Nr. 77. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatt. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit uſtrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Boste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Man schreibt uns: tommandeure. Militaria. Sonntag, den 1. April 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. volle Verhalten des deutschen Junkertums vor 100 Jahren bei Jena nachträglich zu verteidigen. Daneben sorgten ein paar Antisemiten durch Klagen über Zahnschmerzen der Soldaten, schlechte Bezahlung der Proviantmeister und die Nobilitierung der Caro und Friedländer für die nötige Menge unfreiwilliger Komik. Kehraus im Herrenhaus. das persönliche Ermessen der vom Untergebenen zur Entscheidung angerufenen direkten Vorgesezten maßgebend. Bei der Verfolgung von Mißhandlungen aber spielt die persön liche Anschauung der direkten Vorgesezten im allgemeinen gar Da der Reichstag sich zurzeit mit dem herrlichen Kriegs- teine Rolle. Ausgenommen sind nur die Gerichtsheer befäßt, so erlauben wir uns auf zwei Punkte einzu- herren der Kriegsgerichte und Oberkriegsgerichte insofern, als gehen, die der Behandlung wohl würdig wären. Zunächst sie Direktiven für die Ausdehnung der Untersuchung geben Die Regierung hielt es im allgemeinen für das Klügste, müssen wir auf das überraschend schnelle und Berufung ergreifen können. Das Gesagte mögen zwei auf die vorgebrachten Beschwerden unserer Genossen überAvancement der Prinzen, die Offiziersstellen inne- Beispiele erläutern. Nehmen wir an, der Musketier H. be- haupt nicht zu antworten. Die beiden einzigen Vorwürfe haben, hinweisen. Daß ein Prinz mit 23 Jahren Hauptmann schwert sich über seinen Hauptmann, weil er meint, er sei von Bebels gegen die Militärverwaltung, die der Kriegsminister wird, ist bekanntlich keine Seltenheit. Andere Offiziere sind ihm ungerecht bestraft worden. Der Major, dem die Ent- beantwortete, suchte er mit einigen billigen Redensarten abin einem solchen Alter mit der Erlernung des Beutnantsdienstes scheidung zusteht, denkt sich aber:" Der H. ist überhaupt ein zutun. Von dem durch reiche Börsenherren um der Orden noch feineswegs fertig. In einem Alter, in dem ein gewöhnlicher fauler und renitenter Kerl, also war ihm die Strafe sehr ge- und Adelsdiplome willen gesammelten Zehnmillionenfonds Sterblicher Oberleutnant wird, ist ein Prinz schon Oberst. sund, auch wenn sie im konkreten Fall nicht nötig gewesen zur Unterstützung notleidender Offizier- Junkersprößlinge Und in der nämlichen Zeit, in der die Schuige und Müller wäre. Deshalb weise ich die Beschwerde zurück." Seßen wollte er überhaupt nichts wissen. Die Offiziere dürften sum Hauptmann avancieren, werden die Prinzen Divisions- wir nun den Fall, daß Musketier H. von einem Unter- Unterstüßung nur vom allerhöchsten Kriegsherrn Dabei ist noch zu bedenken, daß die Prinzen offizier eine Maulschelle erhält. Wenn H. sich jetzt beschwert, annehmen. Als ob jemand behauptet hätte, daß die Caro bon ihrem Dienst sehr häufig durch Repräsentationspflichten so ist die persönliche Meinung des Herrn Majors über den und Friedländer den Offizieren persönlich das Geld in abgehalten werden. H. belanglos. Auch wenn der Major der festen Ueberzeugung die Hand drücken würden, und es nicht allgemein bekannt Wir fagen nun: Entweder Oder. Entweder ist der ist, daß H. nicht nur eine, sondern sechs Maulschellen reichlich wäre, daß dieser Zehnmillionenfonds eben anläßlich der militärische Dienst nicht so schwer, wie er geschildert wird, verdient habe, kann er dem H. nicht Unrecht geben, sondern silbernen Hochzeit dem allerhöchsten Kriegsherrn" benn es gilt, die Massenpensionierurgen zu recht- muß die Mißhandlung weiter melden. Sein persönliches Er- überreicht worden ist! Auf Bebels Frage, ob man fertigen, oder er stellt wirklich so hohe Anforderungen. Im messen hilft ihm hier gar nichts, weil das Gesetz das vor- neben der neuzuschaffenden praktischen Felduniform die alte lekteren Fall aber ist es ausgeschlossen, daß Prinzen schon schreibt, was getan werden muß. Paradeuniform dauernd beibehalten werde, antwortete Herr mit 23 Jahren tüchtige Kompagniechefs, mit 30 Jahren gute Damit haben wir den Beweis geliefert, daß Miß- v. Einem, daß man doch im Interesse der deutschen SteuerRegimentstommandeure und mit 36 Jahren tüchige Divisions handlungen gar nicht nach den Grundsätzen des Beschwerde- zahler die einmal vorhandenen Uniformbestände nicht eintommandeure sind. Somit gibt es nur zwei Möglichkeiten: rechtes behandelt werden können. Darum allein sollte man fach wegwerfen könne. Natürlich konnte er mit solchen AusEntweder geschehen bei den Pensionierungen große Ungerech mit der Anordnung, daß der Soldat bei der Anzeige von flüchten nur die bürgerlichen Redner befriedigen, die getigkeiten oder es waltet bei der Besetzung von Kom.nando- Mißhandlungen nach der Beschwerdevorschrift zu verfahren täuscht sein wollen, und sich sehr entzückt über des Kriegstellen mit Prinzen eine Nachsicht, die sich nicht scheut, an die hat, aufräumen. ministers Kampf gegen das Duell und die SoldatenmißhandSpit von Abteilungen Führer zu steller, denex die nötige Diese Anordnung, die zur Folge hat, daß ein Soldat er- lungen aussprachen. initische Erfahrung und die nötigen militärischen Kenntnisse littene Mißhandlungen erst am Morgen des folgenden Tages Schließlich wurde das Gehalt des Kriegsministers beEine dritte Möglichkeit ist angesichts der Tatsache, melden darf, ist außerdem unsinnig, weil sie gar nicht selten willigt, und eine freisinnige Resolution auf Reform des Bedaß z. B. Hunderte von Majoren trog ihrer 25jährigen und dafür sorgt, daß Beweismittel verschwinden. Da erhält ein schwerderechts angenommen. Lageren Dienstzeit es nicht zum Regiementsiommandeur Soldat einen Schlag ins Gesicht, der eine brennende Röte Montag soll neben kleinen Etatsresten der Militäretat bringen, während Prinzen diese Charge schon nach 10- und auf der Wange zurüdläßt. Könnte der Mißhandelte sich und der Etat für das ostasiatische Expeditionskorps erledigt 42jähriger Dienstzeit erreichen, nicht denkbar. fofort an einen Vorgesetzten wenden, so würde dieser die werden. dun Durch ihr rajches Avancement tosten die Brinjen, die ein Spuren des Schlages mit eigenen Augen sehen. Am affives Rommando innehaben, dem Volt viel mehr nächsten Morgen ist aber die Röte meistens nicht mehr vorGeld als gewöhnliche Dffiziere. Nehmen wir handen. Das Herrenhaus hat am Sonnabend nicht nur den Etat einen Prinzen an, der mit 30 Jahren Oberst wird und bis Eine Mißhandlung ist eine strafbare Tat, genau so wie zu Ende beraten, sondern auch noch eine ganze Reihe anderer feinem 50. Lebensjahre attiv bleibt, so erhält dieser Herr Diebstahl, Mord, Unterschlagung. Und so wenig ein Soldat, Vorlagen erledigt. In der Debatte über den stultus. ungefähr 3 Jahre hindurch die Gage eines Obersten( in der einen Diebstahl, einen Mord usw. eines Vorgesetzten etat trat Generalfeldmarschall Graf Häfeler warm für Summa 30 942 M.), etwa 3 Jahre die Gage eines General- anzeigen will, dabei den Beschwerdeweg zu beobachten hat, den Fortbildungsschulzwang ein, allerdings mit dem Hintermajors( in Summa 39 060 M.) und wieder 3 Jahre die Gage ebenso wenig sollte er bei der Anzeige einer Mißhandlung gedanken, daß die Fortbildungsschule dazu dienen solle, die eines Generalleutnants( in Summa 59 886 M.) und 11 Jahre auf diesen Weg, der der Ermittelung der Wahrheit nach Um- jungen Leute in vaterländischer Gesinnung zu erziehen und die Gage eines fommandierenden Generals( in Summa ständen große Schwierigkeiten macht, verwiesen werden. 330 000 M.) Jm ganzen bezieht ein solcher Herr von seinem schieht es dennoch, so darf die Militärverwaltung sich nicht beizubringen. Hiernach soll die Fortbildungsschule also eine Art Ge- ihnen die Begriffe der Wehrpflicht und der Untertanenpflicht 30. bis zu seinem 50. Lebensjahre als Offizier vom Staate wundern, wenn Leute meinen, daß sie die Bekämpfung der Vorstufe für die Erziehung beim Militär sein; die Kinder in Bar die Kleinigkeit von 459 888. Die Pferde- Soldatenschinderei nicht mit der Energie betreibt, die sie auf- würden dann zunächst auf der Volksschule von den Pfaffen rationen und das Stallservice sind dabei nicht mit wenden sollte. verdummt, hierauf auf der Fortbildungsschule zur Untergerechnet. Untersuchen wir nun, wie viel ein gewöhnlicher Schulze, würfigkeit erzogen und endlich beim Militär an den Kadaverder bis zu feinem 50. Jahr attiv ist, abgesehen von Pferderationen und Stallservis, on gehorsam gewöhnt werden. Wahrlich, ein herrlicher Menschenfeinem 30. Lebensjahr an bis zu seiner Pensionierung an schlag, die in solcher Weise verblödete Jugend der Zukunft! Unter dieson Umständen können wir, so sehr wir auch im Gage empfängt. Besagter Schulze, den wir, damit uns niemand der Tendenzmalerei bezichtigen kann, während seiner Prinzip für den obligatorischen Fortbildungsschulunterricht sind, es nicht bedauern, daß der Kultusminister die Erörterung der ganzen Dienstzeit in einer Garnison mit Servisklasse A. stehen In einer Dauersigung beendete heute der Reichstag die Frage bis nach der Verabschiedung des Verpfaffungsgesetzes laffen, erhält 5 Jahre die Oberleutnantsgage( in Summa Generaldebatte über den Militäretat. Die Gegensätze zwischen vertagen will. 12 300 m.), 4 Jahre die Gage eines Hauptmanns II. Klasse der ernsten, prinzipiellen und tief eindringenden Kritik der Im übrigen ist aus den Etatsverhandlungen nur noch ( in Summa 18 288 M.), 3 Jahre die Gage eines Hauptmanns Sozialdemokratie am Militarismus und seinen Auswüchsen die Anregung des Grafen Hutten zapski erwähnens1. Selasse( in Summa 17316 M.), 4 Jahre die Gage eines und in schwächlichen Mäkeleien, zu denen sich im besten Falle wert: dem§ 300 des Reichs- Strafgesetzbuchs, der von der Bataillonstommandeurs( in Summa 30 888 M.), 2 Jahre die bürgerlichen Kritiker aufschwangen, trat heute so deutlich Amtsverschwiegenheit der Aerzte handelt, einen Zusatz zu die Gage eines gewöhnlichen Oberstleutnants( in Summa wie nur je hervor. Die Genossen Stolle und Zubeil geben, wonach die Offenbarung eines ärztlichen Geheimnisses 15 444 02.), 1 Jahr die die Gage eines patentierten deckten noch einmal die ganze Scheußlichkeit der Militärmiß- straflos ist, wenn sie mit Genehmigung der anvertrauenden Oberstleutnants( 8872 Mart), 1 Jahr die Gage a handlungen, die Unsinnigkeit des Militärboykotts und des Personen Oberst( 10314 M.). oder in Wahrnehmung öffentlicher Interessen Im ganzen empfängt also Sulze ganzen militärischen Donquichottekampfes gegen das Fort- erfolgt. Bekanntlich sind alle einſichtsvollen und sozialzwischen seinem 30. und seinem 50. Lebensjahre vom Staate schreiten der Arbeiterbewegung im vollen Umfange auf, und verständigen Juristen und Aerzte der Ansicht, daß im Gegen113 422 M. Gage. Da, wie wir oben sahen, der Prinz im Genosse unert gab eine eingehende und sehr interessante teil noch eine Erweiterung des Streises derjenigen Personen gleichen Zeitraum 459 888 m. bezog, so ist Se. Königliche Darstellung seines Chinaprozesses; er wies insbesondere alle wünschenswert ist, denen bei Strafe verboten ist, Privat Hoheit dem Schulze nur um 346 466 M. über! Man sieht, welch hübsche Nebenausgaben das monarchische ihn das Hallenser Landgericht zu 3 Monaten Gefängnis ver- vertraut find.( Verwaltungsbeamte von Krankenkassen, LandesBehauptungen als vollkommen zutreffend nach, wegen deren geheimnisse zu offenbaren, die ihnen kraft ihres Standes anPrinzip dem Volte verursacht. Es darf hier auch nicht verurteilt hatte, nachdem es ihm den Wahrheitsbeweis fünstlich versicherungsanstalten, Berufsgenossenschaften, Verwaltungsgessen werden, daß den Prinzen der militärische Dienst sehr erschwert, ja nahezu unmöglich gemacht hatte. behörden, Armenverwaltungen usw.) Wir erinnern daran, leicht gemacht wird, während die gewöhnlichen Offiziere in den Wie sehr diese Aufdeckung, der militärischen Mißstände daß die deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtsunteren Chargen großen Strapazen ausgesetzt sind und in alle die Parteien ärgerte, die an der Aufrechterhaltung des frankheiten erst fürzlich in einer Eingabe an den Reichskanzler den höheren Stellen aus der Sorge vor dem Abgesägtwerben bestehenden Systems interessiert fird, bewies ihr Zischen und diesen vernünftigen Standpunkt und nicht den des unsachver nicht herauskommen. die Wut der beiden nationalliberalen Vizepräsidenten ständigen Herrn Grafen Hutten- Czapski vertreten hat. Ferner erscheint uns eine Anfrage an den Herrn Kriegs. Ba a fche und Büsing, mit denen der Reichstag jetzt geEin beherzigensierter Vorschlag lag der Interpellation minister geboten, ob er es für richtig hält, daß die Mann fegnet ist. Der Kriegervereinstedrer Büsing erteilte heute des Präsidenten Fürst Knyphausen über Grunderwerb_am schaften bei der Anzeige von Mißhandlungen, die sie sogar für das Wort„ Amismizbrauch" einen Ordningsruf. Rhein Weser Kanal zugrunde. Der Interpellant erduldet haben, den Beschwerdeweg zu beobachten Um so schwerhöriger zeigte jih Here Paasche, als der alte wünscht, daß am Rhein- Weser- Kanal ähnliche Spekulationen haben. Der frühere bayerische Kriegsminister Frhr. von Asch Sardorff unserer Fraktion bere schweren Vorwurf machte, daß und Preistreibereien, wie sie am Staiser Wilhelm- Kanal borerklärte vor zwölf Jahren im bayerischen Landtag, daß nach fie die Jugend zu den Noben erziehe, die sich nachher in gekommen sind, vermieden werden; er ist bereit, der Regierung der damals noch gültigen bayerischen Militärstrafgerichtes Militärmißhandlungen austove Stonnte fachlich diese gräß- zur freihändigen Erwerbung von Grund und Boden außer Ordnung bei Mißhandlungen der Beschwerdeweg nicht ein- liche Verlegenheitsphrase is recht gleichgültig sein, so mußte den durch die wasserwirtschaftliche Vorlage gewährten Mitteln gehalten werden müsse, sondern wie bei anderen straf- forniell doch erst ein ungroöhnlich heftiger Protest unserer einen Fonds von 14 Millionen zu bewilligen. Da sich namens baren Taten, eine Anzeige genüge. Diese Anschauung Bari eigenoffen den heiliger Boaiche sum Einschreiten zwingen. der Regierung der Vertreter des Ministers v. Budde, Unterwar aber nicht nur für Bayern zutreffend, sondern sie ist es in den hurrapatriotiche a un des Herrn v. Kardorff staatssekretär o Ile, auf den gleichen Standpunkt stellte wie der überhaupt. Daß der Usus, Mißhandelte auf den Bestimmte nicht nur der fenfervative v. Dergen ein, der sich Interpellant, erübrigt sich eine Besprechung der Interpellotio schwerdeweg zu verweisen, unberechtigt und auch noch eine nur bei hem berunglückten Berjud, ertappen ließ, die Rede des Im allgemeinen Interesse wäre es zu wünschen, daß die den Schindern zugute kommende Maßregel ist, werden wir hier Ger ffen Bubeil in elee Aufforderung zum Aufruhr an die gierung dieser Anregung Folge leistete. Unbegreiflich ist mit darlegen. Wir werden dabei sehen, daß von den Vor Goten umzudrehen, sondern auch die Nationalliberalen nur, warum das Herrenhaus, das doch anscheinend gesetzten selbst eine Beschwerde wegen einer Mißhandlung Ba fermann, Behmann und Horn. Herr Horn sang Gemeingefährlichkeit der Spekulation in Grund und Boden gar nicht nach den Vorschriften über den Be fchwerdeweg behandelt werden kann. Bei der sohelied der Kriegerbereine, deren einem in Goslar seine erkannt hat, nicht die Initiative zur Reform der Städteift sgröße als Projbent voranleuchtet, und der sogenannte ordnung ergreift, die mit ihrem Privileg der Hausbesitzer Entscheidung über eine Beschwerde ist nämlich einzig und allein le Baffermoar fühlte fi fogar berufen, das schmach- dem Spekulantentum Vorschub leistet und jed Politifche Uebersicht. Hunnentaten. Berlin den 31. März. politik der Gemeinden verhindert. Wenn Fürst Knyphausen| es mit der Bekämpfung der kapitalistischen Spekulationen und Preistreibereien ernst meint, sollte er mit uns für Enteignung der Grundbesitzer eintreten! Die nächste Sigung des Hauses der Herren findet erst Ende Mai statt. Zentrums- Grundsätze. Neue Millionen für Südwestafrika. Amerita. Koftspielige Theater- Vorstellung. Nach der Meldung der„ Tägl. Rundschau" wird dem Reichstag nach Ostern eine neue Nachtragsforderung für Südwestafrika zuWashington, 30. März.( W. T. B.) Staatssekretär Root ersuchte gehen, deren Hauptbestandteil eine Forderung von 10 Millionen zur das Repräsentantenhaus um die Bewilligung von 50 000 Dollar, weiteren Entschädigung der durch den Krieg geschädigten Farmer um es der Regierung zu ermöglichen, an der zweit en internationalen bilden soll. Da der Schaden insgesamt auf 15 Millionen geschätzt Friedenskonferenz teilzunehmen. war und bereits 5 Millionen bewilligt wurden, soll also boller Präsident Roosevelt heit, wie bekannt, den Vorschlag des Kaisers Nikolaus, betreffend eine neue Konferenz, welche voraussichtlich im Schadenersatz erfolgen. Sommer oder Herbst d. I. zusammentritt, günstig aufgenommen. Da es im Schutzgebiet bei Ausbruch des Krieges überhaupt mur zirka 1000 Ansiedler, Farmer und Kaufleute gab, entfiele auf jeden von ihnen eine Entschädigungssumme von 15 000 M., trotzdem fie ihres Landbesizes ja nicht verlustig gegangen sind. Die Entschädigung stellt also eine nette Prämie für jene Behandlung der Eingeborenen dar, durch die der Aufstand provoziert wurde, der den deutschen Steuerzahlern rund 400 Millionen kostet! würde. Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) " Als die Zentrumsmitglieder der Budgetkommission des Reichstages gegen die Verselbständigung des Kolonialamtes stimmten und die Köln. Volksztg." diese Stellungnahme mit sachlichen Erwägungen und prinzipiellen Bedenken rechtfertigte, äußerten wir bereits( in Nr. 69 des„ Vorwärts") unsere Ansicht, daß die in den Vordergrund geschobenen prinzipiellen Gründe kaum lange vorhalten würden. Diese Ansicht hat sich Abg. Erzberger( 3.): Die Militärmißhandlungen haben ermindestens zur Hälfte bereits bestätigt. Zwar offiziell hielt es die freulicherweise abgenommen; es fönne jetzt nicht mehr behauptet Zentrumsfraktion noch nicht für angezeigt, zu befunden, daß sie in werden, daß in der deutschen Armee besonders viel dem kurzem Zeitraum von anderthalb Wochen schon zu anderen Redner führt Beschwerde' darüber, daß die Die Reichstags- Stichwahl in Kaiserslautern, die am Freitag geprügelt wird. sachlichen Erwägungen" gekommen ist; aber bei der Abstimmung im Plenum des Reichstages am letten Donnerstag fehlte der zwischen unserem Genossen Clement und dem Nationalliberalen sachsischen und württembergischen Expedienten usw. schlechter gestellt größte Teil des Zentrums, und von dem kleinen Häuflein, das nicht Schmidt stattfand, hat, wie vorauszusehen war, mit dem Siege des sind als die preußischen. Das widerspricht direkt der Verfassung. Direktor im Reichsschazamt Tweele: Was die Beschwerde des borgezogen hatte, sich zu drücken, gaben sieben Zentrumsmitglieder leyteren geendet. Die Zahlen haben wir gestern noch telegraphiich blaue Enthaltungszettel ab, während zwei andere, der Graf gemeldet. Der bürgerliche Kandidat vermehrte feine Stimmenzahl Herrn Vorredners über die ungleiche Besoldung württembergischer, Ballestrem und Herr v. Savigny, direkt für die Schaffung eines um rund 4500, die größtenteils aus dem Lager der Bündler, sächsischer und preußischer Expedienten usw. anlangt, so werden mir Kolonial- Staatssekretariats stimmten, so daß für den Antrag auf stammen werden, die sozialdemokratischen Stimmen stiegen um nahezu die älteren Herren( Heiterfeit.) bestätigen, daß diese Beschwerde Wiederherstellung der Regierungsforderung 114, gegen ihn nur 2000 gegen die Hauptwahl. Das Bentrum hatte Wahlenthaltung nicht neu ist. Der Zustand ist aus der bisherigen Entwickelung zu 77 Stimmen abgegeben wurden. proklamiert, doch hat ein Teil seiner Wähler offenbar für den verstehen; sobald irgend möglich soll Abhülfe erfolgen. Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.): Die Einführung eines Der Köln. Bolfsztg." ist diese offene Bekundung der Grund Nationalliberalen, ein anderer für den Sozialdemokraten gestimmt. fatlosigkeit der Zentrumspolitik höchst unbequem. Etwas besser, Die" Post" jubelt darüber, daß die Stichwahlziffer der Sozial- bereinfachten Grerzierreglements und einer praktischeren Uniform denkt sie, hätten die Zentrumsmitglieder ihren Gesinnungswechsel demokratie gegen 1903 um 25 Proz. gefunken ist und schließt begrüße ich mit Freuden. Die Statistik des Kriegsministers über immerhin verhüllen fönnen; sie erteilt deshalb der Fraktion daraus, daß das Bürgertum immer entschiedener gegen die Umsturz- den Rückgang der Militärmißhandlungen sieht ja sehr bestechend aus, folgenden kleinen Rüffel: partei Front mache, daß aber unsere Aussichten bei Stichwahlen hat aber gar keinen Wert, weil sie die vorschrifts. Namens der Zentrumsfraktion sprach sich Abg. Spahn immer schlechter werden, kann uns recht sein, um so leichter werden widrige Behandlung" nicht mitumfaßt. Abg. Kunert( Soz.): Ich will mich auf wenige Bemerkungen gegen die Bewilligung der Position aus, aber die Fraktion hat die noch indifferenten Arbeiter zu Klassenbewußtsein kommen und dieser Stellungnahme durch die Abstimmung wenig sinken so unsere Aussichten für die Stichwahlen, so steigen sie für der Abwehr beschränken. Dem Abg. Derken ist ein recht erheblicher Irrtum passiert, wenn er die Worte meines Parteigenoffen Bubeil Nachdruck gegeben, wenn es richtig ist, was die Köln. die Hauptwahlen! so ausgelegt hat, als ob derselbe zum Aufruhr aufgefordert habe. 3tg." berichtet. Das Zentrum soll berhältnismäßig am Genosse Bebel ist vom„ Berliner Tagebl." auf Grund authens Eine so weitgehende Anwendung der Notwehr hat mein Parteischwächsten vertreten gewesen sein. Das sieht so tischer Mitteilung" als sozialdemokratischer Landtagskandidat für den genoffe durchaus nicht befürwortet. Herr v. Kardorff hat darauf aus, als sei ein Teil der Fraktion absichtlich der Abstimmung fern 3. Berliner Landtagswahlkreis proflamiert worden, wo infolge Ab- aufmerksam gemacht, daß die Japaner von deutschen Offizieren ausgeblieben, und das würde schlecht aussehen. Ferner sollen sich lebens des Schuldirektors Zwid eine Nachwahl stattzufinden hat. gebildet feien. Die Frage ist nur, ob nicht die Schüler jetzt schon die von den wenigen Anwesenden sieben der Abstimmung Das„ Berliner Tageblatt" ist von einer„ authentischen Quelle" hin- Lehrer übertroffen haben.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) förmlich enthalten haben. Der Rest stimmte dagegen und blieb mit den anscheinend auch schwach vertretenen Sozial- eingelegt worden. Die Behandlung der Kandidatenfrage ist über Mein Parteigenosse Bebel hat den hier zitierten Artikel der„ Münchener das Stadium der Wünsche und Erwägungen noch nicht hinaus Post" bereits besprochen. Ich trete für den Inhalt dieses Artikels vollständig demokraten in der Minderheit. Nun ist die Frage der Schaffung gekommen, und schon in diesem Stadium hat Genosse Bebel erklärt, ein. Er sagt nichts weiter, als daß die Entscheidung über Strieg und eines selbständigen Kolonialamtes an sich zweifellos eine solche, in der man zweierlei Meinung sein kann, auch in derselben daß er die Aufstellung würde ablehnen müssen, da ihm die nötige Frieden nicht eine einzelne Person, sondern dem ganzen Wolfe überDer Abg. Baffermann hat merkwürdigerweise Zeit zur tatkräftigen Ausübung eines Landtagsmandats neben dem lassen sein müßte Fraktion zweierlei Meinung sein kann. Aber die Frage war durch Reichstagsmandat und angesichts auch anderer Parteipflichten fehlen die Hauptursache für den Zusammenbruch des preußischen Staates das Verhalten eines nicht fleinen Teiles der Presse kompliziert bei Jena und Averstädt bei den Offizieren gefunden. Ich bin in worden; man hatte die Frattion in nichtsnußiger Weise ver dieser Beziehung anderer Ansicht. Ich meine, daß die dächtigt und in leicht erkennbarer Absicht angeschwärzt. Gescheite Leute sind die Konservativen zu Dederan in Sachsen. ganzen sozialen und allgemein politischen Unseres Erachtens hätte in einer solchen Sie haben endlich die schwere Nuß geknackt, an der sich die Kinnerhältnisse, das gesamte militärische und Situation das Bentrum möglichst einheitlich backen der sächsischen Staatsmänner bisher vergeblich abgemüht staatliche System dafür berantwortlich au auftreten und nach der Erklärung des Wort haben: die Nuß der Wahlreform. Es gilt, den entrechteten Wählern machen sind. Ich komme nun zu den Anklagen, Die führers der Fraktion, daß die Bedenten gegen dritter Klasse zwar ein wirkliches Wahlrecht zu geben, aber doch wegen Beleidigung des chinesischen Expeditionstorps die Schaffung des neuen Postens nicht gehoben die Ueberflutung der Zweiten Kammer mit Staatsfeindlichen" erhoben sind. Der Kriegsminister hat sich in diesem Punkte der An seien, ander Ablehnung festhalten sollen. Ihrem Elementen zu verhüten. An der Unmöglichkeit, beides zu vereinigen, ficht eines Abgeordneten angeschlossen, daß die Tendenz, die wir bei Nein mußte dann aber die Fraktion auch den ziffermäßigen Nach- sind schon ziemlich helle Sachsen verzweifelt. Aber die Aufdedung der Vorkommnisse gehabt hätten, teine andere, als bie druck geben. Es mußte den Kreisen, welche aus diesem Anlaß Konservativen von Dederan haben den Ausweg aus dem der Herabwürdigung der Armee gewesen wäre. Es handelt fi eine Hebe gegen das Zentrum systematisch betrieben haben, recht Dilemma gefunden: Sie haben eine Resolution gefaßt, allerdings um eine Tendenz, um die der Sanierung, Berhinderung deutlich zum Bewußtsein gebracht werden, daß sie damit nichts in der fie fagen, es folle zwar den zur dritten Klasse gehörigen und Vorbeugung solcher Greuel und um die Feststellung der geschichte erreichen." Wählern eine größere Vertretung im Landtage als bisher, aber nur lichen Wahrhet. Ich meine, daß die Tendenz derjenigen Parteien Ob die Mahnung berfangen wird? Wir fürchten, daß bei der unter der Bedingung gewährt werden, daß deren Vertreter nicht die uns daran hindern wollten, nichts anderes als eine Verschleic entscheidenden Abstimmung noch mehr Bentrumsmitglieder fehlen der Sozialdemokratie angehören, denn es ist ein Widerfinn, Leuten, rung der Wahrheit und eine Vertuschung war.