Nr. 151. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. inzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 ẞfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Politische Briefe aus Petersburg. ( Von unserem Korrespondenten.) In der Reichsduma. II. Herrn Stolypin erwiderte zunächst der Bauernabgeordnete Aladjin: ,, Als hier von Amnestie die Rede war, vom Aufheben aller Kriegs- und anderen besonderen Zustände, da beeilten sich die Herren Minister natürlich nicht! Jetzt aber wollen sie den Hungernden schnell zu Hülfe tommen. Woher diese Schnelligkeit? Die Antwort finde ich in den Worten der Herren Minister selber: Sie kommen deshalb so schnell, weil es sich hier um viele Millionen Rubel handelt. Jedesmal, wenn viele Millionen zu verwenden sind, kommen die Herren Minister schnell.( Beifall. Rufe: Sehr richtig!) Und wir kennen die Resultate ihres Auftretens: Drei Viertel der Summen bleiben in den Taschen der Administration stecken der höchsten, vom Ministerium des Innern an, bis zur niedrigsten. ( Lauter Beifall. Rufe: Sehr richtig!) Ja, das russische Volk zu plündern, da sind die Minister nie au spät gekommen. bon „ Es muß den Hungernden geholfen werden, und wir werden ihnen helfen. Wir haben unsere eigene Kommission: die der Glf. Ich meine, Ihr Herren Voltsabgeordneten, das wirksamste Mittel, um dem Volke zu helfen, sei: die Sache des Volkes in unsere eigenen, bis jetzt makellosen Hände zu übernehmen. Dienstag, den 3. Juli 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das sind Beispiele dafür, wie man in der Duma zu den durch Soldaten zu ersehen. Dabei gibt es in Rußland zurzeit etwa Ministern spricht. 300 000 Arbeitslose! Die Duma nahm übrigens zur Sache folgenden Antrag Nabokoff( Kadett) und Jilfin( Arbeitsgruppe) an: „ Die Reichsduma ist der Meinung, daß die Hülfe für die hungernde Bevölkerung durch die Einmischung der Administration gehemmt wird, da diese sich von politischen Rücksichten Teiten läßt. Diese Hülfe wird solange gehemmt werden, als das jetzige, vor der Volksvertretung unverantwortliche Ministerium die Macht behält. Die Reichsduma ist der Meinung, daß die Hülfe unter dem Beistande gesellschaftlicher Elemente nötig sei, fie beauftragt die Voltsernährungskommission, einen Organisationsplan der Volfsernährungshülfe auszuarbeiten, bei dem die dazu bestimmten Geldsummen unter der strengen Kontrolle der Duma bleiben, und geht zur Tagesordnung über." Die Minister blieben bis zum Ende der Abstimmung und konnten noch mehr als einmal, bevor sie den Saal verließen, immer denselben Ruf hören:" Demissionieren!!" Jener Beschluß eine direkte Einmischung in die exekutive Macht und mit allen Kräften unterstützen wird. ist ein revolutionärer Schritt, den das Land begrüßen Ein ebenso revolutionärer Schritt war auch die Entsendung von Abgeordneten nach Bialystok, wo sie Material über die Metzelei sammeln mußten. Davon werden wir noch eingehender zu sprechen haben, da in der Duma ein Vortrag darüber bevorsteht. Reichsduma. Petersburg, 2. Juli. Bei der Beratung des Gefeßentwurfs über das Versammlungsrecht kritisiert Professor Magim Kowalewsky, nachdem er die hierauf bezüglichen Geseze in Europa besprochen und erklärt hat, er fei für die englische Gesetzgebung in dieser Materie, den Gesezentwurf der Sommission, die aus Mitgliedern der konstitutionell- demokratischen Partei zusammengesetzt ist. der Gesezentwurf, meint der Redner, beschränke die Rechte der Arbeiter. gebe kein Versammlungsrecht, es gebe aber ein Recht der Rede und Er stimme jener englischen Theorie zu, die ausführe, es ein Recht zu gehen, wohin jeder wolle; diese beiden Rechte vereinigt bildeten das Versammlungsrecht.( Anhaltender Beifall auf der Linken.) Die Rede Kowalewskys rief große Sensation und Erstaunen bei den gemäßigten Parteien hervor. der Duma eine Fraktion unserer Partei gebildet hat. Dies geschah Zum Schluß können wir nicht umhin, zu berichten, daß sich in Außer der Kommission der Elf können wir noch für jedes Stautasus tamen. Jetzt besteht die Fraktion aus 21 Abgeordneten: nach der Ankunft von fünf Genoffen, die als Abgeordnete vom Gouvernement, das unter der Hungersnot leidet oder von ihr be- den fünf Genossen vom Kaukasus, vierzehn schon früher in der droht ist, lokale Abgeordnete wählen, wie wir es für Bialystok getan Gruppe befindlichen Arbeitern und zwei Landleuten. Neun andere haben und für den Kaukasus zu tun beabsichtigen. Diese lokalen Mitglieder der Arbeitsgruppe beabsichtigen ebenfalls, sich der Abgeordneten werden wir in die betreffenden Orte senden. Wir Frattion anzuschließen, haben es aber noch nicht getan. Tun fie werden uns an Stiftungen mit tadelloser Reputation wendenes, so ist unsere Frattion 30 Mann start, würde also die erforder. und als solche können nur die Semstwos gelten sowie diejenigen liche Bahl haben, um eigene Gefeßentwürfe einzubringen. es, so ist unsere Fraktion 30 Mann start, würde also die erforder: privaten Stiftungen, die der Bevölkerung aus eigenem Antriebe zu Bevor sie in die Duma gingen, haben unsere Genoffen beHülfe kommen. züglich des Abgeordneteneides folgende Erklärung in der Presse tönne " Wie auch die Herren Minister sich bemühen, nie werden sie das russische Volt davon überzeugen können, daß wir ihm nicht helfen wollen. Das einzige, was wir von den Herren Ministern fordern werden ja, fordern werden wir und nicht bitten, und zurückweifen wird man uns nicht! Das einzige also, was wir bon den Ministern fordern werden, ist: daß alle Mittel, die sie in ihren Händen haben, an unsere Kommission und an die Personen übergehen, die von uns für den Kampf mit der Hungersnot herbeigerufen werden. Aber daß wir sei es auch nur einen Groschen dem Herrn Gurko übergeben, dem wir hier öffentlich unser Miß trauen bekundet haben, Ihr Herren Volksvertreter, ich glaube nicht, daß wir uns je dazu entschließen.( Sehr richtig! Lauter Beifall.) " Sei es die Frage der Hungersnot, sei es jede beliebige andere Frage, die uns hier begegnet, nur eine Antwort haben wir für die Minister: Wann werdet Ihr endlich wenigstens so ehrlich sein, diese Blätze zu räumen?!"( Lauter Beifall. Rufe: Raus mit ihnen! Fort mit ihnen!) Redner begleitete den letzten Sah mit einer bedeutungsvollen Handbewegung, die dem Worte" fort!" entspricht. Er berläßt die Tribüne von rechts neben den Sißen der Minister und wirft ihnen herausfordernde Blicke zu. sodann über die Abschaffung der Todesstrafe. Der Abgeordnete Petersburg, 2. Juli.( W. T. B.) Reichsduma. Das Haus berät sodann über die Abschaffung der Todesstrafe. Professor Kusmin Karawajeff legt in längerer Rede dar, daß die Todesstrafe sowohl vom juristischen als auch vom politischen Standpunkte abgeschafft werden müsse. Redner verweist auf die französische Revolution und erklärt, die Reichsduma müsse auf die Beseitigung der Todesstrafe hinwirken, damit tein Mord in Rußland gesetzlich sei. Redner verlangt endlich, daß die Todesstrafe selbst in Kriegszeiten abgeschafft werde.( Lebhafter Beifall.) Der Justizminister ergreift hierauf das Wort, um für die Todesstrafe einzutreten, welche wegen der Entwickelung des Anarchismus unentbehrlich sei. Der Minister Anarchismus eingeführt worden sei. weist hierbei auf das Beispiel der Vereinigten Staaten von Nordamerika hin, in denen die Todesstrafe infolge der Ausbreitung des Der Redner, dessen Ausunterbrochen werden, schließt mit der Erklärung, die Regierung könne führungen durch Zwischenrufe: Abdanken, abdanken! und Aufhören!" die Todesstrafe zurzeit nicht abschaffen, denn das hieße auf dies Recht verzichten, diejenigen zu bestrafen, die die treuen Söhne des Landes mordeten.( Zwischenrufe: Genug genug!) Der Präsident erhebt sich zu der Erklärung, ein solches Vorgehen, die Ausführungen eines Redners abzuschneiden, ist in der Geschäftsordnung der Reichsduma nicht vorgesehen.( Beifall in der Mitte.) Der Generalstaatsanwalt der ministers, der sich den Anschauungen der Reichsduma nicht anschließen Marine Matwejeff erklärt hierauf kurz den Standtpunkt des Marines Die Ausführungen des Redners werden von Zwischenrufen Henter des Schmidt! begleitet. Der Präsident Wir unterschreiben das feierliche Gelübde, das durch das erteilt hierauf dem Generalstaatsanwalt der Armee Pawlo Gesetz über die Duma vorgesehen wird, um die Möglichkeit das Wort. Großer Lärm im Hause hindert diesen zu haben, die uns vom Volte vertraute Sache zu erfüllen. Wir jedoch am Sprechen.( Der Präsident läutet.) Die gesamte Wir wollen die Henker, nicht hören, fie sollen ihren Ministern fagen, daß fie abdanken sollen! Mehrere tribüne. geordnete drängen sich mit geballten Fäusten gegen die RednerDer Generalstaatsanwalt hält dem Lärmen etwa eine Minute stand und verläßt sodann den Saal. Petersburg, 2. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Der Minister des Innern hat in der Reichsduma einen Antrag auf Gewährung eines auf die Jahre 1906 und 1907 zu verteilenden Kredites von hundert Millionen Rubel eingebracht, die als Unterhaltungsmittel und zur Beschaffung von Saatfrucht für 127 von ißernte betroffene Streise, die sich auf 27 Gouvernements verteilen, veröffentlicht: erklären, daß wir politische Verpflichtungen nur gegen das Volk Linke erhebt sich mit den Rufen: Räuber und Mörder anerkennen." Presse besprochen. Er nannte die Minister Volksfeinde und wurde Die erste Rede des Genossen Romaschwili wurde von der ganzen der sozialdemokratischen und der Arbeitsfraktion erlaubte unserem vom Vorsitzenden unterbrochen. Aber die energische Einmischung Genoffen, ungestört weiter zu reden. Man muß in Rußland leben, um zu verstehen, welche Bedeutung für das gesamte Proletariat die sozialdemokratische Parole hat, wenn sie von der Höhe der Dumatribüne erschallt, auf die des ganzen Landes Blide gerichtet sind. Von der Feindschaft sprechend, Redner) aus:„ Ich komme vom Kaukasus, wo eine Menge die die Regierung hervorruft, rief Romaschwili( ein trefflicher Nationalitäten leben und wo das Proletariat aller dieser Nationalitäten im gemeinsamen Haffe gegen seinen gemeinsamen eind vereint ist, wo alle Arbeiter nur eine Losung haben, die da lautet: Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" ment! Und von seiner Tribüne das Feldgeschrei der internationalen O tempora, o mores! Jm despotischen Rußland ein BarlaArbeiterarmee! Die Revolution in Rußland. Die Situation. Verwendung finden sollen. Ab der Fürst Druzki- Ljebedi im dortigen Adelsklub einen Gutsbefizer Petersburg, 1. Juli.( B. H.) Nach Meldungen aus Binst hat durchgeprügelt, weil dieser fich abfällig über die Reichsduma ge äußert und den Bruder des Fürsten wegen seiner Mitgliedschaft in der Reichsduma beschimpft hatte. Die Affäre dürfte ein Duell zur Folge haben. Ein General! Petersburg, 1. Juli. Das Blatt der Zentrumspartei„ Parolem" greift den General Rennenkamp auf das heftigste an und be schuldigt ihn des systematischen Diebstahls während des Krieges in Ostasien. Es folgt Abgeordneter Roditscheff. Seine Rede ist mäßiger, aber sein anstedendes Feuer erregt die Versammlung nicht minder. " Heute morgen haben wir von Rußlands Martyrium gehört. Die Minister haben es leider nicht gehört! Es war nur ein Stöhnen. Vom Wolgaufer, dieser Getreidekammer Rußlands, vom Es bleibt alles beim alten. Kaukasus, Rußlands Perle, haben wir gehört. Ueberall Vers Petersburg, 1. Juli. Ebenso wie von seiten des Generalftabs wüstung, überall chronische Hungersnot. Und es wird kein Ende Petersburg, 1. Juli.( W. T. V.) Der„ Nowoje Wremja" wird die Ernennung von Juden zu Offizieren als untunlich erklärt wurde, sein, solange die Grundursache dieses Unglückes dauert. Die aus Batum von gestern telegraphiert: Die Gärung bei den Mann soll nunmehr auch den Juden der Eintritt in die Eisenbahnverwaltung Despotie das ist die Hauptursache des Elendes des Volkes. Und schaften der Festungsartillerie dauert fort; die den Meuterern ge- verwehrt werden. das Resultat hängt gar nicht davon ab, ob an der Spize der stellte Frist, sich zu ergeben, läuft morgen ab. In der Stadt hört Die kannibalischen Greuel von Bialystok. despotischen Regierung uneigennüßige oder wie es meist bei uns Morden und Rauben nicht auf. Durch die nun fünf Wochen der Fall ist von Eigennutz befleckte Menschen stehen. Budapest, 2. Juli. Abgeordnetenhaus. Abg. Czimazia dauernde Unterbrechung, die der Dampferverkehr mit Odessa durch den ... Aus allem, was uns der Minister heute erklärt, fönnen wir nur einen Streit der Schiffsmannschaften erleidet, ist das Wirtschaftsleben an( Kossuthpartei) ergreift vor dem Eintritt in die Tagesordnung das Wort und erörtert die Vorgänge Schluß ziehen: das alte System bleibt bestehen. Man erklärt der ganzen Küfte des Schwarzen Meeres lahmgelegt. Petersburg, 2. Juli. Bei dem Transport eines politischen Ge- in Bialystok. Dort hätten behördliche Organe mit Veruns ganz ruhig, daß die Volksküchen nur da geschlossen wurden, fangenen, namens Vinogradow, folgten gestern zwei Droschken dem letzung der elementarsten Pflichten Greueltaten gegen die wo deren Gründer revolutionärer Tätigkeit überführt wurden. Gefängniswagen. Die Insassen der ersten Droschte überfielen plöß ihrem Schute vertrauenden Untertanen verübt. Doch als man die Voltstüchen schloß, waren die Gründer noch lich den Gefängniswagen, erschossen den Wärter mit einem Revolver drückt die Ueberzeugung aus, daß das Abgeordnetenhaus ihm nicht überführt! Aber wenn sie es auch wären, wenn sie die und befreiten den Gefangenen, worauf sie in der zweiten Droschte zustimmen werde, wenn er über die in Bialystok verübten schrecklichsten Verbrecher wären, gibt es irgendwo auf Erden ein mit ihm die Flucht ergriffen. Gesetz, das dem Verbrecher Brot zu backen und Hungernde zu er agentur.) Statt der 12 russischen Dampfer, die regelmäßig zwifchen andererseits den Opfern sein Bedauern und seine Teilnahme Petersburg, 1. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphen- fannibalischen Grausamkeiten seine Verachtung kundgebe und nähren verbietet?( Beifall.) Seit Goremykin, dem heutigen Ministerpräsidenten, ist bei uns ein System eingeführt, das eine ben Häfen des Schwarzen Meeres verlehren, find zurzeit nur zwei bezeuge.( Bustimmung.) besondere Stonzession fordert, um an Hungernde Brot zu verteilen. im Verkehr, deren Mannschaft aus Militärpersonen besteht. Uns Russen ist das Wohltätigkeitsrecht entzogen! Der Arbeiterausstand in den einer französischen Gesellschaft gehörigen Bergwerken von Jusbfta ist beendet; die Forderungen der Arbeiter sind zum Teil bewilligt worden. Politifche Uebersicht. Redner Berlin, den 2. Juli. Herrenhaus und Schulverpfaffung. " In Elisabethgrad wurden Aerzte vom Generalgouverneur nicht zur Arbeit zugelassen. Der Minister hat diese Tatsache zu Die 5. Kompagnie des Leibgarde- Sappeurbataillons hielt gegeben, aber er erklärte: ärztliche Hülfe wäre dort nicht nötig trok strengen Verbotes des Kompagniechefs eine Versammlung gewesen! Es ist eine Schamlosigkeit, eine unerhörte Grausamkeit! ab und beschloß, sich mit dem Vorgehen des 1. Bataillons des Das Herrenhaus nahm am Montag zunächst in der durch Ich, ein Arzt, gehe, um Leute zu heilen, und ein Generalgouverneur Preobraschensti- Regiments solidarisch zu erklären. Etwaigen die Verfassung vorgeschriebenen zweiten Abstimmung den Anerklärt mir, ich sei hier nicht nötig! Welcher Kriegszustand Verhaftungen will man sich gewaltsam widersetzen. trag Schiffer an, der durch einige Aenderungen der Verbewaffnet die Generalgouverneure mit diesem Recht? Wo, in Petersburg, 1. Juli.( B. H.) Das dem Dumamitgliede Grafen fassung eine beschleunigte Verabschiedung des Schulunterwelchem Gesetz ist das festgestellt, in welchem Gewissen steht das Potosky gehörende Gut Wolca wurde von revolutionären Bauern haltungsgesetzes herbeizuführen beabsichtigt. Die Regierung geschrieben?" ausgeraubt und in Brand gestedt. hat es sehr eilig, ihr Werk unter Dach zu bringen, sie hat, fanden sich in der vergangenen Woche in sechs hiesigen Fabriken zur Veröffentlichung der Lex Schiffer bereits in der Tasche. Petersburg, 2. Juli. Nach Angaben der Fabrifinspektion be- wie der Minister Studt erklärte, die Ermächtigung des Königs In einem Dorfe des Kreises Neu- Ladoga sind der„ Petersburger Die Verfassungsänderung wird also schon in allernächster Zeit Beitung" zufolge sechs Fälle von fibirischer Best festgestellt worden. veröffentlicht werden. Wenn aber Herr Studt meint, daß Petersburg, 2. Juli. Die Fabriken des Kiewschen Gouvernements damit die verfassungsmäßigen Bedenken gegen den Beginn der befchloffen, zufünftig Streifarbeiter nicht wieder einzustellen, sondern Beratung der Schulvorlage im Herrenhause beseitigt sind, so Redner macht eine Pause und sieht dem Minister ins Gesicht. (( Bauter Beifall.) Weiter entwidelt Roditscheff den Gedanken, daß Rußland Hunger und Elend leiden müsse, solange es nicht ein freies Land ist. * 3000 Arbeiter im Ausstande. Irrt er. Es tommt keineswegs darauf an, daß die Publi- 1dauernden Schaben genommen hat und daß sie bald wieder mit kation der Verfassungsänderung vor der Veröffentlichung des alter Energie und vollem Feuer für die Interessen der Arbeiterklasse Schulunterhaltungsgesezes erfolgt, sondern vielmehr darauf, einzutreten in der Lage ist. werden kann. daß erst nach Infrafttreten der Verfassungsänderung mit der Beratung des Schulgesetes im Herrenhause begonnen wird. Der Bankrott des sächsischen Antisemitismus. Diese Formalität ist aber nicht innegehalten worden, und Die Deutsche Wacht", das Zentralorgan der deutschsozialen die Folge davon ist, daß die SchulunterhaltungsReformpartei hat, nachdem sich ein Käufer für die Konkursmaffe borlage niemals Gesebestraft erlangen fann. Es nicht gefunden, am 30. Juni ihr Erscheinen eingestellt. handelt sich hierbei um eine wichtige, staatsrechtliche Auf dem Sterbelager hat das Blatt, das sein Lebtag in der HauptFrage, die von unparteiischen Verwaltungsgerichten gar nicht fache mit Denunziationen, Lügen und Verleumdungen operierte, anders als in dem von uns angedeuteten Sinne entschieden Abschiedsartikel die Wahrheit, indem es das antisemitische Parteieine Anwandlung zum Besseren bekommen. Es sagt in dem Die Beratung des Schulunterhaltungsgesetzes begann mit elend und den Bankrott der Reformpartei" unumuwunden zugibt. einer Generaldebatte, in der in der Hauptsache der konfessionelle Es heißt in diesem Abschiedsartikel, nach einem Hinweis auf das Charakter des Entwurfs einer Erörterung unterzogen wurde. Anschwellen der antisemitischen Schlammfluten bei der ReichstagsWährend der Kieler Botaniker Reinke und Freiherr wahl im Jahre 1903: b. Durant entschieden für die Konfessionsschule eintraten, wandte sich Oberbürgermeister Kirschner mit aller Schärfe dagegen. Herr Kirschner will nicht etwa, daß der Religionsunterricht aus der Schule entfernt wird, im Gegenteil, er steht durchaus auf dem Boden, daß der Religionsunterricht in die Schule gehört. Aber gerade weil er in dem Entwurf eine Gefährdung der Religion erblickt, wendet er sich mit aller Schärfe gegen die beabsichtigte Verpfaffung der Volksschule. Er fürchtet, daß die Sozialdemokratie den Vorteil davon hat und daß sie schließlich dazu übergehen wird, programmatisch den Kampf gegen die Religion zu fordern. Also, bei der ersten Beratung verlangt Frhr. v. Manteuffel die Konfessionsschule, um der berhaßten Sozialdemokratie den Garaus zu machen, und bei der zweiten Beratung gibt Herr Kirschner der Befürchtung Ausdruck, daß die Konfessionsschule der Sozialdemokratie zugute tommt! Die Herren mögen sich ihre Köpfe nicht allzusehr zerbrechen, den Siegeszug der Sozialdemokratie wird weder der Junker Manteuffel mit der Stonfessionsschule, noch der Berliner Oberbürgermeister ohne fie aufzuhalten vermögen. Abgeordnetenhaus. freises sich dem Wunsche ihrer politischen Führer fügt. Wir haben in dieser Beziehung, durch lange Erfahrung geivigigt, feine ausschweifenden Hoffnungen. Da die meisten Protestanten sich bon ihrer Furcht und ihrem Бав gegen die Ultramontanen nicht losmachen fönnen, muß auch mit der nahen Möglichkeit gerechnet werden, daß der Sozialdemokrat bei der Stichwahl den Sieg bas bonträgt. Diese Möglichkeit, welche wir taltblütig ins Auge faffen, würde natürlich auch den Wahlkampf in Hagen ausschlaggebend beeinflussen. Wir wollen uns mit den Gedanken, welche sich unwillkürlich aufdrängen, wenn man mit einer Stichwahlniederlage des Zentrums in Iserlohn rechnet, hier vorläufig nicht beschäftigen. Das dürfte aber feststehen, daß, wenn der nächste Abgeordnete für Altena und Iserlohn nicht Alode heißt, der nächste Abgeordnete für Hagen weder Cuno noch Moldenhauer benamset sein dürfte." Kommunale Helfershelfer der Schulreaktion. Während Allzu schwer wird ja den meisten freisinnigen Volksparteilern Intelligente Ueberläufer aus anderen politischen Parteien scharten sich um das neue politische Banner, ein Strebertum das Eintreten nicht werden. Die Prinzipienfestigkeit ist in ihrem fondergleichen drängte sich in den Vordergrund, und auf den Gefimmingsinventar längst zu einer unbekannten Größe geworden. Schultern der freudetrunkenen Masse gelangte mancher fleine, bis dahin unbeachtete Geist, wenn er nur über starke Ellenbogen berfügte, zu Ruhm und Würden. Als aber der erste Rausch verflogen In Kiel beschäftigten sich die städtischen Kollegien am Sonnwar, als sich erwies, daß die antisemitische Bewegung nicht im abend mit einer Vorlage der dortigen Schulfommission, die die Er Sturme zum Siege zu führen sei, sondern in ausdauernder mühe- und opfervoller Arbeit ihre Existenzberechtigung erst zu be- richtung einer Anzahl neuer Klassen und Lehrerstellen für die weisen habe... da begannen sehr bald jene vom Kampfplage zu höheren, sowie die Volks- und Mittelschulen verlangte. verschwinden, die ihr erhofftes Ziel schon erreicht hatten, oder den die auf die höheren Schulen bezüglichen Anträge ohne weiteres Kampf gegen die Waffen des Gegners nicht ertragen konnten, und angenommen wurden, entspann sich über die Forderungen, die die Taufende der Kleingläubigen und Schwachen und Mutlosen Volksschulen betrafen, eine ausgiebige Debatte. Es stellte sich gingen mit ihnen Einst schrieb der Führer der Reform heraus, daß in der Kämmerei, der Finanzkommission, die bei partei in einem Rundschreiben an seine Getreuen: Mit der allen von finanziellen Konsequenzen begleiteten Vorlagen sämtdeutschen Wacht steht und fällt die reformerische licher anderen städtischen Ressorts mitzuwirken hat, aus SparBewegung in Sachsen." Nun die Wacht" in ihrer bis samkeitsgründen eine starte Minorität gegen den Ausbau des herigen Gestalt ist gefallen, mag die Zukunft lehren, daß die Volksschulwesens war. Die beantragten Erweiterungen waren Prophezeiung des reformerischen Führern auch in ihrem zweiten übrigens, das sei besonders hervorgehoben, durchaus nicht etwa von Teile recht behält... " Mit einem Aktienkapital von mehreren 100 000 mark wurde das grundsäßlicher oder auch nur materiell weittragender Bedeutung, Blatt, das als ein solches großen Stils angelündigt wurde, ge- fie bezweckten lediglich die durch die jährliche Bevölkerungszunahme Die Sigung wurde, nachdem sie knapp zwei Stunden gründet. Acht Redakteure, mehrere Geschäftsführer und einen Direktor bedingte normale Vermehrung der Klassen an den vorhandenen gewährt hatte, abgebrochen, da die Junkerpartei erst noch eine für das Ganze stellte man mit hohen Gehältern an. Und nun ging Schulen. An der Durchschnittsfrequenzziffer der Kieler Boltsa Fraktionssitung abhalten will, um zur Frage der Verteilung pulvert. Nun ging das Elend an. Man legte Attien zusammen, zahl 55 festgelegt worden, wurde durch die Vorlage so wenig ge es los. Nach 12 Jahren war das Geld in der Hauptsache ver- schulflaffen, die durch Kollegienbeschluß vor Jahren auf die Kopfder Schullasten Stellung zu nehmen; sie werden unter bettelte Geld bei reichen Antisemiten, pumpte, was das Zeug rüttelt, daß, wie zur„ Beruhigung“ der Gegner der Anträge von Führung des Grafen Mirba ch versuchen, die Gutsbezirke hielt usw. gänzlich von den Schullasten zu befreien. Schon vor sechs Jahren stand das Blatt vor dem Mitgliedern der Schulfommission wiederholt fonstatiert werden Bankrott; es fand sich aber noch einmal ein Käufer, das- tonnte, nach wie vor dieser Frequenzstatus in einer beträchtlichen selbe wiederholte sich vor drei Jahren. Jetzt ist das Blatt Anzahl von Klassen, zum Teil erheblich, überschritten werden Auch das Abgeordnetenhaus ist am Montag wieder zu Ramsch loszuschlagen gewesen. Und der qualvolle Krebsgang des wieder ausgeboten worden; es ist aber nicht einmal im würde. Für die Minorität der Kämmerei und ihren Sparsamkeitsfammengetreten. Es erledigte in dieser Sizung, der ersten seit Bentralorgans ist ein Spiegelbild von dem steten Bleitegange der standpunkt legte sich mit besonderem Eifer ins Zeug Herr Alexander Pfingsten, einige kleinere Vorlagen, darunter eine betreffend antisemitischen Partei in Sachsen. Die reformerische Bewegung Niepa, Führer des schleswig- Holsteinischen Freisinns und ChefEinführung des Befähigungsnachweises für das Handwerk, braucht mit der„ Wacht" nicht erst zu fallen; sie ist längst tot. Die redakteur des liberalen Provinzmoniteurs, der„ Kieler Zeitung". die ohne weitere Debatte durch Uebergang zur Tagesordnung wenigen lleberreste, die noch zu verzeichnen sind, existieren nur noch Ihm und seiner Gruppe trat scharf entgegen der Oberbürgermeister Am Dienstag stehen kleinere Vorlagen und Petitionen scheinbar- unter der konservativen Gnadenſonne. Wenn die ein- uß, der u. a. folgende bemerkenswerten Ausführungen machte: „ Die Gegner der Vorlage möchten doch die allgemeine auf der Tagesordnung. politische Situation berücksichtigen. In der Kommission des Herrenhauses, die das neue Schulunterhaltungsgesetz zu beraten habe und der er, Fuß, angehöre, müßten es sich die Oberbürgermeister immer wieder sagen lassen, es sei eigentlich unverständlich, wie gerade sie, die Leiter der kommunalen Ver waltungen, sich gegen ein weitgreifendes Aufsichtsrecht des Staates in den Schulsachen sträuben könnten. In den kommunalen Körperschaften der Großstädte werde doch erfahrungsa gemäß das Volksschulwesen mehr nach finan= ziellen als nach pädagogischen und fulturellen Gesichtspunkten behandelt. Die Schule tönnte unter diesen Umständen von einer Erweiterung des staatlichen Auffichtsrechtes nur gewinnen. erledigt wurde. ivarm Deutfches Reich. Der Präsident des Reichsversicherungsamtes verstorben. Der Präsident des Reichsversicherungsamtes, Gäbel, ist gestern früh an den Folgen einer Blinddarmentzündung verstorben. Gäbel wurde im Jahre 1897 Nachfolger des ersten Präsidenten des Reichsversicherungsamtes Dr. Bödiker. Geinerzeit haben wir wieder holt und insbesondere bei dem Abgang des Präsidenten Böbiker er trat in den Dienst der Firma Siemens u. Halste herbor gehoben, daß Dr. Bödiler lebhaft bestrebt war, seine hohe Sach kenntnis unparteiisch anzuwenden und die foziale Gesetzgebung in gerechtem und sozialem Geifte zu handhaben. Troz feiner politischen Gegensätzlichkeit genoß Dr. Bödiker die volle Achtung der Arbeiter, die mit ihm als Unfallverlegte, Invaliden oder Altersrentner oder als Arbeitervertreter in Berührung famen oder seine schriftstelle rischen oder amtlichen Leistungen kennen lernten. Der lebhafteste Wunsch, aus