Mr. 153. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mehr in die Tiefe! Donnerstag, den 5. Juli 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Zeit, sich theoretisch in ihre Aufgaben zu vertiefen. Vor allen Minister des Innern mit der Bitte um Ergreifung von Maßregeln, Dingen müsse den jüngeren Genossen die Bildungsmöglichkeit um dem Morden Einhalt zu tun, wandten, wurde dieses zugesagt; gegeben werden, weshalb Partei und Gewerkschaften mit den ein Erfolg ist aber, wenn solche Maßnahmen überhaupt angeordnet worden sind, nicht zutage getreten. Die Polizei unterließ vom AnIn einem so überschriebenen Artikel bespricht die Fortbildungsvereinen in Verbindung treten und die nötigen beginn an nicht nur jede Maßnahme zur Unterdrückung des Bogroms, Mittel zur Verfügung stellen müßten. „ Leipz. Volkszeitung" die im Verlage der Vorsondern entfesselte noch obendrein durch ihre niederen Organe wilde wärts- Buchhandlung erschienene Hohenzollern- Legende" des Debatte, in der von allen Rednern betont wurde, daß in der an, welche sie zu Revolutionären gestempelt; fie führte Bagabunden An diese Ausführungen knüpfte sich eine lebhafte Leidenschaften. Die Polizei ordnete die Erschießung von Personen Genossen Maurenbrecher. Sie lobt den großen Fleiß der von Lüth angedeuteten Richtung vorgegangen werden müsse. an, als diese plünderten und Juden mordeten. Schließlich ist zu beArbeit, die in allen tatsächlichen Angaben mit großer Sorg Die Debatte endete mit der Annahme eines Antrages, wo- merken, daß die Militärobrigkeiten die Gewalt in der Stadt vor Vers falt verfaßt sei und eine Unmasse des größten Schwindels nach die Kartellkommission mit den Parteivorständen und den hängung des Kriegszustandes an sich genommen und die Stadt anfdecke, der in den preußischen Schulen über die Geschichte Fortbildungsvereinen Fühlung nehmen soll, um etwas Positives der Hohenzollern gelehrt wird. Nicht völlig befriedigt ist dagegen die„ Leipz. Volkszeitung" von der Handhabung der zu schaffen. " weisung von Schußleuten und Vagabunden oder nach eigenem GrSchußleuten und bewaffneten Soldaten ausgeliefert haben, die auf messen unbewaffnete Juden, die keinen Widerstand leisteten, er= materialistischen Geschichtsmethode durch den Genossen Mauren- In gewissem Zusammenhange steht mit diesem Thema schossen. Von wem ist dem Gouverneur am 14. und 15. Juni die brecher. Sie zweifelt indes nicht daran, daß Genosse Mauren- auch die Jugendorganisation. Mit ihr befaßte sich ihm zustehende Gewalt entzogen und diese den Militärbehörden überbrecher ,,, wenn er sich einmal in die materialistische Geschichts- eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins in geben worden? Diese Frage muß der Kriegsminister aufklären." Frankfurt a. M. Der Referent, Genosse Dr. Frant- Mannheim, Dem Bericht der Abgeordneten liegen eine Reihe von Dokuauffassung vertieft hat, uns historische Arbeiten schenken wird, teilte unter dem lebhaften Beifall der Versammlung mit, daß menten als Beweismaterial bei. die nicht bloß plumpe Schullügen aufdecken, sondern das an den Parteitag in Mannheim der Antrag gestellt werden Männer, die im Auftrage der Duma ihre Untersuchungen an Ort Entgegen dieser mit Dokumenten belegten Darstellung geachteter wissenschaftliche Besitztum der Partei wirklich vermehren". Gerade die relative Tüchtigkeit seines Werkes", heißt es, frei werdenden 80-90 000. für den Ausbau der Jugend- Dreistigkeit, die Dinge dermaßen verlogen darzustellen, daß man solle, die durch die Einführung von Diäten für den Reichstag und Stelle führten, hat der Regierungsbote" die unverschämte .flößt uns den dringenden Wunsch ein: Mehr in die Tiefe, zeigt uns die Berechtigung der in der Partei immer dringender organisation auszuwerfen. auf den Verdacht geraten muß, irgend ein am Bialystoker Pogrom Der Eifer des Genossen Dr. Frank ist löblich, aber die beteiligter Bandit habe den Bericht des„ Regierungsboten" ge= sich erhebenden Forderung, durch die Einrichtung einer Schule Summe, die er fordert, ist denn doch wohl zu hoch gegriffen. schrieben. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, daß der den heranwachsenden Nachwuchs der Agitatoren und Schrift Mit übermäßigen Subventionen wird die Jugendorganisation Darstellung des„ Regierungsboten" die vom Herrn Stallmeister steller durch tüchtige Lehrkräfte zum Verständnis unserer großen nicht zu gesunder Blüte kommen. Treibhausentwickelung ist Frisch angestellten" Grmittelungen" zugrunde liegen. Und den Denker zu erziehen. Es sind darüber neuerdings manche vor- durchaus nicht wünschenswert. Die Jugendorganisation muß Herrn Stallmeister Frisch schließlich hat kein Geringerer als der Herr treffliche Artikel in der Parteipreffe erschienen, von denen wir aus sich selbst heraus werden. Daß die Partei fie unter- Miniſter des Innern zur„ Untersuchung" des Tatbestandes nach namentlich auf ein ausführliches Programm verweisen, das füßen muß, ist selbstverständlich, und dieser Verpflichtung Bialystok entfandt! Genoffe Heinrich Schulz in der Neuen Zeit“ veröffentlicht wird sie sich auch nicht entziehen. Aber von solchen Summen, hat. Man braucht nicht mit allen Einzelheiten einverstanden wie Genosse Dr. Frank sie genannt hat, kann unseres Erzu sein, aber im Wesen der Sache wird man ihm und seinen achtens vorläufig nicht die Rede sein. Mitkämpfern zustimmen müssen. Außerdem erwachsen der Partei gerade jetzt noch andere, Bir an unserem Teile wünschen ihren Forderungen dringendere Verpflichtungen. Wir meinen die Schule, deren Plan schnelle Erfüllung!" Genosse Schulz entwickelt hat. Die Stosten der Verwirklichung Das Programm des Genossen Schulz, das die Leipziger dieses Werkes werden unseres Erachtens größer sein müssen, Bolkszeitung" hier erwähnt und dessen Verwirklichung in als Genosse Schulz sie veranschlagt hat. Wenn die Partei seinen Grundzügen wir für eine dringliche Aufgabe der Partei etwas derartiges schafft, dann hat sie die Pflicht, die Gelder, Agentur.) Das Stadthaupt erhielt folgende von vielen Vertretern halten, ist in Nr. 34 der„ Neuen Zeit" abgedruckt und lautet die sie daran wendet, wirklich nugbringend anzulegen, indem der Bialystoker Juden unterzeichnete Erklärung:„ Aus dem an deir im wesentlichen: „ Eine Bildungsschule von Partei wegen, wie ich sie mir denke, ie den Erfolg sichert, d. 5. sie soll sparen nicht am Gelde, Kriegsminister von Generalleutnant von Bader am 10. Juni ein„ Eine Bildungsschule von Partei wegen, wie ich sie mir denke, sondern, indem sie durch möglichst gute Einrichtungen dafür gereichten Berichte betreffend die Ursachen, die den Pogrom hervormüßte anders( als die jetzige Arbeiterbildungsschule) organisiert sorgt, daß das Geld nicht weggeworfen wird, daß der Besuch sein. Ihre materielle Grundlage bildet der Säckel der Gesamt der Schule wirklich ein gediegenes Bildungsfundament legt. partei, und die Anstalt untersteht darum auch direkt dem Parteivorstand und im weiteren der durch die Parteitage vertretenen Gesamtpartei. Finanzielle Schwierigkeiten dürfen bei ihrer Einrichtung überhaupt nicht in Frage kommen, sobald ihre Zweckmäßigkeit erst einmal anerkannt worden ist. Außerdem spielen derartige Ausgaben bei dem Etat der Partei keine Rolle, zumal erwartet werden darf, daß die Ausgaben durch die erzielten Erfolge mit hohen Zinsen wieder vollauf eingebracht werden. Die Revolution in Rußland. Die Wahrheit über Bialystok. Die zur Prüfung der Vorgänge bei dem am 14. Juni stattgehabten Pogrom nach Bialystok entsandte Kommission von Dumas mitgliedern hat einen Bericht veröffentlicht, in dem es heißt: selbst; denn am selben Tage( 4. Juli), da seine Darstellung in die Ülebrigens richten sich die dreisten Lügen des Regierungsboten" Welt telegraphiert wird, kommt die Meldung aus Petersburg: Auf direkten Befehl des Baren seien der Gouverneur von Bialystok, General Popewski sowie zwei Polizeikommissare und zwölf Polizisten wegen ihrer Haltung bei den Judenmassakres entlassen worden! Wie reimt sich das mit den Behauptungen des„ Regierungsboten", daß die Revolutionäre die ganze Schuld tragen, Polizei, militär und Hooligans aber unschuldig seien? 1Bialystok, 4. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphengerufen und begleitet haben, ersehen wir, daß die darin enthaltenen Nachrichten von der Wahrheit abweichen, wie durch die offizielle Afte und die Dementierung des Gouverneurs von Grodno bom 3. Juni ersichtlich ist. Infolgedessen ersuchen wir darum, eine ExtraDumajibung einzuberufen, um diese Frage zum Zwecke der offiziellen Klarstellung der Wahrheit zu beraten." Die Glut im Heere. Petersburg, 4. Juli. Wegen Verbotes des Zeitungslesens herrscht große Gärung unter den Gardekürassieren. Wie es heißt, sollen fämtliche Garderegimenter aus Petersburg entfernt und durch andere Truppen ersetzt werden. Nach Meldungen aus Wladiwofstok befindet sich die Stadt im Aufruhr. Soldaten durchziehen die Straßen unter Absingung revolutionärer Lieder. Die Lage ist sehr ernst. Diese parteigenössische Kriegsschule denke ich mir als Seit der Ermordung des Bialystoker Polizeimeisters Derkateine dauernde Institution mit vierteljährlichen oder halbjährlichen schew waren Gerüchte über einen bevorstehenden Bogrom im UmAbteilungen. Als Unterrichtsgegenstände fämen in Betracht: lauf. Die Polizeimannschaften waren durch die Ermordung mehrerer Nationalökonomie, Theorie des Sozialismus und Geschichte als Mitglieder ihrer Truppe, die sie den Juden zuschrieben, aufgebracht, und Agitatoren reizten die niederen Voltsschichten gegen die Juden obligatorische, sowie Literaturgeschichte, Naturwissenschaften, Rede- auf und suchten auch die Truppen durch Flugschriften aufzureizen, Militärbezirks und der Garde ordnet an, gegen den Kommandeur Ein Tagesbefehl des Oberkommandierenden des Petersburger übung, Rechtskunde, schriftlicher Gedankenausdruck( Abfassen von wobei Juden und Revolutionäre als identisch hingestellt wurden. sowie gegen den Bataillonskommandeur, die Kompagniechefs, sowie Berichten, Flugblättern, Notizen) usw. als fakultative Unterrichts- Bereits vor dem 14. Juni erhielten die Feldwebel eines Regiments gegen die übrigen Offiziere und Mannschaften des aufgelösten ersten gegenstände. Eine Reihe von Lehrern müßte mit auskömmlichen den Befehl, den Mannschaften mitzuteilen, daß am 14. Juni eine Bataillons des Preobraschensky- Regiments eine Untersuchung einzuGehältern fest angestellt werden, so daß sie sich ganz ihrer orthodoxe und eine katholische Prozession stattfinden werde, die leiten und die Schuldigen dem Gericht zu übergeben. Gleichzeitig Lehrtätigkeit mit der dazu gehörigen Weiterarbeit an sich selbst Juden würden eine Bombe werfen und ein Pogrom werde folgen. erhielt der Kommandeur der ersten Brigade der ersten Garde= durch Studium im Hause und in Bibliotheken widmen können. Als nun am 14. Juni die orthodore Prozession in die Institutsstraße Infanteriedivision, der Kommandeur der ersten Garde- InfanterieVielleicht würden vorläufig drei Lehrer genügen, von denen der einbog, wurde sie aus einem Hause derselben beschossen, und einige Division und der Kommandeur des Gardeforps einen Verweis. Teilnehmer bemerkten, daß etwas Zischendes geworfen wurde. So- Beim russischen Ministerium des Innern laufen zahlreiche Geeine ein sattelfester, nationalökonomisch geschulter Marrist, der fort erschienen Truppen, die in der benachbarten Reichsbantfiliale suche der Kubonischen Kosaken des dritten Aufgebots ein, zu verandere ein mit der materialistischen Geschichtsauffassung vertrauter bereit gehalten waren, und feuerten auf die Häuser. Dieselbe anlassen, daß sie in ihre Heimat entlassen werden, da in ihrer AbHistoriker sein müßte. Der dritte müßte für den Unterricht im Szene wiederholte sich auf dem Bajar, wo die zweite Bombe geworfen wesenheit ihre Wirtschaften aus Mangel an Arbeitskräften vollständig schriftlichen und mündlichen Gedankenausdruck und in Literatur wurde. Es folgte dann ein Ueberfall von Vagabunden auf eine zugrunde gehen und überdies die Bauern mit dem roten Hahn geeignet sein, tönnte aber auch Naturwissenschaftler oder Jurist Apotheke, und der Pogrom begann. Vagabunden und Polizisten drohen. sein. Neben ihrem Hauptfach könnten sie alle drei noch das eine plünderten die Läden und raubten Waren, mud die Soldaten folgten Kriegszustand und Gärung. oder andere ihnen naheliegende Nebenfach mit versehen.... ihrem Beispiele. Es entwickelte sich eine Schjagd auf die Juden, die man aus ihren Häusern trieb, um sie draußen zu erschießen. Auch Petersburg, 4. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphen Wer aber soll diese Bildungsanstalt, von der ich vorläufig auf dem Bahnhofe sammelten sich Haufen von Bagabunden, um Agentur.) Im Kreise Odessa ist an Stelle des außerordentlichen nur ganz grobe Umrisse zeichnen konnte, besuchen? Nicht ein flüchtende oder ankommende Juden abzufangen, trotzdem der Bahn- Schutzes der Kriegszustand verhängt worden. Zufallspublikum, sondern eine Anzahl Genossen und Genoffinnen hof von Dragonern und Infanterie besetzt war und die Offiziere Petersburg, 4. Juli.( Von einem besonderen Korrespondenten.) aus allen Gegenden Deutschlands, die von ihren örtlichen Partei- der in Bialystok stehenden Regimenter Uglitsch, Kajan und Wladimir Auf den Eisenbahnlinien, besonders der Wladikawkas- Sibirischen organisationen dazu ausersehen worden sind. An allen Orten im Bahnhofsrestaurant saßen. Am 14. Juni traf auch der Gou- Bahn sowie auf der Südwestbahn, ist wiederum eine wachsende gibt es eine Reihe besonders jüngerer bildungseifriger und zu- berneur von Grodno auf dem Bahnhofe von Bialystok ein, ohne daß politische Gärung bemerkbar; ebenso unter den Hafenarbeitern, begleich charakterfester Genossen, die mit tausend Freuden die sich jedoch Polizei, Soldaten und Bagabunden durch seine Anwesen sonders start in Noworossist. günstige Gelegenheit ergreifen würden, die ihnen ihre Partei- heit stören ließen. Am 15. Juni dauerte das Morden fort. So wurden beispielsweise von zehn in einem Zuge eintreffenden Juden organisation in ihrem eigenen Interesse und zugleich im Interesse acht sofort getötet. Auch der auf dem Bahnhofe anwesende Staatsder Partei zur Befestigung und Vertiefung ihres Wissens böte. anwaltsgehülfe und die übrigen Amtspersonen, die dort anwesend Ich denke dabei feineswegs nur an die fest angestellten waren, rührten keinen Finger, um den Gewalttaten gegen die Juden Beamten und Agitatoren der Partei, sondern auch an beruflich ein Ende zu machen." tätige Arbeiter, die sich im Dienste der Partei bewährt haben und Nachdem noch eine Anzahl Aussagen von Augenzeugen die ihren Beruf ohne Schädigung auf ein Vierteljahr unterbrechen über jene blutigen Vorgänge aufgeführt sind, geht der Bericht zu können. Den Unterhalt dieser Genossen während ihrer Anwesen- folgenden Schlußfolgerungen über: heit in Berlin könnten nach dem Vorbild der gewerkschaftlichen der an die Straferpeditionen in den Ostseeprovinzen und Sibirien Vor allem ist die Planmäßigkeit des Pogroms hervorzuheben, Unterrichtsturse die Landes-, Bezirks- oder Wahlkreisorganisationen erinnert. Der Tag ist genau vorher bestimmt, ebenso auch die Getragen, die die betreffenden Genossen nach Berlin entfenden. Die legenheit, bei der der Pogrom seinen Anfang nehmen soll, nämlich Kosten für einen einzelnen Teilnehmer dürfen etwa mit 500 bis der Umzug der Kirchenprozessionen, wo mit der religiösen Stimmung 600 Mark für ein. Vierteljahr anzusetzen sein. Die Kasse der der Menge gerechnet werden konnte. Doch wer war der Organisator? Gesamtpartei hätte also nur die Kosten der Schulunterhaltung Der Gouverneur von Grodno, Herr Küster, der noch vor dem PoMan könnte diese Kombinationen beinahe ernst nehmen, wenn und Lehrerbesoldung zu tragen, die ich insgesamt auf 12-15 000 grem um Entfernung des Pristaws Scheremetoff aus Bialystok als nicht zu gleicher Zeit aus Paris wo man bekanntlich im allgeMark jährlich veranschlage." des Haupthekers von einer jüdischen Abordnung gebeten worden meinen über Rußland sehr gut unterrichtet ist die Meldung fäme, Mit diesem Thema hat sich auch vor kurzem das Ham- war, berweigerte dies; er war auch am 15. Juni in Bialystok, als die Lage sei als äußerst ernst zu betrachten, da das Schicksal der der Pogrom im Gange war, ohne etwas zu tun, und fuhr von dort Duma auf dem Spiele steht und ein gegen sie gerichteter Staatsburger Gewerkschaftstarte II beschäftigt. Der Refe- nach Wilna zum Generalgouverneur. Entweder also wußte er von streich als unabwendbar bezeichnet werde!! rent Genosse Lüth betonte, daß es so wie jetzt nicht mehr dem Bogrom und ließ ihm seinen Lauf, oder er stand den Vorgängen Petersburg, 4. Juli.( Von einem besonderen Korrespondenten.) weiter gehe. Die gesuchten und beliebten Redner seien mit infolge einer geheimen Gewalt ohnmächtig gegenüber. Als die Aus der Tatsache, daß Ministerpräsident Goremykin nunmehr nach Aufträgen geradezu überschüttet und fänden nicht die genügende Dumaabgeordneten Jakubzon und Scheftel am 15. Juni sich an den dem der Regierung gehörigen Sommerhause des Ministers des Petersburg, 4. Juli. Der Prozeß gegen die wegen Vorbereitung eines bewaffneten Aufstandes angeklagten Arbeiterdeputierten mußte wegen Ausbleibens wichtiger Zeugen vertagt werden. Bei der Berhandlung kam es zu stürmischen Demonstrationen trotz großen Polizei- und Militäraufgebotes. Die Angeklagten riefen dem Auditorium zu: ,, Beschleunigt den Ausbruch der Revolution!" Staatsstreich? Der Ministerpräsident Goremykin soll in einer Ministerrats. nahegelegt worden. fizung am Dienstag erklärt haben, dem Kabinett sei der Rücktritt Man spricht auch schon von den„ neuen Männern": Jermolow Premier, Urussoff Inneres, Nabokoff Aeußeres, Graf Heyden usw. Es soll nämlich, so heißt es, ein sogenanntes Kabinett der gemäßigten gesellschaftlichen Kreise" ge bildet werden. Also tein„ Kadetten"-Ministerium! - " Deklaration vor dem Plenum verlesen: " Das Innern übersiedelt, wird geschlosseir, daß Goremykins Rücktritt vor- muß die Entscheidung darüber, ob sie Schulkommissionen ein-| losen Hezarbeit zuzuschreiben. Bei der Strafausmessung müsse läufig nicht erfolgt. richten wollen oder nicht, in die Hand der Gemeindebehörden berücksichtigt werden, daß die Angeklagte meisterhaft verstehe, gegen Die Deklaration der sozialdemokratischen Dumafraktion. legen. Nach längerer Debatte beschloß das Haus auf Antrag die Gott sei Dant noch festgefügte gesellschaftliche Ordnung zu rechtfertige sich eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. zählt nun 30 Mitglieder. Davon gehören 14, der früheren sozial- Widerspruch der Regierung die Streichung der Bestimmung, alles behauptete der Staatsanwalt mit fühler Gelassenheit, obwohl Die feit dem 23. Juni bestehende sozialdemokratische Fraktion des Herzogs v. Trachenberg gegen den entschiedenen heben und Leute unzufrieden zu machen. Aus diesen Gründen demokratischen Arbeitergruppe an, 7 sind Abgeordnete des Kautasus, daß Schulfommissionen auch auf Anordnung der Schul- ihm die für unsere Staatsretter geradezu traurigen Ergebnisse die übrigen sind aus der bäuerlichen Arbeitsgruppe" über aufsichtsbehörden eingesetzt werden können. Damit ist ein der beiden Schopenstehlprozesse doch unmöglich unbekannt getreten. Die neugebildete Fraktion hat beschlossen, ihre völlige Un- neuer Streitpunkt geschaffen. geblieben sein können. Die verlebenden Angriffe mußte die Anabhängigkeit von allen anderen Dumaparteien zu wahren, jedoch in In der Debatte über die Frage des Selbstverwaltungs- geklagte über sich ergehen lassen, ohne daß ihr vom Vorsitzenden steter Fühlung mit der Arbeitsgruppe“ zu bleiben und in ent- rechtes erwies sich übrigens der Kultusministers Dr. Studt Schuß zu teil wurde, obwohl sonst der Gerichtshof selbst die Anscheidenden Augenbliden ein Zusammengehen mit ihr anzustreben. als ein Vater, der sein eigenes Kind nicht kennt. Obwohl er der Verteidiger, Dr. Herz- Altona, die unschönen Ausfälle des geflagte sehr rüdsichtsvoll behandelte. In glänzender Rede wies Am 29. Juni wurde bont kaukasischen Abgeordneten Dichaparidze im Namen der sozialdemokratischen Fraktion folgende das Gesetz unterzeichnet hat, weiß er nicht einmal, daß es auf Staatsanwalts Dr. Schoen scharf zurüd und geißelte die in letzter Dichaparidze im Namen der sozialdemokratischen Fraktion folgende Westpreußen und Posen keine Anwendung finden soll, denn Zeit überhand nehmende Unfitte, Gerichtshöfe zu politischen Arenent An dem Werke der Befreiung Rußlands von politischer sonst hätte er dem Oberbürgermeister Ehlers Danzig nicht umzuwandeln, weil dadurch dem Ansehen der Rechtsprechung nicht Knechtung, von der Willkür der Bureaukratie, die das Land unter zurufen können, daß Danzig auch in Zukunft keinen Grund gedient werde. Der Staatsanwalt habe sich nicht gescheut, eine drückt und zum Bankrott führt, haben alle Klassen der Bevölkerung haben werde, sich in seinen Rechten beschränkt zu fühlen. geistig so hoch stehende Frau, wie die Angeklagte es zweifellos ist, ein gleiches Interesse. Der Haß gegen das herrschende Regime hat die Herr Ehlers ließ den kenntnisreichen Minister eine wohl in folcher Weise herabzusetzen. Die Angeklagte, die sich von der ganze Bevölkerung ohne Unterschied der Klassen, Nationen und verdiente Abfertigung widerfahren, die vom Hause mit ver- einfachen Arbeiterin zu einem hohen geistigen Niveau emporGlaubensbetenntnisse vereinigt. In diesem Kampfe des gesamten ständnisinniger Heiterfeit aufgenommen wurde. gearbeitet habe, sei von Idealismus erfüllt für ihre Sache, kenne Volkes gegen seine hochgestellten Unterdrücker geht an der Spitze da s Proletariat, das vor allen anderen das Banner des FreiheitsImmer deutlicher trat in der Debatte zutage, daß der genau die Leiden des arbeitenden Volkes und trete mit Feuereifer für ihre Ideen ein. Eine solche Person dürfe man nicht mit solchen fampfes erhoben und die größten Dpfer für die Befreiung Rußlands Entwurf im Herrenhause eigentlich auf keiner Seite Sym Worten charakterisieren. Der Verteidiger weist nach, daß die Angebracht hat. Indem die Arbeiterklasse sich ihrer Solidarität mit pathien hat; die Herren von der Rechten protestieren dagegen, geflagte über die Politik mindestens so unterrichtet ist, wie der den übrigen Klassen der Bevölkerung zur politischen Befreiung des daß den Gutsherren neue Lasten aufgebürdet und die Rechte Staatsanwalt, der in den Reden der Genossin Zich viele„ UnLandes voll bewußt ist, kann sie doch nicht mit ihnen eine einheit geschmälert werden, und die Oberbürgermeister sind unzu wahrheiten und lebertreibungen ärgster Art" entdeckt haben will, liche Armee bilden, da das städtische sowohl wie auch das ländliche frieden über die Eingriffe des Staates in die Angelegenheiten obwohl es sich um Dinge handelt, die im Reichstage des langen Proletariat in seiner Masse nicht nur unter politischer, sondern der Gemeinden. Sollte der Entwurf dennoch