Nr. 82. Abonnements- Bedingungen: S bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl, 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags.. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Mort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 7. April 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Generalberichte zu diesen Tatsachen? Zitieren wir ihn wörtlich: wurf gegen die Beamten konstruieren zu wollen. Der raschen Die bayerische Fabrikinspektion." In Gast- und Schankwirtschaften. wurden haupt- Entwickelung der Industrie geht die Verstärkung des BeamtenEs ist begreiflich, wenn den Fernstehenden manche Ein- fächlich von den Affistentinnen eine Reihe von Inspektionen törpers nicht parallel. Es ist wohl erklärlich, daß mit der richtungen in Bayern demokratischer, volkstümlicher erscheinen vorgenommen, um in ihnen die Durchführung der gesetzlichen Entwickelung der Industrie die Aufgaben der Fabritinspektion Also die selbstverständliche in jeder Hinsicht zunehmen. Ganz natürlich ist es, daß gewisse als in Preußen, wo der oftelbische Schnauzton oft als der Bestimmungen zu überwachen." Regierung höchste Weisheit erscheint. Hieraus erklärt es sich, Tatsache, daß Inspektionen vorgenommen wurden, wird mit- unabweisbare Verpflichtungen, wie Unfalluntersuchungen, daß die sozialpolitischen Einrichtungen Bayerns, wo vielfach, geteilt, zu ihrem wichtigen Ergebnisse wird jedoch ebensowenig Begutachtungen, Vernehmungen als Sachverständige zuerst um ein unübersetzbares Fremdwort zu gebrauchen, ein legerer Stellung genommen wie zu der Tatsache, daß in Mittelfranken erledigt werden. Dazu kommt noch eine große Anzahl von Ton zwischen Beamtenschaft und Publikum üblich ist, als von 457 Gast- und Schankwirtschaften bloß 31, in Schwaben Bureauarbeiten, auf deren Erledigung die vorgesetzten Beanderswo, stark überschäzt werden. Man darf aber über bon 1341 bloß 59, in Oberfranken von 413 bloß 33, in Ober- hörden drängen. So bleibt den Fabrikinspektoren relativ sehr wenig Zeit für die eigentliche Inspektionstätigkeit, so daß sie diese Aeußerlichkeiten den tatsächlichen Charakter des bayern von 3870 bloß 170 inspiziert wurden. bayerischen Regierungssystems und insbesondere der Wenn der Zentralinspektor schon bei den Kleinbetrieben das Mindestmaß der Gewerbeaufsicht, alljährlich einmalige bayerischen Sozialpolitik nicht übersehen. Die bayerische zu verhehlen sucht, wie schlecht es um die Gewerbeaufsicht Inspektion aller ihnen unterstellter Betriebe, nicht zu erfüllen Reichsratstammer fann zum Beispiel in mehr als einer bestellt ist, so kann man sich denken, wie gering seine Energie vermögen. Die gewaltigen Aus- Den Gewerbeinspektoren sind in dem letzten Jahrzehnt Hinsicht den Vergleich mit dem preußischen Herrenhause aus den Großbetrieben gegenüber ist. halten. Sie brachte den Achtstundentag für die Bergarbeiter sperrungen in der bayerischen Metallindustrie und im Bau- eine große Anzahl neuer Aufgaben gestellt worden, so durch su Fall, sie hinderte ein energisches Vorgehen gegen Soldaten gewerbe während des Jahres 1905, bei denen die Fabrik- das Gesetz über die handwerksmäßigen Motorenbetriebe, durch mißhandelnde Offiziere. Und noch in mancher anderen Be- inspektoren die schnödeste Behandlung des Unternehmertums das Kinderschutzgesetz und durch eine Reihe von Bundesratsziehung ist Bayern Preußen gegenüber rückständig, so hin- erfuhren, werden kaum erwähnt und mit keinem Worte be- verordnungen. Bei jeder dieser gesetzgeberischen Leistungen fichtlich des Versammlungsrechtes, so in bezug auf Samm- urteilt. Dagegen findet sich ein ziemlich großer Absatz über hat man nicht beachtet, daß die Fabrikinspektion schon bislang außer stande war, ihre Aufgaben zu erfüllen. Man hat ihnen Tungen, so hinsichtlich der Bestrafungen des Feierns des blauen die Wohlfahrtseinrichtungen der Unternehmer. Montags. Auch hinsichtlich der Fabrikinspektion ist ein Vor- Es ist wirklich schade, daß die Sozialdemokraten Bayerns immer neue Pflichten auferlegt, ihnen aber aus Sparsamkeitssprung Bayerns bor Preußen, abgesehen von dem Verkehr der seit 1892 immer wieder die Ernennung eines Zentralinspektors rücksichten oder Mangel aus sozialpolitischem Ernste nicht die Beamten mit den Arbeiterorganisationen, nicht vorhanden. gefordert haben. So richtig dies auch im Prinzip war, lehrt Möglichkeit gegeben, den auferlegten Pflichten Rechnung zu Die Zahl der Gewerbeaufsichtsbeamten in Bayern ist leider doch die Praxis, daß ein Zentralinspektor, wie er gegen- tragen. So wendet sich die Kritik bezüglich der Durchführung der viel zu gering, und die Durchführung des Arbeiterschußes liegt wärtig fungiert, die Tätigkeit der Inspektoren für die einsehr im argen. Sie wird vielfach ungeeigneten Polizei- zelnen Regierungsbezirke mehr hemmt, als fördert. Ist der Arbeiterschutzgeseze insbesondere in Bayern an eine durchaus organen überlassen. Jusbesondere gilt dies für die durch Respekt des Zentralinspektors vor dem Unternehmertum, das falsche Adresse, wenn sie sich gegen die einzelnen FabrikBundesratsverordnungen geschütten Arbeiterkategorien. So im bayerischen Industriellen- Verband organisiert ist und in inspektoren richtet; es muß auf höhere, tatsächlich berantwurden im Jahre 1905 von 7640 Bäckereien und Konditoreien der Reichsratskammer sehr einflußreiche Vertreter figen hat, wortungsvolle Stellen gezielt werden. bloß 1090 von den Fabrikinspektoren revidiert, und zwar nur so groß, daß er keine einzige der vielen Gelegenheiten der eine einzige Bäderei zur Nachtzeit. Noch schlechter ist es mit Kritik gegen diese Herren ausnüßt, wie sollen dann die ihm der Inspektion der Gast- und Schankwirtschaften bestellt. Auch unterstellten Beamten, ohne jeden Rückhalt, die Interessen der Mühlen und Zigarrenmachereien werden nur ganz ausnahms- Arbeiter auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes gegen das weise inspiziert. Es gilt das Prinzip der Stichproben, ob- Unternehmertum wahren? gleich bei fast jeder Stichprobe eine Gesezesübertretung festgestellt werden konnte. Von der Gewerkschaftspresse und von der politischen Parteipresse ist hierauf alljährlich hingewiesen, ohne daß bisher die mindeste Besserung erzielt wurde. Auch in den Großbetrieben ist die Fabrikinspektion durchaus ungenügend; auf je 10 000 Betriebe verschiedener Art famen im Jahre 1905 an Revisionen bei den Fabriken 7358, bei den Motorenbetrieben 2914, bei den Betrieben, die auf Grund von Bundesratsverordnungen zu inspizieren sind, 1126, bei sonstigen Handwerksbetrieben 567 und bei Betrieben mit über 5 Gehülfen im allgemeinen 4938. In dem industriellsten Teile des Landes in Mittelfranken mit den Orten Nürnberg, Fürth und ihrer hochindustriellen Umgebung famen, auf je 10 000 Betriebe berechnet, Inspektionen in Fabrifen 6370, in Motorbetrieben 2850, in Betrieben, die infolge von Bundesratsverordnungen zu beaufsichtigen sind, 680, in sonstigen Handwerksbetrieben 240, in Betrieben mit über 5 Gehülfen 3480. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 6. April. Saarabien in der Mark. Ueber die Frage des Kinderschußes schreibt der ZentralDer vor der Rottbufer Straftammer am Mittwoch abinspektor, daß dieser Gefeßesmaterie die gebührende Beachtung zuteil wird. Wie dies geschieht, wollen wir etwas genauer geschlossene Prozeß hat so ungeheuerliche Mißstände im Bedarlegen. Der mittelfränkische Fabrik- und Gewerbe- triebe des Senftenberger Braunkohlenbergwerkes enthüllt, daß inspektor, dem die Nürnberg- Fürther Industriebezirke mit trotz aller Voreingenommenheit des Vorsitzenden, der vor der ihrer stark verbreiteten Hausindustrie und ihrer außerordent- Verhandlung erklärte: dem Angeklagten wird es lichen bedenklichen Ausbeutung der Kinder unterstellt sind, nicht gelingen, das Attenmaterial zu entkonstatiert, daß in Nürnberg bisher für Kinder bloß 42 Arbeits- träften", das Gericht in 11 von den 15 zur Anklage farten gelöst wurden. Sicherlich werden allein beim Bemalen gestellten Fällen freisprechen mußte. Wir heben aus den der Nürnberger Zinnsoldaten mindestens zehnmal mehr Kinder 15 tägigen Verhandlungen einige Ergebnisse hervor. Selbst den bergpolizeilichen Sicherheitsvorschriften widerbeschäftigt, als überhaupt in diesem wichtigen hausindustriellen Bentralpunkte den Behörden auf Grund der gelösten Arbeits- sprachen folgende Mängel: 1. es fehlte eine Treppe über die farten offiziell bekannt sind. Dabei ist zu beachten, daß in Halde, so daß ein lebensgefährlicher Gang durch den FörderNürnberg Kinder vielfach zu sehr gefährlichen hausindustriellen stollen benutzt werden mußte; 2. unter den abhängenden Arbeiten herangezogen werden, so in der Pinselindustrie, bei Splittern der Suppe desgleichen; 3. in einem Bruch, der Nachtlichtefabrikation, in der Metallspielwarenindustrie wo die Zimmerung bereits entfernt war, wurde gearbeitet, und so fort. In der Rheinpfalz wurden 83 Karten gelöst. In wiewohl selbst das Betreten solchen Raumes bergpolizeilich) ganz Oberbayern erfolgten 12 Bestrafungen wegen Ueber- berboten ist; 4. in einem Raume wurde gearbeitet, dessen Sind schon diese Zahlen überaus bedenklich, so ergibt sich tretung des Kinderschutzgesetzes, aus Niederbayern werden 2, Luft so schlecht war, daß die Lampen verlöschten. In folgenden Fällen ferner fann es zweifelhaft sein, ob ein noch traurigeres Ergebnis, wenn man die festgestellten aus der Pfalz 64 Bestrafungen gemeldet. Eingehend befaßt Gefezesübertretungen in Vergleich stellt mit den aus- fich nur der oberpfälzische Bericht mit dem Kinderschutz. Es die Mängel an Sicherheitsvorkehrungen gleichzeitig Vergesprochenen Strafen. Im Jahre 1905 ermittelten die Auf- wird erwähnt, daß Kinder und jugendliche Arbeiter in legungen bergpolizeilicher Sicherheitsvorkehrungen in sich fichtsbeamten 2396 Zuwiderhandlungen gegen Schutzgesetze Ziegeleien schon um 4 Uhr morgens arbeitend angetroffen schloß: ein Kohlenflöt und eine Tonwand stürzten ein; schon und Verordnungen betreffend die Beschäftigung jugendlicher wurden. Die Arbeitszeit dieser geschützten Personen" währte als Risse sich bemerkbar machten, hatten Arbeiter auf die Arbeiter. Ihnen gegenüber stehen nur 117 aus diesen Gründen von früh 4 Uhr bis abends 9 und 912 Uhr. Wie rücksichtslos Gefahr eines Einsturzes aufmerksam gemacht. Sicherheitsvor bestrafte Personen. Und den 1106 ermittelten Zuwider die Ausbeutung von Kindern und jugendlichen Arbeitern statt- tehrungen unterblieben dennoch. Eine Kesselschurre stürzte Die Fördermaschine handlungen gegen Schutzgesetz und Verordnungen betreffend fand und wie wenig die behördlichen Anordnungen Beachtung infolge mangelnder Lüftung ein. die Beschäftigung von Arbeiterinnen stehen ebenfalls nur fanden, kann daraus entnommen werden, daß italienische wurde vor dem Signal Los" in Bewegung gesetzt, 137 Bestrafungen gegenüber. In der Bewilligung von Ueber- Biegelaffordanten trot mehrmaliger Kontrolle und Ver- Signalvorrichtungen funktionierten nicht usw. usw. Welche gegen das Leben arbeit ist man viel eifriger, als in der Bestrafung von Ueber- warnung durch die Gewerbeaufsichtsbeamten und Polizei- Leichtfertigkeit und Rücksichtslosigkeit tretungen der Arbeiter- Schutzbestimmungen. Dabei ist noch behörden zur Einstellung der gesetzwidrigen Beschäftigung der Bergarbeiter! Wie weit von einem Schutz des Lebens zu beachten, daß die Strafen zum allergrößten Teil das nicht zu bewegen waren. In 2 Fällen wurde festgestellt, daß und der Gesundheit der Bergarbeiter die Anschauung der unterste Strafmaß nicht übersteigen. Wenn man bedenkt, daß italienische Stinder nach der Beanstandung anderen Ziegeleien herrschenden Klasse entfernt ist, das illustriert klar das wiedereine Anzeige erst dann erfolgt, wenn mehrfache Ermahnungen, zugewiesen und dort in gleicher Weise ausgebeutet wurden. holte, auch bei Verstößen gegen bergpolizeiliche Vorschriften Ratschläge und Rügen vergeblich gewesen sind, so erscheinen Nur in wenigen Fällen und jedenfalls zu spät scheint eine vom Vorsigenden des Gerichts abgegebene recht irrige Gutdie üblichen Geldstrafen von 3 und 5 M. als lächerliche Mittel, Bestrafung erfolgt zu sein. Aus der ganzen Darlegung geht achten: Es ist doch nichts passiert, also war das um dem Gesetze Beachtung zu verschaffen. hervor, daß die Fabrikinspektion und die Behörden sich zu doch nicht gefährlich oder: Es ist doch niemand Man hat sich in Bayern viel davon versprochen, daß durch schwach fühlen, derartig offenkundige Gesetzesübertretungen zu verlegt, alles kann doch nicht für die Ewigkeit die Einsetzung eines Zentralinspektors für Fabrifen und Ge- verhindern. Wenn die Ziegelarbeiter gestreift hätten, dann halten. Es mag hier unerörtert bleiben, ob erwiesene werbe eine größere Einheitlichkeit, mehr Energie und frisches hätte man wohl raschere Justiz und energischeres Eingreifen Unfälle auf die erwähnten oder andere Verlegungen der Leben in die bayerische Gewerbeaufsicht kommen werde. Da- fehen können. In 2 Glashütten wurden 7 Kinder vor dem menschlichen und gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht beruhen, bon ist aber nichts zu verspüren. Hat der erste Sentral- Schmelzofen arbeitend, in 2 Steinbrüchen jugendliche Arbeiter die Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesundheit inspektor Boellath noch ein gewisses Organisationstalent bei der Steingewinnung beschäftigt angetroffen. Mert soweit zu schüßen, wie es die Natur des Betriebes gestattet". gezeigt, so ist sein Nachfolger allem Anscheine nach nur ein würdigerweise konnte die Fabrikinspektion nur in einem Falle Mehrere der in der Verhandlung zur Sprache gebrachten Unwaderer Bureaufrat, nicht mehr. Sein Bericht unterscheidet bei zwei schulpflichtigen fremden Kindern eine gesetzwidrige fälle laffen dem Zweifel Raum, ob auch gegen untere Eisenfich höchst ungünstig von denen anderer Zentralinspektoren, Beschäftigung wahrnehmen. Eigene Kinder wurden in der bahnbeamte bei gleichen Verlegungen ihrer Pflicht Anklagen so insbesondere von dem österreichischen. Er bringt eine auf Spißenflöppelei, in der Näherei, auch in der Weberei und wegen fahrlässiger Störperberlegung oder Tötungen unterlassen Die Mängel der Vorkehrungen zur Wahrung der wenige Seiten zusammengedrängte Nachweisung über die Knopfnäherei verwendet. Wegen Verfehlung gegen das wären. Leistungen der Gewerbeaufsichtsbeamten in schön gefärbter Kinderschutzgesetz, Beschäftigung eigener Kinder und Bedienung Betriebssicherheit, das Indenwindschlagen der von Arbeitern Sauce. In feiner Bescheidenheit freut er sich über alles der Gäste wurde ein Gastwirt mit ganzen 3 M. bestraft. ausgesprochenen Warnungen und die Sentiments des Vormögliche und hat für die Mängel der Fabrikinspektion, wie Wie wenig Aussicht die Durchführung des Kinderschutz- sigenden rufen ins Gedächtnis, daß das furchtbare für neue Aufgaben keinen Sinn, oder nicht den Mut, die sich gefeßes hat, geht aus den nachstehenden Bemerkungen des ober- Unglüd in Courrières vermieden wäre, wenn aufdrängenden Schlußfolgerungen auszusprechen. Eine fub- pfälzischen Aufsichtsbeamten hervor:" Die richtige Durch nicht die eine Woche vorher von Arbeitern gealterne Auffassung, die eifrigst jeder Möglichkeit, irgendwo bei führung des Kinderschutzgesetzes wäre nur durch tatkräftige m a chten Darlegungen über die Betriebs. hohen Herren anzustoßen, aus dem Wege geht, charakterisiert Mitwirkung der Schulbehörde zu erreichen. Einerseits ist das unsicherheit fruchtlos geblieben wären. Es seinen ganzen Bericht. fragliche Gesetz für die Organe vieler Ortspolizeibehörden kann doch der Werksverwaltung nicht gar noch als Verdienst Wir haben schon angeführt, daß verschiedene Aufsichts- fchwer verständlich, andererseits lassen manche Polizeibehörden angerechnet werden, daß die möglichen Folgen der beamte in fast jedem besuchten Gastwirtsbetriebe eine Ueber- tleiner Orte zu große Rücksicht obwalten und nehmen ins Betriebsmängel nicht eingetreten sind. Die in Rottbus enthüllte Mißwirtschaft tretung der Bundesratsverordnung feststellten, so daß der besondere die unerläßliche Früh- und Nachtkontrolle nicht vor." Schluß daraus gezogen werden kann, daß diese Bundesrats- Die Fabrikinspektoren selbst freilich scheinen auch der macht die Forderung nach Beteiligung der bekanntmachung ohne jede Wirkung für die geschüßten Nacht, Früh- und Sonntagskontrolle recht wenig Neigung ent- rbeiter an der Ueberwachung der Betriebs. Bersonen ist. Was sagt nun der Bentralinspektor in feinem gegenzubringen, Es wäre aber beriet, hieraus einen Bor- lsicherheit zu einer dringenden. Das umsomehr, oIS der Prozeß klargestellt hat, daß die Ausübung des Rechts, Beschwerden vorzubringen, eine Entlassung nach sich ziehen konnte. Wurden doch selbst von der amtlichen Bergwerks- inspektion Namen von Beschwerdeführern, die sich an sie ge- wandt hatten, der Werksverwaltung mitgeteilt I Und welchen Wert hatten die amtlichen Revisionen, wenn kurz vor deren Vornahme Uebelstände beseitigt wurden und die Revisionen nicht das gesamte Werk umfassen I Auffallend ist der Unterschied zwischen der amtlichen Statistik und der Aussage des Bergrats. So zählt die amtliche Statistik 19 nächtliche Revisionen auf. Der Bergrat Netto erklärt, im ganzen Jahre keine einzige Nacht- und nur eine Sonntags- revision vorgenommen zu haben I In welche argen Mißstände ferner auf dem Gebiete der Arbeitszeit, der Lohnhöhe, der Behandlung der Arbeiter leuchtet der Prozeß hinein. Gedinge werden einseitig, also unter Ver- tragsbruch und gegen das Gesetz, herabgefetzt, unzulässige Strafen zudiktiert, der D u r ch s ch n i t t s l o h n beträgt 18 M. Durch Heranziehung fremdländischer Arbeiter wird die Wider- standsfähigkeit der deutschen Arbeiter herabgesetzt, die Unfall- gefahr erhöht. Ein eichener Knüppel steht im Zimmer des Inspektor Müller zu Mißhandlungen von Arbeitern be- reit. Mit ihm werden Arbeiter blutig und krank ge- prügelt. Rohe Schimpfworte sind so sehr an der Tages- ordnung, daß der Gcrichtsvorsitzende seine Verwunderung darüber ausspricht, daß derlei als Beleidigungen aufgefaßt werden könnte. Ein kranker Arbeiter bittet um einen Kurschein. Die Antwort ist: Sie Faulenzer wollen nicht arbeiten und ein Schlag mit dem eichenen Knüppel über den Kopf. Der Inspektor meinte freilich, der Mann habe sich selbst hingelegt. Das liebenswürdige Jnquirieren des Zeugen führte dazu, daß dieser die Möglichkeit eines Irrtums zugibt, zumal er an epileptischen Krämpfen leide. Slber ein anderer Zeuge hat gesehen, daß der eichene Knüp p el des Inspektors zersplitterte, als der kranke Arbeiter auf den Kopf geschlagen wurde. Das Gericht scheint für diesen Fall eine andere Erklärung zu haben— denn es verurteilte den Angeklagten Gärtner zu Gefängnis, weil dieser— nach Polizeibekundung— von dem schlaglustigen, zll Schimpfreden aufgelegten Herrn gesagt haben soll, der Inspektor schinde die Arbeiter und sauge ihnen das Blut aus l Maßregelungen durch Entlassungen, weil die Arbeiter ihr und ihrer Arbeitsgenossen Recht wahrnehmen. wurden erwiesen, das Walten schwarzer Listen des- gleichen. Freilich rechnet das Gericht die gewohnheits- mäßige B o y k o t t i e r u n g aus bestimmten Gründen entlassener Arbeiter, die Direktor Lehder zugeben mußte, nicht als zur Institution von schwarzen Listen gehörig. Kurz eine Behandlung von Arbeitern, aus der man ersieht, wie geringwertig Leben, Gesundheit, Ehre und Frei- heit der Arbeiter von denen geschützt werden, die durch Ver- Wendung ihrer Arbeitskraft Reichtümer erwerben. In erschreckendem Maße zeigt der Prozeß femer, wie das Senftenbergcr Milieu auf die Behörden einwirkt. Ein Schul- beispiel hierfür bietet der Vorsitzende, gewiß ein im Privat- leben ganz gutmütiger Herr, dem aber das soziale Verständnis so völlig abgeht, daß er eine Reihe offenbarer Verstöße gegen die wirtschastlich schwächeren Arbeiter, klare Gesetzwidrigkeiten, als solche gar nicht zu erkennen vermochte. Erinnert sei an seine Entschuldigung des Mangels von Betriebs- Vorrichtungen, an seine Auffassung über das vermeintlich den Arbeitern Gedeihliche einer gesetzwidrigen Auferlegung von Strafgeldern. Nach der strafprozessualen Seite hin liefert der Prozeß erneut den Beweis dafür, wie dringend erforderlich eine Reform der Strafprozeßordnung und des Gerichts- Verfassungsgesetzes an Haupt und Gliedern ist, damit das ge- richtliche Verfahren der Ermittelung der Wahrheit dienen und Unschuldige vor Strafe schütze. Das ist freilich nicht Aufgabe der herrschenden Klasseniustiz.— Ein sonderbares Lob. Das offiziöse deutsche Depeschenbureau trägt wieder einmal mit der ihm in solchen Fällen eigenen Sammelleidenschaft alle inter- nationalen Pretzstinimen über die gestrige Bülowrede zusammen, die irgend eine Anerkennung für den Reichskanzler enthalten oder— in- folge lückenhaften Zitierens— auch nur zu enthalten scheinen. Daß es eine höchst zweifelhafte Anerkennung ist, von den Gegnern gelobt zu werden, ist den Auftraggebern dieser offiziösen Ruhmesfabrik für deutsche diplomatische Genies wohl noch nicht zum Bewußtsein ge- kommen. Ein höchst sonderbares Lob aber spendet, wie das Wölfische Bureau sorgsam dem deutschen Publikum verkündet, die Mailänder Ein heiteres Kapitel ans ernster Zeit. Bon geschätzter Seite wird uns geschrieben: Die Nachricht vom Tode Johann M o st s hat einigen Partei- blättern Anlaß gegeben, über der früheren Tätigkeit Mösts in und für unsere Partei seine spätere parteischädigende Wirksamkeit zu ver- gessen, und in einem Anfall persönlich-sentimentaler Erinnerung wurde sogar für die Partei die Pflicht dauernder Dankbarkeit und fortdauernder würdiger Anerkennung stipuliert. Nun hat es gewiß keinen Sinn, am Grabe des Mannes, der für die Partei seit zwei Jahrzehnten ein toter Mann gewesen ist, alten Parteihader neu auf- zuwecken: aber keiner von allen, die an jenen Kämpfen teilgenommen und für d,e Partei persönliche Verlästenmgen und Verdächtigungen jähre- lang ertragen mußten, kann es vergessen, daß. wenn jene Kämpfe nur allzuoft mit soviel persönlicher Verbitterung geführt wurden, die Hauprschuld daran die Skrupellosigkeit in der Wahl seiner Mittel trug, die zu Mösts Wesenheit gehörte. Einer derer, die Most sein Lebenlang mit Eist und Galle verfolgte, war unser.Alter", Wilhelm Liebknecht. Und ein Berliner Montagsblatt brachte aus dem dritten Hefte der Mostfchen „Memoiren" eine Schilderung, die darlegen soll, wie schon in den 70er Jahren Most gerade von Liebknecht seines„Radikalismus" wegen verfolgt worden sei, wie aber schon damals seine„revolutionäre Ader" alle Parteifesseln gesprengt und er, inmitten de? parlamen- tarischen Sumpfes, durch sein kräftiges, freies, rücksichtloses Wort die Mameluckenmehrheit des Reichstages zu Paaren getrieben habe. Gerade diese herausgegriffene Episode fit ein Schulbeispiel für die Unverfrorenheit, mit der er seine Leser und Parteigenossen in seiner „Freiheit" jahrelang genasführt hat und für die Renommisterei, * mit der er sich auf den einzig wahren Revolutionär hinausspielte.' Mösts Jammer war, daß er so wenig im Reichstage zum Worte kam— und bekanntermaßen ist auch die Präsidentschaft des Freisinnigen v. Forckenbeck gerade den Sozialdemokraten gegenüber die nieder- trächtigste, schmutzigste und parteilichste von allen gewesen— und da seine„Jimgferredp" zum Impfzwang verunglückt war, brannte er begreiflich darauf, diese Scharte bei der ersten Gelegenheit wieder auszuwetzen. Am 11. Dezember 1870, anläßlich des Schulze- Deützschen Antrages auf Diätengewährung meldete er sich wieder zum Wort. In feinen»Memoiren" schildert er nun diesen»historischen Moment" wie folgt: „Perseberanza" der deutschen Marokkopolitik. Den Vorteil der Marokkokonferenz, schreibt.das Blatt, habe unstreitbar Deutschland. Dies offen zu sagen, könne niemanden verletzen, da es sich um einen idealen, moralischen Borteil handle, nämlich um den Triumph desPrinzips derJnternationalisierung Marokkos. Das Verdienst, allen genutzt zu haben, komme Deutschland, dem Kaiser und dem ReiSskanzler zu. Ohne den Be- such in Tanger und ohne die diplomatische Aktion des Reichskanzlers wäre Marokko eine französische Besitzung geworden, die der kom- merziellen Konkurrenz verschlossen sein würde. Ganz davon abgesehen, daß das Mailänder Blatt das Resultat der Marokkokonferenz ebenso falsch Leutteilt, wie das englisch- französische Abkommen, das doch für 30 Jahre die„offene Tür" garantierte— das Lob für Deutschland, einen»idealen und moralischen Vorteil' errungen zu haben, ist für eine Diplomatie, die sich immer so viel auf ihren realpolitischen Charakter zugute tat, ein mehr als zweifelhaftes Kompliment. Oder stammt nicht gerade das Wort von dem„nationalen Egoismus", den sich das deutsche Volk aneignen müßte, von dem verantwortlichen Leiter der deutschen Weltpolitik? Und hat nicht die deutsche Regierung in den kolonial- und weit- politischen Debatten immer und immer wieder betont, daß es autinational, vaterlandsverräterisch sei, sich der Rechte fremder Raffen und Nationen anzunehmen, sofern die Interessen Deutschlands selbst auf dem Spiele ständen?! Und war es nicht Herr Rheinbaben, der noch kürzlich der sentimental nörgelnden Sozialdemokratie zu- donnerte, daß ein deutscher Patriot nur den einen Grundsatz kenne: riAÜt or wrong, my oountry— was schert mich Recht oder Unrecht, ich stehe zum Vater- land! Und-jetzt wird die deutsche Diplomatie zu dem „moralischen" Erfolg beglückwünscht, für„alle" die Kastanien aus dem Feuer geholt zu haben. Sonderbar nur, daß auf der Konferenz die Mächte für dies moralische Verdienst Deutsch- lands gar kein Gefühl zeigten, daß selbst der Vertreter Italiens, des deutschen„Verbündeten", den Ruhm der moralischen Eroberungen neidlos der deutschen Diplomatie überließ I—— • Im»Avanti" beschäftigt sich Genosse Labriola in einem Artikel in wesentlich anderem Sinne mit der Marokkokonferenz. Nachdem er konstatiert hat, daß bereits die englisch-französische Konvention vom 8. April 1904 alle die fünf Grundsätze enthielt, die die Basis der jetzigen Uebereinkunft von Algeciras bilden, gibt er der Mei- nung Ausdruck, daß der ganze Konflikt von Deutschland nur herauf- beschworen wurde, um den Gelüsten der militaristischen und imperialisti- schen Schichten zu genügen. In den letzten drei Monaten seit Zusammen- tritt der Konferenz hätte sich aber die internationale und auch die innere Situation derartig geändert, daß auch in Deutschland der friedliebende Teil der Bourgeoisie die Oberhand behielte Der Ver- lauf der russischen Revolution, die energischere Haltung der deutschen Sozialisten, die Agitation für das allgemeine Wahlrecht, sowie auch die nationale Bewegung in Polen hätten die Gluten des deutschen Kriegspatriotismus gekühlt. Trotzdem wäre es ein großer Irrtum, zu glauben, daß in Wirklichkeit die Entscheidung in Algeciras Ausdruck und Hebel einer internationalen Tendenz nach Frieden und nach Stillstand im Wettrüsten sei. Im Gegenteil, Deutsch- land hätte sich zugunsten des Friedens entschieden, weil es im Innern und Aeußern nicht günstige Bedingungen zum Kriege vorfand. Alle die Umstände aber, die es zu dieser Entscheidung bestimmten, bestimmen es gleichfalls zu neue» Rüstungen, umsomehr,. als Deutschland sich nach der Kon- ferenz von Algeciras isoliert fühlt. Die Konferenz bezeichne keinen Wendepunkt zum Frieden, sondern einen Ausgang für neue Militärausgaben. Sie predige den Sozialisten deutlich ihre nächste und dringendste Aufgabe: die antimilitaristische Agitation, die mit neuer Intensität und Ausdehnung zu betreiben sei.— Aus dem sächsischen Landtage. Dresden, 4. April. Zur Zeit, als sich die sächsische Regierung unter dem Drucke der Wahlrechtsdemonstrationen mit dem Plane trug, noch dem jetzigen Landtage einen Gesetzentwurf für eine Wahlrechtsreform zu unterbreiten, kam aus der konservativen Fraktion der Zweiten Kammer der Vorschlag, einen freien Wahlrechtsausschuß ein- zusetzen. der Wahlrechtsreformen in die Wege leiten, die eingegangenen Vorschläge- sichten und bestimmte Grundsätze für eine Wahlrechtsänderung aufftellen sollte. Das wurde wenigstens von den Konservativen vorgeschwatzt. Es wurde aber sofort vermutet, daß es den Konservativen dabei nur um eine Verschleppung der Wahlrechtsreform zu tun sei. Und das hat sich bewahrheitet. Die Regierung erklärte kurz nach der Einsetzung des WahlrechtSausschnsses, daß sie nun dessen Vorschläge abwarten und deshalb diesem Landtage keine Wahlrechtsvorlage unterbreiten wolle. Der Ausschuh hat beraten und dabei die Zer- fahrenheit in der Wahlrechtsfrage im bürgerlichen Lager wieder- „Ich hatte mich von der Wortmeldung noch nicht nach meinem Platze zurückbegeben, als mich Liebknecht schon abfaßte." „Was," sagte er.„hattest Du mit dem Präsidenten zu schaffen?"— „Ich meldete mich in Sachen der Diäten zum Wort."—„Ja. weißt denn Du nicht, daß mich die Fraktion bestimmt hat, das Wort zu ergreifen?"—„Weiß ich, weiß aber auch, daß Du für die Diäten reden willst, während ich das Gegenteil herausstecken werde." —»Das ist ja programmwidrig."—„Mag sein, aber logisch." —„Dann sprichst Du hoffentlich nicht im Namen der Partei, sondern nur privatim." �„Immer privatim."— Bald war die Redeschlacht im Gange. E r st kam ein Nationalliberaler, der mit dem ganzen Brustton der Ueberzeugung nach den ersehnten Goldfüchsen schielte. Hernach erklärte ein adliger Großgrundbesitzer (der Herr von Minnigerode), daß eS doch sehr schmutzig sei, wenn sich die„Notabeln der Nation" für die Ausübung eines Ehrenamts bezahlen lassen wollten. Weiter folgte ein Z e n tr u m s p f a ffe, der au f d en Re dn erti s ch im Interesse der Diätenbewilligung e i n h i e b, als ob er eine kulturkampfwidrige Fastenpredigt zu halten hätte. Dann kam ich. Da man mich ohnehin nur als „komische Figur" ansah, wurde-ich schon von vornherein mit sehr spöttischen Mienen empfangen. Trotzdem legte ich unver- zagt l o S, hätte auch wahrscheinlich noch lange räsonniert, lvenn ich nicht präsidial und„kollegial" alsbald abgetan worden wäre." So Most. In Wirklichkeit war in der Fraktion gar keine Meinungsverschiedenheit und Most sprach im Namen der Fraktion und entsprechend ihrem Beschluß; die an- gebliche Auseinandersetzung mit Liebknecht ist reine Flunkerei, denn Most wurde auf seinen Wunsch als Fraktionsredner gewählt, nachdem allerdings ursprünglich Liebknecht dafür in Aussicht ge- nommen, dieser aber zurückgetteten war. Auch die Schilderung der Debatte ist reines Phantasiegemälde. Es sprach überhaupt kein Nationalliberaler. Schulze- Delitzsch war der erste Redner; in 9 Zeilen des stenographischen Berichts empfahl er seinen Antrag. Ihm folgte Luc ins-Erfurt, der Uebergang zur Tagesordnung beantragte, da dieser Anttag tu der laufenden Legislaturperiode bereits dreimal angenommen, worden sei; gegen diesen Antrag sprach<7 Zeilen lang) W i n.ö t h o rst; der Antrag wurde abgelehnt, und nun folgte M g sf. Und die Gegen- Überstellung dessen, was er gesprochen, w.u dem, was er— zum Beweise der Versumpfung der«Jioel, LiebkneckU und Konsorten und zum Beweise seiner«hergebrachten unentwegten revolutionären gespiegelt. Schließlich hat man sich aber doch unverbindlich auf ein Pluralwahlrecht geeinigt und beschlossen, das Er- gebnis der Verhandlungen in einem �.Berichte zusammenzufassen. Seitdem sind beinahe zwei Monate vergangen, der Landtag tagt morgen zum letztenmal, ein Bericht über die Verhandlungen des Wahlrechtsausschusses ist aber noch imnier nicht erschienen. Als Genosse G o l d st e i n in der gestrigen Sitzung des Landtages an- fragte, wie es damit stehe, antlvortete ihm nur vielsagendes Schweigen. Es ist sicher, daß ein Bericht des Wählrechts- ausschusses überhaupt nicht erschienen ist. Der eigentliche Macher des Ausschusses, der Geheimrat Dr. Mehnert, hat kürzlich im konser- vativen Verein zu Dresden erklärt, die Verhandlungen des Wahlrechts- ausschuffes seien ausgegangen wie das Hornberger Schießen. In Wirklichkeit liegen die Dinge so, daß die Konservativen erreicht haben, was sie wollten. Sie haben die Absicht der Regierung, diesem Landtage noch eine Wahlrechtsvorlage zu unterbreiten, hintertrieben und haben an der ganzen Geschichte kein Interesse mehr. Daraus erklärt sich auch, daß ein Bericht nicht erscheint. Eiliger als mit einer Wahlrechtsreform hatten es Regierung und„Stünde" mit einer Abänderung der Ersten Kammer im Sinne der Industriellen, die eine Vertretung im sächsischen Herrenhause fordern. Aber nur eine bescheidene homöopathische Dosis wollte die Regierung gewähren. In derselben Pairskammer, in der 27 Rittergutsbesitzer den Ausschlag geben, wollte man gnädigst vier Industrielle zulassen, die auch noch vom Könige ausgewählt werden sollten. In der Zlveiten Kammer forderten die National- liberalen aber 10 durch Wahl zu berufende Vertreter der Industrie und noch 7 Vertteter anderer Berufe, mit Ausnahme der Arbeiter- schaft. Dieser Antrag hatte keine Aussicht auf Annahme. Die Nattonalliberalen konnten aber die ganze Vorlage zu Fall bringen, da ohne ihre Zustimmung die erforder- liche Zweidrittelmehrheit nicht zustande kommen kann. So- wohl von den Industriellen wie von dem nationalliberalen Landesverein war die nationalliberale Landtagsfraktion auch zur Ab- lehnung der Regierungsvorlage aufgefordert worden. Auf der Abschiedssoiree, die der gehende Minister v. M e tz s ch den Ab- geordneten der Zweiten Kammer gab, hat man bei Braten und Wein die Rechtsnationalliberalen aber für die Vorlage gewonnen, und es wurde daher in der gestrigen Kammersitzung ihre Zustimmung zur Regierungsvorlage angekündigt. Dagegen haben die Herren Linksliberalen indes lebhaft protestiert und ihren Austritt aus der nationalliberalen Fraktion in Aussicht gestellt. Daraufhin große Erregung in der nationalliberalen Fraktion und schließ- lich erklärte derselbe Schieck, nationalliberaler Fraltionsvorsitzender, der erst das Gegenteil angesagt hatte, seine politischen Freunde hätten eS sich anders überlegt, sie würden jetzt gegen die RegierungS« Vorlage stimmen. Das ist gewiß eine starke Probe echt national- liberaler Waschlappigkeit. Die Konservativen gerieten ob dieser Er- klärung iil große Wut, weil nun ihre Vorlage fiel; Genosse Gold- stein aber benutzte die Gelegenheit, die Rückständigkeit und Ueber- flüssigkeit der Ersten Kammer treffend zu charakterisieren. Er wies auf den agrarischen Charakter des Herrenhauses hin und be- tonte, daß es immer dort zu finden sei, wo es gelte, einen reaktionären Plan zu verwirklichen. Er zeigte dann, in welchem Mißverhältnis die Vertretung der Agrarier zu ihrer Steperleistuilg stehe. Unser Genosse hatte so ins Schwarze getroffen, daß der Reaktionär Opitz in wilde Wut geriet und in seiner Er- widerung förmlich gegen Goldstein tobte.— Bei der heute voll- zogenen Abstimmung hielten die Nattonalliberalen doch Stange. Es wurden daher alle Anträge auf Aenderung der Ersten Kammer und auch die Regierungsvorlage abgelehnt. Damit war das ganze Machwerk, das die feudale Pairskammer befestigen sollte, unter den Tisch gefallen«— � � OeutfcbeB Reich. Der Wert agrarischer„Ueberzeugungen". Gegenüber der Agitation für die Aufhebung der Grenz- absperrungen gegen die fremde Vieheinfuhr haben noch selbst in der letzten Zeit die konservativen Parteiführer immer wieder behauptet, daß die deutsche Landwirtschaft vollkommen im Stande sei, den deutschen Markt mit dem nötigen Vieh zu versorgen, und zwar selbst dann, wenn der Fleischkonsum der deutschen Bevölkerung noch steigen sollte. Wie die Herren jedoch wirklich denken, zeigt eine Unter- redung, die der dänische Universitätsdozent Dr. Oestrup vor einiger Zeit mit dem Führer und Theoretiker des ostelbifchen Junkertums, dem Grafen Kanitz-Podangen gehabt hat. Dr. Oestrup. der für eine Vermehrung der Ausfuhr dänischer landwirtschaftlicher Pro- dukte nach Deutschland agitiert, wandte sich, um die Meinung deutscher Sachverständiger zu erfahren, auch an den Grafen Kanitz, der sich in einem längeren Gespräch, wie Dr. Oestrup in dem kon- servativen Kopenhagener Blatt„Bort Land" mitteilt, folgender- maßen äußerte:„Im Augenblicke müsse es den deutschen Agrarier» mehr daran gelegen sein, ihren großen Kornmarkt in Dänemark zu GesinnungStüchtigkeit— in der„Freiheit" und in seinen„Memoiren" als seine Rede ausgab, fit so nett und belustigend, daß wir sie unseren Genossen nicht vorenthalten wollen: Mösts Rede in den Mostfchen Phantasiememoiren. „Siebenmal", sagte ich,„haben Sie nun schon diesen Antrag angenommen, siebenmal hat ihn der Bundesrat in den Papierkorb geworfen."(Unruhe im Hause.— Glocke des Präsidenten.) Wollen Sie sich denn nun mit aller Gewalt ein achtes Mal blamieren? (Allgemeiner Protestationsradau.— Ordnungsruf usw.) So lange Sie nicht im stände sind, über die Köpfe jener Herren da (nach dem Buudesratstische deutend) hinweg Ihrem Willen Geltung zu verschaffen, sind und bleiben Sie einfach Nulle n." (Gelinder Ausbruch von Massentobsucht, einzelne rufen: Herunter mit ihm I Eugen Richter wirft mir ein„Hanslvurst I" an den Kopf, der Präsident schellt, teils im Interesse der Ordnung, teils um mich zur Mäßigung zu mahnen.) Im übrigen erkläre ich mich überhaupt als Gegner von Diäten- zahlung.(Hört! hört!) Denn wenn ich mir die Arbeit besehe, welche der Reichstag, seitdem er besteht, vollbrachte, so muß ich denn doch sagen, daß dieselbe Summa-Summarum noch nicht einen einzigen Silbergroschen wert ist. (Jetzt vernahm man aber schon ein förmliches Pferdegetrampel, ein Geheul walpurgisnächtlicher Blocksbergiaden, und es mußte wohl oder übel eine kleine Kunstpause gemacht werden.) Aber einen Vorschlag in Güte will ich Ihnen machen. Sie sind sehr für Kompromisse eingenommen, der Bundesrat schlvärmt für Kasernen. Wenn Sie daher mit diesem insofern kompromisseln, als Sie ihn um die Errickitung einer Kaserne angehen, in welcher un- bemittelte Parlamentarier fteie Kost und Logis bekommen, so läßt er sich vielleicht darauf ein. Unsereiner wird ja schon ohnehin ab und zu staatlich verpflegt. Den letzteren Teil dieser Sentenz konnte ich nur noch heraus- brüllen, so groß war der Lärm, welchen mein Spott erregt hatte. Neuerdings wurde ich obendrein zur„Ordnung" gerufen, und an ein Weiterreden war schon gleich gar nicht zu denken. ES blieb mir nichts anderes übrig, als ein resignierter Abtritt. Meine genöfffichen Freunde aber sagten mir, ich hätte mich noch glänzender blamiert, als ehedem durch meine Badelvannenrhetorik. Mösts Redenach dem.Stenogramm. Abgeordneter W oft: Meine Herren, dieser Antrag kehrt nach» gerade schon so oft wieder, daß die Sache ansängt, langweilig zu Beltmlitett, als das dänische Vieh auszusperren.»Denn wir können den Fleischverbrauch ja doch nicht decken. und die hohen Fleischpreise, mit denen wir natürlich sehr zufrieden sind, würden nicht sinken, selbst wenn die dänische Grenze geöffnet werden würde. Dazu kommt, daß auf der Südseite der Grenze manche Agrarier direkt interessiert sind an einem erleichterten Zugang mageren dänischen Viehes. Und schließlich wäre es ja willkommen, eine Gelegenheit zu er- halten, den Städten zu zeigen, daß die Agrarier nicht so despotisch und unumgänglich sind, wie man sagt. Es geht uns Agrariern wie so vielen, wir find in Wirklichkeit viel besser als unser Ruf. Ja, wenn die Verhältnisse sich ändern und Deutsch- land einmal wirklich in die Lage kommen sollte, sich selber mit Fleisch zu versorgen, so würden die Agrarier natürlich einen anderen Stand- Punkt einnehmen; aber wie die Dinge vorläufig stehen, wird man in uns keine prinzipiellen Gegner finden, wenn Dänemark in diesem Punkte mit Deutschland reden will/ Die Ansicht, die in diesem Gespräch Graf Könitz äußerte, wider- spricht direkt den bisherigen Versicherungen der Agrarier im Reichs- tage und in der Presse, und doch ist Graf Kanitz kein Schwätzer von der Qualität der Liebermann, Hahn und Konsorten, sondern ein Mensch, der wirklich volkswirtschaftliche Kenntnisse besitzt. Sollten sich die gelehrigen Schüler Pods auch in diesem Punkt dessen Taktik und Moral angeeignet haben? Bekanntlich behauptete im vorigen Jahre Herr v. Podbielski auf dem denkwürdigen Kaiserhof-Diner, in vier bis fünf Wochen würden die Schweinepreise unfehlbar sinken, obgleich er nach seiner eigenen späteren Aussage vom Gegenteil überzeugt war.— Zollschrmive. Die Erhöhung de? deutschen Zolltarifes hat zur Folge, daß ein europäisches Land nach dem anderen dem hehren Beispiel der offiziellen deutschen Wirtschaftspolitik folgt und ebenfalls feine Zoll- fätze hinaufschraubt. Nachdem die meisten Länder sich bereits als gelehrige Schüler der deutschen Zollpolitik gezeigt haben, hat nun auch Spanien sich ein neues verbessertes„Rüstzeug" zugelegt. Wie der Handelsvertragsverein schreibt, trägt der Entwurf des neuen spanischen Zolltarifs einen extrem schutzzöllnerischen Charakter, der für manche deutsche Erportbranchen die schlimmsten Erwartungen übertrifft. Spanien hat eben nach berühmtem Muster für die bevor- stehenden Vertragsverhandlungen einen sogenannten Verhandlungs- tarif aufgestellt, obwohl doch schon der bisherige Tarif gerade genug des Schutzes bot. Auf keinen Fall wird Spanien ohne ganz erheb- liche Zollermäßigungen daran denken können, zum Abschluß von günstigen Handelsverträgen zu kommen. Der neue Tarif soll be- reits am 1. Juli in Kraft treten und bis zu diesem Termine müßte auch mit Deutschland ein Handelsvertrag abgcschlofien sein, da unser Meistbegünstigungsabkommen vom Jahre 1899 mit dem 1. Juli abläuft. Die Frist ist also sehr kurz bemessen und es wird, meint der HandelSvertragsverein, die Aufgabe der deutschen Regierung sein, möglichst bald in Unterhandlungen einzutreten, mit denen man ja absichtlich bis zur Fertigstellung deS spanischen Tarifs gewartet hat.... Ucberall tritt in dem neuen Tarifentwurf das Bestreben zutage, mit Gewalt neue Industrien, besonders Verfeinerung«- und Verarbeitungsindustrien zu entwickeln. Deshalb sind die Zölle auf Rohstoffe, zum Teil auch auf Halbfabrikate durchweg herabgesetzt, jedenfalls nicht erhöht, dagegen die Zölle auf Fcrtigfabrilate vielfach auf eine prohibitive Höhe gebracht. Die Mahnung deS Handelsvertragsvereins zur Eile ist recht gut gemeint: doch glauben wir kaum, daß bis zum 1. Jnli ein neuer deutsch-spanischer Handelsvertrag zu stände kommt. Die deutsche Regierung findet es in ihrer Weisheit vorteilhafter mit Handels- Provisorien zu wirtschaften. Wir haben schon ein Provisorium mit England und den Vereinigten Staaten von Amerika; weshalb sollten wir nicht auch mit Spanien ein solches abschließen?— Der Flottenverci» teilt renommierend mit, daß seine Gesamt- mltgliederzahl am 31. März d. I. 951 822 betragen habe. Seit dem 1. Januar bis zum 31. März dieses Jahres seien allein 83 000 neue Mitglieder aufgenommen worden. Die Mitteilungen des Flotten- Vereins fügen hinzu, daß die Tatsache höchst bemerkenswert sei, daß die außerordentlich große Zunahme der Mitglieder hauptsächlich innerhalb d e S Zeitraumes stattgefunden habe, in welchem der Flottenverein für einen rascheren Ausbau der Flotte als bis jetzt gesetzlich festgelegt sei, eingetteten sei. Das Organ deS Flottenvereins will damit also sagen, daß in breiten Massen des Volkes die Auffassung verbreitet sei, daß die Flottenbauten in weit rascherem Tempo erfolgen müßten. Wenn es auch bekannt ist, daß sich unter den Mitglieder� deS Flottenvereins eine ganze Anzahl von Beamten usw. befindet, die mehr oder minder unfreiwillig beigetreten sind, so hieße es doch den Kopf in den Sand stecken, wollte man die Werbetätigkeit des Flotten- Vereins und seinen Einfluß auf unsere Marinepolitik unterschätzen. Daß in weiten Kreisen des Bürgertums gegenwärtig eine ivahre werden. sAnhaltende stürmische Heiterkeit.) Meine Herren I Die Sache fängt nämlich deshalb an langweilig zu werden, weil die Antragsteller und die Beschließer sich die Behandlung ihrer Beschlüsse, wie sie seitens des Bundesrats bisher beliebt worden, ganz ruhig gefallen ließen sHeiterkeit) und sich beständig damit begnügen, neue Anträge gleicher Art zu stellen. Jedes andere Parlament und auch jede andere Regierung würde es für selbstverständlich halten, daß den Abgeordneten des Volkes Diäten zu gewähren sind. Die Diätenlosigkeit, wie sie jetzt aber zur deutschen Reichs- eigentümlichkeit gehört, richtet sich vornehmlich gegen die Armen. Indessen haben diese, hat die Partei des Proletariats, hat die sozialdemokratische Partei bewiesen, daß sie sich durch die Diäten- losigkeit nicht irre inachen läßt; sie hat Abgeordnete inS Parlament geschickt und sie wird trotz der Diätenlosigkeit auch fernerhin solche dahin senden. Aber, meine Herren, es herrscht andererseits ein großer Uebel- stand, der eine Folge der Diätenlosigkeit ist, und das ist der, daß m der Regel Beamte ins Parlament geschickt werden. Meine Herren, ich will hier niemand beleidigen, ich will mich auch nicht gegen die Beamten, die hier im Hause sitzen, kehren, aber, meine Herren, ich spreche die Ansicht aus, ich sage, eS ist meine Ueberzeugung, daß in einen« Parlament, wo die Mehrheit der Mitglieder aus Beamten besteht, daß in einem Parlament, wo fast lauter Juristen sitzen, immer Gesetze gemacht werden, die mehr für Juristen als für das Volk passen, und ich bin überzeugt, daß in einem Parlamente, wo Diäten eingeführt sind, weniger Beamte und weniger Juristen Platz greifen können.(Heiterkeit, Unruhe und Wider- spruch.) Nun, meine Herren, im übrigen, wenn Sie so fortmachen und beständig diesen Antrag auf Diätenbewilligung wiederholen, dann werden Sie eS ja noch erleben, daß der Bundesrat Ihnen eine Abschlagszahlung macht. Er hat ja bereits die Eisenbahnkarten be- willigt(Hört! Hort I links) und da hat der B u n d c s r a t eine ganz sozialistische Anwandlung gehabt. Er hat nicht die Reisekosten bewilligt für den einzelnen Mann, sondern er hat die Kosten zum beliebigen Benutzen jedem gegeben, je nach den indivi- duellen Bedürfnissen. Vielleicht erleben Sie, daß zwar der Bundes- rat nach wie vor keine Diäten bewilligt, daß er aber am Ende eine Parlnmentarierkaserne bauen läßt. Das wäre auch so eine An- Wandlung, wie man sie dem Bundesrat zutrauen darf, da er doch mit den, Kasernenwesen sehr befreundet ist. Im übrigen, meine Herren, werden die Sozialdemokraten diesmal gegen diesen Antrag stimmen, weil sie wissen, daß der Reichstag bisher nie Flottenschwärmerei grassiert, ist sicherlich in erster Linie der maßlosen Agitatton des Flottenvereins zuzuschreiben. Auch die neueste Nummer der Mitteilungen des Flottcnvereins macht wiederum lebhafteste Stimmung für einen rascheren Ausbau der deutschen Kriegs- flotte. Angesichts des bisherigen Erfolges dieser Agitation und der durch die Marokkoaffäre zutage getretenen völligen Isolierung Deutschlands ist es denn auch nur zu wahrscheinlich, daß der Flotten- Novelle, die ja schon heute vom Flottenverein als gänzlich unzuläng- lich bezeichnet wird, spätestens in einigen Jahren eine neue Flottenvorlage folgen wird l Diese gewalttge agitatorische Tätigkeit der Flottenapostel, eine Tätigkeit von wahrhaft gemeingefährlichem Charakter, sollte auch die Arbeiterklasse zu immer energischerem Widerstand anfeuern I— Das Heer als Stätte christlicher Gesinnung. Einen Kommentar zu vorstehender Ueberschrift ergibt eine Be- schwerde der evangelischen Kirchenbehörde in Durlach. Sie ist an den Kommandeur des dortigen Trainbataillons gerichtet und vom 23. Februar 1903 datiert. Sie lautet: Während des gestrigen Vormittagsgottcsdicnstes in der evan gelischen Stadtkirche benahmen sich einige jüngere Offiziere des diesigen Bataillons derartig, daß verschiedene Gemeindemitgliedcr Anstoß daran nahmen und in ihrer Andacht vollständig gestört waren. Nicht allein, daß sie sich während der Predigt miteinander unterhielten, sondern auch während des Eingangs- und Schluß- gebetes konnten sie nicht ruhig sein. Ganz toll trieb es der Offizier vom Kirchendienst, welcher nicht nur fortwährend sprach, sondern auch noch in d er Kirche sein Frühstück verzehrte und dem Kanzelredner den Rücken zukehrte, während ein anderer einen Thealerzettel vom Hoftheater herum zeigte. Was müssen die Soldaten ftir eine Ansicht über ihre Vor- gesetzten bekommen, wenn sie solchem Benehmen zusehen? Es wäre vom Herrn Bataillonskommandeur angebracht, solche Herren, die in der Kirche nichts anderes zu tun wissen, als AergerniS zu erregen, vom Besuche derselben zu befreien oder dafür zu sorgen, daß sich derartige Fälle nicht wiederholen. Wenn das Wort Wilhelms II., daß nur ein guter Christ ein guter Soldat sein kann, Gültigkeit hätte, ließen sich aus dem ge- schilderten Vorkommnis wenig günsttge Schlüsse für das deutsche Heer ziehen.—_ Wcltpostkongreß. In Rom wird morgen der sechste Weltpost- kongreß eröffnet. Als Vertreter Deutschlands werden an dem Post- kongreß teilnehmen der Staatssekretär deS Reichspostamts Kraetke, der Ministerialdirektor Gieseke und der Geheime Oberposttat Knof. Als„functionairs attacM" wird sie der Postinspektor im Reichs- Postamt Schenk begleiten. Die wichttgsten Verhandlungspunkte bilden ein Antrag Japans, der dahin geht, das Briefporto im Weltpost- berkehr auf 10 Centimes herabzusetzen, während Australien das Porto von 25 auf 20 Centimes ermäßigt wissen will. Ein anderer Antrag von allgemeinem Interesse fordert: die Gebühren für internationale Postanweisungen einheitlich auf'/z V. H. zu ermäßigen, während jetzt bei Beträgen bis 100 Fr. 1 v. H. erhoben wird. Das Meist- gewicht der Postpakete im internattonalen Berkehr soll ferner von 5 auf 10 Kilogramm erhöht und für Wertbriefe die Bersicherungs- gebühr nach Sätzen von 500 statt 300 Fr. festgesetzt werden. DaS bayerische gegen das preußische Zentrum. Eine lebhafte Preßfehde ist zwischen dem„Bayerischen Courier" und der„Kölnischen Volkszeitung" aus- gebrochen. Das rheinische Zentrumsblatt hatte sich die Freiheit ge- nommcn, dem bayerischen Zentrum den Rat zu erteilen, sich im Verkehr mit der Regierung eines liebenswürdigeren Tones zu befleißigen. Der„Bayerische Courier", das Blatt des Abgeordneten Dr. Heim, weist diesen Rat brüsk zurück. Das bayerische Zentrum gehöre nicht zu jenen Leuten, die für einige verbindliche Worte oder kleine Sondergeschenke gleich in„gouvernemen- tale Verzückungen" fielen. Es sei auch keineswegs der Meinung, daß man einem Minister unbedingt angenehmes sagen müsse. Die„Kölnische Volkszeitung" werde am besten tun, sich in bayerische Verhältnisse, von denen sie doch nichts verstehe, nicht einzumischen.„Spahn iaden" zögen in Bayern nicht I So derb diese Abfertigung immer sein mag, so sehr überschätzt die liberale Presse die Bedeutung dieser Preßfehde, wenn sie meint, daß es nach Ostern in der R e i ch S t a g s f r a k t i o n des Zentrums zu recht unangenehmen Auseinandersetzungen kommen werde, da dann nach Einführung der Diäten das bayerische Zentrum in größerer Zahl im Reichstage erscheinen werde. Die guten Bayern werden gar nicht daran denken, durch bajuvarische Parlamentssitten die bekannten Beziehungen zu gefährden, die das Zentrum zur preußischen und Reichsregierung unterhält. Nament- lich da das Zentrum in dem eifrigen Herrn Erzberger bereits einen Renommieropponenten besitzt, der die demagogischen Bedürfnisse der Kaplanspresse bereits mehr als ausreichend befriedigt.— Landtagscrsatzwahl in Hägen-Schwelm. Bei der Landtags- ersatzwahl für Arnsberg 4(Hagen-Schwelm) wurden nach amtlicher Ermittelung von den 353 abgegebenen Stimmen für den Kandidaten der freisinnigen Volkspartei, Genosseuschaftsanwalt Dr. HanS Crüger-Charlottenburg, 430, und für den nationalliberalcn Kan- didaten. Professor Moldenhauer-Köln, 192 Stimmen abgegeben. Ersterer ist somit gewählt.—_ Zurechnungsfähig? Der Musketier Paul Tepper vom 75. Infanterieregiment in Stade wurde am 29. Januar dieses Jahres vom Kriegsgericht der 17. Division tvegen einer langen Reihe militärischer Vergehen und wegen Falschmünzerei, die er nach eigenen Angaben betrieben haben will, zu zwei Jahren und neun Monaten Zuchthaus, fünf Tagen Haft, Entfernung aus dem Heere und Stellung unter Polizei- aufsicht verurteilt. Während der Angeklagte sich bei dem Urteil bruhigte, legte der Gerichtsherr zugunsten des Tepper Berufung ein, mit der sich am Donnerstag das Oberkriegsgericht des 9. Armee- korpS zu befassen hatte. Der Angeklagte will von den älteren Soldaten fortgesetzt schlecht behandelt worden sein, weshalb er im September 1905, als alle Beschwerden, so behauptet er, nichts fruchteten, seinen Säbel zog und damit einen seiner Widersacher, der ihn stets— Tepper ist Spreeathener— mit„Berliner Großschnauze" titulierte, schwer ver- letzte. Er flüchtete nun nach Berlin, wo er Mitglied einer Falsch- münzerbande geworden sein will. Am 24. November wurde er bei Verausgabung von Falsifikaten abgefaßt und darauf seinem Truppen- teile zugeführt. Unterwegs warf er eine goldene Uhr nebst Kette sowie Schmuckgegenstände aus dem Eisenbahnzuge. Im Stader Arresthause angelangt, brach er nach wenigen Tagen aus, indem er eine Wand durchstemmte. Er reiste nach Hamburg, wo er am 3. Dezember infolge Denunziatton eines„Freundes" festgenommen wurde. Ein abermaliger Fluchtversuch mißglückte. Wie in der vorigen Verhandlung behauptet der Angeklagte auch vor diesem Gericht, Silbergeld in großen Mengen angefertigt und verausgabt zu haben; seine Komplizen wolle er nicht nennen, doch sei er bereit, das Gericht in die Geheimnisse der Falschmünzerei ein- zuweihen, falls die Oeffentlichkeit ausgeschlossen würde. Das Gericht lehnt dies ab. Der Angeklagte bleibt bei feiner Behauptung, durch schlechte Behandlung vonseiten seiner Kameraden und zurückgewiesene Beschwerden zur Desertion gezwungen und auf die Verbrecherlauf- bahn geraten zu sein. Er verlangt keine Ermäßigung der Strafe, die zu erhöhen er aber in das Ermessen des Gerichts stellt. Der Ver- treter der Anklage, OberkriegSgerichtSrat Dr. Mödler, beantragt die Verwerfung der Berufung des Gerichtshcrrn, da nach seinem Dafür- halten der Angeklagte außer den militärischen Verbrechen und Ver- gehen auch Falschmünzerei getrieben habe. Das Gericht schließt sich dieser Ansicht an und bestättgt daS Urteil der Vorinstanz. Mit lautem Lachen nimmt der von zwei Schwerbewaffneten be- gleitete Angeklagte das Urteil entgegen.— imstande war. die Diäten durchzusetzen, und weil sie im vorhinein schon überzeugt sind, daß der Bundesrat den Antrag und den Beschluß, den Sie fassen werden, zu den übrigen derarttgcn Beschlüssen in den Papierkorb wirft; und ähnliches lassen wir Sozial- demokraten uns nicht gefallen.(Gelächter.) Ob Sie nun darüber lachen mögen oder nicht, darauf kommt eS nicht an. Die sozial- demokratischen Abgeordneten, die in der nächsten Legislaturperiode wieder das Hans betreten, werden, wenn der Diätenanttag in der ersten Session wiederkehrt, zwar dafür stimmen—(Heiterkeit) um zu sehen, nicht wie der Bundesrat sich demgegenüber verhält,— denn der wird sich dazu genau so verhalten wie bisher— sondern um zu sehen, was der Reichstag dazu sagt. Meine Herren, ein Reichs- tag, der sich nicht so behandeln lassen will, wie dieser Reichstag bisher vom Bundesrat sich hat behandeln lassen, ein solcher Reichstag— Präsident: Ich rufe den Redner wegen dieser letzten Aeußerung hiermit zur Ordnung! Abg. Most: Nun, daS kann ich nicht ändern. Ich bin aber überzeugt, meine Herren, daß sich Reichstage denken lassen. die ganz einfach mit dem Bundesrat in ähnlicher Weise sprechen, wie derselbe mit dem Reichstage zu sprechen beliebt.— daß sie vielleicht sagen, wenn der Bundesrat unsere Beschlüsse nicht akzep- ttert, nun gut: so weisen wir seine Vorlagen auch zurück und bewilligen ihm vor allen Dingen keine Gelder für die Ausgaben, die er zu machen gedenkt. Meine Herren, wir stimmen also diesmal gegen den Diätenantrag und wir machen es wie Schmerling: wir können warten, so sehr auch die Diätenlosigkeit sich gerade gegen uns kehrt. Wir sind nämlich überzeugt, daß früher oder später denn doch einmal ein gesetzgebender Körper zustande kommen dürfte, der jene Leute, die sich das Sprechen von Volkörechten verbitten, beseitigt. »»» Damit war Mösts Rede beendet. Weder Beifalls- noch Ord- nungSruf„brachten sie zur Strecke", auch folgte kein Redner mehr, der Antrag wurde in erster und dann debattelos in zweiter Lesung angenommen. Aber die Art, wie er diese Rede später in der Zeit des Sozialistengesetzes, da es in Deutschland keine Parteipresse gab, die solche Darstellung widerlegen konnte, gegen„die parlamentarische" Sozialdemokratie ausspielte, ist geradezu ein Stück Momentaufnahme ans jenen Kämpfen, wie er sie führte. Heute wirkt sie wie eine heitere Episode— damals war's ein vergifteter Pfeil gegen Liebknecht und die Parteil Neuer Gouverneur in Dcutschostafrika. Der bisherige Gouver- neuer von Deutschostafrika, Graf Goetzen, wird nicht wieder in sein Amt zurückkehren. Als sein Nachfolger wurde der jetzige Generalkonsul in Genua, Dr. Jrmer, genannt. Diese Annahme soll jedoch nach der„Münchener Allgemeinen Zeitung" eine halt- lose Kombination sein. Nach einer Meldung der„Täglichen Rund» schau" soll der Generalkonsul in Moskau. Freiherr von Rechen- berg, für den Posten in Aussicht genommen sein. Hueland. Ungarn. Zu Kreuze gekrochen. Wie eine Depesche des Wiener K. K. Telegr.-Korrcsp.-BurcauS von gestern(Freitag) meldet, ist in den Verhandlungen zwischen Fejervary und den Führern der Koalition in allen Punkten volle Einigung erzielt worden I Dr. Weierle wird bereits am Sonnabend in Audienz erscheinen, um seine Ernennung zum Ministerpräsidenten entgegenzunehmen und dann das schwierige Werk der Kabinetts- bildung zu beginnen. Also die Koalition ist— wie vorauszusehen war— kläglich zu Kreuze gekrochen. Sie läßt sich in plötzlich erwachter Genügsamkeit mit dem Zugeständnis eines einzigen Ministerportefeuilles abspeisen. Auch die Ausschaltung der heiklen Armeefragen aus der Debatte läßt sich die tapfer zurückweichende Großniaul-Koalition ohne weiteres gefallen. Die alte Erfahrung mit den schrecklich bellenden Kötern, die nicht beißen, hat sich wieder einmal bestätigt. UebrigenS ist es höchste Zeit, daß Ungarn wieder in ruhige Bahnen gelangt; denn unter den bisherigen Zuständen stieg die anmaßende Frechheit und dreiste Begehrlichkeit gewisser Interessengruppen ins ungeheuerliche. So hatte z. B. der„Landesverband ungarischer Landwirte" die Unverschämtheit, der von ihm selber doch für illegal erklärten Regierung mit folgenden Forderungen zu koinmen: 1. Die Staatsanwälte sind anzuweisen, daß die hetzerische Arbeiterpresse streng kontrolliert werde. 2. Arbeitervcrsammlungen sind im Sommer Überhaupt zu ver- bieten. 3. Die Regierung hat für eine„Arbeiterreserve"(Streikbrecher I) zu sorgen. 4. Im Falle eines Streiks soll daS Militär zu Erntearbeiteu herangezogen werden. 5. Die Aufwiegler und Agitatoren sind im Berwaltungswege stteng zu kontrollieren. 3. Diejenigen Arbeitervereine, welche zum Stteik aufreizen. müssen aufgelöst werden. Dieser Mischmasch-Jnternattonale genügt eS offenbar noch nicht, daß fast jede Woche zirka 5000 Menschen auswandern müssen, weil sie sonst zu Hause verhungern ivürden. Wie die Dinge in Ungarn sich unter der regen Aufmerksamkeit des erwachenden Proletariats zuletzt entwickelt haben, darf man es als selbstverständlich erachten, daß daS neue Kabinett— seine Zusammensetzung möge nun mehr oder minder nach dem Geschmack der besiegten Koalition ausfallen— sich hüten wird, durch Konzessionen an das' dreiste agrarische Scharfmachertum sich die Gunst des arbeitenden Volkes zu verscherzen. Der ungarischen Regierung bleibt, wenn sie nicht blind ins Verderben stürzen will, nur ein Mittel übrig: dem Volke endlich das allgemeine Wahlrecht zu geben.— Frankreich. Die Ausgestaltung der„Hnmanitö". Zu der unter der Rubrik„Ans der Partei" mitgeteilten Er- Weiterung des Redaktionsstabes unseres französischen BruderblatteS teilt unser Pariser Berichterstatter folgendes mit: Das derzeit einzige sozialistische Tageblatt von Paris, die „Humanitü", hatte in den ersten Jahren des Bestehens schwere Hindernisse zu überwinden. Der Pariser aller Klassen liebt die schivere Kost in der Zeitung nicht, und die mit außerordentlichem Geschick und mit noch außerordentlicherer Reklame in die Welt gesetzten Boulevardblätter machen einem Blatt, das seine Finanzen nicht auS unlauteren Quellen speisen will, die Existenz sehr schwer. Bor einigen Monaten war die„Humanits" sogar genöttgt, einen großen Teil ihrer Redakteure zu entlassen und mit einem RedaktionS- personal zu arbeiten, das die ihm zugeteilten Aufgaben nur mit der rücksichtslosesten Selbstaufopferung� zu be- wältigen vermochte. Mit um so größerer Befriedigung liest man heute in einem Artikel James, daß die schwersten Hindernisse deS Fortbestandes des Blattes behoben sind. Die „Humanitä" hat sogar einen stattlichen Stab von neuen regel- mäßigen Mitarbeitern gewonnen, darunter Alle mane, Bracke. Dubreuilh, Lasargue, Sembat, Vaillant. Diese Ergänzung der Redaktion ist zugleich eine Kundgebung der nunmehr vollständigen Einigkeit der Partei. Fast alle neuen Mitarbeiter gehörten ehemals der„Parti Socialifte de France", den Nevolutionär-Sozialisten an. Hosscntlich wird die Wahlbewegung, in der daS Blatt der Partei große Dienste zu leisten berufen ist. auch seine materielle Situation soweit bessern helfen, daß die Partei dem Plan nähertreten darf es in ihr Eigentum zu übernehmen.— Schweden. Berbesserungen und Berschlechterungen der Strafrechtspflege. Beide Kammern des Reichstags haben am Mittwoch den Regierungsvorschlag zur Strafrechtsreform angenommen, durch den für gewisse Verbrechen, sofern dabei besondere Roheit, Bosheit oder Verstocktheit zutage trat, Strafverschärfungen wie Strafarbeit und Einzelhaft, Dunkelarrest und hartes Nachtlager, andererfeits aber auch die bedingte Verurteilung und die bedingte Freis nachweis des Bundes der Arbeitgeber- Verbände, Dresdeners 15. Kreises im Alten Schüßenhause sprach. In großen Zügen gab straße 111, gestellt. J. A.: Paul Heinrich, Obermeister der Schlosser- Innung zu Berlin. Theodor Käber, Obermeister der Schlosser- Innung zu Charlottenburg. Inwieweit die Schlossermeister ihre Aussperrungsdrohung wahr laffung in die Strafrechtspflege eingeführt wird. Unsere Partei- machen werden, bleibt abzuwarten. Der Metallarbeitergenossen August Nilsson, Bernhard Eriksen und Betſell ſprachen gegen die Strafverschärfungen und bezeichneten erband ist entschlossen, die Dinge ruhig an fie als Tortur. Dagegen wandte sich der Konservative Sjellen fich herankommen zu lassen. gegen die sentimentale Humanität" und wünschte die Einführung Der Prügelstrafe! Der Staatsminister Staaf erklärte, er sei absolut gegen die Prügelstrafe; die vorgeschlagenen Strafverschärfungen hielt er jedoch weder für grausam und gesundheitsfchädlich noch für eine Tortur. Norwegen. Mummenschanz. Kristiania, 6. April.( W. T. B.) Nachdem das Storthing heute nachmittag den Antrag des Sozialdemokraten Griffen, den König Haakon um Aussehung der Krönung zu ersuchen, mit 91 gegen 24 Stimmen abgelehnt hatte, wurden die von der Regierung Neuer Lohntarif der Potsdamer Töpfer. Die in Potsdam und in feiner Umgebung arbeitenden organisierten Töpfer haben mit der Potsdamer Töpferinnung einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen, der bedeutende Verbesserungen des Arbeitsverhältnisses bedingt. So ist die Arbeitszeit von 9 auf 8 Stunden verkürzt worden, während die Löhne allgemein eine Erhöhung erfahren haben. Der Stundenlohn beträgt jezt 70 Pf.; die Attordsäge sind um 10-30 Pro 3. erhöht. Dementsprechend sind auch die Entschädigungen für leberstunden usw. geregelt. Der neue Tarif ist bereits am 1. April in Kraft getreten; er gilt für zwei Jahre. roz. Deutfches Reich. der Redner ein Bild von dem Entwickelungsgange des Sozialismus, erklärte die ersten kommunistischen Bestrebungen, wies auf die Vorläufer des Sozialismus hin und kam dann auf die moderne Zeit zu sprechen, in welcher eine proletarische Massenbewegung hat. Mit Beifall wurde es begrüßt, als bekannt gemacht wurde, entstanden ist, die den Sozialismus zu einem Machtfattor gemacht daß 106 neue Mitglieder sich dem Wahlverein angeschlossen haben. und Böttcher in den Vorstand. Für die Maifeier ist ber Als Beisizer wählte die Versammlung die Genossen Babiel empfohlen, die Vorträge von Maurenbrecher über das Thema Schweizergarten gemietet worden. Den Genossen wurde 17 Ein Wendepunkt der neueren deutschen Geschichte" zu besuchen. Diese Vorträge finden bei Keller in der Koppenstraße an den Montagen von Ostern bis Pfingsten statt; der Eintrittspreis für Einen fräftigen Protest alle 6 Vorträge beträgt nur 60 Pf. erhob Genosse Braun gegen die immer mehr ausartende Unsitte( unter der nicht nur der 5. Wahlkreis leidet), daß die angesetzte Beit für eine Versammlung stets erheblich überschritten wird, so daß die pünktlichen Besucher oft 4 Stunden auf den Anfang warten müssen. Eine Besserung ist in dieser Sache fast überall dringend geboten. geforderten 100 000 kronen für die Krönung mit 66 gegen dem 26. März im Ausstande. Sie verlangen einen Mindestlohn von Versammlung dem fast zweistündigen interessanten Vortrage. Der 47 Stimmen bewilligt. Amerika. Der wachsende Einfluß des Sozialismus auf das arbeitende Volt wird auch in Amerita von der Kirche mit scharfen Blicken verfolgt; denn sie fürchtet, daß ihr eigener Einfluß darunter leiden und die Zahl der Gläubigen abnehmen könnte. Die Rede eines bekannten Geistlichen in St. Louis, die sich mit diesem Thema be= ,, Der Zolltarif und die neuen Steuern", so hieß das Thema, über welches Genosse Paul Singer am Mittwoch abend im Zentralverband der Zimmerer sprach. Der AlhambraDie Maler, Anstreicher und Tüncher in Wiesbaden stehen seit faal war dich gefüllt und mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die 50 Pf, für Gehülfen über 20 Jahren und einen solchen von 40 Pf. für Redner erläuterte und kritisierte die Zoll- und Steuerpolitik der Gehülfen unter 20 Jahren, sowie die 91stündige Arbeitszeit. Die Regierung eingehend, zeigte den Zusammenhang mit der Welt und Arbeitgeber, organisiert in der Zwangsimmung, lehnen jedes Ent- Kolonialpolitik und deckte die Bestrebungen der Agrarier auf, die gegenkommen, sowie jede Verhandlung rundweg ab. Der Streit eigenen Taschen auf Kosten der Arbeiterklasse zu füllen. Er erhat sich bereits auf die Stuftateure übertragen und haben diese flärte und begründete die Stellung der Sozialdemokratie gegenüber gleichfalls Forderungen eingereicht. der Regierungspolitik in längeren Ausführungen und wies darauf wollen. Die Stadtverordneten- Ersatzwahl im 34. Bezirk Die Pflasterer haben in verschiedenen Drten Nordbayerns eine hin, daß die Arbeiterschaft, deren Interessen die sozialdemokratische schäftigte, wurde fürzlich viel besprochen. Der Pastor erzählte, daß Tarifbewegung eingeleitet, so auch in Bamberg und Nürn- Partei vertritt, zum Teil noch in Gleichgültigkeit verharre und daß er drei Jahre lang die Vereinigten Staaten bereift habe und mit berg. In Bamberg haben die Meister die Anerkennung eines noch eine gewaltige Agitation notwendig sei, um die großen abseits allen hervorragenden Arbeiterführern bekannt geworden sei. Die Tarifs abgelehnt, weshalb die Arbeiter in den Streit eintraten. stehenden Massen zu gewinnen. Jeder Genosse müsse es als eine Massen seien unruhig, und unter den Arbeitern beständen zwei Pflicht betrachten, für die gewerkschaftliche und politische Organistarle Strömungen: eine politische und eine wirtschaftliche. Am beDie Schneider in Metz haben am 4. April beschlossen, in den fation nach Kräften zu wirken.- Stürmischer Beifall lohnte den denklichsten sei die sozialistische Bewegung, die in den legten vier Ausstand zu treten, weil die Arbeitgeber keine Zugeständiffe machen Redner und mit einem dreifachen Hoch auf die Arbeiterbewegung Jahren um das Siebenfache an Umfang und Bedeutung gewonnen wurde die Versammlung geschlossen. habe. Man möge über den Sozialismus in wirtschaftlicher Das Zweistuhlsystem. Die seit Jahren zwischen den Arbeitern Beziehung denken wie man wolle, die Kirche müsse mit der Tat- und Arbeitgebern der Aachener Textilindustrie streitige Einführung sache rechnen, daß der Sozialismus für Tausende von Arbeitern des Zweistuhlsystems wurde gestern abend durch das Schiedsgericht zu einem Ersatz für die Kirche würde, zu einem neuen Glauben, für Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern nach dreizu einer neuen Hoffnung. Man finde im Westen des Landes zahl- tägiger Verhandlung zur Entscheidung gebracht. Die Arbeiterreiche sozialistische Versammlungen unter dem Vorsitz von Er- schaft verstand sich zur Bedienung bon zwei Stühlen Priestern und Er- Pastoren, die ihre Kirchen verlassen haben und unter folgenden Bedingungen: Die Einführung des Doppel- hatte den Feinden der Sozialdemokratie so wenig zu hoffen für den Sozialismus predigen. Dadurch würden um so mehr stuhles darf nur allmählich erfolgen; sie darf in den ersten gegeben, daß sie es gar nicht erst versucht haben, auch nur mit Gläubige der Kirche abspenstig gemacht; auch verstünden es die 12 Monaten nur 5 Proz. der Weber oder 10 Proz. der Webstühle in Sozialisten, in Rede wie in Schrift den Arbeiter weit mehr zu den einzelnen Betrieben umfassen, und darf teine Entlassung zur packen und zu gewinnen als die Kirche. Folge haben. Komplizierte Waren dürfen auf den Doppelstuhl nicht Die Hoffnung dieses geistlichen Herrn geht dahin, daß die alten gelegt werden. Für den Hauptstuhl wird der volle tarifmäßige Sohn, Parteien den Sozialisten allen Wind aus den Segeln nehmen für den Nebenstuhl 50 Proz. desselben gezahlt. werden, indem sie in ihren politischen Programmen fich langsam 14 Tage mindestens 52 M. betragen. Der Vertrag soll mit dem Der Lohn muß für für alles das erklären, was an wirklich guten und berechtigten 1. Juli in Straft treten. Forderungen im Programm der Sozialisten vorhanden ist". Man begreift die Angst des guten Mannes, wenn man sich daran erinnert, daß ja in den Vereinigten Staaten die Kirche auf find wegen Zugehörigkeit zum Zentralverband der Handels-, Transdie Gläubigen angewiesen ist und nicht aus der Staatstrippe port, Berkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands 70 Salzer frißt. und Lagerarbeiter der vereinigten Käsegroßhändler in Sonthofen, Immenstadt und Umgegend( Dberalgäu- Bayern). Verhandlungen über einen Tarifvertragsentwurf wurden seitens der Unternehmer brüst zurückgewiesen. Statt einer Antwort er flärten diefelben ihren Arbeitern: Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Seit beinahe einem Vierteljahre ausgesperrt Ihr zieht Eueren Tarifentwurf zurüd. Wer am Montag, den 12. Februar noch im Verbande ist, wird ohne Kündigung entlassen". Diese Drohung wurde sofort wahr gemacht. 70 fleißige Arbeiter, darunter solche, die 15-20 Jahre in diesen Betrieben weil sie ihren Unternehmern einen Tarif vorzulegen wagten, in dem fie bei zehnstündiger Arbeitszeit einen Wochenlohn von 21-26 M. verlangten. Diese Forderungen dienten den Unternehmern als Vorwand, um durch eine Aussperrung die Organisation zu vernichten. Sagte doch der Großhändler Herz wörtlich: " einer Zählfandidatur vor die Wähler hinzutreten. Sie wußten, daß sie keine Zunahme ihrer Stimmenzahl, sondern höchstens einen weiteren Fortschritt in der Abnahme hätten feststellen tönnen darum sparten sie sich die Mühe. Die Sozialgenügen lassen, daß die Wahl unseres Genossen Demokratie stand somit allein da und mußte sich daran Theodor Fischer mit 2724 Stimmen erfolgte. 2724 Stimmen, das ist wenig und viel: wenig, wenn man daneben die Stimmen stellt, die wir im Herbst 1901 im 34. Bezirk erzielten viel, wenn man in Betracht zieht, unter welchen erschwerenden Verhältnissen die Wahl vorgenommen werden mußte. Schon der Umstand, daß ein Wahltamp f" im eigentlichen Sinne des Wortes fehlte, weil eben kein Gegenkandidat da war, wirkte als ein beeinträchtigendes Moment. Leider gibt es eine ganze Menge Wähler, die die Erfüllung ihrer Wahlpflicht unterlassen Eine Aussperrung der Berliner Schlosser in Sicht! zu dürfen glauben, wenn sie wissen, daß es nicht auf jede einzelne Stimme ankommt. Auf ein besonderes hohes Maß von Wie bereits mitgeteilt, haben sich die gegenseitigen Verhandlungen Selbstachtung läßt es ja nicht schließen, wenn ein Wähler sich zivecks Abschlusses eines neuen Tarifes für die Bau- und Werkstattschlosser tätig waren, liegen mit ihren Familien auf dem Straßenpflaster, selber als überflüssig betrachtet. Aber es ist nun mal so, und vollständig zerschlagen. Die Schlofferinmung resp. der Verband Berliner immer wieder muß bei solchen Wahlen mit dieser beschämenden Schlossereibetriebe verstand sich nur zu folgendem Lohnangebot. Bom 1. April ab während der ersten 14 Tage für Neueintretende solle der Tatsache gerechnet werden. Schwerer noch wiegt der andere Minimalstundenlohn 40 Pfennig betragen, steigend von da ab Umstand, daß die Wählerlisten vom borigen Sommer benugt werden mußten. Wir haben bis zum 31. März 1907 auf 45 Pfennig. Während der beiden folgenden Tarifjahre 1908 und 1909 sollten dann 471%, Pfennig vor der Wahl wiederholt darauf hingewiesen, daß inzwischen zwei Hauptumzüge stattgefunden haben, bei denen zahlreiche gezahlt werden. Für die verkürzten Arbeitstage vor den hohen Wähler aus dem Bezirk verzogen sind. Für viele Wähler ist Festen wollen die Meister nur die wirklich geleistete Arbeitszeit be es da unmöglich, noch an der Wahl in ihrem alten Bezirk teilzahlen. Ueberbies berlangten sie von der Gesellenkommission, daß zunehmen, und nicht wenige von ihnen sind vielleicht schon gar sich diese eine Generalvollmacht zum Abschluß eines neuen Tarifs nicht mehr in Berlin. Troß der absoluten Kampflosigkeit, mit von den Schlossern geben laffen solle, während die Meister selbst der die Wahl vor sich ging, haben unsere im 34. Bezirk tätigen ihre Entschlüsse nach wie vor von der Einwilligung der Arbeitgeberbersammlung abhängig machen wollten. Natürlich lehnte die Die Lohnbewegung der Schneider in Aachen, bei der die Genossen es nicht unterlassen, auch gestern die säumigen Gesellenkommission eine derartige Zumutung ab, auch beharrte fie frage nur nicht wie. Es wurde zwischen den„ Christlichen" und viele Einladungen, an der Wahl teilzunehmen, überhaupt nicht christliche" Organisation bestimmend war, ist beendet; doch man Wähler an ihre Wahlpflicht zu erinnern. Dabei haben sehr auf der bereits reduzierten Forderung des sofort zu zahlenden den Arbeitgebern bereinbart: in den ersten brei Jahren nach an den Mann gebracht werden können, weil die betreffenden Minimallohnes von 47% Pf. Angesichts des negativen Ausgangs der beendeter Lehre werden als Mindestwochenlohn 12, 15 und 18 W. Wähler wer weiß wohin verzogen waren. Eine Stichprobe, die Berhandlungen machten die Vertrauensmänner der legten beschluß gezahlt; die weitere Forderung von 21 und 24 M. Mindestlohn für am Abend vorgenommen wurde, ergab, daß der vierte fassenden Schlosserversammlung den Vorschlag, jetzt mit Einzel- bie weiteren Jahre wurde abgelehnt, weil vom bierten Jahre Teil aller Einladungen unbestellbar ge. forderungen an eine bestimmte Anzahl Meister heranzutreten und nach der Lehre der Geselle soweit sei, daß er selbständig auftreten blieben war. Da war es wirklich kein Vergnügen, ihnen eine Bewilligungsfrist bis Donnerstag abend zu geben. und seine Arbeit nach Leistung bezahlt verlangen könne.( Die Schlepper" zu sein. Auch in der zur Verkündung des Wahl Falls die Bewilligung bis dahin nicht erfolge, fei Chriftlichen brauchen also fünftig nur noch Gewerkschaften für junge ergebnisses nach den Berolina- Festsälen einberufenen VersammLeute vom 18. bis 20. Lebensjahre: die anderen können selbständig die Arbeit in diesen Betrieben am Freitagmorgen auftreten" und sich selber helfen!) Weiter wurde, bereinbart": Ueber- lung, die gut besucht war, wurden dieſe Umstände gewürdigt. nicht wieder aufzunehmen. Dieser Vorschlag wurde zum stunden werden mit 5 Bf.( 1), Nachtarbeit von 12 Uhr ab mit Es ist wirklich schade, daß unsere Gegner so ganz und gar keine Beschluß erhoben und ist jetzt mit vollendeter Präzision ausgeführt 10 Bf.(!), Sonntagsarbeit mit 15 Bf.( 1) Aufschlag vergütet. Die Lust hatten, noch einmal mitzumachen. Im Jahre 1901 hatten Am Mittwoch erhielten 32 Firmen die Forderungen Forderung von 10 Broz. Lohnerhöhung für alle, die den festgefeßten fie es gerade auf 171 Stimmen gebracht, wenn man ihnen auch zugestellt. Bis Donnerstag abend bewilligten davon nur sechs Lohn schon hatten, wurde abgelehnt. Feiertage fönnen vom noch die zersplitterten" gut schrieb. Wieviel hätten sie wohl Firmen. Darauf traten am geftrigen Freitagmorgen bei den übrigen Wochenlohn abgezogen werden. Näherinnen in der Herren- diesmal zusammentrommeln können? 26 Betrieben 1061 Schloffer in den Streit. Nur sieben Mann blieben schneiderei erhalten nach vollendeter zweijähriger Lehre im ersten als Arbeitswillige in den Werkstätten stehen. " Und wenn mein ganzes Käselager berfault und zugrunde geht, einen Verbändler stelle ich nicht wieder ein." Ausgesperrt haben die Firmen: Gustav Scherr, Gebr. Herz in Immenstadt, Ottomar Herz jim., Ottomar Hera sen., Ottomar Hera III, Speiser u. Haug, Suiter u. Hartmann und Nozz in Sonthofen. ,, Chriftliche" Gewerkschaftler als Tariffünstler. Jahre 6 M.( pro Woche, nicht pro Tag!), im zweiten Jahre 8 und Dieſes Vorgehen hat denn auch sofort die Wirkung gehabt, daß noch dazu in einer Großstadt, die durch ihre koſtſpieligen Lebens- Letzte Nachrichten und Depeschen. weitere Firmen die Forderungen bewilligten, darunter eine Reihe von Jnnungsmitgliedern. Die Zahl der Streifenden ist dadurch ganz bedeutend gesunken. Die Meister haben nun in ihren Werkstätten folgenden Utas angeschlagen: Schloffer- Jnnung zu Berlin und Verband Berliner Schlossereien und berwandten Gewerbe fowie Schlosser. Jnnung zu Charlottenburg. Die Schlosser- Jnnung zu Berlin und Charlottenburg fowie der Verband Berliner Schlossereien und verwandten Getverbe haben beschlossen: Sobald bis Freitag, den 6. April d. J., die gestellten Forderungen der Gesellen nicht zurückgezogen sind und dort, wo bereits die Arbeit niedergelegt wurde, dieselbe bis dahin nicht wieder aufgenommen ist, im dritten Jahre 10 M. Zur Vereinbarung solcher Hungerlöhne und Ernährungsverhältnisse bekannt ist!- bedarf es weder einer " Drganisation" noch eines" Tarifs". Der Ausstand der Schneider in Königsberg beendet. Königsberg i. Br., 6. April.( W. T. B.) Vor dem EinigungsDie Pianofortetischler in Kopenhagen sind, wie uns vom amte wurde heute mit der ersten und zweiten Lohnklasse der Sekretär der Internationalen Union der Holzarbeiter( Siz Stuttgart) Schneider und Schneiderinnen der Herren- und Damenkonfektion mitgeteilt wird, von sämtlichen Fabrikanten ausgesperrt worden. eine Einigung über den neuen Tarifvertrag erzielt. Infolgedessen Veranlassung hierzu gab eine von dem Pianofortefabrikanten Hinds- nehmen diese morgen früh überall die Arbeit wieder auf. Mit berg vorgenommene Durchbrechung des gültigen Alfordtarifs. Als den Arbeitern der dritten Lohntlasse, deren Zahl nicht bedeutend ist, die Arbeiter dieser Fabrit deswegen in den Streif traten, erfolgte steht für Montag eine Einigung in sicherer Aussicht. die allgemeine Aussperrung, von welcher 250 Arbeiter betroffen sind. - Auch die Möbeltischler Ropenhagens stehen in Differenzen mit ihren Unternehmern wegen eines neuen Lohntarifs. Die Haupt- Glogau, 6. April.( W. T. B.) Der Eisenbahnwerkmeiste forderungen der Möbeltischler find die neunstündige Arbeitszeit und Agten, der sich wegen Unterschlagung von Eisenbahn- Altmaterial ein Minimallohn von 45 Dere pro Stunde. Da zu befürchten ist, in Untersuchung befand, stürzte sich gestern abend in selbstmörderidaß eine friedliche Einigung nicht zustande kommt, so werden neben scher Absicht über die Treppe in den Hausflur hinab. Er wurde mit ben Klavierarbeitern auch die Möbeltischler bringend vor 8u einer Stopfverlegung in das städtische Krankenhaus gebracht. Hier zug nach Kopenhagen gewarnt. erdrosselte er sich heute nachmittag mit dem Tuche, das zum Vers binden der Kopfwunde gebraucht worden war. Ausland. in allen Schlossereien und Kunstschmiede- Werkstätten Berlins und der Vororte die im Metallarbeiter- Verbande Die Konferenz der amerikanischen Anthracitkohlengrubenbesitzer und organisierten Arbeitnehmer Bergarbeiter am Sonnabend, den 7. April d. J., abends zu entlassen. Die Lohnzahlung hat gleichfalls am Sonnabendabend zu erfolgen und sind die Entlassenen sofort bei der Krankenkasse abzumelden. Arbeitswillige werden zu den Löhnen des bisherigen Tarifes weiter bis zum Abschlusse eines neuen Tarifes beschäftigt, von da ab werden die bereits zugestandenen höheren Löhne gezahlt. 5. Wahlkreis.„ Aus der Geschichte des Sozialismus", hieß Außerdem werden Arbeitswillige durch den Arbeits- das Thema, über welches Genosse Ebert vor dem Wahlverein des ist auf den 9. April bertagt worden. Die Bergarbeiter haben die Beilegung der Schwierigkeiten durch ein Schiedsgericht vorgeschlagen, Die Antwort der Kohlengrubenbesiger wird für Montag erwartet. Verfammlungen. Selbstmord im Krankenhause. Zum Hauseinsturz in Nagold. Nagold, 6. April.( W. T. B.) Nach amtlicher Meldung bes trägt die Zahl der Getöteten 50, die der Schwerverletten 40. Wit teilungen über die Zahl der leichter Verletzten lassen sich nicht er. halten, denn die gesamte Bevölkerung befindet sich noch in einer Art Erstarrung. Morgen nachmittag werden die Opfer der Katastrophe gemeinsam beerdigt. Rouen, 6. April.( W. T. B.) Die Entlader der Kohlendampfer haben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem ihre Forderungen bewilligt worden sind. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Faul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu. Unterhaltungsblatt Nr. 82. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Revolution in Rußland. Den Eisenbahnern kein Wahlrecht! Vor kurzem wurden die Eisenbahnverwaltungen vom Minister des Verkehrswesens in Kenntnis gefeßt, daß die an den Eisenbahnen Angestellten nur außer der Dienstzeit an den Wahlen teilnehmen dürfen. Da die Dienstzeit der Eisenbahner mit der Zeit der Wahlen übereinstimmt, ist es flar, daß diese Verordnung den Zweck hat den Eisenbahnern unmöglich zu machen, an den Wahlen teilzunehmen. Es war dies zu erwarten, da die Eisenbahner in ihrer größten Masse revolutionär gestimmt sind. Banzer- Automobile. Eine Regierung, die den Krieg mit Japan ohne Berg artillerie, ohne irgend welche gut hergestellte Festungen, mit giveifelhafter Flotte anzufangen vermochte, greift zu neuesten Erfindungen der Kriegstechnik, um sie im Stampfe auf den Straßen des eigenen Vaterlandes gegen ihre eigenen Bürger zu berwenden. " Siemens und Halske und die Petersburger Kosaken. Die Petersburger Filiale der Firma Siemens und Halste" wandte sich an den Pristaw des zweiten Reviers des Wassiliewinsel- Bezirks mit einem Briefe folgenden Inhalts: Hiermit senden wir Ihnen 50 Rubel für die donschen Kosaten, die zur Beschützung der Wassilietinsel bestimmt sind." ( Es folgt die Unterschrift.) Dazu schreibt die, Ruß":" Es ist ganz unklar, für welch' einen Zwed diese Spende bestimmt ist: ob sie für die Heldentaten" der Rosalen, für ihre Verdienste der Fabrikadministration gegenüber, oder einfach für Schnaps zur Anspannung ihres Mutes bestimmt war. Jm legten Falle ist es notwendig, die Einwohner des Waffilietinsel- Bezirks auf die ihnen drohende Gefahr von seiten betrunkener Bestien aufmerksam zu machen. Was wird man in der Heimat dieser Firma in Berlin dazu sagen?" Leider ließ sich Lord Elgin durch das Wüten und Heulen der tollen imperialistischen Bluthunde einschüchtern und zog sein Beto zurück. Die Hinrichtungsorgie des Nataler Kriegsgerichts" fonnte ihren Lauf nehmen, und sie hat natürlich unter den Zulus tiefe und nachhaltige Erbitterung hervorgerufen. Gewalt mit Gewalt beantworten. Die Vorgänge in Natal, die ein Die Zulus, einer der tüchtigsten Stämme Südafrikas, werden liberaler Abgeordneter vorgestern im Unterhause als„ blutdürftige Mördereien" brandmarkte, werden die Gärung unter den Eingeborenen Südafrikas noch verstärken. Die Ursachen dieser Gärung sind lehrreich und haben eine viel größere Bedeutung als die traurigen Ereignisse in Natal, die nur ein lokales Symptom sind. Sonnabend, 7. April 1906. gebraust sind, und so ist er derselbe geblieben in allen wechselnden Phasen ihrer Entwickelung. Er war ein Muster der Veteranen, die ein vierzigjähriger Kampf nur gestählt und nie ermüdet hat; in jeder entscheidenden Frage konnte man auf ihn wie auf einen Edund Grundstein bauen, und kein Blättchen ist welt an dem Ehrenfranze, den die Partei auf sein Grab niederlegen wird. noffen, die in harter Fron unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ,, Volkswille"( Hannover):... Mit ihm scheidet einer jener Geaber durch Energie und Ausdauer aus geistiger Nacht sich emporgearbeitet und dann ihr ganzes Leben in den Dienst des Befreiungsfampfes der Arbeiter gestellt haben.. Als Jüngling siedelte er nach Hannover über, wo er bald darauf mit wenigen Gleichgesinnten eine Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Arbeiterbereins gründete. Sein unverwüstlicher Lerneifer, feine rege Anteilnahme an den öffentlichen Vorgängen und an den gepflogenen Diskussionen Tenkten bald die Aufmerksamkeit der übrigen Genossen auf ihn, die ihn dann schließlich zwangen, öffentlich als Redner aufzutreten. Jegt gab es fein Halten mehr. Versammlung folgte Alten ärmer, um einen derjenigen, deren Namen seit mehr als zwei Magdeburger ,, Boltsstimme". So find wir wieder um einen der Jahrzehnten durch die Parteipresse, durch die Parteitage und durch die Parteigeschichte gegangen ist und der zudem nach außen die Parteibetvegung einer großen Stadt repräsentierte, wie das in diesem Maße nur noch von Grillenberger Geltung hatte. Es gibt zwei Ursachen, die die Eingeborenen von Südafrika zu einer Auflehnung gegen den weißen Mann treiben. Eine Ursache ist ökonomischer, die andere politisch- religiöser Natur. Südafrika wird von der Minenindustrie beherrscht; diese ist die Die russische und auch die ausländische Presse bringt Ab- Grundlage seiner Eristenz. Sie befindet sich in Händen einer bildungen von gepanzerten Automobilen mit Kleinen Anzahl von losmopolitischen Magnaten, gegen deren Ge- auf Versammlung, die die immer zahlreichen Besuches sich erMitrailleusen, die die russische Regierung aus Frank- walt es dort fein Gegengewicht gibt. Früher waren es die Buren, freuten. Heinrich Meister zählte zu jenen Rednern, auf welche reich bezogen hat. die den Goldkönigen Zügel anlegten, aber die Buren gerieten nach das Goethesche Wort zutrifft: Es trägt Verstand und Briten, deren politisch- geographische Reichsinteressen sich mit den redner in des Wortes bester Bedeutung. Was er sprach, kam aus ihrem dreijährigen Verzweiflungskampfe unter die Herrschaft der rechter Sinn mit wenig Kunst sich selber vor"; er war ein Volkswirtschaftlichen Interessen der Goldkönige decken und die deshalb dem Herzen, war von heiliger Begeisterung durchglüht und wirkte mit der ganzen Macht eines Weltreiches für die Goldkönige ein- daher auch begeisternd, zwang mit urkräftigem Behagen die Herzen treten. Diese aber brauchen Proletarier, um das Erz in Gold aller Hörer.. Erst in reiferen Jahren konnte der Verstorbene zu verwandeln. Je ärmer, abhängiger und zahlreicher die Arbeiter, daran denken, ein eigenes Heim zu gründen. Sein Verdienst als desto besser für die Goldmagnaten. Aber der schwarze Ein- Bigarrenarbeiter war zu gering, als daß er davon eine Familie geborene ist weder arm noch abhängig. Er hat nämlich noch den so ernähren konnte, wie es seinen Ansichten entsprach. Noch als gegen die fremden Ausbeuter. Er braucht nicht für schlechten Lohn Reichstag geschlossen, in der Fabrit arbeiten, und war nebenbei noch Agrarfommunismus, der ihn schützt und ihm einen Rückhalt bietet Erwählter des Volkes mußte er in den Ferien oder aber, wenn der auf Befehl des weißen Mannes tief unter Tage in die Eingeweide auf Nebenarbeit angewiesen. Nach 27jähriger Dauer löfte er auf der Erde zu steigen. Die Bodengemeinschaft der südafrikanischen Drängen der Genossen sein Arbeitsverhältnis und machte sich selbstStämme sichert ihren Genossen ein Existenzminimum, unter welches ständig. Von nun an gestaltete sich sein Einkommen erträglicher, fie nicht zu fallen brauchen. Die Bodengemeinschaft ist führte er die Gattin heim, die heute mit dem Söhnchen trauernd an ihre Sozialpolitik und ihre Gewerkschaft! Als der Bahre steht. zum Beispiel die Goldmagnaten nach dem Abschluß des südafrikanischen Krieges die Löhne der Schwarzen reduzierten, da legten fie zu Tausenden ruhig die Arbeit nieber und kehrten zu ihren Stammesgenossen und zu ihren Stammesfeldern zurück, wo fie Nahrung und Behausung fanden und die Goldmagnaten mürbe machen konnten! Ja, die Schwarzen siegten in einem Streit gegen eine der stärksten Magnatencliquen, gegen einen der... Nach einem sechsundvierzigjährigen Kampfe als klassenmächtigsten Trusts, den die Welt je gesehen hat. Geschlagen von bewußter Proletarier ist er im vierundsechzigsten Lebensjahre den verachteten und„ unzivilisierten" Kaffern, wandten sich die wie vom Blig gefällt worden. Die Proletarier Hannovers Goldfönige an die britische Regierung, die ihnen chinesische Kulis werden den Toten, der ihnen im Leben stets voranschritt, auf zuschanzte. Aber die liberale Partei in England will von der dem Wege zur letzten Ruhestätte noch einmal an der Spize Die Judenheze in amtlicher Darstellung. Chinesen- Einfuhr nichts wissen; die Buren sind ebenfalls dagegen, ihres Zuges fehen und die deutsche Sozialdemokratie wird seinen Petersburg, den 5, April.( Meldung der Petersburger und schließlich sind auch die Kaffern über die Chinesen- Einfuhr auf- Ramen in das Buch ihrer Geschichte eintragen dort, wo die Telegraphen- Agentur.) Das Ministerium des Innern geregt. Die südafrikanische Minenindustrie ist also auf die Arbeit Kühnsten, Unerschrockensten und Beharrlichsten mit ihren Taten empfängt fortwährend amtliche Berichte der Gouverneure und Prä- der Kaffern angewiesen. Ihr einziger Gedanke ist: Wie kann man und ihren Erfolgen den kommenden Geschlechtern überliefert werden. felten über die Anzeichen", die von ihnen betreffs der Möglich- die Kaffern zu billigen und willigen Arbeitern machen? Darauf Das ist der Dank und die Anerkennung der Partei für sein feit von gegen die Juden gerichteten Unruhen beoachtet worden sind. antworteten die kapitalistischen Gelehrten und Politiker: durch Leben des steten Kampfes und der unaufhörlichen Arbeit im Dienste Die in den lezten Tagen eingetroffenen Telegramme lauten in über die Steuerschraube! Der Agrarfommunismus nämlich der proletarischen Befreiung. So verbürgt sie dem Namenlosen das wiegender Mehrzahl beruhigend", nur die Berichte aus Odessa gibt zwar seinen Genossen ein Existenzminimum, aber kein Geld, Gedenken später Geschlechter und schüttet über ihn verschwenderisch und Bjelo stod melden, daß dort eine Bewegung zugunsten um Steuern zu zahlen. Durch die zunehmende Geldwirtschaft, die aus, wonach sich die Gefürsteten der Erde vergeblich sehnen. von Unruhen im Gange ist In Odessa wird die Agitation teils zu lokalen Rebellionen der Schwarzen, teils zu Güterverkäufen ,, Bremer Bürgerzeitung": Genosse Meister gehörte zur hierfür ziemlich offen betrieben, doch ist sie ihrem Umfange nach führen muß, wird der Kommunismus zersetzt werden; die Kaffern alten Garde, die die Stürme der Partei seit Jahrzehnten, besonders unbedeutend. In Bjelo stock wird dieser Bewegung durch eine werden zu Proletariern gemacht, die dann Arbeit in den Minen auch in der schweren Zeit des Ausnahmegesetzes mit erlebt hat. Zu gegen die Unruhen gerichtete Bewegung der polnischen Arbeiter fuchen werden.-allen Zeiten war Meister der treuesten, zuverlässigsten und bedas Gleichgewicht gehalten. Aus Minst wird gemeldet, daß ein im So wurde denn also in Natal eine Kopfsteuer eingeführt. Diese währtesten Genossen einer. Im Dienste der Partei scheute er weder Bezirk Retschist an fünf Juden begangener Mord lediglich neue Politik hat natürlich zu Unruhen geführt, sowie zu den Mühe noch Gefahr. Er hat auf den exponiertesten Posten der Partei zum Zwecke der Beraubung verübt worden sei. drakonischen Maßregeln und zu den Konflikten, die oben besprochen gestanden und feiner hätte sie besser und gewissenhafter ausfüllen wurden. Aber das ist nur ein kleiner Teil des sozialen Problems, können als er. das sich gegenwärtig unter den Eingeborenen Südafrikas entfaltet. Schmerzbewegt stehen wir an der Bahre des treuen Hüters der Die andere Ursache der Gärung ist wie gesagt eine Partei, der im persönlichen Verkehr von einer goldenen Herzlichkeit geistige. Sie ist zu finden in der Ausbreitung des Christentums und zugleich von einer anspruchslosen Schlichtheit des Wesens war. durch schwarze, aus Amerika kommende Missionare. Die Schwarzen Was uns tröstet, ist neben der Einsicht in die unvermeidliche Notder Vereinigten Staaten von Amerika sind politisch gleichberechtigt, wendigkeit der Bergänglichkeit alles Jrdischen besonders das aber gesellschaftlich entrechtet; sie haben Rechte, aber sie dürfen sie erhebende Gefühl, daß für den stillen Mann auf dem Totenlager nicht ausüben; fie haben Schulen, aber keine Aussicht auf Karriere. das Wort gilt: Das Gemütsleben der Schwarzen ist ziemlich entwickelt und für Wer dem besten seiner Zeit genug getan, religiöse Mysterien empfänglich. Die schwarzen Bürger Amerikas Der hat gelebt für alle Zeiten. empfinden ihre untergeordnete Stellung und wollen eine eigene Fränt. Tagespoft": Alle die Arbeit, die Mühen, die Heimat haben. Afrifa war ihre Urheimat, und nach Afrika wollen Ehren und Freuden eines sozialdemokratischen Führers find Meister sie zurückkehren, um dort ein eigenes„ Reich Gottes" zu gründen! zuteil geworden. Jetzt, da ihm das Leben, das ihm nie der Gaben Ihr Christentum ist mit politischen Ideen verquickt! Ihr Ruf ist: zu viele bot, etwas leichter wurde, ist er aus den Reihen der Afrika für die Afrikaner!" Diese Missionstätigkeit fonnte in Stämpfer ausgetreten. Sein Leben war trotzdem reich, denn er diente Südafrika, wo die Schwarzen unter dem Schuße Englands sich der großen Sache der Arbeiterbefreiung. Die Triumphe, die er nicht dem Kulturleben des weißen Mannes näherten, nicht ohne Wirkung selbst mehr erleben konnte, hat er vorbereiten helfen und im bleiben. So entstand die sogenannte„ äthiopische Bewegung", die ahnenden Gefühl gekostet. Unter den Kämpfern wie unter den das Menschen- und Rassenbewußtsein der Schwarzen stärkt und es Siegern wird sein Name dauern. gegen die Brutalitäten folonialer Prozen empfindlich macht. Der Boltsstimme"( Frankfurt a. M.):... Unsere Partei verliert Krieg in Südwestafrika wurde von den Schwarzen mit eben solchem im alten einz", wie ihn seine nächsten Freunde nannten, einen Interesse verfolgt wie der Kampf der Japaner gegen Rußland von der brabsten und tüchtigsten der alten Garde, den„ Oberkontrolleur" In den letzten Tagen hatten wir einen tonstitutionellen Stonflitten asiatischen Völkerschaften. Die Schwarzen wollen als Menschen unserer Parteitage, wie wir ihn scherzhaft tauften, weil er ber behandelt werden! geborene Vorsitzende der Kontrollkommission unferer Partei war und zwischen dem britischen Kolonialminister, Lord Elgin, und der Re Nach alledem ist es nicht schwer, sich auszumalen, in welche als solcher seit vielen Jahren amtierte... Sonflikte England noch einmal durch seine afrikanische Kolonial- gebiegenerer Arbeiter und Berater in engerem, vertrautem Streife, Er sprach nicht viel und lang öffentlich, war aber ein desto politik verstrict werden kann. wo fein Tod eine tiefe Lücke reißt. Gewerkschaften und Partei werden dem waderen Pionier und Führer, der sich aus dem Proletariat an die Spiße seiner Leidensgenossen heraufarbeitete und fie als besonnener, sachkundiger Führer leitete, ein gutes und treues Andenken bewahren. Mezeleien im Kankafus. Petersburg, 6. April. Die aus dem Kaukasus eintreffenden Nachrichten lauten wieder höchst ungünstig. Die Armeniermaffakers haben wieder begonnen. Die Tataren bombardierten die Stadt Dichugadis, fowie die Drtschaft Agdasch. Sämtliche Armenier wurden dort getötet, Hunderte von Leichen liegen in den Straßen. Petersburg, 6. April. Die Zeitung Molwa", die an Stelle des vor einigen Tagen sistierten„ Ruß" erschien, ist in vergangener Nacht auf Anordnung des Staatsantvalts ebenfalls fiftiert worden. Paris, 6. April. Infolge der Enthüllungen des„ Ruß" über die Hinrichtung der Maria Spiridonowa hat sich auf Veranlassung der Gebrüder Margeritt ein Somitee gebildet, das zu einem Protest gegen die Hinrichtung der Spiridonowa suffordert.( Frantf. 3tg.") Die Vorgänge in Natal und ihre Bedeutung. London, 4. April.( Eig. Ber.) gierung. von Natal( Südafrika). Der Konflikt erzeugte eine Aus der Partei. Das Begräbnis des Genoffen Meister findet Sonntag, den Dem toten Veteranen. beschlossen, die Forderung der Maurerversammlung, über die wir Das Maizirkular der Buchhandlung Vorwärts ist soeben versendet. Ueber die diesjährige Maifestzeitung" heißt es darin: fängere parlamentarische Debatte, die vom Arbeiterabgeordneten J. R. Macdonald hervorgerufen und von den liberalen Abgeordneten Major Seely und J. M. Robertson in trefflicher Weise fortgesetzt wurde. Die unmittelbaren Gründe des Konfliktes waren folgende: Am 8. Februar 1906 begaben sich Nataler Polizeibeamte nach dem Orte Richmond, um einige Eingeborene( Zulus) zu verhaften, da sie die Zahlung der ihnen auferlegten Kopfsteuer berweigerten. Die Verhaftungen wurden vorgenommen, aber auf dem Wege zum 8. d. Mts., statt. Die Trauerfeier wird im Ballhofsaal Zum 1. Mai. Die Parteileitung und das Gewerkschaftskartell Gefängnis begegnete der Polizei eine Anzahl Bulus, die die Ge- der Stätte der Begründung des Allgemeinen Deutschen Arzu Tilsit haben beschlossen, die Arbeitsruhe, wo mur mögfaraenen zu befreien suchten. Die Polizei machte von ihren Feuer- beitervereins in Hannover- abgehalten. Die Trauerfeier lich, durchzuführen. Die Gewerkschaften werden ersucht, in Branchenwaffen Gebrauch und schoß einen Schwarzen nieder, worauf es zu beginnt um 1½ Uhr nachmittags. Hieran schließt sich das versammlungen den Beschluß zu besprechen. einer allgemeinen Schlägerei fam, in der zwei Beamte getötet Begräbnis an. Arbeitsruhe am 1. Mai beschlossen die Lübecker Kohlenwurden. Am nächsten Tage wurde über das unruhige Gebiet der Striegszustand verhängt. Man verhaftete einige zwanzig an dem nehmen wollen, zur Kenntnis, daß der Ballhofsaal vom Den auswärtigen Freunden, die an der Trauerfeier teil- arbeiter. Die Lübecker Genossen haben in ihrer legten Versammlung leberfall beteiligte Schwarze und stellte sie vor ein Kriegsgericht. Bahnhof in 10 Minuten zu erreichen ist. Dieses Kriegsgericht bestand aus Nataler Milizoffizieren, die als berichtet haben, abzulehnen. Es soll bei dem Beschluß bleiben, für Stolonisten und Gegner der Zulus faum geeignet gewesen sein die Maifeier einen Tanzboden anzuschaffen. dürften, in diesem Falle das Richteramt zu bekleiden. Von den Angeklagten wurden bald zwei zum Tode verurteilt und hin- Die Parteipreffe legt grüne Lorberreiser auf die Bahre Heinrich gerichtet. Dann machte man den übrigen den Prozeß und ver- Meisters. Wir greifen aus den Nachrufen die folgenden Stellen urteilte weitere zwölf zum Tode! Die Hinrichtung der zwölf sollte heraus: am 30. März borgenommen werden, und um sie zu einem abLeipziger Boltszeitung": Ein schwerer Schlag hat unsere schreckenden Exempel zu machen, sollte eine Anzahl von Stammes. Partei durch den Tod betroffen. Er gehörte zu ihrer alten Garde ältesten der Zulus der Hinrichtung ihrer Genossen beiwohnen! und hat mehr als vierzig Jahre in den vordersten Reihen der Am 28. März erhielt Lord Elgin von der bevorstehenden Hin- deutschen Arbeiterklasse gekämpft, mit unermüdlicher Ausdauer und Entgegen der bisher üblichen Anordnung bringen wir in richtungsorgie telegraphische Nachricht, worauf er durch den zäher Kraft, fest, treu, unerschütterlich, wie geschnitzt aus dem dieser Nummer eine Bilderfolge von sechs Kopfleisten als Gouverneur den Aufschub der Exekution verlangte, bis das britische knorrigen Holz einer niedersächsischen Eiche. Illustrationen für eine Gedichtsferie„ Gegenwart und Zukunft". Kolonialamt sich in ausführlicher Weise informiert habe. Wie Was sich in dem alten Meister, so wie wir ihn alle ge- von Edmund Edel gezeichnet. Eine Karikatur," Die eine der Unterstaatssekretär der Kolonien, Winston Churchill, vorgestern fannt haben, in schlichter Treue widerspiegelte, war das innerste und reaktionäre Masse" darstellend, bildet den Abschluß der Nummer. im Unterhause erzählte, hat diese ganze Affäre das liberale Stabinett träftigste Leben der Partei. Er war, so viel wir wissen, kein Zu dem tertlichen Teil haben beigetragen die Genossen aufs peinlichste berührt, da die britische Regierung den besonderen glänzender Redner, und die Feder hat er faum jemals zur Hand Pannekod, Henriette Noland- Holst, J. Stern, G. Ledebour und Schutz der Eingeborenen Südafrikas übernommen hat. In Eng- genommen; er ist seinem erlernten Berufe bis zu seinem Ende treu E. Klaar." land gilt zudem der Grundsatz, daß ein Ausnahmerecht wie über- geblieben. Aber als er, ein Jüngling, der zum Manne werden Als Neuerscheinungen werden ferner angezeigt: eine hübsche, in haupt jedes Ausnahmegesetz im Widerspruch mit dem Geiste wollte, in die Partei eintrat, war fie selbst noch jung, und in ihrem imitiertem Stupferdrud hergestellte Mai- Postkarte, ferner die des englischen Rechtes ist. fleinen Kreise brannte die erste Begeisterung, die neue Welt zu er- Broschüre Die Regierung von Natal aber fühlte sich durch die Ein- obern, die sich eben erst dem staunenden Blicke aufgetan hatte; von eine Darlegung über die Notwendigkeit des Arbeiterschußes in mischung des britischen Kolonialamtes in den Augen der Schwarzen diesem Feuer hat Heinrich Meister immer die leuchtende Spur be- Interesse der Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung. Bon kompromittiert" und antwortete mit dem Rücktritt. halten. früheren Erscheinungen werden erwähnt: eine Neuauflage der Als dieser Konflikt in England und im ganzen Reiche bekannt In feinem revolutionären Klassenbewußtsein hat kein leisefter Broschüre„ Der Achtstundentag", in der diese Forderung gleichfalls wurde, da schlug die kapitalistische Presse gewaltigen Lärm und Zweifel genagt; in ihm ist er jung geblieben bis in feine alten vom gesundheitlichen Standpunte aus befürwortet wird. Für warf sich zum Anwalt der Freiheit der selbständigen Kolonien" Tage hinein. deklamationsluftige Genossen erinnert der Verlag schließlich an seine auf. Sie drohte mit dem Abfall der Kolonien und sprach von der Ein ganzer Man, ist Heinrich Meister durch die Stürme und Leuchttugeln", eine Auswahl ernster und heiterer Vortragsbefannten" Reichsfeindlichkeit des englischen Liberalismus.- Wetter geschritten, die seit vierzig Jahren über die Partei dahin gedichte; ferner an die Fadeln der Beit", eine Gedicht www " „ Das Titelbild, von dem bekannten Mitarbeiter des Simpliziffimus" Wilhelm Schulz gezeichnet, bietet dem russischen Arbeiter freundliches Willkommen in den Reihen des internationalen organisierten Proletariats. " fammlunft von S. Lessen, und für Mai-Aufführungen an seine «Sozialistischen Theaterstücke". Bestellungen müssen umgehend an die Buchhandlung Vorwärts, Berlin L'VV.öS. Lindenstr. 69 eingeschickt werden. Arbeiterselretariatc. Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zurzeit in Deutschland errichteten Arbeitersekretariate. Die Veröffentlichung soll periodisch erfolgen, jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterstützen und von einer Adressenänderung uns rechrzeitig Kenntnis geben zu wollen. Arbeitersekretariate bestehen in Altenburg sS.-A.), Wallstr. S I Altona-Hamburg, GänsemarktSSII. Bant-Wilhelmshaven, Gewerk- schaftshaus. Barinen, Oberdörnerstr. 104. Berlin 80.. Engel-Ufer IS. Bielefeld, Turnerstr. 43. Bochum, Wiemelhanscrstr. 33— 42, Bremen, Ostertorstr. 26 I. Bremerhaven, Am Hafen 49. Breslau, Nikolaistraße 18/19 I. Bromberg, Jakobstr. 17. Cassel, Wildemannsgasse 39 I. Charlottcnbnrg, Grünstr. 23. Cheumitz-Kappel, Zwickauerstr. 152. Coburg, Mauer 26. Colmar, Logelbachstr. 3. Crefeld, Klösterstr. 43. Darmstndt, Elisabethstr. 31. Dessau, Askanischestr. 197. Dortmund, 1. Kampstr. 73 I. Dresden, Volkshaus. Ritzenbergstr. Duisburg, Friedrich Wilhel>nstr.76. Düsseldorf, Kasernenstr. 67 a. Elberfeld, Hombückel 6 L Essen, Kirchstr. 18. Forst i. L., Promenade 3. Frankfurt a. M., Am Schwimmbad 8/10. Fürth, Theaterstr. 19. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gelsenkirchc», Karlstr. 19. Göppingen, Gasthaus zu den drei Königen. Gotha, Erfurterstraße(altes Gerichtsgebäude). falle a. S., Harz 42/43. amburg, Gänsemarkt 33 U. Hamm i. W., Nittcrstraße. f anau, Mühlenstr. 2. annover, Artilleriestr. 13. Harburg a. Elbe, Deichstr. 12. Iserlohn, Mühlengang 13. Jena, Saalbahnstr. 3. Karlsruhe, Kurvenstr. 19. Kattowitz, Rathausstr. 6- Kiel, Gasstr. 24 parterre. Kohlscheid bei Aachen, Nordstraße. Köln a. Rh., Sevcrinstr. 291. Kronach, Kirchenplatz 74. Landcshnt i. Schl., Waldenburger- straße 37 II. Leipzig, Härtelstr. 12, Part. Luckenwalde, Neue Friedrichstr. 42. Lübeck, Johannisstr. 46, pari. Lüdenscheid, Friedrichstr. 39.. Magdeburg, Fürsten-Ufer 6 I. Mannheim, 8. 3, 19. Meißen, Poststr. 4. Mühlheim(Hessen), Offenbacher- straße 7. Miinchc», Baaderftr. 1 I. Nru-Ruppin, Klösterstr. 23. Nordhausen, Barfüßlerstr. 12. Nürnberg, Egydienplatz 22. Oberhausen, Marktftr. 3. Osnabrück, Große Hamkenstr. 9. Pforzheim, Waisenhausplatz 3. Posen, Breitensw. 21. Recklinghausen, Hernerstr. 66. Remscheid, Kölnerstr. IIa. Rostock, Doberanerstr. 6. St. Johann b. Saarbrücken, Hafen- straße 7/9. Solingen, Kaiserstr. 23. Stettin, Birken-Allce 34. Stricgau, Ziganstraße. Stuttgart, Eßlingerstr. 17/19. Waldenburg i. Schlcs., Freiburger- straße 16. Wolgast, Maarbriickerstr. 17 I. Worms, Mainzerstr. 19. Wunsiedel(Oberfrank.), Koppetner- tor. Würzburg, Domstr. 33. Sekretariat der Zentralkommission für Bauarbeitcrschutz(G. Hemke), Hainburg 7, Besenbinderhof 36. Um der sozialistischen Einigkeit willen— so überschreibt unser französisches Bruderblatt„l'Humanitö" in ihrer Donnerstag-Nununer eine Mitteilung an leitender Stelle. Die Mitteilung besagt, daß von Freitag an der politische Redaktions- und Mitarbeiterstab der„Humanits" bedeutend vergrößert wird. Zu Jaurss, Rouanet, Amoretti, Pressenso, Thomas, Longnet, Remy, Mauß, Laitdrieu, Maurel, Tesche, Arhis, Marcel, Lauzel, Glay, Macs werden folgende Genossen als ständige Mitarbeiter hin- zukommen: Allard, Allemane, Bertrand, Bracke, Dubreuilh, Groussier, Lafargue, MeSIier, Rövelin, Seinbat, Vaillant, Willm.— Die französischen Genossen werden bei den bevorstehenden Wahlen, deren Termin, wie ein Telegramm vom Freitag besagt, auf den 6. Mai festgesetzt ist, jede gewandte Feder und auch die— Einigkeit gut brauchen können._ Gemcindcwahlsieg. In Schlagsdorf bei Guben wurde ein Genosse gewählt. Stattlicher Erfolg. 490 Abonnenten wurden von den Meißner Parteigenossen bei ihrer letzten Agitation für den„Volksfreund" ge- Wonnen. Partcipresse. Wegen der fortgesetzten Reibereien zwischen den Solinger Lokalgewerkschasten und den Zentralverbänden, Reibereien, die ihre Wellen auch in das politische Leben schlugen, haben die Redakteure unseres Solinger Parteiblattes gekündigt. Der politische Redakteur, Genosse May, ist sechs Jahre, der Lokalredakteur, Ge- nosse Deisel, zwei Jahre am Blatte tätig. May tritt am 1. Mai, Deisel am 1. Juli aus der Redaktion aus. Genosse Drecsbach ist, wie das„Kasseler Volksblatt" meldet schwer erkrankt. Hoffentlich gelingt es ärztlicher Kunst, unseren Ge- Nossen bald wieder herzustellen. Genosse Wilhelm Schröder, der bis vorigen Herbst in der Re- daktion des„Vorwärts" als Lokalredakteur tätig war, ist in Chemnitz als Redakteur für die„ V o l k s st i m m e" gewählt worden. poli-eillckeo, Oerichtlicbes uf». Die verpönte rote Schleife. Mt einem polizeilichen Strafmandat über 13 M. find zwei Genossen in Wald bedacht worden, weil sie bei der Beerdigung eines Genossen einen Kranz mit roter Schleife getragen haben. Die gestörte SonntagSheiligung. Von der I tz e h o e r Straf- kammer wurde ein Schöffengerichtsurteil bestätigt, das einen Genossen wegen Flugblattverbreitung am 14. Januar während der Kirchzeit wegen Sonntagsentheiliaung mit einer Geldstrafe belegte. Ein zweiter Genosse wurde freigesprochen, weil er nicht während der Kirchzeit verbreitet hat._ Soziales. NertrauenSärzte von Berufsgenosscnschaften als Krankheitsverursacher. Vor uns liegen Akten eines im Beruf gestürzten Arbeiters, der nach vieljährigem Kampfe endlich feine Unfallrente erstritten hat. Zwei Aktenstücke illustrieren, wie vollberechtigt die gegen die jetzige Handhabung der Unfallgesetze und gegen die Praxis so mancher Be- rufögenossenschaft erhobenen Beschwerden sind. Nachdem der Ver- letzte abgewiesen war, suchte er ein Wiederaufnahmeverfahren durch- zusetzen. Die Antwort der Lederindustrie-Berufs- g e n o s s e n s ch a f t auf das durch ein ä r z t l i ch e s A t t e st unter- stützte Wiederaufnahmegesuch lautet:... Das uns eingesandte Attest geben wir Ihnen anliegend m,t dein Bemerken zurück, daß wir daraufhin keine Veranlassuiig haben. das Verfahren wieder aufzunehmen, da durch dieses Attest nicht erwiesen ist. daß Sie jetzt aus Anlaß des Unfalls arbeits- unfähig sind. ES ist darin nur gesagt, daß Sie selbst die Krankheit auf den erlittenen Unfall zurückführen; daß aber der Unfall keine nachteiligen Folgen hinterlassen hat, ist in allen Instanzen anerkannt worden. Im übrigen ist die ttaumattsche Neurose eine Krankheit, die hauptsächlich nur auf Einbildung beruht und durch recht fleißiges Arbeiten am besten und schnellsten geheilt wird, da Ihnen bei regelmäßiger Be- schäftigung keine Zeit zum Grübeln und aussichtslosem Prozessieren bleibt. Auch wir haben wichtigere Dinge zu tun als Ihre müßigen Klagen zu beachten. Wir erklären Ihnen daher nochmals, daß die Angelegenheit für uns endgültig erledigt ist. Die soziale Rückständigkeit dieses Bescheides wetteifert mit semer medizinischen Unkenntnis. Er ist aber für das Verhalten so mancher Berufsgenossenschaften und ihrer„Vertrauensärzte" typisch. Erst in letzter Instanz, beim Reichsversicherungsamt wurde dem Arbeiter die Rente und zwar die Vollrente zugesprochen. Das Gutachten der Kieker Klinik führt unter anderem aus:„wahrscheinlich hat erst der mit aller Erbitterung geführte Kampf um die Rente das Fortschretten der Er- krankung zu ihrer jetzigen Höhe gezeitigt." Das dem Unfallverletzten gegenüber beliebte Verfahren, das hartnäckige, auf das Gutachten ihres„Vertrauensarztes" gestützte Verweigern der Rente durch die Berufsgenossenschaft, hat also das Leiden des verunglückten Arbeiters erst zu der vollen Erwerbsunfähigkeit geführt. Dasselbe Schicksal erleiden leider recht viele Arbeiter, die im Betriebe verunglückt sind. Selten gelingt es ihnen schließlich, ihr Recht so durchzusetzen, wie es im geschilderten Fall nach mehrjährigem Kampf infolge der Unterstützung durch das Hamburger Arbeiter- sekretariat ermöglicht wurde. /Zus Induftne und Handel. Boranzeige! In einem Bericht über die Lage des Elsenmarktes schreibt der„B. B. C.": Die Marokko- Angst ist überstanden; das Geschäft verläuft aber weiter ruhig. Die Käufer, namentlich aus Händlerkreisen, ver- halten sich abwartend und der Eingang von neuen Aufträgen ist zurzeit immer noch ohne Belang. Ein Kaufbedürfnis scheint einst- weilen nicht vorhanden zu sein. In den Preisen ist aber noch keine Aenderung eingetteten, dieselben halten sich ans der bisherigen Höhe. Wenn es auch auffallen muß, daß das Geschäft gerade zu Beginn des Frühjahrs nachläßt, so ist dabei zu berück- sichtigen, daß das Frllhjahrsgeschäft vielfach am Anfange des Jahres schon durch größere Käufe vorweg genommen wurde.... In Werkskreisen ist man in Anbetracht der guten Be- schäfttgung noch zuversichtlich gestimmt, in Händlerkreisen tritt diese Zuversicht nicht so ausgelprochen zutage. Händler- und Werks- intcrcssen sind auch nicht immer die gleichen. Soviel kann heute ge- sagt werden: wenn das Frühjahr keine Belebung bringt, dürfte der ruhige Sommer das Versäumte schwerlich nachholen. Die Eni- scheidung über die Frage, ob weiter Aufwärts- oder Abwärts- Bewegung in Aussicht steht, könnte dann erst der Herbst bringen. Einstweilen liegt noch kein Grund zu ernsteren Besorgnissen vor.... Ein amerikanischer Riesentrust. Neben der Kohle und den Eisenbahnen ist in den Vereinigten Staaten auch die Produktion von Fleisch durch einige wenige Aktiengesellschaften nahezu monopo- lisiert. Diese Aktiengesellschaften, miteinander koaliert in dem so- genannten Beeftrust, üben einen geradezu ungeheuerlichen Druck auf den Handel mit Lebensmitteln aus. Im Jahre 1874 betrug die Zahl der in Chikago geschlachteten Tiere erst 21 712; im Jahre 1890 war die Zahl auf 2 296 185 Stück gestiegen. Seitdem ist aber die Entwickclung in Riesenschritten vor- wärts gegangen. Der große Erfolg des Beeftrust datiert seit der Einführung der Kühlwagen. Durch diese Wagen ist es der Ge- sellschaft möglich, Fleisch und andere Waren nach allen Teilen der Welt zu schicken. Der Beeftrust hat sich nicht beschränkt auf die Herstellung und Lieferung von Fleischprodukten, sondern seitdem er auch nahezu das Monopol der Eiswagen hat, dehnte er seine Geschäfte auf alle möglichen Lebensmittel auS. Und heute werden seine Produkte, Fleisch, Butter, Milch, Käse, Früchte, Gemüse usw. in den Republiken Süd-Amerikas und auf den Märkten Europas, namentlich Englands, so frisch und so schön erhalten, feilgeboten wie in den Vereinigten Staaten, beziehentlich in Chikago selbst. Das hat der Eiswagen vollbracht, von denen der Beeftrust zirka 49 999 besitzt, die auf Eisenbahnen und Schiffen die Produkte nach aller Herren Länder befördern. Die Wagen der Gesellschaft dürfen nicht nutzlos auf den Bahnhöfen umherstehen oder etwa leer zurück- gehen, sondern durch die weitverzweigten Verbindungen des Trust ist dafür gesorgt, daß ihre Wagen die Produkte des Nordens und Südens, des Ostens und Westens miteinander austauschen. Der Einfluß des Trust auf die Eisenbahngesellschaften ist ein so großer, daß diese sich haben bereit finden müssen, die Preise für die Be- förderung der Trustwagen herabzusetzen. So dehnt sich die Macht des Beeftrust immer weiter aus, schon heute besitzt er weitgestreckte Ländereien, Prärien, große Viehherden, Ställe, Lagerplätze, Schlachthäuser. Werkstätten und Eisfabriken und eigene Eisen- bahnen und Schiffe. Aber noch immer scheinen den an der Spitze stehenden Millionären die Geschäfte zu gering. Sie werfen sich auf immer neue Industriezweige und suchen dort jede Konkurrenz aus- zuschalten. Dort, wo noch ein kleinerer Konkurrent vorhanden ist, wirft der Trust seine Waren massenhaft auf den Markt und ver- schleudert sie zu spottbilligen Preisen, um den Konkurrenten aus der Welt zu schaffen. Zurzeit ist nun eine gerichtliche Untersuchung im Gange. Eine Anzahl der zum Trust gehörigen Gesellschaften sind angeklagt gegen das Sherman Antitrustgesetz von 1890 verstoßen zu haben. Siebzehn der Direktoren und höchsten Beamten, einbegriffen etwa ein halbes Dutzend der Millionäre, die dem Beef Trust vorstehen, sind beschuldigt, der„kommerziellen Verschwörung", d. h. den Preis des Fleisches für den Konsum in die Höhe getrieben zu haben. Mit ihnen zusammen sind 3 Gesellschaften, die sie vertreten, an- geklagt; diesen wird vorgeworfen, durch ein Komplott versucht zu haben, Handel und Gewerbe zu hemmen und die Produktion von Fleisch gegen das Gesetz zu monopolisieren. Weitere 4 Angestellte der„Schwarzschild und Sulzberger Packing Company" sind be- schuldigt, ihrer Gesellschaft einen Rabatt von den Eisenbahngesell- schaften gesichert zu haben, was nach dem oben bezeichneten Gesetz verboten ist.— Bei dem ganzen Verfahren dürfte nicht viel herauskommen. Selbst wenn die Millionäre einige tausend Dollar als Strafe opfern müßten, so würde sie das durchaus nicht ab- halten, genau die gleichen Wege weiter zu wandeln; eine Form, das Gesetz ganz zu umgehen, werden die Herren schon leicht finden. Der gewaltige Trust, die Ausdehnung seiner Macht und seines Einflusses auf das ganze industrielle und öffentliche Leben zeigt recht deutlich die ganze Widersinnigkeit der heutigen„Ordnung". Die Einrichtungen, welche der Trust geschaffen hat. würden in einer sozialistisch geleiteten Gesellschaft zum Besten der Allgemein- heit dienen, heute hat nur eine Anzahl weniger Millionäre den Borteil davon; ihre Monopolherrschaft üben sie zum Schaden der Allgemeinheit aus. Unreelle Packung von Konservendosen. Konservengemüse wird gewöhnlich in Dosen nach dem Gewicht verkauft. Man unter- scheidet meist Einpfund- und Zweipfund-Dosen. Der Inhalt einer Dose besteht aber nur zu einem Teil aus Ware, zum anderen Teil besteht er aus Wasser. Der Wassergehalt schwankt nun sehr bedeutend, und es werden Zweipfund-Dosen verkauft, wy vom Netto- gewicht bis zu 50 Proz. auf Wasser entfallen. Eine Untersuchung der Detaillistenkammer in Hamburg hat ergeben, daß der Käufer im günstigsten Falle 72,2 Prozent Ware erhält. In einem Falle enthielt eine Zweipfund-Dose noch nicht einmal ein Pfund Ge- müse. Der Käufer einer Pfund-Dose Brechspargel, für die er 35 Pf. zahlte, erhielt tatsächlich nur ein halbes Pfund Ware, so daß ihn das Pfund in Wirklichkeit 1,10 M. kostete. Daß dieser Ge- Wichtsverschleierung entgegenzuwirken ist, liegt nicht nur im Jnter- esse des Handels, sondern auch in dem der Konsumenten. Eine Kontrolle des kaufenden Publikums ist mit großen Umständlichkeiten verknüpft, auch nicht zu verlangen. Zu verlangen ist vielmehr, daß der Verkäufer für das Gewicht Ware, für das er sich bezahlen läßt, auch die Gewähr übernehmen muß. Der Wassergehalt muß auf eine bestimmte Höchstmenge pro Pfund Ware beschränkt werden. Zur Durchführung einer solchen Regelung liegen gleichgewichtige Gründe vor. wie sie seinerzeit für die Regelung des Verkehrs mit Garn und des Verkehrs mit Kerzen im Sinne des§ 3 des Wett- bewerbgesctzes bestimmend gewesen sind. Außenhandel der Bereinigten Staaten von Amerika. Der Gesamtwert des Exports der fünf Hauptausfuhrwaren— Brotstoffe, Vieh. Viktualien, Baumwolle und Mneralöle— war im Februar 1906 um rnnd 46 Proz. größer als 1993; an Brotstoffen allein waren für 83 Proz. mehr, an Baumwolle für 46 Proz. mehr und an Viktualien für 33 Proz. mehr als im Februar 1993 aus- gegangen. Für die acht verflossenen Monate des Fiskaljahres, von Juli 1993 bis Februar 1996, stellte sich der Ausfuhrwert dieser Hauptwaren um 23 Proz. höher als ftir denselben Zeittaum des Vorjahres und um 6,4 Proz. höher als 1993/04. An Brotstoffen wurden in diesen Monaten reichlich 199 Proz., an Viktualien 32 Proz., an Baumwolle ziemlich 11 Proz. mehr zur Ausfuhr ge- bracht als im Vorjahre. Für den Februar allein und die Zeit von Juli bis Februar Ivaren die Ausfuhrwerte der Hauptwaren in den Fiskaljahren 1993/96 und 1904/93 die folgenden: Ausfuhrwerte in Dollar Waren Februar Juli/Februar 1996 1993 1993/96 1994/93 Brotstoffe.. 19 436 394 19 394 495 139 733 299 63 937 493 Lebendes Vieh 3 693 967 3 839 397 26 082193 26 913117 Viktualien.. 17 094 339 12 383 561 128 663 988 97 068 843 'Baumwolle.. 28 779130 19 630 999 307105 549 276 953 918 Mineralöl.. 3 713 777 4 439 431 32 656 234 30 469 433 Zusammen.. 74 651 807 31 120 703 643 240 397 314 467 749 Der Wert der Gesamtausfuhr war im Februar 1996 um 32 Proz. höher als 1993 und um 13 Proz. höher als im bisher besten Februar. Auch für die acht Monate von Juli bis Februar war bisher niemals die Ausfuhr so bedeutend wie im laufenden Fiskaljahr, wo sie die vom gleichen Abschnitt des Vorjahres um 18 Proz. und des Jahres 1993/04 um 14 Proz. übertraf. Ebenso erreichte die Einfuhr für Februar 1906 sowohl als für Juli 1993 bis Februar 1996 einen höheren Wert als je bisher in entsprechenden Zeittäumen; für Juli bis Februar war der Einfuhrwert 1903/06 um 9,6 Proz. höher als im Vorjahre, das allen früheren voranstand. Englische Kohle in Deutschland. Im Januar 1906 ist die Kohlen- zufuhr aus Großbritannien größer gewesen als in dem gleichen Monate der Vorjahre. Der Januar- Import brachte folgende Mengen: 1904 282 096 Tonnen, 1903 334 943 Tonnen und 1906 498 494 Tonnen. Seit zwei Jahren stieg die Einfuhr um rund 77 Prozent. 22 Prozent Dividende sollen auf Vorschlag der Verwaltung den Aktionären der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation in Berlin für das abgelaufene Geschäftsjahr gezahlt werden. Seriekts-Leitung. Kavalierwechsel. Vor der 7. Strafkammer des Landgerichts l, unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. M e n z, begann gestern ein umfang- reicher Betrugsprozeß gegen 3 Personen, die nach Ansicht der An- klagebehörde zu den„Schiebern" und„Teilern" gehören, d. h. zu den Personen, die gewerbsmäßig Schwindeleien bei der Ver- Mittelung von Geldgeschäften an Ltavaliere verüben. Angeklagt sind 1. der Agent Wilhelm T h i l o, 2. der Agent Karl P l u m m, 3. der Kaufmann Julian v. Poschokinsky, genannt v. Suchen, 4. der Agent Emil Hübner zu Charlottenburg, 5. der Malermeister Otto Stiege zu Charlottenburg. Nach der Anlage sollenThilo, Plumm und v. Poschokinskh zahlreiche Per- sonen um sehr hohe Beträge betrogen haben, und zwar Thilo das Vermögen eines Studenten v. F. um 19 000 M.(2 Akzepte), eines Leutnants v. L. in Düsseldorf um 14 000 M.(7 Akzepte), eines Leutnanats v. B. in Oschatz um 10 900 M.(1 Akzept), eines Leutnants v. D. in Wandsbek um 3090 M.(1 Akzept), eines Kaufmanns v. G. um 2000 M.(2 Akzepte), eines Dr. W. um 409 M. und eines Barbiers H. zu Charlottenburg um 509 M. Plumm wird der Betrug gegen einen Leutnant v. T. in Höhe von 20990 M. und dem Angeklagten v. Posch okinsky ein Betrug gegen einen Bildhauer M. in Höhe von zirka 8000 M. zur Last gelegt. Letztgenannter Angeklagter wird ferner der Leihülfe zum Betrüge beschuldigt, außerdem hat er sowohl, als auch die Angeklagten Plumm, Hübner und Stiege sich wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu verantworien. — Die interessanteste Person auf der Anklagebank- ist v. Poscho- kinskh, der f. Z. als lästiger Ausländer abgeschoben, später aber ruhig wieder nach Berlin zurückgekehrt ist und hier seine Geschäfte wieder betrieben hat. Um seine Persönlichkeit schwebt ein mystisches Dunkel. Nach der Behauptung der Anklagebehörde soll er, ehe er nach Deutschland kam. in Rußland einem Schwindlerkonsortium angehört haben, das Betrügereien mit angeblich aus sibirischen Goldgruben stammendem Goldstaub viele Goldarbeiter geschädigt hat. Er soll deshalb mit Verschickung nach Sibirien bestraft wor- den sein, sich aber der Strafvollstreckung durch die Flucht ent- zogen haben. Anfangs 1899 ist er aus Preußen ausgewiesen worden, er legte gegen den Ausweisungsbeschluß Beschwerde ein und ging schließlich nach Hamburg. Er hat sich dann wieder unangemeldet in Berlin aufgehalten und ist hier seinen Geschäften nachgegangen. Wegen Bannbruchs ist er einmal zu 14 Tagen Ge- fängnis verurteilt worden. Er bestreitet entschieden die Identität mit dem in Rußland verurteilten Goldstaubschwindlcr. Es soll im Laufe des Prozesses seine Identität mit jenem noch unter Beweis gestellt werden.— Der Angeklagte T h i l o. ein 25 Jahre alter Mann, ist der Sohn eines verstorbenen Amtsgerichtsrats. Gegen ihn schwebt ein Entmündigungsverfahren, in welchem der Rechtsanwalt Jakobson vorläufig zu seinem Vormund bestellt ist. Zur Begutachtung des Geisteszustandes dieses Angeklagten ist Medizinalrat Dr. Hoffmann als Sachverständiger geladen. Der Angeklagte H ü b n e r ist 54 Jahre alt. ist früher Soldat ge- Wesen, hat kapituliert, ist jahrelang zur See gefahren, und zwar als Koch auf Schiffen, die von Hamburg nach San Francisco bezw. nach Shanghai, den Philippinen usw. fuhren. Der Angeklagte Stiege ist seit 22 Jahren ein in Charlottenburg ansässiger Malermeister, der mit 8 Gehülfen arbeitet.— Die ersten drei Angeklagten befaßten sich mit der Vermittelung von Darlehen, ihre Hauptaufgabe soll aber in der gewissenlosesten Ausbeutung von Darlehnssuchenden bestanden haben. Die Seele der Unter. nehmungen sollen Plumm und v. Poschokinskh gewesen sein; die Polizei soll sie als Wechselsckieber und Leute kennen, die sich mit den bedenklichsten Geldgeschäften befassen. Nach der Aussage des Angeklagten Thilo soll v. Poschokinsky in den Kreisen der Geld- agenten als„Teiler" bekannt sein, d. h. als ein Mann, der die Besorgung von Geldgeschäften übernimmt, aber nichts abführt, sondern den Erlös der Wertobjckte einfach mit seinen Hinter- männern teilt und den Darlehnssuchcrn das Nachsehen läßt. Um Manipulationen dieser Art handelt es sich auch bei den jetzt zur Anklage stehenden Fällen. Die Verhandlung wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ueber ihren Ausfall werden wir berichten. Der„Mord" von Düppel, der seinerzeit großes Anflehen er- regte, beschäftigte gestern die 5. Strafkammer des Landgerichts II. Wegen Vergehens gegen§ 227(Teilnahme an einer Schlägerei. bei welcher ein Mensch getötet wurde), waren angeklagt: der Ar- bester Stanislaus Nog und der Knecht Michael Scminsczeck. __ Beide Angeklagten waren bei dem Bau des Teltowkanals be- schäftigt Zwischen den Arbeitern deutscher und polnischer bezw. qalizischer Nationalität bestand von Anfang an ein gewisses ge- spanntes Verhältnis. Es kam zu allerlei Eifersüchteleien, die zedoch durch das rechtzeitige Einschreiten des Gendarmerieoberwacht- Meisters Resiger beigelegt wurden. Am 6. September v. I. über- raschte der Kanalarbeiter Podolny seine Tochter in einer sehr ver- fänglichen Situation mit einem anderen Arbeiter. Es kam zu Tätlichkeiten bei denen P. den kürzeren zog. Dieser Vorfall er- regte eine große Bitterkeit gegen die deutschen Arbeiter. Am nächsten Tage kam es zu einer förmlichen Schlacht zwischen beiden Nationalisten. Bei jeder Partei befanden sich etwa zwanzig mit dicken Knüppeln bewaffnete Arbeiter. Das Ergebnis dieser Schlacht war. daß der Arbeiter Podolny an den Folgen der erlittenen Verletzungen verstarb, ein anderer das Augenlicht verlor und mehrere andere Teilnehmer schwere Verletzungen durch Messer- stiche und Knüppelhiebe davontrugen. Der verstorbene Podolny hatte von einem Arbeiter Skozat Fußtritte vor die Brust er- halten, sodaß ihm der Brustkorb eingetreten war. Der Täter selbst flüchtete und hält sich zurzeit in seiner Heimat Galizien auf. Vermischtes. Ueber die Einsturzkatastrophe in Nagold liegen noch folgende Nachrichten vor: Eingegangene Druckschriften. -W ungefähr 2. Den 4. Der Dort foll auch seine Verurteilung wegen dieser Tat erfolgen. Auch| Kleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Fel. Jda Altmann:„ Wissen und Frau ift nicht erforderlich. M. a. 1. Ein die Teilnehmer an dieser Schlägerei flüchteten und ließen den Sittlichkeit". Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. dem des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechendes Eherecht. Zoten zurüd. Dieser wurde erst später aufgefunden. Dadurch Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Rigdorf- Brig. Erben. 3. Durch notariellen oder gerichtlichen Vertrag. entstand das Gerücht von einem angeblichen Morde bei Düppel. Sonntag, den 8. April, nachmittags 2 Uhr, im Restaurant Vollmar, Hermann Mann, die Kinder A. 3. Eine Klage auf Zahlung des Der Gendarm Bebiolfa ermittelte nachträglich mehrere Teilnehmer Straße, de 3Ziethenstraße: Bersammlung, monatlich Vereinbarten hat Aussicht auf Erfolg, wenn die ausdrückliche Beran der Schlägerei, darunter die Angeklagten Rog und Seminsczec. 8. April, vormittags 10%, Uhr, im Boltshause, Rosinenstr. 3: Vortrag des Ortsverein Charlottenburger Buchdrucker. Sonntag, den einbarung bewiesen wird, daß die Arbeitszeit von 7 bis 7 dauern sollte. Die Verhandlung konnte nur mit Hülfe des Dolmetschers der Herrn Diplomingenieur Finkelstein. Um recht zahlreichen und pünktlichen im Prozesse darlegen, daß Ihre Annahme zutrifft. Die Zuziehung eines P. D. 6. Sie müßten beim Amtsgericht auf Herausgabe Hagen und polnischen Sprache, des Amtsanwalts to persti von statten Besuch wird gebeten. Sachverständigen wird im Prozesse wohl erforderlich werden. G. K. Sit gehen, zumal auch viele Zeugen der deutschen Sprache nicht mächtig Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins durch die Arbeitsordnung nicht etwa andere Bestimmung getroffen, so würde waren. Nach mehrstündiger Beweisaufnahme erkannte der Ge- und Umgegend. Sonnabend, 7. April, abends 7 Uhr, in Steglik die Kündigungsfrist für Sie 14 Tage betragen. Senefelder. Ja. Was richtshof gegen og auf ein Jahr 6 Monaten Gefäng- bei Schellhase, Ahornstr. 15: Deffentliche Versammlung. Tagesordnung: bet der Steuereinschätzung in Abzug gebracht werden kann, ist ausführlich nis, gegen Scminsczed auf ein Jahr Gefängnis. Alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sowie die erwachsenen Die Statuten brauchen nicht auf der Polizei eingereicht werden. Ihren 1. Vortrag des Arbeitersekretärs G. Lint. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. unter Lokales im Vorwärts" vom 18. März angegeben. Schwenten. Arbeiter von Steglitz und Umgegend werden gebeten, vollzählig zu Wunsch, Ihnen Statuten zu übersenden, bermögen wir nicht zu erfüllen. erscheinen.- Abteilung Charlottenburg. Sonntag, den 5. G. 17. Rein. F. S. 1. Nein. 2. Den Verlobungsring und 8. April, nachmittags 3 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Versammlung. unter Umständen Geschenke zwischen Verlobten. M. H. 102. 1. und 2. 1. Vortrag des Kollegen Maschte über Nationalempfinden". 2. Diskussion. Bestimmte Firmen und dergleichen lehnen wir grundsäßlich ab zu 3. Verschiedenes. empfehlen. 3. Nein. Thulte. Der Verein Volkswohl, Linfstr. 13, ist ein Verein, vor dem wir wiederholt dringend gewarnt haben. Gehören Sie demselben als Vertrauensmann an, so steht es Ihnen dennoch frei, Ihre Erfahrungen der Staatsanwaltschaft mitzuteilen. H. B. 25. Nach der herrschenden Praxis ist der Mann zur Zahlung Plutus. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen verpflichtet, müßte aber erst verklagt werden. Ratenzahlung würde ihm und Buchhandel 3,50 M., direkt vom Verlag 4 M. ( Herausgeber: Georg Bernhard). Abonnements vierteljährlich per Bost wohl auf seinen Antrag bewilligt werden. S. 91. Leider nein. Brobehefte gratis in E. F. 63. Wenden Sie sich an die Stiftungsdeputation des Magistrats, jeder Buchhandlung und vom Verlag, Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 69. Rathaus. A. S. Ja. Etwa 14 Tage. O. 6. 183. Die von Ihnen Jahresbericht über das Arbeitersekretariat und die Tätigkeit des gewählte Bezeichnung genügt. Eine andere ist uns nicht bekannt. Gewerkschaftskartells Stettin und Umgegend. 60 Seiten. Verlag B. Poupar,. K. 17. Nein. 2. M. 36. Ja. C. Th. 66. 1. Ja. 2. Der Anwalt ist ersatzpflichtig. Stettin, Friedrich Karlstr. 38. D. F. 17. 1. Die Sparkassenbücher geJohn Grand Carterets vielgenanntes Buch" EN"( 294 Seiten) ist hören zum Nachlaß, also den Erben, das ist der Witwe und soeben in deutscher Sprache im Wiener Verlag erschienen. Das französische den Kindern. 2. Soweit ersichtlich, nein. O. R. 99. Mein. Original wurde seinerzeit verboten, später aber wieder freigegeben. O. R. 46. 1. Ja. Sie sollten auf Rückgabe klagen. 2. Nein. Friedrich Robert, Menschen, die bestimmt geboren werden.( H. Ber- 3. Auf Herausgabe flagen. 5. G. 34. Wenden Sie sich an das mühler, Berlin.) Regiment. O. E. 20. Verklagen Sie die Stasse zunächst bei der GeBlut und Nerven. Eine volkstümliche Schrift im Kampfe gegen die werbedeputation, Stralauerstr. 1/2. E. S., Steglit. Auskunft über Krankheiten des Kulturmenschen im XX. Jahrhundert. Preis 1 M. Eisenbahnverbindungen und dergleichen ersehen Sie aus dem amtlichen Verlag von Groß u. Schauenburg, Lahr in Baden. Kursbuch und erhalten Sie in den amtlichen Aus funftsstellen Alexanderplat, Anhalter Bahn und Potsdamer Bahn. H. WI. Wenden Sie sich direkt an das Parteiarchiv. E. B. C. 14. Was von der Steuer in Abzug zu bringen ist, ist im Vorwärts" vom 18. März unter Lokales mitgeteilt. Die Steuer wird nach dem berechnet, was das ganze Jahr hindurch verdient wird. Eine Reklamation hätte in Ihrem Fall vielleicht Aussicht auf Erfolg. Kreuz- A. Nein. W. M., Weißensee. Nein. Die Zahl der Toten ist nunmehr auf 49 festgestellt, die der Schwerverletten beträgt etwa 50, von denen viele in Lebensgefahr schweben. Die Aufräumungsarbeiten wurden im Laufe der Nacht in Gegenwart des aus Stuttgart eingetroffenen Ministers des Innern v. Pischek vollendet. Als das Unglück geschah, war die Wirtschaft in vollem Betriebe. Die Hebungsarbeiten waren noch im Gange, als man einen Riß bemerkte, worauf das Kommando: Halt!" ertönte. In demselben Augenblick stürzte das Haus in sich zusammen. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. Der König hat noch im Laufe der Nacht sein Beileid ausgedrückt und sich Bericht erstatten lassen. Der Ort des Unglücks. Das württembergische Städtchen Nagold, in dem sich das folgenschwere Unglück ereignet hat, liegt in reizvoller Gegend am östlichen Abhange des Schwarzwaldes. Zahlreiche malerische Bergtuppen mit Laub- und Nadelwald bewachsen, schließen liebliche Täler ab, durch die sich in zahlreichen Windungen die Nagold schlängelt. Die Stadt ist ein beliebter Luftkurort und bietet in der Nachbarschaft Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen. Ueber der Stadt, auf dem sogenannten Schloßberg, thront die Felsenfeste Hohen- Nagold, die von vielen Touristen besucht wird. Die Burg ist bereits 1180 gebaut und wurde im Jahre 1646 abgetragen. Es find jedoch noch bedeutende Reste erhalten, darunter drei mächtige Türme, die einst als Wasserturm, Pulvertum und Waschküchenturm dienten. Entzückend ist bon hier oben die Aus sicht auf das im Tale liegende altertümliche Städtchen, dessen Spuren fich bis in die Römerzeit zurückverfolgen lassen. Nagold ist württembergische Oberamtsstadt mit etwa 3700 Einwohnern. Ausgedehnter Gewerbefleiß zeichnet die Bewohnerschaft aus, die, wie überhaupt die Schwarzwälder, von freundlichem und zuvorkommendem Wesen ist. Int Hochsommer, wenn sich der Schwarm der Touristen über diesen Landstrich ergießt, herrscht im Drte regeres Leben, und bei den Vergnügungsreisenden, die in der würzigen Schwarzwaldluft Erholung von dem Staube und den Strapazen der Großstadt fuchten, ist der Gasthof Zum Hirsch" stets beliebt gewefen. Den zahlreichen Freunden von Nagold, unter denen sich sicherlich auch biele Berliner befinden, wird die Nachricht von der schweren Katastrophe besonders schmerzlich sein. Oeffentliche Bibliothek und Resehalle zu unentgeltlicher Be. nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 8. April cr., vormittags 8 Uhr, im Rathause( Saal 109), Eingang Jüdenstraße, Bersammlung: Freireligiöse Vorlesung". Um 10%, Uhr vormittags in der Schulaula, Himbeck Bandekow. Wie baut und betreibt man Kleinbahnen? Berlag von R. Oldenbourg, München und Berlin. Preis 2 M., geb. 2,80 M. Jahresbericht für das zweite Geschäftsjahr 1905 des Arbeitersekretariats Hanau a. M. nebst Anhang: Jahresbericht des Gewerkschaftskartells das selbst. 80 Seiten. Selbstverlag des Gewerkschaftskartells Hanau a. M. Geschäftsbericht der Driskrankenkasse der Maler zu Berlin für das Jahr 1905. 61 Seiten. Druck: Maurer u. Dimmid, Berlin, Lutsen- Ufer 11. G. Stegemann, Die neuesten Ergebnisse aus der internationalen Statistit.( Leipzig, deutschen und .. Ludwig Degener, 1906.) " G.. 1001. Erkundigen Sie sich auf der Gerichtsschreiberei des Amtsgerichts, ob Ihre Forderung im Prüfungstermin anerkannt ist. R. K. 1. Sie erhalten bei dem Fabrikanten von Radreifen Auskunft. Witterungsübersicht vom 6. April 1906, morgens 8 Uhr. Dr. med. Walfer, Die Nervosität die Modekrankheit unserer Beit.( Leipzig, E. Demme.) Dr. G. Schult. Was jedermann von der Erkennung der Krankheiten und der Voraussage des Strantheitsverlaufes aus dem Ürin wissen muß. ( Leipzig, E. Demme.) Grundzüge der Bergbaukunde von Oberbergrat Professor Dr. Karl Stationen Chelius.( Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9.) Brosch. 30, geb.-, 50. 2.40 M., geb. 3,40 m. Dieterichsche Berlagsbuchhandlung( Th. Weicher), Rudolf Martin. Die Zukunft Rußlands. 176 Seiten. Broschiert Leipzig. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende von 7 bis 9%, libr abends statt. Geöffnet: 7 br. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Dumm 100. 1. Die Tabelle zur Berechnung der Mindestzahl der Marken für Altersrentner finden Sie Seite 499 und 500 des in den öffent lichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrechts". 2. Zuchthaus, bei Annahme mildernder Umstände Gefängnis nicht unter 6 Monate. 3. In zehn Jahren. Güstrow 30. 1. und 2. So viel uns bekannt: nein. ZuKr. 30. verlässige Auskunft erhalten Sie in der Gewerbeschule. 3. Nein. Sie könnten lediglich gegen den Wirt auf Einräumung der Benutzung und Schadenersat flagen. Hamburg 19. Der Mann muß sich vor der zweiten Heirat mit dem Kinde aus der ersten Ehe gerichtlich auseinanderfezen. Genehmigung oder der dergleichen seitens Eine Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Swinemde. 767 GD Hamburg 767 D Berlin 767 SD Franff.a.M. 767 SW München Bien Better 3 heiter 2 wolfig 2 polfig. Temp. n. T. 5° C.= 4° R. Stationen BarometerWind. richtung Windstärke 6 Haparanda 760 SS 6 Petersburg 771 5 Scilly 768 NND 771 WNW 2 bedeckt 7 Aberdeen 2 polfig 7 Paris -heifer 3 Wetter 2woltent Temp. n. 1Schnee 5 bedeckt 2heiter -3 zbedeďt 766 SSW 2bedeckt 10 76828 770 Still Wetter- Prognose für Sonnabend, den 7. April 1906. Etwas fühler, vorherrschend wolkig bei schwachen nördlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau. Wasserstand am 5. April. Elbe bei Auffig+1,12 Meter, bei Dresden-0,31 Meter, bei Magdeburg+2,64 Mefer. 11 u strut bei Straußfurt+2,30 Meter. Dder bei Ratibor+1,96 Meter, bei Breslau Oberpegel+5,22 Meter, bei Breslau Unterpegel+0,22 meter, bei Frankfurt+2,74 Weter. Weichsel bei Brahemünde +5,34 Meter. War the bei Bofen+2,26 Meter. Neze bei ersten Usch -Meter. Am Sonntag sind unsere Geschäftsräume bis 6 Uhr abends geöffnet. 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Riesen- Stangenspargel Stangenspargel, stark. Stangenspargel, mittel Stangenspargel, dünn... Bruchspargel, Riesen m. Köpf. Bruchspargel, stark m. Köpfen Bruchspargel, dünn m. Köpfen Bruchspargel, ohne Köpfe • Mk. 0.26 Mk. 1.70 0.90 1.60 0.85 1.10 0.55 0.95 0.50 1.25 0.65 1.05 0.55 0.65 0.40 0.35 Birnen, weiss und rot Pflaumen Kirschen... Stachelbeeren. Melange Apricosen Pfirsiche Preiselbeeren Mirabellen. V 9 2 Pfd.. Dose 1 Pid.Dose Mk. Mk. 0.68 0.39 0.30 :: 0.60 0.35 0.35 0.48 0.85 0.48 0.48 0.65 0.38 0.65 0.38 Apfelsinen z 33, 45, 55 P. Dtz. Citronen 35, 45 P Von Sonnabend, 7. April, bis Sonnabend, 14. April cr. kommen besonders preiswert zum Verkauf: Dtz. Pf. Ein Waggon Porzellan Ein Waggon Steingut Ein Waggon Emaille Speiseteller, Salatieren, Kaffeekannen Milchtöpfe und Tafelservice Waschservice und Salatieren Kochgeschirre, Wannen und Eimer in Verkauf dieser Artikel II.Etage Sonntag, den 8. April sind unsere Geschäftsräume von 8 bis 10 Uhr und von 12 bis 6 Uhr geöffnet. Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Ar. 82. 28. Jahrgang. 2. SkilM leg Jotmütb" Kell« ItlMlott. Sonnabend, 7. April 1906. Das Verbrechen von Courriöres. Moloch Bergwerl. Im Brustton sittlicher Entrüstung zog das Schlotbaronenblatt JRHem.-Westsi Ztg." gegen uns los. weil wir dein kapitalistischen System die Schuld an dem furchtbaren Unglück in Courridres bei- maßen. Schamloser Hetze, von der man sich angesichts der Katastrophe mit Ekel abwenden müsse, bezichtigte nmn uns. So war man„über- zeugt" in dem Blatt, das keine Arbeiter lesen. Aber in dem Verlage der„Rhein.-Westf. Ztg." erscheint noch ein anderes Preßerzeugnis, das in seiner Aufmachung ganz auf Abonnentenfang in Arbeiter- kreisen zugeschnitten ist. Unverfälschte Scharfmawerartikel werden darin nicht veröffentlicht und das Blatt, benamset„Rh.-W. Anzeiger", kostet nur 25 Pfennig pro Monat; zuerst wurde es gratis verteilt. dann forderte der Verlag 10 Pfennig Abonnemenrsgeld, jetzt 25 Pfennig. Auch nach dieser Richtung trägt der Bruder des Scharfmacherblattes die Merkmale gerissenen Abonnentenfanges. Das aber besonders in der Spelulatton auf die Volksstimmung. Man sollte zuweilen glauben. Dr. Reißmann- Grone, der vielgewandte Verleger des Sckarsmacherblattes und des„Anzeiger" sei ein ein- geschworener Arbeiterfreund und der„Anzeiger" habe die Aufgabe, die Scharfmacherei seines Bruders an den Pranger zu stellen, dlon olst! Von de» Scharsmachern nimmt man das Geld für Hetze gegen die Arbeiterorganisationen— und für Abonnentenfang mit einem Traischblatt, das hin und wieder auch malader Volksstinnnung etwas Rechnung trägt, um hinterher desto ungenierter in Volksverdummung machen zu können. Und von den Arbeitern steckt man die Abonnementsbeiträge ein— für blauen Dunst, den man ihnen vor- macht. In der Nummer vom 4. April reproduziert der„Anzeiger" eine Symboltsierung der Unglückszeche als Moloch. Und der„An- zeiger" schreibt dazu, stimmungsvoll und weichmütig:„Das durch feine virtuosen Zeichner rasch berühmt gewordene Boulevardblatt „Assiette au Beurre" widmet dem Grubenunglück von Courrisres eine ergreifende Sondernummer von Grandjouan, der wir das vor- stehende Blatt entnehmen. Der Künstler hat darauf die Zeche als Moloch symbolisiert, der die Opfer, die er verschlang, nicht mehr herausgibt."— Der Moloch, der die Opfer verschlang, war der Kapitalismus in seiner wilden Gier nach hohem Gewinn, und ver- brecherische Sparsamkeit war der Moloch, der viele Opfer nicht wieder herausgab. Brutale Plündersuchl ist der im„Anzeiger" gekennzeichnete, in der„Rh.-Westf. Ztg." von dienst- fertigen Federn verteidigte Moloch I Und die Zahl der lebenden Zeugen gegen den Kapitalismus ist wiederum gestiegen. Am Donnerstag ist ans Schacht 4 noch ein lebendes Pferd herausgeholt worden. Diese Tatsache hat die Erregung der Gemüter von neuem gesteigert. Besonders die Frauen gebärden sich wie wahnsinnig, sie lassen sich nicht von dem Glauben abbringen, daß, wenn noch lebende Pferde unten seien, sich auch noch lebende Menschen in den Gruben befinden. Die Rettungsinannschasten sind von den Anstrengungen ganz erschöpft. Während des gestrigen TageS haben sie in den Gruben über 100 Kilometer Entfernung Gänge abgesucht. Gestern hat die Behörde mehrere aus den Gruben geholte Lampen beschlag- nahmt. Der Streik. Die Versuche der„Gelben", durch Gewalt und Hinterlist den Streik zu hintertreiben, sind gescheitert. Fast überall macht sich bereits ein Kohlenwangel bemerkbar und innner mehr Belegschaften schließen sich dem Streik an. In Versammlungen in Möns wurde einmütig Fortsetzung des Ausstandes beschlossen. Auch im Becken von Charleroi hat das Grubenproletariat sich der Bewegung an- geschlossen. Auf der Grube Couillet legten 000 Mann die Arbeit nieder. Bis Sonntag ist den Grubenherren Zeit gegeben, sich zu der Forderung der Arbeiter zu erklären. Eine telegraphische Meldung lautet: Paris, 0. April. Aus Alaiö wird berichtet, das Syndikat der Grubenarbeiter hat gestern den Grubengesellschaften die Forderungen der Arbetter unterbreitet und ihnen Frist bis Sonntag gegeben. Bis dahin müssen die Forderungen angenommen sein, andernfalls der Ausstand proklamiert wird. Die Forderungen sind: Acht Stunden Arbeitszeit, ein Lohnminimum und eine Altersrente von 2 Frank täglich. Weiter wird gemeldet: Leus, 6. April. Der Ausstand ist in allen Gruben vollständig durchgeführt/ ausgenommen in den. Gruben von Bruay, wo die Arbeit fortgesetzt wird. Die Nacht ist ruhig verlaufen. Lens, 6. April. Der heute morgen unter dem Vorsitz BaSlys zusammengettetcne Kongreß der Delegierten der Bergarbeiter der Kohlenbecken von Anzin, Nord und Pas de Calais hat beschlossen, an den Forderungen der Bergarbeiter festzuhalten. Der Streik in den mitteldeutsllien Krannkohlen- reviert«. Zeitz, 5. April.(Eig. Ber.) In bezug auf die Zahl der Streikenden, im Zeitz» Wei ß e n f e l s- Me u se I w i tz e r Revier ist eine nennenswerte Aenderung heute nicht eingetreten. Ausständig sind in beiden Rc- vieren zurzeit etwa 4200 Mpnn. Zu den im Revier Borna (Königreich Sachsen) 540 Streikenden ist am Dienstag die Gesell- schaft„Bubendorfer Kohlenwcrke" mit etwa 100 Mann gekommen. Das Braunschweiger Revier Helmstedt- Hötensleben ist mit den Horbker Kvhlenwerken, der Grub:„Karo- line" bei Offleben,„Viktoria" und Brikettfabrik„Fürst Bismarck" bei Völbkd an dem Streik beteiligt. Die Gesflmtziffcr der Aus- ständigen beträgt über 6000. In den am längsten im Ausstande sich befindenden Werken des Zeitz-Weitzenfelfer Kohlenreviers macht sich bereits ein emp- findlicher Mangel an Kohlen für die AufbereitungSanstalten, De- stillationen, Kerzengießereien und Schwelereien bemerkbar. Die Werke helfen sich auf alle mögliche Weise, indem sie wo irgend angängig die Betriebe ganz oder teilweise stillsetzen. Konti- nuierliche Betriebe, wie Schwelereien, ganz langsam im Feuer erhalten, und um Grudekoks für die Kundschaft in den Städten zu erhalten, Feuerkohle(d. h. fettarme, zum Schwelen un- geeignete Kohle) von der Halde verschwelen! Daß Krankenkaffen, bergtechnisch Knappschaftskassen geheißen, den Unternehmern Zutreiberdienste leisten, dürfte in der Geschichte der wirtschaftlichen Kämpfe innerhalb Teutschlands noch neu sein. Und doch ist es so. Der Neupreußische Knappschaftsvcrein, dessen Sitz in Halle und dessen Vorsitzender bis vor kurzem noch der Generaldirektor der Riebeckschen Montanwerke, Herr Bergrat S ch r ö ck e r, war, läßt durch den Mund eines Knappschaftsälteften (Kassenvertreters) verkünden, daß ständige(mit der Familie versicherte pensionsberechtigte) Mitglieder die Beiträge aus ihrer Tasche voll zu zahlen hätten. Was das zu bedeuten hat, mag die Tatsache beleuchten, daß der Ävsscnbeitrag für diese ständigen Mit- glieder pro Woche 3,02 M beträgt. Die ständigen Mitglieder hatten sich als„feiernd"(arbeitslos) gemeldet, welche Meldung man im Bureau der Kasse wahrscheinlich nicht hat gelten lassen wollen. Weiter wird gemeldet, daß der Gewcrkverein seinen Mit- gliedern empfohlen hat, die Arbeit am Montag wieder aufzu- nehmen. Unterstützung würde nur bis Sonnabend gezahlt. Daß Herr„Generalsekretär" Hahn aus Burg bei Magdeburg im Bornaer Revier von Grube zu Grube reist, auf eigene Faust Ver- Handlungen anzubahnen sucht und seine Mitglieder bereits wieder zur Arbeit gelotst hat, meldeten wir schon gestern. So erweist sich auch hier wieder zur Evidenz, lvas der Gewerkverein in Wirklich- keit ist: eine Schufetruppe des Unternehmertums? nichts weiter!! Im Meuselwitzer Revier ist es den Sendboten des Zentrums doch endlich gelungen, einige ihrer Schäfchen ins Garn, d. h. zur Grube zurückzubringen. Tie dortigen Bergleute versichern aber, daß es ihnen daraufhin gelänge, diese München-Gladbacher Filiale im dortigen Kohlenrevier zu sprengen. Alle jene Machinationen haben nicht vermocht, den Streikenden die Laune zu verderben; so werden die lieben Arbeits„heiligen" per Frack und Zylinder geholt, Massenausflüge veranstaltet. Eigene Polizei mit weißen Armbinden sorgt für Aufrechterhaltung der „Ordnung" und die wirkliche Polizei erkennt das darckbar an. Im Zeitz-Weißenfelser Revier hingegen, wo die Gendarmerie wiederum verstärkt worden ist, hat sich folgender Vorgang abgespielt: Am Mittwoch, den 4. April, abends gegen 7 Uhr, trafen auf Bahn- Hof Luckenau 32 slowenische Streikbrecher ein. 15 Gendarmen zu Fuß und zu Pferde begleiteten dieselben. Dabei ging der Transport über die Schienen der Staatseisen- bahn und die Zuschauer, unbeteiligtes Publi- kum, wurde mit Püffen und Stößen traktiertl Auf Beschwerden hieß es:„Da fragt lein Mensch darnach!" Außer diesen 32 ausländischen slowenischen Lohndrückern waren 12 Jta- liener angekommen, welche, von 10„Schutz"leuten eskortiert, nach Grube„Emma" bei Streckau gebracht wurden. Sie reisten am Morgen des 5. wieder ab. Wohin? Unbekannt. Die Kroaten sind geschlossen zur ärztlichen Untersuchung geführt worden und nun kann die Ausbeutung dieser Halbbarbaren, die schon in ihrem Aeußeren einen unglaublich vertierten stupiden Eindruck machen, beginnen. Sie duften auch„ganz lieblich". Sonst würden Vater- Staat und seine Stützen sich für eine solche Einwanderung schönstens bedanken. Aber in den Mrnschcnfallen der mittel- deutschen Bimmkohlenwerke- sich im Dienste jener Herren„von Bildung und Besitz" für einen Hundelohn die armseligen Knochen zerichinden und zerschlagen lassen— ja Bauer, das ist ganz was anderes'_ HtneralorrsininilluW der Stemarbelter. Vierter Verhandlungstag. Die Debatte über das Tarifwesen wurde fortgesetzt und dann die Resolution Staudinger einstimmig angenommen. Be- schlössen wurde ferner, daß die Unterstützung im Falle der Abreise wegen Aussperrung oder Streiks nicht gewährt werden kann, sondern zu gewähren i st. Bei Beginn von Tarifberatungen oder Lohnbewegungen müssen mindestens drei Viertel der am Orte be- schäitigten Steinarbeiter organisiert sein und die Zahlstelle nach- weislich ein volles Jahr bestehen. Der Zuschuß zur Streikunter- stützung für Kinder wurde einheitlich auf 1 M. festgesetzt pro Woche und Kind. Schließlich wurde noch dieser Antrag angenommen: Sammel- listen in unserem Beruf dürfen nur mit Zustimmung des Zentral- Vorstandes herausgegeben werden; über die Verwendung der bei Streiks, Aussperrungen usw. durch Sammellisten oder freiwillige Zuwendungen eingehenden Gelder hat der Zentralvorstand zu be- stimmen. Ucber die Organisation der Unterstützungscinrichtungen refc- riert S i e b o l d- Leipzig. Er bestreitet, daß die Zunahme der Unterstützungseinrichtungcn die Gewerkschaften des Charakters der Kampfesorganisation entkleiden. Man sei immer mehr zur Ein- führung der Unterstützungseinrichtungen gekommen, weil gerade diese die Mitglieder an die Organisation fesseln und die Fluktuation einschränken. An der Einführung der Arbeitslosenunterstützung in unserem Verband sei vor der Hand nicht zu denken und vom Staate wird die Einführung der Arbeitslosenunterstützung nicht zu erwarten sein; sie hätte auch nur Wert, wenn ein vollkommenes freies Koalitionsrecht vorhanden wäre. Der Vorstand hält die Ein führung der Arbeitslosenunterstützung für das wichtigste. Aber es sei wegen dem Mangel statistischer Unterlagen in unserem Verband und der Abneigung der Mitglieder gegen Beitragserhöhung keine Aussicht. Deshalb hat der Vorstand keinen Antrag gestellt. Er empfehle dagegen die Einführung einer Krankenzuschutz- und Sterbekasse. Es soll nach einjähriger Mitgliedschaft ein Krankem geld steigend nach der weiteren Mitgliedschaft und auch ein Sterbegeld von 30 M. gewährt werden, wenn das Mitglied drei Jahre dem Verband angehört. Diese Einrichtung lasse sich durchs führen, ohne den Verband zu gefährden, dann sei auch die Kranken Unterstützung in den Zahlstellen vielfach eingeführt. Die Br strebungen nach dieser Richtung seien alt. doch ist die Neigung dafür erst langsam Allgemeingut geworden. Er empfiehlt den Antrag des Vorstandes, verlangt aber eine Zweidrittelmehrheit, wenn der Bfr schluß gelten soll. In der Debatte wird die Arbeitslosenunterstützung empfohlen. Die Redner der Hartsteinbranche sprechen sich gegen die Kranken- Unterstützung aus, weil sie keinen Nutzen davon hätten und die höheren Beiträge nicht leisten könnten. Die Arbeitslosenunter. stützung wurde mit 54 gegen 13 Stimmen abgelehnt, die Krankcnunterstützung mit 49 gegen 23 Stimmen angenommen. Zu Ehren des verstorbenen Reichstagsabgeordneten Meister erheben sich die Delegierten von den Plätzen. )Ziis der frauenbeweaunq. Alkohol und Arbeiterbewegung. Recht lebhaft wird in allen BcvölkerungSklassen die Diskussion über die Notwendigkeit der Abstinenz und Mäßigkeit im Genuß alkoholischer Getränke geführt; selten aber nur wird der eigentlichen und tieferen Ursache dieses Uebels Erwähnung getan. Es wird sehr häufig in der Bekämpfung dieser verderbenbringenden Seuche zu falschen Mitteln gegriffen; die bürgerlichen Vereine zur Bekämpfung der Trunksucht glauben ihre Bestrebungen sogar mit einem re- ligiösen Beiwerk umgeben zu müssen. Der unmäßige Alkoholgcimß ist eine Folge der Unwissenheit und niehr noch der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Volksmasse zu leben gezwungen ist. Nur durch Aufklärung und Belehrung über die verheerende Wirkung dieses Körper und Geist zerfressenden Giftes und durch verbesserte Lebenshaltung der Arbeiterklasse kann dem Uebel Einhalt geboten werden. Durch Em- fügung dieses Gebietes in den Lehrplan der Volksschule, konnte diese ein Feld segensreicher kultureller Betätigung erschließen. Die bürgerliche Gesellschaft, die bei allen Erscheinungen, deren Charakter sie nicht begreifen kann, nach Polizei und Strafgesetz schreit, glaubt auch die Trunksucht durch Gefängnis und Arbeits- Haus bannen zu können. �.„,, Landrichter Dr. H. Popert wünscht m seiner Broschüre: „Alkohol und Strafgesetz", eine Einfügung in das Strafgesetz, die besagt, daß Trunkenheit bei Roheitsdelikten nicht mehr als straf- milderndes Moment in Anwendung kommen soll. Im weiteren befürwortet der Herr ein Trunkenheitsgesetz, nach dem Trunken- heit, die für die Allgemeinheit gefährlich geworden ist, unter Strafe gestellt werden soll. Ausgeschlossen von der Bestrafung sollen nur die leichten Delikte sein. Sicher werden hierzu die„harmlosen" Studentenscherze gerechnet, die in betrunkenem Zustande von den künftigen Thron- und Altarstützcn zur nächtlichen Stunde verübt werden. Die besser situierten Säufer sollen laut gesetzlicher Be- stimmung in Trinkerheilanstalten untergebracht werden können; die andere Klasse der Säufer soll, wenn sie im Rausche strafbare Handlungen begeht, mit einer Haftstrafe bis zu sechs Wochen für ihre Trunkenheit bestraft werden. Dazu soll als Ergänzung der Trunkenbold, genau wie das beim Betteln, bei strafbarer Obdach- losigkeit. gewerbsmäßiger Unzucht und bei Landstreicherei schon heute üblich ist, der LandcSpolizeibehörde überwiesen werden. Dadurch soll die Landesbehörde das Recht erhalten, den wegen Trunken- Keit verurteilten Sünder auf die Dauer von zwei Jahren entweder in ein Arbeitshaus zu stecken oder sonstwie zu gemeinnützigen Ar- besten zu verwenden, oder, wenn er Ausländer ist, ihn aus dem Reichsgebiet auszuweisen.— Ein äußerst einfaches Mittel, ob es aber hilft, ist allerdings sehr zu bezweifeln. Eigenartig klingen auch die Worte, die derselbe Herr auf dem Dritten bürgerlichen Abstinententage über die Rechtspflege sprach: „Das Gericht ist nicht dazu da, Gerechtigkeit zu üben, sondern dient der bürgerlichen Gesellschaft als Feldwache, um den Feinden, ins- besondere den inneren, entgegen zu arbeiten." Wenn man die letzten Urteile, die gegen sozialdemokratische Preßsünder gefällt wurden, mit diesen schönen Worten in Verbindung bringt, be» greift man nur allzu deutlich, was eigentlich gemeint war. Wie das Mädchen aus der Fremde kehrt in jedem Jahre der Antrag wieder, die Alkoholfrage auf den: nächsten Parteitage zu beraten. Tie Alkohvlfrage kann von der Sozialdemokratie niemals zu einer Parteiftage gemacht werden; sie kann und wird immer nur von der modernen Arbeiterbewegung ihres sittlichen Charakters wegen propagiert werden können. Die Arbeiterbewegung bemüht sich unablässig, ihre Mitglieder auf eine höhere Bildungsstufe zu heben. Tank dieser Belehrung und dank der verbesserten Lohn- und Arbeitsbedingungen, wie sie durch die Gewerkschafts-Organi- sationen erzielt werden, bricht sich der Mäßigkeitsgedanke mit All- gcwalt Bahn. Zumeist entsteht der Alkoholmißbrauch durch schlechte wlrifeyast- liche Verhältnisse, Dort, wo der Lohn niedrig, die Wohnungen schlecht und die Nahrungsmittel minderwertig sind, wird nur zu oft zur Flasche gegriffen, um das Elend auf Stunden zu vergessen. Andere glauben Stärkung und Ausdauer bei ihrer Arbeit durch Alkoholgenutz zu erhalten. Eines ist so verkehrt wie das andere. Im Meininger Oberland geben die Mütter ihren Säuglingen Alkohol in die Milchflasche, damit sie fester schlafen und die Mütter, die fast alle Heimarbeiterinnen der Spielwarenbranche sind, un- gestört um die paar Hungerpfennige arbeiten können, Man mag die Sache drehen wie man will: immer wieder zeigt es sich, daß der übermäßige Alkoholgenutz vor allem in den sozialen Verhältnissen begründet liegt. Nicht durch Gefängnis und Arbeits- haus ist der Alkoholmißbrauch zu beseitigen; soll die Alkohol- Vergiftung, die das Gehirn zerstört und ganze Generationen zu- gründe richtet, verschwinden, so müssen die Lebensverhältnisse des Proletariats andere und bessere werden. Je mehr die Arbeiterschaft um die Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage kämpft, um so mehr wird die Arbeiterschaft zu einer reineren und höheren Lebensfreude ge- weckt werden. Die Arbeiterbewegung gibt ihren Angehörigen Kraft und Stärke zur sittlichen Reife, und so wird der Klassenkampf von Kämpfern, die durch Selbstzucht erprobt sind, siegreich geführt werden können. Will die Frauenwelt auch ihren vollen Anteil am Leben ge» Winnen, kann und darf sie der modernen Arbeiterbewegung, die alle Feinde des Proletariats, also auch den unmäßigen Alloholgenuß, bekämpft, nicht hindernd in den Weg treten, sondern sie muß die Arbeiterbewegung nach Kräften fördern, damit der ArbeitcrMwt zu Nutz dieselbe blühe und gedeihe. Groß-Lichtcrselde- Lankwitz. Montag, den 9. d. M.: General- Versammlung des FrauenvereinS im Restaurant Reisen, Chaiissee- straße 104. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils kurzer Vor- trag. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen erbeten. Gäste will- kommen._ �erlammlunolen. „RcichSverbiindler" in Krankenkassen. Wie die sozia en Aufgaben einer Kranlenkasse zum finanziellen und körperlichen Schaden der Allgemeinheit praktiziert werden können, wenn Leute, denen jedes soziale Verständnis fehlt, in die lestendcn Stellen gelangen— das wurde in einer öffentlichen Versammlung der Mitglieder der Ortskrankenkasse der Schneider be- wiesen. Die Referenten Nato und Drews(2. Vorsitzender). sowie eine Anzahl Redner, schilderten an der Hand eines reichen Tatsachenmaterials die Mißwirtschaft der jetzigen Majorität des Vorstandes. Mit intriganter Geivandtheit haben die Rcichsver- bändler sich in diesen einzuschleichen gewußt. Kann, waren sie aber ,m Mm v. I. anö Ruder gekommen>, als sie auch sogleich anfingen „aufzuräumen". Zlvei tüchtige Beamte, die in der Arbeiter- bcwegung einen guten Ruf genießen, wurden aufs Pflaster ge. worfen. An deren Stellen wurden andere eingestellt, die den Herren ReichSverbändlern genehm waren. Bei allen Gelegenheiten hat diese Clique im Vorstande ihren Willen durchgesetzt. Um das zu erreichen, scheuten sie vor den gemeinsten Mtteln nicht zurück. Den wahren Arbeitervertretern nn Vorstande, den organisierten Arbeitern, wurde auf jede Art und Weise die Arbeit verleidet. In höhnischer Weise wurden sie angepöbelt. Ließen sich diese in der Erregung zu einem unbedachten Wort hinreißen, dann spielten diese dickhauttgen„Vaterlandsretter" den Gekränkten und liefen zum Kadi. Auch denunzierten sid fleißig. Nicht weniger als 14 Straf- anzeigen und 4 Anklagen wegen Beleidigung, Bedrohung usw. und eine wegen Preßvergehen schweben. Die Schilderungen seitens der Referenten, auf welch schwachen Füßen die Anklagen aufgebaut sind, riefen wiederholt große Heiterkeit in der Versammlung hervor. Schließlich wollte man den 2. Vorsitzenden seines Anites entheben, „weil er sich mißliebig gemacht habe". Auch mit dem Schriftführer Kunze sollte das geschehen. Da dies gesetzwidrig ist, scheiterte hieran die Mrcht der„Reichsvcrbändler". Viel Zeit mußten die Beamten mit Anfertigung von unnützen Schriftstücken an die Be- Hörde verwenden auf Kosten der Kassenmitglieder. Bei der Ver» treterwahl Ende vorigen Jahres siegte mit �(--.Mehrheit dio Liste der freien organisierten Arbeiterschaft. Trotzdem sind diese Herren immer noch am Ruder. Durch Proteste— etwa 28 an der Zahl — die diese Leutchen gegen die Wahlen bei der Aufsichtsbehörde ein- reichten, haben sie es verhindert, daß diese die Wahlen bestättgte. Verwunderlicherweise ist bis jetzt— also nach 4 Monaten!— noch kein Bescheid von der Aufsichtsbehörde zugegangen. Natürlich wird die Aufsichtsbehörde ein ganz anderes Bild von den Tatsachen er- halten haben, als in Wirklichkeit der Fall fft. Denn die jetzige Mehrheit des Vorstandes hat die Proteste erläutert und beantwortet. Mehrere Redner bewiesen an der Hand von Tatsachen, auf welch schwachen Grundlagen die Proteste ruhen. Nicht von feiten der organisierten Arbeiterschaft, so wurde wiederholt festgestellt, sondern seitens der„Reichsverbandler" ist Beeinflussung getrieben worden. Ein Redner, Timmermann, erklärte, daß er am Wahltage von Freunden des Herrn Prctorius(dieser Herr ist der spirstus rector des Herrn Broda) mit Gummischläuchen bedroht worden ist. Redner lehnt es jedoch ab, solcher Leute wegen zum Kadi zu laufen.— Katschefski konstatierte, daß er zur Unterzeichnung eines Protestes gegen die Wahlen der Arbeitgeber seinen Namen dazu nicht hergegeben hat.— Die Herren Broda und Otto Schmidt vom Rcichsverbandc konnten die gegen sie gerichteten Angriffe nicht abschwächen. Sie meinten nur, daß alle Redner die Unwahrheit sagen und nur sie die Wahrheit, vergaßen aber, hier- für den Beweis zu erbringen. Die Versrnnmlung verstand auch die Ausführungen dieser Redner entsprechend zu würdigen. Sie nahm einstimmig eine Resolution an, in der es am Schlüsse heißt:„Die Versammlung verstehe es nicht, wie die Aufsichts- bchörde über die Proteste, die eine Minorität, welche bei der Wahl nicht einmal ein Drittel der abgegebenen Stimmen auf sich bereinigte, und trotzdem dieselbe als damalige Majorität die Wahl leitete, also wegen ihrer eigenen Fehler Protest erhob, in einem Zeitraum von vier Monaten noch nicht entscheiden konnte." Maßregelungen durch einen Krankenkassenvorstanb. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der Krankenkassen- angestellten Groß-Berlins beschäftigte sich am Dienstag mit den Maßregelung der 19 Kollegen durch den Vorstand der Ortstranten-| gemacht. Das nunmehr Gom Berband der Berbaltungsbeamten tasse der Schneider. Bekanntlich hat der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" versucht, die Arbeiter aus den leitenden Stellen ber Innungs- und der Ortskrankenkasse der Schneider zu verdrängen. Doch die Arbeiter haben rechtzeitig die dunklen Absichten jener Beutchen erkannt und bereitelt. Darob natürlich große But unter den Reichsverbändlern. Und diese Wut wollen sie nun, soweit sie es vermögen, die Krankenkassen angestellten fühlen laffen. Am 18. Januar fanden bekanntlich die Wahlen der Vertreter der Innungstrantentasse der Schneider statt. Gin heftiger Wahltampf entbrannte. Die Schußkommission", die dem Reichsberbande nahesteht, verbreitete damals ein Flugblatt, in dem mit den niedrigsten, von jedem anständigen Menschen verpönten Mitteln Stimmenfang getrieben wurde. In dem Flugblatte wurde auch angedroht:... Es ist nicht ausgeschlossen, daß, wenn unsere Liste nicht fiegt, unsere Krankenkasse aufgelöst wird." Die Arbeiter fchaft gab diesen Herren die gebührende Antwort: Die Liste der in freien Gewerkschaften organisierten Mitglieder siegte. Am 16. Fe bruar beschloß nun der Vorstand die Auflösung der Innungstrantentaffe. Die Auflösung erfolgte, wie der Referent der Versammlung, Giebel, betonte, unter Normen, die Kopfschütteln erregen muß. Die 20 000 Mitglieder der Kasse, die wie die übrigen Krankenkassen das vielgerühmte Selbstverwaltungsrecht befizen, durften nichts zur Auflösung fagen. Die Verwaltungsbehörde ordnete auf Erfuchen des Vorstandes die Schließung der Innungskrankenkasse am 31. März an. Die Mitglieder und das Vermögen derselben sowie das übrige Material ging in Besitz der Ortskrankenkasse der Schneider über. Aber nicht ein einziger von den 19 Beamten der Jnnungstrantentaffe, die in zufriedenstellender Weise jahrelang für die Staffe tätig gewesen, ist von der Ortstrankenkasse übernommen worden. 19 Familienbäter hat man mit einem Schlage brotlos Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, ben 7. april Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Der Pfeifertag. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues Operntheater. Der China. frieger. Deutsches. Benedig. Der Kaufmann von Berliner. Rean. Nenes. Ein Sommernachtstraum. Westen. Die vier Grobiane. Nachmittags 8 Uhr: Der Gold. bauer. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Helden. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Üleber unsere Straft.( II. Zeil.) Leffing. Kater Lampe. Romische Oper. Figaros Hochzeit. Kleines. Ghetto. Nachm. 3 Uhr: Antigone. Residenz. Der Prinzgemahl. Zentral. Die Gloden von Corne bille. Trianon. Loulou. Lustspielhaus. Die von Hochfattel. Carl Weik. Geschlossen. Thalia. Hochparterre links. Luifen. Das Käthchen von Heil bronn. Metropol. Auf ins Metropol. Walhalla. Einer von unsere Leut'! Deutsch- Amerikanisches. Er und Ich. Kasino. Die Herren Söhne. Apollo. Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Folies Caprice. Der Schmod. Dalles u. Co. Wintergarten. Spezialitäten. Belle- Alliance. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Paffage. Spezialitäten. Urania. Zaubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Im Lande ber Mitternachtssonne. Abends 8 Uhr: Dr. Donath: Die Fortschritte der drahtlosen Tele graphie. Urania Tauben. str. 48/49. 4 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Abends 8 Uhr: Dr. Donath: Die Fortschritte der drahtlosen Telegraphie. Sternwarten. Komische Oper. Sonnabend, den 7. April 1906, abends 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Bohème. Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Sonntag nachm.: Die Räuber. Abends: Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Die Haubenlerche. Lustspielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Die von Hochsattel. Walhalla Theater Einer von unsere Leut'! Boltsstück in 6 Bildern nach D. F. Berg bon D. Kalisch. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Deutsch- Amerikanisch. Theater. Köpenickerstr. 67/68. zum Heute Gastspiel Ad. Philipp 107. Er und Ich Bennt, nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Male Ueber'n großen Teich. Abends 8 Uhr: ER und ICH. Apollo- Theater. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. 8 Uhr! der Krankenkaffen und Berufsgenossenschaften" an den Vorstand der Ortstrantentasse gerichtete Ersuchen, die arbeitslosen Kollegen zu übernehmen, stieß auf Widerstand. Herr Broda, Vorsitzender ber Ortskrankenkasse der Schneider, lehnte ausdrücklich die moralische Verpflichtung ab, die betreffenden Beamten einzustellen. Ausbrüdlich betonte Herr Broda, daß die ebentuell eingestellten Beamten nur das Anfangsgehalt( monatlich 120 M.) bekommen würden. Auch lehnte der Vorstand der Ortstrankenkasse es ab, mit dem Vertreter des Verbandes zu verhandeln. Um zu beweisen, daß er feinen Konflikt heraufbeschwören wolle, atzeptierte schließlich der Verband, daß die Beamten gegen Anfangsgehalt eingestellt werden. Ferner gab er fein Einverständnis damit zu erkennen, daß die Beamten nach Bedarf eingestellt werden, jedoch nach dem Dienstalter. Auch erklärte fich der Verband zu Verhandlungen bereit. Bis zur endgültigen Regelung der Angelegenheit hat der Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen usw. über die Ortstrantentasse der Schneider die Sperre verhängt. Leider hat sich schon ein Arbeitswilliger, ein Herr Walter Frante, gefunden, obgleich dieser Herr anfangs für ein allgemeines Vorgehen gestimmt hatte. Bei Eröffnung ber Diskussion verließen die Herren Diegmann und Rathte( Vorstandsmitglieder der aufgelösten Jnnungsfrankenkasse der Schneider) und ein Mitglied jener gekennzeichneten Schußtommiffion" unter großer Bewegung den Saal. Herr Broda gab zu, mehrere neue Beamte eingestellt zu haben, aber nur gegen Tagelohn".( Heiterteit.) Schließlich erklärte er, daß er seinen Einfluß im Vorstande dahingehend geltend machen wolle, daß der Vertreter des Verbandes zu den Verhandlungen der am Donnerstag stattfindenen Vorftandsfizung zugezogen werde. Nach Abgabe dieser Erklärung wurde nach einigen nebensächlichen Bemerkungen die Versammlung um 12 Uhr bis auf nächsten Montag verlagt. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Wilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Helden. Romödie in 3 Aufzügen von Bernard Shaw. Deutsch v. Siegfried Trebitsch. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Macht der Finsternis. Sonntag, abends 8 Uhr: Helden. Montag, abends 8 Uhr: Der Vogel im Käfig. Sonnabend, abends 8 Uhr: Ueber unsere Kraft.( 2. Teil.) Schauspiel in 4 Aufz. von Björnstjerne Björnson. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Räuber. Sonntag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Montag, abends 8 Uhr: Der Militärstaat. Der fozialdemokratische Wahlverein für den 3. Berliner Reichs tagswahlkreis hatte am 3. April in Frantes Festsälen eine gutbesuchte Verfammlung, in der Reichstagsabgeordneter Ledebour über unsere Kolonialpolitik und ihre Schäden referierte. Zunächst legte Redner dar, daß die Sozialdemokratie die Kolonialpolitit, wie fie von allen beteiligten Staaten, auch von Deutschland, betrieben werde, grundfäßlich ablehnen müsse, weil es sich um eine planmäßige Ausbeutung nach kapitalistischen Grundsähen dabei handele. Die Sozialdemokratie würde ja ihren Grundsäßen direkt ins Gesicht schlagen, wenn sie dazu beitragen würde, daß andere Völker auss gebeutet werden. Aber selbst wenn man die deutsche Kolonialwirt. fchaft vom fapitalistischen Standpunkte aus betrachte, sei es ein miserables Geschäft, was das deutsche Volk damit mache. Dafür erbrachte der Redner im Verlaufe des sehr instruktiven Vortrages ben unanfechtbarsten Beweis. Schlimmer noch, als den materiellen Schaden findet er die moralische Schädigung, die für die er obernden Bölfer aus kolonialen Unternehmungen erwachse. Auch darauf ging er näher ein, indem er den bekannten Gräueln auf den Grund ging und andere Auswüchse, speziell der deutschen Kolonialpolitik, fritisch würdigte. Mit einem Hinweis darauf, baß es auch auf diesem Gebiete der Sozialdemokratie zufalle, durch ihre Kritit das schlimmste wenigstens zu verhindern, so lange die Herr schenden ihre Kolonialwirtschaft trotz des sozialdemokratischen Drängens nicht preisgäben, schloß Genoffe Ledebour unter lebhaftem Beifall seinen Vortrag. Diskutiert wurde nicht. Die Vers fammlung ehrte das Andenken der verstorbenen Mitglieder, des Buchdruders Stolle und Metallarbeiters Heyne. Eingegangene Druckfchriften. Dörfler, Franz. Der verhängnisvollen Landflugt Ursachen und Gegenmittel.( Leipzig, Otto Weber.) Trianon- Theater. Anfang Loulou. 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Sanssouci. Kottbuser Straße 4a. Dir. Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Hochinteressantes Progr. Anmeld. f. d. gr. 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Die Beerdigung des Genossen Frieß findet morgen, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem BartholomäusKirchhof in Weißensee, Falfenberger Chauffee, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/1 Der Vorstand Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Helfer Heinrich Poeschel am 3. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 7. April, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. O Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Ladierer Julius Frieß geftorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 8. April, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Straß burgerstraße 42, aus nach dem Bartholomäus- Kirchhofe, Weißen fee, Faltenberger Chauffee, statt. Rege Beteiligung erwartet 116/3 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß der Krankentontrolleur, Herr Karl Sauer am Donnerstag früh nach furzem Strantenlager plöblich verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonne tag, Am Donnerstag abend 10% Uhr berftarb plöglich mein lieber Mann, unser guter Bater, der Bigarrenfabrikant Julius Schillert +139 am im 54. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. April, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Weißensee, König Chaussee 39a, aus statt. B Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Weißensee. Am Donnerstag, den 5. April, abends 10%, Uhr, verstarb an den Folgen eines Schlaganfalls unser Mitglied, der Gemeinde vertreter 18/4 Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Der Kenner Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, of I. Fernsprecher: Amt III Nr. 5028. Sonntag, den 8. April 1906, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend in den Industriesälen", Beuthstraße 20. Zages Drdnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Der 7. Kongreß der Freien Vereinigung deutscher raucht Gewerkschaften und unsere Stellung zu demselben. 3. Wahl der Delegierten zu diesem Kongref. 4. Die Umänderung der Beitragsleistung in unserem Verein nach dem Beschlusse der 6. Konferenz. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 8613893 Der Vorstand. J. A.: A. Juppenlah. 257/11 N: 61 hochfeine 6 Pf. Cigarre Gorzüglicher würziger Geschmack J.NEUMANN Achtung! Gigarren- Fabriken-103 Fillalon, Julius Schillert. Achtung! Bauschlosser! Atung! am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 4 Uhr bom Trauerhause König- Chauffee 39a aus nach dem Gemeinde- Friedhofe, Rölkestr. 48, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Donnerstag, den 5. April, abends 10%, Uhr, verschied nach einem vorhergegangenen Schlaganfall unser geschätter Genoffe Julius Schillert im 54. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Sein allseitig solidarisches Ber halten sichert ihm in unseren Reihen ein dauerndes Andenken. Die sozialdemokratische Gemeindevertreter- Fraktion Weissensee. 18/5 Nathan Wand Davon in Berlin: Brunnenstr. 32, Ecke Anklamerstr. Chausseestr. 16, Ecke Invalidenstr. Chausseestr. 36/37, Ecke Schwartzkopffstraße. Seit Freitag früh stehen die Kollegen in 23 Werkstätten im Streif. Die übrigen in Betracht kommenden Firmen haben bewilligt, darunter auch Dresdenerstr. 5, Ecke Adalbertstr. eine Anzahl Innungsfirmen. Friedrichstr. 171, E. Französ. Str. Bon Montag, den 9. April ab, dürfen sämtliche Bauschloffer nur noch mit Gertraudtenstr., Eck. Breitestr.20a. Berechtigungskarten arbeiten, diese werden Sonnabend abend den Vertrauensleuten Invalidenstr. 148, Ecke Bergstr. ausgehändigt. Die Bauarbeiter ersuchen wir, und dadurch zu unterstützen, daß fie Kaiser Wilhelmstr. 19, Eck. Münzst, Jerusalemerstr. 41, Eck. Krausenst. 17, Ecke Junkerstr. die auf die Bauten kommenden Schlosser nach den Arbeitsberechtigungskarten fragen Bock. Bülowstr. Jeder Schloffer ohne Karte ist als Arbeitswilliger zu betrachten. Prinzenstr. 91, Ecke Ritterstr. Des weiteren machen wir alle Bauschlosser darauf aufmerksam, daß ohne Potsdamerstr. 57/58, Eck. Bülowstr. Zustimmung des Streiffomitees nirgends die Arbeit niedergelegt werden darf. Rosenthalerstr. 48, Ecke N. Schön116/6 Das Streikkomitee. Cohen. Cristall- Palast, Verband der haugewerblichen Hilfsarbeiter Prinzenstr. 94. Deutschlands. Täglis: Gesellschafts- Abend. Sektions- Versammlungen der Dachdecker- Hülfsarbeiter Entree und Garderobe frei. Jeden Donnerstag u. Sonnabend Damen- Verein. Jeben Sonnabend: Extra- Ball. Sonntag, den 8. April 1906, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, 120 taligert. 129. Achtung, Lederarbeiter! 6512* Die schönsten Herren- Sommer- Paletots in neu und Anzüge fomie( peziell Sonntag, den 8. d. Mts., vormittags 9 Uhr: Engel- Ufer 15, Saal 7. Der Fahrstuhl- Arbeiter Sonntag, den 8. April 1906, vorm. 10 Uhr, in den Insel- Festfälen, Inselstraße 10, II. Der Puter- Träger Monats- Garderobe Vereins- Versammlung Sonntag, ben 8. April 1906, mittags 12 Uhr, in Wernaus Festfälen, bon Navalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauchanzüge find in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. im Marienbad, Badstr. 35/36. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Stellungnahme zum 1. Mat. 3. Bericht der Kommission von der Aussperrung. Nathan Wand 4. Bereinsangelegenhetten und Ber129 Staliterftr. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. schiedenes. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung erwartet zahl reiches und pünktliches Erscheinen 1050b Der Vorstand. Achtung! Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter. 19. Den 8. Spril, nammitage Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. 3 Trauerhause, Prenzlauer Allee 212 aus nach dem Georgenkirchhof, Weißensee, Rölfeftr. 100 ftatt. 271/20 Bir verlieren in dem Ber storbenen einen tüchtigen Beamten, Montag, den 9. April 1906, abends 8 Uhr, im Lokal bon Augustin, Oranienstraße 103: Versammlung bem wir stets ein ehrendes an aller im Brunnenbaufach beschäftigten Arbeiter. benten bewahren merden. Der Vorstand ber Ortskrankenkaffe der Hut macher, Hutfournituren. und Filzwaren Verfertiger zu Berlin. H. Lenz, Borfißender. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Stollege, der Stranken. tontrolleur Herr Karl Sauer am Donnerstag frilh nach kurzem Krantenlager plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonn tag, den 8. April, nachmittags 8 Uhr, vom Trauerhause, Prenzlauer Allee 212 aus nach bem Georgentirchhof, Weißensee, Mölteftr. 100 ftatt. 272/1 Wir verlieren in dem Ver ftorbenen einen aufrichtigen Sollegen, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Beamten der Ortskrankenkaffe der Hut macher, Hutfournituren. und Filzwaren Berfertiger zu Berlin. Zentral- Kranken- u.. Sterbekasse der Maler Deutschlands. Filiale Berlin IV, West. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Richard Scheer am 5. April im 47. Lebensjahre nach langjährigen Leiden geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. April, nach. mittags 3 Uhr, auf dem 8wölfApostel- Kirchhof in Schöneberg, Tempelhoferstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 291/9 Die örtliche Verwaltung. Zages Drbnung: 1. Der Stand unserer Bewegung. 2. Anträge und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. 33/ 20* Achtung! Der Zweigvereinsvorstand. Schwedterstraße 23. Der Töpfer- Träger Montag, den 9. April, abends 71, Uhr, im Rosenthaler Vereinshause, Rosenthalerstraße 57. Tages- Ordnung wird in den Versammlungen bekannt gemacht. Zahlreichen Besuch erwartet Der Zweigvereins- Vorstand. 34/1 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Fernsprecher: Arbeitsnachweis 34. Amt IV 3353. Bureau: Engelliler 15, Rimmer 1-5. Sempreder: Smt IV 9679. Achtung! Metallarbeiter! Achtung! Montag, ben 9. April cr., abends 8%, Uhr, im Lokal von F. Hoppe, igdorf, Hermannstr. 49. Bezirks- Versammlung für Rixdorf und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Kriminalrecht und Strafvollzug". Referent: Rollege Paul Kleber. Achtung! Achtung! Pawlowitsch. 2. Distuifion, 3. Berbandsangelegenheiten u.Berschiedenes. hallen, Rommandantenstr. 20: Bon Montag, den 9. April, an tritt für die folgenden 14 Tage Montag, den 9. April er., abends 8, Uhr, in den Armindie rote Marke in Straft, und muß dieselbe im 7. Felbe der Karte geklebt sein. Die Marken werden berabfolgt Sonntag, den 8. April, von 9-12 Uhr vormittags in folgenden Lokalen: Krüger, LychenerAllgemeine Versammlung straße 8; Stephan, Wienerstr. 81; Bankow, Berlebergerstr. 32; Ridert, der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher sowie aller in den Steinmeyſtr. 35; Büttner, Fruchtstr. 54; Döhling, Stolbergerstr. 28/20, mechanischen Betrieben beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. fowie Sonnabend und Sonntag bei Merker, Bergſtr. 10; Rairs, Charlottenburg, Pestalozzistr. 28/29, und im Berbandsbureau, EngelUfer 15, Zimmer 85. Jeder zu tarifmäßigen Breisen arbeitende Kleber muß im Besize obiger Starte sein. 177/8 Die Verbandsleitung. Zigarrenverkauf zu Selbstkostenpreisen. Auf Abonnements( Bezugskarten). Die Selbstkostenpreise sind amtlich durch einen königlichen Notar und einen beeideten Bücherrevisor beurkundet. Vollständige, notariell beglaubigte Preislisten mit Versandbedingungen gratis und franko. Vuelta Abajo- Zigarren- Import- Haus BERLIN, P. Fleischner. Unter den Linden 57. W. Zapel, Zages- Ordnung: 116/4 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Branchenvertreter und der Agitationsfommission und Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Charlottenburg. Montag, den 9. April 1906, abends 8%, Uhr: hauserstraße. Wallstr. 14a, Ecke Neue Grünstr. Wienerstr. 22, Ecke Grünauerstr. Rixdorf: Bergstr. 146. Anzüge neuester Mode Robert Bohn, Berlin N., Invalidenstr. 135., Herren- u. KnabenGarderoben fertig u. nach Maß. Streng reell! FeurigSüsser Kraft- Rofhwein FürBlutarme u.Kranke ärztlich empfohlen Fi.1,50 U.2M. Santa Lucia ZO hoben In Apotheken, Drogen- u. Delikatessengesch., steht unterständiger Kontrolle d. chem. Laboratoriums Dr. C. Bischoff. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß, Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurter Str. 37, II, Eingang Straußberger Platz. 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Von der Reise zurück: 1.„ Schule, Kirche, Arbeiter!" Vortrag des Genoffen Paul Dr. med. Felix Davidsohn, Göhre. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches( Antrag Weichbrodt). Bahlreiches Erscheinen der Kollegen mit ihren Frauen erwartet Die Ortsverwaltung. Beste deutsche 178/12 Spezialarzt für Lichtbehandlung, Röntgenlaboratorium. Luisen- Ufer 32, Kassenärztl. Sprechstd. 8-10, 5-1/ 7. Fabrikate Reſtaurant zum Schwan, Cegelort Dr. Simmel, Prinzen Ueberall zu haben. 10635 prachtvoll am Wald und Wasser gelegen, Vereinen und Gesellschaften besonders su empfehlen. Robert Inrock. Spezialarzt für 29/14 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Das Wunder Berlins sind die fabelhaft billigen Preise des Konfektionshauses 3 Geschäfte Blitz Unser ganz enormes Lager und der Aufkauf 3 Geschäfte ganzer Restbestände von den leistungsfähigsten Fabrikanten gestatten uns, teilweise Ware unter Herstellungswert zu verkaufen. 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Arbeiter, Partei- genossen, Gewerkschaften, Gesangvereine usw., besucht daher bei Ausflügen, Vergnügungen usw. nur solche Lokali täten, welche auf der Liste verzeichnet stehen! Vor allen Dingen erwächst aber den Vorständen von Arbeitervereinen die Pflicht, beim Abschluß von Festlichkeiten und Partien auf das strengste die neue Lokal-Liste zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen auch darauf sehen, daß in den Verträgen mit den Wirten eine Klausel Platz findet, wonach für den Fall, daß das Lokal für Arbeiter- Versammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit lassen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. Ebenso ist es Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür nach Möglichkeit zu sorgen, daß bei Mehrbedarf an Bedienungspersonal der Stellennachweis des„Verbandes deutscher Gast w i r t s- G e h ü l f e n"(OrtSverwalwng Berlin), Dircksenstr. 39 I, Telephon Amt 3 1813, Berücksichtigung findet. Tut ein jeder seine Pflicht, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Lokale, die keine Säle haben, sind frei. Die Parteigenossen werden bei Gelegenheit von Ausflügen darauf aufmerksam gemacht, daß die Lokal-Liste bei allen Mitgliedern der Lolalkommission jederzeit zu haben ist. Die Lokalkommission. Köpenick. Am Montag, den 9. April, abends 8 Uhr, findet im Lokale des Genossen Moll, Grünauerstr. 7, die Bezirksvcrsammlung der Cöllnischen Vorstadt statt. Treptow- Baumschulcnweg. Morgen. Sonntag, findet eine „Vorwärts'- Agitation statt. Die Parteigenossen lverden ersucht, recht zahlreich früh 8 Uhr in den bekannten Lokalen zu erscheinen. Mahlsdorf. Heute abend S'/g Uhr findet im Lokale von Werneke, Hönowerstr. G, eine Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Breslau er über:„Ge- noffenschaftswesen'. Zahlreichen Besuch erwarter Der Vorstand. Charlottenburg. Sonntag, den 8. April, morgens 8 Uhr, findet im 7. Bezirk eine Flugblattverbreitung statt. Die Parteigenossen werden ersucht, sich pünktlich bei Graffunder, Wielandstr. 4, einzu- finden. Gleichzeitig weisen wir auf die am Montag, den 23. April. stattfindende Stadtverordnctenwahl hin. Wahlberechtigt sind alle diejenigen Personen, welche in der im August 1903 ausgelegten Wählerliste eingetragen waren. Die Parteigenossen, welche aus dem 7. Bezirk verzogen sind, werden ersucht, umgehend ihre neue Adresse bei Graffunder abzugeben. Der Borstand. ßerliner JVacImchtcn. Zur Beerdigung des Genossen Heinrich Meister-Hanuover fahren die Delegierten von Berlin am Sonntag mit dem Zuge. der vom Schlesischen Bahnhofe früh 8 Uhr 40 Minuten nach Hannover abgeht. Im Fall sich weitere Delegationen oder Parteigenossen anschließen wollen, geben wir dies öffentlich bekannt._ Die Unsiunigkcit des Dreiklassenwahlrechts zur Stadtverordnetenversammlung tritt so recht in die Erscheinung, wenn wir die Wahlen der ersten und dritten Abteilung vergleichen. Gestern fand auch eine Ersatzwahl der ersten Abteilung des 11. Kommunalwahlbezirks statt und zwar mußte für den verstorbenen Stadtverordneten Esmann Ersatz gewählt werden. Mit 20 Stimmen wurde der Bankier Franz Lindau gewählt, nein, ernannt, denn eine Wahl ist daS nicht mehr. Die höheren Mädchenschule» Berlins erhalten nur einen kleinen Teil ihres Nachwuchses aus den Gemeindeschulen. Da sie selber in ihren drei untersten Klasienstufen eine Art Vorschule haben, die den Kindern der drei untersten Schuljahre den Elementarunterricht ge- währt, so tritt die Mehrzahl der Schülerinnen höherer Mädchen- schulen sogleich mit dem sechsten Lebensjahre in diese Schulanstalten ein. Eine Statistik hierüber liegt nur auS den höheren Mädchenschulen der Stadtgemeinde vor. In diesem Winterhalbjahr 1903/06 saßen in den städtischen höheren Mädchenschulen 4162 Schülerinnen, und darunter befanden sich nur 620, die aus Gemeindeschulen hervorgegangen sind: daS sind rund 15 Proz. Die einzelnen An- stalten weichen von diesem Durchschnitt mehr oder weniger weit ab. Am größten ist der Anteil in der Margaretenschule mit ziemlich 23 Proz. aller Schülerinnen dieser Anstalt. Dem Durchschnitt nahe ist er in der Sophienschule mit wenig über 17 Proz. und in der Victoriaschule mit wenig über 16 Proz. In der Luisenschule beträgt er nicht mehr ganz 13 Proz., in der Dorvtheenschule nur noch wenig über 11 Proz. Am geringsten ist der Anteil der Gemeindeschülerinnen in der Charlottenschule mit noch nicht ganz 5 Proz. „Ludwig Zeitlers Studienhaus". Der Rentner Karl Ludwig Zeitler, der der Stadt Berlin schon verschiedene Zulvendungen ge- macht hat, unter anderen die Stiftungen„Emil Zeillers Fachschulen- stiftung' und„Ludwig Ieitlers Studienhaus", hat aufs neue der Stadtgemeinde Berlin eine reiche Stiftung überwiesen. Herr Zeitler hat daS große Eckgrundstiick Friedenstraße 20 und Büschingstraße In frei von Lasten und Abgabeil der Stadt Berlin für die Zwecke der Stiftung„Ludwig Zeitlers Studienhaus' übereignet. DaS Studienhaus soll bedürftigen Studenten der neueren Sprachen, der Mathematik oder der Naturwissenschaften, die mindestens zwei Semester an einer Uiliversität immatrikuliert waren, sich auf ein Staatsexamen oder das Doktorexamen vorbereiten wollen, auf die Dauer von drei Jahren freie, in je einem besonderen möblierten Zimmer bestehende Wohnungen in den Häusern Büschingstraße lg/3 nebst freier Heizung und Beleuchtung gewähren. Bis zu je zehn Prozent der vorhandenen Wohnungen dürfen auch an Studenten der Rechte sowie an Studierende der Technischen Hochschule oder an Maler und Bildhauer, die an der Akademie studieren, verliehen lverden. Die Stiftung ist für Studenten evan- gelische, r Glaubens bestimmt, doch soll es freistehen, bis zu 30 Proz. der Stellen auch an Katholiken, Juden oder konfessionslose Personen usio. zu verleihen. Die nach Abzug der laufenden Ver- waltungskosten verbleibenden Reinerträge des Grundstücks sollen be- sonders verwaltet und folgendermaßen verwendet werden: Ein Sechstel des Ertrages soll angesammelt werden, bis ein Kapital von mindestens 300 000 Mark erreicht ist, das dazu dienen soll, etwa erforderlich werdende Ausbesserungen, Neubauten usw. vor- zunehmen usw._ Klagen über den Branddirettor. Tie Mannschaften bei der Feuerwehr sind an> soldatische Tis- zlpkin gewöhnt, und das mag notwendig sein, wenn es nicht über« 1 trieben wird. Eine Uebertreibung ist es aber sicherlich, wenn sogar die Gesinnung der Feuerwehrleute unter Disziplin gestellt, wenn eine beliebte Art von Patriotismuswuf Kommando ge �pflegt wird. Ein Beispiel davon wollen wir heute erzählen Eiwa acht Tage bor der Silberhochzeit des Kaiserpaares wurden die Mannschaften vom Branddirektor zu einer freiwilligen Glückwunsch- und Ergebenheitsdepesche verblümt aufgefordert. Ein großer Teil der Feuerwehrleute zeigte aber nicht das erwartete Cut gegenkommen für den Vorschlag und schien nicht geneigt, die ge wünschte Unterschrift zu geben."Da erging ein Befehl an die Mann schaften, auf ihren Wachen diese„freiwillige" ErgebenheitSadresse zu unterschreibe u. Natürlich kam nun jeder dem Befehl nach. Da, mit nicht genug. Ein neuer Befehl in derselben Sache er- schien am 30. März, nach welchem jedem Mann der Betrag von 23 Pf. z u r D e ck u n g der Kosten der Depesche vom Monatslohn abgezogen wurde! Darüber große Verstimmung in den Kreist» der Feuerwehrleute. Viele rechnen übrigens noch nach, wie lang die Depesche wohl gewesen sein mag, wenn sie so viel Geld kostet.— Bei seinen Bemühungen, sich nach„oben" zu empfehlen macht sich der Herr Branddirektor nach„unten" sicher nicht beliebt; aber daran scheint ihm auch wenig zu liegen. Es werden in den Kreisen der Mannschaften noch eine Reihe von anderen Klagen gegen ihn laut und wir wollen bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen. Die Leute klagen über eine hoch aufmerksam machen. Die Leute klagen unter anderem auch über eine hochfahrende Behandlung. Sehr un- angenehm berühren seine Zweifel bei Krankenmeldungen; er glaubt immer einen Simulanten-zu erkennen, der sich vom Dienst drücken will. Fälle wie gelinde Rauchvergiftung oder wie Rheumatismus scheinen ihm unbedenklich zu sein.'Weit unangenehmer aber berührt es noch, wenn er Leuten, die sich wieder gesund melden, eine kleine ironische Ansprache hält und sie fragt, wann sie sich wieder krank zu melden gedenken. Gegen eine solche Behandlung sind die Mann schasten wehrlos und müssen die Oeffentlichkeit zu ihrem Schutze in Anspruch nehmen. Es wird ferner darüber geklagt, daß auf Anordnung deZ Branddirektors eine Erhöhung der Beiträge für die Medizinkasse vorgenommen worden ist. Bisher wurden 1,20 M. jetzt werden 1,60 M. monatlich für diese Kasse abgezogen. Es ver, lautet auch, daß die freie Lieferung von Unterzeug ganz oder teil- weise aufgehoben werden soll. Die Putzutensilien sind den Leuten schon entzogen worden.— Die Feuerwehr hat einen schweren Venu und einen sehr wichtigen Dienst im Gemeinwesen zu erfüllen. Um so mehr können die Leute verlangen, und es liegt im Interesse des Gemeinwesens selbst, daß ihnen daS Leben nicht noch besonders zur Last gemacht wird, sondern daß ihnen vor allen Dingen die Beruss- sreudigkeit erhalten bleibt. Es sind gerade die Mann schasten. die vielerlei Gründe zur Unzufriedenheit zu haben glauben, während den Offizieren der Dienst noch mehr erleichtert wird. So mußten z. B. die Offiziere sich früher Punkt 11 Uhr abends bei ihrer Wache melden, während es jetzt auch später werden kann, ohne daß sie mindestens einen Verweis zu erwarten hätten. Die neuen Herren, sei es ein Präsident, ein Direktor oder ein Abteilungschef, führen sich heute gern recht„schneidig" ein, aber cs ist ein gutes Zeichen, wenn sich in den Kreisen der Untergebenen gegen solche Schneidig- keit der Widerstand regt, sei cs auch nur in passiver Form wie bei der Feuerwehr.._ DaS RettungSwesen in Berlin liegt noch sehr im argen. Wir haben kürzlich gemeldet, daß am 1. April im Rathause eine Zentral stelle für Auskunft über freie Betten in den Krankenhäusern ein- gerichtet ist. ES ist nun der Irrtum laut geworden, als ob die Zentrale der Rettungsaesellschaft jetzt diesen einen Dienstzweig aufgegeben hätte. Das ist aber keineswegs der Fall. Die Fortsetzung dieser ihrer Tätigkeit ist auch um so notwendiger, als die n i ch t st ä d t i s ch e n Krankenhäuser sich der Melde zentrale der Stadt Berlin noch nicht angeschlossen haben. Hierbei kommen vor allem die Charit� und die königliche Klinik in Betracht, und diese Anstalten sind für das Puvlikiun um so wichtiger, als sie über besondere Abteilungen. loie für Entbindungen und Geisteskranke, verfügen, die den städtischen Krankenhäusern fehlen. Im Interesse der Kranken und ihrer An- gehörigen sei also besonders daraus aufmerksam gemacht, daß die Auskunft über freie Betten in den nichtstädtischen Krankenhäusern nach lvie vor die Zentrale der RettungSgesellschast erteilt. Kürzlich hat auch das Zentralkomitee für Reorganisation desRettungswesens in Preußen im Kultusministerilm: eine Beratung abgehalten. In einer Denkschrift, die dem Reichs kanzler überreicht worden ist, sind folgende Hauptforderungen nieder gelegt: Im Interesse deS RettungSwesens und der Seuchenbekämpfung ist eine zweckmäßige Krankenbeförderung unerläßlich. Deshalb ist überall anzustreben, daß die Gemeinden daS Beförderungswesen übernehmen. Wo aber schon gute, freiwillige Einrichtungen dieser Art bestehen, kann diesen der Transport übertragen werden. Doch müssen die Gemeinden mit ihren Mitteln eintreten und das Be- fürdemngswesen so ausstatten, daß es allen Anforderungen genügt. Weiter lourden in der Konferenz in allgemeinen Umrissen die AuS- gestaltung des Rettungswesens in den Städten und den größeren und kleineren Landgemeinden festgelegt, die Grundzüge für die erste ärztliche Hülfe, speziell bei Bewußtlosen sJrrsimiigen, Epileptikern, Betrunkenen usw.), für die Kraukenhausaufnahmescheme, für die Her stellung und Einrichtung der Transportmittel ustv. Was der Ausschuß vor allem erstrebt, ist der Erlaß gesetzlicher Bestimmungen, durch die daS Rettungswesen und der Krankentransport, wenn nicht im ganzen Reiche, so doch in Preußen geregelt und namentlich den Zuständen, wie sie jetzt in den meisten Landgemeinden herrschen, ein Ende gemacht wird._ Notscheu! Je nachdrücklicher»md erfolgreicher eine Partei für die Interessen der Arbeiterklasse kämpft, desto inbrünstiger wird sie von dem Unter- nehmertum gehaßt. Und desto wütender pflegen die Unternehmer auch auf die Presse dieser für die Arbeiter eintretenden Partei zu schimpfen. Daher braucht sich denn kein Mensch zu wundern, daß gewisse Arbeitgeber Gift und Galle gegen die Sozialdemokratie speien und schon bei dem bloßen Anblick einer sozialdemokratischen Zeitung einen förmlichen Tobsuchtsanfall kriegen. Wir müßten nichts Wichtigeres zu tun haben, wenn wir alle Beispiele solcher Rotscheu registrieren wollten. Aber ein Fall, der uns aus der K o st ü m st i ck e r e i des Herrn FranzGersch(Köpe- nickerstr. 96/97 mitgeteilt wird, ist so amüsant, daß wir ihn unseren Lesern denn doch nicht vorenthalten möchten. Dieser Herr Gcrsch beschäftigte eine Stickerin Fräulein R., die ihr Vesperbrot in gelesene Nummern deS„Vorwärts" einzuwickeln pflegte. Das schien dem Herrn Chef schon lange nicht zu passen; denn er räsonnierte darüber in Gegenwart seines Personals. Namentlich soll ihn unsere Jubiläumsnummer vom 7. Januar verdrossen haben, die uns und unseren Freunden eine ganz besondere Freude gewesen ist. Man wird sich erinnern, daß ihre erste Seite sich in roter Umrahmung präsentierte und in großen Ziffern die Zahl 109 000 allen Lesern, treunden und Feinden vor Augen rückte. Herr G. soll durch diese ahl und ihr Rot in besondere Anftegung versetzt worden sein, aber auch damals würgte er seinen Aerger noch herunter. Erst gegen Ende März, als er wieder einmal der verhaßten „Vorwärts" zu Gesicht bekam. packte ihn endlich die Wut und er begann zu wettern. der„Vorwärts" sei ein Schweineblatt, das dulde er nicht in seinem Geschäft, es werde nur von Gesindel, von roten Lumpen gelesen, und so weiter. Als Frl. R. darauf hinwies, daß das Blatt auch von ihren An- ehürigeir gelesen werde und daß diese durch solche Aeußerungen eleidigt würden, äußerte er, von Beleidigungen könne bei ihm nicht die Rede sein, er habe eine gute Erziehung genossen. Darauf hat Frl. R. ihre Stellung gekündigt und ist jetzt aus Herrn G.s Betrieb ausgeschieden. Ihren Angehörigen hat Frl. R. allerlei Mitteilungen gemacht, durch die die gute Erziehung des Herrn G. noch näher be- leuchtet wird. Er soll sein Personal zuweilen mit sehr merkwürdigeir Titulaturen belegen. Wir wundern unS hierüber ebenso wenig, wie über die von ihm vorgetragene Ansicht, daß die Arbeiter, wenn sie Arbeit haben, bei gutem Wetter lieber bummeln, aber nachher, wenn es mal an Beschäftigung fehlt, gleich auf die Besitzenden schimpfen. Dem braven Herrn Gersch darf man das alles nicht übel nehmen; das sind eben die Symptome der Rotscheu, die ihn plagt. Besserung erwarten wir nur davon, daß fortan seine sämtlichen Angestellten den„Vorwärts" mit in das Geschäft bringen. Vielleicht gewöhnt er sich mit der Zeit doch noch an den Anblick. Infolge der vielen vorkommende» Gasexplosionen wird darauf hingewiesen, daß viele Explosionen und sonstige Unglücksfälle, die das Ausströmen von Leuchtgas in geschlossene Räume im Gefolge hat, weit weniger auf Unkenntnis mit den Eigenschaften des Leucht- gaseS seitens der beteiligten Personen als auf Fahrlässigkeit, Un- achtsamkeit und Bequemlichkeit zurückgeführt werden müssen. In den Bureaus der Gaswerke>v erden oft Gas- a u s st r ö m u n g e n m i t d c m B e in e r k e n gemeldet, daß der Gasgeruch sich schon seit langer Zeit, ja mitunter seit Rionaten bemerkbar gemacht ha b e. Daß in derartigen Fällen Explosionen nicht eingetreten waren, ist oft nur glücklichen Zufällen zu verdanken. Explosionen lverden sich fast immer abwenden lassen, wenn die folgenden Maßnahmen beachtet lverden: 1. Bei der Wahrnehmimg von Gasgeruch ist für die Entfernung jeglichen Feuers, nicht nur ans dem Räume, in dem der Gasgeruch sich zuerst bemerkbar gemacht hat, sondern aus allen Lokalitäten, die mit dem betreffenden Räume durch Türen oder Fenster, Lufschächte usiv, iu Verbindung stehen, zu sorgen. Das Aufsuchen der fehlerhaften Stelle in der Gasleitung durch Ab- leuchten ist unter allen Umständen zu unterlassen, da dies ganz besonders gefährlich i st. 2. Nach der Ent- fernung jeglichen Feuers in den qu. Räumen sind dieselben durch Oeffncn der Türen und Fenster in ausreichender Weise zu durch- lüften. 3. Die Zuführung von Ga§ ist durch Schließen der Haupt- hähne abzusperren. 4. Die zuständige Inspektion der Gaswerke ist s o f o r t nach Wahrnehmung deS Gasgeruches zu benachrichtigen. Es wird noch bemerkt, daß das Leuchtgas, da es leichter als die atmosphärische Luft ist, das Bestreben hat, sich an der Decke des qu. Raumes zuerst anzusammeln. Beft der Wahrnehmung von Gas- geruch in einem geschlossenen Räume ist daher an den oberen Teilen besondere Vorsicht nötig. Ein Automobilunfall hat sich gestern in der Bruniteustraße ereignet. Der 27jährige Arbeiter Wilhelm Kastler, welcher bei der A. E.-G. beschäftigt ist, wollte nach Beendigung seiner Arbeit auf dem Zweirade heim nach Wilhelmsruh fahren. Am Humboldthaiu karambolierte er mit einem vorüberkommenden Automobil, wurde überfahren und innerlich schwer verletzt. Die erste Hülfe erhielt er auf der Unfallstation in der Badstraße. Roheitsakt von Automobilisten. Ein unerhörter RoheitSakt hat sich gestern auf der Chaussee hinter Lichtenberg, am Rieselfeld Tas- dors. ereignet. In der Richtung von Frankfurt a. O. kam ein Auto- mobil heraugesaust, in welchem sich zwei Berliner Herren und eine Kellnerin befanden. An einer Wegbiegung warfen die Auto- mobilisten plötzlich daS Mädchen ans dem Wagen und fuhren in rasendem Tempo weiter, ohne sich»un die Unglück- liche zu kümmern. Die Kellnerin hatte sich einen doppelien Bein- bruch und schwere innere Verletzungen zugezogen. Bon dem Gemeindevorsteher des Ortes wurde sie nach der Heilanstalt Neu- Rahnsdorf übergeführt. Ans der dritten Etage abgestürzt ist gestern morgen in der zehnten Stunde der fünfjährige Sohn des Arbeiters Theodor Schmidt, Triststr. 22. Während die Mutter mit dem älteren Sohn zur Schule gegangen war, kletterte der unbeaufsichtigt gelassene Knabe aus dem Bett heraus, itieg auf die �Brüstung des geöffneten Fensters und stürzte in die Tiefe hinab. Schwerverletzt wurde der Kleine in das Rioabiter Krankenhaus eingeliefert. Schon wieder ein schweres Fahrstuhlunglnck. In geradezu erschreckender Weise häufen sich in letzter Zeit die Fahrstuhlunfülle. Fast kein Tag vergeht, wo nicht ein solches Vor- kommnis gemeldet wird. Auch gestern nachmittag ereignete sich wieder ein derartiger Fall und zwar in der Melchiorstr. 23. Hierbei wurde ein Arbeiter sofort getötet und ein zweiter lebensgefährlich verletzt. Ueber den traurigen Vorfall haben wir folgendes festgestellt. Der 33jährige unverheiratete Arbeiter Otto Lazarus aus der Heidenfeldstr. 8 und der gleich- altrige Arbeiter Max Kurz mann aus der Blumenstr. 17 waren damit beschäftigt, ans dem vierten Stock des Fabrikgebäudes große Wollballen der Wollfabrik von Benjamin u. Ko. auf einem offenen Fahrstuhl nach dem Erdgeschoß zu schaffen. Als sie aber den Aufzug nach abwärts in Bewegmig gesetzt hatten, trat eine Funktionsstörung ein, so daß der Fahrstuhl hängen blieb. Ver- chiedene auf dem Hof befindliche Arbeiter riefen nun wiederholt nach oben, die beiden Kollegen möchten sofort den Fahrstuhl ver- lassen, ollein diese beachteten die Zurufe nicht und suchten durch Klopfen und Reißen den Fahrstuhl Ivieder in Bewegung zu setzen. Plötzlich sauste dieser nun mit großer Vehemenz nach nuten. Lazarus wurde hierbei herausgeschleudert, überschlug sich im Fallen mehrmals und blieb auf dem Hofe mit zerbrochenem Genick tot liegen. Sein Kollege Kurzmann hatte sich zwar ans der gefährlichen Fahrt noch an den Ballen festgehalten, erlitt aber beim Aufschlagen des Fahrstuhles auf den Erdboden einen Beinbruch und daneben noch so schwere innere Verletzungen, daß er unver« züglich nach dem Krankenhause Bethanien geschafft werden mußte, wo er hoffnungslos daniederliegt. Er ist verheiratet. „Die Hohenzolleul-Legende". Mit dem soeben ausgegebenen 50. Heft schließt dieses Buch, das schon vor seinem Erscheinen die lebhaftesten Anfeindungen von seiten unserer politischen Gegner er- 'ahren hat. Wohl zum erstenmal ist damit der Versuch gemacht worden, auch vom Standpunkt der materialistischen Geschichts- auffassung aus eine zusammenhängende Geschichte deS branden- burgisch-preußischen Staates zu entwerfen. ' Es ist aber für die Arbeiterbewegung geradezu ein' Be- diirfnis geworden, auch für die tägliche Agitation, eine vom ozialistischen Standpunkt ausgehende Geschichte dieses Staates und eines Herrschergeschlechts zu besitzen. Immer mehr wird der Unter- richt iu der Volksschule zu einer öden Verherrlichung der Hohen- zollern-Fiirsten. Aber auch der Unterricht in den„Gelehrtenschuleu" wird durchsetzt von der Auffassung, daß die Hohenzollern ein be- onderS gottbegnadetes Fiirstengeschlecht gewesen seien, voll von un- begrenzter Gerechtigkeitsliebe, Selbstaufopferung, Vaterlandsliebe und landesväterlicher Fürsorge. Der Verfasser zeigt, daß es das Lebcnsgesetz jedeS Fürstentums fein muß, nach Herrschaft zu streben, und daß nach diesem Gesetz auch die Herrscher Brandenburg-Pmißens bei ihren Handlungen sich leiteil ließen. Seine wichtigste Aufgabe aber sah der Verfasser darin, die Nebel zu zerstören, die der Schulunterricht über die Hohenzollern- Legende gelagert hat, aufzudecken, was die uiltereir Klassen in diesem Fürsteugeschlecht gehabt haben, daS Märchen vom sozialen Königtum zu zerpflücken und die altenmäßig bestehenden Tatsachen dem gegen- «verzustellen. _ Fo soll das Work an seniem Teil dazu beitragen, der Arbeiter» klasse Material zu liefern im Kampfe um ihre Befreiung. Das Werk kostet elegant in zwei Bänden gebunden in Halb- franz 16 M., in Leinen 14 M. Aber auch jetzt noch kann das Werk in Lieferungen a 20 Pf. durch jede Parteibuchhandlung bezogen werden. Probehefte stehen gern gratis zur Verfügung. Der Berliner Spar- und Bauvcrein legt am Sonntag, den 8. April, mittags 1 Uhr, auf seinem in Tempelhof zwischen Dorf-, Borussia- und verlängerter Stolbergstrasze liegenden Grundstück den Grundstein zu einer umfangreichen Ansiedelung mit 250 Wohnungen, hauptsächlich ans 1 und 2 Zimmern nebst Küche und Zubehör be- stehend. Die Baugenossenschaft besitzt bereits fünf Ansiedelungen mit SS0 Wohnungen. Feuer wehrbcricht. Gestern früh hatte die Feuerwehr einen Dachstuhl- brand in der Strautzbergerstratze 6a zu löschen. Die Wehr ging mit 8 Rohren gegen den Brandherd vor. Durch längeres'kräftiges Wassergeben gelang es, das Feuer auf den Dachstuhl zu beschränken. — Am Donnerstagabend war in dein Kesselhause Rittcrstr. 85 Feuer ausgekommen. Die sofort alarmierte Wehr beseitigte durch kräftiges Wassergebcn die Gefahr.— Aus der Waiscnstrasie 29 wurde ein Wohnungsbrand gemeldet.— In der Lützowstr. 67 war Wäsche im Badezimmer in Brand geraten.— Ferner hatte die Wehr in der Dcnnewitzstr. 17 und Dunckerstr. 88 zu tun, wo Möbel, Wäsche und Kleidungsstücke Feuer gefangen hatten.— Kurz hintereinander er- folgten Meldungen nach dem Helgoländer Ufer 1 und 2. Im ersten Falle inusze die Wehr unverrichtetcr Sache wieder abfahren. Auster- dem erfolgte ein Alarm nach dem Stettincr Bahnhof, wo in einer Bude Schmieröl unter anderem in Brand geraten war.— Kleinere Brände beschäftigten die Wehr noch am Luisen-Ufer 37, Weidenweg 7 und Weistenburgstr. 10. Böswilliger Weise wurde die Feuerwehr gestern nach der Malplaquetstraste und der Henningsdorferstr. 11 ge- rufen. Im letzteren Falle wurde der Täter in dem Schüler Ernst Hennig ertappt._ Vorort- IStechncbten. Charlottendurg. Die Freie Volksbühne Charlottenburg wird an ihrem nächsten Theaterabend, Freitag, den 20. April. Gerhart Haupt- m a n n s Komödie„Der Biberpelz", zur Aufführung bringen. — Anmeldungen zur Mitgliedschaft, die zum Besuch dieser interessanten Vorstellung berechtigen, müssen spätestens am 17. April bei einer der folgenden Zahlstellen des Vereins bewirkt werden: E. Müller, Rostnenstr. 3 jVolkshauSj; A. Will, Kirchstr. 30; Fried. Paesler, Schlüterstr. 8; Franz Schmidt, Wilmersdorferstr. 130; Konsumverein, Wilmersdorferstr. 27; Konsumverein II, Potsdamerstr. 12; Gustav Bigalke, Schloststr. 26a, Wilhelnr Murrer, Wilmersdorf. Eislebeuerstr. 14; Käsler, Wilmersdorf, Lauen burgerstr. 20. Weißensee. Julius Schillert f. Die Weißenfeer Arbeiterschaft hat einen ihrer ältesten Kämpfer verloren. Gestern früh um 5 Uhr ist Julius Schillert einem kurz voraufgcgangencni Schlaganfall er» legen. Seit sechs Jahren war Julius Schillert Gcmeindevertreter, und erst vor kurzer Zeit hat die Arbeiterschaft mit gewaltiger Stimmcnzahl seine Neuwahl bestätigt; ein Zeichen, daß er seinen Posten ausfüllte. Sein reiches Wissen iii kommunalen Angelegen- hciten hat ihm auch bei den Gegnern Achtung verschafft. Die Ge- uoffcn Weistensees und des Kreises Niederbarnim werden seiner in Ehren gedenken. Pankow. Die erste Borortautomobil-Omnibiislinie wird, wie eine Kor- respondenz meldet, von Pankow nach Berlin gehen. Zwischen dem Gemeindevorstand des Vorortes und einer Firnia haben ein- gehende Verhandlungen über die Herstellung einer Automobilomnibus- Verbindung stattgefunden, welche jetzt soweit gediehen sind, dast bereits ein Vertrag zwischen der Unternehmerin und dem Gemeinde- vorstand ausgearbeitet und prinzipiell genehmigt ist. Es sei nur noch die Zustimmung der Gemeindevertretung notwendig. Diese wird in der nächsten Woche über das Abkommen zu beschlieben haben. Nieder- Sch önhansen. Erschossen hat sich gestern in einem Hotel in Potsdam der 57jährige Pensionär, frühere Polizeibeamte Franz Mosenthin auS N i e d e r- S ch ö u h a u s e n. Mosenthin hatte in seinem Wohnort und in Wilhelmsruh vor etwa 10 Jahren große Gelände gekauft und ist durch die Parzellierung und den Verkauf der einzelnen Bau- stellen ein reicher Mann geworden. Wegen hochgradiger Nervosität mußte er vor 14 Tagen daS Sanatorium„Haus Schönow" in Zehlendorf bei Berlin W. aufsuchen. Seine Krankheit verschlinunerte sich aber immer mehr und in den letzten Tagen war Mosenthin, der als Junggeselle lebte, der Gefahr der Erblindung ausgesetzt. Er verließ vorgestern abend das Sanatorium heimlich und wanderte zu Fuß nach Potsdam, wo er sich in einem Hotel ein Zimmer mietete. Nach einer Stunde etwa hörten die Angestellten einen Schuß fallen und fanden Mosenthin später tot am Fußboden in seinem Zimmer vor. Kriedrichsfelde. Die Gcmeindcvcrtretiiiig hatte sich in der Hauptsache mit dem Etat für 1906 zu beschäftigen; es standen aber außer demselben noch 6 Punkte auf der Tagesordnung. Die Generaldiskussion über den Etat eröffnete Pinseler sSoz.). Er bemängelte die so außerordentlich späte Vorlegung, obwohl versprochen worden sei, eine Vorberntung stattfinden zu lassen. Er verlangte die versprochene Nach- Weisung über die Zahl der hiesigen Waisenkinder und deren Pflegestellen, sowie die Hinzuziehung von Frauen zur Waisenpflcge. Den eigentlichen Etat anlangend, kritisierte Pinseler das Fehlen eines Postens für Schulärzte und für eine � Schülerbibliothek. Seiner Meinung nach seien auch 50 M. für Reinigungs- und DeSinfektionömaterial pro Schule und Jahr zu gering. Beun Kapitel Fortbildungsschule fehle eine vom Kuratorium beantragte Summe von 209 M., damit Lehrer und Schüler gemeinsame Be- sichtigungen von Museen, Kunstinstituten usw. vornehmen können. Beim Kapitel Straßenverwaltnug rügte Redner die unterlassene Auf- besserung der Löhne der Straßenarbeiter. Die Summe sei dieselbe geblieben, während die Ausgaben für Abfuhr des Straßenkehlichts von 3000 M. auf 3590 M. gestiegen seien. Beim Kapitel Polizeiverwaltung wandte sich unser Redner gegen die laxe Aussicht, die über die Zustände der Höfe, der Brunnen usw. geübt werden. Trotzdem die Behörde davon Kenntnis habe, daß einzelne Hausbesitzer, anstatt die Kloaken abfahren zu lassen, in ihrem Hof eingemauerte Gruben anlegen und dort die ganzen Rück- stände versinken lassen, werde nichts dagegen getan. Auf der anderen Seite gehe aber dieselbe Behörde auf Grund anonymer Anzeigen gegen gewöhnliche Einwohner sehr rigoros vor und verschwende die Zeit der Beamten zur Belästigung der Einwohner. Beim Kapitel Freibank stellte Pinseler die Anfrage. ob es wahr sei, daß das weniger minderwertige Fleffch von besser situierten Einwohnern in größeren Posten mit Beschlag belegt wird, während das stärker niinderivertige Fleisch für die Arbciterfainilien reserviert wird. Zum Schluß fragt Redner an, ob tatsächlich die Lohnklauiel bei Vergebuiig von Gemeindearbeiten in die LieferungSverträge auf- genommen werde. Die Aufnahme der Lohnklausel war vor drei Jahren vom Gemeindevorsteher auf Antrag von gewerkschaftlicher Seite zugesagt. Der Gemeindevorsteher antwortete dem Ge- nosjen Pinselcr. Die Schularztfrage sei problematisch; man dürfe den Eltern nicht alle Sorgen für ihre Kinder ab- nehmen. Für die Wohnungen der ausländischen Arbeiter sei gut gesorgt; im übrigen inachte er seinem bedrängten Herzen Luft, indem er ineinte: Es sei leicht, hier vor einem großen Kreise von Zuhörern Anklagen zu erheben, welche dann durch diese Zuhörer in alle Winde gestreut würden. Ja, ja, wenn die Oeffentlichkeit nicht wäre! Auf einen großen Teil der Anklagen ging der Ge- meindevorsteher nicht ein; von anderen unangenehmen Dingen wollte er nicht unterrichtet sein. Eins nur sei noch erwähnt. Die Lohn- klausel sei in die Verträge aufgenommen, man dürfe das aber nicht so streng nehmen. Der Kanalisationsunternehmer Bruch muß Italiener haben, da hiesige Arbeiter für den Preis nicht arbeiten. Die nachfolgende Diskussion der Bürgerlichen beschäftigte sich fast ausschließlich mit den Forderungen der Sozialdemokraten. Genosse Pinseler wies in seiner Antwort alle Einwände des Gemeindevorstehers und des Schöffen Ullrich zurück.(Letzterer hatte die Löhne der Straßenarbeiter verteidigt.) Der Antrag Pinselers, den Etat an eine Kommission zu verweisen, wurde gegen unsere zwei Stimmen abgelehnt, desgleichen auch die Spezialdebatte gegen unseren ausdrücklichen Protest.— Nun aufgeschoben ist nicht aus- gehoben. Steglitz. Zwei Arbeiter an Gasvergiftung erkrankt. In einer Küche des Hauses Albrechtstraße 49 in Steglitz wurden gestern 2 Kanalarbeiter, die Brüder Peter und Josef Jenawenk völlig bewußtlos aufgefunden. Die beiden lvaren einer schweren Gasvergiftung zum Opfer gefallen. Sie hatten sich auf einer Maschine, die bereits Köchst baufällig ist, Kaffee gekocht und sich dann für kurze Zeit zur Ruhe gelegt. Jeden- falls entströmten währenddes dem Kochherd Kohlenoxydgafe und hüllten die Brüder in den Todesschlaf. Unter Anwendung eines Sauerstoffapparates rief ein hinzugerufener Arzt die Verunglückten nach und nach wieder ins Leben zurück. Sie wurden sodann in das Kreiekrankenhaus nach Groß-Lichterfelde gebracht. Schmargendorf. Die gestern stattgefuudene Stichwahl hat uns zwar keinen Sieg gebracht, aber immerhin haben wir gut abgeschnitten. Der Kandidat der Amtspartei. Wuhlert, erhielt 214 Stimmen, während auf den Genossen G n t b i e r 155 Stimmen fielen. Unsere Stimmenzunahme beträgt 42. Für unsere erste selbständige Beteiligung an der Ge- meindewahl bedeutet dieser Abschluß einen Erfolg. Haben wir auch keinen Vertreter von unserer Seite durchbringen können, so denken wir auf dieser Grundlage weiter zu bauen, denn zähe, rastlose Tätigkeit führt schließlich doch zum Ziel. Mariendorf. Der Wahlvcrein für Mariendorf und Umgegend hielt am 3. d. M im Lokale des Herrn Borgfeld seine ordentliche gut besuchte General- Versammlung ab. Der Vorsitzende Genosse Reichardt gab in kurzen Ausführungen den Bericht über die Tätigkeit des letzten halben Jahres. Danach fanden eine Generalversammlung. drei Kreis- Vorstandssitzungen, drei Dreis- Generalversammlungen eine Generalversammlung von Groß- Berlin, sechs Mit- gliederversammlungen, sechs Volksversammlungen, zwei AgitationS touren, 4 Flugblattverbreitungen und 19 Aorstandssitznngen statt. Die Mitgliederzahl ist von 143 auf 163 gestiegen. Den Kassenbericht gab Genosse Lehmann l. Einer Einnahme von 913,51 M. steht eine Ausgabe von 216,31 M. gegenüber. An den Zentralvorstand wurden 699,67 M. abgeliefert, somit verbleibt ein Bestand von 41,69 M. am Ort. Der Kassierer wurde auf Antrag der Revisoren ent- lastet. Der Bibliothekar konnte die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Bibliothek im letzten halben Jahre bedeutend mehr in Anspruch genommen wurde als früher. In der Diskussion entspann sich eine längere Debatte über das Ver halten der Bauarbeiter, welche den Vorsitzenden persönlich angriffen. Die Generalversammlung sprach hierauf dem Vorstand über seine Tätigkeit ihre Anerkennung aus. Alsdann wurden folgende Genossen gewählt: Hermann Lehmann II, erster Vorsitzender; Hannemüller. Schriftführer; Ferdinand Beyer, Revisor; als Lokalkommissions Mitglieder wurden Brösel und Greulich und als Bezirksführer für Marienfelde Hampel gewählt. Genoffe Hannemüller gab in uns führlicher Weise den Bericht von der Kreis- Generalversammlung. welchen die Versammlung ohne Widerspruch entgegennahm. Unter Verschiedenes wurde eine siebengliederige Festkommission zum 1. Mai gewählt. Zum Schluß gelangte folgende Resolution gegen 6 Stimmen zur Annahme: Die Generalversammlung des Wahlvereins für Mariendorf und Umgegend spricht dem Genossen Zubeil für sein Auftreten in der Reichstagssitzung von: 31. 4. 96 ihre Genugtuung aus. Die Ver- sammelten freuen sich, daß es dem Genossen Zubeil gelungen ist, die Gepflogenheiten der Amtsbehörden von Tempelhof und Marien dorf ins rechte Licht zu rücken, und hoffen, daß es die in Betracht kommenden Instanzen an der notwendigen Remedur nicht fehlen lassen werden". Rowawes. Die letzte Gemeiiidevertretersitzung in NowaweS, die am Mitt- woch stattfand, erklärte sämtliche Neuwahlen zur Vertretung für gültig. Darauf erfolgte die Einführung des zum Schöffen gewählten Fabrikbesitzers Nathan sowie der neu- resp. wiedergewählten Ge meindevertreter, u. a. unserer Genossen Gruhl, Zöllner und Gomoll. Ferner wurden die Neuwahlen der Kommissionen vorgenommen, die das Resultat ergaben, daß unsere Genossen in allen mit Ausnahme der Schulkommission, zu der Sozialdemokraten bekanntlich nicht be- stätigt ivcrden. einen Sitz erhielten. In Verbindung mit der Wahl der Baukommission lag ein Antrag des Gemeindevorstandes und der Wahlkommission vor, der besagt, daß Mitglieder der Baukommission, welche sich um eine von der Gemeinde zu vergebende Arbeit be- werben, mit dem Augenblick der Abgabe ihrer Offerten aus der Boukommission ausscheiden, bis die zu vergebende Arbeit fertig- gestellt und abgenommen ist, ganz gleich, ob sie den Zuschlag erhalten haben oder nicht. Dieser Antrag wurde einstimmig ohne Debatte angenommen; derselbe kann mit Fug und Recht als die Frucht der Agitation unserer Parteigenossen bezeichnet werden. Während man noch vor zirka zwei Jahren einen ähnlichen Antrag der Sozialdemokraten strikte ablehnte, find jetzt ziemlich alle Ge- meindevertreter der Ansicht, daß es am richtigsten wäre, wenn über- Haupt kein Gemeindevertreier Arbeiten für Rechnung der Gemeinde ausführen würde, doch befürchtet man, beim gänzlichen Ausschluß der Gemeindevertreter bei Vergebung von Gememdearbeiten nicht genügend hiesige leistungsfähige Unternehmer zur Ausführung der- selben zu finden. Eine zahlreich besuchte Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins tagte am Mittwoch in de»„Deutschen Festsälen". Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte dieselbe das Andenken des verstorbenen Genossen Piotrowski in üblicher Weife.— Sodann referierte Genosse Störmer-Berlin über«Sozialistische Welt- und Lcbensanschauung"; Redner erntete für seine trefflichen Ausführungen lebhaften Beifall. In der folgenden Diskussion forderte u. a. Genosse Gruhl zum Austritt aus der Kirche auf, wozu bei ihm sowie in den Konsnmvereinsläden Formulare zu haben sind.— Hierauf berichtete Genosse Gruhl über die stattgefundenen Gemeindcvertreterwahlen in Rowawes-Neueudorf, dabei betonend, daß wir mit den Resultaten vollauf zufrieden sein können.— Anschließend hieran erstatteten die Genosse» Liebing und Gomoll den Bericht von der General- Versammlung deS Kreises. In der Diskussion hierüber verurteilte Genosse Krähnberg das fortwährende Verlangen der größeren Ver- eine nach stärkerer Vertretung auf den Kreis-Äeneralversammlungen. Nachdem sich noch Genosse Konrad Gomoll über die Verhandlungen der kombinierten LokalkommissionSsitzuug des Kreises verbreitet hatte, wurde über das Arrangement der Maifeier beraten und beschlossen, in diesem Jahre zwei Vormittagsversammlimgen ab- zuhalten, im übrigen die frühere Art der Feier beizubehalten.— «ach Besprechung einiger interner Angelegenheiten, wurde die Ver- sammlung geschlossen. Teltow. Der letzten Stadtverordnetenversammlung lag die Beratung über die Anstellung cincö Schillarztes vor. Der Antrag selbst, einen Schularzt für die hiesige Stadtschul« anzustellen, war von 'ozialdemokratilcher Seite bei der Etatsbcratung gestellt, und zwar dinglich. Er fand über alles Erwarten, nachdem sich der Bürgermeister dafür ausgesprochen hatte, Annahme. Danach hatte der Magistrat, nach dem Muster der Leipziger und Wiesbadener Tin« richtung, eine diesbezügliche Dienstordnung für Schulärzte der Versammlung borgelegt, und die Annahme derselben, nach welcher ein Schularzt mit 499 M. Fahresgehalt für die hiesige Stadtschule sofort angestellt wird, der Stadtverordnetenversammlung empfohlen. Einzelne bürgerliche Stadtverordnete konnten sich durchaus mit dieser von unseren Genossen angeregten Einrichtung nicht verstehen. So meinte ein biederer Ackerbürger, ob denn nun jeder Vater ge- zwungen wäre, sein Kind unter„Sitte" zu stellen. Auf dieser Höhe stehen die meisten seiner bürgerlichen Kollegen. Unsere Ge« nassen gaben dieser Leuchte die richtige Antwort. Zu recht stur, mischen Szenen kam es dann noch beim letzten Punkt der Tages» ordnur.lg, betreffs Wahl der Mitglieder des Vorstandes für die Fortbildungsschule. Dieselbe soll diesen Monat eröffnet werden. Alle Borarbeiten, an welchen sich unsere Vertreter in der intensivsten Weise betätigten, sind bereits erledigt. In den Vorstand unter keinen Umständen einen Arbeiter zuzulassen, hatte die bürgerliche Mehrheit unter Führung des Vorstehers beschlossen. Vergebens wiesen unsere Genossen Franke und Röder darauf hin, daß in erster Linie die Klasse in dein Vorstand vertreten sein muß, welche ihre Söhne in die Schule schickt. Allein die Majorität hielt nur Ar» bcitgeber, welche recht viele Lehrlinge beschäftigen, für kompetent, im Vorstand zu sitzen. Ter Stadtverordnetcnvorstehcr Baltasar erklärte, nur die von ihm vorgeschlagene Liste habe ein warmes Interesse für die Fortbildungsschule. Welche Weisheit I Man denke sich das geistige und sittliche Wohl in die Hände der Lehrlings- züchter gelegt. Genosse Franke gab dem Vorsteher die richtige Ant- woxt. Genosse Röder beantragte Wahl durch Stimmzettel. Natür» lich blieben die von unserer Seite vorgeschlagenen Mitglieder, der Genosse Franke als Stadtverordneter und Genosse Maurer Wilhelm Haupt als Bürgerdeputierter, in der Minderheit. Die organisierte Arbeiterschaft Teltows muß diese Abstimmung als einen Schlag ins Gesicht empfinden. Sie wird bei paffender Gelegenheit aber auch diesen Leuten die Quittung geben. Spandau. Die Stadtverordnetenversammlung) am 5. d. M. sollte sich unter anderem auch mit der Genehmigung des Vertrages über die Kleinbahn Spandau— Bötzow beschäftigen. Da jedoch vom Magi- strat noch einige Abänderungen an diesem Vertrage vorgenommen werden sollen, wurde derselbe zurückgezogen Nachdem der Eisen- bahnfiskus sich hat bereit finden lassen, m Spandau auf dem dies- scitigen Havelufer einen Borortbahnhof gegen Zahlung einer Summe von 799 999 M. seitens der Stadt zu erbauen, tritt nun- mehr das ein, was unsere Genossen, die damals gegen die Zahlung der 799 999 M. waren, vorausgesagt haben. Es bleibt nicht bei den 799 999 M., sondern es kommt noch verschiedenes nach. Zu- nächst hat die Versammlung den Ankauf des früheren Bürger- meisten Betcke schen Grundstücks an der Seegefelderstraße für die Bahnhofsvorplätze zu begrüßen. Ter Preis belauft sich auf etwa 339 999 M. Auf die Anfrage des bürgerlichen Stadtverordneten Gratschel, ob denn die Stadt verpflichtet sei, die Vorplätze für den Bahnhof anzukaufen, da doch der Eisenbahnfiskus durch den Bahn- Hof dort ein Geschäft mackx, wird von konservativer Seite und vom Rdagistrat geantwortet, daß nach neuerer Rechtslage die Gemeinden verpflichtet wären, die Straßen, die zu den Bahnanlagen führen, herzurichten und zu kaufen, und daß ja hier in Spandau nicht der Fiskus, sondern die Stadt den Bahnhof gewünscht habe. Von der sozialdemokratischen Fraktion vertrat Genosse«Schmidt I den Standpunkt, daß unbedingt der Fiskus hier ein Geschäft mache und) daher auch verpflichtet fei, die Plätze herzurichten. Die Bor- läge sei jedenfalls erst der Anfang von den noch weiter folgenden Kosten, welche die Stadt noch außer den 799 999 M. zu zahlen haben werde. Bestehen müsse er aber darauf, daß das Land, welches der Eisenbahnfiskus zur Bahnhofsanlage selbst gebrauche, auch von diesem bezahlt werde, und daß auf den Borplätzen An- lagen errichtet würden. Ter Ankauf wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten beschlossen. Die Erbauung einer Turnhalle, loci che von den Einwohnern Spandaus schon so lange gewünscht wurde und für welche die Ver- sammlung anläßlich der silbernen Hochzeitsfeier des Kaisers 25 969 Mark bewilligt hat, zeitigte in der Versammlung wiederum eine längere Debatte. Der Magistrat fordert die Genehmigung zum Bau einer Doppelturnhalle. In der Versammlung konnte man sich nicht recht schlüssig darüber werden, ob man eine Doppclturn- halle zwei- oder einstöckig, oder nur eine einfache Turnhalle er- baue. Genosse Hornig spricht sich für den Bau einer Doppel- turnhalle aus und widerspricht energisch den VerschlcppungS- antragen auf Zurückweisung der Vorlage. Ter Magistrat ließ sich schließlich bestimmen, die Vorlage zurückzuziehen. Zu bemerken ist hierbei, daß sich der frühere Genosse D u ck s ch jetzt, nachdem et aus der sozialdemokratisckien Fraktion ausgeschlossen ist, fast immer im Gegensatz zu unserer Fraktion befindet. Für Ergänzungsbauten auf der städttscheni Gasanstalt werden 21 999 M. gefordert. Es wird dabei betont, daß binnen ztvci Jahren durch den gesteigerten Gaskonsum die Gasanstalt am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen sein wird, und daß man in kürzester Zeit sich mit einem Neubau dieser Anstalt werde bc- schäftigcn müssen. Genosse Schmidt I meint, es wäre doch praktischer, wenn man dann gleich lieber eine neue Gasanstalt baue, als daß man schließlich noch 21 909 M. zwecklos verpulvere. Die Vorlage wird jedoch bewilligt. Für Erweiterung der Riesel- und Filter-Anlagen werden 25 999 M. bewilligt. Unter anderem wird die Einstellung von fünf Zeichnern oder Zeichnerlehrlingen beim Bauamt mit einer Vergütung von durch- schnittlich 69 M. monatlich vom Magistrat gefordert. Der Berichterstatter, Stadtverordneter Hülsebeck, ist der Ansicht� daß der Magistrat keine Lehrlinge ausbilden sollte, und wünscht, daß Leute eingestellt werden, die ein Baufach erlernt und sich weiter aus- bilden wollen. Genosse Hornig weist darauf hm, daß sich für 69 Vi), monatlich wohl kein Bauhandwerker, der drei Jahre gelernt, 'inden werde, um eine solche Stelle anzunehmen. Er hält es auch ür gar nicht schädlich, wenn im Bauamt Lehrlinge ausgebildet würden, wünscht aber, daß man dafür Sorge trägt, daß diese auch ihr späteres Fortkommen haben. Die Vorlage wird genehmigt. Eine Interpellation des konservativen Stadtverordneten Schob, betreffend die Einführung des fakultativen englischen Sprachunterrichts in der mittleren Mädchenschule, in welcher jetzt obligatorisch französischer Sprachunterricht erteilt wird, zeitigte ebenfalls eine längere Debatte. Die Interpellation fand dadurch ihre Erledigung, daß der Bürgermeister Wolf die Erklärung abgab, es solle versuchsweise der englische Sprachunterricht in der mittleren Mädchenschule eingeführt werden. Berliner Marktpreise.?IuS dem amtlichen Berich» der städtischen Marktballen-Direktion. Rindfleiich I-r öS— 63 pr. 166 Pjund, IIa 56—64, lila 50-54, IVa 40—48, engl. Bullen- 00—00, dän. Bullen- 50—66, Holl. Bullen. 00-00. Kalbfleisch, Doppelländer 105-120, la 80-88, IIa 65-78, lila 52-62. Hommelfleisch la 62-72, Na 55-61. Schweinefleisch 70—74. Kaninchen 0,80—1,00. Hühner, alt«, Stück 1,60—3,00, alte per Psd. 0,00—0,00, junge, per Stuck 0,00. Tauben, junge 0,60—0,70, alte 0,50. Enten, junge per Stück 1,80—3,00, per Pfd. 00—00, russ., gesr. per Stück 00—00. Gänse, junge, per Psd. 1,30, russ. per Psd. 0.47—0.50. Hechte 88-108. Schleie 00-00. Bleie 43—49, groß 00—00. Aale, groß 00—00, mittel 00—00, klein 00—00, unsortiert 00—00. Plötzen 10—28. Flundern, pornm. N, p. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, 1330* 1332* 1398* 1431* 13468* Vermietungen. 100 Kostümrod Arbeiterinnen. Krasnowsti, Ebelingstraße 8, II. 4 Blätterinnen für Damengarderobe gesucht. Gebrüder Altenbergs Färberei, Weißensee, Langhansstraße 4.+ 139* Zeitungsfrauen verlangt Kronen101651 straße 65. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. billig, Qude, Grünerweg 113, Teil- Kaifer Friedrichstraße. Erfragen Gin tüchtiger Tagschneider gejut. 176/9 Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen. Die Drtstrantenlaffe der Schneider ist für jeden Kollegen des Verbandes der Verwaltungsbeamten der KrankenTassen gesperrt! Niemand darf dort in Stellung treten. 291/ 4* Bezirksgruppe Berlin. 3. A.: Paul Bürkert. Großlurth, Feldschlößchen", Berlinerstr. 27. Sorpas, Konzertsaal, Wollantstraße 118. Rozyce, Gesellschaftshaus, Kreuzstraße 3/4. Papenberge. P.-0.-H. Restaurant Lemke frei! Petershagen. N.-B. Otto Bräfife frei. Pferdebucht b. 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Gärtner, Berliner Schweiz, am Seddin- See, Berantwortlich: Nichard Henschel, Berlin N. 28, Wollinerstr. 51 II.- Drud: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Alle Lokale, die keinen Saal haben, find frei! Lokal- Lifte für Berlin und Umgegend. Ausgegeben am 8. April 1906. Obmann der Kommiffion: Richard Fenichel, N.28, Wollinerftr. 51, II. Alle Mitteilungen, Anfragen 2c. sind für Berlin an das unterzeichnete Kommissionsmitglied des betr. Kreises zu richten. Für Kreis Nieder- Barnim an R. Rieck, Rummelsburg, Kantstr. 22, part.; für Streis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rigdorf, Selchowerstr. 22, Quergeb. III; für Kreis Potsdam- Ost- Havelland an K. Linz, Spandau, Mittelstr. 13; für Diverse Orte an G. Nowag, Strausberg( Stadt), Walkmühlenstraße. Anmerkung: Die vor den Drten angegebenen Buchstaben bezeichnen den Kreis, zu welchem der betr. Drt gehört: N.-B. Nieder- Barnim, T.-B. Teltow- Beeskow, P.-0.-H. Potsdam- Ost- Havelland, D. 0. Diverse Drte. 1. Wahlkreis. Dräsels Festsäle, Neue Friedrichstr. 35. Kühns Festsäle, Niederwallstr. 20. Louisen- Zelt, In den Zelten 9a. Miegel, Stralauerstr. 57. Balast- Theater, Burgstr. 22. Radtke, Flensburgerstr. 24. Zum goldenen Löwen, Jüdenstr. 55. Lokal Kommissions- Mitglied: Jacob Ege, Noßstr. 23. 2. Wahlkreis. Alter Bürgergarten, Lindenstr. 105. Amerikanisches Theater, Mittenwalderstr. 15. Anhalt. Ressource, Möckernstr. 114. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Bohne, Hasenhaide 45/47. Dindas Sommertheater und Festsäle, Gneisenaustr. 67. Donath, Schönleinstr. 6. Gliesing's Ball- u. Gesellschaftshaus, Wasserthorstr. 68. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gramfau, Stegligerstr. 18. Gründer, Schwerinstr. 13. Habels Brauerei- Ausschant, Bergmannstr. 5/7. Hochbahn- Restaurant, Tempelhofer Ufer 30. Hofjäger- Palast, Hasenhaide 52/53. Kliems Festsäle, Hasenhaide 13/15. Königshof, Bülowstr. 37/40. Linden- Rasino, Lindenstr. 106. Markgrafen Rafino, Markgrafenſtr. 83. Mürichs Festsäle, Steglitzerstr. 35. Naabes Festsäle, Fichtestr. 29. Reinhardts Neues Gef.- Haus, Hafenhaide 57. Seraber, Hermann, Friedrichstr. 16( Handelsstätte Belle- Alliance). Schnegelbergs Festsäle, Inhaber Carl Schwarz, Hafenhaide 21, Jahnstr. 8. Thiems Festsäle, Blücherstr. 61. Unions- Brauerei, Hasenhaide 22/31. Viktoria- Brauerei, Lüzowstr. 111/112. E. Zühlke, Dennewitzsir. 13. Lokal- Kommissions- Mitglied: Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15 pt. 3. Wahlkreis. Alexandrinen- Festfäle, Alexandrinenstr. 110. Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Augustin, Oranienstr. 103. Beckers Festsäle, Kommandantenstr. 62. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2. Buggenhagen- Etablissement, Morigplay. Central- Festsäle, Alte Jakobstr. 32. Cristall- Palast, Prinzenstr. 94. Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. Dietrichs Festsäle, Alexandrinenstr. 32. Dietrichs Festsäle, Dresdenerstr. 116. Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96. Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Feuersteins Festfäle, Alte Jakobstr. 75( Jnh. W. Kube). B. Frankes Festsaal, Sebastianstr. 39. Fürstenhof, Köpenickerstr. 137/138. Gesellschaftshaus, Brinzenstr. 94. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Berlin. Gratweils Bierhallen, KommandantenStraße 77/79.( Jnh. Haberland). E. Gründer, Köpenickerstr. 100. Grupes Festsäle, Annenstr. 16. Hintsches Festfäle, Köpenickerstr. 62. Insel- Festfäle, Inselstr. 10. Industrie- Festsäle, Beuthstr. 20/21. Köpenider Festfäle, Köpenickerstr. 127a. Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37 ( Inh. Jak. Lis). Luisenhof, Bukowerstr. 9( Jnh. M. Busch). Lipple, Melchiorstr. 15. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Neues Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Variété Brillant, Dresdenerstr. 52/53. Vier Generationen, Dranienstr. 69. Vogts Ritter- Säle, Ritterstr. 71/75. " Zum Alexandriner", Alexandrinenstr. 37a. Lokal- Kommissions- Mitglied: Carl König, Jahnstr. 24. 4. Wahlkreis. Süd- Ost. Behrends Festfäle, Manteuffelstr. 95. Borchardt, Köpeniderstr. 158. Central- Festsäle, Oranienstr. 180. Gleve,„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Graumann, Naunynstr. 27. Hoffmann, Zeughofstr. 8. Industrie- Festsäle, Mariannenstr. 31. Jüngers Variété, Manteuffelstr. 47. Mariannen- Festsäle, Mariannen- Ufer 2. May Nowack, Manteuffelstr. 9. Dranien- Salon( A. Lott), Oranienstr. 170. Reichenberger Hof, Reichenbergerstr. 147. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Schocke( Drachenburg), Vor dem Schlesischen Tor. Schuhmacher, Staligerstr. 126. Vereinshaus Sängerheim", Naunhnstr. 6. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Oft. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftshaus, Langestr. 108. Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Landsb. Allee 156. Bolzmanns Gesells.- Haus, Lichtenbergerstr.21. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11. Börsen- Restauration, Central- Viehhof. Boekers Gesellschaftshaus, Weberstr. 17. Breuer, Große Frankfurterstr. 117. E. Buchwald, Große Frankfurterstr. 133. A. Diez, Landsberger Allee 76/77. Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderstr. 27c. Feindt, Weinstr. 11. Flechs Festfäle, Fruchtstr. 36 a. A. Förster, Große Frankfurterstr. 41/42. Fortuna- Säle, Strausbergerstr. 3. Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 16. Gieskes Wirtshaus, Landsbergerstr. 89. Habrecht, Große Frankfurterstr. 30. Keller, Koppenstr. 29. Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Kolwigs Festfäle, Große Frankfurterstr. 99. E. Koczorowski, Schillingstr. 36. Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Königstädt. Kafino, Gr. Frankfurterstr. 76. C. Krüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. P. Litfins Gesellschaftshaus Ostend, Memeler ſtraße 67. Ladewig, Gesellschaftshaus, Frankf. Allee 127. Lipps, Am Friedrichshain 22/29. Ost- Kasino, Frankfurter Allee 106. Ostbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. Residenz Festsäle, Landsbergerstr. 31. Scheruchs Festsäle, Rüdersdorferstr. 45. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. B. Schumski, Langestr. 65. Theel, Große Frankfurterstr. 85. R. Ulrichs Festfäle, Gr. Frankfurterstr. 28. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lotal- Kommissions- Mitglied: Carl Rott, Straßmannstr. 29, ptr. 5. Wahlkreis. Apitsch, Rosenthalerstr. 39. Bordes Vereinssäle, Neue Königstr. 7. Diefener, Landsbergerstr. 37. A. Ernsts Gesellschaftshaus, Prenzlauerstr. 41. Gesellschaftshaus Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 18m. Johannissäle, Johannisstr. 20. Königssäle, Neue Königstr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Kuhns Festsäle, Linienſtr. 8. Leydeckers Salon, Sophienstr. 34. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Alexander- Play. Bachuras Clubhaus, Landsbergerstr. 39. Carl Batt, Dragonerstr. 15. Philadelphia, Greifswalderstr. 138/139. Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstr. 57. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18. Lokal- Kommissions- Mitglied: Friedrich Rausch, Winsstr. 12 pt, 6. Wahlkreis. Moabit. Artus- Hof, Perlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Eisschlößchen( Blößensee). Gieshoit, Insel- Restaurant( Plößensee). Rud. Gohlke, Beusselstr. 22. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Moabiter Bürgerfäle, Beusselstr. 9. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter- Kasino, Wilsnackerstr. 68. Moabiter Schützenhaus( Plötzensee). Pieleke, Waldstr. 8. Schößler, Stromstr. 28. Schüler( Brauerei Moabit), Turmstr. 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Vittoria- Salon, Berlebergerstr. 14. Walhalla- Theater, Alt- Moabit 104/105, Wedding und Oranienburger Vorstadt. Berliner Bock- Brauerei, Abt.II, Chauffeeftr.58. Berliner Nordpark, Müllerstr. 148. Gebr. Cranz' Festfäle, Röslinerstr. 9. P. Fortanier, Tegelerstr. 56. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. Funkes Gesellschaftshaus, Triftstr. 41. Genossenschafts- Wirtshaus IV, Nord- Ilfer 10. Germania- Säle, Chausseestr. 103. Hoffmann, Basewalkerstr. 3. Humboldt- Säle, Hussitenstr. 40. Hübners Festfäle, Chausseestr. 113. Köhlers Salon, Tiedstr. 24. Meeses Gesellschaftshaus, Schulstr. 29. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Miethes Festfäle, Invalidenstr. 84/85. Müllers Gesellschaftshaus, Bohenstr. 12. Raabes Festfäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schellbachs Festfäle, Schulstr. 66. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Schumanns Vereinshaus, Köslinerstr. 17. Bum Storchnest, Müllerstr. 161. Bum Volksheim, Aderstr. 123. Adlershof. T.-B. Wöllsteins Luftgarten, Bismarcftr. 24. Rosenthaler Vorstadt und Gefund brunnen. Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. G. Daafe, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunnenstr. 34. Elfaffer Ball- Salon, Elsasserstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. R. Fiebigs Festsäle, Ackerstr. 6/7. Gramotte, D., Bergstr. 12. Harmonie, Invalidenstr. 1a. Hillers Wolfsgarten, Brunnenstr. 150 Melchert, Bergstr. 68. Noacks Festfäle, Brunnenstr. 16. Dlböter, Usedomstr. 33. Roewers Festfäle, Elisabethkirchfir. 14. Swinemünder Gesellschaftshaus, münderstr. 42. F. Schuster, Ackerstr. 144. Weiß, Jnvalidenstr. 146. F. Wiltes Festsäle, Brunnenstr. 188. Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Cranz Viktoriagarten", Badstr. 12. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70. Gregory- Brauerei, Badstr. 67. " SwineUmliegende Wahlkreise. N. Bayer, Gesellschaftshaus, Vismardstr. 10. R. Kauel, Bismardstr. 10. Meißners Adlershofer Garten, am Bahnhof, Bismardstr. 60. Restaurant Ruhwald bei Spindlersfeld. Alle anderen gesperrt. Alt- Geltow. P.-0.-H. Restaurant Thomann. Alt- Glienicke. T.-B. Bum goldnen Verkehrslokal: Wirtshaus Zum goldnen Stern", H. Saß, Grünauerstr. 29. Gesperrt: Karl Schmidt, Saalbesitzer, Rudowerstraße. Bohne, Saalbesitzer, Grünauerstraße. Alt- Ranft b. Freienwaldea. O. D.0. Verkehrslokal: ,, Deutsches Haus“. Alt- Stahnsdorf. T.-B. Gasthof zum grünen Baum( Rich. Scheich). Baumschulenweg. T.-B. Alle Lokale frei. Beauregard bei Wriezen a. 0. D. 0. Gust. Thron, Gasthaus z.„ Viertelstündchen". Beclitzhof. T.- B, Alle Lokale gesperrt. Belzig. D. 0. Sandberg, Gasthof Bur grünen Tanne" ( Inh. Fr. Thiele), frei. Bernau. N.-B. Großmann, Schüßenhaus", Mühlentor. Friedrich, Gasthof Zum goldenen Hirsch". Hörnicke,„ Elysium", Königstor. Mai, Kaiser- und Chausseestr.- Ede. Oberreich, Schwarzer Adler", Berlinerstr. Wagner, am Bahnhof, Kaiserstr. 82. " Biesdorf. N.-B. Heins„ Gesellschaftshaus", Inh. W. Fengler, Dorfstr. 30/31. Biesenthal. D. 0. Nestaurant Zur Flora", Grünstraße, Ecke Breitestr. Schüßenhaus, Fr. Land. Bindow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Birkenwerder. N.-B. H. Schulz, Paradiesgarten". Blankenburg. N.-B. Wirtshaus an der Banke. Blankenfelde. H.-B. Stab. Bohnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Bornstedt. P.-O.-H. Aug. Schulz, Friedrich Wilhelmstraße. Borsigwalde. H.-B. Alle Lokale frei. Franz Rhinow. Bötzow. P.-O.-H. Britz. T.-B. Sämtliche Säle fret. Bruchmühle bei Ali- Landsberg. H.-B. Nagel, Zum Prinzen Heinrich". Märter. Buch. H.-B. Alle Lokale frei. Buchhorst bei Mühlenbeck. N.-B. Mayer. Buckow bei Britz. T.-B. Verkehrslokal: R. Klein, Chausseestr. 12. Klogin u. Köppen, Saalbesitzer, gesperrt. Buckow.( Märk. Schweiz.) D. 0. Rich. Neinsch, Schweizerhaus". Caro. N.-B. Breitkopf frei. 11 Charlottenburg. T.-B. August Schüße, Rosinenstr. 3,„ Volkshaus". Wive. Bauer, Berlinerstr. 86 a. Ferd. Müller, Spandauer Chauffee,„ RoßTrappe". May Fallnich, Tegeler Weg 40,„ Waldkater". G. Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24,„ Festsäle". W. Fiedler, Tegeleriveg 63 ,,, Paradiesgarten". J. Hoffmann, Tegelerweg 38/39, Wald haus". H. Höhne, Teglerweg 74/75, Vergnügungspart". Am Spandauer Schiffahrtskanal: Gustav Wagners Kastanteniväldchen". May Broß, Gasthof Zum deutschen Kaiser". Pasternacki,„ Klostergarten". Wiemer, Karlshof". K. Doil, Deutscher Kronpring". # K. Schadow, Haideschlößchen", Plötzensee. W.Schadow, Nonnendamm ,,, Haideschlößchen". Jul. Berner, Zum Lindenbaum". Cladow a. d. H. P.-0.-H. Kein Lokal frei. Dahlem. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Dalldorf a. d. Nordbahn. N.-B. Böhm, Restaurant, Oranienburgerstraße. Deutsch- Wusterhausen. T.-B. W. Hoffmann frei. Leonhardt, Koloniestr. 147. Midsch, Koloniestr. 124. Marienbad, Badstr. 86. Schirms Festsäle( Wäbekind), Badstr. 19. Schmidt, Herm., Prinzen- Allee 33. Schönhauser Vorstadt. Berolina- Festfäle, Schönhauser Allee 28. Brauerei Böẞow, Prenzlauer Allee. Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabrielu. Jäger, Defonom Wendorf, Zehdenickerstr. 10. Brauerei Königstadt, Defonom Nob. Liebing, Schönhauser Allee 10. D. Hoffmann, Kastanien- Allee 23. Forper, Prenzl. Allee 165( Ringbahn- Station). Fröbels Allerlei- Theater, Schönhaus. Allee148. Genossenschafts- Wirtshaus, Stargarderstr. 3. Kopenhagener Klubhaus, Hube, Kopenhagenerftr. 74. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. E. Schulz Festsäle, Belforterstr. 15. Wirtshaus Zum Strauß", Pappel- Allee 25. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23/24. Lotal- Kommissions- Mitglied: R. Henschel, Wollinerstraße 51, II. Drewitz. T.-B. August Buhlmann, Potsdamerstraße. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Eberswalde. D. 0. Restaurant„ Zur Mühle", Eichwerderstr. 55. Eggersdorf bei Stransberg. R.-B. G. Tübbecke frei. Eiche bei Potsdam. P.-O.-H. " Restaurant Bring Heinrich", Inhaber C. Rose, frei. Eichwalde. T.-B. Wittes Waldschlößchen. Eisenspalterei b. Eberswalde. D.0. Restaurant Buchwaldt. Erkner. N.-B. M. Degebrodt.„ Gesellschaftshaus". W. Kurzhals, Restaurant" Zur Löcknig". K. Mattäß, K. Müller, Runnide, Kurhaus. " D " " Wilhelmsgarten". „ Schützenhaus". W. Sefter, Restaurant, Königstraße. Falkenberg. D. 0. Nur die ,, Garlsburg" frei. Falkenhagen b. Seegefeld. P.-0.-H. P. Schöneberg. Fangschleuse. N.-B. F. Schulze, Hotel" Zum Dampfschiff." Fehrbellin. P.-O.-H. Ww. Nosenträger. Schulz. Fichtenau. N.-B. R. Höhne, Gesellschaftshaus 1 und Roth, Kurpart- Restaurant, frei. Finkenkrug. Hofmeister. P.-0.-H. Französisch- Buchholz. N.-B. Klimas Nestaur. Zum Storch", Hauptstr. 59. K. Kähnis Festsäle, Berlinerstr. 39. Fredersdorf. H.-B. Gasthof Ww. Clara Große, frei. Freienwalde a. 0. D. 0. Radday, Kanalstr. 3. W. Voigt, Eberswalderstr. 7. Grüne Tanne, Waldschänke, Kriegerdenkmal. Fritz Scherbing, Alt- Mieg. Gust. Schmidt, Königstraße. Friedenau. T.-B. Wilhelm Grube, Kaiser- Allee 85. Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14. Rheinschloß. Alle anderen Lokale sind gesperrt. Friedersdorf. T.-B. Restaurant Bäntel. Friedrichsberg. Alle Lofale frei. N.-B. Friedrichsfelde. H.-B. Café Hoppegarten, Berlinerstr. 18. Franz Bube's Festfäle, Prinzen- Allee 30. Gottlieb Schulz ,, Lindenpart", Wilhelmstr. 11. Friz Haberland, Wilhelmstr. 38, Friedrichshagen. H.-B. Brauerei K. Erdmann, Seestr. 23. Braustübel, A. Witte, Seestr. 22. Bellevue, Schmidt, Waldowvstr. C. Conrad, Friedrichstr. 137. Eisfeller, R. Büttner, Friedrichstr. 97. Fischerhütte, Zachow, Seeftr. 11. Gesellschaftshaus, Rogall, Friedrichstr. 69. M. Lerche, Friedrichstr. 110. F. Langfeld, Köpeniderstr. 1. Begnick, Friedrichstr. 113. Seeschlößchen, A. Berndt, Seeftr. 77. Sängerhalle, R. Stuhl, Friedrichstr. 61, Spreeschloß, Straße 38 1. Dito Schulze, Friedrichstr. 78. Waldlater, W. Martin, Köpeniderftr. 88. Wilhelmsbad, uffurait, Seeftr. 45. Müggelschloß. T.-B. Müggelwerder. H.-B. Marienluft bei Cöpenick. T.-B. Rübezahl. T.-B. Restaurant Wilhelmshof am Bahnhof Hirschgarten. H.-B. Tenfelsfee. T.-B. Restaurant Ravenstein gesperrt. Fürstenwalde. D. 0. Schloßkellerei. Gatow a. d. H. P.-0.-H. Rein Lotal frei. Giesensdorf. T.-B. Alle Sofale gesperrt. Gosen. T.-B. Frei: G. Schrümpf, Dorfstr. 14. Gross- Beeren. T.-B. Alle Botale gesperrt. Gr.- Besten a. d. Görl. Bahn. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Verkehrslokal: Waldschlößchen", Ww. Agnes Tresper. Gross- Lichterfelde. T.-B. Aug. Neifen, Familien- Restaurant, Chauffeeftraße 104, frei. Gesperrt: Hertels Schüßenhaus, Zehlendorferstraße. Hennigs Festfäle, Bahnhof Dst. Kaiserhof, Bahnhof Dst. Gross- Schönebeck. N.-B. " W. Jung, Gasthof z. deutschen Haufe". Grünheide bei Erkner. H.-B. Franz Fieliz. Grunewald, T.-B. Allesfrei. Grünau. T.-B. Gesperrt: Rest. Buchholz, Friedrichstr. Arbeiter- Werkehrslotale: Bur grünen Ede", Köpenickerstr. 88, Inh. J. Franz. J. Duchauffour, Köpenickerstr. 79. Wendenschloß, Jnh. F. Dietrich. Hakenfelde b. Spandau. P.-0.-H. M. Teßnows Bollsgarten. Halensee. T.-B. Bert.- Lot.: Bonczed, Kurfürstendamm 126. Alle anderen Lokale gesperrt. Hankels- Ablage. T.-B. W. Heinrich, Seglerfchloß( früher Käppel). Heiligensee. N.-B. Restaurant Schröder frei. Alle anderen Lokale gesperrt. Helgoland. P.-0.-H. ( Insel Oberhavel) frei. Hennigsdorf. P.-O.-H. F. Brose. Rud. Teßmann. Hermsdorf. H.-B. Schulz, Verkehrstotal, Berlinerstr. 21. C. Dimte, Forsthaus, Auguste Viktoriaftr. 18. Herzfelde. H.-B. Henze, Hauptstr. 57. Steinide, Gasthof zum Kaiserhof. Hessenwinkel. H.-B. D. Rapmundt, Gesellschaftshaus. Schreyer, Kaiserzelt. Hirschgarten. N.-B. Alle Lokale frei. Hohenbinde. N.-B. Haideschlößchen zum Gutenberg frei. Hohenschöpping. P.-0.-H. Stein. Johannisthal. T.-B. Berkehrslokal: Alb. Gobin, Noonftr. 2. Johannisthaler Volfsgarten, Senftleben, Friedrich und Köpeniderstraße- Ede. Ww. Naus, Park- Restaurant, Parkstr. 12/13. W. Krüger, Friedrichstr. 10. Wendt, Friedrichstr. 1. Lindenhof, Friedrichfir. 61. Jörsfelde. N.-B. Restaurant Döring. G. Kuhn, Havelschloß. Fr. Gumlich, Kurgarten. Kagel. N.-B. Restaurant Fielik, frei. Karlshorst. N.-B. Kupsch, Waldschänke", Treskowallce, frei. Karolinenhof. T.-B. Mandts Wirtshaus. Kaulsdorf. N.-B. Hamanns Gesellschaftshaus, Frankfurter Chaussee. Bobey, an der Bahn. Ketschendorf. T.-B. Mittenwalde. T.-B. Ernst Schmidt, Gasthof zum Kronprinzen. Alle anderen Lokale gesperrt. Mönchsmühle b. Schildow. H.-B. Florian Knappe, frei. Müggelheim. T.-B. Alle Lokale frei. Nauen. P.-0.-H. Schola, Marktstr. 16. Schüßenhaus, Jnh. D. Kumle, Chausseestr. 33. Nedlitz. P.-O.-H. Bungard, Zur Römerschanze". Neu- Bornim. P.-0.-H. " N. Laas, Schwarzer Adler", Mittelstr. 12. Neu- Dabendort b. Zossen. T.-B. Frei: Restaurant Schenk Wald- und Seeschloß Dabendorf( A. Ende). Neuenhagen. N.-B. Aug. Wünsche frei. Nen- Hohen- Schönhausen, Dorf Hohen- Schönhausen, H.-B. Alle Lokale frei. Neubrück. P.-0.-H. With. Beckmann fret. Frei: Restaurant„ Fliederhain" und Gasthof Neumühle. T.-B. Wiedemann( Saal). Ketzin a. d. Havel. P.-0.-H. Klemms Restaurant frei. Kiekemal bei Köpenick. N.-B. Restaurant Heidekrug, Jnh. Schmidt, frei. Klosterdorf b. Strausberg. D. 0. Buhlmanns Gasthaus. Kolonie Buch. N.-B. Kaiser Friedrich- Garten frei. T.-B. Königs- Wusterhausen. Verkehrslokal: Wedhorn, Altes Schüßenhaus. Bingel, Berlinerstr., Bum Siegesfranz". August Sindermann, Luckenwalderstr. Heinrich Große, Potsdamerstraße. Adolf Lange, Berlinerstr.," Zum Adler". Könitz. D. 0. Katerbot Köpenick. T.-B. Außer Ww. Schulz, Müggelheimer- und Marienstr.- Ecke, alle Lokale frei. Korbiskrug b. Gr.- Besten. T.-B. Gasthof Peter Kaczmarek. Kremmen. P.-0.-H. Baproth. Kurtschlag. D. 0. Wißmann, frei. Ladeburg. N.-B. With. Wendt, fret. Lanke. N.-B. Stockmann, Restaurant Waldschloß". Ottilie Wetzger ,,, Schloßpart". Lankwitz. T- B. Lint, Wirtshaus Zum grünen Kranz", Calandrellistr. 27, frei. Gesperrt: Stephanis Festfäle, Dohns Festsäle. Lebbin b. Storkow. W. Lehmann frei. Lehnin. D. 0. T.-B. H. Taege, Hauptstr. 63 frei. Lichtenberg. H.-B. Alle Lokale frei. Liebenwalde. H.-B. Verkehrslokal: Rest. Gleinert, Berlinerstraße. Lindow i. M. D. 0. Kaufels Restaurant. Lychen i. M. D. 0. Ball, Vogelgesangstraße. Malchow bei Weissensee. N.-B. " Café Tiek" frei. Mahlsdorf. N.-B. Gasthaus, Zum Wilhelmsthal", Jnh.Wernede, Hönowerstr. Nr. 6, links der Bahn. Malz b. Grabowsee, H.-B. Neubert, Waldschlößchen. Mariendorf. T.-B. Restaurant Reichardt, Chausseestr. 16. Bergfeld, Feldstr. 44. Marienfelde. T.-B. W. Jarnzewski, Kiepertplatz 3. Markgrafpieske b. Fürstenwalde. T.-B. Daw. Fischer, Langestr. 31. Wilh. Graßnid, Langendammerstraße. Marwitz. P.-O.-H. Schurbaum. J. Peschel. Lessing. Miersdorf. T.-B. Alles gesperrt. Bätel, Restaurant zum Ziergarten, und W. Müllers Restaurant: gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Neu- Ruppin. D. 0. Dimar, Lehniner Chaussee. Nen- Zittau. T.-B. Alles gesperrt. Niederlehme. T.-B. Wilhelm Gaerisch, Dorfstraße( Saal). Wilh. Herrmann, Bellevue. Barlow, Bartrestaurant. Niederlehme Kolonie. T.-B. Zum Sporthaus, M. Mörschel. Buft. Heiß, Restaurant Ziegenhals. Nieder- Neuendort( Oberhavel) P.- C.- H Kein Lokal frei. Nieder- Schöneweide. T.-B. Verkehrslotal: Reimann, Grünauerstr. 5. Hasselwerder", Inh. Albert Scherdich. # Waldhaus", Berlinerstr. 10a. 11 Weidmannsruh", Berlinerstr. 16. " Kleine Fischerhütte", J. Fischer, Berliner straße 17b. Drachenfels", Berlinerstr. 17 d. Ladendorf, Berlinerstr. 22. Hermann Naue, Berlinerstr. 10. Alle anderen Lokale gesperrt. Nieder- Schönhausen. H.-B. A. Stephans Lindengarten, Lindenstr. 43. Settekort, Lindenstr. 1.Ulig, Schwarzer Adler", Blankenburgerstr. 4. Tunsch, Sanssouci, Kaiser Wilhelmstr. 18. Nordend. H.-B. R. Pahl, Restaurant Blankenfeldestr. 19. Friedensgarten", T. Thomsen, Rest., Nordend, Blankenfeldestr. Nowawes- Nenendorf. T.-B. H. Ebel, Stahnsdorferstr. 6. May Singer, Volksgarten, Priesterstr. 31. Otto Himte, Wallstr. 55. Karl Gruhl, Priesterstr. 69. Ernst Schmidt, früher Kaiser- Saal, Wilhelme straße, Ede Friedrichstraße. Paul Junge, Großbeerenstr. 100. Ober- Schöneweide. Alle Lokale frei. H.-B. Verkehrslokal: Ernst Kaufholt, Wilhelminen hofstr. 18. Oderberg i. M. D. 0. Gesperrt: A. Frrlig, Zur grünen Aue" und Schüßenhaus". Alle anderen Lokale frei. Oranienburg. N.-B. Braun, Kurfürstenstraße 48( Saal). Schumann, Kurfürsten Saal. Dietrich, Verkehrslokal, Müllerstr. 15. Pätz bei Gr.- Besten. Restaurant Bur Dubrow" frei. Pankow. N.-B. T.-B. Rich. Bessen, Damerotstr. 19. Buge, Vereinshaus, Schulzestr. 28. Ebersbach ,,, Zum Kurfürsten", Berlinerstr. 102 W. Warlig, Kaiser Friedrichstr. 12.