Nr. 143. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 2, toöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Volksblaff.rat Betta". Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amnt IV. Mr. 1983. Die Parifer ZukunftsitaatsDebatte. Man schreibt uns aus Paris: Die große Auseinandersetzung zwischen der bürgerlichen und der sozialistischen Demokratie erreichte am Dienstag ihren dramatischen Höhepunkt. Dieser Kampf zweier Ideen bot auch nach der ästhetischen Seite hin ein fesselndes menschliches Schauspiel. Der französische Geist fordert nun einmal die finnlich- greifbare Erscheinung des Ideellen, er stellt nun einmal die Persönlichkeit, ja die Person und ihre formale Bollendung obenan. Durch allen demokratischen Gleichheitstrieb hindurch schlägt in Frankreich doch immer wieder der Hang nach dem Repräsentativen. So wurde die Debatte über radikale und sozialistische Politik zu einer Art homerischem Zweikampf, den die beiden vorzüglichsten Streiter des Parlaments vor den Heeren ausfochten. In zwei Sigungen bier Stunden lang- antwortete Clémenceau auf Jaurès' Kritit, und der sozialistische Sprecher erwiderte sofort in einer machtvollen Replit. Der unterrichtete sozialistische Arbeiter weiß, daß der Inhalt und das Recht des Sozialismus nicht in einer noch so ausgedehnten Rede abschließend dargestellt werden kann, und er wird über die naive Ansicht lächeln, die das Schicksal unseres weltbewegenden geschichtlichen Kampfes mit dem mehr oder minder glücklichen Berlaufe eines Wettstreites rednerischer Talente in Verbindung bringen möchte. Immerhin die dentwürdige Debatte hat die Blütezeit der parlamentarischen Redekunst erneut. Die zwei größten Redner der Kammer standen einander gegenüber jeder feffelnd in feiner Art. Erscheinen doch in Jaurès und in Cémenceau die charakteristischen Eigenschaften des Franzosen gleichsam polarifiert, ähnlich wie einst in Voltaire und in Rousseau. Herrn Clémenceau haben manche Leute bon gemein. famen äußeren Merkmalen ausgehend- mit Bismard berglichen! In der Tat teilt er mit ihm das stürmische, rückfichtslose Temperament, das ihn auch vor der gelegentlichen Berwendung illoŋaler Argumente nicht zurückschrecken läßt. Auch ist ihm wie einst Bismard-die Freude an epigrammatisch zugespizten Wendungen eigen. Eine weitere Aehnlichkeit besteht darin, daß auch Clémenceau in den großen fozialökonomischen Fragen keine eigentliche Ueberzeugung befißt, so daß er, sobald er auf diese Gegenstände zu sprechen fommt, einer gewiffen Verlegenheit und einem dilettantischen Umhertasten nicht entgeht. Hier sind die Schranken dieses glänzend begabten, arbeitsamen und unverwüstlich jugendlichen Geistes. Hier arbeitet er mit abgestandenen Gemeinplätzen, die er- wie ein„ Beefpacker" den Inhalt seiner Blech büchsen mit einem Ueberguß von Wizsauce appetitlich her zurichten weiß. Sonnabend, den 23. Juni 1906. gegeben habe und immer Elend geben werde", daß schon das Christentum und die Philosophen aller Zeiten davon geträumt hätten, das Paradies auf Erden zu errichten, ohne diesem Biele näher gekommen zu sein, alle soziale Reform müsse bei der Reform des Individuums beginnen und dergleichen mehr. " Der Mensch, den Sie für Ihre Gesellschaft brauchen, existiert noch nicht, und wenn er einmal existieren wird, dann wird er seine Vernunft frei gebrauchen und sich nicht darum fümmern, welchen Weg Sie ihm vorgeschrieben haben. Wir aber rechnen mit dem Menschen, wie er ist, mit seinen Unvollkommenheiten, seinen guten und schlechten Trieben. Wir flären den unsicher Vorwärtstastenden auf und führen ihn immer weiter einer höheren Gerechtigkeit entgegen. Und jeder Tag bedeutet ein wenig mehr Uneigennüßigkeit, ein wenig mehr Vornehmheit, Güte und Schönheit." Clémenceau führte zum Beweise dafür, daß die Demofratie diesem Ideal diene, die Neihe der sozialen Reformen vor, die unter der dritten Republik beschlossen worden sind, wobei er den Sozialisten nach berüchtigtem Muster eine Geringschätzung der Sozialreform unterschob. Daß das bißchen Arbeiterschuß anderswo auch ohne ruhmredige Demokratie geschaffen worden ist, will er natürlich nicht bemerken. Er zitiert Bernsteins Wort: Das Endziel ist nichts, die Bewegung alles" und erklärt sich mit diesem Saße einverstanden! Denn das sei das Programm der radikalen Partei, ja„ das Programm der Regierung"! Sie bieten uns allerdings Ihre Mitarbeit bei der sozialen Reform an, aber Sie wollen das Budget verweigern! Ich weiß, daß diefe Theorie aus Deutschland kommt, wo sie einen Sinn hat.( 3wischenruf: Sie kommt zu uns aus der ganzen Welt, aus der Arbeiterinternationale!) Sie stammt aus der Dresdener Resolution. Wenn Sie aber mitarbeiten wollen, müffen Sie das mit allen Konsequenzen tun. Wenn Sie bei der Beratung der Altersversicherung mit uns die zur Kostendeckung nötigen Steuern suchen, dürfen Sie, wenn es sich nachher darum handelt, die Beche zu bezahlen, nicht die Hände in Unschuld waschen. Dieses Vorgehen ist umso weniger loyal, als es Sie nicht hindert, an alle Ministerien Briefe zu richten, die auf neue Budgetausgaben abzielen. Die These, die ich hier vertrete, haben Sie selbst, Herr Jaurès, auf dem Amsterdamer Kongreß verteidigt, aber Sie sind von Bebel geschlagen worden und haben fapituliert. Sie haben sich auf den abentinischen Hügel zurückgezogen, aber ich kenne hre innersten Gefühle, und ich hoffe, Sie bald wieder zurückkommen zu sehen!" Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. des Innern legt so großen Wert auf den kollektiven Arberts. vertrag, und er macht uns sogar den Vorwurf, daß wir diese Reform, die in der Regierungserklärung ihren Platz gefunden hat, nicht in unserem Wahlmanifeste gehabt haben. Aber wie stimmt das mit Ihrer Rechtfertigung der Streifbrecher überein, mit Ihrer Verteidigung des absoluten Rechts jedes Individuums, zu arbeiten, wenn die Kameraden streiken? Der Herr Minister fragte, wo während der Streits die Arbeiterklaffe zu finden gewesen sei! Nun dort wo sie ist: in den gewertschaftlichen Organisationen! Auch ich beklage die Ausübung von Gewalttätigkeiten durch Arbeiter, und ich habe mich in diesem Sinne ausgesprochen. Aber wenn man die Bilanz der sozialen Konflikte zieht, so vergiẞt man allzu leicht, daß dieselben Worte für die Unternehmerklasse und für die Arbeiterklasse einen ganz verschiedenen Sinn haben: Eine drohende Geste ist bald gesehen, ein Akt der Brutalität rasch festgehalten, ein Einschüchterungsversuch gleich konstatiert und vor die Richter gezogen. Aber die Unternehmer haben keine drohenden Gesten, teine heftigen Worte nötig. Da versammeln sich einige Herren bei geschlossener Tür, in aller Sicherheit, in der Heimlichkeit eines Verwaltungsrates und beraten ohne drohende Gesten, ohne heftige Worte: Wie man den Arbeitern den billigen Lohn verweigert; sie beschließen, die Arbeiter, die den Kampf fortfeßen, hinauszujagen, sie mit ungreifbaren, aber den an deren Unternehmern verständlichen Zeichen zu brandmarken und so der allgemeinen Rache der Kapitalisten preiszugeben. Das geht ganz ohne 2ärm! Das ist die mörderische Arbeit der Maschine, die den zuckenden, schreienden Menschen in ihr Triebwerk gezogen, mit ihren Walzen und Riemen ergriffen hat, der Maschine, die nicht einmal knirscht, sondern in aller Stille zermalmt. Die Wage ist falsch, zum Schaden der Arbeiter gefälscht. Wir aber suchen sie wieder richtig zu machen. Wenn das ganze Gewicht der Gesellschaft, das ganze Gewicht des Schicksals die Arbeiter erdrücken will, dann gehen wir zu ihnen und richten sie auf und sagen ihnen: Ihr feid das Recht, und wir sind streng gegen die Regierungen, die sich in das falsche Gleichgewicht einer symmetrischen Unparteilichkeit einschließen, das sie schließlich zum Nachteil der arbeitenden Klasse verlegen. So ist auch Herr Clémenceau am Ende dahin gelangt, seine eigene Methode der borbeugenden Richtinter vention" zu verlegen. Präventiv war die Verhaftung der Vorfämpfer der Arbeitskonföderation.( Um diesen Gegenstand hatte sich der Minister in seiner langen Rede ganz herumgedrückt.) Nach dem 1. Mai hat man die Verhafteten wieder auf freien Guß gefeßt- ohne Berhör! Da fann ihr Verbrechen" nicht gar groß gewesen sein! Jegt, bor acht Tagen erft, hat man das erste richtige Verhör mit ihnen angestellt. Sie haben im politischen Interesse" so gehandelt. Sie hatten Furcht vor der Furcht der Bourgeois! Sie wollten die Verantwortlichkeit von sich abladen, die Furcht. samen beruhigen, und Sie sagten fich: Die Arbeiter sind der Republik genügend ergeben, daß sie uns verzeihen werden, wenn wir sie auch auf ihre Kosten verteidigen..... Hälfte nur durchsetzen können, wenn Sie alle lebendigen Kräfte der Demokratie zusammenfaffen. Das aber können Sie nur mit Hülfe von Gesezentwürfen, deren unmittelbare Wirksamkeit und umspannende Bedeutung bei weitem da s Auf Antrag des Radikalsozialisten Maujan beschloß das übertrifft, was der Ton, der Akzent und die Form Ihrer ErBarlament die Affichierung der Rede. Dagegen stimmten flärung anzudeuten scheinen. Wenn Sie nicht eine allgemeine 50 geeinigte Sozialisten, der unafhängige Sozialist Paschal und progressive Einkommensteuer vorschlagen, die die Masse Grouffet und 28 Mitglieder der Rechten. Die unabhängigen der Landbevölkerung sogleich fühlbar entlastet, wenn Sie nicht Sozialisten und viele Radikalsozialisten wie Buisson und in der bäuerlichen Demokratie Ersatz für den Abfall eines Pelletan enthielten sich der Abstimmung, ebenso der Nest Teiles der Bourgeoisie suchen, gehen Sie der politischen Ohnder Rechten. Merkwürdigerweise auch die geeinigten Sozia- macht entgegen. Geben Sie acht! Wenn Sie zaudern, wird listen Pressensé und Camuzet!! sich die Flut verlaufen. Clémenceau schloß mit einem Appell an die Sozialisten: mit den Radikalen zusammenzuarbeiten und die Verantwortlichkeit mit ihnen zu tragen. Sie haben ein Mißtrauens. votum in Vorbereitung. Das ist Ihr volles Recht. Aber Ihre Absicht ist, die Radikalen zu terrorifieren, sie zum blinden Gehorsam zu zwingen oder fie ins Lager der Gemäßigten zurückzutreiben, und den nach der sozialen Gerechtigkeit ber. langenden Wählern keine Wahl zu lassen als die zwischen Clémenceau hatte keinen guten Stand. Er sollte die der Reaktion und dem großen Sprunk ins Dunkele der sozialen Gewaltmaßregeln der Regierung gegen die Ausständigen ber. Revolution. Diese Manöver aber wird die radikale Partei teidigen, sollte die skandalöse Komplottaffäre rechtfertigen, bereiteln: durch die radikale Politik. Wir haben es nicht Der Herr Minister hat uns soeben die Schönheit der und endlich mußte er die weitest fortgeschrittene Gruppe der nötig, wie Sie es von uns verlangen, zu zeigen, wie wir Regierungserklärung bewundern lassen. Er hat uns gesagt, Majorität, die wegen der schwächlichen Regierungserklärung unser Programm durchseßen wollen. Unsere Taten werden daß es bereits bewunderungswürdig wäre, wenn auch nur verstimmt war, beruhigen. Zur Verteidigung seiner Streif. uns richten. Die Stunde ist entscheidend jawohl, für uns, die Hälfte des Programms in dieser Gesetzgebungsperiode politik zog er die ältesten manchesterliberalen Argumente aber auch für Sie. Wollen Sie mit uns arbeiten, reichen wir durchgesetzt würde. Ich aber sage Ihnen, daß Sie auch diese heran: Die Arbeiterklasse müffe fich an das Gesez Ihnen und Ihren Wählern die Hand. Wenn nicht, so halten. Erst dann sei fie der Befreiung würdig, die sich auch folge jeder seinem Geschic. Wir nehmen die Berantwortung nur auf gesetzlichem Wege vollziehen könne. Ich führe auf uns und überlassen die Entscheidung vertrauensvoll der nicht Kricg gegen die Arbeiter, ich verteidige sie, und ich bin Rammer und dem Lande." entschlossen, fie selbst gegen Sie zu verteidigen! Nehmen wir an, daß Sie, Herr Jaurès, Minister würden. Ein Unglück ist ja bald geschehen. Was täten Sie, wenn der Präfett Ihnen telegraphierte, daß man Häuser plündert?" Der gute Clémenceau hielt Jaurès auch vor, daß er unter früheren Ministerien, nach blutigen Streiffonflitten, nicht in Opposition getreten sei ein Ausfall, der seine offenbare Absicht: innerhalb der geeinigten Partei alte Empfindlichfeiten wiederzuerweden, völlig verfehlte. Der Minister ver- Jaurès Replik war ein Muster schlagkräftiger, aber in Sie haben unsere Verantwortlichkeit aufs Tapet gebracht, las weiter das Wahlmanifest der Sozialisten, fand es sehr ihren Mitteln vornehmer Politik. Trozdem machte sie Nun, sie werden bei Reformen unsere Unterſtügung nicht nur bürgerlich" und warf den Sozialisten sogar vor, daß fie es den Minister so nervös, daß er sie stellenweise Satz für Saß im Attiven, sondern auch im Paffiven finden. Wenn den Radikalen entwendet hätten. Er bekennt sich im Brinzip" unterbrach, obwohl er sich über die Zwischenrufe, mit denen die Sozialisten das Budget ablehnen sie haben dies schon als Anhänger des Achtstundentages und erklärt sich bereit, feine Rede von den Sozialisten gespickt worden war, höch vor dem Dresdener Parteitag getan, das Budget, das zu auf dieses Endziel hinzuarbeiten. Desgleichen tritt lichst entrüftet hatte. Jaurès begann damit, daß er ausein- zwei Dritteln durch Ausgaben verschlungen wird, die der er für die Verstaatlichung der großen Monopole ein, die man andersetzte, die sozialistische Partei stelle feineswegs die Arbeit nicht zugutekommen, so wollen sie gegen eine Gefellam besten mit dem Rückauf einiger Eisenbahnen beginnen reformatorischen Leistungen der Demokratie in Abrede. Wie schaft protestieren, deren Sinnbild dieses Budget ist. Aber fönne. Wenn er diese Erklärung auch nicht so fügte er könnte sie das auch, da sie doch wie keine andere von dem Ge- wenn es gelten wird, bündige Reformen durchzufezen, und wenn schnell hinzu- im Namen der Regierung abgebe, so könne er danken der Entwickelung durchdrungen ist:" Sie flagen uns Sie uns zu diesem Zwecke Steuern vorschlagen werden, die doch versichern, daß die Mehrzahl seiner Kollegen in diesem an, daß wir den Fortschritt leugnen. Aber wenn wir auch mit unserem demokratischen und sozialen Jdeal im Einklang find, Punkte mit ihm eines Sinnes fei. Dieser Satz, der eine finden, daß die Zeit gekommen ist, die Früchte zu pflücken, dann werden wir nicht etwa aus starrfinniger Vorvielbemerkte Rüde in der Regierungserklärung auszufüllen so verachten wir doch nicht die Blüte und zerstören wir eingenommenheit und aus irgendwelchem Formalismus heraus bestimmt war, fand bei den Radikalsozialisten starken Beifall. die Wurzel nicht. Sie, Herr Clémenceau, fennen nur das das Wert zum Scheitern bringen. Andernfalls hätten Ste Clémenceau sprach weiter bald da, bald dorthin ab- Individuum als A und O der Entwickelung. Wie kommt das Recht, uns verantwortlich zu machen. Bis dahin aber schweifend- über das Recht des Individuums, über die glor- es, daß Sie, der Mann der Wissenschaft, der Arzt, den indi- find wir Richter über unsere Tattit: ebensogute Republikaner reiche Errungenschaft der französischen Revolution, die durch viduellen Organismus vom sozialen Milieu trennen? Das wie Sozialisten, gemäß unserer Methode ebenso leidenschaftdie dogmatische Tyrannei der unifizierten Sozialisten bedroht ist die sonderlichste aller Abstraktionen. Diefer abfolute In- liche Reformatoren und Realisten wie gemäß unserem Biele merde. Die Unifitation sei eine Art Satholifation des dividualismus ist die Negation aller großen Begebenheiten der fundamentalen Umgestaltung der Gesellschaft ausSozialismus. Und so schnellte der listenkundige Odysseus der Geschichte, die den menschlichen Fortschritt gefördert haben, gesprochene Revolutionäre, werden wir jeden Reformversuch der französischen Bourgeoisie Pfeil auf Pfeil ab, ohne freilich er ist auch die Negation der französischen Revolution! Das unterstützen, der ernst und wirksam, teine bloße Augen dem Gegner andere als die ungefährlichen Nizwunden eines halbe Jahrhundert philosophischer Erziehung hätte nicht die täuschung sein wird. Ihn aber zu verwirklichen, das oberflächlichen Spottes aufügen zu können. Der eleganten Umgestaltung einer Welt bewirken fönnen, wenn nicht er- steht bei Ihnen!" Form entkleidet, laufen diese Gedankensplitter im ganzen leuchtete Geister die Notwendigkeit begriffen hätten, das Als Jaurès feine vom ganzen Hause mit leidenschaftauf die weltberühmte Weisheit hinaus, daß es immer Elend milieu selbst zu verändern. Der Herr Minister licher Teilnahme verfolgte Nede beendet hatte, beantragte Memane, auch diese Rede anzuschlagen. Die 139 Stimmen, die dieser Antrag auf sich vereinigte, bezeugen den tiefen Ein- druck der Jaurösschen Worte. Mit den Sozialisten stimmten diesmal einige„parlamentarische Sozialisten" und ein großer Teil der Radikalsozialisten. Diejenigen, die sich beim Antrage Maujan der Abstimmung enthalten hatten(in der Absicht, den Riß zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Demo- kratie nicht dem ganzen Lande kund und unreparierbar zu machen), stimmten jetzt um der Gerechtigkeit willen, und auch weil die Jauressche Kritik der Regierungserklärung mit ihren Meinungen übereinstimmte, für die Plakatierung der sozialisti- schen Rede. Die tiefe Bedeutung dieses unscheinbaren Vorganges kann auch durch den allerspitzigsten Hohn der internationalen sozialistenseindlichen Presse nicht aus der Welt gespöttelt werden. Die Nevoltttiou in Rußland. Bialystok. Das Blut erstarrt einem in den Adern, wenn man die all« mählich bekannt werdenden Einzelheiten der drei Bialystoler Schreckenstage vernimmt. So lesen wir in der„Lodzer Zeitung": Der größte Teil der getöteten Juden war durch Gewehr- und Revolverkugeln umgekommen. Personen, die von dem Pöbel mit Beilen und Stöcken erschlagen wurde», gibt es zirka LS. Ihre Leichen weisen Spuren eines schrecklichen Todes ans. Außer Spaltungen der Schädel, zahlreicher Zeichen von Fußtritten, zertrümmerten Nasen fand man unter den Toten einen zehnjährige» Knaben, dem ein Fuß abgesägt war. Bei Joel Scheinlach und anderen fand man Nägel im Kopfe, den Augenhöhlen und der Brnst; man fand auch ein erwürgtes zweijähriges Kind und die Leiche einer Frau, deren �>ä»de gebunden und mit einigen großen Hufnägeln am Unterleib festgenagelt waren. An anderer Stelle lesen wir von einem vierjährigen Knaben, dem die Geschlecht-steile abgeschnitten, von einem Greise, dem die Nase ausgerissen, von.... Ein Bialystoler Arzt, der Zeuge der dortigen Vorgänge war, behauptet, daß der eigentliche Urheber der blutigen Vorgänge, der alte pensionierte General Bogdanowitsch sei. Dieser sei Leiter der berüchtigten Schwarzen Bande und habe schon vor Monaten durch Verbreitung von Broschüren und Flugschristen zur Ermordung der Juden aufgefordert.— „Daily Mail" bringt folgende sensationelle Meldung: Infolge der Judenmetzeleien in Bialystok haben zwei Regimenter und ein Bataillon Pioniere der Garnison von Odessa dem dortigen Kommandeur, General Kaulbars, formell mitgeteilt, im Falle von Ruhestörungen würden sie keinen Polizeidienst tun. General Kaulbars hat sich an das Kriegsministerium um Verwaltungsmaßregeln gewandt. Unter den Juden, die stark genug sind, den Pöbel zurückzuweisen, falls er nicht militärisch unterstützt wird, herrscht über diese Haltung des Militärs große Befriedigung. » Die Berliner Zionistische Vereinigung bittet uns um Bekannt- gäbe folgender Liesolntion: Die von der Zionistischen Vereinigung einberufene, von über 2000 Juden besuchte Volksversammlung drückt ihren Abscheu aus gegen die verbrecherischen Barbareien der russischen Machthaber, die zur Unterdrückung der freihcitlicheen Bewegung in Rußland Judenmassakers anstiften. Sie versichert die geknechteten jüdischen Brüder in Rußland treuer Anteilnahme und erwartet, daß die ge- gesamte zivilisierte Welt durch einmütigen Protest und Ver- Weigerung jeder weiteren finanziellen Hülfe diesem frevelhaften Morden Einhalt zu gebieten versucht. Wir registrieren noch folgendes Telegramm: Washington, 22. Juni. Der Senat nahm einen Beschluß- antrag an, in welchem erklärt wird: Das Volk der Vereinigten Staaten ist entsetzt über die Berichte von Metzeleien, die an Juden in Rußland wegen ihrer Rasse und Religion verübt sind. Alle die- jenigen, die davon betroffen seien, hätten die herzliche Sympathie des Volkes der Vereinigten Staaten. Die Gärung im Heere. Die Blätter melden aus Moskau, die Mannschaften der dortigen Garnison hätten in den letzten Tagen Versammlungen abgehalten und sich für die Beobachtung einer korrekten Haltung ausgesprochen, solange die Regierung die Duma nicht auflöse oder sonstige Repressiv- maßnahmen ergreife.— Die Zeitung„Duma" berichtet ansKraßno- jarsk, in dem dortigen Schützenregiment seien infolge der Verhaftung eine? Soldaten, der de» betrunkenen Obersten durch einen Schlag auf den Kopf verwundete, Unruhen ausgebrochen; ein Stabskapitän sei getötet worden. Aus Sewastopol kommt folgende amtliche Meldung vom 22. Juni: Am 10. Juni erhielt die erste Kompagnie der hiesigen FestungS- artillerie Befehl, auf Wache zu ziehen. Andere Kompagnien wider- sehten sich dem und verhinderten ihre Kameraden unter Mißachtung der Befehle der Offiziere, ihre Karabiner z» nehmen. Durch andere Truppen der Garnison wurde das Bataillon entwaffnet und am 20. Juni nach der nördlichen Küste geschickt. Dort drangen die Meuterer in das Quartier des zweiten Bataillons, zerstörten die Magazine, bemächtigten sich der Gewehre und Munition und zogen gegen die Batterie Jew. Sie wurden aber von Artillerieniannschaften umzingelt und in der Nacht des 20. Juni, nachdem sie einige ver- gebliche Schüsse abgegeben hatten, ohne Widerstand gefangen ge- nommcn und in der Kaserne der Batterie Michel interniert. Das zweite Artillerie-Bataillon hat sich an den Ausschreitungen nichr beteiligt. Später entdeckte man mehrere geladene Geschützes die auf die Stadt gerichtet wäre». Zahlreiche Einwohner an der nördlichen Küste wurden von Panik ergriffen und flohen, doch trat allmählich wieder Beruhigung ein. Weitere Verwickelungen sind nicht zu be- fürchten.--- Scherl und Masse erhielten folgende Privatdepcsche: Warschau, 22. Juni, 1 Uhr 30 Minuten nachmittags. Im hiesigen 10. Sappcurbataillon im Powonzki-Lagcr ia eine Meuterei ausgebrochen. Zwischen zwei Infanterie- Offizieren und zwei Sappeur-Unterofsizicren war es zu einem Zwischenfall gekommen. Die Sappcure verweigerte» die Ausfolguug der mcutcrnden Genossen sowohl dem Bataillons- wie dem Brigade- Offizier gegenüber. Dem Obersten wurde ein Ziegelstein an den Kopf geworfen, wodurch er zu Fall kam. Der Brigadetommandcur forderte nun abermals die Ausfolgnng der Schuldigen. Die Sappcure lehnten dieses Verlangen erneut ab, und als die Militärbehörde nun zur Entwaffnung schreiten wollte, stellten sie Wachen ans und ließen niemand in das Lager hinein. Zu gleicher Zeit einigten sie sich über ökonomische und politische Forderungen. Petersburg. Die Lage in Kronstadt ist»ach Angabe der Marinekreise sehr gespannt. I» Pcterhos blickt man mit Unbehagen aus die gefährliche Nachbarschaft Kronstadts, weil es nicht ausgeschlossen ist, daß zufällig ein zwölszölligeS Geschoß einmal nach Peterhof hineinfliegt. Einige Tage dachte Trcpow daran, den Hof nach Zarskoje Tel» übersiedeln zu lassen, bis der Marineminister kategorisch jede größere Revolte für unwahrscheinlich erklärte. Die Zarenfamilie beabsichtigt, in nächster Zeit ans der Jacht„Polarster»" den schon angekündigte» zehntägigen Ausflug nach den siunländischcn Schäre» zu untcrnehnien. Dem„Slowo" zufolge hat der Kriegsminister dem Zaren am Tonnerstag Bericht über die Gärung in der Armee erstattet und erklärt, er befürchte, daß die Mißstimmung in der Armee nicht er« folgreich unterdrückt werden könne und daß, falls die Duma vertagt wird, die Situation sich gefährlich gestalten könnte!! Streik und Bauernunruhcn. Baku, 21. Juni.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) Auf den Naphthawerken in Bibi-Eibat und Balachanh ist ein Teil der Arbeiter in den Ausstand getreten. Petersburg, 22. Juni. Die Meldungen über neue Bauern- unruhcn und Streiks mehren sich in bedenklichem Maße und kommen bereits aus allen Gegenden des Reiches. Lodz, 22. Juni. Der gestrige Ausstand galt der Erinnerung an den Tag des vorjährigen Blutbades; auf den Friedhöfen wurden flammende Reden gehalten. Heute ist die Arbeit überall wieder aufgenommen, nur drei Fabriken stehen still. Die Duma. Petersburg, 22. Juni.(W. T. B.) Nach Wiedereröffnung der Sitzung herrschte im Hause vollkommene Ruhe. Die Beratung der Interpellationen an die Minister wurde auf morgen vertagt. Das Haus beriet dann einen von 33 Abgeordneten eingebrachten Gesetz- entwurf, welcher die Abschaffung jedes Privateigentums verlangt. Ein Antrag, den Entwurf an die Agrarkommission zu überweisen, wurde abgelehnt. Die Abstimmung bedeutet eine Niederlage für die Arbeitspartei. Das Haus fährt fort mit der Erörterung der Minister- erklärungen. Der sozialistische Abgeordnete Ramischvili aus dem Kaukasus erhebt Einspruch dagegen, daß man Interpellationen einbringe über einzelne Verbrechen der Verwaltung, während die Regierung täglich Ungeheuerlichkeiten sich zuschulden kommen lasse und während das Ministerium des Innern alles in Rußland ver- schlinge, sogar die Kirche und die Schulen. Der Redner verspottet den Minister des Innern, der gestern den Mut gehabt habe, zu sagen, der Lärm im Saale verwirre ihn nicht. Der Minister habe da den berühmten französischen Advokaten Ärbori kopiert, dieser aber habe sich an die französischen Chauvinisten gewandt, nicht an die Vertreter der Nation! Ramischvili schließt, die feindliche Hal- tung, welche die Duma dem Ministerium gegenüber einnehme, spiegele noch nicht die viel feindseligere Haltung des Landes wider.— Aladjin spricht namens der Arbeitsgruppe sein Erstaunen aus über das plötzliche Erscheinen der Minister in der Duma und kommt dann auf die Unruhen in der Armee zu sprechen. Daß die Minister jetzt einen entgegenkommenderen Ton anschlagen, finde seine Erklärung in dem Sinken der russischen Werte im Auslande. „Aber," fährt Redner fort,„wir wollen uns durch ihre Versicherung nicht täuschen lassen und ihnen erst dann Beifall spenden, wenn sie ihre Entlassung einreichen."— Abgeordneter Professor Kowa- lewsky legt dar, daß der Mangel einer einheitlichen Gewalt in Rußland die Hauptursache der Unruhen sei. Witte selbst habe dem Redner gestanden, daß er ohnmächtig war während der Zeit seiner Regierungsführung!! Kowalewsky erzählt weiter, er habe an den Minister des Innern geschrieben wegen eines Gefangenen, der Minister habe ihm aber gar nicht geantwortet; jeder aus- l ä n d i s ch e Minister würde schon aus Höflichkeit für einen Ab- geordneten geantwortet haben. Mit großer Mehrheit wird eine von Gredeskul namens der konstitutionell demokratischen Partei beantragte Tagesordnung an- genommen, in welcher dem Ministerium das Mißtrauen des HauseS ausgesprochen und fein Rücktritt sowie die Einsetzung eines vor der Duma verantwortlichen Ministeriums verlangt wird. ** * Wir haben verabsäumt, dem Artikel:„Die beiden taktischen Auffassungen in der russischen Sozialdemokratie"(1. Beilage von gestern) die Bemerkung voranzusetzcn, daß er uns von einem russischen Genossen gesandt ist und d e f s e n Ansicht und— wenigstens nicht in allen Teilen— nicht die der Redaktion wiedergibt. Die Genossen wissen wohl, daß wir uns in die taktischen Gegen- sätze innerhalb der russischen Sozialdemokratie nicht einmischen wollen. Die Redaktion. politische CUbcrficht. Berlin, de» 22. Juni. Amtliche Auskunft. Die„Weser-Zeitung" hat unglaublicherweise recht ge- habt. Die amtliche Auskunft über die Vorgänge in Südwest- afrika ist nicht deshalb ausgeblieben, weil die amtlichen Stellen es nicht nötig hielten, dem deutschen Volke Mitteilung zu machen, sondern weil sie es nicht konnten! Auf die An- fragen des„Vorwärts" hin hat sich der Amtsschimmel in Trab gesetzt und heute endlich kann die Ausbeute seiner Er- kundigungsfahrt in der„Nordd. Allg. Ztg." abgelagert werden. Lang genug ist die Erklärung geworden, der Inhalt ist da- gegen weniger imponierend. Das offiziöse Blatt gibt bekannt: „Die telegraphischen Ermittelungen, welche auf Grund der vom„V o r w ä r t s" gebrachten Mitteilungen über ernste Fälle von Meuterei in der S ch u tz t r u p p e für Süd- Westafrika, bei dem Kommando dieser Schutztruppe sofort angestellt worden sind, haben folgendes ergeben: 1. Seit Beginn des Aufstandes sind Fälle tätlichen Ver- greifens an Offizieren nicht vorgetommcn. 2. Das für den Norden(nördlich der Linie GobabiS-Windhuk) zuständige Gericht hat dieses Jahr zwei Fälle von Aufruhr bezw. Meuterei, begangen von Mannschaften gegen Portepceunter- offiziere, abgeurteilt. Im ersten Falle handelt es sich um schwere Ausschreitungen von Leuten der S. Proviantkolonne der III. Kolonnenabteilung in einer Schlägerei mit einem Mann der Stationsbesatzung von Kaps-Farm bei Windhuk. in deren Verlauf ein Reiter so schwer verletzt wurde, daß er an den Folgen der ihm beigebrachten Ver- letzungen starb. Der herbeigerufene Wachtmeister der Proviantkolonne ber- suchte zunächst persönlich die Leute zur Vernunft zu bringen und holte dann, als er sah, daß die Leute seiner Aufforderung, auseinanderzugehen, nicht nachkamen, eine Patrouille zum Tat- ort. Als die Leute auch angesichts dieser Patrouille dem Befehl, sich zur Kolonne zu begeben, nicht nachkamen, ließ der Wacht- mcister die schuldigen fünf Leute festnehmen und abführen. An dem Wachtmeister selbst und dem die Patrouille bc- � fehligendcn Unteroffizier hat sich keiner der verhafteten Leute ver- griffen. In diesem Falle sind verurteilt worden: zwei Leute wegen gefährlicher Körperverletzung und militärischen Aufruhrs im Felde zum Tode, zwei Leute wegen militärischen Aufruhrs im Felde zu zwei Jahren Gefängnis, ein Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis. Der Mann, welcher die tödliche Verletzung dem verstorbenen Reiter beigebracht hatte, wurde freigesprochen, da er erwiesenermaßen in der Notwehr ge- handelt hat. Die Todesstrafen sind noch nicht vollstreckt, weil die Richter des Kriegsgerichts von der Allerhöchsten Gnade die Umwandlung der erkannten Todesstrafe in eine angemessene Freiheitsstrafe erbeten haben. In dem zweiten Falle sind nach der telegraphischcn Meldung des Kommandos wegen Aufruhrs bezw. Meuterei drei Reiter zum Tode, vier zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt worden. Einzelheiten über diesen Fall sind eingefordert, aber noch nicht eingegangen. Offiziere sind auch an diesem Fall nicht beteiligt. 3. Bezüglich etwa im Süden von dem zuständigen Gericht ergangener Urteile steht eine Meldung noch aus. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß die er- gangenen Urteile hier der amtlichen Stelle erst bei Uebcrführung der Verurteilten in die Heimat zum Zwecke der Strafvollstreckung zur Kenntnis kommen, da die Bestätigung aller kriegsgerichtlichen Urteile durch die Gerichtsherren im Schutzgebiet erfolgt, soweit eS sich nicht um die dem Kaiser vorbehaltene Bestätigung im Falle der Verurteilung von Offizieren, Savitätsoffizieren und oberen Militärbeamten zum Tode, Entfernung aus dem Heere oder Dienst- entlassung handelt. Einschließlich elf mit dem nächsten Heimtransport angemeldeter Strafgefangener(worunter sich wahrscheinlich die im oben an- geführten zweiten Fall Verurteilten befinden) sind seit Beginn des Aufstandes im ganzen 57 Militärstrafgefangene nach Deutschland zur Strafvollstreckung übergeführt worden. Diese Zahl kann bei der Stärke der Schutztruppe(jetzt 15 000 Mann, im ganzen waren aber 19 000 Mann einschließlich der Heimgekehrten im Schutzgebiet) und bei der Tauer des Feldzuges keine hinsichtlich der Disziplin be- sorgniserregende genannt werden. Die Höhe der Strafen findet ihre Erklärung in der Schwere der Kriegsgesetze." Diese amtliche Auskunft gibt sich selbst als unvollständig: über den Süden weiß sie nichts, über den Tatbestand des zweiten schwereren Falles von militärischem Aufruhr auch nichts, es wird lediglich angegeben, daß dabei keine Angriffe auf einen Osstzier vorgekommen sind. Aber das sind noch die kleinsten Lücken der Auskunst. Weit bedenklicher ist, daß sie mit keinem Worte auf die von uns angeführten Be- hauptungen der Soldatenbriefe über Soldatenmißhandlungen und Soldatenschikanicrungen durch Vorgesetzte eingeht, keine Antwort gibt auf die Frage, ob etrna eine größere Zahl solcher Vergehen der Vorgesetzten die Auftuhrrcate der Mann- schaften provoziert haben, noch in weächem Zusammenhang diese Fälle mit der Annahme älterer SchntztruPPen stehen, sie hätten ihre Zeit abgedient und Anspruch auf Ab- lösung I Auf alles das geht die„Nordd. Allgem. Ztg." mit keinem Worte ein. Und diese Fragen waren sicherlich nicht die unwichtigsten unseres Artikels vom 12. Juni! Statt einer Antwort erhalten wir eine Berechnung, wonach die 57 Fälle von Aufruhr nicht in ungewöhnlichem Verhältnis zur Truppenzahl und zu den Umständen stehen, da sie nur wenig den Prozentsatz im Frieden überschreiten. Eine sehr tröstliche Versicherung! Schier unglaublich aber ist das andere, was diese Aus- kunft mittelbar verrät! Also am 13. Juni wußte die Regierung noch nicht, was deutschen Bürgern mitgeteilt wurde in Soldatenbriefen, die vom Ende des Monats April stammen. Sie erfährt die Verurteilungen erst, wenn die Bestraften hier zur Strafverbüßung eingeliefert werden l So ist man also in der Kolonialabteilung und im Reichsltanzleramt über die Verhältnisse der Schutztruppe in Südwestafrika orientiert. Eine wahrhaft lebendige Fühlung I Der Reichskanzler, der nach einem Bericht der Scherl-Presse die Mißstände in der Kolonialverwaltung radikal auszurotten befohlen hat. hätte hier einen Punkt, wo er mit Reformen einsetzen könnte. Die„Norddeutsche Allg. Ztg." bringt in ihrer heutigen Abend-Ausgabe noch eine zweite Ueberrnschung. An der Spitze wird in auffälliger Schrift flammande, sittliche Ent- rüstung über die Tatsache ausgegossen, daß die„Germania" und die„Freis. Ztg." sich in Artikeln über die Affäre Puttkamer auf einen Bericht haben beziehen können, den der Geh. Lcgationsrat Rosen in besagter Angelegenheit dem Reichskanzler erstattet hat. Das könne nur durch eine schwere Verletzung der Amtsverschwiegenheit möglich geworden sein. So wird, also zugegeben, daß die Angaben der beiden Blätter über den Inhalt des Berichts richtig sind; zum Ueberfluß wird das noch bestätigt durch folgende Arsführungen des offiziösen Blattes: Was nun die Wiedergabe seines Inhalts in der„Freisinnigen Zeitung" betrifft, so bemerken wir zunächst, daß ein von der„Frei- sinnigen Zeitung" und der„Germania" als besonders auffällig behandelter Satz in dem Originale nicht enthakten ist, der Satz nämlich:„Nach einem Berichte des Gouvernements sei Herr v. Puttkamer laut anliegender Nachweisung lediglich ein Reisepaßformular mit dem Stempel des Gc»uvernements zu- gestellt worden". Dieser Satz findet sich jedoch— nicht wörtlich, aber inhaltlich— in einem am 31. Mai, also erst nach Abfassung der Aufzeichnung für den Reichskanzler eingegangenen Berichte des Gouvernements in Buea. Abgesehen von diesem aus einem anderen Berichte entnommenen Zusätze treffen die Angaben der„Freisinnigen Zeitung" tber den Inhalt des für den Reichskanzler bestimmten Berichts der Kolonialabteilung im wesentlichen zu. Wir haben hier also die amtliche Bestätigung, daß der Rosensche Bericht die famose Ausführung enthielt, ein Disziplinarverfahren gegen v. Puttkamer sei nicht angängig. weil Herr v. Puttkamer selbst die Einleitung cmes Verfahrens gegen ihn nicht für wünschenswert halte! Als Gegengift gegen dieses notgedrungene Eingeständnis enthält der Artikel der„Nordd. Allg. Ztg." die Meldung: „Zur Aufklärung der gegen den Gouverneur v. Puttkamer er- hobcnen Vorwürfe hat dieser selbst die Einleitung einer Disziplinar- Untersuchung gegen sich beantragt." Jesko hat also geruht, seine Meinung etwaß zu ändern. Und nun, da er's erlaubt, wird also die Untersuchung eingeleitet werden. Ob es zu einem Verfahren kommt, ist abzuwarten. Sicher ist aber dafür ein Verfahren gegen einige Beamte der Kolonialabteilung. Die„Nordd. Allg. Zeitung" teilt darüber mit: „... Schon stühere Vorkommnisse haben den Eindruck hinterlassen, daß Beamte der Kolonialabteilung grobe Vertrauens- brüche begehen. Gegen ein solches inneres Nebel einer deutschen Behörde muß mit aller Schärfe vorgegangen werden. Auf Antrag des Leiters der Kolonialabteilung hat der Reichslanzler bestimmt, daß die Sache der königlichen Staatsanwaltschaft zur weiteren Ermittelung und Verfolgung der pflichtvergessenen Beamten übergeben werde. Sollte dieser Weg nickt zum Ziele führen, so wird eine Er- Neuerung des Bcamtenkörpers der Kolonialabteilung ins Auge zu fassen sein." Dies Verfahren gegen die Beamten hat prompt ein- gesetzt. Am Donnerstagabend hat in der Redaktion und Expedition der„ F r e i s. Z t g." eine polizeilicheHaus- s u ch u n g stattgefunden. Der Erste Staatsanwalt bei dem Berliner Landgericht I hat ein Strafverfahren„wider Götz und Schneider" wegen Vergehens gegen§133» des Straf- gesetzbuches eingeleitet. In der Kolonialabteilung sind ein Kanzleirat Schneider und ein Geheimer expedierender Kalkulator Schneider, soivie ein Geheimer Registraturassistent Götz an- gestellt. Die Haussuchung hat natürlich zu keinem Ergebnis geführt. Es wird also Plötzlich viel Energie von der Regierung aufgeboten.— Aber nicht etwa gegen v. Puttkamer!— Klaffen-Kirche. Der Fall Korcll gibt dem„Berl. Tagebl." Anlaß, an die Gliickwunschadressc zu erinnern, die eine Anzahl englischer Geistlichen nach dem Ausfall der letzten englischen Parlaments» Wahl, die bekanntlich der Arbeiterpartei 39 Sitze einbrachte/ an den Vorstand dieser Partei richteten: „Es war schon seit vielen Jahren", heißt eS in dieser Adresse. .unser Wunsch, daß im großen Rat der Nation die Stimme der Arbeit voll zu Gehör komme. Wir freuen uns. daß de! der letzten Wahl ein bedeutender Schritt getan ist, um das Haus der Gerneinen wirklich zu dem zu machen, was eS bisher nur dem Nanren nach war: das Haus des Volkes"....Wir, die wir unter der industriellen Bevölkerung gelebt und gewirkt haben und wissen, unter welchen Bedingungen sie zu leben und zu arbeiten genötigt ist, wünschen ferner unsere volle Zustinrmung zu der Art auszusprechen, in welcher die soziale Frage von der Arbeiter- partai im letzten Wahlkampf in den Vordergrund gestellt worden ist. Wir bitten alle Gewählten ernstlich, ihren Einfluß auS- zunu tzen, um die dringend nötige Entwickelung des geschichtlichen Fortschritts in der Industrie zu beschleunigen, unser höchst un- vollkommenes soziales System in vollkommenere Formen über- zuführen, sich zu bemühen, die anarchischen Unordnungen in der industriellen Welt zu überwinden, kurz die politische Revolution des t9. Jahrhunderts in die ökonomische Revolution des 20. Jahr- Hunderts zu überführen." Diie Adresse mit ihrer Erklärung zugunsten der ökonomi- schen Revolution des 20. Jahrhunderts war nicht von Geistlichen kleiner englischen Sekten, sondern von 120 Geistlichen der englisch en Staatskirche unterzeichnet. Dennoch ist damals von den kirchlichen Vorgesetzten, soweit bekannt geworden, nicht das geringste gegen die Vikare und Kuraten, die diese Gratulationen unterzeichnet hatten, unternommen worden. Und wie in England, finden wir auch in der Schweiz manche protestantischen Pfarrer, die nicht nur mit der Soziald emokratie sympathisieren, sondern offen als Kämpfer in ihre Reihen eingetreten sind und in Volksversammlungen und parlamentarischen Körperschaften sozialdemokratische An- schauuwgen verkünden. Jim neuen Deutschen Reich hat allerdings die Entwickelung eine andere Richtung genommen. Die schönen protestantischen Definitionen von dem Zweck der Kirche klingen heute fast wie bitterer Hohn. Aus der sogenannten„Gemein- schaff Oer Gläubigen" ist längst eine politische Anstalt zur Stützung des reaktionären Regiments, zur Auf- rechterhciltung der göttlich-kapitalistischen Weltordnung und zur Niederhaltung der arbeitenden Masse geworden. Im Gcgensai; zu den Anschauungen der oben genairnten englischen Geistlichen, welche die heufige kapitalistische Wirtschaftsordnung als„anarchische Unordnung" bezeichnen und zu deren Beseitigwag die Fortsetzung der politischen Revolution des IS. Jahrhunderts durch die ökonomische Revolution des 20. Jahrhunderts fordern, betrachten die wohlbestallten Diener der deutschen evangelischen Landeskirchen es meist als ihre Aufgabe, die kapitalisttsche Wirtschaftsordnung als„Gottesordnung" zu preisen und durch Vertrösturig auf das bessere Jenseits die Arbeiter zu mahnen, sich entsagungsvoll in das irdische Diesseits zu schicken. Da- neben dürfen die Diener des Herrn sich nur noch insofern polittsch betätigen, als sie bei den Wahlen für die Regierungs- kandidaten agitieren oder in konservativen Blättern über die Unsittlichkeit der Arbeiterschaft philosophieren; jedes Eintreten für sozialdemokratische oder entschieden liberale Kandidaten ist ihnen dagegen verwehrt. Zwar gab es einst auch in Preußen eine Zeit, wo ein Teil der protestantischen Geistlichen sich gegen die Zumutung der Reaktion, religiöse Gendarmeriedienste zu leisten, auflehnte und auf der Bild- fläche der„soziale Pfarrer" auftauchte. Doch diese Zeiten sind längst vorüber. Die meisten, die einst mit idealistischem Eifer sich gegen die ihnen gestellten Aufgaben wandten, haben unter dem Bruck ihrer Aufsichtsinstanzen einsehen gelernt, daß„christlich sozial", in diesem Sinne genommen, Unsinn ist. Das Erkenntnis des großherzoglich hessischen Oder- konsistoriums illustriert trefflich diesen Charakter der Kirche als Klasseninstitution. Der Pfarrer Korell hat nicht deshalb einen Verweis erhalten, weil er sozialistische Anschauungen vertreten hat, auch nicht, weil er für den sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt hat— er war am Stichwahltage gar nicht im Wahlkreise—, auch nicht, weil er die Stichwahlparole des liberalen Wahlausschusses befürwortete oder sich zu- gunsten des sozialdemokratischen Kandidaten Berthold ausgesprochen hat, sondern lediglich, weil er gegen diese Parole, an der er gänzlich unbeteiligt war, nicht öffentlich auf- getreten ist. Schon das Nichtauftreten gegen die Sozialdemokratie wird also vom Konsisto- rium als Verletzung der geistlichen Amts- Pflicht angesehen. Das ist dentlich. Die Arbeiterschaft wird sich diese Charakterisierung der Kirche als Institution zur Aufrechterhaltung der kapitalistischen Klassenherrschaft merken— und daraus ihre Folgerungen ziehen.—_ Zur Wahlvrchtsbewegung im Herzogtum Altenburg. AuS Altenburg wird uns geschrieben: Die Wahlrcchtsbcwcgung in Sachscn-Altcnburg zur Erringung deS g le i ch e n Wahlrechts fand in der Abhaltung von vierzig Volks- Versammlungen am vergangenen Sonnabend, Sonntag und Montag ihren einstweiligen Abschluß. In allen Versammlungen wurden gleichlautende Reisolutionen, die an die Regierung und den Landtag abgeschickt werden, angenommen. Seit dem Jahre 1818 hat Altenburg keine Volksbewegung mehr erlebt, die sich mit der Forderung auf gleiches, geheimes, direktes und allgemeines Wahlrecht befaßte. Es gab überhaupt seit 1843 keine Volksbewegung mehr im Altenburgcr Ländchen, und wäre die Sozialdemokratie nicht, so würde sich in diesem Duodezstaate, der einstmals eine sehr freiheitlich gesinnte Bevölkerung hatte, überhaupt nichts rühren. Von bürgerlicher Seite wurde nur noch einmal seit 1843 der Versuch unternommen, das allgemeine gleiche Wahlrecht zur Einführung zu bringen. 1877 stellte ein Gerichtsaintmann aus Ronneburg, namens Hauschild, den Antrag, die Regierung aufzu- fordern, ein neues Wahlgesetz zur Vorlage zu bringen, das den Grundsätzen der konstitutionellen Monarchie entspreche. Der An- tragsteller erklärte nämlich, daß das geltende Wahlgesetz immer noch auf der st ä n d i s ch e n Dreiteilung des Volkes in Rittergutsbesitzer, Bauern und Stadtbewohnern beruhe, was auch seine Richtigkeit hat. Der Antrag wurde natürlich glatt abgelehnt, ebenso dei>sozialdemo- kratische Antrag van 1897. Die Tätigkeit der Sozialdemokratie im Altenburger Landtage, in dem sie schon seit 1889 vertreten ist, beschränkte sich bisher fast ausschließlich darauf, das Wahlverfahren zu vereinfachen. Danl ihrer unablässigen Kritik hat sie auf diesem Gebiete auch schon wesentliche Erfolge zu verzeichnen. Jetzt soll es aber endlich wieder in nachdrücklicher Weise auf das Ganze losgehen. Die Rückwirkung der Wahlrechtsbewegungen im übrigen Deutschland macht sich aber schließlich auch hier bemerkbar. Die Stimmung unter der entrechteten Jndustriearbciterschaft ist eine vorzügliche. Tie Versammlungen in den Städten Altcnburg, Eisen- bcrg. Schmölln, Gößnitz, Ronneburg, Meuselwitz und Kahla waren alle sehr stark besucht, zum Teil waren sie. so in Altenburg und Eisenberg, überfüllt. Auf dem Lande war der Verlauf weniger be- friedigend, der Heuernte und anderer ähnlicher Ursachen wegen. In Anbetracht aller llmstände haben wir auf dem Lande auch keine Massenbersammkungen erlvartet, und für den Anfang kann die Partei zufrieden sein, daß ihr überhaupt nicht alle Landversamm- lungen vereitelt wurden. Es hat sich in verschiedenen Fällen nämlich zugetragen, daß in letzter Stunde noch Bersammlungssäle abgetrieben wurden. Im Gegensatz zur bürgerlichen Presse in Preußen und Sachsen, die im Januar und März die Wahlrechtsbewegung mit ihrem eklen Geifer besudelte, verhielt sich die bürgerliche Presse in unserem Ländchen zu der ganzen Aktion völlig ruhig. Sie schwieg, soweit es auf sie ankam, die Bewegung tot, und sie brach dieses Schweigen erst teilweise am letzten Tage vor den Wahlrechtsversammlungen durch eine Vierzeilen-Notiz. Auch heute noch bewahrt sie dieses Schweigen. Nicht einmal zu schnodderigen Notizen hat sie sich aufgeschwungen. Es scheint eine geheime Parole ausgegeben worden zu sein, so wenig wie möglich von der unangenehmen Sache zu reden. Die Draht- zieher hinter den Kulissen werden bald zu der Ueberzeugung kommen, daß dieses geniale Totschweigen zu nichts führt. Nachdem die Versammlungsaktion beendet ist, gehen die Partei- genossen im ganzen Lande an das Sammeln von Unterschriften für eine Petition, die an den Landtag und die Regierung gerichtet wird und in der um Erlaß eines Gesetzes gebeten wird, das sich mit den Forderungen der Resolution der Wahlrechtsversammlungen deckt. Das wird noch das schwerste Stück Arbeit werden, aber bei dem Eifer, der allenthalben zutage tritt, wird der Erfolg nicht aus- bleiben. Tritt dann im Herbst der Landtag zusammen, so findet er einige Dutzend Wahlrcchtsresolutionen und eine mit vielen Tausenden Unterschriften versehene Petition vor, und dann heißt es Farbe bekennen. Die im nächsten Frühjahr stattfindenden Landtagswahlen werden dann unter der Parole des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts erfolgen. Sie werden der Partei, die heute schon über die Hälfte der Stimmen der dritten Abbteilung auf sich vereinigt, sicherlich neue Freunde zuführen und sie verstärkt in den Landtag einziehen lassen. «.* DentfcKes Reich* Zum geplante» WahlrcchtSraub in Leipzig» von dem wir gestern meldeten, schreibt man uns: Aus reiner Sozialistcnfurcht hat man vor 19 Jahren das allgemeine Wahlrecht im Eiltcmpo gemeuchelt und das Dreiklassenwahlrecht eingeführt, das der Klasse von„Bildung" und Besitz die Herrschaft im Stadtparlament und-regiment sichern sollte. Bon den 72 Stadtverordnetenmandaten wählte die auserlesene nationalliberale Plutokratie in der I. Klasse 24 Vertreter, die sich aus verschiedenen Gruppen zusammensetzenden Mittelständler, denen sich auch die Hausbesitzer angeschlossen haben, in der II. Klasse ebenfalls 24. und die gleiche Zahl Vertreter blieb in der III. Klasse für die große Mehrheit der Arbeiterwählerschaft. beschränkt. Weil sich nun die Plutokratie in ihrem Besitzstande durch die Mittclständler und Hausbesitzer bedroht sieht, was ihr übrigens schon bei der Schaffung des Dreiklassenwahlrechts von der Sozial- demokratie prophezeit worden ist, sucht sie ihren Einfluß durch eine weitere Verschlechterung deS Wahlrechts zu sichern. Im Austrage der Ratspartei mußte vor einiger Zeit der Verein der„Festbesoldeten" eine Petition an das Kollegium richten, das Wahlrecht zu ändern. Der Coup mißlang. Mit Zweidrittelmehrheit wurde vom Kollegium ein Eingehen auf eine Aenderung deS Wahl- rechts abgelehnt. Nun blieb dem Rate nichts übrig, wollte er den Auftrag seiner Hintermänner ausführen, der freilich auch seiner eigene» Ansicht entspricht, als selbst eine Wahlrechtsvorlage auszuarbeiten. Man verfiel auf das berufsständische Wahlrecht. Danach würde sich die Vertretung der Wählerschaft in folgender Weise verteilen: Der Teil der Bürgerschaft, der nach den Bestimmungen des In- validenversicherungsgesetzes versicherungspflichtig ist, und das ist die große Mehrheit der wahlberechtigten Bürger, soll zwölf Vertreter wählen dürfen, die übrigen fünf Sechstel der Mandate werden fün anderen Gruppen überlasten und zwar so, daß der Plutokratie der Hanptteil zufällt; die Hausbcsitzerpartei fällt als selbständige Gruppe vollständig weg. Nach dem jetzigen Wahlsystem muß die Hälfte der Vertreter überhaupt Hausbesitzer sein. Ueber die Wirkung dieser Wahlrechtsräuberei auf die Be- völkerung sind sich die Herren nicht im unklaren, deshalb soll der Raub in spätestens vier Wochen, also noch vor den Ferien, in Sicher- heit gebracht werden, damit keine Zeit zur Gegenwehr vorhanden ist. Aber die Leipziger Arbeiterschaft wird trotz der kurzen Frist mit den Herrschaften Fraktur zu reden wissen, daß ihnen Hören und Schen vergehen soll.— Patriotische Manifestationen. Die Fahrt der deutschen Journa- listen nach England scheint sich zu einer Art Huldigungsfeicr aus- zuwachsen. Wie der Wolffsche Telegraph meldet, brachte gestern bei dem Festmahl Lord A v e b u r y einen Trinkspruch auf König Eduard aus. Niemand habe mehr als der König dazu beigetragen, führte der Redner aus, freundschaftliche Beziehungen zu fördern. Dann toastete Lord B r a s s e y auf den deutschen Kaiser und er- klärte, alle Herzen seien von warmen Empfindungen für gute Be- Ziehungen zum deutschen Volke erfüllt. Die Musik spielte„Heil Dir im Siegerkranz". Der Lordkanzler trank alsdann auf die Freund- schaft zwischen Deutschland und England und führte aus, er kenne in England keine verständigen Leute, die nicht freundschaftliche Bc- Ziehungen zwischen beiden Nationen wünschten, die Blutsverwandte seien, niemals Streit gehabt und nie die Schwerter gekreuzt, dagegen oft in derselben Schlachtreihe gestanden hätten. Darauf erwiderte der deutsche Botschafter Graf Wolff- Metternich mit einer Rede: Die Worte des Lordkanzlers atmen Freundschaft und Wohlwollen für unser Volk; sie sind durchdrungen von jenem Geiste stolzer Ideale und von dem gesunden Menschenverstände, die beide die leitenden Gesichtspunkte in den Beziehungen der beiden großen Nationen sein sollten, von deren Existenz das Gedeihen und die Fort- dauer unserer gegenwärtigen 5lultur, sowie das Wohlergehen der Welt abhängt.— Wahlvcrwandtc Seelen. Im Wahlkreise Hofgeismar- Rinteln sind sich die um die Palme des Sieges ringenden beiden anti- semitischen Bruderparteicn, die Reformparteiler und die Lieber- mannschen„Freideutschen" in die Haare geraten und sagen sich gegenseitig die schönsten Wahrheiten. Das Organ der Lieber- mannschen Richtung hat nämlich jüngst geschrieben: „Das sind nämlich so einige Uebermenschen, dit sich für aus- ersehen halten, den schmählich verratenen Antisemitismus aus dem deutschsozialcn Sumpfe herauszuziehen, wozu ihnen in- zwischen der offizielle Segen der„Reformpartei" zuteil geworden ist. Jetzt haben wir es also auch mit einem rcformcrischen Gegner zu tun. Uns kann es nur recht sein, wenn diese Herren allesamt den Freunden im Lande einmal ganz handgreiflich zeigen, wie notwendig seinerzeit die Trennung von ihnen war, und wir fürchten auch nicht, daß solche Kinder st reiche noch viel Unheil anrichten können. Aber die eine Folge werden und sollen sie haben: Wir werden dieser Ouerulantengruppe durch positive Arbeit zeigen, daß wir stark und daß sie— es nicht sind. Wir wollen ihnen die Neigung zu größeren Dummheiten recht gründlich und möglichst ein- für allemal austreibend Darauf antwortet die„Hessische Rundschau", das Blatt der Reformparteiler: „Die Behauptung, eigentlich sei nicht Werner, sondern Herr v. Liebermann in den Jahren 1899 und 1893 der Sieger im Wähl- kreise Rintcln-Hofgeismar-Wolfhagen gewesen, kann bei allen Kennern der Verhältnisse nur helle Heiterkeit auslösen. Wir lassen selbstverständlich einem alten Herrn, der auf seine Art ganz tapfer, wenn auch ohne wesentliche Erfolge, im Leben gekämpft hat. gern das Vergnügen, jjch den Rest seiner Tage mit holden Jllusiökeft und harmlosen Ren»»« m i st e r e i e n zu versüßen. Beide haben rechtk—* MarinistischcS. Die„Köln. Ztg." weiß von neuen Veränderungen in den höheren Kommandostellen der Marine zu berichten, die zum Beginn der Kieler Woche vollzogen werden sollen. Großadmiral v. Köster tritt in den Ruhestand. Ferner tritt in der Führung des zweiten Geschlvaders und deS Verbandes der Aufklärungsschiffe ein Wechsel ein. Dadurch, daß Prinz Heinrich Chef der aktiven Schlacht- flotte werden wird, ist auch eine Neubesetzung des Stations- kommandos Kiel nötig, während Admiral v. Bendemann das Kom- mando der Nordscestation in Wilhelmshaven behält. Des weiteren wird ein Wechsel in der Leitung des technischen Departements des Reichsmarineamts erlvartet, da der bisherige Chef ein höheres Kommando in der aktiven Schlachtflotte übernehmen soll.— Gestorben für das„größere" Deutschland. Amtliche Meldung Gefreiter Mathäus Koch, geboren am 23. 4. 82 zu Heuchlingen, am 18. Juni 1996 im Lazarett Windhuk an Lungenentzündung gestorben. Leutnant Paul Cleve, geboren am 29. 2. 89 zu Essen, am 16. Juni 1996 an Bord deS Dampfers„Gertrud Woermann" an Typhus ver« starben. Reiter Karl Seeber, geboren am 22. 8. 83 zu Rohr, am 17. Juni 1996 im Feldlazarett Lüderitzbucht an Nierenentzündung gestorben.— Huöland. Oesterreich. Die Regierung und der Massenstreik. Wir lesen in der Wiener„Arbeiter-Zeitung": Die Stcyrermühlblätter verbreiteten heute die Nachricht, daß morgen, Donnerstag, der Massenstreik in Wien beginnen werde. Woher die Nachricht stammt, ist uns unbekannt. Es scheint, daß es Leute gibt, die es nicht erwarten können, daß der Kanipf beginnt. Jedenfalls können die Journalisten und die Abgeordneten, die der-' artige Gerüchte kolportieren, überzeugt sein, daß sie es früh genug erfahren werden. Auch die Regierung scheint gefürchtet zu haben, daß das Gerücht wahr fei. Wie wir erfahren, ist das in St. Pölten statio-. nierte Infanterieregiment telegraphisch nach Wien beordert worden. Außerdem sollen die Mann» schaften der Militärbäckereien und des Eisen» bahnerregiments Auftrag bekommen haben, sich bereit zu halten. Daß die Regierung, wenn sie vom Massen- streik hört, zunächst an das Militär denkt und nicht an den Wahl- reformausschuß, ist bezeichnend genug. Aber sie möge sich'gesagt sein lassen, daß auf die Durchführung des Massenstreiks keinerlei Truppenkonzentration, sondern ausschließlich der Fortgang im Wahl» reformausschuß Einfluß haben kann.— Schweiz. Das neue Schandgesetz gegen den Antimilitarismus, das der Bundesrat den eidgenössischen Räten unterbreitet, ist begleitet von einer Botschaft, die den Traditionen unserer Fremdenpolizei alle Ehre macht.— Der Vorsteher des Justizdcpartements, Bundesrat Dr. Brenner von Basel, schaltet und waltet in seinem Ressort womöglich noch reaktionärer und verwerflicher, als es seinerzeit das Patriziat von Bern, Freiburg, Solothurn und die Züricher Zunftaristokratie getan hat. Der Bundesrat motiviert seine Vorlage nicht nur mit der Gründung der antimilitaristischen Liga, sondern er bezieht sich auch auf den Beschluß des sozialdemokratischen Parteitages vom 19. Fe- bruar 1996 in Ölten, wonach den Soldaten angeraten wird, den Gehorsam zu verweigern, wenn an sie der Befehl ergeht, streikende Arbeiter anzugreifen oder gegen sie die Waffe zu gebrauchen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die sozialdemokratische Partei es sich zur Ehrenpflicht machen mutz, dieses neue Maulkrattcn- gesctz mit aller Wucht zu bekämpfen— bedeutet die Vorlage doch nichts anderes als die freche Wiederaufnahme des Bundesgesctzes vom 12. Dezember 1992, das in der Volksabstimmung vom 25. Ok» tober 1993 mit 264 985„Nein" gegen 117 694„Ja" verworfen wurde. Der einzige Unterschied zwischen der verworfenen und der neuen Vorlage liegt erstens darin, daß im Gesetz von 1992 vom „Anstiften und Verleiten" im allgemeinen die Rede war, während der neue Entwurf die Strafandrohung auf„öffentliche Auf- reizung zu Dienstpflichtverletzungen" beschränken will. Der zweite Unterschied liegt in einer wesentlichen Verschärfung der Strafen! Im ersten Gesetz war festgestellt, daß Geldbußen oder Gefängnis- strafen ausgesprochen werden können, im neuen dagegen sollen alle„Delikte" mit Gefängnis bestraft werden.— Wenn die AntiMilitaristen die Situation vor der Abstimmung nicht allzu sehr verpfuschen, unterliegt es kaum einem Zweifel, daß auch dieses neue Maulkrattengesetz vom Volke mit Wucht verworfen werden dürfte.—_ Tie Affäre Goldstein-Loher-Sulzer vor dem Züricher KantonSrat. Zürich, 29. Juni.(Gig. 58er.) Die kompakte kapitalistischagrarische Majorität des Züricher Kantonsrates hat wieder einmal eine ihr unbequeme Affäre durch einen kleinen Staatsstreich aus der Welt geschafft. Der frühere Erziehungsdirektor Regierungsrat Loher hatte infolge der verlogenen Denunziation des an der Züricher Universität studierenden Sohnes des Schuhfabrikanten Äally, den Privatdozenten Dr. Goldstein in höchst beleidigender Weise behandelt, weil er angeblich mit seinen Hörern einen Besuch in der Sulzerschen Maschinenfabrik in ZVinterthur zu sozialistischen Zwecken mißbraucht haben sollte. Eine geradezu peinliche Unter» suchung ergab die völlige Grundlosigkeit der Denunziation, und da dann Loher die von Goldstein geforderte Genugtuung verweigerte, wandte dieser sich mit einer umfangreichen Beschwerde, die in Form einer Broschüre die Akten des Falles enthält, an den Züricher Kantonsrat, d. h. verklagte den Teufel bei seiner Großmutter. In der Sitzung vom Montag, in der darüber verhandelt wurde, kam die materielle Seite der Affäre, die wegen der Beeinträchtigung der Lehrfrciheit an der Universität und der anständigen Behandlung der Lehrer durch die Regierung sehr wichtig ist, gar nicht zur Sprache; man ritt auf der formellen Seite herum, die dadurch ver- letzt worden sei, daß sich Goldstein nicht zuerst an die Regierung gewandt habe. Trotzdem unsere Genossen Lang, Erismann. Dr. Färb st ein. Haußner und Greulich, ferner die Demokraten Oberrichter Dr. Sträuli und Redakteur Dr. Wettstein für die materielle Behandlung der Beschwerde eintraten, wurde sie brutal mit 145 gegen 69 Stimmen abgewiesen und so das Recht aus„formellen Gründen" vergewaltigt. Den Dorf- und Stadt- matadoren im Züricher Kantonsrat kommt es auf eine Gemeinheit mehr oder weniger nicht an; diese Leute sind wirklich zu allem fähig.— Norwegen. Keinen Kuhhandel. Die bürgerlichen Parteien Norwegens gehen der Neuwahl des Storthings in heilloser Verwirrung entgegen. Der altbewährte Agitationsstoff der Linkenmänner, der Unionsstreit mit Schweden. ist aus der Welt geschafft, ohne daß man einen brauchbaren Ersatz dafür fand. Die Herren von der Rechtenpartei, ehemals die Schutz- ttuppe des Schwedenkönigs, haben ja in den letzten Jahren den Kampf für die Unabhängigkeit von Schweden mitgemacht und 'chließlich mitgeholfen, den alten Oskar abzusetzen und den neuen König heranzuholen: sie sitzen jetzt aber wieder, aller Zukunftsidcale bar. auf dem Trockenen. Die Parteiunterschiede sind verwischt, und eS hilft nichts, daß die Führer sich anstrengen, den alten Gegen- sah zwischen Rechten und Linken. Konservativen und Radikalen. aufrecht zu erhalten. Innerhalb der Parteien fühlt und weiß man. daß das zwecklos ist. Konservative Wahlvereine stellen aus. gesprochene Linkcnmänner als Storthingskandidaten auf. und Linkenvcreine übertragen die Kandidatur in ihren Kreisen halb- wegs liberal angehauchten Konservativen. Rechts oder links, hier ist alles eins. /'An leuchteilLM GeMnsaß däM steht die Wahltaltik m Sozialdemokratie, wie sie zu Ostern auf dem Parteitag in Kristiania beschlossen wurde und jetzt konsequent durchgeführt wird. Keine Allianzen mit bürgerlichen Parteien I Das ist der Grundsatz, und dieser Grundsatz erscheint jetzt um so mehr berechtigt, als die bürgerlichen Parteien sich so entschieden zu einer reaktionären anti- sozialistischen Masse verwandelt haben, daß sie nur noch des Ansehens halber ihre Parteinamen beibehalten. In einem Leitartikel,„Keinen Kuhhandel" übev schrieben, propagiert„Social-Demokraten" ohne jede Einschränkung den Grundsatz der durchaus selbständigen Wahltaktik und wendet sich entschieden sowohl gegen allgemeine wie lokale Bündniffe und Abmachungen mit anderen Parteien. Der Artirel schließt: „Das, was unsere Partei zum Siege führen soll, ist, daß die Wähler nach und nach verstehen und erkennen lernen, daß die Arbeiterpartei eine feste Einheit ist, hervorgewachscn aus der Un- gerechtigkeit der Klassengesellschaft, mit einem starken Willen, ihr Ziel zu erreichen, und mit der festen Ueberzeugung, daß es nur eine Frage der Zeit ist, wann die Arbeiter und kleinen Leute sich in großer Zahl mit uns vereinen, daß wir die Macht gewinnen, unsere Forderungen durchzuführen."— China. Sühne ohne Blutvergießen. Peking, 21, Juni.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der französische Gesandte unterzeichnete die Bedingungen des Ucber. einkommens wegen der jüngsten Niedermetzelungen von Missionaren in Nanching: Frankreich erhält eine Entschädigung von 200 000 Taels, d. i. die Hälfte von dem, was es ursprünglich gefordert hatte. China erlangte die wesentliche Herabminderung der französischen Forderung unter dem Antrieb der heftig opponierenden offiziellen chinesischen Presse. Die deutsche Regierung hätte im gleichen Falle wieder einen ..Rachefeldzug" veranstaltet.— Marokko. Der letzte Akt. Dent Reuterschen Bureau wird aus Tanger bestätigend gemeldet, vah der Sultan von Marokko am 18. d. M. da? Protokoll der Konferenz von AlgeciraS unterzeichnet hat.— GewerkfcbaftUcbcSo Sunt Protokoll des Polizeibeamten! Am 29. Mai fand in Bochum eine Mitgliederversammlung des Holzarbeiter-Berbandes statt, in der der Stellmacher K. als Schristführcr fungierte. Diesem wurde nun dieser Tage von einem Ingenieur des Bochumcr Vereins, dem bekannten Baarc-Wcrke, gekündigt mit folgender Begründung: „Laut Protokoll des Polizeibeamten(dabei zeigte der Herr ein Schriftstück), haben Sie in der'Versammlung gesagt: Auf dem Vochumer Verein werden die schlechteste» Löhne bezahlt und werden die Arbeiter am schofelsten behandelt." K. erwiderte, daß er in der Versammlung überhaupt nicht gesprochen habe, worauf der Ingenieur überlegen er- widerte:„Auf diesen Quatsch lasse ich mich nicht ein. ich der- lasse mich auf das Protokoll der Polizei." Die Geschichte klingt zwar unglaublich, aber wir sind ja dergleichen Sachen gewöhnt. Wir werfen nur die Frage auf: Ist der Bochumer Verein auf amtlichem Wege oder nur durch Amts- vergehen einer einzelnen Person in den Besitz des Protokolls gelangt? Hoffentlich wird der Entlassene nicht versäumen. zivilrechtlich gegen die Stadtverwaltung vorzugehen. Bei dieser Gelegenheit wird man dann auch mal die Zuverlässig- kcit polizeilicher Protokolle gründlich beleuchten können. Die Flucht des Gutenbergbundes in die christliche Gewerkschaft. Viele Leser des„Vorwärts" werden vom Gutenbergbund noch nie etwas gehört haben und sich erstaunt fragen, was ist das für ein „Beilchen", das bisher so„im Verborgenen blühte"? Der„Guten- bergbund" ist eine„Vereinigung", die nach dem Neunstundenkampfe der Buchdrucker im Jahre 1891/02 sich zusammenschloß, um gemein- sam mit dem Unternehmertum den„Verband der deutschen Buch- druckcr" zu v e r n i ch t e n. In welcher Weise ihm dies gelungen ist, geht aus folgendem hervor: der Verband zählt jetzt 46 090 Mitglieder, der Gutenbergbund 2700. Die Leiter und Wortführer dieser„Or- ganisatimr" sind Leute, die während des Neunstundenkampfes ihre Plätze nicht verließen oder die Plätze der Kämpfenden skrupellos eingenommen haben. Einige der Herren sind Faktore(Werkmeister), loelche ihr Personal als gefügige Truppen in Händen haben. So in Berlin wie außerhalb. Seit Jahren suchen die„Bündler" mit den „Christlichen" Fühlung, und da„maßgebende Personen" des Bundes an leitender Stelle in sogenannten christlichen Geschäften tätig sind (Vaterländische Verlagsanstalt.„Das Reich" sStöckerj,„Sonntags. blatt"-Druckerei sehemals Pastor Hülle) und andere mehr), so be- darf der Anschluß an die christlichen Gewerkschaften weiter keiner be- sonderen Erklärung. In der am 12. Juni er.' stattgehabten Bundes- Versammlung kam es betreffs des Anschlusses an die„Christlichen" noch zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Leitern und den Mitgliedern. Die Versammlung protestierte gegen einen solchen Be- schluß und beantragte Urabstimmung. Der Vorstand mußte wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und eine Urabstimmung vor- nehmen lassen. Dieselbe ergab denn auch unter dem„sanften Druck" der Herren Borgesetzten ein für den Anschluß günstiges Resultat: S20 Stimmen dafür und 227 Stimmen dagegen. Das Ergebnis ist nicht weiter überraschend, denn der Referent konnte ohne nennens- werten Widerspruch aus der Versammlung erklären:„Wir müssen einen Rückhalt haben in den Kämpfen,— gegen die freien Gewerk- fdhaften. Anm. der Red.— die uns bevorstehen, und diesen bietet uns die christliche Gewerkschaft." Nun haben sich die gleichgcsinnten Seelen gefunden. In der Arbeiterpresse kann man fast täglich von den Heldentaten der christlichen„Kämpfer" lesen; im„Lokal-An- zciger und in der„Morgenpost" steht davon freilich nichts. Das Buchdruckgewerbe kann wirklich stolz sein auf die vereinig. ten Verfechter und Kämpfer für ideale Zustände. Herr Lic. Mumm wird seine himmlische Freude an dem Kuddelmuddel haben. Blau und Schwarz gibt Schmuddelei. Das Vorgehen des Gutenbergbundes be- deutet im gegebenen Augenblick, wo Deutschlands Buchdrucker sich an- schicken, durch Erlangung eines neuen Tarifvertrages für die Ver- besserung ihrer Lebenslage einzutreten, die Kundgebung vollendeter Hülflosigkeit. Was dem Ertrinkenden der Strohhalm, das ist dem Gutenbergbund die christliche Gewerkschaft. Wer von den beiden Vereinigten mehr Pen größten Gewinn macht, können wir nicht ent- scheiden, als weiteres Moment wollen wir aber doch eine Episode verzeichnen. Einer der Haupthähne im christlichen Lager hatte zurzeit den Gutenbergbund als Strcikbrecherorganisation bezeichnet. Der Bundesvorstand fühlte sich beleidigt, lief zum Kadi und der Christen. Heros mußte revozieren. Aus dieser Geschichte hat man wahrschein- lich die gegenseitige Würdigkeit erkannt. Wir segnen den Ehebund. Die„Berliner Morgenpost" ist in der Lage, folgendes mitzu- teilen: „Der Fall Cohen. Eine Vertrauenßmänner-Versammlung des Deutschen MetallarbeiterverbandeS, Abteilung Berlin, verhandelte über die durch den Fall Cohen im Verband entstandenen Diffe- renzen. Es kam zu erregten Debatten. Ein nicht unbedeutender Teil der Vertrauensmänner verurteilte scharf daS Verhalten Cohens und schob ihm die Hauptschuld für die jetzt eingetretene Spaltung im Metallarbeiterverband zu. Schließlich einigte man fich dahin, eine Kommission zu wählen, die zu prüfen und festzustellen hätte. ob Cohen oder die Partei bei diesen Differenzen recht habe." Unseres Wissens besteht gar keine Streitfrage darüber, ob in dieser Sache Cohen oder die Partei recht habe. Sollte man die Frage wirklich so formuliert haben, dann muß man bei der Be- antwortung ganz selbstverständlich am Ziele vorbeischießen. Die Partei hat mit der Streitfrage innerhalb des Verbandes nichts zu tun. sie hat sich nicht hineingemischt, sie ist auch nicht um Ver- Mittelung angegangen worden. Unseres Erachten? kann die Frage nur lauten: Hatten die Rohrleger Ursache zu Beschwerden und hat die Organisation alles getan, um die Absplitterung zu verhindern? Berlin und Qmgegend. Die Differenzen bei der Firma H. Härtung sind beendigt. Die am Donnerstag gepflogenen Verhandlungen zwischen der Firma mit dem Vertreter der Organisation unter Hinzuziehung der Kom Mission der Streikenden ergaben folgendes Resultat: die Hiilfs arbeiter werden mit einem Stundenlohn von 42>/z Pf. eingestellt und erhalten nach sechs Wochen 4S Pf. Diese Zulage hat auch rück- Ivirkende Kraft, so daß diejenigen, welche jetzt schon über sechs Wochen im Betrieb sind, nicht unter 45 Pf. erhalten. Wer von den HülfS- arbeitern heute schon 45 Pf. und darüber hat, erhält eine Zulage von 2>/z Pf. pro Stunde. Die Streikenden nahmen diesen Ver- gleich au und ist am Freitag früh die Arbeit wieder aufgenommen worden. Achtung! Korbmacher. Die Firma Kanzow, Nieder-Schönhausen, sucht durch Inserate Korbmacher. Da Herr Kanzow sich weigert. den Tarif der Grünbranche anzuerkennen, wird gebeten, in dieser Werkstatt keine Arbeit anzunehmen. Bon der Firma Schmalisch«. Below geht uns folgende Be- richtmung zu: Sie bringen in Ihrer Nr. 142 vom 22. Juni a. c. eine Notiz, in welcher angeführt wird,„daß unsere Firma durch Anwerbung christlicher Arbeiter die«frei organisierten Fliesenleger" ganz aus unserem Betriebe zu verdrängen suche". Diese Mitteilung ist un- wahr! Wahr ist, daß wir uns am 14. und 15. Juni a. c. schriftlich an die„Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands, Ortsverein Berlin", gewandt haben, und dieselbe um Ueberweisung von Fliesen- legern ersuchten. Wahr ist ferner, daß in der gestrigen Sitzung der Schltchtungskomission im Fliesenlegergcwerbe unter dem Vorsitz des Gewerberichters 40 Mitglieder der„Freien Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands" für«tarifbrüchig" erklärt wurden, weil sie bei uns ohne Vorbringung von Differenzen resp. ohne die Schlichtungskommission einzuberufen, die Arbeit niedergelegt haben! Wir betonen, daß wir Fliesenleger der„Freien Organisationen" jederzeit einstellen. Die fliegende Barbierstube. Wir werden ersucht, folgendes mit- zuteilen: „Ich erkläre eS für unwahr, daß bei mir eine fliegende Barbier- stube existiert. Das Gerücht über die Barbiersinbe ist folgender- maßen entstanden: Ein Arbeiter, früherer Barbier, seinerzeit in Charlottenburg Meister, barbiert Sonnabends und Sonntags Lauben- kolonisten; trifft er einen oder den anderen nicht an, so kommt er in mein Lokal, um betreffende Genossen zu bedienen. Daß sich nun dieser oder jener meiner Gäste die Gelegenheit zunutze macht, sich auch rasieren zu lassen, kann ich nicht verhindern. Fritz Baukus, Gastwirt. Rixdorf, Allerstr. L/9." Ueber den Stand der Lohntbewegung berichtete Licre in der Generalversammlung des Verbandes der Friseurgehülfen Deutsch- lands am 21. d. M. Demnach sind bis jetzt 536 unterschriftlich an- erkannte Bewilligungen eingelaufen. Bei den in Betracht kommen- den Meistern sind 499 Gehülfen mit der Kontrollkarte beschäftigt. Die verhältnismäßig geringe Zahl von Bewilligungen ist ver- ländlich, wenn man das scharfmacherische Treiben einer ganzen Anzahl selbständiger Barbiere berücksichtigt. Diese Korporation der Arbeitgeber hat nicht nur Verhandlungen abgelehnt, sondern auch noch beschlossen, ihre Mitglieder zu bestrafen resp. auszuschließen, ofern die Forderungen bewilligt werden. In diesem Punkte sind ne verschiedenen Organisationen der Selbständigen einig. Die bis jetzt gegebenen Unterschriften können mit wenigen Ausnahmen als reell betrachtet werden. Die kürzlich tagende Arbeitgebcrversamm- lung des Nordens wählte eine Kommission, die die Aufhebung des Boykotts beantragen sollte. Wir werden für die Zukunft mit allen Kräften für die Beseitigung des Logis beim Arbeitgeber einzutreten haben. Genosse Knötschke berichtete über die Verhältnisse der Friseurgehülfen in Posen. Wegen Streikbruch wurden aus- geschlossen: Wärzner, Stolle, Lepzin, KoSky, Gregow, Lindner, Domke, Dunkel, Krumaier, Schulze. Die Bewilligung zurückgezogen resp. durchbrochen haben: Mätze, Libauerstr. 21, Blaßner, Thaer- traße 24, Habekost. Thaerstr. 35, Güth, Friedrichsberg, Scharn- Weberstraße 62, Dörfert, Gaudystr. 3, Karol, Kopcrnikusstr. 15. Achtung, Leistcnvergolder! In der Goldleistenfabrik von Mijkre in Gulskogen bei Drammen in Norwegen ist es nun doch uoch zum Streit gekommen. Zuzug ist darum streng fernzuhalten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergoldcr. Achtung! Metallarbeiter! In der Maschinenfabrik„Cyklon", Mamzerstr. 22/23, haben sämtliche dort Beschäftigte die Arbeit nieder- gelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die OrtSberwaltnng des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Oeutrcheo Reich. Wer andere an der freiwilligen Arbeit hindert... Die Stukkateure in den Städten M.-Wadbach und Rheydt be- inden sich feit einiger Zeit im Ausstande. Der Grund l Differenzen besteht in der Weigerung der Unternehmer, einigc Pfennige Stundenlohn mehr zu betvilligen. Jede Verhandlung haben die Unternehmer bis jetzt abgelehnt und auch am Gewerbe- jericht erklärt, daß sie keine Zugeständnisse machen wollen. Infolge- »essen zog ein großer Teil der Streikenden es vor, abzureisen und ich um andere Arbeit umzusehen. Den Unternehmern paßte dieses nicht; sie gedachten die Streikenden mürbe zu machen. Es wurden nun vom Arbcitgeberverband der vereinigten Bild- Hauer, Modellcure und Stukkateure Deutschlands, der seinen Sitz in Frankfurt a. M. hat, schwarze Listen ausgegeben, von welchen uns eine zur Verfügung gestellt wurde. DaS Rundschreiben hat 'olgenden Wortlaut: „Betrifft Streik in M.-Gladbach und Rheydt. Werter Herr Kollege! Hiermit benachrichtigen wir Sie höflichst, daß die Stukkateur- gehülfen von M.-Gladbach, Rheydt und Umgegend in den AnS- stand getreten sind. Wir aeben Ihnen endstehend die Namen der Streikenden bekannt und bitten Sie, unter Hinweis auf die Be- stimmungen des§ 9 unserer Geschäftsordnung dringend, die Genannten unterkeinen Umständenzu beschäftigen und, falls solche bereits eingestellt sind, sofort zu ent- lassen. Gleichzeitig diene Ihnen zur Nachricht, daß sich der Verband der Maurermeister und Bauunternehmer M.-Gladbachs, Stadt- und Laudtreis, in der im Mai abgehaltenen Versammlung mit uns solidarisch erklärt hat. Wir machen Sie nochmals auf die Notwendigkeit einer strikten Beachtung und Befolgung der fraglichen Bestimmungen aufmerk- sam, da hiervon die schnelle Beendigung des AuSstandes selbst und auch die für die Arbeitgeber günstige Durchführung desselben abhängt. Der Vorstand." Es folgen nun 118 Namen der Geächteten, schön alphabetisch geordnet, so daß die organisierten Unternehmer ohne große Mühe ersehen können, ob einer der Ucbeltäter bei ihnen Unterschlupf fand. In staatserhaltenden Kreisen wird sehr viel von der Notwendig- keit des Schutzes der Arbeitsfreiheit geredet. Die Unterbinvung der Arbeitssreiheit durch Verrufserklärung erhält aber durchaus keine Behinderung, solcher Terrorismus gegen die Arbeitssreiheit gilt 'ogar als staatserhaltend. Ja, wenn zwei dasselbe tun... Ein schwerer Kampf in der Metallwareninbustrie in Nürnberg scheint unvermeidlich. Von den Arbeitern wurde der vor zwei Jahren abgeschlossene Tarif zürn f. Juli gekündigk und der Wßhluß eines neuen Tarifes verlangt, der, entsprechend der inzwischen, ein- getretenen Teuerung der Lebensmittel usw. höhere Lohnsätze, und andere Forderungen vorsieht. Am 20. Juni haben die Untefthand- lungen mit den Industriellen stattgefunden, die letzteren'wollen jedoch sich weder auf einen neuen Tarif einlassen, noch sonst welche Zugeständnisse machen. In einer von mehr als 2000 Personen be- suchten Versammlung der in Betracht kommenden Arbeiter wurde der Bericht der Kommission entgegengenommen und beschlossen, an den Forderungen festzuhalten und es auf einen Kamiff an- kommen zu lassen. Die Verwaltung des Metallarbeitervertbandcs wurde beauftragt, ungesäumt gegen die einzelnen Betriebe vorzu- gehen. Zur Lohnbewegung der Hamburger Klempner. Zu dem neuen Bedingungen(Hanptposition: 70 Pf. Stundenlohu) arbeiüjlen am Donnerstag 677 Gesellen, während die Zahl der StreikenZ'en 661 beträgt. Die Vertreter der Jiimingen halten es nun doch für an- gebracht, mit dem Metallarbeiterverband zu verhandeln. Der Streik der Maler und Tnncher in Mannheim-Lubwi zshafen dauert unverändert fort. Zuzug ist nach wie vor streng fernzuhalten. Aussperrung bei der Pfälzischen Nähmaschinen- und g akjrrad- fabrik vorm. Kaiser in Kaiserslautern. Nachdem die geplav.te all- gemeine Metallarbeiter-AuSsperrung vorläufig nicht zur Ausführung gelangt ist, scheinen jetzt die Unternehmer sie einzeln vornehmen zu wollen. Die obengenannte Firma machte den Anfang, ii4oem sie 135 Arbeiter aufs Pflaster warf. Verweigerung ausschiveifeuder Ueberzeitarbeit ist die Ursache der Maßregel. Ein Streik der Dachdecker ist in Chemnitz ausgebrochen, weil die Meister einen Lohntarif der Gesellen ablehnten. Es shnd über 106 Mann ausständig.— Im Streik stehen in C h e m n i H ferner gegen 50 Tischler. Da die Situation in der Holzindustrie zwischen Arbeitern und Unternehmern gespannt ist, wird gebeten, Zuzug von Tischlern usw. fernzuhalten. Eine neue Metallarbeiteraussperrung wollen die Metallindiastriellen in der KreiZhanptmannschaft Dresden inszenieren. Nach dem vor einigen Tagen gegen 200 Former der Radebeuler Gntz- und Emaillierwerke wegen Nichteinhaltung der abgeschlossenen Zlertrags- bedmgungen durch die Firma in den Ausstand getreten sind, ist folgender UkaS in den Betrieben der Mitglieder deS Metall- industriellenverbandcs angeschlagen worden: „Wegen der Unruhen der Gießereiarbeiter sind ermeute Aussperrungen zu befürchten. In diesem Falle werden nu c die Mit- glieder derjenigen Arbeiterverbände ausgesperrt, welche den Streik veranlassen. Die Nichtorganisierten erhalten, falls wir: sie nicht weiter beschäftigen können, 15 Mark und für jedes Ki»d 1 Mark Unterstützung. Der Betrieb wird auf jeden Fall aufrecht er- halten." Die Metallarbeiter Dresdens sind entschlossen, den Kampf auf- zunehmen, wenn eS zum äußersten kommen sollte. Auf Zeinen Fall wird eS gelingen, die Gießereiarbeiter einzuschüchtern. Schlechte Erfahrungen machte die Firma Eschebach in Dresden mit den Arbeitswilligen. Zwei von ihnen, die. organisierte Arbeiter verdrängt hatten, wurden wegen Diebstahl verhaftet. Sie hatten Kupferblech im Werte von 300 Mark in der Fabrik ge- stöhlen. Ausland. Lohnkämpfe in der Schweiz. Die Schreiner in St. Gallen haben nach zehnwöchigem Kampfe einen Tarifvertrag mit den V'/zstundigen Arbeitszeit abgeschlossen, während die Schreinermcister geschworen hatten,„niemals" vom Zehnstundentag abzuweicheil.— Für die Brauer ist über daS ganze Gebiet der Schweiz die S perre verhängt. weil der Verband der Vrauherren den Forderunge?» der Arbeiter nicht entgegenkommen will. Bon der schwe'zrrischc» Metallarveitervewegung. Die„Schweizer. Metallarbeiter-Zeitung", da? Organ des schweizerischem Metallarbeiter- Verbandes, erscheint gegenwärtig in einer Auflaße von 18 000 Exemplaren. Während sie bisher deutsch und französisch geschrieben war, wird von nun an ein besonderes Organ in ftangösischer Sprache herausgegeben. Die schweizerische Metallarbeiterbewegung marschiert mit riesigen Schritten vorwärts. Die Bäckergesellen in Madrid sind in den cglgemeinen Au?» stand getreten. Die Reichstags-Nachwahl in Hannover. Die Genossen und Wähler des 8. hannoverschen Wahl- kreUes haben am gestrigen Tage das Andenken des unver- geblichen Heinrich Meister in würdigster Weise geehrt, indem sie dem Kandidaten unserer Partei, dem(Zienossen August Brey, zum Siege verhalfen! Zu einem Siege, dessen Bedeutung um?o höher zu be- werten ist. als die bürgerlichen Parteien sich in schmachvollster und schäbigster Weise der Hülfe des berüchtigten Reichs- Verbandes bedienten, um unsere Partei in eine Stichwahl zu bringen. Doch alle diese Praktiken haben nichts genutzt; Hannover sendet wie seit 24 Fahren auch in Zukunft nur einen mldemokraten in den deutschen Reichstag! Wie uns ein Privattelegramm meldet, erhielt unser Genosse Brey 31 886 Stimmen, der Natioaalliberale Fink 16 978, der Welse v. Dannenberg 19 857, de« Zentrums- kandidat Erzberger 2415 und der Büsdler Holzgrefe 170 Stimmen. Wir haben gegen die Wahl im Jahre 1993 einen Zn- wachs von 2595 Stimmen erreicht, ein Resultat, das die Partei mit stolzer Freude erfüllen kann. Letzte JVadmebten und Depefeben« Ein schwerer Sünder. Mannheim, 22. Juni.(B. H.) Gegen dem Lokalredakteur der .Volksstimme" Emil Maier ist Voruntersuchung wegen BergehenS gegen§ 131 Strafgesetzbuchs(Verächtlichmachung von Staats- einrichtungen) eingeleitet worden. ES handelt fich um einen Artikel über die Zustände auf dem Hagenaucr Schießpllütze. Geueralstreik. Szatmar, 22. Juni.(V. H.) Auf Befehl her Budapester sozialistischen Parteileitung ist hier ein Geueralstreik sämtlicher Arbeits- brauchen ausgebrochen._ Krieg im Frieden. Zeithain, 22. Juni.(W. T. B.) Heute früh, in der achten Stunde, entlud sich auf bisher noch unaufgckkirte Weife, vor Be. ginn des Schießens ein Geschütz der 1. Batterie des 4. Feldartilleric- Regiments Nr. 48 in der Sammelstellung. Durch Sprengteile wurde ein Fahrer schwer verletzt und starb bald darauf. Außerdem wurde das danebcnstehende Geschützpferd so beschädigst daß es ge- tötet werden mußte. Veraytw. Redakteur: Hans Weber. Berlin. Inseratenteil verantw.: TP. Glocke, Lerlül- Druck».Verlag: Vorwärts Luchdr.u.iLerlagSvar, die Straffammer vielmehr den ganz neuen, prinzipiell sehr wichtigen Standpunkt einnahm, daß jeder Zeitnngshändlcr selbst die Prüfung der Druckschriften vor- nehmen müßte. Auf die vom Rechtsanwalt B r o h als Verteidiger der Witwe Ebel eingelegte Revision hat nun das Kammer- gericht dieses Urteil glatt b e st ä t i g t. Hennigs Revision verworfen. Leipzig, 22. Juni. Das Reichsgericht hat die Revision des Lederarbeiters Rudolf Hennig, der am 30. April von dem Schwur- gericht in Potsdam wegen Ermordung des Kellners Giernoth zum Tode verurteilt worden ist, verworfen. Abermals ein prügelnder Lehrer. Eine eigenartige Erziehungsmethode hat der Lehrer Karl Scheckeler in BreiningSweiler angewendet. Ein Knabe antwortete in der Rechenstunde aus Trotz oder Bequemlichkeit nicht. Sch. faßte ihn an den Wangen und schüttelte ihn. Als der Knabe auch in der Geographie nicht antwortete, schüttelte er ihn in der gleichen Weise, griff aber so fest zu, daß die Backen anschwollen und ein Fingernagel eine Kratzwunde hinterließ. Das zweite Mal hat er den Knaben an den Wangen vom Sitze in die Höhe gezogen. Das Landgericht Stuttgart hat ihn am 21. Februar wegen Körperverletzung im Amte zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. In Betracht kam, daß ihm eine derartige Ueberschreitnng des Zllchtigungsrechtes bereits ein Jahr vorher verboten worden war.— Die Revision des Angeklagten, welcher bestritt, über die Grenzen des Züchtigungsrechtes hinausgegangen zu sein, wurde vor- gestern vom Reichsgericht verworfen. Versammlungen. Die Arbeiter der Firma C. P. Goerz, Fabrik für optische Instrumente in Friedenau, befaßten sich am Mittwoch in einer von zirka 800 Personen besuchten Betriebsversammlung eingehend mit dem eigentümlichen Verhalten der Direktion gegen diejenigen Arbeiter, die den 1. Mai gefeiert haben. In dem Betriebe sind zirka 1000 Arbeiter und Arheitcrinnen beschäftigt, die in ihrer großen Mehrzahl dem Metallarbciter-Verband angehören. Diese beschlossen seinerzeit in geheimer Abstimmung, die diesjährige Mai- feier durch Arbeitsruhe zu feiern. Der mit ihrer Arbeiter- freundlichkeit und ihren Wohlfahrtseinrichtungen prunkenden Direktion ging dieser Beschluß offenbar stark gegen den Strich. Sie rief den Arbeiterausschuß zusammen und verlangte eine nochmalige Ab- stimmung, weil eine Anzahl Arbeiter sich bei ihr darüber beschwert hätten, daß sie nun gegen ihren Willen am 1. Mai nicht arbeiten könnten.— Der Ausschuß lehnte dies Ansinnen ab, weil die Ab- stimmung korrekt vorgenomnien war und kein Zweifel über die Gültigkeit des gefaßten Beschlusses bestehen konnte. Hierauf wollte die Direktion auf eigene Faust eine nochmalige Abstimmung in der Fabrik vornehmen lassen in der Erwartung, daß dann die Mehrheit der Arbeiter gegen die Arbeitsruhe am 1. Mai votieren werde! Das Resultat war aber eine bittere Enttäuschung für die Direktion, denn nur ein ganz geringer Bruchteil der Arbeiter beteiligte sich an dieser direktionsseitig vcranlaßten Abstimmung. Nach diesem un- erwarteten Ergebnis zeigte sich die von Arbciterfreundlichkcit triefende Direktion plötzlich in ihrer wahren Gestalt. Sie gab nach echt Kühnemännlicher Art kurzerhand bekannt: Wer am 1. Mai nicht arbeite, gehe der achttägigen Sommerferien verlustig! Aber auch dieser Ukas hatte nicht die gewünschte Wirkung. Die Mehrzahl der Arbeiter war sich darüber schlüssig, lieber auf die Ferien, als auf den I.Mai zu verzichten. So beteiligten sich denn rund 800 Arbeiter und Arbeiterinnen durch Arbeitsruhe an der Maifeier; der Rest arbeitete. Nach dem 1. Mai begann in allen Abteilungen des Werkes eine Aera der Schikanierungcn, wie sie bis dahin nicht vorgekommen war. Bei der Verteilung der Arbeit wurden die braven Nichtfeiernden, die Maibrecher, offensichtlich bevorzugt. Es erfolgten Preis- reduktionen und horrende Abzüge für Fehlarbeit. In vier- zehn Tagen wurden in den Mädchenabteilungen Abzüge bis zu 10 M. und bei verschiedenen Akkordkolonnen bis zu 55 M. festgestellt! Die früher anerkannte Kalkulattons- kommission, die sonst bei Differenzen über Festsetzung von Akkordprcisen stets gutachtlich hinzugezogen wurde, ward beiseite ge- schoben. Die Meister wollen jetzt die' Preise willkürlich selber be- stimmen. Sie benehmen sich auch auffällig grob und provozierend. Bei jeder Gelegenheit heißt es kurz und schroff:„Wem's nicht paßt, der kann gehen!" Der Arbeiterausschuß wird einfach als Luft be- handelt, Beschwerden von ihm finden keine Verückfichtigung mehr. Vielfach haben schikanöse Entlassungen stattgefunden, bei Neu- einstellungen sind Leute, die bereits die vorgeschriebene und von ihnen selbst bezahlte ärztliche Untersuchung bestanden hatten, wegen ihrer Zugehörigkeit zur Organisation wieder zurückgewiesen worden usw. usw. Als der Arbeiterausschuß wegen dieser sich ständig häufenden Schikaniernngen jüngst beim Direktor vorstellig wurde, da gab dieser von oben herab zu verstehen, daß die Verhältnisse im Betriebe sich seit dem 1. Mai allerdings ein wenig geändert hätten. Der Metall- arbeiterverband sei nicht mehr die alleinige Organisations- Vertretung im Werke, vielmehr Habesich eine Organisation derjenigen Arbeiter gebildet, die am 1. Mai nicht gefeiert haben, und diele Leute betrachte er jetzt als Schutz- k o l o n n e gegenüber den Verbandsangehörigen, die den Wüns chen der Direktion'zuwider am 1. Mai die Arbeit ruhen ließen II Eine absichtliche Zurücksetzung oder Schikanicrung der Maifeierndcn stellte er allerdings in Abrede. Es sei nur— Zufall, wenn die Nicht- feiernden die besseren Arbeiten bekommen hätten.—— Ein Meister aber meinte unter Hinweis auf die Kolonne der Nichtfeiernden: Diese hätten jetzt gezeigt, daß sie die Bevormundung durch den Metallarbciterverband satt haben; die Zeit sei nun vorbei, wo der Arbciteransschuß den Meistern auf der Nase herumtanzen könne.— Tatsächlich hat sich denn auch unter Billigung oder gar auf Veranlassung der Direktion eine Maibrechersippe zusammengefunden und für den Betrieb eine Organisation der Nichtorganisierte» gegründet. Bei der Gründung dieser gelben Zunft waren als Ver- treter der Direktion die Obermeister I ä ck e l und L i n d n er zu- gegen. Nach dem Wortlaut des angenommenen Statuts bezweckt die Vereinigung der Gelben, die Interessen der Nichtorganisierten zu vertreten. Mitglieder können nur diejenigen Arbeiter werden, die keiner Gewerkschaft angehören.„Die Satzungen werden jedem Neu eingestellten vom Portier zur Ein- ficht vorgelegt." Als vornehmste Pflicht betrachten eS die Mitglieder,„die Geschäftsinteressen der Firma in jeder Weise wahr- zunehmen". Auch soll dieser Garde ein eigener Arbeiterausschuß ein- geräumt werden. In der Werksversamnilung wurde daS Verhalten der Direktion wie auch die Neugriindung der gelben Kolonne von den Verbands- Vertretern B e h r e n d und Cohen und sämtlichen übrigen Rednern der schärfsten Kritik unterzogen. Von der ganzen Versammlung wurde kein Zweifel darüber gelassen, daß die organisierten Arbeiter gar nicht daran denken, sich von der Direktion eine solche LauS in den Pelz setzen zu lassen. Unter keinen Umständen werden sie einen ArbeiterauSschuß der gelben Brüderschaft anerkennen; eher werden sie auf einen Ausschuß überhaupt verzichten. Sollte es die Direktion mit ihren Maischikanen aber zum äußersten treiben, so könnte sie leicht in die Verlegenheit kommen, mit ihren paar gelben Männlein den Betrieb allem fortsetzen zu müssen. Einstimmig' wurde eine Resolution angenommen, die den Arbeiterausschuß beauftragt, in dieser Angelegenheit nochmals bei der Direktion vorstellig zu werden und ihr in unzweideutiger Weise zu erklären, daß die organi- sierte Arbeiterschaft des Werkes nicht gewillt ist, sich die jetzigen Schikanen länger gefallen zu lassen. Insbesondere soll auch da- gegen Eüispruch erhoben werden, daß Neucingestellte vom Portier nach der etwaigen Organisationszugehörigkeit gefragt werden, was doch weder den Portier noch der Direktion etwas angehe. Von dem Verhalten der Direktion wird es abhängen, ob demnächst über schärfere Maßnahmen Beschlutz zu fassen ist. Tie Arbeiter des A. E.-G.-Werks Ackcrstrasie befaßten sich am Donnerstag in einer nur mäßig besuchten Betriebsversammlung, die in den„Germaniasälen" stattfand, u. a. mit der erfolgten Wiesen- thalschen Gründung des sogenannten„neuen Metallarbciter-Ver- bandes". Genosse K ö r st e n legte in seinem Referate den Wert der Zentralorganisationen klar und kritisierte scharf die jetzigen Zer- splitterungsbestrebungen der Macher der neuen Organisation. Die Gründung selbst bezeichnete er als einen direkten Verrat an der Arbeiterschaft. Daß sich besonders das Werk Ackerstraße mit dieser Angelegenheit beschäftigte, hat seinen Grund darin, daß versucht wird, gerade in diesem Betriebe Proselyten für den„neuen Ver- band" zu werben und die dortigen Mitglieder der alten Organisation abtrünnig zu machen. Einstimmig wurde folgende Resolution an- genommen: „Die Versammlung ist der Ansicht, daß nur starke zentrale Gewerkschaften, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, das notwendige Gegengewicht gegen die arbeiterfeindlichen Bestrebungen der Kühnemänner und Scharfmacher sind. Sie bc- dauert es deshalb auf das lebhafteste, daß sich in Berlin ein kleiner Teil von Mitgliedern des Metallarbeiterverbandes unter Führung des früheren zweiten Bevollmächtigten Wiesenthal von dem Verbände absplitterte und eine Sonderorganijation ins Leben rief. Die Versammelten sind aber überzeugt, daß eine derartige Ab- splitterung lediglich dem Unternehmertum von Nutzen ist, und geloben daher, nach wie vor zur Fahne des alten Verbandes zu halten, für dessen weitere Stärkung sie sich zu wirken ver- pflichten." Da ferner bekannt gegeben wurde, daß in dem Werk kürzlich wieder Entlassungen und„Versetzungen" von Vertrauensleuten und Ausschußmitgliedern vorgenommen sind, so protestierte die Ver« sammlung energisch gegen derartige Maßregelungen. Die Arbeiter der„Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken" hielten kürzlich in der„Kronenbrauerei" eine stark besuchte Betriebs- Versammlung ab, woselbst der Arbeiterausschutz über seine Tätigkeit Bericht erstattete. Mitgeteilt wurde dabei, daß der Arbeiter- ausschuß sein Amt niedergelegt hat, weil er von der Direktion in hochfahrender und nichtachten- der Weise behandelt worden ist. In dem Werk besteht nämlich noch immer die alte Unsitte, daß die Arbeiter das ihnen ge- lieferte Werkzeug bezahlen müssen, während es in allen übrigeit Betrieben unentgeltlich geliefert wird. Um diesem immer fühlbarer werdenden Uebclstande endlich abzuhelfen, wurde der Arbcitcraus- schuß bei der Direktion vorstellig. Diese lehnte jedoch nicht nur jedes Entgegenkommen schroff ab, sondern gab dem Ausschuß auch in wenig höflichen Worten zu verstehen, daß dies eine Angelegenheit sei, die er nicht zu beurteilen wisse und die ihn übrigens auch gar nichts anginge.— Etwas verblümt zwar, aber immerhin deutlich genug wurde der Ausschuß darauf zur Tür hinauskomplimentiert. Infolge- dessen legten sämtliche Ausschußmitglieder sofort ihre Aemter nieder. Von der Versammlung wurde dieser Schritt einmütig gut- geheißen, indem man der Meinung Ausdruck gab, es sei unter diesen Umständen besser, überhaupt keinen Ausschuß mehr zu wählen, da er doch nur einen sehr zweifelhaften Wert habe, wenn die Direktion ein derartiges Benehmen gegen ihn an den Tag lege. Beschlossen wurde deshalb, von jetzt ab durch gewählte Werkstattkom- Missionen die Beschwerden und Forderungen der Arbeiter zur Kenntnis der Direktion zu bringen. BrUfbaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochcniiiglich von?>/, bis i>V, Uf|V abends statt,(stcäffnct? Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde»in « Uhr. Jeder ZInfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl alS Merkzeichen beizusiigen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. L. M. 10. Sie könnten zunächst nur aus Wiederherstellung deS che- lichcn Lebens klagen. Der Klage mutz ein Sühnetermin beim Amtsgericht vorausgehen. Wenn aus Wiederherstellung de? ehelichen Lebens erkannt ist und Ihre Frau 1 Jahr lang nach Ncchtskrast des Urteils die eheliche Gc- mcinschnst nicht wiederherstellt, so können Sie dann erst auf Ehescheidung wegen böswilliger Verlassung klagen.— 3l. L. 100. Ja, aber soweit er- sichtlich, ist die Psändung schon deshalb ungültig, weil es sich um keine Sllimentcnsorderung handelt.— K. 100. Es genügt eine Auseinander- setzung mit dem Nachlatzpsleger. Derselbe wird Ihnen nach vollendetem Ausgebot der Gläubiger mitzuteilen in der Lage sein, ob etwas für die Kasse herausspringt.— R. S. 87. Ein minderjähriges(noch nicht 21 Jahre altes) Mädchen bedarf zum Ausgebot und zur Heirat der Genehmigung des Vaters. Die Einwilligung des Vaters mutz beglaubigt sein. Polizeiliche Beglaubigung genügt. Außerdem muß sie ihre Geburtsurkunde bei- bringen, der Bräutigam seine Geburtsurkunde und seine Militürpapiere. — Sch. 1. Leider würden Sie mit einer Klage aus Schadenersatz nicht durchdringen, weil Sic keine Garantie sich haben gewähren lassen.— E. M. 100. Die Kasse ist uns nicht belamit.— Anton 77. 1. Der Betrag, in dessen Höhe gepfändet ist, darf nicht ausgezahlt werden. Der Ehemann haftdas Recht, gegen den Psändungsbeschluß oder die Höhe der gepsändctcn Summe Beschwerde einzulegen. 2. Eine allgemeine Auskunsts- stcllc hierüber gibt es nicht.— Fnhruer. Die Adresse Berlin, Reichstag genügt.— P. G. 09. Nein.— A. O. 78. Retourbilletts gibt es auch für die 3. Klasse.— E. H. 645. Wollen Sie Hebamme werde», so müssen Sie sich bei der Polizei melden. Sie haben dann ein Vorcxamen zu machen und werden später zu einem sechömonatlichen Kursus, der etwa 300 M. kostet, zugelassen. Nach dann bestandener Prüfimg werden Sie Hebamme. Da aber die Ernennung einer Hebamme nur ersolgen kann, wenn sie das 30. Jahr nicht überschritten hat und der Andrang ausierordent- lich stark ist, so ist eine Meldung aussichtslos, wenn Sie älter als 27 Jahr sind. — Bökenheim 100. Die Altersrente beträgt, wenn nur für eine Klasse geklebt ist, für die erste Lohnklasse: 1 10, für die zweite: 140, für die dritte: 170, für die vierte: 200 und sür die sünste Lohnstasse: 230 Mark. Ist in verschiedenen Lohuklastcn geklebt, so wird der Durchschnittsbetrag berechnet. Die Beiträge für die Lohnklassen 1—5 sind 14, 20, 24, 30, 3S Pf. Ist in Ihrem Falle nur die höchste Lohnklassc gezahlt, so ist also die Rente 230 M. — P. S. Sil. 1. Wollen Sie später das Examen machen, so müßten Sie ein Gymnasium oder eine Realschule besucht haben. Wollen Sie bcsttmmie Zweige besuchen, so können Sie auch ohne dies Erfordernis zugelassen werden. Die Zulassungsbediiigimgcn erfahren Sic durch das Institut selbst. 2. Die Möglichkeit liegt vor. Ein außereheliches Kind, dessen Erzeuger die Mutter nicht heiratet, kann den Namen des Vaters unter Zustimmung der Mutter durch Adoption und durch Beilegung des Namens seiicns der Be- Hörde erhallen. Zur Adoption ist erforderlich, daß der Vater eheliche Kinder nicht besitzt. Ist er unter 50 Jahren, so muß er ferner um DiSpenS von dem AlterserforderuiS nachsuchen. Der AdoptionSvcrtrag bedarf zu feiner Gültigkeit genchtlichcr Genehmigung. Die behördliche Beilegung des Namens hängt von der Willkür der Behörde ab. In beiden Fällen betragen die Kosten 50 M. 3., 4. Ja. 5. Wenden Sie sich an einen Arzt.— p. N. Ja. — Guintow. Nein, Sie würden mindestens eine Anklage zu gewärtigen haben.— 31. K. Das in Gastwirtschaften beschäftigte Dienstpersonal ist krankenvcrsicherungspssichtig, muß also bei der Krankenkasse angemeldet werden.— F. D. 75. Leider ja.— Sionncudaun» 6. Rechtsschutz- bureauS können wir nicht empfehlen.— 31. M. 17. Ein Rechtsanspruch besteht sür die Wilwe leider nicht.— E. P. 6. Nach unserer Ansicht nein. Lassen Sie es aus eine Klage ankommen. Legen Sie dann Ihre Ver- hälwisse dar und klagen gegen ein ctlva verurteilendes Erkenntnis deS KreisausschusscS nachher bei dem Gericht. Rechtlich sind die Kinder mir soweit zur Unterstützung Ihrer Eltern verpflichtet, als cS das standeSmäßige Auskommen ihrer Familie und die sonstigen Verpftichtungen zulassen. Nach zutresfendcr Ansicht steht überdies den Armendirektioncn in Preußen ein Recht, aus Erstattung der verauslagten Kosten zu klagen, nicht zu. — GhrloS. Ein solches Institut gibt es nicht.— A. Z. 150. Nein. — Berdel 88. Bestimmte Firmen usw. nennen wir grundsätzlich nicht. Das Adreßbuch gibt Ihnen Auskunft.— C. 101. Der Vorsitzende.— M. 14. Ist die Tochter minderjährig, so kann sie nichts erreichen; ist sie volljährig, so kann sie bei Gericht aus Herausgabe ihrer Sachen klagen.— Paul. Eine Klage beim Amtsgericht aus Herausgabe des Hundes wäre nicht aussichtslos.— H. U. 50. Eine solche Krankenkasse gibl eS nicht.— H. B. 23, 3l. D. 58, New.- H. I. 81. Amtliche Unlersuchung ist zulässig.— R. B. 47. Keineswegs.— N. P. OS. Schlosser Steglitz. Nach§ 120a der Gewerbeordnung muß der gesundheitsgefährdende Zustand beseitigt werden, soweit es die Natur deS Betriebes zuläßt. Die Schlosser können sich an die Gewerkschaft und diese an die Gcwcrbeinlpcltion wenden. S. 40. l. Ja, aber Vereidigung erfolgt nicht. 2. Das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Beleidiger wohnt, ist sür eine gegen ihn anzustellende BcleidignngSllage zuständig. Warenhaus Wilhelm Stein □ Berlin N. 39, Chausseestr. 65-66 Porzellan- Woche von Sonnabend, den 23., bis Freitag, den 29. Juni cr., so lange Vorrat: 3 Waggons Porzellan bringen wir in dieser Woche zum Verkauf und zwar: Teller, Terrinen, Saucieren, Bratenschüsseln, Kompottieren, Kaffeekannen, Tassen, Milchtöpfe, Kaffee- und Tafelservices. 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Die Firma Aloys Suk, Neander ftraße 4( Neanderhof) ist für Galanteriearbeiter und Arbeiterinnen wegen Differenzen gesperrt. Die Ortsverwaltung. Nr. MB. 23. Jahrgang. 2, Wogt des Jon» W gtiliiitt WlisblR Sonnabend. 23. Inn!!906. parte!- Angelegenheiten. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. General-Bersammlung am Sonntag, den 24. Juni d. I., nachmittags l'/a Uhr, in Rixd o rf, Hoppes Restaurant, Hermannstr. 4S. Tagesordnung: 1. Berichte des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Ersatzwahl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Die Aenderung des preußischen LandtagswahlgesetzeS und ihre Einwirkung auf den ftreis Teltow» Beeskow. Referent: Genosse Paul Hirsch- Charlottenburg. 4. Anträge. ö. Die Generalversammlung von Groß-Berlin und Wahl der Delegierten dazu. ö. Verschiedenes. Laut Statut ist jeder Wahlverein berechtigt drei Delegierte zu entsenden. Die Delegierten müssen mit Mandat versehen sein. Parteigenossen haben als Gäste Zutritt. Der Borstand. I. A.: W. Eberhardt. Zur Lokalliste. AuS Anlaß des am Sonntag, den 24. Juni er., in Hasselwerder stattfindenden SonnnerfesteS des vierten Berliner ReichstagSwahlkreiseS richten wir auf besonderen Wunsch der Genossen von Nieder-Schöneweide an alle Festteilnehmer das dringende Ersuchen, streng die L o k a l l i st e z u beachten. Dte Lokale der nähere» Umgebung von Hasselwerder:.Loreley",„Zirpturtshain". der.Neue Krug" und.Kyfshäuser", stehen der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung, worauf wir ganz besonders hinweiser,. Auf wieder- holt an unS gerichtete Anfragen wollen wir bei dieser Gelegenheit mitteilen, daß der Inhaber des letztgenannten LofolS.Kyffhäuser". Herr Tismer, gleichzeitig Inhaber der Schiffsreederei„ T i s m e r" ist(Abfahrtstelle SchillingSbrücke>. Wir ersuchen die Parteigenossen, auch dies genau beachten zu wollen. Dte Lokalkommission. Ripdorf. Die Parteigenoffen werden hiermit auf die am Sonn- tag 1 Uhr nachmittags in Hoppes Festsäleu stattfindende Kreis- Generalversammlung aufmerksam gemacht. Da die dort gepflogenen Verhandlungen von großem Interesse sind, rechnet auf zahlreichen Besuch Der Vorstand. Treptow. Der Wahlverein hält heute abend in der.Konkordia" früher Karpfenteich, Köpemcker Landstraße, einen Sommernachtsball ab. Do mehrere Arbeiter- Sportvereine ihre Mitwirkung zugesagt haben, verspricht da» Fest amüsant zu werden. Zahlreicher Besuch der Genossen und ihrer Familien wiro deshalb erwünscht. Das Komitee.' Nieder-Schöneweide. Der Wahlverein hält am Montag, den 25. d. M., abends 8 Uhr. im Lokal.Haffelwerder", Haffelwerder- straße 3(Jnh.: Albert Scheruchj, eine Versammlung ab, in der der Genoffe Adolf Heller über:»Eine einheitliche Lrbeiterverficheruna" referieren wird. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches und pünkt- liches Erscheinen ersucht Der Borstand. Schmargendorf. Arbeiter. Parteigenossen! Heute abend feiert der hiesige Wahlverein im.Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünderstr. 6, sein 15. Stiftungsfest und erwarten wir von den Parteigenoffen einen recht zahlreichen Besuch dieses Festes. Das Komitee hat weder Mühe noch Kosten gescheut, um allen Teilnehmern einen recht genußreichen Abend zu verschaffen. Parteigenossen! Zugleich veranstaltet der Kriegerverein unseres Ortes anläßlich seines 25 jährigen Bestehen» eine Vorfeier und will, wie verlautet, am Abend einen Fackelzug durch den Ort veranstalten. Von der aufgeklärten Arbeiterschaft unseres Ortes erwarten wir, daß sie sich an diesem Umzüge nicht beteiligt. Königs- Wusterhausen. Am morgigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr. findet im Lokal von Wedhornammlu»g wurden hierauf die Ge- Nossen Schröder, Szameitpreuß und Kübik gewählt. Sodann teilte der Vorsitzende mit, daß der Genosse Klempner- meister Masuch, einer Zeitungsnotiz nach, Mitglied des freisinnigen Bezirksvereins„Südwest" geworden sei. Auf eine diesbezügliche Anfrage des Vorstandes sei eine Antwort nicht erfolgt. Namens des Vorstandes beantrage er daher gegen den Gen. Masuch Einleitung eines AusschlußversahrenS. Dieser Antrag wurde nach längerer Diskussion einstimmig angenommen.— Weiter wies er darauf hin, datz am 26. Juni im Saale der Schloßbrauerei eine öffentliche Versammlung stattfindet, in der Gen. Zubeil über„Der verflossene Reichstag" sprechen wird. Zu dem am Sonntag, den 24. Juni, statt- findenden Sliftungsfest forderte er zu zahlreichem Besuch auf.— Unter „Verschiedenes" kritisiert Gen. Peterson, daß in der Landwirtschaftlichen Ausstellung für die Benützung der Frauentoilette ein Betrag von 20 Pf., und für Benützung, der Waschgelegenheit weitere 25 Pf. erhoben worden seien und bezeichnet das als eine rücksichtslose Geld- schneideret.— Zum Schluß der Versammlung gelangte ein Antrag des Genossen Steuermann zur Annahine, nach welchem die Delegierten auf der Krcisgeneralversanunlung für Verhängung des Boykotts über den P Z r s ö» l i ch e n Verkehr in der Philharmonie zu stimmen haben. Lichtenberg. Daß auch die Parteibewegung Lichtenbergs erfreuliche Fortschritte macht, ließ der Bericht des Vorstandes erkennen, den er in der am Dienstag gut besuchten Generalversammlung des Wahlvcreins gab. Danach ist die Mitgliederzahl vom Dezember 1905 bis zur General- Versammlung von 856 auf 1262 gestiegen. Die Zu- und Abnahme der einzelnen Monate zeigt folgendes Bild:(-s- Zugang,— Abgang) Dezember 1905-f- 21,— 16, Januar 1906-(- 88,— 13, Februar + 78,— 3. März+ 112,— 25, April+ 68,— 15, Mai+ 124, 48, Juni+ 64,— 29(hier fehlen noch Zugänge von drei Be- zirken). Einer Einnahme des Vorsitzenden(inkl. Bestand von 97,60 M.) von 945.85 M. steht eine Ausgabe von 618.80 M. gegenüber. Mithin verbleibt ein Bestand von 327,05 M. Dem Bericht der Spedition istzu ent« nehmen, daß dieAbonnentenzahl des„Vorwärts" erfreulich gestiegen ist. Die Einnahmen des Kassierers setzen sich auf die einzelnen Monate wie folgt zusammen:(Bestand am 1. Januar 1906 270,10 M.) Januar-Einnahme 194,15, Februar 500,70, März 346,65, April > 190,80, Mai 707,35, Juni(fehlt«. Abteilung)_ 416,75 M. Insgesamt 2626,50 M., demgegenüber steht eine Ausgabe von 2342,24 M.. bleibt Bestand 284,26 M. An den Kreis sind abgeführt für Beitragsmarken 925,46 M. und extra 300 M. Insgesamt 1225,46 M.— Als zweiter Kassierer lvurde Alfred Linke, als zweiter Schriftführer Johann Krüger gewählt. Als Delegierte zur Kreis- generalversammlung wurden laut Kreisstatut 22 Genossen bestimmt und wurden gewählt die Genossen Levyn, Linke, Welk, Brühl, Liebermann, Backhaus, Niehuus, C. Schulze, Köhlert, Gliese, Zimmermann, Düivcll, Gliese, Röseler, Czesinski, Probst, Ringeloth, Werner, Tilch, Hallmann, Sander und Rocke. Die ersten 16 Ge- nassen wurden auch als Delegierte nach Groß-Berlin bestimmt, weil auf sie die meisten Stimmen entfielen; außerdem geht �als 17. Delegierter der erste Vorsitzende Backhus mit.— Verschiedene über die Spedition vorgebrachte Beschwerden wurden der Zeitungs- kommission zur weiteren Behandlung überwiesen. Köpenick. In dcr letzten Mitgliederversammlnng deS WahlvereinS hielt Genosse Fendel einen Vortrag. Zur Kreisgeneralversammlung wurden als Delegierte die Genossen Jahnke, Heinge und Lefövre gewählt. Genosse Hilliges gab bekannt, datz am Dienstag, den 26., abends 8 Uhr beim Genossen Helling eine Zusammenkunft aller derjenigen geplant sei, welche aus der Landeskirche ausgeschieden sind. Diese Zusammenkunft soll die Gründung einer Vereinigung be- zivecken. Znm Schluß wurde bekannt gegeben, daß die neuen Mit- gliedsbiicher nur noch bei den Bezirksführcrn zu haben seien. Es sind dies für die Altstadt Genosse Heinge, Wilhelmstr. 12, Kietz- Vorstadt Genosse Max Baranowski, Kietz 15, Köllnische Vorstadt: Karl Reichert, Adlershoferstr. 1 und Damm-Vorstadt Karl Jahnke, KaulSdorferstr. 6. Französisch- Buchholz. lieber:„Die Geschichte deö Mittelalters" referierte in der letzten Wahlvereinsverfammlung Genosse Bürger. Der lehrreiche Bortrag wurde mit großem Interesse verfolgt. Zu Delegierten für die Generalversammlung Groß-Berlins wurde Genosse Radzei gewählt. Tegel. Ueber„Die Arbciterversicherung" referierte Genosse Lamme in der außerordentlichen Generalversammlung des Wahlvereins. Nach reger Diskussion hierüber wurde zu den Neuwahlen geschritten; die- selben hatten folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender Martini II; Bibliothekar Grell und Lokalkommissionsmitglied Heinecke. Als Delegierte zur Kreis-Generalversammlung wurden Martini, Ga- golski und Petram getvählt. Die Abonnentenzahl des„Vorwärts" hat sich nach Mitteilung des Genossen Meinke auf 1030 erhöht. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 24. Junl er., vormittags 8'/. Uhr im Rathause(Eingang Jüdcnstratze), Saal 109: Versammlung: Freireligiöse Vorlesung.— Vormittags 10'/« llhr in dcr Schulaula, Kleine Frantsurterstr. 6: Vortrag des Herrn Adolf Stern über:„Ibsen und das dritte Reich".— Gäste, Herren und Dainen sehr willkommen.— Mon- tag, den 25. Juni er., abends S'l, Uhr, Scbastianstratze 39: Beschließende Versammlung(nur für vollberechtigte Mitglieder, weiße Quittung). Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub„Karl Marx*. Heute Sitzung bei Globig, Kolonicstraße 15: Vortrag über„Christentum und Sozialdcmolratie". Diskussion, Gäste willkommen. . Berein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und Arbeite- rinnen Berlins und Ilingegciid, Abtellnng Lichienberg-Rummelsburg. Erste Mitgliederversammlung am Sonntag, den 24. Jmii, nachmittags 3 Uhr bei Sctzepsand, Rummclsburg, Goethestraße 9. Tagesordnung: l. Vorwag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen I Sozialdemokratischer Diskutierklub„Freie Zusammenkunft". Heute Sitzung im GewerlschastShause. Zimmer 10. Tagesordnung: 1. Vor- trag de? Genossen Kosiol über:„Die materialistische Geschichtsauffassung und die heutige politische Lage. 2. Diskussion. 3. Klubangelegenheiten. Berliner Marktpreise. Aus dem amllichcii Bericht der städtischen Markthallen-Dircktion. Rindfleisch la 04—08 pr. 100 Psund, Ha 54—04, lila 50—53, IVa 44—50, engl Bullen- 0,00, dän. Bullen- 0,00, Holl. Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 105— 120, la 85—90, IIa 70—80, lila 60—68. Hammelfleisch la 70—75, IIa 62—68. Schweinefleisch 61—66. Kaninchen per Stück 0,00. Hühner, alte, Stück 1,75—2,00, junge, per Stück 0,60—0,80. Tauben, junge 0,40—0,45, alte 0,00. Ente», prima, per Stück 1,85—3,00, Haniburger, junge, per Stück 2,00—3,15. Gänse, junge, per Psd. 0,55—0,65, per Stück 2,70 bis 4.50. Hechte 72-93. Schleie 60-70. Bleie 00,00. Aale, groß 111-125, miilcl 104—114, Nein 00—00, uns. 89—112. Plötzen 0,00. Flundern, pomm. I, p. Schock 3,00—8,00. Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2— 4, do. klein, per Kiste 0,00. Bücklinge, engl, per Wall 4— 1,50. Kieler 2,00— 5,00, Stralsunder 4—6. Aale, groß p. Psd. 1,10-1,30, mittel 0.80-1,00, kl. 0,50 bis 0.60. Sprotten. Kieler, 2 Wall 0,00, Elb- per Kiste 0,00, Sardellen, 1902er, per Anker 85,00, 1904cr 85,00, 1905er 80,00. Schollisch« Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36—38, med. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per'/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 95,00 bis 100. Krebse, per Schock, große 0,00 ," mittel 10—15,50, Nein« 4—5, unsortiert 5,50—6,50. Eier, Land-, per Schock 0,00—0,00, frische 0,00. Butter per 100 Psund. la 109-112, IIa 103-106, lila 100-103, ab. sallende 95—100, Saure Gurken. Schock 4,00—4,25, Pfeffergurken 4— 4,50 M. Kartoffeln per 100 Psd. rnagn. hon. 2,25— 2,40, rote Dabcrsche 2,10—2,25, runde weiße 1,00—2,00, Malta 0,00, Sommer-Malta 10,00—11,50, ital. 4,50—6,50, ung. 3,50—4,50. Nene, hiesige per 100 Pfund 6,0>0— 7,00. Spinat, per 100 Psimd 8,00—10,00. Karotten per Schock 2,00 bis 3,50. Kohlrabi, per Schock 0,75—1,25. Retiig, bahr., per Schock 2,40— 4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 4—4,50. Radieschen, per Schock-Bd. 1,25. Salat, per Schock 0,75—1,25. Spargel I, per Psd. 0,10—0,25, II 0,05 bis 0,10, III 0,02-0,05, Beelitzer I 0,20-0,30, II 0,10-0,16, III 0,03—0,09, Bruchspargel 0,00. Bohnen(grüne), per 100 Psd. 70—100, Schoten, hiesige, per 100 Psd. 16—21. Psefferlinge per Psd. 0,35—0,40. Mohrrüben per Schock-Bd. 2,50—3,50. Blumenkohl per Kops 0,30. Wirsingkohl per Mandel 1,50—2,50.«tcinpilzc per Pfd. 0,33. Teltower Rüben per Psd. 0.22-0.25. Stachelbeeren 100 Psd. 10—13. Kirschen, ital., 100 Psd. 18—32, Gubener 16—20, Wcrdersche 22—28, schiefische 8—16, Natten, Werdersche 25—35. Blaubeeren per Psd. 0,22—0,24. Erdbeeren, Holl, per 100 Psd. 25—35, stanz, per Pfd. 0,00—0,00, Beelitzer per Pfd. 0,18—0,30, Werdersche per Pfd. 0,25—0,40, Dresdener Wald per Pfd. 0,60—0,70, DreSd. Garten per 100 Pfd. 40— 60, hiesige Wald- per Pfd. 0,30—0,50. Pflaumen, ital runde, per Pfd, 0,10-0,11. Zitronen. Messina, 300 Stück 12,00—15,00, 360 Stück 10,00-12,00, 200 Stück 7,00-12,00, 420 Stück, klein 7.00, Weintrauben. Brüsseler, per 100 Psd. 60-100. «SttteruiigsiiderNckit vom 22. Juni 1906, morgens 8 tth». Slallone» Zwlneinde Hambllra Berlin L S I? 1R= .» = 763 33 766 WNW 764 W Franks a M/767 SW München! 767 SO Wie» s765WNW Wetter, Prognose für Sonnabend, den LZ. Jnni 1906. Etwas kühler, veränderlich, vorherrschend wolkig mit leichten Regensällen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden, Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 2l. Juni. Elbe bei Zlulfig-st 0,45 Meter, bei Dresden— 0,34 Meter, bei Magdeburg-st 1,82 Meter.— ll n st r u l bei Swanßfurt-st 0,50 Meter.-Oder bei Ratibor-st 1,80 Meier, bei BieSlnu Obcrpegel-st 5,34 Meter, bei Breslau Unterpegel— 0,92 Meter, bei Franksnrt-st 2,32 Meier.— Weichsel bei Brahemünde-st 4,40 Meter. Warthe bei Pose»-st 1,06 Meter. ßrtefkaften der Expedition. Patienten in Beelitz, Buch usw. Diejenigen unserer Abonnenten. die noch während deS ganzen nächsten Monats in dcr Heilstätte bleiben, wollen unS wegen dcr Uebcrweisung von Freiexemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monats von der Post nicht geliesert werden. Alle Adressen müssen jeden Monat neu eingesandt werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 23. Juni. Anfang 7 Uhr: Nenes Operntheater. Rigoletto. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Neues. Orpheus in der Unterwelt. Berliner. Cymbelin. Anfang 8 Uhr: Lessing. Die lustige Wittwe. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Morwiß- Dper: Der Freischütz. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Heiratslustig. Kleines. Ein idealer Gatte. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Zentral. Der lustige Krieg. Lustspielhaus. Das Fest der Handwerker. Vorher: Die Verlobung bei der Laterne. Thalia. Hochparterre links. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Das blaue Bild. Spezialitäten. Garl Weiß. Sündige Liebe. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). I Schiller- Theater N.( Friedr. Bith. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Schwant in drei Aften von Maurice Heiratslustig. Champagne. Morwit- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Freischütz. Große Oper in 4 Atten v. C. M. v. Weber. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Sonntag, abends 8 Ulbr: Mit neuen Dekorationen u. Kostümen Die Afrikanerin. Montag, abends 8 Uhr: Rigoletto. C Sonntag, nach m. 3 11 br, Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Heiratslustig. Montag, abends 8 Uhr: Heiratslustig. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. astans Panoptikum Friedrichstraße 165. Schreckenskammer! Berliner Allerlei. 1888 L* Volkstümliche Musik- und Gesangsvorträge usw. erstklassiger Künstler von nachmittags 6 Uhr an. Urania str. 48/49. Tauben. 00000000000000000000 Die Genossen der Abteilung XI Gesundbrunnen wünschen von Herzen gern am heutigen Täglich abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Tage ein glüdliches Landen im Hajen der Ehe, dem neuvermählten Baare, ihrem guten Freunde und Genossen Sternwarte Invaliden Otto Hillmann und Klara Tack. Otto Hillmann und Klara Tack. str. 57/62. JOOLOGISCHER Z CARTEN Heute nachmittag 4 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 M., b. 6 1hr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Schweizer Garten. WINTE Am Königstor Am Friedrichshain 29/32. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten und Ball. Bum Schluß: Elternlos. 6 Unserem lieben Freunde und Genossen Otto Hillmann nebst Braut zur heutigen Vermählung die herzlichsten Glückwünsche. Zechert. Zumpe. Steglik. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Das Fest der Handwerker. Vorher: Die Verlobung bei der Laterne. Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Der Garten ist eröffnet. Sonntg., Montg. Donnerst. und Sonnabend: Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, der Expedient Franz Hoch nach langen, schweren Leiden am Donnerstag, den 21. Juni, abends 9 Uhr, verstorben. ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 24. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kranten. hauses am Urban aus nach dem Friedhof der Freireligiöfen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Die trauernde Witwe Ida Hoch nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein des 3. Berl. ReichstagsWahlkreises. Todes- Anzeige. Am 21. Juni, abends 91%, Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden unser Mitglied und langHoffmanns Nordd. Sänger tähriger Bertrauensmann und Tanzkränzchen. Auftr. d. Komit. H. Krause. Entr. 30 Bf., num. Pl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 8 U. Im Borgart.: Freikonzert. Das neue glänzende Etablissement Buggenhagen Berliner Theater. Diez Spezialitäten- Theater. Juni- Programm. Bum Im Landsberger Allee 76/79( Ringbahustation). Gaſiſpiel v. Maria Pospischil. Ob schön! I herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! ersten Male: Cymbelin. Nom. Schausp. i. 5 Atten v. Shakespeare. Täglich: Gr. Konzert, neue Spezialitäten Sonntag: Fedora. Anf. 8 Uhr und Ball. Das größte und beste Programm Berlins. 1. a.: La Matschiche! megitanischer Tanz, ausgeführt vom besten Anfang 72 Uhr. Montag: Cymbelin. Anf. 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Tanzduett Jeanette und Vallis. Robert und Bertram, das berühmte Grotest- Duett. Josefine Delcliseur, das weibliche Unilum. Die Wunder der Turnkunst: The tree Burtons und The Elrados, tomische Reckturner usw. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Entree: Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Orpheus in der Unterwelt.nfang 4 Uhr. Kleines Theater Avis! Bom 1. bis 16 Löwen befte Gruppe der Welt. 30. Juli: Im Salon des Löwenbändigers. A. Diez. Ein idealer Gatte. Max Kliems Sommer- Theater. Anfang 8 Uhr: Sonntag und folgende Tage: Ein idealer Gatte. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7 Uhr. Sonnabend, den 23. Juni: Letztes Gastsp Franc. d'Andrade: Rigoletto. Sonntag: Der Bajazzo. Cavalleria rusticana. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Brauerei Groterjan N., Schönhauser Allee 130. Oekonom Ernst Stein. Täglich Hoffmanns Erzählungen. Großes Konzert Sommerpreise. ( Keine Vorverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Der lustige Krieg. Dperette in 3 Atten mit Mia Werber u. Oskar Braun. Sonntag nachm. 3 1hr halbe Preise! Der Zigeunerbaron. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Anfang: Wochentags 7 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Waren Sie schon mal in der Berliner Schweiz? Tägliche Dampfer- Extrafahrten nur von Jannowitbrücke. Sonntags früh 9 Uhr und nachmittags 2 Uhr: Reederei Nobiling. Montags Dienstags 9 Dampfschifffahrtsg. Stern. Reederei Nobiling. 9 2 " " " 2 " " 9 " " Mittwochs 9 und nachmittags 2 Donnerstags 9 Recd. Nobiling, 2 Freitags Sonnabends " " " " . Reederei Nobiling. " W " und nachmittags 2 2 Dampfschifffahrtsg. Stern. Reederei Nobiling. Reederei Nobiling. Außerdem tägliche Motorverbindung mit Eichwalde- Schmöckwit ( Restaurant Stippekohl) neben Endstation" Stern" sowie der Omnibusse. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Das glänzende Juniprogramm. Willy Prager 14= erstklassige Spezialitäten. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Spezialitäten, glid: Konzert, Theater, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Berlin, wie es lebt u. liebt. Boltsstud in 3 Atten von Lindener. Anjang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Franz Hoch im Alter von 43 Jahren.. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krantenhauses am Urban aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Gottschalk Freikonzert Verein Berliner Hausdiener Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. gegründet 1888. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß 2537b Insel- Restaurant unter Mitglieb Plötzensee, Seestr. 81. A. Gieshoit. Sonnabend, den 23. Juni, fomie jeden Sonnabend: Wilh. Wolff's Hamburger Sänger. Elektrische Bahn, Linie Nr. 12. Borussia- Theater- Festsäle Jnh.: J. Leschkowski Ackerstr. 6/7. Teleph.: Amt III, 2674. Im herrlichen Naturgarten: Heute die beliebten Viktoria- Sänger. Nach der Borstellung großer Ball. Jeden Mittwoch und Sonnabend: Theater- u. Spezialität.- Vorstellung Dobersteins Reinhold WeB Weißenburgerstr. 73 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Juni, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Bions- Kirchhofes, Nieder Schönhausen( Nordend) aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hülfsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Zahlstelle II. Todes Anzeige. Am Donnerstag, den 21. b. M. starb nach furzem schweren Leiden unser Mitglied und Kollege Konzert, Theater. Spezialitäten. Crystall- Palast Franz Mayn u. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Prinzenstr. 94. im 44. Lebensjahre. Ein ehrendes Andenken be Jed. Donneršt.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Täglich: Gesellschafts- Abend. wahrt ihm Volksbeluftigungen aller Art. Die Staffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Reichshallen. Stettiner Sänger. ( Meysel, Pietro, Britton, Böhme, Böckmann, Walden, Seidel, O. u. R. Schrador) Anjang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Entree und Garderobe frei. Jeden Donnerstag u. Sonnabend Damen- Verein. Jeden Sonnabend: Extra- Ball. Restaurant am Müggelsee Wilhelmsbad" Friedrichshagen, Seestraße 45 ( Dampferanlegesteg) Inhaber: Karl Uszkurait, empfiehlt sein herrlich, direkt am Müggelsee belegenes Lokal zu Ausflügen und Abhaltung von Sommer 138426 vergnügungen aller Art. Herren und Damenbadeanstalt. Ostbahn- Park Waldschlößchen NB. Das Besteigen der Gosener Berge, meiner Bachtungen und Be- Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71 figungen, ist nur meinen Gästen gestattet. Jedes Besteigen ohne meine Erlaubnis ist verboten. Hermann Imbs. 2547b Hermann Gärtner, Inhaber und Begründer. Täglich: in der Billentolonie Rahnsdorfer Mühle. Sehr romantisch gelegenes Etablissement der Mart, umgeben von Wald und Wasser, 7 Minuten von der Stadtbahnstation Rahnsdorf, Sommerwohnungen quartiere für Touristen. Apollo- Theater. Bernhard Rose- Theater W. Noacks Theater. Gr. Konzert, Theater- und süggelice a. Chauffe Berlin- Gartner Direktion: Rob. Dill. Brumenite. 16. Spezialitäten- Vorstellung. auf age, Wochen, Monate. MaffenWelt- Ausstellungs- Gate für Bereine und Gesellschaften. MiB Carma, Transformat. Tänzerin. Täglich: Das Sensations. Sommerfest d. deutsch. HolzDuo Paulus, holländisches Duett. Humpsti- Bumsti, pa Gesundbrummen, Badstraße 58. Juni- Programm. U. a.: The Alkers, arbeiterverbandes. Branche der Eine große Partie Stellmacher. Konzert, Theater, Spezialitäten. phänomenale Rumsttaucher- Leistungen Anfang 6 Uhr. Staffeefüche v. 3 Uhr. erzentr. Streation b. Recé und Privost. in dem 5000 Liter Wasser ent- Bei schlecht. Welt.: Borstell. im Saale. Das blaue Bild b. Paul Lincke. haltenden Glasbaffin. Aufforderung La Matschiche. Solo: Annette Savary. Ein Abend in einem ameri tanischen Tingel- Tangel. Carl Weiß- Theater. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Sündige Liebe. Familientragödie in 4 Aften v. H. Rolf. Anfang 8 Uhr. Morgen u. folg. Tage: dies. Borst. Im Garten täglich : Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 5 Uhr. Prater- Theater Raftanien- Allee 7/9. Taglia: Amor von heute. Wehling, Humor. Varadi- Duett. Derrington- Family, Kunstrad fabrer. Livèrs, Drahtseil. Die Einbrecher von New York, Bant. The Piccad. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plaz 50 Bf. an alle Sportsmen, Schwimmer und Taucher, zur Beteilig. am Wetttauchen um die Prämie von 1000 m. Außerdem 10 Attraktionen, u.: Täglich: Biograph-( St. Louis) Großes Orchestr.- Konzert. Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Jeden Sonntag: Großer Ball. Ausspannung für 30 Pferde. 4 Regelbahnen( Patent Meier). Kaffeekfiche. Zigarren Wickelformen, Verbindung mit größter Filmsgut erhalten, in verschiedenen Fassons, Fabrik Frankreichs, daher täglich 23665* und Wickelpressen in beliebiger neueste Bilder. Die Gauklerin. feinerer ober größerer Anzahl billig Den ganzen Tag Vorstellung. abzugeben. Anfragen unt. A. J. 154 be. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Anfang 4%, Uhr. Am Friedrichshain Daube& Co., Berlin W. 8, Leipzigerstr.26. Brauerei Friedrichshain Sonnabend, den 23. Juni 1906: Das Großes Sommerfest veranstaltet vom Am Königstor 282/19 Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Von 4 Uhr ab: Konzert und Gesang ausgeführt von Mitgliedern des Zentralverbandes der Zivilmusiker Deutschlands und des Gesangvereins ,, Kreuzberger Harmonie"( M. d. A.-S.-B.) Konzertdirigent: H. Loppe. Gesangsdirigent: Bleil. Kinderbelustigungen aller Art. Sackhüpfen, Topfschlagen usw. Um 9 Uhr: Großer Lampionzug. Im großen Saale: Fest- Ball bei doppelt besetztem Orchester. Eröffnung 2 Uhr. Billett im Vorverkauf 25 Pfg., an der Kasse 30 Pfg. Es ladet zu zahlreichem Besuch ein Eröffnung 2 Uhr. Der Vorstand. Bum Besuch ladet ergebenst ein Der Besizer: C. Muhm. Spreeschloß Seestr. Die Zahlstelle II Berlin. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des neuen Zwölf Apostel Kirchhofes( Schöneberg) aus statt. Zentralverein aller in der Hutu. Filzwaren- Industrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Kollege Karl Otto am 21. Juni cr. verstorben ist und am Sonntag, den 24. Juni cr., nachmittags 5 Uhr, auf dem Gethsemane- Kirchhofe in Nordend von der Kirchhofshalle aus be erdigt wird. Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Beerdigung meiner lieben Frau und Teilnahme und Strangspenden bei ber unserer guten Mutter Luise Schubert fagen wir allen Berwandten, Freun den und Bekannten unseren herz 25495 lichsten Dant. August Schubert und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei der Beerdigung meiner Friedrichshagen, str. 1 lieben Frau, unserer guten Wufter am Baffer Hedwig Sander geb. Lisnick Inhaber Georg Schereiks. Vereinen, Gewerkschaften empfehle sage allen Genossen, Verwandten, mein Lokal. 13852* Freunden und Bekannten, besonders dem Frauen und Mädchen- Bildungsverein sowie den Sängern ber Zimmerer Lichtenbergs, dem Berliner Stonsumverein Abt. V und meinen werten Kameraden meinen tiefgefühlten Dant. 25486 66 „ Bellevue" Woltersdorfer Schleuse. Großer Saal für 800 Personen noch an einigen Sonnabenden und Sonntagen für Vereine fret. 1506L Oskar Sander nebst Kindern. Lichtenberg, den 22. Juni 1906. Restaurant Kurpark" Butter, Eier! Fichtenan. Richtung Erkner. Station Rahnsdorf. Heute Sonnabend, den 23. Juni: Großer Sommernachtsball wozu einladet W. Schreiber. Vers. p. Post, m. Garantie tadelloser Ank. franko geg. Nachn. jo 10 Pfd. frische, naturreine Ia. Kuhbutter 8 M., je 85 Stück frische, dicke Ia. Trink- Eier 4 M. H. Neumann, Exportgesch. Ratibor O./S. No. 11 Deutscher Buchbinder- Verband.[ Deutscher Metallarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Sonnabend, den 23. Juni, mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4: Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Zimmer 34, Amt IV, 3353. Engel- Ufer 15. Haupt- Burean: Zimmer 1-5. AmtIV, 0679. Jeder Arbeiter, Versammlung Sonntag, 24. Juni, vorm. 10 Uhr, in der„ Neuen Welt", Hasenheide 108/114: Jeder Handwerker der ausgesperrten und ausständigen Buchbinder u. Buchbindereiarbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Stand der Aussperrung. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet 24/15 Die Ortsverwaltung. General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Raffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Nenwahl eines Beishers. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. 3. Ersatz- und Neuwahl von vier Beamten. 4. An die Verwaltung gelangte Anträge. Zweigverein Berlin, Sektion I( Brauer). Geschäftsstelle Berlin C. 54, Linienstr. 19 1. Fernspr. VII, 2340. Sonntag, den 24. Juni, nachmittags 2 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 1), Engel- llfer 15: 121/12 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Stukkateure. follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet Sehr feste Rapp. nähte. Haltbarfte Pilot- Taschen. Große Fliden umsonst. Die Hose 6 Stud 26 Mr. 4 Mr. 50 bei Entnahme von Echtblaue- Hofe, Mitglieder- Versammlung. Montag, den 25. Juni 1906, abends 8 Uhr, in den Musikerfälen, estoque aporterne bole fchiedenes. 41/13 Tages Drdnung: 1. Unser Tarifvertrag. 2. Innere Vereinsangelegenheiten. 3. BerIn Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist das vollzählige Erscheinen der Mitglieder notwendig. Der Vorstand. Zentralorganisation der Steinsetzer und Berufsgenossen Deutschlands. Sonntag, den 1. Juli 1906, vormittags 9%, Uhr: Kombinierte Versammlung der Mitglieder sämtlicher Unterbezirke für Groß- Berlin im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 4). Zages Drdnung: 1. Bericht der Schlichtungskommiffion. 2. Besprechung der Be. filmmungen des Tarifes, insbesondere ber§§ 8: Leiftung( ein wandfreie Arbeit), 9. Lehrlingsffala, 12: Nebst Sternanmerkung ( Polterverein?), 13: Bauarbeiterschuh( Unterkunftsräume). Kollegen! Es muß endlich Klarheit geschaffen werden, um so die Ruhe im Gewerbe zu gewährleisten und ein gedeihliches Zusammenarbeiten auf den Baustellen zu ermöglichen. Kaiser Wilhelmftr. 18m: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Fortsetzung der Debatte über Bived und Rugen der Gewerkschaftsorganisation mit besonderer Berücksichtigung von Vorfällen in unserer Filiale." 2. Verschiedenes. 173/18 Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beitragsreste auf das geringste Maß zum 1. Juli zu beschränken, weil von da ab neue Statuten in Kraft treten. Angesichts der Hochwichtigen Tagesordnung ist es Ehrenpflicht der Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Feurig süsser Deutscher Holzarbeiter- Verband. Kraft Rothwein. 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Juni, abds. 8, Uhr, in den Andreas. + Es ist eine wichtige Versammlung, kein Mann darf fehlen! Mit Berbandsgruß. J. A.: P. Schenke, Nigdorf, Knesebedstraße 2 1. Nathan Wand Mönchmühle zum heiligen Florian an der Reinickendorf- Liebenwalder Bahn gelegen, von Station Schilbon in 15 Minuten zu erreichen. Brächtiger Aufenthalt unter Jahrhunderte alten Linden beim Rauschen der Baffermühle. Fußpartien in einer Stunde von den Kirchhöfen) Nieder- Schönhausen Nordend zu erreichen. Beliebter Ausflugsort für Vereine u. Gewerkschaften. Daje biche, to design. Florian Knappe. Küche u. Keller bekannter Güte. am Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ebbinfee. Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lotal den geehrten Bereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Stegelbahnen, große Staffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Tel. IV 9099. 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