( Seh werden natürlich infolge dringender Privatgeschäfte oder aus die den Umsturz des Staates wollen, den Eintritt in eine Körper- wahr bei dm Sozialdemokraten.) Eine solche Politit tönnen wi Gesundheitsrücksichten. schaft zu gestatten, die berufen ist, diesen Staat zu erhalten und seine natürlich nich: mitmachen. Wie steht es mit dem Strafantrage, ben Interessen zu fördern". das preußisde Kriegsministerium gegen mich gestellt hat? Die Wahlreform der Konservativen von Dederan wird also ats Strafantrag it gestellt wegen Beleidigung des ostasiatischen Expeditions Hauptbestimmung enthalten: Sozialdemokraten dürfen forps. Das Striegsministerium verfügte über die Strafaften aut In dielen nicht in den Landtag gewählt werden. Geschieht China und über die Aften des Generalstabs darüber. Aften fanden es dennoch, so ist die Wahl ungültig." fich Niederschriften über Plünderungen, Raub, Der Gedanke ist ebenso genial wie er einfach ist. Respekt vor Erpressungen, Schändungen, Vergewaltigungen von Frauen und den Konservativen von Dederan. Mädchen. Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das preußische Kriegsministerium mußte also wissen, daß der Anzuflagende nitis weiter gesagt hatte, als was in den eigenen Aften des Kriegs ministeriums stand.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) allen Chinakundigen aller Nationen herrscht auch vollständige Ueberb nicht nur bei deutschen Soldaten, sondern bei den Soldaten einstimmung darüber, daß solche Schandtaten vorgekommen find, aller Nationen. Aber die deutschen Soldaten haben keine Ausnahme gemacht, trop dem ist der Antrag gestellt. Der Strafantrag ist gegen mich gestellt wegen der Angabe, daß auf chinesischem Gebiet von deutschen Soldaten Zerstörungen verübt wären. Diese Angabe ist voll erwiesen. Darüber hinaus ist erwiesen, daß amtliche Anordnungen getroffen find, derartige Zerstörungen borzunehmen. Ferner ist erwiesen, daß in der massenhaften Verhängung der offiziellen Prügelstrafen vielen Eingeborenen Leben und Gesund beit genommen ist. Die Beweise dafür, daß die Prügelstrafe amtlich wiederholt verhängt ist, finden sich in dem amtlichen Anzeiger der faiserlich deutschen Behörde in Beling, wie in unserer gesamten unabhängigen Literatur. Aus Kleinlichen läppischen Ursachen sind Prügelstrafen verhängt. Wer einen deutschen Offizier nicht grüßte, Waren sind entnommen und erhielt 25 Hiebe mit einem schweren Bambusstab. Die Kulis wurden durch Prügel zur Arbeit angetrieben. das einzige Bahlungsmittel find Brügel gewesen. Ein Zeuge hat in fangene gemacht wurden, Offiziere und Soldaten sich damit be dem Prozeß gegen fich bekundet, daß, als südlich Tientsin 30 Ge luftigten, daß sie die Chinesen sich gegenseitig in den Sumpf stoßen ließen. Andere Beugen haben bestätigt, daß 17 Personen über 100 Schläge erhielten, 7 Personen über 200 und 6 über 300 Schläge.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Einmal hat man die ganze Bevölkerung sich n die Mauer stellen und sie niederkuallen lassen, einfach nach em bekannten Wort: Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Es ist ferner erwiesen, daß nicht nur behördlicherseits Blünderungen angeordnet sind, sondern daß auch auf eigene Faust vom Militär geplündert ist. Das beweisen die Alussagen einwandsfreier Zeugen und die Literatur. So hat Bum Beispiel ein Zeuge befundet, daß die Soldaten für die Offiziere plündern mußten, damit diese behaglich wohnen konnten. Nachdem die Offiziere die Gegenstände nicht mehr gebrauchten, find ſie bertauft worden. Ein anderer Zeuge hat befundet, daß ganzen Plünderungen in Zügen borgekommen feien. General v. 3eifel hatte in Stuttgart befundet, daß Plünderungen niemals stattgefunden hätten. Jetzt sind nun aber über 100 Plünderungen erwiesen. Die Konferenz im Haag hat bestimmt, daß Gegenstände der Wissenschaft und Kunst geschüßt sein sollten. Waruin hat man trogdem solche Art Kriegsbeute gemacht? Wie will man die Pachtung von Kiautschou anders bezeichnen, als einen Raub, eine gigantische Plünderung?( Glocke des Präsidenten.) Bizepräsident Dr. Paasche: Ich bitte derartige Bemerkungen zu unterlassen. Sie dürfen eine staatliche Maßnahme, wie die Bachtung von Kiautschou, nicht als Raub und gigantische Plünderung bezeichnen. Jch rufe Sie deshalb zur Ordnung. Deutfches Reich. Ins Herrenhaus berufen. Auf Präsentation des Geschlechts berer von Bülow ist der Reichskanzler Fürst Bülow durch sogenannten allerhöchsten Erlaß" vom 26. März ins preußische Herrenhaus berufen. " Der neue Gouverneur für Kamerun. Zur Reichstagserfahwahl in Altena- Iserlohn. Die Nachricht, daß vom Freisinnigen Verein in Iserlohn Herr Dr. LangerhansBerlin an Stelle des verstorbenen Abg. Lenzmann als Reichstags- Wie wir hören, ist es der Regierung gelungen, für den leider Kandidat aufgestellt worden sei, erweist sich, wie wir schon gestern erst jetzt aus seinem Amte scheidenden Herrn Jesto b. Buttkamer vermuteten, als unbegründet. Die Freie Deutsche Preffe" schreibt in der Person des bisherigen Fähnrichs Malte v. Pinkelwig die geeignete Persönlichkeit für den Gouverneurposten in Kamerun zu zu der Meldung: finden. Herr Dr. Langerhans vollendet demnächst das 86. Lebensjahr: er fann also nach jahrzehntelanger eifriger und erfolgreicher Tätigkeit für den Liberalismus beanspruchen, nunmehr ein wohl berbientes otium cum vignitate zu genießen. Deshalb hat er auch bereits im Jahre 1903 die Annahme jedes Mandats zurück gewiesen. Seinem allezeit regen Interesse für die Sache der Freifinnigen Volkspartei vermag der überaus rüstige und beinahe jugendfrische Dr. Langerhans auch in anderer Form Ausdruck zu geben, als wenn er sich in die Strapazen eines überaus heftigen Wahltampfes stürzt." Schon seiner Abstammung nach soll der bereits neunzehnjährige Mann für diese immerhin nicht ganz verantwortungslose Stellung im schwarzen Erbteil qualifiziert sein. War sein Bater auch nicht gerade preußischer Kultusminister, so erfreute sich doch auch er bei ben„ Schwarzen" besonderer Beliebtheit: er gehörte sowohl im Herrenhause wie im Reichstage stets zur Partei der Dunkelmänner. Sein Sohn Malte betätigte die ererbte Vorliebe für diese Farbe nach einer Richtung hin, die ihn besonders für unsere afrikanischen Kolonien geeignet erscheinen läßt: schon als Knabe kniff er alle schwarzen Hunde in den Schwanz, behandelte Rappen gern mit der Nach dem Muster Preußens! Die Landtage von Braun- Reitpeitsche und pflegte schwarzen Käfern und Fliegen die Beine fchweig und von Anhalt haben jegliche Wahlreform auszureißen. Vielleicht war es eine Folge dieser Eigenschaften, daß berweigert, indem sie über Petitionen auf Aenderung des er später bei dunklen Ehrenmännern stets großes Entgegenkommen Wahlrechts zur Tagesordnung übergingen. Den Proletariern fand. Die ganze mehr als zweijährige Laufbahn des Erben von glauben die Herren solchen Hohn ruhig bieten zu dürfen!- und zu Pinkelwiß beim 1. Garderegiment in Boisdam scheint demVorbildung für Afrika befizt. Ein Protest gegen die Maßregelung organisierter Eisenbahner nach alle Garantien dafür zu bieten, daß er durchaus die geeignete war in erster Linie die Nede, die am Freitag Genosse Goldstein Da er bei Hoffestlichkeiten bisher im Anblick der Dürre der im sächsischen Landtage hielt. Nachdem er die miserable ältesten Soffräulein nicht vom Tropenfoller befallen wurde, hofft Bezahlung der Eisenbahnarbeiter ins rechte Licht gerückt und die man, daß er auch drüben von diesem leider sehr verbreiteten Uebel Sparmethode des Eisenbahnministers Rüger, die besonders auf befreit bleiben wird. Kosten der unteren Beamten und der Arbeiter betrieben Nur ein Umstand erregte bisher die Bedenken der beteiligten nagelte fcharf gekennzeichnet hatte, feſt, daß Kreiſe. Wie wir erfahren, haben nämlich die Kousinen vom Hause die fächsische Staatsbahnverwaltung den Eisenbahnangestellten derer von und zu Bintelwig bereits sämtlich feste Verpflichtungen indem sie organisierte in Europa. Koalitionsrecht raube, Eisenbahner rücksichtslos aufs Pflaster werfe. Auf die einzelnen Ein glüdlicher Bufall hat aber ingwischen auch diesem UebelFälle empörender Maßregelungswut eingehend, stellte Genosse Gold stande abgeholfen; indem nämlich der junge Binkelwitz bei einem stein fest, daß erst vor wenigen Wochen auf dem Bahnhofe Dresden Spaziergange durch die Friedrichstraße einer Kousine aus einer verFriedrichstadt sieben Arbeiter wegen Verbandszugehörigkeit geffenen Seitenlinie seiner erlauchten Familie begegnete, die sich entlassen worden sind, darunter Leute, die schon zehn Jahre fofort opfermutig bereit erklärte, dem neuernannten Gouverneur im Dienste der fächsischen Staatsbahn gestanden in sein Heldendasein nach Afrika zu folgen. haben. Der Finanzminister Dr. Rüger, zugleich Verkehrs- Und jetzt steht seiner Abreise nach Kamerun nichts mehr im minister, versuchte die Wucht des Angriffes durch allge- Wege, denn: es ist ja alles da". meine Bemertungen gegen die Sozialdemokratie abzuschwächen. Die Sozialdemokraten, so führte er aus, wird, das er fönnten überhaupt Ausland. Schweiz. Der Bei im Staatsbetriebe nicht wirtschaften, das habe sich zur Zeit ber in der Jakobiner der Herrschaft großen franzöfifchen Revolution gezeigt(!) Genoffe Goldstein forrigierte Das Ausnahmegeses gegen die Anarchisten. die Geschichtsflitterung des Finanzministers durch Zurufe, wobei Bern, 29. März.( Eig. Ber.) Im Nationalrat ist der Kampf der Herr beinahe den Faden verlor, sich als sehr schwerhörig stellte, denn er ignorierte die Feststellung Goldsteins, daß die um das Ausnahmegefeß gegen die Anarchisten vorläufig beendet, Jatobiner bürgerliche Elemente, aber keine Sozialdemokraten nachdem die verschiedenen krampfhaften Versuche, dem schlechten GeAls der seien, vollständig. gewesen der Finanzminister auf danten eine anständige Form zu geben, gescheitert sind. Mit 105 Abg. Kunert( fortfahrend): Nicht nur Frauen und Mädchen die Maßregelung organisierter Eisenbahner zu sprechen fam, gegen 4 Stimmen, also fast einstimmig, beschloß der Nationalrat folgte er den Spuren feines preußischen Kollegen b. Budde. folgende Form des neuen Ausnahmegesetzes: Wer zur Begehung find geschändet, auch Kinder sind in der furchtbarsten, entschlichsten Er stellte den Eisenbahnerverband als eine sozialdemokratische Ver- anarchistischer Verbrechen auffordert der dazu Anleitung gibt oder Weise geschändet worden. Dabei ist eine schmachvolle, nichtswürdige einigung hin und erklärte, daß er auch fernerhin jeden derartige Berbrechen öffentlich in einer Weise verherrlicht, die ge- orbellwirtschaft eingerichtet. Es waren zwei Abteilungen vor Eisenbahner rüdsichtslos entlassen werde, der eignet ist, zur Begehung von solchen anzureizen, wird mit Gefängnis banden, die eine für Offiziere, die andere für Mannschaften.( Hört! hört! iesem Verbande angehöre oder den Wedruf", bestraft; vorbehalten bleibt Artikel 4 des Bundesgesetzes vom bei den Sozialdemokraten.) Darüber stand nur für deutsches Militär". Deutsche Bosten, deutsche Sanitäts Organ des Eisenbahnerberbandes, lefe. 12. April 1895( erstes Anarchistengeset)." allig war, daß fein bürgerlicher Redner die Maßregelungswut Der gefährliche Kautschutcharakter dieses Ausnahmegefeß benso lonnen taten in den Bordellen Dienst.( Hört Eisenbahnverwaltung verteidigte. Man schwieg bon bürgerlicher erinnert an die gleiche Eigenschaft des verflossenen deuten hört! bei den Sozialdemokraten.) Sie waren also eine amtliche e dazu; nur der Freisinnige Günther fand einige treffende Sozialistengefezes. Es fehlt vor allem jede Definition dessen, vas Einrichtung.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Trotzdem rte gegen den Minister. Genosse Goldstein rechnete furz aber anarchistisches Verbrechen" ist, sodaß einem ftruppellosen Richte( an find Vergewaltigungen in großer Zahl vorgekommen. wirksam mit dem Finanzminister ab und nagelte besonders den ver- denen es auch in der Schweiz nicht fehlt) Tür und Tor geöff is Abgeordneten Bassermann und Liebermann von Sonnenberg, haben auf den Krieg von 1870/71 ein hohes Lied angestimmt. Aber ich meine, die fehlten Versuch fest, die Sozialdemokratie mit falschen geschichtlichen für alle möglichen Willkürlichkeiten. Meifvielen totzuschlagen. Auf der sächsischen Staatsbahn wird frei Medaille hat auch eine Rückseite. Das Kriegsministerium mag fich darauf nicht einlassen, wenn es nicht ohne eine erhebliche Blamage daraus hervor maßregelt. Noch hat das Gesetzchen den Ständerat zu paffieren, der aber zweifellos zustimmen wird.i Die ■ 0 will-Taisächlich findZerstormigen, Plünderungen und Schändungen ch in-diesem' Kriege vorgekommen. Die Schriften des Staats» 'iretärs Rindfleisch, des Admirals von Stosch und des Majors a. D. ?. Benicke liefern Beweis dafür. Also auch in diesem Kriege zeigt ich eine solche Verrohung. Dagegen wenden wir uns, nicht gegen den einzelnen Mann, das einzelne Korps und das einzelne Regiment.(Sehr wahr 1 bei den Sozialdemokraten.) Vertuschung auf diesem Gebiete ist nichts anderes als Feigheit. Wenn ich deshalb auf den Strafantrag gegen mich zurückblicke, glaube ich berechtigt zu sein, den Spiest gegen das preustische Kriegsministerium um- zudrehen. Es hat gewustt, wie die Dinge liegen und wustte, dah sich das. was ich behauptet habe, aus den Strafakten ergab. Ich meine deshalb, dost es den Antrag wider Treu und Glauben und wider besierrs Wissen gestellt hat.(Bravo I bei den Sozialdemo- kraten.) Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, ich rufe Sie zur Ordnung, Sie dürfen von einer hohen Behörde, wie eS das preustische Kriegsministerium ist, nicht sagen, dast es einen Antrag wider Treu und Glauben gestellt habe, das widerstöstt gegen die Ordnung des Hauses. Abg. Knnrrt: Dann hat das preustische Kriegsministerium mindestens fahrlässig gehandelt. Präsident Graf Ballestrem(den Vizepräsident Dr. Paasche darauf aufmerksam gemacht hatte, dast er dem Abgeordneten einen Ordnungs- ruf eneilt habe): Ich mache Sie darauf aufmerksam, dast dieies der zweite Ordnungsruf war.(Inzwischen hat Abg. Kunert die Tribüne bereits verlassen. Heiterkeit.) Abg. Held(natl.): Die amtliche Einrichtung eines Bordells in China unter weister Flagge war eine der denkbar weise st enMastregeln. Es wäre an gebracht, den Zahlmeisteraspiranten wenigstens die Zinsen der Prämie für zwölfjährige Dienstzeit zu gewähren, da sie sehr spät in den ' KbcuuB der Prämie selber kommen. Redner Witt für eine Er- Möhring der Preise für Remontepferde, wenigstens auf -den Betrag von 1000 M. ein. Abg. Fürst von Dohna- Schlobittm(kons.) regt wiederholt die rntfestignng von Königsberg i. Pr. an. Für die jetzt eingemeindeten «Jororte ist es besonders hart, durch den breiten Gürtel der inneren Befestigungen, die gänzlich überflüssig sind, von der Stadt getrennt zu sein. Generalmajor Sixt von Armin: Ein militärisches Interesse an der Enlsestigung Königsbergs liegt nicht vor. Wenn auch die Festungswerke den modernen Anforderungen nicht mehr ganz ent- sprechen, so haben sie doch noch einen erheblichen Verteidigungs- wert. Abg. Werner(Antis.): Ueber die Nobilitierung der Laro und Friedländcr muh ich mich wundern. Der alte -rbeingesessene Adel wird sehr ungern die Söhne dieser Herren im seutschdn Offizierkorps sehen.(Zuruf.) Zu meiner Freude wird mir soeben.mitgeteilt, dast beide gar keine Söhne haben.(Stürmische Heiterkeit.) Hiermit schliestt die Generaldebatte. Der Titel Kriegsminister wird bewilligt. Persönlich bemerkt Abig. Zuheil(Soz.) gegenüber dem Abg. b. Oertzen, dast er nicht das Recht der Notwehr gegen Befehle der Vorgesetzten verteidigt habe, sondern lediglich den Peinigern gegenüber. Die Resolütton Müller-Meiningen— v. Paher wird gegen die Stimmen der Konservativen und der Reichspartei angenommen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag 11 Uhr. Außerdem: Etat des ostasiatischen Expeditionskorps. Zurück« gestellte Teile des MarlneetatS und sonstige EtatSreste. Schlust-ö'/t Uhr._ Müs der partei. Große Leichtfertigkeit begeht die„Zeitschrift für Graveure u n d Z i s e l e u r e" in einem Angriff auf die Genossin Luxemburg. In dem sechsten- Artikel einer-Serie„Gewerkschaften und Partei" druckt sie eine Stelle aus einem von Genossin Luxemburg ge- * schriebenen Artikel der„Sächsischen Arbeiterzeitung" ab. die eine scharfe Kritik des Kölner GewerkichastSkongresies enthält. Solcher Ab- druck ist natürlich--das gute Recht des Blattes. Aber dann setzt es hinzu: Dieselbe schriftstellerische und„theoretische" Gröhe. welche diese Leistungen verbrochen hatte, soll auch davon gefaselt haben, dast die Mwerkschasten ein.„Uebcl" sind, die Führer aber ein „notwendiges Uebel", überhaupt find die'Führer„pflaumenweiche Kerle". Das„soll" Genossin Luxemburg, deren Namen die Zeitung verschweigt, gesagt haben. Wann, wo? Da sich Genossin Luxem- bürg jetzt nicht selbst verteidigen kann, so erlauben wir uns, diese Frage zu stellen und zu erklären, dast die„Zeitschrift für Graveure und Ziseleure" die m o r a l i s ch e P f l i ch t hat, diese unbestimmte Beschuldigung zurückzunehmen oder sie zu substantiieren und zu be- legen! Wir find überzeugt, dah ihm das letztere nicht gelingen wird, denn Genossin Luxemburg hat solchen Unsinn nie geredet. Die ein» Arbeiterbewegung. Nach dem Vorgang ihrer Buda» pester Kollegen haben die ZeitungSsetzer zu Debreczin, nachdem eine bürgerliche Zeitung eine unflätige Beschimpfung des Debrecziner Parteisekretärs Vago gebracht hatte, in einer Versammlung be- schlössen:„Die am 20. März 1906 stattgehabte ZeitungSsetzerversamm- lung ermächtigt daS Organisationskomitee, die hiesigen Blätter zu verständigen, sie mögen über die Arbeiter sachlich und ohne Verunglimpfung schreiben, widrigenfalls es die Setzer als ihre Pflicht erachten, die Mitwirkung zu ihrer eigenen Beschimpfung zu versagen und die Arbeit einzustelle n."— Der Vorgang läßt auf ein erfreulich inniges und harmonisches Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften in Ungani schliesten. Maifeier 1906, Das Gewerkschaftskartell Lörrach, das zur Bescküpgung gemastregelter Textilarbeiter eine Webereiwerkstätte, \ verbunden mit einem FabrikationSgeschäft für Vereins- und Fest- abzeicheit usw. unterhält, hat für die Maifeier 1906 eine Kollektion Maifestzeichen hergestellt und hofft auf zahlreiche Abnahme von den Genossen allerorts. Der Preis ist sehr bescheiden. Das� humane Unternehmen verdient möglichste Berücksichtigung. I. Klaus ler in Säckingen a. Rh. nimmt Bestellungen usw. entgegen. 10191 Abonennten zählt zurzeit daS Dessauer„BolkSblatt für Anhalt". Zwei Boykottanklagen hat die Staatsanwaltschaft zu Breslau der„Bolkswacht" zugedacht. Genosse Albert soll als Per» antwortlicher durch ein Boykott-Jnserat und durch eine Notiz, die meldete, dah Arbeiter in einem boykottierten Lokal ein Vergnügen abhielten, groben Unfug verübt haben. Das Verbrechen von Conrriöres. Die Aufregung der Bevölkerung, die langsam einer gewissen Apathie Platz niachte, ist durch die Auferstehung von 13 der Tot- geglaubten wieder mächtig angefacht. Zu den Beschuldigungen, auS Sparsamkeitsgründen das Unglück verschuldet zu haben, treten nun die Vorwürfe, aus denselben Motiven seien die Rcrtungsarbeiten lax betrieben worden, sonst wären vielleicht noch Hunderte der Ein- geschlossenen zu retten gewesen. Die„Lanterne" schreibt: „Wenn die Bergwerksgesellschaft. anstatt den Eingebungen ihrer Habgier zu folgen, sofort energisch die Rettungsarbeiten auf- genommen hätte, so wären zahlreiche Menschenleben erhalten worden. WaS die Unglücklichen dort unten ohne Werkzeuge und ohne Licht zuwejse gebracht haben, das hätten wohl gut ausgerüstete Arbeiter auch leisten können; die Gesellschaft hatte es aber bequemer, zu erklären, alle dort unten seien tot. Die öffentliche Meinung wird eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen verlangen." Aehnlich äustert sich die„Pelite Republique". In der „Humanito" schreibt JaurvS:„Die Direktion von Courrisres wagt es, ie ausständigen Arbeiter anzuklagen. Dieser schamlosen Komödie mutz endlich ein End« gemacht werden. Nicht, weil eine Gruppe von Ausständigen 20 Tage nach der Katastrophe von der Rettung ab- gehalten wurde, lieh man die Verunglückten ohne Hülfe. Wenn ein Ingenieur den Bergleuten gesagt hätte, noch ist es möglich, eure Kameraden zu retten, hätten sich Tausende zur Hülfeleistung ein- gefunden. Der„Figaro" veranstaltet eine besondere Geldsammlung zugunsten der Geretteten. Diese selbst sandten, als sie von den Rettungsarbeiten der Deutschen hörten, diesen nach Herne ein Danktelegramm. Am Freitagmittag wurden mehrere Leichen heraufbefördert, welche mumifiziert aussahen. Der Arzt behauptet, dast der Tod bei diesen Bergleuten erst vor etwa 20 Stunden eingetreten sein dürfte. Bergbauingenieur Michel Levy erklärte einem Berichterstatter, seines ErinnernS stehe dieser Fall in der Bergbaugeschichte einzig da. Es grenze ans Wunderbare, dast die Bergleute so lange mit Rüben und Heu ihr Leben fristen konnten. Die Leute hätten das Glück gehabt, Wasser zu finden, das hätte gewiß dazu beigetragen, ihr Leben zu erhalten. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten erzählt man, im Augenblick der Katastrophe konnten sich die Bergleute in einen Stall flüchten, wo sie 20 Tage hindurch von dem für die Vierde bestimmten He» und von den Rüben lebten. Professor Brouarde und andere Aerzte erklärten, der Fall sei in der Tat einzig. Die Lungen der Bergleute seien wohl gewöhnt, schlechte Lust zu atmen: aber die Luft sei zweifellos durch einen Spalt im Gange erneuert worden, das sei die einzige Erklärung dafür, dast die Bergleute nicht zu Grunde gegangen seien. Basly interpelliert. LcnS, 31. März, Der Abgeordnete BaSly hat den Minister des Innern Elemenceau benachrichtigt, dast er ihn am Dienstag ge- legentlich der Wiederaufnahine der parlamentarischen Arbeiten über die Verantwortlichkeit der Grubengesellschasten im Hinblick auf die Katastrophe von Courriöres, serner aus Anlast der Zwischenfälle bei den Aufständen in dem Bergwerksrevier interpellieren werde. Die Regierung soll erklären, welche Schritte sie bei den Bergwerks- gesellschaften zu tun gedenke, um das Aufhören des AufstandeS herbeizuführen. Ordnungshrlden. DaS forsche Auftreten der Beamten macht auch die Streikbrecher ruppig. ES wird gemeldet: Leus, 31. März. In Lietard schätz ein Arbeitswilliger mit einem Gewehr auf die Menge und verletzte einen Arbeiter tödlich. Er wurde von der Polizei verhaftet.— Als man den Mörder Bottels, Caron, herausführte, manifestierte die Menge, inehrere Gendarmen wurden verletzt. Die Menge schlug die Fenster im Hause CaronS ein. »» • Der Streik Unser Pariser Korrespondent schreibt unterm 29. März 1906: Das gestrige Referendum hat eine neuerliche Verstärkung des Ausstandes zur Folge gehabt. Heute sind im Pas de Calais allein 3700 Mann lveniger eingefahren. Das Ergebnis der Abstinmiung war in mancherlei Hinsicht bemerkenswert. Die Zahl derjenigen, die sich der Abstimmung enthalten haben, wurde ursprünglich zu hoch angenommen. Tatsächlich beträgtste kaum ein Sechstel der Gcsamtziffer. Im Pas de Calais haben von 43 595 stimmberechttgten Arbeitern 36 025 gestimmt. In allen drei Revieren wurden 32 520 für den Streik, 18 074 für die Wiederaufnahme der Arbeit auf Grund der bisherigen Zugeständnisse der Unternehmer abgegeben und 834 auf das„Programm der Achten'(Achtstundenarbeit und Achtfranklohn mit Wegfall der Prämien), das die B r o u t e h o u x sche Gewerkschaft aufgestellt hatte. Diese letzte Ziffer zeigt die völlige Machtlosigkeit der Syndikalisten in den Kohlengebieten. Man wird mit dieser Organisation, die im Beginn des Streiks so viel Lärm gemacht hat. nicht mehr zu rechnen haben. Die 834 Stimmen sind übrigens den für den Streik abgegebenen hinzuzurechnen. Bei den Arbeitern erregt die Parteilichkeit und Brutalität der Gendarmerie eine steigende Entrüstung. Die Gendarmen gebärden sich, den Versprechungen Clemenceaus zum Trotz als Schutztruppe der Unternehmer. Schon der Ruf„Hoch der Streik" reicht zum Arretiertwerden auS. Auch werben die Gendarme Streikbrecher an. B a s l h hat heute einen Protest an den Minister des Innern gerichtet. Auf dem heutigen Delegiertenkongretz in LenS wurde beschlossen, dast sämtliche verfügbaren Redner der Bergarbeitergewerkschast in die Sekttonen geschickt werden sollen, die sich bisher trotz des gestrigen Abstimmungsresultats dem Streik nicht angeschlossen haben. Die Bergarbeiter von Montceau-leS-MineS haben sich gestern in Massenversammlungen und Delegiertenbesprechungen dafür entschieden, der Gesellschaft von Blenzy Forderungen einzureichen. Für den Fall der Ablehnung wurde mit allen gegen zwei Stimmen der Streik beschlossen.