Nr. 74. Bbonnements-Bedinäungen: Stotmemcntä- Preis pränumerando: Wiertcljährl.»Lv MT, Mona«. 1,10 Mk,, wöchentlich LS Pfg, frei in» �auS. einzelne Nummer 6 Pfg. EömuagS. »unimer mit Muflricrter EmmtaaS- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Po«. ttdonnement: J,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Pos!-Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband fkr Deutschland und Oesterreich. Ungari, L Mark, für das tibriae SluSland i) Marl pro Monat. Postabonncments nehmen an: Belgien, Dänemark, .öoltand. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 23. Jahrg. GISkIdI läfill* ittBcr GiODlagt. Vevlwev Volksbwtt. DU Inlertions* Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zcile oder deren Raum 50 Pfg, für politische und gewerkschaftliche BereinS- und BersammlungS, Anzeigen W Pfg. „Alelne Snrelgen", das erste(fett. gedruckte) Wort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Anzeigen daS erste wort 10 Pfg, jedes weitere Wort b Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Ins-rate für die nächste Nummer müssen diS S llhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist diS 7 Uhr abend» geiffnet. Telegramm-Adreffe: „Sozlal»eB«knt Berti»". Zcntratorgan der foztaldemohratifcben parte» Deutrchlands. Redahtion: 8CQ. 68, Lindenstrasse 69. shernfpreckiep: Amt IV. Vit. 1083. Donnerstag, den 29. März 1906. 6xpedtt»on: 8CQ. 68, Lindenstrasse 69. Kernsprecher- Amt IV. Nr.»084. Der Aberwitz der Weltpolitik. Es sind kaum zehn Fahre her. daß don der Regierung sowohl, wie von den Vertretern der ausschlaggebenden Parteien derjenige als dreister Verleumder bezeichnet worden toäre, der ihnen imputiert hätte, sie erstrebten die Schaffung einer Flotte, die a l l e i n der Flotte der st ä r k st e n See- macht der Welt gewachsen wäre. Heute betrachtet man es als selbstverständlich, daß Deutschland so viel Panzerkähne bauen müsse, um selbst England die Spitze bieten zu können, und diejenigen, die noch heute an der An- ficht festhalten, die noch am 23. März 1898 der Zentrums- abgeordnete Dr. S ch ä d l e r vertrat:„Wir können nicht die erste Macht zu Lande und die erste Macht zur See sein", müssen es sich gefallen lassen, von den Flottcnphantasten— und dazu gehören nachgerade alle bürgerlichen Parteien i— als altmodische Köpfe, wenn nicht gar als vaterlandslose Gesellen von oben herab abgetan zu werden. Zu den Haupttrümpfen der Flottenphantasten gehört be- kanntlich das Argument: Unser Ueberseehandel ist so groß geworden und hat England solche Konkurrenz gemacht, daß diese Entwickclung den grimmigsten Haß der Engländer ertveckt hat. Bauen wir deshalb nicht in beschleunigtem Tempo soviel Panzerschiffe, um England zur See in Schach halten zu können, so fällt John Bull eines schönen Tages aus wildem Konkurrenzneid über unsere Handelsschiffe her. Das Ab- geschmackte dieser kindischen Piratenphantasie haben wir bc- reits seinerzeit durch ein nüchternes Rcchenexempel nach- gewiesen, aus dem unwiderleglich hervorging, daß Deutsch- lands EntWickelung zum modernen Industriestaat keineswegs zum Nachteil Englands ausgeschlagen ist. daß vielmehr der Export Englands und seiner Kolonien nach Deutschland gerade infolge der rapiden Industrialisierung Deutschlands einen ganz gewaltigen Aufschwung genommen hat. Ebenso haben wir wiederholt nachgewiesen, daß gerade Deutschlands fieberhafte Seerüstungen, die England zu einer kolossalen Steigerung auch seiner Marincausgabcn gezwungen haben und ihm überdies die ernstesten Besorgnisse um seinen Kolonialbesitz einflößen, schließlich jenen verhängnisvollen Zusammenstoß mit England heraufbeschwören müssen, den man doch gerade durch den Bau von Panzerschiffen vermeiden zu»vollen erklärt I Der Aberwitz der deutschen Weltpolitik sei jedoch heute noch von anderen Gesichtspunkten aus dargetan. Bekanntlich suchen unsere Flottenagitatoren die Arbeiterklasse auch dadurch zu ködern, daß sie ihnen die wirtschaftlichen Vorteile deö KriegSschiffSbaues in den lockendsten Farben schildern und ihnen von der deutschen Weltpolittk ein Zeitalter des gewalttgsten»virtschaftlichen Aufschwunges verheißen, das seine goldenen Segensströme auch über das Proletariat ergießen»verde. Der Bau der Panzerkähne, so predigen unsere Flotten- apostel, komme in erster Linie ja den Arbeitern selbst zu siatten. Nicht nur die Arbeiter der betreffenden Werften, sondern auch eine entsprechende Aahl von Arbeitern im Berg-, Hütten- und Panzerplattenbau fänden dadurch Arbeitsgelcgcn- hett. Als ob nicht mindestens dieselbe Zahl von Arbeitern Beschäfttgung fände, wenn die Proletarier, statt die Schiffs- baukosten in Gestalt von indirekten Steuern auf dem Altare der Panzerplattenpatrioten zu opfern, ihr sauer verdientes Geld für vernünftigere Zwecke verwendeten, fiir bessere Wohnungen, für eine kräftigere Er- u ä h r u n g usw. Die Logik der Flottcnfexe ist genau so halsbrecherisch, wie die der Militärschwärmer, die den Militarismus als eine Wohltat für das Proletariat preisen, »vcil er die Arbeitslosigkeit vermindere. Daß das arbeitende Volk eine halbe Million kräftiger junger Leute aus seiner Tasche ernähren muß, die am liebsten selbst für ihren Unter- halt sorgten— dafür soll es gar noch dem Militarismus danken! Als ob es da nicht viel gescheidter wäre, die Arbeits- losigkeit dadurch gleich mit Stumpf und Sttl auszurotten, daß man die ganze kapitalisttsche Mißivirtschast bescittgt, die ja zu ihrem Fuiittionicren einer ständigen Arniee von Arbeitslosen bedarf I Wie aber steht es mit dem goldenen Segen, mit dem nach den Versicherungen der Flotteuvercinler die künfttge»velt- Politische Aera die Arbeiter überschütten soll? Zunächst ist gar nicht abzusehen, welche Vorteile unsere Flottenvermchrung unserer Industrie und unserem Handel bringen soll. Der deutsche Welthandel ist groß geworden ohne Flotte, er hat den französischen überflügelt trotz der stärkeren Flotte Frankreichs, ja er ist dem englischen nahe gekommen trotz der unendlichen maritimen U eberlegen- h e i t Englands. Aber vielleicht rechnen unsere Weltpolittker mit einer ge»valtigen kolonialen Ausbreitung Deutsch- lands. oblvohl es völlig rätselhaft ist. wie wir zu solchen Kolonien kommen sollten, wenn wir sie nicht zuvor andern Kolonialmächten abnähmen! Doch sehen»vir einmal ganz davon ab. daß das wellpolitische Znknnftsgebäude v öl I i g in der Luft schwebt. Nehmen wir einmal an. daß Deutschland ein Kolonialreich werden und Weltpolitik treiben könne. Wäre das dann faktisch ein solcher Segen für daS deutsche Proletariat? Alle vernünftigen Menschen sind darüber einig, daß "chland durch feine bisherige Weltpolitik, durch die Pachtung "enplatzes in Ostasien, durch den Watderseefeldzug und das südwestafrikanische Abenteuer das Geld hundert millionenweise zum Fenster hinausgeworfen hat. Aber, so könnte man sagen, das sind ja nur die ersten, allerdings kostspieligen kolonialen Gehversuche; haben wir erst wirk liche,»vertvolle Kolonien, so wird das scheinbar der- spekulierte Geld schon seine Zinsen tragen. Wohlan, unter- suchen wir einmal die Weltpolitik der ersten Kolonial- macht, die Englands, auf ihren Segen für das Proletariat. Der Segen der englischen Kolonialpolitik resp. der zahl- losen Kolonialkriege findet in erster Linie feinen Ausdruck in der S ch u l d e n l a st Englands, die mehr als 15 Milliarden Mark beträgt, für deren Verzinsung jährlich 500 Millionen Mark erforderlich sind. Einen weiteren Segen der Kolonial- Politik sind die enormen Ausgaben für Heer und namentlich die Flotte, die jährlich über 1300 Millionen betragen. Rechnet man noch die anderiveittgen kolonialen Ausgaben hinzu, so erhalten»vir den rundenBetrag von 2000 Millionen Mark, den Englands Weltpolittk jährlich kostet! Und dieser Bettag»vird keines»vegs zur Hauptsache von der b e- sitzenden Klasse Englands aufgebracht. Trotz der beträcht- lichen ErbschaftS- und Einkommensteuer, die von der englischen Bourgeoisie gezahlt»vird, zieht England— unter Abrechnung des Kohlenausfuhrzolls— aus Zöllen und Verbrauchs- abgaben jährlich die Summe von 1350 Millionen Mark, einen Bettag, der zur Hauptsache von dem englischen Prole- tariat aufgebracht»verden muß. Und»vie sehr unter den kolossalen Lasten für Heer, Marine und Staatsschuld auch in England die 5lulturaufgaben leiden, geht daraus hervor, daß von den Staatsausgaben aus den eigentlichen Zivil- dienst, auf Staatsverivaltung, Bauvcrwaltung, Justizverwaltung, Polizeitvcscn, öffentlichen Unterricht, Kunst, Wissen- schaff, ausivärtige Angelegenheiten. Pensionen, Wohllätigkeits- ausgaben ustv. nur etwa 550 Millionen entfallen— gegenüber 2000 Millionen für die Welt- Politik! Soviel über die Passiva der Weltpolittk. Wie steht es um ihre Aktiven? Da ist in erster Linie die englische Ausfuhr zu nennen, die im Fahre 1904 8500 Millionen betrug. Er- »vägt man jedoch, daß Deutschland, das industriell viel siingere Land, es ohne Kolonien im Jahre 1904 auch bereits zu einer Ausfuhr von 5700 Millionen Mark gebracht hat (während Frankreichs Aussuhr trotz seiner ge »v altigen Kolonien nur 3700 Millionen betrug), so »vird man sehr bezweifeln müssen, ob die englischen Kolonien volkswirtschaftlich wirklich einen so gewalttgen Wert darstellen. Ferner betrug in England die Summe der Einkünfte aus den koloniale» und sonstigen auswärtigen Kapitalanlagen, soweit sie aus dem Ausiveis der Einkommensteuer hervorgehen, 1901/02 1276 Millionen Mark, was kapitalisiert also den Be- trag von 25 Milliarden Mark ausmachte(die Gesamtsumme des in den Kolonien und dem Auslande angelegten englischen Kapitals»vird auf 50 Milliarden berechnet). Daß ein Land aber auch ohne Kolonien gelvalttgc Massen Kapitals im Auslande anzulegen vennag, beweist wiederum Deutsch- l a n d, das nach der amtlichen Denkschrift über Deutschlands Secinteressen mindestens 9 Milliarden Mark in ausländischen Handels- und Jndustrieunternehmungen und weitere 16 Milliarden in ausländischen Staats- und Jndusttiepapieren angelegt hat! Man sieht, es geht auch ohne Kolonien, ohne Kriegsflotte! Auch wirft die Weltpolitik ztvar der be- sitzenden Klasse dcr� Kolonialmächte riesige Gewinne in den Schoß, aber der Segen der Weltpolitik für das Prole- tariat ist ein sehr problematischer. Oder ist etlva die Lebenslage des englischen Proletariats eine so beneidenswerte? Daß auch die englische Arbeiterschaft schwer durch indirekte Steuern belastet ist, haben»vir bereits gesehen. Auch hat gerade die Enttvickelung der letzten Jahre für die Löhne der englischen Arbeiter eine sinkende Tendenz gebracht, eine Tendenz, die auch in der Verschlechterimg der Lebens- haltung, speziell einer Verniinderung des Fleischkonsums, ihren Ausdruck fand. Und wenn die amtliche Marinedenkschrist schließlich selbst nachivcist, daß gerade England, die»velt- politische Macht par oxcellenco, im Jahre 1903 an produktiven Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung nur 23,02 M.— 31,83 Prozent der Gesamtausgaben auftvendete. dagegen 68,17 Prozent für die unproduktiven Ausgaben, für Militarismus, Marinismus und Schuldcnverzinsung, so daß selbst Oesterreich-Ungarn und Rußland von Staats»vegcn absolut und relativ nichr für Kulturaufgaben ausgaben, so muß das gerade für das deutsche Proletariat eine Mahnung sein, der deutschen Weltpolitik den denkbar energischsten Wider- stand entgegenzusetzen!_ Die Revolution in Rußland. Wahlergebnisse. Der erste Akt der Wahllomödie geht zur Neige. Die Wahlen von Bevollmächtigten, Wahtmännern usw. haben an vielen Orten stattgefunden und die vorliegenden Nachrichten gestatten einen ziemlich klaren lleberblick über ihren AuSgang. WaS die Arbeiterwahlen anbetrifft, so standen fie im Zeichen deS Boykotts der Duma, was auch dank dem Einflnb der Sozialdemokratie im Voraus zu erwarten war. Zu einer besonders gewaltigen und eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich der 18. März, der Tag. an dem die Wahlen stattfinden sollten, in Petersburg, dessen Proletariat sich durch hohes Klassenbewußtsein und außerordentliche revolutionäre Energie auszeichnet. Die über- wältigende Mehrheit der Arbeiter hat nicht gewählt; in den größten industriellen Unternehmungen, die Zehntausende von Arbeitern beschäftigen, so in den Alexandrolver, Franko-rnssischen, Newsky-Werken, in den Fabriken von Semjannikow, Pähl, Tillmans, den Eisenbahnwerfftätten und vielen anderen, fanden die Wahlen nicht statt 1 entweder kamen die Arbeiter gar nicht ins Wahllokal, oder die Berfammelten gingen wieder auseinander, nachdem ihnen einige Redner den wahren Charakter der Duma und die Notwendigkeit ihres Boykotts dargelegt hatten. Die Stimmung der Arbeiterschaft wird treffend in folgenden, in der Petersburger Zeitung» R a s ch a S ch i s n j" angeführten Worten eines Arbeiters charakterisiert: Wenn»vir eine gute Konstitution hätten, so würden sich viele Arbeiter finden, die gem ihre Interessen in der Duma vertteten hätten; aber diese Duma wird nur dazu einberufen, um der Regierung bei den Franzosen und Deutschen eld zu verschaffen, damit fie wieder im stände sei, Mtrailleusen und Kanonen zu kaufen, um uns niederzuschießen: wir bedanken uns für eine solche Duma'. Selbst die minder klar- blickenden Arbeiter wählten nicht, da fie aus früheren Erfahrungen wohl wissen, welches Schicksal ihre Vertreter er- wartet. Nur eine verschwindend kleine Zahl von Arbeitern, meist Anhänger der Administration, Alitglieder„patriotischer' Vereine oder einfach Spitzel haben sich an den Wahlen beteiligt; so haben sich von den 12000 Arbeitern des Putilowschen Werkes nur 500 bis 600 zur Wahl gestellt. Selbst die bürgerliche Presse kann sich einer gewissen, wenn auch nicht zugestandenen Bewunderung für das Petersburger Proletariat nicht erwehren. So schreibt die„Ruß': „Die Petersburger Arbeiter haben nicht gewählt; die Meinungen über den taktischen Wert dieses Vorgehens können geteilt sein, aber nichtsdestoweniger war der Einduck ein überwältigender. Unserer gesetzeSfeindlichen Regierung ist noch einmal, vor den Augen ganz Europas, klar und fest gesagt»vorden, daß sie kein Vertrauen verdient, sowie auch die von ihr aufgeführte Parlamentskomödie, die den Zweck hat. die Taschen der europäischen Bourgeoisie zu leeren. Ob dieses Spie? gelingt, bleibt noch dahingestellt; aber das Spiel mit den Petersburger Arbeitern ist nicht gelungen: mit der Freimütigkeit und Bündigkeit der arbeitenden Klassen haben sie geantwortet:„Nein, diesen Gewaltiäteni, Lügnern und Dieben glauben»vir nicht ein Jota, wir wollen von der Duma nichts wissen.' Und zur Belehrung Europas ließen sie die Wahlen vom 18. März durchfallen.' Viele Nachrichten aus der Provinz fehlen noch, aber was vor- liegt, spricht dieselbe deutliche Sprache: die Arbeiter wählen nicht. Warschau, 28. März. Heute findet hier die Wahl der Wahl- männer zur Reichsduma für die Fabrikarbeiierklasie statt. Die überwiegende Mehrzahl der Fabrikarbeiter will sich der Wahl enthalten, da von der Sozialdemokratie zum Wahlboykott auf- gefordert worden ist. Fast bei allen Fabriken find Militärposten ausgestellt. Die Spitzel-Duma. Petersburg, 28. März. Die Zuschauerplätze in der Reichs« d 11 m a werden von 100 auf 48 reduziert und die Plätze für die Geheimpolizei von 18 auf 30 erhöht.— Die Moskauer Arbeiter- Versammlungen lehnten überwiegend den Generalstreik im Hinblick auf das bevorstehende Osterfest ab. Seitens der Administration werden die Maßregeln, um einem Generalstreik vorzubeugen, fort- gesetzt. Rückkehr von der Sttafexpedittou. Rcschitza(Gouvernement MnSk), 27. März.(Meldung de» ..Petersburger Telegraphen- Agentur'.) DaS unter dem Befehl des Obersten Wolkow stehende Truppeukommando, welches sich zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung etwa drei Monate hin- durch in dem Distrikt aufgehalten hat und zehn Kreise durchzogen hat, ist heute hierher zurückgekehrt. Es hat gegen 300 Personen festgenommen, die sich Plünderungen oder Diebstähle, insbesondere Pferdediebstähle, haben zuschulden kommen lassen, oder die an den Unruhen der Bauern oder der Revolutionäre teilgenommei» haben. politifcbe QebciTicbt. Berlin, den 28. März. Wahlprüfungen und— Mariuefreuden der Werftarbeiter. Vierzehn Wahlprüfungen beschäftigten heute den Reichstag. Aber nur einige davon gaben Anlaß zu einem sich ziemlich lebhaft gestaltenden Kampfe um die Mandate. Zuerst griff Genosse Geyer den Beschluß der Wahl- Prüfungskommission über die Wahl des Abgeordneten Zimmer- mann im 20. sächsischen Wahlkreise(Zschopau-Maricnbcrg) an, der auf Gültigkeit lautete. Geyer konstatterte, daß die Wahl Zimmermanns nur durch die systematisch bc- triebene Ungesetzlichkeit zu stände gekommen ist. daß nach einer Erklärung des?lmtshauptmanns v. Oer, die von den Gemeinde- und Wahlvorständen als Justrnktton aufgefaßt»vorden ist, Wähler, die den Wohnort gelvechsclt hatten, nicht»vählen durften, obgleich sie in den Wählerlisten, die seit der Hauptwahl im Jahre 1903 noch Gülttgkcit hatten. eingeschrieben»varen. Ohne diese Zurückweisung vieler Wähler »värc der sozialdemokratische Kandidat Pinkau, dem nach der Berechnung der Koimnission nur sieben Sttmmen zur absoluten Mehrheit fehlten, sofort in der Haupttvahl gewählt »vorden. In der lebhaften Debatte wurde bon den Genossen Singer und Fischer diese Ungesetzlichkeit gebührend kritisiert aegen die Eimvände der Abgeordneten Well st ein. Suco§ und B r u h n. Schließlich wurde ein Antrag Gröbers angenommen, der die Wahl an die Prüflings- kommission zurückweist und der Kommission die Aufgabe stellt, die Frage der Wählerlisten nach der monierten Seite rechtlich zu erörtern. 1' ..Bezüglich der Wahl des Abgeordneten Raab im Wahl- Mise Schmalkalden-Eschwege beließ eS das Haus bei dem �.eichluß der Konimission, Beweiserhebungen über die seitens des sozialdemokratischen Kandidaten angeblich bezogene Armen- Unterstützung anzustellen. � o Ate Wahl Bassermanns im Wahlkreise Frankfurt- Lebus wurde für gültig erklärt, obgleich Genosse Fischer- -Jerlm die Wahlbeeinflussung des Reichskanzlers durch eine im preußischen Herreuhause für Bassennann gehaltene Rede in Parallele stellte mit der Rede des altenburgischen Ministers an t*6™ körff ün Wahlkreise Altenburg, Grund deren die Wahl Buchivalds für ungültig erklärt worden war. Wenn et gegen sozialdemokratische Mandate vorzugehen gilt, ist die Mehrheit des Hauses nichts weniger als skrupulös, aber Staatsstützen, wie Bassermaun. erhält sich das hohe Haus. wenn auch ihr Mandat durch Ungesetzlichkeiten ergattert worden ist. Fhn gebraucht die nationalliberale Partei, wie Genosse Fischer sagte, wie das liebe Brot. Also Macht statt Recht. Die namentliche Abstimmung über den Antrag Ablaß zum Flottengesetz— Reichsvermögenssteuer betreffend— die gestern die Beschlußunfähigkeit des Hauses aufdeckte, ergab heute die Anwesenheit von 212 Abgeordneten, von denen 142 den Antrag, also die Heranziehung der Be- sitzenden zu den Kosten für die Flotte ab- lehnten. Dann wurde die Beratung über den Etat der Mgrine- Verwaltung fortgesetzt. Sehr bemerkenswert war dabei eine Rede des Genossen L e g i e n, der die Mißstände in den kaiserlichen Wersten einer sehr ernsten Erörterung unterwarf. Die Bestimmungen für den Arbciterausschuß der Werft sind der- art, daß der Arbeiterausschuß bedeutungslos gemacht wird und demgemäß auch nicht in der Lage ist, ein entsprechendes Gewicht gegen bestehende Mißstände in die Wagschale zu werfen. Diese Herabsetzung des Arbeiterausschusscs gibt der Werft- Verwaltung völlig freie Hand und enthebt sie des Eingehens auf die Wünsche der Arbeiter, die im Notfalle dann zu den äußersten Mitteln greifen müssen, um Abhülfe zu erlangen. Der Abgeordnete Giesberts(Z.) besprach die Arbeiter- Verhältnisse bei Krupp, die mit Rücksicht darauf, daß die Firma riesige Staatsaufträge erhalte, bessere sein müßten. Auch Herr Spahn, der Unermüdliche, wollte sich ein Gotteslohn um die Arbeiter verdienen; sein neuer Wohnsitz Kiel hat ihn zur Agitation unter den Werftarbeitern verleitet, und da hat er denn in Erfahrung gebracht, daß wirklich die Arbeiter viele Wünsche haben, von denen er einige der Marine- Verwaltung sanft, so sanft als möglich ans Herz legte. Wie der Staatssekretär v. T i r p i tz die Wünsche der Ar- beiter behandelt, das bewies der Ausspruch in seiner Er- widerung, daß die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit für die Werftarbeiter eine außerordentlich schwierige Frage sei und daß die Werftverwaltung unberufene Einmischung von außen zurückweise. Die schneidige Rücksichtslosigkeit gegen die Interessen der Arbeiter wurde vom Genossen Legten gebührend zurück- gewiesen, der es als einfache Austandspflicht bezeichnete, die Arbeiter nicht als Kulis zu betrachten; die Arbeiter würden sich als solche nicht behandeln lassen. Darauf wird das HauS vertagt. Donnerstag: Notgesetz zum Etat; Etat der Marine; Reichskolonialamt._ Parforcejagden im preußischen Landtage. Am Mittwoch fühlten sich die edlen und erlauchten Herren beider Häuser des Landtages in ihren, ureigensten Element; sie hatten sich zusammengefunden zu lustiger Jagd, die Herren der Ersten Kammer zur Jagd auf die Sozialdemotraiie, die von der Zweiten Kammer zur Jagd auf die Polen. Um es vorweg zu nehmen— Beute haben sie beide nicht gemacht. Anlaß zu der Pole.nhetze im Abgeordnetenhause gab die Beratung der Denkschrift über die Ausführung des Ansiedelungs- gesetzes in Westpreußen und Posen, jenes Ausnahmegesetzes gegen unsere polnischen Mitbürger, das— wie alle Ausnahmegesetze— so ziemlich das Gegenteil von dem erzeugt hat, was damit beabsichtigt toar. An diesem Fiasko werden auch die schönen Reden nichts ändern, die in der Debatte vom Regierungstisch aus und von den„nationalen" Parteien gehalten sind. Die preußische Regierung befindet sich nun einmal auf abschüssigein Wege. Schade nur, daß die preußischen Steuerzahler es sind, die für die Sünden der gesetzgebenden Körper- schaften büßen müssen I Eine Interpellation an die Regierung wegen der Hochwasser- schäden im Kreise Heydckrug gelangte nicht zur Besprechung, da sie nicht die erfordcrlilüe Unterstützung(50 Stimmen) erhielt II— Im Herrenhause bewegte sich die Generaldebatte zum Etat im„Geiste" des von uns gestern besprochenen Köimnissionsberichtes. Klagen über die angeblich zu hohe Belastung der Besitzenden, ins- besondere der ostelbischcn Junker, wechseilen ab mit Porschlägen, wie man das Volk weiter brandschatzen und unterdrücken könne, und mit Angriffen auf die Regierung, die noch immer kein neues Sozialisten- gescv einbringen will und durch ihre Zustimmung zur Reichs- erbschaftssteuer die Reichsverdrosscnheit vergrößert haben soll. Ins- besondere waren es wieder die Herren Gras Mirbach und v. Burgsdorff, die sich als Rufer im Streit hervortaten. Graf Mirbach erblickt in der Zustimmung zur Reichserbschaftssteuer eine Verbeugung der Regierung vor den Irrlehren des Radikalismus; er wünscht eine planmäßige„Aufklärung" des Voltes über die Bc- dcutung der indirekten Steuern, die nach seiner Meinung eine wahre Wohltat für die Massen sind. Der edle Herr sieht wehmütig den Zusammenschluß aller bürgerlichen Elemente, den die Regierung so oft gepredigt hat, als gescheitert an.— «schärferes Geschütz fuhr Herr v. Burgsdorff auf, der sich nach Art antisemitischer Groschen redner in allerhand unverdauter Phrasen über die Sozialdemokratie erging und die Staatsanwälte und Richter aufforderte, die Gesetze noch schärfer als bisher anzu- tvenden. Es lohnt sich nicht, auf das Gelväsch dieses jungen Mannes einzugehen, der von dem Wesen des Sozialismus auch nicht die geringste Ahnung hat und den man beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Daß er gleichfalls nach einem neuen Ausnahmegesetz lechzt, das versteht sich von selbst. Mit einem Appell des Finanzministcrs Frhrn. v. Rhein- b a b e n und des Herzogs v. T r a ch e n b e r g an die bürgerlichen Parteien zum Zusammenschluß gegen die Sozialdemokratie schloß die Generaldebatte, und die Herren wandten sich den Einzeletats zu. deren Beratuno am Donnerstag fortzusetzen sie gütigst geruhen wollen._ Nochmals Herr Oberst Deimling. Da uns heute das amtliche Stenogramm des Angriffs des Herrn Oberst Deimling gegen den„Vorwärts" vorliegt, sich also genau feststellen läßt, was dieser Herr gesagt hat, halten wir es für unsere Pflicht, noch einiges zur Charakterisierung dieses von den bürgerlichen Parteien gefeierten kolonialen und militärischen „Sachverständigen" nachzutragen, zumal dieser Herr vermutlich noch nicht am Ende seiner politischen Laufbahn steht- Zunächst müssen wir konstatieren, daß wir dem Herrn Obersten in keiner Weise unrecht taten, als wir ihn der illoyalsten Unterstellungen und Verdrehungen unserer tatsäch- lichen Ausführungen bezichtigten.' Auch nach der stenographischen und von ihm selbst kontrollierten Wiedergabe seiner Rede erklärte der Herr Obersts daß unser Artikel die„Erfolge der beut- scheu Schutztruppen herabzusetzen sich bemüht" habe, daß er deren Leistung„herabzusetzen und zu v e r- dunkeln" versuche. Ferner behauptete Oberst Deimling, in unserem Artikel sei ausgeführt worden:„Der Befehl des Admirals Seymour, damals in China:„Dbe Germans to tbe front" sei reiner Schwinde l." Zum Beweise dafür, welche Unwahrheiten Oberst Deimling damals im Reichstag vor- brachte, seien die folgenden Stellen aus unserem Artikel wieder- gegeben: „Daß sich die deutschen Truppen sowohl in O st a s i e n als auch in Südwestasrika taps er geschlagen haben, daß sie die schwersten Strapazen unverzagt er- trugen, soll von uns zu allerletzt bestritten werden...." „An die deutschen Mannschaften... erfolgte allerdings mehrfach der Befehl SeymourS: Tbe Germans to tbe front." „Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß die Deutschen bei der Seymour-Expedition nicht vollauf ihre Schul- digkeit getan hätten; wir wollten nur endlich einmal die abgeschmackte Legende zerstören, als ob sie mehr geleistet hätten als die Truppen der anderen Mächte...." Diese Zitate beweisen, mit welch negativer Wahrheitsliebe oder zum mindesten mit welch beispielloser Fahrlässigkeit der Rc» gierungsvertreter den Inhalt unseres Artikels wiedergegeben hatl Ob der Herr Oberst seine unwahren Behauptungen an der- selben Stelle zurücknehmen wird, an der sie erhoben wurden? Wir wollen es abwarten— trotzdem uns der Meister des Herrn Deimling, Fürst Bülow, durch ungenierte Wieder- holung gleich unwahrer Behauptungen nicht gerade optimistisch ge- stimmt hat. Soviel über Deimlings polemische Sitten. Leider steht es um den militärischen Sachverständigen Deimling um kein Haar besser. In dieser Eigenschaft leistete sich der Herr Oberst folgende Ansicht: „Meine Herren, das Studium des Burenkriegcs nach wirk- lichen geschichtlichen Quellen ergibt auf der anderen Seite aber als unbestrittene Tatsache, daß die Kricgsführung der Buren lediglich eine starre Defensive war und daß sie deren nötige Offensive in der Ausnutzung der Erfolge ermangelten. Hierin ist die eigentliche Ursache zu sehen, warum die ersten Siege bei Colcnfo, Magers- sontcin und Strom beck(der Herr Oberst wollte sagen: Stormberg) keine entscheidende Wirkung auf den Aus- gang des Krieges gehabt haben." Diese Auslassungen verraten eine geradezu ungeheuerliche Verkennung der wirklichen Sachlage! Tatsache ist, daß die Buren den Krieg Ende November 1899 mit einer gewaltigen Offensive begannen, die ihnen die Siege um Ladysmith brachte, dann aber zum Stocken kommen mußte, da es 15 000 Engländern gelang, sich bei Ladysmith zu verschanzen. Ein weiterer Vorstoß mit allen Truppen gegen Port Durban— dem Landungsplatz der bereits seit dem 7. N o- v e m b e r eintreffenden englischen Verstärkungen— hätte die Buren zwischen zwei Feuer gebracht. Außerdem wäre es sehr fraglich gewesen, ob dieser Vorstoß die Ausschiffung der Engländer hätte verhindern können. Zudem waren die Buren auf dem öst- lichen Kriegsschauplatz bei Ladysmith höchstens 30 000 Mann stark, so daß sich schon im Dezember die Engländer in der U e b e r- zahl befanden. Einen Teil ihrer Truppen hatten die Buren nach dem westlichen Kriegsschauplatz werfen müssen, wo in M a f e k i n g und Kimberley 3000 Engländer standen, die noch durch 5000 Mann Bürgerwehr verstärkt wurden. Auch war zur Verstärkung dieser englischen Truppen bereit? Ende November Lord Methuen mit 10 000 Mann herangerückt, während vom Süden her 7 bis 3000 Engländer den Oranjefreistaat bedrohten. Die Buren hatten also sowohl im Osten als auch im Westen(Kimberley liegt 500 Kilometer westlich von Ladysmith) und Süden(400 Kilometer südwestlich von Ladysmith) alle Hände voll mit ihrer Verteidigung zu tunk Nun „siegten" allerdings die Buren auf allen diesen Kriegsschauplätzen, bei Colenso im Osten, bei Magerfontein im Westen und bei Storm- berg im Süden. Aber diese Siege waren absolut keine ent- scheidenden, weil sich überall die Engländer auch nach der Niederlage noch in der bedeutenden Ueberzahl befanden und ihre Aktionsfähigkeit keineswegs eingebüßt hatten. Wie unter solchen Umständen die Buren durch eine Offen- sive ihre Erfolge besser hätten ausnützen können, ist für jeden einsichtigen Menschen vollständig rätselhaft. Die Aeutzerungen des Herrn Deimling sind eben nur daraus zu erklären, daß er von all diesen Tatsachen keinen blassen Schimmer hatl Und solche Leute spreizen sich dann als militärische Sachver- ständige und ernten für ihr blamables Gerede den frenetischen Beifall der bürgerlichen Parteien!