innerer Ueberzeugung heraus, ohne nach oben oder nach unten zu blicken, die soziale Gefeßzgebung zu einer wirklich gerechten und sozialen zu machen, durchzog feine gefamte Tätigkeit. Konnte Dr. Bödiker nicht erreichen, was er anstrebte, so lag das an den Verhältnissen und der mangelhaften Gesetzgebung: seine Unparteilichkeit und Gerechtigkeit wurden insbesondere von den Arbeitern anerkannt. Böllig anders steht es mit dem wirken seines eben verschiedenen Nachfolgers. Mit einer Tat der herbsten Parteilichkeit läutete er seine Tätigkeit als stellvertretender Präsident des Reichsversicherungsamtes ein: in einem bertraulichen" Rundschreiben vom 81. Juli 1897 empfahl er für Krankenhäuser und Sanatorien als Gegengift gegen staatsfeindliche, insbesondere sozialdemokratische Bestrebungen" die Sudelküche des christlichen Zeitschriften- Vereins", geleitet von dem im Jahre 1901 verstorbenen Prediger Hülle. Ganz im Geiste der Stöckerei und Muckerei suchten die empfohlenen Hülle- Traktätchen -in ähnlicher Weise wie jetzt der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie- durch tendenziöse Entstellingen und hanebüchene Lügen. Salbadereien über Patriotismus und Frömmigkeit und elendeste Heuchelei der Sozialdemokratie den Garaus zu machen. Die Tatsache, daß Gäbel, der selbst Mitglied der inneren Mission- war, auf Wunsch von der Kaiserin nahestehenden Kreisen den Hüllekram unter Ausfällen gegen die Sozialdemokratie empfahl, kennzeichnet die abgrundtiefe Parteilichkeit, die den Verstorbenen aus zeichnete. Unter Gäbels Leitung fant das Ansehen des Reichsbersicherungsamtes von Jahr zu Jahr. Erkannten die Arbeiter aus den Bemühungen der früheren Leitung das Streben nach sozialer Gerechtigkeit, wirklicher Menschenliebe und wohlwollender Unterstützung der Arbeitsinvaliden, so drängte Gäbels Leitung der Arbeiterklasse das Empfinden von Jahr zu Jahr stärker auf: das Reichsversicherungsamt durchweht ein arbeiterfeindlicher, bureaukratischer, engherziger, antisozialer Geist, der salbungsvolle Worte, aber nicht soziale Gerechtig feit für die Arbeiter betätigt. Gewiß ist der Verstorbene an diesem Niedergang des Ansehens des Reichsversicherungsamtes nicht allein schuld, aber Heuchelei wäre es, bei der Meldung von seinem Tode zu verschweigen, daß die Arbeiterklasse den Tod Gäbels nicht zu betrauern hat. aus Genoffin Luxemburg aus der Haft entlassen. um Am Sonnabend ist Genossin Luxemburg endlich aus der Haft in Warschau entlassen worden. Seit dem 5. März befand sich unsere Mitstreiterin im Warschauer Gefängnis. Nach fast viermonat licher Untersuchungshaft lehnte das Gericht vor acht Tagen die Er hebung einer Auflage ab, weil feinerlei Belastungsmaterial gegen Genofsin Luxemburg vorlag. Die Entlassung unserer Freundin dem sich Gefängnis verzögerte einige Tage, weil die Polizeibehörde den Nachweis ihrer preußischen Staatsangehörigkeit forderte ohne einen solchen wäre vielleicht das sogenannte administrative Verfahren( willkürliches Vorgehen gegen politisch Verhaftete, die gerichtlich freigesprochen sind) eingeleitet worden, Unsere Genossin hat im Gefängnis schwer leiben müssen- eine Woche hindurch beteiligte sie fich an ethem Hungerstreit der politischen in der Warschauer Zitadelle unter gebrachten Verdächtigen-hoffen wir, daß ihre Gesundheit keinen mal nicht mehr scheint, wird auch der letzte Rest der sächsischen Antisemiten verschwinden. So endet die Partei, die ein Wall sein sollte gegen die Sozialdemokratie, die das Bürgertum verjüngen und die ,, rote Internationale" völlig überwinden wollte. Wiederaufleben der preußischen Ausweisungsschmach. " Bereits am Sonnabend teilte das Berl. TagebI." mit, daß ihm neuerdings wieder eine Reihe von Russenausweisungen bekannt geworden seien. So habe man eine wohlhabende, politisch ganz indifferente ruffische Familie ausgewiesen, obwohl dieselbe bereits seit 1 Jahren in Berlin gewohnt habe. Heute teilt das Blatt mit, daß dieser Fall keineswegs vereinzelt dastehe, daß ihm vielmehr eine ganze Blütenlese ähnlicher Ausweisungen bekannt geworden sei, wo weder materielle Rot noch politische unzuverlässigkeit, noch sonst irgend ein anderer Grund" für die Ausweisung vorgelegen habe. Von einem dieser Ausgewiesenen werde ihm die Prozedur eines solchen Ausweisungsverfahrens folgendermaßen geschildert: " Vor sechs Wochen tam ich mit meiner Frau, die sich im jüdischen Krankenhause einer schweren Operation unter ziehen sollte, nach Berlin. Die Operation hat vor vier Wochen stattgefunden; nach ärztlichem Gutachten muß aber meine Frau noch zirka drei Wochen im Kranten hause bleiben. Vorgestern wurde ich nun zur Polizei bestellt. Zwischen einem Wachtmeister und mir entwickelt sich nun das folgende, ziemlich wörtlich wiedergegebene Zwiegespräch: 23atmeister( in strengem Tone): Was tun Sie hier? Ich: Ich habe meine frante Frau ins jüdische Krankenhaus gebracht, wo sie operiert worden ist; sie wird hier noch zirka brei Wochen bleiben müssen. W. Was wollen Sie dann hier? Sie haben hier nichts au tun, laffen Sie Ihre Frau hier, Sie fahren nach Hause. Ich: Aber meine Frau ist noch frant, ich bin der einzige, den fie hier hat, der ihr etwas Trost und Hoffnung zusprechen fann. Wir haben einen Baß, und ich kann ohne große Schwierigkeiten nicht allein fahren. W. Es wird auch so gehen. Wieviel Geld haben Sie? Ich zeige ihm ungefähr 1500 Mark). W.: Innerhalb bier Lagen müssen Sie abreisen. Ich: Aber das ist ja unmöglich, ich fann unmöglich meine trante Frau hier allein zurüdlassen. Weshalb denn das? Ich falle Ihnen doch hier nicht zur Last, ich bin ein wohlhabender Kaufmann, der hier jetzt schon manches Hundert Rubel ausgegeben hat. W.: Darauf kommt es nicht an, Sie milffen fort; in spätestens vierzehn Tagen müffen Sie Deutsch land verlassen. Es scheint, als ob das brohende Wiederaufleben der Revolution in Rußland die für die Ausweisungsschmach verantwortlichen Behörden wieder völlig nervös gemacht habe. Bur Stichwahl in Altena- Iserlohn. Wie stehe er nun da, fuhr Redner fort, wenn er nächste Woche, wo die Herrenhauskommission für die Schulvorlage wieder zusammentrete, sich hinstelle und für die städtische Selbstvers waltung in Schulsachen eintrete, und die Gegner haben erfahren, daß eben erst eine städtische Körperschaft unter seinem Vorsitz beschlossen habe, daß in Schulangelegenheiten der finanzielle, der Sparsamkeitsstandpunkt allein den Ausschlag geben müsse! Er bitte darum dringend, mit Rücksicht auf die bedrohte Selbste verwaltung der Städte, die Vorlage der Schulfommission anzus nehmen." Die Worte des Oberbürgermeisters wirkten sogar in diesem Kollegium politischer Krähvinkler, als welche die städtischen Zensus. parlamente in Schleswig- Holstein durch die Bank anzusprechen sind, geradezu sensationell. Herr Niepa wußte nichts anderes zu ent gegnen als: Herr Fuß könne ja den Herren in Berlin, die ihm folche Vorhaltungen machten, vor Augen führen, daß in Ostelbien die Schulzustände noch viel schlimmer seien worauf Fuß repli gierte, es seien durchaus nicht ostelbische Reaktionäre, die die Oberbürgermeister mit den erwähnten Argumenten zum Schweigen brächten, sondern die sehr gut beschlagenen Fachleute der Regierung und ernst zu nehmende Politiker. Schließlich wurde die Vorlage der Schulkommission mit fnapper Mehrheit angenommen. Erwähnt sei noch, daß Herr Fuß ausdrücklich betonte, mehr fönne er bei der Diskretion, zu der in bezug auf die Kommiffionse verhandlungen des Herrenhauses verpflichtet sei, leider nicht fagen. Das deutet darauf hin, daß er noch manches Einschlägige in petto hatte. Aber auch das Mitgeteilte genügt, um zu erklären, weshalb auch in dem parlamentarischen Boudoir, genannt preußisches Gerrenhaus, die Vertreter der Bourgeoisie mit ihrer Opposition gegen die reaktionäre Schulvorlage so wenig Erfolg haben: ihre Worte werben mit ben Taten der von ihnen selbst geleiteten städtischen örperschaften tot= gefchlagen. Kolonialreklame in den Schulen. Die Freifinnigen im Wahlkreise Altena- Iserlohn befinden sich in Es ist bekannt, daß der Flottenverein den Schulen einer üblen Zwangslage. Das Zentrum fordert, daß fie sämtlich, Marinetabellen und anderes Flottenmaterial überwiesen hat, Mann für Mann, bei der Stichwahl für den Zentrumskandidaten durch das die Schüler für die Flottenfererei begeistert werden Leider hat sich auch eine Anzahl von Lehrern zu Stlode eintreten. Die bloße Aufforderung des freisinnigen Wahl- follen. tomitees, daß alle Wähler, die bei der Hauptwahl für den frei dieser Flottenreklame mißbrauchen lassen. Nun wird gar gefinnigen Kandidaten geftimmt haben, in der Stichwahl ihre meldet, daß von amtlicher Stelle der gleiche Unfug zugunsten Stimmen für Klode abgeben sollen, genügt den An der Kolonialreklame getrieben wird. So lesen wir in bürger sprüchen der Zentrumsleitung nicht; fie fordert, daß das lichen Blättern: freifinnige Komitee auch tatsächlich alle freifinnigen Wähler an die Wahlurne bringt. Geschieht das nicht, dann will das Zentrum bei der kurz darauf stattfindenden Nachwahl in Hagen den freisinnigen Standidaten, den Oberbürgermeister Cuno, erbarmungslos durch fallen laffen. Die ultramontane Westb. Bollsatg." in Hagen bea richtet darüber: 11 „ Die unterlegenen Parteien des Freisinns und der Nationalliberalen stehen vor der Notwendigkeit, am Stichwahltage entweder für das Zentrum oder für den Sozialdemokraten sich au entscheiden. Die Lage wird für beide Parteien noch berwidelter dadurch, daß im Laufe der nächsten Wochen die Nach wahl in Hagen stattfindet, bei welcher das Zentrum mit feinen Stimmen schwer ins Gewicht fällt. Nun zweifeln wir ja leinen Augenblick, daß die beiden liberalen Parteileitungen wenigstens offiziell zur Wahl des Zentrumskandidaten auffordern werden; allein dar. um handelt es fio weniger, als darum, ob die protestantisch liberale Wähleriaft des Wahl. Schon am 12. Februar d. J. Hat der Kultusminister in einent Erlaß ausgesprochen, daß die weiteren Kreise der Lehrer mehr als bisher für die Kolonialbestrebungen erwärmt werden müßten. Die tönigliche Regierung au Arnsberg erläßt nun daraufhin ihrerseits eine Berfügung an die Kreisschul inspektoren, die Direktoren der höheren Mädchenschulen, an die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister und spricht diesen Herren gegenüber die Erwartung aus, daß sie in der ihnen unterstellten Lehrerschaft das Interesse für die deutschen Kolonien und die mit ihnen verbundenen Fragen nach Kräften fördern werden. Sodann wird in der Verfügung ausgeführt, in welcher Weise dieses Ziel erreicht werden soll. Bu nächst follen bie amtlichen Kreislehrerfonferenzen für diesen gwed benutzt werden. Sodann soll die Lehrerschaft zum Studium einschlägiger Berle angeregt werden. Endlich sollen Kolonial atlanten für die Hand der Lehrer und große Kolonialfarten zum Gebrauch in den Dberklassen auf Kosten der Schultassen angeschafft werden. Von der Lehrerschaft sollte erwartet werden, daß sie Einsicht und Rückgrat genug besäße, diese unerhörten Zu- mutungen einmütig mit allem Nachdruck zurückzuweisen. Wenn das gesetzliche Verbot besteht, daß Schüler und Lehrlinge an politischen Versammlungen nicht teilnehmen dürfen, so sollte man doch konsequent genug sein, sich gegen das Ansinnen zu verwahren, die Schule zu weltpolitischer Propaganda zu mißbrauchen!— Husland, Schweiz. Handelsvertriige. Das Provisorium mit Oesterreich- Ungarn ist bis 1. August verlängert worden, weil die Ungarn bis zetzt den Bertrag noch nicht behandelt haben. Man erwartet, es werde dies bis t. August geschehen, so daß von diesem Dawm an der neue Handelsvertrag in Kraft treten könnte. Schwieriger gestaltet sich die Sachlage mit Frankreich. Namentlich die Clique der Lyoner Seidenindustriellen befolgt Hoch- schutzzolltendenzen. Schweizerischerseils kommen namentlich Seiden- bänder und-Gewebe. Käse und Uhren in Betracht. Die Waren- bilanz der Schweiz mit Frankreich ist stark passiv. Letzteres müßte bei einem Zollkriege mehr verlieren als die Schweiz. Diese zeigt aber festes Rückgrat. Die Entscheidung dürfte erst Mitte Juli er- folgen, wenn die französische Kammer und der Senat gesprochen haben; dessen Zollkommissionen beraten gegenwärtig den Minimal- tarif.—_ Zollkrieg der Schweiz mit Spanien. Was wir voraussagten, ist zur Tatsache geworden. Die Schweiz ist mit dem 1. Juli mit Spanien in den wirtschaftlichen Krieg ge- treten. Tic Positionen des neuen schweizerischen Gcncraltarifs sind sehr gesalzen, und namentlich den Wcinzoll von 30 Frank werden die Spanier, die jährlich für 17 Millionen Frank Wein in die Schweiz einführen, sehr zu spüren bekommen. Im General- tarif sind nur 20 Frank Weinzoll vorgesehen, aber der Bundesrat hat einzelne Positionen noch über den Generaltarif hinaus erhöht. Die Schweiz �führt nur für TVt Millionen nach Spanien aus (Stickereien. Seide. Käse, Uhren usw.), Spanien dagegen führt für 30 Millionen ein. ftfrnnkreich. Die Reformregicrung bei Tagesbcleuchtung. Paris, 30. Juni.(Eig. Ber.) Neulich, beim großen oratorischen Feuerwerk zur Kammer- eröffnung, hat der Minister des Innern sein Bekenntnis zum sozialistischen Minimalprogramm abgelegt. Wie es scheint, ist die Arbeitsteilung im jetzigen Kabinett derart organisiert, daß es Minister für angenehme und Minister für unangenehme Botschaften gibt. In diesem Falle ist Herrn Poincare, dem Finanzminister, die Vaterschaft der schlechten Botschaften zugeteilt. Sein Budget- cntwurf ist die peinlichste Ueberraschung für die Steuerzahler, denen man vor den Wahlen die verführerische Weise:„Keine An- leihe, keine neuen Steuern" vorgesungen hat. Noch am Vorabend der Wahlen bekamen die Bürger einen Hymnus über den Wohl- stand der Republik zu hören. Auf einmal aber wird ihnen ein Budget vorgelegt, das eine'schlimme Zerrüttung des Staatshaus- Halts offenbart. Bei einem Erfordernis von 4010 Millionen sind 377 Millionen ungedeckt. Davon entfallen 193 Millionen auf mili- tärische Ausgaben, die im kritischen Augenblick der Marokkoaffäre ohne Zustimmung des Parlaments gemacht wurden. Im ganzen sind 244 Millionen als zeitweilige Ausgaben ein- gestellt, die der Finanzminister'durch eine Anleihe aufbringen will. Die 199 Millionen dauernde Ausgaben aber sollen durch neue Steuerreformen gedeckt werden. Vor allem soll die Abgabe für Erbschaftsanteile über 19 999 Frank um 39 Proz. erhöht werden. Eine gleiche Bestimmung ist für Schenkungen zwischen Lebenden vorgesehen. Dazu kommen Erhöhungen der Taxen für Jnhaberpapiere und Efscttenumsatz, eine Besteuerung der söge- nannten Aperitivgetränke, wie Absinth, Wermut, Bitter, merk- würdigerweise aber auch eine Auflage von ä Centimes für jede Flasche Mineralwasser I Das französische Budget hat also die vierte Milliarde über- schritten. Seit 1899 ist es um nicht weniger als 1299 Millionen gestiegen. Aber gegen diese Vermehrung wäre am Ende wenig einzuwenden, wenn die erhöhten Ausgaben sozial und kulturell nützlichen Zwecken zugute kämen. Aber der größte Teil ist dem Militarismus geopfert worden, dessen Gefräßigkeit von den wechselnden politischen Aushängeschildern der Bourgeoisregierungen nicht berührt wird. Seit der Errichtung der dritten Republik hat der Militarismus nicht weniger als 42 Milliarden verschlungen. Auf die Dauer verträgt auch ein so reiche» Land wie Frankreich diese Wirtschaft nicht. Noch bleibt allerdings eine ergiebige Quelle von Staatseinnahmen zu erschließen: die Einkommensteuer— aber es ist nur allzu wahrscheinlich, daß diese Steuer, wenn sie jetzt wirklich beschlossen wird, die Kapitalisten möglichst schonen und in- folgedessen auch nicht viel einbringen wird. Immerhin hat schon die durch das Budget eröffnete Aussicht auf die Einkommen- fteuer die wohl hauptsächlich durch die russischen Ereignisse in Un- ruhe versetzte Pariser Börse in eine noch größere Aufregung ge- bracht. Daß die reaktionäre Presse diese Situation politisch zu ver» werten sucht, ist begreiflich. In jedem Fall« aber trägt die R e> ?ierung daran die Hauptschuld, da sie der ihren Verzweiflung». ampf kämpfenden zarischen Reaktion den Rückhalt an dem von französischer Arbeit aufgestapelten Kapital geboten hat. Wer als erster die Folgen dieser schlimmen Finanzlage zu tragen haben wird, da« ist— wenigsten« nach den Plänen der regierenden BourgcoiSdcmokratie—- die arbeitende Klasse. Vor allem steht die Sache der Altersversicherung recht übel. War e» schon von Anfang an wenig wahrscheinlich, daß der Senat daS Gesetz in der von der Deputiertcnkammcr in Vorwahlstimmung beschlossenen Fassung annehmen würde, so muß man heute damit rechnen, daß die radikale Majorität der Deputiertenkammer die Verschleppung des Gesetzes nicht ungern sehen wird. Das ge- mäßigte„Journal des DebatS" hat gestern zynisch erklärt, daß es überhaupt am besten wäre, die ganze Altersversorgung in den Papierkorb zu werfen I— Die Regierung muß natürlich in einer anderen Tonart sprechen, aber sie denkt nicht viel anders: Herr Poincare hat in der SenatSkommission erklärt, die Regierung sei wohl für die obligatorische Versicherung, aber gegen da» von der Deputiertenkammer beschlossen« garantierte Maximum von 369 Frank.— Auch meinte er, der Rentcnbezug müsse auf die- jenigen beschränkt werden, die durch ihre Beiträge den Anspruch darauf erworben hätte». Die übrigen seien der Altrrsfürsorge zu überweisen. Das bedeutet den Wegfall der Uebergangsbestnn- , nungen. die schon jetzt den alten Arbeitern eine Rente von 129 Frank als Mindestbetrag sicherten. Ohne eine solch« Ueber« gangSbejiimmung jedoch ist da« Gesetz überhaupt für die Sozialisten unannehmbar. Der Minister aber hat auch erklärt, daß dem Gesetze die Sicherung der zu seiner Durchsührung notwendigen Mittel vorangehen müsse. Mit Recht bemerkt Jauräs in der„Humanite" dazu:„Das scheint theoretisch ganz plausibel praktisch bedeutet es die Verhinderung jeder Reform." Der Minister hat da dem Senat die Waff« in dt« Hand gedrückt, mit der dieser das Gesetz wird umbringen wollen. Bei den Riesenausgaben für den Mili- tarismus hat man nie vorher gefragt, wie man die nötigen Mittel aufbringen werde. Die buchhalterische AengstlichkeU fängt bei der dringendsten Forderung der arbeitenden Klasse an. Die neue Aera des reformistischen, die soziale Frage ohne Klaffen- kämpf lösenden Radikalismus läßt sich gar hoffnungsvoll an: mit der Auslieferung der alten Arbeiter an das Elend und an die Arnienversorgung-_ Pnris, 2. Juli. KassalienShof. Ter Generalstaatsanwalt unterzieht im weiteren Verlause seiner Ausführungen daS Schrift- stück Nr. 26 des geheimen Dossiers einer Prüfung, in dem L dem A ankündigt, daß er den EisenbahnorganisationSplan erhalten verde, und lodann daS dem Deutschen Kaiser zugeschrieben« Doku- ment, in dem der Name Drehfus mit vollen Buchstaben enthalten ist. Drehfus habe in seinem Gesuch an den Justizministcr gegen dieses Schriftstück protestiert, das zu seiner Verurteilung führte. Serbien. Die Skuptschina ist durch die Nachwahlen vom Sonntag um 3 Altradikale, 2 Nationalisten und einen Fortschrittler„bereichert" worden. Demnach haben im ganz«» die Altradikalen 99, die Jung- radikalen 48, die Nationalisten 16, die Fortschrittler 9 und die So- zialisten ein Mandat erhalten.— Wodurch die Grundlagen der Republik Hamburg jus Wanken gerateu. Als das Gericht am Montag in dem Prozeß gegen Genossin Luise Zieh das Urteil verkünden wollte, stellte der Verteidiger noch zwei Beweisanträge: 1. den Landgerichtsdirektor Dr. Ewald, den Vorsitzenden der Schwur- und Landgerichtsprozesse gegen die „Schopcnstchler", als Zeugen darüber zu vernehmen, daß ein Zu- sammcnhang zwischen der Tätigkeit der sozialdemokratischen Parteileitung und den Krawallen am Schopenstehl nicht festgestellt worden ist; 2. Profeffor Dr. Sombart als Sachverständigen zu vernehmen, daß die äußere Gewalt in der Theorie und Praxi? der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung nicht als Mittel zur Erobe- rung der politischen Macht angesehen, sondern als ein reaktionärer Faktor bezeichnet wird. Diese Anträge begründete Dr. Herz unter Hinweis auf die Annahme des Staatsanwalts, daß die Sozial- demokratie die Anwendung gewaltsamer Mittel propagiere. Die in so ungerechter Weise angegriffene Angeklagte wolle ferner im Parteiintereffe verhindern, daß dieser Prozeß von gewissen Ele- menten politisch fruktifiziert werde. Staatsanwalt Knorr, der den etwas später eintreffenden Staatsanwalt Dr. Echoen vertrat, be- stritt, daß sein Kollege behauptet habe, es bestehe ein Zusammen- hang zwischen der sozialdemokratischen Parteileitung und der Schopenstehlaffäre, wie er auch bestritt, daß Theorie und Praxis der Sozialdemokratie in diesem Prozeß eine Nolle spielen. Hier habe man es nur mit den Reden der Angeklagten zu tun. Der Staats- anwalt ersuchte um Ablehnung der Anträge, was auch geschah, mit der Motivierung, daß die Anträge, auch wenn die Zeugen im Sinne der in den Anträgen niedergelegten Ansichten aussagen würden, für die Beurteilung der Sachlage nicht von Bedeutung seien. Die Angeklagte weist die Unterstellung des Staatsanwalts Dr. Schoen, der inzwischen seinen Platz eingenommen hat, energisch zurück, daß sie eine unehrliche, skrupellose Person sei; in ihrer agitatorischen Tätigkeit bringe sie stets ihre ehrliche Uebcrzeugung zum Ausdruck. Das Gericht spricht die Angeklagte von der Anklage aus Z III— Aufforderung zu strafbaren Handlungen— frei, verurteilt sie aber wegen Anreizung zu Gewalttätigkeiten in drei Fällen zu drei Monaten Gefängnis. In diesen drei Fällen habe die Angeklagte bei Besprechung der Flotten-, Steuer- und Wahlrechtsvorlage Dinge erörtert, die wohl passiert sein mögen. Aber sie habe diese Tinge, wie Soldatenmißhandlungen, Kolonial- fragen usw., nicht objektiv und unparteiisch beleuchtet, sondern nur die Schattenseiten hervorgehoben, denen doch auch viele Lichtseiten gegenüberstehen. Die Angeklagte habe nur schwarz in schwarz gemalt; nach ihrer Ansicht liege in Deutschland alles auf das denkbar traurigste. Alle Lasten würden dem Volke auferlegt, für dieses gebe es keine Freuden, keine Genüsse. Die Kinder des Volkes sollen nach ihrer Darstellung mißhandelt und schikaniert werden usw. Wenn solche Reden sortgesetzt einem urteilslosen Publikum gehalten werden, wenn immer nur gesagt wird: Ihr seid die Unterdrückten und Ausgebeuteten, dann werde dadurch eine schlechte Stimmung bei den Hörern erzeugt, werde bei ihnen der Keim zu Gewalttätigkeiten gelegt, würden sie zu der Ansicht ge- bracht, daß nur die Anwendung der Gewalt zum Ziele führe. Da- mit habe die Angeklagte objektiv gegen H 139 des Strafgesetzbuches verstoßen. Diese Stimmung brauche nicht gleich in Gewalttätig- leiten umzuschlagen, sie könne aber früher oder später zu Gewalt- tätigkeiten führen. Ein- solches Vorgehen störe den öffentlichen Frieden. Das Gericht habe festgestellt, daß die Angeklagte ver- schiedene Klassen gegeneinander angereizt habe, denn sie sei nicht allein dabei geblieben, die Gegensätze der verschiedenen Klassen und die Mißstände in Deutschland zu schildern, sondern sie habe in ihren Reden wiederholt auf Rußland verwiesen, auf ein Land, wo mit blutigen Mitteln gekämpft werde, um bestimmte Klassen zum Ziele zu bringen. Wenn das urteilslosen Leuten fortgesetzt gesagt werde, dann sagen sich diese: Nun, dann machen wir das hier ebenso. In der ersten Rede werden die sächsischen und russischen Vorgänge als Muster hingestellt; k�e Rednerin habe gesagt, in Rußland nähmen die Frauen teil am Kampf, griffen zu Revolvern usw. und bestiegen die Barrikaden. Den abschwächenden Zusatz:„Wir haben in Deutschland gesetzlichen Boden, wir brauchen solche Mittel nicht anzuwenden," habe die Angeklagte nach Ansicht des Gerichts nicht gemacht. In der zweiten Rede habe die Angeklagte gesagt:„Spannt den Bogen nicht zu straff", und in der dritten habe sie wieder auf Rußland und die dort zur Anwendung gelangten Mittel verwiesen. Damit seien die Tatbestandsmerkmale des§ 139 erfüllt. Wenn nun die Angeklagte behaupte, sie mahne stets zu Gesetzlichkeiten, so müsse sie sich doch sagen, daß solche hetzerischen Reden auf frucht» baren Boden fallen können. Da könne von einer Revolutionicrung der Geister keine Rede mehr sein, daS sei eine Revolutionierung im Sinne der Fäuste. Die Angeklagte habe sich in subjektiver Hin- ficht vergangen. Die Meinung der Angeklagten, das Gericht ver- stehe ihre Anschauungen nicht, sei eine irrige: da» Gericht wisse sehr wohl, daß die Angeklagte für eine neue Weltanschauung kämpfe. wa» man ihr durchaus nicht übel nehme. Bei diesem Kampfe komme e» aber auf da» Wie an— ein Kampf dürfe nicht mit vergifteten Waffen geführt werden. DaS Gericht habe deshalb nicht auf«ine höhere Strafe erkannt, weil es sich um einen politischen Kampf handele._ Hua Induftm und ftandel Der 1. Juli ein kritischer Tag. In den letzten Wochen hatte anscheinend da» fieberhaft« Stteben, die Preise zu steigern, etwas nachgelassen, es hat sich aber an- scheinend nur um ein« Unterbrechung gehandelt. Fast von allen Gebieten der verarbeitungSindustrte werden jetzt wieder Preis- erhöhungen gemeldet. Meist kommt hierbei daS Streben zur Geltung, die Verteuerung ber Produktion infolge der Preis- fteigerungen der Rohprodukte durch Heraufsetzung der Preise für fertige Erzeugnisse wieder auszugleichen und wo«» geht, die Verteuerung des Rohmaterials noch zu überholen. Wenn beispielsweise die Preise für Kohlen um 1—2 M.. die Er- werbungskosten für Koks um 3—4 M. und die Preise für Rohspat und Rostspat im letzten Jahre um 24 M. resp. um SS M. hinauf- gingen, dann folgen natürlich auch die Preise für Roheisen, Halv- zeug. Walzprodukte usw. In den letzten Tagen wurden Preisausschläge vorgenommen u. a. für Gußlvaren, Kupferrohr«. verschiedene Arten Meten und Kleineisenzeug. Teilweis« müssen'diese Preissteigerungen als Nach- wehen vorausgegangener Materialverteuerung betrachtet werden, nur in geringerem Umfange sind sie als Ausgleich der mit dem 1. Juli in Kraft getretenen erhöhten Rohmaterial- und Halbzeugpreise anzusehen. Infolge der großen Bedürfnisse für Neuanlagen und Betriebs- erweiterungen auf fast allen Werken der Montanindustrie ist oller- dingS die Nachfrage zurzeit noch recht rege. Die Werke setzten sich eben zu einem guten Teile gegenseitig selbst in Nahrung. Die vielen Aufträg» der Zeche» an die Siseuindustrie steigern den Brennmaterialienverbrauch dieser, und die starke Kohlen- abnahm« reizt zu Neuanschaffungen und Betriebserweite- rungen bei den Zechen. Aber die Frage ist berechtigt» wie lange wird daS dauern? Die jetzt in Kraft tretenden höhere« Materialpreise können den Anstoß zu einer rückläufigen Bewegung geben. Gewiß, die Werke sind noch auf Monate reichlich mit Aufträgen versehen, andererseits läßt sich aber auch nicht leugnen, daß die Unternehmungslust, die trotz aller Schönmalereien doch in erheblichem Umfange die augenblickliche Konjunktur beeinflußte, seit einigen Wochen stark abgeflaut ist. Der so viel betonte starke Konsum resultiert eben in erheblichem Umfange aus dem Eigenverbrauch der industriellen Unternehmungen, aus der Ver» mehrung der Produktionsmittel. Er ist mithin spekulativer Natur und die Abschreckung der Spekulation ist der Zusammenbruch der Hauptstütze, auf welcher der glänzende Konjunkurtbau ruht. Eine neue Alpenbahn. Der Große Rat des Kantons Bern hat nach dreitägigen Ver« Handlungen die Vorlage de« Regierungsrates betreffend die Lötschbergbahn angenommen. Gegen die Vorlage stimmten die sozialdemokratische Fraktion und einige Konservative und zwar deshalb, weil es sich herausgestellt hat, daß das Projekt des Alpen« durchstichs nicht mit der nötigen Umsicht und Gewissenhaftigkeit studiert worden ist. Fachleute haben ausgerechnet, daß die Fahrt von Bern nach Brig(die neue Bahn soll eine Zufahrtslinie zum Simplon werden) durch den Lötschberg mit dem vorgesehenen Steil« rampenprojekt ill2 Stunden länger dauern wird, als wenn der Wildstrubelberg als Schienenweg benutzt würde. Merkwürdigerweise haben aber mcht die für das Wildstrubelprojekt sich aussprechenden internationalen Experten den Ausschlag gegeben, sondern die ganze Angelegenheit wurde zu einer politischen Aktion gestempelt! Im Initiativkomitee saßen nämlich fast lauter Häupter der gouvernementalen, der freisinnig-demokratischen Partei, an der Spitze der gegenwärtige Nationalratspräsident Hirter. Dieses Komitee ließ Pläne, Kosten« Voranschläge ausarbeiten, trat zwecks Finanzierung dieses Projektes mit Finanzsyndikaten in Verbindung und schloß schließlich mit dem Pariser Bankhause I. Loste u. Co. einen Vertrag ab, nach welchem dieses Institut den Bau übernimmt und ein Anlagekapital von 89 Millionen Frank zur Verfügung stellt. Dieser Vertrag wurde provisorisch unterzeichnet(immer vom privaten Komitee) und als alles fix und fertig war, wurden Großer Rat und Regierungsrat des Kantons Bern vor ein ka.it accompli gestellt. Die Bahn soll elektrischen Betrieb erhalten. Der Kanton Bern leistet 17Vz Millionen Frank, die interessierten Gemeinden 21 Millionen Frank SubventionS- kapital. Im Großen Rate warnten umsonst der Sprecher der Sozial« demokraten, Genosse Finanzdirektor Müller- Bern und der konservative Nationalrat Ulrich Dürrenmatt vor einer über» eillen Beschlußfassung. Umsonst wurde auch darauf hingewiesen, daß die Offerte von Loste u. Co. um mindestens zehn Millionen Frank zu hoch sei. Die Freisinnigen gaben nicht nach, weil die Befikr« worter anderer Projekte in anderen Parteien saßen und man den Ruhm, den Berner Alpendurchstich ausgeführt zu haben, voll und ganz der freisinnigen Partei zukommen lassen wollte. Bis 1914 soll der Bau vollendet sein.