Nr. 160. nbonnementS'Bedlngnngen: WonnementS- Preis pränumerando i Biertcljährl. 3.30 Ml, monall. 1,10 Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei WS Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer niit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dänemark. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrg. Crtdjeint lzglich auDer Montag». Verlinev Volksbwtt. 0>e Inseftionz-Leblsftf beträgt für die sechZgespaltene Kolonel» zeile oder deren Raum 50 Pfg, für politische und gewerlschaftlichc Vereins- und VersamnilungS-Anzeigen 30 Pfg. „Hleine Anreizen", das erste(fett- gcdrullte) Wort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzcigcn daS erste Wort 10 Pfg,. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte Inserate für die nächste Nummer nlüssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition isl bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „Sozlaldcnolirat Btrllo". Zentralorgan der rozialdemokrattfcben Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstrasse 69. Aeriisprcchcr: Amt FV. Nr. 1983. Freitag, den 13 Juli 1903. Expedition; SÄl. 68, Lindenetraese 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. öuertreibmien. Die Frankfurter„Volksstimme" veröffentlichte kürzlich eine Zu- fchrift, betitelt„Zeutralisation und Zersplitterung— eine deutsche Parteifrage". Im Anschluß an die Organisationsbestrebungen für die Provinz Brandenburg wird dariit der Berliner Arbeiterbewegung „überspannte Zentralisation" und unter Bezugnahme auf gewerk- schaftliche Vorgänge„Zersplitterung und Disziplinlosigkeit" vor« geworfen und die Partei zur Abhülfe gegen„geistige und physische Schwächung der Arbeiterbewegung" aufgerufen. „Ueberspannte Zentralisation" und noch viel Schlimmere? will der Verfasser jener in Frankfurt erschienenen Klagen bei dem Organisationsplan für die Provinz Brandenburg entdeckt haben. Wie steht es damit? Die Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg hat seit Jahren die Vorlegung eines Organisationsstatuts für die Provinz Brandenburg für wünschenswert erklärt. Die im Jahre 1904 zwecks Ausarbeitung und Vorlegung eines solchen Statuts von der Provinzialkonfercnz eingesetzte Kommission legte im vergangenen Jahre Anträge vor, die unter Anlehnung an die durch die Praxis erprobten Verhältnisse und an das in Jena beschlossene neue Parteistatut ver- schiedene Satzungen vorschlugen. Ihr Hauptinhalt war: Organisation der einzelnen Wahlkreise, Förderung der Agitation auf dem Lande durch die Agitationskommission für die Provinz und Anbahnung eines Bezirks- Verbandes der Provinz Brandenburg. Der Kommissionsentwurs wurde von der am IS. Oktober 190S abgehaltenen Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg gutgeheißen und gleich- zeitig die Agitationskommission beauftragt, mit Vertretern aller 26 Kreise in Verbindung zu treten, da« mit ein Bezirksverband der Provinz Brandenburg Einschließlich Berlin) geschaffen und ein Entwurf der nächsten Provinzialkonfercnz vorgelegt werde. Dieser Kommission wurde auch ein Antrag des Kreises Brandenburg als Material mitüberwiesen, der Vorschläge für eine Organisafton der 26 Kreise enthielt. Die von der Provinzialkonferenz eingesetzte Kommission hat ihre Vorarbeit in zwei Lesungen, zwischen denen die Beratung der Vorschläge in den einzelnen Kreisen lag, erledigt. In beiden Sitzungen ist mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit eine Vorlage für die Provinzialkonferenz gutgeheißen worden, deren Grundzüge nachstehend skizziert sind: Die achtzehn Kreise der Provinz Brandenburg schließen sich unter dem Namen„Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine der Provinz Brandenburg" zu einen, Verband zusammen, der mit dem Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine von Groß- Berlin ein Kartellverhältnis bildet. Aufgabe des„Verbandes der sozialdemokratischen Wahlver- eine der Provinz Brandenburg" ist: die Förderung aller gemeinsamen Parteiinteressen der 18 Wahlkreise, und zwar durch Vorbereitung aller Wahlen und Aktionen, an denen die Partei beteiligt ist, Ver- anstaltung von Versammlungen und Herausgabe von Flugblättern, die gemeinsamen Parteiinteresseu dienen, und die Kontrolle der drei Parteiblätter„Märkische Volksstimme".„Brandenburger Zeitung" und„Fackel". Der alljährlich zu wählende Vorstand dieses Verbandes der 18 Provinzkreise setzt sich aus je einem Delegierten der 18 Wahl- kreise, aus je einem Mitgliede der Preßkommission der„Märkischen Volksstimme" und der„Brandenburger Zeitung" und aus einer elf« köpfigen von Groß-Berlin zu wählenden Agitationskommission zusammen. Dieser Vorstand wählt einen geschäftsführenden Ausschuß, welcher gemeinsam mit der Agitationskommisfion die Geschäfte leitet und monatlich mindestens einmal tagt._ Alljährlich vor dem deutschen Parteitag findet eine Pro- vi nzial- Parteikonferenz statt, zu der jeder Zentral- wahlverein bis drei Delegierte entsenden kann, außerdem haben Sitz und Stimme der geschäftsfiihrende Ausschuß der Provinz Branden- bürg, die Agitationskommission, der Aktionsausschutz Berlin sowie Abgeordnete und Kandidaten der Kreise. Aufgaben der Provinzial« Parteikonferenz sind: Entgegennahme des Jahresberichts der Agitationskommission und Preßkommission. Beschlußfassung über Parteifragen und gemeinsame Aktionen. Die Parteigeschäfte in denKreisen werden von den Kreiswahlvereinen selbständig geregelt, wo das aus eigener Kraft nicht möglich ist. mit Hülfe der Agitationskommisfion. So die Grundzüge der neuen Organisation. Die Borberatungen über diesen Entwurf waren ebenso wie die auf den Provinzialparteikonferenzen vorgetragenen Organisationsfordemngen von dem lebhaften Wunsch getragen, eine Organisation zu schaffen, die unter Ausbau des in der Praxis Erprobten die Ver« breitung der sozialdemokratischen Ideen in der Provinz und die Organisation der einzelnen Kreise fördert. Soweit eine Organisation allein diese Zwecke sördern kann, dürfte der in der Vorberatung von alten Praktikern vorgeschlagene Weg dies Ziel zu erreichen vermögen. Keiner der mit der Borberatung beauftragten Parteigenossen würde gegen einen Vorschlag sein, der für die Agi« tation und Organisation zweckdienlicher wäre. Gegenüber dem obigen Kartellverhältnis wurde in den Vorbesprechungen und in der Provinzpresse vorgeschlagen, die sämt- lichen 26 Wahlvereine zu einem Verband nach Art des Verbandes von Groß- Berlin zusammenzuschließen. Gegen solchen Vorschlag wurden die polittschen und wirtschaftichen Verhältnisse der einzelnen Kreise angeführt. Von den 18 Landkreisen dürften höchstens 4 Kreise als solche anzusehen sein, die ihre Agitation selb- ständig zu betreiben vermöchten, und auch bei diesen sei hin und wieder tatkräftige Unterstützung durch Groß-Berlin nicht ganz zu entbehren und stets in opferwilligster Weise geleistet worden— eS sei an das durch Entsendung von Hülfskräften und Zahlung erheb- licher Summen bei der letzten Frankfiirter Wahl erfolgte Einspringen der Berliner Genossen erinnert. Die Berliner Genossen haben in iab'-z?�-stmgem Arbeiten mit den Genossen der Provinz bewiesen, daß sie es als ihr Recht und ihre Pflicht erachten, für die Förderung der sozialdemokratischen Agitafton besonders auf dem Lande Opfer zu bringen. Die zu diesem Zweck gemachten Geldaufwendungen der Berliner Genossen mögen in den letzten Jahren durchschnittlich jährlich etwa 30006Mark und darüber betragen haben. Ein Ver- band für die gesamte Provinz, schematisch in derselben Weise wie der Groß-Bcrliner Verband aufgebaut, ist zur Zeit aus praktischen Gründen und im Interesse der Selbständigkeit der Landkreise ebenso wenig wie ein Gesamt-Zentralwahlverein für die gesamte Partei durchführbar. Die Schlag- fertigkeit Groß-BerlinS müßte bei einer einheitlichen Zu- sammenschmelzung mit den Provinzkreisen leiden. Durch eine schematische Zusammenwerfung der wirtschaftlich und politisch völlig verschieden gelagerten Kreise würde das selbständige Leben der einzelnen Kreise nicht gefördert, sondern erstickt oder zum Scheinleben herabgedrückt werden. Nimmt man eine Gegen- sätzlichkeit zwischen Berlin und der Provinz an, die ja tatsächlich nicht besteht, so würde eine solche Organisafton die Selbständigkeit der Provinzkreise völlig vernichten; denn die rund sovOtl Mitglieder von Groß-Berlin würden die 12— IS 006 Mitglieder der Provinz jederzeit überstimmen können. Für eine Organisatton, die im wesentlichen auf Förderung und Unterstützung der minder leistungs- fähigen Kreise abzielt, darf nicht ein schablonenhafter, bureaukratischer Wegweiser maßgebend sein, für eine den Parteiinteressen dienliche Organisation muß als Leitmotiv bestimmend sein: wie kann an der Hand der praktischen Erfahrungen für die Verbreitung und Vertiefung der sozialdemokrattschen Bestrebungen unter Auftechterhaltung der Selbständigkeit der Kreise am besten gewirkt werden? Daß ein dahin abzielender Entwurf für die Provinz Brandenburg zustande gekommen ist, hat insbesondere gerade bei den Vertretern der kleineren Provinzkreise lebhafte Befriedigung erregt. Um so auffälliger sind die Auslassungen in dem Artikel in der Frankfurter.Volksstimme" vom 30. Juni. Dort wird in einer geradezu unerhörten Art der aus der ersten Lesung hervorgegangene Entwurf als der Ausfluß einer Jdiotenhafttgkeit oder Speichelleckerei der Genoffen aus der Provinz und einer„gewissen Unaufrichtigkeit" der Berliner Genossen hingestellt. Der Verfasser des Artikels be- hauptet, der im Auftrage der Provinzialkonferenz vorbereitete Ent- Wurf sei ein„Versuch, die ganze Provinz Brandenburg unter Berliner Kuratel zu stellen". Es sei der erste Schritt dazu, ganz Preußen „an Groß-Berlin oder genauer der Berliner Agitationskommission auszuliefern". DaS„merkwürdigste sei, daß die brandenburgischen Wahlkreise mit dem Entwurf sich einverstanden erklärt haben: nur der Kreis Brandenburg habe eine lebhafte Gegen- agitafton entfaltet". Als Grund für die Zustimmung der Provinzvertreter führt der Verfasser bescheiden an: �Entweder haben nun die Vertreter der Provinzkreise den Entwurf nicht genau ge« lesen oder sie sind so dankbar für die finanzielle Unterstützung Berlins, daß sie es nicht über sich gewannen, zu widersprechen". Der Ge- danke, daß unsere Genossen in der Provinz oder gar die von Berlin die Interessen der Partei bei ihren Beratungen im Auge haben und aus prakttscher Arbeitstätigkeit heraus in Parteilichen handeln könnten, liegt dem offenbar praktischer Parteitätigkeit fremden Verfasser völlig fern. Nachdem der Neunmalneunweise derart unsere tätigen Genossen und Vertrauensleute auf dem Lande Idioten und Speichelleckern gleichgestellt hat, zieht er über die Berliner her. Er meint: „Ganz besonders peinlich wirkt in dem Entwürfe eine ge« wisse Unaufrichtigkeit, die die wahren Ten- denzen verbirgt". Was führt er nun zur Begründung seiner Tiefschätzung der Genossen Berlins und der Provinz Branden- bürg an? Nach seiner Behauptung würden die Parteigenossen der Provinz nichts, die Berliner alles zu sagen haben. Wenn der Entwurf ausgeführt wird, dann„ist die Selbständigkeit der 18 Brandenburger Wahlkreise gebrochen. Die Provinz ist entmündigt. Ein paar Leute in Berlin machen alles." Solche unsinnige Behauptung könnte der sich sicher hochschätzende Verfasser des Artikels nicht aufzustellen wagen, wenn er nicht zunächst die von uns oben wiedergegebene grundlegende Be- stimmung, daß die Parteigeschäfte in den einzelnen Wahl« kreisen von den KreiSwahlvereinen selbständig geregelt werden, unterschlagen würde. Ebenso unterläßt er eine Mitteilung über die Aufgaben des Provinzverbandes. Doch damit nicht genug, der Hauptklou deS Zerrbildes. das der Verfasser von dem Orgnmsationsplan gibt, liegt in folgen- dem Ragout. daS er den Lesern der Frankfurter„Volks- stimme" zu bieten wagt: Der Vorstand deS Bezirksverbandes bestehe ja freilich aus 20 Provinzgenossen und 11 Berlinern sAgitationskommission). Aber— der Vorstand habe keinerlei Be- fugnisse. Die„einzige Aufgabe", heißt eS in dem Artikel,„die dieser Vorstand und(soll wohl heißen: als) Beweis von Berlin er Bescheidenheit und Hochherzigkeit hat. ist nämlich... einen ge- schästsführenden Ausschuß(§ 4) zu wählen, und über diesen§ 4 hat man gar nicht diskutiert; er ist allerdings auch weder bescheiden noch hochherzig, sondern vielmehr von einer Hinterhältig- eit, die man unter Parteigenossen nicht für möglich halten sollte. Er lautet nänilich ganz harm- loS:„Der Vorstand wählt einen geschäftsführenden Ausschuß, welcher gemeinsam mit der Agitationskommission die Geschäfte leitet imd monatlich mindestens einmal tagt." In dieser Bestimmung wiftert der ebenso hochherzige und bescheidene wie kluge und nicht hinterhälttge Artikelverfasser furchtbares Drachengift— weil die Mitgliederzahl des Ausschusses im Entwurf fehlt.„ES ist", schreibt er,„einzigartig in der Geschichte unserer Organisationsstatuten, daß die Zahl der Mitglieder dieses Ausschusses, der nun die eigentliche Partei« regierung(I) der Provinz ist, nicht erwähnt wird. AuS guten Gründennich t. Denn... die Verfasser des Entwurfs rechnen natürlich damit, daß die Berliner Agitationskommission als geschäfts« führender Ausschuß der Provinz Brandenburg die Geschäfte allein leitet". Das äußerste an„Berliner Monopolgelüsten" bildet nach dem Verfasser die Zusammensetzung des Branden- burgischen ProvinzialparteitageS. Die Provinz werde durch S4, Groß-Berlin durch 24 Delegierte vertreten. Aber man habe nicht darauf hingemerkt, daß auf dem Parteitage auch der Berliner 14gliedrige Aktionsausschuß und die Agitationskommission Sitz und Sttmme haben sollen. Die Provinz könnte 70 Stimmen auf- bringen. In Wirklichkeit bringen sie niemals mehr als einige 40 Stimmen auf. Wir haben geglaubt, den vorstehend skizzirten Frankfurter Artikel niedriger hängen zu müssen, da er bislang in der Frankfurter „Volksstimme" noch nicht widerrufen und für die Tätigkeit gewisser nicht „hinterhältiger" Leute kennzeichnend ist. Eine eingehende Widerlegung erübrigt sich für jeden, der den oben geschilderten Sachverhalt kennt. Es sei gegenüber den mehr als albernen Anführungen des Artikels nur auf einige Punkte hingewiesen: Die Provinz hat ihre Angelegenheiten nach dem Statntenentwurf völlig selbst- ständig zu regeln. Die Berliner haben durch das Statut lediglich Pflichten, nach keiner Richtung hin Rechte erhalten und werden sich die Ausübung ihrer Partei- pflichten, zurückgebliebene Provinzkreise zu fördern, durch Anwürfe wie sie in der Frankfurter„Volksstimme" erschienen sind, nicht be- einträchtigen lassen. Die Z a h I des Ausschusses ist vom Vorstand festzusetzen: in diesem haben die Provinzler die Mehrheit(20 gegen 11 Stimmen). Wenn man also unter Parteigenossen mit dem Artikelschreiber der Frankfurter„Volks- stimme" von einer Uebervorteilung der einen Gruppe Parteigenossen durch eine andere bei Gestaltung der Organisation reden wollte, so ließe sich behaupten, die S0 0V0 Berliner würden durch die IS 060 Provinzler„entmündigt", weil durch den Vorstand und Ausschuß die Provinz dekretieren könnte, waS die Berliner zu leisten hätten. Zu solchen unsinnigen Vorwürfen, daß ein Parteiort. der lediglich Pflichten aus sich nimmt, die Kreise, denen er in opferfreudigster Weise seither geholfen hat und weiter helfen will, die Selbständigkeit rauben wolle, kann nur ein Genosse kommen, der glaubt, allein parteigenössisches Enipfinden zu besitzen und die Erfüllung Partei- genösstscher Pflichten seiner Genossen als die Ausgeburt schwärzester Niedertracht und boshafter Hinterhältigkeit erachtet. Und wie liegt es mit der Vertretung auf dem Provinzial- Parteitag? Jedem Kreise sind drei Delegierte gesichert, das macht für die Provinz 64, für Berlin 24 Delegierte. Die Vertretung auf der letzten Provinzialkonferenz war folgende: Von 78 zuständigen Maudaten waren 70 vertreten. Davon entfielen auf die Provinz 46, auf Berlin mit den beiden Vorortkreisen 24. In dem Entwurf ist an der bisherigen Vertretung nichts geändert. Aber, meint die Frankfurter„Volksstimme", die bösen Berliner hätten perfide dein 14glicdrigen Aktionsausschutz Sitz und Stimme eingeräumt. Er „vergißt" zu erwähnen, daß auch der 20löpfige Vorstand deS Provinzverbandes Sitz und Stimme erhält, also den IS 000 Genossen der Provinz noch mehr als früher das Uebergewicht über die 60 000 Berliner gesichert ist. WaS kann der Zweck deS Artikels der Frankfurter „Volksstimme" sein? Der Artikelschreiber spielt mit den Tat- fachen Taschenspielerkunststückchen, um vor den Berlinern graulich zu machen. Es kann nicht Zufall sein', daß solche Anwürfe gegen die Berliner Genossen seit mehreren Monaten, einige Zeit vor dem Parteitag, in die Welt gesetzt werden. Es kann hinter diesem Artikel nur jemand stecken, der seine Aufgabe in der Verhetzung der Parteigenossen erblickt. Die Ausführungen, die der Verfasser in dem anderen Teil seines Artikels macht, atmen dieselbe Tendenz. Tadelt der Verfasser die von ihm konstruierte zu starke Zentralisation der politischen Organisation, so rüffelt er die Berliner ivegen ihres mangelnden Eingreifens der politischen Partei gegen Zersplitterung auf gewerkschaftlichem Gebiete— mal so, mal so. wie's gerade trifft. Die politische Organisation in Berlin macht der Artikel für die„Zersplitterung und Disziplinlosigkeit auf gewerkschaftlichem Gebiete" verantwortlich. Den Berlinern wird eins ausgewischt, weil sie eS noch nicht ferttg gebracht haben, den Streit zwischen Lokalisten und Zentralverbänden von Partei wegen zu beseitigen. Die„Wiesenthalsche Metallarbeitergründuug", heißt eS, sei„von feiten der Partei mit solcher Unsicherheit und Sanftmut be- handelt, daß sogar der verständliche Verdacht ent» stand, einflußreiche Parteigenossen begün st igten sie insgeheim". Erst neuerdings sei„aus der Masse der Partei eine starke Opposition gegen diesen gewerkschaftlichen Verrat erwachsen."„Die gleiche schwankende und unentschiedene Haltung nahm die Partei auch gegenüber den Arbeitern in der Brunnenstraße ein." Entgegen der Darstellung in der Zuschrift an die Frankfurter„Volks- stimme" ist die Wahrheit die, daß die P a r t e i instanzen ihrerseits alles getan haben, um der Absplitterung entgegenzuwirken und leider vergeblich ein erfolgreiches Einschreiten der gewerkschaftlichen Organisation angerufen hat. Der Widerwille, von dem der be» scheidene Verfasser gegen wahrheitsgeniäße Darstellung von ihm kritisierter Vorgänge beseelt ist, hat ihn auch die Mitteilung unter« schlagen lassen, daß die Gewerkschaften aus sattsam er« örterten Gründen ersucht hatten, in der Brunncnstraßen-An« gelegenheit eS bei einer Rüge bewenden zu lassen, und daß die be» kannte Resolution auch von den Gewerkschaftsvertretern eingebracht und befürwortet wurde. Nicht auf gemeinsame Parteiarbeit, sondern auf Zersplitterung innerhalb der Partei- und Gewerkschaftsbewegung drängen solche schriftstellerischen Ergüsse, wie iene Zuschrift aus Groß- Berlin an die Frankfurter„Volksstimme". AuZ dem � gesamten in Selbstüberhebung schwelgenden Artikel spricht'deutlich die demagogische Tendenz, unter dem Scheine eines Wächters der Prinzipien der Partei und unter völliger Verkennung der Tatsachen. Parteigenosscuschaften gegen einander zu Hetzen. Der Verfasser appelliert an die rückständigsten Instinkte der Voreingenommenheit kleinbürgerlicher Provinzler gegen Berlin. Er vergißt dabei nur. daß unsere Partei- genossen in Deutschland nicht rückständige Kleinbürger, sondern Sozialdemokraten sind, die die Niedrigkeit einer derartigen Hetze und Quertreiberei gegen die Berliner Genossen zri würdigen wissen.— Die Revoltttio» in Rntzland. Nene Judenhetzen? Warschau, 11. Juli. Heute haben zahlreiche jüdische Familien die Stadt verlassen, da ein Gerücht in Umlauf kam. daß am morgigen Peter- und Pauls-Tage ein Pogrom stattfinden solle. Alle Züge sind überfüllt; es herrscht große Erregung. Es wird gesagt, die BeHorden hätten sich für machtlos erklärt, infolge der durch die simgsten Mordtaten gegen Schutzleute eingetretenen Desorganisation der Volueu Von Berlin aus— .. Petersburg, Iii. Juli.(B. H.) Trotz Dementis behaupte» einige Blätter, daß von Berlin aus die Anregung zu einer Zu- sammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren gegeben wurde. Der Zar habe jedoch bisher darauf nicht geantwortet. Warschau, 12. Juli.(S8on einem besonderen Korrespondenten.) Bis heute mittag war die Ruhe hier nicht gestört; fast alle jüdischen ■~aden sind geschlossen, der Verkehr ist geringe Die Erregung hat gestern bis spät in die Nacht angehalten; Tausende von Juden haben die«tadt, mit der Eisenbahn und Dampfern, zum Teil auch zu Wagen, verlassen. Am späten Abend veranstalteten die jüdischen Zeitungen Extraausgaben, die auf Grund von Versicherungen des Oberpolizeimeisters die jüdische Bevölkerung beruhigten. Petersburg, 12. Juli. Nach Meldungen aus Tagonrog und Elisabethgrad ist die Lage bort eine hochernste. Trotz der be- ruhigenden Erklärungen der Behörden wird der Ausbruch von Judenhetzen stündlich erwartet. Alles flüchtet. Ein stolzer Minister. � Petersburg. 12. Juli.(B. H.) Der Kricgsministcr beschloß. in der Duma keinerlei Interpellationen betreffend Aufhebung der Todesstrafe mehr zu beantworten. Zwei Parlamente. London, 12. Juli. Das Unterhaus sandte gestern abend fol- gendes Telegramm an die russische Reichsduma: „226 Mitglieder des ä l t e st e n Parlaments der Welt entbieten dem jüngsten Parlamente Gruß und hoffen, Vertreter desselben bei dem interparlamentarischen Kongreß in Westminster zu empfangen." Tschnknin tot. Admiral Tschuknin, der Kommandierende des Schwarzmeer- Geschwaders, auf den— wie wir gestern mitteilten— in Sewastopol von einem Matrosen ein Attentat verübt wurde, ist seiner Ver- wundung erlegen. Maria Spiridonowa. Wir lesen im Schweizer„Peuple": Maria Spiridonowa ist zusammen mit vier anderen Ge- fangenen nach Sibirien geschickt I Der Gefangenenwagen, der sie zum Bahnhof brachte, war von Dragonern umgeben. Die Men» scheu, die sich auf dem anderen Bahnsteig befanden, riefen ihr zu: „Auf Wiedersehen I Den Mut nicht verlieren!" Maria Spiridonowa antwortete:„Auf Wiedersehen I Wir werden bald zurück sein." s!)... Die Sympathien aller Menschen begleiten das edle Mädchen in die sibirische Eiswüste. politiscke Qcbcrticht. Verlin, den 12. Juli. Zum Wahlsieg in Altena-Jserlohn. Aus dem Wahlkreis Altena-Jserlohn wird uns noch gc- schrieben: Unser Wahlsieg in Altena-Jserlohn bedeutet vielmehr eine Niederlage der Freisinnigen als des Zentrums. Nur kecke Anmaßung und Herrschsucht konnte das Zentrum bewegen, ernsthaft die Hand nach diesem Wahlkreis auszustrecken. Litten die Führer der Freisinnigen des Kreises nicht an einer pyrami- dalen Kurzsichtigkeit, so hätten sie nicht eine Selbstkastrierung durch ihre Stichwahlparole begangen. Sie glaubten allerdings, mit dieser Parole recht schlau zu handeln. Sie kalkulierten, nur durch einen Zufall sei das Zentrum diesmal in die Stichwahl gekommen, das werde sich aber nicht wiederholen und 1908 würden sie, die Freisinnigen, den Stichwahlkampf wieder mit unserer Partei auszufechten haben und dann mit Hülfe, des Zentrums siegen. In der Gewißheit, daß es so kommen werde, trafen sie schon Vorbereitungen für die nächste Wahl, sie stellten ihren Kandidaten Müller wieder auf und dokumentierten damit unzweideutig, daß sie von dem von den Nationalliberalen angestrebten Wahlkompromiß nichts wissen wollten. Mit dem Zentrum wollte es diese Partei nicht verderben und dem Zentrum zu Liebe waren die Stichwahl- aufrufe der freisinnigen Parteileitung noch ordinärer gegen unsere Partei gehalten als ihr Kampf zur Hauptwahl. Für das Madrider Attentat wurde unsere Partei verantwort- lich gemacht, und der bekannte„Strolch im Sterben"-Artikel in das Kampffeld gerückt. Die leitenden Personen des Frei- sinns waren mit ihrer Sache so sicher, daß ihre Publizisten dem Zentrumskandidaten 22—2i(X>0, unserem Genossen Haberland aber nur etwa 12000 Stimmen vindizierten. Diese schlechten politischen Musikanten dachten keinen Augenblick daran, daß sich im eigenen Lager stille Rebellion regen könne. Sie dachten nicht daran. daß die Aufforderung, den Wahlkreis dem Zentrum aus- zuliefern, dem Freisinn Truppen kosten mußte, die sich bei der nächsten Wahl für sie wahrscheinlich nicht wieder einfinden iverden. Nun, das Ergebnis der Stichwahl hat die Richtigkeit dieser Annahme bestätigt. Die Zentrumspresse meint, die„religiöse Verhetzung" habe ben Sieg des Zentrums verhindert. Diese Annahme ist aber falsch. Die Religionsfrage hat gerade in diesem Wahlkampfe keine besondere Rolle gespielt, weil— sich das Zentrum hüten mußte, damit krebsen zu gehen. Die Hauptursache, weshalb ein beträchtlicher Teil der freisinnigen Wähler für Habcrland stimmte, liegt in der Eigenartigkeit der politischen und Wirt- schaftlichen Verhältnisse des Wahlkreises begründet. Ein gut Teil der freisinnigen Wähler besteht aus Arbeitern, die das sind, was der frühere Abgeordnete des Kreises, Lenzmann, zu sein behauptete:"/�-Sozialdemokraten. Sie fanden den Weg zur Partei nicht völlig, weil sie sich vielfach noch der Illusion hingeben, einmal„selbständig" werden zu können. Die Kleinindustrie übt hier einen starken Einfluß auf die politische Parteikonstellation aus. Die Klein- gewerbetreibenden wollen zwar meist nicht Sozialdemokraten sein, aber sie hassen das Großkapital. In religiöser Hinsicht sind sie vielfach in freidenkerischen Traditionen aufgewachsen. Hier haben wir die Erklärung dafür, weshalb die Mehrzahl der freisinnigen Wähler keinen Augenblick daran dachte, der Stichwahlparole ihrer Parteileitung zu folgen. Eugen Nichter hat es prächtig verstanden, an dem Sarge seiner Partei zu zimmern, seine Epigonen erweisen sich als gelehrige Schüler. Hoffentlich setzen unsere Parteigenossen im Kreise alles daran, um die nicht zum besten bestellte Organisation gut auszubauen, damit die Agitation kräftig einsetzen und der Wahlkreis in Zukunft behauptet werden kann. Die Kulis kommen! Die Doppelzüngigkeit des Zentrums, das alle Kolonialforde- rungen bewilligt und dadurch bei allen Kolonialgreueln tätige Mit- hülfe leistet, dafür aber von Zeit zu Zeit in Lamentationen aus- bricht über die Kulturfeindlichkeit der Kolonialpolitik, haben wir wiederholt gekennzeichnet. Augenblicklich ist wieder mal die Zeit der Gewissensbisie da. Gegenüber der Behauptung der„Alldeutschen", daß das Deutsche Reich eine Expansionspolitik treiben müsse, weil es durch einen jährlichen Ueberschuß an Geburten um 800 000 Einwohner zunehme und nicht in der Lage sei, diese alle im Jnlande zu ernähren, weist die„Germania" darauf hin, daß „wir schon seit 20 Jahren Kolonien besitzen, welche insgesamt etwa viermal so groß sind, als das Deutsche Reich, daß alle diese Kolonien zusammen jedoch noch keine 5000 deutschen Kolonisten aufnehmen konnten, und daß diejenigen, welche sich dort aufhalten, zum weitaus größten Teil noch heute vom Mutterlande ernährt werden müssen. In Deutschland selbst jedoch liegen noch große Gebiete knlturfähigen Landes brach, welche Millionen von Menschen er- nähren könnten, wenn man dafür nur den zehnten Teil des Geldes aufwenden wollte, welches jetzt alljährlich für die Kolonien ausge- geben wird". Und weiter nennt das tapfere Blatt als mindestens hypothetischen Grund, weshalb diese„echt nationale heimische Kulturarbeit" in maßgebenden Kreisen so wenig Beachtung findet: „vielleicht weil bei ihr der Anreiz fehlt, der an anderer Stelle für die sogenannten„Kolonialschnorrer" gegeben ist, wo sie M i l l i o n e n für Lieferungen, Provisionen und Kon- Zessionen in die Tasche stecken können". Auch fehlt nicht in der Kapuzinerpredigt der„Germania" der Hinweis darauf, jdaß alljährlich Hunderttausende von ausländischen Arbeitern sPolen, Russen, Galizier und Italiener) eingeführt werden, und daß gleichwohl angeblich ein allgemeiner Mangel an Arbeits- krästen in ganz Deutschland besteht trotz aller Bevölkerungszunahme. Alles recht schön und gut. Aber das Zentrum als ausschlag- gebende Partei hat es ja in der Hand, der Kolomalpolitik die Mittel zu verweigern und die Regierung dadurch zu jener heimischen „echt nationalen" Kulturarbeit zu zwingen. Warum tut es das nicht? Indessen, nicht dieser schon oft gekennzeichnete Jesuitismus ver- Anlaßt uns darauf einzugehen, sondern eine weitere Mitteilung, die das Blatt bei dieser Gelegenheit der„Frankfurter Zeitung" entnimmt, und die wie folgt lautet: „Aus Hannover. In den letzten Wochen haben Ham- burger und Bremer Agenten für landwirtschaftliche Stellen- vermittelunq Sieger als Arbeiter den Landwirte» angeboten und auch zugeschickt. Ein Landwirt im Hessischen erhielt kürzlich mit einem Transport Arbeiter vier Neger, einem anderen Landwirte in einem Orte in Südhannover wurden zwei weibliche Schwarze als Tierfütterer zugeschickt. Ein Gutsbesitzer im Landkreise Lüne- bürg telegraphierte vor einigen Tagen an einen Vermittler in Hamburg um drei Mann, anderen Tages erhielt er eine Zuschrist, daß das gewünschte Personal mit einem be- stimmten Zuge auf dem Bahnhofe Vastorf eintreffen werde. Der Gutsbesitzer fuhr mit einem Gespann zum Bahnhof, um das neue Personal abzuholen. Er traf dort zwei Neger und eine Negerin an, die ihm ein Schreiben des Verniittlers überbrachten und sich als die engagierten Hülfskräfte vorstellten. Der Guts- besitzer nahm bie drei Schwarzen in Stellung. In der Provinz Hannover, wo die Landwirte ganz besonders um Dienstpersonal in Verlegenheit sind, da die neue Oel- und Kaliindustrie viel männliches Personal beansprucht, ist man fast nur noch auf aus- ländische Arbeiter angewiesen. So kommt es denn, daß einzelne Gebiete, die sonst von niedersächsischen Bauern beiWhiit sind, heute eine ganz internationale Bevölkerung aufweisen. Zum Beispiel zahlt das Dorf Misburg bei Hannover 3000 Polen, andere Ortschaften im Calenbergischen haben mehrere hundert Galizier, Kroaten und Serben. Auch die » Industrie hat eine starke ausländische Bevölkerung in die Provinz Hannover gebracht." Diese Mitteilung ist ein weiterer Beweis dafür, wohin die Kolonialpolitik führt und zu wessen Gunsten sie unternommen wird. Bei den Ansprüchen, welche die Agrarier vor allem an die Bedürstiis- lofigkeit und Unterwürfigkeit„ihrer" Arbeiter stellen— wir schilderten sie neulich eingehend an der Hand eines konser- vativen Gewährsmannes— werden ihnen die Neger, die sich vorläufig noch alles gefallen lassen, gerade recht kommen. So geht die Kolomalpolitik nach beiden Seiten auf Kosten des deutschen Arbeiters: er muß sie bezahlen und zum Dank bringt sie Wilde ins Land, die ihm die Hebung seiner Lage auf längere Zeit un- möglich machen.— � � Veutlckes Reich. Die preußische Wahlrechtöslickerei. Das Gesetz„betreffend Ab- ändernng der Vorschriften über das Verfahren bei den Wahlen zum Hause der Abgeordneten" ist nunmehr im„Reichsanzeiger" ver- öffentlicht worden und tritt mit dem t. Oktober 1906 in Kraft Durch die Wahlrechtsflickerci, die nicht nur das schimpfliche Drei- ilasjensystem unangetastet ließ, sondern ebenso nicht einmal eine neue Wahlkreisgeometrie konsequent durchführte, wird die Zahl der Ab« geordnete um zehn, nämlich von 433 auf 443 vermehrt. Vier dieser neuen Abgeordneten entfallen auf Berlin. ES hätten demzufolge im Winter Wahlen stattzufinden.— Zur ReichstagSnachwahl in Rinteln-Hofgeismar-Wolfhagen. Kassel, den 11. Juli. Nur noch eine Woche trennt uns vom Wahltag, den 20. Juli. Da dürfte es angebracht sein, den bisherigen Verlauf des Wahl- kampfes zu skizzieren. Die Leiche des Grafen Reventlow war kaum erkaltet, da ging die Balgerei um seine Nachfolgerschaft in den anti- semitischen Lagern bereits loS. Die Deutsch-Sozialen erhoben schließlich den Bürgermeister Herzog von Obernkirchen auf den Schild, die antisemittschen Reformer den Kasseler Rentner Helmerich. Ersterer fand die Zustimmung des Bundes der Landwirte und erhielt auch den Segen der konser- vativen Landräte. Herr Helmerich hat den Vorzug, ein reicher Mann zu sein, bedeutet also für die Reformer, die jetzt unter der Firma„Freideutsch" den Wahlkampf führen, eine brillante Akquisttion, denn so voll sie den Mund nehmen, so leer sind, wie Fama erzählt, ihre Geldbeutel. Den„Kampf", den die Antisemiten untereinander führen, iit geradezu ekelhast. Die Herrschaften dedizieren sich gegenseitig Liebenswürdigkeiten, die sich gewaschen haben. Der„Vorwärts" hat ja bereits einige Beispiele angeführt und dazu bemerkt, daß beide Autiscmitcnlager recht haben in der gegenseitigen Einschätzung. Für die Nationallibcralen kandidiert der Handelskammershndikus Dr. R o d e aus Hannover, für die„Freisinnigen" aller Schattierungen der Berliner Rechtsanwalt R ö h r i g. Die sozialdemokratische Partei hat wiederum den Parteigenossen Oskar Vetterlein von Hel- marshausen aufgestellt. Bis auf unsere Partei, die im Wahlkreise an Händen und Füßen gebunden ist, entfalten alle Parteien eine nie zuvor dagewesene Ver- sammlungstätigkeit. Der Kreis selbst, um das nebenbei festzustellen. ist ein wahlgeometrisches Musterwerk. Die Kreise Hofgeismar und Wolfhagen sind unmittelbar im Norden, Westen und Süden dem Kasseler Kreis angegliedert. Der Kreis Rintelen ist indessen räum- lich vollkommen getrennt von den genannten Kreisen, er liegt zwischen Herford, Hameln und Minden! Von Kassel aus hat man weit bessere Eisenbahnverbindungen nach Barmen, Hamburg, Franl- furt und Berlin als nach Rinteln. Die Nationalliberalen und Deutsch-Sozialen haben in Rinteln und Hofgeismar Wahlbureaus errichtet, die eine äußerst intensive Wahlagitahon entfalten. Beide Parteien haben ihre Sekretäre und verschiedene Abgeordnete im Kreise. Tag für Tag finden Versammlungen der Naiionalliberalcn statt, täglich sechs bis acht Versammlungen halten die Deutsch- Sozialen ab. Der Abg. Lattniann stellt seinen Kandidaten Herzog täglich in m i n d e st e n s zwei Versammlungen vor. Die Touren sind so arrangiert, daß eine Versammlung nachmittags, eine abends stattfindet. Die deutsch-soziale Kandidatur ist sozusagen die offizielle, von den Behörden approbierte, und man darf wohl sagen, daß der amt- liche Dorfapparat nahezu lückenlos für den Bürgermeister Herzog in Bewegung gesetzt worden ist, zweifellos aber wird. Demgegenüber ist unsere Partei nahezu wehrlos. In nur sechs Wahlorten, da« runter vier nur recht kleinen, stehen uns Säle für Versammlungen zur Verfügung. Sowie Genosse Scheidemann in einer deutsch- sozialen Nachmittagsversammlung den Abg. Lattmann und seine Partei in die richtige Beleuchtung gerückt hat, gibt es in den gegne- rischen Versammlungen nur noch höchstens fünfzehn Minuten Rede- zeir. Zumeist erfahren wir von diesen Versammlungen erst dann, wenn sie stattgefunden haben, da sie zumeist nur wenige Stunden zuvor durch die Ortsschelle bekannt gemacht werden, in anderen Fällen aber jede Benachrichtigung unterbleibt, da von soz'.aldemo- kratischen Organisattonen in manchen Orten nur die dürftigsten Spuren vorhanden sind. Trotz der trosllosen Zustände ist es der Partei 1903 in diesem kleinbäuerlichen Wahlkreise gelungen, mehr als 3400 Wähler für den sozialdemokrattschen Kandidaten an die Wahlurne zu bringen. Das Wahlergebnis der Hauptwahl im Juni 1903 war folgendes: Antisemit Reventlow.... 6426 Stimmen Sozialdemokrat Vetterlein.. 3488„ Nationalliberal...... 2154„ Freisinnige Bolkspartei... 748„ Zentrum........ 542„ In der Stichwahl siegte dann der Antisemit mit 9543 Stimmeft unser Genosse erhielt 4930 Stimmen.— Kriegerverrins-Politik. Die Kriegervereine treiben bekanntlich nach wiederholter offiziellet Erklärung keine Politik. Tatsächlich ist jedoch ihr Zweck, wenn man von der Alkoholvertilgung absieht, ein rein polittscher; denn unter der«Pflege der vaterländischen Gesinnung" verstehen die Dirigenten der Kriegerverbändlerei nichts anderes als die Erhaltung der Vereinsmitglieder in rnordspatriotisch-konservativen Anschauungen und den Kampf gegen die Aufklärungsarbeit der Sozialdemokratie. Einen neuen Beweis dafür liefert die„Kyffh.-Korresp.", das Organ des KyffHäuserbundes der deutschen Landes- Kriegerverbände. Das Blatt wendet sich in einem„Frischauf zu gemeinsamer Arbeit" überschriebenen Artikel an seine Leserschaft mit der Aufforderung, die jetzige parlamentslose Zeit zur Agitation gegen die Sozialdemo- kratie zu benutzen, damit diese bei den nächsten Reichstagswahlen nicht wieder triumphiere, wie 1903. „In kaum 2 Jahren finden wieder die allgemeinen Reichstags- ' tvahlen statt, und auf die gilt es für die bürgerlichen Parteien, sich mit aller Macht zu rüsten. Dazu ist aber gerade die parlamentslose Zeit außerordentlich geeignet. da während der Parlamentszeit die ganze Aufmerksamkeit von der gegenwärtig zur Frage stehenden Politik in Anspruch genommen zu werden pflegt. Freilich wird mancher sagen, bis zu den Wahlen find eS noch volle zwei Jahre, also noch eine lange Zeit, und das wird leider nicht nur gesagt, sondern man handelt auch häufig danach. Und doch zeugt es von unglaublicher Kurzsichtigleil, von trauriger Gleichgültigkeit der bürgerlichen Parteien, daß sie aus ihren Niederlagen fast gar nichts lernen. Die Reichstagswahl erfordert an Vorbereitungen eine solche Menge Kleinarbeit, so viel Fäden müssen zwischen den einzelnen bürgerlichen Parteien herüber und hinüber ge- spönnen werden, daß es die höchste Zeit ist, mit einer planmäßigen Werbearbeit zu beginnen."_ Die„P-st"-Kloare. Die„Post" hat endlich eine Antwort auf unsere Notiz„Post- Gefasel"(in Nr. 158 des„Vorwärts") gefunden. Ihr Geschwätz von einer„nationali st isch-ökonomischen" Richtung a la Mehring-Stadthagen entschuldigt sie mit einem Druckfehler. „Rationalistisch", behauptet sie, stände statt„m a t e r i a l i st i s ch". Vernünftiger wird dadurch ihr Geschwätz nicht. Doch das ist Neben- fache; wichtiger erscheint uns, daß sie ihren verschiedeneu früheren Fälschungen eine neue hinzufügt. Wir hatten ausgeführt, daß allem Anschein nach die„Post" aus Parteikreisen mit Mitteilungen über interne Parteivorgänge versorgt werde, daß der Informator aber kein Eingeweihter sein könne, da zwischen halb» und viertel- richtigen Angaben der„Post" sich nicht selten Äeußerungcn be- fänden, die eine geradezu zum Spott herausfordernde Einsältigkeit verrieten. Diese letzteren Äeußerungcn unterschlägt mit der ihr eigenen bekannten Wahrheitsliebe die„Post" und tut so, als hätten wir zugegeben, daß sie vorzüglich über die Verhältnisse unserer Partei unterrichtet sei. Sie druckt nur folgenden Satz aus unseren Aus- führungen ab: „Mehrfach schon ist uns aufgefallen, daß die„Post" hin und wieder Artikel und Notizen bringt, aus denen sich ergibt, daß sie aus Parteikreisen(d. h. sozialdemokratischen) inspiriert oder richtiger mit Mitteilungen über interne Vorgänge in der Partei versorgt wird." Und knüpft daran dann folgende Bemerkung: „Damit wird bestätigt, wie zutreffend unsere Mitteilungen über sozialdemokratische Verhältnisse sind. Im weiteren Verlaufe des Artikels verführt dann aber das beim„Vorwärts" chronische Polizeidelirium dazu, die Möglichkeit anzunehmen, daß die politische Polizei uns informiere. In Verbindung mit dem Vor- stehenden ergibt sich daraus, daß auch die politische Polizei nach Ansicht der„Vorwärts"-Redaktion recht gut informiert sein muß über Vorgänge aus der Sozialdemokratie." Höher kann man die Verlogenheit kaum treiben. DaS ist die viclgcrühmte Anständigkeit eines Organs des„nach Bildung und Besitz matzgebenden Bürgertums"! Eine feine Sorte.— Der Schleifstein. Wir sahen gestern, wie die„Kreuz-Zeitung" die Regierung der Niederlande scharf zu machen sucht selbstverständlich gegen dft Goz?aldemo!ratie. Inzwischen hat sich der Schleifstein von Holland südöstlich über Ungarn nach Deutschland zurückgedreht. Der magyarische Reichstagsabgeordnete Olay soll zu seinem serbischen Kollegen Dr. Polit im Privaige sprach gesagt haben: „Du bist der Gebildetste und Intelligenteste unter den Serben. Deshalb werden wir Dein Mandat annullieren; denn Du bist der Gefährlichste unter Deinen Kollegen I Wir werden schon einen Grund finden. Ich werde eine prinzipielle Frage auswerfen, deren Entscheidung Dein Mandat unmöglich machen wird." Das imponiert der„Kreuz-Zeitung" natürlich ganz gewaltig, wtd sie schleift: „Berlin, 11. Juli. Ist das sozialdemokratische Programm mit dem d e u ts ch e n R e i ch s- und Staatsgedanken, mit der Stellung eines Mitgliedes des deutschen Reichstages vereinbar? Wäre es nicht zulässig, sozialdemokratische Reichstags- Mandate als solche für ungültig zu erklären, und zwar durch den Reichstag selbst?" Als Kronzeugen lägt sie gleich ein grosses Tier aufmarschieren: „Als der ungarische Justizminister P o l o n y i um seine Mei- nung über die Zulässigkeit eines derartigen Vorgehens befragt wurde, soll er, wie ungarische Blätter berichlen, die Ueberprüfimg eines Parteiprogramme» durch das Parlament oder dessen Aus- schuh vom_ politischen Gesichtspunkte aus als ein gefährliches Präzedenz für alle Zeilen und für jede einzelne Partei erklärt haben. Indessen wollte er doch eine Ausnahme machen Hinsicht- lich solcher Parteiprogramme, die sich, wie das anarchistische, gegen die Existenz des Staates überhaupt, oder wie das sozial- demokratische gegen da» Privateigentum, richten." Geradezu verblüffend ist der Schluß, mit dem die„Kreuz-Ztg." ihr feines Artikelchen krönt: „Justizminister Polouhi ist in jeder Hinsicht ein Mann nach dem Herzen des deutschen Freisinns. Wird in Ungarn durch- geführt, was er angedeutet hat, die Annullierung von Mandaten, deren Inhaber Anarchisten oder Sozialisten sind, durch das Parla- ment selbst, so erwäge» vielleicht die deutschen Freisinnigen und Demokraten, ob auch in Deutschland der Weg gangbar ist, auf den ihr Gesinnungsgenosse in Ungarn hingewiesen hat." Wir nennen diesen Schluß verblüffend nicht etwa aus dem Grunde, weil hier die deutschen Freisinnigen und Demokraten so— sagen wir einmal: eigenartig gewertet werden. Diese kon- servative Auffassung verblüfft uns nicht; denn unsere lieben Freisinnigen und Demokraten haben sie sich ehrlich und redlich verdient. Verblüffend ist nur, daß die„Kreuz-Zeitung" glaubt, es nicht lange nötig z» haben, sich der anderen bürgerlichen Parteien zu versichern I Nationalliberale und Zentrum, bei denen— das muß man wohl oder übel zwischen den Zeilen lesen— versteht es sich nach der Auffassung der„Kreuz-Zeitung" von selbst, daß sie dafür zu haben wären, jene Olah-Polonyi-„Jdee" zu— erwägen. Daß die ganze Frage— nebenbei bemerkt— eine Verfassungsfrage ersten Ranges ist, daran stößt sich die konser- vativc„Hüterin der Verfassung" keinen Augenblick. Hat sie auch nicht nötig; denn sie weiß nicht erst seit gestern und heute, daß Zentrum und Nationalliberale den Konservativen mit Vergnügen Schleppenträgerdienste leisten, wenn es gegen die verruchte, vogel- freie Sozialdemokratie geht. In den holden Dreibund sollen nun noch„die deutschen Freisinnigen und Demokraten" eintreten. Mögen sie der freundlichen Einladung Folge leisten. Uns würde auch das nicht wundern oder gar schrecken. Wir sind auf alles vorbereitet, und die Z a h l unserer Gegner wäre schließlich das Letzte, was uns imponieren könnte. Was wird der Schleifstein morgen schärfen?-- Oberschleflsche Polizisten, Staatsanwälte und Nichter. In Oberschlesicn werden immer noch von Polizeibcamten sozialdemokratische Wahlflugblattverteiler festgenommen und ihrer Flugblätter beraubt, unbekümmert um die gesetzlichen Bestim- mungen, welche solche Flugblattverbreitung zu Wahlzeiten aus- drücklich freigeben. Das zeigte auch die neulich stattgehabte Nach- Wahl im Kreise Beuten-Tarnowitz wieder in zahlreichen Fällen. Wie solche ungesetzliche Handlungen von den Vorgesetzten der Polizeibeamten geahndet werden, mag unter vielen anderen Fällen hier einer zeigen. Der Amtsvorsteher in Broslawitz(Kreis Tarno- Witz) hatte vier sozialdemokratische Flugblattverteiler verhaften und in sein Bureau bringen laffen, wo er ihnen die Flugblätter abnahm und sie dann gnädigst wieder laufen ließ. In der gegen diese grobe Ungesetzlichkeit beim Landrat des Kreises Tarnowitz, Grafen v. LiMburg-Stirum erhobenen Beschwerde wurde bean- tragt, den Amtsvorsteher zurechtzuweisen und ihm aufzugeben, sofort die ungesetzlich beschlagnahmten Flugblätter zurückzulicfcrn. Das war einige Wochen vor der Wahl. Ein paar Wochen nach der Wahl erhielt der Beschwerdeführer folgende Antwort vom Landrat: „Nachdem mir der Herr Amtsvorsteher in Broslawitz ange- zeigt hat, daß er die beschlagnahmten Flugblätter zur Verfügung gestellt hat, sehe ich Ihre Beschwerde als erledigt an." DieFlugblattverbrcitcr, die inKönigshütte wohnen, dürfen also die gütigst„zur Verfügung" gestellten Flugblätter aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Broslawitz sich selber abholen. Damit ist die Sache erledigt. Auch gutgesinnte Bürger beteiligen sich in Oberschlesien gern an der ungesetzlichen Wegnahme sozialdemokratischer Wahlflug- blätter, und was solchen Leuten geschieht, davon mag der nach- stehend geschilderte Fall zeugen. Einem sozialdemokratischen Wahlflugblattvcrbreiter entriß in Königshütte ein„angesehener" Bürger und Hausbesitzer sein Paket mit Flugblättern gewaltsam und lief mit den Worten:„Die wan- dern jetzt in den Ofen" davon. Er weigerte sich auch einem Poli- zeibeamten gegenüber, die entwendeten Blätter wieder herzugeben, weshalb eine Strafanzeige wegen Diebstahls gegen den dreisten Dieb erstattet wurde. Die Anzeige erfolgte am 14. Mai, aber erst am 10. Juli erhielt der Anzeigende vom Amtsanwalt folgenden Bescheid: „Auf ihre Anzeige vom 14. Mai gegen den Automaten- besitzer Karl Willimski wegen Diebstahls teile ich Ihnen mit, daß ich nicht in der Lage bin, gegen Willimski einzuschreiten und deshalb das Verfahren eingestellt habe. Es ist nicht anzunehmen, daß der Beschuldigte die für ihn ganz wertlosen Flugblätter dem Verteiler derselben in der Absicht weggenommen hat, um sich dieselben anzueignen und zu behalten. Willimski, welcher ein großer Gegner der Sozialdemokratie ist, wollte offenbar nur das Verteilen der Flugblätter verhindern. Die Flugblätter befinden sich noch in dem Besitze des Beschuldigten, so daß auch eine Sachbeschädigung nicht vorliegt." Eine höhere Instanz wird zu prüfen haben, ob der milde Amtsanwalt recht behält. Daß dem Dieb das entwendete Gut nicht wertlos erschien, sagt der Herr Amtsanwalt selbst in der Er- klärung, daß er nur(I) die Verteilung der Flugblätter verhindern wollte. Uebrigens könnte selbst ein oberschlesischer Amtsanwalt wissen, daß„gewinnsüchtige Absicht" beim Diebstahl nicht mehr vorzuliegen braucht und nach geltendem Recht der Diebstahl kein Bereichcrungsvergehcn ist. In diesen Tagen standen wieder fünf sozialdemokratische Flug- blattvcrbreitcr vor dem Schöffengericht in Beuthcn angeklagt, durch Verteilen von Flugblättern auf ösfentlicher Straße an einem Sonntag eine„öffentlich bemerkbare Arbeit" geleistet zu habkn, Sie wären deshalb in eine Polizeistrafe von je 10 M. ev. fünf Tagen Haft genommen und hatten gerichtliche Entscheidung bea'n- tragt. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Leute nach Beendigung des Gottesdienstes an die aus der Kirche Kommenden in ruhiger Weise Flugblätter verteilt hatten. Das Gericht sprach die Ange- klagten von der Verletzung der Verfrommungsverordnung frei, verurteilte sie jedoch„w e g e n g r o b e n U n f u g s", und zwar den „Rädelsführer"(wörtlich I) zu zehn, die übrigen zu je sechs Mark Geldstrafe. In der Begründung heißt es, daß die Kirchgänger sich durch die Verteilung der Flugblätter belästigt, in ihrer An- dachtsstimmung stark gestört gefühlt haben könnten und zum Teil auch gefühlt hätten. Das aber sei grober Unfug. Wie mögen diese feinfühligen Richter wohl einen Geistlichen beurteilen, der nicht wie die Sozialdemokraten nach dem Gottes- dienst auf der Straße, in anständiger Weise, sondern während des Gottesdienstes in der Kirche, von der Kanzel herab, für einen Reichstagskandidaten agitiert und seine politischen Gegner in bvt frechsten Weise herabsetzt?— Militärische Erziehung! Straßburg, 10. Juli.(Eig. Ber.) Ein furchtbarer Unfall, der sich in der hiesigen Garnisonsschwimmanstalt ereignet hat, wirft wieder ein grelles Schlaglicht auf die im ganzen militärischen System blinder Unter- ordnung einerseits und schier unbegrenzter Herrschaft anderer- seits begründete Erziehungsmethode. Ein zum Schwimmunterricht „freiwillig" Gemeldeter vom sächsischen Infanterieregiment Ivö zeigte dem feuchten Element gegenüber nur wenig Zutrauen. An- statt aber den Schüler mit Ruhe und Vernunft zu behandeln, traktierte ihn der aufsichtführende Sergeant derart, daß der Aermste in die größte Aufregung geriet. Schließlich sah der Schwimmlehrer selbst ein, daß es das beste sei, von einer Fort- setzung des Unterrichts abzusehen. Da kam er aber bei dem Sergeanten schiecht an. Es wurde ihm der Befehl erteilt, den übermüdeten Soldaten noch„Wasser schlucken zu lasse n". Diesen Befehl vernahm das bedauernswerte Opfer und geriet darüber in solches Entsetzen, daß es sich verzweifelt an die Leine klammerte, die nun dem Lehrer ent- glitt oder— nach Aussagen anderer— zerriß. Der Schwimmlehrer sprang dem in die(an dieser Stelle sehr tiefe) Jll Untergegangenen nach, konnte ihn auch noch unter Wasser er- wischen, allein er hatte selbst Mühe sich zu retten, da der Soldat in seiner wahnsinnigen Angst den Tauchenden krampfhaft festhielt. So wurde nach zwei Stunden der Soldat als Leiche geborgen! Es ist wohl begreiflich, daß dieser Vorfall die größte Erregung in der ganzen Stadt hervorrief, obwohl man sich Mühe gab, ihn zu verheimlichen, indem man die Leiche erst in der Nacht in die Stadt verbrachte. Eine gerichtliche Untersuchung mußte selbstver- ständlich eingeleitet werden. Der Tote hatte sich„freiwillig zum Schwimmen gemeldet". Das ist die offizielle Wahrheit, die allerdings schon mit seiner Angst vor dem Waffcr sehr wenig harmoniert. Und in Wirklichkeit hat es auch mit dem„freien Willen" nicht gerade sehr viel auf sich. Es ist ja festgelegt, daß nur freiwillig sich Meldende am Schwimm- Unterricht teilzunehmen haben, und im Anfang des Sommers meldet sich auch eine größere Zahl. Da aber die Schwimmschüler von dem Unterricht viel weniger Annehmlichkeit als Quälereien brutalster Art haben, nimmt die Zahl schnell ab. Nun legt indes jede Kompagnie ihre Ehre darin, eine möglichst große Zahl Schwimmer zu besitzen, so daß das Ausbleiben von Antworten auf die Fragen nach den sich freiwillig Meldenden die Herren Unter- offiziere sehr verstimmt. Es entwickelt sich daher folgendes Spiel: Der Unteroffizier stellt die Frage an seine Abteilung. Keine Ant- wort. Darauf interpelliert er einen Mann:„Na, Müller, Sie haben doch früher mitgemacht! Wollen Sie nicht mehr teilnehmen?" Der Angeredete, der noch des früheren Unterrichts mit gemischten Gefühlen gedenkt, aber die Aufforderung nicht direkt abzulehnen wagt, brummt nur eine unverständliche Bemerkung vor sich hin, auf die der Vorgesetzte also reagiert:„Natürlich machen Sie mit! Schreiben Sic auf, Müller freiwillig gemeldet!"... Wir plädieren keineswegs für eine allzu strenge Bestrafung des schuldigen Unteroffiziers. Denn wir sind uns vollauf bewußt, daß nicht er der eigentlich Schuldige ist. Schuldig ist vielmehr die zur Sicherheit des Vaterlandes für unentbehrlich gehaltene übertriebene Kadaver-DiSziplin, die zwischen Vorgesetzten und Untergebenen nie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und des gegenseitigen Zutrauens aufkommen läßt, dagegen bei geistig nicht hochstehenden und meist wenig gebildeten Chargierten äußerst leicht den Mißbrauch ihrer fast unbeschränkten Dien st gew alt erzeugen m u ß. Es ist gewiß keine bloße Redensart, wenn wir immer wieder die Ausrede der„bedauerlichen Einzelfälle" ablehnen und das System anklagen!— „Chicago" im Kleinen. In, der Industriestadt Duisburg ist man am vergangenen Sonnabend einem schwunghaften Handel mit„u n- reifem" Fleisch auf die Spur gekommen, der lebhaft an die Chicagocr Wurst-Schweinerci erinnert. Der Fleischermeister Robert Priester bezog schon seit längerer Zeit aus dem Junker-Dorado Tilsit auffallend viel„Därme", so daß die Duisburger Steuerbehörde auf den Gedanken kam, es müsse sich hinter den als„Därme" deklarierten Sendungen noch etwas anderes verbergen. Als nun am 7. d. M. wieder eine solche Sendung ein- traf, wurde die Polizei verständigt, die dann in Begleitung einiger Steuerbcamten und eines Tierarztes die Sendung beschlagnahmte, als der Bahnspediteur sie an den Adressaten abliefern wollte. Bei der Untersuchung stellte sich nun heraus, daß die Sendung statt der angeblichen Därme unreifes Kalbfleisch enthielt. Es soll sich sogar um Fleisch von noch nicht einmal ausgctragenen(!) Kälbern handeln. In seiner ersten Bestürzung hat Priester gestanden, daß außer ihm noch eine ganze Anzahl anderer Fleischer ebenfalls das billige Fleisch(a Pfund 35 Pf.!) a u s Ostpreußen beziehen und gleich ihm zur Wurst- fabrikation verwerteten. Inwieweit dies richtig ist, wird hoffentlich die Untersuchung klarstellen. Vielleicht wird hier eine Schweinerei im großen Stile aufgedeckt. Als Absender ist ein gewisser W. Janz in Lumpöhnen bei Tilsit angegeben. Wie ver- lautet, soll aus Briefen und Rechnungen, die bei Priester bcschlag- nahmt sind, hervorgehen, daß ein Teil der ekelhaften Ware aus Rußland stammt.—___ Hänge-Peters besitzt wieder einmal die Unverftorenheit, in .Ordnungsblättern" seine werte Person in empfehlende Erinnerung zu bringen. Er behauptet, Bebels Anschuldigung, daß er einen Diener deshalb habe hinrichten lassen, weil er mit seiner Konkubine ge- schlechtlichen Verkehr gepflogen habe, sei unwahr gewesen. Diese Frechheit des Hänge-Peters ist bezeichnend für den Mann! Lautete doch das Urteil des DiSziplinarhofeS in Leipzig am IS. November 1897 dahin, daß es der Gerichtshof als erwiesen erachtet habe, daß Peters den Diener Mabruch habe hinrichten lassen, weil er ihn im Verdacht hatte, mit seinen Weibern sexuellen Verkehr gepflogen zu haben. Wir habe» außerdem vor einigen Monaten erst die ganzen gerichtsnotorischen Schurkereien des Peters eingehend behandelt. Trotzdem wagt es der Mann, jetzt gegen Bebel solch unverschämte Anschuldigungen zu erheben. Und zahlreiche„Ordnungsblätter" stellen ihm ihr Papier für seine Schwindeleien zur Verfügung!— Klatschbasen. Am 17. Juni behaupteten das„Reich" und die..Staatsbürger« zeitung". dem Genossen Stadthagen sei in Volksversammlungen und im Reichstage vorgehalten, daß er an den gewagtesten Getreide» spekulationen sich fortgesetzt beteiligt habe, Stadthagen habe selbst die Getreidespekulationcn zugegeben.. Beide Blätter liehen spater die Behauptung fallen, daß Stadthagen selbst das Verbrechen vor- gehalten sei, Getreidespekulationen verübt zu haben, und dah er diese Freveltat zugestanden habe. Sie behaupteten nun, in einer Versammlung im Jahre 1902 sei eine dahingehende Behauptung auf. gestellt worden, ihr sei nicht widersprochen, also sei sie erwiesen. Später druckten beide Blätter die Behauptung der in Stettin er« scheinenden antisemitischen„Hochwacht" ab, Stadthagen habe im Jahre 1891 bei einer Firma Goldschmidt in Getreide spekuliert. Nunmehr geben dieselben Blätter, ferner die„Post" der„Tegeler Anzeiger", die„Deutsche Tageszeitung" folgende Erzählung der „Deutschen Hochwacht" wieder: „Zu den Getreidespekulantcn der Firma Abraham Gold- schmidt gehörte im Jahre 1891 Arthur Stadthagen, der sozial- demokratische Abgeordnete für den Kreis Niederbarnim, mosaischer Dissident. In jenen Jahren hatten wir eine erhebliche Hausse in allen Getreidesorten, die namentlich hervorgerufen war durch das tolle Treiben des Herrn Blumenfeld, des früheren Mitinhabers der Berliner Getreidefirma Ritter und Blumenseld. Herr Stadthagcn hatte sich„schlecht en- gagicrt"; denn er hatte„gefixt", also verkauft; er spekulierte auf niedrige Roggenprcise, zählte also zu den Baiffe- Spekulanten. Die Roggenpreise stiegen aber weiter, und Herr Stadthagen mußte sein mehrere hundert Tonnen ausmachendes Engagement zu hohen Preisen später eindecken, so daß er einen ziemlich hohen Verlust hatte. Stadthagen hatte bei Abraham Goldschmidt einen Wechsel laufen, der schließlich fällig wurde und bezahlt werden sollte. Da schrieb Herr Stadthagen aus Hannover (1893), er befände sich augenblicklich auf einer Agitationstour und hoffe in Kürze die Angelegenheit regeln zu können I Wovon sollte die, Sache wohl geregelt werden?— so wird sich jeder unwill- kürlich fragen." Genosse Stadthagen hat darauf den genannten in Berlin er« scheinenden Blättern folgende Berichtigung zugehen lassen: Auf Grund des§ 11 des Reichspreßgesetzes ersuche ich Sie um Aufnahme folgender Berichtigung: In Nr.... Ihrer Zeitung schreiben Sie mir durch Wieder« gäbe eines mir erst aus Berliner Zeitungen bekannt gewordenen Artikels der in Stettin erscheinenden„Deutschen Hochwacht" das Verdienst zu, in den neunziger Jahren oder zu einer anderen Zeit dadurch auf eine Herabsetzung der Preise für Brotgetreide gewirkt zu haben, daß ich Getrcidespekulationen auf niedrige Roggenpreife bei einer Firma Goldschmidt vorgenommen hätte. Dies Verdienst muß ich leider ablehnen. Ebenso sind die weiteren in dem Artikel über mich verbreiteten Behauptungen unwahr. Mit der genannten Firma habe ich Anfang der neunziger Jahre in- sofern in Verbindung gestanden, als ich für einen meiner da- maligen Klienten bei jener Firma bestehende Differenzen zu er- ledigen hatte und erledigt habe. Berlin, den 12. Juli 1906. Arthur Stadt Hägen. Hustand. Frankreich. Drehfus freigesprochen. Paris, 12. Juli. Der Kaffationshof hat das vom Kriegs- gericht in Nenncs gegen Dreyfus ausgesprochene Urteil ohne Verweisung vor ein anderes Gericht aufgehoben. Der Kassationshof erklärt, es stehe fest, daß das Bordereau von Esterhazy geschrieben worden ist, und daß die Anklage, soweit sie sich auf das Bordereau bezog, nur auf Hypothesen beruhte. Ueberdies wurden vor der Verhaftung Dreyfus' mehrere Spionage- und Landesverratsverbrechen begangen, an denen Dreyfus erwiesenermaßen unschuldig war. Das Urteil spricht Dreyfus von allen gegen ihn erhobenen Anklagen frei.— Die Entscheidung soll im Amtsblatt und in fünfzig weiteren Zeitungen, deren Auswahl Dreyfus anhcimgestellt wird, ver- öffentlicht werden.— Der Ministerpräsident Sarrien kündigte an, die Re- gierung habe beschlossen, dem Parlament eine dringliche Vor- läge zu unterbreiten, wonach Oberst Picguart wieder in den früheren Stand eingesetzt und zum Range eines Brigade- generals befördert, und wonach ferner Drehfus, der kraft Rechtens durch Rehabilitierung wieder ins Heer auf- genommen sei, zum Range eines Eskadronschefs vorgeschlagen werden soll.— Der Abg. Pressens6 hat an die Regierung das Ansuchen gerichtet, Dreyfus zum Ritter des Ordens der Ehrenlegion zu ernennen. Pressensü wird morgen bei der Regierung und in der Deputiertenkaimner den Antrag auf Ausschluß der an den Fälschungen schuldigen oder beteiligten Offiziere aus dem Heere stellen. Er wird ferner beantragen, diejenigen dieser Offiziere,' die Ritter des Ordens der Ehren- legion sind, wegen UnWürdigkeit vor den Ordensrat zu stellen und den Beschluß des Ordcnsrates aufzuheben, der ihn (Pressensö) seinerzeit, weil er an der Verteidigung des Dreyfus teilgenommen hatte, aus den Reihen der Ehrenlegion strich. In Erwiderung auf die Gesuche mehrerer Deputierten hat die Regierung erklärt, sie werde die Initiative ergreifen, um in allen französischen Gemeinden das Urteil des Kassationshofes zum öffentlichen Anschlag zu bringen. Die Vorlage wegen Wiedereinsetzung Picyuarts un«> Dreyfus' in ihre militärischen Stellungen wird Donnerstag abend im Ministerrat dem Präsidenten Fallidres zur Unterschrist vor- gelegt; sie soll dann morgen in der Deputiertenkammer ein- gebracht und sofort zur Beratung gestellt werden. Sobald sie — wie man sicher erwartet— angenommen wird, will die Regierung auch für die sofortige Erledigung im Senat eintreten, damit die Angelegenheit ohne Bcrzufl ge« regelt wird.—_ Kapitalistischer StaatSavsolntismus. Paris, 11. Juli.'(Eig. Ber.)> Die gestrige Debatte über die Amnestie drehte sich hauptsächlich um die wegen des Streiks gematzregelten Briefträger. Das Mini- sterium hatte es abgelehnt, sie in die Amnestie einzubeziehen. Der Arbeitsminister Bart hon, der diese schlechte Sache zu vertreten hatte, stützte sich namentlich auf das sophistische Argument, daß die Amnestie die Anerkennung des Streikrechts der Staatsangcstellten bedeuten würde, das die Kammer doch während des Streiks bc- stritten habe. Genosse Sem bat erwiderte darauf schlagend, daß eine Amnestie, die Mörder oder Brandstifter begnadige, doch auch nicht das Recht auf Mord und Brandstiftung anerkenne! Das Streikrecht der Staatsangestellten, das die Sozialisten natürlich in der bevorstehenden Verhandlung verteidigen würden, sei hier doch nicht in Frage. Die Regierung erhielt die Majorität. Das von den Sozialisten beantragte Amendement, das die Wiedcreinstellung aller Gemäß» regelten fordert«, wurde mit 360 gegen 141 Stimmen abgelehnt. Die Radikalsozialisten stimmten zu einem großen Teil mit den Sozialisten. Mit Recht sagt Rvugnet heute in der„HumMitä-, dag Ministerium habe seinen Schwerpunkt bei den rechts stehenden Barteisekretariat. Nachdem vom Parteivorstand die Zustimmung Elementen. Herr Clémenceau mag demokratische Philosophie vor- zur Errichtung eines Parteisekretariates für die Provinz Hessentragen, die Sozialpolitik der Regierung beherrscht Herr Barthou, Nassau, Regierungsbezirk Kassel, erfolgt ist und der Genosse Oskar der alte Gefolgsmann Mélines. Folge als Sekretär gewählt wurde, ist munmehr das Sekretariat eröffnet. Anfragen und Aufträge sind an folgende Adresse zu richten: Kassel, Untere Stönigsstraße 101 I. In der heutigen Kammerſibung kam nach der Annahme des Amnestiegesetzes die Resolution zur Annahme, über die sich die Majorität mit der Regierung geeinigt hatte. Sie lädt die Regierung ein, die wegen Streitbeteiligung entlassenen Angestellten„ nach dem äußersten Maß der Möglichkeit wieder einzustellen"." Für die Sozialisten verlangte Groussier die Streichung dieser Wendung, die der Regierung freien Spielraum zur Betätigung unternehmerlicher Revanchebedürfnisse lasse. Wieder trat Herr Barthou in die Schranken, um die kapitalistischen Herrenrechte des Staates zu verteidigen. In der heutigen Sizung hat Genosse Pressensé ein bemerkenswertes Amendement durchgebracht. Er beantragte nämlich, daß eine vem Amneſtiegeſetz betroffene politische Verurteilung gegen einen Beamten oder Anwalt nicht als Grund zur Ausschließung geltend gemacht werden dürfe. Der Antrag bezog sich auf Gustav Hervé, den die Anwaltskammer allerdings schon vor seiner Verurteilung von der Zulassung zur Advokatur ausgeschlossen hatte. Das Amendement wurde mit einer Majorität von 9 Stimmen an genommen. Nr. 2. Paris, 12. Juli. Gestern verteilte die Regierung im Parlament ein Gelbbuch über die Verhandlungen der Konferenz von Algeciras. England. Militärische Angelegenheiten. London, 10. Juli.( Oberhaus.) Lord Roberts veranlaßt eine längere Debatte über militärische Angelegenheiten, indem er darlegt, die Nation sei für einen Krieg nicht vorbereitet und die militärische Erziehung der Nation müsse soweit verstärkt werden, daß jeder Bürger an der Verteidigung des Landes Anteil nehmen fönne. Der Unterstaatssekretär Earl of Portsmouth teilt mit, der Kriegsminister Haldane werde am 12. d. M. eine wichtige Mitteilung machen, aus der sich ergeben werde, daß die Frage der Territorialarmee nicht vernachlässigt worden sei. Redner spricht sich dann entschieden gegen die allgemeine Wehrpflicht aus unter besonderer Hervorhebung der Kosten. Lord Milner befürwortet die allgemeine Wehrpflicht. Mehrere Redner verweisen auf die Verhältnisse auf dem Festlande, besonders in Deutschland, Lord Milner führt insbesondere aus, daß das deutsche Bolk seine Größe und feine Fortschritte auf dem Gebiete des Handels und der Industrie feinem Heerwesen verdanke und daß die Völker, die die Mühen des allgemeinen Dienstes bereitwillig auf sich nähmen, diejenigen, die vor der allgemeinen Wehrpflicht zurückschrecken, nicht bloß im Krieg, sondern auch im friedlichen Wettbewerb überflügeln würden. Der Marquis of Ripon sagte, Lord Milner vergesse den durch die geographische Lage begründeten Unterschied zwischen England und ben anderen Staaten. Der Gegenstand wurde dann berlassen. Natal. Druckfehler- Berichtigung. Unter Aegypten" im gestrigen Hauptblatt ist zu lesen statt(„ Der Gerichshof war aus drei Engländern und zwar Arabern zusammengesetzt.") t... zwei Arabern... Der sozialdemokratische Verein für Breslau steigerte im ersten Halbjahr 1906 seine Mitgliederzahl von etwa 4000 auf 7221, also Breslauer Justiz- und Polizeikurs sein redlich Teil beigetragen. um mehr als 3000. Zu diesem günstigen Ergebnis hat der Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " Deutfches Reich. und Fürth hat jetzt noch größere Dimensionen angenommen. Der Kampf der Maurer und Bauhülfsarbeiter in Nürnberg vorgegangen, der Arbeitgeberverband antwortete darauf mit einer Ursprünglich wurde gegen einzelne Unternehmer mit der Bausperre teilweisen Aussperrung. Die Arbeiter haben darauf nunmehr den allgemeinen Streit erklärt, der am Dienstag in Kraft trat. Fast jämtliche Bauten liegen still.- In Hof kämpften die Maurer seit 10 Wochen um bessere Löhne. Nunmehr wurde der Streit durch Vereinbarung beendigt. Der Stundenlohn wird von 40 auf 42 und ab 1. Oktober auf 43 Pfennig erhöht. In Regensburg wurde der Maurerstreit nach siebenwöchiger Dauer ebenfalls beendet, wobei Eine Justizaktion gegen die Chemnitzer Boltsstimme". Der den Arbeitern eine Anzahl Berbesserungen zugestanden wurden. berantwortliche Redakteur der Breslauer„ Volkswacht", Genosse Die Parkettbodenleger in München haben mit den Parkettlühs, wurde bekanntlich wegen„ Aufreizung zu Gewaltättigteiten" fabrikanten vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts einen Tarif zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Unſer Chemnizer Partei- abgeschlossen, der für die Arbeiter nennenswerte Vorteile brachte. 1. Juni einen Artikel mit dem Titel„ Aus Russisch- Breslau", Affordpreise bedeutend erhöht. Der Tarif hat Gültigkeit bis Juli " Voltsstimme", brachte darauf in ihrer Nummer vom Die wöchentliche Arbeitszeit wurde auf 53 Stunden verkürzt und die in dem das obenerwähnte Urteil scharf besprochen und als Klassen 1908. Diesen glänzenden Erfolg haben die Gehülfen dem Deutschen urteil charakterisiert wurde. Auf Antrag der Breslauer Justizbehörde Holzarbeiterverband zu danken, der nunmehr für alle Sparten der ist nun gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Volksstimme", Genossen Hermann Wendel, das Strafverfahren wegen Beleidigung gesamten Holzindustrie in München Tarifvereinbarungen abder Breslauer Richter eingeleitet worden, und Wendel wurde am geschlossen hat. verantwortlich vernommen. blatt, die Bormittag des 11. Juli von dem Untersuchungsrichter zu der Materie Mögen nun die Breslauer Nichter mit ihrem Strafantrag gegen den Genossen Wendel Erfolg haben oder nicht, das Breslauer Ürteil wird von der Arbeiterklasse doch in keinem Falle etwa als ein Ausfluß höherer Gerechtigkeit bewertet werden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Am Sonntag, den 15. Juli, vormittags 10 Uhr, findet in Berlin, im Lokale des Herrn Boeker, Weberstr. 17, eine Konferenz für die in der Luxusmöbelbranche beschäftigten Arbeiter des vierten Gaues im Deutschen Holzarbeiter- Verband statt. Tagesordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in den Lurusmöbelwerkstätten. 2. Diskussion. 3. Anträge und Verschiedenes. Deutscher Holzarbeiter- Verband, Gauvorstand Berlin. Schulpflichtige Kinder als Streifbrecher! Wie die Unternehmer die christlichen" Gewerkschaften einschätzen. In dem Städtchen Drsoy( Regierungsbezirk Düsseldorf) kündigte der Zigarrenfabrikant St. zirka 25 Arbeitern, meist freiorganisierten. 3wei Tage später erschien der Meister bei den Christlichen und meinte: Wenn jetzt die Freien in den Streit treten, so bleibt ihr ruhig am Arbeiten. Wenn dann einmal wieder Gras drüber gewachsen ist, werden wir den Freien schon den Weg zeigen. Da jedoch der Streit nicht ausgebrochen ist, fonnten die Christen auch feine Streifbrecherdienste leisten, wie dieses schon in Hunderten von Fällen geschehen ist. Ausland. Gewerkschaftliches aus Skandinavien. Die feste Haltung, die der Schwedische Eisenbahnerverband in der Frage der Rohnaufbesserung für das Extrapersonal der Staatsbahnen einnimmt, ist offenbar bei den maßgebenden Stellen nicht ohne Wirkung geblieben. Die Diftriftsverwaltung in Göteborg hat am Montag den Abteilungen des Eisenbahnverbandes ein umfangreiches Antwortschreiben übersandt, in dem auf den 20. August Verhandlungen mit Delegierten der verschiedenen Kategorien des Extrapersonals in Aussicht gestellt werden. Inzwischen sollen Erhebungen über die Teuerungsverhältnisse an den verschiedenen Orten sowie über die Art und den Umfang der Arbeiten, die das Extrapersonal zu leisten hat, angestellt werden. Vielleicht wird Der Glasermeister Höhne, Putbuserstr. 56, verglast den Bau durch solches Entgegenkommen der Distriktsverwaltungen der Sebastianstr. 19. Bei der dort gestern durch die Streitleitung vor- Streit, der sonst unausbleiblich schien, vermieden werden. genommenen Kontrolle wurde der Schulfnabe Paul 8eugträger, Auch in anderen großen Staatsbetrieben, im TeleKopenhagenerstr. 27 wohnhaft, dabei getroffen, wie er Fensterflügel graphenwesen und bei der Post, herrscht große UnzufriedenDurban, 12. Juli. Messini und Ndlovutkatimuni, zwei Haupt- zusammenschleppte. Der schwächliche Knabe, welcher die III. klasse heit unter den Arbeitern und Angestellten. Der Telegraphenanführer der aufständischen Zulus, haben sich ergeben. einer Gemeindeschule besucht, gab an, später die Glaserei erlernen arbeiter- Verband hat am 1. April den bisher geltenden Lohntarif im Handwerk fennen zu lernen. Auf dem Polizeirebier in der Grün- der Arbeiter zu Verhandlungen geladen, aber die Unterredung ohne zu wollen, jetzt benute er seine Schulferien, um die Anfangsgründe" gekündigt. Der Tarif ist am 1. Juli abgelaufen, ohne daß ein neuer zustande kam. Der Generaldirektor hat zwar einmal die Vertreter thalerstraße, wo seine Personalien festgestellt wurden, bedeutete ihm weiteres abgebrochen, weil sie sich nicht sofort bereit erklärten, die der Wachtmeister, daß ein Schulkind wohl mit Genehmigung feines gestellten Forderungen um bestimmte Summen herabzusehen. Schrektors eine Arbeitskarte zu Botendiensten, leichter Werkstatt- Die Angestellten der Post sind besonders unzufrieden, weil, während arbeit ausgehändigt erhalte, daß er aber auf Neubauten andere Staatsangestellte und-Beamte Teuerungszulagen erhalten feine Arbeiten ausführen dürfe. Dem finderfreundlichen haben, der letzte Reichstag ihnen wiederum jede Zulage versagte Herrn Glasermeister Höhne wird ein Strafmandat zu und ebenso wenig für die lange begehrte dauernde Lohnregelung wird am Sonntag, den 23. September in Mannheim eröffnet. gehen. Derfelbe Unternehmer setzt mit jugendlichen ungelernten vereinigung" faßte dieser Tage eine scharfe Resolution, in der ein zu haben war. Der südliche Kreis von Schwedens PostbedientenTagesordnung: Arbeitern Schaufensterscheiben ein. Was sagt die Nord- starker Drud zur Durchführung der Lohnforderungen in Aussicht östliche Baugewerksberufsgenossenschaft dazu, daß bei solch gefähr gestellt wird. licher Arbeit derartig ungeeignete Arbeitskräfte verwendet werden? Die angedrohte Massenaussperrung in der Dem Vernehmen nach ist es dem Unternehmerverbande ge- dänischen Gijenindustrie unterbleibt. Wegen der Lohns lungen, die Materialsperre gegen die Charlottenburger Glasermeister forderungen der Holzarbeiter auf den beiden großen Werften sind durchzusetzen, so daß diese wahrscheinlich ihre Leute entlassen müssen. Verhandlungen auf den 12. Juli anberaumt worden. Nachdem Eine mehr als traurige Rolle spielen die zahlreichen Wert- damit der Grund zur Arbeitsniederlegung für die Holzarbeiter führer, Kontrolleure und sonstigen Bostengesellen in diesem Kampfe. hinfällig geworden ist, berzichten auch die Unternehmer auf die Aussperrung. Diese Leute halten es mit ihrer Ehre vereinbar die liegengebliebenen Arbeiten der Ausgesperrten fertig zu stellen. Manche der Herren werden mit Automobilen von und nach den Bauten gebracht. Alles das wird den Scharfmachern nichts nutzen. Bei dem guten Geist der Ausgesperrten wird es nicht gelingen, die Organisation zu vernichten. Aus der Partei. Der Parteitag 1. Bericht des Parteivorstandes. a) Allgemeines. Berichterstatter: W. Pfannkuch. b) Kassenbericht. Berichterstatter: A. Gerisch. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: A. Saden. 3. Bericht über die parlamentarische Tätigkeit der Reichstagsfraktion. Berichterstatter: G. Schöpflin. 4. Maifeier. Berichterstatter: R. Fischer. 5. Massenstreit. Berichterstatter: A. Bebe I. 6. Internationaler Kongreß. Berichterstatter P. Singer. 7. Sozialdemokratie und Voltserziehung. Berichterstatter: Schulz und C. Zetkin. 8. Strafrecht, Strafprozeß und Strafvollzug. Berichterstatter: H. Haase. 9. Sonstige Anträge. 10. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Drtes des nächsten Parteitages. Arbeitersekretariate. Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zurzeit in Deutschland errichteten Arbeitersekretariate. Die Veröffentlichung foll periodisch erfolgen, jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterstützen und von einer Adressenänderung uns rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen. Arbeitersekretariate bestehen in: Aachen, Mauerstr. 46. Jena, Saalbahnstr. 3. Altenburg( S.-A.), Wallstr. 39 p. Karlsruhe, Kurvenstr. 19. Altona- Hamburg, Gänsemarkt 35 II.| Kattowit, Rathausstr. 6. Augsburg, Jesuitengasse F 406 II. Riel, Gasstr. 24 parterre. Bant- Wilhelmshaven, Gewert schaftshaus. Barmen, Oberdörnerstr. 104. Berlin SO., Engel- Ufer 15. Bielefeld, Turnerstr. 45. Bochum, Wiemelhauserstr. 38-42. Bremen, Ostertorstr. 26 I. Bremerhaven, Am Hafen 49. Breslau, Nikolaistraße 18/19 I. Bromberg, Jakobftr. 17. Caffel, Wildemannsgasse 30 I. Charlottenburg, Grünstr. 23. Chemnitz- Kappel, Zwickauerstr. 152. Coburg, Mauer 26. Colmar, Logelbachstr. 5. Crefeld, Klosterstr. 43. Darmstadt, Elisabethstr. 31. Dessau, Askanischestr. 107. Dortmund, 1. Stampstr. 73 I. Dresden, Volkshaus, Rizenbergstr. Duisburg, Friedrich Wilhelmstr. 76. Düsseldorf, Kasernenstr. 67 a. Elberfeld, Hombüdel 6 1. Essen, Kirchstr. 18. Forst i. L., Promenade 5. Frankfurt a. M., Am Schwimm. bad 8/10. Fürth, Theaterstr. 19. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gelsenkirchen, Karlstr. 19. Göppingen, Gasth. zu den 3 Königen. Gotha, Erfurterstraße( altes Ge richtsgebäude). Halle a. S., Harz 42/43. Hamburg, Gänsemarkt 35 II. Hamm i. W., Nitterstraße. Hanau, Mühlenstr. 2. Hannover, Artillerieſtr. 13. Harburg a. Elbe, Deichstr. 12. Iserlohn, Mühlengang 15. Köln a. Mh., Severinstr. 201. Kronach, Kirchenplatz 74. Landeshut i. Schl., Waldenburger straße 37 II. Leipzig, Härtelstr. 12, part. Luckenwalde, Neue Friedrichstr. 42. Lübeck, Johannisjir. 46, part. Lüdenscheid, Friedrichstr. 30. Magdeburg, Fürsten- Ufer 6 I. Mannheim, S. 3, 10. Meißen, Poststr. 4. Mühlheim( Hessen), Offenbacher straße 7. München, Baaderstr. 1 I. Neu- Ruppin, Klosterstr. 23. Nordhausen, Barfüßlerstr. 12. Nürnberg, Egydienplatz 22. Oberhausen, Marktstr. 5. Osnabrück, Große Hamtenstr. 9. Pforzheim, Waisenhausplatz 3. Bofen, Breitenstr. 21. Recklinghausen, Hernerstr. 66. Remscheid, Kölnerstr. 11a. Nostoc, Doberanerstr. 6. St. Johann b. Saarbrücken, Hafenstraße 7/9. Solingen, Kaiserstr. 25. Stettin, Birken- Allee 34. Striegau, Ziganstraße. Stuttgart, Eßlingerstr. 17/19. Waldenburg i. Schles., Freiburger straße 16. Wolgast, Maarbrückerstr. 17 I. Worms, Mainzerstr. 19. Wunsiedel( Oberfrant.), Koppetners tor. Würzburg, Domstr. 35. Sekretariat der Zentralfommission für Bauarbeiterschus( G. Heinke), Hamburg 7, Besenbinderhof 56. Die Arbeitsniederlegung der Maler bei Birtle n. Thomer hat einen überraschend schnellen Erfolg gehabt. Die vorhergegangenen mehrfachen Bemühungen, die Firma auf gütlichem Wege zur Anerkennung des Tarifs zu bewegen, hatten feinen Erfolg, ja schließlich wurde der Vertreter der Arbeiterorganisation von einem Firmeninhaber in schroffster Weise abgewiesen. Die einmütige Arbeitsniederlegung aber, die am Mittwoch zur Tatsache wurde, hatte zur Folge, daß die Firma ihren ablehnenden Standpunkt aufgab und den Tarif sogleich unterzeichnete. Achtung, Barbiere und Friseurgehülfen! Die Arbeitgeber haben in der letzteren Zeit Versammlungen abgehalten, in denen hauptsächlich die Lohnbewegung scharf fritisiert wurde. Ein Teil der Arbeitgeber( diejenigen, die den Tarif nicht be willigen wollen) wiesen darauf hin, daß von dem anderen Der Streit der norwegischen Bäder zur Abwehr der durch Storthingsbeschluß zugelassenen teilweisen Nachtarbeit hat dazu geführt, daß ein großer Teil der Bädereibesiker sich verpflichtet hat, von der Verschlechterung des Bädergefezes feinen Gebrauch zu machen. Beendet ist der Kampf jedoch noch nicht. Der norwegische Bäckerverband warnt vor Zuzug sowohl von Bäckern wie von Konditoren. Verfammlungen. Die Leitergerüstbauer beschlossen in ihrer letzten Versammlung unter anderem:" Kollegen, die im Winter in anderen Berufen arbeiten und ihre Bücher nicht in Ordnung haben, werden nicht als alte Kollegen betrachtet, sondern müssen sich neu aufnehmen lassen und 10 M. für die verunglückten Kollegen in die Unterstützungskasse geben." Dann wurde ein Antrag der Sektion diskutiert, eine Statistik aufzunehmen darüber, ob die Mitglieder den„ Vorwärts" lesen und politisch organisiert sind und diese Statistik zu veröffent lichen. Teile die Forderungen nicht mehr eingehalten werden sollen. Die Letzte Nachrichten und Depeschen. Kontrollkarte ist nur gültig, wenn die laufende Woche gestempelt ist und sie die Namensunterschrift Baumgart trägt. Sie wird nur an organisierte Gehülfen abgegeben. Achtet auf die Arbeitgeber, Ausgesperrte Bauarbeiter. Braunschweig, 12. Juli.( W. T. B.) Wegen verweigerter welche jetzt schon die Forderungen durchbrochen haben. Dieselben Wiederaufnahme der Arbeit hat der Arbeitgeberverband heute die find: Jezierski, Cadinerstr. 8, und Neumann, Hermann- Sperre über sämtliche organsierte Maurer und Bauarbeiter straße 256-257 in Rigdorf. Ferner ist der Gehülfe e Im aus verhängt. dem Verbande ausgeschlossen worden und sind dessen Verbandspapiere daher ungültig. Hoch die Solidarität. Verband deutscher Barbier, Friseur- und Perückenmachergehülfen Berlins. Bureau: Schillingstr. 15-16. Telephon Amt 7, 2824. Berliner Affordmaurer und Steinträger arbeiten, wie wir dem " Bauhülfsarbeiter" entnehmen, zu Güstrow in Mecklenburg als Streifbrecher. Sie tun dies wissentlich. Denn bei ihrer Anfunft in Güstrow wurden die Leute über die Verhältnisse aufgeklärt, weigerten sich aber, sich mit ihren Arbeitsbrüdern solidarisch zu erflären. Glücklicherweise ist dieses für die Berliner Arbeiterschaft tief beschämende Vorkommnis eine Ausnahme. Abgestürzt. Innsbruck, 12. Juli.( B. H.) Der Wiener Fabrikant Franz Breunig ist von den Zwölf Aposteln" abgestürzt und war auf der Stelle tot. Ein Liebesdrama. Lemberg, 12. Juli.( B. H.) In der hiesigen Majolikafabrik feuerte gestern abend der Ingenieur Majewski, der als hervor ragender Künstler die Abteilung für bemalte Tongefäße leitete, auf die dort beschäftigte Malerin Talut, ein 19jähriges bildhübsches Mädchen, 2 Revolverschüsse ab und verwundete sie tödlich, worauf er sich selbst durch 3 Schüsse entleibte. Der Straßenbahnerstreit in Rom. Rom, 12. Juli.( Privatdepesche unseres römischen KorresponDer Streit der Fensterpuker der Firma Patenge u. Müller dauert unverändert fort. Die Herren versuchen auf jede Art und Weise Arbeitswillige anzuwerben. Ihre Mühe ist nicht umsonst. Herr Zech aus Spandau, welcher neben dem Reinigungsinstitut eine Gastwirtschaft betreibt in welcher nur Arbeiter verkehren, und die Herren Krahnert und Walter, welche ebenfalls Reinigungs- denten.) Nach nunmehr vierzehntägiger Dauer des Streits werden instituts- Inhaber sind, scheinen besonders stolz zu sein auf ihre Rolle als Arbeitswillige. Des ferneren beschäftigt die Firma noch mehrere Baffermannsche Gestalten, welche eher verstehen etwas anderes zu puzen, nur feine Fenster. Die beiden Firmeninhaber verbreiten bei ihren Kunden das Gerücht, sie wollten den Lohn von 24 M. schon zahlen, nur die anderen Bunfte seien für sie unannehmbar. Gerade bas Gegenteil ist der Fall. Alle anderen Punkte hat die Firma anerkannt, nur den Lohn nicht; 22,50 M. wollen die Herren zahlen, mehr nicht. durch Vermittelung des Vereins zur Hebung des Fremdenverkehrs erneute Verhandlungen mit den Unternehmern aufgenommen. Die Trambahngesellschaft bietet nunmehr Lohnerhöhungen im Gesamtbetrage von 90 000 Lire pro Jahr. Die Arbeitskammer befürwortet die Annahme dieser Zugeständnisse. Eine Beilegung des Streits erscheint wahrscheinlich. Marinerevolte. Kollegen! Fensterputzer! Meidet Charlottenburg, werdet nicht Petersburg, 12. Juli.( B. H.) Wie gemeldet wird, sind an zum Verräter an unserer Sache; unser Sieg ist Euer Sieg. Der Nachweis von Geschäften, welche das Putzen zu tarif- Bord von zwei auf der Neede von Kertsch( Krim) liegenden Bangers mäßigen Bedingungen übernehmen, geschieht nach wie vor Rosinen- fchiffen Meutereien ausgebrochen. Einzelheiten fehlen noch. straße 2 1. Telephon: Charlottenburg 4457. Die Settionsleitung. Beranim. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt ii,.m 23.1�., i Keilllge des„Jormötts" Kerlim Pollislilatt.»«?»««. Zur Diskussion über den Massenstreik. Wir erhalten folgende Zuschrift: An die Redaltion deZ„Vorwärts'. Die allgemeine Ueberrasckning der Parteigenossen, denen in den Protestversammlungen vom 21. Januar, 18. März und 1. Mai der Versuch eines Massenstreiks als schlicht che Steigerung der preußischen Wahlrechtsdemonstrationen von den meisten Referenten angedeutet war und die nun erfahren, daß niemals an etwas anderes gedacht war als an eine Diskussion dieses in irgend einer revolutionären Zukunft mal vielleicht anwendbaren Mittels,— diese Ucbcrraschung suchen Sie dadurch zu beseitigen, daß Sie in der letzten Nummer des„Vorwärts" meine unbeträchtliche Person als einen Revisionisten der schaudernden Oeffentlichkcit preisgeben. Ich glaube nun, daß das Vergnügen, einen neuen Revisionisten entdeckt zu haben, nicht die Parteigenossen für jene Ucberraschung und Enttäuschung ent- schädigt und die Lage des Diskutier- Radikalismus um nichts vcr- bessert. Ich verzichte deshalb auch, um diese ernsteste Partei- frage nicht in der Ableitung auf das persönliche Gebiet einer Auseinandersetzung zwischen amtierenden und gewesenen„Vorwärts"- Redakteuren verwirren zu Helsen, aus eine ausführliche Zurückweisung des gegen mich gerichteten Artikels. Nur ein paar tatsächliche Richtig- stellungen glaube ich der Stellung schuldig zu sein, die ich so viele Jahre hindurch eingenommen habe. E r st e n s: Meine Ausfassungen über den politischen Massen- streik habe ich vor Jena in einer Reihe von Artikeln im„Vorlvärts" dargelegt. Ich war gegen den Generalstreik als ein leeres. müßiges Diskussionsthema für irgend eine blaue Zukunft, ich toar jedoch für den Generalstreik als ein mögliches Macht- mittel zur Verteidigung oder Erringung unmittelbarer politischer Rechte(wie in Hamburg II). Man vergleiche z. B. meinen Artikel vom ö. September 1905. In der Resolution von Jena konnte ich eine Anerkennung meiner Auffassung begrüßen, und in den Vorgängen und Ankündigungen der preußischen Wahlrechtsbewegung mußte ich, wie alle andern, den Versuch einer praktisckien Anwendung jener Auffassung vermuten. Wenn jetzt freilich der„Vorwärts" zu der von mir im Vorjahr bekämpften Auffassung zurückkehrt, so ist das ein Verstoß gegen die Resolution von Jena. Und wenn alle die Parteigenossen, die die Ankündigungen im letzten Winter und Frühjahr ernst genommen haben, damit sich als Revisionisten erlveisen sollen, so sind offenbar Radikale diejenigen, die au das preußische Herrenhaus petitionieren. Zweitens: Ich habe niemals eine Taktik auch nur als Möglichkeit empfohlen, die uns vor die Lassallesche Bewegung zurückwirft. Ich war schon vor den Stichwahlen 1903 ein Gegner der grundsätzlichen sozialdemokratischen Stichwahlbeihülfe für die Freisinnigen bei den Reichstagswahlen, und bin es heute noch. Das weiß auch die heutige„Borwärts"redaktion. Wie kann sie mir also auch nur die Erwägung insinuieren, daß ich auf irgend eine Weise die selbständige sozialdemokratische proletarische Klassenpolitik aufgeben wolle. Die Meinung, die manche Parteigenossen über die Möglichkeiten einer den Unsinn und die Uicberechenbarkeit des Wahl- systems ausnützenden preußischen Wahltaktik haben, läuft gerade auf das Gegenteil der vom„Vorwärts" vcrnmteten Tendenz heraus. Es ist also nicht meine Schuld, wenn der„Vor- wärts" den Sinn jener Anregung nicht versteht. Eine nähere Auseinandersetzung darüber aber halte ich für um so weniger zweck- mäßig, als die Frage, wie ich(ohne Prophet zu sein) überzeugt bin, über kurz oder lang die Partei ernstlich beschäftigen wird. Drittens: Ich habe niemals die Anschauung vertreten, daß der Dreimillionensieg durch Bekehrung zun, MillerandiSmuS ausgenutzt werden müsse. Ich habe da? weder geschrieben, noch gesagt. noch gedacht. Nur ein Narr könnte derlei Möglichkeiten in Deutschland annehmen und solche Pläne einen, anderen zuwauen. Groß-Lichterfelde, 12. Juli 06. K u r t E i S n e r. Wir bemerken hierzu: Genoffe Eis n er hat also trotz der Debatten vor Jena, trotz Bebels Rede in Jena und der sich daran anschließenden Debatte. trotz der neuerlichen Diskussion über den Massenstreik noch immer nicht begriffen, daß man den Massenstreik erst dann inszenieren kann, wenn die Partei sich durch vorhergehende Diskussion über zeitliche Möglichkeit und Charakter einer solchen Aktion klar geworden ist. Genosse Eisner beruft sich dann 1) darauf, daß e r schon im vorigen Jahre die Resolution in Jena als eine Konzession an seine Ausfassung, der Massenstreik laffe sich ohne vorhergehende Ver- ständigung der Genossen und sorgfältige Erwägung der ganzen politischen Situation blindlings inszenieren, ausgelegt habe. Es kommt aber gar nicht darauf an, wie E i S n e r nach seinem persönlichen Bedürfnis und Verständnis Partcidebatten und Parteitagsbeschlüsse interpretiert, sondern wie sie nach Wortlaut und Sinn der Debatten und Resolutionen ausgelegt werden müssen. Dunkel ist uns, was Eisner unter den„Ankündigungen im letzten Frühjahr und Winter" versteht. Unseres Wissens ist iveder vom Parteivorstand, noch im„Vorwärts", noch auch in der übrigen Partechreffe für Preußen der bevorstehende Massenstreik angekündigt worden.— Ebenso dunkel ist uns, waS die Petition an den preußischen Landtag mit Revisionismus und Radikalismus zu tun hat. 2. bestreitet Eisner, eii,e Taktik empfohlen zu haben, die die Partei vor die Lassallesche Taktik zurückwerfe. Gleichzeitig aber erklärt er, davon überzeugt zu sein, daß die von ihm erörterte Frage der preußischen Wahltaktik„über kurz oder lang die Partei ernstlich beschäftigen" werde. Das heißt die Frage, ob es nicht empfehlens- wert sei, unsere Bourgeoisie, die„gar keine politische Herrschaft mehr will", die„als Schutzjude des Junkertums vor dem Pro- letariate gesichert sein will", in„entschlossener Rc- signation" politisch zu beleben und zur politischen Herrschaft zu bringen. Jeder politische ABC- Schütze weiß, daß Lassallcs Losreißung deS Proletariats vom Freisinn, der damals in Preußen herrschte, gerade deshalb erfolgte, weil der Freisinn vom allgemeinen gleichen Wahlreckit nichts wissen wollte. Die Taktik, dem Freisinn abermals in„entschlossener Resignation" zu einer solchen Herrschaft zu verhelfen, würde die Partei also in der Tat hinter die Lassalleschen Anfänge der sozialistischen Klassenbcwegung zurückschleudern. Aus ein näheres Eingehen auf dies famose taktische Projekt verzichten übrigens auch wir, wenn auch aus dem umgekehrten Grunde wie Genosse Eisncr: in der Ueberzeugung nämlich, daß eS von der Partei nie- m a l S auch nur in eutserntcste Erwägung gezogen werden könnte. 3. erklärt Eisncr, daß er niemals weder geschrieben, noch gesagt, noch gedacht habe,„daß der Dreiinilliouensicg durch Bekehrung zum MillerandiSmus ausgenutzt werde» müsse".' Davon war auch in unserem Artikel keine Rede. Wir sagten nur, daß die Partei nicht so naiv gewesen sei,„von dem Drcimillionensicg deS Jahres 1903 eine„Wcltenwende" mit preußischem Millcrandismus und anderen Dokumenten der vermeintlichen„politischen Macht" deS Proletariats zu erwarten".'ES mar also von der Bekehrung deS herrschenden Regimes zum MillerandiSmus, d. h. der Politik der Kon- Zessionen, die Rede. Und daß Eisner in der Tat über- triebene Hoffnungen an den Dreimillionensieg knüpfte, be- weisen folgende von ihm am 17. Juni 1903 geschriebenen Sätze: „Die Wahlen sind ein zerschmetternder Schlag für d a S ganze herrschende S h st e m. Wenn die Nacht vollendet, was bis Mitternacht begann, dann bereitet sich eine Weltwende der deutschen Politik vor. Deutschland wird zum Lande des Sozialismus, des unüberwindlich Vorwärtsdrängenden, des Befreiers und Erlöiers. Der Sieg des deutschen Proletariates Ist der Sieg der Kultur. Unser das Reich— unjer dte WeltI" » �» Ucber die Verhandlungen zwischen Parteivorstand und General- kommissson wegen Freigabe des den Punkt Partei uno Ge- werkschasten behandelnden Teiles deS Protokolls der GewerkschajtSkonferenz gibt folgender Schriftwechsel Aufschluß: Berlin, 2. Juli 1906. An die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Berlin. Werte Genossen I Die Redaktion des„Vorwärts" teilt uns mit, daß Sie ihr ein Protokoll der„Konferenz der Vertreter der Vorstände der Zentral- verbände" zur Information, jedoch mit dem Verbot der Ver- öffentlichung des Inhalts zugesandt haben. Die Redaktion hat sich nicht entschließen können, diese Be- dingung anzunehmen, da der Zweck des Ersuchens um Ueberlassnng eines Exemplars des Protokolls die Besprechung der Diskussion über Partei und Gewerkschaft auf der Gewerkschaftskonferenz war. Nachdem die Verhandlungen jener Konferenz, veranlaßt durch Indiskretion der„Einigkeit" sowie durch die wechselseitigen Er- klärungen der Generalkommission und des Parteivorstandes nun auch von einem Teil der Parteipresse besprochen worden, kann es, wie wir glauben, dem Zentralorgan der Partei nicht verlvehrt werden, auf Grund des Protokolls Stellung zu der Frage zu nehmen. Wir sind daher der Ansicht, daß unter diesen Umständen der vertrauliche Charakter des Protokolls nicht aufrecht erhalten werden kann und ersuchen die Generalkommission in beiderseitigem Interesse die Vertraulichkeit über den Punkt„Partei und Gewerkschaften" auf- zuHeben, damit auch wir diesen Teil des Protokolls den Partei- genossen unterbreiten können. Mit Parteigruß Der Parteivorstand. Berlin, den 10. Juli 1906. An den Parteivorstand. Werte Genossen! Die Gencralkommission hat sich in ihrer am Sonnabend stattgefundenen Sitzung mit Ihrem Ersuchen- der Redaktion des„Vorwärts" das Protokoll der Konferenz der Vor- stände zur freien Verfügung behufs Stellungnahme zur Jndis- kretion der„Einigkeit" zu überlassen beschäftigt; die Generalkom- Mission hat beschlossen, an ihrem bisherigen Standpunkt, das Proto- koll nicht zur Veröffentlichung freizugeben, festzuhalten. Die Verhandlungen der Vorstandskonferenzcn und die dar- über aufgenommenen Protokolle haben durchaus internen Charakter und sollen die letzteren lediglich den Zweck haben, den Teilnehmern die Möglichkeit der Nachkontrolle zu gewähren. Das ist bisherige Praxis gewesen und die in �Rede stehende Konserenz hat diese Praxis durch besonderen Beschlutz(vcrgl. Protokoll Seite 9, letzter Absatz) noch durch ausdrücklichen Beschluß bestätigt. Die General- kommission kann somit nicht eigenmächtig, sondern nur auf Be- schluß einer Vorstandskonferenz eine Aenderung in dieser Praxis eintreten lassen. Dieselbe hatte ihre Befugnisse eigentlich schon überschritten, als sie der Redaktion des„Vorwärts" ein Exemplar des Protokolls zur Information überließ. Außerdem sind wir der Meinung, daß, sobald der Redaktion des„Vorwärts" das Protokoll zur freien Verfügung gestellt wird, die sämtlichen Parteiblätter nicht nur das gleiche Recht bcan- spruchen können, sondern wir halten uns dann für verpflichtet, es der gesamten Parteiprcffe zu übermitteln. Dies ist aber zur- zeit unausführbar, weil die Auflage des Protokolls von vornherein so bemessen ist, daß nach der Zustellung desselben an die Beteiligten nur noch wenige Exemplare vorhanden sind. Zum Schluß möchten wir noch darauf hinweisen, daß mit dem Protokoll keine Geheimniskrämerei getrieben werden soll, aber andererseits auch für uns kein Anlaß vorliegt, den internen Charakter der Konferenz aufzuheben. Auch für die Partei machen sich Beratungen notwendig, deren Ergebnisse nur auf den Kreis der unmittelbar Beteiligten beschränkt bleiben. Wir halten eine solche Diskretion für durchaus richtig und nehmen an, daß der Parteivorstand und die sonstigen Parteiorgane sich von diesem ihren Standpunkte nicht dadurch abbringen ließen, daß ein unberufener Dritter von diesen Verhandlungen in widerrechtlicher Weise etwas in die Oeffentlichkeit bringt, wie es die„Einigkeit" in dem vorliegenden Falle getan hat. Mit Parteigrnß Die Generalkommission. A. Knoll. Berlin, 12. Juli 1906. An die Generalkoinmission der Gewerkschaften Deutichlands. Berlin. Werte Genossen I Der Parteivorstand hat in seiner heutigen Sitzung Kenntnis ge- nommen von Ihrem gestrigen Schreiben, mit dem Sie es ablehnen, den Punkt„Partei und Gewerkschaften" des Protokolls der„Konferenz der Vorstände" zur fteien Verfügung zu stelle». Gegenüber dem von der Generalkoinmission eingenommenen Standpunkt hat der Parteivorstand beschlossen, die General- kommission zu ersuchen, die Freigabe dieses Protokollteiles durch Be- fragung der Teilnehmer an der Konferenz zu belvirkcn, wo- durch die von Ihnen geltend gemachten HindcrungSgründe für Ihre selbständige Erfüllung unseres Ersuchens beseitigt werden würden. Bei dein dringenden Interesse, welches die Partei an der öffent- lichen Klarstellung dieser Angelegenheit hat. ersuchen wir die General- kommission, uns bis spätestens Ende dieses Monats von dem Er- gebnis ihrer Umfrage Mitteilung zu machen. Mit Parteigruß I Der Parteivorstand. Soziales. Polizei gegen Wohltätigkeit. Einem englischen Schriftsteller, der kürzlich Berlin besuchte, fiel eS auf. daß hier Armut und Elend öffentlich nicht in dem Maße in Erscheinung treten, wie es in London der Fall ist. Der Engländer sprach die Vermutung aus, daß daS Elend der Armen in Berlin wohl nicht geringer sein werde als in London, und er meint, die Berliner Polizei werde wohl dafür sorgen, daß das Elend sich nicht öffentlich bemerkbar mache.— Wie zutreffend diese Annahme des englischen Reisenden ist, das zeigt uns eine kleine aber recht bezeichnende Episode, welche sich dieser Tage vor einer Abteilung des Schöffengerichts Bcrlin-Mitte abspielte. Das Bild, welches die Verhandlung entrollte, sieht im wesentlichen so aus: Verschiedene große Geschäftsleute, Hoflieferanten und Firmen mit bekannten Namen, haben den Brauch eingeführt, daß jeder Arme, der sich in ihrem Geschäftslokal zeigt, ein kleines Almosen erhält, ohne daß er erst ausdrücklich darum bitten braucht. Bei anderen Geschäftsleuten herrscht die Praxis, daß Arme am Ersten jeden Monats im Kontor vorsprechen dürfen, wo ihnen dann ohne weiteres ein kleines Geldgeschenk verabreicht wird. Die Ausübung solcher Wohltätigkeit kostet nicht viel, sie trägt aber, ebenso wie die Illuminationen an hohenzollernschen Familicnfcsttagen dazu bei, das Renommee der betreffenden Firmen zu erhöhen, also kann man sich die kleine AüSggbe wohl leisten, gp könnten NUN beide Teile zufrieden sein, sowohl die akmoscnspendenden Firmen als die almosenempfangenden Armen, wenn>— die Polizei nicht wäre. In Berlin gibt es ja, dank der göttlichen Weltordnung kapi- talistischen Gepräges, Arme in Hülle und Fülle, und so wird denn selbstverständlich von den Wohlfahrtseinrichtungen der betreffenden Geschäftsleute reichlich Gebrauch gemacht werden. Nun hat aber irgend jemand, der an dieser Ausübung der christlichen Tugend der Barmherzigkeit Anstoß nimmt, der Polizei eine anonyme An- zeige gemacht, des Inhalts, daß die Geschäftsleute in der Leipziger- stratze durch Arme belästigt würden und die Polizei hielt es für ihre Pflicht, gegen die Armen, welche von den Geschäftsleuten freiwillig beschenkt werden, vorzugehen. Kriminalschutzleute wur- den nach der Leipzigerstraße beordert, um die„Bettler" abzu- fangen. Die Beamten erledigten sich ihres Auftrages in der Weise, daß sie Personen, die ihrer ärmlichen Kleidung nach nicht zu de* Kunden der feinen Geschäfte gehören konnten, trotzdem aber solche Geschäftslokale aufsuchten, anhielten und wegen Bettelns zur An- zeige brachten. Die Betreffenden bestritten zwar, daß sie gebettelt hatten, sie waren dabei auch im Recht, denn sie empfingen ja Almosen, die ihnen ohne weiteres verabreicht wurden. Die Be- amten hatten auch sonst keine Anhaltspunkte, die dafür sprechen, daß hier eine Bettelei im Sinne des Gesetzes vorlag, aber trotzdem wurden die Almoseneinpfänger als Bettler bor den Richter gebracht. In dem vorliegenden Falle saß eine arme Frau auf der An- klagebank und ein Kriminalschutzmann stand ihr als Zeuge gegen- über. Nichts konnte er dafür anführen, daß die Merkmale des Bettelns wirklich erfüllt waren, dagegen bemühte er sich mit einer Freiheit, die sich ein Zeuge sonst wohl nicht herausnehmen dürfte, dem Richter klar zu machen, daß es für die Geschäftsleute eine arge Belästigung sei, wenn sie von armen Frauen, die nicht einzeln, sondern gleich sektionswcise antreten, aufgesucht würden. Der Richter belehrte den Zeugen, daß ja die Anklage nicht auf Be- lästigung oder Verkehrsstörung, sondern auf Betteln laute.— Da sich die Angeklagte darauf berief, daß ihr die Almosen freiwillig, in einem Falle sogar regclinäßig verabreicht werden, so beschloß das Gericht, die Verhandlung zu vertagen und die betreffenden Ge- schäftsleute als Zeugen für die Behauptung der Angeklagten zu laden. So viele Umstände macht man im christlichen Staat, um fest- zustellen, ob jemand, der die christliche Barmherzigkeit christlicher Mitmenfchcn in Anspruch nahm, sich nicht strafbar gemacht hat. Internationales Uebereinkommcn betreffend das Verbot der indnstriellen Nachtarbeit der Frauen. Der schweizerische Bundesrat veröffentlicht soeben im „Schweizer. Bnndesblatt" das von ihm an die bei der internationalen Arbeiterschutzkonferenz beteiligten Staaten gerichtete Kreisschreiben, sowie den Entwurf zu einein internationalen Uebereinkommen be- treffend das Verbot der industriellen Nachtarbeit der Frauen. Auf die Frage, ob es zweckdienlich erscheine. vehufS Um- Wandlung der auf der internationalen Konferenz für Arbeiterschutz im Mai 1905 gefaßten Beschlüsse eine diplomatische Konferenz statt- finden zu lassen, haben 13 Staaten(Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg. die Niederlande, Portugal, Schweden und die Schweiz) in zu- stimmendem Sinne geantwortet. Norwegen hat abgelehnt, weil eS die zu vereinbarenden Verpflichtungen einstweilen nicht vollständig ein- halten könne. Spanien hat überhaupt noch nicht geantwortet. Die japanische Regierung hat erklärt, über eine Beteiligung am Uebereinkommen betreffend die Frauennachtarbeit eine Antwort noch nicht geben zu können, da die betreffende Untersuchung noch nicht ab- geschlossen sei. Der von dem Schweizer Bundesrat im Anschluß an die Be- schlüsse der Berner Konferenz vom Jahre 1905 vorgelegte Entwurf eines internationalen Uebereinkommens betreffend daS Verbot der industriellen Nachtarbeit der Frauen lautet in seinen wesentlichsten Teilen: Artikel 1. Die industrielle Nachtarbeit der Frauen soll ohne Unterschied des Alters, unter Vorbehalt der folgenden Aus- nahmen, verboten sein. Das Uebereinkommen erstreckt sich auf alle industriellen Unternehmungen, in denen mehr als zehn Ar- beiter und Arbeiterinnen beschäftigt sind. Es findet keine An- Wendung auf Anlagen, in denen nur Familienglieder tätig sind. Jeder der vertragschließenden Staaten hat den Begriff der in- dustriellen Unternehmungen festzustellen. Unter allen Umständen sind aber hierzu zu rechnen die Bergwerke und Steinbrüche, sowie die Bearbeitung und die Verarbeitung von Gegenständen; dabei sind die Grenzen zwischen Industrie einerseits, Handel und Land- Wirtschaft andererseits durch die Gesetzgebung jedes Staates zu bestimmen. Artikel 2. Die im borhergehenden Artikel vorgesehene Nachtruhe hat eine Dauer von mindestens elf aufeinander- folgenden Stunden. In diesen elf Stunden soll in allen Staaten der Zeitraum von zehn Uhr abends bis fünf Uhr morgens inbe- griffen sein. In denjenigen Staaten jedoch, in denen die Nacht- arbeit der erwachsenen industriellen Arbeiterinnen gegenwärtig nicht geregelt ist. darf die Dauer der ununterbrochenen Nachtruhe während einer U e b e r g a n g s f r i st von höchstens drei Jahren auf zehn Stunden beschränkt werden. Artikel 3. Das Verbot der Nachtarbeit kann außer Kraft treten: 1. im Falle einer nicht vorherzusehenden, sich nicht perio- disch wiederholenden Betriebsunterbrechung, die auf höhere Ge- walt zurückzuführen ist; 2. für die Verarbeitung leicht Verderb- licher Gegenstände, zur Verhütung eines sonst unvermeidlichen Verlustes an Rohmaterial. Artikel 4. In den dem Einflüsse der Jahreszeit unter- worfencn Industrien(S a i s o n i n d u st r i e n). sowie unter außergewöhnlichen Verhältnissen in allen Betrieben, kann die Dauer der ununterbrochenen Nachtruhe an sechzig Tagen im Jahre bis auf zehn Stunden beschränkt werden. Artikel 6.... Das Uebereinkommen tritt drei Jahre nach dem Schluß des Hinterlegungsprotokolls in Kraft. Die Frist für das Inkrafttreten beträgt zehn Jahre: 1. für die Fabriken, die Rohzucker aus Rüben herstellen, 2. für die Schaf- Wollkämmerei und-Spinnerei. 3. fiir die Arbeiten über Tag in Bergwerken, sofern diese Arbeiten für die Dauer von mindestens vier Monaten im Jahre infolge von klimatischen Verhältnissen eingestellt werden müssen. Artikel 7. Die am Uebereinkommen nicht beteiligten Staaten können ihm beitreten.... Artikel 8. Das Uebereinkommen kann jederzeit gekündigt werden. Die Kündigung wird erst ein Jahr nach der schriftlich an den schweizerischen Bundesrat erfolgten und von diesem sofort an alle anderen Vertragsstaaten vermittelten Mitteilung wirk- sam.... Die diplomatische Konferenz soll am 17. Sep» tember, nachmittags 3 Uhr, in Bern stattfinden. Auf die Tagesordnung dieser Konferenz ist ferner die eventuelle Festsetzung eines internationalen Uebereinkommens betreffend das Verbot der Vcr- Wendung von weißem(gelbem) Phosphor in der Zündholzindustrie gesetzt. Die von dem schweizer Bundesrat über das Verbot der Ver» Wendung von weißem(gelbem) Phosphor ergangenen Anfragen haben ein ungünstiges Resultat gezeitigt. Es war in der Berner Uebereinkunst vom Jahre 1905 für ein Inkrafttreten des Uebereinkommens der Beitritt Japans vorausgesetzt. Die japanische Regierung hat aber mitgeteilt, daß sie zlvar die Wichtigkeit der Frage vom sanitären Standpunkt aus anerkenne, aber einstweilen eine endgültige Ent- fchließung nicht treffen könne. Unterdes hat auch in dieser Frage Statllub Norwegen eine Beteiligung abgelehnt, Spanien noch nicht endgültig[ nehmern rubig zusehen, wie fie mit Füßen getreten werden und die| 2842 9,20. 2843 14,30. 2844 10,50. 2845 14,50. 902. 114,90.geantwortet. Ferner haben Großbritannien und Portugal erklärt, selbst den Aniveisungen ihrer vorgesetzten Behörden passiven Widerstand ifte 315 Berfonal der Buchdruckerei Marschner, Alexandrinenstr. 110, 10,45. rücksichtlich der Phosphorfrage noch nicht ihren Beitritt erflären zu entgegenseßen. Die Gerichtsbehörden verhalten sich zum Teil ähnlich. iste 3153 Berjonal der Buchdruckerei W. Greve 10,00. Liste 2810 von den fönnen. Schweden hat mit der auffälligen und durchaus un Entweder sprechen sie die kapitalistischen Gesetzesverächter, ihre Klaffen- Lifte 2406 Kollegen von Seydel u. Co., Teltowerstr. 29 18,55. Blumenarbeitern 4,10. Lifte 216 Bau Boppstr. 9 durch Renger 15,25. richtigen Begründung erklärt, einem Üebereinkommen nicht genossen frei, oder„ büßen" fie mit lächerlich geringen Geldbeträgen. Union" 10,- Lifte 2987 Stolfegen vom Stabelwert Oberspree, Abt. M. W. beitreten zu fönnen: In bezug auf die Verwendung So wurde ein rückfälliger Fabrikant wegen gesetzwidriger Ueberzeit str. Wenzel 11,95. Verband der Sattler, Ortsverwaltung Berlin, auf des weißen Phosphors in der Bündholzindustrie habe arbeit zu 50 Fränklein Gelbbuße verurteilt, von demselben Gerichte Listen gesammelt( darunter von den Militärsattlern der Firma von die Erfahrung in Schweden gezeigt, daß die init jener aber und in derselben Sigung eine arme Hausiererin wegen Ueber- Tippelskirch 55,- und Kranzüberschuß 20,-) 183,45. Bom Zentralverein verbundenen Gefahren wirksam bekämpft werden könnten, ohne den tretung des Patentgesetzes zu 70 Fr. Die Klaffenjuftig in unver- der Bildhauer 100,- Lifte 621 durch Mar Beer 4,25. Edmar Siegemund Gebrauch des genannten Stoffes zu verbieten". hüllter Form! Dr. Wegmann stellt einen interessanten Vergleich an 2,-. Lifte 3162 Personal der Druckerei Kohn 5,25. Bom Verband der Der ablehnenden Haltung insbesondere der schwedischen Re- bezüglich der Höhe der Geldbußen wegen Uebertretung der Bergolder a Konto auf Liſten Filiale Berlin II. Rate 100,- Liſte 2399 gierung gegenüber dürfte es zur Bekämpfung der furchtbaren Arbeiterschutzgesetze in der Schweiz und in Deutschland. Schieguit, Stalizerstr. 12,55. Liste 2924 Von den Arbeitern der Firma Hermann Bergmann 7,90. Bon den Setern des Reichs- Adreßbuchs Phosphornefrose angebracht sein, ein internationales Ein- Danach betrugen sie Mosse, III. Rate 10,20. Liste 2444 Buchdruder der Abt. X Reichsdr. 14,40. fuhrverbot von Zündhölzern, bei deren Herstellung weißer in der Schweiz Zentralverband der Brauereiarbeiter, Seftion II 411,55. Liste 1842 Phosphor verwendet ist, zu vereinbaren. Freilich ist bei dem sehr Frank Berein Berl. Hausbiener 12,05, 2ifte 1841 do. 9,10, Liste 1846 do. 6,55, langfamen und zaghaften Vorgehen der Regierungen auf dem Ge Liste 1843 do. 7,25. Kollegen der Buchbinderei Georg Klemt 15, biete eines internationalen Arbeiterschuhes nicht einmal dies zu Liften 2880: 1, 3200 von den Stollegen der Möbelfabrik Belder u. Plathen erwarten. 29,70. Lifte 2462 vom Personal der Verlagsanstalt Strauß 19,70. Bentral verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter 500,-. Liste 2434 Personal der Uniondruckerei, 2. Nate 9,- Bon den Kollegen der Bautischlerei Hoff mann, Prinzenstr. 47 13,50. Von den Kollegen der Pianofabrik Böhnide, Daß auch die Vorschläge der Berner Konferenz rücksichtlich der Nachtruhe für Fabritarbeiterinnen völlig ungenügende sind, ist schon früher von uns betont worden. Das Verbot der Nachtarbeit der Frauen, zumal in dem geringen Umfange, hat um so weniger praktische Bedeutung, als es bereits in allen Industriestaaten besteht und es sich nur um feine Ausdehnung auf die noch rückständigen Staaten handelt. Wichtig ist hier, daß das bestehende Verbot auch wirklich durchgeführt wird." ja feit Jahren Halt mit jeglicher der nationalen Wohlfahrt dienlicher Arbeiterschutzgesetzgebung gemacht. Bollends fehlt es in Deutschland an Schutzvorschriften für die ländlichen Arbeiter. in Deutschland Mart bia 10.. in 23,9 Proz. der Fälle in 81,6 Proz. der Fälle über 10-20 " " " " " 16,6 89,3 20,2 " " " " " " " " " " " H 10,3 6,6 1,5 " " 11. " " # 20-50 50.. Die schweizerischen Angaben gelten für 1904/05, die deutschen für 1902. Danach ist diese Bußen- und Strafpraris trotz ihrer Michaelfirchstr. 20 10,20. Von den Kollegen der Stontormöbelfabrik Rahn, Wilde in der Schweiz noch viel strenger als in Deutschland. Mit Brunnenstraße 26,20. Von den Kollegen der Möbelfabrik Schönwetter 6,50. Von Möbelfabrik Friedrich, Fruchtstr. 30 25,-. ber nachsichtigen und milden Beurteilung der kapitalistischen Sünder Bierprozente der Möbelfabrik Friebrich, und Gefeßesverächter steht also Deutschland an der Spize den Kollegen der Firma Nitsch, Bierprozente 5,00. Liste 2463 zweifellos auch mit der drakonischen Verurteilung von Arbeitern. den Verbandsmitgliedern der Deutschen Tageszeitung" 16,80. Listen 1066, 1075 von den Arbeitern der Firma Abrahabowsky, Perlmutt, Fabrik 22,55. Buchdruckerei C. Rosen 5,00. Liste 3164 Sezer und Druder der Firma Riefenstahl, Bumpe u. Co. 6,30. Allgemeiner Gärtnerverein 50,00. Siemens u. Schuckert, Franklinstr. 29, Listen Nr. 221 Abt. Bod 10,90, 222 Abt. Stlinger 4,25, 223 Abt. Jürgens 10,45, 224 bt. Bed 31,00, 227. Abt. Krüger 10,10, 228 6t. 105 4,15, 229 Abt. Bopp 3,35, 232 16t. 107 3,45, 240 26t. Bielfe 9,90, 241 bt. Burr 8,75, 242 bt. 8 Schneider 8,55, Aus Induftrie und Handel. 1905 1906 Zur Lage des Arbeitsmarktes. von Die praktische Bedeutung der internationalen Attion der Megierungen ist feine zu große. Sie liegt wesentlich in der Anerkennung der Notwendigkeit eines seit Jahrzehnten von der ArbeiterKlasse geforderten internationalen Arbeiterschutzes. Von Erheblichkeit wäre, daß diese internationalen Konferenzen in furzen Zwischenräumen aufeinander folgen. Von der internationalen Konferenz Der Monat Juni hat ziemlich unerwartet eine leichte Ab- 243 Abt. Pardemann 8,20, 244 Abt. Berg 11,90, 247 Abt. Gebauer 7,65, bon 1891 bis zu der Berner ist ein gewaltiger Zeitraum, in dem ichwächung der günstigen Lage des Arbeitsmarktes gebracht. Während 248 bt. 31 Schneider 9,35, 251 Abt. Walter 3,45, 252 Abt. Breitsprecher 5,15, 253 Abt. Schwabe 10,90, 254 Abt. Meyer 15,00, 256 Abt. Millionen Arbeiter durch das Fehlen hinreichender Arbeiter feit 1902 im Juni eines jeden Jahres der Andrang gegenüber Mai Baum 10,25, 257 Abt. Fleischer 7,20, 258 Abt. Wohlert 11,50, schutzvorschriften gesundheitlich geschädigt sind. Selbstverständlich zurückging, nahm er im Juni des laufenden Jahres etwas zu. Durch 259 Abt. Schumann 7,70, 260 bt. Schumann 2,95, Sa. 216,05. darf die Fortführung der nationalen Arbeiterschutzgesetzgebung diese Bewegung ist der Vorsprung, den das Jahr 1906 vor dem Kollegen und Kolleginnen auf Listen vom Berner- Bert( 370,05) Liſten 501/2 nicht von den Ergebnissen der internationalen Vereinbarung letzten Jahre hatte, recht start zusammengeschrumpft. In den ver- Schmidt 8,05. Lifte 507 Hennig 15,75. Lifte 508 Michael 15,70. Lifte 509 Franke 38,- Lifte 504 Krüger 25,-. Liste 505 Holzhütter 10,50. Liste 506 Staaten weit voraus sein. Die Wechselwirkung zwischen nationaler gangenen sechs Monaten gestaltete sich nämlich der Andrang am Walter 7,95. Lijte 510 Mertens 10,- Lifte 511 Jeschke 11,50. Liste 512 Lifte 514 Sorgenfrei 10,10, und internationaler Arbeiterschutzgesetzgebung muß wesentlich die Arbeitsmarkt, wie folgt. Auf 100 offene Stellen tamen Arbeit- Settmacher 13,10. Liste 513 Mielfe 20,80. Liste 515 Dtto 9,60. Lifte 516 Fechner 25,65. Liste 517 Reinhalt 17,65. rückständigen Staaten vorwärts treiben. Gerade in Deutschland ist fuchende: Liste 518 Sourell 11,55. Liste 519 Haafje 13,25. Liste 521 Stud 19,70. Januar Februar März April Mai Juni Liste 524 Dreier 5,35. Lifte 5,25 Lück 5,05. Lifte. 526 Neumann 3,75. 157,2 139,4 110,8 111,0 117,8 108,3 iste 527 Christoph 10,80. Lijte 530 Baffrath 5,90. Liste 531 Arendt 18,30. 188,5 120,9 100,9 100,3 101,5 105,1 Lijte 532 Cobieu 10,80. Liste 533 Münch 4,55. Liste 534 Stunze 9,55. Bon den Spannung 18,7 Liste 538 Schmidt, Balter 6,40. -18,5- 9,9-10,7 -3,2 Lifte 535 Spieker 10,75. -16,3 Kollegen der Turbinenfabrik auf Listen 320,-. Lifte 655 Kahlenberg, Zu Besorgnissen gibt diese Bewegung am Arbeitsmarkt indes Tischlerei 24,55. Liste 654 Rohrbein, Nöhe 27,40. Liste 2866 Burz, Pumpenteinen Anlaß, da der Andrang noch immer geringer ist als zur bau 5,55. Lifte 652 Bauer, Hoffmann 17,60. Liste 649 Wenzlaff, Kerber gleichen Zeit des Vorjahres. Die Fortdauer der gegenwärtig 35,30. Lifte 653 Werle, Nejimann 16,50. Lifte 2867 Joseph, Schreibmaschinen günstigen Wirtschaftslage ist aber hauptsächlich noch durch 27,15. Liste 650 Reverenz, Marttanner 14,95. Lifte 651 Gnädig, Gießerei 24,55. Lifte 2868 Kaufmann, Karpa 13,30. Lifte 2865 Pfaffenschlager, den Auftragsbestand der Industrie gesichert, der so reichlich Beruit 18,25. Lifte 648 Winkler, Hanstein 13,45. Liste 656 Kehl, ist, daß selbst bei einer Trübung der Marktlage der Be- 3362 Bau Kronenstraße 33 durch Maak 31,85. Liste 2864 Fiedler, Urich 49,60. 4,75. Lifte 1505 Tapezierer schäftigungsgrad in den nächsten Monaten nicht leicht eine Stockung bei Baruch u. Sto. 14,40. Kollegen der Tischlerei D. Beise, Borhagener erfahren wird. Es ist aber auch von einer ungünstigen Ge- straße 31a 18,50. Stollegen der Bautischlerei Bartsch 20,- Kollegen der staltung der Marktlage vorläufig absolut nichts zu merken. Ganz Möbelfabrik Heinz, Beier u. Co. 10,-. Von den Stunftsteinarbeitern der abgesehen vom Bergbau und Eisengewerbe, wo die volle Produktion Firma Lolat, Tempelhof 5,25. Listen 2473-78, M. b. t. 79,80. Stollegen noch nicht einmal zur Befriedigung der Nachfrage ausreicht und dem-( Lifte 1063) der Firma Hellmund u. Sto. 5,90. Verband der Handschuhmacher, Drtsverein Berlin 20,-. Arbeiter- Gesangverein Nord", Mitglied gemäß mit Ausnutzung der vollen Leistungsfähigkeit gearbeitet wird, des A.-S.-B. 15,-. Liste 3256 Fris Helm, Schöneberg 13,15. Baultfann auch im Textilgewerbe in diesem Jahre von einer Ruhepause städi", Hufelandstraße 8 10,95. Kollegen der Tischlerei Otto u. Co. 15,05, Liste 3122 8,15. Von Kollegen der Firma Raschig 15,45. zwischen Sommer- und Wintersaison keine Rede sein. In fast allen von Mitgliedern des Verbandes deutscher Buchbruder im„ Borwärts" 50, Branchen war den ganzen Monat Juni hindurch so flotte Tätigkeit, der Holzbearbeitungsmaschinenarbeiter auf Listen: 1738 9,50, 1744 15,10, daß selbst gegenwärtig vielfach noch Arbeitermangel herrscht. Die treibende Kraft für Arbeiterschußgefeße auf nationalem und internationalem Wege fann und wird nur die organisierte und kämpfende Arbeiterklasse selbst sein. Die Errungenschafeen diplomatischer Besprechungen und Konferenzen find bislang beschämend geringe. And den Berichten der schweizerischen Fabrikinspektoren. Den soeben veröffentlichten Amtsberichten der eidgenössischen Fabrikinspektoren für das Jahr 1904/1905 entnehmen wir die nach folgenden Daten. Die Fabritbetriebe haben sich erheblich vermehrt. Es wurden nämlich gezählt: 1905 1901 Betriebe 6 639 5.925 Bunahme: 714 Arbeiter 277 114 242 534 34 580 4 Etablissements 48 Stunden pro Woche= 0,2 Proz. 448445 134 6,5 " " " 86 57 4,2 22 " " 899 60 48,7 17 313 62 " 620 65 15,2 = 30,1 " 2000 Millionen geht nach Abzug der übrigen Kosten für die Produftion auf 133 187 Unternehmer über, und das sind pro Kopf weit mehr Taufende von Dollar als Hunderte für die Arbeiter. Ein höllisch großer Erfolg" für die Unternehmer, ein sehr bescheidener für die Arbeiter. " Lifte Verband Bei den kleinen Verhältnissen der Schweiz bedeutet diese Vermehrung der Industrie in dem verhältnismäßig furzen Zeitraum 1745 9,50, 1750 8,40, 1751 6,25, 1752 5,80, 40 7-, 41 7,85, 42 11,65, von vier Jahren einen ganz erheblichen Aufschwung, der gleichzeitig 81,05. 2ifte 1122 von den Kollegen der Knopffabrit A. Fischer, Kurerkennen läßt, daß ihr die Bestrebungen und Kämpfe der Arbeiter schaft um bessere Arbeits- und Lohnbedingungen nichts geschadet Amerikanische Prosperität. Joe Cannon, der Sprecher des straße 3,60. Lifte 1118 Kollegen der Knopffabrit Silberblatt 5,50. haben, im Gegenteil für sie aus den verschiedensten Gründen von Repräsentantenhauses, hielt fürzlich bei einem Festessen in Washington ifte 1115 Stoll. der Knopffabrit steiler 7,05. Lifte 639 Roll. der Militär. Effektenfabrik Cobaum 13,15. Kollegen der Tischlerei Brechtel 6,30. Stoll. eine große Rede voll Lob und Preis über die amerikanische Prosperität. der Buchdruckerei Koebte 5,50. Liste 3165 Soll. der Buchdruckerei Simion Sem größten Nuzen waren. Einen recht erfreulichen Ausdruck findet die Wirksamkeit der Er nahm den Industriezensus von 1905 als Grundlage und legte nach. 10,10. Lifte 705 Stoll. b. Mix u. Genest, Schraubendreherei 14,10. Arbeiter in der Arbeitszeitstatistit Danach hatten im dar, daß in den 45 Staaten 188 187 Fabriken mit einem Kapital ifte 703 Mix u. Genest, Abt. Beindel 8,10. Liste 699 Mix u. Geneſt, Seurs 2. Streise 1904 nur noch 30,4 Proz. aller Arbeiter die 11ftündige bon 7375 930 510 Dollar im Betriebe waren; daß in diesen Fabriken fürstenstraße 20,75. Lifle 702 Wix u. Genest. Abt. Bruner, Sattler und die Jahn 35,20. Liste 2929 Soll. der Firma Lindström 26,40. Stoll. der Firma Arbeitszeit, 69,6 Proz. eine fürzere. Im 2. Kreife( französisch- 301 212 Beamte und Bureauangestellte beschäftigt waren, die italienische Schweiz) bestanden Ende 1905 folgende Arbeitszeit- 330 991 359 Doflar an Gehältern bezogen; daß die Zahl der in den Berndt, Warschauerstr. 21,50. Stoll. d. Bautischlerei Stühn 12,- Lifte 1106 verhältnisse: Fabriken und damit verbundenen Werkplätzen beschäftigten Lohn- 5,6C. Liste 2435 Personal d. Buchdr. N. Boll 17,50. Stoll. der Bautischlerei Schulz, Marienburgerstr. 6,-. Liste 2482 Buchdruckerei der" Post" 17,65. arbeiter 3 381 738 betrug, die an Löhnen die Summe von Rifte 2468 Personal der Buchdruckerei Scholem, Schöneberg, 2. Rate 15,90. 1 558 191 288 Dollar verdienten; daß das Rohmaterial, welches in Bersonal der Buchdruckerei H. S. Hermann 49,10. Liste 2486 Woche", diesen Fabriken und Werkstätten zur Verarbeitung gelangt, einen Gartenlaube"," Gewißgeld" 12,15. Angestellte der Innungsfrankenkasse Lifte 3380 Stoll. der Tischlerei Nöthling 32,30. Wert von mehr als 5000 Millionen Dollar darstellte und die her- der Tischler 10,-. gestellten Produkte amerikanischer Arbeit nahezu 9000 Millionen Liften 3166-70 Personal der Buchdruckerei E. S. Mittler u. Sohn, 2. Rate Dollar wert waren." Das ist ein höllisch großer Erfolg," sagte 56,15. Listen 3156-59 Personal d. Buchdruckerei Sittenfeld 92,90. Lifte 3171 Buchdruckerei W. Simon 11,50. Lifte 2813 Roll. der Metallgießerei Brotrecht, Cannon in der Mauier eines recht bergnügten Farmers. Stallschreiberstr. 11,40. Lifte 3198 Personal d. Buchdruckerei Gebr. Ernst 10,80. Es hatten demnach 54,6 Proz. eine tägliche Arbeitszeit von in unserer amerikanischen Parteipresse wurde man auf den ver Rifle 3335 Möbelfabr. Guresch, 3. State 15,25. Berkstatt Staiser, Reiniden anter 11 bis herab zu 8 Stunden und 45,4 Proz. der Betriebe eine gnügten Joe" aufmerksam und rechnete ihm vor, wie viel oder wie Sorferstr. 46 10,-. Liste 3207 Seger der Bossischen Beitung" 41,85. mehr als zehnstündige tägliche Arbeitszeit. Auf die erstere wenig von den 4000 Millionen Dollar an neuen Werten( der Unter Liste 640 Dreherei Buzle 18,85. Lifte 643 Former bei Bugle 14,75. Arbeitszeitgruppe entfallen 69,8 Proz., auf die andere 30,2 Proz; fchied zwischen Wert der Rohstoffe und Wert der Erzeugnisse) auf Lifte 1930 Werkzeugbau b. E. P. Görz 35,50. Liste 3151 Kollegen der der Arbeiter. Aus dem ersten Aufsichtskreise( die Schweiz hat drei die 3 600 000 Arbeiter und Angestellten zusammen entfallen, nämlich Automatenfabrit Balm u. Haaje 15,20. Lifte 1855 Verein Berliner Haus. Aufsichtskreise) find statistische Mitteilungen über die Arbeitszeit noch lange nicht 2000 Millionen Dollar, auf den Kopf etwa diener 6,65. Liste 1850 Verein Berliner Hausdiener 4,50. Auf Liſten der berhältnisse nicht gemacht, dagegen allerdings in anderer Form ein 524 Dollar. Der andere Teil dagegen von weit mehr als Rabibpuber, Spanner, Träger und Hülfsarbeiter der Firma Fried. Aug. Straus, Starlstr. 164,65. Listen 166, 168, 170, 172 Arbeiter der Maschinen schätzenswerter Beitrag zur Frage der fortschreitenden Arbeitszeitfabrit Flohr 72,70. Lifte 163 Stoll. bei stammerich( dar. Pöthte, Bajewalterverkürzung geleistet. Eine große Maschinenfabrik hatte nach dem straße 4,20) 11,25. Lifte 174 Arbeiter b. Göhde, Chauffeeftr. 9,- Lifte 668 Bericht ihre normale Arbeitszeit von 118 Stunden in zwei Wochen Lithographen der Maschinenfabrit Schwarzkopff 14,85. Lifte 669 Roll. b. auf 100 Stunden reduziert und sodann die Wirkungen dieser Schwarttopff 21,90. Lifte 671 Stoll. b. Schwarklopff 15,45. Lifte 672 Stoll. wefentlichen Einschränkung auf die Berdienst b. Schwarzkopff 7,10. Rifte 673 Stoll. b. Schwarzkopff 21,55. Liste 676 Koll. b. Schwarklopff 8,85. Listen 726, 728, 731, 732 vom Berband d. berhältnisse untersucht. Das Ergebnis ist folgendes: Der Außenhandel der Schweiz im ersten Quartal 1906 betrug Töpfer 31,20. Lifte 1126 Kollegen der Möbelfabrit Lumy u. Jakty 16,10. Bei der früheren längeren Arbeitszeit erzielten die Meister bei 325,79( 1905: 303,70) Millionen Frant in der Einfuhr und 298,94 Liste 1127 Tischlerei Stickling 16,30. Allgemeiner deutscher Gärtnerverein 105 Nappen, einen durchschnittlichen Stundenlohn von Sechsertaffe bei Herrmann u. Hummel 10,- Firma Bauer, der kürzeren fürzeren von 107,4, die Tagelöhner von 35 beziv.( 229,29) Millionen Frank in der Ausfuhr, ist also bedeutend höher 50.-. Atelier Biegelmann 4,85. Ernst Dittmer, Parkettboden 35,6, die Dreher und die gewesen als im Vorjahre. Von der Mehrausfuhr kommen allein Usedomstr. 10,20. Schleifer 63,6 bezw. Beziv. 62,2, Schloffer, Schreiner, Schmiede und Buschläger 57,93 beztv. 59,97, im 11 Millionen auf die Baumwollindustrie, 5 Millionen auf die leger 3, Liften 1907, 1908, 1911 Allgemeiner deutscher Gärtnerverein 28,65. Jahn u. Land 10,80. Liste 2701 Sollegen d. Gießerei Nürnberg 14,85. Gesamtburchschnitt 540 Arbeiter je 58,22 und 495 je 63,52 Rp. Seidenindustrie und 4 Millionen auf die Uhrenindustrie. Die Sechsertasse b. Moldenhauer Söhne 15, Lifte 3296 Buchdruck. v. Gebhardt, Lifte 3219 Stoll. d. BuchNur die 156 Dreher und Schleifer erfuhren demnach eine feine Rolleinnahmen betrugen in der gleichen Zeit 12 122 051,82 Fr. gegen Lifte 2466 Buchbruckerei Baß u. Garleb 22,05. druckerei D. Lange 4,90. Lifte 3206 von Verbandsmitgliedern der BuchSchmälerung ihres Verdienstes um 2,2 Proz., während die gesamte 12 351 718,54 Fr. in 1905, um 229 666,72 Fr. weniger. Arbeiterschaft eine Erhöhung desselben um 9,1 Proz. zu verzeichnen Amerikanische Roheisenproduktion. Am 1. Juni 1906 waren von bruderei Liebheit u. Thiessen 12,80. Von der Chirurg. Branche auf Listen hatte. Der Fabrikinspektor bemerkt dazu: Die an den beiden letzt den 377 vorhandenen mit Kohle oder Kots arbeitenden Hochöfen 296 a tonto 150,-. Liste 1128 Tischlerei Meyer, 2. State 18,40. Liste 3332 Kollegen der Gasmefferfabrik Baumgarten 14,10. Listen 3123-26 Kollegen erwähnten Gruppen gemachten Beobachtungen bestätigen den aften im Betrieb mit einer wöchentlichen Leistungsfähigkeit von 472997 Tonnen der Firma Lüben u. Buhse 54,60. Stoll. d. Tischlerei G. u.§. Schüße Sat, daß bei Verkürzung der Arbeitszeit ein Ausfall an Produkt gegenüber 296 Defen mit 484 031 Tonnen Wochenleistung am 1. Mai. 15, Lifte 2962 Buddruckerei Günther u. Sohn 12,-. Verein Berliner Bier- Proz. vom Bau Jandorf, Rottbuser um so cher verhindert werden kann, je mehr das Ergebnis des Die erreichbare Wochenleistung stellte sich im Vergleich mit den Vor- Buchdruckmaschinenmeister 50, Damm 21,60. Liste 695 Richard Schulz 10,10. Listen 2489, 3191 Maschinen ganzen Arbeitsprozesses von der persönlichen Leistung des Arbeiters monaten folgendermaßen: jaal und Alzidenz- Abt. d. Deutschen Berlags 22,20. Liste 1125 Stollegen unb je geringer es vom bloßen. Gang einer Maschine abhängig der Möbelfabrik Sdes u. Co. 12,- Lifte 689 von Grabiz 7,10. Listen 2451 ist." Also auch diese tvertvollen praktischen Erfahrungen und 2452 Beitungsabt. Moffe 35,75. Liften 1537-39 Bau Ritterstr. 11 fprechen für Arbeitszeitverkürzung und für furze Arbeits23,80. Verband der Lithographen und Steindruder 286,15. Liste 1645 zeit. Personal der Schriftgießerei Gursch 38,60. Buchdruderei Lifte 646 Eichler 3,60. Lifte 2424 Berliner Druckerei und Verlagsgesellschaft 8, Listen 2427, 2436 Personal der Feisterschen Buchdruderei 13,45. Lifte 2443 Stoll. bei W. u. S. Löwenthal 11,75. Lifte 2442 Stoll, bet W. u. S. Löwen thal 12,65. Liste 3128 Arbeiter am Stirchenbau Marheinekeplay 6,60. Lifte 3129 Maurer am Kirchenbau Darheinekeplatz 17,20. ifte 2931 Maurer am Neubau Auerlicht, Warschauerbrüde 15,90. Berband d. Dachdecker 50,-. mitglieder Ler Firma Hempel u. Co. 40,40. Liften 663, 2816, 2946-2960 Kollegen der Firma Pintsch 168,70. Liste 3188 Buchdruckerei B. Hartmann 4,70. Berband der Portefeuiller, 1. Rate, auf Listen gesammelt 38,70. Summa 7665,20 M. Bereits quittiert 5756,22 M. Im ganzen 13 421,42 9. 11 Auch in den anderen Berichten wird von günstigen Erfahrungen mit der verfürgten Arbeitszeit berichtet. Um so ber werflicher sind die noch immer hier und da vorkommenden langen Arbeitszeiten, namentlich in den gesetzlich nicht geschützten Betrieben und die von rückständigen Unternehmern immer wieder gemachten perfiden Versuche, die Arbeitszeit durch allerlei lichtscheue Brattifen Datum 1. Juni 1906 1. Mai 1906 1. April 1906 1. März 1906 Wochenleistung Tonnen 472 997 484 031 • 484 240 479 737 zu verlängern. Ebenso scharf zu verurteilen find die ohne behörd für die ausgesperrten Lithographen und Steindrucker ifte 2384 von May Faber, Stephanftr. 6,60. Liften 1383, 1384 Berbands. liche Erlaubnis gemachten Ueberstunden sowie die Nacht- und Sonntagsarbeit. Außerdem gehen die Behörden selbst oft mit der Bewilligung von Ueberzeitarbeit zu weit. find weiter eingegangen: Deutschlands Eine bedeutende Zunahme der Unfälle wird berichtet. Liften 3253, 54, 57 vom Berbande der Kylographen 24,45. Bom Ber In den beiden Jahren 1903 und 1904 famen deren 48 939 vor, bande der Hutmacher 100,- Bom Verbande der Buzzer 1000,-. Bon von denen 27 000 auf die Fabrikbetriebe entfallen. An Ent- Seßern u. Drudern der Firma Hempel u. Co., Liste 2453 45,20. Bom schädigungen wurden dafür 8867 519,54 r. bezahlt. Ueber Berbande der Schmiede a Stonto auf Listen 100,- Liste 2429 Personal bie Unfallursachen beziehungsweise die Vermehrung der der Buchdruckerei G. Eichler 6,45. Liste 2467 Schriftgießer u. Arbeiterinnen Von den Arbeitern u. Arbeiterinnen der Firma Unfälle bemerkt der Fabrikinspektor Rauschenbach:„ Diese Ver- der Firma Theinhardt 9, mehrung ist in der heutigen Produktionsweise begründet, die den.. Görg( Liften 1924 24,-, 25 19,40, 26 5,50, 27 8,95, 28 25,65, 29 = 209,80. Lifte 593 Unternehmer nötigt, möglichst viel in furzer Zeit zu produzieren 36,30, 31 18.85, 32 9,75, 33 12,20, 34 27,45, 35 21,75 von den Kollegen der Narboul Licht Gesellschaft 18,85. Lifte 2469 VerbandsWeitere Gelder sind zu richten an A. Körsten, Engel- Ufer 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommiffion. Für die ausgesperrten Buchbinder Deutschlands und seine Erzeugnisse recht billig an den Mann zu bringen. Tritt mitglieder der Buchdruckerei Bürenstein 30,25. Von den Stollegen der dann noch eine Besserung der Geschäftslage ein, so müssen die Tischlerei C. Schubert, Budowerstr. 5 9,50. Bom Verbande der Schneider günstigen Konjunkturen erst recht ausgenutzt werden und das Hasten a Stonto auf Listen 300,-. Bom Berbande der Sattler, Ortsverw. Berlin find eingegangen: Vom Verband d. Maurer, Zweigverein Berlin 500,-. Bon d. Kollegen und Drängen nimmt zu, damit aber notgedrungen auch die Bahl auf Liften 112,90. Lifte 1120 von den Stollegen der Firma Strofinski 6, der Betriebsunfälle." Aus diesem Stande der Dinge folgt, daß Bon den Kollegen der Buchdruderei Unftein: ifte 2410 Beitungs- Abt. 40,80. der Tischlerei Senger, Mauerstraße 5,-. Von den Kollegen d. Möbelfabrik Lifte 2411 Afzidenz- Abt. 1. Storrettoren 9,10. Lifte 2413 Beitungs- Markiewicz, Bierprozente 40,-. Bom Verband der Bildhauer, Berwaltung eine andere Produktionsordnung auch eine wesentliche Verminderung Stereotypie 9,70. Tine 2414 Alzidenz- Stereotypie u. Galvanoplaſtit 11, Berlin 100,-- Bom Berband der Hutmacher 100,- Bom Bentralverban der Unfälle zur Folge haben wird. ( 70,60). ifte 2479 Bersonal der Buchdruderei Drewit 7,90. Lifte 2430 der baugewerbl. Hülfsarbeiter 500,-. Ueberschuß der Bierkaffe der Strifts Zm Kapitel über den eigentlichen Bollzug der Arbeiter Bersonal der Buchdruckerei Hasenstein u. Vogler 14,35. Bentralverband gießerei Bölmer 50,-. Fabrit- Sparver.„ Eintracht 4,40. Bom Berband schutzgesetze werden abermals einige nette Musterchen von deutscher Zertilarbeiter, Biliale Berlin. Auf Listen: 96 6,65. 99 13,60. 5. Puter 1000,-. Liste 48 v. d. Koll. b. Stocfabr. Redlich 7,95. Von Verbands. Beamten vorgeführt, die aus Interesse und Solidarität mit den Unter- 101 2,10, 2837 10,40. 2838 7.15, 2839 345, 2840 10.75. 2841 12.30. mitgliedern b. sa. Harwis Nachi. 7.30, Liste 04 Druderet Wilhelma" 6,30. Weitere Gelder find zu richten an A. Körsten, Engel- Ufer 15. Der Aus Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Bon den Kollegen der Möbelfabrik Seins, Beler u. Co. 10, Bom Ber- 1 straße 13 11,30. Von den Stoff. der Tapeziertertftatt 5. Brand 4-. Bon| Rifte 78 Buchdruder 9,10. Listen 8, 9, 76, 77 Buchdruder N.. 3. 71,85 band der Handschuhmacher Dris verein Berlin 20,-. Bom Arbeiter- Gefang- ben Stoll. ber Stiftenfabrik Th. Adolf, Nummelsburg 7,05. Lifte 654 bon den Summa 3121,-. verein„ Nord", W. d. A.-S.-B. 15,- Töpfer Bau Lorenz, Gustav Müller- Kollegen d. Firma Lüderit u. Bauer 17,40. Otto Stichter 1. Lifte 356 Stoll. d. Straße 9,80, Möbelpolierer von Riefel u. Kämmer 5,25. Bon Mitgliedern Tischl. Fahnkow 12,85. Listen 358-61 Stoll. d. Firma ülfenbed, Kroll u. Co. 34,50. des Verbandes deutscher Buchbrucker vom Vorwärts" 50,-. Liste 3 von den Koll. der Möbelfabrik gipfel, Stommandantenftr. 21 14,05. Liste 4 bon den Kollegen der Möbelfabrik„ Ostend", Nomintenerstr. 21 14,-. Von den Kollegen der Bergolberet Raschig 15,45. Bom Personal der Buchdruckerei Otto Walter Lifte 155 7,05. Lifte 354 bon den Kollegen der Möbelfabrik Barth, Urbanstraße 25,20. Bom Personal der Buchhandlung„ Borwärts" 8,- Bon Maurern und Bauarbeitern Bau Zaubenstr. 10 8,10. Personal der Buchdruckeret H. S. Hermann 49,10. Angestellte der Innungsfrankenkasse der Tischler 10,- Bon den Kollegen der Firma Hanolelt u. Pfaff 10,-. Liste 114 von Koll. Ahrens, Wiener Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 13. ult. Anfang 7% Uhr. Neues Operutheater. Das goldene Kreuz. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Lessing. Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwig- Oper: Die Zauberflöte. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Zapfenstreich. Romische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Lustspielhaus. Unsere Käte. Metropol. Auf ins Metropol. Olpollo. Berlin im Dmnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Carl Weiss. Sündige Liebe. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Waffage. Billy Prager. Spezialit. Deichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Aus. bruch des Besuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62 Ferdinand Bonns Berliner Theater. Freitag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Die Fledermaus. Sonnabend: Carmen. Sonntag: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, validendank. Urania Tauben str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Eingegangene Druckschriften. Kollegen der Tischleret Kutulen 12,25. Bon Stellmacheret Veit, Zimmer straße 3,- ifte 610 Startonfabrit M. Hübner 12,95. Listen 293, 2012, 2013, 2018 Berband der Töpfer 48,30. Liste 352 Mobelfabrik Stern, Seger u. Co. 21,50. Lifte 353 Möbelfabrik J. C. Pfaff, Saal I 13,25. Allgemeiner deutscher Gärtner Berein 50,-. Von den Kollegen der Tischlerei Nissen 6,80. Vont Verein der Berliner Buchdrud- Maschinenmeister 50,-. Lifte 2113 Maurer Richard Schult 9,65. Klempnerei von F. Dietrich 10,-. Bau tischlerel Laffen 9,70. Th. Meyer, Kulmstraße 25, eine Sammlung 8,05. u. Born, Leipzig. Deutscher Metallarbeiter Berband Deffaut 30,- Zentralverband der Dach- Völker Europas...! Der Krieg der Zukunft von*** 664 Seiten. decker, Filiale Steglit 25,05. Bom Verband der Dachbeder Berlin 50,-.| Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57. Breis 5 M. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- heater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- ith. Th.) Freitag, abends 8 Ubt: Zapfenstreich. Morwin Oper. Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. reitag, abends 8 Uhr: Sternwarte Invaliden. str.57/ 62. JOOLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 M., b. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Die Zauberflöte. Sonnabend, abends 8 11 br: Der Waffenschmied. Sonntag, 1a c) m. 3 ll br, bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntag, abends 8 1hr: Die Hugenotten. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beherlein. Sonnabenb, abends 81 br: Zapfenstreich. Sonntag, abends 8 Ulbr: Zapfenstreich. Hedda Droneck. Gebt uns Mannestenschheit! Tagebuchblätter eines Mädchens. 148 Seiten. Brosch. 2 M., geb. 3 M. Webels Verlag Dr. Abel Verband d. baugewerblichen Halfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. ( Bezirk Mariendorf.) Todes- Anzeige. Am Montag, den 9. Juli, ver starb unser alter Kollege Im Garten lägl. gr. Militär- Konzert. Rudolf Lehniger. Landes- Ausstellungs- Park. Neu erbaut: Festsäle, Café u. Konditorei, gedeckte Gartenhallen, Fontaine lumineuse. Dejeuners von 2,50 Mark an bis 2 Uhr nachmittags. Diners von 8,50 Mark, Soupers von 4 Mark an. Täglich: Doppel- Konzert. Passage- Theater. Diez Spezialitäten- Theater. Heute das glänzende Spezialitäten- Programm. 7 Schalter II A. Wertheim und In- Letzte Woche! Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Keine Vorverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. 8 Uhr: Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Ob schön! Im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! 1. Täglich: Bom 1 bis die größte Sensation und 30. Juli: beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. 16 Löwen Ein Dompteur, eine Tänzerin und eine Domptense mit noch nie gesehenen Tricks. 11 Uhr abends: Fütterung sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs. Prinzeß Rajah, die hawaiische Schönheit Fritz Brand, Berlins beſter Salon- Humorist mit neuem Repertoire und das beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Vorzugskarten find gültig. Aufang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 7 Uhr von der Zeichenhalle des Mariendorfer Kirchhofes aus statt. 35/7 Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Sanssouci. Kottbuser Straße 4a. Countg., Montg.Donnerst. und Sonnabend: Todes- Anzeige. Allen Kollegen, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser lieber Bater, Onkel und Großvater, der Former Richard Fricke nach furzem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 14. Sult, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Nazareth Kirchhofes aus itatt. 17612 Wwe. Fricke nebst Kindern. 0 Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes: Anzeige. Hoffmanns Hordd. Sänger verstarb infolge eines Unglüds. und Tanzkränzchen. Großer Erfolg des russ. Tenoristen Ivanoff. Entr. 30 Pf., num. Pl. 50 Pf. Somnt.Beg. 5, Wochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. Reichshallen. Stettiner Sänger. 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Juli, nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Mazareth- Kirch hofes in Reinickendorf, Berlinertraße, aus ftatt. 122/9 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Kollegen und Berufss genossen die traurige Nachricht, daß unser werter Sollege, ber Former Richard Fricke an den Folgen eines Unglüdsfalles verstorben ist. Wir verlieren in dem Toten einen Kollegen, dessen biederer Charakter sowie ehrliche Handlungsweise für uns stets als treues Borbild leuchten wird. Die Beerdigung findet SonnWelt- Ausstellungs- ben, den 14. Juli, nachmittags Biograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem von der Leichenhalle des $ neuen Nazareth Kirchhofes aus statt. Die Former und Berufskollegen der Eisengießerei Gebauer. Abnormitäten- Progr. Kolonie Röntgenhöhe Verbindung mit größter Films- Stat. Buch, Nöntgental, Zepers Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. nid, gesunde hohe Lage, idyll. 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Vortrag des Kollegen Norgel über: Die letzten Ereignisse in der deutschen Partei- und Gewerkschaftsbewegung." 4. Diskussion. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 31/4 Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. ( Zweigverein Berlin und Umgegend.) Gruppe der Puterträger. 35/4 Montag, 16. Juli, abends 71 Uhr, bei Wernau, Schwedterstr. 23: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Stollegen R. Beler über den Tarif und die Innehaltung desselben. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 35/ 6* Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Der Zweigvereinsvorstand. Zentralverband der Dachdecker. Filiale Berlin. Sonntag, den 15. Juli, vorm. 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht vom 2. Quartal 1906. 2. Verbandsangelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 54/14 Der Vorstand. Beranlaßt durch die in letzter Zeit sehr oft vorkommenden Klagen über ganz minderwertige Nachahmung des 15642* Dänischen Kapitän- Kautabak weise ich darauf hin, daß derselbe nur echt ist, wenn in jedem Stück( 5 u. 10 Pf.- Rollen oder Schleifen) der Zettel liegt mit Ausschrift: Dänischer Kapitän Kantabak( gefekt. geschütt). Gen. Bertr.: C. Röcker, Berlin O., Grüner Weg 112. Amt 7,3861. Zu haben in den meisten Zigarrengeschäften. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter. ftraße 9, parterre. 1+ Herrenfahrrad, Damenfahrrad, twie neu, 45,00. Holz, BlumenStraße 36 b. 1668* Fahrräder, Teilzahlungen. 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Festrede des Abgeordneten Genossen Robert Schmidt Arbeiter- Radfahrer X Spezialitäten X Kinderbelustigungen Fackelpolonaise usw. Jedes Kind erhält Bons für Karussell und Fackel gratis. Billetts im Vorverkauf 25 Pf.( Kassenpreis 30 Pf.) in der Parteispedition Keibelstraße 42, in den Zahlstellen und bei allen Bezirksführern. Anfang 4 Uhr nachmittags. Rege Beteiligung erwartet 245/ 13* Kasseneröffnung 3 Uhr. Der Vorstand. Arbeiter- Bekleidung Neues Spezial- Geschäft Kohnen& Jöring Alexanderstr. 12 zwisch.Alexanderpl. u.Jannowitzbr. Berufskleidung für alle Zweige der Industrie und Gewerke. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/13 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Baustelle a. Wald, Näh. Waff., N. 4M. an, in Strausberg, Fasanenpart. Sonnt. a.Terrain vert. Vincenz, Gormannst.23. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein“ Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Touren zum Sonntag, den 15. Juli 1906. 1. Abt. früh 5 Uhr nach Rüdersdorf ( Grewe). Start Bülowstr. 59. 2. Abt. früh 7 Uhr nach dem Werlfee. Start Urbauftr. 7. 3. u. 4. Abt. Schnißeljagd, Endziel Hirschgarten( früher Hohlwein). Start Küstriner Play. 5. Abt. Familientour nach Haffelwerder( Scheruch). Start 2 Uhr Elysium. 6. Abt. früh 6 Uhr nach Grünhaide. Start Oderbergerstr. 30. 8. Abt. früh 6 Uhr Streifzüge durch den Südosten. Start Kriminalgericht. Nachm. 1 1hr sämtliche Abteilungen nach Nieder- Schöneweide, Haffel werder, von dort nach Johannisthal ( Lindenhof). Starts an den befannten Abteilungsorten. 13/15 Fahrräder! Billig! 55, Mk. 48, 60 70, 85 5. 180 M. per Stück. Freilauf 3 M. mehr. 5 Jahre Garantie. Laufdecken. 1.95, 2.50, 3., 4.50 Luftschläuche. 1.50, 2.-, 2.50, 3.Fußpumpen 0.80, 1.15 Bedale 0.90, 1.50. Sättel 1,60, 2.50 Motorräder 190, 250, 375, 450, 550 Zündkerzen 0.50. Motordeden 9.Reparatur. billigst, schnell, haltbar. Rahmenbrüche 3.50. Emaillier. 3.50 Fahrradfatalog 77 F, Motorradfatal. 77 M. grat. u. frk. Wiedervf. Rabatt. 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Anfertigung eleganter Herrengarderobe. Marcus, Landsbergerstraße 75. 29146 Versilberer sucht F. Baake, Gold, leiſtenfabrik, Brandenburg a. Havel. 1688 Tüchtige Abklopfer für Druckrohr fönnen sich melden in Briz, ChauffeeEde Dorfstraße, Baubude der Druckrohrverlegung. 16398* Erdarbeiter werden eingestellt bei der Drudrohrverlegung, Chauffee Briz- Budow, Ede Dorfstraße.[ 1689 Zeitungsfrau verlangt Große Frankfurterstraße 122. 28195 Landsmannverein, 40 Mitglieder, der jeden Dienstag nach dem 1. und 15. im Monat tagt, sucht Vereinslofal, Nähe Alexanderplatz. Boble, Litthauerstraße 25, I. 2916b Vermietungen. Verband. Begen Streit und Lohudifferenzen find gesperrt: Für Tischler, Volierer und Ma schinenarbeiter Wienecke, Grünauerstraße. Pieper, Bernauerstr. 80. Hoffmanns Möbelfabrik Chemnitz. in Für Klavierarbeiter: Bell, Andreasstr. 32 u. Grüner Weg. Für Korbmacher: Stralauer Glashütte. Zwerner, Friedrichsfelde, Ber linerstraße 72. ende, Lichterfelderstraße, Ede Potsdamerstraße, find noch nicht erledigt. Die Verbandsleitung. Achtung! 196/ 20* Achtung! Kürschner Wegen Differenzen haben sämt liche Arbeiter und Arbeiterinnen der Mühenfabrik von S. Gärtner & Co., Markusstr. 50, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. 102/ 15* Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Deutscher KürschnerVerband( Zahlstelle Berlin). Achtung! Für Bürstenmacher: Der Innungsnachweis, Brunnen. Achtung! straße 154. Bötting, Wasserthorstr. 10/11. Für Parkettbodenleger Die Bauten der Ihlefelder Parkettfußbodenfabrik, Bau Badehoff, Sufelandstraße 10 und Steglitz, Sedanstr. 40/41. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes. Achtung! Belegerin verlangt Leistenfabrit, Die Holzbearbeitungsmaschinenfabrit +33 Nadge, Falisadenstr. 77/78, Fruchtstraße 63. Mamfells auf Jacketts verlangt Schulze, Görligerstraße 41. Mamfells auf Kostümröde Bauarbeiter, G. Wübben& Co., Wilhelmftraße 9. H. Sperling, Friedrichstr. 16. D. Bleistein, Friedrichstr. 16. Lüderitz& Bauer, Mauer straße 80. Fritsche- Baumbach, Schö neberg, Bahnstraße. H. Reiß, Lüßowstr. 107/8. H. Schubert, Wilhelmstr. 121 C. Metschke& Co., Zimmer ftraße 94. A. Schoß, Buttkamerstraße 19. A. Schoß, Dessauerstraße. Schneider& Ziegler, Ritterstr. 76. Rickmann, Wilhelmstr. 121. Ad. Ludwig, Elisabeth- Ufer 5/6. Fleck Nachf., Zigowstr. 87. Kämmerer, Stochstr. 67. C. F. Walter, Wallstr. 16/17. Rich. Gahl, Chausseestr. 28. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. Lotze& Sieler, Stochstr. 3. Ad. Wittenburg, Wilhelm. straße 16. Xaver Kölle, Reichenberger straße 36. Alle Genoffen und Freunde der Organisation, inachen wir darauf aufmerksam, daß die Heimarbeit Bauhandwerker!( Bogen falzen von Streifarbeit) in Wegen Lohndifferenzen der Fahrstublarbeiter der Firma Gebr. Lähn find sämtliche Bauten derselben für organisierte Bauarbeiter gesperrt. Die Bauten befinden sich: Wiesenstraße, Samoastraße, Ede Sprengelstr., Helmholzstraße, Charlottenburg, Amsterdamerstraße, Fontanestraße, Rigdorf, Schivelbeinerstraße, Memelerstraße, Florastraße, Bankow, 35/5 übermäßiger Weise Plat gegriffen hat Wir bitten, die Hausbewohner auf das Verwerfliche ihres Tuns auf merksam zu machen. Die Ortsverwaltung. Kartonarbeiter u. Arbeiterinnen! Kartonnicter! In der Kartonfabrik von Ad. Lesser, Krautstraße, sind tarifliche Differenzen ausgebrochen. Diese Betriebe sind gesperrt! Die Firma Aloys Suk, Neander straße 4( Neanderhof) ist für Galanteriearbeiter und Arbeiterinnen wegen Differenzen gesperrt. 24/12 ist für Maschinenarbeiter sowie Hülfs7* arbeiter gesperrt! Sämtliche berarbeiter befinden sich im Ausstande langt Schulze, Görlitzerstraße 41. 7* wegen Wortbruchs des Unternehmers. Botenfranen finden lohnende und Versandhaus Germania, Unter den Baugegend zu vermieten. Nixdorf, dauernde Beschäftigung Prinzen der Handels- und Transportarbeiter. 139/ 7* * ftraße 41. Linden 21. Keine Filialen. 1508st* Steinmeßstraße, Ecke Weisestraße. Bera- tportlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glade, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Berlauf Sonnabend und Somitag. Restaurationsräume in guter Verband Verband der Maschinenarbeiter. Frege- und Beschkestraßen- Ede, Steglitz. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Der Zweigvereinsvorstand. Die Ortsverwaltung. Br. 160. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Berliner Nachrichten. Freitag, 13. Juli 1906. Gestern morgen bald nach 2 Uhr verließ er mit ihm den Schützen- den 14. Juli, zur Beobachtung der Venus bereits vormittags um play und beide begaben sich auf den Heimweg nach der Matrosen- 10 Uhr geöffnet. An diesem Tage steht die Venus im Sternbilde station bei Glienicke. Gegen 23 Uhr passierten sie die neue des Löwen und kommt mittags 12 Uhr mit dem hellsten Stern der Regulus in Konjunktion. Die Venus steht um diese Zeit 1 Grad wo ihnen der Straßenbahnschaffner Eichwalde. Am Sonntag, den 15. Juli, findet vom Wahlverein Königstraße, bei Witte, Eichwalde, ein Sommerfest, bestehend in Konzert, Gesang, Potsdamer Pferdebahngesellschaft Giesebart begegnete. Dieser 10 Minuten nördlich vom Regulus, so daß beide Gestirne zugleich machte ein Worte paar scherzhafte über die beiden im Gesichtsfelde des Suchers zu sehen sind. Durch eine FeinAuftreten von Turnern, Radfahrern und Preistegeln statt. Das und ging weiter. Kurz bewegung des großen Fernrohrs ist es möglich, beide Objekte hinterBillett kostet 20 Pf. Wir ersuchen die Genossen, für rege Beteiligung ziemlich angeheiterten Matrosen darauf trachte ein Schuß. ging einander jedem Besucher zu zeigen, so daß auch der Laie den großen Der Vorstand. Der Straßenbahnschaffner zu agitieren. zurück, um nachzusehen, was geschehen sei und fand dabei den Unterschied zwischen dem Aussehen eines Planeten und eines Firs Matrosen Stubbmann tot auf den Straßenbahnschienen liegen, sternes unmittelbar wahrnehmen kann. Am Sonntag, den 15. Juli, während dessen Kollege verschwunden war. Giesebart erstattete fo- nachmittags 5 Uhr, spricht Direktor Archenhold über: Unser Wissen fort Anzeige von dem Vorfall, worauf die Leiche beschlagnahmt vom Erdinnern" und um 7 1hr über:" Die Venus am Tage", und wurde. Der Verdacht der Täterschaft fiel nach den Aussagen des am Montagabend 9 Uhr über:„ Die Bewohnbarkeit der Welten". Straßenbahnschaffners sofort auf den zweiten Matrosen Pa lait, Mit dem großen Fernrohr wird am Tage die Sonne und Venus, der auch im Laufe des Vormittags noch festgenommen wurde. Nach abends ein Doppelstern und der Ringnebel in der Leier beobachtet. dessen Aussage ist aber ihm und dem Erschossenen kurz Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht kam durch unvorsichtignach dem Zusammentreffen mit dem Straßenbahnschaffner ein Wagen keit in der Plantagenstr. 43 Feuer aus, das Gardinen erfaßte. begegnet, aus dem plöglich geschossen wurde. Sein Kollege ſei Betten u. a. brannten Ürbanstr. 51. Gleichzeitig mußte der 17. Zug fchwer getroffen zu Boden gesunken. Er( Balait) sei dann schleunigst einen Kellerbrand in der Oranienstr. 110/111 löschen. Gardinen fortgelaufen, um aus der Matrosenstation Hülfe zu holen. Vor dem und Möbel waren abends in der Schlegelstr. 10 in Brand geraten. Schuß habe sich Stubbmann mit dem Wagenführer etwas gezankt. Ein Schornsteinbrand wurde aus der Budowerstr. 6 gemeldet. In Plöglich sei dann der Schuß gefallen. Der Wagen selbst habe seine der Borndorferstr. 10 brannte die Gazeumhüllung eines KronFahrt schleunigst fortgesetzt. Balait wurde hierauf wieder freigelassen. Teuchters und anderes und in der Schwedterstraße Stroh an einem Der Befizer des Wagens wurde gestern mittag in Wannsee ver- Baun. Der 11. Zug wurde wegen eines Kellerbrandes nach der haftet, doch bestreitet er die Tat. Willibald Alegisstr. 26 gerufen. Preßfohlen brannten dort. Schwer verunglückt ist gestern morgen beim Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem Milchfuhrwerk der 17jährige Stallmann Teophil Kurzaver, Koloniestr. 82. S. war mit einem Milchwagen, an der Ecke der Drontheimer- und Christianiastraße mit einem Straßenbahnwagen der Linie 23 E zusammengefahren und vom Bock heruntergeschleudert worden. Der Verunglückte er= litt schwere Verlegungen am Unterleib und mußte im Lazarus Krankenhaus untergebracht werden. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Die Anklage, die wegen des bekannten Osterbergnügens des Einen recht bösen Abschluß hat die Kremserpartie des„ Vereins Wahlvereins gegen unsere Genossen Obst und Däumig eingeleitet wurde, hat am Mittwoch vor dem Schöffengericht in Moabit ihre der Siebenmonatskinder" gefunden. Der Verein war am Mittwoch Erledigung gefunden. Ersterer ist zu einer Geldstrafe in der Höhe in zwei Kremsern nach Hermsdorf gefahren und gestern in früher von 30 m. verurteilt worden, während letzterer freigesprochen Morgenstunde wurde die Rückreise angetreten. Als sich der Kremser wurde, da er in keiner Weise für die Veranstaltung des Vergnügens der Reichshauptstadt näherte, fuhr der Kutscher, der des Guten zu verantwortlich gemacht werden konnte. Wir werden noch darauf viel genossen zu haben schien, mit dem Wagen in den Chausseegraben zurückkommen, wenn das schriftliche Urteil vorliegt. und das Gefährt stürzte um. Die Insassen wurden sämtlich aus dem Kremser herausgeschleudert. Einer derselben, der Sattler- Charlottenburg. meister Ernst Rohlke, stürzte so unglücklich, daß der Wagen auf ihn herauffiel. Nachdem sich die Vereinskollegen selbst wieder flott ge Der Bedauernswerte hatte am macht hatten, befreiten sie R. Körper sowie am Kopf erhebliche Quetschwunden erlitten. Auch der Kaufmann Fritz Krüger hatte Riß- und Quetschwunden davon getragen. Beide Verletzte erhielten auf der Unfallstation XVII die erste Hülfe. Die Kleidung einer modernen Frau! Sicher eine recht eigentümliche Sache für ein Arbeiterblatt, sich mit der Kleidung einer modernen Frau zu befassen. Jedoch erscheint es uns feineswegs überflüssig, auch ein solches Thema einmal einer furzen Erörterung zu unterziehen. Sich mit den Lebensverhältnisse unserer Erstklassigen einmal zu befassen, Einblick zu gewinnen, inwieweit Brunt, Genußsucht und Verschwendung bei ihnen grassiert, ist sicherlich für den Proletarier nicht das überflüssigste Beginnen. Der ungeheure Kontrast zwischen Bourgeoisie und Proletariat ist es ja schließlich nur, der bei Tausenden und Abertausenden den instinktiven Drang, andere Zustände herbeizuführen, hervorruft. Die Tatsache, daß Millionen von Menschen in den elendesten Verhältnissen leben und wiederum nur wenige Tausende im Ueberfluß schwelgen, zeigt den herrschenden Klassen aber auch zugleich ihren eigenen Verfall. Die Sitten und Lebensverhältnisse unserer Bourgeoisie sind von denen des Proletariats so grundverschiedene, daß erstere schon eine instinktive Empörung der letzteren heischen. Bei seinem Nichtstun verliert sich das Schmarozertum in den erkünfteltften Lebensmanieren, werden die fostbarsten Gewänder angelegt, um nur ja immer modern" zu erscheinen. Hier sehen wir, wie ein Tand, eine Mode, immer die andere treibt, die schließlich zu verblendendem Lugus ausartet. Wir wollen nun unseren Lesern einmal vor Augen führen, wie die Kleidung einer„ vornehmen Dame" beschaffen sein muß. Vor kurzem machte eine englische Zeitschrift darüber folgende Mitteilungen: " Eine" grande dame" muß sich zunächst einmal in ihrer Toilette den vielen gesellschaftlichen Verpflichtungen anpassen, die ihr die Stellung ihres Mannes oder ihre eigene verschafft haben. Sie darf infolgedessen nur ein Kleid tragen, das aus kostbarem Stoff und hervorragenden Besäßen und Zutaten hergestellt ist. Zu einer derartigen vornehmen Robe gehört natürlich ein seidener Jupon mit Spigen und Bändern und fostet zwischen 60 und 180 Mark. Er muß in Farbe und Faſſon genau zu der Robe passen, und also mindestens in fünf bis sechs Gremplaren vorhanden sein. Die Wäsche ist aus feinsten gestickten Leinen, mit echten Spizen eingefaßt und wird jährlich auch wohl gut 2000 m. verschlingen. Das Korsett kostet auch wieder, die Natur und Kunst ausbessernd, mindestens 100 m., wenn nicht noch mehr, die seidenen Strümpfe das Paar 42 M. Straßenstiefel nach Maß 40-85 M., und die niedlichen Abendpantoffel aus Seide, mit zierlichen Spangen beſeht, nicht viel weniger. Zur Abendtoilette kommen noch Handschuhe, ein- oder höchstens zweimal zu tragen, a 7,50 M., ein eleganter Blumenzweig, dem man die Kunst nicht ansieht, etwa 80 Mart, oder lebende Blumen für 15 bis 20 m., den durchaus nötigen Fächer aber bekommt man ja schon von 200 M. an. Diese Zahlen erscheinen flein im Verhältnis zu den eigentlichen Lugus artikeln einer so vornehmen Dame. Ein Zobelfragen für 60 000 Mart, ein Spizentuch für den Kopf in ähnlichem Preis, und Diamanten, Perlen, Haarkämme, Broschen für insgesamt 400 000 find gar nicht zu selten. Doch selbst, wenn die große Dame dann alles ablegt, schlüpft sie noch in eine Matinee für 200 M., in Pantoffel für 15 M., und später in eine Schirme für vergeßliche Leute und solche, die vom Regen über Robe de nuit" für mindestens 80 m. Oder in den Morgenrod rascht werden, wird es vom Sonntag ab in Berlin leihweise geben. für 100 M. Vielleicht auch nur in einen Frisiermantel für Ein Unternehmer macht soeben bekannt, daß vorläufig an zirka 40 Stellen Schirme für Herren und Damen gegen eine Leihgebühr von Diese Darstellung hat nicht nur den Wert, der Arbeiterklasse 10 Pf. abgegeben werden. Beteiligt sind daran in erster Linie BeEinblicke in die Lebensweise unserer Haute volée zu gewähren, dürfnisanstalten, Bigarrengeschäfte, Barbiere, Restaurateure usw. sondern ist auch geeignet, die elende Phrase unserer Philister von der Vorläufig sind die meisten Ausgabestellen im Westen, doch sollen auch Begehrlichkeit der Arbeiter" bollständig ad absurdum zu führen. in anderen Stadtteilen später Schirme zu haben sein. Die EinBu gleicher Zeit aber legen die ungeheuren Aufwendungen für Brunt richtung ist derart gedacht, daß der Schirmleiher gegen Erlegung beredtes Zeugnis ab von der fortgesetzten Steigerung der Klaffen- von 2 M. Pfand einen Schirm erhält und eine Starte, die er mit gegensätze. Sobald der sich tagaus, tagein plagende Arbeiter auch seinem Namen und Adresse ausfüllt. Daraufhin wird am nächsten nur Miene macht, feine Arbeitsfraft etwas besser bezahlt zu ver- Tage der Schirm aus seiner Wohnung abgeholt und die Leihgebühr langen, erklärt ihn das unerfättliche Unternehmertum für ausber- bon 10 Pf. bei Wiedererstattung des Pfandgeldes abgezogen. Diese schämt. Und doch ist dieser Lurus nur möglich bei der nur allzu Einrichtung ist in amerikanischen Städten bereits eingeführt. großen Zufriedenheit des Proletariats. Eine ganze Arbeiterfamilie fann nur selten das Jahr über soviel zur Anschaffung von Garderobe anlegen, was eine grande dame" für einen Morgenrock aus gibt. Der blendende Lurus einer Klasse ist aber auch, das zeigt uns die Kulturgeschichte, das Anzeichen ihres Unterganges. Eine Gesellschaft, die so rücksichtslos und frivol die Ausbeutung der Boltsflaffen betreibt, deren einziges Tun nur darin besteht, dem Lurus und Vergnügen zu huldigen, muß als unbrauchbares Glied aus der Kette der Menschheit ausgeschaltet werden. bis 600 000 M. 75-9.1" Bier Arbeiter durch glühende Eisenmassen schwer verletzt. Ein entseglicher Unglücksfall hat sich gestern in der Verzimmerei von Wolf Netter u. Jacobi, Lindenstr. 5, ereignet. In der Abteilung für Verzinterei waren gestern mittag sechs Arbeiter damit beschäftigt, eine schwere Eisenplatte in geschmolzene Metallmasse einzulegen. Als die Leute die Platte hoch über den Schmelztiegel hielten, entglitt ihnen plötzlich die schwere Last und stürzte in das geschmolzene Metall hinein. Nach allen Seiten sprigte nun die glühende Masse und traf bier der Arbeiter. Am schwersten verletzt wurde der Gießer Hermann Woytas aus Köpenid. Er wurde an beiden Füßen, am Kopf, im Gesicht und an den Armen schwer verbrannt und mußte in das Krantenhaus eingeliefert werden. Auch die drei anderen Arbeiter, darunter zwei aus Berlin, waren durch das glühende Metall übel zugerichtet worden. Bei den Nachwahlen zu Beisitzern zum hiesigen Gewerbegericht erhielten im 3. Bezirk die Arbeitnehmerkandidaten der Gewerkschaftsfommission 1677 Stimmen, auf die von den vereinigten Innungen aufgestellten Kandidaten entfielen 66 Stimmen und auf die Kandidaten der freien Gewerbetreibenden 62 Stimmen. Im 6. Bezirk, wo nur die Wahl eines Arbeitgebers zu vollziehen war, trug Genosse Mertens, Restaurateur, von den freien Gewerbetreibenden, den Sieg mit 28 gegen 22 Stimmen des Innungskandidaten davon. Wir ersuchen hiermit nochmals die Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, rege für die Sammlungen der ausgesperrten Lithographen und Steindrucker sowie der ausgesperrten Buchbinder zu sorgen. Sammellisten sind beim Genossen Joh. Scheible, Bismarckstr. 35, zu haben. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschaftskommission. Die Charlottenburger Brüde im Zuge der Charlottenburger Chauffee geht nunmehr ihrer Vollendung entgegen. Gegenwärtig werden die Brückenköpfe hergestellt, deren Hochführung bis Ende dieses Monats beendet sein dürfte. Inzwischen sind im Zuge der Charlottenburger Chauffee die Anrampungsarbeiten in Angriff ge nommen, welche durch die Höherlegung der Straße um einen Meter notwendig geworden sind. Die Freigabe der neuen Brücke wird Ende September erfolgen. Nixdorf. Böse Erfahrungen hat der 30 jährige Schlosser Karl Sch. aus der Herrfurthstraße in Rigdorf in der gestrigen Nacht machen müssen. Er hatte sich einen so gewaltigen Rausch angetrunken, daß ihm schließlich das Bewußtsein schwand. Mehrere in dem Lokal anwesende Gäste nahmen sich des Besinnungslosen an und trugen ihn in feierlichem Buge nach seinem Hause, wo sie ihn sanft vor der Haustür niederlegten. Als Sch. frühmorgens auf der Straße erwachte, machte er die unangenehme Entdeckung, daß ihm Uhr und Portemonnaie fehlten. Der Verdacht, die Fledderei verübt zu haben, lenkte sich auf den 17 jährigen wohnungslosen Otto Brumme, der sich an dem Transport der„ Bierleiche" beteiligt hatte. B. wurde auch gefterr überführt und verhaftet. Zehlendorf. " 1 Mit dem Beginn der Schulferien haben sich auch die Verkehrsunfälle in auffälliger Weise gehäuft. Hauptsächlich sind es Kinder, welche unter Fuhrwerke geraten und überfahren werden oder in Recht gewissenhaft vertritt die Zehlendorfer Gemeindevertretung anderer Weise verunglücken. So geriet gestern der achtjährige die Intereffen der Allgemeinheit. Bekanntlich wurden vor einigen Schüler Silbermann unter eine Droschte und erlitt einen doppelten Jahren einmal 200 M. aus Gemeindemitteln für ein Trinkgelage Beinbruch. In der Seestraße wurde der 13jährige Sohn des Ar- des Kriegervereins bewilligt. Diesem Fall hat sich in neuester Zeit beiters Schulz, als er beim Spielen auf dem Fahrdamm gegen einen ein anderer angereiht, und zwar anläßlich des zehnjährigen StiftungsLastwagen rannte, überfahren und schwer verletzt. Der 12jährige festes des patriotischen Radfahrervereins Hohenzollern". Hier hat Knabe Hartwig lief beim Spielen vor dem Hause Kastanien- Allee 82 sich der Gemeindevorstand recht splendid gezeigt, indem er genanntem gegen die Vorderplattform eines Straßenbahnwagens, geriet unter Verein eine kostbare Bowle und einen Potal im Werte von über Die Stadt Berlin besigt ein Attivvermögen von rund demselben und erlitt ebenfalls nicht unerhebliche Verlegungen. 300 M. ftiftete. Es dürfte nach der jeweiligen Zusammenseßung 665 Millionen Mark. Der Wert der im Besiz der Stadt befindlichen In der König- Chaussee wurde die elfjährige Berta Richter von des Zehlendorfer Gemeindeparlaments dem Gemeindevorstand unbebauten Grundstücke, darunter 60 000 Morgen Niefelfelder, einem Radfahrer niedergestoßen und trug einen Bruch des rechten ficher auch nicht schwer fallen, diese aus Gemeindes ist auf rund 75 Millionen Mark veranschlagt, der bebauten Unterarmes davon. mitteln gemachte Schenkung vor der Gemeindevertretung Grundstücke auf rund 380 Millionen, darunter 134 Millionen Ein unbekannter Toter. Am Dienstag, 10. d. M. ist am Ufer der bertreter" durchaus sicher sein. Sind es doch schließlich die Söhne zu begründen. Er darf der freudigen Zustimmung der GemeindeMark Gartenanlagen, 1 Million Mark Flußbadeanstalten, 21, Mill. Mart Springbrunnen, Million Mark Hafenanlagen, 1 Million Dahme in Grünau die Leiche eines zirka 40 Jahre alten Mannes der Gemeindevertreter, denen dieses Geschenk gemacht worden ist. und aufgefunden worden. Der Tote ist 1,65 Meter groß, fräftig gebaut, Diesem Fall verdient aber ein anderer gegenübergestellt zu werden. Mark Bedürfnisanstalten, Anschlagsäulen, Uraniasäulen 1 Million Mark zinspflichtige Berechtigungen. Der Besiz an Kapi- bartlos, hat anscheinend dunkele Haare und war bekleidet mit grauem Vor einigen Tagen machte nämlich die Gemeindeschule einen gemeintalien beläuft sich auf rund 56 Millionen Mart, darunter 251 Millionen Jackett, schwarzer Hose, grauen Hosenträgern, graugestreiftem Flanell- schaftlichen Ausflug, wozu jedes Kind 10 Pfennig mitzubringen hatte, Mart Sypothefen, 13 Millionen Mark Effetten, 15 Millionen Mart hemd, R. H. gezeichnet. Die Leiche scheint einige Tage im Wasser um die bei dem Ausflug entstehenden Kosten, welcher Art sie auch Kassenbestände, 11%, Mill. Mark Einnahmereste. Das sonstige Vermögen gelegen zu haben. Wer über die Persönlichkeit Auskunft geben kann, fein mögen, zu decken. Hier hätte die Gemeindevertretung ihre Freiwird auf rund 156 Millionen Mark geschätzt, darunter befinden sich wolle sich bei der Oberförsterei Grünau resp. im Polizeipräsidium giebigkeit einmal anbringen können, indem sie den armen Kindern rund 120 Mill. Mark Werte, bestehend in Natural, Materials, am Alexanderplatz, Zimmer 322 II, möglichst in den Vormittags- eine Freude bereiten konnte. Dafür hat jedoch das Zehlendorfer Betriebsbeständen und Betriebsvorräten, 32 Mill. Mart an Mobiliar, stunden melden. Gemeindeparlament kein Verständnis. Die Zehlendorfer ArbeiterJuventar, Bibliotheken, Apparaten, Sammlungen. Auf den Kopf Hütet Eure Kinder! Gestern vormittag wurde ein etwa 35jähriger, schaft wird von dieser Gemeindevertretung sicher nicht sehr erbaut sein. der Bevölkerung würde demnach ein Aktivvermögen von etwa fein gekleideter Mann abgefaßt, als er in dem Hausflur eines in 350 M. fommen, dem etwa 170 M. Schulden gegenüberstehen. Die der Nähe des Potsdamer Bahnhofes belegenen Hauses ein Kind Schmargendorf. Gesamtschulden der Stadt Berlin einschließlich der Ausgabereste geschlechtlich zu mißbrauchen versuchte. Der faubere Patron wurde beliefen sich am 1. April 1903 auf rund 318 Mill. Mark, wozu von Baffanten abgefaßt, von einem Hausdiener dingfest gemacht und inzwischen noch 228 Mill. Mark neue Anleihen hinzugekommen sind, dann von einem Schußmann zur Wache transportiert. Die Frechdie indes nur zum Teil begeben sind und für die Gegenwerte vor- heit, mit der am hellen lichten Tage in einer der belebtesten Straßen handen sind. folche Untat versucht wurde, rechtfertigt die an die Spitze dieser Die Kinderspiele des Arbeiterturnvereins Fichte" Notiz gestellte Warnung. finden rege Beteiligung. Am vorigen Sonntag spielten wieder Von einem großen Verluft auf der Hochbahn zwischen Zoologischen 319 Mädchen und 419 Knaben. Die Spiele werden geleitet von 28 Turnerinnen und 54 Turnern. Die nächsten Spiele werden veran staltet am Sonntag, 15. Juli,( sowie an den darauffolgenden Sonntagen) in den Vormittagsstunden auf den Spielpläßen: 1. Treptower Park, 2. Friedrichshain, 3. Behmstraße, 4. Jungfernheide. Treffpunkte: 1. Oberfreiarchenbrüde, 2. Landsbergertor( Kriegerdenkmal), 3. Bahnhof Gesundbrunnen und Bahnhof Schönhauser Allee, 4. Bahnhof Beusselstraße. Willkommen jeder Knabe und jedes Mädchen auch solcher Eltern, die nicht Turner sind. Beteiligung selbstverständlich fostenlos. Garten und Kottbuser Tor ist der Arbeiter Ferchtand betroffen worden. Selbiger verlor ein Portemonnaie mit 224,85 M. Jnhalt. Dem Aermsten, der für das Geld aufkommen muß, wäre es ein großer Gewinn, wenn der ehrliche Finder dasselbe Wilmersdorf, Uhlandstr. 70 gegen gute Belohnung abgeben würde. Aus der Selbstmordchronik. Zu dem Gerücht von einem Morde gab eine Entdeckung Veranlassung, welche gestern in Dahlem gemacht wurde. An der Ecke der Altenstein- und Ziethenstraße fand man den 35 jährigen Gärtner Albert Lachmann in einer Blutlache schwinnend vor. Die Kehle des 2. war fast vollständig durch geschnitten. Da der Schwerberlegte noch schwache Lebenszeichen von fich gab, so wurde er sofort in das Kreiskrankenhaus Groß- Lichterfelde gebracht, starb aber bereits auf dem Transport. Auf Grund einzelner feltsamer Nebenumstände glaubte man anfangs, daß hier ein schweres Verbrechen vorliege, doch hat die Untersuchung ergeben, daß L. sich selbst die Kehle durchgeschnitten hat. In einem Anfall von Geistesstörung hatte er sich zu der unseligen Tat hinreißen Taffen. Treptow- Baumschulenweg. M. Zu unserer vorgeftrigen Notiz über das rücksichtslos schnelle Fahren der Automobile an den Haltestellen der Straßenbahn, worin Eine seltsame leberraschung wurde unseren Gemeindearbeitern wir berichteten, daß der Postbote Karl Neglisch durch das Droschten zuteil. Sie erhielten eine„ Teuerungszulage" von 4,50 M., ohne daß automobil Nr. 9840 überfahren worden ist, teilt uns der betreffende fie es erwartet hatten. Vor Weihnachten faßte die Gemeindever Ein Matrose erschossen. Ein noch nicht aufgeklärter Vorfall be- Chauffeur mit, daß er eine ganze Beit lang fehr langsam neben der tretung bekanntlich den Beschluß, den Beamten und Arbeitern, welche Straßenbahn gefahren sei. Der betreffende N. sei, der Straßen- unter 2000 m. Gehalt beziehen, eine Weihnachtsgratifitation In der Neuen schäftigt seit gestern die Potsdamer Polizeibehörde. am frühen Morgen der 22jährige Matrose Gelegenheit sei derselbe mit dem Auto in Berührung gelommen. aulage sein sollte. gewähren, welche gleichzeitig eine fleine Königstraße wurde am frühen Morgen der 22jährige Matrose bahnwagen noch nicht völlig still stand, abgesprungen, und bei dieser Teuerungs Stubbmann aus Bremen, der der kaiserlichen Matrosenstation n. habe dabei einen Schreck bekommen und ist darauf erst der Unfall Summe wurde durch den Gemeindevorstand verteilt und die StraßenHierzu wurden tausend M. bewilligt. bei Glienicke angehörte, mit einem Schuß in den Hinterkopf tot aufpassiert. arbeiter gingen damals leer aus. Einer Anfrage unserer Genossen lleber den Vorfall wird uns folgendes gemeldet: gefunden. Der Matrose Stubbmann hatte am Mittwoch mit seinem Die Treptow- Sternwarte, welche täglich von 2 Uhr nachmittags Hofmann und Gramenz in der Gemeindevertretung über die NichtKameraden Balait an dem Schüßenfest in Botsdam teilgenommen. bis 12 Uhr nachts geöffnet ist, wird ausnahmsweise am Sonnabend, durchführung des Beschlusses der Gemeindevertretung begegnete mant zu Diese mit ausweichenden Antworten. Wo stammen nun auf einmal die 60 m, um biefe Summe handelt es sich, her? Hat diefe die Ge meindevertretung bewilligt? Im übrigen ist es bezeichnend für den herrschenden Geist in der Gemeindeverwaltung, die Arbeiter mit ciner folch lächerlichen Summe abzutun. Weißensee, Einnahmen aus der Kuppelei( Bordellwirtschaft) unterliegen nicht jun Ueberweisung von Notenmaterial und um die Bilder unserer der Besteuerung. " Vorkämpfer. Der Ausschuß erklärt sich damit einverstanden, daß seitens des Vorstandes zirka 15-20 Säge Stimmen bverschiedener ieder nach dort übermittelt werden; die Bilder will die Verlagsbuchhandlung des Vorwärts" senden. Von einem Konzert, welches der Verein„ Nigdorfer Männerchor" mit dem Gefangverein LeipzigThonberg" am 11. August veranstaltet, wird Mitteilung gemacht. Die Vereine" Flora" und" Ginigkeit" in Bankow haben sich zu einem Verein zusammengetan und führt dieser den Namen„ Vereinigte Sänger". Zentral- Kranken- und Begräbniskaffe der Sattler und Berufss genojien Deutschlands Hoffnung"( E.. 64, Verwaltungsstelle Berlin). Sonnabend, den 14. Juni 1906, abends 9 Uhr, im Lokale von G. Weihnacht, Grünstraße 21, Quartalsversammlung. Wahl des halben Der Vorstand. Vorstandes. Zahlreiches Erscheinen erwartet. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 15. Juli cr., vormittags 83, Uhr im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Versammlung. Bormittags 10%, Uhr in der Schulaula, Kleine Frankfurterſtr. 6: Bortrag von Fräulein Ida Altmann über:" Der Darwinismus und die katholische Kirche." Damen und Herren als Gäſte ſehr willkommen. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub„ Kart Mary". über„ Christentum und Sozialdemokratie". 2. Stellungnahme und Wahl der Butunjisitaat heute Sigung bei Globig, Kolonieftraße 15. 1. Forifegung der Difusion Delegierten zur Bundeskonferenz. Ausgabe der Broschüre von Stern: Der Delegierten zur Bundeskonferenz. Ausgabe der Broschüre von Stern: Der Lese: und Diskutierklub Norden". Sizung heute abend 81, Uhr bei Storff, Glifabethkirchstr. 18. Distuffion über: Waffenſtreik, Bartek und Gewerkschaft". Gäfte willkommen. Ein Herr Nasche, der gleich seiner Ghefrau in dadurch be kannten Straßen Flensburgs und Niels in eigenen Häusern möblierte Zimmer an Kontrollmädchen vermietet, war angeklagt auf Grund des§ 66b des Einkommensteuergejebes, wonach be straft wird: Wer wissentlich in der Steuererklärung oder bei BeEine außerordentlich stark besuchte Versammlung nahm am antwortung der von zuständiger Seite an ihn gerichteten Fragen Montagabend bei drückender Schwüle Stellung zu den Maßnahmen oder zur Begründung eines Rechtsmittels steuerpflichtiges Ein des Herrn Dr. Pape, die Amtsentfebung des Vorstandes der fommen, welches er anzugeben verpflichtet ist, verschweigt, Dem Ortsfrankenkasse sowie die parteiische Führung der Geschäfte als Angeklagten wurde vorgeworfen, in Steuererklärungen Ginkommen Gewerbegerichtsvorsißender betreffend. Der größte Saal des aus dem Vermieten der 8immer an die Prostituier Ortes, der Bal champetre des Schloffes Weißensee, erwies sich als ten, sowie das Einkommen aus dem Bier- und Weinverschleiß zu klein, die zahlreichen Versammlungsbefucher zu fassen. Der seines an die Gäste der Mieterinnen zu niedrig angegeben zu haben. Amtes enthobene Vorsitzende der Krankenkasse, Genosse Reste, gab Wegen der falschen Angabe des Einkommens aus dem Verkauf in längeren Zügen den Streit des Vorstandes der betreffenden von Bier und Wein wurde er zu einer höheren Geldstrafe verur bekannt. In der Diskussion bedauerte der Rendant der Orts- ftituierten sprach ihn jedoch das Landgericht Flensburg frei, krankenkasse der Kaufleute, Genosse Kohn, die unverantwortlichen weil sie der Kuppelei entstammten. Das Kammergericht. Maßnahmen der Aufsichtsbehörde. Besonders bezugnehmend auf das dieser Tage als Revisionsinstanz sich mit der Sache befaßte, die Anschaffung von Broschüren über„ Alkohol und Gesundheit" verwies zwar aus anderen, hier nicht interessierenden Gründen wies er nach, daß die einzelnen Staatsregierungen bisher bestrebt bie Sache nochmal an die Borinstanz zurück, billigte aber aus waren, mit Hülfe der Krankenkassen Boltsfeuchen entgegenzuwirken. Er könne den Standpunkt des Herrn Dr. Pape nur dann ver- drücklich das Urteil des Landgerichts, soweit es sich auf die steuer: stehen, wenn dieser Herr der Meinung ist, der Altoholgenuß sei rechtliche Bewertung des Einkommens aus dem Vermieten der Bimmer an die Mädchen und aus dem Verkauf von Bier und Wein nur in den oberen Schichten der Bevölkerung von verheerender an beren Gäste bezieht. In der Beziehung führte das Kammer: Wirkung. Genosse Dr. Bernstein unterzog noch vom medizinischen Standpunkte das Verhalten der Aufsichtsbehörde einer gericht aus: Das Einkommen aus dem Vermieten der Zimmer fei gehörigen Kritik und forderte die Arbeiterschaft auf, gegen die allerdings Einkommen aus dem Gewerbe" gemäß§ 7 Nr. 3 des Mizwirtschaft solcher Behörden energisch Front zu machen. An der Ginkommensteuergesebes. Der Straffenat nehme aber mit dem Diskussion beteiligten sich ferner die Genossen Wehrle, Fendel, Falk Landgericht und in Uebereinstimmung mit dem Oberverwaltungsund Hohenstein im Rahmen der vorhergehenden Referate. Sie be- gericht an, daß das Gesetz nur mit dem Einkommen aus einer bauerten allgemein, daß man einen so arbeiterfeindlich gesinnten fönne. Der Staat fönne sich nicht bereichern mit Steuern aus gewerblichen Tätigkeit, die objektiv erlaubt sei, rechnen Mann noch länger auf feinem Posten lasse. Die Genossen Schmus, dem Ertrage einer Tätigkeit, die verboten sei, wie die Kuppelei, hofe Ailly- sur- Somme in einen Güterzug hinein. Der Lokomotiva Fendel und Rostin gaben ihre gemachten Erfahrungen mit Herrn Dr. Pape als Gewerbegerichtsvorsitzenden den Versammelten zur Kenntnis. Die Beifallsbezeugungen und Entrüstungsrufe gaben Kenntnis davon, daß die Arbeiterschaft nicht länger gewillt ist, fich von einem Manne bevormunden zu lassen, der sein Amt in dieser Weise führt, und dadurch das Vertrauen objektiven Urteils berloren hat. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: gut besuchte Versammlung beauftragt die Leitung derselben, bem Die heute im größten Saale des Ortes stattfindende äußerst Herrn Regierungspräsidenten sowohl als auch dem Gemeindeborstand folgende Protestresolution zu unterbreiten: Die Versammelten protestieren ganz energisch gegen die Ge. waltmaßregeln, die sich der besoldete Schöffe Herr Dr. Pape in jüngster Zeit als Dezernent einzelner Verwaltungszweige hat zu schulden kommen lassen. In erster Linie protestieren die Verfammelten gegen das ungeheure Unrecht, die Amtsentsehung des Gesamtvorstandes der Orts- Krankenkasse, welche aus Gründen geschah, die jeder gefeßlichen Unterlage entbehren. Die Verschiedenen Städten werden aber Bordellinhaber strafrechtlich nicht jammelten, unter ihnen viele Mitglieder der hiesigen OrtsKrankenkasse, sind im Gegenteil der Meinung, daß die ihres Amtes enthobenen Vorstandsmitglieder der betr. Krankenkasse nach wie vor das volle Vertrauen bejizen, dieses Institut nach bestem Wissen und auch nach dem Willen der Mitglieder verwaltet zu haben, um die es sich hier bei dem gewerbsmäßigen Vermieten der Zimmer Der Staat tönne nicht sagen: an Kontrollmädchen handele. " Du haft nun einmal gekuppelt und ein Gewerbe daraus gemacht, also bist Du mir steuerpflichtig." Habe aber das fragliche Gintommen nicht der Steuer unterlegen, so hätte es Angeklagter in den Steuererklärungen usw. überhaupt nicht angeben brauchen, straft werden. Anders verhalte es sich mit dem Einkommen aus und könnte nicht wegen Verschweigens solchen Einkommens be Anders verhalte es sich mit dem Einkommen aus dem Wein- und Bierverkauf. Dieser sei objektiv erlaubt, und daß er hier mit der Kuppelei zusammen fiel, wäre nur ein Zufall. Wegen der falschen Angaben über das Einkommen aus dem Wein und Bierverkauf habe das Landgericht den Angeklagten mit Recht für strafbar erklärt, wie es andererseits mit Recht die Strafbarkeit wegen der Angaben über den Kuppeleiertrag ( Mietsertrag) prinzipiell berneint habe.-Wunderliche Rechtsordnung: das Gesetz bedroht Kuppelei mit Strafe, in berberfolgt und sind nun gar auch steuerrechtlich frei. Wer durch rastloses Schuften im ehrlichen Erwerb mühsam fich und die Seinigen ernährt, muß aus seinem Erwerb Abgaben dem Steuer fiskus machen. Wer aber einen unehrlichen Erwerb betreibt, braucht nichts zu blechen. Verleitung zum Meineid durch einen Pfarrer. Das Reichs. Die Bersammelten erwarten von dem Herrn Regierungsgericht verhandelte gestern über die Revision der Staatsanwaltschaft präsidenten die Aufhebung der kommissarischen Verwaltung und gegen das Urteil des Landgerichts Waldshut vom 18. März, burch die Einsetzung der bisherigen Vorstandsmitglieder der Orts das der katholische Pfarrer Michael Gaisert von der Anklage Krantentasse in ihre alten Rechte baldigst in die Wege zu leiten. wegen Verleitung zum Meineid in einer Wahlangelegenheit frei Die Versammelten erwarten ferner von dem Gemeinde- gesprochen worden war. Das Reichsgericht hob das Urteil vorstand, Herrn Bürgermeister Dr. Woeld, die Entschung des auf und verwies die Sache an das Landgericht Freiburg i. B. Herrn Dr. Pape als Dezernent der Aufsichtsbehörde zur Krankenkasse, da die Mitglieder das Vertrauen zu diesem Herrn verloren haben und zu befürchten ist, ihrer Nechte als Mitglieder noch mehr wie bisher verlustig zu gehen. Aus der Frauenbewegung. Die Versammelten sprechen ferner Herrn Dr. Pape jedes Die Wäscherinnen von Baden( Niederösterreich) haben foeben soziale Verständnis auf allen Gebieten der Arbeiterfürsorge ab, einen Streit beendet, der nach kurzer Dauer zu einem Siege der ba sein bisheriges Verhalten als Gewerbegerichtsvorsitzender jeder Arbeiterinnen führte. Die Forderung auf Erhöhung des Tagelohns Objektivität entbehrt und den Anschein der Parteilichkeit gegen auf drei Kronen und die Verkürzung der Arbeitszeit von 18 auf die Arbeiter erwedt hat. Die Versammelten erwarten daher auch 11 Stunden wurde bewilligt. Ueberstunden werden mit 50 Prozent bon den Gemeindevertretern, daß bei Neuwahl der Gewerbe- Lohnzuschlag vergütet. gerichts- Vorsitzenden Herr Dr. Pape nicht mehr berücksichtigt wird. " Zur Berichtigung. " Vermischtes. Eisenbahn- Unfälle. Amiens, 11. Juli. Der Zug Calais- Basel fuhr im Bahno führer und fünf Neisende des Zuges Calais- Basel wurden vera wundet; die Lokomotive und mehrere Waggons des Güterzuges wurden vollständig zerschmettert, das Eisenbahngebäude und ein benachbartes Haus start beschädigt. Budapest, 12. Juli. Der von Sillein kommende Bersonenzug und 11 Bersonen, darunter zwei schwer, verlegt. fuhr infolge falscher Weichenstellung bei der Einfahrt in die Station Trenezin auf einen Laftzug. Zwei Waggons wurden zertrümmert und 11 Personen, darunter zwei schwer, verletzt. Bei London, 12. Juli. Automobil Omnibus- Unglück. Sanderoß in der Nähe von Crawley( Suffer) stürzte heute ein lutomobil- Omnibus, da die Bremsvorrichtung versagte, einen Abbang hinumter. Sechs Personen wurden getötet, zwanzig verletzt. Briefkaften der Redaktion. G. F. 17. Ja, oder Ihr Name kann auf der Polizei festgestellt und G. 5. 37. 1. Die Klage wäre gegen Sie können dann verhört werden. den Wirt beim Amtsgericht zu erheben, hat aber wenig Aussicht auf Erfolg, wenn Sie einen der hier üblichen Mietsverträge unterschrieben haben. G. P. 63. Haben Sie mit dem Mieter einen Jahrespreis vereinbart, so ist er im Recht. 2. Mein. G. 3. 110. Keineswegs sind Sie zur Nüdgabe der Geschenke verpflichtet, die Ihnen ein nicht mit Ihnen verlobter 20. D. 18. 1. Ihre Frau ist nicht strafbar. Berehrer gemacht hat. -2. Sie find an den von Ihnen befchriebenen Vertrag nicht gebunden. A. B. 50. 1. Nein. 2. Sie könnten auf Herstellung der ehelichen Gemeinschaft flagen. B. H. Ja. A. S., Fürstenwalde, Gine Schadenersagttage hätte wenig Aussicht auf Erfolg, weil ein Berschulden oder mangelnde Aufsicht dem Lehrer nachgewiefen werden müßte. Als völlig aussichtslos lasse sich eine Stlage nicht bezeichnen. Der Vergleich erscheint annehmbar. E. M. 77. Leider können wir den Namen nicht mitteilen. Schulze. Umhülltes Glanzwachs foll zweckmäßig sein. 2. J. Zuverlässige Auskunft über Auswanderungsangelegenheiten in erhalten Sie der amtlichen Auskunftsstelle Schellingstraße 4. 3. 2. 117. Das ist uns nicht möglich. Es ist aber unter allen Umständen vor Leuten zu warnen, die briefliche Heilung u. dergl. versprechen. wenden Sie sich an einen hiesigen Spezialisten. G. K. Schieb 1906. Wenden Sie sich an den Verband der Handlungsgehülfen, Neue Friedrichstraße 20... 2. 101. 1. Rein. 2. und 3. Ja. 3. C. 210 702. 1 En. Legen Sie dem Vormundschaftsgericht die Sachlage dar und lassen Sie Ihre Braut richterliche Ergänzung der Einwilligung beantragen. 5. R. 68. 1. Nur durch Pfändung in seiner Wohnung. 2. Es gibt keine geseglich festgelegten Säge. Der Richter hat angemessene Säbe feftzufezen. 8. Entbindungs- und Sechswochentoften. 4. Sie können sich an die Charitee oder die Universitäts- Frauenflinit, Artillerieſtr. 20, wenden, Dr. Pape Aufflärung zu verlangen. Außer dem Genossen Taubmann außerdem niemals mit Chiffre zeichne, sondern immer nur mit 1,60-2,80, junge, per Stild 0,60 2,00 Samburger, Der Stüd V benutzte auch Genosse Peutert die Gelegenheit, als es sich um die meinem vollen Namen. Anna Papprit. Hochachtungsvoll Zustimmung zu einem Vertrage über die Annahme einer Gemeindeschwester aus dem Kuratorium des Auguste Viktoria Krankenhauses Bon auderer Seite erhalten wir die Mitteilung, daß die Ver handelte, auf den Streit der Aufsichtsbehörde mit der Krankenkasse fafferin des Auffages im„ Tageblatt" Anna Plot how heißt. Wir zu sprechen zu kommen. Auf die Aufforderung, nach welchen Ge- bedauern natürlich, mißverständlicherweise Fräulein appris fegesbestimmungen er( Dr. Pape) seine Maßnahmen getroffen habe, unrecht getan zu haben. Yautete die Antwort: Ueber die Krankenkassenangelegenheit gebe er überhaupt keinen Aufschluß. In der nächsten Sigung gedenken unsere Genossen die Sache nochmals zur Sprache zu bringen. Wir werden abwarten, ob sich eine Gemeindevertretung vor den Toren Berlins von einem seiner ersten Beamten so weit degradieren läßt, daß er die von seiner Seite unternommenen Maßnahmen der Gemeindevertretung gegenüber nicht zu verantworten braucht. Versammlungen- Veranstaltungen. Köpenick. Sonntag, 13. Juli: Kaffeepartie nach Nickemal. Treffpunkt 1 Uhr, Hauptplatz, Abmarsch 2 Uhr. Brik. Sonntag, 15. Juli: Familienausflug nach Johannisthal bei Senfileben. Abmarsch 1%, Uhr ab Weniger und 2 Uhr ab Buschtrug. 0,00. Sie sind mein Untergebener, Herr Taubmann!" Diese Worte Wir erhalten folgende Buschrift: glaubte der berzeitige Dezernent der Weißenfeer Drtstafie gegen den Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Genossen Taubmann richten zu müssen, als er in der letzten Ge Am 6. Juli, in dem Der Stein der Weisen" betitelten meindevertreterjigung Aufklärung haben wollte über die Gründe, die Aufsatz, wird eine A. P. unterzeichnete Arbeit im Berliner Tage Markthallen Direktion. Rindfleisch Ia 67-70 pr. 100 Pfund, IIa 60-66, zur Amtsentsegung des alten Kaffenvorstandes geführt haben. Taub- blatt" besprochen und als Erläuterung neben die Chiffre mein Name, IIIa 55-58, IVa 48-53, engl. Bullen- 0,00, bän. Bullen 0,00. holl. Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100-110, Ia 84-90, mann ist seit einiger Zeit Beamter der Staffe, das tann ihn indes Anna Bapprig, gesetzt. Ich erkläre hiermit, daß ich diesen Aufsatz la 74-82, Illa 62-72. Hammelfleisch Ia 72-76, IIa 62-70. nicht hindern, in seiner Eigenschaft als Gemeindevertreter von im Berliner Tageblatt" nicht geschrieben habe, daß ich Schweinefleisch 61-67. Staninchen per Stud 0,00. Hübner, alte, Stüd junge 0,30-0,45, alte 0,00. p. Stüd junge, 2,00-3,00. Sänfe, junge Ia, per Bjb. 0,55-0,63, per Stud 3,00 bis 4.00. Hechte 77-94. Schleie 73-85. Bleie 46-52. Male, groß 131-142, mittel 118-132, flein 0,00, imf. 87-100. Plößen 0,00. Flundern, pomm. I, b. Schod 3,00-6,50. Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel per Stifte 2-3, bo. tein per Stifte 0,00, Büdlinge, engl. per Ball 4,50-5. Stieler 2-4,50, Stralsunder 5-6. Male, groß pro Pjb. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, Hein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Stifte 2-4. Sardellen, 1902er, per Anfer 85,00, 1904er. 85,00, 1905er 80,00. Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, beutsche 37-44. Beringe, neue Watjes, per/ To. 60-120. Summern, Ila, 100 Bib. 0,00. Strebje, per Schod, mittel 10, Kleine 3,60-4,50, unfortiert 0,00. Galizier, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 3,20-8,30, frische Butter per 100 Pfund, Ia 109--111, IIa 106-109, IIIa 100-103, ab jallende 95-100, Sauve Gurken, neue, Schock 4-6, Pfeffergurten 4,50-5,00. Kartoffeln per 100 Bib. magn. bon. 0,00, rote Daberfche 2,10-2,25, runde weiße 1,80-2,10, biefige blaue 3,00,-8,25, neue hiesige 2,75-3, neue Berbster 3-3,50. Spinat, per 100 Pfund 8-10. Starotten per Schod 2,50 bis 3,50. Stohlrabi, per Schod 1,00-1,50. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 0,00. Radieschen, per Schod- Bb. 0,60-0,70. Salat, per Schod 1,25-2,00. Bohnen( grüne), per 100 Bib. 10-15. Schoten biefige, per 100 Pfd. 6-13. Pfefferlinge per 100 Bjb. 15-25. Mohrrüben per Schock- Bd. 2,00-2,50. Blumenkohl per Randel 1,00-2,00. Wirsingtohl per Mandel 1,00-1,50. Rotkohl per Mandel 3,50. Weißlohl per Mandel 3-4. Johannisbeeren, hiesige, weiße, per 1 Bid. 0,08-0,10, do, rote 0,10-0,12. Sirschen, ital., 100 Bfd. 0,00. Natten, Werdersche 22-24. Werdersche Glas- 10-14. Natten 10-12, Stachelbeeren per Bib. 0,07-0,11. bo. fauere 17-24. Schlesische 5-15. Himbeeren, Werdersche per 100 Bfd. Erdbeeren, holl. per 100 Pfd. 23-25. Blaubeeren per B16. 0,10-0,12. 20-25, Garten- per Bid. 0,00, Hamburger 0,13-0,30, hiesige 0,15-0,20. Wald- per Pfd. 0,30-0,45. Pflaumen, ital. lange dunkle per 100 Bid. 22-24, ital, lange gelbe per 100 d. 15-25, ital., runde per 100 3fb. 15-25. Bitronen, Messina, 300 Stild 11,00-16,00, 360 Std 14,00-16,00, 200 Stüd 7,00-12,00, 420 Stüd, lein 7,00. Gerichts- Zeitung. " Weißenfee. Montag, 16. Juli: Ausflug nach dem Restaurant Sommerlust" zu Schulzendorf bei Tegel. Treffpunkt 7 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Schloß Weißenfee. Friedrichshagen. Montag, 16. Juli: Jm Wilhelmsbad", Seeftr. 45, Versammlung. Genossin Kiesel über: Der Einfluß der fapitalistischen Wirtschaftsweise auf das Familienleben. Lichtenberg. Montag, 16. Juli: Generalversammlung bei Gebr. Arnholdt. Genosse Jakobsen über: Die Arbeiterin im Kampfe ums Dasein. Der Irrtum des Sachverständigen. Infolge verwidelter Provisionsverhältnisse stritten sich der Reisende Hans A. und der Nähmaschinenhändler Friedrich 2. vor dem hiesigen Kaufmannsgericht um die Abrechnung, indem jeder behauptete, von dem anderen noch ein beträchtliches Guthaben fordern zu können. Das Gericht zog, um die Sache zu klären, auf Treptow- Baumschulenweg. Mittwoch, 18. Juli: Kinderfest in Speers Festfälen, Baumschulenstr. 78. Antrag des Beklagten 2. das Gutachten des gerichtlich vereidigten Sachverständigen G. ein und lud Herrn G. Tempelhof- Mariendorf- Marienfelde. Mittwoch, 18. Juli: Verfamm Tung bei Müller, Tempelhof. Genosse Schmidt über: Die zur Verhandlung vor. Der Kläger R. protestierte lebhaft gegen Idee des Gottesbegriffes.. die vom Gutachter angefertigte Aufstellung, wonach er dem Be flagten noch mehrere hundert Mart schuldig wäre. Der Sachver. Teltow. 26. Juli bei Bidenhagen. 18. Auguft Stiftungsfest. ständige müsse sich geirrt haben. Er beantragte das Gegengutachten Berlin. Der Ausflug nach Treptow, Biftoriagarten, findet umständeeines von ihm( bem Kläger) borgeschlagenen Sachverständigen einzuziehen. Der Vorsißende untersagte dem Kläger, an dem Gut achten so scharfe persönliche Kritik zu üben; inzwischen hatten aber zwei Beisiter die Aufstellung des Gutachtens einer Nachprüfung unterworfen und hierbei einen Buchungs. fehler bon 184 M. auungunsten des Klägers ent bedt. Nach längerer Besprechung mit den Beisigern mußte der gerichtlich bereidigte Sachverständige den Fehler zugeben und sich protokollarisch berichtigen. Auf Grund der veränderten Sachlage verglichen sich die Parteien. Die Verhandlung zeigt, wie zied mäßig die Befeßung der Gerichte mit Sachverständigen ist. Verfallene Kaution. halber nicht am 16., sondern am Montag, den 30. Juli, statt. Verfammlungen. Witterungsübersicht vom 12. Juli 1906, morgens 8 Uhr. Barometer unn quv 76523 Wind Bump Windstarle Better 2 heiter 2 Regen 1Regen 3 wollig Temp. n. T. & º G.== 4º R. Stationen Barometer. Wind Bum Windstärke Better 2wollig Temp. n. C. 19 13 11 14 Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Ausschußsizung vom 8. Juli 1906. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde eine Stationen Frage, betreffend das Verhalten des Vorsitzenden des„ Nigdorfer Männerchors" wegen der Aussperrung der Steindrucker endgültig dahin beantwortet, daß, nachdem die maßgebenden gewerkschaftlichen Swinemde. 761D 19 Haparanda 758 N Instanzen sich zu dieser Frage geäußert haben, dem Sangesbruder Hamburg 759D 13 Betersburg 761 SD 1 mollig 22 760 SSD 17 Scilly 770 SS 1 heiter seitens des Bundes ein Vorwurf nicht zu machen sei. Aufgenommen Berlin 16 lberdeen 769 NNW 2 bebedt in den Bund wurden die Vereine" Humanität"," Gesangverein Neu- Frantj.a.M. 763 S 5 bedeckt 14 Baris 767 NO 1 mollig ruppin" und„ Einigkeit"-Biesenthal. Der Vertreter des Gesang- München Bien 759,3 7.halb 6d. 18 Vor der hiesigen Straffammer follte gestern der Landwirt bereins Rathenow gab einen längeren Bericht über das Provinzial Wetter- Prognose für Freitag, den 13. Juli 1906. arl Heimann wegen einer Reihe Kreditschwindeleien sich Sängerfest in Rathenow. Hier anschließend wurde bekannt gegeben, Bunächst ziemlich trübe mit etwas Regen, mäßigen nordwestlichen berantworten, die er unter der Maste eines Hauptmanns a. D. und daß der Sonderzug am Sonnabend, den 14. Juli, abends 8,08 Uhr Rittergutsbefibers berübt haben soll. Er war seinerzeit verhaftet, bem Lehrter Bahnhof abgelassen wird, und daß zu diesem Zuge die Winden und wenig veränderter Temperatur; später aufflarend. Berliner Wetterbureau. aber gegen Stellung einer Staution von 5000 m. freigelassen. Im Fahrkarten am Freitag, den 13. Juli, abends zwischen 6 und 8 Uhr Termin erschien der Angeklagte nicht. Er war, wie er in einem im Wartesaal des Lehrter Bahnhofes vom Vorstande zu entnehmen Wasserstand am 11. Juli. Elbe bei Auffig+0,83 Meter, bet Attest mitteilte, angeblich auf einer Badereise begriffen. Das seien. Die Vereine werden aufgefordert, für das Sängerfest in Unstrut bei Oder bei Natibor+ 4,73 Meter, bei Gericht beschloß die Verhandlung zu vertagen, den Angeklagten Friedrichshagen am 5. August rege Agitation zu betreiben und sich Dresden-0,83 Meter, bei Magdeburg+1,74 Meter. Strankfurt+1,35 Meter. wieder verhaften zu lassen und die Raution von 5000 M. für den Vorverkauf der Billette recht angelegen sein zu lassen. Der Breslan Oberpegel+5,10 Meter, bei Breslau Unterpegel 0,64 Meter, verfallen zu erklären, wenn der Angeklagte nicht binnen einer Verein Sozialistischer Männerchor in San Francisco", welcher bei Frankfurt+1,52 Meter. Weichsel bei Brahemünde+3,14 Meter. ar the bei Bofen+0,54 Meter. Nete bei Usch+0,38 Meter Woche ein Attest eines beamteten Arztes beibringen würde. durch das Erdbeben sämtliches Vereinsinventar verloren hat, ersucht Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. "