— Nach Meldungen, die aus der Umgebung des Syndikats der Bergarbeiter des Loire-DepartementS eingegangen sind, ergibt sich, dast die Bergarbeiter der Departements Gard, Avayrou und von Monteeau-les-Mines bereit sind, die Arbeit dann einzustellen, sobald ihnen hierzu das Zeichen von den Vereinigungen der Arbeiter deS Lvire-Departements gegeben wird. Letztere werden am Sonntag eine allgemeine Versammlung abhalten, wo die Frage deS AuSstandeS be- raten werden ivird. Ueber die Haltung der Streikenden wird berichtet: LenS, 31. März. Der gestrige Abend verlief ruhig, besondere Zwischenfälle sind nicht vorgekommen, obwohl die Angehörigen der Geretteten den Grubengesellschaften öffentlich vorwarfen, mehr an die Rettung der Gruben, als an die Rettung der Verschütteten gedacht zu haben. Lille, 31. März. Im Nordbecken arbeiten 3950 von 16000 Berg- bleuten, in Douai 1283 von 5450 Arbeitern. ' Ein deutsches CourridreS! Kaum sind die tröstlichen Versicherungen auS Ministermund und von dem Zentrums- Arbeiterführer Brust, in Deutschland sei ein Courrisres unmöglich, verklungen, da ist ähnliches Unglück schon her- eingebrochen! Glücklicher Weise verhinderten die Umstände ein Massengrab, immerhin, daS Unglück ist schlimm genug. ES loird uns gemeldet: Gleiwitz, 31. März. Nach einer Meldung des„Oberschlesischen Wanderers" entstand gestern nachmittag auf der 345 Meter-Sohle der„Friedcnsgrube" Feuer. Die Brandstelle wurde abgedämmt, doch durchbrachen die giftigen Gase die Brandstelle und bedrohten die arbeitenden Leute. Durch Rettungsmannschaften wurden sämt- liche Leute heute früh zutage geschafft. Vierzig Mann waren durch die Gase betäubt; von diesen konnten sich dreistig sofort nach Hause begeben, zehn Mann fanden im Lazarett Aufnahme. Von den letzteren sind zwei der Vergiftung erlegen. „Borussia"!„Werne"!„Friedeiisgrube"! kommunales. Stadtverordneten-Bersammlung. 15.(außerordentliche) Sitzung vom Sonnabend, den 81. März, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langcrhans eröffnet die Sitzung um W Uhr. Die Beratung des Stadthaushalt Setats für 1908 wird fortgesetzt. Referent für den Schilletat ist Stadtv. Borgmann. Die Etats für die Realschulen, Mädchenschulen, Turnhallen und verschiedene Einrichtungen für die höheren Schulanstalten ergeben keine Debatte und werden unverändert genehmigt. Zum Etat der Gemeindeschule» ist seitens der Sozialdemokraten wiederum der Antrag auf U n- entgeltliche Lieferung der Lehrmittel eingebracht.!Fm Ausschuh ist der Anregung, behufs Beseitigung der Mietsschulen den Gemeindeschulbau stärker unter Benutzung von Anleihemitteln zu vekreiben, enksegrnsehaNet,«vsMn, daß dazu die Regierung nehmigung nicht geben würde. Stadtv. Hoffmann(Soz.): Ich habe u. a. einen Fal bringen, den ich leider dem Herrn Stadtschulrat vorher m teilen konnte, weil ich ihn selbst soeben erfuhr. Ich tue es ioeil die Eltern sich ohnehin schon genug scheuen, von diesen Mitteilung zu machen, weil sie für ihre Kinder fürchten. Lehrer gegen die Kinder nicht immer mit der nötigen Li Sorgfalt vorgehen, ist schon im AuSschust gesagt worden. Eil Arndt in der 134. Gemeindeschule, Höchstestraste, scheint es o Spezialaufgabe anzusehen, die Kinder in der Politik zu unte..» An sich habe ich nichts dagegen, aber es mühte dieser Ur<■ wahrhcitsgemäh erfolgen, z. B. flössen die Lehrbücher der Gchä> in diesem Punkte ja sehr zu wünschen übrig. Dieser Lehrer Ai rühmte nun an der Hand eines solchen Lehrbuches das Wohlivo der Regierung für die arbeitenden Klassen und daß sie ein Ge gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokra durchgebracht habe. Er hätte aber auch hinzusetzen müssen, we' jämmerliches Fiasko sie damit gemacht, wie dieses Gesetz uns rn gedient habe und die Regierung froh war, als sie das Gesetz Wied los war. Herr Arndt sagte aber zu seinen Schülern der zweite Klasse in beziig auf die Sozialdemokraten, daß diese„gemeiy; Menschen" zu Attentaten aufgefordert hätten. Er hat dabei i schwiegen, daß die Brüder Nobilings als Gardeoffiziere dienten z, Hödel aus dem Stöckerschen Kreise hervorging. Ter Lehrer» klärte weiter:„Die Sozialdemokraten sind ganz dumme Mensche (Heiterkeit); sie wollen es so haben, daß alle Menschen ihr Gel zusammenbringen und sie dann in der Küche aus einem Na! fressen." Ich rege mich darüber nicht auf, aber der Lehrer mu nach dem Resultat der Reichstagswahl wissen, dast sehr viele de Eltern seiner Schüler Sozialdemokraten sind und er die Eltern da» durch den Kindern verächtlich macht. Wie verträgt sich das damit, dast er andererseits das vierte Gebot lehren mustl Dann hat dieser Lehrer gcsragt, ob er nicht Recht habe, und die Kinder haben mit Ja antworten müssen. Das ist sehr leicht zu erzwingen, wenn der Rohrstock dazu winkt. Ferner sollten die Kinder aufstehen, die den „Vorwärts" lesen. Als sich niemand meldete, bezeichnete ör den „Vorwärts" als ein Schmutzblatt, von dessen Geld„sich die Leute dick fressen". Das„Fressen" scheint für diesen Herrn die Hauptsache zu sein.(Heiterkeit.) Ich halte solche Dinge für unerhört. Warum soll es aber nicht nach der neulichen Seharfmacherrede deS Herrn Oberbürgermeisters auch Lehrer geben, die sich für ein der- ödetes Knopfloch gern nach oben empfehlen möchten? Was unseren Antrag auf Unentgeltlichkeit der Lehrmittel angeht, so wird darauf hingewiesen, dast diesmal 20 000 M. mehr als im Borjahre, näm- lich 110 000 M. ausgeworfen sind. Im vorigen Jahre sind von 90 000 M. nur 86 000 M. verbraucht. Interessant aber ist es, zu sehen, warum das Geld nicht verbraucht tvird. Stadtrat Sclberg sagte im vorigen Jahre: Es ist kein Fall abgewiesen worden! Es sind aber sogar Invaliden abgewiesen worden. Ein Familienvater schreibt mir. dast er bei 26 M. Wochenverdienst fünf Kinder zu er- nähren habe, das sechste sei unterwegs; zlvei Kinder wären Versetzt eins eingeschult, das neu eingeschulte Kind konnte die Bücher dl versetzten Geschwister nicht benutzen, trotzdem nur ein Jahr lim« schied war. Dem Vater wurde sein Gesuch um unentgeltliche Lehr mittel abgeschlagen; ein Lehrer Rohloff schlug seinen Sohn querüber die Hände, weil der Vater das Geld für die Bücher nicht auf- bringen konnte.— Wie werden nun die gekauften Bücher verwandt? Ein Beschwerdeführer, Witwer, berichtet, er hätte seine beiden Töchter in Pflege geben und die Pflege öfter wechseln müssen. Eine der Töchter wurde mehrmals umgeschult durch die Verwaltung selbst wegen Ueberfüllung. manchmal schon nach zwei Wochen, so dast das Mädchen in einer Klasse auf fünf Schulen fünf Lesebücher brauchte! Als in dem einen Falle der Vater bitten liest, dast das doch noch fast neue Lesebuch aus den städtischen Beständen umgetauscht werden möchte, wurde nach seiner Beschäftigung gefragt.— Vater ist Reisender.— Dann mag er selbst ein neues Lesebuch kaufen, hieß es. So kaufte er denn nach abermals zwei Wochen das sechste Buch. (Heiterkeit.) Meine Herren, Sie lachen, aber für den Vater Iva r das sehr betrübend. Die Verschiedenartigkeit der Lehrmittel erstreckt sich sogar auf die Zeichenutensiliem auf den Handarbeitsunterricht. In drei benachbarten Schulen tverden zur Aufbewahrung der Hand- arbettsgegenftände verlangt in der einen gesttickte Beutel, in bei anderen Ledertaschen in der dritten kleine Körbchen! DaS all« mutzte ein Vater anschaffen. Ich behaupte nun, dast entgegen den Versicherungen des Stadtrats Selber« eher Anweisungen erlassen werden, die Lehrmittel nicht unentgeltlich zu liefern. Die Lehr» mittel werden einheitlicher werden, wenn der Magistrat die Sorge dafür durch Unentgeltlichkeit der Hergabe überhaupt übernimmt. Unser Antrag wird schließlich angenommen werden, wenn an Ihre Stelle andere, einsichtigere Leute getreten sind!(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtschulrat Gerstcnberg: Dem Lehrer muß ich das Recht wahren, politische Aeusterungen zu tun, aber die Form und die-ge- wählte Stelle sind unrichttg, die Schule ist nicht der Ort dazu. Wir führen auf dem Gebiete der Lehrbücher eine Reform durch, ocber ei Monopol soll nicht geschaffen werden, um nicht die literarischen B< strebungen auf diesem Gebiete zu ertöten. Für die unentgeltliü Lieferung der Lehrmittel geschieht, was möglich ist. Stadttat Selber«: Von 1393 bis 1905 sind die für dies, Zweck verausgabten Mittel von 58 000 auf 103 000 M. angewachse. Wenn einzelne Schulkmmnissionen die Gewährung nicht genügend erleichtern, so ist das bedauerlich und gegen die ergangene In- struktion. Stadtv. Glicke(Soz.): Die Schuldeputation hat beschlossen, die 46. Schule am Lausitzer Platz eingehen zu lassen. ES wird dabei nicht die geringste Rücksicht auf die in Mitleidenschaft gezogenen Eltern und Kinder, noch auf das Mitbestimmungsiecht der Ver. sammlung genommen: man hat einfach vom grünen Tisch aus dekre- tievt. Die davon betroffene Bürgerschaft hat Prottst erhoben und die Erklärung des Kollegen Iben, daß ja nur die Ausnahmeklasse aufhören solle, mit dem gebührenden Humor aufgenommen. Der Protest scheint gewirkt zu haben; aber sehr bezeichnend ist, dah nun» mehr an der gleichfalls voll besetzten 42. Gemeindeschule in der Naunynftrahe die Aufnahmeklasse eingehen soll. Mau will für einige Fortbilduugsschulklassen mit aller Gewalt Raum schaffen. Mindestens aber muß doch bei so einschneidenden Matznahmen die Versammlung gehört werden, ebenso die betr. Schulkommissionen. Stadtschulrat Olerstenberg: Auf dem linken Spreeufer ist die Schülcrfrequenz auffallend im Sinken begriffen und wir müssen dem nachgehen. Uns ist ja auS den 29 000 leeren Plätzen ein'Vorwurf gemacbt worden. Stadtv. Hoffmann wird bei Beginn feiner Erwiderung von der Mehrheit andauernd durch Lachen unterbrochen und verzvahrt sich gegen dieses Gebaren in kräftigen Worten, die den V o r st e h e r' M zu der Aufforderung veranlassen, ihm die Aufrechterhaltung der Disziplin zu überlassen. Er führt dann aus, daß der Stadtschulrat seinen Ausführungen doch nicht gefolgt zu fein scheine. Herr Selber« sage, die Kommissionen hatten ihren Bedarf anzugeben, der möglichst nicht überschritten werden dürfe. Daraus erkläre sich ja. wenn die Mittel früher nicht aufgebraucht werden.(Zurufe.) Ach, 110 000 Mark! Wenn Sie das Brandenburger Tor nur einmal anpinseln, so kostet das ja viel mehr!(Stürmische Heiterkeit.) Die Stadträte Gerstenberg unH Selberg verweisen! nochmals auf ihre Darlegungen. Stadtv. Iben(A. L.): Es tvird sehr reichlich gegeben, wo irgend das Bedürfnis nachgewiesen ist. Den Fall Arndt mißbilligen auch wir durchaus. Stadtv. Hoffmann überreicht dem Vorredner ein Verzeichnis der erfolgten Abweisungen, woraus hervorgehe, daß nicht„reichlich" bewilligt werde. Ohne Verschulden habe der betreffende Vater fünfmal ein Lesebuch kaufen müssen; das sei ein Berlins unwürdiger Zustand.' Stadtv. Ellocke: Der Schulrat hat nichts darüber gesagt, dast wir doch bei solchen Maßnahmen gehört werden mühten. Wie d« er über die alte Schule in der Schulstraste? Es ist ein richtiger o, elbischer Typus; wenn er da die Treppen passiert, wird er Halö u Beine brechen. � tschulrat Gerstenberg: Diese Schule fann sich feineswegs| Ausgaben, in dem das extraordinäre Dispositionsquantum von am Laufiber Plat messen, sie ist in besserem Zustande. 600 000 auf 843 331 M. erhöht worden ist. dib. Singer: Es handelt sich doch darum: hat die Verg ein Anrecht darauf, um ihre Zustimmung ersucht zu venn Schulgebäude anderweit benutzt werden sollen? Es bloß um diese Frage herumgeredet worden. Ich ersuche istrat um eine Antwort auf diese Frage. Der Etat balanziert mit 153 467 646 M. und wird mit dieser Summe für 1906 endgültig festgestellt. # erhöhung bewilligt. Eine Maffenversammlung der ausgesperrt Arbeiter aller Fabriken beschloß darauf, die Arbeit am Monta wieder aufzunehmen. Husland. Der drohende Riesenstreit in Amerika. Hierauf nimmt die Versammlung auf Vorschlag des Vorstehers die Beratung der Borlage wegen Einrichtung der ärztlichen Abteilungen beim Rudolf Virchow Krankenhause Die Anthrazitkohlenbergwerksbefizer haben den Vorschlag des dtschulrat Gerstenberg: Wir anerkennen das Recht der Ver- wieder auf. Die Erörterung über die vom Ausschusse entgegen dem Bergarbeiterausschusses, mit ihnen am 3. April in New York in dabei mitzusprechen, aber erst, wenn der Zeitpunkt ge- Magistratsvorschlag empfohlene besondere urologische Abteilung ift. Unsere Absicht' fönnen wir doch nicht auch der Ver- hatte am 22. März wegen eingetretener Beschlußunfähigkeit gegen über die Lohnstala einzutreten, angenommen. weitere Verhandlungen ig zur Zustimmung unterbreiten. 3/410 Uhr abgebrochen werden müssen. adtv. Singer: Das ist es gerade, was wir nicht gelten lassen der Magistrat soll uns seinen Plan mitteilen; wenn wir bollendeter Tatsache stehen, hat unsere Entscheidung feinen Wert t. Hier muß von vornherein ein Riegel vorgeschoben werden. n scheint uns, die wir so oft als Schwesterbehörde angesprochen ben, wie eine Stiefschwester behandeln zu wollen. Der Antrag der Sozialdemokraten wird abgelehnt; dafür men auch die Soz.- Fortschr. Der Etat wird genehmigt, ebenso ne Diskussion die Etats für die Taubst ummenschule und e Blindenanstalt. rd unverändert angenommen. hat der Die heutige Verhandlung besteht zunächst in einer Geschäfts- Kommt es zum Streit, so wird derselbe sich nach allgemeiner ordnungsdebatte, indem die Vorsteher behaupten, daß die Er- Ansicht sehr erbittert gestalten. Beide Parteien haben sich um Ver örterung über die urologische Abteilung in der vorigen Sigung be- mittelung an den Präsidenten Roosevelt gewandt, aber die Verhält reits geschlossen worden sei, was Stadtv. Singer bestreitet. Auch nisse sind für sein Eingreifen nicht günstig. Der Streik bewirkt, daß Stadtv. Cassel ist der Ansicht, daß die Debatte fortgefeht die Förderung auf allen Kohlenbergwerken in den Dft- und Mittelwerden muß, beantragt aber die Vertagung, weil er eine so staaten so gut wie aufhört. Davon werden wichtige Sache nicht von einer solchen Minderheit entschieden sehen eine halbe Million Berglente möchte. direkt, und weitere zwei Millionen Arbeiter indirett betroffen. Die Bergarbeiter setzen sich dem Verlust von zusammen 10 Millionen Mark an Wochenlöhnen aus. Die Eisenbahnen, welche mit den Bergwerken durch Interessengemeinschaft verbunden find, haben Kohlenvorräte von Millionen Tonnen aufgeftapelt. Sie bes absichtigen, den Betrieb in den Bergwerken auf jede Gefahr hin aufrechtzuerhalten. Im ganzen Lande herrscht das Gefühl, daß es bei diesem gewaltigen Klassenkampf zu Blutvergießen und zum Eingreifen des Militärs fommen wird. Die Befizer der Anthrazitgruben von Kingstone und Jameson haben versprochen, die neuen Lohnfäge der Arbeiter anzuerkennen. Die Arbeiter dieser Gruben, im ganzen 8000, haben beschlossen, fich dem Ausstande nicht anzuschließen. Stadtv. Singer hält ihm entgegen, daß es doch noch weniger Der Etat für das Wahl- Fortbildungsschulwesen bon eventuell beschlußunfähiger Versammlung erledigen zu laffen. angemessen erscheine, eine Vorlage von der Bedeutung des Etats Den Etat für das noch in der Entwickelung begriffene und bricht um 349 Uhr die Verhandlungen ab. Die Versammlung beschließt die Vertagung des Gegenstandes Flicht Fortbildungsunterrichtswesen atsausschuß ebenso unverändert genehmigt, wie denjenigen für 3 Gewerbliche Unterrichtswesen. Im leßferen ist biglich die Streichung des Etatsvermerks empfohlen worden, daß in der Tischlerschule gefertigten Arbeiten nur dieser Schule zu derlassen sind; der Magistrat soll erwägen, ob nicht geeignete ObIte städtischen Anstalten überwiesen werden können. Im übrigen verden die Etats auch von der Versammlung mit dieser Aenderung enehmigt. Ueber die nachfolgenden Spezialetats referiert Stadtv. Dichelet. Die Gehälter der Magistratsmitglieder werden ach dem neulich angenommenen Antrag Cassel zum Teil ansehnlich rhöht und mit den höheren Beträgen in den Etat eingestellt. Der Personal- Besoldungsetat und der Etat für die Verwaltung der Rathäuser und der außerhalb der Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Achtung! Metallarbeiter und Holzarbeiter! Die sämtlichen Arbeiter von der Berliner Motorwagenfabrik, Reinidendorf- Dst, find am Sonnabend, den 31. März, ausgesperrt worden. Der Betrieb ist für Stellmacher, Metallarbeiter, Schmiede und Hülfsarbeiter gesperrt. Wir ersuchen die Kollegen, den Betrieb zu meiden. Näherer Bericht folgt. Die beteiligten Organisationen. " Die Differenzen zwischen dem Verband deutscher Gastwirtsgehülfen und dem Gastwirt Cranz, Inhaber der Prachtsäle des Ostens", Frankfurter Allee, find beigelegt, indem Herr Tranz die seitens der Organisation gestellten Forderungen- darunter auch Beim Etat für Geschäftsbedürfnisse und Prozeß- Anerkennung des tostenlosen Arbeitsnachweises to sten beantragt -bewilligt hat. felben gelegenen Bureaus passieren ohne Debatte. Zentralverband der Steinarbeiter. ( Berlin I.) Stadtv. Ewald( Soz.), den Magistrat zu ersuchen, den Mits Achtung, Steinarbeiter! Der Streik bei der Firma Hinge gliedern der Stadtverordnetenversammlung Freifarten zur Beendete heute mit einem vollen Erfolge der Beteiligten. nuzung der Straßenbahn zur Verfügung zu stellen. Berlin sollte darin dem Beispiel von Dresden, München, Frankfurt a. M. folgen und für den Besuch der Versammlung und zu Recherchen den Stadtverordneten freie Fahrt gewähren. Verfammlungen. 184 Die preußische Boltsschule und die Kirche. Genosse Adolf Hoffmann mit den Pfaffen und Pfaffenknechten, den Vor einer Volksversammlung bei Keller am Freitagabend ging Gegnern der Boltsbildung und Aufklärung in scharfer Weise ins Gericht. An der Hand der Statistik und an vielen treffenden Beispielen zeigte Protest gegen den neuesten Schulgesetentwurf auf. Ms gefährliche der Redner die Mängel der preußischen Volksschule und forderte zum Feindin ist die Kirche zu bekämpfen, welche die Schule vollends in ihre Gewalt zu bekommen sucht. Man ist es seinen Kindern schuldig, fie vor der Vermuderung und Verpfaffung zu schützen. Der sie vor der Vermuderung und Verpfaffung zu schüßen. der Massenaustritt aus der Kirche. wirksamste Protest ist Damit fönnen die Arbeiter eine imponierende Wirkung erzielen, und sie dürfen fie dürfen nicht vergessen, daß sie allein auf sich angewiesen sind und von dem liberalen Bürgertum gar nichts zu erwarten haben. Die mit ihrem Liberalismus prozenden Bürger haben vor dem Freidenfertum Neißaus genommen. gute Früchte getragen. Zuerst höhnten bürgerliche Zeitungen, wie die" Tante Boß", daß ein Frachtwagen in Berlin herumfahre, um die Austrittsformulare aufzunehmen und daß man sie später in einer Westentasche unterbringen fonnte. Jetzt aber ist man in eine stillverbissene Wut geraten, denn die Austrittserklärungen mehren sich in hocherfreulicher Weise. Einige Amisrichter haben schon um Sülfskräfte nachgesucht. Ein Bastor meinte fürzlich zu einem Parteigenossen in Rigdorf: Können Sie mir sagen, was das bedeuten foll, daß halb Rigdorf aus der Kirche Bis Ostern muß noch fleißig agitiert austreten will?" werden, um der Kirche möglichst viel Boden abzugraben, denn nach Ostern soll die Entscheidung über das neue Schulgeset fallen. Wächst die Zahl der Austrittserklärungen, so wird man damit bald sehr start rechnen müssen. Der stürmische Beifall, durch den Hoffmanns Ausführungen oft unterbrochen wurden, zeigte, daß er die Versammlung immer an der rechten Stelle zu paden und für sich zu getpinner wußte. In einer Resolution erklärten sich die Versammelten mit den Referenten einverstanden und bereit, an der Agitation für den Aus. tritt aus der Kirche nach besten Kräften mitzuwirken. Es wurde angekündigt, daß die Freireligiöse Gemeinde in nächster Zeit durch eine weitumfassende Agitation in Berlin und den Vororten für den Massenaustritt nochmals mit vollem Eifer eintreten wird. Die Einführung der Akkordarbeit wider den Willen der Arbeiter durchzusehen, bemüht sich gegenwärtig die bekannte Firma E. P. Der Antrag wird abgelehnt; der Etat wird bewilligt. Goera in Friedenau, Fabrik für optische Instrumente. Bisher Ueber die Etats der Kanalisations- und Wasser suchte die Firma stets den Anschein zu erwecken, als nähme sie sich verte, des Viehmarktes und Schlachthofes referiert in puncto Arbeiterfreundlichkeit immer die Firma 3eiß in Jena tadtv. Bruns( Soz.). zum Muster. Wie weit dies in Wirklichkeit der Fall war, zeigt schon Beim Etat der Kanalisationswerte und Riesel- ein flüchtiger Blick auf die sehr niedrigen Löhne der dortigen ArIder werden folgende Resolutionen angenommen: beiterinnen. Vor einigen Tagen ging die Firma nun plöblich den 1. den Park von Buch baldmöglichst für den allgemeinen Werkzeugmachern mit der Einführung der Affordarbeit zu Die Agitation für den Massenaustritt aus der Kirche hat bereits öffentlichen Gebrauch herzurichten und zugänglich zu machen; Leibe, und zwar bediente sie sich hierbei eines nicht einwandfreien 2. den Magistrat zu ersuchen, die Bewertung der Emolumente Mittels. Die Werkzeugmacher arbeiteten bislang als einzige Abder auf den städtischen Rieselgütern beschäftigten Beamten und Ar- teilung des Werks in Zeitlohn, weil die Erfahrung lehrt, daß beiter einer neuen Feftfehung zu unterziehen; wirklich affurate Werkzeuge bei Stüdlohn nicht herzustellen sind 3. in den Etat des Administrationsbezirtes Buch 8200 M. für Jebt aber verlangte die Firma mit einemmal Affordarbeit. Als sich Möblierung des Herrenhauses in Buch einzustellen und die damit die Werkzeugmacher hiergegen sträubten, gab die Firma auch scheinbar ausgestatteten Räume dem Oberbürgermeister für die Dauer seiner nach. Sie erklärte jedoch gleich darauf, wenn sie auch die Lohnarbeit weiter beibehalten wolle, so sei sie doch zur Entlassung einer Amtszeit zur Verfügung zu stellen. Beim Etat der städtischen Wasserwerke bemerkt größeren Anzahl Werkzeugmacher gezwungen, weil sie diese nicht mehr Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Schon bei der ersten Etatsberatung gebrauchen könne. Doch wer sich zur Attordarbeit be hat mein Freund Borgmann darauf hingewiesen, daß die Löhne der reit erkläre, der tonne weiter arbeiten; die EntWasserwerksarbeiter außerordentlich gering erhöht worden sind, lassung sei dann unnötig. Mit dieser Maßnahme der wenn man überhaupt von einer Erhöhung sprechen will. Der Ober- Firma befaßte sich am Donnerstag nun eine stark besuchte Verbürgermeister hatte erflärt, er würde für Remedur sorgen, wenn ſammlung aller Abteilungen des Werks. Einstimmig wurde beunsere Behauptung wahr wäre, daß noch nicht einmal alle Arbeiter schlossen, den Arbeiterausschuß zu beauftragen, in dieser Angelegen ber Basseriverke den Mindestlohn von 3,50 M. erhielten. Er hat beit bei der Fabrikleitung vorstellig zu werden. Die Versammlung ceiter erflärt, daß bei lleberschreitung der neunstündigen Arbeits- sprach die bestimmte Erwartung aus, daß die Firma ihre eit in den Wasserwerken die zehnte Stunde extra bezahlt würde. Affordmaßregel wieder rüd gängig macht, widrigenfalls sich fämtDie Leitung der Wasserwerke ist über ihren Betrieb nicht unter- liche Arbeiter des Werks mit den Werkzeugmachern solidarisch ichtet. Aus der Lohntabelle geht über die Arbeitszeit überhaupt erklären würden. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) ichts hervor. Die Kolonnenarbeiter haben im Laufe des Jahres 20, 9 und 9% Stunden laut Reglement zu arbeiten. Dann haben wir aber auch ein Recht, darauf hinzuweisen, daß 3,50 M. MindestDeutfches Reich. Die Schleifer und Scharwerker der beiden Granitwerke in Firma Lohn in den Wasserwerken nicht zur Durchführung gekommen ist; Diede u. Jagdmann in Greifswald haben am 24. März hoffentlich wird der Oberbürgermeister dafür sorgen, daß auch diese wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuBerwaltung feine Erklärung respektiert. Ich will damit natürlich halten. icht sagen, daß 3,50 M. ein zufriedenstellender Lohn find. Löhne von 37-38 Pf. bei 9 Stunden Arbeitszeit ergeben nur 3,33 bis 3,42 M. 3um Streit der Bergarbeiter im Zeiz- Weißenfels- und Meuselwiker pro Tag. Man scheint sich jeßt auf einen Durchschnittslohn Revier. bon 3,50 M. herausreden zu wollen. Die beiden geringsten LohnLetzte Nachrichten und Depefchen. Neue Kolonialopfer. Schluß der Vorstellung. Die Meldungen des„ Wolfffchen Telegraphenbureaus" sind affen find bisher mit so niedrigen Gäben abgespeist worden, die, nach uns zugehenden Mitteilungen total unrichtig. Nach den Fest. sich ganz unzulänglich, der Teuerung nicht im mindesten Rechnung Berlin, 31. März.( W. T. B.) Wie wir von maßgebender agen. Der Oberbürgermeister meinte, die städtischen Arbeiter stellungen der Streifbureaus find gegenwärtig im Ausstand 4200 tien im neuen Etat sehr gut abgeschnitten; auf die Wasserwerks- Mann. In den letzten Tagen haben noch die Gruben um Zeit Stelle erfahren, ist eine aus einem Offizier und 16 Mann bestehende beiter trifft das aber nicht zu. Es ist genau dieselbe Lohnfumme herum und im Revier Hohenmölsen die Arbeit eingestellt. Auch Truppenabteilung in Südwestafrika von Hottentotten überfallen e im Vorjahre in den Etat eingestellt; die kleine Lohnerhöhung die Mitglieder des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins beteiligen fich worden. Der Offizier und 10 Mann find gefallen, 4 Mann find bon 1 bis 2 Pf. pro Stunde ändert also an der gesamten Lohnfumme am Ausstand. Eine Sigung der beiden Leitungen führte voll- verwundet; einem gelang es, zu entkommen, einer wird vermißt. verteufelt wenig. Die schlechtest bezahlten Arbeiter müssen mit ständige Einigkeit in bezug auf die einzuschlagende Tattit herbei. Einzelheiten stehen noch aus. Lohnerhöhungen bedacht werden, welche die Teuerungsverhältnisse wieviel der Streit den Werken zu schaffen macht, geht daraus hereinigermaßen ausgleichen. Gerade weil wir den Frieden wollen zwischen der städtischen Arbeiterschaft und den städtischen Behörden, bor, daß sie Kohlen, die sie laut Kontrakt Konsumbereinen zu liefern weise ich auf die gewaltige Erregung hin, welche diese bisher lamm- verpflichtet sind, jetzt aus der Grube„ b. d. Heydt" bei Halle holen fromme Arbeiterschaft ergriffen hat.