Nr. 131. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Poste Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereits und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition aft bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Zum Fremdenrecht. II. Nach dem im vorigen Artikel Ausgeführten steht Russen auf Grund des Artikel 1 des russischen Handelsvertrages: „ Die Angehörigen eines der beiden vertragschließenden Teile, welche sich in dem Gebiete des anderen Teiles nieder gelassen haben oder sich dort vorübergehend aufhalten, sollen dort im Handels- und Gewerbebetriebe die nämlichen Rechte genießen und feinen höheren oder anderen Abgaben unterworfen werden als die Inländer. Sie sollen in dem Gebiete des anderen Teiles in jeder Hinsicht dieselben Rechte, Privilegien, Freiheiten, Begünstigungen und Befreiungen haben wie die Angehörigen des meistbegünstigten Landes. Es herrscht jedoch darüber Einverständnis, daß durch die vorstehenden Be stimmungen die besonderen Geseze, Erlasse und Verordnungen auf dem Gebiete des Handels, der Gewerbe und der Bolizei nicht berührt werden, welche in jedem der beiden vertragschließenden Länder gelten oder gelten werden und auf alle Ausländer Anwendung finden." das Recht des Aufenthalts in Deutschland zu, sofern nicht Reichsgesetze entgegenstehen, die auf alle Ausländer Anwendung Reichsgesetze, die solches Ausweisungsrecht verleihen, sind folgende Baragraphen des Reichsstrafgesetzbuchs: finden. § 39. Die Polizeiaufsicht hat folgende Wirkungen: 1. 2. Die höhere Landespolizeibehörde ist befugt, den Ausländer aus dem Bundesgebiete zu verweisen, § 284. Wer aus dem Glücksspiel ein Gewerbe macht, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft, neben welchem auf Geldstrafe von 300 bis zu 6000. fowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann. Ist der Berurteilte ein Ausländer, so ist die Landespolizeibehörde befugt, denselben aus dem Bundesgebiete zu verweisen. Sonnabend, den 9. Juni 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. gesetzlich oder vertraglich festgelegter Gründe kraft seines sogenannten bekommen? Ich bin wirklich hungrig geworden."" Nein, Hoheitsrechts zustehen würde, so wäre ja die Ausweisungseinräumung mit einem Brot tostet es 15 Stopeken." Die Deputierten be durch den heißumstrittenen§ 2 des Jesuitengefezes völlig überflüssig schließen, ohne Tee auszukommen.„ Aber," mischt sich gewesen. einer der Journalisten ins Gespräch, Ihr bekommt ja zehn Im Strafgesetzbuch und im Jesuitengesetz für Guatemala und Rubel den Tag. Da könnt Ihr es Euch doch erlauben. Columbien in den in Nr. 130 angeführten Staatsverträgen sind die Ja wohl, was man uns auszahlt, sind zehn Rubel, Gründe aufgeführt, die zu einer Ausweisung Fremder berechtigen. Die aber wir haben versprochen, neun Rubel ins Dorf zu schicken. Fremdenpolizei unterliegt nach Artikel 4 der Reichsverfassung Ziffer 1 Und ein Rubel pro Tag, der geht leicht auf. lediglich dem Neich. Mithin find Ausweisungen, die ohne die Voraussetzung der beiden genannten Geseze( oder im Rahmen der Reichsverträge mit Guatemala und Columbien) vom Reich oder von Einzelstaaten verfügt werden, rechtswidrig. Wem gelten die Uebungen?? In Petersburger Kreisen ruft die von dem in Zarskoje Selo garnisonierenden Schützenbataillon in weitem Umfange vorgenommene Uebung mit Maschinengewehren Verwunderung hervor. Spiridonowa. Es ist gegen das Recht des einzelnen Ausländers eingewendet, die Handelsverträge räumten nur dem Staate, nicht dem einzelnen Angehörigen des Staates ein Recht ein. Mit demselben Rechte Die Richter der Spiridonowa selber sollen sich dafür austönnte man jedem Gesetz, jedem Staatsvertrag gegenüber bestreiten, gesprochen haben, das heldenhafte Mädchen zur Wiederherstellung auf die Normen des Gesetzes oder des Vertrages fönne der einzelne feiner Gesundheit nach dem Süden zu schicken! Die hohen, ihnen vorgesetzten Behörden aber wollen von so menschlichem Handeln fich nicht berufen, nur der Staat. Diese auf die Spize getriebene nichts wissen, sondern sie haben die Absicht, die Totkranke Ideologie des bureaukratischen Absolutismus ist in Tausenden von nach Schema F auf Grund ihrer Verurteilung in die sibirische Prozessen als töricht anerkannt. Das Reichsgericht und jedes in- Eiswüste zu senden. Man hat sie von Tamboff nach Mostan oder ausländische Gericht hat auch bei Auslieferungsverträgen an- ins Etappengefängnis gebracht, von wo aus die Verschicklungen nach erkannt, daß diese Normen Nechte für die Angehörigen der Aus- Sibirien vor sich gehen. lieferungsstaaten schaffen, und daß die einzelnen Bürger ihre aus Ein großes Arbeitermeeting, den Auslieferungsverträgen folgenden Rechte wahrzunehmen be- an dem sich auch viele Abgeordnete beteiligt haben sollen, hat, wie rechtigt sind. die russischen Blätter berichten, am Pfingstfonntag folgende Resolution beschlossen: Der Fremde, zum mindesten der Angehörige der Staaten, mit denen das Reich Verträge der angeführten Art geschlossen hat, hat ein Recht zum Aufenthalt in Deutschland. Beamte machen sich demnach selbst dann des objektiven Tatbestandes eines nach dem Buchstaben des Strafgesetzes mit harten Strafen bedrohten Verbrechens des Amtsmißbrauchs schuldig, wenn sie Ausweisungsverfügungen erlassen und ihnen Nachdruck verleihen. Und das auch dann, wenn es ohne polizeiliche, in wenig lauterem Wettbewerb mit Priestern vorgenommene Taufen, ohne Fälschung von Urkunden, ohne Anreizung zum Landesverrat und ohne Lieferung ähnlicher Beweise. für die Gemeingefährlichkeit einer Polizeiallmacht geschieht. Ein Schadenersapprozeß eines ausgewiesenen Ausländers gegen diejenigen, welche sein Aufenthaltsrecht beugen und brechen, müßte nach dem Gesetz des deutschen Staates vor dem Reichsgericht erfolgreich sein, soweit nicht in Deutschland der ungeschriebene Machtsaiz„ Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei" Geltung hat. § 362 bestimmt, daß die nach§ 361 Nr. 3 bis 8 zu haft Verurteilten( Landstreicher, Bettler, Prostituierte, Arbeitsscheue usw.) der Landespolizeibehörde überwiesen werden kann. Im letzten Absatz des§ 362 heißt es dann: Ist gegen einen Ausländer auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde erkannt, so kann neben oder an Stelle der Unterbringung Verweisung aus allererheblichste Interesse. Die in der Praxis bedem Bundesgebiet eintreten. Endlich bedroht§ 361 8iffer 2 mit Haft„ wer, nachdem er des Bundesgebiets oder des Gebiets eines Bundesstaats verwiesen ist, ohne Erlaubnis zurückkehrt". Das sind die besonderen Geseze", die auf Grund des Sages 3 des Art. 1 des russischen Handelsvertrages eine Ausweisung gestatten könne. Diese Voraussetzung liegt in keinem der Fälle vor, in denen in letzter Zeit so zahlreiche Ausweisungen von Russen er folgt find. Die bon preußischer Seite aus erfolgten im Reichstag besprochenen Ausweisungen sind demnach grobe Verlegungen des Völkerrechts, eminente Verstöße gegen das Reichswohl und Vertragsbrüche schlimmster Art. An dem Recht des Fremden zum Aufenthalt in Deutschland hat die deutsche Arbeiterklasse das stehende Rechtlosigkeit der fremdländischen Arbeiter bildet für Großgrundbesizer, für Bergwerksbefizer und Großindustrielle in wachsendem Maße eine Waffe gegen die Bestrebungen der deutschen Arbeiterklasse um Durchfeßung ihres Rechts auf Teilnahme an den Errungenschaften der Kultur. Jm Kampf gegen die Kulturschmach und Barbarei der Ausweisungen Fremder wird schließlich die Arbeiterflasse siegen, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse der Völker, weil der gesamte internationale Verkehr die Anerkennung der Fremden als Menschen, als Rechtssubjekte gebieterisch erheischt. Die Revolution in Rußland. " Die Minister haben gesagt, daß die Regierung weder Land noch Freiheit geben und die Ausnahmezustände aufrecht erhalten wird. Man wird also auch in Zukunft ohne Gericht schlagen, verstümmeln, erschießen, erhängen, und das Land wird in den Händen der Regierung und der Gutsbefizer verbleiben. Man wird die Familien der Hungernden ausweisen und dies jenigen, die ihnen helfen wollen, zu Zwangsarbeiten verurteilen. Das sagten die Minister, das wagten sie der Duma zu antworten. Es ist freilich wahr, daß die Abgeordneten nicht als die wirklichen Vertreter des Volkes anzusehen sind, weil nicht alle gewählt haben, und die, welche gewählt haben, unter dem Sausen der Knuten und dem Knattern der Maschinengewehre nicht diejenigen wählen konnten, die sie wählen wollteit. Trotzdem hat aber auch diese Duma einen Teil der Forderungen des Volles ausgesprochen. Doch hat die Re gierung beschlossen, diese wenigen Forderungen nicht zu erfüllen. Das hat sie zu beschließen gewagt! Mögen die Vertreter des arbeitenden Wolfes, möge die Arbeitsgruppe die Duma veranlassen, für die Forderungen des Volkes zu kämpfen, dann wird das Bolt die Duma in diesem Kampf unterstüßen. Möge die Arbeitsgruppe die Duma veranlassen, zu kämpfen: 1) für eine fonstituierende Versammlung auf grund des allgemeinen, geheimen, direften und gleichen Wahlrechts; 2) für die Ueberweisung des Landes an das Volk und für die Anerkennung des Rechts des Bolles auf Land; 3) für den Achtstunden- Arbeitstag und 4) für die Amnestierung aller, die für ihre politische und religiöse lleberzeugung und für die Beteiligung an den Agrarunordnungen leiden." Politifche Ueberficht. nach Scherl: Berlin, den 8. Juni. Geistige Arbeit.. nach Wolff: Wenn auch unsere AntAus der Duma. Wie vorauszusehen, ist es bei dem Abstecher nach Wien nicht Petersburg, 8. Juni.( W. T. B.) Man hat behauptet, das deutsche Strafgesetzbuch enthalte feine Die Antworten des beim Telegraphieren geblieben, sondern es ist auch, wie erschöpfende Regelung der Voraussetzungen, unter denen Aus- Ministeriums auf die Interpellationen der Duma über die im üblich, zum Reden gekommen. Wie gleichfalls üblich, wird diese weisungen erfolgen dürfen. Dieser Einwand ist verfehlt, aber auch der Todesstrafe geben Veranlassung, die Debatte über die Agrar- darf, sehr verschieden übermittelt. In der Ansprache auf der Burg Dieser Eintvand ist verfehlt, aber auch Amtsblatt veröffentlichten Telegramme betreffend die Abschaffung Kaiferrede in dem Passus, der allgemeineres Interesse beanspruchen für die Frage, ob das durch den vom Reiche geschlossenen Handels- frage zunächst auszusetzen. Bahlreiche Abgeordnete halten heftige Streuzenstein soll der deutsche Kaiser zu dem Schloßherrn, dem Grafen für die Frage, ob das durch den vom Reiche geschloffenen Handelsvertrag eingeräumte Aufenthaltsrecht verletzt ist, unerheblich, Reben gegen das Ministerium, insbesondere solche der Arbeiter- Wilczek, gefagt haben denn es gibt weder deutsche noch wenn man( freilich mit partei, von denen einer, Mladjin, erklärt, daß die Duma Unrecht) preußische Gesetze für ausreichend erachten würde und das Ministerium zwei Feinde seien, von denen einer sterben Möge man fritisieren preußische Geseze, die für andere Fälle ein Ausweisungsrecht müffe.( Der Präsident ruft Aladjin wegen dieser Aeußerung oder möge man rügen, jeder, der schauungen noch so sehr angeBehörden einräumen. Der letzte Saz des Artikel 1 des Handels- zur Ordnung.) Andere Redner von derselben Partei verlangen die durch Krenzenſtein schreitet, iſt griffen wurden, immerhin haben vertrages nimmt aber ausdrücklich auf Gesetze( bei Auslegung Einberufung einer fonftituierenden Bersammlung: Zwischen den gegezwungen zur Kritit, zur Dis- sie ihre Aufgabe erfüllt, sie nach Treu und Glauben auf Reichsgefeße) Bezug. Hat das Strafgesetz- tampf. Roditscheff und Lednizky weisen darauf hin, daß es un zur Diskussion tommt, ist schon wedt. Das ist auch schon etwas. nach Treu und Glauben auf Reichsgesetze) Bezug. Hat das Strafgesez- mäßigten und radikalen Parteien entspinnt sich ein heftiger Rede- ezungen zur Kritit, zur Dis- sie ihre Aufgabe erfüllt, sie fussion. Wenn es nur einmal haben die Illusion gebuch als Neben strafe die Ausweisung festgesetzt, so darf nach bedingt notwendig sei, den konstitutionellen Weg einzuhalten; ein großer Schritt getan. Die Sie haben hier ein Kulturwerk dem Gerichtsverfassungsgesetz und dem Strafgesetzbuch mur andernfalls würde der Monarch selbst von der Revolution weggerissen Diskussion führt zum vollbracht, wenn auch manches das Gericht oder die durch sein Urteil und das Strafgesetz werden. Nachdem eine große Zahl von Rednern gesprochen hat, nach denken, und Nachwohl oder übel kritisiert oder bebuch ermächtigte Landespolizeibehörde eine Ausweisung vornehmen. nimmt die Duma eine Tagesordnung Nabokoff an, in der aus denken ist geistige Ar- wundert wird. Aber Stellung Es wäre doch in der Tat ein Widerspruch sondergleichen, wenn das gesprochen wird, daß, da das ganze Bolt die Abschaffung der Todes- beit geistige Arbeit aber ist dazu muß genommen werden. Gesetz den Ausländer für den Fall, daß er eine strafbare strafe wünsche, zukünftige Hinrichtungen nicht Atte der Rechtspflege, alles! Handlung begeht, für die als Nebenstrafe Ausweisung festgesetzt ist, sondern gewöhnliche Morde sein würden. dem Schutz gerichtlichen Verfahrens unterstellte, aber für den Fall gestatten würde, einen Ausländer ohne weiteres, ohne jegliche Rechtsgarantie des Landes zu verweisen, wenn er sich so bewegt, daß er nichts Strafbares begeht. Eine solche Prämie für das Begehen strafbarer Handlungen ist der Reichsgesetzgebung fremd. Außer dem Strafgefeßbuch enthielt der§ 2 und enthält vielleicht noch der§ 1 des Jesuitengesezes vom 4. Juli 1872 eine Befugnis zur Ausweisung von Ausländern. Die beiden Paragraphen lauten: § 1. Der Orden der Gesellschaft Jesu und die ihr verwandten Drden und ordensähnlichen Kongregationen sind vom Gebiete des Deutschen Reiches ausgeschlossen. § 2. Die Angehörigen des Ordens der Gesellschaft Jesu oder der ihm verwandten Orden oder ordensähnlichen Kongregationen fönnen, to enn fie Ausländer sind, aus dem Bundesgebiet ausgewiesen werden; wenn sie Inländer sind, fann ihnen der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Drten bersagt oder angewiesen werden. Wenn dem Deutschen Reich oder gar einem Einzelstaat eine Ausweifungsbefugnis nach seinem Belieben ohne Vorliegen bestimmter Die liebe Zensnr. Unter den Reichsdumamitgliedern herrscht eine Erbitterung über die tendenziös gefärbten Reichsdumaberichte, die die Russische Telegraphenagentur verbreitet, wogegen beim Reichsdumapräsidium eine Beschwerde eingebracht werden foll. Erneuern wir die Die Kunde ging von Mund zu Ideale, welche frühere Ge- Mund, und wenn man Stellung schlechter erfüllt haben!..." nimmt, so ergibt ergibt sich daraus eine geistige Arbeit für die hohen Jdeale der Geschichte.... Nach dem Bericht der Scherlblätter hat der Kaiser also einen Hymnus auf die geistige Arbeit angestimmt, während Infolge zahlreicher beim Ministerium des Innern wie beim das amtliche Wolffsche Depeschenbureau dem Kaiser eine weit Aderbauminifterium einlaufenden beunruhigenden Nachrichten über geringere Bewertung der geistigen Arbeit in den die immer drohender werdende Haltung der Bauern hat der russische Mund legt. Wir würden nicht unangenehm berührt sein, wenn Herrn Ackerbauminister Stischinskij die Gouverneure telegraphisch aufgefordert, sofort Landberteilungskommissionen in mindestens drei Scherls eifriger Horcher recht hätte. Dann aber hätten wir ben Bezirken eines jeden Gouvernements zu ernennen. Die Agrarfrage. Die Reichsbumamitglieder der Bauernpartei erhalten von ihren Die Reichsbumamitglieder der Bauernpartei erhalten von ihren Wählern die Mitteilung, daß sich in verschiedenen Dorfgemeinden Streiffomitees gebildet haben, die eine Norm für Arbeitslöhne ausgearbeitet haben, unter welcher die Bauern bei den Gutsbefizern arbeiten wollen. Eine charakteristische Szene wird in Dwadz. Wek." geschildert. " Wunsch, daß der Kaiser die geistige Arbeit auch bei seinen Gegnern anerkennt und jede Maßregel weit von sich weisen würde, die die geistige Arbeit einengen und unterdrücken helfen soll. Bisher haben die Tatsachen preußisch- deutscher Politik diesem Wunsche nur täglich neue Nahrung gegeben und von einer verflucht geringen Bewertung der geistigen Arbeit Zeugnis abgelegt. Drt: Am Büfett der Duma. Zwei Bauerudeputierte treten an einen Tisch, an dem Journalisten Tee trinken, und fragen: Was fostet eine Tasse Tee?"- Zehn Kopeten." Teuer!" fagt der eine, kann man nicht ein Weißbrot dazu des Die sozialistischen Ersatzwahlen in Italien. Man schreibt uns aus: Die italienische Partei at allen Grund, mit den Ergebnissen letzten Wahltages zufrieden zu sein. Obwohl erfahrungsgemäß 5el Ersatzwahlen die Pressionen der Regierung und die Konzenwation der Ordnungsparteien den höchsten Grad erreichen, hat unsere Partei Wahlkreise behauptet, die mit Sicherheit als verloren angesehen worden waren, so Guastalla(Sichel), Mirandola (Agnini), S. Giovanni in Persiceto(Giacomo F ö r r i) und C a r p i(B e r t e s i). Unterlegen sind nur die Genosien Perera und B entin i, die beide monarchischen Kandidaten Platz machen. Beide Wahlkreise waren erst bei den letzten Wahlen erobert w?rden. Während Ventini seine Summenzahl erhöht hat, ist die Pcreras ui.r mehr als 1000 zurückgegangen, was sich aus dem Verhalten der Radi. kawn erklärt, die das vorige Mal den Sieg unseres Parteikandidaten herbeigeführt hatten. Der Ausfall der Stichwahl in Sizilien kommt nicht unerwartet: Wie erinnerlich, war Genosse TaSca inSciacca erst vor ein paar Wochen ohne Gegenkandidaten gewählt worden, in einem Wahlkreise, der kaum die ersten Ansätze sozialistischer Or- ganisation zeigt. Dagegen ist die Nachricht, datz Genosse R i g o l a in B i e l l a in Stichwahl steht, überall mit Bedauern aufgenommen worden. Ist doch Nigola, der infolge eines BerufSunfallcS das Augenlicht verloren hat, der einzige Arbeiter im italienischen Parlament! Datz er in dem eminent industriellen Wahlkreise von Biella nicht im ersten Wahlgange gewählt wurde, erklärt sich auS der massenhaften Abwanderung der dortigen Arbeiter» schaft, die in den Sommermonaten in der Schweiz und in Frankreich Arbeit findet. Rigola erzielte bei den Vorwahlen 3837 gegen 8342 Stimmen und blieb diesmal mit 3664 gegen 3372 in der Minorität, sodafi nur die hohe Zahl der beanstandeten Zettel die Stichwahl nötig machte. In sechs Wahlkreisen hatten unsere Gegner von der Ausstellung von Gegenkandidaten abgesehen, weil sie cs als zwecklos erkannt habem sich daselbst mit den sozialistischen Kräften zu messen. Es sind die Wahlkreise von Andrea Costa, Bissolati, Enrico Ferri. Monte martini, De Felice und Aroldi, die denn auch alle sechs bei begreiflicherweise nicht allzustarker Wahl» Beteiligung fast mit Einstimmigkeit gewählt worden sind. Sehr heftig war der Wahlkampf in Alexandria, wo Gcnosie Zerboglio seine Stimmenzahl von 3673 auf 4269 erhöhte, ebenso in Turin II, wo M o r g a r i den siegessicheren Gegner um die Kleinigkeit von 106(1 Stimmen hinter sich liest. Eine ganz eigenartige Prägung zeigte auch diesmal der Wahl- kämpf in M a i l a n d. Hier standen— wie bei den letzten Wahlen— veben den reformistischen Kandidaten die der revolutionären als die eigentlichen Parteikandidatcn. Aussicht auf Erfolg hatten diese letzten, L a z z a r i und L a b r i o l a, freilich nicht, um so weniger. als Radikale und Republikaner für die Reformisten stimmten. Da» her fehlte dem Wahltag hier jede Kampfstimmung, und die Wahlbeteiligung war minimal. TuratiS Stimmenzahl sank von 4372 auf 3439, sein Gegner, ein Klerikaler, brachte es auf 1166 Stimmen. Labriola, der bei der Vorwahl 712 Stimmen gehabt hatte, erhielt diesmal nur 246. Etwas geringer war die Apathie im VI. Mailänder Wahlkreis, Ivo die Reformisten nach Rücktritt des bisherigen Parteikandidaten Cabrini den— gleich Turati— austerhalb der Parteiorganisation stehenden Chefredakteur dcS.Tempo", TreveS, aufgestellt hatten. Dieser erhielt 2663 Stimmen, der OrdimngSkandidat 1436, Lazzari 237. Die spärliche Stimmenzahl der beiden Parteikandidatcn hier dürfte ihren Grund darin haben, daß die sozialistische Wählerschaft Mai» lands in ihnen mehr die Vertreter der syndikalistischen Fraktion als der Gesamtpartei sieht. Bemerkenswert an diesem Wahlkampfe ist auch die lebhafte Wahlbeteiligung der Klerikalen, die in zwei Kreisen eigene Kandi» baten aufgestellt hatten, sowie die Halluig der„christlichen Demokraten", die es energisch abgelehnt haben, für den Klerikalen zu stimmen. Diese„christlichen Demokraten", mit einem Stich ins Sozialistische haben in Porto maggiore(zweiter Wahlkreis FerriZ) zum erstenmal einen eigenen Kandidaten aufgestellt und wider alles Erwarten 1766 Stimmen erhalten, nur 266 weniger als Ferri I Im ganzen war'S ein guter Tag für die Partei, dieser letzte Wahltag, der gleichzeitig auf den ersten Pfingsttag und auf das Verfassungsfest fiel: Gegen 37666 sozialistische Stimmen sind für unsere Kandidaten abgegeben worden. Mögen die sozialistischen Abgeord» neten die ihnen wieder anvertranten Mandate im Sinne ihrer prole» tarischen Wählerschaft erfüllen!— '»•. Deutfebeo Reich. Telegramm-Politik. Wie die„Franks. Ztg." sich aus Wien melden läßt, ist die Anregung zu dem Doppel-Telegramm nach Rom vom deutschen Kaiser ausgegangen. Das haben wir gestern sofort vermutet. ES lag daS auch nach Stil und Art so nahe, dast wir uns auf diese unsere richtige Vermutung gar nichts einbilden. Was die politische Tragweite dcS Telegrammwechsels betrifft, so lästt sich das Bureau„Herold" darüber auS Rom nielden; Der Depeschenwechsel zwischen den beiden Kaisern und dem König von Italien wird in amtlichen Kreisen lebhaft kommentiert. Eine hervorragende politische Persönlichkeit erklärte, der Dreibund werde bleiben was er ist, bis zum Ablauf des Vertrages im Jahre 1912. Was die französisch-italienifchen Beziehungen betreffe, so b e- fänden sich beide Länder außerhalb der Tragweite dieser Telegramme. Das ist ziemlich deutlich ausgedrückt.— Hetze gegen die Gcnefsin Luxemburg. Der polizeiliche Hintermann der„Post" fetzt fein Gewerbe lviffentlich falscher Denunziation fort. In der„Post" läßt er unter den in diesem Blatt gegen unS üblichen Ausdrücken erklären, es fei nicht wahr, das; die in die„Post" und andere Blätter, auch in das „Wolffsche Telegraphen-Bureau" von dem Polizeiniann geschmuggelte Behauptung, Genossin Luxemburg sei mit etuem Sekretär nach Ruß- land gereist und auch dieser Sekretär habe sich eines falschen Passes bedient, von Anfang bis zu Ende erfunden ist. Entweder, heißt es in der„Post". lüge der„BorwärtS", wenn er die-Z behaupte, oder, was unwahrscheinlicher', er sei tatsächlich schlecht unterrichtet. Für diesen letzteren Fall gibt unS der biedere Polizeimensch den Rat, unS bei dem Rechtsanwalt Dr. Liebknecht zu erlundigen. Wenn die„Post" zehnmal die Lügen ihres polizeilichen EinflllstererS wiederholt und auf unS schimpft, so bleibt dennoch ihre in die Welt gesetzte Ente eine Ente. Genossin Luxemburg hat keinen Sekretär nach Rußland mitgenommen, ist ohne einen Sekretär gereist. Die gegenteilige Behauptung der„Post" ist eine blanke Erfindung. Das ist unS aus genauester Quelle bekannt. Zum Ueberfluß haben wir den Rat, unS dein, Genossen Liebknecht zu erkundigen, befolgt— wir wollten gern wissen, welche neue Schurkerei der polizeiliche Einbläser der.Post" beabsichtigt. Genosie Dr. Liebknecht erklärt UNS, daß ihm nicht daS geringste von den Behauptungen der„Post" bekannt ist, daß auch er niemals von einem Sekretär der Genossi» Luxemburg irgend etwas gehört habe und daß ihm auch keine Person bekannt ist, die den Namen trägt, mit dem die„Post" den von ihr erfundenen Sekretär z» belegen geruht hat. Registriert sei, l T die„Post" abermals den weiteren Schwindel aufwärmt, der„Vorwärts" habe behauptet, die Genossin Luxemburg fei zur Begehung strafbarer Handlungen nach Nußland gereist. Die.Post"-Esel werden ihre Lügen wohl noch oft wiederholen. Der polizeiliche Erfinder der erbärmlichen Hetze hütet sich, auch nur mit einer Silbe anzudeuten, welche Schritte die StrafvcrfolgungSbchörde wegen der mit Zuchthaus bedrohten Ver- brechen der Urkundenfälschung und der Bestechung zum Landes- verrat gegen Rußland gegen ihn unternommen hat und welchen Verbrechen er es zu danken hat, daß er noch nicht verhaftet ist.— Blinde Aiiarchistenfurcht in Wien. AuS Wien wird offiziös ge- meldet: Die Nachricht auswärtiger Blätter, daß während der Än- Wesenheit Kaiser Wilhelm? in Wien ganz besondere polizeiliche Maß- nahmen zum Schutze des Kaiser« getroffen worden seien, weil die Kabinettskanzlei in der Vorwoche ein Schreiben erhalten habe, worin mitgeteilt wurde, daß die A n a r ch i st e n während des KaiserbesncheS sich bemerkbar machen würden, wird au hiesigen zu- ständigen Stellen als falsch bezeichnet. Tatsache sei nur, daß ein Berliner Polizcikommissar und mehrere Kriminalbeamte nach Wien gelommcn seien.->_ Der Richter als Zensor. Aus Düsseldorf wird unS über nachstehenden Angriff auf die Freiheit der Presse und der Preßkritik berichtet: Dem GcrichtSbcrichterstattcr unseres Düsseldorfer Parteiorgans, der„BolkSzeitung", ging, von dem LaudgerichtSpräsidcntcn Wolf veranlaßt, folgende? Schreiben zu: „Nachdem der Redakteur Ihrer Zeitung wegen Beamten» beleidigung mit einem Monat Gefängnis bestraft worden.ist und mit Rücksicht auf Form und Inhalt des Berichts über die Verhandlung in der Nr. 124 vom 29. Mai sehe ich mich veranlaßt, die Ihnen erteilte gulaßkarte zu den Sitzungen der Strafgerichte zurück- zuziehen. Es wird, Ihnen fürderhin ein Platz an dem Tisch der Berichterstatter nicht mehr eingeräumt werden." ES handelte sich um den Bericht über die Verhandlung, in welcher Genosse Schotte wegen Polizistenbeleidignng zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden ist und in der man den Metallarbeiter Baum wegen Verdachts des Meineides in Haft nahm. Dieser Bericht gab ein genaues Spiegelbild der Verhandlungen und war es nicht die Schuld des Berichterstatters, daß sich die Düsseldorfer Justiz in keinem schönen Lichte zeigte. Interessant ist eS nun dabei, daß der ständige Berichterstatter diesen Bericht, für welchen er gemaßregelt Ivird, gar nicht verfaßt hatte. Die Nadelstiche können natürlich weder die sozialistische Bewegung in Düsseldorf aufhaffen oder die dortige„VollSzeitung" zu einer dem LandgerichtSpräsidenten genehmen Schreibweise zwingen. Die Verfügung des LandgerichtSpräsidenten ist ein Eingriff in das Recht freier Kritik seitens der Presse. Die Berichte und die Kritik der Presse von dem Geschmack dcS Richters abhängig zu niachen, heißt die Zensur einführen und dem Richter zum Zensor machen. Der Zensor ist Henker der Gedanken. Sein Nachrichter- amt ist mit dem Amt eines Richters schon deshalb unvereinbar, weil e» den Richter tief herabsetzt. Eine Justiz, die sich daS Zensorenamt anmaßt und freiest« Berichterstattung und Kritik nicht verträgt, charakterisiert sich selbst als minderwertig. Die Oeffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen soll einen kleinen Schutz gegen Fehlsprüche, Anmaßungen und Willkürlichkeiten der Gerichte bieten. Den Männern, die daS schwierige Amt der Berichterstattung für die Oeffentlichkeit übernehmen, ihre Arbeit erschweren, ist ein Eingriff in die vom Gesetz vorgeschriebene Oeffentlichkeit der Ver- Handlungen. Nach dem Gesetz steht dem Landgerichtspräsidenten zu dem oben mitgeteilten Erlaß kein Recht zu. Hier muß Remedur im Beschwerdewege verlangt werden. Richter, die sich diese Be- schränkung der Oeffentlichkeit der Verhandlungen und diesen Eingriff in die SitzungSpolizei gefallen lasten, zeigen einen Grad von Be- fangenheit, der zu vollstem Mißtrauen gegen sie berechtigt. Hosient- lich lehnen Angeklagte Richter, die die Verwirklichung der landgericht- präsidialen Verfügung zulassen, als befangen ab.— Je«ach dem. Als sie die Verpfaffung der Volksschule durchsetzten, behaupteten die Reaktionäre aller Richtungen bekanntlich, ohne Sicligion sei keine wahre Bildung möglich, ein Lehrer, der einer anderen Konfession angehört, könne auch in weltlichen Fächern die Kinder nicht an- gemesjon unterrichten. Wer nun eUoa glauben wollte, die Herren wüßten nicht, daß diese ihre Behauptung, die ja die eigentliche Grundlage der Schulverpfaffung bildet, unwahr ist, der täuscht sich ganz gewaltig. In einer Notiz, die sie„Scheintoleranz" über- schreibt, entrüstet sich die„Germania" außerordentlich darüber, daß in der„Pädagogisdjeu Vakanzen-Zeitung" verlangt wird,„bei allen Ausschreibungen die Konfession der gewünschten Bewerber angeben zu wollen." DaS ZentrumSblatt knüpft daran ein langes Klagelied, daß häufig Lehrer bei der Bewerbung um vakante Stellen ihrer katholischen Konfession wegen von vornherein abgewiesen würden. Selbstverständlich handelr eS sich um„höhere" Lehrer. lind dabei spricht da» Blatt denn ganz offen aus: „WaS hat eine Oberlchrcrstelle für Mathematik oder neuere Sprachen«der Geographie usw. mit der Kenfession z» tun?" Ja, daS wissen wir in der Tat auch nicht! Slber kann eine solche Schamlosigkeit noch überboten werden? Bei der Volksschule erklärt man daS Seelenheil der Kinder für gefährdet, wenn katholische Kinder bei einem evangelischen Lehrer Rechnen lernen oder um- gekehrt, und bei der höheren Schule weih man ganz gut, daß Mathe- matit mit der Konfessivn nichts zu tun bat I— Das Volk hat sich ja daS Schulgesetz aufhalsen lasten müssen. Nun braucht man sich keinen Zwang mehr aufzuerlegen und kann die blöde Masse ruhig merken lassen, daß alle die vorgebrachten Gründe eitel Humbug waren.— Die Kolonialfexe, die in der Deutschen Kolonial- gesellschaft vereinigt sind, haben sich am Donnerstag in Königsberg versammelt. Eröffnet wurde die Hauptvcrsamm- lung mit einer Rede des Vorsitzenden Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, die heftige Angrisfe auf den Reichstag enthielt. Der hochgeborene Redner, der— nebenbei bemerkt— keine Steuern zu zahlen braucht, sagte unter anderem: Die jüngsten Beschlüsse des Reichstage? hätten leider gezeigt, daß die Mehrzahl der ReichZtagSmitglicder noch nicht von der unabwciS» baren Notwendigkeit der Kolonien für Deutschland durchdrungen sei. Diese Beschlüsse hätten die geeigneten Mittel für die Wirt- schaftliche EntWickelung von Deutsch-Südwcstafrika versagt, AuS- gaben, die nur werbendes Kapital dargestellt haben würden, indem sie schon nach kurzer Zeit reiche Früchte getragen hätten. Pflicht der Kolonialgesellschaft sei eS, den Mut nicht sinken zu lassen und mit verdoppelter Kraft einzutreten für die LandSIente in Süd- westafrika und für die wirtschaftliche Entwickelung der Kolonie. ES sei die heilige Pflicht der Kolonialaesellschaft, nachdrücklich da- für zu sorgen, daß ihre Auffassung über den Wert der Kolonien Gemeingut des deutschen Volkes �perde. Eines der besten Mittel dazu fei die Einwirkung auf die heranwachsende Jugend. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach Absendung der üblichen HuldigungSielegramme wurde einstimmig und ohne Diskussion folgender Antrag angenommen: Die Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft spricht unter dem Ausdruck leohaften Bedauerns über die Ablehnung der Regierungsvorlagen durch den Reichstag, betreffend: 1. Entschädi- gung der durch den Krieg geschädigten Ansiedler; 2. Eisenbahnbau Kubub—-KeetmannZhoop; 3. Errichtung eine» selbständigen Kolonial- amteS, die Zuversicht auS, daß diesen berechtigten und dringenden Forderungen baldigst Geltung verschafft werde.— AIS Ort der nächstjährigen Tagung wurde WormS bestimmt. Möchten die Kolonialfexe noch recht oft Gelegenheit haben, dem RiichStag ihre Unzufriedenheit auszusprechen! Sieben Kandidaten sind bisher schon für den ReichStagSwahk« kreis Rinteln- Hofgeismar zu verzeichnen, der Sozial- demokrat und sechs feindliche bürgerliche Brüder. Die Antisemiten treten mit zwei Kandidaten an. Die Reformer respektieren den Besitzstand ihrer deutschnationalen Brüder nicht, sie wollen Rache nehmen für Unbill, die jene ihnen angetan, und so stellen sie denn dem Deutschsozialen, Bürgermeister Herzog, einen Privatmann Helmcrich aus Kassel entgegen. Dazu kommen ein nationalliberaler. ein freisinniger und ein„entschieden liberaler" Kandidat, und em ZentminSkandidat soll noch in Aussicht stehen. Die„Freie Deutsche Presse" hat gegen den Kandidaten der„entschiedenen Liberalen", den Lehrer Kiümpcl-Kassel, Front gemacht mit der Erklärung, daß der Rechtsanwalt Rochrig der Kandidat der gesamten Freisinnigen dcS Wahlkreises ist nnd daß-in Kandidat der„entschiedenen Liberalen" außer ihm nicht existiert. Ein Organ des linken Flügels der Freisinnigen Vereinigung hat daraus erklärt:.. � „Die durch die Presse gehende Nachricht, daß die entichieden Liberalen im ReichStagSwahlkrcise HofgeiSmar-Rinteln neben dem Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei Rechtsanwalt Roehrig noch einen besouderen Kandidaten in der Person des LehrerS Kimpel auS Kastel aufgestellt baben, entbehrt jeglicher tatsächlichen Unter« läge. Zivischen den VertrauenZmäiiiiern der beiden freisinnigen Par- teicn in Kassel war ein auch die Stichwahltaktik genau präzisierendes Abkommen über ein genieinsames Vorgehen getroffen worden, auf Grund dessen, wie wir annehmen, die Kandidaiur de? Rechts- aiiwaltS Rochrig, des Vorsitzenden deS Berliner WaldeckvcreinS, aufgestellt worden ist. Dieses Abkommen der Kasseler Freisinnigen tvllrde nur in dem Falle keine bindende Kraft besitzen, wenn— wo- rüber wir zurzeit nicht orientiert sind— der Kandidat die von den BertrauenSmäimern beider freisiumgen Richtungen einstimmig an- genommenen Stichwahlbedingungen nicht akzeptiert haben sollte; aber auch in diesem Falle kann von der Aufstellung einer Sonderkandidatur der einen freisinnigen Richtung gegen die andere keine Rede sein." „National"« und„Kreuz« Zeitung" rufen darauf schon die Zentrallcituug der freisinnigen Volkspartei auf, den Frevel, daß Freisinnige nicht für den Reaktionär, sondern für einen Sozial- demokraten stimmen könnten, zu verhindern. Die Freisinnigen hatten im Jahre 1963 748 Stimmen im Wahlkreise!— Russische Fußtritte. Von der schlesisch- russischen Grenze wird gemeldet:. In der Nacht zu Mittwoch ist an der neutralen Grenze bei Eichenau(früher Kleiii-Doinbrowka) ein russischer Schmuggler, der auf preußisches Gebiet geflüchtet war, von den ihn verfolgenden russischen Grenzsoldaten erschossen worden. DaS ist nun ungefähr der zwölfte Fall seit Jahresfrist. Und die starke deutsche Regierung läßt sich die Fußtritte ruhig gefallen. Ein Nationalliberalcr. Der NeichStagSabgeorduete für K a i s e r S« lautern, Bürgermeister Schmidt, der an Stelle des mriiidats- mitden WeinverbessererS SartoriuS als Kompromißkandidat des nalionalliberal- freisinnig- demokratischen Mischmaschs nachgewählt wurde, hat in der zweiten Lesling gegen und in der dritten Lesung für die Fahrkartcustelier gestimiiit. So ist der überzeugungStreue Abgeordnete sowohl seinen rechtsstehenden wie auch seinen liu.S« stehenden Wählern nach Tunlichkeit gerecht geworden. Herr Schmidt ist eine wahre Zierde der nationaltiberalen Fraktion. Der Vorstoß gegen den Eid in der Zweiten hessische«» Kammer. Am Donnerstag teilte der Präsident Haas in der Zweiten hessischen Kammer mit, daß schon bei früheren Gelegenheiten, wie bei der Vereidigung des Abgeordneten Moelinger und des späteren StaatS- ministerS Finger, die beide der Mennoniteiiaemeiiischaft angehört hätten, bei der Vereidigung auf die Verfassung an Stelle des SchtvureS die Gelobung durch Handschlag eingetreten sei.■— VcgeistcnmzS-Uebmige». In den„Woriufcr Nachrichten" vom 36. Mai ist folgendes zu lesen: Eine kräftigt Ovation durfte heute vormittag der Herr Polizeiiiisvektor genießen. Auf der Kaiser Wilhelmstraße hatten die Schulen Probcaufstellung für ta? Rosenfest genommen. Herr Polizeiinspektor Bischoff halte die Ehre, den Groß- herzog zu markieren. In einem Wagen kam er vom Bahnhof und durchfuhr in voller Grandezza und mit letitseligem Neigen nach linlS und rechts das von den Kindern gebildete Spalier. Rauschende Hochrufe aus den kleinen Kehlen schallten ihm entgegen. Die Kinder machten ihre Sache vorzüglich und auch der Herr Polizeiinspektor zeigte sich ans der Höhe der Situation. Daß Soldaten für Paraden gedrillt werden, ist ja nichts Neues, daß man aber sogar schon Schulknaben zum Hurraschreien abrichtet, das ist der Gipfel vaterländischer Erziehungskunst.— Wertbestimmung der Einfuhrschciue im Zollocrkehr. Der Bundesrat hat in der Sitzung vom 86. Mai d. I. auf Grund der in ß 4 des Gesetzes, betreffend die Wertbestimmung der Einfuhr- scheine im Zollverkehr vom 12. Februar d. I. ihm erteilten Er- müchtigung beschlossen, die Vorschriften dieses Gesetzes mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ab a u ß e r r a f t z u setzen. Danach werden von diesem Zeitpunkte ab bei der Ausfuhr von Roggen, Weizen, Spelz. Hafer, Buchweizen und Speisebohncn der Wertbestimmung der zu erteilenden Einsuhrscheine die vollen seit dem 1. März d. I. geltenden vertragsmäßigen Zollsätze zugrunde gelegt werden, ohne daß es hierzu der Vorlegung sogenannter Gut- scheine bedarf.— KuslandL Oesterrcich-Nugarn. Die Wahlreform. Am Freitag hat der neue Ministerpräsident, Herr v. Beck, auch im„Herrenhanse" ticbenher ein paar bitteitde Worte zu gunsten der Wahlrcform gesprochen. Die Arbeiter Oesterreichs sind offensichtlich am Ende ihrer Geduld angelangt. Jahr um Jahr haben sie auf die Wahlrcform gewartet. MonatumMonat haben sie sich die letzte Zeit vertrösten lassen, da man ihnen versprach, sie sollten endlich das all- gemeine Wahlrecht erhalten. Die schönen Worte des Ministeriums Hohenlohe konnten nicht in Taten umgesetzt werden, da Hohenlohe» Kabinett zu schnell dahinstürzte. Herr v. Beck scheint auch nicht arm zu sein an schönen Worten. Die Arbeiter Oesterreichs aber haben'S— wie gesagt— satt, sich noch weiter am Narrenseil führen zu lassen. Es gärt und kocht allenthalben, wo in Oesterreich Proletaricrhcrzen schlagen. Es finden Versammlungen statt, in denen unwillig getadelt wird, daß noch immer nicht- die Parole zum Generalstreik ausgegeben sei l— Am Mittwoch haben die Wiener Arbeiter sich in zwanzig Ver- saminlungen in ähnlichem Sinne ausgesprochen. Wenn die österreichische Regierung jetzt nicht bald hört, wird sie den Lohn für ihre Fehler zu fühle» bekommen I— Schweiz./ Zürich ,» 7. Juni.'(Eig. Ber.) Die VolkZadstimmung über daS eidgenössische LebcnStnittclgcsctz findet am Sonntag, den 16. Juni. statt, nachdem sie von 37 334 Bürgern unterschriftlich verlangt worden ist. DaS Gesetz ist ein perfider, hinterlistiger agrarischer Wechsel- balg, der den Gedanken, den er verwirklichen sollte, verfälscht, indem sein Zweck weniger Schutz der Konsumenten bor Verfälschimg der Lebensmittel, als vielmehr eine neue Bereicherung der Agrarier auf Kosten der Konsumenten ist. Welche großen Vorteile die Bauern von dem Gesetze für sich erwarten, lassen die 15 666 Fr. ahnen, die der Bauernverband für die Agitation zu gunsten de? Gesetzes aufgewandt hat. Seit Wochen werden die heftigsten Käinpfe um das Gesetz geführt, wobei die städtisch-bürgerliche Demagogie das höchste für die Agrarier leistete. Leider»st die Annahme deS arbeiter und konsumentenfeindlichen Gesetzes in der Boltsabstimmung nicht unwahrscheinlich. Paris, 8. Juni. Frankreich. Brisson. ( W. T. B.) Deputiertenkammer. Brisson wurde mit 882 von 428 abgegebenen Stimmen endgültig zum Präsidenten gewählt. Die nächste Seffion. 1. Abschaffung der Ersten Kammer; erUnsere schwedischen Parteigenossen beschäftigen sich bereits eifrig| fehen für das abgelaufene Geschäftsjahr die Mühe des Coupons mit der Frage, ob nicht jegt ein außerordentlicher Parteitag not abschneidens etwas reichlicher gelohnt. 500 Proz. Dividende wendig ist, um über die zufünftige Taktik in der Wahlrechtsfrage sollen ihnen diesmal in den Schoß fallen. Allerdings der Gewinn zu beraten. Bekanntlich wurde Anfang des Jahres 1902 ebenfalls geht noch weit über die für eine solche Dividende ein außerordentlicher Parteitag abgehalten, der über den Massenstreif forderliche Summe hinaus, er beläuft sich auf 15 Millioner für das allgemeine Wahlrecht beschloß. Mart. Die Gesellschaft ist ist im Jahre 1895 mit einem Kurz vor Pfingsten haben die Sozialdemokraten der größten Industriestadt Schonens, die Arbeiterkommune von Malmö, in einer Aktienkapital von 400 000 m. gegründet worden. Im Degroßen Versammlung über einen neuen Stampfplan beraten und zember 1896 twurde das Kapital auf 1 Million Mark etg hierzu eine vom Borstand vorgeschlagene Resolution angenommen, höht, dann erfolgte 1900 eine weitere Erhöhung um 500 000 Am kommenden Montag wird die Regierung im Parlament ihre die folgende Forderungen enthält: Auf das damit 1 Million Mart betragende Aktienkapital hat dis Erklärung berlesen, die sich wie üblich zuerst mit den ausGesellschaft allein in den letzten drei Jahren 2 Millionen Mart wärtigen Beziehungen beschäftigen soll und dann die Geseze für die 2. Abhängigkeit der Königsmacht vom Boltswillen; an Dividenden verteilt, jetzt kommt noch die auf 500 Proz. geschätzte nächste Session anfündigen wird: Zuerst ein Einkommensteuergesetz, 3. Allgemeines, gleiches und direktes politisches und kommu- Dividende hinzu. Die hohen Dividenden bedingen auch glänzende sodann einen Entwurf betreffs Abänderung des Gesetzes von 1884 nales Wahlrecht für Männer und Frauen. über die Kriegsgerichte. Jn bezug auf die Synditate wird die Zur Festseßung des Kampfprogramms für die Gesamtpartei Bezüge für die leitenden Persönlichkeiten. Nach dem GesellschaftsRegierung ihren entschiedenen Willen zum Ausdruck bringen, und ihrer Tattit in der Wahlrechtsfrage wird der Parteivorstand vertrag erhält nach Abzug von 5 Proz. für Dividende und 5 Proz. das Funktionieren der öffentlichen Dienstzweige nicht durch aufgefordert, unmittelbar einen außerordentlichen Parteitag einzu- für Reserven der Aufsichtsrat 10 Proz. und der Vorstand bis 40 Broz. Gewährung des Streit und Koalitionsrechtes an die Beamten zu berufen. vom Reingewinn. Nach der letzten Bilanz weisen die verschiedeneir gefährden. Die Erklärung wird ferner eine Novelle zum Berg-" Social- Demokraten" bemerkt dazu, daß der Vollziehungs- Reservefonds bereits die Summe von 1 Millionen Mark auf. gesetz ankündigen, die die Fälle feftfegt, in denen der Verlust des ausschuß des Parteivorstandes bereits über diese Frage beraten, Rechtes der fonzessionierten Gesellschaften ausgesprochen werden kann aber einen endgültigen Beschluß noch nicht gefaßt hat. Daß in der und die die Gewinnbeteiligung bei später zu erteilenden Konzessionen gegenwärtigen Lage ein außerordentlicher Parteitag notwendig ist, sei klar. Die Gründungstätigkeit im Mai. für Bergwerksmugungen festsept. Die Erklärung wird schließlich Man könne nicht warten, bis im Jahre 1908 der ordentliche Partei- Nachdem im Monat April die gewerbliche Unternehmungsluft zum Ausdruck bringen, daß die Regierung sich alle Mühe geben tag zusammentrete. Doch sei es vielleicht zweckmäßiger, wenn der sich ganz besonders lebhaft entfaltet hatte, ist im Mai eine Realtion wird, das Gesetz über die Altersversorgung der Arbeiter zur Ver- außerordentliche Parteitag nicht schon im Sommer, sondern wie eingetreten: das in Industrie, Handel und Berkehr neu investierte abschiedung zu bringen. ber von 1902 stattfinde, furz bevor die Entscheidung über die Stapital repräsentierte nicht annähernd eine so hohe Summe wie im Durch den oben erwähnten Einkommensteuergesetz- Entwurf follen, Wahlrechtsreform fallen müsse. Inzwischen könne man sich sammeln April. Im Mai betrug nämlich das durch Nengründungen und tie in politischen Streifen verlautet, vier Kategorien von Einkommen unter dem Kampfruf: Nieder mit der Ersten Kammer! getroffen werden, und zwar Einkünfte, die aus Häusern und Grundstücken, aus Sapital und Arbeit, Einkünfte, die aus Arbeit allein und solche, die aus Wertpapieren allein herrühren. Der Steuersatz wird für die einzelnen Kategorien verschieben festgesetzt werden, so 3. B., daß die durch Arbeit geschaffenen Einfünfte weniger besteuert werden, als die aus Kapital herrührenden. Ferner soll ein nach der Einwohnerzahl der Ortschaften verschieden bemessener Mindestsatz einkommensteuerfrei bleiben. Spanien. Bom Attentat. Die Königin- Witwe Marie Christine von Spanien, die Mutter des Königs Alfonso, bat den Papst um die Erlaubnis, das Haus, von welchem aus die Bombe gegen den König geworfen wurde, in eine Kapelle umzuwandeln, um so das AnSenken an die wunderbare Errettung des Königspaares zu berewigen. Der Papst erteilte drahtlich seine Zustimmung. Am Donnerstagabend leistete sich Knuten- Dertels Deutsche Tageszeitung" eine ebenso unwahre wie hundsgemeine Verdächtigung unserer spanischen und unserer französischen Genossen. Aus Paris erhielt das Agrarierblatt von seinem Storrefpondenten einen Bericht, in dem der brave Dertelianer auch auf die Feier zu sprechen fam, die sich unsere Pariser Genossen aus Anlaß ihrer Erfolge bei den letzten Wahlen am Pfingstmontag zu begehen erlaubten und bei der neben vielen französischen auch einige ausländische Sozialisten das Wort ergriffen. Jener Shrens mann schreibt nun der Deutschen Tageszeitung" aus Paris unter anderem folgendes: Von welcher Seite hier mit den Anarchisten fraternisiert wird, zeigt die gestrige Siegesfeier der geeinigten Sozialisten von Bincennes. Dort feierten nämlich Jaurès und Konsorten ihre Wahlsiege. Ein spanischer Genosse trant da auf das Wohl der sozialistischen Gemeinderäte von Madrid, die sich geweigert hatten, der Glückwunschadresse für König Alfons zuzustimmen, und dabei feierte man zugleich den Bombenwerfer Morales. Wenn man daher internationale Maßnahmen gegen die Anarchisten ergreifen will, so hat man es nicht nur mit dem bisherigen Widerstande Englands zu tun. Auch die französischen Sozialisten müßten gezwungen werden, auf ihre Waffenbrüderschaft mit den Anarchisten zu verzichten." Die Wahrheit ist: Der spanische Delegierte, Genosse Cailla, hat auf jenem Fefte zwar das Wort ergriffen. Aber was fagte er? Ungefähr folgendes: Die Beitungen, die fich in diesen Tagen so viel mit dem Madrider Attentat beschäftigen, sollten auch einmal der Attentate auf Recht, Freiheit und Menschlichkeit gedenken, unter denen die spanischen Republikaner und Sozialisten ständig zu leiben haben." Dann erzählte Taille, wie sich die Mehrheit des Madrider Gemeinderates gegen unsere Genossen in eben diesem Gemeinderate benahm, als sie sich weigerten, der Absendung einer Sympathie- Adresse an König Alfons zuzustimmen!" So tattlos und so dumm war der Spanier Cailla nicht, bei einer Siegesfeier der französischen Genossen auf das Wohl von Spanien zu trinten. Die infame Lüge, daß man dabei" den Bombenwerfer Morales( bermutlich auch mit Champagner!) gefeiert habe, richtet sich von selbst. Und damit auch die dumme Schlußbetrachtung, die an die Sudelei angehängt ist. Dänemark. Das Berfassungsfest. Amerika. Die Herbstwahlen. Die Barteien rüsten zu den Herbstwahlen. Neben den Kongreßwahlen finden noch viele Staatsiahlen und zahlreiche Gemeinde wahlen statt. Die Republikaner, Demokraten und Sozialisten find überall an der Arbeit; in allen Staaten werden Parteizusammen tünfte abgehalten: man nominiert Kandidaten und einigt sich auf ein bestimmtes politisches Programm. Kapitalserhöhungen den Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung zufließende Kapital nur 92 380 000 m. gegen 188 626 200. im April. Nur 5 190 000 W. wurden im Bankgewerbe neu investiert gegen 94 970 000 22. im April. Von der überaus hohen Summe entfielen allerdings rund 61 Millionen auf Kapitalserhöhungen, rund 34 Millionen wurden in neuen Banken angelegt. Bergliedert man die Gründungstätigkeit, fo ergibt sich für die beiden letzten Monate nachstehende Uebersicht. Es entfielen in Mark auf • April 82 393 000 Neugründungen. Kapitalserhöhungen. 126 539 200 Rapitalsherabjegungen. 20 306 000 Mai 59 182 050 35 168 000 1970 000 Die Sozialistische Partei von Neto York trat am 2. und 3. Juni zur Beratung zusammen, die Partei von Wistonsin hatte am 2. Juni in Milwaukee ihre Tagung; in Nevada findet sie am 4. Juli statt. lleberall ist große Rührigkeit zu verzeichnen. Bis jetzt ist es Bei Aktiengesellschaften ging die Kapitalsumme absolut und relativ noch nicht gelungen, einen Bertreter der Partei den noch stärker zurück als bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Es Stongreß zu wählen, und das Hauptinteresse tonzentriert sich ist dies hauptsächlich auf die Abnahme der Bankgründungen zurückdaher noch immer auf die Staats- und Gemeindewahlen, bei denen zuführen, die noch überwiegend in Form von Attiengesellschaften schon mancher Sieg errungen wurde. Im Jahre 1902 gelang es erfolgen. Insgesamt wurden in Aktiengesellschaften durch Neudem Einflusse der Gewerkschaften in San Francisco, zwei gründungen und Stapitalserhöhungen im Mai 58 Millionen Mart aneigene Bertreter in den Kongreß zu senden, die als Arbeiterpartei gelegt gegen 165 Millionen Mark im April. Bei Gesellschaften mit einzogen und gewöhnlich mit den Demokraten gingen. Im 59. Ron- beschränkter Haftung ging die Summe nur von 42,6 Millionen Mark greß( 1904 gewählt) verschwanden die beiden Arbeitervertreter wieder, im April auf 36,4 millionen im Mai zurück. Bemerkenswert ist die die Republikaner gewannen die beiden Size. Tatsache, daß gerade im Bergbau trotz der außerordentlich günstigen Jm jezigen Hause beträgt die republikanische Majorität 112. Marktlage das neu investierte Stapital im Mai eine unbedeutende Von den 386 Sigen nämlich gehören den Demokraten nur 137, den Summe repräsentiert. Es wurden 6 Gesellschaften mit 510 000 r. Republikanern 249. Unter den Demokraten ist man jetzt aber voll gegründet gegen 10 mit 8 460 000 m. im April. Diese Gestaltung Soffnung, weil in den Reihen der Republikaner viel unzufriedenheit der Unternehmungslust ist eben durch die zunehmende Monopolis mit Roosevelt besteht und infolgedessen Uneinigkeit herrscht. Die fierung des deutschen Bergbanes veranlaßt worden. Die in der beiden Flügel der Demokraten, der konservative unter Grover Metall- und Maschinenindustrie im Mai nengegründeten GesellCleveland, der radifale unter Bryan ,, find sehr versöhnlich gestimmt. fchaften repräsentieren ein Stammkapital von 6,6, mit Einschluß der Der Bruch zwischen ihnen ist jetzt zehn Jahre alt: es war im Glektrizitäts- und Gaswerte ein solches von 11,5 Millionen Mark Jahre 1896, als sich die demokratische Partei in die Gold- und die gegenüber 4,9 Millionen Mark im April. Im Handelsgewerbe ausSilberdemokraten schied, Cleveland sich für die Gold- und Bryan schließlich der Bauten wurden im Mai rund 11 Millionen Mark fich für die alleinfeligmachende Silberwährung erklärte. Nach der mehr angelegt als im April. Von anderen Gewerben ist nur noch Niederlage, die Silber erlitt, wagte man nicht wieder, die Frage die chemische Industrie mit einer Steigerung von 2 Millionen Mart anzurühren, und sie spielt auch jetzt feine Rolle mehr. Was die zu nennen. Versöhnung der feindlichen Elemente hauptsächlich fördert, das ist der wachsende Einfluß von William Randolph Hearst mit seinen Die Krise im Baugewerbe Münchens ist von einer erstaunlich Berstaatlichungs- und Berstadtlichungsideen und seinem eifrigen langen Dauer und einer ungewöhnlichen Jutenfität. Auch das Jahr Buhlen um die Gunst der organisierten Arbeiter. Es verlautet in 1905 hat noch feine durchgreifende Besserung gebracht. Die Zahl bestimmter Weise, daß Hearst selbständig als Gouverneur für den der Neubauten, soweit es sich um die Privatbautätigkeit handelt, Staat New Yort fandidieren wird, und man weiß, daß die Chancen ergibt sich für die legten sechs Jahre aus nachstehender Uebersicht. seines Sieges nicht gering fein würden. Es wurden erstellt: Aus der Partei. Die junge Garde", Organ des Verbandes junger Arbeiter, fann vom 1. Juli ab bei allen Bostämtern bestellt werden. Wir erjuchen sämtliche Einzelbezieher, bom 1. Juli ab„ Die junge Garde" nur bei der Post zu bestellen. In Drten, wo Parteibuchhandlungen sind, kann sie von diesen bezogen werden. Verlag der Jungen Garde", Bruno Wagner, Mannheim R 4, 2. Wohnungen Werkstätten Läden Gastwirtschaftsräume 1900 1901 6349 216 • 896 107 5284 113 555 67 1902 4229 124 440 87 1908 3394 101 399 35 1904 1481 63 121 22 1506 157 95 .16 1905 Während in den meisten anderen Städten schon das Jahr 1903 eine wesentliche Besserung der Bautätigkeit brachte, die dann 1901 und 1905 in einen neuen Aufschivung überging, nahm in München die Bautätigkeit bis 1904 fortgesetzt und erheblich ab. Auch das Jahr Die Parteipreffe wird um Nachdrud gebeten. 1905 stand noch unter dem Zeichen äußerster Mattigkeit. Die übermäßige Baufpefulation rächte fich also auf Jahre hinaus und verGestohlenes Parteimitgliedsbuch. Auf Franz Merz aus schob die Arbeitsgelegenheit in einer für die beteiligte ArbeiterDer 5. Juni, das Verfassungsfest, gestaltete sich in diesem Jahre Jena lautet ein Mitgliedsbuch des 11. Hannoverschen Wahlkreises bevölkerung äußerst verderblichen Weise. Erst wurde die Arbeiterfür die dänische Arbeiterschaft zu einer Feier der Wahlstege des( Einbed), welches in Straßburg von einem gewissen Xaver Forster zahl fünstlich gesteigert; plöglich schlug dann die Konjunktur um und 29. Mat. Die Arbeiterschaft von Kopenhagen hatte sich am Nach gestohlen worden ist. Es wird ersucht, das Buch anzuhalten, wenn es fonnte etwa nur noch ein Biertel bis ein Drittel der früher Bemittag zu vielen Tausenden im Bart Söndermarten versammelt, wo es vorgezeigt wird, und es an Eugen Geck,„ Voltsfreund", Karls- schäftigten Arbeit und Existenz in München selbst finden. von drei Rednertribünen die Follethingsabgeordneten Borgbjerg, ruhe, zu senden. Die steigenden Kupferpreise werden durch die ungewöhnliche " Stauning, Knudsen, Wilmann, M. Olsen und Jakob Christensen be- Vom neuen Juftizkurs in Düsseldorf. Genoffe Schotte von Bunahme des Stupferverbrauches äußerst begünstigt. Obwohl die geisternde Ansprachen hielten. Christensen, Vertreter des ländlichen der Düsseldorfer Volkszeitung" hat zu seinen vielen Produktion eine starke Vermehrung zeigt, genügt sie doch lange nicht, Bahltreifes Silleborg in Jütland, hob treffend hervor, daß feine anklagen noch eine neue bekommen. Der Bürgermeister von Erfum der Nachfrage zu genügen. Sowohl in Amerita als auch in Wahl zum Follethingsmann ein Beweis für die Unvahrheit bes Geredes der Gegner ist, die Sozialdemokratie sei eine Partei ledig rath fühlt sich durch Notizen über eine Gemeinderatssigung beleidigt. Deutschland und England werden außer für die elektrische Industrie, lich der städtischen Arbeiter und vermöge in die Landbevölkerung fratischen Wereins Düsseldorf haben die Genossen der Redaktion des für den Lokomotiv, Eisenbahn- und Telephonbau benötigt. And In einer überaus startbesuchten Bersammlung des Sozialdemo- den Schiffbau und die Munitionsherstellung größere Mengen Kupfer Außer den Sozialdemokraten feierten in der Hauptstadt diesmal Parteiorgans ein Vertrauensvotum ausgestellt und die Erwartung bloß wie bisher für Prägezwede, fondern, wie in dem Jahresbericht der Bedarf Chinas steigt außergewöhnlich. Dort wird Kupfer nicht mur noch die Radikalen das Verfassungsfeft; die Regierungsliberalen, ausgesprochen, daß auch in Zukunft, trotz aller Verfolgungen, der Handelskammer Halle a. S. über den Mansfelder Kupferbergbau Konservativen und Moderaten hatten hier auf die Veranstaltung einer die Haltung des Düsseldorfer Arbeiterorgans die gleiche bleibt Feier verzichtet. nicht einzubringen. Schiveden. Die Sozialdemokratie und die Wahlrechtsfrage. wie bisher. Soziales. Dem ortsstatutarischen Fortbildungsschulzwang unterliegen nur die im Orte Wohnenden. Auch bemerft wird, neuerdings auch für Munition benötigt, nachdem man In der Provinz sind bei Verfassungsfesten der Regierungssich von der Notwendigkeit ciner modernen Armee überzeugt und liberalen drei Minister als Redner aufgetreten. Der Finanzminister selbst die Fabrikation mit Unterstützung deutscher Fachleute in die Lassen sprach ziemlich radikal davon, daß das Ministerium Hand genommen hat. Der Wiederaufbau der russischen Flotte endlich sich völlig einig sei, eine demokratische Politik zu führen. Der steigert gleichfalls die Nachfrage nach Kupfer, wenn auch über die große Fortschritt der Sozialdemokratie, fo bemerkte er weiter, Fertigstellung der Pläne immer noch einige Zeit vergehen wird. fordere auch nicht zu einer konservativen Politik auf. Dagegen Verlängerung des Stahlverbandes. Wie die„ Rheinisch- westfälische bewegte sich sein Kollege Berg, Minister des Junern, in einem ganz anderen Fahrwasser. Dieser dankte den Moderaten für die Der Arbeitgeber Nollentah aus Rattowitz war in zweiter Instanz Beitung" hört, ist in der Sitzung der Stahlwerksbefizer am 31. Mai Wahlhülfe, die sie seiner Partei ohne Rücksicht auf die Bwiftigkeiten weil er einige feiner jugendlichen Arbeiter, die nicht im Betriebs- borläufig ein Jahr bis zum 80. Juni 1908 zu verlängern, um der vom Landgericht Beuthen D./S. zu Geldstrafen verurteilt worden, der Antrag gestellt worden, den Stahlwvertsverband unverändert auf früherer Jahre geleistet haben, und fündigte die resort der bisherigen Bolitit an. Der Ministerpräsident, berort Stattowig wohnten, nicht beim Leiter der Fortbildungsschule derzeitigen günstigen Stonjunktur eine fräftige Stütze zu verleihen. als Schüler angemeldet hatte. Das Kammergericht sprach Die bezüglichen Erklärungen, jedoch ohne Bedingungen, müßten bis ebenfalls eine Festrede hielt, ging überhaupt nicht auf die politischen ihn jedoch gestern mit folgender Begründung frei: Nach der Auf- zum 15. 5. M. dem Vorstande übergeben sein. Das genannte Blatt Streitfragen ein. Ohne Zineifel wird das Winifterium seine bis faffung des Stammergerichts tönnten durch Ortsstatut diejenigen meldet weiter, es bestehe allseitige Geneigtheit, dem Antrage zuzuherige reaktionäre Politik soweit wie möglich fortfegen. jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge der Fortbildungsschulpflicht stimmen. Unter der gegenwärtigen Umständen haben die geunterworfen werden, die in dem Orte, wo sich die Fortbildungsschule mischten Werte erflärlicherweise feine große Neigung. Kämpfe um befinde, befchäftigt seien. Dem entspräche auch das Orfsstatut für die Beteiligungsziffern zu provozieren, fie sind ja vorläufig hin Der Umstand, daß die Wahlrechtsreform nun wiederum gescheitert Rattowi in seinem§ 1, in dem es der Schulpflicht alle fich regel- reichend mit Aufträgen versehen. Die Kämpfe, auf die man sich ist, daß der König das Minifterium, bas bereit war, die Reform äßig in Kattowiz aufhaltenden jugendlichen Arbeiter unter durch Angliederung an große Handelsfirmen vorbereitet, werden mit ist, daß der König das Ministerium, das bereit war, die Reform 18 Jahren und Lehrlinge unterwerfe. Dann komme aber§ 8 des einem Ronjunkturrückschlage einsetzen. durch Auflösung des Reichstags zu erzwingen, entließ und ein durch Auflösung des Reichstags zu erzwingen, entließ und ein Ortsstatuts und bestimme it. a., daß diejenigen, welche im GemeindeMinisterium nach den Wünschen der widerspenstigen Ersten bezirk nicht wohnten, aber dort beschäftigt seien, in die Schule neuen Handelsverträge läßt sich der Jahresbericht der Geraer Handelsverträge und Textilindustrie. Ueber die Wirkungen der Kammer ernaute, stellt unfere schwedischen Parteigenoffen von neuem vor die Frage, was nini geschehen soll, um endlich die aufgenommen werden könnten. Diese Bestimmung stehe der Handelskammer sehr pessimistisch aus. Es sei außerordentlich schwer, des§ 1 perpleg gegenüber. Da es sich hier um solche Arbeiter das Exportgeschäft in Kammgarnivaren aufrecht politische Gleichberechtigung zu erlangen und die Gewaltherrschaft zu erhalten. ber großen Herren zu beseitigen, denen der König jest wiederum gerade handelte, fönne Angeklagter nach§3 nicht verurteilt werden, Da der erhoffte Handelsvertrag mit Amerika nicht zu stande gedie Geschicke des Landes anvertraut hat. während er nach§ 1, wenn nicht dieser§ 8 wäre, hätte verurteilt tommen, fönne auf eine Befferung zunächst nicht gerechnet werden, Daß von diesem werden können. Ministerium feine annehmbare Wahlrechtsreform zu erwarten während Amerika seinen Absatz von Industrieproduktion immer mehr ist, erscheint selbstverständlich. ausdehne. Das Proportionalsystem, das Bei alledem ist das Geschäft nach Amerika noch ant von dem jetzigen Landwirtschaftsminister Pettersson vorgeschlagen günstigsten, weil nach dort Waren exportiert werden können, die in worden ist und die Zustimmung der Ersten Kammer gleicher Vollendung zu produzieren die amerikanische Industrie noch fand, würde für diese Stammer nur eine Dekoration bilden und an ihrer nicht in der Lage ist. Zusammensetzung nichts ändern, aber wohl dazu dienen, ihre MachtStellung wie die der Reaktion im ganzen Reichstage zu stärken, wie denn auch der ganze Vorschlag Betterssons darauf berechnet ist, Garantien für die Erhaltung der Herrenmacht zu schaffen. Aus Induftrie und Handel. Segen des Couponabschneidens! Die Aktionäre der InterAffumulatorenfabrik A.-G. Berlin. Die Generalversammlung nationalen Bohrgesellschaft der Attien sind im Besitz des genehmigte die Verteilung einer Dividende von 12 Broz. Die % Schaaffhaufenschen Bankvereins, die sich im vorigen Jahre mit Aussichten für das laufende Jahr wurden als sehr zufriedenstellend der bescheidenen Dividende von nur 100 roz. begnügen mußten bezeichnet. I GewerkfchaftUcbca. Ueberchristen. Weil er einem Sozialdemokraten in überchristlicher �Wahrheit?- liebe" imschöne Din�e nachgeredet hatte und dazu in christlicher Milde sich loeigerle, Beweise anzuführen, wurde der Agitator der Zentrums- Gewerkschaften Döring kürzlich vom Schöffengericht in Köln zu IVO M. Geldstrafe verurteilt. Dieselbe christliche„Tugend", die sich Herr Döring gerichtlich hat attestieren lassen, weist unser Elberfelder -.arteiblatt dem kerikalen„Wuppertaler LolkSblatt" nach, Dieö B/att brachte zur Zeit eine Notiz, in der freiorganisierten Maurern Merlei Schandtaten nachgesagt wurden. Die Leute sollten, um einen christlich Organisierten zu ärgern, katholische Zeremonien verhöhnt, den Christlichen schlver drangsaliert und aus der Arbeit gebracht haben. Der Maurerverband schickte dem Blatte, dessen Darstellung von A bis Z erlogen war, eine Be- richtigung. Diese wurde nicht aufgenommen, dafür erschien aber vierzehn Tage später in dem für Wahrheit. Freiheit und Recht kämpfenden Blatte folgende Notiz: „In unserer Ausgabe vom 11. Mai brachten wir eine Notiz, der zufolge der christlich organisierte Maurer Schmidt auf einer Baustelle in Sonnboru von Genossen unter Verhöhnung und Nach- äffung kirchlicher Sitten und Gebräuche in brutaler Weise terrorisiert worden sei. Wie wir bereits mitteilten, ging uns in dieser An- gelegenheit eine Berichtigung zu, die schlanktocg jenes Vorkommnis, das geeignet gewesen wäre, den Sch. zu kränken, in Abrede, da- gegen den Sch. als den allein schuldigen Teil hinstellte. Unseren lebhaften Bemühungen, den eigentlichen Tatbestand festzustellen, ist es nicht geglückt, in die Angelegenheit die gewünschte Klarheit zu bringen. Es steht Behauptung wider Behauptung; un- beteiligte Zeugen— als welche wir in erster Linie die keiner Or» ganisalion angehörenden Arbeiter des Neubaues betrachten— er- kläre»„nichts gesehen und gehört zu haben". Wir glauben den journalistischen Gepflogenheiten nnt dieser kurzen loyalen Darlegung zu genüge», sind aber selbstverständlich gerne bereit, wenn unsere damalige Notiz sich als irrig erweist— und daS anzunehmen, haben wir heute noch keine Veranlassung, weil, wie gesagt, Be- hauptung gegen Behauptung steht,— unseren Lesern davon Mit- teilung zu machen." Also weil die auf dem Bau Beschäftigten nichts gesehen haben sweil nichts passiert ist), nimmt daS Blatt sür Wahrheit- und Rechts- Verdrehung den Schwindel nicht zurück. Bei den Patentultramon- tanen können die Jesuiten noch lernen! Da wir einmal dabei sind, nehmen wir noch gleich von einem anderen Fall christlicher Wahr- hasligkeit Notiz. Das klerikale„Düsseldorfer Tageblatt" hatte die dortige Leitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes der kopflosen Anzettelung eines Streiks bezichtigt und Krokodilstränen über die armen Arbeiter vergossen, die unter der Tyrannei dieser Führer schmachteten. Die angeblich Betrogenen zwangen das Blatt zur Aufnahme folgender Berichtigung:„Es ist nicht richtig, daß wir durch das kopflose Beginnen der sozial- demokratischen Verbandsführer in den Streik getrieben wurden, sondern die Firma hat 31 Mann entlassen, unserer Ansicht nach gemasiregelt, worauf die übrigen ebenfalls die Arbeit niederlegten. Die Führer des Deutschen Metallarbeiterverbandes haben nicht zum Streik getrieben, sondern denselben zu verhüten gesucht. Auch daß e-Z unter uns zu ernsten, teilweise herzergreifende Szenen gekommen» sein soll und daß wir uns von unseren Führern betrogen wähnen entspricht in keiner Weise den Tatsachen. Von den 70 Mann, welche die Arbeit niederlegten, sind 30 bereits anderswo in Arbeit getreten, und e? werden die übrigen 10 von ihren Organisationen hinreichend unterstützt." Wenn man allen von christlicher Seite kolportierten Terror- und anderen Geschichten, die sich gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften richten, auf den Grund geht, dann wird man belehrt, daß tatsächlich ungeheuer viel terrorisiert und geschwindelt wird— von Christen._ ßcrlin und Clmgegend. Die geistigen Waffe« der Gegner! Am 7. Juni fand in Dräsels Festsälen, Neue Friedrich- sirasze 33, eine überfüllte Versammlung des Zentralverbandes der Handlungsgchülfen und Gehülfinnen Deutschlands statt, zu der die Angestellten des Warenhauses Pfingst u. Co., Königstr. 33, besonders eingeladen waren. Die Versammlung nahm durch das Benehmen des Einkäufers Herrn Heinrich und mehrerer Vorsteher des Warenhauses Pfingst u. Co. ein trauriges' Ende. Die Vertreter der Firma verließen den Saal mit der Zlufforderung an das Personal, ihnen zu folgen!! l Der Leiter der Versammlung verstand es, die An- gestellten zu bclvcgen, der Aufforderung nicht Folge zu leisten. Nun versuchten die Herren durch immer- währende Rufe am Ausgang des Saales, die Versammlung zu stören. Der Leiter der Versammlung ging zu ihnen und ersuchte sie, sich ruhig zu verhalten und den Saal zu verlassen. Die Vertreter der Firma griffen als Antwort zu ihren geistigen Waffen, sie argumentierten mit ihren Stöcken. Es kam noch besser. Zwei Hausdiener der Firma drangen in den Saal und schlugen um sich. Stöcke, Stühle und Bierseidel waren dieWaffen, mit denen hantiert wurde. Unter den im Saale Befind- lichen, meistens Damen, entstand eine Panik. Die Bedrohten ergriffen die Flucht durch die Fenster des im Erdgeschoß liegenden Saales. Die Scheiben klirrten, Bierseidel flogen, Stöcke und Stühle wurden von den Eindringlingen als Waffen benutzt. Das sind die geisttgen Waffen der Vertreter der Kapitalisten im Handelsgewerbe. In der BcrtrluirnSmSnncrversnmmlimg der Großen Berliner Straßenbahn, die Freitag vormittag unter Vorsitz des Direktors Meyer im Verwaltungsgebäude. Leipziger Platz, abgehalten wurde. lehnte die Direktion die ausgestellten Gehaltssordernngen ab, weil erst vor einem halben Jahre bedeutende(!) Gehatsverbefserungen in Kraft getreten seien. Dagegen gestaltete sie die Hoffnung, daß der Wunsch, die Schaffnerdienstzeit von lO'/z auf 10 Stunden herabzusetzen, Aussicht auf Erfüllung haben könnte. Maßnahmen zur Durch- führung dieses Zweckes seien sogar schon in Vorbereitung. Auch zu verschiedenen Wünschen, die bezüglich der Verbesserung der Ruhe- gehaltsverhältnisse und der Witwen- und Waisenversorgung vorgebracht wurden, erhielt mqn die tröstliche Zusicherung, daß eine Regelung in dem gewünschten Sinne— in Aussicht genommen sei. Aus ver- sicherungstechnischen Gründen könnten sie.aber nicht sofort durch- geführt iverden. Ferner stellte die Direktion— in Aussicht, das Reservcverhältnis beim Fahrdienst nach und nach so weit als möglich zu beseitigen und so allmählich die Frist bis zur Anstellung des BetricbSpersonals von L'/g aus 2 Jahre herabzusetzen. Bei der Be- sprechung der Wünsche, die sich auf die Gelvährung eines Urlaubes bezogen, wurde auch von feiten der Vertrauensleute zugegeben, daß hierbei zumeist die Nachsuchenden zufriedengestellt werden, die Di- rektion versprach sogar, einzelne vorgebrachte Fälle von Härten zu untersuchen.— Wir fürchten, die unzufriedenen Elemente werden trotz der bekundeten großartigen Generosität mit dem Verlaus der Vertrauensmmmerversammlung sehr schlecht zufrieden sein. Lohnvcreinbaningcn hat gegenwärtig der Metallarbeiter- Verband mit den beiden bedeutendsten Berliner Geldschrank- fabriken. den Firmen A r n h e i m und„Panzer" abgeschlossen. Beide Firmen, in denen zirka 600 Schlosser. Dreher usw. beschäftigt sind, haben sich an der jüngst verunglückten Schlosseraussperrung nicht beteiligt, sondern erklärten sich zu einer Aufbesserung der Löhne auf folgender Grundlage bereit: Die Minde st löhne Verantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin. Inseratenteil verantw,: sollen betragen für selbständige Schlosser 60 Pf. pro Stunde, für die übrigen Schlosser SO Pf., für Schleifer und Dreher 60 Pf., für Fräser und Hobler 57 Pf., für selbständige Schmiede 62 Pf., für Stockgesellen 50 Pf., für Maschinenarbeiter 42 Pf. und für Hülfsarbeiter 38 Pf. steigend nach einem halben Jahr auf 40 Pf. Die Arbeitszeit bleibt wie bisher eine S-stündige. Ueberstunden werden nnt 2S Prozent, Nacht- und Sonntagsarbeil mit 50 Prozent Auf- schlag bezahlt. Alle Arbeiter, die bereits diesen oder einen höheren Lohn haben, erhalten eine Zulage von 2l/2 bis 5 Pf. pro Stunde. Akkordüberschüsse werden der Lohnhöhe und Stundenzahl gemäß prozentual verteilt. Bei Akkordarbeiten soll der jeweilige Stunden- lohn als Abschlag gezahlt werden, falls der Akkord nicht in der Lohnwoche beendet wird; auch sollen die Mkordpreise in der Werk- statt sichtbar zum Aushang kominen. Eine vollzählig besuchte Ver- sammlung der Arbeiter beider Firmen stimmte obigen Vorschlägen zu. Die Vereinbrung gilt auf zwei Jahre, und es steht zu er- warten, daß sich auch die übrigen Firmen dieser Brauche vorstehenden Abmachungen anschließen werden. Kupferschmiede und Klempner! Der Streik der Kupferschmiede und Treibziseleure bei der Firma Beck u. Friede, Holsteiner Ufer, dauert unverändert fort. Wegen Maßregelung des Branchenführers ist über die Firma Alex Müller, Barutherftr. 3, ebenfalls die Sperre verhängt. Die Filialverwaltung des Verbandes der Kupferschmiede Deutschlands. An die politisch und gewerkschaftlich orgauisicrte Arbeiterschaft. Seit Anfang dieses Jahres stehen die Friseurgehülfen in einer Lohnbewegung. Die Berufsverhältnisse verweisen uns auf die praktische Hülse der Arbeiterschaft. Die Arbeitgeber lehnen unsere Forderungen geschlossen ab und belegen unsere Vertreter mit Hohn und Spott. Nicht wir allein werden beschimpft, sondern die gesamte modern organisierte Arbeiterschaft. Viele Arbeitgeber zahlen jeden Lohn, den wir fordern, nur wollen sie die Forderungen nicht unter- schreiben, weil sie in der schriftlichen Anerkennung eine Stärkung der Organisation sehen. Arbeiter! Parteigenosien! Wir appellieren an Euer SolidaritätS- gefühl. Beachtet den Boykott! Die bewilligten Geschäfte sind kenntlich durch ein weißeS Plakat mit roter Schrift. Ein jeder beschäftigte Gehülfe muß im Besitze einer ebensolchen Kontroll- karte fein. Auf zum Kampf! Hoch die Solidarität! Verband der Friseurgehülfen Deutschlands, Zweigverein Berlin und Vororte. Achtung, Holzarbeiter! Durch Inserate in bürgerlichen Zeitungen werden Tischler nach Z e r b st gesucht. Wir machen die Kollegen darauf aufmerksam, daß in Zerbst die Tischler seit einer Reihe von Wochen im Streik stehen und ersuchen deshalb die Kollegen Zuzug nach dort fernzuhalten._ Die Ortsverwaltung. Der Kampf im Buchbindergewerbc. Freitag nachmittag hatten sich die ausgesperrten und streikenden Buchbinder und Arbeiterinnen im großen Saale des GewerkschastS- hauseS versammelt. Nach dem Bericht, den der Vertrauensmann Brucks gab, beträgt in Berlin die Zahl der Ausgesperrten und Streikenden jetzt 955, unter ihnen 473 Arbeiterinnen. Anfangs waren eS 1045 Ausständige; ihre Zahl verringerte sich dadurch, daß ein Teil abgereist ist. ein anderer Teil in anderen Werkstätten Arbeit gefunden hat. Die Arbeitgeber suchen mit allen möglichen Mitteln Arbeitswillige heranzuziehen. Der Kommissionsrat Fritzsche hat sich jetzt auch nach dem Auslande gewandt, und, wie dem Deutschen Buchbinderverbande aus Prag depeschiert wurde, auch bereits 11 Böhmen angeworben. Sie sind schon eingetroffen, werden aber wahrscheinlich Ehrgefühl genug besitzen, sofort wieder abzureisen. Uebrigens sind die Arbeitswilligen, die in den Betrieben tätig sind, größtenteils recht schwache Arbeitskräfte und Lehrmädchen, so daß die Unternehmer froh sein lverden, wenn sie einmal ihre alten Leute wieder erhalten. Die Polizei bemüht sich wieder außerordentlich. Es ist schon gestern im„Vorwärts" auf die Sistierungen in der Handelsstätte Bellealliance hingewiesen worden. Wie ein Diskussionsredner, der dort Streikposten stand, berichtet, wurde ihm der Zutritt zu diesem öffentlichen Durchgang nur gestattet, nachdem er erklärt hatte, er wolle nur das Restaurant besuchen; als er jedoch später zum zweiten- mal in dasselbe Restaurant gehen wollte, verweigerte ihm der Schutz- mann den Zutritt. Der Restaurateur hat sich über die Beeinträch- tigung seines Geschäfts beschwert, aber die Verwaltung de» Ge- bäudes soll darauf erwidert haben, wenn er damit nicht einverstanden sei. brauche er keine Miete zu zahlen. In der Lützowstraße, wo sich die Buchbinderei von Fleck befindet, ftihlte sich ein Arbeitswilliger durch das bloße Auf- und Abgehen eines Streikenden belästigt und verlangte dessen Sistierung. Der Schutzmann ging richtig darauf ein und als der Streikende einwandte, das Streikpostenstehen sei doch erlaubt, erklärte jener, das stehe in keinem Gesetz und er sei voll- kommen im Recht, wenn er ihn sistiere. Viel zurückhaltender als hier in Berlin soll sich die Polizei bei dem Ausstand in Leipzig benehmen. Dort werden, wie ein Redner mitteilte, die ruhig ihres Amtes waltenden Streikposten nicht be- lästigt, und bei vielen Betrieben sieht man dort überhaupt keine Polizei. Im übrigen ging sowohl anS dem Referat wie der Diskussion hervor, daß die Ausständigen keineswegs daran denken, den Kampf etwa aufzugeben. Sie sind einmütig entschlossen, ihn solange fort« zusetzen, bis ein annehmbares Uebereinkommen erzielt ist. Tie Unterstützung ist mit der laufenden Woche für alle Ausständigen um 1 M. erhöht worden. Ferner wurde mitgeteilt, daß die Tarif- forderungen auf Beschluß des Verbandsvorstandes nun allen Prinzipalen, auch denen, wo weiter gearbeitet wird, zugestellt worden sind. Antwort wird bis zum 15. Juni gewünscht. Die Gültigkeit des alten Tarife? bis zum 1. September wird von der Vorlegung der neuen Forderungen in keiner Weise berührt. Deutsches Reich. Sattler, geht nicht nach Bukarest! In der„Sattler-Zeitung" werden für die Pkilitäreffektenfabrik von Filaret in Bukarest 15 Sattler gesucht unter Zusicherung eines Lohnes von 6 M. Es sei darauf aufinerksam gemacht, daß die Sattler der genannten Firma seit sechs Wochen im Streik verharren. weit sie bei den dort üblichen Akkordsätze» nicht einnial 2 M. pro Tag herausschlagen können. Gegenüber den Versuchen, für das Ausland Streikbrecher zu werben, darf man wohl fordern: Kollegen, bleibt im Lande und nährt euch redlich I Der Dortmunder Straßenbahnerstreik geht weiter, die Stadt- Verwaltung beharrt auf ihrem Herrenstandpunkt und lehnt jegliche Verständigung ab. Anderseits halten die Streitenden treu zusammen, von 240 sind nur sechs abtrünnig geworden. Die Stadtverwaltung macht die größten Anstrengunge». um Ersatz für die„entlassenen" Streikenden zu bekommen. Einstweilen fahren aber noch immer Schutzleute, Steuerbeamte und sonstige Beamte aus städtischen Bureaus. In der Bürgerschaft herrscht helle Empörung über das unerhörte Verhalten der städtischen Verwaltung, welche noch ge- steigert ist durch folgendes Vorkommnis. Nachdem von unserer Seite schon eine Protestversammlung stattgefunden hatte, beriefen auch die airsch-Dunckerschen Gewerkvereine eine solche ein, die im Saale des ewerbevereinS tagen sollte. Der Wirt hatte seine Zustimmung ge- geben und alle Vorbereitungen loaren getroffen. Da erschien im letzten Augenblick der Vorsitzende des GewerbevereinS und verbot die Hergabe des Saales zu dieser Versammlung. Polizei war an den Eingängen des Saales aufgepflanzt, welche dieVersammlun gSbesucher zurückwies. Kleine Hand- zettel, in welchen die Einberufer der Versa mm- lung mitteilten, daß die Versammlung wegen der Saalabtreiberei nicht tagen könne,' wurdet» von der Polizei beschlagnahmt und die Verteiler protokolliert. Die Sache gewinnt dadurch an Jntereffe, daß der saälabtreibende Vorsitzende des Gewerbevereins, der national- liberale Stadtverordnete Meyer, ein Gesinnungsfreund des Ober- bllrgermeistcrs Schmieding ist. Für Donnerstagabend hatten die freien Gewerkschaftler drei weitere Protestversammlungen einberufen. um Stellung gegen das unerhörte Verhalten der Stadtverwaltung zu nehmen. Hier handelte es sich aber um Lokale, die nicht ab- getrieben werden konnten.. Alle Versammlungen nahmen einen im- posanten Verlauf. Schwer wurde mit der sozialpolitisch rückständigen Stadtverwaltung abgerechnet und die Forderungen der Straßen« bahner als berechtigt und äußerst bescheiden bezeichnet. Angeregt wurde, das Gewerbegericht als Einigungsamt anzurufen. Eine scharfe Protestresolution fand Annahme. Achtung, Müller und Mühlsteinarveiter! In Pirna(Sachsen) haben die Arbeirer der sächsischen Mühlsteinindustrie(G. m. b. H.) Forderungen um Aufbesserung ihrer mehr wie erbärmlichen Löhne eingereicht. Verhandlungen wurden seitens der Firma strikte ab- gelehnt und sämtliche Leute entlassen. Hoffentlich finden sich weder Müller noch Mühlsteinarbeiter, die ihren kämpfenden Brüdern in den Rücken fallen. Der Gauvorstand. I. A.: Ostwald. Streik der Textilarbeiter in Sommerfeld. In einer Donnerstag abend von den Mitgliedern des. Deutschen Textilarbeiter-Verbandes abgehaltenen Versammlung, die von etloa 1000 Arbeitern und Arbeiterinnen besucht war, wurde nach längeren Ausführungen der Berichterstatter der Ausstand der Textilarbeiter für Sommerfeld be- schloffen._ Em der Frauenbewegung. Im prüden Amerika ist eS mehr als anderswo in der Welt gefährlich, über Sexualfragen zu reden oder zu schreiben; eS gilt dort beinahe als ein Verbrechen, in dieser Beziehung Aufklärimg verbreiten zu wollen. Die„Lasterunterdrückungsgesellschaften" haben ihre Spione überall und verstehen es, demjenigen einen Strick zu drehen, der über das natürlichste Ding, die Entstehung eines Menschen, öffentlich durch Wort oder Schrift seinen Mitmenschen Belehrung erteilen wollte. Und diese Belehrung ist oft sehr, sehr notwendig, besonders bei jungen Leuten beiderlei Geschlechts, die nicht selten durch Unkenntnis in großes Unglück geraten. Vor einiger Zeit wurde erst berichtet, daß ein 74 jähriger, hoch- angesehener und von edlen Motiven geleiteter Mann, Moses Harman, aus ein Jahr ins Gefängnis wandern»rußte, weil er als Redakteur einer Wochenschrist Artikel„unzüchtigen" Inhalts verbreitet habe. Diese Artikel waren von Frauen geschrieben, ernst und wiffenschaft- lich behandelt, in reiner schöner Sprache und gerade zu dem Zwecke, der Unsittlichkeit entgegenzuwirken, die Leser moralisch zu erheben. Eine Abhandlung über„geschlechtlichen RadikkliSmuS" war von der Gattin eines in den Weststaaten bekannten Parteigenossen, von Frau Tora Forster Kerr, verfaßt worden. Vor den Chicagoer Richtern galt er als sehr unsittlich.— Frau Dr. Alice Stockham von Chicago. eine bejahrte Frau, erfahrene Aerztin und von makeNosem Ruf. widmete sich besonders der Belehrung junger Frauen, die ihrer Mutterschaft entgegensahen. Seit Jahren wirkte sie auf diesem Ge- biete mit großer Gewissenhaftigkeit und erklärte eS als dringend notwendig, daß die jungen Mädchen wie die jungen Frauen über den Bau und die Funktionen des weiblichen Körpers Aufklärung erhielten. Sie war schriftstellerisch tätig und behandelte ihr Thema ft�ts in streng wissenschaftlicher Weis? aber was sie zur Aufklärung verbreitete, galt vor Gericht als unsittliche Literatur und die wohlmeinende alte Frau wurde wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu hoher Geldstrafe verurteilt, die sich mit den Kosten auf etwa tausend Dollar belief. Eine Diebin oder Mörderin kann auf einen Freisprach rechnen— wie man es vor amerikanischen Gerichten schon öfter erlebt hat— aber eine Frau, die in einem wahren Sittlichkeitsbestreben Wahrheit, Wissen und Licht über geschlechtliche Dinge verbreiten half, mußte verurteilt werden.— Bei solchen Anschauungen erfordert eS von feiten einer Frau doppelt hohen Mut und verdient um so größere Anerkennung, weim sie eS wagt, dem herrschenden und oft so brutalen Vorurteil entgegenzutreten. Letzte JVadmcbten und Depcfcben« Stadtverordnetenwahl in Köpenick. Köpenick, 8. Juni.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei den heutigen Stadtvcrordnctenwahlcn wurden unsere beiden Kandi. daten Bier und T a u ch e r t mit 790 abgegebenen Stimmen ge. wählt. Die Gegner hatten in der Voraussicht eines glänzenden Reinfalles keine Kandidaten aufgestellt. >- Schiffsuntergang. Brunsbüttel, 8. Juni.(B. H.) Der Fischdampfer„Diana" kollidierte in der Elbmündung mit dem Gaffelschoner„Vorwärts". Der Dampfer sank in die Tiefe. Kapitän und ein Mann wurden gerettet, acht Mann, mit Schwimmwesten versehen, triebe» mit der Strömung in die Nordsee. Sic sind bis jetzt verschollen. Die Wahlrechtsreform in Oesterreich. Wien, 8. Juni.(W. T. B.) In der heutigen Sitzung des Wahlreformausschusseö erklärte Ministerpräsident Freiherr von Beck. eS könne der Regierung nicht zugemutet werden, die vor- liegenden Vorlagen abzuändern oder mit neuen Vorschlägen her- vorzutreten, weil das einer Verzögerung gleichkomme. Der AuS- schuß sollte sofort in die beschlossene Spezialdebatte eintreten. Tie Regierung werde Abänderungsvorschlägen nicht hindernd entgegen- stehen, wenn diese geeignet erscheinen, eine Verständigung zwischen den Parteien zu ermöglichen. Die Regierung werde alles tun, um das Reformwerk mit Entschiedenheit einem gedeihlichen Ende zuzu- führen. Nach längerer Debatte beschloß der Ausschuß, zunächst die Wahlkreiscinteilung nach einzelnen Kronländern in Beratung zu ziehen und mit dem Kronlande Böhmen zu beginnen. Die nächste Sitzung ist auf Dienstag anberaumt. Vom internationale» Bergarbeiterkongreß. London, 8. Juni.(W. T 83.) Der internationale Bergarbeiterkongreß nahm im weiteren Verlaufe der heutigen Sitzung eine von dem deutschen Delegierten Hoffeld eingebrachte Resolution an welche die weitere Ausgestaltung der Arbeitcrvcrsichcning dahin fordert, daß für alle erwerbsunfähig gewordenen Arbeiter ei» zweifellos ausreichendes Auskommen gesichert wird, und welche für die Erben gestorbener Arbeiter eine ausreichende gesetzliche Zuwendung verlangt. Eine andere Resolution verlangt die Bcrstaallichung der Bergwerke mit dem Hinweis, daß dieselben nicht dem Privatkapital, sondern der Gesamtheit nützen muffen. Bei dieser Resolution verhielten sich die christlichen Vereinigungen der deutschen und der amerikanischen Bergarbeiter neutral. Auf Antrag der deutschen Abordnung erhielten die Sekretäre des Kongresses den Auftrag, den verschiedenen Parlamenten die Resolution des Kon- grcsses mit der Bitte»m Erwägung der Wünsche der Bergarbeiter zu unterbreiten. Als Ort des nächstjährigen Kongresses wurde Salz- bürg geivählt. London, 8. Juni.(W. T. B.) Der internationale Berg- arbeiterkongreß nahm einstimmig eine Resolution an, dir sich für internationale Regelung der Kohlenproduktion ausspricht. Die Frage internationaler Ausstände war nicht zur Abstimmung ge» stellt worden. Der Kongreß wurde dann geschlossen. Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr, u. VrrlagSanftall Paul Singer&Co., Berlin L W. Hierzu 2 Beilagen u. NnterhaltungSilatt Nr. 181 23. Jührglmg. 1. KcüM i>cs Lmörls" Kcrüm KcksdlM Sonnabend, 9. Juni 1996. Ein Internationaler Arbeiterkongretz. London, 6. Juni.(Eig. Ver.) Im Westminster Polace Hotel wurde gestern der 17. Internationale Bergarbeiterkongreß eröffnet. Es sind vertreten 480 000 britische organisierte Bergleute durch 84 Delegierte, wovon 14 Parlamentsnuiglieder sind: die Gesamtzahl der Bergleute im Vereinigten Königreich beläuft sich au 708 200. Frankreich hat ungefähr 200 000 Bergleute, wovon 1S0 000 organisierte, die 4 Delegierte sandten, darunter zwei Parla- mentSabgeordnete. Belgien hat 135 000 Bergleute, wovon 03 000 organisierte, die durch 0 Delegierte vertreten sind, darunter zwei Parlamentsmitglieder. Oesterreich hat 133 000 Bergleute, wovon 40 000 organisierte, die durch 2 Delegierte vertreten sind, darunter das NeichSratSmitglied Cingr. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben 330 000 Bergleute, davon 303 000 organisierte, die 2 Delegierte sandten. Wir geben die Delegation Deutschlands zuletzt, da sie einige Worte der Erklärung bedarf. Der Verband sandte 12 Delegierte, darunter Sachse und Hue; die C h r i st l i ch e n sandten 3. Letztere trafen verspätet ein und der englische Berg arbeiterdelcgierte Ashton beantragte die Nichtanerkennung. Die Vec treter deS Verbandes beschlossen indes, auf keine Formalitäten zu bestehen und die Anerkennung der christlichen Mandate zu beantragen. Hue erstattete darüber dem Kongreß Bericht und erklärte: Der Ver- band ersucht, die Christlichen diesmal anzuerkennen, aber er behalte sich vor, das nächstemal anders zu stimmen, wenn die Christi, chen inzwischen den Beschlüssen der Internationalen Bergarbeiterkongresse zuwiderhandelten. Der Verband verlange von den Christlichen nichts weiter als was eine Arbeiterorganisation der andern schuldig sei: Loyalität, Einheitlichkeit und Ausführung angenommener Beschlüsse. Der Kongreß nahm HueS kurze Worte mit Beifall auf. Zum Vorsitzenden wurde der Bergarbeitcrführcr Enoch Edwards bestimmt. Er ist gleichzeitig Parlamentsmitglied. In seiner Eröffnungsrede sagte er: Die Beteiligung an diesem Kongreß sei der Lohn für die Anstrengungen früherer Jahre, die Arbeiter aller Länder zusammenzubringen. DaS EewerkschaftSwesen sei über all im Fortschreiten begriffen. ES gewinne an Einfluß Es verbesserte die wirtschaftliche Lage der Arbeiter und befähigte sie, an den Beratungen der Parlamente teilzunehmen. Die Arbeiter seien überall kricgS- und rüstungSfcindlich und wollen den Weltfrieden, den Segen ruhiger internanonalcr EntWickelung. Er schloß seine Rede mit der Erwähnung der Grubenkatastrophe in CourrisreS und sprach in bewegten Worten den französischen Kollegen die Sympathie des Kongresses aus, worauf sich die Delegierten von ihren Sitzen erhoben. Lamendin antwortete kurz im Namen der Franzosen, Marville in dem der Belgier, White für die Amerikaner; für die Deutschen sprach Genosse Sachse, der den Engländern zu ihren großartigen parlamentarischen Wahlerfolgen gratulierte. Diese Erfolge würden dazu beitragen, den Taff Vale-Entscheid zu beseitigen sBeifall) und den Achtstundentag zu erringen.(Beifall.) Er sei gestern in den Londoner Parks gewesen und die unbeschränkte VersammlungZ- und Redefreiheit der britischen Bürger außerordentlich bewundert. Da- gegen sei eS traurig, dem Kongresse erzählen zu müsse», wie der preußische Landtag den Arbeitern die Rechte vorenthält oder zu verkürzen trachtet und den Bergleuten das Recht, ihre Kassen zu verwalten, nimmt.(Schande!) Cingr meinte, ein Oesterreicher kann nicht unihin, intcr national zu sein; unter den Bergleuten gebe eS sieben Nationw litäten. Die Organisationsarbeit sei schwierig, aber sie schreite vorwärts.— Am Dienstagnachmittag beriet der Kongreß über die von England, Deutschland und Oesterreich eingebrachten Resolutionen, betreffend Verhütung von ähnlichen Katastrophen wie die von CourriöreS. Die Resolutionen verlangten die Einführung von Minen inspektoren, die von den Arbeitern aus ihren eigenen Reihen gewählt und die vom Staate bezahlt werden! diese Inspektoren sollen das Recht haben, zu jeder Zeit die Minen zu inspizieren und sollen mit gc- nügenden Vollmachten ausgerüstet sein, die Ausführung ihrer Em« pfehlungen zu erzwingen. Für die Deutschen sprach Bartels, der gleichzeitig den deutschen RettungSzug nach CourriöreS erwähnte und warnte vor falschen Auffassungen in bezug der deutschen Vor sichtsmaßregeln; irgend eine entscheidende Abnahme in den Berg> arbeiterunfällen sei in Deutschland nicht bemerkbar. Der fran zösische Delegierte Lamendin erzählte, Frankreich habe zwar Arbeiter als Minen- Inspektoren, aber sie dürfen nur 10 Tage im Monat die Minen inspizieren. Die Arbeiter ver- langten die Erhöhung der JnspeklionStage auf 20. Die Minen besitzer seien indes eher bereit, die Löhne zu verdoppeln als die Verdoppelung der Jnspektionstage zuzulassen. Der amerikanische Delegierte White sagte, in Amerrka haben die Arbeiter daS Recht, aus rhrer Mitte Inspektoren zu wählen, aber öS fehle an den zu solchen technischen Aufgaben qualifizierten Arbeitern. Er beantrage deshalb, die Gewerkschaften sollten derartige Kurse einrichten. Die Resolutionen wurden angenommen. «» # In der Sitzung am Donnerstag wurde die Frag» des Minimal- lohneS beraten. Die französischen Delegierten erklärten sich ein- verstanden mit der Streichung der Worte:.Auf dem Wege der Legislatur'(in bezug auf Einführung deS MinimallohneZ). Der Kongreß nahm den Beschluß an. der von französischen und deutschen Delegierten eingebracht worden war. Die englischen Delegierten erklärten, daß der Minimallohn die englischen Grubenarbeiter davor bewahrt hätte, 130 Millionen Pfund Sterling während der Streiltage zu verlieren._ 17* Evangelisch sozialer Kongreß. Jena, den 7. Juni. Die heutige Schlußsitzung des Ebangelisch-sozialen Kongresses ist noch stärker besucht als die gestrige. Die Frauen oildcn heute die Mehrzahl der Kongreßteilnehmer und Tribünenbesucher. Zunächst erstattet der Generalsekretär des Evangelisch-sozialen Kongresses, Pfarrer Uc. Schnecmclcher.NummclSburg b. Berlin (Waisenhaus) den Bericht über das abgelaufene„ruhige und glück- lich- Geschäftsjahr". Die Mitglicdcrzahl ist über jeden früheren Stand gestiegen, die Kasse gefestigt. Nächstes Ziel der Verbands- arbeit muß der Ausbau der Zeitschrift„Evangelisch-sozial sein. Pfarrer Naumann ergänzte diesen Bericht für die jachstsche Landcsgruppe. Diese hat zunächst an die Regierung zwei Petitionen gerichtet, eine gegen den Gotteslästcrungsparagraphcn, eine zweite gegen daS Verbot sozialdemokratischer Versammlungen, die sich mit der Religion beschäftigen. Die Hauptarbeit der Landesgruppc aber hatte zum Ziel, eine geistige Berührung mit den zielbewußten, klassenbewußten, aufgeklärten Arbeitern zu suchen. Wenn man die Arbeiter in ihren sozialdemokratischen Versammlungen und Versammlungslokalen aufsucht, so kann man Vorurteile gegen die Kirche und die Religion zerstören bei denen, die sonst keine Evangelisation mehr erreicht. Das ist in Sachsen tatsächlich erzielt. Darum noch mebr Pastoren hinein in die Volksmassen, damit immer gesagt wird: Ja, mit Euch läßt sich leben! Wir sind stolz darauf, daß daS Evangelium die Kraft hat, auch denen noch etwas zu sein, die es jetzt verschmähen.(Lebhafter Beifall.) Es folgen wieder BegriitzunaSreden: von v. Oergel für vre Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt, von Fräulein v. F a b c ck- Hannover für den deutsch-cvangelischen Frauenbund. von Fräulein Dr. phil. Helene S t ö ck e r als Vertreterin der kirch- lichen Abteilung des Bundes für Frauenstimmrecht, von Professor Weber-Heidelberg(Vorstand des Bundes der Bodenreformer) und Pfarrer Gonsor. Berlin �Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke), die bitten, ihre Spezialgebiete in ihrer Bc ziehung zur allgemeinen sozialen Frage auf einem der nächsten Kon- greffe zu behandeln.(Zustimmung.) Stürmische Beifallskundgebungen ruft daS Beg gramm des Staatssekretärs Dr. Graf v. Posadowsky-Wehner hervor, der„zur Förderung der sozialen Wohlfahrt" der Konferenz die besten Wünsch« für einen gedeihlichen Verlauf sendet. Bei- fällig wird aucki daS BegrützungStelegramm des gleichzeitig in Frei- bürg i. B. tagenden Gesamtverbandes der evangelischen Arbeitet vereine(gez. Lic. Weber) aufgenommen. Hierauf erhält zu ihrem Vortrage: „Die sozialen Forderunsen der Frauenbewegung im Zusammenhange mit der wirtschaftlichen Lage der Frau" Fräulein Dr. Gertrud Bäumer das Wort. Ihre Thesen lauten: 1. Die mvdernen wirtschaftlichen Verhältnisse haben die in der Hauswirtschaft begründete Einheitlichkeit des Frauenlebens zerstört. Der KrciS, den die deutsche Frauenarbeit ausfüllt, liegt heute nur noch etwa zu zwei Dritteln im Hause, zu einem Drittel in der Volks- wirtschaftlichen Güterproduktion. 2. Die Tatsache, daß viele Frauen die Doppellast einer vollen Berufsarbeit und der hauswirtschaftlichen und Familienpflichten zu tragen haben, daß andere durch die Ehe aus einer nur kurze Zeit ausgeübten BerusSarbcit in die Hauswirtschaft übergehen, um schließ lich als Witwen doch vielfach wieder erwerbsbedürftig zu werden- diese Tatsache umschließt eine Reihe sozialer Probleme, für die bis heute eine befriedigende Lösung noch nicht gefunden ist. 3. Die Einheitlichkeit des LebenSkreiseS der Frau durch Ein- schränkung auf die Hauswirtschaft wiederherzustellen, ist unmöglich. Andererseits sind aber auch im Interesse der Frauen selbst und des VvllSganzen die Theorien abzulehnen, nach denen die Familie auf- gelöst werden soll, um die außerhäuSliche Berufsarbeit der Frau zu ermöglichen. 4. E» ist vielmehr daran festzuhalten, daß einerseits die Familie eine Reihe von Aufgaben für die Frau umschließt, auf deren Er füllung unter keinen Umständen verzichtet werden darf, daß änderet feitS die Beteiligung der Frau am Erwerbsleben aber nicht nur volkswirtschaftlich notwendig, sondern auch im Sinne einer ver- fcinerten sozialen Arbeitsteilung kulturell wertvoll ist. 3. Es ist die Aufgabe der Frauenbewegung, den spezifischen An- teil der Frau an der Gesamtkultur durch diese wirtschaftliche KrisiS hindurch zu erhalten und zu steigern. Von diesem Gesichtspunkt aus erwächst ihr die Pflicht, die Frau dem häuslichen Leben zu erhalten, soweit sie dort noch wertvolle Aufgaben findet, zugleich aber die Be- dingungen für eine freie und gesunde EntWickelung der weiblichen Erwerbstätigkeit zu schaffen. 6. Die praktischen sozialen Forderungen, die sich aus dieser Stellung zur wirtschaftlichen Frauenfrnge ergeben, sind, soweit sie sich auf die Erhaltung des häuslichen Wirkungskreises beziehen, folgende: a) erweiterter Arbeiierinnenschutz; tO verstärkter Wöchnerinnenschutz durch die Arbeiterversicherung; c) Einführung hauswirtschaftlichcr Belehrung in Volks- und Fortbildungsschulen; ck) rechtliche Anerkennung der hauswirtschaftlichen Arbeit der Frau als einer wirtschaftlich wertvollen Leistung. 7. Um die EntWickelung der weiblichen Berufsarbeit zu fördern und gegen die aus der Doppelseitigkeit des FrauenlebenS hervorgehenden Hemmungen zu schützen, sind folgende Forderungen zu stellen: o) unbeschränkte Zulassung der Frauen zu allen Berufen, in denen sie ihren Kräften angemessene und für die Gesamtheit wertvolle Leistungen erfüllen können; b) vermehrte Fürsorge für vollwertige AusbildungSanstalten; c) die Einführung der obligatorischen beruflichen Fortbildungs- schule für Mädchen; ck) die Förderung beruflicher Organisation unter den Frauen; «) die Teilnahme der berufstätigen Frauen an allen mit der BerufSzugehörigkcit verbundenen Rechten(Wahlrecht für Gewerbcgerichte, KaufmannSgerichte usw.). 8. Die Anpassung an ihre veränderte wirtschaftliche Lage muß der Frau aber auch durch eine Umgestaltung ihrer allgemeinen Rechts- stellung erleichtert werden. Die Unzulänglichkeit und Hülflosigkeit der Frau als Berufsarbeiterin beruht zum großen Teil in der fundamentalen Verschiedenheit der Anforderungen, die an die aus- schließlich auf die Familie eingeschränkte Hausfrau einerseits, an die dem öffentlichen Leben unmittelbar angehörende DerufSarbeiterin andrerseits gestellt werden. Die beiden Sphären, in denen heute die Lebensaufgaben der Frau liegen, müssen einander dadurch genähert werden, daß alle Frauen in steigendem Maße zu sozialen Pflichten herangezogen und mit bürgerlichen Rechten ausgestattet werden. ZurBegründung führt FräuleinDr. Bäumer auS: Ein moderner Frauenroman schließt:„Wir stehen alle wie zwischen zwei Zeiten; von der alten macht man uns los und in der neuen haben wir noch keine Wurzeln. Wir sind alle miteinander nichts als eine Aus- saat." Dieses FrauenbekenntnrS ist die Beichte eines echten Kindes unserer Zeit. Die Frauenbewegung hatte schon ein Stück geistiger Bewegung hinter sich, als die wirtschaftlichen Fragen sie auf die Erde herabzogen. Die Emanzipation trat auf als Forderung der Vernunft und nicht zur Lösung eines wirtschaftlichen Problems. Aber schon damals mutzte sich Mary Woudstonccraft von Burke sagen lassen, daß das Leben sich nach den menschlichen Eigenschaften zu richten habe und nicht nach der menschlichen Vernunft, die von ihnen doch nur ein sehr fleiner Teil sei.(Große Heiterkeit.) Die ersten Kämpferinnen für Frauenbefreiunq waren die Unversorgten des ge- bildeten Mittelstandes, die„es gelüstete nach der Männerbildung und Männerehre". Sie, die nach einem anderen Worte Schopenhauers merkten,„daß ihr Leben leer und freudlos bliebe, wenn es ihnen nicht gelänge, sich zur Zeit der Blüte der Phantasie eines Mannes so zu bemächtigen, daß er die Sorge für ihre ganze Existenz übernimmt". (Große Heiterkeit.) So entstand der Ruf: Gebt uns die Arena für den Kampf freil Nur den Töchtern ans guter Familie, die Geld verdienen mußten, wollte man die Vorurteile auS dem Weg räumen. Ein enges engherziges Programm, aber die große Masse der Frauen war noch ein Land, von dem es keine Karte gab. Die Frauenbewegung wechselte ihr Programm, alS zuerst das Licht der sozialwisscuschaftlichen Forschung die breiten dunklen Äiede- rungen bcschien. Jetzt hatte man vom Lande der Frauenarbeit eine Karte, zweifarbig, zu% hauswirtschaftlich, zu% erwerbSwirtschaft- lich. Die Frauen aber sind Nomaden, wandern hin und her zwischen beiden Provinzen, und viele werden täglich hin und her gejagt. Grenzgebiete der beiden Provinzen sind die Frauenarbeiten in der Landwirtschaft, als Dienstbote und im Kleinkram, wo die Tür der Wohnstube und Küche gleich hinter dem Ladentisch ist. Aber der moderne Frauenberuf, die Fabrikarbeft, ist völlig seelenlos, außer- halb all dessen, was im Leben Wert und Inhalt hat. Die fruckt- baren sittlicbcn Beziehungen, die das GewerkschaftSwcsen über die neue Arbeitsform aufgebaut hat, blieben der Frau versagt. Und nach der Fabrikarbeit der Unverheirateten standen sie auch den Aufgaben des häuslichen Lebens Hülflos gegenüber. Unbefriedigende Bencke ohne Aussicht und Karriere sollen nur wenige Jahre bis zur Eh- einen Zuschuß verschaffen. Ganz richtig ist daS Verhältnis in einem Kauplet wiedergegeben: „DaS ist deS Schicksals Hohn: Wer keinen Mann bekommen kann, Der geht zum Telephon."(Große Heiterkeit.) Zwei radikale Strömungen haben die Einheitlichkeit des FrauenlebenS wieder herzustellen gesucht. Die Frau soll nur im Hause für die erhöhten Kulturbedürfnisse sorgen. DaS ginge wohl,' aber eS geht nicht.(.Heiterkeit.) Die Durchschnittsfrau wird übrigens, Also der andere radikale Weg. Die Frau, entlastet vom häuS« lichen Leben, soll im Beruf neuen geistigen und sittlichen Grund ut.rer die Füße bekommen. So wird auch Frenssens„junge-Weibernot" überwunden werden. Ein Programm von glänzender Geschlossen- heit I Aber nicht, wie Frau Lily Braun sagt, die Arbeit ist chie große Emanzipation der Frau, sondern nur die Arbeit, in der bis Frau überlegen ist, eigenen Wert zeigen kann. Im Maß der K??ft wird die Frau immer zurückstehen. Also werden wir auch so die alt« Einheitlichkeit nicht wieder her» stellen. Wir können nur das Nebeneinander erleichtern. Das ist der letzte Programmwechsel, den die Frauenbewegung auf Grund der sozialwissenschaftlichen Erkenntnis vorgenommen hat. Unsere ein» zelnen Thesenforderungen— mein Programm ist daS der organi» siertcn Frauen Deutschlands— wollen nicht mehr sein als Grenz» rcgulierungcn, die wohl auch ein wenig anders vorgenommen werden könnten. Vor allem aber danken wir dem Evangelisch-sozialen Kon» greß für das Interesse, das er der Not und dem Aufstieg der Frau gewährt. Wir danken ihm doppelt, denn wir fühlen uns ihm im innersten Wesen verwandt.(Stürmischer, ausdauernder Beifall.) Korreferent Pfarrer E). Friedrich Naumann: Seit zuerst 1305 Frau Gnauck-Kühne unser prinzipielles Ja zur Frauenbewegung verlangte, ist der Schritt der Frauen fester und ihre Kopfhaltung gerader geworden. Soweit es überhaupt etwas taugt, hat sich daS jüngere Frauengeschlecht, unsere eigenen Töchter und Frauen, der Frauenbewegung zugewandt. Jede Familie kann sich jetzt ihre Frauenfrag« am Teetisch leisten. Und auch die Arbeiterinnen- bataillone, die abends aus den Fabriken strömen, drängen uns die Frauenfrage auf. Wenn nun der Man? für sie den Katechismus sebreiben wollte, so würde es wohl ein sonderbare? und altmodisches Ding werden. Man kann von dem Manne einmal nicht den weib- lichen Elan für die Frauenbewegung erwarten. Zwar die Furcht vor der Konkurrenz der Frau ist in der gegenwärtigen Wirtschafts» Periode eine jämmerliche Rückständigkeit, mit der man einfach fertig sein mutz.(Lebhafter Beifall.) Aber wenn wir die kommende Eni- Wickelung abwägen, sehen wir das Verlustkonto Larer und mit be- nannten Zahlen. DaS HauS hat aufgehört, ErziehungSgemeinschaft zu sein, wenigstens praktischer Erziehung. Jetzt ist die Erziehung m der Familie nur noch ein Jonglieren an den Kletterstangen der Sprachkunst.(Heiterkeit.) Es sind Turnstunden ohne Turn» apparate, Freiübungen des Geistes, aber keine Realerziehung mehr durch den Vater und menschliche Wirflichkeit. Aber das ersetzen wir auch nicht, wenn wir die Frau rein dekorativ erhalten. ES ist ja wahr, daß jede Wohnung entzückend werden kann, wenn der nötige reizende Engel hineinkommt und sie schmückt.(Große Heiterkeit.) Aber das ist wohl mehr ein Ideal der Männer als der Frauen. (Große Heiterkeit.) Und so ist denn jene alte Rivalität zwischen Mann und Frau im Hause auS dem Hause herausgetreten. Wer da sind wir Manner in bezu» auf die„spezifische Leistung der Frau" fleingläubig geworden. Als Meisterin und Bäuerin hatte die Frau ein ganz gehöriges Quantum eigenen sozialen Einflusses. Gehen Sie Volk für Volk durch, Sie können vom Vieh überall den Rückschluß auf die Frau machen.(Stürmische Heiterkeit.) Wer im Jndustrialis- inuS ist der ausdenkende Faktor selbst in der Mode noch der männ» liche. Die SiegeSgeschichte des Warenhauses ist zugleich eine Sieges- geschichte der arbeitenden Frau. Der Mann ist eben Vater im Nebenberuf(Stürmische Heiterkeit), die Frau Mutter im Haupt» beruf.„Die Frau fährt im Eisenbahnzuge der Berufstätigkeit, aber. sie fragt jeden Augenblick den Schaffner, ob nicht bald die Station da ist, um auszusteigen"(Heiterkeit), schreibt sehr richtig— Fräulein Dr. Bäumer.(Stürmische Heiterkeit.) Unter den Frauenberufen sehen wir zunächst die„kinderlosen". die im öffentlichen Dienste. Das Zölibat der Telephonistin und Lehrerin ist das Zölibat der modernen Industrie. Und wie das Zölibat der katholischen Priester, so schaltet das der Lehrerin die Besten, alle, die besondere große Fähigkeiten an den Tag gelegt haben, au? der menschlichen Fortplanznng auS. Wie viel unterdrückte Kindersehnsucht bedeutet diese Zahl: 23 000 Lehrerinnen. Diese kinderlosen Berufe dürfen wir keinesfalls vermehren. Darum dürfen wir die Heimarbeit auch nicht abschaffen, sondern nur reglementieren, zunächst durch die Eintragungspflicht. Für die Frauen, die entweder im Hauptberuf Mütter oder im Hauptberuf Arbeiterinnen sind, stimme ich den Vorschlägen Fräulein Dr. BänmerS im allgemeinen zu. Dann müssen wir abwarten, was aus der diffe- renzierten Arbeit der Frau an kulturwirtschaftlichem Ertrage heraus- kommt. Namentlich auf dem Gebiete der Technik sind noch viele Stellen, denen bisher nur die Frau fehlte, die sagte: Auch dies ist mein Gebiet I(Lebhafter Beifall.), In der DiSkussien tritt Fräulein Anna Pappritz- Berlin für verstärkten MutterschaftS- und Säuglingsschutz ein. Wenn die Männer mit Pfarrer Naumann auf die Weltausstellungen gingen und auf all die Gegenstände hin- wiesen: ManneSarbcit! ManneSarbeit! fo mögen die Frauen auf die Männer hinweisen: Frauenarbeit! Frauenarbeit!(Stürmische Heiterkeit.) Bewahrung und Erziehung— das ist die spezifische Kulturarbeit auch der unverheirateten Frau.(Beifall.) Arbeitersekretär Erkelenz»Düsseldorf sieht nicht den mindesten Grund. Naumanns Pessimismus mitzumachen. Prof. A. Wagner- Berlin stimmt im ganzen diesmal den AuS- führungen feines verehrten Freundes und Gegners Naumann zu. Die Väter mühten erzogen werden, mehr für die vollwertige AuS- bildung der Töchter zu tun. Auf der anderen Seite sei zu ver- langen, daß ganz entsprechend den Männern die Frauen zur Universität voll oder als Hospitanten zugelassen werden. Bisher hätte die Zulassung der Frauen nur günstige Folgen gehabt. Wenn er ihm so sehr unsympathische Leute auS dem fernen Osten als Schüler aufnehmen müsse, so müsse man auch diejenigen Professoren, die sich jetzt noch sträubten, zur Zulassung der Frauen zwingen. Er habe einem Maler, der über die Malweiber die Nase rümpfte, recht grob geantwortet: Sind Sie denn ein Raphael?(Große Heiterkeit.) Die Durchschnittsleistung der Frau stehe ceteriz poribuz der der Männer durchaus nicht nach.(Lebhafter Beifall.) Fräulein Lilly Stöckcr- Berlin spricht für die Frauen, die auch um der Mutterschaft willen prinzipiell den ihnen heiligen Beruf, nicht aufgeben könnten. Auch für sie müßte die Gesellschaft Raum haben.(Beifall.) Frau Siuth Br-(Bund für Mutterschutz) bittet, daS Recht der Frauen nicht zu vergessen, die ihr höchstes persönliches Glück im Zusammenstreben mit dem Manne sehen. Alle sollten mitkämpfen zur Beseitigung deS StaatSzölibatS. Die Schlußworte der beiden Referenten beschränken sich auf kurze Richtigstellungen. Hierauf trat die Mittagspause ein. Nachmittags erläuterte nur noch Geheimrat Prof. PierStorff- Jena im Anschluß an die heute vor TagungSbeginn stattgefundene Besichtigung durch die Kongreßteilnehmer die Einrichtungen deS ZeißwcrkeS und daS Lebenswerk Ernst AbbeS. Damit waren die Arbeiten deS Kongresses erledigt. Die nächst- jahrige Tagung findet voraussichtlich in Straßburg statt. ßciilfereilz der Zentralstelle fiir Arbeiter-Wohlfahrts- eiiirichtungell. Im großen RathauSfaale zu Nürnberg trat am 7. Juni die 13. Konferenz der Zentralstelle für ArbeiterwohlfahrtSeinrichtungen zusammen. Die Zusammensetzung der Gesellschaft, die sich zu dieser Tagung eingefunden hatte, war eine sehr gemischte: neben Ge- lehrten und bürgerlichen Philanthropen, die sich ernsthaft mit der sozialen Frage befassen und der ehrlichen Meinung sind, daß es innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung möglich sei, die ___________-_______________...„_____ sozialen Gegensätze zu überbrücken und alles Elend auS der Welt wenn sie nur bestimmt wird, Kultur auszustrahlen, eine höchst un- j zu schaffen, waren erschienen: Bürgermeister und sonstige Ge- erfreuliche Erscheinung werden.(Heiterkeit.) meindevertreter aus einer Reihe von Städten Deutschlands, von Dr. Singer, Vorsteher des Statistischen Amtes München, verbreitete sich über die Notwendigkeit einer territorialen Gliederung, wobei die schon vorhandenen örtlichen Vereine und Untergruppen mit berücksichtigt werden sollen. Es sei auch die Frage zu regeln, in welcher Weise der Anschluß an die Zentralſtelle möglich wäre. Besonderer Nachdruck müsse auch auf die Mitarbeit der zunächst Beteiligten gelegt werden. Nachdem noch Regierungsrat Dr. Sille- Magdeburg fich dafür ausgesprochen hatte, mit fleinen Anfängen zu beginnen und zunächst die provinzielle Organisation durchzuführen, wurde die erste Sigung geschlossen. Die nächste Sigung fand gestern in Fürth statt. Sprotten, Kieler, 2 Wall 0,00, G16- per Stifte 0,00. Sardellen, benen manche durch ihre unsoziale Bolitik berüchtigt find, Unter-| Feinde zu betätigen. Dem Kleinsten Verein müsse das Bewußtsein| den Vordergrund zu stellen, dabei werde gewöhnlich das Gegenteil nehmer großer Betriebe und Fabrikdirektoren, die sich zum Teil beigebracht werden, daß ihm durch eine solche Art der Organi- von dem erreicht, was bezweckt werden solle. Man solle nur einer traurigen Berühmtheit erfreuen infolge ihres scharfmache- fation auch nicht ein Titelchen seiner Selbständigkeit genommen darauf hinwirken, daß der Versöhnung im stillen vorgearbeitet rischen Auftretens gegen die Bestrebungen der Arbeiterschaft, wo werden solle. Man müsse sich auch hüten, den Kommunen mit werde, damit sie uns einst als reife Frucht in den Schoß fällt. durch sie gerade zur Verschärfung der sozialen Gegenfäße bei allzuvielem zu kommen, sondern sich darauf beschränken, auf be- Wer auf Dank rechne, der werde bald wieder hinausgehen, denn tragen, ferner Vertreter der Regierungen und der bereits be- fondere Mißstände aufmerksam zu machen. bei dieser Tätigkeit werde mehr Undank als Dank geerntet. steenden Stellen für Wohlfahrtspflege und Vertreterinnen der Als Korreferent zu diesem Punkte war Dr. Kuzer, Im weiteren Verlauf der Diskussion trat ein Vertreter der bürgerlichen Frauenbewegung. Einige Fregatten- und Korbetten- erster Bürgermeister von Fürth i. B., aufgestellt, der zunächst die Berliner Bentralstelle den Ausführungen bezüglich Ans tapitäne der Marine und Offiziere des Landheeres, die sich eben Frage erörterte, was eine Gemeinde auf dem Gebiete der Wohlstellung besoldeter Beamter entgegen; die ehrenamtliche Tätigkeit falls unter die Teilnehmer gemischt hatten, sollten wohl der Ver- fahrtspflege zu tun imstande sei. Man habe angefangen, in den leiste mindestens dasselbe wie ein befoldeter Beamter und habe fammlung ein besseres Relief geben. Die Verhandlungen wurden von dem Geschäftsführer der weniger auf irgend ein Amt an, als auf den Geist, und genau geGemeinden soziale Rommissionen zu errichten. Es fomme aber noch dazu den Vorzug, daß sie auf idealen Beweggründen bafiere. Der Vertreter des Bergischen Vereins für Gemeina 8 atralstelle, Oberregierungsrat Dr. Post in Berlin, geleitet. Nach nommen, feien solche Kommissionen überflüssig, weil sich die ge 24 Ortsgruppen eingeteilt ist; jede Ortsgruppe hat ihren eigenen wohl berichtete über den Aufbau seiner Organisation, die in den üblichen Begrüßungen erstattete Ministerialdirektor Dr. Thiel famte Gemeindearbeit unter sozialem Gesichtspunkte vollziehen 24 Ortsgruppen eingeteilt ist; jede Ortsgruppe hat ihren eigenen Berlin das erste Referat über Notwendigkeit und Be foll, so daß es einer besonderen Stelle nicht bedürfe. Immerhin Stat und ihre eigene Vorstandschaft, der Vorsitzende der Vorstanddeutung von Organisationen der Wohlfahrts. tönnen aber solche soziale Kommissionen wichtig sein insofern, als, schaft ist aber zugleich auch Mitglied des Zentralvorstandes, außer pflege". Redner bemerkte, wie weit man auch in der Wohl- wenn fahrtspflege gehen möge, so dürfe doch niemals die wirtschaftliche wenn Gegenstände zur Bearbeitung herausfordern, die Rom bem entfendet jede Ortsgruppe noch einige Mitglieder in die missionen sich damit beschäftigen, ob gewisse Einrichtungen der Bentralvorstandschaft, und moralische Selbstverantwortlichkeit und Selbständigkeit des Wohlfahrtspflege in der Gemeinde nachahmenswert seien. Aber einzelnen dadurch aufgehoben werden. Es bleibe hier noch ein auch wenn ein Organ nicht vorhanden ist, dürfe es nicht daran weites Gebiet zu bearbeiten, wenn sie nur einmal so organisiert fehlen, daß auch die Gemeinde ihre sozialen Aufgaben erfüllt. sei, um wenigstens unverschuldete Not zu beseitigen und dem durch Was die Frage der Errichtung von Zentralstellen in der Gemeinde eigenes Verschulden aus der Bahn Geworfenen die Mittel an die anbelange, so sei es zurzeit sehr schwer, solche Bestrebungen in der Hand zu geben, um sich wieder emporzuarbeiten. In bezug auf Gemeinde zu zentralisieren, da sie nicht ohne Nüance und Neben die Pflege der Wohltätigkeit bemerkte Redner, zu verwerfen zwede seien und auch die Personen eine Rolle spielen, sie lassen sei diejenige Wohltätigkeit, die nicht den Ursachen des sozialen sich nicht ohne weiteres zusammenführen, die Zusammenfassung Glends nachgeht und durch die Art ihrer Ausübung die schlimmen aller träfte, so sehr sie auch von Nußen wäre würde mehr schaden Zustände eher verewigt, anstatt sie zu beseitigen. Bu dieſer in als nüben. Man müsse eine allmähliche Entwidelung anbahnen. Gegensatz stehe die wohldurchdachte, vorbeugende Wohltätigkeit, die Es empfehle sich der Anschluß an eine Zentralstelle, fei fie nun ben Ursachen nachforscht, und mit dieser müsse die Wohlfahrts provinzieller Natur oder für das ganze Reich bestimmt. Die Ben. pflege Hand in Hand gehen. Man könne einwenden, daß unsere tralstelle habe das ganze Material zu sammeln, aber dann sei es foziale Gesekgebung hier schon alles vorweg genommen auch notwendig, daß es gründlich bearbeitet wird; in kritischen Markthallen- Direktion. Rindfleisch Ia 66-70 pr. 100 Pfund, Ila 56-66, Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen habe.( 1) Aber so sehr auch die soziale Gesebgebung anzuerkennen Betrachtungen der verschiedenen Richtungen der Wohlfahrtspflege IIIa 52-55, IVa 46-52, engl. Bullen- 0,00, dän. Bullen- 0,00, sei, so habe sie doch bisher nur ein Minimum geleistet, weil sie müßten die Ursachen des Gelingens oder Mißlingens der Bestres boll. Bullen. 0,00. Nalbfleisch, Doppelländer 105-120, Ia 90-95, fich naturgemäß auf das Allernotwendigste beschränken müsse und bungen erforscht und dargestellt werden. Die Zentralftelle müffella 75-85, IIIa 60-73. Hammelfleisch Ia 73-78, Ila 65-72. fich mit der wirtschaftlichen Erziehung des Volkes nicht befassen allmählich in eine Art Akademie der Wohlfahrtspflege umge- Schweinefleisch 60-67. Staninchen per St. 0,50-0,60. Hübner, alte, Stüd fönne. G3 bleibe also der Wohlfahrtspflege noch ein weites Ge- wandelt werden, wo die gesamten Erfahrungen sich konzentrieren, 1,80-3,70, junge, per Stud 0,46-1,10. Sauben, junge 0,30-0,59, alte biet offen, um die staatliche Fürsorge zu ergänzen und die Ar die Aufstellung des Kriegsplanes erfolgt und von wo aus die Rat- bis 3,25. Ganse, junge, per Bid. 0,00. Enten, prima, per Stüd 2,40, Hamburger, junge, per Stild 2,30 beiterbevölkerung auf einen höheren geistigen und fittlichen Zustand erteilung an die unteren Stellen betätigt wird. Diese Raterteilung 5,10. Hechte 120-144. Schleie 117–138. Bleie 80-81, Male, groß 118--122, 0,70-0,88, per Stück 3,50 bis zu bringen, um ihr die Mittel und Wege anzuweisen, wie sie sich dürfe sich nicht auf den schriftlichen Verkehr beschränken, sondern mittel 112-118, flein 82 unfort. 90-112. Blögen 0,00. Flundern, bomm. I weiter emporheben könne. Die Wohlfahrtspflege dürfe sich nicht allein auf das materielle Gebiet erftreden. Wir sind in materieller müsse auch im mündlichen Verkehr geschehen, die Beamten dürfen p. Schod 3,00-7,00. Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel, per Stifte 2-4, Sinficht gewiß teine Kommunisten und können und wollen auch nicht bloß am Size ihrer Stelle arbeiten, sondern sich auch durch bo. flein, per Kiste 0,00. Büdlinge, holl. per Wall 0,00. Sieler 2,00-4,00, feine fein", wir sind vielmehr der Meinung, daß gerade die Un- Rundreisen von der Tätigkeit der übrigen Stellen überzeugen und Stralf. 3,00-4,00. Male, groß, b. Pid. 1,10-1,30, mittel 0,80-1,00, fl. 0,50 bis gleichheit des Besizes einer der wichtigsten Kulturfattoren ist, weil sehen, ob ihre Maßnahmen sich bewährt haben. Es empfehle sich, 0,60. fie das Streben anregt, aber auf geistigem Gebiete wollen wir eine Art freiwilliger Revisionstätigkeit einzuführen, wie bei ver- 1902er, per Anfer 76,00, 1904er 74,00, 1905er 70,00. Schottische Bollheringe Heringe, neue Matjes, per 2/2 Zo. 60-120. Hummern, IIa, Kommunisten sein und das ganze Bolt an unserem geistigen und schiedenen Sparkassenverbänden. Ferner müßten örtliche Delegierte 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Kunstleben teilnehmen lassen. Zum Glück gebe es noch viele Ar- aufgestellt werden, die die Zentralftelle von allen wichtigen Vor- 100 Bib. 0,00. Strebje, per Schod, große 00,00, mittel 23,00, fleine 00,00, tommnissen auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege eines Ortes in unfortiert 13,50-15,50. Eier, Land-, per Schock 3,20, frische 0,00. beitgeber, die sich ihrer sozialen Pflichten bewußt sind, aber viele Stenninis setzen. Davon würde auch die Propaganda Vorteil haben, Butter per 100 Bfund, la 105-109, Ila 100-105, Illa 95-100, ab Streise der Bevölkerung stünden den Bestrebungen der Zentralstelle weil zahlreiche Verbindungen mit der Zentralstelle entstehen. Ein fallende 90-95. Sauve Girken, Schock 3,55-4,25 M., Pfeffergurten 4-4,25 97. des Gebietes. Es handle sich nun darum, diese Kreise zu ge bildung der Fürsorgetätigkeit, die auch noch sehr im argen liege, ital. 6,50-8,50, ungar. 3,50-4. Spinat, per 100 Bfb. 12,00-17,50, Karotten noch fern, nicht aus Herzensverhärtung, sondern aus Unkenntnis wichtiger Teil der Aufgaben der Zentralstelle bestehe in der Aus- Kartoffeln per 100 Bib. magn. bon. 2,10-2,35, rote Daberſche 2,00-2,20, winnen, sie anzuregen und in ihnen Lust und Liebe zur Sache zu und die Gewinnung geeigneter Sträfte, wobei eine provinzielle 3-4. Sierauf sprach Regierungsrat Dr. Liebrecht- Hannover über Organisation am Blake wäre. Ebenso würde die Einrichtung von bis 1,50. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Rhabarber, Hamb., per Aufgaben und Technik von Organisationen der Anstalten, die Muster für die Fürsorge aufstellen( fogenannte 100 d. 0,00-0,00, Berged. 0,00. Radieschen, per Schod 0,75. Salat, per Schod 0,75-1,50, Gubener, per Schod 00,0. Spargel I, per Pfd. Wohlfahrtspflege. Er beklagte die Bersplitterung, die Wohlfahrtsmuseen), am besten provinziell betätigt. auf dem Gebiete der Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege herrsche, In der Diskussion berichtete Dr. Stein Frankfurt a. M. 0,30-0,40, IT 0,15-0,28, III 0,05-0,14, Beeliger I 0,45-0,50, II 0,25 bis 0,35, III 0,10-0,24. Bruchspargel 0,0-0,0. Bohnen( grüne), per und bezeichnete es als dringende Notwendigkeit, alle Bestrebungen vom Institut für Gemeinwohl und vom" Sozialen Museum" über 100 Bfb. 70-110. Schoten, Beelizer, per 100 pfd. 17-25, Gubener 12-18. dieser Art zusammenzufassen und entsprechend zu organisieren. seine Erfahrungen. Er hält die Anstellung eines befoldeten Be- Pfefferlinge per Pfd. 0,35-0,40. Stirchen, ital., per 100 Bfd. 15-22, Eine Organisation jedoch, die das Volk nur als Objekt, aber nicht rufsbeamten für sehr wichtig, er müsse aber auch gut befoldet franz. 30-40, Bubener 15-20, Werderfche 18-25, fchles. 12-18, Heidel zugleich auch als Subjekt betrachte, werde stets unwirksam bleiben, werden, um so die besten Kräfte zu gewinnen. Der Beamte müsse berger 15-20. Erdbeeren, per 100 Bfd. 30-60, franz., per Bfd. 0,50-0,70, die betreffenden Volfskreise müssen mit zur Verwaltung hinzu- organisatorisches Talent haben, aber auch die Fähigkeit, nicht Beeliger, per Korb 0,75-0,90; Werderfche, per Pfd. 0,50-70, Dresdener, gezogen werden. Redner erörterte ferner ausführlich die Frage, alles selbst machen zu wollen, sondern andere Kräfte heranzubilden. per Pf. 1,20, hiesige, Wald- per Pfd. 0,80-1,50. Bitronen, Messina, 300 in welcher Weise die Organisation am besten betätigt werden Die Zentralstelle solle nicht unnötig zentralisieren wollen, wenn Stüd 8,00-10,00, 360 Stüd 6,75-9,00, 200 Stüd 6,50-9,00, 420 Stüd, fönne. Der Gedanke, die Landesversicherungsanstalten zu Zentren neue Vereine sich gründen wollen, so solle sie ihnen dazu nicht der Bolfswohlfahrtspflege auszubilden, habe etwas Bestechendes, den Weg bersperren, sondern ihnen im Gegenteil den Weg zum Witterungsübersicht vom 8. Juni 1906, morgens 8 Uhr. aber auf der anderen Seite müsse in Betracht gezogen werden, Licht öffnen. Sie dürfe aber auch nicht Hans Dampf in allen daß diese Institute ihre Tätigkeit nur auf einen bestimmten Gaffen sein, sich nicht vom Gründungsfieber erfassen lassen, müsse Personenkreis erstrecken, während die Volkswohlfahrtspflege jedoch vielmehr darauf bedacht sein, unreife und unsichere Gründungen das ganze Volk umfassen solle. Man sage auch, der Staat sei am zu verhindern. Die Heranziehung und Ausbildung von Arbeitsbesten dazu berufen, als Organ der Wolfswohlfahrtspflege aufzu- fräften könne die Zentralstelle am besten leisten. Die lokalen Ortreten, aber wenn man alles in die Etaatsämter verlegen wollte, ganisationen sollen nicht für die Gemeinde eine Zentralstelle so würde das zu großen Weiterungen führen. Nichtiger sei es bilden, sondern eine mehr reffortmäßige Einteilung haben. Für Stinembe. 766 NMD 25eiter wohl, eine freie Vereinigung zu schaffen. Sein Jdeal sei eine die Provinzen könnten dagegen Zentralstellen angeregt werden. Hamburg 767 ND große Zentralstelle, die an der Spitze des Ganzen steht und unter Die Bentralstelle soll teinen bureaukratischen und keinen behörd- Berlin 766 NND 2 heiter ber wieder Landeszentralstellen stehen, während diesen wieder lichen Charakter tragen, sondern von der Behörde unabhängig Frant a. M. 766 ND 2 heiter München 4 heiter die kleineren örtlichen Stellen untergeordnet sind. Die Leitung sein. Ein Beamter scheue sich wohl, mit Sozialdemokraten zu 3bebedt werde zwar noch immer etwas bureaukratisch sein, aber nur bor berhandeln, was aber ein unabhängiger Mann nicht zu tun brauche. übergehend. Notwendig sei es auch, einen eigenen besoldeten Be- Mit den Arbeiterorganisationen und den amten an die Spiße zu stellen. In die Vereinsorganisationen Sozialdemokraten müsse berhandelt werden, müßten auch folche Leute gewählt werden, die zwar nicht gerne weil oft ohne diese Leute überhaupt nichts zu etwas tun, aber doch gerne mit ihrem Portemonnaie zur and erreichen sei. Die Organisationen hätten die strengste find. Die kleineren Stellen müßten stets auch in den größeren politische, wirtschaftliche und religiöse Neutralität zu beobachten. Stellen mit zum Wort fommen. Auf solche Weise werde eine Was den Zwed der Zentralstelle wie der Wohlfahrtspflege überBersplitterung der Kräfte und Mittel vermieden. Die Zentral- haupt anbelange, so erwarte der eine davon eine Versöhnung der stelle habe zu ermitteln, wo die Feinde der Volkswohlfahrt stehen, Klaffengegenfäße, der andere einen gewissen Dant. Aus rein und dann die Aufstellung der Armee zur Bekämpfung dieser praktischen Gründen sei es nicht rätlich, das Versöhnungsziel in+2,54 Meter. erwecken. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion bem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Kleines Theater. Urania TabenBum 25. Male: str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Anfang 8 Uhr. Commitag nachm, 3 hrs Ber Unver- Sternwarte Invaliden Sonntag schämte. Hierauf: Hille Bobbe. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Ferdinand be Berliner Theater. Sonnabend, den 9. Juni. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues Operntheater. Boccaccio. Gastsp. des Neuen Dperetten- Theaters aus Hamburg( Direktor May Monti). Sonnabend und folgende Tage: Deutsches. Ein Sommernachts. Die lustige Witwe. traum. Neues. Drpheus in der Unterwelt. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Heiratsluftig. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. ( Wallner Theater.) Anfang 8 Uhr. 26 16. Juni finden die Auffüh rungen von Die lustige Witwe im Sonnabend, Lessing- Theater statt. 16. Juni: Gastspiel Maria Pospischill. flädtisches- Theater). Sugenbliebe. Neues kgl. Operntheater Die Dienstboten. Leffing. Die Teufelskirche. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Die lustige Witte. Komische Oper. zählungen. Zentral. Nanon. Hoffmanns Er. ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Sonnabend: Gastspiel Lotte Schloß: Boccaccio. Sonntag: Gastsp. Bella Alten u. Lotte Schloß: Der Freischütz. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, validendank. Luftspielhaus. Das Feft der Band Schalter II, A. Wertheim und In merter. Borher: Die Berlobung bei der Laterne. Thalin. Hochparterre links. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Das blaue Bild. Spezia litäten. Carl Weißt. Der Weg des Mår. thrers, Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Baffage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Laubenstrahe 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Neues Theater. Anfang 7, Uhr.. Orphens in der Unterwelt. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Z ! Apollo- Theater. Das große Spezialitäten Programm! = str. 57/62. 11. a.: Duo Paulus, olländisches Duett. 00LOCISCHER CARTEN Vom 6. bis 9. Juni inkl., nachmittags 5 Uhr: Gastspiel des Musikkorps S. M. Jacht ,, Hohenzollern", falfert. Stabshob: Hr. F. Pollinger. Eintritt ab 6 Uhr 50 Bf., Kinder die Hälfte. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Nanon. Operette in breiten. runde weiße 1,80-2,00, Malta 00,00, Sommer- Malta 11-12, franz. 00, Mohrrüben, per Schod- Bd 3-4. Kohlrabi., per Schock 1,00 Klein 7,00. Stationen Bien Barometer stand mm richtung Wind Windftarle Wetter Temp. n. T. 5°.= 4° R. Stattonen Barometerstand mm Wind Bump Windstarle Better Temp. n. G. મેવ 2 bedeckt 14 Haparanda 768 SSW 25eiter 13 Petersburg 769 DND 14 Scilly 768 NND 14 Aberdeen 770 DND 13 Paris 765 NNO 11 1 molfent 11 12 3 balb bd. 138 1 bededt 11 2wollent 15 764 ND 763 N Wetter Prognose für Sonnabend, den 9. Juni 1906. Vorherrschend wolkig, am Tage etwas fühler mit leichten Negenfällen und schwachen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 7. Juni. Elbe bei Auffig+0,75 Meter, bei Unstrut bei Dresden- 0,73 Meter, bei Magdeburg+ 1,62 Meter. Straußfurt+ 1,75 Meter. Ober bei Ratibor+ 1,81 Meter, bei Breslau Dberpegel+5,06 Meter, bei Breslau Unterpegel 0,90 Meter, bei Frankfurt+1,82 Meter. 28eichsel bei Brahemünde War the bei Bofen+0,78 Meter. W SARTEN 袋 MIB Carma, Transformat. Tangerin. Heute Sonnabend: Humpsti- Bumsti Recé und Privest Das blane Bild b. Paul Lincke. La Matschlohe, Merikan. Tanz, Solo: Annette Savary. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Metropol- Theater ! Auf Anfang 8 Uhr. Das neue Juni- Programm. Großer Erfolg. SONNTAG: Geschlossen. Ani- in's Metropol! MONTAG: Große Jahresrevue mit Gesang u. Große Spezialitäten- Vorstellung. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Lustspielhaus. Der Weg des Märtyrers. Täglich 8 Uhr: Das Fest der Handwerker. Borher: Die Berlobung bei der Laterne. Sonntag 3 Uhr( fleine Preise): Aus altem Geschlecht. Im Garten täglich: Große Spezialitäten- Verstellung. Anfang 5 Uhr. Entree 25 f. Hoffmanns Erzählungen. Bernhard Rose- Theater Reichshallen. Sommerpreise. ( Keine Borverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16. Gesundbrunnen, Babstraße 58. Täglich bas großartige Juni- Programm. Paul Coradini. Nelly and Theo Alker, Runittaucher, Große Extra- Vorstellung: 5 Minuten unter Wasser. Nur einmalige Aufführung: Stammt der Mensch vom Affen ab? oder: Die Darwinianer. Luftspiel in 3 Atten von Schweizer. Erfillaffige Spezialitäten! Anfang 6 Uhr. Staffeeküche: 3 Uhr. Außerdem das Ausstattungsstüd Die Gauklerin. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sonnabend, den 16. Juni: Benefiz für Paul Britton zur Feter feiner Anf. 4%, Uhr. Entree 30, num. B. 50 31 25jährigen Stettiner Sängern. Sm Saale: Ball. Sanssouci. Kottbuser .Straße 4a. Dir. Wilhelm Reimer. Der Garten ist eröffnet. Contg., Montg. Donnerst. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Das glänzende Festprogramm. Willy Prager = 14 erstklassige Spezialitäten. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Programm. Hoffmanns Nordd. Sänger Verbindung mit größter Filmsund Tanzkränzchen. Neues interess. Brogramm. Sonnt.Beg.5, Wochent.8Uhr Sommerpreise: Entr.30 f numerierter Blaz 50 Pi Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. I'm Borg.: Freikonzert. Otto Pritzkow, Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Wehling, Sumor. Varadi- Duett. Derrington- Family, Kunstrad fabrer. Livèrs, Drahtseil. Die Einbrecher von New York, Bant. The Piccad. Konzert. Ball. Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Münzstraße 16. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 31 Gr. Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 811hr: Zum ersten Male: Heiratslustig. Schwank in drei Aften von Maurice Champagne. Sonntag, nach m. 3 11 br: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Heiratslustig. Montag, abends 8 Uhr: Der Militärstaat. C Jugendliebe. Lustspiel von Adolf Bilbrandt. Sierauf: Die Dienstboten. Lustspiel von Roderich Benedir. Sonntag, nam. 3 Uhr: Zapfenstreich. Sonntag, abends 8 Uhr: Don Carlos. Montag, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. astans Panoptikum Friedrichstraße 165. Schreckenskammer! Berliner Allerlei. 1888* Volkstümliche Musik- und Gesangsvorträge usw. erstklassiger Künstler von nachmittags 6 Uhr an. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Zeitung: Paul Milbitz. Täglich: Großes Konzert, Theater mb Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Staffeefüche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand zc. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79( Ringbahn- Station). Ob schön! Im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen Täglich: Gr. Konzert fobie nene ent affige Spezialitäten und Ball. Das größte und befte Programm Berlins. 1.a.: La Matschiehe, merikanischer Tanz, ausgeführt vom besten Zanzbuett Jeanette und Vallis. Erich Süßmilch, bester Kunstschüße, Robert und Bertram, das berühmte Grotest- Duett. Josefine Delcliseur, das weibliche Unifum. Die Wunder der Turnkunst und Komit: The tree Burtons und The Etrados. Die Teufelsmaler?? Franz Meißner? der vorzügliche Humorist. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4%, Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Bf. Schweizer Garten. Am Königstor- Am Friedrichshain 29/32. Täglich: Deutscher Metallarbeiter Verband. Arbeitsnachweis: Zimmer 34, Amt IV, 3353. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5. Amt IV, 9679. Sonntag, den 10. Juni, vormittags 10 Uhr: F Versammlung 麗 der im Deutschen Metallarbeiter- Verband( Ortsverwaltung Berlin) organisierten Rohrleger und Helfer in Frankes Feftsälen, Sebastianstraße 39. Zages Ordnung; 1. Die letzten Vorkommnisse in der Rohrleger- Branche. 2. Diskussion. 120/13 3. Wahl der Agitationskommission. haben, welche mit den Beiträgen auf dem Laufenden sind, d. h. mindestens die 22. Woche gerlebt Wir machen darauf aufmerksam, daß nur die Kollegen zu dieser Versammlung Zutritt haben. Die arbeitslosen Kollegen können ihre Legitimation von unserem Arbeitsnachweis abholen. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! Rohrer! Achtung! Sonntag, den 10. Juni 1906, nachmittags 2 Uhr, bei Fritz Wilke, Brunnenstraße 188: Oeffentl. Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Genossen F. Wilke. 2. Diskussion. 3. Bekanntgabe der mit der Unternehmer- Kommiffion gepflogenen Berhandlungen. Nach der Versammlung: Gemütliches Veisammensein. Die Kommission. Achtung! Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Montag, den 11. Juni, abends 8 1hr, bei Voigt, Ritterstraße 75. Versammlung Zages Ordnung: 1. Bericht der Fünferkommission über die eingegangenen Bewerbungen zum befoldeten Staffierer. 2. Wahl des befoldeten Kassierers. 138/ 10* Die Kommission. J. A.: W. Insel, Matternstr. 2. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler Mitglieder- Versammmlungen E. H. III, Hamburg. der Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau 22756 Minna Neupert am 8. Juni plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Dantes- Kirchhofes aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Robert Neupert. Danksagung. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. Juni verstarb unser Mitglied, der Bader Gustav Scheibner, Stralsunderstr. 21. bom Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 22 Uhr, Trauerhause aus nach dem Elisabeth- Stirchhof in der PrinzenAllee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Zahlstelle Berlin. Am Donnerstag, den 7. Juni, verstarb nach längerem Stranfen lager( Lungenschwindsucht) unser Tangjähriges Mitglied Gustav Scheibner. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Juni, nachm. 1 Uhr, bom Trauerhaufe Stral funderstr. 21 aus nach dem Elisabeth- Friedhof in Bankow, Wollantftraße, ftatt. 64/14 Rege Beteiligung der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. die Teilnahme und Strams Hülfsarbeiter Deutschlands. Verband d. baugewerblichen spenden der unseres Sohnes und Bruders sagen wir allen Freunden und Bekannten, den Kollegen Der Allgemeinen Elektrizitätsgefellschaft, dem Segelflub Fraternitas", dem Nuderklub" Borwärts", dem Radfahrklub Fraternitas" herzlichen Dant. 14922 Familie Röder. Bezirk Friedrichsberg- Rummelsburg. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Jacob Wojciechowski am 7. Juni verstorben ist. Die findet am Juni, Achtung, Lederarbeiter! Comitag, ben 10. Simt, nadjFiliale I Berlin. Sonnabend, den 9. Juni 1906, abends 8 Uhr, im Marienbad", Badstraße 35: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Urabstimmung. der Gewerkschaftskommiffion. 5. Anörtlichen Verwaltungsstellen. Bericht des Bertrauensmanns von Schaftshause, Engel- Ufer 15, Gaal 1. Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. und Ball, Berlin A. Bum Schluß: Die Sonntagsbraut. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Dobersteins Berlin B.: Berlin C.: Gewerkgelegenheiten Beers Fabrik. 6. am Sonntag, ben 10. Junt, vorm. 8%, Uhr, im Gework- Im Hinblick auf die reichhaltige schaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3. mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Rummelsburger Kirch hofes aus statt. 34/17 99 Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Spar- Verein Liegnitzer Schweiz" Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger erster Bor figender m Montag, den 11. Junt, abends 8½ Uhr, in Habels jedes Stollegen Pflicht, für pünktliches Albert Köhler Brauerei, Bergmannstr. 5/7. und wichtige Tagesordnung ist es und zahlreiches Erscheinen zu sorgen. 22795 Der Vorstand. Berlin D.: g ben 10. Juni bor. 9½, 1hr, in der Brauerei Regitimation ist mitzubringen. Friedrichshöhe, 25/26. Berlin E.: Sonntag, den 10. Juni, vorm. 9%, Uhr, bei Herrn Täglid: Konzert, Theater, Cristall- Palast, Berlin F.: Spezialitäten, Ball. Prinzenstr. 94. Berlin G.: 15 Surratt, neje este tu. vest. 5. zägus: Gesellschafts- Abend. Rixdorf: Am Berlin, wie lebt liebt. Bollsstück in 3 Alten von Lindener. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Entree und Garderobe frei. Jeden Donnerstag u. Sonnabend Damen- Verein. Jeden Sonnabend: Extra- Ball. Raabe, 23. Am m Sonntag, ben 10. Sunt, vorm 10 115r, bei Reinfarth, Eminemtimber ft. 42. Festsälen, Fruchtstr. 36a. m Montag, den 18. Juni, abends 8 Uhr, in Flechs Montag, den 11. Suni, abends 8 Uhr, im Lokale von empfehlen wie folgende H. Thiel, Tages Drdnung: 1. Beratung von Anträgen zur Generalversammlung in Blankenburg a. Sarz. 2. Wahl eines Delegierten zu derfelben, ebenfalls zur Frauen- Sterbetaffe. 3. Wahl der Ortsverwaltung inkl. Beitragsammler, ferner Festsetzung der Gehälter und Wahl des Vertrauensarztes. 4. VerMitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen 184/12 Etablissement Buggenhagen Insel- Restaurant lebenes, außerdem in A. und E. Staffenbericht vom 1. Quarial 1906. Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Plötzensee, Seestr. 81. A. Glesholt. Sonnabend, den 9. Juni, fowie Sonnabend: Wilh. Wolff's Hamburger Sänger. Feurig- süsser teftrische Bahn, Linie Nr. 12. Kraft Rothwein. Blutarmen Kranken empfohlen Die Ortsverwaltungen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Єinfetzer! Ausflüglern Spezial- Karten der Umgebung Berlíns. Bernau- Biesenthal, Lanke- Liepnik- und Wandlig- See 1. Butow u. Umgegend mit angehängtem Führer 75 Pf. Eberswalde und Umgegend 75 Pf. und 1 M. Erkner und Umgegend 75 Bj. Freienwalde Falkenberg. 75 3f. Sonntag, den 11. bs. Mis. Bezirks- Sitzungen in den be- Friedrichshagen, Köpenid, Grünau, fannten Lokalen. Freienwalde, Briezen, Dderberg, Brodowin 1 M. 87/2 Der Obmann. Schmödwitz 75 Pf. Grunewald und westliche Bororte, 2, 3, 5: 11.8- farbig, 25, 50, 75 Bi und 1 M. Borussia- Theater- Festsale chtung! Kleber. Achtung! Sonigsusterhausen und Umgegend Jnh.: J. 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Juni 1906: Erste große Mondschein- Fahrt mit Musik von der Dampferstation Michaelbrücke 1 nach 9% Uhr. Fahrpreis und zurück I. Teil: Nähere Umgebung Bera fins, umfaßt die Gegend von Potsdam, Spandau, Dranienburg, Königs Wusterhausen 1,500. am 7. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Juni, nach mittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Nirdorfer städtischen Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Der Vorstand. 22736 Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. % Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Musifer Albert Köhler ( 8. Abteilung) verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 6 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes, Martendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 282/18 Der Vorftand. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Nachruf. Den Genossen zur Nachricht, daß der Bauhülfsarbeiter Genoffe Leopold Lutter durch Unglücksfall plöglich ber ftorben ift. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme an II. Teil: Weftliche Hälfte der Im gebung Berlins bis Branden dem Begräbnis unseres Baters Rudolf Mittmann burg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelit 2,00 m. fagen wir der Direktion der AktienMüggelwerder.bfahrt 9 lb. Barranchen. III. Zeil: Deftliche Sälfte der Um Geſellſchaft James Eid u. Straffer Pf. Tanzkränzchen. Restaurant Waldhaus, Rauchfangswerder bei Zeuthen Restaurant am Müggelsee ,, Wilhelmsbad" an, vollständig neu eingerichtet, drei große Sale, Hallen, zirka 4000 Sig plage usw. Für große und fleine Fabriten sind noch Sonnabende im Juni, Juli und August frei, fowie an Wochentagen zu vergeben, auch kann ich billige Dampfer vermieten und nachweisen. Um zahlreichen Besuch und Abschluß bittet Der Inhaber Karl Römisch. Friedrichshagen, Seeftr. 45( Dampferanlegesteg). 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Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 22506 Moabit 138. x. 131. 23. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 9. Juni 1906. Partei- Angelegenheiten. önigs- Wusterhausen. Der Wahlverein hält seine Mitglieder bersamlung am Dienstag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, bei Wedhornb. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. Die alten Bücher müst unbedingt umgetauscht werden. Vortrag über Genossenschafwesen. Berliner Nachrichten. was man schon daraus schließen kann, daß die auf dem Straßen Brehmestr. 19, vom dritten Stock des Neubaues Schivelbeinerstree gelände gelegene Försterei Bichelsberge erst nach dieser Zeit ab-( Ecke Schönfließerstraße) vom Gerüst nach unten auf einen eisernen gebrochen werden soll. Die Höhenflucht der Straße bis zum Träger. Der Unglückliche erlitt einen schweren Schädelbruch und Stößensee ist festgelegt, doch wird statt der Anlage eines Dammes starb nach zirka 10 Minuten. durch den 300 Meter breiten See dessen Ueberbrückung in Erwägung gezogen. Gustav Neumann schwunden. Bier Stock hoch aus dem Fenster gesprungen ist am Freitag mittag eine Frau in der Schönebergerstr. 16. Sie erschien dort um 12 Uhr und begab sich nach dem Hofe. Dort sprang die Unbekannte aus einem Flurfenster der vierten Etage auf den gepflasterten Hof, wo man fie fand. Die Feuerwehr schaffte die lebensgefährlich berletzte Frau nach dem Elisabeth- Krankenhause in der Lüzowstraße. Ueberfallen und beraubt wurde in der gestrigen Nacht der Privatbeamte B., Neue Königstr. 79 wohnhaft. Als er gegen 3 morgens nach Hause kam und im Begriff war, die Haustür zu ist ein vielseitiger Mann, das heißt, der Gustav Neumann, den wir öffnen, erhielt er plöglich, anscheinend anscheinend mit einem stumpfen Im meinen; denn es gibt mehrere Gustav Neumanns. Wir meinen den Instrument, hinterrücks einen Schlag gegen die Schläfe. Kriminalbeamten Gustav Neumann, Oldenburgerstr. 11 a IV, der am gebrüdt, während eine zweite Person dem B. das Portemonnaie aus nächsten Augenblick wurde ihm von einem Manne die Kehle zu 24. Februar beztv. 3. März einem Parteigenoffen zwecks Berrats ber Tasche nahm und versuchte, auch die Taschenuhr des Beamten Benn man eine Beerdigung nicht bezahlen kann. Ein armer von Parteigenossen und Parteibeschlüssen 200 m. zahlte. Bekanntlich an fich zu reißen. Diesem war es inzwischen gelungen, sich aus den Mai ging hin und erhängte sich. Er lebte von einer Invaliden- ließ der Parteigenosse den Beamten hineinfallen und hinterlegte die Händen seiner Angreifer zu befreien, so daß er wenigstens die Uhr untdügung und der Portierstelle in einem Hause in der Böttger- 200 m. bei der Geschäftsleitung unseres Blattes, die die politische festzuhalten vermochte. Gleichzeitig stieß der Ueberfallene Hülferufe stras und war des Daseins herzlich müde geworden. Seine Frau Polizei öffentlich aufforderte, nach vorheriger Anzeige und genügendem aus, durch welche Hausbewohner gewedt wurden. Die Straßen underwandte waren zu arm, ihm ein Begräbnis zu veranstalten Ausweise dieses Geld abzuholen. Da nun das Geld nicht abgeholt räuber ergriffen nunmehr die Flucht, liefen in die Gollnowstraße undian nahm an, daß in einem solchen Falle die Stadtgemeinde wurde, so hat die Geschäftsleitung nunmehr die 200 M. der Partei- hinein und waren, als die Verfolger die Ecke erreichten, bereits verdie eerdigung übernehmen würde. Soweit war dieses für eine fasse überwiesen. Das ist nun zufällig wieder einem Gustav Sta wie Berlin alltägliche Ereignis unter den Lokalnachrichten Neumann, der leider seine Adresse nicht angibt, nicht recht, denn wir in en Zeitungen fürzlich mitgeteilt worden. Nun werden erhalten folgenden Brief: unsaber noch einige bemerkenswerte Nebenumstände dazu mitBerlin, den 7. Juni 06. gete. Die Beerdigung des armen Mannes auf Kosten der Stadt- Durch Zufall bekomme heut Ihr geschäztes Blatt zur gemide machten den Behörden große Kopfschmerzen. Mehrmals Hand, worin nochmals die 200 M. erwähnt werden. Eigentlich wurn die Frau und auch die anderen Verwandten vorgeladen und Lohnt es sich gar nicht, nochmals darüber zu sprechen. gefyt, ob sie nicht die Kosten tragen wollen, die sich nur auf Glauben Sie denn, unsere Behörde wird sich so kleinlich Eine Eifersuchtstragödie aus dem Dirnentum rief in der vber13,5 M. stellen würden. Die Leute erklärten, sie seien zu arm; zeigen und obigen Betrag zurückverlangen? gangenen Nacht in der Elsasserstraße Aufsehen hervor. Die 23 jährige die frau erhält selbst Armenunterstützung. Auf die Fragen der Derartige Beträge, welche ich zahle( auch die höchst e n), Brostituierte Else Peters war mit ihrem Savalier" in einem Nacht werden anstandslos bewilligt, zumal wir immer erst den Nutzen café in der Elsasserstraße gewesen. Dort hatte der Begleiter die Leu wann die Beerdigung stattfinden würde, sagte man ihnen, ziehen und dann zahlen. Eifersucht des Mädchens dadurch hervorgerufen, daß er mit einer dasei unbestimmt. Als die Frau später mit einem Kranz anderen Halbweltdame, die am Nebentische saß, recht auffällig und einem Blumentopf nach dem Kirchhof ging, um den fofettierte. Als der„ Kavalier später auch noch seine Begleiterin im Grghügel des Vecstorbenen zu suchen und zu schmücken, erfuhr sie Stiche ließ und sich zu der Nebenbuhlerin wandte, kam es zu einer erregten zu rem Schreck, daß ihr Mann gar nicht beerdigt worden sei. Eifersuchtsszene. Er ließ sich jedoch dadurch keineswegs einschüchtern, DeBerwalter des Kirchhofes stellte fest, daß die Leiche des Mannes, Wir tun Herrn Gustav Neumann den Gefallen, den Brief zu sondern verließ am Arm seines Vis- a- vis das Café. Die zurück deram 4. Mai gestorben war, am 16. Ma i eingeäfchert wurde. veröffentlichen, denn das ist sicher sein Wunsch. Dieser Herr Gustav gebliebene B. wurde jetzt derartig von der Eifersucht gepackt, daß sie Na zwölf Tagen hatte man also ein Verfahren entdeckt, um die Neumann ist ein guter Mensch. Er hat, wie aus dem Briefe hervor- kleinen Taschenmesser die Pulsadern auf und ein starker Blutstrom einen Selbstmordversuch unternahm. Sie schnitt sich mit einem Lei los zu werden, das billigste und einfachste, freilich aber in geht, die löbliche Absicht, den Kriminalbeamten Gustav Neumann, ergoß sich aus der Wunde. Mehrere Gäste nahmen sich des jungen dien Falle auch das rücksichtsloseste gegen die Angehörigen des wohnhaft Oldenburgerstraße 11 a, in den Augen seiner Vorgesetzten Mädchens, das bewustlos vom Stuhl gefallen war, an und der von arm Mannes, die freilich auch nur arme Leute waren, und da für seine Tölpelei zu rechtfertigen, und da dies auf einem anderen der Unfallstation IX hinzugerufene Arzt legte ihm die ersten Notbreht man teine Rücksichten zu üben. Außerdem haben unsere Wege nicht gut geht, so schreibt der Mann an den Vorwärts". verbände an. Es erfolgte sodann die Ueberführung der Schwergut Christen gegen einen Menschen, der sich selbst ums Leben Seine Hoffnung hat ihn nicht betrogen. Wir nehmen Aft von verletzten nach der kgl. Klinik in der Ziegelstraße. brgt, ein besonderes Vorurteil; ihn stoßen fie noch im Tode seinem Schreiben, in dem es heißt, die Behörde zahle erst, wenn sie bo fich. Nugen gezogen habe, erlauben uns nur hinzuzufügen, daß teine Regel ohne Ausnahme ist. In dem vorliegenden Fall war es aber umgekehrt und wir brauchen kein Wort zur Verteidigung unseres Genoffen Karl Fischer zu fagen, zumal Herr Gustav Neumann seinen Freund Gustav Neumann von der letzten Blamage noch retten möchte. Aber was sollen die vielen Worte. Laffen wir die Neumanns laufen, es ist ihnen übel genug mitgespielt worden. Das Mitleid hat schließlich auch bei uns noch eine Stätte jowohl für den Briefschreiber Gustav Neumann wie für den Kriminalbeamten Gustab Reumann. Sonst sucht man ein derartiges Verfahren mit dem Bemerken zuemänteln, die Angehörigen hätten sich um die Beerdigung nicht bemmert. In diesem Falle kann diese Ausrede nicht gemacht woen. Aber was frägt man heute darnach, ob ein solches Berfaen zulässig ist oder nicht, es war ja nur ein armer Teufel!" Vielleicht bekommt aber einmal die zuständige Behörde GeLenheit, ihre Handlungsweise vor der Deffentlichkeit zu recht. frigen. Ihre Parteitaffe( wenn es überhaupt der Fall sein wird) fann wohl auch so einen, in Ihren Augen, großen Betrag gebrauchen. Ihr ergebenster Gustav Neumann. 9 Neberfahren. Vor den Augen der Mutter überfahren wurde gestern nachmittag gegen 6 Uhr die vierjährige Martha Klagenfurth. Die Kleine be fand sich mit ihrer Mutter in der Wienerstraße, wo das Kind auf dem Bürgersteige herumspielte. Plöglich lief das Mädchen auf den Fahrdamm und rannte, als Frau St. es zurückholen wollte, nach dem Straßenbahngleise hinüber, auf welchem ein Motorwagenzug der städtischen Straßenbahnlinie Behrenstraße Treptow herannahte. Der Wagenführer gab zwar fofort Gegenstrom, konnte jedoch nicht mehr verhindern, daß die Kleine niedergerissen wurde und unter die Plattform geriet. Martha K., die außer verschiedenen anderen VerDie Stadtverordnetenversammlung wird sich in den nächsten legungen einen schweren Schenkelbruch erlitten hatte, wurde zunächst Bungen mit der Frage, der Uebertragung einzelner Zweige der Die Große Berliner Straßenbahn im Wettbewerb mit der Stadt nach der Rettungswache am Görlizer Bahnhofe und von dort nach ohlfahrtspolizei auf die Stadtgemeinde Berlin beschäftigen. Es Berlin. Die Gemeindevertretung von Nieder- Schönhausen hat sich dem Krankenhause Bethanien übergeführt. bies eine Frage, die schon seit vielen Jahren auf der Tages- in ihrer legten Sigung mit den Verkehrsverhältnissen in Bankow dnung steht. und Nieder- Schönhausen befaßt. Es wurde als eine dringende Not- Blumenräuber im Tiergarten. Auf die ausgedehnte BlumenUnter den Todesursachen hat in der letzten Maiwoche wieder wendigkeit bezeichnet, eine der von Berlin über Pankoto nach Nieder- pracht, welche im Tiergarten entfaltet wird, haben es in lezter Beit ie Tuberkulose die Hauptrolle gespielt, offenbar infolge der un- Schönhausen führenden Straßenbahnlinien nach dem östlichen Orts- biebische Gesellen abgesehen. Troß größter Aufmerksamkeit der ünstigen Witterung. In Berlin starben daran von 298 Toten teil hinter dem Schloßpart zu verlängern. Der Gemeindevorsteher patrouillierenden Schuhleute glüdt es nur in wenigen Fällen, der Mein 86. Die Krankheiten der Atmungsorgane rafften außerdem Dr. Abraham teilte mit, daß zwei Unternehmer in Betracht tämen: Burschen habhaft zu werden. Sehen fich die Blumenräuber überier 78 dahin. Dazu kommen 9 Fälle an Diphtherie und Krupp einmal die Stadt Berlin als Eigentümerin der Siemens u. rafcht, so werfen sie ihre Beute von sich und entfliehen. nd 3 an Keuchhusten. An Magen- und Darmtatarrh starben Halste- Bahn Berlin( Mittelstraße)- Bankow- Nieder- Schönhausen Ein Sack mit schmutziger Wäsche, bestehend aus Bettlaken, Bett3 Säuglinge und 6 Erwachsene. Masern und Nöteln forderten 21, und in zweiter Linie die Große Berliner Straßenbahn- bezügen, Handtüchern, Dameniväsche, Schürzen, einer weißen Decke lindbettfieber 8 Opfer. Gewaltsamen Todes starben 9 Personen. Gesellschaft. Von der Verivaltung der Siemens u. Halste- girta 1,50 Meter lang und 0,40 Meter breit, Gardinen u. a. m., Charlottenburg verlor durch Tuberkulose 16, Krankheiten der Bahn werde mum für die notwendige Straßenbahnverlängerung wovon ein großer Teil„ H. K." gezeichnet, ist, da unter verdächtigen Itmungsorgane 13, Magen- und Darmkatarrh 1 Säugling, gewalt- ein Zuschuß von 82100 Mart gefordert, während die Umständen zum Kauf angeboten, von der Kriminalpolizei als vers amer Tod 2, insgesamt 16 Personen. Rigdorf hatte Todesfälle an Große Berliner Straßenbahngesellschaft die mutlich aus einem Bodendiebstahl herstammend, beschlagnahmt uberkulose 5, Krankheiten der Atmungsorgane 5, Scharlach 1, Magen- Straßenbahnverlängerung ohne Busch uß vornehmen will, sofern worden. Etwaige Eigentümer wollen sich während der Vormittagsnd Darmfatarrh 3 Säuglinge und 5 Erwachsene, insgesamt 21. ihr die Konzession auf 90 Jahre erteilt wird. Die Gemeinde stunden auf dem Polizeipräsidium, Alexanderplatz, Zimmer 36, Schöneberg hatte feinen Todesfall an Tuberkulose, 3 an Atmungsvertretung beschloß nach einer furzen Besprechung ein Schreiben melden. cantbeiten, 5 an Magen- und Darmkatarrh, bis auf 1 alles Säug- an den Berliner Magistrat zu richten und ihm anheim zu Einem gewerbsmäßigen Hehler sind eine größere Menge Damens inge, insgesamt 17 Tote. Aus Deutsch- Wilmersdorf entfällt von geben dahin zu wirken, daß von der Siemens und Halske- Bahn der Kleiderstoffe abgenommen worden, deren rechtmäßige Eigentümer bisen 7 Todesfällen der Woche von den häufigeren Krankheiten nur Gemeinde ebenso günstige Bedingungen gemacht würden als von der her nicht ermittelt worden find. Ein Stück, zirka 20 Meter, schottisch auf Magen- und Darmtatarrh. Außerdem starb 1 gewaltsamen Großen Berliner Straßenbahngesellschaft. Im gegenteiligen Falle her nicht ermittelt worden sind. Ein Stück, zirka 20 Meter, schottisch Codes. Lichtenberg hatte 10 Tote, darunter 6 an Krankheiten der müsse der Großen Berliner die Konzessionsverlängerung erteilt gemusterter blau- grüner Stoff ist mit einem Anhänge- Etikette mit dem Monogramm N. B. oder B. N. und der Aufschrift Artikel Itmungorgane, 2 Säuglinge an Magen- und Darmkatarrh. Auf werden. F. 96, Farbe 973 Meter 36,9 verschen. Sämtliche Stoffe dürften von Hausdienern in verschiedenen Geschäften entwendet worden sein. Mitteilungen werden von der Kriminalpolizei zu Nr. 3182 IV. 18. 06, XI. Kriminalbezirt, erbeten. Die Stoffe felbst können in den Vormittagsstunden im Zimmer 244 des Königl. Polizeipräsidiums besichtigt werden. " Einen Einspruch gegen die Gültigkeit der letzten Lotterieziehung ( V. Klasse der preußischen Lotterie) hat ein hiesiger föniglicher Beamter bei der Lotteriedirektion erhoben. Er war am Vormittag des 16. Mai im Biehungssaal Zeuge, daß durch die Unvorsichtigkeit eines Waisentnaben mehrere Hundert Lose aus der Trommel fielen und sich auf den Tisch und die Erde zerstreuten. Die Lose wurden wieder aufgesammelt und dann mit der Ziehung fortgefahren. Gegen dieses Verfahren hatte der Beamte Einspruch erhoben, worauf ihm folgendes Schreiben feitens der General- Lotterie- Direktion zuging: Infolge Ihrer Eingabe vom 30. v. M. find sofort Erhebungen über den von Ihnen beanstandeten Vorfall bei der Ziehung der V. Klaffe der 214. Lotterie angestellt worden. Ergebnis find allerdings an dem " Nach deren 000 Enwohner und aufs Jahr berechnet verlor am wenigsten Die Pücklervorstellungen gehen weiter. Am Donnerstagabend Bilmeldorf mit 6,9. Die Sterblichkeit betrug in Berlin 14,3, in tam es im Moabiter Gesellschaftshause zu tumultuarischen Auftritten. Charloenburg 10,3, in Schöneberg 8,9, in Rigdorf 12,9, in Lichten- Es wird berichtet, daß in der Diskussion ein Sozialdemokrat dem berg 18. Herrn Grafen entgegengetreten fei und Graf Bückler versucht habe, Beg von Fahrkarten für die Ferien- Sonderzüge. Für den ihm das Wort abzuschneiden. Dabei sei es zu erregten Szenen geBezug n Fahrkarten für die Ferien- Sonderzüge von Berlin nach kommen und der überwachende Beamte habe die Versammlung aufder Oste sind in diesem Jahre besonders bequeme Bestimmungen gelöst. Graf Bückler habe flüchten müssen und bevor er mit feinem getroffe worden. Die Karten können auch schriftlich unter gleich für ihn bereit stehenden Automobil habe abfahren können, sei er von zeitiger Finsendung des Fahrpreises einschließlich 20 Pf. Porto, zahlreichen Personen umringt worden, die ihre Stöcke und Schirme 20 Bf. einschreibegebühr und 5 Pf. Bestellgeld-zusammen auf den gräflichen Zylinderhut niedergelassen hätten. 45 Pf. bei der Fahrkartenausgabestelle Berlin Stettiner Bahnhof Inwieweit diese Darstellung zutreffend oder übertrieben ist, bestellt erden. Die Karten werden dann direkt übersandt. An- fönnen wir nicht feststellen; wir nehmen auch nur Notiz davon, um trägen uf Zusendung unter Nachnahme kann nicht entsprochen einmal darauf hinzuweisen, daß ein überzeugter Parteigenoffe solchen werden. Bei schriftlicher Bestellung ist die Abfahrzeit des Veranstaltungen fernbleiben möge. Im großen und ganzen geschieht gewählt Sonderzuges und der Hinweg( Waffer- oder Landweg) dies auch, und mancher mag nur des Ulfes halber einmal den genau bezeichnen. Die Fahrkarten nach Ahlbeck oder Herings- Büdler hören wollen. Da es sich aber hier um einen Mann handelt, der dorf ust Göhren oder Sellin usw., Kolberg, Misdroy, Swine- nicht ernst zu nehmen ist, ist es wirklich besser, daß Partei münde w., Warnemünde oder Doberan ufiv., sowie ginnowig genossen ihre freie Zeit besser anwenden, als durch den Besuch der werden ch auf folgenden sächsischen Stationen in Verbindung mit Bücklerversammlungen. Tage eine Anzahl Nummerröllchen aus dem Ziehungsrade bei gewöhnlen Rückfahrkarten nach Berlin ausgegeben: Chemni Wieder ein Park weniger. Der 2öwenpart im östlichen dessen Deffnung durch die Unachtsamkeit eines Waisenknaben Hauptbahof einschließlich Auskunftsstelle, Dresden Hauptbahnhof Teile von Wannsee, samt dem Flensburger Löwen, von dem er herausgefallen, allein diese Röllchen find fofort von den dienst einschliesch Auskunftsstelle, Dresden- Neustadt, Leipzig Bayerischer den Namen hat, dem Aussichtsturm und allen Anlagen ist in den tuenden Beamten, und zwar ohne jede Beteiligung fremder Personen Bahnhof einschließlich preußische und fächsische Auskunftsstelle, Besitz der Landgesellschaft Wannsee" übergegangen. Das Part- und selbst der Waisenknaben wieder eingesammelt und uneröffnet in Brühl 7/7 und Grimmaischestr. 2, Hof Bahnhof, Planen i. V. gelände foll zum großen Teil abgeholzt und der Bebauung das Biehungsrad zurückgelegt worden. Dabei ist von den Ziehungsoberer Hnhof und Zwickau Bahnhof. Für die Sonderzüge vom erschlossen werden. Wie verlautet, soll auf dem Terrain ein neues fommissaren nach deren Bericht auf das genaueste festgestellt worden, 4. Juli im die schriftliche Bestellung bis zum 30. Juni geschehen. Billenviertel erstehen. Obwohl es damit noch gute Wege hat, ist der daß sich keine Röllchen mehr außerhalb des Rades befanden". Da Zu andelsrichtern bet dem neuen Landgericht III, Berlin, find Part schon jetzt dem Publikum wegen der Vermessungsarbeiten, somit alle herausgesprungenen Lose auch an der weiteren Ziehung Ein fleiner teilgenommen haben, was Sie übrigens selbst nicht bestreiten, fo ernannt orden: Die Kaufleute Adolf Heegewaldt und Gerson welche die Gesellschaft vornehmen läßt, verschlossen. Simon der Rentier Albert offft adt und der Bankier Morig Teil der Anlagen sowie der Flensburger Löwe sollen erhalten bestehen gegen deren Gültigkeit feine Bedenken." Der Beschwerde führer hat sich hierbei jedoch nicht beruhigt, sondern verlangt in einer Botod Nellen in Charlottenburg, die Kaufleute Richard Blumefeld und Heinrich Neuded in Berlin, der Direktor Die Erstattungen von Bersicherungsbeiträgen bei der Ehe neuen Eingabe, daß zur Kontrolle eine Auszählung der in der Georg Jd wig und der Rentier Hermann Cohn in Deutsch schließung, die von den Versicherungsanstalten den weiblichen Ver- Trommel zurückgebliebenen Lose vorgenommen werden müffe. Ein Opfer feines hohen Alters wurde gestern abend der Wilmersef; zu stellvertretenden Handelsrichtern ficherten auf Antrag gewährt werden können, halten sich jetzt in beim Layericht III, Berlin: Die Kaufleute Theodor Steinthal, Berlin seit einigen Jahren auf ziemlich gleicher Höhe. Im Jahre 81jährige Witwer Gottlieb Lantner aus der Grünthalerstr. 65. Der Otto Migau und Ludwig Sommerfeld au Charlottenburg, 1905 wurden 11 703 neue Anträge auf Heiratserstattung" gestellt. Greis war im Begriff gewesen, einen Erholungsspaziergang nach der Fabrirektor John Guttsmann in Grunewald, die Staufleute 698 ältere Anträge dieser Art wurden aus dem Vorjahr über dem Humboldthain zu machen und als er die Badstraße überschritt, Sali Sej all in Deutsch- Wilmersdorf, Erich Beder in Reiniden- nommen, so daß überhaupt 12 401 Anträge zu erledigen waren. vermochte er infolge seines langsamen Ganges einer vorüberfahrendorf undermann Gordson in Berlin sowie der Direktor Frizz Hiervon wurden 11 547 durch Bewilligung erledigt, während 348 den Droschte nicht mehr auszuweichen. L. wurde umgerissen, überSteinfrdt in Lichtenberg. Der Rest fahren und schwer verlegt davongefahren. Er hatte einen doppelten Anträge abgelehnt und 45 anderweit erledigt wurden. Für e Anlage der Heerstraße nach Döberit, die vom Branden blieb noch unerledigt. Im Jahre 1904 waren 11 399 Anträge auf unterschenkelbruch, sehr schwere Verlegungen am Kopf sowie am T worden. Von diesen 12041 Anträgen wurden 10 991 bewilligt, ab- Krankenhaus zugeführt. burger& durch Charlottenburg über Pichelsiverder, Bichelsdorf, Heiratserftattung" eingegangen, und 642 ältere waren übernommen Unterarm erlitten und wurde in kritischem Zustande dem LazarusSpandausw. nach Döberiz führen soll, ist bereits die Fluchtlinie gelehnt wurden 321, usw. will man hier die Gesamtzahl der Ber- Eine unbekannte Selbstmörderin ift gestern abend am Gartenufer fertiggestt. Auch mit ben für die Straßenanlage erforderlichen liner Eheschließungen als Maßstab nehmen( 22 274 und 21 220 in aus dem Schiffahrtslanal gelandet worden. Die Tote, welche un Abholzum im Grunewald hat man schon begonnen. Der Balb 1905 und 1904), fo ergibt sich, daß gegenwärtig in jebem Jahre auf gefähr 25 Jahre alt gewesen sein mochte, war einfach gekleidet und muß in cer Breite von 80 Metern ausgerobet terbent. Die Berje 100 Eheschließungen mehr als 50 Fälle von Heiratserstattung" bat anscheinend schon längere Beit im Waffer gelegen. Die Leiche messungehierzu find gleichfalls vollendet. Da verhältnismäßig kommen. ift zur Refognoszierung in das Schauhaus eingeliefert worden. große Bonerhebungen abzutragen und Vertiefungen auszufüllen Feuerwehrbericht. In der lezten Nacht wurde die Feuerwehr find, lannn eine baldige Fertigstellung der geplanten Straße faum Tödlicher Absturz. Gestern früh in der neunten Stunde stürzte gebacht ben. Mindestens werden zwei Jahre bis bahin bergehen, bez Maurer Guftab Rempfer, 85 Jahre alt, wohnhaft gu Bantow, um a 1hr wegen eines größeren Brandes nach der Meichenberger bleiben. Pankow. Vorort- Nachrichten. Der Wahl unseres Parteigenossen Freiwaldt in Pankow zum unbefoldeten Schöffen ist die Bestätigung versagt worden. Das vom 25. Mai d. Js. datierte und merkwürdigerweise erst am 7. Juni abgesandte Schreiben lautet in lakonischer Kürze: Königlicher Landrat bes Kreises Nieder- Barnim. Ihrer von der dortigen Gemeindevertretung am 8. Mai d. Js. erfolgten Wahl zum unbesoldeten Gemeindefchöffen habe ich unter Bustimmung des Kreisausschusses die nach§ 84 Absatz 1 der Landgemeinde- Ordnung vom 8. Juli 1891 erforderliche Bestätigung bersagt. Graf Rödern. " " Fort mit den gelehrten" Richtern mitsamt der Stds anwaltschaft! Vermischtes. Die Herfomerfahrer er ftraße 55 gerufen, wo aus unbekannter Ursache die Dachkonstruktion| ungewohnter Anblid fein, denn bald folgte ein großer Schwarm| nunmehr der enragierte Bekämpfer der Schtr urgerichte, Serts in Brand geraten war. Durch fräftiges Wassergeben gelang es, die Menschen dem in Schlangenlinien vorwärtsstrebenden Blauen". präsident Lindenberg, in der Deutschen Juristenzeitung", zu ten Flammen auf den Dachstuhl zu beschränken. Gleich darauf mußte Da es gerade die Zeit der Hennig- Suche war, so begannen fleißigen Mitarbeitern er zählt, bald darlegen, wie notwendipie in der Grenadierstr. 14 ein Breßkohlenbrand, der durch Selbst- bald mehrere Wigbolde dem Angetrunkenen zuzurufen: Sie wollen Erfüllung der Forderung ist: entzündung entstanden war, gelöscht werden. Um Mitternacht mußte wohl heute noch Hennig'n friegen?" Sie, Hennig hat wohl was eir Brand in der Waldemarstr. 12a gelöscht werden, der in einer zum besten gegeben? usw. Die Uzerei erregte den Angeflagten Bohnung ausgekommen war. Durch eine Gasexplosion fam nachts derartig, daß er den Säbel zog und sich auf die in einem Kontor in der Zimmerstr. 100 Feuer aus, das Gardinen, ihm folgenden Menschen stürzte. Diese stürzten Tapeten usw. ergriff. Der Feuerwehr gelang es, die Gefahr bald in wilder Flucht auseinander. Schwirt lief hinter einem Manne zu beseitigen. Ferner wurde die Feuerwehr nach der Chorinerstr. 55, her, bis er diesen aus den Augen verlor. Diefer eigen wo Fleisch brannte, und nach der Stöthenerstr. 26 gerufen, two ein artigen Jagd, die durch die Weserstraße in Rigdorf ging, fah der ferd gestürzt war, dessen Wiederaufrichtung aber nicht gelang. Schachtmeister Böhm zu. Als er gerade seinen Hausschlüssel hervor- aus Frankfurt a. M. sind bereits in Wien eingetroffen. Scht zog, um die Haustür aufzuschließen, kam der Angeklagte auf ihn zu uninteressant ist die Meldung, daß der Prinz Heinrich, der fidan und berfette ihm ohne jede Veranlassung einen dieser Autoraferei beteiligt, nicht duldet, daß andere an ihm boei Schlag in das Geficht, wobei er dem ebenso Erstaunten wie fahren. Die Rennleitung gab ihm recht, weil die Wagen di in Empörten zurief: Du bist auch so ein Lump!"-Desterreich zulässige Geschwindigkeit von 45 Kilometer überschri: n. Böhm verlangte die Dienstnummer des Angeklagten zu sehen, Die Leitung macht bekannt, daß derjenige disqualifiziert wird, er was diesen noch wütender machte. Mit den Worten: Jch diese Geschwindigkeit überschreitet. werde Dir gleich meine Nummer zeigen," bersetzte er dem B. einen Uebrigens sind neue Unfälle zu melden. Einer ereigneteich mit großer Wucht geführten Säbelhieb gegen die rechte bei Melf. Der Wagen Nr. 148, gesteuert von Direktor Mag Krne, opffeite, so daß B. blutüberströmt und bewußtlos zusammen- Berlin- Grunewald, hat einen schwerhörigen Bauer überfahren, er brach. Dieser Vorgang erregte unter dem sich wieder ansammelnden bald darauf den erlittenen Verlegungen erlegen ist. Bublifum große Entrüstung. Als sich der Monteur Maßfeld um Der Wagen Nr. 40 des Herrn Kroell( Eltville), der am Moen den am Boden liegenden Böhm bemühte, drang der Angeklagte auf disqualifiziert worden war, da bekannt wurde, daß sein Beler ihn ein und versezte auch diesem einen Säbelhieb. Nunmehr wegen Totfahrens eines Kindes mit fünf Monaten Gefängnise wurde dem wie wild um sich fich schlagenden Beamten der straft wurde, fuhr trotzdem außer Konkurrenz mit und wurd in und entrissen eine ihm selbst mit diesem Säbel fleine einer scharfen Kurve bei Freilassing umgeworfen. ernüchternde Büchtigung zugedacht. Mittlerweile waren zwei Schutz- Chauffeur wurde mit Lungenbluten ins Hospital gebrach leute herbeigerufen worden, die den Kollegen in ihre Mitte nahmen und unter dem Halloh der Menge zur Wache führten. Infolge Bauunfall. Dortmund, 8. Juni. Auf einem Reubau iwer dieses Vorfalls wurde Schwirk vom Amte suspendiert und mußte Reinigstraße wurden mehrere Arbeiter durch herabstürzende: dnur probeweise bei massen verschüttet. Ein Arbeiter wurde schwer verletzt herausgezen, zu seinem Regiment zurückkehren, da er Hier stellte ein anderer nach einstündiger Arbeit als Leiche. Die Staatsantltder Schußmannschaft angestellt gewesen wurde bald darauf wegen Mihhandlung untergebener Anonyme Briefschreiberei in einer Kleinen fächsischen Brovinzt. sich heraus, daß S. noch etwas anderes auf dem Kerbholz hatte. Er schaft hat den Bau gesperrt. zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. Bald darauf Anonyme Brieffchreiberei in einer kleinen fächsischen Provinzt. Das Städtchen Limbach, unweit der Großstadt Cherih mußte sich S. wegen Gehorsamsverweigerung vor dem Kriegsgericht verantworten und wurde zu einer längeren Freiheits- gelegen, das durch seine Handschuhindustrie schon längst Weluf Genoffe Freiwaldt beabsichtigt, auf Grund des§ 122 des Gesetzes strafe verurteilt, die er zurzeit im Fort Hahneberg verbüßt. genießt, wurde seit Jahren durch anonyme Briefschreiberei irt Vor Gericht entschuldigte der Angeklagte sein Tun mit beunruhigt. Besonders waren es angesehene Leute, die sogen. bessen über die allgemeine Landesverwaltung vom 80. Juli 1883 gegen Die Beweis aufnahme ergab, daß Kreise des Städtchens, die darunter zu leiden hatten. Es ist hr den Beschluß des Kreisausschusses bei bem Bezirksausschuß zu Bots- völliger Trunkenheit. dam Beschwerde einzulegen. Helfen wird es zwar auch nichts. S. wohl angetrunken, nicht aber derartig betrunken war, daß ein begreiflich, daß die weitesten Kreise dieser Angelegenheit das gute Ausschluß der freien Willensbestimmung angenommen werden müsse. Interesse entgegenbringen, zumal die Familie des Bürgermeire Sozialdemokraten in der Schuldeputation oder als Gemeindeschöffen, Der Staatsanwalt beantragte mit Rüdsicht auf den überaus in der Affäre eine nicht beneidenswerte Rolle dabei spielt. So te das wäre ja nicht zu ertragen. schweren Erzeß des Angeklagten eine Gefängnisstrafe von sechs bereits die Frau Bürgermeister Dr. Goldenberg am 25. Ail Steglit. Monaten. Das Gericht erkannte unter Bubilligung mildernder vor dem Limbacher Schöffengericht als Beklagte zu erscheinen. in Umstände auf die milde Strafe von drei Monaten Ge- diesem Prozeß, der vom Schuldirektor Beuche in Limbach n gestrengt worden war, handelte es sich um Klatschereien. Sm fängnis. borher hatte ein Beleidigungsprozeß gespielt, in dem aber die Hait. zeugin, die Frau Bürgermeister Dr. Goldenberg, ausgeblien war. Darauf wurde die Sache durch Rücknahme der Klage erledt. Herr Beuche, der mit den anonymen Briefen in Verbindung gebrit worden war, mußte nun, um sich von dem Verdacht zu reinigen, e Beleidigungsflage gegen die Frau Bürgermeister Dr. Goldenbg einreichen. Diese wurde denn auch der Beleidigung nach§ 6 R.-St.-G.-B. schuldig befunden und mit 100 Mark Geldstrac belegt. Dieser Fall von Nichtbestätigung kennzeichnet aufs neue die Achtung der Regierung vor der Selbstverwaltung der Gemeinden und beweist, daß es lediglich politische Gründe sind, die beim Bemal, bag einer Wahl bes Genossen Freiwaldt die Bestätigung verftätigungsrecht maßgebend sind. Uebrigens ist es nicht das erste daß fagt wird. Schon vor vier Jahren wurde Freiwaldt von der Pantower Gemeindevertretung einstimmig in die Schulkommission gewählt, seine Bestätigung aber versagt. Die Delegiertenwahlen zur allgemeinen Ortskrankenkasse für Steglitz fanden gestern bei sehr schwacher Beteiligung statt. Zu wählen waren 67 Delgierte. Die von der hiesigen Gewerkschaftskommission aufgestellte Kandidatenliste ging glatt durch, indem sämtliche erschienenen Wähler( nur 51 Mitglieder!!) für dieselbe stimmten. Dieser Mangel an Interesse, der sich auch bei der am Mittwochabend stattgefundenen öffentlichen Versammlung zeigte, ist um so bedauerlicher, als die Klagen über die Kassenverwaltung durchaus nicht felten find. Schöneberg. Der frühere sozialdemokratische Stadtverordnete Masuch hat endlich das Biel seiner Wünsche erreicht: seit acht Tagen ist er mit endlich das Ziel seiner Wünsche erreicht: seit acht Tagen ist er mit glieb eines freisinnigen Bezirksvereins. Wir glauben unseren Lesern diese Nachricht nicht vorenthalten zu dürfen, zumal M. eine Reihe von Jahren mehrere Ghrenämter, zuletzt das Stadtverordnetenmandat des dritten Bezirks inne hatte, nach dessen Ablauf mit dem Ende des vorigen Jahres eine Wiederaufstellung nicht mehr erfolgt ist. Die Schöneberger Parteigenoffen werden diesen Verlust" mit Würde zu tragen wissen. " Berbreitung von Kalendern an Sonntagen und Verfrommungsverordnungen. In der Nummer vom 15. März( 2. Beilage) haben wir aus führlich dargelegt, wie Flugblätter, Kalender usw. straflos zu verbreiten sind. Nachstehend geben wir den Bericht über einen gestern vor dem Kammergericht verhandelten Fall wieder. In diesem ist zwar die Freisprechung eines Genossen, der wie Hunderte zu Unrecht angeklagt war, bestätigt, aber dabei ist nebenbei von dem Kammergericht ein Grundfag aufgestellt, der die Bahn zur Bestrafung Un schuldiger zu ebnen geeignet wäre, wenn er nicht durchaus falsch wäre. " " Vor dem Chemnizer Landgericht hat sich nun am 8. Ji Fräulein Asta Goldenberg, die Tochter des Limbacher Bürg meisters, zu verantworten. Die Anflage lautet auf Beleidigung Sinne des§ 185 des N.-St.-G.-B. Das Material gegen die& schuldigte hat sich zur Anklage verdichtet. In der Bürgermeister tochter glaubt man die anonyme Briefschreiberin gefunden zu habe mit gespanntem Interesse sieht man in weiten Kreisen dem Aus gange dieses Aufsehen erregenden Prozesses entgegen. Wir werde darüber morgen berichten. Eisenbahnkatastrophe in Amerika. New York, 8. Juni. Ei fchtverer Eisenbahnunfall hat sich in der Nähe der Stadt Lancaster im Staate Bennsylvania ereignet. Ein Schnellzug stieß mit eine Güterzuge zusammen und beide Züge gingen in Trümmer. D Trümmerhaufen fing an zu brennen. Fünfzehn Personen tamen u Leben und mehr als fünfzig erlitten gefährliche Verlegungen. Erdbeben in Lyon. In der Gegend von Lyon wurden geste mehrere leichte Erdstöße verspürt. Das Erdbeben erstreckte sich üb 30 Kilometer und dauerte drei Sefunden. Die Fenster mehrer Bauernhäuser wurden zerstört. In Lyon selbst verspürte man nich von dem Erdbeben. Die Genossen Jürs und Wolter hatten in verschiedenen Dörfern des Regierungsbezirks Lüneburg an einem Sonntage sozialdemos fratische Kalender verteilt, indem sie von Haus zu Haus gingen und in den Häusern an diejenigen abgaben, die etwas zu lesen haben wollten. Jeder trug ungefähr 50 Stalender in Papier gehüllt bei sich. J. und W. wurden angeflagt, weil sie sich gegen die Den Anwohnern der Sedanstraße dürfte endlich nach jahre Verordnung des Hannoverschen Oberpräsidenten vergangen hätten, Yangem Warten die Erfüllung einer dringenden Forderung in nächster welche am 22. August 1900 zum Schuße der äußeren Seilig Aussicht stehen. Die Regulierung und Umpflasterung dieser in einem haltung" der Sonn- und Feiertage ergangen ist und gleich den entjämmerlichen Zustande befindlichen Straße ist schon ziemlich seit fprechenden Oberpräsidialverordnungen der anderen preußischen ProBeginn der Stadtwerdung ein Schmerzenslind der Verwaltung ge- vinzen an Sonn- und Feiertagen alle öffentlich bemerkbaren wesen, wozu freilich die anliegenden Grundeigentümer ein großes Arbeiten" verbietet.- Die Angeflagten bestritten, daß jene Erfüllung Teil beigetragen haben. In unzähligen Sizungen der Stadt- ihrer Parteipflicht eine Arbeit sei. Das Landgericht Lüneburg verordneten und der eigens zu diesem Zwede eingelegten gemischten als Berufungsinstanz sprach auch die Angeklagten frei, indem es Deputation, troz schriftlicher und mündlicher Berhandlungen mit zutreffend ausführte: Das Verteilen selbst sei nur in den Häusern den Adjazenten, welche sich weigerten das Borgartenland abzutreten, erfolgt, also nicht öffentlich bemerkbar gewesen. Bleibe mußte immer wieder die Nutzlosigkeit eines Verständigungsversuches nur das Gehen von Haus zu Haus mit den etwa 50, in Papier festgestellt werden. Nachdem vor zwei Jahren noch die Regulierung gewickelten Stalendern. Das sei überhaupt teine Arbeit" geHochwasser. Wien, 8. Juni. Wien, 8. Juni. Aus Mähren, Galizien w an der Halsstarrigkeit von vier bis fünf Eigentümern scheiterte, ist wesen. Unter einer Arbeit" verstehe man eine Beschäftigung, die es jezt endlich bis auf einen gelungen, mit diefen eine Einigung mit einer gewissen Anstrengung verbunden sei, und unter einer Steiermart wird infolge des fortwährenden Regens Hochwasser e herbeizuführen. Mit der Jnangriffnahme der Asphaltierung fann öffentlich bemerkbaren Arbeit eine folche, wo eine gewisse Anstrengung meldet. Zahlreiche Flüsse sind aus den Ufern getreten. Der o nunmehr noch in diesem Sommer begonnen werden. äußerlich in die Erscheinung trete. Es sei aber nicht anzunehmen, gerichtete Schaden ist sehr groß, biele Drte sind überschwemmt. Ohne ein equivalent an die Anlieger und ohne Be- daß dieje Voraussetzungen hier zuträfen. Das Verhalten der AnEin Riesen- Tornado. Pittsburg, 7. Juni. Infole d dingungen der letzteren ist es dabei trotzdem nicht abgegangen. geklagten, als sie von Haus zu Haus gingen, habe sich von den der andauernden Regengüsse sind in dem nordöstlichen Teile Bunst Man scheint in gewissen Kreisen sich vorher darüber ver Sonntagsausflügler in nichts unterschieden. Die Frage, ob die baniens bedeutende Ueberschwemmungen eingetreten, durch ie b ständigt zu haben. Es soll nämlich die geplante Straßenbahn- Angeklagten eine öffentlich bemerkbare Arbeit verrichtet hätten, müsse trächtlicher Schaden an Eigentum angerichtet worden ist. Wnscha berbindung von der Kolonnen nach der Torgauerstraße, die jenen deshalb berneint werden, woraus die Freisprechung folge. sind nicht dabei ums Leben gekommen, obgleich in vielen tädte Stadtteil mit dem zu erschließenden Südgelände verbindet, zum Trotz der Selbstverständlichkeit und offenbaren Richtigkeit dieses Leute sich auf Flößen und in Boten retten mußten. Dank für das„ Entgegenkommen" durch die Sedan, Leuthen Urteils legte die Staatsanwaltschaft Revision ein. Diese Auflehnung Ein gewaltiger Tornado richtete in zahlreichen Städn des und Gothenstraße geführt werden. Magistrat und Verkehrsdeputation gegen die Autorität des durch das Gericht verkörperten Staats hat Staates Minnesota schwere Verwüstungen an. Der Sturm ste fich haben sich mit diesem Projekt einverstanden erklärt. Nach der den die Staatsanwaltschaft bekanntlich umsonst. Die Kosten trägt der eine gegen 500 Meter breite und 15 englische Meilen lang Bahn, Stadtverordneten zugegangenen diesbezüglichen Vorlage übernimmt Steuerzahler selbst in den Fällen, wo offenbar völlig unhaltbare auf der er alles vor sich her wirbelte. Viele Personen erlin Verdie Stadtgemeinde die Kosten der Auflaffung des Straßen und Rechtsmittel seitens der Staatsanwaltschaft eingelegt werden. Dies legungen, doch sind bisher nur zwei Todesfälle gemeldet. ie GeBorgartenlandes sowie der Zurücksetzung der Vorgarteneinfriedigungen Untergraben der Grundlagen der bestehenden Gesellschaftsordnung" walt des Sturmes riß eine Eisenbahnbrüde der Chicago- Bungtonin die Bauflucht, außerdem drei Fünftel der Kosten der Bürgersteig um im Sinne der bürgerlichen Heißsporne zu reden, ist das Vorrecht Quincy- Bahn von ihren Pfeilern, wodurch beinahe ein unalhbares regulierung, falls die übrigen zwei Fünftel von den Anliegern ge- der Staatsanwaltschaft. Seine Ausübung macht es sonnenklar, daß Unglück entstanden wäre, da ein gerade herannahender mit 0 Pertragen werden. Damit bei der Sache auch der Humor nicht fehle, wir nicht einmal in einem Rechtsstaate im bürgerlichen Sinne leben, fonen befeßter Bug erst im legten Augenblick am Rande es Abwird der Fahrdamm und der Bürgersteig vor dem Grundstück des fondern daß das Gericht untertan ist den Angriffen einer Ver- grundes zum Stehen gebracht werden konnte. einzigen widerhaarigen Eigentümers, Sedanstraße 79, in feinem waltungsbehörde. Und wenn auch in letter Instanz abermals ein gegenwärtigen Bustand belassen werden, wenn sich Herr Vogel in Gericht entscheidet, so ist für die Zusammensetzung des Kammer- Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlier Bes awischen nicht eines anderen besinnt. Für die Asphaltierung sind gerichts dahin gesorgt, daß es zum großen Teil aus Richtern nutzung für jedermann, SW., Merandrinenstr. 26. Geöffnet tlich von im biesjährigen Etat wiederum 141 000. bereitgestellt worden. besteht, die viele Jahre hindurch als Staatsanwälte 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und-6 Uhr. fungierten und als solche nach dem Gesetz gezwungen sind, den In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften der Art Befehl ihrer vorgesezten Verwaltungsbehörde auch dann zu be- und Richtung aus. folgen, wenn ihre eigene Ueberzeugung ihnen fagt, daß die Behörde Verfolgung ihrer Ansicht nach Unschuldiger von ihnen verlangt. Der erste Straffenat des Rammergerichts berwarf gestern die Revision der Staatsanwaltschaft mit folgender BeEin schwerer Erzeß eines Schußmannes beschäftigte gestern die gründung: Die Revision der Staatsanwaltschaft sei gegenüber den 9. Straffammer des Landgerichts I. Aus dem Festungsgefängnis tatsächlichen Feststellungen des Landgerichts machtlos. Wenn das Fort Hahneberg in Spandau wurde der Unteroffizier im 1. Garde Landgericht tatsächlich feststelle, daß die Angeklagten zirka 50 Stalender bragonerregiment Hermann Schwirt vorgeführt. Der Anges in den Straßen herumgetragen hätten, und daß darin keine Kraft. flagte, welcher sich in der Uniform dieses Regiments befand, hatte anstrengung läge, es sich somit alfo um keine Arbeit handele, zwei Jahre als Rekrut gebient und sich dann als Frei dann sei das unanfechtbar. Das Revisionsgericht tönne daran nichts williger für den Chinafeldzug gemeldet. Hier zeichnete er ändern. Ebenso unanfechtbar würde es sein, wenn fich der Erstürmung aus und des Takuforts und wurde das Landgericht festgestellt hätte, baß in dem mit ber Dienstauszeichnung zweiter Klasse dekoriert. Er Herumtragen bon fünfzig Kalendern eine An tehrte sodann zu feinem Regiment zurück und wurde bald zum strengung läge und eine Arbeit zu sehen wäre. Unteroffizier befördert. Am 16. Dezember 1905 trat der Angeklagte Der durch Sperrbrud hervorgehobene Schlußiaz gehört als„ Probist" bei der Schußmannschaft ein und wurde dem sechsten offensichtlich nicht zur Begründung des freisprechenden Urteils. Er Bolizeirebier in Rigdorf zugeteilt. Sier führte er sich zur vollsten lann nur den Zweck haben, darauf vorzubereiten, daß das KammerZufriedenheit seiner Vorgesezten, bis ihn am 26. Februar d. J. der gericht geneigt fein würde, eine Berurteilung gutzuheißen, die auf( E. Alkohol zu einer schweren Ausschreitung verleitete. An dem der unsinnigen tatsächlichen Feststellung beruht, daß das Tragen von 9, genannten Tage, einem Sonntage, hatte der Angeflagte bis 50 Kalendern eine Arbeit" sei. Eine solche Feststellung gliche der um zehn Uhr abends Dienst. Um fich noch ettvas Behauptung, das Tragen eines Gesangbuches oder der Bibel oder Schwirk erholen, mit atvei begab sich als atvei ebenfalls eingetaufter Sachen die sämtlich schwerer find bienftfreien Kollegen in eine nahegelegene Schankwirtschaft. 50 Stalender sei eine Arbeit. Nimmt das Rammergericht an, Hier wurde eine erhebliche Menge von Bier und Schnaps eine solche geradezu unsinnige" Feststellung" jei tein Rechtsirrtum, fonsumiert. Da seine Begleiter den Heimweg antraten, sezte der so behauptet es damit: wenn ein Gericht offensichtlichen Blödsinn Angeklagte allein die Bierreife fort. Bulegt besuchte er ein Lokal feststellt, so verstößt diese Feststellung nicht gegen eine Rechtsnorm. Das Plutus. Kritische Wochenschrift für Bolkswirtschaft und ganzwesen in der Hasenheide, welches er gegen zwölf Uhr nachts in ziemlich Rammergericht würde also damit zugeben: nach Lage der Gesetzgebung angetrunkenem Zustande verließ. Jufolge des reichlich genossenen ist das Kammergericht, das zu prüfen hat, ob eine Rechtsnorm ver-( Herausgeber: Georg Bernhard). 23. Heft.( Abonnements schließlich Allohols war S. etwas unsicher auf den Beinen, er pendelte bin legt ist, nicht befugt, eine offensichtlich unsinnige, zuungunsten der ber Blutus- Merktafel vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,5M., direkt Der Tropenpflanzer. Nr. 6. Zeitschrift für tropische Lawirtschaft. und her, rempelte Bassanten an und sang dabei irgendein Soldaten- Angeklagten getroffene„ tatsächliche Feststellung" als Berlegung einer bom Berlag 4. Berlag Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 6 lied. Der Anblick des hin- und herschwankenden und standalierenden Rechtsnorm anzusprechen. Damit gibt das Stammergericht zu, daß Herausg. D. Warburg und Wohltmann. Erscheint monatlid BezugsSchutzmannes mußte wohl doch für das Publikum ein etwas das Kammergericht zum mindesten überflüssig ist. Hoffentlich wird preis jährlich 10 M. Geschäftsstelle Berlin, Unter den Linden 4 zu Bei Gerichts- Zeitung. Schuhmannsfäbeltaten vor Gericht. 1 83%, ühr im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Verfimlung: Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 10. Juni cr., rmittags Freireligiöse Vorlesung. Bormittags 10%, Uhr in der Schular Kleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Herrn Professor Dr. A. Gehrle er: Der Mensch und seine Götter. Herren und Damen als Gäste hr will tommen. Berschoben auf den 25. Juni ist die beschliefde Ber sammlung. Sozialdemokratischer Diskutierklub Freie Zusammkunft". Heute Sigung im Gewerkschaftshause, Zimmer 16. Tagesordnun 1. Bor lesen und Besprechen eines Artikels aus der Neuen Zeit" überbeiter. bildungsfragen. 2. Slubangelegenheiten und Berschiedenes. Sozialdemokratischer Leses und Diskutierklub" KaMary". heute Sigung bei Globig, stolonieftr. 15. Gäſte willkommen. Verein ehemaliger Gütergoter zur Bekämpfung der Berkulose. Heute abend 9 Uhr Mufilerhaus, Kaiser Wilhelmstr. 18m. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeite Berlins Chriftianiastraße, Ede der Schulstraße. Bortrag des Kollegens. Lüpnik und Umgegend. Sonnabend, den 9. Juni, abends 8 Uhrbei Wils, über: Kunst. 2. Disfusion. Gäste willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbetasse der Metarbeiter. . 29.) Filiale Baumschulenweg. Sonnabend, den 9. Ji, abends hr, bei 23. Kleinschmager, Baumschulenstr. 67: Generalvemmlung. Ortsverein Charlottenburger Buchdrucker. Somg, den 10. Juni, vormittags 10%, Uhr, im Boltshause, Rosinenstr. 3: Bammlung. Vortrag des Herrn Dr. Borchardt über:" Licht und Beleuchtung. Um recht pünktlichen und zahlreichen Besuch wird gebeten. Eingegangene Druckschriften. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., BerliSW