— •.• Deutrehes Reich. Die Steigerung der RcichSeinnahmen. Die Einnahmen des Deutschen Reiches aus den Zöllen, Wer- brauchS- und Stempelsteuern befinden sich im Stadium eines schnellen Ausstiegs. Räch dem.Zentralblatt für das Deutsche Reich" sind in der Zeit vom 1. April 1905 bis zum Schlüsse des Monats Februar 1906, also in den ersten elf Monaten des lausenden EtatsjahreS folgende Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern(einschließlich der gestundeten Beträge) zur Anschreibung gelangt: Zölle 591 622 737 M.(gegen den gleichen Zeitraum des Vor- jahres-j- 110 271 054 M). Tabaksteuer 11 287 361 M.(+ 1 251 621 Mark). Zuckersteuer 117 933 388 M.(+ 286 422 M), Salzsteuer 49 845 595 M.(+ 2067 769 M), Maischboltichsteuer 16 839 539 M, (+ 5 353 089 M.), Branutweiiiverbrauchsabgabe und Zuschlag 104 097 351 M.(+ 6 048 812 M.). Bremisieuer 1 550 766 M. (+ 1 657 019 M.). Schaümweinsteuer 4 961 555 M.(+ 468 207 M). Brausteuer 29 740 880 M.(+ 1 265 131 M.), Uebergangsabgabe von Bier 3 285 541 M.<+ 34 976 M.). Demnach stellt sich die Gesamtsumme der zur Ab- schreibung gelangten Zölle und Verbrauchsabgaben auf nicht weniger als 931 164 719 M., 116,6 Millionen Mark m e h r als in den ersten elf Monaten des EtaisjahreS 1904/05. Ebenso weisen die Erträge der Reichsstempelstenern eine be- trächtliche Steigerung auf. Zur Anschreibung gelangten folgende Einnahmen: Stempelsteuer für: a) Wertpapiere 27807696 M.(+ 7991589 Mark), b) Kaust und sonstige Anschaffungsgeschäfte 19126088 M. (+ 3 398 500 M.) o) Lose zu: Privatlotterien 4 699 524 M. <+ 360 628 M.). Staatslonerien 24 768 544 M.(— 2 064 927 M). d) Schifssirachtnrkiinden 889 932 M.(84 646 M.s, Spielkartenstempel 1052634 M.(+ 96376 M). Wechselstempelsteuer 13320404 Mark(+ 1 380 062 Mark), Post- und Telegraphenverwaltung 476 817 901 M.(+ 34 259 174 M.j, Reichseiseubahiiverwallung 98 942000 M.(+ 7505000 M.J Die ait die Reichskasse gelangte Jsteinnahme aus diesen Steuern, abzüglich der Ausfuhrvergütungen usw. und der Ver- wnltungskosten. beläuft sich bei den nachbenannten Einnahmen auf: Zölle.. 545 470 881 M., mehr als im Vorjahr 93 592 497 M Tabaksteuer 11332 524„„„„„ 1058 051„ Salzstcuer 47 666 371„»„„» 1249 954„ Maischbottichsteuer. 12192 027.„„„ 3 710 243„ Branntweinsteuer. 86 036150„ ,.„„ 11 558 544„ Brennst euer 1 550 766„,„„„ 1657 019„ Schaümweinsteuer. 4 361 876, o* n" 31' 136, Brausteuer u. UebergangS- abgaben 28 058 063„„„„* 1 103 062„ Zuckersteuer 103 258 206„ weniger als im Vorjahr 13 313 313„ Insgesamt stellt sich demnach die Jsteinnahme aus den Zöllen und Verbrauchssteuern um beinahe 83 Millionen Mark höher, als in den ersten elf Monaten des vorigen EtatsjahreS; und in den nächsten Jahren ist auf eine noch weitere Steigerung der Zollerträge zu rechnen, da bekanntlich am 1. März d. I. die neuen Handels- Verträge und der neue Zolltarif in Kraft getreten sind. Die Mehr- einnahmen aus den Zollerhöhnngen werden(nach Abzug der Rück- stellungen für die Witwen- und Waisenversicherung) vom Reichsschatz- amt zwar nur auf ca. 25 Millionen Mark geschätzt, doch dürste sich bald herausstellen, daß in bezug auf diese Schätzung das Reich-- schatzamt eine ganz ungewöhnliche Bescheidenheit bekundet hat. Demnach müßten die Reichsfinanzen sich eigentlich im besten Zustande befinden; doch schneller wie alle Einnahmen steigen bekannt- lich die Ausgaben für Heer, Flotte und unsere prächtigen Kolonien in den afrikanischen Sandwüsten.— ReichsvermSgenssteuer. Der Antrag A b l a ß. die Kosten der neuen Flottenvermehrungs- Projekte durch eine Reichsvernlögensstcuer zu decken, ist heute im Reichstage mit 142 gegen 67 Stimmen abgelehnt worden; ein Er- folg, der nach der gestrigen Erklärung des Ministers v. Rheinbabcn vorauszusehen war. Gegen den Antrag stimmten die Konservativen, das Zentrum und die Nationalliberalen: dafür unsere Partei, die Freisinnige Vereinigung und die Freisinnige Volkspartei. Der An- trag Ablaß ist außerordentlich bescheiden. Die Steuer sollte erst bei einem völlig schuldenfreien Vermögen von 100 000 M. beginnen und nur% M. pro Mille betragen, bis zum Vermögensbctrage von 1 Million Mark; bei Vermögen, die über diesen Betrag hinaus reichen, sollte die Steuer für jeden weiteren angefangenen Betrag von 20 000 M. um 20 Di. steigen. Demnach würde die Steuer sich für ein schuldenfreies Vermögen von 100 000 M. nur auf jährlich 50 M., für ein Vermögen von 200 000 M. auf 100 M., für eine halbe Million Mark auf 230 M.. für eine volle Million auf 500 M. stellen. Ein recht mäßiger Steuerbetrag. Die preußische Ver- mögenssteuer, die den schönen Namen„Ergänzungssteuer" führt, be- ginnt bekanntlich schon bei einem Vermögen von 0000 M., Ter Ertrag, den der Vorschlag der Freisinnigen Volkspartei bringen würde, läßt sich nicht genau berechnen. Nach einer von der „Freien Deutschen Presse" aufgestellten Berechnung würde sich der Ertrag für Preußen auf 40, für Deutschland also auf ungefähr 60 Millionen Mark stellen. Doch selbst diese Beisteuer erscheint den Welt- und Flotten» Politikern viel zu hoch. Wohl wünschen sie einen weiteren Ausbau der Flotte, eine Ausdehnung des Kolonialbesitzes, doch die Kosten für die ihren Zwecken dienende Politik überlassen sie großmütig, wie sie sind, der breiten arbeitenden Masse. Das ist die vielgerühmtc Aufopferung der Besitzenden!—_ Den russischen Schergen entrissen! In Beuthen(Oberschlesien) verhastete die Polizei vor etwa drei Wochen drei politische Flüchtlinge aus Warschau, junge, intelli- gente Handwerker, die nur mit größter Mühe den russischen Zaren- scherzen entgangen waren, um nun durch die preußische Polizei aufs neue jenen ausgeliefert zu werden. Denn die Verhafteten hatten allerdings ordnungsgemäße Legitimationspapiere, aber sie ivaren fast ganz mittellos— ein Beuthener Gastwirt hatte sie ganz grund- los als Zechpreller der Polizei überliefert— und nach dem famosen gegenseitigen Abkommen zwischen der Regierung Väterchens und der preußischen Regierung mutzten diese Unglücklichen nun an die Grcnzkosaken in Sosnowice ausgeliefert werden. Die Armen waren schon dem sog..Auswechselungskommissar" in Kattowitz übergeben und harrten im dortigen Polizcigefängnis der grausamen Prozedur. Fast im letzten Augenblick gelang es ihnen jedoch, einen„Kassiber" aus dem Gefängnis hinaus gehen zu lassen, der durch einen glück- lichen Zufall in die Hände von«attowitzer Parteigenossen kam. Dem erschütternden Hülferuf« folgten diese sofort, indem sie in dringlichem Telegramm Genossen Dr. Karl Liebknecht in Berlin zur Einlegung einer Beschwerde gegen die Auslieferung der Drei beim Minister des Jmiern veranlaßten. Unmittelbar vor der Auslieferung wies der Minister denn auch die Äattowitzer Behörde an. mit der Aus- licfcrung bis zur Erledigung der Beschwerde durch den Regierungspräsidenten zu warten. Polle zwei WmHen mußten die Flüchtlinge dann allerdings noch in einem oberschlesischen Polizeigefängnis zubringen, in quälender Ungewißheit ob ihres ferneren Schicksals, bis am ver- gangenen Montag endlich der Bescheid des Regierungspräsidenten eintraf. Die Ausweisung blieb nach diesem Bescheide aufrecht er- halten, doch sollte dieselbe nicht über die russische Grenz«, sondern über irgend eine andere ausgeführt werden— merkwürdigerweise jedoch nicht über die österreichische— wenn die Auszuweisenden die notwendigen Reisemittel aufzuweisen in der Lage seien. An diesen Mitteln fehlte es den Flüchtlingen natürlich nicht, und so konnten sie am Dienstag früh die Reise über Breslau, Halle, Frankfurt a. M. nach Zürich antreten. Eine Petition gegen die Prügelstrafe in den Schulen kam am Montag in der Zweiten Kammer des säckisischen Landtages durch das Eingreifen des Genossen G o l d st e i n, der die von den Bürgerlichen beabsichtigte kurze Ablvürgnng verhinderte, zu ein- gehenderer Besprechung. Goldstein kritisierte in scharfer Weise an der Hand mehrerer Beispiele, daß noch in wahrhaft unverantwort- licher Weise in den Volksschulen geprügelt werde, während für die höheren Schulen dieses barbarische DiSziplinarmittel längst beseitigt ist. In einer zweiten Rede beleuchtete er die sozialen Ursachen der Prügelpädagogik, die srüvzeitige Aus- beulnng der Kinder in gewerblicher Arbeit, die Ucberfüllung der Klassen und die Ueberbürduug der Lehrer. Der neue Kuttusmmister v. Scijlicbcn verteidigte kräftig die Bakelulräger; die ungleiche Be- Handlung der Schüler der Volksschulen und der höheren Schulen wollte er damit rechtiertigen, daß in den Volksschulen das äußerste Straf- mittel als AuSichluß vom Unterricht fehle. Immerhin konnte er nicht umhin, zuzugestehen, daß die besten Lehrer aus das Prügeln verzichten, was Genosse Goldstein natürlich sofort annagelte, und daß die Schulärzte häufig Störrigkeit von Kindern aus gesundheitliche Störungen zurückgeführt hätten. Die bürgerlichen Parteien mit AiiSnahine der Freisinnigen hatten natürlich am Prügeln in der Volksschule nicht auszusetzen und ließen die Petition auf sich benihen. Die Debatte wird indes im Lande nicht ganz ohne Wirkun- bleiben.— Hueland. Frankreich. Das Unglück von Courrieres. Me Untersuchung über die Ursachen der Katastrophe hat schon wieder ein neues belastendes Moment für die Gesellschaft zutage gefördert. Besondere Nachlässigkeiten haben die durch die allgemeinen Mißstände gegebene Unfallgefahr noch erhöht. Nach den Aussagen eines in dem untersten Teil des Schachtes III beschäftigten Arbeiters soll das Feuer nicht, wie man bis jetzt gesagt hat, in einem Kohlen- Haufen entstanden, sondern in einem noch nicht ausgebeuteten Stollen, in dem man außer Gebrauch befindliche Holzteile gelagert hatte, an- statt diese herauszuschaffen. Der Arbeiter versichert, daß sich zur Zeit des Ausbrüchs des Feuers etwa 80 Sters Holz in dem Stollen befunden hätten. Nach Meinung des Experten hat die Unvorsichtig- Zeit eines Schleppers, der dort beschäftigt war, den direkten Anstoß zu der 5tatastrophe gegeben.— Unterm 28. März wird weiter aus Lens gemeldet: Die Familien der Opfer von Courrieres haben den Delegierten Simon nach Paris gesandt, mit der Mission, den Anwalt Eremieux zu beauftragen, ihre Interessen zu vertreten. Die Hinterbliebenen werden sämtlich einen Prozeß gegen die Grubengesellschasr anstrengen, da sie behaupten, daß die Gruben- gesellschaft das Unglück verschuldet habe, weil die nötigen Sicherhcits- maßregeln nicht vorhanden waren. Es wird erwartet, daß die Ge- sellschaft verurteilt wird, den Hinterbliebenen eine lebenslängliche Rente enisprschcnd den Löhnen der Verunglückten auszuzahlen. Beim eschacht III kam es in der Nacht zum Mittwoch zwischen Gendarmen und Dragonern einerseits und Ausständigen anderer- seits zu Zusammenstößen, die jedoch unblutig verliefen. Der Aus- stand nimmt in solchem Matze ab, daß die Frage aufgeworfen wird, ob die Arbeiter, welche die Arbeit wieder aufgenommen haben, sich an der Abstimmung beteiligen. Sollte dies nicht der Fall sein, so wäre es möglich, daß die Minderheit den Ausstand proklamierte. In diesem Falle würde der Beschluß der Grubenarbeiter dem Kon- grcß zur definitiven Erledigung vorzulegen sein. England. Ein englisch-türkischer Konflikt. London, 26. März.(Eig. Bcr.) Auf der Sinaihalbinsel droht ein Grenzkonflikt zwischen Eng- land und der Türkei. Die Ursache des Konfliktes ist folgende: Vor einigen Wochen besetzten die Türken Tabah— einen kleinen Ort am Golf von Akabah und etwas westlich von der Stadt Akabah(an der östlichen Spitze des Roten Meeres). Die britische Regierung protestierte im Namen Aegyptens gegen diese Besitzergreifung, da sie Tabah— wie überhaupt die ganze Sinaihalbinsel— als zu Aegypten gehörig betrachtet. Wer der Sultan baut dort Eisenbahnen und will Akabah zur Endstation machen, von lvo aus türkische Dampfer Pilger und Reisende nach den an der Ostküste des Roten Meeres liegenden Städten führen sollen. Daraufhin erklärte die britische Regierung, daß die Sinaihalbinsel schon seit 65 Jahren zu Aegypten gehört, was auch von, Sultan im Jahre 18V2 an- erkannt wurde. Dann aber kann England keiner fremden Macht gestatten, die beiden Häfen von Akabah und Tabah zu besetzen, da dies für den Suezkanal in Zeiten des Krieges gefährlich werden könnte! England ist schließlich bereit, Akabah den Türken zu über- lassen, aber Tabah, das westlich davon liegt und deshalb für den Suezkanal und Aegypten strategisch wichtiger ist, muß ägyptisch bleiben. Vorläufig null der Sultan nicht nachgeben, und England verlangt, daß eine Kommission ernannt wird, um die Grenze zwischen der Türkei und Aegvpten auf der Sinaihalbinsel abzustecken.— Die Verfassung für Transvaal. London, 24. März 1966.(Eig. Ber.) Die Regierung ernannte eine aus vier Mitgliedern bestehende Kommission, die sich nach Südafrika einschiffen wird, um Material über einige strittige konstitutionelle Fragen zu sammeln. In seinem Schreiben an den Vorsitzenden der Kommission sagt der Kolonial- minister Lord Elgin:„Der Zweck der Kommission ist, die Regierung zu informieren über die Wirkung, die die Anwendung gewisser Grundsätze in Transvaal hervorrufen wird, insofern die Zahl, die Verteilung und die sozialen Verhältnisse der Bevölkerung in Betracht kommen."— Es wird die Pflicht der Kommission sein: 1. Zu unter- suchen und zu berichten über die Wirkung verschiedener Wahlrechtsformen auf den Witwatersrand- Distrikt, aus die Städte außerhalb dieses Distrikts, schließlich auf die ländlichen Bezirke, die insgesamt in 66 Wahlkreise eingeteilt werden sollen. 2. Ueber die Größe des Unterschiedes der Wahlberechtigten- Ziffer bei allgemeinem Männer- Wahlrecht und bei niedrigem Zensuswahlrecht. 3. Ueber die Ab- grenzung der neuen Wahlkreise, insofern sie mit der Abgrenzung beider vorhandener Verwaltungseinheiten zusammenfällt oder nicht. dann insofern Gemeinschaft oder Gegensatz der Interessen, Verkehrs- mittel, physikalisch« Bedingungen in Betracht koinmen. 4. Ueber die Zuverlässigkeit, der Volkszählung von 1904 in bezug auf die neue Verfassung. 5. Abzuschätzen,'inwieweit die aus diese Weise ge- wonnenen Resultate auch auf die Oranjekolonie Geltung haben könnten. Lord Elgin erklärt, daß eS der Regierung unmöglich war. die neue Verfassung für die beiden südafrikanischen Gemeinwesen fertigzustellen, ohne sich vorher über die genannten Punkte klar zu sein. Es handelt sich offenbar um drei Punkte: 1. Sollen die Wahl- kreise nach der Bevölkerungszahl oder nach der Wahlberechtigtenzahl abgegrenzt werden? 2. Soll das Wahlrecht auf alle erwachsenen Männer ausgedehnt werden oder soll ein niedriger Zensus zur Geltung kommen? 3. Wie wird die gleichzeitige Einführung von demokratischen Verfassungen in Transvaal und in der Oranjekolonie auf Südafrika wirken? Nach Telegranunen aus Südaftika find die Buren mit der Er- ncnnung der Kommission sehr zufrieden.— Dänemark. Den russischen Henkern überliefert. In Aarhus wurde am Mittwoch voriger Woche ein armer russischer Deserteur wegen Mittellosigkeit nach seinem Heimatlandc ausgewiesen. Unsere Parteigenossen in Kopenhagen hatten Mit- tcilung davon crkmlten, und als er nun hier aufs Schiff gebracht Ivurde, erklärten sie sich bereit, ihn mit dem nötigen Gelde zu ver- sorgen, damit er reisen könnte, wohin er wollte. Aber es half nichts. Der Mann wurde an Bord gebrackst. Er stürzte sich ins Wasser, um lieber den Tod in den Wellen zu suchen, als den russischen Bütteln überantwortet zu werden. Er wurde aber aufgefischt und auf dem Schiffe gefangen gesetzt. Es handelt sich hier um einen ehrlichen Arbeiter, der von Ruß- land nach Kopenhagen gekommen war, von Landsleuten unterstützt wurde, aber keine Arbeit finden konnte und deswegen nach Aarhus reiste, wo ihn das traurige Schicksal ereilte, von der im Russendienst gewandten Polizei seinen Henkern übersandt zu werden. Im Gcmeind:rate von Aarhus haben unsere Genossen scharfen Protest gegen das Verhalten der Polizei erhoben. Tic Debatte darüber tpurd? jedoch vertagt, da der Polizeimeister nickt anwesend war.—___ Hus der Partei. Em Gedenktag ist heute für das klassenbewußte Proletariat. Am 29. März 1826 wurde zu Gießen Wilhelm Liebknecht geboren. 80 Jahre würde er heute sein, wenn er noch unter uns Lebenden weilte. Es ist uns nicht vergönnt gewesen. Sechs Jahre schon wölbt sich der Hügel über dem Sarge unseres Mten. Was Wilhelm Liebknecht der Arbeiterbewegung gewesen, da? sieht in ehernen Lettern verzeichnet auf den Tafeln ihrer Geichichte und in den Herzen der Genossen. Er war der unermüdlichste Kämpfer der Partei von ihren kleinsten Anfängen bis zu stolzer Höhe, der weitblickende Leiter ihrer führenden Organe, die glänzendste Feder der Partei, der kluge Steuermann der Bewegiing in schweren Fähr- nissen. Er verband in seiner Person die Arbeiterbewegung von 1848 und die deutsche Sozialdemokratie und zugleich war er einer der alten Internationalen, eine lebendige Verkörperung der proleta- rischen Verbrüderung über alle Lande. Mit der Flinte und mit der Feder hat er für seine Uebcrzeugung gekämpft, Verbannung und Gefängnis hat er für sie getragen; ein leuchtendes Beispiel der Treue und der Aufopferung ist sein Leben. In der Person des Alten waren die höchsten Tugenden des proletarischen Kämpfers in seltener Weise vereinigt. Und so wird sein Andenken dem deutschen und dem internationalen Proletariat für alle Zeit eine Quelle sein, daraus eS Begeisterung und Ansporn zu frischer, mutiger Tat ge- winnt. Eifern wir Wilhelm Liebknecht nach in seiner Treue und in seinem Opfermut, daS ist die Ehrung, die seiner am würdigsten ist! „Liebknechts Leben". Aus Anlaß der 8Y. Wiederkehr des Ge- burtstages unseres Wilhelm Liebknecht gibt die Buchhandlung Vor- wärts in einigen Tagen eine neue Auflage der in ihrem Verlage im Jahre 1900 erschienenen Biographie Liebknechts heraus. Der Umfang des Textes ist nahezu verdoppelt; so hat der Berfasser die Kämpfe mit v. Schweitzer diesmal ausführlicher behandelt. Ebenso sind neue Einzelheiten und Urkunden aus dem Leben unseres Alten eingefügt worden. Verschiedene Bilder werden in dieser Auflage zum erstenmal veröffentlicht. Endlich ist besondere Sorgkalt auf eine ivürdige Ausstattung verwandt worden. Vorbereitungen zur Maiseier. In einer O ff e n b a ch e r Partei- Versammlung gab dor Vorstand von dem Beschlüsse Kenntnis, daß wie in früheren Jahren auch diesmal am Vormittag des 1. Mni eine Demonstrationsversammlung, am Nachmittag ein F e st z u g durch die Stadt veranstaltet werden soll. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. In Kassel beschlossen die dortigen Mitglieder des Zentral- Vereins der Küfer, am 1. Mai die Arbeit völlig ruhe» zu lassen. In Görlitz wurde im sozialdemokratischen Verein vom Genossen Kupke die Frage aufgeworfen, ob die Arbeitsruhe in stärkerem Maße durchgeführt werden könne als bisher. Genosse Müller regte an, daß das Gewerkschaftskartell die Frage gründlich durchsprechen möge. Genosse Am Ende sagte das zu. In Lübeck hat eine Maurerversammlung gefordert, daß die Parteiorganisation ihren Beschluß revidiere, wonach zum 1. Mai ein Tanzboden angeschaffl werden soll. Anscheinend verfolgt dir Forde- rung die Tendenz, der Maifeier den Charakter eines Demoustrations- lages zu wahren. Die Bewegung in Rcuß j. L. Der sozialdemokratische Verein für Reuß j. L. hielt am Sonntag in Gera seine Generalversamm- lung ab. Der Bericht zeigt ein erfreuliches Wachsen der Organi- salion. Bei der letzten Generalversammlung betrug die Mitglieder- zahl zirka 2000 in 16 Ortsverwaltungen. Jetzt zählt die Organisation 2456 Mitglieder in 19 Ortsverwaltungen. Die Einnahmen betrugen im 3. und 4. Quartal 19�5 einschließlich eines Kastenbestandes von 1248,72 M. 3201,75 M. Die Ausgaben betrugen 1740,98 M., so daß ein Ueberschuß von 1460,77 M. verbleibt. Der monatliche Vereinsbeitrag wurde einstinUnig auf 20 Pf. erhöht. Der Geschäftsbericht des Parteiorgans, der„Renßischen Tribüne", ist recht günstig. Die Einnahmen an Aboimements und Inseraten betragen 55 757,11 M.. die Gesamtausgaben 53 038,24 M., so daß ein Ueberschuß von 2718.87 M. verbleibt. Die Abonnementsgelder vermehrten sich gegenüber 1904 um 3600 M. Die Eimiahmeu aus dem Abonnement haben sich seit 1902 um 11 000 M. erhöht. Da die Druckerci-Einri-btungen bei der gestiegenen Auflage deS Blattes unzulänglich geworden sind, so wurde ein Abkommen mit der Leipziger Parteibuchdruckerei getroffen, wonach diese in Gera eine Filialdruckerei mit Rotalionsmaschine errichtet. Die„Reußische Tribüne" soll dann in etwas vergrößertem Format und täglich mindestens achtseitig erscheinen. Die Redaktion wird vollständige Selbständigkeit behalten. Die Affäre Emmel ist endlich endgültig zum Abschluß gebracht. Die Privatklage EmmelS gegen den Bergmann Strauch-Vater in Malstatl-Burbach ist vom Zivilgericht zu Saarbrücken zugunsten EmmelS entschieden worden. Bekanntlich hatte Emmel an Slrauch- Sohn sein Geschäft in Saargemünd unter Bürgschaft des Vaters verkauft. Als das Geschäft schief ging, leugnete die Familie Strauch die Bürgschaftsleistung ab. was dann die Grundlage zu dem ganzen Fall gab, der soviel Staub aufgewirbelt hat. In einer ebenfalls ans diesem Anlaß entsprungenen Selbstanklage Emmels vor dem kaiserl. Landgericht Saargemünd wurde Emmel, wie unseren Lesern bekannt, im vorigen Jahre glänzend fteigesprochen. Auch das Zivil- gericht Saarbrücken maß den eidlichen Aussagen der Familie Strauch eine Bedeutung nicht bei. da deren Eidesaussagen im unmittelbaren materiellen Interesse abgegeben waren. Die Gegner sind also um einen„Fall" ärmer. Sozialismus in Südafrika. In K a p st a d t wurde kürzlich auf offener Straße eine von mehreren' Tausend Personen besuchte Ver- sainmluug abgehalten, die von den Sozialisten einberufen worden war. Eine Resolutio», in der eS heißt, daß keine der alten poli- tischen Parteien, weder die schutzzöllnerische, noch die fteihändlensche Partei befähigt sei, das soziale Problein der Gegenwart zu lösen. und in der sich die Bersanunelten für die Eroberung der politischen Macht erklärten, wurde unter großer- Begeisterung angenommen. polleeilicbes, Orricbtlitheo iito. Noch eine mißglückte Staatsaktion. Der Antrag der Staats- anwaltschaft zu Bochum auf Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Parteisekretär Genossen Ruiige-Bochum wegen Aufreizung zum Klassenhaß. angeblich begangen im Wahlrechtsflugblatte, ist von der Slrafkammer abgelehnt worden. Noch ein Ausrcizungsprozcß gegen die„Magdeburger Volks- stimme". Dem Genossen Wumaack, den Verantwortlichen des Magdeburger Parteiblattes, ist eine neue Anklage angekündigt worden. Und zwar wieder wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten, begangen in einem Artikel„Eine Christpredigt" in der WeihnachtS- mimmer. Dieser Artikel ist bereits i» den« letzten Prozesse gegen den Genossen Witmaack. der mit Freisprechung endete, auf Ver- anlasiung der Staaisamvaltschaft verlesen worden, weil sie die „Tendenz" der„Volksslimme" damit beleuchten wollte. Schon in diesem Piozesse erklärte aber der Vorsitzende des Gerichtshofs, der Artikel enthalte nichts Ungesetzliches und der Vertreter der Staalsnnivaltschaft stimmte ihm zu. Und jetzt erhebt man Anklage wegen dieses Artikels l_ parlameMarilckes. Die Konsequenzen der Bandcrolrnstener. In der Finanzreformkontmission wurde gestern die Spezial- beratung der Anträge zur Zigarettensteuervorlage fortgesetzt. Der ß 1 soll nach dem Antrage Held und Genosien folgende Fassung erhalte»: Der Eingangszoll beträgt für feingeschnittene» Tabak und Zigaretten 300 M. für den Doppelzentner. Außerdem unterliegen die Zigaretten noch einem Stückzoll von 4 M. für 1000 Stück. Nach den Beschlüssen der Koniinissivn in erster Lesung sollte der Zoll auf Tabak 800 M. mid auf Zigaretten 2000 M. für den Doppelzentner betragen. Held(natl.), Müller- Fulda/g Proz. zur Folge hatte, demnach würde die Steuerermäßigung um 4 M. pro Doppelzentner den Konsum um etwa 10 Proz. steigern. Aber in diesem Jahre würde doch ein Einnahmeausfall von 26—36 Millionen zu verzeichnen sein, den das Reich beim heutigen Stande der Finanzen nicht ertragen könne. Für alle Fälle bitte er, die Steuerermäßigung nicht schon für das kommende Etatsjahr zu fordern. Ueber die Bedeutung des Zuckers zur Förderung der Marmeladen- und Konservenindustrie nehme die Regierung zurzeit Untersuchungen vor und sei bereit, eventuell für den in dieser Industrie verbrauchten Zucker eine Extraermäßigung ein- reten zu lassen. Namens derSozialdemokraten tratÄbg.Gen.Ledebour für möglichst schnelle Steuerermäßigung ein und sagte dabei den Agrarier» einige Wahrheiten. Genosse Ledebour verlangte auch, daß die Regierung die Aufklärung der Bevölkernng über den Nutzen des ZtickerkoniumS endlich einmal eifrig betreiben solle. Gegen eine Stimme(Becker-Köln) nahm die Kommission diese Resolution an, gestellt vom Abg. Götz v. Olcnhnsen: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen: dem Reichstage noch in der gegenwärtigen Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Zuckersteuer von 14 M. auf höchstens 10 M. für den Doppelzentnel herabgesetzt wird. Heute Fortsetzung der Kommisstonsbcratnng. Zahlung des Lohnes für Feiertage. Die Petitionskommission deS Reichstages verhandelte am Mittwoch über eine Petition deS „Frauenbundes Rüstringen-Wilhelmshaven". Die Petiti'on fordert, daß den in Reichsbetrieben beschäftigten Arbeitern für die auf Wochentage fallenden gesetzlichen Feiertage der volle Lohn gezahlt werden soll. Der anwesende RegicrnngSkommissar. Geh. AdmiralitäjSrat HarnlS, trat dieser Forderung entgegen und ivar der Ansicht, daß bei der Bemessung der in dem Betriebe der kaiserlichen Werst gezahlten Löhne die acht auf Wochentage fallenden gesetzlichen Feiertage mit berücksichtigt worden seien. Wolle man die Meiertage extra kezaUen,'so würden vielleicht die gezahlten Stundenlöhne entsprechend herabgesetzt iverden müssen.