( Große Unruhe.) lassen. Auf vielen Gruben haben sich auch die Tagearbeiter und Oberbürgermeister Kirschner: In den Vorjahren sind 542 000 Maschinisten dem Streit angeschlossen. Es wird erwartet, daß Mark, 577 000., 556 000 m. ausgegeben worden; stellen wir am Montag noch mehr Arbeiter in den Streit 620 000 M. ein, so bleibt ein Spatium von 60 000 M. zur Vertreten, da viele erst noch der Miete am 1. April wegen diese wendung für Lohnerhöhungen. Es find auch solche vorgesehen, bei Woche gearbeitet haben. Die täglich stattfindenden Versammlungen den niedrigsten Klassen allerdings geringere als bei den nächst höheren. atmen den besten Geist. Den eingeforderten Bericht über die Frage, ob tatsächlich Löhne unter 3,50 M. gezahlt werden, habe ich erhalten; die Verwaltung hat einen Ausgleich aufs ganze Jahr vorgenommen, und da kommen allerdings Tage vor, wo der Satz von 3,50 m. nicht erreicht wird. Ich habe nicht die Absicht gehabt, die Arbeiter irgendwie schlechter zu stellen als die Beamten, im Gegenteil soll den Arbeitern relativ weiter entgegengekommen werden als den Beamten. Stadtv. Weyl: Der Oberbürgermeister hat bestätigt, daß auch dieses Jahr dieselbe Lohnsumme in den Etat eingestellt ist wie im Vorjahre. Die Erhöhung der beiden untersten Lohnklassen ist dringend notwendig. Beim Etat des Vieh und Schlachthofes macht Stadtb. Hoffman geltend, daß den dortigen Arbeitern ähnlich wie den Wasserwertsarbeitern mitgespielt worden sei. Der städtische Arbeiter müsse mindestens 4 M. täglich erhalten. stehende Gebührentarif wird auch für 1906 bestätigt. Algeciras, 31. März.( W. T. B.) Das amtliche Kommunique über die heutige Sigung der Konferenz besagt, die Konferenz hat ihre Arbeiten beendet, und ein lebereinkommen ist bezüglich aller Punkte erzielt worden. Massenaussperrung. Hannover, 31. März.( W. T. V.) Die hiesigen Metallindustriellen Die Grubenverwaltungen suchen durch ihre Soldschreiber die haben beschlossen, den mit den Gießereiarbeitern und Formern Streifenden in Mißkredit zu bringen, indem sie von Ausschreitungen entstandenen Lohnkampf energisch energisch durchzuführen, und haben Die in ihren Werken derselben berichten. Diese Nachrichten sind erfundenl durch Anschlag bekannt gemacht, die Streifenden verhalten sich vollständig ruhig; die zahlreich in das dem Verein der Metallindustriellen angehörenden Merte Revier gelegten Gendarmen bekommen keine Arbeit. 500 Hochofenarbeiter im Streit. Dortmund, 31. März.( Telegramm unseres Dortmunder Korrespondenten.) Auf der Dortmunder ,, Union" legten heute unerwartet sämtliche Arbeiter der fünf Hochöfen die Arbeit nieder. In Betracht tommen etwa 500 Mann. Die Ursache des Konfliktes ist die Verweigerung eines Buschlages auf die Sonntagsarbeit sowie eine allgemeine Unzufriedenheit. Die Defen wurden gedämmt. Der Etat der Fleisch beschau ergibt feine Debatte; der be- Die Former und Gießereiarbeiter in Offenbach a. Main Der Markthallen Etat und der Etat für die kassen- ben 3. April bestimmt. Verlangt wird: Arbeitszeit 9½, ab 1. April haben Forderungen eingereicht und als Endtermin für die Antwort verwaltung der Städtischen Werte werden ohne Debatte 1907 9 Stunden; möglichste Vermeidung der Ueberzeit- und Sonngenehmigt, ebenso( der Etat der Kapital- und Schulden- tagsarbeit, event. 25 bezw. 50 Prozent Zuschlag; Minimallohn für berwaltung. Former 4 Mart, zwei Jahre nach beendeter Lehrzeit 5 Mart täglich, man führen. sähen sich, da die Mehrzahl den Forderungen der Arbeiter nicht bewilligt werden könnten(?), genötigt, ihre Betriebe am 4. bezw. 9. April ftill zu legen. Teilweise ist die Arbeit bereits heute eingestellt worden. Die Aussperrungen betreffen vorläufig 1200C Arbeiter. Nationale Berhekung. Innsbrud, 31. März,( B. H.) Beim Bau der Finstal- Bahn entstand aus nationalem Haß ein blutiger Streit zwischen montes negrinischen und mazedonischen Arbeitern. Diese gingen mit Schaufeln zahlreiche mehr oder minder schwer verlett. und Brechstangen aufeinander los. Bier Arbeiter wurden getötet, Unfall bei der Marine. Zum Etat für Straßen- und Brüdenbau führt Stadtv. für Schmelzer und Gußputer 4 Mart, für sonstige Hülfsarbeiter bootes Nr. 341 ereignete fich heute während einer Versuchsfahrt Cherbourg, 31. März.( W. T. B.) An Bord des TorpedoBorgmann aus, daß für die Tagearbeiter in diesem Reffort zum Teil 3,50 Mart. Weiter feste Bestimmungen über Affordlöhne, Bezahlung infolge Zurüdichlagens der Flammen aus dem Feuerraum ein basselbe zutreffe, was vorhin bezüglich der Wasserwerks- und unverschuldeten Fehlgußes, Schaffung genügender Betriebssicherheit. fchwerer Unglüdsfall. Sechzehn Matrosen bezw. Arbeiter wurden Viehhofsarbeiter bemerkt fei. Nachdem ber Oberbürger- Die Verwaltung des Metallarbeiterverbandes soll die Verhandlungen verlegt, mehrere davon schwer. meister eine nochmalige werde Prüfung zugesagt, das Ergebnis abzuwarten haben. Berwahren müsse man sich aber Die Aussperrung der Textilarbeiter in Mülhausen im Elsaß wiederum gegen die Auffaffung, als ob dem Mindestlohn bon hat mit einem Erfolge der Arbeiter geendet! Das Syndikat der 3,50 Mart eine zehnstündige Arbeitszeit als Voraussetzung zu- Baumwollfabriken hat nach einem uns zugehenden Privat- In der letzten Nacht überraschte die Polizei in der Wohnung eines Der Etat wird nach den Ausschußanträgen genehmigt, ebenso telegramm die Aussperrung aufgehoben und den Zehn hiesigen Schuhmachers eine Versammlung von Mitgliedern des te Debatte der Etat Verschiedene Einnahmen und einhalb stundentag sowie eine entsprechende Lohn- 1, Bund". 51 Bersonen wurden verhaftet. runde liege. Verhaftungen. Lomsha, 31. März.( Petersburger Telegraphen Agentur.), 0 rantw, Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 77. 23. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. 81. Sibung. Sonnabend, den 31. März, 11 UhrAm Bundesratstische: v. Einem, Dr. Schulz. Das Etatsnotgesetz wird in dritter Lesung ohne Beratung angenommen. Die Geschäftsordnungskommission beantragt, die Aften des Manifestationsverfahrens gegen den Abg. Fusangel( 3.) einzufordern. Das Haus beschließt so. Die Genehmigung zur Strafverfolgung gegen den Abg. Thiele( Soz.) wird nicht erteilt, wohl aber die gegen den Abg. Fusangel( 3.), weil diese von dem Abg. Fusangel selbst beantragt ist und weil auch der Wahlkreis wünscht, daß Abg. Fusangel die Gelegenheit bekommt, sich gegen bestimmte Beschuldigungen zu rechtfertigen. Sonntag, 1. April 1 blamiert, protestieren. Ein polnischer Soldat schrieb aus Stettin größeren Wirtschaft genau so die„ Norddeutsche Allgemei an seinen Vater, daß es verboten sei, polnische Gebetbücher mit in tung", wie den Vorwärts". Wenn das hier den Soldate die Kirche zu nehmen. Es herrscht jetzt beim Militär ein System, Gefahr bringt, warum dann im Bereich des 19. Armeekorps polnische Soldaten zurückzusehen. Sodann möchte ich die Frage Wirtschaft soll boykottiert sein, weil im Garten die Kastani aussprechen, ob es wahr ist, daß der Oberst der Ziefenblüten.( Große Heiterfeit.) Und da wundert man sich, da husaren in Rathenow den Abschied bekommen hat, weil er sein Jahr zu Jahr der Mißmut in den großen Massen über u Gut an einen Polen verkauft hat. Wenn dies der Militarismus wächst. Die Soldatenmißhandlungen müssen i Grund war, so hätte man es ihm offen sagen müssen.- Der wieder mit aller Entschiedenheit öffentlich besprochen werden. 3 wang zum Duell durch den obersten Reichsbeamten be- auf diese Weise kann Wandel geschaffen werden.( Bravol deutet einen Amts mißbrauch. den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Büsing ruft den Redner wegen dieses Ausdrucks zur Ordnung. Abg. v. Kardorff( Rp.): Ja, meine Herren, außer den blühenden Kastanien hat der Redner nichts vorgebracht, was Abg. v. Bruzewo- Mielzynski( fortfahrend): Seine Erklä- Slagen berechtigen konnte, die er so beweglich deklamierte.( Hei rung gegen die Soldatenmizhandlungen hat der Herr Kriegs- feit rechts.) Roheiten kommen überall vor. Erst heute las ich e minister dadurch sehr abgeschwächt, daß er die Wiedereinste I- Notiz in der Zeitung, wonach zwei Streitbrecher du ( 5 Iung eines Offiziers verteidigt hat, der sich eine Messerstiche tödlich verlegt worden sind. mißhandlung hatte zuschulden kommen lassen. hört! rechts und bei den Nationalliberalen.) Wenn in Rußland Abg. Roeren( 8.): Die Regelung des Beschwerberechts Beamter meuchlings von Ihren Genoffen( zu den Sozialdemokrate ist zweifellos am meisten reform bedürftig. Daher be- getötet wird, so nennen Sie das nicht Mord, sondern Vollstrecku grüße ich den Antrag Müller- Bayer. Erst fürzlich ist mir wieder eines Urteils. Sie haben aber um so weniger Veranlassung, üb ( Stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemo ein fall bekannt geworden, in dem ein Soldat, der eine be- Roheit hier zu klagen, als Sie schon die Jugend daz rechtigte Beschwerde erhoben hatte, infolgedessen so schifaniert erziehen. wurde, daß er lieber den alten Zustand, über den er Beschwerde traten, die den Redner zunächst am Weitersprechen hindern. Ab erhoben hatte, wieder herbeigewünscht hätte. Ganz überflüssig ist Hoffmann ruft: Solche Unverschämtheit!) Vizepräsident Dr. Paasche( überschreiend): Dieser Ausdruck ge zweifellos die Bestimmung, daß Beschwerdeführer, deren Beschwerde sich als nicht ganz berechtigt herausstellt, auch noch be- hört sich nicht! straft werden.( Sehr richtig! im Zentrum.) Daß der Herr Kriegsminister auf seine Erklärung zum Duell vom 15. Januar noch einmal zurückgekommen ist, war wohl erklärlich, denn er hat wohl gewußt, daß seine damalige Erklärung, die offen eine grundsätzliche Mizachtung der staatlichen und göttlichen Autorität proklamierte, in der überwiegenden Mehrheit des Volkes die größte Entrüstung hervorgerufen hatte. = Abg. Bebel: Aber Herr v. Kardorff darf uns schiver beleidigen Vizepräsident Dr. Paasche: Wenn Sie beleidigt sind, werde nachher Ordnung schaffen. Ich bitte aber jebt um Ruhe, ich Ba nicht Ordnung im Hause schaffen, wenn Sie ſo fortfahren. ( Andauernde stürmische Zurufe bei den Sozialdemokraten: das gerecht? Ist das unparteiisch?) Nunmehr wird die General debatte zum Militäretat fortgesett. Abg. Baffermann( natl.) wünscht ebenso, wie der Abg. Müllerführung des Soldaten direkt an den Hauptmann unter Ausschaltung der Zwischeninstanzen gestattet sein solle, und befonders, daß eine Belehrung an die Soldaten erfolgt, damit diese den Mut bekommen, sich gegebenenfalls zu beschweren: daß ein Soldatenschinder, wie der württembergische Offizier Haupt, im preußischen Kontingent wieder angestellt wurde, ist nicht zu billigen. Glüdlicherweise haben ja die Soldatenmißhandlungen abgenommen, mas um jo erfreulicher ist, als die Zahl der Roheitsverbrechen im ganzen Wolfe zugenommen hat. Rohe Menschen des Unteroffiziersstandes sollten nach Ablauf der Kapitulationsperiode auf keinen Fall wieder tapitulieren dürfen. Wir werden den Antrag MüllerMeinigen annehmen, erwarten selbstverständlich aber, daß die militärische Disziplin unter keinen Umständen durch die Reform Vizepräsident Dr. Paasche: Ich bitte jetzt den Abg. v. Kardorfi des Beschwerde rechts leidet. Scharnhorst, auf den der Abg. Eine Abschwächung dieser Erklärung durch Interpretation war fortzufahren. Ich werde den Wortlaut seiner Aeußerung nachher aus Bebel sich so gern beruft, wäre stolz auf unser Kriegsheer. Auch nicht möglich, darin gebe ich Herrn Bebel recht; fie fonnte nur dem Stenogramm feststellen.( Große anhaltende Unruhe bei der ruht ja die Reformtätigkeit nie. In die Kommission zur Verein fachung des Ererzierreglements find drei Offiziere berufen, die den öffentlich oder stillschweigend widerrufen werden, und ich sehe Sozialdemokraten.) Abg. v. Kardorff( fortfahrend): Der Hauptfehler scheint mi russisch- japanischen Krieg mitgemacht haben, ferner Oberst v. Deim- in der neuen Erklärung einen stillschweigenden wider der zu sein, daß immer die jüngsten Offiziere mit der ling usw. Es ist sehr bedauerlich, daß auch Herr v. Vollmarim ruf. Es heißt dort: Genugtuung mit der Waffe wird nur gebetraut werden. Die Offiziere sollten Refrutenausbildung baherischen Landtage sich zum Sprachrohr der dort überwiegenden geben, wenn der Gegner ein Ehrenmann ist. Ich interpretiere in den Reitschulen schon vorher Unterricht im Reiten nehmen, bevor Bartitularisten gemacht hat, die einen Nachteil von dem Zusammen- das dahin, daß die Unterlassung der Forderung in gewissen manöverieren preußischer und bayerischer Kavallerieteile befürchten. Fällen zulässig sein soll. Der Fall Feldhaus z. B. wäre dann fie Offiziere werden. Herr Bebel irrt, wenn er glaubt, in den kleinen Die heutige Kriegs uniform halte auch ich für kriegs- in Bufunft unmöglich. Weiter lese ich aus der Erklärung Garnisonen werde Lurus getrieben. Das Gegenteil ist richtig. Herr unbrauchbar. Wir arbeiten ja schon an einer neuen Kriegs- auch heraus, daß es möglich sein soll, daß auch ein grundsäk Bebel versteht alles, die Weltpolitik besser als der Reichskanzler, das uniform. Diese müßte aber gleichzeitig als Friedens uniform licher Gegner des Duells Offizier wird. Leider wird heute Militärwesen besser als der Kriegsminister usw.( Buruf bei der Sozialdemokraten: Nur Laura Hütte zu gründen ber dienen, da das gleichzeitige Unterhalten zweier Uniformen auf die danach nicht gehandelt. Abg. Liebermann von Sonnenberg( Wirt. Ver.): Ich will dem steht er nicht! Heiterkeit.) Dauer doch zu teuer würde. Vizepräsident Dr. Paasche: Ich habe jetzt aus dem amtliche Herr Bebel hat nun wieder zurückgegriffen auf Sunnen- Abgeordneten Bebel nicht in den Irrgarten seiner Milizphanbriefe und Chinataten. Ein Ruhmestitel sind diese Hunnen- tafien folgen. Die Duellfitte, die im Blute und in Stenogramm den Wortlaut der Aeußerung des Abg. v. Kardorff fest Danach muß man annehmen, daß, da im Vorjah ausdrückbriefe für uns nicht, auch nicht für die Sozialdemokratie, die sich der Tradition liegt, läßt sich durch eine Verordnung nicht gestellt. Dabei maßlose Uebertreibungen hat zuschulden kommen lassen. In beseitigen. Wir sind dafür, daß auch die Freiwilligen einen zwei- lich Bezug genommen ist auf die hier anwesenden Sozialdemokraten, dem von Herrn Bebel erwähnten Prozeß sind allerdings einzelne jährigen Kursus beim Militär durchmachen müssen, damit sie ein auch der Nachsak sich auf diese bezieht. Das ist ungehörig; i ch brauchbares Unteroffiziersmaterial abgeben. Militärzahnärzte rufe den Abg. b. Kardorff deswegen zur Ordnung. scheußliche Handlungen fest gestellt von Offizieren, Abg. Horn- Goslar( natl.): Es muß das ernste Streben jedes Unteroffizieren und Mannschaften. Was wir tadeln, sollten als Sanitätsoffiziere schon im Frieden angestellt werden. ist die Tendenz der Sozialdemokratie, unsere Volfsgenoffen nach Ich freue mich, daß der Abg. Bebel sich als begeisterter Verehrer wahren Patrioten sein, der Revolution irgend ein Gegengewicht ent gegenzustellen. Deshalb müssen in jedem Dorf, in jeder Stadt die außen zu blamieren, das ist es, worauf es ihr antommt; nicht die Scharnhorsts bekannt hat. Absicht, die Wahrheit zu suchen, sondern unserer Armee etwas an- Abg. Stolle( Soz.): Es ist sehr bedauerlich, daß noch immer alten, die jungen Soldaten, 3½ Millionen deutsche Männer, sich zuzuhängen leitet sie.( Burufe bei den Sozialdemokraten. Sehr so viele grobe Soldatenmizhandlungen vorkommen. Es müssen sammentun in der Erinnerung an die schöne, große Zeit, in der sie richtig! rechts.) Ein Beweis dafür ist der Schweine noch ganz andere Maßnahmen getroffen werden, damit des Königs Rod getragen, zu einem Hort nationaler Gesinnung. Artikel" der Münchener Post". Ich sehe in ihm einen hunds- diefe endlich aufhören. Nur durch eine unausgefeße Bekämpfung Deshalb richte ich von dieser Tribüne aus einen warmen und gemeinen Artikel( Sehr richtig! rechts), und daß auch Herr und Besprechung in Presse und Parlament tönnen die nieder- dringenden Appell besonders an die höheren Stände, zur Ueberb. Vollmar mit mir empfindet, beweist, daß er sofort telegraphisch trächtigen Soldatenmißhandlungen beseitigt werden. Auch draußen windung der sozialdemokratischen Gefahr allesamt den Striegererklärt hat, er habe mit dem Artikel nichts zu tun. im Lande müßte dafür gesorgt werden, daß ein Mann, der eine vereinen beizutreten.( Bravol bei den Nationalliberalen.). Abg. de Witt( 3.): Bei aller Hochachtung vor einem unserer Ein weiterer Beweis war der Artikel des Vorwärts" vom Mißhandlung begangen hat, überall unmöglich wird. Aus 4. Januar über den deutsch- französischen Krieg, in dem einem Briefe eines Militärmufiters an seine Eltern in 3widau ältesten Barlamentarier, dem Abg. v. Sardorff, muß ich doch mi die Erfolge der deutschen Armee 1870/71 ironisiert und verhöhnt, geht hervor, wie der arme Mensch schon vom Eintritt ins Militär aller Entschiedenheit gegen die Aeußerung protestieren, daß es nich bie schlechtesten Elemente feien, die Duellfreunde find. Ich hoffe da er diente in Preußen Zweifel daran wachgerufen werden, ob die Armee überhaupt gut gequält worden ist. In dem Briefe geführt ist, und zum Schluß zwischen den Zeilen die Hoffnung ge- heißt es unter anderem: Die preußische Truppenabteilung, bei gegen, daß es nicht die schlechtesten Kreise sind, denen Religion, Sitte äußert wird, daß der Krieg unglücklich ausfallen möge( Widerspruch der ich diene, ist die reine Folterkammer für mich. Das Leben und Ordnung nicht Schall und Rauch ist, sondern die wünschen, dass bei den Sozialdemokraten), damit dann die herrschenden Klassen ist mir zur Hölle gemacht. Ich habe schon tausendmal bedauert, fie in die Praris des Lebens übergeben.( Lebhafter Beifall int und das monarchische Prinzip mit zum Fall gebracht werden daß ich mich zur preußischen Armee gemeldet habe. Der Mann Zentrum.) Die Bezirkskommandos im Westen legen den Reservetönnten. Drittens fommen für diese Tendenz der Sozialdemokratie desertierte und schickte von Luxemburg aus an seine Eltern einen offiziers- Aspiranten ein Formular vor, auf dem fie ausfüllen mögen, in Betracht die Ausführungen des Abgeordneten Rollwagen im zweiten Brief: Wie schwer es mir in den letzten Tagen vor meiner ob und welcher studentischen Korporation fie angehört haben. Hätte bayerischen Landtag vom 10. Januar, der mit den Worten schließt: Desertion gemacht wurde, fann ich gar nicht beschreiben. Seit diese Frage keinen besonderen Hintergrund, so würde sie ebenso Dort ist unser Vaterland, wo es uns gut geht". Herr v. Vollmar Kaisers Geburtstag ist es mir so schlecht gegangen, daß man sich gleichgültig sein, wie die Frage, bei welchem Schneider sie arbeiten ( Heiterkeit und Sehr richtig! lints und im Zentrum.) hat auch diese Aeußerung Herrn Rollwagens von sich abgeschüttelt. wundert, was ein Mensch alles ertragen kann. Erstens mußte ich lassen und in welchem Lokal sie den Abendschoppen einnehmen. Herr Bebel ist wieder auf die Niederlage von Jena und Auer- jeden Tag 2 Stunden nachererzieren, und zwar ohne jeden Grund. möchte ich auf einen Antrag Lieber, die Wahl der Reserve städt zurüdgekommen. Demgegenüber weise ich auf die objektiven Als ich meinen blant geputzten Helm auffeßte, gab man mir einen offiziere wieder abzuschaffen, zurückkommen und dein Ausführungen des Generals von der Golz hin, der nachgewiesen Schlag auf den Kopf, daß mir der ganze Schädel dröhnte. Wenn Herrn Kriegsminister empfehlen, um so mehr, als bei der Marine hat, daß von einer Feigheit des Offizierstorps ich etwas meldete, wurde mir von seiten aller meiner Kameraden eine solche Wahl auch nicht stattfindet.( Beifall im Zentrum.) damals nicht die Rede sein könne, da an einem Tage mit der Klopfpeitsche zugesetzt." Abg. Lehmann( natl.): Wir alle sind gewiß für die Beseitigun 18 Generale und, 700 Offiziere getötet oder verwundet seien. Ein Aufsicht der Mannschaftsstuben könnte dieser Uebelanderer General hat nachgewiesen, daß die Hauptschuld an den stand beseitigt werden. Der Mann erzählt dann weiter in diesem ber Militärmißhandlungen, aber die Sozialdemokratie wendet Wir erinnern Niederlagen daran lag, daß die Offiziere zu alt waren. Von Brief, wie er alle seine Sachen aufs gründlichste geputzt hat, wie ihrer Bekämpfung die ungeeignetsten Mittel an. das Wort J 244 höheren Offizieren waren nicht weniger als 166 über 60 Jahre man aber ihm ein Stüd nach dem anderen aus dem Schrank ge- den Antrag Liebknecht vom Jenaer Parteitag der Aufklärr g stohlen habe, wie man ihm seine Sachen schmutzig gemacht habe. hat ja für unsere Armee keinen guten Selang Kriegsminister v. Einem: Jch dante dem Abg. Bassermann für Dann heißt es weiter: Als ich zum Stall tam, ließ mich der der jungen Leute über den Militarismus und ihre Rechte beim das Vertrauen zur Armee, dem er Ausdrud gegeben hat, und kann Futtermeister achtmal im Galopp herumrennen, der Schmuk war Militär verlangt, um ihnen einen Abscheu vor dem Militär beizu hinzufügen, daß die ganze Armee davon durchbrungen ist, daß ein einen halben Meter tief. Dann im Stalle wurde mir ein Eimer bringen. Herr Bebel hätte diesen Antrag mit Haut und Haaren verfolches Bertrauen zur Armee im Volke vorhanden sein muß, wenn faltes Wasser über den Kopf geschüttet.( Lebhaftes schluckt, wenn ihn nicht der Sohn des alten Liebknecht mit einer Die Ausführungen die Armee leisten soll, was das Volk von ihr zu verlangen berechtigt hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dann mußte ich eine großen prinzipiellen Rede begründet hätte. ift. Ich bitte und wünsche daher, daß dieses Vertrauen immer halbe Stunde lang Kniebeuge machen und im Stall herumhüpfent. Liebknechts und Kakensteins in Jena find nichts als offener Landesweitere Kreise ziehen und die ganze Nation erfüllen möge. Ich In der letzten Woche kam das Schlimmste. Ich mußte 3 Stunden verrat. Was wollen demgegenüber die Beteuerungen Bebels von der ( Bravol bei den danke dem Abg. Bassermann ferner dafür, daß er gewisse Ten- reiten, die anderen aber nur 1 Stunde. Ich hatte mich durch- Vaterlandsliebe der Sozialdemokratie bedeuten? Nationalliberalen.) denzen, die gegen die Armee arbeiten, in das richtige Licht gerückt geritten. Mir blutete das Gesäß und der Oberund manches von der Legende vom Jahre 1806 richtig gestellt hat. fchentel. Bei jedem Male Reiten plasten die Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß viele Berichterstatter vom Wunden wieder auf. Dann kam der Reitlehrer, ein UnterKriege im fernen Osten darauf hingewiesen haben, daß es durch- offizier, mit dem Stock und schlug mich auf die Hände, daß ich aus notwendig ist, die Armee so zu fleiden, daß nach Möglichkeit kaum noch die Zügel halten fonnte. Immer mußte ich im Galop auch der einzelne Mann wenig sichtbar ist. Wir sind sofort in reiten. 15 mal bin ich heruntergefallen. Der ReitVersuche eingetreten, aber derartige Versuche lassen sich nicht lehrer trieb das Pferd immer mit der Peitsche an und rief: Wir Sals über Kopf abmachen. Die Schweiz prüft, Frankreich wollen ihn schon hochnehmen, damit der Hund verrect!"( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) prüft und wir prüfen cben auch.( Seiterkeit.) alt. " Nur durch eine strengere " Deshalb Abg. Zubeil( Soz.): Ich muß den Fall eines unglüdlichen Soldaten zur Sprache bringen, der wiederholt alle In= stanzen durchlaufen, bis jetzt aber zu feinem Rechte noch nicht gelangt ist. Der Musiker Wilhelm Thiel, geboren ant 21. Januar 1882 in der Umgegend von Berlin, wurde am 11. Oftober 1900 bolttommen gesund beim Militär eingestellt. Im September 1901 erkrankte er an der sogenannten Schuppenflechte und lag bis zum Dezember im Lazarett in Breslau. Im Bulezt möchte ich noch darauf eingehen, was über den soge= Es muß unbedingt darauf gedrungen werden, daß hierin Dezember wurde er plößlich als unheilbar trant nach der nannten 8ehn millionenfonds gesagt ist. Der Abg. Bebel Wandel geschaffen wird, und daß derartige rohe Redensarten, Heimat entlassen. Der Vater, ein armer Arbeiter, ließ ihn sofort hat gestern die Frage an mich gerichtet, ob die Herren Bantiers die das Gemüt verderben müssen, unterbleiben. Dazu kommt, daß untersuchen, und es ergab sich dasselbe Resultat. Der junge Mann oder Börsenleute, ich weiß nicht mehr, wie er sich ausdrückte, geadelt die Leute nicht einmal das Recht haben, sich zu ist nach den Aussagen von allen, die ihn kennen, seit seiner frühesten worden sind, weil sie diesen Fonds gebildet haben. Der Abg. Bebel wehren, selbst wenn sie grob mißhandelt werden. Wagen Kindheit an, bis er Soldat wurde, nicht eine Stunde krank überschätzt mich, die Nobilitierung gehört wirklich nicht in mein sie es, so wandern sie 2-3 Jahre ins Gefängnis, während der gewesen. Der Vater hat 200 M., die er erspart hatte, für ihn Reffort.( Heiterfeit.) Trotzdem fann ich bestimmt sagen, daß die Unteroffizier, der sie geschlagen hat, vielleicht ein paar Tage ausgegeben. Er hat sich auch an Militärbehörden gewandt, damit Nobilitierung nicht aus dem angenommenen Grunde erfolgt ist. Mittelarrest bekommt. Den Soldaten wird verboten, während sein Sohn eine Taufende Unterstüßung bekommt und ihm die notAber alle Eingaben und zwar deshalb nicht, weil dieser Fonds nämlich nicht ihrer Dienstzeit irgendwelche sozialdemokratischen Zeitungen zu wendigsten Ausgaben zurüderstattet werden. existiert.