Gesetz werden, und breiten erörtert worden sind. Durch eventuelle Ladung eines auch unter ökonomischer Knechtung, nicht nur unter der Willfür so wird die Regierung wenig Freude an ihm erleben. Sachverständigen, wie z. B. Sombarts, würde der Staatsdes herrschenden Regimes, sondern auch unter der Herrschaft und anwalt belehrt werden, daß die sozialdemokratischen Führer die Auch an den Bestimmungen über die Anstellung der Lehrer Anwendung der rohen Gewalt weit von sich weisen. Die AnAusbeutung der Bourgeoisie und der Grundbesizer leidet. Dant dem Gegensatz der Klasseninteressen der Bourgeoisie und und Rektoren hat das Herrenhaus eine Reihe nicht unbedeutender geklagte habe ein wesentliches Interesse daran, die schiefen Dardes Proletariats wird die erstere bei der demokratischen Umgestaltung Aenderungen vorgenommen. stellungen des Staatsanwalts von berufener Seite zurückgewiesen Rußlands zweifellos bemüht sein, die politischen Rechte der Der Entwurf gelangt nunmehr an das Abgeordneten zu sehen. Der Verteidiger bezeichnet es als psychologisch erklärlich, besitlosen Klassen nach Möglichkeit einzuschränken und so den Klassen- haus zurück, das am Freitag zu den Beschlüssen des daß die Richter, die aus einem ganz anderen Milieu hervorgehen, tampf zu einem politischen zu gestalten. Das Proletariat aber be- Herrenhauses Stellung nehmen wird. sich oft von ihrem eigenen Empfinden leiten ließen. Es sei darf der größtmöglichen Freiheit nicht nur zum Kampfe für seine Zwischen beiden Häusern des Landtages hin- und her- ja auch sehr schwierig, sich in die komplizierten Gedankengänge des alltäglichen Interessen, sondern auch für seine endliche Befreiung. historischen Materialismus, den die Angeklagte vertritt, einDaher würde die Vereinigung der Arbeiterklasse mit der selasse geschoben wird auch der Gesezentwurf betreffend die Zulassung zuarbeiten. Der Angeklagten Streben sei darauf gerichtet, die seiner Ausbeuter unseren Kampf um politische Freiheit nicht nur einer Verschuldungsgrenze für land- oder forst- Arbeiterschaft auf eine höhere Stufe zu heben, und da könne ihr schwächen, sondern sogar unmöglich machen. Dies sind die Er wirtschaftlich genutzte Grundstücke. Das Herrenhaus hat diese ein so schwerer Vorwurf, das Unglück vieler Arbeiterfamilien verwägungen, die uns zwingen, uns als eine unabhängige politische Vorlage zuerst beraten, das Abgeordnetenhaus ist sich am schuldet zu haben, nicht gleichgültig sein. Der Verteidiger be= Partei zu organisieren und auch in der Duma durchaus selbständig Mittwoch darüber schlüssig geworden und hat einige Beschäftigte sich sodann mit der juristischen Haltlosigkeit der Anklage aufzutreten. In der Duma werden wir für die in unserem Programm Stimmungen geändert. Infolgedessen muß sich das Herren- und wies nach, daß die angezogenen Paragraphen nicht in Frage enthaltenen Forderungen eintreten; wir werden die Forderungen der Haus am Sonnabend nochmals damit befassen. fommen fönnten, weil die Angeklagte sich nicht gegen lassen, uneingeschränkten Wort-, Preß-, Vereins- und Versammlungsfreiheit Wie der Präsident des Herrenhauses Fürst Knyp- sondern nur gegen die regierenden Faktoren und gegen die Wahlaufstellen, wir kämpfen für politische Gleichberechtigung aller Bürger, hausen mitteilte, wird die Landtagssession voraussichtlich rechtsräuber", die doch auch nicht als klasse in Frage kämen, für Unantastbarkeit der Person, für allgemeines Wahlrecht; wir gewandt habe. Das Urteil lautete bekanntlich auf drei Monate Gefängnis! werden kämpfen für Erhöhung des Arbeitslohnes, für den Acht- am Sonnabend geschlossen werden. stundentag für die Arbeiter. Für die Bauern aber fordern wir die Konfiskation( ohne jede Zahlung) aller firchlichen, Kron- und Fistus- Ueber die Verwendung der Liebesgaben für Südwestafrika Breslauer Zeitung" tontra Freisinnige Zeitung". güter, sowie alles Privatgrundbesises und ihre Uebergabe in die hatte vor einigen Tagen bekanntlich Herr Erzberger beEinen schlagenden Beweis für die Planlosigkeit und Schlappheit, Hände demokratisch umgebildeter Lokalverwaltungen; vor allem aber fordern wir eine wahre Bolksvertretung, da wir die allen möglichen fremdende Mitteilungen gemacht. Die" Norddeutsche mit der die freifinnig- volksparteiliche Bresse bei ihrem Scheinfeldzug Allgemeine Beitung" Beschränkungen unterworfene Duma als feine solche anzuerkennen Allgemeine 3eitung" bestritt hierauf in einem daß ein Teil der freisinnigen Presse an der Kolonialverwaltung vermögen. Als solche gilt nur die konstituierende Bersammlung, ein- Dementi, daß bei der Verwendung der Liebesgaben etwas Un- gegen die koloniale Korruption zu Werke geht, bildet der Umstand, berufen auf Grund eines allgemeinen( ohne Unterschied der Klassen, gehöriges vorgekommen sei. Daß von den Liebesgaben an energische Kritik übt, während ein anderer Teil sich mannesmutig Religionen, Nationalitäten und Geschlechter) gleichen direkten und Offiziere und Kolonialbeamte Zuwendungen gemacht worden dieser bedrängten Kolonialverwaltung annimmt und die kolonialen geheimen Wahlrechts. Nur eine solche Versammlung, die zahlreiche waren, gab das offiziöse Blatt zu; diese Zuwendungen ver- Friedensstörer mit schmerzlich erhobenen Händen beschwört, doch Vertreter des städtischen und ländlichen Proletariats in ihrer Mitte stießen jedoch nicht gegen die Satzungen, die das Ober nicht durch„ Maßlosigkeit" der Kritik der Umsturzpresse wasser hat, wird die Kraft haben, ihre Aufgabe die Neugestaltung Ruß fommando für den füidwestafrikanischen Fonds aufgestellt auf ihre Mühle zu leiten! Während z. B. die Freilands durchzuführen. habe. Die Freifinnige Zeitung" übt an diesen Erklärungen finnige Zeitung" im Anschluß an die Enthüllungen ErzGleichzeitig aber erkennen wir an, daß die Duma ein gewisser der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" eingehende Kritik. bergers über die Verwendung des Liebesgabenfonds die höchſt Mittelpunkt der Volksbewegung und ein Hilfsmittel zur Erfämpfung der konstituierenden Versammlung sein kann, daß sie den llebergang Sie wirft zunächst die Frage auf, ob es denn das Ober- jonderbare Verwendung dieser Liebesgaben kritisiert, erklärt die freider Staatsgewalt in die Hände des Voltes, den Sieg über die kommando für nötig gehalten habe, diese Sabungen zur sinnig- volksparteiliche„ Breslauer Zeitung", daß sie in solch kleinen, Henker des Landes zu erleichtern vermag. Aber um dies zu öffentlichen Renntnis zu bringen, damit auch den Inkorrektheiten absolut nichts Verbrecherisches" entdecken könne. erreichen, muß die Duma in ihren Konflitten mit der Regierung Spendern der Liebesgaben Gelegenheit gegeben worden wohin solle es führen, wenn man einer Verwaltung immer wieder eine Stütze in den breiten Vollsmassen suchen und ihrerseits der sei, sich darüber zu äußern, ob sie auch mit den vom Ober- dieselben Fehler vor Augen halte. Daran hätten doch nur die Organisation der Massen für den Kampf Borschub leisten. Bir, fommando aufgestellten Satzungen bezüglich der Verwendung Sozialdemokraten ein Jnteresse als Leute, die darauf ausVertreter des Proletariats in der Duma, werden von ihr fordern, der Liebesgaben einverstanden seien. Das sei offenbar gehen, alle Grundlagen unserer Staatsordnung zu untergraben und daß fie ihre Stellung als gefeßgebendes Organ dazu benut, um das Volk in seinem ökonomischen und politischen Stampfe für Land nicht geschehen; folglich besise das Statut des Oberkom das Vertrauen in die Korrektheit unserer Verwaltung zu er und Freiheit zu unterstüßen. Wir werden auch ihre Unter- mandos gar keine Autorität. stüßung fordern für alle Forderungen der Soldaten in der Weiter weist die Freisinnige Zeitung" darauf hin, daß Wenn die Kolonialverwaltung solche Helfershelfer in der freiArmee, der Flotte und im Kosakenstande, für die Ein- eine Remuneration von Beamten der Kolonialabteilung aus finnigen volksparteilichen Bresse selbst findet, braucht ihr vor dem führung der Volksmiliz anstatt des stehenden Heeres und dem Liebesgabenfonds auch deshalb gar nicht einmal allem für die fofortige Verkürzung der Militärdieuft- nötig gewesen sei, da sich ja die Kolonialabteilung seinerzeit Reinigungsfeldzug des Herrn Müller Sagan nicht allzu bange zeit. Alle Parteien, die diesen Weg gehen, sind unserer Unterstügung vom Reichstag die Mittel habe bewilligen sicher, alle die Parteien, die das alte Regime verfechten, werden lassen, um für ungewöhnliche Arbeitsleistungen notwendig von uns bekämpft. Auf diese Weise zielen wir darauf hin, die werdende außerordentliche Remunerationen gewähren zu Duma zu einem Organ der Voltsbewegung zu machen. Andererseits bezweckt aber unsere Tätigkeit die Förderung der Organisation fönnen. So sei durch den Etat für die füdwestafrikanische breitester Volksmassen. Wir werden uns zu diesen Massen wenden, Erpedition für 1906 eine Summe von 174 200 M. für der um in ihnen die Kampfesluft für die Eroberung der Volksherrschaft artige Zwecke bewilligt worden. Auch in diversen Nachtragswachzurufen. Unser Verhalten zu den Gesetzesvorlagen und zur etats seien weitere Summen für außerordentliche Remunera Taktik anderer Parteien wird den einzigen Zweck haben, die tionen an die Beamten der Kolonialabteilung enthalten. Es Organisation der Massen zu fördern, einerseits zur Uebergabe der liege also nicht der geringste Grund vor, einen für ganz ganzen Macht in die Hände der konstituierenden Versammlung und andere Zwecke bestimmten Wohltätigkeitsfonds hierfür in andererseits zur Vereinigung des städtischen und des ländlichen Anspruch zu nehmen. Endlich tadelt das freisinnige Blatt Proletariats in eine mächtige, zum Sozialismus schreitende Kraft. Obwohl wir jetzt in der Duma nur als eine kleine Fraktion die sonderbar, diskrete" Weise der Buchung der Ausauftreten, tann unsere numerische Schwäche nicht lähmend auf uns gaben aus dem Liebesgabenfonds. Gerade bei der Verwalwirken; denn wir wissen, daß wir in der Duma und außer ihr von tung eines solchen Wohltätigkeitsfonds sei doch die größte der ganzen Masse des Proletariats, der Bauern und der besiglofen Publizität dringend geboten. Klassen überhaupt unterstützt werden.". bor -Politifche Uebersicht. Berlin, den 4. Juli. 11 Auf diese in der Tat einleuchtenden Beanstandungen hat die..Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bis jetzt noch nicht geantwortet! 00 Deutsches Reich. schüttern". zu ſein! M Ein fragwürdiger Zeuge. Die Kölnische Volkszeitung" besitzt den seltsamen Geschmad, damit zu renommieren, daß kein Geringerer als General v. Trotha sich in einem Briefe an einen südwestafrikanischen Missionar höchst wohlwollend über die Tätigkeit der dortigen katholischen Missionen ausgesprochen habe. Herr v. Trotha, der berüchtigte Vertreter der Rassen= Volkszeitung" ein mehr als zweifelhafter Kronzeuge für die Treff vernichtungsstrategie, sollte doch auch für die Kölnische lichkeit des katholischen Missionarswesens sein! Soll vertuscht werden? " Herr Erzberger begegnet mit seinen Kolonialenthüllungen nicht nur bei den um die Gunst der Regierung ängstlich besorgten großen Bentrumsblättern starter Reserve, sondern er wird sogar bereits von einem kleineren Zentrumsblatt in aller Form abgeschüttelt. Der „ Oberschwäbische Anzeiger" erklärt nämlich die Erzbergerschen Enthüllungen direkt für„ Iatsch" und„ lle bertreibung". Aber selbst wenn die berichteten Dinge wahr wären, so hätten sie aus amta verschiedenen Rücksichten besser vor lichen Kreisen erörtert, als vor einem Kreise von Lesern breitgeschlagen werden sollen. Nun habe ja die„ Norddeutsche Allgem. 3tg." angekündigt, daß ein strafrechtliches Einschreiten gegen den in Biberach erscheinenden Anzeiger vom Oberland" bevorstehe. Vermutlich aber tomme es gar nicht au einem folchen Prozeß, da wahrscheinlich das genannte Blatt feine Berichte nicht aufrecht erhalten könne und demgemäß gut tun werde,„ befriedigende Erklärungen" zu geben. " Wir vermuten sehr stark, daß der Oberschwäbische Anzeiger" durch diesen legteren Rat zwischen Regierungen und Herrn Erzberger vermitteln möchte. Wir halten es für ganz zweifellos, daß Herr Erzberger über ein so reiches Beweismaterial verfügen wird, daß die Das Schicksal des Schulunterhaltungsgesetzes. Der Gerichtssaal als politische Arena. Das Herrenhaus hat am Mittwoch die Beratung des Schulunterhaltungsgefeßentivurfes beendet. Gegenüber der Zu der Verurteilung der Genossin Ziet wird uns noch ge Fassung des Abgeordnetenhauses sind so viel und teilweise so schrieben: Wie in unserem früheren Bericht schon kurz angedeutet, leistete wichtige Aenderungen vorgenommen, daß es fraglich ist, ob sich der Staatsanwalt Dr. Schoen, sich den befannten Oberschließlich eine Uebereinstimmung zwischen beiden Häusern des staatsanwalt Dr. Boehme- Leipzig zum Muster nehmend, heftige Landtages erzielt wird. Das eine oder das andere Haus muß Ausfälle gegen unsere wegen Aufforderung zur Begehung einer in verschiedenen Punkten nachgeben, wenn nicht der Entwurf strafbaren Handlung und Aufreizung zu Gewalttätigfeiten an scheitern soll. Jedenfalls läßt sich etwas Bestimmtes über sein geklagte Genossin Zich. Das, was der Hamburger Staatsanwalt Schicksal noch nicht sagen. sich in diesem aus den Klaffengegensätzen geborenen Prozeß heraus Zunächst hat das Herrenhaus in nochmaliger Abstimmung genommen hat, dürfte selbst in der edlen Perle im deutschen in§ 23 die Bestimmung gestrichen, daß bei dem Verteilungs Strange", in Sachsen, noch nicht vorgekommen sein. Der Staatsanwalt nahm für sich das Vorrecht in Anspruch, die Angeklagte plan des Kreisausschusses für die Schullaften die Genehmigung straflos beleidigen zu dürfen, wogegen diese selbstverständlich macht. Regierung das angekündigte Strafverfahren nicht ohne arges Herzder Schulaufsichtsbehörde erforderlich sein soll. Obwohl die los ist.„ Bekanntlich sind die Vertreter des modernen Sozialismus, pochen einleiten dürfte. Andererseits wäre es nicht ausgeschlossen, Regierung den Beschluß für unannehmbar erklärte, beharrte wenn sie die Anklagebant betreten, vogelfrei, indem der Herr daß Herrn Erzberger von seiner Partei bereits sehr nahe gelegt das Herrenhaus auf seinem Standpunkte. Die Herren wissen, Staatsanwalt die Gelegneheit wahrnimmt, sein Mütchen an ihnen worden wäre, doch im Interesse des guten Einvernehmens zwischen warum. In den Kreisausschüssen hängt die Entscheidung und ihren Brinzipien zu fühlen," heißt es in einem zwei Tage Regierung und Zentrum der Regierung die sensationellen Enthüllungen vielfach von den Gutsherren ab, und diese wollen sich bei der vor diesem Prozeß im Hamb. Echo" erschienenen Artikel, der sich eines Prozesses wenn irgend möglich zu ersparen. Man darf Verteilung der Staatszuschüsse von der Regierung nicht hinein mit dem Beleidigungsrecht" der Staatsanwälte befaßt. Ja, jo also gespannt darauf sein, ob Herr Erzberger den ist cs! Staatsanwalt Dr. Schoen hielt der Angeklagten vor, reden lassen, weil es ihnen in erster Linie auf die Wahr sie maße sich Urteile über Dinge an, von denen sie absolut nichts ihm zugemuteten Rückzug antreten wird, um auch nehmung ihrer eigenen Interessen ankommt. verstehe. Die Angeklagte fei eine gefährliche, strupellose und un- der Regierung einen anständigen Rüdzug zu er. Eine zweite Aenderung von weittragender Bedeutung ist ehrliche Rednerin, die sich nicht scheue, zu den schlechtesten möglichen! an§ 45 vorgenommen. Hiernach können durch einen Ge- mitteln zu greifen. Wenn sie sage, das Maulheldentum müsse meindebeschluß, welcher der Genehmigung der Schulaufsichts aufhören, man müsse den Wahlrechtsräubern zum Tanze aufbehörde bedarf oder auf Anordnung der Schulaufsichtsbehörde spielen, so sei das eine Aufforderung zum llebergang zur Gewalt. uns ein Lehrer: „ Auf dem Gebiete der Schule werden hier ungeheuerliche Schultommissionen eingesetzt werden. Also, gegen den Acht Tage später am 17. Januar- sei ja auch zum Tange aufWunsch einer Gemeinde fönnte eine konfessionelle Winderheit gespielt worden, die Vorgänge am Schopenstehl feien noch in aller Mißgriffe begangen. In einem vertraulichen Schreiben Erinnerung. Viele unglückliche Familienväter seien durch diese die Einsetzung einer Schulkommission bei der Aufsichtsbehörde Seßereien, an denen die Führer der Sozialdemokratie, zu denen an die Lehrer des Bezirks Oppeln verlangt die Regierung, verlangen, und die Folge davon wäre das Hineintragen von die Angeflagie in erster Linie gehöre, schuld seien, ins Gefängnis daß solchen Kindern, die sich an polnischen Festlich Zwistigkeiten in die Gemeinden. Dazu kommt, daß in dieser und Zuchthaus gekommen. Die Angeklagte gehöre zu den Leuten, teiten durch Detlamieren polnischer Gedichte oder Bestimmung eine weitere Beschränkung des Selbstverwaltungs- die verantwortlich seien für die Ausschreitungen in ähnlicher Weise beteiligen, das zu verbieten ist. rechtes liegt. Wer das Selbstverwaltungsrecht hochhält, der am Abend des 17. Januar. Das alles sei dieser strupel. Wenn sie es irogdem wieder tun, sollen fie tegen UnDie Schule gegen die Eltern. Aus Oberschlesien schreibi gehorsams vom Lehrer be straft werden. Welche Erbitterung| deutet für die Bewohner des Neustädter Kreises, der 57 000 Ein-| pompöse Prospekte mit unerfüllbaren Versprechungen und durch muß das in den Herzen der Eltern und Kinder hervorrufen. wohner hat, eine Reise von acht Stunden auf der Bahn, wenn sie Namen bekannter Leute, die als Aufsichtsräte bei wer weiß wie Unter den Lehrern Oberschlesiens werden sich hoffentlich feine am Landgericht etwas zu tun haben. oder nur wenige bereitfinden, dies Stockmeisteramt zu übernehmen, zumal die Verordnung den gesetzlichen Rechten der Eltern widerspricht und sie dann leicht vor den Strafrichter kommen könnten. Den Lehrern selbst, die hier für das Deutschtum wirken sollen, wird durch die kleinlichsten Maßnahmen alle Begeisterung geraubt. Manche Kreisschulinspektoren behandeln die ihnen untergebenen Lehrer wie dumme Jungen. Besonders zeichnet sich in dieser Richtung Streisschulinspektor Sch. in Königshütte aus. Beschwert sich ein Lehrer, so findet er natürlich bei der Regierung keinen Schutz. Die ganze Arbeit der Schule läuft auf äußeren Drill hinaus, und wer von den Lehrern nicht mitmacht, der besteht bei den Revisionen nicht und wird dann in unerträglicher Weise geschurigelt. Die Nevisoren haben natürlich selbst in der Volksschule nie oder nur selten unterrichtet, geberden sich aber in ihren Anordnungen oft mit einer Unfehlbarkeit, der auch von seiten erfahrener Lehrer, die 20-40 Jahre mitten im Schulleben stehen, nicht widersprochen werden darf. Wagt einmal ein alter Lehrer ein Wort, so wird ihm gleich geraten, sich pensionieren zu lassen. So steht es um die Schulen Oberschlesiens und ihre Lehrer. Schilda, du mein Vaterland! vielen Gesellschaften fungieren, werden die kleinen Geldgeber angelockt und verlieren dann ihre kleinen Ersparnisse. Troelstra erflärte, daß in der Zweiten Kammer Abgeordnete sitzen, die bis zu Hausagrarier. Der größte Teil der Einwohner in dem Städtchen 12 Posten als Aufsichtsräte bekleiden! Im ganzen sind es 30 AbWasserburg bei Günzburg( Schwaben) sind Textilarbeiter, arme, geordnete, die als Aufsichtsräte„ tätig" sind, und zwar bei elende Proletarier. Vor einiger Zeit gelang es endlich, diese Ar- 112 Aktiengesellschaften. Als Troelstra mitteilte, daß ein notorischer beiter für die Organisation zu gewinnen, mit deren Hülfe eine Schwindler in der Kammer size, und daß dieser Abgeordnete gleichLohnerhöhung erkämpft worden ist. Erleichtert atmeten die Tert wohl von seinen bürgerlichen Kollegen in freundschaftlicher Weise vom Vorsitzenden wiederholt zur flaven auf, konnten sie durch die Lohnerhöhung doch einigermaßen behandelt werde, wurde er das durch die allgemeine Teuerung im Haushaltungsetat ent- Ordnung gerufen. Der Justizminister erklärte, daß er vollstandene Defizit decken. Aber schon nach 14 Tagen mußten die kommen von der Notwendigkeit gesetzlicher Maßnahmen überzeugt Armen den Hungerriemen wieder in das vorige Loch zurückstecken, sei und daß der Kammer ein Gefcbentwurf über die Angelegenheit denn sämtliche vereinigten Hausbesitzer erklärten, daß, nach- hoffentlich noch im Laufe dieses Jahres vorgelegt werden könne. dem durch die Lohnbewegung das Einkommen der Arbeiter erhöht Die Resolution Troelstras wurde ohne förmliche Abstimmung anworden sei, nun auch für diese die Möglichkeit bestände, mehr Miete genommen. zu bezahlen. Sie nahmen den Arbeitern die ganze Lohnerhöhung, teilweise sogar noch mehr für höhere Miete ab. Den armen Teufeln bleibt zur Verbesserung der eigenen Lebenshaltung kein Pfennig übrig! Diese Beutepolitik ist für die Arbeiterschaft zwar nichts ungewohntes, in solch herausfordernder Weise aber sind Arbeiter noch selten um den Erfolg eines Lohnkampfes geprellt worden. Chronik der Majestätsbeleidigungen. Ausland. Desterreich. Zur Stichwahl in Altena- Iserlohn hat die nationalliberale Partei- Vor der Straffammer des Landgerichts Duisburg hatte sich leitung bereits ihre Stichwahlparole ausgegeben selbstverständlich der Arbeiter Richard Becker aus D. Meiderich zu verantfür den Zentrumskandidaten Klocke. Das Schreiben des durch worten, weil er, wie es in dem Gerichtsberichte hieß, seine antigefallenen nationalliberalen Kandidaten Haarmann lautet: monarchische Gesinnung durch Beschimpfung des " Der 27. Juni hat für uns die Zwangslage geschaffen, bei Saisers hatte zum Ausdruck bringen wollen. Drei Monate der Stichwahl entweder dem Sozialdemokraten die Stimme zu Gefängnis erhielt Becker zudiktiert. Es kann nicht genug geben oder Wahlenthaltung zu proklamieren oder endlich für darauf hingewiesen werden, daß die Bekrittelung der Person des den Zentrumsmann einzutreten. Die erstere Möglichkeit scheidet Kaisers äußerst gefährlich ist. Zu derartigen Kritiken gehört vor für nationalliberale Männer ohne weiteres aus, aber auch gegen allen Dingen eine vollständige Beherrschung der Sprache. Man die Wahlenthaltung glaube ich mich entschieden aussprechen zu sollte deshalb die Person des Kaisers möglichst überhaupt nicht in sollen, denn trotz aller uns vom Zentrum trennenden Momente die Debatte ziehen. dürfen wir nicht vergessen, daß diese Partei doch immerhin auf dem Boden der heutigen Gefell schaftsordnung steht und daß die Gesellschaftsfreise, aus denen sie sich zusammensetzt, mit dem bürgerlichen Leben vielfach Berührungspunkte haben. Auch darf nicht außer acht gelassen werden, Kriegsminister von Pitreich hat am Montag in der österreichischen daß das Zentrum insbesondere in den letzten Jahr- Delegation eine Rede gehalten, in der er u. a. sagte:„ Wenn zehnten bei der Lösung der nationalen Aufgaben seine was der Welt zu wünschen wäre gewisse Abrüstungspläne zur Mitwirkung nicht versagt hat. Es genügt in dieser Ausführung kämen, würden die anderen Staaten lange zu tun Beziehung an den zolltarif, die Handelsverträge und haben, bis sie auf den Standpunkt kommen, auf dem