— Stach längerer Debatte, in der Abg. G i e s b e r t s(Z.) und unsere Genossen K v r st e n und T u tz a u e r für die Forderung der Petenten eintraten, beantragte der Abg. Lehmann(natl.), die Petition für ungeeignet zur Erörterung im Plenum zu erklären. Dieser Antrag wurde abgelehnt und beschlossen, die Petition dein Reichskanzler als Material zu überweisen. Rrichegesehliche Regelung der Rechtsverhältnisse des Gesindes fordert eine andere Petition. Auch hier wurde Üeberweisung der Petition an den Reichskanzler beschlossen. Die Nnappschaftönltcsten des Waldenburger und Neuroder Kohlen- reviers petitionieren um Aenderung des JnvälidenvcrsicheriiugegesetzeS. Die Petition fordert im wesentlichen, datz Invalidität für vorliegend erachtet werden soll, Ivenn der dieselbe beantragende Arbeiter i n Ausübung seines b i S h e r i g e Ii Berufes nicht mehr ein Drittel seines gewöhnlichen Lohnes zu verdienen in der Lage sei. Genosse Körsten(Soz.) hielt die Forderung der Petenten für durchaus gerechtfertigt. ES sei von einem Bergarbeiter nicht zu verlangen, datz er sich bielleicht mit Dütenkleben bc- schästigen soll. Falls er dies tut und bei dieser Arbeit ein Drittel des in feinem alten Berufe früher verdienten Lohnes verdient, so sei das kein Grund, ihm die Invalidenrente vorzuenthalten. Bei Feststellung der Invalidität dürfe nur die vernnnderte LeistungS- sähigkeit deS betreffenden Arbeiters in seinem Berufe, den er bei Eintritt der Invalidität ausübte, in Frage kommen. Nach ein- gehender Debatte beschloß die Komniiffion, die Petition gleichfalls dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Dieselbe Forderung ist wiederholt auch bei Beratung der Jnvalidengesetznovelle von sozialdemokratischer Seite erhoben. Mehrere Petitionen fordern die Abänderung de? Invaliden- gesetzes in dem Sinne, daß der Arbeitgeber für d,e Reiitcuausprüche der Arbeiter z» haften habe, wenn er es unterlassen habe, die Bei- tragsinarken ordnungsmäßig zu kleben.— Auch diese Petition soll dem Reichskanzler als Material überwiesen werden. Eine zufriedenstellende Regelung wird nur zu erreichen sein, wenn der Renteuanspruch(eventuell unter Fallenlassen des Markensystems) allen zugebilligt wird, die versicherungspflichtig find. Soziales. Schadenersat, für einen Lehrer wegen gesundheitsschädlicher Dienstwohnung. Der Lehrer Föhrenk in S a b l a t h(Kreis Sorau) hatte sich während feiner Anstellung von 1898—1902 ein Halsleiden zugezogen, das ihm die Sprache beeinflußt und lautes Reden ganz verhindert. Er behauptet, daß das Leiden eine Folge der nassen und dunstigen Dienstwohnung sei, über deren Abänderung er mehrfach bei der Gemeinde Sablath vorstellig geworden ist. Und nun fordert F. im Klageivege Ersatz des ihm durch die Verniindermig seiner Erwerbsfähigkeit entstandenen Schadens. Die beklagte Gemeinde behauptet, F. habe das Hals- leiden schon vor der Anstellung bei ihr erworben, vielleicht sei es auch durch den Lchrerberuf an und für sich zutage getreten. Das Landgericht Guben erkannte auf Abweisung des Klägers. Das K a m m e r g e r i ch t zu Berlin hörte als Sachverständige den Kreisarzt Dr. Schäfer in Sorau und den Geheimen Medizinalrat Dr. Tobold-Berlin, welch letzterer in seinem Gutachten die Vermutung und Behauptuilg unter Aus- schluß gestellt, daß Kläger sich das Leiden durch seinen Beruf an und für sich zugezogen habe. Das Kammergericht Berlin hob dann auf die Berufung des Klägers das landgerichtliche Urteil auf und erkannte seinen Schadenersatzanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt an. Gegen das Berufungsurtcil war von der Gemeinde Sablath Revision eingelegt worden. Der dritte Zivilsenat des Reichsgerichts erkannte jedoch auf Zurückweisung der Revision, bannt das Urteil des Kammergcnchts be- stätigend. Damit ist vom Reichsgericht dem Dreiklassenparlament attestiert, daß es seine elementarsten Verpflichtungen gegen- über Lehrern verletzt und daß der preußische Staat nicht ein- mal Lehrern gegenüber die Grundsätze über Treu und Glauben und der sozialen Rücksichten auf die Gesundheit der Volksbildner crfiillt. Erst bis an das Reichsgericht muß sich ein armer in seiner Gesundheit geschädigter Lehrer- wenden, uni wenigstens die Erfüllung seines Schadenersatzanspruchs durchzusetzen._ Hub Induftm und Handel. Kommunal mtercssen und Privatkapital. In der bekannten Streitfrage zwischen der Stadt Charlottenburg und dem dortigen Wasserwerk fand am Montag in der BerufungS- instanz Verhandlniig statt, bei welcher Gelegenheit auch die gewaltige Differenz der Bewertung ein und desselben Objektes in zwei der- schiedenen Bilanzen zur Erörterung kam. Dem Prozeß liegen folgende Tatsachen zu Grunde: die Stadt hat im Jahre 183ö mit der Wasserwerksgesellschaft einen Vertrag geschlossen, laut welchem sich die Kommune das Recht der Erwerbung der Anlagen vorbehält. Die Gesellschaft hat da? am Tenfelssee belegene Wasserwerk nebst unbebauten Grundstücken zum Preise von 900 128 M. erworben. Später hat sie noch ein zweites Wasserwerk mit 01 Brunnen am Wannsee und dann noch speziell zur Versorgung Charlottenburgs ein Werk am nördlichen Sprecufer angelegt. Der Vertrag mit der Stadt Charlottenburg, nach welchem der Gesellschaft die Konzession zur Wasserlieferung erteilt ist, läuft bis 1920. Aber schon von 1900 resp. 1905 ab stand der Kommune neben dem Vorkaufsrecht generell das Recht auf Erwerbung zu. Die Stadt verficht nun den Standpunkt, sie sei zur Uebernahme der gesamten Anlagen berechtigt, während die Gesellschaft nur die zur Wasserversorgung Charlotten- burgS dienenden Anlagen abzutreten sich bereit erklärt. Da die Aillagen wirtschaftlich eine Einheit bilden, technisch auch zu sehr in- einander hängen, wird der Kommune praktisch die Uebernahme der Teilanlage fast unmöglich gemacht. Die Gesellschaft scheint auch in VorauSsehung der kommenden Dinge vorgebaut zu haben, indem sie die in Betracht kommende Tcilanlage verwaltungstechnisch und rechtlich von der Gesanitanlage abtrennte, dafür eine G, m. b. H. einrichtete. In der Bilanz der Gesellschaft figuriert die G. m. b. H. mit 3 Millionen Mark. Die aus diesem Teile der Anlagen erzielten Dividenden betrugen: An diesen außerordentlich großen Gewinnen war die Stadt nicht beteiligt. So werden dem Privnlkapital die kommunalen Interessen ausgeliefert! Wie durch die Auslieferung solcher Anlagen � an das Privatkapital die Konsumenten geplündert werden, ergibt * sich auch aus der Divideudentabelle für die Gesamtwerke. Sie sieht so auS: Jahr 1900 1901 1902 1903 1904 1S0S Dividende. 13'/« 13'/« 13'/. 14 15»/. 15»/. Proz. Wie schon bemerkt, stehen die Anlage» der G. m. b. H. mit 3 Millionen Mark bei dem Charlottenburger Wasserwerk zu Buch, in der Bilanz der G. m. B. H. sind sie aber mit 12 Millionen Mark aufgeführt. Der Vertreter der Gesellschaft erklärte dazu, jene Summe stelle den Anschaffungswert, die letztere den Verkaufswert dar, der sich auf Grund der erzielten Erträge ergebe. Die Gesell- schaft ist demnach mit den hohen Gewinnen nicht zufrieden. Da anscheinend nach dieser Richtung gar keine Nonnen vorgesehen sind, beansprucht sie bei eventueller Uebernahme durch die Kommune einen Preis, der den AuschaffungSwert viermal übersteigt! Solche Zu- stünde sind nur möglich, weil in den Komnmnalverwaltungcn nicht das Prinzip deS Allgcrneimntereffes, sondern kapitalistisches Interesse maßgebend ist. Das Urteil in der Streitsache ist noch nicht gefällt, cS soll am 2. April verkündet werden. 6e werk leb a 5tl i d? es. Die klerikalen Zwitter- und Splittergewerkschaften. Die„christlichen" Gewerkschaftsführer werden bei den zum Frühjahr entstehenden Lohnkämpfen wieder die denkbar schofelste Rolle spielen. Dafiir lassen sich Anzeichen schon an allen Ecken und Enden erkennen. Durch ihre schwachen Kassen sind die christlich- zcntrümlichen Sonderverbände äußerst gefährliche Bundesgenossen. Sobald ein Streik länger als acht Tage dauert, suchen sie ihn in der Regel auf irgend eine Art zu Ende zu bringen: entweder klüngcln sie hinter dem Rücken der freien Verbände einen arm- seligen Kompromiß zurecht, oder sie brechen einen Streit mit der Vruderorganisation vom Zaune. Kaum hat die große Lohn- bewegung der Maurer und Bauhülfsarbeiter in Köln begonnen. uud schon haben die„Christlichen" bereits ihren schönsten„Grund" fabriziert, um ihren anders organisierten Klaffengenossen in den Rivcken zu fallen. Sie hielten eine Versammlung ab. die sich statt gegen das Unternehmertum in der gehässigsten und verlogensten Art Fegen die freien Gewerkschaften richtete. In dem Streik der Kölnar Former machen sich ebenfalls schon die Anzeichen des kommeuden„christlichen" Verrats bemerkbar, und in Aach en machten es die Zentrumschristcn so: Die Zahlstellen der freien, der Hirsch-Dunckerschen und der„christlichen" Holzarbeiter haben beschloffen, gemeinsam eine Lohnbewegung zu führen. In der Lohnkommission zollten gemäß der Mitgliederstärke der christliche Perband sechs, der Deutsche Holzarbeiterverband vier und die Hirsch-Dunckerschen zwei Sitze erhalten. Die Christlichen behaup- teten aber, die Orte Eupen und Brand gehörten auch zum Lohn- gebiet, und sie verlangten dafür für sich noch einen Sitz. Um die Bewegung nicht von vornherein zu gefährden, willigte man in den siebenten Sitz, und so hatten die„Christen" die Mehrheit. Gleich in der ersten Sitzung verübten sie auf Grund dessen einen schamlosen Gewalt st reich. Sie bcschloffen mit ihren sieben gegen sechs Stimmen, daß die Publikationen der Lohn- kommission nur im Aachener„Volkssöeund", einem Zentrums- blatt niedersten Grades, veröffentlicht werden sollten. Alle Ein- wände, daß es hoch nicht gehe, nur in dem Blatte einer Richtung, das von den anderen gar nicht gelesen werde, zu inserieren, und daß doch die Kosten gemeinsam getragen würden, blieben ohne Eindruck auf die Zentrümlcr. Der„Volksfreund" ist zudem ein Blatt, das bei jeder Lohnbewegung den Unternehmern die Spalten zu Streikbrechergesuchen öffnet. Ohne Zweifel wollen auch in diesem Falle die christlichen Gewerkschaftsführer die Lohnbewegung zu- gründe richten, weil sie zu einem Ausstande kein Geld haben. BerHn una tlmgegenck. Der Streik in der Schüttmühle ist nach neuntägiger Dauer beendigt. Die Firma hat mit der Organisation tarifliche Verein- barungen getroffen, wonach vom 2. April ab auf alle Löhne pro Stunde 2'/z Pf. und vom 2. Juni an nochmal 2>/z Pf. zugelegt werden. Ueberstunden werden mit 50 Pf. in der Woche, mit 00 Pf. am Sonntag bezahlt, bisher wurde ein Aufschlag nicht gewährt. Die Mißstände sollen abgestellt werden. Sämtliche Streitende werden am 2. April wieder eingestellt, Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Den Mitgliedern in den übrigen Betrieben diene zur Notiz, daß die beschlossenen Extrabeiträge für zwei Wochen bezahlt werden müssen, da die Streikunterstützung diese Woche noch voll ausgezahlt tvird. Die Sperre über den Betrieb wird hiermit wieder aufgehoben. Verband deutscher Mühle narbeiter. Achtung, Stemarbeitcr, Schrifthancr! Bei der Firma A. Hintze, Prenzlauer Tor, haben sämtliche Kollegen die Arbeit niedergelegt. Hintze weigert sich, den Tarif zu unterschreiben. Der Vorstand. Die Spandau« Bauhülfsarbeiter haben dem Arbeitgeberbunde für das Baugewerbe eine Anzahl Forderungen unterbreitet, un, deren Bewilligung sie zum 1. April ersuchen. Sie verlangen für gewöhnliche Arbeit auf dem Bau pro Stunde 43 Pf., für Kalk- tchläger und Wasserträger 63 Pf., für Wasserarbeiten 55 Pf., für Materialientransport. Steine- und Kalktragen pro Stunde 65 Pf.— Die llntentehmer sind bereit, einen Stundenlohn bis zu 48 Pf. zu zahlen, die übrigen Forderungen wollen sie der freien Vereinbarung überlassen wissen. DeutldifS R((d>. Mnhlenarbeit«! In Brandenburg a. H. stehen die Kollegen der Firma A. Tiede in Streik wegen Lohnforderungen. Zuzug fernhalten._ Der Gauvorstand. Zur Lohnbewegung in d« Metallindustrie in Hannover-Linden. Die organisierten Unternehmer lehnen eS ab. mit dem Metall- arbeiterverband über die Lohnforderungen der Former zu verhandeln. sie wollen aber wohl mit„ihren" Arbeitern in Unterhandlung treten. Um nun an diesem Punkte die Einigung nicht scheitern zu lassen, wurde in jeder Fabrik eine Kommission gewählt, die am Dienstag morgen den Betrieben die Forderungen unter Weglassung des Metall- arbeilerverbandeS als Kontrahenten unterbreiteten.— Seiten? der Unternehmer erfolgte aber auch diesmal Ablehnung der hanptsäch- lichsten Punkte. Deshalb legten am Dienstag morgen die Former und Gießereiarbeiter in allen Betrieben, in denen eine Kündigungsfrist nicht besteht, die Arbeit nieder. In Frage kommen dabei rund 1500 Mann, während zirka 450, die das Arbeitsverhältnis gekündigt haben, bis zum Ablauf ihrer KündigungS- fast weiterarbeiten müssen. Der gestrige Bericht war bezüglich der Firmen etwas ungenau. In Kündigung stehen die Gießereiarbeiter bei den Finnen: Maschinenfabrik vorm. Georg Egestorff-Linden, Eisenwerk Wülfel, Garrens-Wülfcl und Knövenagel-Hannover. Die Arbeit ist nieder- gelegt in folgenden Betrieben: Ostermann u. Sohn, Zentralheizung?- werke A.-G., Dreher, Rosenkranz u. Droop, Müller- Langenhagen, Männel, Steinfeld u. Blasberg, Oppenheim u. Co., Etsen- und Stahlwerk- Linden. Käferle, Koch u. Kassebaum, Körting A.-G., Eisengießerei Misburg, Knövenagel, Rühmkorff, Meyer-Döhren, Fuge, Kroll u. Co.. Krigar u. Jhssen. Wohlenberg und Zietz. Die Schuhmacher in Jena find mit den Meistern auf dem W'ge der Verhandlungen zu einer vorläufigen Verständigung ge- langt. Der von den Gehülfen anerkannte Akkordtanf erhöht die bisher gezahlten Stücklöhne um durchschnittlich etwa 15 Proz. Der Stundenlohn für nicht im Alkord auszuführende Reparaturen wurde von 30 auf 35 Pf. erhöht, dagegen wollen die Meister nur einen Minimmallohn von 15 M. pro Woche zubilligen. Die Gehiilfen verlangen 17 M. Hierüber und einige für unannehmbar gehaltene Be« sliiiiniungen der Arbeitsordnung soll mit den Meistern weiter' ver- handelt werden.— Der Streck der S t e i n a r b c i t e r bei der Firma H. Conradus dauert fort. Allch die Lithographen und Stein- druck« stehen in einer Lohnbewegung. Die Breslau« Droschkenkutfch« wollen ebenfalls demonstrieren. In einer am DienStag abgehaltenen, zahlreich besuchten Droschken- kntscherversammliing wurde für den nächsten Sonntag der allgemeine Ausstand beschlossen, um dadurch gegen die neue schärfere Polizei- Verordnung zu protestieren. Der Brcslaner Formerstreik, der große Ausdehnung anzunehmen drohte, ist beendet. Nach zweitägiger Dauer des Ausstandes haben die Streikenden am Mittwoch die Arbeit zu annehmbaren Bedingungen wieder aufgenommen. In einem frommen Betriebe, dein„St. Joseph-Jnstitut für kirch- liche Kunst" in Köln, ist am Montag ein Streck ausgebrochen. Die Firma betreibt als Spezialität die AiiSstattimg von katholischen Kirchen, und sie verfügt, wie sie versichert, über Hunderte von Anerkennungsschreiben der hohen Geistlichkeit. Die Sektion der Polychroinenre, Retoucheure und Fignristen iin Porzellanarbeiter- verbände hatte in Gemeinschaft mit dein Verbände christlicher Maler und Anstreicher dem St. Joseph-Jnstitut einen Lohntarif unterbreitet. Die Gehülfen wurden nicht mal einer Antwort ge- würdigt. Darauf haben am Montag die Mitglieder beider Ver- bände die Arbeit eingestellt._ Steinsek«. In Danzig sind infolge Lohndifferenzen bei mehreren Firmen Steinsetzer ausgesperrt worden, lvoranf die Nicht- ausgesperrten sich mit ihren Kollegen solidarisch erklärten und eben- falls die Arbeit niederlegten. Die Straßenbahngesellschaft, die da- durch am ineisten in Verlegenheit geraten ist, erklärte, Steinsetzer aus Berlin kommen lassen zu wollen!— Zuzug ist fernzuhalten. Ein Malerstrrik ist in B a d Kissingen ausgebrochen. Die Gehülfen reichten einen Tarifentwurf ein, worauf die Unternehmer sich schleunigst zu einer Ortsgruppe des Süddeutschen Malermeister- Verbandes organisierten und ihrerseits einen Tarifentwurf vor- legten, der aber den Arbeitern nicht entsprach und zurückgewiesen wurde. Zirka 300 Maler und Tüncher stellten die Arbeit ein. Die Schoßschnhmachcr in Nürnberg haben, wie berichtet, einen Tarifentwurf eingereicht. Die in der Innung vereinigten Meister stellten jedoch veingegenüber Sätze auf, die teilweise eine Verschlechterung gegen den bisherigen Zustand bedeuten. Eine von 300 Arbeitern besuchte Versammlung lehnte diese„Zugeständnisse" einstimmig ab rmd beschloß, an ihren Forderungen festzuhalten lind in den Streik einzutreten.— In der Bewegung der Fabrik- schuhmachcr haben einige Fabrikanten in die Verkürzung der Arbeits- zeit und Lohnerhöhimg gewilligt.— Die Direktion der Bereinigten Fränkischen Schuhfabriken wollte ab 1. April die 56stündige Arbeits- zeit zugestehen, aber keine Regelung der Wochenlöhne. Daraufhin legten die in Wochenlohn beschäftigten Zuschneider die Arbeit nieder. HusUnck, Metallarbeiter-Aussperrrung. Weil die Drahtzieher in den Streck getreten find, hat die Direktion der Pilsener Drahtfabrik sämtliche Arbeiter ausgesperrt und den Betrieb des Etablissements vollständig eingestellt. D« drohende amerikanische Rieseustreik! Das Ultimatum der Bergleute ist von der Konvention der Berg- werksbesitzer in Indianapolis bedingungslos abgelehnt worden, Ei» Streik der Arbeiter mit ein« Beteiligung von 400000 Mann ist nun zum 1. April als sich« zu betrachten. Letzte Nachrichten und Dcpcfchen. Zu dem Doppclmord in Schöneberg. In später Stunde gehen uns über das schtvere Verbrechen noch folgende Einzelheiten zu: Franz Reichert ist am 11. Oktober 1829 geboren. Seine Ehefrau, eine geborene Kölm, ward am 15. Juli 1841 zu Blaukenburg geboren. Sie lebten einsam in der Villa und erhielten oft den Besuch ihrer verheirateten Kinder. Die Tat selbst ist jedenfalls mit einem Spaten ausgeführt worden. Mau fand das Instrument mit Blut und Haaren besudelt im Keller vor. Nachträglich sind noch einige andere Hiebwunden festgestellt worden. Die älteste Tochter hatte, bevor sie den Haase zu»hülfe rief, eine Weile sich in der Wohnung aufgehalten. Sie fand dort jedoch nichts verdächtiges vor. Ob etwas aus der Wohnung geraubt lvorde» ist, läßt sich erst später feststellen. Ein Sparkassenbuch über 1000 M. wurde von der Tochter der Ermordeten im Ofenrohr unversehrt vorgefunden. Beide Leichen lagen auf dem Leib, die zertrümmerten Schädel und die Blutlachen lvaren von dem Mörder mit Sand überstreut. Wie Spuren ergeben, ist Frau R. durch den Keller geschleift worden. Reichert, der früher ein vennögender Gärtner war. mußte nachdem er Geldverluste erlitten, eine Stelle eines Verwalters in der Villa ein- nehmen. Er war jedoch allgemein als Rentier bekannt. Die Ermittelungen nach dem Täter gestalten sich für die Polizei außerordentlich schwierig, da irgendwelche zurückgelassenen Spuren noch nicht entdeckt werden konnten. Ausgang haben sich die Mörder durch das offen vor- gefundene enge Kellelfenster verschafft. Die alten Leute sind jedenfalls von den Mördern in den Keller gelockt und dann ahnungslos überfallen und dahingemordet worden. Auch die Berliner Kriminalpolizei ist bemüht, die Schöneberger Behörde bei der Auf- klärung des Kapitalverbrechens zu unterstützen. Die Duma-Komödie. Warschau, 28. März.(Privatdepeschc des„Vorwärts".) Trotz des Druckes der Behörden verweigerten die Arbeiter kategorisch die Beteiligung au de» Wahle» der Arbeiterkune zur Duma._ Zur Borstellung befohlen. Esse«(Ruhr), 28. März.(v. H.j Der Kaiser forderte die morgen auS Courriöres zurückkehrenden deutschen Rettungsmann- schaften auf, fich ihm bei seinem Besuch in Krefeld am Montag vor- zustellen._ Das Recht des Streiks. London, 23. März. lW. T. B.) Im Unterhause brachte heute der Generalstaatsanwalt Lawson-Walton einen Gesetzentwurf ein, durch den die bestehenden Gesetzesvorschristen betreffend die Trade?- Unions und die Ausstände abgeändert werden solle». der Antragsteller erklärte, der Entwurf sei nötig geworden' infolge der Entscheidung, die die Gerichte in dem bekannten Taff-Vale-Prozesie getroffen hatle», in dem als recht dnerkamit worden war, dph Schadenersatz für die Folgen ungesetzlichen BorgehenS von Mit- gliedern ein« TradcS-Unioii während eines Ausstandes ans dem Vermögen des betreffenden Gcwerkvcreius erwirkbar ist, auch wenn dieses Borgcheu nicht durch das Exelntiv-Komitee desselben gut- geheißen worden sein sollte. Walton bekämpsl die Forderung der Arbeitervertreter, daß da§ Vermögen der Trades Unions ganz und gar gegen derartige Ansprüche geschützt sein solle. S h a ck l e t o n(Ärbeilerparlei) erklärt, die Arbeiterpartei könne mit dem Gesetzeiitivurs nicht zufrieden fein, die Regierung habe bei den Wahlen versprochen, die Forderung d« Arbeiterpartei zu begünstige». Im weiteren Ver- lause der Beratung spracve» sich niedrere Redner von der Regierungspartei und der Arbeiterpartei für die Notwendigkeit auS, die Beslnnmungen des Entwurss in dem Sinn« auszudehnen, daß Ersatzansprüche für Streiks chädcn gegen das Vermögen der Gewcrk- vereine überhaupt nicht geltend gemacht werden können. Schließlich wird die erste Lesung des Entwurfs angenommen. Lerantw. Redakteur: Hans Weber. Berlin. Inseratenteil verantw,: Zh, Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr.u.BerlagSanstalt Vaul Singer LcEo., Berlin L1V. Hierzu ZBeilagenu.UnterhaltungSdlatt Nr. 74. 23. Jahrgang. 1.{Ifilnw des.Amiirls" Atlintt AllMIt. Donnerstag, 29. MSrz 1906. Reichstag* 77. Sitzung. Mittwoch, den L3. März, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Niemand. Ein Schreiben des Abg. Fusangel(Z.), in dem dieser auf seine Immunität für den gegen ihn beantragten Manifestation�- Prozeß verzichier, wird der(Seschäftsordiumgskommission überwiesen. Auf der Tagesordnung stehen Wahlprüfungen. Auf Antrag des Abg. Wellstein(Z.) werden erst diejenigen Wahlen vorgenommen, zu denen kein« Wortmeldungen vorliegen. Die Wahsen der Abgg. Wessel snatl.) sBcrnburgj. Rettich lk.) sl. Mecklenburg-Schwerinj. Frhrn. v. Hodenberg(Welfe) (14. Hannovers, v. Mardorfs(Rp.) sZ. Breslaus, Dr. Lucas(natl.)(8. Kastels werden nach dem Antrage der Wahl- Prüfungskommission ohne Debatte für gültig erklärt. Ueber die Wahlen der Abgg. Dr. Wallau(natl.) (3. Hestens, Prüschenk v. Linde nhofen(Rp.) sl. Merse- bürg), Hage mann(natl.)(4. Erfurts beantragt die Wahl- Prüfungskommission Beweiserhebungen. Das Haus beschließt so. Tie Wahl des Abg. Zimmermann(Ant.) im Wahlkreise Zschopau-Marienberg beantragt die Kommission für gültig zu erklären. Abg. Geyer(Soz.): In einem Schreiben an das soziakdemo- kratische Wahlkomitee in Zschopau hat der Amtshauptmann seine Ansicht dahin ausgesprochen, dah diejenigen Wähler, die am Tage der Wähl in dem betreffenden Bezirke nicht mehr wohnten, in welchem sie in der Wählerliste stehen, ihr Wahlrecht verloren hätten. Da- her sei der Wahlvorstand verpflichtet. Wähler, die auf diese Weise ihr Wahlrecht verloren hätten, trotz ihrer Ausführung in der Liste von der Wahl zurückzuweisen. Infolgedessen ist eine grohe Anzahl von Wählern bei der Wahl zurückgewiesen worden. Zählt man diese Wähler den Stimmen des sozialdemokratischen Kandidaten hinzu, so würde das Ergebnis ein anderes gewesen und eine Stich- wähl nicht zustande gekommen sein. Ich konstatiere deshalb, daß, wenn die Kommission auch Gültigkeitserklärung beantragt, die Wahl in der Tat ungesetzlich zustande gekommen ist. Es liegt ein gewisses System in diesen Gesetzesverletzungen, die von Beamten ausgehen. «Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bruhn(Ant.): Auf alle Fälle hat Herr Zimmermann noch ein« Mehrheit von sieben Stimmen, auch wenn die Stimmen oller Wähler, die zurückgewiesen sind, dem unterlegenen Kandidaten zugezählt werden. Abg. Singer(Soz.): Nach meinem Dafürhalten handelt es sich hier um eine Wahl, die nickst nach schematischer Berechnung ge- prüft werden muß. Man muh sie vielmehr auffassen unter dem Gesichtspunkt«, dah es sich um eine fundamentale Verletzung des Wahlrechtes handelt. Die Berechnung kann in solchen Fällen nicht für zutreffend erachtet werden, lvenn in der Tat die ungesetzlichen Vorgänge sich nicht auf einzelne Bezirke beschränken und die Kom- Mission nicht in der Lage ist, festzustellen, ivieviel Wähler durch diese Borgänge getroffen sind. Eine Berechnung ist hier gar nicht möglich. Es ist hier eine Verordnung erlassen, in der bestimmt wird, dah die Leute, die nach der Aufstellung der Wählerlisten aus einem Bezirk in den anderen verzogen sind, nicht zur Wahl zu- gelassen werden. Es ist nun gar nicht zahlenmähig festzustellen, wieviel Wähler sich durch diese Verfügung haben von der Wahl zurückhalten lasten. Es ist ja bedauerlich, dah Wähler einer un- gesetzlichen Verfügung soviel Vertrauen schenkten, dah sie sich danach gerichtet haben, besonders in Sachsen, wo die Behörden schon immer eine recht unschöne Rolle gespielt haben. Dafür, dah sich auch in Sachsen noch Leute finden, die den Behörden das Zutrauen schenken, dah sie ihre Verfügung auf Grund der Gesetze erlassen, tann man diese doch nicht bestrafen.(Sehr richtigl links.) Ich bin wirklich gespannt, ob auch das Zentrum die Wahl angesichts solcher ungesetz- lichen Eingriffe für gültig erklären wird. Ich betone nochmals: Hier nützt keine schematische Berechnung, keine Arithmetik, hier heiht es Farbe bekennen.(Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Ueberhaupt sollte man bei Ungültigkeitserklärungen die schematische Berechnung nicht allein gelten lasten. Der Reichstag hat alle Ur- fache, dafür zu sorgen, dah das bescheiden« Recht des Volkes nicht verkümmert werde. Die Gültigkeitserklärung würde im vorliegen- den Falle als Parteijustiz bezeichnet werden müssen. Wir haben Wahlen unserer Parteigenossen für ungültig erklärt, weil Gesetzes- Verletzungen vorgekommen sind. Wir können dann aber auch vor- langen, dah gegen andere Parteien ebenso verfahren wird. Ich be- antrage daher, die Wahl für ungültig zu erklären.