( Seiterkeit rechts.) Ich kenne ihn nicht, und wenn lesen, einem Verbande anzugehören oder in Versammlungen zu des jungen Mannes und seines Vaters sind bis zur Stunde zu= Dabei kann auch die Militärbehörde er für Offiziere gegründet wäre, müßte ich als Kriegsgehen. Aber auf der anderen Seite trägt man gerade Partei- rüdgewiesen worden. minister doch davon Kenntnis haben.( Buruf links: bestrebungen ins Militär hinein. Leute, die irgendwie den Nachiveis nicht erbringen, daß die Krankheit schon vor seiner Na, na, Militärtabinett!) Ich weiß allerdings, daß als Sozialdemokraten verdächtig sind, werden von vornherein Militärzeit in feinem Körper vorhanden geivesen sei. Es ist nicht einige Herren bestrebt gewesen sind, einen solchen Fonds zu fchifaniert. Während Oberst Deimling neulich gegenüber meinem ausgeschlossen, daß er sie fich durch eine Infektion durch bereits von gründen. Die Herren sind zweifellos von der Liebe zur Armee und Barteigenossen Bebel anerkannt hat, daß zahlreiche Sozialdemo- anderen getragene Montierungsstüde zugezogen hat. Daher verzum Offizierstorps getrieben, wenn fie den Offizieren sozusagen traten in Südwestafrika dieselbe Tapferfeit bewiesen häften wie stehe ich es nicht, wie die Militärbehörde jegliche Unterstüßung in eine Zuwendung machen wollten. Aber sie haben übersehen, daß die anderen Truppen, werden die Sozialdemokraten im diesem Falle ablehnen kann. Ich bitte, den Fall noch einmal zu nach alter Tradition ein Offizier eine Unterstüßung nur von seinem eere fortgefeßt drangfaliert. Aus Magde- untersuchen und hoffe, daß man zu einem anderen Resultat Tommt. Nun ein anderer Fall, der beweist, wie heute der Kampf allerhöchsten Kriegsherrn oder aus staatlichen Fonds annehmen burg wird mir berichtet, daß bei einem Streit der Kutscher die Sozialdemokratie geführt wird. In ann. Eine Abweichung von dieser Tradition wäre gegen die Würde und Möbeltransportarbeiter Soldaten als Streit gegen es Offizierkorps. Ein Offizier darf nicht in die Lage brecher benutzt worden sind. Ich möchte den Herrn Kriegsminister Tempelhof war die Tochter einer Millionenwitive mit einent ommen, als Almosenempfänger angefehen zu fragen, ob er davon Kenntnis hat. Wenn man so gegen die Ar- Offizier verlobt. Ihre Mutter besaß einen der größten Säle ar erden. Sonst würde die soziale Geltung des Offizierforps er beiterinteressen vorgeht, fönnen Sie von den Arbeitern nicht ver- Orte und der Pächter des Lofales stellte dies auch der organi eblich leiden. Auf dieser Geltung basiert aber zum großen Teile langen, daß sie besonders patriotisch sind. Ich erinnere auch an sierten Arbeiterschaft zur Verfügung. Da lic nser Heer, und wir werden fie uns daher nicht nehmen lassen, die sich immer wiederholenden Fälle von Militärbontott. beim Regiment des Offiziers eine Denunziation ein, wele ( Beifall rechts.) Während im Bereich des 12. Armeekorps fein solcher Militär- diese Tatsache mitteilte.( Hört! hört! bei den Sozialdemokrater boyfott borgekommen ist, sind sie im Bereich des 19. Armeekorps Der Offizier wurde sofort zum Regimentskommandeur gerufen, im vollen Gange. Man begründet den Boykott damit, daß die dieser eröffnete ihm, wenn er das Verlöbnis mit dem jur die Arbeiterpresse zu Mädchen nicht aufgebe, wäre es besser, wenn er freiwillig den T Soldaten nicht verführt werden sollen, Jefe Sier in Berlin aher finden Sie in iedem Hotel in ieder quittierte,( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In Abg. v. Bruzewo- Mielzynski( Pole): Die Erklärung des Herrn Sciegsministers in bezug auf unsere Beicht- Interpellation hat uns blommen genügt. Wir müssen aber gegen die Behauptung eines Blattes, Kätter valry Intern t wird. 3 Millionenivitive Herrschte nun große Bestürzung; der Prozeß gefagt wurde, sondern auch das Recht ber Notiper.( Er. Nur Weniges gegenüber Herrn b. Kardorff! Er hat behauptet, rde zur Familienkonferenz zugezogen und ihm aufgegeben, neutes hört! hört! rechts.) Es ist ja bekannt, daß die brutalsten daß bei einem Streif in Charlottenburg zwei Arbeitswillige von den aldemokratie fein Lokal wiederum zu entziehen, sonst werde Menschen zugleich die feigsten sind.( Sehr wahr! bei den Sozial Streifenden auf das schlimmste mishandelt seien. Wir haben natür( Hört! hört! bei den Sozialdemo- demokraten.) Darum würde die Notwehr der mißhandelten Sol- lich die Angelegenheit sofort aufgeklärt. Die Untersuchung_hat_erAls der Bächter dies notgedrungen tat, wurden dem jungen daten viel mehr zur Beseitigung der Soldatenmißhandlungen bei geben, daß weder organisierte noch streikende Arbeiter weiter keine Schwierigkeiten gemacht und er konnte den tragen, als alle die übrigen Maßnahmen, die vom es gewesen sind, die, wie Herr v. Kardorff behauptet hat, andere heimführen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Regierungstische aus empfohlen werden. Wenn der Kriegsminister Arbeiter in so fannibalischer Weise behandelt haben. Wenn Herr aber nicht viel genütt: der Pächter ist ruiniert, denn das darauf hingewiesen hat, daß vielfach auch schlechte Subjekte in die b. Karborff die Besprechung dieses Falles in der Presse verfolgt eht so gut wie leer, und die Sozialdemokratie hat ein anderes Armee hineinkommen, so muß ich erwidern, daß es auch unter den hätte, würde er das auch längst in Erfahrung gebracht haben. Die m Orte gefunden. Also eine Schädigung der Sozialdemokratie Standesgenossen des Kriegsministers vielfach recht unerzogene Sozialdemokratie erzieht die Jugend so, daß solche Bestialitäten nicht cht stattgefunden, aber die ganze Sache wirft doch ein sonder Menschen gibt.( Sehr wahr! links.) Vielleicht erkundigt sich ein- vorkommen. Wo werden denn die Roheiten mehr gepflegt, in Ihren Licht auf die Art, wie der Kampf gegen die Sozialdemokratie mal der Kriegsminister bei der Bürgerschaft Gubens, welche Roheiten Kreisen oder in denen der Sozialdemokratie? Ein Blick in die Presse bort, als ich 1874 dort mit dem Modell 71 eingeübt wurde, der liefert Beweise dafür, daß auf den großen Gütern in Ostpreußen Der Herr Kriegsminister erklärte gestern, daß das Beschwerde. Sohn des Kriegsministers v. Roon verübt hat. Mögen durch die erlauchten Herren und ihre Angestellten die Mihhandjebt so geregelt sei, daß jeder Soldat je den Augenblid Sie also zunächst die Brutalität in Ihren eigenen Kreisen lungen an Dienstboten und Hofleuten an der Tagesordnung find, Jei seinem Kompagniechef über eine Mißhandlung beschweren ausrotten und alle die Elemente aus der Armee entfernen, die zu wie sonst nirgends.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Mir war das ganz neu und mein erster Weg war am Abend Brutalitäten hinneigen. Landflucht liefert den besten Beweis dafür. Sie ist nicht nur in paar Bekannten, deren Söhne sich auf Urlaub vom Militär Ich möchte ferner an den Kriegsminister die Anfrage richten, eine Flucht vor geringen Löhnen, sondern auch bor unmensch Berlin befinden, um diese zu fragen, ob sie von diesem Recht der ob es auf Grund einer allgemeinen ministeriellen Anweisung ge. Iich en Mihhandlungen. Da sollte doch Herr v. Kardorff hwerde bei ihrem Kompagniechef schon irgendwelche mit schieht, baß der Amtsvorsteher in Mariendorf bei Berlin ben nicht davon sprechen, daß wir kein Recht hätten, die Mihhandlungen tung erhalten hätten. Beide haben mir erklärt, daß von diesem Reservisten und zur Erfahreserve Entlassenen, fotveit fie Mitglieder in der Armee zu bekämpfen. Sie haben so viel an Ihrer Landhte noch niemals in ihrer Militärzeit ge- des sozialdemokratischen Wahlvereins find, die bevölkerung berbrochen, daß die Sozialdemokratie rochen worden sei. Auf dem Papier mag es stehen, da Bäffe abforbert. Sie haben es dann äußerst schwer, sie zu den jahrzehntelang zu arbeiten hat, um den Stoff halbwegs it so manches, aber der Soldat darf es nicht ausführen. Ich Kontrollversammlungen, in denen sie erscheinen müssen, rechtzeitig wieder zu entfernen.( Sehr wahr! links.) Wenn der Abg. schte den Soldaten kennen lernen, der heute über den Stopf seines zurückzubekommen. Die Leute glauben, daß der Amtsvorsteher aus Lehmann einen Antrag auf dem sozialdemokratischen Barteitag in Idwebels resp. Unteroffiziers hinweg die Beschwerde bei seinem eigener Initiative handelt. Jena glaubte in die Debatte ziehen zu müssen, so hätte er doch auptmann anbringt. Die Zeit, die er dann durchzumachen hat, Es ist schon früher nachgewiefen, wie Solbaten als Streifbrecher wiffen können, daß der erste Teil des Antrages abgelehnt ist, und ill ich ihm nicht gönnen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) benutzt werden. Den Soldaten wird nicht einmal freigestellt, ob daß gerade der Abg. Bebel es gewesen ist, ber in sehr scharfer Weise Ich glaube wohl, daß es dem Herrn Kriegsminister ernst ist sie eine berartige Arbeit verrichten wollen. Das hat sich auch bei gegen den ersten Teil des Antrages und gegen die Begründung, mit seinen Maßnahmen gegen die Militärmißhandlungen. Dann bem jüngsten Streit der Kutscher und Möbeltransporteure in Magde. die diefer Antrag durch unseren Parteigenossen Liebknecht erfahren sollte er aber in erster Linie auch dafür sorgen, daß die Militär- burg gezeigt. hatte, Widerspruch erhoben hat. Der Abg. Lehmann hat weiter ge= behörden auf die Spionage und Angeberei der Polizeibehörden fein Noch gestern hat mein Barteigenosse Bebel unter der Zu- glaubt, meine Tätigkeit in Bersammlungen einer Kritik unterziehen Gewicht legen. Wenn so die Vorgesetzten von vornherein darauf Stimmung des Kriegsministers ausgeführt, daß die Militärbehörde au müssen. Es ist selbstverständlich, daß wir die Frauen, bie bei uns hingewiesen werden, daß die und die Rekruten einer politischen würde. Hier stehen nun die Arbeiter in einem wirtschaftlichen zulassen. Wer hat denn das meiste Interesse an der Behandlung ein Interesse daran habe, daß die Lebenslage der Arbeiter gehoben zum Volt gehören, auch zu unseren öffentlichen Versammlungen der gewerkschaftlichen Organisation angehört haben, wird ihre oreingenommenheit gegen die Rekruten nur gesteigert.( Sehr Kampf. Streifbrecher haben die Unternehmer nicht erhalten können, ber Soldaten? G3 find doch die Frauen, die ihre Söhne unter chtig! bei den Sozialdemokraten.) wie selbst die Magdeburger Zeitung" zugegeben hat. Die Aus. Schmerzen zur Welt bringen, unter Entbehrungen erziehen und fichten für die Arbeiter waren außerordentlich günstig. Nun wenden dann zwei Jahre in die preußischen Bildungsanstalten", genannt Die politische Gesinnung hat doch mit den militärischen Ver- fich die Unternehmer an den Kommandeur, und der ist sofort so Kasernen, hineingehen lassen müssen. Können sie nicht mit Recht hältnissen nicht das geringste zu tun und sollte ganz gleichgültig fein, freundlich, Soldaten zur Verfügung zu stellen. Das ist zu gleicher berlangen, daß sie in diesen Bildungsanstalten als Menschen venn der Mann nur in der Kaserne seine Pflicht tut. Und gerade Beit ein Beweis dafür, in welch innigem Zusammenhange heute behandelt werden? Haben wir da nicht die Pflicht, die Mütter zur Pflichterfüllung erzieht die sozialdemokratische Agitation. Armee und bürgerliche Gesellschaft fiehen. Noch vor kurzem haben darauf aufmerksam zu machen, daß ihre Söhne beim Militär nicht Auf der anderen Seite würden wir, wenn uns die Mißhandlungs- die Herren von der Rechten erflärt, daß die zweijährige Dienstzeit nur Pflichten, sondern auch R echte gegen den Militarismus haben. listen so zugänglich wären wie den Militärbehörden, wohl erkennen, für die Ausbildung der Soldaten nicht ausreicht. Der Kommandeur( Rufe rechts: Abscheu erwecken Sie!) Wo ist denn der Abscheu, wo daß gerade der Teil der Bevölkerung Deutschlands am meisten in Magdeburg scheint zu glauben, daß die zweijährige Dienstzeit die Militärflucht am stärksten? Wo werden die meisten Personen unter den Militärmißhandlungen zu leiden hat, auf den Sie( nach noch viel zu lang ist. Er meint, noch Beit zu haben, um die wegen Militärflucht in contumacia berurteilt? In den Ost pro rechts) fich, wenn einmal das Vaterland in Gefahr fein sollte, Soldaten zu Streifbrecherdiensten für das Unternehmertum zu ver- bingen, wo bie Angst, die Furcht vor diesen Bildungsam ehesten zu stüßen gedenken, nämlich die 2 and. wenden. Schon aus dem Gesichtspunkte heraus, daß die Arbeiter anstalten am größten ist. Wir dagegen wollen die Menschen bevölkerung Posens, Preußens und Schlesien&. die Gut- und Blutsteuer für den Militarismus bezahlen, sollte die dazu erziehen, daß sie ein menschenwürdiges Dasein zu führen Es ist ja ganz natürlich, daß es diesen jungen Leuten, die zum Teil Militärbehörde nicht die band dazu bieten, daß aflive Golbaten in wiffen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten. Zischen bei von frühester Jugend an in gebückter Stellung gearbeitet haben, am dieser Weise verwandt werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo- den Nationalliberalen.) schwersten fällt, Rüden und Finger in die vorschriftsmäßige Haltung traten.) Schon aus bloßem Anstandsgefühl sollte man dafür u bringen. Ich persönlich mit meinen politischen Freunden sorgen, daß diejenigen, die die Stoften aufbringen müssen, nicht auch abe ich mich nicht darüber verständigt, weiß auch nicht, ob sie damit noch durch die Armee zu gleicher Zeit ihr Stoalitionsrecht inverstanden wären glaube, daß wir den jungen Refruten nicht verlieren. So kann der Fall eintreten, daß Vater und Bruder nur von ihrer Pflicht des Gehorsame sprechen dürfen, sondern im Kampf stehen, um für ihre Familie eine bessere Lebenslage zu daß sie auch Nechte haben, auch zum Recht der Notwehr greifen erkämpfen; dann wird der Sohn und Bruder kommandiert, ihnen dürfen.( Vielfaches Hört! hört! rechts.) Ja, so urteilt man, wenn entgegenzutreten. Mit Recht wird von den Arbeitern eine der man am eigenen Leibe Erfahrungen gemacht hat.( Sehr wahr! bei artige Arbeit als besonders entehren d angesehen. Zu einer den Sozialdemokraten.) Ich glaube, daß die Soldaten nicht nur solchen schimpflichen Tätigkeit sollte die militärische Behörde doch das Recht der Abwehr haben dürfen, wie im bekannten Dessauer niemand zwingen. Die Verlobung unserer ältesten Tochter Lucie mit dem Arzt Dr. med. Ernst O. Burchard geben wir hiermit bekannt. 6562 Albert Weiland und Frau Ida geb Bilke. Berlin, den 28. März 1906. Statt jeder besonderen Meldung. Lucie Weiland Dr. med. Ernst O. Burchard Verlobte. Berlin, den 28. März 1906. Arbeiter- Raucherbund. Die Beerdigung der Frau Steuer 290/19 findet am 1. April, nachm. 4 Uhr, nicht Scharnweberstraße, sondern auf dem Fr edhof Liesenstr. 4 statt. Am 28. März verstarb plöglich mein inniggeliebter Mann und unser Bater, der Möbelpolierer Hermann Freitel. Dies zeigt tiefbetrübt an 9205 Die trauernde Witwe Berta Freitel nebst Kindern. Jozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis ( Landsberger Biertel). Tobes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Möbelpolierer Hermann Freitel gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des AuferstehungsKirchhofes, Weißenseer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 242/15 Der Borstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Polierer Hermann Freitel am 28. März plöblich verstorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. April, nachmittags um 4 Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/4 Die Ortsverwaltung. Am 29. d. Mts. verstarb nach wiederholtem, schwerem Krantenlager mein lieber Mann, unfer guter Vater, der Bureaubeamte Albert Heyne im 50. Lebensjahre. 9235 Die Beerdigung findet am Montag, den 2. April, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes i.Friedrichsfeldeausstatt. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein I. d. 8. Berl.ReichstagsWahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genoffe Albert Heyne Elisabeth Ufer 58 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 2. April, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Ben tral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes Anzeige. Am 29. März starb unser Stollege Albert Heyne am Herzschlag. Wir werden fein Andenken in Ehren halten! 115/15 Die Beerdigung findet am Montag, den 2. April, nach mittags 2 Uhr, von der Leichen balle bes Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Die Angestellten der Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen MetallarbeiterVerbandes. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am 29. März starb unser Mit glied, der Kollege Albert Heyne am Herzschlag. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 2. April, nach mittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Dr. Schünemann 115/14 Spezial Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. * PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 29/14 Spezialarzt für drichstr. 203, Ecke Schüßenstr. Hant- und Harnleiden. 2, 5-7, Gonnt. 10-12 Uhr. I 10-2, 6-7. Sonntags 10-12, 2Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bauanschläger Karl Sommer geftorben ist. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 115/16 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 29. März, verschied fanft nach furzem Leiben der Kollege 9125 Eduard Fischer. Chre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Luther- Kirchhofes in Lantwiz aus statt. Die Kollegon der Firma W. G. Lehmann. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Ortsverein Berlin. Den Mitgliedern zur Stenntnis, daß unser langjähriges Mitglied, ber Kollege Heinrich Fischer Bahlstelle Dften am am 31. März 1906 verstorben ist. Ebre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. April, nach mittags 4 Uhr, auf dem Fried. hofe der Freireligiösen Gemeinde, Bappel- Allee statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 129/14 Der Vorstand. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin and Umgegend. =(.. Nr. 118.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser zweiter Borsigender Heinrich Fischer am am 81. März verstorben ist. Ebre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, ben 3. April, nach mittags 4 Uhr, auf dem Fried hofe der Freireligiösen Gemeinde, Bappel- Allee ftatt. 3814 Um rege Beteiligung ersuchen Die Vorstandsmitglieder. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Paul Fröbel am 27. März 1906 plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. April, nach mittag 4 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes in Beißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/6 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Sektion: Leiter- Gerüstbauer. Am 16. März berstarb infolge Unfalles der Leitergerüstbauer Hans Leitner. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 67/16 Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin 1. Hierdurch diene den Kollegen zur Nachricht, daß unser langfähriges Mitglieb, der Sollege Wilhelm Casper Möbeltransport Arbeiter, am 29. März verstorben ist. 67/5 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachm. 4 Uhr, bom Trauerhause, Aderstraße 81, aus nach dem Elisabeth Kirchhofe, Brinzen- Allee, ftatt. Um recht rege Beteiligung Bittet Die Ortsverwaltung Berlin I. • „ Gesangverein Frey“. Am 30. März berstarb unser treuer Sangesbruder Paul Radau. Ehre feinem Andenken! Beerdigung findet am 8. April, nadjmittags 2 Uhr, bon ber Leichenhalle des Zentral- Fried hofes, Friedrichsfelde, statt. " Abg. v. Derken( Hofp. d. Rp.): Der Vorredner will die Res fruten über ihre Rechte aufklären.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aus feinen Ausführungen geht aber hervor, daß er sie nicht bloß über ihr Beschwerde recht aufklären, sondern sie auch zur Notwehr antreiben will. Das ist eine Aufforderung zum Aufruhr. ( Widerspruch bei den Sozialdemokraten, Rufe: Fälschung!) Studentenmenfuren find überhaupt keine Duelle, sie stählen den Mut und schärfen das Auge. Ich bin etwa zwanzig Mal losgewefen. Es gab fein größeres Bergnügen und keinen besseren Sport für mich. ( Schluß im Hauptblatt.) Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann und Bater Hermann Bittner im Alter von 43 Jahren sanft entfchlafen ist. am Die Beerdigung findet Montagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirch hofes, Hermannstraße( Rigdorf) aus statt. 290/6 Witwe Bittner nebst Sohn, Bruder u. Schwager. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, nachmittags 11, Uhr, berstarb nach langem schwerem Leiben mein lieber Sohn, unser guter Bruder und Schwager Ernst Pinzer Böbikerstr. 5 im 52. Lebensjahre. am Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. April, nachm. 5 Uhr, von der Halle des Luisen Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 9696 Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. D Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Buchdrucker Otto Würzburg ( 5. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Weontag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rig dorfer Kirchhofes aus statt. 232/7 Der Vorstand. Verlag Max Richter Berlin W. 30 Speyererstr. 27. über 3000 exempl. verkauft Die Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN Preis 1 Mark. 100 event. Teilzahlg. bis 9, Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 27. März, verstarb infolge eines Ueberfalls unser alter bewährter Bundes genoffe, Gastwirt Max Brosy. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. April, nachm. 2, Uhr, vom Trauerhause, Spandauer Schiffahrtstanal( Restaurant Deutscher Kaiser") aus nach dem Johannis- Kirchhof, Seeftraße, statt. Zahlreiche Beteiligung der Bun desgenossen erwartet Der Zentralvereinsvorstand. J. A. Leo Ostrowski. Danksagung. Für die vielen Beweise innigfter Teilnahme bei der Beerdigung unseres guten Baters und Schwiegervaters, bes Bigarrenfabrikanten Julius Dombrowsky fagen wir allen Freunden, Bekannten und Verwandten sowie den Genossen des 4. Berliner Reichstagswahlkreises und dem Bitherklub" Harmonie" un seren herzlichsten Dank. 957b Die Hinterbliebenen. Danksagung. Freunden, Kollegen, Genossen, Ge noffinnen sowie dem Gesangverein Typographia" sagen wir für die rege Teilnahme und die reichen Stranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters tiefgefühlten Dank. Marie Stelle ucbft Kindern. Preise 36/12 Zahn- Klinik. beliebige Tell Olga Jacobson, straße 145. zahlung. InvalidenEltern, die beabsichtigen, ihre Söhne oder Töchter dem kaufm. Berufe zuzuführen, wenden sich vertrauensvoll an II. Piano Comni.8. Gerichtfl.32. Dit Rackow's Handels- Akademie, Grabsteine Dittrich. auf bequeme Ratenzahlungen Man verlange Prospekte Erstes Berliner GrabsteinVersandgeschäft ,, Pietas", 27 Lessingstraße 27. Leipzigerstr. 39 ( nahe Charlottenstraße). :::: Anfang April:::: Beginn neuer Kurse. ( Damen u. Herren getrennt.) Man verlange Prospekt ,, D."! Auch Sonnlags von 8-10 12-2 geöffnet Reste! immer am Lager. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruceret u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW . Nr. 77. waren 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bergarbeiterleben in der Mark. ( Eigener Bericht des Vorwärts".) Zwölfter Verhandlungstag. Rotibus, 31. März. Sonntag, 1. April 1 wie an seiner eigentlichen Arbeitsstelle.„ Hinter dem Rücken des aufmerksam, daß diese Bestimmung der Arbeitsordnung n Steigers find Sie hineingegangen, wenn er fam, hörten Sie auf." anwendbar sei, wenn sich die Arbeitsbedingungen( leicht Der Arbeiter sagt darauf: Ich hatte ein schlechtes Gedinge, da winnung der Kohle usw.) ändern. Wenn aber die fieht man zu, daß man Kohle kriegen kann, die leicht zu holen ist. bedingungen unverändert bleiben, dann dürfe nach de Eine Frage des Referenten, ob der Steiger Vorteil davon habe, stimmungen des Berggefeßes eine Herabse wenn die Arbeiter viel Kohle fördern, beantwortet dieser mit" nein". nur unter Einhaltung der 14tägigen Kündigu -Auf eine Frage des Angeklagten Gärtner gibt der Steiger frist stattfinden. Inspettor Möller wird befra Die ersten Bernehmungen in der heutigen Sigung tetreffen dann aber zu, daß auch die Steiger ein Interesse daran haben, denn bei allen Herabsetzungen eine Aenderung der A Maßregelungen auf Wunsch" des Betriebsinspektors Möller. Zwei daß möglichst viel Stohle geivonnen wird. berhältnisse eingetreten fei. Der Jnspektor meint zunächst, Arbeiter, Koblitz und Bojarowski, die von der Stadtgrube entlassen in jedem Falle berechtigt, mit eintägiger Vorhersage das Ge anscheinend aus Anlaß des Streifs Das Lohn- und Strafsystem der Stadtgrube hatten später bei herabzufezen. Nach längerem Befinnen meint er schließlich, es b einem Unternehmer, der Tiefbohrungen ausführt, Arbeit gefunden. fommt nunmehr zur Sprache. Nach der Arbeitsordnung soll der Be- sich auch die Arbeitsbedingungen geändert. Das war bereits 34 Jahr nach dem Streit. Da verlangte In- triebsführer das Gedinge mit dem Hauer bereinbaren. Ein Zeuge, der gestern gesagt hatte, er sei wegen angebl spektor Möller von dem Unternehmer, daß er die beiden Arbeiter nicht Aus den Angaben verschiedener Zeugen geht dagegen hervor, daß Diebstahls durch den Betriebsinspektor Möller mit 6 2 mehr auf dem Terrain der Stadtgrube beschäftige. Der Unternehmer das Gedinge( Akkordlohn) von den Betriebsbeamten ganz will bestraft worden, hat inzwischen dem Verteidiger mitgeteilt, da schickte darauf an seinen Bohrmeister eine Karte mit der Weisung fürlich festgesezt und daß ebenso willkürlich das bereits sich wahrscheinlich hinsichtlich der 6 M. geirrt habe, es tönne Koblig und Bojarowski sind zu entlassen. Sie wurden auch feftgefeßte Gedinge berabgelegt wird. Der Juspektor kommt daß er mit 3 M. bestraft wurde. Nachdem der Verteidigeri entlassen, aber nach einigen Wochen auf einer anderen, entfernt von an die Arbeitsstelle und sagt: Bon heute an gibt es für den Wagen Vorsitzenden hiervon Mitteilung gemacht hatte, wurde der Zei der Stadtgrube liegenden Arbeitsstelle desselben Unternehmers be- so und soviel weniger.