wir uns heute die große Steuerreform zu erinnern, die nur durch die befinden." Mithülfe des Zentrums unter Dach und Fach gebracht werden Bei dieser Gelegenheit wies Herr v. Pitreich darauf hin, daß konnten. Die Frage, ob das Zentrum für diese wichtige Gesetze Desterreich- Ungarn ja" nur" ein Sechstel seiner Gesamtausgaben für nur unter Gewährung von Vorteilen auf anderen Gebieten zu haben Militärlasten anlege, dagegen Italien ein Viertel, Frankreich ein war, darf unsere gegenwärtige Entschließung nicht beeinflussen. Drittel und Deutschland gar die Hälfte! Hiernach erübrigt nur ein fräftiges und entschiedenes Eintreten für Also wir sehen's wieder einmal: Deutschland ist in der Welt bei allem Rückschrittlichen! den bürgerlichen Kandidaten. Jede andere Stellungnahme würde boran der Zukunft unserer Partei nur schweren Schaden bringen Frankreich. fönnen. In zwei Jahren mag dann der frische, fröhliche Kampf von neuem beginnen." Abschaffung der Todesstrafe und Sympathie für die Duma. Die nationalliberale„ Kulturkampfspartei" leistet also dem Paris, 4. Juli. Jaurès und etwa 60 andere Deputierte haben „ baterlandslosen Ultramontanismus" unbedingte Heeresfolge. Die in der Kammer einen Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe ein Freifinnige Volkspartei dürfte in den nächsten Tagen mit einer gleich gebracht. artigen Stichwahlparole folgen. Es war beabsichtigt, bei dieser Gelegenheit den Antrag zu stellen, die französische Kammer möge die Reichsduma zur Annahme des Antrages auf Abschaffung der Todesstrafe beglückwünschen. Aber diese Bemühungen, eine Kundgebung der Deputiertenkammer zu gunsten der russischen Duma herbeizuführen, haben kein Resultat er geben, weil der Minister des Aeußern, Bourgeois, eine derartige Rundgebung nicht für„ opportun" hielt! Die französische Regierung soll selber direkt Schritte unternommen haben, um der Regierung des Zaren Vorstellungen wegen der inneren Zustände Rußlands und " Leute,*) Ihr steht am Ende Eurer 14tägigen Uebung! Ihr ihrer Rückwirkung auf das Ausland zu machen, und mit Rücksicht seid mal wieder Soldat gewesen und habt militärischen Geist auf diese Schritte soll Bourgeois von jeder Kundgebung der Kammer tennen gelernt! Ich denke, daß es Euch allen eine Freude gewesen abgeraten haben! ist! Auch mir war es eine Freude, die dritte Kompagnie zu führen! Nun haben mehrere radikale Deputierte der Kammer eine Ich danke Euch allen für die gute Gesinnung, die Ihr hier gezeigt Motion unterbreitet, welche das Parlament veranlassen soll, die habt! Nun tragt auch diesen militärischen Geiſt in Eure Heimat. russische Duma zu begrüßen und die Ueberzeugung auszusprechen, Pflegt daheim die wahre Vaterlandsliebe und laßt Euch nicht verführen von den Leuten mit schlechter Gesinnung, die nicht daß sie allein in der Lage ist, den gegenwärtigen traurigen Zuständen arbeiten wollen und immer das große Wort führen. Das sind ein Ende zu bereiten. in meinen Augen große Lumpen und Schufte. Es gibt leider schon recht viele davon. Dieses Lumpenpack will Euch nur das Geld aus der Tasche ziehen und Euch ins Unglück stürzen. Bevor Sozialistenvernichtung. Vor einiger Zeit haben zu Hammerstein in Westpreußen Landwehrleute und Ersatzreservisten vierzehn Tage lang die militärischen Kenntnisse auffrischen müssen. Am Schlusse der Uebung hielten die Führer der Kompagnien ihren Leuten", die gelegentlich des Dienstes auch wohl mal als verdammte Lümmels" bezeichnet wurden, zum Abschied eine kleine Rede. Welcher Art diese waren, geht hervor aus den Abschiedsworten, die der aristokratisch- feudale Herr Semerat, Hauptmann der 3. Kompagnie, sprach: Ausgepfiffen! Amerika. Die Regierungs- Einnahmen der Vereinigten Staaten betrugen im Juni 55 367 081 Dollars, die Ausgaben 35 836 000 Dollars. Die Staatsschuld hat um 17 519 005 Dollars abgenommen, der Barbestand des Schages ist 1471 358 119 Dollars. Der panamerikanische Kongreß. Am 21. Juli wird in Rio de Janeiro( Brasilien) der pan Der letzte derartige Kongreß tagte amerikanische Kongreß eröffnet. Wirtschaftliche und politische Fragen im Jahre 1901 in Mexiko. Unter den letzteren hat schon die werden zur Erörterung kommen. sogenannte Drago- Doktrin bei den Vorverhandlungen eine Rolle gespielt. Der frühere Minister des Auswärtigen von Argentinien, Drago, ein hervorragender Jurist, der auch am Stongreß teilnehmen wird, ist der Urheber dieser Doktrin, aufgestellt im Jahre 1902, als europäische Mächte gegen Venezuela gewaltsam vorgingen. Inhalt der Drago- Doftrin bildet im wesentlichen das Prinzip, welches die Republik Argentinien anerkannt zu sehen wünscht, nämlich daß die öffentliche Schuld keine bewaffnete Intervention provozieren und noch weniger die materielle Oftupation des Bodens der amerikanischen Nationen durch eine europäische Macht herbeiführen kann. Den Es heißt darin:" Der Mißkredit, in, den die Staaten geraten, welche es unterlassen, die Rechte ihrer legitimen Gläubiger zu befriedigen, hat an sich genügend beträchtliche Schwierigkeiten zur Folge, als daß es nötig wäre, die Stalamitäten einer momentanen Zahlungsunfähigkeit noch durch fremden Angriff zu erschweren." Die Vereinigten Staaten behaupten, mit der Drago- Doktrin nicht ganz einverstanden zu sein; denn es würden ihnen dadurch neue Verpflichtungen auferlegt werden. Roosevelt hat verschiedentlich. sehr scharf betont, daß die ehrlichen Schulden" der Republiken in Süd- und Zentralamerika( die bekanntlich alle arg verschuldet find) bezahlt werden müßten. Es wurde nun der Vorschlag gemacht, daß die Frage von der zweiten Haager Friedensfonferenz geregelt werden sollte, aber das behagt einigen südamerikanischen Staaten gar nicht. Argentinien, Peru, Bolivia und Columbia wünschen die Drago- Doktrin auf dem panAndere amerikanischen Kongreß zur Anerkennung zu bringen. alt der Spiße sind füdamerikanische Staaten mit Brasilien Gegner der Doktrin; fie mißtrauen den Vereinigten Staaten und fürchten für die Sicherheit des eigenen Bestandes, wenn die Vereinigten Staaten Europa gegenüber Garantien übernehmen. Andererseits wird behauptet, daß die Drago Doktrin in Südamerika den Südihrer weiteren Ausdehnung bedeutet: amerikanern" und daß sie damit der Monroe- Doktrin entgegenwirke, die von den Vereinigten Staaten dahin ausgelegt wird, daß sie be deute„ Amerika den Nordamerikaneru!" Gegen den überwiegenden Einfluß, den die Vereinigten Staaten gewinnen, wird sich von seiten Südamerikas auf dem Kongreß viel Opposition geltend machen. Hus der Partei. = In Sachen der Forster Zwiftigkeiten hat am vergangenen Sonntag eine Sigung der Preßkommission der Märk. Volksstimme" statt gefunden, an der auch ein Mitglied des Parteivorstandes teilnahm. Unter Zustimmung der Beteiligten wurde beschlossen, den Streit so lange ruhen zu laffen, bis das von den Forster Genossen eingesetzte Schiedsgericht seinen Entscheid gefällt habe. M Zum politischen Redakteur der„ Märkischen Volksstimme" in Forst wurde Genosse Franz Klih s Breslau einstimmig gewählt. Er wird in einigen Wochen in die Redaktion eintreten. Toulon, 4. Juli.( B. H.) Das Kriegsgericht verurteilte vier Die Rheinische Zeitung", unser Kölner Bruderblatt", hat ihren wir aber voneinander gehen, wollen wir nicht unterlassen, unseres Matrofen des Torpedobootes" 250" wegen Gehorsamsverweigerung Redaktionsstab erhöht. Vom 1. d. M. ab sind vier Redakteure tätig. allergnädigsten Landesherrn zu gedenken; stimmt mit mir ein in zu drei bis sechs Monaten Gefängnis. Fünf Matrosen wurden zu Genosse Dr. Erdmann ist nach mehr als zehnjähriger Tätigkeit ausden Ruf: Seine Majestät Kaiser Wilhelm II., er lebe: Hurra! vierzehn Tagen bis zu drei Monaten verurteilt; vier erhielten acht geschieden. Die bisher von ihm hauptsächlich bearbeiteten Gebiete Hurra! Hurra!" Tage und einer vier Tage Gefängnis, während einer freigesprochen( politischer Teil, Parteiangelegenheiten, Feuilleton) gehen auf den Der Herr Hauptmann hat die Leute mit schlechter Gesinnung, wurde. Zahlreiche Matrosen und Marinesoldaten, welche bei der Genossen Meerfeld über. Deffen bisherige Arbeiten wiederum überdie nicht arbeiten wollen und immer das große Wort führen", nicht Urteilsverkündung zugegen waren, veranstalteten im Gerichtssaale nimmt Genosse Kempkens. Für den gewerkschaftlichen und den pronäher bezeichnet. Weshalb nicht? Bringt er das schreckliche Wort nicht über die Lippen, oder glaubt er so das große Problem gelöst eine Protestkundgebung, indem sie die Mitglieder des Gerichtshofes vinziellen Teil sowie für die Berichterstattung sind die Genossen Richard Schiller und Ernst Andrée neu eingesteйt. zu haben, die Leute vor den Roten zu warnen, ohne sie auf die auspfiffen. Niederlande. Roten neugierig zu machen? Von einem Attentatsplan gegen den deutschen Kaiser weiß die Köln. 3tg." zu berichten. Sie läßt sich aus Seattle( Staat Washington) in den Vereinigten Staaten von Amerika telegraphieren: Aus der Kammer. Die Zweite Kammer hat am Sonnabend ihre Sommerferien angetreten, nachdem sie sich am Tage vorher noch mit einigen sehr wichtigen Sachen beschäftigt hatte. Erledigt wurde davon allerEin Mann namens August Rosenberg, dem man anarchistische dings nur eine Angelegenheit: das Arbeitskontraktgesetz, das mit Wegen der BestimGesinnung zuschreibt, reiste am 1. Mai von Seattle nach Ham- 79 gegen 8 Stimmen angenommen wurde. burg. Um dieselbe Zeit ging der deutschen Regierung ein mungen zur Erschwerung von Arbeitseinstellungen stimmten unsere Warnungsschreiben aus Seattle zu, sie solle sich auf ein Parteigenossen geschlossen gegen das Gesetz. Von den bürgerlichen Attentat auf den deutschen Kaiser gefaßt machen und ihre Vor- Abgeordneten stimmte nur einer, der„ Christlich- historische" Ban fehrungen treffen. Die deutsche Regierung setzte den Konsal Idsinga, dagegen, vermutlich, weil ihm die Regelung der Arbeitsin Seattle in Kenntnis. Auf dessen Anregung unternahm die verhältnisse zu eingreifend erschien. Polizei gestern eine Haussuchung in dem vormals von Rosenberg bewohnten Hause. Dabei wurde eine vollständige Einrichtung zur Herstellung von Bomben und Höllenmaschinen sowie ein Vorrat bon 200 Flaschen mit Säuren und Sprengstoffen vorgefunden." Die Geschichte klingt höchst seltsam. Vielleicht stellen sich schließlich die Bomben als Konservedosen für amerikanisches Büchsenfleisch der berüchtigten Firma Armour u. Co. heraus. In Insterburg bekämpft man die Sozialdemokratie so: Nachdem es der Polizei gelungen war, der Partei und den Ges werkschaften hier jahrelang das Abhalten von Versammlungen uns möglich zu machen, hat sich nun doch vom 1. Juni ab ein Wirt gefunden, der den Sozialdemokraten sein ganzes Lokal vermietete. Die Versammlungen sind jetzt stets gut besucht, täglich wächst die Mitgliederzahl des sozialdemokratischen Vereins und der Gewerkschaften. Das ist nun den Insterburger Behörden und den liberalen Spießbürgern gewaltig in die Glieder gefahren. Es mußte etwas dagegen geschehen. Zunächst wurde der Gastwirt aus dem„ Gardeverein" aus geschlossen, und fortgesezt machten ihm Polizeibeamte eindringliche Außerdem kam eine Interpellation des Liberalen Verhey Verwarnungen. Nachbarn des Wirtes gingen an seiner Türe über die Seetüchtigkeit der Fischereifahrzeuge zur Verhandlung. Es vorbei und spuckten vor der Familie verächtlich aus! Der Polizeimangelt in dieser Hinsicht in Holland an jeglicher, das Leben der inspektor ging direkt zu den Arbeitgebern des Vorsitzenden des sozialFischer und Seeleute auch nur einigermaßen schützenden Aufsicht. demokratischen Vereins und drang so lange auf diese ein, bis jener Dem Jahraus, jahrein senden gewissenlose Unternehmer ganz seeuntüch aus zwei verschiedenen Arbeitsstellen entlassen wurde. tige, wurmzerfressene Schiffe aufs Meer hinaus, die dann oft bei Wirt, in deffen Lokal seit 25 Jahren gegen Entree und bei mit Mann und Maus untergehen, einem Festlichkeiten getanzt wurde, hat jetzt die Polizei ohne Anganz ruhiger See Sturm aber natürlich überhaupt nicht standhalten können. Der gabe von Gründen jede Tanzlustbarkeit verboten! Letzten Großherzogtum Sachsen- Weimar. Der Landtag ist am Interpellant sowohl wie andere Redner führten verschiedene Bei- Sonntag wurde eine Volksversammlung, noch bevor dieselbe Montag wieder zusammengetreten, um den Rest seiner Arbeiten zu spiele hierfür an. Der Minister Veegens erklärte, daß die Mit- eröffnet war, aufgelöst, weil Frauen im Lokale anwesend waren!! erledigen. Am Dienstag beschäftigte sich derselbe mit einer Vorteilungen der Presse über diese Unglüdsfälle und den schlimmen Bu- Nicht weniger als zehn Polizisten waren aufgeboten, die auf Befehl lage, die die seit 1879 mit Reuß j. 2. bestehende Landgerichtsstand der untergegangenen Schiffe vollständig zutreffend seien und des Polizeiinspektors nicht einmal duldeten, daß die aus dem Vergemeinschaft betrifft. Die ganze ngelegenheit mutet recht daß die vom Wurm zerfressenen Schiffe durch Annagelung von jammilungsraume Vertriebenen sich in den Restaurationsräumen aufBinnen nicht hielten. Die Erregung über alle diese Ungerechtigkeiten und Maßergöglich an. Die diplomatischen Beziehungen dieser Duodez- Planten höchst unzureichend ausgebessert würden. ländchen sind in der Frage der Landgerichtsgemeinschaft schnöde in langer Zeit hoffe er, einen Gesezentwurf zur Aufsicht über die See- regelungen ist natürlich bei der Arbeiterschaft groß. Die Arbeiter die Brüche gegangen. Außerhalb der Regierungen suchen nun die tüchtigkeit der Schiffe einbringen zu können. Auf eine Anfrage revanchieren sich dadurch, daß sie in Scharen der politischen und beteiligten Kreise die Schuld der jenseitigen Regierung zu unseres Genossen Schaper: ob man nicht auf Grund des Straf- gewerkschaftlichen Organisation beitreten. Gegen die Ungesetzlichzuschreiben. Im Landtage wurde vom weimarischen gesetzbuches gegen Mörder wie die Reeder vorgehen könnte, die auf keiten der Polizeibeamten ist selbstverständlich Beschwerde erhoben. Staatsminister betont, daß beide Regierungen bemüht ge- wurmzerfressenen, seeuntüchtigen Schiffen Menschen in den Tod wesen seien, den beiderseitigen Wünschen Rechnung zu tragen. schicken, antwortete der Minister, in ernsten Fällen sollte man es mit Wenn die Verhandlungen plöglich gescheitert seien, so einer solchen Anklage versuchen. fei augenscheinlich das das beiderseitige Staatsinteresse Nach Erledigung dieser Sache kam eine Resolution unseres Geschuld. Im Verlaufe der Verhandlung wurde von der Re- nossen Troelstra zur Verhandlung, in der Revision des Handelsgierung die Summe, an der schließlich die Verhandlungen gescheitert und des Strafgesetzbuches zweds Bekämpfung des schwindelhaften find, auf 85 Mart pro Jahr angegeben. Also, wegen Geschäftsgebarens bor Aftiengesellschaften verlangt wird. Die Zahl 85 Mark pro Jahr kommt das beiderseitige Staatsinteresse so ins der Aktiengesellschaften und die Summe ihres Kapitals ist in den Wackeln, daß eine alte, bewährte Einrichtung aufgehoben werden Jahren 1900 bis 1904 von 2924 Gesellschaften mit 952 Millionen foll. Die Regierung verlangt nämlich vom Landtag die Zustimmung Gulden Kapital auf 4092 Gesellschaften mit 1192 Millionen Gulden zu der Aufhebung der Landgerichtsgemeinschaft und Angliederung gestiegen. Aber ein Teil dieser Unternehmungen wird höchst gedes Neustädter Kreises an das Landgericht in Weimar. Das be- wissenlos verwaltet. Von einem Sachkundigen hatte Troelstra erfahren, daß bei *) Bis zum Feldwebel geht bekanntlich die Region der Reute", 85 Attiengesellschaften eine Stapitalssumme von 40 Millionen Gulden die in diesem Falle zum Teil 32 Jahre alt waren, während bei dem im Laufe von wenigen Jahren auf 10 Millionen zurückgegangen blutjüngsten Leutnant die Region der„ Herren" beginnt. ist, die 30 Millionen aber spurlos verschwunden sind. Durch aber daran Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein Preßsünder. Jm„ Volksfreund", dem Parteiorgan für die ostsächsischen Wahlkreise, war das Verhalten der Firma Preuß u. Möbius in Meißen( Meißener Schuhfabrik) einer gebührenden Kritit unterzogen worden, weil die Herren P. und M. nach einem Streit im Dezember 1905 schriftlich erklärt hatten, Arbeiter wegen ihrer Organisationszugehörigkeit nicht zu maßregeln, später aber es doch taten, indem sie organisierte Arbeiter entließen. Vor Gericht wurde festgestellt, daß die Herren Preuß und Möbius wirklich eine große Mißachtung des Koalitionsrechtes an den Tag gelegt hatten und daß die Kritik durchaus dem Vorgehen der Firma entsprach. Dennoch lautete das Urteil gegen den Genossen Gräßsch als Ver= antwortlichen auf 100 Mart Geldstrafe, weil die Kritik beleidigende Ausdrücke und garstige Säße enthalte! In Güstrow i. Meckt. wurde gegen den verantwortlichen Re- NB. Sammellisten werden von der Generalfommission| Töpfer, sind sich gemeinsam schlüssig geworden, die Arbeit bei diesem dakteur unferer ,, Mecklenburgischen Volkszeitung", Genoffen nicht ausgegeben, sondern müssen von den Gewerkschaften und Herrn nicht eher wieder aufzunehmen, als bis dort die Garantie Kühn, wegen Beleidigung des Rittergutsbesitzers v. Hauff in Sartellen selber beschafft und herausgegeben werden. für ordnungsmäßige Zustände gegeben ist. Mallin in der Berufungsinstanz vor der Straffammer verhandelt. Nachahmenswert. Die Berliner Buzzer- Sektion des Ein Herr Dr. Hinrichsen als Verteidiger des„ Edlen" machte das An die Arbeiter Berlins und der Vororte! Maurerverbandes, etwa 2600 Mitglieder stark, beschloß in Gericht nach seiner Art scharf. Kühn ist dreimal mit kleinen Geldstrafen vorbestraft. Hierzu erklärte dieser Rechtsanwalt, der An- Anschließend an obigen Aufruf machen wir bekannt, daß in der ihrer gestrigen Versammlung einstimmig, zur Unterstützung geflagte, Redafteur Sühn, müsse mit 3 Monaten Gefängnis bestraft Sigung der Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission am der ausgesperrten Lithographen und Buchbinder werden, da Personen, die dreimal wegen Diebstahls vorbestraft 2. Juli einstimmig beschlossen wurde, die Buchbinder zu unter- fofort je 1000 M. an die Gewerkschaftskommission feien, ebenfalls nicht niedriger bestraft würden!! abzuführen und stützen. für den Bedarfsfall weitere 10 000 M. aus dem Lokalfonds zur Verfügung zu stellen. Es kommen zwei Artikel in Frage. In der Urteilsbegründung heißt es bezüglich des ersten Artikels, daß die Behauptung, die Schule würde von dem Baron„ mißhandelt", nicht erwiesen wäre. Die Berufung des Angeklagten wird deshalb verworfen, die des Klägers teilweise anerkannt. Für den Einsturz" der Decke ist nach Ansicht des Gerichts die Wahrheit nicht erbracht. Angeklagter habe das Bewußtsein der Beleidigung gehabt, und es kommen straferschwerend seine Vorstrafen in Betracht. Es bleibt bei 50 Mark Geldstrafe. Im zweiten Artikel handele es sich um eine sehr berlegende Beleidigung". Von einem„ Elend" bei den Gutsarbeitern in Mallin könne keine Rede sein. Freilich ist nach Ansicht des Gerichts die Lieferung der Feuerung an die Gutsleute knapp bemessen gewesen, doch ist den Arbeitern Holz und Kohlen( Brifetts) nach Bedarf nachgeliefert worden. Weiter hatte nun freilich die " Bolkszeitung" nichts berichtet, auch haben in Mallin die Arbeiter noch nie Briketts erhalten, sondern erst nach dem der Artikel erschienen war! Der Angeklagte habe frivol gehandelt, deshalb sei eine Gefängnisstrafe von einem Monat( das doppelte des ersten Urteils) am Blaze. In Mecklenburg wundert man sich ja über nichts mehr, hatte doch der Vorderrichter sogar straferschwerend bezeichnet das Erscheinen der Artikel am Sonntag! Ehe die Gutsleute zum Schöffentermin als Zeugen abmarschierten( der Baron tam bier spännig angefahren), waren sie alle auf das Schloß bestellt worden, wo der Rechtsanwalt Sauerwein- Neubrandenburg eine Rede hielt. Was da gesagt wurde wußte in der Verhandlung fein einziger der geplagten Zeugen und Zeuginnen. Das Abhängigkeitsverhältnis der Gutsarbeiter von den mecklenburgischen Junkern ist himmelschreiend. Gewerkschaftliches. Es werden zu diesem Zweck von uns Sammellisten herausgegeben. Dieselben sind zu haben von 11 bis 1 Uhr und von 6 bis 8 Uhr nachmittags in unserem Bureau. Alle Gelder sind zu senden an A. Körsten, Engel- Ufer 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Soldaten als Streitbrecher! Die Friseurgehülfen in Köpenick befinden sich in der Lohnbewegung. Die neuen Forderungen wurden in einer außerordentlichen Generalversammlung am 3. Juli aufgestellt. Liere= Berlin führte aus, daß die Arbeitgeber ihre im vorigen Jahre gegebene Bewilligung zurückgezogen haben, wahrscheinlich in der Erwartung, daß die Gehülfen die Beseitigung des Logis fordern werden; sonst hätte die Zurückziehung der Bewilligung gar keine Die Glasermeister in der Klemme. greifbare Unterlage. Sollten die Arbeitgeber aber die Forderungen Recht unangenehm enttäuscht sind die Herren Oberzünftler der abzulehnen gedenken, so werden die Gehülfen einig in den Streif Berliner Glaserinnung und mit ihnen die gläsernen Kühne- treten und durch fliegende Barbierstuben resp. durch Grünmänner" des Arbeitgeberverbandes, weil die Aussperrung den dung von Genossenschaftsgeschäften die Beseitigung des Logis beim erwarteten Umfang nicht angenommen hat. Noch Arbeitgeber erkämpfen müssen. In der lebhaft geführten Disnicht einmal die Hälfte der Glasergehülfen ist von der fussion traten alle Redner warm für die Beseitigung des Logis ein. Meisterschaft ausgesperrt worden, während die Herren Röhlich, Beschlossen wurde, in eine Lohnbewegung einzutreten und den Jost, Salomonis und Konsorten doch befahlen", samt- Unternehmern die Forderungen zu unterbreiten, die seinerzeit auch Tiche organisierten Glaser aufs Pflaster zu sehen. Die Herren den Berliner Meistern vorgelegt worden sind. Aussperrer fönnen nun zusehen, wie die nicht aussperrenden Meister einen erheblichen Teil der von diesen liegen gelassenen Arbeit fertigstellen. Bei dieser fatalen Sachlage versuchen die Herren nun, mit allen Mitteln der Beeinflussung ihre werten Kollegen" zur Solidarität" aufzumuntern. Der gläserne ArbeitSeit mehreren Wochen befinden sich in Duisburg die Die geberverband hat ein Rundschreiben nebst Fragebogen an die Holzträger in dem großen Hafengebiete im Ausstande. übrige Meisterschaft gesandt, in welchem sehr wehmütig darüber Situation für die Streifenden ist sehr günstig. Mehrere namhafte geklagt wird, daß noch so viele Arbeitgeber sich nicht an der Aus- Firmen haben bewilligt. Je länger der Ausstand anhält, desto sperrung beteiligt haben. Sehr dringend wird dann gebeten, diese nervöser wird das Unternehmertum, da von den Ausständigen möchten ihre Leute doch ebenfalls entlassen. Wer es inzwischen nicht ein einziger wankelmütig wird. Nun ist es zwar den noch nicht getan haben sollte, der wird zu der am Donnerstag statt- Streitbrecheragenten schon einige Male gelungen, einen größeren findenden Arbeitgeberversammlung eingeladen, wo ihm wahrscheinlich Belehrung darüber werden soll, daß es eine