Nr. 86. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 50 Pẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Donnerstag, den 12. April 1906. Das sächsische Beispiel. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wahlrechtsfrage von neuem aufrollte, wollte Herr v. Metsch nicht mehr gesagt haben, daß die Regierung nichts tun werde, daß sie alles dem Landtage überlassen werde. Jetzt sagte er, Der Kampfruf gegen das Dreiklassenwahlrecht ist nicht sie wolle suchen und prüfen, um einen Ausweg zu finden. Jm Monat März gingen bei dem Unterzeichneten folgende bloß in Preußen erhoben worden. Lauter noch und energischer geht wagten selbst die verbissensten Reaktionäre der Kammer Parteibeiträge ein: ist das Proletariat Sachsens in den Wahlkampf eingetreten, nicht mehr, das Dreiklassenwahlrecht zu verteidigen. Sie Groß- Berlin, a Konto der Monatsbeiträge seiner acht Wahl- um das schmähliche Unrecht abzuschütteln, das ihm vor zehn schwiegen und aus den Reihen der Konservativen standen dafreise 14 000,-( darunter: an Stelle des Märztranzes die Versamm Jahren angetan ward. Im wilden Rhythmus ist die Volts- für Sprecher auf, die das vom Volk verurteilte Unrecht fallen lung der Elektromonteure durch Buschick 6,60; Bierprozente von bewegung im grünweißen Nachbarlande zur Höhe gestiegen. ließen und sich dem Verlangen nach Wahlreform anschlossen. Hamann 3,40; Treptow, Beyler 5,-; Parteifonds, Knabe, 2. Kreis 5,-; Ueberschuß Kranzspende A. G.-G., Brunnenstraße, Metall- Im Lande der engherzigsten Polizeiherrschaft ging das Prole- Jezt gab der Präsident der Zweiten Kammer Herr Mehnert, der gießerei 14,60; Ueberschuß Märztranzsammlung A. E.-G., Brunnen- tariat auf die Straße. Vor den Fenstern des Königsschlosses sich mit dem Minister v. Metsch in den Ruhm der Vaterschaft traße 1140,-; Referat P. M. Grempe 6,-; Hoeppners Geburtstag sang es die Marseillaise. In den Straßen der Hauptstadt des Dreiklassenwahlrechts teilen darf, den Anstoß zur Bildung durch Wirth 3,15; Gefangverein Liedesfreiheit" 10,-; März floß Arbeiterblut. Behörden und Philister schraten zusammen ob einer freien Kommission zur Förderung der Wahlreform. versammlung Monteure J. F. Hermann u. Co. 10,75; Angeblich des„ Unerhörten", das sich ereignet. Die Polizeikette ward fester Das ist Zeugnis genug für die Wirkung der WahlrechtsKrüger" durch Ohnesorge 20,-; Bierprozente, 2. Rate, Bau gezogen, die Klassenjuftiz trat in Aktion. Der weiße Schrecken demonstration. Sie hat freilich nicht lange genug vorgehalten. Behrenstraße 7,50; Aus der Sechserkaffe, Werkstatt Fieke hub an, das Versammlungsrecht ward aufgehoben. Und im Die Wahlreformkommission des Landtages erwies sich als 5,-; Roter Sonntag Liebehenschel 1,40; Köpeniderstraße 1,-; Tischlerei von Wolf, Waldemarstraße 20,-; Tischlerei A. B., Görliger Landtage verkündete der Minister: Keine Wahlreform, so- Verschleppungsinstrument, während die Ordnungspresse die Ufer 40,- Einfegnung durch Herbst 5,05; Lese- und Diskutiertlub lange die Neigung zu Ungefeßlichkeiten andauert!" öffentliche Meinung verwirrte durch beständiges Hin- und HerSüd- Ost 100,-; Ueberschuß der Kranzipende für den Gastwirt Aber in derselben Ministerrede tam das Eingeständnis, pendeln zwischen der Meldung, die Reform werde den Seefeld 4,50; Ueberschuß Vergnügen Kürbis 1,-; Arbeiter der Firma daß eine Wahlreform nötig sei und daß das Ministerium aufs Landtag noch in dieser Session beschäftigen und der anderen, Lande 5,-; Arbeiter der Möbelfabrit Friedrich 25,-; Bezirk 178a, neue versuchen werde, einen Weg dahin zu finden. Dasselbe sie werde erst dem nächsten Landtag zugehen, arbeiteten die Binte 5.-F. W., Gr. Frankfurterstr. 16 1,50; Arbeiter der Möbel- Ministerium, das vor den Demonstrationen erklärt hatte, es Reaktionäre hinter den Kulissen an der Verschleppung. Sie fabrit Groschfus 87,10; Arbeiter der Möbelfabrik Siegmann u. Co. bermöge nichts zu tun, es wisse teine Lösung der Wahlrechts- erreichten ihren Zweck. Der Minister von Metzsch kündigte 30,- Arbeiter der Möbelfabrik Kukulenz 20,- Bierprozente von frage, nachdem der Landtag zwei Jahre vorher die Regierungs- feinen Rücktritt an, offenbar weil er daran verzweifelt, eine B. Elt., Weißensee 7,50; Ueberschuß der Kranzspende der Berl. Präzisions- vorschläge auf Einführung des direkten Dreiklassenwahlrechts Wahlreform zustande zu bringen, die den Konservativen genehm wverfe 9,30; Kranzüberschuß Autobau Siemens- Schuckert- Werte 4, Botterie- und Vergnügungsverein Norden, Swinemünderstraße 2 in Verquickung mit Berufs- und Pluralwahlrecht abgelehnt ist und die zugleich die Unzufriedenheit im Lande bannen 6,-; zur Parteitaffe H. H. 28 5,-; Märzkranz- lleberschuß von den habe. So krampfhaft die Offiziösen auch die Beeinflussung wird. So viel ist sicher, daß die führenden Köpfe der Reorganisierten Arbeitern der Berliner Motorwagen- Fabrit Reiniden- der Regierung bei den Straßendemonstrationen leugneten, fie attion dem Minister im vertrauten Kreise ärgerlich nachsagten, dorf durch Rohleder 21,50; Ueberschuß vom Kranz für die März legten selbst Beugnis dafür ab, indem sie verkündeten, dem er habe unter dem Eindruck der Wahlrechtsdemonstrationen gefallenen von den Arbeitern Firma Schwarzkopff, Abteilung Schering Landtage werde noch in seiner jegigen Tagung eine Reform- die Nerven verloren". Jedenfalls läßt sich der Zusammenhang straße 137,65; Märztranz- Ueberschüsse: Kgl. Gewehrfabrik Spandau vorlage vorgelegt werden. Erst als das Proletariat Sachfens des Ministerwechsels mit der Wahlrechtsbewegung nicht mehr 3,-; Mar Haffe u. Co. 26,85; Breeſt u. Co. 11,50; Arbeiter von energisches Wollen betätigte, tamen die Dinge in Fluß. leugnen nach der bekannten Rede, die der Nachfolger des Hummel, Maschinenbau und Schmiede 9,45; Arbeiter von Kehling Es erkannte die Wirkung seiner Tat und nahm Gewehr Herrn von Metsch, der Berliner sächsische Gesandte Graf u. Thomas 39,50; lleberschuß der Kranzspende vom 18. März der Firma Hartung, Wiclefstraße 27,05; Bentralverband der Maurer bei Fuß Aufstellung. Um abermals getäuscht zu werden. Hohenthal bei seiner Abschiedsrede zu Berlin gehalten hat. Moabit 20,-; Stammgäste bei Apisch, amerikanische Auftion 4,- Die Reform wurde hinausgezögert. Nachdem der erste Schrecken Herr v. Metsch ist also schließlich über sein eigenes Machfür Februar A. B. Mister 1,-, für März A. B. Mister 1,-; Borde berflogen war, fezte die konservative Verschleppungsaktion ein. wert, über das Dreiflassemunrecht gestürzt. Seine Ersetzung ( Luna- Säle) 10,-; Kranzüberschuß Panzer A.-G. 28,65). Und sie erreichte ihr Ziel. Am Freitag der verflossenen Woche durch den Grafen Hohenthal wäre freilich ein mehr wie Berlin, diverse Beiträge: C. 2. 1,-. Jule II", Ritterstr. wurde der fächsische Landtag gefchloffen; eine Wahlreform hat mageres Ergebnis des opfervollen Kampfes der sächsischen 8,80. Von den Beamten der Schneiderinnungskasse 50,-. Dr. K. R. er nicht mehr beraten. Arbeiterschaft. Aber es ist nicht das einzige. Man darf sich 20,05. Von den Berliner Parteigenoffinnen als Prozentsatz der So hat also die fächsische Arbeiterschaft durch ihren tapferen von sächsischen Reaktionären, von sächsischen Konservativen freiwilligen Beiträge 186, A. Du., Dieffenbachstr. 3,-. Geburts Kampf nichts erreicht? So sind die schweren Opfer an Blut alles versehen, aber trotz alledem ist es sicher, daß die Tage tagsfeier von Beckmann 6,75. Dr. Siegfrieda 5,-. Frauen und Mädchen Berlins durch D. B. 100,-. Ueberschuß der Sechserpinke und Freiheit umsonst gebracht worden? Die Frage der des Dreitlassenwahlrechts in Sachsen gezählt find. Der Verd. Firma F. Spengler, Lindenstr. 44, 5,-. Vom Kaiserschen Männer- Wahlreform steht in Sachsen nach alledem noch auf demselben schleppung der Konservativen liegt nicht die Absicht zugrunde, chor 15, Personal der Buchdruckerei Vorwärts, Abt. Buchbinderei Fleck, als sie vor dem Kampfe stand? überhaupt keine Aenderung des Wahlrechts zustande kommen 10,-. Machetes 5,-. Von d. Mitgliedern der U.-Dr. 7,65. C. 2. 20,-. Traurig, wenn es so wäre! Aber es ist nicht so! Ein zu lassen. Gewiß wäre ihren entschlossensten und konD. S. 10, Von den Arbeitern der Vereinigten Geldschrantfabr. A.-G., Rückblick auf die Geschehnisse wird es uns zeigen. fequentesten Köpfen nichts lieber, als daß sie das DreiflassenPrenzlauer Allee 34 13,05. Ueberschuß v. Märzkranz v. d. Arbeitern Die Wahlrechtsfrage stand an der Schwelle des jetzt ge- mahlrecht behalten könnten, das sie zu unumschränkten der Firma Fr. Werner durch H. B. 32,30. Ueberschuß b. Märztranz, schlossenen Landtags: Interpellationen der Freisinnigen und Herren Sachsens macht, das ihnen die Möglichkeit gibt, den P. L., Stephanstraße 3,10. Dr. 2. A. 100,- Ueberschuß v. März Liberalen stellten sie an den Beginn des Landtagsprogramms. industriellsten Staat Deutschlands wie ein großes Rittergut zu franz b. b. Arbeitern der Firma 2. Sentler 22,60. Stranzüberschuß Aber die Regierung und die herrschende Partei der Konfer- regieren, die an Bedeutung für Sachsens Volkswirtschaft weit v. d. Armaturenfabrik P. Rohland, Richthofenstr. 6 22,40. Ueberschuß d. Kranzsp. d. Abt. Hizler, Deutsche Waffen- u. Munitionsfabr. 22, vativen schoben die Erledigung auf die lange Bank und sie hinter seiner Industrie rangierende Landwirtschaft zum Bol Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,- Jule, Ritterstr. 85, fonnten es ruhig tun, da den interpellierenden Parteien seiner Politik und zum Hätschelkinde des Staates zu machen. 1. Quartal 21,50. Fidele Brüder 6. Maskenb. d. Rtl. Frohe Stunde jede energische Aktion gegen das Dreiklassenwahlrecht Aber sie sind nicht so dumm, daß sie nicht den Zwang der 3,55. Ueberschuß von Fidelitas durch A. B., Wiclefstraße 5,-. Guten- fernlag, δα die Nationalliberalen nicht einmal nicht einmal eine Umstände erkennten, daß sie nicht fühlten, wie ihnen der lette berg 38,-..., b. Dr. S. 10,-.. S. 50,-.. B. 50,-. Von den wirkliche Reform wollten Reform wollten und selbst die Freifinnigen Rest von Anhängerschaft in solchen Streisen, die nicht direkt Arbeitern der Stockfabrik C. u. R. Redlich, Ritterstr. 75 10, bon bornherein erklärten, daß es ihnen mit ihrer zum Großgrundbesig gehören, verloren gehen muß, wenn sie H. F., Biesenthalerstraße 2,- Ueberschuß vom Märzkranz v. b. Forderung des allgemeinen gleichen Wahlrechts nicht sehr sich mit dem Dreitlassenwahlrecht identifizieren würden, nachArb. der Firma S. J. Arnheim 7,55. Rauchklub Humboldt 3, ernst sei, daß sie sich mit der Wiederherstellung des alten dem die sozialdemokratische Agitation das Land aufgerüttelt, V. d. Buchdruckerei- Hülfsarb. des Vorwärts", Rotationsjaal 5, C. D. Guhrau 1,-. Stranzübersch. v. d. Arb. d. Firma Goliasch Bensuswahlrechts zufrieden geben würden. Erst am 27. No- vor das Problem des Wahlrechts gestellt hat. Was sie durch 2,50. Munition zum Kampfe für Wahrheit und Recht 5,-. Bug- bember tamen die Interpellationen zur Verhandlung. Das die Verschleppung zu erreichen wünschen, ist die möglichste bach i. S., E. R. 2,70. Brandenburg, Wahltr. Brandenburg- West- arbeitende Volt hatte einige Tage vorher seine Forderung des Verwischung des Eindrucks, als geschehe die Aenderung des habelland 340,75. Bremen, von den Parteigenoffen 500,- allgemeinen gleichen Wahlrechts in gewaltigen Massenversamm Wahlrechts unter sozialdemokratischem Druck und die VerBern 50, Bremen, Maschinenpersonal der" Bremer lungen laut und unzweideutig gestellt. Die Antwort der hinderung einer Regierungsvorlage, die unter den frischen Bürgerzeitung" 18,50. Burtehude, von den Alten durch Herrschenden war affettierte Gleichgültigkeit. Der Minister Wirkungen der Wahlrechtskundgebungen den Forderungen der Weber 2,-. Bernau, R. M. 1,-. Chemniß, Brutus 1,-. Char v. Megsch konnte natürlich nach seinem verfehlten Reform Arbeiterschaft weiter entgegenkommt, als es ihnen gefällt. Sie lottenburg, Uebersch. v. Märzkranz v. Zwietusch u. Co. 38,85. Dessau, Wahlkreis Dessau- Zerbst 35,-. Elbing, Ueberschuß bom bersuch vom Landtage 1903/04 die Reformbedürftigkeit wollen die Regierung erst ihre Nerven" wiederfinden lassen. Wahlgesetes Maskenball der Former 30,-. Erlangen, Jahresbeitrag v. St. E. des sehr Wahlgefezes nicht leugnen, erklärte aber Das Dreiklassenunrecht ist in Sachsen aufgegeben, es 4,-. Erfurt, Wahlfreis Erfurt- Schleusingen- Ziegenrüd 150,-fühl, daß er sich nach diesem Fiasko nach keinem findet teine Verteidiger mehr, selbst der abgebrühteste Reaktionär Faltenberg( Oberschl.) 3,-. Fürth i. B., sozialdemokr. Verein neuen sehne und alles der Initiative des Landtages wagt nicht mehr, es offen zu vertreten, so inbrünstig er es 1. Quartal 1906 60,-. Hannover, 20 Proz. der Beiträge überlassen müsse. Was praktisch die Reform auf den im stillen Kämmerlein auch noch anbeten mag. Die Zeiten, da vom sozialdemokratischen Wahlverein des 8. Hannov. Wahlkr. St. Nimmerleinstag verschieben hieß, denn die regierenden die Konservativen es wagten, sich die Durchsehung dieses SchandJanuar u. Februar 1906 612,- Hamburg, 3. Wahlkreis 4000,- Konservativen ließen durch ihren Sprecher Opitz verkünden, wahlrechts als Ruhmestitel anzurechnen, sind vorbei. Der erwachte Hamburg, sozialdemokr. Verein für den 2. Hamb. Wahlkr. 3000, daß sie am Dreiklassenwahlrecht festhalten, das besser sei, als Grimm des Voltes hat die Herren umschwenken lassen. Welch' ein Hamburg, im Monat März in der Expedition des„ Hamburger Riel, bom 7. schlesw.- holft. Wahltr. fein Ruf. Höchstens einige Härten dieses Wahlsystems zu be- Unterschied zwischen der Haltung des Dresdener tonservativen Kiel- Neumünster- Rendsburg 500,-. Königsberg i. Pr., Partei- feitigen fönne man erwägen. Die Empörung des sächsischen Parteitags 1898, auf dem unter allgemeinem Jubel der beitrag 1. Quart. 1906 100,-. tattowig( Oberschl.) vom fozial- Volks, die Leben gewann in der Nede des einzigen sozial- preußische Junker v. Manteuffel den Wahlrechtsraub der fächdemokr. Verein 5,-. Leipzig, 12. u. 13. fächsischer Reichstagswahl- demokratischen Abgeordneten Goldstein, fümmerte die Herren fischen unter als höchste staatsmännische Leistung, als vorfreis 5000, udenwalde, Rufus 5,- Lübec, 20 Proz. der Ein- Reaktionäre wenig. Die Opposition der Nationalliberalen und bildlich für das ganze Reich verherrlichte, und der kürzlichen nahmen des sozialdemokr. Vereins im 1. Quartal 1906 350,-Freisinnigen fonnte schon wegen der unentschiedenen Haltung Generalversammlung des Dresdener fonservativen Vereins, Magdeburg, sozialdemokr. Verein 300,- München, Wald- der Parteien feinen großen Eindrud machen. Die Sache der auf dem ein hervorragendes Mitglied der Partei, der Amtsläufer Januar- März 15,-. Mannheim, vom sozialdemokratischen hauptmann von Nostiz, unter großem Beifall für die BeseitiVerein 200,- Neuruppin, 25 Broz. der Halbjahreseinnahme des Wahlreform schien völlig aussichtslos zu sein. Zentralwahlver. f. d. Wahlfe. Ruppin- Templin 116,-. Nürnberg, Da fezte die Bewegung des Proletariats ein, da explodierte gung des Dreiflassenwahlrechts eintrat und sagte, teiner werde M. 5,- Botschappel, 6. fächs. Reichstagswahltr. 1000,-. Rigdorf, der Grimm, der ein Jahrzehnt lang aufgehäuft war, auf den von der tonservativen Partei das Ddium nehmen können, die Parteikasse der Arbeiter v. Bardemann u. Co. 25,-. Solingen, Straßen. Nicht bloß die Hauptstadt, nicht bloß die Groß- daß sie das Wahlrecht verschlechtert habe, wenn sie jett v. d. Parteigenoffinnen 23 Proz. der freiwilligen Beiträge durch städte sahen die Arbeiter demonstrieren, nein, auch fleinere nicht einen Weg finde, das Wahlgeset, das nur ein D. B. 12,50. Scherpenberg, aus dem Wahlkreise Mörs- Rees 8,75. Städte, wie Pirna und Meißen, hatten ihre Straßentund- Provisorium gewesen sei, wieder zu beseitigen. Staaten, Ertrag der Tellersammlung Versammlung am 18. März gebungen. Und nun schlug der Wind um! So grimmige Wahlrechtskampf der Sozialdemokratie hat eben den Erfolg 7,53. Schönheide i. Erzgeb., am Stammtisch gef. u. veranstaltet v. 4 gleich Fragen auch die sächsische Reaktion schnitt, so wütend sie auch gehabt, die bürgerlichen Schichten, die mit dem Dreiklassengesinnten G. 2,50. Spandau, Uebersch. d. Kranzsp. am 18. März um sich schlug, um die Ungesetzlichkeiten zu rächen, so große wahlrecht unzufrieden sind, in Bewegung zu bringen. Und von Spandauer Staatsarbeitern 60,05. Sachsen- Weimarische Landesorganisation 100,-. Schiltigheim, fozialdemokr. Verein Straßburg- Worte der Unnachgiebigkeit sie machte, um das Gesicht zu die Konservativen müßten ihren Verlust fürchten, wenn sie der Land 26,12. Ueberschuß durch. M. 160,- Vorwärts- Buch- wahren" und der Welt vorzumachen, daß fie solcher Terro- Reform noch Widerstand entgegensetzten. Handlung 10 000,- Württemberg, S. 3, Weißensee, Ueberfch. rismus" des Proletariats nicht schrecke, daß sie sich vor der So bleibt trotz aller Verschleppung und trok aller Reeiner Kranzip. d. Talting Mach., Abt. Brefferei 5,-. Weißwasser, fordernden Arbeiterschaft nicht beuge, sie konnte doch pressalien bestehen, daß der Wahlrechtskampf der sächsischen Wahlverein des Streises Rothenburg- Hoyerswerda 20,-. Zabrze, denkenden Menschen nicht verbergen, daß der Anblick der Arbeiterschaft die Dinge in Fluß gebracht hat, daß die Konvon den Parteigenossen 5,-. entschlossenen, des Zieles bewußten Waffen einen tiefen Ein- fervativen aus der fatten Ruhe der die Macht Befizenden Berlin, den 10. April 1906. druck auf fie gemacht hatte. Jetzt, als Genosse Goldstein in aufgescheucht wurden, daß die Regierung die Dringlichkeit Anknüpfung an die blutigen Ereignisse von Dresden die einer Renderung erkannte. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Der freilich zum lauten Jubel gibt dies Ergebnis nicht gerade > um so weniger, als die kommende Wahlrechts änderung den Namen einer Reform sehr unnützlich führen dürfte. Die Zugeständnisse, die dem Proletariat gemacht werden sollen, werden zweifellos auf das mindeste Maß be- grenzt Iverden. Man will ihm ein paar Konzessionsschulzen geben, seine Vertretung aber, einerlei wie das kommende Wahlrecht sonst ausschauen wird, ob es direktes Klassen Wahlrecht oder Berusswahlrecht oder Pluralwahlrccht oder aus allen möglichen Systemen zusammengeflickt sein wird, für alle Zeit auf eine kleine Minderheit festlegen. Darüber ist kein Zweifel, darin sind Konservative, Nationalliberale und Regierung einig, und der schwache Freisinn wird dagegen nicht allzu heftig aufbegehren. Aber wie diese Wahlrechts änderung auch beschaffen sein mag, einen kleinen Fortschritt gegen das jetzige System wird sie immerhin bringen müssen, und die� sächsische Arbeiterschaft wird nicht verfehlen, den Reaktionären, wenn die Zeit gekommen ist, wieder tüchtig ein zuHeizen, um sie auf dem Wege der Zugeständnisse vorwärts zu treiben. Und sie wird ebenso wie gegen das Dreiklassen- Wahlrecht den Kampf gegen jedes andere Unrecht ausnehmen, das an seine Stelle treten soll. Sie kann es mit frischem Mute tun. Denn alle Ein- schränkungen abgezogen, es bleibt doch ein positiver Erfolg ihres Wahlrechtsfeldzuges von 1903/06 bestehen: die prole- tarischen Demonstrationen haben den Stein ins Rollen ge- bracht, davon läßt sich nichts abmarkten noch wegdeuteln. Wenn das Maß der Zugeständnisse, die schließlich herausspringen werden, nicht groß ist, so kommt es zunächst darauf weniger an als auf die Tatsache, daß die Herrschenden überhaupt Zugeständnisse machen müssen, daß im berüchtigten Musterländchen der Reaktion die Arbeiterschaft trotz ihrer parlamentarischen Entrechtung die Politik be- cinflussen konnte. Die Erfolge sehen nicht so glänzend aus wie die unserer Brüder in Oesterreich, aber man darf dabei nicht vergessen, daß in Sachsen unter ganz anderen Kon- stellationen gekämpft wird, daß die Kräfteverhältnisse ganz andere sind, daß gerade die Stärke, die unsere Partei in Sachsen erreicht hat, den zähen Widerstand der herrschenden Klasse gebiert, weil sie ihre Herrschaft unmittelbar bedroht sieht. Das preußische Proletariat, das den Kampf gegen ein noch schlimmeres, noch verrotteteres Unrecht zu führen hat, kann aus dem Kampf der sächsischen Brüder manches lernen. Die Bedingungen des Kampfes sind in den beiden Bundes- staaten nicht die gleichen. Schon der Umstand, daß das Drei- klassenwahlrecht in Preußen ein halbes Jahrhundert besteht und daß unsere Partei sich hier erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit an den Landtagswahlen beteiligt, niacht einen großen Unterschied. Aber das zugegeben, ist das sächsische Beispiel für Preußen nicht ohne Beweiskraft. Es zeigt, was eine große Kraftanstrengung, die durch jahrelange, zähe, eifrige Agitatton vorbereitet wurde, zu erzielen vermag. Es zeigt uns, daß. wir es uns nicht verdrießen lassen dürfen, wenn die direkten Erfolge anfänglich hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten. Einen Erfolg wird der Kampf, auch das kann uns der Stand der Bewegung in Sachsen und ihre Befruchtung durch den Wahlrechtskampf zeigen, immer haben: Er wird die Kräfte der Partei stählen und ihre Erfahrungen vermehren! Das Beispiel des sächsischen Proletariats soll uns anspornen, nicht zu erlahmen im Kampfe wider das preußische Wahlunrecht. Der Erfolg unserer sächsischen Genossen muß uns lehren, daß schließlich auch in Preußen von Erfolg be- gleitet sein wird der Kampfruf: Nieder mit dem Dreiklassen- unrecht l_ Die Revolution in Rnstland. Rußlands Verschuldung. Nach den offiziellen Angaben betrug Nußlands Staats- schuld Anfang dieses Jahres 7 681895 948 Rubel. Indessen ist die gesamte Verschuldung Rußlands eine weit größere und bietet in diesem Moment, wo die neue Anleihe so gut wie ab- geschlossen ist, ein besonderes Interesse. Bekanntlich ist die russische Regierung bei dem Berliner Bankhaus Mendelssohn kurzfristige Verpflichtungen in Höhe von 156 Millionen Rubel inoffiziell eingegangen, die nun fortwährend pro- longiert werden. Dazu kommen sogenannte bedingte Schulden, die zum Teil durch Ländereien, zum Teil In dieser Rubrik figurieren die von der russischen Regierung garantierten Obligationsanleihen der Privat- Eisenbahnen, die das hübsche Sümmchen von 1 116 566 666 Rubel aus- machen: ferner gehören dazu die Pfandbriefe der Adels- und Agrar-Saatsbanken in Höhe von 1 165 817 666 Rubel. So- mit beträgt momentan die gesamte Verschuldung Rußlands die Summe von 16648666 666 Rubel, wobei die„außer- gewöhnlichen" und stets geheim gehaltenen Verpflichtungen der russischen Regierung nicht berücksichtigt sind. Aber schon die Verzinsung der obigen Summe erfordert ein großes Kapital. Denn die Zinsen für die offizielle Staatsschuld betragen 341669 871 Rubel, die der bedingten Staatsschuld inklusive Amortisationszinsen 98 666 666 Rubel, so daß Ruß- land jährlich insgesamt 439 666 666 Rubel Zinsen zu zahlen hat. Dazu kommt jetzt die neue große Anleihe, deren Ver- zinsung infolge der obwaltenden Verhältnisse besonders hoch zu stehen kommen wird, so daß die nunmehrige Verschuldung Rußlands mindestens jährlich 8 Mark Zinsen pro Kopf aus- macht. A«S de« russischen Gefängnisse«. Die russische Hauptgefängnisverwaltung hat soeben interessante Angaben über die Zahl der in S1 der wichtigsten Gefängnisse unter- gebrachten politischen Gefangenen gemacht. Danach wird— behördlicherseits!— als Tatsache festgestellt, daß die Zahl der Inhaftierten in den russischen Gesängnissen momentan durchschnitt- lich öS Proz. größer ist als die höchste zulässige Zahl, für die die betreffenden Gefängnisse eingerichtet sind. Einen Begriff von der Ueberfüllung der einzelnen Gefängnisse erhält man aus folgenden offiziellen Angaben: Im Wilnaer Gefängnis, das für höchstens 326 Personen eingerichtet ist, befinden sich 6ö7 Per- sonen; im Kasaner Gefängnis schn, achten 383 Personen in den für 260 Personen bestimmten Räumen; das Saralower Gefängnis sollte höchstens 461 Gefangene aufnehmen, aber jetzt sind dort 10SS Personen untergebracht; in Charkow hat man«44 Personen in dem Gefängnis intemiert, das nur für 371 Personen berechnet ist. Auch in den Ostseeprovinzen sind die meisten Gefängnisse mehr als überfüllt; so beherbergt das Mitauer Gefängnis 716 Personen, trotzdem eS höchstens 3S1 Personen aufnehmen soll. Im Durchschnitt kommen jetzt zwei Gefangene auf den für nornale Zeiten be- rechneten Platz, daher sieht sich die russische GefäugniSverwaltung veranlaßt, Dienst- und sogar Privaträume dazu zu benutzen, um das Personal beziehungsweise die„leichten" Berbrecher unter« zubringen. Bei dem jetzt in Rußland herrschenden Regime dürfte aber die russische Gefängnisberwaltung Wohl noch zu anderen außer- ordentlichen Maßnahmen greifen müssen. » Die Dnma-Wahlen. Die Russische Korrespondenz erhielt aus Peters- bürg folgendes Telegramm vom 11. April: Bis zu diesem Augen- blick find die Resultate der Wahl auS 27 Gouvernements mit 167 Dumamitgliedern bekannt. Bon diesen sind 110 Kadeten und Pro- gressisten, 9 Sozialdemokraten und Sozialrevolutionäre, 25 Zentrum und Reaktionäre und 33 Parteilose gewählt. Die Hofkrcise in ZarSkoje- Szelo sollen in größter Bestürzung wegen der Kadetensiege sein. Die Umgebung des Kaisers, darunter der Großfürst Konstantin Konstantinowiffch sollen darauf dringen, daß gegen die Kadeten Repressivmaßregeln ergriffen werden. Das Gerücht, daß die Regierung, um eine Anleihe abzuschließen, ausländischen Unternehmern große Borteile in Rußland gewährt hat, ruft hier in industriellen und kaufmännischen Kreisen starke Aufregung hervor. Die Demission Wittes ist bis jetzt nicht an- genommen. Der Führer der Kadeten tritt in der Zeitung„Rech" mit höchstem Nachdruck gegen den Abschluß der Anleihe auf. Massenverhaftungen in Riga. Riga, 11. April. Unter starkem Militäraufgebot hat die Polizei in der Mitauer und Moskauer Vorstadt, wo Haupt- sächlich Arbeiter wohnen, Haussuchungen vorgenommen. Zahlreiche Waffen wurde beschlagnahmt. Ueber hundert Personen, darunter eine große Anzahl politisch verdächtiger Studenten, wurden in das Gefängnis abgeführt. poUnscke CUberficbt. Berlin, den 11. April. Aus dem Reiche der Zentrumsgrafen. Oberschlesien, das Reich, wo Kapläne und Zentrums- grasen herrschen, hat den Vorzug, edelste Blüten der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu treiben. Wir nennen: aus- gedehnte Frauenarbeit auf Gruben und Hüften bei erbärmlichen Löhnen, überhaupt ein tiefes Lohnniveau, lange Arbeitszeiten, schlechter Gesundheitszustand, hohe Unfallziffern— Schnaps- oest und Roheftsdelikte I Wie die frommen Kapitalisten die Ausplünderung verstehen, darüber gibt Aufschluß die Sta- tistik des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins. Nach dieser belief sich der Wert der verkauften Produtte pro. Kopf der beschäfttgten Arbeiter aus Gruben- Koks- u. Eisenge- betrieb Ziuderwerke winnung Bearbeitung M. M. M. M. 1906.... 2182 4666 6684 9038 1904.... 2034 2831 4351 7733 In 1905 mehr 148 1724 1233 1305 Alle Produkte zusammengenommen, stieg die Wertsumme pro Kopf der Beschäftigten von 2988 M. in 1904 auf 3461 M. in 1905. Die Gesamtzahl der beschäftigten Personen erfuhr eine Steigerung von 146 611 im Jahre 1904 ans 147 407 im letzten Jahre. Verhältnismäßig stärker war die Zunahme der weiblichen Arbeitsttäfte, deren Zahl von 11 460 auf 12613 stieg. Es sind demnach in der oberschlesischen Eisen- und Kohlenindustrie über 8 Prozent der Beschäftigten Frauen und Töchter des Proletariats. Die Vorliebe für weibliche Arbeitsttäfte erklärt sich aus den miserablen Löhnen. Während z. B. im Bergbau der Durchschntttslohn für sämtliche Arbeitsttäfte im letzten Jahre 3,08 M. betrug, wurden die Frauen mit 1,13 M. pro Tag abgespeist! So ehren die Frommen die Frauen! Wie es überhaupt mit den oberschlesischen Löhnen bestellt ist, wie sich diese zu den er- zielten Wertsummen verhalten, läßt folgende Zusammenstellung nach amtlichen Angaben erkennen: Es betrugen die Jahresdurchschnittslöhne in der* 1900 1902 1903 1904 M. M. M. M. oberschles. Kohlenindustrie 877 820 832 83S „ Eisenindustrie 792 804 818 859 Im Bergbau stieg für 1905 der Durchschnittslohn auf 867 M., es ist mithin immer noch nicht der Lohnstand von 1900 wieder erreicht. In der Domäne der Kapläne und ?entruinsgrafen stehen die Jahresdurchschnittslöhne um 366 is 466 M. hinter den entsprechenden Sätzen im Rnhrrcvier zurück. Und im Ruhrrevier schimpft die ulttamontane Presse auf das gottlose liberale Kapital! AlS eines Ausgleichs für die miserablen Löhne erfreuen sich die Schlesier hoher und stetig wachsender Unfallziffern! Nach den Rcchnungsergeb- nissen der Schlesischen Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft entfielen auf je 1600 Versicherte 1896 1900 1902 1903 1904 entschädigungspfl. Unfälle 7.60 9,66 10,48 18,80 14,78 16,73 Im Laufe von 10 Jahren ist die Unfallquote um mehr als 166 Proz. gestiegen!« In der Vorliebe für billige weibliche Arbeitsttäfte, in der Tiefe des Lohnniveaus, in der Höhe der Unfallziffern läßt Obcrschlesien sich nicht übertteffen. Die � Verhältnisse im „deutschen Belgien" erttären auch die sozialpolitische Schaukelpolitik des Zentrums. Um den Zenttums- grasen den Profit nicht zu schmälern, durfte das Zcnttum nicht für einen wirttichen Bergarbeiterschutz eintreten, es kam das Mißgebilde zur Welt, das sich als Arbettertrutz erweist. Steine statt Brot hat das Zentrum den Bergarbeitern gc- reicht! Aus dem angeführten Grunde tritt das Zentrum auch nicht für eine Regelung der skandalösen Arbeitsverhältnisse in den Eisen- und Stahlwerken ein. Den Agrariern gab das Zentrum Wucherzölle, den industtiellen Zenttumsgrafeu be- schneidet es nicht die schrankenlose Ausbeutung der Arbeits- kraft. Dafür nennt das Zentrum sich— Volkspartei! Perverse Zuneigung. Wenn die urteutschen Jünglinge m letzter Zeit des öfteren eine deutsch-preußische Hülfsaktwn für die baltischen Adeligen angeregt haben, so darf das nicht wundernehmen. Die Herrschaften wissen, daß sie es selber fertig bekämen, durch ihr Gebaren den Zorn des Volkes einmal derartig zu erregen, daß sie unter Umständen die Gegendienste der von ihnen begönnerten ausländischen Gesinnungö- genoffen recht gut gebrauchen könnten. Also— wie gesagt— die Balten-Liebe der deutschen Antisemiteriche ist allenfalls noch ver- ständlich. Wenn aber den baltischen Adelssippen, die durch ihre geschichts- notorische Brutalität gegen Bauern und andere Proletarier das jetzt über sie hereingebrochene(zum Teil übertriebene) Unheil selbst verschuldet haben, wenn diesen Herrschaften von jüdisch-dcutsch- liberaler Seite eine Fülle des Mitleids entgegengebracht wird, so ist das weniger verständlich, Das„Berliner Tageblatt" begrüßt mik helljubelnder Freude den Plan, jenen„abgebrannten" Deutsch- Balten mit einer preußischen Staatshiilfe unter die junkerlichen Arme zu greifen! Erstens sollen dem hoffnungsvollen Nachwuchs der Edelsten deutsch-baltischer Nation an den preußischen Universitäten und technischen Hochschulen alle nur erdenklichen Erleichterungen gewährt. zweitens sollen sie— nach Befragung des preußischen Dreiklaffen- „Parlaments"— mit reichlichen Geldunterstützungen bedacht werden!— Man sollte meinen: Masse und Konsorten täten besser, sich um die durch die jüngsten Vorgänge im Zarenreiche viel schwerer ge- troffenen blutarmen russischen Juden zu bekümmern, die zu Tausenden im Auslande umherirren müssen und andere Sorgen haben als die: ob irgend ein verrußter Staat— a la Preußen sich ihrer studierenden Söhne auch recht liebevoll annimmt? Es wäre vergebene Mühe, der Mosse-Garde das Klägliche ihrer Balten-Bemutterung beweisen zu wollen. Selbst bei denen muß sie sich mit ihrem Gebaren lächerlich machen, die an sich durchaus mit der preußischen Hülfsaktion einverstanden sind. Das„Berliner Tage- blatt" schwingt sich nämlich zu hoch-arischen Gefühlen auf; es phantasiert davon: die Lage„unserer Stammcsgenossen in den russischen Ostseeprovinzen" müsse verbessert werden usw. Da haben die Balten-Verehrer antisemitischer Kouleur mal wieder etwas zum Lachen. Sie mögen sich die unerwartete israelitische Bundesgenossenschaft behaglich schmunzelnd gefallen lassen; aber im Innern werden sie das Gefühl der Verachtung für Judas Stamm und Judas Zeitungen um einige Grade erhöhen. DeutlcKes Reich. Die Verhaftung der Genossin Luxemburg hat der deutschen Ordnungspreffe den Anlaß zu wahren Orgien der Gemeinheit gegeben. Und noch immer glaubt fie, in der Offen- barung ihrer Erbärmlichkeit noch nicht genug getan zu haben. Die „National-Zeitung" bringt heute eine Notiz unter der schönen Ueber- schrift„Demagogen in der Falle", die also begimit: „Demagogen, gleichviel welcher Schattierung, pflegen die Eigenschaft gemeinsam zu haben, daß sie furchtbar laut schreien. wenn fie sich einmal bei Verkündung ihrer vollsbeglückenden Weisheit in den Maschen des Gesetzes gefangen haben. So sitzen augenblick- lich zwei Exemplare dieser Spezies auf fremdem Gebiet in der Falle und"rufen laut um Hülfe zu ihren Freunden und dem- selben Staate, den sie sonst mit allen Künsten demagogischer Gewissenlosigkeit planmäßig beschimpfen. Rosa Luxemburg, von Geburt Russin, und nur durch den eigenartigen Geschmack eines deutschen Mannes, der sie zu seiner Gemahlin erkor.„Deutsche" geworden, hat sich bekanntlich vor einiger Zeit nach Warschau be- geben, und ist dort— wie es scheint, unter dem Verdacht politffcher Umtriebe— verhaftet worden. Wie jetzt die„Nowoje Wremja" meldet, sind von ihren Freunden beim deutschen General» t o n s u l in Warschau Schritte unternommen worden um ihre Freilassung herbeizuführen, doch soll das deutsche General- konsulat sein Eingreifen in dieser Angelegenheit ver- weigert haben... Die geistreichelnde und menschenfreundliche Einleitung der Notiz hätte sich da« nationaUiberale Blatt sparen können. Die „Nowoje Wremja" ist nämlich falsch berichtet. Nicht die Freunde Rosa Luxemburgs, weder ihre deutschen noch ihre russischen, haben sich sür sie beim deutschen Generalkonsul verwendet, sondern ein gleichgültiger bürgerlicher Journalist hat bei dem Herrn angestagt, ob er sich der Affäre annehmen werde. Für die deutsche Sozial- demolratte hat Genofie Bebel im Reichstage deutlich genug erklärt, daß sie nur dann die Intervention der Reichsregierung fordern würde. wenn die russischen Behörden Ungesetzlichkeiten im Verfahren gegen unsere vortreffliche Genossin begehen würden. Auf demselben Standpunkt werden auch die russischen und polnischen Genossen stehen, zumal die tapfere Genossin Luxemburg sich in ihren Briefen energisch ver- beten hat, daß man aus ihrer Verhaftung, die nur eine sei unter vielen, eine besondere„Affäre" mache! Wider Willen muß übrigens die„Nai-Ztg." zum Schluß den Mut unserer Genossin anerkennen, indem sie schreibt: „Im übrigen wird mau eS als eine überaus große Unverpchttg- keit bezeichnen, wenn eine Persönlichkeit wie Rosa Luxemburg, deren politische Vergangenheit und Gegenwart ganz genau be- kannt ist, sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen nach Ruß- land begibt. Daß sie dort Unannehmlichkeiten mit der russischen Regierung haben würde, hätte sie ohne weiteres voraussehen können...." Früher haben die SchmockS der Ordnungspresse gehöhnt über die Vorsicht der Genossin Luxemburg, die nicht nach Rußland gehe, und noch in diesen Tagen beliebte eS einigen ganz schlauen Organen der öffentlichen Meinung, eS als große Feigheit unserer Genossin hin« zustellen, daß sie fich in Warschau verborgen gehalten hat, anstatt sich dem ersten Polizeibeamten als die bekannte Revolutionärin Luxemburg zur sofortigen Verhaftung vorzustellen. Hier hat fich nun einmal ein noch klügeres Blatt in der Hitze deS Schimpf« gefechtS zu einem Zugeständnis verplappert, das eS bei ruhiger Be- sinmmg wahrscheinlich nicht von sich gegeben hätte. Die Sozialdemolratie brauchte dieses Zeugnis wider Willen natürlich nicht, um zu wissen, was sie von der Tat der Genossin Luxemburg zu halten hat. Wir führen eS nur an, um die Erbarm- lichkeit der Ordnungspresse an ihren eigenen SeWentblößungen zu zeigen. Der zweite„Demagoge in der Falle", den die„Nat.-Ztg." meint, ist der seit einiger Zeit verschollene Redakteur Kowalczhk von dem oberschlesischen radikalen Polenblatte„Gornoslazal", dessen Verhaftung aus Wilna gemeldet wurde. Er ist ebenfalls deutscher Reichsbürger.— Ueber ein Bierteljahr ZengniSzwangshaft. Unser Genosse Bruno Schumann ist, wie uns telcgraphisch mitgeteilt wird, endlich gestern abend aus der Zeugnis- zwangshaft in schwer leidendem Z u st a n d e entlassen.. Seit dem 4. Januar befand sich Genosse Schumann in Zwangshast, weil er es ablehnte, die Schurkerei zu begehen. das ihm entgegengebrachte Vertrauen als Stadtverordneter zu brechen. Das Amtsgericht lehnte die Einleitung des Zeugniszwangsverfahrens ab,- das Landgericht Bielefeld ordnete die Haft zur Erzwingung des Zeugnisses für folgenden Tatbestand an: Ein Polizeikommissar Schröder erlitt am 3. März 1901 einen Unfall. Er beschuldigte den Polizeikommissar Lehmann, dem Genossen Schumann mitgeteilt zu haben, bei der frag- lichen Gelegenhett sei er betrunken gewesen und nicht über eine zur Absperrung gezogene, in der Dunkelheit nicht be» merkbare Linie, sondern in Wahrheit die Treppe herunter- gefallen, und habe sich dadurch den Unfall zugezogen. In diesem Verfahren gegen Lehmann sollte der Genosse Bruno Schumann eidlich als Zeuge, und zwar im Vorverfahren, vernommen werden, ob der Lehmann oder wer sonst ihm die Mitteilungen gemacht hatte. Schumann erklärte: seine Kenntnis beruhe auf Mitteilungen, die ihm in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter von Bielefeld gemacht sind, er verweigere das Zeugnis, da er anderenfalls daS ihm ge- schenkte Lcrtrauen brechen würde. Das Amtsgericht Halle anerkannte diesen Grund und lehnte ein von der Staatsanwaltschaft begehrtes Einschreiten ab. Das Landgericht Halle beschloß aber, das Amtsgericht anzuweisen, Genossen Schumann unter Anwendung vonZwangs- Mitteln zu hören. Das Amtsgericht in Bielefeld legte ihm eine Geldstrafe von 80 M. auf. Das erschien dem Staatsanwalt nicht genug. Auf seine Beschwerde beschloß das Landgericht Haft bis zu sechs Monaten. Dieser Beschluß ist ein rechts- widriger, wenn man annimmt— und das tut selbst das Reichsgericht ein Strafverfahren darf nicht selbst auf strafbaren oder unanständigen Mitteln beruhen. Zweifellos wäre es aber für einen Stadtverordneten unanständig. einen Gewährsmann zu nennen, der ihm als Stadt- verordneten etwas anvertraut hatte. Der Zwang zu einer Unanständigkeit oder der Versuch dazu ist aber eine Tortur, die einem deutschen Richter das Gesetz nicht auf- erlegt. Ueberdies spricht Z 69 Str.-P.-O. auch bei an sich berechtigtem Zeugniszwangsverfahren, daß Haft angeordnet werden kann, nicht muß. Schumann ist im Gefängnis schwer leidend ge- worden. Trotzdem wurde er aus der Haft nicht entlassen. Wie es scheint, ist er entlassen, weil der Oberstaatsanwalt bei einer Revision des Gefängnisses die Notwendigkeit einer schleunigen Entlassung sah. Hoffentlich erholt sich unser Genosse recht bald von den Folgen der Tortur, die die preußische Justiz ihm zugefügt hat. Wir behalten uns vor, auf die eigentliche, eigenartige Veranlassung zu der Zeugniszwangshaft noch zurück- zukommen.—_ Fridcrizianische Schultraditionen. Die Erklärung der 27 Universitätsprofessoren gegen die Schul» unterhaltungsvorlage hat nicht nur von der konservativen und klerikalen Presse, sondern auch offiziell durch die„Nordd. Allgem. Zeitung" eine höhnische, halb verächtliche Zurückweisung erfahren, ohne daß bisher die„Vertreter deutscher Wissenschaft", welche die betreffende Eingabe unterzeichnet haben, gegen die ihnen von oben herab zuteil gewordene Behandlung„devotest" zu demonstrieren wagten. Eine nachträgliche Abfertigung der 27 Professoren leistet sich in der„Kreuzztg." der Generalleutnant z. D. d. Hertzberg, der es liebt, hin und wieder in diesem Organ für Zollwucher und lutherische Theologie seine Befähigung zum Predigtamtskandidaten nachzu- weisen. Er wendet sich gegen den in der Erklärung enthaltenen Passus, daß die neue Volksschulvorlage den Ueberlieferungen des friderizianischen Zeitalters und der Aera des Freiherrn v. Stein widerspreche. „Welche Ueberlieferungen". fragt er,„sind denn gemeint? Sollte den auf der Höhe der Wissenschaft stehenden Herren nicht bekannt sein, daß Friedrich der Große in Sachen der Religion die Stellung deS Königs von der des Privatmannes scharf unter- schied, und daß er in seiner Weisheit volles Verständnis für die Bedeutung von Kirche und Schule befaß und in seiner Pflichttreue pietätvolle Sorge für deren Wohlergehen trug? Oder glauben etwa die Herren, daß der König mit seinem Worte, mit dem der radikale kirchliche Liberalismus so gern paradiert, obgleich das» selbe zugunsten der konfessionellen evangelischen Schule gesprochen wurde:„In meinem«wate kann jeder nach seiner Fasson selig werden", gemeint habe, es gebe eine Kirche, in der jeder nach seiner Fqsson selig werden könne? In der, Instruktion für das lutherische Obcrkonsistorium bc- fiehlt der große König:„Insonderheit muß das Oberkonsistorium aus alle Prediger in unseren Landen ein wachsames Auge haben und dahin sehen, daß das Wort'Gottes von ihnen lauter und rein gepredigt werde". Und nach Beendigung der schlesischen Kriege führte derselbe große König die Heilige Schrift als Schulbuch in die preußischen Volksschulen ein." ES läßt sich nicht bestreiten, der preußische Generalleutnant v. Hertzberg hat die friderizianischen Traditionen, soweit sie das Schulwesen betreffen, besser begriffen, als die 27 Vertreter der Wissenschaft. Mochte Friedrich der„Große" auch für sich selbst die Religion für überflüssig halten und sich in frivolen Spöttereien ge- fallen, der Schule sollte die Religion erhalten bleiben. Welche Religion den Kindern eingepaukt wurde, war ihm allerdings ziem- lich einerlei; die Hauptsache war, daß das Volk gotteSfürchtig er- zogen wurde und sich willig dem königlichen Regiment fügte. Die Religion oder Konfession, die diesen Zweck am besten erreichte, dünkte ihm die beste. Deshalb hielt er auch die Jesuiten mit ihrer strammen Disziplin für die besten Schulleiter und behielt sie nach der Aufhebung de? Jesuitcnordens ohne ihr Ordcnsgewand als „Priester des königlichen Schulinstituts" in seinen Landen bei, indem er dem Papst Clemens XlV. durch seinen Geschäftsträger in Rom erklären ließ:„Ich habe in allen Rücksichten nie bessere Priester als die Jesuiten gefunden". Die Behauptung, Friedrich habe jeden nach seiner„Fasson" selig werden lassen, ist nichts als eine Legende. Als Friedrich den Thron bestieg, hiölt nämlich die lutherische Geistlichkeit die Zeit ge- kommen, mit den von Wilhelm I. für die katholischen Soldaten- linder eingerichteten katholischen Schul- Drill- Anstalten aufzu» räumen und richtete eine die Beseitigung dieser Schulen empfehlende Eingabe an den König, der darauf an deren Rand schrieb:„Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mu« der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, das keine der anderen abrug Tuhe, den hier muS ein Jeder nach seiner Faßon Selich werde n". Der Auö- spruch besagt also nur, daß die verschiedenen Religionen neben- einander geduldet werden müßten, nicht aber, daß innerhalb seiner Kirche jeder glauben könne, was ihm beliebe, und noch weniger, daß der Religionsunterricht in der Schule eingeschränkt werden solle.— Die Suche nach einem Unterstaatssekretär für daS neue Reichs- kolonialamt hat endlich Erfolg gehabt. Der für dieses Amt Geeignete ist gefunden, und zwar ist es. wie die„Tägl. Rundschau" zu melden weiß, der Dirigent im Auswärtigen Amt. Wirklicher Geheimer LegationSrat Dr. v. Schwartzkoppen, der bisher das Personaldezernat mit Ausschluß des diplomatischen Dienstes im Auswärtigen Amt tnne hatte. Der für diesen Posten niehrfach genannte Geheime LegationSrat Dr. S e i tz wird die Nachfolge des Herrn v. Puttkamer als Gouverneur von Kamerun übernehmen. Als voraussichtlicher Dirigent im Reichskolonialamt für die Personalien darf Geheimer Legationsrat v. König angesehen werden. Herr Professor Paaschs hat also diesmal noch nicht die offizielle Anerkennung für feine Verdienste um die deutsche Kolonialpolitik gesunden. Vielleicht bietet fich demnächst eine ander? Gelegenheit zu seiner Unterbringung im Swatsdienst, denn im neuen Deutschen Reich preußischer Nation gilt nicht nur der Grundsatz„Dem Ver- dienste seine Krone", sondern auch dessen Ergänzung:„Mit dem Amt kommt der Verstand".—_ Die RrichstagSersatzwahl in Darmstadt-Großgerau. Am 26. April findet die Ersatzwohl im Kreise Darmftadt- Großgerau statt für den Genossen Cr am er, der bekanntlich sein Mandat niederlegte. Der Wahlkampf tobt seit Wochen hart. Der Kandidat unserer Partei ist der hessische Landtagsabgeordnete Genosse B e r.t h o l d- Darmstadt. Die N a t i o n a l I i b e r a l e n, denen wir im Jahre 1393 den Wahlkreis entrissen, haben im Bunde mit Ultramontanen. Antiseniiten und Christlich-Sozialen den Rechtsanwalt Dr. Stein- Darmstadt wieder aufgestellt, der im Jahre 1903 gegen den Genossen Cramer bereits im ersten Wahlgang unterlag. Als dritter bemüht sich um das Mandat ein nationalsozialer evangelischer Pfarrer Korell aus König st ätten, einem kleinen Dörfchen in der Nähe von Darmstadt. Der letztere ist der Kandidat der Freisinnigen, die den Wahllampf unter der pompösen Firma„Vereinigte Liberale" zu bestreiten suchen. Im Jahre 1903 siegten wir bereits im ersten Wahlgang. Auf den Genossen Cramer entfielen damals 11 144 Stimmen, die Nationalliberalen erhielten 8669, die Freisinnigen 1997, Zentrum 900 und Bund der Landwirte 1846 Stimmen. Unsere Majorität betrug also 743 Stimmen. Trotz der Ungunst der Verhältnisse, die durch die Begleitumstände der Mandalsniederlegung des Genossen Cramer naturgemäß gegeben ist, hoffen unsere Genossen zuversichtlich, auch am 26. April im ersten Wahlgange zu siegen. Sie betreiben eine eifrige und intensive Agitation, deren Erfolg sich schon jetzt in starkem Wachstum der Parteiorganisation und erheblicher Zunahme der Abonnentenzahl des Parteiorgans, der„Mainzer Volks- zeiüing". im Kreise äußert. Da seit dem Jahre 1903 die Partei- Organisation eine bedeutende Verstärkung erfahren hat und die Stimmung und Disziplin der Genossen eine Vorzug» liche ist, so erscheint die Siegesfreudigkeit unserer Ge- nossen keineswegs unberechtigt. Dw Gegner arbeiten freilich ebenfalls mit Hochdruck. Der berüchtigte„Reichsverband" bot seine Redekulis und sonstige Wahlhlllfe anfangs beiden bürgerlichen Parteien an. Die Freisinnigen schlugen diese Hülfe aus, aber nicht etwa aus prinzipiellen oder aus Reinlich- keitsgründen. Nein, von derartigen Kleinlichkeiten sind die Freisinnshelden nicht angekränkelt; sie lehnten die Wahl- hülfe des.Reichsverbandes" nur deshalb ab, weil sie fich in diese wertvolle Unterstützung nicht wit den Nationalliberalen teilen wollten. Allein für sich hätte man die Unterstützung des „Reichsverbandes" wahrscheinlich gern akzeptiert. So„arbeitet" der „Reichsverband" eben ausschließlich für die Nationalliberalen, und er rächt sich für seine Abweisung durch die Freisinnigen dadurch, daß er diesen in ihren Versammlungen seine Leute entgegenstellt. In einigen Orten des Wahlkreises haben sich Reichsverbandssöldner bis zum Wahltage eingemietet, um HauSagitation zube- treiben. Die Hauptkosten der nationalliberalen Wahlagitation bestrittbis- lang zweifellos der Reichstagsabgeordnete Dr. Becker- Sprendlingen. Mit beispielloser Demagogie und Verdrehung produziert sich dieser Mitgründer des„Reichsverbandes" in den nationalliberalen Ver- fammlungen. In einer Versammlung in Großgerau bezeichnete er als eine Hauptursache der Fleischteuerung die luxuriöse Einrichtung der Metzgerläden. Und als in Nauheim ein Parteigenosse um freie Diskussion ersuchte, rief ihm Dr. Becker zu, wenn er mit ihm reden wolle, müsse er in den Reichs tag kommen!! Der nationalliberale Kandidat Dr. Stein selbst überläßt es im wesentlichen seinen oben geschilderten Freunden, die Agitation zu betreiben. Als ihn aber m einer Versammlung in Wetterstadt ein Parteigenosse unvermittelt über seine Stellung zum Wahl- recht interpellierte,— da ja die Wahlrechtsreform speziell in Hessen die Gemüter sehr bewegt— und als der Genosse dabei auf den Wahlrcchtsraub in Sachsen hinwies, da beichtete der national- liberale Herr ganz unverblümt:„Er kenne die fach- fischen Verhältnisse nicht so genau, um eine bestimmte Antivort geben zu können; wenn aber in einem Parlament die bürgerlichen Parteien das Entstehen einer sozialdemokratischen Mehrheit befürchten müßten, dau» gebiete es schon der Selbsterhaltungstrieb dieser Parteien, durch eine Wahlrcchtsänderung die Gefahr der sozialdemokratischen Mehrheit abzu- «enden"! Der nationalsoziale Pfarrer Korell macht nach dein Vorbilde Naumanns Propaganda ftir die„entschiedene Liilke", indem er für Heer und Flotte schwärmt. Er hofft sicherlich auf eine Stichwahl, auö der er den natronalliberalen Dr. Stein zu verdrängen gedenkt, um dann selbst darin über den Sozialdemokraten zu siegen. Die Sozialdemokratie wird alles daran setzen, um am 26. April die Hoffnungen der Gegner zuschanden zu machen.— Ein freies Wort findet keine freie Statt! Dieses Motto trägt ein in Nr. 21 des„Hafenarbeiter" vom 14. Oktober 1905 veröffentlichter Artikel, in dem hervorgehoben wird, daß das freie Wort in Deutschland keine Stätte finde, daß vielmehr in dem Lande, in dem Deutschtum Freiheit bedeuten solle, Rom und Ostelbien Trumpf seien, wobei auf die damals inkriminierten und gestern zur Aburteilung gelangten Artikel hingewiesen wird. Der Artikel wendet sich gegen alle Unfreiheit und Ausbeutung und fordert die Hafenarbeiter und Matrosen aus allen Gauen Deutschlands auf, aus dem Gesagten die Konsequenzen zu ziehen. In diesem Artikel sind einige der Staatsanwaltschaft„blutig" erscheinende Stellen enthalten, weshalb gegen den vermutlichen Verfasser, Gauleiter C. Schlüter- Duisburg, und gegen den derzeitigen Redakteur des „Hafenarbeiter", I. Döring- Hamburg, Anklage aus§ 130 des Slr.-G.-B.(Ausreizung zu Gewalttätigkeiten) erhoben worden ist. Döring erklärte, daß in dem ihm zugesandten Artikel, dessen Ver- faffer er nicht kenne, nichts Strafbares enthalten sei, sondern daß er nur zum Widerstand im gewerkschaftlichen Kampfe ansporne. Der Mitangeklagte, bei dem anläßlich einer Haussuchung die angebliche Disposition für den Artikel beschlagnahmt worden ist, führte aus, er habe die Notizen, die er nach Erscheinen deS Artikels angefertigt habe, zu einem Vortrage verwenden wollen. Der Staatsanwalt hält ein Vergehen aus 8 130 für vorliegend. Der ganze Artikel atme Haß gegen die Unternehmer, die zittern sollen vor der Volks- .erhebuna, mit der auch gedroht und dadurch die Aufforderung zu Gewalttätigkeiten begangen werde. Auch müsse berücksichtigt werden, in welch gefährlicher Zeit wir leben. Er beantragt gegen Schlüter zehn Monate und gegen Döring sechs Monate Gefängnis. Das Gericht schließt sich bezüglich der Beurteilung deS Artikels der Auffassung des Staatsanwalts an und verurteilt Döring zu 200 M. Geldstrafe und Schlüter zu zwei SRonaten Gefängnis.— Frommhold, der Vorsitzende in dem furchtbaren D r e s d e n e r ZuchthauSprozeß gegen die Löbtauer Bauarbeiter, ist in Zwickau als Landgerichtspräsident gestorben. Ein wütender Feind der Sozialdemokratie ist mit ihm dahin. Sozialdemokratische Redakteure können von der Härte seiner Urteile erzählen. Ebenso die Gewerkschaftler. Den Maurer Duda, der eine willkürliche Lohureduktion mit der Drohung der Arbeitseinstellung beantivortet hatte, verurteilte Herr Frommhold wegen„Erpressung" zu langer Gefängnisstrafe und— mehreren Jahren Eh r- verlust! Sein Name wird rn der Arbeiterschaft leben als des „politischen Richters", leben, so lange die Erinnerung an das Löbtauer Zuchthausurteil nicht erloschen ist. Natürlich hat dieser strenge Richter eine schnelle Karriere ge- macht. Nach kurzer AmtSrichtertätigleit avancierte er zum Land- gerichtsdirektor, im Jahre 1904 wurde er Landgerichtspräsident. Orden schmückten seine Brust! Dem Verdienste ward die An- erkemrung. Hueland. Frankreich. Brinnd gegen die Lehrergewerkschaften. Paris, 9. April.(Eig. Bcr.) Ein Erlaß deS �lntcrrichtsministcrS über die administrative Versetzung der Lehrer ruft unter den Beteiligten große Befricdi- gung hervor, da er Mißbrauchen steuert, die besonders in der letzten Zeit häusig geworden waren. Eine ganze Anzahl von Volksschullchrern und-Lehrerinnen war nämlich wegen Teilnahme an de? geiverkschaftlichen Bewegllllg geniaßregekt Korden. Auch boten radikale Deputierte ihren Einfluß bei den Präfekten auf, um sozialistische Lehrer, deren politische Tätigkeit während der Wahl- bewegung sie fürchteten, aus ihrem Wahlkreis zu entfernen! Schafft nun der Briandsche Erlaß gewisse Bürgschaften gegen dieses Willkürregiment und ist er deshalb lobenswert, so muß eine Erklärung, die der Unterrichtsminister über sein Verhalten gegen die Gewerkschaften am Sonntag im Senat abgegeben fyrt um so stärkere Bedenken hervorrufen. Auf die Anfrage eines konserva- tiven Senators aus der Vendee erwiderte Briand zuerst aus- weichend: daß er sich auf seine Erklärungen in der Deputierten- kammcr beziehe und im übrigen die Frage für kompliziert halte! Er hoffe, daß die Lehrer jetzt die gesetzliche Regelung abwarten und keine ungesetzlichen Gewerkschaften_ gründen würden. Ein progrcssiftischcr Senator fragte darauf, wie sich der Minister den bestehenden Gewerkschaften gegenüber verhalten werde. Briand erwiderte:„Ich stehe nicht an, zu erklären, daß sich das Gesetz von 1884 nicht aus öffentliche Beamte bezieht und daß ich darum nicht geneigt bin, das Bestehen von Lehrer«. gewerkschaften zu gestatten.(II) Eine Anzahl von Gewerkschaften ist in„gutem Glauben" geschaffen worden, und einige meiner Vorgänger haben sie geduldet. Was mich b:- trifft, so habe ich nie eine von diesen Gewerkschaften empfangen wollen, und ich werde mich in Zukunft der Gründung von neuen widersetzen. Die bestehenden werde ich— ihrem guten Glauben zuliebe und dem Beschluß der Kammcr folgend— dulde n." In der„Humanite" bemerkt heute Rouanet zu dieser Er» klärung BriandS:„Die ausführlichen ministeriellen Rund- schreiben geben keine Bürgschaft für die Zukunft, sondern sie ver- gehen oder werden toter Buchstabe, wenn der Minister, der sie redigiert hat, gegangen ist. Aber sie bieten auch in der Gegen- wart keinen Schutz, wenn diejenigen, die von ihnen„behütet" werden, nicht organisiert sind, um ihre Anwendung zu überwachen. Die Bewegung unter den Beamten, sagt man, ist nicht im Ein- klang mit dem Gesetz. Aber das beweist nur ihre unwiderstehliche Notwendigkeit. Das vorwärtsdringende Leben überspringt immer die juristischen Schranken." Rouanet zeigt also, daß aus Briands Erklärung eine Aus. fassung spricht, der gegenüber das Verhalten der Ministerien Waldeck-Rouffeau und Combes als fortschrittlich erscheinen muß.— England. Eine kräftige Ohrfeige. London, 11. April.(W. T. B.) Unterhaus. Der Staatssekretär des Auswärtigen Sir Edward Grey erklärt in Beantwortung einer Anfrage, daß die Frage der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Serbien nicht erörtert werden könne, so lange als am Königsmord beteiligte Offiziere amt- liche Stellungen bei der serbischen Regierung bekleideten.(Beifall.) Falls diese Offiziere aus ihren Stellungen entfernt würden und die britische Regierung sich bereit finden ließe, einen diplomatische» Vertreter nach Belgrad zu entsenden, so würde das selbstredend nur unter der Voraussetzung geschehen, daß diese Offiziere nicht etwa wieder in ihre früheren Stellungen zurückkehrten.— Affen. Neue Unruhen. Wenn man auch die Meldungen der offiziösen Telegraphen- Bureaus, zumal wenn es sich um asiatische Fragen handelt. sehr vorsichtig beurteilen muß(weshalb tvir von den vielen Nachrichten über Unruhen usw. in der letzten Zeit wenig Notiz genommen haben), so scheinen doch die letzten Mcl- düngen über neue Unruhen in China der Wahrheit zu ent- sprechen. Schon ist die Erregung, über deren Ursachen natürlich ganz verschiedene Ansichten herrschen, bis in die Provinz Schantung gedrungen, in der Deutschlands herrliches Lkiautschou liegt. Wie zur Zeit des Boxeraufstandes erstehen geheime Gesellschaften, die in Anbetracht der chinesischen Zu- stände für ihre reorganisatorischen Ideen keine andere Form zu finden wissen als die der bewaffneten Empörung. Eins der oben gekennzeichneten Telegranime schildert die Sitaation mit folgenden Worten: Peking, 11. April. Bei den hiesigen Behörden sind Nachrichten eingegangen über Unruhen im südlichen Hönau und westlichen Schanwng, die von der Gesellschaft„Vom großen Messer" hervor- gerufen sind, die als eine Art Ueberbleibsel aus den Boxerunruhen zu betrachten ist. Die Feindseligkeiten der Aufständischen richten sich dem Namen nach gegen den neuen Unterrichtsplan und die katholischen Christen, in Wirklichkeit jedoch läuft ihr Verhalten auf eine Plünderung der Städte hinaus. Es heißt, daß die Banditen in Honan 12 000 Mann zählen und Banner ttagen mit der In- schrift:„Nieder mit der Mandschn-Dynastie". Viele Städte bauen die alten Mauern zum Schutze wieder auf. Der Schauplatz der Unruhen in Honan liegt nahe an der Hankau— Pelinger Eisenbahn, sodaß die Reisenden aus der Ferne das Schießen hörten. Von Hankau sind Truppen entsandt worden; man hofft, daß eS ihnen gelingen wird, die Unruhen zu unterdrücken. kommunales. Stadtvcrordncten-Vcrsammlung. 17. Sitzung vom Mittwoch, den 11. April, nachmittags 6 Uhr Der Vorsteher Dr. LangerhanS eröffnet die Sitzung um 5% Uhr. Die Bänke des Sitzungssaales sind nur spärlich besetzt; eine große Anzahl von UrlaubSanzetgen wird bekannt gegeben. Zunächst erstattet der sog. Pflasterausschuß durch seinen Vor- sitzenden Stadtv. Gericke(Fr. Fr.) Bericht. Der Ausschuß hat an dem Magistratsverzeichnis der für 1906 in Aussicht genommenen neu- bezw. umzupflasterndcn Straßen und Plätze beträchtliche Streichungen vorgenommen, durch welche von dem Gesamtausgaben- anschlag von zirka 3 Millionen über eine halbe Million Mark er-, spart wird; dagegen sind eimge Straßenstreckcn neu eingesetzt, für die zirka 200 000 M. erforderlich werden. Bon den Stadtvv. Antrick, Augustin u. Gen.(Soz.). wird beantragt, die Eldenaer st raße wieder einzustellen. Stadtv. Ewald(Soz.): Bei der diesmaligen Besichtigung der Straßen war ausgezeichnet schönes Wetter; wenn man aber Pflaster auf feine Güte prüfen will, muß man dies bei schlechtem Wetter' tun, wo man die Pfützen sehen kann. Das Pflaster liegt dort schon zirka 26 Jahre, während gewöhnlich nach 20 Jahren die Um- Pflasterung zu erfolgen pflegt. Schon twriges Jahr hatte der Ma- gistrat die Straße unter den Ersatzstraßen eingestellt, und die Wer- sammlung hat demgemäß beschlossen; es liegt also ein Gemeinde» beschluß vor. Daß der Pflastcrausschuß zur Aufhebung eines solchen berechtigt ist, bestreite ich. Von den für Neu- und Um- Pflasterungen ausgeworfenen Beträgen sind ohnehin 64 000 M. zur Verfügung geblieben; die würden verbraucht werden, wenn die Eldenaerstraßc eingestellt wird. Die Bauinspektionen scheinen bei der Auswahl nicht durchweg mit der erforderlichen Sorgfalt zu verfahren, denn sie hatten Straßen zur Umpflasterung eingestellt, die der Ausschuß einstimmig als noch nicht deren bedürftig befand. Stadw. Mertens(Fr. Fr.) ist durchaus dafür, bei den Um- Pflasterungen ein langsameres Tempo einzuschlagen. Ersatzstraßen. brauchten überhaupt nicht eingestellt zu werden. Die Magistrats- Vorschläge sollten früher der Versammlung zugehen. Stadtbaurat Krause: Letzteres ist nicht möglich, weil diese Vo?- läge erst gleichzeitig mit dem Etat erfolgen kann. Ersatzstraßew nicht einzusetzen, würde ein Fehler sein. Stadtv. Körte(Fr. Fr.): Unser Asphaltpflaster befindet sich zum Teil in einem der Stadt durchaus unwürdigen Zustande, so- Frohl bei naffem wie trockenem Wetter. Auf ganzen Strecken, vor bem Rathause, in der Leipzigerstraße, Potsdamerstraße und in anderen Straßen ist in dem Pflaster Loch bei Loch. Es muß dagegen etwas geschehen.( Beifall.) Stadtbaurat Krause: Jm April muß sich das Asphaltpflaster teilweise in schlechtem Zustande befinden, weil im Winter Reparaturen unmöglich waren. Im nächsten Monat wird der Zustand ein besserer sein. Unter den Firmen, die die Unterhaltung auszuführen haben, hat eine allerdings sehr nachgelassen; sie ist bereits einmal berwarnt worden. Stadtv. Borgmann( Soz.): Weniger Mittel in den Tiefbauetat einzusehen, halten wir für gänzlich unrichtig. Mir scheint der Pflasterausschuß nicht die erforderliche Umsicht überall beobachtet zu haben, sonst hätte er nicht 26 Jahre lang liegendes Pflaster weiter bestehen lassen. Es wird ja doch bloß der nächstjährige Etat belastet, denn mehr als ein Jahr wird durch diese Vorschläge nicht gewonnen. Der Bauverwaltung gebührt auch Bewegungsfreiheit, deshalb ist die Reservierung von Ersaßstraßen notwendig. wir die Mittel für die Eldenaerstraße ohnehin zur Verfügung haben, so bitte ich ebenfalls um Annahme unseres Antrages. werden für erledigt erklärt. Da 6. Den Lehrlingen, die zum Aprilquartal ihre Lehrzeit be- 1 von der Gesellschaft verlangt hätte, griff er ihr mit der enden, ist die Zeit zur Fertigstellung der Gesellenstücke zu geben Lieferung städtischer Arbeiter als Arbeitswilliger und müssen die Meister dafür sorgen, daß die Gesellenstücke zur unter die Arme. Von den 36 zu dieser erhebenden Rolle aus Zeit fertig werden. ersehenen Schleusenwärtern und Straßenkehrern haben nun 31 7. Arbeitswillige, die nicht dem Deutschen Metallarbeiterver- fich geweigert, geweigert, diese Rolle zu spielen, und die Folge band angehören, fönnen beschäftigt werden, müssen jedoch war ihre sofortige fündigungslose Entlassung. Entlassung. Dabei legt durch Unterschrift versichern, daß fie feiner der Rat seinen mit den Arbeitern abgeschlossenen ArbeitsArbeiterorganisation angehören. Diesbezügliche vertrag in einer Weise aus, die dessen Sinn in das Scheine folgen anbei und stehen weitere Eremplare zur Verfügung. Gegenteil verkehrt. Die Arbeiter sollen wegen Verweigerung Arbeitswillige werden durch den Arbeitsnachweis des Bundes der Arbeit entlassen worden sein, in Wirklichkeit haben sie eine der Arbeitgeberverbände, Dresdenerstraße 111, auf Verlangen Arbeit verweigert, die ihre sofortige Entlassung hätte nach sich ziehen gestellt. müssen, wenn sie sie verrichtet hätten. Der§ 10, Abs. 7 des 8. Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Unterzeichneten Arbeitsvertrages für die beim städtischen Tiefbauamt beschäftigten fofort eine genaue Aufstellung der Streifenden oder entlassenen Schleusenwärter und Arbeiter, den jeder der Angestellten zu Gesellen mit Vor- und Zunamen, Geburtsort, Tag und Jahr, unterschreiben hat, lautet: Vor Ablauf der vertragsmäßigen einzureichen, sowie anzugeben, wieviel Arbeitswillige beschäftigt Beit und ohne Auffündigung können Schleusenwärter und Arbeiter entlassen werden, bei Benachteiligung der Stadt durch Mit kollegialem Gruß Ausführung von Arbeiten für Private während der J. A.: Paul Heinrich, Dienstzeit, gleichviel ob gegen oder ohne Entgeld. So ist wohl Obermeister der Schlofferinnung zu Berlin. von städtischen Verwaltungen noch nie in den Lohnkampf zwischen Man sieht, die Innungshäupter haben aus allen Streits noch Arbeitern und privaten Gesellschaften eingegriffen worden, wie es nichts gelernt. hier geschehen ist. Nun, unsere Genossen im Stadtverordneten follegium werden den Herren Stadtbätern in einer Weise zum Tanze 2ohnkämpfen zu ſein hat. aufspielen, die ihnen zeigen wird, welches ihre Stellung in solchen Die Hamburger Seeleute haben beschlossen, nun auch die Anmusterung der Bremer Schiffe zu verweigern, weil die Bremer Reeder Unterhandlungen mit dem Seemannsverbande ablehnten. Schneiderstreit in Hamburg. werden. Direktion der und = Stadtv. Caffel( A. L.): Wir können doch nur nach dem Grundfab berfahren, daß die Straßen gepflastert werden müssen, wo die Notwendigkeit dazu vorliegt, und daß Ersatzstraßen vorgesehen Der Malerstreik vor dem Einigungsamt. werden, wenn irgend ein Umstand die Umpflasterung der in erster Linie in Aussicht genommenen Straßen verhindert. Unrichtig ist gerichts die ersten Vergleichsverhandlungen zur Beilegung des Streiks Gestern wurden vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbeaber auch der Standpunkt, daß das Geld, welches für Pflasterungen geführt. Sowohl die Malerinnung wie auch der Malerverband in den Etat gestellt ist, auch durchaus ausgegeben werden muß. hatten bevollmächtigte Vertreter entsandt. Den Vorsiz führte MagiDas Verzeichnis könnte schon im Januar aufgestellt und uns mit- stratsrat v. Schulz. Als Beisiger fungierten von den Arbeitgeteilt werden, damit wir die Notwendigkeit der Vorschläge genauer nehmern die Gewerkschaftssekretäre Körsten und Nitter, von prüfen können. den Arbeitgebern Ingenieur Bernhardt und Generalsekretär Stadtbaurat Krause: Es besteht keineswegs die Meinung, daß Nasse. In der gegenseitigen Aussprache konzentrierte sich_das Ueber tausend in der Konfektionsbranche beschäftigte Personen die bewilligten Mittel durchaus verwandt werden müssen. Die Für und Wider hauptsächlich auf die Differenz wegen der An= sind in den Ausstand getreten. Zwischen den Leitern des ArbeitBaudeputation stellt die Pflasterliste monatelang vorher fest, aber streicherlöhne und der Dauer des neuen Tarifvertrages. geberverbandes und dem Verband der Schneider und Schneiderinnen der Magistrat hält sie bis zur Feststellung des Tiefbauetats zurüd. Während die Streifenden für die Anstreicher einen Minimallohn find Unterhandlungen eingeleitet worden, die, wie man hofft, zu Der Referent hebt noch hervor, daß die Asphaltierung der von 62% Pf. forderten, wollten die Meister nur 55 Pf. bewilligen. einer baldigen friedlichen Einigung führen werden. Eldenaerstraße 132 000 m. fojten würde. Dahingegen erklärten die Meister, daß sie hinsichtlich des geforderten Der Antrag Antrid wird mit geringer Majorität ab- Minimallohnes von 67% Pf. für Gehülfen wohl eher zu einer Vergelehnt, das Verzeichnis nach den Ausschußanträgen festgestellt, ständigung kommen würden. Die Organisationsvertreter bezeich Doch eine gelbe" Gründung. auch die Resolution angenommen. Die eingegangenen Betitionen neten eine zeitgemäße Erhöhung des Mindestlohnes für Anstreicher Käser, der Borsigende des Drtsausschusses Hirsch- Dunderscher GewerkUnser Nürnberger Korrespondent schreibt uns: Herr David jedoch als eine direkte Lebensfrage für die Gehülfenschaft, um einem Die Vorlagen wegen Neuordnung der Gemeinde- Lohndruck in flauer Geschäftskonjunktur nach Möglichkeit vorzu- bereine in Nürnberg, hat dem Vorwärts" vor kurzem eine Berich schullehrergehälter und wegen Aenderung der Be- beugen. Das Einigungsamt machte hierauf den Parteien den Vor- tigung gesandt, weil in einer Notiz aus Nürnberg auch erfoldungsordnung des Lehrpersonals der höheren Mädchenschulen schlag, den Mindestlohn für Gehülfen auf 65 Pf. und für An- wähnt worden war, daß in einer Versammlung der Siemenswerden von der Tagesordnung abgesett, nachdem Stadtv. streicher auf 60 Bf. pro Stunde festzusehen. Mit diesem Vor- Schuckertarbeiter in Nürnberg die Mitteilung gemacht wurde, Cassel darauf hingewiesen, daß die Nähe des Osterfestes die Verschlag erklärten sich beide Parteien schließlich die = Siemens Schuckert Werte habe den sammlung sehr stark gelichtet hat und daß auch noch neue Anträge einverstanden. Bezüglich der Tarifdauer wurde eine Eini- Christlichen ben Hirsch Dunderianern einige tausend vorliegen. Stadtv. Rosenow( N. L.) hat dem Ausschußantrage, der gung noch nicht erzielt. Die Arbeitgeber beharrten auf einer Mart gespendet, damit sie den freien Gewerkschaften entfollten. sich mit dem Beschluß der Schuldeputation auf Erhöhung des dreijährigen Vertragsdauer, während die Arbeitnehmer sich gegenwirken Herr Käser erklärte es für unwahr, Grundgehaltes auf 1350 M. deckt, den Vorschlag gegenübergestellt, nur auf 2 Jahre binden wollen. Die Verhandlungen über diesen daß den Hirschen eine solche Zuwendung zu solchen Zwecken dieses auf 1450 M. zu erhöhen, aber den Betrag der ersten Alters- Punkt wurden dann schließlich bis zum Sonnabend vertagt. Falls gemacht worden sei. Auch die Christlichen haben eine ähnliche Verzulage um 100 M.( nicht um 200 m., wie die Borlage wollte) zu es bis dahin zwischen den Meistern und der Gehülfenschaft zu feiner wahrung erlassen. Nun findet sich in der katholischen Nürnberger türzen. Verständigung gekommen ist, wird das Einigungsamt einen Schieds- Boltszeitung", dem Drgan der christlich organisierten Arbeiter in Die Beratung wird also erst in der nächsten Sitzung erfolgen. Spruch fällen. Nürnberg, ein Bericht über eine Bersammlung der nicht den freien Hierauf werden eine Anzahl kleinerer Vorlagen debattelos Gewerkschaften angehörigen Arbeiter der Siemens- Schudertwerke in erledigt. Nürnberg. Die Versammlung befaßte fich mit der Gründung eines Für die Vorbereifung der Neuwahl eines unbefoldeten Fabritfonds, aus dem in gewissen Fällen die Mitglieder unterstützt Stadtrats an Stelle des verstorbenen Baurats Rolle wird werden sollen. In dem Bericht heißt es u. a., daß die Firma zur ein Ausschuß von 15 Personen eingesetzt. Schaffung des Referbefonds 10 000 Mart zu spenden versprochen Schluß nach 27 Uhr. habe. Diesem Unterstüßungsfonds find auch die Gewerkvereinler beigetreten. Der Dank der nicht den freien Gewerkschaften angehörigen Arbeiter der Werke scheint sich auch bereits zu äußern. Wie wir mitteilten, wurde in zwei großen Fabrikversammlungen beschlossen, von nun an jede Leistung von Ueberstunden zu verweigern, weil das leberstundenunwesen bis zum Unerträglichen ausgeartet ist. Die modern Organisierten führen diesen Beschluß prompt aus, während die Christlichen und Hirsche fleißig Ueberstunden machen. Der genannte Fabrikfonds wird zwar als unparteiischer Fabriffonds bezeichnet, er ist und bleibt aber eine„ gelbe" Gründung, selbst für den Fall, daß Herr Käser wiederum berichtigen sollte. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Husland. Gewerkschaftliches. Eine Elendsstatistit. Die Lohnbewegung ber Bäder nimmt anscheinend einen günstigen Verlauf. Die Organisation der Gesellen hat es vermocht, ben Herren Innungsmeistern derartigen Respekt einzuflößen, daß die beiden Berliner Jnnungen in Gemeinschaft mit den Vorortinnungen beschlossen haben, mit den Gesellen zu verhandeln. Freilich wollen die Innungsmeister zu diesen Verhandlungen auch die Vertreter der sogenannten„ blauen" Vereine hinzuziehen. Da diese keinerlei Forderungen gestellt haben, protestierte eine Versammlung des Verbandes gegen deren Hinzuziehung, verlangte vielmehr, daß außer ben Altgesellen nur die Bertreter des Verbandes bei den BerhandLungen zugegen sein sollen. Zu den Verhandlungen selbst find natürlich die Gehülfen gern bereit. Deutfches Reich. Die Bahlstelle München des Zentralverbandes der Maurer Die Zahlstelle München des Zentralverbandes der Maurer Deutschlands hat unter ihren Mitgliedern eine Arbeitslosen zählung vorgenommen, wobei insgesamt 1884 Kollegen gleich zirka 50 Proz. der Mitglieder, befragt wurden. Die Statistit ergab folgendes Resultat: In ihrem Berufe standen in Arbeit Achtung, Textilarbeiter und Arbeiterinnen! 888, in anderen Berufen( Notstandsarbeiten) waren 346 Kollegen Infolge der Behnstundenbewegung in der Niederlaufig werden tätig, arbeitslos waren 664. Davon sind verheiratet Färber, Spinner, Walker, Weber, Presser usw. darauf aufmerksam 1441, Tebig 393, mit insgesamt 3025 Kindern. Die Befragten gemacht, daß der Zuzug nach Sorau, Forst, Sommerfeld, Guben, waren insgesamt 10 944 Wochen arbeitslos. Diese verteilen Spremberg, Kottbus und Finsterwalde fernzuhalten ist. sich wie folgt: Arbeitslos waren 43 Kollegen eine Woche, 80 zwei Die Kupferschmiede der Magdeburger Metalliverke vormals Wochen, 74 drei Wochen, 95 vier Wochen, 55 fünf Wochen, 92 sechs J. Aders befinden sich seit dem 9. April cr. im Streit, weil die Wochen, 69 sieben Wochen, 102 acht Wochen, 84 neun Wochen, Firma die Verhandlungen zweds Anerkennung eines Tarifes ab77 zehn Wochen, 68 elf Wochen, 131 zwölf Wochen und 326 Kollegen sichtlich in die Länge zu ziehen bemüht war. Es wird ersucht, den 13 Wochen. Politisch organisiert sind 471( 1) Auf Buzug nach Magdeburg fernzuhalten, bis die Differenzen in der Die ,, Münchener Post" find nur 726 Kollegen abonniert. Fachzeitung als erledigt bekannt gegeben werden. 696 find Abonnenten der„ parteilosen"" Münchener Beitung", Die Berliner Filialverwaltung des Verbandes der Kupferschmiede 80 lesen andere bürgerliche Zeitungen und 326 lesen gar feine Zeitung. Deutschlands. Der Streik in Amerika. Die Anthrazitkohlenbergwertabesizer haben den Vorschlag der Bergarbeiter auf schiedsgerichtliche Verhandlung zurückgewiesen und dagegen den Vorschlag gemacht, von neuem die gemischte Kommission von 1902 zusammentreten zu lassen, um zu erivägen, ob man ihre schiedsgerichtliche Entscheidung von 1902 abändern solle. Die Kon ferenz der Kohlengrubenbesitzer und der Arbeiter vertagte sich darauf auf den 12. d. M. Eingegangene Druckschriften. Dr. Albert Kalthoff, Modernes Christentum.( Heft 13 der Samm lung Moderne Beitfragen". Berlin W., Ban- Verlag. 1 M.) Dr. H. Fischer," Die Funken". Preis 20 Pf. Verlag der Funken" G. m. b.. in München. H. Satow, Das Licht- Luftbad in seinem Wert für die Gesundheit. 36 6. Preis 30 Pf. Berlag" Der Naturarzt", Berlin S. 42. m. Verlag G. Freitag u. Berndt, Wien und Leipzig. G. Freitag. Radfahrerkarten. Preis: 1,35 Mart, auf Leinewand Süddeutsche Monatshefte. Nr. 4. Abonnementspreis: Quartal Einzelheft 1,50 M. Verlag A. Bonz u. Co., Stuttgart. Der Ausstand in den mitteldeutschen Braunkohlenrevieren. Das sind in der Tat recht intereffante Ziffern, die sich vielleicht Beiß, 10. April.( Eig. Ber.) noch weit ungünstiger gestalten würden, wenn die Erhebungen auf Die Situation im Streitgebiet ist im allgemeinen als eine für die gesamte Mitgliedschaft ausgedehnt worden wären. Ist es nicht die Streifenden sehr gute zu bezeichnen. ein trauriges Zeichen geistiger Brunnenvergiftung, wenn von 1834 Streitbrecher von Berlin(!), welche für 8iegelei und organisierten Arbeitern nur 471 der Partei angehören und nur 726 die Erdarbeiten angeworben find, tamen mit dem Nachtzuge 1,17 Arbeiterpresse lesen, während aber man sollte es in der heutigen Zeit nach Lucenau; einige Worte genügten, um dieselben mit Flug 2,20 Ser Klassenfämpfe kaum für möglich halten nicht weniger als blättern belastet wieder in ihre Heimat abzuschieben. In Döbris ist wieder ein Streifbrecher verunglückt. Daß 4 M. 696 ihre geistige Nahrung aus einer parteilosen" Zeitung und 80 manche Grubenbesitzer von dem gräßlichen Unglüd in Frankreich 4 M. Einzelheft 1,50 M. Verlag A. Bonz u. Co., Stuttgart. nichts gelernt haben, beweist, daß auf dem Crednerschacht bei mit Oberröbblingen schon über ein Jahr ein Brand in der Grube vorhanden ist. Vor längerer Zeit mußten drei Mann, welche durch aus bürgerlichen Blättern( Bilderpresse) schöpfen! Berlin una amgegend. Die Aussperrung" der Berliner Schloffer -foll von den Innungsmeistern nun doch besonders während der Ofterfeiertage etwas beschleunigt werden. So hat es eine Meisterversammlung am Dienstag nach weisen Beratungen zum so und sovielten Male beschlossen. Gleichzeitig wurde daselbst mitgeteilt, daß demnächst auch der Verband Berliner Metallindustrieller zu dem Schlosserstreit Stellung nehmen werde. Bom Obermeister Heinrich ist nun folgendes Birkular an die Innungsbrüder versandt worden: Geehrter Herr Kollege! Zur Ergänzung meiner Rundschreiben vom 3. und 5. April d. Js., gebe ich Ihnen nachstehend einige Anhaltspunkte über Ihr Verhalten gegenüber den Gesellen während der Dauer des Streifs: 1. Falle mit Gesellen Kündigungsfristen vereinbart find, müssen diese von beiden Seiten innegehalten werden. 2. Affordgesellen, welche vor Beendigung des Akkordes die Arbeit niedergelegt haben, sind, falls entgegengesette Abmachungen nicht bestehen, zur Fertigstellung der Affordarbeit verpflichtet und können auf Schadenersaz verklagt werden. Bei den, aus Anlaß des Streiks, jetzt stattfindenden Entlassungen, müssen Gesellen, mit welchen Afforde vereinbart sind, aufgefordert werden, diese zu beenden. 3. Eisenbahn- oder sonstige Fahrkarten find bei Arbeitsniederlegung oder Entlassung sofort zurückzufordern und müssen von den Gesellen abgeliefert werden. werden. 5. Entlassungsscheine sind allen Gesellen auf deren Verlangen auszustellen und brauchen keinerlei Zeugnis über Führung und sonstige Eigenschaften enthalten. G. Simons. Die naturgemäße Düngung des Bodens. 36 Seiten 2 Bildern. Preis 30 Pf. Berlag des Naturarzt", Berlin S. 59. schlechte Gafe betäubt wurden, bewußtlos herausgeschafft werden. Letzte Nachrichten und Depeschen. Die Ventilation treibt die Gase vor die Arbeitsörter und der Feuerherd ist bereits bis an den Fahrschacht vorgedrungen, so daß es höchste Zeit ist dort Remedur zu schaffen. Die Streifenden felbst sind frohen Mutes und guter Laune, Saubere Pläne. Zehn Arbeiter verunglückt. Effen a. d. R., 11. April.( B. H.) Von der seitens der Textilindustriellen beabsichtigten Generalaussperrung der Weber werden so daß es öfters vorkommt, daß man den Streifbrechern zunächst 12 000 Arbeiter und später 8000 Hülfsarbeiter betroffen mit Musit und Gefang entgegenzieht und diese armen werden. Schlucker beschämt nach rechts und links ausweichen. Drei Streits posten berichten, daß die„ Rausreißer" bei ihrem Anblick wie erschreckte Hasen durch die Felder das Weite suchen; nicht etwa aus Furcht, sondern weil die Leute feinen ehrlichen Menschen mehr ins Gesicht zu sehen vermögen. Die Stimmung der Streifenden ist fast eine Feiertagsstimmung, wobei auch noch nicht das geringste von Stampfesmüdigkeit wahrzunehmen ist. Textilarbeiter- Aussperrung. ( Bereits durch„ Urania"-Anschlag mitgeteilt.) Aachen, 11. April. Gestern abend fand eine Versammlung der Arbeitgeber der Aachener Textilindustrie statt, in der beschlossen wurde, falls bis Sonnabend die Lohnbewegung bei der Firma F. M. Meher durch Wiederaufnahme der Arbeit nicht beendet sei, am Dienstag der nächsten Woche eine Generalaussperrung der hiesigen Weber eintreten zu lassen. 4 Bern, 11. April.( B. S.) Wie gemeldet wird, wurden bei Blizingen( Stanton Wallis) 10 Arbeiter, die mit dem Wegräumen einer Lawine beschäftigt waren, von einer neuen Lawine überrascht und getötet. Der Streit der Pariser Postangestellten. Paris, 11. April.( W. T. B.) Es heißt, daß die Zahl der ausständigen Postbediensteten stark zugenommen hat. Mehrere Postund Telegraphenbureaus werden seit heute abend polizeilich und militärisch bewacht. Die Opfer des Besuvs. Streit in Lodz. Neapel, 11. April.( W. T. B.) Die Eisenbahn SalernoDie Neapel ist infolge des Aschenregens unterbrochen worden. Zahl der aus den Trümmern hervorgezogenen Leichen beträgt in Der Leipziger Stadtrat als Streitbrecherlieferant. Bei der San Giuseppe 110, in Ottajano 50. Die Arbeiten zur Bergung der 4. Handwertszeuge dürfen von den Gesellen nicht auf den Leipziger Dünger Export Aftiengesellschaft streifen feit dem letzten Leichen werden fortgefeßt. Professor Matteucei will bis zum Bauten gelassen, sondern müssen in der Werkstatt abgeliefert Sonnabend früh die Stutscher und Arbeiter, etwa 120 an Bahl, von äußersten in dem Observatorium auf dem Vesuv, wohin Lebensmittel 130 im Betriebe beschäftigten Personen. Ihre Forderungen sind geschafft worden sind, ausharren. äußerst bescheiden, ihre jetzigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse aber unter aller Würde miserabel. Bei 93 stündiger wöchentlicher Arbeitszeit erhalten die Kutscher wie Maschinenarbeiter als höchsten Lohn Lodz, 11. April.( W. T. B.)( Von einem besonderen Kor21 M. Dabei müssen die Kutscher auch noch häufig nach oft 16stündiger spondenten.) Die Sozialisten haben die Wahl der Arbeiter für fann: Arbeitszeit Stallwachen bis früh versehen, ohne auch nur ihre nasse die Duma verhindert. Alle Fabriken haben heute nachmittag Bei Gesellen, die wegen des Streifs felbst die Arbeit nieder- Kleidung wechseln oder trocknen zu fönnen. Als Waschvorrichtung den Betrieb eingestellt und es ist zu blutigen Zusammengelegt haben, im Führungszeugnis der Vermert beigefügt wer- dienen die Pferdecimer. Die Gesellschaft war um so mehr in der Der Straßenbahubetrieb ist ganz eingestellt. den:„ Er hat wegen Streit die Arbeit nieder- Lage, die Forderungen zu bewilligen, als ihr vor vier Jahren der Stößen gekommen. gelegt." Tarif für Grubenentleerung erhöht worden war, so daß sie dadurch Die Polizei hat eine Geheimdruckerei entdeckt und die Dokumente beschlagnahmt. Vierzig Personen find verhaftet und nach Warschau Bei Gesellen, die wegen des Streifs vom Meister entlassen eine jährliche Mehreinnahme von 65 000 m. hat. sind, der Vermerk beigefügt:„ Er mußte wegen Streit Statt, daß nun der Nat von Leipzig cine neutrale Stellung in gebracht worden. In dem Städtchen Blonie haben Katholiken die entlassen werden.' dem Kampfe eingenommen und einfach die Erfüllung des Vertrages von Seftierern besezte Kirche zurückerobert. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Falls Führungszeugnisse ausbrüdlich verlangt werden, so 99 S-- 88- 23. jt hxg �lormirtf Ktrlilltt Döidsd!M.»'"w"- A-Nl ms. �wif.!iiyriM �Tii d'aWBiSHWIBgltHIKBSgHSMEffBHITnBMWMHBMBMflBBMBIinilU I idi IM������VJIAMWCMBWHiWKbll Uordprozeß gegen sechs rufflsch-pslnische Landarbeiter. Stendal. 11. April. Dritter Verhandlungstag. Die Zeugenvernehmung wurde heute beendet. Sie drehte sich boniehmlich darum, ob der Aufseher Sollwedel mit den beiden Tyczynskis Streitiglciten hatte und von diesen bedroht wurde. Zeuge Kosfät Schlüter war Augenzeuge eines Streites, den ein Vorarbeiter mit den beiden Tyczynskis im November v. I. beim 5tartoffcIauSheben hatte. Beide packten den Vorarbeiter und wollten auf ihn einfcblagcn. der eine mit einer Flasche, der andere mit dem Rübeumcsser. Sollwedcl sprang hinzu, stieß beide beiseite und bedeutete ihnen, sich ruhig und anständig zu betragen. Sie ließen zwar ab, schimpften aber auf polnisch weiter. Das Dienstmädchen Michalina Piezat sagte dann dem Zeugen, die tryczynskts hätten geäußert, Sollwedel solle noch daran denken. Die Angeklagten bestreiten, Drohungen ausgestoßen zu haben, während die P i e z a k die Angaben Schlüters bestätigt. Zeuge Knecht G u h l bekundet, Valentin Tyczyuski habe ihm e r zählt, daß Sollwedel seine Frau geschlagen habe, weil sie Ob st gestohlen hatte und sie außerdem mit 3 Vi. bestraft habe. Sollwedel sollte nur noch einmal wagen, seine Frau zu schlagen, er sei der Mann und dulde das nicht.— Auch der Sohn Otto des Aufsehers Sollwedel weiß von Streitigkeiten, die sein Vater mit den Brüdern Tyczynski hatte.— Der polnische Vorarbeiter Stefan Sufzyk bekundet, nach dem Morde habe Valentin Tyczynski zu ihm gesagt:.Alle Leute sagen, Franz sei es gewesen. Mein Gott, ob er es gclvesen ist?" Dann habe einmal Franz Tyczynski geschimpft, S o l l w e d e l habe ihm mehr Rübenland zugewiesen, als i h m bezahlt werde. Er werde es ihm, noch ehe er nach Rußland zurückkehre, heimzahlen. Auch dem Zeugen hat Franz Tyczynski gedroht:„Warte, wenn wir erst in Rußland sind, dann soll st Du es mit demLebcn bezahle n."— Als letzter Zeuge wird der deutsch und polnisch sprechende frühere Mitarbeiter der Angeklagten, Golinski, vernommen. Beim Baden erzählte der Angeklagte Kwasniewski dem Zeugen, daß er selbst einen starken Verdacht auf Franz Tyczynski habe.— Vors.: Hat er Ihnen nicht auch gesagt, daß er gesehen hat, wie Tyczynski aus- stand und die Axt unterm Bett hervorholte?— Zeuge: Nein, da§ hat er nicht gesagt: aber Andrusiak erzählte mir. daß er für Frau Tyczynski die Axt it ach dem Schlafzimmer geholt und daß er, als Tvczynski nachts vom Hofe zurückkehrte und zu ihm ins Bert kroch— beide schliefen in einem Bett— auf- gewacht sei. Vorhaltinigcn an die Angeklagten. Der Angeklagte Andrusiak erNärt aus Betragen: Ich er- innere mich nicht, das gesagt zu haben.— Der Vorsitzende hält dem Andrusiak vor, daß ihm schon zweimal nachgewiesen sei, zugunsten seines Verwandten ausgesagt zu haben. E* sei wohl anzunehmen, daß er auch die wichtige Tatsache verschwiegen habe, um den Tyczynski der Bestrafung zu entziehen.— Andrusiak gibt zu, daß ihn Franz Tyczynski angestoßen habe und er davon erwacht sei! er wisse aber nicht, um welckie Zeit es gewesen sei.— Da der Angeklagte Franz Tyczynski sich mehrmals umgedreht und den Andrusiak bei dessen Vernehmung scharf fixiert hatte, ordnet der Vor- sitzende an, daß er während der weiteren Ver- nehmung hinausgeführt wird.— Vors.: Angeklagter Andrusiak, jetzt fordere ich Sie aus, die Wahrheit zu sagen. Franz Tyczynski ist hinausgeführt, Sie brauchen also keine Angst vor ihm zu haben.— Andrusiak bleibt zunächst bei seiner Aussage. Es sei öfter vorgekommen, daß Franz Tyczyuski sich im Bette umgedreht habe.— Vors.: Ilm welche Zeit erivachten Sie durch da. Anstoßen?— Aug e k l.: Gut eine Viertelstunde, bevor Katichmarel ins Zimmer kam. Nachher sind wir beide noch einmal aufgestanden und in den Hof austreten gegangen. Als wir zurückkamen, forderte mich Franz Tyczynski auf, den Niegel der Tür hinter mir zuzuschieben. Den Grund verstand ich nicht, weil das s o n st nie geschehen war.— Vors.: Das ist wieder eine wichtige Tatsache, die Sie bis jetzt verschwiegen hatten.— Angekl.:Jch fürchtete, daß auch ans mich ein Verdacht fallen würde, weil ich mit Tyczynski, der allgemein im Verdacht stand, zusammen geschlafen hatte. Ich h'ab-e von in ei»er Mutter einen Brief erhalten, worin sie schrieb, ich soll die Wahrheit sagen. Deshalb sage ich die Wahrheit.— Vors.: Wann bekamen Sie diesen Brief?— A n g e k l.: Vor zwei Monaten. — Vors.: Und da sagen Sie jetzt erst die Wahrheit?— A n g e k l.: Ja, aber damals habe ich es gleich den Gefangenen gesagt.— Der Vorsitzende ordnet dann an. daß der Angeklagte Kowalczhk ebenfalls hinausgeführt werde.'— Vors.: Andrusiak, Sie sehen, daß Kowalczhk jetzt auch hinausgeführt ist. Sie brouckicn sich also nicht zu iürchteu. Ihre Mutter hat doch geschrieben, daß Sie die Wahrheit sagen sollen. Sie sind ein junger Mensch, der allein in der Fremde steht und müssen das Wort Ihrer Mutter hochhalten. Sagen Sie also die Wahrheit!— A n g e k l.: Ich gebe zn, daß die Bettdecke etwas abgehoben>var, als ich erwachte, so daß es möglich oder auch wahrscheinlich ist, daß Franz Tyczynski heraus- oder hineingestiegen war.— Vors.: Hat Tyczynski Sie sonst schon einmal des Nachts so an- gestoßen, daß Sie aufwachten?— A n g e k l.: Nein, das ist nie passiert.— Der Angeklagte gibt dann auch zu, daß TyczyuSki mit Jacke, Hosen und Stiefeln im Bett gelegen habe, was er bisher auch noch nie bemerkt hatte. Am Tage nach dem Morde trug Tyczynski auch zwei Hemden in die Wäsche. Das fiel ihm insofern auf. als er früher nur ein schmutziges Hemd in die Wäsche gab.— Vors.: Haben Sie nicht bemerkt, daß Tyczynski. bevor er Sie anstieß, auch schon aus dem Bette gestiegen und durchs Fenster gegangen war?— A n g e k l.: Nein, das babe ich nicht bemerkt.— Vors.: Schlafen Sie fest?— A n g e k l.: Ja, sehr fest.— Vors.: Hat Franz Tyczynski oder Kowalczhk etwas Verdächtiges über die Tat zu Ihnen gesagt?— A n g e k l.: Nein. Ich weiß nur, daß beide sehr befreundet waren und oft miteinander sprachen.— Hierauf werden die beiden Angeklagten wieder hereingeführt und ihnen die Aussage des Andrusiak vorgehalten.— Franz Tyczynski bestreitet alles. Er habe weder in den Kleidern geschlafen, noch sei er aufgestanden oder habe den Andrusiak aufgeweckt, noch ihm Befehl gegeben, den Riegel vorzuschieben. Es sei auch unwahr, daß er stets nur ein Hemd zur Wäsche gegeben habe, sondern auch öfter zwei.— Vors.: Sie hören, Ihr eigener Vetter Andrusiak hatte den Verdacht, daß Sie der Täter sein könnten und führte verschiedene Momente gegen Sie au. Wir sind am Ende der Beweisaufnahme. Wenn Sie schuldig sind, Befreien Sie Ihre Seele und sagen Sie die Wahrheit.— A n g e k l.: Nein, ich bin es nicht gewesen.— Vors.: Angekl. Kowalczhk, find Sie schuldig?— A n g e k l.: Nein. Ich habe es weder getan, noch auf jemand einen Haß gehabt.— Sodann wird nochmals Helene Sollwedel vorgerufen.— Vors.: Wen haben Sie in jener Nacht gesehen, der auf Ihre Mutter und Ihren Vater einschlug und dann auf Sie selbst zukam?— Zeugin: FranzTyczynski.— Vors.: ErinnernSie sich dessen genau?— Zeugin? I a.— Vors.: Haben Sie, als Sie im Krankenhaus nach einigen Tagen aus der Betäubung erwachten, Zweifel in bezug auf die Person des Täters gehabt?— Zeugin: Nein.— Vors.: Haben Sie bemerkt, daß Sie infolge der Kopf- Verletzungen an Gedächtnisschwäche litten?-»Zeugin: Nur im Krankenhaus. Jetzt habe ich mein volles Gedächtnis.— Der An- geklagte Franz Tyczynski beteuert unter unaufhörlichem Weinen und Beten seine Unschuld. Die Beweisaufnahme wird geschlossen. Den Geschworenen werden 20 Schuldfragen borgelegt. Bezüglich des Franz Tyczynski lauten sie auf Mord an Frau Soll Wedel uNd'Mo rdversuch in fünf weiteren Fällen, begangen an dem Aufseher Sollwedel und dessen Kindern Otto, Helene, Marie Und Hedwig. � Bei Kowalczhk lautet die Schnldfrage auf w i s s e nft l i ch e B e i h ü l f e zu den gesamten von Franz TyczynSbi begangenen Verbrechen, bei Valentin Tyczynski auf Kenntnis vor der Tat und Begünstigung nach der T a t. bei den Übrigen Angeklagten ans B e g ii n st i g n n g nachher Tat. Bei Andrusiak. der erst 17 Jahre alMst, wird die Unterfrage gestellt, ob er die Er- kenntnis von der Strasbarkeit seiner Handlung besessen habe. Seitens der Verteidigung werden eine Reihe Hülfsfragen ge- stellt, namentlich ob die Tat begangen ist gelegen t- lich eines Einbrnchsdiebstahls. Wegen der Neuformnliernng der Fragen tritt eine längere Pause ei». Um 7l/2 Uhr abends nimmt der Erste Staatsanwalt Nonnenberg zur Begründnng der Anklage das Wort: Selten ist eine Bluttat von größerer Roheit verübt worden als diese. Nur einem glücklichen Zufall und der aufopfernden Tätigkeit der Aerzte ist es zu verdanken, daß wir nicht noch ein Menschenleben zu beklagen haben. Der kleine Willi ist, wie die Verhandlung ergeben hat, zeitlebens ein uuglück- licheS, halbseitig gelähmtes Wesen. An Schwere kam: die Mordtat kaum nbcrtroffen werden. Als Haupttäter kommt allein Franz Tyczynski in Frage, der vollständig überwiesen ist, ebenso der Angeklagte Koivalczyk als sein Gehülse. Beide Angeklagte stehen vor uns als Scheusäler, wie sie kaum schlimmer gedacht werden können. Wesentlich milder richte ich die vier anderen, den Valentin Tyczynski schon deshalb, weil er der Bruder des Täters ist, die übrigen, weil sie sich der B e g ü n st i g u n g nach der Tat, wo nichts mehr zu ändern war, schuldig gemacht haben. Der Staatsanwalt beantragt, den Angeklagten Franz Tyczynski des Mordes und Mordversuche- in fünf Fällen, den Angeklagte» Kowatczyk der Beihülse zum Morde und Mordversuch schuldig zu sprechen, die anderen An- geklagten der B e g ü n st i g u n g. Das Urteil ist erst in später Nachtstunde zn erwarten. )Ziis der partel Zum 1. Mai. Die Genossen zu Zwickau beschlossen, den 1. Mai durch weite st gehend st e Arbeitsruhe zu feiern. Zur Behandlung der Reichsverbaiidsagitatoren macht das „Volksblatt für Kassel" einen Vorschlag. Es schrieb dieser Tage: „In der Kasseler Versammlung des Reichsverbandes proklamierte der Verbandsrcdakteur Leufen den Grundsatz, daß die Abgesandten des Reichsverbandes in die sozialdemokratischen Versammlungen gehen und reden sollte», weil dort freie Diskussion gewährt werde. Demgegenüber ist es vielleicht am Platze, einmal zu erwägen, ob man die berüchtigten„Redner" der Reichsverbändler in unseren Versammlungen überhaupt dulden soll. Selbstverständlich kann niemals bei uns die Rede davon sein, unsere Versammlungen hinter verschlossenen Türen abzuhalten, wie das seitens unserer Gegner ge- schieht. Immerhin: kann uns ein verständiger Mensch verdenken, wenn wir charakterlosen Subjekten, die selbst keine polirische Ueber- zeugnng haben, nicht gestatten wollen, unsere Versammlung zu stören? Jeder ehrliche Gegner, sei er Antisemit oder Freisinniger. Konservativer, Nationalliberaler oder sonst etwas, soll und wird in unseren Versammlungen willkommen sein und jederzeit voll- kommene Redefreiheit genießen. Aber die vom Reichsverband gegen die Sozialdemokratie dressierten„Redner" sind iveder liberal, noch konservativ, sie reden, wenn es verlangt wird, heute für einen Antisemiten, morgen für einen Freisinnigen— sie haben keine ehr- liche politische Ueberzeugung, sondern nur einen verächtlichen Auf- trag, unter allen Umständen die Sozialdemokratie herunterzureißen. Ob es einen Zweck hat, besser gesagt: ob man uns zumuten kann. uns in Versammlungen mit solchem Gesindel herumzuschlagen, das will uns sehr fraglich erscheinen. Unsere Gegner sind zumeist zu feige, deshalb schließen sie uns schon durch die Form ihrer Ein- ladunge» von ber Teilnahme an ihre» Versammlungen aus oder verweigern unS doch die Siedefreiheit. Der Reichsverband selbst hütet sich wohlweislich, öffentliche. auch uns zugängliche Ver- .sannnlnngen einzuberufen. Da will es uns scheinen, als sei es recht töricht, wenn wir die wie Polizeihunde„auf den Man»" dres- sierten„Redner" des Reichsverbandes in unseren Versammlungen dulden sollten, damit sie uns mit ihren Schwiudelgeschichten anöden oder gar die Versammlungen stören." Sicherlich kann einen: bei der Art der Kämpfe und Kämpfer im Reichsverbande der Ekel überkommen. Indes halten wir es doch für besser, daß Prinzip unbeschränkter Redefreiheit in jeder Beziehung aufrecht zu erhalten. Wir meinen, daß unsere Redner an solchen Subjekten ganz gute Dcmonstrationsobjckte haben, daß sie an ihnen die Niedrigkeit und Verlogenheit der reichsverbändlerischen Kampfes- weise trefflich kennzeichnen können. Die migarische Sozialdemokratie. Zum bevorstehenden Parteitag der ungarischen Sozialdemokratie hat der Parteivorstand einen Bericht erstattet, der im Druck vorliegt. Selbstverständlich wird das Hauptgewicht auf die W a h lr e ch t s b e w e g u n g gelegt. Der Bericht würdigt das Eingreifen des Ministers des Innern, K r i st o f f y. das die Wahlrechtsbewegung mächtig förderte; in miSführlicher Darlegung wird die Stellung der Partei gegen die Koalition begründet; sodann werden die einzelnen Phasen der Wahlrechtsbeivegnng aufgezählt, der Massenaufmarsch vor dem Parlamentsgebäude im September, der politische Setzerstreik im Dezember usw. Flugschriften für das allgemeine, geheinie Wahl- recht wurden in 2 650 000 Exemplaren verbreitet. Im verflossenen Jahre wurden als Abwehr gegen das angetastete Streik- und Ber- einsrccht sechs politische Streiks— in Agram, Esseg, Groß- wardein, Lugos. Fiume und Miskolcz— siegreich durchgeführt. Bei den nichtmagyarischen Nationalitäten hat die sozialdemokratische Be- wegung eine beträchtliche Ausdehnung gewonnen. Auch die Or- ganisation der Arbeiterinnen weist Fortschritte auf. Einen überraschenden Aufschwung nimmt die Feldarbeiter- orgauisation, die seit ihrem nun dreimonatliche» Bestand schon mehr als 20 000 Mitglieder zählt und von Woche zu Woche mehr erstarkt: aus mehr als hundert Ortschafte», in die von der Zentrale noch kein Organisator entsendet wurde, haben sich Gruppen zum Anschluß gemeldet. Erfteulich ist das Anwachsen der Gewerkschaftsorganisationen: ihre Mitgliederzahl, die vor Jahresfrist 53 000 betrug, hat zu Beginn dieses Jahres die Höhe von 71 000 erreicht. Auch an Verfolgungen war das ab- gelaufene Jahr der Parteitätigkeit reich: eine lange Reihe von Ge- nossen wurde zu Freiheitsstrafen im Gesamtausmaß von nenn Jahren und zu Geldstrafen in der Höhe von 8500 Kronen verurteilt. Der Kassenbericht weist 387 763 Kronen 54 Heller Einnahmen und 335 434 Kronen 28 Heller Ausgaben auf. Zum niederländischen Parteitag. Die Sozialdemokratische Partei Niederlands wird in diesem Jahre, wie gewöhnlich, ihren Kongreß in den Osterfeiertagen abhalten«nd zwar in Utrecht. Der Partei- sekretär Van Kuijkhof hat seinen Bericht über die Tätigkeit des Parteivorstandes und die EntWickelung der Partei bereits in„Het Voll" veröffentlicht. In der Zusammensetzung des Parteivorstandes ist im Laufe dcS Lahres insofern eine Veränderung eingetreten, als der Partei» Vorsitzende T a k wegen Ueberbürdung mit anderen Parteiarbeiten dieses Amt niederlegte und an seiner Stelle F. M. W i b a u t als Parteivorsitzender gewählt wurde. Ueber die Kammerwahlen haben zwei Mitglieder des Partei- Vorstandes, Wiinkoop und L o o g u i t, einen ausführlichen Be- richt ausgearbeitet. Die Stimmenzahl der Partei ist seit den Wahlen von 1901 von 38 279 auf 65 743 gestiegen, während die Zahl ihrer Kammermitglieder von 8 ans 7 zurückging. Zu dem Ergebnis der Wahlen wird unter anderm bemerkt: „Unsere Partei ist nicht, wie alle bürgerlichen Parteien, eine Partei, die von dem Erfolg des Augenblicks lebt. Wir sind die politische Partei einer wirtschaftlich gänzlich unterdrückten Klasse und als solche wissen wir auch, daß bei der großen Macht, die die besitzende Klasse in unserer Gesellschaft noch inne hat, die Zeit unserer größten Kraftentfaltung noch nicht gekomnien ist."— Ein großer Teil der Arbeit des Parteivorstandes, der Geschäfts- leitung(Dagelijksch Bestuur) und des Parteisekretärs war der Agitation gewidmet. Außerdem haben auch die drei angestellten Propagandisten Helsdingen, HermanS und Mendels besonders lebhafte Propaganda für die Partei geleistet. Die Parteipresse besteht aus dem Tageblatt„Het Volk", elf wöchentlich und zwei monatlich erscheinenden Zeitungen. Ferner erscheint monatlich die Zeitschrift„De Nieuwe Tijd" und das Organ des Frauenklubs der Partei„De proletarische Vrouw". Agitationsbroschüren wurden im Jahre 1905 13 herausgegeben. Die Zahl der Ortsabteilungen der Partei ist von 137 auf 152 gestiegen, die Mitgliederzahl von 6100 auf 6816. Der Kassenbericht über das Jahr 1905 schließt mit der Bilanz- summe von 20 079, ZZl/z Gulden. Die meisten Ausgaben verursachten die Wahlen, immlich 10 082,68 Gulden: die russischen Freiheitskämpfer wurden mit 2006,21 Gulden unterstützt. Die sozialdemokratische K am,m e rfr akti on hat über ihre Tätigkeit im verflossenen Jahre ebenfalls einen ausführ- lichen Bericht veröffentlicht, der sich auf alle bedeutenden Vorlagen und Debatten in der Kammer erstreckt. Aus dem Bericht geht hervor, wie die Fraktion mit ganzer Kraft gegen die klerikale Reaktion des Ministerinnis Kuyper gekämpft hat, sich aber auch keiner Täuschung hingab, als nach den Wahlen das unler der Flagge des LlberalismiiS segelnde Ministerium de Meester ans Ruder kam. Alle Vorlagen und Verhaiidlungsgegenstände wurden gewissenhaft geprüft, um den Grundsätzen der Partei und dem Wohle des Volkes geniäß zu wirken, wenn auch bei der Uebcrmacht der Reaktion nur wenig erreicht werden konnte. polizelKdus, OmchtUcbca ukw. Sozialdemokratische Naturwissenschaft. Das Gewerkschaftskartell zu F r e i b e r g(Sachsen) ließ jüngst durch den Privatgelehrten Bäge aus Berlin einen Lichlbildervartrag über die Eittstehung des Lebens ans der Erde veranstalten. Dieser Vortrag ist in einem-behördlichen Schreiben an den Wirt des Vortragslokals für eine„sozialdemo- kralische Versammlung" erklärt worden, so daß er die Plakate:„Versammlung, heute für Militär verboten I" aushängen mußte. Ans dem dunkelsten Hintcrpomuiern. In Biitow, einem ehr- würdigen Landstädtchen, erscheint als amtliches Publikationsorgan der„Bütower Anzeiger", den ein gewisser Hugo Röhl redigiert und mit Vorliebe zur Sozialistenvernichtung im Pücklerstil benutzt. Be« sonder» hat cr's natürlich auf die Bütower Sozialdemokraten ab» gesehen. Er besudelt die tapferen Genossen, die dort die mühselige Arbeit für die sozialistischen Ideen verrichten, in der gemeinsten Weise. Natürlich kümmert das unsere Genossen im allgemeinen nicht. Jsiugst aber hat der Röhl gegen einen, den Genossen Böttcher, direkt zu Gewalttätigkeiten ausgereizt, und da hielt es dieser doch für angezeigt, ein Exempel zu statuieren. Er zeigte dem Staats- anwalt an, daß der Röhl im amtlichen Publikationsorgan gegen ihn (Böttcher) u. a. folgendes geschrieben habe: Der Mann, wohnhaft Hinterstraße, geht aufs Land, tritt mög- lichst heimlich in die Häuser der Kleinbauern und Tagelöhner und wirst das rote Gesudel(einen Agitationskalender meint der Röhl damit. D. Red.) hinein,— ganz umsonst I wie er sagt. Leider sind die Hunde immer entweder ans dem Felde oder angebunden, wenn dieser„Volkstribun" heranschleicht,— unsere Freunde aber bitten wir dringend, ihm für die Folge eine» recht warmen Empfang zu bereiten und ihn einen Vortrag über— Politik, Nähmaschinen und Versicherungswesen halten zu lassen. Gelegentlich möchte ich mal gerne mit dabei sein. Die Staatsanwaltschaft mußte sich nun Wohl der Angelegenheit annehmen— sie hatte die Aufreizung bei der Lektüre des ainllichen PnblikationsorganS wohl übersehen. Das Schöffengericht zu Bütow hat über den Aufruf geurteilt und den Redakteur des Amtsblattes bestraft. Wie hoch? Der Leser wird es kaum erraten. Hugo Röhl erhielt eine— Geldstrafe von sage und schreibe 10 Mark. Nun sage»och einer, es gebe keine milden Richter in Deutschland. Die Genossen Loebe in Breslau und Heinig in Leipzig haben eben das schändliche Pech gehabt, nicht vor die milden Bütower zu kommen. Hugo Röhl aber ist natürlich mit dem milden Urteil noch nicht einmal zufrieden und hat dem Genossen Böttcher furchtbare Rache geschworen. Er hat eS dahin gebracht, daß 27 Hansbesitzer. in deren Haus Genosse Böttcher den Agitationskalender gelragen, ihn wegen— Hausfriedensbruchs angezeigt haben. Natürlich sind diese Anzeigen ganz unsinnig, und wenn das Gericht die Anklagen er- heben sollte, wird Genosse Böttcher in jedem Falle freigesprochen werden müssen. Er hätte dann aber einen ungeheueren Haufen Plackereien und Scherereien. So wird in Hinterpommern mit geistigen Waffen gegen die Sozialdemokratie gekämpft. £[iis Industrie und Handel Kirdorf grollt. Der Gewaltige im Reiche der Kohlenmagnaten hat es immei noch nicht verwunden, daß die Regierung bei dem vorjährigen Streik einmal versuchte, als Friedenövermittler sich zu zeigen. Dem Herrn Möller ist das Experiment bekanntlich schlecht bekommen, die Kohlen« Magnaten haben die Regierungsvertreter nicht nur wie dumme Jungen nach Hause geschickt, Möller glitt auch infolge der hefttgen Stoße die ihm Kirdorf und Genossen versetzten, von seinem Minister- sessel herab. Des Gewaltigen Rache war damit noch nicht gekühlt! Kirdorf, der einen Minister zur Vorstellung auf den Zechenplatz be- stellte und ihn wie einen Handlanger anranzte, läßt im neuen Ge- schäftsbericht der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft also sich ver« nehnien: „Die bedenklichste Erscheinung deS Jahres aber bleibt der Bergarbeiterausstand, nicht durch sein Auftreten an sich: wir mußten bei der unaufhörlichen Hetzarbeit der sozialdemokratischen und christlichsozialen Verbände, deren Presse und solcher ver- wandter Art jederzeit mit einem Ausbruch der Massen rechnen, wir haben damit gerechnet und sind von dem Ausstand in keiner Weise überrascht worden. Ucberrascht aber hat uns die Haltung der Regierung und der öffentlichen Meinung: eine seit Anfang der 90er Jahre elngeführte einheitliche Arbeitsordnung, die Sicherheit guter Lohnverhültnisse durch die dem Kohlensyndikat zu verdankende Stetigkeit des Kohlenmarktes und die Einsicht der Grubenverwaltungen, Hand in Hand mit einer staatlichen Aufsicht gehend, wie sie schärfer und zuverlässiger nirgends besteht, haben so geordnete Ver- hältnisi» in unserer BcrgwerkSindustrie geschaffen, daß wir der allgemeinen Verurteilung der in verhetzerischer Weise heraufbeschworenen Arbeiterbelvegung mit Ruhe und Sicherheit entgegensehen durften. Daß das Gegenteil eintrat, können wir nur der bedauerlichen Tatsache zuschreiben, daß die Regierung im Jahre 1895 nicht Veranlassung nahm, der Sozialdemokratie und der und der größeren Geschlossenheit ist jedoch die Kampfeslust nicht handelt sich um die poetische Verarbeitung ultramontanen Partei gegenüber Zeugnis für die geordneten Ver- gestiegen. Nach den Angaben und Tabellen des englischen Arbeits- von Vorgängen aus der polnischen Geschichte. hältnisse unserer Industrie, über die sie durch ihre Aufsichtsorgane amts haben im Jahre 1904 nur insgesamt 80 von den 100 großen Der Dichter mahnt zum Zusammenhalten und spricht die Hoffnung genau unterrichtet war und ist, abzulegen. Bei unserer berechtigten Gewerkvereinen Ausgaben für die infolge Streits arbeitslos auf Wiederherstellung des polnischen Reiches aus. Daß diese Hoffnung Abwehr gegen die Umsturzbestrebungen, die wir nicht allein in gewordenen Mitglieder aufzuweisen. Die Gesamtausgaben der von nur auf blutigem Wege erfüllt werden könne, ist nach Ansicht des dem uns anvertrauten Interesse, sondern im allgemeinen Interesse den Gewerkvereinen verausgabten Streifunterstützungen zeigen eine Gerichtshofes felbstverständlich"! Die Revision der festhielten, fanden wir nicht nur teine Unterstützung, sondern die abflauende Tendenz. Es find an Streitunterstütung acht Angeklagten wurde vorgestern vom Reichsgerichte verworfen. Regierung stellte sich auf die Seite unserer Gegner und stärkte sie durch ausgegeben: Nach der Strafprozeßordnung muß ein Urteil„ Gründe" enthalten. ihre Geseze, deren Bestimmungen schwerlich der angestrebten Pfund Sterling„ Selbstverständlich" gilt außerhalb der Backfischkreise nicht als Förderung des Friedens dienen werden. Bietet so der legtjährige 197 236 Grund. Aber die Strafprozeßordnung verlangt auch nicht, daß Bergarbeiterausstand eine der bedauerlichsten Erscheinungen in der die einzelnen Elemente des Urteils die einzelnen tatsächlichen Geschichte unserer Industrie, so wollen wir doch die Hoffnung nicht Feststellungen begründet werden. Es genügt die Behauptung: aufgeben, daß die nach dem Ausstand vorgenommenen UnterWorauf Das ist so, oder das Gericht stellt fest: daß das so ist." suchungen endlich dazu beigetragen haben, den Verhältnissen feine Schlußfolgerung beruht, braucht der Richter nicht anzugeben, unserer Industrie eine gerechtere Beurteilung zu teil werden zu fegt er ein selbstverständlich" hinzu, so ist das noch ein Mehr als laffen." wozu ihn die Strafprozeßordnung verpflichtet. In wissen ein selbstverständlich" schaftlichen Erörterungen würde 172 417 Stelle einer Begründung als starker Mangel der Fähigkeit, logisch zu denken, erachtet werden. Die Strafprozeßordnung Weit erheblicher waren die Ausgaben für Arbeitslosen- lägt aber diese Starikatur von Gründen als Gründe zu und es gibt unterstügung. Sie betrug: Die Kohlenmagnaten pfeifen nicht nur auf die Regierung, sie verlangen auch als die Herren im Reiche öffentlich respektiert zu werden. Der neue Handelsminister wird es mit Kirdorf sicher nicht verderben. Er weiß, was er zu tun hat. Schöne Aussichten. In der Generalversammlung des Mülheimer Bergwerkvereins, die die Dividende für das letzte Geschäftsjahr auf 10 Broz. festfette, wurde mitgeteilt, daß in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres ein leberschuß von 1730 000 M. gegen 441 000 M. in der gleichen Zeit des Vorjahres erzielt worden sei. Der Vorstand machte ferner darauf aufmerksam, daß die Ver waltung bereits die Vorarbeiten zur Errichtung einer Brikettfabrik im Kölner Braunkohlenrevier erledigt habe. Eine Kapitalserhöhung sei nicht notwendig, die Kosten würden aus den vorhandenen Mitteln gedeckt. Zur Begründung wurde bemerkt, daß die wachsende Kons kurrenz der Braunkohle die Betriebserweiterung rätlich erscheinen ließ. Rütgerswerke A.-G. in Charlottenburg. Die Gesellschaft kaufte zum Preise von 5 800 000 m. die gesamten Aktien der Chemischen Fabrik Lindenhof C. Weyl u. Co. Für 1905 ergibt sich nach Abschreibung von 527 544 M. ein Reingewinn von 940 297 m., woraus 8 Proz. Dividende verteilt werden. 14 Proz. Dividende auf 7 Millionen Mark Aktienkapital schütten 14 Broz. Dividende auf 7 Millionen Mark Aktienkapital schütten die Kaliwerke Salzdetfurt A.-G. aus. 27 Prozent Dividende verteilt für das letzte Geschäftsjahr, gegen 24 Prozent im Vorjahre, die Badische Anilin- und Sodafabrit. Die im Jahre 1896 " " 1897 " " 1898 " " 1899 " " 1900 " W 1901 " " 1902 " " " " 1903 1904 17 Pfd. Stert. insgesamt 168 635 659 042 328 615 " 119 474 149 056 204 540 217 976 126 446 Unterstügung pro Kopf der Gesamtmitgliederzahl der 100 großen Gewerkvereine. S. d. 9 21/ 5 23 7 4314 1895 416 784 1896 262 143 1897 329 567 1898 238 724 1899 188 063 263 231 327 785 5 424 046 8 41 509 673 647 722 1900 1901 1902 1903 1904 64347% 8 11 7 114 6 an Juristen, die diese Sorte Gründe gelehrter" Urteile gar noch als Vorzug vor Schwurgerichtsurteilen preisen. Eine Rechtspflege, die der Rechtsgarantien so völlig entbehrt, muß naturnotwendig insbesondere in politischen Prozessen zu Ergebnissen führen, die mit dem Rechtsbewußtsein der Allgemeinheit unvereinbar sind. Zu den Glanzleistungen unserer Strafrechtsjudikatur gehören neben den gegen Sozialdemokraten in Form von Urteilen gesprochenen Verlegungen gejinder Rechtsempfindung folche gegen Polen. Durch dieselben Motive wie im vorliegenden Falle gegen Polen ließen sich so ziemlich sämtliche Korpsstudenten verurteilen, die sich erkühnten, Kommerslieder zu singen. 1100 Wem gehören die im Flußbett der Spree aufgefundenen Gegenstände? Wegen Diebstahls waren die Arbeiter Daniel und Lischewsky und der Maschinist Altenkirch gestern vor der Es find die Streitunterstügungen also in den Jahren 1895 bis ersten Straffammer angeklagt, während sich der Produktenhändler 1904( abgesehen von den Jahren 1897, in dem ein großer Streit in Felisch wegen Hehlerei berantworten mußte. Im Herbst v. J. der Maschinenindustrie, und 1908, in dem ein Bergarbeiterstreit die wurden im Auftrage des Berliner Magistrats in der Spree rund 6 Proz. der Gesamtausgaben. Die Ausgaben für Arbeitslosen- arbeiten betrauten Angeklagten mancherlei interessante Funde in dem Ausgaben erhöhte) ständig gesunken und zwar von rund 14 auf im neuen Hansaviertel machten die mit Ausführung der BaggerBaggerarbeiten ausgeführt. An dem jezigen Bundesrats Üfer unterstügung find bis auf rund 31 Broz. der Gesamtausgaben an chlamm des Flußbettes. Außer großen Eisenblöcken und Maschinengewachsen. Ebenso weisen trotz der Mitgliederabnahme die Jahres- teilen wurden allerlei verrostete und zerfallene Eisenkonstruktionen von einnahmen eine Erhöhung auf. Diese Zahlen dürften das Urteil rechtfertigen, daß die Trade- den Arbeitern in dem Schlamm gefunden und als gute Prise in Empfang Beinahe Eisenbahnpräsident. Aus Paris wird berichtet: Die Unions in wachsendem Maße den Kampfcharakter verloren und sich genommen. Diese Schäße der Spree rührten von der ehemaligen Unions in wachsendem Maße den Kampfcharakter verloren und sich Borsigschen Eisengießerei her, die an jener Stelle früher gestanden Wahl des früheren Präsidenten Loubet zum Verwalter der Eisenbahn- wachsende Abnahme der Mitgliederzahl beweist die Ohnmacht laden alten Eisens ins Wasser gefallen. Die Angeklagten fischten im völlig zu Versicherungsvereinen umgewandelt haben. Die hatte. Die Eisenteile waren vermutlich vor Jahrzehnten beim Ber gesellschaft Paris- Lyon- Moditerranneo gab Anlaß zu tumultiösen dieser Trade Unions bei der von ihnen vertretenen, Sundgebungen seitens der Aktionäre dieser Geſellſchaft. Ein Aktionär gewerkschaftliche oder gar mur Versicherungszwede verfolgenden aufe von wenigen Tagen etwa 15 Zentner Eiſen aus dem Waffer erhob Einspruch gegen die Kandidatur Loubets, in der sie eine politische Kundgebung wittern. Abstimmung ergab überführt und beantragt Gefängnisstrafen bis zu zwei Monaten. Tendenz, die Intereffen der Arbeiter klasse zu vertreten. Hand in heraus und verkauften es bei dem Angeschuldigten Felisch. Der 1651 Stimmen für und 504 Stimmen gegen die Wahl Loubets. Hand mit dem Niedergang der englischen Trade- Unions geht das Staatsanwalt hält die angeklagten Arbeiter des Diebstahls für Loubet teilte mit, daß es ihm unter diesen Umständen nicht möglich Erwachen und Erstarken der englischen Arbeiterklasse zu politischer Der Verteidiger Friedmann hielt dagegen dar, die Frage sei sei, die Kandidatur anzunehmen. Klarheit. Eine günstige Rückwirkung der politischen Arbeiterbewegung auf die Trade- Unions, die innere Umwandlung dieser durch nicht so einfach gelöst. Denn erstens sei es nicht recht flar, wer Die amerikanische Handelsflotte. Nach einer Statistik, die in die politische Bewegung wird kaum ausbleiben. Die absolute Tren- Gigentümer des Eisens sei, ob es sich um den Fund eines Schatzes dem kürzlich veröffentlichten Annual report des amerikanischen nung, ja Feindseligkeit der Gewerkschaften in England zu den politischen Handele; einen Wert habe das Eisen zuerst durch die von den Anoder um einen gewöhnlichen Fund oder um eine wertlose Sache Commissioner of navigation für das mit dem 30. Juni 1905 ab- Bestrebungen mußte zu einer erheblichen Schwächung der Gewerk Bei der Unentschiedenheit geschlossene Fiskaljahr erscheint, bestand die amerikanische Seeschiff- schaften führen. Ein Vergleich zwischen England und Deutschland geklagten geleistete Arbeit erhalten. flotte im Jahre 1894 aus 423 Dampfschiffen von 647 000 Brutto- zeigt, daß die enge Wechselbeziehung zwischen Gewerkschaft und Bartei Registertonnen, 2787 Segelschiffen mit 1 367 000 Brutto- Register- für das innere Erstarken und die Macht der Gewerkschaft durchaus tonnen und 65 Seeleichtern mit 63 000 Brutto- Registertonnen. Von erforderlich ist. Man darf annehmen, daß die englischen Tradeden Segelschiffen entfielen 596 000 Tonnen auf 688 mit Naasegeln Unions den Rückgang, in dem sie sich befinden, durch enge Fühlungfahrende Schiffe und 771000 Tonnen auf 2154 schoonermäßig nahme mit der politischen Partei Großbritanniens wieder wett machen effentenfreife wichtige Entscheidung betreffend den Achtuhrladenschluß Achtuhrladenschluß- Berordnung ungültig? Eine für die Intergetakelte Fahrzeuge. Die Entwickelung der Flotte in den letzten werden. zehn Jahren zeigt dieselben charakteristischen Merkmale, denen man erließ die 5. Straffammer des Landgerichts I. Am 28. November 1903 während dieser Zeit in der Entwickelung fast sämtlicher HandelsEine entsegliche Kinderausbeutung tam in einer Verhandlung ordnete das Polizeipräsidium an, daß in Berlin, Charlottenburg und flotten der Welt begegnet: Zunahme der Dampfertonnage, Abnahme vor dem Schöffengericht in Köln an den Tag. Wegen fahrläffiger Schöneberg die offenen Verkaufsstellen der Nähmaschinenbranche in der Segler. Die Dampferflotte der Vereinigten Staaten ist in diefem Körperverlegung war der Inhaber der mechanischen Kisten- und der Zeit von 8 Uhr abends bis 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Dezennium um ungefähr das Doppelte gewachsen, fie zählte 1904 Stofferfabrik Gottfried Helferich angeklagt. Der zehnjährige Verkehr geschlossen sein müssen. Das Kammergericht erklärte durch 688 Dampfer mit 1 243 000 Brutto- Registertonnen. Die Segler- Schüler Paulus, der mit einem anderen Schüler für Urteil vom 31. Oktober 1904 diese Anordnung aus formellen flotte hat in dem angegebenen Zeitraum sowohl der Zahl wie der fünfzehn Pfennige die Woche in der Fabrit beschäftigt Gründen für ungültig. Hierauf erließ das Polizeipräsidium am Tonnage nach einen Rückgang erlitten. Sie bestand 1904 aus wurde, war während der Mittagspause an die Hobelmaschine ge- 29. November 1904 eine neue Anordnung, welche sich auch auf die 1845 Schiffen mit 1 130 000 Brutto Reg.- Tonnen, das sind 942 Segler gangen, hatte sie in Betrieb gesetzt und sich eine schlimme Hand- Verkaufsstellen für Nähmaschinen- Ersatzteile ausdehnte. Dieser Berund 237 000 Tonnen weniger als 10 Jahre vorher. Der Rückgang verlegung zugezogen. Der Angeklagte wollte die Arbeit der Kinder ordnung handelte der Kaufmann Albert Rentel zuwider. der Seglerflotte ist nahezu vollständig durch den Ausfall an Raa mehr als Spielerei" hinstellen; es wurde aber festgestellt, daß Gegen den deshalb erlassenen Strafbefehl trug er auf gerichtliche fegelschiffen herbeigeführt worden, deren es 1904 nur noch 322 mit einem anderen Schüler, weil er einige Male zu spät Entscheidung an. Sein Verteidiger führte vor dem Schöffengericht 365 000 Tonnen, d. 5. 39 Proz. weniger als 1894 gab. Die Tonnage gekommen war, fünf Pfennige bom Wochen aus, daß die Anordnung ungültig sei, da die Voraussetzungen des 365 000 Tonnen, d. 5. 39 Proz. weniger als 1894 gab. Die Tonnage der unter amerikanischer Flagge fahrenden Schooner ist ungefähr die Lohn" abgezogen worden sind, so daß er nur§ 139f der Gewerbeordnung nicht vorliegen. Allerdings habe bei gleiche geblieben, nur die Anzahl ist etwas zurückgegangen: zehn Pfennige erhielt. In der Sache selber hielt es dem früheren Berfahren der Polizeipräsident die vorgeschriebenen 1523 Schiffe mit 765 000 Tonnen. Besonders bemerkenswert ist die das Gericht für erwiesen, daß ein Schwager des Angeklagten in Anträge, Aeußerungen und Abstimmungen der Interessenten eingewaltige Zunahme der Seeleichter, die erkennen läßt, daß die dem Betriebe die Aufsicht führe und deshalb für die Körperverlegung Schleppichiffahrt, die besonders auf den großen Inlandseen in Blüte verantwortlich sei. Der Angeklagte wurde freigesprochen, steht, auch an den Küsten in immer größerem Umfange betrieben wiewohl ihm der durch die Beschäftigung der Kinder erzielte Gewinn wird. Es wurden 1904 insgesamt 236 Seeleichter von 248 000 Brutto- zufällt. tonnen gezählt, ihre Tonnage ist also in 10 Jahren um nahezu das Vierfache gewachsen. Soziales. Gewerkschaftsentwidelung in England. Gerichts- Zeitung. Ungültige Bertragsstrafe. " dieser Frage müsse die Freisprechung der zweifellos gutgläubigen führungen an und erkannte auf Freisprechung sämtlicher AnAngeklagten erfolgen. Der Gerichtshof schloß sich diesen Auss, geklagten. geholt. Dieses Verfahren sei aber durch die erste Anordnung abgeschlossen und eine neue Polizeiverordnung fönne nur unter Wiederholung der Anträge und Abstimmungen der Interessenten erlassen werden. Das Gericht schloß sich diesen Erwägungen an, sprach den Angeklagten frei und legte auch die Kosten der Verteidigung der Staatstasse auf. Wenn das Kammergericht dieses Urteil bestätigt, so müssen vor Erlaß einer neuen Verordnung über den Achtuhrladenschluß die Interessenten abermals gehört werden. Witterungsübersicht vom 11. April 1906, morgens 8 Uhr. Die Manufakturwarenfirma Ems u. Jsrael hatte in den Vertrag mit ihrem Reisenden Berthold St. die Klaufel aufgenommen, Ein vom Arbeitsamt des englischen Handelsministeriums verder zufolge er im Falle des vorzeitigen Verlaffens der Stellung bffentlichter Bericht über die Entwickelung der englischen Gewerk- ohne vorherige Kündigung, diejenige Summe, die er in der Zeit bereine( Trade- Unions) für die Zeit von 1895 bis 1904 ist in Nr. 3 vom Tage des Verlaffens der Stellung bis zum Ende der Vertrags- Stationen des Reichs- Arbeitsblattes" auszugsweise behandelt. dauer verdient hätte, als Strafe an ihn zu zahlen habe. Am Barometer. stand mm Winde 773 SD richtung Windstärke Wetter 5° E. 4° R. Temp. n. Stationen Barometer land mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. G. 品 Do 32956 wollent 10 Haparanda 751 WSW 4 heiter 2 wolten! 12 Petersburg 763 NW2wolfent 1 wolfenl 12 Scilly 768 DND 2 halb bd. 10 1wolfen! 13 Aberdeen 773 NW 1wolfen! 771 GD 4 heiter 7 Baris 769 Still heiter 773 Still wolten! 9 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 12. April 1906. Heiter, warm und troden bei schwachen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau In dieser Zeit stieg die Anzahl der Mitglieder der 1148 Gewert- 3. Januar bat der Reisende um seine Entlaffung zum 1. Februar, vereine von 1415 846 auf 1 866 755, also um 32 Broz. Den größten die ihm aber unter Hinweis auf die sechswöchentliche Kündigungs- Swinemde. 774 Still Zuwachs an Mitgliedern hatten in diesem Jahrzehnt die zur Gruppe frist nicht gewährt wurde. Da St. indessen trozdem am Hamburg 773 D Bergbau und Steinbrüche" gehörenden Gewerkvereine, fie stiegen 1. Februar feine Stellung verließ, so flagte die Firma die Berlin von 288 726 auf 501 248 Mitglieder, alfo um 74 Proz. Einen Rüd- Vertragsstrafe in Höhe von 200 m. ein. Der beklagte Reisende Franks.a.M. 773 ND gang gegen 1895 hat allein die Textilindustrie( 1895: 78 059, 1904: betonte, daß er beim Austritt aus der Firma gar nicht mehr an die München 58 525) aufzuweisen. vor Monaten unterschriebene Vertragsklausel gedacht habe, umso Bien weniger, als ihn die Firma gelegentlich seiner Kündigung in feiner Weise an die von ihm eingegangene Verpflichtung gemahnte. Er glaubte, mit der vorgenommenen Kündigung seine Schuldigkeit getan zu haben. Das Kaufmannsgericht wies am Montag die lagende firma mit ihrer Forde= rung ab. Der Aufstieg innerhalb des Jahrzehnts hat aber tatsächlich nur bis zum Jahre 1901 angehalten, von da ab ist bei allen Gruppen leider ein erheblicher Südgang zu verzeichnen. Es betrug die Gesamtzahl der sation Gewerkvereinsmitglieder im Jahre 1895 1896 " 1897 " 1898 " 1899 Itsa 1900 " " 1901 1902 " 1903 1904 1415 846 1 503 739 1 624 035 1 661 360 1 821 666 1 928 894 1940 874 1926 617 1 904 560 1866 755 Briefkaften der Redaktion. -Der Wenn der Chef mit dem Handlungsgehülfen eine Vereinbarung trifft, durch welche dem durch welche dem Handlungs- Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 br. Jeder Anfrage ist gehülfen eine schwere Verpflichtung auferlegt wird, so muß ersterer ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche auch dafür sorgen, daß der Sinn dieser Verpflichtung klar und deut- Autwort wird nicht erteilt. lich im Vertrage zum Ausdruck tommt. Nicht nur die Stipulierung N. 22. Die Nähmaschine einer Näherin ist nicht pfändbar. Klagen Sie der Höhe der eventuell zu zahlenden Vertragsstrafe ist gewunden, gegen den Wirt auf Herausgabe der Maschine und lassen Sie dann die auch die Fassung der Klausel ist so wenig klar, daß der Reisende Maschine durch den Gerichtsvollzieher auf Stoſten des Wirtes abholen. wohl annehmen konnte, der Vertragsklausel sei er nicht mehr unter-.. 1906. 1. Stellen Sie den Antrag auf Invalidenrente bei dem worfen, nachdem er die Kündigung vorher ausgesprochen hatte, Magiftrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Kölnischer Part 8. 2. Nein. F. R. 200. Da nichts vereinbart ist, so beträgt Ihre Kündigungsfrist auch wenn diese von seiten des Chefs nicht angenommen wurde. als Handlungsgehülfin 6 Wochen zum Duartalserften. D. 6. 23. Die Klägerin hätte auch dem Reisenden die Vertragsklaufel gelegentlich 1. und 2. Nein. W. 5. 5. Ein Verbot besteht nicht. Gartenstr. 75. Es wies also die Gesamtzahl der Mitglieder Ende 1904 gegen der Weigerung, die Kündigung anzunehmen, in geeigneter Form in Darüber gibt es keine geseglichen Bestimmungen. 2. 12a. Wenn jemand Den Höchststand im Jahr 1901 eine Abnahme von 74 119 oder Erinnerung bringen müssen. an Stelle eines andern mit dessen Bapieren eine Gefängnisstrafe abmacht, 3,8 Proz. auf. Der Nüdgang wird vom englischen Handels- Die Ansicht des Kaufmannsgerichts, daß der wirtschaftlich Besser- o tann er sowohl wie sein Freund wegen intellektueller Urkundenfälschung ministerium auf die abflauende Konjunktur der Jahre 1902 gestellte bei Abweichungen von gefeßlichen Bestimmungen fich flar ben erwerbsunfähigen Veteranen ein Monatssold von 10 M. zu. R. 100. 1. Nach dem Gesez vom 22. Mai 1895 steht bestraft werden. bis 1904 zurückgeführt. Diese Erklärung genügt nicht. Ist auszudrücken habe und daß im Zweifel zugunsten des wirtschaftlich Antrag ist an den Landrat zu richten. 2. Der Fall ist uns ohne in Deutschland die hocherfreuliche Tatsache zu ver- Schwächeren der Vertrag auszulegen ist, entspricht einer verständigen, nähere Angabe nicht erinnerlich.- Berlin 50. So viel uns bekannt zeichnen, daß die Gewerkschaftsmitglieder in demselben Jahr- auch vom Reichsoberhandelsgericht betätigten Rechtsprechung. ja. E. 23. 36. Der Antrag müßte an das Gericht gerichtet werden. zehnt trop der gewaltigen Depression in den ersten Jahren War die Begleitung erforderlich, so stehen dem Vater die Gebühren zu, Dieses Jahrhunderts von rund 400 000 auf nahezu 1 500 000 Mit- Jdeale können nur durch Gewalttätigkeiten verwirklicht werden. Hej. Db eine lage von Erfolg in Ihrem Falle sein wird, hängt da glieder gewachsen ist. Die Gründe für den Rückgang der englischen So etwa lautet der Rechtsfag, den gegen polnisch sprechende Deutsche von ab, ob das Gericht annimmt, daß Sie bewiesen haben, ein Verschulden Gewerkschaften seit dem Jahre 1901 mögen teilweise ihre Erklärung das Landgericht Graudenz aufgestellt und das Reichsgericht am nicht ganz aussichtslos. Es wäre Ihnen zu raten, ohne Bewilligung bes des Notars liegt vor. Die Klage erscheint in ihrem Erfolg zweifelhaft, aber in der veränderten weltwirtschaftlichen Bofition Englands finden. Dienstag bestätigt hat. Wegen Anreizung verschiedener Bevölkerungs- Armenrechtes wegen der Höhe des Objeftes au einer Stlage in diesem Falle Die Möglichkeit eines so tiefen Einfluffes auf die Mitgliederzahl der Ge- flaffen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander sind am 29. April v. J: nicht zu schreiten. Alter Abonnent. 1. bis 3. Selbstverständlich kann werkschaften müssen in dem Charakter der englischen Trade- Unions selbst vom Landgerichte Graudenz der Schuhmacher Felix 3nanie di Beleidigungsflage erhoben werden. Wohnt der Beleidiger und der Be liegen. Die Veröffentlichungen selbst scheinen uns eine Erklärung und fieben Witangeklagte zu Strafe verurteilt worden. Am 24. Juli leidigte in derselben Gemeinde, so muß Sühnetermin borausgehen. Die zu geben. Nach diesen ist das Vermögen der Gewerkschaften 1904 feierte der katholische Gewerbe- und Landwirtschaftsverein in Slage ist beim Gericht innerhalb 3 Monaten einzureichen. Anleitung und gewaltig gewachsen: von 34 Millionen im Jahre 1895 auf Neuenburg, dem die Angeklagten angehören, ein Sommerfest im ein Beispiel für solche Klage finden Sie im Arbeiterrecht" Seite 123 und 92 Millionen im Jahre 1904, die kleinen Gewerkvereine haben Neuenburger Stadtwalde. Die Angeklagten trugen ein Quartett in 600. In der Sache selbst tun Sie gut, sich an Ihre Gewerkschaft zu wenden. 4. Ein sicheres allgemeines Mittel gibt es nicht, wenden Sie sich an einen zugunsten der großen abgenommen: von 1802 Gewerkvereinen ist polnischer Sprache vor. Nach der Feststellung des Landgerichts waren Arzt. 2. M. 1. 1. In vier Jahren, wenn eine Klage nicht statt. bie Bahl auf 1148 gefunten. Bon diesen umfassen 100 der großen die vorgetragenen Verse geeignet, die polnische Bevölkerung zu gefunden hat. 2. Ja. 3. Wenn der Vergleich so lautet, wie Sie darstellen, Gewerkschaften 1 127 529 Mitglieder. Mit dem wachsenden Vermögen Gewalttätigkeiten gegen die Deutschen anzureizen. Es nein. Naujock. Sadisten nennt man Leute, die in der Zufügung von doch Schmerzen geschlechtliche Erregung und Befriedigung finden. getestetige und Zommer Sommer. I gerechnet, betragen: falls der Versicherte in der 1. Lohntlasse versichert ist, Kenntnis der Bestimmungen nicht beurteilen. Riegt über die Teilungsart Die Ehe zwischen Stiefvater und Stieftochter ist verboten, vergl. Seite 56 mehr als 450 M., in der 2. Lohntlasse mehr als 525 W., in der 3., 4. und eine lettwillige Verfügung nicht vor, so tun Sie gut, fich zu einigen. Ge des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. 999. 1. und 2. Nein. 5. Lohnklasse mehr als 600, 675 und 750 M. 2. Eine Befreiung von der langen die Erben zu feiner gütlichen Einigung, so fann jeder Erbe bas K. N. 37. Zur Zahlung der Kosten sind Sie verpflichtet.- A. B. Klebefrist tritt bei Unfallrentnern nicht ohne weiteres ein. Beträgt Gericht zwecks Teilung in Anspruch nehmen, dadurch erwachsen erhebliche 1. Sie können die Erfindung auch anderen anbieten. 2. Sa. 13 R. J. H. die Unfallrente jährlich 116 M., so kann der Rentner den Antrag Kosten. R. G. 31. Klagen Sie auf Aufhebung des Dienstvertrages und Mit dem Zusammenrechnen von Unfallrente und Invalidenrente steht es auf Befreiung von der Invalidenversicherung an die untere Ber- auf Schadenersatz und beantragen Sie unter Ueberreichung eines ärztlichen folgendermaßen: Die Invalidenrente oder die Altersrente wird nicht ge- waltungsbehörde( in Berlin Magistrat, Kölnischer Fischmarkt 8) richten. Attestes über die Beschaffenheit der Wohnung möglichst schnelle Termins zahlt oder ruht solange und soweit die Unfallrente unter Hinzurechnung F. Mielke. 1. Im Thaliatheater ja, sonst nein. 2. Ja. 3. Jm Adreß anberaumung. Sit eine Wohnung so befchaffen, daß ihre Benukung mit einer der Invaliden- und Altersrente den 7/ fachen Grundbetrag der kalender finden Sie einen Plan der Berliner. Theater. B. F. 47. Db erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden ist, so tann nach dem Geset Invalidenrente übersteigt, also, wenn und soweit die Renten zusammen- und inwieweit testamentarische Bestimmungen gültig sind, können wir ohne der Mieter vom Vertrage zurüdt eten und Schadenersatz verlangen. Schiller- Theater. Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei ano Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 12. April. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Hauptprobe z. Sinfonie Konzert. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Dedipus u. die Sphing Berliner. Die Jüdin von Toledo. Westen. Die vier Grobiane. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) leber unsere Strait.( II. Teil.) Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Macht der Finsternis. Leffing. Die Weber. Komische Oper. offmanns Gr. zählungen. Hoffmanns Er Kleines. Kinder der Sonne. Residenz. Denise. Zentral. Der Bettelstudent. Trianon. Das Ende der Liebe. Luftspielhaus. Jahrmark v. Pulsnik. Carl Weiß. Geschlossen. Thalia. Jugend. Luisen. Das Käthchen v. Heilbronn. Metropol. Auf ins Metropol. Walhalla. Einer von unsere Leut'! Deutsch- Amerikanisches. Er und Ich. Rafino. Die Herren Söhne. Apollo. Das bummelnde Berlin. Spezialitäten. Folies Caprice. Der Schmod. Dalles u. Co. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Belle- Alliance. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Vaffage. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Zierleben in der Bildnis. Abends 8 Uhr: Am Golf von Neapel. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62 Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 7 Uhr. Die Jüdin von Toledo. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Schlierseer BauernEnsemble: Prozeßhans!. Sonntag nachm. 2%, Uhr: Schlier feer Bauern- Ensemble: Jägerblut. Sonntag 8 Uhr: Schlierseer Bauern Ensemble: Die Sommerfrischen. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends8br: Ueber unsere Kraft.( 2. Zeil). Die Macht der Finsternis. Schauspiel in 4 Aufz. von Björnstjerne Schauspiel in 5 Aften v. Leo N. Tolstoj. Deutsch von Raphael Löwenfeld. Starfreitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wanjuschins Kinder. Björnson. Karfreitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Königsglaube. Freie Volksbühne. Sonntag, den 15. April( 1. Osterfeiertag), nachm. 2, Uhr: asian Metropol- Theater. 13./14. Abteilung bon Carl Weiß- Theater. 1. Abteilung Kater Lampe Der Meister. von Emil Rosenow. now. Komödie von Hermann Bahr. Montag, den 16. April( 2. Osterfeiertag), nachm. 2, Uhr: Metropol- Theater. 15./16. Abteilung Carl Weiß- Theater. 2./3. Abteilung Kater Lampe. Der Meister. Dienstag, den 17. April 1906, abends 8, Uhr, 10./11. Abteilung im Carl Weiß- Theater: Emilia Galotti. drdoTrauerspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. 18196 15. Kunft- Abend im Rathaus am Freitag, den 20. April: Der Dichter und Musiker Peter Cornelius. Dr. Leopold Hirschberg, Dozent an der Humboldt- Akademie. Billetts a 30 Pf. in den bekannten Zahlstellen. 228/15 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Mittwoch, den 18. April: Schluß der Saison! Zirkus Albert Schumann Heute abend präzise 7 Uhr: Gr. außerordentl. Galavorstellung. Ganz besonders gewähltes Programm. U. a.: Neu! Miß Rosa. Neu! Mons. Frantz. Neu! MiB Hella. Neu! Arséne& Viktor. Neues Theater. Serner: Berlins neueste Sensation! Abends 7 Uhr: Sin Sommernachtstraum. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Caesar und Cleopatra. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Erdgeist. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Kinder der Sonne. Freitag( Karfreitag): Geschlossen. Theater des Westens ( Station Zoologischer Garten) Kantstraße 12. Abends 7, Uhr: Die vier Grobiane. 15 Japanische Gaukler in ihren noch nie gesehen. Leistungen. Die größte Novität! Die hier noch nie gezeigten Cormorants. Fische fangende Tauchervögel. Zum Schluß zum 116. Male: Femina a nene Frauenreich. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Freitag: Geschloffen. Sonnabend: Die Haubenlerche. Sonntag nachm.: Stäthchen von Heilbronn. Abends: Ein Sommer nachtstraum. Montag nachm.: Wilhelm Tell. Abends: Robert und Bertram. Freitag bei aufgehobenem Abonne- Dienstag nachm.: Maria Stuart: ment: Oratorium Elias. Anfang 8 1hr. Sonnabend nachm. 3 Uhr, fleine Breife: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends 7, Uhr: Schützenliesel. Josef König a. G. Sonntag( 1. Diterfeiertag), nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Die Zauberflöte. Abends 7 Uhr: Schützenliesel. Josef Stönig a. G. Komische Oper. Donnerstag, den 12. April 1906, abends 8 Uhr: Abends: Der Verschwender. XI. Berliner Saison. Nur noch kurze Zeit! Zirkus Busch. Um 8, Uhr! Neu! Eisbären 70 dressierte 70 unter persönlicher Vorführung des Herrn Hagenbeck. Fräulein Marie Elise, Schulreiterin und die vorzüglichsten Programmnummern. Zum Schluß zum 149. Male: Die neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins: Indien. Orig.- Pantom. d. Zirkus Busch. 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Die 2 Sandwinas, Handstandkünstler Beliatzer- Truppe, gymnast. Akt. Thereses& Partner, kom.- hypnotischer Akt. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Das Ende der Liebe. Im Grifetten- Kabarett. Stadt- Theater Moabit De Bière, Zauberkünstler. Pariser Nachtbild. Elfentücke Märchenspiel von Tellheim. Musik von A. Farron. Karfreitag: Geschlossen. Ostersonntag, Dftermontag nachm. 3 Uhr: Venus auf Erden und Residenz- Theater. Spezialitäten. Ermäßigte Preiſe. Metropol- Theater Direktion: Richard Alexander. Donnerstag u. Sonnabend Anf. 8 Uhr: Denise. Karfreitag: Geschlossen. Ostersonntag und folgende Tage abends 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Diter- Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. Ofter- Montag nachmittag 3 Uhr: Herkulespillen. Heute Donnerstag: Der Totschläger. Volksstück in 5 Akten von W. Busnach und O. Gastineau. Gervaise. Else Schiff v. LessingTheater a. G. Coupeau: Josef Giampietro. Anfang 8 Uhr. Karfreitag: Geschlossen. Hoffmanns Erzählungen. Walhalla Theater Rauchen in all. Räumen gestattet. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Hoffmanns Erzähfungen. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Bettelstudent. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Jahrmarkt in Pulsnitz Alt- Moabit 47/49. Heute: Geschlossen. Nächste Abonnementsvorstellung des Bernh. Rose- Theaters Will Rogers, Lassowerfer. Robertus& Wilfredo, Balljongleure. König Dollar, Ballett von John Alexia, Pariser Wirbeltänzerin. Tiller, London. Donnerstag, den 19. April 1906: Eine Gefallene ober: Ein Kind der Liebe. Palast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Wegen umfassender Vorbereitungen für das Ofter- Programm Donnerstag, den 12. April 1906, Freitag, den 13. April 1906, Sonnabend, den 14. April 1906 geschlossen. Einer von unsere Leut'! Sonnabend, den 14. April 1906: Sonntag( 1. Dfterfeiertag), 15. April, Boltsstud in 6 Bildern nach D. F. Berg von D. Kalisch. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiß- Theater. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Bis Sonnabend geschlossen. 916 ersten Feiertag zum erstenmal: Novität: Sonnabend: Jugend. Ditersonntag Die Jagd ums Leben. und Montag: Die von Hochsattel. Dentsch- Amerikanisch. Theater. Köpenickerstr. 67/68. zum Hente Gastspiel Ad. Philipp 112. Er und Ich Male Sonnt. nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Abends 8 Uhr: ER und ICH. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute: Geschlossen. An allen drei Dfterfeiertagen: Große Left Vorstellung. Zur Aufführung gelangt: Der Edelhof. Boltsschauspiel in 5 Att. v. A. Bölte. Der Totschläger. abends 8 Uhr: Das Die Baggesens, kom. Jongleure. De Dio, Phantasietänzerin. Der Biograph. Folies Caprice Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Bum 27. Male: Der Schmock und Dalles& Co. Anfang 8 Uhr. Kasse den ganzen Tag geöffnet. Borverkauf bei Wertheim. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Das originelle April- Programm. Lucie König Bortrags- Soubrette. Marka Freya, Excentrique. Teddi- Trio Trampolin- Aft. Ferner 14 neue Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Gustay Behrens SpezialitätenTheater Frankfurter Allee 85. Oster- Sonntag, Oster- Montag einzig dastehende, vergrößerte Fröbels Allerlei- Theater Das vorzügliche April- Programm! und die folgenden Tage: ! Auf- in's Metropol! Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Die Herren Söhne. Gastspiel v. Tower u. Clayton. Reu! Lickson usw. usw. Sonntag nachm. 4 Uhr( 1. Feiertag): Ein Sohn des Volkes. Montag nachm. 4 Uhr( 2. Feiertag): Arbeit schändet nicht. April- Programm! Schönhauser Allee 148. Neu! Am 1. Feiertag: Vereins- Vergnügen. 2. und 3. Feiertag: und darauf folgendem Neu eröffnet! Große Fest- Vorstellung Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselnd. Abnormitäten- Progr. Neu! Die Hungerleider. Neu! Soziales Bild aus dem Leben. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstraße 16. Fest- Tanz. Eröff. 6 Uhr. Anf. 7 Uhr. Entree 40 Pf. Belle- Alliance Gintritt 50 f. Theater- Variété. Anfang 8 Uhr. eldlabendlich: Heinz Buda der Sänger mit der Laute und das neue glänzende April- Konkurrenz- Programm. New! Die weibliche musikalische Rückkompagnie. Boffe mit Gesang und Tanz. Während der Karwoche außer Star freitag: Täglich Vorstellung. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Gottschalk- Konzert. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Maschinenarbeiter Karl Hensky nach furzem Krankenlager im Alter von 18 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. April, nachmittags um 22 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am Friedrichshain aus nach dem Auferstehungs- Kirchhof in Weißenſee ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht 83/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hobler' Hermann Pantel gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 116/14 Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Seftion II. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Fritz Riedelsberger ( Schloßbrauerei Schöneberg) am 9. April geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Schöneberg, Magstraße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 41/7 Der Vorstand. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 10. April verstorbenen Lithographen Artur Spitzbarth findet statt am Freitag, den 13. April, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des DantesKirchhofes, Reinickendorf- West 11645 Das Komitee. Der Kenner gind raucht Nº61 hochfeine 6 Pf. Cigarre vorzüglicher würziger Geschmack J.NEUMANN Cigarren- Fabriken- 103 Filialen Davon in Berlin: Brunnenstr. 32, Ecke Anklamerstr. Chausseestr. 16, Ecke Invalidenstr. Chausseestr. 36/37, Ecke Schwartzkopffstraße. Dresdenerstr. 5, Ecke Adalbertstr. Friedrichstr. 171, E. Französ. Str. Gertraudtenstr., Eck.Breitestr.20a. Invalidenstr. 148, Ecke Bergstr. Jerusalemerstr. 41, Eck. Krausenst. Kaiser Wilhelmstr. 19, Eck.Münzst. Markgrafenstr. 17, Ecke Junkerstr. Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstr. Potsdamerstr. 57/58, Eck. Bülowstr. Prinzenstr. 91, Ecke Ritterstr. Rosenthalerstr. 48, Ecke N. Schönhauserstraße. Wallstr. 14a, Ecke Neue Grünstr. Wienerstr. 22, Ecke Grünauerstr. Rixdorf: Bergstr. 146. Die Spezial- Abteilung für nabenJünglingsGarderobe ist mit 65 der modernsten und kleidsamsten Fassons ausgestattet und bietet infolge ganz bedeutender Umsätze die allerSie finden darin eine größten Vorteile. riesige Auswahl für jedes Alter vom einfachsten bis zum elegantesten Genre und stets das Neueste! Ganz besonders mache ich hier auf die tadellose Paßform und die geschmackvolle Ausführung aufmerksam. Die Preise sind billig, streng fest und sind auf dem XX Etikett deutlich durch Zahlen vermerkt. X X Die Bedienung erfolgt nur durch fachmännisches und branchekundiges Personal. Dieser Umstand bietet eine Garantie dafür, daß nur richtig passende Sachen verkauft werden. Freundlichkeit und Zuvorkommenheit ist jedem Verkäufer zur strengen Pflicht gemacht. Carl Stier Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe Berlin SO., Oranienstr. 166 Berlin W., Potsdamerstr. 118 a Potsdam, Nauener- Straße 23. Hut- Zentrale Oranienstr. 2 Manteuffelstraße Großes Spezialgeschäft für Filz- und Seiden- Hüte. Ortstrankentafe Deutscher Holzarbeiter- Verband. d.Schmiede n. veriv. Gewerbe. Sonnabend, den 21. April 1906, abends 8 Uhr, bei Tabbert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg: Ordentliche Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Achtung! Moabit! Achtung! Ausflug der Moabiter VertrauensGeneral- Versammlung. Karfreitag: fente über Grünatt, Müggelberge und Zages Drdnung: 1. Borlage der Jahresrechnung pro 1905. Friedrichshagen. Treffpunkt: Bahnhof Bellevue, früh 8 Uhr. Gäste willkommen. Achtung! Achtung! 2. Bericht der Nevisoren und Der Osterfeiertage wegen bleibt das Bureau an folgenden Tagen geschlossen: Antrag auf Erteilung der Decharge. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 272/7 J. A.: Ad. Pilgrim, Borsigender Der Admiralstraße 24. „ Berliner Arbeiter116/16 Freitag, den 13. April: den ganzen Tag. Sonnnabend, den 14. April: nachmittags. Montag, den 16. April: den ganzen Tag. Dienstag, den 17. April: nachmittags. Arbeitsnachweis ist an diesen Tagen vollständig geschlossen. Die Ortsverwaltung. Radiahrer- Verein Arbeiter- Bildungsschule Berlin Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes Solidarität“. Touren zum 13. April. Donnerstag, den 19. April, abends 4,9 Uhr, im Gewerkschaftshause( Saal 8), Engel- Ufer 15: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstand es, des Lehrerkollegiums und der 1. Abteilung früh 7, Uhr nach Revisoren. 2. Schulangelegenheiten. 3. Anträge. 4. Neuwahl des Nen- Zittau. Nachm. 1, Uhr nach Vorstandes, der Unterrichtsvertreter und zweier Revisoren. Start 5. Verschiedenes. Hirschgarten( Hohlwein). Bülowstr. 59. 2. Abteilung Streifzüge durch den Grunewald. Endziel Groß Lichterfelde, Chausseestr. 104. Start Uhr Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegengenommen. 4/ 14* 17%, libre dirbams und Lempelpenen. Achtung! Rohrer! Achtung! straßen- Ece. 3. Abteilung nachm. 1 Uhr nach Gofen. Start Mariannenplay. 4. Abteilung mittags 12, Uhr nach Sandhausen. Start Andreasplay. 5. Abteilung früh 7 Uhr nach Strausberg. Nachm. 1 Uhr nach Alt- Landsberg. Start Elyfium. 6. Abteilung nachm. 2 Uhr nach Start Pichelswerder( Freund). Oderbergerstraße 30( Genoffenfchaft). 7. Abteilung vorm. 10 Uhr nach Wandlitz. Start Brunnenstr. 108. 8. Abteilung, nachm. 2 Uhr nach Wilhelmsruh( Bader): Start Perle bergerstraße, Ede Rathenowerstraße. Tour zum 2. Feiertag: Nachmittags 2, Uhr nach Banm schuleuweg( Babang). Start Schles. Brüde Touren zum 3. Feiertag: 3. Abteilung nachmittags 2 Uhr nach Johannisthal( Krüger). Start Mariannenplatz. 4. Abteilung mittags 1 Uhr nach Bernau( Elysium). Start Andreas. plag. 5. Abteilung fleine Tour. Start 2 Uhr Schuümann, Weidenweg. Bundesgenossen, die Genossen von außerhalb in Duartier nehmen, werden ersucht, Sonnabendabend 8 Uhr bei Ostrowski au fein. Die Abteilungsversammlungen Donnerstag, den 12. April 1906, abends 8 Uhr, im Lokale von Anton Boeker, Weberstr. 17: Oeffentliche Versammlung. Lages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Max Zedler. 2. Diskussion. 3. Die Ant wort vom Verband der Rohrdeckenfabrikanten Berlins und Umgegend auf die von der am 7. März im Englischen Garten tagenden öffentlichen Ber fammlung beschlossenen Resolution. NB. Die Herren Rohrbeckenfabrikanten find hiermit zu dieser Versammlung eingeladen. 291/13 in HakenfeldeTeßnows Volksgarten Spandau am Spandauer Stadtwald gelegen, halte allen Arbeitern und Parteigenossen zu Landpartien bestens empfohlen; auch Radfahrerstation. Speisen und Getränke jeder Art. Sonntags im Saale: Großer Ball bei gut besetztem Orchester. Volksbelustigungen. Kaffeeküche von 2 Uhr an geöffnet. E Bon Spandau( Bahnhof) leicht mittelst Straßenbahn zu erreichen. Der Wirt. Es bittet um gütigen Zuspruch der III. Abteilung finden von jest ab Wohin machen wir Karfreitag? jeden 1. u. 3. Donnerstag im Monat ſtatt. empfehlen wir folgende 12/6 XXXXXXXXXX und Ostern unfere Landpartie bei den Gosener Bergen gelegene Ausflüglern Spezial- Karten der Umgebung Berlíns. Bernau- Biesenthal, Lanke- Liepniß- und Bukow u. Umgegend mit angehängtem Führer . Nach Wernsdorfer Schleuse, Restaurant Zum Oder- Spree11585 Kanal, da gibt's die Niesen- Schinkenstullen! Empfehle gleichzeitig dem geehrten Publikum mein schön an Wald und Waffer gelegenes Sommerlotal mit großem Barlett saale und Nebenräumen für Vereine und Gesellschaften usw. Einige Sonnabende und Sonntage find noch frei. Hochachtungsvoll Frau Wwe. A. Piehl. Moabiter Gefellfchaftshaus 75 Bf. Wiclefstr. 24.( Inh. H. Peters.) Emdenerstr. 41. Montag, den 16. April( 2. Osterfeiertag): Großer Kommers Eberswalde und Umgegend 75 Pf. und 1 M. Ertner und Umgegend 75 f. Freienwalde- Falkenberg. 75 93f. Freienwalde, Briezen, Oderberg, Brodomin 1 M. Friedrichshagen, Köpenic, Grünau, Grunewald und westliche Bororte, Schmödwit bes 75 VII. 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Die Lage in Torre del Greco erscheint sehr gefährlich, da große Mengen Asche niedergehen. Verfammlungen. Neapel, 11. April." Matino" berichtet aus dem Gruptions Berliner Gewerkschaftskommission. Eine wichtige Angelegenheit veranlaßte die Berliner Gewerkschaftskommission, am Dienstagabend gebiete weiter: Heute früh 1 Uhr stürzten in Somma das Rathaus eine Versammlung abzuhalten. Es sollte über einen Antrag der und die Unterpräfektur ein. Die Lage, wie sie heute früh 4 Uhr Die Frankfurter Beitung" meldet: Die Panik in Torre del Greeo Schneider betreffs der Verhängung eines Boykotts Beschluß gebestand, läßt sich folgendermaßen resümieren: Torre del Greco, ist unbeschreiblich. Die Menge flüchtet zum Hafen, aber die Barken faßt werden. In dem Referat des Genossen Ritter über diese Sarno und San Gennaro sind geräumt; Fortici, sind nicht imstande, die Menge auf die Schiffe zu bringen. Daher Angelegenheit wurde die Notwendigkeit des Boykotts eingehend beCercola und Poggiomarino sind schwer bedroht eilen die Massen nach der Stadt zurück und bemächtigen sich zweier und hier sei eine Gelegenheit, die Heimarbeit zu bekämpfen. Von gründet. Die Heimarbeitausstellung sei noch in frischer Erinnerung durch den niedergehenden Regen, Sand und Afche. Der Vesub- Eisenbahnzüge, die aber später in der dichten Asche stecken blieben. den Unternehmern in der Herrentonfettionum diese ausbruch, der sich gestern abend in der Zeit von 8-10 Uhr steigerte, Den letzten Nachrichten aus Neapel zufolge erueuern sich die handelt es sich gegenwärtig allein werde die Einrichtung von Bescheint sich jetzt sehr abzuschwächen. Der Vesuv wirft jegt geringere Naturereignisse fortwährend. Zusammenstöße von Eisenbahnzügen triebswerkstätten verlangt. Einige Geschäfte haben die Forderungen Aschenmassen aus, das Getöse tritt feltener auf und auch mit ge- infolge des Aschenregens häufen sich. Die Zahl der Umgekommenen bewilligt, und in aller Teilen der Stadt sind solche Geschäfte zu ringerer Stärke. Der Wind führt weiter nach Neapel Regen und schwankt zwischen 500 und 1000. finden, wo die Arbeiter ihren Bedarf decken können. leber beAsche, letztere liegt in den Straßen 5 Zentimeter hoch. Der Dampfer Prinzeß Mafalda", der mit 1000 Passagieren stimmte Geschäfte, 60-70 an der Zahl, werde der Boykott verhängt an Bord von Capri nach Neapel abging, konnte seinen Bestimmungs- mit Recht darauf hinweisen, daß die Heimarbeiter selbst von den werden müssen. Die Unternehmer mögen und manchmal wohl ort nicht erreichen, da er etwa eine Meile von der Küste entfernt geplanten Betriebstverkstätten nichts wissen wollen, aber demgegenin einen Aschenregen geriet, der die Passagiere zu ersticken drohte. über muß betont werden, daß die Heimarbeiter in ihrer großen Das Schiff ankerte bei Castellamare di Stabia. Masse kein Verständnis für ihre wirtschaftliche Lage haben und die gerechten und billigen Forderungen des Verbandes der Schneider maßgebend bleiben. Einstimmig wurde von der Versammlung die folgende Nesolution angenommen: Eine spätere Meldung desselben Blattes besagt: In Torre del Greco hat die durch den Lavastrom drohende Gefahr wieder aufgehört, und die Lage hat sich allgemein gebessert. Der in Sarno und San Gennaro angerichtete Schaden ist nicht genau bekannt, er foll aber sehr schwer sein. In Torre del Greco fällt unaufhörlich Regen, Sand und Asche. Die meisten Einwohner verlassen die Stadt und erwarten Dampfer, die sie fortführen. Der Ort ist in Dunkel heit gehüllt. In San Gennaro sind viele Häuser eingestürzt, drei Personen sind dabei getötet, 20 verwundet. " Der Aschenregen des Vesuvs hat sich bis nach Montenegro erstreckt. Aus Cettinje wird gemeldet, daß während der Nacht schwarze Staubmassen niederfielen, die Aehnlichkeit mit Eisenstaub haben. Man nimmt an, daß diese Erscheinung mit der Eruption des Vesuv zu tun hat. Ganz Montenegro war mit einer eisengrauen Masse wie mit einem Tuche bedeckt. Der Zeitung„ Vita" wird aus Castellamare von heute früh 3,30 Uhr gemeldet: Im Laufe der Nacht trafen hier Eisenbahnzüge mit Tausenden von Flüchtlingen aus Torre del Greco ein. Die mit Ueber die Panit in Neapel läßt sich das„ Berl. Tageblatt" durch Asche bedeckten Flüchtlinge sind von Schreden erfüllt und in be- einen besonderen Berichterstatter unterm 11. April melden: res jammernswertem Zustand. Sie erzählen, es habe in Torre del Greco Je weiter der heutige Tag vorrückt, um so größer wird die ein schrecklicher Drkan gewütet, das Wasser habe gekocht, eigroße Verzweiflung in Neapel. Sogar die Bevölkerung dieser Stadt beSteine feien niedergefallen, und Häufer feien eingestürzt. Die ginnt zu fliehen. Der Bahnhof ist von ihr belagert. Die Züge Flüchtlinge wurden in Castellamare mit Lebensmitteln versehen und nach Rom, die heute früh abgehen sollten, sind noch nicht abim Rathause sowie dem Bischofspalast untergebracht. Der Mit- gegangen, ja man weiß überhaupt nicht, ob und wann die Züge arbeiter der„ Vita" schließt seine Depesche mit der Mitteilung, abfahren. Es herrscht allgemeine Kopflosigkeit und Konfusion, dazu während er telegraphiere, habe das vulkanische Unwetter, fommen die fortwährenden Lapilliregen und das gelbe grausige Licht. das Torre Annunziata bedrohe, wieder begonnen. Der ganze Golf ist in einem schmutzigen Dunstvorhang verborgen, von Zeit zu Zeit hört man vom Vesuv her rollendes Donnern und Brüllen. Das arme Neapel macht einen Eindruck, als ob es vor dem Untergang stünde. Die Situation wird immer beängstigender In Somma, berichtet„ Mattino", sind 50 Häuser völlig und drei Kirchen teilweise eingestürzt. Das Rathaus ist mit Bernichtung bedroht. Die Asche liegt zwei Meter hoch; die Bevölkerung flieht. Flüchtlinge aus Ottajano berichten von weiteren Hauseinstürzen. und grausiger. Der Zuftrom von Flüchtlingen aus dem Eruptionsgebiet nach Neapel Die wahnsinnige Panit wächst. Soeben holt die Volksmenge hält an. In San Giuseppe erreichen die niedergegangenen Aschen gewaltsam die Statue des heiligen Januarius vom Dome und trägt und Sandhaufen, wie berichtet wird, ein Drittel der Höhe der fie flagend und flehend durch die Straßen. Alles Volt liegt auf Häuser. den Knien. Der anhaltende Aschenregen ruft tragische Szenen Auf das Leben in Neapel gewinnt jezt der Ausbruch hervor. Auf allen Plätzen finden Prozessionen statt. Alles betet, des Besubs immer stärkeren Einfluß. Zahlreiche Läden sind ge- beult und füßt die Kruzifire. Arm und reich beginnen zu verfchloffen; Prozeffionen laut betender Flüchtlinge durchziehen mit zweifeln. Die Kranken flüchten aus den Spitälern. Die große Kerzen, Fadeln, Kreuzen und Heiligenbildern und Heiligenbildern die Stadt. staatliche Tabakfabrik ist geräumt, da ihr Einsturz befürchtet wird Gestern morgen wurden die Bewohner der Stadtteile Es sind zweihunderttausend Flüchtlinge ohne Brot und Heim in Vasto und Arenaccia durch einen heftigen Aschenregen Neapel. Von Torre del Greco und Torre Annunziata tommen aufgeschredt und flohen. Ebenso herrscht im Stadtteile niederschmetternde Nachrichten, von Pompejt gar keine. Mercato große Erregung, weil ein Gerücht behauptete, der Turm der Kirche Maria del Carmine wollte einstürzen. Die Gefangenen erBaer Sohn Grosse Spezial- Wäsche- Abtellungen Chausseestr. 24/25 Brückenstrasse 11. Herren- Filz- Hüte 90 Hochmoderne Formen, schwarz u. farbig 2.90 Mk. Leinene Herren- Kragen 180 In 11 mod. Fassons. Prima Leinen. 4fach. Dtz. Mk. Herren- Oberhemden Gutes Hemdentuch mit prima lein. 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In Erwägung des Umstandes, daß die Verbesserung der sozialen und rechtlichen Lage der Heimarbeiterschaft im Interesse der Allgemeinheit eine Notwendigkeit ist, gibt die Versammlung dem Antrag des Verbandes der Schneider ihre Zustimmung und richtet demgemäß an die organisierten Arbeiter Berlins sowie auch an das kaufende Publikum das Ersuchen, diese Organisation in ihrem Kampf gegen die in Frage kommenden Unternehmer zu unterstüßen. Den gleichen Appell richtet die Versammlung auch an die politischen Organisationen Berlins, wenn die hierbei in Betracht kommenden Instanzen ihre Entscheidung gefällt haben." Nicht anwesend und nicht entschuldigt waren die Delegierten der folgenden Gewerkschaften: Asphalteure, Stereotypeure, Buchdrucker, Buchdruckereihülfsarbeiter III, Bureauangestellte, Dachbeder, Formenstecher, Gärtner, Bretterträger, Handels- und Transportarbeiter, Maschinisten und Heizer, Steinarbeiter, technisches BühnenDer Delegierte vom Xylographenverband wünscht festgestellt zu sehen, personal und der Vorort Lichtenberg von der Unterkommission. daß er im Vorwärts"-Bericht der letzten Versammlung irrtümlich als fehlend angeführt wurde. Der Vertreter vom Verband der Schneider weist darauf hin, daß in dem Krankenkassenstreit die Schneider ohne Schuld feien, da schon im November eine Beschwerdeschrift an die Aufsichtsbehörde gerichtet wurde, aber ohne Antwort geblieben war. Ueber die Maifeier sprach Genosse Störsten; er wünschte, daß das Gewerkschaftshaus recht start in Anspruch genommen würde. Ueber Einzelheiten werden die Gewerkschaften noch unterrichtet durch Rundschreiben, die bald beantwortet werden sollten. Eine starke Beteiligung an der Maifeier wird erwartet. Eigene Betriebswerkstätte Neue Hobrechtstraße 59-60. 99 Jeder Leser des Vorwärts" welcher Wert darauf legt, zum Frühjahr einen eleganten Anzug, Paletot, fertig oder nach Maß zu tragen, versäume nicht, seinen Bedarf zu decken bei der Firma LESKE& LEHRER 78 Kottbuser Damm 78 Eigene große Betriebswerkstätte Neue Hobrechtstraße 59-60. Spezial- Haus eleganter Herren- und Knaben- Bekleidung ㅁㅁㅁ fertig und nach Maß. □□□ Spezial- Abteilung: Bekleidung für jeden Beruf. Durch sehr vorteilhaften Einkauf, geringe Spesen und durch große Fachkenntnisse sind nur wir einzig und allein in der Lage, dem kaufenden Publikum das denkbar Beste zu außergewöhnlich billigen, aber streng festen Preisen zu bieten. 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Spandan. Morgen Freitag, den 13. April( Karfreitag), findet eine Fußtour der Spandauer Genossen statt. Die Genossen, welche fich daran beteiligen wollen, werden ersucht, sich pünktlich um 7 Uhr in ihrem Bezirkslokale einzufinden. Abmarsch Punkt 8 Uhr von Rumle, Schönwalderstr. 80. Ankunft in Teßnows Bollsgarten, Hakenfelde, nachmittags 4 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. Berliner Nachrichten. Die Stadtverordneten eine Einnahmequelle erschließen, auf die sie mit Recht Anspruch In zahlreichen Cafés sind zu gewissen Zeiten fast nur Schieber mit haben und die es ihnen ermöglicht, wichtige kommunale Aufgaben ihrem Anhange anzutreffen. Der Uneingeweihte wird aber faum zu lösen. Die Steigerung des Wertes des Grund und Bodens ist vermuten, daß die Herren mit dem behäbigen Aussehen, den nicht das Verdienst einer Handboll Spekulanten, sondern sie hängt schweren goldenen Ketten und Ringen nur vom Schwindel leben. zusammen mit der Entwickelung der Gemeinde überhaupt. Nichts Man kann bei ihnen alles haben, vor allem aber Geld und Titel. ist gerechter, als daß den Gemeinden von den Werten, die sie selbst Wer Geld braucht, bekommt regelmäßig dazu Gold, Juwelen, birekt oder indirekt erzeugt haben, ein Teil in Form einer Steuer Bigarren, Weine, Pferde usw., d. h. alles Sachen, deren Wert der wieder zufließt. Leider ist, so lange die Hausbefizer in den Stadt- Laie schwer tarieren kann. Die Art, wie die Schieber operieren, ist parlamenten ausschlaggebend find, an eine Besteuerung des un- fo vielseitig, daß es weit über den Rahmen der Skizze hinausgeht, verdienten Wertzuwachses an Grund und Boden in nennenswertem um nur einen Teil ihrer Manipulationen wiederzugeben. Schlimmer Maße nicht zu denken. wie die jetzt Verurteilten sind diejenigen, die nicht zu fassen find, die also ihre Geschäfte so betreiben, daß sie gerade am Zuchthause vorbeikommen. Wenn man keine Geldbedürftigen hat, denen man Talmisachen, faule Wechsel usw. anhängen kann, dann sucht man Ordens- und Titellüsterne heraus, denen man auf allerlei Schleichwegen das Gewünschte verschafft. Die Bekanntmachungen, die öfter von feiten der Konsulate, z. B. vom rumänischen, vom serbischen Konsulat erlassen werden, deuten darauf hin, daß der Ordens- und Titelschacher noch immer in Blüte steht. Die Vermittelungsstelle für alle Geschäfte, die Schieber und Treiber machen, ist der Sportplaz. Beim Pferdesport Inüpfen sie ihre Bekannts schaften und Beziehungen an, die dann planmäßig bearbeitet werden und ihnen ein müheloses Dasein als Großstadtschmarozzer garantieren. Die Part- und Gartenbaudeputation tagte gestern vormittag unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeister Reide. Es wurde von der Tiefbaudeputation der Bebauungsplan am Schillerpark vor gelegt. In die prinzipielle Behandlung des Planes wurde nicht eingetreten, sondern eine nochmalige Besichtigung beschlossen. Das selbe geschah mit einem Antrage der Schuldeputation, ein Gelände im südwestlichen Teile des Humboldthains für den Neubau der 260. Gemeindeschule abzutreten. Einem Antrag des Gartenbaudirektors, 100 Fuhren Riesenfelder Schlick probeweise für den Schillerpark anzufahren, wurde zu gestimmt. Ferner wurde der Gemeinde Treptow die Erlaubnis erteilt, unter Schonung der Bäume die Unterdückerung des Heidekamp grabens auszuführen. Ueber eine Petition eines Anwohners des Dönhoffplages, die„ Pennbrüder" von den Sizbänken fernzuhalten, Für die öffentliche elektrische Beleuchtung sind in Berlin gegen wurde zur Tagesordnung übergegangen. Dem Gesuche des Bächters wärtig 770 Bogenlampen, 180 Nernftlampen und 14 Glühlampen der Erfrischungshalle im Treptower Park, den Ausbau bis zum im Betrieb. Jm letzten Jahre tamen allein 132 Bogenlampen und hatten sich gestern auf eine lange Sigung eingerichtet denn Herbst zu verschieben, wurde stattgegeben. Eine Anfrage, warum 46 Nernstlampen hinzu. Elektrisches Licht haben jetzt drei Hauptstraßenauf der Tagesordnung stand die Berichterstattung des Aus- die Gehaltsstala der Gärtner und Arbeiter am 1. April nicht, wie züge, fünf Bartanlagen und ein Dußend Brücken. Auf dem Platz schusses über die Lehrergehaltsvorlagen- aber es befchloffen, in Kraft getreten fei, wurde dahin beantwortet, daß das vor dem Brandenburger Tor, in der Straße Unter den Linden sowie fam anders. Die Sigung war so schwach besucht, daß es auf einem Mißverständnis beruhe und das Versäumte sofort nach im Lustgarten, an der Schloßfreiheit und auf dem Schloßplatz stehen Herrn Cassel, dem Führer der„ Alten Linfen", nicht ratsam geholt wird. 190 Lampen. Mit 68 Lampen werden der Potsdamer Plaz, die erschien, die Vorschläge des Ausschusses den Fährnissen einer Leipzigerstraße und der Spittelmarkt, mit 94 wird die Friedrichstraße Eröffnung der Personenschiffahrt. Die Personenschiffahrt auf der beleuchtet. Von den Parkanlagen haben elektrische Beleuchtung der Debatte mit nachfolgender Beschlußfassung darzubieten. Er Spree und Havel wird von der Spree- Havel- Dampfschiffahrtgesell- Tiergarten mit 209 Lampen( ohne diejenigen vor dem Brandenbeantragte, die Berichterstattung von der Tagesordnung ab- schaft" Stern" schon am Karfreitag wieder eröffnet. An diefem Tage burger Tor), der Viktoriapark mit 32, der Friedrichshain mit 70, der zusehen, was dann auch geschah. Infolgedessen fand die werden eine Reihe von Sonderfahrten zwischen der Jannowigbrücke Humboldthain mit 34, das Kastanienwäldchen mit 8. Die elektrisch Sigung ein unerwartet zeitiges Ende. Zu Erörterungen von in Berlin und Nieder- Schöneweide, Grünau und Schmöckwit sowie beleuchteten Brücken liegen meist im Stadtinneren, wie BeidendammiBelang hatte nur die Berichterstattung des Pflaster- Potsdam und Wannsee ausgeführt und die Ueberfahrt auf dem Brücke, Ebert- und Museumsbrücke, Friedrich-, Kaiser Wilhelm- und ausschusses" geführt. Hier rügte Genosse Ewald, daß Jannowißbrücke geht am Karfreitagnachmittag von 2-5 Uhr alle hinaus liegenden Brücken sind vorläufig nur Potsdamer Brücke, Müggel- und Wannsee wieder eingerichtet. Vom Belvedere an der Kurfürstenbrücke, Schloß und Gertraudten- Brücke. Von den weiter der Ausschuß kurzerhand einen früher bereits gefaßten Ge- halbe Stunde ein Dampfer bis Loreley. Zurück geht der letzte Alsen- Brüde, Swinemünger Brüde und Oberbaum- Brücke elektrisch meindebeschluß wieder aufgehoben habe, indem er die Eldenaer Dampfer von dort 6.50 abends. Vom Gesellschaftshause in Grünau beleuchtet. straße und die Liebigstraße, deren Umpflasterung schon im geht schon von morgens 10.23 bis 5.23 nachmittags stündlich ein borigen Jahre als notwendig erkannt und in Aussicht ge- Dampfer auf der Dahme bis Schmödwiß und zurüd, zum letztenErmittelt find jene Automobilisten, welche fürzlich beim Rieselnommen worden war, in diesem Jahre von der Liste der um mal 6.15. Bom Bahnhof Wannsee gehen Dampfer 11.40, 2.40 und gut Tasdorf eine Kellnerin aus dem Wagen warfen. Das Auto zupflasternden Straßen heruntergestrichen habe. Hieran fnüpfte 3.40 nach Potsdam, 4.40 bis Pfaueninsel. Von der Langen Brücke trägt die Nummer E. 153 und fam aus Frankfurt a. D. Die Autosich eine Debatte über die Frage, ob die Stadt mit ihren in Potsdam gehen die Dampfer um 2, 4 und 5 Uhr bis Wannsee. mobilisten geben nun an, die Kellnerin, welche sich einen Beinbruch Die Dampfer ab Wannsee 11.40 und 2.40 gehen über Cladow. An zugezogen hat, schon in Herzfelde verloren" zu haben. Das Mädchen Straßenpflasterungen zu rasch bei der Hand ist oder zu lange beiden Dsterfeiertagen wird auf der Oberspree und der Dahme der fei aus dem Wagen gestürzt, als das Auto durch ein Versehen über zögert. Herr Mertens meinte, es werde viel zu viel um- felbe Fahrplan ausgeführt. Bon Wannsee nach Potsdam gehen die einen großen Stein fuhr. Sie nahmen die Kellnerin aber wieder gepflastert, aber der Stadtbaurat Krause bestritt das. Der Dampfer aber von 11.40 bis 6.40 stündlich. Die Dampfer ab auf und setzten sie dann bei Tasdorf ab. Die Angelegenheit wird Redner der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Borg- Wannsee 12.40, 2.40 und 5.40 fahren über Cladow. Von Potsdam ein gerichtliches Nachspiel haben. mann, stellte sich auf den Standpunkt des Baurats. In gehen dann die Dampfer von 11-6 Uhr stündlich bis Wannsee, um den Stadtvierteln, wo die Arbeiter wohnen, ist allerdings nichts 11, 1, 2 und 5 Uhr über Cladow. Zum erstenmal verkehren an den davon zu merken, daß zu viel umgepflastert wird. Siehe: Osterfeiertagen Dampfer auf der Löckniz: ab Erkner von 10 bis Eldenaerstraße und Liebigstraße. 6 Uhr stündlich über Fangschleuse und Grünheide nach Alt- Buchhorst und zurüd. Neber den Grundbesitzwechsel in Berlin und seinen Vororten ist soeben eine von Dr. Croner nach dem bei den Aeltesten der Kaufmannschaft gesammelten Material bearbeitete statistische Studie erschienen, die die Zeit von 1895 bis 1904 umfaßt und deren Lektüre jedem, der sich für kommunalpolitische Fragen intereffiert, viel Lehrreiches bietet. Insbesondere ist das Material von Bedeutung für die Beurteilung der Umsatzsteuer für den Handel in Grund und Boden und der Wertzuwachssteuer. Zunächst gibt Croner eine lebersicht über die Entwickelung des Grundstüdsmarktes für das Jahrzehnt 1895-1904, um dann auf den Umsatz zu sprechen zu kommen. Zahlen. Wir beschränken uns auf einige besonders charakteristische Die gesamten Flächenumsähe der zehn Jahre 1895 bis 1904 betrugen in Berlin und seinen Vororten, mit Ausnahme von Wilmersdorf, Rigdorf und Tegel, zusammen zirka 71 Millionen Quadratmeter. Das bedeutet, daß innerhalb dieses Jahrzehnts ein Areal, das fast so groß ist wie Berlin und Schöneberg zusammen genommen, seinen Besitzer gewechselt hat. In Berlin allein sind im Durchschnitt der sieben Jahre 1898 bis 1904 pro Jahr 1350 bebaute Grundstüde umgefekt worden. Für diesen Beitraum find für bebaute Grundstüde zirka 2600 Millionen Mark gezahlt worden. Unbebaute Grundstücke sind in derselben Beit für 276 Millionen Mart umgesetzt worden, im Durchschnitt brachte jedes Jahr einen Umsatz von 152 unbebauten Grundstüden. Die umgeseßten Flächen der bebauten Grundstücke bewegen sich in den Jahren 1900 bis 1903, für die allein Nachweisungen vorliegen, um die Zahl von 500 000 Quadratmeter, es ist demnach in jedem dieser Jahre ein Areal von ½ Quadratkilometer umgesetzt worden. Die Umfäße 2 in unbebauten Terrains haben sich von Jahr zu Jahr vermehrt und erreichen im letzten Jahre fast die Quadratmeterzahl der um gesetzten Häuser, ein Beweis, wie viel unbebautes Terrain noch in Berlin selbst der Bebauung harrt. Auch in Schöneberg und Charlottenburg haben sich die Flächenumfäße für bebaute und unbebaute Grundstüde feit 1901 bezw. 1902 ständig gesteigert. Es haben allein im Jahre 1904 in Charlottenburg 106 hektar und in Schöne bieten die westlichen Vororte Lichterfelde, Steglib, Friedenau, berg 83 Hektar ihren Besizer gewechselt. Ein ähnliches Bild Schmargendorf, Grunewald, Wannsee und Dahlem, die zusammen allein im letzten Jahre ein Areal umgesetzt haben, das den zehnten Teil des Gesamtumfanges von Charlottenburg weit übertrifft. Bon den östlichen Vororten nehmen in Lichtenberg und Rummelsburg die Umfäße in bebauten Flächen mit geringen Unterbrechungen in den Krisenjahren von Jahr zu Jahr zu. Interessant ist es, daß in Rummelsburg die Krisen immer ein Jahr später auftreten als in Lichtenberg. Von den südlichen Vororten zeigt Tempelhof eine ziemlich sprunghafte Entwidelung, die zwischen Steigen und Fallen wechselt. Das Jahr 1900 ist in Berlin, den westlichen Vororten und den Fabrikvororten überall das Jahr des Tiefstandes der Bertausssummen für unbebaute Grundstücke. Für bebaute Grundstüde zeigt sich die Krisis in Berlin schon 1901, während für die weftlichen Vororte in ihrer Gesamtheit die Krisis sich nur in einer ziemlich gleichbleibenden schwachen Aufwärts bewegung von 1900 bis 1902 geltend macht. In den Fabrikorten ist auf dem Häufermarkt die Krisis erst ziemlich spät, im Jahre 1902, zum Ausbruch gekommen. Großfeuer Die alte Unfitte der Kinder, sich an Wagen anzuhängen, hat gestern abend wieder einmal einen schweren Unglücksfall herbeigeführt. Der vierjährige Artur Friedrich, Memelerstr. 12, hatte sich auf der Straße an ein vorüberkommendes Geschäftsfuhrwert angehängt, stürzte während der Fahrt ab und fam unter einem Die technische Mittelschule. Die Pläne zum Bau der technischen hinterherfahrenden Bretterwagen zu liegen. Beide Oberschenkel Mittelschule, einer Realschule und einer Gemeindedoppelschule, die wurden dem unvorsichtigen Kinde vollständig zermalmt. Es erhielt in einem Gebäude vereinigt auf dem städtischen Gelände zwischen die erste Hülfe auf der Unfallstation in der Warschauerstraße und der Müller- und Amrunerstraße, das eine Größe wie der Leipziger wurde in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus am FriedrichsPlatz hat, erbaut werden soll, beschäftigte Dienstagabend einen hain gebracht. Stadtverordnetenausschuß. Stadtbaurat Hoffmann legte die Entwürfe und Kostenanschläge, die mit mit 2 668 000 m. abschließen, bor. Die drei Anstalten bilden einen einheitlichen Baukörper, um tam in der Donnerstagsnacht in der Alten Jakobstraße 24 an der einen inneren Hof mit vollständig von einander getrennten Dranienstraße aus noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Ate Organismen mit vier Straßenfronten, sowie mit Bugängen an drei die Feuerwehr gegen 2 Uhr alarmiert wurde und nach kurzer Zeit verschiedenen Straßen und Pläzen. Die den drei Anstalten zu gehörigen Dienstwohnungen der Lehrer usw. sind in zwei besonderen in großer Stärte an der Brandstelle ankam, standen die Bodenräume Gebäuden vereinigt worden, die der Schulhausgruppe nach der des unter dem Namen" Jakobshof" bekannten Industriegebäudes Müllerstraße zu vorgelagert worden sind. Die Fassade ist trog der schon in ganz gewaltiger Ausdehnung in Flammen. Es brannte Verschiedenheit der inneren Räume einheitlich gehalten. Das erste fowohl der Dachstuhl des zweiten und dritten Quergebäudes als Stodiert der mechanischen Mittelschule umfaßt u. a. Hörfäle für auch des ersten und zweiten Seitenflügels. Große festverschlossene Physik und Elektrotechnik mit den zugehörigen Sammlungs- und eiserne Türen, die zum Teil schon glühend waren, verhinderten anBorbereitungsräumen, sowie dem physikalischen Laboratorium. Im fänglich das Vorgehen der Feuerwehr. Branddirektor Reichel, unterzweiten Stockwert liegen u. a. Klassenräume, drei Sammlungs- stützt von Brandinspektor Rohnstod, ließ deshalb über drei große zimmer, die Bücherei nebst zwei Lesezimmern für Lehrer ust. Das mechanische Leitern vorgehen. In furzer Zeit wurde mit vierbritte Stockwert nimmt den etwa 480 Quadratmeter großen zehn Schlauchleitungen Wasser gegeben. Beichensaal auf. gegeben. Gewaltige Im Dachgeschoß wurde das photographische Gewaltige WasserAtelier usw. angeordnet. mengen verhinderten, daß die Flammen den angrenzenden Industriepalast Bergmannshof", der in den Bodenräumen nur durch eiserne Ausstellung von Lehrlingsarbeiten des Berliner Tischlergewerks. Türen von der Brandstätte getrennt war, erfaßten. Die Flammen Nachdem die hiesige Tischlerinnung im Oktober vorigen Jahres hatten besonders an den Theaterrequisiten, Dekorationen usw. der den gelungenen Versuch gemacht hatte, die von den ausgelernten Firma Baruch u. Co. reiche Nahrung gefunden. Diese Gegenstände, Lehrlingen als Gesellenstücke angefertigten Gegenstände öffentlich sämtlich leicht brennbar, bildeten ein Flammenmeer. Außerdem auszustellen- ein Versuch, der, als er geplant wurde, bei einem brannte der Lagerraum der Fellteppichfabrit von Heinrich Gast, die Teile der Innungsmitglieder auf lebhaften Widerstand stieß hat die genannte Innung jetzt wiederum den größten Teil der Gesellen Buzfederfabrik von Wilhelm Könemann. Die Vorräte dieser Firmen stücke, die von den zum Osterquartal ihre Lehrzeit beendigenden sind vollständig vernichtet. Durch die Fahrstuhlschächte, die mur 153 Lehrlingen angefertigt sind, öffentlich zur Schau gestellt. leicht durch Nabizwände von den übrigen. Räumen getrennt waren, Die Ausstellung, welche am Dienstag eröffnet wurde, befand wurde das Feuer weiter verbreitet. Glühende Brandobjekte, sich in Kellers großem Saale, Stoppenstraße 29, und ist gestern die in diese Schächte fielen, verursachten, daß auch der Lagerbereits wieder geschlossen worden. Der überwiegend größte Teil raum der Nähmaschinen- und Fahrradfabrik von Heinrich Bonnin Möbeln, während die Bautischlerei verhältnismäßig schwach vertreten die Flammen nach der Kartonfabril von Baum u. Schulz. der zur Ausstellung gelangten 91 Gesellenstücke besteht aus fournierten vom Feuer erfaßt wurde. Von hier aus verbreiteten sich ist. Die ausgestellten Gegenstände können, von wenigen Ausnahmen abgesehen, als gediegene Leistungen des Tischlerhandwerks bezeichnet Auch die Vorräte der Firmen J. Rausch, H. Baruch u. Co. werden. So mancher der ausgestellten Gegenstände hätte auch auf einer im Keller wurden vom Feuer erfaßt. Die Situation war Ausstellung von Meisterstücken seinen Platz behaupten können. gegen 3 Uhr eine sehr bedrohliche. Der Qualm von den brennenden Was die einzelnen Arbeiten betrifft, so wurden dieselben von Pappen, Papier usw. war geradezu entsetzlich und die Hize so enorm, der aus Meistern und Gesellen bestehenden Prüfungskommission wie daß viele eiserne Türen bis zur Weißglut erhigt waren. Trop folgt eingeschäßt: Die besten Arbeitenes waren ihrer 8- alledem ging die Feuerwehr, die gleichzeitig auch noch an einer erhielten das Prädikat I a; 28 das Prädikat I und 55 I bis II. Von den zur Eröffnung der Ausstellung eingeladenen Staats- anderen Stelle, in der Langestraße 54, mit einem Kellerbrande zu und Gemeindebehörden hatten der Magistrat, die städtische Gewerbe- tun hatte, wacker vor. Besonders wirksam war die Vornahme von deputation und das Bolizeipräsidium Vertreter geschickt. Unliebfam 7 Rohren stärksten Kalibers seitens der V. und II. Stompagnie. Unbemerkt wurde, daß, wie bei der vorjährigen Ausstellung, so auch ausgesetzt wurde stundenlang von 11 Dampfsprißen Wasser gegeben. diesmal die Handwerkskammer, die doch von den Inmungen als die Dadurch gelang es schließlich, das entfesselte Element immer mehr berufenste Instanz zur Vertretung der Interessen des Handwerks einzuschränken und gegen 7 Uhr früh die Macht des Feuers zu betrachtet wird, es nicht der Mühe wert gehalten hatte, sich ber- brechen. Der Schaden ist ein ganz bedeutender, da die Bodenräume im treten zu lassen, obgleich auch sie dazu eingeladen worden war. 1. und 2. Seitenflügel, dem 2. und 3. Quergebäude mit dem Dachgebälkusw. Die Organisation der Arbeiter der Holzarbeiterberband war bei der Eröffnung durch ein Mitglied der hiesigen Ortsverwaltung mit der Aufräumung und Ablöschung zu tun. vollständig niedergebrannt sind. Die Wehr hatte noch den ganzen Tag Die Umsatzsteuer, die in den meisten Orten beim Verkauf von vertreten. Als ein großes Grundstücken erhoben wird, trägt in den fleineren Orten unverGlück muß es bezeichnet werden, daß es gelang, den angrenzenden hältnismäßig mehr zu den kommunalen Lasten bei, als in den Was für Existenzen in Berlin ihr Wesen treiben, zeigt ein Blid Bergmannshof zu schützen, denn auch dort hatte die Firma Hugo größeren, sie betrug z. B. in Schmargendorf und Grunewald 15 auf das Volk der Schieber und Treiber, von denen einige Eremplare Baruch u. Co. eine Menge Theaterausstattungsgegenstände lagern, bezw. 17 Ma, in Berlin nur 2,50 M auf den Kopf der Bevölke- soeben ihre Aburteilung in Moabit erfahren haben. Diese Parasiten die, hätten sie Feuer gefangen, auch diesen Industriepalast in die rung. Es läßt sich nicht bestreiten, wenn Croner diesen verschieden gliedern sich, wie wenigen bekannt sein dürfte, in zahlreiche Gruppen, größte Gefahr gebracht hätten. Die Lagerräume dieser Firma waren hohen Ertrag der Umsatzsteuer mit dem starken Wachsen der von denen jede besonders arbeitet", d. H. mühelos Geld erwirbt. fleineren Orte und der dadurch bedingten Wertsteigerung ihres Allen gemeinsam ist aber die Gewohnheit, im Café oder im nur durch eiserne Türen in den oberen Räumen getrennt, und diese Grund und Bodens begründet. Wenn er aber sich im übrigen Restaurant Geschäfte abzuschließen. Ein Geschäftslotal im eigent- eifernen Türen waren schon glühend, als die Feuerwehr an der gegen eine gleichmäßige Umsatzsteuer für Groß- Berlin ausspricht, lichen Sinne hat feiner der Herren, die als Agenten, als Brandstelle erschien. Ueber die Entstehungsursache konnte nichts erweil die Wertsteigerungen nicht in allen Stadtgegenden gleich find, Staufleute, neuerdings auch als Privatiers und Rentiers im mittelt werden. weil einige Gegenden in neuerer Zeit sogar verloren haben, so Adreßbuch verzeichnet sind. Ein bekannter Zigarrenhändler oder Auf der Brandstätte in der Mten Jakobstr. 24 war die Feuerließen sich die von ihm erkannten Uebelstände auf verhältnismäßig Restaurateur ist bald gefunden, der die Briefsendungen in Empfang wehr gestern noch bis zum Abend tätig. Mehrere Male mußte noch leichte Weise vermeiden. Man braucht nur für Groß- Berlin eine nimmt. Das andere regelt sich im Café, wo man zu bestimmten mit zwei Schlauchleitungen Wasser gegeben werden. Infolgedessen Wertzuwachssteuer einzuführen, wie sie in Frankfurt a. M. und Zeiten am Vormittag oder am Abend zusammentrifft. Abends werden blieb auch die Straße vor dem Hause für den Wagenverkehr geeinigen anderen Städten bereits vorhanden ist. Auf diese Weise nie Geschäfte abgeschlossen, das ist nicht vornehm genug. Der sperrt, tas von Vielen sehr unliebsam empfunden wurde. wird man einmal etwaige Härten, die die Umsatzsteuer in manchen exklusive Charakter wird auch dadurch gewahrt, daß man nur unter Brandstätte machte gestern bei Tage einen traurigen Eindruck. Der Fällen mit sich bringt, bermeiden und andererseits den Gemeinden den Linden oder allenfalls in der Friedrichstraße zusammenkommt.' Schutt lag stellenweise noch meterhoch. Die eisernen Türen waren Die vollständig demoliert und von der Hitze verbogen. Starke Träger aus Gußeisen waren wie Schraubenzieher gedreht. Starke Balken hatten, wenn auch stark angekohlt, weit besser als die eisernen Träger standgehalten. Selbst die mit Eisenblech beschlagenen Holztiircn hatten augenscheinlich den Flammen besseren Widerstand als die eisernen Türen geleistet. Die Ermittelungen haben bis jetzt soviel ergeben, daß der Brand unbemerkt stundenläng in den Bodenräumen gewütet haben muß, und daß eS an der Aufsicht gefehlt hat. Die Höhe des Schadens ist noch nicht annähernd ermittelt, die beteiligten Firmen sollen sämtlich durch Versicherung gedeckt sein. Bemerkenswert ist übrigens noch, daß sich auf dem Riesengrundstiick nicht ein einziger Hydrant befindet. Der nächste ist erst an der Ecke der Oranienstraße. Es ist dies ein Mangel, der im Interesse der Fenersicherheit zn beklagen ist. Die Ermittelungen in der Schönebcrger Doppclmordaffäre haben noch immer zu keinem bestimmten Resultat geführt. Die Kriminal- Polizei hat allerdings in den letzten Tagen eine Reihe neuer Spuren verfolgt, dock erwiesen sie sich alle als falsch. Auch für die auf dem Mordgrundstück aufgefundene Axt hat sich der rechtmäßige Besitzer bisher noch nicht gemeldet. Es verringern sich die Aussichten, den Urheber der schweren Bluttat zu ermitteln, immer mehr. Während der Fahrt verkehrt abgesprungen. Trotz der zahlreichen Unglücksfälle, die im Straßenbahubetriebe dadurch hervorgerufen werden, daß Fahrgäste während der Fahrt in verkehrter Richtung abspringen, har dieser frivole Leichtsinn noch keineswegs nachgelassen. Und gerade die Frauen, bei denen hier die Gefahr durch ihre Meidung am größten ist, sind meist die Unvorsichtigen. Gestern nachmittag hat wieder ein junges Mädchen diesen Leichtsinn schwer büßen müssen. Au der Ecke der Nürnberger- und Augsburgerstraße sprang die Verkäuferin Marie Walter von einem in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 78 ab, kam zn Fall und schlug mit dem Kopfe auf das Straßenpflaster. In einer Droschke wurde sie in besinnungslosem Zustande nach der Unfallstation XX und nachdem ihr dort die erste Hülfe zu teil geworden, in das Krankenhaus Westend gebracht. Die Unvorsichtige hatte eine schwere Gehirnerschütterung und anscheinend auch schwere innere Verletzungen erlitten. Unter einem Ballen begraben. In einer Papierfabrik in der Scheringstraße hat sich gestern abend ein bedauerlicher Unglücksfall zugetragen. Während die S7jährige Arbeiterin Henriette Gibenlau in einem Arbeitssaal mit dem Sortieren von Lumpen beschäftigt war, stürzte plötzlich ein hochstehender, etwa sechs Zentner schwerer Balle» herab und begrub die Bedauernswerte unter sich. Arbeits- kolleginnen befreiten sie aus ihrer gefährlichen Lage und brachten sie nach der Unfallstation in der Badstraße. Dort wurden Brüche der Ober- und Unterschenkel, sowie innere Verletzungen festgestellt. Im Krankenhaus Moabit fand die Verunglückte Aufnahme. Im Mctropol-Theater gelangt heute Donnerstag da? Zola fche Volksschauspiel:„Der Totschläger" in der Bühnenbearbeitung von Busnach und Gastineau zur Aufführung. Eine nur ein- m a l i g e Wiederholung des„Totschläger" findet am Sonnabend statt, während an den Feiertagen und an den folgenden Abenden wieder die JahreSrevue„Auf ins Metropol" in Szene geht. Das Carl Weiß-Thcater bringt zu den Osterfeiertagen eine Novität„Die Jagd ums Leben. Ein Abenteuer Sherlock Holmes" heraus. Das Berliner Aquarium hat in den letzt eingetroffenen, mit zunehmender günstiger Witterung nun reichhaltiger werdenden Sendungen von Meerestieren der mittleren und unteren Klassen einige ebenso eigenartige wie reizende Lebewesen erhalten. Nament- lich sind mehrere Erscheinungen aus dem weiten, die Klassen der Seesterne, Seeigel, Scewälzen und Seelilien umfassenden Kreis der Stachelhäuter hervorzuheben. Zu den eigentlichen Scesternen zählt der in Tiefen von Li) bis 100 Faden lebende Breitfußstern, dessen fünf Arme außerordentlich verkürzt und durch häutige Aus- breitungcn miteinander verbunden sind und dessen Körper oben und unten plattgedrückt und nebst den Armen auf weißem Grunde mit roten Stachelhäufchen versehen ist. Zu den Schlangensternen zählt der ein ganz anderes Aeußeres zeigende Haarstern, der durch äußerst Zierlichen Bau, kleine Karperscheibe und fünf lange, dünne, be- stachelte, schlangenartig biegsame und zum Festschlingen benutzte bräunliche Arme vor allen übrigen sich hervortut. Besonders merk- würdig nimmt sich eine rosenrote und gelbe Haar- oder Seelilie aus, da sie einen kelchförmigen, durch zahlreiche Rückcnranken aus- gezeichneten Körper besitzt, von dessen Oberrand zehn gegliederte, mit langen Fiederchen besetzte Arme ausgehen, so daß man ein pflanzliches Wesen vor sich zu haben meint, während gerade diese „Seelilien" nur als junge Tiere festsitzen, in erwachsenem Zustande aber frei sich bewegen. Feuerwchrbericht. Die Feuerwehr hat jetzt viel Arbeit. Am Mittwochnachmittag kam in Moabit in der Stromstr. 27 ein großer Dachstuhlbrand zum Ausbruch, der den Zügen 1ö und 16 viel zu schaffen machte. Die Mannschaften hatten unter Rauch und Hitze viel zu leiden. ES gelang aber, die Flammen auf den Dachstuhl zu beschränken. Kellerbrände mutzten in der Nsedomstr. 26a, Lychener- straße 3, Liegnitzerstr. 14 und 19 gelöscht werden, Immobilien und Mobilien brannten Steinmetzstr. 50, Teer u. a. Rathenowerstr. 2 und Rostockerstr. 36. Ferner hatte die Wehr Schiffbauerdamm 22, Körnerstr. 25, Naunhnstr. 4, Brunnenstr. 51 und an anderen Orten zu tun. Vorort- l�ackrickten. Pankow. Die letzte Gemcindevertreterfitzmig hatte sich mit der Gültigkeit der im März stattgefundenen Gemeindewahlen zu beschäftigen. Es lagen drei Wahlproteste vor, und zwar vom Bürgerverein, vom Grundbesitzerverein und von dem Konservativen Dr. Stenger. Gegen die Gültigkeit der dritten Wählerabteilung wurde eingewendet, daß erstens im zweiten Bezirke zwei Angesessene gewählt werden mußten,. während ber der Wahl ein Angesessener und ein Richtangesessener gewählt wurden. Einer unserer Pankower Genossen, welcher Mit- glied der Vertretung ist, hatte kurz vor der Wahl ein Haus er- warben; es konnte mfolgedessen ein Nichtangesessener mehr gewählt werden. Des ferneren sollten nach dem Protest im ersten Bezirke »och nach Schluß der Wahlzeit von Personen, welche sich nicht im Wahlraum, sondern im Nebenranm aufgehalten haben, Stimmen abgegeben worden sein. Man legte weiter den Sozialdemokraten zur Last, den Wahlraum derartig angefüllt zu haben, daß es den Bürgerlichen nicht möglich gewesen sei. ihre Sttmme abzugeben. Gegen die Gültigkeit der Wahlen der ersten und zweiten Wähler abteilung wurde eingewendet, daß in einem Wahlgange in jeder Klasse vier Vertreter gewählt seien, von denen nicht nachgewiesen werden kann. ob dieselben als in der Ersatzwahl auf sechs Jahre, oder als Ncugewählte nur auf zwei Jahre gewählt seien. Durch Vergrößerung der Gemeinde- Vertretung ist die Anzahl der Vertreter von 18 auf 24 erhöht worden, desgleichen sind die Namen der Kandidaten, welche in der ver- schiedensten Reihenfolge genannt wurden, in die amtliche Wählerliste in der einmal eingetragenen Reihenfolge wieder eingettagen worden. Bei Besprechung dieser Vorgänge kam noch zur Sprache, daß in der ersten Abteilung der Amtsvorsteher zugunsten des konservativen Kandidaten durch Abgabe von Forensenstimmen ungesetzlich ein- gewirkt habe, da die betreffenden Gesellschaften ihren Grundbesitz erst einige Monate m Pankow haben. Nach sehr erregter zirka zweistündiger Debatte erklärte die Versammlung die Wahlen der dritten Abteilung einstimmig für gültig, dagegen wurden die Wahlen der ersten und zweiten Abteilung mit 17 gegen 8 Stimmen für ungültig erklärt. Wie betrübte Lohgerber, welchen die Felle sortgeschwommen sind, verließen auf Aufforderiing des Bürgermeisters die nicht bestätigten gewählten Vertreter den eben erst so stolz bettetenen Sitzungssaal._________ BuaaitSßUMti ßtialtm: fim Weber. Berlin, güx den Die Genehmigung eines Vertrage? mit der neu zu bildenden Automobil-Omuibus-Gesellschaft wurde in die Kommission zurück- verwiesen, weil der Vertrag keinerlei Bestimmung über die Art und Dauer des Verkehrs enthält und die Gemeinde ausdrücklich verbietet, Konkurrenzunternehmen zu konzessionieren. Eine sehr lebhafte Debatte entstand bezüglich der Genehmigung eines Vertrages mit der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft wegen Herstellung einer Zweiglinie Pankow Mllhlenstratze—Flora- straße. Im Gegensatz zu den Bürgerlichen vertraten unsere Genossen die Kommunalisierung des Verkehrswesens, vergaßen jedoch nicht, auf die Schwierigkeit aufmerksam zu machen, welche uns durch die Un- tätigkeit der Stadt Berlin in bezug auf die Herstellung neuer Ver- kehrswege nach den Vororten erwachsen. Nach sehr hefttgen Aus- einandersetzungen wurde beschlossen, den Vertrag nochmals an die Konnnission zurückzuverweisen und die Straßenbahn Siemens u. Halske aufzufordern, die in Frage kommende kurze Strecke zu er- bauen. Rummelsburg. Ein schweres Bauiinglück, bei welchem ein Arbeiter getötet und einer schwer verletzt wurde, wird uns nachträglich aus Rummelsburg gemeldet. Auf dem Perron des Bahnhofs Stralau-Rummelsburg wird gegenwärtig eine Ueberdachung, die in Eisenkonstruktton aus- geführt wird, hergestellt. Bei diesen Arbeiten rutschte ein schwerer Balken von dem Eisengerüst herab und traf zwei unten stehende Arbeiter. Auf einen derselben stürzte der Balken so unglücklich, daß der Getroffene auf der Stelle erschlagen wurde. Dem zweiten Arbeiter wurde der Schädel gespalten. Lebensgefahr ist jedoch glücklicherweise bei ihm vorläufig nicht vorhanden. Schöneberg. Der städtische Arbeitsnachweis wie? im März mehr offene Stellen als Arbeitsuchende auf. Einem Angebot von 1508 offenen Stellen(435 männliche, 725 weibliche, 343 Dienstboten) standen nur 1227 Arbeitsuchende gegenüber(465 männliche, 593 weibliche und 227 Dienstboten). Ein Mangel an Meldungen lag also nur bei weiblichen Arbeitskräften und, wie immer, bei sogenannten Dienst- boten vor. Diese beiden Kategorien konnten denn auch zum aller- größten Teile untergebrächt werden. Es wurden besetzt 404 männ- liche, 571 weibliche und 219 Dienstbotenstellen, zusammen 1194. Der unentgeltliche Nachweis befindet sich für männliches Personal Hauptstr. 32, siir weibliches im Rathause, Kaiser Wilhelmplatz 8. Johannisthal. Die Beratung des Voranschlages für das Rechnungsjahr 1906/1907 wurde nach nunmehr drei stattgehabten Sitzungen zu Ende geführt. Der Etat sieht eine Einnahme an direkten und in- direkten Steuern von 67 240 M. vor. Hiervon entfallen auf die direkte Einkommensteuer 53 590 M. und auf indirekte 8650 M. Für die Gemeindeeinkommensteuer wird ein Zuschlag, wie im Vorjahre, von 170 Proz der Veranlagung zur Staatseinkommensteuer, Grund- und Gebäudesteuer von 253 Proz. erhoben. Die Ausgaben betragen 93 000 M. Darunter sind vorgesehen an Gehältern für Gemeindebeamte 13 200 M. Die Verwaltungsausgaben für das Gemeindeamt betragen 3580 M. An Gehältern für Lehrer und Schulidiener werden 25 280 M. bezahlt. Die sächlichen Ausgaben für die Schule betragen 10 360 M. Laufende Ausgaben für Kanali- sation 9210 M. Unsere Genossen vertraten bei verschiedenen An- gclegenheiten den prinzipiellen Standpunkt. Unter anderem bc- kämpften sie die indirekten Steuern, besonders die Lustbarkeits-, Bier- und Umsatzsteuer. Ferner forderten sie eine größere Heran- ziehung des Staates zu den Schullasten unter besonderem Hinweis auf die hier sehr zahlreich wohnenden Eiscnbcchnbeamten, die nur zur Hälfte der veranlagten Steuern herangezogen werden. Des Iveiteren erinnerten unsere Genossen an eine Sammlung unter Interessenten und Anliegern des Teltowkanals zum Zwecke eines Hafenausbaues auf Johannisthaler Seste. Einer der damaligen Zeichner, Herr Schöffe Knaape, habe die gezeichneten 500 M. nicht beglichen. Als Grund hierzu gab er an, daß er die 500 M. nur mit Vorbehalt gezeichnet und dieselben nur zurückgezogen habe, weil sich nicht genügend Zeichner gefunden hätten. Auch Herr von Trütschler leitete die Zurückziehung seiner Zeichnung aus denselben Motiven her. Beide Herren haben durch die Anlagen des Kanals große Summen beim Verkauf ihrer Ländereien verdient.— Die Gehälter der Ortsbeamten sind durchweg erhöht worden, das Gehalt des Ortsvorstehers um 200 M. und das der übrigen Angestellten um 100 resp. 80 M. Ein Antrag der Lehrerschaft, der eine Gehalts- erhöhung von 100 M. und eine AlterSzulage von 25 M. fordert, wurde abgelehnt und ihnen eine Aufbesserung des Grundgehalts um 50 M. bewilligt. Bei dieser Gelegenheit kritisierten unsere Genossen die schikanöse Festsetzung des Wahltermins bei der Gemeindelvahl. Hierauf antwortete der Gemeindevorsteher, daß er von dritter Seite beeinflußt sei und in Zukunft den Wählern niehr Rechnung tragen werde. Ein Antrag unserer Genossen auf Wahl einer Kommission zur Vorberatung zwecks Anstellung eines Schularztes fand einstim- mige Annahnie. Die Anstellung einer neuen Lehrkraft wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Ober- Schönest, eide. Gcmcinderatssitning. Es erfolgte die Einführung der Neu- bezw. Wiedergewählten. Die Vergebung des 3. S ch u I b a u e s führte zu langer Debatte. Herr Heegewaldt stellte den Antrag, der hiesigen Firma Stutterhcim, welche die billigste sei, den Zuschlag nickst zu erteilen, da dieselbe finanziell nicht einloandsfrei sei. Unsere Ge- nossen bemängelten, daß hierüber nicht offizielle Auskünfte vorlägen. Beschlossen wurde, über die genannte Firma erst noch Auskunft nachzusuchen. Der Antrag der Fabrikbesitzer, den anzustellenden Gemeindebaurat als besoldeten Schöffen zu nomi- nieren, wurde abgolehnt. Ter Vorsteher teilte mit, daß der Ge- meindeverordnete Feldmann dem Altersheim 1000 M. über- wiesen habe. Eine weitere Schenkung des Herrn wurde von der Vertretung ihrer Bestimmung wegen abgelehnt. DeS weiteren machte der-ckIemeindevorsteher bekannt, daß die Bismarckbüste für den Krcisschulinspektor, über welche in der letzten Sitzung de- battiert wurde, tatsächlich aus Gemeindemitteln bezahlt sei. Ein diesbezüglicher Beschluß der Schuldeputation liegt vor. Zum Schluß der Sitzung kam es zu recht eigenartigen Szenen. Ein schriftlicher Bericht des Gemeindevorstehers über die Vorgänge beim Bau des ominösen AmtShauses hatte es den Vertretern der 1. und 2, Klasse angetan. Die Herren Kottmeier und Pcicrls bezeichneten denselben als ein Machwerk voller Verleumdungen. Herr Hcegeivaldt warf dem Borsteher in besonders erregter Weise Verleumdung, Wlahrheitßverdrehnng, unlau- tere Nebenrcgierung vor, wofür er sich zwei Ord- nungsrufe zuzog. In Volksversammlungen, welche von diesen Herren bespöttelt werden, herrscht jedenfalls solche Tonart nicht. Be- schlössen wurde, daß ein gerichtlicher Sachverständiger in der Ange- legenheit gehört werde. Rowawes- Neuendorf. Obwohl mit der Kanalisation in Nowawes-Neaendorf noch nicht begonnen ist, machen sich doch schon ihre Schattenseiten bemerkbar. Auf ein Gesuch der beiden Gemeinden ist kürzlich vom Bezirks- aussckuß in Potsdam der, Bescheid eingegangen, daß in Zukunft vierstöckige Häuser gebaut werden dürfen, doch muß vor jedem Bau eines solchen Hauses vorher Erlaubnis eingeholt werden, die Wohl in den wenigsten Fällen versagt werden wird; die Räume im vierten Geschoß dürfen erst dann benutzt werden, wenn die Kanalisatton eingeführt ist. Somit werden unsere Orte in nächster Zeit ganz den Charakter der näher um Berlin herumliegenden Vororte an- nehmen: denn eS ist selbstverständlich, daß sich unsere Grundbesitzer diesen Profit nicht entgehen lassen werden. Sind schon in den letzten Jahren die Grundstücke ganz bedeutend im Preise gestiegen(die Ouadratrute kostet jetzt 80—120 M.) so wird das in Zukunft noch vielmehr der Fall sein, da ja die Grundstücke noch mehr ausgenutzt Inseratenteil vercnstw.: Th. Glocke� Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts werden können. Die Leidtragenden bei dem ganzen Geschäft sind natürlich die Mieter, insbesondere die Arbeiter. Derartige Ver- Ordnungen tragen nicht dazu bei, die gesundheitlichen Verhältnisse eines Ortes zu erhöhen, sondern nur dein Hansbcsitzcrtum, das in Staat und Kommune seinen Einfluß ausübt, das bekannte„Bereichert euch!" zu erfüllen. Eine Aenderung wird erst dann eintreten, wenn es der Sozialdemokratie gelingt, durch eine größere Anzahl Vertreter den preußischen Landtag zu zwingen, nur solche Gesetze zu erlassen, die das Wohl des gesamten Volkes zu heben imstande sind. Miihlenbeck(Bez. Berlin). Die hiesigen Gewerkschaften beschlossen, den 1. Mai durch all- gemeine Arbeitsruhe zu begehen. Die Versammlung findet mittags 1 Uhr bei Meyer, die Abendfeier im Gasthof„Zur Sonne" bei Bärsch statt. Potsdam. Der sozialdemokratische Wahlvcrcin nahm in seiner am 4. d. M. abgehaltenen Versammlung zirka 40 neue Mitglieder auf, 27 davon hatte die Demonstrationsversammlung am 18. März gebracht. Dieser erfreulichen Zunahme stehen leider ivieder verschiedene Streichungen von Genossen gegenüber, die ihren statutarischen Pflichten nicht nach- gekommen sind. Das muß auch hier bedeutend besser werden.— Das hierauf bekannt gegebene Ableben des Maurers Gen. Franz I a r u s ch wurde von der Versammlung in üblicher Weise geehrt.— Gen. Staab teilte dann mit, daß die„Brandenburger Zeitung" jetzt schon am Abend des Erscheinungstages in Potsdam ausgetragen wird, was sicherlich eine er- höhte Zahl von Abonnenten im Gefolge haben dürfte.— Die Frage der Maifeier fand ihre Erledigung, indem der Wahl- verein das Arrangement im„Viktoriagarten" für den Nachmittag respettive Abend übernimmt. Vormittags findet wie bisher eine öffentliche Versammlung bei Ladenthin statt, die das Gewerkschastskartell leitet.— Ebenso wie diese Angelegenheit zeitigte auch die nunmehr folgende Reuwahl des Kaslierers Er- örterungen über das Verhältnis zwischen gewerkschaftlicher und politischer Organisatton. Allseitig hob man, wenn die nöttgen Er- folge vorhanden sein sollen, die dringende Einheitlichkeit im Handeln beider Befreiungsmittel hervor.— Als Kassierer wurde der Genosse M e r t s ch(Maurer) gewählt.— Allgemeine Erörterungen über die hiesigen komniunalpolitischen Zustände sowie über die Bibliothekverhält nisse bildeten den Schluß der interessanten Versammlung.— Erwähnt sei»och, daß daS O st e r- vergnügen des Wahlvereins am zweiten Feiertage im„Viktoria- garten" stattfindet._ Vermischtes. Der geflohene Musketier RosinSki ist wieder ergriffen. Posen, 11. April. Der in der Nacht zum 10. d. M. aus dem hiesigen Militärgefängnis entsprungene, zum Tode verurteilte Musketier Rosinski ist gestern abend von einem Fleischermeister auf der Chaussee nach Obomik ergriffen und nachts 1 Uhr von Kriminal- bcamten in das hiesige Militärgefängnis wieder eingeliefert worden. Sechshundert Eisenbahnschwellen durch Feuer vernichtet. Die Eisenbahnbetriebsinspektion Eberswalde gibt folgende amtliche Mit- teilung über einen großen Eisenbahnschwcllenbrand:„Zwischen Biesenthal und Eberswalde, etwa drei Kilometer vor Eberswalde, sind gestern durch Funkenflug der Lokomotive rund sechshundert Stück Bahnschwellcn entzündet und verbrannt. Das Feuer ist durch Mannschaften der Eisenbahnverwaltung unter Zuhülfenahme zweier Lokomotivspritzen und unter tätiger Mithülfe der Feuer- wehren vom Wasserwerk und von Heegermühle innerhalb zwei Stunden gelöscht worden. Das rechtsseitige Gleis war während des Brandes unpassierbar. Der zweigleisige Betrieb ist um fünf Uhr wieder aufgenommen worden." Erst vor kurzem waren die verbrannten Schwellen aufgestapelt und stark mit Karbolineum getränkt worden. Infolge der ungeheueren Hitze, die bei dem Brande entwickelt wurde, wurden die Löscharbciten außerordentlich erschwert. 1500 Eisenbahnschwellen konnten noch gerettet werden. Einzelne Züge erlitten infolge des gefährlichen Brandes Per- spätungen. Eine VergnüqungSjacht mit Mann und MauS gesunken. In der Nähe von Granville ist, wie aus Paris depeschiert wird, die Ver- gnügnngsjacht„Auge de Mer" untergegangen. Sieben auf der Facht befindliche Personen sind ertrunken. In das Reich bcS finsteren Aberglaubens führen uns die reichen Reliquicnschätze, die bei der Jnvcntarauftmhme in den französischen Kirchen an den Tag kommen. Ihr Verzeichnis hat, wie man einem hiesigen Blatt schreibt, bei der Ministerialbehörde, die alle Jnven- tarc sammelt, stilles Staunen erregt, das die Bcamten freilich in Anbetracht der heiklen Natur der Sache zu unterdrücken bemüht sind. Unter den geschichtlich beglaubigten oder vom frommen Glauben anerkannten Kostbarkeiten dieser Gattung sind anzuführen u. a.: die Dornenkrone Christi(Notre-Dame von Paris), der un- genähte Nock des Heilandes(Argenteuil bei Paris), dessen Toppcl- gänger sich bekanntlich in Trier befindet, Stücke des Kreuzes Christi (Jrancourt), ein Haar der hl. Jungfrau(Villemaux), ein Tropfen der heiligen Milch der Mutter Gottes(St. Radagonde des Pommiens), ein Dorn aus der Dornenkrone(Rheims), ein Arm der hl. Barbara usw. ES gibt in den verschiedenen Kirchen Frank- rcichs 8 Arme des hl. Blasius, 18 Arme des hl. Ja- kobus, 9 der hl. Thekla, 60 Finger und 2 0 Kiefer von Johannes dem Täufer und 6 Brüste der hl. Agatha. Nicht minder überraschend wirken: eine Feder aus dem Flügel des Engels Gabriel, der Stein in der Kathedrale zu Rheims, auf den der Heiland sich gesetzt und den Abdruck des Leibes bewahrt hat, und der Hauch Christi, den ein Reliquienschrein in einer brctoni- schen Kirche enthält. Verliner Marktpreise. AuS dem amtlichen Bericht'der städtilchcn Marktballen-Direktion. Rindfleisch la 65-69 pr. 100 Pfund. Na 56-64, Nla 50- 54, IVa 40-48, engl. Bullen. 00—00, dän. Bullen- 00—00, Holl. Bullen- 00—00. Kalbfleisch, Doppclländer 105—120, la 80— 88, IIa 65—78, Ufa 52—62. Hammelfleisch la 60—70, IIa 54—60. Schweinefleisch 70-74. Kaninchen 0,65-0,80. Hühner, alle, Stück 1.80-2.85. alte per Pfd. 0,80, junge, per Stück 1,00—.1,20. Tnnben, junge 0.40-0,60. alle 0.40-0,45. Enten, junge per Stück 2,50-2.80, per Pfd. 00—00, i-uff., gcsr. per Stück 00-00. Gänse, junge, per Psd. 1.20-1,30, russ. per Psd. 0,00—0,00. Hechte 90-07. Schleie 0.00—0.00. Bleie 40,00 groß 00-00. Aale, groß 128, mittel 0.00. klein 0,00, unsortiert 90,00. Plötzen 35—40. Flundern, pomm. N, P. Schock 1,75—2,00, Kieler, Siiege la 4—7. do. mittel, per Kiste 3-4, do. klein. Per Ktlte 00-00. Bücklinge. schwed. per Wall 0,00, nottu. 0,00, Holland. 3,00, Kieler 2—4, engl. 0,00. Aale, groß, per Psd. 1,10-1.20, mlttelgroß 0.80-0.90. klein 0.50-0.60. Sprotten. Kieler, 2 Wall 0.50—0,80, Elb- per Kiste 0,20-0,80. Sardellen, 1 902er, per Anker 74,00, 1904« 72,00, 1905« 70,00. Schottische Ballheringe 1905 00— 00, largo 40—44, füll. 36—38, med. 33—35, deutsche 37—41. Heringe, neue MatjcS, per Tonnen 60—120. HuTnnern, IIa, 100 Psd. 00—00. Krebse, per schock, große 00—00, mittelgroße 11,50, kleine 5.00 bis 7,50. unsortiert 00—00. Eier. Land-, per Schock 00—00, frische 3,20—3,50. Butter per 100 Pfund. la 120, IIa 117-120, lila 115-116, ab- sollende 110—114. saure Kurken, schock 3—3.50 M., Pfeffergurken 3—3.50 M. Kartoffeln per 100 Pfd. magn. bon. 2,10—2,35, rote Dabcrsche 2,00—2,20, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl per Schock 0.00-00,00. Weißkohl per 100 Psd. 4.50-5.50. Rottohl per Schock 00-00. Holl. 00—00. Grünkohl, per 100 Psd. 12—15. Rüben, weiße 12-1«. Teltower 16—18. Kohlrüben, per Schock 2,50-4,50. Wasserstand am 10. April. Elbe bei Ansflg+ 0,78 Meter, bei -„„Iben— 0,56 Meter, bei Magdeburg-s- 2,24 Meter.— U n st r u t bei Straußsurt+ 2,00 Meter.— Oder bei Ratibor 4- 2,32 Meter, bei Bccslau Lberpegcl+ 5,10 Meter, bei Breslau Unlerpegel— 0,46 Meter. bei Franksmt+ 2,07 Meter.— Weichsel bei Brahcuuuide 4-4,38 Meter.— Warthe bei Posen— Meter.— Netze bei Usch 1,34 Meter._________ Suchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.