Nr. 127. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. S Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 ẞfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Wälle Pfingiten. der Sonntag, den 3. Juni 1906. Die Revolution in Rußland. Die Duma gegen die baltischen Junker. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Abgeordneten aufgefordert werden, trotz der ablehnenden Haltung der Regierung auf ihren Forderungen zu bestehen, eventuell in einer Audienz beim Zaren diesen über die wirkliche Lage aufzuklären. Die Gärung unter den Verkehrsarbeitern So dauert der Ziefinnerlich wahr ist die Pfingstfage. Unter Spott und Am Freitag find in der Duma zum erstenmal die besonderen nimmt gleichfalls wieder in starkem Maße zu. Hohn wird das Neue geboren, das dem Alten, dem Alt- Verhältnisse der russischen Ostseeprovinzen erörtert worden. Die Streit der Warschauer Straßenbahner fort; es bestehen nach einem bewährten, dem Ewig- Gestrigen sich entgegenstellt. Als ein Diskussion, die von sonst gut bürgerlichen Männern geführt wurde, Telegramm des" Tag" nur schwache Aussichten auf rasche Erledigung Rausch, als das Lallen der Unzurechnungsfähigkeit erscheint wuchs sich zu einem flammenden Protest aus gegen die Großgrundbefizer, bis zum Sonntag, wenn der größte Feiertagsverkehr einfegt. Weiter den interessierten Vertretern des Alten und ihrer blinden, die sog. Barone der Ostseeprovinzen. Von den Dumabertretern ist das ganze Weichseldampfer- Personal in Ausstand getreten. Etwa gedankenlosen Gefolgschaft die lohende Begeisterung der Jünger dieser Provinzen kamen zunächst zwei Letten zum Worte, der erste, 40 Dampfer stehen still. Die Verbindung mit den Weichselstationen des neuen Geistes. Ein Häuflein nur find sie, die austürmen Gütern in den baltischen Provinzen seien 52 Broz. Großgrundbesig, und Verbesserung der Arbeitsbedingungen. üttli, führte nach einem Bericht des" Tag" aus: Von den 900 bis Thorn ist unterbrochen. 450 Streifende verlangen Lohnzulage gegen die Jahrtausende, ein Häuflein 38 Proz. Bauernland; 700 Jahre wären die Ostseeprovinzen unter gegen eine Welt. Ueber eine Bersammlung der Petersburger Eisenbahner über die Aber ste beseelt eine Kraft, der Herrschaft der Barone gewefen; jetzt, wo sie frei sind, sei Stellung der Eisenbahner zur Duma nnd zur Erklärung des Ministerbie größer ist, als die ihrer Leiber und Hirne. Mit der erste Schrei, der nach Land. Die Belaffung großer Landkomplere fomitees wird uns berichtet: Ein Redner erblidte in der Regierungsihnen kämpft der Geist der Zeit. Mit ihnen würde eine neue Knebelung des Bauerntums bedeuten. Der Redner erklärung einen bedeutungsvollen Schritt zur Revolutionierung ber ist das werdende Bedürfnis der Menschheit, das sie früher verlangte eine 8wangsegpropriation der Staats- und Volksmassen, ein anderer wies auf den Oktoberstreit hin und erklärte, fahen als die Stumpfen, die Menschen der bequemen Ueber- Stirchenländereien sowie des Brivatbejizes bis zu einem gewissen die Eisenbahner wären selbst an ihrer Niederlage schuld; wenn sie lieferung, der trägen Gewohnheit. Aus dem kleinen Häuflein Grade. Kreuzberg, der Deputierte Kurlands, ging noch schärfer noch einen Monat gehungert hätten, hätte die Regierung nachge wird ein Heer von Streitern, das verspottete, verfolgte Neue bor. Er sagte, die russischen Bauern hätten vor 45 Jahren Freiheit geben usw. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: wird das Starke, das Siegende, das das Ewig Gestriige am 25. August 1817. Dafür seien die Letten den baltischen erblickend, sind die Angestellten und Arbeiter des Petersburger und Land erhalten, die Letten dagegen nur Freiheit, und zwar in der Deklaration der Regierung eine Verhöhnung des Volkswillens Baronen ebensowenig dankbar wie für die Straferpedition, die Eisenbahnknotenpunktes der Ueberzeugung, die Arbeitsgruppe müsse nur den Klassenhaß schüre. Der Lette fei Herr des Bodens, verlangen, daß der Reichstag ohne fich der Ausarbeitung Kleiner der furische Adel habe sich seinerzeit das Eigentums- Gesezesprojekte hinzugeben zu proklamieren hat: den Uebergang recht vorbehalten, bemerkte er ironisch. Nun hofften die lettischen alles Landes in den Besitz des Volkes, den Achtſtundenarbeitstag Bauern, daß das russische Volk sie der Willkür der baltischen Barone und die Einberufung einer fonstituierenden Versammlung auf Grund entreißen werde.( Beifall links.) ministers Stischinski und des Gehülfen Gurto machten gar feinen die Regierung fich nicht fügt, so ist das Volk zum Kampf für Land, Die Neden des Landwirtschafts- des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts. Wenn Eindruck, Professor Herzenstein aus Moskau dagegen, der ihnen für die Freiheit und das Glück Rußlands aufzurufen."- Schließ antwortete, erntete gewaltigen Beifall. Das Expropriations- lich ging die Versammlung mit den Worten:" Weniger Worte und gesek, meinte er, erfordere lange nicht eine Summe, wie sie der mehr Taten!" auseinander. legte Krieg verschlungen habe, auch nicht eine so große, wie heute die Bauernpacht betrage. So lange der Bauer nicht zahlungsfähig sei, dürfte auch eine fünstlich seitens der Regierung aufLand, doch man wolle ihm feines geben. Auf diesem Boden ent gepfropfte Industrie niemals gedeihen. Jetzt röche der Bauer schon brenne nunmehr der Kampf. Noch keine Rede während der dreiwöchigen Sitzungen hat so enormen Beifall gehabt wie diejenige Herzensteins. Das ganze Haus jubelte ihm zu, selbst die rechte Die Stimmung unter den Bauern. überwindet. Die christliche Kirche sucht diese weltüberwindende Kraft, die sie aus einer fleinen Sefte zur weltumspannenden Gemeinschaft werden ließ, in himmlischen Höhen. Pfingsten, das Fest der Gründung der Kirche, ist ihr das Fest der Ausgießung des heiligen Geistes. Wir kennen die irdischen Wurzeln dieser Straft. Wir wissen, daß wirtschaftliche Mächte es sind, die den Gang der Menschheit bestimmen, daß aus den Tiefen des Produktionsprozesses jene Bedürfnisse erstehen, die das Fühlen und Wollen der Menschen unwiderstehlich beeinflussen. Daher die Sieghaftigkeit jener Bewegungen, die in der Richtung der wirtschaftlichen Entwickelung marschieren. Seite. Resolution des Verbandes der Jugenieure. Nachdem der Verband der Ingenieure und Techniker von dem hatte, faßte er folgende Resolution: Mißtrauensvotum, das die Duma der Regierung geäußert, erfahren Die Plenarbersammlung des Verbandes der Ingenieure und Techniker begrüßt die mutige Antwort, welche die Reichsduma erteilt, und schließt sich der Forderung an, das Ministerium Goremylin, welches die Rechte des Volles mißachtet, möge demissionieren." Aufgaben des nenen sozialdemokratischen Militärkomitees. Diese nimmer rastende Entwickelung läßt das einstig Neue alt werden, läßt es sich überleben. Heiliger Geist, der einst brausend die Welt durchfuhr und arme gedrückte Menschen zu Helden machte, heut ist er der Geist der Beharrung geworden, Ungeist der Unterdrückung. Die Kirche ward zum Werkzeug der Klassenherrschaft, ihre Pfingstpredigt ein Preisen der Knechtschaft und der Entsagung. Kein Plaz mehr ist in Von der ungeheueren Gärung unter den Bauern Ruß ihr für begeisterte Apostel neuen Geiftes, fein Blag für um- lands fönnen sich nach den übereinstimmenden Berichten sämtlicher stürzende Wunder. Sie ward ward Feindin alles Neu- oppositioneller Blätter Rußlands. selbst diejenigen kaum ein richtige Das in Sevastopol soeben konstituierte sozialdemokratische Miliwerdens, Schützerin alles Alten, alles Verrotteten. Vorstellung machen, die noch vor Jahresfrist auf dem platten Lande tärkomitee erläßt sein erstes Manifest, worin es u. a. heißt: Sie, die einst geboren ward aus dem Geist der Zeit, ist heute Bauern auf die Vorgänge in der Duma gerichtet, von welcher fie gestellt hat, find: 1. Die Vereinigung aller Soldaten und Matrosen gelebt und gewirkt haben. Gegenwärtig ist das Hauptinteresse der Die ersten Biele, die sich das sozialdemokratische Militärkomitee die grimmigste Feindin des Geistes unserer Zeit. eine Lösung der Agrarfrage erwarten. Und nur diese Er- der Sewastopoler Festung, die mit dem Kampf der Arbeiterklasse, Wie kann sie anders, da sie die Kirche der herrschenden, wartungen sind es, die die Gärung vorläufig einigermaßen im Baum seinen nächsten Zielen und seinem Endziel, dem Sozialismus, symder besigenden Klassen ist. Der Klassen, die die Vertreter des halten und nach außenhin als weniger gefährlich erscheinen lassen, pathisieren, zu einem Ganzen. 2. Die Verbreitung der sozialdemo Alten sind, die mit dem kommenden Neuen den Untergang als fie tatsächlich ist. Sollten die Hoffnungen der Bauern auf eine fratischen Ideen unter der breiten Masse. 3. Die Agitation und ihrer Herrschaft nahen sehen. Die den Geist unserer Zeit Lösung der Agrarfrage durch die Duma jedoch enttäuscht Propaganda unter den Truppen mit dem Ziele, die Armee zum Be werden, so würde dies zu fürchten und hassen müssen. einem explosionsartigen Aus- waffneten Widerstand vorzubereiten. 4. Die Führung des bewaffneten bruch des Volkszornes bon so gewaltiger Ausdehnung Aufstandes unter der Fahne der russischen sozialdemokratischen ArbeiterStaat und Ordnungsparteien beanspruchen chriftlichen führen, wie ihn die Geschichte wohl laum bisher partei zur Sicherung der Einberufung einer konstituierenden Bersammlung Charakter. Ihr Wirken, so versichern sie, ist aufgebaut auf zu verzeichnen hat. So lesen wir 3. B. in der Zeitung Duma" und zur Zerstörung des autokratischen Polizeiregimes, das dem christlicher Grundlage, ist durchtränkt von chriftlichem Geiste. folgendes:„ Ob nun das Parlament die Agrarfrage übergehen oder Proletariat auf dem Wege zum hellen Reiche des Sozialismus Der Geist, der wirksam war an jenem sagenhaften Tage der diefelbe mangelhaft lösen oder ob endlich die Duma selbst ausein hinderlich ist." Gründung der Kirche, er foll, so sagen fie, fortwirken in andergejagt werden sollte, fest steht das eine: Es wird einen Brand Indem es vor dem ganzen Lande verspricht, heilig und fest die ihnen. Sie irren! Sie sind nicht die Nachfolger der be- geben, einen revolutionären Brand, dessen Stärke und Tragweite fich übernommenen Pflichten auszuführen, sagt das Militärkomitee:„ Alle, überhaupt nicht absehen läßt. Gegenüber diesem ungeheuren Problem denen das Joch, der Hohn und die Willtür des Absolutismus un geisterten Jünger des Nazareners. Sie schaffen nicht im tritt alles, aber auch wirklich alles in den Hintergrund; das Dorf erträglich geworden ist, wer nicht mehr mit ansehen kann, wie auf Geiste jener, die dem Alten den Krieg erklärten. Sie gehören ist in gespannter Erwarung." Während mun sämtliche politischen Befehl der zarischen Regierung die Henker unsere Brüder, Väter, zu den Scharen der Pharisäer, die den Geist der Zeit zu Parteien sich mit dem Aufwand aller verfügbaren geistigen Kräfte um Mütter töten, unseren Frauen und Schwestern Gewalt antun, wer bannen glaubten mit Worten und Steinen des Hasses und die Lösung der Landfrage abmühen, erscheint diese den Bauern selbst den Wunsch hat, die jetzige Weltordnung, die auf Ausbeutung der der Wut. furchtbar einfach." Im allgemeinen", schreibt„ Der Strimsche Sturier", Arbeiter, auf den ständigen Halbhunger und die Armut gegründet Der Geist der Knechtung, der Unterdrückung treibt sie.» berrscht unter den Bauern die volle Gewißheit, daß die Agrarfrage ist, alle, die wünschen, daß eine Welt der wirklichen Freiheit und mit einem bloßen Federstrich zu lösen sei. Eins, zwei, drei und Gleichheit erstehen soll: die alle rufen wir in unser Lager unter Das Volksschulunterhaltungsgesetz, das ist der Typus ihrer fertig ist die Laube. Wir Bauern lassen durch unsere Vertreter in die Fahne der Sozialdemokratie zum Kampf für eine beffere Taten. Um den Geist der Zeit zu ersticken, wollen sie dem der„ Duma" den Zaren wissen, welches unsere Forderungen sind; Bukunft, für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, für den Sozialismus. Proletariat die Kinder entreißen, wollen sie die Jugend ab- der Bar unterschreibt und die Sache ist erledigt." Und so sehr Bürger! Gedenkt, daß die nächste Aufgabe der Arbeiterklasse: frünnig machen den Eltern, wollen sie erfüllen mit dem durchbrungen ist die Landbevölkerung von der Gewißheit der bevor die Befreiung Rußlands von den Ketten des Sklaventums, gleichGeiste der Vergangenheit, der zum Ungeist wurde für stehenden Lösung der Bodenfrage durch die Duma", daß fie für zeitig auch Euer Ziel ist. Bedenkt das, und unterstützt mit allen das Jetzt. nichts anderes in dieser Beziehung zu haben ist. Hierüber nur ein Kräften die Arbeiterarmee in ihrem Kampfe. Kameraden, Arbeiter! Beispiel, das wir dem Wolgaboten" entnehmen. In der Ortschaft Denkt daran, daß in dem bevorstehenden Kampf des Proletariats Von froher Pfingstbotschaft reden die Frommen. Die Mensilingt werden die Bauern zur Mitarbeit in der Landerwerbungs- mit der Selbstherrschaft der Armee die führende Rolle bevorsteht. Unterdrückten, die Enterbten sehen nur den klaffenden Wider- tommission seitens der unter Regierungsaufsicht stehenden Landbant Bietet alle Eure Sträfte auf, um die Verbindung zwischen dem spruch, in der ihre Worte zu den Erscheinungen der Zeit eingeladen. Die Bauern erscheinen in der Kommission, aber nur revolutionären Proletariat und der revolutionären Armee aufrecht stehen. Mit brirater Rücksichtslosigkeit wird ihr Streben nach um die Erklärung abzugeben, daß fie vom ganzen Plan nichts zu erhalten. Kameraden, Soldaten und Matrosen! Bedenkt, daß Menschsein zurückgestoßen. Der Vorabend des Pfingstfestes wissen wollen, da die endgültige Lösung der Bauernfrage Sache der der entscheidende Kampf und jener Moment, wo Ihr offen an die Seite des Proletariats zum Schuße Eurer Interessen treten verdet, sollte der Beginn einer Aussperrung werden, wie sie in ihrer Duma" sei. Riefenhaftigkeit die Welt noch nicht gesehen hat. Die Drohung befiger in die Zukunft. Zwar gibt es auch unter ihnen manche Stompagnien, Batterien, Equipagen und Schiffen gebildeten Gruppen Mit etwas weniger Zubersicht blicken die Großgrund nahe ist. Beeilt Euch und schließt Euch den in allen Teilen, der Metallbarone, Hunderttausende broflos zu machen, klingt die von der Duma eine schiedlich friedliche Lösung des Boden der Sozialdemokratie an. Das Militärkomitee. N. S.-D. A.- P." in den Gruß der Pfingstglocken hinein. problems erwarten, die Mehrzahl jedoch erhofft oder befürchtet, je Von Kampf reden die Tatsachen, redet das Leben. Von nach dem Grad ihrer politischen Einsicht, daß an dieser Frage nicht Gegen die Willkür der Amtspersonen. Kampf gegen die Mächte des Alten, gegen den Ungeist, der nur die Duma sondern Opposition wie Reaktion scheitern werden. Die Arbeitsgruppe hat soeben der Reichsduma einen Vorschlag aus der Vergangenheit fommt und das Leben der Gegenwart Jedenfalls", äußert sich ein agrarischer Mitarbeiter eines großen zur Bildung einer Barlamentskommission unterbreitet, die sich ledigmeistern will. Ueber die Grenzen her, von Often, von Residenzblattes," wird der Staatsrat( das russische Herrenhaus) lich mit der Untersuchung verbrecherischer Handlungen von AmtsWesten, fühlen wir das Wehen freien Geistes! Und das im Falle eines ernstlichen Konfliktes mit der Duma wegen der Agrar- perfonen befaffen soll. Dieser Vorschlag wird wie folgt motiviert: frage uns Gutsbesitzern den denkbarst schlechtesten Dienst erweisen, denn Es sollte scheinen, daß mit Eröffnung der Reichsduma den deutsche Proletariat versteht die Zeichen der Zeit und fühlt in der Bauer ist sich ganz genau desfen bewußt, daß der Staatsrat aus Gewalttaten und der Willtür der Bureaukratie ein Ende bereitet fich den Geist der Zeit, der, aus wirtschaftlichem Untergrund lauter Herren besteht, deren Interessen den bäuerlichen strifte entgegen wird; aber in Wirklichkeit ist gerade das Gegenteil der Fall. Täglich geboren, mit unbesiegbarer Gewalt die Menschheit vorwärts gefegt find. Stommt es also zwischen beiden Parlamenten zu einem laufen Berichte von groben Gewalttaten und unverschämten UeberBrängt zu neuen Ufern. Es fühlt sich als der Träger, als der ernsten Konflikt, so weiß der Bauer ganz genau, wo er seine wider griffen der Amtspersonen ein. Die Reichsduma würde sich einer Vollstrecker des Geistes unserer Zeit, des Geistes, der ihm facher zu suchen hat. Und dann wehe uns Großgrundbesitzern." Pflichtverletzung dem Lande gegenüber schuldig machen, wenn sie der heilige, der Menschheit erlösende ist, und es ist entschlossen, Diese Auslaffungen des Agrariers beweisen jedenfalls, daß man in nicht alle ihre Bemühungen darauf verwendete, die fortwährend sich an Begeisterung, Tattraft und Opferwilligkeit nicht zurückzu- diesen Streifen dem Schuße durch Polizei und Stofaken nicht allzu wiederholenden Gefeßlosigkeiten und Gewalttaten abzuschaffen. Dazu genügt nicht die Aufhebung des verstärkten Schußes, bleiben hinter den Jüngern des Nazareners, von denen die sehr vertraut. des Kriegszustandes, der der Ausnahmegesetze und der außer christliche Pfingstlegende erzählt. ordentlichen Aufträge. Die Gefeßlosigkeiten werden so lange nicht aufhören, bis nicht die wirklich Schuldigen vor Gericht gestellt sind und ihre verdiente Strafe abgebüßt haben. Material für solche gerichtlichen Verfolgungen ist mehr denn genug gesammelt. Die dazu gehörigen Tatsachen stehen in den Herzen der russischen Bürger mit Blut eingeschrieben." Feurige Flammen, über uns! Inzwischen mehren sich die Sturmzeichen dieser gerechten Empörung der Bauern. Wir verzeichnen folgende Telegramme: Odessa, 2. Juni. In Jelisawetgrad begannen agrarische Unruhen. Militär wurde dorthin abgesandt. Petersburg, 2 Juni. Die Bauern des Gouvernements Samara richteten ein Telegramm an die Duma, in welchem die poUtffchc Gcberficbt Berlin, den 2. Juni. Oertel-Lügen und„Tageblatt"- Entrüstung. Das Attentat auf das spanische Königspaar hat. wie alle Attentate, wieder wütende Angriffe auf die an dem Anschlage absolut nicht beteiligte Sozialdemokratie im Gefolge. Die RcaltionSpresse belfert in gewohnten Mißtönen und Oertel unterzieht in der »Deutschen Tageszeitung" die Wahrheit folgender Prügelstrafe: «Wer nur eine Nummer spanischer, französischer, deutscher oder russischer Rcvolutionsblätter einmal in der Hand gehabt hat, dem wird doch niemand mehr einreden können, daß der Meuchelmord nicht ein hervorragendes Stück des politischen Katechismus der Umsturzmänner, aller Umsturzmänner sei, mögen sie sich Sozialdemokraten oder Anarchisten nennen. Insbesondere bei dem neuesten Mordanschlag auf das spanische Liönigspaar steht es außer Zweifel, daß man es nicht mit der Tat eines einzelnen, sondern mit einem Komplott einer ganzen Gesellschaft von Verbrechern zu tun hat. Der Mordbube mietet sich ein für seine Zwecke äußerst günstig gelegenes Zimmer für 25 Pesetas— ungefähr 20 M.— täglich und zahlt gleich im voraus 500 Pesetas ein! Woher hat er daS Geld? Proletarier — wenn sie nicht gerade Singer heißen— pflegen doch über solche Summen nicht so ohne weiteres zu verfügen. Außerdem sind allem Anschein nach zwei Bomben von zwei verschiedenen Personen geworfen worden. DieseSmal gibt es also keine AuS- rede. Nicht ein einzelnes«verkommenes" Subjekt, sondern die ganze, freilich gleichfalls moralisch verkommene revolutionäre Ge- sellschaft hat das Bubenstück auf ihrem Gewissen. Zu wünschen wäre es, daß die ganze übrige menschliche Gesellschaft die Kon- segucnzen daraus zöge— die Negierungen voran." ES ist Oertel natürlich ganz genau bekannt, daß die Sozialdemokratie den politischen Mord durchaus verwirft, schon deshalb verwirft, weil sie erkannt hat, daß nicht die einzelne Person die öffentlichen Zu- stände bestimmt, sondern umgekehrt die Zustände die Person. Die Sozialdeniokratie hat den Terror nur als Notwehr gegen bestialische Feinde, nur als Ausnahmemittel in Ausnahmezuständen gebilligt, lvie sie in Rußland in Frage komme». •* Aus Madrid erhält das„Berliner Tageblatt' vom 2. Juni folgendes Telegramm: Die sozialistischen Mitglieder des Stadtrates erklärten, daß sie die Opfer des Attentates bedauerten, aber an der Freude über die Errettung des Königspaares nicht teilnehme» könnten. Diese Haltung ruft allgemeine Entrüstung hervor. »«» DaS edle Freisinusblatt nimmt natürlich an der allgemeinen Entrüstung teil und nennt die Erklärung eine„Ruchlosigkeit der Madrider Sozialisten". Wir haben, wie wir unsere Genossen kennen. allen Grund, anzunehmen, daß es sich vielmehr um eine Ruchlosigkeit oder mindestens um eine grobe Leichtfertigkeit des Madrider Korrespondenten des„Tageblatt" handelt. Hätte er der Wahrheit gemäß telegraphiert, so hätte er jedenfalls melden müssen, daß unsere Genossen erklärt haben, sie könnten an den byzantinischen Freude nkundgebun gen über die Er- rcttung des KönigSpaares nicht teilnehmen. Und das bedeutet ganz etwas anderes, als was er sie in seinem Telegramm sagen läßt.— Prcustisches„Recht". Ein wahres Kleinod in» Sinne preußisch-deutschen Polizei- regimes ist das preußische Gesetz über die Aufnahme neu« anziehender Personen vom 31. Dezember 1842. Es stellt erst den Grundsatz auf, daß keinem selbständigen„Preußen" an dem Orte, wo er eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen sich selbst zu verschaffen imstande ist, der Aufenthalt verweigert oder durch lästige Bedingungen erschwert werden darf. Dann aber kommen die Ausnahmen. Nach§ 2 Nr. 2 findet eine Ausnahme statt:„Wenn die Landespolizeibehörde es für nötig findet, einen entlassenen Sträfling von dem Aufenthalte an gewissen Orten auszuschließen. Hierzu ist die Landespolizeibehörde jedoch nur in Ansehung solcher Sträflinge befugt, welche zu Zuchthaus oder wegen eines Verbrechens, wodurch der Täter sich als einen für die öffentliche Sicherheit oder Morali- tat gefährlichen Menschen darstellt, zu irgend einer anderen Strafe verurteilt worden oder in einer KorrektionSanstalt eingesperrt gewesen sind."— Der ehemalige Schneider WoyeiechowSki aus Oberschlesien, der als v e r a n t w o r t- licher Redakteur einer Zeitung einmal wegen Aufreizung zum Klassenhaß(begangen durch die Presse,§ 130 Str.-G.-B.) mit 0 Monaten Gefängnis und zweimal wegen Beleidigung durch die Presse mit 3 und 2 Monaten Gefängnis bestraft worden ist, wurde vom Berliner Polizeipräsidenten als solch ein für die öffentliche Sicherheit und Moralität gefährlicher Mensch angesehen und im Oktober 1905 aus Berlin, wo er am 23. September zugezogen war, ausgewiesen. DaS heißt aus (Nachdruck verboten.) Der Weise. Bon Maxim Gorki. Einzig autorisierte Uebersetzung von E. Rubin st ein-Geyer. Es war einmal ein Weiser. Er erkannte das traurige Geheim- nis des LebenS: das Geheimnis erfüllte sein Herz mit finstern Schauern des Schreckens und in seinem Dunkel erlosch ihm traurig alles Lachen auf Erden und die Freuden starben still dahin. Mit dem kalten Auge seines Verstandes schaute er in die Tiefen der Zeiten und sah dort Finsternis; auch die Zukunft sah er ganz genau— auch dort war Finsternis. Er ging die Wege seiner Heimat, die Straßen ihrer Städte und Dörfer; er ging, sein einsames weises Haupt wiegend, und im bunten Geräusch des Lebens tönte seine Predigt wie der tramige Klang von Sterbeglocken. „Menschen! Ihr lebt zwischen Finsternis und Finsternis! AuS dem Abgrunde der Unwissenheit seid Ihr hervorgegangen, im Nebel der Unwissenheit wankt Euer Leben dahin, eisige Finsternis der Unwissenheit harrt vor Euch." Die Menschen hörten seine traurige Rede, verstanden ihre bittere Wahrheit und seufzten und blickten schweigend in das Ant- litz des Weism. Aber nachdem sie ihn auf den einsamen Weg der Weisheit begleitet hatten, gingen sie wieder zu ihren Geschäften zu- rück und zu ihren Gastmählern. Sie aßen ihr Brot und tranken ihren Wein, der das Herz fröhlich macht; sie ergötzten sich am Spiel ihrer Kinder und vergaßen ihre Nöte und das Elend, von dem sie eben erfahren. Sie kämpften gegeneinander um Reichtum und Bc- fitz und horten gerührt die'Predigt der Liebe; mit Händen, vom Blute des Nächsten gerötet, lieblosten sie die ihrem Herzen an- genehmen Schönen, und mit Verräterlippen küßten sie ihre Freunde. Sie stahlen einander Hab und Gut, und nachdem sie durch Diebstahl reich geworden, verteidigten sie hitzig das Eigentum. Ohne Scheu lügend und betrügend, sagten sie alle, daß die Wahr- heit die Herrin des Lebens sei. Und es gab sogar einige, die an die wohltätige Macht der Wahrheit glaubten und für ihren Glauben litten. Und oie Menschen liebten die Musik und weinten glücklich bei ihren Klängen, sie entzückten sich an der Schönheit— aber um sich herum duldeten sie das Häßliche und taten Widriges. Sie dem Landespolizeibezirke Berlin und den umliegenden Amts- bezirken. W. beschwerte sich vergeblich beim Oberpräsidenten und klagte dann beim Oberverwaltungsgericht gegen ihn. Er machte geltend, da? Gesetz vom 31. Dezember 1842 sei nicht mehr anwendbar. Aber selbst wenn es noch Geltung hätte, würden in seinem Falle doch die tatsächlichen Voraussetzungen für die Ausweisung fehlen. Es handele sich hier lediglich um Prcßbergehen, die ihn unmöglich als einen„für die öffentliche Sicherheit und Moralität gefährlichen Menschen" erscheinen ließen. Er sei auch nicht als Neuanziehender zu betrachten gewesen, da er sich schon im Jahre vorher unbehindert längere Zeit in Berlin aufgehalten habe. Der Oberpräsident erwiderte: Wie die Polizei die Ueber- zeugung von der Gcmeingefährlichkeit des Bestraften erlange, sei ihre Sache. Dagegen könne nicht mit der Klage angegangen werden, ausgenommen, wenn Schikane oder Willkür erkennbar wäre. Davon könne hier keine Rede sein. Uebrigens müsse eine Mann, der sich der Aufreizung und mehrmaligen Beleidigung durch die Presse schuldig gemacht habe, wie der Kläger, von Verlin und Um- gegend ferngehalten werden. Auch könne sich Kläger nicht darauf berufen, daß er sich schon im Juni 1904 in Berlin aufgehalten habe und damals nicht ausgewiesen worden sei. Er sei ja dann wieder weggereist und sei im September 1905, als er wiederkam, auf jeden Fall ein Neuanziehender gewesen. Das Ober-Verwaltungsgericht wies dieser Tage die Klage W.'s ab. ES ging davon anS, daß in feinem Falle die Voraussetzungen des s 2 des Gesetzes von 1842 gegeben feien. Dieses Erkenntnis beleuchtet die Ungeheuerlichkeit des alt- preußischen Gesetzes. Die Streitfrage, ob die angewendete Vor- schrist des Gesetzes durch das Reichs gesetz über die Freizügigkeit aufgehoben sei, ist von der überwiegenden Anzahl selbständig forschender Theoretiker verneint, vom Oberverwaltungsgericht ständig bejaht worden. Billigt man den Standpunkt des Ober- Verwaltungsgerichts, nach dem das preußische für völlig andere politische und wirtschaftliche Verhältnisse gegebene Gesetz trotz der Reichsgesetze für preußische Staatsangehörige noch anwendbar ist, so gelangt man zu dem Ergebnis, daß ein Preuße unter den im Gesetz auf- gestellten Voraussetzungen an? preußischen Orten ausgewiesen werden kann, nicht aber ein nicht-preußischcr Deutscher, da ja das preußische Gesetz nur von Preußen spricht und den Nichtprcußen durch Reichs- gesetz daS Recht der Niederlassung nur unter den im Reichs- gesetz aufgestellten Voraussetzungen versagt werden kann. Schon dieses Ergebnis zeigt, daß der grundsätzliche Standpunkt des Ober- verwaltungsgerichts ein irriger ist. Kann aber daS Gesetz vom 31. 12. 1842 trotz dieser unsinnigen Folge dennoch zur Anwendung gelangen, so muß verlangt werden, daß bis ausdrücklicher Aufhebung dieses Gesetzes durch die Reichs- gesetze die Voraus setz u ng en, wie sie das Gesetz von 1842 aufstellt, auch wirklich vorliegen müssen. Es muß verlangt werden, daß eine st r i k t e Auslegung des Gesetzes nach dieser Richtung hin stattfindet. DaS Erkeimtnis des OberverwaltungsgerichtS verstößt gegen diesen Auslegungsgrundsatz, der auch und insbesondere gegenüber„ politischen Verbrechern" gilt. Jemand, der zum zweiten Male nach Verbüßung einer Strafe in Berlin sich nieder- läßt, ist weder nach dem Sprachgebrauch noch nach der bisherigen Praxis des Oberverwaltungsgerichts ein„Neuanziehender". Viel ungeheuerlicher aber ist die Anwendung des Begriffs eines'«für die öffentliche Sicherheit und Moralität gefährlichen Menschen" auf einen auf Grund des§ 130 Strafgesetzbuchs nach Posener Praxis ver- urteilten Preßsündcr. DaS Gesetz von 1842 kannte eine Strafvor- schrist wie sie Z 130 Strafgesetzbuchs enthält, nicht. Dieser berüch- tigte„Revolutionsparagraph" ist erst später geboren. Im Jahre 1842 war ein Sünder gegen den heiligen Geist des§ 130 noch nicht strafbar, also kann er auch nicht als ein der«Moralität und der Sicherheit gefährlicher Verbrecher" erachtet werden. Mag aber die Rechtslage sein, welche sie wolle— die Tatsache, daß ein Preuße aus Berlin ausgewiesen werden kann, weil ein posensches Gericht die Kriterien des Revolutionsparagraphen in einem Preßartikel gefunden hat, ist ungeheuerlich.§ 130 de» Strafgesetzbuches wird, wie im Reichstage wiederholt dargelegt, benutzt, um politisch Mißliebige zu strafen. Daß sie gar auch ausgewiesen werden können, ist ein so schmachvoller Zustand, daß die Reichs- gesetzgebung schleunigst eingreifen muß. Die Novelle zum Unter- stützungSwohnsitzgesetz bietet eine Handhabe hierzu. Die Eisenacher„Revolution" vor Gericht. Den Ausgang des Eisenacher Strafprozesses wegen der Vorgänge bei der Reichstagsstichwahl, der am Donnerstag vor der Strafkammer zu Eisenach stattfand, haben wir bereits telegraphisch gemeldet. Das Urteil zeigte schon, daß die Ver- suche der Antisemiten und anderer Leute, aus den relativ harmlosen Vorgängen einen kleinen sozialdemokratischen Rc- knechteten einander und sagten, daß sie nach Freiheit lechzten; sie verachteten die unter ihnen Stehenden— und feige, wie verschlagene Tiere, haßten sie heimlich ihre Herrscher. Und stets wähnten sie, daS Gute komm- ihnen von außen und verstanden nicht, es in sich selbst zu erschaffen. Denn sie waren erfüllt von kleinlichen Sorgen um die Bequemlichkeiten des Lebens; ihren Verstand erschöpften st: mit Feindschaft und Lüge, mit plumpen Schlauheiten, damit ihre unersättliche Gier nach den irdischen Gütern gestillt werde. So lebten diese komischen Käuze wie schmutzige Schweine und hielten sich für gefallene Engel. Und ihr Leben glich einem schmutzigen Vulkan, einem uncr- schöpflichen Vulkan, der in die lichten Regionen der Himmel den verpesteten Brodcm von Gestöhn und Wehklagen ausströmte, die klebrige Asche der Leiden und des Kummers und den stinkenden Un- flat tierischer Begierden emporwarf. Einsam wandelte der Weise durch die Eitelkeiten der Erde und Prach mit der Stimme der Allwissenheit:„Was ist das Leben? Ihr wißt es nicht. WaS ist Wahrheit? Ihr könnt es nicht sagen. Und wozu seid Ihr da? Auch das ist Euch unbekannt. Sehet! Dieses ist Euer Unglück." Und da er sah, wie ein Liebender seine Geliebte umarmte, redete er traurig zu ihnen:«Der Tod wartet auf Euch und Eure Nachkommen!" Und da er sah, wie Menschen sich prächtige Wohnungen ein- richteten, redete er vorwurfsvoll:»Das alles ist reif für den Unter- gangl" Und da er Kinder sah, die in den Blumen einer Wiese, selbst Blumen gleichend, spielten, seufzte er und sprach in seinem Herzen: „Die Ernte des Todes sehen meine Augenl" Und da er hörte, wie einer von den Weisen des Lebens, die 'einer Seele, die die finstere Weisheit des Todes erkannt hatte, remd und feind waren, in einem Tempel der Wissenschaft die Jugend in ihren wunderbaren Geheimnissen unterwies, redete er lachend:„Beschränktheit ist Deiner Weisheit Name. Denn die Erde wird untergehen, und alle ihre Tempel und Wissenschaften und ihre Wahrheiten und Lügen, und Du kennst nicht einmal Tag und Stunde Deines eigenen Unterganges l" Aber eines TageS sah der Weise am Rande einer lärmenden Stadt, in einer dunklen, schmalen Gasse, voll Schmutz und Armut im Dunst von Gestank und Fäulnis, eine gedrängte Menge Ar- beiter. Einer hielt eine Rede. Und der Meise wgr erstaunt, wie volutionsversuch zu machen, vor Gericht arg Fiasko gemacht haben. Der Bericht über die Verhandlung verstärkt den Ein- druck. Uns wird darüber aus Eisenach gemeldet: Nicht weniger wie 21 Angeklagte sollten auf einmal abgeurteilt werden. Dazu reichte aber der Landgerichtssaal nicht aus und so fand die Verhandlung im Festsaale des Gewerbehauses statt. 2S Zeugen, darunter l1/« Dutzend Schutzleute und Gendarmen waren zu der bereits früh 8 Uhr beginnenden Verhandlung aufgeboten. Allen 21 Angeklagten wurde zur Last gelegt, sich in der vor dem antisemitischen Wahllokal versammelten Menschenmenge auf- gehalten und den wiederholten Aufforderungen, sich zu eutfernen, nicht nachgekommen zu sein. Vierzehn An- geklagte sollen außerdem noch durch lautes Schreien, Schimpfen. Johlen und Pfeifen ruhestörenden Lärm verursacht haben. Ein An- geklagter hat sich auch einen falschen Namen zugelegt und ein An- geklagter soll die Schutzmannschaft durch Schimpfworte beleidigt haben. Obwohl die Schutzleute als Belastungszeugen erzählten, daß auf dem Karlsplatze eine„furchtbare Menschenmenge" zusammen- geströmt sei, die in„furchtbarer Weise" durch„furchtbares Schimpfen" einen„furchtbaren Lärm" gemacht hätten, so daß man da»„furchtbare Getöse" schon von weitem hörte, konnte man sich des Eindrucks nicht erloehrcn, daß es sich in diesem Falle um gewöhnliche, fast harmlose Vorgänge handelt, die in der Regel die Folge sind, wenn ein größeres Aufgebot von Schutzmannschaft zur„Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung" erfolgt. Aus den Aussagen der Angeklagten ging hervor, daß sie teils aus Neugierde, teils zufällig in die Menschenmenge gerieten und so zu deren Vergrößerung beitrugen. So erzählte der älteste der Angeklagten, ein Kricgervereinler, daß er gar nicht auf die Schutzleute, sondern auf die Menschen geschimpft habe, die sich wie das Vieh benommen hätten, als die Schutzleute blank gezogen und Gendarmen den Leuten das Gewehr aus die Brust gehalten hätten. Der Staatsanwalt suchte aber die Vorgänge als Ausschreitungen von weittragender Bedeutung zu schildern. Wenn sie nicht einen so ernsten Charakter wie in Hamburg und Dresden auge- nommen Hütten, so sei dies nur dem taktvollen Vorgehen d e r P o l i z e i zu verdanken. Aber der gute Ruf Eisenachs sei dennoch schwer geschädigt worden. Sogar im Landtage und im Reichstage sei über die Vorgänge gesprochen worden. Deshalb könne bei Abmessung der Strafe auch keine Geldstrafe in Betracht kommen, wenn man auch unter Berücksichtigung der an jenem Abend herrschenden allgemeinen Erregung nicht das höchste Strafmaß nehmen dürfe. Er beantragte dann Slrafen von einem Monat zwei Wochen Gefängnis bis herab zu einer Woche Haft. Der grüßte Teil der Angeklagten war ohne Verteidiger. Nur einige Angeklagte hatten als solchen den Rechts- anwalt Dr. Sommerfeld- Eisenach. Dieser bezeichnete die Aeuße- rungen über die fraglichen Vorgänge als stark aufgebauscht. Es seien in der Tat nur relattv harmlose Vorgänge ge- wesen, die zu der Verhandlung führten. Da zum großen Teile junge unbescholtene Leute in Betracht kämen, müsse von einer Frei- heitsstrafe abgesehen werden, wenn man überhaupt zu einer Bestrafung konime. Der Gerichtshof war jedoch anderer Ansicht. Für ihn stand der „verbrecherische Entschluß" bei der Beteiligung an den Vorgängen für die meisten Angeklagten fest. Nur drei Angeklagte wurden mangels belastender Beweise freigesprochen, während die übrigen 18 Angeklagten zu zusammen 32 Wochen Gefängnis, einer Woche Haft und 115 M. Geldstrafe verurteilt wurden. Die Höchststrafe beträgt einen Monat Gefängnis. Für jeden objektiven Beurteiler steht fest, daß der„gute Ruf Eisenachs"— um mit dem Herrn Staatsanwalt zu reden— durch das redliche Bemühen, aus der Sache etwas zu machen,(anstatt sie wie andere gleichschwere Fälle mit Strafmandaten zu ahnden) bedeutend mehr geschädigt worden ist, als es durch die relativ harmlosen Ulkereien geschehen konnte. So haben die Berge gekreißt und ein Mäuslein gc- boren. Und dabei hat sich noch herausgestellt, daß weder polittsch noch gewerkschaftlich organisierte Arbeiter an den Tumulten beteiligt waren. So ist's also wieder einmal nichts mit dem schönen Agitattonsmaterial gegen die Sozial- demokratie. Deutsches Reich« Noch ein Aufreizungsprozeß. Aus Görlitz wird uns vom 2. Juni telegraphiert: Wegen des preußischen Wahlrechtsflugblattes wurde von der Strafkammer der Genosse L i ß k e auf Grund des AufteizungSparagraphen zu einemMonatGefängnis ver- urteilt. Die deutsche Rechtseinheit wird boshaft illustriett durch die Tatsache, daß dieses Flugblatt vor mehr als einem Dutzend preußischer Gerichte bezw. Staatsanwälte als nicht gegen die Gesetze verstoßend erklärt worden ist. In Görlitz und Stargard erblicken die Richter das Vergehen der Aufteizung in der Sprache des Flug- blattes, in anderen Gerichtsbezirken sind sie von seiner gesetzlichen Tendenz so überzeugt, daß sie nicht einmal eine Verhandlung anbe- räumen, sondern das Verfahren ohne weiteres einstellen! Ein Beweis, wie sehr der berüchtigte Kautschukparagraph 130 alles ins subjektive Er- sie zuhörten;— niemals hörten die Menschen seine Predigten mit solcher Aufmerksamkeit und Gier. Und ein schmerzlicher Stachel des Neides traf das Herz des Weisen. „Genossen!" sprach der Redner zu den Arbeitern;„wir liegen im Schlamme unserer Fron, gleich Steinen am Grunde des Flusses und über uns hin strömt das Leben unserer Unterdrücker. Wir sind ihnen nur Stufen und auf unseren Leibern steigen sie empor in lichte Höhen, und von dort richten sie die Kräfte ihres Verstandes gegen uns, um unsere Seelen noch mehr zu knechten. Sie wissen alles— wir nichts; sie leben— wir haben noch nicht gelebt; ihnen ist alle Weisheit bekannt— uns nur Märchen; alles Lichte ist in ihren Händen— in unseren nichts, und nicht einmal Brot haben wir genug, uns satt zu essen. Sie haben uns unterjocht und sind übersättigt, aber siehe, bald wird unser Hunger die Uebersatten be. siegen, denn ihr Geist ist kraftlos, wir aber sind stark und lebens- voll, deuir wir leben im Leben des Geistes. Wir wollen wissen, wir wollen Menschen sein, wir wollen leben. Wir wollen unsere gierige Seele mit aller Weisheit der Erde tränken, wir wollen alle», was schon da ist, und wir wollen schaffen, was noch nicht da ist!"— „Mjensch!" sagte der Weise mit herablassendem Lächeln,„Irr. tum ist Deiner Worte Namen. Begrenzt ist die Erkenntnis der Menschen, nie werden sie mehr wissen, als wozu sie fähig sind. Und wird es Dir, wenn Du untergehst, nicht gleich sein, ob Tu dann hungrig bist oder übersatt, gleich jenen, gegen die Du die schwachen Stacheln Deiner Weisheit richtest? Und gilt es nicht gleich, ob Du als Unwissender Dich in die Gruft legst, oder ein- gehüllt in» kalte Leichcngewand jener nichtigen Lehren Deiner Unterdrücker? Denke daran! alles auf Erden, und die Erde selbst, wird in den Abgrund der Vergessenheit hinabstürzen, in den boden- losen Strudel des Todes I" Die Arbeiter blickten ihm schweigend ins Antlitz und regungs- los hörten sie die weife Rede. Und kalt-grausam lehnten sie schließlich seine Worte ab. Da sagte einer zu seinem Genossen: „MatwejI mir tut die Hand weh. gib Du dem alten Akken einS ins Genick!" Das ist alles! Natürlich gebe ich zu, es ist etwas grob, dieses Arbeitcrvolk. Aber ist es seine Schuld? Wer hat es jemals gute Manieren gc- lehrt?— messen der Richter stellt, wie daS Gefühl der Richter in solchem Falle mitentscheidet über die Freiheit des politischen Gegners. Oder wird man sich etwa damit ansrcden wollen, es seien in Görlitz und Stargard besondere Verhältnisse in Betracht gekommen, die Arbeiter seien dort leichter aufzureizen oder erregter gewesen als im übrigen Preußen? Die Lächerlichkeit würde diese Ausrede schon im Keime töten.— Kaiserliche Wohnräume aus ReichZmitteln. Für den Kaiser sind auf dem vor der Vollendung stehenden Fkottenflaggschiff„D euts ch l an d", das natürlich auf Kosten des Reiches erbaut wird, prächtige Räume eingerichtet. Sie liegen im Hinterschiff auf dem Batteriedeck und bestehen, wie dem„Berl. Tgl." aus Kiel geschrieben wird, aus einem Salon mit anstoßendem Arbeits- und Schlafzimmer und einem Baderaum. Künstler haben nach englischem Stil die Ausstattung dieser Zimmer entworfen. Die Wände und Decken erhalten einen weißen Lack- anstrich, der nur durch zarte Profile und flache Ornaments- schnitzereien belebt wird. Auf Anordnung des Kaisers sind an den Wänden vier 8,8 Zentimeter Geschütze mit brünierten Rohren aufgestellt und an den Sockeln der Geschütze Klappsitze angebracht. Die Möbel sind teils aus dnnkelrot poliertem Mahagoniholz, teils aus dunkelgcbeiztem Eichenholz angefertigt und heben sich wirkungsvoll von den hellen Wandflächen ab. Die„Deutschland" zeigt außerdem als besonderen Schmuck eine Frauengestalt, die„Germania" dar- stellend. Ihr Oberkörper ist mit einer vergoldeten, vom eisernen Kreuz gezierten Brüne gewappnet. Die Linke trägt ein Schild mit dem Reichsadler, die Rechte ein Schwert. Am Heck sieht man ein „W", das von Wappenschildern, die den Reichsadler und den preußischen Adler tragen, eingefaßt ist. Nach dieser Darstellung wird sich zweifellos auf dem Schiffe ganz gut wohnen lassen und für den Staatsbürger bleibt nur die Frage, ob diese pompöse Ausstattung im Etat vorgesehen war oder der privaten Initiative des Kaisers entspringt. Im letzteren Falle hätte der Kaiser budgetrechtlich die Mehrkosten aus seiner P r i v a t- schatulle zu zahlen. Uebrigens aber wird sich sonst niemand darüber wundem, daß unsere dekorative Politik sich nun auch auf die Marine wirft. Da wir hier erst, wie Figura zeigt, in den Anfängen stecken, sind die Aussichten nicht übel— auch für den Steuerzahler.—_ Angeblicher Abschied des Grafen Posadowsky. Der Staatssekretär des Innern, Graf v. Posadowsky, soll, wie die„Neue mil.-pol. Korrespondenz" erfährt, noch im Laufe diesers Sommers seinen Posten mit dem eines Oberpräsidenten einer preußischen Provinz vertauschen. Als sein Nachfolger werde in stets gut unterrichteten Kreisen der preußische Minister des Innern v. Bethmann-Hollweg mit großer Bestimmtheit bezeichnet. Wenngleich die zitierte Korrespondenz sich bisher als außer- gewöhnlich gut informiert erwiesen hat, bezweifeln wir die vorstehende Meldung doch, obwohl ja schließlich in unserem persönlichen Kurse der Plötzlichkeiten alles möglich ist. Gegen die Richtigkeit der Meldung sprechen sehr starke sachliche Gründe. Graf Posadowsky ist vor allem die größte, wenn nicht gar die einzige wirkliche Arbeitskraft der gegen- wältigen Rcichsregierung; eine Arbeitskraft, die man gerade jetzt um soweniger entbehren wollen dürfte, als der Reichskanzler in Wahrheit viel stärker körperlich geschwächt ist, als die offiziöse Presse zugibt— ganz zu geschweigen von seinem alten Mangel produktiver geistiger Kräfte. Sonst hätten die Scharfmacher und Agrarier auch schon längst die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches erlebt, Posadowsky loszuwerden.—_ Die Hoheit bleibt. Dem Zentrum ist ein Stein vom Herzen gefallen. Die Meldung verschiedener Blätter, daß der Erbprinz von Hohenlohe von der Leitung der Lkolonialabteilung nicht zurücktreten wird, obgleich er nicht Staatssekretär, sondern bloß Direktor sein lann, wird bestätigt. Erleichtert schrieb die„Germania": „Man darf darin wohl ein Anzeichen dafür sehen, daß man in Regierungskreisen überhaupt aus der Angelegenheit nicht die Haupt- und Staatsaktion nmcht, die die Gegner des Zentrums, nicht aus sachlichen, sondern aus parteipolitischen Gründen, daraus gemacht sehen möchten. Vermutlich rechnet man dabei freilich darauf, daß das Kolonialamt nächstens doch be- willigt werde." Das Zentrumsblatt ist also froh, daß die angenehmen Be- ziehungen des Zentrums zur Regierung durch seinen Opposilions- anfall nicht gestört werden dürften. Unbehagen verursacht dem Blatt allerdings die Erwägung, daß die Regierung aus einen Umfall des Zentrums in nächster Session rechnet. Aber bis dahin wird sich das Zentrum schon an den Gedanken gewöhnt und für seine Wähler eine Ausrede ersonnen haben.— Stephany vor der Straßvurger Strafkammer. Straßburg, 1. Juni. sEig. Ber.) Der Ex-Polizeikonnnissar, der aus der Kutte gesprungen ist und gegen Regierung und Verwaltung im Reichsland eine von den schwersten Angriffen strotzende Broschüre geschrieben hat, ist zu v i e r Monaten Gefängnis unter An- rcchnung von drei Monaten Untersuchungshaft verurteilt worden. Aber nicht etwa wegen der Broschüre oder auch mir einer einzigen, in ihr enthaltenen Behauptung, sondern wegen eines völlig unerheblichen, ja geradezu lächerlichen Delikts, das er im Herbst 1803 begangen haben soll, das im Früh- jähr 19l)S durch seine eigene Zeugenaussage in einem Privat- beleidigungsprozeß ans Licht gebracht worden ist, dessen strafrecht- Ii che Ahndung aber erst angestrebt wurde, nachdem das b a l- digeErscheinenderberühmtgewordenenBro schüre in der Presse angekündigt>var. Erst dann wurde der AuslieferungSantrag an die Schweiz gestellt, die ihn teilweise an» nahm. Zwei Schriftstücke, die Stephany, als er noch Kantonal- Polizeikommissar war, erhalten hat. die er in einem Bericht an seine vorgesetzte Behörde wiedergegeben hat, zwei Briefe eines Arztes über einen unbequemen Kollegen hat er als sein Eigentum betrachtet und später diesem zweiten Arzt über- gellen, als er ihn um ein Darlehen ersuchte. Tatsächlich herrschen bei den Polizeikommissaren, wie sich aus den Zeugenaus- sagen ergab, sehr unklare und widerspruchsvolle Auffassungen über ihre Rechte an Schriftstücken, sodaß Stephany mindestens glauben durste, die Schriftstücke seien sein Eigentum. Diese Benutzung der völlig wertlosen Briefe haben aber Ministerium und Anklagebehörde als„Unterschlagung im Amte" angesehen. Und deswegen ist Stephany mit der oben angegebenen Gefängnisstrafe bedacht worden. Wie der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. Lennig, in seinem glänzenden Plaidoyer ausführte, ist es nicht dieser gänzlich unwichtige Fall, der in den großen SchtvurgcrichtSsaal eine Kopf an Kopf gedrängte Menge und zahlreiche Vertreter der Presse aus aller Herren Länder geführt hat, sondern der p o l i t i s ch e Hinter- grund, von dem sich der Prozeß heute abhob. Und trotz aller Einwände kann man sich des Gedankens nicht erwehre«: ein anderer als Stephany wäre einer solchen Bagatelle wegen ungeschoren geblieben! Die ganze offizielle Presse hat hinter Herrn von Koller Gift und Galle auf das„gemeine, nur von Motiven der Rache entsprungene Machwerl" gespieen. War aber die strafrechtliche Ber- folgung Stephan Ys von edleren Gefühlen geleitet? Wir schätzen Stephany nicht, der schon als Polizeikommissar unserer Partei in roher Weise entgegengetreten ist, damals ein angesehener Handlanger des KlassenstaateS. Aber wir verurteilen die hinterlistige und niedrige Vorschützung eines gänzlich unpolitischen Vergehens zur Bestrafung eines politischen Delinquenten! Und darin liegt die allge- meine Bedeutung des heute abgeurteilten Falles. ••• Aus der Verhandlung ist folgendes hervorzuheben: Der Sachverhalt ist folgender: In dem in der Nähe von Straß- bürg gelegenen Gei spolsheim gingen im Jahre 1901 der Kreisdirektion zwei Gesuche um Genehmigung eines Feuerwehr- Vereins zu. Das eine Gesuch ging von der durch den praktischen Arzt Dr. Mary geleiteten demokratischen Richtung aus, und Stephany wurde nun mit der Aufgabe betraut, Erkundigungen darüber einzuziehen, wie die Verhältnisse in Geispolsheim lägen. Um nun über Dr. Mary, den Antragsteller, näheres zu erfahren, lud Stephany den praktischen Arzt Dr. Bastian, ebenfalls in Geispolsheim wohnhast, einen politischen(klerikalen) Gegner des Dr. Mary, zur Vernehmung in seinem Bureau ein. Dr. Bastian stellte aus einem großen Bogen die unerhörtesten Anschuldigungen gegen Dr. Mary zusammen; bezeichnenderweise unterschrieb er nicht und bat, seinen Namen geheim zu halten und eine andere Person als Quelle zu nennen. Diesen Brief nahm nun Stephany zur Grundlage seines Berichtes, den er der Kreisdirektion einreichte, und indem er die Behauptungen Bastians über Mary zum großen Teil wörtlich wiedergab. Nachdem nun Stephany am 1. Oktober 1903 aus dem Polizeidienst entlassen war, bot er eines Tages dem Dr. Mary die Briefe an, und ersuchte ihn gleichzeitig um ein Darlehen von 150 M.; dieses Darlehen war aber nicht der Preis, um den die Briefe gekauft wurden, denn die Rückzahlung der 150 M. war von Stephany durch den Hinweis auf die inzwischen erschienene Broschüre garantiert. Es handelt sich nun nur um die Frage, ob diese schriftliche Auskunft als amtliche Mitteilung zu betrachten ist oder nicht. Die Anklage stützt sich daraus, daß Stephany von Amts- wegen eine Untersuchung veranstaltet habe, und daß demnach alle schriftlichen Auskünfte als amtliche Mitteilungen zu betrachten seien. Zudem könnten diese Schriftstücke schon darum nicht als Privateigentum betrachtet werden, weil sie jedenfalls unter das Ämtsgeheimnis fielen. Dagegen macht der Angeklagte geltend, es handle sich um vertrauliche Mitteilungen, die einen rein „informatorischen" Charakter trügen. Es werde bei derartigen Mitteilungen von feiten der Kreisdirektion nie nach den„Ver- trauensleuten" gefragt. Auch nach der Absicht des Verfassers müßten die Schriftstücke als nichtamtliche angesehen werden, da ja dieser ihn gebeten habe, die Verfasserschaft auf fremde Personen zu schieben, was, wenn die Schriftstücke amtliche wären, einer Ver- leitung zur Urkundenfälschung gleichkomme. Als erster Zeuge wird Dr. B a st i a n verhört. Derselbe macht den denkbar ungünstigsten Eindruck. Er macht unsichere Aussagen, stellt Behauptungen auf, für die er keinen Anhalt hat und wird durch die scharfen Anfragen des Angeklagten und seines Verteidigers Ivicderholt in die Enge getrieben.— Sein Kollege Dr. Mary sagt zugunsten Stephanys aus; er habe die Schriftstücke nicht gekauft; habe sie aber gegen ein Darlehen erhalten.— Der klerikale Partei- fteund Bastians, Schalst, sagt dasselbe aus wie Dr. Bastian. Beide Zeugen wollen in der Vernehmung des Dr. Bastian einen Akt der gerichtlichen Untersuchung gegen Dr. Mary wegen Notzucht usw. gesehen haben, so daß das vielgenannte Schmähschriftstück des Dr. Bastian über Dr. Mary gewissermaßen eine Ergänzung der Aussagen in der Vernehmung wären. Dem steht aber vollständig entgegen, daß die schriftliche Fixierung der Aussagen des Dr. Bastian bei Stephany mit der Feststellung endig- ten, daß Dr. Mary in der Feuerwehrfrage nicht die geeignete Per- sönlichkeit sei. Die Verteidigung wendet infolgedessen mit Recht ein, daß jedermann, besonders aber ein akademisch gebildeter Mann wie Dr. Bastian, bei diesem Schluß des Protokolls doch sehen müsse, daß es sich um die Feuerwehrfrage, und nicht um eine Strafsache wegen Notzucht usw. handele. Die zweite Kategorie von Zeugen haben mit der konkreten Frage nichts zu tun. Es sind eine Reihe von Beamten, die darüber Auskunft geben sollen, welches Anrecht— mangels ausreichender Bestimmungen— dem einzelnen Kantonalpol izcikommissar an Schriftstücken, die er von seinen„Vertrauensleuten" erhält, zusteht. Als erster tritt der ehemalige Vorgesetzte Stephanys, ber Kreis, direktor L a u tz, auf. Er soll darüber Auskunft geben, wie die Kommissare Spezialakten anlegen; er weiß es nicht. Ob sie von den Kommissaren zurückbehalten werden dürfen; dieselbe Antwort. Das tatsächliche Resultat des Zeugenverhörs ist gleich Stull. Bewiesen ist nur, daß in dem Punkt keine Klarheit herrschst. Tasselbe Resultat ergibt das Verhör zweier Polizei- kommissare, die zeitweise ausdrücklich bestätigen, daß die Eigen- tumsfrage bezüglich der genannten Schriftstücke absolut un- geklärt ist. Nach diesen Aussagen wird die Beweisaufnahme geschlossen. In der Nachmittagssitzung beginnt das Plaidoyer. Die Staatsanwaltschaft stellt die Behauptung auf, es komme darauf an, ob Stephany— abgesehen von der Eigentumsfrage— die fraglichen Schriftstücke in amtlicher Eigenschaft erhalten habe. Damit sei das wichtigste Merkmal des§ 350 St.-G.-B. ge. geben. Das sei aber erwiesen, und Stephany habe sich daher zweifellos des Vergehens, das ihm zur Last gelegt sei, schuldig ge- macht. Er beantrage eine Gefängnisstrafe von 6 Mo- na ten(ohne Einrechnuug der Untersuchungshaft). In einer glänzenden Verteidigungsrede wies Rechtsanwalt Dr. Lennig auf die UnHaltbarkeit der Anklage hin. Stephany habe ja den Dr. Mary aufgefordert, in einem Beleidigungsprozeß gegen Dr. Bastian die Schriftstücke vorzuzeigen, folglich habe ihm doch ganz offenbar das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seiner Handlung ge- fehlt. Auch die sonstigen Merkmale des§ 350 seien zum größten Teil nicht vorhanden. Er beantragt Freisprechung; wenn jedoch das Gericht zu einer Verurteilung gelange, so möge es die lange Unter- suchungshaft in Anrechnung bringen. Gegen 7 Uhr abends wird das Urteil verkündet: Es lautete auf 4 Atonate Gefängnis, unter Einrechnung der Untersuchungshaft vom 2. März ab. Stephany erklärte, auf das Rechtsmittel der Revision vorläufig nicht verzichten zu wollen. Das Publikum nahm daS Urteil unwillig auf und be- gleitete Stephany demonstrativ zum Untersuchungsgefängnis. Die Desavouierung der Puttkamerei. Zur Freilassung der Akwa-Häuptlinge, die wir gestern schon meldeten, wird der„Frankfurter Zeitung" aus Hamburg noch telegraphiert: Das neue unparteiische Gericht hat zugunsten der Opfer Puttkamers und Brauchitschs gesprochen. Der Richter Dr. Hctzcl verstand von Anfang an das von den Angeklagten dem neuen Ge- richt entgegengebrachte Mißtrauen zu beseitigen und King Akwa und vier Großhäuptlinge, die in Untersuchungshaft zurückbehalten wurden, zu bestimmen, auf alle Fragen mit Offenherzigkeit zu antworten. Die Frage des Richters, ob sie allein diejenigen seien, die die Beschwerdeschrist geschrieben, beantworteten sie einmütig: „Wir sind es gewesen!" Nach Ursache- der Abfassung der Be- schwerdeschrift gefragt, erklärten die Angeklagten, daß der Druck Puttkamers und Brauchitschs nicht länger mehr zu ertragen ge- Wesen sei. Als die Angeklagten vom Richter zu neuen Aussagen ermuntert wurden, fragten sie, wenn sie eine neue Beschwerde gegen Puttkamer und Brauchitsch abschickten, ob sie dann wieder in Gefangenschaft geworfen würden. Der Richter beruhigte sie deswegen. King Akwa bemerkte hierauf, das hätten auch die Gottcsleute ihnen gesagt.(Gemeint sind ein Pater der katholi- schen Mifsion und ein Pater der Baptistcnmission, die Verteidiger der Angeklagten, die die Regierung gestellt hat.) Die Gotteslcute hätten gefagt, sie sollten nur Gottvertrauen haben und mit gutem Mut ihre Beschwerde abschicken. So war der 2. Mai herangerückt. An diesem Tage machte der Richter den Angeklagten die Mit- teilung, sie seien frei, mahnte sie aber, bor lauter Freude nun keine Dummheiten zu machen. King Akwa fragte an einem Ver- Handlungstage, ob sein Sohn wegen der Beschwerdeschrift zum zweiten Male verhaftet werden sollte. Der Richter versichert� daran sei nicht zu denken. Die Entscheidung des Gerichts wurde von den Angeklagten anfänglich ganz ruhig aufgenommen. Dann erwiderte King Akwa, wenn er sich hätte erheben oder der Re- gierung andere Unannehmlichkeiten bereiten wollen, er nicht viele Jahre auf Abhülfe gewartet und schließlich eine Beschwcrdeschrift nach Deutschland geschickt hätte. Pater Gippert von der katholischen Mission und die Pastoren Stolz und Bender von der Baptisten- Mission verbürgten dem Gericht, daß die Akwaleute immer zur Re- gierung stehen und keine Unruhen inszenieren würden. Hierauf bemerkte King Akwa, daß er immer auf die Macht und die Ge- rcchtigkeit des deujschen Kaisers gebaut habe. Zum Schluß rief er wiederholt:„Esimo!", das heißt:„Hoch Kaiser Wilhelm!" Manga Bell, der Intimus Puttkamers und Brauchitschs, hat infolge des Urteils es vorgezogen, aus einige Monate Duala zu verlassen.— Polizei-Zickzack. Aus Hamburg wird uns vom 2. Juni telegraphiert: Die Polizei hat das gegen Frau R. Rüben erlassene Verbot, das Kampf sche Rcvolutionsdrama„Am Vorabend" zu rezitieren, aufgehoben. Vor wenigen Tagen erließ die Essener Polizei gegen die- selbe Dame das Verbot der Rezitation desselben Dramas. Ob sie nun auch zur, allerdings verspätet eingetretenen, Einsicht der Hain- bnrger Polizei kommen wird?— Wie die Regierung der Erneuerung der Fleischnot vorbeugt. Der Reichskanzler hat dem Bundesrat, wie die„Deutsche Fleischer-Zeitung" erfährt, eine Vorlage unterbreitet, wonach die Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschangesetz dahin abgeändert werden, daß das Fleisch einfinniger Rinder unter gewifsen Kautelen als völlig gen ußtan glich er- klärt wird. Ob Reichskanzler und Bundesratsmitglieder daS Fleisch einfinniger Rinder„unter gewissen Kautelen" für ihren eigenen Be- darf als„völlig genußtanglich" ansehen werden?— Tie Polizei hat bei einem Lohnkampf nichts zu suchen. Die „Arbeitgeberzeitung" schreibt in ihrer Nr. 21:„Ueberhaupt mutz der Gemeindeverwaltung mit Fug und Recht die Befugnis ab- gesprochen werden, sich in irgend einer Beziehung in einen Lohnkampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein- zumischen."— Tws schreibt das Scharfmachcrblatt aber nicht etwa, weil da oder dort eine Gemeindeverwaltung sich zum Nachteil der Arbeiter in einen Lohnkampf eingemischt hat, sondern weil die Gemeindeverwaltung in Mülhausen Streikende durch Arbeit unterstützt hat! Das ist freilich etwas anderes! Die Fahrkartensteucr soll nach anderen Meldungen doch mir für Fahrkarten in Anwendung kommen, die vom 1. August ab gelöst werden. Die Besteuerung von Karten, die vor dem 1. August gelöst werden, aber noch nach dem 1. August Gültigkeit haben, soll technisch nicht durchführbar fein und außerdem dem Charakter der Steuer, die eineu Urkundenjtempel darstellt, widersprechen. Das meinen wir auch.— Südwestafrikanisches. Eine amtliche Meldung, Berlin, vom 2. Juni, besagt: Nach dem Gefecht bei Nukais am 25. Mai war der Gegner zunächst nach Osten abgezogen. Unter der Einwirkung der von Duurdrist vorgehenden 9. Kompagnie 2. Feld-Ncgimcnts, und da den Hottentotten vermutlich auch die Besetzung der Wasserstellen am Geiab Revier bekannt war, wandten sie sich wieder nach Norden. Sie erreichten nördlich Tsaniab abermals das Ham Revier und zogen dann über Nagais und Dakeib in westlicher Richtung nach Gabis. Die Abteilung des Majors von Freyhold, die am 28. Mai vom Fischflutz kommend in Haib eingetroffen war, stellte durch ihre Patrouillen fest, daß etwa 250 Hottentotten die Päd Haib— Warmbad nach Süden zu überschritten hätten. Sie nahm sofort die Verfolgung auf. Major Sicberg, der unter äußerster Anspannung der Kräfte die Verfolgung bisher durch- geführt hatte, steht jetzt mit seiner Abteilung bei Warmbad. Major Rente! hat das Kommando an der Ostgrenze über- nommen. Rittmeister Ermekcil hält den unteren Fischflutz besetzt. Hauptmann von Bentivcgni vertrieb, gelegentlich einer Streife durch die Gr. Kärasberge, am 20. Mai nach kurzem Gefecht eine Hottentottcnbande und nahm ihnen ihr Vieh ab. Vereinzelte kleinere Banden traten im Löwenflutz bei Stamprict, am Fisch- fluß bei Hous und in der Gegend südlich Churutabis auf.— Bürgerlicher Kuddelmuddel. Dieser Tage mußte in der Stadt Lechhausen für einen verstorbenen Stadtrat ein Ersatzmann ge- wählt werden. Dabei ergab sich das interessante Bild, daß die liberale Fraktion für den Zentrumskandidaten und die Zentrums- fraktion für den liberalen Mann stimmte; zum Schluß erteilte jede Fraktion ihrem Parteigenossen ein Vertrauensvotum, um ihn dafür zu entschädigen, daß er je von der eigenen Partei im Sticke gelassen worden ist!— „Post"— Schöne— v. Brockhusen. Die„Post" fährt fort, durch langatmige Auslassungen, deren Hintermann der Polizei nichl fremd ist, die Tatsache zu verwischen, daß im Fall Schöne— v. Brockhusen daS Verbrechen der Urkundenfälschung erfüllt ist. Zunächst suchte sie das polizeiliche Taufen des jüdischen Russen in einen Christen, die Anfertigung eines falschen Passes für ihn zwecks Landesverrats und das Schöne— v. Brock- husensche Unternehmen des Landesverrats in eine harmlose Benutzung eines fremden Passes„zwecks besseren Fortkommens" umzudichtei». Da dieser einfältige Schwindel selbst von ihren Lesern nicht geglaubt wurde, so bediente ihr Hintermann sich des alten Dievestricks, „Haltet den Dieb" zu brüllen, um die Aufmerksamkeit von sich ab- zulenken. Unsere Genossin Rosa Luxemburg, so rechnete der Polizei- mann der„Post", ist den bürgerlichen Gegnern der Sozialdemokratie wegen ihrer Ueberzeugungstreue, ihres Opfermuts und ihrer Fähigkeiten verhaßt, behaupten wir also: Schöne-v. Brockhusen wollte nichts anderes tun als Rosa Luxemburg, wenn sie den Paß einer anderen bei ihrer Reise nach Rußland mit deren Einwilligung mitnahm. Nachdem wir diesen hirnverbrannten Vergleich des„Post"menschen ge- blihrend gekennzeichnet hatten, wird in der Ablagerungsstätte der „Post" für Verdächtigungen von neuem der Versuch unternommen, Schöne- v. Brockhusen Iveißzuwaschen. Zu diesem Behuf gießt der „Post"-Hinterman!i wieder einige Kübel Unrat gegen Genossin Luxemburg ans. Gönnen wir ihm das Vergnügen. Es ist für die Angegriffene erfreulich, von der„Post" angegeifert zu werden.-- Die sozialpolitische» Reben von Professor Ernst Abbe, de» im vorigen Jahre verstorbenen Gründers der Karl Zeiß-Sttftung in Jena, werden jetzt von Professor Czapski bei Gustav Fischer in Jena herausgegeben. Es sind dies die zum Teil nur im Manu- skript oder Stenogramme vorhandenen großen Vorträge und Reden Abbes über die Gewinnbeteiligung der Arbeiter, die Grundlagen der L o h n r c g e k u n g, die Verkürzung des industriellen Arbeitstages(Achtstundentages), die Aufgaben des Arbeiterausschusses usw., denen das Statut der Karl Zeiß-Stiftung angefügt ist.— Husland. Oesterreich. DaS neue Kabinett ist nun in folgender Zusammensetzung ge, sichert: Präsidium Beck. Bienerth Inneres. Derschatta(Deutsche Volks. Partei) Eisenbahnen. Marchet(Deutsche Fortschrittspartei) Unter- richt. Prade(Deutsche Volkspartei) deutscher Landsmannminister. Sektionschef Forscht(Jungtschcche) Handel. Pacak(Jungtschechc) tschechischer Landsmannminister. Vizepräsident Lembcrger Finanz. direktion. Korytowski(Pole) Finanzen. Dzieducsycki polnischer Landsmannminister. Graf Leopold Auersperg Ackerbau. Klein Justiz.— Schwetz. Ultramontane Nächstenliebe. 3ürich, 1. Juni.( Eig. Ber.)' Jm Kanton St. Gallen haben die Ultramontanen mit ihrer christlichen Nächstenliebe" einen humanen Fortschritt ver= hindert. Durch ein Gesez sollten die vorsintflutlichen Zustände in den Gefängnissen verbessert werden; es wurde aber nach einer rohen Gegenagitation der tatsächlich sehr unchristlichen Ultramontanen in der Volksabstimmung mit 26 415 gegen 16 320 Stimmen ver= worfen.Frankreich. Präsident Brisson. Paris, 2. Juni. Die Wahl Brissons zum Präsidenten der Kammer erfolgte mit 398 Stimmen. 7 Stimmen wurden für Dumer und 12 für Jules Guesde abgegeben. 18 Stimmen zersplitterten sich. Brissons Wahl wurde von allen Fraktionen, ausgenommen dem Zentrum, mit Freude begrüßt. Rabier und Cailloux wurden zu Vizepräsidenten gewählt. Brisson bestieg alsdann die Rednertribüne und hielt eine Ansprache, worin er den Triumph der Republik feststellte. Sozialistische Interpellation. Paris, 2. Juni. Die sozialistische Kammerfraktion beauftragte Jaurès und Guesde, in der Kammerdebatte über die allgemeine Politik der Regierung einzugreifen, um über die Haltung der Regierung in den Arbeiterfragen, besonders in Streits zu interpellieren. Eine neue Bischofsversammlung. es fich bei unseren entrüfteten Kollegen boch jedenfalls nicht! Erklärung. Paffus 2 unserer Lohnforderungen Eesagt:„ bet Das ist darum handeln kann und darf, am 1. Mai ein paar schöne Ge- halber Soft 12 Mart und Logis außer dem Hause ertra. danken im„ Korr." ausgedrückt zu finden, sondern ihre Wünsche so zu verstehen, daß der Arbeitgeber mindestens 3 Mark für Logis müßten nicht in letter Linie darauf fußen, daß die würdigste extra zu zahlen hat. Im übrigen verweisen wir noch auf die weißen Form der Maifeier die Arbeitsruhe" ist, wie auch seit Jena mit Kontrollfarten mit der Unterschrift„ Baumgart". Wo die Plakate ganz besonderer Berve darauf hingearbeitet wird. Diese Arbeits- aushängen, da sind die Forderungen bewilligt. ruhe gedenkt der Verband aber gar nicht erzwingen zu wollen, Verband deutscher Barbier, Friseur- und Berüdenmacher- Gehülfen wie die Beschlüsse der Gauvorsteherkonferenz beweisen. Also auch Berlin. H. Schulze. aus rein praktischen Gründen hängt hier die Korr."- Redaktion in der Luft." Sodann sagt sie weiter: Berliner Gewerkschaftskommission. Deutfches Reich. Achtung, Schiffszimmerer! „ Die Parteiorgane aber, die mit Schmunzeln diese gegen Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission macht darauf uns gerichteten Refolutionen abdruckten, mögen daran erinnert aufmerksam, daß das Sekretariat am 5. Juni( 3. Pfingstfeiertag) sein, daß sowohl das„ Correspondenzblatt" der Generalfommis- den ganzen Tag geschlossen bleibt. sion wie die Organe der Handels- und Transportarbeiter, der Textilarbeiter und der Gastwirtsgehülfen ebenfalls den dies= jährigen 1. Mai ignoriert haben. Von einer Entrüstung der in Betracht kommenden Parteiblätter gegen die genannten Gewerkschaftsorgane liest man aber keine Zeile. An solche Proben offenDer Streit der Schiffszimmerer auf der Vereinigten Aftien fichtlicher Unparteilichkeit" find wir allerdings längst gewöhnt gesellschafts- Werft in Magdeburg dauert unverändert fort. Alle und nehmen sie daher nicht tragisch. Für die der„ Korr."- Schiffszimmerer werden gebeten, hiervon Kenntnis zu nehmen. Redaktion gewordene Bevorzugung werden wir uns bei passender Arbeiterfreundliche Blätter werden dringend um Abdruck gebeten. Gelegenheit dankbar erweisen." Paris, 2. Juni. Es heißt, daß die Bischöfe in der nächsten Zeit eine weitere Versammlung abhalten wollen, um alle Einzelheiten hätten, maßten wir uns an, den Buchdruckern Vorschriften darüber durfte es erst längerer Verhandlungen, bei denen die Direktion der durch das Trennungsgesetz geschaffenen Lage zu erörtern; doch wurden in der letzten Bersammlung feinerlei Beschlüsse gefaßt, da die Bischöfe erst die Entscheidung des Papstes über die Stultusvereinigungen abwarten wollen. Belgien. Neue Unruhen im Kongostaat. Brüssel, 1. Juni. Der Direktor der Kasah- Gesellschaft im Kongostaat wurde von einem gemaßregelten Beamten erstochen, der darauf Selbstmord beging. Von widerspenstigen eingeborenen Häuptlingen wurde eine Farm des Kongostaates überfallen und geplündert. Der von den eingeborenen Soldaten im Stiche gelassene europäische Verwalter der Farm konnte sich nur mit Mühe über den Wombafluß retten.( Frantf. 8tg.) Italien. Ein Bombenfund. Ancona, 2. Juni. Bei einer bei einem Friseur namens Antonio Gabbianelli vorgenommenen Haussuchung wurden 3 vollkommen ge= brauchsfertig gemachte Bomben gefunden, die mit Zündern versehen waren. Diese Bomben sollen in der artilleristischen Versuchsanstalt einer Untersuchung unterworfen werden. Außerdem wurden in der Wohnung Gabbianellis zwei Badete mit Sprengstoffen gefunden. Infolge dieser Entdeckung wurden 12 Anarchisten verhaftet.Spanien. Vom Attentat. Nach neueren Meldungen wird die Zahl der Getöteten auf 24 angegeben( 13 Militärpersonen, 11 Zivilisten). 26 Militärdem leicht verwundet sein. personen und 24 Bivilisten sollen schwer, zahlreiche Personen außer Der Engländer Robert Hamilton ist unter dem Verdacht der Weitschuld in Haft; doch fordert die englische Botschaft zu Madrid feine sofortige Entlassung, indem sie versichert, daß er weder Anarchist, noch an dem Attentat beteiligt sei. Nach einer nachträglich aufgetauchten Version soll der eigent, liche Attentäter durch die Explosion der Bombe selber getötet sein. Trotzdem hält der Minister des Innern sein Ausschreiben aufrecht, in deur 25 000 pesetas für die Ergreifung des verdächtigen Mateo Morales geboten werden. Schweden. König und Bolt". zu machen, ob sie zu einer Sache Stellung nehmen sollen oder nicht. Berlin und Umgegend. zurücivich. Auf die erst geplante Einladung der zirka 2000 AusWir möchten dazu nur bemerken, daß wir uns über den Mit einer Niederlage der Scharfmacher unter den Metallindu korrespondenten" durchaus nicht entrüstet haben. Wenn die in striellen ist nunmehr auch der Kampf in Dresden beendet worden. Betracht kommenden Gewerkschaften zu der Auffassung ihrer Fach- Alle Firmen, die bei der Wiederaufnahme der Arbeit provozierende blätter keine Stellung genommen haben, fonnten wir ganz felbst- Maßnahmen geltend zu machen suchten und auf Maßregelungen verständlich auch von Kundgebungen teine Notiz nehmen. Das war für uns natürlich kein Grund, die nach unserer Meinung anerken- ausgingen, haben jezt kapituliert. In der Blechtwarenfabrik von nenswerte Meinungsäußerung verschiedener Mitgliedschaften des Eschenbach erfolgte bereits am Freitag die anstandslose WiederaufBuchdruckerbandes zu unterdrücken. Daß wir das verschmähten, nahme der Arbeiter, und zwar geschlossen. Bei der Firma Seidel und Naumann( Nähmaschinen- und Fahrräder- Fabrik) be= Schritt für Schritt vor der Macht der organisierten Arbeiterschaft gesperrten mittels Postkarte verzichtete man, es sollten alle geeigneten" Arbeiter nach und nach wieder eingestellt werden. SchließDie Aussperrung der Lithographen und Steindrucker beschäftigte lich strich man auch das Wort geeignete". Die Ausgesperrten ereine sehr stark besuchte öffentliche Versammlung der Arbeiter dieses klärten sich aber noch nicht befriedigt. Sie forderten abteilungsBerufes, welche am Freitag in Kellers Saal tagte. Im Vorder- weise Wiederaufnahme der Arbeit innerhalb 8 Tagen. Da erklärte die Firma: Alle Ausgesperrten sollten innerhalb grunde des Interesses stand die vom Referenten a ß gemachte 14 Tagen wieder an ihre alten Pläke tommen und Mitteilung über die in der gestrigen Nummer des Vorwärts" er der aus Streitbrechern zusammengesetzte Arbeiterausschuß sollte be= wähnte Verfügung des Frankfurter Landgerichts. Es handelt sich feitigt werden. Diese Zugeständnisse wurden am Sonnabendmittag um den Prozeß, den 31 Mitglieder des Senefelderbundes, welche von einer Versammlung Ausgesperrter unter der Voraussetzung Gegner der Verschmelzung des früheren Senefelderbundes mit dem akzeptiert, daß Nichtbeachtung der Vereinbarungen mit geVerbande der Lithographen und Steindrucker sind, gegen den schlossener Arbeitsniederlegung beantwortet werden sollte. Diensgegenwärtigen Vorstand des jetzigen Senefelderbundes führen. tag früh bezw. Dienstagmittag soll die Arbeit wieder aufgenommen werden. Damit ist der Kampf auch in Dresden be= Der frühere Senefelderbund war lediglich ein Unterſtügungs- en bet. Die Unternehmer haben tapituliert und die organisierte berein. Die Gegner der Verschmelzung wollen bon der gewerkschaftlichen Tätigkeit des jezigen Senefelderbundes nichts den Kampfplatz nach gewaltigem Ringen. Metallarbeiterschaft behauptet siegreich und geschlossener denn je dieser Dbwohl die Unterstügungslasse und Gewerkschaftstasse getrennt verwaltet, behaupten die Kläger, ihre in den Unterstützungskassen erworbenen Ansprüche würden durch die gewerkschaftliche Tätigkeit des Bundes in Frage gestellt. Geſtügt auf diese falsche Anschauung ist jedenfalls das Frankfurter Landgericht zu der genannten Verfügung gekommen, welche dem gegen wärtigen Vorstande des Senefelderbundes bis zur Entscheidung des Rechtsstreites die gewerkschaftliche Tätigkeit untersagt. wissen. die " Die Mitteilung dieser Entscheidung, oder vielmehr das Verhalten natürlich allgemeine Entrüstung hervor. Ju scharfer Weise verurteilte derjenigen, welche sie veranlaßt haben, rief in der Bersammlung man das Vorgehen der Einunddreißig, dieser Auch- Kollegen, die sich nicht schämen, am Vorabend eines Kampfes, wie ihn die Organisation der Lithographen und Steindrucker noch nicht erlebt hat, die gewerkschaftliche Tätigkeit der Organisation mit Hülfe des Gerichts 3u binden. Rusland. Ein neuer Scharfmacherverband. In London hat sich ein Komitee zur Schaffung eines Verbandes der britischen Fabrikinduſtrien gebildet, der die Interesien dieser Industrien mit Rücksicht auf die Tätigkeit und den Einfluß der Arbeiterpartei schützen soll. Beabsichtigt wird unter anderem die Aufklärung der Arbeiter über die Wirkung von Zöllen. Die bis jetzt für den Plan gewonnenen Personen repräsentieren viele Millionen Kapital. .. B. aus Naco in Arizona sind die Bergarbeiter der Greene Bergarbeiterausstand in Amerika! Nach einem Telegramm des Consolidated Copper Mines in Cananea in Mexiko wegen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten. Nach einem Kampfe be mächtigten sich die Bergleute der Minen, wobei eine Anzahl Perfonen, etwa 50, zumeist Merilaner, getötet wurden, und richteten große Verwüstungen an den Grubenanlagen an. Der merikanische Gouverneur der Provinz Sonora ist mit merikanischen Truppen dorthin abmarschiert, auch amerikanische Truppen sollen abgesandt werden. Die Amerikaner in Cananca haben sich zusammengetan, um nach Möglichkeit das Mineneigentum zu schützen. Der Tumult ist durch Ausschreitungen betrunkener Merikaner am Zahltage entstanden; man denkt, daß durch Eintreffen der Truppen die Ruhe wieder hergestellt werden wird. Der Vorschlag des Hauptvorstandes, die Tätigkeit, die er laut gerichtlicher Verfügung einstweilen nicht ausüben darf, einer Kommission der Berliner Kollegen zu übertragen, wurde ohne weiteres angenommen, und ist dafür gesorgt, daß der gegentvärtige Kampf nicht die geringste Störung erleidet, und daß auch die UnterNorrköping, 2. Juni. Bei einem aus Anlaß der hiesigen Aus- stützung der am Stampfe beteiligten Kollegen in feiner Weise geschmälert wird. stellung veranstalteten Festmahle hielt der Kronprinz eine Ueber die Situation des Kampfes selbst wurde ausgeführt, daß Mede, in der er unter anderem folgendes ausführte:„ Die Stellung des Königs, die immer verantwortungs- die Aussichten für die Arbeiter die besten seien. Die Aussperrung Scharfmacherboller und schwieriger wird, ist besonders in der legten werde nicht den Umfang annehmen, welchen der Gafas Letzte Nachrichten und Depeschen. Zeit schwer gewesen, va man es so barstellte, als stehe er vor der verband beabsichtigte. Wenn auch Dr. Gerschel, der Führer dieses Wahl, sich auf die eine oder die andere Gesellschaftsklasse stüßen Verbandes, alles aufbiete, um die Arbeiterorganisation lahm zu zu müssen. Der König steht immer über den Parteien und muß legen, so werde diese doch als Sieger aus dem ihr aufgezwungenen über ihnen stehen. Es scheint mir, daß man in der Wahlrechts- Kampfe hervorgehen. frage bergessen hat, daß es sich nicht darum handelt, ob das WahlRiesenaussperrung in Desterreich. Wien, 2. Juni.( Meldung des Wien er t. I. Rorr.- Bureaus.) Die Zentralorganisation der Arbeitgeber des Baugewerbers hat be recht ein allgemeines sein soll oder nicht. In der Frage fam ca In dem Unternehmen Berliner Bleiche, Färberei und schlossen, von heute ab sämtliche Arbeiter der dem Zentralverbande auf die Wege an, auf denen man zu demselben Ergebnis gelangen Druderei Oberfpree"( vormals Wolffs Stattunfabrik) find angehörenden Branchen- Vereinigung zu entlassen. Durch die Gefonnte. Man kann wohl verschiedene Ansichten über die Vortreff: Differenzen ausgebrochen. Weil die Arbeiter der Einführung einer lichkeit des einen oder des anderen Systems haben. Deshalb braucht neuen Fabritordnung widerstrebten, welche eine große Verschlechterung neralaussperrung werden 50 000 Arbeiter betroffent. In Arbeiteraber der Streit nicht einen schärferen Charakter anzunehmen, da für sie bedeutet, wurden heute drei Viertel der dort beschäftigten ja alle, wenn auch auf verschiedenen Wegen, dasselbe Ziel ver- Arbeiter ausgesperrt. folgen. Der König will und kann nicht ohne 3u= jammenwirken mit dem Volk arbeiten. Die wich tige und bedeutungsvolle Wahlrechtsfrage muß jedoch vorher von allen Seiten beleuchtet werden, ehe der entscheidende Schritt in der einen oder anderen Richtung getan werden kann." Aus dieser diplomatischen fronprinzlichen Rede scheint nur so biel ficher hervorzugehen, daß sich die Monarchie in Schweden zur zeit sehr wenig wohl fühlt. Denn sonst pflegen sich die Monarchen und ihr Anhang nicht auf das" Zusammenwirken mit dem Volte" zu berufen. Gewerkschaftliches. Brave Hirsche! Die„ Volts- 3tg." nimmt erfreut Notiz von der neuen Hirsch- Tat in: Breslan. Sie schreibt: Die Breslauer Metallindustriellen haben die Aussperrung der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinler aufgehoben, worauf diese die Wiederaufnahme der Arbeit unbekümmert um die ausgesperrten Gewerkschaftler beschlossen, weil der Metallarbeiterverband sie als gleichberechtigt im Lohukampf bisher nicht anerkannt habe. Heute haben die Schlosser der beiden Waggonfabriken die Arbeit aufgenommen, am Mittwoch werden alle anderen Gewerkvereinler, an 670 Mann, die Arbeit aufnehmen. Küß die Hand Euer Gnaden! So sieht der Hirsche Solidarität aus. Sie erfreuen sich eines Sieges über kämpfende Arbeitsgenossen, wenn sie dem Kapital sich hundedemütig unterwerfen dürfen! Allen Scham- und Kiassengefühls bar, posaunt man die Verräterei auch noch als Ruhestat in die Welt hinaus. Und solche Gesellschaft will als gleichberechtigt anerkannt werden! Solchen Gesellen die Gleichberechtigung zuerkennen, hieße die Selbstachtung preisgeben, die Arbeiterbewegung zu einem Puppenspiel herabwürdigen. Achtung, Brauereiarbeiter! Die organisierten Brauereiarbeiter der Aktiengesellschaft zum Betriebe von Brauereien, vorm. Brauerei Schönbed in Neuruppin haben einmütig die Arbeit niedergelegt, weil seitens des Betriebsleiters von ihnen der Austritt aus der Organisation verlangt wurde. Die Brauerei Schönbeck in Neuruppin ist somit für organisierte Arbeiter gesperrt. Die gesperrte Brauerei betreibt eine Niederlage in Berlin NW., Stephanftr. 15. Die Gauleitung. Die organisierten Hausdiener, Kutscher. usw. aus den Handtuchund Wäsche- Verleih- Instituten Berlins machen die organisierte Berliner Arbeiterschaft darauf aufmerksam, daß dieselben seit dem 1. Mai eine braune Kontrolltarte eingeführt haben. Nur von den Firmen wird der Tarif gezahlt, deren Arbeiter im Besitz einer Kontrollfarte sind. Die Karte ist von brauner Farbe und nur dann gültig, wenn diefelbe ordnungsgemäß jeden Monat abgestempelt ist. Wir appellieren an das Solidaritätsgefühl der gesamten Arbeiterschaft! Die Hausdiener, Kutscher usw. der Handtuch- und WäscheBerleih- Branche. J. A.: Wilh. Müller, Waßmannstraße 37, IV. Lohnbewegung der Friseurgehülfen. Im Norden von Berlin wird heute ein Flugblatt verbreitet, in welchem behauptet wird, der Gehülfenvertreter Liere sei selbst schon erfolglos felbständig gewesen und er habe gesagt, die Meister tönnten den Tarif nicht bezahlen. " kreisen schäzt man die Zahl der Arbeiter, welche im Laufe der Woche ausgesperrt werden, auf 150 000. Die Behörden unternehmen energische Schritte zur Beilegung des Konflikts. Das neue Ministerium. Wien, 2. Juni.( Von einem besonderen Korrespondenten.) Wie die Neue Freie Presse" meldet, sind die kaiserlichen Handschreiben betreffend die Ernennung des Ministeriums Bed sind bereits vollzogen und werden morgen veröffentlicht werden. Am Montag erfolgt die Vereidigung der Minister, am Dienstag findet der erste Ministerrat statt. Der Bombenwerfer" Hamilton. Madrid, 2. Juni.( W. T. B.) Auf die Vorhaltungen des englischen Gesandten hin ist der gestern verhaftete englische Staatsangehörige Robert Hamilton wieder freigelassen worden. Die Verhaftung war ein auf Uebereifer zurückzuführender polizeilicher Mißgriff. Die Trauben sind fauer. Petersburg, 2. Juni.( B. H.) Der ehemalige Prokurator des heiligen Synods, Pobjedonoszew, verzichtete darauf, Mitglied des Reichsrates zu werden, da ihm seitens der Revolutionäre mit dem Tode gedroht wurde. Er siedelt gänzlich nach Gussuf in der südlichen Krim über. Die Unruhen in Cananea. New York, 2. Juni.( W. T. B.) Nach ergänzenden Meldungen über die Unruhen in den Kupfergruben von Cananea, die in Naco( Arizona) eingegangen sind, haben die Merikaner Hierzu ist zu bemerken, daß der Vertreter des Gehülfenverbandes Eigentum im Werte von 250 000 Dollar, darunter den Holzplatz der fie Kollege Liere wohl sieben Jahre selbständig war, aber nicht erfolglos, Minengesellschaft und die Bureaugebände, eingeäschert; sondern er hat infolge Berufswechsels sein Geschäft aufgegeben. sprengten mit Dynamit den Zugang zum Pulverhaus, um sich Ferner hat Liere nicht, wie im Flugblatt behauptet wird, gesagt: Waffen und Munition zu verschaffen. Es folgte ein heftiger Die Meister fönnen bei den heutigen Preisen diesen neuen Kampf mit der Polizei, bei dem es beiderseits mehrere Tote gab. ,, Korrespondent" und Maifeier. Die Redaktion des Korre- Tarif nicht bezahlen, sondern bezugnehmend auf das Flugblatt der Tie Zahl der ausständigen Arbeiter beträgt 50 000. Die von den fpondent" nimmt zu den in verschiedenen Buchdruckerversammlungen Innungsgehülfen, führte er aus, daß in 57 Geschäften die merikanischen Arbeitern bedrohten Amerikaner verbarrikadierten gefaßten Resolutionen Stellung, in denen das Fehlen eines Mai- Lohnforderungen nicht durchgeführt werden können. Im übrigen sich in der Presbyterianerkirche; ebenso wurde das Wohnhaus des festartitels im Fachorgan verurteilt wird, und bemerkt dazu u. a. spricht das Flugblatt für sich selbst und möchten wir noch anfragen, Minenbesitzers Green von ihnen verbarrikadiert und in Ver. sachlich: wie fich die Redereien mit der früheren Behauptung der Arbeitgeber teidigungszustand gesetzt. Von Naco find 100 bewaffnete Amerikaner nach Cananea abgegangen; bei Posse hatten lezte Nacht 25 Mann Ferner kommt in Betracht, daß auch die Dresdener decken, der von uns geforderte Lohn werde schon lange gezahlt? Generalversammlung die definitive Regelung der Maifeier in Wir appellieren an das Solidaritätsgefühl der Arbeiterschaft aus Bisbee, die die Grenze bewachten, einen Zusammenstoß mit unferer Organisation bis zum nächsten internationalen Stongreffe, und veriveisen auf die Beschlüsse des Attionsausschusses und der merikanischen Zollbeamten, bei dem es zu Blutvergießen tam. Nach einer weiteren Depesche ist die Nuhe in Cananea wieder auf dem auch die Buchdrucker vertreten sein werden, zurüdgestellt Berliner Gewerkschaftsfommission. hergestellt. Dann sei man noch so freundlich und bedente weiter, daß Die Lohukommission. J. A.: Adolf Schmidt. hat. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Qierzu 3 Beilagen. Hr. 127. 28. Zonutag, 3. Inni 1906. Michael Davitt. Man schreibt uns aus London: Ein Leben voll der- wegener Kämpfe und schwerer Opfer im Dienste der nationalen Freiheit und sozialen Gerechtigkeit fand am Dienstag sein Ende. Michael Davitt, einer der charaktervollsten, mutigsten und beredtesten Iren und sozialistischen Bodenreformcr, starb nach kurzer Krankheit in Dublin. Er war im Jahre 1846 in Irland geboren. Seine Kindheit fiel in die Jahre des Hungers, der Kartoffclpcst und des tiefsten Elends seines vielgeprüften Landes. Sein Vater, ein kleiner Farmer. konnte während der Hungerjahre den Pachtbetrag nicht zahlen und wurde gewaltsam von der Scholle ver- trieben. Die Familie wanderte nach England aus, wo sie in den Textilfabriken Lancashires Beschäftigung fand. Der kleine Davitt mußte unter diesen Umständen schon frühzeitig in die Fabrik, jedoch besuchte er auch eine protestantische Schule. Im elften Lebensjahre traf ihn während der Arbeit ein schwerer Unfall; Sein rechter Arm geriet in eine Maschine und wurde derart zugerichtet, daß zur Amputation geschritten werden mußte. Die Maschine war nicht geschützt, Unfallentschädigung gab es damals noch nicht, und so wurde der kleine einarmige Ire aufs Pflaster gc- worfen. Er verkaufte nun Zeitungen auf der Straße, war Lausjunge in einem Postanite und dann in einer Buch- druckerei. Sein großes Redner- und Schriftstellertalent, das sich schon zeigte, stellte er ganz in den Dienst seines Volkes, dessen tüchtigste Elemente damals einen sehr ernsten und bitteren Kampf gegen die englische Regierung unternahmen. Mit Feder und Flinte, mit Worten und Explosivstoffen be- gannen sie die Aufmerksamkeit Englands auf das Los ihres Volkes zu lenken und zwangen die öffentliche Meinung, jene Reihe von irischen Refornien Einzuleiten, die noch heute an- dauert und bereits zu erheblichen Verbesserungen in der wirtschaftlichen und politischen Lage Irlands geführt hat. Ebenso wie Bismarck im Jahre 1884 zugab, daß die Furcht vor der Sozialdemokratie der Anfang der Sozialreform- Weisheit in Deutschland war. so gestand Gladstone, daß es ohne die Bombenattentate der Ferner(revolutionären Iren) zu keiner irischen Bodenreform gekommen wäre. Davitt focht seit 1865 in den vordersten Reihen als zündender Redner, Pamphletist, Waffenlieferant und Bombenwerfer. Im Jahre 1870 wurde er verhaftet und wegen Hochverrats zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ende des Jahres 1877 wurde er als tioüst-ok-lsave-mmi(unter der Bedingung ruhigen Ver- Haltens) von der konservativen Regierung in Freiheit gesetzt. Er ging nach Amerika, um dort mit den Führern der revo- lutionären Bewegung Irlands in Verbindung zu treten und die Fortsetzung des Kampfes zu ermöglichen. Zu jener Zeit zeigte sich in Amerika ein gewisses Aufleben der sozialistischen Bewegung sowie der durch Henry George begründeten Bodenreform-Agitation. Davitt wurde in den neuen Gedankenstrom hineingerissen, und seine älteren Freunde verwiesen ihn auf den irischen Sozialisten und Boden- reformer Fintau Lalor, der schon in den vierziger Jahren in Irland für die Vergesellschaftung des Grund und Bodens ge- kämpft und die ökonomische Umwälzung als die Grundlage und Grundbedingung aller anderen Reformen betrachtet hatte. Davitt nahm die Gedanken Lalors wieder auf und entwarf den Plan zur Gründung einer irischen Landliga. Jni Jahre 1879 war Davitt wieder in Irland. Die Liga wurde gegründet und übte einen mächfigen Einfluß auf die irische Bewegung aus. Im Jahre 1881 wurde Davitt und Parnell verhaftet und erst im Mai 1882 freigelassen. Die Iren wählten Davitt ins Parlament, aber als—„Zuchthäusler" durfte er sein Mandat nicht ausüben. Seine Liga war es indes, die Gladstone zwang, schon im Jahre 1881 die Boden- reform in ernster Weise aufzunehmen. Erst im Jahre 1895 konnte Davitt als Parlamentsmitglied wirken, legte aber sein Mandat beim Ausbruch des Burcnkrieges nieder als Protest gegen das Jingo- Parlament. Er ging mit großzügigen, aber etwas phantastischen Plänen nach Südafrika: Er Ivollte einen Konflikt zwischen Frankreich und England provozieren und auch Rußland in den Kncg ziehen, um auf diese Weise den Briten das Piratcnhandwcrk zu legen. Er war ein glühender Feind Englands, doch sein Plan mißlang. Davitt war einer der wenigen irischen Führer, die auch den Klerikalismus der katholischen Hierarchie Irlands be- kämpfen. Dazu gehört dort ein großer Mut. Er kam in enge Beziehungen zur britischen Arbeiterpartei und war stets bereit, durch sein zündendes Wort und seinen Einfluß den englischen Sozialisten zu helfen. Bei den englischen Arbeitern stand er in hohen Ehren. Jene Szene wird unvergeßlich bleiben, die sein Erscheinen auf dem letzten Londoner Kongreß der Arbeiter- Partei(Februar 1906) hervorrief: die 400 Delegierten und die Zuschauer auf den Galerien erhoben sich und bereiteten Davitt ein begeistertes Willkommen. Er sah schon damals nicht wohl aus, aber sein Benehmen und seine Sprechweise ließen ein so schnelles Ende nicht ver- muten. Er bat mich noch, der deutschen Sozialdemokratie, besonders dem Genossen Bebel, die herzlichsten Grüße und Wünsche zu übersenden.— 4. Ctnmltlerslmmlllllg des Nerbaudes städtischer JUbtiter. h. Mainz. 1. Juni. Sechster Tag. Die Statutenberatung wird fortgesetzt. In seinem Schlußwort zur Generaldebatte gibt sich Dittmer nochmals Mühe, den An- trägen der Kommission Geltung zu verschaffen. Die Einzelberatung ergibt diese wesentlichen Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustande: Der Verband heißt:„Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter". Der Satz, der den Verband auf politische und religiöse Neutralität festlegt, wird gestrichen._ Der wöchentliche Beitrag wird von 20 Pf. für männliche und 16 Pf. für weibliche Mitglieder aus 36 bezw. 26 Pf. erhöht, invalide Mitglieder zahlen 16 Pf. Dafür wird neu eingeführt eine ErwerbSlosemmtcr- stützung. Diese beträgt nach einer Mitgliedschaftsdauer von Für männliche Für weibliche Beitrags- Mitglieder Mitglieder Wochen wöchentlich wöchentlich 62 4 Mark auf 4 Wochen 3 Marl auf 4 Wochen 166 4„„ 6„ 3„„6„ 260 4„, 6„ 3„„6„ 416 4„„ 7„ 3„. 7„ 620 4,„8, 3„, 8„ Veitraqs-W. 52 156 260 416 520 nicht übersteigen losenunterstützimg Für weibliche Mitglieder 12 M. 16. 13„ 21„ 24„ Die Gesamtsumme der innerhalb eines Jahres<62 aufeinander- folgende Wochen) zu erhebenden ErwerbSlosenunterstlltzung darf bei einer Mitgliedschaftsdauer von Für männliche Mitglieder 16 M. 20.. 24„ 28.. 32„ und kann ein Mitglied nur dann wieder Erwerbs- erhalten, wenn vom jeweiligen Erhebungstage 62 Wochen zurückgerechnet die Jahressumme in diesen 52 Wochen von ihm noch nicht voll erhoben ist. Die bisherigen Sätze für Gemaßregeltcnunterstützung bleiben bestehen, eS wird lediglich bestimmt, daß sie in der Regel nicht länger als 13 Wochen bezogen werden soll. Betreffs der Streik- Unterstützung wird bestinimt, daß sie möglichst nicht mehr als drei Viertel des bezogenen Lohnes betragen soll. Die bisherigen Sätze bleiben bestehen. Zur Stcrbeunierstützung wird beschlossen, beim Tode der Frau eines Mitgliedes die Hälfte des Satzes zu zahlen, den das Statut im umgekehrten Falle vorsieht.— Die er- höhten Beiträge werden ab 1. Oktober 1906 bezahlt, von welchem Zeitpunkte ab die erhöhten Unterstützungssätze in Kraft treten mit Ausnahme der Erwcrbslosenuutcrstützung, die ab 1. Oktober 1907 in Kraft tritt. Eine Resolution bestimmt, daß bis zum 1. April 1907 der Ucbcrtritt der von der Filiale Groß-Berlin abgesplitterten Gruppe der Revier-Jnspektion von Bcrlin-Brandenburg zur Filiale Groß- Berlin vollzogen sein muß. Die ordentlichen Verbandstage finden alle drei Jahre statt und sind vom Verbaudsvorstande einzuberufen. Außerordentliche Ver- bandstage sind einzuberufen, wenn Vorstand und Ausschuß sich mit 3li Stimmenmehrheit dafür entscheiden oder wenn 3/i der Verbandsfilialen dies beantragen. In Zukunft soll der Geschäftsbericht des Vorstandes vierzehn Tage vor der Generalversammlung in den Händen der Delegierten sein.— Beschlossen wird die Einrichtung einer Preßkommission. Deren Wahl soll die Filiale vornehmen, an deren Ort das Verbandsorgan erscheint, lieber die Gcrwerkschaftspresse im all- gemeinen entspinnt sich eine kurze Debatte. Ein Delegierter wünscht, die Gewerkschaftspresse möge sich mit den Parteiblättern nicht immer in den Haaren liegen, sondern einen versöhnlicheren Ton anschlagen. Legien tritt diesen Ausführungen scharf entgegen und betont, daß die Gelverkschaftspresse doch keineswegs die Pflicht hat, sich alles ge- fallen zu lassen, sondern daß es auch hier heißt:„Wie man in den Wald ruft, so hallt es wider!"— Weiter wird beschlossen: Die Zeitungskommission hat jederzeit das Recht, in Gemeinschaft mit Vorstand und Ausschuß mit Drciviertel-Majorität den Redakteur seines Amtes zu entheben, sofern sie die Ucberzeugung gewinnen, daß Haltung und Schreibweise des Organs den Interessen des Ver- bandes zuwiderläuft.— Falls das Amt des Redakteurs in der Zeit zwischen zwei Verbandstagen vakant wird, entscheiden über die Neu- besetzung die ZeitungSkommission in Gemeinschaft mit dem Vorstand und Ausschuß.— Die letzte Seite der„Gewerkschaft" ist zu einem Drittel als VersammlungSanzeigcr zu benutzen und entstehen den Filialen dadurch keinerlei Kosten, wenn für eine Sektion oder Filiale nur eine Zeile beansprucht wird. Weiter wird ein umfangreiches Streikrcglement mit genauen Vorschriften angenommen, zum Schluß das Gesamtstatut. Im Programm, welches gleichfalls neu durchberatcn wird, wird u. a. der Achtstundentag verlangt, in Unternehmen mit ununter- brochenem Betrieb das Dreischichtensystem. Angestrebt werden soll die Freigabe des 1. Mai. Der Anknüpfung internationaler Beziehungen, die deutscherseits angeregt wird, stimmen die Vertreter von Frankreich und Holland zu, während der dänische Vertreter auf die internationalen Beziehungen der Generalkommission hinweist und sich ziemlich reserviert ausdrückt. Nach längerer Debatte wird folgende Resolution angenommen: „Der vierte Verbandstag in Mainz beauftragt den Vorstand, mit den Gemeindearbeiterorganisationen der anderen Länder inter- nationale Beziehungen anzuknüpfen und den Austausch des wesentlichen Materials zu pflegen. Den einzelnen Landesorganisationen wird empfohlen, sich aus dem internationalen Kongreß 1907 zu Stuttgart vertreten zu lassen." Dem Verbandsvorstand wird zur Berücksichtigung überwiesen: Er möge alljährlich Erhebungen veranstalten über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Gäsanstalteu, über die Gewährung von Sommerurlaub, über die Gewährung der sich aus dem Z 616 des B. G.-V. ergebenden Bencfizien, über Alters-, Invaliden- und Hinter- bliebenenversorgung, über ArbciterauSschiisse. Der nächste Verbandstag findet in Dresden statt. Der Vorstand wird beauftragt, nach und nach Gaubeamte an- zustellen für Frankfurt, Pommern(Sitz Stettin), Leipzig, Elsaß- Lothringen, Nürnberg, Königsberg und Magdeburg.— Für die Besoldungsverhältnisse der Beamten wird folgendes festgelegt: Hülfsarbeiter 1600—2100 M. pro Jahr. Gauleiter 2100-2600 M.. Vorstandsmitglieder 2400—3000 M. Die jährliche Steigerung be- trägt 100 M. Die bisherige Tätigkeit kommt in Anrechnung. Alle Vcrbandsbeamten, auch die Ortsbeamten werden vom Haupt- vorstand angestellt und besoldet. Die Filialen haben das Mitbestimmungsrecht. Der Sitz des VerbandSausschusseS ist wiederum Hamburg.— Zur Alkoholfrage wird folgende Resolution angenommen: „Die gegenwärtige Entwickelung beweist, daß sich in der Arbeiterschaft immer mehr und inehr die Ucberzeugung Bahn bricht, der überinäßige Alkoholgcnnß bedeute eine schwere Gefahr für die weitere wirtschaftliche EntWickelung der Arbeiterklasse. — Der vierte Verbandstag des Gemeindearbeiter-VcrbandcS schließt sich dieser Meinung an und empfiehlt deshalb allen Verbandsfunktionärcn, bei den Mitgliebern diese Uebcrzeugung zu befestigen." Zuni Vorsitzenden des Verbandes wird M o h S gewählt mit 50 von 03 abgegeben Stimmen, als Kassierer wird A ß m a n n ein- stimmig wiedergewählt. Zum Redakteur des Vcrbandsorgans wird Dittmer- Berlin mit 39 Stimmen gewählt, Bürger, der ablehnte. erhielt 6 Stimmen. Zum Verbandssekretär(zweiten Vorsitzenden) wird Riedel gewählt. Damit sind die Arbeiten des Verbands- tages erledigt. Morgen beginnt die Konferenz der GaSarberter. Huö der Partei. Eine Jugendorganisation ist in Karlsruhe nach einem Referat des Genossen Dr. F r a n k-Mannheim im Wahlverein gegründet worden. Ein Komitee ist mit den weiteren Schritten betraut. Schwerer Verlust. Die Ordnungspresse ist schier auS dem Häuschen über einen schweren Schlag, der unserer Bewegung in Schivetzingen(Baden) versetzt worden ist durch die Veröffentlichung folgender Erklärung: „In einem hiesigen Blatt bringt der Gesamtvorstand der sozialdemokratischen Partei hier eine Bekanntmachung, wonach die Unterzeichneten aus ihrer Partei beziehungsweise aus der sozial- demokratischen Bürgerausschußfraktion ausgeschlossen seien. Die Gründe, welche diese Partei zu diesem Schritt veranlaßt, liegen lediglich darin, daß wir, unbekümmert um den hiesigen Maurerstreik, die von uns übernommenen Arbeiten fortführten. Wenn diese Partei sich erdreistet, unser Tun und unsere ehrliche Arbeit als„ehrlos" zu bezeichnen, so geben wir diese Bezeichnung m it En t rü st un g zurück. Wir haben die Fesseln dieser Partei, die sich eine freie Partei nennt, lange genug getragen und möchten wir nur wünschen, daß auch den anderen Arbeitern die Augen über diese und ihre Führer, welche nur die Verhetzung der Arbeitermassen zu deren Nachthcil(Rheinische Gummifabrik Neckarau-Mannheim) kennen, baldigst aufgehen mögen. Was die Stellung als Mit- glied des Bürgcrausschnsses anbelangt, so haben wir auch da mit dem seither in dieser Partei eingenommenen einseitigen Stand- Punkt gebrochen und werden einer freien Entschließung in rich- tiger Erwägung der Vorlagen ohne irgendwelchen politischen Einfluß das Wort reden und auch fernerhin weiter betätigen. I. Kürschner III. Karl Kurz. I. Fackel." Die Erklärung charakterisiert die drei Gesellen so gut, daß wir ihr kciu Wert anzufügen brauchen. Es ist nur bedauerlich, daß die Genossen bei der Ausstellung der Gemeinderatskandidaten sich die Leute nicht genauer angesehen haben! Der Parteitag der polnischen Sozialdemokraten Oesterreichs zu Lemberg beschloß die Gründung eines Tageblattes in Lemberg. Außerdem wurde die Gründung jüdischer Sektionen mit einem Landeskomitee in Lemberg beschlossen, dem die Leitung der Agitation unter den jüdischen Proletariern obliegen soll. Nach Schluß des Parteitages wurde ein Meeting veranstaltet, das massenhaft besucht war. Zwölf Delegierte hielten Ansprachen an die Versammelten. Im Namen der ruthenischen Bauern sprach der Bauer Genosse O st a p c z u k. nach ihm hielt D a S z y n S k i eine flainmende Anrede, die mit stürmischem Beifall aufgenoinmen wurde. Alle Redner betonten die Kampfbereitschaft der polnischen und ruthe- nischcn Bauern und Arbeiter. An die Versammlung schloß sich ein riesiger Demonstrationszug, in dem die Delegierten mit roten Ab- zeichen an der Spitze marschierten. Vor dem Mickiewicz- Denkmal wurde eine rote Fahne entfaltet, worauf H u d e c eine Ansprache hielt, die stürmischen Beifall fand. Von der Schweizer Sozialdemokratie. Von unserem Züricher Korrespondenten wird uns gemeldet: In Chaux-de-Fonds haben unsere Genossen eine Gewalttat der Bürgerlichen erfolgreich durchkreuzt. Bei den Generalrats-(Stadt- verordneten-) Wahlen, die nach dem sogenannten freiwilligen„Proporz" erfolgten, eliminierten die Bürgerlichen unsere beiden Genossen Raine und Graber, weil sie Antimilitaristen sind. Daraufhin legten die 10 gewählten Genossen ihre Mandate nieder und 2 davon nahmen keine Kandidatur mehr an. Nun wurden die übrigen 3 und auch die beiden Antimilitaristen wiedergewählt.— In G e n f haben bei den sonntägigen Wahlen unsere Genossen ihre bisherigen 6 Sitze im städtischen Parlament verloren. Sie ivaren mit dem linken Flügel der Radikalen gemeinschaftlich vorgegangen.— Der Große Rat des Kantons Bern'zählt nur noch 14 Sozialdemokraten gegen 13 vorher. Nach dem geforderten Proporz würden unseren Genossen sicher 30 Sitze gehören.__ Gegen den Disziplinbruch. Paris, 30. Mai.(Eig. Ber.) Wir haben über den Konflikt berichtet, der während der Wahlbewegung zwischen den sozialistischen Kandidaten des 13. und 15. Pariser Arrondissements Coutures und Aubriot und der Seine-Föderation der Partei ausbrach, weil sich die Kandidaten weigerten, in der Stichwahl ihre Kandidaten zugunsten der Radikalen zurückzuziehen. Coutoures brachte durch sein Verhalten den Radikalsozialisten Buisson in Gefahr, von einem Nationalisten geschlagen zu werden. Im anderen Fülle lag die Gefahr der Wahl eines Rcaktronären nicht vor. doch hatten Aubriot und der Radikale Chautard vor der Wähl öffentlich die Verpflichtung auf sich ge- nonnnen, zugunsten des im ersten Wahlgaug Begünstigten zurück- zutreten. In beiden Fällen war der Beschluß des Föderalrats der Seine verletzt, der für die StickUvahlen die Kooperation init den bürgerlichen Republikanern vorschrieb, wogegen die beiden Zu- widerhandelnden allerdings die vom letzten FöderationSkongreß be« schloffene Formel ins Feld führen, die eine Unterstützung der bürger» lichen Kandidaten nur unter bestimmten Bedingungen zuließ. Sicher ist, daß das Verhalten Coutures in allen Kreisen der Partei Eni- rllstung hervorgerufen hat, da es offenkundig den Reaktionären zu- gute kam und sich obendrein gegen einen erprobten und verdienstvollen Demokraten richtete. Die Exekutivkommission der Scinefödcration beantragte zur Wahrung der Parteidisziplin in der letzten Sitzung des Föderalrats die dauernde Ausschließung Aubriots und Coutures. Die Exekutiv- kommission hatte den Antrag mit allen gegen zwei Stimmen befür- wartet, doch beschloß der Föderalrat mit 64 gegen 41 Stimmen, vorläufig von der Ausschließung abzusehen und erst eine Unter- suchung der Fälle mit Einvernahme der Beteiligten vorzunehmen. Zu diesem Zweck wird eine 7 gliedrige Kommission gewählt. Sozialea« Wie die RcichSbehörden daS Koalitionsrecht der Arbeiter respektieren. Ucbcr die kaiserliche Kanalwerft am Saatsee bei Rendsburg und die rückständigen Vcrwaltungsprinzipien ihrer Leitung ist schon iviederholt im„Vorwärts" berichtet worden; das Stück wahrhast gewalttätiger Sozialpolitik aber, das heute zu melden ist, setzt allem bisherigen die Krone ank. Auf der Werft ist nämlich seit Donnerstag folgender Ukas angeschlagen: „Den Werftarbeitern untersage ich. Mit- glieder des Deutsche nMetallarbeiterverban des zu sein. Bis zum 6. Juni d. I. hat jeder Arbeiter dem Werk m ei st er zu melden, o b er dem Verbände angehört. Wer am genannten Tage noch Mitglied des Deutschen MetallarbeiterverbandeS ist, scheidet mit Ablauf des 20. Juni auS feiner Beschäftigung auS der Werft aus. Saatsee, den 31. Mai 1906. Der Maschinenbauinspcktor Blankiirsoth, Baurat." Wird da? Reichsmarineamt, dessen Untergebener der Baurat in Saatsee ist, diesem Herrn klar machen, welcher Skandal darin liegt, daß solchermaßen ein Reichsbetrieb seinen Angestellten die gesetzlich garantierte Koalitionsfreiheit zu rauben sucht? Die Reichs« r e g i e r u n g hat im Reichstage bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches zugegeben, daß ein Vertrag, der das Koalitionsrecht in der in Sanlsee versuchten Weise beeinträchtigt, gegen die guten Sitten verstößt und nichtig ist. Wird dem Baurat Gehalt gezahlt, um gegen die guten Sitten zu verstoßen? Nicht nur vom Reichsmarineamt, sondern auch von der Justiz- Verwaltung vorlangen wir ein Einschreiten. Der Ukas des Baurais ist ein strafbarer Nötigungsversuch, wenn man die vom Reichsgericht gegen Arbeiter angewendeten Rechtsgrundsätze auch gegen den Baurat Blankiirsoth anwendet. Ist Anklage gegen ihn erhoben oder aus welchen Gründen ist sie unterblieben? Krankenkassen für Prophylaxe. Bekanntlich ist seitens verschiedener Aufsichtsbehörden Kranken- kassen zu Unrecht untersagt, Kosten für die Beschickung von Kongressen und dergleichen auszugeben, weil das gegen§ 29 deS Kranken- Versicherungs-Gesetzes verstoße. Wiederholt haben wir Entscheide von Behörde», z. B. der bayerischen Regierung und Gerichten, zitiert, die im Gegensatz zur Ansicht des Oberverwaltungsgerichts die zutreffende Anschauung vertreten, die Krankenkassen haben zweifellos das Recht und die moralische Pflicht, Ortskrankenkassen-Kongresse. Kongresse zur Bekämpfung der Schwindsucht, der Geschlechtskrank- 0 = B Der Ausschuß zu essen. Sanerei in amerikanischen Fleischhäusern. Hus der Frauenbewegung. Industrielle Frauen- und Kinderarbeit. Belten usw. zu beschiden. Diese zutreffende Ansicht scheint jetzt auch 2883 Stid. Im Anschluß hieran verdient Erwähnung die Einfuhr| Reffelit zu 2000 Litern und einem dritten zu 6000 Litern, einem im Reichsamt des Innern Eingang gefunden zu haben. Dies ent- von Gänsen mitt 40 102 gegen 25 878 Stück und von Giern mit 172 458 Naum für Formerei, einem Schneideraum und einem ferneren Saal nehmen wir aus einem Anschreiben des deutschen Zentralfomitees Doppelzentner gegen 126 601 Doppelzentner und die Abnahme der für Herstellung von Toiletteseifen. Die Kessel und elektrischen Einzur Errichtung von Heilstätten für Lungentrante, dessen Einfuhr von frischen Heringen auf 18 955 Doppelzentner von 74 090 im richtungen find in Tsingtau selbst beschafft worden. Der Hauptteil Borsizender der Staatssekretär des Innern, Bormonat. An Brennstoffen, Steinkohlen, Brauntohlen, Steinkohlen der übrigen Maschinerien ist aus Dresden bezogen. Staatsminister Graf von Posadowsky- Wehner tots wurden eingeführt 15 741 470 Doppelzentner gegen 12 744 443 i ft. Dies Komitee hat eine Einladung zur dritten Tuber- Doppelzentner im März, ausgeführt in Steinkohlen 15 045 277 tulofe Aerzte Versammlung zum Freitag, den Doppelzentner gegen 14 500 059 Doppelzentner. Weniger dem Ge1. Juni 1906, erlassen. Auf der Tagesordnung der Versammlung wicht als dem Wert nach sind bedeutsam die Mehrausfuhren ver- Untersuchung ergeben hat, die Zustände nicht weniger schlimm und In den New Yorker Schlacht- und Packhäusern sind, wie eine stand u. a.: 1. Neuere experimentelle Untersuchungen über Tuberkulose. schiedener Erzeugnisse der Textilindustrie, wie bei ſeidenen etelerregend als in Chicago. Die Ueberwachung, wie sie zurzeit Berichterstatter: Professor Dr. Wassermann- Berlin. 2. Wie ist nach Posamentierwaren 3063 000 m. gegen 1732 000 m. im März, bei gehandhabt wird, ist völlig ungenügend, und eine reine Posse. In den bisher gemachten Erfahrungen die Auswahl der Kranten für Wollgetveben 13 157 000 m. gegen 8 743 000 M., Baumwollene New York hatten im verflossenen Jahre sechs Inspektoren 493 000 die Volksheilstätten zu treffen? Berichterstatter Dr. Bickert- Beelitz. Spitzen, gestickt, 1319 000 m. gegen 889 000 M., desgleichen Waggonladungen Fleischerzeugnisse zu prüfen, und dazu noch täg 3. Erfahrungen aus den Heilstätten: a) Sollen Luft- und Sonnen- gewebt usw. 891 000 m. gegen 414 000 m., Plattstichstickereien lich niehrere Tausend Stück lebendes Vieh zu besichtigen. bäder in die Heilstättentherapie aufgenommen werden? Bericht- 652 000 m. gegen 372 000 m., andere Stickereien 1067 000 erstatter: Dr. Liebe- Waldhof- Elgershausen. b) Erfahrungen über Mart gegen 755 000 m. Zugenommen hat weiter die Aus- Schlachthäuser wurden über 11 Millionen Pfund Fleisch als frank Bei der fürzlich vorgenommenen Untersuchung der Chicagoer die Behandlung der Kehlkopftuberkulose mit Sonnenlicht. Bericht- fuhr an Baumwollgeweben, gefärbt, bedruckt, bunt gewebt mit oder anderweit zum Genuß ungeeignet befunden. Einer der geerstatter: Dr. Stoppert- Berka/ Jlm. c) Kurze Mitteilungen über einen 13 204 Doppelzentner gegen 10 906 Doppelzentner, baumwollenen heimen Kommiffare des Präsidenten Roosevelt sah, wie die InFall von Lungenphtise kompliziert mit Streptococcus capsulatus. Sandschuhen, Haarneßen 1245 Doppelzentner gegen 875 Doppel- spektoren 31 frante Tiere besichtigten, die große Beulen an den Berichterstatter: Dr. Bockhorn- St. Andreasberg. d) Sonstige Mit- gentner, baumwollenen Strümpfen, abgepaßt, 6568 Doppelzentner Stinnladen hatten; von diesen 31 Stüd Vieh wurden nur 7 zurüc teilungen aus den Heilstätten. gegen 4992 Doppelzentner. Die Ausfuhr von Sattler- und Täschner- gewiesen. Das Zentralfomitee hat an Krankenkassen die Einladung zu waren betrug 1963 000 m. gegen 790 000 m. im Vormonat. Außer Westen, hat seit zehn Jahren keine Besichtigung stattgefunden. In Omaha, einem Hauptsitz der Fleischindustrie im diesem Kongreß mit folgendem Anschreiben versendet: dem ist hinzuweisen auf die vermehrte Ausfuhr von Roheisen, NohDer Sekretär der New Yorker Schlächtervereinigung erklärte " In der Anlage übersendet das Präsidium ganz ergebenst die luppen, Rohschienen, schmiedeeisernen Trägern, die fast durchweg heute in einer Unterredung, in den New Yorker Wurstfabriken Einladung zur Tuberkulose- Aerzte- Versammlung für den Vorstand erhöhte Ausfuhr an Maschinen und an Webstühlen. herrschten unsagbar scheußliche Zustände. Viele Arbeitsstätten haben und die unterstellten Anstalts- bezw. Vertrauensärzte mit der feine Kanalisationsverbindungen, sondern nur große Sentgruben mit Der deutsche Handelstag nahm in seinen Sigungen am 30. und stinkendem verfaulenden Abfall gefüllt. Bitte, den Aerzten möglichst zahlreich Gelegen In einer Fabrik laufen heit zum Besuch der Versammlung geben au 31. Mai in Frankfurt a. M. zu verschiedenen Fragen Stellung. Ratten auf den Tischen umher, auf welche das Fleisch zum Zerwollen, damit die Verhandlungen ein ersprießliches Resultat U. a. wurde beschlossen, darauf hinzuwirken, daß die den Genossen- kleinern geworfen wird, und niemand denkt daran, den von den ergeben. Bei der wichtigkeit der zur Verhandlung stehenden schaften bisher eingeräumte Sonderstellung in der Steuergesetzgebung Ratten hinterlassenen Schmuz wegzuschaffen. Geraten einmal ein Themata für die Fortbildung der Herren Aerzte( namentlich die beseitigt werde. Hingegen sollen die bisher ihnen auferlegten Beschrän- Dugend Ratten in die Hackmaschine, so werden sie mit dem Fleisch Sektion und der Vortrag des Herrn Professor Wassermann) darf fungen in bezug auf den Verkauf an Nichtmitglieder aufgehoben werden. zerkleinert. Abfall wird aus Hotels und Restaurants in großen wohl gehofft werden, daß die Anstalten im eigenen Jede behördliche Begünstigung der Konsumvereine gegenüber dem Massen bezogen und mit dem Wurstfleisch vermiſcht. Kein Wursts Interesse die Kosten der Entsendung der Aerzte Kleinhandel soll fortfallen. Den Kleinhändlern sei zu empfehlen, fabrikant würde sich soweit überwinden, seine Erzeugnisse selber freundlichst übernehmen werden. Weitere Exemplare Seredits und Einkaufsvereinigungen zu gründen und für eine möglichst der Tagesordnung stehen gern zur Verfügung." jorgfältige Ausgestaltung des kaufmännischen Fortbildungsschul- Der frühere Schlachtdirektor Thomas Dolan, der Leiter eines der Es wäre zu wünschen, daß das Reichsamt des Innern nunmehr wesens, insbesondere für eine bessere Ausbildung der Lehrlinge größten Chicagoer Backhäuser war, sagt, Tausende Stück Vich mit Es wäre zu wünschen, daß das Reichsamt des Innern nunmehr Veranlassung nimmt, diejenigen Aufsichtsbehörden, welche noch immer Sorge zu tragen. Der Bundesrat soll Bestimmungen erlassen, nach Tuberkulose, Brand und anderen Krankheiten behaftet würden von die Kaffen an der Erfüllung ihrer auf Prophylage gerichteten Be- präparate, Tee oder Fleischertraft nach ausländischem wird eingefocht und die Bouillon wird zu Suppen- und Fleisch die Kaffen an der Erfüllung ihrer auf Prophylaxe gerichteten Be- denen auf Packungen, in denen Saferpräparate, Mais der Aufsicht durchgelassen. Zum Hundefutter ungeeignetes Fleisch strebungen zu hindern suchen, eines Besseren zu belehren. Gewichte abgewogen find und in den Einzelverkehr ge- ertraften verwandt, während das trodene wertlose Fleisch mit Gelatine Eigentümliche Verhandlungsmarimen des Weißenseer Gewerbegerichts- Gramm anzugeben ist. Der Versuch des Verrats und der Krantes Fleisch, das von den Inspektoren zur Vernichtung bestimmt bracht werden, in leicht erkennbarer Weise das Reingewicht in vermischt, in Büchsen gefüllt und als Sülzfleisch verkauft wird. vorsitzenden. Verwertung von Geschäfts- oder Betriebsgeheim- wurde, wird zurückgeschmuggelt und mitverwandt. Eigenartige Praktiken scheinen auf dem Weißenfeer Gewerbe- nissen soll strafbar sein. Als Konkursmassenverkäufe sollen mur gericht sich ausbilden zu wollen. Der Vorsitzende des Ge- solche bezeichnet werden dürfen, die unter Leitung des Konkurs richts Dr. Pape, bekannt durch seine vergeblichen Bemühungen um berwalters und für Rechnung der Konkursmasse stattfinden. Auf die Bürgermeisterstelle in Weißensee und burch seinen Kampf gegen Beschleunigung des Gerichtsverfahrens, sowie darauf, daß die Krankenkasse, entwickelt auch in seiner Eigenschaft als Gewerbe- in weiterem Umfange als bisher öffentliche Klage bei Vergerichtsvorsitzender eigenartige Anschauungen. In der Klagesache des gehen gegen das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs Möbelpolierers Saß gegen den Möbelpolierer Schulz wegen Aus- erhoben werde, sei zu bringen. Der Postschalterdienst am Jahr zu Jahr größeren Umfang an. Ganz neue Industriezweige Die Zunahme der Frauenarbeit in der Industrie nimmt von zahlung einer Lohurestsumme von 65 Mt. liegt der Klage folgender Geburtstage des Kaifers und der Landesfürsten Jahr zu Jahr größeren Umfang an. Ganz neue Industriezweige Sachverhalt zu Grunde: Schulz hat die Polierarbeiten des Tischler- foll auch am Nachmittag von 5 bis 7 Uhr stattfinden. Dem Bundes- blühen in furzer Zeit empor, worin weibliche Arbeitskräfte in meisters Denning in dessen Werfstelle unter sich. Schulz erhält den rat gegenüber will man in einer Eingabe energischen Widerspruch hervorragendem Maße Beschäftigung finden. Die männlichen Lohn für die beschäftigten Polierer und hat diesen Lohn an diese gegen die vom Reichstag empfohlene Vertenerung der Porto Arbeiter werden, wo es nur irgendwie angängig ist, durch billigere, Kategorie von Arbeitern auszuzahlen. Sämtliche Arbeiter des fäße im Ortsverkehr Einspruch erheben. weibliche ersetzt. Neue, berbesserte Maschinen verjagen viele Tischlermeisters Denning, darunter auch Schulz, find von Denning sprach sich ferner fich ferner gegen die Errichtung von Handels Arbeiter, handwerksmäßige Betriebe gehen zum Maschinen- und zur Krankenkasse gemeldet, in seinen Händen befinden sich die inspektionen, für die Wiederabschaffung der LohnzahlungsGroßbetrieb über und nehmen das ist die Begleiterscheinung Invalidenkarten der Arbeiter, Marten werden von ihm geklebt, also bücher für minderjährige Arbeiter, sowie für Ver- Arbeiten, die sonst an die physische Kraft außerordentliche Ander modernen Entwickelung Frauen in ihr Unternehmen auf. ohne Zweifel alle Arbeiter sind Arbeitnehmer dieses Betriebes. Der besserung der Bestimmungen über die Führung von 2ohn- sprüche stellten, werden heute, vermittelst Maschinen, durch FrauenMöbelpolierer Schulz hat nun mit dem Saß einen wöchentlichen Lohn büchern in der Kleider- und Wäschekonfettion aus. von 25 M. vereinbart, der nach und nach auf 28 M. erhöht wurde, Ferner sprach man sich dahin aus, daß sowohl für die technischen hände bewältigt. Ein Zurückgehen der Frauenarbeit macht sich während Tischlermeister Denning an Schulz für den Saß die ganze Angestellten, als auch für die Angestellten des Handels bei Ver- in folchen Beschäftigungen bemerkbar, welche für die KörperZeit 30 M. pro Woche gezahlt hatte; die Differenz verlangte nun hinderung des Dienstes durch unverschuldetes Unglück(§ 63 des beschaffenheit der Frau besonders schädlich sind, wie z. B. in Saß von Schulz herausgezahlt. In der Sache fand am Mittwoch Handelsgesetzbuches und§ 133 der Gewerbeordnung) fein gesetzlicher probufte, in der Lederindustrie und in der Industrie der Steine Ziegeleien, in der Industrie der forstwirtschaftlichen Nebenzum dritten Male Termin statt, hervorgerufen durch die sonderbare Bwang zur Fortzahlung des Gehaltes eingeführt werde, daß aber, und Erden. Die Zigaretten- und Textilindstrie haben ein ZuRechtsauffassung Dr. Papes. 3weimal wurde ein Verfalls dies zugestanden werde, die Abzugsfähigkeit der Beträge aus strömen von Arbeiterinnen erfahren. Die gute Geschäftslage ist treter des Klägers vom Vorfizenden abgelehnt, der Kranken- und Unfallversicherung gefeßlich freigestellt werde. einmal weil der Kläger mit anwesend war und er ein Grund mit für das Uebertreten der Arbeiterinnen in diese dann, nach Ansicht Dr. Papes, teine Vertretung Korresp.": Angesichts dieser günstigen Lage von Bergbau und Eisen- Arbeitskräften bemerkbar. Trotzdem allerwärts ein Zuwachs von Ueber die Lage des Wirtschaftsmarktes schreibt die Arbeitsmarkt- Berufszweige. Fast überall macht sich ein Mangel an weiblichen brauche, das andere Mal weil erst untersucht industrie nimmt es nicht wunder, daß auch die Unternehmungsluft Arbeiterinnen fonstatiert ist im Landespolizeibezirk Berlin im werden müsse, ob der Vertreter die Sache ge wird von den Gewerbes schäftsmäßig betreibe. Am Mittwoch war der Kläger mit zunimmt. Im Ruhrbezirk ist man an mehreren Orten, wie in lezten Jahre girta 1500 Personen einem anderen Vertreter anwesend. Zu Beginn der Verhandlung Verschmelzung von Bergwerken zwecks besserer Ausnußung wird leb- den Bedürfnissen entspricht. In Berlin schiebt man die Schuld Wengern a. d. Ruhr, eifrig mit Schürfversuchen beschäftigt. Auch die treibenden fortwährend Klage geführt, daß die Zunahme lange nicht meldet sich der Vertreter zum Wort und stellt sich vor. Dr. Pape läßt sich nicht unterbrechen; er erklärt: ich spreche jetzt. Der haft angestrebt; die Internationale Bohrgesellschaft beabsichtigt, daran vielfach den Warenhäusern zu, welche durch ihre Ausdehnung Kläger Saß: Herr Vorsitzender, ich habe mir einen Vertreter mit mehrere Gruben in Kupferdreh zu konsolidieren. Auch andere Ver- viel weibliches Personal einstellen. Hauptsächlich macht sich der gebracht. Vorfiender: Ach, was brauchen Sie einen Vertreter, schmelzungen von Bergwerlen im Bezirk Gelsenkirchen sind in Aussicht Mangel in der Konfettion, Schokoladen- und sonstigen SaisonDas können Sie allein machen. Se läger: Dann lehne ich genommen. Im Eiſengewerbe machen sich ebenfalls Bestrebungen geschäften bemerkbar, die jetzt für die Dauer des gesteigerten GeSie als befangen ab. Borsigender: Das können Sie zur Erweiterung des Produktionsapparates bemertbar, die Ober- fchäftsganges taum noch Aushülfskräfte bekommen fönnen. Der machen, aber das hätten Sie gleich machen sollen, jest ist's schlesische Eisenbahnbedarfs- Aktiengesellschaft beabsichtigt den Bau Regierungsbezirk Liegniß weist eine Zunahme von 842 Arbeite zu spät.- Vorher war wie erwähnt, die Partei nicht veier neuer Hochöfen, die allerdings nur für den eigenen Bedarf rinnen auf. Auch hier ist der Grund in dem regen Geschäftsliefern würden. Angereizt wird die Unternehmungsluft durch die gange zu suchen. Hauptsächlich kommen Glashütten, Porzellanzum Wort gekommen. Nach der Beratung erklärt der Vorsitzende Aussichten auf eine vorteilhafte Rentabilität, die nicht zulegt da- fabriken, Papierfabriken, die Textilindustrie und die Kleider- und zum Verklagten: Na Schulz, wollen Sie dem Saß nicht gutwillig durch hervorgerufen werden, daß die in letzter Zeit start ansteigende Wäschekonfettion in Betracht. In einer Flachsgarnspinnerei sind, etwas geben. Nein. Zum Kläger: Na, was soll denn nun der Vertreter noch sagen? Der Vertreter: Ich bitte, den Beklagten Preistendenz der Rohstoff, Halbzeug- und Fabrikatpreise vorläufig angeblich auch wegen Mangels an Arbeitskräften, Galizierinnen zu verurteilen, die verlangte Summe an den Kläger zu zahlen, folgt noch keinen Stillstand erfahren hat. Erst in legter Zeit haben fämt- herangezogen worden. furze Begründung, unter anderem Hinweis auf die Einziehung der hinaufgesetzt. Auch der Walzdraht und Zinkblechverband haben eine Zunahme zu verzeichnen. Nur die Zigarrenindustrie weist eine liche Gruppen der Trägerhändler- Vereinigung die Preise für Formeisen Auch im Regierungsbezirk Minden ist in allen Fabriken eine Beiträge von der Krankenkasse von dem Fabrikanten. Dr. Pape: Preiserhöhung ihrer Fabrikate beschlossen. Nicht ganz so eifrig wie Abnahme der Arbeiterinnen in den Fabriken auf. Diese auffällige Ach, bei der Krankenkasse tommt das so genau nicht darauf an. Ach, bei der Krankenkasse kommt das so genau nicht darauf an. im Eisengewerbe geht man in anderen Gewerben an Preiserhöhungen, Erscheinung erklärt sich dadurch, daß sich die Zigarreninduſtrie Urteil: Der Kläger wird kostenpflichtig abgewiesen. Das Verfahren des Dr. Pape widerspricht offensichtlich dem aber allmählich hebt sich doch das Preisniveau für andere Waren in Form von Meisterfabriken, d. h. unter einem Meister stehende Gesetz. Kläger war berechtigt, den Vorsitzenden abzulehnen, da er auch. Bei Nahrungsmitteln ist gegenwärtig die Verteuerung des Filialen größerer Fabriken, in ländlichen Bezirken immer mehr fich weder in die Verhandlung eingelassen, noch Anträge gestellt Bieres insofern am bemerkenswertesten, als man bisher teine Preis- ausbreitet. Die Arbeiterinnen, sobald sie sich verheiraten, ziehen, hatte. Dr. Bape hatte traft Gesetzes von der Ablehnung ab nicht berändernng gewöhnt war und deshalb die Konsumentenkreise den wie der Gewerbeamte sagt, die Hausarbeit der Fabritarbeit vor. mehr das Recht, als Vorsitzender zu fungieren. Der släger wird Preisaufschlag von 2 Mark pro Sektoliter nicht gewähren wollen. Klage wird in vielen Bezirken darüber geführt, daß so wenig ge gut tun, beim Landgericht Beschwerde zu führen und ferner gegen mit dem Gedanken um, eine Genossenschaftsbrauerei zu gründen. In den Kreisen der rheinisch- westfälischen Wirte geht man bereits schulte Arbeiterinnen vorhanden seien. Es wird darüber geklagt, Dr. Pape Klage auf Schadenersatz zu erheben. Gegen Dr. Pape daß Branchen, die nur eine furze Anlernezeit erfordern, von den häufen sich die Klagen der Arbeiter und der Gewerbegerichtsbeisiger. Von der Preisschraube. Weil die Preise der Rohstoffe gestiegen Arbeiterinnen bevorzugt werden. Ganz erklärlich! Die Prole Dr. Pape war nicht berechtigt, den Arbeitskollegen als Vertreter sind und wegen angeblich anwachsender Arbeitslöhne beschlossen die tarierinnen fuchen aus ihrer Arbeitstraft so schnell wie möglich zurückzuweisen oder ihm, gewissermaßen zum Hohn, nach der Be- Bergischen Kleineisenindustriellen Preiserhöhungen von 5-10 Broz. Rußen zu ziehen. Fast in allen Gegenden ist auch die Zahl der jugendlichen ratung das Wort zu erteilen. Uebrigens wird gegen Dr. Pape fogar darüber Klage geführt, daß er es fertig gebracht habe, ein des Reichsgerichts begann die Verhandlung über die Revision, die Kinder widerrechtlich beschäftigt wurden. In einer Glashütte Hibernia" vor dem Reichsgericht. Vor dem Ersten Zivilsenat Arbeiterinnen beträchtlich gestiegen. Unzählig sind die Fälle, wo Urteil zu fällen, ohne in eine Beratung mit den Beisigern zu einerseits die beklagte Bergwerksgesellschaft Hibernia", andererseits wurde aus dem Arbeitsbuch ermittelt, daß ein Knabe schon vor treten, insbesondere ohne den Arbeiterbeisigern Gelegenheit zur die Dresdener Bant und fünf" Hibernia"-Aktionäre gegen das in dem zurückgelegten 14. Jahre beschäftigt worden war. In zwei Aeußerung zu geben. Wie wir hören, ist die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Dr. Pape aus Anlaß dieses Vorfalles ab- Samm eingelegt haben. Die" Hibernia" legte gegen dieses Urteil werblich tätig. Arbeitskarten fehlten bei 597, sonstige Verstöße Strafverfahrens gegen Dr. Pape aus Anlaß dieses Vorfalles ab- der Hibernia"-Sache ergangene Urteil des Oberlandesgerichts Gewerbe- Inspektionsbezirken waren zusammen 1225 Kinder ge gelehnt, weil er in gutem Glauben gehandelt habe. Revision ein, soweit es den alten Aktionären das Bezugsrecht auf gegen die Vorschriften des Gesezes wurden bei 748 und durch die die 6 Millionen Mart neuer Aktien zuspricht. Die flägerische gewerbliche Tätigkeit beranlaßte gesundheitliche und sittliche Partei bemängelt das Hammer Urteil, soweit es den General- Schädigung bei 108 Kindern festgestellt. Letzteres gilt nur für zwei versammlungsbeschluß betreffend Ablehnung der Verstaatlichung für Bezirke; wie mag es da im übrigen Reiche aussehen! Die Er Deutschlands auswärtiger Handel im April 1906. nicht anfechtbar erklärt; die Revision macht geltend, die Beschlüsse mittelungen gewähren mitunter ergreifende Einblide in das tiefe Die Gesamteinfuhr im April 1906 hat betragen: 4019764 Tonnen, der Generalversammlung feien ungültig, weil nicht die statuten- Elend der Bevölkerungsschichten, deren Kinder gewerblich tätig sein ferner 319 555 Festmeter, 496 901 Stüd, 16 085 Faß. Die Gesamte gemäß erforderlichen zwei Drittel des Grundkapitals vertreten ge- müssen. So sagt z. B. der Bericht eines Lehrers über einen beim Barbier tätigen Schultnaben: Beistung im Unterricht trotz guter ausfuhr 3 291 286 Tommen, außerdem 8815 Festmeter, 608 084 Stüd, weſen jeien. 742 Faß, 42 574 hektoliter, 126/889 Flaschen. Industrialisierung Chinas. Daß auch in China der Industrialis. Anlagen unter mittelmäßig. Oft zerstreut und unaufmerksam. Eine Vergleichung mit den entsprechenden Zahlen im März mus fiegreich bordringt, belegen die fortgesetzten gewerblichen Neu- Vater im Zuchthause. Muß mit einem Lohn von 50 Pf. für zwei ergibt, daß im April Einfuhr und Ausfuhr eine zum Teil beträcht gründungen. In Boschan, an einer Zweiglinie der Bahn von nähren helfen. Arzt hat Herzkrankheit festgestellt." Was soll aus eine starke Familie mit erTage( Sonnabend und Sonntag) liche Zunahme erfahren haben, und zwar die Einfuhr um 618 089 fingtau nach Tsinanfu, ist eine Glashütte eröffnet worden, für solchen Stindern werden? Ein frühes Siechtum ist ihr Los. Solche Tonnen, 106 870 Festmeter, 11 473 Stüd, die Ausfuhr um 318 352 welche die gesamte Maschinerie aus Deutschland bezogen wurde. geistig und förperlich verkrüppelten Kinder sind die Träger einer Tonnen, 7057 Festmeter, 79 005 Stück, 742 Faß, 5860 Heftoliter Da das ursprüngliche Kapital nicht genügend erschien, hat der geistig und körperlich verkrüppelten Kinder sind die Träger einer und 80 799 Flaschen. Eine Abnahme ist bei der Einfuhr in Faß chinesische Provinz- Gouverneur, nachdem ihm zufriedenstellende Be- fünftigen Generation! Darum rufen wir immer aufs neue: Mehr festzustellen( 5876). richte fiber das Unternehmen vorgelegt waren, die Summe von Schuß den Arbeiterinnen, und vor allen Dingen mehr Schuh den Aus Industrie und Handel. 1 An der Zunahme der Ein- und Ausfuhr im Monat April find 15 000 chinesischen Taels zu dem Unternehmen beigesteuert, während Jugendlichen und den Kindern! insbesondere nachbenannte Waren besonders beteiligt: unter den eine weitere Summe von 10000 Taels durch eine Firma in Tientsin land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen das Getreide, insbesondere beschafft worden ist. Die Analysen des Robimaterials ergeben ein veranstaltet am 2. Pfingstfeiertage einen Ausflug nach Schmargendorf Schöneberg! Der hiesige Frauen und Mädchen- Bildungsverein Weizen, dessen Einfuhr im April 728 168 Doppelzentner betrug gegen günstiges Urteil. Ju Tsingtau ist eine Buderraffinerie ein nach dem Restaurant Bein, Hubertusbaberstr. 8, Ede Karlsbaderstraße. 191 823 Doppelzentner im Vormonat, andere als Malzgerste mit gerichtet worden, deren tägliches Herstellungsquantum auf 1043 514 Doppelzentner gegen 856 862, Mais, Dari mit 163 832 200 Tonnen geschätzt wird. An Rohzucker sollen jährlich etwa Treffpunkt morgens 7 Uhr bei Obst, Martin Lutherstr. 51, für Nach Doppelzentner gegen 19 720 Doppelzentner, Reis mit 165 778 Doppel 80 000 Tonnen von Niederländisch- Indien und den Philippinen bezügler nachmittags 2 Uhr im Lofal. Rege Beteiligung wird er Der Vorstand. gentner gegen 17 807 Doppelzentner. Entsprechend der Jahreszeit zogen werden. Infolge dieses Unternehmens wird ein wesentliches wartet. Gäste willkommen. steht der erhöhten Einfuhr von frischem Gemüse, Zwiebeln usw. eine Anwachsen der Schiffahrt von Tsingtau erwartet werden dürfen. Teltow. Der hiesige Frauen und Mädchen- Bildungsverein hielt bedeutende Abnahme der Apfelfineneinfuhr( bon 210 588 Doppel Anderseits werden die Schantung Kohlenwerke aus der größeren am Donnerstag, den 31. Mai, seine diesjährige Generalversammlung zentner auf 128 536) gegenüber. Gegenüber dem Vormonat fällt be- Nachfrage nach Stohlen Nugen ziehen. Bisher wird rücksichtlich der ab. Frau Bäumler sprach zunächst über Zweck und Ziele des sonders ins Auge die Zunahme der Vieheinfuhr: Kälber 1468 gegen Versehung mit Zucker eine Art Monopol in Nordchina durch die Vereins". Das Referat wurde von der Versammlung mit großer 570 Stüd, Jungvieh 6187 gegen 1530 Stüd, ühe 5298 gegen beiden englischen in Hongkong befindlichen guderraffinerien ausgeübt. Aufmerksamkeit entgegengenommen. Sodann erfolgte Neuwahl des 1567 Stüd, Bullen 549 gegen 166 Stüd, Dhsen 4539 gegen Jn Tsingtau ist ferner eine Seifenfabrit eröffnet worden mit awei Gesamtvorstandes. Außer den beiden Kassiererinnen, welche wegen " Verfammlungen. Krankheit ihr Amt nieberlegen mußten, erfolgte Wiederwahl. Frau renten wird außerordentlich gespart. Es fommt immer feltener Jungünstig eingewirkt haben. Mit Rüdsicht auf guten Lohn und Ruhle wurde als erste, Frau Dicks als zweite Kassiererin und Frau vor, daß einem Verletzten einmal die Vollrente zugesprochen wird. dauernde Arbeit werde in solchen Zeiten fürchterlich geschuftet, die Was die Affordmaurer bei größter Blisse als Beisigerin gewählt. Die nächste Versammlung findet am Es heißt immer wieder, der Betreffende ist noch in der Lage, diese Affordarbeit breite sich aus. Donnerstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn oder jene Tätigkeit zu berrichten und sich den noch an der Voll- Anstrengung und liederlichster Arbeit leisten, das werde von den Piekenhagen statt. rente fehlenden Teil zuzuverdienen. Dabei wird meistens ganz Lohnarbeitern ebenfalls verlangt. Die Arbeiter geben diesem VerSpandau. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiter- außer acht gelassen, daß der Verletzte überhaupt nur für% der langen der Unternehmer bis zur Grenze des Möglichen nach; ihr Griverbsunfähigkeit entschädigt wird Man fann daher sagen, daß Interesse erschöpfe sich vollständig in der angestrengtesten rbeit, Masse hielt am 22. Mai bei Böhle, Neumeiſterſtraße 5 seine regel- manche Vollerwerbsunfähige nur zur Hälfte entschädigt werden. während die Solidarität und das Interesse für die Organisation mäßige Mitgliederversammlung ab. Die Genossin Frau Störmer- Des weiteren wurde darüber Klage erhoben, daß die Vertrauens- dabei verloren gehe. So sei es in den früheren Perioden der guten Berlin hielt einen für jede Mutter sehr lehrreichen Vortrag über ärzte des Schiedsgerichts, die zu den Verhandlungen mit hinzu- Boutonjunktur gewesen, und so sei es auch jest wieder. Wenn Die Pflege des Säuglings". Der Vortrag wurde mit großem gezogen werden, während' mancher Sigung bis 15 und noch mehr auch jetzt die Zahl der organisierten Maurer groß sei, so lasse doch Beifall aufgenommen, an der sich anschließenden Diskussion be- ärztliche körperliche Untersuchungen an den Unfallverletzten vor- das Interesse für die Aufgaben der Gewerkschaft sehr viel zu teiligten sich mehrere Genossinnen. Sodann wurde beschlossen, am nehmen müssen. Daß in dieser verhältnismäßig sehr kurzen Zeit wünschen übrig. Es müsse deshalb in der Agitation auch darauf 3. Feiertag einen Ausflug nach Freund, Pichelswerder zu machen. von einer eingehenden Untersuchung nicht die Rede sein kann, dürfte Gewicht gelegt werden, daß den Maurern flar gemacht werde, wie Treffpunkt im Vereinslokal, Neumeisterstr. 5, vormittags 10 Uhr. Es jedermann einleuchten. Es kann diese in den meisten allen nur verderblich es ist, wenn sie sich dem herrschenden System fügen und, wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. Für Kinderbeluftigungen eine ganz oberflächliche sein. Wem hierdurch aber ein Nachteil zu- um eine recht große Arbeitsleistung fertig zu stellen, die elendeſte aller Art wird bestens gesorgt. Der Vorstand. gefügt werden kann, fönnen nur die Verletzten sein. Als ein Pfuscharbeit liefern, welche Gefahr mit sich bringt, sowohl für die weiterer Uebelstand wurde zur Sprache gebracht, daß die Ver- Arbeiter, als auch für die Bewohner der in unsolidester Weise her. trauensärzte des Schiedsgerichts nicht nur für letzteres Gutachten gestellten Bauten. Die Berliner Maurer müßten dazu erzogen abgeben, sondern auch für die Berufsgenossenschaften. Man war werden, daß sie, wie in früheren Zeiten, ihren Stolz darin seßen, der Ansicht, daß dieses nicht gestattet sein dürfte. Entweder sind nur gute, dauerhafte und solide Arbeit herzustellen. Nur so könne die betreffenden Aerzte Vertrauensärzte des Schiedsgerichts oder dem gewissenlosen, gefahrbringenden Treiben der Bauschwindler ein der Berufsgenossenschaften. Eins fann es nur geben, aber nicht Damm entgegengesezt werden. Uebrigens seien es nicht nur die Der Arbeitervertreter- Verein Berlin nahm in seiner lebten beides in einer Person. Will also der Herr Staatssekretär Graf Schwindler, sondern auch angesehene, geprüfte Maurermeister, auf Versammlung den Bericht der Beisitzer aus dem Kreise der Ver- von Posadowsky einen genauen, ausführlichen Bericht über die deren Bauten die gefährlichste Pfuscharbeit geleistet werde. Der sicherten des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherung Berlin ent- Tätigkeit der Schiedsgerichte erhalten, so dürfte es sich empfehlen, Redner erinnerte an den bekannten Fall, wo in der Ansbacherstraße gegen. Bereits im vorigen Jahr haben die Schiedsgerichtsbeisiger auch einmal eine Umfrage bei den Schiedsgerichtsbeisigern aus dem ein Haus abgerissen wurde und sich dabei herausstellte, daß das vor wiederholt im obigen Verein darüber geklagt, daß im genannten Krcise der Versicherten zu halten. 12 Jahren vom Maurermeister Matthäus aufgeführte Nachbarhaus Schiedsgericht für einen Sigungstag 30 bis 40 Einzelsachen zur so unsolide gebaut war, daß beim Abriß des Nebenhauses ganz be= Verhandlung und Aburteilung seitens des Vorsitzenden angesetzt Der Fachverein der Tischler hielt seine außerordentliche General- fondere Vorsichtsmaßregeln erforderlich waren. So durfte auf Anseien. Auch der Genosse Körsten hat im Reichstag, anläßlich der versammlung bei Böls in der Köpenickerstraße ab. Den Bericht des ordnung der Behörde das Mauerwerk des Giebels immer nur auf diesjährigen Etatsberatung, diese unhaltbaren Zustände zur Sprache Vorstandes gab Beiersdorf. Es fanden im legten Quartal eine Länge von 60 Zentimeter abgetragen werden, die so bloßzgelegte gebracht. Seitens des Herrn Staatssekretärs Graf von Posadowsty sechs Vorstandssizungen und eine Sigung mit fämtlichen Stelle des Nachbargiebels wurde dann durch dazu Beauftragte unters wurde damals diese Beschwerde Körstens angezweifelt. Es wurde Funktionären, außerdem im Januar eine Generalversammlung, im fucht und erforderlichenfalls ausgebessert; denn der Nachbargiebel aber gesagt, man wolle hierüber näheren Bericht einfordern. Bis Februar eine außerordentliche und im März eine Mitglieder- war so schlecht gemauert, daß er ohne diese Vorsichtsmaßregeln das jezt hat man aber noch nichts darüber gehört, wie der Bericht aus bersammlung statt. Die Versammlungen im Januar und Februar Haus nicht getragen hätte. Kater trat dafür ein, daß in allen gefallen sei. Man sollte aber doch glauben, wenn eine ganze An- beschäftigten sich in der Hauptsache mit der dritten Konferenz Fällen, wo nicht die Regeln der Baukunft beobachtet werden, wo zahl Beisitzer an einer Stelle öffentlich übereinstimmend erflären, und mit der Zentralisation und Agitation der Freien Vereinigung schlechtes Material verwandt oder schlechte Arbeit hergestellt wird, daß so viel Sachen zur Verhandlung für einen Tag angefekt sind, der Tischler Deutschlands". In der Januar- Versammlung hielt der Behörde Anzeige zu erstatten ist. Der Redner teilte mit, daß und die Beisitzer auch gleich zu Beginn der Sizungen dem Vor- Genosse Lange ein mit Beifall aufgenommenes Referat über„ Mo- Mezle als Vorsitzender der Freien Vereinigung der Maurer" über sigenden gegenüber gegen die hohe Zahl der angesezten Fälle Ein- derne Klaffentämpfe". Die Mitgliederversammlung im März war so unsolide Arbeit auf einem Neubau in der Lehderstraße in Weißenspruch erhoben haben, daß dann die Sache auch auf Wahrheit be- schwach besucht, daß der Vortrag, den Genosse Kater übernommen see der zuständigen Bauinspektion Anzeige erstattet habe. Der bes ruht. Daß dieses der Fall gewesen ist, wurde auch in der letzten hatte, ausfiel und später stattfinden wird. Den Bericht der treffende Baurat habe seine Anerkennung darüber geäußert unb Vereinsversammlung wiederum fonstatiert! In lezter Beit scheint Agitationsfommission gab üterling. Es fanden seit dem in Aussicht gestellt, daß der betreffende Bau noch während der Her mun allerdings eine Besserung einzutreten. Ferner wurde festlegten Bericht fünf Sigungen statt, sowie 21 Werkstattsigungen, davon stellung fontrolliert werden solle und daß Meßte an der Kontrolle gestellt, daß die Schiedsgerichtsbeisiber nicht gleichmäßig zu den sechs zur Agitation. Die Werkstattsigungen mußten hauptsächlich teilnehmen solle, um den Beamten der Bauinspektion auf Mängel, einzelnen Schiedsgerichtsfizungen hinzugezogen werden, sondern wegen Zwistigkeiten mit den Kollegen vom Holzarbeiter- Verband die nur dem Fachmann auffallen, aufmerksam zu machen. daß hier wohl die Beisiger ganz willkürlich zur Teilnahme heran- einberufen werden. Robert Weise gab den Bericht der Arbeits- Wie in der vorigen Versammlung, so wurden auch in diesen gezogen werden. Einzelne Beisiber werden in 5 bis 6 Monaten vermittlungskommission. Es hatten sich im Verein als arbeitslos ge- Versammlungen wirksame Maßregeln zur Verhinderung gefahrnicht einmal, während andere in ganz kurzen Zwischenräumen meldet 113 Vereinskollegen, 225 Verbandskollegen, 3 Hirsch Dunder, wiederholt zu den Sizungen geladen werden. 2 vom Musikinstrumenten- Verein sowie 94 unorganisierte, zufammen Des weiteren wurde auch zur Sprache gebracht, daß die Nord- 437 Kollegen. Vermittelt wurden 258 Polierer und 46 Tischler, östliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft ein groß Reinemachen ber zusammen. 304 Kollegen. Aus der Bibliothek wurden im letzten anstaltet habe, indem sie eine große Anzahl sogenannter fleiner Quartal 120 Bücher entliehen. In die Geschäftskommission wurde Renten, Renten von 10 bis 20 Proz., auf ein Mal aufgehoben Posselt gewählt. Außerdem werden Geißler als 2. Schriftführer habe. Hierunter befanden sich Renten, welche die Verletzten seit sowie Steppin und Robert Weiß als Obmänner für Osten und färgeren Jahren bezogen haben. Fast in allen derartigen Fällen Südosten gewählt. Die Protokolle über die 3. Konferenz sollen wurde die Gewöhnung an den Zustand!" angenommen. Einzelne jedem Mitgliede per Streifband zugeschickt werden. Beifiber bezeichneten dieses Vorgehen geradezu als eine Ungerechtigfeit. Wenn man berücksichtigt, daß selbst einzelne Rentner infolge der erlittenen Verlegung ihren bisherigen Beruf haben aufgeben und zu einem anderen übergehen müssen, bei welchem sie bedeutend weniger verdienen, aber mit Rücksicht darauf, daß die Rente von 10 bis 20 Broz. wenigstens ein kleiner Ersatz für den Ausfall bietet, und man ihnen nun diese Rente entzieht, so trifft das diese Leute sehr schwer. Es ist das eine Zurüddrängung der Betreffenden in eine schlechtere soziale Lebensstellung, durch welche nicht gerade die Zufriedenheit der verletzten Arbeiter bewirkt wird. Mit den VollAllen Freunden, Bekannten und Genossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unfer Bruder, guter Bater, Schwager, Schwiegerfohn und Sohn, der Gastwirt( frühere Bauarbeiter) Georg Heinemann am 1. Juni, früh 5 Uhr, am 21976 Herzschlag verschieden ist. Dies zeigen tiefbetrübt an am Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, den 4. b. Mets., nachmittags 31, Uhr, von der Leichen halle des Jerufalemer- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Bauarbeiter Georg Heinemann ( 12. Abteilung) plötzlich am Herzschlag verstorben ift. Wir berlieren in dem Berstorbenen ein reges Mitglied und werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. 232/17 Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Juni( 2. Feiertag), nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jerusalemer Stirchhofes, Hermannstraße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorftand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltung Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Georg Heinemann am 1. Juni berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 4. 6. M., nachmittags 81, Uhr, von der Leichenhalle des Jerusalemer Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Gratis erhält jeder strebsame, gutbeleumundete Herr die erforderliche theoretische und praktische Anleitung zur Er langung einer festen Anstellung in der Verf.- Branche. Gefl. Offerten er22175 Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umg. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Georg Heinemann am 1. Juni, morgens 42 Uhr, plöglich am Herzschlage ber storben ist. Sein Wirken und Streben für die Drganisation als jahrelanges Borstandsmitglied derselben hat ihm ein ehrendes Andenken bei den Bauarbeitern Berlins und Umgegend geschaffen. Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Juni( 2. Pfingstfeiertag), nachmittags 82 Uhr, von der Leichenhalle des St. Jeru falemer Kirchhofes in Nigdorf, 34/15 Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 2. Juni, verstarb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Bater, der Dreher Rudolf Buchwald im 48. Lebensjahre. 14682 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Juui, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Huffitenstraße 39, aus auf dem Sophienkirchhof( Gesundbrunnen), Freienwalderstraße, statt. Die tiefbetrübte Witwe Berta Buchwald nebst Kindern. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher 120/8 Rudolf Buchwald verstorben ist. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Juni 1906, nachmittags 4 Uhr, von der Wohnung Huffitenstraße 39 aus nach dem Sophien Stirchhofe, Freienwalderstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Rixdorf, Oswald Scholz, Bergstraße 141. Krawatten, Handschuhe, Wäsche, Negenschirme, Spazierstöde. beten unter K. 4 Saupterpebin Schirmreparaturen und Bezüge. diefes Blattes. Gegen die Gefahren des Bauschwindels entfaltet die Freie Bereinigung der Maurer" eine lebhafte Agitation. Nachdem sich fürzlich schon eine Versammlung mit dieser Angelegenheit beschäftigt hatte, fanden am Mittwoch wieder zwei Versammlungen statt, welche der Agitation gegen die Gefahren des Bauschwindels dienten. Im Artushof" in der Perlebergerstraße referierte Mete, während Kater in Boekers Gesellschaftshaus in der Weberstraße sprach. Stater bemerkte zunächst, daß die Zeiten der guten Baukonjunktur, die den Bauschwindel begünstigen, auf die Organisation der Maurer Sozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler' Richard Schmidt am 30. Mai 1906 in seinem Heimatsort Hanshagen an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 243/14 Der Voritand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechanifer Friedrich August Röder gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Samariter- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/7 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband Verband der Lederarbeiter ( Berlin I). Todes- Anzeige. Am 1. Juni starb nach langem, schwerem Leiden im Alter von 54 Jahren unser Sollege 281/17 Rudolf Mittmann am aus Primkenau in Schlesien. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 6. Juni( 4. Feiertag), nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Neuen Charitee aus nach dem Chariteekirchhof statt. Ersuche alle Stollegen, sich bei der Beerdigung recht zahlreich zu beteiligen. Die Ortsverwaltung Berlin I. Hausdiener-. Packer- und bringender Pfuscharbeiten gefordert, besonders traten die Redner ein für eine durch praktische Fachleute zu unterstüßende Kontrolle, die nicht nur nach Fertigstellung, sondern auch während der Ausführung der Bauten ausgeübt werden müsse. Der Verband der Hafenarbeiter( Mitgliedschaft II) beschloß in einer außerordentlichen Generalversammlung gegen 2 Stimmen die Verschmelzung der Mitgliedschaften I und II. Bis Ende des Geschäftsjahres( Monat August) soll der jetzige Vorstand der Mits gliedschaft II die Geschäfte leiten. Oeffentliche Bibliothek und Lefehalle zu unentgeltlicher Bes nuhung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Deutscher Arbeiter Abstinenten Bund. Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 6. Juni, abends 1,9 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Bortrag des Genoffen Kreplin: Die Albingenser. Diskussion. Gruppenangelegenheit. Verschiedenes. Gäfte willkommen. d Vereinigung der Maler, Jackierer, Auftreicher. ( Filiale Berlin.) Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Heinrich Rosenblatt am am 1. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet zweiten Feiertage, nachmittags 4 Uhr, vom Urban- Krantenhause aus, nach Mariendorf, KreuzStirchhof, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 125/7 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein BerGeschäftskutscher- Vereinigung einte Sangesbrüder Moabit, dem Berlins und Umgegend. Nachruf. Am 31. Mai verstarb unser Mitglied, der Kutscher Gustav Liepe im 42. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 3. Juni, nachm. 4 1hr, von der Reichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhofes, Nordend, aus 281/16 Der Vorstand. statt. der Steinarbeiter. Zentralverband der Töpfer Berlin I. Allen Kollegen hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges, braves Mitglied, der Steinmet Matho Calausich am 30. Mai an der Lungenschwindsucht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, 3. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses, Birkenstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 172/5 Der Vorstand. M. m. Gar., Schläuche 1,75, Deden Mertreter erhalten zur Reklame ftabile Halbrenner für ff. Pedale 70 P., 2,20, 2,50 M., 2,90, 3,50 M., 1,90., gesp. lahm. 26 W., 49 Deutschlands. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 31. Mai, verstarb nach kurzem Strantenlager der Kollege Heinr, Mestmacher im Alter von 60 Jahren. Ehre seinem Andenken! 196/11 Der Vorstand. H ygien. Bedarfsartikel Illustr. Preisl. frei. Gustav Engel, Berlin 172, Potsdamer Straße 131. 2,20, Lent Blumen- und Kranzbinderei stang. 1,50, Räder 3,50 ., Stetten on Aug. Krause 1,10 M., Sättel 1,50 M., Motorwagen Wienerstraße 7. Berein der freien Gastwirte Moabits, Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse, der 4. Männer- Abteilung des Turnvereins Fichte, der Hamburger Tischlerfasse sage ich für die liebevolle Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Bertha Nagel meinen herzlichsten Dank. Berlin, den 1. Juni 1906. Robert Nagel, Gastwirt. Verlag Max Richter Berlin W. 30 Speyererstr. 27. über 3000 Exempl. verkauft Die Harnleiden ibre Gefahren, Verbültung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN Preis 1 Mark. Zahn- Klinik. Preise beliebige Teil. zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. Allen meinen werten Stunden und daß mein 13952* Genoffen zur gefälligen Kenntnis, Barbiergeschäft in Charlottenburg an bem 2. Feiertage aefchloffen jedem bleibt. Robert Krug, Wallstr. 14. Kapitalist als Teilhaber zur Gründung eines parteipolitischen Verlages gesucht. Aeußerst aussichtsreiches Unternehmen. Dfferten erbet. unt. 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Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 127. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Bom Eisen und Metallmarkt. an Sonntag, 3. Juni 1906. 1904 . März. 32 845 April 34 023 1905 in Tonnen 48 633 34 629 1906 27.998 31 748, lassen zu müssen. Der Schaller Gruben- und Hüttenverein z. B. Arbeitstage, eine Ursache, die auch in der Weiterverarbeitung tam hat neben den hohen Dividenden in den letzten fünf Jahren bei war, hier die Ansprüche entsprechend einschränkte. Gegenüber dem 10 Millionen Mark Aktienkapital annähernd 10 Millionen Mark Vorjahre ist die Erzeugung im April dieses Jahres um Berlin, 2. Juni 1906. abgeschrieben. Die Harpener Bergbau- Gesellschaft, deren Aktien- 216 396 Tonnen gewachsen. tapital bis 1902 fich auf 52 Millionen Mark belief, hat in den letzten Für Halbzeug hat sich im April gegenüber März die entgegen Das graufame Spiel mit der Riesenaussperrung ist zu Ende. sechs Jahren die Kleinigkeit von über 43 Millionen Mark zu Ab- gesetzte Entwidelung vollzogen wie bei Roheisen. Der AusfuhrDer Bluff der Unternehmer war nicht erfolgreich. Die Hervorschreibungen absezen können. Bis 1901 arbeitete die Gelsenkirchener überschuß ist gestiegen und zwar von rund 275 000 Doppelzentner Bergwerksgesellschaft mit 54 Millionen Mark Attienkapital, die im März auf rund 315 000 Doppelzentner im April. Demnach ist kehrung des Prinzipienſtandpunktes war der Rückzug in materieller Abschreibungen der letzten 6 Jahre beziffern sich auf 3712 min. m. in Halbzeug die Produktion wieder weit über den Inlandsverbrauch Beziehung. Prinzipiell lehnten die Unternehmer die Anerkennung eines Minimallohnes ab, tatsächlich sind aber in der Hauptsache Außerdem find vielfach aus den Erträgnissen große Summen für hinausgeschoffen, oder aber der starke Export hat hier den Anschein eines Minimallohnes ab, tatsächlich sind aber in der Hauptsache Neuanlagen, sogenannte Wohlfahrtseinrichtungen, für Reserve- und einer über das Angebot hinausgehenden Nachfrage hervorgerufen und durch den Anhang zu dem Sperraufhebungsbeschluß die Forderungen damit die Begründung zu den letzten Preissteigerungen abgeben anerkannt worden. Der schweren Eisenindustrie werden durch den Extra- Reservefonds entnommen worden. Ausgang der großen Aftion wohl einige Hoffnungen zerstört worden schon für die Zukunft aus. Die Unternehmer nugen die Periode flotten Geschäftsganges müssen. Die Arbeiter haben daher alle Ursache, Eine Zusammenstellung mit den Vorjahren ergibt folgendes. sein. Die großen fombinierten Werke waren an der Aussperrung zunächst selbst nicht beteiligt. Die Firma Krupp z. B. Kündigte wohl wenigstens in der Gegenwart an den hohen Erträgnissen zu parti Bild: Es betrug die Ausfuhr an Halbzeug: für ihre Werke in Kiel die Aussperrung an, aber bis nach Essen zipieren und mit allem Nachdruck auf Rohnerhöhungen hinzuwirken. reichte die Solidarität nicht. Das hatte gute Gründe. Die großen haltung durch hohe Lebensmittelpreise weiter anhalten, ja vielDas ist umsomehr berechtigt, als die Verteuerung der LebensWerte haben keinen Ueberfluß an Arbeitskräften, im Gegen leicht sogar noch Verschärfung erfahren wird. Die Hoffnung, teil, es mangelt der genügenden Zahl Facharbeiter, daß durch eine sehr günstige Getreideernte in Rußland der Preis ge um die übernommenen Verpflichtungen glatt erledigen zu drückt werden könnte, wird durch die letzten Saatenstandsberichte Troz der Steigerung im April dieses Jahres bleibt die Aus tönnen. Wäre die Aussperrung perfekt geworden, dann durfte man hoffen, einige allzu schmerzhafte Lüden auszufüllen. Der Traum zerstört. Bis vor kurzem wurden außerordentlich günstige Ergebnisse fuhr doch noch hinter der Menge der Vorjahre zurück. In 1904 war ein erheblicher Rückgang der Ausfuhr zerrann Dafür wird der Friedensschluß der Spekulation etwas in Aussicht gestellt, nach dem letzten Bericht werden aber aus aber auch schon neue Anregung geben. Trotz der glänzenden Marktberichte dürfte Hauptbezirken die zu erwartenden Ernteergebnisse als schlecht oder gegenüber den beiden vorhergehenden Jahren eingetreten und zwar das durchaus nicht unerwünscht sein. Mußte doch das Unternehmer- unbefriedigend bezeichnet, nur teilweise lauten die Schäzungen etwas um über 30 Proz. Da weiter die Produktion bedeutend zugenommen günstiger. Die Agrarier werden solche Kunde als hocherfreulich hat, ist auch die in die Weiterverarbeitung übergegangene Menge organ Rh.- Westf. 8tg." konstatieren, daß in der letzten Zeit in der Abgabe von Spezifikationen eine größere Zurüdhaltung eingetreten sei. aufnehmen. Etwas getrübt wird die Freude vielleicht durch außer start gewachsen, einmal weil der Innenmarkt aufnahmefähiger wurde Als hemmendes Moment stärkerer Kauflust müssen die fort- ordentlich günstige Berichte über die amerikanische Weizenernte. Dafür und zweitens die Weltmarktlage eine gesteigerte Ausfuhr von ist ihnen das Glück in anderer Weise hold. Die sensationellen Enthüllun- Fabrikaten ermöglichte. gesezten Preissteigerungen angesprochen werden, deren Бе gen über die standalösen Zustände in den amerikanischen Fleischhäusern Von einer ausschweifenden Preissteigerung ist besonders auch Klemmende Wirkungen eine nicht zu zu unterschäßende Gefahr in sich bergen. Hinzu kam, daß vom englischen Eisenmarkt werden die Fleischzufuhr von dort natürlich stark vermindern, die Binn betroffen worden. Seit 1878 ist der Binnpreis in London von verstimmende Nachrichten über Preisrückgänge die Spekulation Folgen haben wir in den Fleischpreisen auszutosten. Solche Aus- 52 Pfund Sterling pro Tonne auf 204 Pfund Sterling in die Höhe Mitte Mai dieses Jahres notierte Zinu zirka sichten müssen die Arbeiterschaft stärken in dem Bestreben, die gegangen. ängstigten. Die Verhältnisse in Rußland haben auch mehr zu Stärkung des Peffimismus als des Optimismus beigetragen, dazu günstige Zeit zu Verbesserungen des Lohnstatus auszunuzen; von 186 Pfund Sterling, gegen 143 Pfund Sterling im Durchschnitt des ber nachfolgenden flauen Periode werden sie ungemeldet ihren Jahres 1905 und 126 Pfund Sterling im Jahre 1904. stellt sich heraus, daß die Bedürfnisse für San Francisco wohl weit- reichlich zugemessenen Anteil bekommen, in Gestalt von reduziertem uch der Preis für Stupfer ist ganz außerordentlich gehend überschäzt worden sind. Der Frieden vor dem Kriege wird nun bie Zubersicht zu ungestörten Dividenden- und Gewinnernten feftigen. Einkommen bei unveränderten Lebenshaltungskosten. Der erfolgreichste Schnitter ist natürlich die schwere Industrie, die schon seit einer Reihe von Jahren Dividenden verteilte, die im Durchschnitt den ersten Zehner überschreiten. Zur Jllustration mögen nur von einigen Hauptwerken die Verzinsungsquoten des Attienkapitals aufgeführt werden. Es erbrachten in den letzten Jahren Dividenden in Prozent: Bismardhütte Bochumer Gußstahl Donnersmarckhütte Hoesch A.-G. • Königs- und Laurahütte 24 12 10 11 .. 162 131 7 7 20 12 14 14 12 14 10 11 11 10 6042128OOS 一一 322 30 822 322 101) 27/2 3 15 16 14 14 16 10 0 8 16 Schalter- Hütten 75 Rombacher Hütten 20 10 5 8 92 Rheinische Stahltverke . Wittener Gußstahl Westfälische Drahtwerke 40 16 10 20 12 7 4 15 10 9 8 40 5 8 9 8 13 12 25 20 30 30 Aachener Hütten- Verein 122) In den letzten Wochen hat sich eine bemerkenswerte Veränderung auf dem Roheisenmarkt vollzogen. Die Stimmungsbilder aus der Kohlenindustrie lassen fortgesezt die Schatten einer möglichen Kohlennot heraufsteigen, ähnlich lauten auch die Bulletins vom RoheisenRoheisenmangel aber taum die Rede sein. markt. Nach der Gestaltung des Außenhandels fann von einem Die Verbraucher haben ernstlich keinen Anlaß, nach dieser Richtung Besorgnisse zu begen, denn die Ausfuhr an Roheisen ist immer noch ganz erheblich. Aber abgenommen hat sie etwas, wie folgende Zusammenstellung ausweist. Es betrug in Doppelzentnern Ausfuhrüberschuß Einfuhr Ausfuhr im März April " 116 992 257.910 205 586 286 739 384 249 288 500 169 747 126 339 82 914 hinaufgeschnellt, von 59 Pfund Sterling im Jahre 1904 zirka 90 Pfund Sterling auf heute. Die exceptionell hohen Metallpreise tönnen leicht zu einer Krise den direkten Anstoß geben. Vorläufig haben sie die Aufmerksamkeit auf eine bisher kaum beachtete Verschwendung des Metalles geführt, die darin liegt, daß die Staniolumhüllungen von Schokoladentafeln usw. achtlos fortgeworfen werden. Ein Fachblatt hat berechnet, daß in Europa auf diese Weise jährlich zirka 15 Millionen Mark verloren gehen. Auf diese Summe wird nämlich der Wert der Staniolumhüllungen für Schokoladen und Stonfitüren berechnet. Aus diesem Grunde regt das Blatt das Sammeln des Staniols an. Die Fabrikanten haben der Anregung auch bereits entsprochen, indem sie den Schokoladentafeln Bettelchen beilegen, die die Aufforderung enthalten, die Staniol padungen nicht fortzuwerfen, sondern zu sammeln. Das gesammelte Metall soll zu Marktpreisen zurückgekauft werden. Demnächst will man in allen Städten zur Durchführung des Planes Sammelstellen D. errichten. Eingegangene Druckschriften. vom 1.- 20. Mai Der Rückgang des Ausfuhrüberschusses im April gegenüber März hat im Mai weiter angehalten. Daraus wäre zu schließen, daß der Innenmarkt seine Ansprüche erhöht hat. Das ist für die Arbeiter sicher Die Jahre der ergiebigen Ueberschüsse hat man aber fein Anlaß, in ihren Forderungen bescheidener zu werden. Die erhebliche auch dazu benutzt, durch sehr reichliche Abschreibungen und Einfuhrsteigerung wird veranlaßt sein durch das Abflauen der Preise Rüdstellungen für tommende magere Jahre so viel zu in England, während als Entlaster unseres Marttes hauptsächlich sparen, um den Dividendenstatus nicht allzu sehr sinken Belgien in Betracht kommt. Ohne die starken Ansprüche von dort würde der Eisenmarkt bald ein ganz anderes Gepräge bekommen. Jm April ist gegenüber dem Vormonat auch die Erzeugung umt Pharus- Gerichtsführer mit großem Pharus- Gerichtsplan von Groß40 738 Tonnen zurückgegangen, das ist aber eine Folge verminderter Berlin und Umgebung. Preis 3 M., geb. 4 M. Pharus- Verlag, Berlin W. 9. 1) Fusion mit Gelsenkirchener Bergwerk und Aachener Hüttenberein. 2) Geschäßt. SchülerWaschAnzüge Viele Tausende Exemplare. Glatte, gezwirnte und Köper- Gewebe. Kleidsame, glatte und faltige Fassons. 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Preunden und Gönnern zur Nach richt, daß ich das Lokal von Franz Ungerberg, Baums schulenweg, Baumschulenstr. 64 ( Ede Canner Chaussee) käuflich er worben habe. Bitte bei Ausflügen dasselbe zu berücksichtigen. Großer schattiger Garten nebst 2 Kegelbahnen. Große Kaffeeküche, Liter 60 Pf. Donnerstag, 7. Juni, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, gr. Saal, Engel- Ufer 15: Barme peifen zu jeder Tageszeit. Mitglieder- Verfammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Adolf Ritter: Die augenblicklichen wirtschaftlichen Kämpfe." 2. Unsere Stellungnahme zur Aussperrung der Wertstubenarbeiter. 3. Berschiedenes. Emil Kubisch, fiber Berlin SO. 36, Forsterstr. 17. Marienbad Konzert- Garten u.Theater. Bringe hiermit den geehrten Vers einen und Gewerkschaften meine Lokale darauf besonders aufmerksam, daß im Juni und August noch einige Sonn abende frei sind. 21665 Da in dieser Versammlung eventuell schwerwiegende Beschlüsse gefaßt werden, ist es unbedingt not in empfehlende Erinnerung, mache wendig, daß jeder Kollege in dieser Bersammlung erscheint. Anfang präzise 6%, Uhr. Der Vorstand. Das Bureau und die Kontrollstation ist am dritten Feiertag geschlossen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 196/12 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, 10. Juni, vorm. 11 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: Parkettbodenleger. Am Donnerstag, d. 7. Juni, abde. 8, Uhr im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 5 Versammlung Tagesordnung: Bericht der Kommission über die ihr zugewiesene Angelegenheit der Kollegen Prüfer, Raue und Wilzeck. Die Kollegen find hierzu eingeladen. Einsetzer. Uebungs- Stunde. Di " Lieder:„ Mutterherz."- Weihe des Gefanges."- Bruderlied."- ,, Stolz und kühn."- ,, Menschheit Erwachen."- ,, Nun leb wohl du kleine Gaffe." Im Nebensaale: Husfchuß- Sitzung. 86/18 vormittags präzise 10 Uhr: 1. Aufnahme von Vereinen. Tages Ordnung: # Die Kommission. Mittwoch, den 6. Juni, abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus Vertrauensmänner- Versammlung. Stock- und Celluloid- Arbeiter. Am Mittwoch, den 6. Juni 1906, abends 5%, Uhr bet Bareinz, Brandenburger- llfer 6, Vertrauensmänner- Versammlung. Zur Beachtung! Mittwoch, den 6. Juni statt. Die Vertrauensmänner- Versammlungen finden der Feiertage wegen nicht nächsten Montag, sondern Die Ortsverwaltung. Statistik). 16/8 2. Bundes Angelegenheiten( u. a. MaifeierDer Vorstand. NB. Wiederholt werden die einzelnen Vereine ersucht, alle Zuschriften betr. Vereinskalender nur an Max Hirsch, NW, 3winglistr. 21a, gelangen zu lassen. Der Vorstand. Vereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher. Filiale Berlin. Das Bureau der Vereinigung befindet sich vom 7. Juni 1906 ab: Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Melchior- Straße 28, parterre. Dienstag, den 5. Juni( dritten Feiertag), nachmittags, in Links Restaurant und Garten, Lankwik, Calandrellistr. 29/31: Fernsprecher Amt 4, Nr. 4787. Alle Sachen für die Verwaltung, Erkundigungen sowie Beschwerden Gemütliches Beifammenfein gegen den Lohntarif sind vom 7. Juni ab nur an obenstehende Adresse zu richten. unter Mitwirkung des Sängerkreises der Musikinstrumentenarbeiter Das Bureau ist geöffnet von 8-1 Uhr vormittags und von 3-7 Uhr nachmittags. 141/13 veranstaltet von den Kollegen der Zahlstelle Groß- Lichterfelde- Lankwitz. Bahlreiche Beteiligung der Berliner Kollegen erwartet Der Vorstand. Tapezierer! Mittwoch, den 6. Juni, abends 8 Uhr bei Damm, Schützenstr. 18/19 Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Sepp Oerter über: 178/6 ,, Die Taktik des proletarischen Befreiungskampfes". 2. Diskussion. 3. Die Sperre über die Firma Linke. 4. Vereins. angelegenheiten. Pflicht aller Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schüßenstraße 18/19. Telephon I, 1308. Achtung! Achtung! Arbeiter, Parteigenossen! Berliner Schneiderei- Genossenschaft G. m. b. H. 125/8 Wegen des Umzuges bleibt das Bureau am 6. Juni geschlossen. Die Ortsverwaltung. Von jedem empfohlen! Willy Reinhard Berlin S. Prinzenstr. 108 Zahnkünstler, i. d. hiesigen Kgl. Universitäts- Klinik als Zahntechniker tätig gewesen. speziell für Zahnersatz. Ecke Wasserthorstr., 3 M. Plomben, Zahnziehen. Umarbeitung, Reparaturen sofort. Wo amüsieren wir uns Sonntags? Im Krug zum grünen Kranze 12082* Mittelpunkt der Erde. Ober: Schöneweide, Waldstraße 73/74 beim gemütlichen Wirt Ernst Höflich. Station Sadowa und Nieder- Schöneweide. Den geehrten Vereinen halte ich mein Lokal bestens empfohlen. Reederei DA Kahnt& Hertzer, SLA An der Stralanerbrücke 1. 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Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 127. 23. Jahrgang. 3. KW des JotBürtö" Knlim WlickR Sonntag, 3. Juni IM. Partei- Angelegenheiten. Treptow-Baumschule»weg. Am zweiten Feiertag ftüh hält der Gesangverein„Liedesfreundschast"(TO. d. A.-S.-B.) in, Speerschen Lokale. Baumschulenstrabe 78, ein Frühkonzert ab. Da dieser Verein bei Parteifestlichkciten sich der Partei bereitwilligst zur Verfügung stellt, ist es erwünscht, dah die Parteigenossen diese Veranstaltung nach Möglichkeit unterstützen. Der Eintritt kostet nur 20 Pfennig. Ferner sei darauf hingewiesen, daß sich die Partcispedition für Treptow vom 1. Juni an beim Genossen Robert Gramenz, Kiefholz- straße 412 im Zigarrengeschäft, befindet. Der Vorstand. Steglitz. Die Wahlvereinsvcriammlung am 6. Juni fällt aus zugunsten der öffentlichen Versammlung an demselben Tage bei Schellhase, und findet erst am 13. Juni statt. Ncinickcndorf-Dst. Am Dienstag den 5. Juni findet im Lokal beS Genossen Brückner, P r o V i n z st r. 82, der Diskutierabend statt. Genosse Ncthling spricht über:.Weltall und Menschheit". Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Spandau. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß der Zahlabend am Dienstag den S. Juni ausfällt, er findet am Dienstag den 12. Juni statt. Potsdam. Der Wahlverein unternimmt am 3. Pfingst- feiertage eine grotze Dampferpartie mit Musik nach Pichcls- Werder. Abfahrt tzt/oUtsr von der Langen Brücke(Stern-Gesellschaft). Fahrpreis� 70 Pf., Kinder 35 Pf. Billette sind beim Genossen Wilhelm Staad und im Restaurant Ladenthin zu haben. Zahlreichem Besuch siehr entgegen Die Kommission. Die am nächsten Mittwoch fällige Versammlung des Wahlvereins findet erst am Mittwoch, den 13. Juni statt. Der Vorstand. NowaweS-Neuendors. Die Versammlung deS sozialdcmokrati- schen Wahlvereins findet nicht am S., sondern am 13. Juni, abends L'/z Uhr, bei Schmidt statt. Die Genossen wollen hiervon Kenntnis nehmen._ Berliner l�acbricbtem Pfingstvergnügen. Pfingsten im Regen— soll es uns diesmal beschieden sein? Sollen all die schönen Pläne, die lange vorbereiteten, die der Erholungsuchende sich für diese Ruhepause von zwei oder drei Tagen gemacht hatte, zu Wasser werden?! Wenn etwa das ungemütliche Wetter der letzten Woche bis über das Pfingstfest hin dauert, so hätten wir uns aller- dings auf verregnete Feiertage einzurichten. Und mit dem erhofften Pfingstvergnügen, dem Frühkonzert im Gartenrestaurant und dem Nachmittagsausflug ins Freie hinaus, wäre es dann vorbei. Wieviel wird durch so einen Feiertagsregen hinweg- geschwemmt! Daß er den Gastwirten den Gewinn nimmt, den sie von den Feiertagen erwartet hatten, das mag manchem als das Erste einfallen. Der Schaden ist für sie in der Tat groß genug, wenn ein Pfingstfest verregnet. Denn Pfingsten muß vielen von ihnen die Haupteinnahme bringen, ohne die sie nicht bestehen können. Aber größer ist der Verlust, den die Hunderttausende von Erholungsuchenden erleiden, wenn in den Feier- tagen Regen ohne Unterlaß herabströmt. Er schwemmt ihnen nicht nur die rechte Feiertagsstimmung hinweg, die zu Pfing- sten doch nur in lachendem Sonnenschein gedeihen kann. Er beeinträchtigt oder verhindert den üblichen Pfingstspaziergang, den Ausflug ins Grüne, auf den sie sich so lange im voraus gefreut hatten. Er betrügt sie um das bijjchen Erholung, die ihnen„so nötig ist, wie das liebe Brot." Es gibt eine gewisse Sorte von„Rechnern" die erachten es nicht als Verlust, wenn Feiertage'mal gründlich verregnen und die Welt daheim bleiben muß. Da behalten, so kalku- lieren sie, die Leute wenigstens ihr Geld in der Tasche. Als ob das Geld, das man„in der Tasche behält", immer am besten angelegt wäre! Keine Ausgabe rentiert sich besser als diejenige, die wir zu unserer Erholung machen dürfen. Auch Feiertagsruhe und Feiertagsvergnügen schaffen Werte: sie geben uns neue Kraft zu neuer Arbeit., r t Ein Recht auf den Feiertag soll ia freilich dem Arbeiter überhaupt nicht zustehen! Die besitzende Klasse hat es ihm lange genug streitig gemacht, und großen Gruppen der Arbeiterklasse wird es noch heute nicht voll gewährt. Wo es ihm zugebilligt wird, da möchte man ihm zum mindesten vor- schreiben welchen Gebrauch er von seiner Feiertagsruhe machen soll. In Berlin pflegt die Presse der Pastoren, der Land- junker und der Schlotbarone nach Feiertagen ihren Lesern vorzurechnen,„wie viele Vergnügungen" wieder für die Ar- beiterschaft veranstaltet worden seien.„. In den Kreisen der Pastoren, der Landiunker und der Schlotbarone hat man es selbstverständlich nicht nötig, all sein Amüsement von den paar Feiertagen zu erwarten. Dieft Herrschaften können, wenn es ihnen so paßt, jederzeit, auch an Wochentagen Muße finden, sich zu amüsieren. Den A r- heiter der in der Woche von früh bis spat fronden mutz, sähen sie'an Sonn- und Feiertagen am liebsten in der Kirche sitzen in Demut das Haupt lenken und andächtig den Worten des Pastors lauschen— zu seiner Erholung. Mancher von ihnen wird für heute einen tüchtigen Feier- tagsregen herbeisehnen, von dem er hofft, daß seine Fluten vielleicht doch diesen oder jenen in die Kirche hinein, chwemmen. der ihr sonst fern bleibt. Möchte ihre Hoffnung zu Schanden werden!_ Ehemalige ZSglinge deS Berliner Waisenhauses RummelS- bura haben vor Jahrzehnten den„F r l e d r> ch S- V e r e l n mS �eben gerufen, der sich die Aufgabe stellte, unter den allen Rummelsburgern" daS Gefühl der Zusammengehörigkeit zu er- balten und zu pflegen. Seitdem hat der Verein, dem es an Nach- N wema?S fehlte, Jahr für Jahr am 3 Pfingstfeier- tage sein E r i n n e r u n g s f e st m der Waisenanstalt RummelS- bura gefeiert und hat regelmäßig einen großen Kreis von alten „Rummelsburgern" samt Angehörigen und Freunden be, sich ver- sammelt. Ziemlich dreißig Jahre hindurch hat d,e Waisen. Verwaltung das dem„FricdrichS-Verein" gestattet. ,n diesem Jahre aber ist eS ihm zum ersten Mal« versagt worden. Grunde wird die Waisenverwaltung nicht verlegen sein. wenn sie danach gefragt wird. Sie wird sich vermutlich darauf be- rufen, daß Rummelsburg heute weniger eme Erziehungsanstalt als ein Lazarett ist. Wer aber die Anstalt und ihren ausgedehnten Park kennt, der weiß, daß hier für die kranken Kinder keinerlei Störung durch das Fest zu befürchten wäre. Im„Friedrichs- Verein" ist mancher der Ansicht, daß der ablehnende Bescheid am ganz andere Erwägungen zurückzuführen ist. Der Verein hat in den letzten Jahren sich tatkräftig beteiligt an der Agitation gegen die weitere Einschränkung der Anstalts- erziehung, die von der Berliner Waisenverwaltung beabsichtigt wurde und inzwischen schon teilweise durchgeführt worden ist. Er hat sehr nachdrücklich protestiert gegen die dreisten Ver- unglimpfungen, die die Verwaltung gegen die Zöglinge ihrer eigenen Anstalt ausgesprochen hatte, uni die Anstaltserziehung zu diskreditieren. Es wird angenommen, daß der Verein bei dem Magistrat und seiner Waiscnverwaltung in Ungnade gefallen ist. Vorläufig ist ihm wenigstens das eine noch gestattet worden, daß er aus Anlaß seines ErinncrungsfesteS die Anstalt besichtigen darf. Aber vielleicht erleben wir'S bald, daß ihm selbst das noch ver boten wird. Der„F r i e d r i ch s- V e r e i n" wird nun sein diesjähriges Erinnerungsfest zum ersten Male in einem anderen Lokal abhalten. Alle ehemaligen„Rummelsburger" und alle Freund« lädt er zum 3. P f i n g st f e i e r t a g ein nach dem Gartenrestaurant„Cafe B e l l e v u e" am RummclSburger See. Dort wollen die „Rummelsburgcr" in gewohnter Weise der Stätte gedenken, die ihnen einst daS Vaterhaus ersetzen mutzte, der Waisenanstalt RummclSburg. Platzmangel in Berliner Krankenhäusern— gibt es nicht. Oft ist der Berliner Gemeindeverwaltung vorgehalten worden, daß sie im KrankenhauSwesen lange Zeit hindurch nicht ihre Pflicht getan hat, so daß nun die auf die Benutzung von Krankenhäusern angewiesene minderbemittelte Bevölkerung schon seit einer Reihe von Jahren schwer darunter leiden muß. Doch der Magistrat be- hauptet regelmäßig, in den städtischen Krankenanstalten seien jederzeit noch etliche Betten frei. Erlaubt man sich, daran zu zweifeln, so greifen sie im Rathause in ihre Aktenschränke und stellen eine Statistik zusammen, die alles nach Wunsch beweist. Wenn aber in der Stadtverordnetcn-Vcrsammlung jemand an einem bestimmten Falle nachweisen will, daß tatsächlich A b Weisung wegen Platzmangel erfolgt ist, so erklärt der nie verlegene Magistrat, da habe es sich nicht um Platzmangel über- Haupt gehandelt, sondern man habe nur für diesen bestimmten Patienten keines der noch verfügbaren Betten hergeben wollen, weil der Fall nicht dringlich genug erschien. Zu den Fällen dieser Art wird man wahrscheinlich auch den folgenden rechnen wollen. Ein Sattler Alfred Brett- s ch n e i d e r, an dem in der letzten Zeit dentliche Anzeichen eines Nervenleidens bemerkt worden waren, so daß ein Arzt Ueber Weisung an ein Krankenhaus für wünschenswert hielt, wurde von einem seiner Bekannten mehrere Stunden lang durch Berlin ge� schleppt, ohne daß es gelang, für den Kranken Aufnahme in einer Anstalt zu erreichen. Im LazaruS-Krankcnhause war für den Mann kein Platz, im städtischen Krankenhause Moabit gab man ihm und seinem Begleiter dieselbe Antwort, in der Charite hatten sie gleichfalls keinen Erfolg, und ebenso wies die Klinik in der Ziegeb stratze sie ab. Schließlich entfloh der Kranke seinem Begleiter, als dieser sich mit ihm auf den Weg nach dem Urban-Krankenhause machte und auf der Straße� einen Schutzmann um eine Auskunft bat. Br. sprang auf einen Straßenbahnwagen und war bald außer GesichtSweite. In der Nacht kam er dann nicht nach Hause, auch am nächsten Tage ließ er sich nicht sehen, und auch in der darauf folgenden Nacht blieb er wieder aus. Vermutlich ist er in dieser ganzen Zeit in den Straßen umhergeirrt. Nunmehr wird bekannt, daß Brettschneider am Dienstag im Humboldthain von der Polizei festgenommen worden ist, weil er in einem Anfall von Tobsucht auf die Passanten einhieb und sich schließ. lich die eigenen Kleider vom Leibe riß. Er konnte erst nach hartem Kampfe überwältigt werden und wurde dann nach Dalldorf ge- bracht. Jetzt endlich ist der Fall als„d r i n g l i ch" erkannt worden. Br. soll übrigens sonst ein ruhiger und nüchterner Mann ge- Wesen sein. Er steht im 38. Lebensjahr und hat zuletzt in einer Militäreffektenfabrik gearbeitet. Seiner Wirtin, bei der er in Schlafstelle lag, erschien er schon längere Zeit als sehr nervös. Eines TageS kam er mit der Nachricht nach Haufe, er habe bei der Arbeit einen Kollegen versehentlich mit einem Werkzeug verletzt. Darüber soll er sich so aufgeregt haben, daß er die Arbeit nieder- legte. Er quälte sich seitdem mit der Vorstellung, daß man ihn zur Verantwortung ziehen werde. Unentgeltlicher Unterricht in der Säuglingspflege für unbemittelte Frauen und Mädchen findet wöchentlich einmal statt. Meldungen hierz» Mittwoch, den S. Juni von 2—4 Uhr Blumenstr. 78, Hof rechts parterre. Wie die Wahlen für die OrtSIrankcnkasse der Schneider von dem reichsverbändlerischen Vorstand vorbereitet wurden, darüber gehen uns noch von Mitgliedern des Schneiderverbandes Mitteilungen �u, die die Machinationen dieses MusterborstandeS in ein recht helles Licht rücken. Bei der diesmaligen Wahl wurden Legitimationskarten aus gegeben. Die Vermutung eines Teiles der Wähler, daß es sich hier nichr um eine Erleichterung der Wahlhandlung sondern um eine Schikane handele, wird jetzt bestätigt. Soweit Mitglieder des„Ver- bandes der Schneider und Schneiderinnen" LegitimationSkartcn wünschten, mußten sie selbst zur Kasse gehen und sich gegen Vor- zeigung deS Mitgliedsbuches die Karten ausstellen lassen Vertreter größerer Werkstätten, tvelche für eine Anzahl Kassenmitglieder Legitimationskarten holen wollten, wurden ab gewiesen. ES wurde verlangt, daß jedes Kassenmitglied den Ver- treter außer dem MitglicdSbuche noch mit einer Vollmacht, in welcher die Berechtigung zur Abholung einer Legitimationskarte aus- gesprochen wurde, auszurüsten habe. So„gewissenhaft" man gegen unseren Kollegen verfuhr, so„lohal" verfuhr man den eigenen Freunden gegenüber. Diese brauchten keine Vollmacht auszustellen, ihnen schickte'man die LegitimationSkarten als Drucksache ins HauS. Das ist das„Recht", welches die Herren ReichSvcrbändler an die Stelle von„PartcifanatiSmuS und Willkür" setzen wollen. Wie diese Gesellschaft Proteste gegen eine Wahl zustande bringt, mag eine Postkarte beweisen, welche in den letztest Tagen an die Arbeitgeber versandt wurde und fälschlicherweise Brode als Vor- sitzenden angibt, während dieser Broda heißt. Diese hat folgenden Inhalt: „Berlin, den 25. Mai 06. E'lt!_,.... Eilt! Sehr geehrter Herr! Bei der am Mittwoch, den 23. d. M., stattgcfundcnen Wahl der Arbeitgeber zur Vertretung der Ortskrankcnkasse der Schneider zu Berlin sind viele Vertreter größerer Geschäftsinhaber nicht zur Wahl zugelassen, trotzdem diese im Besitz einer ausgefüllten Vollmacht waren und sich mittels dieser legitimiert hatten. Wir bitten Sie daher höflichst, falls Ihr Herr Vertreter zu den Zurückgewiesenen gehören sollte, uns auf beigefügter Karte umgehend darüber Auskunft geben zu wollen. Ferner bitten wir uns noch mitzuteilen, ob Ihr Herr Vertreter, falls er zur Wahl zugelassen wurde, außer der Vollmacht noch eine letzte Anmeldung oder letzte Rechnung zur Legitimation der Wahlkontrolle vorgelegt hat. Hochachtungsvoll Oskar Brode, Vorsitzender der Ortskrankenkasse der Schneider. Berlin, Blumcnthalstr. 13." N?. Um sofortige Beantwortung der auf beigefügter Karte stehenden Fragen wird nochmals höflichst gebeten!! Die Fragen lauten: „Sind Sie bezw. Ihr Herr Vertreter zur Wahl zugelaffen?(Ja oder Nein!)" „Hat Ihr Herr Vertreter sich nur durch eine Vollmacht legitimiert? (Ja oder Nein?)" Welche Legitimationspapiere hat Ihr Herr Vertreter außer der Vollmacht noch der Wahlkontrolle vorgelegt?: Bor- und Zuname: Wohnung:" Herr Broda hätte es sehr leicht gehabt, eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten. Er hätte nur an seinen Freund Schmidt von der unterlegenen Arbeitgeberpartei die Frage zu richten brauchen, wieviel Personen er nicht zur Wahl zugelassen habe und aus welchen Gründen. Durch diese Machinationen soll der Schein erweckt werden, als ob die siegende Partei die Wahlhandlung geleitet habe. Ein frecherer Schwindel ist wohl kaum mehr möglich. Die Aufsichtsbehörde aber fragen wir: Wie lange soll eS noch dauern, bis die Wahlurne ausgezählt wird?� oder ist es dem freien Ermessen des Herrn Broda anhcimgestellt, sein Unwesen in der Kasse zu treiben, so lange es ihm beliebt? Falsche Hundertmarkscheine. In den letzten Wochen sind sechs nachgemachte Hundertmarkscheine im Verkehr angehalten worden. ohne daß man bisher des Fälschers oder des Vertrcibers habhaft werden konnte. Das Reichsbank-Direktorium hat daher eine Be- lohnung von 3000 TO. für diejenige Person aus dem Publikum ausgesetzt, die zuerst die Ueberführung des Fälschers ermöglicht. Vor kurzem versuchte ein Mann in einem Geschäft in der Gertraudtcnstraße einen gefälschten Hundertmarkschein in Zahlung zu geben, verschwand aber, als er merkte, daß die Fälschung ent- deckt war und Vorkehrungen zu seiner Festnahme getroffen wurden. Seitdem sind noch fünf Falsifikate angehalten worden. Sie trugen verschiedene Nummern, zeigten aber sämtlich das Datum deS 10. April 1896. Die.Falsifikate sind leicht an folgenden Merk- malen zu erkennen: Das Papier weicht von dem echten Scheine ab und weist insbesondere nicht die blauen Fasern auf, die man mit einer Nadel abheven kann. An deren Stelle haben die Falschstücke blaue Striche. Die falschen Scheine sind im ganzen Heller ge» druckt als die echten. Das Datum, die Unterschrift des Reichsbank- Direktoriums und der Satz:„Wer Banknoten nachmacht" usw. sind auf den echten Scheinen in so dunklem Druck ausgeführt, daß sie fast schwarz aussehen. Auf den Falsifikaten sind diese Stellen hellblau gedruckt. Ferner fehlen an dem großen Adler, der sich als Unterdruck auf der Schauseite befindet, auf den Falschstücken die Schraffierungen der Krallen. Da bisher nur sechs Falsifikate auf- getaucht sind, liegt nach Ansicht der unterrichteten Behörden ein Grund zur Beunruhigung deS Publikums nicht vor. Der polizeilichen Auflösung verfiel eine Pü ckler-Bersamm- l u n g, die zu Freitagabend nach Buggcnhagcns Saal am Moritz- platz einberufen war, da sich die an die Redeblüten Pücklers knüpfende Diskussion tumultarisch gestaltete. Der gräfliche Redner gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß es ihm noch gar nicht einfalle, vorläufig wieder nach der„Sanfcude" Weichselmünde zurückzukehren. Eine schwere VerkehrZkntastrophe, bei welcher eine Person getötet und eine verletzt wurde, hat sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Zimmerstraße ereignet. Der bei dem„Wölfischen Telegraphen- Bureau" angestellte Radfahrer Milke war bei einer Fahrt durch die Zimmerstraße in der Nähe der Wilhelmstraße mit dem Rad zwischen dem Straßcnbahngleis stecken geblieben. Hinter dem Rade war der 46jährige Fnhrherr Friedrich Wille, Pücklerstraße 11, mit seiner Droschke hergefahren und mit großer Gewalt mußte er sein Pferd zurückreißen, damit es nicht in den Radfahrer hineinlief. Die Deichselstange zerbrach und ein Holzsplitter drang dabei dem Tier in die Seite. In seinem Schmerze raste da? Pferd davon und lief in die Prinz Albrechtstraße hinein. Dort stieß die Droschke mit dem Leerwagen Nr. 2334 der Großen Berliner Straßenbahn zusammen. W. wurde vom Bock heruntergeschleudert, fiel unter die Vorderplattform und wurde überfahren. BesinnungS- loS zogen ihn Straßenbahnbeamte unter dem Wagen hervor und brachten ihn nach der Unfallstation in der Kronenstraße. Der Be- dauernswerte hatte einen Wirbelsäulenbruch sowie eine Gehirn- erschütternng erlitten und starb bereits auf dem Transport. Milke war mit äußeren Verletzungen davongekommen. Ein Veteran der Presse. Seinen 80. Geburtstag begeht am 8. Juni ein Veteran der Presse, der Journalist Eduard Linden, der sowohl an Lebensjahren, wie an Dienstjahren der älteste Berliner Tagesschriftsteller ist und sich noch jetzt sein täglich Brot durch die Feder sauer verdienen muß. Bei der großen, anstrengenden und nervcnzerrüttenden Tätigkeit eines Journalisten ist dies immer- hin eine Seltenheit. Der nun Achtzigjährige, der schon vor mehreren Jahren sein OOjährigeZ Jubiläum aus den Journalistentribünen deS Land- und Reichstages sowie der Stadtverordnetenversammlung hat erleben dürfen, ist mit Glücksgütern so wenig gesegnet, daß er, wie gesagt, noch jetzt aus den Journalistentribllnen der Parlamente zu arbeiten durch die eiserne Notwendigkeit gezwungen ist. Der Teltowkanal ist gestern unter großen Feierlichkeiten eröffnet worden. Durch die Eröffnung dieses Kanals wird der Verkehr nicht nur für den Teltower Kreis, sondern weit darüber hinaus eine er- hebliche Förderung erfahren. Ueber dieses Unternehmen, daS Eigentum des Kreises Teltow ist, hat die Nr. 10 der„Neuen Welt", der Sonn- tags-Beilage unseres Blattes, eine eingehende Darlegung gebracht. so daß wir heute nur darauf zu verweisen brauchen. Ncbcr den OrdcnSdiebstahl im Zenghause wird berichtet, daß das Hanfseil, daS der Dieb benutzte, um sich aus dem Fenster auf die Straße herabzulassen, eine Marke des Warenhauses Tictz enthielt. Dieses Seil soll erst am Donnerstagnachmittag gekaust worden sein und die Verkäuferin will sich noch genau des Käufers entsinnen. Der junge Mann, der die Berliner Mundart sprach, machte einen guten Eindruck. Er hatte eS sehr eilig, was begreiflich ist, loeil daS Zeughaus um 3 Uhr geschlossen wird. Um dorthin zu kommen, blieben ihm nach dem Kauf der Leine nur noch zehn Minuten Zeit. Ver- langt hatte er eine starke Leine, die 10 Meter lang sein müsse, Als ihm nun die Verkäuferin die stärkste, die sie hatte, zeigte erklärte er sie für zu schwach und kaufte nun zwei je 10 Meter lange Enden, die er später zusammenknotete und am Fenster befestigte. Daß der Dieb, als er sich aus dem Fenster herabließ, nicht gesehen wurde, ist kein Wunder. Er hat das nördlichste Eck- fenster benutzt und jedenfalls den Posten beobachtet, um einen geeigneten Zeitpunkt zu wählen. Die Straße dort ist abends und erst recht in der Nacht ohnehin menschenleer. Der Regen mag wohl auch noch den letzten Fußgänger vertrieben haben. Die Nachforschungen nach dem Täter führten bis gestern abend noch nicht zu seiner Ermittelung. Die Juweliere, Althändler, Trödler und Pfandlciher seien vor dem Ankauf der Brillanten gewarnt. Wie groß diese sind, läßt sich noch nicht feststellen. Geschnitten sind sie viereckig. Der Zugang zu den Humboldt- Gräbern im Tegeler Schloßpark wird, wie ans Tegel geschrieben wird, während der Pfingstseiertage und in der Pfingstwoche noch unentgeltlich gestattet sein. Erst in der Woche nach Pfingsten soll mit der Erhebung eineS Eintrittsgeldes von 10 Pf. für die Person begonnen werden. Liebesabenteuer einer Dreiundfechzigjährigen. Das Opfer eine? raffinierten Heiratsschwindlers ist die 63jährige(I) Witwe Wilhelmine H. in der Rosenthalerstraße geworden. Frau H., eine noch rüstige und stattliche Witwe, wollte sich, nachdem ihr Gatte, ein Schlächtermeister, vor einiger Zeit das Zeitliche gesegnet hatte, wieder verheiraten. Sie erließ daher ein Inserat in einem Berliner Blatte, wonach eine vermögende Witwe in gesetzten Jahren einen passenden Lebensgefährten suchte. Auf diese Annonce meldete sich der 58jährige„Masseur" Friedrich Sommerfeld aus der Ackerstraße 57, der die heiratslustige Dame dann umgehend Nlfforderte. ihn zkvccks näherer Bekanntschaft in seiner Wohnung aufzusuchen. Frau H. kam. und die beiden fanden solche» Ge- fallen aneinander, daß sofort die Heirat beschlossen wurde. Am selben Tage noch mietete die Schlächtermeisterin eine möblierte Wohnung in der Forsterstraße, und hier verlebte das Pärchen seine Flitterwochen. Nach einem Monat kaufte Frau H. ihrem„Zu- künftigen" einen Zigarrenladen in der Reuterstraße zu Rixdorf, wo Sommerfeld ein paar Wochen lang Zigarren verkaufte. Schließ. lich verlangte die„Braut" den Gang nach dem Standesamt, und so mußte ihr„Bräutigam", in die Enge getrieben, ihr schließlich eingestehen, daß er— schon längst verheiratet und Vater er- wachsener Kinder ist! Die Braut lief sofort zur Polizei, und Sonimerfeld wurde verhaftet. ES ergab sich dann, daß es sich um einen ganz gefährlichen, gewerbsmäßigen Heiratsschwindler handelte! Sommerfeld war so dreist gewesen, beim ersten Besuch der Witwe seine eigene Frau unter einem Vorwand aus der ehe. lichen Wohnung fortzuschicken. Während die Frau ihn der Polizei als vermißt meldete, verübte er seinen Heiratsschwindel. Die Polizei hat eine umfangreiche Heiratskorrespondcnz. die Sommer. selb mit zahlreichen Mädchen und Frauen führte, bei ihm vor- gefunden. Die enttäuschte Frau H., die bei ihrer Vernehmung vor der Polizei ein übers andere Mal in Ohnmacht fiel, ist von Sommer- feld um einen großen Teil ihres Vermögens gebracht worden. Sommerfeld, der bereits mit Zuchthaus und Gefängnis vor- bestraft ist, wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Niifgefnndene Kinderlriche. Am 22. Mai d. II. wurde im Humbolothain in der Nähe des Denkmals die Leiche eines neuge« oorenen Kindes weiblichen Geschlechts aufgefunden, welche in ZeitungS- Papier eingewickelt war. Anscheinend ist das Kind bald nach der Geburt erwürgt worden. ES ist erwünscht, daß sich Personen, welche über die Mutter des KindeS Auskunft geben können, bei der Kriniinal- Polizei, Zimmer 331 oder in einem Polizeirevier melden zu 42S4 IV. 41. 03. Ein schwerer Straßenbahnunfall erfolgte vorgestern abend in der Gartenstraße. In der Nähe der Jnvalidenstraße torkelte der Bahn« arbeiter Nempert, Hussitenstr. 24 wohnhaft, in angetrunkenem Zu« stände über den Straßendamm und geriet an einen Motorwagen der Siemens u. Halske-Bahn heran. Er glitt aus und fiel unter den Wage». N. erlitt schwere Verletzungen am Kopf sowie am Unter- schenke! und erhielt die erste Hülfe auf der Unfallstation in der Eichendorffstraße. Die Tragödie an der Anschlagsäiile. Seit einigen Tagen erscheint an den Anschlagsäulen ein Aufruf, der von Tag zu Tag eine größere Form annimmt. Er hat folgenden Wortlaut:„Fritz, kehre zu Deiner betrübten Mutter zurück; es sei Dir alles, alles verziehen. Wenn Angst, gehe zu Lotte P.....'S Vater!" Trotzdem die Lettern des Namen„Fritz" an den Säulen immer größer erscheinen, ist der Gesuchte noch immer nicht zu seinen Angehörigen zurückgekehrt. Mit jedem neuen Tag schwindet die Hoffnung derselben immer mehr, den Verschivundene» noch einmal lebend wiederzusehen. Ein Totschlag ist von dem Bauarbeiter Andreas Krämer an dem 13jährigen Schneiderlchrling Hermann Breetz verübt worden. Krämer schlug den jungen Menschen mit einem Stock derartig über den Kopf, daß der Getroffene vor dem Hause Laugestr. 107 be- sinnungslos liegen blieb, bis ihn ein Schutzmann nach dem Kranken- hause am Friedrichöhain brachte, wo er später verstarb. DaS Motiv zu dieser Tat soll im unglücklichen Familienleben des K. zu suchen sein, und wurde verübt an dem Schneiderlchrling, der einen Auf- trag eines anderen, auf den K. schlecht zu sprechen war, ausrichten wollte. Krämer wurde verhaftet. In der Nacht vom 1. bis 2. Juni brachen Diebe in den' Lokalitäten des Verbandes der deutschen Ostseebäder, Neustädtische Kirchstr. 13, ein. Die Diebee kamen durch den Garten der Großen Loge Royal Aork Dorotheenstr. 27 durchs Fenster in die Lokalitäten und erbrachen den Geldschrank, welcheui sie 3000 M. bares Geld sowie einige Wertpapiere entnahmen. Irgend welcher Verdacht der Täterschaft ist nicht vorhanden es müssen jedoch mehrer gewesen ein, da der Geldschrank vom Platze gerückt wurd„ und stark be» chädigt ist. Bon einem Baume abgestürzt und tödlich verletzt. Ein bedauer- licher Unglücksfall hat sich gestern gegen abend in der Pankstraße zu- getragen. Dort war der 34 jährige Parkarbeiter Wilhelm Feige, Thurncysserstr. 7 mit einem Kollegen dabei tätig, von einem Linden- bäume vertrocknete Zweige abzuschneiden. F. stieg auf eine Leiter und da diese bei einem der Bäume nicht bis zur Krone hinauf- reichte, trat er auf einen Ast. Plötzlich brach dieser und F. stürzte ans die Straße hinab. Er blieb bewußtlos liegen und wurde nach der Unfallstation XVII gebracht, wo der Arzt einen Schädelbruch feststellte. In völlig hoffnungslosem Zustande fand der Bedauerns- werte im LazaruS-Krankenhause Aufnahme. Zu dem Brande im Haufe Bergstraße 2 werden wir gebeten mitzuteilen, daß für die Bewohner des Hinterhauses keinerlei Ge- fahr vorgelegen habe. Das Gas im Vorderhause habe so lange gebrannt, bis das Feuer gelöscht war und sei dann nur auf Befehl des Wachtmeisters ausgedreht worden. Dem Portier dieses Hauses sei demnach keinerlei Vorwurf zu machen. „In Freien Stunden". Von dieser illustrierten Wochenschrift sind jetzt die Hefte 22 und 23 erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Fortsetzungen des Romans:„Der verlorene Sohn" und der Erzählung:„Die Narrenburg". Ferner ist mit„Pfingst- gebräuche",„DieS und Jenes".„Witz und Scherz" für Belehrung und Humoristik gesorgt. Die wöchentlich einmal erscheinenden Hefte können noch von Nr. 1 an durch jede Parteibuchhandlung, von jedem Kolporteur, in Berlin auch durch die Parteispeditionen bezogen werden. Der botanische Garten in Dahlem ist nur am ersten Pfingst- feiertage nachmittags von 2—7 Uhr geöffnet. Am 2. Feiertage da- gegen geschlossen, weil das Gartenpersonal dienstfrei sein soll. Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht eingeführt werden. Da» Belle.Alliance-Theater hat am 1. Juni seine Sommersaison eröffnet. Das Wetter an dem Abend war gerade nicht dazu an- getan, lange im Garten auszuhalten; allein das abwechselungsreiche Programm lieh das Publikum bis zu Ende ausharren. In bunter Reihenfolge wechseln Trapezkünstler. Jongleure. Radfahrer ab mit Liedersängcrinnen. Verwandlungstänzerinnen, Soubretten und ur- komischen Humoristen. Speziell der Humorist Mälzer brachte als sächsischer Rekrut durch die überwältigende Komik seines Auftretens die Lachmuskeln des Publikums in Bewegung. Unaufhörliches Gelächter begleitete seine Vorträge. Altholländische Bauerngesänge bringt das„Blazer Duo". Den Schluß des bunten Programms machte der Velograph mit den neuesten Aufnahmen der TageS- ereiguiffe. Das Apollothcater hat wieder einige neue Spezialitäten für das Juni-Programm verpflichtet. Zeigt sich Miß Allisen als beachtenswerte Kugel-Jongleuse, so produziert sich Miß Carma in der modernen Tanzkunst. Die Vorführung der Tänze der ver- schiedenen Nationalitäten, sowie die Allegorie„Krieg im Frieden" erzielten stürmischen Beifall. Originell ist die mufikalische Nummer von F r e d y u n d C a r m e n, auf ihren eigenartigen Instrumenten sind sie Meister. Eine besonders komische Nummer bildet das hol- ländische Duo„Paulus", besonders der Bauerntanz mit Holzschuhen brachte den Darstellern die Anerkennung des Publikums ein. Außer diesen neuen Spezialitäten bleibt„Das blaue Bild" von Paul Lincke sowie die farbenprächtige»Wundergrotte" auch auf dem neuen Programm. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der mit zahl- reichen farbigen Bildern ausgestattete Vortrag„Der jüngste Aus- bruch des Vesuv", welcher uns niitten hineinfuhrt in die von der Katastrophe heimgesuchten Ortschaften und das zerstörende Vor- dringen der glühenden Lava in erschütternder Plastik schildert, in dieser Woche allabendlich zur Wiederholung gelangen. Arveiter-Samariter-Kolomie. Am zweiten Feiertag Pfingstpartie von Bahnhof Grunewald, Treffpunkt 8 Ubr daselbst, nach Schrldhorn, Gatow, Kladow, Wannsee. Frühstück in Schildhorn, Restaurant Mietschil. Am Donnerstag Sitzung des Vorstandes und Komitees im Dresdener Garten. Vorort-J�admdrten. Nixdorf. Der letzten Stadtverordnetenversammlung war vom Magistrat eine neue Waisenratsordnuna vorgelegt, die debattelos genehmigt wurde. Wesentlich lebhafter gestaltete sich die Auseinandersetzung unser Parteigenossen mit den bürgerlichen Herren bei der Organisation der Waisenpflege. Stadtv. B ö s k e(Soz.) kritisiert den vorgelegten Organisations- lan als durchaus ungenügend. Besonders wies er vorauf hin, aß die vorgeschlagene Höhe der VerpflcgungSgelder auch nicht im geringsten den Anforderungen und Aufwendungen entspricht, die für die Pfleglinge gemacht werden müssen. Nach den geltenden Bestimmungen wird in gewöhnlichen Fällen ein Pflegcgeld nach folgenden«ätzen gewährt: Für Kinder unter 1 Jahr 13 M., im 2. Jahre 12 Bä, im 3 bis 6. Jahre 10 M.. im 7. bis 10 Jahre 8 M.. im 11. Jahre bis zur Schulentlassung 6 M. Für zede dieser Klassen beantragt Redner eine Erhöhung des Pflegcgeldes um mindestens 3 M. sowie jährliche Lieferung eines Anzuges. Bei diesen niederen Verpflegungssätzen liegt in größerem Maße, als dies vielleicht schon geschieht, die Gefahr vor, daß die Pfleglinge zur gewerblichen Mit. arbeit herangezogen würden. Im übrigen sollten sich die Mit- glieder der„Großen Fraktion" die Berliner Sätze zum Vorbild nehmen. Herr Bürgermeister Voigt hielt es für notwendig, darauf hinzuweisen,„daß man für die Armen- und Waisenpflege gar nicht genug tun kann". Da aber die Herren, die in der Waisenpflege praktisch erprobt seien, die Sätze für ausreichend halten, fei es müßig die Frage zu erörtern, ob die Sätze einer Erhöhung bedürfen. Die Arbeit der Pfleglinge wirke erzieherisch, wenn sie n i ch t ü b e r- mätzig ist. Selbst bei dieser Gelegenheit sollte die Komik nicht zu kurz kommen. Herr Beiß gefällt sich nämlich in der Rolle sehr gut, über die Ansichten der Sozialdemokraten bei jeder Gelegenheit die albernsten Mätzchen zum Besten zu geben. Nach seiner Meinung würden nicht so viel Rangen herumlaufen und herumlungern, wenn sie zur Arbeit angehalten würden. Aber da die Sozialdemokraten schon nicht arbeiten wollen, werden sie auch die Kinder dazu nicht erziehen können. Scharf ging Dr. S i l b e r st e i n(Soz.) mit den rückständigen Ansichten de? Herrn Bürgermeisters Voigt ins Gericht. Noch nie, führte Redner aus, habe Herr Bürgermeister Voigt so schwache Argumente vorgelegt, wie diesmal. Mit denselben Argumenten. mit denen die Agrarier die Kinderarbeit verteidigten, geschehe dies durch den Bürgermeister. Wir müssen uns unter allen Umständen gegen jede gewerbliche Kinderarbeit wenden. Schließlich wurde der Antrag B ö s i e gegen die Stimmen unserer Genossen abgelehnt, bie Magistratsvorlage dagegen an- genommen. Es folgten einige kleinere Vorlagen, welche debattelos an- genommen wurden. Für das rapide Wachstum der Stadt Rixdorf ist der Antrag des Mngistrats behufs einer Stadtaiileihe von 22 Millionen ein besonderes Kennzeichen. Stadtverordnetenvorsteher Sander begründet die Einzel- heilen der Vorlage und geht insbesondere auf die Deckung der An- leihe ein und ersucht um unveränderte Annahme derselben, über die Begebung derselben hingegen in geheimer Sitzung zu beraten. Dr. S i l b e r st e i n(Soz.) erklärt, dieser Vorlage ebenfalls zustimmen zu wollen. Einige Positionen beantragt er jedoch namens seiner Freunde umzuändern. So sind in dieser Vorlage Mittel für nur 3 Gemeindeschulen vorgesehen und ferner für den Neubau einer 2. Realschule sowie den Neubau einer Knaben- und Mädchenmittelschule. Die Durchschnitts- Klassenfrequcnz der Gcmeindeschulen sei in ständigem Wachsen begriffen. Am 31. De- zember 1303 betrug diese 33,3 gegen den 1. April 1303 37,7; auf eine Lehrkraft entfielen am 31. Dezember 1335 63,3 Kinder gegen den 1. April desselben Jahres 63,6 Kinder. Es ist außerordentlich bescheiden, wenn wir verlangen, diese Durchschnittöfrequenz um 3 herabzusetzen. Dazu sind aber nicht weniger wie 73 neue Klaffen schon allein erforderlich. Dagegen liegt nach der Begutachtung des Direktors Denicke für eine 2. Realschule auf absehbare Zeit noch kein Bedürfnis vor, während er und feine Freunde die Knaben- Mittelschule überhaupt abgelehnt haben. Er beantrage daher die hierfür vorgesehenen Summen für Gemeindeschulzwecke zu ver- wenden. AuS den Darlegungcn des Stadtverordnetenvorstehers klang es heraus, als ob der Bau der vorgesehenen Volksbadcanstalt noch einige Jahre hinausgeschoben werden sollte. Wenn heute schon die Mittel dazu bewilligt werden. waS Redner für besonders not- wendig hält, dann müsse auch der Bau beschleunigt werden. Stadtrat Dr. W e i n r e i ch ersucht um Ablehnung de» An- träges des Herrn Dr. Silberstein. Für die mittleren und höheren Volkskreise muh entschieden mehr getan werden. Mit den 100 Proz. Gemeindesteuern allein ist es nicht gemacht. Wie wenig sich diese„Volkskreise" zu beklagen haben, geht schon aus der Tatsache hervor, daß auf die höheren Schulen durch. schnittlich 700— 800 Schüler kommen, hingeg-n aus Gemeindeschulen, richtigen Kasernen, 2300— 3000 Schüler. Der Antrag der Sozialdemokraten wurde abgelehnt, die Vor- läge des Rechnungsausschusses und Magistrats dagegen angenommen. Trotzdem ein Antrag einiger bürgerlicher Stadtverordneten auf Beseitigung des Abendmarktes am Maybach. u f e r in der Sitzung am 22. Mai er. durch Uebergang zur Tages. ordnung erledigt wurde, brachten dieselben Herren einen ähnlichen Antrag wieder in; er wurde wegen Krankheit des Dezernenten von der Tagesordnung abgesetzt. DaS vorgelegte Projekt für den Neubau eineS städtischen Krankenhauses und der Ver- trag über die Ansiedelungsgeniehmigung fand im allgemeinen die Zustimmung der Stadtverordneten. Dr. Silber. stein protestiert gegen die Festsetzung der Norm, daß auf 1000 Ein- wohncr nur 2 Betten angenommen sind und bedauest, daß die Bettenzahl noch verschlechtert ist. Charlottenbnrg. Freier Kindergarten Charlottenbnrg. Unerwartet schnell ist eS gelungen, für den Kindergarten ein eigenes angenehmes Heim in der B r a u h o f st r. 13 zu finden. Neuanmeldungen werden daher nach Ablauf der Pfingstferien vom 6. Juni an dort und nicht mehr in den alten Räumen angenommen. Es kann nunmehr auch dem Gedanken näher getreten werden, den Nachmittag über Arbeiterkinder (auch Schulkinder), deren Eltern nicht in der Lage sind, sich ihren Kindern mit der erforderlichen Sorgsalt zu widmen, in erzieherische Obhut zu nehmen, durch Spiele, Beaufsichtigung der Schularbeiten. Handfertigkeitsabuilgen, Lektüre usw. Um einigermaßen die finanzielle Durchführbarkeit dieser nützlichen Idee überschauen zu können, werden Eltern, welche geneigt wären, von einer solchen Einrichtung Gebrauch zu machen, gebeten, sich schriftlich oder mündlich(von 8—1 Uhr) in dem Kindergarten Brauhofstr. 13 zu melden. Weiftensee. Aus der Gemeindevertretung. Die in absehbarer Zeit dem Tiefbauamt zufallenden Neubau-, UnterhaltungS» und Projektierungsarbeiten erfordern eine unverzügliche Verstärkung des jetzigen Personals durch erfahrene und tüchtige Arbeitskräfte und so war die Gemeindevertretung gezwungen, in ihrer letzten Sitzung die Stelle eines Ingenieurs mit einem Monatsgehalt bis zu 350 M. und zwei Technikern mit einem Monatsgehalt bis zu 180 M. zu bewilligen. Der Ingenieur soll in erster Linie bei der Aufstellung der Kanalisationsvrojelte und bei den Geschäften der Bauleitung mit- wirken. Die beiden Techniker sollen außer mit den Bauausführungen des laufenden Jahres mit Unterhaltungsarbeitcn der Kanalisation und des Pflasters, mit Bauaufsichts- und Abrechmmgsarbeiten beschäftigt werden. Femer soll ein gelernter Steinsetzer angestellt werden, welchem die AusbessemngSarbeilen an den Straßen in geringerem Um- fange übertragen werden, auch soll er zur Ueberwa chung einzelner Arbeiten der Unternehmer herangezogen werden. Eine Besoldungsordnung für die an der höheren Mädchenschule angestellten Lehrkräfte wurde angenommen. Die Besoldungen betragen jährlich für den Leiter der Anstalt 2700 M.. steigend bis 3100 M., für die definitiv an- gestellten wissenschaftlichen Lehrer 2700—3100 M., für die definitiv angestellten wissenschaftlichen Lehrerinnen 1800— 2450 M. Die Besoldung der einstweilig angestellten Lehrerinnen beträgt ein Fünftel weniger als das Grundgehalt, d. i. 880 M. Die Mietsenlschädigungen betragen 1000, 660 resp. 320 M.— Die Lustbarkeits- und Billett- steuerordnnng hat die Genehmigung des KreisauSschusses gefunden, jedoch wünscht der Regiemngspräsident noch einige redaktionelle Aenderungen, welche von der Mehrheit der Vertretune; aiigenoinmen wurden.— Gegen die Einführung der Wertzuwachssteuer sind auf Betreiben des Grundbesitzervereins 83 Proteste an den Landrat ein« gegangen; die Gemeindevertretung ist der Meinung, daß sie sich keiner Beachtung seitens der vorgesetzten Behörde erfreuen werden. DaS Gcwerkschaftskartcll beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der Lohnbewegung der Barbiere. Ein Vertreter derselben gab einen kurzen Ueberblick über den bisherigen Verlauf derselben. Gerügt wurde hierbei das Verhalten des LokalvcreinS Berlin, welcher die Forderungen des ZentralverbandeS umgeht, indem er niedrigere Lohnsätze aufstellt. Folgende Resolution wurde ein- stimmig angenoinmen:„Die am 30. Mai tagende Gewerkschaftskartell- sitzung nimmt Kenntnis von der Lohnbewegung der Barbiere. DaS Kartell spricht den Barbieren ihre volle Sympathie aus und verpflichtet jeden einzelnen Arbeiter, sich nur in den Barbicrgeschäften bedienen zu lassen, in denen die Forderungen der Gehilfen bewilligt sind. Es wird über alle diejenigen Geschäfte, die nicht bewilligt haben, der Boykott verhängt." Die Arbeiterschaft WeißenseeS wird nun darauf aufmerksam gemacht, streng' auf die Liste der Bewilligungen der Meister zu achten. Diese ist aus dem„Vorwärts" zu ersehen. Alle Plakate, die den Namen Liere nicht tragen, sind un- gültig. Ferner wurde der Bericht der Versammlung der Berliner Gewerlschaftskommission zur Kenntnis genommen. Einen kurzen Bericht der letzten Gärtnerbewegung gab noch der Vertreter der Gärtner. Nicht anwesend war der Vertreter der Wäschearbeitcr. Pankow. Auf dem Rangierbahnhof in Pankow ist man jetzt ungewöhnlich dreisten Diebstählen auf die Spur gekommen. Seil einigen Tagen stehen dort bereits die für die Pfingstfciertage notwendigen Extrazüge auf abseits gelegenen Gleisen zur Abfahrt bereit. In den letzten Nächten sind nun die Wagen zum größten Teil ihrer Messing- bestandteile beraubt worden. Eine Diebesbande hat in aller Ruhe von den Wageuiüren und aus den Eonpees die wert- vollen Bronze- und Messtnabeschläge entfernt. Türgriffe, Klinken, Zugvorrichtungen, Schildereiufassungen usw. fielen den Tätern in großen Mengen zur Beute. An einem Wagen fehlten nicht weniger als 22 Metallteile. Besonders hatten es die Langfinger auf die wertvollereil Bronzeteile der Wagen II. und I. Klasse abgesehen. Die Bande„arbeitete", ohne daß cnoas davon bemerkt wurde. Die Kriminalpolizei hat umfangreiche Recherchen zur Er- mittelung der Täter in die Wege geleitet. Dir Wahlvereinsversammlung am 23. Mai d. I. zeigte eine erfreuliche Zunahme des Besuches, konnte aber leider nicht pünktlich eröffnet werden, weil die Mehrzahl der Genossen wieder nicht um V�v Uhr anwesend waren. Es wäre wirklich an der Zeit, die wiederholten Mahnungen, pünktlich zu erscheinen, endlich zu beachten. Der Vortrag, den Genosse Baege über„Die Entstehung deS Weltalls und der Erde" hielt, war außerordentlich lehrreich und anregend. Bei solchen Veranstaltungen muß erwartet werden, daß die Genossen rechtzeitig und vollzählig erscheinen. Die trefflichen Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall und, da das Thema gründlich und leicht verständlich behandelt wurde, unterblieb eine Besprechung. Auf eine Anfrage deS Genossen Schwager, warum die Gesangvereine„Ein- tracht" und„Flora" bei der Maifeier nicht mitgewirkt hätten, erwiderte der Vorsitzende, daß dies auf eine Differenz zwischen „Eintracht" und einem VorstandSmitgliede des WahlvereinS zurück- zuführen sei. Die Versammlung beauftragte den Vorstand, die An- gelegenheit zu klären und in der Generalversammlung am 20. Juni darüber zu berichten. Reinickendorf. Die GewerbcgerichtSwahl findet am Dienstag, den 12. Juni. abends von 3—7 Ubr statt. Und zwar wählt der 1. Bezirk(Westen) in A.Müllers Restaurant, Schar n weber st r. 14, und der 2. Bezirk(Osten) in A. LedersSchützenhaus, Residenz- straße 1/2. Wahlberechtigt ist jeder 25 Jahre alte in Reinicken- dorf beschäftigte oder wohnende Arbeiter. Als Wahllegitimation dient für die in Reinickendorf Beschäftigten eine Bescheinigung des Arbeitgebers, und für die in Reinickendorf Wohnenden eine Be- scheinigung der Ortspolizeibehörde oder die letzte Steucrquittnng. Steglitz. Unser Gemeindeparlament hatte am Freitag eine ziemlich um» fangreiche Tagesordnung zu erledige», deren Wichtigkeit jedoch im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Umfange stand. Bei Beratung deS Antrages der Teltowkanalterrain- Aktiengesellschaft um Aufnahme einer neuen Straße in den Bebauungsplan erfuhr man, daß diese Gesellschaft nicht erst die Genehmigung der Gemeinde abgewartet, sondern die Straße einfach angelegt und gepflastert hat, und zwar recht schlecht gepflastert. Unser Bauamt hat nunmehr einen Be- bauungöplan für jenes Terrain aufgestellt, der die Zustimmung der Vertretung fand.— Der Radfahrer-Verein„Adler" beabsichtigt nächstens ei» Sommerfest zu feiern und bei dieser Gelegenheit der staunenden Mitwelt einen Blumenkorso vorzuführen; da anscheinend in der Vereinskasse Ebbe ist. stellte er den Antrag an die Gemeinde. zu diesem weltbewegenden Ereignis einen Preis aus Gemeinde- Mitteln zu stiften. Das heiße Bemühen des Mietervereins- Vorsitzenden, zu diesem rein privaten Berguügen Gemeinde- gelder locker zu machen, ließ den Verdacht aufsteigen, daß eine An- zahl„Adlervereinler" auch„Mietervereinler" sind. Auch zur Er- richtung eines zweiten Erholungsheims für Gcmcindebeamte wollte er 200 M. mehr, Ivie beantragt, bewilligen. Beide Anträge wurden indes abgelehnt. Interessant wurden die Verhandlungen erst, als nach Erledigung der Tagesordnung von dem Hausbesitzerverein durch den Schöffen Flemming der überraschende und ungewöhnliche Antrag gestellt wurde, vom 1. Juli ab anstatt des etats- mäßigen Kommunalsteuerzuschlages von 103 Pro- zent nur 100 Prozent zu erheben und den dadurw ent- stehenden Steuerausfall im Betrage von 18 730 M. aus dem Teltow» kaualfonds zu decken. Aus der Begründung des Antrages war zu entnehmen, daß dieser Fonds bereits auf 106 000 M. angewachsen ist. Der Fonds wird gebildet aus der im Jahre 1304 beschlossenen Umsatzsteuer von 1 Proz., welche später auf 1l/, Psioz. erhöhl wurde. Wie reiche Mittel dem Fonds zufließen, geht ans der Mitteilung hervor, daß vom 1. bis 24. April d. I. 13 013 M. an Umsatzsteuern vereinnahint wurden. Vor einiger Zeit hat nun der Kreis be- schloffen, seinerseits eine Umsatzsteuer von 1 Proz. zur Deckung der Bau- und Unterhaltungskosten des Teltowkanals zu erheben, und daraus folgerten die Antragsteller, daß die einzelnen Orte nicht mehr zu den Kosten herangezogen werden würden. Flugs entdeckten die Hausbesitzer ihr gutes Herz, und um die nach ihrer Ansicht un- nütz aufgehäuften Gelder der„Allgemeinheit" zuzuführc», sollen die Steuern ermäßigt werden. Die beiden Burgermeister und die Mietervereinler erklärten sich aus rechtlichen und praktischen Gründen gegen den Antrag, was ihnen indeffen nichts half: der Steuer-[ als Gutachter vorgeladene Arzt Dr. F. gab fein Urteil bahin ab, nachlaß wurde mit 17 gegen 4 Stimmen beschlossen. daß Fälle von Wandertrieb bei Leuten, die stundenlang an die Die Gewerkschaftskommission befaßte sich in ihrer legten Sigung Wohnung gefeffelt find, häufig beobachtet werden, und auch der mit den bevorstehenden Delegiertenwahlen zur Ortsfrankenkasse. Es Arzt des Klägers begutachtete, daß man diesem den Wandertrieb zu wurde beschlossen, in Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Wahlen zum gute halten müsse, selbst wenn die Befriedigung dieses Triebes nicht 6. Juni eine öffentliche Bersammlung anzuberaumen. Eine grelle in die vorgeschriebene Ausgehzeit falle. Beleuchtung erfuhren alsdann einige angeführte Fälle in bezug auf Das Kaufmannsgericht erachtete nach dem Gutachten der beiden den Mangel eines wirklichen Bauarbeiterschußes. So wußte der Aerzte den Caféhausbesuch nicht als ausreichenden EntlassungsObmann zu erwähnen, daß, weil er um Abhülfe bestehender Miß- grund. Es beschloß im übrigen, dem Kläger darüber den Eid abstände ersucht habe, man seinen Namen an die zur Anzeige gebrachte zunehmen, daß er tatsächlich von der Leiter gestürzt ist, und im Falle Persönlichkeit verraten habe. Aus dem Berichte über die Maifeier der Eidesleistung den Beklagten zur Zahlung von 175 M. au ging hervor, daß durch die Vormittagskontrolle 1200 Personen ges gangen find. Die Einnahmen betrugen 265,45 M., die Ausgaben 114,30 M. Bur Lohnbewegung der Schuhmacher wurde mitgeteilt, daß die Meister Jensch, Voigt, Jientarski, Neizel und Steinhauer nicht bewilligt haben. Bur Lohnbewegung der Barbiere werden in allernächster Zeit Schritte unternommen. Unentschuldigt fehlten die Töpfer und Transportarbeiter. Ober- Schöneweide. Arm und Bein abgefahren. Das Opfer eines schrecklichen Unglücksfalles ist der Weichensteller Hain aus Ober- Schöneweide geworden. Bei der Station Nieder- Schöneweide- Johannistal wurde H. bon einem einfahrenden Vorortzuge während des Dienstes erfaßt und so unglücklich unter die Räder geschleudert, daß ihm ein Arm und ein Bein abgefahren wurde. Mit dem nächsten Zuge überführte man den Unglücklichen nach der kgl. Klinik in Berlin. Johannisthal. berurteilen. Es ist für die Sucht, nach Simulation zu suchen, bezeichnend, baß der natürliche Drang zum Ausgehen als Beichen von Simulation vom Chef erachtet wurde. Vermischtes. Dienstag: Das Lumpengefinder. Mittwoch und Donnerstag: Jugendliebe. Sonnabend: Jugendliebe. Dienstboten. Freitag: Zwei glüdliche Tage. Dienstboten. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Bapfenstreich. Abends: Jugendliebe. Dienstboten. Montag: Das Lumpengesindel. Berliner Theater. Bis auf weiteres täglich: Die lustige Witte. Kleines Theater. Sonntag und Montag nachmittag 3 Uhr: Der Unverschämte. Hille Bobbe. Abends, Montag und die folgenden Lage: Ein idealer Gatte. Luftspielhaus. Vom Sonntag bis auf weiteres täglich: Das Fest der Handwerker. Die Berlobung bei der Laterne. Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Drpheus in der Unterwelt. Komische Oper. Sonntag und die folgenden Tage: Hoffmanns Erzählungen. Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. Abends: Der Zigeunerbaron. Montag nachmittag 8 Uhr: Der Troubadour. Abends: Die Fledermaus. Bom Dienstag ab: Geschlossen. Carl Weiß Theater. Sonntag: Der Weg des Märtyrers. Montag nachmittag 3 Uhr: Aus altem Geschlecht. Abends: Geschlossen. Dienstag und folgende Tage: Der Weg des Märtyrers. Zentral- Theater. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends: Nanon. Montag nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Infolge Hochwassers ist die Strecke Jmnau- Haigerloch- Stetten Nanon. Dienstag und Mittwoch: Nanon. Donnerstag: Der Zigeuner. der hohenzollernschen Bahnlinie Ghach- Stetten unfahrbar und vor- baron. Freitag: Nanon. Sonnabend: Boccaccio. Sonntag nachmittag aussichtlich auf die Dauer von vier Wochen gesperrt. Der 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends: Die Geisha. Montag: Nanon. Personenverkehr mit Haigerloch wird durch Fuhrwerksverbindung Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. möglichst aufrechterhalten. Die Beförderung einer Person von Abends: Hochparterre lints. Montag nachmittags 3 Uhr: Bis früh um Dienstag und die folgenden Tage: Imnau nach Haigerloch oder umgekehrt toftet 30 Pf. Der Güter- Fünfe. Abends: Hochparterre links. Hochparterre links. verkehr mit Haigerloch und Stetten ist eingestellt, jedoch werden Deutsch- Amerikanisches Theater. Bis auf weiteres täglich: Arme Stückgüter im Einzelgewicht bis zu 500 Kilogramm nach Station Apollo Theater. Allabendlich: Das blaue Bild. Spezialitäten. Haigerloch ab Imnau mittels Fuhrwerts weiterbefördert. Passage Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Ueber die Erringung der wirtschaftlichen Macht referierte am Sturm und Hochwasser. Salzburg, 2. Juni. Jm Lande herrschen Dienstag im Lotal von Senftleben der Reichstagsabgeordnete Ge- Hochwasser und heftige Stürme. Die Saaten sind vielfach vernichtet. noffe Fräßdorf in einer öffentlichen Versammlung. Nebner schilderte In Friedburg wurden 25 Joch Wald entwurzelt und zwei Arbeiter eingehend den Wert des Genossenschaftswesens für die Arbeiterschaft bom Blizz getroffen. In Lungau, wo mehrere Fabriken stillstehen, an Hand reichen Materials. Genosse Diesner und Breslauer sprachen sind zwei Personen ertrunken. ebenfalls für den Anschluß an die Genossenschaft. Mit dem GeLöbnis, die hiesige Verkaufsstelle zu heben, wurde die Versammlung geschlossen. Zehlendorf. Da die Gemeindevertretung und auch der Gemeindevorstand unter Bezugnahme auf das Wort vom Herrn im Hause" es in echt prozenhafter Manier abgelehnt haben, der Arbeiterschaft Zehlendorfs, soweit wie sie gewerkschaftlich und politisch organisiert ist, den der Gemeinde gehörigen Saal des Fürstenhofes" zu Versammlungen freizugeben, ist der Boykott über denselben verhängt worden. Der Fürstenhof", gegenüber dem Bahnhof Zehlendorf, besteht aus den oberen Restaurationsräumen mit einem schönen Saal für zirka 400 Personen und der im Erdgeschoß untergebrachten Stehbierhalle. Man sollte meinen, daß, wenn die Gemeinde ein Besitztum hat, fte es selbstverständlich auch allen Gemeindegliedern zur Verfügung stellen würde. Aber dazu können sich die Gemeindevertreter nicht aufschwingen. Man ist wohl drauf und dran, für 25 Gymnasiasten zu einem Bootshausbau und einem Ruderverein 7400 m. Teichten Herzens zu bewilligen, aber für die Arbeiterschaft gibt man nicht einmal den Saal bes Fürstenhofs" zu Versammlungen frei. Da nun die Stehbierhalle, welche ausschließlich von Arbeitern besucht wird, den Hauptteil der Pachtfumme zirka 6000 m. einbringt, so ist hier die Stelle, wo der Hebel angesetzt werden muß. Die Stehbierhalle muß gemieden werden!! Kein Arbeiter darf auch nur ein Glas Bier dort trinken! Verweigert man uns den Saal zu Versammlungen, so mögen jene Herren Gemeindevertreter, welche einen derartigen Beschluß faßten, dem Bächter des Lokals den Ausfall an Verdienst zurückerstatten. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die oberen Räume und der Tanzsaal ebenfalls gesperrt sind und bitten wir zum Fest alle Barteigenossen und Gewerkschaftler, bei Ausflügen im Fürstenhof am Bahnhof Zehlendorf keine Station zu machen. Herzfelde. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins erstattete der Vorsitzende den Tätigkeitsbericht der ersten vier Monate Dieses Jahres. Danach wurden drei Voltsversammlungen und eine Kommunalwählerversammlung abgehalten. Flugblattverbreitungen haben biermal stattgefunden. Auch fonnte über ein erfreuliches Wachstum der Organisation Mitteilung gemacht werden. Zum Schluß wurde zu reger Agitation für die Arbeiterpresse aufgefordert. Gerichts- Zeitung. Nachwehen des Streits bei Pfaff. 30 Pferde verbrannt sind bei einer Feuersbrunft auf dem bei Hanau gelegenen Gries. Mädchen. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag bis Sonnabend: Det jüngste Ausbruch des Bejuv. stellt. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Metropol Theater. Auf ins Metropol! Briefkaften der Redaktion. Anton 77. 1. und 2. Nein. 3. Der Sachverhalt ist vorzutragen. --Der heimer Truppenübungsplaß. Aus Frankfurt a. M. werden hierzu noch folgende Einzelheiten berichtet: Gegenwärtig ist das thüringische Ulanenregiment Nr. 6 aus Hanau zu einem vierzehn- 4. Etwa 10 Mart. 5. Das Armenrecht erstreckt sich auch auf die Pfändung. tägigen Regimentsegerzieren auf dem Griesheimer Truppen Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, zu welcher Berufsgenossenschaft er gehört: Pintact 47. Benden Sie sich an die Bauberufsgenossenschaft oder übungsplatz einquartiert. Das Regiment liegt im sogenannten fragen Sie Ihren Arbeitgeber, zu welcher Berufsgenossenschaft er gehört: an diese wenden Sie sich. R. S. 12. Eine Klage hätte leider feine Württemberger Lager. In der Nacht zum Donnerstag entstand aussicht auf Erfolg.- K. V. 32. 1. und 2. Ja. 23. A. 79. Wenden in der Stallbarade Nr. 39 Feuer. Der Brand muß 10 Minuten Sie sich an die amtliche Auskunftsstelle für Auswandererangelegenheiten, nach 1 Uhr ausgebrochen sein. Auf den Feuerlärm eilten alle im Schellingstr. 4. 2. 27. Bei dem Standesbeamten. G. 53. Leider Bager liegenden Truppenteile zu Hülfe. Der Feuerherd war ein ist uns solche Stasse nicht bekannt. 21. 7, 2. 22a. 1. und 2. Ja. aus leichten Tuffsteinen und Holz erbautes Stallgebäude, das mit 3. Das Gewerbegericht entscheidet auf Klage hin. A. M. 100. 40 Offizieren und Mannschaften der dritten Eskadron des sechsten Vertrag läuft bis zum 1. Oktober. Stündigen Sie nochmals zu diesem Ulanenregiments belegt war. Beitpunkt. 105a. Berjährung liegt nicht vor. Die Entscheidung hängt, Die Pferde konnten nicht gerettet werden, da sie nicht aus dem Stall herauszubringen waren. Sie Beklagter bestreiten sollte, von einem ihm aufzuerlegenden Eide ab. 777. G. P. Friedrichsberg. E. C. Uns nicht bekannt. 23. 75. sträubten sich, aus dem hellen Feuerschein in die dunkle Nacht Der Sprachgebrauch entscheidet: danach ist gegessen" richtig. Henke. herauszukommen, obwohl mehrere Soldaten sie am Kopfhalfter 1. Nach Ansicht einiger Stirchengemeinden ja: eine oberrichterliche Entfaßten. Immer wieder rissen sie sich los und sprangen in den scheidung ist uns nicht bekannt. 2. Ja. 3. Das ist von Gemeinde zu Ge lichterloh brennenden Stall zurück, der auch Futtervorräte, wie meindevorstand. R. R. 24. 1. Ja. 2. Nein. Heinrich. Eine Safer und Stroh enthielt. Die Pferde standen mit dem Kopf gegen lage hätte wenig Aussicht auf Erfolg, Berzichten ist ratsamer. die Mitte, und man hätte sie retten fönnen, wenn nicht die Angst, hängt von den Anstellungsbedingungen ab. 3. P. Ob Pensionsberechtigung, eventuell in welcher Höhe vorliegt, G. 6. 70. Ohne Zu der Lärm und der Feuerschein sie störrisch und wild gemacht hätten. Stimmung der Mutter nein. Pfingsten 1906. 1. Zustimmung der Nur die drei Pferde des Eskadronsführers, die in einem Verschlag Mutter ist erforderlich. 2. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. 3. Der Adopstanden, konnten herausgebracht werden. Das gesamte zu tionsvertrag muß notariell oder gerichtlich geschlossen und darum vom Gericht 40 Pferden gehörige Stallzeug, Decken, Lanzen, Stallgeräte und die genehmigt werden. Roßmann 127. Klagen Sie bet dem Amtsgericht Geschirre von drei Krümperfuhrwerken sind verbrannt. Ueber die auf Rückzahlung. F. G. 127. Am 2. März, 13. und 18. April. 7. Entstehungsursache fann erst die Untersuchung Aufklärung geben. M. Königshütte. 1. Ihnen steht ein Anspruch auf Schadenersatz zu. Noch um 21 Uhr fam ein Strümperkutscher, der Offiziere von 2. Strafbarkeit liegt nur vor, wenn die ausländische Regierung Strafantrag M. 21. Leider liegt Versicherungspflicht der in Heil Darmstadt gebracht hatte, und stellte seine Pferde in den Stall ein. ftätten usw. Beschäftigten nicht vor. Ein dahin gerichteter sozial Ein Mann, der Stallwache hatte, sagte, er habe diesem ein demokratischer Antrag ist f. 8. abgelehnt, dem betreffenden steht ein Anspruch brennendes Streichholz für seine Zigarre reichen müssen, und von leider nicht zu. Hoffnung 1000. Bersprechen und Halten ist zweierlei dieser sei ein Funke in die Spreu gesprungen und habe diese entzündet. Der Strümperkutscher wiederum sagte, die Lampe der Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Die Markthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 64-68 pr. 100 Pfund, IIa 54-64, Stallwache sei umgefallen und habe den Brand verursacht. IVa 44-49, engl. Bullen 0,00, dän. Bullen- 0,00, Barade ist ein Trümmerhaufen. Einzig und allein die eisernen IIIa 50-53, Tränt- und Futtergeschirre sind übriggeblieben. Offiziere und holl. Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 105-120, Ia 85-90, Mannschaften waren taum fünf Minuten nach Ausbruch des Feuers IIa 70-80, IIIa 56-68. ammelfleisch Ia 68-73, IIa 60-66. zur Stelle, und die militärische Feuerwehr trat sofort in Aftion. Schweinefleisch 56-63. Staninchen per St. 0,60-0,90. Sühner, alte, Stüd 0.38. Enten, prima, per Stud 1,80-1,80, Samburger, junge, Stüd 2,20 Am Freitag abend follte die Regimentsbesichtigung sein, und am 1,60-2,40, junge, per, Stüd 0,40-0,70. Tauben, junge 0,30-0,56, alte Sonnabend sollte das Ulanenregiment wieder in feine Garnison bis 3,25. Banje, junge, per Bfb. 0,70-0,80, per Glüd 3,00-6,50. te Hanau zurückmarschieren. Die Stallwache wurde in Arrest ab- 94-110. Schleie 109-126. Bleie 60, Aale, groß 110-118, mittel geführt. 103-115, flein 0,00, unfort. 75-95. Blögen 60-66. Flundern, pomm. I, p. Schod 3,00-6,00. Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel, per Stifte 2-4, bo. tlein, per Stifte 0,00. Bildlinge, holl. per Wall 0,00. Stieler 1,50-3,50, Stralf. 3,00-3,50. Aale, groß, p. Bd. 1,10-1,30, mittel 0,80-1,00, II. 0,50 bis 0,60. Sprotten, Stieler, 2 Wall 0,00, Elb per Stifte 0,00. Sardellen, 1902er, per Anker 76,00, 1904er 74,00, 1905er 70,00. Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 33-85, deutsche 37-44. Heringe, neue Matjes, per, To. 60-120. Summern, IIa, 100 Bfb. 0,00. Strebje, per Schod, große 25,00-27,50, mittel 14,00-22,00, eine 6,50, unsortiert 10,50-15,00. Gier, Land-, per Schod 3,30, frische 0,00. Butter per 100 Bfund, Ia 110-114, IIa 106-110, IIIa 100-106, abs fallende 96-100. Saure Gurten, Schod 3,50-4 M., Pfeffergurten 3,50-4 m. Startoffeln per 100 Bib. magn. bon. 2,10-2,35, rote Dabersche 2,00-2,20, runde weißge 1,80-2,00, alta 00,00, Sommer- Malta 11-12, franz. 00, ital. 9-11, ungar. 7-10. Spinat, per 100 Bfd. 10-15, Sarotten 3-4. Mohrrüben, per 100 Pfund 3-4. Kohlrabi, per Schock 0,50 bis 1,50. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 23b. 4,00-6,00, Bergeb. 0,00. Radieschen, per Schod 0,75. Salat, 100 Stopf 0,00, Gubener, per Schod 0,50-0,70. Spargel I, per Pfd. 0,35-0,60, II 0,20-0,42, III 0,05-0,26, Beeliger I 0,55-0,70, II 0,34 100 Bfb.'70-110. Schoten, Beeliber, per 100 Bfb. 15-18. Stirfchen, ital., bis 0,50, III 0,15-0,39. Bruchspargel 0,15. Bohnen( grüne), per per 100 fd. 40-55, franz. 15-60, Gubener 25-35, Werdersche, per Pfd. 0,35-0,42. Erdbeeren, hiesige, per 50 Stilo 60-80, boll., per 100 Stilo 50 bis 100, franz., per Bfb. 0,30-0,60, Beelizer, per Storb 1,10-125, Dresdener, per Pfd. 1,75-2,00. Bitronen, Messina, 300 Stüd 8,00-10,00, 360 Stüd 6,75-9,00, 200 Stüd 6,50-9,00, 420 Stild, flein 7,00. Gesichtete Leichen! Kiel, 2. Juni. Nach Aussage der Taucher des norddeutschen Bergungsvereins wurden gestern an der Unfall stelle des Torpedobootes S 125 noch vier Leichen gesehen. Die Dieser Tage ist ein Urteil durch Verwerfung der Revision Leichen wurden gegen Vertreiben gesichert und sollen, sobald es feitens des Reichsgerichts rechtskräftig geworden, das den Genossen das Wetter erlaubt, geborgen werden. Zurzeit ist ein Tauchen Tischler Karl Greulich wegen angeblicher Belästigung Arbeits- wegen des lebhaften Seeganges ausgeschlossen. williger au 14 Tagen Gefängnis berurteilt. Im Herbst 1904 Alexander Berkmann, der vor 15 Jahren während eines großen wurden bekanntlich die Tischler der Pfaffschen Möbelfabrit aus- Streits ein Attentat auf Frid, den Leiter der Carnegieschen Stahlgesperrt. Zwei fremde Arbeitswillige, Tischler Haas und Kerber, werke in Pittsburg, verübte, ist kürzlich aus dem Gefängnis entwollten durch Ausgesperrte belästigt sein. Sie flagten bem auslassen worden. Frick wurde damals nur leicht verwundet, der biener Paul Holz ihr Leib und dieser gab als derjenigen, der Attentäter aber trotzdem zu 20 Jahren Gefängnis verbon den 300 Ausgesperrten allein in Frage kommen könne, den urteilt. Diese Zeit ist durch gute Führung des Gefangenen um Tischler Greulich an. G. wurde daraufhin angeklagt. Bor Gericht etwa 5 Jahre abgekürzt worden. Berkmann soll durch Agenten beschworen Haas und Kerber, G. habe sie beleidigt. Haas gab Fricks auch fernerhin überwacht werden. Als er nach seiner Saft G. habe habe einen Kerber, gelben lleberzieher, er entlassung nach Pittsburg fam, wurde ihm von der Polizei mit habe einen schwarzen Ueberzieher getragen. Trotz diefer geteilt, daß man seinen Aufenthalt dort nicht dulden würde. Jn Differenzen in den Beugenangaben und wiewohl neun einwands- Arbeiterkreisen hatte man viel für seine Freilassung agitiert, aber freie Entlassungszeugen beschworen, G. in der in Betracht kommenden ohne Erfolg. Zeit nicht vor der Fabrit gesehen zu haben, galt dem Staatsanwalt und dem Gericht die Annahme des Hausdieners Paul Holz als hinreichend zur Verurteilung. Der Staatsanwalt brachte sechs Wochen in Antrag, das Gericht erkannte auf 14 Tage Gefängnis. Die beiden angeblich beleidigten Streitbrecher find längst von der Bildfläche verschwunden, der Hausdiener Paul Holz, auf dessen Vermutung G. unschuldig dieser Tage ins Gefängnis gehen muß, bekleidet nach wie bor seinen Posten in der Pfaffichen Fabrit. an, Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Opernhaus. Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Die Bauberflöte. Dienstag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: La Traviata. Donners. tag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Freitag: Carmen. Sonnabend: Tannhäuser.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Undine. Montag: Manon. Witterungsübersicht vom 2. Juni 1906, morgens 8 the. Stationen Sonntag: Der Kaufmann von Benedig. Montag: Minna von Barnhelm. München Leffing Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: ST Barometer stand mm Windrichtung Bindstärke Wetter Temp. n.. 5.4° N. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke NND Wetter 6 wollig Temp. n. C. Bot De 10 11 12 Haparanda 751 13 Betersburg 754 GGD 2bedeckt 14 11 Scilly 765 NNW 5halb bd. 11 11 Aberdeen 759 N 6 wollig 759 S 5 bedeckt 17 Paris 761 NN 3 wollig 758 2 2Regen 10 Wetter- Prognose für Sonntag, den 3. Juni 1906. Ein wenig wärmer, vielfach heiter, aber noch veränderlich mit leichten Regenschauern und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Schauspielhaus. Sonntag: Narzis. Montag: Goldfische. Dienstag: Der Erbförster. Mittwoch: Prinz Friedrich von Homburg. Donnerstag: Die Journalisten.. Freitag: Romeo und Julia. Sonnabend: Der Schwur der Treue. Sonntag: König Richard III. Montag: Das große Licht. Der Wandertrieb" des Handlungsgehülfen. Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Ueber die bekannte Begleiterscheinung vieler Krankheiten, den Boccaccio. Dienstag: Der Zigeunerbaren. Mittwoch: Fra Diavolo. sogenannten„ Wandertrieb", entspann sich gestern ein gelehrter Disput Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Fra Diavolo. Sonnabend: vor der dritten Kammer des Kaufmannsgerichts. Der Verkäufer 2. Ein Mastenball. Sonntag: Unbestimmt. Montag: Der 8igeunerbaron. Swinemde. 750 SW 2bedeckt Deutsches Theater. Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch: Hamburg 753 WSW 3wolkig war am 13. März im Geschäftslokal der Möbelstofffirma Franz Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Berlin 75223 3wolfig Lehmann, woselbst er tätig war, angeblich von der Leiter gestürzt. Der Kaufmann von Benedig 5 bebedt Der sofort hinzugezogene Arzt Dr. B. konnte zwar weder positive Freitag: Der Kaufmann von Benedig. Sonnabend: Ein Sommernachts- Frantj.a. M. 756 S Verlegungen, noch Erkrankungs- Symptome feststellen, schrieb indes Das Wien den Verkäufer auf Grund seiner eigenen Angaben er flagte über Lebensfest. Mittwoch: Die Teufelskirche.( Anfang 7%, Uhr.) Donnerstag: starke Schmerzen in der Hüfte frant. Der Prinzipal verweigerte die Das Lebensfest. Freitag und Sonnabend: Die Teufelskirche. Sonntag: weitere Gehaltszahlung, indem er den Einwand der Simulation erhob. Das Lebensfeft. Montag: Die Teufelskirche. Schiller Theater O.( Wallner Theater.) Sonntag nachmittag Er versuchte dies noch damit zu bekräftigen, daß der Kläger in der Zeit seiner angeblichen Krankheit öfter des Abends im Café ge- 3 Uhr: Romeo und Julia. Abends: Bapfenstreich. Montag nachmittag Abends: 8wei glückliche Tage. Dienstag: 8mei sehen wurde. Der Kläger gab in der gestrigen Verhandlung die 3 Uhr: Don Carlos. Wafferstand am 1. Juni. Elbe bei Auffig+0,24 Meter, bel Cafébefuche unumwunden zu, begründete sie aber damit, daß ihn nach glüdliche Tage. 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