Ehrenpflicht Trupp Italiener in das Hafengebiet zu bugfieren, aber wenn für jeden Arbeitgeber ist, den Tarif zu brechen. Viel nüßen wird nicht sofort, dann regelmäßig nach wenigen Tagen die Italiener diese Einladung wohl gerade nicht, denn besonders die kleineren gehen zu den Streifenden Firmeninhaber sehen ein, daß sie, wie immer, so auch bei diesem über. So auch am Montag wieder ein Trupp von An die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands! ,, Geschäft" von den großen über den Löffel barbiert 20 Mann. Die Verbrüderung der Streikenden mit den werden. Einige Zuſchriften von Kleinfirmen an die Streit beschwindelten Italienern geschah in einer so oftentativ herzSeit dem 1. Mai d. J. befinden sich die organisierten Buch- leitung zeigen recht offensichtlich, wie durchaus richtig man in den lichen Weise, daß das Publikum in lauten Beifall ausbrach. Die binder in einem hartnädigen Kampfe. Die Tatsache, daß die Kreisen der kleineren und mittleren Arbeitgeber die Situation ut des Unternehmertums ist daher bis zur Siedehize angefacht. Berliner Arbeiterschaft dieses Berufes den 1. Mai durch beurteilt und gleichzeitig erkennt, welche enormen Interessen- Wut des Unternehmertums ist daher bis zur Siedehize angefacht. Arbeitsruhe gefeiert hat, hat das organisierte Unternehmertum gegensätze zwischen einem Kleinmeister und einem Großunternehmer benußt, um erstens die Arbeiter auszusperren und zu erklären, bestehen. In den erwähnten Zuschriften wird zunächst darauf hindaß dieselben Tarifbruch begangen hätten, und zum anderen gewiesen, wie der Aussperrungsbeschluß zustande gekommen ist. Natürlich auf Veranlassung der Oberzünstler und einiger Großzum Vorwand genommen, um die vom Verbande der Buch- unternehmer, denen der Machtkitel zu Kopfe gestiegen ist. Die in binder eingeleiteten Verhandlungen zum Abschlusse eines neuen der beschlußfassenden Versammlung anwesenden Mittel- und KleinZarifes geradezu illusorisch beziv. den Versuch; zu machen, der meister wagten nicht zu opponieren, weil viele von ihnen wirtSoll das eine Provokation der Arbeiter oder Arbeiterschaft des Buchbindergewerbes einen Tarif aufzuschaftlich von den Großen abhängig sind. Sie können vielfach nicht drängen, den diese absolut nicht annehmen kann. Die organi- die erforderlichen Materialien direkt beziehen, sondern sind auf ihre ein Schreckschuß sein? Oder sollen die Soldaten fierten Unternehmer verlangen nicht mehr und nicht weniger, reicheren Kollegen angewiesen, von denen sie nicht selten noch auf wirklich als Lohndrücker Verwendung finden? Ganz gleich, welcher Grund für die Heranziehung der Soldaten als daß die Arbeiterschaft des Buchbindergewerbes den bis- Pump" nehmen müssen. herigen Tarif auf weitere fünf Jahre ohne die geringfügigste hauptung der Aussperrer, daß sie zu ihrer Maßregel gedrängt diese Art militärischer" Tätigkeit. In eigenartiger Beleuchtung zeigt sich jetzt auch die Be- maßgebend gewesen ist wir protestieren energisch gegen Sende man doch die jungen Verbesserung anerkennen soll! werden seien, weil zur besseren Durchsetzung der neuen Tarif- Leute ganz heim, wenn die Dienstzeit eine zu lange ist; aber ferderungen angeblich so biele unverheiratete Gesellen von der Organisationsleitung schon beizeiten nach auswärts abgeschoben treibe man keinen Mißbrauch mit der militärischen Dienstpflicht. feien. Festgestellt ist nun, daß bis jetzt erst 81 Unverheiratete ab- Daß den maßgebenden Stellen Gelegenheit gegeben wird, über die gereist sind, davon nur rund 20 vor der Aussperrung. Verwendung der Soldaten im Kampfe der Unternehmer gegen die Aus dieser Feststellung ergibt sich zur Evidenz, daß die Unter- Arbeiter Rede und Antwort zu stehen, dafür wird gesorgt werden. nehmer die Abreise jener paar Unverheirateten lediglich als schlechten Vorwand für den schnöden Tarifbruch vorgeschoben haben, um die Organisation der Glaser durch die gegenwärtige Aussperrung an der energischen Durchsehung der neuen Tarifforderungen zum 1. August zu hindern. Nun, die Herren dürften sich verrechnet haben. Mit der Aussperrung schneiden sie sich mehr in das eigene Fleisch, als in das der Gesellen. Der Kampf hat dann weitere Dimensionen angenommen, indem auch in Leipzig und Stuttgart die Arbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt wurden, zum Teil, weil dieselben sich weigerten, Streitarbeiten zu verrichten. Die Zahl der Ausgesperrten beläuft sich auf zirka 3600. Der Kampf hat aber inzwischen noch eine weitere Verschärfung erfahren, indem die Scharfmacher in der Unternehmerorganisation eine Parole ausgegeben haben, die auf nichts geringeres als die vollständige Vernichtung des Buch binderverbandes hinauskommt. Der Vorstand des Buchbindereibesizer- Verbandes hat rund heraus erklärt: „ Wir erkennen den Buchbinderverband nicht mehr an. Unsere Mitglieder geben Mitgliedern Ihres( des Buchbinder-) Berbandes keine Stellung in ihren Betrieben." Jetzt scheint man nur den legten Trumpf ausspielen zu wollen. Am Dienstag fam nämlich ein Trupp Soldaten(!) von dem in Wesel garnisonierenden Infanterie- Regiment Nr. 56 dem Unternehmertum zu Hülfe. Die Firma Lohbeck u. Co. war die glückliche, die es fertig gebracht hatte, unter polizeilicher Begleitung( 1) Soldaten heranzuziehen! Eine nene Aussperrung. versammlung des Arbeitgeberverbandes im Baugewerbe für MittelNürnberg, 4. Juli. In einer gestern abend abgehaltenen Vollfranken wurde beschlossen, sämtliche organisierten Maurer und Stein hauer, Bau- und Hülfsarbeiter in Nürnberg und Fürth auszusperren Von der Sperre werden ungefähr 4000 Arbeiter betroffen. Husland. Zwei größere Betriebe, und zwar Schmidt, Libauerstraße, und Rubinsti, Invalidenstraße, haben die Aussperrung zurüdgenommen. Diese Firmen fühlen sich nicht beranlaßt, den Tarifbruch der Scharfmacher noch weiter mitzumachen. Bei Schulze Die Budapester Gasarbeiter haben einen Erfolg erzielt. Gie u. Jo st. Prinzenstraße, haben die dem Zentralverband der Glaser erzwangen die Versetzung von drei christlichsozialen Wertführern, die angehörenden Messingglaser gleichfalls die Arbeit niedergelegt. Eine sich bei der Arbeiterschaft mißliebig gemacht haben. Beschäftigten hat gestern abend bereits erwogen, ob nicht alle in Konferenz von Vertretern anderer Berufsverbände der in Glasereien Die Direktion des Verdiésschen Stahlwalzwerkes in Firminh Betracht kommenden Arbeiter der tarifbrüchigen Firmen sich mit( Dep. Loire), bei dem sich 3000 Arbeiter ini Ausstande befinden, hat den Ausgesperrten solidarisch erklären. Wahrscheinlich wird ein die Vermittelung des Friedensrichters abgelehnt. Die Ausständigen derartiger Beschluß von den Mitarbeitern der Glaser gefaßt werden. sind entschlossen, bei ihren Forderungen zu beharren. Eingegangene Druckschriften. Damit hat nun die Unternehmerorganisation ihren höchsten, zugleich aber auch ihren letzten Trumpf ausgespielt. Denn nur etliche Wochen noch und die Saison im Buchbindergewerbe beginnt wieder, und damit tritt dann auch die Zeit ein, wo die organisierten Arbeiter ihren Forderungen und vor allem ihrem Widerstande erhöhten Nachdruck zu geben vermögen. Bis dahin muß aber der Verband der Buchbinder den Kampf führen können, wenn nicht die Absichten der Scharfmacher, wenigstens auf wirtschaftlichem Gebiete, sich verwirkDie Berliner Brauereiarbeiter beabsichtigen in eine Bewegung lichen sollen. Daß es denselben gelingt, die Buchbinder- einzutreten, da unter den jezigen Teuerungsverhältnissen der organisation selbst im Falle einer wirtschaftlichen Niederlage Lohn von 32 M. nur notdürftig ausreicht, eine Familie zu ernähren niederzuringen, ist ja selbstverständlich ausgeschlossen. und überdies seit 15 Jahren nur eine geringfügige Aufbesserung der Um den Kampf nun aber zu Ende führen zu können, Löhne eingetreten ist. Eine Versammlung der Sektion I des bedürfen die organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen des Brauereiarbeiter- Verbandes beschloß einstimmig, den jetzt gültigen, Buchbindergewerbes und die letzteren kommen ja in ganz am Schlusse des Jahres ablaufenden Tarif ordnungsmäßig zu beträchtlicher Anzahl in Frage- der Unterstützung der fündigen und neue Forderungen zu stellen. Beschlossen wurde eine organisierten Arbeiterschaft. Bis jetzt hat der Verband die neunstündige Arbeitszeit bei Tage, eine achtstündige bei Nacht, für Darrheizer ebenfalls eine achtstündige zu fordern. Bei Ueberstundenfür den Kampf erforderlichen namhaften Mittel aus eigener arbeit vor und nach der regulären Arbeitszeit von länger als einer Herausgeber Heilborn in Stuttgart. Bierteljährlich sechs Hefte. Preis Straft aufgebracht da aber, wie schon gesagt, der Kampf Stunde ist eine Bause von mindestens 20 Minuten und an den vierteljährlich 1,75 M. Berlag Greiner u. Pfeiffer, Stuttgart. noch mehrere Wochen, eventuell bis in den August hinein, Tagen vor den großen Festen eine Stunde früher FeierUeberzeugung, von A. Sinram. Breis 1 M. Selbstverlag des Verfassers. Ein Vorwort zum Werke„ Die Welt der höheren Erkenntnis und der Drud J. A. L. Bauer it. Söhne, Hamburg. Louis Wolff. Jenseits von Nietzsche und Hornefser.( Warum bleiben wir in der Landeskirche.) 15 Seiten. Preis 40 Pf. Verlag Karl Victor ( G. Klaunings Hosbuchhandlung) Kassel. 8. Jahresbericht des städtischen Arbeitsnachweises Charlottenburg über das Geschäftsjahr 1905-1906. 20 Seiten. Selbstverlag. " Der süddeutsche Möbel- und Bauschreiner". Fachblatt, Heft 12. durchgeführt werden muß, so appelliert die organisierte abend ohne Lohnabzug zu gewähren. Die Arbeitszeit be Letzte Nachrichten und Depeschen. schreiben. Spionageprozeß. Arbeiterschaft des Buchbindergewerbes an das allgemeine ginnt frühestens bei Tag und bei Nacht um 7 Uhr. Solidaritätsgefühl, wie diese auch ihrerseits stets die Pflichten Der Minimallohn foll für alle int inneren Betriebe Der Täter der abgehackten Hand unauffindbar. der Solidarität erfüllt hat, wenn es galt, anderen im Kampfe beschäftigten, gelernten und ungelernten Arbeiter 36 M. wöchentlich Breslau, 4. Juli. betragen. Ueberstunden sind wochentags mit 80 Pf., Sonntags mit ( Privatdepesche.) Die Staatsstehenden Arbeitern zu helfen. Aus diesen Gründen sieht sich die Generalfommission vér- 90 Pf. und für Arbeit an den hohen Festtagen mit 1 M. zu ver- anwaltschaft in Breslau hat heute dem Justizrat Mamroth anlaßt, gemäß den Beschlüssen des Kölner Gewerkschafts- güten. Bei Kündigung ist die gefeßliche 14 tägige Kündigungsfrist den Bescheid zugehen lassen, die Nachforschungen nach dem maßgebend. Urlaub ist zu gewähren nach einjähriger Tätigkeit Täter der abgehauenen Hand feien erfolglos geblieben. Wie tongresses eine allgemeine Sammlung zugunsten der im Kampfe 2 Tage, nach dreijähriger 4 Tage und nach fünfjähriger 1 Woche fommt es, daß es in Preußen der Justizbehörde unmöglich stehenden Arbeiterschaft des Buchbindergewerbes auszu- unter Fortzahlung des Lohnes. Der erste Mai ist als Feiertag freiist, wirkliche Verbrecher aufzufinden? zugeben. Tarifdauer: 2 Jahre. Kündigungsfrist: 3 Monate. An die Gewerkschaftsvorstände und Gewerkschaftskartelle Von der Sektion II, deren Tarif gleichfalls mit einer 6monatrichten wir das Ersuchen, auch für diese Sammlung sofort die lichen Kündigung am Schlusse dieses Jahres abläuft, sind auch neue Leipzig, 4. Juli.( W. T. B.) In dem Spionageprozeß gegen Arbeiterschaft Deutschlands erwarten wir, daß sie die hart um Settion II Verhandlungen anzubahnen, um einen gleichmäßigen Lohn den Maschinenbauschüler Dolfen aus Essen wurde dieser von dem nötigen Vorkehrungen zu treffen. Und von der organisierten Forderungen gestellt. Die Verſaramlung beschließt daher mit der ihre vitalſten Rechte und Interessen ringenden Arbeiter und mit den Arbeitern im inneren Betriebe herbeizuführen. bereinigten zweiten und dritten Straffenat des Reichsgerichts wegen Arbeiterinnen des Buchbindergewerbes in der genügenden Achtung, Kleber und Bauarbeiter! Wegen Tarifbruchs find versuchten Berrats militärischer Geheimnisse zu drei Jahren ZuchtStellung unter Polizeifolgende Bauten gesperrt: Kamerunerstr. 12, Ede Togostraße, Unter- haus, fünf Jahren Ehrverlust und aufsicht verurteilt. Er hatte einen Fragebogen einer ausDie Unterstützungsbeträge sind gemäß den in Köln ge- nehmer Mattern; Rigdorf, Neue Jonassir. 33, Unternehmer wärtigen Regierung beantwortet und von einem Dreher bei troffenen Bestimmungen nicht an die im Kampfe befindliche wir ersuchen die Bauarbeiter, die dort arbeitenden Kleber auf ihre Stelle dieser jedoch Zeichnungen von Schiffsgeschützen erhalten, Grund; Nigdorf, Johann Hußstr. 2, Unternehmer Pa utal. Krupp Zeichnungen über Rohrrücklaufgeschüße verlangt, an Drganisation, sondern an die Generalkommission zu senden, die nicht geheim gehalten zu werden brauchten. Der Angeklagte wurde freigesprochen soweit es sich um Pulver handelte, da man nicht gewohnt ist, dieses geheimzuhalten, Strafverfchärfend bei dem Urteil wirkte die Hartnäckigkeit, mit der der Angeklagte vor gegangen war. Weise unterstützt. und bitten wir für die Sendung folgende Adresse zu benutzen: Pflichten aufmerksam zu machen. Die Polstermöbelfabrik von Lindemann, Grüner Weg 119, H. Kube, Engel- Ufer 15, Berlin SO. 16. Ueber die eingehenden Beträge wird im Correspondenzblatt" quittiert. Besondere Quittungen werden den Einsendern nicht zugestellt. Mit Gruß Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legien. Berlin, 2. Juli 1906. ist für Tapezierer gesperrt. Vor Zuzug wird gewarnt. Die Achtzehner- Kommiffion. Der Zar rüftet ab! Die Töpfer haben vor einigen Tagen bei dem Töpfermeister engler, Stephanstr. 25, die Arbeit niedergelegt. Ursache dazu gab ihnen die schlechte Behandlung seitens des Herrn Arbeitgebers, sowie die sehr mangelhaften Werkzeuge, die er Petersburg, 4. Juli.( B. H.) Wie berichtet wird, hat der Zar lieferte. Von der Innung ist gegen die Arbeitsniederlegung bisher vor der versammelten Mannschaft des Preobraschensti Regiments keinerlei Einspruch erhoben worden, ein Beweis, wie der Meister die Uniform dieses Regiments zerrissen. Wengler von seinen eigenen Kollegen eingeschätzt wird. Beide Organisationen, der Zentralverband wie auch der Verein Berliner Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u, Unterhaltungsblatt Nr. 153. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteivorstand und Massenstreik. Ueber die Stellung des Parteivorstandes zur Frage des Massen ftreits geben wir nachfolgend die vorliegenden weiteren Aeußerungen der Parteipreffe in ihren wesentlichsten Teilen wieder. der Frankfurter, Volksstimme": = Der internationale Transportarbeiter- Kongreß zu lassen. Brodeschy, in Mailand. einen Tattit im sozialen Kampfe, der Streit, Boykott und die Der erste Punkt der Tagesordnung behandelt die Frage der Obstruktion, mit besonderer Rücksicht auf die Betätigung internationaler Solidarität. Organisationen seines Landes wären noch nicht in der Lage, offene Der österreichische Delegierte erklärt, die Kämpfe zu führen und gar völlig außerstande, den Bewegungen anderer Länder Unterstützung zu gewähren. Er bittet daher, die von den Italienern vorgelegte Resolution über die internationale Aktion nicht zu diskutieren. Nach kurzer Diskussion beschließt der Kongreß, diese Frage an einem anderen Punkt der Tagesordnung zu verhandeln. Donnerstag, 5. Juli 1906. 3 weiter Verhandlungstag. Die Verhandlungen beginnen mit der Erörterung des Berichts über die Lohnbewegungen. Dazu haben Leipzig, Nürnberg, Heidelberg und einige andere Orte Anträge auf Erlaß von aus Streits Rom, 2. Juli. herrührenden Schulden bei der Hauptverwaltung gestellt. Als erster Bom 25. bis 29. Juni hat in Mailand der internationale Diskussionsredner nimmt Rößler- Leipzig das Wort, der ein„ Eine sachliche Erklärung für die Mißverständnisse scheint uns in Rongreß der Transportarbeiter getagt, der von den Organisationen gehend die Verhältnisse beim Leipziger Streit schildert und dafür den Bedenken zu liegen, die noch auf beiden Seiten dagegen bestehen, Europas beschickt worden war. Deutschland war der Eisenbahner, Hafenarbeiter und Seeleute der meisten Staaten plädiert, ihnen 842 Mark, die sie noch der Hauptverwaltung aus offen und dauernd wie in Desterreich, Holland, Bericht unseres Bruderorgans Avanti" durch sechs Delegierte dafür ein, daß überall, wo es geht, gute Tarife abgeschlossen werden. wir folgen dem dem Streit schulden, gutzuschreiben. Adler- Halle a. S. tritt Belgien und Skandinavien zusammenzuarbeiten. Bei der Parteileitung spricht hier wohl noch die alte, gegenüber vertreten, Frankreich, England, Desterreich durch je zivei. Schweden, Die Befürchtungen Beckers, daß Tarifabschlüsse lähmend auf die Entwickelung der Gewerkschaften aber nicht mehr Holland, Spanien und Argentinien hatten je Ver- Arbeiterbewegung wirken, teile er nicht. Selbstredend muß bei Abhaltbare Ansicht mit, treter gesandt. daß die geistige und Die italienischen Eisenbahner waren durch vier, schluß von Tarifen mit Vorsicht vorgegangen werden; es ist nicht politische Oberleitung der deutschen Arbeiter die Hafenarbeiter durch zwei Delegierte vertreten. Die Eisenbahner notwendig, daß überall gleich die Forderung der Abschaffung der bewegung der Partei allein gehöre. Wir treten seit erfolgreiche Arbeiten wünschten und mitteilten, daß ihre Organisation, schaden, wie nüßen. Reese- Hannover ist der Meinung, daß es Ungarns hatten ein Telegramm gesandt, in dem sie dem Kongreß Affordarbeit aufgestellt wird. Eine solche Forderung kann mehr langem mit gutem Grund für eine aus beiden Teilen zu- am Vorabend eines großen Kampfes stehend, nicht in der Lage ist, ganz auf die örtlichen Verhältnisse ankommt, ob ein Tarif ab= fammengesetzte Leitungsstelle ein, und auch Kautsky hat dies in diesen Kongreß zu beschiden. Jena, leider unter dem Hohn der Berliner, getan. geschlossen wird oder nicht. Mehr Wert ist auf die Art der Ab= Andererseits haben die Gewerkschaftsführer selbst noch zu große Föderation Hermann Jochade aus Hamburg eröffnet, der der Akkordarbeit zum Beispiel kann nicht überall durchgeführt Der Kongreß wird von dem Sekretär der internationalen fassung der Tarife zu legen. Die Forderung der Abschaffung polizeigesetzliche Bedenken, die es ihnen möglich machen, dem unserer in furzer Rebe auf die Notwendigkeit hinweist, die Organisation der werden. Natürlich darf der Affordarbeit nicht Vorschub geleistet Ansicht nach unhaltbaren Sage zuzustimmen, daß die Ge- Transportarbeiter zu stärken und zu festigen. Der Kongreß beschließt werden. Wagner- Nürnberg begründet die Ursache des Defizits werkschaften fich offiziell nicht am Massenstreit zu beteiligen darauf, von 8 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags zu arbeiten, um des Nürnberger Vereins und plädiert dafür, ihm die Schuldsumme hätten". Das ist eine Taktik aus der Zeit des Sozialisten- den Delegierten Zeit zum Besuche der Stadt und der Ausstellung zu streichen. Daß wir in die mißliche Situation gekommen, liegt gesetzes und der Puttkamerei, die heute nach Aufhören des Verbindungsverbotes zur Größe und Bedeutung beider Zweige der Bureau In das werden gewählt der Böhme nicht an uns, sondern an der Opposition, die sich bei uns geltend deutschen Arbeiterbewegung nicht mehr paßt. Ohne die rastlose Be- 3ampiga( Verband der Seeleute) als Präsidenten, die Deutschen Arbeitgeber in der letzten Zeit eine neue, schärfere Taktik befolgen. die Italiener Branconi( Eisenbahner) und gemacht hat. Wels- Berlin pflichtet Becker bei, daß die Berliner teiligung der Gewerkschaften sind weder ein Massenstreit, noch sonst och ade und Himpel als Sekretäre. drei Viertel der Parteiarbeit möglich, und deshalb müssen die Ge- Rygier fungiert als Uebersetzerin. Die Genossin Marie Sie beeinflussen auch die Unternehmer in den Provinzen. Insofern werkschaften nicht bloß gelegentlich gefragt werden, sondern müssen ist es notwendig, auf der Hut zu sein. Was den Abschluß von die Spitzen beider Zweige ständig zusammenraten und taten, wie es auf die Verkürzung der Arbeitszeit hingewirft werden. Tarifen betrifft, so sollte weniger auf Erhöhung von Löhnen, als am Land und bei den örtlichen Organisationen längst geschieht Berlin vielleicht ausgenommen Die Erhöhung der Löhne kommt dann schon von selbst. Im übrigen und auch immer mehr geschehen soll. Die Partei mache die Gewerkschaftsführer auch für unsere gemein wäre, wenn man eine gleiche Taktik beobachtet hätte, wie die Berist er der Meinung, daß der Leipziger Streif gewonnen worden famen politischen Aktionen mitverantwortlich; wenn sie immer noch liner bei ihrem Streit. Gasch- Frankfurt meint, daß die AbQuertreibereien von ihnen fürchtet, so ist diesen durch die ständige schließung von Tarifen heute eine Notwendigkeit ist. Dabei muß Zuziehung am gründlichsten vorgebeugt." ( Anmerkung der Redaktion des„ Vorwärts": Die man allerdings unterscheiden zwischen Einzelabmachungen und Tarifabschlüssen mit Unternehmerorganisationen. In Nürnberg Bemerkung der Frankfurter„ Volksstimme", Kautsky habe in 3. B. kann von Tarifabschlüssen nicht geredet werden; dort bestehen Jena den Vorschlag gemacht, den Parteivorstand durch Vertreter nur Einzelabmachungen. Die Lohnbewegungen zeigen auch, daß der Gewerkschaften zu ergänzen, ist unrichtig. Kautsky hat wohl Der Bericht des internationalen Komitees nach Streits nicht mehr wie früher eine Mitgliederflucht eintritt, in der„ Neuen Zeit" eine ähnliche Anregung gegeben, in Jena wird vom Sekretär Jochade gegeben, der erklärt, daß die sondern die Mitglieder bleiben bei den Organisationen. Das führe aber weder einen derartigen Vorschlag gemacht, noch überhaupt das Abwesenheit norwegischer und dänischer Delegierten nicht ich auf den Abschluß von Tarifen zurück. Den Nürnbergern bitte Bort ergriffen. Die Behauptung, Stautskys angeblicher Vorschlag als Schwäche der Transportarbeiterorganisationen dieser Länder ich ihre Schuld beim Hauptvorstand niederzuschlagen, damit dort habe in Jena den„ Hohn der Berliner" hervorgerufen, ist danach völlig aus der Luft gegriffen.) zu deuten sei; auch in Norwegen und Dänemark bestünden geordnete Verhältnisse eintreten. Splied t- Hamburg sagt, die Düsseldorfer, Volkszeitung": bereits tüchtige Organisationen, denen aber zurzeit noch die Taktik der Unternehmer nötigt uns, auch unsererseits eine andere, „ Mit der Erwiderung des Parteivorstandes ist die Angelegenheit Jochade entschuldigt weiter das Fehlen des Vertreters der englischen all starke Organisationen bestehen. Tarife abzuschließen hat nur Mit der Erwiderung des Parteivorstandes ist die Angelegenheit finanziellen Wittel fehlten, um internationale Stongresse zu beschicken. vorsichtigere Tattit anzuwenden. Vorbedingung dazu ist, daß überfachlich geklärt. Man mag es bedauern, daß der Parteivorstand Hafenarbeiter, Wilson, den die parlamentarischen Arbeiten in London Wert, wenn sie auch gehalten werden, sonst sind sie zwecklos. Benicht früher Ginsicht in das fragwürdige Protokoll genommen und zurückhalten. Referent