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wellstein(Z.): Die Kommission kann nur das Material prüfen; sie kann nicht selbst im Wahlkreise Untersuchungen an- stellen. Abg. Geyer(Soz.): In der Tat handelt es sich für uns weniger um die paar Stimmen als um das Prinzip, mn die systematischen Ungerechtigkeiten. SKan hat Arbeiter nicht zur Wahlurne gelassen. obgleich sie dazu berechtigt waren. Das ist der springende Punkt. Hiergegen sollten Kommission und Reichstag austreten. Deshalb ist mein Genosse Singer im Recht mit dem Antrage, die Wahl für ungültig zu erklären, da offenbare Verstöh« vorgekommen sind. Wenn die Kommission sich eine Regel aufstellt, so braucht der Reichs- tag diese nicht gutzuheißen. Abg. Bruhn(Ant.): Abg. Singer kennt die Vorgänge nicht, wenn er von einer ungesetzlichen Verfügung spricht. Uebrigens hat Zimmermann auch noch die Mehrheit, lvenn die Zurückgewiesenen den Gegnern zugezählt lverden. Abg. Lucas(natl.): Das Schreiben des Bezirkshauptmannes war überhaupt keine Verfügung, sondern eine höfliche Antwort auf die Anfrage des sozialdemokratischen Wahlkomiwcs.(Lachen und Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Abg. ffischer-Berlin(Soz.): Man sagt, es sei eine Verfügung des Amtshauptmannes ergangen, die gar keine Verfügung war, sondern nur eine höfliche Antwort auf eine Anfrage deS sozialdemo- tratischen Wahlkomitees. Gewih, das ist eine Seite der Sache. Die andere Seite aber ist die, dah der Amtshauptmann die Wähler auf Grund der Anfrage zurückgewiesen hat.§ 31 des Wahlreglements schreibt ausdrücklich vor. dah eine Nachwahl innerhalb eines Jahres nach denselben Grundlagen und Vorschriften stattfindet wie die erste Wahl. Und es heiht dort, bei den engeren Wahlen sind die- selbe» Wählerlisten anzuwenden. Also bei allen Wahlen, die inner- halb desselben Jahres stattfinden, haben dieselben Grundlagen und Voraussetzungen und vor allem dieselben Wählerlisten zu gelten. Nach§ 18 deS Wahlreglements ist die Zulassung zur Wahl abhängig davon, dah der Betreffende in der Wählerliste steht, und weder der Wahlvorsteher, noch der Wahlkommissar dürfen eine Entscheidung über die Gültigkeit oder Ungültigkeit der Stimme treffen; das steht einzig der Entscheidung des Hauses zu. Selbst wenn der Wahlvorsteher der Meinung war. dah eine solche Stimme ungültig sei, so durfte er den Betreffenden nicht zurückweisen, sondern muhte einen Vermerk in sein Protokoll aufnehmen. Es hat also eine Verletzung des Gesetzes stattgefunden, und angesichts des zahlenmäßigen Ergebnisses, mutz das Haus die Wahl für ungültig erklären. Gültig könnte die Wahl nur sein, wenn Sie sagen: wir sind überzeugt und haben bestimmte Beweise dafür in Händen, dah nicht mehr Wähler zurückgewiesen wurden, als im Proteste namentlich angegeben sind. Nun kann niemand sagen, daß die Protestierenden im ganzen Wahlkreis von Haus zu HauS nach den Zurückgewiesenen geforscht haben, und zweitens haben Sie keinen Beweis, wieviel Wähler auf Grund der Verordnung die Reise zum Wahlort gescheut haben. Bei nur Ist Stimmen mehr wäre aber der sozialdemokratische Kandidat Pinkau ohne Stichwahl gc- wählt worden! Ist jemand hier im Hause, der behaupte» kann: es ist ausgeschlossen, und wir haben den Beweis dafür in der Hand, dah nicht wenigstens Ist Wähler infolge der Verfügung den 1 Gang zur Wahl gescheut haben? Das kann niemand behaupten, l und Sie können daher die Wahl nicht für gültig erklären.(Bravo l links.) Abg. Merten(frs. Vp.): Auf Beschluh der Wahlprüfungs- kommission ist die Wahl in der Gemeinde Kemptau zu kassieren, weil dem Gesetz zuwider neue Wählerlisten aufgestellt sind. Weiter steht fest, daß zufolge der Aeuherung des Bezirksamtmannes eine große Zahl von Wahlvorstehern Korrekturen in den Wählerlisten vorgenommen haben. Das ist nach Abschluh der Liste nicht zu- lässig, denn sie ist eine amtliche Urkunde.(Sehr richtigl links.) Diese Wahl ist daher gar nicht auf Grund einer Wählerliste zu- stände gekommen, sondern auf Grund eines Fragments einer Wählerliste. Wohin sollte es führen, wenn einem Bezirksamt- mann die Befugnis eingeräumt wird, nach einer Privatmeinung Aenderungen an der Wählerlifte vorzunehmen und zu prüfen, ob die darin Stehenden wahlfähig sind? Damit wäre der Willkür Tür und Tor geöffnet.(Sehr richtigl links.) Wir handeln im Interesse der Gerechtigkeit, wenn wir gegen eine solche Wahl stimmen.(Beifall links.) Abg. Wellstein(Z.): Die Eintragung in die Wählerliste ist erforderlich für die Ausübung des Wahlrechts, aber nicht ausschlag- gebend. Wir erklären ja jeden Augenblick Stimmen für un- gültig, obwohl sie von solchen Personen abgegeben sind, die in der Wählerliste standen, zum Beispiel wenn jemand nicht das wähl- fähige Alter hat. Ebenso liegt es, wenn jemand nicht im Wahl- bezirk wohnt; durch seinen Wegzug wird er meines Erachtens nicht mehr wahlberechtigt an dem früheren Wohnort. Der Reichstag hat auch 1889 bereits in diesem Sinne entschieden. Die Wahl ist danach für gültig zu erklären. Abg. Potthoff(frs. Vg.): Es steht fest, dah Wähler zu Unrecht vom Wahlvorsteher zurückgewiesen sind, nach Feststellung der Wahl- Prüfungskommission 47 verzogene Wähler. Zweitens steht fest, dah ungesetzliche Aenderungen in der Wählerliste stattgefunden haben, und daß diese Aenderungen auf die Aeuherung des Bezirks- amtmannes zurückzuführen sind. Diese private Meinung des Be- zirksamtmannes ist weitgehend bekannt gemacht und hat die Wahlvorstände und Wähler beeinflußt in einer Weise, deren Wir- kung zweifellos über die 47 in dem Proteste namentlich aufgeführten Wähler hinausgeht. Nun handelte es sich überhaupt bloß um 19 Stimmen, die dem Kandidaten Pinkau zur Majorität fehlten. Jede unbefangene Prüfung muh daher zur Ungültigkeitserklärung der Wahl führen.(Beifall links.) Abg. Geyer(Soz.): Man sagt, dah das sozialdemokratische Wahlkomitee im Zweifel über die Auslegung des Gesetzes gewesen sei. Die Sache liegt jedoch anders: Es war meinen Parteifreunden bekannt geworden, dah den Beamten eine falsche Instruktion zu- gegangen ist. Um dies klarzustellen, hat das sozialdemokratische Wahlkomitee die höfliche Anfrage au den Bczirksamtmann ge- richtet, und auf Grund dieser Anfrage hat derselbe die Erklärung abgegeben, die dann auch in einigen Amtsblättern veröffentlicht wurde, so dah die Wahlvorstände sich danach gerichtet haben, soweit sie nicht vorher schon von dieser Auffassung in Kenntnis gefetzt waren. Das haben wir festgenagelt, um den Protest darauf be- gründen zu können. Infolgedessen habe ich mich für verpflichtet gehalten, zu sagen, dah hier eine systematische Ungesetzlichkeit vor- genommen ist. In Kemptau ist die Wahl kassiert worden, weil der dortige Wahlvorsteher eine neue Wählerliste aufgestellt hat. Gerade dieses Vorkommnis spricht gegen die Auffassung, dah in der Wählerliste Stellende zuruckgewiasen werden können.(In Kemptau, wo die Wahl kassiert wurde, hatte unser Kandidat eine viel höhere Stimmenzahl als die übrigen zusammen I Wenn nun nachgewiesen ist. dah jene Ungesetzlicksseit im ganzen Wahlkreise vorgekommen ist, so ist es zweifellos, dah die Wahl des Herrn Zimmermann zu Unrecht zustande gekommen ist.(Beifall links.) Abg. Fifchcr-Berlin(Soz.): Die Ausführungen des Abg. Wellstein bestätigen ja. dah nicht der Wahlkommissar und der Wahl- Vorsteher, sondern nur der Reichstag die Entscheidung darüber hat, ob eine Stimme als gültig oder ungültig aufzufassen ist. Bezüglich seiner Bemerkung, daß eine Entscheidung deS Reichstages darüber ergangen fei, dah Wähler, die ihren Wohnsitz verändert haben, bei Nachwahlen nicht mehr wählen dürfen, ist cS charakte- ristisch, dah die Partei, der Herr Wellstein angehört, gegen eine solche Auslegung des Wahlreglements gestimmt und seitdem an diesem Standpunkte festgehalten hat! Ueberhaupt ist nicht das Wahlgesetz anzuführen, denn cS kennt weder den Begriff der Nachwahl, noch der Stichwahl, sondern das Wahl r e g l e m e n t. und dieses sagt ganz deutlich, dah bei der Nackgvahl dieselben Voraussetzungen Grundlagen und Wählerliften zu gelten haben. An diesen darf keine willkürliche Aenderung stattfinden, dem Wahl- kommissar ist diese Befugnis entzogen und einzig dem Reichstag vorbehalten. Aus allen diesen Gründen müssen wir zur Un- gültigkeitserklärung kommen.(Bravol links.) Angesichts der Tatsache, dah nur 10 Stimmen an der Mehrheit gefehlt haben, heißt es die Dinge geradezu auf den Kopf stellen, wenn man be- Haupte» wollte, es habe sich niemand auhcr den namentlich Auf- geführten von der Wahl zurückhalten lassen. Diese Garantie kann nicht gegeben werden, und deshalb muh die Wahl für ungültig er- klärt werden.(Sehr richtigl links.) Abg. Gröberi» Zweck und Wirlung seiner Rede im Herrenhause war eine Vecinflnssuiig der Wahl in Frankfnrt-Lebns. Gerade der Reichskanzler ist streng zur Beachtung der Gesetzlichkeit verpflichtet. Wie der Justizminister da« Recht hat. sich über Rechtsfragen zu äußern, aber nicht ein Urteil über einen schwebenden Prozeß abzu- geben, so darf auch der Ministerpräsident in einem schwebenden Wahlkampf ein Urteil nicht abgeben. DaS aber hat der Reichs- kanzler getan, indem er gegen einen bestimmten Kandidaten daS Wort ergriff. Wir haben hiergegen nur das Mittel, zu protestieren durch Uiigültigkeitserllärung jeder Wahl, bei der derartiges vor- gekommen ist.(Bravo! links.) Abg. Dr. Spahn(Z.): Die Frage liegt so: Ist da» Bor- kommnis, die Rede des Fürsten Bülow, von entscheidendem Einfluß für den Ausgang dieser bestimmten Wahl? Wenn diese Frage ver- neint wird, muß man die Wahl für gültig erklären, auch lvenn man das Vorkommms für bedauerlich halten sollte.(Bravo l im Zentriiin.) Abg. Dr. LucaS(natl.): Die Rede des Fürsten Bülow ist mn 11. Mai im Herrenhause gehalten worden; die Wahl war am 13. Mai. Den Bcrhandlmigcn des Herrenhauses wird im Lande keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt.(Heiterkeit.) Die Rede des Reichskanzlers ist sicherlich ohne jeden Einfluß auf den Ausgang der Wahl geblieben. Abg. Fischer-Berlin(Soz.): Wenn die Sache so einfach wäre, daß der Reichskanzler und Ministerpräsident zu den bürgerlichen Parteien bloß gesagt hätte:»Helft Euch selbst I", so hätten wir gar nichts dagegen. Wir wollen es ja dem Reichskanzler bei der Etats- debatte oder ähnlichen Veranlassungen gar nicht verdenken, wenn er gegen unS zu Felde zieht. Im Gegenteil, je mehr, desto besser für uns.(Lachen recht«, Beifall bei den Sozialdemokraten.) Man muß chon nationalliberal sein, um sich, wie der Abg. Paasch? es tut, darüber zu beschweren. daß Fürst Bülow immer dem Gcuoffen Bebel antwortet, ihm aber nicht. Heiterkeit.) Wenn der Ministerpräsident also weiter nichts gesagt hätte, als was der Herr Borredner gemeint hat. so hätten wir gar nicht» dagegen. Aber er hat ganz speziell von der Wahl in Frank- urt-LebuS gesprochen(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten), er hat den Konservativen in bezug auf diese Wahl einen Rat gegeben! Bei der vorigen Wahl haben Sie in der Unterschrift eines LandratS auf einem Flugblatte lange vor der Wahl zuuilguiisteu deS Siegers eine Wahlbeeinfluffung gesehen I Und jetzt? Alles tönne» Sie von uns verlangen, aber nicht zu glauben, daß Ihre veränderte Stellung« vahme im Interesse der Gerechtigkeit geschieht. sSebr richtig! bei den S oz.) Sie haben so gehandelt, weil Sie Herrn Bassermann so nötig brauchen wie das tägliche Brot!(Lachen rechts und bei den National liberalen.) Weil Bassermann sonst nicht in den Reichstag gekommen wäre, muhte er sich zum Leibeigenen des Bundes der Landwirte machen. sGroße Unruhe bei den Nationallibcralen, Lachen rechlS Wenn Sie für Ihren„Führer* einen anderen Wahlkreis bekommen hätten, so hätten Sie ihn nicht nach FrankfuN an der Oder ge schleppt I(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Und wenn seine Wahl nicht so brenzlich gclvesen wäre, dann hätte Fürst Bnlow nicht für ihn so einzulretcn brauchen, als ob ohne Herrn von Bassen mann die ganze Staatsordnung auseinander gehen würde.v bedeutend herab- gesetzt, und auf die Beschwerde des ArbeiterauSschusieS diesem zur Antivort gegeben, die Löhne der M ei st er gingen ihn nichts an!(Hört l hört I bei den Sozialdemokraten.) Aber auch eine große Zahl höherer Arbeiterlöhne, zum Beispiel bei den Kupferschmieden, den Preß- und Hammerichinieden hat man gekürzt. Das heißt man eine Teuerungszulage gcwäbren! Als ich im Bor- jähre ähnliche Klagen vorbrachte, wie? der Staatssekretär zu seiner Rechlserligung daraus hin, daß selbst bei diesen Löhnen der Andrang u den Wersten ungeheuer stark sei. Aber in Wahrheit find fünfmal i viel Werftarbeiter auf eigenen Wunsch entlaficn wordon als wegen Unfähigkeit im Dienste*! Die 6.8 Prozent der auf eigenen Wunsch entlassenen Arbeiter beweisen doch, daß die Werften wirklich kein Dorado sind, daß die Marineverwaltung sich nicht wundern darf. wenn sie teuer baut, da sie die bestqnalifizierten Arbeiter von sich abschreckt.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Zur Sprache muß ich noch einige andere Vorkomi, iiiisse bringen: zunächst Arbeiter-Entlassiingen in D a n z i g. Wir»nüssen uns mit diese» Entlasfuiigen abfinden, die immer stattfinden,»venn die Beratung des Marine-Etats herannaht. Aber hier ist die in der Arbeits- ordnung festgelegte sechsivöchentliche Kündigung nicht i n n e gehalten worden. Zwei Arbeitern, die volle fünf Jahre beschäftigt waren, ist in daS Entlassungszeugnis der Bermerk geschrieben worden, sie seien entlassen, weil sie die übertragene Arbeit nicht zur Befriedigung ausgeführt und sich nicht einwandSstei geführt hätten. Wenn das zuträfe,.wären die Arbeiter nicht volle fünf Jahre beschäftigt worden. Noch ein Jahr vorher war dem einen der beiden gekündigt »vorden, die Kündigung aber zurückgenommen, weil der Werksührer ihm ein sehr günstiges Zeugnis ausstellte. Eine weitere Beschiverde betrifft den Streik der Kohlenlader d e r F i r m a D i e k u n d C l a a r. Da hat bei einem Streik die Marineverwaltung die Werftarbeiter zur Streikarbcit kommandiert und der Werftdirettor hat noch durch einen Tagesbesebl bekannt ge- geben, daß ein Handwerker entlassen worden sei, weil er sich dieser Kohlenladearbeit geiveigert hätte. Auf die Beschiverde deS Handels- und Traiisportarbeiterverbandes antwortete das Reichsmarineanit, daß eS dem Verband ein Recht der Einmischung nicht z»gestehen könne, und daß es ein Verhandeln niit ihm für alle Zukunft ablehnen, nüsse. Nun, die Zukunft wollen wir nur ausschalten.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) In diesem Falle leisteten die Werstarbeiter bei der Streikarbeit passiven Widerstand, und die Kohlcnladefirma sah sich schließlich doch zum Abschluß eines Tarifvertrages gezwungen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Werst in Wilhelmshaven hat Arbeiten, für die selbst 42>/z Pf. Stundenlohn bezahlt, an eine Frankfurter Firma Holzmann vergeben, die dafür nur 37 Pf. bezahlte. Auch dort kam es zu einem Streik' Ist es nun wahr oder nicht, daß diese Finna 1,10 M. pro Arbeitsstunde der Marinevenvaltmig angerechnet hat.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Während dieses Streiks wurde» wie in Stettin unter falschen Vorspiegelungen ausländische Arbeiter herbeigeholt. Als sie sich weigerten, weiter Streikarbeit zu tun und zur Polizei gingen, wurden sie mit Stößen und Tritten mißhandelt, und es kain zu einem Gedränge, bei dem die Polizisten mit blanker Waffe auf die wehr losen Arbeiter ei»hieben.(Vielfaches Hört I hört! bei den Sozialdeinokraten.) An all dem ist die Marineverwaltung mit- verantwortlich. Denn auf ibren Wersten duldet sie nur deutsche Arbeiter. Dieses Zwischenfällen dürste übrigens noch eine diplomatische Jnterveniion Oeslerreichs zur Folge haben. Ich möchte daher zum Schluß dann den Staatssekretär dringend bitten, endlich mit»'einer verfehlten Lohnpolitik zu brechen. un» verzüglich die neunstündige Arbeitszeit durchzuführen, die achtstündige für einen möglichst nahen Termin vorzubereiten, die Teuerungs- zutage zu belvilligen und auch die achträge Lohnzahlung eintreten zu lassen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Spahn(Z.i: Ich kann dem Vorredner in einigen Punkten beistinimen. Insbesondere wünschen auch wir andere Be- stimmungen über die Wahl der Arbeiterai, sschüsse. Ebenso fördern wir die Einführung des neunstündigen Arbeitstages. Es erscheint n,ir zweifelhaft, ob die Teuerungszulage genügend durchgeführt ist. Man hat mir mitgeteilt, daß nur die Löhne der ungelernten Arbeiter genügend erhöht seien. Staatssekretär v. Tirpitz: Was den neunstündigen Arbeitstag betrifft, so habe ich in der Komniission nicht erklärt, daß wir nns nach dem Vorgehen der Privatindustrie richten müßten. Am 30. Januar haben wir in einer Versügung bereits Erhebungen über die Einführung einer nelliistündigen Arbeitszeit angeordner. Bei einer so schwierigen Frage(Schallendes Gelächter bei den Sozialdemokraten), wo es sich um die Neuregelung der Mittags- pausen, der Einrichtung nach den Arbeitszügen, der Marken- kontrolle usw. handelt, läßt sich nicht alles in ach: Wochen erledigen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Aus der Arbeiterunterstützungs- lasse dürfen niemals Zahlungen an Beamte gemacht werden. Wenn der Abgeordnete Legten über die Arbeiternnterstützungskasse nur zwei Beschwerden vorgebracht hat, was will das besagen? De: Abgeordnete Legien sprach davon, daß Unzufriedenheit entstanden sei. War der Einfluß des Abg. Legien ganz unschuldig daran? Ich glaube nicht!(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Ich werde den Arbeiterausschüssen in wohlwollendster Weise entgegenkommen. Unberufene Einmischung vou außen aber wird zurückgewiesen(Bravo! rechts. Unruhe bei den Sozialdemokraten) und zwar von seilen der Direktion aus meinen Befehl und von mir selbst.(Sehr gut! rechts.) Das Borgehen des Herrn Legten kann nur veranlassen, daß die Marineverwaltting in ihrem Bestreben, die Lebenshaltung der Arbeiter zu verbessern, noch vorsichtiger wird.(Unruhe bei den Sozialdemo- kraten. Rufe: Das ist eine Drohung l) Vorsichtiger, weil die nor- male, systematische Arbeit in der Richtung einer Besserung der Lebenshaltung unserer Arbeiter dadurch gestört wird.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Auf die Klagen über angeblich schlechte Löhne werde ich bei der vorgerückten Zeit nicht mehr näher eingehen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wir haben Zeit! Heiterkeit.) Tatsächlich drängen sich die Arbeiter zu den Wersten und wenn mal jemand entlassen wird, so erhebt sich ein großes Geschrei. Das ist doch der beste Beweis.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Auch die Löhne sind gut. Sie sind, soweit Nachrichten über Privatlöhne zu erhalten waren, was. soviel ich weiß, schwierig ist. höher als auf den Privatwerften. Eine Teuerungszulage zu geben hat die Marine- Verwaltung allerdings nicht für zweckmäßig gehalten. Eine Teuerungszulage— das führt schließlich immer zu einer dauernden Erhöhung der Löhne. Am 1. Januar ist 60 Proz. der Arbeiter der Lohn erhöht worden und keinem verringert. Gegen diese Tatsache kommen Sie nicht an.— Der Abg. Legten hat dann behauplet, wir entsießen stets Arbeiter während der Be- catung des Marincetats. Der notiveitdige Wechsel der Arbeits- elegenheit macht von Zeit zu Zeit die Entlassung ganz kurze Zeit ei uns beschäfttgter Arbeiter notwendig. Aber welche Rücksicht wir auf den Arbeitsmarkt nehmen, beweist die Tatsache, daß nie mehr als 1 Proz., in diesem Jahre nur 0.4 Proz. der Arbeiter entlassen »oorden sind. Bei dem vom Abg. Legten berührten Streik in Stettin handelte eS sich um Versuche der Kohlenübernahme von einem Dampfer auf den großen Kreuzer»Prinz Heinrich*, die keinen Auffchub litten. Außerdem sordene die Eisenbahnverwaltung die Kohlenivagen zurück. Gewiß geht uns ein Streik im allgemeinen nichts an, aber solvie derartige militärische Interessen in Frage koniinen, wird einfach zugegriffen, und wer nicht Order pariert, wird entlassen.(Lebhafter Beifall rechts. Zuruf des Abg. Hoffmann- Berlin: Warum nicht erschossen?— Große Heiterkeit links.) Ueber den Streik in Wilhelmshaven bin ich nicht genau unterrichtet. Aber trotz allem Wohlwollen werden wir für die Arbeiter in Privatbetrieben, mit denen wir in Geschäftsverbindung stehen, nicht viel tun können. Schließlich hat der Abg. Legien mir das Beispiel meiner aus- ländischen Kollegen vorgehalten; mir steht ein Urteil über ihr Ver- halten nicht zu, aber ick» denke, wir stellen uns hier wie iinmer am besten auf die eigenen Füße.(Bravo! rechts.) Abg. Legien(Soz.): Herr v. Tirpitz sprach von den notwendige»! Borarbeiten für die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit. Lasten Sie dock die Arbeiter einfach eine Stunde früher heraus, dann ist alles genügend vorbereitet.(Sehr gut! bei den Soziald.) Aber Sie fürchten eben den Unwillen der Privatwcrften.(Sehr»vahr! b. d. Soz.) Ich habe nicht gejagt, Beamte erhielten etwas aus dem Arbeiter- Unterstützungsfonds, sondern die Werkführer und Vorarbeiter er- hielten den größten Teil. Die Organisatioiirn anzuerkennen, ist die Pflicht der Verwaltung. Wenn Sie aber auf Ihrem Stand- punkt stehen bleiben, dann werden Sie einst noch an das erinnert werden, was Sie heute gesagt habe».(Sehr»vahr! bei den Sozial- demokraten.) Unsere deutschen Metallarbeiter sind keine Kulis.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Sie werden von ihren Rechten Gebrauch machen und können verlangen, daß ihre gesetzlichen Rechte respektiert werden. Die Veraiitivorlnng stir die Folge» trifft Sie. Wenn die Verwaltung„noch vorsichtiger" mit der Besserung der Lebenshaltung der Arbeiter vorgehen will, dann werden auch die qualifizierten Arbeiter»noch vorsichtiger" vorgehen. Dann wird die Werstverwaltiing auch nicht ausreichend qualifizierte Arbeiter bekommen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Staatssekretär sollte sich einmal danach erkundigen, er wird finden, daß einem großen Teil der Arbeiter die Aussicht, in e»ie höhere Lohntlasie zu steigen, am 1. Januar genoniinen»vordei, ist. Ich habe über die Arbeiterentlassungen deshalb ge- sprachen, weil diese Entlassungen entgegen den Be- stimmungen der Werftordnung erfolgt sind. Es ist eine merkwürdige Sache, daß diese Entlassungen immer erfolgen, wenn die Reichstagsverbandlungen über den Marineelat vor der Tür flehen. Wen» der Staatssekretär den Zusanlinenstoß in Wilhelmshaven,»vobei die Polizei init blanker Waste eingriff, eine harmlose„Schlägerei* nennt, so»vill ich mit ihm über den Geschmack nicht streiten. Ich nenne den Vorgang eine» ganz gemeinen Ueber- fall.(Lebhafte Zustinimung bei den Sozialdemokraten.) Vor allem aber halte ich es für die verdaininre Pflicht und Schuldigkeit der Marineverivaltung, die Arbeiter vor der Ausbeulung durch die Privatindustrie zu schützen. Wenn eS wahr ist, daß die Finna Holzinann von der Marineverivaltung 1,10 M. pro Arbeitsstunde bekommen, ihre Arbeiter jedoch mit 45 Pf. abgeipeist hat, so handelt es sich um die a l l e r g e u» e i n st e A u s b e u t u n g. Der Marineverivaltung gehen doch die Rechnungen zu. Sie hat die Pflicht, sie zu prüfen.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Das Kapitel„Werften" wird bewilligt. Das Haus vertagte die W e i t e r be r a t n n g auf Donners- tag 1 Uhr. Vorher: Erste und zweite Beratung des Etat»- notgesetzeS, nachher Reichskolonialamt. Versammlungen. Die widerspenstigen Drnschkcnkutscher. Einmal zum Widerstand aufgestachelt, wollen sich die Berliner Droschkenkutscher nicht wieder zur Ruhe bringen lasten, und daran soll der Herr Polizeipräsident selbst schuld sein. Seine Antwort auf die Petition der Droschkenkutscher hat eine große Erbitterung gegen die Polizei hervorgerusen, und man hat nicht übel Lust, den Streik vom 26. und 27. Februar zu wiederholen und in weit größerem Maße, wenn es sein muß. Eine öffentliche Versammlung der Droschkcnführer Berlins und Umgegend beschäftigte sich am Dienstagabend bei Keller mit der Antwort des Polizeipräsidenten und erklärte einstimmig, daß darin eine Nichtbeachtung der be- rechtigten Wünsche der Droschkcnführer liege und man sich damit nicht zufrieden geben könne. Man wolle alle gesetzlich zu Gebote stehenden Mittel zur Anwendung bringen, um den gestellten Forde- rungen zur Anerkennung zu verhelfen. Vorläufig nehme man noch eine abwartende Haltung ein, da Antworten aus weitere Petitionen erwartet werden.— Die Versammlung war sehr gut besucht und Polizei wie Presse schienen wichtige Beschlüsse zu erwarten, denn von beiden Seiten waren mehr Vertreter als gewöhnlich anwesend. Viele Droschkenkutscher waren ganz verwundert über die vielen Polizisten im Vorsaal und auf der Straße und fragten sich, ob man die Droschkenkutscher für besonders gefährliche Kerle hält. Auf der Tribüne waren sechs oder sieben Berichterstatter, die aber bis auf einen bald wieder verschwanden, sobald sie merkten, daß kein Streik, also keine Sensation in Aussicht steht, denn vorläufig wollen die Droschkenführcr, wie bemerkt, noch abwarten, ob die Polizei sich nicht eines Besseren besinnt. Tie Ausführungen der beiden Referenten, Becker und Schulz, welche die Antwort des Polizeipräsidenten einer scharfen Kritik unterzogen, fanden reichen Beifall. Es wurde betont, daß ein neuer Streik, wenn er nötig sein sollte, bei passender Gelegenheit plötzlich angeordnet werden würde und daß sich jeder bereit halten müsse, dem Rufe der Organi- sation zu folgen.__ Das Pflegepersonal und sonstige Angestellte der städtischen Irrenanstalt Herzbergc hatten sich am 27. März im Lokal von Arnhold zu Fricdrichsberg in gut besuchter Versammlung zu- fammengefunden, um gegen Maßregelungen wegen Aus- Übung des Koalitionsrcchtcs zu protestieren. Verbands- sekretär Albin Mohs als Referent führte aus, daß die von den Leitungen städtischer Kranken- und Jrrenpflegeanstaltcn geübte Praxis oft im schroffsten Widerspruch stände zu den wiederholten Zusicherungen des Oberbürgermeisters von Berlin, daß keinem städtischen Angestellten das Koalitionsrecht verkümmert werden solle. Jetzt sei wieder in der Irrenanstalt Herzbcrge eine Maßregelung erfolgt, die des Pflegers Wagner, die in letzter Linie r- f dessen Tätigkeit für die Organisation zurückzuführen sei, genau so wie seinerzeit die Hentschkes. Allerdings verschanze man sich immer durch die Dienstordnung; sie müsse zur sogenannten„Recht- fcrtigung" der Kündigung herhalten. Zur Bekämpfung der inodernen Organisation der Angestellten habe man in Hcrzberge einen Gesangverein gegründet und fördere man die Veranstaltung von Vergnügungen. Von den Obcrpflegern und Oberpflegcrinnen werde unter den Anhängern des Gesangvereins und sonstigen dem Verband abholden Auchkollegen gegen den Verband, namentlich aber gegen seine Funktionäre Stimmung gemacht. Es sei vor- gekommen, daß Beamte den Organisationsgcgnern. die gewöhnlich sich„Lieb-Kind" zu machen wüßten, die Beschwerde gegen Ber- bandsfunktionäre direkt angeraten hätten. So sei es im Falle Wagner gewesen. Nach der Beschwerde Verschiedener solle er mit Bezug auf Nichtorganisierte, die ihn zu„sticheln" liebten, eine Acußerung gebraucht haben, die er entschieden bestreite, die ihm aber gleichwohl einen Verweis einbrachte dahin, daß er eigentlich nicht würdig sei, Pfleger in Hcrzberge zu sein, und daß im Wieder- holungsfalle die Entlassung drohe. Die Kündigung sei alsbald er- folgt, nachdem Kollege Wagner alles versucht habe, eine objektive Untersuchung herbeizuführen und nachdem er die Denunzianten der Unwahrheit bezichtigt hätte. Daß bei Wagner eine Matzrege- l u n g vorliege, sei ganz zweifellos. Man beachte, daß H e n t s ch k e, der nach tadellosem 6jährigen Dienste seinerzeit unter Vorschützung von Kleinigkeiten entlassen wurde, damals Sektionsleiter derOrganisation gewesen sei, und daß man es in W a g n c r mit dem Organisationskassierer für Herz berge zutun gehabt habe. Wie komme es denn, daß immer die Ver- trauensleute der Organisation hinausbugsicrt würden? Es liege einfach ein S y st e m darin. Und dann nicht zu vergessen die Kehrseite der Medaille. Beschwerden gegen leitende Personen, die nachweisbar in ihrem Tun derbe Angriffspunkte boten, hätten be- wirkt, daß den— Beschwerdeführern durch Revers für weitere Beschwerden die Entlassung angedroht worden sei. Sie mutzten unterschreiben, es nicht wieder zu tun. Jene leitenden Personen aber täten ungehindert ihren Dienst weiter. Redner rügte noch die lange Arbeitszeit in Herzberge und die übliche Be- schränkung der persönlichen Freiheit, die tatsächlich an das Gesinde- Verhältnis erinnere, und teilte mit, daß demnächst in einer Broschüre eine genaue und chronologische Darstellung der charakte- ristischcn Maßregelungsfällc aus städtischen Pslegeanstalten heraus- kommen werde. Sein Mahnruf, treu zur Organisation zu halten und freudig für sie zu werben, wurde mit lebhaftem Beifall auf- genommen. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten bestätigt. Nach einem Schlußwort Mohs' wurde fol- gcndc Resolution einstimmig angenommen:„Die Versammlung protestiert gegen die Entlassung des Kollegen Wagner. Sic be- trachtet sie als eine Matzregelung, die deshalb unternommen worden sei, weil Wagner Verbandsfunktionär sei. Ja, sie sehen in den sortgesetzten Entlassungen ein systematisches Vorgehen der Direktionen, um die Organisation in den städtischen Anstalten aus- zurotten. Zu der Annahme sei man umsomehr berechtigt, als sich die Unorganisierten, ganz besonders in Herzberge, jeden groben Verstoß gegen die Dienstordnung erlauben könnten, ohne Nachteile befürchten zu müssen. Tie Versammlung hofft, daß die Herren Stadtverordneten einmal energisch auf eine gründliche Untersuchung der ganzen Anstaltsverhältnisse dringen." Tie Arbeiter der Firma I. Pintsch, Maschinenfabrik, Ivaren am Mittwoch in den Andreassälen ungeivöhnlich zahlreich ver- sammelt, um zu den verschiedenen Betricbsmißständen Stellung zu nehmen. Es war eine ganze Kette von Beschwerden aller Art, die aus fast allen Abteilungen zur Sprache gebracht ivurden. So lassen besonders die Lohnverhältnisse sehr viel zu wünschen übrig. Ab- züge, Prcisdrückereicn durch die Meister sind derartig eingerissen. daß vielfach nur Löhne von 35 Pf. und Akkordpreise von unter 50 Pf. erzielt werden. Die Behandlung der Arbeiter ist häufig eine geradezu unteroffiziersmäßige. Noch immer besteht in dem Betriebe die gssisiündige Arbeitszeit. Als Herr Pintsch seinerzeit um Einführung des Neunstundentages ersucht wurde, hat er die bezeichnende. Antwort gegeben, daß er doch dem Staat in der Ver- kürzung der Arbeitszeit nicht vorgreifen könne. Jetzt aber, nachdem auch in den Stäatswerkstätten meistens nur noch 9 Stunden gearbeitet wird, sieht sich die Firma aber nichr veranlaßt, n a ch- zugreifen. Ein großer Uebelstand ist auch die mangelhafte Ventilation. Eng aneinander gepfercht müssen die Arbeiter in stinken- dem Qualm und Dunst schaffen. Nur bei Eröffnung von Türen und Fenstern kann der entwickelte Rauch abziehen, wodurch natürlich eine heftige Zugluft entsteht. Es ist'denn auch kein Wunder, daß die Krankheitszisfer den Berliner Durchschnitt erheblich übersteigt und sich ständig eine Anzahl Erkrankter in der Heil- und Erholungs- srätte Beelitz befindet. Garderobenspinde existieren ebenfalls nicht. Die Kleider müssen die Arbeiter an Nägel in den Wänden auf» hängen, wo dann nur ein primitiver Vorhang herübergezogen wird. Ein Ankleideraum von etwa fünf Metern im Quadrat muß von nicht weniger wie 76 Personen benutzt werden. Klosetts sind für einige Abteilungen, in denen 70—80 Arbeiter tätig smid, nur zwei vorhanden. Ebenso genügen die Waschvorrichtungen nicht den hvgicnischcn Anforderungen. Die Versammelten nahmen eine Re- solution an, die energisch eine Abstellung der Mißstände fordert. In der Aussprache wurde aber auch hervorgehoben, daß die Arbeiter der Firma Pintsch an all diesen Mißständen sotvohl im Berliner Hauptbetriebe als auch in der Fürstenwalder Filiale zum großen Teil durch ihre eigene Unterwürfigkeit und Indifferenz selbst die Schuld tragen. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfimie» Deutschlands. Bezirk Berlin. Donnerstag, den 29. März 1906, abends 8'/, Uhr: Oeffentliche Versammlung in den„Germania-Salen", Chaussee- sträne 103a, Es spricht Julius Kaliski über:„Macht vor Recht?" Zahlreiches Erscheinen, insbesondere der Angestellten der A. E.-G. erwartet Die Ortsvcrwaltung. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend. Abt. Vll. Mitgliederversammlung bei Hermann Nagel, Rostockerslr. 17, abends 8 Uhr. Verband deutscher Barbier-, Friseur- und Perückenmacher. gehülfen Berlins. Donnerstag, den 29. d. Mts, abends 10 Uhr, im Englischen Garten, Alcxanderstr. 27o: Mitgliederversammlung. Berliner Marktpreise. AuS dem amtlichen Bericht der städtischen Marklhallen-Direktion. Rindfleisch la 65—68 pr. 100 Pfund, Ha 56—64, II la 50-54, IVa 40-48, engl. Bullen. 44—48, dän. Bullen- 00—00, Holl. Bullen- 00-00. Kalbfleisch. Doppelländer 105—120, la 80—88, Aa 65-78, lila 52-62. Hammelfleisch la 62-72, Ha 55-61. Schweinefleisch 72—76. Kaninchen 0,80—1,00. Hühner, alte, Stück 1,50—3,00, alte per Psd. 0,85, junge, per Stück 1,00—1,10. Tauben, junge 0,50—0,70, alte 0,45—0,50. Enten, junge per Stück 3,00, per Pfd. 00—00, rufl., gest. per Stück 3,60. Gänse, junge, per Stück 00— ,00, russ. per Psd. 0,35—0,50. Hechte 81—90. Schleie 00—00. Bleie 56, groß 00—00. Aale, groß 00—00, mittel 00—00, klein 00—00, unsortiert 00—00. Plötzen 43—62. Flundern, pomm. I, per Schock 00—00, Kieler, Stiege la 4—7, do. mittel, per Kiste 3—4, do. klein, per Kiste 00—00. Bücklinge, schwed. per Wall 00—00, norw. 3—3,50, Holl. 4,00, Kieler 3,00—4,00, engl. 3-3,50. Aale, groß, per Psd. 1,10—1,20, mittelgroß 0.80-0,90, klein 0,50-0,60. Sprotten, Kieler, 2 Wall 0,80—1,50, Elb», per Kiste 00— 00. Sardellen, 1902er, per Anker 74,00, 1904cr 72,00, 1905er 70,00. Schottische Vollheringe 1905 00—00, large 40—44, füll. 36—38, med. 33—35, deutsche 37— 44. Heringe, neue Masses, per stz Tonnen 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 00—00. Krebse, per Schock, große 00—00, mittelgroße 00—00, kleine 6,00, unsortiert 00—00. Eier, Land-, per Schock 00— 00, frische 3,30—3,50. Butter per 100 Psund, la 121—122, IIa 118—121, lila 116—118, abfallende 110—115. Saure Gurken. Schock 2.00 M., Pfeffergurken 2,00 M. Kartoffeln per 100 Psd. niagn. bou. 2,10—2,35, rote Dabersche 2,00—2,20, runde weiße 1,80- 2,00. Wirsingkohl per Schock 0.00—00,00. Weißkohl per 100 Psd. 4.00-6.00, Rotkohl per Schock 00-00. Holl. 16-24. Grünkohl, per 100 Psd. 12-15. Rüben, weiße 12—16. Teltower 16-1«. Kohlrüben, per Schock 2,50—4,50. «aflerstand am 27. März. Elbe bei«lusstg-s- 2,43 Meter, bei Dresden-i- 0,90 Meter, bei Magdeburg-s- 4,00 Meter.— Nnstrut bei Stranßslirt-s- 2,30 Meter.— Oder bei Ratibor-s- 4,40 Meter, bei Breslau Oberpegel-s- 5,38 Meter, bei Breslau Unterpeael— 1,02 Meter, bei Frantsurt-s- 2,70 Meter.— Weichsel bei Brahcmünde -f 5,72 Meter.— Warthe bei Posen 1,86 Meter.— Netze bei tisch- Meter. Am 27. d. M., nachmittags >4 Uhr, verschied nach kurzem I schwerem Leiden unser Herzens- j guter Vater und Schwiegervater, I der Zigarrensabrikant j Julius Oornbrowsky I im 54. Lebensjahre. 8556 | Anna Koch geb. Dombrowsky. I Klara Dombrowsky. Willi Koch. Marlin Wenkel. Die Beerdigung findet am Frei- Itag, nachmittags 2'/, Uhr, von Ider Leichenhalle des Emmaus- I Kirchhofes aus statt. Mverein lUUerl.ReiEhslapaitreis (Görliücr Biortel.) Den Mitgliedern hiermit zur i Kennwis, daß unser Genosse, der | Zigarrenhändlcr Julius Dombrowsky Reich cnbergcrstraß e 119a, Stadtbezirk 112a, > gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am ! Freitagnachmittag 2'/„ Uhr, von l der Leichenhalle des Emmaus- | Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. ZeDtralveriiand der Handels-, Transport- u. Verkehrsarheiler Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Hierdurch diene den Kollegen zur Nachricht, daß unser lang. jäbrigeS Mitglied, Kohlenarbcitcr Gottfried Qrudd an einem Unfall durch Schädel- bmch verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstag nachmittags 4'/« Uhr, uom Moabiler Krankcnhause aus nach dem Johannes- Ktrchhos in Plötzensee statt. Ehre seinem Andenken I Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Tle QrtsverNialtung. Deutscher iMetallarheiter-Yerband Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzelge. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Paul Neumarm gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. März, nach« mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuen Nazareth-Ktrch- Hofes aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter kriellrleb Lelimann gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindc-Kirchhoses in Rixdorj, Mariendorstr Weg, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher frleilrleb Viebelitz verstorben ist. Ehre seinem Aiidenken: Die Ortsverwaltung. Invaliden-Dßterstiitzuopskasse lSteiflflraekePD.Liopph6ii. Die Beerdigung dcS am 26. März verstorbenen Stein- drnckers Rudolf Sehondorff findet statt am Freitag, den 30. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Geineinde-Kirch- Hofes in Friedrichshagen. 859b Das Komitee. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die Kranzspenden bei der Bee> dignng meines lieben Mannes, unseres gute» VaierS 630L Paul Helbing sagen wir allen Bekannten, Verwandten und Kollegen unseren innigste» Dank. Die irmierndr» Hinterbliebene». Danksagung. Für die vielen Beweise ausrichtiger Teilnahme sowie die reichlichen Kranz. spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer stets | sorgenden Mutter Berta Ostermann sprechen wir hiermit unseren ttes-. gefühlten Danl aus. Gustav Ostermann nebst Kindern. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter I�uise Meyer geb. Klein im 43, Lebensjahre am 27. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Soilnabendiiachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- UirchoscS ans statt. Oie trauernden Hinterbliebenen. Wilhelm Meyer, Möbelpolierer, Sorauerstr. 16. Zenlralverein lür alle in der! Hulhranche beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen Todes-Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege Max Blasius verstorben ist. Die Beerdigung fitchtl am Donnerstag, den 29. d. M, nach- mittagS 4 Uhr, von der Leichen- halle des Gemeiude-Friedhoses in Lanktvitz aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Ter Vorstand. h»pe�i«Ise»eIiUt't küe l,'l>i-en. Hochmoderner Freisebwinger, Nußb.(wie nebenstehende Abbildung.) 14 Tagewerk, genau gehend und richtig schlagend, halb und voll, unter 5 jähriger reeller, schrisllichcr Ga- rantie von 10 Mark an. E. Möbis BoutliHtr. 14 (am Spittclmarkt) 2. Geschäft: Koppenstr 82. Koldgrude! direkt am Wocheumarkt, sterbesallS- balber zu verpachtei«. 107/lO G. Dangschai, nalie 8, Töpferplan 9. Schöne Wotinuiigen' vornhoraus 2 Trepp., eigener Korridor 2 Stuben u. Küche 33 M. pro Monat, 1 Stube n. Küche 22„ sofort zu vermieten Exerzierstr. 4a. Schlaflos denkt die Bausfrau nachts: l)uiikMU£uag. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die zahlreichen Kranz- ipcnden bei der Beerdigung unserer lieben unvergeßliche» l'rM» sagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannte» sowie dein Gesangverein „ Sangeslusl 11" unseren herzlichsten Dank. Eamilio Zimmermann nebst Baumann Hussitenstr. 28. 8576 Wie kann ich bei den enormen Fleischpreisen alle Tage kräftige Fleischbrühftlppen auf den Tisch bringen? Da fällt ihr ein: Unorr's Luppentafeln und Srhswurst brauchen'ja nur mit Wasser wenige Minuten gekocht zu werden und die beste Fleischbrühsuppe ist fertig. Aber wohlverstanden: Knorr's Luppentafeln und ßrbswurst! Partei- Speditionen: Rva>II» Zweiter Wahl kreis; Hermann Werner, Mitteiiwalde» straße 30, v.part.— Dritter IV alilUrels: St. Fritz, Prinzenstr. 31, Hos rechts pari.— Vles'ter Wahlkreis O.: Robert W e n g e l s, Rüdcrsdorserstraße 3.— SO.; Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15 (Laden). H'iiakter Wahlkreis: Leo Zucht, Keibelstraße 42 (Laden).— Seehster Wahlkreis(lloabit): Karl Anders, Salzwcdelerstr. 8. im Laden.— We,l«Ua�: Karl Weiße, Wiesen« sttaße 4l/42.— Koscnthaler und Oranieabnrgcr Vorstadt: Hermann Raschle, Ackerslr. 36, Eingang Anklamerstr.— Gesund» bnmncn: F. Trapp, Rügcnerstr. 24, vorn Part, links.— Sehtta» haiiser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123.— Vit- Glienicke: Reinhold Schulz, Rudowcrstr. 83.— Charlottenharx: Gustav Scharnberg, Sesenbeimerstr. 1, Ecke Goethestt., v. I.— Wllincrs- dorf-Hnlensce: Georg Frese, Berlincrstr. 46, Laden.— l-lehtea» berg. Vriedrlehsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, hitralnu u. Kiiinmelsbiirg: Otto«eitel, O. 112, Kronprinzen» straße 50, I.— Granau: ö. B I u h ni e, Viltoriastr. 2.— Rixdorf: M. Heinrich, Prinz Handjerystraße 7, im Laden.— Slebiuargea- dorf: Gustav K a m i n s k y, Cunostraße 2.— Sehbaeberg: Wilhelm B ä u m l e r, Martin Lutbcrstt. 51, im Laden.— Tempelbof: M. Müller, Bcrlinerstr. 41/42.— Ober- Schbneweide: Julius G r u n o w, Edisonstr. 10, I.— Nieder- Mchbneweide:BonalotvSkh, Haflelwerderstr. Id.— Johannis- thal: Franz Hünold, Bismarckstr. 7.— VdlersboT: Erich Steuer, Roonstr. 8, I.— Kbnigs- Wiisterhansea: Friedrich Bau man», Luckcnwaiderstr. 46.— K Upen ick: Friedrich W o i ck, Grünstr. 4.— Vrledenan-bitegllt»: H. Be r n s e e, Schloßstr. ll5, Gartenhaus I, in Sieglitz. Bestellungen nehmen entgegen in iStegllta: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. S ch e l I h a s e, Ahornstraße l5a.— Jlnrien- dorf: Hermann R e i ch a r d t, Chaussee straße 16.— Ranmsehnlen- weg: Stock, Ernststr. 2, II.— Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, vorn NI l.— Ne>,- Weißensee: W. Sic sie, Sedanslr. 105, pari. — Reinickendorf Ost. Wllbelmsrnb und SchUn- holie: P. G u r s ch, Provinzstraße 108, II.— Tegel, Rorslg. walde, Wittenau, Waidniannslnst, Herinsdorf und Reinickendorf- West: Paul Kienast, Borsigwalde, Schubart- straße 43.— 1'ankow-VIederscliUnhausen: G. Frerwaldt, Mllhlenstr. 73.— Kichwalde, Kenthen, Allersdorf und Rnnkels •Ablage: Alfons G r ä tz, Eichwalde,.Kronprinzensir. 82, 1.— Teltow: § er mann Krüger, Neueslr. 2.— Nownwes: Wilhelm I a p p e, riedrichstr. l.— bipandau: Koppen, Jagowslr. 9. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschasilichen Werte dort zu haben. ZtNlk) tüCtbClt JttsefNte fÜt* den„Vorwärts" entgegengenommen. ■V Bitte aasschneiden.-MG ♦ E 3 ♦ Moerner's Blumengarten Ober-£icIi«neweide Dampferstation Stern empfiehlt sich zur Abhaltung von Sommerfestiichkellen Jeder Art. 2 grolle SSIe.— 3 Famllien-Kaffee-Kochküchen. Lpochcmachend! Sensationell! Morgen Freitagabend S'/j Uhr, Arminhallcn, Koinmanbantenstraste 20: 4. Lichtbilder-Männer-Vortrag+ vorgeburtliche leibliche, geistige Entwickliing von der Ilrzelle bis zum Meuschen. Vom prall. Nalurheflk. Grundmann. To werden jedem seine Leide» klar! Eintritt 20 Pf. Sioturhell verein Reform, Köpeuiderftr. 78. ♦'Achtung! Vereine, Gewerkschatten, Fabriken, Klubs! 5 Ä fj* ix Restaurant„Waldhaus", y Rauch fang« werder bei k6enthcn, herrlich am Zouthener See u. Hochwald gelegen, hat seine großen Säle Sonntag, d. 10. Juni, 1., 8,, 15., 29. Juli, 5., 12. August noch zu vergeben. 4000 Sitzplätze usw. 2 Dampfer(je 200 Personen) zu vermieten. Gute Küche. Anerkennungen zur Einsicht. Um Besichtigung und rooht- zeitigen Abschluß bittet' C27L* Der Inhaber Karl ROwilsch. 17 l Wir haben die Herstellung der Josetti-Cigaretten so vervollkommnet, dass wir alle früheren Produkte in unserer langjährigen Praxis nur als experimentale Stufen zu dieser Vervollkommnung betrachten. Während dieser Praxis haben wir fortwährend den Vorteil sachverständiger Kritik gehabt, ohne welche die Herstellung von Ligaretten wie JOSETTI CIGARETTOI nicht möglich gewesen wäre. Die Josetti-Cigarette ist thatsächticb ein Erfolg, begründet auf vielen früheren Erfolgen. Sie ist die Cigarette des deutschen Kenners geworden, weil sie über der Kritik des schärfsten sachverständigen Kritikers steht. Joselti Griseldis 10 St 30 Pfg. . im v• Da> Erolea k0rkl»cder TabakbUtter. Nur die feinsieo Blatter werden unter uchveritiodiftf Aufticbt gepflockt Wir empfehlen: „Soziaidemokratisohe ßemeindepolitik". Kommunalpolitische Abhandlungen. Hest 1- Das Intiiiale WaWreeht von P. Hirsch und Dr. lilndemann. Preis 50 Pf. Agitationsausgabe 30 Ps. Nne Darlegung der historischen Entwickelung oec Bürgergemeinde bis zur heutigen Einwohner« gemeinde sowie der heute gelten- den Wahlsysteme zu den kom- umnalen Vertretungen. Hest 2- KotmniKiale irbeiterpoüi von Dr. H. lilndemann. PreiS 60 Pf. Agitationsausgabe 40 Pf. Eme Kritik der Arbeiterpolitik der Gememden an der Hand zahlreicher Beispiele und eine ausführliche Begründung für die Notwendigkeit der Zlrbeitcr-Äür- sorge durch die städtischen Vcr- waltungen. H°st 3- Koniiale Sebulpolii von Dr. Hax Daarcb. Preis I__ M. AgitationSauSgabc BO Pf. Die Broschüre enthält reiches Material zur Beurteilung der Volksschulzustände im Deutschen Reiche. Hest ä: KonmiDiiale VobnongspoUtik von P. Hirsch. Preis L— M. Agitationsausgabe 50 Ps. Eine Untersuchung der Ursachen und eine Schilderung der Folgen der Wohnungsnot sowie eine ein- gehende Darstellung der bisher von den Gememden dagegen ge- trofsenen Matznabmen, daran an- knüpfend die sozialdemokratischen Forderungen. Hest 5: DD von Dr. H. Linder PreiS 60 Pf. Agitationsausgabe 30 Pf. Der Verfasser gibt eine Uebcr- ficht über die gesetzlichen Bestml- mungcn in den Einzelstaatcn und zeigt, wie mnerhalb dieser ewe verhältnismäßig vernünftige Steuerpolitik möglich ist. bpadiliaiiiteVamM Berlin SW. 68 trten. Lindenstr. 69. ä Sei Husten, Heiserkeit wirken Bete helal Hastentropien überraschend ■ohnell und sicher. I Nor ecot.wuun| w» Mark« „Uedloo'' Berich offen. RlnftbraoPT Srhältllch in den Drogerien und bei OttoBalahal, Berlin SO 43 ElMrbahnit4 Phänomen- Cigaretten Phänomen-Oigaretten sind aus achten torkischen Tabaken hergestellt Phänomen-Cigaretteu sind garantiert Handarbeit PKiänomen-Cigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt Phänomen-Cigaretten übertreffen Importen Phänomen-Cigaretten sind überall zu haben Stück Ä, 3, 4 und 5 Pf«. Türk, Tabak und Gigaretten-Fabrik„Namkori" N m i a i LKATZ& CO SpandauerstraBe 45 am Molkenmarkt und Kaiser-, Ecke Schilling- o. Kleine FranklarterstraBe LE 1 für Gastwirte billigste Bezugsquelle Glas-, Porzellan-, Stahl-, Nickel-Waren Niederlage in Rixdorf:„Kaufhaus", Bergstraße 7-8,«.ää., Hr. 74. 23. Mw 2. StÜllgt ItfÖ„VWllltg" JOlllÖlllllt!. S«'M-I.,.2S.WqlM. Bergarbeiterleben in der Mark. �Eigener Bericht des„Vorwärts".) Neunter Berhandlungstag. Kottbus, 28. März. Nach Beginn der Sitzung trug Bergrat B a s e l t das Material vor, welches er gemeinsam mit dem Knappschaftsdirektor Herzer aus der Statistik errechnet hat. Nach dieser Berechnung, die sich auf daS nt Jahr 1904 erstreckt, sind die K r a n k e n z i ff e rn der Stadt- e nicht erheblich ungünstiger wie in Mcurostollen und noch etwas günstiger wie in Elisabethglück.—• Der Verteidiger hebt dagegen hervor. daß bei dieser Berechnung die Vermiiiderung der Arbeilerzahl der Stadt- grübe während des Streiks nicht berücksichtigt ist. AuS dem gestern vom Direktor Herzer vorgetragenen Material sei ersichtlich, daß die Auf- Wendungen von Krankengeld für die benachbarten Gruben erheblich geringer waren wie die der Stadtgrube. Der Verteidiger begründet diese Ansicht durch Zahlenangaben.— Der Sachverständige, Bergrat Baselt, bemüht sich, die Verhältnisse der Stadtgrube als nicht ungünstige hinzustellen und bemerkt, die vom Verteidiger vorgetragenen Zahlen sprechen nicht gegen die Stadtgrubc.— Darauf sagt Rechtsanwalt Liebknecht: Aber gegen die ganze .legend.— DaS gibt der Sachverständige zu. Der Verteidiger kommt nun auf die gestrige Anregung des Staatsanwalts zurück, der sich bereit erklärt halte, den Teil der An- klage fallen zu lassen, der sich auf die Aeußerungen Gärtners erstreckt, welche die Beweiserhebung über Mißstände auf der Stadt- grübe zur Folge haben, weil hinsichtlich dieser Aeußerungen dem Angeklagten der Schutz des 8 193 zugebilligt werden könne.— Der Verteidiger erklärt hierzu namens des Angeklagten Gärtner: Gerade für diesen Punkt stehe dem Angeklagten günstiges Beweismaterial zur Verfügung, er habe auch zweifellos Grund gehabt, für die Ab- ichaffung von Mißständen Sorge zu tragen. Der Angeklagte habe kein Interesse auf weitere Beweiserhebung über diesen Punkt zu verzichten, falls ihm nicht für alle Teile der Anklage der Schutz des Z 193 zugebilligt werde. Eine solche Zubilligung erfolgte nicht. Die Beweiserhebung wird in der bisherigen Richtung fortgesetzt. Runmehr kommen Unfälle>nf der Stadtgrube zur Sprache. Der erste Fall dieser Art betrifft den Hauer Gertig. Er ist im April 1904 im Tagebau abgestürzt und hat dabei den rechten Arm gebrochen und den linken verstaucht.— Gertig, der als Zeuge vernommen wird, hat dem Angeklagten Gärtner seiner- zeit den Unfall so erzählt: Er arbeitete an einer Stelle, Ivo nur ein Mann arbeite» konnte. Steiger Maß habe aber noch einen zweiten Mann an dieselbe Stelle beordert, weil Kohlen gebraucht werden. Der zweite Mann sollte abwechselnd dem Hauer und dem Schlepper helfen. Der Zeuge sagte zum Steiger, an der Stelle könne nur ein Mann arbeiten. Der Steiger habe aber gesagt: Nehmen Sie man die Zigarre aus der Schnauze, dann wird eS schon gehen. Auf die vermehrte An- strengung infolge der Antreiberei des Steigers und auf mangel- hafte Beleuchtung der Arbeitsstelle führte der�Zcuge bei seiner Er- zählung zu Gärtner seinen Unfall zurück. So ist der Fall auch damals in der„Bergarbeiterzeitung" dargestellt worden und Gertig hat die Darstellung nicht als unrichtig bezeichnet. In seiner Zeugenaussage drückt sich Gertig, der jetzt Stollen- Wärter auf der Stadtgrube ist. über die Ursachen seines Unfalles sehr unbestimmt aus. Daß er sich durch die Antreiberei des Steigers zu besonderer Anstrengung veranlassen ließ, scheint er nicht mehr zugeben zu wollen, jedoch bleibt er dabei, daß die elektrische Be- leuchtung an jener Stelle ungenügend war.— Zu diesem Unfall meint der Sachverständige. Bergrat Baselt: Wenn mal jemand abrutscht, das i st doch nichts Besonderes. Das kommt mal vor. Sehr eingehend wird ein Fall erörtert, wo ein Hauer Oczarczak in einem zusammengestürzten Bruch verschüttet und zu Tode gekommen ist. Dieser Unfall hat sich am 1. Dezember 1904 ereignet. Oczarczak hat nach der Darstellung mehrerer Zeugen in einem Bruch des Tiefbaues gearbeitet. Da- neben befand sich ein abgebauter Bruch(technisch als„alter Mann" bezeichnet), dessen Einsturz die Arbeiter befürchteten. Die Stelle wurde für so gefährlich gehalten, daß sich einer der Zeugen dem Steiger gegenüber entschieden weigerte, in diesen Bruch zu gehen. Der Steiger Maß suchte aber die Bedenken der Arbeiter zu zerstreuen, indem er sagte: Ach was, der Bruch steht ja noch.— An der Stelle, um die eS sich hier handelt, waren nach Angabe eines Zeugen die Kappen der Strecke gebrochen und so weit nach unten gebogen, daß die Förderwage» nur noch eben hindurch- gingen. In dem„alten Mann" standen zwei Stempel, die durch den Druck des Gebirges von oben bereits krumm gebogen waren. Steiger Maß soll den verunglückten Oczarczak beauftragt haben, zwischen den beiden gebogenen Stempeln einen HülfSstempel auszustellen. ES ist möglich, daß durch das An- treiben des Hülfsstempels die Hauptstempel umgefallen sind, infolge- dessen natürlich der„alte Mann" zusammenbrechen mußte. Andererseits ist es aber auch möglich, daß durch Risse in dem neuen Bruch, wo der Verunglückte' arbeitete, Sand aus dem„allen Mann" eingedrungen und so der Unfall verursacht worden ist. Einige Zeuge n' geben ganz bestimmt an, daß sie durch Risse in den„alten Mann" hätten hineinsehen können. Das würde beweisen, daß man beim Abbau zu weit an den„alten Mann" herangegangen und dadurch der Unfall ver- ursacht ist. Oczarzak arbeitete ganz allein an der UuglückSstelle. Daß er verschüttet worden ist, wurde erst einige Zeit nach dem Unfall bemerkt. Der Schlepper vermißte seinen Heuer Oczarzak. man suchte ihn und fand, daß der Bruch zusammengestürzt war. Einige andere Fälle kommen nunmehr zur Sprache, an denen die durch Nachlässigkeit der Betriebsleitung verschuldete Unsicherheit des Betriebes illustriert werden soll. Nach dieser Richtung wird folgendes be- kündet: Beim Anlegen einer Kesselschurre stellte sich heraus, daß an der Stelle, wo der Arbeiter, der die Oeffnung von unten her durch- schlug, zutage kommen mutzte, 0—8 Zentner schwere Steine lagen, welche auf den Arbeiter niedergestürzt wären, wenn ein anderer Arbeiter diese Gefahr nicht bemerkt hätte.— Ein anderer Zeuge sagt aus, er sei bei der Arbeit im Bruch auf eine unter demselben be- findliche alte Strecke gestoßen. Der Stempel, den er aufstellen wollte. rnschte durch die Sohle des Bruches in die alte Strecke.— Hierzu meint Sachverständiger, Bergrat Baselt: Dafür könne man die gegenwärtige Betriebsleitung nicht verantwortlich niache». Dieser Zustand sei auf Verschulden der früheren Betriebs- leitu�ng zu setzen, die kreuz und quer gearbeitet habe, um die beste Kohle zu gewinnen. Ein anderer Zeuge ist mit einer Strafe belegt worden, weil er fich weigerte, einer Anordnung des Steigers Maß Folge zu leisten, der von ihm ver- langte, daß er in einem„unruhigen Bruch" einen Stempel ausstellen sollte. Ein„unruhiger" Bruch ist ein solcher, wo Kohlenstücke herunterfallen, was ein Zeiche» dafür ist, daß sich das Gebirge in Bewegung befindet und ein Einsturz zu befürchten ist. Da unter solchen Umständen jede Arbeit im Bruch lebensgefährlich ist, so hat der Zeuge das Aufstellen des Stempels verweigert. Ein anderer Arbeiter, der nachher den Stempel aufstellte, sagte in Ucberein- stimmung mit dem Steiger Maß, der Bruch sei zu jener Zeit ruhig gewesen. Der erste Zeuge bleibt aber bei seiner Aussage. Weiter kommt ein Fall zur Sprache, wo auf die vom Tiefbau zum Tagebau führende Strecke ein Kohlenstück niederstürzte, so groß, daß eS acht Tage dauerte, um die abgestürzte Kohle zu entfernen. Dieser Vorgang wird durch zwei Zeugen bekundet. Steiger Maß sagt dazu, er wisse nichts davon.— Einer der Vorzeugen bemerkte noch, der Riß in der Kohlenwand, der den Einsturz befürchten ließ, sei schon einige Tage vor dem Einsturz bemerkt und auch der Steiger sei daraus aufmerstam gemacht worden. Ein anderer Zeuge sagt, im Tiefbau sei drei bis vier Tage lang die Lust so schlecht gewesen, daß die Grubenlampen nicht brennen konnten. Die Lampen gingen öfter aus. der Arbeiter rief dann um Hülfe, damit ein Kamerad mit Licht käme. Wenn die Lampen überhaupt brannten, dann gaben sie so wenig Licht, daß man nicht bei der Arbeit sehen konnte.— Bergrat B a s e l t will auch diesen Mißstand nicht auf ein Ver- schulden der Betriebsleitung zurückführen. Die Stadtgrube habe natürl ch n Wettcrzug. Da könne, wenn die Temperatur innerhalb und m ß rhalb der Grube gleich sei, die Lust in der Grube so schlecht werden, daß die Lampen verlöschen. Unter s o l ch e n U m st ä n d en dürfe aber in dex Grube nicht gearbeitet werden. Donnerstag, Freitag, Sonnabend Schulbedarfs- Artikel soweit der Vorrat reicht. Schreibhefte 20 BUtt surk mit LöschbUn Dtz. 70 Pf. Oktavhefte 3, 5pt. Aufgabenhefte 4, 6, 8pf. Dianen mit festem Deckel 18, 25, 38 Pf. Dianen mit Wachsmchdeckel 18, 35 Pf. Löschblätter stark, in Mappen, ct. 25 Blatt 6 Pf. Blaue Umschläge 25 Bogen 10 pr. Heftetiquetten 100 Stock 10 Pf. Löschblatt-Oblaten 50 Stock 9 pf. Radiergummi AKA, Töff TWT, Bliw etc. 5, 8, 10 Schulbleistifte Dutzend 22, 35 pr. Zeichenkohle Etuis 5 pf. Zeichenblocks 9, 15, 20 Pf. Zeichenständer 48 pf. Federhalter 2, 4, 8, 10 pf. Federkasten Federkasten doppelt Federkasten schwarz 9, 15, 25 Pf. 18, 30, 45 Pf. 25, 35, 48 Pf. Knaben 1.35, 1.75 2.90, 3.45 braun 6,50 Schulmappen für Ledertuch 95, Leder Rindleder schwarz 6.00, Schulmappen für Mädchen Ledertuch 95, 1.45 Leder 2.90, 3.75 Rindleder sebwarz 6,00, braun 6.50 Frühstücksbüchsen Blech 28, Korbgeflecht 48 PI Frühstückstaschen Ledertuch 48 pf., Leder 94 Pf. Ordnungsmappen 25, 38, 55 pf. Censurcnmappen 25, 38, 60 pf. Butterbrotpapier 100 Bogen 18> 25 pf. Schultafeln 18, 22 Pf. poliert 45 Pf. Klapptafcln 45, 90 Pf. Tuschkasten fOr den Scbulgebraueh 25, 50, 75 Pf. Tuschkasten, Farben in Tuben 75, 1.50, 2.25 Zirkelkasten 25, 45, 95 Pf. Reisszeuge n.Vorschr. f. Fachsch. 1. 45, 2.25,3.00bis 20.00 Reissbretter 1.05, 1.45, 1.85 Griffel Dutzend 8 Pf. weich Dutzend 18 Pf Dürer" Job. Faber„Rafael" 1 loh. Faber..Dessin"| A. W. Faber„Polygrades" 1 H. C Kurz„Rubens" 1„ aDOw j.„ Bleistifte 4 Pf., Dutzend 45 Pf.' 6 Pf., Dutzend 68 Pf. I SfOck 13 Pf.' 4 Pf., Dutzend 40 Pf. I 9 Pf., Dutzend 1.00 Sehulfedern'Ä1 I Perry 17 1 Dutzend 8 Pf. Perry Dutzend 10 Pf. Alfred 2160 Dutzend 15 Pf. Bremer Börsen Dutzend 15 Pf. Karton m. gemischten Federn ca. 120 Stück 25 Pf. Knaben Jockey-Mützen 35 pr. Knaben Jockey-Mützen Cheviot oder Velvet 48,95 Pf. Knaben Schirmmützen 48, 75, 1.25 Knaben Matrosen-Mützen 60, 95, 1.60 Mädchen Matrosen-Mützen 75, 95 Schul- Schirme für Knaben und MSdchen 1.25 Kinder-Hängescbürzen, schwarz, farbig besetzt Llnge ca. 50 55 60 65 70 75 80cm "95 1.05 1.15 1.25 1.35 1,45 1.60 Reform-Kinder-Hängeschürzen, schwarz, hübsch bes. Llnge ca. 60 70 80 90 cm 1.40 1.65 1.00 2.15 Schwarze Kinder-Hängeschürzen m. Volant u. Besatz Llnge ca. 50 55 60 65 70 75 80 cm ILO 1.35 1.50 1.65 ILO 1.95 2.10 Schwarze Reform-Hängeschürzen m.Volanteieg garn. Llnge ca. 60 70 80 90 cm 2�0 1.60 1.85 3.35 Kinder-Capes aus gutem blauen Cheviot mit roter Kappe.| Mäöchen-Jacket aus gutem blauen Cheviot, elegant garniert Ung««*. 50—58 c« 2.90, 60-66 em 3.15, 70-80 cm 3.45, 85-100 cm 3.90| für das Alter von 3—7 Jahren 2.95, von 8—13 Jahren 3.95 A. 3AND0RF& 0 öplttelmarkt Belle Allianceetrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse QBBtttttttttt ftttr Ken der Iiiirrvle iiiitt-iiimmt die Nrduklio» de», Viblitiii» nriu'Hiiltcc keinerlei ?ie>»»>>»url»»q. Theater. Donnerstag, den 29. März. Nnfang V'/j Uhr: Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. SchanfPielhanS. Wilhelm Tcll. Deutsches. Ter Graf von CharolaiS. Berliner. Zlean. Anfang 8 Uhr: Reneö. Ein SonimcrnachtStraum. Westen. Schützcnlicfel. Sitiilicr<>.>Walliier-Theater.) Wanjufchins Kinder. Schiller.�i.(Friedrich Wilhelm- ftädtifcheS Theater). DerG'wiffcnS- wurm. Lesfing. Kater Lampe. ttoniische Oper. HoffmannS Er- Zählungen. Zcniral. Orpheus in der Unter- weit. Wteirovol. Aus ins Metropol. Walhalla. Heinrich Heine. Die BallhanS-Anna. Kleines. Kinder der Sonne. vteiidenz. Der Prinzgemahl. Drinnon. Loulou. Varl Weih. Der Hüttenbesitzer. Lusispielhans. Die von Hochsattel. Thalia. BiS früh um Finife. Luisen. Die Haubenlerche. Denisch-Ainerirnntsches. Er und Ich. Kasino. Die Herren Söhne. Apollo. Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Herrnfeld. FamUieniag im Hause Prellstein. Folies Vaprice. Der Schmock. Dalles u. Co. Winicrgartc». Saharet:»Die Kaiserin der Sahara". Spezialitäten. Bellc-Zliliance. Spezialitäten. Reiitisliallc«. Stettin«: Sänger. Passage. Spezialitäten. Iln,»in. Taulirnstraste IS/in. Abends 8 Uhr: Aus dem Innern Ostasrikas. Im Hörsaal: Dr. Thesing: Höhen Tiere als Parasiten und Krank heitserreger.(Abends 8 Uhr.) Stermonrte, Jnvalidenstr. 57/62. Serliner Hiesler. Ks»». Freitag: üälss vlut. Sonnabend: vor Vliliersponziigsn Zähmung. Sonniag nachm. 2'/, Uhr zu er- mägigte» Preisen: liean. Abends T'/i Uhr: Der Hüttenbesitzer. Neues Theater. Anfang 71/, Uhr. Lm Scrntnernachtstrautn. Freitag; Ein Sommernachtstraum. Sonnabend zum erstenmal: Caesar unch Cleopatra.(Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Caesar unil Cleopatra. (Anfang TVj Uhr.)_ Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Kinder der Kl»i»k. Freitag: Kinder der Sonue. Zentral'Theater. (Operette.) 8 Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Komische Oper. Donnerstag, den 29. März 1906, abends 8 Uhr: Hottmanns Erzählungen. Freitag: Figaros Hochzeit. «onnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Holtmanns Erzählungen. Abends 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Freitag zum erstenmal: Käthchen von Heilbronn. Sonnabend: Aus eigeuen Fügen. Sonntag nachm.: Othello. Abends: Der Verschwender. Montag: Auf eigenen Fügen._ Apollo-Theater. t) Uhr! Täglich- 9 Uhr: Das bummelnde Berlin. Burleske von Benno Jacobson. Musik voll Rudolf Nelson. Im 3. Bilde: ha natschicbc. Solo: Liane d'Kvc. Vorher 8 Uhr: Die glänzende» Spezialitäten. Svnnlaa nachm. 3 Uhr: Venn» a„r Li nen und Spezialitäten. Helropol-Theater Anfang 8 Uhr, 9 Cirolle Jalirosrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaendor. liauclicn in pl] iiuuaucn gestattet, Urania 1",","; Abends 8 Uhr: Aus dem Innern Ostafrikas. 8 Uhr: Dr. Thesing: Höhere Tiere als Parasiten und Krankheitserreger. Sternwarte ,,"a,id6n Str. 57(62. Walhalla Theater Keinrich Keine. Lustspiel in 3 Akten von A. MelS. Hieraus: Sie 3sllksus-Anna. Posse m. Gcs. i. 2 Akt v. Daun u. Haskel. Ani. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. N t«r'-TIi eater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeater). Donnerstag. abends8 Uhr: Wanjnschin� Kinder. Drama in 4 Alien v. S.A. Naidjonow. Deutsche Bearbeitung von Hans Kauf- mann und Max Lie. Freitag, abends 8 Uhr: C)'|»rien»e. Sonnabend, abends 8 U h r: O.vprieniie Sohilier- Theater kl.(Friedr.-WilH. Th.) Donncrstag,abe»dS8Uht: Der mit seinen lustigen Geschichten, i . 14 originelle Spezialitäten. �wwwwww�ww-�wwwwwJ Folies Caprice jBudapesler Possen-Theater f 132 Linienstr. 132, Ecke FriedrichslraBe. Zum 13. Male: Der Schmock und Dalles& Co. Anfang 8 Uhr. | Kasse den ganzen Tag geöffnet.| Porverkaus bei Wertheim. Letzte Vorstellungen der australischen Tänzerin Saharet als I Kaiserin der Sahara. Außerdem Jas glMe Mürz-Program. Trianon=Theater. Ansang liOltlOU* 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die herhe Frucht. KIzlust-Theslei' kurgstr. 24, 2Min.v.BH.BörIe. Täglich 8 Uhr. Enlree S0 Ps. Letzte Woche 1 Johnke Compagnie Reck-Panlomime. Geschwister Fronista Kunstgeiangsdnett und 10 Attraktionen 1. Rangrs. 'ne feine Nnrnmer! Burleske von Max Koch. Familien karten in Barbier-, Friseur- und Zigancngcschäjlcn ulicnlgelllich. Preis hlhdiihie. Sonntag, den 1. April, nachmittags 2'l3 Uhr: MetropohThealer. 1 Carl Weiß-Theater. 9./10. Abteilung I 16 /17. Abteilung Kater Lampe.|Ein friihlinysopfer. iSontag, den 2. April 1906, abends S'l, Uhr, 6 /7. Abteilung im Uarl Weiß-Theater: I Emilia Galotti. � Trauerspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. H 15. Kunft-Hbend 0 im Rathaus am Freitag, den 20. April; Der Dichter und Musiker • Peter Cornelius. 4P Dr. Leopold Hirschberg, Dozent an der Humboldt-Akademie. Billetts a 30 Pf. in den bekannten Zahlstellen. A 228/13 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. 65 Abessinier- Gastans Panoptikum Friedrichstr. 165. Kein Extra-Entree. Zirkus Albert Sehumann Heule abend präzise 7'/, Uhr: (?lite-Zlbe»d. Galaprogr. U. a.: Ein Souper bei Maxim. Ferner: Das gr. Naturwunder. Direkt ans China importierte Gormoranls giiche sangende Tanchervögel. MUe. Uoulse Mary» Eisbären. I um Schluß zum 193. Male: das neue Clilliecl Fraueureich. Webrltder Jamilientag im Kause Prellstein mit den Antoreil Anton u. Donath Herrnfeld in den Hauptrolle». Ans. 8 Uhr. Vorverk. 1l— 2 Uhr. Voraunclxc! Tonntag, den 1. April: Abslliikds-Vorsttlliiilg mit vorhergehendem Festakt u. Verabreichung eines SouvenierS in Form eines Albums, welches den Werdegang des Herrnseld- Theaters mit interessanten Ab- bildungen enthält. XI. Uerliner Saison. Zirkus Busch. "S fl dreMHlcrte ' u Kishären■" unter p ersön lieber V orkührun g des ilerrn Ilagenbeck. Herr Ernst Schumanns Neudressuren und die vorzüglichsten Programmnummern.' Zum Schluß zum 130. Male; Die neueste und gröBte Sehenswürdigkeit Berlins: ♦ Indien. ♦ Orig.-Pantom. d. Zirkus Busch. Besonders hervorzuheben; Eine Tiffcrjagd. Kasino=Theater Lothringerftr. 37. Täglich 8 Uhr. Die Herren Söhne. Volksstück in drei Akten von Walter U. Stein. �s" neue Imnle Härzprogramm. Sonnt. 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Frö belTÄ lierlekTh ealer Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag:VeS' Konzert— Theater Spezialitäten. Nach der VorsleUung: Extratanz. Ansang 6 Uhr. Entree 40 Ps. Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Heute Donnerstag, den 29. März: Lszlsplel lies Bemii. Rose-Theaters. Die Geier-Wally. Schauspiel in 5 Akten u. einem Borsp. Tie Klötze von Rosen »ach ihrem Roman von Wilhelmine von Hillern. Ansang 8 Uhr. Kassencrössnung 7 Uhr. Lorzugsrarten haben Gültigkeit. keivksksHvn. Stettiner Sänger. Ansang Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. OrcMdeneratr. 97 olosseum Btiosi(W(isH"°;™r Sonntag Horsteilungen nachm. 4 und abends 8 Uhr. Nachm. Eintritt 25 Pf. I Kind frei. c Gustav Behrens Spezialitaien- Theater Frankfurter Allee 85. Das sensationelle, vollständig neue März-Progratm Kur Sehlager. i Krug zum I 0/_•*.. 0/ Krug zum 1 Grünen Kranze| Alexanderplatz | Alexanderplatz| $=(im Keller)= jg vi/- W iö Allabendlich: G |„ Fidel itas!"| vl> Damen-Orchcstcr 0/ jjj Bedienung Jjj & nach Münchener Art.$ � Sntree frei.% vv. Säle v.20a-1000 Pers. fassend.«,/ SanssoucliÄ Dir. Wilhelm Reimer. Sonnt., Moni., Donnerst.: DoKiiiann!» üosliljöutsolie 8öiiges. Sonntag zum erstenmal: Dcnnig. Anmeld. f. d. gr. Tdeatersaal z. nächst. Saison(a. f. Miit- wochs) w. schon jetzt entg. Neueröffnet! M-Aiisstellungs- 8iOgrapll-(St. Louis) Theater lebender Photographien mit dmuM llinorniilälen-Progr. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstraße 16. 256L* Invenfur- Ausnalinieprsis i i lloritzplulz. Täglich � in den iintcren Säten ♦ Gottschalk-Konzert. Elysium Landsberger Allee Nr. 40-41. Jnh. C. Elsermann. Irden Donnerstng: Orip-f nal- Harbnrgcr SUnger Direktion: C. Frick und F. Kasche-Krause. Aniaug 8 I hr. Cutrce 19 Pf. VorzugSkarten gelten. Nachher: FrcUauzz. m vers. franko iliel- u. staubfrei, schnee- weiß, daunenreich, pr. Pfd. M. 1,40, dieselbe st. geschlissen M. 2.40.(Muster gratis). 290/3 8rbnclcr, Myslowltz No. 9 I. Schi. Orts-Krankeukasse des Korbmacher-Gewerbes zu Berlin. Donnerstag, den 5. April 190L, abends 8'/, Uhr, im Dcwci-kHcbaftubaa»«, Engel-User 15: == Ordentliche■ General-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahres- rechnung. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Abänderung des Statuts(§ 13). 5. Verschiedenes. 271/13 Der Yoratand. I. A.: Karl Schwedler, _ Vorsitzender._ Eine große Partie piüscl)- Tischten mit reicher Stickerei Ea.33,/3% unter Preis! 6.75m 7.85m. 130X130 cm 140X140 cm 130X160 cm 145X175 cm I0.5-m. .50J so, Wert 10.00 Wert 15 00 Wert 18.00 Wert 22.50 13." M Nach außerhalb— per Nachnahme. Teppich-Spezial-Haus B�in Opanien-Sti'aße 1S8. Inventur-Extraliste| gratis und u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. franko. �Hygienische BödulSÄroiifcl. t>vuvst.xLataloL W Empfehl. viel Aerzte u.Prof. grat. u�Si 1. üneer, Oummlwarenlakrik Berlin NW.. Friedrich« irasso �*0» r n isi Küchenmöbel-Branclie. i*i Donnerstag, den LS. März 1S96, abends 8'/, Uhr: Kranchen-Uersammlung im„Englischen Garten-, Alexanderstrahe Rr. S7v. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Dt« Konimiasion. Hchtunc[t INlodeUtxfchlcr. IPV Die Branchenversammlung findet diesmal am Donnerstag, den 5. April statt._ 83/2 Ter Obmann. Angestellte der H. G.-G.! Tonnerstag, den LS. März ISSS, abendS 8'/, Uhr: Oeffentliehe Versammlung 290/14 in den Kormaniasttlen, Ehausfeeftr. 103a. TageS-Ordnung: Macht vor Recht? Referent: Julius Kaliski. Zahlreichen Besuch erwartet Dl« Ortsverwaltnng deS ZentralverbandeS d.HandliingSgchülfen u.GchülfiiincnDeutschlandS. IVtllKKSTtSI»'«. Sonnabend, 31. März, vorm. 11 Uhr, bei Erank«, Sebastianstr. 29: Versammlung; der arbeitslosen Kollegen. Tages-Ordnung: 1..Iliisere ivirtschaftliche Lage t* 2. Diskussion. Pflicht jedes organisierten aber arbeitslosen Mitgliedes ist eS. der Versammlung beizuwohncn,— Auch NichtMitglieder des Verbandes haben Zutritt.[173/11*]_ Tic Ortsvermaltung. sfinirt Knllils!� Montag, den L.April, abends 8'/, Uhr: Oeffentliciie Turner-Versammlung bei 3nggenhagen, am Moritzplatz. TageS-Ordnung: i.„Herr Kultusminister Tr. Stndt und die sozial- demokratischen Turnvereine". Resrrcnt: Eran-«ent-. 2. Diskussion.' 838b« In Aiibcuacht der wichtigen Tagesordnung bittet um pünktliches und zahlreiches Erscheinen Der EJaberalcr. Freiing, den 30+ März 1906, abends 8 Uhr, in Knns Krllrrs großem Soal. Knpvcnstr. 29: Volks• Versammlung für Männer und Frauen. Tages-Ordnung: Die Mffche WliHxie und die Kiche. Referent: Reichstags-Abgeordneter �äolpk Uokkmann. 62110 Der Einbernfer. Vereinigung cker Alsier, Lsekierer, Anstreieker. Bureau: Engel-Ufer tS. Zimmer 3K. WiÄS 3srüN. Telephon: Amt IV, Nr. S7S0. Donnerstag, den 39. Müy, abends k Uhr, iu der„Neuen Weit", Hasenheide: Mitglieder Versammlung. Tages-Ordnung: dnfere Lobnbcweguno|. Hierdurch fordern wir die Kollegen auf, die Arbeit so frühzeitig zu verlassen, daß ein jeder um 6 Uhr in der Versammlung sein kann. Es sollen sehr wichtige Beschlüsse gefaszt werden. Darum ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. 124/14* Zutritt haben nur Mit'eder der Vereinigung der Maler. ZUtsIIvSsImcI» legitimiert. Die OrUverwaltnng Grautnanns festsäte|ä»8 ä Bühne! Naunynstr. 27. 3 KejtlliallKl I Achtung!»mint! SÄ"'1' J,an oÄfew. Warenhaus HcrmannTietz Leipzigerstrasse— Alexanderplatz Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Montag,— Soweit der Vorrat reicht Schulhefte � Ätael- bl"DZä 70 Pf. Aufgabebücher 3 5 6 8pf. Oktavhefte 3 und 6 Pf. Lack- Diarien so und so Blatt stark 18 35 Pf. Lack- Diarien oroat-oktsT,«s«.»« m»n 18 35 Pf. Diarien mit festem Deckel 18 35 Pf. Diarien engl. Lederrücken, hs bi»« etsrk 35 Pf. Löschblätter in Mappen, 25 Blatt 6 Pf. Heft-Etiquetten gummiert, 100 stück 9 10 15 Pf. Rosetten-Oblaten 50 stuck 8pf. Umschlagpapier blau satiniert, 26 Bogen 9 18 Pf. Reform-Umschläge für Hefte 2 Pf. 4 8 10 bis 28 Pf. 6 Pf. 3 5 7 und 8 Pf. Dtzd. 8pt. 2 Stück 3 Pf. 2 3 5 8 bis 35 pf. Gross 1 5 und 20 Pf. Zum �chulanfahg Federwischer Leder Unikum-Federzieher Federbüchsen Riesengriffel Milchgriffel Lineale in allen Grössen Reissnägel Füllfederhalter„Rapid" I10 Taschenfederhalter 8 18 25 bis 60 pf. Schulfederhalter Dtzd. 20 30 und 40 Pf. Schulschreibzeuge 45 75 95 Pf. Schultintenfässer 8 10 12 25 Pf. Echte u. imitierte Perry- Federn Gross 50 u. 85 Pf. Soennecken 111 EF. Gross 90 Pf. A. W. Faber- Bleistifte unpoüert Dtzd. 22 Pf. H. 0. Kurz Rüben- Bleistifte 1— 4 Dtzd. 35 Pf. Johann Faber Dessin-Bleistifte Dtzd. 60 Pf. A. W. Faber Polygrades- Bleistifte Dtzd. I40 Hermann Tietz Polygrades- Bleistifte Dtzd. 60 Pf. Johann Faber Polygrades- Bleistifte Dtzd. I10 Bleianspitzer„Koh-i-noor" 15 Pf. „Granat" 42 pf. „Puck" 32 Pf. Buntstifte im Etui 8 15 25 38 45 Pf. Bleistiftschoner mit Schieber 3 Pf. Aka-Gummi Blitz-Gummi in allen Formen Spitzen-Gummi Architekten-Gummi Tafeln Federkasten Holz Gummifederkasten Kaisertinte 4 8 und 18 Pf. 4 8 18 32 Pf. 5 und 7 Pf. 32 und 55 Pf. 8 15 18 20 bis 78 Pf. 5 8 10 15 20 bis 85 Pf. 25 40 bis I65 Flasche 3 8 1 5 bis 68 Pf. Gallustinte tiefschwarz, Flasche 8 16 32 bis I45 Echte franz. Kleberollen gummiert' 4pf. Butterbrotpapier fettdicht 100 Blatt 18 Pf. Ordnungsmappen 18 25 45 bis 285 Zensurenmappen 15 25 35 65 bis IZs Büchermappen 12 18 25 35 45 Pf. Radiermesser 8 30 bis 75 Pf. Drei Serien Postkarten-Alben für 160-200 Karten 30 45 60 Pf. Tornister Mädchen-Arm- u. Rückenmappen Tornister Ledertuch 85pf.u.110 mit Fell I30 165 Mädchen-Ärm-u. Rückenmappen �ch l10«.!25 Tnmictop 085.. qiq i Mädchen-Arm- u. Rückenmappen_ Tornister schwarz, Leder 28" bis 310 I schwarz. Leder 360 u. 370 Tornister schwarz Rindleder, unzerreissbar 5°° 600 I�ädohen-�rrnrnappen Sc nnierreisabsr° 5°° u. 600 Frühstückstaschen Frühstückstasche üS«"1" Rlemen 55 pf. Frühstückstasche braun Rindleder I15 u. I50 Notenmappe Kunstieder� �wrnenlegbar Z85 Notenmappen, Collegmappen, Bücherträger, grösste Auswahl. Schul-Anzü�e 6 bis 9 Jahre offene u. geschlossene Blusen- Anzüge, dunkelblau und melierte Stoffe 10 bis 12 Jahre Kinder- Stiefel 25/26 27/80 31/35 Box-Calf, breite Form 36/39 �joo yoo gso 1300 Einzelne Schul-Hosen 175 dunkelblau und meliert haltbare Stoffe :25 r25 90 6—8 8 9—12 13— 14 Jahre 1 35 175 no New-Departure-Freilauf-Bremsnabe Die beste der Welt Millionen im Gebrauch Ungros-Tertrleb: liomaln Talbot, Berlin 8. Restaurant Beilevue fiütjcr RIecb-Werdcr WoItersdorfeF Schleuse, w«�dÄen8eef7 «mpfichlt sich den geehrten Vereinen:c. zu kulantesten Bedingungen�_ Grojfer Saal für 800 Personen."HW 35 fretMilenalmnicr. 2682* i SS V oig t s„Krampenlmrg*4 S; gegenüber von Scbmöckwitz am Fusse der Müggelberge mit allem Komfort neuerbautes Wirtshaus, 2 Dampferstege, 3 große Säle ic., Vcreiiren u. Gelellschasten zu 2and- u. Wasscrparticn bestens l empfohlen.— Zwecks Slblchlüffen u. Mietung von Sommerwohnungen| bemühe man sich nach meinem Berliner Lokal It. Voigt! Itittsr»Sio, 8. VI. ltitteeete. 78. Achtungsvoll Robert Voigt. Mf Kronen-Fabrik. Zum bevorstehenden Umzug empfehle ich mein reichhaltige» Lager von Rronen, Ijyren etc., ebenso werden Umzüge und Neuausarbcitungen vrompt und billigst ausgesührt. SS7L� Robert öorsck,»».7.»"-°.�!«. rv isxxxxxxsrA Brauerei F. Happoldt Berlin S. Hasenheide 32-38 empfiehlt ihr Lager» Münchners TipsTop» in Flaschen und Gehinden. Bier Telephon: Amt IV. No. 9115. 5635L* WA «aizzszaggi:ta:xsxss.TgxTsxxxg»xx«izzxzxxzzzzxxxz«zMzxxz» n kj Dr. Sitnmef, swT Spezialarzt für 29/14* Ilant- and Harnleiden. 10— 2. 5—7. Sonntag» 10— 12, 2— 4 Reichels Universal-* Magenpulver Magenftärkend. die Berdo» ung u»terstu«end. stark appetitanregend. Ltets prompt in seiner Wirkung. Dose M., 3 Dosen M. 3.80 fvk. Bers. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.t. _ Anmeldunq v fttenten 'imlnuluslandeVerwei tun| rinanzierur| la Referenzen CouIanteBedm�ungi 'Wolters&C°,ferli Mlhelmstr 119/120. "älLÄULL Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. «Wivboncn° Versandhaus pevit. salenitustnahe 11/12 Inventur- Ausverkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen. t29lK* Steppdecken billigst Febril Große ginittiuihvfhafec 9, parterre.+t Deckbett. Unterbett, Kissen mit glattrotcm Znlett, zusammen 10,50, nur(Psandl'eibe) Andreasstraße 38.* Rotrosn-gestreistes Deckbett, Unterbett, zwei Kissen, 18.00, Andreasstraße 38, 1342K* Pommorsch es Bauernbctt, Deckbett, Unterbett, zwei Kissen, 27,00. Großes Laken, Stück 1,00. Pfandleihe Slndreasstraße 08. Elektrische nach fiberall.__ 1343a* Bettenverkauf, Gardinenverkaus, Aussleu erwäsche. Meppdcckcn, Bett- inlctte, Tischdec'en, Tcppichverkaus, NicsenanSwahl Uhrcnsorten, Fest- gcschcnkc, Damengarderobcii, Herren- tlcidung, Möbelstücke, sensationelle Spottpreise. Brautleuten empsehlens- wert. PsandleihhauS Wcldcnwcg neunzehn,__ chlO* Jupentur-AuSvcrkaus, Gardinen Stores, 10 Prozent Rabatt. Fenster (zwei Schals) 140, 138, 225» 285, 350. 485, 575, 555 usw.__ 1321ft+ Znveninr- Ausverkauf. Gardinen mit überraschend sch Stickerei. Fenster 135, 165, 210, 255, 285, 325, 425 usw., goldfarbig und rot 265, 285, 325, 450 usw. t322K* rS-h- boner Tüllbettdccken, weiß, creme, 195, 225, 285, 375, 450—71«. WeißenbergS TeppichhanS, Große Franksurler- straße 125, 1323K* Jiiventiirpreis. Steppdecken. Simili. Seide, rot, grün, oliv, blau, zirka 160 breit, 200 lang,§anb- arbeit IWcrt 10,50) jotzt Stück 5,85. Steppdecken, GclegvnheitSkaus, nur so lauge Vorrat, 285, 365, 425, 585, 675, 785 usw. WeißenbergS Teppich- Haus, Große Franksurterftraße 125,' Inventur-Ausverckaus. Tuchiilch decken mit lleinen Stickschlern in allen Farben, Größen. 1,85, 2,25, 2,75, 3,50, 4,35 uiw,.- 1326.(1* Pluschtißchdccken, Gelegenheits- kaus, nnt kleinen Stickschlern, nur so lange Vorrat,, 4,85, 5,65, 6,35, 7,50, 8,45, 9,65, I«d8ö. 1327.K* Möbelstofsreste in Wolle und buntem Plüsch, zu Sosabezügen au». reichend, in allen Preislagen. Weißen- bergSTeppichhaots, Große Franksurter- straße 125. 1328K* Inventur- Ausverkaus. Abfall� Teppiche in allen Größen zu Spoib prellen. 1329K* Teppiche, imitiert Japaner und Perser, 2 Meter lang, nur 3,25. WeißenbergS TeppichhanS, Große Franksurterstraße 125._ 1330K* Portieren(zwei Garnitur 133tK* Jnvcntur-Preis. Ehawls, ein Lambrequw) 3,85, in allen Farben. Ginzrlne turc» enorm Tcppichhaus, straße 125. Teppiche! billig Große und Tuchgarni- WeißenbergS Größen für im Scppr die Inger Mar« 4, Bahnhoi«örfe. Franksurterr 1332K* (schleibosle) in allen ie Hülste deS Wertes ivfinn, Hackelchcr 262/3 Fahrriider, Teilzahlungen. Bcrg- ftraße 23, Skalitzerstraße 40. 1339.(1'' Piantno» Miete, Teilzahlung. Andersen,«chillingstrilße 38. 288/17* Gaskroneu. Pewoleumkronen, Fabrikpreise. Woche 1 Mark. Nur Große Franksurterstraß« 92. 139SK* Gaskronen, dreisiammig 4,50, Ealontronen 8,00, Zugampelii 9,00, Wandarme 0,60. Fabriklager Große Franksurterstraße 92._ 1398(1* Teppiche mitFarbensehlerngabrtt. Niederlage Große Franksurlerstraße 9, parle rre. fl Möbel aller Art, Kleiderspind«, Vertiko, Stühle, Küchensachen(neu, gebraucht), billigst Mobelspeicher, DreSdcnerstraße 117. TeUzahlung ge- stattet._ 106/3* lvlountsanznge und«ommer- pnlctots von 5,00 an, Hosen von 1,50 an. Gchrockanzüge von 12.00 an, Fracks von 2,50 an, sowie für korpulenle Figuren. Rene Garderobe zu staunend bi lligenPrcilen.auS Psand- leihen versallene Sachen kaust man am vorleilhasteften bei. Naß, Mulack- straße 14. 808b* l Kleine Anzeigen( ANZEIGEN lOr die nächste Nummer werden In den Annahme- ite»en für Berlin bis I Uhr. für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt-Expedltlon, Lindenstrasse 69, _ bis S Uhr angenommen. Betten, Gardinen, Decken, Wäsche, Teppiche, Spiegel, GaSkronen preis- wert Leihhaus Ritterstraße 116.-s65* Steppdecken, Tischdecken, Schills- decken, Reisedecken spottbillig, Teppich- hauS Münzstratze 17._ 1369K* Teppiche, kleine Webefehler, spott- billig. Teppichhaus Münzstraßc 17. Gardinen. Portieren. Store, Tüll- bcttdecken wegen Uebersüllung spott- billig, TeppichbauS Münzstraßc 17. M Neueste Damenhüte, wert, nur Pappelallee 1 Schönhauserallee. r preis EckhauS, 1361K* Ktmnrtenhiihne, billigste quelle, Rewickendorserstraße 84. Kanarienhiihue, Weibchen. Seifert, Wilmersdorf, Düsseldorscrstrab« 12, Frante.+104* LNöbelvcrkanf. In meiner Möbeb fabrik Gneisenaustraße 18, am Halle scheu Tor, stehen viele WohmingS Einrichtungen. verliehen gewesene und neue Ausstattungen zu sehr billigem Verkauf, Teilzahlung bei geringer Anzahlung gestattet. Be amten ohne Anzahlung. Ich liefere gediegen» Einrichtungen für 200, 300, 400 Mark, hochelegante 500 bis 10 000 Mark Besonders empfehlenswert ist der große Vorrat verliehen gewesener und zurückgesetzter Möbel, die noch fast neu und im Preise bedeutend herabgesetzt find. Kleiderspind 22, Sosa mit Auszug 30, Bettstelle mit Matratze 20, Mus che! spinde, Vertiko 34, Säulentrumeau 36, Plüschgarnitur 105, Muschelbettstclle mit Matratze 38. geschnitztes Büsett 115, Paneelsosa 80, Schreibtisch 28, englische Schlafzimmer, Speisezimmer, besonders preiswerte Salons. Ge lauste Möbel werden drei Monate kostenfrei ausbewahrt, durch eigene Gespanne� geliefert. Musterbuch gratis. Sonntags von 8—10 und 12—2 Uhr geöffnet,_ 1363K* Herrenaiiziige, Sommcrpalctot», wenig getragene MonatSgarderobe, große Auswahl, verlause nur diese Woche umzugshalber unter Selbst- kostenprciS. Schneidermeister Fürsten- zell. Rosenthalerftraße>8 nur 3 Treppen, vom 3. April Rosenthaler- straße 10._ 262/11" Motorzweiräder 135—, Einzel- rädcr nehme in Zahlung. Jankc, Fricdrichstraße 125._ 262/10* Gutgehendes Restaurant, gegenüber der Post, billige Miele, umstände- halber zu verlausen WinSstraße 56. Hochvornehme Herrenanzüge, PaletotS, feinsten Maßstosien her- rührend, 18—38,00. Herrenhosen ver- kaust täglich, Sonntag. Deutsches Versandhaus, Jägcrstraße 63, I.* Federbetten Stand 10,50, große 16,00, Brautbettcn. AuSsteuerwäschc, Gardinen, Teppiche, Tischdecken, Steppdecken, Uhren, Goldsachen, spott- billig. PsandleihhauS Küstriner Platz 7._ 1345�* Hochelegante Seidenkleider, Wollkostüme, Tuchröcke, Seidenblusen, Ialetts neu und wenig getragen, auch Maßansertigung spottbillig, Engels. Brunnenstraße 3.__ 6966* Möbeltischlerei liefert geschmackvoll« Wohnungseinrichtungen äußerst billig. Ausziehtisch 17, Nußbaum- Kleiderschrank, Vertiko 45, Trumcau geschliffen 35, Plüschlosa 55, Muschel« betistellcn mit Walratze 40. Swias- zimmer. Farbige Küchen 60. Bestchst- gung meines staunend großen Lagers erbeten. Auch Ratenzahlung. Kein Laden. Nur Keller und Hinterräume. Haenück, Tsichlermestter, Dresdener- straße 124, zwischen Oranienplatz und Kollbuser Thor Genosscu erhallen S Prozent._ 12889* 1000 neue Nähmaschinen gebe aus Abzahlung, ohne Anzahlung. Lang- schiff, hocharmig, komplett, mit allen Apparaten. Elegante Aus- stattung, drei Hahre reelle Garantie. Bellmimn, Gollnowstraße 26, nahe derLandSbergerstraße. AltsMalchinen nehme in Zahlung._ 1133a* Gnrdinrnbnn« Große granksnrter- Gratiszugabe oder Nä lgabe oder hmaschinen „Damennhr" bis 12,00 Bergül ohne Anzahlung Äoche 1,00. Post- "" genügt. Köpentckerstraße 60161, |'..... 43, Prenz- +89* karte g«nü„ Große Franksurterstraße lauerstrnße 59/60._ Nnlimaschinen. Zahle biS 15.00, wer Teilzahlung kauit oder nach- weist. Sämtliche Shsteme. Woche t.OO. Postkarte. Lieferung sofort. Brauser, Tilsiterstraße 90.+46* Fräulein verkaust bis zum 30. März Salongarnitur, Plüschsosa, Teppich, Stores. Händler verbeten. Elsasser- straße 32, Hos parterre._ 8606 (Irnfj* 6, parterre. 1+ Klnderbeltslellen. Parteilokal mit Vereinen und Zahlstellen sofort zu verkaufen. Näheres bei Nölte, Brunnmstraße 63, 1 Treppe. 653b Nähmaschinen, alle WW � I Fabrikate, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, ge- brauchte 12,00, Postkarte genügt. Wienerstraße 6, Ackerstraße 113. 847b Kinderwagen 12.00, hochfeine 20,00, Sportwagen 4,00. 6,00, Reisekörbe. Waschkörbe spottbillig. Kießling, Gneisenaustraße 15. 844b Möbelangebot. Im Möbel- verkaussspeicher(Anhalter Bahnhos), Möckeinstraße 25, Hochbahnstation Möckernbrücke, stehen verschiedene Zimmer Nußbaummöbel zum Der- kauf. Darunter befinden sich hoch- moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Salon- gariiiiuren, PaneelsosaS, Bücher- schränke, Ankleideschrünke, Nußbaum- büsette, Bronzekrvnen, Salonbilder, Schreibiische 28,00, sunlelnagelneu, Ruhebetten mit wunderschöner Diwan- decke 22,50, hocheleganter Säulen- trumcau 30,00, prachtvolle Zimmer- tcppiche 8,00, Salonteppiche schon 14,00 bis zu den allergrößten Saal- teppichen, reichgestickte Uebergardinen, Spachtelstores, Tüllgardinen, Stepp- decken, Standuhren, Plüschtischdecken 5,00, verschiedene Gelegenbcilen. Sln- laus ganzer Warenlager, Wirtschaften, Konkursmassen, kostenlose Ausbewah- rung und Transport gekaufter Möbel. Otto LidekeS Transport- und Lager- hauS(Anhalter Bahnhos), Möckern- straße 25. 1308K* Bronzegaskronen! dreiflammtg 6,00, Gaszuglampen 9,00 I SalongaS- kronen 15,001 GaSampellyren Ist,! Schaufensterlicht billig! ZweilochgaS- kocher 3,00! GaSbügelapparat 2'/,! Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32* Möbrlberfanf Wallstraße 80/81. Am Lager besindei, sich viele zurück- gesetzte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu find, Muschelkleider- spiud, Muschelveriito 28 Mark, Ausziehtisch 17. Seiistelle mit Feder« mnlrntze und Kellkissen 29, Muschel- spiegel 12, Kommode 18, Ruhebett 26, Muschelbettstelle, komplett 39, Rohr- stühle 3, Taschensoia 54, Paneel« sosa 75 Schlafsofa 38. Waschtoilellen 26, Säuleiilrumeau, geschliffen 36, Herren- schreibstsch 50, Bücherspind, BüsetlS, Säulenmöbel, englische Schlafzimmer. moderne Küchenmöbel. Auch Teil- zahlung, Transport in Berlin und Vororten frei. 710/11 Roienthalerltrahe 57, 1. Etage. Gelegenheitskäufe. Neu eingetroffen: Große Posten abgepaßter Gardinen, Feilster 1,35, Store«, weiß und creme, Stück 1,45, Tüllbettdccken, Stück 1,65. Ferner Gardinenrestc zu 1 bis 4 Fenstern. Lonnes ksnimes, Rou- leaus, Teppiche, Läuserstoffe, Portieren, Steppdecken bedeutend unter Preis. Gardinen-Zwcig. Kein Laden. 290/2 Fnnge Frau muß schleunigst sinimer Möbel verlausen, Braut- sechs euten dinen, decken, Gelegenheit, Steppdecken, GaSkronen, darunter Gar« Stores, Tisch- Bilder, Salon- garnitur 85,00, Säulentrumeau 32,00 Persertcppich 6,00, Plüschsosa 45,00, Paiieelsosa 50,00, vieles jeden an- nehmbaren Preis. LandSbergerstraße Nr. 42, II._ 8546 Fahrräder, verfallene, am billigsten Leihhaus, Neue Schönhauserstraße 11. (Achtung Hausnummer.) Größtes Fahrrädcrlagcr Berims. RicscnauS- ivahl sämtlicher Fahrradmarken zu Preisen, welche keine Konkurrenz biete» kann. Tatsächlich...... eilen feinster lagelneue Fahrräder, hw Straßenrenner 45,00. Gebraucht« Iah- rüder»kleinste Preislagen*. Man achte genaii aus Firnta und Straßen- Nummer. Leihhaus fLohmann, Neue Schöiibauserstraße 11. günstige Gelegen- OualitätSmarken. Dame verkaust sämtliche Möbel einer großem Wohnung, auch tO Stand betten, Bilder, Garoinen, Tcppiche, Steppdecken» Portieren. Dresdener� straße 38. vorn II links. 107112 Grüukrn.ngcschäft, altes, flott gehend, preiswert zu verkauseu Gör- litzerstraße 71. �_ 841b Spind. Bettstellen, Sosa, Spiegel, andere Sachen billig verkäuflich Wrangeisttaße 136, CylinSkio 853b Grün kranige schüft krankhcits halber sofort verkäuflich Buchholzer- straße 7.__+59 ZigarrengeschÄft sofort sehr billig verkäuflich. Reingewinn nachweislich über 2000 Mark jährlich. Offerten P. M. 99 Postamt 4._+83 Kanarienroller. Zuchtweibchen, spottbWg Schloßplatz 2. 107/13 Versekleclenes. Boltshumarift Balzä, auch Ge» fellschast, Manteuffelstraße 41.+18* Patentauwalt Weffel, Gitschiner straße 94a._ 3486* Kunstftopferel von Charlottenburg, Goethe Pfandleihe, Prinzenstraß täglich 8—8, Sonntags bis 2. KokoSky, aße 84. I." e 63, 96/2' Altes Schlassofa, Garderobenspind, Kommode kaust Verwalter, straße SS. aden 07/3* Alte» Kleiderspind, Kommode und Waschloilette kaust Frau König, Junker- straße 2._ 7186 Nier VereinSzimmer frei straße 30. Seydel- 2916* 262/14* Speisclokal! Stralau ersttaße 43. Spezialität: Bratkartoffeln. 6976* Wäsche wird sauber gewaschen, Freien getrocknet. Abhalft»« Sonn- abends. Emil Pankrath, Köpenick, Müggelhcimerstraße 40._ 8186 Orcheftrion ftockerstraße 33. Pfandlethe Zoffenerstraße 35. hiermit mietet Herzog, Erdmann Ro. +73 Müller, 845b* veleidi Nehme hiermit die gegen Frau Papke und Kollegen Papke zurück. I. Ienor. Tischler. Schöneberg. Golhenstraße 9. 8406 Vermietungen. Ziomer. Möbliertes, separates Vorder- zimmer, 12,00, Schliemannftraße 6, II. Höhn«._+58 '�Möbliertes Zimmer, inkl. 15,00, vermietet Hader, Lychdnerftraße 26. Freundliche Schlafstelle fürHerren, Wusterhausenerstraße 8 II. 852b »letsxesoo�Oh Möbliertes Zimmer oder Schlaf- stelle, allein, Nahe Bahnhol Schön- Häuser Allee, sucht junger Mann. Offerten mit Preisangabe unter R. B. 20 Postamt 68.+59 Arbeitsmarkt. Stellengesucli«. Buchhalter, 36 Jahre, sucht Stellung, eventuell als Expedient, Betricbsbeamter, Kassierer mit Kaution. Offerten I-. 59, Postamt 54. Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholl und t. A. Gläser, Mulack. 1468b zurückgcliesert. ' caße 27. MellMumgebote, Ziseleur-Lehrling verlangt Hirsch. seid, Alexandrinensttaße 23. 764b* Tüchtige Barockvcrgolder weiden verlangt bei Neumann, Hennig u. Co., Zeughofsttaße 21. �18 Packer verlangt Wieuerstraße 9. Radfahrer mit eigenem Rad, un- gesähr 16 Jahre all, findet dauernde und sehr gut bezahlte Stillung Schützenstraße 24/2». 107/15 Reifende für Zigaretten, hohe Provision, sucht Haas«, Neu« König- straße 20. 107/14 Tüchtiger für Rürnbi„ lottenburg, Wielan�iraße 42. stempel fällige Offerten an uk< für Nürnberg verlangt. Ge- verlangt. Bernert, Chat Kropfrahmensehreiner zu sofortigem Eintritt in eine Rahmen- fabrik in der Schweiz gesucht. Eben- daselbst ein tüchtiger Zusebneider für Kropsrahmen aus Kreissäge, Offerten unter Chiffre: 0 1821 Z an Haasenstein& Vogler, Zürich. Schweiz. 200/7 Husland. Tüchtiger Dreher gesucht. Werkzeugbranche. Offerten sub lt. R. befördert der.Vorwäris*. «chtige KmiMIoftr t sofort aesul fräste reflektii Offerten erbeten Zakn, aus seine Bronzearbeit sofort gesucht, es wird nur auf erste Kräfte reflektiert. Stellung dauernd. Robert Knnatschmlede,(206/6 Magdeburg, Annaftr. 30. Barackvergolder. der auch ver- silbern kann, sosort verlangt. Wehner, Stallschreiberstraße 58. 343b Frisickestraßc. 1409K» Parteigenoffen. gut bekannt, finden leichten Nebenverdienst durch Agenwr-Uebernahme. Wohnort gleich- gültig. Meldungen schriftlich. General agentur Otto Münzer, Berlin, Eckert- straße 6. 8S1b* Tüchtige Rahmenmacher miargi Leo Lechner, Alexandrwenftraße 93/94. Sauberes Zimmer, zwei Herren, Petersburgerstraße 67, vorn 4 Tr. lmkS. 8566 MSbliertes, separate» Vorder- zimmer, Neue Hochstraße IS, parterre bei R. Zippel_ 8626 Schloffer, auf Operations, und Krankenmöbel gut eingearbeitet, ver- langen LouiS u. H. Loewenstein, Ziegelstraße 28. 262/13 Einen Packer aus Goldleisten ver- Scblafstellea. Teilnehmer zur möblierten Schlas- stelle gesucht. Frau Jacobey, Kol- bergerstraße 26, III._ 7862 Bester möblierte Schlafstelle (Herrn), DreSdcnerstraße 58 III rechts. Schlafstelle fürHerren zum ersten April Naunhnstraße 21, IN. ArtS. Schlafstelle. Mädchen, Stalitzer. straße IIS, Hos rechts, Keller, Witwe GramS. �+46 Freundlich e Schlafstelle, Herrn, Trcbllgar, Pücklerftraße 11, Ouer- gebäude III._+18 Möblierte Schlafstelle vermietet Freienhagen, Lswesttaße 26.+46 für Herren Zwei Schlafstellen vermieten KoperniluSsbmß« 34, IV linkS. zu vorn +46* Separate Schlafstelle finden zwei Genojien. Plehn, Gerichtstraßc 3, vorn IV.+84 Schlaffteile für""bessere" Herren, Kottbufer User 17, II links, Nähe Görlltzer Bahnhof. 8466 straße 29, vorn 4 Treppen. Möblierte S Am Lützow 9. +12« Schulmädchen für Kind gesucht. ChmielewSki, Barutherftraße 5. 842b langt E. Liepmann, Charlottenburg. egen Ver, terlager Lehrmädchen sofort verlangt straße 83. I._ Lehrmädchen, beffere Hemden, dauernde Bes sticht EHIert, Stettinerftraße iitter. 839b 'Damen- +100 Zeitnngofraueit verlangt Sorauer straße 20_+18 Stuhlffechterin wird verlangt bei Manuel, Reichenbergerstraße 97 a. anen finden sofort lohnende und dauernd« Beschäftigung Gerichtstraße 14,_ 107/17* ~Zeitunfl»frduen finden� sofort lohnende Beschäftigung Sorauer« straße 20.___ 107/16* Zeitungsfrauen finden dauernde BeschästtgungPrinzenstraße41. 106/lS* Zeitungsfrauen finden sofort dauernde Beschäsligung Potsdamer- straße 33._ 106/17* Zeitungsfrauen finden sosort lohnende und dauernde Beschäftigung Schützenstraße 22/23, Siykeslraß« 31. Schiffbauerdamm 1. 106/18* Vereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher Filiale Berlin. In der Werkstelle Ran Wo- elnshl. Ripdorf, Hermanslr. 48 II, sind Differenzen ausgebrochen und ist dieselbe bis aus weiteres gesperrt. Die Arbeitsstellen find folgende: Pannier-, Ecke Weserstrafte. Laubestrafte(veamtenhäuser). Glasow-.Eckr Walterstraftc, Bau. Kroffenerftr.»3 oder LI. Weise-, Ecke Selchowerstrafte. Baumschulenweg, Schröder», Ecke Baumschnlenftraftc. 124/15*_ Di» Ortsverwaltung, Deulscher Holzarbeiter- Verband. Wegen Streik und Differenzen ist |it!iig fttimihlilitli von Treppengeländer- Arbeitern (Drechsler. Tischler, Stellmacher. Polierer, Maschinenarbeiter und Bildhauer) von derTrcppenaeländer- fabrik Joseph Drechsler, Gubener- straße 33: von Bodenleaern von den Bauten in Buch(Firma Damke, Frankfurt a. O). Rle OrtMvcrnultuns. Deutscher Buchbinder-Verband Zahlstelle Berlin. Achtanff! Achtang 1 Karton»Nieter, Karton- Arbeiter u. Arbeiterinnen. Wegen Nichtanerkennung bei Tarifs ist bei der Firma HVettstel, Neue Königstr. 4, ein Streik ausgebrochen. 23/14*_ Di» Orlsverwallung. Im Arbeitsmarkt durch brsoudereu Truck hervorgehobene Anzeigen kosten 30 Pf. die Zeile. Riltcrstraße Cesol. 124. Herrn, ücrgebändc IV. 849b «odlvi*, Kinderwagen, W Sportwagen, gebrauchte, zurückgelctzte spottbillig. Schneider, Kurfürsten- trotz» 172. 101b* «c Rehakteur: Hans�Weber Berlin, Für den LnserätuiteU verantw.: TV. Äliikfc, Berlin, �ruck u. Verla«: Vorwärts Vuchdruckerei u. Derlagsanstatt Paul Singer�Se Co.. Berlin 6W7 tüchtiger, für Blechkantenhobelmaschine, dauernde Beschäftigung, verlangt Panzar A.-ß., Berlin, Badsir. 59. Königsberger Streibarbcit vermittelt die Firma Lnkn& Sohn� Berlin, Klosterstraße 64 früher STIedcrwallMtraiie. Da wohl befürchtet wurde, dal, die Streikarbeit hier in Berlin nicht an gefertigt würde, bcauslragtc dUs» Firma die Firma Schlesinger 8-, KrUnhäum in»renlail. Räch dort ging gestern abend«ine Sendung Stretkarbeit ab. Vorband dar Schneider, Sehneiderinnen u. verwandten Beruh- genossen Deutschland«._ Redaktion und Expedition: Berlin, Cindenltr. 69. fcrnlprecfier: Bml IT, 198}. Nr. 74. Donnerstag, den 29. März 1999. Inserate Sechsgelpsltene Kolonelzelle 20 Pfg... Bei«röBeren ButtrSgen enllprecbenden Rabatt. JJ Zum Austritt ans der Landeskirche. Im Gegensatz zu der bisherigen Praxis hat der Zivilsenat des Kammergerichts in einem Beschluß vom 14. De- zember 1905 anerkannt, daß die Anstrittserklärung aus der Landeskirche seitens des Vaters für sein minder- jähriges Kind abgegeben werden kann. Das Kieler Arbeitcrsekretariat hat diesen Beschluß herbei geführt. Es ist den Vätern, deren Anstrittserklärung für ihr Kind nicht angenommen werden sollte, zur Beschwerde zu raten. Für die Ehefrau kann der Mann den Austritt nicht erkläre«. Sie hat den Austritt selbst zu erklären. Vorort-I�ackricbten. Zur Lemeinäelvahldeioegung. Boxhagrn-Rummelsburg. Parteigenossen I Heute Donnerstag, nachmittags von b— 8 Uhr findet im dritten Wahlbezirk der dritten Abteilung Ersatzwahl für Genossen Ritter statt, der lvegen Doppel« niandats eins den Wählern wieder zurückgegeben hat. In der am 27. d. M. stattgehabten Wählerversammlung wurde Genosse Gastwirt Albert G o r g a s einstimmig als Kandidat aufgestellt. Pflicht jedes Genossen ist es. zur Wahl zu gehen und die Saun, igen aufzurütteln. Das Wahllokal befindet sich im Restaurant Carlin, Hauptstr. 83. DaS Wahlkomitee tagt bei Trach, Prinz Albrechtstr. 5a. Genossen, welche an der Wahlarbeit teilnehmen wollen, mögen sich um 4 Uhr daselbst einfinden. Auf zur Wahl! Das Wahlkomitee. I» Zehlendorf muß im ersten Bezirk eine Stichwahl statt finden. DienLtag, den 3. April, soll entschieden werden, ob der Kandidat des HauS- und Grundbesitzervcreins, der Kaufmann Thornten oder unser Kandidat, der Rohrleger Genosse S ch e I e r in die Gemeindevertretung einzieht. Da, wie in anderen Orten, auch bei uns die für unseren Gegner so leicht zu erlangenden Papier- sttinmen eine Hauptrolle spielen, müssen wir dafür Sorge tragen, daß jeder Mann zur Stelle ist. Hier gibt eS keine Ausreden. Jeder Arbeiter, der nicht gegen die Interessen seiner Klasse handeln will. muß am Dienstag ,m Wahllokal Fürstenhof zeitig antreten, um sein Wahlrecht im Sinne der Sozialdemokratie auszuüben. Wenn die Arbeiter Mann für Mann an der Wahlurne erscheinen, wird der Sieg uns zufallen. Wer auch nur dann. Auf jede Stimme kommt cO am Dienstag an._ Wahlergebnisse. Friedrichsfelde. Eine erhebliche Veränderung in der Zusammen- setzung der Gemeindevertretung haben uns die Gemeindewahlen nicht gebracht. In der dritten Klasse konnten wir im Bezirk Friedrichsfelde mangels eines angesessenen Kandidaten nicht in die Wahl eintreten, während wir in Karlshorst bezüglich der Stimmen- zahl sehr günstig abschnitten, aber noch nicht durchdrangen. In der zweiten und ersten Abteilung hat eine kleine Reinigung stattgefunden. Nicht wiedergewählt wurden Maurermeister Schmidt und Bergwerks- besitzer Reschke, beides Vertreter, die mit dem Gemeindevorstand durch dick und dünn gingen. Wie deren Nachfolger einschlagen werden, muß abgewartet werden. In Friedenau fanden am 27. März für die dritte Klasse die Gemeindevertreterwahlen statt. ES erhielten Haustein fBürgl.) 274, Grünwald fSoz.) 240, Angermüller iSoz.) 23(5, Schu fBürgl.) 165 und Brücker(Bürgl.) 110 Stimmen. Hanstein, der über die absolute Majorität verfügt, ist somit gewählt, während voraussichtlich, da zwei Vertreter zu küren sind, unser Kandidat in die Stichwahl koinnit. In Konsequenz zu unserem früheren Beschluß, die Wahlbewegung zur Agitation und Aufklärung zu benutzen und durch unsere Teil- nähme an der für uns zwar aussichtslosen Wahl gegen ein elendes und widersinniges Wahlsystem zu protestieren, wollen wir uns an dieser Stichwahl noch reger beteiligen, auf daß unser Protest ein noch wuchtigerer, ein noch flammenderer wird. Darum fordern wir die Parteigenossen und freiheitlich denkenden Mitbürger auf, auch bei der eventuellen Stichwahl ihre Pflicht zu tun und Mann für Mann ihre Stimmen für unseren Kandidaten abzugeben. Weißeusee. Die Gemeindevertteterwahlen sind vorüber. In der dritten Abteilung haben wir nicht nur unsere Sitze behauptet, sondern im Vergleich zu der Wahl vor sechs Jahren einen Stimmen- zuwachs um 50 Prozent erreicht und dies, trotzdem die Wahl- bcteiligung eine nur schwache war. denn nur zirka 35 Prozent der Wähler übten ihr Stimmrecht aus. Der Angriff unserer Genossen auf die zweite Abteilung hatte nicht ganz de» gewünschten Erfolg. Bei einer Beteiligung von 22 Prozent der Wähler erreichten unsere Kandidaten 68 bczw. 57 Sttinmen, während die Gegner 223 bezw. 216 Stimmen erhielten. Außer obigen Stimmen standen uns noch zirka 30 Papierstimmen zur Verfügung, welche aber nicht in Anwendung gebracht wurde». Trotzdem durch die Steiierverschiebung nach oben viele unserer Wähler von der zweiten nach d-w dritten Wahlabteilung gekommen sind, können wir auch hier mit einem Stimmenzuwachs von 50 Proz. rechnen, denn vor vier Jahren erhielten wir nur 46 Stiinmen. Der Prozent- satz würde sich noch bedeutend erhöhen, wollten wir die Papierstimmen mitrechnen.— In der ersten Wahlabteilimg ist es so ge- kommen, wie wir vorausahnten. Der Kandidat der Gewerbe- treibenden sollte an die Wand gedrückt werden, nur durch die Ab- gäbe einer großen Zahl Forensen- Sttmmen glückte es ihm, mit 60 gegen 57 Stimmen, welche auf einen noch schnell aufgestellten Hausbesitzer fielen, die Siegespaline davon zu tragen. Seine beiden Mitkandidaten, ebenfalls Hausbesitzer, erhielten 115 bezw. 114 Sttmmen. Es stehen nun noch die Wahlen für den alten Ortsteil bevor, wo bis heute nur erst die Kandidaten des dortigen Grundbesitzervereins bekannt sind, die auch gewählt werden dürften. Eine Verschiebung der früher innegehabten Sitze in der Gemeindevertretung hat demnach nicht stattgefunden und wird unsere sozialdeuivkrarische Fraktion Iviederum gezwungen sein, gegen den HauSbesitzerklüngel dreierlei Art geschlossen vorzugehen. Nieder- Schöneweide. Dem gestern bereits kurz mitgeteilten Wahlresultat sei zur näheren Beurteilung noch hinzugesügr. daß die Gegner kein Mittel unverschont ließen, sich den Sieg zu sichern. Indes darf nicht außer acht gelassen werden, daß sich unsere Stimmenzahl. trotz aller Machinatjon der Gegner, seit der letzten Wahl verdoppelt hat. An den Wähler» liegt es mm, durch Anschluß an den Wahlverein und Abonnement auf den„Vorwärts" die Vorbereitungen zu treffen, im nächsten Wahlkampfe noch besser ab- zuschneiden. Schöneberg. Ter Stadtverordnetenversammlung war es in ihrer außer- ordentlichen Sitzung am Dienstag auch noch nicht möglich, die Etats- beratungen zum Abschluß zu bringen. Bei der Bauverwaltung setzte eine endlose Debatte ein, in welcher fast jeder Stadtverordnete die Donderwünjche seines Bezirks oder Stadtteiles zum Ausdruck brachte. Auf eine Airfrage des Stadtv. Hoffmann(Soz.), wann eigent- lich die Regulierung der Sedan st ratze zu erwarten wäre, konnte der Vertreter des Magistrats die freudige Mitteilung machen, daß es in den letzten Tagen gelungen ist, die betreffenden Hausbesitzer zur Abtretung ihres Vorgartenlandes zu gewinnen, bis auf einen. der sich absolut weigert. Es wird nunmehr mögliäi sein, im kommen- den Jahre an die langersehnte Regulierung der Sedanstraße heran- zugehen. Eine weitere Anfrage, die V o l k s b a d e a n st a l t betreffend, wird dahin beanttvortet, daß in der nächsten Zeit an die Ausarbeitung des Projektes herangegangen wird. Neu eingestellt wird auch eine erste Rate von 100 000 Mark für die Vorarbeiten zur Errichtung des neuen Rathauses. Beschlossen wird ferner, daß die Stadtgemeinde die Unterhaltung der B ü r g e r st e i g e zu übernehmen habe, wenn sie als definitiv regu- liert erklärt worden sind. Beim Etat der allgemeinen Verwaltung wird beantragt, die stenographischen Aufnahmen der Stadtverordnetensitzungen drucken zu lassen und jedem Stadtverordneten zuzustellen. Trotz der vom stadtv. Woller mann(Soz.) sowohl wie von den Stadtvv. G o t t s ch a l k und Dr. M a r r w i tz dargelegten Notwendigkeit konnte sich die Mehrheit nicht entschließen, diesem Antrage zuzu- stimmen; sie erklärte sich nur für die Drucklegung der gefaßten Be- schlnssc, die am Jahresschlnsfe jedem Stadtverordneten zugehen sollen. Seitens der Stadtvv. M a g n a n und Wollermann wird dann noch die mangelhafte Ausführung der Drucksachen ge- rügt, die in der städtischen Druckerei hergestellt werden. Ein Privat- betrieb dürfe derartige Arbeiten nicht liefern. Letzterer wie» noch darauf hin, daß er schon vor einein Jahre auf diesen Uebelstand aufmerksam gemacht habe, aber bis heute sei alles beim alten ge- blieben. Nach Ablehnung eines Vertagungsantrages stellte sich um 10 Uhr die Beschlußunfähigkeit ein, so daß die Sitzung abgebrochen werden mutzte. Durch einen herabstürzenden Mauerstein ist der Arbeiter Karl Koppen, Bergstraße 70 wohnhaft, schwer verletzt worden. K. war auf einem Neubau in der Bennigsenstraße in Schöneberg beschäftigt und als er mit Materialien beladen über den Hof des Baugeländes schritt, fiel plötzlich aus der vierten Etage ein Mauerstein herab und traf K. so unglücklich auf den Kopf, daß der Verunglückte schwer- verletzt zusammenbrach. K. fand im Elisabeth-Krankenhanse Auf- nähme. Rixdorf. Wngnerabenb in Rixdvrf. Der dritte und letzte Kunstabend der Stadt Rixdorf in diesem Jahre ist am Sonntag, den 1. April, abends 8 Uhr, im Realgymnasium. Kaiser Friedrichstratze 210. Bruch- 'tücke aus„Lohengrin",„Holländer",.Tannhäuser" und„Meister- singer" kommen zum Bortrag. Billetts zu 30»md 50 Pf. sind in der Buchhandlung von Bikhardt, Bergstraße 13, und an der Abend- lasse zu haben. Weihensee. In der außerordentliche» Genrralversammlnng der hiesigen Zahl- stelle des Deutschen Holzarbeiterverbandes erstattete Kollege Fuhr- mann einen Bericht vom Gautage, wonach die Wahl eines Lokal- beamten vollzogen wurde. Es waren 21 Bewerbungen eingelaufen. zur Wahl hatte die Verwaltung die Kollegen Robert Fendel-Bcrlin, Fritz Reuter-Berlin. Möbelpolierer, und Albert Kirchner-Weißensee gestellt. Mit 120 Stimmen gegen 46 bezw. 28, die auf Reuter bezw. Kirchner entfielen, lourde Fendel gewählt. Angenommen wurde ein Antrag, beim Hauptvorstand den Ausschluß des Möbelpolierers Emil Schütz zu beantragen. Lichtenberg. Zwei„schwere Jungen" sind gestern der Kriminalpolizei in Lichtenberg in die Hände gefallen. Die Verhasteten, welche auch ein reiches Konto in Berlin zu begleichen haben werden, sind in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Einer der beiden ist ener Geselle, welcher vor einiger Zeit einen äußerst verwegenen Fluchtversuch aus der Irrenanstalt Herzberge unternahm. Erkletterte am Blitzableiter auf das Dach eines an der Außenseite belegenen AnstaltsaebäudeS hinauf und mußte schließlich durch Mannschaften der Berimer Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Friedrichsberg. Der wegen der bestialischen Roheit zur Anzeige gebrachte Fuhr- Herr Rohde, der seinem Pferde buchstäblich die Zunge aus dem Halse ritz, hat sich nun auch mit seinem Kutscher in der ihm eigenen„Fein- nhligkeit" abgefunden. Der Kutscher kam von einer Vernehmung in der Roheitsaffäre seines Arbeitgebers nach Hause, als ihn dieser zu sich berief und dem Kutscher klar zu machen versucht«, datz ein „Kutscher" seinem„Arbeitgeber" nichts nachsagen dürfe und seien es Tatsachen. Als sich der Kutscher die Belehrung energisch verbat, chlotz der„Herr" die Türe ab und bedrohte den Kutscher mit einem schnell herbeigeholten Revolver. Die wiederholten Versuche, die Waffe gegen de» sich mehrenden Kutscher zu gebrauchen, mißlangen, doch verraten die gegenseitigen Verletzungen, daß beide einen heftigen Kamps geführt haben. Der Kutscher mutzte sich mit zerbissenem Daumen, sowie Messersttchen im Kopfe in arztliche Behandlung be- geben, während der Fuhrherr mit zerbrochenem Arm und Schädel- bruch der Charite zugeführt wurde. Wilmersdorf. „Die Bedeutung der Lokalfrage für die Arbeiterschaft und wie können wir uns ein neues Versammlungslokal erkämpfen?" lautete das Thema, mit welchem sich am Dienstag eine stark besuchte Volks- Versammlung beschäftigte. Genosse Giebler ging als Referent auf das rigorose Verhalten der Saalbesitzer ein. die der Arbeiterschaft ihre Säle nur zu Vergnügungen zur Verfügung stellten. Redner gab alsdann einen Rückblick auf die Organisation am Ort, welche es mit der Zeit fertig gebracht habe, sich den heuttgen„Bolksgarten" im erobern. Durch den Uebergang desselben m städtischen Besitz ei die Arbeiterfchast am Orte obdachlos geworden. Das Fern- bleiben der eingeladenen Saalbesitzer kennzeichnet Redner mit ge- bührender Schärfe. Die Sozialdemokratie sei die größte Partei am Orte und sei es nun Pflicht der Partei wie auch der Gerne rkschasten, den Saalbesitzern zu zeigen, datz sie mit einem Machtfaktor zu rechnen haben. Zunächst empfiehlt Redner den Kampf gegen den„Luisen- park". Wilhelmsaue IIS, mit aller Macht fortzusetzen; je energischer und geschlossener der Kampf, desto schneller und sicherer der Sieg.— An die mit stürmischem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine im Sinne des Referates gehaltene Diskussion, an welcher sich die Genossen Tauschel, Sasse, Jakobsen, Hertl, Müller und Engelhardt beteiligten. Alle Redner forderten die Anwesenden auf, den Kampf mit größter Entschlossenheit zu führen und die Saal- besitzer Wilmersdorfs dürsten bald eines anderen belehrt sein. Weder- Schönhausen. Die Gemeindevertretung Nieberfchönhausens hat den Beschluß gefaßt, künftig auch Frauen zur Waisenpflege hinzuzuziehen. Der Beschlutz ging dahin, zunächst vier Frauen dem Waiscnrat zur Unterstützung beizuordnen. Den gemachten Vorschlägen gemäß sind es ja nur Frauen des besitzenden Bürgertums, welche dazu bestinunt wurden. Indes mutz mit Genugtuung konstatiert werden, datz in dem Niederbarnimer Kreise nunmehr wenigstens in einem Orte der Anfang mit einer derartigen segensreichen Tätigkeit gemacht wurde. Leider müssen wir feststellen, datz die großen Vororte des Kreises in dieser Frage vollständig rückständig sind. Ist die Gemeinde auf diesem Gebiete als vorbildlich zu betrachten, so fehlt ihr jede Ueber- ficht über die Bedeutung des Gemeindegrnndeigentums und dessen Erhaltung für die Gemeinde. Seit längerer Zeit beabsichtigt die Gemeinde die Erbauung eines Rathauses. Die mit den Vorarbeiten betraute Kommission hatte vor kurzem über die verschiedenen Per- Handlungen, betreffend den Ankauf von Grundstücken, Bericht er- stattet. Von diesen Berichten heben wir nur einen heraus: den An- kauf des Hoppeschen Grundstückes an der Ecke der Kaiser Wilhelm- und Blankenburgerstratze, in welchem jetzt die Gemeindeverwaltung mietweise untergebracht ist. Der Eigentümer bietet der Gemeinde das 120 Quadratruten große Grundstück für den horrenden Preis von 260 000 M. an. Da zur Verbreiterung der Blanksnburgerstratze 20 Ruten als Stratzenland abgehen, so stellt sich der Preis der ein- zelnen Quadratrnte auf 2600 Mprk. Das ganze Grundstück, lvelcheS sich bis zur Buchholzerstratze erstreckt,, soll den Wert von 450 000 M. betragen; noch vor acht Jahren wurde es der Gemeinde für 150 000 Mark angeboten.— Die Angelegenheit wurde nochmals an die Kom- Mission zurückverwiesen, doch scheint obiges Angebot Aussicht guf Annahme zu haben._ Berliner JVacbrichten. Die Hinrichtung eines Pastors wurde von einer Gruppe liberal- kirchlicher Männer auS der Gemeinde der Kaiser« Friedrich-Kirche in einer zu diesem Zweck einberufenen öffentlichen Versammlung(Brauerei Moabit, Turm- straße) am Dienstag versucht. Es handelte sich selbstverständlich nicht darum, einen der Diener am Worte GotteS durch buch- stäbliche Abwürgung aus dieser schlechten Welt in ein besseres Jenseits zu befördern. Nur eine moralische Hinrichtung war beabsichtigt. Aber wir wollen dahingestellt sein lassen, ob der Ver- such gelungen ist. Die Henkersarbeit, die da verrichtet wurde, galt dem orthodox gesinnten Pastor Hagenau von der Kaiser Friedrich-Kirche. Der Herr ist vor einigen Jahren durch eine ärgerliche Geschichte in der Leute Mund gekonmien. Ueber die Art, lote nach Schluß der Gottesdienste Herr Pastor Hagenau manchmal den Inhalt der Sammelbüchse festgestellt habe. hatte ein Kirchendiener Matth es allerlei Mitteilungen gemacht, durch die Herr Hagenau sich beleidigt fühlte. Der Kirchendiener kriegte seine Anklage und wurde verurteilt. Da« eine wie das andere hätte er sich vorher sagen können. Vor Gericht hatte gegen ihn der Pastor Hagenau ausgesagt, für ihn> r Küster Schräder. Herr Schröder erntete eine Meineidsbesekuldigung und mußte eine Untersuchung über sich ergehen lassen. Das Ver- fahren wurde aber vom Staatsanwalt eingestellt mit der Be- gründung, hier stehe Eid gegen Eid. Diesen Ausgang mag der Küster selber nicht erwartet haben. Gegen ihn wurde indes auch disziplinarisch vorgegangen, und hier war das Ergebnis die Eni- lassung aus dem Dienste, die auch in zweiter Instanz bestätigt wurde. Seitdem ist Herr Schröder samt seinen Freunden un« ermüdlich tätig gewesen, seine Rehabilitierung zu erreichen. Er hat dabei vorwiegend ein indirektes Verfahren befolgt, daS heißt, er hat sich bemüht, den Herrn Pastor in«in Licht zu rücken, von dem der Küster und seine Freunde behaupten, daß es das richtige sei. Das Material, das während des Disziplinarverfahrens und noch nachher von ihnen zusammengetragen worden ist. wurde in der Versammlung vom Dienstag durch den Rechtsanwalt R ö h r i g. den Verteidiger des'Küsters im Disziplinarverfahren. dem Urteil der Oessentlichkeit unterbreitet. Die Geschichten, die Herr Röhrig auftischte, waren eine der anderen ziemlich gleich. Fast immer handelte es sich um Geld« angelegen heiten, mit denen der Herr Pastor zu tun gehabt hatte, und in den meisten Fällen wollte man bemerkt haben, daß da irgendetwas nicht in Ordnung war. Herr Rührig be- hanptet zwar, für alle seine Mitteilungen seien Zeugen vorhanden. Dennoch kann man, was er erzählt, schwer wiedergeben. Daß der Pastor den Küster angepumpt haben soll, mag Hingehen; Geld brauchen und Schulden machen, ist leine Schande. Uebrigens soll Hagenau im Disziplinarverfahren gegen Schröder erklärt haben, er habe nie Geld geliehen— da steht also wieder Aussage gegen Aussage. Auch die Vergeßlichkeit, die man an dem stark überlasteten Pastor zuweilen beobachtet haben will, ist entschuldbar. Freilich muß gefordert werden, daß ein ver- geßlicher Mann seine Finger von fremdem Gelde fern HM oder aber jeden Eingang sorgfältig bucht. Einmal hatte, so erzählt Herr Rührig, eine Dame dem Herrn Pastor eine Summe Geldes zu bestimmtem Zweck überwiesen. Sie hatte ihm das Geld durch ihr Dienstmädchen geschickt, dem sie Vertrauen schenkte. Eine Quittung war ihr von Herrn Hagenau nicht ausgestellt worden. Nachher meinte der Herr Pastor, er habe nichts bekommen. Erst allmählich besann er sich. und er entschuldigte sich dann mit Ver- geßlichleit. Wer weiß, mit wieviel Monaten Gesängnis daS Dienst- mädchen die Vergeßlichkeit des Pastors hätte büßen müsse», wenn dem Herrn Pastor nicht noch zu rechter Zeit daS Gedächtnis geschärft worden wäre. UebrigenS möge aus diesem Vorkommitts jedermann den Schluß ziehen, daß vergeßliche Leute, wenn sie vor Gericht als Zeugen auftreten müssen und ihre Aussage zu beschwören haben, sich doppelt prüfen sollten. Im großen und ganze» haben wir den Ein- druck gewonnen, daß Herr Pastor Hagenau«in auegesuchter Pechvogel ist, zumal in Geldangelegenheiten. Seine Widersacher haben ihm bis in die allererste Zeit seiner Amtstätigkeit nachgespürt. Er begann in einem Dörfchen des Havellandes, und schon da passierte eS, daß dieser und jener sich wegen der Eammel» büchsen den Mund zerriß. In Dorfkirchen pflegen am Emtedank- feste die Sammelbüchsen sich reichlicher als sonst zu füllen. In dem DorfSen, wo Herr Hagenau amtierte, soll das Ergebnis manchen recht nnaiigenehm überrascht haben. lieber die Wirkung solcher und ähnlicher Geschichten geben ihre Verbreiter sich einer Täuschung hin. Die Hoffnung, den Paslor Hagenau mit diesen Mitteln um die Ecke zu bringen, dürfte sich kaum so bald ersiilleu. Wissen denn die Herren nicht, dah ein Pastor so leicht nicht tot zu kriegen ist? Auch die Resolution, die von der Versammlung angenommen wurde, wird weder Herrn Hagenau noch dem Konsistorium sehr imponiercm Die Versammlung ersucht das Konsistorium, mit möglichster Beschleunigung festzustellen, ob Hagenau noch würdig ist, sein Pfarramt zu ver- walten. Merkwürdig genug mag es ja ein naives Geinüt berühren, nach diesem Hinrichtungsversuch den Herrn Pastor nach wie vor auf der Kanzel zu sehen. Aber wir vermuten, dasi das Konsistorium ihm attestieren wird, er habe keinerlei Schaden erlitten. Eine Zumptstraße soll nun doch noch der Gesundbrunnen be- kommen. Der Grundbesitzerverein Gesundbrunnen hat sich bei dem ablehnenden Bescheide des Magistrats bezüglich der Benennung nach Zmnpt, dem ersten und bekanntesten Lehrer des Gesundbrunnens, nicht beruhigt, sondern eine zweite Eingabe an den Magistrat ab gesandt, worin noch einmal die Gründe für die gewünschte Straffen laufe zusammengefatzt waren. Diesmal hatte die Eingabe den gc hofften Erfolg. Der Magistrat erklärte sich in seinem Bescheid bereit, den wiederholt ausgesprochenen Wunsch des Vereins, sobald sich Ge legenheit dazu bietet, zu berücksichtigen und eine Straffe des Stadt teils nach Zuinpt zu benennen. Der Grundbesitzerverein Gesundbrunnen mag auf seinen groffen Erfolg nicht wenig stolz sein. Die Hundesteuermarken verlieren mit Ende dieses Monats ihre Gültigkeit. Die neuen Marlen sind an den betreffenden Steuer onnah niestellen der einzelnen Bezirke zu haben. Starke Anziehungskraft für Spitzbuben scheint das Restaurant Aschinger am Bahnhof Friedrichstraffe, Ecke der Georgenstrahe, zu besitzen. Dieses Restaurant wird auher vom Berliner Publikum auch vom Fremdenpublikum stark frequentiert und diesen Umstand benutzen die Langfinger, um auf leichte Weise Ueberzieher und andere Gegenstände verschwinden zu lassen. Das passiert nun wo anders, auch, allein in diesem Aschinger-Restaurant scheinen diese Dtebstähle recht reichlich vorzukommen. Ein Fremder, der in diesem Restaurant kürzlich seinen Paletot und mehrere darin befindliche wertvolle Gegenstände losgeworden war, beschwerte sich beim Ge- schästsführer nnd erhielt die Antwort, wenn er ihm den Dieb nenne, wolle der Geschäftsführer denselben verhaften lassen, derlei Diebstähle ereigneten sich jede Woche. Eine Ver gütung oder Entschädigung lehnte die Direktion ab. Nun ist es gewiff richtig, daff man in der Groffstadt, speziell in den Lokalen, in denen der Fremdenverkehr sehr stark ist, besonders darauf acht geben muff, nicht bestohlen zu werden, allein die Verwaltung solcher Lokale hätte auch die Pflicht, nach dieser Richtung gröffere Auf- nierkiamkeit walten zu lassen oder die Gäste durch besondere Hin- weise zu gröfferer Achtsamkeit anzuhalten. Es ist doch wirklich kein Trost, wenn man sich über einen Verlust beklagt, hören zu müssen, daff man zu jenen Gästen zählt, welchen für ihr Geld die besondere Vergünstigung zu teil wird, allwöchentlich bestohlen zu werden. Doppelmord in Schöncbcrg. Einem grausigen Kapitalverbrechen ist man gestern abend in der sechsten Stunde in Schöneberg auf die Spur gekommen. In dem Keller der alleinstehenden Villa Karstell an der Ecke der Friedenauer- und Flcgestraffe fand man die Leichen der blutig dahingemordeten Rentier Reichertschen Eheleute. ES liegt zweifellos Raubmord vor. Als gestern abend gegen 6 Uhr die älteste verheiratete Tochter deö Reichertschen Ehepaares die Eltern, die in der genannten ein- stöckigen Villa ganz allein wohnen, besuchen wollte, erhielt sie zu ihrem Erstaunen keinen Einlatz. Vergeblich wartete sie Stunden vor den. Portal. Schliehlich überfiel sie eine groffe Unruhe. Sie bat den in der Nähe arbeitenden Maurer Haase mit ihr die Villa zu gehen. Ihr ahnte, daff hier etwas Furchtbares passiert sein müsse. H. ging auch mit und als die beiden in den Keller treten wollten, war die Tür von innen mit Draht verschlossen H. versuchte nun durchs Fenster in den Keller zu gelangen. Dieser stand seltsamerweise offen. Davor stand ein Stuhl, auf dem mehrere Backsteine lagen. H. stieg min in den Keller und entdeckte dort die blutüberströmten Leichen des Ehepaares. Die bedauernswerten alten Leute waren meuchlings dahingemordet worden. Der Mann wies am Hinterkopf gleich hinterm Ohr eine klaffende Wunde auf, die von einem stumpfen Instrument herrühren muh. Auch die Frau hatte eine ähnliche Verletzung am Kopfe. Sie waren beide durch einen wuchtigen Hieb des Mörders dahingestreckt worden. Es wurde sofort die Polizeibehörde in Kenntnis gesetzt. Noch um 2 Uhr wurde das Ehepaar gestern nach mittag in dem Vorgarten der Villa gesehen. Das Verbrechen dürfte also zwischen l/z3 und 6 Uhr verübt worden sein. Reichert stand in den 7l)er Jahren, seine Frau zählte 56 Jahre. Die Ermittelungen nach den Tätern des grausigen Verbrechens waren bis zur Nacht- stunde ergebnislos._ Ein Bauunglück hat sich am Dienstag auf dem Bau Heil- bronner-. Ecke Barbarossastraffe sUnternehnier Blankenburg) zu- getragen. Der Maurer Hermann Kalien war in einer Etage damit beschäftigt. Rüstlöcher zuzumachen. Um Mörtel zu bestellen, lehnte er sich in den Fahrstuhlschacht. In demselben Augenblick kam der Fahrstuhl von oben herunter und brachte dem Maurer eine schwere Kopfverletzung bei, die seine Ueberführung in ein Krankenhaus not- wendig machte. Wie uns übrigen? von sachverständiger Seite mitgeteilt wird, läfft dieser Bau, der von unorganisierten Maurern besetzt ist. in bezug auf Unfallverhiitungsmaffregeln alles zu wünschen übrig. Trotzdem der Bau bis zur vierten Etage gediehen ist und da» nebenan liegende Grundstück auch bebaut wird, entbehrt der Giebel noch vollkommen des Schutzdaches. Die Baupolizei scheint aber bis jetzt hiervon nichts gesehen zu haben. Tie Raufbolde, die in der Nacht zuni Mvntag den inzwischen verstorbenen Gastwirt Mar Brosy, seinen Sohn und den Hausdiener Theodor Brustkc im„Deutschen Kaiser" zu Plötzensee mit dem Messer überfielen und dann mit dem Automobil entflohen, wurden ermittelt und festgenommen. Die Verhafteten sind der Kraftdroschken- führer Willi Silber aus der Scharnhorststratze 7a, die Droschkenkutscher Walter und Hans Hampel und die Arbmtcr Emil Grabowski und Richard Krüger. Silbers Vater besitzt cine�.Kraftdroschke, die er an: Tage selbst führt. Nachts führt sie dessen Sohn Willi. Dieser machte am Sonntag abend mit seinen Freunden und zwei Mädchen einen Ausflug mit dein Kraftwagen.?tachde»i sie bereits mehr als genug getrunken hatten, kehrten sie, wie Ivir bereits berichteten, zwischen 1 und 2 Uhr morgens noch bei Brosy am Spandaucr Schiff- fahrtskanal ein. Der Wirt verweigerte ihnen jedoch jedes Getränk und forderte sie aus, seine Räume zu verlassen, weil sie sich un- gebührlich benahmen. Zunächst ging auch die Gesellschaft hinaus, dann aber stürmte sie wieder hinein und bearbeitete Brosy, seinen Sohn und den.Hausdiener mit dem Messer. Jetzt, wo die Messer- Helden wegen Körperverletzung mit tödlichen' Ausgange zur Rechenschaft gezogen werden, suckG einer die Schuld auf den anderen ab- zuwätzen. Alle behaupten, daff sie von den Kellnern, tdem Haus- diencr, dem jungen Brosy und von den Gästen geschlagen worden seien, und daff sie vor der Uebermacht die Flucht mit dem Auto- mobil ergriffen hätten. Ion einem Brauerwagen überfahren wurde gestern nachmittag das vierjährige Töchterchen des Arbeiters Wegener, Stolpische- stiaffe 16/17. Die Kleine spielte vor dem Hause mit einer Anzahl anderer Kinder Ball. Dabei beachtete sie nicht, daff ein Wagen angefahren lam und lief direkt in die Pferde hinein. Ter Kutscher konnte das Gefährt nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen und so gingen dem bedauernswerten Kinde beide Räder über die Beine. Der Kutscher, dem keine Schuld treffen soll, nahm sich des Kindes sofort cm und trug es in ein Haus, bis es schliehlich durch Nachbars- leute zwn Arzt gebracht wurde. Die Eltern des Mädchens arbeiten beide cnitzer dem Hause und werden über die Unglücksnachricht sehr erschrocken gewesen sein. Das ist aber das Los vieler Arbeiterkinder in der Groffstadt. Infolge der miserablen Lohnverhältnisse sind vielfach Vater und Mutter gezwungen, au her halb des Hauses auf Erwerb ausgehen zu müssen, die Kinder sich selbst überlassend. Das Gröffere muff oft die Aufsicht der Kleineren übernehmen und so sind dieselben den körper- lichen und sittlichen Gefahren der Groffstadt ausgesetzt. Und bei solchen Zuständen kommen noch Leute her und phantasieren, daff die Sozialdemotratie das Familienleben zerstöre, als ob cs die kapita- listische Produktionsweise nicht längst zerstört hätte. O, diese Pharisäer! Beschränkung der Sonntagsruhe bei der Post an Ostern. Die Sonntagsruhe der Post wird zu Ostern in diesem Jahre zum ersten Male nach den neuen Bestimmungen eingehalten, da die Paket- bestellung an Sonntagen im vergangenen Sommer unmittelbar nach Pfingsten aufgehoben wurde. Es wurde schon damals in Aussicht gestellt, zu den Festzeiten mit grossem Paketverkehr auch an Sonn- irnd Feiertagen eine Bestellung von Paketen stattfinden zu lassen. Für den Berliner Bezirk ist die Frage jetzt von der kaiserlichen Ober- postdirektion folgendermaffen geordnet worden: In Berlin und den grösseren Vororten findet Karfreitag sowie am Osterfest je eine Paketbestellung statt. Am Ostermontag wird dagegen die Paket bestellung ruhen. Die Bestellung von Briefen wird zu Ostern in- sofern erweitert, als am Osterfest vormittags in Berlin und den gröberen Vororten zwei Briefbestellungen ausgeführt werden. Nach Fertigstellung des Unterleitungsnetzes für den Fernsprech betrieb in Berlin werden nunmehr auch die sämtlichen Vororte das gleiche Fernsprechiystem erhalten. Zwar sind in Berlin noch nicht die sämtlichen Aemter an das Unterleitungsnetz angeschlossen, doch werden die Arbeiten für die Umschaltung der Anschlüsse derartig gefördert, daff noch in diesem Jahre das gesamte Berliner Oberleitungsnetz beseitigt werden kann. Inzwischen sind auch in den übrigen Bezirken der einzelnen Fernsprechämter, sowohl des Direktionsbezirkes Berlin als auch des Direktion� bezirkes Potsdam, die Vorarbeiten für die Durchführung des Unterleitnngsbetriebes in Angriff genommen. In einzelnen Vor orten, wie Charlottenburg, Schöneberg, Friedenau nnd andere» grösseren Amtsbezirken, sind die Unterleitungskabel bereits gelegt und nunmehr soll da? gesamte Vorortgcbiet ebenfalls einheitlich nach diesem System umgewandelt werden. Allmählich findet auch ein Ausbau der verschiedenen Vorort- Fernsprechämter statt und werden dieselben mit den modernen Einrichtungen versehen. So soll nach und nach das gesamte Fernsprechnetz der Bezirke Berlin und Pols- dam einheitlich umgestaltet und dadurch der Fernsprechbetrieb wesent lich erleichtert werden. Durch das anhaltende Hochwasser der Spree und Havel hat der Grundwasserspiegel in Berlin und Umgebung eine Höhenlage er- reicht, wie sie bisher noch nicht beobachtet worden ist. Das bohe Grundwasser hat denn auch bereits bedeutende Schäden verursacht. da sowohl in Berlin wie in den Vororten zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt sind. Erhebliche Siörungen übt auch das Grundwasser auf den Baumarkt aus. da die Ausschachtungsarbeiten bedeutend er- schwert und zum Zwecke der Vornahme von Fundamenticrungs- arbeiten erst die Baugruben mit Hülfe von Dampfpnmpen wasserfrei gemacht werden müssen. Der Andrang des Grundwassers ist aber an manchen Stellen, so beispielsweise auf dem Terrain der Jiidcnwiesen in Moabit so bedeutend, daff trotz nmmtcrbrochener Tätigkeit von Dampspumpen die Bauarbeiten schon seit zwei Monaten völlig ruhen. Sehr empfindlich ist ferner auch die Land- Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Die Arbeiten für die Frühjahrsbestellung der Felder, die ini Monat März vorgenommen werden müssen, mufften bisher unterbleiben, weil das Grundioasser zum Teil zutage tritt, aber auch dort, wo dies nicht der Fall, der Erdboden zu sehr durchnäfft ist. Vom Strasienbahuwagen abgestürzt ist vorgestern vor der Irren- anstalt Dalldorf der Strahcnreiniger Franz Becker. Er bestieg vorgestern nachmittag gegen �4 Uhr einen an der Endhaltestelle Dall- dorf stehenden Straßenbahnwagen der Linie 28 und blieb auf dem Hinterperron des Motorwaggons stehen. B. nahm das Fahrgeld aus der Tasche, wobei ihm ein Zehnpfennigstück aus der Hand glitt und auf den Fuffboden der Plattform ftel. Als sich der Straffen. reiniger bückte, um die Münze wieder aufzuheben, verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte kopfüber von dem haltenden Wagen auf das Straffenpflaster herab. Becker erlitt einen Schädelbruch und wurde in besinnungslosem Zustande nach dem Paul Gerhardt- Stift übergeführt. Bei einer Explosion schwer verbrannt. Ein verfehltes Lösch- mittel wandte vorgestern abend der Maler Grundmann an. G. hatte in einem Hause Unter den Linden Malerarbeiten ausgeführt und bei dieser Gelegenbeit wollte er Wachs mit Terpentin zu Färb- zwecken verschmelzen. Er goh die beiden Massen auf eine groffe Pfanne und machte Feuer darunter. Bald kam die Masse zur Ex- plosion und mächtige Flammen schlugen empor. G. wuffte sich in seiner Angst nicht zu helfen und er sann aus alle möglichen Mittel, um den Brand zu löschen. Schliehlich wandte er gerade nicht das praktischste an. Er setzte sich schnell auf die Pfanne, um das Feuer auf diese Weise zu ersticken. Die Folgen waren aber weit schwerere als der Maler vorausgesehen.. G. halte bei dem seltsamen Lösch versuche am Gesäff so schwere Brandwunden davongetragen, daff er zunächst nach der Unfallstation in der Kronenstraffe und von dort in daS Krankenhaus gebracht werden muffte. Auch der Portier des Hauses, der zu Hülfe geeilt war, hat sich an den Händen und im Gesicht Brandwunden zugezogen. Die Jagd nach einem Geisteskranken rief vorgestern abend«ruf dem Gesundbrunnen groffe AuftegunH hervor. Der 38jährige Stein. setzer P. war plötzlich von der Tobsucht befallen worden, und nur mit cincr Hose bekleidet eilte der Kranke halbnackt auf die Straffe hinunter. Er wurde von Passanten verfolgt, doch immer wieder gelang es ihm, zu entwischen. Laut schrie P. um Hülfe, und da- durch wurde die Anzahl semer Verfolger von Minute zu Minute immer gröher. An der Grenze von Plötzensee glückte endlich die Festnahme des Irrsinnigen. Durch Polizeibeamte wurde er nach dem Revier 101 gebracht und nach eingehender Untersuchung durch den Kreisarzt der Irrenanstalt in Dalldorf überwiesen. DaS Opfer eines schweren Ueberfalles ist vorgestern abend der Illjährige Arbeiter Karl Liepke aus Hohen-Neuendorf geworden. L. wurde auf deni Wege durch die Rcinickcndorfcrstraffe plötzlich von zwei fremden Mäwnern überfallen, und vergeblich versuchte er, sich der gefährlichen Täter zu erwehren. Schwerverletzt schleppte er sich schliehlich nach der Unfallstation in der Badstraffe, tvo er die ersten Notverbände erhielt. L. muffte dem Kranlenhause überwiesen werden. Die Tage des alten Hauses am Alexanderplatz, das das Gc- brüder Herrnfeld-Theater so viele Jahre hindurch bc- hcrbergte, sind gezählt— bereits in den ersten Tagen des April wird die Spitzhacke an das Gebäude gelegt. Am Sonntag, den 1. April, findet die Abschiedsvorstellung statt. konnte. Manches Mädchen ist durch Lockungen oder mit Gewalt nach jenem.Hause gebracht worden, wo sie verloren war, sobald sie die Schwelle überschritten hatte. Dieser Neger hatte Agenten in seinen Diensten, die Mädchen, welche fremd nach New Dort kamen, nach- stellten und sie verlockten. Manchmal führte der Zufall Mädchen in jenes Haus, das äutzerlich als Gasthaus galt; sie wurden eingelassen, betrunken gemacht, und als sie wieder zu sich kamen, befanden sie sich in losen Gewändern unter Leidensgenossinnen und waren ge- sangen.— Daff diese Lasterhöhle bisher ungehindert bestehen konnte, West, 30. Street, ist nur dadurch zu erklären, daff die Polizisten durch groffe Bestechungen veranlatzt wurden, sich nicht einzumischen. Jetzt endlich ist bei Gelegenheit einer Razzia die Spelunke aus- gehoben worden. Im Polizeidepartenient von New Dork sind seit einiger Zeit allerlei Untersuchungen im Gange, die Enthüllungen über die Beziehungen der Polizei zu den öffentlichen Häusern bringen, wobei unglaubliche Zustände zutage gefördert werden örlefkasten der Redahtion. ■jurirtitcher Cell. 3i(iiirif/IMirei)rr«ftmit>( ktndci läalich mit Viisnafinirves Sonnabends von 7'/, bii>»'/, Ilbr obciidS ftnlt.(flcörfnff: 7 Ilbr Jeder Anfraac ist ei» Buchstabe»nd«ine Zahl als Merkzeichen bcizusligcn. Briefliche Aniwort wird nicht erteilt. R. Z. Ivo. Ihre Anfrage Ist in der dritten Beilage des„Vorwärts" vom 20. März beanlivorlet.— Z. F. 28. Ja.— P. 100. 1. Neil!. 2. Wer aus der Kirche ausscheidet, hat nach Ablauf eines Jahres keine Kirchensteuern zu zahlen. Das Jahr rechnet vom Beginn des Jahres ab, daS auf den Austritt folgt. Treten Sie im Jahr 1906 aus, fo haben Sie vom 1. Januar 1908 ab keine Steuern mehr zu zahlen.— P. R. Nein.— — S. 100. In der Regel find Prämienlotterien ungesetzlich und nicht klagbar, manchmal auch Schwindel. Wollen Sie über eine bestimmte Lotterie etwas wissen, fo tragen Sic Ihren Fall unter Vorzeigung der Ihnen zugegangenen Offerte vor.— Zt. SÄ. Ohne Einsicht der Alten ist cs unmöglich. Ihnen mitzuteilen, was auf Grund der Ihnen zugegangenen Aktenstücke Rechtens ist.— O. R. 100. Wenden Sie sich beschwcrde- führend an den Amtsvorstchcr.— P. H. 22. Der Fall ist streitig, wenden Sie sich an das ReichsvcrsicherungSamt mit dem Antrag, die Berufsgenoffenfchaft zur Zahlung von Zeugengebührcn an Sie zu ver- anlassen.— C. D. 10. t. Wenden Sie sich an die Postdirektton. 2. Nein. 3. Sie können Zusendung beantragen.— L. Z.. Etzarlottenburg. Ja. — Friedel. Daff.Volkswohl", Linkstr. 13, ein Schwindeloerein ist, ist von uns ausführlich dargelegt.— Architekt(S. Eine Klage hat wenig AuS- ficht auf Erfolg, weil Sie im Vertrage nicht ausdrücklich das von Ihnen Gewünschte festgelegt haben.— H. G. 17. Tragen Sie den Sie betreffenden Fall vor. Insbesondere geben Sie an, ob ein Testament vorliegt, wann der Todesfall sich ereignet, ob eine Teilung stattgefunden hat. Eine Antwort aus allgemeine Fragen nützt Ihnen nichts.— W. W. 21. 1. und 2. Ja. 3. Klage beim Amtsgericht. 4. Es kann die Herrschaft den aus die Krankheitszeit u zahlenden Lohn gegen die Arzt- und Apotheterrechnungen verrechnen. 8. B. Wenn Sie die Eltern nicht durch gütliche Vorstellungen zur Gc- nehmigung der Heirat veranlassen, so müffcn Sie warten, bis die Braut das 21. Lebensjahr vollendet hat.— O. St.. Reichenbergerftr. l. und 2. Ja. — 2l. P. 40. Nein, Fragen für den Briefkasten können keineswegs sofort beantwortet werden. In der juristischen Sprechstunde erhalten sie sofort Bescheid.— E. Wüiiner. Der Vater seines auherebelichen Kindes hat für dasselbe Alimente zu zahlen, gleichviel ob er die Mutter heiratet oder nicht. — R. Sch. Der Gesetzentwurf ist noch nicht veröffentlicht.— O. 95). Die Charits ist verpflichtet, auf Ihr Verlangen Ihnen sofort die widerrechtlich konsiszlerten Zeitungen zurückzugeben. Sie ist serner nicht berechttgt, Ihre Briese zu öffnen. Teilen Sie das der Verwaltung ausdrücklich mit und' stellen Sic, falls dennoch Ihre Briese geöffnet werden sollten, Sttasantrag. Wenn Sic mit der ärztlichen Behandlung zufrieden sind, so liegt für Sie kein Grund vor, die Behandlung zu unterbrechen. Ob Nachteile in der Unfallfache eintreten, wenn Sie die Kur unterbrechen, hängt davon ab, ob dieselbe erforderlich ist. Liegt solch Bescheid in berusungSsähiger Form nicht vor, so können Sie die Anstalt ohne Nachteile verlassen. Wetter-Prognose für Donnerstag, den LO. Mörz 1906. Ein wenig wärmer bei mähigen nordwestlichen Winden und zunehmender Bewölkung; nachher geringe Niederschläge. Berliner Sterbur cau. □- ::: partci-Spedition Rixdorf::: prin- kanckferyktrülle 7. Zur€1»' und Umschulung emplchlon den Genossen und Genossinnen sämtliche □- Schutbcdarfs- Hrtikcl Schutmappen- friJhstöchatarchen(uorfchrifts- mällig)- Oese- und Rechenbücher- Htlanten HUc Hrten Schreibhefte- Reißbretter- Reißzeuge- Zcichenblodts- Teichen ständet» Cufch- härten- Buntstifte- Zensurenmappen» Schreib» »»,»»,» zeuge i federhäaten usw. -□ Vermifcbtca. Weiße Sklavinnen für schwarze Wüstlinge. In New York wurde kürzlich ein öffentliches Haus ausgehoben, das einem reichen Neger gehörte, der seit Jahren einen ausgedehnten Mädchenhandel betrieb. Er hielt in seinem Hause weiffe Mädchen auSschliefflich für Neger; er behandelte die Mädchen als Gefangene und für manche Unglück- liche schlug die Erlösungsstunde erst dann, als sie mit krankem, siechem Körper nach einem Hospital gebracht wurde. Tie Fenster de» Hauses Ivaren nach der Straffe mit Brettern vernagelt und die gefangenen Opfer, daff keines .Flora- ichelsdorferstr. 30. Gr- Ball- Spandau, «onntags. Anfang 3 Übt: W"- Familien können Kaffee kochen! 23Vb Cm!! Koepnick. liels SeHir-Mslatl — gegründet 1876— Nixdorf, Ringbahustr. 33. Mache meine werte Kundschast aus meine neu erschienenen frvbjslii'8- u. 8ommer- Kollektionen aufmerksam. Es ist lohnend, dieselben mit der der Konkurrenz zu vergleichen. (Die Forderungen der Schneider sind bewilligt.) 34SV' August Lucas, Wollwaren, Stritoiple, Trikotagen Spezial-Geschäst. Gegr. 1872.• Weitestes Uonz. Leihhaus Charlottcnbnrg, ffilmersdorferstr. 40 I. Hohe Beteihung. Oiskr. Sprechzimmer Gelegenheitskäufe in Brillanten, Uhren, Gold- u. Silbersachen.{329L* Leih-Haus Charloticnbiir�, Friedrich- Karl> Platz 12, Berlin, Slnklamer-Strafte 2. Bclcihung von Brillanten, Gold- und Silbersachen, Uhren, Büchern, Wäsche, Kleidungsstücken je. 354V* 307V* Eduard Möller k)üte, JVIützcn, pdzwaren Kirdorf, Kergstr. 34. Emil Hoegner SebMerg Grunewaldslraße 108. Scböneberg Wtt-che-, Weiö-, Woll-nnd fRannfaktnm'nrpn. Vorjjezelchnete und fertige liundarbeiten. � Wegen Veroröfierung um 10 Proz. herabgesetzte Preise. � Herren-Artikel.= Mitglied von 8 Rabatt- u. öpammnen. 339V* Wächter beobachteten die gefangenen Opfer, daff keines entweiche n Verantwortlicher Redakteur: HänS�Wcber, Berlin. Für den�Jnseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei u. Vcrlagsansialt Paul Singer& Co.. Berlin SW,-