Nr. 165. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Zentrums- Steuerpolitik. Donnerstag, den 19. Juli 1906. in seine Politik passen. Dem Verfasser macht das keine Schwierigkeit. Er erklärt: ,, Dabei verlangen wir aber, daß die kühle Ueberlegung gewahrt bleibt, daß Maß gehalten und Rücksicht auf unsere allgemeine und finanzielle Lage genommen wird. Freunde, die in einer großen europäischen oder weltpolitischen Verwidelung mit Kraft uns zur Seite stehen können und wollen, haben wir nicht, wohl aber zahlreiche und mächtige Feinde. Der Krieg in Ostasien foftete bis jetzt gegen 300 Millionen Mark, von denen nur ein Teil erstattet wird. Der Krieg gegen die aufständischen Schwarzen in Südwestafrita foftet, abgesehen von dem deutschen Blute, das den Sand dort tränkt, weit größere Summen und diese werden niemals zurüdfließen. Das deutsche Volk wird auch diese Opfer auf sich nehmen, berlangt aber, daß in unsere Kolonialverwaltung endlich einmal eine einwandfreie und zielbewußte Leitung einziehe, daß die zahlreichen Vorkommnisse, die in unseren Kolonien den deutschen Namen entehren, für immer unmöglich gemacht werden und auch die Kulturaufgaben des Christentums weit mehr als bisher zur Geltung kommen." Das Verhalten der Zentrumsfraktion des Reichstages zu Ser euphemistisch als Reichsfinanzreform bezeichneten Stengelschen Steuervermehrung, besonders aber die gemeinsam von den Zentrumsmitgliedern und den Nationalliberalen betriebene Suche nach neuen Steuerobjekten, hat manche Kreise der Zentrumsanhängerschaft arg verschnupft. Man ist dort mit der Unterstützung der offiziellen Flotten- und Kolonialpolitik, zu der sich das Zentrum in seiner Stellung als freiwillige Regierungspartei bewogen fühlt, durchaus nicht einverstanden, und zudem ist man der Ansicht, daß es nicht die Aufgabe der Zentrumsfraktion sein könne, der Regierung die dieser unangenehme Funktion, neue Steuervorschläge zu machen, bereitwilligst abzunehmen und selbst auf die Entdeckung neuer Steuerquellen auszuziehen. Auch sind die einzelnen wirtschaftlichen Interessengruppen, aus denen sich die Anhängerschaft des Zentrums zusammensetzt, von dem Ergebnis dieser freiwilligen Uebernahme der Regierungsfunktionen durch die Zentrumsfraktion feineswegs sonderlich befriedigt. Die katholischen Industriellen bemängeln die Tantiemensteuer, den Eisenbahnfahrkartenstempel und die Erhöhung der Postgebühren, die katholischen Landmagnaten und Großbauern die Einführung der Reichserbschaftssteuer; und die katholischen Arbeiter die Erhöhung der Brau- und die Zigarettensteuer. Diefe Vuflehnungen gegen die Steuerpolitik der Zentrumsfraktion des Reichstages zu beschwichtigen und die wider strebenden Teile der Zentrumsanhängerschaft zu überzeugen, daß das unter der schönen Aegide des Zentrums zustande getommene gepfefferte Steuerragout den sogenannten„ gerechten und harmonischen Ausgleich" der widerstreitenden Interessen darstellt, hat die bekannte Zentralstelle des Volksvereins für das katholische Deutschland zu München Gladbach eine Bro- Aber, wenn die Tabaksteuer die Tabatarbeiter als Produschüre, betitelt:„ Die Reichsfinanzreform von 1906 und ihre zenten schädigt, so nicht minder die Zigarettensteuer die in der neuen Steuern" ausarbeiten lassen, die als Heft 34 der von Bigarettenindustrie beschäftigten Arbeiter. Diese Folgerung zu dieser Zentralstelle herausgegebenen Sozialen Tagesfragen" ziehen, soweit reicht jedoch Herrn Jägers Konsequenz nicht. In erschienen ist. Als Verfasser hat man den Zentrumsabgeordneten seinen Ausführungen über die Zigarettensteuer kommt der ArDr. Eugen Jäger, der als Mitglied der Steuerkommission sich beiter als Produzent, als Lohnempfänger gar nicht in Betracht; ganz besonders um das hehre Werk der Steuerhochschraubung nur zum Schluß des Kapitels erwähnt er nebenbei, daß die Reverdient gemacht hat, gewählt, und es muß anerkannt werden, gierung zugesagt habe, die Steuerbehörde solle auf die Heimdaß diese Zentrumskapazität das ihr von der Jesuitenkolonie arbeit und die Kleinbetriebe die größtmöglichste Rücksicht zu München- Gladbach geschenkte Vertrauen in jeder Beziehung nehmen. gerechtfertigt hat. Besser hätten mit den katholischen Grund- Die von unserer Partei gestellten Anträge, die Zigarettenfäßen, unbewiesenen Voraussetzungen und logischen Kopf- arbeiter, die durch die Steuererhöhung und ihre Folge, d. h. die sprüngen auch die ehrsamen Jesuitenpaters nicht zu arbeiten zu erwartende Verbrauchseinschränkung arbeitslos werden, zu bermocht, die in den Stimmen von Maria- Laach" katholische entschädigen, fertigt Herr Jäger mit folgender Aeußerung ab: Staatstheoretik dozieren. " 1 Der Reichstag hatte also, wie bewiesen, die Verpflichtung, der Regierung die geforderten Mittel zur Verfügung zu stellen. Die neuen Steuern, die diese Mittel bringen sollen, nimmt Herr Jäger der Reihe nach vor. Zuerst die von der Regierung vorgeschlagene Tabatsteuer. Das erscheint sonderbar, denn diese Steuer ist bekanntlich abgelehnt worden; sie zählt also nicht mit. Sobald man jedoch das betreffende Kapitel nachliest, wird einem jedoch sofort flar, weshalb Herr Jäger sich auch mit der Tabafsteuer beschäftigt: fie bildet nämlich für ihn ein treffliches Demonstrationsobjekt, um den Zentrumsarbeitern zu zeigen, wie sehr sie als Produzenten durch die von der Regierung vorgeschlagenen Steuererhöhungen geschädigt worden wären und wie väterlich deshalb das Zentrum für sie sorgte, als es diese Vorschläge ablehnte. „ Die Sozialdemokraten wollten zuerst die Heimarbeit ganz berboten haben und als dies im Interesse der Arbeiter selbst vom Reichstage abgelehnt worden war, beantragten sie Entschädigung der durch dieses Gesetz arbeitslos Gewordenen. Auch diefer Antrag mußte abgelehnt werden, weil der Zusammenhang der Arbeitslosigkeit mit diesem Gesetz sehr schwer einwandfrei fest zustellen ist, weil die Annahme des Antrages zu unübersehbaren Folgerungen führen würde und weil überhaupt eine derartige Maßregel bisher noch niemals ins Auge gefaßt und durchgeführt wurde." Als gründlicher Politiker geht Herr Jäger von den Grundlagen der katholischen Staatsauffassung aus. Die Bildung des Staates und die mannigfache Ausgestaltung seiner Aufgaben, so führt er aus, entsprängen der von Gott geschaffenen Natur des Menschen; daraus aber folge die sittliche Pflicht für jedes Mitglied des Staates, zu den Zwecken des Ganzen beizutragen. Bewiesen ist also, daß das Steuerzahlen zur göttlichen Weltordnung gehört. Es fehlt nur noch zu beweisen, daß die von der Regierung geforderten neuen Steuern notwendig sind, und durch Einschränkung der enormen Ausgaben für Heer, In der Reichstagssigung vom 7. Mai d. J. hatte er noch Marine, Kolonien fein Ausgleich zwischen den Einnahmen und einen anderen Grund. Er sagte nach dem Stenogramm:„ Ich Ausgaben im Reichshaushalt hergestellt zu werden vermag. glaube, die Verhältnisse liegen nicht so, daß man die Leute entHerr Jäger macht das folgendermaßen: er schiebt die Frage, schädigen muß; denn so gefährlich ist die Sache ob sich nicht am Heer-, Marine- und Kolonialetat sparen ließe, nicht, wie die Herren sagen, und außerdem können wir einfach beiseite, behauptet dann ohne jeglichen Beweis, daß schon wegen der Konsequenzen nicht auf die Frage eingehen". Deutschland die Pflicht" hätte, Welf- und Kolonialpolitik Recht charakteristisch für die Vertreter des„ katholischen zu treiben, und zieht dann hieraus die weise Folgerung, ohne Wolfes" Wenn auch eine Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen Geld ließen sich die zu diesem Z3wed nötigen Rüstungen zu arbeitslos wird, so ist das nicht so gefährlich; sie Wasser und zu Lande nicht bewerkstelligen folglich müßten müssen sich dann eben andere Arbeit suchen. Dagegen jammert Mittel herbeigeschafft werden. Wörtlich sagt Herr Jäger: Herr Jäger über die Belastung der Landwirtschaft durch die „ Die Pflicht, unser Heer und auch unsere Reichserbschaftssteuer. Wenn also z. B. ein Neffe von seinem Flotte dem berechtigten Einfluß Deutschlands Onkel( Kinder zahlen diese Steuer nicht) ein Rittergut erbt, entsprechend auszugestalten, nötigt das Reich zu das ihm jährlich 10 000 Mart Reinertrag abwirft, dafür eine wachsenden Ausgaben. Die Erhaltung des Friedens hängt einmalige Erbschaftssteuer von 17 000 Mark zahlen muß, so großenteils von der Stärke unserer Rüstung zu Wasser und zu ist das nach des Verfassers Begriff schädlicher für die christlich Lande ab. Auf dem großen Gebiete der Weltpolitik ist nur der fatholische Kultur, als wenn eine Reihe Arbeiter durch ArbeitsStarte angesehen und bündnisfähig. Deutschland ist nicht mehr losigkeit in das bitterste Elend gerät. ein Ackerbaustaat wie früher, sondern neben einer strebsamen Ebenso bequem findet sich übrigens Herr Jäger mit dem Landwirtschaft hat sich immerhin eine mächtige Industrie ent- Antrag unserer Genossen im Reichstage ab, die noch in manchen widelt, die in lebhaftem Wettbewerb mit anderen Völkern ist Städten und Ortschaften zugunsten des Gemeindesäckels erund mit diesen an der Spitze der Weltindustrie steht. Gleich hobenen örtlichen Biersteuern abzuschaffen. Er erklärt einfach: anderen Großstaaten müssen auch wir unserem Handel, unserer Industrie und jedem Reichsangehörigen im Auslande, wo immer nötig, fräftigen Schutz gewähren. Die deutschen Arbeiter sind sich bewußt, daß von diesem Schuße, von der Erhaltung und Förderung unseres auswärtigen Absatzes ein großer Teil ihrer Existenz abhängt. Die größte Ausgabe verursacht uns die Weltpolitit, aber die große Mehrheit des deutschen Boltes ist nicht gesonnen, von dieser Weltpolitit au lassen." Gin fozialdemokratischer Antrag, den Gemeinden die Erhebung örtlicher Abgaben vom Bier zu untersagen, wurde am 1. Mai abgelehnt mit dem Hinweis darauf, daß nach den Erfahrungen diese gemeindliche Bierbesteuerung keine Erhöhung und ihre Abschaffung keine Ermäßigung des Bierpreises bisher zur Folge gehabt." Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. die Familie habe sittliche Pflichten usw. Dann zieht Herr Jäger gegen den Erbschaftssteuerantrag der Sozialdemokraten vom Leder: „ Die Cozialdemokraten wollten die Erbschaftssteuer be deutend verschärft haben und stellten daher in der Kommission und im Plenum entsprechende Anträge. Dabei wollten sie nicht bloß die großen Vermögen belasten, sondern griffen schon start in die Reihen der Minderbemittelten und Arbeiter hinein; eine Erbschaft von 2001 M. sollte( Antrag Nr. 36) bereits 1 Proz. bezahlen. Bei einem Gesamtvermögen von 25 000 M., also bei einem mittleren Bauer( nach süd- und westdeutschen Verhältnissen), sollte die Steuer bereits 4 Proz. betragen. Dabei war nirgends Rücksicht genommen auf die Zahl der Kinder, die sich in so kleine Erbmassen zu teilen hätten. Bei einer Erbmasse von 1-5 Millionen erreichte die Steuer 14 Proz., bei 10 Millionen ihr Ende mit 16 Proz. Der Ertrag war auf 160 Millionen geschätzt. Die Sozialdemo= traten hätten also die kleinen Vermögen sehr schwer und die größeren mäßig belastet. In den minderbemittelten Schichten in Stadt und 2and wären dadurch Fleiß und Sparsamkeit, zumal das Streben nach Grundbesitz oder wenigstens einem Häuschen ertötet worden." Herr Jäger findet also, der Antrag der Sozialdemokraten hätte die kleinen Vermögen zu schwer, die größeren zu mäßig belastet, und er führt als Bemeis an, daß nach diesem Antrage ein Nachlaß im Werte von 2001 bis 3000 Mark bereits 1 Proz., also 20 bis 30 Mark Steuer zahlen müßte. Das stimmt. Doch nach dem vom Zentrum befürworteten und angenommenen Gesetz beginnt die Steuerpflicht bereits bei 501 Mark und beträgt für leibliche Eltern, für voll- und halbbürtige Geschwister, sowie für Abfömmlinge ersten Grades von Geschwistern 4 Proz., für entferntere Verwandte 6 bis 10 Proz. Es sind also schon für 501 Mart je nach dem Verwandtschaftsgrade 20 bis 50 Mart zu zahlen, während der sozialdemokratische Antrag diese Erbfchaftsmaffe ganz frei läßt und erst bei 2001 Mark mit einer Abgabe von 20 Mark beginnt. Dagegen werden die großen Erbschaftsmassen durch die Sätze des sozialdemokratischen Antrages weit höher belastet. Nach ihm hätte z. B. ein Vermögen von einer halben Million Mark zunächst eine Abgabe von 60 000 Mark und dann, falls es an entferntere Seitenverwandte oder Nichtverwandte fällt, noch 5 bis 10 Proz. von 440 000 Mart, also im Höchstfalle 104 000 Mark zu zahlen, während nach dem angenommenen Gesetz im Mindestfalle nur 40 000 Mart, im Höchstfalle 100 000 Mark an Erbschaftssteuern zu entrichten sind. Es ist demnach echt pfäffische Spekulation auf die Einfalt seiner Leser, wenn Herr Jäger die Behauptung aufstellt, der sozialdemokratische Antrag hätte die kleinen Vermögen sehr schwer und die größeren mäßig belastet". Der wahrheitsliebende Herr hat anscheinend bei seinem Rechenerempel Leser vorausgesetzt, auf welche die Zensur zutrifft: Religion gut, Kopfrechnen schwach". Selbstverständlich hebt Herr Jäger, um die katholischen Großbauern mit der Erbschaftssteuer auszusöhnen, nachdrücklich hervor, daß der Landwirtschaft im Gesetz allerlei Vorteile ein geräumt worden sind: " Die Landwirtschaft erhält im Geseze besondere Erleichte rungen. Zunächst wird der Wertzuwachs des Erben nach dem Ertrags- und nicht nach dem Verkehrswert bestimmt. Als Ertragswert gilt das 25fache des Reinertrags. Darin liegt eine bedeutende Herabsetzung der Wertsumme. Dann wird diese Summe noch um ein Viertel ermäßigt und weiter wird in der Regel eine zehnjährige Stundungsfrist gegeben, d. h. die Steuer wird in zehn Jahresterminen ohne Zins bezahlt. Wird innerhalb einer bestimmten fürzeren Zeit ein Landwirtschaftsgut wieder bererbt, so tritt eine Ermäßigung der Steuer ein." Zum Schluß leistet sich Herr Jäger einen kleinen Ausfall gegen die von sozialdemokratischen und freisinnigen Abgeordneten beantragte Reichseinkommen- und Reichsvermögen steuer. Beide sind ihm höchst unsympathisch, besonders aber die Ansicht, diese Steuern müßten so hoch angesetzt werden, daß auf die Reichseinnahmen aus der Zucker- und Salzsteuer, dem Petroleumzoll usw. völlig verzichtet werden könne. Als Grund führt er an: „ Die Ersatzsteuern, in direkter Form aufzubringen, müßten also sehr tief unten bereits kräftig einsehen und mit sehr hohen Säßen oben enden. Das bedeutet die Ertötung jeder Sparsamkeit, jeden Strebens und des wirtschaftlichen, geistigen und technischen Fortschrittes. Geistige Energie und Rapitalbildung sind aber die Grundlagen aller Kultur! Während Herr Jäger vorhin fand, daß der sozialdemo kratische Erbschaftssteuerantrag die großen Vermögen zu mäßig belastet, findet er hier, daß die Reichseinkommen- und ReichsAm meisten bekümmert den Verfasser die Reichserbschafts- vermögensteuer sie zu hoch belasten. Ein fomisches Argumen steuer, und er hält deshalb, um ihre Berechtigung zu beweisen, tationsspiel. Erklärlich ist allerdings diese seine Abneigung. auch ein erneutes Zurückgehen auf die katholische Staats- Die Reichseinkommen und Reichsvermögensteuer würde die Die Weltpolitik ist also nach der Behauptung des Herrn theoretik für nötig, indem er ausführt, daß das Privateigentum Kosten der Welt- und Flottenpolitik den Erwerbsschichten aufJäger durchaus nötig und die großen Ausgaben für sie auch. nach der christlichen Auffassung auch sittliche Pflichten" laden, die von dieser Politik den größten Nußen haben. Diese Nun hat aber bekanntlich das Zentrum nicht immer diese Auf- habe, und zu diesen die„ Abführung von Leistungen" an den Lasten zu übernehmen, verspüren jene Schichten aber nicht die fassung vertreten und vielfach Abstriche von den Regierungs- Staat gehöre, der das Privateigenium schütze und ihm durch geringste Neigung. Sie beanspruchen für sich nur die Vorteile, forderungen vorgenommen. Es gilt also, die Vordersäte wieder diesen Schutz erst den größten Teil seiner Produktivität" ver- nicht die Kosten der von ihnen propagierten Weltpolitik. Die einzuschränken und zu beweisen, daß die Forderungen für welt- leihe. Auch widerspreche, wie fälschlich behauptet werde, die Aufbringung der Mittel überlassen sie großmütig der breiten politische Zwede nur soweit berechtigt sind, als sie dem Zentrum Erbschaftssteuer feineswegs dem Wesen der Familie, denn auch Masse. Die Belastung des Konjums durch Bölle und Ver I brauchssteuern ist deshalb nach der nationalliberalen und Kleher für 35 M. pro Quadratmeter beantragt, die Stadt- die Briefschaften aus Bequemlichkeit nicht abgetragen zu haben, und konservativen wie nach ultramontaner Steuerpolitik weit verordnetenversammlung hatte die Sache an den Tiefbau- wiederholte sein Geständnis vor Gericht. Die geringste Strafe für rationeller, als die Einführung einer Reichseinkommen und ausschuß verwiesen und dieser hatte zugestimmt, aber eine ein solches Vergehen beträgt nach dem Strafgesetzbuch 3 Monate Reichsvermögensteuer, die mit sehr hohen Säßen Erhöhung des Preises auf 55 M. pro Quadratmeter in Vor- Gefängnis. Der Staatsanwalt beantragte 6 Monate Gefängnis. oben enden". schlag gebracht, als zu allgemeiner Ueberraschung der Ma- Die Straffammer erkannte auf 5 Monate Gefängnis und giftrat erklärte, er ziehe die Vorlage zurück. Nach etwa sechs rechnete 1 Monat der Untersuchungshaft auf die Strafe an. Wochen brachte er dann die Vorlage wieder ein und befür- Selbstverständlich wird die„ Post" mit ihren Enthüllungen" über wortete nun einen Preis von 42 M. pro Quadratmeter; den Geheimdienst der Sozialdemokratie fortfahren, ihre Leser über die dieser Befürwortung schloß sich sonderbarerweise jetzt auch der Frage hinwegzutäuschen, die wir an den Hintermann der" Post" Tiefbauausschuß an. Dabei hat die Firma Kleyer für abermals stellen: Gelände in unmittelbarer Nähe der Kriegtstraße 70-80 M. gezahlt. Die Nevolution in Rußland. " Juden und Ausländer sind es meist" Die Nascha Schisn" veröffentlicht in Nr. 486 vom 14. d. M. folgendes Geheimzirkular des Stabs der Gardekorps des Petersburger Militärbezirks: Verwaltung des General- Duartiermeisters. 18./31. März 1906. Der Generalstab teilt mit, daß Seine Majestät der Kaiser zu befehlen geruhte, die Truppenkommandeure zu benachrichtigen, daß eingegangenen Meldungen zufolge die jüdische revolutionäre Dr ganisation, Der Bund" die Absicht hat, durch die Rekruten eine regierungsfeindliche Agitation im Heere einzuleiten. Dies zur Information und zur Ergreifung von Verhütungsmaßregeln. Der Bezirks- General- Quartiermeister der Suite Seiner Majestät Generalmajor Rauch." 