- Der Sachverständige erklärt solche hereingerufen. Der Vorsitzende erteilt dem Zeugen ei schäftigt. Nach den ersten Angaben der hierzu vernommenen Abzüge in wenn den Fällen als berechtigt, im Laufe energische Rüge, weil er gestern so bestimmt von 6 M. sprach u Beugen stellt sich dieser Fall als eine auf Verlangen der Arbeit die Gewinnung und Förderung der Kohle leichter fich dadurch der Gefahr einer Anflage wegen Meineides ausgefe Möllers erfolgte Maßregelung dar. Durch eine vonstatten geht wie beim Anfang des Gedinges!! Wenn der Arbeiter habe. Mit der Haue sei es auch solche Sache, der Zeuge habe f Reihe von Fragen, die der Vorsigende, der Referent und der Staats- unter ungünstigeren Bedingungen arbeite, dann müsse das Gedinge mitgenommen und seinen Namen eingebrannt. anwalt an den Unternehmer und seinen Bohrmeister stellen, soll fest wieder erhöht werden. Mit Bezug darauf fagt der Vorsitzende gestellt werden, daß der Unternehmer nicht einem wirtschaftlichen zu einem Zeugen, der von fortgesezten Abzügen spricht:„ Na, es Was ist Maßregelung? Druck folgend, sondern nur aus Gefälligkeit den Wunsch des Jn geht doch auch wieder in die Höhe." Der Zeuge antwortet: Es Ueber diese Frage gab es eine juristische Auseinandersetzung spektors erfüllt habe. Nachdem der Unternehmer die Fragen in wird immer weniger, in die Höhe geht es nicht so leicht." Ein zwischen dem Staatsanwalt und dem Verteidiger. Der Staatsdiesem Sinne beantwortet hat, sagt der Staatsanwalt mit anderer Zeuge gibt an, wenn er in der Woche 15 Mart verdienen anwalt vertritt den Standpunkt, daß, wenn ein Arbeiter unter sichtlicher Befriedigung: Der Zeuge hat nur einen Wunsch des wollte, dann mußte er die Mittagstunde durcharbeiten, sonst konnte Einhaltung der Kündigung entlassen wird, ganz gleich aus welchem Inspektors erfüllt. Na alfol er nur 12 bis 13 Mark verdienen. Grunde, dann liegt teine Maßregelung vor! Der Verteidiger " -O Die Beweisaufnahme greift nun zurüd auf einige schon früher Ein Arbeiter ist vom Betriebsinspektor mit 3 m. bestraft bertritt dagegen die Ansicht, daß nicht die Verlegung der Kündigungserörterte Fälle von vorschriftswidrigen, das Leben gefährdenden worden, weil ihn der Steiger in der Grube schlafend traf, nachdem frist das Kennzeichen der Maßregelung ist, sondern daß eine MaßArbeiten. Unter anderem tommt der Fall noch einmal zur er die Mittagstunde durchgearbeitet hatte. Weil ihm der Steiger regelung dann vorliegt, wenn die Lösung des Arbeitsverhältnisses Sprache, wo aus einem abgebauten, nicht mehr gestüßten deshalb eine Strafe von 1 M. androhte, sagte der Arbeiter, dann deshalb erfolgt, weil der Arbeiter seine Interessen wahrnimmt in Bruch noch Kohlen gewonnen wurden. Steiger Heider, der hierzu arbeite er überhaupt nicht mehr, er werde sich seine Papiere geben einer der Betriebsleitung nicht genehmen Weise. Der Staats. als Zeuge vernommen wird, behauptet ganz bestimmt, er habe das lassen. Als mit Bezug auf diesen Fall dem Inspektor vor- anwalt meint hierzu: Dann ist es wohl auch eine Maßs Betreten des Bruches verboten. Aus einer Bemerkung des Sach- gehalten wird, die Arbeitsordnung daß für solche Fälle regelung, wenn ich meinem Dienstmädchen fündige. Wann darf verständigen geht hervor, daß solche Verbote manchmal nur der nur eine Strafe von 1,50 M. festſeze, gibt Inspektor Möller die denn unter solchen Umständen die Grube dem Arbeiter fündigen? Form wegen erlassen werden, daß die Arbeiter aber wissen, die Aufklärung: Es handele sich hier um zwei Straffälle zu 1,50 M., Darauf bemerkt der Vorsitzende(!): Die Grube darf nie Uebertretung des Berbots werde nicht ungern erstens das Schlafen, zweitens die Verweigerung der Arbeit!! tündigen, nur der Arbeiter darf tündigen. gesehen. Das scheint denn auch in diesem Falle so gewesen zu Na ja, da haben wir es", sagt der Vorsigende. Hierauf kommt ein Fall von Maßregelung zur Sprache. Es sein, denn der beteiligte Arbeiter sagt mit voller Bestimmtheit, er habe Die nun folgenden Vernehmungen beziehen sich auf die Herabsetzung handelt sich um einen Arbeiter, der gekündigt wurde, weil er in 14 Tage lang jeden Tag 8-10 Wagen Kohlen, die heruntergefallen der Gedinge. Einer der Zeugen fagt, nachdem Möller die Betriebsleitung einer Belegschaftsversammlung, in der auch der Grubendirektor Lehder toaren, aus dem Bruch geholt und außerdem auch Kohle in dem übernommen hatte, habe er mit der Herabseßung der Gedinge be anwesend war, eine Beschwerde vorbrachte. Der Vorsigende meint, felben alten Bruch losgehadt. Steiger Heider hat gefagt, es sei gonnen. Inspektor Möller, der hierzu vernommen wird, meint, es sei ja auch nicht in der Ordnung, daß die Beschwerde in der Verdoch schade um die Kohle, die müsse man noch holen, aber der die unter der früheren Betriebsleitung geltenden Löhne seien unter fammlung vorgebracht wurde, ehe sich der Beschwerdeführer an die Arbeiter solle fich vorsehen. Der Steiger habe auch bei diefer dem Einfluß der guten Konjunktur festgesetzt worden. Als 1904 Betriebsleitung gewandt habe. Andere Zeugen geben an, daß fie Arbeit geleuchtet. Das alles stellt Steiger Heider als die schlechte Konjunttur einjezte, habe er natürlich die Gedinge an schlechtere weniger lohnende Arbeit gestellt seien, ihrer Meinung Beuge in Abrede. Der Vorfizende Legt Gewicht herabseßen müssen. Er habe aber die Herabſegung immer nach, weil sie Versammlungen besuchten und sich am Bergarbeiterdarauf, daß der Arbeiter ohne Anordnung des Steigers in einen Tag vorher angekündigt und damit den Bestimmungen berband beteiligten. Auch über Entlassungen und Nichteinstellungen den alten Bruch ging, weil er dort mehr verdienen konnte der Arbeitsordnung genügt. Der Sachverständige macht darauf aus denselben Gründen werden Angaben gemacht. Partei- Speditionen: Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder ftraße 30, v. part.- Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, Rüdersdorferstr. 3, am Rüstrinerplag. SO.: Paul Böhm, Laufizer play 14/15( Laden).- Fünfter Wahlkreis: Leo 8 ucht, Seibelstr. 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding: Sarl Beiße, Wiefen straße 41/42. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstr. Gesundbrunnen: F. Trapp, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. Glienicke: Reinhold Schulz, Rudowerstr. 83.- Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ede Goethestr., v. 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Erziehung der Kinder". Die Mitglieder werden dringend ersucht, Nixdorf. Am Mittwoch, 4. April, abends 812 Uhr, hält der ( Heimarbeiterinnen der Wäsche-, Krawatten-, Blusen-, Korsett, dem Vortrage sehr zahlreich beizuwohnen. Auch Gäste sind freund- Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen seine Mitglieder Der Vorstand. Schürzen und Negligébranche Berlins und Umgegend.) Die nächste lichst eingeladen. versammlung in Hoppes Festsälen, Hermannstr. 49, ab. Herr Zusammenkunft für den Wedding findet am Montag, den 2. April, Der Bund für Mutterschuk veranstaltet am Donnerstag, den Dr. Osborn hält einen Lichtbildervortrag über Constantin bei Lange, Reinickendorferstr. 23, abends 8 Uhr, statt. Da sehr 5. April, 82 Uhr abends, in den Industriesälen, Beuthstr. 20, eine Meunieur, ein Bildhauer und Maler der Arbeiterklasse". Pflicht wichtige Angelegenheiten auf der Tagesordnung stehen, so erwartet öffentliche Bersammlung. Thema: Strafrecht und Sittlichkeit, eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. einen guten Besuch die Sektionsleitung. Gäste willkommen. Referent: Dr. Hanns Dorn, München. Der Vortrag wird sich im Gäste sind willkommen. Baer Sohn Spezial- Haus grössten Massstabes. Chausseestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. Gediegene, vornehme Mass- Anfertigung aus modernsten deutschen, englischen oder anderen ausländischen erstklassigen Erzeugnissen unter Verwendung haltbarster Futterstoffe. Der Haupt- Katalog Nr. 29( Frühjahr u. Sommer) wird kostenlos und portofrei zugesandt. Tadelloser Sitz. Sauberste Ausführung. Niedrige Preise. G Kronen- Fabrik. Ben Schira Zum bevorstehenden Umzug empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Kronen, Lyren etc., ebenso werden Umzüge und Neuaufarbeitungen prompt und billigst ausgeführt. Robert Borsch, 5672* BERLIN S. 42. Alexandrinenstraße 97. Cigaretten sind die besten. Marke A 2 Pig. 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Die Firma Kathreiners MalzkaffeeFabriken". 10000 Mark Strafe berpflichten wir uns an die Armen zu zahlen, wenn unser Angebot in dieser Annonce nicht auf Wahrheit beruht und streng reell ist. Arbeiter und Handwerker! Wollt Ihr Euch billig und gut fleiden. so tauft uns unsere von den Kunden nicht abgeholten Maß- Anzüge, Sommer- Paletots etc. ab. Wir geben diese Sachen zum Selbstfostenpreis und darunter ab damit unsere guten Sachen nicht den Ramschern zum Opfer fallen. Im Laufe der letzten Zeit hat sich infolge unseres großen Bersandgeschäftes wieder ein großer Posten angesammelt, so daß jeder etwas Passendes nach seinem Geschmacke findet. Alles was zum Verkauf gelangt, find nur gute Maßsachen in modernen Stoffen und Fassons, da wir nur ein besseres Mazgeschäft haben und niemals Konfektion führten. Außerdem fommen von jezt ab noch ein Bosten Anzüge und Paletots, aus Resten und werger 5762 gangbaren Stoffen hergestellt, zum Spottpreise mit zum Verkauf. 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April 1906, abends 8% Uhr, in der Königsbank, Große Frankfurterstr. 117: Dienstag, den 3. April 1906, abends 8 1hr, bei Frante, Sebaftianstraße 39: zu Berlin. Donnerstag, den 12. April b. S., Mitglieder- Verfammlung. abends 8%, lie, in ben Meminhallen, Zages 1. 240/ 11* thing has a Debranding Rebbe General- Versammlung Außerordentliche General- Versammlung. arenia pollit the gift. both Die Schäden der Kolonialpolitik für Volt". 2. Diskussion. Gäfte haben Zutritt. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Vertreter der Kaffenmitglieder und der Arbeitgeber. Zages Ordnung: Tages Drdnung: 1. Der Philharmonie- Boykott. Referent: Genosse Wels. 2. Diskussion. 8. An den Der Vorstand. 1. Borlegung des Berwaltungs. Borstand gelangte Anträge. 4. Verschiedenes. berichtes und Rechnungsabschlusses 242/ 16* Zentralverband der Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter and Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin 1. Pro 1905. Achtung! Chaisen- u. Geschäfts- Rutscher aus den Fuhrbetrieben Berlins! Sonntag, den 1. April 1906, abends 7 Uhr: Gr. Versammlung mit Frauen im Englischen Garten", Aleganberstr. 27e. Tages Ordnung: 1. Die Lohn, und Arbeitsverhältniffe in den Fuhrbetrieben, and was haben wir zur Verbesserung derselben zu tun? Referent: K. Fromke. 2. Disfuffion. 3. Geschäftliches. Ein recht zahlreiches Erscheinen erwartet Die Sektionsleitung. Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Rontag, ben 2. April, abends 8, Uhr, bel Graumann, Naunynstr. 27 Werkstatt Delegierten- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitations- Kommission über Vorgänge im Beruf. 2. Werkstattangelegenheiten. 141/7 Es ist unbedingt notwendig, daß jede Werkstatt vertreten ist. Der Vorstand. Montag, den 16. April( 2. Osterfeiertag) in Graumanns geftjälen, Mannhuftraße 27 Großes Ofter- Vergnügen n 8016 2. Bericht der Prüfungskommiffion und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Sozialdemokratischer Verein Entschädigung für die Kaffenmitglieder im 5. Berliner Wahlkreise. des Rechnungs- Ausschusses. Dienstag, den 3. April, 8%, Uhr abends: Versammlung im Alten Schützenhause, 4. Antrag des Vorstandes auf Abänderung der§8 13, 17, 34 und 62 des Kaffenstatuts betreffen3 die Er höhung des Strankengeldes sowie Bezahlung derjenigen Feiertage, telje in die Woche fallen, und Regelung der Einziehung der Beiträge von den Tages- Ordnung: 1. Aus der Geschichte des Sozialismus. Referent Genosse Ebert. 2. Diskussion. 3. Parteis und Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Arbeitgebern. Gäfte erwünscht. Zahlreiches Erscheinen erwartet 5. Beschlußfaffung über den Antrag der Staffenbeamten wegen Regulterung Achtung! ber Anstellungsbedingungen. 6. Verschiedene Mitteilungen des Borstandes. Berlin, 29. März 1906. Der Vorstand. A. Daehne, Borsigender. A. Kelpin, Schriftführer. Orts Krankenkasse der Kupferschmiede. Freitag, den 13. April 1906, bormittags 10 Uhr, Rosenthalerstraße 11/12: General Versammlung. Tagesordnung fiehe übersandte Einladung des Vorstandes. 9086 beſtehend in Konzert und Theater- Borstellung, arrangiert vom Gänger Augusta- Bad, Kassenbäder freis der Musikinstrumentenarbeiter", Dirigent Richard Lange. Billetts find in der Versammlung zu haben. Der Borstand. Linienstraße 5. 245/ 6* Der Vorstand. Achtung! Hausdiener, Packer, Kutscher, Lagerarbeiter sowie alle im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen. Donnerstag, den 5. April, abends 8%, Uhr, in Louis Kellers Festfälen, Koppenftr. 29: Außerordentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag über: Welchen Wert bietet unseren Berufskollegen die Einheitsorganisation( Induſtries berband)? Referent: Reichstags- Abgeordneter G. Legien. 2. Diskussion. Da diese gemeinsame Bersammlung hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse für alle Berufs follegen, gleichviel ob diese dem Verband, Verein oder Vereinigung angehören, von weitgehendster Bedeutung iſt, jeder Art Köpenickerstr. 60.[ 17075* erwarten wir, daß alle Gruppen und hauptsächlich die Hausdiener in dieser Versammlung in Waffen erscheinen werden. Zentralverband der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Mittwoch, den 4. April 1906, abends 8 Uhr, bei Jannasehk, Jufelstraße 10: Kombinierte Mitglieder- Versammlung mit Frauen der Rabitzputzer, Spanner und Träger. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn über: Revolution und Dichtkunst". 2. Disfuffion. 3, Berschiedenes Der interessanten Tagesordnung wegen ist es bringend erforderlich, daß alle Kollegen mit ihren Frauen recht zahlreich erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. NB. Bom 1. April 1906 ab treten für folgende Gruppen die laut§ 1 des Vertrages erhöhten Lohn. fäge in Kraft: 1. Für Nabit, Kotsafchenwand- und Zement- Drahtputer fowie Plattenseher 2. Spanner 90 Pf. die Stunde 75" 8. " Bementierer und Flechter 4. " Einschaler 722 62%" " 5. " Bukerträger 72 6. D Hülfsarbeiter bei der Zubereitung und beim Transport von Beton 55 Ebenfalls ersuchen wir die Kollegen, welche in der Gipsbranche arbeiten, streng auf die Innehaltung der 8%, stündigen Arbeitszeit zu achten. Auch haben die Stollegen die Pflicht, überall dort, wo der erhöhte Lohn nicht gezahlt wird, dies sofort des Bureau, Engel- Ufer 15, Zimmer 33, Telephon Amt IV, 1670, zu melden. 138/ 12* Der Sektionsvorstand. Vereinigung der Maler Lackierer, Anstreicher. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 36. Filiale Berlin. Telephon: Amt IV, Nr. 9720. Ortsverwaltung Berlin I.( Engel- Ufer 15.) Verein Berliner Hausdiener.( Alte Leipzigerstraße 1.) Hausdiener, Packer und Geschäftskutscher- Vereinigung.( Brüderstraße 14.) 67/18 Gewerkschaft der Maler Amt I. 7779. Berlins und Umgegend. Bureau: Stralauerstr. 48. Amt I. 7779. Montag, den 2. April, vorm. 10 Uhr, in Frankes feftfälen, Sebaftianſtr. 39: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Stellungnahme zum Streif. 2. Diskussion. 3. Anträge. Am Montag hat auf allen Arbeitsstellen die Arbeit zu ruhen und ist jeder Kollege verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. 155/2 Mitgliedsbuch und Kontrolliarte legitimiert. Der Vorstand. An alle Maurer und Zimmerer Berlins und den zum Vertragsgebiete gehörenden Vororten. Am 1. April d. J. erhöht sich laut den Bestimmungen des Vertrages der Lohn um 2 Pf. pro Stunde. Der Stundenlohn beträgt demzufolge 75 Pf. Indem wir darauf aufmerksam machen, ersuchen wir alle Maurer und Zimmerer, welche den vereinbarten Stundenlohn von 75 Pf. nicht erhalten, dies in den Bureaus des Zentralverbandes der Maurer und Zimmerer zu melden. Engel- Ufer 15 Die Verbandsleitung der Maurer. J. A.: Emil Thönd. Die Mitglieder Versammlung vom Donnerstag, den 29. d. Mts., welche in der Neuen Welt" Achtung! stattfand, hat bas Angebot der Arbeitgeber von 55 Pt. Minimallohn einstimmig abgelehnt. Darauf haben über neun Zehntel von den zirka 6000 Anwesenden für die Arbeitseinstellung bom Montag, den 2. April, entschieden. Bur näheren Information findet am Montag, den 2. April, vorm. 8½ Uhr, in ber 254/6 Die Verbandsleitung der Zimmerer. J. A.: W. Witt. Achtung! Zimmerer Berlins und der Vororte! Für alle im Vertragsgebiet von Groß- Berlin arbeitenden Kameraden beträgt der Stundenlohn vom 1. April d. J. ab 75 Pfennig. Berstöße gegen diese Vereinbarung sind sofort unserem Bureau zu melden. Dasselbe befindet sich „ Nenen Welt", Hafenheide 108-114, Berlin eine Versammlung statt. Wir fordern nunmehr sämtliche in unserem Berufe beschäftigten Arbeit. nehmer auf, soweit sie im Berliner Lohngebiet in Arbeit stehen, in der Versammlung am Montag Mann für Mann zu erscheinen. Gleichzeitig bitten wir die organisierte Arbeiterschaft, besonders die auf Bauten Beschäftigten, um die nachdrücklichste moralische Unterstützung. Achtung! Achtung! Die vielen Anfragen der Kollegen machen es notwendig, nochmals darauf hinzuweisen, daß niemand am Montag weiterarbeiten darf, ganz gleich, ob der Arbeitgeber unsere Forderung anerkennt oder nicht. Sorge ein jeder dafür, daß niemand in der Versammlung fehlt. Dort werden alle näheren Informationen erteilt. NB. Wer von den Herren Arbeitgebern den Tarif anerkennen will, muß sich schon dieferhalb von Montag nachmittag 2 Uhr ab an das Zentral- Streitbureau, Engel- Ufer 15, Saal 8, wenden. 124/17 Die Ortsverwaltung. C. 54, Dragonerstraße 15, H. I. Fernsprecher Amt 3, No. 5028, Der Vorstand des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umgegend. und ist geöffnet werktäglich von 9-1 und 3-8 Uhr. J. A.: A. Juppentag Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, 8. April, vorm. 11 Uhr, in der Brauerei friedrichshain: IF Uebungs- Stunde. Lieber: Gruß an den Mai"." Freiheitssieg".-" Freiheit". -Freiheit".- Frühlingsstürme". ( Vorsteheube Lieder werden bei der Maifeter gesungen.) Im Nebenfaale: vormittags präzise 10 Uhr: Husfchuß- Sitzung. Tages- Ordnung: 16/5 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Wahl des Bundesdirigenten, der Revisoren, der Rontrolleure. 8. Sängerfest. 4. Bundesangelegenheiten. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Kammacher. Achtung! Montag, den 2. April, abends 8 Uhr, bei Krause, Adalbertstr. 59: Sitzung der Kommission mit Vertrauensmännern. Jede Werkstatt muk vertreten sein! Einsetzer! Mittwoch, den 4. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 3): Vertrauensmänner- Versammlung. Der Obmann. Parkettbodenleger. Achtung! Achtung! Turner Berlins! Arbeiter, Parteigenossen! Montag, den 2. April, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Turner- Versammlung bei Buggenhagen, am Morigplatz. Tages- Ordnung: 1. Herr Kultusminister Dr. Studt und die sozialdemokratischen Turnvereine". Referent: Franz Gentz. 2. Distusfion. 8955 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung bittet um pünktliches und zahlreiches Erscheinen Der Einberufer. Berliner Schneiderei- Genossenschaft G. m. b. H. ( Gegr. von organisierten Schneidergehülfen Berlins) Verband deutscher Gastwirtsgehülfen Brunnenstr. 185, im Laden, Ortsverwaltung Berlin. Die Differenzen zwischen dem Gastwirt Cranz, Inhaber der Prachtsäle des Oftens", und dem Verband deutscher Gastwirts Mittwoch, 4. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, gehülfen" find beigelegt.' Herr Cranz hat die feitens der Organi fation gestellten Forderungen anerkannt und ist deshalb die Engel- Ufer 15( Saal 2): Kommiffionsfikung mit Vertrauensleuten. 83/5 Jede Werkstatt muk vertreten sein! Der Obmann. te ber bas gofal verhängte Sperre für unsere Mitglieder aufgehoben. 290/18 J. A.: Fr. Braun. Zentral- Verband der Schuhmacher Deutschl. Voran II, Produktiv- und Einkaufsgenoffenſchaft des Mittwoch, den 4. April 1906, abends 8% Uhr: Außerordentliche ,, Berliner Arbeiter- Radfahrervereins". zwischen Rosenthaler Tor und Juvalidenstraße, empfiehlt sich den werten Arbeitern und Parteigenossen zur Anfertigung von feinerer Herren- Garderobe. Großes Lager fertiger Herren- und Knaben- Anzüge, Sommer- Paletots und Arbeiter- Berufskleidung. Wir empfehlen den Sportgenossen und solchen, die es werden wonen Verkauf nur gegen bar! Streng feste Preise! unsere vorzüglichen 106/12 General- Versammlung Fahrräder mit Doppelglockenlager 269/7 in den Residenz- Sälen, Landsbergerstraße 31. Zages Drdnung: 1. Fortsetzung der Statutenberatung. 2. Wahl der Delegierten zur General Bersammlung. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt in festgesetzten Lohnbedingungen. ( D. R.-P. Nr. 100 596), abfolut staubsicher, zwei Jahre ohne Delung laufend, eigenen Werkstätten unter den von der Organisation zum Preise von: Modell I( mit bester Holzfelge und Dunlop- Pneumatik) Modell II( Doppelhohlstahlfelge, prima Pneumatif) Modell III( mit einfacher Felge) prima Pneumatik Modell IV prima Pneumatik • Achtungsboll • • 139,- m. 125, 113," Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet " mehr 100, 13,50 " " 9 mehr mehr 50, 2,50" " Torpedo Freilauf mit Rüdtrittbremse Torpedo Freilauf mit 2 Geschwindigkeiten und 2 Rüdtrittbremsen Zourenausstattung Bei Abzahlung jedes Modell 20 m. mehr, Anzahlung 60 M., monatliche Teilzahlung 10 M. Lieferung innerhalb 8 Tagen. Weitgehendste Garantie. Bei Motorrädern, Geschäftsrädern, kettenlosen Rädern, Tandems, verlange man Spezial- Offerte. Achtung! Schlosser! Achtung! Reparaturen aller Systeme werden in eigener Werkstelle gewissenhaft ausgeführt Außerdem empfehlen wir sämtliche Bedarfsartikel als: Ersatzteile, Dienstag, 3. April cr., abds. 8%, Uhr, in der Neuen aur bester Qualität bei bitgften Preisen. Berkauf an jedermann. Laternen, Buenmatiks, Carbid, Sweater, Sporthemden usw. in Welt", Hasenheide 108/114: Allgemeine- Versammlung der Schlosser Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 115/13 ☛ Bericht der Kommiffion über die Verhandlungen mit den Meistern. Die Geschäftsstelle Walter Wittig, Berlin N., Oderbergerstr. 30( Laden). Geöffnet von 10-1 und 3-9, Sonntags 8-10. Orts- Krankenkasse ber Vergolder. und Berufsgenossen. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Berlin SO., Engel- Ufer 15, GewerkZur Beachtung! In nachstehenden Lokalen wurden Zahlstellen errichtet: Jm Restaurant Mayen, Wollinerstraße 28. Grumbach, Andreasstraße 11 und Ostrowski, Schillingstraße 23. neue schaftshaus. Bekanntmachung. Am Montag, den 9. April d. Js., abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Saal 3, bie Ordentliche General- Versammlung statt, wozu die Herren Bertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer er Tages- Ordnung: Achtung! Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. gebenst eingeladen werden. Wegen der Beerdigung unseres Kollegen Albert Heyne bleibt auf Beschluß der Ortsverwaltung das Bureau Montagnahme der Jahresrechnung. 3. Erfaznachmittag von 12 Uhr an geschlossen. Die für diesen Tag an gefekten Sikungen und Besprechungen fallen jedoch nicht aus. Die Ortsverwaltung. 1. Rechnungslegung pro 1905. 2. Abwahl des Vorstandes( ein Arbeitnehmer). 4. Wahl der Krankenbesucher. 5. Verschiedenes. Der Zutritt ist nur den Vertretern gegen Abgabe der Einladungstarte 271/16 Zentralverband der Handels-, Transport- und tattet. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Getreideträger und Speicherarbeiter sämtlicher Getreide speicher Berlins! Am Sonntag, den 1. April 1906, abends 7%, Uhr Große Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 1. Zagesordnung: 1. Die Antwort der Unternehmer auf die eingereichten Forderungen der Getreideträger. 2. Diskussion. 3. Beschlußfaffung über unsere weitere Stellungnahme und Berschiedenes. Kollegen! In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung tit es Bflicht eines jeden Getreideträgers und Speicherarbeiters, unbedingt zu dieser Versammlung zu erscheinen. 67/13 Mitgliedsbuch ist am Eingang des Saales vorzuzeigen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Sektionsleitung. Der Vorstand. H. Hildebrandt, Borsigender. Joh. Aßmann, Schriftführer. Allgemeine Orts- Krankenkasse für Rixdorf. Der von der Generalversammlung am 2. November 1905 beschlossene Nachtrag zum Statut ist durch Bes schluß des Bezirksausschusses zu Pots dam genehmigt worden bis auf zwei Bestimmungen: 1. Den grundsäglichen Berzicht auf den Erfaz der Unterstützung an uneheliche Wöchnerinnen. 