Ur. Iä3. ntonncments-Bcdingungen: Monncmcnts> Preis vränmncrando i Vicrlcljährl. 3,30 Mk, inonall. 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg. frei inä HauZ. Einzelne Nnnimer S Pfg. Eonntag-Z- »unimcr inil illustrierter Sonntags» Beilage»Die Nene Welt" 10 Psg, Post» «bonnement! 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs» Preisliste, Unter ilreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, sür daZ übrige Ausland 3 Marl pro Monat, PoslabonnenienlS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrg. Cfldjtinl Ualldi auOcr montags. Vevlinev VolKsblcrlk. Die Tntertlons'Gebülir bckägt für die sechsgespaltene SloloncI» geile oder deren Raum 00 Psg„ sür politische und gewerlschaftliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen 30 Psg. „kleine Snreigen", das erste(seU- gedruckte) Wort 20 Pfg„ jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- stelleN'Anzeigen das erste Wort 10 Psg,, jede? weitere Wort K Psg, Worte über 10 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „S»!äIdic Oeffentlichkeit beherrschen," so führte er aus,„können wir in der Uebergangszcit nicht verwirklichen. In erster Reihe wird die Regierung die Wahlrcsorm auf Grundlage des allgemeinen Stimm- rechts durchführen. Sie wird serner darauf bedacht sein, die Seldst- verwaltung in den Komitatcn und Gemeinden zu stärken. In volkswirtschaftlicher Beziehung wird u. a.«ine Ergänzung des Gesetzes zur Förderung der Industrie sowie die Hebung des Exports und eine Reorganisation der Staatsbahncn geplant. Die Aus- Wanderung soll durch Verschaffung von Arbeitsgelegenheit ein- gedämmt werden."— In finanzieller Hinsicht kündigt Wckerle die Ei»sül,r»ng einer progressiven Personaleinkommcnstcuer an. Ferner soll der Umlauf der Noten zu zehn und zwanzig Kronen verringert werden. WaS das Verhältnis mit Oesterreich betrifft, so sollen VerHand. lungen eingeleitet werden, um das Zollbündnis durch einen Zoll- vertrag zu ersetzen.(Lebhafter Beifall.) Der Ministerpräsident ersucht schließlich die koalietten Parteien, ihn in der Durchführung des Rcgierungsprogramnis vertrauensvoll zu unterstützen..(Lang- anhaltender lebhafter Beifall.)— Nach der Rede Wekerles spricht der frühere Ministerpräsident Szell namens der BerfassiingSpartei der Regierung fein Vertrauen aus. Namens der Kossuthpartei erklärt Abg. Thaly. datz diese unter Wahrung ihrer Prinzipien dem Kabinett, in welchem sie durch drei Mitglieder vertreten sei. volle Unterstützung gewähre. Eine ähn« liche Erklärung gibt auch der Abg. Rakovslh ab im Namen der Volkspartei. Frankreich. An der Mauer der Föderierten.. Paris, 27. Mai.(Eig. Ber.) Der diesjährige Zug der Pariser Sozialisten auf den Pöre Lachaise zur Leidens- und Grabstätte der letzten Kommunestreiter hat gezeigt, datz das Andenken an jene Märtyrer der proletarischen Revolution nach 32 Jahren in der Arbeiterschaft noch ungeschwächt fortlebt, aber auch, datz die lächerliche Angstmeierei und der Abso- lutismuS der Polizei unter der radikalen Regierung nicht minder als unter den reaktionären Negierungen ihre Kapriolen schneiden. Zwar werden— schon seit Combes— rote Embleme zugelassen, aber noch immer sind Reden, ja selbst Rufe verpönt— allerdings. an diese Verbote kehrt sich die Menge nicht. In höchstem Matze erbitternd ist jedoch, datz die Polizei den Zug in mehrere Abteilungen auSeinanderreitzt und hinter jeder Gruppe republikanischer Garden mit Gewehren auf der Schulter marschieren läßt, als ob sie Kriegsgefangene eskortierten. Es ist der eindringlichste Anschauungs- Unterricht vom Klassenkampf, der sich nur denke» läßt. „Wenn wir(Deutschen den(Finanzminister) hätten!" Paris, 29. Mai.(B. H.) Ueber den gestrigen Mnisterrat wird noch berichtet, datz unter den Ministern Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Ausgaben für Militär und Marine hervortraten. Der Finanzminister bekämpfte die Forderungen und fand dieselben zu hoch. Seine Ansicht wurde von mehreren anderen Kabinettsmitgliedern geteilt, sodatz die Mehrheit der Minister in dieser Frage einig war. Es ist möglich, datz in einer der nächsten Sitzungen des Kabinetts- ratö eine Einigung zustande kommt, im andern Falle wird eine Ministerkrisis als bevorstehend betrachtet.— Die Herren„Kolonisatoren"! Paris, 29. Mai.(B. H.) Wie der„Matin" berichtet, ist auf Grund einer bei dem General-Prokurator für Westaftika eingelaufenen Beschwerde gegen zwei hohe Beamte der Kolonialverwaltung namenS Noirot und Hubert eine Untersuchung eingeleitet worden. Dem ersteren werden neun, dem letzteren sechs Morde zur Last gelegt. Außerdem sollen willkürliche Verhaftungen und Bestechungen von Beamten vorgekommen sein.— Beide Beamte halten sich in einem kleinen Königreich auf, dessen Monarch verstorben ist. Italien. DaS neue Ministerium hat nach einer Depesche aus Rom nun- mehr folgende Zusammensetzung: Präsidium und Inneres: G i o l i t t i. Auswärtiges: T i t t o n i. Justiz: Gallo. Schatz: Majorano. Finanzen: Massimini. Krieg: Generalleutnant Vigano. Marine: Admiral Mirabell o. Unterricht: Fusinato. Oeffentliche Arbeiten; Gianturco. Ackerbau: Coccu Ortu. Post: Schanz er. Schweden. Stockholm, 29. Mai.(W. T. B.) Das neue Kabinett ist in folgender Zusammensetzung zustande gekommen: Lindeman, Minister- Präsident und Minister ohne Portefeuille, Beisitzer beim Höchsten Gericht. Albert Peterssohn, Justizminister. Admiral Dhrssen, Manne. Rektor Juhlin, Inneres. Swartz, Finanzen. Hammarskjöld, Kultus. Alfted Peterssohn, Landwirtschaft. Der bisherige Minister des Aeutzern, Trolle, und Kriegsminister Tingstcn behalten ihre Porte- feuilles. Zu Ministern ohne Portefeuille sind ferner ernannt: Beisitzer beini Höchsten Gericht Hedcrstjerna und Landesselretär RooS. Bulgarien. Aus Sofia wird uns geschrieben: Ter Prozeß gegen das Zentrnlorgan der Nationalpartci,„Mir", wegen„Verleumdung" des Ministerpräsidenten Generalmajors Petrow und des Kricgsministcrs Generalmajors Savow, wurde am 11. d. Mls. beendet. Die richterliche Entscheidung fiel am 14. Der Verantwortliche Redakteur des„Mir" wurde zu 2 Monaten Gefängnis und zu 200 Frank Geldstrafe verurteilt. Auch hat er die Kosten der Veröffentlichung des Urteils in den drei Tage- blättern von Sofia zu tragen. Der Verurteilte wird Berufung ein- legen; denn die Verhandlungen des Prozesses— oder richtiger: der Komödie— haben ja zu deutlich ergeben datz im Grunde genommen der Wahrheitsbeweis für alle„Verleumdungen" erbracht ist. Sonst wäre wohl auch die Strafe viel härter ausgefallen. Das Urteil ist«in politisches Tcndcnzurteil im wahrsten Sinne des Wortes. Die Richter wolften einfach die Kabinettskrisis vermeiden, die bei Freisprechung des Angeklagten unausbleiblich gewesen wäre. Und wegen einer Lappalie, wie die Annahme einer Bestechucktz von einigen tausend Frank bei der Munitionslieferung wird man doch in Bulgarien keinen Minister purzeln lassen, zumal wenn er der Vertraute des Fürsten und höchster Würdenträger in der Armee ist! Im Prozesse verschaffte sich der Gerichtshof einen recht billigen Triumph: Er forderte die Vorlegung der Quittungen über die Be- stcchungssummen! Wenn der Angeklagte und seine Verteidiger auch alles beweisen konnten,'die Quittungen vermochten sie natürlich nicht vorzulegen. Nun gilt es ja in Bulgarien allerdings als eine Art Selbst- Verständlichkeit, daß die höhere und höchste Beamtenschaft ihre Stellen bekleidet, eben u m sich zu bereichern. Die politischen Parteien der Bourgeoisie hüten sich, in das Wespennest zu greifen. Treiben es doch die bürgerlichen Parteimänner im allgemeinen nicht viel besser. So ist und bleibt denn die sogenannte„dcmokra. tische Linke" kleinlaut, und man hört im Parlament kaum das leise Klopfen ihres schwächlichen Herzens. Der Oppositionsgeist der bürgerlichen Parteien ist selig entschlafen, und man kann sagen, datz die bulgarische Bourgeoisie einfack unpolitisch ge- worden ist,_ pariamentarikbes. Wiederaufnahmeverfahren für Beamte. Die verstärkte JustizkommissionI des Abgeordnetenhauses behandelte in ihrer letzten Sitzung den Antrag des Zentrumsabgeord- netcn Dr. König auf Einführung des Wiederaufnahmeverfahrens im Disziplinarverfahren gegen ntchtrichterlichc Beamte. Im Gegen- satz zur Regierung, die durch ihren Kommissar auf die Schwierig- ketten der Regelung der Materie hinweisen lietz und eine Ver- tagung der Frage bis zur allgemeinen Regelung des preußischen BcamtcnrechtS anheimstellte, war die Kommission der Meinung, daß die Frage besonders dringend sei und selbständig geregelt werden möchte. Schlietzlich wurde der Antrag in folgender Fassung an- genommen: „DaS HauS der Abgeordneten wolle beschließen, die königliche Staatsrcgicrung um Vorlegung eines Gesetzentwurfs zu ersuchen, der in Abänderung des Gesetzes vom 21. Juli 1822, betreffend die Dienstvergehen der nichtrichtcrlichcn Beamten, und des Gesetzes vom 7. Mai 1822, betreffend die Dienstvergehen der richterlichen Beamten, das Wiederaufnahmeverfahren in das DiS�iplinarver» fahren einführt, bezw. neu regelt und außerdem die Fälle ordnet, in welchen ein Beamter das Amt verloren hat auf Grund einer den Amtsvcrlust ohne weiteres nach sich ziehenden gerichtlichen Ver- urteilung, der später im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wird."—'_ GcwcrhlcbaftUcbeOs ßerlln und Umgegend. Arbeiter, Partei- und Gewerkschaftsgenossen! Gestern nacht ist von den Friseurgehülfen Berlins der Streik beschlossen worden. Nach dem ablchendcn Verhalten der Arbeitgeber war dieser Beschluß zu erwarten. Die Situation ist n u n eine sehr schwierige. Genossen! Ihr könnt viel dazu beitragen, unserer Lohn- bewegung zum Siege zu verhelfen. Der Aktionsausschuß der sozialdemokratischen Parter und die Gewerkschaftskommission haben in Anbetracht der schwierigen Lage, in der wir stehen, den Boykott über die Geschäfte, die nicht bewilligten, erklärt und den Mitgliedern der Partei und Gewerkschaften zur Pflicht gemacht, sich n u r da bedienen zu lassen, w o d i e Forderungen der Geh ii Ifen bewilligt sind. Macht Euch den Beschluß der Partei und der Gcwcrkschafts- kommission zu eigen und zeigt den Arbeitgebern, daß auch Ihr ein Interesse habt, uns zyin Siege zu verhelfen. Laßt die persönliche Freundschaft, welche Euch da oder dort mit den Arbeitgebern verbindet, beiseite treten, hört nicht auf deren Ausreden, die sie gebrauchen. Mancher Arbeitgeber tut arbeiterfreundlich: aber sein Handeln ist ein anderes. AnihrenFrüchtcnsolltJhrsieerkcnncnl Die.Geschäfte, in denen die Forderungen der.Gehülfen be- bittigt borgen, sind keMMch Sur2) beiße Plakate Küi roter Inschrift. Fragt nach den Kontrollkarten. Sie haben dieselbe Farbe und tragen die Unterschrift:„Verband der Friseurgehülfen Deutschlands" und den Namenszug L i e r e. Achtet auf Nachahmungen. Alle anderen Plakate sind ungültig. Achtet auf die Liste, welche heute im„Vorwärts" er- schienen ist. Genossen! Unterstützt uns in diesem Kampf gegen die Arbeitgeber, welche menschliche Arbeitsbedingungen nicht zu- lassen. Tut Cure Pflicht! Hoch die Solidarität der Arbeiter- schaftl Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.'(Zweigverein Berlin und Vororte.) Rosenthalerstraße 87. P. Liers. Deutscher Meiallarbeiierverbanb. Die Gasmesser- und Gasofenfabrik in Mariendorf ist für samtliche Metallarbeiter gesperrt. Die Ortsverwaltung. Streik im Barbiergewerbe. Die dem„Verbände der Friseur- Hehülfen Deutschlands" angeschlossenen Friseurgehülfen Berlins und Umgegend hielten in der Nacht zum Dienstag in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße, eine außerordentlich zahlreich besuchte öffent- liche Versammlung ab mit der Tagesordnung:„Die Antworten der Arbeitgeber auf unsere Forderungen. Müssen wir streiken?" Der Referent Liere führte ungefähr aus: In keinem Berufe seien die Lohn- und Arbeitsverhältnisse derart stabil geblieben, wie im Barbiergewcrbe. Seit Jahrzehnten werde fast der gleiche Lohn gezahlt, beständen die gleichen Arbeitsbedingungen(Logiszwang und so weiter) nur mit dem Unterschiede, daß jetzt nicht mehr, wie früher der Fall, die Gehülfcn die Kunden in ihrer Wohnung auf- zusuchen hätten, dafür aber jetzt bis 1b Stunden täglich im Geschäft — wenn auch nicht immer tätig—, so doch anwesend sein müßten. Auch verlange man jetzt vollkommenere Ausbildung, bessere Kleidung und dergleichen. Ein großer Uebelstand sei es, daß die Innungen bei etwa 17 OVO Gehülfcn SDVOO Lehrlinge beschäftigten, wodurch die Zahl der arbeitslosen Gehülsten— die jetzt ÖOOO betrage—, immer noch zunehme, was zugleich den weiteren Uebelstand zeitige, daß sich immer noch mehr Gehülfen— ohne materielle Unterlage zu besitzen— selbständig zu machen suchten und dadurch das ganze Gewerbe schädigten. Die Korporationen der Arbeitgeber hätten die unterbreiteten Forderungen zum Teil abgelehnt mit der Bc- gründung, daß sie bei Bewilligung derselben zugrunde gehen müßten; eine Korporation habe überhaupt nicht geantwortet. Die Arbeitgeber im Norden, in den Arbeitervierteln, sträubten sich am energischsten gegen die Bewilligung der Forderungen. Einige Selbständige gingen sogar so weit, die Geschäftsinhaber daselbst aufzusuchen und diese scharf zu machen. Dabei hätten diese Leute es in der Hand, sich durch Erhöhung der Preise für rasieren usw. da sie stark organisiert seien und deshalb dies leicht durchsetzen könnten— schadlos zu halten. Da alle Versuche, eine Vereinbarung mit den Korporationen der Arbeitgeber zu treffen, als gescheitert zu betrachten seien, hätten die Vertrauensleute in ihrer letzten Sitzung den Streik beschlossen. Er, Redner, empfehle den Gehülfen gleichfalls den Eintritt in den Streik als letztes Mittel, nachdem der Boykott über die Geschäfte, welche nicht bewilligten, inzwischen verhängt worden sei. Nach lebhafter Diskussion, in welcher alle Redner ein energisches Vorgehen fordern, gelangt gegen 2 Uhr morgens eine Resolution zur einstimmigen Annahme, in welcher die Versammelten erklären, mit aller Energie für die auf- gestellten Forderungen einzutreten und überall dort, wo diese bis Donnerstag abend nicht bewilligt sind, am Freitag die Arbeit nicht wieder aufzunehmen.— Schließlich wird den Streikenden aufgegeben, am Freitag mit ihrem Hand- Werkszeug ausgerüstet im Rofenthaler Hof, Rosenthalerstraße, sich einzufinden; es solle ihnen Arbeit zugewiesen werden. Um den Zchnstundentag kämpfen die Büglcr, Stcpper, Hand- näher und Näherinnen, die bei Z w i s ch e n m e i st c r n der Herren- konfektion arbeiten. Sie versammelten sich am Montag in den Musiker-Sälcn zur Besprechung ihrer Lage. Nach den Ausführungen des Referenten Mähr liegen die Bedingungen für einen erfolg- reichen Kampf sehr günstig. Es handelt sich nur um 300— 400 Leute, die durch eine ausgedehnte Arbeitsteilung den Zwischen- meistern unentbehrlich geworden sind und auch nicht leicht ersetzt werden können; ebenso ist die Zahl der Arbeitslosen sehr gering und von dieser Seite keine Gefahr zu befürchten. Trotz alledem sind die Verhältnisse miserabel. Tie Arbeitszeit ist 12— 13 Stunden pro Tag; es werden Hungerlöhne gezahlt, und manche Meister betrügen die Arbeiter um ihren Lohn; es wird meist in sehr un- gesunden Räumen gearbeitet. Dagegen sind die Profite der Meister und der Konfektionäre sehr hohe. Der Grund dieser schlimmen Verhältnisse liegt in dem Mangel der Organ i- sation. Endlich haben sich die Arbeiter entschlossen, vorzugehen und ihre ganze Forderung ist der Zehnstundentag, wahrlich eine recht bescheidene. Es ist bereits gelungen, 150 Mann zu organisieren, und bald hofft man, alle Uebrigcn zu gewinnen. Weitere Ver- sammlungen sollen stattfinden, und mit dem Fortschreiten der Organisation wird der Kämpf eingeleitet werden. Achtung, Kleber und Bauhanbwerker! Der Unternehmer Linke, Rigaerstr. 109— Bau Friedenau, Frccgestratze und Holsteinischestraßen- Ecke— ist für Kleber nach Wie vor gesperrt. Etwa dort arbeitende Kleber verrichten Arbeiiswilligendienste und ersuchen wir die Bauhandwerker, dieselben auf ihre Pflichten aufmerksam zü machen. , Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schützeustr. 18/19. Tel. I. 3282... Deutfehes Reich. Der kritische Tag in der Metallindustrie. Der kritische 2. Juni naht immer mehr heran, ohne daß aus dem Chaos sich widersprechender Nachrichten und einander wider- streitender Handlungen sich irgend etwas gestalten will. Der „Lokal-Anzeiger" teilt in seiner gestrigen Nummer als Neuestes mit, wie wir am Sonnabend schon meldeten, daß auch die Berliner Metallindustriellen mit der Aussperrung von 00 Proz. drohen. Da in Berlin keine Kündigungsfrist besteht, wäre diese Ankündigung eigentlich nicht notwendig, wenn sie nicht den Zweck hätte, unaus- geführt zu bleiben; man erhofft von der Androhung einer Aussperrung, daß sie die Arbeiter zu Paaren treiben wird. Wo die Berliner Kühnemänner so vor der Schlacht nach Art homerischer Helden prahlen, wollen auch ihre Leipziger Kol- legen nicht fehlen. Auch sie kündigen an: „Die Metallindustriellen Leipzigs haben sich diesem Beschluß einstimmig angeschlossen und werden am 2. Juni diejenigen Leute, welche im April und Mai noch Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes gewesen sind, oder ihm am 2. Juni in irgend einer Form noch angehören, entlassen, und zwar zunächst bis zu 00 Proz. der gesamten Arbeiterschaft, wenn bis dahin keine Einigung in den betroffenen Orten erzielt worden ist. Es werden daher hiermit diejenigen Leute, welche weder Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes sind, noch werden wollen, oder im April und Mai d. I. irgend etwas mit dem Metall- arbeiterverband zu tun hatten, aufgefordert, sich ungesäumt bei der Betriebsleitung zu inelden, damit sie als Unbeteiligte von der Entlassung ausgeschlossen bleiben. Bis zur Beendigung der Differenzen werden neue Leute in keinem Betriebe mehr ein- gestellt." Inzwischen bröckelt der Streik langsam überall ab, nachdem die Unternehmer den Arbeitern genügende Zugeständnisse gemacht haben. In H ä n st d ö e r habest nach einem üsts zugehenden Privat- telegramm vorgestern nacht Verhandlungen zwischen den beiden Siebencrkommissioncn stattgefunden, welche Einigungs- bedingungen ergaben, die bis auf einen Punkt in der gestern nach- mittag stattgefundenen Versammlung der Formerei- und Gießerei- arbeiter angenommen wurden. Die Arbcitcrkommission soll noch verlangen, daß der Zuschlag für Ueberzeitarbeit auch an Akkordarbeiter bezahlt wird. Wenn die Arbeitgeber diese berechtigte Forderung bewilligen, ist die Möglichkeit gegeben, daß in den Versammlungen am Mittwoch und Donnerstag die Einigung sanktioniert wird. In Augsburg ist der Formerstreik beendet, nachdem eine Metallarbeiterversammlung die Arbeitsaufnahmebedingungen für befriedigend erklärt hatte. Die Braunschweiger Unternehmer tun noch ciwas spröde. Sie wollen die Aussperrung nicht eher aufheben, als bis die Differenzen an den anderen Orten ebenfalls beigelegt sind. Die württembergischen Mi-iglieder des Ver- band es deutscher Metallindustriellen waren, wie uns aus Stuttgart geschrieben wird, zu einer Versammlung zusammengekommen, um zu der vom Hauptverband beschlossenen Aussperrung von 00 Proz. der in den Vcrbandsbetricbcn bcschäf- tigten Arbeiter Stellung zu nehmen. Die wllrttembergischen Unter- nehmer, die von vornherein dem ganzen Plan ihrer Zentrale sehr kühl gegenüberstanden und dies ihrem Hauptvorstand vor einiger Zeit bereits wissen ließen, beschlossen, die geplante Aussperrung auf die württembergischen Be- triebe nicht auszudehnen. Es will also den in der Zentrale der Mctallindustriellen sitzenden Scharfmachern doch nicht gelingen, die sehnlichst angestrebte Einigkeit herzustellen. Sie haben alle Ursache, zu wünschen, daß sie ihre Drohung nicht wahrzumachen brauchen. Bei der Singcr-Nähmaschinen-Akticn-Gesellschaft in Köln sind die Einkassierer sänitlicher Filialen in eine Lohnbewegung ein- getreten. Die in Betracht kommenden Angestellten gehören dem Verbände der Handels- und Transportarbeiter an. Eine Aussperrung der Steinhauer und Biarmorarbeiter ist am Montag in Aachen erfolgt. Es kommen etwa hundert Arbeiter in Betracht, die sich auf sechzehn Betriebe verteilen. Die Arbeiter hatten Stundenlöhne von 35 Pf. für Hülfsarbeiter bis 55 Pf. für Sandsteinmetzen gefordert. Die Unternehmer verlangten von den Arbeitern die Anerkennung der von dem Arbeitgeberverbande ge- machten Angebote und vollzogen, als die Arbeiter das ablehnten, die Aussperrung. Die Arbeiter sind meistens im„christlichen" Ver- band der Bauhandwerker organisiert, was die ebenfalls christlichen Unternehmer aber nicht an den brutalsten Maßnahmen hindert. Die Textilarbeiter in Euskirchen(Rheinland) stehen in einer Lohnbewegung. Sie fordern u. a. 15 Proz. Lohnerhöhung. Die Steinarbeitcr von Beucha in Sachsen standen seit dem 1. Februar in einer Lohnbewegung. Die Unterhandlungen sollten bis 1. Mai beendigt sein, was aber nicht der Fall war. In einer Versammlung vor dem 1. Mai wurde dann der cinstimniige Be- schluh gefaßt, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Die zirka 400 Steinarbeiter, die im Revier in Frage kommen, wurden nun auch wegen der Maifeier von den Unternehmern 2 Tage ausgesperrt. Als Antwort auf diese Aussperrung wurde am 2. Mai einstimmig der Streik beschlossen. In Frage kommen zirka 80 Steinmetzen und 30 Schrotter. Dieser kleinen Zahl wurden einige Zugeständnisse gemocht, während den anderen 290 Pflastersteinarbeitern und sonstigen Taglohnschrottern gar nichts zugestanden wurde, diese so- gar in einem Betriebe noch weniger erhalten sollten, als bisher. Mit dieser Politik wollen die Unternehmer Uneinigkeit in die Reihen der Arbeiter tragen und die Organisation sprengen. Dies wird ihnen aber schwerlich gelingen. Zuzug ist fernzuhalten. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Eine» vollen und schnellen Erfolg haben die organisierten Glasarbeiter bei der Firma Eibenstein u. Co. in Bischofs werda durch eine Arbeitsniederlegung erzielt. Die Firma hatte de» Vertrauensmann der Glasarbeiter durch sofortige Entlassung gemaßregelt. Die organisierten Glasbläser antworteten niit der Arbeitseinstellung. Sie forderten die Wiedereinstellung des Gemaßregeltcn und gleichzeitig auch die Gewährung der Sonntagsruhe, die sie schon längst vergeblich angestrebt hotten. Schon nach wenigen Tagen mußte die Firma, die geglaubt hatte, auf halbem Wege den Vertrauensmann beseitigen und so die in Bischofswerda junge Glasmacherorganisation lahm legen zu können, nachgeben. Die Maßregelung wurde rückgängig gemacht und die Sonntagsruhe bewilligt.-Das ist ein ebenso rascher wie schöner Erfolg solidarischen Verhaltens. ES geht vorwärts! Die EntWickelung der Gewerkschaften in München hat seit den vorjährigen Aussperrungen erfreuliche Fortschritte gemacht. Die Mitgliederzahl des Deutschen Metall- arbciterverbandes hat sich in München nahezu verdoppelt und beträgt zurzeit nahezu 50001 Auch der Zweigvcrein der Maurer ist auf 3300 Mitglieder angewachsen, so daß eine Mitgliederver- sammlung beschloß, einen zweiten Beamten anzustellen. Tie Mlaurer haben ferner beschlossen, in Anbetracht des beim Unter- nehmertum grassierenden Aussperruugskollcr den Wochenbcitrag von 55 auf 00 Pf. zu erhöhen. Das ist die einzige richtige Antwort auf die in letzter Zeit laut gewordenen Ausfperrungsgelüstc. Husland. Die Aussperrungstaltik der österreichischen Bauunternehmer scheint den Herren wenig Erfolg zu bringen. In Wien wird es den Unternehmern jetzt selbst bange vor den Folgen ihres Vorgehens. Die Zahl der ausgesperrten Maurer betrug insgesamt 11 498. Nach der ersten Aussperrungswoche waren aber nur noch 5103 und nach der zweiten Woche gar nur noch 4200 Arbeiter vorhanden. Die übrigen waren abgereist und hatten trotz der Bcrrufserklärung der Wiener Bauherren in der Provinz Beschäftigung gefunden. Aehn- lich liegen die Dinge bei den Bauhülfsarbeitern.— Die Aussperrung der Bauarbeiter in Innsbruck ist von den Unternehmern bereits aufgehoben. Der Arbeitgeberverband„erklärt" die Auf- Hebung der Aussperrung damit, daß er sich auf dringende Vor- stellung der Kunden und der Behörden, sowie mit Rücksicht auf Innsbruck als Fremdenstadt dazu verstanden habe.— Auch die Herren Bauunternehmer und Meister ist Pilsen befinden sich auf dem Rückzüge. Sie ließen ein Flugblatt verbreiten, in welchem den Arbeitern„Schutz vor den arbeitsscheuen Elementen" ver- sprachen wird, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen. Die Arbeiter aber, die man zuerst in den Kampf gejagt hat, sind nunmehr cnt- schloffen, nicht früher die Arbeit wieder aufzunehmen, als bis ihre Forderungen bewilligt sind._ Siegreicher Streik in Amerika. Chicago, 29. Mai. Die Besitzer von Erdpechkohle-Bergwerken in Illinois entschieden sich, dahin, die Forderung der Arbeiter betr. die Wiederaufnahme der Lohntabelle von 1903 zu bewilligen. Die Gruben werden boraussichtlich in der ersten Woche des Juni wieder eröffnet werden. Der Ausstand begann am 1. April. Versammlungen. Der Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend hielt am Sonntagvormittag in den„Jndustriesälen" eine Versammlung ab und nahm die Diskussion über die Beschlüsse des 7. Kongresses der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschasten aus der letzten Versammlung wieder auf. Die Verteidiger der Beschlüsse betonten ausdrücklich, daß man nicht daran denke, zu der Partei sich in einen Gegensatz zu stellen, daß man aber dem immer anmaßender auf- tretenden Unternehmertum gegenüber schärfere Waffen führen müsse als bisher. Eine Resolution wurde angenommen, nach welcher die Versammlung erklärt, daß sie von den Beschlüssen des Kongresses eine gesunde Fortentwicklung des Gewerkschaftswesens auf dem Boden des Klassenkampfes erhofft.— Es wurde bekannt gemacht, daß der Vorstand den ausgesperrten Metallarbeitern in Hannover 1000 M. zur Unterstützung gesandt habe. Die Versammlung erklärte sich da- mit einverstanden. Zur Maiaussperrung wurde gemeldet, daß 71 Unternehmer 189 Zimmerer ausgesperrt hatten; 91 hatten sich als Arbeitslose einzeichnen lassen. Die Vereinigung der Musikinstriunciitenarveitcr hielt am Montag eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der zunächst die Diskussion über die Berichterstaiinng vom siebenten Kongreß der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften fortgesetzt wurde. Wilms hatte sich nicht einverstanden erklärt mit der Annahme des Programm- entwurfs, weil die freiorganisierten Gewerkschasten sich dadurch von der Partei abgesondert hätten, wenn auch nicht ganz klar. Haffner fühne aus, daß sich die Grundlagen unseres Programms im wesent- lichen mit dem Parteiprogramm decken. Auf Grund der Vor- konimnisse in der Arbeiterbewegung während der letzten Jahre sei man innerhalb unserer Gewerkschaftsrichtung dazu gekommen, den Schwerpunkt zur Verwirklichung der sozialistischen Ziele auf die Eroberung der wirtschaftlichen Macht zu legen, eventuell sind politische Rechte ein notwendiges Mittel hier- zu. Wilms bemerkte, seine Ausführungen richteten� sich hauptsächlich gegen mehrere seinerzeit in der„Einigkeit" veröffent- lichte Artikel. Aus denselben sind Schlüsse gezogen, daß wir eine eigene Bewegung ins Leben rufen wollen. Da wir aber auf Massen- beweguug angewiesen, wollen wir keine Zerreißung, sondern die Partei unterstützen. Auch er betrachte den Parlamentarismus nicht als Allheilmittel, sondern als Mittel zum Zweck. Kleinlein betonte nochmals, daß durch Annahme des Entwurfes durchaus kein Bruch mit der Partei vollzogen sei. Vielmehr soll damit allen Revolutionären'fit Tür geöffnet sein und alle Kräfte, die uns bis- her aus gewissen politischen Gründen fern standen, zur Mitarbeit herangezogen werden. Hierauf wurde der Antrag der Delegierten. die Beschlüsse des Kongresses gutzuheißen, angenommen. H. Seibt wurde aus der Vereinigung dauernd ausgeschlossen, weil er gegen Organisationsbeschlllsse(Maifeier) agitierte. Neber die Maifeier der Steinarbeitcr wurde am Mttwoch in einer Mitgliederversammlung der Filiale Berlin l des Steinarbeiter- Verbandes berichtet, die in den Arnnnhallen stattfand und außer- gewöhnlich zahlreich besucht war. Wie der Vorsitzende H a n s ch k e ausführte, war die Beteiligung an der Maifeier in diesem Jahre bei den Stcinarbeitern besonders stark. Aber trotz der allgemeinen Arbeitsruhe und obwohl der Obermeister der Steinmetzinnnng die Meister schriftlich aufgefordert hatte, alle Meifeiernden bis zum folgenden Sonnabend auszusperren, war von einer irgendwie nennenswerten Aussperrung nichts zu spüren. Der Obermeister selbst sperrte seine 12 auf dem Platz tätigen Steinmetzen auf einen Tag aus, die auf dem Bau tätigen überhaupt nicht. Außerdem wurden bei zwei Kleinmeistern im ganzen 3 Kollegen gemaßregelt; einer von ihnen wurde entlassen, die andern beiden konnten nach einigen Tagen wieder anfangen. Das ist alles, was von der geplanten großen Aussperrung übrig blieb.— Die Versanimlung befaßte sich nun mit der Frage, ob außer den drei Gemaßregclten auch die 12 Kollegen für den einen Tag Entschädigung erhalten sollten. Das wurde jedoch abgelehnt in der Ueberzeugung, daß ein so ge- ringes Opfer im Interesse der Maifeier von den Betroffenen selbst getragen werden könnte. Es wurde sodann über einige andere Angelegenheiten beraten. Bei dem Streik sämtlicher auf dem Bau von Jandorf am Kottbuser Damm beschäftigten Arbeiter waren 3 Steinmetzen stehen geblieben. Der Streik war von den Arbeitern der verschiedenen Berufe ohne Geuehnngung ihrer Organisationen unternommen worden. Gleich- wohl fand die Versammlung das unsolidarische Verhalten jener drei Kollegen höchst tadelnswert und beschloß, einen von ihnen. Otto Saar, der bei dieser Gelegenheit und auch früher schon deutlich ge- zeigt hat, daß er die Gründe der Organisation nicht zu würdigen weiß, auszuschließen.— Ein Antrag, die Ortsmarke zur Deckung der Unkosten der Zeituugsversendung wieder einzuführen, und ein zweiter Antrag, statt dessen den Wochenbeitrag zu erhöhen, wurden zur nächsten Versammlung vertagt.— In die Gauleitung wurde, an Stelle des wegen seiner Wahl zum Verbandsselretär ausscheidenden Kollegen Walter, Hirte gewählt. Der Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend hielt am Sonntag eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der Vorstand hatte geplant, in der Mai- nummer der„Arbeitenden Jugend" seine Stellung zu dem Verbände zu präzisieren, jedoch wurde die Veröffentlichung dieses Artikels auf Beschluß der am 22. April stattgefundenen Generalversammlung ausgesetzt und von dieser beschlossen, eine außerordentliche General- versamnilung einzuberufen, um sich eingehend mit dieser Angelegen- heit zu beschäftigen. Das geschah nun am letzten Sonntag. Als Vertreter des Ausschusses der Berliner Gewerkschaftskommission Ivohnte Arbeitersekretär Link der Versammlung bei. Nach beinahe dreistündiger Debatte wurde folgende vom Vorsitzenden der Organi- sation, Max Peters, beantragte Resolution mit erdrückender Majorität angenommen: „Die am 20. Mai im Gewerkschaftshaus tagende außerordent« liche Generalversammlung des Vereins der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend erklärt sich mit der vom Vorstaude bisher erfolgreich angewandten Taktik und mit der prinzipiellen und taktischen Haltung des Vereinsorgans, der „Arbeitenden Jugend" einverstanden. Die Versammlung billigt die Veröffentlichung des Artikels„Die Zentralisation der deutschen Jugendbewegung", in dem an der Hand des Programms der freien Jugendorganisationen die Stellung derselben zu dem jüngst ge- gründeten Verband junger Arbeiter Deutschlands dargelegt ist. Im Interesse einer gedeihlichen EntWickelung des Vereins erwartet die Versammlung, daß alle Mitglieder ausnahmslos nur nach den im Artikel niedergelegten Gesichtspunkten für die Organisation ar- betten." Letzte JVaebnebten und Dcpclcbcn, Kampf gegen Arbeiterorganisationen. Budapest, 29. Mai.(W. T. B.) Der Minister des Innern hat einen Erlaß an die Behörden gerichtet, in welchem darauf hin- gewiesen wird, daß eine Agitation wahrnehmbar sei, um die Feld- arbeiter zu einem Erntestreik zu verleiten, sie vom Abschluß von Arbeitsverträgen zurückzuhalten und sie zum Bruch bereits ge- schlossener Verträge anzuregen. Da die Agitation vom Landesver- band der Feldarbeiter und von dem Landcsbund zur Verteidigung der Arbeiter ausgeht, werden die Behörden angewiesen, gegen diese beiden Vereine, deren Ortsgruppen die statutarische Wirksamkeit überschreiten, die Untersuchung einzuleiten. Tie dänischen Parlamentswahlen. Kopenhagen, 29. Mai.(W. T. B.) Von den heute vor- genommenen Wahlen zum Folketing sind bis heute abend, 10 Uhr, 72 Wahlergebnisse bekannt geworden. 40 auf die Regierungspartei, 19 auf die Sozialdemokraten, 10 auf die radikale Linke, 7 auf die gemäßigte Linke, 5 auf die Rechte. Die Regierungspartei gewann bisher 3 Sitze und verlor 4, die Sozialdemokraten gewannen 5, die radilake Linke gewann 1, und verlor 4, die gemäßigte Linke gewann 1 und verlor 3, die Rechte gewann 2 und verlor 1 Sitz, Acht Revolutionäre ermordet. Riga, 29. Mai.(B. H.) Die vom Kriegsgericht zum Tode verurteilten acht Revolutionäre wurden heute früh in der Festung Dünamiinde hingerichtet, da die Begnadigung au- geblich verspätet eintraf. LkMtE. ft&aUeus; Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantt?,: Ti.Mile,B«Iiu. Stud u.Pnlag: P.0lwäc!sBuchdr.u.PttIagzanstgltxaulSjngerLrEo..VerlinLW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsilatt Nt.M. 23. Iahrgüitg. fünüf Ks Lmiiris" Knlim AslksdN Mw«ch, ZV. Mai Ivos. Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. / Dem Reichstag ist eine 1450 Ouartseitcn umfassende Arbeit Les Kaiserlichen Statistischen Amts über Einrichtungen zur Ver- sicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit zugegangen. Das umfassende Werk ist eine Folge der am 31. Januar 1902 vom Reichstag aus Anlaß der sozialdemokratischen Interpellation über die Arbeitslosigkeit gefaßten Resolution. den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, eine aus Vertretern der verbündeten Regierungen, aus Mitgliedern des Reichstags und sonstigen auf diesem Gebiete erfahrenen Männern bestehende Kommission zu bilden, welche die bisher seitens der Berufs- vereine, einzelner Unternehmer und Gemeinden gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit getroffenen Versicherungseinrichtungen zu prüfen und Vorschläge über eine zweckmäßige Ausgestaltung dieses Zweiges der Versicherung zu machen hat. Auf diese Resolution beschloß der Bundesrat, . den Reichskanzler zu ersuchen, das Kaiserliche Statistische Amt feststellen zu lassen, welche Einrichtungen bezüglich der Ver- sicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit bisher getroffen und welche Ergebnisse dadurch erzielt worden sind, hierdurch aber diese Resolution für erledigt zu er- klären. Die negative Stellung des Bundesrats entspricht keineswegs der großen Bedeutung des Gegenstandes. Der dem statistischen Amt erteilte Auftrag ist durch die jetzt dem Reichstag vorgelegten 3 Bände erfüllt. Die Arbeit des statistischen Amts zerfällt in drei Teile. Im ersten Teil(091 Seiten) werden die im Ausland und im Deutschen Reich zur Versicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit in den verschiedenen Ländern bestehenden Einrichtungen dargelegt. Der zweite Teil(291 Seiten) gibt eine Darstellung über den Stand der gemeinnützigen ArbeitZvermittelung öffentlicher und privater Verbände im Deutschen Reich. Der dritte Teil(Anlageband) enthält auf 468 Seiten statistisches Material, Gesetze, Anordnungen mS Statuten. Das reiche Material, welches die Arbeit des statistischen Amts darbietet, bedarf einer eingehenden Durcharbeitung. Die Ansicht des statistischen Amts selbst ergibt sich wohl am besten aus den dem ersten Teil beigefügten Schlußworten.........., Diese gehen dahin: „Die Darstellung der bestehenden Einrichtungen zur Ver- sicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit hat die vielen Einzelheiten der Regelung in den Arbeitsloscnversicherungs-Ein- richtungen des In- und Auslandes vorführen müssen und die Ge- sichtspunkte herausgearbeitet, welche in jedem Einzelfall bei einer Würdigung dieser Einrichtungen in Betracht kommen. Das Gesamt- crgebnis, das sich aus dieser Fülle der einzelnen Einrichtungen und der Vielfältigkeit der Gesichtspunkte ergibt, in wenigen Worten zusammenzufassen und die Hauptsachen kurz, aber in allem wesent- lichen erschöpfend, zu formulieren, soll nachstehend als Abschluß dieser Arbeit versucht werden. Das Kaiserliche Statistische Amt hatte selbst keine Vorschläge zu machen, sondern sich auf eine zusammenfassende Darstellung der bestehenden Einrichtungen und Vorschläge zu beschränken. Als Er- gebnis dieser Tarstellung ist zunächst hervorzuheben, daß die Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit selbst nicht im Wege der Versicherung zu erfolgen hat, sondern daß die Bekämpfung teils durch vor- beugende Maßnahmen allgemeinen Eharakters(Regelung der Produktion, allgemeine Wirtschaftspolitik, Hebung der Volks- bildung, Regelung des Lchrlingswesens»sw.>, teils durch Ver- mittlung vorhandener Arbeit und durch Arbeitsbeschaffung(Not- standsarbeiten) geschieht, während die Versicherung nur eine Sicher- sielluug gegen die aus der Arbeitslosigkeit sich ergebenden Folgen bietet. Die Darstellung der Tatsachen der Arbeitslosigkeit ergab nun, daß es sich bei der vorübergehenden Arbeitslosigkeit begrenzter Personenkreise in der Volkswirtschaft um eine wirtschaftliche Er- scheinung handelt, welcher eine gewisse Regelmäßigkeit und Gesetz- Mäßigkeit zukommt, die sowohl nach dem Zeitpunkt wie nach der Dauer und dem Umfang auf Grund längerer Beobachtung als schätzbar zu betrachten ist und unter diesem Gesichtspunkt an sich für eine Versicherung unter versicherungstechnischen Gesichtspunkten unüberwindliche Schwierigkeiten wohl nicht bieten würde. Sie er- gab ferner, daß die Gefahr der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Berufen sehr verschieden ist, dementsprechend auch das Bedürfnis einer Sicherstellung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit nicht gleichmäßig in allen Berufen besteht. Auf der anderen Seite zeigte sich, daß in einigen Berufen(Landwirtschaft, Binnenschiffahrt, Baugewerbe) die vorübergehende Einstellung des Gewerbes während einer gewissen Zeit des Jahres einen Bestandteil der Betriebs- weise dieser Gewerbe bildet und zum Teil in den Lohnverhältnissen dieser Gewerbe Ausdruck findet, zum Teil mit Rücksicht aus be- sondere Verhältnisse eine besondere Beurteilung der Bedeutung der Arbeitslosigkeit erfordert(Landwirtschaft). Die Schwierigkeiten, welche sich für eine Versicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit ergaben, liegen viel mehr nach anderer Richtung. Sie ergeben sich vor allem bei der Feststellung und Begrenzung der zur Unterstützung berechtigende«, Arbeits- losigkeit und bei der Kontrolle der Durchführung dieser Feststellung in der Praxis. Sie zeigen sich weiter bei der Regelung der An- nahmepflicht von Arbeit. Das Problem der Kontrolle der Arbeits- losigkeit großer Massen unorganisierter Arbeitslosen ist praktisch noch an keiner Stelle gelöst worden. Was die verschiedenen Formen der Lösung anlangte, welche öffentliche Mittel für die Zwecke der Arbeitslosenversicherung bereit- stellen wollen, so ergab sich, daß bei allgemeiner obligatorischer Arbeitslosenversicherung— die nur einmal in St. Gallen praktisch geworden ist— in weitem Matze. Berufskreise mit Lasten belegt werden, für welche die Gefahr der Arbeitslosigkeit überhaupt nicht besteht oder sehr gering ist, daß aber anderseits eine wirklich dem Risiko entsprechende Abstufung der Beiträge sehr schwierig ist. Ab- gesehen von der Frage des Bedürfnisses, der Versicherung einen solchen Umfang zu geben, trat hervor, daß jede burcaukratische allgemeine Versicherung genötigt ist, Kautelen zu schassen und den Begriff der unterstützungsfähigen Arbeitslosigkeit in einer Weise einzuschränken, die leicht von den Arbeitern als eine Beeinträch- tigung ihrer Bewegungsfreiheit und eine Schädigung der von ihren Fachverbänden angestrebten Ziele empfunden wird. Es zeigte sich das insbesondere bei der Behandlung der Frage der Kün- digung seitens des Arbeiters und der Regelung der Annahmepflicht von Arbeit. Bei großem Umfang der Versicherung ist die Gefahr des Mißbranchs der Versicherung hier besonders groß. Die Kon- trolle lediglich durch den Arbeitsnachweis hat sich als genügend wirksam bisher nicht erwiesen, die Möglichkeit der Annahme von Beschäftigung und des Erwerbs von Nebenverdienst ist trotz dieser Kontrolle gegeben. Es muß auch noch dahingestellt bleiben, ob in großstädtischen Verhältnissen der Arbeitsnachweis überhaupt in der Lage ist, den für ihn bei allgemeiner obligatorischer Arbeitslosen- Versicherung sich ergebenden Anforderungen gerecht zu werden. Die Lösungen, welche die Arbeitslosenversicherung fakultativ gestalten wollen, können von vornherein nur aus diejenigen Kreise rechnen, welche selbst das Bedürfnis zur Versicherung empfinden. Das sind, abgesehen von den organisierten Arbeitern, erfahrungs- mäßig nur wenige Kreise. Bei den am schlechtesten gestellten Arbeitern fehlt, soweit darüber Erfahrungen vorliegen, teils die eigene Initiative zur Versicherung, teils die Möglichkeit, von dem Einkommen den Betrag der Beiträge regelmäßig aufzubringen. Fakultative Arbcitslosenkassen haben daher immer nur mit einer beschränkten Mitgliederzahl aus den leistungsfähigeren Arbeiter- kreisen zu rechnen. In den bestehenden Arbeitslosenkassen dieser Art sind es vor allem die Bauarbeiter, welche auf diese Weise Bor- sMe MtrosfeZ haben, v Als ein Mittelweg zwischen der Einrichtung allgemeiner obligatorischer oder fakultativer Arbeitslosenkassen, der an sich große Vorzüge in sich vereinigt und in Belgien von den Gemeinden, in Frankreich von feiten der Staatsregierung betreten worden ist, ergab sich das System des Zuschusses an die bestehenden Unter- stützungseinrichtungen der Arbcitcrverbände und sonstigen Organi- sationcn, welche die Unterstützung bei Arbeitslosigkeit ausüben durch öffentliche Organe. Es zeigte sich indessen, daß die Prozentzisfer der organisierten Arbeiter in den meisten Ländern nur Verhältnis- mäßig gering ist, so daß der weitaus überwiegende Teil der Arbeiter auf diese Weise gar nicht berücksichtigt wird. Dies zu verhindern und einen Ausgleich für die unorganisierten Arbeiter durch Ge- Währung von Zuschüssen zu Spareinlagen zu schaffen, hat sich über- all als schwierig gezeigt; derartige Einrichtungen haben bisher, wo sie versucht worden sind, eine Bedeutung nicht zu erlangen ver- mocht. Ergänzende allgemeine Versicherungskassen anderseits be- stehen noch nirgends, wären aber als Ausgleich für die nicht organisierten Arbeiter in diesem Falle erforderlich. Eine Weiter- bildung der Lösungen in Belgien und Frankreich bedeuten die Vor- schlüge, die zurzeit von den zur Beratung dieser Frage eingesetzten Kommissionen in Norwegen und Dänemark gemacht worden sind, in welchen versucht ist, wesentlichen Bedenken, die bei einer ein- seitigen Gewährung von Zuschüssen nur an die in Fachvcrbänden organisierten Arbeiter bestehen würden, in besserer Weise zu be- gegnen, als es bisher durch die Schaffung von Spareinlagen für unorganisierte Arbeiter geschehen ist. Ueber die Bewährung aller dieser Lösungen, die sich mit Ausnahme von Belgien erst noch in dem Stadium des ersten Versuches oder des Projekts befinden, liegen, soweit es sich um die Beteiligung des Staates handelt, Ergebnisse noch nicht vor, welche ein abschließendes Urteil gestatten würden. Soweit es sich um die Mitwirkung der Gemeinde handelt, sind die Erfahrungen in Belgien im ganzen wohl bisher nicht un° günstig gewesen. Die zum Teil nicht unerheblichen Bedenken, welche indessen auch diesen Lösungen gegenüber bestehen, sind in den ein- zelnen Kapiteln des näheren dargelegt worden. Die Sicherstellung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit durch Sclbsthülfe ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel ist für be grenzte Arbeiterkrcise in wachsendem Umfang in allen Ländern gelungen, einesteils in der gewerkschaftlichen Organisation, andern- teils in Anlehnung an die Form des Konsumvereins. Die Arbeiter erkennen aber die alleinige Selbsthülfe als die normale Form der Sicherstellung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit nur begrenzt an und stehen auf dem grundsätzlichen Standpunkt, daß die Ver- Weisung des Arbeiters auf die Selbsthülfe ihn zu Unrecht belaste, da die Arbeitslosigkeit eine Folgeerscheinung der geltenden Wirtschaftsordnung sei und daher die Kosteir der Sicherstcllung gegen sie von der Gesamtheit zu tragen seien. Es darf dabei aber nicht übersehen werden, daß dieser Gesichtspunkt sich nicht auf die Hand- arbcitcr beschränken läßt, sondern in gleicher Weise von allen Wirt- schaftlich unselbständigen Personen geltend gemacht werden kann und daß diese Art der Begründung in ihren Konsequenzen zu der Forderung einer öffentlichen Versicherung aller wirtschaftlich unselbständigen Personen führt. Der Einwand, daß die Verweisung auf die Selbsthülfe den Arbeiter zu Unrecht belaste, wird auch erhoben gegen den Spar- zwang, der als Ersatzmittel der Arbeitslosenversicherung und im Gegensatz zu dem Prinzip der Versicherung„alle für einen" auf der Grundlage des individualistischen Grundsatzes„jeder für sich selbst" zu einer Sicherstellung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit vor geschlagen worden ist. Alle Vorschläge sind darin einig, und alle praktischen Er fahrungen haben ergeben, daß von wesentlicher Bedeutung für jede Form einer Arbeitslosenunterstützung oder Versicherung das Vor- handensein und die Vervollkommnung der Arbeitsvermittlung ist. Der Stand der Entwicklung der organisierten gemeinnützigen Arbeitsvermittlung im Deutschen Reich ist dementsprechend im zweiten Teil zur Darstellung gebracht.", Em der parteu Wieder einer von der alten Garde tot. Am 26. d. M. starb im schweizerischen Orte Emmishofen, der unmittelbar an Konstanz grenzt, im 74. Lebensjahre unser Parteigenosse Joh. Georg H a u g. Haug hat unter dem Sozialistengesetz der Partei große Dienste geleistet. Er organisierte mit großem Mut und viel Geschick am Bodensee den Schriftenschmuggel nach Deutschland. Zu diesem Zweck setzte er sich namentlich mit jüngeren Genossen in Verbindung in den verschiedenen Orten am See, die der Polizei nicht verdächtig waren. Natürlich wußte die deutsche Polizei sehr bald, wer der gefährliche Schmuggler war, der eS so meisterhaft verstand, seine Konterbande aller Polizei lichen und grenzjägerischen Aufmerksamkeit zum Trotz ins Reich hinüber zu bringen. Mißglückte einmal ein solcher Versuch und ge- lang es der Polizei, eine Ladung wegzuschnappen, verlor Haug nicht den Mut. Er wußte immer wieder Rat, um das Fehlgegangene nachzuliefern. Bei diesem jahrelangen Kampfe an der Grckize, der hüben und drüben mit größtem Scharfsinn geführt wurde, kam es zu einer Menge hochdrolliger Situationen. Es war ein Genutz, dem alten Haug zuzuhören, wenn er erzählte, wie er die Polizei iinmer wieder hineingelegt und manche Beute, die sie schon in der Hand zu haben glaubte, ihr wieder entriß. Als das Sozialistengesetz gefallen war, mutzte Haug noch lange Jahre ängstlich das Betreten deutschen Bodens vermeiden, weil ihm aus seiner Tätigkeit eine Reihe von Prozessen drohte. Haug erfreute sich beinr arbeitenden Volke großer Anerkennung und Beliebtheit. Um so unbeliebter war er bei der Emmishofener Bürger schaft, die sein Gesuch um Aufnahme in den Gemeindeverband ohne Angabe von Gründen ablehnte. Erst einige Zeit später, als Hang Aussicht hatte, von einer anderen benachbarten Schweizergemeinde das Bürgerrecht gewährt zu erhalten, schämte man sich in Emmis- Hofen und gab ihm. was man ihm früher verweigert hatte. Haugs Lebensabend war durch langwierige Krankheit getrübt; er litt längere Zeit an Rippenfellentzündung, in deren Gefolge die Schwindsucht auftrat, an der er verstarb. Mit Haug ist ein braver Mann dahingegangen, dessen Andenken allen teuer sein wird, die ihn näher kennen lernten. Mit Kämpfern wie Haug erobern wir die Welt. Gewerkschaftliche Differenzen in Solingen und die Partei. Die „Berg. Arbeiter stimme" meldet: Im Gewerkschaftshause fand eine gemeinsame Sitzung der Preßkommission mit dem Vor- stände und' Aufsichtsrate der Genossenschaftsblichdruckerei statt, die sich neben Personalfragen mit dem unerquicklichen Zustande be- schäftigte, in den unsere Presse durch die Differenzen zwischen Lokal- und Zentralgewerkschaften geraten ist. Man gelangte zu der Ansicht, daß die bisher geübte Taktik des Stillschweigens eine völlig verfehlte gewesen sei, weil den streitenden Teilen der sachverständige Berater fehlte, der sie auf handgreifliche Fehler hätte aufmerksam machen müssen.... Außerdem nehmen die gewerkschaftlichen Differenzen wegen der Firma HammeSfahr in der letzten Zeit Formen an, welche gebieterisch das Eingreifen der Partei- presse verlangen, wenn wir nicht wollen, daß mühsam geleistete Organisationsarbeit weniger Personen halber vernichtet wird. Aus allen diesen Gründen wurde beschlossen, in Zukunft der Kritik freiesten Spielraum zu gewähren, jedoch mit Ausschluß aller per- sönlich verletzenden Darstellungen, welche mit der Sache selbst nichts zu tun haben. Im sächsischen Landtage soll der Genosse Goldstein für den Etat gestimmt haben. So hat der Freisinnige Günther in einer Versammlung behauptet. Zunächst wird abzuwarten sein, was Genosse Goldstein auf diese Behauptung zu bemerken hat. KominunalpolitischeS. Dem bevorstehenden schlesischen Prodinzial- Parteitag wird u. a. folgender Antrag eingereicht: Der Parteitag beauftragt die Provinzialkommission, alljährlich eine Konferenz der auf dem Boden der Sozialdemokratie stehenden Gemeindevertretcr zur gegenseitigen Aussprache und Anregung zu berufen, und empfiehlt den Kreisorganisationen, auf ihre Kosten den Gemeindcvertretern die„Kommunale Praxis" zu liefern. Agitationskommission Breslau. Einen ähnlichen Antrag hat der Wahlbecein Bunzlau-LnbeN gestellt. Einen Sieg im Kampf um die Säle hat die B r e in e r h a b e n e r Arveiterschaft davongetragen. Es ist ihr gelungen, sämtliche größeren Säle in Bremerhaven, Geestemünde und Lehe für ihre Versammlungen zu gewinnen. Geistige Waffen der Orbmingsparteie». Vor einigen Tagen brachten Darmstädter Blätter Notizen des Inhalts: Reichstags- abgeordneter Genosse Berthold- Darmstadt sei am Montag voriger Woche morgens sinnlos betrunken in eine Wirtschaft ge- kommen, dort bald unter den Tisch gesunken und liegen geblieben. Einige der Gäste hätten ihn geneckt und daraus habe sich eine regel- rechte Rauferei entwickelt, an deren Schluß Berthold von kräftigen Fäusten zum Gaudium der Straßenpassanlen unsanft auf die Straße befördert sei,„wo er sich alsbald mühsam erhob und schwankend den Schauplatz verließ." Zwar war BertholdS Name nicht genannt, aber jedermann mußte auf ihn raten. Inzwischen hat jene Presse eine Berichtigung bringen müssen, wonach die ganze Notiz erstunken und erlogen ist. So heißt es in der Berichtigung des„Täglichen Anzeigers": „Herr Berthold kam am letzten Sonntag früh von Berlin, wo er seinen Pflichten als Abgeordneter nachkam, hier an, verbrachte den Sonntag im Kreise seiner Familie, hat in der Nacht von Sonn- tag auf Montag seine Behausung nicht verlassen und ist am Montag früh bereits 7 Uhr 19 Minuten, also zu einer Zeit, zu welcher sich die Geschehnisse in der Wirtschaft„Zinn Spoyrerthor" zugetragen haben sollen, wieder nach Berlin zu den ReichstagSverhaudlungcn abgereist." Bon dem Blatte wurde dem Genossen Dr. Fulda als Einsender der verleumderischen Notiz der Journalist Hanne- mann, Vertreter der„Wormser Zeitung" in Darmstadt, also Soldknappe des Freiherrn v. Heyl, genannt. Es ist das dieselbe trübe Quelle, die den Sozialdemokraten während des Wahlkampfes die Verbreitmig gefälschter Stimmzettel, ans Theobald Stein lautend, imputierte, ohne bis jetzt den Beweis dafür erbracht zu haben. Das Gegenteil wurde einwandsfrei festgestellt, allerdings hat die Ordmmgspresse davon nicht Notiz genommen. Die am Sonnabend abgehaltene Parteiversammlnng beschäftigte sich eingehend mit den niederträchtigen Machinationen und wurde die während des Wahlkampfes tätige Redaktionskommission beauftragt, geeignete Schritte zur Abwehr zu unternehmen. Zum Unfall dcS Genossen Schcidcinann im Reichstag Ivird im Casseler„Voltsblatt" noch mitgeteilt, daß die Verletzung in einer schweren Verstanchung des linken Armes besteht. Wie bei einer spezialärztlichen Untersuchung am Sonntag früh festgestellt worden ist, dürfte sie kompliziert worden sein durch kleine Absprengungen an den Gelenk- knochelchcn. Sicherheit darüber wird erst eine Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen gewähren. Der HeilnngSprozeß wird zirka vier Wochen in Anspruch nehmen. Für Arbciterpaticiitcn in Oeynhausen. Das GcwerkschaftSkartell für Oeynhausen und Umgegend richtet an die Arbeiterschaft Deutsch- I InndS folgenden Aufruf: Jahr für Jahr werden Arbeiter von den Versichcrungsniistalten, Krankenkassen usw. zur Kur nach O e y n- Hansen geschickt. Die Arbeiter beklagen sich nun vielfach über die Behandlung, infolgedessen hat sich das Gewerkschaftskarteh die Auf- gäbe gestellt, allen hier zur Kur weilenden kranken Arbeitern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die hierher geschickten Kranken werden ersucht, ihre Beschwerden über Verpflegung, Wohnung und dergleichen an das Kartell zu richten. Etwaige Beschwerden sind dem Beschwerdekasten des Kartells einzuverleiben. Arbeiter, denen die Beschaffung der Wohnungen selbst überlassen ist, können sich auch vorher an uns wenden, es wird ihnen eine passende Wohnung besorgt werden. Adresse: Wirt Küster, Oeynhausen, Eidinghauserstr., an der Werrebrücke. Personalien. In die Redaktion der„Tribüne" in Erfurt ist der Genosse Robert Dorn heim aus Geschwenda i. Th. als dritter Redakteur eingetreten. Die Vergrößerung des Blattes, ver- anlaßt durch das schnelle Steigen der Auflage, machte die Anstellung einer weiteren Kraft notwendig. Die polnische Sozialdemokratic Oesterreichs. In Lemberg ist dieser Tage der Parteitag der Sozialdemokratie des österreichischen Polens zusammengetreten. Der Tätigkeitsbericht der Parteileitung konstatiert einen Aufschwung der Partei auf allen Gebieten. Die Bewegung stand unter der mächtigen Einwirkung zweier Faktoren: der Revolution in Rußland und des Wahlrechtskampfes in Oesterreich. Der ersten An- gelcgenhcit sind zahllose öffentliche und vertrauliche Versammlungen gewidmet worden, von denen aber viele verboten wurden; es sind auch Demonstrationen veranstaltet worden, von denen manche, wie die denkwürdige Krakauer(Februar 1905)— wo bekanntlich das Zarenbild vernichtet wurde—, b l u t i g e n d e t e n. Den Wahlrechtskampf leitete eine große Versammlnngsaktion ein, deren Gipfelpunkt die Arbeitsruhe anr 23. November bildete. In nianchen Städten (Lemberg, Krakau, Przemysl, Stanislau, Jaroslau) war die Arbcitsrnhe allgemein: es ruhten Fabriken und Werk- stätten,_ es standen Tramwah und Fiaker still, Geschäfte, Kaffeehäuser, sogar Theater waren gesperrt. Auch anfs Dorf hinaus erstreckte sich die Agitation. Riesige Bauernmeetings mit zehn- und zwanzigtausend Teilnehmern, Demonstrationszüge mit rote» Fahnen und revolutionären Arbeiterliedern gaben beredtes Zeugnis für die politische Auferstehung des galizischen Muschiks. Parallel ging mit dieser Bewegung der Kampf ums Landtags- Wahlrecht, der zu riesigen Demonstrationen vor dem Landtag am 23. Oktober und 23. November führte, und in Lemberg und Krakau Kämpfe um das Gemeindewahlrccht. Unter den schwierigsten Verhältnissen, mit denen die Presse in einem Lande des Analphabetismus und schrecklichster Not zu kämpfen hat, ist die Arbeiterpresse in stetem Wachsen begriffen. DaS Parteitageblatt„Naprzod" erweitert mit jedem Tage seinen Abonnenten- kreis. Vom 1. Januar d. I. erscheint regelmäßig als monatliche Beilage des„Naprzod" die„Nobotnica"(Arbeiterin). DaS Bauern- blatt„Prawo Ludu"(Volksrecht), das früher zweimal monatlich erschien und jetzt als Wochenblatt erscheint, hat in kurzer Zeit un- zählige Abnehmer in Westgalizicn gewonnen. Die populär- wissenschaftliche Monatsschrift„Latarnia"(Laterne) gehört zu den verbreitetstcn Zeitschriften im Lande. Der Wahlrechts- kämpf erforderte auch ein humoristisches Blatt. Es ist dicS das zweimal monatlich erscheinende illustrierte Blatt„Hrabia Wojtck" (Graf Adalbert), mit dem Vornamen des größten Volksfeindes DzieduSzycki getauft. Den Bedürfnissen des jüdischen Proletariats. das der Landessprachen nicht mächtig ist, soll die„Jüdische Arbeiter- Zeitung" entsprechen. Die Gewerkschaftspresse wurde gleichfalls vergrößert. Außer dem Buchdruckerorgan„Ognisko" und dem „Eisenbahner" erscheinen zweimal monatlich die Fachblätter der Schneider und der Bergarbeiter. Außerdem erscheinen in Lemberg das Wochenblatt„Glos Robotniczh" und das Monatöorgan der özialistischcn akademischen Jugend„Prämien", in Teschcn der „Robotnik Stonski". Die Lemberger Genossen gehen an die Gründung eines Tageblattes. Außerdem wurden Aitftuke und MuMriftcn in einer Anfinge von mehr als einer Million heta«S« gegeben. Bücher und Broschüren find im Parteiverlng insgesamt in 1W 000 Exemplaren erschienen. Interessant ist auch die V c r f o I g n n g S st a t i st i k. Die Vcr» waltungSstrafen betragen 7 Monate 10 Tage, GerichtSstrafcn 27 Jahre 2 Monate 6 Tage, die UntersuchnngShaft IS Jahre 17 Tage; zusammen 42 Jahre 10 Monate 7 Tage. In den Zentralverbändcn sind jetzt S320 Arbeiter organisiert, was im Vergleich mit den 4132 vorigen JahreS einen großen Fortschritt bedeutet. PotizeUicbeo, Gerichtliches ulw. Strafkonto der Presse. Vor kurzem brachte die Düsseldorfer .Volkszeitung" eine Notiz über einen Polizisten, wonach der Mann in der Trunkenheit einem Knaben ans öffentlicher Straße böse mitgespielt habe. Genosse Schotte mußte sich deswegen vor der Strafkammer verantworten. Der Staatsanwalt halte 14 Tage be- antragt, der Delinquent erhielt einen Monat! Der HauptentlnstnngZ- zeuge Schottes wurde, weil seine Aussagen für den Polizisten allzu blamable waren, wegen Verdachts des Meineides gleich vcr- hastet. StaatSgefShrlicheS Tuch. In Möckers(Sachsen-Mciningen' beschlagnahmte die Polizei dieser Tage die Fahne des VolkSvcreinS. DaS gefährliche Objekt, das bei einer Mainachfeier am 6. Mai in Salznngen im Zuge getragen wurde, trägt ans der einen Seite an rotem Grunde die Worte„Volksverein Möckers, gegründet 1905". Auf der anderen Seite sind auf gelben Grunde zwei verschlungene Hände und die Worte„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Die Au schriften suid auf beiden Seiten mit einem silberfarbigen Kranze umgeben. Ordnungsmänner wollen an der Fahne Aergeruis ge- nommen haben. In Dresden wurde einem Laubenkolonisten eine Fahne kon- fiSziert, die auf der einen Seite auf rotem Grunde ein großes— blaues Kreuz zeigte, auf der anderen aber nur die rote Farbe trug. Die Polizei gab sie indes wieder heraus, aber unter der Bedingung, daß auch die andere Seite mit dem blauen Kreuz versehen werde. Soziales* Mißbrauch von Kraillenkassen zu parteipolitischen Zwecke» in gcricht- licher Beleuchtung. Dem Jahresbericht der Offenbacher Krankenkasse entnehmen wir eine interessante Wertschätzung der Behauptung. Sozialdemokraten mißbrauchten Kasseninstitulionen für parteipolitische Zwecke. Seit einigen Jahren unternahm eS der Vertranensmann der Deutsch- nationalen Kranken- und Begräbniskasse der HandlungSgehülfen Deutschlands in O f f e» b a ch a. M., die dortige Allgemeine Orts- krankcnkasse bei seinen Kollegen in Mißkredit zu bringen und Propa- ganda für seine Kasse zu machen. Im August v. I. leistete sich dieser Herr in einem Zirkular neben unrichtigen Behauptungen über die Leistungen der beiden Kassen auch folgende Sätze: „Stellt sich so die D. H. V.-Kasse schon wesentlich günstiger dar als die Ortskrankenkasse, so kommt für den national gesinnten Prinzipal sowohl wie Gehiilfen die OrtSkrankcnkasse schon deshalb nicht in Frage, weil darin die S o z i a 1 d e m o- kraten dominieren und. die Erfahrung lehrt, daß überall, Ivo dieses der Fall ist, die Institutionen für sozial» demokratische Parteizwecke gemißbraucht werden. Nationale Kreise aber werden auch nicht unbewußt sozial- dem akratische Partei Wirtschaft fördern wollen." Um solchen völlig unbegründeten Ausstreuungen ein Ende zu machen, wnrde gegen den Handlungsgehiilfen Johann Sauer, den Verbreiter derselben, der noch dazu selbst OrlSkrankeukassenmitglied ist, vom Kasscnvorstand die Klage aus Unterlassung derartiger Be- Häuptlingen eingereicht. Wie nun aus dem soeben erschienenen Jahresbericht der OrtSkrankcnkasse hervorgeht, hat das Land- gericht die Klage abgewiesen. Speziell wegen der Behauptung deS MißbraucheS der Kasse zu sozial- demokratischen Parteizweckcn ist die Begründung der Klageabweisung Von allgemeinerem Interesse. Es heißt d.i: «WaS die letzte Behauptung anlangt, daß in der klägerischcn Kasse die Sozialdemokraten dominieren, so kann diese Tatsache dahingestellt bleiben, da die Sozialdemokratie heute eine anerkannte politische Partei ist, deren Zugehörigkeit niemand zum Vorwurf gemacht werden kann. Klägerin kann' sich dadurch also auch nicht beschwert fühlen. Der Zusatz aber,„daß die Erfahrung lehrt, daß überall, wo dies der Fall ist, die Institutionen für sozialdemo- kratische Parteizwecke ge mißbraucht werden", enthält eine allgemeine Schlußfolgerung, aber nicht die positive Behauptung, daß dies bei der Klägerin der Fall sei. Allgemeine politische Betrachtungen dieser Art zu verwerten, kann aber dem Beklagten nicht verwehrt werden, auch knim dieselbe nur dahin verstanden werden, daß die Organe dieser Kassen neben der Wahrnehmung per Kassengeschäfte, sür welche sie bestimmt sind, auch zugunsten der sozialdemokrati- scheu Partei tätig sind, was an sich zulässig ist und daher auch keinen Vorwurf oder aar eine Beleidigung enthält." Danach wäre wohl gar die unter Klage gestellte und auch in den Parlamenten als Vorwurf aufgestellte Behauptung gegen die in Ortölrankenlassenverwaltungen sitzenden Sozialdemokraren eine schmeichelnde Anerkennung für die Genossen und die Kassen selbst? Mit Verlaub: das Gerichtsurteil befindet sich bei seiner Begründung in recht erheblichen Widersprüchen mit der sonstigen Praxis der Recht- sprechung. und mit sich selbst. Die Bchauplung. Mißbrauch zu Parteizwecken werde getrieben, ist keineswegs lediglich eine Schluß- folgcrung, sondern die Behauptung einer Tatsache. Jede Be- Häuptling einer Tatsache enthält ein Urteil und jedes Urteil, jede Schlußsolgerung die Behauptung einer Tatsache. Selbst die Behauptung einer einfachen, sinnlich wahrnehmbaren Er- scheinung enthält ein Urteil, eine Schlußfolgerung, so die: jeder Offenbacher Richter hat eine» Kopf. Es liegt schon in dieser Behauptung eine Abstraktion, eine Subsumierung sUnterstellung) einer konkreten Wahrnehmung unter eine allgemein bekannte Tatsache. Allgemein anerkannte Tatsachen sind: jeder Mensch hat einen Kopf und jeder Richter ist ein Mensch; daraus folgt als Schluß: also hat auch jeder Offenbacher Richter einen Kopf. Das Offenbacher Urteil Übersicht, daß die Begriffe„Tatsache" und„Schlußfolgerung" im engsten logischen Sinn nicht mit den Begriffen identisch sind, die im all- gemeinen Sprachgebrauch, in der Gesetzessprache und der Anwendung der Gesetze unter„Tatsache",„Schlußfolgerung" oder.Urteil" subsumiert werden. Sonst gähe es ja überhaupt keine„unwahren Tatsachen". So würde die Ansicht, die Offenbachcr Richter sind kopflos, schwerlich von einem Gericht lediglich als Schlußfolgerung, nicht Behauptung einer.unwahren Tatsache" charakterisiert werde». Die Grenze zwischen Tatsache und Urteil oder Schlußfolgerung im Rechrssinne ist nach konstanter' Rechtsprechung des Reichsgerichts eine flüssige. Von dem Grade der Erkenntniöfähigkeit des Behauptenden hängt danach u. a. die Beantwortung der Frage ab, ob eine Tatsache oder ein Urteil vorliegt. Nur von einem Kinde und einem in der Er- kenntniSfähigkeit dem Kinde Gleichstehenden läßt sich sagen: seine Beharchtung,.jenes ist ein Baum", ist keine„positive Behauptung": sondern.e,ne allgemeine Schlußfolgerung".' Die Aufstellung der Behauptung. ,',die Erfahrung lehrt, daß überall, wo in einer Kasse Sozialdemokraten dominieren, die Institutionen für sozialdemokratische Parteizwecke gemißbraucht werden", enthält, wenn sie von einem verstandesreisen Menschen ausgesprochen tvird, nicht nur die Behauptung der wahren Tatsache: jede von Sozialdemokraten geleitete Kasse wird gut geleitet, weil der Kassen- zweck. Krankheltssallen vorzubeugen und erkrankte» Mitgliedern zu helfen, den sozialdemokrati, che» Bestrebungen entspricht, vielmehr enthält die Anwendung deS Wortes„m i ß braucht" ostensichtlich die Behauptung der weiteren unwahren und bewußt unwahren also verleumderischen Behauptung: sozialdemokratische Kassen- Verwaltungen benutzen die Kasse zu Zwecken, die mit dem Kassen- zweck unvereinbar sind, aber dem Interesse ihrer Partei dienen. Die bom Osfenvacher Gericht beliebte Interpretation führt, allgemein angewendet, zu einem Freibrief für Verleumdungen. DaS würde daS Offenbacher Gcricht sofort anerkennen, wenn in dem Flugblatt des Beklagten statt„Kasse"„russisches Gericht" und statt „sozialdemokratische Parteizwecke"„Zwecke der herrschenden Klasse" gesagt wäre. Der Humor der Weltgeschichte will, daß gerade einem anti- semitische» Nachsprecher der baltlosen Verdächtigungen cincS nicht nur polizeilich getauften Mngdan vom Gericht der Freibrief für Verleumdungen ausgestellt ist, der nach dem Gesetz nur da gerecht- fertigt ist, wo auf den Verleumder daS Wort zutrifft: Herr, er weiß nicht, was er spricht._ Ausnahmen vom Beriot der SonntagSarveit in Glashütten. Der Bundesrat hat, wie der„ReichSanzeiger" mitteilt, am 23. Mai Acnderungen der vom Bundesrat gestatteten Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit für Glashütten erlassen. In Fortfall soll der bislang zugelassene Betrieb der Schmelzöfen behufs Herstellung der Glasmasse kommen. Die sonstigen bislang zugelassenen Ausnahmen sind etioas modifiziert. Bislang war als Sonntagsarbeit bei Herstellung von Tafelglas. ein- schließlich deS geblasenen Spiegelglases, die Verarbeitung der Glasmasse zugelassen. Diese Ausnahme hat jetzt folgende engere Fassung:„Bei der Herstellung von Tafelglas, einschließlich des ge- blasenen Spiegelglases, ans Wannenöfen mit vier oder mehr Beleg- schaften und aus Hafenöfen die Verarbeitung der flüssigen Glas- innsse, aus Wannenöfen mit drei Belegschaften die Verarbeitung der flüssigen Glasmasse, jedoch mit einer Ibstündigen Unterbrechung." Die Verarbeitung der Glasmasse bei der Herstellung von Hohl- und Preßglas sowie von Guß glas lRoh- und Spiegelglas), soweit sie auS Wannenöfen mit dreischichtigem Betriebe erfolgr, war bislang mit einer 12 stündigen Unterbrechung zugelassen. Dieie Aus- nähme ist dahin verengt, daß als zngelaffeuc Arbeit nur gilt:„Bei der Herstellung von Hohl-, Preß- und Rohgußglas in dreischichtigem Betriebe die Verarbeitung der flüssigen Glasmasse, jedoch mit einer 14 stündigen Unterbrechung." Die bisher zugelassene Verarbeitung der GlaSmasse bei der Herstellung von Hohl- und Preßglas aus Hafenöfen an dreien von vier aufeinander folgenden Sonntagen sowie an den nicht auf einen Sonntag fallenden Festtagen bis 12 Uhr mittags ist enger dahin gefaßt:„Bei der Herstellung von Grünhohl- glaS aus H a f en ö f e n die Verarbeitung der flüssigen GlaS- mafse bis 12 Uhr mittags an 20 Sonntagen iin Kalenderjahre sowie an den nicht auf einen Sonntag fallenden Festtagen." Während die den Arbeiten» bei dieser Arbelt zu gewährende Ruhe bislang für einen von vier a u f e i n a n d c r f o l g e n d e ii Sonn- tagen 36 S tu»den und für die übrigen Sonntage 18 Stunden dauern mußte, soll künftig die Arbeitsruhe durchweg mindestens 13 Stunden dauern; die Sonntagsruhe ist in diesem Fall also leider eingeengt. Der Wortlaut der bislang fiir G u ß g l a S zugelassenen Sonntagsarbeit(„Bei der Herstellung von GußglaS— Roh- und Spiegelglas— soweit sie nicht aus Wannenöfen mit dreischichtigem Betrieb erfolgt, an dreien von vier aufeinander folgenden Sonn- tagen sowie an den nicht auf einen Sonntag fallenden Festtagen die Verarbeitung der Glasmasse während höchstens 9 Stunden") ist dahin geändert: „Bei der Herstellung von gegossenem Spiegelglas an dreien von vier aufeinander folgenden Sonntagen sowie an den nicht auf einen Sonntag fallenden Festtagen die Verarbeitung der flüssigen Glasmasse während höchstens 9 Stunden." Die eben wiedergcgebenen Ausnahmen sollen wie bislang auf den ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingsttag keine Anwendung finden. Die neue Vundesratsverordnung tritt mit dem 1. Juli in Kraft. Sie entspricht keineswegs dem für die Sonntagsruhe der Glas- arbeiter wiederholt hervorgehobenen und durchführbaren Erfordernis hinreichender Sonntagsruhe. Für GlaShüttenarbetter geht diese sogar, wie erwähnt, bei der Herstellung von Hohl- und Preßglas aus Hafenöfen hinter die bestehenden Vorschriften zurück. Eue Induftrle und ftandel* Ein weinendes und ein lachendes Auge. Der Geschäftsbericht der Vereinigten Königs« und Laurahütte führt bewegliche Klage über die revolutionären Hetzer in Rußland. Das hak einen Portemonnaie- grund. Die Gesellschaft betreibt in Rußland zwei Hüttenwerke, und entgegen der offiziellen Wirtschaflsberichtung von dort, die durchgängig nur von steigeiwer Produktion und Rentabilität zu melden weiß. erklären die Laurahütter, das Geschäft in Rußland sei immer noch ganz miserabel und verlustbringend. Natürlich sind die politischen Hetzer dafür verantwortlich. Doch mit solchem Trost allein brauchen die Aktionäre nicht sich zu begnügen. Bei weiterem Studium des Berichtes läßt der Schmerz nach. Respektziffern machen mindestens ein Auge lachend. Im letzten Vierteljahr 'ergab sich für alle Werke nach Abzug der Zentral- vcrwaltungSkosten und der Obligationözinsen ein Gewinn von 1 933 480 M. Gegen das gleiche Ouartal des Lorjahres bedeutet das ein Mehr von 411 867 M. Die Gewinnsteigerung beträgt 27 Prozent! Da könnten die Löhne ja auch wohl erheblich ge- stiegen sein. Wenn daS nicht geschehen ist, dann werden die Schlesier den Glauben an die Harnionie zivischen Kapital und Arbeit wohl vollständig über Bord werfen. Für die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjqhreö beziffert sich der erzielte Gewinn auf rund 5>/z Millionen Mark, fast Millionen Mark mehr als in der Parallelzeit deS Vorjahres. Die Dividende der letzten Jahre betrugen 10, 11 und 11 Proz. und für das laufende Jahr werden wohl wieder mindestens 11 Proz. zur Verteilung gelangen. llnzufricdeue Elemente. Die Generalversammlung der A.-G. für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation in Stolberg setzte die Dividende sür das letzte Geschäftsjahr auf 10 Proz. fest. Das Ergebnis har die Aktionäre enttäuscht. Dem entsprechenden Gefühl gab Bankier Fraenkel-Berlin Ausdruck, indem er das finanzielle Reniltat scharf bemängelt«. Bei der großen Konjunktur hätte unbedingt mehr ver- dient werden müssen. Das war seine Meinung. Die Aktionäre stehen zweifellos auf dem Standpunkt, Unzufriedenheit sei eine Tugend, wenn sie von den Arbeitern— nicht geübt wird. Industrielle Zusammenschlüsse. Die Generalversammlung des Verbandes deutscher Talgschmelzen beschloß die Gründung eines Syndikats mit einem Stammkapital von zunächst 20000 M.— In den Kreisen der Ledertreibriemeniirdustriellen wird der Plan erwogen, ebenfalls einen geschäftlichen Zusammenschluß herbeizuführen. In den beteiligten Arbeiterkreisen wird solches Vorgehen hoffentlich die Erkenntnis von der Nützlichkeit der wirtschaftlichen Organisation 'ördern. Kohlennot— Wagenmangel— Sonntagsruhe. In Süddeutsch- land bestehen angeblich Schwierigkeiten wegen Knappheit der Kohlen- Vorräte. Für die Nichtbesriedignng der Ansprüche wird der Wagen- mangel angesprochen. Die Eisenbahndirektion Essen hat deshalb, wie die„Köln. Volksztg." meldet, die Sonntagsruhe im Guter- verkehr für den Rnhrbezirk aufgehoben. Tatsächlich sind in der ersten Maiwoche dieses JahreS durchschnittlich täglich fast IvOOWagen mehr versandtworden als in der gleichen Zeit deSVorjahreS. Insgesamt sind auch nur ii£7 Tagen 592 Wagen weniger gestellt worden, als angefordert waren. Ob die Aufhebung der Sonntags- ruheDdie Klagen zum Schweigen bringt, erscheint doch sehr zweifelhaft. Wiederholt rst in den letzten Wochen behauptet worden, die Zechen leien nicht in der Lage, den Anforderungen zu genügen, einmal weil sie ihre Leistungsfähigkeit zu hoch eingeschätzt hätten und nun noch durch starke Abwanderung die Förderung beeinträchtigt werde. Er- höhte Wagenstellung kann also d,e Förderung nicht steigern. UebrigenS kennzeichnet die„Rh. Wests, Ztg." in ihrem Monatsbericht bom Eisenmarkt die Lage als ruhiger werdend. Der große Ansturm habe Nachgelassen. Damit würde auch das Drängen auf dem Kohlenmarkt abflauen und die Notwendigkeit der Aushebung der Sonntagsruhe hinfällig werden, PreiSsteigernng. Infolge außerordentlicher Preissteigerung der Rohjute hat der Juteverband heute die Preise für Hess, ans und Baggings um 1.3 Pf., für TarpaulingS und Söckings um 1.8 Pl- sowie sür Garne um 3 M. erhöht. Die Jsteinnahme an Zöllen und Berbrauchsstenern belief sich im Monat April auf 68,2 Mill. Mark oder auf nahezu 5 Mill. Mark mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. An dem Mehr be- teiligen sich die Zölle mir rund 1 Mill. Mark. Die Znckersteuer er- brachte 3.3 Mill. Mark über den Aprilertrag des Vorjahres. Kleinere Mehreinnahmen fielen auf die Salzsteuer, die Branntwein- Verbrauchsabgabe und die Brausteuer. Die Neichsstempelabgabe erbrachte eine Einnahme von 4,7 Mill. Mark, die Börsensteuer 4.3 Mill. Mark oder 0,3 Mill. Mark weniger als iin April 1905. Die Post- und Telegraphenverwaltnng hatte eine Einnahme von 49,5 Mill. oder 2,8 Mill. Mark mehr und die Reichseisenbahn- Verwaltung eine solche von 9.3 Mill. Mark oder 0,7 Mill. Mark mehr als sin gleichen Monat des Vorjahres. Eue der Frauenbewegung. Tie Stellung der Fra» in der heutigen Gesellschaft. Heber dieses Thema sprach Genossin Lily Braun in einer vom Schneiderverband einberufenen Versammlung aller in den ver- schiedenen Branchen der Schneiderei beschäftigten Arbeiterinnen, die in den Arminhallen tagte. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Stellung der Masse der Frauen in der Vergangenheit, die durchaus nicht sür sie die„gute alte Zeit" der Dichtung war, gab sie ein Bild von der EntWickelung und Veränderung der Verhältnisse bis auf die Neuzeit und legte dar, daß die Maschine es gewesen sei, die die Frau zur Jndustriearbeiterin gestempelt und ihr die Stellung zugewiesen habe, die sie heute einnehme. Eine eingehende Schilderung dieser Stellung in ihren verschiedenen Erscheinungs- formen folgte. Als ein besonders drastisches Zeichen der Ungerechtig- keit der heutigen Gesellschaft hob sie die Totsache hervor, daß gerade die Frauen des Proletariats, die die meisten Kinder hätten, die also am nötigsten zu Hause gebraucht würden, am ehesten gezwungen wären, hinauszugehen in die Erwerbsarbeit. Je mehr Kinder ihr eigen wären, desto sicherer müßten sie damit rechnen, daß die Kinder der Erziehung der Straße veiÄclcn. ES stehe statistisch fest, daß die Frauenarbeit rascher zunehme, als die Männcrarbcit, daß aber die Zunahme der Arbeit der verheirateten Frauen eine noch schnellere sei, als-die der Frauen im allgemeinen. Ueberäll fänden wir das Bild einer geradezu schreienden Ungerechtigkeit der heutigen Gesellschaft.— Ein anderer Punkt verdiene ebenfalls unsere leb- hafteste Aufmerksamkeit. Die Berliner Gewerbcaufsichtsbeamtcn hätten festgestellt, daß der Durchschnitt der Berliner Arbeite. rinnen einen Verdienst von etwa 11 M. in der Woche zu haben pflege. Natürlich habe ein Teil mehr, eine große, große Menge aber weniger. Weiter hätten die Gewerbcaufsichtsbeamtcn fest- gestellt, daß eine alleinstehende Arbeiterin, wenn sie nur notdürftig leben wolle, wenn sie sich auf das engste beschränke, kurz, wenn sie auf dem tiefsten Niveau stehe, eine regclrüäßige Einnahme von 11,65 M. wöchentlich haben müßte. Nun bedenke man. daß in vielen Gewerben, zu denen ja auch die Schneiderei gehöre, die Saisonarbeit herrsche, die den Verdienst für die übrige Zeit noch herabmindere oder ihn ganz ausschließe. Wie gehe es dann denen, die ganz allein ständen oder gar noch eine alte kränkliche Mutter zu ernähren hätten oder als Witwe die Kinder erhalten müßten? Hier sei die Folge, wenn keine Unterstützung sich fände, die Prosti- tution und die gelegentliche Prostitution. Die Statistiken aller großen Städte zeigten denn auch, daß zu den Prostituierten eine große Zahl ehemaliger Näherinnen gehörten. Die große Not trieb die meisten von ihnen dazu. Andere seien vielleicht verlassen worden von denen, die sie liebten und denen sie sich im Gefühl seltenen und darum überschwenglichen Glücks hingaben. Die bürgerliche Gesellschaft, die sie erst fallen ließ, steinigte sie obendrein und ttxjnbte sich von ihnen ab, als wären sie verpestet. Bei manchen von ihnen spiele mit die falsche Erziehung, die ihnen verheimliche, welche Gefahren das Leben biete und mit welch schweren Lasten ein paar Wochen des Glücks oft bezahlt werden müßten. Nicht vergessen werden dürfe die wirtschaftliche Abhängigkeit der Fmu vom Mann. Es sei ja eine selbstverständliche Entwickelung gewesen, daß die Frauen im allgemeinen immmer noch bei der Vorstellung beharrten, der MZann solle der Ernährer der Frau sein. Aber andererseits sei die Tatsache, daß sich die Frau in einer gewissen Abhängigkeit vom Manne befinde, eine der Ursachen, daß die Frauen immer noch so wenig vorwärts kämen, und auch die Ursache mancher Unglück- lichen Ehe. auch bei Proletariern. Sehe man sich einmal um in manchen proletarischen Familien. Wenn die Harmonie noch so groß scheine, sobald die Rede auf die paar Groschen komme, die zu vcr- wirtschaften sind, dann gebe es am ersten Streit. Der Mann, der nichts von der Wirtschaft verstehe, werfe der Frau Unwirtschaftlich. keit vor. Wenn die Frau unabhängiger wäre, wenn sie als Ar- bciterin denselben Lohn verdiente, wie der Mann(denn dadurch würde sie unabhängiger), und wenn auf der anderen Seite der Staat durch eine ausreichende Versicherung der Frau als Mutter für die Zeit eintreten würde, wo die Frau als Schwangere und als junge Mutter der Schonung bedarf, wenn eine Mutterfchaftsver- sicherung hier eingriffe: dann würde eine große Unglücksmöglichkeit aus dem Leben weggeräumt sein. Die Frau würde viel freier. viel gleichberechtigter den» Mann gegenüber stehen, und fie wäre dann nicht mehr an«ine innerlich zerrüttete Ehe, wie so viele, nur durch pekuniäre Abhängigkeit gefesselt.— Rednerin verbreitete sich dann noch weiter über die soziale Stellung der Frau, sowie über ihre öffentlich rechtliche Stellung. Bei einem Vergleich zwischen der bürgerlichen und proletarischen Frauenbewegung verwies sie darauf, daß die proletarischen grauen, die auch sonst eher als Kameradinnen behandelt nnirden, vor den strebenden bürgerlichen Frauen zu derem Leidwesen voraus hätten, daß das sozialdemo» kratische Programm ihnen einen rechtlich verbrieften Anspruch ge- währe auf die Unterstützung der Männer für ihren Kampf um die Befreiung. Wenn sich das auch in der Praxis nicht immer so zeige, wie es wünschenswert wäre, so erkläre es sich daraus, daß sich die Männer noch nicht daran gewöhnt hätten, und ihnen leider noch eine zu große Zahl von Frauen zur Seite stehe, die sich in einem „Puppcnheim" am wohlstcn fühlten. Und doch gewahre man er- freuliche Zeichen des Fortschritts in der proletarischen Frauenwelt. Es gebe ja auch kein Gebiet, wo nicht das Interesse der Frau als Arbeiterin und als Frau und Mutter rege gemacht werde. P�icht der Frauen, der jüngsten wie der ältesten, sei eS, einzutreten in die Reiben des kämpfenden Proletariats und sich erst mal da zu or- ganisieren, wo es möglich sei, wie in den Gewerkschaften.— Der Vortrag fand großen Beifall bei der Versammlung, die überwiegend ans Frauen und Mädchen sich zusammensetzte. Diskutiert wurde nicht. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Ver- sammlung geschlossen._ Teltow. Der Frauen- und Mädchcn-Bildnngberem von Teltow und Umgegend hält am Donnerstag, den 31. Mai. abends 8>/z Uhr. im Lokale von E. Pickenhagen seine diesjährige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderem: Neuwahl des ge- samten Vorstandes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen Der Vorstand. Tcgel-Borsigwalde. Am 23. Mai hielt der hiesige Frauen» und MädchcnbildnngSverein bei Schmidt-Tcgel feine Mitglicdervcrfamm- luna ab. Frau Mesch referierte über„Heimarbeit". Die gutbesuchte Versammlung folgte den Ausftihrnngen mit großer Anfmerksainkeit und spendete reichen Beifall. ES fand eine rege Diskussion statt. Unter Verschiedenem wurde ein Antrag, im Juni. Juli und August rnonatlich mir eine Mtgliederversammlnng stattfinden zu lassen, einstimmig angenommen. Die nächste Versammlung findet am 13. Juni in Borsigwalde statt. Rcinickendorf-Ost. Der hiesige BildungSvcrein für Frauen und Mädchen hat in seiner letztenjVeriammlung beschlossen, am 10. Juni einen Ausflug nach HennSdorf zu machen. Vermilcktes. Ein Gcrüstcinstnrz wird ans Bcuthen, 29. Mai, gemeldet. Früh 5 Uhr stürzte an einem Neubau an der Parallelstrahe ein vier Stockwerke hohes Gerüst zusammen und begrub dreizehn Arbeiter und Arbcitcrinnc». Alle sind verletzt; ein Arbeiter ist bereits ge- storben. Der Bürgermeister mit der RhinozcroShaut. In Erlrath, einem Städtchen im Wahlkreise Düsseldorf, amtiert schon seit langer Zeit der Bürgemcister Kaiser, ein Sozialistenfresser wie er im Buche steht. Ein Gemeinderatsmitglied, mit welchem der Bürgermeister stets intim verkehrte, behauptet nun plötzlich, wenn er wolle, bringe er den Bürgermeister sowohl als den katholischen Pfarrer ins Zucht- Hans. Dem Bürgermeister wurde am 27. März d. I. schon Mit- teilung von dem Gerede gemacht, doch nahm derselbe gar keine Ver- anlassung auf dasselbe in irgend einer Weise zu reagieren. In der letzten Gemeinderatssitzung erklärten nun aber mehrere GemeinderatSmitglieder, die Sitzungen solange nicht mehr zu be« suchen, bis die Sache geklärt sei. Die Gemeinde könne sich derartiges nicht bieten lassen und werde auch der vorgesetzten Behörde des Bürgermeisters Mitteilung gemacht. Es verliehen dann sechs Ge- meiudcratsmitgliedcr die Sitzung, aber auch von den noch übrig- gebliebenen bekam der Bürgermeister derbe Wahrheiten zu hören. Der Bürgermeister meinte, mit solchen Dingen dränge man ihn nicht aus Erkrath heraus. Unserer Ansicht nach wird aber der Herr Bürgermeister, der sonst so schneidig gegen organisierte Arbeiter vorgeht, nicht umhin können, sich mit dem Gemeinderatsmitglied, das ihn und den Pfarrer als für das Zuchthaus reif erklärte, aus- cinanderzusctzen. Pestvcrdächtigc Dampfer. Hamburg, 29. Mai. Auf dem Von Buenos-Aires hier eingetroffenen Dampfer„Arad" sind Ratten gefunden worden, bei denen Verdacht besteht, dah sie mit Pest behaftet sind. Das Schiff wird ausgegast. Vorsichtsinatzregeln sind getroffen, Menschen sind nicht erkrankt. In Schiffsnot. Nach einer Llohdmeldung ist der deutsche Dampfer„Leros", von Tyne nach Odessa bestimmt, bei dichtem Nebel auf die unter dem Namen Le-Z CaSguetteS bekannten Klippen bei Alderneh festgekommen. Das Schiff wird wahrscheinlich ganz verloren sein, die aus 27 Mann bestehende Besatzung ist gerettet. Neue Verwüstimgr» werden ans San Francisco vom 28. Mai telegraphiert: Vier Tage lang andauernde schwere Regen- güsse, denen am Sonntag und am Montag wie Stnrzbäche herab- strömende Fluten folgten, haben, unterstützt von Sturmwinden, in der Stadt neue Verwüstungen angerichtet und das Elend unter den hunderttausend Heimlosen vergrötzert. die seit dem Erdbeben in Zelten, Hütten und anderen improvisierten Wohnstätten hausen.— Ein Telegramm aus Reno im Staate Nevada berichtet, daß der gesamte Grubcndistrikt bei Galcondo durch eine Waffcrhose zerstört worden ist. 2S Personen wurden getötet. itzür de» Jnlmli drr Injerate iilieriiimmt die Nedaktio» de», Publitlii» gcgcnübrr keinerlei VcrniilUiortiiiiq. XLhcatcr. Mitttvo ch, 30. Mai. Ansang 71/« Uhr: Opcrnbans. Samson und Dalila. Schniispicthaiis. Goldfische. Nene» Lpcrutheatcr. Boccaccw. Deutsches. Der Gras von Charo« laiS. Neues. Orpheus in der Unterwelt. Ansang 8 Uhr: Weste». Der Zigeunerbaron. Schiller(WnIInci-Tdenler.) Ueber unsere Kraft,(ll. Teil.) Schiller IV.(Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Das Lumpen- gesindel. Lcssing. Das Lebcnsfcst. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Die lustige Witwe. Komische Oper. Figaros Hochzeit. Residenz. Liebeskunst. Zentral. Boccaccio. LnstsPiclhniiS. Die von Hochsattcl. Trianon. Loulou. Thalia. Hochparterre links. Metropol. Auf ins Mclropol. Deutsch- Amerikanisches. Arme Mädchen. Apollo. DaS blaue Bild. Spczia- litäteii. Carl Weist. Der Weg des Mär- thrers. Hansa. Das Wunderkind. Familie Bernstein. Belle-AIliance. Abends nach Neune. Wintergarten. Torlajada. Spcziali- täten. Passage. Sbczialitäten. Reichshalle». Stcltiner Sänger. llrania. Taiibenstraür sN/Jt*. Abends 8 Uhr: Der jüngste Aus brach des Vesuv. Sternwarte, Jnvalldenstr. S7/K2. Ferdinand Konns Berliner Theater. Gastsp. de» Neuen Opcrctten-TheatcrS aus Hamburg sDirektor Max Monti). Mittwoch, DonnerSt., Freit., Sonnab.: Die lustige Witwe. Psingstsonntag und Pfingstmontag: Die lustige Witwe. Ans. 8 Uhr. lla-aiila Täglich abends 8 Uhr: Dgrjilngste Aiiteii des Vesuvs. Sternwarte S"1�. Täglich nachmittags 4'/, Uhr: (ZroKes Füitär- Konzert. Eintritt 1 M.. v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder imter 10 Jahren die Hülste. Zentral»Theater. (Operette). 8 Uhr(halbe Preise!): Etoecaedo. Lustspielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Die von Vloehsattel. Neues Theater. Ansang 71/, Uhr. Um in der UM Trlanon-Xlieater. Ansang 8 Uhr: Oonton. Kleines Theater. Ansang 8 Uhr. Ein iörnlft EM. Morgen: Gin idealer Gatte. Neues kgl. Operntbeater (Kroll). Anfang 71/, Uhr. Mittwoch: Boccaccio. Donnerstag; Werner Atberti: Kartha. Freitag: Gastsp. Bella Alten von der Conried-Metropolitan Opera New York u. Dr Otto Briese- meisler; Fra Dinvolo. Vorverkauf im Kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheüu und Invalidendank. Residenz-Theater. Direktion: Richard Hieran der, Heute und folgende Tage 8 Uhr: Liebeskunst. Komödie in 3 Slktcn o. Leon Tanros _ und Michel Carrö. Bai« Deutsch-Amerikanisches Theater. Köponiokerstr. 07/88. t$�o „Arme ZKäüeksn." Von Aitoli pdillpp. RPLlf- Anfang 8 Uhr 15. Apollo-Theater. �Düslilaie Iii � Musik von Paul Llncke. Uhr: Ein Aliend in einem amtnhnittsch.Cingtl-Tangkl. er 8 Uhr die glänz. Spezialitäten. Garte" Bari Al 7'/, Uhr: Gartcn-jtoiizert. INelropolTheater AaD -i Anfang: 8(Ihr. Grolle Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. lsieliiiler-Tlieater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbcater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Tlodcr nnscr« Kraft.(2. Teil.) Schauspiel In 4 Slnsz. von Björastjernc Björnson. D o n n c r S t a g, a b e n d§ 8 U h r: lugemlliedo. Hieraus: Oie Dienstboten. Freiing, abends 8 Uhr: Bcr Bilitürstaat. Schillcr-Theatcr N.(Friedr.-Wilh.Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: 1»«!!! l-nnipcnxcoindcl. Tragikomödie m 3 Auszügen von Ernst v. Wolzogen. DoiiiierZtag,abcnvZ8Ubr: Ba» Gliiclt Ii» Winltel. Freitag, abends 8 Uhr: I>as Linmpcnjxcntmlcl. Im Garten tägl. gr. Militär-Konzert. Strafienbahn: Nr. 1, 2, 4, 17, 59, 62, 63, 74. Am Königstor. Am Friedrichs- Hain. Pfingsten: Beginn der Hauptsaison. S.'FeierMg: MK'JfoNMt und VorMIUNg. fTcue Spezialitäten und r�keater Vorstellung. Von Pfingsten ab tägliche Vorstellungen. 13012» Mai Kliems Sommer-Theater. Hasenheide 13—15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten-Vorstellung. Jeden Montag: Sominerfest.— Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste.— Jeden Donnerstag: Eliteocb2eit DonnerStog: Don Pasquale. Freitag: Beginn der Sommerspielzeit: Hoffmanns Erzählungen. 3SF~(Sommerprclwc. Carl WelO- Theater. Gr. grantsnrlerstr. 132. Täglich 8 Uhr: Pft Mrg des Märtyrers. Schauspiel tu 5 Mm v. K. Ncmltng. Spanische Tänzerin u. Sängerin. Narrow Bros., komische Radfahrer. Oesroches-Blanca, französ. Duett Die Harlleys, Springer. Brbsina, Pariser exeontr. Sängerin. Patty Frank-Truppe, Akrobaten. König Dollar, englisches Ballett Imro Fox, Illusionist Die Brittens, Neger-Sänger und Tänzer. Do Dio, Phantasie-Tänzerin. Die Peraeus, Kugolspleler. Der Biograph. Fröbels Allerlei-Tlieater Schönhauser Allee 148. Am 1., 2. und 3. Psingslseicrtag, Ansang 4 Uhr: Große(ccHt-VorntcIlnncr. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. tHf- Berlin, wie eS lebt ü. liebt. Bolksslück in 3 Akten von Lindencr. *"*u8Fesllanz.i''M,!= Feiertag: Tanzmusik. morUapIntr,. D ä g l j ch im Garten bezw. > in den iintcren Sälen � Mittwoch n. Sonnabend: Froilaaz. Schule, Kirche, Arbeiter. Ein Vortrag von Paul Göhre. Preis 15 Ps. Der prcnstische Bolksschnlgesest« Entwurf. Materialien zu setncr Beurteilung. Preis 20 Ps. Notleidende Agrarier von Bruno Schmidt. Preis 40 Ps. Egoismus und Sozialtsmiis oder: DaS Ich und dir Gcsellsdiaft, eine dlalckiischc Plauderei von Karl H o s s m a n n. Preis iS5 Ps. Ncligto» und SozialtSmnS von Dr. Ll n t o n P a Ii n e k o e k. Preis 50 Ps. Fürst Krapotkin, Memoiren eines russischen Revolutionärs. Mit Vorwort von Georg Brandes. Volksausgabe. Preis 4 M. Die Lesstng-Lcgende. Zur Ge. schichte und Kritik deS preußischen Despotismus und der klassischen Literatur von Franz Mehring. Zweite Auslage. Preis 2.50 M. Geb.„ 3,-. Marthas Kinder. Fortsetzung von „Die Waffe« nieder- von Berta v. S u t t n e r. Volksausgabe. Preis 1 M. Ferner empfehlen wir: Perlen der Malerei". Bildwerke berühmter M elfter. Preis pro Blatt— ,50 M. aus Weitzeln Karton 1,—, | II am ilnn Unmiiöatfi" | Passage-Ilieater.| Ansang 8 Uhr. Das neue Mai-Programm \ 4 erstklassige Spezialitäten I W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. BraNntiistr. 16. Heute: GoachlONacn. Sonntag, den 8. Juni: Eröffnung der Sommer-Saison. Konzert, Theater, hipczlalitiitcn. Ansang Sonnt. 5 Uhr, wochent. 0 Uhr Belle-Alliance-Theater.* Anfang 8 Uhr. Parkett 1,50 M. I Abends nach Neune! Im herrlichen l/rsn-rAt-f Sommergarten IVUIIaCII.| Ansang 4 Uhr. Spezialitäten ersten Ranges. Ansang 6 Ahr. Entrce 50 Ps.! � Kvivkskallvn. 8!shiner Länger. Eiiiquortirrlttili. Milit. Humor, v. Meysel. l-nden. «or»R» SW. 68 Lindenstr. 69 L«d'in' Dr. Schünemann Spezinl-Arzt für* llnnt- und Harnleiden, Fraac/ikrnukhelten. Frledrichstr. 203, Ecke Schützenstr. 10-«, 5-7, Sonnt. 10-1« Uhr. Ansang WochenlagS « Uhr. SonnIagS 7 Uhr. Zentralverlianil der Handels-, Transport-, Verkehrsarheiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. fierdurch diene zur Nachricht, der Kollege »ermaun 8ehuli verstorben ist Ehre seinem Anbenkenk Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 30. Mal, nach- mittags 21/, Uhr, von der Leichen- halle der Eharitö auS aus dem Philippüs-Apostelkirchhos, Müller- stratze 44/45, statt, Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht es/P����le�lrtsvmjwaltunj� Verband d. baugewerblichen Hüitsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin. Bezirk Weddlnff. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, datz der Kollege VVilkelm L-üdtke am 27. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. Mai, nachmittag« 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gnaden-KirchhoseS in der Barsus. stratze aus statt. 34/14 Der 2weigvereins-Verstand. Dsutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Tode« Anzeige. Den Kollegen zur Nachrichi, datz unser Mitglied, der Heiser Otto Sckolze am 28. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet an, Donnerstag, den 3t. Mai, nach- mittags i'l, Uhr, von der Leichen- halle des EhrisluS-KirchhoseS in Maricndors, Ehausscestratze 43, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Drtsveewaihmg. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todew- Anzeige. Den Kollvgcn zur Nachricht, Pätz unser Mitglied, der Ktempiicr Paul Zernick am 27. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. Mai er., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des LartholoinäuS-Klrchhoscs in Wcltzensce auS statt. Ziege Beteiligung erwartet _ Die Ortsverwaltung. Am Moniag, den 28. Mai 1906, verstarb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, der Tischler sijgh alullus Vark im 57. Lebensjahre. Die Beerdigung fiiidet am Donnerstag, den 31. Mai, nachmittags 5'/, Uhr. aus dem Rix. dorscr Kirchhos, Marlendorser Weg, statt. Die tiesbetrübt« Witwe Wilhelmine Bark und Schwester Johanna Jalowiecki geb. Bark. Neueröffnet! Welt (St. Louis) Tbealer lebender Photographien mit abweehseliitl. Abnorniitöten-Ppogr. Verbindung mit größter Films- Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Protzkow, Münzstraße 16. 1 fachverein der Tlselller Berlins and Umgegend. Am Montag, den 26. Mai, starb unser Miiglied Julius Bark im 57. Lebensjahre. Ehre feinem Andenke» l Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. d. Mts., nachmittags 5'/, Uhr, von der Leichenhalle des Rixdorser Kirch- Hofes(Mliriendotscr Weg) aus statt. Zahlreich« Beteiligung wünscht Bog Vorntand. Am 26. d. M. starb nach langem Krankenlager unser lieber Kollege Leo Qerstner. Wir werden sein Andenken stets in Ehre» halten. 214öb Die Kotlegea der Firma v. SeneSielll. Mmmerchor der Schneider Berlins. Am 26. d. M. verschied unser Sangcsbruder Leo Gersf nei«. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Hedwigslirch- HofeS in Hohen-Schönhaujen aus statt. 2147b Für die liebevolle Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und Mutter sagen wir unseren herzlichen Dank. 14458 Kax Ocbliardt nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes 2139b (Zustav Westerburg sage ich allen, insbesondere dem Ge- sangvcrein der Schuhmacher, dem Verband der Schuhmacher, sowie dem Wnhlvcrcin deS 5. KreiscS meinen tiesgesühltcn Dank. Die trauernde Witwe. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme anläßlich bcr Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante-s-139 Anna Vrcntz geb. Kuhns sagen wir hierdurch allen Freunden, Bekannten und Paricigenossen unseren herzlichsten, tiesgesühitestc» Dank, ins« besondere den Herren Kollegen auS der Gemcindcvcrlrctung, demGesang- verein„Frisch.Auff-Weitzensee, der Vereinigung der Gastwirte Deutsch- lands, Ortsgruppe Wcitzcnscc, den Ehausseurcn Ider Garage Engelhardt, unseren Mietern und dem Genossen Stadtverordneten Kotzke-Berltn für seine trostreichen, trcsscndon Worte am Grabe unserer lieben Eni- schlasenen. Familie Freust. Gustav fielirens tyezialitöteD- Theater Frankfurter ___ Alice 85. Das varzüglictie Mai-Fropmin! Auftreten nur iner Spezi Sanssouci.(Sr," Dir. Wilhelm Reimer. Wegen Vorbereitung zum Psingstscst: Geschloffen. 1. und 2. Feiertag: Graste Extra-Soireen v. Hoffffl. Nordd. Sängern. 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Der Aktionsausschuß der Partei sowohl wie die Berliner Gewerkschaftskommission haben den Boykott über diejenigen Geschäfte erklärt, welche die Forderungen der Gehülfen nicht bewilligen. Parteigenossen, macht Euch diesen Beschluß zu eigen! Achtet streng auf die Kontrollkarte! Andernfalls meidet die Geschäfte, welche die Forderungen der Gehülfen nicht anerkennen. Folgende Geschäfte haben bewilligt: ß � Barbier- und Friseur- Genossenschaft „Voran", Pankstr. 32ä. Kleesj, Exerzierstr. 11. Lcouhardt,„ 21a. Vöthke, Drontheimerstr. 5. Hohmann, Prinzen-Allee 11. Dübner,„ 26. Bock, Soldinerstr. 10. Kirsch,, 26. Grass,„ 66. Otte, Stetiinerstr. 39. Äolberg, Grüntlialerstr. 11, Willmann, Hochslr. 46. Lasch, Neue Hochstr. 16.' Barczynski, Neue Hochstr. 2Z. Schenk, Wicsenstr. tga. Heinrich, Scheringstr. 12. Borges, Kolbergerstr. 12. Krause,„ 30. Führbach, Grenzstr. 6. Engel, Gerichtstr. 19. Freihabe,„ 46. Lange, Weddingstr. la. Woi, Nuheplatzstr. 18. Schwanebeck, Hochstädt erstr. 26. Groch, Fennstr. 48. Fiöier,„ 52. Kappe, Garicnstr. 54. Niohr, Hussitenstr. 45. Lorenz, Nsedomstr. 9. Schnnming, Waiistr. 18. Ebel, Stralsunderstr. 51. Schobert, Schrödcrstr. 7. Pantzkc, Bernauerstr. 43. Kunze,„ 49. Wirth, Brunnenstr. 92. Kellner, Ramlerstr. 16. Dahlie,„ 33. Lowack, Putbuscrstr. 2. Zeiske,„ 19. Hosfmann, Putbuscrstr. 46. Beceard,„ 47a. Borowski, Nuppiiierstr. 24. Ahl, Vinetaplatz 8. Stier, Fürstenbergerstr. 11. Palm, Wollinerstr. 7. Neimann,„ 31. Frenzel, Krcmmenerstr. Ii. Lehmann, Schwcdtcrstr. 48. Goede, Korsörcrstr. 12. Buchholz, Oderbergerstr. 31. Kühl,„ 56. Bunge, Chorinerstr. 28. Berkncr, Zwnskirchftr. 49. Marquardt, Kopcnhagenerstr. 31. Warney,„ 76. Dörfer!, Gaudhsw 3. Stcinhosf, Schienelbeinerstr. 45. Scholz. Stargarderstr. 58. Brandt, Dunckerstr. 20. Will, Hagenauerstr. 16. Buda,"Schiicmaunstr. 1. Dzinbe,„ 433. Fleischer,» 45. Bringer«scelowerstr. 12. Heinrich, Stolpischestr. 3. urw. Arlt, Sickingenstr. 7. Schneider,„ 44. Buckowicki, Waldstr. 6. 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Mabregelungen aus Anlaß des Streiks sollten nicht stattfinden. Abgelehnt waren hingegen die Forderungen auf Abschaffung der Frauenarbeit, Festsetzung von Mindestlöhnen, Anerkennung der Orgainsation. Die Werksvertreter hatten zwar den Kommissionen die oben angegebenen Zugeständnisse gemacht, sich aber nicht dazu herbeigelassen, die Zu- geständnisse wie gewünscht gleichmäßig ans allen Werken festzulegen. Unter diesen Umständen hatten die Referenten in den Versammlungen zunächst teilweise einen schweren Stand; die Re solution, welche die Aufnahme der Arbeit empfahl, wurde schließlich doch überall von den Streikenden mit großer Majorität angenommen und damit war das Schicksal des Streikes entschieden. Einen großen Erfolg brachte der Streik: Die Erringung des Steunstundentages für die in der Kohlen- förderung beschäftigten eigentlichen Bergleu tel Dieser Erfaßg war allein des Kampfes wert. Weil durch die Ein- führung der neunstündigen Schicht notwendig mit der Zweiteilung derselben, der Mittagspause gebrochen werden muß— soll anders die Verkürzung der Schicht überhaupt einen Sinn haben— so ist mit dem bisher geübten S y st e m im Braunkohlenbergbau ge brachen, der Weg zu einer Dreiteilung des vierundzwanzig stündigen Arbeitstages geebnet und damit die wichtigste Etappe ans dem für den Braunkohlengräber zur Lebensfrage gewordenen Acht- stundentag zurückgelegt I Mehrere Werke des Meuselwitzer Reviers, so die Gruben„ F ü'r st ,B i S m a r ck„Pochlitzer Werke",„Vor- w ä r t S" hatten zunächst die Verkürzung der Schicht nicht zu- gestanden, auf Grund dieses Uinstandes war bereits erwogen worden, die Sperre über diese Werke zu verhängen. Im letzten Augen- blick, am Montagvormittag erst, bewilligte die Direktion des„Fürst Bismarck" die Forderungen der Streikenden. Die Ausständigen der anderen beiden Gruben hatte» inzwischen die Abkehr genommen und so waren weitere Maßnahmen gegenstandslos geworden. Für die im Leipziger Becken gelegenen Gruben bei Markran- städt und Borna wurde der Streik ebenfalls beendet. Es kamen hier zirka 300 Mann in Betracht, für die allerdings Erfolge nicht erzielt worden sind. Auch für die„christliche" Grube Nauncburg, deren Verwaltung und Belegschaft von jeher in der allgemeinen Bewegung eine Sonderstellung eingenommen hat, ist soviel wie nichts herausgesprungen. Im Gegenteil, von der Grube sind zirka 80 Mann ausständig. Alle 80 Mann hat man auf ihre Meldung hin, die Arbeit aufnehmen zu wollen, fortgeschickt mit dem B e m e r k e n, in 3— 4 Wochen wiederzukommen! Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß während des neunwöchent- lichen Kar.ipfes auch nicht eine einzige Krankmeldung der 5000 Streikenden erfolgt ist! Ein Beweis dafür, daß der Streik auf den Organismus der Bergleute wie der Aufenthalt in einem Sanatorium gewirkt hat. Der Gesundheitsznstand aller ist ein vorzüglicher. Auf Grube Paul der Riebcckschen Montanwerke wollte man das zur Belegschaft der Grube gehörige Mitglied der Siebener- kommission maßregeln. Die Gesamtbelegschaft verweigerte daraufhin die Anfahrt und blieb wie ein Mann so lange sitzen, bis von der Generaldirektion aus Halle die Weisung kam, der Mann solle seine Arbeit behalten. Diesen Erfolg haben die Leute ihrem schönen Solidaritätsgefühl zu verdanken I Schon dieS eine Beispiel zeigt aber', was es mit der Versicherung der Unter- nehmer, Maßregelungen nicht eintreten zu lassen, auf sich hat. Auch auf anderen Werken sind einzelne Leute nicht wieder eingestellt worden, resp. wurden sie nicht wieder an ihren alten Platz gestellt. So spielt man mit dem Feuer, nachdem man sich die Finger erst gründlichst verbrannt hat. Der Streik konnte nicht zu Ende gehen, ohne daß die alten- vurgische StaatSregierung durch die von ihr beliebte und fleißig geübte Ausweis ungspraxis noch einmal von sich reden gemacht hatte. Und zwar betrifft die Ausweisung diesmal einen jungen 24 jährigen Dänen, in Kopenhagen geboren. Der Mann ist intelligent über seinen Stand, unbescholten, nach jeder Richtung hin anständig, einwandfrei. Ein hohes Ministerium des Altenburger Ländles erachtete trotzdem seine Ausweisung für unumgänglich notwendig — im Interesse der Staatssicherheit— weil der-f-fs-Böse es gewagt hatte, die Arbeit niederzulegen. Ja, nicht nur das, er hatte sich sogar erfricht, im Streikbureau die Listen zu führen. Deshalb mußte er am Sonn- abend nachnnttag, just zur selben Zeit, als die Beendigung des Streiks proklamiert lvurde, den gastlichen Gesildeu des Landes allwo ein Kunz von Kauffungen gezwickt, gerädert und gevierteilt wurde, Balet sagen._ Ergtlmisse der diesjiihngeu tatüldeWahlen. Seitdem sich die Sozialdemokratie an den Kommunalwahlcn be- teiligt, ist, um deutsch zu reden, allenthalben Leben in die Bude ge- kommen. Wo immer der Sozialismus seinen Einzug hält, und sei es selbst in die muffigen Stätten unserer Drciklassenparlamente, da lvginnen die zu pflegenden Beratungen besondere Gestalt anzu- nehmen. Das Bestreben der Besitzenden, die Kommunen in ihrem Interesse auszubeuten, eine Politik des Geldsacks zu pflegen, be- gegnct mit einem Male dem heftigsten Widerspruch der Vertreter der Nichtbesitzenden. Die Arbeiterklasse hat mit der Zeit einsehen gelernt, daß in der Kommune ein großes Stück Arbeit, ja, man kann sagen daS größte Stück sozialistischer Kulturarbeit zu verrichten ist. Ben diesem Gedanken durchdrungen, betätigt sich die Arbeiterklasse denn auch immer mehr auf kommunalpolitischcm Gebiete, setzt sie alles ein, um das Wenige, was ihr das elende Drciklassenwahlrccht bietet, auch voll und ganz auszunützen. Und die Erfolge, die sie hierbei erringt, ffind wahrlich nicht gering anzuschlagen, wenn wir uns vergegenwärtigen, unter welch erschwerenden Verhältnissen sie errungen werden müssen. So wissen die Parteigenossen namentlich von der recht un- günstig festgesetzten Wahlzcit ein Lied zu singen. Es liegt ein gewisses System darin, die Wahlhandlung möglichst in die Vormittags- stunden und frühen Nachmittagsstündcn zu verlegen. Das bedeutet aber für die Wähler der dritten Klasse, die meist vom Wohnort ent- fcrnt beschäftigt sind, einen erhcblick>en Arbcitsverlust. So war die Wahlzeit, um nur einige Orte als Beispiel herauszugreifen, in Borsigwalde-Wittenau von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr scstgcsetzt, in Nicder-Schönewcide von vormittags 10% Uhr bis nachmittags 1 Uhr. in Johannisthal von 12 bis 2 Uhr nachmittags, in Franz. Buchholz nachmittags von 2 bis 4 Uhr. in Hohcn-Schön- Haujen nachmittags von 12 bis 2% Uhr, in Erkner von vormittags 1V bis nachmittags 2 Uhr, in Neuenhagcn a. Ostbahn nachmittags von 1 bis 4 Uhr. Nur in wenigen Orten hat man die Wahlzeit in die späten Nachmittagsstündcn bis abends 8 Uhr verlegt. Trotzdem aber haben die Genossen durch ihren unerschütterlichen Idealismus diese Hemmnisse überwunden. Man hat sie als das aufgefaßt, was sie in der Regel sind— als amtliche Schikanen— und als solche sind sie durch die oft überraschende Stimmenzunahme unserer Partei bcgntwortet worden. Nschstehend bringen wir, so weit cA uns Mg- lich ist, eine kurze Ucbersicht über da? rasche Wachsen unserer Partei in den verschiedenen Orten. Diese Zusammenstellung kann, da uns die Gesamtergebnisse nicht in der geivnn schien Weise zur Verfügung standen, keineswegs Anspruch auf Vollkommenheit erheben; wir veröffentlichen sie, um eine Grundlage zu schaffen, auf welcher spätere Wahlergebnisse der vollständigt werden können. Adlershof...... Britz........ Boxhagen-Rummelsbnrg. Bergfelde...... Caputh....... Erkner....... Fricdrichshagen*)... Friedenau...... Gr.-Lichterfelde.... Gr.- und Kl.-Besten.. Hermsdorf...... Hohen-Schönhausen.. Johannisthal..... KrauSnick...... Ketschendorf..... Kl.-Schöncbeck-Fichtenau. Lankwitz...... Mariendorf..... MarkgrafpieSke.... Mühlenbeck..... Mahlsdorf...... Neuendorf...... Nowawcs...... Nieder-Schöneweide,. Nieder-Schönhausen.. Pankow....... Reinickendorf..... Rummelsburg,. Schmargendorf.... Steglitz....... Schönwalde..... Tegel...... Treptow-Banmschnlenweg Waidmannslust.... Weißensee...... Wilmersdorf..... Wittenau-Borsigwalde.. WilhelmSruh-Rosenthal. Zühlsdorf...... ehlendorf...... Die Gemeinde zählte sozialdcmokr. Vertreter 1302-1304! jetzt Es lvurden sozialdemokr. Stimmen abgegeben 1302! 1304 jetzt 422! 453 210 320 183 42 30 147 110 458 53 721 ? 176 74 776 ? 233 265 158 733 ? 176 211 21 275 433 23 152 ? 42 93 ? 40 ? 729 ? 98 742 f 725 112 780 ? 2 322 165 400 636 165 92 ? 621 258 919 13 ? 113 674 476 654 39 133 55 136 84 76 159 353 ? 61 235 923 94 343 1023 343 919 155 926 ? 566 512 210 636 901 210 195 ? 299 Stimmen- zunähme gegenüber der vorletzten Wahl 168 47 198 39 135 261 215 104 ? 44 2 32 66 21 ? 194 ? 243 281 7 194 33 146 ? 190 45 236 265 45 103 ? *) In Friedrichshagen bezieht sich die Zunahme nur ans den zweiten Wahlbezirk, da im ersten vor zwei Jahren nicht gewählt wurde. Aus borstehender Aufstellung ist ersichtlich, daß sich nicht nur die Zahl unserer Stimmen, sondern auch die Zahl unserer Gemeinde Vertreter erheblich vermehrt hat. Vor zwei Jahren betrug die Zahl der Vertreter in den angeführten Orten 58, nach der letzten Wahl 94 Verschiedene Orte sind angeführt, die sich dieses Jahr das erste Mal an der Wahl beteiligt haben, z. B. Bergselde. Caputh, Groß- und Klein-Besten, MarkgrafpieSke und Schönwalde'. In diesen kleinen Ortey sind, wie aus der Tabelle ersichtlich, erfreuliche Resultate er- zielt worden. Die Gegner sind von dem ersten Ansturm unserer Genossen mitunter geradezu überrascht worden. In verschiedenen Orten hat diesmal keine Wahl stattgefunden, so z. B. in Lichtenberg, wo unsere Partei mit sieben Genossen vertreten ist(ein Vertreter ist uns vor kurzer Zeit durch den Tod entrissen worden). Per- schicdentlich haben unsere Genossen auf die Aufstellung eines Kandi datcn verzichten müssen, weil ihnen kein Hausbesitzer zur Verfügung stand. Wir müssen uns leider versagen, den Gesamtstimmenznwachs der diesjährigen gegenüber der vor zwei Jahren stattgefundenen Wahl festzustellen, da es uns trotz aller Mühe nicht gelungen ist. von den Genossen die erwünschte Auskunft zu erlangen. Es stehen sich auf der Tabelle nur 23 Orte gegenüber, die einen Vergleich zulassen. Di plben vereinigten bei der vor zwei Jahren stattgefundenen Wahl 4664 und bei der diesjährigen Wahl 7501 Stimmen; das ist eine Stimmenzunahme von 62 Prozent. Es kann dieser günstige Stimmenzuwachs sicher als Maßstab des Gesamtfortschrittes betrachtet werden. Nickst uninteressant dürfte es sein, einmal zu zeigen, welchen Einfluß das elende Drciklassenwahlrecht den Besitzenden gegenüber den Nichtbcsitzenden gewährt. Wir haben nur einige Orte heraus- gegriffen, die durch die ungerechte Verteilung der Wähler in den einzelnen Klassen das Wahlreckst geradezu als Hohn auf die Arbeiter- klaffe erscheinen lassen. Die Zahl der Wähler gestaltet sich in den einzelnen Klassen wie folgt: 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse Adlershof...... 14 133 1636 Britz........ 10 97 1557 Boxhagen-RnmmelSburg. 4 270 4500 Fricdrichshcigen.... 87 577 2245 Groß-Lichterfelde... 190 400 3125 Lankwitz...... 12 99 1015 Mariendorf..... 13 97 1527 Nieder-Schönhausen.. 19 72 1751 Ober-Schöncweide... 2 200 2700 Pankow...... 76 811 4472 Steglitz....... 89 680 5043 Treptow-Baumschulenweg 8 84 1738 Weißensee...... 150 980 3706 Wilniersdorf..... 307 1710 7897 Wittenau-Borsigwalde. 9 35 817 Unter diesen Umständen ist es fast ausgeschlossen, daß unsere Genossen einmal die Mehrheit in den Geineindeparlamenten er- langen. Nichtsdestoweniger setzen die Gegner oft alle Hebel in Be- wcgung, um die Wahl unserer Genossen selbst in der dritten Klasse zu verhindern. Ist die Sozialdemokratie erst vertreten, so hat die elende Vetternwirtschaft ein Ende, dann muß mit offenen Karten gespielt werden. Und gerade darin liegt die ungeheure Stärke selbst einer geringen Zahl sozialistischer Vertreter, daß ihre Politik daS Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen braucht. Unsere Forderungen werden oft mit so wuchtigen Gründen belegt, daß sich ihnen auf die Dauer selbst eine reaktionäre Mehrheit nicht widersetzen kann. Das rastlose Eintreten unserer Genossen für die prinzipiellen Forderungen der Sozialdemokratie ist es denn auch das die Zahl unserer An- Hänger ständig vermehrt. Immer gcwa'ltiger wird die Kämpferschar, immer energischer der Wille, dem Klassenregiment ein Ende zu machen. In diesem Streben gibts kein Nachlassen, sondern nur ein ständiges Vorwärts. Mit der Erstarkung unserer Stimmenzahl wird das Dreiklasscnwahlrecht immer mehr zur Burleske. Der Ver- nichtung deS elenden Wahlrechts muß neben dem weiteren Vor- dringen der Sozialdemokratie in den Gemeinden unsere ganze Kraft und Energie gewidmet sein. Arbeiten unsere Genossen in dicscin Sinne weiter, so werden wir nach den nächsten Gemeindewahlen auf weitere stattliche.Erfolge zurückblicken könne» Die Kerliuer EtluerKschasttn im Jahre 1905. Der Jahresbericht der Berliner GewcrkschaftS» kommission für 1905 ist erschienen. Er zeigt ein Bild rühriger Täigkeit der Berliner Gewerkschafts kommission um Verbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter auf den verschiedensten Gebieten. Der Bericht weist vor allem die erfreuliche Tatsache auf, daß sich der Aufmarsch der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter stetig lociter vollzieht. Für das Jahr 1903 ist dieser Aufmarsch um so bedeutungsvoller, als das abgelaufene Jahr für die Berliner Ge- wcrlschastcn ein sehr schweres gewesen ist. Es stand unter dein Zeichen der AuSsperrunge n. Trotzdem ist die Mitglieder- zunähme eine bedeutende. Die Zahl der Organisierten ist um 5 0 083 gestiegen. Während am 31. Dezember 1904 die der Berliner Gewcrkschaftökoinmisfion angeschlossenen Gewerkschaften 174194 Mitglieder zählten, schließt daS Jahr 1905 mit 224 277 Mitglieder ab. Damit haben die der Berliner Geiverlschafts- kommission angeschlossenen Organisationen fast V-i Million Mitglieder erreicht. Wir dürften kaum sehlgehen, wenn wir sagen, daß beim Niederschreiben dieser Zeilen die Viertelmillion erreicht ist. Der Gewerlschaftskommission im Laufe des Jahres neu an- geschlossen haben sich: der„Verein Berliner Hausdiener" und die „Zuschncider-Vereinigung" mit insgesamt 7170 Mitgliedern. Die eigentliche Zunahme der Organisationen an Mitgliedern würde dem- nach nur 42 913 betragen. Indessen auch das ist unter den gegebenen Verhältnissen ein erfreuliches Zeichen, ein Zeiche» daß die E r k e n n t n i s der K l a s s e n l a g e in innner weitere Kreise der Berliner Arbeiter eindringt. Von den 63 der Berliner Geioerlschaftskommission angeschlossenen Organisationen sind vier Lokalorganisationen, und zwar: die Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter,„Verein Ber- liner Droschkenkutscher".„Verein Berliner Hansdiener" und die„Zu- schneidervereinigimg. Es kann erwartet werden, daß auch diese vier Organisationen den Schritt der Vereinigung mit den Zentralorgani- sationen demnächst vollziehen werden. Die Unter- n e h m e r g e l ü st e belveisen demjenigen, der„sehen" will, zur Evidenz, daß eine geschlossene„Phalanx" der Arbeiter eine absolute Notwendigkeit geworden ist. Dem sich entgegensetzen, hieße mir die Aibeitersachc schädigen. Besonderes Interesse bieten die Stärkeber- hält nisse der Organisationen. Vier Organisationen weisen eine Mitgliederzahl über 10 000 auf, an erster Stelle stehen die Metallarbeiter mit 57 473, denen die Holzarbeiter mit 22 060, die Handels- und Transport- a r b e i t e r mit 17181 und die Maurer mit 15 466 Mitglieder folgen. Dem reihen sich an fünfter Stelle die Buchdrucker mit 8 6 8 9, an sechster Stelle die Bauhülfsarbeitcr mit 7405 an, ihnen folgen der Verein Berliner Hausdiener mit 7000, die Buch- binder mit 547t, die städt. Arbeiter mit 5455, die Maler mit 5073 und an elfter Stelle die Schneider mit 5000 Mitglieder. Demnach haben sieben Organisationen mehr als 5000 Mitglieder. Es folgen die Zimmerer mit 4413, die Wäschcarbeiter und Arbeiterinnen mit 4000, die Fabrik- und Hülssarbeiter mit 3612, die Schmiede mit 3330, die Zementierer mit 3114, die Biichdruckerci-Hülfsarbeiter und-Arbeiterinnen mit 2753, die Droschkenkutscher mit 2619, die Töpfer mit 2440, die Branerei-Hülfsarbciter mit 2340, die Sattler mit 2067, die Schuhmacher mit 1944, die Bäcker mit 1829, die Holz- bearbeitimgsmaschincn-Arbeitcr mit 1723, die Maschinisten mit 1700, die Handlungsgehülfen mit 1524, die Tapezierer mit 1521, die Stciiidruckcr und Lithographen mit 1360, die Bildhauer mit 1275, die Tabakarbeiter mit 1271, die Stukkateure mit 1257, die Textil- arbcitcr mit 1230 und die Straßenbahner mit 1187 Mitgliedern. Demnach zählen 22 Organisationen mehr als 1000 Mitglieder. In fünfzehn Organisationen schwankt die Mitglicderzahl zwischen 500 und 1000, in 23 Organisationen zwischen 100 bis 500 und vier Organisationen zählen unter 100 Mitglieder, darunter die Seiler mit 14 und die Lagerhalter mit 56. Die Seiler, obivohl dem Textil- arbeiterverbaud angeschlossen, haben trotzdem eine eigene Ver- waltung. Kämpfe der Berliner GewerkschaftSorganisationeu im Jahre 1905. Streiks und Aussperrungen. An 219 AngrisfsstreikZ waren 28 Berufe mit 30938 organisierten Personen, darunter 5833 weiblichen beteiligt. Hinzu kommen noch 3920 unorganisierte Personen, so daß die Gesamtzahl der Beteiligten 33 958 beträgt. Von den 219 Streiks entfallen auf den Holzarbeiter- verband 65 mit 2475 Beteiligten, darunter 191 unorganisierte; auf den Handels- Hülfsarbeiterverband 56 mit 6142 Personen, darunter 1002 unorganisierte, auf den Deutschen Metallarbcitervcrband 18 mit 5257 Arbeitern und Arbeiterinnen, auf die Holzbearbeitungsmaschinen- arbeiter 17 mit 82 Arbeitern. Die h ö ch st e durchschnittliche Daner des Streiks hatten die eißgerber und Lederarbeiter mit 72 Tagen. die niedrigste DurchschnittSdaner die Stukkateure mit 1 Tag aufzuweisen.— Die Forderungen waren: in 4 Fällen. Ver- kürzung der Arbeitszeit; in 77 Fällen Lohn- erhöhung; in 66 Fällen Verkürzung der Arbeits- zeit und Lohnerhöhung; in 55 Fällen Einführung eines Tarifes; in 17 Fällen handelte es sich um die Ent- ernuiig mißliebiger Personen, Erfüllung der Tarifvereinbarungen, Durchführung arbeiterschiitzgesctzlichcr Bestimmungen und sonstige Forderungen der Gewerffchaften.— Von den 219 Angriffsstreiks endeten 167 mit einem vollen; 25 mit einem teilweisen Erfolg für die Arbeiter; in weiteren 23 Fällen endete der Kampf für die Arbeiter erfolglos, während in einem Falle der Kampf mn Jahres« 'chluß noch nicht beendet war. Die Kosten der Nnterstützimg für die Angriffsstreiks inkl. der Unorganisierten betragen 1290 702,42 M.— Aussperrungen hatten 31 Berufe in 159 Fällen mit 17 323, darunter 437 weiblichen Personen zu bestehen; dazu kommen noch 328 unorganisierte Arbeiter und Arbeiterinnen, so daß insgesamt 17 651 Personen davon betroffen wurden. Davon entfallen: ans den Holzarbeiterverband 45 Fälle mit 797 organisierten und 95 unorganisierten, insgesamt mit 892 Ar- heitern und Arbeiterinnen, ans den Mctallarbeiterverband 22 Fälle mit 14 142 organisierten Arbeitern und Arbeiterinnen, auf den Schuh- machcrverband 10 Fälle mit 295 Arbeitern und Arbeiterinnen idarunter 46 unorganisierte), auf die Stukkateure 10 Fälle mit 228 organisierten, auf die Maler und Lackierer 3 Fälle mit 319 Arbeitern und Arbeiterinnen(darunter 51 unorganisierte), ans die Fabrik- und HülfSarbeiter 3 Fälle mit 269, auf die Bildhauer Fälle mit 15, auf die Glaser 8 Fälle mit 151, auf die Holz« bearbeitungsmaschinen-Arbeiter 6 Fälle mit 46, auf die Handels- HülfSarbeiter 5 Fälle mit 139, auf die Lithographen und Stein- druckcr 4 Fälle mit. 65 ldarunter 2 unorganisierte), ans die Zementierer 4 Fälle mit 115, auf die Sattler 4 Fälle mit 45, ans die Steinarbeiter 3 Fälle mit 39, auf die Bauarbeiter 2 Fälle mit 37, auf die Kürschner 2 Fälle mit 13, auf die Schmiede 2 Fälle mit 110, auf die Töpfer 2 Fälle mit 34 Personen. Ihnen folgen die Tabakarbeiter mit 213 tdarunter 104nnorganisterte), die„Berliner Hausdiener" mit 72, die Ziseleure mit 32. die Stereotypeure mit 24. die Bnchdruckercihülfsarbeiter mit 30, die Kupferschmiede mit 27, die Handlungsgehülfen mit 21, die Hutmacher mit 13, die Form- 'techer niit 12, die Porzellanarbeiter mit 9, die Lohgerber mit 7 und die Konditoren mit 4 Personen in je 1 Fall. Die h ö ch st e Durchschnittsdauer der Aussperrung hatten die Ziseleure mit 182 und die niedrigste die Töpfer mit 1 Tage zu verzeichnen.— Der Zweck der Aussperrung war in 46 Fällen Maß- rcgclimg, in 59 Fällen Lohnreduktionen, in 4 Fällen Verlängerung der Arbeitszeit, in 31 Fällen Bruch der Tarif- Vereinbarungen, in 5 Fällen Einführung einer Arbeitsordnung. tn 4 Fällen schlechte Behandlung der Arbeiter. in 10 Fällen führten sonstige Ursachen zur Aussperrung. In 10ö Fällen wurde die Aussperrung mit einem Pollen, in 21 Füllen mit einem teilivcisen Erfolg siir die Arbeiter beendet. Nur in 20 Fällen konnten die Arbeiter keinen Erfolg erringen, sondern mußten bedingungslos in die„Fron" zurückkehren. In vier Fällen war der Kampf am Jahresschluß noch nicht beendet. Die Kosten der Unterstützung an die Ausgesperrten betrugen 014 168,1 1 M. Demnach waren die Berliner Gewerkschaften insgesamt mit 80 Berufen an 378 Kämpfen mit 51000 Personen um Ver- b e s s e r u n g der Lohn- und Arbeitsverhältnisse be- teiligt. Bon diesen Kämpfen wurden 230 mit einem vollen, 4 6 mit einem tcilw eisen Erfolg beendet. 54 Kämpfe wurden verloren und fünf waren am JahrcLschkuß noch nicht beendet. Die Kämpfe kosteten den Geiverlschaften 1910 551,86 M.. also fast zwei Millionen Mark. Die während dieser Kämpfe verlorenen Arbeitsverdienste ivcrden— nach den durchschnittlichen Lohnen der einzelnen Berufe berechnet— auf 4 053 755,10 M. angegeben.— Die bedeutsamsten Kämpfe fanden in der Metall- und in der Wäschcindustrie statt. _ Bon hervorragendem Interesse dürften die finanziellen Leistungen der Organisationen sein. Sämtliche der Berliner GewerlschaftSlommission angeschlossenen Gewerkschaften haben im Jahre 1005 mit einer Emnahnic von 6 54.8 788,65 M. abgeschlossen (d. i. rund gerechnet 2 Millionen Mark mehr wie im Vorjahre); die Ausgaben haben 5 008 070,78 Mark betragen. Der Kassenbestand in allen Geiverlschaften zusammen betrug am 1. Januar 1906 1830 256,16 Mark. Die bedeutendsten Positionen der Ausgaben feien hier hervorgehoben: Für Streiks wurden 1 018 619,05 M., für Arbeitslosenunterstützung 630 130,88 Mark, für Krankenunter- stützuug 470 739,33 Mark, fü-c MaßregelungSunterstützung 123 060,70 Mark, für Sterbegeld 63 743,20 Mark, für Lteiseunterstützung 4L 754,88 Mark, für Rechtsschutz 03 410,04 Mark ausgegeben und- an Jnvalidcnuntcrftlltzung zahlten 10 Gewerkschaften 42 301,50 Mark. Hoffen wir, daß das Wachstum der Gewerkschaften im Jahre 1006 dasjenige im Jahre 1005 womöglich noch überbietet. Der zweite Teil des Berichts über die Tätigkeit des ArbeitersckretariatS gibt einen interessanten Einblick in die Praxis der Rechtsprechung der Arbciterversicherung— Unfall-, Invaliden- und Kraukcnver- sichcrung. AlleZ in allem bietet der Bericht neben dem hohen Interesse für den Sozialpolitiker ein Bild reicher ArbeitStätigkcit der Gewerk- fchaftcu, die mit Stolz auf ihr Werk blicken können. 4. Gtuelliilitchullillnug des Uerl-andts stiidtislher Alkiter. Mainz, 28. Mai. Zweiter Tag. ' Der Bericht des Vor st an des liegt gedruckt vor. Er un> faßt die Jahre 1003, 1004 und 1005. Im Jahre 1806 bildcie sich der Verband aus einem Lokalbcrein der Berliner Gasarbcitcr, ein Häuflein von 400 Mann. Zu Beginn der Berichtsperiode war der Verband auf 26 Zahlstellen mit 7000 Mitgliedern angelvachscn. In den letzten drei Jahren hat die Mitgliedcrzahl sich mehr als verdreifacht, sie beträgt jetzt über 22 000 in 58 Zahlstellen. Tic Fluktuation im Verbände ist groß, von insgesamt 42 000 Auf- genommenen gingen zirka 20 000 wieder ab und soll hier durch den Ausbau der Unterstützungscinrichtungen einigermaßen ein Riegel vorgeschoben werden. Das Verbandsorgan, die„Gewerk- schaft", erscheint wöchentlich in 27 000 Exemplaren. Die Ausbreitung des Verbandes führte Anfang �903 zur Anglicderung des Verbandes der städtischen Arbeiter Württembergs, am 1. Juli 1004 schloß sich der Zentralverband des Massage-, Bade- und Krankenpflege Personals an. Nach und nach schlössen sich auch die Arbeiter der privaten Gas- werke an. Die.Ausdehnung des Verbandes machte die Anstclli,ng von Orts- bezw. BezirkSbeamtcn zur unabweisbaren Notwendigkeit. Innerhalb der Berichtszeit wurden Beamte angestellt in Berlin, Stuttgart, Hamburg, Leipzig, Breslau, Köln, München, Dresden, Mannheim. Ein rapides Anwachsen des Mitglicderstandes war jeweils die unmittelbare Folge. Heute hat der Verband insgesamt 12 Bureaus mit 22 Beamten. Der Vorstand weist darauf hin, dqß der Verband unter Maßregelungen sehr zu leiden hat, und daß neben diesen und der Notwendigkeit, auch für Streikmittel zu scrgem die Aufgaben des Verbandes derart gewachsen sind, daß eine wesentliche Steigerung der Beiträge sich nicht länger verschieben läßt, da für allgemeine Agitation mehr geleistet werden muß und der Ausbau des Unterstützungswcsens beabsichtigt ist. Im weiteren wird die Umsattelung des früheren Vcrbandsvorsitzenden Poersch in einer für diesen reckst schonenden Form dargestellt.— In den drei Berichtsjahren hatte die Hauptkasse eine Einnahme von 419 00(4 Mark, der eine Ausgabe von 345 000 M. gegenübersteht. Das Verbandsvcrmögen beträgt zurzeit rund 100 000 M. Zur Frage der G r e n z st r e i t i g k e i t e n mit anderen Organisationen, wo- von die städtischen Arbeiter ja besonders betroffen werden, gibt der Vorstand längere Darlegungen. Cr betont lebhaft den Wunsch, Differenzen zu vermeiden, hält aber fest an der Auffassung, daß das ctgcuartige Anstellungsverhältnis der kommunalen Arbeiter auch eine cutsprechende Taktik erfordere, und dies sei nur in einer Organi- sation möglich, die als B e t r i c b s o r g a n i s a t i o n die kommunalen Slnbeiter umfasse. Nur einer solchen werde es möglich sein. Ersprießliches für die Arbeiter zu leisten. Im Streikkapitel finden wir den Berliner und den Psorzhcimcr Gasarbeiterstreik. Maß- rcgelungcn sind besonders in Breslau, Halberstadt und Leipzig zu verzeichnen. Trotz alledem geht es stramm vorwärts und der Verband ist heute schon eine Macht geworden, mit der die Stadtverwaltungen zu rechnen haben. Stellvertretender Verbandsvorsitzendcr M o h s erläutert den Bericht. Inzwischen lief ein Telegramm aus Leipzig ein, wonach die Bemühungen des Vorstandes von Erfolg waren und die dortigen Delogierten doch Urlaub erhielten zur Teilnahme am Verbandstag. — Als Vertreter der Gciieralkommissioi> der Gewerkschaften ist L e g ie n- Berlin eingetroffen. Den Kassenbericht rekapituliert Verbandölassierer Aß» mann. Er hebt als besonders beachtenswert hervor die folgende Steigerung:> Mitglieder Einnahme Ausgabe Uebcrschuß 1903: 10,303 00,982 82,780 8,202 1904: 13,726 123,553 104,813 18,740 1905; 20,318 204,370 157,444 46,925 Pro Kopf der zahlenden Mitglieder ergab sich eine Gesamtein. nähme von 1903 6,56, 1001 7,78, 1005 8,25 M. Die Ausgaben spezialisieren sich im wesentlichen auf eine Ausgabe pro Kopf von: 1003 1004 1005 zusammen Stcrbennterstiitzuiig. 12,3 Pf. 28,6 Pf. 32,1 Pf. 70,0 Pf. Streikunterstützung.. 17,2„ 1,5, 88,8, 75,5» Maßregelung... 12,4, 26,0„ 21,6, 60,0, Agitation..... 102,0„ 184,2„ 176,3„ 462,9„ „Gewerkschaft"... 30,4, 158,0„ 175,5„ 363,9„ persönliche Verwaltung 84,0„ 80,8„ 62,3„ 227,1« sächliche„ 80.3„ 53,7. 22.0„ 156,0„ Heiterkeit erregt die Mitteilung, daß der Kassenbcstand in drei Jahren pro Kopf um 1 Pf. gestiegen ist. Den Bericht vom Gewerkschaftsorgan erstattet dessen Redakteur Bürger. Die Aufgaben des Blattes sind derart gewachsen, daß der zur Verfügung stehende Raum nicht mehr ent- fernt ausreicht, um den bescheidensten Ansprüchen zu genügen. Der mindeste Umfang müsse pro Woche nicht 8, sondern 16 Seiten betragen. Für den Ausschuß berichtet Schönberg- Hamburg. Hauptsächlich die Differenz zwischen der Generalkommission und dem Verbandsvorstand erörtert er, die entsprang aus der Denk- schrift des Vcrbaiidsvorstandcs an den Magistrat von Berlin, worin -r d?n Streik als ein„gewaltsames Mittel" bezeichnet. Der Ler- bandsausschuß sah sich veranlaßt, dazu Stellung zu nehmen; die NMajsWg des VprjtflOxs inußjc selbstverständlich im Sinne dex Generalkommission korrigiert werden. Die sonstigen Fälle wären kleiner und interner Natur.— In der Nachmittagssitzung wurde der Bericht dcS Vorstandes besprochen. In der Debatte legte u. a. Legten- Berlin dar, wie sich der Briefwechsel zwischen der General- kommission und dem Vcrbandsausschuß abspielte. Er stimmt der Art und Weise zu, wie der Ausschuß dafür sorgte, daß nicht der Verband durch seltsame Erklärungen seines Vorstandes auf dem geraden Wege strauchelte.— Eine Reihe von Rednern bespricht die Verhältnisse in ihren Städten und beschäftigt sich mit den Differenzen und dergleichen, die im Laufe der Bcrichtszcit sich zwischen dem Vorstand und den einzelnen Zahlstellen abspielten. Sehr stark sind die Klagen über rigoroses Vorgehen der Stadt- Verwaltungen, von denen einzelne vor den brutalsten Gewalttaten nicht zurückschcucn, um die Organisation zu unterdrücken. Be- sonders Breslau zeichnet sich hierin aus. In letzterer Stadt, ebenso in Leipzig, tut die Polizei in Schikanen der Arbeiter noch ein übriges. Einen ziemlich breiten Raum nehmen auch die Beschwerden über„gelbe" Lokalvercine ein, sogenannte„Zucker- wasscrklubs", ebenso werden die Grenzstreitigleiten mit anderen Gewerkschaften geschildert. Mehrfach taucht auch der Wunsch nach Lokalbeamten auf. Die Debatte wird morgen fortgesetzt. Sericbts- Leitung. Klagbares Recht auf„ehrliches Begräbnis"? Weil der am 2. Januar 1904 verstorbene Bergmann Fr. S e S k o in Neumühl sich bor der großen Reise in die Ewigkeit nicht mit geistlicher Wegzehrung versehen hatte, auch sonst bei Lebzeiten kein Freund der Schwarzen gewesen war. s o rächten sich diese nun am Grabe Seskos dadurch, daß der zuständige Geistliche der katholischen Kirchengemeiiide in Hamborn dem Verstorbenen das sogenannte„ehrliche Begräbnis" verweigerte, das heißt: der Tote wurde nichl in der Reihe begraben, sondern hinter der Hecke des Friedhofes, auf dem sogenannten„Schindanger"! Die Mutter und der Bruder des Verstorbenen strengten daraus Klage gegen die katholische Kirchengemeiiide in Hamborn an. Vor der Zivilkammer 2 des Landgerichts Duisburg verkroch sich dann der Verkünder christlicher Nächstenliebe hinter allerlei kirchlichen Erlassen und Ver- fiigungen sowie hinter den Bestimmungen der Friedhofsordnung, die doch von der Behörde genehmigt sei. Verstäudigerweise ließ sich aber daS Gericht auf den hervorgesuchten Moder.'raiu nicht ein. Auch der Einwand des Schwarzen, daß das Landgericht nicht zu- ständig sei, da es sich um kirchliche Rechte handele, ließ das Landgericht nicht gelten. Doch so leicht ist die Kirchengemeinde nicht mürbe zukriegen, wenn es sich darum handelt, ihre Anmaßungen zu verteidigen. Also wurde Berufung beim Oberlandesgericht in Hamm eingelegt. Gleichzeitig erhob aber, auch daS bischöfliche Generalvikariat in Münster den K o m« petenzlonflilt mit dem Antrage: dasBcrfahren.so lange ein- zustellen, bis über die Zuständigkeit de, Rechtsweges entschieden sei. Mit dem letzteren Antrage hatten die„Christen" Glück. Doch war dasselbe nicht von langer Dauer. Das Gericht, unter Vorsitz des Geh. Obcr-JustizratS Dr. L u k aF erkannte den Koinpetenzkonflikt für unbegründet und den ordentlichen Rechtsweg für zulässig an. Daraufhin hat nun der erste Zivilsenat des O b e r l a nd e s- g e r i ch t S in Hamm im Wege des Versäumnisverfahrens durch llncil vom 2. d. Mls. die Berufung der streitlustigen Kirchengemeiude Hamborn kostenpflichtig abgciviesen. Dieses Urteil scheint jetzt rechts- kräftig geworden zu sein.— Ob denn nun wohl bald der schon seit l'/a Jahren Tote vor den Verfolgungen der Schwarzen Ruhe haben wird? Die Schwarzen aller Konfessionen verkünden die Nächstenliebe. Ihr durch ihre Taten bekundeter Fanatismus der Unduldsamkeit ist geeignet, die Masseti gegen den Dogmenglauben aufzupeitschen._ Strafrechtliche Behinderung der Ausübung des StreikpostenstchenS. Vom Landgericht Essen>r2/ö. geholt werden sollen. Ucbertritte sind nur im Bureau zu voll« ziehen. Bestimmt wurde: Alle am 2. Juni ausgesperrten Mitglieder haben sich sofort im Bureau— für Obcr»©chöncweide bei Groß- iiianii, Laufencrstr. 5— zu melden. Nachdem noch die Frage be- treffend des Partcigeldes geklärt und einige Organisations- angelegenheiten erledigt waren, wurde beantragt, die anderen Punkte später zu verhandeln und trat daMt Schluß der NerfaWll» lung eis» »» oii DomicrStag, den 31. Mai, nbcnds S1/« Uhr, im GcwcrkschaftShausc (saal I),(vngel-Isicr 15: WtgUecker'Verssmmwng. Tages-Orduung: 1. GcschästlichcS(Anträge des VorsIandcS> 2. Stellungnahme zur Bczirkskonferenz am 18. Jnni in Berlin(Anträge, Wahl der Dele« gierten). 3. Vcr-schicdcnes. 20/13 Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Deuisclier Holzarbeiter-VerM. = �odclttifchlcr. ss Donnerstag» 31. Mai, abends 8>/, Uhr, in Schmidts GcscllschastshauS» Gartenstr.. gr. Oberbctt. Aerf gkg.Nachnahme, Terpackung srei. Gustav Lustig BerlinS. Prinzenstr. 46 Spezial-GESo'iiälliiir ühienii 1 neue Ubr-Srcber la 75 Ps. 1 neue Udr-ttaps«!, 15, 1 neues NUr-aaaS, 10„ 1 neuer Uhr Rmg, 10, 1 neuer NIir-Beiger, 10„ 1 neuer Ulir-Schltissel 5, Xoue Uhren in gröpier Auswahl genau reguliert. <»ÜEL SSöljis9|> 14 Beothstr. 14 (am SviNelmartt).|2 m.'i 2. Teicha, i: Koppenstr. 82.; Dr. Simmel, Spczialarzt für 110/9* Haut- und llurnlvldcn. 10— 2,5— 7. sonntags 10— 12. 2— 4. S Verlangen Sie Telius-Zigaretten __ J—__. 3712* S garantiert Handarbeit Mit peinlichster Sorgfalt von bestbezahlten Zigaretten-Arbeitern hergestellt! ZK. Satze, Orientalische ligaretten-TabriU„Teil us". Sertin N. 54. •994 19. Ziehung S. Kl. 214. Kgl. Preiiss. Lotterie. Zicbucfz Tom:o. Mai iBOfl, vonnlllag,. Nur die Gewinne Uber S<0 Mark tiud den belreffeuUeQ Nummern in Klammern belgelügt. (Obne Gewähr.) Kachdruck verholen. 115 91 437 452 53 595[3000] 743 L1CC01 SU 1010 47 199 1500] 257 515 1500] 732 34 71 2151 00 329(500] «2 703 looO] 81 925 00 3UÜ8 173 253 54 532 3? 08 613 702&6S 4010 53 410 05 017 09 803 5UÜ9 457 550 709 606/ 322 450 95 553 091 701 73 SOG IG UOOOJ 000 7040 13000] 235 81 321 53 81 93 737 50 870 13000] 8070 420 32 500 92[1000] 687 731 827 71 91 956 9032 81 116 238 448 904 10004 72 76 825 44 11092 220 71 313 474 680 945 §8 12118 09 275 380[3000] 409 578 740 78 13162 130001 247(5001 451 627 73 899 1500] 14057 623 752 829 902 (oOO] 15125 275 398 509 050 735 89« 937 47 50 1 6492 640 840 1 7183 1500] 375 788 883 1 8063 247 589 15061 879 19088 256 360 489 94 524 39 636 1500) 43 939 20068 208 89 472 130001 571 707 2 1 214 632 900 22041 213 304 15001 407 26 718 92 853 907 IIOOOÜJ 23010 15 178 233 96 11000] 304 90 936 2 4024 110 430 587 688 851 52 1500] 908 84 25168 271 86 15001 478 522 «10 714 820[500] 60 80 26111 68[10001 79 11000] 311 47 498 744 987[5001 27038 184 222 48 85 563 UOOOJ 853 [3000] 966 82 28047 50 205 18 89 96 808 29608 189 244 78 92 325 91 606 766 139001 30196 283 1500] 03 389 593 772[1000] 90 900 3 1568 80 611 19 51 110001 889 932 79 32109 76 221 91 312 600 60 33181 130001 89 234 80 310 555 11000] 847 34189 438[10001 507 56 639 91 706 911 40 3 5055 65 05 232[10001 72 80 341 416 30 000 36118 400 555 76 614 710 72 933 52 3 7183 425 784 869 77 130001 932 70 38496 609 917 39174 218 304 038 IlOUÜ] 834(5001 908 40155 394 636 96[5061 818[10001 89 41147 854 42009 78 123 203 384 94 598 615 4 3020 15001 120 40 362 481 554 60 647 730 869 953 4 4098 120 86 99[5601 245 379 523[10601 600 31 62 745 78 110001 971 45100 7 273 1500] 567 682 934 41 130001 46127[30001 76 347 520 96 625[500] 946 47104 12 55 228 723 85 909 4 8010 41 61 76[5001 385 497 502 85 887 917 47 4 9073 91 301 11 484 561 66 634 847 50171 348 429 52 593 714 030 5 1013 29 158 471 644 914 81 92 5 2214 454 866 909 5 3001 66 321 64 67 «57 739 78 5 4007 138 343 540 58 726 55159 202 414 594 632 15061 890 917[1000] 74(500] 56113 01 414 50 ■55 665 864 78 633 5 7015(10001 216 323 499 575 803 78 1500] 936 56 S8017 235 97 313 552 53 59100 427 43 582 85 631 932 ; 60062 99 105 402 874 6 1057 87 203 37 44 52 353 621 37(5001 784 88 954 6 2024 243 76 534 668 891 63024 76 201 304 28 31 71 533 706 51[5001 824 83 [3001 022 64117[lOOO] 66 318 430 110001 05 607 931 65045 48 102 32 285 395 510 634 777 93[30001 853 913 66038[1000] 240 1500] 300 32 534 720 85 6 7010 47 155 269 540 605 906 9 79 6 8202 316 50 770 812 945 69175 247 360 401 89 706 838 922 130001 89 70115 19 234 03 72 519[500] 602 64 709 39 89 983 7 1076 165 241 570 S0> 21 130001 72004 68 88 131 76 13000] 243 04 407 77 15001 84 508 757 863 73155 471 13000) 817 68 7 4026 131 244 324 439 40 49 554 623 98 783 05 7 8288 329 80 548 744 809 7 6014 288 710 833 1500] 85 936 7 7002 231 42 460 614 130001 776 97 1500] 858 972[500] 78124 271 81 349 415 94 767 806 57 72 910 79051 110 130001 224 40 455 69 720 830 78 914 80010 36 110 1500J 67 554 607 891 930 88 81168 ,560] 244 332 402 664 15001 82 237 401 553 051 69 825 973 83031[500] 219 410 41 61 627 72 78 809 31 81 939 46[5000] 84058 152 276 440 70[5001 640 903 4( 88 85033 241 330 478 597 036 727 82 989 8 0079 15001 223 24 15061 482 714 917 8 7450 619 713[3000] 88014 83 [5001 177 84 315 23 430 38 54 530 71 008 720 8 9039 89 93 413 521 90 655 70 743 922 29 130001 60 81 90021 48 107 15001 402 130001 564 98 98[30001 700 130001 870 88 91028 107 43 330 69 44o 566 76 639 013 1500) 33 38 9 2291 358 78 476 631 95 loOO) 86u 16001 S6 9 3246 348 812 15000] 64 92 055 94013 183 97 221 302 21 35[1000] 76 603 11 17 747 975 9 5001 (10001 41 15001 268 345 410 635[3000] 613 21 68 977 ,1600] 96069 391 415 532 055 97 9 7017 20 50 74 1/8 304 482'10001 614 647 726[10001 823 11000] 929 78 98007 233 36[1000] 311 47 1500] 60 99 617 62 869 13006] 713 SOS[5001 8 9009 237 57 91 451 934 85[5001 100 427 533 795 879 948 84 1 0 1 336 1500! 52(5001 84 520 75 834 99 13000! 961[5001 94 1 02012 218 94 346 82 423 38 93 638 66 103341 93 686 819 25 1 04132 1500] 362 473 76 683 793 994 1 05638 148 274 344 85 11000] 454 85 533 60 96 1506] 814 862[5001 81 911 (3000 106023 32 416 71 665 744 843 1 07118 15001 237 990 108114 57 300 15 751 871 109396 77 451 52 87 502 45 M 642 719 915 114176 92 209 69 336 617 976 92 115181 300 32 427 31«11 09[30001 704 008 116201 485 501 12 765 843 02 915 48 117015 164 819(5001 29 118167 309 56[ 500] 574 626 886 119102 416 4 3 737 94» 77 120071 89 114 31 37 206 56 541[5001 75[500 1 650 740 843 58 015 83 1 2 1033 60 86 133 l 30601 93 203 90 425 62 93 632 SS 727 857 1 22 247 74 330 557 72 616 702 123039 235 63 553 008 SOI 971 124260 367 721 822 SO 093 1 2 5025 34 233 61 393 491 839 913 29 120048(19001 107 266 36 93 15601 346 3V 627 983 12 7 627 485 520 45 47 675 769 866 3/ 83 M 985 128091[500] 253 70 311 422 539 82? 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Ziehung 5. KI. 214, Kgl. Preuss, Lotterie. Ziehung vom:g. Mai Ivos, nachmittags. Nur die Gewinne Uber S40 Mark ,wd den hetreBenden ... Nommern In Klammem beigefügt. 0001 22 89 048 97 787 916 49 .. ,30011 ,29 ISMO| 220 S» 478 940 3 1 040 213 38 424 46 524 004[500] 65 891 3211« 57 80 97 340 494 702 90 33044 409 528 803 24[1000] 34188 527 737 35149 217 SSO 455 738 914[600] 25 37 93 36179 288 401 28 38 tlOpOl 718 944 37047 1500] 51 107 10 50 331 684|100ü| 839'5»22 3 8010 77[500] 185 212 21 401 13000] 7 938 39023 6/[3000] 62 165 19 276 90 317 447 UOOOJ 76 yu oii /oi Odo 40210[1000] 464(500] 95 625 52[500] 72 83 783 4 1037 80 666 67 821»33 11000] 42800 50 963 69 43001 5 225 321 34[1060] 43[3000] 425 678 829 78 44651 63 765 54 80 4 5277 399 422 531 54 668 709 (5001 24 27 66 856 4 6026 134 234 408 612 46 81 798 180001 830 69[30001 943 47100 10 267 78 87 568 [1000] 767[500) 811 48002[5001 164 234 63 630 847 (500] 60 940 4 9246 305 37 74[3000] 759[1000] 50367 73 505 995 5 1031 205 302[566] 569[500] 620 770 815[1000] 9,50 52140 441 02 684 728 45 53 062 5 3023 134 203 332 74 522 788 951 54229[5001 437 60 513 674 725[500] 55031 127 307 500 63 714 803 86 88 981[3000] 95[10001 56071 543 99 684 700 944 67362 91 517 32 896 5 8044 118 77 480 89[500] 608 705 40 88 945 59189 274 346 425 65 530 714[5001 810 900 1» 40 76 80 60017 336 419 76 82 83 624 715 894 921 61034 173 83 263 352 415 1500] 662 62168 244 324 45 65 420 639 79 758 819 63 81 99[500] 63327 67 480 532 669[500] 95 718 811 94 64213 36 639 877 927 96 6 5029 32 120 316 703 99 814 25 51 54 6 6345[1000] 457 677 715 62 67021 302 83 477 902 72 6 8289 329 457 60 664 704 65 873 992 6 9049 60 248[1660] 334 619 90 714 25[5001 67 805 982 7 0241 352 419 53 514 031 874 051[5091 61[1000] 71196 405 70 514 602 806 7 22U 25 415[5001 598 674 85 899 934 7 3057 146 243 382 07 506 025 745 4 0 89 871 88 901 39 41 88 7 4010 77 1500] 1:>3 89 218 381 I3090J 652,78[500] 893 901 19 09 7 5394[560] 433 43 530 6lS 23 704 9 50 972 76106 17 218 16001 60 493 509 34 646 96 829 82 941 67 77)83[500] 213 36 347 79 486 011 733 64 816 901 20 78149 SO 92 874 459 76 621[1600] 31 (30901 870[5001 083 79150[500] 89 870 80015 210 327 69 456 534 59 758 8 1033 143 343 645 746'1009] 841 82162 279 337 1500] 507 797 928 83193 riOOOl 510 83 130001 841V3.319 470 503 633 946 89 8 3050 104 83 200 79 435 612 933 37 8 6003 294 350 65 408 35 559 902 8 7042 105 71 214 87 476 606 38 991 88085 276/6001 408[500] 570 608 43 719 078 89120 237 400 896 961 70 , OOI48 227(10001 76 503 768 823 54 053 9 1091 (6001 113 27 315 509[30001 673 796 07 9 2267 673 84 724 82 9 3318 428 85 689 857 921 43 75 94133 241 11600] 53 60 589 700 53 67 827 064 9 5109 350 431 [30901 54 542 15901 09 644 97 770[3U0U] 096 96034 351 502 724 915 97053 114[30001 243 521 25»8495 630 937[10001 62 9 9689 138 673 013 62 64 716 24 190611 94 184 289 661 924 1 01158 273 304 445 01 92 531 823 102075[600] 177 1500] 231[10001 43 76 97 398 415 47 756 82 914 1 03017 24 109 203 60 389 464 595 09 765 851 104244 51 73 1 10001 307 543 130001 58 630 785 1 05031 53 290 307 423 43 603 95 1 0 0285 [75 OOOl 430 87 90 621 709 827 92 O.'O 45 98 107203 337 429 933 1 08144 02 323 30 30 15001 135 605 23 31 49 718 77 1 09116 40 390 445 788 S33 55 11O0SS 130 204 350 416 502 4[5001 13 111041 129 43 47 284 304 704 112103 234 542 621 753 läiOl fQ9 56 113305 61 503 90 710 848 1500] 58 983 114327 480 913 130001 115012 73 119 30 15001 211 96 425 539 79 646 74 110 OOOl 767 847 934 11«21 6 311 412 627 985 98[5001 117602 78 110 478 86[30001 674 343 968 118110 285 371 85 412 698 841 922 119029 184 90 210 77 89 352 56 441 47 522 Hu.) 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MB ät»tt 2074«. IflCTORIÜ zu BERLIN ALLGEMEINE VERSICHERUNGS- AKTIEN- GESELLSCHAFT. Vermögens«Ausweis Ende Dezember 1905. TcrmUgcn. Wechsel der Aktionäre. i.. Bnre Kasse......... Effekten.......... Hypotheken......... Grundbesitz der Gesellschaft.. Darlehen auf Policen..... Guthaben; bei den Vertretern bei Banken und Versich.-Ges. an Teilprämien, fällig 1906.. an Hypothek.-, Effekten-Zmsen und Mieten, fällig 1906... Reiehsbankmäßige Wechsel M. 4,800,000 668,109 13,793,932 466,390,809 8,557,540 31,290,619 6,892,283 809,775 6,865,734 4,190,648 10,000 544,269,452 43 65 Vorblndllckkciten. Aktien-Kapital...... �. Reservefonds........ Prämien-Reserven und Heberträge, Schaden-Reserven... Gewinn-Reserven....... Sonstige und Extra-Reserven.. Guthaben von Versich.-Ges... Hypothek auf gekauftes Haus. Barkautionen und Spargplder.. Unterstützungs-Fonds für Beamte und Hinterbliebene..... Ueberschuß d. Gesamtgeschäfts M. 6,000,000 1,200,000 420,964,439 77,798,697 10,808,921 103.464 700,000 217,607 1,882,301 24,594,020 544,269,452 Pf. Piet Dickentmann der Gewinner des Großen goldenen Rades Steglitz und die b) Es werden für das Rechnungsjahr 1905 an Dividenden für die mit Gewinn-Anteil Ver sicherten verteilt in Summa 22,870,731,84 M. und zwar; a) 40 Pro», der Jahros-Prämie in der Unfall-Versieh crnujjs-llpanclic, it Proz. der vom Versicherungs-Beginn an gezahlten Gesaint-Prhiulcn(nicht nur der einzelnen Jahres-Prämie) der Ucbcns-Vcrslcherangs-Itraiiclie, d.h. beginnend mit 10 Proz. der Jnhres-Prämie für den jüngsten Jahrgang, steigend bis zu 84 Proz. der Jahres-Prämie für den ältesten Jahrgang 1878. c) lO Proz. der Jahres-Prämie in der Abteilung der Verslchernngcn auf den lErlebensfall mit Gewinn-Beteiligung(Tarif L1). d) 35 Proz. der Jahres-Prämie in der Volks- Ver sicher nngs-Abteilung. Brauerei Germania Aki-Qes.| �»t�vr�3«45 Frankfurter Allee 53. Amt y>>-. a«45 «g" in sämtlichen 100 Filialen"MW 9822* Malzbier- 4/io Liter III Pf. alkoholarm, nahrhaft, wohlschmeckend. 21/63 1 18 Flaschen 1,59.Mark, durch eigene Gespanne frei Haus. Sieger im Treptower 24 StuncSenreBinen VaderstuyftsStOl benutzten Brennabor S schnellstes und haltbarstes Fahrrad s Brennabor- Werke, AramMig i/B. ♦ J®»?"' ';■>- V"-;'-. Für Säuglinge mit Magen-»nd Darmkatarrhcn mub als bestes Nährmittel Kilsekcs Kiiibermchl cmpsohlen werden. Mit SluSschlust der Kuhmilch den crlranktcn Kindern gegeben, beseitigt es die Magen-Darmlatarrhe durch Ver- Hinderung der Darmgärungen, ohne dag daS Kind während der Zeit, wo es leine Milch erhält, einer Hungerkur unterworfen wird, da Kuscles Kindermehl injolge seines reichen Gehaltes an Eiweist- und Mineralstoffen zur ausschlieglichen Ernährung der Kinder vollständig ausreicht. Auch bei Neigungen der Kinder zu Blähungen und Verstopfungen bewährt sich Kuscles Kindermehl gut, da es die Milch durch die scinflockigere Ge- rinnung dcS Käsestoffes leichter verdaulich macht. Nach über« (tandcifcm Magen- und Darmkatarrhe empsiehlt es sich, die Kuhmilch mit Zusah von Kuseles Kindermehl weiterzugeben. ZduIsnensis-Zsü ein Meisterwerk deutscher Technik. Teilzahlung! Zwei Jahre Garantie! Sozial-Räder M. 65.-, Soziai-Luxus-, gv$Lf,®. 100.-. Gebrauchte Räder billig I Bitte genau aus Hausnummer.33* zu achten. 21 R. Groskurth, Bcrim c, Münzstr. 23. Bitte lesen Sie!! Ich offeriere Ihnen meine neuesten Zono-iboni-latlen u ttarlgllSwalren zu folg, billigst. Preis.: llonoplionpi. cinscit. bcsp. v. 75 Ps. per St. an, Zonopbonfll. zwciscit. bcsp. o. 1 M. per St. an,»ertguSwalzon, krästige Wiedergabe, v. 55 Pf. per St. an, Sgroobmasobinon l.Ou. v.l5M.an. NMntthlz Dresdenerstr. 21 .ifluHPa, am Oranienplatz. 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Derselbe musi auch politisch organisiert sein, gut und flott schreiben und rechnen lönnen, sachlich gebildet sein, da derselbe auch de» Arbeitsnachweis zu führen hat. Kollegen, weiche daraus reflektieren, mögen selbstgeschriebenes Bewerbungsschreiben bis spätestens den 5. Juni einsenden an W. Insel, O. 34, Matternstr. 2, Oucrgeb. IV. 138/17 (Zahlstelle Berlin). Folgende Firmen haben, weil daS Personal nach der Beendigung der Aussperrung nicht reumüttg und bedingungslos in die Betriebe zurück- lehrte, weiter respektive erneut aus» gesperrt: <4. Wübben& Co., Wilhelmstrasie 9. Iii Sperling, Friedrich sw. 16. l» Bielstein, Friedrichstr. 16. Liütlcriiz& Bauer, Mauer» strasie 80, Fritüchc-Bniimbach, Schö. ncbcrg. Bahnstrasie. H. Heiß, Lützowslr. 107/8. II. Schubert, Wilhelmstr. 121. C. Metschke& Co., Zimmer. strasie 94. A. Schoß, Pultkamerstraße 19. A. Schoß, Dessauerstrasic. Schneider A Xiegler, Ritterstr. 76. Rickninnn, Wilhelmstr. 121. A'nnekschc Buchdruckerei, Stall- schreiberslrasie 5. Ad. I-ndwlA, Elisabeth-User 5/6. Pieck Kiaehf., Lützowslr. 87. KUmincrer, Kochslr. 67. Werner, Lindenstrasie 3. C. V. Walter, Wallstr. 16/17. Rie,li. biuhl. Chausseestr. 2s. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. T-otze A Siclcr, Kochstr. 3. Ad. Wittenburg, WUHclm- strasie 16. Xaver Kölle, Reichenberge» strasie 36. Heckendorlf, Reichenberger» strasie 36. Schreiber A Co., Luckauerstr.7. Diese Betriebe sind gesverrtl Vor Slrbcitsaiinabme wird gcwarntl Zuzug ist streng seru zuhalten l *_ Tie QrtSverwaltung. SliafltffipiJliäes LMatttiiZi Kalls Wcw, Berlin. LS; des Lnftratenteil vNWtwx! Bissiia.». Mrlss! KülwärtS VstMuckUki u. WkilggsgstLglt Kgul Mtger& gp„ Berlin SW- MS Nr. 123, 23. Jahrgang. nlU des.AmSrls" Kcrlim Partei- Ungelegenkelten. Tie Versammlungen der Wahlvereine finden am Dienstag, den 26. Juni statt, die General- Versammlung des Verbandes am Sonntag, den 29.Jnli, 12 Uhr mittags, in den Germania-Sälcn.Chaiessecstr. 103. _ Der Aktions-Ausschnß. 6. Wahlkreis. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 26. Juni, abends 8 Uhr in den Germaniasälen, Chausseestraße 163. statt. Anträge sind einzureichen an Wilhelm Frchthaler, Gartcnplatz 1. Der Vorstand. Bezirk Waidmannslust. Der Wahlverein veranstaltet am 2. Pfingsi- fciertng in Waidmannslust im Schwcizerhäuschen ein Frühkonzert. Die Gesangvereine„Waldchor"-Borsigivalde und„Maibund''-Wittenau haben ihre Mitivirlung zugesagt, außerdem hat das Vergniigungs- komitee verschiedene Ueberraschungcn in Aussicht genomnien, so dah das Vergnügen ein recht interessantes zu ivcrdeir verspricht. Die Kaffecküche steht den geehrten Damen von 5 Uhr an zur Verfügung. Liter 60 Pfennig. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. nur solche Equipagen zugelassen, Passierscheincit versehen sind; alle anderen Gefährte, Ans das Paradefeld ö st l i ch der Tempelhofer Chaussee werden deren Inhaber mit polizeilichen ' sowie die zu jsfilfc befindlichen Zuschauer müssen sich w e st l i ch der Tempelhofer Chaussee aufstellen, sosern letztere nicht im Besitze einer Zutrittskarte für die auch diesmal auf dem Paradefelde von der Militärverwaltung erbaute Tribüne sind. Für die Tribünenbesuchen gelten die auf den Karten aufgedruckten besonderen Bestimmungen. Den Anordmtngen der Schutzmannschaft in bezug auf Anfahrt und Abfahrt aller Wagen, sowie über das Verhalten auf dem Tempelhofer Felde muh im Interesse der Auflechterhaltung der Ordnung unweigerlich Folge geleistet werden. Marketendcrci und Restaurationsbetrieb wird auf dem Tempel- hofer Felde nicht geduldet. Das Aufstellen von Stühlen, Hand wagen und ähnlichen Mitteln zum besseren Sehen ist nicht gestattet. Sollte sich die Zeit des Beginns der Parade ändern, so finden die vorstehend erwähnten Zeitangaben sinnentsprechende Aenderung." berliner JVachnchten. Liebevolles Werben der Stadtuiissioilen. Ueber die Austritte aus der Kirche ngemeinschaft, deren Zahl sich in der letzten Zeit ganz auszerordentlich gemehrt hat, ist auch auf der Kreissynode Friedrichswerder II sehr lcbhaftdebattiert worden. Was soll sso fragten sich die Personen und ihre Getreuen) geschehen, um dieser Mafscnslucht Einhalt zu gebieten? Die Kreissynode Kölln-Stadt hatte eine Resolution angenommen, die es als„dringende Pflicht" der kirchlichen Organe bezeichnete, „auf die Folgen des oft leichtfinnig erklärten Austrittes in geeigneter Weise hinzuweisen". Dieselbe Resolution wurde auch der Kreis- synode Friedrichswerder II vorgelegt und empfohlen. Nun werden ja diese Hinweisungen auf die„Folgen" schon seit langem durch die Stadtmissionare besorgt. Sobald jemand die ersten Schritte tut, um seinen Austritt aus der Kirchen- gemeinschaft zu erklären, darf er mit ziemlicher Sicherheit darauf rechnen, daß alsbald einer dieser Agenten Stöckcrs ihm ins Haus kommt und ihn umzustimmen versucht. Hier- nach wäre es eigentlich ganz überflüssig, den Ab- trüimigen noch andere Sendboten der Kirche auf den Hals zu schicken. Doch auf der Shnode FricdrichSwerder II erhoben sich Stimmen, die gerade vor den Stadtmissionaren warnten. Ein Pastor, der zunächst den Satz aufgestellt hatte, daß nian„mit liebevollem Werben den Leuten nachgehen müsse", sprach hinterher die Ansicht aus, der Stadtmissionar sei nicht die geeignete Person, auf diejenigen mit Erfolg einzuwirken, die der Kirche den Rücken kehren wollen. Der Stadtmissionar werde in weiten Kreisen des Volkes als im Dienste einer kirchenpolitischen Partei stehend angesehen. Ein anderer Redner klagte, die Stadtmission übe gegenüber den Geistlichen eine Art N.benregierung aus und mit ihrer Hülfe werde nur Un- friede gestiftet. Ein Dritter meinte, gerade für die Agitation zum Austritt au-Z der Landeskirche sei die Tätigkeit der Stadtmissionare ver» hängnisvoll: denn S t ö ck e r. der Leiter der Stadtmission, benutze jede Gelegenheit, die Sozialdemokratie anzugreifen. Mit Stöcker an der Spitze werde die Stadtmission in der Austritts- bewegung nichts gegen die Sozialdemokraten ausrichten. Diese Erklärungen gegen die Stadtmission kamen natürlich aus den Reihen der kirchlich Liberalen, denen die um Stöcker das Leben sauer genug machen. Ein liberaler Pastor jammerte, die Hauptaufgabe der Stadtmission sei die Bekämpfung der liberalen Pastoren bei den Kirchenwahlen. Wir vermuten, daß Stöcker und seine Agenten in ihrem Kampf gegen die Sozialdemokratie den Beifall auch der Liberalen fänden, wenn sie nur nicht in den Katzbalgereien zwischen Liberalen und Orthodoxen den letzteren so erfolgreich dienten. Der Sozialdemokratie fällt in diesem Streit um die Brauchbarkeit oder Unbrauchbarkeit der Stadtmissiouare die Rolle des lachenden Dritten zu. Aenderung bei der Straßenbahn. Eine Aenderung im Be- triebe der Straßenbahn wird vorübergehend notwendig. Auf dem südlichen Teil des Savignhplatzes wird eine neue Gleisverbindung hergestellt. Um diese fertigzustellen, muß die Linie II, Wilmers- dorferstraße— Savignhplatz— Knesebeckstratze, abgekürzt werden. Die Wagen verkehren während der Behinderung nur zwischen der Wilmersdorferstraße und dem Savignhplatz. Die Arbeiten werden so beschleunigt, daß die Beschränkung nur für zwei Tage notwendig sein wird, und zwar am Mittwoch und Donnerstag, den 30. und 31. Mai. Zur Beschleunigung der Bricfbestcllung am ersten Pfingsttage ha die Postverwaltung angeordnet, daß die an diesem Tage zur Beför- derung gelangenden gewöhnlichen Briefschaften und Karten mit einem Bestellungsstcmpel nicht verschen werden. Pfingst-Sonderzüge.� Pfingst-Sondcrzllge zum gewöhnlichen Fahrpreis verkehren auf fast allen Bahnstrecken. Von der Stadt- bahn nach Osten gehen unter anderem ab Charlottcnburg vom 31. Mai bis 7. Juni 7,58 Uhr vormittags über Breslau bis Kandrzin und Kattowitz, und vom 31. Mai bis g. Juni 4,13 Uhr nachmittags bis Breslau und bis Kattowitz; ab Schlcsischer Bahnhof am 2. und 3. Juni 7,03 Uhr vormittags bis Breslau; ab Charlottenburg vom 31. Mai bis 2. Juni 10,00 Uhr vormittags bis Licgnitz und Breslau; ab Schlesischcr Bahnhof am 2. Juni 3,01 Uhr nachmittags bis Sagan und Breslau, ferner am 1. und 2. Juni 8,66 Uhr abends bis Breslau, vom 31. Mai bis 2. Juni und 5. Juni 9,66 Uhr abends bis Breslau und Myslowitz; ab Charlottenburg am 1., 2., 6. und 6. Juni 2,13 Uhr nachmittags, und am 1., 2., 5. und 6. Juni 9,26 Uhr vormittags bis Posen; ab Schlesischcr Bahnhof am 1., 2., 3., 5. und 6. Juni 7,56 Uhr vormittags und am 1., 2. und 5. Juni 5,45 Uhr nachmittags bis Posen. Ferner gehen Züge nach Schneide- mühl, Dirschau, Jnsterburg. Thorn, Blomberg, Kreuz, Küstrin- Neustadt, Allcnstein, Landsberg a. W., Dahmsdorf-Münchcbcrg. Die Eisenbahnvcrwaltung läßt die Benutzung dieser Züge besonders empfehlen, da sie die Anschlüsse mit größerer Sicherheit gewähr leisten. Verkehrssperrnngen. Der Polizeipräsident erläßt folgende Br kanntmachung:„Aus Anlaß der am 31. Mai vormittags 9 Uhr auf dem Tempelhofer Felde stattfindenden Parade wird die Tempelhofer Chaussee von etwa 8 Uhr an bis zur Beendigung der Parade für jeden Verkehr gesperrt. Die Bellcalliancestraße und die Lichtcrfelderstraße dürfen von Lastwagen während der Zeit vom Ausrücken der Truppen bis nach deren Einmarsch in die Sladt, nicht befahren werden. Nur den mit Passierscheinen versehenen Personenwagen ist das Befahren der Belle-Alliancestraße bis zum Steuerhause gestattet. Alle übrigen Personenwagen haben ber der Kreuzbergsiraße in die Lichtecfelder« straße einzubiegen und durch diese auf das Tempelhofer Feld westlich der Chaussee zu fahren. Der Betrieb der Straßenbahn- und Omnibuslinien wird auf der Tempelhofer Chaussee und den ans Berlin nach dem Tempelhofer Felde führenden Straßen sinöbcsondere auch in der Friedrichstraße) mit dem Beginn des Ausmarsches der Truppen(etwa von 7 Uhr ab) bis zur Aufhebung der Absperrung eingestellt, bezw. eingeschränkt oder abgelenkt. i Das Verhalte» der Aufsichtsbehörde gegen die Ortskrankenkasse der Schneider ist ein geradezu auffälliges, wenn man i» Betracht zieht, wie sonst bei der geringsten Kleinigkeit die Behörde sich in die Selbstverwaltung der Krankenkassen einmischt. Wer allerdings die einzelnen Vorgänge in dieser Kasse näher kennt und weiß, daß die Leitung dieser Kasse vorläufig noch Leuten des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie untersteht, dem wird manches und noch mehr er- klärlich werden. Das ist denn auch der springende Punkt, um den sich alles dreht und das Verhalten der Aufsichtsbehörde in grellem Lichte erscheinen läßt. Alle Mittel— ob gesetzlich oder ungesetzlich, danach wird gar nicht mehr gefragt— sind recht, um die Herrschaft der Kasse dem Reichsverbande möglichst lange noch zu erhalten. Das ist natürlich nicht so leicht. Bereits am 27. November wurde der Herrlichkeit der Reichs- verbändler ein Ende bereitet, indem sie bei der Wahl durch- fielen. Trotzdem blieb aber der Vorstand im Amt. Wegen Form- sehler, die der Vorstand selbst mitverschuldet hatte, focht er die Wahl an und nach fünf Monaten wurden die Wahlen für ungültig erklärt. Das war natürlich ganz nach den Wünschen der Reichs- verbändler, denn sie konnten in der Zeit schallen und walten, wie sie wollten. Es wurde eine neue Wahl ausgeschrieben, die am 22. Mai in Kellers„Neuer Philharmonie" in der Köpenickerstraße stattfand. Das Ergebnis dieser neuen Wahl war ein doppelter Reinfall. Nicht nur, daß die Zahl der abgegebenen Arbeitnehmer- listen des Schneidcrverbandes die der Reichsverbändler vollständig er- drückte, fiel auch die Arbeit g e b e r liste der Reichsverbändler durch. Das scheinen die Herren auch vorausgesetzt zu haben, denn sie hatten schon vorher alle möglichen Schwierigkeiten ausgetüftelt. In erster Linie versuchten sie es mit der Wahlzeit. Das nützte ihnen aber nichts, denn die Wähler, die die Kasse tvicder in ordnungsgemäßen Zustand bringen wollten, erschienen in Massen. Um aber nicht wieder wegen eigener Formfehler Protest erheben zu müssen, griffen sie zu einem neuen Mittel, um wiederum die Wahl angreifen zu können. Der Vorstand ließ erklären, daß die Stimmenauszählung im Kasscnlokal stattfinde. Diesen Willkürakt ließen sich die Wähler nicht ohne weiteres gefallen und sie verlangten sofortige Aus- zählung, das schon deshalb, weil keine Kommission vorhanden war zur Vornahme dieser Auszäh lungPund man zu dem Vorstand, wenn er unter sich ist, das größte Mißtrauen hegte. Die Weigerung des Vorstandes rief unter den Anwesenden eine sehr begreifliche Er- regung hervor, die noch gesteigert tvurde, als einige Reichsverbändler den Versuch machten, die Wahlurne ihres Inhaltes zu berauben. An der Ausführung dieses Vorhabens wurden sie jedoch durch dnS Einschreiten anderer Kasscnmitglieder gehindert. Der Vorstand rief nun Polizei zu Hülfe. Diese fand aber nichts zu tun. Natürlich find die Reichsverbändler über die erlittene Nieder- läge rasend und stimmen ein wahres Wutgeheul an. In einem vom Reichsverband an die Presse versandten Waschzettel, der vor allem von der Provinzpresse mit Behagen nachgedruckt wird, gebärden sie sich wie toll. Es wird behauptet, daß die Absicht beständen habe, nach Feststellung der Zahl der abgegebenen Stimmzettel diese in verschlossener und versiegelter Urne der Behörde zu übergeben. Das ist nalürlich nur eine faule Ausrede, denn wie sich später herausstellte. waren nicht einmal Schlösser vorhanden, um die Wahlurne zu schließen. Dann lvird behauptet, die„aufgehetzte Meute" habe das Podium gestürmt, um sich der Wahlkiste zu bemächtigen, so daß Polizei aufgeboten werden mußte,»im den Saal zu räumen. Natürlich ebenfalls echt reichsvcrbändlcrischer Schwindel. Gewiß ließ der Vorsitzende Polizei holen, diese fand aber keine Veranlassung zum Einschreiten; eher hätte ein solches Einschreiten gegen die intellek tuellen Veranlasscr der Erregung vorgelegen. Alle diese Behaup tungen werden mir in die Welt gesetzt, um die unerhörte Willkür Wirtschaft der Reichsverbändler zu bemänteln. Natürlich suchen die Herren von neuem nach Mitteln, um die Wahl wiederum anzufechten, und sei es auch nur zu dem Zweck, ihre Herrschaft der Kasse noch weitere Monate den Kasseiimitgliedern aufzuzwingen. Jetzt wollen sie herausgefunden haben, daß verschiedene Wähler doppelt gewählt haben, zwanzig Personen sollen festgestellt sein, auch bei den Arbeitgebern sammeln die Herren„Material". In- wieweit dies Bemühen Erfolg hat, darauf gedenken wir später noch zurückzukommen. Inzwischen versucht dieser Mustervorstand, bevor er mit Schimpf und Schande die Kasse verläßt, die Angestellten zu maßregeln. Zwei Dutzend Beamte sollen entlassen werden. Warum, weiß natürlich außer dem Vorstand niemand. Wir fragen: Wie lange soll diese Wirtschaft noch weitergehen? Wird die Aufsichtsbehörde, die sich sonst sehr lchnell und zu viel um Sachen kümmert, die sie wirklich nichts angehen, endlich dafür Sorge tragen, daß die bereits voriges Jahr gewählten und nun wieder gewählten Vertreter endlich ihr Amt ausüben können? Will die Aufsichtsbehörde sich nicht dem Verdacht aussetzen, die Manipulationen der Reichsverbändler zu begünstigen, so muß sie fo schnell wie möglich die Vertreter in Funktion treten lassen. Hier hätte sie eine Gc- legenheit, einmal im Interesse der Kassenmitglieder zu wirken. Schema F. Ein reizendes Stückchen von Schema F und BureaukratismuS leistete sich, wie das„Tageblatt" meldet, kürzlich die Militärbehörde auf dem Tempelhofer Feld.. Am 31. Mai soll bekanntlich die Frühjahrsparade abgehalten werden, und um den Staub zu dämmen, hatte eine Abteilung Soldaten den Befehl erhalte», mit einer großen Zahl von Schläuchen das Feld zu be- sprengen. Der böse Feind, diesmal der Staub, ließ sich aber gar nicht sehen, er lag durch einen anhaltenden Regen niedergeschlagen am Boden. Trotzdem wurde ihm kein Pardon gegeben, und mit hochgeschlagenen Kragen sprengten des Königs Grenadiere Wasser über Wasser auf das Feld. Anscheinend war der Befehl, das Sprengen einzustellen, noch nicht„unten" angelangt. " Ein Sieg deö Berliner Stadtfreismns. In dem Streit um die Wahl des Freisinnigen Leis zum Stadtverord- n e t e n hat am Dienstag das Oberverwalrungsgericht eine letzte Entscheidung gefällt. Die Leute des Antisemiten Pretzel, des in der Stichwahl unterlegenen Gegenkandidaten, sind mit ihrem Einspruch und ihrer Klage abgewiesen worden. Die Wahl des Herm LeiS behält ihre Gültigkeit, entsprechend dem Beschluß der freisinnigen Stadtverordnetenmchrheit. Das Urteil lautet: Die Beweisaufnahme habe in keiner Weise ergeben,� daß die Wahl des Hotelbesitzers Leis auf unzulässigen Wahlbeeinflussungen beruhe. Es bedürfe auch keiner weiteren Beweisaufnahme im Sinne des Klägers Lehmann. Denn das Gericht habe die Ueberzcugung gewonnen, daß die Beweisbehanp- rungen nicht auf Tatsachen beruhten, sondern daß nur versucht worden sei. zu sehen, ob die Zeugen das bekunden könnten) was in ihre Wissenschaft gestellt werde. Das Streitvcrfahrcn hat hiermit nach einer Dauer von fast britthalb Jahren fein Ende erreicht. Herrn Pretzel und seiner Ge- folgschaft kann man das Zeugnis ausstellen, daß sie ihrem Gegner in diesem Streit, dem Berliner Freisinn, den Sieg leicht genug ge« macht haben: sie haben ihre Sache geradezu jammervoll geführt. In der Bclveiserhebung über die Wahlbeeinflussungen, die behauptet wurden, hat Herr Pretzel selbst die Rolle eines unfreiwilligen Spaß- machers übernommen. Bei jener Wahl hatten die Freisinnigen ihr Agitationsbureau just in einem Vorraum des amtlichen Wahllokals aufgeschlagen, so daß jeder Wähler durch ihr Bureau hindurchwandern mußte. An sich ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, daß mancher antisemitische Wähler den Weg durch dieses Bureau scheute und infolge- dessen der Stichlvahl ganz fernblieb. Herr Pretzel aber hat das dem Gericht in folgender Form plausibel zu machen gesucht. Er er- zählte, schon das jüdische Gesicht des Leiters des liberalen Agitations- bureaus sei geeignet gewesen, die antisemitischen Wühler abzuschrecken. Dem Gericht hat er mit diesem Beweismittel nicht imponieren können. Auch der Beweis, daß sogar Beeinflussungen Angestellter durch ihre Brotherren vorgekommen seien, mißlang. Das braucht allerdings nicht dem Ungeschick der klagenden Antisemiten aufs Konto gesetzt zu werden. Es ist ja bekannt, daß Beeinflussungen dieser Art in der Regel schwer nachzuweisen sind. Das Gericht hat es, dem siegreichen Freisinn erspart. sich auch über jenen ebenso plumpen, wie frechen Schwindel zu äußern, der damals von Freisinnigen zugunsten des Herrn Leis verübt wurde— über die Fabrizierung eines Flug- blattes, das unter der Spitzmarke„Genossen I" für Leis um die Stichwahlhülfe der sozialdemokratischen Wähler werben sollte. Der Schwindel wurde vom„Vorwärts" aufgedeckt, noch ehe das fertig gedruckte Flugblatt zur Verteilurg kam. Das Gericht hat sich hiermit nicht zu beschäftigen brauchen, weil das Schwindelflugblatt dann schließlich überhaupt nicht verteilt wurde. Schade I Man hätte da manches Interessante über die freisinnige Wahlmache erfahren können. Zur Erhöhung ber Droschkenfahrpreise. Die Einführung deS von der Mehrheit der Droschkeninterefsenten-Konferenz auf dem Polizeipräsidium beschlossenen neuen Droschkentarifs, der auch die Billigung des Polizeipräsidenten fand, erscheint neuerdings sehr in Frage gestellt. Nachdem schon die Kutscher dagegen protestierten, hat fetzt auch die Pcrsonen-Lohnfuhrwerks-Jnnung als ausschlaggebende Organisation der Droschkenbesitzer sich gegen jenen Tarif erklärt, der bei der Konferenz von ihren beiden Ver- tretcrn selbst beantragt wurde. Die vorgestern im„Prälaten" abgehaltene außerordentliche Jnnungsversammlung nahm einen stürmischen Verlauf. Den Vertretern der Innung auf der Kon- ferenz wurde vorgeworfen, sie hätten ihrem. Auftrage zuwider ge- handelt und statt der von der Innung beschlossenen Erhöhung der Grundtaxe von 56 auf 76 Pf. die von den Äutomobilgescllschaftcn gewünschte Verkürzung der Grundstrecke befürwortet. Fast sämt» kiche Vcrsammlungsbcsucher sprachen sich gegen diese Form der Fahrpreiscrhöhung aus, weil dadurch eine so enorme Ver» teucrung des Droschkenfahrens eintreten würde, daß die Kutscher die Kundschaft verlieren würden. Bei dem geplanten Ersatz der Taxe 1 durch Taxe 2 würde nämlich die Droschkcnfahrt pro S t u n d"e 86 Pfennig mehr kosten. Nahezu einstimmig wurde beschlossen, bei dem Berliner Polizeipräsidium und den Polizeidirektioncn Schöncberg, Charlottenburg und Rixdorf neuer» dings die Erhöhung der Grundtaxe von 56 auf 76 Pf. zu be- antragen. An die städtischen Behörden der genannten Orte wird in einer zweiten Eingabe das Ersuchen gerichtet, einer Droschken- fahrpreiserhöhung in der bis jetzt vom Polizeipräsidium geplanten Form die Zustimmung zu versagen. Zwei tödliche Unglücksfälle haben sich vorgestern abend er» eignet. Im Ncanderhof in der Neanderstraße fand der Fahrstuhl- führer Albert Roscnbcrg bei einem bedauerlichen Unfall seinen Tod. R. hatte in der zweiten Etage versehentlich die Tür zum Fahrstuhlschacht offen gelassen und als er nach einer kleinen Be- sorgung wieder zurückkehrte, glaubte er, der Fahrkorb halte in der ziocitcn Etage. Dies war jedoch nicht mehr der Fall und R., welcher in das Gehäuse eintrat, stürzte in den Schacht hinab. Schwer verletzt wurde der junge Mann in das Krankenhaus „Bethanien" eingeliefert, wo er kurze Zeit darauf starb.— Auch der zweite Unglücksfall hat ein junges Menschenleben gefordert. Auf dem Grundstück Alexandcrstraße 14 war der 26jährige Zimmer- mann Otto Kcrber aus der Boxhagcnerstraße 3 mit einem anderen Kollegen damit beschäftigt, einen schweren Balken nach dem ersten Stockwerk zu tragen. Die Last war für die beiden zu schwer und infolgedessen glitt der Balken von der Schulter des K. ab. Un- glücklicherweise kam der Zimmermann zu Fall und das schwere Laststück stürzte ihm aus den Kopf. Der Schädel wurde dem Be- dauernswcrtcn zerschmettert, so daß der Tod bald eintrat. Die vier Leichen der Bootskatastrophe auf dem Tegeler See sind jetzt sämtlich gelandet worden. Im Laufe der letzten Wochen konnten drei der Opfer des bedauerlichen Unglücks geborgen werden und jetzt ist auch der vierte Tote, der 13 Jahre alte Bauarbeiter Max Uccke, ans Land geschwemmt worden. In seinen Taschen fand man noch 16 M. bares Geld. Die Leiche wurde ebenso wie die- jcnigcn der übrigen Ertrunkenen nach der Halle des Tegeler Fried- Hofes übergeführt. Mit ihren Rinder» gemein/am in den Tod gegangen ist am Montag die 36jährige Ehefrau Anna des Tischlergesellen Paul Lindenau, Christburgerstr. 35 wohnhaft. L., der seit drei Jahren verheiratet war und mit seiner Frau in glücklicher Ehe lebte, hatte seit dem 1. Oktober in dem Seitenflügel des genannten Hause? eine aus zwei Stuben und 5tüchc bestehende Wohnung inne. Der Ehe waren zwei Kinder entsprossen, das zweijährige Töchtcrchen Margarete und das drei Wochen alte Mädchen Lucie. Frau Lindenau war seit etwa zwei Jahren lungenkrank und das Leiden hatte sich in letzter Zeit, nach der Geburt des jüngsten Kindes, derartig verschlimmert, daß Frau L. ihren baldigen Tod be- fürchtete. Die Unglückliche trug sich infolgedessen mit Selbstmord- gcdanken, doch gelang es dem Zureden ihres Mannes, sie scheinbar von dem Vorhaben abzubringen. Als Lindenau am Abend gegen 118 Uhr von seiner Arbeitsstelle nach Hause kam und ihm auf wiederholtes Klingeln nicht geöffnet wurde, holte er, hierdurch beunruhigt, einen Schlosser herbei. Als dieser die Tür öffnete, stürzte plötzlich ein schwerer Körper zu Boden und legte sich der- artig vor den Eingang, daß die Tür nur mit Mühe aufgemacht werden konnte. Den Eintretenden bot sich ein schrecklicher Anblick. An einem Bettpfosten hingen die Leichen beider Kinder, während der Körper der Frau L. neben der Tür vorgefunden wurde. Die Aermste hatte einen Strick zwischen Tür und Türverkleidung ein- geklemmt und sich daran erhängt. Die drei Leichen wurden noch am vorgestrigen Spätabcnd nach dem Schauhause gebracht. Ein schwerer Automobilunfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich gestern nacht auf der von Hundekehle nach Wannsee führenden Chaussee. Dort, fanden Passanten im Chaussee- graben an dem in scharfer Kurve nach Zehlcndorf abbiegenden Wege ein völlig zertrümmertes und teilweise verbranntes Automobil, unter dem die Leiche des Chauffeurs lag. Die Frage, wie sich der Unfall zugetragen hat und ob der Wagen, der einem Industriellen gehört, außer dem Chauffeur noch Fahrgäste gehabt hat, bedarf noch der Aufklärung. Bei dem Sturz hat sich der Chauffeur— es handelt sich um den 25jährigen Fritz Mahnke aus Wilmersdorf— das Genick gebrochen. Das ausströmende Benzin ist explodiert, so daß Teile des Wagens in Brand geraten sind. Die Leiche des Chauffeurs wurde nach dem Schauhause im Grunewald-Forst ge- brachf. Zeugen des Vorganges haben sich bisher nicht gemeldet. Tie polizeiliche Untersuchung ist gestern eingeleitet worden.— Ein Automobilbrand rief gestern vormittag ay der Kcvetzowstzgße große Aufregung hervor. Der Chauffeur Kcibel des Fabrik- befitzerS N. aus Charlottcnburg hatte feine Herrschaft im Auto- mobil nach Wiesbaden gebracht. Die Fahrt war glücklich und ohne Unfall verlaufen. Jetzt unmittelbar vor der Heimkunft geriet der Lenzmbehciltcr in Brand, und im Nu stand daS Fahrzeug in hellen Flammen. Kcibcl und in der Nähe beschäftigte Bauarbeiter vcr- suchten die Flammen zu löschen, aber ihre Bemühungen waren erfolglos, und K. sowohl wie einer der Arbeiter trugen schwere Brandwunden an den Händen davon. DaS Automobil, das an- gcblich einen Wert von 40(XX) M. hatte, verbrannte biS auf die Metallteile. Die Mitglieder der Berliner Stadtverwaltung, die zurzeit in Paris zuni Studium der VerkchrSeinrichtungen weilen, haben am Sonntag die Untergrundbahn, Linie III von der Opera bis zum Pere Lachaise, besonders die Trcppcncingängc, alsdann die Linie II Nord und den Bahnhof Couronne, wo das große Betriebt nnglück stattgefunden hatte, besichtigt. Ferner nahmen sie bei Combat einen Teil des Viadukts auf den nördlichen Boulevards und der Eioile die Vcrbindungsgänge und Trcppcnanlagen der dort übereinanderliegenden drei Bahnhöfe in Augenschein. Dann wurden drei Bahnhöfe und weiter die Linie II Süd bis zum Quai Grcnelle befahren, der Viadukt über einer Straßenbrücke bc- sichtigt und eine Dampferfahrt auf der Seine gemacht. Einige Herren besuchten nachdem die Bahnbaustellcn auf der Seincinsel. Ans offener Strasse von einem freudigen Familienereignis überrascht wurde vorgestern abend die L8jährige Amalie D., die in der Grünthalcrstraße öll wohnt. DaS junge Mädchen war Einkaufen gegangen und als sie durch die Badstraße ging, schenkte eS plötzlich einem Knaben das Leben. Passanten schafften die junge Mutter samt ihrem Kinde in eine Droschke und brachten sie nach der Unfallstation XVII. Von dort erfolgte ihre Aufnahme in die Charit«. Die Polizei auf der Straßenbahn. Uebcr diesen Gegenstand macht uns ein Parteigenosse Mitteilungen, die das Verhalten der Polizei in einem eigentümlichen Lichte erscheinen lassen. Hatte da Ende voriger Woche in Mariendorf eine Mctallarbeitervcrsamm- lung stattgefunden, in der auch das Verhalten der Gendarmerie am Orte Streikenden gegenüber einer berechtigten Kritik unter- zogen werden mußte. Die Versammlung war zu Ende und der Referent des Abends mit noch einigen Kollegen mußte, um nach Hause zu kommen, noch spät abends die Elektrische nach Berlin benutzen. Auch ein Gendarm stieg auf und es dauerte nicht lange, mischte er sich in die inzwischen geführte Unterhaltung mit dem Befehl ein, sich ruhig zu verhalten. Als ihm bedeutet wurde, daß der Gendarm auch nur Fahrgast sei und er keine Streikposten vor sich habe und sich die Angeredeten jede Belästigung verbaten, ver- hielt sich der Zurechtgewiesene zunächst ruhig. Aber die fortgesetzte Unterhaltung schien ihn offenbar zu ärgern und der Hüter deS Gesetzes schlug nunmehr einen schneidigeren Ton an.„Nehmen Sie sich in acht, sonst zeige ich Ihnen etivas anderes," fuhr er kurz darauf in das Gespräch hinein. Als auch diese Anmaßung zurück- gewiesen wurde, befahl er dem Schaffner einfach, den Wagen an- zuhalten und denjenigen, der sich gegen das Benehmen des Gendarmen wehrte, vom Wagen zu verweisen. Der Schaffner kam diesem Befehl auch nach, er ließ den Wagen halten und der Gendarm nahm eine Stellung ein, um den„Unbotmäßigen" vom Wagen zu werfen. Schließlich forderte der Schaffner zum Verlassen des Wagens auf, und auf die Frage nach dem Grunde dieser Maß- nähme gab er zur Antwort:„Der Gendarm hat's befohlen!" Die Insassen des Wagens waren über ein derartiges Verfahren sehr aufgebracht und hielten mit ihrer Entrüstung auch nicht zurück. Kurz darauf stieg auch der Gendarm, von unseren Fahrgästen be� gleitet, ab und verlangte Papiere zu sehen, um die Personalien desjenigen festzustellen, den er belästigt hatte. Bei dieser Fest- stcllung machte daS Publikum keinen Hehl von seiner Empörung gegen die Handlungsweise des Gendarmen, und nur mit Mühe konnte dasselbe vor Unbesonnenheiten zurückgehalten werden. DaS Benehmen der Polizei schließt sich dem gegen die Streikenden in Martendorf würdig an. Die Polizei ist allmächtig nicht nur auf der Straße, sondern auch schon auf der Straßenbahn. Da eröffnet sich noch ein großes Feld polizeilicher Tätigkeit. Fciicrwchrbcricht. In der letzten Nacht wurde die Wehr nach der Elsasscrstraße 44 gerufen, wo in einer Wohnung Feuer durch Fahr« lässigkeit ausgekommen war. Gleichzeitig mußte ein Küchenbrand in der Liegnitzerstr. 41 gelöscht werden, der durch Ueberkochen von Fett entstanden war. Wegen eines KcllerbraudcS erfolgte ein Alarm nach Rixdorf, Hasenheide 61/62, Ecke der Lehninerstraße und Kaiser Friedrichplatz, dort brannten Stroh, ein dürrer Weihnachtsbaum u. a Die Berliner Feuerwehr löschte die Flammen mit einer Schlauch- leituug. Als die Berliner Feuerwehr abrückte, erschien die Ripdorfer Feuerwehr. Gleichzeitig mußte der 7. Zug ein Feuer löschen, das in einem Lagerkcller ausgekommen war. Außerdem hatte die Wehr noch am Kottbufcrdainin'S4 und anderen Stellen zu tun. Vorort- JVaebnehten. Schöneberg.— In der Stadtverordnetenversammlung am Montag gab es wieder einmal recht stürmische Debatten, die zum großen Teil durch die Geschäftsführung des Vorstehers hervorgerufen wurden. Die Stadtverordneten, die der Minderheit angehören, führten in leb- haftcr Weise darüber Beschwerde, dvtz der Vorsteher bei seiner Ge- schäftsführung sich nicht von objektiven Rücksichten leiten lasse, son- dern die Redner der Minderheit in ihrer Redefreiheit beschränkt, Während die Fraktionskollegen des Vorstehers einen über alle parla- mcntarischen Regeln hinausgehenden Schutz genießen. Die Redner der Minderheit protestierten ganz'energisch gegen diese Parteilich- keit des Vorstehers und führten zum Beweise dafür, daß die Ob- jektivität des Vorstehers dann aufhört, wenn es sich um seine engeren Freunde handelt, die zahlreichen Vorgänge bei früheren Sitzungen ins Feld. Ferner wurde gemißbilligt, daß der Vorsteher, Professor Heyne, auch gleichzeitig Vorsitzender des Haus- und Grundbcsitzcrvereins ist, und sich in dieser Eigenschaft abfälliger Aeußcrungen gegenüber einzelnen Stadtverordneten bedient. Der Mehrheit waren diese Debatten äußerst unangenehm. Was sie durch Zwischenrufe auch zum Ausdruck brachte. Sie machten sogar allen Ernstes Anstalten, den Sitzungssaal zu verlassen. Mehrere schon vor Monaten an die Stadtvcrordnetenversamm- lrng gerichteten Petitionen der Lehrer, Lehrerinnen und Beamten, um Gewährung einer Teuerungszulage, führten ebenfalls zu lebhaften Auseinandersetzungen, bei denen die Hausbesitzer. fraktion es wiederum vorzog, zu schweigen. Die Petitionen wurden damals dem Etatsausschuß überwiesen, der aber durch die von den Mitgliedern der Hausbesitzerfraktion herbeigeführte wiederholte Bc- schlußunfähigkcit erst in der letzten Zeit Stcllung nehmen konnte. Der Ausschuß empfahl, wie es bei seiner Zusammensetzung auch gar nicht anders zu erwarten war, über die Petitionen zur Tages- ordnung überzugehen. In seiner Begründung wies der Bericht- erstatter darauf hin, daß bei dem Magistrat eine Aenderung der Besoldungsordnung in Vorbereitung sei, die eine Teuerungszulage überflüssig mache, zumal von einer Teuerung jetzt nicht mehr die Rede sein kann, denn die Fleischpreise sind bereits wieder gesunken. Von den bürgerlichen Stadtverordneten der Linken sowohl wie von den sozialdemokratischen Rednern würde demgegenüber ausgeführt, daß von einem Sinken der Fleischpreise und der sonstigen Lebens- mittelpreise gar keine Rede sein kann. Wenn die Petitionen erst jetzt zur Beratung stehen so liegt das nicht an den petitionierenden Beamten und Lehrern, die sich schon seinerzeit, als den Arbeitern und unteren Beamten eine Teuerungszulage zugebilligt wurde, an die Stadtverordnetenversammlung gewandt haben, sondern' die Schuld liegt an der Mehrheit, die es verstanden habe, die Angelegen. heit soweit hinauszuschieben. Die Mehrheit zeige auch hier wieder, daß sie jedem sozialpolitischen Fortschritt ablehnend gegenübersteht. Auch der Oberbürgermeister Wilde schloß sich diesen Ausführungen an und betonte, daß in der nächsten Stadtverordnetensitzung eine diesbezügliche Vorlage vom Magistrat vorgelegt werde. Stadtver- ordnetcr Kunze forderte unsere Parteigenossen auf, zu beweisen, wann sich die Mehrheit dem Kulturfortschritt widersetzt habe. Unseren Genossen war eS ein lcicktcs, an der Hand der letzten Vor- gänge den Beweis dafür zu erbringen, worauf der genannte Herr auf weitere Entgegnungen verzichtete.— Ter Antrag, allen Bc- amten, Lehrern und Lehrerinnen, die ein reineS Gehalt bis zu 2406 M. beziehen,«ine Teuerungszulage zu gewähren, wurde in namentlicher Abstimmung mit 22 gegen 10 Stimmen abgelehnt und gemäß dem Ausschußantrage beschlossen. Eine längere Debatte brachte dann der Antrag der Stadtver ordneten Zobel und Genossen, betreffend Schassung einer Stadt- arztstelle. Bekanntlich hatte die Stadtverordnetenversammlung am 2. Mai beschlossen, die vom Magistrat beantragte Einrichtung einer Medizinalratstelle zu vertagen, bis die Besetzung der un- besoldeten Stadtratposten erledigt ist, worauf der Magistrat seine Borlage überhaupt zurückzog. In der Begründung des Antrages hoben die Stadtverordneten Zobel und Gottschalk nochmals die bereits in der damaligen Sitzung angeführten Tatsachen hervor. Die Stadtverordneten Magnan(Soz.) und Küter(Soz.) konnten an der Hand des statistiscfycn WiaterialS den Beweis er- bringen, daß in den letzten Jahren der Durchschnitt der Sterbefälle an Tuberkulose in Schönebcrg fast durchgängig höher war, als der DurchschnittSsatz für ganz Preußen. Auch die Säuglingssterblich- keit sei in Schönebcrg außerordentlich hoch, sie betrage 83,6 Proz. Stadtverordneter H epne r(Hausbesitzerfraktion) bezweifelt die Richtigkeit der angegebenen Zahlen und erklärt, daß Schönebcrg tatsächlich als Luftkurort gelten könne, denn Berliner Aerzte emp- fehlen vielfach ibrcn Patienten nach Schönebcrg zu ziehen. Stadt' verordneter v. Glasenapp(Hausbcsitzerfraktton) machte dem Magistrat daraus, daß er seine Vorlage, um der Vertagung aus dem Wege zu gehen, zurückgezogen hat, den Vorwurf, er hatte mit der Linken ein Komplott geschmiedet. Der Oberbürgermeister weist dies mit scharfen Worten zurück und erklärt sich die Mißstimmung des Herrn v. Glasenapp und seiner Freunde gegen den Magistrat daraus, daß der Magistrat, und speziell er selbst, nicht gewillt sind, sich den Sondcrintcresscn jener Herren unterzuordnen.— In namentlicher Abstimmung wurde dann gegen die sozialdemokratischen und eben so vielen bürgerlichen Stimmen beschlossen, die Angelegenheit bis auf spätere Zeiten zu vertagen ss Eine Petition um Ausdehnung des FortbildnngSschuluntcr- richts auf weibliche Angestellte im Handelsgewerbe würde dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen. Chnilotteiibiirq. Freie Bolksbühne Charlottciibiirg. Den Mitgliedern dürfte eS nicht unerwünscht sein, daß dieser Verein seine nächste Vorstellung in einem wirklichen Theater veranstalten kann. Die Juni- Vorstellung findet infolge einer sich bietenden günstigen Gelegen- heit nicht im Saale des VolkshanseS, sondern im Schiller- Theater bl.. Chaussecstr. 2ö, statt und zwar schon am Sonn- tag, 10. Juni, 8 Ubr nachmittags. Gespielt wird Zapfenstreich". Die Marken müssen jedoch in den Zahlstellen am Sonnabend, den 9. Juni, geklebt sein. Am Sonntag gibt es keine Marken, und wer Sonnabend nicht geklebt hat, verliert sein Anrecht auf die interessante Vorstellung. DaS Schiller-Thenter dl. hat bekanntlich sehr gute Fahrverbindung mit Charlottenburg durch die V-»nd Y-Linie. Dieser Verein, der sich bisher unter so schwierigen Umständen um die Volksbildung und-Unterhaltung bemüht Hat, scheint über- Haupt einer besseren Zukunft entgegenzugehen. Nach einem soeben perfekt gewordenen Abkommen finden vom Januar 1907 ab die Vorstellungen regelmäßig im Charlottenburger Schiller- Theater statt. Zu der Vorstellung von„Zapfenstreich" sind Gast- karten a 76 Pf.(Garderobe und Programm frei) in allen Zahl- stellen und bei den Bezirksführern zu haben, jedoch auch nur bis Sonnabend. In einer öffentlichen Fleischerversammlung referierte Kollege Paul Bergeman« über die Lage der Charlottenburger Fleischergesellen. In seinem Vortrage brachte der Redner Mißstände mannigfachster Art zur Sprache; so unter anderem, daß Gesellen in Pferdeställen zu schlafen gezwungen seien. Futterkrippen dienten oft als Wasch- gefäß. Hier habe die Behörde auf Aenderungcn noch nicht hin- gedrängt. In markanter Weise beleuchtete Redner alsdann das Stellenvermittelungswesen, womit an den Kollegen geradezu Er- Pressimg und Wucherei getrieben würde. Es sei nichts Seltenes, daß für Stellen 6, 8, 10 M. und noch mehr bezahlt werden müssen und oft weiß der Geselle gar nicht, wie lange die Arbeit dauere. Auch schilderte er die traurigen Lohnverhältnisse, mit denen selbst den bescheidensten Anforderungen nicht Genüge getan werden könnte. Die Diskussion gestaltete sich äußerst lebhaft und suchten namentlich ein Meister und ein Altgeselle die vom Referenten festgestellten Miß' stände in Abrede zu stellen. Sie erhielten indes vom Kollegen Hansel eine gründliche Abfuhr, der ihnen zugleich den Vorwurf niachte, daß, obwohl der Marktpreis für Fleisch gefallen sei. sie das Publikum in der unerhörtesten Weise ausbeuteten, indem sie die hohen Detailpreise beibehielten Den Meistern schien die Atnwsphäre wohl zu stickig zu werden, wes- halb sie»nter lautem Geräusch verschwanden. Zum Schluß wurde zum Eintritt in die Organisation aufgefordert. Stimmen bereinigten sich auf Schwanebcck und Lindenberg; daS Gut Mehrow kam nicht in Betracht. Lichtenberg. Auf eine Schar spielender Kinder gab gestern nachmittag der Arbeiter Paßlack, in der Schamweberstraße in Lichtenberg wohnhaft, mehrere Schüsse ab. P., der sich im angetrunkenen Zustande befand, fühlte sich durch das Lärmen der spielenden Kinder belästigt, zog plötzlich einen Revolver aus der Tasche und drückte diesen drei- mal kurz hintereinander ab, glücklicherweise ohne jemand zu treffen. Die über die Brutalität des Arbeiters empörten Passanten erteilten dem gefährlichen Revolverhelden eine empfindliche Lektion. P. wurde in Haft genonunen. Pankow. Unter einen Straßenbahnwagen geriet gestern nachmittag in der Schloßstraße der vierjährige Sohn des Bäckermeisters Wolfram. Der Knabe, welcher vor dem elterlichen Hause ans dem Bürgerstcige spielte, lief bei Annäherung eineS Straßenbahiizuges der Linie 47 unmittelbar vor dem Motorwagen ans daS Gleis. Obwohl der Wagenführer sofort Gcfahrbremse gab, vermochte er nicht zu ver« hindern, daß daS Kind niedergerissen wurde und unter die Vorder- Plattform geriet. Der Knabe hatte infolge des Sturzes eine Gehirn- erschütterung erlitten. Neinickendorf-Ost. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins hielt Ge- nosse Julian Borchardt einen Vortrag über:«Der Wert der Bildung für den Arbeiter". In großen Zügen entwarf der Redner ein Bild von der gegenwärtigen Bildnngsmethode in unseren Volks- schulen und wies alsdann auf die großen Aufgaben hin, die der Arbeiterklasse harren. Das harte Leben, meinte der Redner, dränge das Proletariat, trotz aller Dunkelmännerei, ans den richtigen Weg. Die sozialistische Kulturarbeit sei es, die die heute in den elenden Stätten unserer Volksschulen aufwachsende Jugend einer gesunden Lebensauffassung eutgegensühre.— Unter Vereinsangelegenheiten gab Genosse Schmidt den Bericht vom SttftunaSfest, das ein Defizit von 45 M. verursacht hat. Als Bczirksführer für den 1. Bezirk wurde Genosse Engel bestätigt. Genosse Schönberg gab den Bericht von der letzten Bezirksvorstandssitzung. In derselben ist beschlossen worden, die Mitgliedsbücher so auszugeben, wie sie vom Kreis geliefert werden. Am nächsten Zahlabend werden dieselben den Mitgliedern ausgehändigt. Da die Bezirkö-Gencral- Versammlung ans praktischen Gründen bereits im Juni stattfindet, wurde beschlossen, die Ortsmitgliederversammlung ausfallen zu lassen. Dem Spediteur, Genossen Gursch, wurde in Rücksicht auf die ständige Zunahme der Abonnentenzahl und die damit verbundene größere Arbeitslast eine Zulage von 30 M. bewilligt. Einen ihm vom vierten Bezirk gemachten Vorwurf, betr. Maifeier, wies Genosse Gursch energisch zurück. Znm Schluß machte der Vorsitzende noch auf die am 12. Juni stattfindende GcwerbegerichtSwahl aufmerksam und ermahnte zu lebhafter Agitation und Beteiligung für dieselbe. KmfKaften der Redaktion. M. M. In den Nummern vom 1. und 4. April finden Sie das Ge- wünschte.— Wandcrklnb. Im Wahlverein finden Sie eventuell den ge> suchten Anschluß.— K. G.«6. Nein.— Ä. Z. 26. Erst mutzt geklagt werden und Urteil ergehen.—®. 35. Ja, da« Nähere ersehen Sie aus einem Buch über die Geschichte Schlesiens, das Sie in den öffcMlichctt Bibliotheken vorfinden.— C. M. 100. Nach Ihrer Darstellung würde das Gericht voraussichtlich annehmen, datz die Porschrlslen des alten Ver- wagcs Gültigkeit haben.— O. Cv. 190. Ihre vier Fragen find lelder zu verneinen, sallS nicht etwa au» dem Wortlaut des Lchrervcrtrags das Gegenteil erhellt.— A. D. 003. Falls nicht aus den von Ihnen nicht mitgeteilten mündlichen oder schristllchen Pachtabreden sich ein anderes er» gibt, haben Sie Anspruch aus Nückzahlung.— A. 33. Wenden Sie sich an ein Mitglied des Purttivorstandt» oder an die dortige Organisation. Ob und welche Aussicht vorliegt, entzieht sich unserer Kenntni».— G. 15. Ein Anspruch auf die mundlich versprochenen Sachen steht Ihnen nicht zu, jedoch gebührt Ihnen Lohn und vetüstigmig sowie Wohnung (oder Ersatz für beides) bis zum l. Jull.— 9t. D., fleisch 130. Nein. — W. W 53. 1. KrankenversichcrungSpflicht liegt nicht vor. ES erscheint aber zweckmätzig, datz Sie die Nichte in der Offcnbachcr Krankenkasse (Prinzenslr. 66, Hinz) versichern. 2.§ 616 ist anzuwenden. 3. Eine rechtlich erzwingbare Ersatzverpslichtung liegt nilbt vor.— L. 30. Sie würden deo Klageanspruch mit Aussicht aus Ersolg bestreiten, da Kinder rechtlich gegenüber den Ellern nur soweit untcrballSpfiichtlg sind als dadurch auch der standesgcmätze Unterhalt der eigenen Familie nicht Not leidet. Sie müssen sich durch einen Anwalt vertreten lassen, können auch das Armenrccht erwirken. Dir Holzarbciicr Chcirlottenburgs nahmen in ihrer-letzten Ver- sammlung den Bericht über die Maifeier entgegen, wonach 400 Kollegen durch Arbeitsruhe gefeiert haben. Die Firma Alten- dorf hat 24 VerbaudSkollegen ausgesperrt, die jedoch, nachdem die Schlichtungskommissiou Verhandlungen am Gewerbegericht gepflogen. sämtlich wieder eingestellt wurden. Der Antrag der Gewerkschafts- kommission, die Anstellung eines Sekretärs betreffend, wurde ein- stimmig abgelehnt. DeS weiteren beschloß die Versammlung, am 14. Juli ein Sominervcrgnügen zu veranstalten. Dem Kollegen Lohrenscheit ist das Amt als Konunissiousmitglied aberkannt worden. Zum Schluß verlas der Kassierer Hasse noch die Kollegen, die bei der letzten Stadtvcrordnetenwahl nicht gewühlt haben. Nixdorf. Der bereits eiligefiihrte Abcndmarkt am Mahbachufer ist nicht nur den Rixdorfer, sondern auch den Berliner Geschäftsleuten unan- genehm, indem dort auch Berliner Hansfranen ihre Einkänse machen. Die Geschäftsleute wünschen nun die Aufhebung des Marktes. Sie haben sich bereits in diesbezüglichen Petitionen an die Stadt- verordnetenversannnlung gewandt. Es muß nun abgewartet werden, ob sich die Stadtverordnetenversammlung herbeilassen wird, eine vor kurzer Zeit beschlossene Einrichtung, bloß weil sie einigen Geschäfts- leuten unangenehm ist, wieder zu beseitigen. Weiszensee. Die Gemeiiidevertretiing beschloß in geheimer Sitzung den An- kauf des Rittergutes Birkholz, welches 1138 Morgen umfaßt, ukid 894 Morgen Bauernlandes zu Riefelzwecken. Weißensce hat schon längst die Frage erwogen, weiteres Riesclland anzukaufen, indem das vorhandene bei weitem nicht ausreicht und die Regierung den Ankauf weiteren Terrains verlangt hat. Der Gesamtpreis beträgt 1 213 20V M., davon kostet das Bauerngelände 523 20V M.(Morgen 585 M.) und das Rittergut 690 000(Morgen 606 M.). Die Ge- bände, Inventar usw. des Gutes, die in dem Preis inbegriffen sind, repräsentieren allein einen Weiü von 189 750 M. Der Gemeinde waren außerdem noch Ländereien in Schwanebeck inid Lindenberg angeboten, wo der Morgen 835 M. kostete, ferner das Rittergut Mehrow, hier stellte sich der Morgen auf 935 resp. 708 M. Da nach dem Urteil Sachverständiger die letzten Angebote sich zu Riesel- zwecken nicht in dem Maße eignen wie Birkholz und letzteres außer- denr das billigste ist, wurde in namentlicher Abstimmung mit 22 gegen 4 Stimmen der Ankauf desselben beschlossen. Die vier Eingegangene Oruckfcbrifteii. Der„Wahre Jakob" hat soeben die 11. Nummer seine» 23. Jahr Sange« erscheine» lassen. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die eiden sarbigen Bilder„Lohnarbeitcrkontrolle im Reichstag" und„Die Stützen des Thrones in Rutzland" sowie die Illustrationen„Der Philister am 1. Mai 1906",«Dem Grasen Witte zum Andenken",„Zuknusisahnung", „Von der Wasserkante",„Zur Eröffnung der Duma",„Alst der Reichstags« Irlbüne",„'S Mailüsterl weht",„Der Ausbruch deS Vesuv",„Der Glücks- Pilz" und„Nach der Schlacht". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„Psingstlied der preutzischen Junker",„An die Russen I",„Die Heiligenbilder in der Duma",.Da« Lied vom Brcsiauer Polizisten",„Ge< richtsverhandlung",„Bision eines braven Soldaten",„Maienjchnsucht", „Alles umsonst I" und antzer zahlreichen kleineren Beiträgen noch die größeren satirischen Feuilletons„Fremdes Sitbcr",„Idyllen vom Zaren- hos".„Neue Strasarten". Der Preis der 16 Seilen starken Nummer ist 10 Pjennig. Berliner Marktpreise.'Aus dein amtliche» Bericht der städtischen Marllhallen-Direltion. Rindfleisch I» 64-68 pr. 100 Psund, IIa 54-64, lila 50-63, IVa 44-49, engl. Bullen- 0,00, dän. Bullen- 0,00, Holl. Bullen- 0,00. Kalbjleisch, Doppelländer 103—120, la 85—90, IIa 70-80, lila 56-68. Hammel ilctjch la 68-73, IIa 60-66. Schweinefleisch 67—64. Kaninchen per St. 0.00—0,00. Hühner, alte, Stück 1,50— 1.85, junge, per Stück 0,70—0,80. Tailben, junge 0,40— 0,55, alte 0,00—0.00. Enten, prima, per Stück 1.75—2.25, Hamburger per Stück 2.50 bis 3,40. Gänse, junge, per Psd. 0.70— 0,90, per Stück 2,50—6,00. Hechte 110—116. Schleie 104—115. Bleie 0,00, matt 0,00. Aale, groß 106— 109, mittel 102—108, klein 67, unsort. 78—90. Plötzen 00,00. Flundern, pomm. I, p. Schock 3,00—7,00. Kieler. Stiege la 4—6, do. mittel, per Kiste 2— 1, 00. klein, per Kiste 0,00. Bücklinge, Holl, per Wall 0,00. Kieler t,50— 4, Strals. 3.00— 3,50. Aale, groß, V. Psd. UO— 1,30, Mittel 0.80-1,00, kl. 0.50 bis 0,60. Sprotten, Kieler, 2 Wall 0,00, Elb- per Kiste 0,00. Sardellen, 1902er. per Anker 76,00. 1904er 74,00, 1905er 70,00. Schottische Vollhcringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36—38, med. 33—35, deutsche 37—44. Heringe, neue Mastes, per'/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0.00. Krebse, per Schock, große 33,00, mittelgroß 23,00, kleine 0,00—0,00, unsortiert 13,00—17,50. Eier. Land-, per Schock 3,25, frische 0,00. Butter per 100 Psund, la 115-119, Na 113-115, INa 106-108, ab. fallende 103—105, Same Gurken, Schock 3.50—4 M., Pfeffergurken 3.50—4 M. Kartoffeln per 100 Psd. magn. bon. 2,10—2,35, rote Dabersche 2,00—2,20, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl, Holl., per Schock 0,00. Weißkohl, dän., per Schock 0,00—0,00, Rotkohl, Holl., per Schock 0,00. Grünkohl, per 100 Psd. 0,00. Rüben, weiße 0,00, Teltow« 0,00. Kohlrüben, per Schock 0,00. Witter», igßüberflcht vom 89. Mai 1909, morgens 8 Nhr. Elattonen Swinemde. Hamburg Berlin Frants.a.M München Wien O S O c II s« 760 W 761 WSW 762 WSW 765 SW 766 SW 765 W «euer 2 bedeckt 5 Regen 3 wolkig 2 Regen 4 bedeckt 2 heiter S» 3? HS: 15 15 17 17 20 20 Stationen ö£ .= B 01-c Haparanda! 760 Still Petersburg 764 SO Scilly r'lderdeen Pari» 766 W 757 Sttll 767 SW Setter »st C S» »li H& -bedeckt 2wollenl Zhcdeckt — wolfia 2halb bd. » 9 11 13 29 Wetter-Proguosc für Mittwoch, den 39. Mai 199S. EtwaS kühler, zeltweise heiler, aber sehr veränderlich ml! Negcnschaueru und ziemlich irischen westlichen Winden. Berliner Wetterb nreau. ".LklWtSorltjcher SieiJöÜeMi LStis Söifiifi SMin. güi tzeg Inseratenteil verantw.: Tb. Glocke. Berlin. Hruck 11. Verlag: Vorwärts Puchdruckerei u. Verla-isgnjrqjk Mul Sfflflej:& Co., Salin SM£,.