Nr. 150. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 2, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Big. Bosto Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen un: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. d) 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Politische Briefe aus Petersburg. ( Von unserem Korrespondenten.) In der Reichsduma. I. Wie ich im vorigen Briefe mitteilte, beginnen die Arbeitselemente der Reichsduma ihren Einfluß auf den Gang der Arbeit immer stärker auszuüben. Mit jedem Tage wird der Konflikt zwischen der Regierung und der Reichsduma im ganzen schärfer, obgleich einige Elemente der Duma einen Konflitt gar nicht wünschen. Die herrschende Clique bleibt sich selber und ihrer politischen Dummheit treu, und sie hofft immer noch, mit Mitrailleusen und Bajonetten regieren zu fönnen. Sie begreift nicht und will es auch nicht begreifen, daß das Bestehen der Reichsduma schon an sich eine Erscheinung im russischen Leben ist, deren Bedeutung durch keinen Utas bernichtet werden kann. Die Duma beginnt ihre Kraft zu verstehen und zu erkennen. Tausende, ja Zehntausende von Telegrammen, Briefen, Resolutionen, Petitionen usw. ziehen unsichtbare Fäden zwischen der Duma und dem Lande und zeugen davon, daß jene nicht nur moralische, sondern auch materielle Unterstüßung hinter sich hat. Und dies Bewußtsein beeinflußt in gewissem Sinne alle Parteien der Reichsduma und awingt sie alle zu ganz gleichen Entschlüssen für den Fall der Auflösung der Duma, auf deren Möglichkeit zwar selbst die Bureautratie immer weniger hofft. Unsere Leser verstehen, daß für die jetzt schon offizielle sozial demokratische Arbeiterfraktion und für die Arbeitsgruppe nur ein Entschluß möglich war: Die äußersten" Elemente haben beschloffen, sicht auseinanderzugehen und, falls die Regierung einen Ueberfall auf die Reichsduma versuchen sollte, deren Sigungen für permanent Au erklären. Wie steht es aber bei den Kadetten? Wir müssen sagen, daß diese Frage bei ihnen eine Spaltung erursacht hat, die sie allerdings sorgfältig zu verbergen suchen. hre Linte, mit Saphonoff, Roditscheff und Nabokoff an der Spike, ordert eine fühnere und entschlossenere Tattit, während ihre Rechte, Betrunkewitsch, Winawer, Prof. Karejeff und Miljutoff die alte Lattik befürwortet, die im borigen Briefe charakterisiert wurde. Prof. Miljutoff, der zwar nicht Abgeordneter ist, nimmt dennoch en den Gizungen der parlamentarischen Fraktion und an der Auserbeitung ihrer Resolutionen den eifrigsten Anteil und hat auf die tanze Haltung der Fraktion den größten Einfluß. Miljukoff hat in dem unter seiner Redaktion stehenden Bentral organ der Kadetten, der„ Retsch", ein großes Feuilleton beröffent licht, in dem er die Richtigkeit der Haltung der Kadetten in der Duma zu beweisen sucht. Dieses Feuilleton hat in der nicht adettischen Bresse eine lebendige Bolemit verursacht, und die cabitalen Zeitungen, wie z. B. die Nascha Schisn". haben auf Grund einer Reihe von Ereignissen aus dem kurzen Leben der Duma die Notwendigkeit für die Radetten bewiesen, viel mehr nach lints zu rücken. Wenn sich nun die Kadetten vielleicht wirklich nach links betegen sollten, so erklärt sich das natürlich nicht durch die Kritik in den Blättern, sondern vielmehr durch die Kritik im Lande und durch jenes verrüdte Betragen der Regierung, das felbft einen Mann wie Graf Heyden auf den Weg der Unversöhnlichkeit stößt. Nach glaubwürdigen Mitteilungen haben die Debatten in der parlamentarischen Fraktion der Kadetten zum Siege der Linken" geführt. Als Resultat dieser Debatten tann die in den Blättern verschienene Mitteilung betrachtet werden, daß die Fration sich der Binten anzuschließen und die Sigungen der Duma als per manent zu erklären beschlossen habe. Sonntag, den 1. Juli 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. in Wologda, Jarikhn usw. zu erwidern. Mit nicht minderem lichen Angelegenheiten zu beschäftigen, sondern sich offen und ehrlich Cynismus als Pawloff behauptet er, daß er nach Freiheit"," Recht" zum Volfe zu wenden, um ihm zu gestehen und zu erklären, daß und„ Gesetz" strebe, daß an den Mezeleien die Menge selbst schuld sie die Dumaabgeordneten ohne Hülfe des Volkes ohnmächtig sei, die durch ihr Betragen Mezeleien hervorrufe, und daß er als sind, daß die gegenwärtige Duma ieder Land noch Freiheit geben Minister des Innern die Ordnung zu erhalten habe und nichts kann und daß nur das Volk selbst durch seinen Kampf eine wirkliche Volksvertretung erobern wird." Widergesetzliches zulasse. Von diesem Standpunkte über die Rolle des Proletariats aus So spricht ein Vertreter der russischen Regierung, dieser bersetzt das Zentralfomitee des Bundes" seine Tattit gegenüber der förperten Willkür! Seine Rede wird fortwährend durch die Rufe Duma überhaupt und gegenüber ihren linken Elementen ins unterbrochen:„ Bialystok! Schlächter!" Und schließlich läßt ihn die besondere fest. Die Arbeit in bezug auf die Duma muß in zwei Arbeitsgruppe durch ihre Rufe Genug!" fast gar nicht mehr Richtungen geführt werden: 1. Agitation: Es ist notwendig, alle sprechen. Alle sind erregt, fast alle erheben sich von ihren Sißen, und es scheint, als ob sie sich gleich auf diese Volksfeinde stürzen werden. Täglich, ja stündlich beweist die Duma durch ihr ganzes Betragen ihr völliges Mißtrauen gegenüber den Gewalttätern. Aber diese gehen noch immer nicht! Sie hoffen noch immer, imstande zu sein, den revolutionären Löwen zu zähmen. Es ist uns nun ganz bestimmt bekannt, daß sie diese Hoffnung nicht nur auf das zu erwartende ausländische Gold gründen, sondern auch auf eine von ihnen beabsichtigte europäische Koalition. Und die russische Reaktion richtet ihre Blide auf den modernen Mittelpunkt der europäischen Reaktion: auf das halb absolutistische Deutschland. Wir wissen aus der sichersten Quelle, aus dem Munde einer Person, die das Dokument selbst sah, daß Wilhelm II. einen Brief an Nikolaus II. geschrieben hat, in dem er erklärt: falls die Duma eine Zwangsenteignung des Landes dekretierte, würden russische Werte an deutschen Börsen nicht mehr zugelassen werden!! Aus derfelben, vollen Vertrauens würdigen Quelle ist uns bekannt, daß der Großfürst Wladimir Alexandrowitsch für seine Reise nach Berlin die Mission hatte, zu versuchen, den Beistand Deutschlands zur Unterbrüdung der russischen Revolution zu erhalten. Ueber diese durchlauchtige Reise finden wir genug durchfichtige Andeutungen in reaktionären Blättern wie Nowoje Wremja"," Swiet".") Nun, laßt fie"' s mal versuchen! Das Proletariat Rußlands und das ganze russische Volt fürchtet sich nicht vor einer solchen Koalition; denn es weiß, daß fie eine anderem internationale Stoalition: Die des ganzen europäischen Proletariats, zur Folge haben würde.. Unsere Bureaukratie versteht das aber nicht, und sie hofft! Desto schlimmer für fie. Die Torheit der Bureaukratie ist unbegrenzt. Restens erschien Herr Stolypin in der Duma, um Geld für die Hungernden zu fordern. Gelbst nach dem Geständnis der Regierung wird die Stußland jetzt drohende Hungersnot sogar die„ berühmte" Hungers not bon 1891/92 übertreffen. Wir fönnen une heute bei dieser Materie nicht weiter aufhalten. Es genüge, wenn wir sagen, daß Hülfe unentbehrlich ist, daß hier viele Millionen nötig sind. daß diefes Geld aber unseren Ministern nicht anvertraut werden kann. Wir werden uns das nächste Mal mit einigen der Antworten beschäftigen, die dem Minister bei dieser Gelegenheit in der Duma erteilt wurden. Die Revolution in Rußland. Vorgänge in der Duma auszunuben als ein reiches Material zur Aufklärung breiter Arbeitermassen. An der Hand fonkreter Tatfachen muß man die Arbeiterklasse mit den verschiedenen Beiowie auch mit den Klaffeninteressen, die die Grundlage einer jeden strebungen der Parteien und Gruppen in der Duma bekannt machen, Bartei und Gruppe bilden, ferner mit dem Standpunkt der Sozialdemokratie in bezug auf die einzelnen Tatsachen aus der Dumatätigkeit und mit ihrer positiven oder negativen Bedeutung für die weitere Entwickelung der Revolution. 2. Der Einfluß auf die linken Elemente der Duma: Es ist notwendig, WaffenversammIngen zu organisieren, in denen die Tätigkeit der Duma besprochen, bezügliche Resolutionen gefaßt werden. Besondere Aufmerksamkeit muß den linken Elementen zugewandt werden. Wenn deren Auftreten nicht genügend entschlossen und energisch ist, so muß man revolutionärer Schritte aufstellen, die ihrerseits wieder der Gärung sie auf schärfste Weise kritisieren, die Forderung entschlossener unter den Volksmassen Vorschub leisten werden, indem sie den linken Teil der Duma auf die Seite der Revolution drängen, sie zum Organ der revolutionären Agitation in den fleinbürgerlichen Elementen des Landes machen, die ja noch große Hoffnungen auf die Tuma seßen und ihre Schritte mit gespannter Aufmerksamkeit verrerolutionären Geistes in breiten. Boltsmassen auch bedeutende folgen. Dadurch wird es möglich sein, außer der Anfachung des Reſultate in der Erfüllung unserer diretten Aufgabe der Organisation des Proletariats zu erzielen." Die Stimmung der Bauern. Ein guter Kenner des russischen Bauerntums schreibt ums aus Petersburg: Petersburg, 27. Mai. Die Stimmung der Provinz, der großen Maffe der Bevölkerung daselbst erhitzt sich mit jedem Tage. Trotz der Verhaftungen und der Verbannungen nach Sibirien und nach den nordischen Gouvernements nimmt das Dorf ein Gesicht an, das bei weitem lebendiger ist, als dasjenige, das man nach dem Manifest des 17./30. Oftober beobachten konnte. Die jetzige Bewegung ist viel tiefer und zielbewußter. Einerseits ist es die Wirkung der Tageblätter mit den Berichten über die Sigungen der Gosudarstwennaja- Duma, andererseits aber ist es das Resultat der Agitation, die von allen Parteien in viel größerem Umfange als zuvor betrieben wird. Eine große Rolle spielen bei diesen Agitationen die Mitglieder der Duma selbst, die in den Feiertagen nach Hause gehen und alsdann immer in einer ganzen Reihe von Städten und Dörfern Versammlungen abzuhalten pflegen. Diese Versammlungen werden teilweise von der Behörde erlaubt, aber oft gehts auch ohne diese Erlaubnis. Wo nur ein paar Bauern zusammenkommen, da wird sofort über Politik gesprochen. Sogar die Pilger in dem Kiewo- PetschorskyKloster regen sich durch die Politit auf. Zuerst erörtert man die Frage über den Grund und Boden, dann geht man zur Besprechung der Freiheiten über: Boden und Freiheit, FreiDer Jüdische Arbeiterbund über die Reichsduma. In Nr. 78 der Wilnacr Volkszeitung" veröffentlicht das Zentralfomitee des Jüdischen Arbeiterbundes eine Erklärung, in der er zu der vielumstrittenen Frage über das Berhalten des Proleta- heit und Boden. riats und der Sozialdemokratie zur Duma Stellung nimmt: Wie Einen Umschwung in der Stimmung der Provinz kann fraftlos die Tuma in Wirklichkeit gegen die bewaffnete Macht der man auch dadurch feststellen, daß die Reden der extremen Selbstherrschaft sein mag", heißt es dort, in welch hohem Maße sie Parteien jezt mehr Gehör finden als zubor. In der Form, in welcher die Spaltung" bei den Kadetten auch die Richtigkeit des sozialdemokratischen Standpunttes bestätigt Dort wo früher die St.-D. immer die Oberhand hatten, tlatscht jtattgefunden hat, müssen wir sie begrüßen. Aber eine formelle hat, daß jede Bolksvertretung nur auf dem Papier steht, so lange Spaltung ihrer ganzen Partei und die Bildung zweier Kadetten- das Bolt nicht den entscheidenden Sieg über die Regierung davon. jetzt die Menge den sozialdemokratischen Rednern parteien war jetzt für den Erfolg der Revolution nicht wünschens. getragen hat, wie sie fernerhin der sozialdemokratischen Charakte zu, die Resolutionen der Kadetten" werden wert. Eine derartige Spaltung hätte den rechten Flügel der Duma riftit der Kadetten" recht gegeben hat, die die Erfüllung jener abgelehnt, die der egtremen Parteien da. bergrößert, die weitere Entwidelung der abgespaltenen Rechten Versprechen verweigern, die sie auf den Wahlversammlungen gegegen angenommen. Dies wird nicht nur in den der Kadetten gefördert und sie außerdem durch den Anschluß von geben haben, so nimmt die Duma doch einen hervorragenden Blab Städten, sondern auch teilweise in den Dörfern beobachtet. im gegenwärtigen politischen Leben Rußlands ein. Ihre Bedeutung Aus den entlegensten Winkeln des Reiches kommen Nach. ungefähr 120 Vertretern des Zentrums" verstärkt. Die vom liegt darin, daß breite Massen ihren Protest durch die Wahlen richten, daß auch dort die Bauern völlig verändert sind. Man Zentrum gehen jetzt in allem Hand in Hand mit den Kadetten und oppositioneller Abgeordneten ausgedrückt haben, daß bedeutende wandert Dußende von Wersten um eine Zeitung zu bekommen, mit einem Teile der Arbeitsgruppe. Im Falle einer Spaltung Schichten der Bevölkerung auch jetzt ihre Blide der Duma zuwenden wandert Dußende von Werften um eine Zeitung zu bekommen, aber würden sie immer geneigt sein, sich dem rechten Flügel und von ihr erwarten, fie solle Rußland auf neue Grundlagen man bersammelt sich zu gemeinsamen Besprechungen der Lage, man tennt genau die Arbeitsgruppe" in der Duma, man ber Kadetten anzuschließen. Die Herren Bureaukraten beklagen sich nun, daß es ihnen un möglich geworden sei, sich in der Duma zu zeigen. Sie vergessen aber, too mit sie in die Duma zu kommen wagen. Zwei Beispiele mögen genügen: ftellen. " Die Bevölkerung wird immer ungeduldiger. sogar derjenigen, folgt den Reden der Dumamitglieder, die aus dem betreffenden die auf die Duma große Hoffnungen feßen, beginnt sich die Ent. Gouvernement gewählt sind, mit großer Aufmerksamkeit, mit täuschung zu bemächtigen. Die Unentschloffenheit der Duma wedt einem Wort, es gährt unter den Bauern und es gährt die Unzufriedenheit der Massen. Die Aufregung wächst. Das gewaltig. Broletariat beginnt sich von den Schlägen zu erholen, die es nach dem Dezemberaufstand erlitten hat. Teichtert. Aus Furcht, ihren Einfluß und ihre Sympathien im Lande gu berlieren, werden die Kadetten der Arbeiter und der Arbeits. gruppe, die ihre Refolutionen nicht selten von den Kabetten unterstüt durchbringt, folgen müssen. Und in vielem folgen sie ihr schon! Die Gährung unter den Truppen. Die trop der in der Duma herrschenden Klassengegensäte Unorganisierte Massenaktionen des Proletariats, Massenstreifs, Aus Petersburg wird dem„ Tag" gemeldet: solidarische Arbeit der Duma wird besonders klar ins Licht Militärmeutereien- das find Anzeichen von nahenden politischen Das erste Bataillon des Preobraschensti- Regiments ist bereits gestellt, wenn ein Vertreter der Regierung die Tribüne besteigt. Greignissen höchster Wichtigkeit. In diesen Ereignissen kann ein Teil an seinem Verbannungsorte in Medjed mit dem Einmütiger Widerstand, Rufe:" Demissionieren! Ab mit euch!" der Duma derjenige, welcher fähig ist den revolutionären Weg Kommandeur Fürsten Trubegtoi eingetroffen. Es wird alsbald neu zu betreten eine gewisse Rolle spielen, indem er die revolutionäre uniformiert werden und dabei seiner Gardeabzeichen erheben sich von allen Seiten. Belegung stärkt und den Sieg des Boltes über das alte Regime er verlustig gehen. Die Untermilitärs stehen unter Das Proletariat... muß die linken, entschloffenen Elemente strengster Bewachung. Heute wurden übrigens noch weitere der Duma benußen, indem es sie auf den revolutionären Weg 80 Mann und 4 Offiziere des ersten Bataillons des Preobrafchenskidrängt und sie zum Werkzeug der Revolution macht. Regiments verbannt, und zwar nach Futorisch, einer kleinen Station Es muß ihnen die Forderung stellen, endgültig mit der selbst der Moskau- Rybinsk- Eisenbahn. Die Namen der verbannten Offiziere herrschenden Regierung zu brechen, auf jede Art Kompromisse mit find: Bataillonstommandeur und Flügeladjutant Fürst Alexander dem Despotismus zu verzichten, sich in der Duma nicht mit lein- Trubeztoi, Kompagniechef Mansurotp, Oberst Michailow, Hauptmann Starizli, Kompagnieľommandeur Fürst Alexander Obolensky, der seinerzeit dem Kaiser Wilhelm attachiert war, Premierleutnant Beregorodsky, Bataillonsadjutant Schomanski, die Leutnants BritBataillons aus den Listen der Garde hat auf die höheren Militärs lowsky, von Dehn und Jeſſaulow. Die Ausstoßung des ersten einen niederfchmetternden Eindrud gemacht. Die bestraften Offisiere Sürfte nach und nach ihren Abschied einreiche Die Duma hat an die Minister der Justiz, des Innern und des Krieges etwa zweihundert Interpellationen über die Todesurteile u. a. gerichtet. Da erscheint General Pawloff. Vertreter des Kriegsministers, und erklärt:" Dem Gefeße zufolge gehört die höchste Macht im Bezirke dem Generalgouverneur, und so lange diese Geseke wirken, wird man hängen und erschießen!" Es versteht sich von selbst, daß eine derartig chnische Antwort die Zurufe: Henter!"" Mörder!" provozieren muß. Weiter: Es ereignet sich die Mekelei von Bialystok. Da kommt Stalgpin, um auf die Interpellationen über die Mekeleien *) In den letzten Beitungen finden wir die Nachricht, daß der deutsche Gesandte zu Petersburg sich an die russische Regierung mit ruffische Regierung die deutsche um Beistand gebeten habe, um die der Bitte gewendet habe, das Gerücht zu widerlegen, daß die russische Revolution zu unterdrücken. Diese offizielle Widerlegung sei angesichts der im deutschen Reichstage zu erwartenden Inter pellation der Sozialdemokraten notwendig!!! Juni. politifcbc Oeb er ficht. Berlin, den 30. Schukunterhaltungsgesetz und Selbstverwaltungsrecht. Am Montag wird das Herrenhaus die Schlutzberatun� der Verpfaffungsvorlage beginnen. Die Kommission hat ihre Arbeiten beendet und Uber ihre Tätigkeit einen umfangreichen Bericht veröffentlicht. Das Ergebnis der Kommissionsberatung läßt sich kurz dahin zusammenfassen, daß, soweit überhaupt noch Verschlechterungen des Entwurfes möglich waren, die Kommisston sich die denkbar größte Mühe gegeben hat, sie herbeiznführen. Wir sehen an dieser Stelle davon ab, die konfessionelle Frage einer näheren Erörterung zu unterziehen. Eigentlich hat ja diese Frage mit dem Gesetzentwurf gar nichts zu tun, der Entwurf bezieht sich, wie auch sein Name sagt, auf die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen, aber � die Kompromißparteicn, vor allem die Herren von der Rechten wollten nun einmal von einer bloßen Regelung der Schul Unterhaltung nichts wissen, sie benutzten die Gelegenheit, auch die konfessionellen Verhältnisse zu regeln. Der Grund hierfür ist leicht ersichtlich. Der Führer dee Hochkonservativen, der feudale Freiherr v. Manie uff el, hat es im Herrenhause offen ausgesprochen, daß seine Freunde in einer Volksschule auf konfessioneller Basis, wie sie die Vorlage bringe, eines der sichersten Mittel zur Bekämpfung der Sozial- demokratie erblicken. Um eine geistige Bewegung niederzuknütteln, übt man Verrat an dem heiligsten Gute der Nation, liefert man die Volksschule den Pfaffen aus. Bedeutete schon die Regierungsvorlage einen wesentlichen Eingriff des Staates in die Rechte der Gemeinden, so mach � die Vorlage in der Fassung der Herrenhauskommiffion dem Selb st verwaltungsrecht vollends ein Ende. Der ursprüngliche Entwurf bestimmte, daß das für Volksschulzwccke bestimmte oder dafür be- nutzte Vermögen der Schulverbände nur mit Geneh migung der Schulaufsichtsbehörde veräußert oder anderen Zwecken dienstbar gemacht werden kann. Die Regierung be zweckte damit, die Befugnis, die sie sich bislang angemaßt hatte, gesetzlich zu sanktionieren; sie hatte den Gemeinden die Verfügung über ihre Schullokale entzogen und verlangt, daß die Gemeinden, wenn sie Turnhallen oder sonstige Schulräume vergeben wollten, stets vorher die Genehmigung der Aufsichts- behörde einholen sollten. Eine ähnliche Bestimmung fand sich in dem Goßlerschen Entwurf. Aber obwohl dieser Entwurf keine Gesetzeskraft erlangt hat, hat die Regierung dennoch ein solches Recht für sich in Anspruch genommen. Selbst der Brcslauer Oberbürgermeister Bender erklärte im Herrenhause, daß das Verhalten der Regierung mit dem Gesetz in Widerspruch stehe und daß die Regierung die Durchführung ihrer Anordnungen nicht erzwingen könne; die Stadtgemeinde sei eben Eigentümerin der Schulgebäude und verfüge darüber, soweit das Haus nicht Schulzwecken gewidmet sei, nach eigenem Ermessen. Das Abgeordnetenhaus hat diese Bestimmung gestrichen, aber die Kommission des Herrenhauses hat sie in noch schärferer Form wieder aufgenommen, sie hat folgenden neuen§ 23a geschaffen: „Das für VolkSschulzwecke bestimmte unbewegliche Vermögen darf diesen Zwecken nur mit Genehmigung der Schulaufsichts- behörde entzogen werden. Jede Verfügung, welche der Bestimmung dieses Vermögens nicht entspricht, kann von der Schulaufsichts behörde allgemein oder im Einzelfalle untersagt werden." Wird dieser Paragraph Gesetz, so ist damit nachträglich daS bisherige gesetzwidrige Vorgehen des Ministers genehmigt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß eS sich dabei um eine Sonderbestimmung gegen politisch anrüchige Vereine handele. Erklärte doch der Minister in der Kommission unumwunden, er würde es für einen Uebelstand angesehen haben, wenn die Ueberlassung der Schul- räume an sozialdemokratische und Sokol- vereine und an freireligiöse Gemeinschaften nochlängergedauerthätte... Es sei Pflicht der Regiermig, alles zu beseitigen, jwas die Unterrichtszwecke und das geistige Wohl der Jugend gefährden könne. Wie durch die Ueberlassung von Turnhallen an polnische Turnvereine oder von Aulen an freireligiöse Gemeinden die Unterrichts zwecke und das geistige Wohl der Jugend gefährdet werden können, ist Geheimnis des Herrn.iStudt. Um das zu be- greifen, muß man schon königlich preußischer Staatsminister oder zum mindesten doch erbliches Mitglied der Herrenhauses sein, in den Kopf gewöhnlicher Sterblicher will diese ministerielle Logik nicht hinein. Herr Studt beruft sich zum Beweis dafür, daß die neue Bestimmung eigentlich nur eine Kodifikation des geltenden Rechts