legt dar, daß das internationale Organ des züglich der Bestreitung der Kosten bei Streiks muß eine Aenderung gegen seine Fassung Einspruch erhoben hat, bei der erdrückenden Verbandes, das in drei Sprachen geschriebene& orrespondenz eintreten; es darf nicht mehr so blind, wie in Nürnberg, gewirtArbeitsüberlastung der einzelnen Genossen im Parteivorstande ist es blatt, befriedigende Resultate ergäbe, es aber wünschenswert schaftet werden, wo ein zweitägiger Streit über 700 Mart gekostet menschlich begreiflich. Jedenfalls iſt wider den Parteivorſtand ſeiner wäre, auch Artikel in italienischer, spanischer und dänischer Sprache hat. So wie in Nürnberg ging es in Heidelberg, wo man ebenfalls fachlichen Stellungnahme wegen ein Vorwurf nicht erhoben. Das einseitige Protokoll der Generalkommission hat nur insofern Be- 3 bringen. Ueber die Kassenlage wird berichtet, daß ein leberschuß auf Kosten der Hauptkasse ins Blaue hinein wirtschaftete. Gute= von 2495 W. besteht, troß der reichlich gewährten Streitunter- tunst- Darmstadt schildert die Verhältnisse in Darmstadt und deutung, als es Rückschlüsse auf die Auffassung stigungen. Die Zahl der Mitglieder des internationalen Verbandes bittet, auch seinem Verein eine kleine Schuld aus einem Streif Engel- Dresden redet dem Abschluß von diese Rückschlüsse auch nicht besonders erfreulich, so nehmen wir die beläuft sich auf 210 000 Eisenbahner, 85000 Hafenarbeiter und niederzuschlagen. Tarifen das Wort, wobei nicht immer allzu hohe Forderungen geStellungnahme der Generalfommission andererseits nicht tragisch. Dauern die Provokationen unserer Scharfmacher mation gutgeheißen. Der Bericht des internationalen Sekretärs wird durch Afkla- stellt werden sollten. Wir Dresdener nehmen, was wir friegen; wenn's fein Groschen Zulage ist, nehmen wir einen Fünfer. Bei an, so tommt der politische Massenstreit unabwendbar Tarifabschlüssen sollte immer vorher die Situation genau geprüft auch in Preußen. Daran wird die verschwindende Minorität von noch nicht einem Dußend Genossen, die werden. jeweilig die Generalkommission bilden, nichts ändern. Nicht die Generalkommission hat in der Frage des Massenstreits das letzte Wort, sondern die organisierte arbeiters afterbit, bahner angenommen; für die übrigen Stategorien übleibt und wie deren Votum im gegebenen Falle lautet, darüber hegen wir nach dem Jenaer Parteitag nicht den geringsten Zweifel." Dortmunder Arbeiter Zeitung": jener 4000 Seeleute. = Es entsteht darauf eine lange, auch die ersten Stunden des zweiten Tages in Anspruch nehmende Diskussion über die Er höhung des Verbandsbeitrages, die von den Deutschen Es sprachen noch zu der Sache Pietsch Beuthen, Lippolda borgeschlagen, von den Italienern und Franzosen bekämpft wird. Dresden, Neue- Leipzig, Friedmeyer- Hamburg, die alle Schließlich wird die Erhöhung von 32 auf 4 Pf. für die Eisen- örtliche Verhältnisse erörtern und dabei zum Ausdruck bringen, daß es bei Tarifabschlüssen in der Hauptsache auf Verkürzung der Arbeitsbei der bisherigen Quote von 6 Pf. Für die Erhöhung des zeit und damit in Verbindung auf Erhöhung des Lohnes hingewirkt Beitrages stimmten Deutschland und Schottland, die zusammen werden muß. We Is- Berlin tritt verschiedenen Rednern entgegen 116 200 Mitglieder vertreten, dagegen Frankreich, Desterreich, und betont, daß unter allen Umständen er st starke Organisationen " Das Mißverständnis zwischen zwei so bedeutenden Faktoren Italien und Spanien mit im ganzen 106 141 Drganisierten. Diese geschaffen werden müßten, bevor Streits inszeniert werden. Dann wie es Parteivorstand und Generalkommission sind, ist unge- Abstimmung zeigt, daß die deutschen Delegierten, sobald sie einig follten nicht zu langfristige Tarife abgeschlossen werden. Grünmein bedauerlich, denn damit wird Verwirrung in die wald Hamburg warnt, etwa die Taktik der Berliner auf die Massen hineingetragen und das erschwert die Agitation find, alle anderen Nationen überſtimmen können. für den politischen Massenstreit. Des längeren wird über das Verbandsorgan diskutiert. Provinzstädte anzuwenden. Die Verhältnisse in den Provinzstädten G3 ist u. G. entschieden ein Müller schlägt vor, die Seitenzahl von 25 auf 15 herabzusetzen feien wesentlich andere, wie in Berlin. Es empfiehlt sich auf alle Fehler gewesen, daß der Parteivorstand erklärt hat, gegen und das Blatt monatlich, statt vierteljährlich zu veröffentlichen. Fälle, sich vorher mit der Hauptverwaltung ins Benehmen zu sehen, wärtig von einer Propaganda für den politischen Massenstreit Dönning, ebenfalls Deutscher, wünscht die Beibehaltung der wenn Forderungen aufgestellt werden, und dieselben möglichst genau absehen zu wollen. Der Jenenser Parteitag hat den politischen bisherigen Form. Schließlich wird ein Votum angenommen, das zu präzifieren. Im Schlußwort geht Beder auf die Einwendungen einzelner Mit einer Stellungnahme zu den Auslaffungen der Parteipreffe glauben wir warten zu sollen, bis deren Meinungsäußerungen einigermaßen abgeschlossen vorliegen. Massenstreit als proletarisches Kampfmittel anerkannt und dafür dem internationalen Komitee empfiehlt, das Bundesorgan, wenn treibt man dann nicht nur gelegentlich, sondern stets Propa möglich, häufiger erscheinen zu lassen. Jedes Land soll so viel Redner auf seine Ausführungen ein, wobei er betont, daß der Berganda, um die Massen mit der Handhabung dieser Waffe vertraut Exemplare erhalten, als Ortsabteilungen des Transportarbeiter- band alle Ursache habe, neben anderen Dingen auch dem Arbeitszu machen. Daß die Generalkommission den Saz Bebels anders verbandes bestehen. nachweis größere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Taktik muß den gedeutet hat, das ist uns sehr verständlich, wenn wir bedenken, welche Stellung der Kölner Gewerkschaftskongreß gerade zu dieser Verbandes geht der Kongreß am Nach Erledigung weiterer Fragen über die Organisation des örtlichen Verhältnissen angepakt werden. Was in Berlin geht, geht dritten Tage zur Diskussion noch lange nicht in den Provinzen. Bezüglich der Anträge betreffs Frage einnahm, wie er die Propaganda des Massenstreits in den Ge- über die verschiedenen Formen des gewertschaftlichen Niederschlagung der Streifschulden empfiehlt Redner, Dieſen Anwerkschaften fogar direkt verbot. Hier herrschen Differenzen Kampfes über. Die deutschen Delegierten Dönning und Müller trägen stattzugeben, um die Aktionskraft der Filialen nicht zu zwischen zwei für die deutsche Arbeiterbewegung obersten Instanzen, erkennen die Wirksamkeit der Streits und Boykotts als Solidaritäts- lähmen. Betont muß aber dabei werden, daß die Ortsverwaltungen die bon grundsätzlicher Bedeutung sind und deshalb unbedingt auf dem Parteitage in Maun betätigung an, empfehlen aber die größte Vorsicht und Besonnenheit für die Folge sich streng an die Beschlüsse und Bestimmungen halten. in ihrem Gebrauch. Der österreichische Delegierte wünscht, daß jedes heim erörtert werden müssen. Nicht etwa ein faules Land volle Freiheit behalte in der Regelung dieser Fragen, weil ja Den Anträgen Nürnberg, Leipzig, Heidelberg und Darmstadt Kompromiß, sondern Klarheit muß geschaffen werden, die Massen auch die Geseze der einzelnen Länder über das Streifrecht ver- wird hierauf stattgegeben. werden dann schon von selbst vorwärts drängen." schieden seien. Lindley( Schwede) empfiehlt den Boykott für Es folgt der Bericht über die Unterstützungs. die kleineren Kämpfe, den Streit als Solidaritätsbeweis in den einrichtungen. Berichterstatter ist Grünwald- Hamburg. Bedeutendsten Konflitten. Branconi( Italiener) weist darauf hin, daß Die Arbeitslosenunterstüßung ist jetzt 1½ Jahre eingeführt. Nach die italienischen Eisenbahner durch Streit und Obstruktion in drei den bisherigen Feststellungen ist anzunehmen, daß wir mit den bisJahren Lohitaufbesserungen in Höhe von 24 Millionen errungen herigen Säßen auskommen. Von 100 Kollegen kommen durchschnitthaben. lich nur 50 zu den Berechtigungen der Unterstützungen, weil sie nicht Der französische Delegierte Manot ist der Ansicht, daß sich 52 Wochenbeiträge steuern. Das ist wichtig bei Beurteilung des der Verband bis jetzt noch darauf beschränken solle, statistisches ganzen Unterstützungswesens. Warnen möchte ich, allzugroße neue nationalen Bewegung aufzuwerfen. Auf die eigentlichen Kampfes- als Beispiel herangezogen werden; denn dort liegen die Verhältnisse bedingungen der Eisenbahner Desterreichs weist Genosse Brodesch y zum Teil ganz anders. Sie haben sich zum Teil in der Weise gehin, der über eine bevorstehende große Bewegung unter dieser holfen, daß sie an Stelle der verschiedenen Unterstübungen eine Erwerbslosenunterstüßung geben. Wenn wir unsere verschiedenen Kategorie berichtet. Nach längerer Diskussion wird einstimmig die folgende Reso- Unterstüßungen zusammenrechnen, so kommen wir faft zu denselben Säßen. Eines müssen Sie noch beachten: die Arbeitslosen- und lution angenommen: Der Kongreß beschließt, jedem Lande oder jedem Landes- die Streikunterstüßung wird sich je nach der Gestaltung der wirt Die Arbeitslosen= verbande volle Autonomie zu lassen in der Wahl der Mittel und schaftlichen Verhältnisse verschieden gestalten. unterstüßung fann stabil bleiben, während die Streitunterstützung der zur Erreichung der erstrebten Ziele einzuhaltenden Taktik." Der Kongreß nimmt darauf auf Antrag Perez aus Bar- steigt. Deshalb müssen wir bei Beurteilung der Ausgaben sehr vorcelona ein energisches Protestvotum gegen die spanische Gerichts- fichtig sein. Vergessen wir auch nicht, daß sich die Säße nächstens barkeit an, die Seeleute mit Strafen belegt hat, weil sie von ihrem erhöhen. Dabei darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Säße für Streifunterstüßung zu niedrig sind; wir werden sie Streifrecht Gebrauch gemacht haben. Auf Antrag der Deutschen wird Wien als Siz des nächsten erhöhen müssen. Das bedeutet eine nicht zu unterschäßende BeKongresses gewählt. Nach herzlichen Dankesworten Brodeschys, der lastung unserer Kassen. Für eine Erhöhung der Beiträge wird aber Eine zweite Frage, die allgemeines Interesse verdient und die die italienische Gastfreundschaft preist, schließt der Kongreß seine wohl heute niemand zu haben sein. Deshalb bitte ich Sie, nachher auf dem Parteitage erörtert wurde, ist die Frage des Verhältnisses Arbeiten, an denen alle Delegierten mit großem Ernst und Eifer ia sehr vorsichtig bei der Beschlußfassung über unsere Unterstützungsder Partei zu den Gewerkschaften. Die polnische Sozialdemokratie teilgenommen haben und dem trop erregter Diskussion feinen Augen- einrichtungen zu sein. Unsere Hauptaufgabe darf nicht sein, die löst diese Fragé anders als die russische Sozialdemokratie und als blick Sachlichkeit und Würde gefehlt haben. Unterstüßungszwecke zu fordern, sondern bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erringen. Und dazu ist notwendig, daß wir für das die P. P. S. Die russische Sozialdemokratie betrachtet die Gewerknötige Kapital sorgen. schaft als die Schule des Sozialismus. Sie meint dadurch, daß sie den breitesten Massen Zutritt zu diesen Gewertschaften verschafft, indem sie sie parteilos macht, jene am leichtesten für den Sozialismus zu gewinnen. Die polnischen Genossen dagegen be= haupten, daß diese Ansicht für Polen feine Anwendung finden könne, da Polens sozialökonomischer Bau bereits eine derartige Differenzierung der Massen in sich berge, daß darüber kein Schild der Parteilosigkeit mehr hinwegtäuschen könne. Der Kongreß der Sozialdemokratie Russisch- Polens material und Informationen zu bieten, ohne sich zum Leiter der inter- Forderungen zu stellen. Andere Gewerkschaften dürfen dabei nicht und Litauens tagte in der letzten Juniwoche. Der Parteitag, auf dem gegen 30 000 organisierte Arbeiter vertreten waren, tagte zum erstenmal als Teil der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Nußlands, da( wie bekannt sein dürfte) die Vereinigung der russischen und der polnischen Sozialdemokratie zurzeit stattgefunden und Rußlands und Polens Arbeiterschaft nun in Reih und Glied geeint kämpfen. Die Vereinigung hat stattgefunden trotz der Differenzen, die zwischen der polnischen und der Mehrheit der russischen Partei bestehen und die sich vornehmlich auf die verschiedenen Auffassungen über Wert und Wesen der Duma erstrecken. Diese Differenzen dürfen und werden jedoch keinesfalls zu neuen Zwiftigkeiten führen, da sich alle darüber klar sind, daß die Einigkeit in der Partei um jeden Preis gewahrt werden müsse. Der Parteitag dauerte 2 Tage. Vertreten waren 12 berschiedene Organisationen durch 57 Delegierte. Auf dem Kongresse waren auch Delegierte des Zentralkomitees der russischen Sozialdemokratie anwesend. Dritter Verbandstag der Tapezierer. Lippold Dresden pflichtet diesen Ausführungen bei und beklagt es, daß von einzelnen Filialen geradezu unsinnige Anträge Vor Eintritt in die Verhandlungen wird folgende Erklärung in bezug auf Unterstützungszwecke gestellt worden sind. Spliedt verlesen: Hamburg warnt ebenfalls, mit Rücksicht auf den guten Kassenbestand Die sämtlichen, auf der Generalversammlung zu Magdeburg sich allzu sanguinischen Hoffnungen hinzugeben. Denn wir haben ebenfalls vertreten gewesenen Delegierten des Verbandstages große Kämpfe zu gewärtigen und müssen darauf gerüstet sein. Das, erklären, daß der Hauptvorstand im Falle Vesper ihrer Auffassung was wir aus der Arbeitslosenunterstützung gehofft haben, die Flut nach nicht im Sinne der damaligen Generalversammlung ge- tuation einzudämmen, hat sich nicht erfüllt. Das ist traurig, behandelt hat. Klein- Hannover. Klein- Düsseldorf. Wagner- Nürnberg. Gasch- Frankfurt. Wels- Berlin. Schüße- Chemnitz. Heckmann- Berlin. stätigt aber nur die Erfahrungen, die auch andere Gewerkschaften gemacht haben. Vesper Osnabrück meint, die Erhöhung der Beiträge dürfe nicht aus dem Auge gelassen werden. Wenn auch nicht diesmal, so doch auf der nächsten Generalversammlung muß = " eine Erhöhung der Beiträge angestrebt werden. Wenn wir unseren noch viel zu wünschen übrig. In Kleineren Ziegeleien und Bäckereien durch große Regfamkeit auszeichnet. Selbst in den Zeiten ruhiger Mitgliedern diese Notwendigkeit flar machen, werden sie auch dafür wird es ja noch fast überall übertreten. Auch die Mithülfe der Saison tritt die Ermattung des Geschäftsganges nur wenig zu gewinnen sein. Heide- Kiel ist der gleichen Auffassung und Lehrer bei Feststellung und Ermittelung von Uebertretungen ist hervor. Blieb schon im Hochsommer des vorigen Jahres erklärt, daß man in Kiel auch diese Frage schon erörtert habe. Wir teine allgemeine; denn eine große Anzahl Lehrer lehnen es die regelmäßige Abnahme des Beschäftigungsgrades im Textilhaben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Kassen gestärkt werden. ab, als Denunzianten und Aufpasser gegen die Eltern ihrer gewerbe fast ganz aus, so war im laufenden Jahre während des Sander- Berlin ist ebenfalls der Ansicht, daß eine Erhöhung der Schulkinder zu fungieren, und man kann ihnen das nicht ver- Juni die Tätigkeit in fast allen Branchen und Bezirken noch lebPeiträge eintritt. Zunächst sollte man in der Weise vorgehen, daß denken, da auch ihr Verhältnis zu den Kindern dadurch ein miß- hafter als im Vorjahre. Im Gegensatz zu 1905 aber wurde der für die größeren Städte die Ortszuschläge erhöht werden. Dadurch liches wird. Beschäftigungsgrad durch die Preisbewegung am Rohstoffmarkt nicht werden die kleinen Orte vorläufig noch geschont. Becker- Hamburg Aber wenn auch die Durchführung dieses Gesetzes nur langsam beunruhigt. Außer einer weiteren Abwärtsbewegung der Baumwollist nicht prinzipiell gegen eine Erhöhung der Beiträge, warnt aber fortschreitet, eine große Zahl der früheren rücksichtslosen Kinder- preise tamen im Laufe des Juni überhaupt keine nennenswerten davor, die kleinen Vereine allzusehr zu belasten, namentlich nachdem ausbeutungen find doch durch dasselbe beseitigt und unmöglich ge- Veränderungen vor, während 1905 gerade die Baumwollpreise erin Magdeburg ein so fühner Schritt in der Beitragserhöhung getan macht worden. Andererseits hat es sich indes gezeigt, daß frog der heblich angezogen hatten. Gegenwärtig stehen die Preise für Rohworden ist. Eine Beitragserhöhung, die heute beschlossen würde, Vielseitigkeit dieses Gefeßes es immer, auch abgesehen von der baumwolle mir noch wenig über dem Stande in der Parallelzeit könnte unangenehme Folgen haben. Ich wäre entschieden dagegen, ländlichen Arbeit, noch Fälle arger Ausbeutung der kindlichen 1905, während noch vor einigen Monaten eine ganz bedeutende namentlich wenn man sich dabei von dem Motiv leiten läßt, die Arbeitskraft gibt, die nicht von dem Gesetz verboten werden und die Spannung bestanden hatte. Ein Zeichen für die günstige Unterstützungsbeiträge zu erhöhen. Rege I- Wiesbaden vertritt daher durch dasselbe auch keine Beseitigung gefunden haben. Eine solche Marktlage im Textilgewerbe ist es, daß, wie die Arbeitsmarktsdie Meinung, daß eine Beitragserhöhung sehr genau erwogen gesetzlich nicht verbotene Kinderarbeit ist die Beschäftigung von Korrespondenz" berichtet, noch Ende Juni, wo sonst allgemein schon werden sollte. Er teilt auch nicht die Befürchtungen verschiedener Kindern als Ministranten im katholischen Kirchen- für den Winterbedarf gearbeitet wird, vielfach noch Aufträge auf Redner in bezug auf die Taktik der Unternehmer. In unserem gottesdienst. Auch der gewiß nicht firchenfeindlich gesonnene Sommerware eingingen. Im Geraer Industriebezirk Berufe haben wir es doch nicht mit einem so mächtigen Großunter- Gewerbe- und Regierungsrat Böhmer in Oppeln macht in seinem z. B. erhielten die Webereien Mitte Juni noch fortgesetzt Bestellungen nehmertum zu tun, wie in anderen Berufen. In seinem Schluß- letzten Berichte( Seite 157) auf das häufige Heranziehen von Schul- auf Sommerware, die aber bei der reichlichen Beschäftigung nicht wort warnt auch Grünwald davor, heute schon die Beiträge zu findern als Ministranten aufmerksam. Er weist dabei auf das frühe immer erledigt werden konnten. Da das Sommergeschäft schon erhöhen. Den großen Lokalorganisationen bleibt es ja un- Aufstehen dieser jugendlichen Ministranten an Wochentagen hin, das Mitte August einzusetzen pflegt, so ist in diesem Jahre schon an und benommen, ihre Beiträge zu erhöhen. den Kindern die ihnen so nötige Nachtruhe verkürzt, dann auf den für sich die Zeit zur Erledigung der Winteraufträge ziemlich fnapp. Becker- Hamburg referiert hierauf über die Gaueinrich überlangen Sonntagsdienst, der mitunter fast die ganze Ruhe- Dazu kommt, daß die Webereien des Geraer Bezirkes unter Arbeitertungen. In Magdeburg wurde gewünscht, zwecks befferer Agita- und Erholungszeit des Sonntags" raubt". Durch das Zusammen- mangel, vornehmlich an gelernten Arbeitern, leiden. Die niedertion und namentlich auch zwecks besserer Beitragserhebung besoldete fallen von Kirchendienst und Schule werden die Kinder rheinischen Webereien sind fast durchweg mit Arbeit bis Gintassierer anzustellen. Das hat sich bewährt. Die Kassenver- oft lange Zeit der Schule entzogen und der Lernerfolg beeinträchtigt. Jahresschluß versehen. Ein erheblicher Anteil an der flotten Tätig hältnisse in den einzelnen Orten haben sich wesentlich gebessert. Die häufig nicht unerheblichen Geldeinnahmen, von denen den Eltern keit entfällt auf die gute Aufnahmefähigkeit des Auslandes. Neben den Kassierern sind vom Hauptvorstand auch noch einige nicht immer genaue Mitteilung gemacht wird es wird angegeben, Die rege Beschäftigung der Webereien übte naturgemäß auch Gauleiter angestellt worden. Auch diese Anstellung ist von Nußen dag fleine Ministranten bis zu 126 M. im Jahre verdienen bieten eine günstige Rückwirkung auf den Geschäftsgang der Spinnereien gewesen. Es sind Gauleiter angestellt worden in Rheinland- West- öfters eine Gelegenheit, die Knaben zum Naschen und schlimmeren aus. Im Glauchau- Meeraner Bezirk ist der Beschäftifalen, im Westgau( Frankfurt a. M.) und im Südgau. Diese An- Untugenden und zur Unwahrhaftigkeit zu verleiten. Schüler wie gungsgrad wesentlich lebhafter als zur Vergleichszeit des Vorjahres, stellung dürfte wohl den Intentionen des Magdeburger Verbands- Eltern betrachten den Ministrantendienst als eine Einnahmequelle, und wo das Geschäft, besonders in der Damenkleiderstoffbranche, noch zu tages entsprechen.