— Mit den nachträglichen Krediten werden die Kosten des Bahnbaues wohl auf 199 Millionen Frank zu stehen kommen, wovon 33 Millionen allein der Tunnel verschlingt._ Italienische Rentenkonversion. Italien konvertiert seine 4 prozentige Rente. Das gesamte zur Umwandlung kommende Rentenkapital be- läuft sich auf 8191 Millionen Lire, wovon 4721 Millionen Lire auf den Namen und der Rest auf Inhaber lauten. Nach dem Konversions- plan bleiben bis zum 1. Januar 1997 die Besitzer in dem bisherigen ZinSgenuß von 4 Proz., alsdann erhalten sie bis 1. Januar 1912, also für einen Zeitraum von S Jahren S'/« Proz. Zinsen, und nach Ablauf dieser Periode soll der Zinsfuß automatisch auf 3'/, Proz. sinken. Ausdrücklich wird zugesichert, daß die Rente von jeder gegen- wärtigen oder künftigen Steuer befreit sein soll. Auf eine weitere Zinsherabsetzung verzichtet die Regierung bis Ende 1920. DaS italienische Parlament hat noch am 29. Juni, kurz vor dem Beginn der Ferien, den Konversionsvorschlag der Regierung an- genommen; und darauf ist sofort das die Ausführungs« bestimmungen enthaltende königliche Dekret erschienen. Daß die Maßregel in diesem U», fange vorgenommen werden kann, beweist. wie sehr die wirtschaftliche Lage Italiens in den letzten zwei Jahrzehnten sich gebessert hat. Für das nichtitalienische Kapital hat die Konvertierung nur ver- hältnismäßig geringe Bedeutung, denn der größte Teil des aus« ländischen Besitzes an italienischer Rente ist längst nach Italien zurückgewandert. Ueber neun Zehntel des Rentenbesitzes ist in italienischen Händen. Der AnteU des Auslandes dürfte sich nur aus etwa 799 Millionen Lire stellen. OewefKseKaMicKes. Solidarität. Einen praktischen und nachahmenswerten SolidaritätS- beweis für die ausgesperrten Buchbinder. Lithographen und Steindrucker haben die Leipziger Buchdrucker ge- liefert. In ihrer Freitagversammlung beschlossen sie. au2 ihrem Lokalfondd 5000 M. sofort und pro Woche und Mit- alied einen Extrabeitrag von 30 Pf. den Ausgesperrten zu übermitteln. Berlin und dmgegtnd. Achtung! Bauhandwerker! Wegen Nichtbewilligung der Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung de» Stundenlohnes sind am Montagfrüh sämtliche bei Berliner Ftnnep arbeitende Backofen maurer in den Streik getreten. Etwa die Arbeit aufnehmende Maurer er» suchen wir, auf obige» aufmerksam zu machen und der Verband»- leitung der Maurer. Engclufer IS, gefl. von solchen Fällen Mit- teilung zu aeben. VerbandSleitung der Maurer Berlin» und Umgegend- Zur Aussperrung her Glaser. Wie am gestrigen Montag im Kontrolldureau des Glaservex, bandes festgestellt wurde, hat d,e Aussperrung«inen größeren Um- fang als den bereit»«meldeten bisher nicht angenommen. Es schemt auch, als sei die Mehrzahl der Meister nicht gewillt, den Tarif» bruch der JnmingSscharftnacher mitzumachen. Eine Anzahl kleinerer Finnen hat die Aussperrung bereits wieder rückgängig gemacht. Sie gaben an. geglaubt zu haben, daß d« Gesellen noch vor Ablgus des Tarifvertrags höhere Löhne verlangen wollten. Nachdem sie aber ihren Irrtum eingesehen, erklärten sie, dgjj zur Aussperrung ihrer Arbeitskräfte kein Anlaß mehr vorliege. Auch mehrere größere Firmen ließen den Verbandsvertretern sagen, sie würden sich hüten, ihre Leute mitauSznsperren. weil sie nicht die mindeste Luft hätten. den Hauptakteuren des Untcrnehmerverhandes die Kästgmen aus dem Feuer zu holen. Ausgesperrt haben folgende Firmen: I. Schmidt(Bleistein)', Salomonis, Schneider u. Sohn, Zielk«. Bern. Hardt«. Zielke, Spinn». Co..Schulze, Jost. Kar« funkel V- W o l f f, Gregoleit, 6. E. Hoffmann(M, p. Ottowicz). E. Schmidt(Brandenburg). Souchard. Heinersdorf u. Co., Röhlich(Vorsitzender der Unter« nehimr-Tarifkommission). Pilatz, MannS. Rogge, Becker» Kutzinskr, Kautel, Markus, Ehrmann, Höhne, Novotnh, Tarius und Grasenak. Der Ok�rmeister Köppen von der Charlottenburger Innung, der sich ebenfalls, wenn auch vergeblich für die Aussperrung ins Zeug legte, hatte das Pech, daß ihm sein einziger Gehülfe, den er beschafigt, davongegangen ist. Er hätte aus Grund des in der Berliner Arbeitgeberversamm» lung gefaßten Beschlusses diesen Miann gar nicht„auszusperren- brauchen, weil derselbe unorganisiert war, deshalb würbe es bem Herrn Obermeister auch wohl so leicht, für die Aussperrung Die Mühlenarbeiter haben bei vier Berliner und einer Bots- I die Maurer in einer Resolution gestellt hatten. Danach beträgt der zu plädieren jedoch der Gehülfe machte mit den Ausgesperrten damer Firma Forderungen um Lohnerhöhung eingereicht. Des Stundenlohn nicht mehr wie bisher nur 55 Pfennige, sondern vom 1. Juli gemeinsame Sache und ließ die Arbeit liegen. So kommt es, daß die gleichen wird zehnstündige Arbeitszeit( zurzeit 12 Stunden) und 1906 ab 63 und vom 1. März 1907 ab 65 Pfennige. Die Tarif " Firma" Köppen die einzige ist, die von der Charlottenburger Regelung des Arbeitsnachweises verlangt. Die Verhandlungen mit daner ist für zwei Jahre festgelegt. Außerdem wird von nun an Innung an der Aussperrung beteiligt" ist. der Organisation wurden rundweg abgelehnt. Eigentümlicherweise durchgängig der Lohn Freitags ausgezahlt und die Arbeit am SonnLaut Kontrolle find in Berlin 387 Glaser ausgesperrt. Be- bedient man sich des Arbeitgeberverbandes für die Provinz Branden- abend um 25 Uhr beendet werden. schäftigt werden insgesamt rund 1000 Gehülfen, wovon zirka 900 burg, durch dessen Bureau der Bescheid einging. Die vor zwei Der Maler und Tüncherstreik in Mannheim Ludwig 3= der Organisation angehören. Eine Sibung der Verbandsver- Jahren abgeschlossenen Tarife laufen mit dem 30. Juni ab, und da hafen ist am 30. Juni nach dreimonatlicher Dauer mit dem Abtrauensleute und Bezirksleiter hat beschlossen, daß jeder Arbeits- die Verhandlungen der Lohnkommissionen aus den Betrieben bisher schluß eines Tarifvertrages beendet worden. Vereinbart ist für berechtigte pro Tag 75 Pf. an die Streiffasse zu zahlen hat. Die über wohlwollende Beratungen nicht hinausgekommen sind, wird die jugendliche Gehülfen ein Mindestlohn von 42 Pf., vom 20. Jahre nächste Verbandsversammlung dürfte diesem Beschluß zweifellos zu- heutige Versammlung über weitere Maßnahmen zu befinden haben. ab beträgt der Mindestlohn für dieses Jahr 48 Pf., vom 1. April stimmen. Sämtliche Bauhandwerker werden von Die Mühlenarbeiter, Maschinenpersonal usw. wollen bis auf nächsten Jahres 50 Pf. Für die seitherigen Löhne tritt eine achtder Glaserorganisation ersucht, jeben arbeiten weiteres Berlin meiden. den Glaser nach der grünen Arbeitsberechtigungsprozentige Lohnerhöhung in Kraft. Der zwischen der Vereinigung tarte zu fragen. der Maler, Ladierer, Anstreicher usw. und der Maler- und Tüncher. meistervereinigung Mannheim- Ludwigshafen abgeschlossene Vertrag hat Gültigkeit bis 1. Februar 1908 und ist zwei Monate vorhe fündbar. Husland. In den Norddeutschen Stahlwerken" zu Ober- Schöneweide sind sämtliche Arbeiter ausgesperrt worden. Der Betrieb ruht vollDie Aussperrung im Steindrudgewerbe. Die Ausgesperrten hatten sich gestern bormittag im großen geringfügige Urfache. Die Former des Betriebes forderten die ständig. Diese eigenartige Maßregel des Werkdirektors hat folgende Saal des Gewerkschaftshauses zahlreich versammelt, um den Bericht über die Lage des Stampfes entgegenzunehmen. Wesentliche Einſegung einer Kommission, die bei den Festsetzungen der AffordDie Einigung der französischen Bergarbeiter. Beränderungen der Lage waren nicht eingetreten. Stein einziger preise gutachtlich mit gehört werden sollte. Am selben Tage, als Paris, 1. Juli.( Eig. Ber.) der Ausgesperrten ist abtrünnig geworden, obwohl die Unternehmer die Forderung gestellt war, entließ der Direktor vier Mann, Der Kongreß der nationalen Bergarbeiterföderation in Saint in der letzten Woche alles aufboten, um Ausgesperrte zum Streit darunter ein Arbeiterausschußmitglied. Jetzt verlangten die Arbeiter Etienne ist heute mit einer großen Volksversammlung geschlossen bruch zu verführen. Der Mißerfolg dieser Bemühungen, das Fehl- die Wiedereinstellung der vier Entlassenen. Dies lehnte der schlagen der Hoffnungen, die sie auf den Mietetag gesetzt hatten, ist Direktor jedoch ab. Hierauf wollten die Arbeiter nach Feierabend Herstellung der gewertschaftlichen Einigkeit der worden. Das bedeutendste Ergebnis der Verhandlungen war die offenbar die Ursache dafür, daß sie gestern nachmittag zu einer( 6 Uhr abends) in einer Bersammlung zu ihrem Verhalten Stellung franzöfifchen Bergarbeiterschaft. Sigung ihres„ Schutzverbandes" eilten. Was sie hier vielleicht be- nehmen. Der Direktor verlangte die Antwort aber schon zu 5 Uhr, nach dem unglücklich verlaufenen allgemeinen Streit von 1902 eine Bergarbeiterschaft. Bekanntlich war schlossen haben mögen, kann die Ausgesperrten in ihrer Haltung nicht irre machen. Was die Unternehmer unter sich, ohne Bertreter des was nach Lage der Sache einfach unmöglich war. Als die Antwort Spaltung eingetreten. Ein neuer Verband wurde gegründet, der in Senefelderbundes hinzuzuziehen, ausmachen, ist für die Ausgesperr- nicht zu dem verlangten Zeitpunkt erfolgen konnte, erklärte er jo die Arbeitstonföderation eintrat, während der alte den Anten bedeutungslos. Im ganzen haben die Berliner Prinzipale in dann sämtliche Arbeiter für entlassen, worauf der Betrieb geschlossen schluß an diese Vereinigung der revolutionären Gewerk den vier Wochen des Kampfes nur sechs Leute( 1) gefunden, wurde. Die Arbeiter sind der Meinung, daß wenn der Direktor die sich zu Streikbrecherdiensten hergeben, und unter diesen ist nur sich über seine Maßnahmen überhaupt flar war, ihn offenbar andere Sinne tätig, vermochte aber nur in einzelnen Bezirken eine schaften verweigerte. Der neue Verband war im syndikalistischen einer, der wirklich zu arbeiten versteht. Dieser Mensch hat seine Gründe wie die vorliegenden zur Stillegung des Werkes veranlaßt größere Zahl von Mitglieder zu gewinnen. Wie sehr diese Spaltung alte, berhältnismäßig gut, mit 36 Wart, bezahlte Stellung aufge- haben müssen. geben, um als Rausreißer einer Aussperrungsfirma 45 Mark zu der Sache der Arbeiter geschadet hat, ist aus der Geschichte der berdienen. Diese Handlungsweise rief, als sie der Versammlung Achtung! Gummiarbeiter aller Branchen! Im Gummiwerk jüngsten Streifbewegung im Norden nur allzu bekannt. Die beiden mitgeteilt wurde, lebhafte Entrüstung hervor. Deutlich wurde es schwani zu Groß- Lichterfelde haben am gestrigen Tage sämt- Verbände bekämpften einander in der gehäffigsten Weise und es blieb ausgesprochen, daß die Leute, die sich zu Verräterdiensten gegen die liche Gummiarbeiter die Arbeit wegen Lohndifferenzen nieder- nicht nur bei gedruckten Angriffen. In St. Etienne waren zwei Kollegenschaft hergeben, feinerlei dauernden Vorteil von ihrer gelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Verbandsleitung. der geheimen Handlungsweise zu erwarten haben, zumal da bei der unerschütter- Achtung! Steinfeger! Wegen Maßregelung gesperrt sind die Delegierte der Dissidenten anwesend, die an lichen Ausdauer der Ausgesperrten ein Abschluß des Kampfes zu Baustellen des Unternehmers Hauschild in Friedrichsfelde, Ber- Kommissionsberatung über die Einigung teilnahmen. Es wurden ihren Gunsten nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Auch linerstraße 121. Die Schlichtungskommission. einstimmig folgende Grundsäge angenommen: alle Gewertdie Tatsache, daß ein früher an leitender Stelle in der Gehülfen- Die Terra- Cotta- Arbeiter der Firma Aghes Gladenbed schaftsorganisationen der Bergarbeiter treten in die organisation tätig gewesener Mann, der jezige Firmeninhaber in Friedrichshagen befinden sich seit acht Tagen im Aus- nationale Föderation ein, behalten jedoch für ihre Borisch, Streifarbeit für eine Aussperrungsfirma anfertigt und stande. Auf die in alle Welt gesandten Werbeschreiben der Firma innere Verwaltung eine vollständige Autonomie. Jm einen Gehülfen entließ, weil er sich weigerte, diese Arbeit auszu- hat sich nur ein einziger Arbeitswilliger in der Person des Gießers September tritt in Paris ein Einigungskongreß zu führen, wurde scharf berurteilt. Ferner wurde sowohl vom Refe- Willy Wagner aus Berlin gefunden. Als Arbeitswillige find sammen, der über den Anschluß an die Arbeitskonföderation renten wie vom Vorsitzenden der Versammlung darauf aufmerksam auch die in der Fabrik verbliebenen beiden Maler Bernhard Besser und über die Teilnahme an ihrem Kongreß, der sich gemacht, daß es töricht ist, wenn Arbeiter, statt die Arbeiterpresse und Julius Nojahn, sowie die Figuristen Aug. Toms und gleichfalls im September in Amiens versammeln wird, verzu lesen, ein Blatt wie die Volkszeitung" unterstüßen, das unter Anton de Rosi aus Friedrichshagen und Konrad Tripzcick handeln soll. dem Deckmantel der Wahrnehmung von Arbeiterinteressen die aus Berlin zu betrachten. Wer mag wohl die Fürsorge der GenSammlungen für die Ausgesperrten zu unterbinden sucht. Es ist darmerie bezahlen, die diese Arbeitswilligen des Morgens, Wittags weis der Stärkung des proletarischen Kampfgeistes in Frankreich. Das Ergebnis des Bergarbeiterkongresses ist ein weiterer Be übrigens hinreichend bewiesen, daß trok dieser Quertreibereien fein und Abends hin- und zurückbegleitet?-- Als dieses Frühjahr Mangel an Unterstützungsmitteln eingetreten ist. Die Hoffnung, ein paar Spizbuben, deren man nicht habhaft werden konnte, ihr Das Bedürfnis nach Einigung und Festigung der Organisation zeigt daß die Ausgesperrten bedingungslos in die Betriebe zurüdfehren, unwesen trieben, wurde seitens der Gemeindevertretung Gendarme sich stärker als alte Rivalitäten und Empfindlichkeiten. Man darf scheinen die Unternehmer denn auch endlich aufgegeben zu haben; rie- Vermehrung gefordert. Da es nun mit dem Spizbubenfangen erwarten, daß der Kongreß in Amiens der Konföderation einen sie verlangen jetzt nur noch, daß die Arbeit in den Streit nichts mehr ist, dieselben siken Numero Sicher so glaubt starten Zuwachs an Organisationen bringen wird, die bisher außerorten bedingungslos aufgenommen werde. Aber auch damit werden man wohl, andere Beschäftigung schaffen zu müssen? Die Aus- halb dieses Verbandes standen, und die Annäherung zwischen der fie kein Glück haben Die Gehülfenschaft ist nach wie vor zu verständigen machen nur von den ihnen zuständigen Rechten nach politischen und der gewerkschaftlichen Organisation erscheint heute handeln bereit, sobald das von anderer Seite gewünscht wird; selbst 152 der Gewerbeordnung Gebrauch und danken für die liebende schon den Bereich der frommen Wünsche überschritten zu haben. § wird sie aber feine offiziellen Schritte tun, die Unternehmer um Fürsorge der Polizei. Verhandlungen zu ersuchen. Zu den Vermögensangelegenheiten des Bundes wird am Mittwoch eine Versammlung der Mitglieder des alten Verbandes Stellung nehmen. Außerdem findet am Freitagabend bei Keller in der Koppenstraße eine allgemeine Versammlung statt, die sich mit der Aussperrung befassen wird. es 21 Mißstände im Steinsetzergewerbe. Deutfches Reich. Zur Buchbinderaussperrung. — Eingegangene Druckfchriften. „ Der Arbeitsmarkt" Nr. 19, Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeitsmarktberichte( Herausgeber Professor Dr. Jastrow, Berlin. " Das Gewerbe und Kaufmannsgericht" Nr. 16, Monatsschrift des" Berbandes Deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte. Heraus geber: Dr. J. Jastrow und Dr. K. Flesch, Frankfurt a. M.( Berlag von Georg Reimer, Berlin.) von Dr. A. Pieper. 40 Seiten. Preis 35 Pf Heft 34. Die Reichsfinanzreform von 1906 und ihre neuen Steuern, von Dr. E. Jäger. 69 Seiten. Preis 60 Pf. Berlag Zentralstelle des Volksvereins für das fatholische Deutschland, M.- Gladbach. Heinrich G. Dickreiter. Das Altenburger Landtagswahlrecht. 69 Seiten, Berfaßt im Auftrage des Landesvorstandes der fazialdemokrati schen Partei im Herzogtum Altenburg. Preis 50 Pf. Verlag F. Strigle, Altenburg. 11. Jahresbericht der ersten öffentlichen Leſehalle zu Berkin, Münzftraße 11. Elf Seiten. Selbstverlag. Dr. Moritz Fürst. Für das internationale Schiedsgericht. Rektorats. Annahme der badischen Schulvorlage. Acht der an der Aussperrung fich beteiligenden Firmen in Stuttgart haben gegen ihr ausgesperrtes Personal beim Stutt garter Gewerbegericht eine Klage auf Schadenersab wegen Verlaffens der Arbeit, ohne die Kündigungsfrist auszuhalten, angeDie Arbeitnehmervertreter der Schlichtungskommission des Stein- strengt. Das dortige Gewerbegericht hat denn auch dieser Klage fegergewerbes hatten am Sonntag eine Mitgliederversammlung für ftattgegeben und die Ausgesperrten berurteilt. Wenn das Gewerbe- Soziale Tagesfragen", Heft 14 und 15. Mäßigkeitsbestrebungen fämtliche Unterbezirke Groß- Berlins der Zentralorganisation der gericht damit auch entschieden hat, daß die Aufforderung, StreifSteinfeger einberufen, die im großen Saale des Gewerkschaftshauses arbeit herzustellen, nicht gegen die guten Sitten verstößt und fein stattfand. Sie hatte den Zweck, den Vertretern der Schlichtungs- Verlangen ist, auf Grund dessen die weitere Arbeitsleistung bertommission eine Richtschnur für ihr Verhalten in einer auf Montag weigert werden kann, so läßt sich aber andererseits die organieinberufenen Sigung mit den Vorständen der Innungen und in fierte Arbeiterschaft dadurch nicht im Entferntesten beirren. einer am Donnerstag stattfindenden Junungsversammlung zu Die Herstellung der Streifarbeit ist und bleibt eben, so lange geben, um verschiedene Mißstände im Arbeitsverhältnis zu von der Organisationsleitung die entsprechende Barole ausgegeben beseitigen. Wie der Referent B. Shente ausführte, handelt wird, eine ehrlose Handlung, zu welcher sich keine rechtlich denkende sich meist um Fragen, die auf Grund des seit dem Berson hergeben wird. Das„ Leipziger Tageblatt" konstruiert 1. April dieses Jahres geltenden Tarifvertrages leicht durch die aus dem Urteil einen Kontraktbruch der Arbeiter und be- rede an die Studierenden der schottischen Universität St. Andrews, von Schlichtungskommission geregelt werden könnten, wenn nicht einige merkt, daß durch das Urteil entschieden sei, daß der Scharfmacher unter den Unternehmern diese Kommission sowie Be in unserem Berufe tobende Kampf teine Aussperrung, sondern ein Andrew Carnegie. 76 Seiten. Berlag 2. Boß, Hamburg und Leipzig. stimmungen des Vertrages fortgefegt ignorierten und hierbei nicht Streit sei. Diese Logit macht ja den Verdrehungs- und Entstellungsvon ihren Polierern unterstützt würden. So befagt der Tarif, daß fünstlern von der Bleiße alle Ehre. Von einem Kapitalistenblatt jeber Steinfeger ganz seine Schuldigkeit tun foll, um gute, ein- tann man ja füglich auch nichts anderes erwarten als wie Arbeiter Letzte Nachrichten und Depefchen. wandfreie Arbeit zu liefern; die Poliere aber segen alles daran, verrat. Das Urteil selbst wird auf die Organisation auch so viel Arbeit wie nur irgend möglich möglich fertiggestellt zu nicht den geringsten Einfluß ausüben. Die Herbeiführung desselben erhalten, wodurch nicht nur eine verderbliche Ueber- jedoch zeigt aufs neue, wie planlos, widersprechend und zhnisch Karlsruhe, 2. Juli.( W. T. B.) In der heutigen Sigung der anstrengung der Arbeitskraft herbeigeführt wird, sondern auch die Unternehmerorganisationen den Kampf führen. Erst erhalten Zweiten Kammer stand die Schulvorlage zur nochmaligen Bedie Güte der Arbeit bedenklich leidet. Ferner wird darüber die Arbeiter Streifarbeit angeboten, damit diese verweigert wird. getlagt, daß die Lehrlingsstala nicht innegehalten wird und daß die Nachdem dies geschehen, läuft man obendrein zum Kadi und verklagt Lehrlinge in vielen Fällen eine schlechte, brutale Behandlung zu dieselben Leute. Kommentar überflüssig. erdulden haben, wodurch leicht eine moralische Verwilderung unter den jungen Leuten hervorgerufen wird, zum Schaden der Gesamtheit Mit ganz besonderem Eifer wird neuerdings von den der Berufsgenossen. Außerdem werden auch die Bestimmungen über den Bauarbeiterschuß nicht genügend beachtet, so daß man a. B. Unternehmern das Gerücht ausgesprengt, die Mittel des Buchbinderverlangte, daß 24-30 Mann fich mit einer Baubude von 3 Duabrat- berbandes feien völlig erschöpft, Unterstützung von anderen Vermeter Grundfläche begnügen sollten. Beschwert sich jemand über bänden sei nicht zu erwarten und so würden in allernächster Zeit die solche Bustände, so fann er vom Bolier Antworten erhalten wie: Ausgesperrten um die bedingungslose Wiederaufnahme in die Betriebe betteln müssen. „ Ach was früher haben wir überhaupt nichts von Baubuden Demgegenüber sei hiermit festgestellt, daß dies Gerücht voll gewußt." Der Redner äußerte die Ansicht, daß diese verschiedenen Mißstände leichter zu beseitigen wären, wenn der seinerzeit auf Ver- ständig unzutreffend ist und die Mittel zur Unterstübung anlassung der Unternehmer gegründete Polierverein aufgelöst und auf viele Wochen zur Verfügung gestellt sind, so daß die Ausdie Poliere veranlaßt würden, sich der Steinsetzerorganisation an- gesperrten sowohl als der Buchbinderverband den kommenden Dingen zuschließen und an deren Bersammlungen teilzunehmen. Obwohl jedenfalls ruhiger entgegensehen können, als die im schweren Druck der Küfte freuzen. dagegen verschiedene Bedenken geltend gemacht werden könnten, befindlichen Unternehmer, die am geftrigen Tage im Buchgewerbesei es doch von Vorteil, wenn man dies verlangte. Auch bejagt haus in Leipzig zu einer Beratung zusammentraten. eine Randbemerkung im Tarif, daß zivecs Durchführung der Tarifbestimmungen und zweds Herbeiführung eines befferen Verständnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer onfettion gedenken in eine Lohnbewegung einzutreten; es werden besseren Verständnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer deshalb nach Elberfeld Konfektionsarbeiter von den einzelnen Firmen die Sondervereinigungen ber Steinfeger- der Angestellten und Boliere- beranlaßt werden sollen, fich in gewerblichem Sinne gesucht. Der Zuzug ist streng fernzuhalten. attiv in der Tarifforporation zu betätigen. Eine besondere Streit ratung. Die Regierung hatte ihre Zustimmung von einer gewissen Erhöhung der Gemeindebeiträge abhängig gemacht. Die Kammer erklärte sich, mit Ausnahme der Sozialdemokraten und der Konfer vativen, damit einverstanden. Schließlich wurde das ganze Geset einstimmig angenommen. Die Situation in Südrußland. Bukarest, 2. Juli.( B. H.) In Constanza find gestern zwei österreichische Dampfer mit 119 wohlhabenden Familien aus Ddeffa eingetroffen. Dieselben berichten, daß die Lage in ganz Südrußland äußerst bedrohlich sei. In Sewastopol sei angeblich eine Revolution ausgebrochen. Die dorthin beorderten Kosaken sympathisierten mit den Revolutionären. In Odessa sei der Streit ein allgemeiner. Von Sewastopol feien nach Ddessa Kriegsschiffe gesandt worden, die an Das Militär und die Duma. Petersburg, 2. Juli.( W. T. B.) In der Duma ist ein Die Konfettionsarbeiter in der Elberfelder Herren- Telegramm angeschlagen, in dem 200 Mann des im Kaukasus stehenden Mingrelischen Regiments gegen die Berurteilung von 27 ihrer Kameraden durch das Kriegsgericht Einspruch erheben. Ein Leipziger Urteil. 200 Dachbeder sind zu Frantfurt a. M. nach einem uns frage im Gewerbe, die vom Referenten erörtert wurde, ist die Ver- von dort zugehenden Privattelegramm in den Streit gepflichtung der Unternehmer, den Steinsetzern den ihnen durch treten.- Zuzug ist fernzuhalten. Innungsbeschluß aufgezwungenen Feiertag zur Einholung der Braut des Kronprinzen zu bezahlen. Eine Anzahl Steinfeger hat ihre Arbeitgeber deshalb verklagt. Die Klage wurde vom Innungs- Das Landgericht Leipzig berurteilte am Montag den Redakteur schiedsgericht abgewiesen, aber dann vom ordentlichen Gericht als Staubinger wegen versucher Erpressung und Beleidigung eines berechtigt anerkannt. Das Urteil ist jest rechtskräftig. Gleichwohl Steinbruchbesizers in Breslau zu 1 Monat und 2 Wochen Gefängnis. haben sich die Unternehmer noch nicht veranlaßt gefühlt, dem entsprechend zu handeln. Aufgabe der Schlichtungskommission muß Bei der Verhandlung wegen Anpöbelung eines Vertrauensmannes es nun sein, dafür zu sorgen, daß sämtlichen an jenem Tage zum soll Staudinger von Gegenmaßregeln" gesprochen haben. Feiern veranlaßten Gehülfen der Tag bezahlt wird. Das Gericht erblickt darin eine Streitandrohung, um In der Diskussion wurde allgemein die Ansicht laut, daß der dem entlassenen Arbeiter die Stelle zu verschaffen und ihm so einen erwähnte Bolierberein ein Uebel für das Gewerbe sei, deffen Be- rechtswidrigen Vermögensvorteil an verschaffen. Die Beleidigung feitigung angestrebt werden müsse. Einzelne Redner, so auch der wird darin erblickt, daß Staudinger im Steinarbeiter" geVerbandsvorsitzende Wagner, meinten jedoch, daß der Organisation schrieben habe, der Arbeiter sei entlaffen worden, weil er vor Genicht viel damit gedient jei, die Poliere als Mitglieder in ihrer Mitte richt die Wahrheit gesagt habe. Außerdem habe der Unternehmer zu haben. Es wurde folgender Beschluß gefaßt: „ Da die Voraussetzungen für das Bestehen des Poliervereins Staudinger selbst Geld angeboten, um die Sache aus der Welt unter den bestehenden Tarifverhältnissen fortfallen, beauftragt die zu schaffen. Wegen dieser Behauptung die Berurteilung. Bersammlung die Vertreter der Schlichtungskommission, im Intereffe des Gewerbes die Innungen zu veranlassen, dahin zu wirken, daß Die Maurer in Leipzig haben einen neuen Tarif errungen. As die sogenannten Boliervereinler fich in der Tariforganisation der Resultat der Verhandlungen zwischen Maurer- und BauunternehmerArbeitnehmer aktiv betätigen." Organisation ist die Annahme der Forderungen zu verzeichnen, die Die Flucht des Zaren. Petersburg, 2. Juli.( B. H.) Wie verlautet, wird der Zar wegen der Meutereien bei der Garde nach Zarskoje Selo übersiedeln. Der Weg von Zarskoje Selo bis Peterhof ist bereits mit Truppen besetzt; das Schloß in Barstoje Selo wird für den Aufenthalt der taiferlichen Familie hergerichtet. Ausdehnung der Agrarunruhen. Petersburg, 2. Juli.( B. 5.) Die Bauernunrnhen im Gouvernement Tula haben sich auf die Nachbargebiete ausgedehnt. Mehrfach wurden die Befizungen der Großgrundbesizer in Brand Der Gouverneur erklärte, feine Truppen zur Hülfe geſtedt. entfenden zu können, da die Zahl der ihm zur Verfügung stehenden Mannschaften nicht ausreiche. Attentate auf Bolizeibeamte. Warschau, 2. Juli.( W. T. B.) Heute sind hier sechs Mordanschläge gegen Polizisten unternommen worden. Zwei von den Angegriffenen wurden getötet, drei verwundet und einer blieb unversehrt. Zwei vorübergehende Personen wurden von Kugeln getroffen und getötet. Die Behörde hat die Zurückziehung der Polizeiposten von den Straßen angeordnet. Der Sicherheitsdienst wird von Patrouillen versehen. Berants tteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantm: Zh.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Boriväris Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 151. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Herrenbaus. 22. Sigung bom Montag, den 2. Juli, nachmittags 1 hr. Am Ministertische: Dr. Studt, Freiherr v. Rheinbaben. Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Bureaudirektors Reißig durch Erheben von den Sizen. Der Präsident teilt mit, daß er den Rechnungsrat David zum Bureaudirektor ernannt habe. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Das Gesez über die Abänderung des Artikels 20 und Aufhebung bes Artikels 112 der Verfassungsurkunde( lex Schiffer) wird in zweiter Abstimmung angenommen. Es folgt die " " " Dienstag, 3. Juli 1906. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Beratung des vom Nieder- Barnim einzuführen. Die Reinickendorfer Genossen bean Herrenhause in abgeänderter Fassung zurückgekommenen Gesetz- tragen:" Die Philharmonie ist für den persönlichen Verkehr nicht entwurfs zur Abänderung des Kommunalabgaben- Geseyes. Das zu sperren, ebenso soll beiden Boltsbühnen" die Benutzung der Herrenhaus hat an der Vorlage eine Reihe Aenderungen vor- Philharmonie freigestellt werden." Genosse Freiwaldt bemerkt genommen. Insbesondere ist an Stelle der Bestimmung, daß die dazu, daß der erweiterte Kreisvorstand nach eingehenden Ausein Voraussetzung für die Heranziehung der Betriebsgemeinde zu den andersetzungen zu dem Beschlusse gekommen sei, die Philharmonie Kosten der Wohngemeinde eine unbillige Mehrbelastung" sein soll, auch für den persönlichen Verkehr zu sperren. Er gibt zu der be. gesetzt worden:„ eine Ueberbürdung". Ferner bestimmte die Fassung fannten Angelegenheit einige Erläuterungen und bittet, den Antrag des Abgeordnetenhauses, daß die Zuschüsse der Betriebsgemeinde in Reinickendorf abzulehnen und damit dem Beschlusse des Kreisvorkeinem Falle mehr als drei Viertel der gesamten in der Betriebs- standes und der daran beteiligten Vorstandsmitglieder der Bezirke gemeinde zu erhebenden direkten Gemeindesteuern betragen zuzustimmen. Genosse Zechelin begründet den Antrag sollen. An Stelle der Worte drei Viertel" hat das Herren- Reinickendorfs: Die Sperre des Kunstinstituts für den persönlichen haus gefegt:" die Hälfte". In der Fassung des Abgeordnetenhauses Verkehr würde tatsächlich mit den ganzen Grundsäßen der Partei war endlich bestimmt, daß die Zuschüsse eines Gutsbezirtes in Widerspruch stehen, die doch den Arbeitern die Stätten der Wissen 3 der der Kreisbesteuerung zugrunde liegenden Einkommen schaft und Kunst öffnen wolle. Uebrigens müßte eine Sperre auch zweite Beratung der Bolksschulvorlage. und Realsteuer, und wenn der Betrieb nicht gewerbesteuerpflichtig einen realen Zweck haben; der Beschluß des Vorstandes und ver Kultusminister Dr. Studt: Die Verfassungsbedenken, die Herr Einkommensteuer nicht übersteigen sollen. Das Herrenhaus hat statt lichen Verkehr funsthungriger Genossen, stelle aber einen Stampf ist, den vollen Betrag der seiner Kreisbesteuerung zugrunde liegenden schiedener Wahlvereine, betreffend die Sperre auch für den persön b. Koscielski in diesem Hause vortrug, find, noch che sie erhoben dessen an die Stelle der Worte 3/4"„ die Hälfte" gesezt und gegen Windmühlenflügel dar. Nachdem die Philharmonie feinerwurden, durch den Grafen Botho Eulenburg genügend wider- an Stelle der Worte„ den vollen Betrag"". Außerdem hat zeit neu ausgebaut worden sei, diene sie so gut wie ausschließlich Yegt worden. Um alle etwa noch vorhandenen Bedenken zu das Herrenhaus eine Antragsfrist von drei Monaten eingefügt. zerstreuen, habe ich namens der königlichen Staatsregierung zu Kunstzwecken. Wenn nun auch die„ Landwirtschaftliche Gesellschaft" Präsident von Kröcher teilt mit, daß ein Antrag des Abg. mal ihre Sizungen in der Philharmonie abhalte, so könne das an erklären, daß sie die Publikation des von beiden Häusern an Lusensky eingegangen ist, der wieder an die Stelle des Wortes dem Standpunkte, den man einem Kunst institut gegenüber genommenen Verfassungsänderungsgefeges sofort bewirken wird. Ueberbürdung" die Bestimmung ,, unbillige Mehrbelastung" einzunehmen habe, nichts ändern. Und warum sperre man denn ( Beifall.) setzen will. nicht den Zirkus Busch, in dem doch die politischen Agrarier, der Bund der Landwirte, ihre Tagungen abhielten! Der Zirkus aber, der doch nicht einmal ein Kunstinstitut im wahren Sinne des Wortes sei, werde eifrigst von den Genossen besucht, obwohl niemand wisse, ob er seine Räume der Sozialdemokratie jemals öffnen würde. Die Sperre der Philharmonie für den persönlichen Verkehr und gar der Gedanke, es fönnte ein Genoffe wegen eines Kunstgenusses aus der Partei ausgeschlossen werden, wäre der großen sozialdemokra tischen Partei unwürdig. Erbärmlich wäre es, wenn ein Genosse den anderen wegen Teilnahme an einem großen Künstlerkonzert denunzieren würde. Genosse Waltersfötter, Weißensee schließt sich im wesentlichen dem Vorredner an und betont noch, Nieder- Barnim hätte alle Ursache, erst einmal in den Dörfern, wo wir gar keine Säle hätten, solche zu erobern. Kunstinstitute ließen sich mit anderen Sälen überhaupt nicht vergleichen. Genosse Stüki spricht im selben Sinne und hält die Sperre der Philharmonie für den persönlichen Verkehr für ganz zwecklos.- Genosse Röste vom Kreisvorstand wendet sich gegen die Vorredner und bittet, nicht so leichtfertig über die ganze Sache hinwegzugeben. Er sei auch für die Kunst, meine aber, daß sich das ganze Kunstbedürfnis des Berliner Proletariats nicht auf die Philharmonie zuspitze. Es lasse sich auch sonst befriedigen Professor Reinte- Stiel polemisiert gegen die Ausführungen des Oberbürgermeisters Kirschner bei der ersten Lesung: Eine Gefährdung des konfessionellen Friedens ist von diesem Gesetz nicht zu befürchten. Die Simultanschule verbürgt feineswegs den fonfessionellen Frieden, wie das Beispiel Badens zeigt, wo die tonfeffionelle Verlegung ärger ist als anderswo. Es ist ein schwerer Irrtum, Demokratismus und Liberalismus gleichzusetzen und die Simultanſchule als ein Postulat des Liberalismus hinzustellen. Dieser mein theoretischer Erkurs soll aber ja nicht etwa bedeuten, daß ich ein Feind der Simultanschule bin. Die Simultanschule möge blühen, wachsen und gedeihen, das wünsche ich ihr von Herzen. Im fleinen Nassau hat fie fich bewährt, im großen Desterreich aber nicht. Ich schließe mit der Bitte, im Interesse des Staates und der Religion an der tonfessionellen Grundlage nicht rütteln zu wollen, die die Regierung, das Abgeordnetenhaus und unsere Kommission der Volksschule in diesem Gesetze gegeben haben.( Beifall.) Lusensky. Abg. v. Dittfurth( t.) empfiehlt die Annahme des Antrages Abg. Lufensky( natl.) begründet und empfiehlt seinen Antrag. Abg. Cassel( frf. Vp.) erklärt sich gegen den Antrag Lusensky. Abg. Dr. Arendt( ft.) polemisiert gegen den Vorredner und empfiehlt den Antrag Lusensky. Hiermit schließt die Diskussion. Der Antrag Lusensky wird angenommen und mit diesem Antrag die ganze Vorlage nach den Beschlüssen des Herrenhauses. Es folgt die Beratung des Antrages Mathis( natl.) auf Gleichstellung der Gerichtssekretäre mit den Verwaltungssekretären. Der Antrag, der eine solche Vorlage noch für diese Session fordert, ist von der Kommission angenommen. nächsten Etat durchzuführen. Abg. Mathis( natl.) beantragt nunmehr, die Gleichstellung im Abg. Faltin( 3.) beantragt, die Gleichstellung„ baldtunlichst" durchzuführen. T Die Abg. Heimburg( f.), Krause Waldenburg( ft.), Beltasohn( frs. Vg.), Schmitz- Elberfeld( frs. Vp.) und Stroffer( t.) treten für den Antrag Mathis ein, bekämpfen aber das von der Regierung geplante System der gehobenen Stellen. Justizminister Dr. Beseler: Es wird doch eine erhebliche Besserstellung der Sekretäre an den Land- und Amtsgerichten durch die große Zahl neuer Stellen im nächsten Stat sowie dadurch erreicht, daß diese Sekretäre, wenn nichts besonderes gegen sie vorliegt, nach dem Dienstalter aufrücken. Abg. de Witt( 3.) bedauert, daß Widerstand gegen eine durchgreifende Aufbesserung der Gerichtsbedauert, daß das Finanzministerium sekretäre leiste. Abg. Cassel( frs. Vp.): Aus den Ausführungen des Ministers ging nicht hervor, ob die Stellen, denen das erhöhte Gehalt gewährt werden soll es handelt sich um 2000 Stellen nannte gehobene" Stellen sein sollen, oder ob sie nach dem foge Dienst alter besetzt werden sollen. Ich bin dafür, daß lediglich das Alter entscheidend ist. Der Antrag Mathis wird angenommen. Es folgen Petitionen meist persönlicher Natur, die im allgemeinen nach den Anträgen der Kommission erledigt werden. Betitionen um gefeßliche Regelung der Besoldungsverhältnisse der Lehrer an höheren Mädchenschulen, welche die Kommission als Material überweisen wollte, werden auf Antrag des Abg. Ernst ( frs. Wg.) zur Berüdsichtigung überwiesen. ( Kleine Vorlagen, Petitionen.) Das Haus vertagt sich. Nächste Sizung: Dienstag, 12 Uhr Schluß 4% Uhr. Zur Abstimmung gelangt erst der Teil des Reinickendorfer Antrags, der die Anerkennung verlangt, daß die Philharmonie für den persönlichen Verkehr nicht zu sperren sei. Mit 57 gegen 53 Stimmen wird der Antrag abgelehnt. Der Vorsitzende konflatiert, daß damit der Beschluß des erweiterten Kreisvorstandes die Zustimmung der Mehrheit erhalten habe. Wegen der Aussichtsbühnen) durchzubringen, wird dieser Teil nunmehr von den Antraglofigkeit, den zweiten Teil des Antrags( Freigabe für die Voltsstellern zurückgezogen. Graf Mirbach: Das Gesetz ist ungerecht gegen das platte Land. Die Gerechtigkeit würde fordern, daß der Staat die ganzen Schultosten der Landbezirke übernahme wenn ich auch zugeben will, daß Gründe anderer Art dagegen sprechen, diese radikale Lösung eintreten zu lassen. Dadurch, daß die Güter stärker belastet werden als die Gemeinden, werden meine schweren Bedenken gegen das Gesetz vermehrt. Hoffentlich wird die Regierung wenigstens bei der Ausführung des Gesetzes dafür sorgen, daß die Belastung auf das geringstmögliche Maß zurückgeführt wird.( Beifall rechts.) Oberbürgermeister Kirschner- Berlin: Die Widerlegung" des Herrn Reinke wandte sich gegen Ausführungen, die ich gar nicht gemacht habe. Ich wende mich gegen die Festlegung der Konfessionalität, gegen die Schaffung einer katholischen und einer evangelischen Staatsschule, wie fie in diesem Gesetze vorgesehen wird. Das ist der Kern des Gesetzes, das ist der Punkt, auf den auch die Parteien, die die Annahme des Gesezes betreiben, den höchsten Wert legen. Ich bin der Ueberzeugung, daß das Leben der Einzelnen wie das der Völker auf der Basis der Neligion ruhen muß.( Beifall.) Ich bin evangelischer Christ, wenn ich auch mit der zurzeit in der evangelischen Kirche herrschenden Orthodorie nicht einverstanden bin und mich daher vom firchlichen Leben fernhalte, soweit mich nicht meine amtliche Stellung zur Teilnahme nötigt. Ich bin evangelischer Christ; ich lege aber das Hauptgewicht nicht auf dogmatische Lehren, sondern auf die Gesinnung des Herzens. Umgekehrt werden durch dieses Gesetz die dogmatischen Unterschiede in den Vordergrund der Schule ge schoben werden. Und das halte ich allerdings für ein Unglück. Schon greift der Konfessionalismus weit hinaus über die Grenzen des Kirchlichen. Handwerker und Arbeiter organisieren sich konfeffionell, und eine große Partei ruht ruht völlig auf tonfeffioneller Grundlage. Ich stehe nicht an au sagen, Der Zentralwahlverein des Kreises Nieder- Barnim daß ich diese Existenz einer rein fonfessionellen Partei als berhängnisvoll betrachte. Angesichts dieser Tatsache sollten wir um hielt seine Streisgeneralversammlung am 30. Juni bei Türrschmidt so mehr darauf halten, daß gleich dem Heere die Schule der neu in Rummelsburg ab. Bunächst gab der Vorsitzende Genosse trale Boden bleibt, auf dem wohl die Konfessionen zu ihrem Rechte& reiwaldt seine Abrechnung für die Zeit vom Oftober 1905 bis tommen, ihnen aber nicht von vornherein Rechtsansprüche ein- Mai 1906 einschließlich. Die Gesamteinnahme des Vorfißenden in geräumt werden. Die Vorlage bedeutet einen völligen dieser Zeit betrug 6495,68 Mart, wozu ein früherer Bestand von Bruch mit den guten friedericianischen Traditionen. Auch 2607,55 Mart tommt, was die Summe von 9103,23 Mart ergibt. die Kirchen werden feinen dauernden Vorteil daraus ziehen. Demgegenüber stand eine Gesamtausgabe von 6680,88 Mark, so daß Blicken Sie nach Frankreich! Aus den konfessionellen Staats- ein Bestand von 2422,25 Mart verblieb. Unter den Ausgaben beschulen des zweiten Kaiserreichs hat die britte Republit finden sich 3000 Mart, die an den Aktionsausschuß von Groß- Berlin tonfessionslose Staatsschulen gemacht. Denken Sie daran, wie schnell zur Weitergabe an den Parteivorstand gingen, und weitere 1750 M., in England auf die Balfoursche die Campbell Bannermansche Vor- die der Aktionsausschuß für Beitragsmarken erhielt. Tage gefolgt ist, die den konfessionellen Religionsunterricht prinzipiell Es folgte der Rechenschaftsbericht des Kassierers Seitel, der aus der Volksschule verbannt. Vor solcher Entwickelung möchten sich auf die Zeit vom 1. Januar bis zum 16. Juni erstreckt. Jnsmitteln und gegen sie vorgehen. Tobler stellt den Antrag, wir gerade Deutschland bewahren. Denten Sie ferner daran, gesamt wurden 4134,24 Mart eingenommen und 2661,95 Mart aus. wie die firchenfeindliche Agitation der Sozialdemokratie gerade gegeben, wonach ein Bestand von 1472,29 Mart verblieb. Von der aus dieser Vorlage Nahrung zieht, wie unter dem Ein ausgegebenen Summe erhielt der Aktionsausschuß 2500 Mart, druck dicses Gesetzes die Sozialdemokratie den alten Partei- darunter 1500 Mart für die Parteikasse. Die Revisoren befunden, grundfah:" Religion ist Privatsache" aufgibt. Ich halte dies für daß sich alles in bester Ordnung befunden habe. Die Decharge ein sehr bedenkliches Symptom, das die ernsteste Beachtung verdient. erteilung erfolgt am Schlusse des Geschäftsjahres. Ich schließe mit dem Kaiserwort: In religiösen Dingen entscheidet nicht der Zwang, sondern die freie Ueberzeugung des einzelnen."( Lebhafter Beifall links.) Ueber die Agitation im Kreise berichtete Freiwaldt. Er gab ein Bild von der regen Propaganda aus Anlaß der Wahlrechtsbewegung, durch die der Partei eine große Anzahl Rekruten geKultusminister Dr. Studt: Es trifft nicht zu, daß durch dieses wonnen worden sei, die nun zu tüchtigen Mitkämpfern erzogen Gesetz eine evangelisch- katholische Staatsschule konstituiert wird. werden müßten. Die letzten Gemeindevertreterwahlen hätten in Mohl aber mußten die tonfessionellen Minoritäten geschützt werden. Nieder- Barnim ebenfalls erfreuliche Resultate gezeitigt. Während Das war die Voraussetzung bei allen Versuchen, die unternommen die Sozialdemokratie vor zwei Jahren in 17 Gemeinden des Kreises wurden, um die Schulunterhaltung zu regeln, und diese Voraus- 55 Gemeindevertreter hatte, feien es jetzt in 39 Gemeinden 81 Versetzung lag auch dem sog. Schullompromiß zugrunde, auf welchem treter geworden. Man könne indessen nicht stillschweigend darüber das vorliegende Gesetz beruht. Ich teile nicht die Befürchtung des hinweggehen, daß es im Kreise noch eine Anzahl rein ländlicher Borredners, daß das Gesetz zur Beunruhigung führen wird. Be- Orte gebe, in denen die Partei in zehn Jahren nicht viel weiter geunruhigung haben vielmehr an verschiedenen Orten die Versuche, kommen sei. Sie gehörten zu denen, wo infolge des behördlichen dort Simultanſchulen zu errichten, hervorgerufen.( Beifall.) Druds uns teine Säle zur Verfügung ständen, während der ReichsFreiherr v. Durant: In der Tat ist die Festlegung der verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in der Lage sei, dort Konfessionalität der Stern des Gesetzes, und gerade darum begrüßen Woche für Woche seine Versammlungen abzuhalten. Es müsse verDie von meinem Parteigenossen Mirbach vorgetragenen sucht werden, trop aller Hindernisse in jenen dunklen Bezirken des Anschauungen, deren Konsequenz die Staatsschule sein würde, teile Streifes festen Fuß zu fassen, zunächst durch Gewinnung von Ver ich und ein Teil meiner politischen Freunde nicht. trauenspersonen, die die Mittel und Wege zum Weiterkommen Prof. Reinte- Stiel wendet sich gegen die Ausführungen des Dberwiesen. Die Situation in dem teils ganz ländlichen, teils start mit bürge meisters Kirschner. Industrie durchseßten Streise ei folgende: Die industrielle Bevöllerung mache die Stärke der Sozialdemokratie aus, die ländliche berhalte fich ihr gegenüber noch spröde. Die bis zur nächsten Reichstagswahl zur Verfügung stehenden zwei Jahre seien gehörig aus zunuben, damit man sagen könne, der Kreis Nieder- Barnim bleibe bei immerwährender Stimmenzunahme eine Hochburg der Sozialdemokratie.( Beifall.) wir es. Hiermit schließt die Debatte über§ 2( Träger der Schullaften). § 1 wird angenommen. § 2 wird bis zur Beratung über§ 58 zurüdgestellt. Die§§ 3-8 werden debattelos angenommen. Bei§ 9 ( Verteilung der Lasten) wird auf Antrag Graf Mirbach der mit teilt, daß die konservative Fraktion fich noch nicht über den genannten Baragraphen schlüssig geworden sei die weitere Beratung auf Dienstag 1 Uhr vertagt. Schluß 3 Uhr. Abgeordnetenbaus. 77. Gigung bom Montag, den 2. Juli, mittags 12 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Beseler. Das Haus ehrt das Andenken der seit der letzten Sigung verstorbenen Abgeordneten Bleß( 3.) und Dr. Kropatsched( f) burch Erbeben von den Blägen. Genosse Grauer erklärte, daß der Kreisvorstand mit Bes dauern davon Kenntnis genommen habe, daß einzelne Bezirks- Wahlvereine sich mit der Beteiligung, an den Wahlrechtsdemonstrationen begnügten, felbst aber die so wichtigen Wahlrechtsfragen nicht diskutierten, obwohl das zu ihren Aufgaben gehöre. Nachdem Genoffe Binseler zu Fragen der kommunalpolitischen Tätigkeit einige Anregungen gegeben hatte, schritt man zur Wahl eines Beifibers in den Streisvorstand. Es wurde an Stelle des ausgeschiede, nen Genossen Wantowski Genosse Gursch gewählt. Anträge für den Kreis und für die Generalversammlung von Groß- Berlin betraf der nächste Punkt der Tagesordnung. Abgelehnt wird ein Antrag der Stralauer Genoffen: die Tätigkeitsmarte, welche einzelne Berliner Kreise eingeführt haben, auch in Zu einer lebhaften Debatte führte ein Antrag Ober- Schöneweide, zu beschließen, daß der Antrag auf Ausschluß von 15 Genossen In der Begründung des Antrages führte Genoffe Jakobsen zu stellen sei, die am 1. Mai im Kabelwerk Oberspree arbeiteten. aus, daß die Fünfzehn sich einer ehrlosen Handlung gemäß§ 2 Absatz 2 des Parteistatuts schuldig gemacht hätten, indem sie arbeiteten, obwohl mit ganz überwältigender Majorität die Feier durch Arbeitsruhe beschlossen worden sei und die übergroße Masse den Beschluß auch durchführte. Das Verhalten jener sei um so schlimmer, als die Meifeier diesmal auch der Wahlrechtsdemonstration diente. treffenden in diesem Falle nicht für sich geltend machen. Irgend eine Entschuldigung könnten die Be= Genosse Köhler Friedrichshagen, der die Verhältnisse in Ober- Schöne weide persönlich fennt, spricht für den Antrag: Fast einstimmig seien die Beschlüsse in Ober- Schöneweide gefaßt worden. Den Beschuldigten sei das Herz in die Hosen gerutscht, als der Anschlag der Kühnemänner erschien. Die Leute seien aber nicht nur im Betriebe geblieben, sondern sie hätten noch ungelernte Arbeiter nachher angelernt und so die Hinausgesetzten schwer geschädigt! Genoffe Brühl( der zur Ortsverwaltung Berlin des Metallarbeiterverbandes gehört) läßt sich näher über die Fragen aus, die die Maifeier diesmal ausgelöst hat, berührt dabei die bekannte Angelegenheit vom Werke Brunnenstraße, wo wenigstens teil. weise bei den Arbeitenden vom 1. Mai guter Glauben ange= nommen werden könnte. Er spricht sich dafür aus, daß von Fall auf all entschieden werde, ob Genoffen auszuschließen feien, welche den Beschlüssen über die Maifeier entgegen handelten. In zweifelsfreien Fällen müßte Ausschluß erfolgen. Dann fönnte man aber nicht bei den Fünfzehn von Ober- Schöneweide stehen bleiben, die hier im Antrage genannt seien, sondern dann müßte man auch die anderen, auf die dasselbe zuträfe, ers alle auszuschließen, die am 1. Mai oder im Zusammenhange mit der Maifeier Streitbrecher gespielt hätten. Genosse Lint be= antragt, nicht gleich über den Ausschlußantrag zu beschließen, sons bern erst durch den Kreisvorstand im Verein mit dem Bezirksbor stand Ober- Schöneweide eine genaue Untersuchung vornehmen zu laffen. Genosse Stadthagen tritt für diesen Antrag ein. die Leute in Ober- Schöneweide keine Entschuldigung für sich hätten, Genoffe Remniß und einige andere Redner betonen, daß wie sie in der Brunnenstraße geltend gemacht worden sei, wo die Verhältnisse ganz anders lägen. Genosse Sohnstein bemängelt als intonsequent den in der Konferenz Berliner Parteiund Gewertschaftsvertreter gefaßten Toleranzbeschluß bezüglich der Genossen aus dem Werke Brunnenstraße. Er sei entschieden für den Ausschluß. Der Antrag, Tobler wird abgelehnt, dagegen der Antrag Ober. Schöneweide mit erheblicher Mehrheit angenommen, womit der Antrag Link ebenfalls fällt. Es ist also ein Schiedsgericht nach den Vorschriften des Parteistatuts zusammenzuberufen, das über den Antrag auf Ausschluß der fünfzehn namhaft gemachten Genoffen zu entscheiden hat. Die Versammlung wählte in das Schiedsgericht die Genossen Freiwaldt, Stadthagen und Grunow. Zur Verhandlung tam darauf eine Resolution Röber Ontel: Die Versammlung erwartet vom Parteivorstand weitestgehende Aufklärung über die in den Nummern 25 und 26 der Einigkeit" bon lokalistischen Gewerkschaftsführern angeschnittene Frage, be treffend den politischen Massenstreit. Die Versammlung ersucht ferner den Parteivorstand, auf der Generalversammlung GroßBerlins Auskunft zu geben, weshalb der auf dem Jenaer Parteitag dem Parteivorstand überwiesene Antrag, das Bebelsche Referat über den politischen Massenstreit in Broschürenform zu verbreiten, noch nicht zur Ausführung gelangt ist." Gneoffe Röber erklärt begründend daß er das Gefühl habe, als wolle man die Sache verschleppen und herbeiführen, daß fie im Sande verlaufe. Gewiß sei die Aufklärung schon für den nächsten Tag( Sonntag) angekündigt. Vielleicht werde sie ausreichend sein; die Antragsteller wollten aber die Sicherheit haben, daß sie auch wirklich ausreichend werde. Dann falle auch auf, weshalb nicht der angeregte Massenvertrieb der Bebelschen Rede erfolge. Genosse Röber erklärt begründend, daß er das Gefühl eine Angelegenheit, die nach seiner Ansicht erhebliche Wellen schlagen werde und schlagen müsse. Wenn Bebel erklärt habe, daß der Parteivorstand und er gar nicht daran denken, von dem in Jena Beschlossenen und Gesagten abzugehen, so genüge dem Redner die Erklärung bollkommen. Zu dem von Röder geäußerten Mißtrauen, daß die Aufklärung verschleppt zu werden scheine, läge kein Grund bor. Genosse Z e ch e l, n geht auf die Veröffentlichungen der „Einigkeit" ein und konstatiert, daß er das ominöse Protokoll per- sänlich eingesehen habe und daß alles wirklich darin stehe, was die „Einigkeit" daraus veröffentlicht habe. Redner wendet sich heftig gegen den„Vorwärts" wegen des Artikels, der„Eine Infamie" überschrieben war. Damit habe der„Vorwärts" Wirrnis an- gerichtet— genau wie im Vorjahre mit seinem Wirrnis-Artikel. Er wäre verpflichtet gewesen, abzudrucken, was die„Einigkeit" schrieb, und hätte dann seine Bemerkungen dazu machen können. So aber, wie er sich verhalten habe, würden die Massen irregeführt. Der„Vorwärts" habe sich eine niederträchtige Beschimpfung der „Einigkeit" zuschulden kommen lassen, des Blattes, das nur die Wahrheit gesagt habe. Zum mindesten könne man verlangen, daß der„VoNvärts", wenn er das Material nicht in Händen habe, nicht 31 Parteigenossen(die Unterzeichner des ersten Artikels) in so gemeiner Art beschimpfe.— Aus dem späten Herauskommen der Aufklärung entnimmt Redner, daß man vielleicht erst der Er- klärung der Generalkommission die Giftzähne ausziehen wolle. Bebel spreche von einer plumpen Indiskretion. Davon könne hier keine Rede sein; denn wenn jemand aus einer Sitzung, zu der er nicht hinzugezogen sei, etwas erfahre, dann könne er das sagen, dann begehe er keine Indiskretion. Wenn der Parteivorstand sich nach Jena nochmals mit der Frage des Massenstreiks befassen und Gewerkschaftsvertreter hinzuziehen wollte, dann hätte er auch die Vertreter der Freien Vereinigung der Gewerkschaften Deutschlands hinzuziehen müssen. Was die letzte Nummer der„Einigkeit" wiedergebe, sei noch schlimmer als das in der Nummer vorher. ES lasse den unheilvollen Einfluß der Generalkommission auf die Partei erkennen. Die Sache müsse besprochen werden. Genosse WalterSkötter unterschreibt beinahe Wort für Wort, was der Vorredner sagte. Der Parteivorstand und auch Stadthagen hätten sich wie die Katze um den heißen Brei herum- gedrückt. Wir hätten alle Ursache, auf unsere Trrbuncn zu achten. Genosse Stadthagen: Der„Vorwärts" habe die Pflicht. die Interessen der Gesamtpartei zu vertreten, und das werde er auch tun. Was er den 31 Genossen, die die Veröffentlichung in der ..Einigkeit" zeichneten, zum Vorwurf mache, das sei, daß sie nicht an die geeignete Parteiinstanz oder an den„Vorewärts" gegangen seien, um sie zu informieren. Glaube man denn, daß der„Vor- wärts" stillgestanden hätte! Bis jetzt habe der„Vorwärts" kein Protokoll erhalten. Er werde versuchen, eins zu erlangen und werde dann mit seiner Meinung nicht zurückhalten. So, wie es in der „Einigkeit" geschehe, werde er es allerdings nicht machen, sondern er werde prinzipiell klipp und klar Stellung dazu nehmen nach größeren Gesichtspunkten. Dann müsse aber das ganze Proto- koll vorliegen, nicht einzelne Auszüge. Die Sache sei so wichtig, daß die Parteigenossen zusammenhalten sollten und nicht eine Sache „Vorwärts" kontra„Einigkeit" daraus machen. Die harten Worte gegen die„Einigkeit" könnte man ja vielleicht bedauern, wenn sie auch erklärlich seien. Soweit der Massenstreik in Betracht komme, habe ja Bebel seine Richtigstellung gegeben. Was er sage, könne nichts anderes als die Wahrheit sein. Falls die anderen Be- hauptungen der„Einigkeit" über Aeußerungen einiger Gewerk- schaftsführer mit Bezug auf die Partei wahr seien, so würden wir die traurige Erscheinung eines lebhaften und scharfen Kampfes gegen eme Richtung bekommen, die dahin gehe, aus der Partei ein Vehikel der Gewerkschaften zu machen und die Sozialdemokratie als solche dem Untergange zu weihen. Was einige GewerkschastS- Beamten täten, dürfe man aber nicht den Gewerkschaften als solchen anrechnen. Man müsse sich hüten vor der Verwechselung einiger GewcrkschaftSbeamten mit den Gewerkschaften selber.— Stadthagen verwies noch darauf, daß der Parteivorstand nicht der Generalversammlung von Groß-Berlin, sondern dem Parteitage Rechenschaft schuldig sei. Außerdem wandte er sich energisch gegen die Art des Auftretens der Vorredner. Es wäre unstatthaft und schließe jede Diskussion aus, wenn man einzelnen Unterstellungen mache und dann daraus Schlüsse ziehe. Genosse G u sta v L i n k, der mr der Konferenz, die das viel- genannte Protokoll betrifft, teilgenommen hat, führte unter anderem aus: Es gebe gewisse Dinge, die man aus Interesse für die Arbeiter- Bewegung nicht an die große Glocke hängen könne. Darum handele es sich hier. Wenn der Partcivorstand mit der Gencralkommission eine Angelegenheit geregelt habe, die für die Arbeiterbewegung von weittragender Bedeutung sei, so hätten andere Körperschaften sich nicht darum zu kümmern. Der Parteivorstand habe das Protokoll erhalten. Wenn es die„Vorwärts"-Redaktion nicht erhielt, so des- halb, weil sie hier nicht in Frage gekommen sei. Er könne ver- sichern, daß dvS, was in der Zusainmenkunft der Gewerkschaftsvor- stände gesprochen sei, in keiner Weise irgendwie gegen die Arbeiter, Bewegung verstoße. Es sei immer betont worden, cS solle ein inniges Zusammenarbeiten zwischen Partei und Gewerkschaft stattfinden. Nunmehr zieht Räber den ersten Teil der Resolution zurück. Der zweite Teil wird vom Vorsitzenden dadurch für erledigt erklärt, daß die Rede Bebels in der Arbeiter-AgitationSbibliothek Nr. S er- schienen ist. Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß die Versammlung_ Uebnng macht den Meister. Wie den Lesern des.Vorwärts" bekannt ist, habe ich auf dem letzten Verbandstag der Handlungsyehülfen zu Themnitz eine Resolution begründet, welche die völlige Beseitigung der Lehrzeit im Handelsgewerbe fordert. Da sich im Laufe der Debatte über meinen Vortrag herausstellte, daß sowohl die Delegierten wie die Mitglieder über das Lehrlingsproblcm noch nicht genügend informiert sind, so ist der Kongreß zu der sehr der- nünstigen Entschließung gekommen, die Frage zunächst einmal der Gesamtheit seiner Mitglieder zu eingehender Diskussion zu empfehlen und die Beschlußfassung einer späteren Generalversammlung vorzu« behalten. Das hat natürlich nicht verhindert, daß eine ganze Reihe bürgerlicher Preßorgane aus Anlaß der lnoch gar mcht an- genommenen!) Resolution in der bekannten teils gehässigen, teils lächerlichen Weise über den Verband, den BerbandStag und über meine Person hergesallen sind. So schrieb z. B. die„Tägl. Rund- schau": der Verfasser der Resolution habe wahrscheinlich selbst keine dreijährige Lehrzeit durchgemacht, sonst würde er so etwas nicht fordern; die„Germania" orakelte: der Urheber der Resolution und die ihm zujubelten glaubten natürlich selbst nicht, daß eine Beseitigung der Lehrzeit möglich sei; und so weiter. Bei allen gilt es ohne weiteres als feststehend, daß Leute, die keine Lehrzeit durch- gemacht haben, für den Handel einfach unbrauchbar sind. Ich habe nun nicht die Absicht, dieses von jeder Sachkenntnis unberührte Gewäsch zu widerlegen; vielmehr verweise ich zur ein- gehenden Begründung meiner Forderung auf die Broschüre, die ich im Auftrage des Handlungsgehülfenverbandes abzufassen im Begriff bin und die in wenigen Wochen erscheinen wird. In- zwischen hat aber ein Fachblatt, der in Berlin erscheinende �Konfektionär", sich ebenfalls zu der Frage geäußert und dabei einen geradezu unglaublichen Unsinn zutage gefördert. der es mir wünschenswert erscheinen läßt, schon fetzt und zugleich vor dem breiteren Forum der„Vorwärts"- Leser eimges von dem Material zur Abwehr beizubringen. Mit welcher Nachlässigkeit der„Konfektionär" gearbeitet hat, beweist schon der Umstand, daß auch er seinen Lesern erzählt, der Berbandstag habe die Resolution angenommen, während in Wirk« lichkeit, wie gesagt, die Beschlußfassung aufgeschoben worden ist, so daß die Resolution bis auf weiteres nur von mir persönlich ver« treten wird.— Was weiß nun der„Konfektionär" zur Sache vor« zubringen? Er schreibt: „Es wird einem schwer, auf diese Behauptungen(der Reso- lution) etwas zu erwidern, nicht etwa, weil keine Gegen- gründe zu finden wären, sondern weil die Ansicht, man lerne in der„sogenannten Lehrzeit" nichts, zu absurd ist. um sich ernst« hast mit ihr zu beschäftigen." Man sieht, der verehrliche„Kons." macht sich's leicht. Mit der Behauptung, des Gegners Ansicht sei absurd, glaubte er sich der Mühe überhoben, sie zu widerlegen. Nun hat er aber leider daneben gegriffen, und zwar in einer Weise daneben gegriffen, die man bei einem F a ch b a t t nicht für möglich halten sollte. Hätte er nämlich geschrieben, meine Ansicht, daß das Uebel durch Beseitigung der Lehrzeit geheilt werden könne, sei absurd, so wäre eS gut; es stände dann Urteil gegen Urteil. Statt dessen stellt' er seinerseits die Behauptung auf, die kaufmännische Lehre, wie sie beute besteht, sei gut. Damit kommt er aufs Gebiet der Tatsachen und bciveist. daß ihm die Tatsachen des von ihm vertretenen Berufs genau so unbekannt sind. wie etwa die Landschaften im Monde.„Es fällt kein Meister vom Himmel", überschreibt er seinen Artikel und begreift nicht, daß diese platte Selbstverständlichkeit von mir gar nicht bestritten worden ist, sondern daß es sich vielmehr um die Frage handelt, ob die kauf- männische Lehre den Meister inacht. Ich bestreite das. der„Kons." hingegen schreibt: „... Man ist denn auch bemüht, die Wirksamkeit der kaufmännischen Lehrzeit nach jeder Nichtimg hin zu erhöhen..." „... Nach unierer Erfahrung ist die kaufmännische Lehre gegen früher weit besser geworden..." „... Wenn heute vom Kausniannslehrling keine Hausknechtsarbeiten mehr verlangt werden, wenn er nicht mehr den Laden ausfegen, den Ofen heizen und die Lampen reinigen muß. so ist das ganz in der Ordnung.. Also der„Kons." bestreitet, daß das Uebel der ungenügenden Lehrlingsausbildung überhaupt besteht. Früher sei das wohl der Fall gewesen, aber mit der Zeit sei es immer besser geworden. In Wahrheit ist das gerade Gegenteil der Fallt In Wahrheit wurden früher die Kaufmannslehrlinge gut aus- gebildet, während sie heute nur ausgebeutet werden. Schon in Chemnitz habe ich darauf hingewiesen, daß sämtliche, auch die reaktionärsten Gehülfenverbände dies als unumstößliche Tatsache an- erkennen und ihre Klagen darüber Jahr für Jahr wiederholen. Der sehr„staatserhaltende" deutsch nationale Handlungsgehülsen-Verband äußerte sich auf seinem Berbandstage im Juni 1903(Schriften des D. H. V., Band 22, Seite 69): „Alljährlich werden Taufende von sogenannten Lehrlingen z» HaiiskncchtSarbeitcn verwandt... noch immer verlassen alljährlich T a u s e n d e von jungen Leuten die Lehre, in der sie nichts gelernt haben.. Der„Kons." aber glaubt mit rührender Einfalt, daß heute vom Kaufmannslehrling keine Hausknechtsarbeiten mehr verlangt werden und daß die kaufmännische Lehre gegen früher weit besser ge« worden sei I Nun, der deutschnationale Verband ist antisemitisch und ich bin ein Sozialdemokrat. Möglicherweise finden beide keine Gnade vor den Augen des„Kons.". Ich könnte zwar Aeußerungen der gleichen Art mich von den Verbänden vorlegen, an deren GesinmingStüchtigkeit und Staatstreue selbst der„5konf." nicht den leisesten Zweifel hegen wird. Doch will ich mir das schenken und gleich zu den Prinzipalen übergehen. Daß auch diese über den Wert der Lehre wesentlich anders denken als der„Kons.", beweist allein schon die Tatsache, daß alljährlich Tausende von„ausgelernten" jungen Leute keine Stelle finden können. Die Prinzipale wollen sie nicht nehmen. Darin liegt doch das Eingeständnis, daß sie während ihrer Lehrzeit nicht so viel gelernt haben, um ihre Anstellung zu einem auskömmlichen Gehalt wünschenswert und lohnend zu machen. Doch liegen auch direkte Aussprüche von Prinzipalen vor. Auf dem Hl. Kongreß des Deutschen Verbandes für das Kaufmännische Unterrichtswesen (Hannover, Oktober 1899) sagte der dem„Kons." gewiß unver- dächtige Kommerzienrat Lissa» er(Stenogr. Bericht S. 95), daß der Prinzipal „nicht mehr die Muße wie in früheren Zeiten hat, wo in langsamerem Tempo gearbeitet wurde, um instruktiv(belehrend) auf den Lehrling zu wirken.. und daß der Lehrling „gleichfalls Schaden und zwar den größten hat, indem seine Aus- bildnng außerordentlich langsam vor sich geht und meist nur un« vollkommen abschließt, weil ihm meist mechanische Beschäftigungen, bei denen er seine Pflicht tut, ohne indessen tiefer in das kauf- männische Können einzudringen, zugewiesen werden." Herr Kommerzienrat Lissouer ist übrigens, genau wie ich. der Ansicht, daß eine wesentliche Besserung d eS Schulwesens das wichtigste Erfordernis zur besseren Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses ist.— Ueberhaupt sind alle denkenden Prinzipale resp. Prinzipalsvertreter(ich meine damit die juristischen usw. Ratgeber der Prinzipalsvereine) mit den Ge- hülfenverbänden darin vollkommen einig, daß die Lehre, wie sie gegenwärtig in Deutschland üblich ist, absolut wertlos ist. Auch hier könnte ich noch massenhaft zitieren, will mich indesien wiederum auf ein einziges Beispiel beschranken. Im Mai 1901 hielt ein Ausschuß des obengenannten Verbandes zu Weimar eine Sitzung ab, in welcher Herr Dr. Baly aus Reval in einem längeren Vortrag aus« führte(Band 19 der Schriften deS Verbandes für Kaufm. Unterrichts« Wesen, S. 23 ff.): „Der Prinzipal ist im heutigen kaufmännischen Berufe weder Lehrherr im wirklichen Sinne des Wortes, noch Lehrer, weder persönlicher Freund, noch väterlicher Ratgeber des Lehrlings, sondern nur sein Arbeitgeber.... Das patriarchalische Lehr- und Ratsverhältnis zwischen Prinzipal und Lehrling ist auf jeden Fall längst geschwunden. Der Lehrling ist heute nichts anderes als ein Gehülfe, dessen Tätigkeit in der Verrichtung von Kontor- arbeiten besteht, die insofern untergeordnete genannt werden können, als sie zu ihrer Verrichtung nicht gerade bedeutende geistige Fähigkeiten beanspruchen.... !,Von einer allseitigen kaufmännischen Ausbildung vermittelt die Lehre den, Lehrling nur eine Reihe praktisch-technischer Fertig« leiten, alles übrige läßt sie unberücksichtigt."... Ich habe mir in Chemnitz wahrlich nicht träumen lassen, daß ich die allen Fachleuten längst bekannte vollständige Wertlosigkeit der Lehre erst noch beweisen sollte. Und am allerwenigsten habe ich ge« dacht, daß sich ein Fachblatt finden würde, das das noch nicht weiß. Sondern die Frage, die ich mir gestellt hatte, war diese: Was ist angesichts der totalen Unwirksamkeit der Lehre zu tun, um die Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses wieder zu heben und für die Zukunft sicher zu stellen? Und da bin ich nach reiflicher' Ueberlegung zu dem Schluß gekommen, daß im Handel nur Uebung den Meister macht. Die angebliche Lehre führt nur dazu.„daß der junge Mann drei Jahre seines Lebens nicht in der geeigneten Weise ausnützen kann, weil eben das LehrverhältniS sich in Wirklichkeit nicht anders als ein bloßes Arbeitsverhältnis darstellt."(Regierungsrat Dr. Stegemann- Braunschweig auf dem IV. Kongreß des Ber- bandes für kaufmännisches Unterrichtswesen, 1902, Band 23, S. 35). Deshalb, und weil sie zugleich als Vorwand zu einer besonder» niederträchtigen Ausbeutung dient, fort mit der Lehrzeit. Anderer- seit» kann aber im Handel nur der aus der Praxis den richtigen Nutzen ziehen, der eine gediegene allgemeine Bildung mitbringt. So ergibt sich für mich die schon im allgemeinen Interesse so dringend notwendige Besserung deS Schulwesen« als in engem Znsammen« hange siebend mit den Interessen der Handlungsgehilfen. Aehnliche», wenn nicht gar da« Gleiche dürfte übrigens sicherlich auch für ander« Berufe zutreffen, so daß das Thema„Schule und Beruf" auch vom Standpunlt der sozialdemokrattschen Partei aus einer Erörterung wert sein dürfte, zumal in der jetzigen Zeit der Schulverschlechterung. Wenn nun aber der„Kons."(gleich anderen bürgerlichen Preß- organen)mit überlegenem Lächeln io tut, als sei die Beseiligung der Lehre eine Utopie, die selbst der„ZukunstSsiaat" nicht erfüllen könnte, so beweist er nur aufs neue, daß er von den Tatsachen keine blasse Ahnung hat. In Amerika kennt man keine Kauf« m a n n L l e h r e. Herr Dr. I a st r o w, der 1904 im Auftrage der Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft eine Studienreise nach Nord- amerika machte, berichtet darüber(Berl. Jahrbuch für Handel und Industrie, 1904, Band I S. 420 ff.): „Sich in dieser Beziehung in der Unterhaltung mit Ameri« kanern auch nur verständlich zu machen, stteß auf die größten Schwierigkeiten, da der Angeredete in der Regel nicht wußte. waS mit Kaufmannslehre gemeint sei. Ein commsreial apprenticeship, wie ich unseren deutschen Ausdruck Kaufmanns- lehre zu überletzen suchte, ist in Amerika unbekannt. Von dem Augenblick an, wo der junge Mann die Schule verlätzt und in ein Geschäft eintritt, ist er Clerk, wie auch seine Vorgesetzten bis hinauf zum Vertreter des Chefs Clerks sind." Sehr rührend ist alsdann zu lesen, wie der Herr Privatdozent sich außerstande sah,„zu einer klaren Anschauung darüber durchzudringen, wie denn nun der junge Mann in Amerika die Kaufmannschaft erlerne". Hätte er gewußt, daß eS in Deutschland eine wirkliche Lehre auch schon längst nicht mehr gibt, so wäre ihm das Verständnis des amerikanischen Zustandes vielleicht eher gelungen. So aber ist er ratlos: „Auf meine Frage, wie der junge Mann, der in das Geschäft eingetreten ist, sich die praktischen Kenntnisse verschaffe, die für sein Vorwärtskommen erforderlich sind, wenn niemand da ist, der sich seine Anleitung zur Aufgabe macht, war die ständige Antwort: Der junge Mann müsse„pielc it up"(wörtlich: es auflesen). Dieses„picic it up" ist in der Tat das große Geheimnis des amerikanischen Lebens, hinter das zu kommen für einen Aufent- halt von nur drei Monaten wohl ein zu hohes Ziel darstellt." Nun. ich kann Herrn Jastrow das große Geheimnis enthüllen. Dieses„pick it up" gilt nämlich in Deutschland genau so wie in Amerika und heißt auf gut Deutsch: Uebung macht den Meister. Wer ein wirklicher Kausinann werden will, muß sich im Leben tüchtig umtun und sich die praktischen Kenntnisse, die ihm nötig sind, selbst aneignen. Die dazu erforderliche Anstelligkeit sowie die nötigen Vorkenntnisse muß er von der Schule mitbringen. Hierin, in dem Maße der a l l g e m e i n e n B i l d u n g ist. wie Herr Jastrow des weiteren sehr anschaulich schildert, der amerikanische junge Kaufmann dem deutschen überlegen. Und daher die große Tüchtigkeit des amerikanischen Kaufmaiinsstandes. obgleich er keine Lehrzeit keimt Hier muß deshalb der Hebel zur Besserung augesetzt werden. Julian Borchardt. Em der frauenbewegung* Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Sonntag, 8. Juli, Ausflug nach Saatwinkel, Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Jungfernheide. Nachzügler gehen nach Saat- Winkel. Lokal Blumshof von Marten. Verbindungen: Nord- und Südring, elektrische Linie 13 vom Görlitzer Bahnhof und 54 von Schönhauser Allee. Gäste sind willkommen. Rixdors. Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen. Mittwoch, abends 8>/z Uhr, bei Thiel, Bergstr. 150/151: Vortrag des Herrn Adolf Heller über Arbeiterversicherungen. Tcgel-Borsigwalde. Mittwoch, 4. Juli, S'/a Uhr bei Schmidt in Tegel Bortrag:„Licht und Beleuchtung". Referent: Herr B. Borchardt. Donnerstag, 12. Juli, Dampferpartte nach Papenberge. Abfahrt Dampferstation Tegel früh 10 Uhr. SchSneberg. 9. Juli bei Obst: Vortrag Gen. Bäumler über: „Zweck und Ziele der Frauen- und Mädchen-Bildungsvereine." Wilmersdorf. Donnerstag, 12. Juli: Ausflug nach Eichkamp. Treff- Punkt 21/a Uhr bei Seile, Brandenburgerstr. 100. Köpenick. Sonntag. 15. Juli: Kaffeepartie nach Kikemal. Treffpunkt 1 Uhr, Hauptplatz. Abmarsch 2 Uhr. Britz. Sonntag, 15. Juli: FamilienauSflug nach Johannisthal bei Senftleben. Abmarsch l'/a Uhr ab Weniger und 2 Uhr ab Buschkrug. Teltow. 26. Juli bei Pickenhagen. 13. August Stiftungsfest. Gerichts-Leitung. Dürfen w den Bororten mit ihre» Schlächtereibettieben angesiedelte Schlächtermeister frisches Fleisch, da» nicht im Berliner städtischen Schlachthaus ausgeschlachtet ist, in den Berliner Markthallen usw. seilbieten? Paragraph 2 Nummer 6 des preußischen SchlachthauSgesetzeS besttmmt: Durch Gemeindebeschluß kann nach Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses angeordnet werden, daß diejenigen Personen, die in dem Gemeindcbczirk das Schlächtergewerbe oder den Handel mit frischen» Fleisch als stehendes Gewerbe betreiben, innerhalb des GemeindebezirleS da« Fleisch von Schlachtvieh, welches nicht in dem öffentlichen Schlachthause, sondern in einer anderen, innerhalb eines durch den Gemeindebeschluß festzusetzenden Umkreises gelegenen Schlachtstätte geschlachtet haben oder haben schlachten lassen, nicht feilbieten vürfen.— Von dieser Befugnis hatte Berlin durch Gemeindebeschluß vom 16. Juni 1882 Gebrauch gemacht. Jener Umkreis wurde auf 8 Kilometer festgesetzt. Die EngroS-Schlächtermeister Schönemann und Liesing. die in Weißensee wohnen und dort ihre Schlachthäuser haben, wo sie Kälber und Fersen ausschlachten, waren vom Landgericht wegen Ueberttetung des Berliner Gemeinde- beschlusses zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie von diesem, nicht im Berliner städtischen Schlachthaus ausgeschlachteten frischen Fleisch in Berlin feilhielten. Sie hatten nämlich ständige Verkaufs- stände in der Berliner Zentralmarkthalle. Das Landgericht erachtete sie als solche Personen, die in Berlin den„Handel mit frischem Fleisch als stehendes Gewerbe" betrieben. ES legte dabei Wert auf den ständigen Vertrieb eines erheblichen Teils des Fleische« in ihren Berliner Hallen st änden und darauf. daß sie wegen dieses Handels in Berlin Einkommen« und Gewerbe st euer zahlten. DaS Kammeraericht hob gestern das land- gerichtltche Urterl auf und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Landgericht zu nochmaliger Verhandlung zurück: Der Gemeindebeschlutz sei rechtsgültig erlassen. Sein Zweck und die gesetzlich begründete Tendenz gehe dahin, die Schlachthaus- anstalten Berlins davor zu schützen, daß Berliner Fleischer in Berlin Fleisch feilhalten, das nicht im städtischen Schlachthaus ausgeschlachtet ist. Deswegen seien daran Personen gebunden, die im Gemeindebezirk Berlin das Schlächtergewerbe oder den Handel mit frischem Fleisch als stehendes Gewerbe betteiben. Die Frage sei nun. ob die Angeklagten zu diesen Per- sonen gerechnet werden müßten. Der Vorderrichter sage, daß ein großer Teil ihre« ganzen Sein« und Wesens mit Berlin verbunden sei, daß sie in Berlin Steuern zahlten und daß sie als in Berlin heimische Fleischhändler anzusehen seien mit stehendem Gewerbe- betrieb in Berlin. Wenn da» allein hervorgehoben wäre, dann wäre eS als tatsächliche Feststellung unanfechtbar. ES hebe aber noch da« Landgericht hervor, daß der dauernde Stand in der Berliner Markthalle die An- geklagten zu Berliner Fleischern mache. Das sei nicht richtig. Es werde in gewerberechtlicher und in gewerbe- steuerlicber Beziehung unterschieden zwischen einem stehenden Ge- werbe, einem Gewerbe im Umherziehen uixd dem Martlverkehr. Der Marktverkehr könne ein stehendes Gewerbe sein, aber auch ein Ausfluß des Gewerbes im Umherziehe». Es gebe dann noch einen dritten Fall, den, daß Leute, die ans dem Markt Handel trieben, weder ein stehendes Gewerbe noch ein Hausiergciverbe betrieben. (Handel mit eigenen ländlichen Produkten: Eier, Butter usw.) Also sei es ein Rechtsirrtum, wenn dem dauernden Stand in der Markt- halle entscheidender Wert beigelegt werde. Aus Freisprechung könne aber noch nicht erkannt werden. ES werde zu prüfen sein, aus welchen Gründen diese Angeklagten nach ihrer ganzen Geschäfts- und Lebensführung auch als inBerlin ansässigeFleifcher mit dem stehenden Gewerbebetrieb deS Fleischhandels anzusehen seien.— Aus der Besteuerung der Leute in Berlin könnten ja ge- wisse Schlüsse gezogen werden. Allein entscheidend sei das aber auch nicht. ES werde vom Landgericht genau zu prüfen sein Gesetzeswächter- Gesetzesverächter? 8wei beim Amtsgericht in 3 wenkau bei Leipzig angestellte 8wei beim Amtsgericht in 8 wenkau bei Leipzig angestellte Referendare, Johannes Driver aus Bremen und der ebenfalls 24 Jahre alte Friz Dönig aus Weißenfels, waren Gäste bei einem Privatvergnügen im Schützenhause in gwentau. Driver erhielt von einer jungen Dame, die er zum Tanz engagieren wollte, einen Korb, nachdem das holde Mädchen einem jungen Kaufmann etwas zuflüsterte; denn dieser war derjenige, welcher. Da schwoll dem Herrn Referendarius die Zornesader an der Stirn, er ließ den Kaufmann Kiese wetter herausrufen und richtete an diesen die Frage, ob die junge Dame dem Kaufmann schon vorher den Tanz zugesagt hatte. alles, was die ganze Tätigkeit usw. der Angeklagten Roter Sonntag und kein Ende. Blinder Eifer schabet nur".| Stellung zu nehmen. Reidje als Branchenleiter führte dazu aus: in Berlin angehe. Wenn fie zum Beispiel in Berlin Die Richtigkeit dieses Wortes mußte auch der Polizist Ramanowsky Das Halten von eigenem Werkzeug habe so überhand genommen, einen Schuppen hätten, um einen Wagen unterzustellen, so tönnte aus Halle am eigenen Leibe verspüren, der wie viele seiner daß man sich eigentlich wundern müsse, daß die einzelnen Unterdaraus auf den Charakter eines Berliner Fleischers gefolgert Kollegen am 21. Januar einen Arrestanten an der Kette nach nehmer von den Kollegen noch nicht strikte verlangen, daß, wer werden; oder wenn etwas anderes festgestellt werde, das für eine der Wache geschleppt hatte. Gelegentlich eines früheren, vor dem bei ihnen arbeiten wolle, auch für Werkzeug sorgen müsse. Wenn Niederlaffung in Berlin spreche, wären sie auch Berliner Schöffengericht stattgehabten Termins wurden dem Polizisten, der früher der eine oder der andere Kollege ein Stück Werkzeug sein Fleischer und unterfielen dem Gemeindebeschluß. Sollte die end- nicht zur festgesezten Verhandlungszeit erschienen war, fämtliche eigen nannte, so war das eine Seltenheit, während man heute gültige Entscheidung zugunsten der auswärtigen Schlächter ausfallen, Kosten des Termins auferlegt. In der zweiten Verhandlung ergab sagen kann, daß jeder Kollege über Werkzeug verfügt, das der so wäre eine Aenderung des Gemeindebeschlusses erforderlich. sich, daß der Polizist die Arretierung durchaus unbegründet vor- Unternehmer zu liefern hätte. In der Branchenversammlung, genommen hatte. Der Bergmann Giersch und einige Freunde die im Januar stattfand, wurde die Frage schon erörtert, und es gingen vom Hauptmarkt nach dem Alten Markt, um in einer Wirt- wurde damals der Branchenkommission aufgegeben, geeignete Vorschaft zu Mittag zu speisen. Auf einmal sprang der Polizist heran, schläge auszuarbeiten. Nachdem die Kollegen in den Vertrauensnahm Giersch an die Kette und brachte ihn nach der Wache, weil er und Bezirksversammlungen die Frage mehrfach erörtert hatten, der dreimaligen Aufforderung eines Polizeiinspektors, jich zu ents beschäftigte sich auch die Branchenkommission in mehreren Sizungen fernen, nicht nachgekommen sein sollte! Der Polizist bekundete nun, damit. Diese nun unterbreitete der Versammlung folgenden AnGiersch und seine Begleiter wären nach dem Hauptmarkte vor trag: 1. In allen Betrieben muß das zur Bank gehörige Werkzeug teil beschworen, nämlich, daß Giersch und seine Begleiter vom bis zu 5 Kollegen einmal, bis zu 10 Kollegen zweimal und gedrungen, während mehrere andere Zeugen das strikte Gegen- vorhanden sein. 2. Das Kompagniewerkzeug muß vorhanden sein: Der Polizist, so hieß es im Urteil, habe nach bestem Wissen die arbeiten können, und der Unternehmer sorgt nicht für genügend Hauptmarkt herkamen. Das Gericht sprach Giersch frei. so staffelweise weiter. 3. Sollte dennoch ein Kollege nicht weiter Wahrheit gesagt, sei aber einer Verwechselung zum Opfer ge- Werkzeug, so soll der Kollege andere Arbeit oder die Zeit in fallen. Das Lohn bezahlt berlangen. 4. Die Kollegen verpflichten sich, dafür wurde nicht nur bejaht, sondern noch hinzugefügt, daß Richtigstellung. Zu unserem in Nr. 146 veröffentlichten Bericht zu sorgen, daß der Unternehmer in kürzester Zeit die gestellten der Herr Referendar bei seinem Benehmen den Damen gegenüber die Königsberger Jugendorganitation ist zu bemerken, daß nicht Bedingungen erfüllt. 5. Sind die von den Kollegen gestellten Beüber doch nicht erwarten könne, daß sie mit ihm tanze. Das mußte der Vorsigende dieser Organisation zu 3 Monaten Gefängnis dingungen erfüllt, so find unsere Kollegen verpflichtet, ihr eigenes fürchterlich gerochen werden. Die Ehre des Couleurstudenten und( wegen angeblicher Polizeibeleidigung) verurteilt wurde, sondern Ge- Werkzeug aus dem Betriebe herauszuziehen. Sollten sich unterOffiziersafpiranten mußte repariert werden und schickte Driver dann noffe Franz Krüger. Dieser ist niemals Vorsitzender der nehmer weigern, Werkzeug anzufchaffen, so ist der Bezirkskommisseinen Freund, den anderen Referendar, zum Kaufmann, um ihm Königsberger Jugendorganisation gewesen, hat aber reges Interesse fion Mitteilung zu machen. Diese beschließt in der Werkstattsizung, eine Forderung auf Säbel und die Ausfechtung des Duells mit für deren Bestrebungen befundet und sich in diesem Sinne sehr be- was weiter geschehen soll. Als Endtermin soll der 1. Oktober 1906 Binden und Bandagen in 25 Minuten Zeitdauer zu überbringen. tätigt. Dabei zog er sich die genannte Strafe zu. festgesetzt werden, und es sind alle Kollegen verpflichtet, bis dahin Der gescheite Kaufmann lehnte die Prügelei mit" Sabuls" nicht nur ihr eigenes Werkzeug aus den Betrieben zu entfernen. ab, sondern erstattete Anzeige gegen die beiden Justizbeamten. Sie erhielten denn auch ihre Strafe: der Herausforderer und Justizbeamte muß fünf Tage Festung, der Kartellträger und Justizbeamte muß ein Tag Festung verbüßen. Zu diesem Schmerze kommt noch, daß die Einwohner Zwenkaus sich über diese beiden Referendare beim Justizminister beschwert haben. Müllabfuhr vor Gericht. und als Suchsland- Rettung. der Frankfurter Boltsstimme" wegen Beleidigung des Konsum Wie uns ein Privattelegramm mitteilt, wurde Genosse Zander von vereinstöters Prof. Suchsland zu einer Geldstrafe von 150 Mark verurteilt. Verfammlungen. In der lebhaft geführten Debatte glaubten einzelne Redner, befferten Werkzeuge nicht mehr gebrauchen dürfen. Von anderer darauf hinweisen zu müssen, daß die Kollegen in ihrem Verdienste geschmälert werden, wenn sie ihre gut eingearbeiteten und verSeite wurde ebenso energisch betont, daß man dem Unternehmer wohl seine Arbeitskraft verkauft, aber nicht das Werkzeug zu liefern habe. Reiche betonte in seinem Schlußwort, daß gegen den Antrag sich niemand ernsthaft gewandt habe; den Wünschen jedes einzelnen könne allerdings nicht Rechnung getragen werden. Die Vororte würden sich anschließen und jeder Kollege müßte ernstlich bestrebt sein, das Ziel:" Abschaffung des eigenen Werkzeuges", zu erreichen. Der Antrag gelangte darauf gegen 4 Stimmen zur Annahme. Gine Tellersammlung für einen schon lange Zeit franken KolTegen ergab 53,10 m. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale GroßBerlin, sette am Mittwoch, den 27. Juni, die am 20. Juni vertagte außerordentliche Generalversammlung fort. Ortssekretär Wubky erstattete in einem längeren Referate den Bericht vom Verbandstag in Mainz. Nach lebhafter Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die am 27. Juni im Dräselschen Saale versammelten Mits glieder der Filiale Berlin haben mit Genugtuung von dem Bericht über die Verhandlungen des Verbandstages Kenntnis genommen. Die Versammelten erklären sich mit den Arbeiten des= selben durchaus einverstanden und erwarten, daß alle Kollegen sich mit Energie bemühen werden, den getroffenen Maßnahmen und gefaßten Beschlüssen zur uneingeschränkten Durchführung zu verhelfen." Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft zur BeVerein der Ein Prozeß, der in nächster Zeit weiter verhandelt werden Gegen die Verschlechterung der Unfallversicherung. wird, erinnert an die viele Jahre hindurch schwebenden Kämpfe, die zwischen den Unternehmern für Müllabfuhr stattgefunden und erst Der Verband der Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter hatte etwa vor Jahresfrist ihr Ende erreicht haben. Die Wirtschafts- am Mittwoch in den Andreas- Festsälen eine Mitgliederversammgenossenschaft Berliner Grundbefizer, eine Schöpfung des Bundes lung veranstaltet, in der Reichstagsabgeordneter Störst en über: „ Die Zentrumspartei im der Hausbesizer, dem die größte Zahl der Hausbesitzervereine anpreußischen Ab= und geordnetenhause gehört, hatte vor längeren Jahren auch die Müllabfuhr als einen ihr Wunsch auf A b= ihrer Betriebszweige aufgenommen und führte einen heftigen Kampf chaffung der Unfallrenten unter 25 Prozent" gegen die übrigen Unternehmer, die die Müllabfuhr bisher betrieben. Sprach. Auf Grund seiner in einer langen Reihe von Jahren geDer durch die Hausbesizervereine gestürzten Genossenschaft gelang wonnenen Erfahrung schilderte der Redner das Bestreben des es, ein Abfuhrmonopol so gut wie zu erreichen, denn die großen Unternehmertums, den geringen Schuß und die unzureichende Entes, ein Abfuhrmonopol so gut wie zu erreichen, denn die großen schädigung, die die Unfall- und die Invalidenversicherung den Unternehmer mußten schließlich ihr Geschäft aufgeben die noch bestehenden fleineren Unternehmer Unternehmer fommen Arbeitern bietet, in jeder Weise zu beschneiden oder gar gänzlich Konkurrenz für die Genossenschaft kaum noch in Frage. Einer Bunichte zu machen. Er zeigte an vielen Beispielen, was die Berufsder Inhaber derjenigen Konkurrenzunternehmungen, die bei dem genossenschaften zu diesem Zweck alles ausgeflügelt haben mit Kampfe mit der Wirtschaftsgenossenschaft ihren Betrieb einzustellen Hülfe ihrer getreuen und dienstbeflissenen Vertrauensärzte. So gezwungen waren, hat nun die Behauptung aufgestellt, daß der von 3. B. daß ein Monteur, der auf seiner Berufsreise verunglückt, ja, der genannten Genossenschaft angestellte Konkurrenzkampf nicht im daß ein Arbeiter, dem in der Frühstückspause in der Fabrik ein Intereffe der in Frage kommenden Hausbesigervereine geführt worden Unfall zustößt, nicht als rentenberechtigt anerkannt wird. Ferner sei, sondern daß vielmehr Privatintereffen der Direktoren der Wirt- daß Leistenbrüche, die durch Betriebsunfälle entstanden sind, nur schaftsgenossenschaft dabei eine erhebliche Rolle spielten. Er behauptet, noch in ganz seltenen Fällen als zur Rente berechtigend anerkannt daß zwischen den Direktoren und dem Fuhrunternehmer der Genossen- den von ihren mehr unabhängigen Kollegen belächelten Gedanken nutzung für jedermann, SW., Merandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von werden oder daß die Aerzte der Berufsgenossenschaften sogar auf Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes schaft, der auch zugleich die Verfrachtung des Mülls übernommen verfallen sind: jeder Mensch habe eine Anlage zum Leisten- 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. hat, Privatabkommen bestehen sollen, die nicht zugunsten bruch, und daß sie deswegen den Unfall nicht als die eigentliche In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art der Wirtschaftsgenossenschaft und der dabei Beteiligten ge- Ursache solcher Berlegung hinstellen! Dann, daß diese Aerzte Siech- und Richtung aus. macht worden seien. Diese Behauptungen sind bon dem betreffenden Unternehmer in tum, infolge giftiger Dünste in den schlecht ventilierten Fabrikeiner Form aufgestellt worden, räumen hervorgerufen, als eine Krankheit bezeichnen, für die fämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet am Freitag, den die Direktoren der Wirtschaftsgenossenschaft ebenso wie den General- teine Unfallrente zu zahlen sei! Dazu die Entziehung einmal be- 6. Juli, abends 8 Uhr, in den Induſtrie- Feſtsälen, Beuthstr. 19/20, einen unternehmer derselben zwang, eine Beleidigungsklage gegen ihn an- willigter Renten, wenn sich der Empfänger nach Aussage der Aerzte Bortrag für die Angehörigen des Kaufmannsstandes. Bortragender ift austrengen. Ein dieser Tage in dieser Angelegenheit vor dem Sanitätsrat Dr. D. Rosenthal, das Thema lautet:„ Das Wesen und bie Schöffengericht angesezt gewesener Termin galt im wesentlichen der an das Fehlen eines verlorenen Gliedes" gewöhnt" haben soll usto. Heilung der Geschlechtskrankheiten". Umigrenzung der notwendigen Beweisaufnahme. Der Angeklagte Der Rebner schilderte auch, wie schwierig es dem Unfallverlebten geLehrlinge und jugendlichen Arbeiter und will in einem umfangreichen Beweise die ganzen Verhältnisse klar- macht wird, sein Recht zu erkämpfen, wie schwer es schon ist, von Arbeiterinnen Berlins und Umgegend, Abteilung II. Mittwoch, den Legen. Er behauptet u. a., daß der Generalunternehmer der irgend einem Arzte ein brauchbares, objektives Attest über den 4. Juli, 8 Uhr, bet Donath, Schönleinstr. 6. 1. Bortrag des Kollegen Wirtschaftsgenossenschaft für die Verladung des Mülls 3 Bf. bro Krankheitszustand zu erhalten, und wie die Spruchpraris des Marr über: Religion und Wissenschaft". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Bentner mehr erhält, als sämtliche übrigen Firmen, die anderweitig die der Schiedsgerichte sich immer mehr zum Nachteil der VerReichsversicherungsamtes und zu einem großen Teil auch schon Müll verladen, beanspruchen. Nach seiner Behauptung hätten letzten entwickelt. Schließlich brandmarkte der Redner das Verdie Direktoren der Genossenschaft die Tatsache an fich Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das als richtig zugegeben, dies aber damit begründet, daß sie halten der Zentrumspartei, die sich immer als arbeiterfreundlich anderweitig feinen so leistungsfähigen Unternehmer, als der ihre ist, aufspielt, deren Vertreter im preußischen Abgeordnetenhause fich 40. Heft des 24. Jahrganges erschienen. Das Heft hat folgenden Inhalt: Spotten ihrer selbst Sombarts Schrift über den modernen Sozialis fänden; aus diesem Grunde hätten sie auch mit ihrem General- aber am 3. Februar dieses Jahres nicht entblödeten, für Ab- mus. Von Eugen Dietgen." Badingtown"," The Jungle" und seine unternehmer einen Vertrag auf die Dauer von 25 Jahren gemacht. schaffung der Unfallrenten unter 25 Prozent einzutreten! 3u- tritiker. Bon A. M. Simons. Die Wiener Arbeiterschule. Von Otto Demgegenüber behauptet der Beklagte, daß dies nicht zutreffe, daß nächst geht dieses, natürlich von der ganzen Unternehmerschaft Bauer. der betr. Unternehmer gar nicht im stande sei, die Verfrachtung in unterstützte Bestreben allerdings nur auf die Renten der Land- rechtigkeit gegenüber der organisierten Indifferenz. seinem winzigen Betriebe auch nur annähernd auszuführen, und er arbeiter aus; gelingt der saubere Plan aber, so wird man( Bochum). deshalb mit der Ausführung andere Unternehmer beauftragt habe. jedenfalls auch die Industriearbeiter nicht verschonen. Darum ist Rundschau: Klara Molsberger, Ratschläge zur Berufsfrage der Frauen. es nicht Solidaritätsgefühl mit den Landproletariern allein, sondern Letztere müßten, wie behauptet wird, die Verfrachtung des Mülls es nicht Solidaritätsgefühl mit den Landproletariern allein, sondern zu einem um drei Pfennig pro Zentner billigeren Preise aus- auch ihr eigenes Interesse, das die Induſtriearbeiter veranlassen handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro führen, als er selbst erhalte. Der Generalunternehmer ſei muß, alles aufzubieten, um diesen schmählichen Angriff auf die so Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal also nur zwischenunternehmer, der die Differenz von drei wie so schon über die Maßen verschlechterte Unfallversicherung ab- abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. zuwehren. Der Redner schloß mit der Bemerkung, daß die beste Pfennig pro Bentner ohne jede Mühe einheimse und nach Waffe und das stärkste Schußmittel der Arbeiterschaft ihre Organis der Behauptung des Angeklagten mit den Direktoren teile. Da Der Süddeutsche Postillon" eröffnet mit Nr. 14 das dritte Duartal für die Wirtschaftsgenossenschaft täglich 22 000 Zentner Müll ver- fationen sind, daß sie aber außerdem mit allem Nachdruck gegen das feines 25. Jahrganges. Eine überraschende Entdeckung in der PorzellanA. Fiebiger bringt ein frachtet werden, so rechnet der Beklagte für den Zwischengewinn ganze System, das sich jetzt in der Sozialgesetzgebung breit macht, fammer nennt sich das mehrfarbige Titelbild. stämmiges Matrosenbild: Schwamm drüber! 3. Klinger ein Saisonbild: von 8 Pf. pro Bentner einen Tagesgewinn von 660 M. oder auf zu Felde ziehen muß. Sehenswürdigkeiten in München, und May Engert, der verdienstvolle die gesamte Vertragsdauer von 25 Jahren einen solchen von zirka tussion, in der mehrere Redner ihre traurigen Erfahrungen mit den Stalpjäger„ Rote Bolte" und sein Opfer, den bayerischen Verkehrs. Dem Vortrag, der lebhaften Beifall fand, folgte eine Dis- Stünstler des Süddeutschen Postillons", schildert in lebhaften Indianerfarben 5 000 000 m. heraus. Diese Berechnung hat natürlich die Richtigkeit der Berufsgenossenschaft und bei Verfolgung ihrer Ansprüche minister. Den Meistern des Stiftes stehen aber die des Wortes ebenbürtig der Behauptungen des Beklagten zur Voraussetzung, die von der schilderten. Es wurde auch bemerkt, daß für die gefährlichste Holz- zur Seite. Wieder! tönt das Revolutionslied aus Rußland dem Leser ent Gegenseite entschieden bestritten wird. Ueber den Ausgang des bearbeitungsmaschine eine sehr wirksame und dabei billige Schutz- gegen. Redakteur und Massenmörder. Auf Manfred Wittichs Grab Prozesses werden wir seinerzeit berichten. vorrichtung erfunden worden ist, daß aber bis jetzt nur wenige legt Ernst Klaar einen achtversigen Lorbeer. Was in der Welt vorgeht. Unternehmer sie angeschafft haben. Die Versammlung nahm ein- Dem allgemeinen deutschen Lehrertag in München, Gedicht von D. U. stimmig folgende Resolution an, die dem Vorstand und der Reichs- Im Frühling, eine Eisenbahnskizze von Baul von der Elite. Touristen tagsfraktion der sozialdemokratischen Bartei überwiesen werden soll: Norwegische Königstrone( Gedicht).- Briefe aus Sachsen. Gloffen. proviant, Gedicht von Nawit. Nieder mit Posadowsky( Gedicht). „ Die am 27. Juni 1906 in Stecherts Saal versammelten Biel Wiß und Kleinkam schmückt die Nummer, die mur 10 Pf. loftet. Holzbearbeitungsmaschinenarbeiter Groß- Berlins erklären sich mit John Grand- Carteret, Contre Rome. La bataille antiden Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden. cléricale en Europe. 282 image francaises, italiennes, allemands, Sie sprechen ihre lebhafte Entrüstung darüber aus, daß es autrichiennes, hollandaises, belges, suisses, portugaises, anglaises, Abgeordnete der Bentrumspartei im preußischen Abgeordneten- américaines etc.... Appréciations d'hommes marquants de la hause befürworteten, für die ländliche Arbeiterschaft in der Zu- France et de l'étranger sur la separation de l'eglise et de l'état. funft die sogenannte eine Rente unter 25 Broz. in Wegfall Louis Michand, éditeur. Paris, Boulevard Saint Germain 168. tommen zu lassen. Preis 3,50 Francs. Fahrlässige Tötung der eigenen Mutter. Den Tod der eigenen Mutter hat der Landwirt Wilhelm Bieregge dadurch verschuldet, daß er eine Häckselmaschine in Betrieb setzte, die nicht mit den vorgeschriebenen Schußvorrichtungen versehen war. Die hoch bejahrte Frau wurde, als sie beim Häckselschneiden helfen wollte, von einem Schaufelstiel, der ins Schwungrad geraten war, so heftig gegen den Leib getroffen, daß sie nach einigen Tagen starb. Die Lüneburger Straffammer berurteilte Vieregge zu drei Wochen Gefängnis; in Betracht gezogen wurde, daß der Angeklagte an und für sich schon durch den Tod der Mutter hart gestraft fei. Unfittlichkeit und Lehrer. Die Straffammer des Landgerichts Bremen verurteilte einen Lehrer, der sich in sechs Fällen gegen § 174, 1 und 176, 3 des Strafgesetzbuches bergangen hat, zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Aus der Partei. Ein fozialdemokratischer Wahlverein ist vor kurzem in Berleberg( Provinz Brandenburg) gegründet worden. Die Gründung verdient besonders vermerkt zu werden, da sie unter ganz besonderen Umständen erfolgt und außerdem die Frucht behördlichen Druckes ist. Der Verein hat bisher keine Versammlung abgehalten und wird borläufig auch feine abhalten, da er kein Lokal hat. Die Wirte in Berleberg wagen nicht, ihre Säle zu Arbeiterversammlungen herzugeben, fie behaupten geradezu, die Behörde erteile nur dann die Konzession, wenn der Inhaber sich verpflichte, keine sozialdemokratischen Verfammlungen in seinem Lokale stattfinden zu laffen. So hat seit Jahren eine Versammlung im Drte stattfinden können, da eine unter freiem Himmel geplante einfach verboten wurde! All' das hat die Genossen nun zur Gründung des Wahlvereins gebracht. Der Behörde ist mitgeteilt worden, daß die Agitation und Wahl arbeit von Mund zu Mund ausgeübt wird. Wenn sie nun erfahren will, was der Verein treibt, so wird sie schon einen Versammlungsraum verschaffen müssen. Bon M. W. Eingegangene Druckfchriften. Der Kampf der Seeleute. Bon Konrad Miß. Die Gea Bon Karl Roche Die russische Elementarschule. Von Frize. Literarische Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchZentralverband der Glaser. Sie sehen darin eine große ungerechtigkeit gegenüber der ländlichen Arbeiterschaft, die aber, bei der immerwährenden Agitation der industriellen Unternehmer gegen die Arbeiterschutzgefeße, auch bald auf die industrielle Arbeiterschaft auszudehnen gewünscht werden würde. Die Versammelten erklären, daß durch die neuerliche Rechtsprechung des Reichsversicherungsamtes schon ein großer Bruchteil der Versicherung verloren gegangen ist. So unter anderem: Das Ausschalten eines großen Teiles Dienstag, den 3. Juli, abends 6 Uhr, im Gewerk von Tätigkeit für den Unternehmer als Eigenwirtschaft", weil Achtung, Mitglieder! schaftshaus, Engel- Ufer 15( großer Saal:) nicht immer ber unmittelbare Zuſammenhang zeitlich, ört- Versammlung Die Ortsverwaltung. Bruch- Pollmann lich oder plötzlich nachgewiesen werden fann; vollständige Entziehung der Rente bei gänzlichem Verlust eines oder mehrerer Tages Drdnung: Körperteile, wenn nach angeblicher Meinung des VertrauensBericht von der Aussperrung. arztes der Berufsgenossenschaft die Gewöhnung an den Verlust Pünktliches und vollzähliges Erscheinen erwartet eingetreten ist; Nichtanerkennung der immer mehr auftretenden 73/3 Vergiftungsfälle als Unfälle und Ueberweisung oder Verweisung Wegen Aufgabe 6000 feine Zigarren dieser Fälle an die Invaliditätsversicherung als Gewerbefrank- im ganzen od. einzeln a 35,00 u. 40,00, heit; Wegfall der Rente unter 10 Broz., weil angeblich nicht be- 1 Backen Havanna 1,80, 3igarrentisten, rechenbar; Wegfall beinahe aller Leistenbrüche als Unfall usw. Wickelformen sofort verkäuflich. Die Versammelten erwarten von ihren Vertretern im Reichs- 293/19 Schreck. Tresdomstr. 15. tage, wenn derartige, tiefbedauerliche Anträge an den Reichstag tommen sollten, daß sie diese mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpfen werden.' " Deutscher Holzarbeiterverband. Die Branche der Bautisch Ier hielt am Sonntag, den 24. Juni, eine gut besuchte Versammlung ab, um zu der Frage der Abschaffung des eigenen Werkzeuges 3. Ausfeld, Turmſtr. S. ähne zieht vollständig schmerzlos Zugelassen bei den Krankenkassen des Gewerkskrankenvereins. empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Orts- u. Hülfs- Krantentassen Berlin C., 16392* 30. Linien- Straße 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Be lotten, angenehm u. weich am Körpe Deutscher Holzarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlin. Morgen, Mittwoch, 4. Juli, abends 8% Uhr: Vertrauensmännerversammlungen: Osten I, Osten II: bei Litfin( Gesellschaftshaus„ Ostend"), Memelerstr. 67. Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. NB. Die Adressen der Obleute sind: Bezirk Often I: Stollege Fritz Tarnow, O, 34, Graudenzerstr. 8, b. IV I. Paul Schwarzer, Bödiderstr. 3. II: " Nordosten: bei Mann, Strausbergerstr. 3. Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. Obmann des Bezirks Nordosten ist: Kollege Michaltseck, Eberthstr. 27. Bezirk Oestliche Vororte: bei Wildner, Friedrich Karlstr. 11, Friedrichsberg. Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Werkstatt- und Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Hierzu ist die Werkstatt Frohle, Frankfurter Allee 47, geladen. Südosten: bei Muhs, Manteuffelstr. 95. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Adresse des Dbmannes ift Fritz Kowalke, Brangelſtr. 114. Süden: bei Gliesing, Waffertorstr. 68. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Westen und Süd- Westen: bei Habel, Bergmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollfommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Wedding und Gesundbrunnen: bei G. Milbrodt, Müllerstraße 7. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und der Bertrauensleute. 2. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt: bei Wernan, Schwedterstr. 28. Tagesordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Verbandsangelegenheiten. Drechsler und Treppengeländerbrauche. Osten bei Neumann, Friedenstraße 67. Südosten u. Südwesten: bei Stramm, Ritterstraße 123. Norden: bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission und der Vertrauensmänner. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Tischlereien sowie jede Branche in Treppengeländerfabriken muß vertreten sein. Bautischler. Bezirk 1: bei Möhring, Admiralstr. 18c. Bezirk II: bei Zietz, Warschauerstr. 61. Bezirk III: bei Hube, Kopenhagenerstr. 74. Bezirk IV: bei Fortanier, Tegelerstr. 56. Zu Bezirk I werden folgende Werkstätten geladen: Glazer, 3offener straße 10; Scharwies, Bergmannstraße 67. Loden- Pelerinen Wetterfeste, praktische Stoffe. Reichfaltige, glockenförmige Pelerinen, bis über die Waden hinweg reichend. Mit und ohne Kapuze. Strapazierfähige Farben. 19.- 17.- 16.14.- 12.11.- 10.- 9.8 M. Loden- Havelocks Praktische Lodenstoffe. Bequemste Tragart gegen Wind und Wetter. Strapazierfähige, moderne Farben. 24.- 21.- 18.- 6.75 M. 15.- 12.- 10.| Regen- Pelerinen 425 Gummi- Mäntel-15. 12.- 8.75 7.50 5.- M. 33.- 30.24.- 20.Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a/ 25- 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. Der Haupt- Katalog No. 29( Loden- Kleidung) wird kostenlos und portofrei zugesandt. Branche der Muſikinſtrumentenarbeiter Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umg. im Gewerkschaftshause, Tagesordnung: 1. Werkstattstreifs und Differenzen in unserem Berufe. 2. Bericht der Stommission. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Wir bitten die Borwärts"-Quittungen mitzubringen und an der Kontrolle vorzuzeigen. " Jeder Betrieb muß vertreten sein. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. Möbelpolierer abends 8 Uhr: Bezirk 0. bei Kubat, Blumenstr. 38. Bezirk SO. bei Krambein, Staligerstr. 22. Bezirk N. bei Maß, Brunnenstr. 96. 88/12 Der wichtigen Tagesordnung wegen muß jede Werkstatt vertreten sein. BC Tagesordnung wird daselbst bekanntgegeben. Perlmutter, Horn- u. Steinnußbranche bei Ahrens, Fruchtstr. 20, abends 6 Uhr. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Modell- u. Fabriktischler, Modelldrechsler bei Mothes, Suffitenstr. 40. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. B. Verschiedenes. Stellmacher bei Wohlfahrt, Rosenthalerstraße 57. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Bertrauensleute. 3. Berschiedenes. = Bürstenmacher bei Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57. Kistenmacher bei Bandach, Breslauerstr. 28. Jede Berkstatt muß vertreten sein! Stock- und Zelluloid- Arbeiter bet Bareinz, Brandenburger User 6.( Abends 5½ Uhr.) Korbmacher bei Hoffmann, Koppenstr. 47. Jede Werkstatt muß vertreten sein! Donnerstag, den 5. Juli, abends 8% Uhr, bei Schmidt, Gartenstr. 6: Bum Provinzial- Sängerfest in Rathenow am am 15. Juli fährt ein Sonderzug ab Berlin( Lehrter Bahnhof) am 14. Juli, abends 8.08. Fahrpreis inkl. retour 2,90 M. um die genaue Anzahl der Teilnehmer festzustellen, und da zu diesem Sonderzuge nur von einer Person sämtliche Fahrkarten gelöst werden müssen, so wollen die Vereine in der nächsten Ausschußsihung das Fahrgeld für die Mitglieder an den Vorstand entrichten. Weitere Mitteilungen( Rüdfahrt usw.) in der Ausschußsizung. 16/10 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Rabitspanner. Mittwoch, den 4. Juli 1906, abends 8, Uhr, bei Jannascht, Inselstr. 10: Mitglieder- Versammlung Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen en del über„ Sozialmoral und die Bestenerung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um regen Versammlungsbesuch und Agitation ersucht 144/18 Der Gruppenvorstand. An alle Mitglieder des alten Verbandes der Lithographen, Steindrucker und verw. Berufe. Filialen Berlins. Mittwoch, den 4. Juli 1906, abends 8, 1hr, in den Armin Hallen", Kommandanten # Straße Nr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: Beschlußfassung über die Anträge der Liquidations- Kommission. Das alte Verbands- Mitgliedsbu ch legitimiert. 283/16 1329L* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Branchen- Versammlung Büsch28olle- Reste! Mocquetts. der Satteltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. Die Verwaltungen. Konsum- Verein Friedenau und Umgegend. E. G. m. b. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Weißensee.) Nachruf. Am 26. Juni schied unser Mitglied, der Tischler Karl Kraase aus dem Leben. 88/13 Die Ortsverwaltung. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 30. Juni, verstarb nach langem, schwerem Krantenlager im Krankenhaus Am Friedrichshain unser Mitglied, der Schlosser Georg Günzel im 31. Lebensjahre. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pankower Kirch hofes, Schönholzer Heide, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten und Betannten die traurige Nachricht, General- Versammlung bag meine liebe Frau, unsere Donnerstag, den 5. Juli, abends 8 Uhr, im Lokal von Grube, Kaiser- Allee 86. Tages Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Lagerhalterfrage. 3. Statutarische Neu- und Ergänzungswahlen. 4. Verschiedenes. Ohne Mitgliedskarte kein Zutritt. Der Aufsichtsrat. Modell- u. Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Emil Lefèvre, Berlin 158. 205/20 eTages- Ordnung: 1 Die Organisationszugehörigkeit der Modeltischl und das Verhalten der Gewerkvereine. 2. Diskussion. Die Kommission. Oranienstr. jeder Art AugustaPrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/ 13* Haut- und Harnleiden. gute Mutter Dorothe Sprenger geb. Meier am 30. Juni verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. Juli, nachmittags um 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes 2747b in Friedrichsfelde statt. Um stilles Beileid bitten die Hinterbliebenen Theodor Sprenger, Tischler, nebst Kindern. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater und Bruder, der Puzzer und Schankwirt August Matthes nach langem, schwerem Leiden am Sonntag, den 1. Juli, sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an am die trauernde Witwe Mathilde Matthes geb. Streich nebst Kindern. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Juli, nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes, NiederSchönhausen, Nordend, aus statt. 0 Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes: Anzeige. Am Sonntag, den 1. d. M., verstarb unser Mitglied, der Restaurateur August Matthes Raumerstr. 55. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Mittwoch, den 4. Juli, nachmittags 6 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Friedhofes in NiederSchönhausen, Nordend, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Korbmachermeister Wilhelm Kummer nach langem Leiden am 30. Juni im Alter von 66 Jahren verstorben ist. 2758b Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Frant jurter Allee 58 aus nach dem Markus- Kirchhofe in Wilhelms. berg statt. Auguste Kummer nebst Familie. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Freitag, den 29. Juni, verstarb unser Kollege, der Buch binder Fritz Smolny nach langem, schwerem Leiden. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 25/1 Die Ortsverwaltung. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. Juli, nachm. 4 Uhr, bom Friedhof der Thomas- Gemeinde in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Sozialdemokrat. Wahlverein Adlershof. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 30. Juni starb unser Mitglied, der Schrift feger 202/60 Paul Loose im Alter von 41 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 3. Juli, nach mittags 5 Uhr vom Trauerhause, Kronprinzenstraße 47 aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 30. Juni berstarb nach langem, fchwerem Leiden unser lieber Sollege, der Schriftfezer 2750b Paul Loose. Sein echt kollegiales Wesen, sein biederer Sinn sicherten ihm einen großen Kollegen und Freundeskreis. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken be= wahren. am Die Kollegen der Buchdruckerei Haasenstein& Vogler. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Juli cr., nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Adlershof, Kronprinzenstraße 47, aus statt. Zentralverband der Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Kollege Franz Heilmann am 29. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstagnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des GemeindeFriedhofes zu Lichtenberg statt. 68/18 Die Ortsverwaltung. Die im Gewerkverein organisierten Kollegen sind hierzu geladen. Kassenbäder Bad, Stopeniderstr. 60. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 151. 23. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Partei- Angelegenheiten. Reinickendorf- Oft. Der Diskutierabend findet heute abend 8 Uhr Gei Brückner, Provinzstraße( Ecke Herbststraße) statt. Vortrag des Genossen Röthling:" Weltall und Menschheit". Zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. erwartet an Dienstag, 3. Juli 1906. papier, das achtlos weggeworfen wurde, durch Angestellte aufsammeln| zerschmettert wurde. Hinzueilende Passanten brachten den Unlassen. Nach schönen Sonntagen, an denen viele Tausende in den glücklichen sofort nach der nahen Unfallstation am Zoologischen Anlagen lustwandeln, werden mächtige Haufen solcher Andenken Garten, doch konnte dort der Arzt nur noch den bereits eingetretenen jenigen, die in den Körben vorgefunden werden, macht viel Arbeit. dem Zusammenstoß war das Pferd scheu geworden und mit dem zusammengetragen. Die Beseitigung dieser Papiere und auch der Tod konstatieren. B. Hatte im 48. Lebensjahre gestanden. Bei Aus dem Treptower Park wird uns nun mitgeteilt, daß man Break durchgegangen. Das wilde Tier raste den Kurfürstendamm dort sich die Sache in einer Weise zu erleichtern sucht, die sich mit hinunter und brachte die zahlreichen Passanten in große Gefahr. dem Zweck der Barkanlagen nicht recht in Einklang bringen läßt. 3wei beherzte Männer warfen sich schließlich dem Durchgänger in Nowawes- Neuendorf. In der morgen stattfindenden Wahl- Es wird geklagt, daß daß aufgesammelte Papiere dem die Zügel und brachten ihn zum Stehen. bersammlung spricht Genosse Emil Eichler, Lehrer a. D., über: großen Spielplat in nächster Nähe der bon der Stadt Die Schlacht bei Jena und Auerstädt". Um regen Besuch ersucht erbauten Erfrischungshalle am helllichten Tage Zu der Notstandstragödie am Görlizer Ufer 37 in unserer Der Vorstand. worden sind. Das Brandopfer, das Sonntagsnummer wird uns von dem Arbeiter A. mitgeteilt, daß da der Bequemlich seine Frau tein Lysol getrunken habe, sondern ein vorhandenes feit der Berliner dargebracht Potsdam. Der Wahlverein wurde, hält morgen( Mittwoch), nur wenige Minuten, sondern wohl eine Stunde hindurch. dauerte nicht etiva Nervenleiden habe sich so gesteigert, daß Frau K. nach dem Krankenabends 81 Uhr, seine monatliche Versammlung im Restaurant Geruch, den diese Menge durchfetteten Papiers verbreitete, bis alles hause Bethanien gebracht werden mußte. Ladenthin ab. Die Tagesordnung enthält u. a. Abrechnung verbrannt war, soll unerträglich gewesen sein und alle Erholungvom 2. Quartal, Stiftungsfest. Zahlreichen Besuch erwartet Die Seidendiebe hinter Schloß und Riegel. Die Kriminale suchenden aus der Nachbarschaft des Spielplates verscheucht habent. polizei hat nach wochenlangen Beobachtungen zwei bekannte Hehler Der Vorstand. Läßt sich denn das Papier nicht auf andere Weise beseitigen, oder Rosenberg und Raphael und Konsorten unschädlich gemacht und für fann es nicht, wenn man es durchaus verbrennen will, an einer Zehntausende von Mark Ware beschlagnahmt. Rosenberg und Raphael wenig belebten Stelle des Parkes und in früher Morgenstunde ver- und ihr Gehilfe, der Dienstmann Müller, sind im Besize eines brannt werden? Attestes, nach dem sie von einem Psychiater für unzurechnungsfähig Berliner Nachrichten. " verbrannt Der Dr. Leonhard dem Was den Lanbenkolonisten noch gefeht hat! Der ärztliche Dienst im Virchow- Krankenhaus. Der Magistrat erklärt wurden. Rosenberg ist aus einem großen Diebstahl am Ein Mangel der Laubenkolonien, der uns bisher ver- Krankenhaus den Arzt Dr. Töpfer und zum Borsteher der verhaftet werden. Während des Prozeſſes betrieb er die Hehlerei wählte zum Vorsteher der bakteriologischen Abteilung beim Virchow- Monbijouplah bekannt, fonnte aber seines Zustandes wegen nicht borgen geblieben war, ist von einem Paſtor seit langem bitter chemischen Abteilung Dr. Neumann. Ferner wurden gewählt weiter, wurde auf richterliche Veranlassung einer Anstalt überwiesen, empfunden worden und wird jezt von ihm im Reichsboten" zum physiologisch- chemischen Assistenten für die pathologisch- ana- aus dieser aber endlich entlassen. zur öffentlichen Diskussion gestellt. Pastor Männling, tomische Anstalt bei dem Krankenhause Friedrichshain Dr. Cas- daß die Kriminalpolizei den Verbleib der Waren ermitteln fonnte. In der letzten Zeit ereigneten sich viele Seidendiebstähle, ohne bisher an der Emmauskirche, hat im Südosten Berlins pari, beim Krankenhause Moabit Dr. Jacobi und beim daß die Kriminalpolizei den Verbleib der Waren ermitteln fonnte. an der Görlizer Bahn, am Treptower Park, am Plänter- Strankenhause am Urban Dr. Rona, zu bakteriologischen Müller beauftragte, aus einem Steller in der Wallstraße, den RosenMan tam schließlich auf Rosenberg und fah, daß er der Dienstmann Assistenten beim Krankenhause am Urban wald usw. reichlich Gelegenheit, Laubenkolonien zu sehen und michaelis, beim Krankenhause am Friedrichshain Dr. Alfred berg und Raphael unter falschem Namen gemietet hatten, Baren zu beobachten. Da ist es ihm nun schmerzlich auf die wolff und beim Krankenhause Moabit Prof. Dr. Schütze. nach der Uhlandstraße 146 in Wilmersdorf zu bringen. Hier fam Seele gefallen, daß die Laubenkolonien die einzigen die Kriminalpolizei gerade zurecht, um Rosenberg zu überraschen menschlichen Ansiedelungen in Groß- Berlin sind, die noch Dienstag, den 3. Juli, eröffnet. Es wird dazu die Linie 27, Müller zu dem früheren Hausdiener Niagnarsky, der in der Nieder. Die erste Omnibuslinke nördlich der Ringbahn wird heute, und in das Untersuchungsgefängnis zu schaffen. Unterdessen fuhr teine Kirche haben. Im äußersten Südosten der Alexanderplatz- Schönhauser Allee, benutzt. Die Linie wird von der wallstraße 28/29 eine Gastwirtschaft betrieb, um ein Lager abzuStadt, tpo die letzten Berliner Häuser stehen und Schönhauser Allee, Ecke der Kopenhagenerstraße, durch die genannte holen und in einem anderen Raum, den der flüchtige Raphael unter an Treptower Gebiet angrenzen, ist im vorigen Herbst eine Allee weiter bis zur Wichertstraße geführt. Der Omnibus folgt falschem Namen am Kölnischen Fischmarkt gemietet hatte, unterzuneue Kirche fertig geworden, die Taborkirche, deren Gemeinde damit der lebhaften Bebauung jener Gegend. von Emmaus abgezweigt worden ist. Aber Herr Pastor bringen. Müller und der Gastwirt, ebenso auch ein Gastwirt Ohrenz Männling weiß so gut wie jeder andere, daß es keinem flub) veranstaltete Bootsunfall. Der Berliner Wettfegelverband( Arbeiter- Segel aus der Fischerstraße, der den Zwischenhandel besorgte, verfielen der Verhaftung. am Sonntag eine Regatta auf In welchem Umfang die Hehlergeschäfte betrieben Berliner Laubenkolonisten einfällt, am Sonntag von der Seddin- und Langensee. Beim Umsegeln der Boje am Seddin- wurden, läßt sich daraus ermessen, daß bei der Paketfahrtgesellschaft Görlizer Bahn, vom Treptower Park und vom Plänterwald ſee mußte das Boot„ Corsa"( Segelklub" Fraternitas") halsen; in der Lothringerstraße fertig ausgezeichnet ein Paket Seide im nochmal nach Berlin hineinzukommen, um in der nächst dabei verunglückte der Arbeiter Franz Wittke auf unerklärliche Werte von 15 000 Mart beschlagnahmt wurde, das nach Halle a. S. Werte von 15 000 Mart beschlagnahmt wurde, das nach Halle a. S. gelegenen Tabortirche, deren erster Geistlicher nun glücklich Weise, indem er ins Wasser fiel. Alle sofort angestellten Rettungs- abgehen sollte. Um den Verdacht zu beseitigen, schickten die Hehler Rettungsdie Beute an die Geliebte des einen nach Halle a. S., von wo die Herr Männling selber geworden ist, sich etwas vorpredigen zu versuche, an denen sich auch ein Boot des Seglerklubs„ Grünau" Lassen. Wie ist diesem Mangel abzuhelfen? Herr Männling seine Leiche wurde erst nach längerem Suchen einige Stunden wurden Spachtelspitzen, Hunderte von Damenhandschuhen, Seiden, anerkennenswert beteiligte, blieben erfolglos. Wittke" ertrant: Ware dann als unverfänglich nach Berlin zurückfam. Beschlagnahmt hat darüber nachgedacht und gibt als Ergebnis seines Nach- später aufgefunden. und Herrenstoffe, große Stücke echten Astrachan und braunen Plüsch denkens das Folgende im Reichsboten" zum besten: bon etwa 20 000 Mart Wert. Ein Teil der Stoffe rührt aus Kollis Seit Jahren habe ich diese Kolonien um Berlin besucht und Beim Wettschwimmen ertrunken ist am Sonntag in der Havel diebstählen her und trägt das Zeichen P. S. 7031 Berlin. Auch bei studiert und feit Jahren kann ich den Gedanken nicht los werden: bei heiligensee der 19jährige Tischler K. Bei einem Ausfluge, den der Geliebten in Halle wurden für etwa 15 000 Mark Seide und diesen lieben Menschenkindern, die nach vielen Tausenden zählen eine Anzahl junger Leute nach der Oberhavel unternommen hatten, Stoffe gefunden. In mehreren Fällen find Hausdiener an den und in ihren Kolonien sich sonst sehr wohl fühlen, fehlt nur eins: wurde auch über die Leistungsfähigkeit beim Schwimmen gesprochen, Diebstählen beteiligt. Die noch bei der Kriminalpolizei vorhandenen die Versorgung mit dem Worte Gottes. In der langen Zeit, in und A. ging mit einem Kollegen eine Wette ein, daß er die ober- Bestände haben einen Wert von etwa 40 000 Mart. Die Ver der diese Menschen oft Tag und Nacht draußen sind, fehlt ihnen halb Heiligensee ziemlich breite Havel bedeutend schneller durch- hafteten spielen jetzt wieder die Verrückten. Eine Reihe von Verjede Erbauung. Darum halte ich es für notwendig und möglich, schwimmen werde als jener. Die Wette wurde angenommen und haftungen steht noch bevor. baß diese ungezählten Tausende regelmäßig mit Gottes Wort ver- fofort zum Austrag gebracht. Die beiden jungen Leute waren Nachträglich wird noch mitgeteilt, daß gestern vormittag Baren forgt werden. Es genügt nicht, daß hier und dort und ab und kaum dreißig Meter weit nach der Mitte des Fluffes geschwommen, im Werte von 15 000 Mart Spiken, Seide usw. bon den Be= zu eine Predigtverteilung stattfindet, oder einmal neue Testamente als K. plötzlich in den Fluten verschwand. Die am Ufer stehenden stohlenen bei der Polizei abgeholt wurden. Inzwischen ist auch angeboten werden, sondern ich bin der Ansicht, daß ein Komitee Freunde glaubten, daß der Tischler nur eine„ Finte" machen wolle, aus Halle a. S. nähere Nachricht eingegangen. Danach ist die dort fich bilden muß, welches diese Versorgung planmäßig in die um seinen Gegner irre zu leiten. Als K. jedoch nicht wieder zum an dem Hehlergeschäft beteiligte Person eine Schwester des Hand nimmt. Es muß auf jedem größeren Kompler von Kolonien Vorschein kam, rief man dem zweiten Schwimmer au, Rettungs- flüchtigen Raphael, eine Frau Paul. Den größten Teil der in ein Stüd Land gepachtet, eine einfache, aber größere Laube erbaut bersuche zu unternehmen, die jedoch leider erfolglos blieben. letzter Zeit in ihren Besitz gelangten Sachen hatte sie schon berund mit Anlagen versehen werden. Und dieses Stück Land muß Ein Schiffsbrand erregte am Sonntag bei den Ausflüglern an schoben", bevor eine Durchsuchung ihrer Wohnung und eine Be der Mittelpunkt der Missionsarbeit in den Laubenkolonien sein. der Oberhavel allgemeines Aufsehen. In der Nähe von Sand- schlagnahme stattfinden konnte. Der stedbrieflich verfolgte Leopold Bon hier aus können Kinder leicht zu einer Sonntagsschule vereint, hausen war die Kohlenladung einer 450 Tonnen tragenden Zille Raphael, der am 26. Februar 1867 in Berlin geboren ist, wohnte von hier aus kann den Erwachsenen am Sonntagnachmittag regel in Brand geraten, und das Feuer schlug stellenweise aus der bei seiner Ehefrau, die in dem Hause Rathausstr. 1 ein Schankmäßig eine biblische Besprechung oder Ansprache geboten werden. Ladung heraus, obwohl seitens der Mannschaft reichlich Wasser geschäft betreibt. - Die Stadtmissionare und Gemeindehelfer finden hier dann gegeben worden war. Um ein Sinten des Schiffes zu verhindern, nicht nur Erholung, sondern zugleich das herrlichste Arbeitsfeld, mußte jedoch von der Fortsetzung dieses Löschverfahrens abgesehen und leicht wird fich auch ab und zu ein Geistlicher zu einer werden. Das Fahrzeug wurde entladen, und die Kohlenvorräte Predigt an dieser Stätte gewinnen lassen." am Ufer ausgebreitet und gelöscht. Die Zille selbst war bei dem Brande unbeschädigt geblieben. bernommen. veranstaltet der tönigl. Musikdirektor Jrrgang in der St. MarienOrgelfonzert. Mittwoch, den 4. Juli, abends 18-19 Uhr, Kirche das legte Orgeltonzert vor den Ferien unter Mitwirkung des Soloquartetts: Frau Charl. Rimpel, Frl. Julia Michaëls, Herr Ludwig Schubert, Herr Hans Gernot und des Herrn Toccata in f- dur b. Bach und Phantasie und Fuge von Liszt über Ludwig Wagner( Violine), Herr Musikdirektor Irrgang spielt u. a. Bach. Eintritt ist frei! Also das hatte den Laubenkolonisten noch gefehlt! Die Laubenkolonisten, diese lieben Menschenfinder, fühlen sich so sagt der Herr Pastor sonst sehr wohl da draußen in daß nach einem Gutachten von Sachverständigen grobe Fahr. Zu dem Einsturz in der Invalidenstraße wird noch berichtet, ihren Kolonien: nur die Versorgung mit dem Worte Gottes lässigkeiten bei dem Bau vorgekommen sind. Der Bau fehlt ihnen. Herr Männling, der Vater dieses Klugen Ge- wurde gesperrt, bis ein nochmaliger Lotaltermin stattgefunden hat bankens, wird es zweifellos für seine Pflicht halten, selber und eine weitere Einsturzgefahr durch Absteifungen beseitigt ist. einen großen Tag; diesmal war es der Große Preis bou Radrennen zu Steglit, 1. Juli. Die Stegliger Rennbahn hatte den Anfang mit der Verwirklichung seines Vorschlages zu Wie verlautet, haben die Träger nicht nach Vorschrift 15 Benti- Stegliz, ein mit 1000, 800, 600 und 400 Mart ausgestattetes machen. Hiernach können die Laubenkolonisten des Südostens meter tief in dem Mauerwerk geruht, sondern kaum 5 Zentimeter, Rennen über 1000 Meter, das als Hauptnummer des Programms fich nur immer darauf einrichten, daß sie zuerst mit den auch sind sie nicht nach der baupolizeilichen Vorschrift verankert seine rege Anziehungskraft nicht verfehlte. Die besten Fahrer des ennen über 1000 Meter, das als Hauptnummer des Programme Baubenkirchen beglückt werden, von denen aus die gewesen. Dadurch mußte das Mauerwerk infolge der Er- seine rege Anziehungskraft nicht verfehlte. Die besten Fahrer des Gr- Auslandes Missionsarbeit unter den gottvergessenen Laubenkolonisten verantwortliche Maurermeister und die Poliere werden noch weiter Flieger das wertvolle Rennen zu bestreiten. Außer dem unverwüftschütterungen nachgeben und die Katastrophe herbeiführen. Der Auslandes hatten sich eingefunden, um gegen unsere einheimischen betrieben werden soll. lichen Dänen Thorwald Ellegaard war der Amerikaner Frank Kramer, der zum erstenmale in Berlin fuhr, der FranFür die Zeit der großen Schulferien werden auch in diesem Einen verhängnisvollen Schuß hat Sonntag nachmittag der zose Emile Friol und der Hannoveraner Henri Mayer, der Jahre Ferien Monatstarten für den Verkehr von den Kolonist T. in der an der Reinickendorfer Grenze belegenen Lauben- im Winter in Australien und seit seiner Rückkehr in Paris erfolgs Fern- und Stadtbahnhöfen nach den Vororten und zurück, sowie im folonie abgegeben. T. wollte auf einent dortigen Kartoffelader reich gewesen, erschienen. Bader, Scheuermann, Wegener, Theile, Verkehr der Vororte untereinander und im Fernverkehr ausgegeben. wildernde Staninchen schießen. Währenddes hatte der Sjährige Beter und andere hatten fich den Ausländern gegen Diesen Ferien- Stamm- und Nebenkarten II. und III. Klasse wird Schüler Bruno Müller aus der Provinzstr. 10, dessen Vater eine übergeſtellt, den Preis au verteidigen. Mit Ausnahme der tarifmäßige Preis der Monats farten zugrunde gelegt. Jm benachbarte Laube besitzt, auf dem Felde gebuddelt" und war bon Henri Maher, welcher im Zwischenlaufe geschlagen Berliner Vorort verkehr gelangen ferner während der Monate durch die Kartoffelstauden fast vollständig verdeckt. T. glaubte nun, wurde, tamen die Ausländer Ellegaard, Friol und Kramer in den Juli und August Karten dritter Klasse für Ferien- halb was sich dort auf dem Ader bewege, das sei ein hochgerichteter Hase, Endlauf, ihnen hatte sich Beter zugefellt, der sich Maher überlegen Tolonien zum halben Preise der Ferien- Zeitkarten zur Ausgabe, zielte nach jener Stelle, ein Schuß trachte und im nächsten Augen- gezeigt hatte. Ellegaard siegte vor Friol und Kramer, die in welche zur täglichen Hin- und Rückfahrt nach und von einem Vor- blick ertönte ein lauter Aufschrei. Der Knabe war dicht am Unterorte berechtigen. Im Fernverkehr endlich werden für die in den leib in den Oberschenkel getroffen worden. Entfeßt eilten die AnMonaten Juli bis September von Vereinen usw. in benachbarte gehörigen hinzu und brachten das schwerverletzte Kind nach der ländliche Orte zu fogen. Ferien- Halbtolonien ausgesandten Kinder Infallstation XVII und von dort nach der löniglichen Alinit in der ( Mindestzahl 10) Monatskarten dritter Klasse für 31 Tage zum Ziegelstraße. Preise der Monats- Nebentarten ausgegeben. Alles Nähere ist bei den Fahrkartenausgaben der Stadt- und Ringbahn und der Berliner Hauptbahnhöfe zu erfahren. bor A. " furzen Abständen das Ziel paffierten, während Peter weit zurüc endete. Ellegaard erwies sich auch später als der beste Mann des Tages, denn er vermochte im Vorgebefahren, in dem er mit Kramer bom Mal aus fuhr, den ersten Platz zu belegen; ber Amerikaner hatte aufgegeben. In einem zweiten Vorgabefahren fuhren Maher und Friol vom Mal; der letztere gab gleich anfangs Auf seltsame Weise ist am Sonntag auf einem Rummelplake auf; Mayer konnte zwar nicht fiegen, belegte aber mit Bader den am Gesundbrunnen der 20jährige Schlosser Max Müller, Dront- sechsten bezw. siebenten Play. Mehrere Rennen waren noch für heimerstraße 13 wohnhaft, schwer verunglückt. Unter den dortigen die Flieger bestimmt, so das Stegliger Hauptfahren, Gegen die Billett- und Luftbarkeitssteuer hat der Berliner Schauobjekten befindet sich auch ein sogenannter Kraftmesser", auf das Theile vor H. Mayer, Sängerbund am Sonntagnachmittag in einer nach dem„ Prälaten" dem die Männer ihre Kräfte prüfen. Mit einem schweren Hammer Im Kleinen Bader und Kudela gewann. einberufenen Versammlung nochmals Stellung genommen und wird auf einen Bolzen geschlagen, worauf ein martiertes Signal Hauptfahren fiegte Scheuermann folgende Resolution angenommen: Wegener, Conrad und an einer etwa 15 Meter hohen Säule emporschnellt. Wird der fahren landeten Bader Scheuermann vor Hansen. Jm Tandem„ Die heute versammelten Vertreter von Berliner Gefangvereinen Schlag von fräftiger Hand geführt, so wird das Signal bis an die Ellegaard mit einer Mitgliederzahl von über 3000 Sängern beauftragen die Spike getrieben und dann ertönt hoch oben ein starker Knall, der munterungsfahren, für die Anfänger bestimmt, wurde in vier 2. Hansen, Conrad- Althof und Theile- Wegener. Ein Erbeiden Vorsitzenden des Berliner Sängerbundes zur Verstärkung der durch eine Patrone hervorgerufen wird. Sonntag nachmittag im Januar d. J. an den Magistrat und die Stadtverordneten ab- explodierte plöblich die Patrone so unglücklich, daß die Pulvermassen Zäufen von 38 Fahrern bestritten; im Endlauf siegte Rabe bor gefandte Petition, die Billettsteuer betreffend, an maßgebender Stelle auf die untenstehenden Zuschauer herabfielen. Den M. traf ein Voigt, Johannsen und M. Hansen. Leider ergab das Dauerrennen Der Preis der Mart persönlich vorstellig zu werden." Bulverförper in das linte Auge und brannte es bollständig aus. In der Diskussion erklärte ein Vertreter von gemischten Brandenburg", das über eine Stunde ging und 1500, 1200, Chören, daß diese sich dem Vorgehen des Sängerbundes an und einem Break, wobei eine Person getötet und andere verlegt Es wurde von Willi Arend Hannover, Bruno DemteEin folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Automobil 1000 und 800 02. an Preisen aufwies, fein einwandfreies Ergebnis. fich in einer Petition an die Stadtverordnetenversammlung gewandt wurden, ereignete sich am Sonntagabend an der Kaiser Wilhelm- Berlin, Peter Günther Köln und dem Belgier Vander. hat, hatten wir fürzlich schon berichtet. Weitere Petitionen gehen Gedächtniskirche. Der Unglüdsfall erfolgte an derfelben Stelle, ft up ft bestritten. Günther wurde zwar anfangs von Demte er an welcher vor wenigen Tagen der Militärschriftsteller Major a. D. bedrängt, aus vom Berliner Opernberein, dem sich zahlreiche Mufit- Wachs durch ein Automobil überfahren wurde. In der sechsten Spiße und fuhr so tüchtig, daß er in der halben Stunde hatte aber bom 20.- 78. Kilometer bie freunde angeschlossen haben, und von den Hofkunsthändlern Keller u. Reiner und Genossen. Die Petenten ersuchen jämt- Stunde hatte der Fabrikant Hahn mit seiner Frau und mit dem in 43 Kilometer 430 Meter zurückgelegt und bis zum 70. Kilometer lich um Ablehnung des Magistratsantrages beziehungsweise um Be- der Kazbachstr. 6 wohnhaften Kaufmann Brandtschen Ehepaare eine die bestehenden Bahnrekords verbessert hatte. Demle war bis dahin freiung musikalischer Veranstaltungen der Gesangvereine von der Fahrt nach dem Grunewald unternehmen wollen. Die vier Ber- durch verschiedene Naddefekte 8 Runden und Arend, der sich gar nicht fonen saßen in einem großen Break. Als nun das Gefährt um die zur Geltung bringen konnte, über 26 Stunden zurüd; Vanderstupft Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche herumbog, tam von der Nordseite lag an zweiter Stelle um 1350 Meter hinter Günther. Da lam des Kurfürstendammes das Droschken- Automobil Nr. 7475 heran- dieser durch das Blazen seines Vorderradreifens au Fall; Banderstupft gefahren und bei einer Wendung erfaßte der Kraftwagen das leichte mie auch Jof. Käfer, der Schrittmacher Arends, wurden mit in den Gefährt und schleuderte es mit solcher Gewalt zur Seite, daß die Sturz verwickelt. Glücklicherweise tamen alle drei Fahrer mit mehr Insassen auf den Straßendamm geworfen wurden. Der Kauf- oder weniger großen Hautabschürfungen und Fleischwunden davon. mann B. fand bei der Katastrophe den Tod; er stürzte fo unglück. Demte als der einzige bei dem Unfall Unbeteiligte tam dadurch lich auf das Pflaster, dah ihm das Genid gebrochen und der Schädel wieder an die Spize; er gewann das Rennen mit 82 Yometer geplanten Steuer. Stullenpapier in Bartanlagen. Das Stullenpapier, das bequeme Leute einfach da hinwerfen, wo sie sich niedergelassen haben, verungiert nicht nur die Waldungen in der Umgegend Verlins, sondern nicht minder auch die Parkanlagen unserer Stadt. Die Berliner Barkverwaltung hat zwar in den Anlagen Papiertörbe aufgestellt, aber fie muß trotzdem noch immer bedeutende Mengen von Stullen COO Meter; Banderstupft fuhr nach dem Sturze hinter seinem Motor weiter und brachte es auf 81 Kilometer 780 Meter; Arend Dritter. Günther hatte allfgeben müssen. FeuerwehrLericht. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr wegen eines großen Fabrikbrandes nach der Waßmamr straße 27 gerufen. Dort standen um Mitternackt die Lagerräume, das Kontor und Nebenräume der Parfümerie- und Seifenfabrik von C. E. Großmann in großer Ausdehnung in Flammen. Im linken Seiteiiflügel und Ouergebäude brannten Vorräte von Seifen, Par fümerien, Regale, Fußböden. Fenster u. a. Die Flammen hatten unbemerkt längere Zeit dort gewütet und bei Ankunft der Feuerwehr schon den Dachstuhl erfaßt. Brandinspektor Leybold ließ über die Treppen nrehrere Schlauchleitungen vornehmen und gleichzeitig über einen Stock- und einen Hakenleitergang Mannschaften bis zum Brandherd vordringen. Durch längeres, kräftiges Wasser geben mit drei Schlauchleitungen von Dampfspritzen gelang ei schließlich, die Macht des Feuers zu brechen. Das Kontor und die Lagerräume sind ausgebrannt, auch der Dachstuhl war nicht mehr zu retten. Der nicht unbedeutende Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Eine Betriebsstörung der Fabrik soll nicht eintreten. Schwere Brandwunden erlitt gestern abend um 10 Uhr die verehelichte Verth bei einem Brande, der durch Unvorsichtigkeit in der_ Küche ihrer Wohnung Straßburgerstr. 27 auskam und die Kleider der Frau erfaßte. Noch bevor auf ihre Hülferufe die Nach- barn herbeieilten, hatte die Frau Brandwunden im Gesicht und am rechten Oberarm usw. erlitten, die ihre Ueberführung nach dem städtischen �Krankenhause am Friedrichshain erforderlich machten. Gestern früh wurde eine Frau S. vor dem Hanse Chausseestr. 58 von einem Straßenbahnwagen überfahren und schwer verletzt nach der Unfallstation gebracht. In der Müllerstr. 35 kam in einem Kesselhause Feuer aus, das bald gelöscht werden konnte. Der 0. Zug hatte längere Zeit in der verlängerten Trebbincr- straße zu tun, wo auf einem Lagerplatz Kohlen brannten. Auch in der Bautzenerstraße auf dem Dresdener Außenbahnhof brannten Preßkohlen auf dem Lagerplatz von Bärwald in größerer Aus« dehnung, so daß derselbe Zug kräftig Wasser geben mußte, um die Gefahr für die Kohlenplätze zu beseitigen. Schaufenster, Marquisen u. a. brannten Jnvalidenstr. 18, Betten und Möbel in der Zimmer- straße 23, Kochstr. 43 u. a. Stellen. Kellerbrände beschäftigten die Wehr in der Lübeckerstr. 39, Wrangelstr. 46, Ackerstr. 32 usw. Ferner hatte die Wehr in der Wienerstr. 32, Torfstr. 13, Kurfürstenstr. 21, Neanderstr. 23 u. a. Orten zu tun. Vorort- JVadmcbtcm Rixdorf. Mit der Beitragserhöhung beschäftigten sich zwei General- Versammlungen der Zahlstelle Rixdorf des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Nachdem in der vorletzten Generalversammlung die Delegierten den Bericht über den VerbandStag erstattet hatten, ent- spann sich bezüglich der Erhöhung deS Verbandsbeitrages von 80 auf 90 Pf. eine lebhafte Diskussion. In der letzten, am Donnerstag stattgefundcnen Generalversammlung wurde über die Angelegenheit wciterberaten und schließlich ein Antrag, den Beitrag auf 90 Pf. festzusetzen, angenommen. Zum Schluß ivurde noch auf den Kampf der Barbiere und auf die am Donnerstag, den 5. Juli. stattfindende Versammlung der Bautischler bei Thiel, Bergstr. 151/52, verwiesen. Die freie Jugendorganisation hält um Mittwoch, den 4. Juli, abends 3/48 Uhr bei Wille, Hermannstr. 213, eine Versammlung ab, in welcher Kollege F. Maschke über„Jugendfürsorge" sprechen wird. Die Partei- und Gewerkschaftsgenossen werden gebeten, ihre schul entlassenen Söhne und Töchter aus diese Versammlung hinzuweisen. Charlottenburg. Eine außerordentliche Generalversammlung der hiesigen Zahlstelle deS Deutschen Holzarbeiterverbandes beschäftigte sich mit der Ein- führung der Krankenunterstützung und der damit verbundenen Bei- tragserhöhung. Kollege Pohl legte den Wert und die Notwendigkeit der Einführung der Krankenunterstützung dar. Nach längerer Dis- kussion wurde folgender von der Ortsverwaltung empfohlener An- trag mit 53 gegen 42 Stimmen angenommen:„Der Beitrag beträgt vom 1. Juli 06— 90 Pf. Mit dem Tage der Beitragserhöhung tritt zugleich die Krankenunterstützung in Kraft und wird vom dritten Tage der Erkrankung pro Tag 1,00 M.— 6 M. pro Woche auf die Dauer von 26 Wochen gewährt. Neueintretende haben eine Karenz- zeit von 13 Wochen durchzumachen. Zum Schluß wurde auf die Gewerbegerichtswahl im 3. Bezirk und auf das am 14. Juli im Volkshause stattfindende Sommervergnügen aufmerksam gemacht. AdlerShof. Die letzte Gemeindevertretersitzung beschäftigte sich neben kleineren Vorlagen mit der Auswahl eine« Grundstücks für ein zu errichtendes Spritzenhaus resp. mit dem Bau desselben. Nach längerer Dis- kussion wurde der in der Selchowstraße neben der I. Gcmeindeschnle und hinter dem„Ratskeller" gelegene Komplex als das passendste ausgewählt. Betreffs' der Ausführung lagen der Vertretung drei Skizzen vor, deren Ausführnng 60 000— 76 000 M. erfordern würden. Während auf zwei Skizzen Wohnungen für Feuerwehrleute vor- gesehen waren, wodurch die jährlichen Aufwendungen nur 1600 bis 1700 M. erfordern würden, war die dritte Skizze ohne Wohnungen projektiert, wodurch die jährlichen Aufwendungen 2000 Mark betragen würden. Die Vorlage wurde an die Kommission zurückgewiesen mit dem Auftrage, zu versuchen, ob sich ein Spritzenhaus mit Wohnungen nicht wohlfeiler herstellen läßt. Die„Fabrik isolierter Drähte für elektrische Zwecke", welche eine umfangreiche Vergrößerung ihrer Fabrikanlagen projektiert, hatte die Verlegung der Baufluchtlinie der verlängerten Feldherrnstroße zwischen oer Sedanstraße und GenosienschaftSstraße beantragt. Be- schlössen wurde, die Straße an der Sedanstraße sowie an der Ge- noffenschaftsstraße mit einem Knick verlaufen zu lassen. Ein anderer Antrag, nach welchem die Straße nur einen geringfügigen Bogen erhalten, aber eventuell der Gemeinde Unkosten ge- bracht hätte. wurde wegen des Kostenpunktes abgelehnt. Sicherlich wird eine derartig' angelegte Straße den Ver- kehr nicht fördern, sondern stets eine Verkehrserschwerung sein. Der Abschluß eines Vertrages mit der Firma H. A. Jünt u. Co., die Ableitung von Abwäffern in den Vollkropfaraben betreffend, führte zu einer prinzipiehen Auseinandersetzung unserer Genossen mit den bürgerlichen Vertretern. Die Firma benutzt nicht nur zur Ab- leitung ihrer Abwässer den Vollkropfgraben, sondern muß mit den dazu gehörigen Röhren auch die Molikestraße durchschneiden und soll dieselbe hierfür nach dem Vertrage jährlich nur 3 M. Anerkennungs- gebühr entrichten. Unsere Genossen vertraten den Standpunkt, daß private Anlagen. wenn dieselben schon öffentliche Ein- richtungen benutzen müssen, solche nur gegen entsprechende Entschädigung aber nickt gegen Entrichtung eines Trink- gelber zur Verfügung gestellt erhalten. Gegen die Stimmen unserer Vertreter wurde aber der Vertrag mit der 3 Mark- Entschädigung angenommen. Zur Beschaffung von zwei Aushänge- kästen zum Anschlag der Vorhersagetelegramme und Wetterkarten des öffentlichen Wetterdienstes wurden 26—30 M. bewilligt. Der Arbeiterschaft von Adlershof und Umgegend zur Nachricht, daß das Gewerkschaftskartell am 1. Juli ein Auskunftsbureau er- richtet hat, wo jeder organisierten Arbeiterin und jedem organisierten Arbeiter in den Fragen des Arbeiterrechts unentgeltlich Auskunft erteilt wird. Auch werden auf Wunsch Schriftsachen gegen Erstattung von Auslagen angefertigt. Die Bureaustunden sind auf Montag und Freitag, von 8—10 Ubr abends im Restaurant von Kaul, BiSnarckstr. 16, festgesetzt. Desgleichen hat sich Genosse Tempel, Kronprinzenstr. 46, erbeten, jeden Tag, vormittag? von 8—10 Uhr (außer Sonntags), Auskunft zu erteilen. Der Arbeiter-Turnverein zu Adlershof veranstaltet während den großen Schulferien wieder seine Kinderspiele. Dieselben finden jeden Sonntag und zwar erstmalig am Sonntag, den 8. Juli, vormittags von 9>/z— ll'/z Uhr, in Wöllsteins Lustgarten, unter Leitung der Turnwarte statt. Die Beteiligung ist kostenlos und können auch NichtMitglieder sich daran beteiligen. Der Borstand. Steglitz. Durch eine rostige Schere tödlich verletzt. Auf dem Neubau Holsteinischestr. 18 war es zwischen dem Tapezier Max Straßbura aus Charlottenburg und dem Maler Richard Busse auS der Hauptstraße in Schöneberg kurz vor Feierabend während der Arbeit zu einem Streit gekommen. Im Verlauf desselben ergriff St. eine rostige Schere und ging damit auf feinen Gegner los. Die spitze Waffe drang dem B. in die linke Lungenseite und traf auch den Herzbeutel. Schwerverletzt wurde der Gestochene in das Kreiskrankenhaus Groß Lichterfelde eingeliefert und liegt dort hoffnungslos danieder. St. ist in Hast genommen worden; er behauptet, daß B. versehentlich mit der Schere getroffen sei. Weistensee. Selbstmord eines Oberlehrers. Gestern mittag verübte der 40 Jahre alte Oberlehrer D o n a t in seiner Wohnung, Pistorius- straße 40, Selbstmord. Er schnitt sich die Pulsadern des einen Armes durch und stürzte sich dann aus dem Fenster des zweiten Stockes auf den Hof hinab, wo er mit zerbrochener Schädeldecke liegen blieb. Man schaffte den bedauernswerten Mann nach dem Augusta-Hospital, wo er aber bald nach seiner Einlieferung ver- starb. Er war Oberlehrer an der Realschule und infolge Ueber- anstrengung nervenleidend geworden. Bis in die frühen Morgen- stunden hinein sah man ihn stets im Zimmer auf und ab gehen und studteren. Vor vier Wochen starb sein einziger Bruder und seit dieser Zeit zeigte er sich meistens sehr aufgeregt. Gestern mittag schickte er seine Wirtschafterin weg und verübte dann die Bluttat. Er war unverheiratet. Nieder- Schönhansen. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung beschäfsigte sich bereits zum zweitenmal mit der Kanalisationsbeitragsordnung. Nach den Vorschlägen war beabsichtigt, die Höhe des Beitrages der einzelnen Grundbesitzer zur Hälfte nach der Frontlänge des Grundstückes und zur anderen Hälfte nach dem gemeinen Wert desselben festzusetzen. Bei diesem Modus wären die Besitzer von unbebauten Grundstücken an noch unregulierten Straßen im Vorteil gegenüber denjenigen gewesen, deren unbebaute Grundstücke an regulierter Straße liegen. Um einen Ausgleich zu schaffen, soll der Beittag nach der halben Frontlänge und nach dem gemeinen Wert eingeschätzt werden und bei unregulierten Straßen ein Aufschlag von 20 Prozent ein- treten. Ein Projekt für einen Schul-Neubau wurde eben- falls der Vertretung unterbreitet. Nach demselben soll an der Blankenburgerstraße das Rektor- Wohnhaus und das Spritzenhaus und zwischen dem ersteren und dem alten Schul hause an der Buchholzerstraße das neue Schulgebäude errichtet werden. Ueber den Ställen des Spritzenhauses und der Wagen- remiscn wird ein Turnsaal und die Aula eingerichtet werden. Nach Ferttgstellung deS neuen Schulgebäudes soll das Grundstück von dem alten Schulhause, in das die höhere Töchterschule kommen soll, durch eine Mauer getrennt werden. Es wurde beschlossen, das Projekt auszuführen, jedoch das Rektorwohnhaus nicht zu errichten, weil die Verzinsung der Summe 1500 Mark erfordern würde, während der Rektor nur 700 Mark Wohnungsgeld erhält. Die Anstellungsverträge mit den Heizern des Wasserwerkes und der Pumpstation wurden ge nehmigt. In den Verttägen ist ein Gehalt von 100 Mark monatlich festgelegt, außerdem fteie Wohnung. Licht und Heizung. Neber das KrankenversichcruiigSgesetz referierte in der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Haffner. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage konnte der Vorsitzende über 23 neuaufgenommene Mitglieder berichten. Für das in Aus ficht genommene Sommerfest wurde alsdann ein Vergnügungs- komitee von fünf Mitgliedern gewählt. Zum Schluß forderte der Vorsitzende zu fleißiger Agitatton für den Wahlverein auf. Pankow. Der Schularzt Dr. Schäfer, der im vorigen Jahre einen pompösen Anftuf zur Gründung einer Waldschule in die Welt sandte, scheint sehr schnell von seinen Plänen abgekommen zu sein. Er stellte in der letzten Gemeindevertretersitzung den sehr bescheidenen Anttag, Halbkolonien einzurichten, und führte dazu aus, daß die Mittel zu spärlich geflossen seien, um eine Waldschule ins Leben zu rufen. Um aber für schwächliche kränkliche Kinder etwas zu tun, soll man Ferienkolonien nach dem Muster der Berliner Halbkolonien ein- richten. Es sei bereits mit einem Wirte in Schönholz verhandelt worden, der die Verpflegung pro Kind und Tag mit„60Pfennigen" übernehmen wolle; schließlich hat der Wirt aber wieder seine Zusage zurückgezogen.— Darauf sei dann mit dem Wirt der Strauchwiese verhandelt worden, der pro Kind bei gänzlicher Verpflegung 90 Pf. gefordert hätte. Dr. Schäfer verlangte zu dieser Einrichtung für dieses Jahr die Bewilligung von 1500 M. für 50 Kinder, ein- schließlich der Beaufsichtigung'durch Lehrerpersonal. In der Di4 kussion wurde allseitig die Halbheit und Unzulänglichkett der Vorlage betont, indem man'eS für außerordentlich gefährlich hält. Kinder Tag für Tag in großstädtische Vergnügungslokale, wo außerdem noch in jeder Woche Konzerte stattfinden, zur Erholung und Kräftigung zu schicken. Von sozialdemokratischer Seite wurde der Antrag ge- stellt, das der Gemeinde gehörige Gut Mühlenbeck dauernd als Ferienkolonie einzurichten, da außer dem großen Parke und dem Herrenhatlse noch Wald und Wasser in unmittelbarer Nähe sind. Auch würde Milchwirtschaft betrieben und sei diese billiger und besser. Es wurde beschlossen, daß die Schulkommission die An- regnng mit Mühlenbeck im Auge behalten soll und die Vorarbeiten zur Einrichtung von Ferienkolonien in die Hand zu nehmen hat. Vernrilchtes. Entgleist. In Großhesselohe, einem Vorort von München, stieß gestern abend bei der Einfahrt in den dortigen Bahnhof ein Vorort- zug auf einen anderen, der in demselben Gleise stand. Der Tender und vier Wagen entgleisten. Ein Wagen wurde zertrümmert. Ein Zugführer wurde schwer, ein Heizer leicht verletzt. Unfall beim Mähe». Ein bedauerlicher Unfall hat sich in dem bei Fürstenwalde be- legenen Dorfe Alt-Golm zugetragen. Auf einem dorttgen Getteide- felde waren Arbeiter mit Mähen beschäftigt. Auf dem glatten Boden kam der Galizier Johann Maczoreck so unglücklich zu Falle, daß sich die scharfe Sensenspitze tief in den Leib einbohrte. Der Bedauerns- werte starb kurz nach seiner Einlieferung in dem Krankenhause. Dampferzusammenstoß. Am Sonntag mittag stieß auf der Oder bei Stettin der Frachtdampfer„Oberbürgermeister Hacken" mit dem Ostseepasiagierdampfer„Henngsdorf" zusammen. Dieser ist schwer beschädigt. Der Bauzeichner Brümk vom„Vulkan" sprang auS Angst über Bord und ertrank. Eine größere Katastrophe konnte verhütet werden, da sich der Zusammenstoß in der Nähe des Ufers ereignete. Eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe hat sich am Sonntag früh in der Nähe deS Bahnhofe» Balis- b u r y in England zugettagen. Ueber das Unglück liegen folgende Telegramme vor: London, I.Juli. Als der Expreßzug aus Dcvonport, der die mit dem anierikanischen Dampfer„New Uorl" dort aus New gork eingetroffenen Paffagiere nach dem Waterloo-Bahnhof in London bringen sollte, mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer pe> Stunde durch das Bahnhofsgebiet von Salisburh raste, ent« g l e i st e die Lokomotive an einer Kurve dicht hinter dem Stations- gebäude und krachte in den hintersten Zugführerwagen eines Milch- zuges, der zerschmettert und dessen Zugführer augenblicklich getötet wurde. Die Lokomotive kollidierte alsdann mit den Eisenpfeilern der über die Schienen führenden Fußgängerbrücke, die total weggefegt wurde, überschlug sich und explodierte. Der Maschinenführer und der Heizer wurden unter ihr begraben und sofort getötet. Der erste Wagen schoß an der Lokomotive vorbei und gegen die Brücken- Pfeiler, wo er in Stücke zerschmettert wurde; der zweite und dritte Wagen überschlugen sich und wurden ebenfalls zersplittert. Der vierte und letzte Wagen, in dem sich der Schaffner und die Küche mit Küchenpersonal befanden, wurde durch die Geistesgegenwart deS Schaffners Richardson gerettet. Dieser gebrauchte, sobald er das Unglück sah, unverzüglich die Notbremse, wodurch der Wagen auf dem Gleise verblieb. Nur zwei der sechs Kellner erhielten leichte Verletzungen. Das Werk der Zerstörung war ein aller Beschreibung spottendes. Das Krachen des entgleisten Zuges wurde in ganz Salisburh vernommen. 23 Passagiere waren sofort tot, und das Stöhnen und Schreien der unter den Trümmern liegenden, entsetzlich Verletzten war herzzerreißend. Rettende Hände und ein Ambulanz- stab waren bald zur Stelle. Das Rettungswerk war jedoch ein sehr beschwerliches, und viele der Verletzten konnten nur mit Mühe und nach Zersägen und Forträumen der Trümmer hervorgezogen werden Die Toten, deren Körper meist gräßlich verstümmelt sind, wurden in einer Reihe auf dem Perron niedergelegt, ein unbeschreiblich trauriger Anblick. Die Verletzten schaffte man in das Hospital zu Salisburh. Von diesen sind bereits vier ihren schweren Wunden erlegen. Fünf- zehn Schwerverletzte liegen im Hospital von Salisburh. Die Leichen des Lokomotivführers und des Heizers wurden vollkommen verkohtt unter der umgeschlagenen Lokomotive gefunden. Zu der folgenschweren Entgleisung des ExpreßzugeS wird auS London noch folgendes berichtet: Die Katastrophe ist, wie jetzt feststeht, auf die immer schärfer hervortretende Geschwindigkeitskonkurrenz zwischen den großen englischen Eisenbahngesellschaften zurückzuführen. Das Un- glück ist eines der folgenschwersten in der Geschichte der englischen Eisenbahnen. Die Geschwindigkeit des verunglückten Eilzuges im Augenblick der Entgleisung wird auf 7V bis 80 englische Meilen, das tnd etwa 112 bis 128 Kilometer in der Stunde geschätzt. Die Fahr« zeit für die 147 englische Meilen lange Strecke zwischen Plymouth und London beträgt nach dem Fahrplan 146 Minuten. Die Konkurrenz ist besonders scharf zwischen der südwestlichen Eisenbahn, welche die Passagiere von den Dampfern der Amertka-Linie be« fördert und der„Great Westecn'-Eisenbahngesellschaft, die mit den in Plymouth anlaufenden deutschen Dampfern Anschluß hat. Die Entgleisung erfolgte, als der Zug um eine äußerst gefähr« liche Kurve bei Salisburh in rasender Geschwindigkeit fahren wollte. Von den Schwerverletzten schweben, wie weiter telegraphisch gemeldet wird, sieben in Todesgefahr. Die Eisenbahngesellschaft ver- öffentlicht eine Bekanntniachung, worin die Umstände, unter denen die Katastrophe erfolgte, mitgeteilt werden. Indessen ist die nähere Ursache der Entgleisung noch nicht genau festgestellt. Ein blutdürstiger Pastor. In den Gefängnissen von Kansas in den Vereinigten Staaten sitzen 50 Mörder, die sämtlich zum Tode verurteilt worden find. Zur Vollstreckung des Urteils ist die Unter- schrift des Staatsgouvenreurs notwendig. Der Gouverneur Hoch ist aber ein entschiedener Gegner der Todesstrafe und hat wiederholt erklärt, daß er niemals ein Todesurteil unterzeichnen würde. Jetzt hat ein bekannter Pfaffe in Kansas den Gouverneur in einem offenen Briefe energisch aufgefordert, sämtliche Todesurteile vollstrecken zu lassen. Hoch weigerte sich ebenso energisch und wies in emem Interview darauf hin, wie absonderlich es sei, daß gerade ein Prediger der christlichen Liebe und Sanftmut ihn zu einer so ent- setzlichen, unmenschlichen Tat auffordere. Im Herbst findet die Neu- wähl eines Gouverneurs statt und wird die Frage der Todesstrafe dabei auch eine Rolle spielen. Bchiffszusammenstoß. Tokio, t. Juli. In der Nähe von Sasebo kollidierten die japa« nischen Dampfer„Hinodemaru" und„Nichiyeimaru"; der erstere ist gesunken, der letztere nur wenig beschädigt. Von der Besatzung und den Passagieren deS„Hinodemaru" werden 27 Personen vermißt; die übrigen sind gerettet._ Berliner Marktpreise. An« dem amtlichen Bericht der städtischen Rarkthallen-Direklion. Rindfleisch la 65—68 pr. 100 Psund, kl» 58—64, 111» 53-56, IV» 46—51, engl. Bullen- 0,00, dän. Bullen- 0,00. Holl. Bullen- 0,00, Kalbfleisch, Doppelländer 100—110, I» 82—88, II» 72—80, in» 60—70. Hammelfleisch l» 72—76, II» 62—70. Schweinefleisch 60—66. Kaninchen per Stück 0,60. Hühner, alte, Stück 1,80—2,20, junge, per Stück 0,50— 0,90. Tauben, junge 0,46—0,60, alle 0,00. Enten, prima, p. Stück 2.00, Hamburger, junge, per Stück 1,75—3,10. Gänse, junge, per Psd. 0,60—0,65, per Stück 3,00 bt« 4,00. Hechte 85—100. Schlei- 79-96. Bleie 53-63. Aale, groß 130—135, mittel 118, klein 0,00, uns. 77—111. Plötzen 0,00. Flundern, pornrn. I, p. Schock 3,00—6,50. Kieler, Stiege l» 4—6, do. mittel per Kiste 2—4, do. Nein per Kiste 0,00. Bücklinge, engl, per Wall 4. Kieler 2,00—4,50, Stralsund«! 5— 6. Aale, groß p. Psd. 1.10— 1,30, mittel 0.80— 1,00, N. 0,50 bis 0.60. Sprotten. Kieler, 2 Wall 0,00, Elb- per Kiste 0,00. Sardellen, 1902er, per Anker 85,00, t904er 85,00, 1905« 80,00. Schottische Bollhermg« 1905 0,00, large 40-44, füll. 36—38, med. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per•/, To. 60—120. Hummern, II», 100 Psd. 0,00, Krebse, per Schock, mittel 0,00, Nein« 4—5, unsortiert 0,00. Galizier, mittel 0,00. Eier. Land-, per Schock 3.00-3.3.0, frische 0/». Butter per 100 Psnnd, I» 109-112, II» 103-106, M» 100-103, ab. sollende 95—100. Saure Gurten. Schock 4,00—4,25, Psefsergurlen 4— 4,50 M. Kartosseln per 100 Psd. m»gn. doo. 2,25—2.40, rote Dabcrsche 2,10—2,25, runde weiße 1,80—2,10, hiesige blaue 3,00,— 4,50, neue hiesige 3—4, neue erbster 3—3,50. Spinat, per 100 Psund 5,00—8,00. Karotten per Schock 2,00 bis 50. Kohlrabi, per Schock 1,00—1,25. Rettig. bayr., per schock 2,40—4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 0,00. Radieschen, per Schock-Bd. 0,60— 1,25. Salat, per schock 1,00—1,25. Spargel I per Psd. 0,32—0,46, n 0,18 bi« 0,26, III 0,10, Bohnen(grüne), per 100 Psd. 30—60. Schoten. hiesige, per 100 Psd. 5—10. Psefferlinge per Psd. 0,35—0,40. Mohrrüben per Schock-Bd. 2,00—2,50. Blumenkohl per Mandel IchO— 2,50. Wirswgkohlper Mandel 1,00—2,00, Steinpilze per Psd. 0,33. Tclwwer Rüben per Psd. 0.22— 0,25. Stachelbeeren perPid. 0,12-0,14. Kirschen, ital, 100 Psd. 0,00. Natten, Werbers ihe 22—24. Werbers che GlaS- 10—14. Natten, ungar. 30—35, do. 4—12, do. sauere 18—22. Himbeeren. Werdersche per 100 Psd. 25—30. Blaubeeren per Psd. 0,13—0,16. Erdbeere», Holl, per 100 Psd. 25—30, neue hiefige 0,0, neue Garten per Psd. 0,45—55, hiesige 0,15—0,29. Sainburger 0.20—0,30, Z erbster 0,00. Bald- per Psd. 0,25— 0,50. flaumen, ital. lange, per 100 Psd. 18—30. Zitronen, Messma, 300 Stück 14,00-18,00, 360 Stück 14,00-16,00, 200 Stück 7,00—12,00, 420 Stück. klein 7,00._ eSttternngSüderflcht vom 2. Juli 1006, morgen» 8 Uh». Stationen Swwemde ertin Franks.a.M München Wie» Q~ c 5 - 2 8f aettet 767D 767, NNO 767 SD 765 N 764 D 764 N 2 heiter 2 wölken! Iwollcnl 1 bedeckt 5 wolkenl 2wollenl »K t* M Z> Stattoneu S? 85= Haparanda 757 Petersburg 764 SSO Scilly 763 SO Aberdeen 765 SSO Pakts 764 Sttll K Settet 4w olkig 1 heilet 3 wolkig 2 bebe« - wollig *«( = 5, na. 11 14 13 11 u n LSettcr-Proguose für Dienstag, de» 3. Juli 1006. Trocken, vorwiegend heiter und wärmer bei schwachen östlichen Winden. verltu»rv«tt«rd»r»am Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 3. Juli. Anfang 7, Uhr. Neues Operntheater. Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Anfang 8 Uhr: Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Die lustige Wittwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mortiz- Oper: Die Jüdin. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). im Winkel. Komische Oper. zählungen. Das Glüc Hoffmanns Er Lustspielhaus. Unsere Käte. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Das blaue Bild. Spezia litäten. Carl Weiß. Sündige Liebe. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Aus. bruch des Besuv. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Mittwoch und folgende Tage: Sherlock Holmes. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Dienstag, den 3. Juli: Gastspiel E. Ischierdo: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Mittwoch: Mignon. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, validendank. Schalter II, A. Wertheim und InKomische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Reine Borverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Urania Tauben. str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. InvalidenSternwarte str. 57/62. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwin- Oper. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin. Große Dper in 5 Atten von Halevy. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. COOLOGISCHER Donnerstag, abends 8 Uhr: Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. 875 6 Tortajada, spanische Tänzerin und Sängerin. MiB Orford mit ihren dressierten Elefanten. Catherine Bartho, Tänzerin. Eugenie José, Lebende Bilder. Troba, Jongleur. Mlle. Farfalla, Paris.Soubrett. Paulinetti& Piquo, kom. Reckturner. Imro Fox, Illusionist. Frank Kern m. Hund, Bolzen". Die Sleedes," Das geheimnisvolle Haus". Creo Bros., komische Akrobat. La Bérat, Phantasietänzerin. Der Biograph. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich: Das großartige Juli- Programm. Carl Braun, befter beutscher Ber wandlungsschauspieler in seiner Komödie Sherlock Holmes. Paul Coradini. Bum 30. Male: Die Gauklerin. Anf. 4, Uhr. Entree 30, num. Pl. 50 Pf. Die Afrikanerin. Dienstag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Ostbahn- Park Der Kenner Schauspiel in 8 Utten von Hermann Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71 Sudermann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Donnerstag, abends8 Uhr: Das Glück im Winkel. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. Ausnahmepreise Freie Volksbühne. A. B. Koch, General- Versammlung Mittwoch, den 4. Juli, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Geschäftsbericht des letzten Quartals. 2. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Diskussion. 4. Antrag des Vorstandes. 5. Wahl des Vorstandes, des Ausschusses, der Revisoren und Obmänner. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Die alten Mitgliedskarten brauchen erst am 5. Juli in den Zahlstellen abgegeben zu werden zum Umtausch, da die Karten bei der am 4. Juli stattfindenden Generalversammlung als Legitimation dienen. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. 229/5 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Ob schön! Im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! Täglich: Bom 1 bis die größte Sensation und 16 Löwen 30. Juli: beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin und eine Assistentin mit noch nic gesehenen Tricks. 11 Uhr abends: Fütterung sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs. 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Mittwoch: Erstes großes Kinderfreudenfest. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Wenn schön: im Garten! Brummenftr. 16. Wenn schlecht: im Saal! Ein Kind der ersten Liebe. Lebensbild mit Gesang in 2 Bildern von Reiflingen. Dazu die erstklafig. Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Passage- Theater. Heute das glänzende Spezialitäten- Programm. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbeluftigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Konzert, Theater, Täglich: Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Berlin, wie es lebt u. liebt. Boltsstüd in 3 Atten von Lindener. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Varadi- Duett. Rebusa, Dressurnummer. Die Einbrecher von New York, Bant. The Piccad. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plaz 50 Pf. Reichshallen. Stettiner Sänger. 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Juli 1906, in Rathenow a./H.: ihre Arbeiter ausgesperrt hat und als Tanzmaitre in der Unionsbrauerei fungiert, nicht Mitglied des Tanzlehrervereins Solidarität" ist. 283/15 J. A. Rich. Heinrich, Wrangelstr. 22. Provinzial Sängerfest Dampfer- Extrafahrten Feftordnung: Sonnabend, den 14. Juli, abends 8 Uhr zu Ehren der eintreffenden Vereine im Kristallpalast: Großer Fest- Kommers. Am Sonntag, den 15. Juli, früh 7 Uhr: Gemeinsamer Spaziergang durch den Stadtwald. Um 11 Uhr: Probe der Massenchöre im Kristallpalast. Um 3 Uhr: Festzug durch die Stadt nach Oppermanns Volksgarten, woselbst InstrumentalKonzert und die Gesangsaufführungen stattfinden. Abends in beiden Lotalen großer Festball.- Programme und Quartierbilletts erhalten die angemeldeten Sänger nach Ankunft. Allen Teilnehmern entbietet freien Sängergruß und herzliches Willtommen. 16/ 11* Der Festausschuß. 3. A.: Karl Schmidt, Borsitzender, Rathenow, Waldemarstraße 17. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. 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Raabe, Usedomstraße. Für Korbmacher: Stralauer Glashütte. Für Bürstenmacher: Der Innungsnachweis, Brunnenftraße 154. Für Rahmenmacher: Pranke, Stallschreiberstr. 52. Für Parkettbodenleger Die Firma Pompluhn, 8wischenmeister Petsch Bau Niebuhrstraße 76, Sieboltstraße, Barzelle 2. 85/ 1* Gesperrt find für Einseker die Bauten der Firma Schubert, Kreuzbergstr. 8. Tempelhof: Bau Andrzewski, Schönburgstr. 3, Friedrich Wilhelmstraße( Ede Moltkestraße). Bau Wallrath, Schönburgstr. 7, Moltkestraße. Bau Kelling, Ringbahnstr. 5. Bau Lolath, Ringbahnstr. 43. Mariendorf: Bau Schmidt, Chausseestr. 23b. Halensee: Bau Gronau und Graul, Joachim Friedrichstr. 4. Berlin: Dranienstr. 24( Ausbau). Charlottenburg: Ban Manheimer, Neue Kantstr. 3. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Achtung! Fliesenleger! Wegen Affordarbeit und anderer Differenzen find sämtliche Bauten der Firma Schmalisch& Below für organisierte Fliesenleger gesperrt. Die Sektionsleitung. Deutsch. Buchbinderverband ( Zahlstelle Berlin). Folgende Firmen haben, weil das Personal nach der Beendigung ber Aussperrung nicht reumütig und bedingungslos in die Betriebe zurüd tehrte, weiter respektive erneut aus gesperrt: G. Wübben& Co., Bilhelm straße 9. H. Sperling, Friedrichstr. 16. D. Bleistein, Friedrichstr. 16. Lüderitz& Bauer, Mauere ftraße 80. Fritsche- Baumbach, Schōe neberg, Bahnstraße. H. Reiß, Lüzowstr. 107/8. H. Schubert, Wilhelmftr. 121. C. Metschke& Co., Bimmer ftraße 94. A. Schoß, Buttkamerstraße 19. A. Schoß, Dessauerstraße. Schneider& Ziegler, Ritterstr. 76. Rickmann, Wilhelmstr. 121. Ad. Ludwig, Elisabeth- Ufer 5/6. Fleck Nachf., Lütomftr. 87. Kämmerer, Kochftr. 67, C. F. Walter, Ballstr. 16/17. Rich. Gahl, Chausseestr. 2e. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. Lotze& Sieler, Rochstr. 3. Ad. Wittenburg, Bilhelmftraße 16. Xaver Kölle, Reichenberger Straße 36. Alle Genossen und Freunde der Organisation, machen wir darauf aufmerksam, daß die Heimarbeit ( Bogen falzen von Streifarbeit) in übermäßiger Weise Plak gegriffen hat! Wir bitten, die Hausbewohner auf das Berwerfliche ihres Tuns auf mertjam zu machen. Die Ortsverwaltung. Rartonarbeitern. Arbeiterinnen! Kartonnieter! In der Kartonfabrit von Ad. Lesser, Krautstraße, find tarifliche Differenzen ausgebrochen. Diese Betriebe find gesperrt! Die Firma Aloys Suk, Reander. ftraße 4( Neanderhof) ift für Galanteriearbeiter und Arbeiterinnen wegen Differenzen gesperrt. des Holzarbeiterverbandes. 24/12 Die Ortsverwaltung. Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.