11 " 11 Dasselbe Dokument veröffentlicht auch die Myst", und schon früher wurde ein ähnliches Rundschreiben des Wilnaer Militärbezirks vom Zentralfomitee des Bundes" im Vorwärts" veröffentlicht. Die Regierung weiß ganz genau, daß nicht nur der Bund", sondern auch bie„ christlichen sozialistischen Parteien Militärorganisationen gründen und die Soldaten zum Freiheitskampfe heranziehen, es wird aber nach altbewährtem Muster den Soldaten eingepault, daß Rebellionen nur von Juden und Ausländern" gemacht werden. So bearbeitet man die Soldaten für Judenpogrome. Vorsicht! Ein amtliches Dementi! Petersburg, 18. Juli. Die Meldung, daß ein Teil der hiesigen Petersburg, 18. Juli. Die Meldung, daß ein Teil der hiesigen Schuyleute in den Ausstand getreten sei, bestätigt sich nicht. Richtig ist vielmehr nur, daß in einem Stadtteile, nach anderen Meldungen in vier Stadtteilen, die Schußleute Forderungen gestellt und erklärt haben, sie würden im Falle der Nichterfüllung in den Ausstand treten. Duma. U Weshalb werden die im Reichstage enthüllten Berbrechen Schöne v. Brockhusen nicht verfolgt? Welcher Grund liegt vor, die Bei der Beleuchtung dieser Tatsachen und Vorgänge ge- offenbaren Verbrechen der Urkundenfälschungen und der die Empfindung, daß geheime kapitalistische brauchte nun Genosse Zielowsky die Wendung, er habe Bestechung zum Landesverrat nicht zu verfolgen? Vielleicht läßt sich die" Post" von ihrem Hintermann hierüber Interessen dabei im Spiele feien. Diese Auskunft geben. Ist dieser hierzu nicht in der Lage, so wende die Aeußerung entfesselte sofort den lebhaftesten Widerspruch der" Post" sich an einen ihr bekannten Kriminalkommissar, der in Gebürgerlichen Stadtverordneten, worauf Genosse Bielowsky schäftsbeziehungen zu einem zurzeit in der Frrenanstalt Buch weger erwiderte, die Herren brauchten sich nicht so zu entrüften, das Geisteskrankheit internierten Geldvermittler gestanden hat. sei doch nichts Unmögliches; sei es doch öffentliches Geheimnis, daß selbst Stadtverordnete geheime und öffentliche Grundstücksspekulationen trieben. Tag in den Cafés mit Matlern, nur um sich über das Wetter Man verkehre doch nicht den ganzen zu unterhalten. verordneten über den Genossen Zielowsky her und forderten Von allen Seiten fielen nun die bürgerlichen Stadt Beweise und Namennennung. Bei dieser Entrüstungskomödie brachte man auch zugleich das Verdrehungskunststück fertig, die Sache so darzustellen, als habe Genosse Bielowsky gesagt, bei der Kriegtstraßenangelegenheit hätten Stadtverordnete die Hand im Spiele gehabt. Die bürgerlichen Herren Stadtväter stellten sich so empfindlich, daß sie es für notwendig hielten, den Seniorenkonvent zu beauftragen, als besondere Kommission zu fungieren, um die Anklagen" des Verleumbers" zu untersuchen und dem Plenum dann Bericht zu erstatten. Der Seniorenkonvent hat sich darauf in vier Sigungen Petersburg, 17. Juli.( Schluß.) Die Sigung wird um 84 Uhr mit der Angelegenheit beschäftigt und das Resultat seiner wieder aufgenommen. Die Redner sprechen nur je 5 Minuten. Untersuchung in einem gedruckten Berichte an die StadtDie sehr lebhafte Stimmung des Hauses wird noch mehr erregt verordnetenversammlung dargelegt, es dieser überlassend, ob unter dem Eindruck der Nede des Abgeordneten Lednitzky, der be- und welche Schlüsse sie aus dem Material ziehen will. Dieser antragt, an das Volk ein Manifest zu richten. Die Reichsduma Bericht enthält zunächst eine Verwahrung gegen das ganze ständen und das ganze Land der Anarchie berfalle. " 1 dürfe nicht warten, bis Dörfer bis Dörfer und Städte in Flammen Untersuchungsverfahren eingelegt von dem sozialdemokratischen ( Stürmischer Beifall auf der äußersten Linken, Zurufe im Mitgliede des Seniorenkonvents, Genossen Dr. Quard, Zentrum und auf der Nechten.) Lednißky erklärt, der Vorschlag, dem sich Genosse Bielowsky angeschlossen hat. Nachdem dann ein Manifest zu erfassen, entspringe seiner eigenen Initiative, nicht zunächst festgestellt ist, daß Genosse Zielowsky erklärt hat, die derjenigen irgend einer Gruppe.( Erneuter Beifall auf der Linken.) Wendung von den Grundstücksspekulationen einzelner StadtIm weiteren Verlaufe der Sigung suchen mehrere Nebner der verordneter nicht in bezug auf die Kriegtstraßen- Angelegenheit Kadettenpartei nachzuweisen, daß der Appell der Duma nichts gebraucht zu haben, folgt in dem Bericht die Aufzählung der Revolutionäres in sich schließe. Die Duma wolle nur dem amtlichen vom Genossen Zielowsky vorgebrachten, sich besonders gegen Communiqué entgegentreten, in welchem die Regierung sich weigert, den mittelständlerischen Stadtverordneten Bracht richtenden dem Prinzip der Zwangsenteignung von Grund und Boden zuzustimmen. Der Abgeordnete Obninsky bemerkt, für den Einzelbeweise für die Behauptung, daß Stadtverordnete Erlaß eines Manifestes an das Volt sei es noch nicht an der Zeit; Grundstücksspekulationen betrieben haben. Es handelt sich ein Manifest müßte wie die legte Stugel angesehen werden, die dem dabei um Beschaffung von Hypothekengeldern gegen ungewöhnArtilleristen zu Gebote steht und die er erst im Moment der höchsten lich hohe Provisionen. Zu diesen Dingen bemerkt selbst das Not verschießt. Das Regierungscommuniqué enthalte falsches und Lokalblatt der Frankfurter Freisinndemokratie:„ Wäre Herr sei voll von Verleumdungen. sagen, daß uns seine geschäftlichen Prat. Bracht unser Parteigenosse, so würden wir tifen in feiner Weise zusagen, und daß wir feine weitere Tätigkeit als Stadtverord neter nur dann für zulässig hielten, wenn er sich von den Vorwürfen, die sein privates Berhalten treffen, zu reinigen bermag." Die Duma ging dann zu den für dringend erachteten Inter pellationen über. Um 11 Uhr abends wurde die Weiterberatung auf Donnerstag vertagt. " Nach Beendigung der Feldarbeiten-" Petersburg, 18. Juli.( Meldung der Petersburger TelegraphenAgentur.) Der Minister des Innern Stolypin beabsichtigt, die Aufhebung des Kriegszustandes und des verstärkten Schutzes in vielen Gegenden des Reiches sofort nach Beendigung der Feldarbeiten anzuregen. Neue Agrar- Uuruhen. Bobrow( Gouv. Boronesch), 17. Juli.( W. T. B.) Im Kreise Bobrow dauern die Agrarunruhen an. Die Plünderung von Gütern, die im Norden begann, griff schnell um sich und erstreckt sich jetzt auf ein Gebiet von 200 Werft. Die Gutsbesitzer find von Banit ergriffen und flüchten. Auf einigen Gütern gab es Tote und Verwundete. Gestern wurden etwa 20 Plünderer ins Gefängnis abgeführt. Der Gouverneur ist mit Kosaten und Dragonern hier eingetroffen. Die entstandenen Verluste werden auf Millionen geschätzt. Von der Marine. konvents erstattet, der gleichfalls gedruckt vorliegt. In demGenosse Quarck hat einen Minderheitsbericht des Seniorenselben ist u. a. auf eine Aeußerung des beschuldigten Stadtverordneten Bracht hingewiesen, daß man doch nicht alles in die Verträge schreibe". Schließlich legt der Minderheitsbericht dar, daß die enge Verquickung öffent licher und privater Interessen und ihre fortwährende Stollision im Wesen der heutigen Gesellschaftsordnung begründet sei und deshalb notwendigerweise auch bei den städtischen Grundstücksgeschäften hervortreten müsse. Diese Berichte des Seniorenkonvents sind auf die Tagesordnung der auf heute abend angesetzten Versammlung des Stadtverordnetenkollegiums gesetzt worden. Allem VoraufDeutfches Reich. Zur Reichstagserfahwahl im 18. Hannoverschen Wahlkrets. Die Köln. 3tg." plädiert an der Spize ihrer Abendnummer vom 17. dieses Monats dafür, daß bei der Ersahwahl für den ledigten 18. Hannoverschen Wahlkreis( Stade- Bremervörde) Freidurch den Tod des nationalliberalen Abgeordneten Sattler ersinnige und Nationalliberale von vornherein gemeinsam vorgehen, d. h. daß die Freifinnigen auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten verzichten und bereits bei der Hauptwahl für den nationalliberalen Kandidaten eintreten, damit die Stoßkraft des Bürgertums" erhöht und ähnliche Ueberraschungen wie in Altena- Iserlohn vermieden werden. Das Blatt schreibt: " " Durch das Hinscheiden Sattlers ist im 18. hannoverscher Wahlkreis, der die Stadt Stade, Kreis und Stadt Bremervörde, Kreis Lehe und Kreis Blumenthal umfaßt, eine Reichstagserfabwahl nötig geworden. Der Wahlkreis ist seit dem Jahre 1867 immer nationalliberal vertreten gewesen, und zwar meist von dem großen Führer der Partei, Herrn v. Benningsen. Nur in der Zeit von 1881 bis 1884 hatten die Freisinnigen den Wahlkreis inne, deren Kandidat Dr. Wendt dadurch siegte, daß in der Stichwahl die Welfen sich geschlossen auf seine Seite schlugen. Die Parteigeschichte des Kreises zeigt im übrigen ein stetiges Sinken der welfischen, aber auch ein ebenso stetiges Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen. Im letzten Wahlkampf im Jahre 1903 erhielten im ersten Waffengang die Nationalliberalen 6466, die Sozialdemokraten 5964 Stimmen. An dritter Stelle folgten die Freisinnigen mit 3524, an vierter die Welfen mit 2138 Stimmen. Außerdem hatte sich der Bund der Landwirte noch eine Sonderkandidatur gestattet, mit der er es auf 1918 Stimmen brachte. In der engeren Wahl wurde dann Sattler mit der großen Mehrheit von 12 232 Stimmen gewählt, während der Sozialdemokrat seine Stimmenzahl durch welfischen Zuwachs nur auf 7178 erhöhte. Der tommende Wahlkampf wird, wie sich aus diesen Zahlen ergibt, eine neue Probe für die parteipolitische Stellung des Freisinns sein. Nach den Theorien, die er für Altena- Iserlohn aufgestellt hat, müßte er die Kandidatur der Nationalliberalen, die einen altangestammten Sib verteidigen, deren Kandidat bisher immer an der Spitze der Kandidaten gestanden hat, im Interesse des gesamten Liberalismus gleich im ersten Wahlgang unterstüben, also von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten Abstand nehmen. Denn auf das erbittertste tadelt der gesamte Freifinn die nationalliberale Kandidatur in Iserlohn, wo die Nationalliberalen nur um 297 Stimmen hinter den Freisinnigen zurüdgeblieben waren; in Stade erzielte der Freifinn etwa die Hälfte der für Sattler abgegebenen Stimmen. Die Stoßkraft des Bürgertums gegen die Sozialdemokratie würde es natürlich bedeutend erhöhen, wenn auch der Landbund, der nur eine Zähltandidatur aufstellen fönnte, mit den Nationalliberalen gemeinsame Sache machte." Ob die Freifinnigen sich auf diese nicht gerade von übermäßiger Bescheidenheit zeugende Forderung der Nationalliberalen einlaſſen, werden ja die nächsten Wochen lehren. Nach ihrem Auftreten im Wahlkreise Hagen- Schwelm, in dem morgen die Nachwahl statt. findet, haben die Nationalliberalen keinen sonderlichen Anspruch darauf, daß ihnen die Freisinnigen bedingungslos die geforderten Schleppdienste leisten. Vielleicht finden sich diese in ihrem Ohne machtsgefühl jedoch trotzdem zu jedem Verzicht bereit. Schwindelhafte Ausflüchte. Petersburg, 18. Juli. Wie die Blätter melden, haben sich die gegangenen nach und nach dem Aufheben, das die bürgerliche Wir hatten dieser Tage nach einem Artikel der ,, Kreuz. Mannschaften des 5. Marinebataillons in Kronstadt geweigert, am Bresse von der ganzen Sache gemacht hat, dürfte es bei der zeitung" die ungeheuerliche Tatsache gebrandmarkt, daß Begräbnis des Admirals Tschuknin teilzunehmen. In Sewastopol hat am Dienstag unter dem Vorsitz des Diskussion über die Berichte zu größeren Auseinandersetzungen