( Zustimmung.) ( Zustimmung.) Alles weitere finden Sie in letztere bezahlen ohne weiteres die Schulstrafe, da diese Strafe doch wünschen übrig ließ. In diesem Jahre sind alle Branchen flott bedem Rechenschaftsbericht, auf den ich verweise. wesentlich niedriger ist als der Ministrantenverdienst. Nicht nur in Städten, schäftigt; besonders rege wird in den Appreturanstalten gearbeitet. sondern auch in größeren Landgemeinden machen sich diese Schäden Jm Elberfelder und Barmer Industriebezirk, in des Ministrantendienstes der Schulknaben bemerkbar. Wenn es dem die Futterstofffabrikation von ausschlaggebender Bedeutung ist, möglich ist, zum Frühstück- und Zeitungsaustragen und zum Kegel- war die Geschäftslage im Juni äußerst lebhaft. Es gab im ganzen auffeßen jetzt ältere Personen anzustellen, so können auch zum Bezirk nur wenige Betriebe, deren Beschäftigung etwas nachließ, int In einer Zuschrift an die„ Deutsche Tageszeitung" jammert ein Ministrantendienste statt der Kinder ältere Personen herangezogen allgemeinen wurde unverändert flott gearbeitet. Herr Fr. Bl. darüber, daß die ausländischen Arbeiter die preußischen Stand der amerikanischen Baumwolle. Nach der amtlichen Gefilde fliehen. Es kommt ihm natürlich so wenig wie ähnlichen In vielen katholischen Gemeinden geschieht dies ja auch von Großgrundbefizern in Ostpreußen, die über die Flucht der aus- jeher. Sehen aber die Bäcker, die Schaufwirte und die Zeitungs- Schäßung war der Durchschnittsstand der Baumwolle in den Ber ländischen Arbeiter klagen, bei, dafür einzutreten, daß zwecks spediteure, daß der Pfarrer den Ministrantendienst von früh einigten Staaten von Amerika am Ende vorigen Monats 83,3. Milderung der Landflucht die Löhne, die Arbeitszeit und die Be- morgens an von einem Knaben besorgen lassen kann, so liegt für Demnach hat sich der Zustand der Baumwollpflanzungen im letzten handlung der Landarbeiter sowie ihre rechtliche Stellung menschen- sie der Schluß nahe, daß wenn hier die Kinderarbeit nicht schädlich Monat etwas verschlechtert, denn Ende Mai wurde vom Regierungswürdige werden. Er wünscht, ebenso wie Freiherr von der Golz- ist, das Frühstück- und Zeitungsaustragen, das Gläserspülen und bericht der Stand mit 84,6 eingeschätzt; doch muß im ganzen die jetzige Mertensdorf, neue Ausnahmegefeße zuungunsten der Regelauffezen es auch nicht ist. So wird das eben im Volfe auf Schäßungsziffer noch immer als eine relativ hohe gelten. Tatsäch Die vom Freiherrn von der Golz- keimende Gefühl für die Ziele und die Notwendigkeit des Kinder- lich trat denn auch gestern nach dem Bekanntwerden der amtlichen der New Yorker Baumwollbörse eine leichte Mertensdorf gegen das Fliehen ausländischer Arbeiter erhobene schutzgesetzes durch den Ministrantendienst der Kinder wieder zerstört. Schätzung an Forderung geht dahin, daß jeder ausländische Arbeiter bei seinem eine schändliche Kinderausbeutung zur Förderung der Frömmigkeit In Berlin hatte die Stöckersche Mission vor einigen Jahren auch Baisse ein. Es darf demnach auf eine recht gute Baumwollernte in diesem Arbeitsantritt eine auf Ort und Namen feines Arbeitgebers aus- in Szene gesezt, indem sie in Scharen arme Kinder in Choristen Jahre gerechnet werden, doch kann sich das Ergebnis noch ganz bes gestellte Legitimationskarte als Ausweis erhält, deren Besitz ihn a Ile in mänteln auf den Höfen von Berlin und den Vororten fromme Lieder trächtlich ändern, je nach der Witterung. Es kommt darauf an, ob für die angeführte Stelle zur Arbeit berechtigt. Ausländische Arbeiter, die nicht im Besitz einer solchen Legitimation find, singen und dabei milde Beiträge für die innere Mission sammeln bas jezige ziemlich trockene Wetter in den Baumwollgebieten anſtarke müßten ausgewiesen werden." Dieser Vorschlag fordert also die Dieser Vorschlag fordert also die ließ. Der allgemeine Unwille über diese Kinderausbeutung ver- hält oder in diesem und dem nächsten Monat starte Regengüffe Einführung der Sklaverei der ausländischen Arbeiter für anlaßte die Innere Mission", dies Treiben bald wieder einzustellen. Preußen. Die ausländischen Arbeiter sollen danach also Hörige, öffentliche Unwille nicht so allgemein sein, daher zu seiner Ab- fündigt die Ausgabe von zweiprozentigen vom 1. Auguſt datierten Zur Beseitigung des Ministrantendienstes durch Kinder dürfte der Banamakanal- Bonds. Das Schatzamt der Vereinigten Staaten mit dem Unterschied gegen die Hörigen früherer JahrHunderte sein, daß die Panamatanal- Bonds in Höhe von 30 Millionen Dollar an, deren Herren" nicht das ganze Leben schaffung eine Anregung im Reichstage angebracht sein. hindurch für Unterhalt der Hörigen zu sorgen hätten, sondern Zinsen vierteljährlich zahlbar sind und die nach Ablauf von zehn nach ein paar Wochen oder Monaten Ausbeutung sie zum Teufel Jahren von der Regierung nach Belieben zurückgekauft werden schicken könnten. tönnen, sonst aber nach 30 Jahren vom Tage der Verausgabung an gerechnet rückzahlbar sind. Das Gesetz verlangt, daß kein Verkauf unter Bari ausgeführt werden darf zur Beschaffung von Sicherheit für den Notenumlauf und für die Regierungsdepots. Soziales. Sklaven und Soldaten statt Landarbeiter. ländlichen Arbeiter. " werden. Aus Induftrie und Handel. Die Konvertierung der italienischen Rente. Aus Rom wird uns geschrieben: eintreten. Als wahrscheinlicher Zweck der Ausgabe der genannten Bonds zu dieser Zeit wird die Beschaffung von Mitteln für die starke BerBerücksichtigt man, daß die Klagen über Kontraktbruch der Arbeitgeber in Ostpreußen und über gewissenlose Betrügerei der Landarbeiter so notorisch sind, daß selbst die ausländischen Die Herabfegung des Zinsfußes der staatlichen Konsols ist für Regierungen ihre Arbeiter vor der Reise nach Deutschland gewarnt haben, so würde die Verwirklichung dieser gegen die Grundlagen Italien eine unumgängliche Vorbedingung jeder Abgabenreform. der modernen Gesellschaft auf's traffeste verstoßenden Forderung der Seit Jahren hat jedes Ministerium sie versprochen, seit Jahren mehrung des Umlaufs von Nationalbanknoten während der bevorAusbeutung und Betrügerei der armen ausländischen Lohnsflaven war man gewohnt, daß feines Wort hielt. Aber schließlich haben stehenden Erntebewegung angesehen. " Immer offens Gerichts- Zeitung. besonderen Vorschub leisten. Daß die Verwirklichung der Forderung die veränderten Verhältnisse doch ihr Recht gefordert: es war abauch gegen die Staatsverträge mit den ausländischen Staaten ver- surd, daß ein Land mit so blühenden Staatsfinanzen wie Italien, stößt, schiert natürlich die über Leutenot klagenden Herren Groß ein Land, dessen Papier höher steht, als Gold, denselben Zinsfuß grundbesizer wenig. für seine Anleihen beibehielt, den zu gewähren es seine elende Bestrebungen anderer Großgrundbefizer gehen aufinanzlage in früheren Jahren gezwungen hatte. Die Wegen 9 Pfennig Kohlen 3 Monate Gefängnis. Ersetzung der Landarbeiter durch Soldaten. Der Bergarbeiter 2. in Oelsnik i. E. war ertappt worden, als hat die Landwirtschaftskammer für die Provinz Westpreußen an fundiger wurde es, daß die Konvertierung ohne Erschütterung des er sich seinen Staffeekrug mit Kohlen gefüllt hatte, die er mit nach den Kriegsminister folgendes Gesuch gerichtet: Euer Exzellenz Staatskredits möglich war, immer schwerer wurde es den ihr ent- Hause nehmen wollte. Es erfolgte Anzeige und nun hatte er sich beehren wir uns, mehrfachen Anträgen aus dem Kreise unserer gegenstehenden Interessen, sich zu behaupten. Der russisch- japanische vor dem Landgericht in Chemnitz deshalb zu verantworten. Der landwirtschaftlichen Vereine( darunter auch vom Verein" Eichenkranz" Krieg verzögerte sie noch, dann die offiziösen Kriegsdrohungen vor Werk der gestohlenen Kohlen betrug nur neun Pfennige. Weil zu Graudenz) nachkommend, ganz gehorsamst zu bitten, in An- und während der Konferenz von Algeciras. Sonnino war daran, aber der 30 jährige Mann schon zwei Strafen wegen Diebstahls era fehung des zahlreichen Ausbleibens litten hatte, war er als rücfälliger Dieb nach§ 244 des Reichsaus das Werk zu Ende zu bringen, als die Ministerkrise kam- so ist ländischer Saisonarbeiter für die Verrichtung schließlich unter dem Ministerium Giolitti die längst reife Frucht mildernder Umstände als Mindest strafe aber drei Monate Strafgesetzbuches zu bestrafen, der Zuchthausstrafe, bei Annahme Landwirtschaftlicher Arbeiten in diesem Jahre geneigtest vergebrochen worden. fügen zu wollen, daß schon jetzt begründete Anträge Gefängnis vorsieht. Auf diese Strafe erkannte das Gericht. von landwirtschaftlichen Betriebsleitern auf Beurlaubung Was Jtalien durch das gestern eingebrachte und sofort von bon Soldaten Meißener Auflaufprozesse. zur Landarbeit möglichste Berück beiden Kammern angenommene Gesetz ausführt, ist eine der befichtigung erfahren. Die vermehrte Auswanderung sowohl deutendsten Konvertierungen der letzten Jahre. Es handelt sich um In zwei Maffenprozessen verhandelte am Dienstag die dritte aus Rußland wie aus Desterreich- Ungarn nach Amerika und eine Staatsschuld von über 8 Milliarden, die aus netto 4,2 und Strafkammer des Dresdener Landgerichts gegen 15 Meißener Ardas Auftreten Schwedens und Dänemarks als Abnehmer auf 4 prozentigen Konsols für die nächsten fünf Jahre in 3/4 und dann beiter wegen Auflaufs und Widerstands gegen die Staatsgewalt. In den ausländischen Arbeitsmärkten, welche bisher fast ledig in 3 prozentige Rente verwandelt wird, mit einer Ersparnis von dem ersten Prozeß wurde gegen sieben Angeklagte verhandelt, die lich von uns in Anspruch genommen wurden, sowie schließlich 20 Millionen jährlich, die in der Folge auf 40 Millionen steigt. Locke, am 23. April einen Auflauf verursacht und der dreimaligen auf dem Neumarkt in Meißen, vor dem Tore der Fabrit Biesold u. der erhöhte Bedarf der Industrie des Westens und für Nachdem das dritte Jialien in einem Vierteljahrhundert ruchloser vorschriftsmäßigen Aufforderung des Polizeiinspektors Böhme, ausöffentliche Arbeiten, haben in diesem Jahre geradezu eine Arbeiterfalamität in unserer Provinz gezeitigt. Wenn ihr auch und toller Finanzpolitik ungefähr eine Million täglich Schulden ge- einanderzugehen, nicht Folge geleistet haben sollen. Die Beweis bereits durch eine Einschränkung des Rübenbaues von seiten der macht hat, immer neue Lasten auf die breiten Massen häufend, aufnahme ergab nichts, das zu einer Verurteilung der Angeklagten Landwirtschaft in etwas zu begegnen versucht ist, so steht doch jetzt kommt jetzt endlich die Stunde, in der auch der italienische führen konnte. Vielmehr stellte sich heraus, daß man gbeliebig ein zunächst die Futterernte und dann die Ernte der Feldfrüchte bevor, Steuerzahler eine Erleichterung zu erhoffen hat, ohne daß man ihm paar aus der Menge, die sich angesammelt hatte, herausgegriffen und für welche in der Provinz auch nicht annähernd genügende Sträfte die stereotype Antwort geben kann, daß die Lage der Staatsfinanzen gerade ganz harmlose Anwohner des Neumarktes erwischt hatte, die auf zahlreichen Befizungen vorhanden sind. Wir verkennen nicht die keine Erleichterung der Abgaben gestattet. im Begriffe gewesen waren, nach Hause zu gehen. Die Verhandlung Schwierigkeiten, welche bei den heutigen hohen Anforderungen an die zeigte deutlich, daß die Polizei mit dem Polizeiinspektor an der Die sozialistischen Abgeordneten haben gleich eine Tagesordning Spipe topf- und planlos vorgegangen war, wo es gar nichts vor= Ausbildung der Mannschaften in der Beurlaubung zu anderen Zwecken eingebracht, die die Reduktion des Salzpreises und der Zuckersteuer zugeben gab. Einer der Angeklagten hatte das Seitengewehr eines liegt, glauben aber dem dringenden Bedürfnisse der Landwirtschaft unseres Schußmannes in Sicherheit gebracht" und versteckt. Es konnte Bezirkes Rechnung tragen zu müssen, indem wir Euer Erzellenz nochmals fordert. Was nun wohl die Negierung antworten wird? Der, Avanti" befrittelt die Geringfügigkeit der Zinsreduktion ihm nicht nachgewiesen werden, daß er es dem Schußmann selbst um geneigteste Berücksichtigung unseres gehorsamsten Gesuches bitten. gez. v. Oldenburg." Das Gesuch ist von der Kammer gleich- und die Festsetzung einer 31% prozentigen Verzinsung bis zum Jahre weggenommen hatte, sondern es erschien glaubhaft, daß ein Junge zeitig dem Landwirtschaftsminister und dem kommandierenden 1920. Vielleicht hätte in der Tat die Regierung mehr wagen können, der Täter war, dem es dann erst der Angeklagte wegnahm. Der General des 17. Armeekorps zur Befürwortung bezw. Kenntnisnahme ohne eine Panik und einen Starssturz zu risfieren, aber es steht doch Polizeiinspektor glaubte, daß es„ Ernst" würde und schoß mit seinem überreicht worden. dahin, ob sie die ausländischen Finanzinstitute zu einer weiter Revolver in die Luft. Die Meißener Polizeiherren gaben in der Verhandlung ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß sie das Vaterland von neuem beweisen, daß die jetzige Dienstzeit übermäßig lang und gehenden Reduktion bereit gefunden hätte. Italiens finanzielle Blüte und speziell die alte Bischofsstadt Meißen durch ihr Auftreten gedaß das Heer nicht dem Schutz Deutschlands gegen auswärtige ist noch zu jung, wird noch zu mißtrauisch vom Ausland betrachtet, rettet hätten. Der unbefangene Zuhörer dachte anders. Die sieben Feinde, sondern der schmutzigsten Konkurrenz der inländischen Land- als daß man dem Staatskredit allzu viel zumuten könnte. Nicht die Angeklagten wurden sämtlich freigesprochen. In dem zweiten Prozeß, in dem gegen acht Angeklagte verarbeiter und der Unterstüßung derjenigen Großgrundbefizer dient, Baghaftigkeit dieser ersten Reform wollen wir der italienischen Redie durch jämmerliche Arbeitsbedingungen und Behandlung den gierung zum Vorwurf machen, wenn sie nur die erzielten Ersparuisse handelt wurde, weil sie am anderen Tage, dem 24. April, Auflauf deutschen und ausländischen Arbeiter zur Flucht vor den ostelbischen wirklich zur Entlastung des Massenkonsums verwendet. und Widerstand gegen die Staatsgewalt begangen haben sollen, lag Gefilden gezwungen haben. Das Reichsgesetz weist nirgends dem Daß die Konvertierung in ihrer heutigen Form sich glatt voll- die Sache genau so. Wieder hatte man aus der Menge irgend ein Heer die Aufgabe zu, solche elendeste Auswucherung der Arbeits- ziehen wird, unterliegt keinem Zweifel. Die konvertierung der paar Neugierige aufgegriffen und gleich verhaftet. Drei davon find Wer die Leutenot" mildern will, muß in sproz. Konsols( 4,2 Proz. netto) war schon so lange erwartet, gegriffen worden. Von diesen dreien wurden zwei freigesprochen. überhaupt nicht dabei gewesen, sondern in anderen Straßen aufa fräfte zu unterstützen. erster Reihe auf Beseitigung der gegen Landarbeiter bestehenden Ausnahmegesetze und auf die wirtschaftliche und rechtliche Gleich- daß diese Papiere faſt wie die 3½prozentigen quotiert wurden. Einer erhielt zwei Wochen Gefängnis wegen Ruheſtörung. Er stellung der ländlichen Arbeiter mit den gewerblichen dringen. Das Auch diese 3prozentigen stehen heute über Pari- es liegt daher hatte nämlich mit einigen Kollegen vor einem Restaurant gestanden, neulich von uns angeführte Beispiel der von den Genossen Ebhard kein Grund zur Annahme vor, daß die Besitzer der konvertierten man trank und der arme Sünder brachte ein" Profit" auf seine und Hofer bewirtschafteten Rittergüter beweist, daß dort keine Leute Papiere die ihnen zustehende Rückzahlung in der Höhe des Nominal- Kollegen aus. Dort war erwiesenermaßen tein Auflauf; ein not herrscht, wo die Arbeitszeit herabgesetzt, die Löhne höher und die wertes fordern sollten, wo sie doch ihre Papiere über Nominalwert Schußmann glaubte von der Ferne gesehen(?) zu haben, daß es Behandlung eine anständige ist. auf der Börse verkaufen können. Es ist also eine Operation ohne ein Hochruf gewesen war. Von den übrigen fünf Mann, die als Unsere Landarbeiter mögen aber aus den Klagen der Großgrund- Risiko, die der Staat unternimmt und die nur durch die großen Wochen Gefängnis wegen Auflaufs und einer zu acht Neugierige hinzugefommen waren, wurden bier zu je sechs befizer ersehen, wie viel notwendiger sie dem Besiger als der Be- Opfer möglich gemacht wurde, die die große Maffe der Abgaben- 28ochen Gefängnis wegen Auslaufs und Widerstands verfitzer ihnen ist. Sie mögen die günstige Gelegenheit zur Organi zahler in 35 Jahren nationaler Einigkeit gebracht hat. Mit Recht urteilt. Das Urteil stützte sich auf die Annahme des Gerichts, daß fation ergreifen. Wären heute die Landarbeiter in größerer Anzahl hat Luzzatti es gestern in der Kammer hervorgehoben, daß der die Angeklagten sich gedacht hätten, daß an diesem Abend ein ähn schon organisiert, so wären solche Ersuchen um lleberlassen von Soldatenträften und Forderungen nach neuen Ausnahmegesehen gegen eigentliche Triumphator des Tages der italienische Steuerzahler ist. licher Erzeß stattfinden würde, wie am Abend zuvor, und daß sie die Landarbeiter kaum möglich. die Absicht gehabt hätten, dabei mitzuwirken. Zur Lage der Textilindustrie. Die gegenwärtige Aufschwungsperiode weicht insofern von dem Gepräge der letzten, die in die Theaterdirektor Bonn wieder vor dem Gewerbegericht. zweite Hälfte der neunziger Jahre fiel, ab, als damals die Textil- Gegen Direktor Ferdinand Bonn vom Berliner Theater wurde industrie stark darniederlag, während dieses Gewerbe diesmal sich gestern abermals vor dem Gewerbegericht verhandelt, und zwar Die erbetene Beurlaubung von Soldaten zur Landarbeit würde Kinderarbeit in der Kirche. Die Durchführung des Kinderschutzgesetzes vom 30. März 1903 läßt wie vorauszusehen war, wegen der Schwierigkeit der Kontrolle V Verband deutscher Barbier, Friseur- und Perückenmacher. Donnerstag, den 5. d. M., abends 10 Uhr, im gehülfen Berlins. Lokale Schillingstr. 36: Generalversammlung. Jedes Mitglied hat unbedingt zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Eingegangene Druckfchriften. „ Sozialer Fortschritt", Heft 72: Halbtagschicht statt Ganztagschicht für verheiratete Fabritarbeiterinnen, von Dr. Friedrich Schomerus( Delmen horst). 25 Pf. Heft 73: Die wirtschaftliche Funktion und soziale Stellung des Handelsstandes von Henriette Fürth. 25 Pf. Kultur: ideale und Frauentum. Von Henriette Fürth. 60 Pf. Leipzig, Felix Dietrich. Briefkaften der Redaktion. über die Lohnentschädigungsansprüche der klagenden| für solche Firmen, die feiner Organisation angehören. Der Theaterarbeiter, deren Ueberstundenangelegenheit neulich erledigt Branchenvertreter Lubatsch berichtete zunächst über die Wahl der wurde. Die Sachen waren bekanntlich vertagt worden, um noch Schlichtungskommission. Er führte hierzu folgendes aus: Nach der einige Zeugen über die Vorgänge bei Lösung des Arbeitsverhält- letzten Schlosserversammlung in der Brauerei Friedrichshain, nisses zu hören. Es gingen ja die Behauptungen der Parteien welche bekanntlich etwas stürmisch verlaufen ist, hatten die Mitdarüber auseinander, ob am kritischen 16. Dezember Entlassung er- glieder der Agitationskommission der Schlosser Bedenken, für die folgte, weil die Kläger Ueberstundenbezahlung verlangten, oder ob Schlichtungsfommission zu kandidieren. In der darauf folgenden die Kläger die Arbeit niedergelegt haben. Nach erfolgter Beweis- Vertrauensmänner- Konferenz waren bereits Mitglieder dieser aufnahme verurteilte das Gericht in den berufungsfähigen Körperschaft vorgeschlagen, welche auch das Amt annahmen. VerStreitsachen von vier Klägern den durch einen Angestellten verschiedene Kollegen, warnten vor einem solchen Schritt, und auch tretenen Direktor Bonn zur Zahlung der geforderten Cohen hielt es aus taktischen Gründen für verfehlt, wenn eine Lohnentschädigungen. Das Gericht ging in der Haupt- Kommission zusammengesetzt sei aus solchen Kollegen, welche den fache von folgenden Erwägungen aus: Nach den neulich ergangenen Verhandlungen nicht beigewohnt haben. Die Konferenz hat darauf 2. Jahresbericht des Arbeiterfekretariats für Gelsenkirchen und UmTeilurteilen stehe fest, daß die Verpflichtung zur Bezahlung der als Arbeitnehmerbeisiger der Schlichtungskommission borgeschlagen: gegend. 33 Seiten. Selbstverlag. Ueberstunden vorlag, die bis zum Lohnzahlungstermin am Lubatsch, Rosenberg, Eggert, Päbold und Oppen= 16. Dezember geleistet waren. Hätten aber die Kläger die Bezahlung fowski, zu Ersazleuten: Tyrock, Schwan, Thrum, der geleisteten Ueberstunden verlangen können, so mußten sie recht- Grosse und Metdorf. Nach kurzer Debatte wählte die Verzeitig gezahlt werden. Am 16. Dezember sei die Zahlung fällig sammlung die Vorgeschlagenen. Sodann berichtete ubatsch Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 712 bis 9½ 1hr gewesen. Nun gebe es ja die Möglichkeit einer Verzögerung wegen über den von Schulz gegenüber Cohen gemachten Vorwurf, den abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um erforderlicher Berechnung oder dergleichen. Darum handelte es sich Schlossertarif betreffend, und teilte mit, es sei festgestellt, daß der Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen hier aber gar nicht, sondern nur um die Frage der Notwendig Vorwurf jeder Begründung entbehre. Jm weiteren nahm die Ver- beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. R. K. 14. Sie müssen sich an die Fortbildungsschulen wenden. keit der Bezahlung selber. Blieb der Beklagte mit der pflicht sammlung Stellung zu der seitens Schulz im Vorwärts" erfolgten mäßigen Zahlung im Verzug, wie hier, so hätten die Kläger Aufforderung, über seine Angelegenheit eine öffentliche Alar- 029390. Behuss Ermittelung des Aufenthalts Ihres Schuldners müssen Sie sich an die Polizeiverwaltung wenden. Lerchenborn. Die Art der nach§ 124 Nr. 4 der Gewerbeordnung aufhören können, zu ar- stellung zu geben. Kupfer und Mahle berichteten, was feinerzeit Berechnung der Invalidenrente finden Sie Seite 492-495 des in den beiten, und sie hätten zugleich für die Zeit der Kündigungsfrist einen durch ein Schiedsgericht gegen Schulz festgestellt war. Schulz habe öffentlichen Bibliotheken ausliegenden ,, Arbeiterrechts". Entschädigungsanspruch erlangt. Andererseits habe auch Beklag- seinerzeit bei der Firma S. u. H. mit mehreren Kollegen in einer getretener Invalidität geklebten Marten würden in Ihrem Falle nicht ter nicht von den Klägern den Verzicht auf eine berech Stolonne gearbeitet, hatte mit diesen einen Afford fertig gemacht, berücksichtigt werden. O. J. 22. 1. Wenden Sie sich an die Gewerkschaft 2. Offenbacher Krankenkasse Brinzenstr. 66 bei Hing. tigte Forderung verlangen können; er wäre nicht berechtigt hörte auf und ließ sich die ganze Summe auszahlen, ohne seinen Ihres Berufes. gewesen, von einem derartigen Verzicht der geleisteten Ueberstunden Kollegen davon etwas abzugeben. Mahle als Obmann des Schieds- A. F. Der Mißstand ist kein Grund zur Aufhebung des Vertrages. Ver die Weiterarbeit der Kläger abhängig zu machen. Daß gerichts stellte fest, daß erst durch Spruch des Schiedsgerichts Schulz langen Sie Beseitigung des Mißstandes, drohen Sie an, daß Sie eventuell er dies getan habe, sei namentlich auf Grund der Aussage des veranlaßt wurde, seinen Kollegen das ihnen zustehende Geld auf Kosten des Wirtes Abhülfe schaffen würden, und handeln Sie so, wie Sie angedroht haben. G. S. 15. 1. Dr. J. W., Eisenacherstr. 103, Theatermeisters anzunehmen. Darin sei aber eine unberech herauszuzahlen. Bedauerlicherweise waren es unorganisierte 2. Benden Sie sich an den Rektor der Schule, in der Ihr Knabe tigte Entlassung zu finden. Somit habe der Ent- Kollegen, welche mit Gleichgesinnten damit hausieren gingen, wie sich befindet. 5. A. 19. Bleiben Sie selbst zahlendes Mitglied schädigungsanspruch der Kläger zwei Stüben: Entlassung ohne wenig genau es die Organisierten in solchen Dingen nehmen. Die der Kasse. Die Klebemarken weiter zu fleben, ist ratsam. E. Sch. 946. Ja. H. 19. Gerichtskosten verjähren in vier Jahren, gesetzmäßigen Grund und Arbeitsniederlegung wegen Verweigerung organisierten Kollegen sahen sich schließlich veranlaßt, eine Sammverdienten Lohnes( Ueberstundengeld). lung zu veranstalten und deckten damit den Schaden der betreffenden Rechtsanwaltskosten in zwei Jahren vom Ablauf des Jahres ab gerechnet, in dem die Kosten fällig waren. P. T. 5. Eine Strafanzeige würde Kollegen. Erst nach 6 Wochen fühlte sich Schulz veranlaßt, den kaum Aussicht auf Erfolg haben Sie könnten später wiederum PfändungsSammlern das Geld retour zu geben. Die Versammlung beaufversuche vornehmen. A. S. Potsdam. Sie könnten einen Versuch auf tragte die Agitationskommission, eine entsprechende Erklärung im Ersatz des Minderwertes machen. Die Klage ist beim Amtsgericht an„ Vorwärts" zu veröffentlichen, um so der Aufforderung von Schulz zustellen, mit Sicherheit ist nicht vorauszusagen, daß fie Erfolg haben wird. nachzukommen. O. K. 36. Wenden Sie sich schriftlich an die Seemannsschule in Hamburg. Pechvogel la. Belcher Betrag Ihnen zu belassen ist, entscheidet das Gericht. Etwa 80 M. monatlich werden für angemessen erachtet. 2. Nein. 3. Ja, auch der Lohn ist in Ihrem Falle pfändbar. 4. und 5. ein. G. S. 3000. 1. 3010 M. 2. Der Betreffende fann weiter Kleben. Tut er es nicht, berliert er seine Ansprüche. C. 6. 16. Sie könnten bei der Berufsgenossenschaft einen Anspruch auf Rente erheben; mit voller Sicherheit ist der Erfolg nicht vorauszusagen. = In den anderen noch zur Verhandlung stehenden Fällen, die nicht berufungsfähig waren und gesondert verhandelt werden sollten, führte der Vertreter Bonns durch Entfernung aus dem Gerichtssaal Versäumnisurteile herbei. Vierzehn Termine standen nun schon wegen der Sachen Bonn an. Verfaminlungen. Eine allgemeine Schlosserversammlung im großen Saale des Gewerkschaftshauses beschäftigte sich unter anderem mit dem Tarif Außerdem wurde die Agitationskommission beauftragt, in allen denjenigen Werkstellen, wo der Tarif noch nicht vorgelegt wurde, mit den Kollegen eine Aussprache dahin zu halten, daß eine Kommission für den einzelnen Betrieb zu wählen sei, damit überall der Tarif zur Durchführung gelange. Die nach einæ. Nein. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Treue freie Volksbühne. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Sonnabend, den 7. abends 8 Uhr: Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 5. Juli, abends 8½ Uhr, bei Schmidt, Opern- Vorstellung im Schiller- Theater O., Donnerstag, den 5. Juli, chends 8½ Uhr im Gewerkschaftshaus, Gartenstr. 6: Wallner- Theaterstr. 35: Branchen- Versammlung Rigoletto der Herzog und Narr. der Modell- u. Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Tages- Ordnung: 1. Die Organisationszugehörigkeit der Modelltischler und das Verhalten der Gewerkvereine. 2. Diskussion. Die im Gewerkverein organisierten Kollegen sind hierzu geladen. Die Kommission. Freitag, den 6. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 7), Engel- lifer 15: Branchen- Verfammlung aller in der Oper von Verdi. Billetts für Mitglieder a 1 Mark, für Gäste a 1,20 Mark inkl. Garderobe sind in allen Zahlstellen zu haben. 150/ 10* Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. = Sektion der Gips- und Zementbranche.= Gruppe: Rabikputer und Träger. Freitag, den 6. Juli, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Telephon- Brande Mitglieder- Versammlung. und für photographische und chirurgische Apparate beschäftigten Tischler. Zages Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 5. Juli 1906, abends 612 Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151-152: Branchen- Versammlung der Baufischler. 88/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer, 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Die am 1. Juli vorgenommenen Wahlen haben kein endgültiges Ergebnis gezeitigt. Es müssen deshalb Stichwahlen vorgenommen werden. Diese sollen vorgenommen werden am Sonntag, den 8. Juli. Die Wahlzeit ist von vormittags 10 bis nachmittags 2 Uhr. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Lages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Alex Pagels über:" Die Volksschule und die Reaktion in Preußen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um rege Agitation für einen guten Versammlungsbesuch ersucht 144/19 Der Gruppenvorstand. Gewerkschaftskartell für Gr.- Lichterfelde und Umgegend. Sonnabend, den 7. Juli 1906, im Lokale des Herrn Reisen, Gr. Lichterfelde, Chausseestraße 104: Rezitation der Frau Regina Ruben- Hamburg des russischen Revolutionsdramas OOO ,, Am Vorabend". □□□ 99Eintritt 20 Pf. Anfang 82 Uhr. Staffenöffnung 74 Uhr. NB. Bei dieser Gelegenheit wird für die Mitglieder der Gewerkschaften obiges Drama zum Preise von 50 Pf. pro Exemplar abgegeben. Achtung! Holzarbeiter! Achtung! Die Zahlstelle 52 ist von Reichenbergerstr. 54 nach Lausitzerstr. 7 bei Warsow verlegt. 3m Bezirk Often sind zwei neue Bahlstellen errichtet.: Bahlstelle 59, Liebigstr. 14, Ede Rigaerstraße, bei Gruß. Zahlstelle 60, Boghagenerstr. 29 bei Kloß. Bekanntmachung der Orts Krankenkasse der Hutmacher, Hutfournituren Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. und Filzwaren- Verfertiger Gewählt wird in folgenden Lokalen: Raabes Festsäle, Stolbergerstr. 23. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wernaus Festfäle, Schwedterstr. 23. Bökers Festsäle, Weberstr. 17. Graumanne Festsäle, Naunynstr. 27. Lehmanns Restaurant, Bülowstr. 59. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/48. Thiel- Rigdorf, Bergstr. 152. Volkshaus- Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Schellhase- Stegliz, Ahornstr. 15. Böhle- Spandau, Neumeisterstr. 5. Kaufhold Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße 18. Tempel- Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Hellwig- Köpenick, Schönerlinderstr. 5. Schmuk- Weißensee, König- Chaussee 38. Gehlhaar Tegel, Berlinerstr. 92. Zentral- Wahlbureau ist unser Bureau Engel- Ufer 15 I. Wahlleiter ist der Kollege Josef Hartmann. 121/18 Die Ortsverwaltung. in Berlin. Die am 29. April 1906 beschlossene 13. Statutenabänderung betreffend die Meldepflicht der Arbeitgeber und Entschädigung für Vorstandssizungen ist vom Bezirksausschuß am 12. Juni genehmigt worden. 27846 Die Mitglieder können den Wortlaut dieser Abänderungen bei den Herren Arbeitgebern sowie im Staffenlotai, Mendelssohnstr. 12, während den Kassenstunden in Empfang nehmen. Berlin, den 4. Juli 1906. Hermann Lent, Vorsitzender. Glück Man findet es in reichem Maße spielt man Lotterie bei Gustav Haase Neue Königstr. 86. Lose aller erlaubten Lotterien. ff. Pianino, Harmonium, 100 m., ev. Zeilz., Gerichtstr. 32, Dittrich. Thre Hühnerangen find samt Wurzel in 88/17 seit los, men die ben wellwenn berühmten Hühneraugentod Bosco" gebrauchen. Durchgreifende nie versagende Wirkung! Dauernder Erfolg! Verlangen und nehmen Sie aber nur, Bosco"! Dose 75 Pf., allein echt mit Kreuzband überall erhält, lich, sonst M. 1.- franto durch 0.Reichel, Berlin, Eisenbahnst.4. Theor. u. praktische Ausbildung zum Chauffeur. Programm kostenfrei. 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Bleistein, Friedrichstr. 16. für organisierte Fliesenleger gesperrt. Die Sektionsleitung. Lüderitz& Baner, Mauer Deutscher Holzarbeiterstraße 80. Fritsche- Baumbach, Schöneberg, Bahnstraße. H. Reiß, Lügomstr. 107/8. II. Schubert, Wilhelmstr. 121. C. Metschke& Co., Zimmerstraße 94. Utermöhle, Wagenfabriken, A. Schoß, Butttamerſtraße 19. Große Frankfurterstr. 137. Achtung! Achtung! Töpfer! Auf dem Bau Südende, Lichterfelderstraße, Ede Potsdamerstraße, des Töpfermeisters Franz Wengler, wohnhaft Südende, Stephanstr. 25, haben die Stollegen wegen rücksichts. loser Behandlung, schlechten Werkzeugs und sonstiger Mißstände die Arbeit niedergelegt. A. Schoß, Dessauerstraße. Schneider& Ziegler, Ritterstr. 76. Rickmann, Wilhelmstr. 121. Ad. Ludwig, Elisabeth- Ufer 5/6. Fleck, Nachf., Lübowstr. 87. Kämmerer, Kochstr. 67. C. F. Walter, Wallstr. 16/17. Rich. Gahl, Chauffeestr. 2e. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. Lotze& Sieler, Stochstr. 3. Ad. Wittenburg, Wilhelm straße 16. Xaver Kölle, Reichenbergerſtraße 36. Alle Genossen und Freunde der Organisation, machen wir darauf Die Kollegen werden aufgefordert aufmerksam, daß die Heimarbeit dies zu beachten. ( Bogen falzen von Streifarbeit) in Die ehemaligen Meister Paul übermäßiger Weise Platz gegriffen hat Hilprecht und Ludwig König arbeiten Wir bitten, die Hausbewohner auf weiter. das Verwerfliche ihres Tuns aufmerksam zu machen. Klavierarbeiter! Die Ortsverwaltung. Kartonarbeiter u. Arbeiterinnen! Kartonnieter! Verband. Begen Streit und Lohndifferenzen find gesperrt: Für Tischler, Polierer und Ma schinenarbeiter Wienecke, Grünauerstraße. Pieper, Bernauerstr. 80. Für Klavierarbeiter: Bell, Andreasstr. 32 u. Grüner Weg. Für Bautischler: Schubert, Kreuzbergstraße. Für Korbmacher: Stralauer Glashütte. Für Bürstenmacher: Der Junungsnachweis, Brunnens ftraße 154. Für Parkettbodenleger Die Firma Pompluhn, 3wischenmeister Betsch, Bau Niebuhr straße 76, Sieboltstraße, Barzelle 2. 85/ 1* Gesperrt sind für Einseker die Bauten der Firma Schubert, Streuzbergstr. 8. Tempelhof: Bau Andrzewski, Schönburgstr. 3, Friedrich Wilhelmstraße( Ede Moltkestraße). Bau Wallrath, Schönburgstr. 7, Moltkestraße. Bau Kelling, Ringbahnftr. 5. Bau Lolath, Ringbahnstr. 43. Mariendorf: Bau Schmidt, Chausseestr. 23b. Halensee: Bau Gronau und Graul, Joachim Friedrichstr. 4. Die Arbeit wird nicht eher aufgenommen, bis öffentlich durch die Pfandleihe, Brinzenstraße 63, Automobilführer! Jedermann Verbandsleitung be tanntgegeben wird, Dame verkauft dringend fünf täglich 8-8, Sonntags bis 2. 1667 wird schnellstens zu erstklassigem daß die Differenzen beigelegt find. Zimmer Nußbaummöbel, Federbetten, Kleiderspind Lehrpläne 196/ 18* Die Verbandsleitung. fauft Verwalter, Chauffeur ausgebildet. Stand 20 Mart, Dresdenerstraße 38, Palisadenstraße 95. 137/ 19* fostenlos. Glänzendste Erfolge. Auto138/ 6* Achtung! born II linte. technikum Berlin, Spichernitrage11/ 12. Achtung! Theater, Gefang-, geselligen Ver Zentralbobbin, fast neu, RingRohrleger! Zwei Helfer, die schon schiffchen 20,00. Jüdenstraße 47 II.* einen, Gewerkschaften usw. zur gefälligen Kenntnis, daß das Geschäfts- selbständig arbeiten, sofort unter Gutgehendes Milch-, Kolonial- buch pro anno 1907 erschienen ist" Rohrleger", Postamt 61. geschäft, viel Brot, Badware, frant und werden schon jekt VergnügungsBersilberer verlangt heitshalber jofort verkäuflich. Große abschlüsse angenommen. Wernaus Wolgasterstraße 3. Wohnung, Laden, billige Miete. Er Festsäle, Schwedterstraße 23/4. Schlossergeselle auf fragen Schweizer, Eberthstraße 26. Vereinszimmer für 50-60 Per verlangt Bleibtreustraße 3. Zuzug ist fernzuhalten. Metallbetten, zwei hochelegante, sonen zu vergeben. Tasche, Lorking- Schlofferlehrling verlangt Butower Vereinigung der Musikinstrumenten100,00, Ritterstraße 112 II. 138/3 straße 37. + 127* straße 6. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. * 27955 In der Kartonfabrik von Ad. Lesser, Krautstraße, sind tarifliche Differenzen ausgebrochen. Diese Betriebe sind gesperrt! In der Pianofabrit von Bell& Die Firma Aloys Suk, NeanderBiering, Co., Andreasstr. 32, haben jämt ist für Galanteriearbeiter und straße 4( Neanderhof) +127+ liche Stollegen wegen Lohndifferenzen Bauarbeit die Arbeit niedergelegt. 141/ 16* Arbeiterinnen wegen Differenzen 2787b 24/12 Die Ortsverwaltung. 27916 arbeiter. gesperrt. Berlin: Dranienstr. 24( Ausbau). Charlottenburg: Bau Manheimer, Neue Stantstr. 3. Suzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes. Nr. 153. 23. IahrMg. 2. KilU des Jowätle" Ctrlintt MM Donnerstag, 5. Juli 1906. 1 Prozeß uiege» Mutterinordes gegen Jordy. j Aus der tiorgcstngeu Beweisaufnahme ist die Aussage des Eendarmericwachkneisters Skrypalla- Rosenthal dahin zu er- ganzen: Als der alte Jordt> ihm mitteilte, daß er gegen seine Schwiegertochter Bedenken habe, eilte er dem Amtsborsteher Wille, der sich schon etwa-KX) Meter weit entfernt hatte, nach, teilte ihm die Aeußerung des Herrn Jordy mit und ersuchte den Amtsvorsteher Wille, der Kriminalpolizei in Friedrichsberg, Ivo sich die junge Frau Jordy aufhält, umgehend telephonijch Kenntnis zu geben, damit dort das Weitere veranlaßt werde, Der erste Zeuge in der gestrigen' Berhandlung ist der Vater des Angeklagte», Eiswerksbesitzer Gustav Jordy, Mit seinem Zeugnisverweigernngs- rechte bekannt gemacht, erklärt er nach kurzem Besinnen: Ich werde mein Zeugnis ablegen. Seine Antworten auf die Fragen des Bor- fitzenden gehen dahin: Er hat in dem auf seinem Eisgrundstück stehenden Eisenbahnwagen während der Eiserntezeit mit seiner Frau vollständig gewohnt und auch nachts dort geschlafen. In der kritischen Zeit war kein Frost. Die beiden alten Leute warteten auf Eis. Seines Wissens ist sein Sohn zum letztenmal zu Kaisersgeburtstag bei ihm gewesen und hat ihm geholfen. Am 3. Februar, Sonnabend,»ach- mittag ist der Zeuge etwa um 5 Uhr in Begleitung eines Knaben fortgegangen, um in dem nahe gelegenen Wilhelmsruh Besorgungen zu machen. Seine Frau blieb allein zurück. Bevor er fortging, fragte er noch seine Frau, ob sie nicht mitkommen wolle, da er viel zu tragen habe. Sie habe jedoch verneint, weil sie noch am Abend waschen wollte. Sie habe ihm zum Einkauf ein Zwanzigmarkstück ausgehändigt, welches sie von mehreren anderen nahm, die sie in ein Taschenmch eingewickelt in der Kleidertasche trug. Er habe sofort gesagt:„Wozu denn das Geld anreißen, es ist ja noch anderes Geld genug da!" Seine Frau habe deshalb das Zwanzigmarkstück zurückgenommen.— Vors.: Bei Ihrem Sohne ist später bekanntlich eine Geldsumme gefunden worden, welche in ein mit den Buch- staben „0. St." gezeichnetes Taschentuch gewickelt war. Meinen Sie, daß dies dasselbe Taschentuch ist, welches Ihre Frau im Besitz hatte?— Zeuge: Die Frage ist schwer zu beantivortcn; ähnlich war es ja, aber es gibt doch mehrere solche Tücher.— Vors.: Angeklagter, woher stammle denn eigentlich das Taschentuch?— A n g e k l.: Ich glaube, das hatte mir meine Frau gegeben, als ich mich von ihr trennte. Meine Tante wird bezeugen können, daß sie es mehrfach gewaschen hat. Die Ermordete führte das Regiment. Präs.: Zeuge Jordy, wie lebten Sie denn mit Ihrer Frau? Ihre Frau war wohl sehr forsch? Sie hat wohl die ganze Wirt- schaft geführt und hatte wohl das Regiment?— Zeuge: Jawohl, das war mich sehr gut.» Ich habe mit meiner Frau sehr gut gelebt. In früheren J>hren ist es wohl manchmal zu Streitigkeiten und auch Tätlichkeiten gekommen, das dauerte aber immer nur fünf oder zehn Minuten, dann hatte sich das Unwetter verzogen und es war alles wieder gut.— Präs.: Haben Sie denn Ihre Frau einmal mit dem Messer verfolgt? Zeuge: Darauf kann ich mich nicht besinnen. Meine Frau war kräftig und hatte vor mir keine Furcht. Ich war immer schwach auf den Beinen. Der Zeuge hat in Wilhelmsruh Einkäufe gemacht, ist dort von verschiedenen Personen gesehen worden und kehrte gegen 7 Uhr nach seinem Eisgrundstück zurück. Ihm fiel es sofort auf, daß, der Gewohnheit der Frau zuwider, der Umfriedigungszaun nicht verschlossen und der Hund— ein junger Leonberger— auch nicht von der Kette losgemacht war, sondern scheu tat und sich in seiner Hütte verkroch. Als der Zenge seine Frau erschlagen am Boden vorfand, hat er in höchster Erregung ihr die Bliye auf- gemacht, sich über sie gebeugt und vergeblich sich bemüht, noch ein Lebenszeichen von ihr zu entdecken. Voller Entsetzen ist er zu dem Schanklokal von Lichtenstein gegangen, um von dort aus nach der Polizei zu telephonieren. Bei der Berührung der Leiche mag er sich wohl die Hände mit Blut beschmutzt haben. Wie stand die Mutter zum Angeklagten? Präs.: Wie war. denn das Verhältnis Ihrer Frau zu dem Sohne?— Zeuge: Meine Frau hatte den Sohn immer sehr lieb und war ihm sehr zugetan.— Präs.: Sie war ihm wohl mehr zugetan als der Tochter?— Z e u g e: Ja.— Präs.: Sie hat ihn wohl auch manchmal mit Geld unterstützt?— Zeuge: Das mag ja manchmal vorgekommen sein, aber viel hatte sie nicht übrig.— Präs.: Mit der Schwiegertochter standen Sic wohl nicht so gut?— Zeuge: Nein, das war nicht möglich. Wir sahen bald ein, daß wir nicht zusammenpaßten. Sie wollte auch von meiner Frau immer etwas haben und darüber kam es wiederholt zu Streitigkeiten mit meiner Frack. Geldvcrhältnisse des Angeklagten. Nach Ansicht des Zeugen hat der Angeklagte, so lange er un- verheiratet war. schön etwas vor sich gebracht. Er hatte ein gutes Geschäft und verdiente gutes Geld, später zeigte eS sich, daß er im Winter wiederholt knapp an Geld war. Wenn der Angeklagte bc- Haupte, er habe im November IVOS, als er das Eisgeschnft verkaufte, 1200 M. gespart gehabt, so sei das wohl möglich; es könnte auch noch mehr gewesen sein.— Präs.: Der Sohn hielt wohl sehr zu Ihnen und die Schwiegertochter mehr zu ihren Eltern?— Zeuge: Wir haben den Sohn nicht beeinflußt. Manchmal haben wir ihm ja geraten, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, denn mit der Frau konnte er nicht auf einen grünen Zweig kommen. Angst der Ermordeten. Der Zeuge bekundet weiter auf Befragen: Das bei der Leiche gefundene� Beil' und der Hammer gehörten zu seiner Wirtschaft und wurden gewöhnlich etwas abseits aufbewahrt. Der Hammer wurde gewöhnlich zum Zerkleinern von Koks benutzt und ep ist wohl mög- lich, daß die Frau mit dem Hammer auch jetzt den Koks zerkleinert habe.— Präs.: Hat Ihnen Ihre Frau vielleicht einmal erzählt, daß der Sohn da gewesen sei und Geld von ihr verlangt habe?— Zeuge: Rein. Meine Frau war in letzter Zeit sehr ängstlich und 8 bis 14 Tage vor ihrem Tode sagte sie wiederholt, eS sei ihr immer so, als ob jemand ihr etwas tun wolle, als ob jemand um das Haus schleiche.— Präs.: Hatte Ihre Frau die Schwiegertochter einmal bezichtigt, daß sie ihr nach dem Leben trachle?— Zeuge: DaS hat sie ja wohl getan. Sie sagte: wenn mir etwas passiert, so ist sie damit im Spiele.— Präs.: Na. Ihre Frau war der Schwiegertochter nicht grün. War das vielleicht eine bloße Rederei von ihr? Alte Frauen schwatzen ja manchmal etwas in den Wind hinein.— Zeuge: Man kann es ja auch so auffassen, aber sie hat wohl nicht zu viel gesagt.— Präs.: Wie kommen Sie denn zu dieser Ansicht? — Zeuge: ES war ja noch nicht zwei Jahre her. als die Schwiegertochter meine Frau bei einem Streite mit einem Stück Eisen oder Schlagring so zu Boden schlug, daß sie sofort hätte tot sein können. Ich habe ja damals� ein Attest von einem Arzt ausstellen lassen und wollte Strafanzeige machen, aber unser Kriminal hat mir abgeredet.— Präs.: Wie war denn Ihr Sohn gegen seine Mutter?— Zeuge: Na, in letzter Zeit— er hat es wohl seiner Frau zu Gefallen getan— war er nicht ganz so, wie er hätte sein sollen. Aber im allgemeinen war er gut zu ihr.— Präs.: Ihr Sohn soll aber sehr häßliche Schimpfworte gegen die Mutter gebraucht haben.— Zeuge: Da- von habe ick> nichts gehört.— Präs.: Ihre Schwiegertochter soll ja einmal Ihrer Frau mit Gewalt einen Beutel mit Geld weg- genommen haben?— Zeuge: DaS geschah nur aus Scherz.— Staatsanwalt T o l k i: Wissen Sie, daß der kleine Junge Ihrer Schwiegertochter von dieser angehalten worden sei, zu beten, daß die Großmutter doch bald sterben möge? Zeuge: Das weiß ich nicht. Der kleine Junge soll eS gesagt haben.— S t a a t s a n w.: Haben Sie in der Zeit vom 27. Januar bis zum 3. Februar Arbeiter auf Ihrem Grundstück gehabt?— Zeuge: Nein.— Staats« n w.: Sic haben sich einmal dahin ausgelassen, daß Ihr Sohn zur Zeit, als der Mord stattfand, nicht so viel Geld haben konnte, als bei ihm gefunden wurde.— Zeuge: Das werde ich wohl nicht gesagt haben.— Präs.: Wie war denn Ihre Schwiegertochter zu ihren Kindern? Wie sind die Kinder von ihr behandelt worden?— Zeuge: Nicht gerade gut.— Prä s.: Manche Leute wollen wissen, daß die Kinder so schlecht be- handelt worden seien, daß sie vor Schmutz starrten.— Zeuge kann dies nicht sagen. Bert. Dr. Karl Löwenthal: Bewahrten Sie nicht auch einen Revolver im Wagen?— Zeuge: Ja wohl, der lag aber unberührt an seinem Platze.— Bert.: Einmal soll Ihre Frau Löhne im Wagen anstatt im Schuppen ausgezahlt haben, da soll ihr der Sohn Vorwürfe gemacht und gesagt haben: Wie könnt Ihr denn so leichtsinnig sein und hier vor allen Leuten das Geld hervorholen.— Zeuge erinnert sich eines solchen Vor- falles.— V e r t.: War die Leiche noch warm, als Sie sie fanden? — Zeuge: Ja wohl, sie war noch ganz warm.— V e r t.: Also muß die Tat unmittelbar vor Ihrer Heimkehr geschehen sein.— Woraus schätzen Sie denn nun eigentlich, daß Ihre Frau 800—1000 Mark in der Tasche hatte?— Zeuge: Ich werde doch wohl wissen, wie viel Geld da war.— P e r t.: Na. Ihre Frau wirtschaftete doch sehr selbständig. Haben Sic denn in das Taschentuch hineingesehen? — Zeuge: Nein.— Ihre Frau halte außer ihrem baren Gclde auch noch ein Sparkassenbuch über 1100 M., auf die Königsberger Sparkasse lautend, das Sie inzwischen abgehoben haben?— Zeuge." Ja wohl.— V e r t.: Ist Ihnen bekannt, daß Ihre Frau dein Söhne eines Tages das Spar- kassenbuch geben wollte, um es abzuheben, damit er für sie einen Grabstein besorgte? Der Sohn hat also Kenntnis von der Existenz dieses Buches gehabt und wußte auch, wo es lag.— Zeuge: Das ist richtig.— Verl.: Ist es auch richtig, daß ein- mal ein Strolch auf dem Eisgrundstück zu Ihrer Frau in den Wagen getreten ist und eine leere Flasche zu Schnaps vcrlqngt hat, daß dann Ihr Sohn hinzukam, den Strolch hinausschmiß und der Mutter sagte:„Wie kannst Du bloß solchen Menschen hineinlassen?"— Zeuge: Davon ist gesprochen worden.— V e r t.: Haben Sie denn überhaupt einmal ein mit„0. 8t." gezeichnetes Taschentuch bei Ihrer Frau gesehen? Wollen Sie sagen, daß das bei dem Auge- klagten gefundene Taschentuch Ihrer Frau gehörte? Zeuge: Nein, daß kann ich nicht sagen.— V e r t.: War Ihr Sohn ausschweifend? Man will sogar behaupten, daß Ihr Sohn Weibcrkneipen frequentierte.— Zeuge: Das ist ganz ans- geschlossen. Mein Sohn war sehr solide.— Hierauf wird der Arzt Dr. B o Is h a us e n vernommen, der in der Familie des An- geklagten ärztliche Hülfe geleistet hat. Er hat nichts beobachtet, daß die Frau des Angeklagten ihre Kinder schlecht behandelt habe. Anzeige vom Mord. Der Gastwirt L i ch t e n st e i n ist Inhaber eines Lokals in Reinickendorf. Am Abend des 3. Februar befanden sich in seinem Lokal nur wenige Gäste. Gegen 7 Uhr kam plötzlich sehr aufgeregt der alte Jordy in das Lokal und sagte:„Meine Frau haben sie erschlagen." Auf die Fraae des Vorsitzenden,' ob Jordy sen. blutige Hände' gehabt habe, erklärte der Zeuge, er glaube, daß dies der Fall gewesen war. Der Zeuge hat sofort an den Amtsvorsteher tele- phoniert, der kurze Zeit darauf mit zwei Beamten erschien.— Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. L ö w e n t h a I bekundet der Zeuge, daß vor Auffindung der Fußspur niemand anders das Grundstück betreten habe. Da die Vermutung austaucht, daß diese Fußspur von dem alten Jordy selbst herrührt, mißt der Sachverständige Zondervan auf Autrag des Verteidigers dessen Fuß nach. Der Schankwirt S ch e u n e m a n n bekundet als Zeuge folgendes: Am Abend des Mordes fei ein Arbeiter Hartmann in fein Lokal gckonimen und habe ihm erzählt, daß in Wilhelmsruh ein Mord passiert sei. Er habe den alten Jordy in Begleitung eines Jungen getroffen, der ihm erzählt habe, daß seine Frau erschlagen worden sei. Hartmann habe darauf mit einem Zehnmarkstück seine Zeche bezahlt und sei gegangen. Interessant ist es, daß der Zeuge auf Vorhalt des Rechtsanivalts Dr. Löwenthal bestätigte, daß der An- geklagte etwa 14 Tage vor dem Morde in seinem Lokale gewesen sei und beim Bezahlen mehrere Goldstücke etwa 100-200 Mark im Portemonnaie hatte. Der nächste Zeuge ist der Arbeiter Hartmann. Dieser wohnt in Wittenau und arbeitet« seinerzeit in Wilhelmsruh. Er bekundet als Zeuge, daß er am 3. Februar' zwischen>/; und 8/45 Uhr, von der Arbeit kommend, an dein Jordyschen Grundstück vorbeigegangen. Auf dem Feldwege habe er den alten Jordy getroffen, der ihm von dem Morde erzählt habe. Er lZenge) habe sich nicht weiter darum bekümmert, sondern sei zum„Budiker"(Schcnneinann) gegangen, dem er hiervon Mitteilung gemacht habe. Am Sonntag sei er wieder bei Scheunemann gewesen. Er soll hierbei noch gesagt haben, es sei gut, daß er in dem Lokal bei ihm gewesen sei, sonst wäre er vielleicht auch noch in Verdacht geraten. Der Bildhauer L i ch t e n st e i n bekundet, daß der alte Jordy sich in dem Lokale seines Bruders in Reinickendorf die blutigen Hände an den Hofen abgewischt habe. Er sagte hierbei, er habe sich beim Hochheben seiner getöteten Frau die Hände mit Blut besudelt. Vernehmung der Ehefrau des Angeklagten. Vom Vorsitzenden auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht aufmerksam gemacht, erklärt sie: Ich will aussagen. Die 20 jährige Frau Lisbeth I o r d y bekundet auf Befragen des Vorsitzenden folgendes: Sie sei seit 7 Jahren verheiratet, die Ehe sei jedoch als nicht gut, aber auch als nicht schlecht zu bezeichnen. Mit den Schwiegereltern habe sie sich nie recht vertragen können. Außer ihrer Einrichtung habe sie nichts in die Ehe gebracht. In dem Geschäft ihres Mannes habe sie stets geholfen, ebenso hatte sie viel zu tun, als ihr Mann das Grundstück für 2500 M. gekauft hatte. Hier hatte sie sehr viel Vieh zu versorgen. DaS Eis- gcschäft ging sehr gut, so daß sie noch viel Geld hätten sparen können. Die Zeugin bekundet weiter: Wir haben uns verschiedene Male getrennt; als er das Eisgeschäft verkaufte, waren wir noch beisammen. Der Grund zum Verkauf lag darin, daß mit den Schwicgereltcn fortwährende Streitigkeiten entstanden. Damals war mein Mann, der immer sehr sparsam war, meinem Vater nichts schuldig. Ob mein Mann zu dieser Zeit etwas Spargeld hatte, weiß ich nicht. Das Schankgeschäft ist unter Beihülfe meines VaterS gekauft worden. Wir behielten es etwa dreiviertel Jahr. Das Geschäft ging sehr gut. Es wurde verkauft, weil der Verdienst zuletzt etwas nachließ, auch Streitigkeiten mit den Eltern eintraten. Nach dem Berkauf des Geschäfts unternahmen wir zunächst nichts, sondern lebten von dem vorhandenen Gelde. Wir überwarfen uns dann und gingen am 1. Dezember auseinander. Verhalten zur Schwiegermutter. Vors.: Sie sollen zu Ihrer Schwiegermutter sehr häßlich gewesen sein?— Zeugin: Nur wenn ich Veranlassung hatte.— Vors.: Sie sollen sie eimnal sogar geschlagen haben, sodaß sie hin- fiel?— Zeugin(weinend): Das war in der Empörung, weil meine Schwiegermutter behauptete, ich hätte den Kindern etwas eingegebcm um sie los zu werden.— Der Vater Jordy wird nochmals Morgerufen und bekundet, daß seiner Meinung nach dieser Streit wegen eines Eisschuppens entstanden sei, den sein Sohn bczw. die Zeugin für sich beanspruchte.— Vors.: Der Angeklagte behauptete, daß er sich, als er Ihnen beim Umzüge half, den Finger verletzt habe.— Zeugin: DaS ist richtig!— Vors.: Wissen Sis etwas von dem Taschentuch, gezeichnet 0. 8t.? Zeugin: Ja, ei» solches hatte ich im Besitz. Auf weiteres Befragen erklärt die Zeugin, daß sie in dem Speditionsgeschäft ihres Bruders beschäftigt sei und sich am 3. Februar, nachmittags, teils im Bureau, teils auf dem Güterbahnhof Frankfurter Allee aufgehalten habe. Am 1. und 2. Februar habe sie ihr Mann besucht, am 3. nachmittags hat sie ihren Mann nicht gesehen. Das Auffinden von den 000 M. in Gold sei gar nicht auffällig, ihr Mann hätte sogar noch mehr Geld habe» müssen.— Staatsanwalt T o l k i: Weswegen ist denn die Trennung erfolgt.— Zeugin: Mein Mann ist von mir weg- gezogen. Er hat sehr an mir gehangen, aber meine Schwieger- mutter war eine sehr eigentümliche Frau.— Staatsanwalt: Sie haben einmal gesagt, daß Sie mehr an Ihren Eltern hingen?— Zeugin: Nein, ich habe stets mehr an meinem Manne gehangen.— Staatsanwalt: Sie sagen, Sie haben bei Ihrem Manne Geld gesehen. Sie wissen aber doch wohl, daß Ihr Mann Ihrem Vater Geld schuldete und dieser ihn verklagt hatte und ihn hatte pfänden lassen. Warum haben Sie denn Ihrem Vater nicht gesagt, daß Geld vorhanden sei?— Zeugin: Wie ich noch mit meinem Manne zusammen war, hatte noch keine Pfändung stattgefunden.— Staatsanwalt: Sie haben einmal geäußert, daß Ihre Schtviegermutter sehr mißtrauisch tvar und deshalb nicht zu Ihrer Hochzeit gekommen war.— Zeugin: Das ist richtig. Wir. hatten eine sehr große Hochzeit gemacht, die Schwiegermutter ist aber nicht mitgekommen und hat dabei gesagt, daß inzwischen ihr Geld und ihre Betten gestohlen werden könnten.— Zur Charakteristik des Verhältnisses der Zeugin zu ihrer Schwiegermutter gelangt ein Brief an die Schwiegermutter zur Verlesung, den die Zeugin wenige Tage vor dem Morde ge- schrieben hat. Der Brief enthält durchweg schwere Vorwürfe gegen die Schwiegereltern, insbesondere gegen die Schwieger- mutter. Sie behandelt darin das Thema der Ehescheidung, die ja von den Schwiegereltern so sehr betrieben werde. Sie wünsche auch nichts sehnlicher, als von ihrem Manne getrennt zu leben und dieses unerträgliche Dasein zu ändern. Die „lieben Eltern" hätten immer nicht genug, sie hätten sich durch Schiebung nun das Grundstück und alles angeeignet, was sie sich mit ihrem Manne mühsam erworben. Dieses Verfahren werde ihnen keine Seligkeit einbringen. Ihr Mann habe leider immer mit seiner Mutter gehalten. Sie werde dafür sorgen, daß ihr Junge nicht in die Fußtapfcn seiner Großeltern tritt, denn dann würde nichts aus ihm. Sie verlangt schließlich in dem Brief für den Eisenbahnwagen, den sie als ihr Eigentum inAnsprnch nimmt, 100 M. Mit diesem Gelde wolle sie dann die Scheidung einleiten. Der Brief endet damit, daß sie der Schwiegermutter in Aussicht stellt: sie werde noch einmal da enden, wo ihr Vater ge- endet habe— im Jrrenhause.— Vors.: Mit dem Munde scheinen Sie also nicht sehr zurückgehalten zu haben. Es wird auch be- hauptet, daß Sie nicht sehr sparsam gewesen seien.— Zeugin: DaS ist durchaus falsch.— Staatsanwalt T o l k i: Hat Ihr Mann Ihnen nicht einmal einen Brief geschrieben und Sie inständigst ge- beten, wieder nnt Ihnen zusammen zu leben?— Zeugin: Solche Briefe hat er mehrfach geschrieben.— Staatsanwalt: Sie haben gewußt, daß Ihre Schwiegermutter in der Rocktasche Geld bei sich trug?— Zeugin: Das wußten sehr viele Leute.— S t a a t s a n w.: Ist es richtig, daß Sie jetzt vor 14 Tagen in der Nähe des Tatortes auf Roscnthaler Gebiet waren? Sie sollen dort gesehen worden sein?— Zeugin weiß nichts davon. Sie hat nur einmal ihre Mutter nach dem Bahnhof begleitet. Auf Fragen des Verteidigers antwortete die Zeugin, daß ihr Mann am 1., 2. und auch am 3. Februarn- pliziert. Auch für die Stadt Spandau selbst sei � etwas erreicht worden, indem nach vielen Petilionen der Stadt und persönlichen Vorstellungen zun» Erstenmal 30 000 M. in den Etat als Zuschuß zu den Kommunallasten eingestellt worden sind. Sei auch die Summe klein und nicht den Wünschen der Stadt ensprechend, so sei doch wenigstens ein Anfang gemacht worden; hoffentlich würde die Summe später erhöht werden. Seit vorigem Jahre habe der Neue Wahlverein seine Tätigkeit auch nach außerhalb entfaltet und es sei ihin gelungen, in Staaken und Falkenhagen- Seegefeld Zweigvereine zn gründen; wenn der Verein so fortfahre, dann würden wir es bis zur nächsten ReichstagSwahl hoffentlich so weit gebracht haben, daß wir in allen größeren Ortschaften Zweig- vereine hätten, die mit uns zusammen den gemeinsamen inneren Feind nicht nur bekämpfen, sondern bei der Reichstagswahl im Jahre 1003 auf der ganzen Linie schlagen werden. Ganz Deutschland sieht aus diesen Wahlkreis, in welchem unser Kaiser und die ganze kaiserliche Familie ihren Wohnsitz hat, und die Sozialdemokraten werden alles aufbieten, gerade diesen Kreis für sich zu erobern. Redner forderte alle nationalen Parteien des Kreises auf, zu- sammeuzuhalten und gemeinsam die Sozialdemokraten zu be? kämpfen." Datz Herr Pauli bei all seinem Bemühen, die Interessen der Beamten und Arbeiter der königlichen Institute zu vertreten, auf einem toten Punkt angelangt ist, ist sicher ein Symptom, was für die Arbeiterinnen und Arbeiter von besonderer Bedeutung ist. „B e i dem„Geduld haben, lveil der Apparat zu kompliziert i st", scheinen die Arbeiterinnen und Arbeiter der königlichen Institute bald ungemütlich zu werden; auch ihnen kommt znit der Zeit zum Bewußtsein, daß wenn sie sich auf Herrn Pauli und den konservativen Wahlverein verlassen sollen, sie verlassen genug sflrd. Indes scheint dem guten Mann bereits das Feuer unter den Nägeln zu brennen, was aus seiner Aufforderung, mit aller Kraft für die nächste ReichstagSwahl tätig zu sein, klar und deutlich hervorgeht._ Vermilebtes. Bon dem Riesenbrand in Hamburg erhalten wir von unserem Korrespondenten nachfolgende Schilde- rung: Wie schon mitgeteilt, ist einer der stolzesten Monumentalbauten Hamburgs, big Große Mchaclskirche, durch Feuer total zerstört werden. Ferner sind bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt zwölf Häuser, darunter das große Warenhaus von Braun, während 30 Häuser an den Dächern und zum Teil auch in den oberen Stock- werken stark beschädigt sind. Sehr groß ist der Mobiliarschaden, da die Bewohner der umliegenden Straßen ihre Wohnungen verlassen muhten, ohne viel retten zu können, weil schon etwa eine halbe Stunde nach Ausbruch des Feuers in der Kirche der brennende Turm auf die meist aus Fachwerk bestehenden und aus dem 18. Jahr- hundert stammenden Häuser niederzustürzen drohte. Kurz nach 3 Uhr stürzte der Turm in sich zusammen, viele brennende Balken fielen auf die Häuser an der Englischen Planke, die Häuser 2 bis 0 und 12 bis 18 in wenigen Augenblicken in Brand setzend. Erst jetzt, nach Sturz des Turmes, war es den Löschmannschaften mit ihren zn>ölf Dampfspritzcn möglich, das Feuer planmäßig zu bekämpfen. Von der Wasserseite beteiligten sich mehrere Löschdampfer an der Bekämpfung des entfesselten Elements. Um 7 Uhr abends hatte man das Feuer in der Gewalt; noch jetzt sind mehrere Züge mit Löscharbeiten beschäftigt. In den alten Häusern brach das Feuer so schnell aus. daß nur anit großer Mühe die älteren und kranken Leute aus ihren Gelassen gebracht werden konnten, wobei sich herz- zerreißende Szenen abspielten. Leider sind viele Familien nicht versichert, so daß sie völlig blank und mittellos dastehet». „höchste Beamte Hamburgs", wie der Türmer, der Feuerwehrimann Bänerk, scherzweise genannt wurde, hat sein Leben eingebüßt, nach- dem er noch die Nachricht von dem Brand tclcgraphisch übermittelt hatte; er war 32 Jahre im Dienst. Die Gerüchte von weiteren Mcnschcnvcrlusten haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Dagegen sind viele Feuerwehrleute und viele andere Personen durch herab- fallende brennende Balken und andere Gegenstände mehr oder minder erheblich verletzt worden. Der durch das Feuer entstandene Schaden beträgt viele Millionen, hat doch allein der Bau der Kirche zwei Millionen Mark erfordert. Jetzt würde der Bau sicher das doppelte kosten._ Die Genickstarre im Ruhrfiecken. Die beiden Kinder. Mädchen im schulpflichtigen Alter, welche dieser Tage aus der Bürgermeisterei Hamborn in das Krankenhaus zu Schmidthorst eingeliefert waren, sind der tückischen Krankheit er- legen.— Seit kurzem weilen zwei Aerzte, wovon der eine Oesterreicher ist, auf eigene Kosten im Reviere, um Studien zu machen zur Erforschung des Krankheitserregers der Genickstarre. Sie sind auch zu dem Zwecke eine Schicht auf Zeche Neumühl eingefahren. Dort unten wollen sie eine merkwürdige Entdeckung gemacht haben. Sie wollen nämlich festgestellt haben, daß die Bergleute die Träger des Bazillus der Genick st arre seien. Und zwar soll der Bazillus durch die Atmungsorgane, besonders durch die Nase, in das Gehirn gelangen, von wo er seinen Weg in das Innere des Menschen findet. Vorläufig wird man den„Feststellungen" der beiden Aerzte skeptisch gegenüber stehen müssen. Allerdings kämen diese� den Behörden in den in Frage kommenden Ortschaften sehr zu passe, indem sie geeignet sind, die Ausinerksamkeit von den elenden Zuständen der Straßen und Wege in den Werkskolonien ab- und auf ein anderes Gebiet hinüberzulenken. Auf den weiteren Verlauf der Untersuchungen darf man jedenfalls gespannt sein. � Inzwischen ist ein zweijähriger Knabe aus Fahrn, Bürger- meisteret Hamborn, am 3. Juli im Krankenhause Schmidthorst an der Genickstarre gestorben. Am gleichen Tage wurde ein anderes Kind aus B u s Ä h a u s e n, in vcrselben Bürgermeisterei belegen, als an der Genickstarre erkrankt, dem gleichen Krankenhause über- geben. Beide Kinder entstammen Bergmannsfamilien. Auf wen die Holländer stolz sind. Eine statistische Spielerei, die aber des öffentlichen Interesses nicht ganz, entbehrt, hat eine holländische Vereinigung vorgenommen. Es wurde die Frage gestellt, auf wen die Nation wirklich stolz sein könne? wobei man fünf Männer und fünf Frauen auszuwählen hatte. Abgegeben wurden 30 245 Stimmen, die sich auf 016 nieder- ländische Bürger verteilen. Für die Frauen marschierte die Königin Wilhelmine an der Spitze, ihr folgt die Königin- Mutter; sodann erhielten die meisten Stimmen: Frau Alette Jacobs, die erste niederländische Frau, welche die Universitätsbildung durchmachte; Fräulein_ de Savornin- Loh- man, eine Schriftstellerin und schließlich unsere Genossin Roland-Holst, die bekannte Verfasserin des Buches„Ueber den Generalstreik".— Das Resultat bezüglich der Männer ist fast noch interessanter. Hier marschiert der frühere Ministerpräsident Kuhper mit 20 465 Stiinmen an der Spitze, ihm folgen: der Maler Josef Israel, der Schauspieler Louis Böuwmeester und der General van Hentsz, Gouverneur von Indien und der sozialistische Führer Genosse Troelstra, der den Demokraten Treub und den Anarchisten Domela Nieuwenhuis in der Stimmenzahl weit hinter sich zurück- läßt. Recht ansehnliche Ziffern vereinigen dann noch die Genossen Henry Polak, der Organisator der Diamantenarbeiter und der Kritiker Daniel de Lange._ Eisenbahn-Unfall. Breslau, 4. Juli. Auf Bahnhof Jdaweiche fuhr heute znvrgcn 6N Uhr der Personenzug Nr. 011 einer Rangierabveilung in die Flanke, wobei fünf Güterwagen entgleisten. Von den Passagieren ist niemand verletzt; ein Bremser aus Gleiwitz ist leicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Der Verkehr ist nicht unterbrochen. Potsdam. Die Kronprinzessin ist gestern von einem Knaben entbunden. Darauf wurden die üblichen 101 Kanonenschüsse ab- gefeuert.'._ Berliner Marktpreise. Aus dein amtlichen Bericht der städtischen Marlthallcn-DireNion. Rindfleisch la 65-68 pr. 100 Pfund, Na 58—84, Nla 53-56, IVa 46-51, engl. Bullen. 0,00, dän. Bullen- 0,00. Holl. Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppclländer 100—110, la 82—88, IIa 72-80, Nla 60-70. Hammelfleisch la 72-76, Na 62—70. Schweinefleisch 60—66, Kanülchen per Stück 0,30. Hühner, alte, Stück 1,80—3,55, junge, per Stück 0,70—0,90. Tauben, junge 0,35—0,56, alte 0,27. Enten, prima, p. Stück 1,60—2,25, Hamburger, junge, per Stück 2,00—3,00. Gänse, junge, per Psd. 0,58—0,65, per Stück 3,00 bis 4,00. Hechte 85—98. Schleie 73—81. Bleie 0,00. Aale, groß 130—134, mittel 114—125, klein 0,00, uns. 90—110. Plötzen 0,00. Flundern, pomm. I, p. Schock 3,00—6,50. Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—4, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, engl, per Wall 4,50—5. Kieler 2— 4,50, Stralsunder 5-« Aale, groß p. Psd. 1,10—1,30, mittel 0.80-1.00. kl. 0,50 bis 0,60. Sprotten, Kieler, 2 Wall 0,00, Elb- per Kiste 0,00. Sardellen, lg02er, per Anker 85,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Vollheringe 1905 0,00, largo 40—44, füll 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Mattes, per 2/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 6,00. Krebse. per Schock, mittel 0,00, kleine 4,00, unsortiert 6—14,50. Galizier, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 3—3,30, srische 0,00. Butter per 100 Pfund, la 109, IIa 103—106, ifia 100—103, ab» fallende 95—100. Saure Gurken, Schock 4,50—5,00, Pfeffergurken 4,50—5,00. Kartoffeln per 100 Psd. mag», bon. 0,00, rote Dabersche 2,10— 2,25, runde weiße 1,80—2,10, hiesige blaue 3,50,-4,50, neue hiesige 2,25—3, neue Zcr bster 3—3,50. Spinat, per 100 Psund 8— 10. Karoten per Schock 2,50 bi» l.iK). Kohlrabi, per Schock 1,00—1,50. Rettig, bayr., per Schock 2,40-4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 0,00. Radieschen, per Schock-Bd. 0,60—0,70. Salat, per Schock 1.00—1,25. Bohnen(grüne), per 100 Psd. 38—45. Schoten hiesige, per 100 Psd. 5—12. Psefferlinge per Pfd. 0,30—0,35. Mohrrüben per Schock-Bd. 2,50—3,50. Blumenkohl per Mandel 1,50—2,50. Wlrsingkohlpev Mandel 1,00—2,00. Steinpilze per Psd. 0,33. Teltowcr Rüben per Psd. 0,22—0,25. Stachelbeeren per Pfd. 0,10—0,14. Kirschen, ital, 100 Psd. 0,00. Natten. Werdersche 22-24. Wcrderschc Glas- 10—14. Natten, ungar. 30—35, do. 4—12, do. sauere 18—22. Himbeeren, Werdersche per 100 Psd. 27—30. Blaubeeren per Psd. 0,12—0,15. Erdbeeren, hall, per 100 Pfd. 26—28, Garten- per Psd. 0,45—0,50, Hamburger 0.20—0,30, hiesige 0,15—0,29. Wald- per Psd. 0,40—0,55. Pflaumen, ital. lange, per 100 Psd. 18—30. Zitronen, Messina, 300 Stück 14,00-16,00. 360 Stück 11,00-16,00, 200 Stück 7,00-12,00, 4M Stück. Nein 7,00. «SttternnaSüberstcht vom 4. Juli 1906, morgens 8 Ilhr. Stationen Swliiemde. Hamburg Berlin Franks.a.M München Mc» «£ £ 3 B« Setter B» S C ä U §? H& 767 SO 766 O 766 SO 764 NO 763 SO 764 SO 2 Regen 2 wolkig 2 bedeckt 2 bedeckt 1 wolkig 2 wölken! Stationen A c c 3 äs aparanda 766 SW eicrsburg-768NO Scilly Aberdeen Paris 766 N 768 NNO 763 OSO Weller (9 95 » II S* M L, 2!halb bd. Ibedeckt 2 halb bd. Ibedeckt 1 wolkig 12 15 14 11 18 Wetter-Proguose für Donnerstag, den 5. Juli 1906. Ziemlich warm und schwül bei schwachen südöstlichen Winden, vcränder, licher Bewölkung und etwas Neigung zu Gewittern; nachdem etwas kühler. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 3. Juli Elbe bei Ausfig-st 1,01 Meter, bei Dresden— 1,31 Meter, bei Magdeburg-st 1.42 Meter.— U n st r u t bei Straußsurt-st 1,35 Meter.— Oder bei Ratlbor-st 1,30 Meter, bei Breslau Oberpegel-st 5,18 Meter, Bei Breslau Unterpegel— 0,60 lllleter, bei Frankstirt-st 1,76 Meter.— Weichsel bei Brahemünde-st 3,44 Meter. — Warthe bei Pojen-st 0,8? Meter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 5. Juli. Anfang 7 Uhr. Neues Operntheater. Der Trouvavour. Anfang 8 Uhr: Berliner. Sherlock Holmes. Lessing. Die lustige Wittwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwit- Oper: Die Afrikanerin. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- Theater). Das Glück im Winkel. Komische Oper. Hoffmanns Gr zählungen. Lustspielhaus. Unsere Käte. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Carl Weiß. Sündige Liebe. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Bassage. Willy Brager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Sherlock Holmes. Morgen und folgende Tage: Sherlock Holmes. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Donnerst.: Gastspiel E. Ischierdo: Der Troubadour. Freitag: Gastspiel Lilli Lehmann, Georg Maikl: La Traviata. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Keine Vorverkaufsgebühr.) Anjang 8 Uhr. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: ,, Unsere Käte". Sommerpreise: Part- Fauteuil 3,20. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. 3um ersten Male: Berlin im Omnibus. Burleske in 2 Bildern. Für Berlin bearbeitet von Leopold Ely. Im zweiten Bilde: Der große Omnibus- Trick unter Mitwirtung der Pantomimen Gesellschaft James Price vom Folies- Bergères in Paris. Dazu der große Spezialitätenteil. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Sündige Liebe. Wie. W We Urania Taubenstr. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: W ährend unserer langjährigen Praxis haben wir stets unsere Cigaretten der schärfster Kritik sachverständiger Kenner unterworfen, Die meisten Kritiker mit ausgebildetem Geschmack, deren. Urteil über feine türkische Cigaretten als absolut massgebend zu betrachten ist, haben unsere Cigaretten wir können dies ohne Selbstüberschätzung behaupten, da unsere offenkundigen Erfolge dies als Thatsache feststellen lassen stets als hervorragend gut bezeichnet. Wir haben jedoch forts während nach noch grösserer Vollkommenheit unserer Erzeugnisse gestrebt und jedes neue war besser als die früheren und wenn wir jetzt behaupten, dass JOSETTI CIGARETTEN in ihrer heutigen Vervollkommnung das höchst erreichbare, was feine Qualitäts- Eigenschaften bestet türkischer Cigaretten anbelangt, in sich zusammenfassen, sprechen wir nicht nur unsere eigene Meinung, sondern auch das sachverständige Urteil der besten Kenner aus. Diese haben unsere früberen Erzeugnisse wegen den einen oder anderen Qualitäts- Eigentümlichkeit bevorzugt, Heute stellen Josetti- Cigaretten die vollendete Zusammenstellung und Vervollkommnung aller dieser Qualitäts- Eigentümlichkeiten dan Josetti Josetti Juno 10 St. 20 Pfg. Josetti Griseldis 10 St. 30 Pfg. Verpacken feiner türkischer Tabake for Josetti- Cigaretten Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwitz- Oper. Donnerstag, abends8uhr: Das Glück im Winkel. 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Elite- Sensations- SpezialitätenJuli- Programm. 1. a.: Karl Braun, der beste deutsche Verwandlungsschauspieler. Anfang 4 Uhr. Eröffnung 2 Uhr. Entree 30 Pf., numer. Platz 50 Pf. Billettvorverkauf 10-1 Uhr. Passage- Theater. Heute das glänzende Spezialitäten- Programm. Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Bf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Varadi- Duett. Rebusa, Dressurnummer. Die Einbrecher von New York, Bant. The Piccad. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plat 50 Pf. Reichshallen. Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn: 1, 2, 4, 17, 59, 62, 63, 74. Täglich: Spezialitäten und ΤΙΜ Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. 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Fröbels Allerlei- Theater Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Schönhauser Allee 148. Konzert, Theater, Spezialitäten, Täglich: Ball. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Voltsbelustigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Berlin, wie es lebt u. liebt. 3 von Lindener. Pf. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Tortajada, spanische Tänzerin und Sängerin. Miß Orford mit ihren dressierten Elefanten. Catherine Bartho, Tänzerin. Eugenie José, Lebende Bilder. Troba, Jongleur. Mlle. Farfalla, Paris. Soubrette. Paulinetti& Piquo, kom. Reckturner. Imro Fox, Illusionist. Frank Kern m. Hund ,, Bolzen". Die Sleedes,„ Das geheimnisvolle Haus". Creo Bros, komische Akrobat. La Bérat, Phantasietänzerin. Der Biograph. Am 15. Juli findet die letzte Vorstellung in dieser Saison statt. Kottbuser Sanssouci.Straße 4a. Der Garten ist eröffnet. Sonntg., Montg.Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Neu! Studentenstreiche. Entr. 30 Bf., num. Pl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 8 U. Jm Borgart.: Freikonzert. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. 6stbahn- Park Etablissement Buggenhagen Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71 Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch Spezialitäten- Vorstellung. Ditto. Sonnabend: Freitanz. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW