der Berater der Arbeiter gierung refp. der staatlichen Bergbaubehörde als Vertrauens- Stautstys Stellung zur Alkoholfrage". Gäste willkommen. parlamente aller Zänder wurde. Diese Riesenarbeit hat denn auch männer der Arbeiter verantwortlich find, müssen angeſtelit die starke Körperfonstitution Margens untergraben, und als ihm werden und die Regierung trägt die volle Verantwortung, wenn im Jahre 1882 erst seine geliebte Frau, die ihm über 40 Jahre in Rügen und Nachweisungen von Mängeln unberüdfichtigt bleiben. Eingegangene Druckfchriften. A. Damaschke, Jahrbuch der Bodenreform. Bierteljahresheft. Preis fährlich 5 M. Einzelh. 2 M. Verlag: G. Fischer, Jena. Graf E. Reventlow, Unsere Linienschiffe und die Baubeschleunigung. ( Hempelscher Verlag, G. m. b.., Berlin.) Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. innerhalb einer Woche bei dem Gericht eingehen muß, etwa folgenden Jn| pro 100 Pfund Ia 122-128, IIa 118-121, IIIa 116-118, abfallende halts: Gegen den Zahlungsbefehl usw. erhebe ich Widerspruch. 110-115. Kartoffeln pr. 100 Pfd. rote Daberfche 2,00-2,20, magn. runde weiße 1,80-2,00. Wirsingkohl pr. Schock A. 3. 100. Sie können heiraten, müssen aber Ihre Mutter unterstüben. bon. 2,10-2,35, 2. J. 999. 1. Nein. 2. Für den Fall des Rücktrittes ist Schaden- 0,00-00,00, eißfohl pr. 100 ẞfd. 3,75-4,00, Rotkohl pr. Schod 00-00, Witterungsübersicht vom 19. März 1906, morgens 8 Uhr. erfaz zu leisten. Derjenige haftet, der unterzeichnet hat, sowie die ihn dazu holl. 12-24 M. Saure Gurten, Schod 2,00 M., Pfeffergurten 2,00 M. beauftragt haben. Ein Rüdtrittsrecht innerhalb 6 Wochen besteht keines wegs. Berlin. Eine schriftliche Genehmigung ist zweckmäßig, aber nicht notwendig. A. 2. 131. Das Pflichtteil beträgt die Hälfte der gesezlichen Portion. Beträgt das Erbe 4000 M. und erben nur sechs Kinder, so beträgt das gesetzliche Erbteil 666, das Pflichtteil alfo 333, M. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Beller Temp. n. 6. 5° G. 4° 9. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. G. 50 G.= 4° R. 2 wolkig 3 bedeckt 4 Haparanda 754 N 3 Petersburg 740 D 2 wollig -12 2 bedeckt 3 Scilly 768 N 5 Schnee 769 NNW 1Schnee-1 5'wolfig 4 bedeckt 21734 A. B. 50. 1. Nein. 2. Bezirk Potsdam. A. P. 27. Die juristische Berliner Marktpreise. Aus dem ämtlichen Bericht der städtischen Sprechstunde steht jedem Abonnenten offen. Zur Abnahme der Hefte find Markthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 63-66 pr. 100 Pfund, IIa 54-62, Sie nicht verbunden, wenn Sie minderjährig sind oder wenn aus dem Ber- Ia 49-53, IVa 39-47. Stalbfleisch Ia 80-88, IIa 65-78, IIIa 52-62, Swinemde. 753 trage hervorgeht, daß das Abonnement nur bis zum Schluß vorigen Jahres Hammelfleisch Ia 60-71, IIa 54-60. Schweinefleisch 73-77. Rotwild Pfd.0,00 Hamburg 755 N Berlin 754 WNA gegangen ist. 5. 48. Was vom Einkommen bei der Steuereinschätung bis 0,00, Damwild Kaninchen Stüd 0,80-1,00. Hühner, alte, Stüd 1 Aberdeen abzugsfähig ist, ist im lokalen Teil dargelegt. J. 3. 138. Ja. 1,70-3,00, junge 0,00, do. IIa 0,00-0,00. Tauben, junge 0,50-0,65, alte Franfj.a. M. 752 N 3 bedeckt 6 Paris A. B. Schönhauser Vorstadt. Eine Klage auf Entfernung derartiger Marten 0,40. Enten, Stüd 2,50-3,50. Sanje, junge, Stud 0,00-0,00, russische München 753 Still-Nebel fönnte möglicherweise von dem Verein gewonnen werden. 2. S. 100. 0,30-0,55 m. pr. Psd. Schellfische 0,00 M., Flunder 11-18 M., pro 100 Bio. Bien 1. Lediglich die Einrede, daß innerhalb der fritischen Zeit auch ein anderer echte 75,00, Schleie 00,00; Aale, groß 00--00, mittel 00-00; Plötzen Wetter- Prognose für Dienstag, den 20. März 1906. beigewohnt hat, befreit von der Zahlungspflicht. 2. Etwa 20 M. monatlich. 3. Ja. 00-00, Plötzen in Eis, große 35,00, fleine 17-19, Karpfen Ein wenig tälter, ziemlich trübe mit geringen Niederschlägen und F. 200. Was Ihnen mitgeteilt, ist falsch. A. 4. Zum Widerspruch| 00-00, Rheinlachs 500, Scelachs 18-20 m. pr. 100 ẞfd. Schottische mäßigen nördlichen Winden. Butter Gier, Schock 3,30-3,50. gegen einen Zahlungsbefehl genügt ein unterzeichnetes Schreiben, das Vollheringe( gesalzen) 40-44 M. Schiller- Theater. Für den Inhalt der Inserute Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 20. März. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Aida. Schauspielhaus. König Richard der Dritte. Deutsches. Dedipus und die Sphing. Neues. Boubouroche. Die Neubermählten. Berliner. Ein Bollsseind. Westen. Schüzenliesel. Lessing. Nosmersholm. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Bogel im Käfig. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Vogel im Käfig. Schausp. in 5 Aften v. St. Großmann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Macht der Finsternis. Donnerstag, abends81hr: Ueber unsere Kraft.( 2. Zeil.) Dienstag, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft.( 2. Teil.) Schauspiel in 4 Aufz, von Björnstjerne Björnson. Mittwoch, abends 8 11 br: Ueber unsere Kraft.( 2. Teil). Donnerstag, abends8ubi: Die Macht der Finsternis. 65 Abessinier in Castans Panoptikum Friedrichstr. 165. Kein Extra- Entree. Zirkus XI. Berliner Saison. fläbiſches Theater). Leber unfere Albert Schumann Zirkus Busch. städtisches Straft.( II. Zeil.) Metropol. Auf ins Metropol. Zentral. Der Mikado. Walhalla. Heinrich Heine. Ballhaus Anna. Komische Oper. Don Pasquale. Kleines. Kinder der Sonne. Residenz. Der Prinzgemahl. Trianon. Loulou. Carl Weik. auf Stuba. Die Die lebende Brüde Luftspielhaus. Die von Hochfattel. Thalia. Bis früh um Fünse. Lutsen. Pension Schöller. Dentsch- Amerikanisches. Er und Ich. Kajino. Die Herren Söhne. Apollo. Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Herrnfeld. Familientag im Haufe Brellstein. Holies Caprice. Der Schmod. Dalles u. Co. Wintergarten. Saharet:„ Die Kaiserin der Sahara". Spezialitäten. Belle Alliance. Spezialitäten. Reichshallen. Heute abend präzise 72 Uhr: Extra- Gala- Vorstellung. Ganz besonders gewähltes Sports Programm. 11. a. Die neuesten Original- Schul- Freiheitsdressuren des Direktors Albert Schumann. Höchst originelle Novität: Um 8, Uhr! Neu! Dressierte 70 Eisbären 70 unter persönlicher Vorführung des Herrn Hagenbeck. Zum Schluß( um 9% Uhr): Zum 120. Male: Ein Souper bei Maxim. Die neueste und größte SehensMlle. Louise Mary mit ihren wunderbar dressierten Eisbären Der singende Bär usw. Zum Schluß zum 93. Male: Die Perle aller Pantomimen! Boll Wik und Humor! Femina das neue Frauenreich. würdigkeit Berlins: Indien. Orig.- Pantom. d. Zirkus Busch. Besonders hervorzuheben: Eine Tigerjagd. Carl Weiß- Theater. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich abends 8 Uhr: Vorletzte Woche. Apollo- Theater. Die lebende Brücke auf Kuba 9 Uhr! Täglich: 9 Uhr! Stettiner Gänger. Das bummelnde Berlin. Passage. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: Quecksilber Kupfer Silber. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Säglich geöffnet von 1 bis 7 lhr. Burleste mit Gesang und Tanz in drei Bildern von Benno Jacobson. Musik von Rudolf Nelson. Jm 3. Bilde: La Matschiche. Solo: Liane d'Eve. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinder751 SS 759 NND 5 bedeďt Berliner Wetterburean. Stukkateure. Sonnabend, den 24. März, in den Gesamträumen der ,, Neuen Welt", Hasenheide No. 108/114: Hofball bei Lebaudy dem Wüsten- Kaiser der Sahara. Ein Kostümfest, wo auf allerhöchsten Wunsch Sr. Wüsten- Majestät die werten Festteilnehmer aller Nationen dem heißen Klima entsprechend in hierzu geeigneten Kostümen erscheinen mögen. Großer Festzug des Kaisers, bei dem als Schlußeffekt sein XXXXXX Lieblingspferd( lebend) u. a. zur Verlosung gelangt. XXXXXX Billett 50 Pf.:: Festzeitung 10 Pf.:: Garderobe 20 Pf.:: Anfang 81/2 Uhr. Kollegen und Freunde gesunden Humors ladet mit Angehörigen hierzu ergebenst ein 173/10 Das Festkomitee. Urania Tauben Fröbels Allerlei- Theater Abends 8 Uhr: str. 48/49. Am Golf von Neapel. Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: Silber. Quecksilber- Kupfer Invalidon. Sternwarte str. 57/62. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Mittwoch: Konzert Theater, Spezialitäten, Tanz. Anf. Sonntags 6 Uhr, Mittwochs 8 Uhr. Sonnabende für Sommerfeste sind noch frei. Passage- Theater. Palast- Theater Anfang 8 Uhr. Das neue März- Programm. Antoinette Sohns Koloratursängerin. Geschwister Fiokati, Gesang und Tanz- Duo. Fritz Schönbauer mit seinen luftigen Geschichten. 14 originelle Spezialitäten. vorstellung, Il. Br.: Schneewittchen. Trianon- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Heute 18 Uhr. Entree 50 Bf. Neu! Neu! Johnke Compagnie Red- Pantominie. Elsa& Magda Evolution auf Doppel- Draht. Montanis Hunde und Katzen. Margarit und Dettmar Tanz- Duo. W. Noacks Theater. njang Loulou. 8 une feine Nummer! Direktion: Rob. Dill. Brumenstr. 16. Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Von Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Stufe zu Stufe. Borher 8 Uhr: Die glänzenden Lebensbild m. Gef. in 5 Bild. b. Müller. Die Herren Söhne. Spezialitäten. Sonntag Luft und Spezialitäten. Berliner Theater. tag nadm. 3 Uhr: Berliner Abends 72 Uhr: Gastspiel des Moskauer Künstlerischen Theaters. 8um erstenmal: Ein Volksfeind. Mittwoch: Zar Feodor Joannowitsch. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Boubouroche. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch: Der Hirt von Goldau. WINTED BARTEN 765 Letzte Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Vorstellungen Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in all. Räumen gestattet. DeutschBorher: Die Neuvermählten. Amerikanisches Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. THEATER. Donnerstag: Boubouroche. Borher: Jeden Abend Die Neuvermählten. 8 Uhr!! Gastspiel Kleines Theater. Ad. Philipp. Anfang 8 Uhr. Zum 88, Male: ER& ICH Sonnt. nchm. 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Kinder der Sonne. Walhalla Theater Mittwoch nachm. 3 Uhr: Antigone. Schülervorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Abends 8 Uhr: Kinder der Sonne. Zentral- Theater. Mikado. Operette in ( Operette.) 8 Uhr: zivci Aften. Komische Oper. Abends 8 Uhr: Don Pasquale. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Don Pasquale. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Pension Schöller. Mittwoch: Der Verschwender. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Benefiz für Uhlig: Auf eigenen Füßen. Sonnabend: Der Störenfried. Die Dienstboten. Sonntag nachm.: Wilhelm Tell. Abends: Auf eigenen Füßen. Montag: Auf eigenen Füßen. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Heinrich Heine. Luftspiel in 3 Atten von A. Mels. Hierauf: Die Ballhaus- Anna. Posse m. Ges. i. 2 Att. v. Daun u. Hastel. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Residenz- Theater. Direktion: Richard Hlexander. Heute zum 142. Male, morgen und folgende Tage 8 Uhr: der australischen Tänzerin Saharet als Kaiserin der Sahara. Außerdem das glänzende März- Programm. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Zum 135. Male: Familientag im Hause Prellstein. Der Prinzgemahl. Stomödie in drei Aften mit den Satirischer Schwant in 3 Aten von 2. Xanrof und J. Chancel. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Folies Caprice Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Bum 4. Male: Der Schmock und Dalles& Co. Anfang 8 Uhr. Kasse den ganzen Tag geöffnet. Vorverkauf bei Wertheim. Autoren A. u. D. Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Sonntag, den 1. April: Schluß diesjähriger Spielsaison! Abschieds- Vorstellung im alten Hause!! Dresdenerstr. 97 Co olosseum Spezialitäten Otto Steidels Hamburger Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Eintritt 30 u. 50 Pf. Volksstück in drei Akten von Walter u. Stein. Borher bas neue bunte Märzprogramm. Sonnt. 4 Uhr: Arbeit schändet nicht. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Heute Dienstag, den 20. März cr.: Burleste von May Koch Reichshallen. Stettiner Sänger. Neu! Einquartierung. Mil. Humoreske v. Meyjel Anfang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Otto Pritzkows Berliner Abnormitätenund Biograph- Theater Münzstr. 16. Münzstr. 16. System Welt- Biograph 1906 Sy Sy?????? Die Wunder Liliputaner! Die Fußkünstlerin! Gustav Etablissement Buggenhagen Behrens SpezialitätenTheater Frankfurter Allee 85. Das sensationelle, vollständig neue Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. März- Programm. Kommaß oder: Die beiden Harfenmädchen. Driginal- Charaktergemälde m. Gesang in 4 Aften von Gallert. Anfang 8 Uhr. Rasseneröffnung 7 Uhr. S A .Straße 4a. Dir. Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Sanssouci. Kottbuser SS Krieg im Frieden. QU Lustspiel in 5 Akten. Mittwoch: Grethens Polterabend. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nur Schlager. . Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Gottschalk- Konzert. 2582* Germania- Säle. InventurCharlottenburg. Spreestr. 13. Inhaber: C. Woderich. Jeden Dienstag: GriginalHarburger Sänger Dit.: Carl Frick und F. Kasche- Krause. Anf. 8 Uhr. Entr. 30 u. 50 Pf. Vorzugskarten gelten. Bäckerei- Genossenschaft„ Produktion" E. G. m. b. H. Charlottenburg. Mit dem heutigen Zage eröffnen wir obige Genossenschaft. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist Herstellung guter und reeller Backware, Brot usw. unter Beachtung peinlicher Sauberkeit. Arbeiter und Arbeiterinnen! In Eurem eigenen Interesse liegt es, dies zu beachten und das Unternehmen zu unterstützen. Zwecks Einteilung der Frühstücksbestellung wolle man sich in die in der Verkaufsstelle der Bäckerei, Chriftstr. 18. sowie in den Verkaufsstellen des Konsumvereins, Wilmersdorferstr. 27, Tauroggenerstr. 10, Extrapreis! Eine Partie große Diwandecken auf beiden Seiten benutzbar Wert Mk.4,85( 6,75) Buntpersische doppelseitige Diwandecken Wert Mk. 7,50-8,75( 1215 M.) Bunte Moquett- Plüsch- Diwandecken und Botsdamerstr. 12, und in der Geschäftsstelle, Wilmersdorfer: Größe 150/300 cm 23,50( 3) straße 27, ausliegenden Listen einzeichnen. Bäckerei- Genossenschaft ,, Produktion". 106/ 8* Die Verwaltung. Moerner's Blumengarten Ober- Schöneweide Dampferstation Stern empfiehlt sich zur Abbaltung von Sommerfestlichkeiten jeglicher Art. Wert Teppich- Spezialhaus M.) Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. Inventur- Extraliste gratis u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. und franko. Kranz- und Blumenbinderei Sozialdemokrat. Wahlverein von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen Arrangements, Bufetts, Guirlanden Bezirk Lichtenberg. ufw. werden ſein u. breiswert geliefert Dienstag, 20. März, pünktl. abends 8 Uhr, in Gebr. Arnholds ,, Schwarzer Adler", Auf dem Wege in Pankow, Florastraße nach der Kaiser Friedrichstraße, ist ein Sad mit Dachdecker- Handwerkzeug ver: loren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben an H. Rank, Ramlerstr. 26, born IV, abzugeben. Patent Anmeldung v.Patenten iminu Auslande. Verwertung Finanzierung 1a Referenzen Coulante Bedingungen Wolters& Co Berlin Wilhelmstr. 119/120. 10-1u.4-6 SONNTAGS 11-1. Bureau Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog Frankfurter Chauffee 5: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: Der politische Massenstreik. 2. Verschiedenes. -G Referent: Redakteur Genosse Wilh. Düwell. Gäste willkommen. Der Vorstand. Nach kurzen schweren Leiden verschieb am 18. März unser Chef Pianino- Fabrikant C. Otto. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 21. März nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause Grünau, Kurfürstenstr. 6, aus statt. 5332 Die Arbeiter der Firma Otto. 14/8 Bekanntmachung. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Ortsverein Berlin. Bureau C. 25. Hirtenstr. 20. Telephon Amt 7, 4999. Mittwoch, den 21. März, abends 8%, Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Der siebente Kongreß der Freien Vereinigung m. Empfehl. viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr deutscher Gewerkschaften, die fünfzehnte Konferenz der Maurer Deutschlands und unsere Stellung dazu. 3. Wahl der Delegierten zum Kongreß und zur Konferenz. 4. Anträge des Ausschusses. 5. Abrechnung vom Maskenball. 6. Vereinsangelegenheiten. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW., Friedrichstrasse 193. Raucht Spree- BlumeZigaretten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. NB. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. 129/12 D. D. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Morgen Mittwoch, abends 8%, Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11/13: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages Drdnung: 1. Anträge, die Gehälter der Angestellten Verwaltungsstelle Berlin. In Sachen der Auslegung einer Bestimmung aus§ 4 Abjat 3 des für das Maurer und Zimmerergewerbe gültigen Tarifvertrages hat das Einigungsamt nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Teile in der Sigung vom 31. Januar 1906 nachstehenden gefällt: Schiedsspruch Der§ 4 Absatz 3 des Tarifbertrages schreibt vor: An den Tagen vor den hohen Festen wiro eine Stunde früher als an jedem anderen Sonnabende Feierabend ge. macht. Der Borflaut dieser Bestimmung ist nicht klar. Dies hat zur Folge gehabt, daß die Vertragsvorschrift mit Bezug auf die Tage vor Weihnachten von beiden Parteien verschieden ausgelegt wurde. Die verschiedene Auffassung würde bzemieben worden sein, wenn der fragliche Sab gelautet hätte- je nach der Auffassung der Parteien an den legten entweder: Arbeitstagen vor den bohen Festen" oder: an dem Heiligabend vor den hohen Feften, wenn er auf einen ochentag Im übrigen ist bei der Schaffung des Tarifvertrages übersehen worden, daß der Heiligabend vor Weihnachten nicht nur an Sonnabenden, sondern auch an anderen Tagen sein kann, so z. B. im vorliegenden Falle am Sonntage. Die Unterlassung erhellt aus den letzten Worten des§ 4 Absatz 3 des Sonnabend Feierabend gemacht". Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Tarifvertrages, als an jedem anderen Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Mittwoch, den 21. März 1906, abends 8, Uhr Versammlung Man scheint hier von der irrtüm. lichen Borausschung ausgegangen zu jein, daß alle Heiligabende auf einen Sonnabend fallen. betreffend. 2. Die Forderungen der Stedmacher. 3. Werkstattstreits und aller der in Eisengießereien Berlins u. Vororte günstigung ber einen Feierabendſtunde Differenzen. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch nebst Vertrauensmännerkarte legitimiert. 82/ 10* Die Ortsverwaltung. Luxusmöbel- Branche. 1 Donnerstag, den 22. März, abends 6 Uhr: Versammlung beschäftigten Former und Berufsgenossen im Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten E. Grenz. 2. Bahl eines Branchenvertreters und Mitgliedes der Agitationskommission. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 21. März 1906, abends 8%, Uhr 114/12 aller in Luxusmöbel- Werkstätten beschäftigten Tischler, Drechsler, Bezirks- Versammlung für Moabit Maschinenarbeiter, Bildhauer, Polierer usw. für die Bezirke Südosten, Süden und Südwesten bei Gliesing, Waffertorstraße 68. Zages Ordnung: 1. Wie führen wir beffere Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbei?" Referent: Sollege Dahlke. 2. Die geplante Konferenz der LurusmöbelBranche für den IV. Gau( Berlin). Die Kommission. in der Kronen- Brauerei", Alt- Moabit 47-49. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Redakteurs Genoffen Düwell: Wer sitt an der gefüllten Kompottschüssel?" 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. In Anbetracht des sehr lehrreichen, zeitgemäßen Vortrages erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kolleginnen und der Kollegen mit ihren Frauen Die Ortsverwaltung. Kleber! Verband der Sattler. Donnerstag, den 22. März, abends 8 Uhr bei Wendt, Beuthstr. 21 Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Pönicke über: Soziales Elend". 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Klebers ist es zu erscheinen. Achtung! 177/15 Die Verbandsleitung. Achtung! Dienstag, den 20. März 1906, abends 8, Uhr Oeffentliche Versammlung der in Berlin arbeitenden Genossen des Ruppin- Templiner Kreises im Lokale des Herrn Wilke, Brunnenstraße 188. Tagesordnung: 1. Bortrag der Genoffin Frau Riesel: 2. Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Wagen- Sattler! Dienstag, den 20. März, abends 81%, hr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Außerordentliche Branchen- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Stellungnahme zur 3. Kollegen! In Rolete on Anbetracht her wichtigen Tagesordnung barf kein Bagen Sattler fehlen. [ 156/11] Die Ortsverwaltung. Achtung! Herren- Maßschneider! 290/3 Mittwoch, 21. März, abends 8, Uhr, in den Johannis- Sälen", Johannisstraße 20, „ Die bürgerliche Revolution der Jahre 1848 und 49 Mittwoch, 21. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, und das preußische Dreiklaffenwahlsystem." Engel- Ufer 15: Das Erscheinen aller in Berlin arbeitenden Genoffen des Streifes in 2 öffentliche Maßschneider- Versammlungen notwendig. J. A.: Ludwig Krafemann, Zentralvorfizender. P. Dobrohlaw, Agitationstommiffion. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreider. ㅁㅁㅁ oooo Filiale Berlin. 000000 Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 36. ㅁㅁㅁㅁ Telephon Amt IV, 9720. Mittwoch, den 21. März, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c: Branchen- Versammlung Zages Drdnung: 1. Die Situation in der Herrenmaßbranche. Referenten: Kollegen Ritter und Kunze. 2. Diskussion. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 162/15 Die Einberufer. Aus dieser Fassung der Vorschrift tonnten die Arbeiter für sich das vermeintliche Recht herleiten, die Ver für den Sonnabend in Anspruch nehmen zu dürfen. Das Einigungsamt vermochte sich dem nicht anzuschließen, da nach seiner Annahme die Bergünstigung nur für die Arbeits. tage unmittelbar vor den hohen Festen zu gewähren und der entsprechende Loba zu zahlen war. In dem Streitfalle handelt es sich aber um einen Sonntag.. Bei der Sachlage hält es das Einigungsamt für notwendig festzustellen, daß beide Parteien sich darin einig find, daß die Arbeitgeber für Weihnachtsheiligabend 1906( einen Montag) die in Frage kommende Stunde am legten Sonnabend vor Weihnachten frei zu geben und zu vergüten haben, wenn am Montag bor Weihnachten nicht gearbeitet wird. Ueberdies wird den Arbeitgebern empfohlen, die mehrgenannte Bergünstigung auch dann zu gewähren, wenn innerhalb der lesten Woche an einem anderen Tage als Sonnabend Feierabend gemacht werden sollte. Beiden Parteien wird endlich emp fohlen, weder die gezahlten Stundenlöhne zurückzufordern, noch Löhne, welche noch nicht gewährt, im Wege des Prozesses einzuflagen. gez. v. Schulz. Bernhard. F. Rettig. Ad. Ritter. A. Körsten. Vorstehendem Schiedsspruch haben die Parteien fich unterworfen. Berlin, den 15. März 1906. Der Vorsitzende des Einigungsamtes. gez. v. Schulz. Innungs- Krankenkasse der Tischler- Innung. General Versammlung derVertreter derKaffenmitglieder und der Jnnungsmitglieder am Mittwoch, den 28. März 1806, abends 7%, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abnahme der Jahresrechnung pro 1905 und Bericht der Revisoren. 3. Wahl eines Borstandsmitgliedes Arbeit nehmer). 4. Wahl von zwei Bureauarbeitern. 5. Berschiedens. 290/2 Um pünktliches Erscheinen wird er Der Vorstand. fucht. Achtung!!! Ausschneiden!!! NB. Die Kollegen der Firmen 2. Stier, Schulmeister, Lindenbaum, Auf Teilzahlung!!! Baer Sohn, Zobel und Priester werden ersucht, sich um 8 Uhr zu einer Borbesprechung im Gewerkschaftshause einzufinden. Marmorarbeiter. Mittwoch abend 8 Uhr im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c: Mitglieder- Versammlung. 172/9 Tages Ordnung: 1. Beratung der zum Verbandstag gestellten Anträge. 2. Verschiedenes. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersucht Der Vorstand. Wöchentlich nur Mk. Große Auswahl in Herren- u. Damenuhren, Standuhren, Freischwinger, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten, Stöcke, echte Menzenhauer Zithern, Phonographen Plattensprechmaschinen, Polyphons, Harmonikas, Mandolinen, Geigen etc. Verkauf von Platten, echten Edison- und pa. 1 Mk.- Walzen. Juhre& König Warschauerstr. 72( nahe Bahnhof) und Reinickendorferstraße 57( nahe Bahnhof Wedding). 54L Küchenmöbelfabriken behartigten Maler u. Aufreiger. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Das größte Brot nr 50 Pl. 124/12 Die Ortsverwaltung. „ Kaiserscher Männerchor“ 1883. M. d. A. S.-B. 6005 Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 22. März, abends 81%, Uhr, bei Thiel, Bergftr. 151: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 82/11 1. Wahl des Delegierten zum Verbandstag. 2. Bericht vom Gautag. Alle Kollegen müssen anwesend sein. tagt jeden Freitag von 9-11 Uhr Schwebterstr. 23/24 bei Wernau. 3. Berbandsangelegenheiten. Stimmbegabte Herren, besonders zweite Tenöre, herzlich willkommen. Die Ortsverwaltung. für Badware: 6 Stüd 10 Pfennig in Albrechts Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2, Markthalle Büdlerstr., Stand 222/23, Markthalle Andreasstr., Stand 16/18, Zentrale: Borhagenerftr. 13. Deatscher Metallarbeiter- Verband Bertvaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Paul Andreas berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Hermann Otto verstorben ist. Ehre feinem Andenken! 114/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschl. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Todes- Anzeige. Am 17. März cr. verstarb das Mitglied Karl Bergens. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. d. M., nachmittags 3%, Uhr, vom Krankenhaufe„ Am Urban" nach dem Heilig Kreuz- Stirchof in Mariendorf, Feldstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Fachverein der Tischler Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Albert Zimpel aus Friedrichshagen plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet daselbst am Dienstag, den 20. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. 186/4 Der Vorstand. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Ortsverein Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Kenntnis, daß unser Mitglied Karl Schilske ( Bahlstelle Norden II) am 18. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, 21. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenalle bes Friedhofs der Frei religiösen Gemeinde, Pappel- Allee, aus statt. 155/1 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger Joseph Fingas geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. März, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Michaels- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. Rege Beteiligung ertvartet 114/14 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und Mutter Luise Eibert geb. Ploch im 33. Lebensjahre nach schiveren Leiden fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 43, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg aus ftatt. 610b Um stilles Beileid bittet Der trauernde Gatte nebst Kind Ernst Gibert, Helene Eibert. Wirtshaus Schloß Woltersdorf ( nicht Schleuse) direkt an Chauffee und Flatensee, für die bevorstehende Saison den geehrten Vereinen, Gesellschaften, Fabriken zu Dampferpartien und Ausflüger per Bahn, Fußtouren usw. angelegentlichst empfohlen. Stelle mein Lofa. auch Sonntags u. an den Pfingstfeiertagen zu Vereinsfestlichkeiten Fernsprecher: aur Berfügung. Friedr. Saewert, Am Erkner No. 49. 62 Sportshaus in Ziegenhals bei Zeuthen ( Vorort- und Stadtbahn- Verkehr) am Crossin- See, mit 2 großen Sälen, Hallen u. schattigem Garten, bis 1500 Bersonen fassend. 10 Morgen Spielpläge in herrlichem Hochwald, zwei neuerbaute berdeckte Kegelbahnen, Ausspannung für Fuhrwerke, Dampfersteg, Rudecboote, Sommerwohnungen u. Logierzimmer, Kaffeeküche usw.- Halte mich Bereinen, Fabriken, Gesellschaften zu Ausflügen ganz besonders empfohlen. Telephon: Amt Hochachtungsvoll M. Mörschel, Königs- Wusterhausen 75. 58442*] am Seddinfee. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ebbinice. Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Staffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Man achte auf Firma und Wort ,, Medico". Hat jemand Rheumatismus, Gicht. Gliederreißen, Nervenschmerzen, Hüftweh( 3schia), Hegenfchuk, Geschwulft 2c. der gebrauche ,, Electricum"( Meth Riefernabel nur Reichel's Baldwollöl). Einfaches u. unschädliches Naturprobutt von ſtarter, burchgreifender, fotort fchmerzftillender Birtung. Electricum wirlt wie elektrifterend auf den Körper. Häftigt wunderbar Glieder und sterven, Heberraschen Erfolge Man nehme nur Electricum". 8 gibt nichte Befferes. Fl. M. 1. und 2.-. Die Wirtung wird noch erhöht durch innerlichen Gebrauch von Reichel's Wachol der- Extrakt ,, Medica". I. 75 Pf.,. 1.50 u. 2.50 in den Drogerien und Apotheken erhältlich u. zu beziehen burch Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzelgen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Dedbett, Unterbett, Stiffen mit glattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur( Bjandleihe) Andreasstraße 38. Rotroja- gestreiftes Deckbett, Unter bett, zwei Stiffen, 18,00, Andreas Straße 38. 1342 Pommeriches Bauernbett, Ded Bett, Unterbett, zwei Stiffen, 27,00. Großes Laten, Stud 1,00. Bandleihe Andreasstraße 38. Elektrische nach überall 13438* Krug zum Grünen Kranze Alexanderplatz ( im Keller) Allabendlich: Fidelitas!" 6 Damen- Orchester Bedienung nach Münchener Art. Entree frei. Das älteste Rester- Geschäft des S.-O. bon Wilhelm Mühlbach empfiehlt zur bevorstehenden Ein jegnung Reste von schwarzen Kleiderstoffen, Plüschen 2c., sowie zur Kinderfonfektion zu den billigsten Preisen. Größte Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 Dr. Schünemann Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Gde Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. * Möbel- Halle Harry Goldschmidt Moritzplatz 59. Nicht zu vergleichen mit Abzahlungs- Geschäften welche auch Konfektion führen. InventurAusverkauf a a a SaalTeppiche 50, 65 bis 90 Mk. SalonTeppiche 80, 40 bis 65 Mk. Speise: 85L+ Teppiche 25, 30 bis 50 MK. Wohn- Bimmer- Teppiche 20, 25 bis 35 Mk. a HerrenSofa Teppiche 15, 18 bis 25 Mk. Extra- Abteilung verliehen gewesener Möbel wöchentliche oder monatliche Teilzahlung gestattet! Kein Abzahlungs- Warenhaus, sondern nur Spezial Möbelgeschäft. Bauland kauft Biermann, Breslau VIII. Theor. u. praktische Ausbildung zum Chauffeur. Programm kostenfrei. Unentgeltlicher Nachweis von tüchtigen Chauffeuren. Technikum Altenburg Sachsen- Altenburg. Betta a Teppiche 6, 8 bis 14 Mk. Teppiche 1.25, 2,50 bis, 5 Mk. Außerdem offeriere die bei der Inventur zurückgesetzten sirta 1000 stid prima echt Velours, echt Arminster, echt Tournay, echt Brüssel, fowie echte Smyrna- und Perser- Teppiche, handgeknüpft, in allen Größen und reicher Musterwahl, mit fleinen, unmerkbaren Musterfehlern, jest zum Umzuge für die Hälfte des regulären Wertes. Kleine Anzeigen Nähmaschinen, ohne Anzahlung, 2Boche 1,00, gebrauchte 12,00. Für Nachweis 13618* Auch Teil Teppichhaus B. Hurwitz Rates Schloß vis- à- vis de National- Denkmal. ANZEIGEN 5320* für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Wohnungen. Wohnung, zweifenstrige Stube, Süche, 18,00, fofort Pappelallee 39,* Soldinerstraße 16, an der Prin gen- Allee. Wohnungen von 3 und 2 Zimmern, Zubehör, sofort, auch später zu vermieten. +43 Bohnung, zu jedem Geschäft paffend, Laden sofort zu vermieten mit Preis 528 Mart. O. Goßlerstraße 15. Zimmer. 5675* nur Pianinos Miete, Teilzahlung. Möbelverkauf Wallstraße 80/81. Mart Arbeitsburschen, 9,50 Andersen, Schillingstraße 38, 288/17 Am Lager befinden sich viele zurüd Wochenlohn, verlangt Mag Leonhard, Schlesischestraße 31. Provifion. Köpenicker gefekte und verliehen gewesene Möbel, +15 Möbelfabrik, Dranienstraße 58, direkt Morizplay. In meinen drei ftraße 60/61, Große Frankfurter bie wie nen sind, Muschelkleider Klempner! Einige Spezialisten auf Bierbrudapparate, Gastwirts Etagen stehen tomplette Wohnungs- ftraße 43, Prenzlauerstraße 59/60.* pind, Muschelvertito 28 Mart, Auseinrichtungen in jeder Preislage vom Gardinenhaus Große Frankfurter. Biebtisch 17, Bettstelle mit Feder artikel sowie Badeapparate tönnen in Einfachsten bis zum Elegantesten. ftraße 9, parterre. 1+ matraße und Reilfiffen 29, Muschel der neu gegründeten Genossenschafts. spiegel 12, Kommode 18, Ruhebett 26, Besondere Gelegenheit biete ich in lempnerei eintreten. Offerten erbitte Neueste Damenhüte, sehr breis. Muschelbettstelle, fomplett 39, Rohrverliehen gewefenen, faft neuen mert, nur Bappelallee 140, Edhaus, fühle 3, Taschensofa 54, Baneel Blattes. unter K. 2., Expedition dieses die bedeutend herabgesetzt Schönhauserallee. 