sei, auf ein Erkenntnis des Oberverwaltungs- gerichts aus dem Jahre 1900, aber darin ist nur die Rede davon, daß durch die Schulaufficht in Verbindung mit der staatsbehördlichen Verwaltung das gesamte Elementarschul- Wesens sicher gestellt werden soll, daß Unterricht und Er- ziehung der Jugend in körperlicher, geistiger und sittlicher Hin- ficht überall dem Gemeinwohl entsprechend sich vollziehen und „schädliche Unordnungen und Mißbrauche, welche Bildung, Sittlichkeit oder Religiosität der Jugend gefährden, abgestellt tverden. Dies Erkenntnis paßt also wie die Faust aufs Auge, aber wenn man einmal mit Gewalt dem Selbstverwaltungs- recht ein Ende machen will, dann ist man um Griinde nicht verlegen, und mögen sie noch so fadenscheinig sein. Eine weitere Beeinträchtigung des Selbstverwaltungsrechts der Gemeinden ist darin zu erblicken, daß fortab der Regierimg ein Bestätigungsrecht in bezug auf die Mitglieder der Schuldeputation, soweit sie nicht Magistratsmitglieder oder evangelische bezw. katholische Geistliche sind, eingeräumt werden soll. Auch hier hatte sich die Regierung ein solches Recht bisher auf dem Verordnungswege einfach heraus- genommen; nach Ansicht hervorragender Fachleute, zum Bei- spiel v. Liszt und Preuß hatte sie dies Recht nicht. Das Herrenhaus oder vielmehr die Kommisston des Herrenhauses hat der Regierung noch mehr gegeben, als sie ursprünglich verlangt hatte; die Vorlage ist um eine Bestimmung be- reichert worden, die die Wahl der Mitglieder der Schul- deputationen unter Umständen den Stadtvertretungen entzieht und der ministeriellen Willkür Tür und Tor öffnet. Diese Bestimmung lautet: � Wird eine Person, welcher die Bestätigung versagt ist, wieder- gewählt, so ist, falls die Stelle nicht unbesetzt bleiben kann und eine Ersatzwahl binnen einer zu bestimmenden Frist nicht erfolgt, die Schulaufsichtsbehörde befugt, einen Ersatzmann zu ernennen. Auf diese Weise will man Gemeindevertretungen, die der Regierung gegenüber Rückgrat an den Tag legen, zwingen. ihr zu Willen zu sein, die Schuldeputation wird aus einem Organ der Gemeinde zu einem Werkzeug des jeweiligen Kultusministers gemacht. Und das ist um so bedenk- licher, als der Minister nicht verpflichtet ist, die Gründe für eine Nichtbestätigung anzugeben. Nicht bestimmte ge setzlich festgelegte Grundsätze, sondern die Willkür des Ministers sollen entscheidend sein. In der Kommission gab ein Vertreter des Kultusministeriums die Zu- sicherung, daß die Handhabung des Bestätigungsrechts 'so beabsichtigt sei, wie sie gewünscht und seit 100 Jahren ge- handhabt werde. Hierin liegt das offene Eingeständnis, daß auch in Zukunft mehr die gute Gesinnung als die Tüchtigkeit ausschlaggebend sein soll. Wer fleißig in die Kirche geht und sich bei gegebener Gelegenheit als Hurrapatriot entpuppt, ist geeignet, Mitglied einer Schuldeputation zu sein, mögen ihm auch die elementarsten Kennwisse abgehen. Fachleute da- gegen, die sich als Pädagogen bewährt haben, werden nicht bestätigt, sofern sie gegen tue konfessionellen Verhetzungen Front machem Leider ist nicht anzunehmen, das das Plenum des Herren Hauses einen anderen Beschluß fassen wird als seine Kom Mission, und auch das Abgeordnetenhaus dürfte schließlich den Aenderungen des Herrenhauses beitreten. Das Selbstver- waltungsrecht der Gemeinden wird genau 100 Jahre nach der Stein- Hardenbergschen Reform beseitigt werden— ein charakteristisches Merkmal der heutigen Reaktion.— Religion in der Schule. In der bremischen„Bürgerschaf t". der„VolkS"vertretung des bremischen Kleinstaates, bereitete am Mittwochabend der Kampf um die Schule den Vertretern einige Stunden ungewohnter Auf- regung. Die bremische Lehrerschaft hat bekanntlich in einer wohlbegrllndeten Eingabe an die Schulbehörde die Entfernung des Religionsunterrichtes auS dem Schulplan gefordert. Den Anstoß zu diesem Vorgehen hatte das Verhalten des Schulinspcktors gegeben, der, ein nach Bremen versetzter preußischer Orthodoxe, vermeint hatte, durch systematischen Einfluß den Religionsunterricht in orthodoxes Fahrwasser lenken und den im Bremer Schulplan aus- drücklich ausgeschalteten Katechismusunterricht wieder einführen zu können. Doch die des fortgesetzten Drills müde gewordene Lehrer schaft beugte vor. Dank der aufrüttelnden Tätigkeit der Lehrer hatte auch die bremische Bürgerschaft ihre verschiedenen Religions- und Schul- debatten. Eine Frucht derselben war die Annahme eines Antrages, wonach die Schuldeputation über die Frage mit einem Berichte beauftragt wurde,„wie der Religionsunterricht in den bremischen Schulen ersetzt werden kann einerseits durch einen allgemeinen religionsgeschichtlichen Unterricht und andererseits durch einen Sittenunterricht, der die für die sittliche Erziehung geeigneten edelsten Erzeugnisse der gesamten Weltliteratur, also auch die hohen sittlichen Schätze der beiden Testamente berücksichtigt, soweit dieselben für unser modernes Kulturleben in Betracht kommen. Wider Erwarten stimmte der Senat zu, und so lag denn am Mittwoch das Ergebnis dieser Beratung der bremischen Bürger schaft vor. Die Schuldeputation war einhellig der Uebcrzeugung, daß die angeregte Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen eine schwere Schädigung der Kinder sowohl für ihre geistige Bildung als auch in erziehlicher Hinsicht zur Folge haben würde. Man würde sich, meinte sie, eines der„wert- vollsten Unterrichts, und Erziehungsmittel' berauben. Man muß wissen, wer diese Schuldeputation ist: Neben drei Senatoren sitzen darin vier Kaufleute, ein Mediziner, ein Ghmnasialdirektor, ein Gewerbekammerpräsident, ein Notar und vier gutbestallte Gewerbetreibende. Also:«Dem Volke muß die Religion erhalten bleibenl" Die Herren Hieltens für ihre„heilige Pflicht", das zu diktieren. Aber man wollte doch nicht völlig leeres Stroh gedroschen haben. Die Herren fanden sich deshalb bereit, in eine erneute Revision der Lehrpläne für den Religionsunterricht,„auch in Rücksicht auf die in Elternkreisen vielfach in dieser Richtung bestehenden Wünsche", einzutreten, eine Revision, die sich jedoch, wie der Rechnungsführer der Deputation des näheren darlegte, in der Ver- ringerung des MemoirierstoffeS, in einer Zurückdrängung der alt- testamentlichen Geschichten und in der„Erwägung", ob die Unter- stufe(1. und 2. Schuljahr) von dem Religionsunterricht freizulassen seien, erschöpfte. Daneben betonte man, daß der Religionsunter- richt in den Schulen,„gemäß dem seit langer Zeit in Bremen bestehenden Herkommen", von dogmatischer Belehrung frei sein und nur der Pflege echter Religiosität und religiössittlicher Belehrung dienen solle. Diese Halbheit der versprochenen Revision, die bis zu ihrer Durchführung noch ganz gehörig verwässert werden dürfte, tat eS den bremischen Bürgerschaftsvertretern an. Zwar eine Anzahl Vorsteher und Lehrer der Volksschulen traten für einen weiter- gehenden Antrag auf Ersatz de» Religionsunterrichts durch einen systematischen Sittenunterricht ein; auch unsere Genossen stellten den prinzipiellen Antrag auf Ausschaltung des Religionsunterrichts im Sinne der Lehrcreingabe; sämtliche Anträge—> fünf an der Zahl— wanderten jedoch in den Papierkorb! Was kümmerte es diese„Volksvertreter", welcher Art die ver- sprochene„Revision" sein oder ob sie gar nicht sein wird. Ihre Kinder kommen dabei nicht in Betracht. WaS kümmert eS sie, ob der Unterricht„von dogmatischer Belehrung frei sein" soll! Ueber die künftige Gestaltung der Schulinspektion hatte sich die Schul- dcputation wohlweislich ausgeschwiegen und schwieg sie sich auch in der Bürgerschaft, trotz der gelegentlichen Anzapfungen, auS. Man denkt nicht daran, diesen orthodoxen Bureaukraten zu entlassen, und so wird auch an dem System des Religionsunterrichts der letzten Jahre recht wenig geändert werden. Es bleibt, wie eS war. Dem Volke muß die Religion erhalten bleiben! ».» Deutsches Reich. „Deutschtum ist Kultur und Freiheit." Man schreibt uns aus Danzig: An dieses Wort muß jeder nur zu lebhaft erinnert werden, der die Gelegenheit hat, nach Schluß der Arbeit den Haupteingang des Danziger staatlichen Musterbetriebes„Königliche Artillerie» Werkstatt" zu passieren. Der Direktor, Major Pätow, ist nämlich der besondere Förderer der von konservativen„Arbeiterfreunden" ge- gründeten sogenannten.Mühlenbäckerei'. Diese sollte zur Zeit de» mit Volldampf betriebenen reichstäglichen BrotwucherS die Arbeiter über die Gemeingefährlichkeit der Agrarkonservativen hinweg. täuschen. Die großstädtische Arbeiterschaft ließ sich jedoch den brot- wucherischen Sand nicht in die Augen streuen und die von dem AmtSanwalt und Kriegervereinschef Wulff geleitete„Arbeiter- Genossenschaft" kam auf keinen grünen Zweig. Tatsächliche Herren derselben und ihres Eigentums sind auch der Grundstücksbesitzer Werner und der, ebenfalls im AufsichtSrat sitzende Mehllieferant Scheffler. Als der chronische Dalles die„Genossenschaft" dem Pleitegeier immer näher brachte,„interessierten" sich die Leiter der Danziger Staatsbetriebe, besonders der„Gewchrfabrik" und der„königlichen Artillerie-Werkstatt". so lebhaft für dieselbe, daß peziell aus der letzteren die Zahl der Eintritte ganz plötzlich wesentlich zunahm. Trotzdem wollte sich aber die Lage des ver- fahxenev RektomwivleineHmeilI Mt bessern. Gegen Weihnachten maßregelte dann die überchristliche konservative Genossenschafts-- leitung ungescheut sämtliche organisierten Bäcker! Und noch heute wird dort prinzipiell kein dem Verbände angehörter Gehülfe be� schäftigt oder eingestellt! Wie zum Hohn auf diese maßlos terroristische Mißachtung des gesetzlichen Koalitionsrechtcs ließ die „Genossenschaft" gerade zu jener Zeit„Aufrufe an die gesamte Arbeiterschaft Danzigs" drucken, die flehentlich zur Rettung der „Arbeitergründung" und zur Erwerbung der Mitgliedschaft ein- luden. Aus Furcht vor der Antwort der organisierten Arbeiterschaft' unterließ man aber noch im letzten Augenblick diese unerhörte Provokation und stampfte die Massenauflage ein oder verbrauchte sie als Einwickelpapier! Dafür wurde aber ein neues echt konservatives Mittel zur Hebung des immer mehr sinkenden Umsatzes ausfindig gemacht. Auf die Veranlassung deS Direktors der königlichen Artillerie-Werk- statt fährt nämlich alltäglich ein Brotwagen der„Genossenschaft"� direkt auf den Fabrikhof, und unter den Augen des Berwaltungs- burcaus, das heißt des Herrn Direktors und der höheren Offiziere, kaufen die Arbeiter das Brot sogleich auf dem Arbeitsplatz! Sollte etwa die Furcht vor Nachteilen, wenn sie sich an diesem mehr als eigentümlichen Brotkauf nicht beteiligen, so groß sein, daß selbst Leute, die in nächster Nähe einer Genossenschaftsfiliale wohnen, es doch vorziehen, das Brot trotz weiter Wege unter den Augen der gestrengen Vorgesetzten zu kaufen und es geduldig nach Hause z« schleppen? In einer der letzten Reichstagssitzungen kritisierte Genosse Z u b e i l scharf und mit Recht dieses, sonst gesetzlich streng ver- botene, schlecht verschleierte Trucksystem. Bald darauf tagte in Berlin eine amtliche Sonderkonfcrenz der Leiter der technischen Institute der Artillerie. Als Major Pätow von derselben zurück- kehrte, gab er dem Kassierer der Genossenschaft, dem in der- Artillerie-Werkstatt beschäftigten Bctriöbsschreiber Kcmpa, den Auf- trag: die Leute zu ermitteln, die nach seiner Ansicht das Material zur Rede Zubeils geliefert haben! Daran fügte er die Erklärung: vorläufig sei e r noch der Direktor der Werkstatt und niemand habe ihm in seine Entschließungen dreinzureden!— Nun wird sich ja der Herr schließlich doch überzeugen müssen, daß er sich gründlich irrt. Vorläufig fährt also immer noch der konservative Brotwagen Tag für Tag auf den Fabrikhof und geduldig, wenn auch mit ingrimmigem Zähneknirschen, müssen die„freien deutschen" Arbeiter das konservative„Gcnoffenschafts"-Brot auf dem Arbeits- Wege nach heimwärts schleppen.... Wenn wir nicht sehr irren, so hat einmal der große Eugen Richter mit einem ähnlichen Märchenbilde vor dem sozialdemolra- tischen— Zuchthausstaate graulich zu machen gesucht. Wir aber haben hier streng der Wahrheit gemäß die tatsächlichen Zustände in einem Musterbetriebe des sozialreformatorischen Staates der patentierten Gottesfurcht und frommen Sitte geschildert. Trotz Eugen Richer hat aber das Danziger Freisinnsblatt für diese mehr als bezeichnenden Verhältnisse auch noch nicht das armseligste Wörtchen der zahmsten Kritik übrig gehabt.... Die ZuchthauSfreiheit der Danziger Staatsarbeiter wird auch durch die folgenden Vorgänge sehr bezeichnend illustriert. Zurzeit, streiken nämlich die Kupferschmiede in Danzig. Trotz der äußerst minimalen Forderung von 35 und 40 Pf. Stundenlöhnen lehne» die hier durchweg„sozialliberalen" Fabrikanten dieselbe hart- näckig rundweg ab. So auch die Schiffswerst I. W. Klawittei, die unter anderem einen Spritzendampfer für die kaiserliche Werft in Arbeit hat, der zur Ausführung der erforderlichen Arbeiten kurzes Hand zur Staatswerft geholt wurde! Als die dann zur Fertig- stellung der Streikarbeit amtlich kommandierten Kupferschmiede i dem Ressortmeister vorstellten, daß sie doch nicht ihren schwer kämpfenden Arbeitsbrüdern in den Rücken fallen könnten, erhielte»' sie die unglaubliche Antwort: Wer die Arbeit ablehne, werde sofort wegen unberechtigter Verweigerung der Arbeit entlassen lj Ja der Herr erklärte sogar noch: Ebenso werde es jeden gehen, der etwa die von der Firma F. Schichau gewünschte Streikarbeit verweigern sollte!— Der staatliche Marinc-Kapita- lismus als terroristischer Zutrciber profitgieriger Privatkapita listen! DaS Bild fehlte gerade noch zur Vervollständigung des Hers lichen Gemäldes von dem Flottenparadies, das die Wcltpolitik de; gepanzerten Faust besonders für die Staatsarbeiter geschasfer haben soll.—_ Wodurch die Grundlagen der Republik Hamburg ins Wanke» geraten. Am 10., 11. und 12. Januar d. I. fanden in verschiedenen Stadtteilen Hamburgs Fraucnversammlungen statt, deren Tages- ordnung lautete:„Der deutschen Arbeiterin Weihnachtsgeschenk/ In diesen Versammlungen soll die Reserentin, Genossin Luise Z i e tz. bei Erörterung der Flotten- und Reichssteuervorlagen und der damals beabsichtigten Wahlrechtsverschlechterun� in Hamburg in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten gegeneinander öffent- lich angereizt haben, weshalb sie sich aus den 8§ Hl' H® und 130 des Strafgesetzbuches strafbar gemacht haben soll.„Nebenbei aber scheinen diese Versammlungen und die Reden," so behauptet die Anklagebehörde,„den Zweck der Verherrlichung der russischen Revolution gehabt zu haben, denn in allen drei Versammlungen wurden zugunsten der russischen Revolutionäre Gelder gesammelt, und die Rednerin schilderte und pries ausführlich die Taten der- selben und forderte besonders die Frauen auf. wie in Rußland an dem Kampfe der Männer um die politischen Rechte teilzunehmen Sie stellte die russischen Frauen als Vorbilder für ihre Zuhörerinnen dar." Der„aufreizende" Charakter der Reden soll in mehreren Stellen enthalten sein. Genossin Zietz soll fortgesetzt auf Ruß- land exemplifiziert und zur„Nachahmung" empfohlen haben, wofür mehrere Stellen angeführt werden. Die Verhandlung fand vor der Strafkammer IV des Land- gerichts Hamburg statt. Die Grundlage für die Erhebung der An- klage bilden die Stenogramme der überwachenden Polizeibeamten Die Angeklagte berichtigte viele Stellen der Stenogramme, d» hauptsächlich nur aus dem Zusammenhang gerissene Nedcwcn. düngen, sogenannte„Kraftstellen", enthielten. Der eine Beamt» schilderte Genossin Zietz alS eine sehr aufreizend wirkende Redncrin,' die in äußerst gehässiger Weise ihre Gedanken in Worte kleide. Man habe so das Gefühl, als wenn jeden iiOugen. blick das Wort:„Los auf die Beamten!" faller werde. Nach der den überwachenden Wachtmeistern erteilten In. struktion dürfe nur in äußersten Fällen zur Versaminlungsnuf' lösung geschritten werden, wenn Aufforderungen zu Ungesetzlich- leiten, Zusammenrottungen usw. erfolgen. Die Angeklagte soll bezüglich des WahlrechtSraubeS in Hamburg gesagt haben:„Ja. ich sage, wenn jemand da ist, der das Volk aufreizt zum Klassenhatz, dann müssen unsere Hamburger Wahlrechtsräuber es sein. Niemand hat das Volk mehr aufgereizt wie diese, und dagegen müssen wir den Kampf aufnehmen mit allen Mitteln. Wir wollen nicht bloß zum Protest zusammenkommen, sondern wir wollen zu einem un- ausgesetzten Kampf uns zusammenfinden in unseren Organs- sationen."„... Am nächsten Mittwoch<17. Januar) kommt die Wahlrechtsvorlage bereits in der Bürgerschaft zur Verhandlung. An Euch Männer brauche ich keine Mahnung zu richten; Ihr wißt. was Ihr zu tun habt. Aber an Euch Frauen werde ich den Aufruj richten und hoffe, daß Ihr dafür sorgen werdet, daß den Herren Wchlrechtsräubern ein Tanz aufgespielt wird, den sie nicht ver- gessen werden."— Genossin Zietz bemerkte u. a., daß von einet direkten oder indirekten Aufforderung zu Gewalttätigkeiten keine Rede sein könne, denn die Mittel der Sozialdemokratie seien Sg'tSliM ltlld Disaälüim. Sit. AHeitkMaft wisse ggnz genW. daß nur durch die EntWickelung der ganzen Verhältnisse, durch die wachsende Erkenntnis und durch die Gewinnung der Massen die Ziele der-Sozialdemokratie verwirklicht werden könnten. Wenn wir von Waffen und Kampf sprechen, so sei das nur bildlich ge- meint; jeder sozialdemokratische Arbeiter wisse, daß damit keine mechanischen Gewaltmittel gemeint seien, sondern daß der Kampf mit geistigen Mitteln geführt werden solle. Andere Beamte er- klären, nur die„krassen Momente" stenographiert zu haben, da kein Stenograph eine IVHstündige Rede wortgetreu niederschreiben könne. Der Verteidiger, Dr. Herz- Altona, kon- statierte wiederholt, daß gerade die sogenannten„abschwächenden Momente" nicht zu Papier gekommen seien. Aus dem Zu- sammenhang herausgerissene Stellen könnten nimmer den Gesamt- eindruck dör Rede wiedergeben. Der Staatsanwalt beantragte nach heftigen Ausfällen gegen die Genossin eine Strafe von 6 Monaten Gefängnis. Das Gericht setzte die Verlündung des Urteils bis zum Montag aus.— Zur Berfassungsfrage der Reichslande wird uns aus Straß- Burg geschrieben: Zu den neuerdings beliebt gewordenen„Eni- hüllungen" über die Absichten des Bundesrats in der elsaß-lothrin- gischen Verfassungsfrage brachte vor kurzem auch der Reichstags- abgeordnete Abbe Wetterle in seinem„Journal de Colmar" einen Beitrag. Vor einiger Zeit hatte der ihm übrigens nicht fern- stehende Herr Brom in der hiesigen Sozialwissenschaft- lichen Vereinigung gelegentlich eines Vortrages mitgeteilt, die verbündeten Regierungen wollten nach Ausschaltung des Reichs- tageS aus der Landesgesetzgelbung die Gemeinderäte als Wahl- körper zum Landeöparlament entfernen und die Wahl aller Ab- geordneten den Bezirkstagen überweisen, die jetzt bereits 34 von den 58 Abgeordneten wählen. Die liberale„Straßburger Zeitung" wollte hierauf feinere Ohren gehabt haben und teilte mit, die Be- zirkstage würden selbst den künftigen Landtag bilden. Der dritte im Bunde, der Abgeordnete Wetterle, will es jetzt noch besser wissen. Räch seinen Informationen soll die Zahl der durch die drei Bezirkstage zu wählenden Abgeordneten vermindert, die bisher von den Delegierten der Gcmeinderäte gewählten Abgeordneten durch das allgemeine Wahlrecht bestimmt werden, und weiter hätten die Regierungen die grandiose Absicht, eine Reihe von Standes- Herren mit Sitz und Stimme zu ernennen. Ob diese Ernennung sich auch auf die Erben oder auf einen von ihnen und in diesem Fall auf welchen erstrecken soll, verrät der klerikale Führer nicht. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß eine derartige Vcrfassungs„reform" im ganzen Volke nur Entrüstung hervor- rufen würde. Sehr bezeichnend aber ist die Tatsache, daß man hier vielfach annimmt, die von Herrn Wetterle gemachten Angaben stellten keineswegs die Absichten der Regierungen dar, sondern sie seien lediglich ein von ihm dem Bundesrat erteilter R a t l Inwieweit das zutrifft, kann selbstverständlich hier nicht beurteilt werden, aber schon die Existenz dieser Auffassung beweist, in welchem Geruch der sich so gern oppositionell gebarende Herr Abgeordnete Wetterle hier steht. Nachdem er mit seinem Frak- tionSkollegen P r e i ß im Reichstag beantragt hat, den Reichstag auS der Landesgesctzgebung von Elsaß-Lothringen auszuschalten, ohne das allgemeine Wahlrecht zum Landes- ausschuß sicherzustellen, kann man sich jedoch darüber nicht mehr wundern!—_ Aus dem Kolonialsumpf. Auch gegen höhere Beamte in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes scheint man jetzt vorgehen zu wollen. So wird einerseits gemeldet, daß die schon genannten Beamten Götz und Schneider vom Dienste suspendiert seien; die Untersuchung gegen sie wird durch Landgerichtsrat Schmidt vom Berlmer Land- gericht I geführt. Aus der anderen Seite hören die„Münch. N. Nachr.", daß ein vortragender Rat aus der Kolonial- abteilung bereits ausgeschieden und m ein anderes Amt der- setzt sei, zwei weitere derartige Maßnahmen seien in Borbereitung. Leider liegt diesem Vorgehen offenbar nicht die Tendenz zu- gründe, die koloniale Korruption selbst zu bekämpfen, vielmehr die, künftig neue Indiskretionen zu verhüten I Die»Ndd. Allg." bringt heute wieder 1'/, Spalten Dementis. So wird erstens erklärt, daß die Beschuldigungen ErzbergerS wegen Verwendung des Wohltätigkeitsfonds zugunsten von Offizieren bereits in der Budgetkommission vollinhaltlich widerlegt worden seien. „Was die Zuwendung von Liebesgaben für Offiziere und Beamte zur Teilnahme an den Kolonialfesten anbetrifft, so sind für die WohltätigkeitSvorstellung für die Truppen in Südwest- afrika bei Kroll am 14. Oktober v. I. für 4 Offiziere und zu dem Kolonialfest am 20. Januar er. für 5 Offiziere des Ober- kommandos Billetts mit 2V bezw. 9 M. aus dem zur freien Verfügung de? Oberkommandos stehenden Woermann- fonds beschafft worden. Dies geschah, um nicht den nur der Repräsentation wegen zu diesen Festen entsandten Offizieren die verhältnismäßig hohen Ausgaben für die Billetts aufzuerlegen; die Ausgaben für die BillettS flössen zudem indirekt sofort wieder den wohltätigen Fonds zu. Als später diese Ausgaben zu Er- örterungen Veranlassung gaben, haben die in Frage stehenden Offiziere die Beträge für die ihnen überwiesenen Billetts wieder zurückgezahlt. Auch hierüber ist dem Abg. Erzberger auf eine an den Stell- Vertreter des Kolonialdirektors gerichtete Anfrage bezüglich der Billetts für die fünf Offiziere schriftlich bereits unter dem 16. Mai 1906 Auskunft erteilt worden." Zweitens seien die angeblichen Unterschleife an soldatischen Bekleidungsstücken sofort nach der Erörterung dieses Falles in der Budgetkommission zum Gegenstand einer von der Staatsanwaltschaft in Hamburg geleiteten Untersuchung gemacht worden. Da es sich nur um verschenkte ausgetragene Uniformen gehandelt habe, sei das Verfahren e i n ge st e l l t worden. Drittens habe es mit der Verwendung von amerikauischem Büchsenfleisch in Svdwestafrika allerdings seine Richtigkeit: „Die Hinaussendung bewährter Marken amerikanischen Buchsenfleisches in das Schutzgebiet entspricht den Wünschen der Schuytruppe. bei der dieses Corned Beef d u r ch a u S beliebt ist. Für Beschaffung amerikanischen Büchsenfleische» sprechen außerdem wirtschaftliche Rücksichten mit, denn das- selbe stellt sich im P r e i s e etwa nur ein D r i t t e l so hoch, wie bewährte deutsche Fabrikate, welche unter Garantie erst- klassiges deutsches Fleisch verarbeiten. Der tatsächliche Umfang der monatlichen Verschiffungen hat bisher niemals„mehrere 1000 Kisten" betragen; im Mai 1906 speziell belief er sich auf 670 Kisten zu je 24 Dosen k 1 Kilogramm. Die letzten Beschaffungsaufträge auf amerikanisches Corned Beef, umfassend Lieferungen für die Monate April bis Oktober 1906, sind Anfang Februar d. I. erteilt worden, d. h. zu einer Zeit, als die Beschuldigungen gegen die amerikanische Industrie noch nicht erhoben waren." Dies Geständnis bestätigt also die Tatsache, daß dieselbe Re» gierung, die amerikanisches Büchsenfleisch für den Konsum in Deutschland für gesundheitsschädlich erklärte, selbst die südwest- afrikanischen Truppen in erheblichem Maße mit solchem Fleisch ver- köstigte! Endlich kündigt das offiziöse Organ ein strafrechtliches Einschreiten gegen die„Verbreiter" der Angriffe des„Anzeiger im Oberland" an. Der Verfasser, der mit E. zeichnete, wird also Gelegenheit haben, den Wahrheitsbeweis zu versuchen.— Nun gerade! JweinearBnefe, den Fürst B ü l o w am 13. Juni aus Nordemey Ott den" Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, gerichtet hat, erklärt der Reichs- kanzler: Die Bildung eines selbständigen Reichskolonial- amteö wird auch nach der durch den Reichstag erfolgten Ab- lehnung. eine der wesentlich st en Bestrebungen der Kolonialverwaltung bleiben. Das Zentrum hat ja auch sofort nach der Oppositionskomödie bei der Abstimmung über die Schaffung eines selbständigen Reichs- kolonialamts einen späteren Umfall unverblümt genug in Aussicht gestellt!—'_ Die„Times" über die jonrnalistische Englandfahrt. Auf die Be- merkung der„Kölnischen Zeitung", daß die Englandfahrt nicht zu unterschätzen sei und day die Herzlichkeit, mit der die Deutschen überall empfangen wurden, einige Besorgnis in Frankreich errege, antworten die„Times" vom Dienstag:„... Wir trauen den Franzosen viel zu viel gesunden Menschenverstand zu, um glauben zu können, daß sie dem Austausch privater Höflichkeiten oder der überströmenden Redeseligkeit einiger Minister, die nicht besonders dazu qualifiziert sind, über auswärtige Politik zu sprechen, politische Bedeutling beilegen."—_ Veränderungen im wllrttcmbergischen Staatsministerium. Stuttgart, 28. Juni.(Eig. Ber.) Der Minister des Auswärtigen und des Verkehrswesens, Frhr. v. Soden, der schon längere Zeit krank war, ist pensioniert worden. An seine Stelle tritt der bisherige Kultusminister v. Weizsäcker, und zum Kultusminister wird Staatsrat v. Fleischhauer ernannt. Mit diesen jetzt vollzogenen Er- Nennungen und der bereits kürzlich erfolgten Ersetzung des Kriegsministers v. Schnürten durch den bisherigen Kommandanten von Stuttgart, Generalleutnant v. Marchtaler, sind die Per- änderungen im württembergischcn Ministerium aber noch nicht ab- geschlossen. Es find noch amtsmüde der Minister des Innern, v. P i s ch e k, der erklärt haben soll, nach Erledigung der Gemeinde- Verwaltungsreform bestimmt ausscheiden zu wollen, und der Ministerpräsident v. Breitling, der auch schon während der Verfassungsreformdebattcn erkrankt war. Als Ersatz für Herrn v. Pischek, den schwäbischen Posadowsky, wird der Präsident der Hofdomänenkammer, Herr v. G e ß l e r, einer der„Lcbensläng- lichen" der Ersten Kammer, genannt. In den Kreisen, die für den sozialpolitischen Fortschritt sind und eine freiere Auffassung vom staatlichen Leben hegen, dürfte man an diesen Wechsel kaum an- genehme Erwartungen knüpfen. Die Stelle des Ministerpräsidenten hat noch keinen bestimmten Anwärter. Die Hofkreise hätten gern gesehen, daß der Berliner Gesandte Württembergs, Frhr. v. V a r n- büler, das Ministerpräsidium übernommen hätte. Da aber der hohe Adel die Besetzung der Berliner Gesandtschaft durch einen der scinigen als sein Privileg betrachtet, augenblicklich jedoch kein anderer als Varnbüler bereit sein soll, die etwa 40 000 M. jährlich betragenden Rcpräsentationsgelder, die mit diesem Posten verknüpft sind, aus seiner Tasche zu zahlen, so wird hieraus wohl nichts werden. Es bleibt schließlich als„letzte Rettung" ja noch Herr v. Weizsäcker übrig, der mit Geschick aus dem Kultus ins Auswärtige und den Verkehr hinüberwechselte, warum sollte dieser vielseitige Mann nicht auch noch Ministerpräsident dazu werden? Württcmdcrgische Verfassungsrcvision. Die württeinbergische Kammer der Standesherren hat heute, wie telegraphisch aus Stuttgart gemeldet wird, nochmals die Ber- fassungsrevision beraten. Sle verharrte dabei einstimmig auf ihrem früheren Standpunkt bezüglich des Budgetrechts, machte aber auf anderen Gebieten wesentliche Konzesstonen gegenüber der Zweiten Kammer und stimmte namentlich hinsichtlich des Ersatzes für die aus der Zweiten Kammer ausscheidenden Privilegierten der Zuwahl von 17 Abgeordneten durch Laudesproporz zur Zweiten Kammer zu in der Weise, daß diese in zwei Partien gewählt werden, und ztvar vom Neckarkreis und Schwarzwaldkreis 10 Abgeordnete, vom JagstkreiS und Donaukreis 7 Abgeordnete.— Die ehrsame„Post", die, ihrem Charakter entsprechend, die Differenz zwischen der Generalkommission und dem Parteivorstand auszuschlachten versucht, bemerkt unter anderem, daß weder die Bebelsche Rede über den Massenstreik noch die besondere Broschüre über diesen erschienen sei, wie der Jenaer Parteitag beschlossen habe. Darauf erwidern wir der„Post", daß nicht nur dw Bebelsche Rede. sondern die ganze Verhandlung über den Massenstreik im Separat- druck erschienen ist. Auch die Broschüre über den Massenstreik wird in dem geeigneten Augenblick erscheinen, wie wir der„Post" verraten wollen. Was die„Post* sonst über die Verhandlungen zwischen Generalkommission und Parteivorstand schreibt, ist von A bis Z er— dichtet.—_ „Vollkommen beseitigt l" Die Herren Zentrumsbourgeois, Pfarrer und Kapläne in Dortmund steckten die Köpfe zusammen, nahmen sich den„Ar- beitersekretär" Granowski vor und der Konflikt ist„vollkom- m e n beseitigt". Die„Tremonia" tritt mit folgender Er- klärung vpr die erstaunten Leser: „Unseren Parteigenossen können wir zu unserer bc- sonderen Freude die Mitteilung machen, daß die Diffe» renzen, die in letzter Zeit innerhalb unserer Partei zutage ge- treten sind, auf Grund einer gemeinsamen Aussprache voll- kommen beseitigt sind. An den Besprechungen nahmen teil die Herren Dechant Walter, die Pfarrer Rötgers und Cloidt, Arbeitersekretär Granowski, Oberlehrer Rosenberg(Geistlicher), Kaplan Rügenberg, Justizrat Wcsthoff. A. Birkhoff und Lambert Lensing." Aus dieser Erklärung ersieht man, daß sich der tapfere Herr Granowski hat breitschlagen lassen, ob damit aber die D'ffe- renzen wirklich„vollkommen beseitigt" sind, ist eine andere Frage; denn es darf nicht vergessen werden, daß sich das ch r i st l i ch e Gewerkschaftskartell an die Spitze des Kampfes gestellt hat, und das Kartell war in den Besprechungen nicht vertreten. Man wird abwarten müssen, ob dieses den Lensing und Konsorten gestatten wird, mit ihnen Schindludcr zu spielen.— Kassiertes Kriegsgerichts»rteil. DaS Magdeburger OberkriegS- gericht war am Donnerstag nach Halle gefahren, um ein Kriegs- gerichtsurteil der Hallenser Richter, die sich durch das Dessnuer Schreckensurteil unvergeßlich gemacht haben, nachzuprüfen. Kürzlich hatte man in Halle den Leutnant Friedrich Günther v. G ö ck i n g vom 3. thüringischen Infanterieregiment Rr. 153 in Altenbnrg ivegen Urkundenfälschung und unerlaubter Entfernung mit AuS- stvßuiig aus dem Heere, 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, und einem Jahre Ehrverlust bestraft. Der Angeklagte scheint ein Opfer der wunderbaren Ehrbegriffe im Offizierkorps geworden zu sein. ES ist nicht unbekannt, daß er einem ihm nahestehenden Herrn unter Verpfändung seines Ehrenwortes Geld versprochen, dann, um daS Versprechen einlösen zu können, einem Berliner Geldverlciher in die Hände gefallen ist und er dann in furchtbarer Weise„geschröpft" wurde. So kam eS, daß er, um einem Bekannten zu helfen, eine Urkunde fälschte. Nach der Tat floh er mit seiner Braut nach Schandau. Die Dame und vier Offiziere waren zur BcweiSauf- nähme geladen. Die Strafe wurde auf 8 Monate Gefängnis ermäßigt. Zu drei Jahren Gefängnis verurteilte das OberkriegSgcricht in Breslau den Musketier T a f ch e k vom Jnfanterie-Regiment 23 in N e i f f e wegen Körperverletzung eines Zivilisten, Widersetzung, Be» Harrens im Ungehorsam, Achtungsverletzung und tätlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten. Das Kriegsgericht hatte auf zwei Jahre und sechs Monate erkannt, indem es keinen tätlichen Angriff an- nahm. Wegen dieses Deliktes forderte aber in seiner Berufung ta MrichtÄerr LMsftulg uab iklm Mniiao gab bM Bs- rufungsinstanz statt. Der Soldat hatte in Neisse am 22. April angetrunken einen Arbeiter mit dem Seitengewehr gemiß- handelt und dem Befehl der Patrouille, das Seitengewehr abzu- geben, nicht gefolgt, sich widersetzt und die Achtung verletzt, ferner den Sergeant Jahne! auf der Wache an der Hand festgehalten und gedrückt, daß dieser sich mit Anstrengung freimachen mußte. Auf die Frage des Verhandlungsführers, ob er sich beruhige, er- widerte T a s ch e k:„Meine Herren, das ist eine unerhörte Strafe, KlusUnöl. Schweiz. Das neue Lehrlingsschntzgesetz in Basel. Basel, 26. Juni.(Eig. Ber.) Nun erhält auch nach langen Bemühungen der Kanton Baselstadt ein Lehrlingsschutzgesetz, nachdem ihm verschiedene andere Kantone, zum Teil schon vor Jahren, mit gutem Beispiel vorangegangen sind. Dein neuen Gesetze unterstehen sämtliche Handwerks- und Handelslehrlinge, nicht aber die Fabrik- lehrlinge. Geschäftsinhabern, die durch gerichtliches Urteil im Altiv- bürgerrecht beschränkt sind, sowie solchen, welche nicht die nötige Garantie für die zweckmäßige Heranbildung der Lehrlinge bieten oder gegenüber emem solchen sich grober Pflichtvernachlässigung schuldig gemacht haben, kann das Recht zum Lehrlingshalten entzogen Iverden. Der Eintritt in die Lehre ist erst nach dem vollendeten 14. Lebensjahre gestattet. Der Lehrvertrag ist schriftlich abzuschließen und in vier Exemplaren auszufertigen und von den Parteien zu unterzeichnen. Die Beschäftigung eines Lehrlings im Akkordlohn ist, soweit sie die Erlernung des Berufes hemmen kann, unstatthaft. Der Lehrmeister ist verpflichtet, den Lehrling zum Be- suche der Fortbildungskurse anzuhalten und ihm dazu sowie zur Teilnahme an der Lehrlingspriifung die notwendige Zeit während der Arbeitsstunden einzuräumen. Für den Besuch der Kurse ist ein Maximum von sechs Stunden in der Woche festgesetzt. Die Arbeitszeit der Lehrlinge darf 10 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich, unter Einschluß der für den Religionsunterricht, die ver- schiedenen Kurse und die Lehrlingsprüfung erforderlichen Zeit nicht übersteigen. Unter den gleichen Bedingungungen darf für weibliche Lehrlinge, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die Arbeitszeit nicht mehr als 9 Stunden täglich und 54 Stunden wöchentlich betragen. Die regelmäßige Anhaltnng von weiblichen Lehrlinge» zur Nachtarbeit ist untersagt. Für männliche Lehrlinge kann sie nur in Gewerben, die dem täglichen Bedarfe dienen oder bei denen es die Natur deS Betriebes erfordert, zugelassen werden. In jedem Betriebe ist eine Bekanntmachung der wichtigsten Paragraphen des Gesetzes an sichtbarer Stelle anzuschlagen. Lehrlinge, welche die Lehrlingsprüfungen mit ausgezeichnetem Ersolge bestehen, erhalten zu ihrer iveitereir Ausbildung Stipendien. Die Aufsicht über die Durchführung des Lehrlinasgesetzes obliegt dem Departement des Jnirern und dem Gewerveinspcktor. Dem Dempartement wird eine 14gliedrige Aufsichtskonnnission(das Lehr- lingsdepartement) beigegeben, in der je 5 Arbeiter und 5 Meister, femer auch die Schulbehörden vertreten sein sollen. Mindestens 2 von den 14 Mitgliedern müssen dem weiblichen Geschlecht angehören. Das Gesetz bedeutet entschieden einen sozialen Fortschritt, wenn es auch noch lange nichts Ideale« ist. Die Hauptsache ist nun, daß es auch wirklich durchgeführt wird.— Zürich, 23. Juni. DaS Obergcricht bestätigte mit allen gegen eine Stimme das Urteil des Bezirksgerichts Zürich gegen den An- archisten Johannes Holzmann, alias Senna Hoy, wegen wiederholter Ucbertretung der Landesverweisung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 6 Monaten Gefängnis und 15 jähriger Landesver- Weisung. Holzmann wird die Strafe in der Strafanstalt Regensberg verbüßen. Frankreich. Ministerrat. Paris, 30. Juni. Im heutigen, im Elhsee abgehaltenen Minister- rat berichteten Sarrien, Poiucarö und Doumergue über die Ver- Handlungen im SenatsouSschutz für den Gesetzentwurf betreffend die Arbeiterpensionen, in deren Verlaus sie die Erklärung ab- gegeben hätten, daß die Regierung entschlossen sei. an den wesentlichen Grundsätzen der Vorlage im Senat festzuhalten, nämlich dem Beitragszwanq, der Staatsbeteiligung und der Ein- beziehung der landwirtschaftiiche» Arbeiter. Immerhin würde Anlaß vorliegen, die Vorlage, da sie in der von der Kammer beschlossenen Form die augenblickliche Steuerkraft des Landes übersteige, in ver- schiedenen Punkten zu mildem und dein Staatsbeitrag seinen schwankenden Charakter, der dem Budget gefährlich werden könne, zu nehmen. Wenn der Entwurf wieder an die Kammer gelange, würde die Regierung Borschläge machen. Alle Schriftstücke, die notwendig wären, um die Arbeiten der Kommission zu beschleunigen, würden ihr sobald als möglich zugestellt werden. Der Ministerrat beschäftigte sich sodann mit dem Gesetzentwurf über die Reform der Mlitärgerichte, dessen Ausarbeitung fast beendet ist.— Amerika. Militärisches. Einen Vergleich zwischen den Löhnen der Offiziere und denen der. gelernten Arbeiter zog der General Corbin kürzlich in einer Rede vor den Kadetten der Militärakademie Westpoint. Er begann seine Rede mit einer Verherrlichung der Waffentaten der Armee auf den Philippinen und trat für eine Lohnerhöhung für die Offiziere ein. Vielen Beschwerden und Opfern seien die Kadetten bei ihrem Eintritt in die Armee ausgesetzt, so erzählte der General, und er wies darauf hin, daß sie auf Jahre hinaus weit schlechter bezahlt seien als geschickte Arbeiter. Die Offiziere, die bei der Infanterie eintreten, erhielten täglich 3,89 Dollar, bei der Kavallerie 4,17 Dollar. Dagegen erhalten Maurer 6 Doll., Zimmerer und Maler 4,50 Doll. täglich, sodaß der Unternehmer den Arbeiter besser bezahle als die Regierung die Graduierten ihrer Militärakademien. Die„New Dorker Volkszeitung" bemerkt dazu, daß die Offiziers- löhne auch hübsch regelmäßig gezahlt würden, daß im übrigen die Handwerker nützliche Arbeit verrichten, was nran von den Ossizieren nicht gerade behaupten könne, und daß eS den Offizieren ja freistehe, das Gewerbe zu wechseln, um mehr zu verdienen.— Eue der Partei. Ein neuer Mehring. Die Leipziger Partcidruckerei, Abteilung Buchhandlung, gibt bekannt: Auf vielfache Anfragen aus Partei- kreisen, die sich namentlich in letzter Zeit gehäuft habx», teilen wir mit, daß die schon vor JabreSfrist im redaktionellen Teil unserer Zeitung angekündigte Schrift des Genossen Mehring zum. hundertsten Jahreslage der Schlacht bei Jena spätestens bi» Ende August er- scheinen wird. Ihre Vollendung hat nur durch die nunmehr gehobene Erkrankung des Verfassers eine kurze Verzögerung erfahren. Sie wird den Titel: Jena und Tilsit führen; Ausstattung und Um- fang werden dieselben sein wie bei der Schrift Mehrings über Schiller, ebenso der Preis(1 Ml). Personalien. In die Redaktion der„Belgischen Ar- b e i t e r st i m m e" in Solingen ist der Genosse Gerhard Hilde- brand- Berlin eingetreten. Ein mißglückter StaatsrettungSversuch. Die Erfurter Polizei hat den Schmerz erleiden müssen, daß ihr genialer Einfall, den Besitzer eines Hundes mit 5 M. Geldstrafe wegen groben U n fu g S zu belegen, weil der Hund am 1. Mai mit rotem g y lin d er h ut auf der Straße demonstriert hat, vom Gericht nicht gewürdigt worden ist. Der Kaufmann Heiuecke, der den gefährlichen Hund besitzt, ist nämlich, auf seinen Antrag auf richtertiche Entscheidung über das Strafmandat vom Schöffengericht freigesprochen worden. Es konnte nicht nachgewiesen werden, daß der Hund mit dem roten Zylinder- Hut AergerniS erregt hatte. Das verderbte Publikum hatte sich viel- mehr über ihn amüsiert! ES bleibt beini Unrecht! Dem Gerichtsberichterstatter der Düssel- dorfer �Lollszeituog" war vom Düsseldorfer Landgericht die Bericht- 0 erftatterkarte entzogen worden. Anlaß dazu hatte der Bericht der Die Aussperrung dürfte am Montag noch einen größeren Um- Werkzeuge und Mangel an Material geklagt. Diefe Uebelstände Volkszeitung" über den Prozeß Gelben Schotte geboten. Genosse fang annehmen, denn von der Charlottenburger Innung hatte am sowie auch die Nichtbezahlung der Wartezeit haben denn auch den Buchen hatte von dem Bericht keine Zeile geschrieben und auch Sonnabend nur erst eine Firma ausgesperrt. Sollten aber wirklich gegenwärtigen Streit herbeigeführt. Ausständig sind sämtliche feinerlei Information zu demselben geliefert. Deshalb wurde gegen sämtliche Glasermeister den schäbigen Tarifbruch ihrer Innungs- Metallformer, Kernmacher, Pußer und Hülfsarbeiter. die Verfügung sofort Beschwerde eingelegt. Nun hat der Oberlandes Obermimen mitmachen, so werden die Glasergehülfen auch die gerichtsprästdent folgenden Entscheid getroffen: Arbeiter, Parteigenossen! Achtet auf die weiße Kontrollfarte nötigen Konsequenzen daraus ziehen. Einschüchtern lassen sie sich mit der Unterschrift Baumgart. Dieselbe gilt als Ausweis, Auf Ihre Beschwerde gegen den von dem Herrn Landgerichts- auf feinen Fall. Vorläufig haben die noch anwesenden Unver- daß der Gehülfe organisiert ist. Meidet solche Geschäfte, wo der präsidenten in Düsseldorf Ihnen erteilten Bescheid vom 2. Juni d. J., heirateten, die nicht abreifen können, freiwillig auf jede Gehülfe nicht organisiert ist. Laßt Euch von den Arbeitgebern nicht durch welchen die Ihnen behändigte Zulassungskarte zu einem Streitunterſtüßung verzichtet. Am heutigen Sonntag werden im bereden. Verlangt von den Arbeitgebern, daß sie nur organisierte bevorzugten Platz in den Sigungen des Strafgerichts dafelbst Gewerkschaftshaus, Zimmer 3, die grünen Arbeitsberech Gehülfen beschäftigen. Zeigt den Arbeitgebern, daß Ihr Euch mit zurückgezogen worden ist, werden Sie benachrichtigt, daß ich nach tigungstarten herausgegeben. Daselbst findet auch täglich uns solidarisch erklärt, dann müssen und werden sie nur organisierte Prüfung der Angelegenheit keinen Anlaß gefunden, den von Ihnen von 9 bis 12 Uhr die Streitkontrolle statt. Gehülfen beschäftigen. Die Differenzen mit Neumann, Rigdorf, angefochtenen Bescheid im Aufsichtswege abzuändern." Hermannstraße 156/157, find noch nicht erledigt. Verband deutscher Barbiere, Friseure und BerückenmacherGehülfen, Berlin. An Herrn Hermann Wuchen Düsseldorf. Genosse Buchen wird sich bei dieser Verfügung selbstverständlich nicht beruhigen und nunmehr den Entscheid des Minifteriums anrufen. Eine richterliche Verfügung, die jemanden für das„ bestraft", was er nachweislich nicht verbrochen hat, ist so interessant, daß sie notwendig durch alle Instanzen getrieben wird. Der majestätsbeleidigende Druckfehler. Die Gießener Mitteldeutsche Sonntagszeitung" hatte bekanntlich seinerzeit einen brolligen Drudfehler wiedergegeben, der einem Amtsblatte in einem Huldigungsartikel zur silbernen Hochzeit des Kaisers paares passiert war. Die Staatsanwaltschaft fah in dieser Veröffentlichung eine Majestätsbeleidigung und die Gießener Straftammer ist ihm jetzt beigetreten, Genosse Betters ist wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gewerkschaftliches. Das nennt man: Schutz den Arbeitswilligen. Von dem Schöffengericht in Düren( Rheinland) wurden vier Maurer zu je drei Wochen und zwei andere Bauarbeiter zu zwei und zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, weil sie Streitbrecher, beleidigt" haben sollen. Die streifenden Bauarbeiter werden sich durch diese unerhörten Strafen in der Verfolgung ihres Kampfes nicht beirren lassen. Die Unternehmer wollen den Streifenden nicht mehr als 45 Pfennig für Maurer und 35 für Hülfsarbeiter zahlen. Dabei aber geben sie den Arbeitswilligen schon mehr als die Ausständigen fordern. = Holzarbeiterstreits. Die Bautischler der Firma Raabe, Usedomstraße, befinden sich gegenwärtig im Streif. Gefordert wurde von ihnen die Einführung der Lohnarbeit, weil das bisherige Lohn- und Akkordsystem wegen der schlechten Betriebseinämtliche Schraubendreher und Dreherinnen ausgesperrt In der Schraubenfabrik von Ennel am Markgrafendamm sind richtungen erhebliche Nachteile für die Arbeiter im Gefolge gehabt worden. Vor einigen Tagen waren die Beschäftigten wegen der hatte. Da die Firma die Bewilligung der Forderung ablehnte und Erhöhung einzelner Affordsätze vorstellig geworden, weil die eine Verständigung nicht zu erzielen war, so legten sämtliche 82 Schraubendreher nur einen Stundenverdienst von 40 bis 45 Pf., die Bautischler dort die Arbeit nieder. 48 Bautischler. Sie forderten eine höhere wöchentliche Abschlags Fabrikanten jedoch rundweg abgelehnt. Am Donnerstagmorgen Bei der Firma Schubert, Kreuzbergstraße, streiten ebenfalls Dreherinnen jogar nur 8 bis 10 m. pro Woche, selten darüber, zu Bei der Firma Schubert, Kreuzbergstraße, streiken ebenfalls erzielen vermochten. Die bescheidenen Forderungen wurden vom zahlung und einen fünf- bis zehnprozentigen Tarifaufschlag. Verständigung war auch hier nicht möglich, weil die Firma sich Fabriktor. Es wurde ihnen gleichzeitig mitgeteilt, daß sie sämtlich famen die Arbeiter und Arbeiterinnen dann vor ein verschlossenes schroff ablehnend verhielt. entlassen seien. Nicht einmal die Afforde ließ man sie beenden. verbandes, er wolle den Betrieb vorläufig überhaupt ruhen lassen. Der Fabrikant erklärte gestern dem Vertreter des Metallarbeiter Von den alten Leuten wolle er auch niemand wieder einstellen, weil sie sich, da sie Forderungen stellten, unanständig" gegen ihn be nommen hätten. Der Betrieb ist gesperrt. Eine den Firmen Hoffmann, Prinzenstraße, und Paulsch in Erfolgreich beendet wurden die Bautischlerstreits bei Tegel nach drei- resp. achttägiger Arbeitsniederlegung. Die Firma Hoffmann mußte den geforderten Aufschlag auf die Affordpreise bewilligen, und die Firma Paulsch sah sich veranlaßt, den Berliner Nettotarif anzuerkennen, was sie bisher verweigert hatte. Deutfches Reich. Achtung, Former! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Vorhölzer, Bezirksleiter. Der Berliner Klempnertarif, der zum 1. April d. J. zwischen dem Metallarbeiterverband und der Klempnerinifung abgeschlossen wurde, ist jetzt auch von 98 Firmen, die der Innung nicht anIn der Eisengießerei Währer in Lörrach ist ein Streit aus. gehören, ebenfalls unterschriftlich anerkannt worden. Es sind gebrochen. Zuzug von Eisen- und Stahlformern ist streng ferne darunter recht bedeutende Betriebe, in denen 20 bis 70 Mann be- zuhalten. fchäftigt werden. Daß es gelang, diese Firmen ohne Streit zur Anerkennung des Tarifs zu veranlassen, ist vor allem der guten betreffenden Firmen nämlich, der mit der Innung resp. dem ArbeitOrganisation der Klempner zuzuschreiben. Anfänglich glaubten die Der Zehnstundentag für Textilarbeiter in Leipzig. geberverband abgeschlossene Tarif ginge fie gar nichts an. Vielmehr ersten Versuch, die zehnstündige Arbeitszeit zu erreichen. Die Schon Anfang 1900 machten die Leipziger Textilarbeiter den waren sie der Meinung, da sie außerhalb der Arbeitgeberorganisa- Unternehmer wiesen diese Forderung kurz und bündig ab und in tion ständen, so könnten sie ihren Arbeitern zahlen was sie wollten einem vertraulichen Rundschreiben gaben sie als Grund dafür an, und brauchten sich nicht nach den tariflichen Lohnfäßen und sonstigen daß ein einseitiges Vorgehen Sachsens nicht möglich und daß Bestimmungen zu richten. In ein paar Monaten aber lernten sie aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit mindestens erst einmal ein einsehen, daß sie nur dann brauchbare Arbeitskräfte erhalten Ausgleich der Arbeitszeiten im Rahmen der verschiedenen Zentren fonnten, wenn sie sich gleichfalls zur Anerkennung des Tarifs be- der Industrie erfolgen müßte". Im Jahre 1905, nachdem ein Ver quemten. Es tommen in diesen Betrieben immerhin zirka 600 waltungsbeamter angestellt und die Organiſation erstarkt war, wurde eine energische Angriffsbewegung durchgeführt, an der 4000 Bersonen beteiligt waren, mit dem Ziele: Erringung des Zehnstundentages! Klempner in Betracht. " Notiz. Während des Bauarbeiterstreits in Hof hatte der Tagelöhner Gebhardt zu einer nicht an dem Streit teilnehmenden Arbeiterin gefagt:„ Wenn Ihr weiter arbeitet, seid Ihr Streifbrecher." Deswegen mußte er bor die Schranken des Gerichts, um fich wegen Vergehens gegen den famosen§ 153 Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrit von Schulz, zu verantworten. Die als Zeugin vernommene Arbeitswillige Brunnenstraße 92, find Lohnabzüge erfolgt, außerdem werden von erklärte zwar, fie habe sich nicht beleidigt gefühlt, aber Strafe muß Entlohnung nicht gewährt wird. Da eine Einigung nicht erzielt 1. Juli 1906 ab wird eingeführt in der Firma Leipziger einzelnen Arbeitern Mehrleistungen verlangt, für welche eine höhere Jezt endlich ist das Biel erreicht. Nach langen Verhandlungen wurden folgende Zugeständnisse gemacht: Der Zehnstundentag bom sein! Der Schwerverbrecher wurde zu einem Tag Gefängnis ver- werden konnte, haben die Kollegen einmütig die Arbeit niedergelegt. a mmgarnspinnerei( 900 Arbeiter), Kammgarnspinnerei urteilt, weil das Wort Streifbrecher nur zu dem Zwecke gebraucht Wir machen noch besonders aufmerksam, daß der Fabrikant in der in Gautsch( 350 Personen) und in der Firma Stör u. Go. worden sei, um die Zeugin zu kränken. Also Kränkung" auf ge- Bolfsgeitung" Arbeiter sucht. richtlichen Befehl! In einem ganz gleich gelagerten Falle fällte Zu dem Streif bei der Firma S. Rosenberg, Dirksenstr. 47, in Iagwis( 1100 männliche und 2000 weibliche Personen). das Schöffengericht Schweinfurt ein ganz anderes Urteil. Der ist noch zu erwähnen, daß ein Werkmeister Ulz acht Tage Urlaub er- Der bisherige Lohn wird weitergezahlt. Fabritarbeiter Förster hatte während des Streits bei Fichtel u. Sachs halten hat. Es ist anzunehmen, daß diese Urlaubszeit benutzt wurde, mußten in der Leipziger Baumwollspinnerei Während dieser bedeutende soziale Erfolg ohne Streit erreicht einen Arbeitswilligen als Streitbrecher bezeichnet, weshalb öffentliche werden soll, um an anderen Orten Arbeitswillige zu werben. ir 1300 Personen 14 Tage lang streifen, mit dem Erfolge, daß seit dem Klage erfolgte. Hier erkannte das Gericht auf Freisprechung, wei ersuchen deshalb alle arbeiterfreundlichen Blätter um Abdruckt dieſer 1. April 1906 die 10½stündige Arbeitszeit eingeführt ist( vorher das Wort Streifbrecher keine Beleidigung sei. Welches Gericht hat Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. 11 Stunden) und daß diese Firma, die im Jahre 1905 einen Ueber. nun recht? schuß von 1603 117 M. erzielte und 16 Prog.= 480 000. DiviZum Konflift in der Lederfabrik Emanuel Meyer. Am dende an die Aktionäre zahlte, nicht den ganzen Lohnausfall ihren Berlin und Umgegend. 18. Juni fand wieder eine Verhandlung vor dem Einigungsamt Arbeitern bezahlt, sondern nur 2 Broz. des Betrages. Aussperrung der Berliner Glaser. statt. Es war in der am 5. Juni stattgefundenen Verhandlung be- Troßalledem ist endlich in Sachsen ein neues Hindernis für Am gestrigen Sonnabend ist urblöblich fast die Hälfte der Berliner schlossen worden, beiderseitig Zeugen zu laden. Durch die Beweis den Zehnstundentag der Textilarbeiter niedergerissen. Nun aber Glaser von den Innungsmeistern ausgesperrt worden. Diese Maß aufnahme wurde Herrn Meyer ein Vergehen gegen den vereinbarten weiter! regel qualifiziert fich gleichzeitig als ein flagranter Tarifbruch der Glaser- gleich vor: Herr Meher hat die Mädchen, die qualifizierte Arbeit Vertrag nachgewiesen. Das Einigungsamt schlug folgenden Vermeister. Am 1. Auguſt läuft nämlich der bor zwei Jahren ab verrichten, bis auf zwei zu reduzieren. Dieser Vergleich wurde von können den Erfolg für sich in Anspruch nehmen. Erreicht wurden als geschlossene Glafertarif ab. Die Organisation der der Glaser hatte nun der Arbeitgeberorganisation einige Forderungen behalt, daß die Versammlung der Lederarbeiter denselben annimmt, paritätischen Arbeitsnachweises und Erhöhung des Lohnes um Herrn Meher unterschrieben, von den Arbeitervertretern mit Vor- Bugeständnisse der Leipziger Glaserinnung: Einführung eines unterbreitet, auf Grund deren die Verhandlungen zum Abschluß eines neuen Tarifs geführt werden sollten. Nun atzeptiert. Es hat dann die Versammlung, die am 21. Juni tagte, 4 Proz. Maßregelungen dürfen nicht borgenommen werden. Am verhielten sich die Arbeitgeber aber den Forderungen gegenüber nicht den Vergleich mit einer Mehrheit von nur 3 Stimmen angenommen. Streit beteiligt waren 412 Glaser, Maschinenarbeiter und Tischler. nur sehr ablehnend, sondern sie suchten auch mit allen Kräften so Bewegung der Fliesenleger. Am Freitag, den 29. Juni, tagte Es wurde beschlossen, daß die Arbeiter am 30. Juni die Arbeit schnell wie möglich die laufenden Arbeiten, besonders auf den Bauten, im Neuen Klubhause", Kommandantenstraße 72, eine öfentliche ebenso geschlossen wieder aufnehmen, wie sie diese niedergelegt haben. fertig zu stellen, um zum 1. August fünstlich eine ungünstige Kon- Fliesenleger- und Hülfsarbeiter- Bersammlung, in der die Schlichjunktur im Beruf herbeizuführen. Mit diesem Trick gedachten die tungskommission Bericht erstattete über die mit den UnterMeister offenbar zu bewirken, daß die Gesellen ihre Forde- nehmervertretern geführten Verhandlungen. Die Kommissionsrungen dann ermäßigen resp. fallen lassen und vor allem mitglieder führten aus: Am 21. und 28. Juni fanden unter Borsiz telegramm des Vorwärts".) Der Streit der Trambahner ist unbon einem Streit Abstand nehmen würden. Die Herren des Gewerberichters Dr. Leo Verhandlungen statt, die sich aus berändert. Verhandlungen zur Beilegung find eingeleitet. Streif Arbeitgeber bestürmten deshalb den paritätischen Arbeitsnachweis schließlich mit dem Konflitt bei der Firma Schmalisch u. Below brecher find nicht aufzutreiben, nur Schußleute fahren einige während der letzten Wochen geradezu mit Gesuchen nach Arbeits- beschäftigten. In der Sizung am 21. Juni, in der die Vertreteragen. fräften, wobei fie gleichzeitig verlangten, sich entgegen dem Nachweis- der Arbeiter sich in nur ungenügender Weise über die Angelegen Der Glaserstreit in Leipzig ist beendet. Die Glasergehülfen Ausland. Trambahnerstreik in Rom. Rom, 30. Juni.( Privatreglement die Arbeiter nach Belieben auszusuchen, um immer die heit auslassen konnten, wurden die Mitglieder der Bereinigung Letzte Nachrichten und Depeschen. besten Kräfte zu erhalten und dadurch die Fertigstellung der Arbeiten der Fliesenleger, welche bei der Firma Schmalisch u. Below die tunlichst zu beschleunigen. Natürlich durchschauten die Arbeiter bald Arbeit aufgaben, für tarifbrüchig erklärt. Die gegen diefen BeDer korrigierte Bürgermeister. den sauberen Plan, und so tam es, daß ein erheblicher Teil der un- schluß eingelegte Berufung wurde mit der Begründung zurück- Jena, 30. Juni.( Privatdepesche des" Borwärts".) Eine au verheirateten Gefellen von Berlin abreifte und fich zugunsten ihrer am gewiesen, daß die Schlichtungskommiffion als Vertreter der für heute heute abend nach Döbritschen einberufene öffentliche Ver Orte verbleibenden verheirateten Stollegen auswärts Arbeit suchten. tarifbrüchig erklärten Mitglieder nicht legitimiert sei". Gewiß fammlung, in der Genosse Leutert- Apolda über„ Die politische Darob erbosten die Meister und verlangten kategorisch: der eine sehr sonderbare Begründung. Wenn die Schlichtungsdie SchlichtungsGlaserverband solle veranlassen, daß sämtliche abgereisten un- tommiffionsmitglieder in der Situng am 21. Juni, wo die„ Ver- Lage" sprechen sollte, wurde vom dortigen Bürgermeister wegen Geverheirateten Gehülfen bis Sonnabend, mittags 12 Uhr, wieder in die urteilung" erfolgte, legitimiert waren, mußten sie doch auch wohl fahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit" verboten. Auf soBetriebe zurückzukehren hätten, ebenfalls solle der Verband die fernere zur Einlegung der Berufung gegen diefes Urteil" wenigstens fortige Beschwerde hob der Bezirksdirektor das Verbot auf, weil Abreise Unverheirateter verhindern. Herr Salomonis fagte nach Ansicht jedes Unbefangenen legitimiert sein. In der fein ausreichender Grund zu einem Verbot vorlag. hierbei bezeichnenderweise, gerade jegt fönne er noch 500( 1) Glaser- Sibung am 28. Juni handelte es fich hauptsächlich darum, feftgehülfen gebrauchen! Selbstverständlich lehnten die Verbands- zustellen, ob bei der Firma Schmalisch u. Below im Afford geAus Seegefahr gerettet. bertreter ein derartig unsinniges Verlangen rundweg ab, einmal arbeitet wird und ob nicht doch die Arbeitseinstellung der„ Christ- Bremen, 30. Juni.( W. T. B.) Die Rettungsstation Utlands. weil sie den abreisenden Gehülfen feinerlei Vorschriften darüber lichen" wegen erfolgt sei. Bei der Entscheidung über die erste hörn der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger tele machen können, ob sie in Berlin bleiben wollen oder nicht, dann Frage enthielten sich die Arbeitervertreter der Abstimmung, weil graphiert am 29. Juni: Von dem Luftfahrzeug Hohenzollern aber auch, weil es einfach unmöglich ist, die Abgereisten, deren Auf- nicht festgestellt werden konnte, ob die Firma nicht die Arbeiten an vier Personen durch das Rettungsboot Geheimrat Beitmeyer" der enthaltsort gar nicht bekannt ist, wieder zurückzurufen. Daraufhin den Leger Frib als sogenannten" Subunternehmer" vergeben Station gerettet. faßten die Arbeitgeber in einer vertraulichen Innungsversammlung hatte, was für die Arbeiter ebenfalls nur Affordarbeit bedeutet. Arbeiterrifiko. Der Leger Frib, welcher zu dieser Sigung geladen war, war nicht folgenden Beschluß: Duisburg, 30. Juni.( B. H.) Auf den Hochöfen der GesellAls Gegenmaßregel gegen das Vorgehen des Zentralverbandes erschienen. Auf seine frühere Aussage hin war die Verhängung der Glafer Deutschlands werden sämtliche organisierte Bau- und der Sperre erfolgt. Zur Erledigung der zweifen Frage waren schaft für Hüttenbetriebe in Meiderich wurden durch ausströmende Gafe Bleiglaser sowie Glasmaler am 30. Juni entlassen. Nicht die Mitglieder der Vereinigung, die bei Schmalisch u. Below die drei Arbeiter sofort getötet, mehrere andere schwer verletzt. In der Bleiglaser sowie Glasmaler am 30. Juni entlassen. Nicht Arbeit eingestellt hatten, geladen und teilweise auch erschienen. Fabrit der Gesellschaft für Teerverwertung in Meiderich explodierte organisierte werden von Entlassungen nicht betroffen, dagegen Durch die Ausführungen der geladenen Arbeiter, wovon einige ein Keffel. Ein Arbeiter ist getötet, zwei schwer verlegt. werden diejenigen Arbeitgeber, welche mit Nichtorganisierten weiterarbeiten, verpflichtet, feine neuen Arbeiten zu übernehmen fünf und mehr Jahre bei der Firma gearbeitet haben, wurde erund pro Arbeitnehmer einen gewissen Beitrag an die Verbands- wiesen, daß Mißstände bei der Arbeitseinstellung ausschlaggebend taffe zu zahlen. waren. Dieses wurde vom Verhandlungsleiter ausdrücklich fest- Jnnsbruck, 30. Juni.( B. H.) In Rovereto ermordete gestern Die Abmeldungen der Entlaffenen bei der Krankenkaffe haben gestellt. Ein schöner Vorwand zur Heße wurde hierdurch der nacht der Hausbefizer Georg Rizzi seine Frau und brei Kinder mit " Germania" und gesinnungsverwandten Blättern genommen. fofort zu erfolgen. dem Rasiermesser, indem er ihnen im Schlafe den Hals durchschnitt. Dieser Beschluß ist denn auch bereits teilweise ausgeführt Die Versammlung erklärte sich mit dem Verhalten der Schlichtungs- Rizzi ist 32 Jahre alt, seine Frau 29 Jahre, die Kinder 8 Monate, worden. Wie gestern abend in einer Glaserversammlung festgestellt fommissionsmitglieder einverstanden. Dann beriet die Verfamm- 5 und 8 Jahre. Rizzi trant biel; er stellte sich nach der Tat der wurde, find bis Sonnabendabend bereits 378 Ge- lung noch, wie dem sich jetzt breitmachenden Subunternehmersystem, Behörde. hülfen bei 41 Firmen ausgesperrt worden. Davon wohinter nur Affordarbeiter steden, am besten entgegengewirkt find 284 Bauglafer, 80 Bleiglaser und 14 Glasmaler. Geradezu werden fönne. Eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern der beteiligten Organisationsvorstände, wurde beauftragt, der dem Petersburg, 30. Juni.( B. S.) Nach Meldungen aus Tula find fomisch muß es aber wirken, daß diese Firmen auch die bei ihnen nächst stattfindenden Versammlung bestimmte Vorschläge zu unter. dort alle Hotels überfüllt, da die Gutsbefizer aus der Umgegend beschäftigten so sehr begehrten Unverheirateten mit ausgesperrt breiten. Buttlig forderte noch auf, alle Borkommnisse dem Bureau, aus Furcht vor bevorstehenden Bauernunruhen in die Stadt flüchten. haben. Aus dem ganzen Benehmen der Arbeitgeber geht mithin haben. Aus dem ganzen Benehmen der Arbeitgeber geht mithin Dragonerstr. 15, Amt III 5028, au melden. Dann wurde noch be unzweifelhaft hervor, daß sie diesen Konflikt geradewegs vom Zaun schlossen, über die Firma Chachzif u. Lehmann, Birkenstraße, i. V. gebrochen haben, um den Glasern die Durchsetzung ihrer Forderungen zu vereiteln. Wie in der Meisterversammlung gegen die" Subunternehmer" Wolter, die Sperre zu verhängen. Gehülfen gehebi wurde, mag man aus der Mitteilung eines Der Formerstreit bei der Firma Bohl( Leddihn Nachfl.), Innungsmitgliedes entnehmen, das in der Gesellenversammlung Metallgießerei Weberstraße 7, dauert fort. Verhandlungen ausführte, der Obermeister Jost habe dort erklärt, Neun waren bisher resultatlos. Die Firma sucht jest unorgani. zehntel aller Berliner Glaser seien Spizbuben, fierte Arbeitswillige in der Berliner Voltszeitung". Es haben Beim Stapellauf verunglückt. indem sie die Meister um ihre Beit bestehlen! Benn fich ihr bislang aber nur zwei Mann zur Verfügung gestellt. Mehr Camden( New Jersey), 30. Juni.( W. T. B.) Bei den Vor auch der Sinn dieser obermeisterlichen Worte etwas dunkel ist, so dürften sich auch wohl schwerlich finden, da der Betrieb bei der bereitungen zum Stapellauf des Linienschiffes Newhamshire" find charakterisiert er doch treffend die Scharfmacherallüren der Herren Mehrzahl der Berliner Metallarbeiter als eine sogenannte„ Bruch- fünf Arbeiter, die beim Entfernen von Stützen beschäftigt waren, Oberzünftler. bude" bekannt ist. Seit langem wurde dort schon über schlechte durch Zusammenbrechen einiger Stüßen verlegt worden. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Qrud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanftalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 4 Beilagen. Ein Familiendrama. Die russischen Agrarunruhen. Neue Judenheten. Bukarest, 30. Juni.( B. S.) Seit einigen Tagen treffen in Galaz wieder zahlreiche jüdische Flüchtlinge ein. Für morgen wird der Ausbruch von Judenegzeffen in verschiedenen Orten Südrußlands erwartet. Hr. 150. 23. Jahrgang. 1. KeilM des Joriirts" f ttlinet lolMott. Zonntag, 1.|uül906. Zur Frage des Massenstreiks. In der heute im„Vorwärts" erschienenen Erklärung sagt Ge- ttosse Bebel:.Ich konstatiere, das;........ namentlich die von mir während der Verhandlungen skizzierten sechs Punkle. die Silberschmidt dem Sinne nach wiedergegeben haben will, stark entstellt wiedergegeben sind." Demgegenüber konstatieren wir unterzeichnete Vertreter der Generalkommission, die wir an der Sitzung mit dem Parteivorstand am 16. Februar d. I. teilgenommen haben, daß die Sätze oder so- genannten Thesen in der Sitzung von dem Genossen Silberset, midt «jährend der Ausführungen des Genossen Bebel niedergeschrieben wurden. Silberschmidt verlas sodann diese Sätze und wurden von dem Genossen Bebel einige Monita gemacht, die Berücksichtigung fanden. Darauf verlas Genosse Silberschmidt die Sätze nochmals und wurde nach dieser endgültigen Feststellung den Vertretern der General- kommisfion der Auftrag, die Sätze, so wie sie nun festgelegt waren, der Konferenz der Vorstandsvertreter zur Beratung zu unterbreiten. Die Setze sind in dem Protokoll über die Beratungen der Konferenz so wiedergegeben, wie sie in der Sitzung an, 16. Februar festgestellt wurden Birlin, 27. Juni 1906. C.! e g i e n. A. Knoll. E. Döblin. Paul Umbreit. Wilhelm Jansso n. » Z, der vorstehenden Erklärung ist zu bemerken, daß die Genossen Drnnel. Kube, Sabath und Silberschmidt, die als Vertreter der Genealkommission an der Sitzung am 16. Februar teilnahmen. z. Z. nicht in Berlin sind und es ihnen vorbehalten bleibt, nach ihrer Rückkhr Erklärungen abzugeben. Weiter ist zu bemerken, daß dem Partivorstand drei Exemplare des Protokolls über die Beratungen der tonserenz am 9. Mai zugesandt worden sind und daß ich am gleiefcn Tage dem Genossen Molkenbuhr als Mitglied des Partei- Vorst»des im Foyer des Reichstages von der Absendung der Pro- tokob mit dem Bemerken Kenntnis gab, daß die Zusendung ent- gege der sonstigen Gepflogenheit über die Ausgabe dieser Pro- tolole erfolgte, weil es sich un, eine Beratung handelt, von der der Panivorstand Kenntnis haben müsse. das Protokoll befindet sich also seit sechs Wochen in Händen des Zarteivorstandes und bis heute ist der Generalkommission noch keinWort darüber mitgeteilt, daß die sogenannten Thesen und in dem Referat Silberschmidts die Ausführungen Bebels aus der sitzng vom 16. Februar nicht richtig wiedergegeben feien. C. L e g i e n. verlin. 27. Juni IM. Aus der Notiz im„Vorwärts" vom 23. Juni erfahren wir. daß die Veröffentlichung der vorstehenden Erklärungen bis zun, Sonnabend zurckgestellt werden sollte, damit der Parteivorstand„in der Sache Behluß fassen könne". Diese von uns nicht gewünschte Verzögerung veranlasste uns, an dieffedaktion des„Vorwärts" das Ersuchen zu richten, die Vcr- öffitlichung noch um einen Tag zurückzustellen, Iveil bis zum Sonn- abtd drei Mitglieder der Generalkommission, die an den Verhand- lu»en am 16. Februar teilgenommen hatten und am 27. Juni von Bein abwesend waren, zurückgekehrt sein würden und gleich zur She sich äußern könnten, um nicht mit nachträglichen Er- klcungen kommen zu müssen. In der Notiz in der hetigen Nummer des„Vorwärts" ist dieser Grund nicht azegeben, die Notiz vielmehr so gehalten, daß vermutet weden kann, es solle von der Generalkommissiou über di Sache noch weiter beraten tverden. Wir halten uns d-halb für verpflichtet, festzustellen, daß ein anderer Grund als der ustehend genannte für die HinauSschiebung der Veröffentlichung cht vorlag. Genosse Sabath bestätigt in einer an die Generalkommission gichteten Zuschrift sinngemäß den Inhalt der vorstehenden Er- lrung. W,r halten uns jedoch nicht für berechtigt, den Namen des b Nossen Sabath unter die Erklärung zu setzen, weil S. deren Inhalt cht im Wortlaut kennt. Berlin, SO. Juni IM. Die Generalkommisfion. Der vorstehenden Erklärung bezüglich der Vorgänge in der .tzung vom 16. Februar d. I. schließen wir unS an. Berlin, 30. Juni IM. H. Silberschmidt. A. Drunsel. Hermann Kube.f » Auf vorstehende Erklärung übergibt unS der Parteivorstand fgende Erwiderung: Wir müssen zu unserem Bedauern erklären, daß die Darlegung k Genossen von der Generalkommission von unserer Auffassung des trganges abweicht. Allerdings mußte Bebel, der die Verhand- Kgeii mit einer längeren Rede über die vorhandene Lage einleitete, i den Verhandlungen wiederholt das Wort ergreifen, um falsche Passungen zurückzuweisen. Es handelte sich hierbei aber nicht > eine detaillierte Richtigstellung der von dem Genossen Silber- snidt gemachten Niederschrift der von Bebel aufgestellten sechs ßikte. Diese Prozedur loäre überflüssig gewesen, da Genosse Lberfchmidt durch Abschrift der sechs Punkte seiuen Zweck leichter eicht hätte, und kein vernünftiger Grund vorlag, ihm diese Abschrist zverweigern. Alsdann wäre Genosse Silbcrschmidt auch nicht in dLage gekomme», über die sechs Pnntte, wie im Protokoll aus- dcklich hervorgehoben wird,„dem Sinne nach" zu referieren, svern er konnte sie wörtlich vortragen und jedes Mißverständnis K ausgeschlossen. Nach Genosse Silberschmidt lautet der Punkt 1, auf den es hptsächlich ankommt: Der Parteivorstand hat nicht die Absicht, den politischen Massen- stk zu propagiere», sondern wird, soweit es ihm möglich i einen solchen zu verhindern suchen. Nach Bebel lautet der Satz: Der Parteivorstand hat nicht die Absicht, gegenwärtig den ptischen Massenstreik zu propagieren, sollte derselbe abet propagiert wen müssen, so wird sich der Parteivorstand mit der General- kmission zuvor ins Benehmen setzen. Der Unterschied in den beiden Formulierungen fällt in die Aen. Die Silberschmidtsche Fonnulierung mußte mit dem dazu ' gbenen Referat den Eindruck erwecken, und wie die Verhand- l< 40 4844 52 × 48 cm 2 Mk. Grösse ca. 4852 6.75 7.50 8.50 Rucksäcke Jagdleinen mit Regenklappe und Rindleder- Riemen Jagdleinen mit Regenklappe 1.75 Rucksäcke und Aussentasche Rucksäcke imprägn. Jagdleinen m. Innen- u. Aussentasche, 2.85 breitem Rindleder- Riemen und Regenklappe Plaid- und Garderobehüllen Länge 60 braunes Segelleinen mit Einfassung, 5.75 Aussentasche und Rindleder- Riemen Plaidriemen Rindleder mit Griff, Länge ca. 100 cm Japanische Luftkissen mit Satinbezug 45 Pf. 1.25 Mk. 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Plötzlich sind die in dampferfüllten Kesselräumen arbeiteten; in manchen diefer Bon Uplon Sinclair. Verlag Heinemann. London 1906. Preis 6 M. ihre Beine in Striden gefangen. Ein höllisches Geschrei und Gequiele Räume waren die Kessel ebenerdig. Nun wollte es das Schicksal 5. Auflage. erfüllt die weiten Räume. Die Abstecher tum ihre blutige Arbeit zuweilen, daß Arbeiter in die kochenden Kessel fielen, und als sie I. und das Rad bewegt sich abwärts und schleudert die abgestochenen herausgefischt wurden, da war von ihnen nicht genug geblieben, um In den letzten Jahren sind von amerikanischen Schriftsteuern Tiere in mächtige siedende Bütten, von wo aus sie in unterirdische sie in der Totentammer auszustellen manchmal vergingen Tage, drei Bücher erschienen, die gegen die Trusts gerichtet sind und zu Räume wandern, auf dem Wege von einem Raum zum andern ehe man sie vermißte bis sie mit Ausnahme ihrer Knochen in den besten ihrer Art gezählt werden müssen. Octopus" von die Borsten verlierend, aufgefchligt, gereinigt, gevierteilt werden und die Welt geschickt wurden als durchaus reines Blattschmalz". F. Norris beschäftigt sich mit einem Eisenbahn- und Weizentrust, den ganzen Kreislauf durchmachend, bis sie in Sped, Schinken, " Frenzied Finance" von Th. Lawson beleuchtet die Schwindelfinanz Würste verwandelt sind. der mit dem Standard Dil Trust verbundenen Unternehmungen, Die Arbeitsteilung, die Präzision, die Dekonomie, die Organi- Jurgis Nudkus wird langsam in die Mysterien von Backingtown Jungle" ist eine Schilderung des Chicagoer Fleischtrusts. Im fation find wundervoll. Der ganze Produktionsprozeß wird auf der eingeführt. Schon daß sein Vater sich die Stelle taufen mußte, " Octopus" sehen wir den verzweifelten Kampf der Farmer, in höchsten Stufenleiter und mit allen Mitteln der Wissenschaft betrieben. erschüttert seine Weltharmonie ein wenig. Aber schlechte Menschen " Frenzied Finance" werden die spekulierenden Mittelklassen, die zahl- Es ist kaum ein Ding im Geschäfte von Durham u. Co. nötig, gibt es überall. Man muß nur start sein und unermüd reichen Aktionäre durch Börsenmanöver beraubt, im Jungle" werden das sie nicht selber herstellen. Es gibt da eine Dampfbetriebs- lich arbeiten, und es kann einem an Brot nie fehlen. die Konsumenten vergiftet und die Arbeiter in körperliches, geistiges anlage und eine elektrische Betriebsanlage. Es gibt eine Faßfabrit als ihn seine irischen Mitarbeiter auffordern, in die Trade- Union und sittliches Elend gestürzt, aus dem sie durch den Sozialismus und eine Maschinenreparaturwerkstätte. Es gibt da ein Ge- einzutreten, wird Jurgis grob: er brauche feine Union; für Schwächerlöst werden. Octopus" und" Jungle" sind Romane, bäude, wohin das Fett in Röhren geleitet wird und Seife linge wolle er nicht schaffen; er sei start genug, sich selber zu die sich durch kraftvollen Realismus und ungewöhnliche Sprach- und Schmalz hergestellt werden. Dann gibt es eine Werkstätte, wo helfen. Jurgis heiratet und feiert die Hochzeit auf litauische gewalt auszeichnen. Frenzied Finance" ist eine technische Finanz die Schmalzdosen gemacht werden, und eine andere Werkstätte für Weise. Dann kauft er ein Häuschen auf Abzahlung, und die ganze studie, die aber alle Vorzüge eines realistischen Romans aufweist. Seifentisten. Es gibt da ein Gebäude, wo die Borsten gereinigt Familie hilft beim Umzug. Es sind Tage der Freude, die ihn Allen drei Büchern ist der epische Zug eigen: eine unsichtbare und und getrocknet werden für die Fabritation von Haarpolstern und in seiner Selbständigkeit befestigen. Aber bald ändern sich die universelle Macht das wirtschaftliche System lenkt die dergleichen. Auch die Häute werden da getrocknet und gegerbt; ebenso Verhältnisse. Krankheiten suchen die Familie heim; das Haus Schicksale der Sieger und der Besiegten, der Triumphierenden und werden die Köpfe und Beine in Leim verwandelt und die Knochen ist ungesund, es ist auf fumpfigem Boden gebaut und hat der Opfer. in Dünger. Nicht ein Atom des organischen Stoffes wird bei feine Kanalisation; die Nahrungsmittel find verfälscht, die In England, Frankreich und Deutschland ist in den letzten Durham u. Co. vergeudet. Aus den Hörnern der Rinder werden Luft in Padingtown ist verpestet und die litauischen Kinder welken Jahren nichts erschienen, das sich mit den genannten Schriften auch Kämme, Knöpfe, Haarnadeln und künstliches Elfenbein gemacht. Aus langsam dahin. Den alten Anton trifft es zuerst. Die kalte, feuchte nur annähernd messen könnte. In Amerika wird viel und kräftig dem Schienbein und anderen großen Knochen werden Stiele für Luft im Böfelraum, die chemischen Dünste und Säuren töten ihn. gefündigt, aber auch Vieles und Großes geschaffen. Die Korruption Messer und Zahnbürsten, Mundstücke für Pfeifen gemacht. Aus Füßen Marie hat sich bei der Arbeit in die Hand geschnitten, die Wunde ist dort nur der Dünger, der das Wachsen der Zukunft beschleunigt. Knöcheln, Hautabfällen und Sehnen werden Dinge fabriziert wie eitert und droht mit Blutvergiftung. Ona ist schwanger und muß Alle drei Bücher haben dem Sozialismus große Dienste ge- Gelatine, Phosphor, Knochenöl, Schwärze. Sie machen dort aus Vieh- noch in der letzten Woche in die Fabrik. Die Ratenzahlungen fürs leistet, aber von ihren Verfassern ist nur Sinclair bewußter Sozial- schwänzen Kraushaare und Wollzupfer für die Schafhäute; fie Haus werden rückständig, und es häufen sich die Schulden. Zwet demokrat. machen Pepsin aus den Schweinemagen, Eiweiß aus dem Blute junge Kinder, die die Schule besuchen, müssen dem " Jungle" ist ein höllischer Sumpfwald( Dschungel), voll der und Violinsaiten aus den stinkenden Gedärmen. Und wenn man Unterricht entzogen werden und Zeitungen auf der Straße verschiedensten Lebewesen, vierbeiniger und zweibeiniger, die sich aus einem Dinge schon gar nichts machen kann, dann wird es verkaufen. Nur Jurgis hält stand. Seine eiserne Konstitution gegenseitig zerfeßten und zerfleischen- ein unaufhörliches, uns in eine Bütte getan, von allem Fett gereinigt und dann in Kunst- troßt den Angriffen der Umgebung, aber er wird nacherbittliches, maschinenmäßiges Erwürgen, Blutsaugen, Betäuben und dünger verwandelt! denklich und kann nicht mehr so gut bei der Arbeit aufpassen. Die Schlachten unübersehbarer Massen von Geschöpfen, die wie lebendige, Alle diese Industrien sind in jenem Komplex von Gebäuden Sorgen ums Haus, um die Frau, der Tod des Vaters, die Krankheit blutige Ströme aus allen Teilen Ameritas und Europas in konzentriert. Die Gebäude sind durch Galerien und Schienenwege Maries nehmen seinen Kopf in Anspruch. Eines Tages gleitet er Padingtown münden. Die Natur Backingtowns, des Beeftrust- mit einander verbunden. Es wird gerechnet, daß da seit der Gründung auf dem von Blut und Schmuz schlüpfrigen Boden aus und verrenkt viertels in Chicago, ist tahl und unfruchtbar, seine Luft drückend, des Betriebes durch den alten Durham vor einer Generation bereits sich einen Knöchel. Er schreit und flucht, aber es hilft nichts; er ranzig und dicht, sein Fluß fumpfig, in eine lavaartige Schmnzdecke eine Viertelmilliarde Tiere abgeschlachtet worden sind. Der Betrieb muß nach Hause, bis er wieder gesund ist. Nun ist die ganze gehüllt, unter der die chemischen Elemente und Verbindungen, die beschäftigt 30 000 Menschen, er unterhält direkt 250 000 Familie auf die Arbeit Onas und der Kinder angewiesen, und Not ihm die Konservenfabriken zuspülen, unheimlich brodeln und sieden. Menschen, und indirekt eine Million Menschen. Er schickt seine und Elend beginnen mächtig an ihre Tür zu flopfen. Die UnEtwa 30 000 Menschen, lauter junge und jugendliche Arbeiter und Produkte nach allen zibilisierten Ländern und liefert Nahrung für geduld, das erzwungene Nichtstun, die Sorge, das hereingebrochene Arbeiterinnen, haften und jagen in dem weiten Komplex von Ge- nicht weniger als 30 Millionen Menschen! Unglüc nagt an den Energien dieses starken Mannes, und als er bäuden, wo bom Schweine alles gebraucht wird außer Genoffe Sinclair schildert dies alles mit ungewöhnlichem Talent. wieder zur Arbeit kommt, wird er vom Meister nicht mehr für fähig dem Gequieft", wo die Dekonomie alles zu Geld macht. Er beherrscht das Material vollständig. Er wird auch nicht einen gehalten, die frühere Arbeit zu leisten. Er muß in die Düngerfabrik In den Reihen dieser Arbeiterbataillone befindet sich ein junger Moment schwerfällig. Es ist nicht ein Aufhäufen von widerwärtigen gehen und mit einem niedrigeren Lohne zufrieden sein. Zu dieser riesengroßer Litauer, der erst vor wenigen Tagen mit seiner Braut Tatsachen, sondern die schöpferische Reproduktion eines mächtigen und Beit erfährt er, daß während seiner Krankheit Ona von einem der und den beiderseitigen Verwandten nach Chicago gekommen ist, um lückenlos ineinandergreifenden, lebendigen, pulsierenden Wirtschafts- Meister vergewaltigt worden ist. Jurgis schlägt den Ghebrecher zu da reich zu werden und zu heiraten. Jurgis Rudtis ist start wie organismus. Boden. Er wird verhaftet und zu 30 Tagen Gefängnis ver ein Dchse, hoffnungsvoll, ehrlich, unendlich arbeitsluftig, ganz auf Der Kapitalismus ist groß in der Produktion. Seine historische urteilt. Als er in die Freiheit zurückkehrt, ist das fich selbst gestellt, ohne jede Spur proletarischen Fühlens. Er ist in Aufgabe war es, die unökonomische, verschwenderische, zeitraubende Haus wegen Nichtzahlung der Naten verkauft, Dna feine Ona bis über die Ohren verliebt; für sie arbeitet er. Sieben und konservative Kleinproduktion zu beseitigen und Erfindungen und an den Folgen einer Frühgeburt gestorben. Nun verliert Jurgis Mart ist sein Tagelohnin Litauen hat er dafür eine ganze Woche Entdeckungen, Wissenschaft und Organisationsgenie in den Dienst jeden sittlichen Halt. Er wird Bagabund, Einbrecher, Mörder, schuften müssen. Zwar wurden er und seine Leute auf der Reise der Warenerzeugung zu stellen. Tradition und Geheimniskrämerei tommt ins Zuchthaus. Hier macht er die Bekanntschaft eines der bon New York nach Chicago bon uniformierten Leuten arg weichen dem steten Fortschritt und den allgemein gültigen Prozessen vielen problematischen Politifer, die förperlich stark und zungenbeschwindelt, zwar kostet das Leben in Chicago unvergleichlich der angewandten Wissenschaft. Allein frog der gesellschaftlichen fertig eine große Rolle in den Organisationen der bürgerlichen mehr als in Litauen, zwar stinkt es wie die Best in den unter- Größe und trotz der gesellschaftlichen Gesichtspunkte des Produktions- Parteien Ameritas spielen. Sie schaffen sich einen Anhang unter irdischen Räumen der Schlacht- und Packhäuser, in denen er jetzt prozesses wird der Kapitalist von individuellen Gesichts- ihresgleichen und können bei Wahlen über eine gewisse Stimmen beschäftigt ist, aber Jurgis denkt nur an die fieben Mark täglich, an punkten und persönlichen Triebfedern geleitet, und er gerät zahl verfügen, als Volksredner Volksredner auftreten auftreten und gegnerische feine Dna, an seinen alten Vater Anton natürlich sollen beide dadurch in einen Gegensatz zum Gemeinwohl: Versammlungen sprengen. Diese Leute, zum großen Teil nicht mehr arbeiten dann denkt Jurgis an Tante Elisabeth, an Man fümmerte fich nicht im geringsten um die Stoffe, aus Frländer, werden Bosses genannt. Nach seiner Entlassung Coufine Marie, an den kleinen Stanislaus und an die übrigen denen Würste hergestellt wurden: die zurückgeschickten und abgelehnten schließt sich Jurgis einem republikanischen Boß an und Kinder, die aus Litauen mitgebracht wurden, damit sie in Amerika Fleischwaren, schimmelig und weiß, wurden mit Borag und Glyzerin agitiert bei den Chicagoer Munizipalwahlen erfolgreich für den zu schreibkundigen, anständigen Menschen erwachsen. Es sind lauter präpariert, in Becken geworfen und in neue Würste gestopft. Es republikanischen Kandidaten. Von den Wahlgeldern, die durch seine Bauersleute, in einfachen, aber physisch gesunden Verhältnissen aufgetrieben sich da Fleischstücke herum, die auf den Boden gefallen, von Hand gehen, bleiben 300 Dollar an feinen Fingern fleben, und er wachsen und zu Sparsamkeit und Arbeitsamkeit angehalten. Sie haben sich den Füßen der Arbeiter getreten und mit Milliarden von Tuberkel- erhält eine gute Stelle beim Beeftrust in Packingtown, wo er alle schwer abgeplagt, um das Reisegeld aufzubringen. Es ist nur noch bazillen bespuckt waren. Dann lagen in den verschiedenen Räumen während eines Streits zum Streitbrecher wird. Nun geht es ihm wenig übrig, und Tante Elisabeth, der die Wirtschaftsführung ob- haufenweise Fleischstücke aufbewahrt, auf die das Dachwasser rann gut, aber eines Tages trifft er den Verführer seines verstorbenen liegt, entbedt bald, daß Jurgis' Verdienst nicht reicht. Cousine und die von Tausenden von Raiten umlagert wurden. Es war viel Weibes. Die alte Wut erwacht, das ganze bittere und abenteuerliche Marie, ein lebensluftiges Mädel, findet Beschäftigung beim Konferven- au dunkel in diesen Räumen, um alles sehen zu können, aber der Leben zieht noch einmal vor seinem Geiste vorüber. Jurgis stürzt paden; dann muß auch Ona zur Arbeit und selbst Vater Anton Arbeiter, der die aufgehäuften Fleischstücke zu holen hatte, schüttelte sich wie ein wildes Tier auf den Zerstörer seines Cheglückes und macht sich auf die Beine, da ihm das Gnadenbrot nicht bekommt. borerst eine Schicht von getrocknetem Rattendred ab. Die Ratten waren verwundet ihn mit den Zähnen. Er verliert seine Stellung und wird Lange fucht der Alte, ohne etwas zu finden. Schließlich begegnet eine Plage und die Bader legten ihnen vergiftetes Brot hin; die Ratten Arbeitsloser. Als solcher besucht er eine sozialistische Versammlung, und ihm in Badingtown ein Mann, der gute Verbindungen mit den frepierten, und dann wurden Fleisch, Brot und Ratten zufammen in das Rätsel seiner abenteuerlichen Eristenz ist ihm gelöst. Er sieht Meistern( Bosses) hat und der verspricht, ihm Arbeit zu verschaffen, die Kochbeden geworfen. Waschräume gab es nicht, wo sich der sein geistiges Elend in Litauen, er entdeckt die Ursache seiner Auss wenn er ihm wöchentlich ein Drittel des Lohnes abgibt! Anton Arbeiter vor dem Mittagessen die Hände waschen konnten. Sie wanderung, er gewinnt Einsicht in das Wesen der gewaltigen berät mit seinem Sohne, der sich entschieden gegen der wuschen sich deshalb mit dem Wasser, das nachher für die Würste Schlachtmaschine, er beginnt die Bedeutung des Trade- Unionismus artige Praktiken ausspricht: die Familie sei so lange ehrlich durch benutzt wurde." zu verstehen, und tiefer und tiefer gräbt sich in seine sich regenerierende bie Welt gegangen und werde auch ohne Schwindeleien durch- Sinclair ist unerbittlich in seiner Anklage. In nüchterner Seele das Wort des sozialistischen Redners: ,, Let the Nation own tommen. Aber den Alten leidet es nicht zu Haus; er fühlt sich Sprache und mit hartem, bitterem Humor wird Straftat auf Straf- the Trusts"( die Trusts müssen vergesellschaftet werden") zum ohne Beschäftigung nicht wohl; er fühlt sich überflüssig und schließt tat aneinander gereiht: Das tranfe und berkrüppelte Wohle des ganzen Gemeinwesens. deshalb mit dem ihm unbekannten Manne das Geschäft ab. Schon Vieh, das gepökelte gepöfelte Geflügelfleisch" Geflügelfleisch", das aus Kalbs- und" Jungle" ist eine Geschichte und ein Symbol: Es ist die geam nächsten Tage erhält er Arbeit beim Bökeln. Ferkelabfällen besteht, der mitpräparierte Dreck, das Ab- waltige fapitalistische Maschine, die aus dem Bedürfnis der radern der Arbeiter, die Aussichtslosigkeit jeder Lohnerhöhung, Massenproduktion entstanden den Triumph des Menschen über jedes Aufsteigens, wenn man nicht die Aufseher und die Meister die Natur darstellt. Aber sie erdrückt Jurgis Rudkus, das einfache beftochen hat, die Vergewaltigung der armen Ausländerinnen durch und einzig und allein auf seine Arbeitstraft angewiefene Proletariat, ihre Borgefeßten, die Berufskrankheiten, die dort in gewissen Arbeits- und sie erzeugt eine Atmosphäre, in der die Menschheit degradiert zweigen den stärksten Mann in fünf Jahren töten- all' diese und ihre Nahrung bergiftet wird. Die gewaltige Maschine mit Schrecken, die die Lektüre dieses Buches zu einer Tortur, zu einer ihren Produktionswundern wird unter die Kontrolle der ganzen heilsamen Tortur machen, erreichen ihren Gipfelpunkt in der in Gesellschaft gestellt, und Jurgis findet seine Erlösung. trockenen Worte gemachten Mitteilung, daß zuweilen auch MenschenII. So find alle Erwachsenen der litauischen Einwandererfamilie zu guten Löhnen beschäftigt in einer Umgebung, wo alles maschinenmäßig, mathematisch und chemisch zugeht. Das Ganze ist eine übermächtige Schlachtmaschine, die in jeder Stunde vierhundert bis fünfhundert Rinder und ganze Hekatomben von Schweinen und Schafen hinrichtet. Wir sehen eine endlose Prozession von Schweinen, Die glüdliche Geburt eines Töchterchens zeigen hocherfreut an Emil Lüdke und Frau Fanziska geb. Zubeil. 27455 Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin. Am 28. v. Mts. verstarb infolge Lungenleidens unser Mitglied Hermann Drews im Alter von 63 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Elisabeth- Kirchhofes in der Prinzen- Allee statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Svezialarzt für 137/13 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Kassenhäder jebert AugustaBad", Köpeniderstr. 60. Rauchklub Sieben roocht" Adlershof. ( Mitgl. d. Arb.- R..B.) Hiermit die traurige Nachricht, daß unser Mitglied Paul Loose den aim 30. Juni berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Beerdigung Dienstag, 3. Juli, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Kronpringenftr. 47, aus. 283/14 Der Vorstand. Am Freitag, den 29. Juni, starb unser Meister und Kollege Karl Lichtwardt. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgenkirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. 16892 Die Kollegen der Pianofabrik Hilse Nachfolger. " Arheiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Hiermit zur Nachricht, daß unser Bundesmitglied Paul Loose aus Klub„ Sieben roocht", Adlersgof, am 30. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag nachmittag 5 Uhr, bom Trauerhause, Kronprinzenstr. 47 aus statt. 283/03 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, meiner guten Mutter 27236 Berta Jacobi geb. Damm sprechen wir hierdurch unseren tiel gefühlten Dant aus. Friedrichshagen, 30. Juni 1906. Albert Jacobi. Else Jacobi. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Am 27. Juni verstarb nach furzem Strantenlager unser Mitglied, der Buchbinder Hermann Mertins. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 24/19 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. Juli, nachmittags 14 Uhr, vom UrbanStrankenhause aus nach Briz auf dem St. Simeons- Kirchhof, Mariendorfer Weg, um 5 Uhr statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Von der Reise zurück Dr. Leopold Lilienthal Spezialarzt für Haut- u. Harnleiden. Gr. Frankfurterstr. 107. Baustellen, an Wald und Wasser, Rute 4 Mark an, bei Straußberg, verkauft Vincenz, Berlin, Gormann27276 ftraße 23. Rixdorf, Otto Bredow, Hermannstr. 56. Wollwaren, Strümpfe, Trikotagen. Putz- und Modewaren. ORIGINAL SINGER NAHMASCHI M. Beer. Singer Nähmaschinen. 16232* Einfache Handhabung! Grohe Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. 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Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwin- Oper. Sonntag, nach m. 3 Uhr, bei halben Preisen: Der Freischütz. Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Rattenfänger von Hameln. Montag, abends 8 Uhr: Rigoletto. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin. Sonntag, abends 8 u br: Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Aften von Hermann Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Dienstag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. astans Panoptikum Cas Friedrichstraße 165. Schreckenskammer! Berliner Allerlei. 1388* Volkstümliche Musik und Gesangsvorträge usw. erstklassiger Künstler nachmittags 6 Uhr an. von Berliner Aquarium Schweizer Garten. Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn: 1, 2, 4, 17, 59, 62, 63, 74. Heute Sonntag: Eintrittspreis Luftspielhaus. Das Jeft ber and 50 Pf. werfer. Borher: Die Berlobung bei der Laterne. Montag: Unsere State. Thalia. 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Sonntag, den 15, Juli 1906: Großes Sommer- Fest im Gesamt- Etablissement., Moabiter Schützenhaus", Plötzensee. Großes Garten- Konzert ausgeführt von zwei stark besetzten Musik- Kapellen. Auftreten der beliebten Volkssänger- Gesellschaft Lewandowski. Gesangs- Hufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes Berlins und Umgegend. Turnerische Aufführungen ausgeführt von Mitgliedern der Arbeiter- Turnvereine. Auftreten des Athleten- Klubs ,, Wedding 83"( Mitglied des ArbeiterAthleten- Bundes.) Vorführungen von Mitgliedern des Berliner Arbeiter- Radfahrervereins ( Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität".) Von 3 Uhr nachmittags: Canz Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennige nach. 248/ 16* Jedes Kind erhält am Eingang zwei Bons, umgetauscht werden kann, während der andere zur einmaligen Benutzung der Schaukel oder des Karussells berechtigt. Aufführungen eines Kasperle Theaters( ohne Entree). für die Kinder: von denen der eine gegen eine Stocklaterne . Für ausreichende Fahrverbindung ist Sorge getragen, da die StraßenbahnGesellschaft die Linien 10, 11 und 12 an diesem Tage bis Plötzensee durchführt und bei Bedarf vom Rosenthaler Tor ab Einsetzwagen verkehren, Von der Haltestelle ist zwei Minuten Weg bis zum Schützenhause. Vom Ringbahnhof Beusselstraße ist das Lokal zehn Minuten entfernt. Bei etwa eintretenden Unglücksfällen steht den ganzen Tag die ArbeiterSamariter- Kolonne gratis zur Verfügung. Der Arbelter- Schwimmerbund hat am See eine Rettungswache stationiert. Billetts im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang mittags 12 Uhr. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Arb.- Radf.- Bund Gau IX. Solidarität“ Kreis Nieder Barnim. Bezirk IX. Sonntag, dea 1. Juli, in Mentes Volksgarten, Lichtenberg, Röderstr. 35/36, Nordring: Landsberger Allee: I. Bezirksfest. Reigenfahren X Radballspiel X Kunstfahren X Konzert X Spezialitäten X Harb. Sänger X Gr. Ball. Auftreten des Kunstmeisterfahrers und Akrobaten Joseph Müller aus Lucka( S.-A.). Radlers Abenteuer am Ufer des Nils. Kaffeeküche bis 6 Uhr geöffnet. X Stocklaternen. × Samariterkolonne anwesend. Räder Aufbewahrung. Kassenöffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Zahlreichem Besuch entgegensehend Billetts: Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. [ 18/ 12*] Das Komitee. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sonnabend, den 7. Juli 1906, in der Brauerei Friedrichshain ( am Königstor): Großes Sommer- Fest zur Feier des 15. Stiftungs- Festes arrangiert vom Zentral- Verband der Maurer ( Zweigverein Berlin.) Konzert. Theater. Spezialitäten- Vorstellung, Festrede, gehalten vom Kollegen Hermann Silberschmidt. Um 11 Uhr: Kinder- Fackel- Polonaise. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Im großen Saale Großer Ball. von an: Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 4 Uhr an zur Verfügung. Anfang des Konzerts nachmittags 4 Uhr. Billetts: Herren 50 Pfennige inklusive Tanz. Damen 25 Pfennige. Hierzu ladet alle Freunde, Bekannte und Gönner ein Das Komitee. Billetts sind in den Verkehrslokalen und im Verbands bureau, Engel- Ufer 15, zu haben. NB. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß das Verbandsbureau nachmittags geschlossen ist. Der Zweigvereinsvorstand. Nach§ 6 der Bibliothekordnung findet im Juli eine Inventur der Bibliothek statt; wir er suchen deshalb, jedes noch ausgeliehene Buch sofort abzuliefern. 144/15 Adler Sozialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Sonnabend, den 7. Juli 1906, in der Neuen Welt", Hasenheide, Großes Sommerfest. Großes Gartenfest -Extra- Spezialitäten- Vorstellung Bei eintretender Kinderfackelzug Dunkelheit wozu jedes Kind eine Stocklaterne erhält. Kinematograph( für Stimber ift ber Im großen Saale BALL 232/ 20* Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach Brillant- Feuerwerk Anfang 4 Uhr Eintritt 25 Pf. Eintritt frei!) Eröffnung der Kaffeeküche um 2 Uhr Billetts für die Mitglieder sind bei den Abteilungs- bezw. Bezirksführern zu entnehmen. 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Inletts rotu.rot- rosa gestreift, Kisser 48, 60, 70, 95 PL. breite Inletts Deckbettbreite Meter Meter 90, 1.10, 1.35 Laken- Dowlas ganze Breite Meter 55, 70 Pf. Laken- Halbleinen ganze Breite Meter 75, 90, 1.10 Bettbezüge kariert Meter 30, 38, 48, 55 Pf. Bettbezüge kariert, Deckbettbreite, Meter 70, 85, 95PL. Stuben- Handtücher schwere Qualitat ca. 50/110 gesäumt u. gebändert Dtz. 3.45 Küchen- Handtücher ca. 50/110 gesäumt u. gebandert Dtz. 2.55, 3.45 Corsets Stoff Gürtelcorsets to 85 Empirefacon Stor 1.25 Frackcorsets modefarbig oder geblümt 1.75 Frackcorsets porös, auf Waldschbein 2.95 Decken Bunte Cattun- Steppdecken stack 2.65, 3.75 Schlafdecken hübsche Muster, Stack 1.75, 2.25 Touristen- Decken Plaid- Muster, Reisekissen bunt Satin, Reisedecken absche Muster, Stack 3.75 Stack 68, 95 PL. Stack 4.75, 6.25 1.45 1.80 2.95 3.60 Reise- Paletots, Havelocks 4.50 6.50 6.50 8.50 Kostüm- Röcke 1.95 2.65 4.50 in div. Langen 2.65 Posten Kinder- Kapes Einheitspreis Weisswaren 48 PL. 75 Pf. 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Juli 1905, das famose" Schutz- auf untere Beamte abgewälzt, und nun können die Vergehen gegen ihrer Genossinnen, von der wir fürzlich berichteten, tam dieser gesez", verbietet das Verfahren von Ueber- und Doppelschichten im die Bestimmungen des Gesezes losgehen. Was sagt aber die BergTage im Unterhaus zur Sprache. Auf die Anfragen der Arbeiter- unterirdischen Betriebe des Bergbaues. Zwischen der regelrechten behörde, das Handelsministerium zu diesen Manipulationen? Ge abgeordneten Roberts und O'Gradi hin, teilte der Minister des achtstündigen Schichtzeit und den Ueber- oder Nebenschichten gehört kein allzu scharfes juristisches Auge dazu, um zu erkennen, Innern Gladstone mit, daß er die Atten eingesehen und veranlagt wie fie auch genannt werden, muß eine mindesteos achtstündige daß die reverslustigen Herren trotz und gerade wegen der Reverse habe, daß die Strafe auf die Hälfte, also auf 100 M. oder einen Ruhepause liegen. Troß dieser klaren gesetzlichen Bestimmungen ist straffällig find. Monat Gefängnis herabgesetzt worden sei. Festgestellt wäre, daß im Ruhrkohlengebiete wiederholt dagegen gesündigt worden. Die Miz Billington den Polizisten ins Gesicht geschlagen und mit den Werksverwaltungen haben sich mit fühnem Schwunge über diese Beinen nach ihm gestoßen habe. Unter anderem teilte der Minister Zwirnsfäden hinweggesetzt. auch mit, daß sein Kollege Mr. Asquith, gegen den sich bekanntlich die Kundgebung der Frauenwahlrechtlerinnen richtete, um Milde für Miß Billington nachgesucht hatte.( Was würden deutsche Minister oder Beamte in solchem Falle wohl getan haben?) Uebrigens lassen sich die Vorfämpferinnen für Frauenwahlrecht in England durch die Zwischenfälle in ihrer Agitation keinen Augenblick stören. Eine Anzahl von ihnen hat dieser Tage in London eine Automobilrundfahrt nach zirka einem Dußend Versammlungen der Arbeiterpartei unternommen, um dort für Frauenwahlrecht zu sprechen und Resolutionen zur Annahme zu bringen. Demnächst foll eine Agitationsreise per Automobil durch ganz England gemacht Aus London wird uns weiter geschrieben: Unsere Genofsinnen Kenney, Pankhurst, Billington, Montefiore usw. fegen ihren Feldzug für die politische Gleichstellung der Frauen mit ungeschwächter Energie fort. Am Donnerstag wurden die 100 Mark Strafe für Miß Billington von einem Freunde des Frauenwahlrechtes erlegt, gegen Wissen und Willen der Bestraften, worauf diese mit Gewalt aus dem Gefängnisse hinaustransportiert und in Freiheit gesezt wurde. Aufsichtsbeamten vorzulegenden Schichtenbüchern ist zu ersehen, in Doch die Bergbehörde kam dahinter. Aus den den staatlichen welcher Weise Ueber-, Neben- und Doppelschichten verfahren worden Festsälen mit der Berichterstattung und den Beschlüssen des BundesDie Radfahrer beschäftigten sich am 28. Juni in den Andreass find. Die revidierenden Beamten haben sich dann jedenfalls die tages in München. Die Genossen Lambek und Petruschke gaben den liche ihres Tuns aufmerksam gemacht und ihnen für die Folge die eine allgemeine Sterbeunterstützung von 50 M. eingeführt. Die Werksdirektoren und Inspektoren vorgenommen, sie auf das Ungesetz- Bericht über die zweitägigen Verhandlungen. Als Neuerung wurde Duldung von solchem gefezwidrigen Gebaren verboten. Von ein- Radunfälle erstrecken sich in Zukunft auch auf Radpuzen und getretenen Bestrafungen schweigt des Sängers Höflichkeit. -reparieren. werden. ihre Reviersteiger und unteren, Beamten Reverse unterschreiben. der Delegierten einverstanden erklärt. Was tat nun eine hochwohlweise Werksverivaltung? Sie ließ Es wurde eine Resolution angenommen, die sich mit der Haltung Die Reverse besagen, daß den Beamten bekannt und zu wissen gewählt: Seltenhorn, Ritter, Wirth, Simon, Schulz, Kiefau. In den Gauvorstand wurden getan ist seitens ihrer Direktion, daß das Anordnen von Doppelschichten usw. verboten sei. Bei Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz bekennen sie artiger Uebertretungen selbst tragen zu wollen. die Steiger!- die eventuellen Folgen der lehnen also die Verantwortung weil sie sich nicht um solche Kleinig artiger Uebertretungen selbst tragen zu wollen. Die Zechendirektoren schalten und walten wie sie wollen. Oder vielmehr auch nicht wie sie wollen. feiten fümmern können" ab und die unteren Beamten können " 1 Auf die Entgegnung des Geschäftsführers May Menzel( 3. Bet lage Nr. 145 des Vorwärts" vom 26. 6. 06) habe ich folgendes zu beschuldigt; das war der Grund, bemerken: Menzel hat mich der wiederholten Unterschlagung der Grund, weshalb ich in Unterfagen seien für mich nicht be, sondern entlastend gewesen, ist uns fuchungshaft genommen wurde. Seine weitere Angabe, seine Auswehr, denn der Staatsanwalt hat seine Aussage im Sinne der Anflage verwertet und erst auf das Eingreifen meines Verteidigers und durch meine Darlegung wurden die belastenden Aussagen Menzels Eugen Butter. Es wird von ihnen ein bestimmtes Quantum Kohle in der Schicht verlangt. Können sie mit ihren Leuten das Verlangte nicht agitation von der Polizei fiftiert, aber sofort freigelassen. Monte- in Ungnade zu fallen, Leute ungefeyliche Ueber- und Doppelschichten für mich zur Entlastung. Auch Genoffin Montefiore wurde gestern infolge der Frauen- liefern, taugen sie nichts. Liegt es nun nicht nahe, daß fie, um nicht fiore verweigert bereits seit 5 Wochen die Zahlung von Einkommen verfahren lassen, unbefümmert auch um den Revers? Durch allersteuern, um gegen die Rechtlosigkeit der Frauen zu protestieren. hand Schiebungen werden die Schichten in den Büchern dann so dargestellt, als sei nicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen worden. Tatsächlich steht bei der gegenwärtigen Hochkonjunktur des Kohlenmarktes das System augenblicklich in höchster Blüte. Ist es doch im Ruhrbecken vorgekommen, daß ein Mann in einem Monat allein 45 Schichten verfahren hat! Versammlungen Veranstaltungen. Wilmersdorf. Dienstag, 3. Juli, 8, Uhr bei Stäsler, Lauenburgerstraße 20. Vortrag: Todesstrafe. Referent Herr Mag Schütte. Donnerstag, 12. Juli: Ausflug nach Eichkamp. Treffpunkt 2½ Uhr bei Selfe, Brandenburgerstr. 100. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend, Abteilung VII. Ordentliche Mitgliederversammlung am Montag, den 2. Juli cr., bei Hermann Nagel, Berlin NW., Rostockerstr. 17, abends 8 Uhr. Bünktliches Erscheinen unbedingt notwendig. 2. Juli, Lychenerstr. 8, im Lokal von Heinrich Krüger: Fortseßung der Lese- und Diskutierklub„ Wilhelm Liebknecht". Montag, den Diskussion über Bildungsbestrebungen des Proletariats. Referent Genoffe A. Zacher. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Reise- Anzüge 36. 27. 21.18.- 15.- 10.8 Mk. 65 Strand- Anzüge 24. 18.- 15.12.- 10.- 7.4 Mk. 25 Reise- Joppen 6.- 5.- 4.3.30 2,60 85 PL. 1.75 Reise- Mützen Reise- Wäsche Reise- Pelerinen די 16.- 12.- 10.8.- 675 5.4 Mk. 25 Loden- Havelocks 24.- 21.- 18.15.- 12.- 10.6 Mk. Mk. 75 Staub- Mäntel 15.- 9.- 7.50 6.- 5.50 4.50 3 Mk. 75 Reise- Hüte, Rucksäcke. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a/ 25 。 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Der Haupt- Katalog Nr. 29( Reise- Artikel) wird kostenlos u. portofrei zugesandt. Nach der Lager- Aufnahme! 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Handmalerei 1 Spiegel- Toilette mit Klappkasten 1 Haussegen, Holzbrand- Imitation, 1 Liqueurservice m. Caraffé, 6 Gläsern u.Tablett s 1 Markttasche aus Ledertuch 1 grosses Bild mit Ansicht. 1 Vase mit Maquardbouquet 1 Schmuck- Garnitur( Brosche und Ohrringe) 1 Pfd. Haushalt- Chocolade 5 Stck. Glas- Wasserbecher mit Borte/ Pfd. Kaffee und Pfd. Cacao 1 grosser bunter Porzellan- Milchkrug 1 Büchse Fleisch- Extrakt 3 Paar starke Schweiss- Socken 3 Paar Kinderstrümpfe, Gr. 6 und 7, schwarz oder bant 1 Paar eleg. lange Halbhandschuhe 1 Paar lange Spitzen- Halbhandschuhe 1 Knaben- Waschbluse für 3-9 Jahre 1 Paar Reiseschuhe für Damen Englisch garnirte Damenhüte 1 Gartentischdecke 1 Kaffeegedeck mit 6 Servietten 1 Rolltuch mit Rolle 1 Tüll- Kommoden- Decke 1 gezeichnete Plaidhulle 1 gezeichnete Badezeugtasche Herren- Strohhüte in modernen Formen 1 Paar Prima Hosenträger Weisse Herren- Taghemdem 1 Rucksack( Jagdleinen mit Schutzklappe) 1 Reisetasche Mk. Damenhemd, Achselschluss mit Stickerel Elegantes halbhohes Tüllcorset Extra breite Spachtel- Pelerinenkragen Eleg. Batistkragen m. viel. Zierstich- Einsätzen Spachtelstoff, weiss u. erême, für Einsätze Weisse Batist- Blusen, vorn Stickerei- Einsatz Farbige Mousseline- Blusen, halsfrei Unterröcke in verschiedenen Waschstoffen Englisch garnierte Damenhüte 3 Paar Jaquard- Damenstrümpfe 3 Paar schwarze ed, lederfarb. Damenstrümpfe 1 Paar lange Spitzen- Halbhandschuhe 1 eleg.Sonnenschirm, weiss m.Spitze dgstr. 1 reinwollnes Velour- Echarpes 1 elegante Schlafdecke, sehr weich, 1 grosses Jaquard- Badelaken Binzelne gr. Tischtücher Kaffeedeckan 1/, Dtzd. Wischtücher mit Inschrift Dtzd. halblein. Servietten, gesäume Gesticktes Besenhandtuch Gezeichn. Kinderkleidchen, s0 1.50 em Gestickte Plaidhüllen Kinder- Steppdecken 2 Stek. Erbstüll- Scheibenschleier m.Volant Segeltuch- Schuhe mit Absatz, für Damen Lasting- Schuhe für Strasse a. Haus Weisse oder farbige Herrenwesten 1 Paar Herren- Hosen( grosse Auswahl) Herren- Strohhüte in neuesten Formen 1 gross, gut. Postkarten- Album f. 600 Karten 1 Regenschirm, Damen od. Herren 1 Damen- Courirtasche 1 Mohairplüsch- Bettvorleger 1 Holznähkasten gefüllt. 1 Bürsten- Garnitur( 5 tellig) 1 eichene Löffel- Etagère( Delftmuster) Maco- Herrenhemd oder Beinkleid 1 langes weisses Kinder- Cape 1 Hängematte 1 bunter Kohlenkasten mit Deckel 1 grosser Tafel- Aufsatz m. Sohale u. Vase 1 Holzgarnitur m. Sand-, Soda-, Selfen- Behälter 1 extra feine Zeitungsmappe Lederschnitt- Inft. 6 Stek. Goldrand- Schalentassen m. Unterlassen 1 feines Postkarten- Album für 600 Karten 10 Stck. Zwiebelmust. Maschinentöpfe Porzell. 1 Salontisch Nussbaum- Imitation 1 Tafel- Aufsatz mit Schale und Vase. 1 Salonsäule aus Holz Meter 35 Pf. .• ・・ .Meter 75 Pf. Meter 1.25 M Ein grosser Posten Waschstoffe( Mousseline, Organdys u. Zephirs). Ein grosser Posten Waschseide in sehr schönen Mustern Ein grosser Posten Blusenseide aparto Streifen. Ein grosser Posten Emaille- Geschirr Diverse Gebrauchsartikel( pfundweiser Verkauf)... Emaille- Essenträger • Eimer, 28 cm gross Form. Schmortöpfe Casserollen mit Ring, Kaffeekannen Ovale Emaille- Wannen, ca 40 cm. Emaille- Löffelbleche Runde, tiefe Teigschüsseln. Ovale Wannen, 50 cm • .• .. . das Pfund 35 Pt. das Stück 35 Pt. jedes Stück 75 PL jodos 1.25 M Stück M. ::} jedes Stück 1.85 M. 185 Mk. Im photographischen 1 Dtzd. Visit- Brustbilder und Atelier: ein Cabinet- Kniebild für Erwachsene Sämtliche aufgeführte Artikel sind in unseren Schaufenstern nach 1 grosse bunte Porzellan- Küchenschüssel 1 Flasche Cognac, Rotwein oder Ungarwein Preislagen geordnet ausgestellt, und bitten wir, die darin enthaltene 1 Photographie- Rahmen, Visit 1 buntes Kaffee- Service ganz bedeutende Preis- Ermässigung zu beachten. Unser 5pCt. Rabatt- System findet auch in dieser Ausnahme- Woche Anwendung. »■"->-»>« 4. Stilnjc des„llorairls" Keelim JolWIsIt-->»>»>»» parte!- Hngetegenheiten* Zur Lokalliste! Auf Ersuchen der Zehlendorfer Parteigenossen toeiien wir nochmals darauf hin, daß uns in Zehlendorf keine Lokale mit Sälen zur Verfügung stehen. Streng zu meiden ist das am Bahnhof gelegene Restaurant und Stehbierhalle ..Fürstenhof". Verkehrslokale sind:„Neues Gesell- ichaftshaus", Schlachtensee, Eitel Fritzstr. 12, Inhaber Rüter, lind das Lokal„ W a l d e s l u st" von Micklei, Potsdamerstr. 2ö. Die Lokalkommisfion. Britz-Buckow. Dienstag, den 3. Juli, abends'/z9Uhr: General- Versammlung des Wahlvereins beim Genossen Fr. Weniger, Werder- stratze 27. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Gemeindevertreter. 3. Bericht von der Kreis-Generalversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten.— Gleichzeitig sei hiermit nochmals auf das heute nachmittag im Nosterschen Lokale, Britz, Chausseestr. 39, stattfindende Sommerfest des Wahlvereins hingewiesen. Anfang 4 Uhr. Treptow Baumschulenweg. Montag, den L.Juli, abends 8'/z Uhr. öffentliche Versammluna für Frauen und Männer im Lokale des Herrn Beyler, Köpenicker Landstraße 20. Tagesordnung; Vortrag des Genossen Fritz Zubeil über„Wie behandelt man unsere Söhne in den militärstchen Musteranstaltcn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Thema ist für jede Mutter sehr wichtig, deshalb ist es Pflicht, daß die Frauen beider Orte recht zahlreich erscheinen. Auch die Männer werden an ihre Pflicht erinnert, zu erscheinen. Rummelsburg. Ain Dienstag, den 3. Juli, abends 8>/z Uhr. findet im Saale der Witwe Weigel, Tllrrschmidtstr. 45, eine offent- liche Frauenversammlung init folgender Tagesordnung statt: 1. Vortrag der Genossin Hedwig Kiesel über„Die Frauen im Klassenkampf". 2. Diskussion. Die arbeitenden Frauen und Mädchen werden zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen, auch werden die Parteigenossen gebeten, ihre Frauen in diese Versainm- ilung zu schicken. Die Einberuferin. Wilmersdorf. Kommenden Dienstag, den 4. d. M.. abends Uhr, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im „Luisenpark". Wilhelmsaue, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vor- trag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegierten zur Generalversammlung in Rixdors. 4. Wahl der Delegierten zur Generalversanrnilung für Groß-Berlin. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Den Genossen zur Kennwis, daß das eine der ge- sperrten Lokale, obengenannter„Luisenpark", ab 1. Juli der Arbeiter- schaft zur Verfügung steht. Nowawes-Neurndorf. Mittwoch, den 4. Juli, abends 8>/z Uhr: Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins bei Schmidt. Tagesordnung: Geschäftliches, Vortrag, Abrechnung. Wahl des ersten ■Kassierers, Ber.cht von der KreiS-Gcneralversammlung, Wahl von vier Delegierten zur Generalversammlung von Groß-Berlin, Ber- schiedeneS. I» dieser Versammlung werden an die anwesenden Mitglieder zwei Agitationsbroschüren:„Schule. Kirche und Arbeiter" von Göhre und„Gegen Volksverdummung. Vollsknebelnng, Volks- auSbeutung", gratis verteilt. Auch werden die gewerkschaftlich wie politisch organisierten Genossen auf die im Lokale von Otto Hiemke, dem Verein gehörige Bibliothek aufmerksam gemacht. Ausgabe der Bücher jeden«Sonnabend abends von 8V3— 10 Uhr. Um rege Be- teiligung ersucht' Der Vorstand. berliner)Vachrichten. Zur Beachtung! Vom 1. Juli ab müssen Postkarten im Nachbarortsverkehr mit fünf Pfennig frankiert werden. Wir bitten daher. diese Bestimmung bei Mitteilungen an die Redaktion oder Expedition unseres Blattes zu beachten, damit nicht unnötige Verzögerungen entstehen. Der Monat Juli wird als Uebcrgangsmonat betrachtet und nur Nachzahlung des fehlenden Portobetrages, nicht aber Strafporto erhoben. Eine diesbezügliche Verfügung, die der „Reichsanzeiger" veröffentlicht, besagt: Zur Erleichterung des Ueberganges wird hiermit'bestimmt, daß für alle im Monat Juli eingelieferten Postkarten, Druck- fachen, Geschäftspapiere und Warenproben sowie für zusammen- gepackte Drucksachen, GeschästSpapiere und Warenproben des OrtS- und NochbarortSverkehrS, die von den Ab- sendern irrtümlich nach den alten Taxsätzen stankiert sind, ledig- lich der fehlende einfache Portobetrag zu erheben ist; es findet also bei diesen Sendungen weder eine Verdoppelung des Fehlbetrages, noch eine Abrundung auf eine durch b teilbare Pfennigsumme statt._ Die Frequenz in den städtischen BolkSbadeanstalten steigt unausgesetzt. so daß einzelne Anstalten monatlich über fiebzigtausend Be- suchcr aufweisen und Tagesfrequenzen von über tausend Personen vorkommen. Die Hauptverkehrstage find der«onuabend und der Sonntag. Der Andrang an diesen beiden Tagen hat natürlich für Publikum und Personal viele Unzuträglichkeiten iin Gefolge, die etwas gemildert werden könnten, wenn sich ein Teil der Besucher. die dazu in der Lage sind, daran gewöhnen lvollten, die anderen Tage zum Baden zu benutzen, sie werden dabei finden, daß das Bad für sie ein größerer Genuß ist, als Sonnabends in drangvoller Enge zu warten, bis die Reihe an sie koinmt. Das Wärterpersonal würde diese Erleichterung nur dankbar begrüßen. Der kolossale Andrang gibt aber auch gewissen Langfingern Gelegenheit, ihre unschönen Künste zu üben; ist eS doch erst kürzlich vorgekommen, daß in einer Anstalt einem Badegaste sämtliche Kleidungsstücke, in einer anderen einem armen Lehrling das Porte- monnaie mit 4 M. gestohlen wurden. Es dürfte sich empfehlen, daß die Besucher der Anstalten sich möglichst selbst kontrollieren, daß die Vorschriften, welche zur Vermeidung solcher Borkomm nisfe erlassen sind, genau erfüllt werden. Wird dem von Besuchern und auch von dem Wärter- personal entsprochen, dann dürften derartige Fälle nicht vorkommen. In jeder Zelle oder dem Auskleideschrank befindet sich ein Täfelchen, auf dem sich der Badegast ein Merkzeichen oder Nennwort schreibt. Will er nach dem Baden die Zelle oder den Schrank geöffnet haben, so nennt er dem Wärter sein Merkzeichen. Der Wärter überzeugt sich, ohne den Gast zusehen zu lassen, ob die Angabe richtig ist, und überläßt ihm dann� die Zelle. Der Wärter darf den Gast nicht in die Zelle hineinsehen lassen, denn öfter ist der betreffende nur ein Kundschafter, der nur erst das Merkzeichen wissen will, mit Hülfe dessen ein anderer sich nachher die Zelle aufschließen läßt. Ist der Wärter aufmerffam, so wird er jemand, der sich eine falsche Zelle hat aufschließen lasten, nicht aus dem Auge lassen, denn ist die eigene Zelle oder Schrank nicht m der Nähe so ist derselbe gewiß nicht unverdächtig. Bei großem Andrang verliert der Wärter leicht die Umsicht und Ueberficht; umsomehr muß dann das Publikum acht geben und das Personal unterstützen. Bei großem Andrang ist eine größere Rückficht auf die einzelnen Besucher dringend wünschenswert. ES wird oft als Scherz aufgefaßt. wenn einer den anderen einmal inH Waiier bei überfimtem Schwimmbassin aber wird dieser Scherz geradezu gefährlich und manches Unglück ist schon dadurch angerichtet worden. Hier iniisien sich die Badenden zu ihrem eigenen Schutze Beschrankungen auf- erlegen. Dasselbe gilt von dem Kunstspringen, gewiß eine schöne Sache, aber wer sie treiben lvill, mutz sich die Tage des schlvächeren Betriebe? aussuchen, denn an Tagen mit starkem Betrieb ist es lebensgefährlich, solche Dinge zu treiben. Da die Springer meist Schwiimnklnbs angehören, müßte man erwarten, daß diese dem übrigen Publikum mit gutem Beispiel vorangehen. Anregen möchten lvir bei dieser Gelegenheit, ob es sich nicht empfehlen würde, die Schwimmbassins Sonnabends von 5 Uhr ab für Schüler zu schließen. Eine große Zahl der Anstaltsbesucher können infolge ihres Be- rufs oder weil sie zu weit zur Arbeitsstätte müsten und aus ver- schiedenen anderen Gründen nur Sonnabends abend baden, der An- drang ist deshalb ganz natürlich. Die Schüler haben im Laufe der Woche und an den übrigen Stunden des Tages genug Badeaelegen- heit, jedenfalls mehr als die Erwachsenen, so daß für sie kein Schaden entsteht. Vielleicht macht die städtische Badeverwaltung diese An- regung einmal zum Gegenstand der Erwägung. „Eine treu gemeinte Mahnung." Was soll die Kirche tun, um der Flut der Austritts- e r H ä r u n g e n, die jetzt über sie hereingebrochen ist, zu wehren? Auf den diesjährigen Versammlungen der Kreissynoden Berlins ist diese sorgenschlvere Frage dahin beantwortet worden, daß man den Abtrünnigen gut zureden und sie auf„die Folgen" aufmerksam machen sollte. Das geschieht zwar schon heute vielfach und vielleicht sogar in den allermeisten Fällen. Aber man wünschte, daß das all- gemein als eine Pflicht der kirchlichen Organe erklärt werde. Ob hierbei die kirchlichen Organe das mündliche Verfahren oder lieber ein schriftliches befolgen sollen, darüber hat man sich auf den Synodal- Versammlungen nicht klar ausgesprochen/ Das mündliche Verfahren dürfte in manchen Gemeinden bei der Fülle der Austrittsan- Meldungen schwer durchzuführen sein. Schon jetzt hat man zu dem Mittel gegriffen, austrittslustigen Leuten zunächst mal eine s ch r i f r- liche Mahnung zu übersenden und attzufragen,. ob sie sich nicht zu dem Herrn Pastor bemühen und sich mit ihm unterhalten wollen. Ein Brief dieser Art wird uns aus der Himmclfahrtsgemcinde mit- geteilt. Ter Text ist mechanisch vervielfältigt, anscheinend litho- graphiert; nur Adresse, Datum usw. sind mit Tinte eingetragen. Offenbar muß dieser Mahnbrief in so vielen Exemplaren verschickt werden, daß es sich lohnt, ihn int voraus vervielfältigen zu lassen. Er lautet folgendermaßen: G. K. R. Berlin, den.. der Himntelfahrtsgcmeindc. Ramlcrstratze An...... Durch das königliche Amtsgericht Hierselbst ist uns von ihrer Anmeldung zum Austritt aus der evangelischen Landeskirche Mitteilung gemacht worden. Wir wissen nicht, aus welchem Grunde Sie zu diesem bedauerlichen Schritt gekommen sind, möchten Sic aber bitten, bevor Sie tatsächlich austreten, folgende Punkte bei sich reiflich zu erwägen. Manches Christenleben in unserer Stadt gleicht einem von Epheu umsponnenen und hart bedrohten Eichbaum. Es wird ge- pflanzt in guten Boden durch die christliche Taufe und Konsirma- tion. Es wuchs empor stark und kräftig, vielversprechend, und es fehlte ihm nicht an Lust und Licht, an Nahrung für sein inneres Wachstum. Aber da kam der Feind, dem Glauben und Treue ein Greuel ist. Gewisse Neigungen und Vorurteile, genährt durch „gute Freunde" und schlechte Lektüre, krochen an ihm empor, immer enger, immer höher. Sie saugen an seinem Lebensmark, an seinem Glauben, seinem Vertrauen auf Gott und Gottes Wort. Die Seele ist dürre und trocken geworden. Nur Irdisches und Zeitliches kann sie noch bewegen. Wo wird solch ein Leben enden?— Wir wollen gerne helfen, daß die also Gebundenen frei werden, daß sie nicht verderben und sterben in ihrer Not.— Sollten Sie in dieser Hinsicht christlichen Rat und seelsorgc- rische Hülfe begehren, so ist Herr... als der zuständige Bezirks- geistliche gerne bereit, Sie am... in seiner Wohnung... zu empfangen. Schließlich machen wir Sie pflichtgemäß auf die Folgen des Austritts aus der Landeskirche aufmerksam: Verlust des kirchlichen Wahlrechtes, des Rechtes der Taufpatenschaft, des Anspruches auf die christliche Trauung sowie die Teilnahme am heiligen Abendmahl, und endlich auch Versagung des Begräbnisses auf einem christlichen Gemeindefricdhof, Nehmen Sie bitte diese treu gemeinte Mahnung freundlich und willig auf. Ist sie dennoch vergeblich, so haben wir getan, was wir konnten, und«te werden vor unserem Gott allein die Verant- wortung haben, Der Gemeindekirchenrat. sNamen des Pastors.) Wir veröffentlichen diesen Brief im unverkürzten Wortlaut, da. mit er durch unser Blatt die weiteste Verbreitung er- halte. So mancher AuStrittSlustige, der noch unschlüssig ist, kann aus ihm im voraus ersehen, was ihm bevorsteht. Wird es uns der Gemeindekirchenrat der Himmelfahrtsgemeinde danken, daß wir un- aufgefordert ihn, diesen Gefallen tun? Wir wissen zwar, daß die bitteren Bemerkungen über die guten Freunde und die schlechte Lektüre auf uns Sozialdemokraten und unsere Presse gemünzt sind. Aber warum sollen wir nicht auch denen, die uns hassen, mal einen Liebesdienst erweisen? Ucbrigens möchten wir uns gestatten, noch eine kleine Anregung zu geben. In der„treu gemeinten Mahnung" an die„dürre und trocken gewordenen Seelen" sind die„Folgen" nicht vollständig aufgezählt. Wer aus der Kirche auS- scheidet, verliert bei seinem Ableben nicht nur das Recht, auf einem christlichen Friedhof begraben zu werden. Er bringt sogar seinen Hinterbliebenen um die Freude, den geräumigen Magen der christ- lichcn Kirche mit schwerem Geld« zu füllen, wie das bekanntlich zu geschehen hat, wenn etwa die Leiche auf einem anderen Christenfried- Hof bestattet werden soll und nun erst„ausgekauft" werden muß. Wer aus der Kirche ausgeschieden ist, kann nicht mehr aus einer Kirchcngemeinde ausgekauft werden, sondern darf ohite weiteres auf dem Friedhof der Stadt- gemeinde beerdigt werden. So prellen schlechte Menschen noch im Sterben die Kirche um den Tribut, den sie ihr schulden, Die fürsorgliche Polizei. Wir haben am Sonnabend eine„Berichtigung" ber- öffentlicht, die der Polizeipräsident v, BorrieS uns übersandt hatte. Sie ist die Antwort auf zwei Anilel, in denen gezeigt worden war, wie die P olizei bei derAbholung vonFürsorge- zöglingen verfährt. Aus Mangel an Raum lmißren«vir eine sofortige und eingehende Besprechung des Schriftstückes, das uns am Freitag um 7 Uhr abends durch einen Schutzmann ins 5jauS gebracht wurde, uns versagen. Bei der Lektüre des unver- ürzt wiederoegebenen Briefes werden diejenigen unserer Leser, die sich jener Artikel noch erinnern, bereits erkannt haben, daß der unterzeichnete Herr Polizeipräsident nur eine sehr mangel- hafte Vorstellung davon haben muß. was eine„Berichtigung" ist. In Nr, 132 erzählten wir, wie ein zur Fürsorgeerziehung über- lviesener Schuljunge in aller Frühe durch einen recht ungeduldig auftretenden Schutzmann aus dem Bett herausgeholt und abgeführt wurde, und wie der Familie, als sie auf dem Polizeipräsidium nach dem Verbleib des Jungen forschte, dort von einem Beamten der Vorschlag gemacht wurde, die in den Hof einfahrenden„grünen Wagen" zu beobachten und zu Ivarten, ob er da ausgeladen ivcrde, Hierzu bemerkten wir:,„Der Mann war wohl der Meinung, daß ein dreizehnjähriger Junge, der in Fürsorgeerziehung kommen soll, zu- sammen mitDirnen.Zuhältern, Einbrechern ic. im„grünen Wagen' fort- gebracht wird. Uns ist nicht sicher bekannt, wie solcheKinder tranSporttert werden. Da aber jetzt unsere Wißbegier rege geworden ist, so bitten wir das Polizeipräsidium, uns durch amtliche Zuschrift darüber zu belehren." In Nr. l3S sKilderten wir dang, wie ein fünfzehnjähriges Fllrforgemädchen unter starkem Polizeiaufgebot aus der Wohnung abgeholt wurde. Dabei erinnerten wir an unsere Bitte bezüglich des„grünen Wagens" und sagten:„Bis jetzt ist eine Antwort auf unsere Frage ausgeblieben, obivohl lvir sonst in anderen Fällen, in denen es sich um polizeiliche Angelegenheiten handelte, bald eine Berichtigung auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes erhielten. Da wir von einer derartigen Zuschrift verschont blieben, möchten wir beinahe annehinen, daß es mit der oben wiedergegebenen Aeußerung des Beamten in bezug auf den Transport von Kindern, die in Für- sorgeerziehung kommen sollen, seine Richtigkeit hat," Der Brief deS Polizeipräsidenten, den wir erst jetzt nach vollen vierzehn Tagen erhalten haben, behauptet nun von beiden Arttkeln, daß die darin enthaltenen Ausführungeit über die Abholung von Fürsorgezöglingen aus der elter- lichen Wohnung nicht'den Tatsachen entsprechen. Aber hinterher wird in dem ganzen Brief mit keiner Silbe von den in Nr, 132 vorgettagenen Tatsachen geredet. Geredet wird lediglich über den in Nr. 136 mitgeteilten Fall, Die einzige Beziehung zu Nr. 132 könnte hergeleitet werden aus unserer Bemerkung über den „grünen Wagen", dessen Verwendung zum Transport von Fürsorge- zöglingen der Brief jetzt in Abrede stellt. Indes da waren nicht wir, sondern der Beamte im Irrtum gewesen. Wir hatten um amt- liche Aufklärung gebeten. Bildet sich Herr v. Borries ein. da habe er uns eine„Berichtigung" zu schicken? In der Zeit der Hennig- jagd hatten wir mitgeteilt, die beiden Beamten, die Hennig ent- wischen ließen, seien der Meimmg gewesen, ihr Arrestant sei nicht Hennig. Am Ende wird nun Herr v, Borries noch nachträglich uns die„Berichtigung" zuschicken, jener Arrestant sei tatsächlich doch Hennig gewesen. Auch die Ausführungen des Briefes zu unserem Artikel in?!r, 136 zeigen, daß der Herr Polizeipräsident wohl nicht recht iveiß, was eine„Berichtigung" ist. Von den Tatsachen, die wir mitteilten, wird selbst hier beinahe nichts bestritten. B e- st ä t i g t wird, daß zur Abholuitg des fünfzehnjährigen Mädchens ein starkes Polizeiaufgebot verwandt wurde. Nur waren es nicht vier Beamte, sondern bloß drei. Da war also immer noch einer mehr als bei Henitigs Abholung, Die Ausführungen des Briefes zeigen, weshalb das Mädchen unter ein so starkes polizeiliches Geleit gestellt wtirde. Aber, Herr Polizeipräsident, wäre es da nicht angemessener gewesen, daß Sie uns gebeten hätten, das unseren Lesern mitzuteilen? Lesen Sie gefälligst noch cinnial unsere Artikel, hinterher das Preß- gesetz' und schließlich Ihren Brief— und dann kommen Sie uitd erzählen Sic uns, ob Sie fordert! durften. daß wir mitteilten, was Sie zur Begründung der bestehenden Ab- holmigspraxis vorbringen. Das Tollste ist, daß sogar die persön- lichsten Verhältnisse der betreffenden Familie preisgegeben werden. Um es zu erklären, warum drei Beamte gegen ein fünfzehnjähriges Mädchen aus die Beine gebracht wurden, posaunt der Herr Polizei- Präsident aus. daß der Vater bis zum Januar nächsten Jahres eine Freiheitsstrafe verbüßt. Und das schickt er unS zu, und unter Be- rusimg auf§ 11 des Preßgesetzes nötigt er uns zur Veröffent- lichung!_ Ter Rang der Ferngespräche. Ucber den Rang der verschiedenen Arten von Gesprächen auf den Verbindungsleitungen zwischen den Fernsprechämtern sind vom Rcichspostamt neue, zum Teil geänderte Bestimmungen getroffen worden. Im allgemeinen haben danach bei der Abwickelung der Gespräche auf den Verbindungsleitungcn Privatgespräche den Vorrang vor Dienstgesprächen, Nur dringende Dienstgespräche kommen an die erste Stelle, Dagegen haben nicht nur dringende, sondern auch gewöhnliche Privatgespräche den Vor- rang vor getvöhnlichen Dienstgesprächen, Internationale Gespräche haben durchweg den Vorrang vor den inländischen, also auch die gewöhnlichen internationalen Gespräche vor den dringenden in- ländischen. Die Verbindungen für Gespräche von gleichem Range nach demselben anderen Orte werden in der Reihenfolge der An- Meldungen ausgeführt. Für Vororts- und Ferngespräche mit Vor- anmeldung wird die Herstellung der Verbindung auf Wunsch der anmeldenden Sprcchstelle so lange hinausgeschoben, bis sich die ver- langte Person von der Sprechftelle des anderen Ortsnetzes aus ge- meldet hat. Die Uebermittelung des Namens erfolgt so bald als möglich nach Eingang der Anmeldung durch den Fernsprecher oder den Telegraphen, Melden zwei Teilnehmcrsprechstcllen je ein Fern. gespräch miteinander an, so wird jede der beiden Anmeldungen für sich nach der Zeit unter die übrigen Anmeldungen von gleichem Rang eingereiht. Unmittelbar hintereinander dürfen also die beiden An- Meldungen nur dann erledigt werden, wenn sie gleichzeitig erfolgt. oder wenn zwischen ihnen sonsttge Anmeldungen nach Rang und Zeit nicht einzureihen sind, Einsturzkatastrophe auf einem Neubau. Eine schwere Katastrophe hat sich gestern nachmittag in der Jnvalidenstr. 16 ereignet. Das HattS 16 wird neu aufgeführt und ist bereits bis zum ersten Stock gediehen. Kurz vor 3 Uhr fuhren ein beladener Mörtelwagen und ein Steinwagen in den Hof des Neubaues, der vollständig unter- kellert ist. Obwohl die Kellerdecke durch schwere eiserne Träger ge» stützt ist, brach das Gewölbe doch unter der Last der Wagen kurz vor drei Uhr ein. Die beiden Wagen wurden samt den Pferden in die Tiefe gerissen und drei Personen: ein Kutscher, ein Steinträger und ein Arbeiter, unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr, sofort alarmiert, eilte herbei und arbeitete fast eine Stunde lang, um die Verunglückten zu retten. Branddirektor Reichel war selbst erschienen und hatte die Leitung der RettungSarbciten übernommen. Schließlich gelang es, den Knäuel von Wagen, Pferden und Trümmern zu lösen. Der Steinträger war tot, der Arbeiter derartig schwer verletzt, daß keine Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens besteht, und nur der Mörtelkutfchcr ist mit einer wenn auch schweren Verletzung am Kops davongekommen. Teuerungszulage mit Lohnabzug. Die FahrstuhlwSrter auf den Bahnhöfen erlebten vor einiger Zeit eine kleine Ueberrafchung. Elb gab eine Teuerungszulage von 20 Pf, pro Tag. womit doch offenbar anerkannt und amtlich bestätigt wurde, daß der Lohn zu niedrig gewesen ivar. Dann kam plötzlich die Nachricht, daß Lohn- a b z ü g e stattfinden sollten, und aus den Bahnhöfen„Friedrichstraße" und„Schlesischer Bahnhof" wurden den Fahrstuhlwärtern 15 M. vom Monatslohn abgezogen. Natürlich find die von dieser„Fürsorge- Betroffenen, die schwer arbeiten müssen und nur 3,40—3,50 M. pro Tag verdienen, nicht sehr erbaut. Diese.Teuerungszulage" erscheint ihnen wie eine Verhöhnung. Beim Baden ertrunken. Schon wieder hat der Tegeler See ein junges Menschenleben gefordert. Der 22jährige Kellner Karl Weber aus der Ackerstr. 03 hatte in der Nähe der Berliner Wasserwerke an freier Stelle im Tegeler See gebadet und sich zu weit in die Fluten hinausgewagt. Als er wieder ans User zurückschwimmen wollte, versagten ihm plötzlich die Kräfte, W, sank unter und mußte ertrinken. Die eLiche konnte bisher noch nicht geborgen werden. Ein Elendsbild. Eine Notstandstragödie hat sich gestern abend am Görlitzer Ufer 37 abgespielt. Dort wohnt der Arbeiter R. in einer bescheidenen Behausung mit seiner Familie, Infolge an- dauernder Krankheit war R, seit längerer Zeit arbeitslos und ver» mochte seine Angehörigen nicht zu versorgen. Noch mehr als R. nahm sich dessen 33jährige Ehefrau das Schicksal zu Herzen. E» währte nicht lange, so wurde die Bedauernswerte schwermütig. Gestern abend begab sie sich auf den Boden und trank dort Lysol, Eine Nachbarsfrau hatte auf dem Boden Wäsche aufgehängt und fand die R. später bewußtlos auf. Die Lebensmüde wurde nach dem Krankcnhause Bethanien gebracht, wo sie in bedenklichem Zu- iteufc dgniedeiiMt. G» entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich gestern auf der Schlesischen Vorortbahn in der Nähe der Station Hangelsberg. Dort war eine Kolonne Arbeiter beschäftigt, ninen KteS zu legen, als ein Güterzug signalisiert wurde. Die Arbeiter traten darauf hin zur Seite, um den Train vorbei jju lassen. Einer der dort Beschäftigten, Balentin vuchla, hatte seine Schippe zwischen den Schienen liegen lassen und lief unmittelbar vor der Lokomotive des Güterzuges auf das GcleiS, um daS Arbeitsinstrument zu holen. Im nächsten Augenblick schon wurde 89. von den Rädern der Maschine ersaht und überfahren. Dem Unglücklichen wurde der Kopf und der rechte Arn, buchstäblich vom Körper abgeschnitten. Der Verstorbene war IS Jahre alt. aus Mahlowitz in Ruhland gebürtig und seit drei Jahren in Berlin ansässig. Er war seit etwa einem Jahre bei Bahnbauarbeiten beschäfttgt. Zwei schwere Unsälle beim Besteigen von Straßenbahnwagen werden vom gestrigen Tage gemeldet. Die tSjährige Verläuferin Ella Kühne, Leibnizstrahe 23 bei den Eltern wohnhaft, versuchte gegen 8 Uhr morgens in der Kantstrahe den in der Fahrt befindlichen Motorwagen 2327 der Linie 93 zu besteigen, glitt ab und fiel so unglücklich zu Boden, dah sie mit dem Unterkörper unter de» Anhänge- wagen geriet. Die Räder des Wagens gingen dem Mädchen über den Unterkörper hinweg, wodurch es eine Zerreihung der Weichteile und Bruch de? linken Unterschenkels erlitt. Die Schwerverletzte wurde nach dem Krankenhause Westend gebracht.— Zu derselben Zeit versuchte der Hausdiener Brendel, Babelsbergerstr. 12 wohn- baft, vor dem Hause Berlinerstr. 1 in Wilnierdorf einen in der Fahrt befindlichen Wagen der Linie 52 zu fiel besteigen, glitt ab und neben dem Wagen zu Boden. Er erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde nach dem Kreiskrankenhause in Groß- Lichterfelde übergeführt. Ein Zusammenstoh zwischen einem Omnibus und einem Ströhen- bahnwagen erfolgte gestern nachmittag an der Ecke der Prinzessinnen- strahe. DaS Verdeck des Omnibus der Linie 1 wurde abgehoben, während der Kutscher vom Bock geschleudert wurde. Glücklicher- weise erlitt er keine erheblichen Verletzungen; auch die im Omnibus befindlichen Passagiere kamen mit dem blohen Schrecken davon. Unentgeltlicher Unterricht in der Säuglingspflege für unbemittelte Frauen und Mädchen findet im Juli einmal wöchentlich statt. Meldungen hierzu Mittwoch, den 4. Juli, 2—4 Uhr, Blumenstr. 78, Hof rechts parterre. „In Freien Stunden". Von dieser in unserem Parteiverlage, Buchhandlung VorwärtS-Berlin, erscheinenden illustrierten Roman- BMiothek ist soeben daS 26. Heft erschienen. Damit schlicht dieser Band, aus� dessen reichhaltigem Inhalt wir hervorheben:»Der verlorene Sohn" von Hall Caine,»Der Flüchtling" von M. Hartmann,„Die Narrenburg" von A. Stifter u. a. m. Auher diesen Haupterzählungen enthält der Band noch eine stattliche Anzahl lesenswerter, teils unterhaltender, teils auch belehrender kleiner Skizzen und wissenswerter Notizen. Ebenso ist auch den Freunden von Witz und Scherz wöchentlich ein bescheidenes Eckchcn ein- geräumt. Bibliotheken seien die gediegenen Bände zpr Anschaffung be- sonders empfohlen. Mit dem 1. Juli bietet sich den Parteigenossen von neuem Gelegenheit, auf diese Zeitschrift zu abonnieren, um ihre Frauen und Kinder davor zu bewahren, zu den Groschenheften der bürger- lichen Schundliteratur greifen zu müssen. Der neue Band beginnt mit einem Roman voll dramatischer Kraft:„Der Deserteur'. Revolutionäre Jdeenwucht spricht aus der ergreifenden Darstellung des Dichters. Es ist der Kampfschrei eines unterdrückten, von seinem Machthaber kaltblütig dem Unter- gange überlieferten Volkes, dem der Verfasser Ausdruck gibt. Neben dem Hauptroman kommt zum.Abdruck„Der tote Zimmer- mann", eilte prächtige Humoreske von Friedrich Gerstäcker, und „Eine internationale Ehe", die Geschichte eines Arbeitcrsohnes, der als Maler fein Glück an der Seite einer amerikanischen Dollar- fürstin vergeblich zu finden hofft. Wir verweisen unsere Leser noch besonders auf den Prospekt, der der Sonntagsnummer unseres Blattes beiliegen wird und über den Inhalt des neuen Bandes nähere Angaben bringt' Zu der Notiz in der Mittwochnummer„Aus dem Fenster des 4. Stock gesprungen" teilt uns der Ehemann der betreffenden Frau Jahnke mit, dah dem Selbstmordversuch seiner Frau keine ehelichen Zwistigkciten vorangegangen sind, sondern geistige Umnachtung die Ursache ihres Handelns war. Straßensperrungen. Die Königin Augustastraße vom Hafenplatz bis zum Hause Nr. 12 mit Ausnahme ihrer Kreuzung mit der Link- strahe wird behufs Verlegung von Gasröhren und die Wuster- hausenerstrahe wird behufs Umpflasterung vom 2. Juli ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Arbeiter- BildungSschule. Die Teilnehmer am Kursus in Nationalökonomie treffen sich zur letzten Zusammenkunst am Sonn- tag. den 1. Juli, vormittags 10 Uhr, am Hundekehlen-See, Nähe Station Grunewald. Beim Löschen eine» Brandes schwerverletzt wurde gestern morgen der 31jährige Böttchergeselle Emil Hinze, der bei dem Böttcher- meister G. in der Bayreutherstr. 5 in Stellung ist. In dem Wohn- zimmer des H. hatten die Gardinen Feuer gefangen und bald hatte sich der Brand auch über das Bett verbreitet. Der Geselle machte sich nun, anstatt die Feuerwehr zu alarmieren, selbst ans Löschen. ES gelang ihm dies auch schliesslich nach längerer Zeit, doch hatte er dabei am Kopf und an den Händen so schwere Brandwunden er- litten, dah er zunächst nach der Unfallstation XX und von dort in ein Krankenhaus gebracht werden muhte. Feuerwehrbericht. Wogen eines Stubenbrandes wurde in der letzten Nacht die Feuerwehr nach der PotSdamerstr. 42 gerufen. Gleichzeitig hatte der 2. Zug in der Belle Alliancestr. 32 zu tun, wo in einer Küche Feuer ausgekommen war und Teppiche usw. brannten. Mehrere Vrchkohlenbränd« beschäftigten die Wehr auf dem Anhalter- und anderen Güterbahnhöfen. Mit Erfolg wurde ein Sauerstoffapparat bei einer an Herzschwäche leidenden Dame(Frau Rosalie Hammerstein) in der Kurfürstenstr. 21 benutzt. Ferner hatte die Feuerwehr noch in der Blumcnstrahe, Leipzigerstrahe, Greifenhagenerstrahc und anderen Stellen zu tun. Arbeiter- Samariterkolonne. Montagabend 2. Abteilung Brunnenstr. 154. Vortrag über Knochenbniche, Verrenkungen und Verstauchungen. Daran anschliehend praktische Ilebungen. Neu« Mitglieder können jederzeit eintreten. In demselben Lokal findet am 9. Juli die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Schriftliche Einladung erfolgt nicht. Heute nachmittag Ausflug nach Jungfern- Heide. Treffpunkt ö Uhr im Restaurant„Vergnügungspark". Vorort- IVadmdrten. OchSueberg. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre am Freitag ab« gehaltene letzte Sitzung vor den Ferien in einer für ein städtisches Parlament recht unwürdigen Weise zum Abschluh gebracht. Während zu Beginn der Sitzung lange auf die beschluhfähige Zahl von Mitgliedern gewartet werden muhte, bildete der Schluh eine wahre Komödie. Der Neukanalisierung einer grossen Anzahl von Strossen stimmte die Versammlung zu, ebenso der Verbreiterung der Sedanbrücke. Die Eisenbohnverwoltung hat sich bereit erklärt, diese Verbreiterung auf städtische Kosten äuSzusühren. Im Etat waren 88 000 M. dafür in Anrechnung gestellt; nach der Kosten- berechnung der Eisenbahnverwaltung sind jedoch nur 54 000 M. erforder- lich. Eine lebhast, Debatte brachten dann die vom Magistrat vorge- legten Verträge, die mit der kgl.Eisenbahndirektion Berlin, der Gemeinde Tempelhof und der„Jiidustriegcläude Schöneberg-AktieugeseNschaft' wegen Erschliessung des SüdostgeläudeS eingegangen werden sollen. Die betreffende Mienaesellschaft beabsichtigt auf dem zwischen der Anhalter Bahn und der Gemeinde Tempelhof gelegenen Gelände grössere industrielle FabriketavlisscmentS zu errichten. Von bürgerlicher Seite war Ausschussberatung beantragt worden. Da aber die Versammlung sich schon mehrfach mit der Sache beschäftigt hatte, so stellten sich die Sozialdemokraten sowohl wie der Magistrat auf den Standpunkt, dass den Verträgen ohne Ausschussberatung zugestimmt werden könnte, um den Abschluss nicht auf Monate hinaus zu verzögern. Die bürgerlichen MehrheitS- redner führten alles Mögliche gegen die sofortige Annahme der Ver- träge iuS Feld, man merkte, dah sie von einem Gruseln befallen waren, auS Schöneberg könnte vielleicht noch eine F a b r i i st a d t werden.— Als die Abstimmung erfolgen sollte, verlieben die führenden Geister derHausbesitzerstaktion den Saal, um die Versammlung beschluss- unfähig zu machen. Es entstand eine längere Geschäftsordnungsdebatte, in der diese den Mitgliedern der Hausbesitzerfraktion so beliebte Methode von den sozialdemokratischen Rednern sowohl wie von einigen bürgerlichen Stadtverordneten gebührend festgenagelt wurde. ES konnte auch mitgeteilt werden, dass bereits in der vorigen Sitzung ein derartiges Manöver von der HauSbesitzerfraktion geplant war. Mittlerweile war dann ein anderer Stadtverordneter erschienen und die Versammlung koimte ihren Fortgang nehmen. Die Abstimmung ergab die Ueberweisung der betreffenden Verträge an einen AuSschuh. Die Versammlung beschäftigte sich dann noch deS längeren mit den Aiistellungsbediugungen des sogenannten Stadtarztes. Als auch hier die Abstimmung erfolgen sollte, verlieh der Stadtverordnete Val. Fröhlich den Saal, und somit war wieder die Beschlutzunfähigkeit eingetreten.— Der Oberbürgermeister erklärte, dass er vorausgesehen habe, dass durch Beschlussuufähigkeit wichtige Vorlagen nicht ihre Er- ledigung finden würden, der Magistrat werde deshalb nach anderen Mitteln und Wegen suchen, um einer Schädigung der städtischen Interessen vorzubeugen. Weiter wurde vom Magistrat noch mitgeteilt, dass er dem Nachtragsetat einstimniig seine Zustimmung erteilt habe, und dah ferner die Verträge mit den Privatkranlenhäusern zum 30. September gekündigt worden seien. Demnach wäre damit zu rechnen, dass am i. Oktober die Eröffnung de? neuen Krankenhauses erfolgen wird. Eine gutbesuchte öffentliche Versammlung, in welcher Genosse Znbeil über„Die verflossene ReichStogSsession" referierte, fand am 26. Juni in der Schlohbrauerei statt. In zweistündiger Rede lieh Redner die in dieser Session zur Verabschiedung gelangten Gesetze und Anträge Revue passieren, dabei den Nachweis liefernd, dass die- selben hauptsächlich mit neuen, die Volkswirtschaft schädigenden Steuern geendet haben. Zur Weltpolitik unserer herrschenden Klassen übergehend, zeigte Genosse Znbeil durch authentische Zahlen, dass dieselbe nur eine geradezu bedenkliche Defizitwirtschaft im Gefolge hat. Im weiteren Verlauf seines Vortrages unterzog er die neuen Steuerquelleu einer herbe» Kritik, die nickt nur aus die arbeitenden Klassen, sondern sogar auf das Kleinbürgertuni schädigend wirken. Redner erntete für seine Ausführungen grossen Beifall. Der Vor- sitzende forderte alsdann die Versammelten auf, durch Beitritt in die Organisation die Reihen deS kämpfenden Proletariats stärken zu helfen. Charlottenburg. Beim Angeln ertrunken ist Freitag nachmittag der 12jährigc Schüler Max Krütermacher aus der Wilmersdorferstrasse 8 in Char- lottenburg."In der Nähe der Caprivibrücke wollte der Knabe Fische fangen und beim Auswerfen der Angel glitt er plötzlich aus und stürzte ins Wasser. Bevor in der Nähe befindliche Schiffer hinzu- kommen konnten, war K. bereits ertrunken. Seine Leiche konnte bald darauf gelandet werden. Steglitz. Ans dem Gcmeindeparlament. Eine umfangreiche und wichtige Tagesordnung hielt die Gemeindevertreter in der letzten Sitzung vor den Ferien fünf Stunden lang beisammen. Auch die äusserst zahl- reichen Tribünenbesucher hielten grösstenteils, trotz der drückenden Hitze und mangelnden Sitzgelegenheit, bis zu dem nachts 11 Uhr erfolgten Schluh der Sitzung aus. Wir möchten hier gleich noch die Gcineiiideverlvaltung und Vertretung darauf hinweisen, dass es doch wohl ihre Pflicht wäre.ctwas mehrRücksicht aufdie„Oeffentlichkeit", hier repräsentiert durch die Tribünenbesucher. zu nehmen, und wenigstens für einigermassen ausreichende Sitzgelegenheitzu sorgen; auch der Mangel jeder direkten B e l e u ch t u n gauf der Tribüne ist eine Eigenart, die wohl nur unser„moderner Rathaus- bau" aufzuweisen hat. Aus den Verhandlungen sei zunächst die Mitteilung erwähnt, daß, wie vorauszusehen war. der m der vor- letzten Sitzung von den HauSagrariern durchgedrückte Beschluss auf Herabsetzung deS Steuerzuschlages von 105 auf 100 Prozent die Genehmigung der Aufsichtsbehörde nicht erlangt hat. Auf Autrag der Wahlprüfungsloinmission wurde die Wahl des Herrn Häneke für gültig, diejenige der Herren D e n ck e w i tz und Templiner für ungültig erklärt. Der sozialdemokratische Wahlprotest gegen die Wahlen im ersten Bezirk wurde gegen eine Stimme für unbegründet erachtet. Neben anderen Strassen soll nun endlich auch die Kurze Strahe, die schon viel Staub aufgewirbelt hat, gepflastert werden. Zwecks Er- bauung einer Badeanstalt wurden wieder einmal 350 000 M. bewilligt und dem vorgelegten Projekt zugestimmt. Die Anstalt wird auf dem der Gemeinde gehörigen Grundstücke Bergstraße 12» errichtet werden. Neben Wannen-, Brause- und medizinischen Bädern sind zwei Schwimmbassins vorgesehen, von denen jedoch vorerst nur eins zur Ausführung kommen soll, welches ab- wechselnd Männern und Frauen zur Benutzung steht. Zwecks Ber- billigung deS Betriebes ist mit den anliegenden Berliner Vororts- Elektrizitätswerken ein Vertrag vorbereitet, nach welchem diese Werke ihr Kondeuswasser an die Badeanstalt abgeben, wogegen ihnen die Gemeinde das gleiche Quantum Frischwasser liefert. DaS Kondenswasser soll nach in Breslau aeniachten Erfahrungen vor- züglich zum Baden geeignet sein. Hoffentlich wird nunmehr dieser Bau, der seit 1901 die Vertretung beschäftigt, etwas energischer gefördert wie bisher und daS Geld nicht wieder zu anderen Zwecken verwendet wie ftüher geschehen. Gegen zwei Stimmen wurde der Beitritt der Gemeinde Steglitz zum Schüler-Ruderverein „W a u n s e e" beschlossen und die Kosten in Höhe von 350—500 M. bewilligt. Da der am Gymnasiuin bestehenden Rudervereinigung nur 20 Schüler angehören, zahlt also die Gemeinde jährlich für eben dieser Söhne wohlhabender Eltern bis 25 M. Dass auch die Metervereinler, nachdem ihr Führer einige Tropfen sozialen OeleS verzapft hatte, wieder Geld der Allgemeinheit für das private Ver- gnügen einiger Kinder reicher Eltern bewilligten, versteht sich am Ende. Eine äusserst ausgedehnte Debatte brachte der Punkt Wertzuwachs st euer. Die betr. Kommission hatte mit Stimmengleichheit, wobei der Herr Gemeindevorsteher als Vorsitzender den Ausschlag gegeben, beschlossen, der Vertretung die Einführung dieser Steuer zu empfehlen. Da unseren Lesern das Für und Wider zu dieser Steuer aus dem„Vorwärts" bekannt sein dürfte und neue» nicht zutage gefördert wurde, können wir uns die Wiedergabe der Reden schenken und nur konstatieren, daß Herr Steint hol durch seine Rede den Beweis erbrachte, dass jemand ein tüchtiger Bant- direktor sein kann, ohne von Nationalökonomie und Sozialpolitik eine Ahnung zu haben. Dass die Vertretung, die zu zwei Dritteln aus Grundbesitzern besteht, die WertzuwachSstener ablehnte, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Nachdem auf einen Dringlichkeitsantrag de« Gemeindevorstande» hin 300 Mark aus den Steuern von Disstoenten, Juden, Katholiken. Evangelischen usw. für ein Fenster der evangelischen Kirche in Klein- Ziethen bewilligt waren, war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzling erledigt. Lankwitz. Ueber Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie referierte Genosse Groger in der gut besuchten Mitgliederversamm- lung de» Wahlverein« für Gross-Lichterfelde-Lankwih. In dem hierauf erstatteten Bericht über die Krei«.Generalversammlung wurde namentlich das Vorgehen WiesenthalS bezüglick der Reu- gründung scharf verurteilt. Den Philharmoiiic-Beschluß hielt Ge- nasse Schindler als verfehlt, Genosse Theurig macht» alsdann die Mitteilung, daß der Gemeindevertreter Rötger(1, Klasse) sein Am� niedergelegt habe. Groh- Lichterfelde. Am Sonnabend, den 4. Juli, veranstaltet das Gcwerlschafts« kartell einen RezitationSabend. Vorgetragen wird das russische Re- volutionsdrama„Am Vorabend", rezitiert von Frau Regina Rüben aus Hamburg. Billetts dazu a 20 Pf. sind bei den Kartelldelegierten sowie beim Obmann deS GewerkschaftSlartells. Genossen Emil Ziege. Gross-Lichterfelde starre in der Bürgermeisterei Hamborn erneute Opfer fordert. Am 27. v. M. find wieder zwei Kinder in das Krankenhau« Schmidthorst, welche» in der Gemarkung der Gemeinde Hamborn liegt, aufgenommen worden. Gerüchtweise verlautet, daß das eine bereit» der Seuche erlegen fei. Mocken-Spielplan der ßerlinev Cbeatcr. Neue» König!. Operntheater. Sonntag: Mignon. Manwg: Dke Fledermaus. Dienstag: Cavkdlsria ruaticana. Der Bajazzo. Mittwoch z Mignon. Donnerstag: Der Troubadour. Freitag: 1,» Iravista. Sonn» abend: OuvaUsria rusticana. Der Bajazzo. Sonntag: Mignon. Montag: Unbestimmt.'*.___ Lrsiing-Xheater. Sonntag und folgende Tage: Die lufvge Witwe. Schiller- Theater O. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Frei. schütz. Abends: Der Rattenfänger von Hameln. Montag: Rigoletto. Dienstag: Die Jüdin. Mittwoch: Der Rattensänger von Hameln. Donnerstag: Die Asrikanerin. Freitag: Undin«. Sonnabend: Rigoletto. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: Der Rattenfänger von Hameln. Montag: Opcrn-Vorstellung. Schiller-Tsteatcr IV.(Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater.) Sonntag bis Freitag: Das Glück im Winlel. Sonnabend bis Montag: Zapfen- �°"Bcrliner Theater. Sonntag: Medea. Montag und die folgendenTage: Sherlock Holme». Lustspielhaus. Sonntag: Das Fest der Handwerker. Die Ver» lobungcn. be: der Later Montag und die solaenden Tage: Unsere Käte. Komische Oper. Sonntag und die folgenden Tage: Hosfmarm» TScist-Theater. Sonntag und die folgenden Tage: Sündige Liebe. Zentral-Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fiedermaut. Abends: Nanon. Montag und die folgenden Tage: Geschlossen. Thalia-Tbeater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Hochzcitsnacht. abends: Bis jvüh um günfe. Montag und die folgenden Tage: Ge- schlössen. Bellr-Alliance-Theater. Allabendlich: Abends nach Neune. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Metropol-Thcatrr. Ans— ins Mctropoll Rpollo-Thearer. Sonntag bis Mittwoch: Sir Flytng Rocklng TMS. DaS blaue Blld. SpeziaNtäten. Donnerstag und die folgendm Tage: Berlin im Omnibus. Passage. Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Nranta-Theaecr. Taubenstratze 43/49. Sonntag bis Sonnabend: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Eingegangene DnicKfcbriften. Fr. Lichtenberger-Neuderben. Der heilige Garten. Hest 2. vel- wäge zur Acsthetil der Kindheit. Jährlich 12 Nummern. Preis jährlich 1,50 M. Verlag K. G. Th. Scheffer in Leipzig. Protokoll der 8. ordentlichen Generalverlammluna des Verbandes der deutschen Textilarbeiter. 195 Selten. Verlag Karl Hübsch, Berlin, Andreas- stratzc kl. Dir Lage der Arbeiter in der Berliner Teppichbranche Im Jahre 1905. oK Seiten. Herausgegeben von der AgitattonSlommission deS Textilarbeiterverbandes für die Provinz Brandenburg. Verlag Verband deutscher Tetilarbeiter, Berlin. Kritische Blätter für die gesamten Eozialwissenschasten. Heraus- geber Dr. H. Beck, Dr. H. Dorn und Dr. O. Spann. Mai— Juni. Monat- (ich ein Hest. Preis pro Jahr 24 Mark. Einzelhejt 2,50 Mark. Verlag O. V. Böhmcrt, Dresden, 17. 0r. H. Biolenaar, Positive Weltanschauung. Ein Jahrbuch für freie Denker und ernste Wahrbeitsucher. V. Band der»Religion ver Menschheit". 22S Seiten. Verlag O. Wigand, Leipzig. Schaefer, De. med., Der moralische Schwachsinn. 184 Seiten. Halle a. S. 1905. Verlag von Carl Marhold. Preis 3 M. G. de P.,„Der Günstling des Zaren«.(Leipzig, B. Eltscher Nachsolger. Preis 1,50 M.) „Heureka«, Monatstabellen, Herausgeber Wilhelm Mannes(Berlag SochaczewSIi u. Löwenberg. Berlin SW. 11, Königgrätzerstraße 65). Heft 1. Einzelpreis 60 Pj., halb). 3,50 M., jährl. 6 M. Brockhaus' Kleines Konversationslexikon. Fünfte vollständig neu- bearbeitete Auflage, Hest 34. Zwei Bände m 66 Heften zu je 30 Pfennig. Verlag F. Sl. Brockhaus in Leipzig. Berwaltungsbcricht der Vereinigten OrtSkrankenkasse in Darmftadt für das Rechnungsjahr 1905. 40 Seiten. I. C. Hcrbertsche Hosbuchdruckeret in Darmstadt. De. Bruno Weil. Die WohnunaSverhälwIsse der Stadt Metz. 86 Seilen. Verlag I. Singer, Hosbuchhandlung, Sttaßburg i. E. Soziale Tagcsfragen. 8.— 11. Sest, herausgegeben vom BolkS- verein sür das katholische Deutschland. Soziale Tätigkeit der Gemeinden. Justizrat C. Trimborn und Dr. O. Thiessen. 144 Seiten. Preis 1,50 M. Verlag: Zentralstelle des VoUSvereins für da» katholische Deutschland w M.-Gladbach. Dr. A. Müller, Gewerkschasten und Unternehmerverbände. 42 Seiten. Preis 30 Pjennig. Verlag: Gewerkschastskartell Magdeburg(W. Groß- kopsj. Protokoll über die Verhandlungen deS vierten VerbandStageS des Verbandes deutscher Gastwirtsgehülsen 1906. 118 Selten. Berlag: Ber- band deutscher Gastwirtsgehülsen lH. Pötzsch, Berlin 0. 25.) fi. Geschäftsbericht des ArbeitersekrctariatS Gera und Jahresbericht de« GcwcrkschastSkartcllS daselbst.(1905.) 32 Seiten. Selbswerlag de» Arbeitersekretariats Gera. Protokoll der Verhandlungen des allgemeinen Kongresses der Handeis» hülfSarbeiter Deutschlands(1906) 108 Seiten. Verlag der Buchhandlung „Courier". Berlin 80., Engel-User 21. Katalog sür Volks-, Vereins- und Schuld lbliotheken. 30 Seite«. Franckhsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städttfchen Markthallen-DIrektton. Rindfleisch la 65—68 pr. 100 Pfund, Ha 68—64, lila 53-56, IVa 46-51, engl. Bullen- 0,00, dän. Bullen- 0,00. Holl. Bullen. 0,00. Kalbfleisch, Doppclländer 100-110, la 80-85, IIa 70-75, nia 57-68. Hammelfleisch la 72-76, II» 62-70. Schweinefleisch 61—67. Kaninchen per Stück 0,60. Hühner, alte, Stück 1,40—2,20, junge, per Stück 0.50—1,10. Tauben, junge 0,36>— 0,40, alte 0,25—0,35. Enten, prima, p. Stück 1,75—2,25, Hamburger, junge, per Stück 2.25-2,90. Gänse, junge, per Pfd. 0,50-0,65, per Stück 3,00 vi, 4,00. Hechte 93-117, gross 0,00. Schleie 72-84. Bleie 0,00. Aale, gross 125—134, mittel 120—124, klein 0,00, uns. 101—110. Plötzen 62. Flundern, pomm. I, p. Schock 3,00—6,50. Kieler, Stieg« la 4—6, do. mittel per Kiste 2—4, bo. klein per Kiste 0.00. Bücklinge, engl, per Wall 4. Kieler 2,00—4,50, Stralsunder 4-5,50. Aale, gross p. Psd. 1,10-1,30, mittel 0.80-1.00, kl. 0,50 bis 0,60. Sprotten, Kieler, 2 Wall 0,00, Elb« per Kiste 0,00. Sardellen, 1902er, per Anker 85,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Vollbermge 1905 0,00, large 40-44, lull. 36-38, med. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Mattes, per st, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0,00..Krebse, per«chock, mittel 10—16,50 kleine 3—5, unsorttert 6,00 bis 9,00, Galizicr, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 3— 3,15, frische 0,00. Butter per 100 Pfund, la 109—112, IIa 103-106, lila 100-103, ab. fallende 95—100. Saure Gurken, Schock 4,00—4,25, Pseftergurten 4—4,50 M. Kartoffeln per 100 Psd. magn. von. 2,25—2.40, rote Dobersche 2,10—2,25, runde weisse 1,80—2,10, hiesige blaue 2,50,-5,00, una. 3,50—4,50. Spinat, per 100 Psund 6,00—8,00. Karotten per schock 2,00 bi» 2.50. Kohlrabi, per Schock 0,75—1,25. Retlig, bahr., per Schock 2,40—4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 0,00. Radieschen, per Schock-Bd. 0,60—1.25. Salat, per Schock 1,00—1,25. Spargel-l per Psd. 0,20— 0,35. II 0,15 bis 0,18, m 0,04-0,10, Beelitzer I 0,42-0,50, II 0,28-0,32, III 0,5-0,23. Bruchspargel 0,00. Bohnen(grüne), per tOO Psd. 30—60. öniofen, hiesige, per 100 Psd. 5-10. Psesserlinge per Psd. 0,30-0,85. Mohrrübe» per Schock-Bd. �2,00—2,50. Blumenkohl per Mandel 1,50—2,50. Wirstngkohlp« Mandel 1,00—2,00. Steinpilze per Psd. 0,33. Teltower Rüden per Psd. 0.22-0.25. Stachelbeeren 100 Psd. 15-20. Kirschen, ital.. 100 Psd. 0.00. Ratten, Werdersche 22—24. Werdersche Glas- 10—14. Natten, ungar. 30—35, do. 8—12, do. sauere 18—22. Himbeeren, Werdersche per 100 Pfd. 26—30. Blaubeeren per Psd. 0,10—0,22. Erdbeeren, Holl, per 100 Psd. 25—30, neue H>cfige3— 4, neue Garten per Psd. 0,45— 55, hiesige 0,15—0,20. Hamburger 0.20—0,30, Zerbster 3—3,50. Wald- per Psd. 0,25—0,50. Pflaumen, ital. runde, per Psd. O.tO— 0.11. Zitronen, Mcsstna, 800 Stück 12,00-15,00, 360 Stück 10,00-12,00, 200 Stück 7,00-12,00, 420 Stück. klein 7,00._ WlttcrnngSllberflcht vom 30. Juni 1906, morgen» 8 Uhr. Stationen Swincmdr. Hamburg Berlin Frankt.aM München Sien LZ £ fl 5-2 756 W 761 WNW 759 WNW 766 W 766 NW 763 W Vetter 5wolkig 5 bedeckt 5 halb bd. 3 wolkig 5 wolkig ÜRegen wk E V k Mi 15 11 14 12 12 14 Stationen Lg l| II 31 if aparanda 753 ffl ieterSburg 75SNOi .Seilitz Aberdeen Parts 769 WNW 762 WNW 769 S Vetter Khetter 1 bedeckt 3 wollig Ibede« 1, heiter w m tii « tä s> I 10 18 12 11 11 Wetter-Prognose für Tonntag, den 1. Juli 1906. Trocken und vielfach heiter, am Tage wärmer bei mässigm westlichen Winden. oerliuarvattsrbieraa«. Verkäufe. Nähmaschinen. Bable bis 12,00, wer Teilzahlung fauft oder nach weist. Sämtliche Systeme. Woche 1,00. Boftfarte. 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