Nr. 113. Nbonnemenk-Seaingungti»: AbonnemeiUs■ Preis pränumerando: «ierteljährl. 3,30 2KI., monall. 1,10 Md. wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Siununer s Pfg, Sonntags. nummcr mit ill nitrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- Zcitunas. Pceislifte. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland » Marl pro Monat, PostabonnementS nehmen an: Belgien, Tänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, linieu. Schweden und die Schweiz. 23. Jahrg. vlchiim lZgUch auGcc iüontaai. Verlinev Volksblatt. Die!nrfrtient>GebO(r tetifigt für die fechsgeipallene Kolon el- »eile oder deren Raum 50 Pfg,, für politische und gewerlschafiliche Pereins. und BcrsammlungS.Anzeigen 30 Pfg. „Klein- Plnreigen", das erste liest. gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stcllen-Anzcigen das erste Wort 10 Psg„ jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer mästen vis S UhrnachmittagS in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geösfnet. Telegramm-Ndreste: ,,S»I»IiUlll»Il»l stillt»". Zcntralorgart der fozialdcmokrati fehen parte» Deutfcblands. Redaktion: SM. 68» Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Zlmt IV. Nr. 1N83. Donnerstag, den 17* Mai 1906. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Kernsprcchcr: Amt IV. Nr. 1S84. Cadenat Boutry> PressensS �llard, Sie Wahlen in srankreich. t Das Wachstum des Sozialismus.(Schluß.) Was nun die errungene Stimmen- und Mandatzahl be sonders wertvoll macht, ist der Umstand, daß sie in einer im ganzen wohldisziplinierten und prinzipiellen Agitation ge lvonnen wurde.„Im ganzen"— dieser Vorbehalt ist freilich notwendig; denn wohl haben— so viel man weiß— alle Kandidaten der Partei die programmatische Erklärung des Nationalrats angeschlagen, dagegen ist von den zwei wieder gewählten sozialistischen Deputierten des Departements Cote d'Or. C a m u z a t und Bou�try-Allex, bekannt geworden, daß sie die Erklärung gegen die Nicht-Unifizieiten nicht plakatiert haben! Auch dürfte Camuzat, der in seinem Weinbau betreibenden Wahlkreise hauptsächlich auf sein Verdienst um die Wiederherstellung des Steuerprivilegs der Hausbrenner hingewiesen hat— ebenso wie der Genosse Allard—, schwerlich von einer prinzipiellen Propaganda unter der Land bevölkerung sprechen könnest. Auch sonst sind einige merk- würdige Auffassungen über Parteidisziplin zu bemerken gewesen. So hat z, B. der Leitartikler der„Pctite Röpublique" Turot, der noch als Pa-'teimitglied gilt, direkt gegen den Parteikandidaten Lafareue für Millerand Propaganda ge macht und Millerands Sieg gefeiert!! Von den Pariser Parteikandidaten ist der im 17. Arrondissement gewählte Brouss e nicht als pro'' tarischer Klassenkandidat anzusehen. Unter den 6466 Stimme�, die auf ihn entfielen, sind sicherlich sehr viel bürgerlich-repul, ikanische. Die 32 sozialistische! Abgeordneten sind: B r 0 u s s e, Chauvtsre, Dejernte, Rouanet, Rozier, Sembat, Vaillan(sämtlich in Paris); C 0 u t a n t, M e s l i e r und Walt«..r(Seine-Departement); D elory, Guesde, Selle(! ord); B a s l y und L a m e n d i n « Minister hat«S denn auch, wie der wörtlich mitgeteilte«bschittt seiner Rede Aar er» gibt, unterkassen. hierüber Mitteilungen zu machen, und sich darauf beschränkt, tr der vorsichtigsten Weise «ine Vermutung über die von der Privatperson hiervei a«, spielte Rolle aufzustellen. Wenn Herr Rechtsanwalt Liebknecht be« hauptet. der russische Kaufmann habe in einem Stadium der An- gelegenheit irgendwie den ernstlichen Willen gehabt, Spionagedienste zu leisten, so«ntzieken sich derartige Ifc!--■ innere Vorgänge naturgemäß Ieststellung. Anzunehmen war ab'r allerding« nach den rklärungen�beieiligter Personen, daß d>i dem der absolute» lg« nach den russischen Kauf» mann eine Sinnesänderung vorgekommen war. Die vorstehende Darstellung ergibt, daß der Minister nach Lage der Dinge zu den vonihm abgegsbenen Erklärungen wohl berechtigt var." Das offiziös« Blatt macht also den hofnungslosen versuch, in die ganz klaren und für jeden normalen Menschen ganz unmiß« verständlichen Darlegungen der Erklärung ttebknecht««in mystisches Dunkel hineinzuphantasieren. Gleichviel, o> Liebknecht den obigen Satz zitiert hat oder nicht: die Behauptun-, des Ministers, daß der russisch« Kaufmann selbst, venwtlich aus Anraten einer dritten Person", dem Kriminalkommissar Schöne„daS Angebot zu gewissen Diensten" gemacht hohe, h a t.'zeblnecht nach dem amt» lichen Stenogramm wiedergegeben. Ebenso klar und unzwei» deutig wird in der Erklärung dargelegt, dy diese ministerielle Behauptung unrichtig, daß es vielmehr- wie durch unbeteiligte Zeugen zu erweisen sei— richtig sä, daß Kriminal- kommissar Schöne mit dem fiigebot„zu gewiffen Diensten" an den russischen Kausmstin herangetreten feil Daß dies und nicht» anderes der Sinn der Erklärung Liebknecht« ist, beweist schon der Um, and, daß z. B. die „Kreuz«Zeitung" und die„Post" ihn in>ieser Weis« völlig klar wiedergegeben haben. Nur der offiziöse Vertuschungsgeheimrat vermochte das nicht zu begreifen I Er mußt« sich freilich so Polizei- widrig dumm stellen, um dt« detaillierten tzarlegimge» Liebknechts mit der einfältigen Ausrede abtun zu könn«,, die Erklärung habe den„Kempunkr der ministeriellen Darlegung� übergangen! Ebenso einfältig ist die Ausrede deS Ofiziosus, der Polizeiminister habe es völlig vermieden, etwa' darüber zu äußern, in welcher Weise im übrigen di« Spionageaffäre in dt« AusweisungSsach, hineing�ragen worden" sei. Als ob das nicht gerade der Ksrnpuilt sei. als ob nicht gerade deS Minister« Behauptung, der russ.he Kaufmann habe einerseits da« Spionageangebot gemach� sdtes« angeblich un» erörtete Frage in ganz positiver Weise geantwortet habe! Denn daö einschränkende„Wie«s it" des Ministers kann sich logtscherweis« nur aus die Ann�m« beziehen, daß di«„dritte Person' den russischen KauHann zu seinem An» gebot« veranlaßt Hab«! Die„Nordd. Allg. Ztg." hat durch ihre , Der polnische Abgeordnete Kerfaitty, gewählt im oberschlesi» schen ReichStags-Wahlkreise Kattowitz-Zabrze, scheint eigenartige Auffassungen von den Pflichten eines Volksvertreters zu haben. Obwohl er sich im Wahlkainpfe als Arbeiterfreund aufspielte, hat er die sämtlichen Plenarsitzungen des Reichstages, in denen über die neuen Steuergesetze Beschluß gefaßt worden ist, ge- schwänzt, ohne sich zu entschuldigen. Ebensowenig erscheint Herr Korfanty in den Sitzungen der Petitionskommission des Reichs» tags, deren Mitglied er ist. In der KomiiiissionSsitzung am Mittwoch sollte er als Referent über vier Petitionen Bericht erstatten. Diese Petittonen sind bereit« in einer Reihe von Kam« missionssitzungen von der Tagesordnung abgesetzt tvorden. weil der Referent, Herr Korfanty, unentschuldigt fehlte.— Da er auch am Mittwoch wieder die Kommissionssitzung schwänzte, be« auftragte die Petitionstommisston ihren Vorsitzenden, sich mit dem Vorsitzenden der polnischen Fraktion des Reichstages in Per« bindung zu setzen und anzureßen. ob diese nicht für Herrn Korfanty ein anderes, weniger schwänzlustigcs Ritglied in Vorschlag bringen will.— Zum Schulstrcit in Bremen. In der bremischen Tagespresse Wird die Anklageschrift gegen die vier Lehrer, gegen die ein Vis« ziplinarverfahren eingeleitet worden ist, im Wortlaut veröffent« licht. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dafür, daß der bremische Senat sich durch sein tolpatschiges Vorgehen selbst die ärgste moralische Ohrfeige versetzt, so wird dieser Beweis durch die Anklageschrift erbracht. Das Aktenstück strotzt von Unverständnis für de,, heiligen Schuleisex, der dt« bremischen Volksschnllehrer beseelt; es ist eine in den dürren Sätzen des Kanzleideutsch ge« halten« dürftige Zusammenstoppelung von Scheingründen, um den Lehrern„Aufreizung und Aufforderung zahlreicher Beamter zum Widerstände gegen die vorgesetzte Behörde" vorwerfen zu können. Die Angeklagte» werde» es leicht haben, diese wackelige Anklage über den Haufen zu stoßen. Um so leichter wird ihnen diese Aufgabe werde», als sie sich mit Fug und Recht auf die bremisch« Bürgerschaft � das bremische Landosparlament— berufen können, die durch mehrere unzweideutige Handlungen ihre unver« kennvare Sympathie mit dem Borgehen der Lehrer belundet. also auch„zahlreiche Beamte zum Widerstand gegen die vorgesetzte Be« Hörde" aufgefordert hat. Es ist nickt ausgeschlossen, daß die Bürgerschaft schon am nächsten Mittwoch zur neuesten EntWickelung der Dinge Stellung nimmt.—- Die zur Ablösung der Sozialdemokratie am Niederrhein be- gründet«„Westdeutsche Aboudpost". Organ der HIrsch-Dunckerschen Gewerkveretno tu Rheiuland-Westfalen, ist an chronischen, Abonnenten- smwnnd derart erlrankt, daß sie von, t. Juni ab nur noch einmal wöchentlich erscheint. Wie lange noch? Bald wird sie zum ewigen Schlummer eingehen?— Im Kampf zwischen und Kapital und Arbeit ist kein Zivstterding mehr möglich. Da heißt es Farbe bekennen. Es giht für Arbeiter nur eine— die sozialdemokratische Presse.— „Wir." Dem Abgeordnetenhause ist von einer„ach Nordamerika gereiste,« Kommission ein Bericht über die dortigen Zustände zugegangen, der nach der Behauptung konservativer Blätter ein„sehr reiches und zum Teil recht wertvolles Material" enthält.„Wertvoll" in gewissen, Sinne scheint da« Material allerdings auch für die deutschen Arbeiter zu sein. Ans dem Teil des Berichte«, den der Regierungs- und Gewerberat Oppexmqnn in Arnsberg erstattet hat, gibt die„Deutsche TageSztg." einig« Stellen wieder.. Herrn Oppcrmaun hat es in Amerika nicht gefallen. Und um zu zeigen, wieviel besser wir es doch in Deutschland haben, schreibt er: „So spielt denn, um„ur das Augenfälligste zu berühren, der Policemaiin eine erheblich gröbere.Rolle als bei u„s, und sein an Selbstherrlichkeit grenzende» Regiment wird sich wahr- scheinlich öfter nach der metallischen Beeinflussung richten, die in ber Union eine große Rolle spielt. Mit über- zeiiguugSenister Miene sagt« mir ei» angesehener Aincrilauer, „es wird bei Jhuen zu Lande gewiß doch so sei», wie bei uns, daß die Gesetze nur auf dt« Besitzlosen angewendet werden." Die Wählbarkeit der Beamten und die vierjährige Wahlperiode haben Zustände geschaffen, die dein amerikanischen VerwaltungSshstem einen recht bedenklichen Anstrich geben. Kor- ruptton in Gesetzgebung und Verwaltung stirv in den Ber- einigten Staaten üble Krebsschäden des öffentlichen Leben». Be- sonders häufig und groß ist die Korruption in den Stadt- Verwaltungen. Biel« Stadtväter verkaufen ihren Einfluß und ihre Stimmen, wo sich dazu Gelegenheit bietet. Am meisten Geld wird verdient, wenn eö groß« Kontrakt«. Rechte und Privilegien der Stadtgemetnde an Privatgesellschaften zu verschachern gibt..>" Ist es nicht merkwürdig, wie scharf»nanche Leute sehen, wem, die Brille des Vorurteils ein wenig mithilft? Anderwärts, Ivo die Beamten nicht gewählt, sondern ernannt werden, kommt solche Korruptton selbstverständlich �.nicht vor. Auch in dm Stadt- Verwaltungen nicht. Weiter weiß der Herr Gewerberat am deutschen Vaterlande zu rühmen: „Wo haben sie(die Amerikaner) drüben die alten Heil» q u e I l e n. in denen sie, wie wir S t ä r k u n g suchen können? Wo haben sie wohl drüben so leicht zugängliche und zahlreiche Gründe zumFagen und Fischen wie hier? Wo ist es ihnen drüben möglich, wie bei uns, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land mit einem Automobil über feste, gut unterhaltene und jahrhundertalte Straßen zu jagen? Das alles haben wir voraus." Es wird die deutschen Arbeiter gewiß sehr interessieren, daß „wir" in alten Heilquellen Stärkung suchen können, daß„wir" Gründe zum Jagen und Fischen haben, daß„wir" bequem per Autoniobil von Stadt zu Stadt jagen können, vorausgefetzt natürlich, baß„wir" das nötige Geld dazu haben. Die Abfassung dieses Berichts zeigt wieder einmal, daß für ge- wiffe Schichten der„Gesellschaft" nur die oberen Zehntausend zählen. Das arbeitende Volk rechnet ni ft mit, das gehört nicht zu „uns". Und der Mann ist G e w e r b e r a t I— Der Entwurf eines WanderarieitsstättengesetzeS ist dem Abgeord- netenhaufe-»'gegangen. Die Vorlage lehnt sich an die im Jahre 1904 vom Hause angenommene Resolution an, worin die Regierung ersucht wird, einen Gesetzentwurf zur Regelung der Fürsorge für mittellose arbeitswillige Wanderer einzubringen. ES handelt sich im wesentlichen um die bekannten Pläne deS Pastors v. Bodelschwingh, die nun mit Hülfe deS Staates in die Praxis umgesetzt werden sollen. An einigen größeren Orten eines Bezirks werden Wanderstätte» errichtet, die mit Arbeitsnachweisen verbunden werden, und diese Nachweise stehen wieder unter sich in Verbindung. Alle mittel- losen arbeitsuchenden Wanderer, die sich als solche bei einer Ge- meindebchörde ausweisen, sollen der nächsten Arbeitsstätte zugeführt werden. Hier erhalten sie gegen Arbeitsleistung vorübergehend Ver- pflegung und Obdach, oder aber st« werden einer Arbeitskolome zu- geführt. Daß der Landtag ein so reaktionäres, gegen die Aermsten der Armen gerichtetes Gesetz annehmen wird, steht leider außer Zweifel.-__ Gott— wie geistreich! Selvst das„Berliner Tageblatt" kann den imponierenden Eindruck unserer 43 Protest-Versammlungen gegen die preußische Schulvorlage nicht aus der Welt lügen. Um aber seinen Be- fähigungsnachwets als Nörgelfritze von neuem zu erbringen, kräkelt es wenigstens an der in den Versammlungen angenommenen Rc- solution herum, indem es schreibt: „Weniger sozialdemokratische Phrasen hätten mehr Wirkung getan. Soweit die Resolution gegen die angebliche„Klassen- Herrschaft der Besitzenden" zu Felde zieht und daraus alberne Folgerungen zieht, ist sie närrisch. Und närrische Resolutionen können der Sache„ur schaden, der ste dienen sollen, selbst wenn diese Dache gut ist," Merkwürdig, daß die Mosse-Männlein nur den letzten Absatz der Resolution einer„Kritik" würdigen, sich aber um die ersten drei Absätz« gar nicht kümmern. Diese ersten drei Absätze ent« halten aber auch gar zu unfreisinnige Dinge, so z. B.: einen Tadel gegen den geplanten..Angriff aus die Selbstverwaltung der Ge- mejnden", eine Koustatterung der Tatsache, daß die preußische Volksschule den Pfaffen und der Bureaukratte»och erbarmuugs- loser als bisher ausgeliefert werden soll usw. Man darf begierig sein, wann das„freisinnige"„Tageblatt" sich eine phrasenlose Resolution, frei von jeder Albernheit und Narretei, abringen wird. Vielleicht an Artur Levysohns 100. Ge- burtstag?-»_ Um einen Arbeitswillige«. Vor der Strafkammer zu Offen« dach wurde am Montag der Schuhmacher D o b r i n s k y wegen Mßhandlung eines Arbeitswilligen anläßlich eines Schuhmacher- streiks zu einem Jahre Geföugniö verurteilt. Der Mißhandelte hat keinen dauernden Schaden erlitten, sondern konnte»lach kurzem seine Arbeit wieder aufnehmen. Er wurde selbst vom Staatsanivalt als «in charakterloses Subjekt, der wegen Betruges verfolgt wird, hin- gestellt. Die Täterschaft DobrinSkys, der noch nicht vorbestraft war. ist zudem sehr zweifelhaft. Trotzdem di« harte Strafe! Denn„es handelt sich um einen AcVeltSwtlligen l" So wurde die hohe Strafe nämlich begründet l—__ Morenga gefangen? Nach einer Meldung aus Kapstadt soll es der Kappolizei ge« luuaei, sein, Morenga mit sieben seiner Leute gefangen zu nehme». Er soll nach Uppin gton gebracht worden sein. So erfreulich es im Interesse der Steuerzahler wäre, wenn die Meldung sich bestätigte— unseren Kolouialfexen und Hurrapatrioten müßt« eigentlich diese Art der Unschädlichmachung des gefährlichsten Gegners unserer Siidwestafrika-Truppen peinlich sein. Ist es doch nur mit englischer Hüls» gelunaen, den bisher Unüberwindlichen kaltzustellen. Klug« Leute haben freilich bereit« entdeckt, daß auch der Kappolizei dieser Coup nicht geglückt wäre, wenn nicht Morenga vorher von der Abteilung Bech geschlagen und selbst verwundet worden wäre. Das mag sein, aber wahrscheinlich wäre der Abteilung Bech ihrerseits dies« erfolgreiche Ueberrumpelung nicht geglückt, wenn sich Morenga nicht auf englischein Gebiete vor der deutschen Verfolgung völlig sicher gewähnt hätte I Hoffentlich erstebt nun nicht aus den Unterführern des Ge, fangeneu ein neuer Morenga, bamii das uferlos« NricgSaben teuer sich nun endlich seinem Ausgange zuneigt. 400 Millionen hat«S uns ohnehin gekostet!-» Huetand* Schweiz. Volksabstimmungen und Wahlen. I» der Stadt Zürich ist in der sonntägigen Volksabstimmung mit 0501 gegen 4607 Stimmen da» Zwetklassensystein verworfen worden, Unsere Partei hatte die Stimmberechtigten zur Ber« werfung aufgefordert.— Im A u h e r s i h l« Z ü r i ch ist bei einer Ersatzwahl in den Großen Stadtrat ein grober Disziplinbruch vorgekommen. Die Bürgerlichen hatten gar keinen Gegenkandi. baten aufgestellt, weil in diesem Kreis« unsere Partei die sichere Mehrheit hat. Dagegen wurde von den der Arbeiterunion ange- hörigen Eisenbahnern in letzter Stund« eine Sonderkandidatur aufgestellt, auf die 1449 Stimmen fielen gegen 1597 Stimmen de» offiziellen Parteikandidaten. S» muß nun ein zweiter Wahlaang stattfinden, Bei den Stadtratswahkcn in Genf verloren unsere Genossen ihre bisherigen 5 Sitze, die Radikalen 4, den Gewinn machten die Konservativen, die sich demagogischerweise„Demokraten" nennen. In Chaux-de-fonds behielten die Sozialdemokraten bei den Neuwahlen ihr« bisherigen 10 Sitze, die ihnen die Bürger« lichen fxeiwillig-proportional überließen. Die AntimilitartsteN Raine und Graber unterlagen.— In B a s« l wurde in der Volksabstimmung dt« Vorlag« betreffend die Subventionterung. des neu« zucrbauenden Theaters mit 3861 gegen 2735 Stimmen ange« nomnien, im Großen Rat des Kantons Waadt mit 136 gegen 40 Stimmen das Verbot des Absinths beschlossen. Italic«. „Wahrscheinlich"? Rom, 15. Mas.(V. HO In hiesigen politischen Kreisen gilt infolge der Demission der sozialistischen Abgeordneten ein« Minister- krise als wahrscheinlich. Schwede». Kritische Situation. Stockholm, 15. Mai.(W. T. B.) Die Zweite Kammer hat heut« abend mit 194 gegen 94 Stimmen den Regierungsentwurf" einer Wahlrechtsreform angenommen. Trotzdem ist diese Lorlage önallctt, da sie, wie bereits gemeldet, gestern von der Ersten Kammer abgelehnt worden ist. Stockholm, 16. Mai.(W. T. V.) Der Minister de-Z Auswärtigen Trolle und der KricgSniinister Tingsten haben ihr Entlassirngsgeinch enigereicht. Amerika. Der t. Mai wurde in den Aereinigten Staaten, wie aus ein- gelaufenen Briefen hervorgeht, in allen großen Städten und Industriezentren, wo die sozialistische Partei vertreten ist! festlich begangen, oft unter zahlreicher Beteiligung von Gewerk- schaften, die mit den sozialistischen Bestrebunaen synipathi- sieren. Massenversammlungen ivurdc» abgehalten in New Aork, Philadelphia. St. Louis. Chicago. Milwaukee usw. lleberall nahm man Protestresolutionen gegen die Verhaftung der Führer der Vereinigung der Bergleute der Weststaaten an. Von einer Feier durch Arbeitsruhe in größerem Maße konnte keine Rede sein: dazu hat die Maifeier bei den amerikanischen Gewerkschaftlern noch zu wenig Anhänger gefunden. In manchen Oven wurde am Sonntag nach dein 1. Riai ein Arbeiterfeft veranstaltet. Die größte Feier fand wohl in New Aork statt. Die Partei hatte eine Massenversammlung nach dein Grand Central Palace ein- berufen, und die große Halle war überfüllt. Reden wurden gehalten in englischer und deutscher Sprache sowie in „Jiddisch". Auch russische Revolutionäre traten als Redner ans. Maxim Gorki sandte ein BegrüßungStelegramm. Einige kleinere Versammlungen fanden in anderen Teilen von New Jork statt. Den Charakter einer Maidemonstration gewann auch die National-Znsammenknnft der Hutmacher am 1. Mai in New Jork. Ein Sozialist hielt die Eröffnungsrede und gedackite unter großem Beifall der internationalen Maifeier.— In Brooklyn hielten einige Gewerkschäften am Nachmittag eine„Parade" und am Abend eine Versammlung ab._ 6cwerhrcbaftUcbe9» Der Kampf in der Metallindustrie. In Düsseldorf befinden sich die Former und Gießerei- arbeiter von zwei Firmen im Streik. Es sind die» Gebr. Inden und Stahlwerk Krieger Aktiengesellschaft. Die Former der Stahl- gießerei der Firma Haniel u. Lueg haben die Kündigung ein- gereicht, weil man sie zwingen wollte, für Krieger Streikarbeit zu machen. Die Firma Krieger sucht nun Former in Rußland, nachdem ihre Inserate in Deutschland den gewünschten Erfolg nicht hatten. 2 Russen sind bereits angekommen und soll nun ein Meister in den nächsten Tagen nach Warschau, Riga und anderen russischen Industrie- orten fahren, um Leute anzuwerben. Arbeiter, welche in Rußland Verbindungen haben, wollen dies dahin berichten. • In drei Versammlungen der Metallarbeiter, die in S t u t t» gart, Cannstatt und Untertürkheim abgehalten wurden und die von 3600 Personen besucht waren, wurde eine Resolution angenommen, in der die Unterstützung der ausgesperrten Arbeiter des Gesamtverbandes der Metallindustriellen aasgesprochen wurde. » Das Flugblatt des bayerischen Metallindustriellen- Verbandes hat unter den Metallarbeitern eine ganz andere Wirkung ausgeübt, als die Urheber beabsichtigt haben. Statt in Massen fahnenflüchtig zu werden, strömen nun auch die bis- her noch Saumseligen dem Verbände zu. Ueberall herrscht nur eine Stimme über die Verlogenheit des Flugblattes, das der Oeffentlichkeit gegenüber den geplanten brutalen Gewalt- streich auf das Konto der„sozialdemokratischen Organisation" zu setzen versucht, während z. B. in Nürnberg, wo dasselbe auch verbreitet wurde, gerade in den Betrieben der Scharfmacherverbändler seit einem Jahre überhaupt keinerlei Forderung gestellt worden ist. Der Oberscharfmacher und Leiter des Bayerischen Metall- industriellenverbandeS, Direktor Rieppel von der Maschinenbau- Aktiengesellschaft, der die gesamte Industrie terrorisiert, hat anläßlich der Eröffnung der bayerischen Landesausstellung das Ritterkreuz deS Verdienstordens der bayerischen Krone erhalten, womit der persön- liche Adel verbunden ist. Diese Auszeichnung ist sehr charakteristisch, denn Rieppel hat gelegentlich der vorjährigen Aussperrung in Nürn- berg sehr scharf, schärfer, als eS irgend ein„vaterlandsloser Geselle" tun kann, gegen die bayerische Regierung Stellung genonmien, die zum Frieden geraten und die Abschließung von Tarifverträgen empfohlen hatte._ Berlin und llmgegend. Ein Maikonflikt in der Englischen Gasanstalt zu Mariendorf. In dem Betriebe der„Jmperial-Contincntal-Gas-Association" sGaSmesserfabrik Mariendorf bei Berlin) hatte die Mehrzahl der dort beschäftigen Arbeiter den 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert. Von den zirka 466 Arbeitern waren etwa 13S stehen geblieben, die übrigen 325 Dreher, Klempner, Mechaniker und Lackierer sowie eine Anzahl Mitglieder des Gemeindearbeiter- Verbandes feierten, obwohl die Direktion laut Fabrikanschlag be- kannt gegeben hatte, daß, wer am 1. Mai nicht arbeite, entlassen werde. Am 2. Mai wurde dann abermals ein Fabrikanschlag ausgchangen, der besagte, daß am 8. Mai früh 8 Uhr die Wiedereinstellungen vorgenommen würben siir alle die- jenigen Arbeiter, die wieder anfangen wollen. Die Arbeiter gingen nun, da sie noch Geld zu bekommen hatten, und auch wieder an- fangen wollten, am 3. Mai nach dem Werk. Dort fragte dann der Arbeiterausschuß an, wie die Wiedereinstcllung vollzogen werden Solle. Anstatt nun eine klare Antwort zu geben, ließ die Direktion >ie Arbeiter wie dumme Jungen stundenlang in der Sonnenglut auf dem Hofe stehen. Dann wurde dem Ausschuß gnädigst eine Liste überreicht, auf der die Namen von 73 Kollegen verzeichnet waren, deren Einstellung die Direktion ablehnte. Es waren dies alles Leute, die bis zu 13 Jahren und darüber in dem Betrieb beschäftigt gewesen waren; darunter auch Mit- glieder des Arbeiterausschusses. Ein derartiges Vorgehen der Direktion rief denn doch die gerechte Empörung sämtlicher an der Maifeier teilgenommenen Arbeiter wach. Nicht genug damit, daß man sie acht Tage lang ausgesperrt hatte, sollte nyn auch noch obendrein eine Aussiebung und Maßregelung von 73 Mann er- folgen! Dagegen bäumte sich die Solidarität und da» Ehrgefühl der Arbeiter auf und sie beschlossen: Entweder stellt die Direktion sämtliche Leute wieder ein, oder es geht niemand in den Betrieb. Dieser Beschluß wurde auch sofort prompt ausgeführt. Einmütig verweigerten die Mai- ausgesperrten die Arbeitsaufnahme. Am 12. Mai wurde dann eine Kommission bei dem Generaldirektor Körting in dieser Angelegenheit vorstellig. Dieser zeigte anfangs wohl einiges Ent- gegenkommen, erklärte dann aber, er müsse die Regelung der Sache dem Werksdirektor D r o r y überlassen. Herr Drory aber spielt den „Herrn im Hause". Anstatt den Arbeitern entgegen zu kommen, ließ er den Betrieb mit Gendarmen besetzen und richtete in der Portierbude ein Wachtlokal für die behelmten Hüter der Ord- nung ein. Wie diese nun mit den Streikposten umspringen, lehrt folgender Vorfall: Ein Streikposten, der seinen Militärpaß und sonstige Ausweispapiere bei sich hatte, wurde arretiert. Man nannte ihn einen Wegelagerer und brachte ihn wie einen Verbrecher nach dem Amt und von dort nach Maricnhöhe, wo er fünf Stunden in eine Zelle eingesperrt wurde. Als man ihn dann endlich entließ, verlangte man von ihm noch, daß er das genossene Mittagessen mit 36 Ps. bezahlen sollte. Natürlich verweigerte der Mann die Zahlung.— Am Dienstag, den 15. Mai, wurden die Arbeiter nochmals beim Direktor Drory vorstellig, jedoch ohne Er- * Lerantw. Redakteur:$«nS Weber. Berlin. Inseratenteil verantw.:! folg. Darauf beschlossen sie erneut in geheimer Abstimmung, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, als bis die Direktion das gewünschte Entgegen- k o m m e n z e i g e n wird. Das Werk verfügt mit den Stehen- gebliebenen und Arbeitswilligen insgesamt höchstens über 156 Mann. Daß diese Zahl zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht ausreicht, ist ohne weiteres klar. Wie sehr die Direktion trotz ihres hochmütigen Benehmens denn auch um Arbeitskräfte ver- legen ist, geht schon daraus hervor, daß die Meister des Werks unter Angabe ihrer Wohnung jetzt Karten an die Streikenden ver- schicken, auf denen im reinsten Gasmesser-Deutsch zu lesen steht: „Wenn sie sollten Lust haben hier in der Englischen Gasanstalt zu arbeiten bitte mir den Sonntag zu besuchen da wir jetzt Leute einstellen." Von.den Streikenden denkt natürlich niemand daran, den Lockungen der Meister zu folgen. Sämtliche Arbeiter werden jedoch ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß der Betrieb der Eng- tischen Gasanstalt zu Mariendorf bis auf weiteres gesperrt ist. Der Streik der Färber und Färbereiarbeiter der Firma W. Spindler in Spindlersfeld bei Köpenick mußte nach 2'/zwöchent- sicher Dauer bedingungslos abgebrochen werden. Die Ursache des Streiks war eine löprozentige Lohnforderung der Färber, welche von der Firma abgelehnt wurde. Die Färber erachteten die Er- füllung ihrer Forderungen um so mehr für berechtigt, als die Firma doch Tausende und Abertausende für Rathausfenster. Denkmäler usw. stiftet, um als Welt-, Wohlfahrts- und Humanitätssirma glänzen zu können. Ferner verteilt die Firma alljährlich an ihre höheren Beamten und Meister ungefähr hunderttauiend Mark Tantiemen, die aus den Schweißtropfen der Arbeiter herausgewürgt werden. Da die Firma auf ihrem ablehnenden Standpunkt verharrte, legten die Färber am 24. April die Arbeit nieder. In einer am 28. April abgehaltenen, von etwa 1266 Personen besuchten Versammlung der übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen, erklärten diese sich mit den Färbern solidarisch und beschlossen, falls die Firma mit den Färbern nicht bis zum 36. April vormittags verhandelt, am selben Tage um 12 Uhr die Arbeit niederzulegen. Und so geschah es denn auch, daß um die genannte Zeit zirka 866 Personen den Be- trieb verließen. Durch Ausstreuung allerlei Gerüchte versuchte die Firma nunmehr die Streikenden wankelmütig zu machen und es ge- lang ihr auch, einige Färber abtrünnig zu machen. Nunmehr fühlte sich die Streikleitung veranlaßt, die Abbrechung des Kampfes zu empfehlen. Dem wurde in einer am 9. Mai abgehaltenen Ver- sammlung zugestimmt. Um nun fernerhin Ruhe im Betriebe zu haben, wurden natürlich diejenigen, die sich irgendwie betätigt haben, kurzerhand entlassen. Unter den noch ungefähr 236 Ausgesperrten befinden sich Leute, die über 36 Jahre bei der Firma beschäftigt waren. Von einigen Wiedereingestellten verlangt man, sie sollen eine Bescheinigung beibringen, daß sie nicht mehr Mitglieder des Verbandes sind. ES wird ersucht, den-Zuzug nach wie vor streng seruzuhalten. Sämtliche Ziegeleiarbeiter in Halbe(Kreis Teltow), etwa 466 an der Zahl, legten am Montag die Arbeit nieder. Die Streikenden bitten um Fernhaltung des Zuzuges. Der Streik in der Berliner Motorwagenfabrik zu R e i n i ck e n- d o r f- O st dauert noch unverändert fort. Der Kampf währt nun bereits sechs(volle Wochen. Beteiligt sind Metallarbeiter, Holz- arbeiter, Schmiede und Hülfsarbeiter. Die Firnia hat mehrfach versucht, Streikarbeit in anderen Fabriken Berlins und auswärtiger Orte anfertigen zu lassen. Dank der Wachsamkeit der dortigen Arbeiter ist dies jedoch verhindert worden. Die Arbeiten kamen unfertig ivieder zurück. ES wird ersucht, auch fernerhin derartige Arbeiten für die Firma zu verweigern. Der Streik der Lager- und Maschinenarbeiter bei der Firma David Franke Söhne dauert unverändert fort. Die AuS- tändigen haben keine Ursache nachzugeben. Streikbrecher sind nicht vorhanden. Bei den Firmen„Berliner Holzkomptoir" owie bei H e y n e u. C o. und bei S o m m e r l a t t wollte die be- streikte Firma Streikarbeit anfertigen lassen. Die dortigen Arbeiter haben dies jedoch verweigert. Zum Streik in der Portland-Zementfabrik von Guthmann u. Jescrich. Die Firma behütet ihre Arbeitswilligen wie die Augäpfel; Polizei und Gendarmen helfen ihr dabei. Am Sonnabend wurden die aus Zossen herbeigeholten rusfisch-polnischen Arbeiter vom Lagerplatz in der Rungestraße erst per Motorboot nach Treptow befördert, von dort ging es mit der Ringbahn nach der General Papestraße und dann nach Zossen. Diese Arbeitswilligen haben nämlich ihre Familien in der Zossener Fabrikkaserne und sind kontraktlich für den ganzen Sonimer verpflichtet. Als die Streikenden am Sonntag durch Dolmetscher mit ihnen sprachen, sagten sie, ie müßten ja arbeiten, sonst würden sie aus- gewiesen. Am Sonntagnachmittag wurden die Aermsten dann unter Gendarmenbcgleiwng per Wagen über Mittenwalde nach KönigSwustcrhausen transportiert, mid erst auf dieseni gewaltigen Umwege kamen sie wieder nach der Rungestraße. Alles das auS Besorgnis vor den Streikposten, damit diese dem Unternehmer die Polen und Russen nicht abspenstig niachen. In der Rungestratze und auch in der Charlotten- burger Filiale des Werks werden die lieben Arbeitswilligen von Polizisten zu Wasser und zu Lande, zu Fuß und zu Pferde, heimlichen und unheimlichen, sorgfältigst bewacht. Die traurigste Rolle in diesem Streik spielen aber d i e Kutscher der Firma Pannach, welche die Fuhren für die bestreikte Zementfabrik leistet. Der TranSportarbeitcrverband suchte diese Kutscher, von denen etwa die Hälfte bei ihm organisiert sind, zu veranlassen, nicht etwa selbst die Wagen zu beladen und auch keine Fuhren zu fahren, die von Arbeitswilligen beladen werden. DieS haben die Kutscher mit Ausnahme weniger jedoch abgelehnt..Der Verband wird sich daher demnächst mit deui Ausschluß dieser Kutscher auS der Organisation beschäftigen. Sämtliche Bauarbeiter und Bauhandwerkcr werden deshalb darauf aufmcrlsaui gemacht, daß die Kutscher der Firma Pannach Arbeits- willigendienste verrichten. Veutkestes Reich. Die Aussperrung der Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. Daß den Unternehmern in ihren vereinsamten Betrieben nicht mehr recht wohl ist, beweisen die Zirkulare, welche sie an ihre Kund- schaft versenden. Die wehmütige Bitte, ihnen ihre Aufträge nicht zu entziehen und der heiße Dank für die Unterstützung in diesem Kampfe um das HerrenhauSrecht, wie die listigen Unternehmer diesen Kampf bezeichnen, läßt darauf schließen, daß sie bald ein- sehen werden, daß die Buchbinderei-Arbeiter und-Arbeiterinnen sich nicht bedingungslos der Willkür der Unternehmer ausliefern. EL wird den Auftraggebern die teilweise Aufnahme des Betriebes in vierzehn Tagen bis drei Wochen in Aussicht gestellt. In allen Gegenden Deutschlands, am häufigsten in den schlesischen und märkischen Blättern, erscheint folgende Annonce:„Tüchtige Buch- binder bei 26— 36 M. Wochenlohn und Reisevergütung werden ver- langt von C. Metschke u. Ko., Zimmerstraße 14, Berlin." Laufen Bewerbungen ein, dann wird dem Bewerber geschrieben, daß nach sechswöchiger Beschäftigung das Reisegeld retour erstattet wird. Herr Metschke hat das Streikbrechcr-VcrteilungSbureau über- nommen und sich in den Schutz der Polizei begeben, welche dort zwei Posten stationiert. Ausgesperrt sind in Berlin 511 männliche, 512 weibliche und stehengeblieben 79 Personen; in Leipzig 2664 Personen auL- gesperrt, 289 sind stehengeblieben. Die Buchbindereibesitzer er- lassen in den größeren Zeitungen mächtige Inserate, in denen sie die Arbeiter als von den Hetzern verführt hinstellen und auf. fordern, in die Betriebe zurückzukehren. Ob sie dann wieder Streikarbeit machen sollen, wird nicht gesagt. Bei der Geschlossen- heit, welche überall herrscht, ist es ausgeschlossen, daß diesem Rufe gefolgt wird. sh. Glocke, Berlin. Druck».verlas: vorwärts Buchdr.u.verlassanjtaltU Die Aussperrun'"t Buchbindergewe.-be, die von den Unter. nehmern inszeniert wac-!�- url1 die Kassen bog BuchbinderverbandeS zu sprengen und den Arberiern einen Tarisoer trag nach dem Herzen der Prinzipale auszuzwingkn, veranlaßt letztere durch Annoncen und Eingesandts ArbeitSwilligd��ch Berlin rjind Leipzig zu locken. Wir ersuchen unsere Kollegen al�rorten, hierauf scharf acht zu geben, und unverzüglich durch Mitte' langen an die betreffenden Blätter und an die Arbeiterpresse den T�cho-erHalt klar stellen zu wollen. Auch wäre uns eine Zusendung deüd.rtiger Annoncen und Artikel in gegnerischen Blättern sehr erwünscht. Alle Arbeiter- blätter werden um Nachdruck ersucht. Deutscher Buchbinderverband. Ter Vorstand. Die Maler in Stettin befinden sich in einer Anzahl von 356 Mann im Streik.— Zuzug ist fernzuhak-en. Die Aussperrung der Maurer in Posen ist beendet. Der Auf- Hebung der Aussperrung folgt die Schließung eines Tarifvertrages. der eine Lohnerhöhung für dieses Jahr vorsieht. Ursprünglich wollten die Arbeitgeber die Verlängerung des alten Vertrages auf weitere zwei Jahre. Der 6'/zwöchentsiche Kampf endete also mit dem Siege der Maurer. Die Holzarbeiter i» Königsberg beschlossen am Montag in einer von 1666 Mitgliedern besuchten Versammlung, am Dienstag morgen überall da in einen Streik zu treten, wo die Forderungen nicht schriftlich anerkannt werden. Zirka 766 Tischler streiken; die Meister. die nicht im Arbeitgeber- Schutzverband organisiert sind, haben die Forderungen bewilligt. Obwohl die Gesellen schon im Februar den Tarif eingereicht hatten, blieben sie lange Zeit ohne Antwort und erst in der vorigen Woche bequemten sich die Arbeitgeber zu Ver- Handlungen, die aber scheiterten, obwohl die Gesellen Zugeständnisse machten. Die Meister wollten vor allen Dingen nicht auf eine Sicherstellung des Lohnes bei Aklordarbeiten eingehen. Ebenso wollten Sie den geforderten Zuschlag zum Stundenlohn nicht be- willigen. Gestern wurden die Verhandlungen sortgesetzt. Arbeits« willige sind so gut wie nicht vorhanden. Die Holzarbeiter haben eine vortreffliche Organisation. Ihre hauptsächlichsten Forderungen sind: Festsetzung der Arbeitszeit auf 58 Stunden pro Woche in diesem Jahre und 57 Stunden in den nächsten beiden Jahren. Die Löhne für Akkordarbeit sollten eine 16prozentige Erhöhung erfahren und der Stundenlohn sollte sich in diesem Jahre um 3 Pf., in den nächsten Jahren um 2 Pf. erhöhen. Auf drei Jahre soll der Vertrag abgeschlossen werden. Steinsetzer und Rammerl In Bautzen bei der Firma Gräfe sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Zuzug von Holzarbeitern ist von Hamburg fernzuhalten. Ein Wolffsches Telegramm meldet von dort: Der Schutzverband der Arbeitgeber der Holzindustrie von Hamburg und den Nachbarstädten hat in einer stark besuchten Versammlung unter anderem beschlossen, daß, falls bis nächsten Sonntag die Sperro nicht aufgehoben sei und nicht überall geregelte Verhältnisse ein- getreten seien, der geschäftsführende Ausschuß ohne Ansehen der entstehenden Kosten dafür zu sorgen habe, daß gute auswärtige Arbeitskräfte unter Bewilligung dauernder günstiger Verträge für Hamburg gewonnen werden.—„Geregelte Verhältnisse" können die Herren Holzindustriellen bequemer haben, wenn sie nämlich die Forderungen der Arbeiter anerkennen! Den Nennsmndentag, der in den staatlichen Betrieben Bayerns bereits durchgeführt ist, erstreben die Arbeiter, die in den Betrieben der Stadt Nürnberg beschäftigt sind. In einer Versammlung der Arbeiter einer Anzahl städtischer Betriebe wurde eine Resolution an- genommen, in der die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit ge- fordert wird. Diese Resolution wurde den in Frage kommenden Arbeiterausschüssen übergeben, die sie an den Magistrat weiter gaben. Der Magistrat lehnte aber die Forderung rundweg ab, ohne auf den Inhalt der Eingabe näher einzugehen, weil er den Ver- sammlungen der städtischen Arbeiter nicht das Recht zugestehen will, den Arbeiterausschüssen„Aufträge zu erteilen". Dannt haben die freisinnigen Stadtväter Nürnbergs nur wieder aufs neue bewiesen, daß sie die Arbeiterausschüsse, auf die sie sich so viel zugute tun, nur deshalb errichtet haben, um das Koalitionsrecht der Arbeiter auszuschalten. Wo sollen denn die Arbeiter sonst ihre Wünsche formulieren als in Versammlungen? Beendeter Streik. Der größte Teil der etwa 2566 Mann zählenden Arbeiterschaft der Rheinischen Gummi- und Zelluloid- fabrik zu Mannheim, der sich seit dem 19. April im Ausstande be- fand, hat gestern früh bedingungslos die Arbeft wieder auf- genommen. Ausland- Eine Riesenaussperrung. Die Wiener Bauherren haben eine umfangreiche Aussperrung der Bauarbeiter vorgenommen; 12 666 Maurer und gegen 26 666 Hülfsarbeiter sind hiervon betroffen. Natürlich werden auch noch andere Berufsgruppen, wie Maler. Anstreicher, Fuhrwerker, in Mitleidenschaft gezogen. Die Maurer hatten schon im Dezember 1965 den Unternehmern die Forderung unterbreitet: 5 Kronen(4 M.) Tagelohn und Anerkennung der Vertrauensleute der Organisation auf den Bauten. Die Absicht der Wiener Bauherren geht dahin, die Organisation der Maurer zu vernichten. Äas wird ihnen jedoch nicht gelingen. Diese haben vielmehr den Kampf niit Begeisterung aufgenommen und werden ihn bis zum bitteren Ende durchführen. Gegen 5666 Maurer haben Wien bereits verlassen. Die Schnhmachcrgchülfen Stcicrmarks streiken nach einem uns zugehenen Privattelegranim seit gestern wegen nichterftillter Lohnforderungen. Das Personnl bv Eisenbahn Malmö— Dftad ist wegen ver- weigerter Lohnerhöhung in den Ausstand getreten. Der Verkehr ist bis auf weiteres eingestellt. Ein neuer Tarifvertrag schwedischer Textikarbcitcr. Für die Textilindiistrie in Norrköping ist in der vorigen Woche ein neuer Tarifvertrag zustande gekommen, der auf zwei Jahre gelten soll und den Arbeitern und Arbeiterinnen schätzenswerte Vorteile bietet. Die Lohnerhöhungen, die erzielt winden, betragen für jedes der beiden Jahre im ganzen ungefähr 156 666 Kronen. Die Gewerkschaften von San Francisco haben beschlossen, an- gcsichts der allgemeinen Lage keine Erhöhung der Arbeits- löhne zu fordern, was dort für das Baugewerbe von großer Wich- tigkcit ist. Die höchsten vor dem Erdbeben gezahlten Löhne unter den Bauhandwcrkcrn waren 6 bis 7 Dollar für die achtstündige Arbeitszeit, die niedrigsten Löhne 3 Dollar. Der Beschluß der Gewerkschaften ist um so bemerkenswerter, als sämtliche Waren- preise in die Höhe gegangen sind; auch die Lebensmittel sind teurer geworden. Es wird allerdings erwartet, daß die Teuerung nur eine vorübergehende Erscheinung ist und mit dem Eintreffen neuer Warenvorräte aus dem Osten aufhören wird. Letzte Nachrichten und Oepekben. Unnche im Zululande. Durban, 16. Mai.(Meldung des„Reuterschen BureauS") Unter den Eingeborenen längs der ganzen Grenze zwischen Natal und Zululand herrscht wachsende Unruhe. Heute hier eingegangene Be- richte bestätigen, daß das Land von Mapumuelo bis Helzmakaar in Erregung ist, und daß die Eingeborenen offen von de» Zauberer» für den Krieg besprochen werden._ Gruben-Explosion. ArraS(Dep. Pas de Calais). 15. Mai.(W. T. B.) Heute vor- mittag ereignete sich im Schacht fünf der Kohlengruben von Noeux eine Explosion schlagender Wetter, bei der zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. ml Singer öcCo., Be ilin S W. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungSdlatt »t. m. zz.zchtMg. i. Keiigge des.IllMlirts" Kerliller UglksdlÄ» l, der Ausprägung von Silbermünzen zu< zustimmen, wird vom Präsidenten ftir nicht im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetze erklärt und vom Antragsteller zurück gezogen, da er sich inateriell mit den. Antrage Arendt decke. Letzterer wird nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte zugelassen. Abg. Graf Kunitz(I.) bittet um Annahme des Antrages Arendt. Reichsschatzsekrctär Frhr. v. Stengel: Auch die Reichskassen- scheine stellen eine Reichsschuld dar, und zwar eine unverzinsliche, Ihre Höhe beträgt 120 Millionen Mark, ist also ganz unbedenklich. Keine größere Gefahr besteht ftir die Goldwährung als ein Uebcr- maß minderwertiger Scheidemünze. Ich bitte Sie, dem Antrag Arendt nicht zuzustimmen. Abg. Dr. Arendt: Mein Antrag enthält gar keine Tendenz zur Vermehrung der Silberscheidemünzen, sondern zur Verminderung der Reichskassenscheine. Bisher hatten wir nicht übermäßig viel Fünfmarkscheine, sie verschwinden fast, in Zukunft aber sollen die Arbeiter mit Fünf- und Zehnmarkscheinen überschwemmt werden-, hiergegen sollten gerade die Sozialdemokraten auftreten. (Heiterkeit links.) Der Antrag Arendt wird gegen die Stimmen der Rechten ab- gelehnt. ß 2 des Gesetzes— und damit das ganze Gesetz— wird debattelos angenommen. Es folgt die Beratung der zum Mantelgesetz beantragten Resolutionen. Die Kommission beantragt: Der Reichstag wolle beschließen: 1. Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen eine Reform der Branntweinbesteuerung herbeigeführt wird; 2. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, auf eine Erhöhung der Einnahmen der Reichspost- und Telegraphenverwaltung durch Maß» nahmen Bedacht zu nehinen, welche 1. die Beseitigung der im Orts- und Nachbarverkehr bestehenden Ausnahinetarife für Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere, 2. die anderweite Festsetzung der Gebühren für außerordent- liche Zeitungsbeilagen zum Gegenstand haben: 3. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichsrage als- bald eine Vorlage zu machen, welche für größere Mühlen zum Schutze der kleinen und mittleren, unabhängig von der einzelstaat- lichen Besteuerung, eine Reichssteuer einführt, die das jährliche Ver- mahlungSquantuni mit einer steigenden Abgabe belegt. Hierzu beantragen die Abgg. Dr. Arendt und Genossen: In der Resolution 2 daS Wort„Postkarten" zu streichelt und folgende Ziffer hinzuzufügen: 3. Die Erhöhung des Portos der Postkarten im Orts- und Rachbarverkehr auf 3 Pf. Ferner beantragen die Abgg. Alirecht und Genoffen(Soz.): Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach Rcichscinkommen. und Reichs- Vermögenssteuern mit stufenweise steigenden Steuersätze» eingeführt und in Verbindung damit die die breiten Volksmassen bedrückenden Verbrauchsabgaben, insbesondere die Abgaben auf Salz, Petroleum und Zucker abgeschafft werden. Die Abgg. Dr. Müller-Sagan, Dr. Wiemer und Merten(frs. Vp.): Der Reichstag wolle beschließen: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentwurf betreffend Besteuerung der Vermögen mit stufenweise aufsteigenden Steuersätzen und in Zusammenhang damit einen Gesetzentwurf zur Beseitigung der die breiten Schichten des Volkes am schwersten bedrückenden Belastungen des Massenverbrauches vorzulege». Und die Abgg. Dr. Becker-Hesien(natl.) und Genossen: Der Reichstag wolle beschließen: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen den vom Militär- dienst Befreiten die Zahlung einer einmaligen, eventuell in Raten zu entrichtenden Abgabe nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit auf erlegt wird!— Zuerst wird die Resolution der Kommission(Reform der Braund weinstcuer) zur Diskussion gestellt. Abg. Wiemer(frs. Vp.): Die Resolution, die meine Freunde in der Kommission beantragt haben, verzichtet darauf, die Richtung der Reform der Branntweinsteuer anzugeben; sie spricht nur die Not wendigkeit dieser Reform auS. Die Notivendigkeit der Reform ist aber zweifellos. Die Spiritussteuer ist ein Muster- beispiel für die Gemeinschädlichkeit aller Monopole. Das Kontingent steht als Wache vor der Spirituszentrale. Trotz dem soll es im Spiritusring krachen, und man will die Gesetzgebung zu seiner Rettung in Bewegung setzen, indem man die Kontingentierungsbestiuiinuilge» ändert. Das Brechen mit dem System der Liebesgaben, während Industrie und Handwerk beständig belastet werden, ist auch eine Forderung der politischen Moral. (Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Abg. Holtz(Rp.): Andere Industrien werden von der Linken wohlwollender behandelr: gegen die Biersteuer erklärten sich die Herren, die Branntweinsteuer aber wollen sie zu den ReichSausgabcn heranziehen, obwohl doch gerade der arme Mann den Branntwein zur Stärkung der Nerven braucht.(Widerspruch links.) Wer es mit der Landwirlscbaft gut meint, kann nicht wünschen, daß die Spiritus- induftrie ruiniert wird. Abg. Dr. Südckum(Soz.): Herr Holtz fand eS merkwürdig, daß dieselben Parteien, welche die Bierstcuer abgelehnt haben, sich für die Branntweinsteuer erklärt haben. Das ist zunächst eine tatsächliche Unrichtigkeit. Meine politilcyen Freunde haben sich sowohl gegen die Biersteuer ivie gegen die Schnapssteuer gewandt. Im übrigen steht es aber doch fest, daß den Spiritusbrennern die Möglichkeit gegeben ist, mindestens die Besteuerung des KontingentspirituS restlos auf das Publikuni abzuwälzen. Insofern besteht ein erheblicher Unterschied zwischen der Bier- und der Brauntweiustener, ein Unterschied, der eS auch erklärlich machen könnte, daß irgend ein Mitglied des HauseS gegen die Bier- fteuer- und für Brannlweiilsteuer stimmt. Herr Holtz hat nicht zu bestreiten gewagt, ja, er hat eS aus- drücklich zugegeben, daß tatsächlich eine Liebesgabe existiert. Diese Liebesgabe hat nun in den 20 Jahren 880 Millionen Mark auS- gemacht, die aber nicht etwa, wie Herr Holtz meinte, der Landwirtschaft zugute gekommen find, sondern den Brennern, wobei die vier großen vremiercieit genau soviel Vorteil gehabt haben wie 16 000 kleine.(Hört! hört! links.) Nun sagte Herr Holtz in seinem Lobliede auf den Spiritusring, der Ring habe eS verstanden, den Spiritus in das Gewerbe einzuführen. Tai ist auch unrichtig. Richtig ist nur. daß es dem Spiritusring gelungen ist, den Spiritus zu hohen Preisen in das Gewerbe hineinzubringen, aber wenn wir die Liebesgabe nicht hätten und der Spiritus infolgedessen erheblich billiger wäre, so würde die Spiritusindustrie sich in viel größerem Maße als heute ausgedehnt haben. Hat es, doch der Spiritus ring durch seine hohen Preise erreicht, daß die deutsche Eau de Coloane- Fabrikation, die jahrzehntelang den Markt in Indien beherrschte, diesen Markt verloren hat, weil eS einer anderen Industrie möglich war, sie zu unterbieten. Ob das gerade ein Erfolg des Spiritusringes war, bezweifle ich. Nun glaube ich, daß diese ganze Frage viel mehr eine allgemein polittsche, als eine agrarpolitische oder eine finanztechnische Frage ist. ES handelt sich darum, ob eS geschehen soll, daß zur Deckung des Defizits im Reich ausschließlich die gewerblich tätige Be völkerung. die industrielle, die städtische Bevölkerung bei- tragen soll, oder ob auch die Landwirtschaft dazu in einem entsprechenden Maße herangezogen werden soll.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Landwirtschast hat sich wahrhastig nicht über Mangel an Berücksichtigung beklagen können. Abgesehen davon, daß ihr der Nutzen aus den neuen Zöllen mit ihrer außerordent- lichen Verteuerung der Lebensmittel zu teil geworden, daß sie jetzt Viehpreisc bekommt, an die vorher nicht zu denken war(Lachen rcchts) und daß die Fleischnot nicht dadurch bekämpft worden ist, daß die Regierung die Grenzsperre aufgehoben hat. wird doch auch gerade durch diejetzt vorliegenden Steuern dieLandlvirtschaft in hervorragendem Maße im Vergleich zur städtischen Bevölkerung bevorzugt, mdirekt allein schon dadurch, daß wir jetzt eine neue Verteuerung des Bieres einführen wollen; denn in dem Maße, wie daS Bier verteuert wird, wird zweifellos der Schnapskonsum der ärmeren Bevölkerung wieder in die Höhe getrieben. Das mag ja denjenigen, die an der Schnaps- kultur mterefsiert sind, sehr angenehm sein, anderen Kreisen ist es sehr unangenehmst. Daß die Lc ndwirtschaft auch bei der Erbschaftssteuer eine ganz eklatante Bevorz igtmg erfahren hat, werden Sie doch wohl nicht bestreiten, und daß durch die Fahrkartensteuer die städtische und industrielle Bevölkerung in außerordentlich viel stärkerem Maße belastet wird als die ländliche, das ist doch so sonnenklar, daß es nicht einmal von agrarischer Seite bestritten werden kann. Und meinen Sie etwa, daß die Erhöhung der Offizierspensionen, mit denen wir uns in den nächsten Tagen beschäftigen werden, den Arbeitern zugute kommt? Sie ist ja gerade begründet worden damit, daß man den Zustrom zur Offizicrslaufbahn aus den Kreisen der Grundbesitzer heben will. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist ja bekannt, daß eine der verbreitetsten menschlichen Untugenden die Undankbar kcit ist. Für Preußen z. B. ist eS ganz offenkundig, daß die agrarischen Bezirke alimentiert werden von den Bezirken mit städtischer Be völkerung. lAbg. v. Kardorff: Deshalb wohl die Landflucht!) Jw wohl, die Gutsbesitzer fliehen nicht vom Lande, aber die Arbeiter.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Es hat noch nnmer der hochnäsigste Junker feine Rente gern ans den Tasche» deS schnapSniisigsten Pennbruders angenommen. Herr v. Kardorff spricht von dem„skrophulösen Gesindel", aber er ist sehr froh, wenn dieS„Gesindel" den von seinen Fuselgenossen gebrannten Schnaps trinkt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Im Volke wird man eS überhaupt nicht verstehen können, wenn man bei einem solchen Anlaß, in einer Zeit, in der geradezu gefährliche neue Steuern geschaffen werden, nicht wenigstens den Versuch machen würde, die Liebesgaben abzuschaffen. Abgeordneter Wiemer hat ganz richtig gesagt, die Abschaffung ist eine Forderung der politischen Moral. Ein Kommissar der Regierung hat in der Kommission erklärt: Liebesgaben gibt eS nicht!(Sehr richtig! rechts.)— Sehr falsch I Abg. Holtz hat ja zugegeben, daß Liebes- gaben existieren, der Regierungsvertreter aber hat gesagt, es handele sich nur um einen„Zuschlag zu den Produktionskosten". Dieser Re- giernngsvertteter möge sich seine Naivität noch recht lange bewahren! Auf den Namen kommt es nicht an, wir wollen also jetzt sagen: Es ist eine Forderung der politischen Moral, den„Zuschuß zu den Produktionskosten" abzuschaffen.(Sehr gut! links.) Der Regiernngsvertrcter hat gesagt, eine Vorlage zur Reform der Branntweinsteuer sei schon in Arbeit, könne aber für die nächste Zukunft noch nicht eingereicht werden, da die Vorarbeiten bei der Schwierigkeit des Materials noch Jahre in Anspruch nehmen würden. Ich behaupte aber, es ist nicht die Schwierigkeit des Materials, sondern die Abhängigkeit der Regierung von den Agrariern.(Sehr richtig! links.) Sie glauben doch selbst nicht, daß die preußische Regierung sich dem allgemeinen Wahlrecht für den Landtag wider- setzen lvürde. oder daß sie es wagen würde, ein solches Schulgesetz einzubringen.(Zuruf rechts: Das haben Sie doch gar nicht gelesen l) daß die Regierung die ganze Klassenjustiz aufrecht erhalten würde, lvenn sie nicht von den Agrariern in diesen Bestrebungen gestützt und bestärkt wiirde. Wenn der Abg. Holtz verlangt, wir sollten das Gewerbe in Ruhe lassen, da das Branntweiugesetz erst im Jahre 1902 eine gründliche Reform erfahren habe, so erwidere ich ihm, daß diese„Reform" durchaus keine sorgsame ivar, daß sie, um mit dem Abg. Holtz zu sprechen, eine„häusliche Angelegenheit der Brenner" war. Seit 1887 ist an den Prinzipien überhaupt keine Aendernng vorgenommen. Alle Aendetmngen seitdem waren„häusliche Angelegenheiten", waren Versuche, die Verteilung des Gewinnes möglichst günstig zu gestalten. Man glaubte die Liebesgabe aufrechterhalten zu können, wenn man sagen konnte, die kleineren Brennereien hätten den Hauptvorteil davon. Jetzt klagen die kleinen Brenner tvieder, und gerade heute habe ich es von einem kleinen Brenner ans Sachsen gehört, daß die Reform von 1902 das Faß zum Ueberlnufen gebracht und die kleinen Brenner noch schlechter gestellt hat, als sie vorher schon standen. (Sehr richtig! links.) Meiner Ueberzeugung nach— und ich weiß, daß, wenn auch nicht öffentlich, so doch insgeheim sehr viele Ab geordnete, auch solche, die nicht der äußersten Linken angehören, dieser Meinung sind— dürfte der Reichstag kein anderes Steucrgesctz früher verabschieden, bevor nicht in der Be steitenmg des Branntweins die Liebesgaben beseitigt sind.(Leb hafter Beifall links.) Abg. Becker- Hessen(natl.) erklärt, daß die Nationalliberalen für die Resolution stimmen werden. Die Debatte ist erschöpft. Die Resolutton wird gegen dte meisten Stimmen der Rechten angenommen. Es folgt die Beratung der Resolution 2: Erhöhung der Em- nahmen aus der Post usw. Abg. Singer(Soz.) (Anfangs bei der großen Unruhe im Hause schwer verständlich): Die Notwendigkeit, auf eine Erhöhung der Einnahmen der Postverwaltung hinzuwirken, ist in der Kommission damit begründet worden, daß die bisher bewilligten Steuern zur Deckung des Mehr- bedarfs nicht ausreichen Ivürden. Es ist aber ein Unding, einzelne Zweige der Reichspostverwaltung für sich zu behandeln. Der Herr Staatssekretär des ReichSpostamts hat seine Stellung einmal selbst mit der des Leiters eines großen Geschäfts verglichen, und er muß wissen, daß in jedem großen Geschäft an verschiedenen Artikeln nichts verdient, za sogar zugesetzt wird, während trotzdem ein Gesamtnutzen herauskommt. So ist es auch bei der Reichspost. Es ist auch für die Reichspost ganz unmöglich, auf Heller und Pfennig festzustellen, ivelchen Erfolg die geplanten Tarisänderungen haben könnten. Daß die Reichspostverwaltung im ganzen sehr gut arbeitet, daß sie ein rentables Unternehmen ist, beweisen ihre großen Ueberschüffe. Wenn man über mangelnde Ueberschüffe bei einzelnen Zweigen der Post klagt, so muß man auch folgendes bedenken: Für den Verkauf von Marken der Versicherungsanstalten braucht die Postverwaltung eine ganze Anzahl von Beainten. Weiter kommt dazu, daß der Post auf einem anderen Gebiete große Einnahmen entzogen werden: Der Herr Staatssekretär hat uns in der Kommission mitgeteilt, daß 20l/z Millionen für die Portofreiheit von Behörden und Fürstlichkeiten eingesetzt sind. Wenn man aber einmal eine Rechnung machen würde, was der Reichspostverwaltung durch die Gewähruug dieser Portofreiheit in Wirklichkeit entgeht, so würde man wahrscheinlich noch zu ganz anderen Summen kommen. Was für Telegramme werden von Deutschland aus in die Welt geschickt(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten), nicht nur von einzelnen Behörden, sondern auch von hochstehenden Personen, Telegramme, die schon durch ihre Länge recht hübsche Kosten verursachen und in bezug auf deren In- halt man sagen kann, sie wären besser nicht in die Welt geschickt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich will nicht von der zweifellos sehr großen Zahl von Telegrammen im diplomatischen Dienste des Reiches und der Einzclstaaten und in ihre» sonstigen Verwaltungszweigen reden, weil mir das Material zu genaueren Angaben über den Umfang dieser Freisendungen fehlt. Aber auf die Portofreiheit der fürstlichen Personen und ihrer Ver- waltungen muß ich noch mit einein Beispiel zurückkommen, das zeigt, welche Verschwendung mit diesen Freitclegrammen getrieben wird. Als Freiherr v. Mirbach, der frühere Oberhofmeister der Kaiserin, sich für die Sammlungen zum Bau der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche interessierte, schickte er einer großen Anzahl von Stadtverordneten Freitelegramme mit der Aufforderung, aufs Oberhofmarschallamt zu kommen. Diejenigen, die vielleicht in der Hoffnung, einen Orden zu empfangen(Heiterkeit), der Aufforderung nachkamen, erfuhren dort, daß es Herrn v. Mirbach angenehm wäre, wenn die Stadt- verordnetenversammlung sich recht lebhaft für den Bau dieser Kirche interessieren würde!(Erneute Heiterkeit.) Ich selbst bin ja auch mit mehreren dieser Telegramme beehrt worden, ohne daß ich mich deshalb veranlaßt sah, ins Oberhofmarschallamt zu gehen. Wenn wir aber einmal eine Rechnung aufmachen wollten und feststellen würden, ein wie großer Teil der Ausgaben der Reichspostverwaltung für diese Zwecke verausgabt wird, Ivelcher Teil der Arbeitszeit der Beamten und der Arbeitsräume dazu hergegeben wird, so jtnirbcii ganz andere Zahlen für die Ueberschüffe erscheinen, und kein Abg. Gamp(Rp.): Jch� bedauere die Nachsicht des Präsidenten gegen den Vorredner, der über alles mögliche gesprochen hat. Von der Landwirtschaft versteht er offenbar gar nichts. Der Spiritusring hat große Verdienste für die bessere technische Verwendung des Sviritus. Für die Resolution in der gestellten Forin könnte ich slimnten, denn ich bin überzeugt, daß wir recht bald zu einer Reform der Branntweinsteuer komtnen. und zwar nach der Richtung der Monopolgesetzgebung.(Beifall rechts.) Die Monopolgesetzgebung Ivllrde die Ernährung des Volkes mit Kartoffeln erleichtern!(Bravo! rechts. Lachen links.) Abg. Pachiticke(frs. Vg.): Unsere Haltung bei Bier- und Brannt- tveiusteuer enthält keinen Widerspruch. Beim Bier ist die Steuer von 4 auf 10 Mark erhöht, beim Branntwein handelt es sich gar nicht um eine Erhöhung, sondern um die Abschaffung einer Ver- günsligung. Mit dem Mund leugnen sie das Bestehen einer Liebesgabe, mit der Hand aber halten sie sie fest.(Sehr richtig! links.) Abg. Speck(Z.): Meine Freunde werden der Resolution in der vorgeschlagenen Fassnng zustimmen. Widersprechen muß ich aber einigen in der Diskussion gefallenen Aeußerungen. Die Preispolitik des Spiritusringes war nicht immer richtig und geeignet, die Ver- ivendnngSinöglichkeit des Spiritus zu erhöhen. Herr Gamp hat ganz ungeniert die Monopolgesctzgebnng befürwortet; auf dem Wege wird ihm wohl auch der Reichsschatzsekretär nicht folgen.(Beifall im Zentrum.) Abg. Wiemer(frs. Vp.): Einer Herabsetzung der Zuckersteuer würden wir uns nicht widersetzen. Abg. Wolff(Wirtsch. Vg.): Wir werden gegen die Resolution stimmen. Ettie Rcforin der Vranutweinsteucrgesetzgebung muß kommen, aber wir haben zur Regierung das Vertrauen, daß sie den richtigen Zeitpunkt wählen wird. keine Partei des Hauses hätte mehr Grund über die Geringfügigkeit der Ueberschüffe zu klagen. Der Vor- wurf, daß die Ueberschüffe der Reichspostverwaltung nicht hoch genug seien, ist also ganz ungerechtfertigt.(Sehr wahr! links.) Aber ganz abgesehen von diesen tatsächlichen Feststellungen ist es doch ganz unglattblich, daß das Bestreben des deutsche» Reichstags dahin gehen soll, eine Verteuerung der Reichspost- und Telegraphen- gebühren herbeizuführen. Früher, wenn wir von Postreform sprachen, war die allgemeine Auffassung, daß es sich nur um eine Verbilligung des Verkehrs handeln könne.(Sehr wahr! links.) Heute scheint, wenn es nach der Majorität dieses Hauses und nach den verbündeten Regierungen geht, jede Post- reform mit einer Verteuerung verbunden sein zu müssen. Aber weun wir die Gebühren ständig verteuern, so schlachten wir schließlich die Henne, die uns die goldenen Eier legte. Die Resolution, von der ich dringend wünsche, daß sie im Hause keine Annahme finde, ist einfach vcrkehrsfeiudlich.(Sehr wahr I links.) Wo ist die Zeit geblieben, da der erste Reichspostsekretär Stephan als Bannerträger der Kultur und der Verkehrsverbilligung der Welt voranging?(Sehr gut! links.) Wo ist die Zeit geblieben, da der Reichstag es als leine erste Aufgabe betrachtete, auf diesem Gebiete reformierend einzugreifen? Jetzt werden die Arbeiten Stephans und seiner Nach- folger einfach mit einem nassen Schwamm von der Tafel der Geschichte iveggewischt.(Sehr gut! bei. den Sozialdemokraten.) Die Steuerpolitik, die Sie damit treiben wollen, statt wirklich bedeutende Einnahmett durch die Besteuerung der Einkommen und Vermögen zu erzielen, ist so verwerflich, daß ivir nicht energisch genug dagegen protestieren können.(Vielfaches Sehr gut! links.) Das Zentrinn sollte seinem einmal aufgestellten Grundsatz treu bleiben und nicht durch die Verkehrsverteuerung von neuem die breite Masse der Bevölkerung und den gewerbetreibenden Mittel- stand belasten. Der Weltpostverein hält in diesem Augenblicke feinen Kongreß in Rom ab. Sein erster Beschluß zielte auf eine Verbilligung des internationalen Verkehrs. Und derselbe Staatssekretär des Deutschen Reiche?, der ihn veranlaßt hat, hat sich in der Stcuerkommission diesen Anregungen zur Vcrkchrsverteucrung gegenüber sehr entgegenkommend verhalten I Ich kann es ihm nicht zum Ruhme anrechnen, daß er diese Vor- schlüge nicht von vornherein energisch zurückgewiesen hat.(Sehr gut! links.) Das ivar seine erste Aufgabe, wenn er sich als Verkehrs- minister fühlte. Wir werden jedenfalls gegen diese Resolution wie gegen den Antrag Arendt stimmen.(Lebhafter Beifall links.) Ich möchte auch nicht versäumen, darauf hiuzuivcisen, daß bei den Berntungen über das Gesetz betreffend die Privatposten vom Jahre 1899 sowohl seitens der Regierung wie seitens der Mit- glicdcr dieses Hmnes wiederholt ausdrücklich erklärt worden ist, daß die Reichspost im Ortsverkehr zu denselben billigen Sätzen arbeiten iverde, wie die Privatposten eS bisher getan hatten.(Sehr richtig I links.) In der Begründung des damaligen Gesetzentwurfes heißt es:„Die Privatpostanstalten schädigen die Postverwaltung, indem sie sie infolge des bedeutenden Kraftverlustes an einer vollen Entfaltung ihrer Wirksamkeit zum Nutzen der Gesamtheit ver- bindern. Die Postverwnltung ist nicht im stände, die an sich wünschenswerte, aber mit wesentlichen Ausfällen verbundene Ge- bührencrmäßignng durchzuführen, so lange ihre Einnahmen aus dem Ortsverkehr durch die Privatanstalten geschmälert werden." An einer späteren Stelle heißt es dann:„Dagegen ist für den Fall der Annahme des vorliegenden Gesetzentwurfs(das heißt: der Aufhebung der Privatanstalt) eine wesentliche Ermäßigung der Ortstaxen für die offenen Briefsendungen in Aussicht ge- nommen." Ferner hat der damalige Reichspostsekretär v. Podbielski am 2. April 1899 ausgeführt:„Es wird möglich sein, eine Einigung der Gegcitsätze zu erzielen, weil meiner Ansicht nach der Gmndgedanke dieser Vorlage darauf abziehlt, zunächst im Nachbar- ortSvcrkehr eine Verbilligung deS bisherigen Tarifs anzubahnen und durch eine zulünftige Vergrößerung dieses Rayons eilte all- gemeine Herabsetzung der Tarife herbeizuführen. ES gilt, die Grundlage zu schaffen für eine zukünftige erhebliche verbilligung unsere» gesamten Tarifwesens bei der Post." Am 12. April 18Sg hat Herr v. PodbielSli ferner ausgeführt, daß die Ermäßigungen auf die Gesetzeövorschläge betreffend Abschaffung der Privatpostcu„nicht ohne Einfluß gewesen sind".„Es handelt sich um eine Ermäßigung der Ortsbriefgebühren für Berlin von 10 Pf. auf 5 Pf. und um eine Herabsetzung der Gebühren für Postkarten und Drucksachen".— Schließlich hat Herr b. Podbielski auch in seiner Rede in der Sitzung vom 13. No- bember 1809 erklärt, daß es sein Ziel sei»„einen allgemeinen, billigeren Tarif einzuführen, d. h.: aus der Erweiterung des Orts- Verkehrs oder der Ortsgrenzen soll sich allmälig ein allgemein geltender und billigerer Tarif entwickeln." Deutlicher, klarer, unzweideutiger kann nicht ausgesprochen werden, daß die Voraussetzung der verbündeten Regierungen bei der Beseitigung der Privatposten die Verbilligung des Ortsportos war. Nun kann ich den verbündeten Regierungen nicht den Vor- Wurf eines Wortbruches machen, da der Vorschlag ja vom Reichs- tage ausgeht. Wohl aber ist der Vorwurf berechtigt, daß der Herr Staatssekretär durch sein Entgegenkommen in der Kommission sich im Widerspruch mit den klaren Ver- sprechungen seines AmtsvorgängerS gesetzt hat.(Sehr richtig! links.) Nach memer Auffassung kann die uns vorgeschlagene Resolution mit den Auffaffungen über Treu und Glauben nicht in Einklang gebracht werden. Nur infolge der damaligen Zusicherungen konnte das Publikum glauben, daß der Verkehr unter der Abschaffung der Prtvatposten nicht leiden werde. Wir wenigstens waren so naiv, den Zusicherungen der verbündeten Regierungen Glauben zu schenken. Wir konnten und durften nach den damaligen Verhandlungen absolut darauf rechnen, daß die Herabsetzung der Gebühren zu einer dauernden Einrichtung des Reichs gehören würde und daß, wenn überhaupt eine Aenderung einträte, diese nur im Sinne der Ver« billigung geschehen würde. Der Reichstag würde sich demnach durch Annahme der Re- solution in Widerspruch mit den Anschauungen über Treu und Glauben setzen.(Sehr richtig! links.) Dasselbe gilt auch für die Resolution Arendt. Die Verhandlungen der Steuerkommission haben ja, so ernst sie auch waren, doch der komischen Situationen nicht entbehrt. Ich erinnere daran, daß man sogar die Ansichtspostkarte besteuern wollte I Die ganzen Verhandlungen sowohl in der Kommission wie im Plenum haben bewiesen, daß man mit offenen Augen an den richtigen Steuerquellcn vorübergeht. Sie lehnen die Steuern auf den Besitz entweder ganz ab oder Sie nehmen Sie nur in verstümmelter Form an. Während die große Masse der Bevölkerung an der Vergrößerung unserer Flotte gar kein Interesse hat, wird ihr der größte Teil der Kosten aufgebürdet. Deshalb möchte ich Sie dringend bitten, wenigstens diese Resolution abzulehnen und damit den verbündeten Regierungen den Weg auf diesem Gebiete von vornherein zu ver- rammeln. Die Bereitwilligkeit, einfach jede angebotene_ Steuer entgegenzunehmen, hat ja in der Person des Herrn Staatssekretärs der Reichsfinanzen ihre Verkörperung gestinden. Sie erinnert mich an die Rundschreiben mancher Stiftungen und Vereine, in denen es zum Schluß heißt:„Jede milde Gabe wird dankend entgegengenommen." (Heiterkeit links.) Der Post- und Telegraphenverkehr ist eins der wichtigstenKulturmittel. Wir müssen ihn fördern, anstatt ihn zu hemmen. Die Annahme der Resolution aber würde ein Hemmnis bedeuten. Wenn es je eine Zeit gegeben hat, in der der Satz:„Deuffchland in der Welt voran!" richtig gewesen ist, so war es diejenige Zeit, tu der Deutschland mit seinen Berkehrseinrichtungen in der Welt mustergültig war. Diese Zeiten sind aber längst vorüber. Gehen Sie auf Ihrer Steuersuche nicht auch noch diesen verkehrsfeindlichen Weg, zeigen Sie bei der Beratung der nachher herankommenden Resolution, daß Sie in Zukunft die Absicht haben, die Geldmittel durch Besteuerung des Besitzes und des Vermögens aufzubringen. (Lebhafter Beifall links.) Abg. Graf Kanitz(k.): Ich bin gegen die Erschwerung des Verkehrs. Aber die Verkehrsanstalten dürfen der Reichskasse nichts kosten, und die Post arbeitet mit Unterbilanz. Sie zahlt an die Eisenbahnen nichts sür die Postsendungen, sie verzinst die Kapitalien für ihre Gebäude nicht. Herr Singer nennt die Erhöhung des Portos„stadt- feindlich". Nun, der jetzige Zustand ist l a n d f e i n d l i ch. Als man das billige Porto einführte bei der Be- seitigung der Privatposten, war man in dem Irrtum befangen, daß die Kosten sich decken würden. Das ist nicht der Fall, und deshalb soll man den Fehler wieder gutmachen. Dem Antrag Arendt kann ich nicht zustimmen: die von ihm vorgeschlagene Erhöhung ist so klein, daß sie nur Verdruß schafft, aber nichts ein- bringt.(Beifall rechts.) Abg. Merten(fts. Vp.): Die Post arbeitet mit beständig steigenden Ueberschüssen, nicht mit Unterbilanz. Die von ihm behauptete Unterbilanz schreibt Graf Kanitz der Herabsetzung des Portos in den großen Städten zu. Dabei bringt Berlin allein 81,3 Millionen Mark. Wollte man die einzelne Leistung des Postbeamten zum Maßstab der Kosten nehmen, so arbeitet der Landbriesträger, der ein Paket für SO Pf. austrägt, weit unter dem Satz, für den der Briefträger in Berlin eine 2 Psennig-Karte austrägt. Bei der Ablösung der Privatposten bestanden solche in 2248 Orten mit 30 Millionen Menschen, die also nicht nur in großen Städten, sondern auch auf dem Lande in Dörfern wohnten. Mit der Heran- ziehung des Grundsatzes eines richtigen Verhältnisses zwischen Leistung und Gegenleistung hat Gras Kanitz seinem Standpunkte keinen Dienst erwiesen. In Berlin kommt eine Postanstalt aus 12 223 Seelen und auf einen Beamten eine Einnahme von 3023 M., im Regierungsbezirk Gumbinnen kommt eine Anstalt auf 5569 Seelen, und auf einen Beamten kommt eine Einnahme von 797 M. 1 Dort decken die Einnahmen noch nicht die Gehälter der Beamten, geschweige die Kosten sür Wagen, Pferde, Telcphoncinrichtungen usw. Das platte Land lebt geradezu von den Ueberschüssen der großen Städte. (Lebhafter Beifall links.) DaS höhere Porto für Zeitungsbeilagen, das Sie wünschen, trifft in erster Reihe die Gewerbetreibenden, den Mittelstand, den schützen zu wollen Sie stets vorgeben. (Sehr richtig I bei den Freisinnigen.) Die großen Geschäftshäuser Iverden, wenn diese Erhöhung wirklich in Kraft tritt, wahrscheinlich private Vertriebsanstalten gründen. Diese Folge würde Ihnen wahrscheinlich nicht angenehm sein. Eine Reform kann nur aus dem Wege der Erleichterung des Verkehrs, der Herabsetzung der Porto- sätzc liegen.(Beifall bei den Freisinnigen.) Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. Tagesordnung: 1. Dritte Lesung des ReichSstempelgesetzeS. 2. Fortsetzung der heutigen Beratung. Schluß v'/z Uhr.__ parlamentarisches. Die PetitioiiSkommissian des Reichstages verhandelte am Mitt- woch über eine Anzahl von Petitionen, das Handelsgewerbe be- treffend. Es wird gesordert: Völlige Sonntagsruhe und Regelung der Arbeitszeit in den Kontoren und Engrosgeschäften, Einführung des Achtuhr-Ladenschlusscs, obligatorische Fortbildungsschulen, Handels- inspektoren, Handlungsgehülsenkammern, Sommerurlaub für die Handelsaugeslcllten. Die Kommission beschloß, diese Petitionen dem Reichskanzler als Material und soweit es sich um die Einführung von Handelsinspektoren handelt, zur Berücksichtigung zu überweisen. Mehrere Petitionen, betreffend die Aenderung des K 100 q der Gewerbeordnung(Festsetzung von Mindestpreisen durch Jnnungs- beschluß) beschloß die Kommission, dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Derselbe Beschluß wurde gesaßt bezüglich einer Petition deö Deutschen Fleischerverbandes in Frankfurt a. M. be« treffend Gleichstellung der Freien Innungen mit den Zwangs- innungen hinsichtlich des Meisterprüfungsrechtes. Konservative VersassungShüter! Die konservative Fraktion dcS Abgeordnetenhauses hat dem Abgeordnetenhause folgenden Antrag eingebracht: Das HauS der Abgeordneten wolle beschließen, die königliche Staatsregicrung aufzufordern, im Bundesrate dahin zu wirken, daß Eingriffe m die Verfassung der Einzelstaaten,»nsbesondere Preußens, im Wege der ReichSaesetzgebung vermieden, jedenfalls nicht ohne Einvernehmen mit den Einzellaudtagen vorgenommen werden." Der Antrag charakterisiert sich als eine Antwort auf die am Dienstag im Reichstage verabschiedete Diätenvorlage und dürfte bereits in den nächsten Tagen zur Verhandlung kommen. Auch die vom Reiche beschlossene Fahrkarten- und Tantiemensteuer dürfte dabei besprochen werden. Die Sozialdemokratie in Ungarn. Vor zwölf Jahren war man in den herrschenden Kreisen Ungarns noch fest der Meinung, daß die Sozialdemokratie bei den Magyaren durchaus kein Feld finde. Das ungarische Boll vertrage diese„fremde Lehre" nicht, hieß cS allseits. Und dennoch konnte am 15. Sep- teinber 1905 eine Protestaktion fürs allgemeine Wahlrecht vor dem Parlament stattfinden, an der mehr als 100 000 Personen auf die Ausforderung der Parteileitung teilnahmen. Und die? geschah allein in Budapest. Die Propheten täuschten sich allzu sehr. Das beweist noch augenfälliger der Parteibericht vom Jahre 1905 April bis 1903 März, der vor einiger Zeit erschienen ist. Er sollte dem sonst regel- mäßig zu Ostern zusammentretenden Parteikongreß vorgelegt werden. der aber in diesem Jahre bekanntlich ausfiel, da die Partei alle Kraft auf die Beeinflussung der Wahlbewegung verwenden wollte. Ans die Beeinflussung der bürgerlichen Parteien, denn ihre Beteiligung konnte bei dem miserablen Wahlsystem direkte Erfolge, Mandatserobcrungen, nicht zum Ziele haben. Auf Grund dieses Berichtes können wir behaupten, daß die ungarische Parteileitung ein tüchtiges Stück Arbeit geleistet hat. Denn die durch die Obstruktion und die wüste Agitation der nationalistischen Demagogen mit Gewalt angefachte Begeisterung der Kleinbürger, die Nationalitätenfrage, die frechsten und bodenlosesten Verleumdungen von feiten der Klerikalen waren alle sehr geeignet dazu, die Arbeit der Partei aufs ungeheuerste zu erschweren. Dazu kamen noch die Gegenströmungen der Ehristlichsoziaken, der„Neuorganisierten sozialdemokratischen Partei"(Mezöfi), der„Un- abhängigen Sozialisten" unter Führung des National- Agrariers Värdonyl und endlich der unlängst vom Abgeordneten Achim ge- gründeten„Sozialisten-Bauern-Partei", die mehr unter den Klein- dauern ihren Anhang hat. Alle diese mehr oder weniger beträcht- lichen Parteien arbeiten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Internationalisten vulgo:„Vaterlandsloscn". Aber vergebens. Denn trotzdem erfreut sich die Partei eines ansehnlichen Aufschwungs von Tag zu Tag. Im Jahre 1893 hatte die Partei eine Einnahme von nur 12897 Kronen, im Zeitraum März 1904 bis März 1906 aber war die totale Einnahme auf 193735 Kronen gessiegen und in der Zeit vom 1. April 1995 bis 31. März 1903 war sie auf 368 540 Kronen emporgeschnellt. Diese Zahlen sprechen! Mehr als 1000 große Versammlungen und Demonstrationen wurden von der Partei im ganzen Lande veranstaltet. 1 5 Parteisekretariate wurden auf Beschluß des vorjährigen Kongreffes in verschiedenen Städten errichtet; z. B. für SüdungariD in TemeSvar, für Siebenbürgen in KolozSvar usw. Diese Partei- sekretariate sind nach dem Muster der Arbeitersekretariate in Deutsch- land und der Schweiz errichtet worden. Im vergangenen Jahre wurde in sechs Städten der all- gemeine Streik proklamiert und erfolgreich durchgeführt, meist Polizei- licher Mißhandlungen wegen. In Budapest wurde die Hausagitation eingeführt und jetzt hat schon beinahe jede Straße ihren Vertrauensmann. * Unter den Nationalitäten ist der Kampf schwer, schon allein deshalb, weil von den 46 Proz. Analphabeten Ungarns die meisten, man könnte sagen zwei Drittel, sich unter den Romanen und Slo» vaken finden. Nichtsdestoweniger schreitet man auch hier fest vor- wärts. Anfangs März ist der Slovakische AgltationS- Ausschuß zustande gekommen mit 11 Mitgliedern, der sich direkt und allein nur mit der Agitation in Obcrungani befassen wird. Das slovakische Parteiblatt.Robotnicke Noviny" hatte vor einem Jahre kaum 400 Abonnenten und heute erscheint es schon im Um- fange von mehr als 3 0 00 Exemplaren. Das rumänische Wochenblatt„Adcverul" wurde behördlich unterdrückt und kann jetzt nur als Monatsschrift erscheinen. Die Genossen konnten aber Weihnachten dennoch eine Konferenz abhalten, auf der 40 Gemeinden mit 78 Delegierten sich vertreten ließen l Das Blatt wird nächstens wieder wöchentlich erscheinen und auch ein Sgitations- komitee wurde eingesetzt. Am besten geht es den serbischen Genossen in Südungarn, die— abgesehen selbstredend von den Deutschen— unter den Nationali- täten den revolutionären Ideen am zugänglichsten sind. Bon den Deutschen kann konstatiert werden, daß sie stets in der ersten Reihe kämpfen, das klassenbewußteste und zugleich das ge- bildetste Element der ganzen Bewegung find. Die Frauenbewegung entwickelt sich, trotzdem die Regierung noch immer nicht die Orgaliisationsstatuten genehmigen will, in erfreu- licher Weise. �Sie hat schon einen Dienstbotenstreik geführt und besitzt ein gut verbreitetes Organ. Die Lehrlinge in Budapest sind auch schon organisiert und er- halten eine Monatsschrift mit mehr als 1000 Abonnenten. Was die Gewerkschaften anbelangt, so sind heute schon 72 0 00 Arbeiter meistens in LandeSorganisationen vereinigt, d. h. 16 Prozent sämtlicher Arbeiter. Im Jahre 1902 waren noch kaum 10000 organisiert. Die Gewerkschaften müssen nach dem Gesetz neutral bleiben, sie gehören aber alle der Part.i an. Andere neutrale oder christliche Fachvercine, wie es z. B. in Deutschland gibt, sind in Ungarn so gut wie unbekannt. Viele Berufe können sich aber noch immer nicht organisieren. denn die Regierungen vergessen immer absichtlich die Genehmigung der Statuten oder verwerfen wegen angeblicher formaler Fehler die ganze Statuten-Vorlage. So ergeht es den Bergarbeitern schon seit 10 Jahren. Die Landarbeiter erreichten die Genehmigung ihrer Statuten— freilich auch erst nach 10 Jahren— und in kurzer Zeit— seit Januar I— bildeten sich 212 Gruppen der Landesorganisation der Landarbeiter in allen Gegenden, die schon mehr als 21 000 Mit- glieder haben. Das politische Wochenblatt der Landarbeiter „Bilagszabadsäg"(Weltfreiheit) zählt 15 000 Abonnenten.(DaS Zentral-Parteiorgan„Nspszava" hat auch nicht vielmehr. Ist aber Tageblatt.) Jede größere Landesorganisation hat ihr Fachblatt. Am besten sind die Buchdrucker organisiert, zu 85 Proz. Dann die Eisen- und Metallarbeiter, und die Bauarbeiter mit 195 Ortsgruppen und 23 000 Mitgliedern. Ein interessanter Streik sei hier nebenbei erwähnt, den die Schreiner in Budapest siegreich durchführten. Er dauerte ein volles Jahr und kostete 140 000 Kronen. Sie gewannen damit den Reunstundentag und 20 Proz. Lohnerhöhung. Außer den Fachblättern der größeren Organisattonen und außer dem Tageblatte„Nöpszava"(Zentralorgan der Partei), gibt es auch ein Zentral- Gewerkschaftsorgan, das Wochenblatt„Szadszervezeti Ertesitö". zwei deutsche Wochenblätter„Volks stimme" und „W e st u n g a r i s ch e V o l k s st i n, m e". weiter der in TemeSvar (Slldungarn) wöchentlich zweimal herausgegebene„Volks- Wille". Außerdem erscheinen eine serbische, eine slowakische und eine rumänische Zeitung und fünf ungarische Organe w der Provinz. Zum Schluß darf man die Strafen auch nicht vergessen. Ein zweites Rußland ist Ungarn in dieser Beziehung... Summa- Summarum gab es im abgelaufenen Jahre Freiheitsstrafen von über 11 Jahren. Geldstrafen netto 8560 Kronen!!I Unangenehm viel! Aber in Ungarn fühlt man sich noch zu stark in der Nähe von Asien. Die Kultur wartet auf die. Arbeiter. Sie marschieren. � Huö der Partei. Vom Wachstum der Parteipresse. In der Generalversammlung deS sozialdemokratischen Vereins für Köln erstattete der Genosse Gilsbach als Verleger den Jahresbericht der „Rheinischen Zeitung''. Er konstatierte:„Es geht vor- wärts!" und zwar in einer Weise, die sich vor etlichen Jahren nie- mand habe träumen lassen. In allernächster Zeit werde auch die Frage des regelmäßigen acht s eiligen Erscheinens des Blattes spruchreif. Emen Parteisekretär anzustellen beschlossen die Genossen zu Bremen. — Die Breslau er Genoffen beschlossen, an den demnächst stattfindenden schlesischen Parteitag den Antrag zu richten: den Parteivorstand zu ersuchen, für Mittelschlesien einen Partei- sekretär anzustellen. Zur Affare May-Solingen ersehen wir aus der„Dortmunder Arbeiterzeitung", daß man in Solingen mit dem Worte„Bären" Streikbrecher bezeichnet. Der Unternehmer HammeSfahr ist also als Streikbrecher-Vater und damit sind diejenigen Gewerkschaftler, die infolge der Organisationsstreitigkeiten bei Hainmesfahr stehen blieben, als Streikbrecher bezeichnet worden. Unter diesen Umständen ist uns die Erregung und Erbitterung der Solinger Genossen über den„Scherz" begreiflich. Statistik des Klassciivcwußtscins. Eine von der Zahlstelle Hannover des Verbandes der bcrggewerblichen Hiilfsarbeiter vorgenommene Umfrage hat ergeben, daß von 1108 Mitgliedern den„Bolkswillen" oder ein anderes Parteiblatt lesen 706, bürqer- liche Blätter 250, kein Tageblatt 152 Mitglieder. Politisch organisiert sind 533 Mitglieder. polieeilickes, Hericdllickes ulw. WaS ein Staatsanwalt sagt, darf die Presse nicht schreiben. Den Rekord in der Knebelung der„Preßfreiheit" erreichte man in einer Halleschen Schöffengerichtssitzung, in der ein mit acht Jahren Zuchthaus wegen Meineides, Erpresiung usw. vorbestrafter Agent gegen den Redakteur Genossen Molkenbuhr» im Privatwege wegen Beleidigung durch die Presse klagte. Jener Agent hatte einen Polizeiwachtmeister, der ihm eine Gefälligkeit getan, bei der Polizei- Verwaltung denunziert und der Ober-Polizeiinspektor hatte vor dem Verkehr mit dem Agenten gewarnt. Dieser Agent besaß nachher die Dreistigkeit, zu fragen, ob man vielleicht vor ihm gewarnt habe, weil er sich zur Sozialdemokratie bekannt habe. Der Polizeiinspcltor verneinte dies und sagte, er habe vor dem Manne wegen seiner dunklen Vergangenheit gewarnt. In der ersten Verhandlung, in der der Agent angeklagt war. warf der Staatsanwalt diesem vor, er habe dem Beamten eine Schlinge gedreht. Dies berichtete auch Genosse Molkenbuhr, der den Agenten abschüttelte. Das Gericht verurteilte deshalb nun Molkenbuhr zu 50 M. Geldswafe und sprach dem Agenten noch eine Buße von 50 M. zu. In der Urteils- bearündung hieß es, die Presse habe kein Recht, das weiter zu verbreiten, was seitens eines Staatsanwalts im Gericht gesagt werde.— Berufung ist eingelegt. Ein Gendarm als Diskussionsredner war am letzten Sonnabend den Genossen in N a h b o l I e n b a ch, im hintersten Winkel Saarabiens beschieden. Dort sprach Genosse Secl in einer Volks- Versammlung über die Steuerpolitik der Regierung und die neuesten Polizeitaten. Als der Referent zum zweiten Teil der Rede über- ging rief plötzlich der überwachende Gendarm: „Herr Seel. ich verbiete Ihnen, in dieser Weise weiter zu fahren! Worauf er vom Referenten dahin belehrt wurde, daß er ihm keinerlei Direktiven zu geben habe, nicht der überwachende Beamte, sondern der Vorsitzende sei der Leiter der Bersamnilung und nur dieser habe das Stecht, einzugreifen. Nunmehr_ ersuchte der Beamte den Vorsitzenden, gegen die „Ungehörigkeiten" des Referenten einzuschreiten. Dieser gab ihm jedoch zu verstehen, daß er bis jetzt noch keine Veranlassung dazu gehabt habe." Genosse Seel konnte nun eine Zeitlang weiterredcn. Als er aber den Vorgang schilderte, bei welchem dem Bierfahrer Biewald vom Breslauer Polizeisäbel die Hand abgehauen lvurde, bat der Beamte demonstrativ ums Wort. Es wurde ihm bedeutet, daß er, solange der Referent spreche, sich ruhig zu verhalten habe und wenn er was zu sagen habe, könne er sich erst in der nach dem Referat stattfindenden Diskussion zum Worte melden. Der Gendarm glaubte aber ein Vorrecht zu haben und rief in die Versammlung hinein, daß der Fall Biewald sich nicht so abgespielt habe, wie es der Referent schilderte; er habe es ganz anders in der Zeitung gelesen. Genosse Seel entgegnete, daß er ja nicht wisse, aus welchem Scharfmacherpapier der Beamte seine Kenntnis geschöpft habe; die bürgerliche Presse habe bei dieser Ge- legenheit das ungeheuerlichste Zeug zusammengelogen. Jetzt rief der Beamte, daß er die Sache in der„Saarbrücker Zeitung" gelesen habe. Worauf der Referent konstatieren konnte, daß der Beamte an der„richtigen" Quelle geschöpft habe. An der Hand der vom Justiz- rat Mamroth gegebenen Darstellung des Sachverhaltes konnte er es der Versammlung anheimgeben, zu entscheiden, wer die Wahrheit gesagt habe. In der Diskussion sprach nun an der Stelle, die ihm zukam. der Gendarm Rehe. Er führte aus, daß in jedem Berufe gute und schlechte Menschen vorkämen; dies werde auch in jeder Gesellschafts- form so sein. Er verwahrte sich gegen die Behandlung, die ihm von feiten des Referenten zuteil geworden sei. Er habe sie nicht verdient. Er habe die Sozialdemokraien nicht anders behandelt, als die übrigen Einwohner. Deshalb fühle er sich durch die Behandlung des Referenten aufs tiefste gekränkt. Er werde nicht mehr lange im Polizeidienst bleiben: aber so lange er im Dienst sei, werde er seine Schuldigkeit tun. Ge- nosse Seel erwiderte, wenn er scharf zugefaßt habe, so sei er durch das Verhalten des Beamten dazu heraus- gefordert worden. Er habe nicht Krittk geübt an der Person, sondern an dem Beamten, da ihm die Person vollständig gleichgültig sei. Die geübte Krittk habe.'sich der Beamte durch seine Unkenntnis der vereinsgesetzlichen veftiminungen selbst zuzuschreiben. Wer beauf- wagt wird, über die Gesetze zu wachen, von dem müsse man ver- langen können, daß er das. worüber er zu wachen hat, auch kennt. Sei dies nicht der Fall, dann müßten Ucbergriffe wie die heutigen den Beamten in eine läckierliche Situation bringen. Damit war die öffentliche Diskussion zwischen Gendarm und Sozialdemokrat beendet. Nachwehen der Maiseier. Verschiedene Genossen in Ohligs (Rheinland) haben Vorladungen erhalten, weil sie am 1. Mai an einem nicht genehmigten„öffentlichen Aufzuge" teil- genommen haben sollen. Der Tigerprozcß der„Leipziger Bolkszeitimg", durch den die vier gekränkten Ministerien des Innern und des Krieges sür Preußen und für Sachsen Sühne erhalten wegen des Artikels: Der Tiger als Affe, findet am 31. Mai statt. Die Anklage lautet auf 8 185 dcS Strafgesetzbuches, formale Beleidigung. Versammlungsrecht in Sachsen. Obwohl das sächsische Ministerium des Innern vor kurzem entschieden hat. die Möglichkeit der Teil- nähme von Minderjährigen an Versammlungen rechtfertige ein Versammlungsverbot nicht, hat die Amtshauptmamischast Borna am 4. Mai eine Versammlung unter freiem Himmel mit der Be- gründung verboten, daß von den benachbarten Grundstücken Minder- jährige den Referenten hören könnten! Die„Vollszeitung für das Muldental" konstatiert überdies, daß diese Möglichleit gar nicht vor- liegt, weil die eventuellen Minderjährigen in einer solch«» Eusfernung sich günstigstenfalls aufhalten könnten, da gar nicht datw» geredet werden kann, sie vermochten der Rede zu folgen. Straskonto der Presse. Vor dem Schöffengericht Meißen hatte sich Genosse Grötzsch von der„Sächsischen Arbeiterzeilunfl"'»nd dem „Volkssreund" zu D r e S d e n wegen angeblicher Beleidigung der Kommerzienräte Biejolt und Locke zu veranttvorleir E,> handelte sich um eine Notiz zu einer kündigungslosen Entlassilllst' von zirka 15V Mann. Bttt einer Geldstrafe von 200 M. wurde die verletzte kommerzienrätliche Ehre als repariert erachtet.; Soziales« §63 de» Handelsgesetzbuchs und die rechtliche Stellung der Werlmeister. Die Reichstagskommission zur Vorberatuug der Gruppenanträge, welche sich auf K 63 H.-G.-B. und die rechtliche Gleichstellung der Werkmeister mit den Handlungsgehülfen beschästigen, tagte gestern. § 63 bestimmt: .Wird der Handlungsgehiilfe durch unverschuldetes Unglück an der Leistung der Dienste verhindert, so behält er seinen Anspruch auf Gehalt und Unterhalt, jedoch nicht über die Dauer von sechs Wochen hinaus. Der Handlungsgehülfe ist nicht verpflichtet, sich den Betrag anrechnen zu lassen, der ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer Kranken- oder Unfallversicherung zukommt. Eine Verein- barung, welche dieser Vorschrift zuwiderläuft, ist nichtig." Entgegen dem Gesetz und seiner Auslegung in den ersten Jahren seines Bestehens haben in den letzten Jahren Gerichte die Vorschrift des ersten Absatzes für eine nicht zwingende, durch Antrag abänderungsfähige erachtet. Die Rechtsprechung geht auf diesem Ge- biet, wie unseren Lesern bekannt ist, kraus durcheinander. Der der Kommission überwiesene Antrag Bassermann will durch eine andere Fassung dem Absatz 1 des K 63 H.-G.-B. zweifellos zwingenden Charakter geben. Hiergegen wendete sich der Geheimrat Dr. Strnckmann vom Reichsamt des Innern, der sich die von den Unternehmern erhobenen Bedenken zu eigen machte, die dahin gingen, daß man den Handlungsgehülfen keine neuen Privilegien geben solle, indem sie Gehalt und Krankengeld während der Krankheit beziehen dürften. Das würde sie dazu geneigt machen. Krankheiten zu simulieren, denn es gebe schon jetzt die so- genannten Kündigungskrankheiten. Dann sollte man Rücksicht auf die kleinen Geschäfte nehmen, die dadurch erheblich belastet werden. Er empfahl den Ausweg, den Abzug des Gehalts während der Krankheit zu verbieten, dagegen den Abzug des Krankengeldes zuzulassen. Er glaube aber kaum, dah die Regiening der geplanten Aenderung des§ 63 zustimmen Iverde. Der Vertreter des preußischen Handelsministeriums, RegierungSrat Göppert berichtete, daß eine Umfrage des Ministeriums an die Handelskammern das Resultat gehabt habe, daß sie sich gegen den Antrag Bassermann wenden, eventuell geneigt, den Antrag gut- zuheißen, wenn der Absatz 2 des§ 63 H.-G.-B. dispositives Recht würde. Von den Abgg. Singer. Li pinski, Schack wurde gerügt, daß da» preußische Handelsministerium sich nicht mit' der gleichen Anfrage an die Kaufmaunsgerichte und an die Gehülfcn- organisationen gewandt habe, dort hätte cS treffendere Auskunft erhalten. Scharf wurde hervorgehoben, daß der mitdemK63H.-G.-B. beabsichtigte Mittelstandsschutz nicht eintrete, weil die kleinen Kaufleute die Bestim- mungen des Handelsgesetzbuches vielfach nicht kennen und darum nur die Großbetriebe die Bestimmung des§ 63 Absatz 1 H.-G.-B. durch Vertrag ausschließen. Eine wesentliche Belastung der Einzel- Unternehmer bringe der Paragraph nicht. Die Simulation bestehe nicht und werde viel wirkungsvoller durch das vom Handlungs- gehülfen geforderte Zeugnis velänrpst. Ein Handlungsgehülfe, von dem feststehe, daß er simuliert habe, werde schwer neue Stellung erhalten. Die Einwände würden nur erhoben, um sich sozialer Wer- Pflichtungen gegen die Angestellten zu entziehen. Der Antrag Bassermann wurde darauf einstimmig an- genommen. Dieselbe Vergünstigung wurde ebenfalls einstimmig auch für die technischen Angestellten und Werkmeister beschlossen. Für dieselbe Berufsgruppe wurde ivicder einstimmig die Vorfckrift beschlosien, daß das Gehalt spätestens am Schlüsse des Kalender- monat» erfolgen soll. Ebenso wurde beschlossen, die Zweifel des § 113 der G.-O. zu beseitigen, durch die Vorschrift, daß das Zeugnis auf Verlangen bereits nach erfolgter Kündigung auszustellen sei. Diese Bestimmung soll auch für die technischen Beamten und Werk- meister gelten. Ein Autrag Potthoff lvurde gutgeheißen, der auch den erivahnten Angestellten den Fortbezug des Gehaltes während der mili- tärischen Hebung bis zur Dauer von acht Wochen zusichert. Eine längere Debatte rief der Antrag Potthoff hervor, der für die bereits hervor- gehobenen Berufsgruppen die Konkurrenzklausel auf die Dauer von drei Jahren beschränken will. Ein Antrag Guenter will diese Vergünstigung nur den Angestellten unter 5006 M. Gehalt, ein Antrag Baffermann unter LOW) M. Gehalt zukommer lassen. Die RegierungSkommiffare ivandten sich mit allem Nachdruck gegen diesen diesen Antrag, weil die Verhästnisse in der Industrie wesent- lich anders liegen als wie im Handel. Von Singer wurde dem widersprochen. Nach Ablehnung der Anträge Günter und Basser« mann wurde der Antrag Potthoff einstimmig angenommen. Mankogefahr der Lagerhalter von Konsumvereinen. In dem von uns mehrfach erwähnten Prozeß der Konsum- genossenschaft Berlin und Umgegend gegen den früheren Lagerhalter Genossen Küter hat das Landgericht Berlin das Urteil des Kauf- rnannSzerichtS umgestoßen und zuungunsten des Lagerhalters erkannt. Es nimmt zwar mit dem KaufmannSgericht an, daß die Rechts- Verhältnisse zwischen den Lagerhaltern und den Konsumgenossen- fchasten im Gegensatz zu der Auffaffung der Klägerin dem.Kaufmaunsgerichte unterstehen, gelangt aber zu seinem den Lagerhaltern ungünstigen Ergebnis dadurch, daß es daS Rechtsverhältnis nicht lediglich nach den Grundsätzen des Dienstvertrages, sondern nach denen eines Verwa hrungSvertrage» beurteilt. Es nimmt an, daß der Lagerhalter.nicht em gewöhn- sicher Verkäufer, sondern ein Verwahrer im Sinne des§ 688 des Bürgerlichen Gesetzbuches" sei. Dieser werde von seiner Verbindlich- keir. alle Sachen zurückzuliefern, nur frei, wenn er beweise, daß die U n m ö g l i ch k e i t der Rückgabe nicht auf seinem Verschulden beruhe. Nicht in Bewacht komme, ob in früheren Jahren bei der Jnventuraustiahme ein Neberschuß vorhanden gewesen sei: im Prozeß wurde behauptet, daß ein solcher Ueberschutz in einer Geschäftsstelle für ein Jahr über 76V M. betragen habe. Die getroffene Entscheidung des Landgerichts fetzt sich in strikten Gegensatz zu der von den Laiengerichten und einer großen Anzahl gelehrter Gerichte bislang betätigten Rechtsprechung. Die irrige, leider rechtskräftige Entscheidung des Landgerichts beruht darauf, daß das RechtöverhälMiS zwischen Lagerhalter und Konsum- verein nicht nach seiner wirtschaftlichen Grundlage, auch nicht nach der Gesanitheit der durch dies Rechtsverhältnis entstehenden Beziehungen beurteilt ist, sondern daß es juristssch in einzelne Teile auseinander zergliedert ist. Nicht der Dienstvertrag, die einzelnen aus diesem Verlrage folgenden Leistungen, abwiegen, verkaufen. überwachen, vermehren usw. haben dem gelehrten Richter vor Augen geschwebt. Eine solche Entscheidung ist ein Schulbeispiel für formalistische, dein praktischen Leben abgewendete Beurteilung von Rechtsverhältnissen. Derselbe Formalismus wurde vor Einführung der Gewerbegerichte von einer großen Anzahl gelehrter Richter zur Anwendung gebracht. Nicht der Arbeitsvertrag in seiner Ge- samtheit wurde zur Beurteilung gestellt, sondern er wurde in eine Reihe von Vertragen über Handlungen, über Verwahrung, über kauf- ähnliche Vereinbarungen usw. zerlegt. Das Zerrbild, das auS solchen Auseinanderlegungen herauskommen mußte, hat zu dem allgemeinen Unwillen über sogenannte Rechtsprechung und dadurch zur Er- richtung von Laiengerichten mit beigetragen. Gerade der ent- schiedene Fall zeigt wiederum, wie notwendig die Errichtung eines obersten Gerichtes für Streitfragen aus dem Arbeitsvertrage ist. Die von dem Landgericht gefällte Entscheidung trifft nicht nur Konsumvereine, sondern, wie die häufigen Streitigkeiten vor dem Berliner Kaufniannsgericht beweisen, in noch viel stärkerem Maße die Rechtstellung von Filialleiten, und Ftlialleiterinnen. Würde das Kaufmannsgericht auf diesem Gebiete in ebenso formalistischer Weise wie das Landgericht entschieden haben, so hätte es in zahl- losen Fällen Kautionsschwindeleien begünstigt, während die ständige Rechtsprechung des KaufmannSgerichtS aiif diesem Gebiet. die sich von dem Buchstaben des Vertrages loslöst und das gesamte Rechtsverhältnis ergreift, wie es nach den wirtschaftlichen Verhält- nissen der Parteien und des RechtsverhältniffeS beurteilt werden muß, mancher Kauttonsschwmdelei hat entgegentreten können. Besonders auffallend ist die Auffassung des Landgerichts, daß es zulässig sein soll, jedes Uebermanko bis zum Beweis des Gegen- teils als auf ein Verschulden des Lagerhalters beruhend zu erachten, etwaige lleberschüsse ihm aber nicht zugunsten zu rechnen. Das Landgericht hat sich auch der Ansicht angeschlossen, daß der Geschäfts- führer auch die Gefahren tragen müsse, die sich während seiner Abwesenheit infolge der Uebernahme von Ehrenämtern ereignen! DaS Kaufnmnusgericht wird sich hoffentlich trotz dieses, den Lager- Haltern ungünstigen Erkenntnisses in seiner Praxis nicht beirren lassen. Für die Lagerhalter erwächst aber die dringende Verpflichtung, darauf zu sehen, daß in ihren Verträgen die Mankogefahr in anderer Weise geregelt wird. Das Landgericht berief sich für seine irrige Entscheidung unter anderem auch darauf, daß der Lagerhalterverband ein Vertragsformular empfohlen habe, in welchem die Mankovergütung auf V/z Proz. festgesetzt wird. Ein den soziale» Forderungen und der Gerechtigkeit entsprechender Vcr- trag muß zum klaren Ausdruck bringen, daß eine Verschuldung für ein höheres Manko dem Lagerhalter nachgewiesen werden muß. Hus Induftnc und Ftondel Beschäftigung im Schiffbau. Nach dem letzten Bericht von Uo�cTs Register of Shipping waren am Schlüsse des ersten Onar- tals des laufenden Jahres auf den Werften Großbritanniens ins- gesamt 547 Handelsschiffe mit einer Bruttotonnage von 1.4 Millionen Registertonnen im Bau. An diesem Gesamtergebnis war Glasgow mit 116 Schiffen und 291 666 Bruttotonnen, Newcastle mit 92 Schiffen und 266666 Tonnen, Greenock mit 69 Schiffen und 238666 Tonnen, Sunder- land mit 56 Schiffen und 138 666 Tonnen, Belfast mit 22 Schiffen und 171 666 Tonnen, Middlesbro und Stockton mit 23 Schiffen und 95 666 Tonnen, Hartlepool und Whitbh mit 26 Schiffen und 85 666 Tonnen beteiligt. Durchweg war eine stärkere Bautätigkeit als im ersten Quartal des Vorjahres festzustellen. Auch auf deutschen Werften war die Bautonnage recht be- trächtlich. Insgesamt standen 165 Schiffe mit 284 666 Bruttotonnen auf den Helgen. Von diesen Neubauten entfielen auf die Weser- werften 43 mit 99 666 Tonnen, auf Hamburg und die schleswig- holsteinischen Schiffsbauplätze 34 mit 34 666 Tonnen, auf Stettin 16 mit 69 666 Tonnen und auf die übrigen Ostseewerften 13 mit 32 666 Tonnen. Deutschlands auswärtiger Handel im März 1966. DaS Kaiserliche Statistische Amt hat soeben das Märzheft 1966 der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel Deutsch- lands herausgegeben. Das Heft ist infolge der durch die Neuordnung der Verhältnisse bedingten ungewöhnlichen Schwierigkeiten mit einer erheblichen Verspätung erschienen. Für die Folge ist auf eine frühere Herausgabe zu rechnen. Nach der Hauptiibersicht wurden im März 1966 eingeführt in Tonnen zu 1666 Kilogramm: 3 461 675, ferner 212 685 Festmeter, 435 428 Stück und 21961 Faß? ausgeführt: 2 972 934 Tonnen. 1758 Festmeter. 529 679 Stück. 37 214 Hektoliter und 95 596 Flaschen. Unter den 19 Tarifabschnitten ragen der Menge nach hervor: mineralische und fossile Rohstoffe, Mineralöle mit 2 337 651 Tonnen. Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und andere tierische und pflanzliche Naturerzeugnisse, Nahrungs- und Genußmittel mit 863 536 Tonnen, 212 685 Festinetem, 44 442 Stück und 21961 Faß, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Farben und Farbwaren mit 154 674 Tonnen in der Einfuhr, mineralische und fossile Rohstoffe, Mineralöle mit 2 192 918 Tonnen, unedle Metalle und Waren daraus mit 285 813 Tonne», Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft usw. mit 228 778 Tonnen, 1758 Festmetern. 4261 Stück, 37 214 Hektolitern. 95 596 Flaschen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Farben und Farbwaren mit 173 651 Tonnen in der Ausfuhr. Eine Umrechnung der verschiedenen Maßstäbe auf Doppelzentner oder Tonnen und Vergleichungen mit den VorjahrSergebnissen waren wegen der anderen Einteilung mcht angängig,— Wertberechnüngen wird erstmals das Juniheft bringen. Die Fangergebnisse der deutschen Seefischerei, die nicht zum deutschen SpezialHandel'gehören, erreichten im März 1966 euien Wert von 1 545 498 M., wovon auf die Nordsee 1 312 669, auf die Ostsee 216 573 M. für Fische und 8193 M. ftir Schaltiere entfallen. Respektabler Gewinn. 89 Proz. Dividende verteilt die Aktien- Gesellschaft, welche daS Restaurant Lum Prälaten" betreibt, für daS letzte Jahr. Sämtliche 117 666 M. Aktien dieser Gesellschaft ge- hören ausschließlich zum Besitzstand der Schloßbrauerei Schönebcrg. Im Vorjahre brachte der.Prälat" 35 Proz. Die hohen Fleisch- preise haben die Portionen wohl derart verkleinert, daß der Prosit steigen mußte. Ausdehnung dcö Montauriesen. Der Konzern Gelsenkirchen- Schalk-Rote Erde soll Erweiterung erfahren durch Angliederung der A.-G. Eschweiler Drahffabrikcn an Rote Erde. Die Eschweiler Drahtfabriken arbeiten mit IVa Millionen Mark Aktienkapital und ver- teilten in den letzten Jahren 8 Proz. Dividende. Verbandstag der Schmiede. Berlin, 16. Mai. In der heutigen Sitzung wurde die Debatte über das Unter- stützungswesen fortgesetzt.— Die Redner, welche die Einführung der Erwerbslosenunterstützung befürworteten, beriefen sich auch darauf, daß der Metallarbeitervcrband diesen Unterstützungszwcig eingeführt habe, und daß infolgedessen viele Mitglieder erklärt haben, sie würden zum Metallarbeitcrverband übertreten wenn der Schmiedeverband nicht ebenfalls die Erwcrbslosenunterstützung einführe. Es handelt sich dabei um Mitglieder, die infolge be- sonderer örtlicher und beruflicher Verhältnisse nicht mit Arbeits- losigteit zu rechnen haben, die deshalb die Arbeitslosen- und Reise- Unterstützung des Verbandes nicht in Anspruch nehmen, und nun einen Unterstützungszweig eingeführt wissen wollen, der ihnen in Krankheitsfällen etwas gewährt.— Die Gegner dieses Unterstützungszweiges machten außer den bekannten prinzipiellen Gründen auch den Umstand geltend, daß die freien Hülfskassen Mitglieder verlieren würden, wenn die Ge- werkschaften das Unterstützungswesen immer mehr ausbauen.— S a b a t h, der als Vertreter der Generalkommission für die mög- lichstc Ausdehnung des Unterstützungswesens, als eines Mittels zum eigentlichen Zweck der Gewerkschaften eintrat, meinte u. a., aus die freien Hülfskassen brauche man keine Rücksicht zu nehmen. Wenn sie nicht mehr bestehen könnten, so würde er ihnen keine Träne nachweinen. Die freien Hülfskassen hätten ihre Aufgabe, die sie früher hatten, erfüllt, sie seien nicht mehr zeitgemäß, das Unterstützungswesen müsse von den Gewerkschaften gepflegt werden. Diese brauchen solche Einrichtungen, um möglichst viele Mitglieder zu gewinnen, die wieder notig sind, um Lohnkämpfe mit Erfolg führen zu können. Bevor es zur Abstimmung über die Erwerbslosenunterstützung kam, entstand nochmals in Form einer Geschäftsordnungsdebatte ein kurzer Kampf um dieselbe. Es wurde beantragt, daß diese Unterstützung nur dann als angenommen gelten sollte, wenn% aller Abstimmenden sich dafür erklärten. Ein anderer Antrag wollte die Angelegenheit zur Urabstimmung bringen. Schließlich entschied sich der Verbandstag durch namentliche Abstimmung mit 42 gegen 28 Stimmen für die Einführung der Erwerbslosenunter- stützung. Die 15 Berliner Delegierten stimmten geschlossen da- gegen.— Hierauf wurde noch die Einführung von Umzugsunter- stützung und Sterbegeld beschlossen. Die Beratung der Einzelheiten des Unterstützungswesens wird durch eine Kommission erledigt werden. Nunmehr wurde der Bericht der Prcßkommission durch W i ch m a n n- Berlin erstattet. Er gab Auskunft über eine Reihe von Beschwerden auS Mitgliederkreisen, welche die Kom- Mission zu erledigen hatte und kam dann aus die grundsätzliche Haltung des Verbandsorgans„Schmiede-Zeitung" zu sprechen« Die Preßkommission habe es entschieden getadelt, daß die„Schmiede« Zeitung" den Artikel aufgenommen hat, welchen die Redaktion des„Eorr.-Bl. der Gcneralkommission" seinerzeit zum„Vorwärts"-. Konflikt gebracht und an die Gewerkschaftspresse versandt hat. Durch diesen Artikel seien der Partei Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, dazu dürfe sich die Gewerkschaftspresse nicht her- geben. Die Prcßkommission mache aber wegen dieses Vorfalles weniger dem Redakteur der„Schmiede-Zeitung", als vielmehr der Gencralkommission einen Vorwurf, denn diese habe durch die Ver- sendung des Artikels die Gewcrkschaftspresse zur Aufnahme des- selben veranlaßt.— Wenn auch das Verbandsorgan eine andere Aufgabe habe als wie die Parteiprcssc, so dürfe es doch nicht den Partciintercssen entgegenarbeiten, wie es durch Aufnahme des betreffenden Artikels, der eine Einmischung in Parteiangelegen-. heitcn bedeute, geschehen sei. Die Debatte über das Verbandsorgan» welche aiy Schlug detz heutigen Sitzung begann, wird morgen fortgesetzt. Hus der frauenbenegimg. „Vor den wirtschaftlichen Kampf gestellt t" Der Verlag der„Gartenlaube" hatte ein literarisches Preis« ausschreiben für Frauen veranstaltet. Der vorstehende Ueberschrift- titel, de» der Verlag für die in einem Bündchen vereinigten em« gegangenen Arbeiten gewählt hat, gibt das aufgegebene Thema an. Es sollte Selbsterlebtes geschildert werden. Schon die Voraus- setzungen schlössen für das Ausschreiben irgend welche sozialpolitische Bedeutung aus. Der wirklichen Proletarierin fehlt im allgemeinen die nötige Vorbildung für die schriftliche Widergabe des Erlebten, Enipfunoenen; ihre Ausdrucksmittel sind zu schwach, um plastisch die Stärke des Kampfes, zart getönt die selischen Regungen in Worte zu kleiden. Und loenn wirklich eminente Begabung die Mängel der Schulung überspringt, die harte Lohnfron erschöpft die physischen Kräfte derart, daß zu geistiger Betätigung die nötige Spanulmsi fehlt. Zudem, Proletarieriunen werden nicht vor den Kainpf gestellt, sie wachsen hinein von Jugend auf I Anders bei den hier in Frage stehenden Frauen. Aus einer Sphäre, in der inan im allgemeinen die Arbeit nur vom Hörensagen kennt, durch irgend einen Umstand hinaus- gewirbelt, tritt an sie die Frage des Erwerbes heran. Gewiß, nun lernen sie die„göttliche Weltordnnng" von einer anderen Seite kennen, aber bessere Vorbildung, Verbindungen zu einflußreichen Kreisen und— die Romantik darf nicht fehlen— edle Gönner und Gvnnerinnen lassen sie bald aus der tiessten Proletariermisere heraussteigen, wenn sie lvirklich für kurze Zeit bis zur Tiefe des Armeleuteelends hinabsanken. Eine Fabrikarbeiterin kommt in der Sammlung nicht zu Wort. Bei einzelnen Schilderungen ivirkt übrigens störend die Konstruktion des— Erlebten. Daß die Tochter eines Bergwerksdirektors in noch jungen Jahren Witwe eines Offiziers wird, das kann vorkommen. Aber wir glauben nicht recht, daß die junge Witwe, die auch Selbst- erlebtes erzählt, dann sofort bettelarm ist. Ein Bergwerksdirektor gehört doch nicht zu den armen Leuten, auch sind Direktoren keine Barbaren, die ihre Töchter als Offizierswitwen verlassen. Und wo steckt denn das Vermögen, dessen Nachweis bei Einholung des Heiratskonsenses erforderlich war? Die junge Witwe glaubte wohl, es wirke pikanter, ivenn die Köchin als Direktorstochter und ehe« malige Offiziersgattin sich vorstellt. Bei all dem Mangelhaften enthält das Bändchen aber doch einige wertvolle Körnchen. Es sind Beläge zur Dienstbotenftage. Einige der ehemals Bedienten sahen sich infolge von Unglücksfälle» gezwungen, selbst— als Stütze der Hausfrau sich zu versuchen. Von allen Versuchen im Kampfe umS Dasein bekamen diese am schlechtesten. Hören wir eine der Stimmen. In Form eines Briefes an eine Freundin schildert eine höhere verarmte Tochter, die später Telephonistin wurde, ihre Er- lebnisse als Stütze also: „Von dem Vierteljahr als„Stütze" bei Fabrikant A. könnte ich Dir wohl Bände schreiben, toill�s aber nicht tun, um nicht bitter zu werden. Als„Stütze der HauSftau" mit 26 M. Monats- gehakt kam ich hin. Ein kleines, unendlich ärmlich möbliertes halbdunkles Zimmer nach dem Hofe hinaus war mein eigentliches Heim in dem zweistöckigen, geräumigen Hause. Um halb sechs Uhr morgens inußte ich aufstehen, gleich mein Zimmer in Ordnung bringen und das übrige Tagewerk beginnen. Weißt Du. Hermine, es war keine geregelte stramme Arbeit, wie ich sie sonst gewohnt war, abwechselnd mit lieben Mutze- d. h. Handarbeitsstunden, sondern ein planloses Hetzen treppauf und treppab unter Schelten und Geschrei der vier schulpflichtigen Kinder, des Hausherrn, der Hausfrau und der zivei Dienstboten. Fünf Köchinnen und drei Stubenmädchen wechselten in diesem Vierteljahr— ich harrte aus, denn ich schämte mich einzugestehen, daß ich mich diese» An- forderungen nicht gewachsen fühlte. Aber dann kündigte man mir. Meine Füße waren in den letzten Wochen stark angeschwollen, ich konnte nur schwer gehen und vor alle» Dingen konnte ich einen Punkt meines Vertrages nicht erfüllen: ich sollte in meinen „Mußestunden" der Dame des Hauses vorlesen. Aber diese Muße- stunden fand ich nur abends nach 16 Uhr, wo ich regelmäßig über dem Buche„Helene oder die Rache der Betörten" einschlief." Beim Abschied gab's noch Schimpfworte. Und da klagen die Damen über Dienstbotenmangel. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Dienstag, den 22. Mai, abends 8>/z Uhr, im„Neuen Klubhaus". Komman- danteustraße 72: Musika'bend(Bach— Beethoven— Liszt) und Vor- trag über die Entwicklungsgeschichte der Musik. Ausgeführt von Herrn Leo Kestenberg. Flügel: Ibach. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Versammlungen. Die Nohrer besprachen in einer öffentlichen Versammlung am Montag ihre Stellungnahme zum Tarif der Fabrikanten. Der Be- sprcchung ging ein Vortrag von Schlinker über den Wert und Nutzen der Organisation voraus. Der Redner mahnte dringend zur Einig- keit unter den Arbeitern, was bei den Nohrer» um so mehr am Platze war, als durch eine Spaltung in der Organisation ein Teil der Arbeiter eine Sonderstellung eingenommen hat. Zu dieser Frage wurde eine Resolution angenommen, nach welcher eine Kommission beauftragt wird, Mittel und Wege zu finden, um die Zersplitterung, welche nur dem Unternehmertum nützt, zu beseitigen, um geeint den Fabrikanten gegenüber treten zu können. Von der Lohnkommisfion berichtete Strumpf, daß viele Verhandlungen mit den Unter- nehinern stattgefunden haben und daß es gelte, den Tarif vom Jahre 1963 hochzuhalten und nirgends den Tarif vom Januar 1966, den die Fabrikanten aufgestellt haben, anzunehmen. Ein« Reihe von Firmen seien gewillt, nach dem alten Tarif zu bezahlen und suchen Arbeitskräfte. Es sei die Schuld der Rohrer selbst, so behauptete Strumpf, wenn sie gegenwärtig nicht ihxen Tarif überall zur Anerkennung bringen, denn die Konjunktur im Geschäft sei eine sehr günstige. Er zeigte an Beispielen, wie ein wenig Energie schnell zum Erfolge führt. So wurde die Firma Jaffe in Steglitz, wo 33 Rohrer arbeiten, durch einen Streik von 13 Mann sofort zum Nachgeben bewogen. Im Arbeitsnachweis der Organisa- tion liegen Meldungen von Arbeitgebern vor, die oft nicht erledigt werden können, weil viele Arbeiter ihren eigenen Vorteil nicht hoahr- zunehmen verstehen. Sozialdemokratischer Wahlverein für Landsberg, Toldtn. sGruppe Berlin). Freitag, den 18. Mai, abends 8'/, Uhr, Skalitzerftt. 142: Sitzung. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands, Zwelgverew Berlin und Vororte. Donnerstag, den 17. Mal, abends Sflz Uhr, Rosenthaler- straße 11/12: Versammlung. Tagesordnung: Stand'der Lohnbewegung. Zahlreiche Beteiligung crwarlet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein für den airjchstagS- Wahlkreis«alau-Lucka». Ortsoer ein Berlin. Donnerstag. den 17. Mai, jabend» 3'/, Uhr: Ronatsverjammlung bei Weihnacht, Grün» ftratze 21. r A. WERTHEIM PORZELLAN 'weiss Spelsetellep 1 5pt, uef 1 7pf. Dessertteller 1 2 pr. Kompotteller IQpf. Terrinen l.iOMk. Kartoffelschüsseln 65 pr. Saucieren 45 n. Salitieren 10 b. 45pf. 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Tee- u. Bierbecher Bordur. 1 2 pr. Goldrandbecher 7, 10, 18pt. Bowlenkannen 2.25 b.3.35 Sportlikörgläser iSei 1 8, 30 pr. Römer T&n 23, 28, 38b. 55 pr. Sturzflaschen guchi. 55 pr. b. 1.20Mk. Wasserflaschen geicbi. 50 Pt.b.1 Mk. Wassergläser g-.chiirren 25 pr. EMAILLE- GESCHIRRE Schmortöpfe JhGrfH.nn 55b. 90 pr. Schmortöpfe 65pcb.1.50 Kasserollen feröf«® 1 5b. 85 pr. Kasserollen"ort««. 55ptb.1 ,20 RingtÖpfe 6 Gr5uen 40P(.b.l.80 Fleischtöpfe i-Grö-un 1 Sptb.l.60 Gaskochertöpfe m-Deckel 75pf.b. 1.10 Gaskasserollen O-ck.65pr.ib. 1.25 Gaskasserollen&ecS.SS b. 85 pr. Bratpfannen �».n 20 b. 75 pr. Topfdeckel sGrös.-n 1 2 b. 50 pr. Wasserkessel ÄLt- 75pf.b.1.60 Wasserkessel 5üG°a*40pf.b.1 Mk. Reiskocher a Grau.n 1.25 b. 1.so Maschinentöpfe aar. 10 b. 40 pr. Küchenschüsseln iÄ.' 1 5 b. 40 pt, icTgt. 4 5 pr. b-. 1.50 Essnäpfe 6 orau-n 20 b. 60 pr. Teller 1 5». 1 3 pr. Trinkbecher 20 pr. Kaffeekannen z 0�50 b. 75 pt Kaffeeflaschen 35 u. 40 pr. Milchkannen acröuen 25pf.b.l.40 Brotdosen rund« 2 Mk. Schöpflöffel 3 Grässen 1 O b. 20 Pt Schaumlöffel a Grö».«n 8 b. 1 5 pr. Löffelbleche 1.25 Scheuergarnituren"Näpfen 1.10 Seifenhalter mitauckwand 20 pt Leuchter 20 pr. Kehrschaufeln«Gr. 40». 75 pr. Wassermasse i tit«. 25 pr. Eimerdeckel 35 pt Eimer graue 75 Pt, hellblaue 85 PI. Eimer au, einem StUck 1.25 Ascheimer g-rad-Form 1.25 Wannen rund« 2 Gr. 2.25 u. 2.50 Wannen« Grö„»n 1.45 v. f 50 EILSCHRÄHKE 1 türig 22, 26, 39, 43 Mk. 2 türig 46, 58, 63, 77.50Mk. 1 türig Äw'38, 43, 59 Mk. 2 türig"®,;"n*r'60 Mk., 7 1.50, 83.50 1 türig Sk'ndin" 38, 50, 60 Mk. 2 türig wfaSiye 1, 74 Mk.. 87.60 Windleuchtep Windlampen 4 Sorten 2 Mk. bis 3.50 4 Sorten 7.50 bis 9.50 ess�im Soeben erschienen: Wilhelm Liebknecht Sein Leben und Virken. Unter Benutzung ungedruckter Briese und Auszeichnungen herausgegeben von --Kurt Lisnsr.--- Zweite erweiterte Auflage mit Por- trätS und Abbildungen in künflle- rischer Ausführung. IM Seileir Kar- tonniert. Preiö«0 Pf. 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Ein Vortrag, gehalten in einer öffent« lichen Versammlung des demokra- tischen Arbeitervereins zu Berlin am 3t. Mai 1889, Mit Vorwort und einem tragikomischen Nachspiel. Neue Auslage. i;. Pf. Karl Marz zum«edächtnis. Ein LebenSabritz und Ennnerungen. 75 Pf. Robert Owen. Sein Leben und sozialpolitisches Wirken. Zwei aus- gegrabene Skizzen. Mit zwei Ab. bildungen. 30 Pf. Zum 18. März und Verwandtes. 20 Pf. Rede über de» Kölner Partei» tag mit besonderer Berücksichtigung der Gewerkschaftsbewegung. 25 Pf Was die Dozialdeiiiokrate» sind und was sie wollen. 25 Pf. Fremdwörterbuch. Geb. 3,20 Vi. Ginnahme. 1. Kassenbestand a. Anfang des Rechnungsjahres. 2. Zinsen...:.. 3. EintriltSgelder... 4. Beiträge..... 5. Ersatzleistungen Dritter für gewährte Kraulen« unterslübung.... 6. Ersatzleistungen von VerusSgeuossenIchasirn Untemebmern, Ver sicherungSanstalten für gewährte Kranlenunter stützung..... 7. Aus verkauften Wert papieren..... 8. Sonstige Einnahmen Mk. Ps 47923i30 12802155 28111129 541392 4779 13 23 560 99 I66OO0L 2945 82 804315 31 Ausgabe. 1. Arzthonorar. 2. Arznei und sonstige Heilmittel 3. Krankengeld: a> an Mitglieder.. b) an Angehörige.. 4. Wöchnerinnen... 5. Sterbegeld.... 6. Kurkosten an Kranken. häuier inkl. Fürsorge für Rekonvaleszenten. 7. Ersatzleistungen an Dritte sür gewährte Krankenunterstüduiig: a) nach§§ 57 und 57a K.-V.-G..... Ii) nach z N Gew-Uns.. Vers.-Ges..... c) nachZ 18Jnv.-Vcrs.. Ges....... 8. Zurückgezahlte Beiträge 9. Für Kapitalanlage.. 10. VcrwalluiigStosten: a) persönliche.... b1 sächlich-.... 11. Sonstige Ausgaben. >12. Kassenbeslanda. Schlust des Rechnungsjahres Mk. Ps 51803 50 83855�38 188 840148 2153 84 7 707 07 7499 72 137889 2714L90 108 90 482,71 1124 45 222 857 1 90 43 818 09 12 229 34 1609 80 35162 92 8043153t t 11 Achtung I Vereine, Gewerkschaften, Fabriken, Klubs! Bevor Sie Ihre Dampferpartien abschließen, \jj j[\\ sehen Sie sieh ____ Bestaurant„Waldhaus", KaiiciiraiigNivcrder bei Kenthen, an, vollständig neu I resp.«ju rors. zu verm. ü ur gr.W_______ I Sonnabende i Juni u. Juli frei, sowie Wochanlage zu ermäßigt. Proisen Dampfervermietung. Um zahlreichen Besuch und Äb- schluß bittet_ Der Inhaber Karl ItUmincIi. DaS Gesamtvermögen der Kasse beträgt....... 431 614,92 Mb Nach dem vorjährigen Abschlug betrug das Gesamtvermögcn 390 580,80„ Vennögcnszmiahme Berlin, den 31. Januar 1908. Der Borstand. Poppe, Vorsitzender. Draun, Schriftführer. Vorstehende Kassenrechimng ist von uns geprüft und Belägen überciiistimmciid befunden worden. Berlin, den 23. März 1906. Die Revisionskommission Petermann. Drau. 44 054,12 Mk. Haering, Rendant. und mit den Büchern Lßtzow. 274/3 Berlin SW. 68 uden. Lmdenstr. 69 La758 OSO Scilly Abcrdee» Paris 756 NNW 749 NNW 753 SW Welt« wokkil halb hd. bedeckt Regen bedeckt »s; es» » II Z-s M-S> 12 9 6 8 Wetter-Prognose für Donnerstag, den 17. Mai 1906. Ziemlich kühl, zeitweise aufklarend, vorwiegend trübe mit leichten Regen- fällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Utir de» Inhalt der Inserate tiberniiiimt die Redaktion de», Publikum gegenüber keinerlei Beräntwortnng. Ukearer. Donncrsag, den 17. Mai. Ansaug 7>/, Uhr: Opernhaus. Orpheus imd Eurhdike, Schanspielhans. Macbeth, Renes Opernthenter. AlpenkSntg und Menschciijcind. Deutsches. Kabale und Liebe. Neues. Orpheus in der Unterwelt. Westen. Openianssührungen des SIernschcn Konservatoriums, Ansang 8 Uhr: Lessing. Die Weber. Schiller«».(Wallner-Theater.) Weh' dem der lügt, Schiller>.(Friedrich Wikhelin« städtischeSTHcatcr), DaS Lumpen- gesiudel. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Die lustige Witwe, Komische Oper. Hojsmamis Er- Zählungen, Residenz. LiebeSkunst, Zentral. Die FledernmuS. Lnstspirlhnns. Die von Hochsattel, Driano». Loulou. Thalia. Hochparterre links. Metropol. Aus ins Mewopol, Deutsch- Amerikanisches. Arme Mädchen. Kasino. Madame Bonivard, Apollo. Spezialitäten, Carl Weiss. Shcrlock HolmeZ Abenteuer oder: Die Jagd ums Leben, Hausa. Da? Wunderkind, Familie Bernstein. Wintergarten. Spezialitäten, Passage. Spezialitäten, BeUe-Atliance. Spezialitäten. Reictishallrn. SteUincr Sänger, Ilrania. Ta»br,iitrat»r Abend- 8 Uhr: Dr, B. Schwahn: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Sternwarte, Jnvalideustr, 57/62, Uvl____ (Station Zoolog. Garten), Kantstr. 12. Donnerstag: Opern-Auflührungen des Sternschen Konservatoriums. An- sang?'/» ilho, Freitag: 27. Vorstellung im Frei. tagS-Abonncm,: Ose Aattensobmlsö. Volkstümliche Preise, Ansang 8 Uhr, Sonnabend:IZio?aubeel!ä!e Volks- tümlichc Preise, Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Pr.: Oer Tigvuncedaeoii, Abends 3 Uhr: SehOtzenlieset. Joses König a. G. volkstümliche Preise. Fcrdinnu«! Monns Berliner Thealer. Gastjp, des Neuen Operetten-Thcaters aus Hamburg. (Direktor Max Monti). Donnerstag und folgende Tage Ansang 8 Ühr: Ms IliZtigs Vitoe. Heues Thealer. Ansang l'/j Uhr, Wm la Her IM. Kleines Theater. Ansang 8 Uhr, Em idealer Gatte. Freitag Em idealer Gatte. Teiles Operntheater (Kroll). Anfang 7-/, ühr. Donnerstag, den 17. Mai 1906: glaskenbali. Oper in 3 Aktien von G. Verdi. Morgen Freitag: Alpenkönig und Menschenfeind. Vorverkauf im ICgl. Opernhaus, Ä. Wertheim nnd Invalidcndank. Komische Oper. SlbcudS 8 Uhr; Hoffüianns Erzählungen. Freitag; Don Pasqualo. Sonnabend: Hoffmanns Erjghlungen. Sonntag: Hoffmanns Errahluneen._ Zentral»Theater. (Operette) 81/. Uhr kleine Preise: Die Fledermaus ff—— | Passage-Theater.| Ansang 8 Uhr. Das neue i Mai-Programm <,. i I I erstklassige Spesisütiiten» Scltiller- Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater). Donner Stag,abe»dS8llhr: Weh' dem, der lügt. Lustspiel in 5 Ausz. v. F. Grillparzer. Freitag, abends 8 Uhr: U?e1»ei'nn«e»>Q Kraft.(2. Teil,) Sonnabend, abends 8Uhr: Der Kielbalte. Theater. Schilfer-Theater H.(Frlcdr.-Wilh, Th.) Donnerstag, ade nds8 Uhr: Zum ersten Male: Da» liniupeng-esindcl. Tragikomödie m 3 Auszügen von Ernst v, Wolzogcn, Freitag, abends 8 Uhr: � Das Gltick im Winkel. Sonnabend, abends 8 Uhr: _ Der Cwlssenswiirm. (Jrtuila T!,'«: Abends 8 Uhr: DWs— Zum erstenmal': TDQ Dir. Dr. P. Schwahn; Der jlißgste AusM des Vesuvs. Sternwarte iS«; Freie Tolksbiihne. Sonntag, den 20. Mai, nachmittags 21/, Uhr: Carl Weiß-Theater. 12./13. Abteilung Der Heister. Mctropol-Thealer 7.18. Abteilung Henrik Ibsen. ZOOlaCISCHER GARTEN Täglich nachm. 41/, Uhr; Großes XüiHr-XonzerL Eintritt 1 M„ t>, 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte, Hermann Lahr, Daatax, de» SA. Mal, abend» S'!, Uhr, 18. Abteilung im llarl Weiß-Theater: Emilia Galotti. Trauerspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. 228/20 Der Verstand. I. A.: G. Wiukler. IJeue freie Volksbühne Sxtra-Vorstelinng im Kenen Theater. Sonntag, den SO. Mal, nachm. 8'/, Uhr: Der Graf von Charolais. Trauerspiel von R Beer-Hoflmann. Billetts für Mitglieder a 1,10 M., für Gäste a 1,35 M., inkl. Garderobe sind in allen Zahlstellen, event. auch Sonntag im Theater bei den Ordnern zu haben. 150/8 Der Toratand. I. A.: Heinrich Neff. Residenz-Theater. Direktion, Richard Hlcxander. Heute und folgende Tage Ans, 8 Uhr Liebeskunst. Komödie i» 3 Akten v. Leon Zavros und Michel Earrs. Lustspielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Die von HocDsattd. Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr: Iionlon. Metropol-Theater /Infi -i Anfang 8 Uhr. Große Jahresrevue mit Gesang n, Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Apollo-Tlioater. Die glänzenden rrstll'ssigcn Spezialitäten- Attraktionen mit Humpsti- Bumsti excentrische Creation. Wnndergrottc, Feerle. Freitag, den 18, Mai 1906: Paul Vincke-Premier s unter persönl, Leitung d, Komponisten. Das blaue Bild. Phantasie in 1 Akt v, BoUen-Bitekers, W. Noacks Theater. Direktion: Roh. Dill. Brunnenltr. 16. Heute: Geachlossen. Sonnabend, den 19. Mai 1905: Extra-Vorstellung: Die Ehre des Hauses. Volksstück in 3 Allen von Karl Hugo, Ansang 8 Uhr. Entree 3« Pf, Bei schönem Wetter: Borftellung im Garte«. Deutscti-Amerikanisches Theater. Köpeniokerstr. 67/68. Jeden Abend 8 I hr; Arme Mädchen. Von Adolf Philipp. Fröbels Allerlei-Theater Schönhauser Allee 148. Mittwoch, den 16. Mai 1906: Qarten-Frei- Konzert der Berliner Schiitzenkapelle in Uniform. Nach dem Konzert: Gr, Tanz. Ansang 7 Uhr. Programm 10 Pf. KasinoaTheater Lothrlngerftr. 37, Täglich 8 Uhr. Sensationeller Erfolg! iVisdnine Bonivard. Dazu das brillante Abschiedsprogr. Montag, 28, Ma!: SchluBvorstellung, Sonntag 4 Uhr: ltotol fllingobusoh, JfiV Xoncs Programm! TORTAJADA Spanische Tänzerin u. Sängerin. Narrow Bros., komische Radfahrer. Oesroches-Bianca, französ. Duett. Die Kartleys. Springer. Brösina, Pariser excentr. Sängerin. Patly Frank-Truppe, Akrobaten. König Dollar, englisches Ballett Imro Fox, Illusionist. Die Brittons, Neger-Sänger und Tänzer. Do Die, Phantasie-Tänzerin. Die Pcrseus, Kugelspielcr. Oer Biograph. Belle-Alliance-Tltealer. Anfang 8 Uhr. Sommcrprcise. »Abends nach Neune Ein Variötö im Warenhaus«. Carl Veiß- Theater. Kr. gMufjurtcrftr. 132. Nur cmmaligc Aussührwig: Zherlock Holmes Alikuttuer oder: Die Jagd ums Lebe«. Ansang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Aus altem Geschlecht. Vom Sonnabend ab täglich im Garten: Gr. Spezialitäten-Vorstellung. Ansaug 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Sanssouei.sVÄ Dir. Wilhelm Reimer. Eröffnung des Gartens. Sonnt., Mont., Donnerst.: iinttmanns Nordd. Sänger. Sommcrpreise: Entrec 30 Pj.. num. Pl. 50. Im Sorg.; Freikonzert. Sonnabend Ens.-Gastspiel v. Mitgl. d. Luisen-Theatcrs Riodei-t BR, Ktertrani kviekskstten. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Eilllluartiernng. Milit.Hum. von Meysel. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. 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Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Freitag, den 13. Mai, nach- mittags S Uhr, von der Leichen- balle des AmtallS- Kirchhofes in Plötzeusee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. �tacliraf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Wilhelm Oelgeschläger verstorben ist. Ehre seinem Andenke» k 119/8 Die Ortsverwaltung. Zentral-Krankenkasse der Zimmerer. Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges Mtglicd Barl Faustmann verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Zentral-Fried- hoses in Fricdrichsselde aus statt. Um rege Beteiligung bittet 259/11 Ter Vorstand. Atliale Weißensee. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gastwirt U)u!s Auscher am Diensiagnachmittag 8'/, Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Mai, nach- mittags 6 Uhr, vom Trauerhause, Gustav Adolsstr. 20, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht SS/12 Der VorgtzMid. Der unerbittliche Tod entriß uns am Montagabend unsere ge- liebte Frau und Mutter 18ö7b Mathilde TUbbeeke oerw. gew. Schummriek., Um stilles Beileib Bitten Ernst Tubbrcke nebst Kindern. Dir Beerdigung findet am Freitag, den 13. Mai, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane-KirchhoseS in Nieder« Schönhmiscn'(Nordend) mis statt. üenMmekrattMrMvei'eiii für den Bezirk Weißensee. Am Dienstag, den 13. Mai, verstarb nach langem Leiden unser Mitglied, der Genosse Louis Auscher. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. d. M.. nach- mittags 6 Uhr von der Leichen- Halle des Gemeinde-Friedhoses in der Rölkestt. 47 aus statt. 18/7 Wir ersuchen um rege Be- teiligung. Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise der herz lichsten Teilnahme bei der Beerdigung unseres einzigen JohneS 1249L Korl Tyra sagen allen Anverwandten, dem Direttor und den Kollegen und Kolleginnen der Firma Trister, Ober- Schöneweide, den Kollegen der Finna Spinn u. Sohn sowie allen Freunden und Bekaunien innigsten Dank. .Iniiiis Tyri» und Fra«. Rixdors, den 13. Mai 1906._ Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Ott« Genicke sage allen Freunden und Bekannten, dem Sozialdemokratischen Verein für den 5. Berliner Reichstagswahltreis sowie dem Verband der Handels- und Traw»portarbeiter meinen herzlichen Dank...... 1855B Die trauernde rsttive nebst Kindern. (UritflflffMlMkü IfA D / ihre Qualitätseigenschaften erklären, warum sich Josetti» Cigaretten unter wirklichen Kennern der grössten Popularität erfreuen. Die grosse Anzahl, welche von denselben ver- kauft wird, warum derartig feine Cigaretten so billig abgegeben werden können. 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Erinnert man sich noch an den vom„Vorwärts" aufgedeckren Fall, daß in einem aus der Charit� stammenden Sarg draußen auf dem Friedhof in Friedrichsfelde außer einer Menschenleiche. der der Kopf abgeschnitten war, noch ein Hundekadaver vor- gefunden wurde? Die Geschichte, die wir heute zu Nutz und Frommen der auf die Charits angewiesenen Bevölkerungs- klasse erzählen wollen, ist zwar von anderer Art als jenes skandalöse Vorkommnis. Aber befremdlich genug ist auch sie. Ein Fischer M., der seit Jahren an Rückenmarkschwind- sucht litt, wurde im Jahre 1900 in die Charits aufgenommen, blieb dort bis zum Jähre 1903, wurde dann aus nicht recht ersichtlichen Gründen als„ungeheilt" entlassen, kehrte aber schon nach zwei Tagen wieder in die Anstalt zurück und blieb nun in ihr bis zu seinem Tode, der ihn im April 1906 erlöste. Von seinen Angehörigen wurde er in diesen ziemlich sechs Jahren regelmäßig besucht, etwa in jedem Monat zweimal. Noch am Tage vor seinem Tode waren sie bei ihm, ohne zu ahnen, wie nahe ihm das Ende sei. Als sie nach vierzehn Tagen den nächsten Besuch machten, sagte man ihnen, M. sei schon vor fast zwei Wochen gestorben und sei inzwischen wohl längst begraben worden. Für die Angehörigen war das die erste Mitteilung, die sie von seinem Tode erhielten. Eine Todesnachricht war ihnen nicht zugegangen. Die Ennittelungen, die nun sofort von ihnen angestellt wurden, ergaben, daß an die Mutter des Verstorbenen eine Nachricht abgeschickt worden war. Aber den Brief hatte die Post als unbestellbar zurückgegeben, und da hatte dann. weil keiner sich um die Leiche kümmerte, die Angelegenheit den üblichen Gang genommen. „Unbestellbar" war der Brief gewesen, weil von dem ab- sendenden Bureau in der Adresse die Wohnung angegeben worden war, die die Mutter vor sechs Jahren innegehabt hatte und die man damals bei der ersten Aufnahme des Sohnes in den Akten notiert hatte. Im Bureau hatte offen- bar kein Mensch darüber nachgedacht, ob nicht am Ende die Mutter in diesen sechs Jahren die Wohnung gewechselt haben könnte. Die Instruktion der Bureaubeamten mag darüber nichts enthalten, folglich sah man wohl auch keinen Anlaß, das gewohnte Schema zu verlassen, sondern schrieb einfach ab, was in den Akten stand. Freilich hätten sie's in der Charit� ohnedies wissen können, daß diese Wohnungsangabe längst nicht mehr stimmte; denn bei der erneuten Aufnahme des Patienten war ausdrücklich eine andere Wohnung angegeben worden. Selbst wenn man vergessen haben sollte, das zu notieren, so bleibt immer noch einiges, was uns unbegreiflich ist. Wie wird eigentlich in der Charits der- fahren, wenn eine Todesnachricht als.. un- b e st e l l b a r", zurückkommt? Wird der Brief einfach z u den Akten gelegt und die Leiche nun sofort als eine solche betrachtet, um die kein Mensch sich kümmert? Oder werden weitere Nachforschungen nach den Angehörigen angestellt? Ob ein Kranker regelmäßig besucht oder lieblos vernachlässigt worden ist, das ist ja durch Anfrage beim Wartepersonal zu ermitteln. Hat man das in diesem Fall versucht? Und ist das in der Charits überhaupt üblich? Wenn ja, so hätte die Auskunft doch das Bureau stutzig machen und sofort auf die Vermutung bringen müssen, daß hier ein Ver- sehen vorlag. Zur Auffindung von Personen, deren Adresse unbekannt ist, besteht in Berlin ein Einwohnermelde- bureau. Hat man es zur Ermittelung der Witwe M. in An- spruch genommen? Wird in der Charitö überhaupt auf dieses Mittel zurückgegriffen, wenn Todesnachrichten„unbestellbar" sind? Oder meint man, daß mit einmaliger Absendung alle Pflicht erfüllt sei? Das alles sind Fragen, deren Beant- Wartung die Oeffentlichkeit von der Charit6direktion fordern muß. Einstweilen dürfen wir uns nicht gestatten, daran zu zweifeln, daß der Verlauf, den die Angelegenheit genommen hat, den in der Charits bestehenden Vorschriften entsprach. Hören wir, wie sie weiter verlief. Da die Todesnachricht als „unbestellbar" zurückgekommen war, so wußte man in der Charit�, daß die Familie M.'s keine Ahnung von seinem Tode hatte. Aber Leichen können nicht aufbewahrt werden, bis schließlich die„unauffindbaren" Angehörigen wieder mal einen Besuch machen. Als die Angehörigen des Fischers M. erst nach 14 Tagen seinen Tod erfuhren, wollten sie wenigstens wissen, wo und wie die Leiche begraben worden sei. Natürlich als Armenleiche und in Friedrichsfelde— aber wo da? Das werde der Küster der Charit�gemeinde wissen. Der Küster erklärte kurz, die Leiche sei an die Anatomie abgeliefert worden. Also mußte man zur Anatomie gehen und dort fragen, was weiter geschehen war. Der Inspektor der Anatomie äußerte sich schon etwas ausführlicher. Er erzählte, man habe die Leiche zerschnitten, und die einzelnen Teile seien dann eingeäschert worden. Nun, da müsse doch noch die Asche vorhanden fem.„Ja," meinte der Inspektor,„solche Leichenteile werden zusammen- gepackt, in große Kisten gelegt und so verbrannt" Wir wollen hier einschalten, daß Berlin noch keinen Ofen für Leichenverbrennung hat, sondern nur erst einen solchen zur Verbrennung von einzelnen Körperteilen, von amputierten Armen und Beinen und auch von Resten der zum Studium benutzten Leichen. M.'s Leiche war nach den Regeln der Kunst zerschnitten und zersägt worden und bestand somit nur noch aus„Resten", die mit anderen Resten zusammen verbrannt wurden. Um den Verbleib der Asche festzustellen. wurde schließlich der Inspektor des Friedhofes Friedrichsfelde aufgesucht und befragt. Der erzählte, die Asche komme bei ihm in Kisten an, werde ausgeschüttet und vergraben. Wo nun gerade die Asche des Fischers M. liege, das könne er natürlich nicht sagen. Wir wollen diesem Bescheid nichts hinzufügen. Unsere Leser müssen es schon versuchen, sich selber ihren Vers darauf »u machen. Ob hierzu vielleicht die Charit6direktion uns noch -iniaes mitzuteilen hat? Es wäre in der Tat nicht un- interessant, z» hören, welche Schritte man in der Charit6 unternimmt, ehe man sich dabei berubigt, daß die Angehörigen eines Verstorbenen„unauffindbar" seien und die Leiche an die Anatomie abgeliefert werden darf. Doch wir fürchten, die CharitSdirektion wird unZ die Antwort schuldig bleiben, Die Patienten in den Heilstätten hoben es der„Germania" angetan. Weil in einer Protestversammlung in der„Neuen Welt" am Dienstag ein Telegramm aus Beelitz verlesen wurde, in welchem die Patienten der Männcrabteilung der Lungenheilstätte in Beelitz der Demonstration gegen die Schulverpfaffung ihre Sympathie be- kündeten, faucht sie, daß in den Heilstätten und Rekonvaleszenten- Heimen sozialdemokratische Agitation betrieben würde. Die Sozial- demokratie liefere den Patienten kostenlos Broschüren und Zeitungen und halte sie so mit der Außenwelt in regelmäßiger Beziehung. Schließlich schreibt sie: „Uns ist schon mehrercmale von katholischen Arbeitern bittere Klage darüber geführt worden, daß die Sozialdemokratie sich gerade- zu zur Beherrscherin der Sanatorien gemacht habe. Wer ein anderes Blatt als den„Vorwärts" lese, tverde nach echt sozialdemo- kratischer Manier so lange„gepiesackt", bis er entweder die Anstalt verläßt oder aber daL Lesen einer anderen Zeitung als des„Vor- wärts" aufgibt. Soll es denn wirklich nicht möglich sein, dort Wandel zu schaffen?" Wir möchten zu diesem Wuterguß nur bemerken, daß unsere Parteigenossen doch nicht dafür verantwortlich gemacht werden können, daß die katholischen Arbeiter so vereinzelt vorhanden sind, daß die Sozialdemokratie„zur Beherrscherin der Sanatorien" ge- worden ist. Es ehrt die Arbeiter, daß sie auch in den Heilstätten sich ihrer Partei erinnern. Und daß diese Genossen den Wunsch haben, auch in ihrer Abgeschiedenheit sich aus ihrem Parteiblatt über die öffentlichen Vorgänge zu unterrichten, ist sehr begreiflich. Daß ihnen das erleichtert wird dadurch, daß sie bei den geringen Unterstützungen, die sie erhalten, nicht noch bezahlen müssen, sollte die„Germania" schon von ihrem christlichen Standpunkte aus nur lobenswert finden. Wenn das Lesen des Parteiblattes die„Ger- mania" am liebsten vereitelt sehen möchte, so wollen wir nur daran erinnern, daß die Patienten in. den Heilstätten kein« Gefängnis- insassen sind, die man gänzlich von der Außenwelt abschneiden kann. DaS rätselhafte Verschwinden zweier Knaben beschäftigt die Polizeibehörden in Berlin und den Vororten. Seit dem 12. d. M. wird der 14jährige Alfons Haude aus der Florastr. 41 in Pankow vermißt. Am Tage seines VerschwindenS war H. von feiner Mutter zu einer kleinen Besorgung weggeschickt worden, er ist bis heute jedoch noch nicht wieder iii das Elternhaus zurückgekehrt. Vermutlich ist dem Knaben ein Unglück zugestoßen. Er ist l.öv Meter groß, von schwächlicher Statur, hat dunkelblondes Haar, blaue Augen und gesunde Gesichtsfarbe. H. trägt schwarz- und blaugestreifte Hose. dunklen Sweater und Schaftstiefel.— Am Sonntag verschwand der 12jährige Schüler Max R. aus der Grabowstraße in EbcrSwalde. R. wurde zuletzt in der Nähe des dortigen Bahnhofs gesehen, seit- dem fehlt jede Spur von ihm. Der Verschwundene trägt einen dunkelgrauen Blusenanzug, helle Krawatte uiid graue Klasscnmütze. Ein schweres Automobilunglück hat sich in der vergangenen Stacht in der Badstraße zugetragen. Der 38 jährige Kellner August Rehfeld, der in einem Cafs in der Badstr. S3 beschäftigt war, wollte für einen Gast eine Droschke herbeiholen. R. übersah im Dunkeln, daß ihm eine Automobildroschke entgegenkam und als er noch im letzten Augenblick zur Seite springen wollte, war es bereits zu spät. Ohne daß der Chauffeur etwas davon bemerkte, wurde R. umgerissen und mitgeschleift. Vergeblich rief ein Schutzmann, anzuhalten. Der Ver- unglückte blieb schließlich bewußtlos auf dem Straßendamm liegen; er hatte eine schwere Gehirnerschütterung, einen Nasenbeinbruch sowie andere erhebliche Gesichtsverlctzuugen erlitten und wurde in bedenk lichem Zustande in das LazaruS-Ärankenhaus eingeliefert. Durch die Unsitte, hinter Heuwagen herzulaufen, ist gestem abend der fünfjährige Herbert Kaiser in der Jnvalidenstraße schwer ver- unglückt. Der Knabe war hinter einem mit Heu beladenen Wagen dremgegangen, um Grashalme aus dem Heu zu raufen. Er kam dabei zu Fall und wurde von einem nachfolgenden Wagen über- fahren. Der kleine Junge zog sich einen Oberschenkelbruch zu und fand im städtischen Kinderkrankenhause Aufnahme. Eine seltsame Entdeckung machte gestem ein Polizeibcamter in der Nähe des Bahnhofes Frankfurter Allee. Auf einem dortigen Laubengelände bemerkte er eine tief in die Erde hineingegrabene Höhle und bei der näheren Untersuchung stieß der Beamte auf einen jungen, etwas verwildert aussehenden Menschen. Der Erdbewohner hatte sich in der Höhle„häuslich" niedergelassen und in seiner unter- irdischen Behausung bereits längere Zeit verbracht. Auf der Polizei- wache entpuppte sich der Höhlenbewohner als der Arbeitsbursche Max Seliger, der in einer Zwangserziehungsanstalt untergebracht werden sollte und seit der vergangenen Woche vergeblich gesucht worden war. S. hatte sich aus Furcht vor der Erziehungsanstalt in das Erdinnere zurückgezogen, weil er sich dort am sichersten glaubte. Die Polizei und der polnische Kirchenboykott. Polizeiliche Vorladungen haben die Mitglieder des Kirchenvorstandes der Liebfrauengemeinde, soweit sie polnischer Nationalität sind, erhalten. Es soll festgestellt werden, ob sie in der Boykottversammlung für die Resolution eingetreten sind, welche den Boykott über die Liebfrauen- kirche verhängt, solange in der Kirche keine polnische Predigten ab- gehalten werden. Ferner soll auch ermittelt werden, ob polnische Kirchenvorstandsmitglieder in der Versammlung empfohlen haben, siir Taufen. Trauungen und Beerdigungen die niedrigsten Taxen zu bezahlen. Wie verkautet, erblickt das Polizeivräsidium in einem der- artigen Verhalten der betr. Polen, im Einverständnis mit der Kirchen- behörde, einen Mißbrauch ihrer Stellung als Kirchenvorsteher, und dürste sie, falls ihr Verschulden nach dieser Nichtting in den einzelnen Fällen festgestellt ist, des Amtes entheben. Ein vor zwei Monaten verübter Pferdrdiebstahl hat jetzt endlich eine teilweise Aufklärung gefunden. Am 10. März wurde, wie damals gemeldet, ein zweispänniger Rollwagen der Firma Schmidt u. Sohn, Bögowstr. 22 gestohlen. Der Wagen wurde vier Tage später auf einem unbebauten Terrain bei Rummelsburg aufgefunden. Die Nachforschung nach den Pferden, die einen Wert von 1800 M. repräsentterten. blieb jedoch erfolglos. Gestem hatte einer der Mit- inhaber der Firma in Oranienburg zu tun und bemerkte dort zu seiner nicht geringen Ucberraschung vor dem Rollwagen eines ihm bekannten Spediteurs eins der gestohlenen Pferde. Wie sich heraus- stellte, hatte der Spediteur das Tier von einem Pferdehändler Franke in Reinickendorf gekaust, der mit einer größeren Pferdekoppel nach Oranienburg gekommen war. Die weiteren Ermittelungen in dieser eigenartigen Affäre find der Berliner Kriminalpolizei überwiesen worden. Vom Omnibus tot gefahren wurde gestern nachmittag am Aleranderplatz die SSjährige Ehefrau Bertha Wolf. Sie kam beim Ueberschreiten der Königstraße zu Falle. In demselben Augenblick kam ein Omnibus der Linie 12 an. ES muß dem Kutscher wohl nicht mehr möglich gewesen sein, den Wagen zum Stehen zu bringen, weshalb die Rader der Frau über den Kopf gingen. Den Passanten bot sich ein gräßlicher Anblick, indem der Bedauernswetten der Sckädel vollständig zerschmettert war. Sie wurde zunächst nach der nächsten Unfallstation gebracht, wo der Arzt nur noch den Tod fest- stellen koimte. Der Polizeisäiel hat am Dienstagabend auf einem Rummel- platz auf dem Gesundbrunnen eine Rolle gespielt. Dort waren zwei Männer mit einem Schaubudenbesitzer in Streit geraten. Der Streit spitzte sich so zu, daß schließlich Polizei geholt wurde und in weiterem Verlauf zog schließlich ein Schutzmann blank und versetzt« einem der Männer ernen Säbelhieb über den Kopf und brachte rhm außerdem vier Stiche bei. Mehrere Schutzleute brachten den Ver- letzten nach der Unfallstation in der Badstraße, später wurde er nach dem Polizeipräfidimn übergefühtt. Ein Ehedrama hat sich gestern in der Tilsiterstraße abgespielt. Der GÄegesthyttgrbeiter Zefewain liegt mit semer Frau in Scheidung und seitdem lebten die Ehegatten getrennt. Annähe- rvngen, die der Ehemann machte, wurden von der Ehefrau zurück- gewiesen und gestern erschien Z. in der Tilsiterstr. 75 befindlichen Bäckereifiliale von Kohn, in der seine Frau beschäftigt ist, zog aus der Rocktasche eine Flasche hervor, entkorkte sie und schleuderte die darin enthaltene Flüssigkeit— es war Schwefelsäure— gegen seine Frau. Am Kopf und am ganzen Körper wurde die Bedauernswerte übe'' und über durch die ätzende Säure begossen. Sodann holte der Ehemann einen Revolver hervor und feuerte auf sein Opfer, das entsetzt in den hintereu Ladeurauw geflüchtet war, einen Schutz ab. Als die Getroffene jetzt zusammenbrach, glaubte Z., er habe sein Ziel erreicht und nun richtete er die Waffe gegen sich selbst. Er jagte sich eine Kugel in die Schläfe und brach mit einem Auffchrei zusammen. Frau Z. wurde nach der Unfallstation in der War- schauerstraße gebracht. Die Aermste war fürchterlich zugerichtet und dürfte wohl kaum mit dem Leben davonkommen. Im Gesicht, am Kops und am ganzen Oberkörper wies sie Brandwunden aus. Die Schwefelsäure hatte die Haut vollständig heruntergeätzt. Die Kugel hatte die Unglückliche am Rücken gestreift und eine erhebliche Verletzung hervorgerufen. Die Augen sind durch die Säure fast vollständig ausgebrannt. Nachdem Frau Z. die ersten Notverbände erhalten, wurde sie in bedenklichem Zustande dem Krankcnhause am Friedrichshain zugeführt. Der Mörder erhielt die erste ärztliche Hülfe am Tatort und er wurde sodmin als Untersuchungsgefangencr ebenfalls in das Krankenhaus am Fricdrichshain eingeliefert. Ob die Schußwunde, die sich Z. in die Schläfe beigebracht hat, eine töd- liche ist, bleibt abzuwarten. Eine neue Polizeiverordnung über den Berliner Milchverkehr soll in Aussicht stehen. Einer Deputation des Vereins Berliner Milchpächtcr wurde tunlichste Berücksichtigung ihrer Wünsche zu- gesagt und mitgeteilt, daß eine neue Polizeiverordnung über den Milchhcmdel in Ausarbeitung sei, die auch die Kontrolle der Milch an der Produktionsstätte vorsehen soll. Auf Anraten des Ober- regierungSrats wurde von dem Verein beschlossen, eine Eingabe an den Minister abzusenden. Demnächst soll eine zweite Konferenz im Polizeipräsidium, unter Hinzuziehung des Polizeichemikers Prof. Dr. Juckenack, stattfinden. Ein Automobilbrand ereignete sich gestern in der Weinmeister- straße 0. Dort geriet Benzin in Brand und im Nu stand das Automobil des Ingenieurs Karl Kuhn in Flammen. Dieser er- litt infolge von Stichflammen schwere Brandwunden am Kopf und am Oberkörper. Die sofort von mehreren Seiten alarmierte Feuer- wehr war schnell mit drei Zügen zur Stelle und es gelang, die Flammen bald zu löschen, wodurch weitere Gefahr beseitigt wurde. Der schwerverletzte Ingenieur Kuhn wurde von der Feuerwehr nach dem katholischen St. Hcdwigs-Krankenhause gefahren. Sein Zustand ist bedenklich. Der Unfall im Bassin der Volksbadcanstalt an der Schillings- brücke, der dem 15 Jahre alten Arbeitsburschen Otto Hofsmann aus der Waldemarstraße das Leben kostete, ist jetzt Gegenstand einer behördlichen Untersuchung. Wir wir mitteilten, hieß es anfangs, Hoffmann habe im Wasser der Schlag gerührt. Die Leiche wurde daraufhin zur Beerdigung freigegeben. Jüzwischen geben die Be- kundungcn von Zeugen doch ein ganz anderes Bild von der Lage. Hiernach ist es sehr wahrscheinlich, daß der junge Mensch bei Leb- zeiten durch den Strudel mit Gewalt in das vorzeitig ge- öffnete Abflußrohr hineingepreßt worden und darin er- stickt ist. Die Staatsanwaltschaft hat daher die Beerdigung unter- sagt und eine gerichtsärztliche Ocffnung der Leiche angeordnet. Von ihrem Ergebnis wird es abhängen, ob gegen den Beamten, den die Verantwortung trifft, ein Strafverfahren einzuleiten ist. Hat man das Abflußrohr schon vor Ablauf der Badezeit ge- öffnet, ohne sich zu überzeugen, daß kein Schwimmer mehr im Bassin war, oder überhaupt versäumt, für einen sicheren Verschluß zu sorgen, so liegt ohne Zweifel eine strafbare Fahrlässigkeit vor. Aus dem Fenster der 4. Etage gestürzt ist gestern nachmittag das zweijährige Töchterchen des Arbeiters M. in der Wiclefstr. 32. Das bedauernstverte Geschöpf hatte einen schweren Schädelbruch sowie innere Verletzungen erlitten und wurde mit noch schwachen Lebenszeichen in das Krankenhaus Moabit eingeliefert, wo es hoff- nungslos darniedcrliegt. Schutz unseren Wäldern! Um der immer ärger werdenden Verschmutzung der Waldumgebung Berlins entgegenzutreten, hat sich hier eine Vereinigung gebildet. Es soll besonders gegen die Unsitte, Speisereste, Stullcnpapier und dergleichen im Walde fortzuwerfen und weite Strecken des WaldbodenS unhygicnisch und ekelhaft zu gestalten, angekämpft werden. Gleichgesinnte werden zu einer Versammlung auf Freitag, den 25. Mai, abends 8 Uhr, nach dem Rathause Zimmer 109 eingeladen. Die Eruptionen deS Besuv, die vor einigen Wochen die Welt in Bewegung setzten, werden uns jetzt in Wort und Bild in der Urania in der Taubenstraße vorgeführt. Wohl ist das gewaltige Natur« ereignis bereits durch ein neues, das in San Francisco, überholt, immerhin ist es interessant, von einen, Geologen, der an Ort und Stelle geweilt hat, Schilderungen dieses Ereignisses zu hören und im Bilde veranschaulicht zu sehen. Der Direktor der Urania, Herr Dr. Schwahn, hat sich sofott nach Bekanntwerden der ersten schlimmen Nachttchten persönlich nach der Unglücksstätte begeben und bringt nunmehr seine dott gemachten Eindrücke in einem Vortrage:„Der jüngste Ausbruch des Vesuv" auch weiteren Kreisen zur Kenntnis. Zahlreiche farbige Lichtbilder nach eigenen Auf« nahmen des Verfassers ergänzen die Ausführungelt in angenehmster Weise. Nach einer allgemeinen Darlegung über die Tätigkeit des Vesuv und Beleuchtung der von einer Reihe Autoritäten aufgestellten Theorien über das Innere der Erde schildert Herr Dr. Schwahn die Hauptmomente des Ausbruches in der Nacht vom 7. zun, 8. April. Er fühtt uns nach den verschiedensten Unglücksotten, zeigt uns ein« gehend den Kampf mit der Asche auf den Dächern, die Vernichtung der Kulturen, die Flucht aus den Vesuvorten in der SchreckenSnachl, die Stimmung der von Geistlichen fanatisierten Menge und noch eine ganze Reihe anderer Bilder, die mit der Eruption in Verbindung stehen. Der Vorwagende erntete für seine lebhaften Darlegungen reichlichen Beifall. Im Apollo-Theater gelangt am Freitag Paul Vinckes„Da» blaue Bild". Phantasie in einem Akt, zur Aufführung. Der Koniponist wird sein neuestes Opus persönlich dirigieren. Im Belle-Alliance-Theater beginnt heute abend das Gastspiel des Ernan Ewald-Ensembles mit der excentrischen Burleske „Abends nach Neune l" Der alte Botanische Garten ist in einen S p o r t p a r k um» gewandelt worden. Aus der Südseite deS Gartens sind Tennisplätze angelegt, außerdem sorgen diverse Restaurants für Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse der Besucher. Arbeiter-Samariter-Kolonnr. Heute abend 9 Uhr beginnt der Unterricht m der 4. Abteilung in Lichtenberg bei Piekenhagen. Scharliwcberstr.69. EmlettnngSvortrag über Anatomie. Einschreibe« gelb 25 Pf. MonatSbeittag 25 Pf. Die Bibliothek steht zur freien Verfügung. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Vorort- J�admcfoten. Ucficr die Protestverfammlungen am Dienstag liegen uns aus den Vororten noch folgende Berichte vor: . Groß-Lichterfelde. Auch hier war die Protestversammlung gut vtsucht. Der Referent. Genosse Bruns, geißelte in vortrefflicher Rede die erbärmlichen Volksschulverhältnisse speziell in Preußen und das Bestreben der reaktionären Mehrheit des Dreiklassenparlaments, durch die neuerliche Gesetzesvorlage das Niveau der Volksschule noch mehr herabzudrückeu. um dadurch das Proletariat zum gefügigen Werkzeug der herrschenden Klasse zu erziehen. In der Diskussron nahm kein Gegner das Wort. Mit gespanntem Interesse folgte die Versammlung den Ausführungen des nächsten Redners, Genossen E i s n e r. der an der Hand amtlichen Materials der vom Ministerium für Handel und Gewerbe nach Amerika entsandten Studien- kommission zur Information über die dortigen Schulverhältnisse nach- wies, dag all' die„Utopien" der Sozialdemokratie in bezug am Volksschulwesen in den Vereinigten Staaten tatsächlich verwirklichtseien. Unter kräftigen Hieben auf die in Preußen herrschende Junkersippe und unsere verrotteten politischen Zustände streifte Redner das Gebiet hohenzollernscher Bildungspolitik aus der Zeit der klassischen Philosophie, indem er den Erlaß Friedrich Wilhelms III. über die „Garnisonsschulden" der Versammlung mit entsprechenden Rand- noten bekannt gab. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden Genossen Wenzel, der die Anwesenden zum Austritt aus der Landes- kirche, zum Eintritt in die politischen und gewerkschaftlichen Kampfes- organisationen, zum Abonnement auf die sozialdemokratische Presse und Literatur aufforderte, erfolgte unter Hochrufen auf die Sozial- demokratie Schluß der Versammlung. In Lankwitz referierte die Genossin Mesch vor gut besuchter Versammlung in eindrucksvoller Weise. Die Protestresolution ge- langte hierauf zur einstimmigen Annahme. Die für Zehlendorf nach dem„Neuen Gesellschafts- hauS" in Schlachtensee einberufene Versammlung war gut besucht. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen zirka I'/«stündigen Referat des Genossen Eugen Brückner-Berlin wurde nach kurzer Diskussion, an der sich der Genosse Ruelius beteiligte. die Resolution einstimmig angenommen. Mit einem Hinweis des Genossen Schüler, die Parteipresse zu lesen und für Verbreitung derselben zu sorgen, erfolgte Schluß der Versammlung. Nowawes-Ncnendorf. Die zahlreich besuchte Protestversammlung gegen den preußischen Schulgesetzentwurf nahm einen vorzüglichen Verlauf. In anderthalbstündigen Ausführungen legte Reichstags- abgeordneter T h i c l e- H a l l e die durch die' bisherige Politik ver- schuldete Rückständigkeit der preußischen Volksschule dar und er- läuterte, wie der jetzt dem preußischen Landtage vorliegende Schul- gesctzentwurf dazu angetan ist, die Bildungsstätte des Proletariats in verstärkter Form der Muckerei und dem Pfnffentum auszuliefern. Redner forderte die Anwesenden auf, den Protest dadurch zu einem wirksamen zu gestalten, daß sie ihre Kinder, auch ivenn sie getauft sind, nicht mehr zum Konfirmanden- Unterricht schicken; ebenfalls müßten die überzeugten Sozialdemokraten aus der Kirche austreten. Reicher Beifall lohnte den Re- ferenten für feine trefflichen Ausführungen. Nach einer kurzen Diskussion, in welcher u.a. Genosse Gruhl die lokalen Schul- Verhältnisse erörterte und betonte, daß in Nowawes wahrscheinlich in nächster Zeit eine Kirchensteuer zur Einführung gelangen wird, wurde die Berliner Resolution einstimmig angenommen. Der Vor- sitzende Gomoll forderte zum Schluß zum Eintritt in den Wahl- verein und zum Abonnement auf unsere Presse auf. Zossen. Die Protestversammlug gegen die preußische Schul- Vorlage, ivelche von 3 Personen, darunter viele Frauen, besucht war, nahm einen demonstrativen Verlauf. Die Ausführungen des Referenten Fendel wurden mit großem Beifall aufgenommen. Als Gegner sprach Herr Lehrer Löhr. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Für Nieder-Schöncwcide, Johannisthal und Rudow tagte die Versammlung im Krügerschen Lokal, welche von 300 Männern und Frauen besucht war. Der Referent, Genosse Katzenstein, kennzeichnete den kultnrfeindlichen Entwurf in marlige» Zügen und erntete leb- haften Beifall. Zum Schluß forderte der Vorsitzende zum Austritt aus der Landeskirche auf. In Karlshorst referierte vor stark besuchter Versammlung, darunter viele Frauen, Genossin L i l y Braun. Das gegenwärtige Jahrhundert, meinte Rednerin, kann wenig Anspruch darauf machen. das Jahrhundert des Kindes zu sein. In großen Zügen entwarf sie dann ein Bild unseres Erziehungssystems und verurteilte scharf das neueste Attentat auf die Volksschule. Die Ortsgeistlichen und Lehrer waren besonders eingeladen, es waren jedoch nur drei Lehrer er- schienen, in deren Namen Herr Toepler die Gegnerschaft zu dem Schulgesetzentwurf darlegte. Die Resolution wurde bei wenigen Stimmenthaltungen an- genommen. Mit einem Appell des Vorsitzenden zum Beitritt in die Organi- sation wurde die Versammlung geschlossen. Friedrichsfelde. Vor gutbesuchter Versammlung referierte Ge- nosse Bernstein in wirkungsvoller Weise. Der Resolution wurde einmütig zugestiinmt. Die Versammlung in Bernau war von 250 Personen besucht, die den trefflichen Ausführungen der Genossin Zeetze reichen Beifall zollte. Auch hier hat die Protestversammlung einen großen Eindruck hinterlassen. Köpenick. In der Versammlung im Stadttheater referierte Genosse Fülle- Berlin. In seinem 1'/« stündigen Vortrage zeichnete der Redner in großen Zügen ein Bild der preußischen Schulrcaktion, vornehmlich seit den Tagen der Westphalen— Räumer— Mühler, um daran anschließend des preußischen Dreiklassenunrechts zu gedenken, das eine Einwirkung des Proletariats auf die Gestaltung der Schul- Verhältnisse ausschließt. Dieses Unrecht zu beseitigen und dem Volke den gebührenden Anteil an der Gesetzgebung und Verwaltung Ju verschaffen, war der Schlußappell deS Referenten an die Ver- ammlung.die durch lebhaftenBeifallihr Einverständnis mit dcm Refe- renten bekundete. Nachdem in der Diskussion noch ein Redner zum Austritt aus der Landeskirche aufgefordert hatte, wurde die Resolution einstimmig angenommen. I« Königs-Wusterhausen referierte G. R i e g e r in einer gut besuchten Versammlung; der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Am Schluß meldeten sich 10 Personen zum Austritt aus der Landeskirche. Die Versammlung in Klein-Besten war sehr zahlreich besucht. Der Referent Genosse K ll t e r aus Schöneberg fand nach 1»/, stündigen treffenden Ausführungen reichen Beifall. Diskussion fand nicht statt. Die Resolution wurde einstimmig angenominen. Pankow. Die Demonstrationsversammlung war von zirka 200 Personen, darunter zahlreiche Frauen, besucht. Genosse Paetzel- Berlin referierte und erntete nach l'/z stündigem Vortrage reichen Beifall. Genosse Strzelewicz forderte die Versammelten auf, für den Austritt aus der Landeskirche eifrig zu agitieren. Genosse Schwarz brachte den hier gegründeten Verein der jugendlichen Ar- beiter rn Erinnerung. Die Resolution wurde einstimmig an- genommen. Franz.-Buchholz. Hier referierte Genosse Stürmer vor einer den hiesigen Verhältnissen entsprechend imposanten Versammlung unter großem Beifall. Die vorgelegte Resolution wurde einstimmig angenommen. In der sehr lebhaften Diskussion wurde auf die im März stattgefundene Gemeindcvertreterwahl und auf die vielen Ber- stöße und Gesetzwidrigkeiten gröbster Art hingewiesen. Es wurde bekannt gegeben, daß von den Genossen im Verwaltungssireitverfahren die Klage gegen die Gemeindevertretung auf Ungültigkeitserklärung der Wahl des Herrn Sielaff erhoben wird. Wie ber Bettelsack für den Bau immer neuer Kirchen ge- schwungen wird, beweist ein Flugblatt, das dieser Tage der„Ger- mania" beilag. Auf der einen Seite dieses Blattes befindet sich ein Bildnis der heiligen Maria mit der Unterschrift:„Maria. Maienkönigin, bitte für unsl" während auf der anderen Seite folgendes im Text zu lesen steht: „Im Marien-Monate und ebenso im Monate deS hhl. Herzens Jesu will ich alle Tage Deiner gedenken, wenn Du die folgenden geilen wenigstens aufmerksam liesest. Das Berliner Scheunenviertel wird niedergerissen! Warum? Weil es nicht mehr paßt zu dem herrlichen Ge- mmtbild der Reichshauptstadt. Recht also! Aber es gibt noch Scheunen in Groß-Berlin, welche nicht zu Wohnungen von Menschen dienen, sondern hergerichtet sind zu Wohnungen Gottes. In Berlin. Zehlendorf steht solch' eine not- dürftig eingerichtete Scheunen-Kirche, auf welche über 1000 Katholiken angewiesen sind. Ja, aber warum reißt man denn diese Scheune nicht nieder und baut ein würdiges Gotteshaus? Sehr einfach, weil die nötigen Baugelder fehlen. Und doch muß noch in diesem Jahre 1006 der Grund- st ein für eine Kirche in Berlin-Ze Hiendorf ge- legt werden, weil unter dieser Bedingung ein passendes Kirchengrund st ück unentgeltlich zur Verfügung ge st e l l t ist. So bitte ich denn(mit ausdrück- licher Genehmigung meines Diözesan-Bischofes Kardinals Georg Kopp) noch einmal flehentlich und inständig um eine kleine Beihülfe für den Kirchenbau in Berlin-Zehlendorf. Es tut bitter not: der religiöse kirchliche Sinn schwindet gar zu sehr, wenn keine Kirche mit regelmäßigem Gottes- dienst vorhanden ist. Die Verluste unserer Kirche sind ganz ge- waltig groß: es ist z. B. hierorts eine Seltenheit, daß eine ge- mischte Ehe noch kirchlich katholisch eingesegnet wird, von 100 kaum 10.„Ja— aber der Bettelbriefe ist ja kein Ende, allen kann ich nicht geben, darum gebe ich keinem." Falscher Schluß: es muß heißen: Darum bekommen die einzelnen weniger. Eben um dieses Wenige bitte ich recht dringend, nur nicht ganz über- sehen. Kannst Du aber etwas mehr opfern— 5 M. mindestens, — so schicke ich auf Wunsch umstehendes Bild in Größe von 53i4X70 Zentimeter, das sich als Wandschmuck vorzüglich eignet. „Wer sich der Armen erbarmt, der leihet auf Wucher dem Herrn: Er wird's ihm hinwiederum vergelten."(Spr. 19. 17.) Allen bisherigen Wohltätern und auch den neuen ein herz- liches Bergelt's Gottl Berlin-Steglitz, am Schmerzens feste Maria. Flensburgerstr. 3/4. Jos. Deitmer, Pfarrer. Gaben werden am besten mittels Postanweisung eingesandt. Porto für Beträge bis 5 M.— 10 Pf., bis 100 M.— 20 Pf. Anweisungsformulare liefert jede Postanstalt unentgeltlich." Eine sonderbare Logik ist es schon, daß deshalb eine Kirche gebaut werden mutz, weil die Verluste der katholischen Kirche ganz gewaltig große sind und beispielsweise von 100 gemischten Ehen nur 10 noch kirchlich katholisch eingesegnet werden.� Jeder ver- nünftig Denkende würde daraus einen entgegengesetzten Schluß ziehen, nämlich den. daß der Kirchen schon viel zu viele vorhanden sind. Das ficht aber unsere Dunkelmänner nicht an: Weil ein passendes Kirchengrundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt ist, muß auch eine Kirche errichtet werden, und um dies zu erreichen, geht wieder der Bettelsack um. Charlottenburg. In der letzte» Mitgliederversammlung der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter, Ortsverwaltung Charlottenburg, erstattete der Bevollmächtigte Kollege Gebert den Bericht über die letzte Sitzung der Gewerkschaftskommission. Redner nahm namentlich Bezug an; den Beschluß der Gewerkschaftskommission, wonach man eS abgelehnt hat, gegen den Entscheid des Bezirksausschusses zu Potsdam, der die Wahl der Arbeitgeber Prill und Hassel als Beisitzer zum Gewerbegericht nicht anerkannt hat, Einspruch zu erheben. Es sei, meinte Redner, die Entscheidung über die Gültigkeit der Wahl nicht nur für Charlottenburg, sondern für die Gewerbegerichtswahlen von ganz Deutschland von größter Bedeutung. Sämtliche DiskussionS- redner rügten scharf das Verhalten der GewerkschaftSkomnnssion. Es gelangte schließlich folgender Antrag einstimmig zur An- nähme:„Die heute tagende Versammlung der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter kann sich mit dem Be- schluß der GewcrkschaftSkommission nicht einverstanden erklären und überweist die Angelegenheit der Vertrauensmännersitzung." Ein Antrag, das Mitglied Pontow aus der Organisation auszu- schließen, wurde angenommen. Pontow ist am 1. Mai dem Be- triebe, in dem er beschäftigt war und in dem aus bestimmten Gründen eine Maifeier nicht möglich war, ferngehlieben. Am L.Mai bat er seinen Kollegen erklärt, er sei von der Partei so sehr in An- spruch genommen gelvesen, daß er nicht habe kommen können. Nach- her hat sich aber herausgestellt, daß Pontow bei Ludwig in Treptow als Kellner gearbeitet hat. Zum Schluß wurde auf die am Himmel- fahrtötage stattfindende Herrenpartie aufmerksam gemacht. Treff- Punkt früh S'/z Uhr bei Hacker, Rosinenftr. S. Abmarsch nach dem Zoologischen Garten. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß am 17. Juni das Sommerfest stattfindet und ersuchte, rege an demselben teilzunehmen. Die Freie Bvlksiühne Charlottcnburg veranstaltet heute, Donnerstag, den 17. Mai, eine Ausführung von LessingS „Minna von Barnhelm". Die Vorstellung ist nur für Mitglieder zugänglich._ Serickts- Leitung. Tie Arbeitseinheit des Tages. Der Maler S. war durch Ver- Mittelung des paritätischen Arbeitsnachweises der Malerinnung zu dem Unternehmer Pcschke in Arbeit gekommen. Auf dem Vermitte- lungssckein war vermerkt: Kündigung findet nicht statt. S. wurde eines Morgens entlassen. Er beanspruchte durch Klage beim Ber- liner Gewerbegcricht den vollen Lohn für den Tag, so daß er noch 4,98 Mi. zu erhalten hatte. Außerdem verlangte er eine Termins- cntfchädigung. In der Verhandlung vor der Kanuner 3 am 16. Mai wandte der Beklagte ein, in seinem Betriebe bedeute der Kündigungsausschlutz, daß die Entlassung zu jeder Zeit und Stunde erfolgen könne. Das sollte sein Bruder und Arbeitsleiter bekunden. Ter Zeuge sagte auch aus, er sei an die Arbeitsstelle gekommen, habe S. arbeiten sehen und ihm eingeschärft, daß er ja wisse, Kündi- gung fände nicht statt, er könnte zu jeder Zeit und Stunde ent- lassen werden.— Das Gericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung des Lohnes für den strittigen Tag und zur Zahlung einer Termins- entschädigung von 2 M. Die Kammer ging davon aus, daß trotz der Zeugenaussage anzunehmen sei, daß hier lediglich Kündigungs- ausschluß vereinbart sei, nicht aber eine Vereinbarung vorliege, wonach jede der Vertragsparteien jeden Augenblick beziehungsweise jede Stunde das Verhältnis lösen könnte. Bei einfachem Kündi- gungSausschluß aber sei die Arbeitseinheit nach Annahme� des Ge- werbegericbts der Tag, das heißt, das Arbeitsverhältnis könne mit dem Schlüsse eines jeden Arbeitstages beendet werden. Wer es des Moygens oder im Laufe des Arbeitstages löse, gegen den könnten noch für den fraglichen Tag Entschädigungsansprüche geltend ge- macht werden.— Die Auffassung des GelverbegerichtS deckt sich mit der ständigen gewerbcgerichtlichcn Rechtsprechung. Nachklänge zu dem Kamps zwischen dem Apothekergewerbe und den Krankenkassen bildete ein Privatbeleidigungsprozetz, der gestern unter Vorsitz des Amtsgerichtasseflors Heller vor dem Amts- gericht 1 zur Verhandlung kam. Als Kläger stand Apothekcnbesitzer Dr. Martin Fraenkel dem Redakteur der„Deutschen Kranken- kasscn-Zeitung" Hermann Sydow gegenüber, der von Rechts- anwalt Bahn verteidigt wurde.— Seit längerer Zeit wird in den Apothekerkreisen der Kampf gegen die Krankenkassen geführt, welche gewisse Medikamente und Arzneien direkt von den Grossisten be- ziehen und so die teure:: Preise in der Apotheke umgehen. Dieser Kampf führte zu dem bekannten Apothekenboykott. Während der Kläger Dr. F. in der„Pharm. Ztg." mit aller Energie dafür ein- trat, daß den Krankenkassen das direkte Beziehen von Medikamenten unter Umgehung der Apotheken verboten wurde, vertrat der Be- klagte in seiner Zeitung die Interessen der Krankenkassen und gab auch eine hieraufbezügliche Broschüre heraus. Dieses Werk wurde von dem Kläger Dr. F. einer scharfen Kritik unterworfen, zugleich wurde dem Handelsminister und anderen maßgebenden Behörden das Studium des Buches„empfohlen", da in diesem wiederholt Aufforderungen zu Ungesetzlichkeiten gegen die bestehenden Be- stimmungen über das Apothekergewerbe enthalten seien. In der „Deutschen Krankenkassen-Zeitung" erschien daraufhin eine Er- widerung seitens des Angeklagten, in der er dem Kläger vorwarf, er treibe„juristische Clownscherze". Dies bezog sich auf eine An- zeige, die von einer Apothekervereinigung gegen Sydow tvegen Per- gehen gegen§ 110 St.-G.-B.(Aufforderung zum Ungehorsam gegen das Gesetz) erstattet worden war. Durch diesen Artikel fühlte sich Dr. Fraenkel beleidigt und erstattete Anzeige wegen Beleidigung gegen Sydow. Dieser wiederum erhob Widerklage wegen der Kritik seines Buches. Die von dem Vorsitzende:: eingeleiteten Vergleichs- Verhandlungen scheiterten an dem Widerstand des Klägers. Nach kurzer Beratung wurde der Kläger und auch der Widerbeklagte freigesprochen, da beiden als Vertreter zweier Parteien der Schutz des§ 193 zuzubilligen sei. Vermischtes. Das heftige Unwetter, das in den letzten Tagen verschiedene Länderstrecken im Reiche heim- gesucht hat, hat überall erheblichen Schaden angerichtet. Aus Halber st adt wird unterm 16. Mai berichtet: Gestern abend ging hier ein schweres Unwetter nieder, der untere Stadtteil wurde überschwemmt. Die meisten Felder der ganzen Gegend müssen noch- mals bestellt werden. Im Dorfe Börnecke wurden zwei Mädchen vom Blitz erschlagen. Fast in jedem Dorfe sind Gehöfte beschädigt und viele Gärtnereien vernichtet. E i s e n a ch. 16. Mai. Das Suhl- und Werratol sind über- schwemmt. Die Suhle ist aus den Ufern getreten und hat viele Brücken fortgerissen. Der Bauunternehmer Eckardt und die Gast- Wirtsfrau Vogler wurden vom Blitz erschlagen. Frankfurt a. M, 16. Mai. Tie letzten Gewitter habe» im Maingebiet, im Kinzigtal, im Odenwald und in der Lahngegend großen Schaden angerichtet. Bei Limburg wurde ein Mann vom Blitz erschlagen, desgleichen in Steinau bei Schlüchtern. AuS dem Auslande liegen folgende Nachrichten vor: Prag, 16. Mai. Wöhrend des gestern Nachmittag über die hiesige Gegend hereingebrochenen Unwetters fuhr der Blitz in eine Anzahl von Bahnarbeitern. Zwei Personen wurden getötet, mehrere tödlich verletzt. Pilsen, 16. Mai. In ganz Westböhmen sind schwere Ge- witter niedergegangen, die großen Schaden anrichteten. Im Wall- fahrtsorte Mariarast wurden durch den Blitz zwei Personen getötet. In der ganzen Gegend fiel ein feiner Staubregen, der von den Ausbrüchen des Vesuvs Stromboli herrühren soll. Madrid, 16. Mai. Ein Orkan ist gestern über die Provinz Valencia niedergegangen. Die Ortschaft Lotobonado wurde Plötz- lich vom Wasser überrascht, welches in kurzer Zeit eine Höhe von zwei Metern erreichte. Es gelang den Einwohnern nur mit großer Mühe, die umliegenden Höhenzüge zu erreichen. Die Ernteaussühten sind vernichtet. Viele Häuser sind zerstört worden. Große Kreise zieht, wie aus LudwigShasen gemeldet wird, eine Untersuchung, die gegen zahlreiche Frauen des Stadtteils Friesen- heim wegen Verbrechens im Sinne des 8 218 des Reichsstrafgesetz- buches eingeleitet ist. Auf Grund gefundener Aufzeichnungen sollen gegen 290 Frauen kompromittiert sein. Ein österreichischer Brüsewiv. Zu Reichenberg(Böhmen) stach am Freitagabend in einem Gasthaus der Oberleutnant Reinhardt den Versicherungsagenten Adolf Hiller, einen 56 Jahre alten Mann. Vater von drei unmündigen Kindern, auf eine geradezu bestialische Weise nieder. Hiller erhielt von dem Säbelhelden einige Hiebe über den Kopf und einen Stich in den Unterleib. Der Anlaß zu dieser blutigen unmenschlichen Tat war ganz harmlos. Am Sonn- tag hatten beide einen kleinen Wortwechsel. Sorglos besuchte am Freitag Hiller das Gasthaus� grüßte beim Fortgehen den Ober- lcutnant und als dieser darüber aufgebracht war, sagte Hiller, mit den Händen gestikulierend, daß die Auseinandersetzung am Sonntag doch weiter nichts gewesen sei. Darauf zog der Oberleutnant den Säbel und schlug und stach auf ihn loS. Die blutige Tat des Offiziers rief eine ungeheure Aufregung hervor. In kurzer Zeit waren Hunderte von Menschen am Platze, die in erregten Worten ihrer Entrüstung Ausdruck gaben, besonders als der Mörder im Offizicrsrock abgeführt wurde. Gegen 1 Uhr nachts erschien eine gerichtliche Kommission auf dem Tatort, um einen Lokalaugcn- schein vorzunehmen. Auf dem Fußboden sah man eine große Blut- lache. Die Tischtücher auch der benachbarten Tische waren mit Blut bespritzt. Alles deutete auf den großen Blutverlust hin, den der Versicherungsinspektor erlitten hatte. Eine Wand, welche mit Oel» gemälden geschmückt war, war umgeworfen und einige der Bilder durchgestoßen. Das Befinden des Schwerverletzten gibt zu den größten Besorgnissen Anlaß. Gegen 11 Uhr nachts wurde an ihm eine Operation vorgenommen, doch ist nach dem Ausspruch der Acrzte wenig Aussicht vorhanden, das Leben Hillers zu erhalten. Insbesondere ist es der Stich in den Unterleib, der offenbar edle Teile durchbohrt hat und der das Leben Hillers gefährdet. Ein marokkanischer Massenmörder. Aus Marokko werden Einzelheiten über eine Reihe haarsträubender Verbrechen berichtet. die von einem Flickschuster in Marakkesch verübt worden sind. Die Entdeckung geschah durch Zufall. Vor einigen Tagen fand ein Mann beim Vorübergehen an einem Trödlerladen im Schaufenster die Kleider seiner jungen Tochter, die vor kurzen: verschwunden war. Der Trödler konnte die Frau angeben, die ihm die Kleider verkauft hatte. Diese Frau wurde in dem Laden eines Flickschusters gefunden, mit dem sie zusammen lebte. In dem Läden herrschte ein? dumpfe Atmosphäre. Als man die Lumpen in einer Ecke durchwühlte, fand man einen Frauenkopf, der bereits in Ver- wesung übergegangen war. Taraufhin riß man den Boden des Ladens auf und fand nacheinander 23 Fraucnköpfe. Bei einer weiteren Durchsuchung der Wohnung des Flickschusters wurden noch 16 Frauenköpse entdeckt. Es wurde nunmehr festgestellt, daß mehrere junge Mädchen ermordet wurden, die bei dem Flickschuster kleinere Reparaturen vornehmen ließen.' Die meisten der Opfer aber waren junge, leichtfertige Mädchen, die von der Frau dem Flickschuster zugeführt wurden unter der verlockenden Vorspiege- lung, der Mann sei kein Flickschuster, sondern in Wahrheit ein reicher Bankier. Sie versprach den Mädchen reiche Geschenke. Auf diese Art gelang eS ihr. viele junge Mädchen in die Wohnung des Flickschusters zu locken, der sie alle der Reihe nach ermordete und beraubte. Die Leichen wurden zerstückelt und versteckt, kiiie Frau verkaufte unter der Hand die Habe der Unglücklichen. Ter Flick- schuster gab vor Gericht an, er hätte die jungen Mädchen aus Empörung über ihren schlechten Lebenswandel ermordet, und ver- suchte seine Mordtaten mit einer Art moralischen Fanatismus zu decken. Die Bevölkerung von Marrakkefch, die sich in der größten Auf- regung befindet, glaubt, daß die Zahl der Opfer noch weit großer fei. Nachdem das Gericht den Missetäter zum Tode verurteilt hatte, wurde er dem Volke übergeben, das ihn ans Kreuz heftete. eingegangene Druehrcbriftai. Dr. R. Penzig. 1. Laienpredigten von neuem Menschentum. S. DaS Recht auf Mutze. 11 Seiten. Preis 30 Pf. Verlag für ethisch« Kultur, verlin 8\V, 48. . 17. JahreS- und Kassenbericht der Berliner Gewerkschaftslommisston und Bericht des Arbeiter-SekretariatS Berlin« pro 1S0S. 142 Seiten. Berlag der Gewerkschasiskommisfion Berlin. Wasser«., nt> an: 15. Mai. Elbe bei Aussig+ 0,18 Meter, bei Dresden— 1,23 Meier, bei Magdeburg-f 1,23 Meier.— U» st r u t bei Strautzjurt+ 1,35 Meier.— Oder bei Ratibor 4- 1,66 Meter, bei Breslau Oberpegel-f 5,06 Meter, bei Breslau Unterpegel— 0,SS Meter, bei Frantsurt st- 1,48 Meter.— Weichsel bei Brahemünde + 3,04 Meter.— Warthe bei Pose»+ 0,62 Meter. Ächtung! Rohrer. r Freitag-, den 18. Hai. abends 8 Uhr,-WW Im..Englischen Garten", Alexander- Str. 87c: Oeffetilltehe Versammlung M' der Kohrer Kerlins und Kmgkgend. TageS-Ordmmg wird in der Versammlung bekannt 145/7« Die Kommission. UHiH in Hn Miinls. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips= u. Zementbranche. Gruppe Zementierer. Sonntag, den 20. Mai, uurni. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-User 15(«aal 1): Mitglieder-Uersammlung. Tages-Ordnung: 1. Was für eine Ttellung nehme» die Kollegen gegen die willkürliche Verlängerung der Arbeitszeit in der Zementbranche ein. 2. Diskussion. 143/17* Julianen � Agitiere ein jeder recht rege sür starken Besuch der Ver- KtvUttjlU. sammlung: auch mutz es Pflicht emes jeden Kollegen sein, diese Versammlung zu besuchen. __ Der Gruppenvorstand. Verein Berliner Hausdiener === gegründet 1883.. Arbeitsnachweis u. Bureau: Alte Lcipzigerstraßr 1. Ging. Raules Hof. Geössnet von 8— S Uhr. Sonntags geschlossen. Telephon: Amt I, 2532. Donnerstag, den 17. Hai 1900, abends 0 Uhr, in den Zentral* Festshlen, Alte Jakobstr. 88: III. aulierordentliche Generalversammlung. TageS-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Ergänzungsivahl von zwei Vorstands- Mitgliedern. 3. Anträge und Proteste. 4. GeschästlicheS. > MsigliolUbuoli ist vorzuzeigen. PS. Am Donnerstag, den 24. Mai 1906(Himmelfahrt), Herren- Partie nach Grünau, Schmöckwitz, Ltrampenburg, Müggelheim usw. Treff- Punkt 7>/, Uhr am Bahnhos in Grünau.— Die Abfahrt vom Görlitzcr Bahnhos und mit der Stadtbahn mutz so ersolgen, datz die Teilnehmer um '/jS Uhr in Grünau find, der Abmarsch von Grünau erfolgt pünktlich 8 Uhr. 1754b Der Vorstand. Städtische lirheiter! Freitag, den 18. Mai 1906, abends pünktlich 8V2 Uhr, in„Kellers Festsälen", Koppenstr. Ä9: Cr. ftotestoersammlnng aller in den Betrieben der Stadt Berlin beschäft. Arbeiter, Handwerker nsw. Tages-Ordnung: Das ablehlltude Verhalten der bürgerlichen Stadtverordueteu-Mehrheit gegenüber den Arbeiterfordernngen. Referent: Reichstags-Abgeordneter krrte ZubeiL Freie Aussprache für jedermann I= Sämtliche Stadtverordneten sind schriftlich eingeladen. Verband städtischer Arbeiter» Filiale Grast-Kerlin. 293/17_ Emil Dittmer. Alte Jakobstraße 145. iw Auf zur Versammlung am 18. Mai!"WD baffe Nowamsn. Dmgegend Den Bewerbern um den Rcndanten- Posten mi hiesiger Orts-Krankenkaffe ergebenst zur Nachricht, datz die Stel». luug besetzt ist. 274/4 Der Bor st and. 8. Kabbert. Möbelfabrik Phönix E. G. m. b. H. Montag, den 28. Mai, abends 5 Uhr, Frankfurter Allee Nr. 130: Mmileiiü.lieüel'sIvepZllWluiig Tagesordnung: Neuwahlen. Gcschästliches. 205/8 J. Petersen. Th Friederlcl, finol An allen Orten werden Verkaufsstellen errichtet. Vertreter gesucht. Gebrüder Krayer, Mannheim. Von der Reise zurück 239/10 Dr. A. Frendenberg. Irbeiter-Athleteii-Bund Deutschlands. Sonntag, den 20. Mai er., nachmittags 2 Uhr, im„Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Delegierten- Dersammlnng. TageS-Ordnung: 1. Was hat unS die öffentliche Versammlung am 22. April genützt? 2. Dtslussion. 3. Verschiedenes. 281/3 Der Vorstand. Zentratoerbatid der Böttcher u. deren Külfsarbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Freitag, den 18. Mai, abends S'l, Uhr, bei Wllke, Brunnenstr. 188: AuBerordentl. Verbands-Versammlung. Tages-Ordnung.: 1. Die Lohnserderung in der Packfatzbranchc. 2. Vcrcinsangelegenheiicn und Verschiedenes. 39/9 Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. '>cr habe~• Nichtmitgliedcr haben Zutritt. Der Vorstand. S. Ziehung 5. KI. 214. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 16. Mai 1906, vormittags. (Tot die Gewinne Ober 240 Mark sind den betreffenden Nummern In Klanunern beigefügt (Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 12 ISO 328[3000] 430 70 614 701 32 82[1000] 878 1500] 82 943 59 73 1124 34 58 245 394 440[500] 56 683 13000] 742 62 891[500] 2005 236 570 760 3600 1500] 737[1000] 88 866 927 4021 721 29 800 5064[1000] 403 9? 528 688 708 801 989 6050[500] 287 389 531 65 669 94 731 76 809 7033 252 371 536(500] 53 80 609 8018 118 249 370 776 843 929 9198 412 46 633 93 755 813 21 913 10405 99 247 86 90 439 612 39 733 72[500] 11240 868 12108 58[500] 367 421 619 749 978 1 3111 58 205 22 41[600] 301 27 74 645 48[500] 740[500] 924 14206 351 481 825 53 987 15313 18 644 45 47 725[3000] 839 814 16035 95[500] 393 511 634 729 1 7121 30 296 519 685 838 13000] 986 18001 267 511 36 651 816 958 19018 43 133 330 86 694 942 86 20062 131 45 91[1000] 202 43 407 10 733 58 842 94 21390 479 638[500] 736[5001 828[1000] 961 81 22337 436 535 42[3000] 645 747 2 3005 91 120 385 472 636 610 98 862 24054 1500] 278 336 489 713 38 25070 145 335 730 926 74 2 6543 80 632 703 936 77 27174 231 384 436[500] 554[3000] 70 902 28162 316 452 76 90 527 47 72 788 29192 385 462[1000] 509 70 794 994 30022 60 164 277 330 512 617 838 999 3 1015 71 106 22 95[1000] 369 417 34 540 639 7X2 47 843 62 1500] 907 30 40 32155 430 554 633 960 7 87 3 3389 486 578 95 716 77 3 4005 51 146 263 64 89 437«10 733 815[500] 19 35314 1500] 70 86 527 844 957 3 6043 59 167 210 17 11000] 309 18 485 572 651 56 777 963 3 7027 31 130 273 483 526 50 89 847 38045 617 796 803 68 988 99 39087 226 722 40183 298 490 565 69 651 926 41037 44 169 538 755 63 829 50 42114 397 478[1000] 555 71 677 739 831 092 43102[1000] 507 661 751[500] 69 915 44084 173 208 463 554 99 748 866 946 4 5029 47 89 353 58 582 781 603[10001 47 46132 61 87 299 401 56 554 684 93 858 47002 52 166 85[500] 269 610 805 79 982 98 4 8083 [10001 610 824[30001 69 81 94[500] 937[1000] 49000 30 425 41 90 749[1000] 805„ 50026 1500] 83 378 590 678 713 874 5 1243 80 329 15001 412 517 630 88 711 904 58 69 5 2272 312 476 605 770 854 5 3211 48 59 324 85 559 603 9 858 98[10001 64089 164 90 202[500] 441 620 831 983 55067[3000] 194[ 500] 276 508 606[5001 42 00 93 806[3000] 929 39 56155 424 517 18 735 946 57056[5001 63 127 42 (5001 50 211 384 534 11000] 868 905 59 5 8052 230 70 324 432 73 548 944 59161 64 442 516[500] 780 60052 242 361 420 321[500] 612 769 6 1028 175 1500] 378 412[1000] 37 541 82 624 854 978 6 2096 148 351 82 6 3243 49 316 60 64 74 522 23 75 840 47 65 87 15001 64023 45 409 514 646 89 727 34 65[1000] 843 91? 65086 284 399 421 578 635 775[3000] 802 15 43 76 92 66019 39 124 447 75[5001 783 813 67051[500] 103 737 912 47 95 68342 68 463[1000] 653 1300] 54 751 940[500] 71 69266 344 404 564 38 1500] 746 859 70123 209 14 90[500] 472 614 85 705[500] 33 938 50 7 1000 37[10001 81 102 372 624 39 62 734 77 863 72031 82 183 395 411 92 625 622 54[500] 750 94 859 74 7 3297 709 95 975[15 0001 76 74409 573 [5001 899 982 7S002 37 102 323 97 415 61k 69 779 92 860[ 5001 85[1000] so[500] 973 76185 22813000] 326 411[5000] 28[1000] 97 579 663 782 90 903 77157 451 547 69[ 500] 840 828[30001 921[500] so 76 79 78397 11000] 597[10001 888[3000] 730[5001 828 79194[500] 222 92 309[500] 767 98 SO017 22 87 218[1000] 46[3000] 70 38o 681 803 28 64 951[3000] 8 1013 169 92 96 356 653 736 852 911 82035 98 13000] 128[500] 359 71 832 945[500] 83144 87 873[500] 940 8 4003 326 501 90 619 69 707 58 805 17 53 963 79 8 5085 110 69 88[3060] 273 544 671 15001 774 962 8 6018 83 301 430 48 684 777 800 908 63 8 7327 47 407 788 956 60 67[5001 88048[10001 410 561 75 811 42 89375 403 511 648 969[10001 78 130001_____ 904"G 48 500 76 82 737[5001 82 873[30001 91245 508 978 9 2058 132 292 390[5001 443 790 800 93096 104 30 15001 428 938 9 4041[5001 293 338 93 414 63 fc. 770 523 932 95258 398[5001 440 521 608 15001 47 /82 98 833 9 6018 62 82 107 210 30 366 506 605 707 loOOJ 97109 25 05 279 454[10001 719 30 882 907 68 98171 412 777 822 55 9 9058 73 289 354 98 591 800 960[5001 100168 227 73 336 520 82 692 727 873 942 1 0 1 042 351 55 62 95 15001 472 718[30001 20 913 102034 157 260 354 431[30001 44 611 67 15001 78 904 90 103186 93 130001 327 71 419 858 104066 152 215( 30001 43 [5001 350 448 521 632 902 7 1 05066[10001 69 392 762 106 ,20 27 34 324 41[10001 477 564 755 812 20 29 962 107025 30 55 233 54 659 1 08106 17 79 213 371 555 86 893 722 814 927 42[30001 109071 121[5001 207 110001 16"l 1015:? 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Mai. vormittags, Be. 1«4MÖ«fctt IW m.' 9. Ziehung 5. KI. 214. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 16. Mai 1906, nachmittags. Kor die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern betgefUgt (Ohne Gewähr.) Naehdrnck verboten. 19 84 119 343 83 465 557 788 1067 223 383[1000] 463 611 35 812 40 71 2131 285 94 300 79 429 30 636 775 852 999 3105 88 96 110001 522 33 649 51 978 4150 96 324 434 37 589 86 89[5001 694 712 78 832(10001 5113 40 215 316 473 535 69 665[5001 854 964 6026 85 136 401 30 67 605 36 56 736 904 87 7030 90 215 344 49 467 575 8057 344 88 409 55 896 L500] 9263[500] 457 15001 680[1000]„806. 04 76.____ 10111 13[30001 445 665 1 1207 58 440[5001«i 84 567 630 42 90 738 98[1000] 818 89 1 2089 99 117 459 631 13024 101 354 498 590 694 782 947 1 4266 332.85 473[6001 85 94 620 91 99 749 803 972 1 5078 164 92 332 45[6001 511 610 22 38 719 1 6054 156 287 93 408 633 fSOOl 49 1 7153 208 355 566 634 786[5001 831 18122 89 459 70 555 83 735 68 75[500] 924 41 59 1 9181 312 618 63 20158 249 454 653 779 823 70 926 21023 64 193 365 536[5001 988 2 2032 144 69 306 880 943 68 23180 359 875 81 82 983 24112 71 350 438 92 528 619 45 [1000] 841 25177[500] 268 90 94[1000] 438 54 892 26143 237 424 649 718 2 7306 4.50 692 726 889 935 [30001 28032 141 206 9 414[1000] 96 501 58 78 84 [30001 87 741 870[1000] 028 93[3000] 29081 115 48 [500] 377 495 564 643 726 874 30375 462 653 760 31256[500] 423[3000] 83 501 [500] 703 42 3 2092 265 328 678 761 967[5001 33028 149 352 455 82 720 56 868 3 4063 153 207 364 68 479 91 [8001 851 57 3 5038 50 68 93 310 853[5001 36215 24 88 [1000] 517[30001 69 613 28 733 48 983 3 7010 57 397 400 506 31 763 924 74 3 8050 100 36 388 516 22 905 39029 46[500] 129[5001 70 507 880 04 926 40324 427 548 686 726[10001 859 77 41188 230 [500] 87 301 32 64[500] 82 688 706 72 4 2034 126 282 345 489 890 987 4 3222 82 332 60 631 749 4 4066 432 644 703 25 815 4 5073 183 419 712 99 857 97 4 6458 983 47257 327 467 648 807 48134 95 261 68 328 400 80 700 [5001 825 49206[600] 351 57 419 654 890 990 50032 177 349 588 780 99 991 51113 14 292[1000] 307 98 470 537 754 5 2092 408 62 82 583 765 830 67 906 [1000] 74 5 3043 265 792 899 929 70 5 4028 1500] HO 309 28 569[1000] 687 921 55462[1000] 556 683[1090] 92 747 926 5 6024 130 62 212 540 744 922 45 5 7315 424 50 502 53 621 29 800 58113 308 408 19 91 599 647 707[600] 8 30 90 916[1000] 59029 174 373 705[500] 855 64„ 6 OQ43 142 51 346 421 6 1089 118 88 91 255 313 38 512 67 641 700 850 63 964 81 11009] 84 6 2150 264 342 474 88[30001 672[5001 656 749[500] 805 975 63104 [600] 39 79 209 73 319 607 89 64115 67 96 462[600] 524 662 712 35 74 885 6 5033 77 246 497 704[5001 9.30 56 66159 225 536 65 631 897 67085 108 68 72 310 29[3090] 68 80 96 522 67 6 8057 174 232 361 489 761 68 914 6 9073 325 973 70126 388 433 502 69 73 968[10001 71194 97 630 51 963 72061 113 51[5091 567 719 25(5001«05 12 [10001 73089 224 26 392 419 87 552 55 712 7 4036 I 500J 73[5001 133[30001 300 538 7 5384 506 19 655 723 47 76270 72 357 65 521 636 701 844 91 938 88 95 7 7020 86[10001 138 84 310 90 92 468 80[10001 729 853 78159 83 226 687 91 935 93 7 9007 214 89 459 572 723 877 989'«0163 90(5001 248 306 86 643 87 716 887 971 8 1050 90 151[5001 285 441 85 555 718 828 88 905 30 820 U 97[10001 112 242 93 404 80 502 738 805 27 68 946 15001 70[5001 83150 202 71 416 02 950 8400« 200 414 44 587 645 736 95 8 5238 358 70[5001 88 450 655[5001 792 834 082 86183 456 669 93 792 816 905 53(10001 77 87)34 [30001 286 415 86 587 604 714 816 8 8043 89 135 487 (5001 526 610 40 781 89128 230..... 85 927[5001 90W9 92 354 99 729 875 977 9 1033 52 182 563 [5001 77 679(5001 732 894 9 2046[30001 157 272 331 433 (10001 561 770 9 3470 554 728 816«41751 10001 236 (5001 50 428 538 54 8» 707 985 9 3360 63 68 93 581 95 683 822 65[5601 96254 369 472[30001« f»016$ 862 942 97157 60 590 650 68 816 59 69 916 39 9 8006 9 11 63 177 234 601 641 772 9 9106 331 92 465[5001 6/4[5001 91[5001 713 811(5001 93[5001»32,�,� � � 100044 479 592 739 86 91 987 101279 82 322 40 15001 603 607 723 74 93 1 02067 171 251 377 437 692 (5001 674 763 813 60 949 1 03127 232 350 514 628 861 104013 26 32 58 70 83 95[30001 188 259 412 645 So 749 914 82 1 05102 85 306 28 620 82 1 06079 90 109 [10001 34 282 326 37 06 73 586 1 07109 92 281 1 10001 353 4.38[500] 508 78 858 63 13000] 919 108051 15001 86[5091 165 210 46 40 60 97 344 795 821 109323 700 17 �llOOM 5487 606 875[10001 82 931 60 111027 213 343 97 447 597 967 112153 95 313 774 806 927 93 113179 239[5001 365 485[10001 507 620 114179 85 259 333 418[10001 36 96 563[5001 688 813 115040 195 243 434'52 116"*) 87 180 245 36 7.5]5Ö0] 95 650 77 94 714 40 54 871 919[1006] 117268 328 433 549 15001 80 603 756 58 130001 863 954 118155 430 609 739[5001 40 77 801 52 973 119076 134[1000] 203 23 733 70 848 613 38 65 920120 89 07 363 8& 496 662 OPZ J38 63 121g79 527 94 669 822 1 22072 258 72[1000] 96[3000] 320 77! 123205 84 581 862 124086 145 398 504[500] 28 814 23 38 970 125381 1600] 433 557 91 714 15 909 126072 745 824 1 27046 89 142 236 389 589 952 1 28010 HO 250 321 33 62 402 670 84 705 35 867 904 68 1 29043 117 1 1000] 224[500] 464 556 721 130022 81 184 70 557 733 1 31166 257 73[500] 334 71 457 795[500] 132099 128 220 775 89 808 902 133000 472 577 613[1000] 706 830 911 134287 448 64 615 19 734 980 1 35085[500] 238 462[500] 64 019 716 883 903 136021 194 210 56[500] 58[1000] 451 78 588[1000] 689 716 843 993 1 37025 138 354 481 508 619 90 822 63 138026[500] 97 144 406 740 64[30001 S19 g[500] 139120 219 363 290 418[500] 25 607 57 140091 146 64 368 452 674 775 90 141065 148 257 355[1000] 405 13 45 666 803 142262 407 18[500] 652 691 143043 104 313 426 1500] 51 568 724 8X0 Los 144054[500] 385 710 892 145063[600] 270[1000] 450 523 755 922 1 46183(5001 237 788 875 1 47059 273 421 700 820 90 921 148065 285 394 555 616 804 905 53 149182 293[500] 426 502 51 854 80 964 71 150301 418 542 40 602 782 845 941 15 1007 609 85 733 915 48 1 52117 82 207 55 312 36 450 51 588 838 [30001 49 1 53015 122 447[500] 603 717 62 81 899 154044 50 251 505 634 780 870 1 55053 235 468 84 594 701 946 89 1 56140 222[500] 87 320 92 94 431 659 15001 81 937 1 57150 53[10001 258 495 536 625[3000] 40 734 80 835 82 1 58054 281 89 463 693 709 14[1000] 895 962 1 59175 287 855 62[3000] 76 160064 130001 237 78 474 556 82[500] 608 89 16 1395 448 581 624 66 846 972 1 62378 637 768 836 87 973 1 63091 163 251 413 507 757 888 1 64286 315 689 742 1 65100 49 464 505 790 982 1 66070 221 79 444[1000] 47 846 910 1 67025 345 58 62 483 591 625 717[500] 73[500] 827[500] 168036 184 351 662 84 778 858 61 932[ 500] 82 169061 96 232 428 64[500] 76 537 632[5001 701 13 881 90 170162 89 351 52[500] 452 526 758 73 953[10001 171239 71 86 365 501 30[10001 948 76 1 72081 190 249 64 673[500] 933[3000] 173012 401 17 49 65 73 503 76 98 710 63[1000] 71 878 900 63 1 74147 282 354 408 19 78[10001519 73 848 176104 53 376 547 732 1 76104 11 93 304 407 544 97 794 834[5001 177016 78 115 34 326 733 804 29 46 60[30001 178056 98[10001 147 IlOOO] 375 553 623 751 823 928 179012 57 384 583[5001 793 900[500] 16[3000] 74 180133 462 707 21 22[3000] 64[50001 871 181027 III 43 82 206 89[1000] 90 150001 354[1000] 413 97 560[10 OOO] 721 80 943 1 82202 319 74 733 38 96 1 83084 189 374 77 537 98 1 84113 30 223 426 552 99 931 93 185119 330 761 933 79 186015 76 130[1000] 72 403 32 57 709 20 72 920 1 87207 33 497 590 625 93 1 88049 89 130 89 512 808 942 189S27 414[1000] 539 630 71 749 71[5001 805 969 190150 1500] 204 10 34 66 492 96 681 94 860 19 1372 503[10001 43 01 773 854 913 77 192011[10001 29 60 448 506 847 967 1 9 3267 370 400 2 48 687 752 888 98 927 1 94044 83 200 11000] 351[10001 411 691 900 1 95026 217 428 035[500] 190123 82 350 693 875[5001 197077 109 360 473 92 708 952 198240 62 397 99 516 673 833 1 99023 517 98 707 826 89[10001 200018 95[5001 97 342 632 612 801 20 1 580 SU 81 716 70[30001 82 907 62 2 0 2000 78[5001 81 171 226 359 656[1000] 203068 250 334 440 511 631 78 [500] 834 43 50 906[500] 204054 346 452 82 551 97 790 971 20 5027 74 124 499[500] 622 734 206172 77 261 312[500] 682 833 916[5001 75 80 207016 37 89 235 526 056 735 2 0 8033 40 240 91 562[500] 888 954 209052[5001 108 94 208 72 311 51 455 846 210107 289 336 410[5001 43 89 690 704 130001 77 977[ 5001 211037 45 97 114 207 462 SO 513 85« 212075[5001 131 43[5001 284 92 556[10001 689 817 920 2 1 3049(5001 81 121[5001 468 f 10001 510 659 7ol 73 2 1 4019[5001 73 443 95 605 896 2 1 5174 287 110001 435 69 91 579 613 888 914 2 16053 134 75 533( 500f 2 1 7118 222 534 86 770 804 35 952 73 2 1 8092 98 123 240 466 78 572 74 642 717[6001 59 935 219133 48 52 76 267 84 349 56 512 50 839 935[10001 77____ 220091[5001 260 468 658 85 221186 896 110001 914[5001 36 2 2 2087 142 59 320 45 628 861 986 2 2 3030 219 331 426[30001 82 525 55[10001 62 110001 899 904 22 4014 18 29 227 322 47 412 77 86 672 803 980 2 25170 287 439 783 08 807 36 63 943 83[30001 97 226188 92 235 82 315 414 32 544[10001 733 839 2 2 7053 1871 [10001 281 87 801(30001 954(10001 76 2 2 8030[ 3000 103(10001 7 213 65(30001 347 98 673[5001 742 918 34 229005 433 63 91 5.56 836 009 82 230138 99 248 763 90 926 64 23 1069 203 85 331(10001 93 461 666 767[10001 882 916 24 2 3 2022 36 122 95 548 90[5001 600 29 130001 33[5001 37 15001 722 45 48 233082 11000] 253 95 372 751|6Ü0| 809 234114 45 48 84 255 357 75 91 443 689 710 235215 316 82 444 686 709 857 2 3 6263 372 693 703 2 3 7028 29 44 682 718 77 2 3 8080 433 662 88 708 25 59 892 988 239008 107 61 451 84[10001 543 757 60 899 240018 43 106 43 352 604 15001 826 27 241002 65 114 448 553 89 830 2 4 2058[ÖOOO] 72 546 11000) 719 01 800 907 130001 24 3016[ 30001 62 120 569 827 728 841 929 79 2 4 4225 110001 438 517 70! 10001 SS 632 54(10001 820 973 2 4 5061 102 247[10001 61 450 533(5001 89 625(30001 38 60 707 880 246108 219 63 740 877 965 2 4 7099[500] 220 83 506[500] 15091 S»[30001 906 0 21~ 15001 1s Deutschlands. Deckenbranche. Donnerstag, den 17. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal von Augustin, Oranlenslrahe 103: Ncrsamiillung m« i» WeubaiizkschSste« beschäftigten Träger und Hülfsarbeiter. Tagcs-Ordnung: 1. Die beabsichtigte Arbeitsmethode der Wölber und wie wirkt dieselbe auf unser Arbeitsverhältnis? 2. Die Vertretersitzung. 3. Verschiedenes. • Zu dieser Versammlung sind die Wölber eingeladen.— Sektion der Srnnnenbaner = und Hülfsarbeiter. Sonntag, den 20. Mai, vorm. 10 Uhr, im Lolal von Augnstin, Oranienstrasie 103: Bersainmlung der Brunnenbauer und Hülfsarbeiter. Sektion der Kunststeinarbeiter Sonntag, den 20. Mai, nachmittags 3 Uhr: == Sektions-Bersammlung im Gewcrlschaftshause, Engcl-Ufcr 15, Saal 7. TageS-Ordnung wird in diesen Versammlungen bekannt gemacht. Zahlreichen Besuch erwartet 31/12 De»» Zwolgverclns-Torstand. Sonntag, 30. Mai, vormittags 10 Uhr: Hilaemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer BcrUns und Umgegend. im gr. Saale des Gewrr!'.schastshilnsts, Eugel-Mer 15. Tagesordnung: 1. Werl und Nutzen dcr Tarisverträge, und welche Verpflichtungen über- nehmen die vertragschließenden Parteien beim Wschluß desselben? Referent: Genosse Nieeentdal. 2. Diskussion. 3. Bericht der Schlichtungskommission. 4. Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen, welche Atitglieder de? Deutschen Metallarbeiter-VerbandeS find, haben ihre Mitgliedsbücher mitzubringen. Wir ersuchen die Kollegen, zu dieser Bersammlung recht zahl- reich zu erscheinen. Die Vertrantuslente der Rohrleger und Helfer 119/7 Berlins und Umgegend. I. A.: Dl« Asitationskommisslon; Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Rixdorf. Tonnerstag, de» 17. Mai er., abends 8'/, Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151152: Mitglieder-Versantmlnng. Tages-Ordnung: Besprechung der Anträge zum VerbandStag in Köln. VerbandSangclegcnHeitcn. KS/1 Die OrtsvcMraltnng. Graphische Zentrale« An die in Buchdruckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen richtet die Graphische Zentrale das Ersuchen» während der Dauer der Aussperrung der Buchbinder und einer etwaigen Ausfperrnng der Steindrucker und Lithographen von feiten der Geschäftsleitungen ihnen etwa zu überweisende Arbeiten der Ausgesperrten sofort die Vorstände zu be- nachrichtigcn, damit dieselben die Angelegenheit prüfen und die nötigen Weisungen den Mitgliedern geben können. gg/IS Berlin, den 16. Mai 1906. Im Austrage der Graphischen Zentrale Albert Rasslni. r Zweigreretn Berlin. Sektion der Fllesenlegrer. Achtung! iBi WM" Achtung! Donnerstag, den 17. Mai, abends 8'/« Uhr, in den Arminhallt«, Kommandautenstr. SS: Mitglied er-Bersammlung. TageS-Ordnung: 1. Regelung der Beitragskassierung der Sektion. 2. GewerkschastlicheS. 3. Verschiedenes. —— Mitgliedsbuch legitimiert, n Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, daher muß ein jeder pünltlich erscheinen._ Der SektionSvorstand. 143/16* Phänomen- Phänomen-Gigaretten sind aus echten türkischen Tabaken hergestellt Fhanomen-Cigaretten sind garantiert Handarbeit Phänomen-Cigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt Phanomen-Cigaretten übertreffen Importen Phänomen-Cigaretten sind uberall zu haben Stuck 2, 3, 4 und 5 Ptg. Türk. Tabak und Gigaretten-Fabrik„Namkori" Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) fO Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. ) Kleine Anzeigen[ä ANZEIGEN die nächste Nummer werden In den Annahme- für Berlin bis f Uhr, för die Vororte bis In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. , Verkäufe. 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