6026 Möbeln, find. Besichtigung erbeten, ohne Kauffofa 75. Schlaffofa 38. Balchtoiletten 26, Werkmeister für eine Belegerei awang. Auffallend billig verkaufe ich Kinderwagen, Kinderbettstellen. Säulentrumeau, geschliffen 36, Herren und Grundiererei gesucht. Es werden neue Chaiselongues 17, Schlafsofa 27, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesezte schreibtisch 50, Bücherspinb, Büfetts, solche Gesuche berücksichtigt, Satteltaschensofa 35, Baneelsofa 55, pottbillig. Schneider, Kurfürften. Säulenmöbel, englische Schlafzimmer, welche eine langjährige Erfahrung 101b moderne Küchenmöbel. Garnitur 50, bochelegante Plüsch ftraße 172. Kleines nettes Ballonzimmer, und Uebung in dieser Arbeit nachMöbel aller Art, Seleiderspinde, zahlung, Transport in Berlin und möbliert oder leer, zu vermieten bei weisen tönnen. Offerten unter J. 2 Säulentrumeau 29, garnitur 75, 103/1 Bettenverkauf, Gardinenverkauf, Bettstelle mit Matraße 18, Auszieh- Garderobenspind, Bertilo, Stühle, Bororten frei. Wessely, Schöneberg, Ebersstraße 65 an Expedition dieses Blattes erbeten. Aussteuerwäsche. Gteppbeden, Bett- tisch 16. Getaufte Möbel tönnen Stüchenfachen, neu und gebraucht ver- Dame vertaust sämtliche Möbel vorn, am Bahnhof. Schulmädchen verlangt Stranfc, inlette, Tischdecken, Zeppichverkauf, drei Monate tostenfrei lagern. Teil- fauft billigst Möbelspeicher Dresdener einer großen Wohnung, auch 10 StandRiefenauswahl Uhrensorten, Fest- zahlung gestattet. Auch Sonntags straße 117. 5146 betten, Bilder, Gardinen, Teppiche, 2 Herren vermietet Kostna, Bitt Möbliertes Zimmer für 1 oder Zehdeniderstraße 19, Duergebäude III. Mamsells, Saktos und Kostüm gefchente, Damengarderoben, Herren geöffnet. 1163K* Räumungshalber Säulenspind Steppdeden, Portieren. Dresdener stockerstraße 9. +73 röde, verlangt Reichenberger fleidung, Möbelstüde, sensationelle Herren Garderobe nach Maß, und Säulenvertito billig zu verftraße 38, born Il lints. Pensionär fann wohnen bei straße 115a, II. Spottpreise. Brautlenten empfehlens Jaubere Arbeit, großes Stofflager, laufen, Magazinstraße 18b, parterre Pianino, braunes, 140 Mart. 2ilme. Buschriften„ Dauernd", Bost wert. Pfandleihhaus Beidenweg 5646* Turmstraße 8, parterre. Leibchenhofen, Baletot, Anzug 36 Mart an. Rauft rechts. +58 Arbeiterinnen, neunzehn. + 40* beim Handwerfer, lasset den Hand Herrenfahrrad, fleines Plüschdauernd. Inventur- Ausverkauf. Gardinen werfer verdienen. Teilzahlung gestattet. fofa, leiderspind, Bettstelle, Dresstraße 19. Stores, 10 Prozent Rabatt. Fenster. Därge, Dresdenerstraße 109. denerstraße 58, III rechts. 3906b ( zwei Schals) 140, 185, 225, 285, 350, Zeitungsfrauen finden dauernde Brautleute Teppiche mit Farbenfehlern Fabrik. Beschäftigung. Sofas, Spiegel, 485, 575, 665 usm. 13218+ ( Tour Wallstraße.) niederlage Große Frankfurterstraße 9, Bettstellen, reelle Matraken, enorme Meldungen Schützenstraße 22. 100/ 20* parterre. Auswahl vollständiger WohnungsEinrichtungen in riesigen Fabrit räumen bekannt billigst! Nur Grüner 13038* meg 81." Dwinakti. Gardinen, Wäsche, Betten, Uhren, Goldsachen, spottbillig, Pfandleibhaus, 134488* Stüftrinerplak 7. defelte. Große Juventur Ausverlauf. Borzich Gardinen mit überraschend schöner Stickerei, Fenster 135, 165, 210, 255, 285, 325, 425 fm., goldfarbig und rot 265, 285, 325, 450 usm. 13225 Tüllbettdecken, weiß, creme, 195, 225, 285, 375, 450-790. Weißenbergs Zeppichbaus, Große Frankfurter 1323st straße 125. Inventurpreis. Steppdecken, Simili. Selde, rot, grün, oliv, blau, girta 160 breit, 200 lang, and arbeit( Wert 10,50) jest Stüd 5,85. Steppdecken, Gelegenheitskauf, nur so lange Borrat, 285, 365, 425, 585, 675, 785 ufm. Weißenbergs Teppich haus, Große Frankfurterstraße 125.* Juventar Ausverkauf. Zuchtisch deden mit fleinen Stidfehlern in allen Farben, Größen, 1,85, 2,25, 2,75, 3,50, 4,85 ufw. 1326 Plüschtischdecken, Gelegenheitsfauf, mit fleinen Stidfehlern, nur so Tange Borrat, 4,85, 5,65, 6,35, 7,50, 8,45, 9,65, 10,85. #: +1 Fahrradankauf, auch Kämmereit, Preisangabe. Frankfurterstraße 14. 103/ 2* 103/3 amt 58. Verschiedenes. Schlafstellen. Teilnehmer zur möblierten Schlaf stelle gesucht. Frau Jacobey, Kol Volksduett Bogdanowik, Rheinsbergerstraße 26, III. bergerstraße 17. 93* 578b 604b Knabenblusen gefütterte Sachen, Stachezky, Fehrbelliner609b Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. 7862 Gemeinsame Schlafstelle. Dito Bo lfshumorist Schmelzer. Auch Blauert, Rigdorf, Knesebecstraße 64, Gesellschaft, Stettinerstraße 57.+ 99* Hinterhaus 2 Treppen. + 119* Patentanwalt Bessel, Gitschiner Beffere Schlafstelle für 2 an ftraße 94a. 3486* ftändige Herren, Stoppenstraße 24, Platinabfälle, alte Goldfachen, 4 Treppen, Schadwinkel. Möblierte Schlafstelle an zwei Bruchgold, Silber, Gebisse, alte ihren. Stebrgold, Staubgold, photographische junge Leute. Frau Bredow, Naunyn 1390 Rüdstände, Staniolabfälle, alte Treffen, straße 11a. fowie sämtliche gold und silberhaltigen Abfälle fauft Goldschmelze Broh, Wrangelstraße 4. Telephon Amt 4, Kücheneinrichtung verlauft billig Hein, Dudenarderstraße 34.+15 Delikatessengeschäft, volfreiche Gegend, verkauft billig Bigarren. 6958. geschäft, Hufelandstraße 43. 614b 6126 97/ 1* Mietsgesuche. +15 Junger Mann sucht eine beffere Schlafftelle,[ eparat. Offerten mit Preis unter L. 2 an die Expedition dieses Blattes. 6136 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Milchgeschäftseinrichtungen, Milchtübel, Stannen, Maße, Milch liebe, Wiegeschalen, Buttermaschinen 2c. billigst. Jordan, Michaellirchstraße 21. Möbeltischlerei liefert geschmad. bolle Wohnungseinrichtungen äußerst billig. Ausziehtisch 17, NusbaumKleiderschrant, Bertilo 45, Trumeau geschliffen 35, Plüschsofa 55, Muschel bettstellen mit Matratze 40. Schlafsimmer. Farbige Küchen 60. Befichtis gung meines ftaunend großen Lagers erbefen. Auch Ratenzahlung. Stein Laden. Nur Keller und Hinterräume. Pfandleihe, Prinzenstraße 63, traße 124, zwischen Dranienplatz und Harnad, Tischlermeister, Dresdeners Entzückende Blusen, Kostümröde, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 96/2 Rottbuser Thor. Genossen erhalten Stoftüme, felbstgefertigt, verkauft zu Kunststopferei von Frau Kotosty, 1288 billigen Preisen Littauer, Brunnen Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* 5 Prozent. Möbelangebot. Im Möbel Straße 4, T. Maßanfertigung tadellos fizette verkaufsspeicher( Anhalter Bahnhof), Bronzegastronen! breiflammig der Damengarderobe, sowie Schneis Mödernftraße 25, Hochbahnstation 6,00, Sassuglampen 9,00 1 Salongas berkostümen, Blumenstraße 9 II. Mödernbrüde, ftehen verschiedene tronen 15,00! Gasampellhren 1%! Bier Vereinszimmer frei Seydel 2915* Straße 30. Simmer Nußbaummöbel zum Ver Schaufensterlicht billig! 8weilochgas. lauf. Darunter befinden sich hoch focher 3,00! Gasbügelapparat 2 ,! Barteigenoffen, Gewerkschaften, 1327 moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Bohlauer, Wallnertheaterstraße 32.* Herrenzimmer, auch einzelne Salon Bereine mache auf mein renoviertes garnituren, Paneelfofas, Bücher Botal aufmerksam. Schultheiß- Biere. Arbeit. Stühle werden abgeholt und Dtto Reumann, Fürstenwalder zurückgeliefert. A. Gläter, Mulad fchränke, Ankleideschränke, Nußbaum büfette, Bronzefronen, Salonbilder, + 48* ftrage 27. Flickschneiber, spottbillig, gutSchreibtische 28,00, funtelnagelneu, Zahngebiffe, Goldsachen, Silber, Bergüte bis 13288 Ruhebetten mit wunderschöner Diwan 12,00, wer Teilzahlung tauft oder Platin fauft Schneider, Brunnen füßend, schnell, geübt, Benderungen, 5726 Reparaturen, Garderobenreinigung. Inventur Ausverkauf. bede 22,50, hocheleganter Säulen nachweist. Woche 1,00. Boftlarte. ftraße 137, Goldschmelze. fucht Kundschaft. Ebert, Frucht Teppiche in allen Größen zu Spott. trumeau 30,00, prachtvolle Zimmer Brauser, Tilsiterstraße 90.+ 44* Platina, alte Zähne, allerhöchste straße 31, born. teppiche 8,00, Salonteppiche schon Herrenfahrrad. Damenfahrrad, 14,00 bis zu den allergrößten Saal Damenfahrrad, Breife. teppichen, reichgeftidte Uebergarbinen, schönes, modernes, furze Zeit benut, Spachtelftores, Tüllgardinen, Steppa umständewegen 45,00, Große Frant beden, Standuhren, Plüschtischdecken furterstraße 14, of geradezu. 1389st 5,00, berschiedene Gelegenheiten. An Monatsanzüge, Paletots von Juventur- Preis. Portieren( zwei Stontursmaffen, fostenlose Aufbewah- meister fauf ganzer Barenlager, Birtschaften, 5 Mart an, direkt vom Schneiders Fürstenzelt, Rosenthaler Shawls, ein Lambrequin) Garnitur 262/ 5* 3,85, in allen Farben. 1331 rung und Transport getaufter Möbel. ftraße 15 III. Otto Lidetes Transport- und LagerCinzelne Blüsch- und Zuchgarni- haus( Anhalter Bahnhof), Mödern turen enorm billig. Weißenbergs straße 25. Teppichhaus, Große Frankfurter itraße 125, Möbelstoffrefte in Bolle und Buntem Plüsch, zu Sofabezügen aus reichend, in allen Breislagen. Beißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurter itrage 125. preifen. Abfalle 13298* Teppiche, imitiert Japaner und Berfer, 2 Meter lang, nur 3,25. Beißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125. 1330S 1332* 13088* Nähmaschinen, alle Fabrikate, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, ge. brauchte 12,00, Boftfarte genügt. Bienerfstraße 6, Aderftraße 113. 6056 traße 17. Nähmaschinen. Laben. Aderstraße 174, II, nicht 5826 1468b +44 Stellenangebote. Tüchtige felbständige Kunstschmiede und Kunstschloffer verlangt Paul Marcus, Schöneberg, Monumenten1135 ftraße 35. Nähmaschinenreparaturen wer ben schnell und billig in meiner eignen Werkstatt ausgeführt. Bell mann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. +130 Nehme die Beleidigung gegen Frau Dame vertauft elegante Speise Höger hiermit zurüd.. Neubauer. frone, Salontrone, Plüschsofa, Büfett, Parteigenoffe gesucht, welcher sich Schreibtisch, Säulentrumeau 32,00, mit Stapital an gewinnreichem Unter Brautleute laufen gefchmadbolle Baneelsofa, Gardinen, Stores, Plüschnehmen beteiligen will, Fahrrad Einrichtungen außergewöhnlich billig. bede, brei Zimmer Möbel, jeden Gardinen Berfandhaus Jeru- Schlafzimmer, Wohnzimmer, Falons, Breis, Landsbergerstraße 42, II. 6086 neubeit. Georg Meier, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße 22. falemerstraße 11/12 Inventur- Aus- Garnituren, Baneelsofas, großer geSchaufgeschäft frankheitshalber Aufpolsterung. Matrage 4,00, verkauf zu bedeutend herabgefekten Schliffener Trumeau mit Stufe 32, Breisen. 1291 Bettstellen mit gediegenem Feberboben zu verkaufen Hochmeifterstraße 18. Sofa 5,00. Rolle, Neue König 35,-. Schönste farbige Küchen 60,-. Kanarienroller 6,00; Vorschläger, straße 2. 102/ 20* Steppbeden billight Febril Große Eichene Flurgarderoben 18,- Stau Seifertftamm, Schloßplaz 2. 103/5 Altes Garderobenspind, Kommode, Frankfurterstraße 9, parterre.+1 nend große Auswahl. Eigene Werkftätten. Hirschowis, Mariannen Gelegenheitsfäufe: Baletots, An- Schlaffofa, tauft Berwalter, Balli Zeppiche!( jehlerhafte) in allen ftraße 7a. 13198ge, Holen, Stoffer, Revolver, fadenstraße 95. Größen für die Hälfte bes Bertes Teschings, Uhren, Goldsachen, Steffel, im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. 254/12 Fahrräder, Zeilzahlungen. Berg ftrage 28, Stalizerstraße 40. 1339 Kostüme, Roftümröde, Blufen zu Fabritpreisen, Blumenstraße 9 II. 102/19 Gastronen, Betroleumkronen, spottbillig. Lude, Dranienstraße 181. Speisetronen, ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riefenlager. Böttcher felbft, Vermietungen. Reifegfäfer, Dperngläser, Reiß Crftens: Borhagenerstraße 32( Stadt- seuge, Regulatoren, Freischwinger, bahn, Hochbahn: Warschauerstraße). Harmonitas, Geigen, Bithern, Betten, 5396* Lehrlinge gesucht in der Jalousie fabrik Heinrich Freese, Runge straße 18 a. Intelligenter Lehrling mit gutem Schulzeugnis, zu Ostern von einem größeren Handelsbureau in Berlin gesucht. Offerten unter G. 2. an die Expedition dieser Beitung. Einen tautionsfähigen 5006* 106/9 Lagerhalter per 1. April gesucht. Anfangsgehalt 1700 Mart. Selbstgeschriebene Dfferten zu richten an Konsumgenossenschaft und Umgegend, Wildenowstraße 30. Berlin Schmiede, Schloffer, Nieter, Stellmacher( Wagner) 11. Schreiner sesucht. Waggonfabrik Aktiengesellschaft Rastatt( Baden). 206/ 3* 4985 Deutscher HolzarbeiterVerband. Lehrling für Fahrrad und Nähe maschinen- Reparaturen sofort gesucht. Bielefelder Maschinenfabrik vormals Dürkopp u. Co., Brinzenstraße 34. Wegen Streit und Differenzen ist Farbigmacher verlangt Elifabeth ftraße 52. 6076 Schleifer verlangt E. Liepmann, Charlottenburg, Am Lüßom 9. 611b Tüchtigen Farbigmacher verlangt Laufiger Blay 15. Zuzug fernzuhalten von Treppengeländer Arbeitern ( Drechsler, Tischler, Stellmacher, Bolierer, Maschinenarbeiter und +15 Bildhauer) von der Treppengeländeroder fabrit Joseph Drechsler, Gubenerstraße 33; Gewissenhafte Knaben Mädchen zum Gaszünder- Berteilen gesucht. Mauer, Frankfurter Allee 144, bon Ginjetern vom Bau Gerhardt Quergebäude II +44 in Galenfee, Schweidnigerstr. 6 und 7, Geübte Hülfsarbeiter, in allen und Tischlern von Ebers Möbel. tischlerei, Manteuffelstr, 22. Gattungen des fugenlosen Fußboden Die Ortsverwaltung. 4006* Berliner Steinholzwerke. Zweitens: Navenéstraße 6( Bahnhof Teppiche, spottbillig. Lude, Dranien- Barbier: und Friseurladen zu verlegens durchaus vollkommen, gesucht. Wedding). 1127&* ftraße 131, 14/ 1* mieten Matternstraße 17. 6015 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbrucerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. .Vorwärts" ßerlloor Redahtfon und Expedition i Berlin, Clndenltr. 69. fernlpredter: Amt IT, I9S$. | Nr. 66. Dienstag, den 20. März 1906.| Inserat« SeAsgefpaltene Kolonelzellt 20 Pfg. Bei größeren Rufträgen entfprecbenden Rabatt partci-Hngclegcnbcitcn. Zossen. Unsere nächste Mitgliederversammlung findet am d. Mts. Bei Schimke statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist eS Pflicht eines jeden Genossen, zu erscheinen. Rixdorf. Sozialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Dienstag, den 20. März, abends 8'/z Uhr: Mitgliederversammlung in Hoppes Festsälen, Hermannstrafie 49/50. Tagesordnung: 1. Die Beleidigung der Rixdorfer Arbeiterschaft durch den Stadtverordneten Belfi. 2. Be- richt von der Kreisgeneralversammlung. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Stadtverordnete Beltz wird zu dieser Ver- sammlung schriftlich eingeladen. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. Der Vorstand. Achtung, Lichtenberg! Heute abend findet in Gebr. ArnholdS „Schwarzem Adler", Frankfurter Chaussee 5, unsere Mitglieder- Versammlung statt. Auf der Tagesordnung steht: Der politische M a s s e n st r e i k. Wir bitten unsere Mitglieder, für Besuch dieser Versammlung zu agitieren und recht viel Gäste mitzubringen. Der Vorstand. Weißrnsee. Am Dienstag findet eine Flugblattverbreitung zu den Kommunalwahlen statt. Wir ersuchen die Genossen, sich von 6 Uhr ab bei Schmutz, Äönig-Chaussee 38, einzufinden. Das Wahlkomitee. Ober-Schöneweide. Am Mittwoch, den 21. März, abends 8>/s Uhr, findet bei Starke. Siemensstr. 5, die Mitgliederversammlung deS sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vor- trag: Die Interessen des Proletariats. Referent Genosse Störmer. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahl- reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Reinickmdorf-Ost. Heute Dienstagabend V'/a Uhr findet vor den bekannten Stellen aus Flugblattverbreitung statt. Jeder Genoss. ist verpflichtet, sich daran zu beteiligen. Friedenau. Die Genreindewahl fällt heute aus und findet est am Dienstag, den 27. d. Mts. statt. Wir ersuchen Mo Genosin, heute abend 8'/, Uhr in einer bei Gnibe stattfindenden Set' sammlung zu erscheinen. Vorort- I�acbricbten. Zur Sewelväelvshldelvegung. Reinickendorf. Nun sind auch unsere Gegner mit ihrer Vor- vereitungen zur Gemeindevertreterwahl fertig geworden. Es scheint, als ob es diesmal nicht so leicht war, die verschiedenen Jtterrssen der Hausbesitzer, Bürger- und sonstiger bürgerlichen Vereintr aus zugleichen. Der Arbeiterklasse gegenüber war man sich Bad einig. In der dritten Klasse stellte man kurzerhand den bisherian Ver- treter, Herrn Fabrikbesitzer und Bankdirettor Stoff Wieer auf. Seine Volkstümlichkeit unter den kleinen Geschäftsleutn usw. soll dazu dienen, das letzte Mandat in der 3. Klasse denBLrger- lichen zu erhalten. Von einer öffentlichen Agitation ist torläufig nichts zu merken. Diese Arbeit scheinen die bürgerliche! Vereine und Vereinchen zu vollführen, um ihre Mitglieder an denWahltisch zu bringen. In der 2. Klasse haben sie den Bauern jUtsbesitzer Müller und den Bankbeamten Nicolaus aufgestellt. Hier sind fie ganz siegessicher und glauben dahe, sich die Kandidaten nach ihren Wünschen aussuchen zu köwen, ohne auf Popularität Rücksicht nehmet, zu müssen. Äber auch hier haben wir Gegenkandidaten aufgestellt und glau-en Erfolge erzielen zu können. Doch bedarf es dazu noch eifrigr Agitation unter den uns noch Fernstehenden. Jeder hat daher die wenigen Tage bis zur Wahl auszunützen, um für unsere Kaividaten rege zu' agitieren. Aufgestellt sind in der 3. Klasse Henrich Schiller, Provinzsir. 79 und Reinhold Lorenz, Provinzstr. 129 undWilhelm Otto, Berlinerstr. 112/4 in der 2. Klasse. Die Wahl selbst findet statt am Donnerstag, den 22. März, für die dritte Wählerlasse und am Freitag, den 23. März, für die zlvcite Wählerklsse. Um die Reinickendorfer Bevölkerung nochmals auf die Wal und ihre Be- deutung auftnerksam zu machen, unternehmen unser Genossen heute �Dienstag) abend l'/z Uhr von den bekannten Stella eine Flugblatt- Verbreitung. Es ist zu wünschen, daß sich jede Genosse daran beteiligt. Die Gemeindewahl für Schmargendorf ist aüfden 26. März fest- gesetzt, es kann ein Unangesessener gewählt»erden. Trotz der späten Bekanntgabe des Wahltermins werden Me Genossen alles aufbieten, um die etwa beabsichtigte Ueberrnmpmng zu parieren. WaidmannSlust und Lübars. Noch ein Tao trennt uns von der Gemeindevertreterwahl. Arbeiter, Parteigenosm I Nutzt die kurze Zeit aus, um die zum Wahlsieg erforderlften Borbereitungne zu treffen. Unser Kandidat. Genosse Wilhelm?entzer. wird gewählt. wenn jeder seine äufierste Schuldigkeit tut. Suse deshalb jeder an der Aufrüttelung der Massen seine» Teil beiztragen. Die Wahl findet morgen«achn, ittag v o> 3 bis 6 Uhr in Lübars statt. Versäume niemand seinRecht auszuüben! Wahlergebnis� Rahnsdorfer Mühle. Bei der am 16. März stattgefundenen Gemeindevertreterwahl siegte in der drtten Klasse— das Papier. Von 59 Stimmen, die auf den bürgelichen Kandidaten Linseuer fielen, wurde der größte Teil auf Eund heltographierter Ver- tretnngSfornmlare abgegeben. Unser wndidat Genosse B o d d r n erhielt 16 Stimmen. Petershagen bei Fredersdorf. Di' am 17. d. M. stattgesundene Gcmeindevertreterwahl zur 3. Abteiung hat uns nicht den er- hofften Erfolg gebracht. Unser Kantdat erhielt 17 Stimmen, der des GrundbefitzervereinS 13 und de Bürgervereinler 12. ES hat somit Stichwahl zivischcn unserem«Nossen und dem Grundbesitzer- vercinler stattzufinden. Dieselbe ist zum Sonnabend, den 24. d. M., anberaumt. Es muß Ehrenpflicht aller sein, dem Gegner, der da glaubt, mit einigen Lagen Bier simpel zu faitgen, die verdiente Niederlage zu bereiten. HcrmSdorf. Bei der gestrsen Gemeindevertreterwahl wurde unser Genosse S o r a u e r mi' 133 Stimmen gewählt. Der Gegner, Gärtner Herrmann, erkelt 103 Stimmen. In Markgraspieske sÄrei? BeeSkow-Storkow) haben die am Sonntag im Anschluß an di Protestversammlung stattgefundenen Gemeindevertreterwahlen ein für uns außerordentlich günstiges Resultat gezeitigt. Gewählt wurden die Kandidaten der Sozial- demokratie in der dritten und zweiten Abteilung und zwar in der dritten Abteilung die Genossen W o l l e n b e r g und M ö ser, in der zweiten Abteilung die Genossen Wilhelm N i e g e l und Otto Schröter. Bravo! ES geht also auch in den ländlichen Orten vorwärts._ Charlottenburg. Gne Stadtverordnetenwahl für die III. Wählerklasse des 7. Befirks findet am Montag, den 23. April statt und ersuchen wir die G-nossen möglichst jetzt schon für unseren Kandidaten zu agitieren, damü wir bei dieser Wahl als Sieger hervorgehen. Ein Teil der Untergrundbahn unter Wasser. Durch den Bruch eine! Hauptrohres der Charlottenburger Wasserwerke wurde gestern früh 6.30 Uhr ein Teil der Bismarck- und Krummestraße unter Wasser gescht. Auch die Untergrundbahn der noch im Bau begriffenen Stiecke nach dem Wilhelmsplatz und Westend wurde stark in Mit- leilenschaft gezogen. Da es über eine Stunde währte, ehe das Haiptrohr abgesperrt werden konnte, ist durch die große Wassermasse in der Krummestraße ein etwa 40 Quadratmeter großes Loch gerissen uw das Asphaltpflaster auf 50 Meter gehoben worden. Schöneberg. Zwei besoldete Stadträte wurden in der gestrigen Stadl vrordneten-Versammlung gewählt. Die bisher vom Bürgermeister Slankenstein innegehabte Stelle als Syndikus erhielt der Rechts mwalt Bergmann- Schöneberg. Von 56 abgegebenen Stimmen ielen auf den genannten 29, während der Magistratsassessor Dr. Licht mit 27 Stimmen in der Minderheit blieb. An Stelle des Herrn Dr. Wölck wurde Stadtrat W a l g e r- Halle mit 35 Stimmen gewählt gegen 20 Stimmen, die auf Herrn Dr. Licht fielen. Insgesamt lagen 89 Beweibungsgesuche vor.— Mit diesen Wahlen sind nunmehr die Stellen der besoldeten Magistratsmitglieder wieder voll besetzt, doch steht immer noch die Bestätigung des vor einigen Monaten zum Kämmerer gewählten RechnungsdirektorS Machowicz aus. Lichtenberg. Am Dienstag, den 13. März, fand in Lichtenberg im Schivarzen Adler eine Volksversammlung mit der Tagesordnung:„Der Kamps um die wirtschaftliche Freiheit und Macht" statt. Der Referent, Genosse Katzenstein, behandeilte dieses Thema in eingehender Weise und forderte Me Anwesenden zum Anschluß an die gewerkschaftliche und politische Organisation, wie auch zu reger Anteilnahme an dem Genossenschaftswesen auf. Die Diskussion, an welcher sich die Ge- nossen Junger, Wilzki und Kleinfchmidt beteiligten, bewegte sich im Sinne des Referats. Zum Schluß wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen:„Die heute, am 13. März, im Schwarzen Adler versammelten Einwohner von Lichtenberg erklären sich mit den Ausführungen der Genossen Katzenstcin und Junger cinver- standen und verpflichten sich, neben der politischen und gewerkschast- lichen Organisation sich auch der genossenschaftlichen anzuschließen zum Wohle des einzelnen wie auch des gesamten geknechteten und entrechteten Proletariats." Der Vorsitzende, Genosse Kohlert, schloß mit den Worten: „Leicht ist die schwache Kraft des einzelnen gebrochen, Vereinte Kräfte wird man niemals unterjochen." Köpenick. Am Donnerstag, den 22. März, veranstaltet das hiesige Ge- Werkschaftskartell im Stadttheater den III. Theaterabend. Aufgeführt wird„Der Biberpelz". Da eS gelungen ist, die Hauptrollen mit erstklassigen Berliner Kräften zu besetzen, so bedarf es wohl keiner weiteren Ausführung, daß den Arbeitern Köpenicks ein genußreicher Abend bevorsteht. Trotz der hohen Unkosten ist das Eintrittsgeld auf 40 Pf. pro Person festgesetzt und darf deshalb erwartet werden, daß das Haus voll besetzt wird. Einlaßkarten sind zu haben bei Franz Weber, Zigarrengeschäft, Bahnhosstr. 15. Arthur Göhre, Zigarrengeschäft, Grünstr. 11. Adolf Helling, Restaurant, Schöner- linderstr. 5. Ober-Schöneweide. Heute abend 5 Uhr findet eine öffentliche Gemeindevertreter- sitzung statt. Potsdam. Schulkinder sollen auch beim Einzug des Prinz Eitel Friedrich- scheu Ehepaares am Dienstag zur Spalierbildung wieder Ver- Wendung finden. Schon aus Gesundheitsrücksichten fordert dieses Verfahren den schärfften Protest heraus. Die Schulkinder sollen aus der Langenbrücke, auf der selbst bei gutem Wetter ständig Zugluft ist. Aufstellung nehmen und das prinzliche Paar erwarten. ES heißt aber bei der jetzigen Witterung geradezu Leben und Gesundheit der Kinder leichtsinnig aufS Spiel setzen, wenn Eltern ihren Kindern die Beteiligung an der Spalierbildung auf der Langenbrücke gestatten. Als im vorigen Jahre bei Sonnenglut das kronprinzliche Ehepaar seinen Einzug in Potsdam hielt, wurden verschiedene Schulkinder, die im Spalier aus der Langenbrücke standen, ohnmächtig. Daraus sollte man eine Lehre ziehen und bei jetziger, noch un- günstigeren Jahreszeit auf die Beteiligung der Schulkinder beim Einzug des prinzlichen Paares überhaupt verzichten. Entschieden zu verurteilen ist, daß in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung von den beiden Aerzten und den Schulmännern, die derselben an- gehören, nicht einer gegen die Spalierbildung der Schulkinder bei der jetzigen Jahreszett Einspruch erhob. Die Herren fürchteten wohl, an ihrer patentierten monarchischen Gesinnung etwas einbüßen zu können. Die Wahl des Potsdamer Oberbürgermeisters, welche am Freitag die Stadtverordneten- Versammlung vornahm. ergab das über- raschende Resultat, daß der Regierungsrat Vosberg vom Reichsversicherungsamt in Berlin mit 33 Stimmen gewählt»vurde. Noch am Donnerstag glaubte man. daß die Entscheidung zwischen dem Oberbürgermeister Dr. Krause auS Schneidemühl und dem Oberbürgermeister Leinweber aus Bernburg fallen würde, aber Dr. Krause erhielt nur 22 Stimmen, während Leinweber nicht mehr ivie 3 Stimmen auf sich vereinigte. Bürgermeister Wolf ans Spandau erhielt nur 1 Stimme, während der fünfte der ir engeren Wahl gestellten Kandidaten, Bürgermeister äwel aus Ruhrort. gänzlich ausfiel. Der Umschwung der Stadt- verordneten zugunsten VoSbergs trat nach einer am Donnerstag stattgehabten verttaulichen Deiprechung ein. So ist denn für die iveite Residenz da? eingetroffen, was man in eingeweihten Kreisen chon vor Ausschreibung der Stelle verblümt andeutete. ES hieß damals, wie auch von uns gemeldet wurde, daß ein Regicmngsrat. der sich hoher Protektion erfreue, der kommende Mann fein würde. RegierungSrat Vosberg ist 43 Jahre alt, entstammt einer Richter« familie, studierte erst Philosophie und dann Jura und Staats- Wissenschaften. 1887 wurde er Referendar, 1892 Assessor, 1897 Amtsrichter, 1899 Landrichter und 1900 RegierungSrat. Während seiner Assessorzeit war VoSberg mehrere Jahre aus dem Staats- dienst beurlaubt und fungierte als Generalbevollmächtigter eines in Preußen und Oesterreich mit großen Fideikommißgütern angesessenen Magnaten. Aus dieser Zeit stammen die einflußreichen Beziehungen, die Vosberg nach obenhin hat. Er soll auch große Kenntnisse im Verwaltungsdienst erworben haben. Im Reichsversicherungsamt wurde er als eine große Arbeitskraft geschätzt. Der neugewählte Erste Bürgermeister, an dessen baldige Bestätigung nicht zu zweifeln ist, gilt als sehr wohlhabend. Ein Automobilunfall mit tödlichein Ausgange hat sich in der ver- gangenen Nacht in Potsdam zugetragen. Dort kam um 11 Uhr ein Automobil von der Glienicker Brücke her die Neue Königstraße entlang. Am Knie kam ihm ein Transport Pferde entgegen. Das Automobil wich links nach dem Reitweg hin aus und fuhr hier mit voller Kraft gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmert. Der eine Insasse, Adolf Winter, Oekonom der Wandebornschen Weinstube in der Französischenstr. 52 fiel mit dem Kopf gegen den Baumstamm. Der Kopf wurde zerschmettert und Winter wurde als Leiche nach dem städtischen Krankenhause gebracht. Der Eigentümer des Auto- mobils, Bankier Friedberg, wurde aus dem Wogen hinausgeschleudert und erlitt leichte Hautabschürfungen. Der'Chauffeur fiel vorn gegen die Steuerung und blieb unverletzt. Die Herren lvaren auf der Reise von Berlin nach Magdeburg begriffen. Die Konsumgenossenschaft„Hoffnung" hielt am 14. d. M. ihre ordentliche Generalversammlung ab. Die Wirtschaft- liche Bedeutung dieser hier vor zwei Jahren gegründeten Kon- suinentenvereinigung wird von der organisierten Arbeiterschaft noch nicht genügend gewürdigt. Genosse P. Krüger gab den Bericht über die abgelaufene halbjährliche Geschäftsperiode und richtete an die Anwesenden die Aufforderung, etwas energischer für das e i g e ne Unternehmen tätig zu sein. Was die Genossenschaft leisten könnte, geht daraus hervor, daß ein Teil der Mitglieder in diesem halben Berichtsjahre bereits je für 200—300 M. an Waren aus dem eigenen Konsumgeschäft entnommen hat. Gegenüber den sich immer mehr steigernden Preisen für die not- wendigsten Lebensmittel ist die Konsumentenvercinigung eine not- wendige Selbsthülfe. Diese ist in Potsdam aber umso nötiger, als hier noch durch die S ch l a ch t st e u e r usw. eine ganz bedeu- tende Extraverteuerung der am meisten gebrauchten Nahrungs- mittel eintritt. DaS haben wir unseren„Herren im Hause" der hiesigen städtischen Verwaltung zu danken. Die angeführten Gründe müssen daher jeden vorwärtsstrebenden Arbeiter, jede denkende Frau zur Konsumgenossenschaft„Hoffnung" führen.— Das Geschäftslokal befindet sich I u n k e r st r. 15, Anmeldungen dasewst. berliner jVadmcbten. Zum Philharmonie-Boykott wird ein Flugblatt verbreitet,„damit die Haltung der„Neuen freien Volksbühne" verstanden werde". In diesem Flugblatt werden die Darlegungen, die der erste Vorsitzende dieses Vereins in der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung machte, in ihren wesentlichen Teilen abgedruckt; außerdem wird in einigen Fußnoten Bezug ge- nommen auf die Erklärungen, die der Aktionsausschuß in dieser Sache abgegeben. Neue Gesichtspunkte sind in dem Flugblatt nicht vorhanden, eS sei denn, man betrachte die Bemerkung, daß eine Entgegnung des ersten Vorsitzenden auf eine Erklärung des AktionS- ausschusses vom„Vorwärts" in generöser Weise unterdrückt worden sei. als einen solchen. Das könnte bei manchem Leser deS Flug- blattes vielleicht die Meinung erwecken, als habe der.Vorwärts" irgend ettvaS Wesentliches seinen Lesern verschwiegen. Das ist nattirlich nicht der Fall. Die„Entgegnung" deS Herrn Ettlinger enthielt nichts, was nicht schon in unserem Bericht über die Ver« sammlung enthalten war, und das Herrn Ettlinger zuliebe zu wieder» holen, dazu lag für uns kein Grund vor. Zu dieser Angelegenheit erhalten wir noch folgende Zuschrift: Der Vorstand der„Neuen freien Volksbühne" hatte bei uns den Antrag gestellt, den bestehenden Boykott der Philharmonie aufzuheben. — Obwohl dieser Antrag von allen Wahlkreisen Groß-Berlins mit erdrückender Mehrheit abgelehnt wurde, veranstaltet die Bühne dennoch am 21. April eine Beethoven-Feier in dem gesperrten Lokal und sucht ihr Verhalten in einem längeren Flugblatte zu verteidigen. Nochmals sei wiederholt, daß wir uns auf Auseinandersetzungen mit Personen, welche außerhalb jeder gewerkschaftlichen und politischen Organisation stehen, nicht einlassen. Wir werden den Herren Doktoren Ettlinger undWillewahrscheinlichniemals begreiflichmachen können, daß die Berliner Kreise Entscheidungen in dieser Angelegenheit s o treffen, wie es den einzelnen Wahlvereinen zusagt, nicht aber wie die genannten Herren bestimmen.— Wir bewundern nur die Harm- losigkeit, welche die Deutsche landwirtschaftliche Gesellschaft für einen „Fachwissenschastlichen Verein", den„Flottenverein" für einen un« politischen Verband hält und die Vergebung der Säle an die kon» servative und freisinnige Partei als„verjährt" erachtet. Auf die Insinuation, daß wir die Neue freie Volksbühne mit Vorein« genommenheit behandeln, halten wir es fiir unter unserer Würde zu antworten. Es kennzeichnet das nur die ganze Haltlosigkeit der dem Aktionsausschuß gemachten Borwürfe. Wir halten jetzt den Antrag des BühnenvorstandeS, unser Ver- band solle den Boykott aufheben, für eine Täuschung der sozial« demokratischen Mitglieder der Neuen freien Volksbühne, da man sich dem gegenteiligen Bescheid doch nicht fügen wollte. Der Zentralvorstand beschloß in seiner letzten Sitzung mit allen gegen eine Stimme, die Parteigenossen Groß-BerlinS vor dem Besuch dieser Beethoven-Feier in der Philharmonie zu warnen und zu er- suchen, etwa in Parteikrrisrn angebotene BillettS zurückzuweisen. Wer eS dennoch mit seiner Ehre und der not» wendigenParteidiöziplin für vereinbar hält, die Beschlüsse der Wahlkreise Groß-BerlinS zu durchbrechen, stellt sich außerhalb un serer Reih. und hat den Ausschluß aus der Organisation und damit aus der Partei zu gewärtigen. Der Borstand des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Die Gemeindeschulfrequenz im Uebergangsstadium". " Vier Personen ertrunken. den Berloren gegangen ist in der Versammlung am Sonntag Weber- die Versammlung gegen einen Tarif, der länger als ein Jahr straße 17 ein Portemonnaie und ein Verlobungsring. Der Finder dauert. wird gebeten, sich bei H. Barenthin, Tilsiterstr. 81, zu melden. Gerichts- Zeitung. Unberechtigte Verfolgung wegen Flugblattverbreitung. 40 " " beschlossenen Preiserhöhung auf Schuhwaren und Die Modell- und Fabriktischler versammelten sich am Donnerstag bei Schmidt in der Gartenstraße. Neben kleineren Berufsangelegenheiten wurden hauptsächlich Anträge zur ModelltischlerKonferenz in Halle und zum Verbandstage besprochen. Der VorDie Vossische Zeitung" meldet, die städtische Schuldeputation sitzende machte darauf aufmerksam, daß es sich bei der Konferenz Habe verfügt, daß in den Gemeindeschulen die Höchstbeseßung 3 nur darum handelt, daß die einzelnen Sektionen stärkere Fühlung ziffer eine weitere herabsegung erfahren solle, und mit einander gewinnen und um die Agitation mehr zu beleben, zwar sollen in den ersten bis vierten lassen höchstens 50, in den Objektiv widerrechtliche Verfolgungen wegen strafloser Ver- nicht um wichtige Beschlüsse durchzusehen. Dazu ist der Verbandsfünften nicht mehr als 55 und in den sechsten bis achten Klassen nicht mehr als 60 Kinder sigen". Zu dieser Nachricht ist zu bez breitung von Flugblättern erfolgen selbst in der nächsten Nähe tag da, auf welchem u. a. eine Erhöhung der Beiträge beschlossen Berlins. Genosse Tornow aus Rummelsburg erhielt lezthin ein werden soll. Der Hauptvorstand schlägt vor, den Beitrag von 35 auf merken, daß die Verfügung der Schuldeputation nur fiebenten lassen eine Herabsetzung der Höchstfrequenz polizeiliches Strafmandat in Höhe von 5 M., weil er das Wahlrechts- 40 Pf. und mit Einführung der Krantenunterstützung auf 50 Pf. zu bringt, während in allen anderen Klassen die gegenwärtige Höchstfrequenz flugblatt auf öffentlichen Straßen und Plätzen in Rummelsburg verbreitet erhöhen. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden. Im unverändert bleibt. Nach den Herabsetzungen, die in den legten habe. Selbstverständlich hatte Genosse Tornow diese Missetat nicht be- Laufe der Diskussion wurden manche Mißstände im Berufe scharf kritisiert. Es wurden strengere Maßregeln gegen die Gewohnheit beiden Jahren für die achten und siebenten Klassen verfügt worden gangen, sondern hatte die gefeßlich erlaubte und höchst verwaren, stellte sich zuletzt( und noch in dem jetzt zu Ende gehenden dienstliche Tätigkeit der Verbreitung des Flugblattes in geschlossenen des Umschauhaltens nach Arbeit, ebenso gegen das UeberstundenWinterhalbjahr 1905/6) die Höchstbesetzungsziffer so: in den achten Räumen vorgenommen. Er beantragt gerichtliche Entscheidung. Bei system gewünscht. Mit der Haltung der" Holzarbeiter- Zeitung" Klassen 60( früher 65, noch früher 69), in den siebenten Klassen 65 der am Sonnabend vor dem Schöffengericht II stattgefundenen waren verschiedene Redner sehr unzufrieden. Die Stellung dieser ( früher 69), in den sechsten Klassen 60, in den fünften 55, in den Verhandlung beantragte der Amtsanwalt selbst die Frei- Beitung zum Vorwärts"-Konflikt und die Art ihrer Polemik mit Die Wichtigkeit von Agitationsvierten bis ersten 50. Die Bestimmung, daß fortan auch in den sprechung, da zeugeneidlich festgestellt wurde, daß von einer der Neuen Zeit" wurden gerügt. siebenten Klassen nicht mehr als 60 Kinder sigen dürfen, soll mit Verbreitung auf öffentlichen Straßen und Plägen durchaus keine fommissionen wurde nachdrücklich betont und die Versammlung Beginn dieses Sommerhalbjahres im April in Kraft treten. Rede sein konnte. Der Zeuge, der dies wahrheitsgemäß unter wünschte, daß die Konferenz in dieser Richtung Schritte tun solle. Geringe Ueberschreitungen der festgesetzten Zahlen seinem Eide aussagte, war der Veranlasser des Strafmandats selbst, Die Tischler, welche in Spezialbetrieben für Anfertigung von find" so fügt die Meldung hinzu, „ für die nächste der Gendarm Kowalski. Als der Amtsrichter den Zeugen Beit noch gestattet, wenn die Unterbringung in anderen nun frug, aus welchem Grunde er denn eigentlich die Fest- Büfetts und Herrenschreibtischen beschäftigt sind, hatten am DonnersSchulen Schwierigkeiten machen sollte". Dieselbe Einschränkung stellung und die darauf folgende Anzeige gegen den Angeklagten tag in den Andreas- Festsälen eine Versammlung, um die Frage wurde auch bei den früheren Frequenzherabfegungen gemacht, und vorgenommen habe, erwiderte derselbe, der Bürgermeister erörtern, ob sich nicht in der genannten Spezialbranche ein GrundIn seinem einleitenden R ferat verwies tatsächlich sind denn auch die Zahlen noch in sehr vielen Fällen über- habe ihm den Auftrag erteilt, die Flugllatt- tarif aufstellen lasse. schritten worden. Unter den achten Klaffen gibt es noch heute biele, berbreiter festzustellen und zur Anzeige zu Menzel darauf, daß seinerzeit in dem Vertrag mit den Unternehmern zugestanden worden sei, für sogenannte Stapelware, vus die über 60 Schüler haben. In manchen achten Klassen geht die bringen. Das Gericht sprach natürlich den Angeklagten frei. Damit heißt für die in den verschiedenen Betrieben hergestellten gleichartigen Frequenz noch über 65 hinaus, und in einzelnen beträgt sie noch 68 und 69 ganz so, wie früher. Und das geschieht, obwohl scheint uns aber die Sache noch keineswegs erledigt zu sein. Wer Sachen, Grundtarife aufzustellen. Ein solcher Grundtaris wäre für schon seit einem Jahre keine achte Klaffe mehr über 65 Schüler und ersetzt die dem Angeklagten erwachsenen Kosten? Liegt es tatsichlich die von den Versammelten vertretenen Betriebe möglich und auch feit dem letzten Herbst auch keine mehr über 60 Schüler haben sollfo, wie nach der Zeugenausiage des Gendarmen anzunehmer ist, notwendig im Interesse der Kollegen. Heute beriefen sich die einzelHiernach muß leider angenommen werden, daß auch die oben an- so ist der Auftrag zur Feststellung des Flugblattverbreiters und nen Unternehmer immer auf die verschiedenen Preise bei den geführte Verfügung der Schuldeputation an den bestehenden Ver- der nachherige Erlaß eines Strafmandats geeignet, die objektven anderen, wenn ihnen wegen der Affordsäße Vorhaltungen gemacht hältnissen zunächst nicht viel ändern wird. Immer langsam Tatbestandsmerkmale des§ 344 Str.-G.-B. zu erfüllen, der enen würden. Dem könne man durch einen Grundtarif vorbeugen. voran! Die rechnende Sorge der Freisinnigen Wallach, Cassel Beamten mit Zuchthaus bedroht, welcher vorfäßlich zum Nadteil Nach lebhafter Debatte, in der auch eine Reihe Spezialfragen erund Konsorten duldet kein schnelleres Tempo. einer Person, deren Unschuld ihm bekannt ist, die Eröffnung der örtert wurden, beschloß man, eine Kommission mit der AusFortsetzung einer Untersuchung beantragt oder beschließt. Die ob- arbeitung eines Grundtarifs zu betrauen. Es wurde zu diesem Die Stadtverordneten- Bersammlung hält heute eine außerordent- jeftiven Tatbestandsmerkmale des§ 344 Str.-G.-B. reichen hin, en 3weck eine vierzehngliedrige Kommission gewählt. Anspruch auf vollen Schadenersatz gegen den Polizeiverwalter zu liche Sigung ab. Eine strafrechtliche Verfolgung mag Eine Schuhmacherversammlung fand am Montagabend bei Keller begründen. ant in der Koppenstraße statt. Hammacher referierte über das der Annahme scheitern, daß ihm nicht bekannt gewveen Eine schwere Bootstatastrophe ereignete sich gestern nachmittag ist, daß das Innere der Häuſer nicht zu den öffentlichen Straßen Thema: Wie stellen sich die Schuhmachergehülfen zu der von der und Blägen gehört. Es wäre das freilich eine Annahme, die die Innung auf dem Tegeler See in der Nähe von Hasselwerder, wobei vier Frage nahelegt: welche Kenntnisse muß ein Polizeiverwalter befizer? Reparaturen?"- In der letzten Quartalsversammlung der Innung junge Männer ihren Tod fanden. Ueber die traurige Katastrophe Das Obertribunal nahm früher an: der§ 344 und ähnliche des wurde die Preiserhöhung beschlossen und später ein Flugblatt ver wird von einem Augenzeugen folgender Bericht gegeben: Strafgesetzbuchs sind nuglos, wenn man die Untenntnis des Be breitet, in welchem die Meister zum gemeinsamen Handeln aufgefordert " Gestern nachmittag gegen 3 Uhr hatten fünf junge Leute bei amten ihm zugute rechnet, falls dies eine unentschuldbare Un werden. Es wird darin von den hohen Lederpreisen, von der allgemeinen Teuerung und von höheren Arbeitslöhnen gesprochen. Der dem Bootsverleiher Siebert an der Badeanstalt ein Fünffizerboot tenntnis ist. Redner kritisierte den Inhalt des Flugblattes und wandte sich scharf gemietet und fuhren mit diesem, obwohl die Wellen des Sees ziemlich hoch gingen, in der Richtung nach dem großen Gerichtliches Nachspiel zu den Schöneberger Wahlfämpfen. Aus gegen die Annahme, daß die Gehülfen höhere Löhne bekommen hätten. Die Jnnungsmeister, so meinte er weiter, seien gerade die Malchsee dem jenseitigen Ufer zu. Als sich das Boot in den Schöneberger Kommunal- Wahlkämpfen ist eine Privatklage entverde sehr schwer sein, eine allgemeine Preiserhöhung, die der Fahrrinne zwischen der Halbinsel Reiherwerder und der Insel standen, die gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts II Stützen der Politit, die ihnen das Leder verteuert habe. Es verhandelt wurde. Privatkläger war der Brunnenbaumeister Ernst Lesonders für Reparaturen beabsichtigt sei, zu erzielen. Hasselwerder befand, wollte einer der Ruderer das Steuer überTreugebrodt in Schöneberg, vertreten durch Rechtsanwalt Sagegen sei die Einigkeit unter den Meistern schnell nehmen und erhob sich von seinem Plage, ohne Rücksicht darauf, v. Glasenapp, Angeklagter und Widerkläger der Dr. med. Arnold daß das leichte Fahrzeug bei dem hohen Wellengange schon ohnehin Samter in Schöneberg. Der Privatkläger war im Jahre 1905 egeſtellt, wenn es sich um eine Herabsetzung der Löhne handele. Dr Redner erklärte in längeren Ausführungen den Niedergang des start schwankte. Der Nachen schlug um und die fünf Insassen stürzten als Kandidat für die Stadtverordneten- Versammlung vom Grund- Hardwerks in legter Zeit, herbeigeführt durch die Umwälzung in der in die Fluten. Die Katastrophe war von der Mannschaft des in befizerverein aufgestellt worden. Dr. Samter war früher einmal sein Brouktion. Zweidrittel aller Meister sind hauptsächlich auf Flickdiesem Augenblick von Groß- Reiherwerder abfahrenden Personen- Gegenkandidat gewesen. Am 11. Oktober fand anläßlich der bevor- arbit angewiesen. Von 1882-1895 fant die Zahl der Selb dampfers„ Neptun" beobachtet worden, dessen Führer sofort der stehenden Wahl eine öffentliche Versammlung des Bezirksvereins Süd- stänigen um 4 Proz., die Zahl der Gesellen um 9 Proz. In den Unfallstelle zusteuerte. Obwohl er diese schon nach wenigen Mi- ivest- Friedenau statt. In dieser Versammlung hat Dr. Samter erklärt: legter zehn Jahren ist die Abnahme sicher noch eine stärkere geworden. nuten erreichte, konnte doch nur einer der Verunglückten, der er von Herrn Treugebrodt nicht behaupten. Dieser habe sich eine sich der Ausbeutung der jungen schämen, sondern weil es im Publikum Der Gegenkandidat des Privatklägers sei ein Ehrenmann, das könne Die ehrlingszüchterei hat aufgehört, aber nicht etwa weil die Meister alte, in der Pankstraße 45 wohnende Arbeiter Urkundenfälschung zuschulden kommen lassen, er müßte bei der imme mehr bekamut geworden ist, daß die Schuhmacher unter allen Hinze, gerettet werden. Diesem war es gelungen, sich an dem Staatsanwaltschaft angezeigt werden. Er sei außerdem ein Lügner, Handverkern am schlechtesten gestellt sind. Die Versammlung ist ein Rande des gekenterten Bootes festzuhalten, während die übrigen bier denn er habe 1904 feine Wähler belogen. Letztere Wendung bezog berufet worden, um eine Agitation einzuleiten für eine Hebung Personen sofort in den Wellen verschwunden waren. Obwohl das fich darauf, daß Herr Treugebrodt seinerzeit von dem Inselbezirk ge der algemeinen Lage der Schuhmachergehülfen. Es sei den Meistern Wasser von der Schiffsmannschaft, sowie auch von den Jnfassen wählt worden sei unter der Versicherung des Herrn T., daß er nach durchas nicht zu verdenken, daß sie ihre Waren zu höheren mehrerer von Reiherwerder hinzugekommener Boote abgesucht wurde, der Insel ziehen würde; diese Versicherung habe sich als Breiser zu verkaufen suchen, aber die Gehülfen verwahren sich konnten die Leichen der Verunglückten nicht gelandet werden. Die unwahrheit dargestellt. Die„ Urkundenfälschung" soll darin be- Preiſer zu verkaufen suchen, aber die Gehülfen verwahren sich gegen ie Behauptung, daß eine Erhöhung der Arbeitslöhne daran von ihm verschuld ewesen sei. Sie verlangen jezt, daß der von den Meistern Ertrunkenen sind die 19 resp. 20 Jahre alten Brüder Hermann und standen haben, daß der Privatkläger den Karl Pokert, Pantstraße 45 B wohnhaft gewesen, ferner ein Freund des Grundbesitzervereins hinzugefügt und auch andere ihm be- durchgeührt werde. Das ist nicht mehr wie recht und billig, kann breiteten Flugblättern eigenmächtig die Unterschriften des Vorstandes längst nerkannte Minimal- Lohntarif vom Jahre 1903 der beiden, welcher von den Ertrunkenen Franz genannt wurde und kannte oder befreundete Personen ohne deren Ermächtigung mit aber nur durch die Macht der Organisation geschehen. Außerdem ein Schuhmachergeselle Fuhrmann. ihren Namen unter einem Wahlaufruf habe erscheinen lassen. Die handelt& fich noch um eine Verkürzung und Regelung der ArbeitsWiderklage des Herrn Dr. Arnold Samter stützt sich darauf, daß der zeit. Großfener in einer Pumpstation. Gestern morgen gegen 4 Uhr Privatkläger in einem von ihm verbreiteten Flugblatt im Jahre 1904 Eine lebhafte Diskussion entspann sich, in welcher die Ausentstand in dem Kohlenraum der Tempelhofer Pumpstation in der den Vornamen des Dr. S. als„ Aron" angegeben und alle nationalen führungen des Referenten noch ergänzt wurden. Der Vorsitzende Werderstraße durch Selbstentzündung von Kohlen ein Brand, der, Wähler aufgefordert habe, gegen diefen zu stimmen. In dieser falschen fragte, ol ein Arbeitgeber das Wort wünsche, aber es meldete sich als er entdeckt wurde, schon größere Dimensionen angenommen Angabe des Vornamens erblickt Dr. S. eine Beleidigung, da sie mit niemand; er forderte dann mit fernigen Worten alle diejenigen zum hatte. In furzer Zeit bildete fast das ganze Hauptgebäude ein ganz durchsichtiger Tendenz geschehen sei. Eine zweite Beleidigung Beitritt au, die bisher der Organisation ferngeblieben. Der Besuch einziges Flammenmeer, welchem gegenüber die Tempelhofer Feuer- liege darin, daß sich der Privatkläger später im Schöneberger Rat- der Versammlung ließ leider zu wünschen übrig; aber man hofft. wehr einen schweren Stand hatte. Den energischen Bemühungen Hausteller dieser Namensverwechselung gerühmt und gesagt habe, er daß die forgefeßte Agitation gute Resultate zeitigen wird. der Löschmannschaften gelang es jedoch, den Maschinensaal mit den habe es dem Dr. S. damit gut besorgt. Nach einer sehr umfangMaschinen vor dem verheerenden Element zu schügen und den Brand reichen Beweisaufnahme gelangte das Gericht zur Verurteilung nach dreistündiger Wassergabe zu dämpfen. Zwar haben die fämt- beider Parteien und zwar des Dr. Sam ter zu 50 Mart, lichen Nebenräume des Stationsgebäudes sowie auch das Dach- des Herrn Treugebrodt zu 20 Mark Geldstrafe. geschoß desselben durch das Feuer start gelitten, doch ist der Betrieb, da die Maschinen vollständig erhalten geblieben sind, nicht gestört. Die bedeutenden Kohlenvorräte sind allerdings zum größten Teile bernichtet. 29 Jahre D Verfammlungen. Vermischtes. Hochwasser auf der Elbe. Wie von Sresden gemeldet wird, führt die Elbe Hochwasser. Der Begelstand betrug gestern früh 210 gentimenter über Null. Nachrichten aus Böhmen lassen für heute ein weiteres Steigen der Glbe hier erwaren. Erdbeben. Briekaften der Redaktion. Zwei verschwundene Knaben. Aus der elterlichen Wohnung ents fernt hat sich vor einigen Tagen der 13jährige Schüler Radzun aus Ueber die Lohnbewegung der Maler wurde in einer öffentKarlshorst und ist seitdem spurlos verschwunden. Der Knabe hatte lichen Versammlung debattiert, welche die Gewerkschaft der Maler einen Bettel hinterlassen, auf dem er den Angehörigen schreibt, er( Lokalorganisation) einberufen hatte. Die Versammlung fand am habe beschlossen, aus Furcht vor Bestrafung durch den Vater in den Freitag in Dräsels Saal statt, der bis zum äußersten gefüllt war. In Kagi auf Formosa wurden mehrere hundert Gebäude durch Tod zu gehen. Der Vermißte ist von schmächtiger Statur, Bei der Bureauwahl tam es schon zu Streitigkeiten zwischen Verträgt leichten, grauen Jackettanzug, eine Radfahrermüße von tretern der lokalistischen und der zentralistischen Richtung, von denen ein schweres Erdbben zerstört, viele hundert Menschen wurden gegleicher Farbe und schwarze Schnürstiefel. Das Schicksal jede das Bureau aus ihrer Mitte befehen wollte. Nach mehr- tötet und eine groe Anzahl verwundet. eines zweiten verschwundenen Knaben beschäftigt die Polizei- maliger Abstimmung bezeichnete der Einberufer Behrend das behörden der Vororte. Ende Januar entfernte sich der zwölf- Bureau der Lokalisten als gewählt, während das Abstimmungsresuljährige Schüler Georg Böhle aus seinem Elternhause in tat von der anderen Seite angezweifelt wurde. Trok lebhaften Müncheberg und ist bis zum heutigen Tage noch nicht dorthin zurück- Widerspruchs der Zentralisten blieb die Leitung der Versammlung Das Referat über das Thema: gelehrt. Ob in diesem Falle ein Unglücksfall, ein Verbrechen oder in den Händen der Lokalisten. P. D. 100. 1. 2. Wenden Sie sich an den Kommissionsvorsteher eine dritte Möglichkeit vorliegt, fonnte noch nicht festgestellt werden. Streit oder langfristiger Tarifvertrag" hielt Behrend. Redner Zwei Wettende. 1. 3 Prozent. Der verschwundene Knabe ist von schlanker Statur, hat blonde wandte sich gegen den Abschluß langfristiger Tarifverträge. Dann Papius, O. 34, Petersbuzerstr. 81. M. D. 25. Eine für eine aufgeklärte Haare, blaue Augen und war mit schwarz rotgestreifter Hose, führte er aus, die Baukonjunktur sei immer noch so günstig, daß die 2. 1-3000 M. 3. 3000 2. Die Arbeiterfrau paffende Beithrift für Haushalt, Schneiderei, Mode usw. fennen braunem Jadeft, grauscheckiger Pudelmüße und großen Schnürstiefeln Maler vor einem Streif nicht zurückzuschrecken brauchten. bekleidet. Lohnkommission solle nicht so lange zaudern, sondern den Unter- wir nicht. Größere Stochbher sind die von Scheibler, Davidis, Hedwig Hehl u. a. 5. W. 1. 1. Wenden Sie sich an die Geschäftsstelle nehmern einfach sagen: Entweder unsere Forderungen werden be- Oranienstr. 2. Unentgeltlice Ausbildung uns nicht bekannt. Ober. Hierauf nahm Toh als Vertreter braner. Der Spigel depoterte damals 60 M. Ein heftiger Zusammenstoß, bei dem zwei Personen ber- willigt, oder wir streiken. R. 90. Auskunft durch Iegt wurden, ereignete fich Sonntag gegen Mittag in der Leipziger- der Vereinigung der Maler( Bentralorganisation) das Wort. Er den Komm.- Borst: Bühren, Brunnenstr. 125, und Rentier Hollmichel, R. P 1. Nein. 2. Ja. 3. Amsterdam. A. 1001. straße und zwar zwischen einem Omnibus und einem Straßenbahn bestritt entschieden, daß seine Organisation eine Verschleppungs- Stralsunderstr. 32. wagen. Der Omnibus 552 der Linie 16( Spittelmarkt- Schöneberg) taktik betreibe. An den aufgestellten Forderungen werde fest- Bu unterscheiden passé"( mmmlich) und„ passée"( weiblich). Jm Sinne T. D. Nein. Lucretins. fam vom Dönhoffplah her und wollte bei dem Geschäftshause von gehalten. Die Vereinigung dente aber nicht daran, sich ohne Ueber- von vergangen, abgenutzt bezi verbraucht. „ Aus nichts wird nichts". tch Ansicht des Epikur vor Lukrez. Von Tiez einen vor ihm fahrenden Milchwagen überholen. Hierbei fuhr legung in den Streit zu stürzen. Von einer nur einjährigen Tarifder Kutscher plößlich auf die Straßenbahnschienen, als im selben dauer, wie sie der Referent wünscht, könne gar keine Rede sein. Aus vielen heute noch nicht begriffs. Augenblick der Motortwagen 2802 der Linie 78( Frankfurter Allee- praktischen Gründen müsse ein Tarif für längere Zeit abgeschlossen Wilmersdorf) vom Potsdamer Play herannahte. Bevor es nun dem werden. Schließlich wandte sich der Redner dagegen, daß die VerStraßenbahnführer gelang, zu bremsen, erfolgte ein heftiger Zusammen sammlung einberufen sei, während die Verhandlungen mit den stoß. Sämtliche Scheiben auf der linken Seite von dem Omnibus gingen in Unternehmern noch schweben. Von einer so fleinen Versammlung Trümmer, wobei zwei Passagiere, nämlich eine Frau Stenzel lasse sich die Lohnkommission keine Direktive erteilen. Maßgebend aus der Stegligerstr. 82 und deren 14jähriger Sohn Bruno, durch seien die Beschlüsse der großen von der Vereinigung einberufenen herumfliegende Glassplitter verlegt wurden. Die Frau erlitt schmerz- Versammlung. An der weiteren. Debatte beteiligten sich verschiedene hafte Schnittwunden an den Lippen und der Sohn solche an der Redner von beiden Seiten. Als schließlich eine im Sinne des RefeStirn, Schläfe und Nase. Beide mußten die Hülfe der Unfallstation rats gehaltene Resolution vorgelegt wurde, verlangte log, daß über in der Kronenstraße in Anspruch nehmen. Von dem Straßenbahn- dieselbe überhaupt nicht abgestimmt werde. Die Abstimmung erwagen wurde die linke Seite des Borderperrons beschädigt und folgte aber doch, die Resolution wurde gegen wenige Stimmen anVereinsfahnen und Vereinsaußerdem der Sicherungskaften abgerissen. Bassagiere auf der genommen. Sie lautet:„ Die Versammlung protestiert gana abzeichen etc. w. Marg. GrillenElektrischen kamen nicht zu Schaden. Die Schuld an dem Unfall energisch gegen den Abschluß eines Tarifs, der weniger als 70 231. trifft anscheinend den Omnibusfutscher. Stundenlohn und den 8½ stündigen Arbeitstag bringt, ebenso ist Uhren, Gold- u. Silbersachen.[ 329Lberger, Nürnberg, Unschlittplatz 2. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Enger& Co., Berlin SW. Aeltestes konz Leih- Haus Leihhaus Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 40 I. Hohe Beleihung. Diskr. Sprechzimmer. Gelegenheitskäufe in Brillanten, Charlottenburg, Friedrich Karl: Plas 12, Berlin, Anflamer- Straße 2. Beleihung von Brillanten, Gold- und Silberfachen, Uhren, Büchern, Wäsche, Kleidungsstücken 2c. 354V