2. Die Pauschalvergütung an Mitglieder von der Generalversammlung gewählter Kommissionen. Der Nachtrag tritt, soweit er ge nehmigt ist, mit dem 2. April 1906 in Straft. Die wichtigsten Bestimmungen desselben find: 1. Das Strankengeld wird fortan für jeden Strankheitstag gezahlt, also auch für Sonntag. 2. Das Sterbegelb beträgt min beftens 50 M. 3. Für jebes ausgefertigte Mit Pf. Verband der Schneider und Schneiderinnen aliebsbuch werden 10 erhoben, u. verw. Berufsgenossen Deutschlands.( Filiale Berlin.) Oeffentliche Versammlung der Mitglieder der auch wenn nachträglich ein älteres Buch vorgelegt wird. 4. Aus der Kasse ausscheidenden freiwilligen Mitgliedern wird der event. Beitragsrest bon zwei Wochen, für welche sie bisher nach§ 10 ber haftet blieben, erlassen. 5. Wird die Besorgung des BeOrtskrankenkaffe der Schneider usw. gräbnisses von britten Bersonen nicht am Mittwoch, den 4. April cr., abends 8%, Uhr, im großen Saale der„ Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Tages- Ordnung: binnen 36 Stunden nach dem Tode übernommen, so wird dasselbe von Raffenwegen besorgt und hierzu der bolle Betrag des Sterbegeldes auf1. Die Vertreterwahlen vom Nobember 1905 und die Protefte der Reichsverbändler dagegen. Referent: Herr Gustav Nahtow. 2. Die gewendet. einseitige Geschäftsführung der jetzigen Vorstands majorität. Referent: Der Nachtrag wird den Arbeit. 162/20 gebern und Mitgliedern ausgebändigt werden, sobald der genehmigte Tert Es ist Pflicht der Kassenmitglieder, pünktlich und zahlreich zu desselben uns vom Bezirksausschus zugegangen fein wird. 271/17 Herr Emil Drews. erscheinen. Die Ortsverwaltung. Graumanns Festsäle Bühne! Rigdorf, den 30. März 1906. Der Vorstand. Karl Wagner, Borsigender. Naunynstr. 27. 3 Kegelbahnen+ Achtung! Vereine! Sonnabende, Sonntage im April, Mai und Juni noch fret. Gustav Graumann. H ygien. Bedarfsartikel Illustr. Preisl. frei. Gustav Engel, Berlin 172, Potsdamer Straße 181. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. 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Am Sonntag starb der Korbwaren fabritant Richard Thieme in Korbetha nach dem Genusse des Karlsbader Salzes. Das Weißenfelser Tagebl." teilt zu der Angelegenheit folgendes mit:" Dr. Berthold- Weißenfels wurde auf die vorliegenden Vergiftungserscheinungen aufmerksam und ließ durch eine Untersuchung in Halle feststellen, daß das verwendete Salz ein tödliches Gift enthielt. Die Leiche Thiemes ist deshalb beschlagnahmt worden und soll im Beisein der Staatsanwaltschaft seziert werden. Doch hatte die Verwechselung bereits früher ein Opfer gefordert; denn die eingeleitete Untersuchung ergab schwere Verdachtsmomente dafür, daß der kürzlich hier so rasch und unerwartet verstorbene 36jährige Arzt Dr. med. Eßlinger der Vergiftung durch das Salz zum Opfer gefallen ist. Am Mittwoch weilte der Staatsanwalt von Raumburg zur Untersuchung der Angelegenheit hier, und so viel bis jest festgestellt werden konnte, hat sich als unumstößliche Tatfache die Gewißheit ergeben, daß der Arzt infolge des Genusses von Karlsbader Salz aus der„ Hirsch- Apotheke" unter denselben Erscheinungen gestorben ist, wie der Korbwarenfabrikant Thieme in Korbetha. Wie wir erfahren, wird die Ausgrabung der nach Horb in Württemberg gebrachten Leiche des Arztes angeordnet werden. Da die hiesige Hirsch- Apotheke" das angebliche Karlsbader Salz bereits seit Ottober von der Leipziger Firma bezieht, ist es nicht ausgeschlossen, daß noch mehrere hier in der letzten Zeit vorgekommene Todesfälle auf den Genuß des in der genannten Apotheke getauften Karlsbader Salzes zurückzuführen sind, und da die Möglichkeit, ja sogar die Gewißheit naheliegt, daß viele Personen noch in dein Besize solchen verwechselten Salzes sind, erlassen der königliche Kreisarzt Dr. Schroeder und die hiesige Polizeiverwaltung amtSonntag, 1. April 1906. liche Bekanntmachungen, in denen vor dem Gebrauch des seit Oktober in der hiesigen Hirsch- Apothete" gekauften Karlsbader Salzes ge= warnt wird, weil dasselbe möglicherweise giftige Bestandteile ent halte. Es ist auch keineswegs als ausgeschlossen zu betrachten, daß die Leipziger Firma noch anderen Apothefen in anderen Städten von dem giftigen Salze geliefert hat, und wir halten es für die Oeffentlichkeit von weittragender Bedeutung, zur größten Vorsicht zu mahnen, bis genau festgestellt ist, welche Verbreitung das giftige Salz gefunden hat." Vom Sohn erschlagen. Eine neue Mordtat wird aus Rauen bei Fürstenwalde berichtet. Der frühere Schiffer und jeßige Arbeiter Karl Korn ist gestern in seinem Garten an der Markgrafpiesker. straße ermordet aufgefunden worden. Bei der Leiche fand man einen Hinweis, daß nur der Sohn Wilhelm des Erschlagenen der Mörder sein konnte. Dieser, ein Former in Fürstenwalde, ist ver haftet worden. Arbeiter und Arbeiterfrauen in Berlin und den Vororten! In der Käsekammer Deutschlands, dem bayerischen Algäu, speziell den Orten Immenstadt und Sonthofen, sind seit sieben Wochen die Käselager- Arbeiter wegen Zugehörigkeit zu ihrer Organisation von den Unternehmern ausgesperrt. Geschulte Arbeiter, die bis zu 25 Jahren in den Käselagereien tätig waren, wurden von den Käsebaronen brutal aufs Pflaster geworfen, einzig deswegen, weil sie sich weigerten, aus ihrer Drganisation auszutreten. An ihrer Stelle wurden in der Bearbeitung und Behandlung des Käses gänzlich unerfahrene Streikbrecher eingestellt, die sich schriftlich verpflichten mußten, keiner sozialdemokratischen Arbeiterorganisation beizutreten. Das von diesen Leuten hergestellte Käseprodukt ist natürlich minderwertig. Auf Grund dieser Tatsache haben bereits viele Käsehandlungen im ganzen Reiche den Käsebezug aus Jmmenstadt und Sonthofen eingestellt, vielmehr die tariftreuen Käsefirmen in Kempten mit der Lieferung von Käse beauftragt. Nur Berlin ist noch Hauptabnehmer der Aussperrer. Täglich gehen ganze Waggons des Streikbrecherprodukts nach Berlin und zwar sind die Abnehmer Engros- Buttergeschäfte, die in allen Stadtteilen ihre Filialen haben. Es sind dies Gebrüder Groh, Hauptlager: Blumenstraße. Gebrüder Giesemann, Neue Königstraße 41. Hauptlager: Theodor Pfleiderer, Söpenickerstraße 137. N. Leipert, Leipzigerstraße, Arbeiter! Arbeiterfrauen! die Ausgesperrten appellieren an Eure Solidarität! 67/17 Zentral- Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. Der Zentral- Vorstand. T WARENHAUS HERMANN TIETZ LEIPZIGERSTRASSE ALEXANDERPLATZ Montag, Dienstag, Mittwoch.- Soweit der Vorrat reicht. Damen- Confection Kostüm aus Cheviot, Tuch u. Stoffen engl. Genres, in modernsten Façons 1275 1850 2650 3500 4650 Paletot lang, aus gutem Tweed u. Covercoat 1185 1550 1850 2250 Gummimäntel wasserdicht, mit kleiner Pellerine und glatt 1750 2150 Mäntel aus guten waserdicht imprägnierten Stoffen, sehr praktisch 1275 1650 Cape aus guten, impräg. 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Schnitz., M.85,120cm b., 230cm h., 60 cm t. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 77. 23. Irtljnptj. 5. Idlap des Joraätb" Knlim WlksM SgNtllg, l April 1906. partei-)Zngelegenkeiten. Achtung! Unser Bureau ist vom 1. April ab vormittags von 8 bis t Uhr,«achmittagS von 4—8 Uhr geöffnet, Sonntags geschlossen. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. LW. 68, Lindenstr. 69, 3. Hof links. 3 Zt. links. Fernsprecher: Amt IV. 5033. Zur Lokalliste! Die Adresse deSObmmmeS der Lokalkommission für den Kreis Teltow-Beeskow ist jetzt: Karl Rohr, Rixdorf, Selchowerstr. 22, Oucrgebäude in. Dritter Wahlkreis. Am Dienstag, den 3. April 1906, abends 8 Uhr, findet bei Franke, Sebastianstr. 39, eine Wahlvereins- Versammlung statt. Reichstagsabgeordneier Genofle Ledebour spricht über: Die Schäden der Kolonialpolitik für unser Volk. Gäste haben Zutritt. Steglitz. Mittwoch, den 4. April, abends 8l/3 Uhr, Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Vortrag des'Genossen Schütte über:„Lassalle''. Außerdem stehen noch wichtige Punkte aus der Tagesordnung. Reinickend orf-Ost. Am Dienstagabend 8>/z Uhr, findet im Restaurant Lücke, Residenz st r. 110, Ecke Pankower Allee der Diskutierabend statt. Tagesordnung: Fortsetzung der Dislussion über: Politischer Massenstreik. Zahl- reiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Weißens«. Dienstag, den 8. April, abends S Uhr, findet im „Prälaten", Lchderstraße 122, eine öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Wilhelm Diiwell über:„Die Folgen des Zolltarifs und das neue Stenerbukett" sprechen wird. Die Wichtigkeit der Tages- ordmnia erfordert eS, daß die Genoffen zahlreich in dieser Versamm- lung erscheinen. Der Vorstand. Britz-Buckow. Dienstag, den 3. April, abends 81/, Uhr, Generalversammlung des Wahlvereins bei Fr. Weniger, Werderstraße 27. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht von der KreiS- Generalversammlung. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Wilhelmsruh. Dienstag, den 3. April, abends S'/g Uhr, Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Barth, Viktoriastraße. Tagesordnung: 1. Regelung der Lokalfrage. 2. VereinSangelegcn- heilen. 3. Verschiedenes(u. a. Maifeier). Zahlreicher Besuch Pflicht. Schmargendorf. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am Sonntag, den 1. April, vormittags 10 Uhr, eme Morgensprache stattß findet, zu welcher das Erscheinen jedes Genoffen erwünscht ist. Der Vorstand. RowaweS-Neueudorf. Am Mittwoch, den 4. April, abends 3'/, Uhr, bei Schmidt Versammlung des Wahlvereins. Da außer einem Bortrag des Genossen Stürmer über„Sozialistische Welt- und Lebensanschauung', der Bericht von der KreiS-Generalversammlung und die Maifeier auf der Tagesordnung steht, ist ein pünktliches Er- scheinen aller Mtgliedcr erwünscht. Der Vorstand. Spandau. Am Dienstag, den 3. April, findet der Zahlabe»d statt. ES ist notwendig, daß möglichst alle Genossen daran teil- 'nehmen._ Der Borstand. BerUncr|Vacbnchtcn. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Das Entsetzliche, daß einmal die Stadtverordnetenver- isammlung mit dem Stadthaushaltsetat nicht zum 4. April fertig geworden wäre, ist nun doch noch glücklich ver- hütet worden. Gestern hat sie's geschafft: in einer außer» ordentlichen Sitzung hat sie den ganzen Rest aufgearbeitet, den sie am Donnerstag wegen Bcschlnßunfähigkcit liegen laffen mußte. Selbstverständlich waren es wieder nur die S o z i a l d e m o k r a t e n. die an den Vorschlägen des Etats- ausschusses noch etwas auszusetzen hatten. Zu den Bemänge- lungen, die sie vorbrachten, und den Wünschen, die sie daran knüpften, äußerten sich fast nur Vertreter des Magistrats. Das Schulwesen und die Lage der Gemeindcarbeiter— das waren die beiden Hauptgegenstände, über die der Magistrat noch Rede und Antwort zi stehen hatte. Zum Etat der Gemeinde schulen hatte die sozial- demokratische Fraktion wieder einmal einen jener oft abge- lehnten Anträge eingebracht, von denen in der vorigen Sitzung Herrn Wallachs Krämerwcisheit gesagt hatte, daß sie durch Lagern nicht besser würden. Zum soundsovielten Male wurde die allgemeine Unentgeltlichkeit d�r Lehr- mittel gefordert. Den Antrag begründete Genosse Hoff- mann mit der Anführung von Tatsachen, die einen so skan- dalösen Zustand bedeuten, daß der Stadtschulrat G e r st e n- b c r g und der Stadtrat S e l b e r g die Mitteilungen gar nicht zu glauben vermochten. Ihre Gegenwehr blieb freilich erfolglos, wie überhaupt die Redner des Magistrats in dieser ganzen Schuldebatte von Anfang bis zu Ende herzlich schlecht bestanden. Hoffmann hatte auch einen Unfug gegeißelt, den manche Lehrer sich erlauben— das Politisieren vor Schulkindern, das manchmal in der Wirkung auf eine schwere Verunglimpfung der Eltern hinausläuft. Hier trug Herr Gerstenberg kein Bedenken, den politisierenden Lehrern im Prinzip Recht zu geben. Zu einer längeren und sehr lehrreichen Debatte führten dann die Ausführungen unseres Genossen Glocke über die Rücksichtslosigkeit, mit der der Magistrat die Auflösung von G c m e i n d e s ch u l e n ausführt, ohne sich um die Eltern, die Lehrer und die Schul- kommissionen zu kümmern oder auch nur die Stadtverordneten rechtzeitig davon in Kenntnis zu setzen. Glocke wies hin auf die Absicht, die Schule am Lausitzer Platz aufzulösen, bc- leuchtete die eigenartige Rolle, die Herr Jden in dieser Angelegenheit gespielt hat. und forderte schließlich für die Stadt- verordnetenversammlimg ein Mitbestimmungsrecht. Stadt- rat Gerstenberg jammerte über die Abnahme der Schülerzahl in Berlin Südost und erklärte, er halte es für Verschwendung, dort alle Schulen weiterbestehen zu lassen. Ueber die Frage des Mitbestimmungsrechtes schwieg er sich aus. Erst Genosse Singer nötigte ihn zu einör Aeußerung hierüber. Herr Gerstenberg meint, die Absicht des Magistrats, eine Schule aufzulösen, gehe die Stadtverordneten zunächst nichts an. Ein merkwürdiger Standpunkt! Singer hielt dem Herrn Stadtschulrat eine kleine Vorlesung darüber, wie weit die Rechte der Stadtverordnetenversammlung und die Pflichten des Magistrats gehen. Zum Schluß wurde der Lehrmittelantrag von der freisinnigen Mehrheit— abge- �Die Lage der Gemeindcarbeiter, ihre Arbeits- zeit und ihre Löhne, wurde mehrfach erörtert, beim Etat der Wasserwerke vom Genossen Wehl, Hein« Etat des 1 2} i e H- und Schlachthofs vom Genossen Hoffmann, I beim Etat des Straßen- und Brückenbaues vom � Genossen Borgmann. Einen sehr bemerkenswerten Ver- lauf nahm die Erörterung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die bei den Wasserwerken herrschen. Hier wies Wehl nach, daß die Direktion die Verhältnisse so dargestellt hat, daß man annehmen muß, sie selber habe keine Ahnung von den in ihrem Betriebe herrschenden Zuständen. Die Angaben, die Herr Oberbürgermeister K i r s ch n e r über die dort erzielten Löhne machte, sollten die Wirkung der Anklagen des sozial- demokratischen Redners abschwächen. Der Herr Oberbürger- meister vergaß nur, daß die von ihm genannten jahresdurch- schnittlichen Löhne nur bei Ueber st unden erzielt werden konnten. Einen starken Eindruck machte der Hinweis des Genossen Wehl auf die Erregung, die gegenwärtig durch die Reihen der Gcmcindearbeiter geht. Die Mehrheit wurde unruhig, Herr Kirschner aber antwortete, er hoffe, die Arbeiter würden ihre Forderungen in legaler Weise geltend machen. Nachdem schließlich der ganze Etat durchberaten und fest- gesetzt worden war/ dankte Herr Kirschner der Versammlung für das Entgegenkommen, das sie bewiesen habe, um die recht- zeitige Fertigstellung des Etats zu ermöglichen. Die Mehr- heit applaudierte. Sie hatte den Dank verdient: denn aus ihren Reihen hatte in dieser ganzen Etatsberatung beinahe niemand gemuckt._ Umzugsfreuden gehören zu den Genüssen, ohne die der Großstädter sich das Dasein nicht recht vorzustellen vermag. Die eigenartigen Ver- Hältnisse einer Großstadt bringen es mit sich, daß die Mehr- zahl der Bevölkerung niemals lange in einer Wohnung Hausen darf. Die Gründe, das bisherige Heim mit einem anderen zu vertauschen, sind hier so mannigfaltig, daß schon als be- sonders seßhaft gilt, wer auch nur ein Jahrzehnt hindurch in einer Wohnung aushält. Leute, die in einem Hause ihr fünf- undzlvanzigjähriges oder gar fünfzigjähriges Mieterjubiläum feiern dürfen, werden geradezu als Rarität angestaunt. In Berlin kommen auf je 1(XX) vorhandene Wohnungen in jedem Jahre 490—590 Umzüge. Da wir gegenwärtig über 590 090 Haushaltungen in Berlin haben, so kann man pro Jahr auf annähernd 250 000 Umzüge rechnen. Das Heer der Personen, die hierbei ihr„Heim" wechseln, wird sich auf nicht viel weniger als 1000000 belaufen. Und so geht das Jahr für Jahr! In einer Hauptumzugszeit, wie es die Tage um den 1. April sind, dürfen allein einige Hunderttausende von Berlinern die Unizugsfreuden genießen. Am reichlichsten werden diese Umzugsfreuden den Arbeiterfamilien zul nl. Sie müssen am häusigsten umziehen, weil die Arbei. Gelegenheit wechselt und weite Wege zur Arbeitsstätte möglichst vermieden werden müssen. Dazu kommt die Steigerungslust gewisser Hauswirte, durch die so viele Familien genötigt werden, sich wieder einmal nach einem anderen„Heim" nmzutun. Will man sehen, wie zahl- reich die Arbeiterbevölkerung an den Umzügen beteiligt ist. so braucht man an den Umzugstagen nur das Bild zu betrachten, das die Straße uns bietet. In dem vornehmen Westen merkt man sehr wenig davon, daß Umzugszeit ist. Aber in, den Arbeitervierteln begegnet man vielen Hunderten von Fuhrwerken, beladen mit der bescheidenen Habe von Arbeiter- familien. Hierbei tritt auch ein Stück des Klassengegensatzes, der durch die Gesellschaft geht, uns drastisch genug entgegen. Wenn all' der Prunk, mit dem der Reiche sich in seiner Wohnung inngibt, auf die Straße hinausgetragen wird, um in den verschlußsichercn Möbelwagen gestellt zu werden, dann merkt der Unbemittelte erst so recht,>vie armselig der eigene Hausrat ist, den er zusammenrafft und auf einen simplen Grünkramwagcn oder vielleicht auch nur auf einen Hunde- wagen packt._ Zur Stadtverordneten-Ersatzwahl int 34. Wahlbezirk. Am Frei- tag hat, wie bereits gemeldet, eine von den Genossen der Schön- hauser Varstadt einberufene öffentliche Wählerversammlung den Genossen Theodor Fischer als Kandidaten der Sozial- d e m o k r a t i e für den 34. Bezirk aufgestellt. Die Wahl findet am 6. April(Freitag) statt, eS bleibt also von heute an nicht mehr ganz eine Woche zur Agitation unter den Wählern dcS Bezirkes. Wir haben schon vor vierzehn Tagen darauf hingewiesen, daß diese Ersatzwahl unter e r s ch w e r e n d en Umständen voll- zogen werden muß. Da die Wählerlisten nur in jeden, Jahre einmal— immer im Sommer— neu aufgestellt werden, so muffe» für die Ersatzwahl am 6. April noch die v o r j ä h r i g e n L i st e n benutzt werden. Seit dem vorigen Sommer haben aber zahlreiche Umzüge aus bezw. nach dem Bezirk stattgefunden. Da diese Ersatz- wähl vom Magistrat bis nach dem 1. April hinausgeschoben worden ist— der bisherige Vertreter, Genosse Ramlow, hatte bereits am 22. Februar mitgeteilt, daß er fein Mandat wegen Verzuges nach außerhalb niederlege— so kommen sogar zwei große Umzüge in Betracht. Zu den Wählern des 34. Bezirkes, die am 6. April ihrer Wahlpflicht zu genügen haben, gehören demnach viele Personen, die schon nicht mehrimBezirk wohnen. Und andererseits find unter den jetzigen Bewohnern des Bezirke? viele, die an der Wahl vom 6. April teilzunehmen nicht berechtigt sind. Teilnehmen darf nur,'wer im vorigen Sommer in der Wählerliste dieses Bezirkes stand. Teilnehmen dürfen also auch noch diejenige», die inzwischen von dort verzogen sind, aber nicht diejenigen, die seit- dem dorthin zugezogen sind.• Es ist klar, daß das besonders für die Arberterbevolke- rung. die ja am häufigsten umzuziehen genötig ist, eine große Erschwerung bedeutet. Aber von jedem Wähler, der sein Wahl- recht als eine Wahlpflicht auffaßt, muß erwartet und gefordert werden, daß er trotz aller Erschwerung zur Wahl komnit, um seine Stimme abzugeben— auch dann, wenn er schon in eine», ganz anderen Stadtteil wohnt. Eine genaue Uebersicht der Sttaßei, und Häuser, die zum 34. Wahlbezirk gehören, wird im„Vorwärts" noch veröffentlicht werden. Sie wird es jedem möglich machen, unter seinen Arbeitskollegen Umschau zu halten, wer vermutlich an der Wahl vom 6. April teilzunehmen berechtigt ist. Und eS wird dann die Pflicht jedes Parteigenossen sein, nach Kräften mit darauf hinzuwirken, daß jeder Wahlberechtigte zur Wahl geht, damit an, 6. April unser Genosse Fischer mit einer möglichst statt- lichen Stimmenzahl gewählt werde. Der 34. Wahlbezirk gehört übrigens zu denjenigen Bezirken, deren Wühlerzahl noch im Zunehmen ist, weil hier die Bebauung noch nicht abgeschlossen ist. Gegen November 1901, wo in diesem Bezirk die letzte Wahl stattfand, hat die Wählerzahl um zirka 1200 zugenommen, sodaß sie sich jetzt auf rund 9600 beläust. Das ist eine Zahl, die den Bezirk bereits unter die ungewöhnlich großen Wahlbezirke reiht. Da« her ist er denn auch in vier Teile mit vier Wahllokalen zerlegt worden. Bei der Abgrenzung der Teile und der Auswahl der Lokale ist man ab« so eigentümlich verfahren, dqß eS lvirklich kaum geschickter an- gesangen ioerden könnte, wenn jemand die Absicht hätte, manchen Wählern denGang zum Wahllokal möglich st zu erschweren. Die Wähler außerhalb der Ringbahn hinter Bahnhof „Schönhauser Allee" sind genötigt, nach dem Schulhause in der Dunckerstraße zu wandern, obwohl sie von der Dunckerstraße durch die hier„och nicht überbrückte Ringbahn getrennt sind. Warum hat man nicht die Straßen außerhalb der Ringbahn zu einem besonderen Teil mit eigenem Wahllokal zusammengefaßt? Gemcindeschulferien. Die Ferienvrdnung für die Berliner Eemcindeschulen ist von, Unterrichtsminister folgendermaßen ge- nchmigt worden. Vor Ostern schließt der Unterricht am Sonnabend, den 7. April, und beginnt wieder am Montag, den 23. April. Vor Pfingsten schließt der Unterricht am Freitag, den 1. Juni, Wieder» beginn Freitag, den 8. Juni. Tie Somnicrferien beginnen mit dem 7. Juli und endigen mit dem 13. August je einschließlich. Die Herbstferien gehen vom 30. September bis 8. Oktober je cinschlicß- lich. Vor Weihnachten schließt der Unterricht am Sonnabend, den 22. Dezember, und beginnt wieder nach Neujahr am 3. Januar. Diese Zeiten gelten auch für die Vororte, welche die Ferienordnung der Berliner Gemeindeschulen erhalten haben. Der Lehrer Würdig von der 49. Gemeindeschule hatte uns brieflich aufgefordert, unseren Lesern mitzuteilen, ihm sei nichts da- von bekannt, daß er einen„Verweis" bekommen habe. Wir haben ihn, den Gefallen getan, seinen Brief zu veröffentlichen. Heute wollen wir feststellen, daß das amtliche Protokoll über die Sitzung des Etatsausschusses, in der der Magistratsvertreter den sozialdemokratischen Stadtverordneten von jenem„Verweis" Mit- teilung gemacht hat, folgendermaßen berichtet:„Hierauf wurde er- widert, daß der Lehrer hierfür einen Verweis erhalten habe." Also auch das amtliche Protokoll spricht von einem„Verweis"! Wir wiederholen unseren dem Herrn Würdig gegebenen Rat, er möge sich mit seiner„Berichtigung" an den Magistrat wenden, und fügen nur die Bitte hinzu, er wolle uns später auch die Antwort nntteileu, die ihm dort zuteil wird. Verlegung von Polizeirevieren. Es sind verlegt: Am 10. März d. I. das Bureau des 26. Polizeireviers nach Michaelskirchplatz 24, am 13. März d. I. das Bureau des 41. Polizeireviers nach Alexan- drinenstraße 134. Es werden verlegt: Am 31. März d. I. das Bureau des 40. Polizeireviers nach Kommandantenstraße 87, am 1. April d. I. das Bureau des 76. Polizeireviers nach Flotowstraße 3, am 1. April d. F. das Bureau des 19. Polizeireviers nach Gcorgcnkirch- straße 30/30a.— Die Geschäftsräume der 10. Polizei-Bauinspeltion von Berlin werden am 4. April d. I. von Hirtcnstraße 6 nach Span- dauer Brücke 16 III verlegt. Ter Kampf der Berliner Polen gegen die deutsche latholische Geistlichkeit hat wieder eine Verschärfung erfahren. Der Versuch einer Vermiltelung, der von einigen, sowohl dem Zentrum als den Polen nahestehenden Parlamentariern unternommen wurde, ist ge- scheitert, weil die Polen auf ihren Forderungen beharren. Sie be» absichtigen, wenn die Kirchciibehörde ihnen nicht nachgibt, ihre Kinder zur ersten Kommunion in polrasche Gegenden, nach Posen oder West- Preußen zu schicken. Das Fernhalten der Kinder von der ersten Kommunion soll in allen Berliner Kirchen erfolgen, wo mehr als zehn Polenkinder dabei in Frage kommen und der Vorbercitungs- Unterricht ausschließlich in deutscher Sprache erteilt wird. Auch das Ministerium des Innern schenkt der kirchlich-natio- nalen Agitation der Berliner Polen große Beachtung. Die Polizeibehörden such angewiesen, auch über diese Seite der polnischen Pro- päganda und deren Erfolge eingehend Bericht zu erstatten. Die Liebe zup. Exotischen. Auf manche junge Mädchen übt alles Fremdländische, besonders aber das Exotische, eine unbezwing- liche Anziehungskraft aus. Sie sind rein wild auf die schwarzen, braunen oder gelben Kerle und werfen sich ihnen geradezu an den Hals. Von diesem Liebesdurst jugendlicher Berlinerinnen kann auch die M a r o k k a n e r t r u p p e, die kürzlich hier austrat, jetzt aber in K ö l n gastiert, ein Liedchen singen. Ihre männlichen Mit- glieder haben so manches niedliche Abenteuer erlebt und werden auch jetzt, nachdem sie die Reichshmipistadt verlassen, noch von ihren anhänglichen Freundinnen verfolgt. Wie aus Köln gemeldet wird, sind dort fünf Berliner Mägdelein eingetroffen, die die Sehnsucht nach Afrikas stolzen Kriegern nickt schlummern ließ. Aber die Herr- lichlcit der süßen Minne hat dort nicht lange gedauert. Die Eltern eines Mädchens erhielten von dem Aufenthalt ihres Kindes Kenntnis und verständigten mit Hülfe der Berliner Behörde die Kölner Polizei. Diese ermittelte die Mädchen, die im Mter von IS bis 13 Jahren stehen, und nahm sie in Schutzhaft. Zum Dvppelmord in SchSneberg. Die gerichtliche Obduktion des ermordeten Ehepaares hat gestern nachmittag in der Leichenhalle in der Maxstraße stattgefunden. Bis zum späten Abend währte sie. Es wurde folgendes festgestellt: Der Ehemann Reichert hat an der rechten hinteren Schädelseite eine 12 Zentimeter lange scharfkantige gerade Wunde erhalten, die den Schädel vollständig durchschlug, so daß die Hirnmasse in den Hut ge- drungen ist, der ebenfalls durchgeschlagen ist. Die Leiche der Frau Reichert weist an der linken vorderen und mittleren Schädelseite 4 bis 5 gleichartige Schläge auf, deren Länge zwischen S bis 10 Zentimeter schwankt. Ein jeder der Hiebe wirkte tödlich. lieber die Personalbeschreibung des Mörders gibt die Kriminal» Polizei noch bekannt, daß er sckwarze Schnürstiefel, die noch ziemlich gut erhalten sind, und Ivciße.. Stehkragen trägt. Durch Zeugen- Vernehmungen ist jetzt festgestellt, daß Frau Reichert bestimmt um 148 Uhr im Garten gesehen wurde. Reichert ist noch um 159 Uhr gesehen worden. Als eine Viertelstunde später eine Frau aus der Nachbarschaft kann um Gartenerde zu holen, fand sie die Kcllertür bereits verschlossen vor. Gestern sind wieder einige/ Verhaftungen erfolgt. Die Ver- Haftung eines Arbeiters in der Schlosserei der Aktiengesellschaft für Anitin.sabrikation wird mit dem Morde in Verbindung gebracht. Ein anderer Verdächtiger wurde auf der Straße festgenommen und in die Polizeidircktion in Schöncberg eingeliefert. Das Signalement, welches von den Augenzeugen über den Mörder gegeben wird, stimmt vollkommen mit der Person des Verhafteten überein. In einem Kreuzverhör gab er zu, die Lebens- und Wohnverhältnisse des er» mordeten Ehepaares genau gekannt zu l>aden. Der Verdächtige räumte auch ein, früher wiederholt in der Gärtnerei Aepfeldiebstähle ausgeführt zu haben. Die Täterschaft bestreitet er aber mit Eni- schicdcuhcit. Die Vernehmungen und Gegenüberstellungen werden forlgesetzt._ Durch ein Maschinenrad den Arm zerfleischt. Ein schwerer Unglücksfall hat sich gestern in einer Maschinenbaufabrik in der Stettinerstraße ereignet. Der dort beschäftigte Schlosser Wilhelm Ferol, Nordufer 5 wohnhaft, geriet beim Bedienen einer Maschine mit der rechten Hand in ein Zahnrad und ehe er sie zurückzuziehen vermochte, hatte das Rad den ganzen Arm in das Getriebe hinein- gezogen. Er wurde völlig zerfleischt. Der schwerverletzte erhielt die erste Hülfe auf der Unfallstation in der Badstraße. Todessturz. Die Frau des Fuhrherrn Palmig, Ruppiner- straße 34. war gestern damit beschäftigt, ihre Wäsche vom Boden des Hauses nach ihrer Wohnung zu, bringen. Ist sie nun aus- geglitten oder verlor sie das Gleichgewicht, kurz, sie stürzte mit dem Wäschekorb von der vierten Treppe hinunter zur dritten. Zwei sofort herbeigeholte Acrzte konnten leider nicht mehr helfen. Frau Palmig war schon tot. Wahrscheinlich hat sie sich bei dem Fall das Genick gebrochen. Der in der Gewerkschaftsbewegung sehr tätige Genosse Heyne, seit 1901 Angestellter im Bureau der Derwaltuugsstelle Berlin des Deutschen Metallarbnterverbandes, ist am 29. März gestorben. Der Genosse Heyne lvar seit einigen Jahren gezlvungen, Wegen Kränk» lichkeit sich von der öffentlichen agitatorischen Tätigkeit zurückzu- ziehen. In seinen gesunden Jahren hat der Genosse Heyne in dcc Gerichts- Zeitung. Berliner Metallarbeiterbewegung in den vordersten Reihen ge-| fabrit in Rummelsburg. Dortselbst war gegen 1/12 Uhr auf dem standen. Den älteren Meballarbeitern wird er noch in Erinnerung Fabrithofe ein Oleum enthaltender Tankwagen geplagt. Durch die sein als öffentlicher Vertrauensmann der Metallarbeiter des Ostens. fich entwickelnden Gase wurden sechs in der Nähe der Unfallstelle Die Beerdigung ist am Montag, den 2. April, nachmittags 2 Uhr, beschäftigte Arbeiter betäubt. Den Arbeitskollegen war es zunächst Schwurgericht verurteilte am 3. Oktober v. J. nach sechstägiger Zum zweitenmal zum Tode verurteilt. Das oberbayerische von der Leichenhalle des Zentralfriedhofs in Friedrichsfelde. unmöglich, fich den besinnungslos auf dem Hofe Liegenden zu nähern. Berhandlung den 39 Jahre alten Holzhändler Wilhelm Schöller mit Hülfe der alsbald alarmierten Rummelsburger Feuerwehr von Passau wegen Raub mordes, begangen an dem Holz konnten die Bewußtlosen aus ihrer gefährlichen Lage befreit und händler Ifidor Pauli von München, zum Tobe. Auf die Revision nach längeren Bemühungen wieder ins Leben zurückgerufen werden. des Angeklagten hob das Reichsgericht dieses Urteil Die Gasentwidelung war eine so gewaltige, daß auf den Kalf- auf( der Präsident hatte in der seinerzeitigen Verhandlung in Abwerken, den Fabriken, Schiffswerften und Naphthawerken an der wesenheit des Verteidigers einige Fragen an den Angeklagten ge Spree die Arbeiter die Tätigkeit einstellen mußten. Die Gefahr richtet) und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das wurde schließlich durch Sandaufschüttungen beseitigt. oberbayerische Schwurgericht zurück. In der neuerlichen fünftägigen Schmargendorf. Verhandlung bejahten die Geschworenen wieder sämtliche Schuldfragen, worauf Schöller neuerdings zum Tode verurteilt wurde. Vermischtes. Aus dem Elend der Großstadt. Erstarrt aufgefunden wurde gestern morgen in der Seestraße die 52jährige obdachlose Marie Fischer, welche dortfelbst an einem Zaune genächtigt hatte. Die F., welche dem Trunte ergeben war, hat sich vermutlich im Rausche an jener Stelle niedergelegt und ist von den wenigen Nachtpassanten nicht bemerkt worden. Nach ihrer gestern morgen erfolgten Auffindung wurde fie zwar noch lebend, jedoch in hoffnungslosem Bustande nach einem Krankenhause überführt. Bierzig Jahre Zeitungsausträgerin ist heute die Brunnenstr. 96 wohnende Zeitungsfrau Anna Woltersdorf. Die trok ihrer 70 Jahre noch recht rüstige Greisin trägt seit Bestehen der Parteispedition im 6. Wahlfreise, also seit 12 Jahren, den„ Borwärts" aus und hat in ber gewissenhaftesten Weise ihres Amtes gewaltet. Die Stichwahl findet nicht, wie berichtet, am Montag, sondern am Freitag, den 6. April, nachmittags von 4-8 Uhr statt. Zehlendorf. Zu dem Eisenbahnunglück bei Geelse, Den heutigen Sonntag haben die Genossen der Vorbereitung zur Stichwahl gewidmet. Dieselbe findet bekanntlich am Dienstag, worüber wir im Depeschenteil unserer gestrigen Nummer berichteten, ben 3. April, nachmittags 5-8 Uhr, im Restaurant Fürstenhof" wird der Boff. 8tg." aus Hannover geschrieben: statt. Zu diesem Zweck wird zunächst heute morgen 7 Uhr vom Lokal Midley, Potsdamerstr. 25, eine Flugblattverbreitung vor genommen, an welcher sich die Genossen recht zahlreich beteiligen mögen. Es findet außerdem nachmittags 3 Uhr bei Rüter, Schlachtenfee, Gitelfrigstr. 12, eine Boltsversammlung statt, in welcher Genosse Freiwaldt- Pankow referieren wird. Ein Berliner Defraudant ist in München verhaftet worden. Am 22. März erhielt der bei einer hiesigen Speditionsfirma in der Königstadt angestellt gewesene 17jährige Lehrling Bruno Chmalon den Auftrag, einen über 7039 m. lautenden Sched einzulösen. E. hob auch das Geld ab, fehrte jedoch weder nach dem Geschäft, noch nach der elter lichen Wohnung zurück und war feit dieser Zeit verschwunden. Nach einer gestern hierselbst eingelaufenen Mitteilung ist der jugendliche Defraudant in München verhaftet worden, wo er in einem größeren Hotel unter falschem Namen logiert haben soll. C. hatte sich in der Arbeiter! Parteigen offen! Ein großer Teil hat bei bayerischen Metropole durch Verausgabung größerer Geldfummen berdächtig gemacht, so daß die Aufmerksamkeit der Kriminalpolizei auf ihn gelenkt wurde, die zur Sistierung des jungen Berschwenders schritt. Bei dem Verhafteten wurden noch zirka 6000 m. vor gefunden. In sechs Tagen hatte er eine Summe von über 1000 M. berausgabt. der Hauptwahl sein Stimmrecht nicht ausgeübt; dieser Umstand ist schuld daran, daß wir nicht gleich im ersten Wahlgang fiegten. Nüge nun noch jeder die wenigen Stunden zur Agitation aus, damit unser Kandidat, Rohrleger Eduard Scheler, als Vertreter der Sozialdemokratie dem Gemeindeparlament zugeführt wird. Friedenau. " nachts ungefähr 100 Meter vor dem Stationsgebäude Seelze der Der Zusammenstoß der drei Züge ereignete sich gegen 12 Uhr Strede Hannover- Wunstorf. Der Güterzug 7115 rangierte auf dem südlichen Gleise, das an der Unfallstelle durch eine Weiche in das fübliche Hauptgleise verläuft. Bei dem Auswechseln von Wagen, zug über die Weiche hinweg und versperrte dadurch dem hinter ihm das in der Richtung auf das Hauptgleise erfolgte, fuhr dieser Güterin derselben Richtung herkommenden Eilgüterzug 6001 mit seiner Lokomotive das Gleise. Da der Eilgüterzug in voller Fahrt war, rannte die Lokomotive des Gilgüterzuges gegen die des rangierenden Güterzuges, welche gerade in das Hauptgleise einlief. Der Anprall war so start, daß die Lokomotive Nr. 1317 von dem Güterzug 7115 Der Botanische Garten in Dahlem ist vom 1. April bis 30. Sepbeiseite geschleudert wurde und an der Bahnböschung umgedreht tember, wie im vergangenen Jahre, an jedem Sonntag, Dienstag, Die Würfel find gefallen. Der Wahlvorstand hat die auf unsere liegen blieb. Steffel, Buffer und Räder sind völlig zertrümmert. Die Lokomotive Nr. 384 des Eilgüterzuges Nr. 6001 grub sich tief Mittwoch und Freitag von 2 bis 7 Uhr nachmittags für das Publi- Kandidaten vereinigten Stimmen für ungültig erklärt, weil die Ge- in das Erdreich ein, zerriß die Bahnschwellen und den Bahnkörper fum geöffnet. Kindern unter zehn Jahren kann auch in Begleitung noffen nicht Angefeffene find. So zieht statt eines unferer Kandi- und blieb so an der Unfallstelle mit verhältnismäßig geringen BeErwachsener der Zutritt unter feinen Umständen gestattet werden. daten ein Hausbefizer ins Geheimratsparlament", obgleich derfelbeschädigungen stehen. Die nachfolgenden Wagen des Eilgüterzuges Nach 6% Uhr abends ist ein Zutritt zum Garten nicht mehr zirka 80 Stimmen weniger erhalten hat als unsere Genossen. Das entgleisten ebenfalls und liefen über das fübliche Hauptgleife hinstatthaft. mag nach dem Gesetz rechtens fein. Nach unseren Begriffen ist es weg bis auf die nördliche Strecke. In demselben Augenblicke kam Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der mit zahl- verwerflich und unmoralisch, den großen Geldsäcken politische Vorteile der Güterzug 6416 von Hannover und fuhr in diese Trümmerhaufen reichen farbigen Bildern ausgestattete Bortrag" Am Golf von „ Am Golf von 8 gewähren und die Armen zu entrechten. Es iſt ſchlinum für die hinein, seine Lokomotive, Nr. 1268, stürzte nach der anderen Seite Neapel" am Sonntag, Montag und Freitag zur Darstellung ge- Sieger, daß sie nur mit Hülfe eines geradezu blödsinnigen Wahl- der Böschung und riß den Zug hinter sich her, auch an dieser Stelle Neapel" am Sonntag, Montag und Freitag zur Darstellung gelangen; am Dienstag und Donnerstag wird der Vortrag des Herrn systems zu fiegen vermochten; es ist gut für die Besiegten, daß sie liegt ein gewaltiges Chaos von Trümmern. Der Zugführer des Hauptmann Fond„ Aus dem Innern Ostafritas, eine Schilderung nur auf solche Weise den Kampf verlieren konnten, denn dadurch Eilgüterzuges, Wenig aus Hannover, ist tot, ebenso ein Mann, der deutscher Tropen nach zehn Wanderjahren" wiederholt werden, und werden die Besiegten zu den eigentlichen Siegern. Unsere Stimmen den Transport von lebenden Fischen aus Utrecht leitete, fein Name am Mittwoch und Sonnabend spricht Herr Dr. B. Donath über zahl ist gewachsen, die der Gegner um ein Bedeutendes zurück ist noch nicht festgestellt. Von den drei Verlegten soll einer bereits " Die Fortschritte der drahtlosen Telegraphie". Am Mittwoch und gegangen. Für diesmal ist der Kampf zu Ende, aber die gleichfalls gestorben sein. Die Unfallstätte bietet ein schreckliches Sonnabend finden Nachmittagsvorstellungen zu einen Preisen statt, Friedenauer Spießbürger können sich darauf verlassen, daß für uns Bild der Verwüftung. Drei Lokomotiven liegen neben den Schienen, und zwar wird am Mittwoch der Vortrag„ Tierleben in der Wildnis" das Freiligrathsche Wort gilt: zwei in den Gräben neben dem Bahnkörper. Die Güterzugsund am Sonnabend der Vortrag" Im Lande der Mitternachtssonne" Bald heb' ich mich rafselnd in die Höh', maschine, die den Zug von Hannover heranführte, liegt rechts im gehalten werden. Bald fehr' ich reisiger wieder!" Graben, mit dem Vorderteil eingebohrt in den Graben. Die Rangierzugmaschine ist total zertrümmert. Räder und andere massive Teile sind zerbrochen und derart vernichtet, daß von der Maschine nichts mehr zu gebrauchen ist. Die Tender und die diesen folgenden Wagen aller drei Züge liegen umgekehrt und zertrümmert auf den Schienen, mit den Rädern nach oben. Auf den Wiesen und Feldern neben dem Bahnkörper laufen gegen 600 Gänse umher, wohl an 200 Gänse find getötet, ihre Kadaver liegen neben dem Bahnförper. An der anderen Seite des Dammes find die Trümmer der Güter aufgespeichert; Fischförbe, Reisefoffer, Fahrräder, Kiften, Körbe und Kasten stehen und liegen heil oder zerstört dort unter freiem Himmel. Auf dem Bahnkörper find die Schienen gebogen. und zerstört, die Drahteinfriedigungen zerrissen. In diesem wilden Chaos arbeitet ein Heer von Aufräumungsmannschaften. Maschinen stehen unter Dampf, die die losgelösten Wagen und Wagentrümmer Mit dem 1. April geht die Dampfstraßenbahn Groß- Lichter- auseinanderreißen. Der Schlot einer demolierten Maschine dampft felde- Teltow- Stahnsdorf- Machnower Schleuse, fowie die noch. Holzsplitter, Eisenteile, Räder und Gaskesselteile liegen weit elektrische Straßenbahn Groß- Lichterfelde- Stegliß- Lankwig- Süd- umher. Die Unfallstätte war heute das Biel Hunderter aus den ende in den Befig und den Betrieb des Kreises Teltow über. Die umliegenden Ortschaften und aus Hannover. Gendarmen und Umwandlung vollzieht sich für das Publikum ohne jedes Aufsehen, Bahnbeamte halten die Ordnung aufrecht. Die Aufräumungs da die Wagen und sonstigen Betriebsmittel und das gesamte Ber- arbeiten, die man bis Mittag beenden wollte, dürften noch einen sonal vom Kreise übernommen werden. Die Beaufsichtigung, wie ganzen Tag in Anspruch nehmen. Sämtliche Züge haben Verdie weitere, dem gesteigerten Verkehrsbedürfnis entsprechende Aus- spätung. Der Verkehr in der Richtung von Hannover nach Bremen geftaltung der beiden Bahnlinien wird Aufgabe des vom Kreistage und umgekehrt, sowie in der Richtung von Hannover nach Minden gebildeten Bahnverwaltungsrats sein, der sich aus Vertretern der und umgekehrt wird vor der Station Seelze durch Umsteigen verbeteiligten Gemeinden zusammensetzt. mittelt. Der Materialschaden dürfte sich auf mehrere 100 000 Mark erstrecken. Die Züge von Hannover bis Seelze fahren unter beFalkenhagen. sonderen Vorsichtsmaßregeln. Ein Hülfszug aus Hannover schaffte Personal und Aerzte sofort zur Stelle, die Verletzten wurden nach Seelze gebracht. Feuerwehrbericht. Am Freitag abend fiel im Deutsch- amerifanischen Theater nach Schluß der Vorstellung beim Herablaffen des eifernen Vorhangs infolge Reißens des Drahtseiles bas Gegengewicht der eisernen Vorhangs herab. Zum Glüd find Per fonen nicht verletzt worden. Gleichzeitig hatte die Wehr in der Nazarethkirchstraße 39 zu tun. In der Naunynstraße 44 mußte ein Schaldeckenbrand gelöscht werden. Ferner wurde die Wehr nach der Greifswalderstraße 21 gerufen, wo Regale u. a. brannten. Wäsche u. a. wurden in der Borsigstraße 24 ein Raub der Flammen; Würste, Körbe usw. brannten in der Straße am Tempelhofer Ufer 1a. Vor dem Hause Paulstraße 28 verendete ein Pferd. Die Wehr bes seitigte das Verkehrshindernis. Am Sonnabend wurde die Feuerwehr nach dem Grand Hotel, Aleyanderplaz, Ecke Neue Königstraße, gerufen, wo im Keller Feuer ausgekommen war. Dort brannten die Stufen vom Treppenhause, Papier, Matraßen, Hausrat, Türen u. a. Der Feuerwehr, unter Leitung des Brandinspektors Leybold, gelang es, die Flammen auf den Keller zu beschränken. In der Luisenstraße vor dem Hause Nr. 22 brannte eine Motorbroschke. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Der Arbeiter- Schwimmberein Freie Schwimmer" hält heute nach mittag 3 Uhr in der Volksbadeanstalt, Krummestraße 10, ein Schwimmfest, bestehend aus Damen und Herren- Wettschwimmen, Springen und Tauchen, ab. Achtung, Gewerkschaften! Die Wohnung des Obmannes der Charlottenburger Gewerkschaftskommission, Genossen Otto Flemming, befindet sich seit dem 1. April cr. Schlüterstraße 68, Quergebäude 8 Treppen. Rummelsburg. Niederlehme. Die am Montag stattgefundene Gemeindewahl hat unter gana eigenartigen Wahlpraktiken dem Gegner den Sieg gebracht. Die Arbeiter der Kaltsandsteinwerke wurden von oben heraß" birekt an den Wahltisch dirigiert. Gegen die Wahlhandlung ist Protest ein gelegt worden, da nachgewiesen ist, daß Einwohner, die noch nicht ein Jahr am Orte wohnen, ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Auch find ein Soldat und zwei Einwohner im Alter von 22 Jahren an den Wahltisch gerufen worden. Unter diesen Umständen hat es denn auch der bürgerliche Kandidat auf 76 Stimmen gebracht, während auf unseren Genossen Märschel mur 55 entfielen. Es erhielten außerdem noch drei andere Bürgerliche insgesamt 11 Stimmen. Teltow. Vom 1. April ab wird der Vorwärts" durch einen hiesigen bei der Post bestellen braucht. Es ist zu hoffen, daß hierdurch die Genoffen den Abonnenten zugestellt, so daß niemand mehr denselben Leferzahl des Vorwärts" steigt und die jetzt sehr darniederliegende Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins Parteitätigkeit befruchtet wird. Bestellungen für den„ Vorwärts" und Umgegend. Abt. VII. Montag, den 2. April, abends 8 1hr, bei Abt. IV a. Hermann Ragel, Rostoderstr. 17: Mitgliederversammlung. nimmt Genosse Baul Schönberg, Gastwirt, entgegen. Sonntag, 1. April, nachm. 2 Uhr, bei Kayser, Friedenstraße, Ede Weinstraße: Ab Bei der am 27. März stattgefundenen Wahl zur Gemeindeverteilungsversammlung. Gäste willkommen. Abt. Weißensee. Montag, den tretung erhielt Genoffe Bod 24 Stimmen, während auf den Gegner 2 April, abends 8 Uhr, bei Schnung, König Chauffee 38: Mitglieder. 31 Stimmen entfielen. Trotzdem dies ein beachtenswerter Erfolg ist, versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag bes Kollegen Baul Schulz; liegt es nun an den Wählern, daß sie durch Anschluß an den Wahl. 2. Diskussion; 3. Verschiedenes. Gäste wfülommen. verein und Abonnement auf den Vorwärts" die Vorbereitungen treffen, um im nächsten Wahlkampfe noch besser abzuschneiden. Beim Signalgeben tödlich verunglückt. Auf dem Rangierbahnhof in Rummelsburg hat sich in der gestrigen Nacht ein bedauerlicher Unglüdsfall zugetragen. Der Eisenbahnaffiftent Mag Grünte war im Begriff, einem Rangierzug das Weiterfahrtsignal zu geben. Er kam dabei dem in Bewegung befindlichen Train zu nahe, wurde von der Maschine erfaßt und überfahren. Der Beamte wurde schwerWetter- Prognose für Sonntag, den 1. April 1906. berlegt nach dem Krankenhause gebracht, wo er jedoch bald starb. Bunächst etwas wärmer, hervorragend trübe mit Niederschlägen und Ein außerordentlicher Unglücksfall, der leicht die schwersten Folgen ziemlich frischen westlichen Winden; später wieder aufflarend und etwas nach sich ziehen konnte, ereignete fich gestern mittag in der Anilin-| kühler. Berliner Wetterbureau 15. Abänderung zum Statut der Drtskrankenkasse des Gewerbes der Lackierer. 8895 irtshaus Moritz Ohle Wirtshaus 3 Kreuzbergstr. 3. Heute frische Blut- u. Leberwurst, selbst geschlachtet, v. 11 Uhr a. Wellfleisch. Gr. Mittagstisch, kl. Preise. Reichhalt. Abendspeisekarte, vorzügl. Biere. Abends Unterhaltungskonzert. Artikel I Jm§ 12, f. 1, Biffer 3, wird hinter dem Worte Stranfengeld" bin zugefügt: Jedoch wird in Krankheitsfällen, welche länger als 18 Zage währen, das Stranfengeld bereits vom Lage des Eintritts der Erwerbs. Max Jacoby, Strelitzerstr. 52. unfähigkeit ab gezahlt. Artitel II. Borstehende Bestimmung tritt am Montag nach der statutenmäßigen Be Tanntmachung in Straft. Berlin, den 22. November 1905. Der Vorstand der Ortskrankenkasse des Gewerbes der Lackierer zu Berlin. Otto Weidemann, Borsigender. 49 M.m. Gar., Schläuche 1,75, Deden Bertreter erhalten zur Reklame ftabile Halbrenner für ff. Bedale 70 Bf., 2,20, 2,50 M., 2,90, 3,50 M., 1,90 M., gesp. Rahm. 26 M., 2,20, ent stang. 1,50, Räder 3,50 M., Stetten 500 M., neue Fahrräder von 89 M. an. Richard Sauer, Küppersteg 11 b. Söln. 3462* n. Heinze, Brückenstr. 6. Billige Rohtabake. Roh- Tabak Deli- Decke Nr. 5477 a Pfd. M. 1,30 verzollt. W. Hermann Müller, Berlin O., Magazin- Straße 14. Heinrich Franck Berlin N., Brunnenstraße 185. 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Antritt Anfang Dktober 1906. Erforderlich genaue Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse, auch im Verkehr mit den reisenden Handwerkern, sowie die Fähigkeit, die damit berbundenen schriftlichen und verwaltungstechnischen Arbeiten auszuführen bezw. deren Ausführung zu fontrollieren. Geeignete Bewerber werden gebeten, ihre Offerte mit Gehalts- und eventuellen sonstigen Ansprüchen bis zum 1. Mai 1906 an den Geschäftsführer E. Kretschmer, Hamburg, frankenftraße 10, gelangen zu lassen, auch anzugeben, in welcher Höhe fie eventuell Kaution zu stellen in der Lage sind. 6012* Die Verwaltung. Gewerkschaftshaus Hamburg für 6. m. b. D. ' ür den gesamten Restaurationsbetrieb obiger Gesellschaft, ausschließlich der Herberge, wird ein Reftaurateur gesucht. Derselbe wird Angestellter der Gesellschaft, also nicht Inhaber der Schankfonzession sein. Antritt Anfang Oktober 1906. Reflektiert wird nur auf eine Person, die einen Restauratiansbetrieb im foliden Stil zu leiten im stande ist. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Betrieb zeitweilig fehr umfangreich sein wird, da außer dem Restaurant ein zirka 3000 Personen fassender Saal, sowie mehrere Kleinere und größere Nebensäle zu demselben gehören. Geeignete Bewerber werden gebeten, ihre Offerte mit Gehalts- und eventuellen sonstigen Ansprüchen bis zum 1. Mai 1906 an den Geschäftsführer E. Kretfchmer, Hamburg, frankenftr. 10, gelangen zu lassen, sowie anzugeben, in welcher Höhe sie eventuell Kaution zu stellen in der Lage sind. 6022* Die Verwaltung. In den Wagenfabriken von Kühlstein, Charlottenburg, 2. ühe Sub. Leuschner, Endept. 6, Ritemt. Neue Königstraße, Gebr. Wienicke, Bankow, Franke, Inselstraße, befinden sich, die sämtlichen Arbeiter im Streit. Wir ersuchen die Kollegen aller Brauchen nach den obigen Be. trieben feine Arbeit anzus nehmen. 176/9 Die Agitationskommission. Altenbergs Färberei, Weißensee, an Deutscher Holzarbeiterhansstraße 4. +139 Schürzennäherin, bessere, weiße Kinderreform, jucht Klemann, Petersburgerstraße 25. Verband. +47 Wegen Streit und Differenzen ift Zeitungsfrauen finden sofort lohnende Beschäftigung( Tour Friedrichstraße an der Leipzigerstraße.) Meldungen Schüßenstraße 22. * Blätterin, tüchtige, wird sofort verlangt Fehmarnstraße Nr. 2. † 84* Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen fosten 50 Pf. die Zeile. 2 Stukkateure ( Modellarbeiter) werden gesucht. Lamberg Petersen u. Co., Kopenhagen, L. Glentevej. Besucht 3-4 Stepperinnen auf Magarbeit, b. dauernd. Stellg. Claus Ahrens, Hamburg, St.Pauli, Fischerstr.7. Bung fernzuhalten von Treppengeländer Arbeitern ( Drechsler, Tischler, Stellmacher, Polierer, Maschinenarbeiter und Bildhauer) von der Treppengeländer. fabrit Joseph Drechsler, Gubener. ftraße 33; von Bodenlegern von den Bauten in Buch( Firma Damle, Frankfurt a.D.); von Stellmachern von sämtlichen Stellmachereien, Wagenfabriken und rebrollenfabrit Blään, Baßmannstraße; von Korbmachern von Bedert, Lange. straße 35; von Korbmachern und Hülfs. arbeitern von Thomas u. Krasser, Dresdenerstraßr 55. Die Ortsverwaltung. Die Lohnbewegung der Schneider Charlottenburgs. Folgende Firmen haben unsere Forderungen anerkannt: Kröhan, Wilmersdorferstraße Kolenda, Pestalozzistraße Jankowsky, Bismardstraße. Finzelberg, Wallstraße Friedenstein, Wilhelmsplat S. Levy, Scharrnstraße J. Schulz, Schloßstraße Fr. Schulz, Lugowerstraße Witt, Spandauerberg Walter, Kaiser Friedrichstraße Neumann, Goldluft, Goethepart Herzberg, Kaiser Friedrichstraße Verlich, Krummeftraße Reinicke, Schulstraße Schaepe, Krummestraße Vehb, Laskowsky, Wilmersdorferstraße Runze, Schillerstraße Nafelmann, Rüderfstraße Ganschow, Pestalozzistraße Knappe, Wallstraße Rausch, Rosinenstraße Kunde, Wilmersdorferstraße B. Müller, Kirchstraße Löwe, Friedbergstraße Weber, Pestalozzistraße Ebel, Donath, " Quednau, Nürnbergerstraße Meckert, Kluska, Eisenacherstraße Althaus, Marburgerstraße Bartsch, Passauerstraße Bortisch, Uhlandstraße Bolfmann, Mommsenstraße Kanja, Soll, Schlüterstraße Thümen, Weimarerstraße Lindenbaum, Zeonhardstraße Didzun, Joachimsthalerstraße Mille, Wielandstraße Jahn, Gardes du Corpsstraße Kettelhack, Zauenzienstraße Israel, Kantstraße Sohmuth, Heere, Braun, David, Stednih, Eifing, " Strojny, Grolmanstraße Ganswindt, Ziemer, " Bartowsky, Bleibtreustraße Werner, Knesebeckstraße Bechtel, Böhlke, Ziegfedt, Leibnizstraße Ehring, Hoppe, 17 Franke, Schillerstraße Gluska, Leibnizstraße Petri, Herderstraße Feuerböter. Herderstraße Briegnitz, Goethestraße Mannes, Gebr., Goethestraße Barton, Folgende Firmen haben unsere Forderungen nicht anerkannt: Jakob Gebr. Nachf., Wilmers-| Meuter, Magazinstraße dorferstraße Witke, Wilmersdorferstraße Treumann, Wilmersdorferstraße Levy u. Comp., Hein, Swarjensky, Berlinerstraße Ninnemann, Rund, Knauer, Gosanderstraße Krause, Königin Elisabethstraße Leyser, Scharenstraße Simon, Spandauerstraße u. Goethe straße Zyborra, Holzendorffstraße Scharp, Stuttgarter Plat Nowack, Krummeftraße Bytiner, Romeike, Guth, Grünstraße Rawicky, Kantstraße P. Krieger, Groß, 12 Werk, Spandauerstraße Laffahn, Kantstraße Fröse, Leibnizstraße Kantel, Kurfürstendamm Klamm, Goethestraße Petersec, Bargig, " A. Schüte, Augsburgerstraße Hadzlick, Uhlandstraße Paunier, Joachimsthalerstraße Küfel, Ansbacherstraße Langhans, Meinidestraße. Vorstehende Firmen sind hiermit gesperrt! 162/19 Die Lohnkommission. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gloce, Bertin, Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW