Nr. 135. HbonncmcnfS'Bedingungen; MonnementS- Preis pränumerando: Vierteljährl. S.Z0 Mt, monatl. 1,10 SUT., wöchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags» nummer mit Mustrierlcr Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post, Zeitung-- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn Mark, für das Übrige Ausland 8 Mari pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemarl. Holland, Italien, Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrg. CrWjtlnl»glich außer montagt. Vevlinev Volkcsblatk. Zentralorgan der fozialdemokrat» feben Partei Deutfcblands. Die Tnf«rt1ons-Gebül)r beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 50 Psg., für politische und gewerkschaftliche BereinS- und Bersammlungs-Anzeigen 80 Pfg. „meine Hmtigen", das erste sfett- gedru Wort 20 Pfg., jedes wettere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlas- stellen, Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jede? weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „SozUldtiDskrat Btrlta" Rcdahtiom 831. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983» Expedition: 831. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IT. Nr. 1981. Sie radikale(Partei Frankreichs. Paul Lafargue schreibt in der„L'Humanite": Die letzten Wahlen bedeuten einen Wendepunkt in der Ge- schichte der dritten Republik. Während die Regierung in die Hände der radikalen Partei fällt, zeigen die Wahlen die wachsende Kraft der sozialistischen Partei. Schon früher gelang es den Radikalen, dank politischer Komplikationen, die Macht zu ergreifen, doch nahmen sie nur Teil am Ministerium der Konzentration, ohne jedoch eine radikale Majorität, welche sie in der Kammer unter- stützen sollte, zu besitzen. Sie benutzten diese falsche Lage, um ihre ministerielle Tätigkeit in Konflikt mit ihren Worten der Opposition zu bringen, und um das Beispiel der Opporwnisten zu befolgen, welche schließlich immer keine Reform opportun fanden. Die Lage hat sich verändert. Die radikale Partei zählt eine geschlossene Majorität von 352 Deputierten, mächtig genug, um über die 181 Reaktionäre und 54 Sozialisten hinwegzugehen und zu regieren und um bald die einen, bald die anderen in der Klemme zu halten. Die Radikalen sind die Herren im Parlament: sie können regieren, ohne sich um eine Opposition zu scheren. Sie werden ihre Größe zeigen. Das Land will sie an der Arbeit sehen. Man kann nun nicht von ihnen verlangen, daß sie daS Privat- cigentum vernichten sollen, diesen Hauptgrund des physischen und moralischen Elends der Gesellschaft; das würde bedeuten, daß sie von Radikalen zu Sozialisten werden sollten, und daß sie das Mandat der Bourgeoisie verraten, welches sie als solches von den Wählern erhielten. Sie sind die Vertreter des privaten Eigentums und seiner Privilegien und nur als solche wurden sie gewählt. DaS Kleinbürgertum und diejenigen Arbeiter, welche bei der ersten Wahl die Sozialisten wählen konnten und dennoch den Radikalen ihre Stimme gegeben haben, würden böse mit ihnen abfahren. wenn sie anders vorgingen. Aber man hat wenigstens das Recht, a.; xErfüllung des radikalen Programms zu erwarten. Der Wahlerfolg schreibt den Radikalen einen bestimmten Weg bor und dieses in ihrem Interesse; seitdem sich im Lande ein unwiderstehlicher Gedankenstrom durchgesetzt hatte, welcher die In- trigen und Machenschaften der Reaktionäre und Klerikalen wie Strohhälmchen hinweggetragen hatte, war es das Ministerium CombeS, welches zwar gegen seinen Willen, aber provoziert durch daS eben so unverschämte wie ungeschickte Benehmen deS Vatikans, die Trennung der Kirche vom Staate sehr sänftiglich durchgesetzt hat. Diese Trennung der Kirche vom Staate hatte schon lange— ein ganzes Vierteljahrhundert— umsonst auf ihrem Programm ge- prangt, ohne Frucht zu tragen. Die Radikalen hüteten sich, diese Trennung zu verwirklichen, um nicht ein so herrliches Mittel zur Anlockung von Wahlstimmen und zur Ablenkung der Arbeiter von ihren Klasseninteressen zu verlieren. Die Trennung der Kirche vom Staat war die beste Grundlage des radikalen Programms. Die Kleinbürger und Ar- beiter hegen einen so wütenden Haß gegen die Geistlichen, die sich sogar in die Familienverhältnisse und in die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einmengen, daß die radikalen Depu- tierten nur auf den Pfarrer losziehen brauchten, um sich von ihren übrigen Versprechungen frei zu machen und in aller Stille sich dem Schutze der Privilegien des Kapitals zu widmen. Das Ministerium EombeS sah sich gezwungen, diesen Wahlspiegel zu zerbrechen, der ihnen früher die Möglichkeit gab, ihre Reformpläne, wie Ab- schaffung deS Senats, Nichteinmengung der Truppen in die Streiks usw., so stark aufzubauschen, Reformen, deren Tragweite und Wichtigkeit sie nicht ernsthaft ins Auge faßten, da sie doch sicher waren, daß sie diese Reformen nicht zu erfüllen brauchen würden. Versprechen und nicht erfüllen, das war ihr politisches Prinzip. Für die Führer der Radikalen, welche die Macht über- nahmen, hieß regieren: von Tag zu Tag ungestört dahin leben, die Fuhtapfen ihrer Vorgänger verfolgen und nichts an der kapi- talistischen Maschine verändern, aus Furcht, ihr Gleichgewicht zu zerstören; regieren hieß für sie: die Ordnung auf der Straße auf- recht erhalten, die Disziplin der einfachen Soldaten und niedrigen Staatsbeamten wahren und sich später um so reaktionärer zeigen und den Interessen der Kapitalistenklasse um so ergebener, als sie, während sie eine Ewigkeit in der O p p 0 s i t i 0 n auf die Re- gicrung warteten, sich zu den radikalsten Gedanken öffentlich be- kannt hatten. Die Herren Lockroh, Millerand. Clemenceau und Briand können als Muster solcher Art dienen. Aber die Wahlen erfordern ein neues Spiel. Heute, wo die Radikalen die unbestrittenen Herren der parlamentarischen Politik sind und wo die sozialistischen Abgeordneten im Begriff stehen, die Radikalen mit dem Degen in die Nieren zu stoßen, begreifen sie sehr gut, daß sie zu einer anderen Taktik greifen müssen. Sie pfuschen in aller Eile ein neues Regierungsprogramm zusammen, weil die Programme, die sie so oft an den Mauern ausgehängt hatten, nur dazu dienten, den Wählern Sand in die Augen zu streuen.' Aber während sie mit diesem noch schwanger gehen, haben diejenigen Radikalen, die schon auf den Ministersesseln bequem sitzen und dort zu bleiben hoffen, ein Programm skizziert, dessen Inhalt Sarrien in der Kammer verlesen wird. Poincare erklärt sich so für die Einkommensteuer, welche Doumer verworfen hatte, aber um die Kapitalisten zu beruhigen. erklärt er, daß es sich um eine einfache Steuerüberwälzung handele. Die Männer der Börse nehmen es denn auch nicht ernst auf. So schreibt„La Cote de la Bourse et de la Banque":„Seit zehn Jahren hat die Börse verschiedene Projekte über Einkommensteuer absterben sehen, und es ist zu erwarten, daß das Projekt von Poincare nicht lebensfähiger als das seiner Vorgänger sein wird." Das kann sehr arge Folgen für das Minengesetz vom Jahr? 1810 haben, welches Bärthou zu reformieren gedenkt und welches seit 1848 allen Angriffen standgehalten hat. Clemenceau, stolz auf seine Lorbeeren vom 1. Mai und seinen Sieg, welchen er über die Streikenden davongetragen hat, wünscht nun berühmt zu werden und fordert die Absetzung einiger Unter- präfekten. Barthou will seinen frommen Wunsch— Kapital und Arbeit in Harmonie zu bringen— erfüllen, indem er die Be- teiligung der Bevölkerung an den Gewinnen der vom Staate be- willigten Monopole vorschlägt, natürlich da, wo eine solche Teil- nähme— möglich ist! Diese Gewinnbeteiligung an den Monopolen nennt die„Temps" ganz einfach eine„reine Lüge". Thomson, welcher das Defizit von 262 Millionen, das man mit Hülfe einer Anleihe und mit Monopolen für Petroleumraffinerien auszufüllen gedenkt, sehr leicht aufnimmt, fordert nicht mehr und nicht weniger, als 4 Milliarden für die Marine in 13 Jahren aus- zugeben. Briand, ein gut abgerichteter Eindringling, sitzt ruhig im Ministersessel und spricht überhaupt nichts; er begnügt sich damit, verschiedene Zirkulare über die Verkürzung von Namen, Gewichten, Größen und ähnlichem Zeug zu unterschreiben. Im ganzen ist das Programm der Radikalen im Ministerium ebenso verworren wie dürftig. Die Radikalen, die noch vor den Türen des Ministeriums stehen, werden ein greifbareres Programm zusammenstellen müssen. Aber die Rolle der Beschützer des privaten Eigentums und der kapitalistischen Privilegien untersagt ihnen jegliche Reform, die fähig wäre, die ökonomische Lage der Kleinbürger und Lohnbeamten zu verbessern: die Lage dieser verschlimmert sich desto mehr, je mehr die gesellschaftlichen Reichtümer anwachsen und sich zentrali- sieren. Wie von den Opportunisten, auf welche sie einst hofften, werden die Kleinbürger und niederen Beamten jetzt von den Radikalen, auf die sie ihre Hoffnung setzen, betrogen werden; denn ebenso wie die Opportunisten stehen auch die Radikalen nur im Dienste der Kapitalisten. Die radikale Partei nimmt die Macht nur in ihre Hände, uw dem Agkfterott entgegen zu gehen,»X Die Revolution in Rutzland. Justizmorde. Riga. 11. Juni. Das Kriegsgericht beendete die Ver- Handlungen des Prozesses der Rigaer Kampforganisation Von 36 Angeklagten wurden der„Rädelsführer" Provisor Rubinstein, der sich„Napoleon" nannte, sein Vertreter Sacha row und fünf andere zum Tode durch den Strang verurteilt. Neun wurden freigesprochen, die übrigen— unter ihnen zwei siebenzehnjährige Mädchen— zur Zwangsarbeit von 3 bis 15 Jahren verurteilt. ••• Zu diesem Prozeß«wegen Zugehörigkeit zu einer revolutionären Kampforganisation" hat Genosse Plechanow ans Internationale.sozialistische Bureau zu Brüssel folgendes Schreiben gerichtet: Genf. 7. Juni 1006. Werter Genosse Huhsmans I In Riga kommen 36 Revolutionäre vor ein Kriegsgericht, welche von der politischen Polizei wegen Verbrechen angellagt werden, die sie niemals begangen haben. Wahrscheinlich wird man zwanzig dieser Genossen zum Tode verurteilen. Es ist überflüssig hinzuzufügen, inwieweit es wünschenswert wäre, das Leben unserer Genossen zu retten. Ich bitte also, Sie mögen den Sekretären aller im Internationalen sozialistischen Bureau vertretenen Parteien schreiben und sie ersuchen, in ihrer Presse gegen diese Hinrichtung eine energische Haltung anzunehmen. Die Duma wird sich wahrscheinlich in demselben Sinne aussprechen. Ich bin des Erfolges zwar nicht sicher, den dies für unser Ziel haben könnte, aber eine evenwelle Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen. Nun gilt eS aber, da die Zeit kurz ist, schnell und energisch einzu- greifen. Ich glaube, unsere französischen Genossen würden viel in dieser Hinsicht tun können. Anbei ein Ausschnitt mit einigen Einzelheiten über diesen Prozeß. Nur aber müssen Sie nicht außer acht lassen, daß die russische Re- gierung die Revolutionäre nicht nur hinrichtet, sondern sie auch noch verleumdet. P l e ch a n 0 tv. PS. Zur Verhandlung des temporären Kriegsgerichtes deS Mlnafchen Militärbezirkes zu Riga gelangte am 26. Mai die Anklage gegen eine in Riga organisierte Kampfpartei der russischen sozial- demokratischen Arbeiterorganisation wegen teils ausgeführter, teils versuchter Ermordung verschiedener Polizeibeamten und Beraubung von Kornbranntweinhandlungen, privaten Getränk- und Kolonial- Warenhandlungen, Bierbuden und Geschäften. Diese Kampfpartei bestand aus 36 Rigaschen Mitgliedern und war von Mitte des Jahres 1905 bis zum Januar d. I. tätig. Der Leiter dieser Partei ist anfangs ein gewisser Stephan Sacharow, mit dem Spitznamen „Mark", nach dessen Verhaftung im Dezember 1005 aber ein gewisser Llpinann Rubinstein, mit dem Spitznamen„Napoleon", ewesen. Zu der Partei gehörten auch zwei junge Jüdinnen, ijubowa Neuinark und Mündel Finkelstein, wie auch eine junge Lettin, Berta Mizit, und eine Deutsche. Lotte Locht. Die Mitglieder sind fast sämtlich im Alter von 18 bis 22 Jahren. Sie haben auch am 17. Januar die fünf politischen Verbrecher, sämtlich Mitglieder der Kampforganisation, aus dem Arrestlokal der Geheimpolizei gelvaltsam befteit, von denen nachher zwei ergriffen wurden. Die Zahl der Angeklagten ist 36 und sie werden von den Rechtsanwälten Sokolow und Grusenberg aus Petersburg und Schablowsky, Mairo und anderen verteidigt werden. Lichte Momente? Petersburg, 13. Juni.(B. H.) In Hoflreisen wird behauptet, daß der gar aus„persönlicher Initiative" den Befehl erteilt hat, die Vollstreckung aller Todesurteile bis auf weiteres einzustellen. In Dumakreisen hofft man. daß diesem Befehl bald die gänzliche Abschaffung der Todesstrafe folgen soll. Der Minister deS Innern erließ den Befehl, daß alle politischen Gefangenen, insbesondere die Zöglinge der Militärlehranstalten, welche sich bereits zwei Monate in Untersuchungshaft befinden, ohne daß strikte Belveiie gegen sie erbracht werden konnten, sofort freizulassen seien. Oeffeutlicher politischer Prozeß. Die Anklage in der Angelegenheit des Exekutivkomitees der Arbeiterdeputation ist fertiggestellt. Bon 209 Angeklagten sind nur 53 vor das Gericht gestellt worden. Die Anklage erfolgt auf Grund- läge der Art. 100/101, die Verbannung nebst Zwangsarbeit auf 8 Jahre vorsehen. Als Führer deS Exekutivkomitees gelten die viel genannten Chrustalew, Troitzki, Janorsky, Feit. Die Anklage wird der Prokureurgehülfe Botz führen. Die Angelegenheit wird vom 17. bis zum 20. Juni öffentlich verhandelt werden. Die Gärung im Heere. Petersburg, 12. Juni. Oberst Solomko vom Regiment KoSloff, das in Kursk meuterte, schlug einen Soldaten, der ihm die Forderungen der Meuterer vortrug. Darauf fielen die Kanieraden des Geschlagenen über den Obersten her, prügelten ihn durch und lachten ihn aus, als er den Befehl erteilte, die Waffen niederzulegen. Artillerie und Kosaken weigerten sich, gegen die Meuterer vorzu- gehen. Die Behörden haben inzwischen einige Forderungen der Leute bewilligt, doch dauert die Agitation unter diesen fort und die Don kosaken haben sich ihnen angeschlossen. Gefahr für den„Geist der Armee". ES naht die Zeit, wo in die russische Armee mehr als biermal« hunderttausend Rekruten eintreten, von denen sicher zahlreiche an der revolutionären Bewegung beteiligt sind. Dieses neue Element dürfte aber kaum zur Hebung des militärischen Geistes in der russischen Armee beitragen, und so sieht sich die russische Militär- Verwaltung genötigt, für die diesjährige'Einstellung der Rekruten schon jetzt außerorventliche Maßnahmen zu treffen, um„die Gefahr für die russische Armee so weit wie möglich zu paralysieren', Ein Aufruf PlechauowS. Genossen, Arbeiterl Wir wenden uns an euch mit diesen Zeile» in einem Augen« blick, dem an Wichtigkeit kein anderer im Leben unseres Landes gleich- konmien kann. Die Regierung mit dem Minister Goremhkin an der Spitze hat sich geweigert, die Forderungen der Reichsduma zu erfüllen. Sie gibt keine Amnestie denjenigen, die sie für Verbrecher erklärt hat, weil sie für die Freiheit gestritten haben. Sie gibt den Bauern, die durch das Verschulden der Regierung Hunger leiden müssen, kein Land. Was soll nun getan werden? Das ist die Frage, die ihr im Interesse eurer Sache, im Interesse der Freiheit, im Interesse eurer Heimat mit voller Kaltblütigkeit überlegen müßt, sc sehr auch in euren Herzen die Flammen gerechter Entrüstung lodern. Ihr müßt Fehler vermeiden, die unserer ganzen Bewegung schweren, ja vielleicht nicht wieder gut zu machenden Schaden zu- fügen können. Laßt euch nicht provozieren! Die Macht der Regierung nimmt mit jedem Tage ab, denn mit jedein Tage wird unser Volk immer klarer bewußt, daß es von der Regierung nichts NcueS zu erwarten hat außer neuen und immer neuen Unterdrückungen. Die Negierung sieht, ivie die Dinge stehen, und will euch zu einer Schlacht provozieren, so lange ihre Macht noch größer ist als dieeurige. Laßt euch nicht provozieren, laßt euch nicht durch Reden zwar auftichttger, aber unbesonnener Leute, die euch zu den Waffen rufen, betören. Jetzt den Kampf aufnehmen heißt eine schwere Niederlage erleiden. Das ist aber noch nicht alles. Unsere Regierung, die die Metzeleien der Schlvarzen Banden anstiftet und jede freie Regung unterdrückt, verhindert nicht die Kritik an der Reichs- d u m a. Warum, glaubt ihr, geht sie so vor? W e i l d i« Regierung aus euch eine Waffe der Reaktion machen will. „Die Revolutionäre greifen die Duma an,' sagt sich Goremhkin. das ist uns jetzt sehr gelegen, wo unsere Weigerung, die Forde- rungen der Duma zu erfüllen, zu einem Zusammenstoße zwischen uns und ihr führen Wird. Je mehr das Ansehen der Duma in den Augen des Volkes fällt, desto weniger wird das Volk sie unter- stützen, desto leichter wird es sein, ihr daS Maul zuzudrücken oder gar sie auseinanderzujagen. Mit den Revolutionären aber werde ich dann schon fertig." Genossen, Arbeiter l Ihr müßt unbedingt diesen Plan GoremykinS vereiteln. Laßt euch nicht dadurch irreführen, daß in der Duma die bürgerlichen Parteien herrschen. Nicht deshalb haßt Goremhkin die Duma, weil die Bourgeoisie in ihr die Oberhand hat, sondern weil die in ihr vorherrschende Bourgeoisie die Freiheit für alle und Land für die Bauern fordert. Nicht gegen die Bourgeoisie ist die Ver- weigerungSpolitik Gorcmykins gerichtet, sondern gegen das ganze Volk. Und das ganze Volk muß den Herrn Goremhkin zwingen, diese Politik aufzugeben. Jedes Zaudern wäre in diesem Falle unseres Volkes unwürdig, «S hätte gezeigt, daß eS noch nicht verstanden hat, worin die brennendste politische Aufgabe unserer Zeit besteht. Zu einem erfolgreichen Kampfe für den Sozialismus ist politische Freiheit nötig. Damit wir aber politische Freiheit haben, müssen wir die von der Reaktion geschmiedeten Pläne zum Scheitern bringen. Wehe euch, wehe dem ganzen Lande, wenn ihr jetzt eure ganze Aufmerksamkeit nicht auf diese Frage richtet. Die Reaktion wird sich eure Fehler zunutze machen und wird einen schrecklichen Schlag gegen die Freiheitssache führen. Wundert euch nicht, daß wir uns an euch mit diesem Aufrufe wenden. Schon seit Beginn der achtziger Jahre haben wir euer Er- scheinen auf der weltgeschichtlichen Bühne vorausgesagt und haben darauf gewartet, wie die Juden den Messias erwarten. Wir wurden nicht müde, immer und immer wieder zu wiederholen, daß die revolutionäre Bewegung bei uns als Bewegung der Arbeiter- klasse siegen wird oder aber gar nicht siegt. Und nun, wo die Tat- fachen unsere Erwartungen bestätigen, jetzt, wo dank dem heroischen Kampfe der Arbeiterklasse unsere Freiheitsbewegung schon ihrem Siege nahe ist, können wir nicht mehr schweigen, wir halten es für unsere Pflicht, auf die politische Falle hinzuweisen, in die die Reaktion euch locken will. Euer treuer» Georg Plechanow. Die Provokateure in Rußland. Bei der Unterdrückung der revolutionären Bewegung in Rußland bedienen sich sowohl die russischen Administrativorgane als auch die sogenannten„wahrhaft russischen Leute" sehr häufig der in Rußland so beliebt gewordenen Provokationstaktik. Diese verwerfliche Taktik wird von den russischen Administrativorganen trotz der ernsten Lage, rn der sich Rußland momentan befindet, noch immer geduldet und sogar gefördert. So wird jetzt die auf Befehl der russischen Regierung in einer Auflage von rund einer Million Exemplaren gedruckte„Deklaration" der russischen Regicrung vom 26. Mai dieses Jahres in der Provinz und auf dem flachen Lande an allen Telegraphenstangen und sonstigen öffentlichen Stellen an- gebracht. Um jedoch den Inhalt dieser„Deklaration" auch solchen Bauern und Arbeitern zugänglich zu machen, die des Lesens nicht kundig sind, werden„patriotisch gesinnte" Personen herangezogen, denen es obliegt, den Analphabeten die nötige Aufklärung zu geben. Wie dies geschieht, dafür ist das nachfolgende Beispiel bezeichnend, das sich in Kiew abspielte: Vor einer öffentlich angeschlagenen Deklaration bleibt so ein Individuum stehen und beginnt langsam und laut zu lesen. Nach kurzer Zeit sammeln sich Neugierige, die zwischen den Zeilen Goremykins zu hören bekommen:„Durch die Juden kostet das Petroleum 12 Kopeken, der Zucker 16 Kopeken.... Wegen der Juden sterben 35 Gouvernements vorHunger.... Nur die Juden wollen die Freiheit... Rothschild will Ländereicn aufkaufen und sie an die Juden verteilen...." Als aber einige Personen aus der bald ziemlich stark angewachsenen Menge die niedrigen Absichten des Vorlesers erkannten und dies laut zum Ausdruck brachten, da konnte sich der Provokateur nur mit knapper Not vor der Wut des Volkes in Sicherheit bringen. Indem die russischen Administrativorgane die„Deklaration" der russischen Regierung ans diese Weise„erklären" lassen, erreichen sie nur das Gegenteil von dem, ivas sie wollen, nämlich, daß der Boden für revolutionäre Kundgebungen an das russische Volk gut vorbereitet wird. Eine zahlnu.qsnnfähigc Stadt. Die Stadt BcrdjanSk befindet sich in einer sehr schwierigen Lage: Alles ist verpfändet und' der Kredit ist erschöpft. Bei einem Budget von 156 666 Rubel beträgt die Schuldenlast 866 666 Rubel! Die Stadt kann die sich auf Hunderttausende belaufenden Termins- Zahlungen nicht leisten, lvenn die Regierung nicht hilft. Man be- absichtigt, die Elementarschulen zu schließen, den Etat der Polizei zu kürzen und die Sanitätsaufsicht abzuschaffen! I Untcr diesen Umständen ist beschlossen lvorden, bei der Regierung um das Recht der Erhebung einer Reihe von indirekten Steuern nachzusuchen._ poUtifebe Qebcrlicht» Berlin, den 13. Juni. Die Meutereien in Süd'vestafrika. Auf unsere gestrigen spezialisierten Mitteilungen über angebliche Meutereien unter den deutschen Truppen in Südwestafrika reagiert die bürgerliche Presse im allgemeinen mit völliger Ratlosigkeit. Die einen besitzen aber wenigstens noch so viel Vernunft, vor ihrem Urteil offizielle Erklärungen der Regierung zu verlangen: die anderen aber erklären einfach, so etwas gibt's ja gar nicht, und die Ueberfchlauen unter diesen letzteren fügen dem noch hinzu: sonst hätte der„Vorwärts" sich nicht so vorsichtig ausgedrückt! Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aber schtveigt sich völlig aus, und nur durch die Kloaken der Scherlblätter und der—„ V o s s i s ch e n Zeitung" wird einiger duftender offiziöser Kehricht gegen uns gespült. Es heißt da zuerst: „Von Vorkommnissen dieser Art ist an hiesiger maß- gebender Stelle nichts bekannt, und das müßte doch unbedingt der Fall sein, wenn an diesen Schauergeschichten etwas Wahres wäre." Mit anderen Worten, nach einem sehr alten Rezept: was nicht in den Akten steht, hat auch nicht existiert! Aber die Bieder- männer der Hintertreppen der Wilhelmstraße reservieren sich schlauerweise in demselben Atemzuge, indem sie ohne Zwischen- pause fortfahren: „Daß bei einer Truppe von 15 666 Mann, die bereits über zwei Jahre unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen im Felde steht, Vergehen gegen die Disziplin vor- kommen, lv i r d niemand wundernehmen, doch sie stehen nur sehr vereinzelt da und haben mit Meuterei absolut nichts gemein." Die„ V o s s i s ch e Z t g. die seit ihrer servilen Kriecherei vor jedem Potcntatcheu allerdings vollgültigen Anspruch auf dieselbe offiziöse Bevorzugung wie die Scherlblätter hat, und deshalb, wie gesagt, dasselbe Klischee wie diese erhalten hat, läßt noch ein wenig mehr stehen. Ihr hat die„zuverlässige Seite" noch berichtet, „daß allerdings einige Fälle von Ge- horsamsvertveigerung usw. zu verzeichnen ge- lo e s c n sind". Dies usw. ist einfach göttlich, es ermöglicht nach Belieben, wenn die Regierung an zuständiger Stelle zur Verantwortung gezogen wird, unter„usw." zum Beispiel das Verhauen eines Wachtmeisters und das Erstechen eines Offiziers zu registrieren. Man wird von uns nicht verlangen, daß wir solche elenden Ausflüchte, solch lächer- lichcs Drumherumgerede irgendwie ernsthast nehmen. Die„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" wird schon eine andere Methode anwenden müssen, wenn sie es nicht vorzieht, weiter zu s ch lv e i g e n. Eine Belehrung aber, die die offiziöse Notiz der„Voss. Ztg." und der Scherlblätter bringt, wollen wir durchaus als solche an- erkennen: sie bezieht sich auf unsere Meinung, wie erzieherisch es für die Schwarzen wirken müsse, wenn sie nach den uns gewordenen Mitteilungen die Hinrichtungen durch den Strang an ihren Stammes- genossen selbst vornehmen müßten. Wir werden belehrt, daß dies „eine Tatsache sei. die für jeden, der jemals in überseeischen Kolonien gewesen ist, ganz selbstverständlich erscheint". Wir nehmen hiervon mit erneut gesteigerter Hochachtung vor der christlichen Kolonisationsarbeit gern Akt.— Eine neue Wahlniederlage des Zentrums. Bei der am Dienstag stattgefundenen Reichstagsersatz- Wahl im Wahlreise Beuthen-Tarnoloitz haben nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen erhalten: Napieralski(Pole) 23 869. Mnschallik/z Millionen Mark die Verstaat- lichungsaktion durchkreuzte, nun auch in letzter Instanz abgewiesen worden. Das heute— Mittwoch— verkündete Urteil des Reichs- gerichts erklärt die Ausgabe der 6>/z Millionen neuer Aktien für gültig, die Anfechtungsklage des Fiskus ist zurückgewiesen. Hus der fraucnbewcgunc� Mit dankenswerter Offenherzigkeit deckt die bürgerliche Presse wieder einmal die wahren Beweggründe bürgerlicher„Fürsorge" für die Arbeiter auf. Der„Bund deutscher Frauenvcreine" in Dresden hat an den Reichstag eine Petttion ge- richtet, in der die Verbündeten Regierungen ersucht werden, bis zur nächsten Session einen Gesetzentwurf vorzulegen, in dem die Rechts- Verhältnisse der in die häusliche Gemeinschaft aufgenommenen Dien st boten einer reichsrechtlichen Regelung unter- zogen werden. Der Bund macht hierzu allerlei Vorschläge. Was er beabsichtigt und wie sein Vorgehen in der Bourgeoisie bewertet wird, zeigt folgende Bemerkung der„Dresdner Nachrichten", die von anderen Kapitalistenblättern zustimmend abgedruckt wird: „Mit seiner öffentlichen Stellungnahme zur Dienstbotenfrage hat sich der Bund deutscher Frauenvereine in Dresden umsoniehr ein Verdienst erworben, als bekanntlich die Absicht der sozialdemokratischen Parteileitung dahin geht, die Dienstverpflichteten zu organisieren und sie nach Art der Arbeiter- berufsvcreine zu einer gemeinsamen Vertretung ihrer Interessen anzuhalten. Mit Recht und in durchaus verständiger Weise kommen die Vorschläge des Bundes deutscher Frauenvereine in Dresden jenen Bestrebungen entgegen, aber nur insoweit, als sie einerseits den veränderten Zeit- und Arbeitsver- Hältnissen Rechnung tragen und freiwillig diejenigen Zu- gestäudnisse machen, die schließlich doch einmal werden ge- macht werden müssen, andererseits aber auch die Arbeit- gcbcr der„Hausangestellten" vor unberechtigten Forderungen und Zumutungen, vor unerträglichcn Ucbergriffe», wie sie in dem Verhältnis zwischen Dienstbcrechtigten und Dienstverpflichteten gegenwärtig an der Tages- o r d n u n g sind, nach Möglichkeit zu schütze» suchen." Wer also geglaubt hat. der Beweggrund solcher„Sozialreform" sei, den Dienstboten zu helfen, der irrt, die„Herrschaften" sollen „geschützt" werden, und obendrein sollen durch Zugeständnisse, die man so wie so bald würde machen müssen, die Dienstboten in den Glauben versetzt werden, man tue es ihnen zu Liebe. So hofft man sie von der Sozialdemokratie und damit von jeder wirk- s a m e n Förderung ihrer Interessen fern zu halten. Wir haben freilich schon immer gewußt, daß dies der Kern aller bürgerlichen„Sozialreform" ist. Aber es ist doch gut, wenn es mal so offen zugegeben wird. Gerichts-Leitung. „Berliner Lchrerselbstmorde." Ein Preßprozeß gegen den Redakteur Dr. Georg Korn wegen eines unter dieser Spitzmarke in der„Welt am Montag" erschienenen Artikels beschäftigte gestern die dritte Strafkammer des Landgerichts I. Die Anklage gegen Dr. K. lautete auf Beleidigung des P r o v i n z i a l s ch u l r a t S U l l m a n n. In der Nummer 32 der „Welt am Montag" vom 8. August v. I. erschien unter der Ueber- schrift„Berliner Lehrerselbstmorde" ein Artikel, welcher sich mit den bald hintereinander folgenden Selbstmorden deS Lehrers Wicdenberg und des Rektors Neumann beschäftigte. Im Sommer vorigen Jahres erregte es allgemeines Aufsehen, daß der an der 181. Gemeinde- schule angestellte Lehrer Wiedenberg auf dem Selbstmörder- friedhof im Grunewald durch Erschießen Selbstmord verübte. Kurze Zeit darauf erschoß sich der an der 274. Gemeindeschule angestellte Rektor Neumann. Innerhalb der Lehrerschaft tauchten infolge dieser mysteriösen �Selbstmorde allerlei Gerüchte auf, durch die der Provinzialschulrat Ullmann in eine gewisse Verbindung mit diesen Vorfällen gebracht wurde. In einem Nachruf, den die Berliner Lehrerschaft dem Rektor Neumann in der„Pädagogischen Zeit- schrift" ividmete, hieß es unter anderem:„Schwere amtliche Verdrießlichkeiten" haben den Verstorbenen in den Tod ge- trieben." Durch Mitteilungen aus den Lehrerkreisen nahmen die Gerüchte bald eine greifbare Gestalt an, bis es schließlich verlautete, daß der Provinzialschulrat Ullmann die Veranlassung zu den Selbst- morden gegeben habe, und zwar durch ein mehr als scharfes Vor- gehen gegen die Lehrerschaft anläßlich der von ihm vorgenommenen Revisionen. Insbesondere erhielt die Redaktion der„Welt am Montag" eine Flut von Zuschriften aus Lehrerkreisen, in denen schwere Beschuldigungen gegen Herrn Ullmann erhoben wurden. Dies gab dem Angeklagten Dr. Korn zu dem nunmehr inkriminierten Ar- likel Veranlassung. In diesem heißt es u. a., daß beide Fälle der Selbstmorde im Zusammenhang mit dem Eingreifen des bekannten Provinzialschulrats Ullmann stehen, der durch die Art seiner Revisionen längst eine starke Nervosität bei der Berliner Lehrerschaft verursacht habe. Es sei nicht zu bezweifeln, daß bei einer amtlichen Untersuchung Herr U. völlig schuldlos hervorgehen werde, bis es vielleicht zu einem dritten Lehrerselbstmord komme. Dieser Artikel gab dem Direktor des preußischen Schulkollegiums Veranlassung, gegen den verantwortlichen Redakteur Strafantrag wegen Beleidigung zu stellen. Zu der Verhandlung waren etwa 39 Zeugen geladen, sämtlich Rektoren und Lehrer der hiesigen Gemeindeichulen. Der A n- geklagte bestritt, daß der Artikel, für den er jede Verantwortung übernehme, einen beleidigenden Charakter habe. Den vielfachen Er- suchen und Bitten seitens der Lehrer, die teilweise mit vollem Namen für die Richtigkeit ihrer Angaben bürgten, habe er schon in seiner Eigenschaft als Bürger der Stadt Berlin nicht entgegentteten zu können geglaubt. Als Publizist habe er nur seiner Pflicht genügt, indem er durch jenen Artikel eine Aufklärung der mysteriösen Selbst- morde herbeizuführen versucht habe. Fall Wiedenverg. Als erster Zeuge wurde der R e k t o r R i e b e, der frühere Vorgesetzte des aus dem Leben geschiedenen Lehrers Wiedenbcrg, ver- nommen. Dieser bekundete, daß W. kurz vor der Revision durch den Provinzialschulrat zu ihm geäußert habe: Wenn Ullmann meine Klasse revidiert, werde ich niemals Rektor. Am Morgen der Revision sei W. kurz vor 8/48 Uhr weggegangen und nicht wiedergekommen. An demselben Tage habe er sich erschossen. Andere Zeugen bekunden, daß W. sich auch ihnen gegenüber in einer gewissen Angst vor der Revision geäußert habe..Die Klasse des W. sei später in der betten Ordnung gesunden worden. Fall Neumait». Noch eigenartiger liegt der Fall des RektorSNeumann. der erst kurze Zeit bei der 274. Gemeindeschule angestellt war. Dieser hatte erst 16 Tage die Rektorstelle inne, als unvermutet die Revision durch den Provinzialschulrat Ullmann vorgenommen sei. Neumann habe ebenfalls schon vorher eine gewisse Angst geäußert, wie mehrere Zeugen bekundeten. Als N. von dem Schulrat Vor- würfe erhielt, daß er einen nicht genehmigten Leitfaden in der Klasse duldete, ihn: auch Vorhaltungen über eine andere Unregel- Mäßigkeit gemacht wurden, habe er bald darauf Selbstmordgedanken geäußert, weil es nun nichts mit seiner Bestätigung als Rektor iverden würde. Tatsächlich hatte der Schulrat U. in seinem Revisionsprotokoll sich abfällig über N. geäußert und die Versetzung an eine andere Schule empfohlen. Als Neumann dies erfuhr, habe er ebenfalls Hand an sich gelegt. Ein Rektor H. be- kündete als Zeuge, daß der mit ihm gut befteundete N. nach der Revision Selbstmordgedanken geäußert habe. In einem Abschieds- brief, den N. an den Zeugen gerichtet hatte, habe ihm der Verstorbene mitgeteilt, daß er ebenfalls ein Opfer der„Ullmanie" geworden sei. In seinem Testament erwähnt N. ebenfalls, daß Ullmann die Schuld an seinem Tode trage und schließt mit den Worten:„Mein Ber- hängnis war der Ullmann!" Seitens der übrigen als Zeugen geladenen Lehrer wurde eben- falls bestätigt, daß vor dem Schulrat eine förmliche Angst bestand, weil er viettach die Lehrer vor der versammelten Klasse abkanzelte und auch sonst mehr als scharf vorging. In Lehrerlreisen habe sich deshalb schon das Wort„Ullmanie" gebildet. Aussage des Beleidigten. Der Provinzialschulrat Ullmann bekundete als Zeuge fol- gendes: Er bekleide seit etwa 3>/z Jahren das Amt eines Provinzial- schulrates. Ihm unterständen etwa 3999 Lehrkräfte, die er zu revidieren habe; in seiner Amtszeit habe er bereits 1299 Lehrer revidiert. Zu seinen Amtsobliegenheiten gehöre insbesondere die Revision der Berliner Schulen. Als er im Sommer vorigen Jahres unvermutet in der 181. Gemeindeschule erschienen sei, habe er in den Klassen des Rektors und eines anderen Lehrers Schulbücher vor- gefunden, die behördlich nicht genehmigt waren. Auch habe er sinn- lose Strafarbeiten entdeckt. Er habe dem Rektor Riebe gesagt: „Wenn ich noch einmal derartige Unregelmäßigkeiten entdecke, so kann ich auch heftig werden." Öb dies von dem Rektor als eine Drohung aufgefaßt sei, kann Zeuge nicht angeben. Er habe sich dann mit der Angabe, daß er in einigen Tagen wiederkomme, ent- fernt. Da er den verstorbenen Lehrer Wiedenberg als einen besonders tüchtigen Pädagogen kannte, habe er beabsichtigt, dessen Klasse zu allerletzt zu revidieren. Am Tage der zweiten Revision sei W. dann nicht mehr zun, Unterricht erschienen. Aehnlich liege eS in dem Falle des Rektors Neumann. Dieser Beamte wäre als Rektor an die 274. Gemeindeschule versetzt worden, hätte aber die behörd« liche Bestätigung noch nicht erlangt. Als er(Zeuges am 5. Mai in der Schule des Neumann erschien, habe er bemerken müssen, daß N., obwohl er schon sechzehn Tage im Dienst war, sich noch nicht eine besondere Klasse zugeteilt hatte. Der Rektor Neumann habe ihn außerdem belogen nnd betrogen. In einer Klasse habe er den Rektor beauftragt, mit den Schülerinnen ein neues Kapitel aus der biblischen Geschichte durchzunehmen. Der Rektor habe ihn indessen belogen und ein Kapitel, welches die Schülerinnen längst auswendig kannten, durchgenommen, so daß natürlich alles am Schnürchen gehen mußte. Neumann habe ihm bald darauf die unwahre Angabe eingestanden und ihn mit Tränen in den Augen um Verzeihung gebeten. Er, Zeuge, habe indessen diesen Vorfall in dem Protokoll weiter gemeldet und empfohlen, den Rektor an eine andere Schule zu versetzen, weil er den übrigen Lehrern dieses Er- eignis in der Konferenz mitgeteilt hatte, obwohl ihm dies verboten war. Einige Zeit darauf habe sich N. erschossen. Der Staatsanwalt Helbig führte aus, die Beweis- aufnähme habe ergeben, daß Herr Provinzialschulrat Ullmann zwar strenge ist und die Lehrer nicht mit Glacehandschuhen anfaßt, aber in keinem Falle sei ihm Ungerechtigkeit, Unbilligkeit und Vor- eingenommenheit vorzuwerfen. Die Selbstmorde seien auf über- schraubtes Ehrgefühl zurückzuführen. Ullmann sei schuldlos. Der Staatsanlvalt beantragte 699 Mark Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. L ö w e n st e i n, beantragte die Freisprechung. Die Form des Artikels sei nicht beleidigend und der Angeklagte habe nur dasselbe gesagt, was auch von anderen Zeitungen in anderer Form unbeanstandet gesagt worden sei. Die Beweisaufnahme habe klar dargelegt, daß die„Ullmanie" unter den Lehrern zweifellos bestehe und die beiden Unglücklichen in den Tod getrieben habe. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende das Urteil des Gerichts � dahin: Der Artikel mache dem Provinzialschulrat Ullmann zum Vorwurfe, daß er durch die Art und Weise seiner Revisionen, sei eS in persönlicher, sei es in sachlich ungerechter und schikanöser Weise Lehrer zur Verzweiflung und sogar zum Selbstmord treibe. Dieser Beweis sei dem Angeklagten nicht gelungen; sachliche Voreingenommenheit und Schikanierung sei dem Provinzialschulrat Ullmann nicht im geringsten nachgewiesen. Die beiden Selbstmorde stehen nur in ganz losem Zusammenhang mit den Revisionen des Provinzialschulrats Ullmann. Allerdings hatten sich in der Lehrerwelt Gerüchte verbreitet, die einzelne Lehrer beängstigten, aber objektiv sei nicht das geringste dafür erwiesen, daß Herr Ullmann Anlaß zu diesen Gerüchten gegeben. Die Selbstmorde sejen auf das krankhafte Verhalten der beiden Personen zurückzuführen, in deren Sinn sich jene Gerüchte zu übertriebener Angst verdichtet haben. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung hat der Ge- richtshof auf Grund des Z 185 auf 399 Mark Geldstrafe, Publikationsbefugnis und Einziehung der Platten und Formen erkannt. Die aus dem Leben geschiedenen Lehrer würden nach dem Er« gebnis der Beweisaufnahme die Auffassung des Staatsanwalts und Gerichts schwerlich billigen, wenn sie ebenso wie der Beleidigte als Zeugen und gleichsam als Gutachter gehört werden könnten. Aber mag man über die Gründe zum Selbstmord wie immer urteilen: Die„Ullmanie" hätte loohl ohne das Verhalten des Provinzial- schulrats nicht entstehen und bestehen können. Diese Tatsache be- iveist, daß die bestehenden Zustände trotz des Gerichtsurteils dringend einer Acndcrung bedürfen._ Ein bestrafter Landr�s. Vom Landgerichte Jnsterburg ist am 20. Mai b. I. der königliche Landrat Richard Bank wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von 59 M. verurteilt worden. Der Landwirt Schlitzlus hatte früher einmal mit der Behörde Differenzen, weil ihm bei der Beerdigung eines Kindes nicht gestattet worden war, daß der freireligiöse Prediger auf dem evangelischen Friedhofe eine Ansprache halte. Später wurde er von zwei Dienstmädchen, die bei ihm in Stellung gewesen waren, ans Herausgabe von Kartoffeln verklagt. Während diese Sache vor dem Amts« gericht verhandelt wurde, äußerte der angeklagte Land- rat auf dem Korridor des Gerichtes anderen Personen gegenüber in seiner lauten und lebhaften Art sein Miß- fallen über Schlitzlus,- indem er ihn einen„unglückseligen Kerl" nannte, der sich gegen die Staatsgeivalt auflehne und den armen Mädchen die Kartoffeln abnehme. Schlitzkus, der hiervon Kenntnis erhielt, fühlte sich beleidigt und stellte Slrafantrag, worauf das erwähnte Urteil erging.— Der Landrat hatte Revision eingelegt nnd behcmptete Verkennung deS§ 193, da er die berechtigten Jnter- essen der beiden Mädchen vertreten habe.— Das Reichsgericht erkannte auf V e r w e r f u n g der Revision, da ausdrücklich fest- gestellt sei. daß die Voraussetzungen des ß 193 nicht vorliegen. Eingegangene DmcKftKriften. Von der„Neuen Gesellschaft«, Sozialistische Wochenschrist, Heraus» geber Dr. Heinrich Braun und Lilh Braun(Verlag Berlin W. 15. Prell ür das Emzelhest 19 Ps., pro Monat 49 Pj., pro Vierteljahr I.W M.l ist soeben das 24. Lest des 2. Bandes erschienen i Besse essere Cigaretten als Josetti- Cigaretten sind niemals gemacht worden. 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Um zahlreichen Besuch und Abschlußz bittet Der Juhaber Karl Römisch. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gloce, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. id.»Bs. 23. 2. Ktilllßt des Dmillts" Kerlim UlllksdlM. lt. M«m. Partei- �ngelegenbeiten. FriedrichShagen. Sonnabend, den 16. Juni, abends 9 Uhr, findet im Saale des Restaurants Wilhelmsbad, Seestraße, die Monats- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genofien Hans Weber- Berlin„Aus dem Reiche der Sozialreform". 2. Diskusston. 3. Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Ncueiihcigen(Ostbahn). Für den hiesigen Bezirk findet am Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 3 Uhr, im Lokale der Witwe Klara Gross e in Fredersdorf(Dorf) eine Volksversamm- lung statt. Vortrag der Genossin Kriesel-Berlin. Nachher in dem- selben Lokale Mitgliederversammlung des Bezirlswahlvereins. Trebbin(Kreis Teltow). Sonnabend, den 16. Juni, hält der Wahlverein seine Monatsversammlung bei O. Wolf, Bahnhof- straße, ab. Das Erscheinen s ä m t li ch e r Mitglieder zwecks Um- tausch der alten Bücher ist sehr erwünscht. Die Arbeiterschaft Trebbins wird darauf aufmerksam gemacht, zum Schützenfest das.Schützenhaus" sowie das Bierzelt von B a t h e streng zu meiden. Spandau. Am nächsten Freitag, den 15. Juni, findet eine außer- ordentliche Generalversammlung des Wahlvereins im Lokal von Köpnick, Pichelsdorferstr. 39, statt und wird zahlreiche Beteiligung erwartet._ Der Vorstand. Berliner JVadmebten* Juristische Sprechstunde. Im Interesse unserer Leser haben wir die juristische Sprechstunde erweitert. Die Sprechstunde findet von jetzt ab täglich, außer Sonntags, statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde bereits um 6 Uhr: an den anderen Wochentagen wie bisher um 7� Uhr._ Ei» nervöser Lehrer ist Herr Viktor v. Rutkowski, der an der 249. Knaben- Gemeindeschule(Waldenserstraße) in der 7. Klasse seines Amtes waltet. Als nervös bezeichnet er sich, wenn Eltern zu ihm kommen und klagen, daß er ihre Kinder zu arg prügele. Er entschuldigt sich nüt seiner Erregbarkeit und weist darauf hin, daß man Nachsicht mit ihm haben und ihn schonen müsse. Als nervös empfiehlt auch der Rektor ihn der Nachficht der Eltern, die fich an diese höhere Stelle wenden und über den rasch und kräftig zuhauenden Lehrer sich be- schweren. Nun ist das für Herrn v. R. gewiß sehr traurig, daß er krank ist. Aber trauriger noch ist es für die Kinder, die ihm an- vertraut find und unter seiner Krankheit zu leiden haben. Uns sind ein paar Fälle mitgeteilt worden, die eS uns als ratsam erscheinen lassen, daß dieser nervöse Herr sich erst mal auskurieren möge— wenn nich. in seinem eigenen Interesse, so wenigstens um seiner Schüler willen. R. neigt dazu, seine Schüler schon wegen geringer Versehen— nicht nur wegen ungezogenen Betragens, sondern auch wegen unzu- länglicher Leistungen— recht nachdrücklich zu prügeln. Einer Mutter hat er auseinandergesetzt, er könne doch nicht die Kinder bloß kitzeln. Er müsie so hauen, daß Spuren zurückbleiben. In der Erregung mache er eS wohl mal zu grob, aber manchmal seien eben auch die Hosen der Kinder ein bißchen dünn. Er Mgte hinzu, von den Frauen würden die Striemen, die es da gebe, gern zum Anlaß übertreibender Schilderungen genommen. Aber anhaben könnten sie ihm deshalb gar nichts. In diesem letzten Punkt hat er recht, der Herr v. Rutkowski. Die Schulbehörde wird ihm bei- stehen und kein Gericht wird ihn verdammen, solange die Aerzte, denen die Eltern die'geprügelten Kinder zur Untersuchung vorführen, nur bescheinigen können, daß auf de» üblichen Körper- teilen blutunterlaufene Striemen zu sehen sind. Doch der Stock des Lehrers kann schlimmeren Schaden stiften als denjenigen, den ein Arzt zu konstatieren weiß. Wiederholt ist von uns ausgeführt worden, daß Lehrer, die „nicht ohne Schläge fertig werden" und selbst Kleinigkeiten gleich mit Prügeln ahnden, nur zu leicht aus den Kindern die Liebe zum Lehrer und die Lust zur Schule heraus- hauen. Eltern haben unS versichert, daß auch R. mit seinen Prügeleien diesen Erfolg bei ihren Kindern gehabt habe. Ein Kind war aus der achten Klasse mit leidlicher Zensur zu R. in die siebente Klafie gekommen, hier aber kriegte es im nächsten Halbjahr eine miserable Zensur. Beispielsweise war jetzt die Aufmerksamkeit nicht mehr„gut", sondern„nicht immer zur Zufriedenheit", der Fleiß nicht mehr„gut", sondern„nicht ausreichend". Ebenso verwandelte sich das Urteil über die Leistungen im Anschauungsunterricht aus„gut" in genügend", über die Leistungen im Rechnen aus„genügend" in„niangelhaft", über die Leistungen im Schreiben aus„gut" in„mangelhast" usw. Die Zahl der Nachbleibestrafen stieg von eins auf sieben! Aus diesen beiden Zensuren geht ja noch nicht hervor, ob der Junge nachließ. Iveil R. prügelte, oder ob R. prügelte, weil der Junge nachließ. Aber die Gegenüberstellung läßt mindestens das eine erkennen, daß die Prügel den Jungen nicht gefördert haben. R. erklärte ihn für faul, die Mutter aber behauptete, er sei nur verschüchtert und müsse es bei der Prügclmethode nur noch mehr werden. Die Mutter forderte die Umschulung, und diese wurde ihr— gegen alle Regel— gewährt. Das war ein Radikalmittel, aber nur selten wird es in solchen Fällen den Eltern bewilligt. Richtiger wär'S ja auch, lieber den nervösen Lehrer für einige Zeit„auszuschulen", damit er versuchen kann, wieder gesund zu werden. Kranke Lehrer gehören nicht in die Schule. Sie können hier schwersten Schaden an- richten, der nie wieder gut zu machen ist. Da sollten die Eltern, sofern sie für berechtigte Klagen das wünschenswerte Entgegen- kommen weder beim Lehrer noch beim Rektor finden, sich baldigst au die Schuldeputation wenden, damit diese pflichtgemäß prüft, ob nicht der kranke Lehrer zu beurlauben oder gar zu pensionieren ist. Die Schule ist eine BildungSanstalt für Kinder, nicht eine Ver» sorgungsansialt für Lehrer. Mitleid gegenüber einem kranken Lehrer kann unter Umständen ein Verbrechen gegen die eigenen Kinder� sein. Wenn ein Handwerksgeselle seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, so verdirbt er nur Leder, Tuch. Holz usw., aber kein Meister wird Mitleid mit ihm haben und ihn bei sich behalten. Ein Lehrer, der sich zum Pädagogen nicht eignet, verdirbt kostbareres Material— daS kostbarste, das wir haben. Taö Postamt Friedrichsberg wird vom I. Juli ab aufhören, einen eigenen Postbezirk zu bilden. Von diesem Termine ab wird es die Bezeichnung Postamt Lichtenberg bei Berlin 1 und das Amt in Lichtenberg Postamt Lichtenberg bei Berlin 2 erhalten. Gleichzeitig wird auch das Fernsprechamt Fricdrichsberg nach dem Hauptorte als Fernsprechamt Lichtenberg bezeichnet werden. Ferner wird die postalische Grenze Lichtenbergs dadurch einer Aenderung Mexzogxn- daß die jetzt zu deo Bestellöezirken der Pojtämtep io Rummelsburg und Friedrichsfelde gehörigen Ortsteile den Lichten- berger Postämtern zugeteilt werden. Dagegen verbleiben die zu Lichtenberg gehörigen Häuser in der Boxhagenerstratze nach wie vor dem Bezirk des Postamts Berlin O. 112 und O. 34. Tic Eisenbahn in Röten. Die Eisenbahnverwaltung hat an die Direktion des Sportparks zu Steglitz das Ersuchen gerichtet, das auf Sonntag, den 17. Juni anberaumte große Radrennen mit Rücksicht auf die vom 14. bis 19. Juni bei Friedenau stattfindende Landwirtschaftliche Wander- aus st eilung auf einen anderen Sonntag zu verlegen. Der 17. Juni sei der einzige Sonntag in der Ausstellungszeit und somit an diesem Tage ein Massenbesuch zu erwarten; finde nun noch das in Aussicht genommene Radrennen statt, so würde es nicht möglich sein, den Verkehr am Sonntag mit dem geplanten Drei- minuten-Betrieb Wannseebahnhof Berlin-Steglitz zu bewältigen.— Die Direktion des Sportparks hat sich bis jetzt noch nicht ent- schloffen, ob sie der Eisenbahnverwaltung aus der Patsche helfen will oder nicht. Im Interesse des Publikums möchte man wünschen, daß sie desti Ersuchen nachkommt. Daß die Eisenbahnverwaltung ein derartiges Ersuchen stellen muß, kann wohl auch nur in Berlin passieren. Vielleicht hat Petrus ein Einsehen und hilft der be- drängten Verwaltung mit einem Sonntags-Dauerregen aus der Klemme. Der Stadtverordnete Kämpf hat aus Anlaß der wegen seines Auftretens bei Beratung der Wertzuwachssteuer gegen ihn gerichteten Angriffe in der letzten Sitzung der Fraktion der Linken folgende Erklärung abgegeben:„In Verfolg der Ausführungen, die ich bor einigen Wochen in der Stadtverordneten-Versammlung gegen die Einsührung einer Wertzuwachssteuer in Berlin gemacht habe, bin ich in einem gewissen Teile der Presse heftigen Angriffen ausgesetzt gewesen. Statt meine Ausfiihrungen zu widerlegen, hat dieser Teil der Presse sich damit beschäftigt, mich persönlich zu verdächtigen. Diese Verdächtt- gungen gipfeln im wesentlichen darin, daß ich meine Kenntnisse von geplanten städtischen Unternehmungen verwendet habe, um Terrain- gesellschaften zu gründen und meine eigenen Terrainspekulationen zu fördern. Demgegenüber habe ich zu bemerken, daß ich von städtischen Unternehmungsplänen niemals früher Kenntnis erhalte als irgend ein anderer Berliner Bürger. Ich bin weder Mitglied der Bau- deputation, noch der Grundstücksdeputation, noch der Verkehrs- oder Finanzkommission, noch irgend einer anderen Deputation, in der ich früher als irgend jemand anders Kenntnis von städtischen Plänen erhalten kann. Zu dieser Kenntnis gelange ich vielmehr ebenso wie jeder andere Berliner durch die Zeitungen oder durch die Vorlagen des Magisttats an die Stadtverordnetenversammlung. Ich kann daher auch diese angebliche Kenntnis nicht für meine eigenen Ge- schäfte ausgenutzt haben. Tatsächlich existieren aber auch solche eigenen Geschäfte meinerseits zurzeit im Weichbilde der Stadt Berlin überhaupt nicht und haben seit Jahren nicht bestanden. An den Terrains, die zu der Gründung einer Terrain- Gesellschaft in Berlin geführt haben, deren Aufstchtsratsvorsitzender ich bin, habe ich niemals eine Beteiligung irgendwelcher Art ge« habt, ebensowenig habe ich jemals eine Aktie dieser Gesellschaft besessen oder besitze jetzt eine solche. Auch an anderen Terraingeschäften innerhalb des Weichbildes der Stadt Berlin bin ich weder jetzt be- teiligt, noch seit Jahren beteiligt gewesen. Hiernach fallen die gegen mich ausgestreuten Verdächtigungen gänzlich zu Boden." Diese Erklärung richtet sich gegen die Angriffe, die in der „Deutschen Volksstimme" gegen Herrn Kämpf erhoben wurden. Wir haben dieselben in unserem Blatte bereits auf den wahren Wert zurückgeführt, ohne damit zurückzuhalten, daß Herr Kämpf das Interesse der Grundstücksspekulanten und damit das„seiner" Terraingesellschast ganz offen vertreten hat— aber nicht anders, als die Hallsagrarier ihre Haus- und Grundbesitzerinteressen vertreten. Die Einführung der vielbcrufenen Billett- und Lustbarkeits- steuer hat der Magistrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. Den Tarif für beide Abgaben hat das Kollegium nach den Vor- schlagen der Steuerkommission angenommen. Danach unterliegen die Eintrittskarten zu Theatervorstellungen, Konzerten, Zirkus- Vorstellungen, Spezialitätenbühnen usw. einer mit den Eintritts- preisen steigenden Abgabe. Die Lustbarkeitssteuer baut sich auf den Umfang der Grundflächen auf, den die zu einer festlichen Ver- anstaltung benutzten Räume haben.— Ueber die beiden an- genommenen Steuern wird der Stadtverordneten-Versammlung sofort eine Vorlage zugehen. Wir kommen dann auf die Sache zurück. Für die neue elektrische Bahnlinie Spandau-Spandaner Bock im Anschluß an die Straßenbahnlinie Spandauer Bock-Dönhoffs- platz ist die Gleisverlegung bereits fertig gestellt, und in den nächsten Tagen wird mit der Legung der Stromzuführungskabel begonnen werden. Die neue Bahnstrecke hat einen eigenen Bahn- körper erhalten, welcher längs der Spandauer Chaussee führt und somit für den lebhaften Fuhrverkehr dortsBlbst keine Erschwernis bilden dürfte. Auf der am 1. Oktober zur Eröffnung gelangenden Strecke werden vorläufig in Halbftundenabständen nur Motorwagen verkehren, die jedoch im Bedarfsfälle mit Anhängern versehen werden. Die Lehrer müssen noch warten. Der Magistrat hat sich bor- gestern in seiner außerordentlichen Sitzung mit dem Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung beschäftigt, der unter Ablehnung der Magistratsvorlage dahinging, die Gehälter der Rektoren, Lehrer und Lehrerinnen an den Gemeindeschulen und Fachschulen nach dem Vorschlage der Schuldeputation bezlo. des vorberatenden Stadt- verordneten-Ausschusses neuzuordnen. Der Magistrat hat be- schloffen, die Stadtverordneten-Versammlung zu ersuchen, in ge- mischter Deputation nochmals die Neuordnung der Gehaltsbczüge der Rektoren und Lehrer sowie Lehrerinnen an den Gemeinde- und Fachschulen zu beraten. Demnach scheint der Magistrat nicht geneigt, den Beschlüssen der Stadtverordneten-Versammlung nachgeben zu wollen. Ob die Stadtverordneten-Versammlung bereit sein wird, ihre in diesem Falle einmütig gefaßten Beschlüsse in einer gemischten Deputation zu korrigieren, scheint uns sehr zweifelhast. Die Anlegung eines neuen Borortbahnhofes zwischen den Stationen Steglitz und Groß-Lichterfelde der Wanuseebahn ist von der Bahnvcrwaltung in AuSsichr genommen worden. Der projektierte neue Bahnhof soll den Berkehr nach dem Botanischen Garten bei Dahlem erleichtern und in der Nähe desselben, jedoch auf Groß- Lichterfelder Gebiet angelegt werden. Die Wahlfälschung dc� Reichsverbändlcr in der OrtSkasie der Schneider. Ueber die Vorgänge bei den Wahlen zur Ortskrankenkaffe der Schneider haben wir schon eine ganze Reche Tatsachen mitgeteilt, die beweisen, baß heutzutage ein Kassenvorstand sich alles erlauben kann, wenn— derselbe sich dem Reichsverbande verpflichtet. Die bei den Arbeitnehmerwahlen vorgekommenen Uebergriffe des Vor« standes werden unseren Lesern noch im Gedächtnis sein. Heute einiges über die Arbeitgeberwahl. Bekanntlich fanden am 23. Mai die Arbeitgebervertteterwahlen zur OrtSkasse der Schneider statt, bei welchen die Liste der un- abhängigen Arbeitgeber über die des Reichsverbandes mit 132 gegen 122 Stimmen siegte. Nur mit Widerstreben ließ sich damals der Wahlleiter Schmidt zur Auszählung der Stimmen im Wahl- lokal bewegen. Nachttäglich erfährt die Mitwelt auch den Grund, weshalb eine sofortige Auszählung nicht stattfinden sollte unb weshalb die Arbeitnehmerliste nicht ausgezählt wurde. Am Sonnabend, den 9. Juni, sollte die definitive Auszählung stattfinden beziehungsweise sollte geprüft werden, ob die Gewählten auch wählbar waren. Bei der Eröffimna der Wahlurne wurde ich« gestellt, daß zunächst 18 Exemplare der unabhängigen Liste oben lagen. Sämtliche 18 Listen waren kreuz und quer durchstrichen, so daß dieselben als ungültig zu bettachten waren. Bei der Aus- zählung amWahltage waren drei ungültige Stimm- zettel gezählt worden. Drese reichsverbändlerische Wahlfälschung war denn auch den eigenen Freunden zuviel. Erregt er- klärten denn auch zwei derselben zu Protokoll:„Als Mitglieder der Auszählungskommisfion stellen wir fest, daß diese Listen am 23, Mai nicht in der Urne waren, vielmehr haben fich dieselben alle in sauberem Zustande befunden." Es wurde nun sofort Polizei geholt, welche die Urne beschlagnahmte. Inzwischen haben die Vernehmungen durch die Kriminalpolizei ihren Fortgang genommen. Nach diesem Protokoll steht also fest, daß in der Ortskasse der Schneider gegenwärtig Leute ihr Wesen tteive«, welche vor dem Bcr- brechen einer gemeinen Wahlfälschung nicht zurückschrecken. Von einer Kommission der Arbeitnehmer ist unter Hinweis auf die Wahlvorgänge die Aufsichtsbehörde angegangen worden, den Vorstand der Ortskasse anzuweisen, die Auszählung der Listen un- verzüglich vorzunehmen und zu diesem Zweck den gesamten Vorstand zu berufen. Am 5. Juni ging die Beschwerde ab, aber bis jetzt haben die Beschwerdeführer über das Schicksal ihrer Beschwerde kein Sterbens- wörtchen gehört. Wird die Auffichtsbehörde sich endlich aufraffen, geordnete Zustände in der Kasse herbeiführen zu helfen? Sie hätte zwar schon längst diese Pflicht gehabt, und jeder Tag, der ins Land geht, kann noch größeren Schaden für die Kassenmitglieder stiften. Kommt die Behörde nicht bald zu einem Entschluß, so wird Gelegenheit ge- sunden werden, wo fie für die Verzögerung Rede und Antwort stehen muß._ Mit polizeilicher Auflösung und mit der S i st i e r u n g ihre? Vorsitzenden endete eine stark besuchte Pücklerversammlung. die zu Dienstag abend nach Buggenhagen am Moritzplatz ein- berufen war. Graf Pückler sprach über das Thema:„Mehr Ernst I" Nach seiner Ansicht lassen es alle Handwerker, Kauflcute und Be- amte an dem nötigen Ernst bei der Lösung der Judenfrage fehlen. Nur die Schutzleute, führte er aus. sind alle zielbewußte Antisemiken. Auch die Polizeileutnants gehören zu meiner Familie. Ich bin der Vater vons Ganze und Polizeileutnants und Schutzmänner sind meine tatkräftigen famosen Söhne. Nächstens müssen wir mal eine fidcle„Hirschjagd" im Tiergarten und Grüne- wald veranstalten und alle„Hirsche" und„Kälber" niederknallen. Ich komme sofort mit einer Doppelflinte und führe Euch an. In diesem Augenblick löste der überwachende Leutnant die Versamm- lung auf. Der Vorsitzende Breitenbach fiel dem Beamten ins Wort, erklärte die Versammlung nur für vertagt und suchte sie sofort wieder zu eröffnen. Hierzu kam er jedoch nicht, denn der Polizei- leutnant erklärte den Vorsitzenden für verhaftet. Die Folge hiervon war ein starker Tumult. Etwa ein Dutzend Schutzleute drangen in den Saal ein und bewirkten dessen Leerung, die sich indes nur langsam vollzog. Unter dem Schutze verschiedener Polizisten konnte sich Pückler diesmal ungehindert nach seinem Wagen begeben. Langsam im Geben zeigen sich doch immer wieder unsere Be- Hörden, die staatlichen wie die städtischen, wenn es sich um ihre schlecht bezahlten Unterbeamten und sonstigen Angestellten oder Arbeiter handelt. Diesmal sind es wieder einmal die Unter- beamten der Post, die darüber zu klagen haben, daß man sie warten läßt. Die Erhöhung ihres Wohnungs- gelbes gilt vom 1. April ab, aber bis heute, wo wir dies schreiben, haben sie noch nichts davon zu sehen gekriegt. Eine Nachfrage bei den Hauptkassen ergab, daß die Aemter noch keine Anweisung haben, zu zahlen. Warum nicht? Glaubt man„oben", daß die Unterbeamten der Post zu„übermütig" werden könnten, wenn sie gar zu rasch in den Besitz der Riesensummen kommen, die sie da einsacken dürfen? Beim Einsteigen in einen Schacht vom Tode überrascht wurde gestern abend der GaSarbeiter Z. aus der Veteranenstratze. Z. war in den städtischen Gasiverken in der Danzigerstraße mit dem Legen von Gasröhren beschäftigt, und als er in einen Schacht hineinsteigen wollte, brach er plötzlich bewußtlos zusammen. Auf Anordnung des von der Unfallstation IX hinzugerufenen Arztes wurde der Arbeiter in ein Krankenhaus gebracht, starb aber bald nach semer Einlieferung. Tod durch Verbrühen. In der chemischen Fabrik von Riedel, Gerichtstraße, war der 18 Jahre alte Arbeiter Brunshagen seit drei Tagen beschäftigt. Leichtfertigerweise hatte man den jungen Mann gleich mit der Beaufsichtigung eines großen Bottichs betraut, in welchem die aus scharfer Salzlauge bestehende Jmprägniermasse durch Dampf erhitzt wird. Neben dieser an sich schon sehr verantwortungsvollen Arbeit mußte er inzwischen noch Nebenarbeiten verrichten. Als er am Sonnabend von solcher Nebenarbeit kommend nach dem Bottich sah, gewahrte er, daß die darin befindliche Jmprägniermasse bereits überhitzt war. Schnell wollte er die Dampfleitung abstellen und kletterte zu diesem Zweck auf den halb bedeckten Bottich. Hier glitt er jedoch aus und stürzte in die siedende Masse. Da er sich in seiner Angst an die im Bottich befestigten Dampfschlangen anklammerte, war es ihm noch möglich, Hülferufe auszustoßen. Am halben Leibe total verbrüht, wurde er aus der kochenden Lauge hervorgezogen und nach der Charitä gebracht. Seine Verletzungen waren jedoch derartig schwere, daß er dort am Sonntag unter entsetzlichen Qualen verstarb. Vielleicht kümmert sich die Gewerbeaufsicht mal ein wenig darum, ob in dem Betriebe genügende Schutzvorrichtungen vor- Händen sind. Von der Betriebsleitung ist aber mindestens fahr- lässig gehandelt worden, daß sie einen so wenig eingearbeiteten Mann an einen so verantwortungsvollen Posten stellte. Opftr mangelnder Bmikontrolle. Bei einem Gerüst ein stürz sind gestern morgen zwei Arbeiter schwer verletzt worden. Auf dem Neubau Soldinerstt. 23 hatten die Steinträger gebeten, die Rüstung im Hochparterre zu festtgen, da fie sonst die schweren Lasten nicht tragen könnte. Als nun gestern morgen der 39 jährige Wilhelm Cacharia, Stutt« garter Platz 2, und der 23jährige Karl Jehricke, Neue Albrechtstt. 48 wohnhaft, mit Steinlasten über die Rüstung hinweggingen, brach diese plötzlich ein und beide Personen wurden mit in den Keller hinabgerissen und unter den einstürzenden Bautrümmem begraben. Hinzueilende Kollegen befreiten die Verunglückten und brachten sie nach der Unfallstatton XVII. C. hatte schwere Rippenquetschungen und mehrere Quetschwunden und Verletzungen am Kopf sowie an Armen und Beinen erlitten. Auch I. hatte fich schwere Ver« letzungen zugezogen. Der Neubau ist vorläufig polizeilich gesperrt worden. Ein folgenschwerer Zusammenstoß im Straßenbahnbetriebe hat auch gestern nachmittag wieder stattgefunden. An der Ecke des Kurfürstendammcs und der Wichmannstratze kreuzte der Kutscher Hegel mit seinem Viehtransportwagen des Fuhrunter- nchmers Jakob aus Schmargendorf den Fahrdamm, obwohl in un- mittelbarer Stahe ein Straßenbahnzug. bestehend aus dem Motor- wagen Nr. 268 und dem Sommer-Anhängewagen Nr. 169, heran- gesaust kam. Es erfolgte ein heftiger Zusammenstoß, wobei be- sonders der Anhänger in Mitleidenschaft gezogen wurde. Infolge deS starken Anpralles wurde der in dem Sommcrwagcn befindliche Student Hans Wolfs aus der Uhlandstr. 49— 41 so unglücklich auf die Straße geschleudert, daß ihm der rechte Unterschenkel gebrochen wurde. Der Verunglückte erhielt die erste Hülfe auf der Unfall- ftatio» am Zoolooischep Garten und wu�be dann nach der Charit« übergeführt. Von den Wagen wurde der Anhängewagen am meisten beschädigt, so daß er aus dem Betrieb gesetzt werden mußte. Durch Radbruch entstand vorgestern abend um 6 Uhr eine größere Verkehrsstörung in der Lindenstraße. gemäßigt sieht, etwas zur Verbesserung des Eisenbahnverkehrs zu war er bei der Unterführung der Bahn angelangt, als der Berlin fun; es werden Sonntags und Feiertags ganze drei Abendzüge ein- Potsdamer Fernzug über die Brücke raste. Sofort scheuten die gelegt. Noch weniger entgegentommend zeigt sich die Postbehörde, Pferde wieder und gingen von neuem durch. Der alte unglückliche indem sie die Einbeziehung des Ortes in die Berliner Ortstage ab- Arbeiter Niehle konnte die Tiere nicht halten und wurde umlehnte. Trotzdem das Strafgefängnis und die Bernauerstraße schon gerissen, wobei ihm der Wagen den rechten Arm zermalmte. Beim Anbringen einer Schutzvorrichtung schwer verunglückt jetzt die Vororttage haben, ist die daneben liegende Berliner Gas- Inzwischen hatte sich ein Arbeiter der Baufirma eingefunden, der die ist gestern nachmittag in der Lederfabrik von Gebr. Steinlein in anstalt und der übrige Ortsteil davon ausgeschlossen. Die be- wildgewordenen Pferde aufhalten wollte, aber auch er wurde umder Thaerstr. 29-30 der 19jährige Schloffer Wilhelm Fuchs aus schlossene Umsatzsteuer von 2 Proz. für unbebaute und 1 Proz. für geriffen und der Länge nach überfahren. Wahrscheinlich hat er Alle drei Unglücklichen sind, der Reichenbergerstr. 163.. war damit beschäftigt gewesen, an bebaute Grundstücke ist von der Regierung genehmigt. Der von schwere innere Verlegungen erlitten. einer Maschine eine Schuhvorrichtung anzubringen, welche die dem Gemeindevorstand vorgelegte Bebauungsplan für die Wiesen nachdem sie den ersten Notverband erhielten, in das Krankenhaus nach Arbeiter bor Unglücksfällen schüßen sollte. Die Schutzvorrichtung und Feststellung der Baufluchtlinie für die Zugangsstraße wurde im Lichterfelde gebracht worden. Das Benehmen der Polizei bei solchen Gelegenheiten ist bes wurde dem jungen Manne selbst zum Verhängnis. Beim Be- Prinzip genehmigt. Zum Besuch des Fachzeichenunterrichts an festigen derselben geriet er in das Getriebe der Maschinen und der hiesigen Fortbildungsschule liegen 17 Anmeldungen vor, und fonders charakteristisch. Als der verletzte Kutscher zum Arzt gebracht wurde fast mit dem ganzen Körper hineingezogen. Fabritarbeiter wird beschlossen, den Unterricht einzuführen. Die Leitung desselben wurde, erfundigte sich ein Beamter nach dem Vorgang. Dann hätte befreiten den Unglücklichen und brachten ihn schwerverletzt nach der übernimmt der Ingenieur Körsten gegen eine jährliche Vergütung er dafür Sorge tragen müssen, daß ein zuverlässiger Mann das Unfallstation in der Warschauerstraße. Unter anderem ist ihm von 200 m. Bei der Kläranlage sind verschiedene Erweiterungs- Fuhrwert seinem Besitzer entweder zuführte oder dasselbe solange auch anscheinend der Brustkorb eingedrückt worden. Von der Station bauten in Höhe von zirka 115 000 m. notwendig, welche bewilligt bewachte, bis es abgeholt wurde. Wäre das geschehen, so wäre wenigstens das zweite und dritte Unglück verhütet worden. erfolgte die Einlieferung F.s in das Krankenhaus am Friedrichs- werden, ebenso die Mittel zur Erweiterung des Wasserwerkes. Ja wenn es gälte, auf Leute zu achten, die gegen den hain. Reinickendorf. boykottierten Fürstenhof Handzettel verteilten, dann wäre die Polizei wohl eifriger dahinter her. Wegen Sittlichkeitsverbrechen ist gestern nachmittag der Korbmacher Louis Lippert festgenommen worden. L. wurde feit längerer Zeit in der Laubenkolonie Bögow als Wächter und mit sonstigen fleineren Arbeiten wie Viehfüttern usw. beschäftigt, ohne daß die Laubenpächter ahnten, mit welchem Menschen sie zu tun hatten. Gestern lockte er die neunjährige Tochter des Straßenreinigers V. durch Süßigkeiten an sich, ging mit ihr in eine Laube, zu der er die Schlüssel besaß und versuchte ihr hier Gewalt anzutun. Auf das Geschrei des Kindes ließ er von ihm ab. Der Vater erfuhr durch seine Tochter von der Handlungsweise des L., worauf die Kriminals polizei in Kenntnis gesetzt wurde. Wie sich herausstellte, ist Lippert bereits mit sechs Jahren Zuchthaus wegen gleichen Vergehens vorbestraft. Treptow- Baumschulenweg. Bei der am 12. d. Mts. stattgefundenen Gewerbegerichtswahl wurden für den von uns im 1. Bezirk( Westen) aufgestellten Kandi daten als Arbeitgeberbeifizer, den Genossen Frante 13, für den Potsdam. Gegner 7 Stimmen abgegeben; im 2. Bezirk( Osten) konnten wir Wenn man föniglicher Kutscher ist. Eine wesentliche Herabsetzung uns mangels geeigneten Kandidaten nicht beteiligen. Eine regere der Strafe ist durch einen Begnadigungsatt des Kaisers Beteiligung fand bei der Wahl der Arbeitnehmerbeisiger statt. Im dem königlichen Kutscher Kannapinn in Potsdam zuteil geworden, 1. Bezirk( Westen) erhielt die von unseren Genossen aufgestellte Liste der von der dortigen Straftammer am 6. Dezember v. J. wegen 226 Stimmen, im 2. Bezirk( Often) 577 Stimmen. Gegnerische fahrlässiger Tötung eines Schußmannes zu vier Monaten Gefängnis Kandidaten waren in Voraussicht eines Reinfalls wohlweislich nicht verurteilt worden war. Kannapinn, der seit Jahren im Marstalldienst aufgestellt. des Kaisers stand, war am 2. September v. J. mit einem Marstallwagen ausgefahren und hatte diesen einen Augenblick ohne AufAus der Gemeindevertretung. Das Drtsstatut für eine Freibant ficht gelassen, um sich eine warme Wurst zu holen. Während wurde in letter Sigung genehmigt. Die als Freibant bestimmte bessen gingen die mutigen Pferde mit dem Gespann durch und Ueber die Berhaftung einer Diebesbande im Norden Berlins Verkaufsstelle befindet sich in der Pumpstation. Der Verkauf des überfuhren den Schuhmann Streubel, der sich ihnen entgegengestellt hatte, um sie aufzuhalten. Der Schuhmann erlitt so schwere Verhatten wir vorigen Mittwoch nach einer Korrespondenz berichtet. Fleisches darf nur unter Aufsicht der Polizei und nicht in größeren legungen, daß er bald darauf verstarb. Kannapinn richtete, nachEs war unter anderem mitgeteilt, daß ein gewisser Breitenbach Gewichtsmengen als 22 Kilogramm erfolgen. Die Abgabe des bei den Diebstählen beteiligt war, der aber behauptete, von einem Fleisches an Personen, welche daraus ein Gewerbe machen, ist ver- dem das Reichsgericht seine gegen das Potsdamer Urteil eingelegte Revision verworfen hatte, ein Gnadengesuch an den Kaiser. Handelsmann Hingst verführt worden zu sein. Hingst sei ein boten. Der vom Genossen Karow gemachte Vorschlag, das ganze bielfach vorbestrafter Mensch und habe wegen Diebstahls und Projekt fallen zu lassen, fand feine Zustimmung, weil- nach Alus- Daraufhin wurde die Strafe auf vier Wochen Gefängnis herabHehlerei eine langjährige Zuchthausstrafe erlitten, die er aber nicht fage des Amtsvorstehers die Regierung darauf drängt. Die gesetzt. Er wird auch im Dienste des kaiserlichen Marstalls berabbüßte, weil H. in der Anstalt geisteskrant wurde und nach Dall- Grenzregulierung mit Nixdorf wurde genehmigt. Recht lebhaft war bleiben. Seine Strafe soll Kannapinn im Gefängnis zu Tegel verbüßen. dorf übergeführt werden mußte. Von der Frau Hingst wird nun die Debatte bei Festsetzung der Kosten für die Kanalisation. Hier mitgeteilt, daß ihr Mann wohl bei dem Verkauf des Wagens an haben es die Herren Grundbesitzer fertig gebracht, daß die Gemeinde Barleben, nicht Breitenbach, zugegen gewesen sei, daß er aber 14 Proz. der Kosten trägt. Mit Recht führten unsere Genossen an, teineswegs wegen Diebstahls oder Hehlerei bestraft sei, auch in daß die Kosten von den Besitzern getragen werden müssen, weil sie leider vergebens. feiner Jrrenanstalt gewesen sei. Es scheint demnach, daß in der in erster Linie den Vorteil hiervon haben, Korrespondenz eine, allerdings recht unverzeihliche Verwechselung Ober- Schöneweide. der Personen stattgefunden hat. Vermischtes. Eine Sigung im Walde haben kürzlich die Stadtverordneten bon Soldau( Westpr.) abgehalten. Wahrscheinlich befürchtete der Vorsteher, daß bei dem schönen Wetter die Stadtverordneten nicht zusammen zu bekommen wären, und um dem Uebel zu steuern, beraumte er die Sigung im Stadtwalde an, wohin vom Rathause aus gefahren wurde. Und da saß man denn im Waldesdom friedlich steine, über Gasanstalten, über Lehrergehälter, über Volksschulküchen und dergleichen mehr. Nach der Sitzung wurde ein Spazier gang durch den Wald unternommen und die angepflanzten Sul turen besichtigt. Die Maiaussperrung vor der Gemeindevertretung. Seitens Feuerwehrbericht. Wegen eines gefährlichen Brandes, der unserer Genossen ist der Gemeindevorsteher darüber interpelliert durch unvorsichtigkeit mittags in einer Handlung, Lottumstr. 19, worden, von welcher Seite anläßlich der Maiaussperrung auf den auskam, wurde am Mittwoch die Feuerwehr alarmiert. Holzwolle, hiesigen Werken das riesige Polizeiaufgebot veranlaßt bei einander und beriet über Rechnungsangelegenheiten, über RinnKisten und anderes brannten dort. Um die Flammen zu löschen, worden sei und auf welche Weise die Kosten hierfür aufgebracht mußte längere Zeit Wasser gegeben werden. Ein zweiter gefähr- würden. licher Brand beschäftigte die Wehr in der Straße am Elisabeth- Bom Gemeindevorsteher wurde erklärt, daß die Interpellation ufer 19, wo Baffonmasse und anderes in Brand geraten war. In Polizeifachen beträfe und darüber hätte er der Vertretung der Dresdenerstraße 2 entstand in einer Wohnung Feuer und in keine Auskunft zu geben; nur so viel sei gewiß, daß die Kosten der Großen Frankfurterstraße 62 brannte ein Schornstein. Ferner vom Besteller getragen würden. hatte die Wehr noch in der Adalbertstraße 50 und in Moabit an der Ecke der Turmstraße und Thusnelda- Allee zu tun, wo Verkehrshindernisse beseitigt werden mußten. Vorort- Nachrichten. Achtung, Gewerkschaften! Billetts zu ermäßigten Preisen a Stüd 25 Pf. zum Besuch der Sezessions- Ausstellung am Kurfürstendamm find beim Raffierer der Gewerkschaftskommission, Genossen Joh. Scheible, Bismarckstr. 35, zu haben. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission. = Großfeuer. Baltimore, 13. Juni. Die Dods der Merchants and Miners Transportation Company sind durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Der Dampfer„ Esser" und mehrere Bartschiffe mit Ladung, die in den Docks lagen, sind verbrannt. erteilt. Genosse Grunow erklärte sich namens unserer Genossen mit dieser Auskunft nicht befriedigt, zeigte vielmehr an Beispielen, wie eng das Gemeindeinteresse mit dieser Aussperrung verbunden sei. Die Tatsache, daß den Ausgesperrten, welche In Ober- Schöneweide findet am Freitag, den 15. Juni bei Starde, um Stundung der Steuern nachsuchten, erklärt wurde: Siemensstr. 5, eine öffentliche Versammlung für Lehrlinge, jugendliche Arbeiter Sie hätten als Maifeiernde nicht auf Berücksichtigung und Arbeiterinnen statt. Die Parteigenoffen werden ersucht, für Besuch ihres Gesuches zu rechnen, zeige, daß sich auch noch die Gemeinde- dieser Versammlung zu agitieren und des Interesses wegen, welches die Mit der Vororts- Bauordnung sind besonders die nördlichen Vor- behörde in der Verfolgung der Ausgesperrten übe. Hoffentlich seien Arbeiterschaft an der Jugendorganisation hat, zahlreich zu erscheinen. Das PolizeiVerband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin orte nicht zufrieden. Der Gemeindevorstand von Nieder- Schön- dies nur Uebergriffe einzelner Beamter. straße 57: Diskussionsabend. Charlottenburg. Sigung bei Mertens, hausen hat eine Petition an die Regierung ausgearbeitet, in aufgebot von 50-60 Gendarmen, ausgerüstet mit Starabinern, und Vororte. Heute, Donnerstag, 14. Juni, abends 9 Uhr, Rosenthalerwelcher die Zulassung des Drtes in eine höhere Bauklasse erbeten habe vollends zur Gefährdung der Einwohnerschaft strummeftraße 42, abends 10 Uhr. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Donnerstag, den 14. Juni, abends 9, Uhr bei wird. Die erst 4000 Einwohner zählende Gemeinde Wilhelms- beigetragen. Nur der Besonnenheit der Arbeiter sei es zuzuschreiben, Zweigverein Rirdorf. ruh Rosenthal Nordend ist mit der Landhaus- Bau- daß nicht Szenen entstanden, wie sie sich in Breslau ereigneten. Schmidt, Berlinerstr. 14: Versammlung. Tagesordnung: Pflichten der GeUnter aller Kritik aber sei das Vorgehen einzelner Beamter, die hülfenschaft bei den Zwangsinnungen. Referent Liere. ordnung auch nicht mehr zufrieden und ist dort in der Tetzten Sitzung der Gemeindevertretung beschlossen ohne jede Veranlassung in die Passanten auf dem Bürgersteig Es werde zu beweisen sein, ob die Einwohners worden, ebenfalls eine Petition um die Zulassung einer hineinritten. Bulassung einer Briefkaften der Redaktion. höheren Bauklasse an die Regierung zu richten. Diese Betition wird schaft irgend welchen Anlaß zu solchem Polizeiaufgebot gegeben habe. Die Maßnahme der Aussperrung bedeute vollends einen Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis mit der Tatsache begründet, daß der Drt von der Stadt Berlin brutalen Aft. Daß sich hierbei die A. E.-G. als Schrittmacher 9%, Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechs Kanalisationsanschluß erhält. Die Regierung nimmt im allgemeinen den Wünschen der Vororte gegenüber eine ablehnende des Kühnemänner- Verbandes zeigte, sei eine besondere Erscheinung. stunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl Diese Ausführungen verursachten eine äußerst lebhafte Dis- als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht Stellung ein, indem der Meinung Ausdruck gegeben wird, daß die Hausbefizer in den Orten an eine größere Ausnutzung des kussion. üblichen Herr Direktor Heegewaldt glaubte feine Trebbin 44. Warum wollen Sie das wiffen? R. 3. 7. 1. und Grundes und Bodens wenig interessiert sind, indem sie selten noch Schimpfereien über die Arbeiterbewegung loslassen zu müssen, 2.: Für Schaden, den Kinder im Alter von 7-18 Jahren, z. B. dutch BerAnbauten vornehmen können. Den Vorteil genießen in erster Linie die Grundstücksspekulanten, weil die Preise des Grundes und Bodens während Herr Direktor Peierls von der A. E.-G. Veran- schlagen von Fensterscheiben, angerichtet haben, ist der Bater beziehungsweise lassung nahm, über den schlechten Ton der Protest die Mutter verantwortlich, wenn angenommen wird, daß durch Untermit der größeren Ausnutzbarkeit steigen. versammlung gegen die A. E.-G. zu flagen. Aus dem Ver- laffen der Aufsichtspflicht der Schaden herbeigeführt sei. Die Rechtsprechung Charlottenburg. halten des Genossen Grunow folgert er, daß derselbe sich wohl die neigt zur Bejahung dieser Frage, ist also für die Eltern ungünstig. D. N. 66. Es ist beiderseits bis am 15. zum Ersten in Ihrem Fall zu fündigen. A. 2. 5. 1. Ja. 2. Sie müßten den Schuldner am Ge Vorgänge dort zu eigen mache. Genosse Grunow legte dar, daß wohl in der betreffenden Verricht seines Wohnortes verklagen. K. W. 100. Sie können schriftlich ſammlung sehr harte Worte fielen, daß diese aber bei der Erregung oder zu Protokoll den Antrag auf Rückzahlung bei dem Magistrat, Absehr erklärlich und auch gerecht seien. Belehrungen über guten Ton feilung für Invalidenversicherung, Köllnischer Bart, stellen. Antrag auf Ermüsse er aber entschieden ablehnen, wie er denn überhaupt eine faz der abhanden gekommenen Bescheinigung fann gleichfalls dort gestellt H. H. Krankenversicherungspflicht andere Auffassung über wahre Bildung habe, die sich nicht nur in oder an die Polizei gerichtet werden. möglichst gutem Hochdeutsch, sondern in der Betätigung des einzelnen liegt nicht vor. Die Betreffende wird wohl aber von der Offenbacher KrankenIndividuums seinen Mitmenschen gegenüber zeige. Die Aus- taffe aufgenommen werden. Wenden Sie sich an dieselbe, Prinzenstr. 66, bei Hinke. Saronia. Solcher Verband ist uns nicht bekannt. O. S. Br. 11. sperrung von Hunderten von Familienvätern sei nicht eine solche Der Berechtigte kann die volle Forderung auf einmal verlangen; es liegt R. 5. 1. Wenden Sie Betätigung. an ihm, ob er Raten bewilligen will oder nicht. Wie noch erklärt wurde, soll die Verweigerung der Steuer- fich an das Patentamt Gitschinerstraße. 2. Wenn Sie haufieren wollen, stundung ein Mißgriff sein. brauchen Sie einen Haufierschein. Wollen Sie in anderer Weise Waren für Ihren Bruder verkaufen, so ist ein Schein nicht notwendig, aber, wenn Zehlendorf. Sie ein Gewerbe betreiben, die Anmeldung des Gewerbes. S. 3. Leider R. 5. 70. Nein. Wie leichtfertig oft Strafbefehle zugestellt werden, bewies wieder ist im Klagewege in Ihrem Falle nichts zu erreichen. einmal ein Fall, der am Sonnabend vor dem Schöffengericht in Moabit 2. P. 14. Nicht Sie, sondern Ihre Frau hat zu zahlen.- Spandan. 25. feinen Abschluß fand. Der Zimmerer Jäkel von hier hatte an einer 1-3. Das Gesetz erklärt die unentbehrlichen Gegenstände ohne nähere Konsumvereinsversammlung teilgenommen und nach dieser Versamm Aufzählung für unpfändbar. Ob Unentbehrlichkeit vorliegt, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. 4. Ja. 5. Wenden Sie sich beschwerdeführend an den lung mit einigen Genossen Billard gespielt. Die Genossen spielten Magistrat, eventuell an den Regierungspräsidenten. Hoffnung 1001. Ueber einen mit seltener Dreistigkeit ausgeführten Einbruchs- bis gegen 11 Uhr abends, ohne daß irgend jemand das betreffende Zimmer Die Enkelfinder und, falls diese nach dem Großvater gestorben sind, deren Ob an der ganzen Erbschaft etwas diebstahl wird aus Schöneberg berichtet. Der Einbrecher stieg in der verlassen hätte. Dessenungeachtet soll Jätel um 9 Uhr 40 Minuten Erben würden erbberechtigt sein. Wenden Sie sich an das Amtsgericht Nacht zwischen 11 und 12 Uhr durch das Küchenfenster der auf dem auf der Straße randaliert haben und erhielt deshalb auf ist, ist uns nicht bekannt. Gendarmen Betenstedt ein Strafmandat über in Gardelegen mit einer Anfrage unter Darlegung Ihres Interesses. Hofe gelegenen Parterrewohnung des Schriftsegers K., Hohenfried- Anzeige des be H. 3. 2. Zur Zeugnisverweigerung ist der Onkel und die Tante in bergstraße 25, zündete sich in der Küche eine Lampe an und ging 5,00 Mark. In dem Bewußtsein, nichts Strafbares 23. K. 100. Die Frau ist nicht bedann über den Korridor in die Stube, wo das K.'sche Ehepaar gangen zu haben, erhob der Beschuldigte Widerspruch und Straf- und Zivilsachen berechtigt. gegenüber zur Alimentation verpflichtet. P. 2. 50. Die Kasse würde schlief. Hier durchsuchte derselbe die auf dem Stuhle liegenden benannte gleichzeitig sechs einwandsfreie Zeugen, von denen rechtigt, einen Teil der Militärpension zu verlangen. Ihr Mann ist ihr Der Termin wurde schon einmal voraussichtlich zahlen, ist aber dazu nicht verpflichtet. Die Kosten der im Kleidungsstücke des K., erbeutete eine Uhr mit goldener Kette, das jedoch nur drei geladen wurden. In der Ver- Krankenhause vorzunehmenden Operation werden nicht besonders berechnet. Bortemonnaie mit 10 M. Inhalt und eignete sich außerdem noch die wegen Erkrankung des Belastungszeugen aufgehoben. Schlüssel an. Als er sich dann weiter an dem Spinde zu schaffen handlung am Sonnabend stellte es sich nach Befragung des Be- Der Aufenthalt im Krankenhaus würde wohl vier bis sechs Wochen dauern 200, Salzufer. 1. In der Regel nein. 2. Vorher. 3. Uns machte, erwachte die Frau K., und ehe dieselbe dann ihren Mann lastungszeugen heraus, daß derselbe den Genossen Jäkel in fälsch- müssen. 2. P. 1000. Wenden Sie sich entweder an den Voraus dem Schlafe zu rütteln vermochte, hatte der Einbrecher bereits licher Weise angezeigt hatte. Er entschuldigte sich mit einer nicht bekannt. Pankow das Weite gesucht. Personenverwechselung. Die Folge war Freisprechung und stand Ihrer Gewerkschaft oder an den Leiter der Fachschule. Auferlegung der Kosten auf die Staatstaffe. Dem Genoffen Jätel 100. 1. Nein. 2. Der Standesbeamte kann das Urteil bei den Atten behalten. 3. Ja. Boick. Ihre Braut ist an den Vertrag gebunden, Die Arbeiter- Samariterkolonne, III. Abteilung, hält am Donners- wurde auf seinen Antrag der Ausfall an Arbeitsverdienst und ihm nur durch gütliche Vereinbarung mit dem Wirt ist eine frühere Aufhebung tag, den 14. Juni, abends 9 Uhr, bei Obst, Meiningerstr. 8, ihren erwachsene notwendige Auslagen bewilligt. möglich. Amsterdam. Het Volk", Amsterdam, Keizersgracht 378. Lehrabend ab. Vortrag des Herrn Dr. Sommerfeld über" PhysioRichtiger wäre es gewesen, dem leichtfertigen Anzeiger die Logie". Hierauf praktische Uebungen. Gäste haben einmaligen Bu- gesamten Kosten aufzuerlegen, dann würde er sich wohl in Zukunft Witterungsübersicht vom 13. Juni 1906, morgens 8 Uhr. tritt. Mitglieder werden an den Lehrabenden aufgenommen. etwas in Acht nehmen. Nummelsburg. Erhebliche Strafen wegen Verstoßes gegen die Ordnung im städtischen Arbeitsnachweis Charlottenburg find in letzter Zeit vom dortigen Amtsgericht verhängt worden. Es wurden folgende Strafen ausgesprochen: 1. Ein Arbeiter wegen Beleidigung, Körperverlegung und Hausfriedensbruches zu 2 Wochen und 3 Tagen Gefängnis und Tragung der Kosten. 2. Ein Arbeiter wegen Beleidigung und Hausfriedensbruches zu 10 Tagen Gefängnis und Tragung der Kosten. 3. Ein Arbeiter wegen Beleidigung zu 25 M., wegen Hausfriedensbruches und Körperverlegung zu 35 M., zusammen zu 60 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten. Jm Unvermögensfalle für je 5 m. einen Tag Gefängnis. Schöneberg. Barometer stand mm Wind. Stinembe. 759 Still richtung In der Teltowerstraße, kurz vor der Unterführung der WannseeIm Moraft umgekommen ist ein etwa fünf bis sieben Jahre bahn, scheuten die Pferde des Baumeisters Kleinau, Zehlendorf, mit Stationen alter Knabe, dessen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden einem leicht beladenen Lastwagen. Die Pferde rasten von der konnten. Der Kleine spielte, wie von anderen Kindern beobachtet Mühlenstraße 20-30 Schritte auf dem Bürgersteig Teltowerstr. 2. wurde, an dem sogenannten Krazgraben in Rummelsburg, verlor Der Kutscher flog vom Bock und wurde, die Zügel in der Hand, 10 das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Obwohl sofort Hülfe zur bis 12 Schritte nebenher geschleift. Er hat schwere Verlegungen Hamburg 760 WNW Berlin 759 N Stelle war, gelang es doch nicht, das Kind zu retten, umsoweniger, davongetragen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der eine Fuß ebenals es nicht möglich war, genau die Stelle zu ermitteln, an welcher falls überfahren ist. Der Mann fonnte taum noch stehen, trotzdem Franti.a.M. 761 ND das Unglück passiert ist. Das Kind war mit einer blauen Bluse ging er nicht eher in ärztliche Behandlung, bis das eine Pferd, München und blauen Hose bekleidet. welches dabei gestürzt war, wieder auf den Beinen war. Tegel. In der letzten Gemeindevertreterversammlung wurde mitgeteilt, daß die Eisenbahndirektion nach vielem Betitionieren sich endlich Wien Beugen des Unglüdes benachrichtigten sofort telephonisch die Firma, der das Fuhrwerk gehörte, und als nach einiger Zeit sich niemand blicken ließ, wollte ein älterer, kränklicher Mann Pferd und und Wagen dem Eigentümer zuführen. Er fam aber nicht weit. Raum Windstärke Better Temp. n. T. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. G. 11 10 heiter 15 16 Haparanda 751 WNW 4 mollig 17 13 Petersburg 759 SSW 1Dunst 5 bedeckt 2 heiter 16 Scilly 764 NND 4halb bd. 13 3 heiter 15 Aberdeen 769 NNW 3 bedeckt 759 Still bedeckt 11 Baris 762 NND 3bedect 757 NW 2 bedeckt 13 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 14. Juni 1906. Etwas fühler, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 14. Juni Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der schwarze Domino. Schauspielhaus. Narciß. Neues Operntheater. Die Fleder maus. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Neues. Orpheus in der Unterwelt. Lessing. Burlesken. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Heiratsluftig. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Jugendliebe. Die Dienstboten. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Die lustige Witwe. Komische Oper. zählungen. Zentral. Nanon. Hoffmanns ErLustspielhaus. Das Fest der Handwerker. Borher: Die Verlobung bei der Laterne. Thalia. Hochparterre links. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Das blaue Bild. Spezialitäten. Carl Weiß. Der Weg des Märs thrers. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Vajjage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besuv. Sternwarte, Juvalidenstr. Ferdinand 57/62. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abend 38 Uhr: Donnerstag, abend38 Uhr: Heiratslustig. Jugendliebe. Schwant in drei Aften von Maurice Champagne. Freitag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Hierauf: Die Dienstboten. Sonnabend, abend 3 8 Uhr: Eröffnungs- Vorstellung der Morwit- Oper. Die Afrikanerin. Lustspiel von Adolf Wilbrandt. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Maler u. verw. Berufsgen. Deutschl. Hierauf: Die Dienstboten. Sonntag, den 17. Juni, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause: Lustspiel von Roderich Benedir. Freitag, abends 8 Uhr: Die Macht der Finsternis. Sonnabend, abends 8 Uhr: Heiratslustig. Kombinierte Versammlung Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert der Mitglieder sämtlich. Verwaltungsstellen v. Berlin sowie Rixdorf u. Friedrichsberg. Freie Volksbühne. Ordner- Sitzung Sonnabend, den 16. Juni, abends 9 Uhr. Die alten Mitgliedskarten brauchen erst am 5. Juli in den Zahlstellen abgegeben zu werden zum Umtausch, da die Karten bei der am 4. Juli stattfindenden Generalversammlung als Legitimation dienen. Alle diejenigen Mitglieder, welche auch in der nächsten Saison dem Verein angehören wollen, müssen eine diesbezügliche Erklärung spätestens am 10. Juni in ihrer Zahlstelle abgegeben haben. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 229/4 Berliner Theater. Schweizer Garten. Gastsp. des Neuen Operetten- Theaters aus Hamburg( Direktor Max Monti). Die lustige Witwe. Anfang 8 Uhr. 25 16. Juni finden die Aufführungen von ,, Die lustige Witwe" im Lessing- Theater statt. Sonnabend, 16. Juni: Gastspiel Maria Pospischil. Anfang 7, Uhr. Am Königstor Am Friedrichshain 29/32. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Bum Schluß: Die Sonntagsbraut. Landsberger Allee 76/79 Neues Theater. Diez' Spezialitäten- Theater. Orpheus in der Unterwelt. Ob schön! Im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! Kleines Theater. Täglich: Gr. Konzert, neue Spezialitäten und Ball. Das größte und beste Programm Berlins. 1. a.: La Matschiche! merikanischer Tanz, ausgeführt vom besten Anfang 8 Uhr. Ein idealer Gatte. Morgen: Ein idealer Gatte. Unitum. Die Wunder der Turnkunft: The tree Burtons und Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Die Fledermaus. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, den 16.: Gastspiel d'Andrade, Lilli Lehmann und Bella Alten: Don Juan. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Reine Vorverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Nanon. Operette in drei Alten. Tanzduett Jeanette und Vallis. Erich Süßmilch, bester Kunstschüße. Robert und Bertram, das berühmte Grotest- Duett. Josefine Delcliseur, das weibliche The Elrados, fomische Reckturner. Die Teufelsmaler?? Franz Meißner? der vorzügliche Humorist, usw. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Entree: Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Großes Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. E 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. Zentralverband der Asphalteure, Pappdachdecker usw. ( Ortsverwaltung Berlin.) Sonnabend, den 16. Juni 1900: Lustspielhaus. 5. Stiftungsfest Täglich 8 Uhr: Das Fest der Handwerker. Vorher: Die Verlobung bei der Laterne. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. verbunden mit Theatervorstellung, Konzert und Tanz im Berliner Stadt- Theater, Kronenbrauerei, Alt- Wtoabit 47/49. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Der Vorstellung 5 Uhr. Eintrittskarten a 30 Pf. find am Büfett, in den Zahlstellen und allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 282/10 NB. Da die Vorstellung unter Leitung des Theaterdirektors Herrn Vilain nur von 5estem Künstlerpersonal ausgeführt wird, biftet um zahlreichen Besuch Die Verwaltung. Urania Taubenstr. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Apollo- Theater. Sternwarte Das große Spezialitätenprogramm: Duo Paulus, Holländisches Duett. MIB Carma, Transformat. Tänzerin. Das blaue Bild v. Paul Lincke. Recé und Humpsti- Bumsti, Privost. La Matschiche, Merikanischer Tanz. Ein Abend in einem ameri Z Invalidenstr.57/ 62. OOLOCISCHER CARTEN Heute nachmittag 4 Uhr: Großes tanischen Tingel- Tangel. Militär- Konzert. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großer Elite- Tag. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Die Gauklerin. Ostbahn- Park Ausstattungsstüa mit Gesang und Tanz in sieben Bildern v. Reiflingen. Außerdem das herrliche Spezialitäten- Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Programm, u. a.: Paul Coradini. bei großem Orchester. Hermann Imbs. Täglich: Im Saale: Großer Elite- Ball Gr. Konzert, Theater- und Carl Weiß- Theater. ( Sr. Frankfurterstr. 132. Der Weg des Märtyrers. Schauspiel in 5 atten von Horst Rolf. Anf. 8 Uhr. Morgen dies. Vorftellg. Im Garten täglich: Große Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 52 Uhr. Entree 25 Pf. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum letzten Male: Liebeslenz und Herbstesrauschen. Liederspiel in 2 Aften von E. Kreling. Hans Wehner, Maler: Dir. Rob. Dill. Dazu die erstklasig. Spezialitäten! Anfang 6 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sonnabend, den 16. Juni: Benefiz für Paul Britton zur Feier feiner Mitgliedschaft bei d. Anf. 4%, Uhr. Entree 30, num. 81.50 P. Spezialitäten- Vorstellung. 25jährigen Stettiner Sängern. Billettvorverkauf 10-1 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Die Verschmelzung obiger Verwaltungsstellen auf Grund des§ 15 des Statuts bezw. Errichtung einer Tageskaffe und Anstellung von zwei Beamten. 2. Wahl der Beamten sowie der gesamten Verwaltung. 3. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 125/10 Der Vorstand. J. A.: R. Gehlert, 1. Vorsitzender. Achtung! Achtung! Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Freitag, den 15. Juni, abends 82 Uhr, bei Keller, Koppenftr. 29: General- Versammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer sowie der Sektion der Putzer und der Gipsu. Zementbranche, gleichzeitig der Gruppe der Fliesenleger. Zages Drdnung: 144/6 1. Abrechnung vom ersten Quartal. 2. Beschlußfassung über die eingegangenen Anträge auf Aenderung des Ortsstatuts. 3. Berichterstattung von der am 24. April stattgefundenen Bautenkontrolle. 4. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Regen Besuch erwartet Die Zweigvereinsleitung. 765 Das neue glänzende Juni- Programm. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Das glänzende Juniprogramm. Willy Prager 14 erstklassige Spezialitäten. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbeluftigungen aller Art. Die Staffeeküche iſt v. 1 Uhr an geöffnet. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Wehling, Humor. Varadi- Duett. Derrington- Family, Kunstradfabrer. Livèrs, Drahtseil. Die Einbrecher von New York, Bant. The Piccad. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Alee 148. Täglid: Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen erſten Ranges 15. Berlin, wie es lebt u. liebt. Boltsstück in 3 Atten von Lindener. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Sanssouci. Kottbuser Straße 4a. Der Garten ist eröffnet. Sonntg., Montg. Donnerst. Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Morgen, Freitag, den 15. Juni 1906, abends 6%, Uhr: Bau- Vertrauensmänner- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Gen. Hermann Müller über:„ Arbeiterversicherung" 2. Diskussion. 3. Bericht der Vertrauensleute. 4. Verschiedenes. In dieser Versammlung werden die Sammellisten für Sonnabend, den 16. Juni, ausgegeben, darum ist es Pflicht, daß jeder Bau bertreten ist. Anfang präzise. 196/15 Der Vorstand. Verband d. Wäsche- u. Krawattenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. 252/6 Die beschließende Mitglieder- Versammlung findet nicht heute Donnerstag statt, sondern am Montag, den 18. Juni, abends 8%, Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29. Tages Ordnung: 1. Vortrag: Müssen sich die Näherinnen die Erhöhung der Garnpreise so ohne weiteres gefallen laffen, und wie stellen sie sich dazu? Referent: Sollege Seller. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des ersten Schriftführers, der Revisoren und des Vergnügungskomitees. 4. Vierteljahresbericht( Abrechnung von der Urania und Maskenball). 5. Verschiedenes und Anträge. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Einlak. Wir machen die Mitglieder auf§ 11 unseres Statuts aufmerksam. Kollegen und Kolleginnen, erscheint zahlreich in dieser Bersammlung. Gilt es doch, Protest gegen die Erhöhung der Garnpreise zu erheben. Wird doch gerade dadurch den Arbeiterinnen ihr Berdienst um ein Bedeutendes geschmälert. Die Ortsverwaltung. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Ausflüglern empfehlen wir folgende Spezial- Karten der Abnormitäten- Programm. Umgebung Berlíns. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. 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Spreewald mit praktischem Touristenführer 75 Bi. Strausberg u. der Blumental 1 M. Tegel und Umgegend 75 Pf. Ferner empfehlen wir: Wanderbuch • für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Bu sammen 6,00 M. I. Teil: Nähere Umgebung Berlins, umfaßt die Gegend von Gonnt.Beg. 5, Bochent. 81. Täglich: Gesellschafts- Abend. Potsdam, Spandau, Oranienburg, Jm Borgart.: Freikonzert. Bom 16. Juni ab find. auch Entree und Garderobe frei. Sonnab.Soireeabende statt Seben Donnerstag u. Sonnabend Damen- Verein. 1,50 M. II. Teil: Westliche Hälfte der Ilm gebung Berlins bis Brandeis burg a. H., Stendal, Langermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelik 2,00 m. Königs- Wusterhausen. Neu! Hochinteressant! Belehrend! Seben Sonnabend: Extra- Ball. I. Teil: Deftliche Hälfte der Um: Die Visitkarte des Verbrechers! fesselnder Projettions- Vortrag in C. Gabriels Volks- Museum für Anatomie, Pathologie, Samariterlehre, Bollstrantheiten 2c. 2c. ca. 2000 Nummern. Friedrichstraße 112a. Nahe Oranienburger Tor. 297/ 2* Achtung! 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Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet 87/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Heute, Donnerstag, den 14. Juni, abends 8% Uhr: Bezirks- Verfammlung bei Kumke, Schönwalderstr. 81. Zages Ordnung: 1. Abschaffung der Hauskassierung und Einführung - von Zahlstellen. 2. Bericht der Kommission betreffs Arbeitsvermittelung. 3. Die Differenzen der Rohrleger mit dem Deutschen MetallarbeiterVerband. 4. Verbands- Angelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der reichhaltigen Tagesordnung ersuchen wir, daß diese Bezirks- Versammlung besser besucht wird als die in letter Zeit, da im Bunft 1 unserer Tagesordnung ein jeder Sollege mitzusprechen hat. Ferner ist es Pflicht eines jeden Kollegen, welcher in der Rohrleger- Branche arbeitet, in der Versammlung zu ers scheinen, um den wahren Sachverhalt entgegenzunehmen. 120/18 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Steinarbeiter Berlin I. Freitag, den 15. Juni 1906, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Zages- Ordnung: 1. Der Streit im Muschelfalfgebiet. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet 172/16 Jedes Wort 10 Pfennig. Der Vorstand. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Bigarrenmacher, Sparrstr. 1, am Montag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet vom Trauerhause aus heute, Donnerstag nachmittag 3, Uhr, nach dem neuen Nazareth- Kirchhof Reinickendorf- West, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/12 Der Vorstand. Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Max Peckruhn am am 11. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 75/14 Der Vorstand. Spar: u.Produktiv- Genossenschaft Gr. Lichterfelde ( eingetragene( Genossenschaft mit beschränkter Haftung). Montag, 25. Juni 1906, abends 8 Uhr: Ordentliche General- Versammlung im Lokal Reifen, Chauffeestr. 104. Tages- Ordnung: Halbjähriger Geschäftsbericht. Anträge(§ 14 des Statuts). Der Vorstand. 205/ 17* Fr. Harring. Kaspar Wenzel. Preise * Zahn- Klinik. beliebige Teil. zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. Verein Berliner Hausdiener. Gegründet 1883. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Adolf Paul Madaistr. 9 verstorben ist. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Juni 1906, nachmittags 52 Uhr, auf dem Markus Kirchhof in Wilhelmsberg statt. = Um rege Beteiligung ersucht 23746 Der Vorstand. Deutscher Senefelder- Bund. ( Verband der Lithographen u. Steindrucker.) Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 10. Juni, verstarb unser Mitglied, der Steindruder 282/9 Ernst Wendel im Alter von 60 Jahren an. Gehirnerweichung. am Ehre seinem Andenten! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Juni, nachm. 52 Uhr, auf dem Nieder- Schönhausener Kirchhof, Buchholzerstraße, statt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Bruders und Schwagers Karl Kuhnert sagen wir allen, insbesondere dem Verband der Sattler unseren herzlichen Dank. 23685 Franziska Kuhnert und Verwandte. ff. Pianino billig zu verkaufen Gerichtstraße 32 I. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puger hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges treues Ehrenmitglied Franz Arndt am nach langen, schweren Leiden im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Juni, nachmittags 4 Uhr, auf dem Ge meinde Friedhof in Friedrichsfelde statt. 184/5 Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Paul Rosenlöcher geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Lichtenberg ( Strugstege) aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet 120/17 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Ortsverwaltung Rixdorf. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Johann Wroblewski am 8. Juni plötzlich am Herzschlag verstorben ist. 253/5 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Kleine Anzeigen 6,00-10,00 gutgeschrieben erhält Selbsttäufer einer Nähmaschine ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Poftfarte genügt. Stöpeniderftraße 60/61, Große Frankfurter straße 43, Prenzlauerstraße 59/60. 9 Möblierte Schlafstelle für tvei Herren Kopernikusstraße 34, born III, Halbig. +29 Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Wilhelm Schröder gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags 2, Uhr, vom Trauerhause, Voltastraße 37, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/19 Die Ortsverwaltung Verein Berliner Hausdiener. Gegründet 1883. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Franz Jennrich Rigdorf, Berlinerstraße 101 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Juni 1906, nachmittags 5 Uhr, auf dem Jerusalemer Kirchhof, Hermannstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 23636 Der Vorstand. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere Tochter Margareta Albrecht am 12. d. M. im Alter von 2 Jahren verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 16. Juni, nachm. 12 Uhr, bom Trauerhause Cherusterstr. 5 aus nach dem Schöneberger Friedhof, Marstraße, statt. 23805 Die trauernden Eltern Max Albrecht uebft Fran Schöneberg- Berlin. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Lehrmädchen gegen Vergütung| Sadowaftr. 10, Bau Hollmann. verlangt Buzatelier, Amalienstraße 4. Barbarossastraße. 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