nach den Kämpfen am Waterberg wohl an 40 000 Hereros, Generals Andrejet die Verhandlung der Seekriegsgerichte gegen die zwischen unseren Genossen und der bürgerlichen Stadtver- darunter 30 000 Frauen und Kinder, dadurch dem Tode des erfte aus 96 Mann bestehende Gruppe der an den Militärunruhen ordnetenmehrheit kommen. Auch ist nach verschiedenen An- Verschmachtens überliefert worden waren, daß ihnen jedes in Sewastopol im November 1905 beteiligten Matrosen begonnen. deutungen in der Presse zu erwarten, daß seitens unserer Entkommen aus der Omaheke durch eiserne Absperrung unDie Admiralitätsarbeiter sind, um ihrer Sympathie mit den Ange- Genossen noch weiteres Material für die Behauptung möglich gemacht worden war. klagten Ausdruck zu geben, in den Ausstand getreten, die Handlungs- Bielowskys, daß Stadtverordnete Grundstücksspekulationen gegehülfen haben sich ihnen angeschlossen. Der Straßenbahnverkehr trieben haben, beigebracht werden wird. todt, die Patrouillen find überall verstärkt worden. Briefsperre über Offiziere. Petersburg, 18. Juli. Alle an die Offiziere des ehemaligen ersten Bataillons des Preobraschensti- Regiments eintreffenden Briefe werden erst von einem dem Bataillon zugeteilten Gendarmerie- Nittmeister geöffnet und gelesen. Der Mann mit dem„ Pour le mérite". Politifche Ueberficht. Berlin, den 18. juli. Stadtverordnete als Grundstücksspekulanten. Frankfurt, den 18. Juli. Wir werden über den Verlauf der Sizung und den Ausgang der Affäre weiter berichten. Post"-Lügen vor Gericht. " beDie Berliner Neueste Nachrichten" gnügen sich nicht damit, den Vorwärts" den ,, enragierten Freund der Borer und Herero" zu titulieren, sondern sie versuchen durch den frech sten Schwindel die Ungeheuerlichkeit der Trothaschen Ausrottungsstrategie zu entschuldigen. Das Blatt schreibt nämlich: „ Wenn ein Mittel möglich wäre, die Herero zur Nieder legung der Waffen zu zwingen, würde es gewiß bors gezogen werden. Aber der Guerillakrieg ist ein Vernichtungskrieg, in dem es noch schlimmer zugeht als im Feldfrieg. Das mag tragisch sein, aber es ist nicht zu ändern." " Die" Post" hatte Mitte Juni auf Grund der Informationen ihres Schönhusen die Lüge in die Welt hinauspofaunt, die famosen Briefe des Kriminalschußmanns Hemfer, Nr. 3844, die uns aus Bei einer soeben in Alt- Peterhof stattgehabten Konferenz hat Brüssel zugegangen waren und die wir pflichtschuldigst zur Kenn man sich dafür ausgesprochen, die Verhandlungen gegen den General Die Berliner Neueste Nachrichten" wage Stöffel nicht öffentlich zu führen. Die Voruntersuchung hat so be- zeichnung derer um Schönhusen veröffentlicht hatten, seien in laftendes Material ergeben, daß dem General Stöffel Todesstrafe Wahrheit von einem Briefträger unterschlagen und uns es also so darzustellen, als ob nach den Kämpfen am Water droht! zugestellt, der arme Mann sei von uns ins Unglück gestürzt, size in berge den deutschen Truppen keinerlei Möglichkeit Saft uſw. gegeben gewesen wäre, durch andere Mittel als durch die Demgegenüber hatten wir festgestellt, daß allerdings ein Brief- vollkommene Ausrottung der Herero den Krieg abzukürzen. träger unter dem völlig unbegründeten Verdacht, uns die aus Diese Darstellung ist der denkbar dreisteste Schwindel. LatBrüssel zugesendeten Briefe rechtswidrig übermittelt zu haben, ver- sache ist vielmehr, daß General Trotha gar nicht daran dachte, haftet war; es habe sich aber die vollkommene Schuldlofigkeit des durch Unterhandlungen die die geschlagenen und Mannes herausgestellt; der Ende März verhaftete Briefträger sei flüchtenden Hereros zur Unterwerfung zu bewegen. Im bereits deshalb am 29. Mai außer Haft entlassen. Unter Anklage Gegenteil, die Trothasche Strategie ging darauf aus, den In der Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt gestellt sei er allerdings wegen eines in keinerlei Be flüchtenden Hereros jede Möglichkeit der Kapitulation aba. M. tam es jüngst zu einer sonderbaren Entrüstungskomödie. ziehung zu irgend einer Beitung oder Partei zuschneiden und sie der Vernichtung preiszugeben. Erließ er Der Magistrat und der Tiefbauausschuß der Stadtverordneten stehenden Bergehens, nämlich der Nichtbestellung einiger doch damals die fattsam bekannten Erlasse, durch versammlung unterbreiteten den Stadtverordneten eine Vor- offener gedrudter Preis offerten einer Verkaufsfirma. die jedem Herero das Niederschießen angedroht wurde, der lage, welche die Aufhebung einer städtischen Straße und den Die" Post" fab sich nicht veranlaßt, ihre völlig unberechtigten nicht schleunigst die Landesgrenzen verlasse, Verkauf des Straßenterrains an die Adlerfahrradwerke vorm. Angriffe gegen den Beamten zurückzunehmen, fie vertröstete auf das gleichviel ob er bewaffnet oder unbewaffnet angetroffen werde. Aleyer u. Co. befürwortete. Die fragliche Straße, die südliche gerichtliche Verfahren gegen den Briefträger und faselte von neuem Ja sogar den Frauen wurde dieser Tod des Niederschießens Striegtstraße, führt durch die Werfanlagen der genannten von einem, sozialdemokratischen Geheimdienst", den sie entdeckt haben angedroht. Diese Androhung milderte" Trotha dann in einem Firma und verbindet auf eine beträchtliche Strecke als wollte. Befehl an seine Truppen dahin, daß die Frauen und Kinder einzigste Querstraße zwei mit einander parallel laufende Die Verhandlung gegen den betreffenden Briefträger, Schellen- nicht direkt niedergeschossen werden sollten, man möge über Verkehrsstraßen. Die Anwohner dieser beiden Straßen ergowski mit Namen, hat am 13. d. M. stattgefunden. Bergeblich ihre Köpfe hinwegschießen, daun würden sie schon davonlaufen. klärten sich gegen die Einziehung der Kriegtstraße, weil haben wir bisher in der" Post" nach einem Bericht über die Ver- General Trotha hinderte also direkt die Herero an der dieselbe für den dortigen Verkehr notwendig sei. Diese handlung gesucht. Die gestrigen Abendblätter mit Ausnahme der Kapitulation. Er trieb sie, wie er selbst zugegeben hat, mit Ansicht vertrat in der erwähnten Stadtverordneten- Verfamm-" Post" berichten über die Verhandlung. In der Verhandlung der vollen Absicht in die Wüste, um sie dort dem Tode des lung auch der sozialdemokratische Stadtverordnete Genosse hat sich bollinhaltlich bestätigt, was wir Verschmachtens preiszugeben. Und trotz dieser allbekannten Bielowsky. Schon in einer früheren Sigung hatte er sich mitgeteilt haben. Bei Schellengowski wurden 27 Stück Tatsache wagen die Berliner Neueste Nachrichten" diese ähnlich geäußert. Damals hatte der Magistrat Einziehung Stellamefendungen gefunden, die er schon mehrere Tage Ausrottungsstrategie noch durch schwindelhafte Entstellungen der Straße und Veräußerung des Terrains an die Firma in seinem Besis hatte, ohne sie zu bestellen. Der Bostbote gab an, des wahren Sachverhalts zu entschuldigen! " Stevikale Toleranz. Herr v. Studt hatte am 4. Juli im mitgeteilt, daß eine freie Organisation der Postbediensteten in| Sonntag, den 15. 6. M., vom Herrn Amtsvorsteher und seiner Herrenhaus die erblichen Gefezesmacher beschworen, doch die Schul- Gründung begriffen ist. borlage nicht zum Scheitern zu bringen, da sonst diejenigen die lachenden Dritten sein würden, die das Prinzip der christlichen Volksschule" bekämpften. Der durch die völlige Schulverpfaffung gegen Eltern, Schiller und Lehrer geübte Gewissenszwang genügt aber manchem geschäftigen Zentrumspfäfflein noch nicht. Sie möchten die Geistesfreiheit radikal ausgerottet und am liebsten ein neues Inquisitionstribunal errichtet fehen. Forbert boch ein geistlicher Mitarbeiter der. Trierischen Landes- 8tg.": „ Danach scheint doch auch die preußische Regierung im Prinzip an der christlichen Volksschule festhalten zu wollen. Dann aber soll sie auch nicht dulden, weder öffentlich, noch im geheimen, daß der Glaube an Christus als den Sohn Gottes offen oder versteckt gelenguet oder als mit der mo= dernen Wissenschaft nicht mehr vereinbar hingestellt wird." Daß sich solche Klerikale Anmaßungen überhaupt hervorwagen, betveist, wie mächtig den Dunkelmännern durch ihre Erfolge auf dem Gebiete der staatlich geförderten Volksverdummung der Kamm geschwollen ist. Zum Wahlrechtskampf in Leipzig. Gegen die weitere Verschlechterung des Leipziger Gemeindetahlrechts hielten am Montagabend die Leipziger Genossen sieben große Protestversammlungen ab, in denen sämtlich eine scharfe Resolution gegen die geplante Wahlrechtsverhunzung angenommen und zugleich die Forderung der Einführung des allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts unter Anwendung des Verhältniswahlsystems erhoben wurde. " Ungarn. Hungerstreit. Garde gleichfalls tonfisziert worden find! Auch der Bierhahn mußte dran glauben. Nur die von einzelnen Genossen nach der ersten Konfiskation gekauften und demzufolge Privatbesiz darstellenden Seidel entgingen dem Geschick der Konfiskation; In Vacz( Waizen) büßen zumeist die sozialdemokratischen benn Privatbesig ist auch in Giftebiese einstweilen noch heilig. Sünder" ihre Gefängnisstrafen ab. Der neue Gefängnisdirektor, Das nächste Mal soll der Herr Vorsteher samt Gemeindediener eine hervorragende Stüße des neuen Regimes, hat sich mit aller und Gendarmen photographisch verewigt werden, wenn sie fich Gewalt in den Kopf gefeßt, die dort internierten sozialdemokratischen wieder einfinden, um das amtliche Gläserlager von Güstebiese weiter und nationalistischen Hezer" eines Besseren zu belehren. Seine ihnen sogar das Briefschreiben verboten wurde. Willfür wollten sich die Gefangenen nicht gefallen lassen, zumal da zu Vergrößern. daher einen Hungerstreit, den sie auch durchführten, indem sie Sie beschlossen 60 Stunden hindurch weder Nahrung noch Wasser zu sich nahmen! Diefen nicht alltäglichen Streit haben unsere Genossen siegreich be standen, da die bisherige Gefängnisordnung wieder in Straft getreten ist. „ Wolffs Bureau" meldet hierzu: abgeordneten Mezoefi über den von vier sozialistischen Gefangenen Budapest, 18. Juli. Der Justizminister wurde hente von dem in der Strafanstalt von Bácz veranstalteten Hungerstreit interpelliert. Hierauf erklärte der Minister, daß die Streifenden sich nicht der Hausordnung hätten fügen wollen, die den Gefangenen die Absendung agitatorischer Artilel für Zeitungen verbiete. Die Gefangenen hätten auch sehr bald den Hungerstreit eingestellt. Schweiz. Einstimmig! Soziales. Polen für die dänischen, Neger für die deutschen Agrarier. Kopenhagens Sozialdemokraten" nimmt auf Grund eines Telegramms der Nationaltidende" davon Notiz, daß die deutschen Agrarier jezt begonnen haben, Neger als Landarbeiter zu importieren, und bemerkt dazu u. a.: " 1 werden die ver= ,, Also mun werden Neger in Deutschland eingeführt wegen Aber des großen Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitern". von demselben Deutschland austen und verhungerten Landarbeiter, die hier in Dänemark unter dem Namen Boladen bekannt sind, ausgeführt. Sie werden ausgetrieben, weil sie den deutschen Großgrundbesizern noch zu teuer sind, und in Dänemark eingeführt, wie unsere Agrarier sagen, wegen des großen Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften". Aber dieselbe Lausanne, 18, Juli.( W. T.-V.) Das Bundesgericht bewilligte dänische Landwirtschaft treibt die dänischen Landarbeiter aus. Jedes einstimmig die Auslieferung des nach der Schweiz geflüchteten Russen Auswandererschiff führt dänische Landarbeiter mit sich, die der Hunger Belewzow, der mit einer 19 Stöpfe starken Bande, deren Haupt er forttreibt. So rücksichtslos brutal arbeitet die kapitalistische Zwickwar, am 20. März die Moskauer Streditgesellschaft auf Gegenseitigkeit mühle." ausgeraubt hatte. Die Auslieferung wird jedoch von der Bedingung Es wird sodann erzählt, wie fürzlich am frühen Morgen auf der abhängig gemacht, daß Belewzow nicht wegen irgend welcher Eisenbahnstation in Aarhus vier deutsch- polnische Landarbeiterinnen, die wegen Mißhandlung und Hungerlohn einem dänischen Agrarier nie gehalten wir erinnern nur an den Fall der Auslieferung Sie reiſten zurück nach Deutschland, um hier mit den Negern au An dergleichen Bedingungen hat sich die russische Regierung entlaufen waren, in mitleiderregendem Zustande angetroffen wurden. unseres Genossen Leo Deutsch. stolpert über solche Zwirnsfäden" schon lange nicht mehr, Aber das Schweizer Bundesgericht konkurrieren. In dem Artikel, der Ein Bauer" unterzeichnet ist, heißt es Italien. Man braucht keinen Tropfen revolutionären Blutes in den Adern zu haben, um zu erkennen, daß es so nicht weitergehen Tann! Diejenigen, die arbeiten, ernten Hunger, Lumpen, Schande und Neberanstrengung! Die, die antreiben, schwelgen in raffinierten Genüssen! Unter diesen Bedingungen können wir nicht fortdauernd das Land bebauen. Sie sind unerträglich roh, himmelschreiend ungerecht! Bis zum Jahre 1893 bestand in Leipzig das gleiche Wahlrecht. Als aber 1893 die zunehmende Stimmenzahl die Möglichkeit soziali. stischer Wahlerfolge erfennen ließ, ja, als flar wurde, daß die drei tünftigen Wahlgänge sogar eine sozialistische Mehrheit bringen könnten, da erdrosselte das sogenannte liberale Bürgertum das gleiche Wahlrecht. Es wurde ein Dreiklassenwahlsystem eingeführt politischer Bergehen verfolgt wird. und für die dritte Klasse extra noch eine besondere Wahlkreiseinteilung. Die Sozialdemokratie sollte im günstigsten Falle nur zwölf Stadtverordnete erlangen können. Aber die Wahlstrategen hatten sich verrechnet. Bereits bei der Wahl von 1904 stieg die Zahl der sozialdemokratischen Mandate auf 19 und beim Fortbestand des jetzigen Wahlsystems würde nach 1906 nur noch eine brüchige Säule Zeugnis ablegen können von der verflossenen bürgerlichen Herrschaft in der dritten Wählerklasse. Die übrigen 23 Mandate würden nach 1906 definitiv von der Sozialdemokratie erobert werden. Darum planen jetzt die liberalen Ordnungsstüßen die Einführung eines berufsständischen Wahlsystems, durch das die Wähler in sechs Gruppen geteilt werden, von denen durch einen hohen Wahlzensus vier Gruppen ausschließlich den Personen mit einem Einkommen von über 3000 M. gesichert sind. Es ist diefelbe Erscheinung, die wir in anderen Städten beobachten. Sobald die Vertretung der Arbeiterklasse derart anschwillt, daß fie der unverschämten Interessenpolitik der bürgerlichen Macher hinderlich wird, gehen die„ liberalen Grundfäße" flöten, und die Verkünder des liberalen Aufklärichts greifen zu Wahlmogeleien und Wahlrechtsverschlechterungen. Eine Berfassungsverletzung. Die Freisinnige Zeitung" beschuldigt die Regierung einer Verfassungsverlegung, nämlich der eigenmächtigen Alenderung des§ 3a der Novelle zum Brausteuer gesetz. Nach dem Beschlusse des Reichstages in dritter Lesung beginnt diefe. Paragraph mit folgenden Worten: Die Steuer beträgt für jeden Doppelzentner des nach§ 3 Absatz 2 berechneten Gesamtgewichts der in einem Rechnungsjahre Steuerpflichtig gewordenen Braustoffe." Diesen Satz hat die Regierung geändert. In Nummer 31 des Reichsgefegblattes" pro 1906 auf Seite 623 wird dem ersten Absatz bon§ 8a willkürlich folgende Wortfassung gegeben: Orgien der Unwissenheit. Rom, 16. Juli.( Eig. Ber.) Dem„ Corriere delle Puglie" wird aus Frigiano, einem fleinen" Orte Apuliens, von einer furchtbaren Panik berichtet, die dort am Vormittag des 13. Juli ausgebrochen ist. Es hatte sich daselbst die Nachricht verbreitet, es sei eine Kommission aus Rom eingetroffen, die die schönsten Kinder des Ortes schlachten lassen wollte, um ihr Blut der Königin zu bringen, die an Blutarmut leide!! Die schauerliche Mär fand Glauben unter den unwissenden Frauen, die sich aufmachten, um ihre in der Schule befindlichen Kinder zu retten. Ihnen schloffen sich die Männer an, mit Sensen und Messern bewaffnet, und so zogen sie vor das Schulhaus. Zum Glüd waren die Lehrer fo flug, die Kinder sofort zu entlassen. Wie Nasende warfen sich die Elfern nun auf das Rathaus, um der vermeintlichen Kommission den Garaus zu machen. Der Tumult dauerte etwa zehn Minuten, war aber geradezu schreckenerregend. Nur mühsam gelang es den Behörden und den Carbinieri, die erregte Menge zur Vernunft zu bringen. wieviel Unrecht ihr zugefügt haben, damit im zwanzigsten JahrWieviel Blut muß man einer Bevölkerung abgezapft haben, tönnen! hundert solche Schreckensgeschichten bei ihr Glauben finden England. Englands Abrüftung"! weiter: Die deutschen Gutsbesitzer führen Neger in die europäische Landwirtschaft ein! Wenn der Plan gelingt und wenn er um sich greift, ist es als ob man die unglücklichen deutschen Landarbeiter zur Revolution treibt." So der dänische Bauer. Für die deutschen Kleinbauern und Landarbeiter wächst die Notwendigkeit, den politischen Organi fationen der Sozialdemokratie und dem gewerkschaftlichen Verein der Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands beizutreten, um der Junkerausbeutung ein Baroli zu bieten. Befauntlich plant der genannte gewerkschaftliche Verein, zum großen Entfeßen unserer Agrarier, den Landarbeitern den Eintritt durch eine besondere Sektion für Landarbeiter zu erleichtern. Hus Induftrie und Handel. Zur Geschäftslage in der Textilindustrie. Zu Beginn des Jahres 1906 waren die Ansichten über die Ent fährt, ist von London aus an den Oberbefehlshaber der Befehl er: Für das Wollgewerbe wurde ein sehr günstiges Jahr in Aussicht ges London, 18. Juli. Wie die„ Daily Mail" aus Alegandria er- widelung der verschiedenen Branchen der Textilindustrie recht geteilt. Die Steuer beträgt für jeden Doppelzentner des nach§ 3 teilt worden, die wichtigsten Garnisonen Aegyptens und des Sudans ſtellt; selbst von den neuen Böllen befürchtete man feine Störung des Die Steuer beträgt für jeden Doppelzentner des nach§ 3 unverzüglich durch sachverständige Offiziere untersuchen und von Beschäftigungsgrades. Jm Baumwoll- und Seidengewerbe dagegen Absatz 2 berechneten Gesamtgewichtes der in einem Brauereibetrieb diesen einen gutachtlichen Bericht erstatten zu lassen über die Mög- war die Beurteilung etwas pessimistisch. In der Baumwolls innerhalb eines Rechnungsjahres steuerpflichtig gewordenen Brau- lichkeit der Unterbringung weiterer britischer Truppen. Der General industrie wurde eine Steigerung des Garnerports aus Engstoffe." stab und die Heeresverwaltung in Kairo arbeiten mit Hochdruck und Diesem Wortlaut entsprechend wird denn auch im Reichs man hofft, binnen kurzem die Zahl der Truppen derart vermehren land, Rußland und Desterreich nach dem 1. März befürchtet, die gefeßblatt" Nummer 32 das Brausteuergesetz vom 8. Juni 1906" 3u können, daß jeder Versuch panislamitischer politischer Agitatoren, bei der stark vermehrten Spindelzahl Deutschlands eine höchst publiziert. einen Aufstand unter den ägyptischen Fellachen- Truppen hervor schädigende Konkurrenz in Aussicht stellte. Im Seidengewerbe bildete In beiden Fällen sind die Worte Brauereibetrieb zurufen, unwirksam wird. wiederum die Vorliebe des Publitums für ganz leichte, billige innerhalb eines" gegen alles Verfassungsrecht eingeschaltet Seidenstoffe und der durch diese Geschmacksrichtung erschwerte Geworden. Zu solchen Wenderungen, wie sie hier vorgenommen worden winnertrag den wunden Punkt in dem Zukunftsbild. find, war ein neuer Alt der Gesetzgebung erforderlich. Eine Nach Meldungen aus Kairo find von den wegen der einseitige Abänderung bes bom Reichstag beschlossenen Mißhandlung eines englischen Offiziers ausgepeitschten EinWortlautes stand den verbündeten Regierungen nicht zu. Verantwortlich für diese willkürliche, verfassungswidrige Aenderung des geborenen zwei an den Folgen der Peitschenhiebe gestorben!! bom Reichstage beschlossenen Wortlautes ist der Reichsschapsekretär zur Verantwortung zu ziehen, wird Aufgabe des Reichstags Late Aegypten. Kolonial ,, Humanität". Amerika. Das friegerische Guatemala. sein. Jedoch hat die Sache noch eine andere Seite. Sie zeigt, wie New York, 18. Juli,( Meldung des Neuterschen Bureaus.) Ein folossal oberflächlich die Reichstagsmehrheit bei ihren Steuergesetz- Telegramm aus San Salvador meldet, daß, trotzdem Cabrera mit vorschlägen gearbeitet hat. Ohne das vom Reichsschaufekretär eine dem Präsidenten von Megilo ein lebereinkommen geschlossen hat, die gefügte Einschiebfel leidet tatsächlich der Paragraph 3a an einer Feindseligkeiten während der Friedensverhandlungen einzustellen, die bedenklichen Untlarheit, zumal weiterhin im zweiten Abfab Guatemalaner die Armee von Salvador am Montag bei Metapa desselben Paragraphen auf die Bezeichnung„ Brauereibetrieb und am Dienstag wieder bei Platanar angegriffen haben. In beiden Bezug genommen und dieser näher definiert wird. Tat- Gefechten blieben die Salvadorianer siegreich, fächlich haben denn auch anfangs im Entwurf die vom Reichsschapsekretär eingeschobenen drei Worte gestanden; sie find aber bei der in der zweiten Lesung borgenommenen Aenderung berschwunden, ohne daß einer der weisen Thebaner aus der Reihe der Steuersucher den Fehler bemerkt hätte. Die ver faffungswidrige Aenderung des Gesetzestertes durch Herrn v. Stengel findet also eine Entschuldigung durch die Leichtfertigkeit der steuer wütigen Meichstagsmehrheit, Gärung an der deutsch- ostafrikanischen Grenze.. Aus London wird gemeldet; Aus der Partei. Eine Totenfeier in Hartha hielten die sächsischen Genoffen am Dienstag ab, um das Andenken unseres legten Sonnabend verschiebenen Genossen Karl Grünberg zu ehren. Von nah und fern, mit Eisenbahn, auf dem Fahrrade, zu Fuß waren Teilnehmer in reicher Zahl erschienen. In Hartha selber hatten die Fabriken um 4. Uhr geschlossen, damit die Arbeiter an der Feier teilnehmen fonnten. Der Zug, der die Leiche vom Trauerhause nach dem Feuerbestattung fand in Gotha statt. Bahnhofe geleitete, wird auf 900 bis 1000 Berfonen geschägt. Die Nachdem numehr die Hälfte des Jahres verflossen ist, läßt sich schon mit ziemlicher Sicherheit, feststellen, wie weit die erwähnten Urteile zutreffend waren. Der Beschäftigungsgrad ist nach Ablauf des ersten Halbjahres in allen Zweigen des Textilgewerbes noch so flott wie in keiner Vergleichszeit seit einer langen Reihe von Jahren; der Beginn des zweiten Halbjahres, der gewöhnlich unter dem Zeichen der stillen Saison, der Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlaffungen zu stehen pflegt, brachte diesmal für alle Textilarbeiter eine Fortdauer der lebhaften Be schäftigung. Wie der Beschäftigungsgrad, so hat sich auch die Rentabilität im laufenden Jahre gegenüber dem Vorjahre wesentlich gebessert; dank der guten Aufnahmefähigkeit des Inlandsmarktes blieb die befürchtete schlimme Wirkung der neuen Bölle bisher aus. Berlängerung des Noheisensyndikats. Die Kölnische Zeitung" meldet: Nachdem eine Verständigung zwischen dem Roheisensynbitat, dem Lübecker Hochofenwert und dem Eisenwerk Kraft erzielt worden ist, wurde das Noheisensyndikat nunmehr bis Ende 1907 mit der Maßgabe vorläufig verlängert, daß es am 1. Juli 1907 gekündigt werden kann. Der Deutsche Erzgrubenverband beabsichtigt, wie das„ Berliner Tageblatt" mitteilt, den Zusammenschluß der einzelnen deutschen Erzgruben zu Betriebsgesellschaften in die Wege zu leiten. In diesen Betriebsgesellschaften sollen gwar die einzelnen, ihnen angehörenden Gruben eigene Wertstonten behalten und so selbständig bleiben; dagegen sollen die Betriebsgesellschaften die Erzeugung von trieb der Erze für ihre Mitglieder übernehmen. Kraft, die Zufuhr der Betriebsmittel sowie eventuell auch den Ver Ernte- Aussichten in Ungarn. Der Saatenstand in Ungarn verBedrohlich lautende Nachrichten über die Lage in Uganda find von Mitgliedern der Afrika- Erpedition des Herzogs der Die Trauerfeier in Hartha begann am Abend um 7 Uhr. Sie Abruzzen nach Rom gelangt. In den Telegrammen heißt es, daß britischen Militärbehörden haben den Herzog ber Abruzzen gewarnt, mann, Genosse Thate, des Verstorbenen in schlichten Worten. Nach spricht eine reichliche Gente, Nach dem amtlichen Bericht des Acerder Ausbruch ernſter Unruhen in Uganda bevorsteht. Die dortigen wurde mit Gesang eröffnet. Dann gedachte der Kreisvertrauenser folle in Anbetracht der unter den Eingeborenen herrschenden ihm hielt Genosse Fräßdorf, einem Wunsche des Verstorbenen gemäß, bauminifteriums ergeben sich folgende Schäßungen: Weizen 46,48, Erregung beim Durchzuge durch das Land auf seiner Hut sein. die eigentliche Gedenkrede. Es waren vertreten die Reichstagsfraktion Roggen 13,16, Gerste 18,836, Safer 11,79 Millionen Meterzentner Die Eingeborenen rüsten zum Aufstande. Die durch fünf Mitglieder, das sächsische Zentralfomitee, drei Agitations- gegen 42,87, 13,74, 13,36 und 11,79 millionen Metergentner bes Männer üben fich im Gebrauch von Feuerwaffen, wobei sie von fomitees, die Redaktion der Volksstimme" und sechs fächsische fattischen Erträgniffes bes Vorjahres. Die Entwickelung fämtlicher den Frauen angefpornt werden. Zu Ende Auguft erwartet man Reichstagswahlkreise, besonders start natürlich der zehnte. Unzählige Hadfrüchte im Landesdurchschnitt ist sehr gut. Ueberaus günstig ernfte Ereigniffe. Die Uganda wohnen in Britisch- Ostafrika zwischen Albert Strangspenden und zahlreiche Telegramme legten Beugnis ab von den steht die Zuckerrübe. Tabat, Gartengewächse und Hülfenfrüchte versprechen ein reiches Erträgnis. Futter ist reichlich vorhanden. Nyanza und Viktoria Nyanza an der Grenze Deutsch- Ostafritas. Sympathien, deren sich Starl Grünberg in der Partei erfreute. Name der Aufstand zum Ausbruch, so wäre es höchstwahrscheinlich, Vom Interparlamentarischen Sozialistischen Komitee meldet Wolffs daß auch die benachbarten Stämme in Deutsch- Oftafrita mit in die Erhebung hineingezogen würden. Die ganze Lage in unserer oftafrikanischen Kolonie erscheint nach dieser Meldung noch kritischer, als sie es ohnehin ist. Ausland. Defterreich. Die Wiener Postbediensteten Bureaus: 24 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. London, 18, Jult. Die Zusammenkunft des Interparlamentarischen Sozialistischen Stomitees fand gestern unter Ausschluß der Deffentlichfeit statt. Der Vorsigende Keir Hardie begrüßte die Delegierten, besonders den Russen Anitin. Einstimmig wurde die Umänderung des Namens des Romitees in Interparlamentarisches Sozialistisches haben, wie schon gemeldet, die Arbeit niedergelegt wegen Nichtbewilli Die Klempner der Firma H. Grabert, Köpeniderstr. 70, und Arbeitskomitee" angenommen. Die Besprechung der Frage einer gung ihrer Forderungen. Es wurden an Lohn 65 Pf. Mindestlohn Umgestaltung des Komitees, durch welche der Bewegung auf die ein Jahr nach Beendigung der Lehrzeit verlangt, vorher sollte der find in eine Bewegung eingetreten. In der„ Boltshalle" fand bleser die Zusammenkunft des nächsten Jahres, die in Stuttgart stattfinden von Werkzeug, von Wascheinrichtungen( Seife und Handtuch), Reinediefer europäischen Parlamente Einfluß verliehen werden soll, wurde auf Lohn 57% f. betragen. Weiter forberten die Arbeiter Lieferung Tage eine Versammlung statt, die von 2000 Bostumterbeamten be= fucht war. Die Diskussion war eine äußerst stürmische. Aus den wird, verschoben. Wie Herold" mitteilt, find 30 Delegierte erschienen. Meben und Zwischenrufen ging hervor, daß die Beamten es müde machen der Sloſetts und eine Verschiebung der Arbeitszeit. Die Firma fabriziert Automobil- Kühler. In allen gleichartigen Besind, auf die Versprechungen der Regierung zu warten und sich den Aus Güftebiefe hatten wir fürzlich über das am 1. Juli verübte trieben werden bedeutend höhere Löhne gezahlt. Die Firma hat bei bürgerlichen Barteien weiter anzuvertrauen. Von den eingeladenen hochnotpeinliche Konfistationsverfahren an den Utensilien unserer den Verhandlungen so ziemlich alles abgelehnt. Lohn wollte die parlamentarischen Klubs war nur der sozialdemokratische durch den dortigen Genoffen zu berichten. Heute tönnen wir hinzufügen, daß Firma gnädigst 60 Pf. sofort, 62% Pf. in vier Wochen und für Abgeordneten Schuhmeier vertreten, der versprach, im Abgeordneten auch die neuen Gläser, die von den Güftebiefer Genossen natürlich Jungausgelernte nach freier Vereinbarung geben. Die vier Wochen hause nach Möglichkeit für die Pofibediensteten zu wirken. Es wurde fofort nach der ber Beschlagnahme angeschafft wurden, am will die Firma iebenfalls benügen, Neueinstellungen für die Arbeiter borzunehmen, die nach Ablauf dieser Zeit in die höhere Lohnklasse einrücken würden. Die weiteren Forderungen lehnt die Firma mit banalen Redensarten ab. Der Meister hat noch so einen kleinen Zunftzopf; der ihm aber durch den Zusammenhalt der Arbeiter schon etivas gekürzt werden dürfte. Vor Zuzug wird gewarnt. Der Tarif selbst soll auf zirka fünf Jahre(!) gelten, und zwar| geschleppten Massentrupps bon talienern sämtlich bis zum 30. April 1911. Während dieser Zeit soll der Buchbinder- nach Aufklärung über den Sachverhalt auf die verband seine Mitglieder anweisen, auf alle beim Streit auf Seite der Streifenden traten und ihre Agenten im gestellten Forderungen, soweit sie nicht durch diesen Vertrag be- Stich ließen. Selbst ein Trupp Kroaten bon 25 Mann erklärte willigt sind, zu verzichten, besonders auch auf die Freigabe des sich mit den Streifenden solidarisch. Nach solchen Proben mußte ersten Mai. das Unternehmertum nach fünfwöchentlichem Kampfe die Waffen Der Lohnkampf der Glaser nimmt einen für die Kämpfenden durchaus günstigen Verlauf. Die Tätigkeit der Streitbrecher- mindestens vier gemeinschaftliche Sitzungen der Vorstände des Eine weitere Bestimmung des Vertrages besagt, daß jährlich strecken. kolonnen, welche die Unternehmer aus Kleinmeistern und Lehrlingen Arbeitgeber- und des Arbeitnehmerverbandes stattfinden sollen, wo Eine Massenaussperrung im Straßburger Baugewerbe. gebildet haben, wird durch die Solidarität der Bauhandwerker fast über Angelegenheiten des Tarifes, sowie über dessen Innehaltung Straßburg, 17. Juli.( Eig. Ber.) in allen Fällen verhindert. Zu diesem Zweck haben die Bauhand- und Einführung beraten werden soll. Anträge auf Abänderungen Aus Jm hiesigen Baugewerbe beginnt morgen eine werker auf folgenden Bauten die Arbeit niedergelegt: Eldenaerstraße 4( Lichtenberg), Heinersdorferstraße 15/16, Bau Kuhnert, sich um provisorische Festsetzung neuer Positionen oder um Aende- Bewegung begleitet sein wird. des Tarifes sollen hier jedoch nur insoweit gestellt werden, als es sperrung, die von den tiefgehendsten Folgen für die geplante Sie trifft zunächst 1200 Erd Ecke Driesenerstraße, Essenerstraße 10, Saale- und ZeigerstraßenEcke( Rigdorf), Bau Mammusen( Glaserei von Zielke), Donaustraße rungen handelt, die durch Veränderung der Arbeitsmethoden oder und Bauhülfsarbeiter, wird aber in wenigen Tagen etwa durch Einführung neuer Maschinen notwendig erscheinen. Die 3000 im Baugewerbe überhaupt tätige Arbeiter ( Rigdorf), Kottbuserdamm( Schlosser), Sedanstraße 47/48( Weißen- Vertretung des Buchbinderverbandes bei diesen gemeinschaftlichen in Mitleidenschaft gezogen haben. Die Borgeschichte dieser Maß sce), Bertelsdorferstraße, Ecke Jahnstraße( Rirdorf), Pragerplak 2/3. Die Arbeitsniederlegung hat in allen Fällen den Er- Sizungen soll aus acht gelernten Buchbindern bestehen, von denen nahme der Baugelverksinnung ist folgende: Bereits vor einem Bauhülfsarbeiter nachdem folg gehabt, daß die Streitbrecher abziehen und die Arbeit der Aus- sich fünf in fester Stellung bei Mitgliedern des Arbeitgeberverbandes Jahre stellten die Erd- und befinden müssen. gesperrten liegen lassen mußten. Es arbeiten bis jetzt mehr als eine Lohnbewegung im Vorjahre erfolglos verlaufen war Die Arbeitgeber haben bekanntlich bei der Aussperrung als an die Junung Forderungen auf Erhöhung des Stunden 200 Glaser zu den neuen Bedingungen. Eine Anzahl von Firmen, bei denen es den Großunternehmern gelungen war, die Grund, weshalb sie den Buchbinderverband nicht mehr für vertrags- lohnes. Auch damals wurde schon mit der Drohung mit Aus Materialsperre zeitweise durchzuführen und deshalb die bei ihnen fähig erachteten, auch angeführt, daß dieser Verband, ohne ihrem sperrung geantwortet. Schließlich aber wurde eine Einigung erzielt Materialsperre zeitweise durchzuführen und deshalb die bei ihnen Verband Mitteilung zu machen, in anderen Städten Tarifverträge auf Grundlage der Stundenlöhne 30 Pfennig für Hochbau- und Beschäftigten gestern entließen, werden in den nächsten Tagen wieder abgeschlossen habe mit geringeren Löhnen als die in den drei Tarif- 33 Pf. für Tiefbauarbeiter. Selbst diese doch gewiß allzu niedrigen weiter arbeiten lassen. Die Bauhandwerker werden ersucht, darauf zu achten, daß nur solche Glaser auf den Bauten arbeiten, die im Besitz städten bestehenden. Um dagegen gesichert zu sein, wurde nun in Säße wurden jedoch von den Unternehmern nicht eingehalten. den Tarif folgender Passus eingefügt: heute werden Löhne bon 26 und einer roten Arbeitsberechtigungskarte mit Wochenmarke sind. 27 Pfennig " Bur endlichen allgemeinen Durchführung des Tarifs ver- pro Stunde bezahlt. Auch die vereinbarte andert pflichtet sich der Arbeitnehmerverband, Sondertarife weder in balbstündige Mittagspause wurde feineswegs bes den drei Tarifftädten noch in anderen Städten des Deutschen obachtet. So richtete denn am 3. April die Organisation wieder Reiches abzuschließen, ehe nicht diese Verträge dem Arbeitgeber- neue Forderungen an die Innung, und zwar sah sie sich namentlich verband vorgelegt sind. Der Vorstand des Arbeitnehmerverbandes angesichts der gesteigerten Lebensmittel- und Wohnungspreise ge Die diesjährige Boykottbewegung im Friseurgewerbe nimmt verspricht, innerhalb drei Monaten Abschriften von allen bisher zwungen, einen Lohn von 40 und 50 Bf. zu fordern, den sie nach abgeschlossenen und noch in Kraft befindlichen Verträgen, soweit mehreren Unterredungen auf 37 und 42 Pf. ermäßigte. Die Innung schärfere Formen an. In den Zahlabenden sieht man sich die sie zu seiner Kenntnis gelangt sind, dem Vorstand des Arbeit- schob aber die Entscheidung bezeichnenderweise Barbierherren etwas genauer an. So ist in einzelnen Bezirfen der Ausschluß aus der Partei über diejenigen selbständigen Barbiere be= geberverbandes einzureichen. Außerdem sind nach Abschluß neuer immer weiter hinaus, wie sie es auch früher getan antragt, welche die Forderungen der Gehülfen nicht anerkennen. G3 Verträge auch diese alsbald einzureichen. Der Arbeitgeberverband hatte, wenn sie sich auf die kommende Hochsaison rüsten wollte. macht sich ja dann auch nach jedem Zahlabend die Wirkung bemerkhat den Wunsch, nach Kräften zur Verbesserung der Arbeits- und Gerade deshalb, weil die Arbeiter durch die vorher gewonnenen Lohnverhältnisse in allen Orten beizutragen. Dies ist ihm aber Erfahrungen gewißigt waren, ließen sie sich auf die offenbaren und bar. Die Zahl der unterschriftlich anerkannten Forderungen ist auf nur möglich bei einer vertrauensvollen Zusammenarbeit beider äußerst durchsichtigen Verschleppungsmanöver nicht ein, sondern 632 gestiegen. Insbesondere ist in den Vororten eine Zunahme der Verbände. Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit soll durch die verhängten über die Werkstatt des größeren Bauunternehmers Bewilligungen zu verzeichnen. Es ist deshalb auch das Verlangen Bestimmungen dieses Paragraphen herbeigeführt werden." die Sperre. Und der Arbeitgeber nach Verträgen bemerkbar. In Weißensee und die Innung antwortete Adlershof schweben diesbezügliche Verhandlungen. In KöpeZur Sicherung des Friedens innerhalb der Werkstätten nach dann auf diese Maßnahme mit der Erklärung, daß sie sich auf weitere Verhandlungen nur einlassen werde, falls die nid ist ein Vertrag zustande gekommen. Seine Unterschrift zurüd- Wiederaufnahme der Arbeit soll folgender Paragraph dienen: " Der Arbeitnehmerverband verspricht, mit allen Kräften da Sperre aufgehoben würde, daß sie aber bei Aufrechterhal gezogen hat in Köpenick der Arbeitgeber Joch, Glienickerstr. 36. Die für zu sorgen, daß die während des Streifes in Arbeit gestandenen tung der Sperre die allgemeine Aussperrung vor Geschäfte, die bewilligt haben, sind kenntlich durch ein von der Arbeiter und Arbeiterinnen unbehelligt bleiben. Ebenso ver- nehmen würde. Diese Drohung der„ Herren im eigenen Hause", Straße sichtbares weißes, mit rotem Rand versehenes Plakat. Die spricht der Arbeitgeberverband, mit allen Kräften dafür zu die heute in allen Straßburger Tagesblättern publiziert worden Gehülfen müssen im Besize einer ebensolchen Kontrollkarte sein. Dieselbe ist nur gültig, wenn laufend gestempelt. sorgen, daß die organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen un- ist, hat in einer noch einer noch am gleichen Abend stattgefundenen begeligt bleiben." Echließlich enthält der Tarifvertrag folgende Bestimmung über die Wiedereinstellung der Ausständigen: Steinfeger! Die Sperre über die Firma Hauschild, Friedrichsfelde, ist hiermit aufgehoben, da dieselbe den Schiedsspruch der Schlichtungskommission anerkannt hat. Die Schlichtungskommission. J. A.: W. Wagner. Verband der Friseurgehülfen. Achtung, Bretterträger und Blatarbeiter! Die Bretterträger und Plazarbeiter der Firma Bonrau und Knauer befinden sich im Streit. Zuzug ist streng fernzuhalten.. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. Drtsverwaltung Charlottenburg. Achtung, Fensterputer! Der Streit bei der Firma Patenge u. Müller dauert unverändert fort. Buzug ist streng fernzuhalten. Zentralverband der Handels-, Transport und Verkehrsarbeiter. Die Sektionsleitung. Deutsches Reich. Der neue Buchbindertarif. " Der Arbeitnehmerverband nimmt davon Kenntnis, daß infolge der während des Streifs notwendig gewordenen zahlreichen Neueinstellungen eine Anzahl der Streikenden in den Betrieben der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes zunächst nicht wieder beschäftigt werden können. Andere Neueinstellungen werden nicht cher wieder vorgenommen, bis die Streitenden in den Betrieben eingestellt sind." Es ist leicht begreiflich, daß diese Bestimmung sowohl wie die Bestimmungen über die Löhne, die Tarifdauer usw. zu heftigen Debatten in der Situng Veranlassung gaben. Von den Teilnehmern an den Verhandlungen mit den Prinzipalen wurde angeführt, daß ja diese Verhandlungen noch nicht als endgültig abgeschlossen anzusehen seien und Wünsche der in den drei Städten stattfindenden Versammlungen noch Berücksichtigung finden konnten. Gine stritte Ablehnung des Tarifs und Fortsetzung des Kampfes sei, namentlich auch mit Rücksicht auf die Kollegen in den Provinz städten und in den anderen Branchen des Verbandes, nicht zu empfehlen. Die Redner und Rednerinnen aus den Reihen der Werkstattdelegierten sprachen jedoch fast alle entschieden für Ablehnung des Tarifs. Nach der heftigen Debatte, die bis Mitternacht dauerte, beschloß die Situng, die in Leipzig getroffenen Vereinbarungen in ihrer jebigen Form abzulehnen. Inzwischen hat auch eine von 2500 Personen besuchte Versammlung der in der Buchbinderei beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in Leipzig sich mit der Angelegenheit beschäftigt und den Vertrag ebenfalls gegen 12 Stimmen abgelehnt. Noch Brückmann Massenversammlung unter großer Begeisterung aller Anwesenden die gebührende Erwiderung erhalten: die Zumutung der scharfmacherischen Baugewerksinnung wurde glatt abgelehnt! So tritt denn morgen( Mittwoch) die heute schon teilweise vorgenommene Aussperrung in vollem Umfange in Kraft. Die Situation ist für die Ausgesperrten sehr günstig, denn die Unternehmerorganisation hat in ihrer Rechnung auf den mangelhaften Zusammenhalt der Arbeiter lediglich den Wunsch als den Vater des Gedankens wirken lassen. Allerdings waren die Erdund Bauhülfsarbeiter noch vor einiger Zeit schlecht organisiert. Aber die fortgesetzten Reibungen mit der Innung, deren kontinuierliche Provokationen haben dem Verband gerade in den letzten Monaten einen gewaltigen Aufschwung verschafft. Außerdem stehen die vorzüglich organisierten Maurer, 3immerleute, Steinhauer und Gipser einhellig und solidarisch hinter ihren ausgesperrten Kollegen. Die Stimmung in ber heutigen von 1500 bis 2000 Arbeitern besuchten Berfammlung läßt gleichfalls feinen Zweifel darüber, daß die Arbeiter nicht weichen werden. Die Drohung mit der Aussperrung ber halte wirkungslos, und die Aussperrung selbst wird sich als ein Schlag ins Wasser erweisen Außerdem ist auch die gegenwärtige onjunttur äußerst günstig. Die Bautätigkeit dürfte wohl mindestens bis in den Oktober große Ansprüche an die Unternehmer stellen. Die gezwungenen Feiertage der 3000 Bauarbeiter werden daher zweifellos unserer Bewegung mehr dienen als denjenigen, die sie zum Mürbemachen der Arbeiter mutwillig hervor gerufen haben. Ausland. Bergarbeiterstreit in Siebenbürgen. In dem im Besitz einer preußischen Gesellschaft befindlichen Goldbergwerk Brad( Siebenbürgen) ist heute ein allgemeiner Ausstand ausgebrochen. 1200 Bergarbeiter zogen in die Ortschaft Brad, um der Direktion ihre Fors Auf Dienstagabend hatte die Streifleitung eine Delegiertenfizung der Buchbindereibranche nach Augustins Restaurant in Berlin einberufen, um zunächst die Vertrauensmänner der Werkstätten vom Verlauf und Ergebnis der Verhandlungen in Leipzig zu unterrichten und ihre Meinung darüber zu hören. Das, was die Vertreter der Ausgesperrten berichten mußten, war nicht geeignet, Bufriedenheit zu erwecken. Mißmut und Entrüftung über den neuen Tarifvorschlag tamen im Verlaufe der Sigung in leidenschaftlicher Form zum Ausdrud. Es fehlte auch nicht an den bei mißlungenen oder halb mißlungenen Lohnbewegungen leider regelmäßig auftauchenden Beschuldigungen gegen die leitenden Personen, Berrat oder dergleichen berübt zu haben. Die Vertreter der Ausgesperrten gaben sich alle Mühe, den Versammelten klar zu machen, daß fie in Leipzig nach bestem Wissen und Gewissen ihre Pflicht getan, daß„ Der von den Unternehmern vorgelegte Vertrag enthält Beaber die Verhältnisse stärker waren als ihr guter Wille, so daß sie dingungen, die nur ehrlose und feige Arbeiter annehmen können, sich schließlich nach langem Sträuben schweren Herzens entschlossen, wir nicht," so lauteten die Ausführungen der Diskussionsredner, den Tarif unter Vorbehalt der Zustimmung der Versammlungen die von der Versammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen der Verbandsmitglieder zu unterzeichnen. Daß die Verhandlungen wurden. Die Streitleitung hatte sich, um die Ansicht der Mitglieder derungen bekanntzugeben. Die Gendarmerie vereitelte den Massenmit den Prinzipalen von dem früheren Verbandsvorsißenden allein zum Ausdrud tommen zu lassen, jeder Meinungsäußerung aufzug, worauf Delegierte der Direktion die Forderungen unterbreiteten. Die Ausgleichsverhandlungen find bisher erfolglos ges Dietrich angeknüpft wurden, hat seinen Grund darin, daß in enthalten. Stuttgart immer noch eine gewisse Fühlung zwischen den Aus- Obgleich die Generalfommission und die Verbandsleitung den blieben. Aus Arad traf Militär ein, um die Ordnung aufrechtgesperrten und den Prinzipalen bestand, und daß, als der Buch- Ausgesperrten die Annahme des Vertrages empfahlen, wurde er zuerhalten. Bisher ist die Ruhe nicht gestört. bindereibesizer Erönlein der dortigen Streifleitung anheim- mit Annahme folgender Resolution abgelehnt: stellte, mit dem Hauptvorstand des Prinzipalsvorstandes in Leipzig" Die Versammlung erklärt, daß das Resultat der EinigungsEingegangene Druckfchriften. Verhandlungen anzubahnen, Dietrich, als Vorsitzender der berhandlungen in teiner Weise geeignet ist, einen ehrlichen" Kommunale Pragis", Wochenschrift für Kommunala Stuttgarter Streitleitung, als die geeignetste Person dazu erschien Frieden zu garantieren. Das beweisen die Inserate der Prin- politit und Gemeindesozialismus. Herausgeber: Dr. Albert und dann auch von einer am 8. Juli abgehaltenen Konferenz der zipale, die Arbeitskräfte suchen, um die im Ausstande befind- Süd elum. Verlag Paul Singer, Berlin. Soeben erschien die drei Tarifstädte dazu außersehen wurde. Zu den Verhandlungen lichen Arbeiter auf der Straße liegen zu lassen. Nummer 30 dieser Zeitschrift. In dem Artikel Der Rud nach links im selbst wurden dann je drei Vertreter der Ausgesperrten von Berlin deutschen Gemeindearbeiter- Berband" zeigt H. Schäfer- Köln, wie es fam, und Stuttgart und sechs von Leipzig delegiert, abgesehen von daß die Illusion, als ob sich ein kommunales Arbeiterbeamtentum bilden Dietrich, dem einzigen Vertreter des Buchbinderverbandes, mit könne, in den Kreisen der deutschen Gemeindearbeiter verschwinden mußte. dem die Prinzipale verhandeln wollten. Es fostete viel Mühe, die Dann behandelt der Herausgeber die Frage, wie die Eisversorgung zu einer Prinzipale, die doch erklärt hatten, den Buchbinderverband nicht Aufgabe der Gemeinde gemacht werden kann. Ein dritter Artikel bringt eine Kritik des vom Regierungsrat Dr. Naundorf herausgegebenen Hand mehr anzuerkennen und keine Verbandsmitglieder mehr beschäftigen buches für fächsische Gemeindevorstände. zu wollen, zu bewegen, die drei ebenfalls erschienenen Vertreter des Verbandsvorstandes zu den Verhandlungen zuzulassen und endlich den Buchbinderverband anzuerkennen. Dies wurde jedoch bollständig erreicht und in dem ersten Paragraphen des Tarifvertrages wie folgt festgelegt: " Der Arbeitgeberverband gewährleistet den Arbeitern seiner Mitglieder vollständige Koalitionsfreiheit und erkennt hiermit ausdrücklich den Arbeitnehmerverband als Organisation seiner Arbeiter an." In einem anderen Paragraphen wird dann die Bestätigung des Koalitionsrechtes wiederholt, jedoch mit einer gewissen Einschränkung, und zwar so: " Der Arbeitgeberverband gewährt allen Arbeitern und Arbeiterinnen, die in den Betrieben der Mitglieder des Arbeit geberverbandes beschäftigt sind, vollständige Entschließungsfreiheit betreffend den Eintritt in den Arbeitnehmerverband. Der Arbeitnehmerverband erklärt und verspricht ausdrücklich, jede Agitation zur Werbung von Mitgliedern innerhalb der Geschäftsräume der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes zu unterlaffen." Darauf folgt ein Paragraph, der den Wunsch der Arbeitgeber ausdrückt, daß in den einzelnen Betrieben„ Geschäftskommissionen" eingesetzt werden, die verpflichtet sind; Beschwerden über Verstöße gegen den Tarif und über sonstige Mißstände den Geschäftsleitungen mitzuteilen und die Beschwerden, wenn nötig, vor dem Tariffchiedsgericht und schließlich vor dem Tarifamt zu vertreten. Der Zentralvorstand wird beauftragt, durch erneute Verhandlungen weitere Zugeständnisse von den Unternehmern zu erringen. Als Termin für den Ablauf des Tarifes muß der 31. August festgehalten werden. Es müssen Garantien für die Auszahlung der rückständigen Löhne gegeben werden. Ferner ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche Minimallöhne schon vom 1. September 1906 an erhöht und den Arbeiterinnen, sowie allen im Stunden- und Wochenlohn Arbeitenden nach 2 Jahren eine Zulage oder prozentualer Lohnzuschlag gewährt wird. Eine nach gemeinsamer Durchsicht vorzunehmende Beseitigung der im Tarif enthaltenen Mängel ist dringend notwendig. Den Ausgesperrten müssen die alten Bläße eingeräumt werden. Sind die Prinzipale nicht bereit, auf dieser Grundlage dem Frieden zuzustimmen, dann verzichten die Versammelten auf den Abschluß eines für sie zum Teil unwürdigen Tarifvertrages." Sämtliche Former der Firma A. E. Voigt( Inh. Senftleben), Eisengießerei und Maschinenfabrik in Luckenwalde, haben wegen Differenzen mit der Geschäftsleitung die Kündigung eingereicht. Buzug ist fernzuhalten. " In der Rubrik" Gemeindeverfassung" verdient cin Beitrag Ber staatlichung der Stuttgarter Polizei" besondere Beachtung; über Finanzund Steuerwesen, Gesundheits- und Bildungswesen bringt die Nummer ebenfalls reichhaltiges Material, ebenso über das Gebiet der kommunalen Sozialpolitik und der Rechtsprechung usw. Die Kommunale Praxis" ist durch alle Buchhandlungen, Zeitungsspeditionen und Postanstalten zu beziehen. Probenummern werden gratis und franko versandt. Letzte Nachrichten und Depefchen. Koloniale Grausamkeiten. London, 18. Juli.( W. T. B.) Unterhaus. Bezüglich der Grausamkeiten, die den auf englischer Seite stehenden eingeborenen Truppen während der Operation im Zululand zur Last gelegt wor Mit einem vollen Siege endete der Streit der Holzträger den sind, und der Berichte über eine unwürdige Behandlung des im Duisburger Hafengebiet. Neun Firmen, darunter Leichnams des Rebellenführers Bambaata verlas der Untersekretär die größten und maßgebendsten, haben sowohl den von den Strei- des Kolonialamtes Churchill ein von der Regierung in Natal eintenden eingereichten Tarif bewilligt, als auch den Arbeitsnachweis gegangenes Telegramm, in dem festgestellt wird, daß während der der Arbeiter anerkannt. Es stehen zwar noch vier Firmen mit Operationen etwa 3500 Zulus getötet und 2000 gefangen genommen der Bewilligung aus, doch haben diese auf die Gesamtlage des Ar- wurden. Die Regierung habe jedoch keine Mitteilung darüber erbeitsverhältnisses keinen Einfluß. 3 wei der noch ausstehenden halten, daß die eingeborenen Truppen verwundete Bulus getötet Firmen wollen ebenfalls bewilligen, knüpfen jedoch daran den Vor- hätten. Es sei möglich, daß sie zu Zeiten, in denen sie von eurobehalt, daß sie die während des fünfwöchigen Kampfes im Dienst päischen Offizieren nicht beobachtet gewesen wären, die schwer vergehabten Arbeitswilligen" weiter beschäftigen wollen. Da die wundeten getötet hätten. Der Kommandeur der Miliztruppen Die größte unzufriedenheit erregten die bei den Verhandlungen Holzträger jedoch begreiflicherweise teine Neigung haben, mit den habe jedoch die Ueberzeugung, daß solche Vorkommnisse sich nicht in erzielten oder vielmehr die nicht erzielten Lohnerhöhungen. Hier- Leuten zusammen zu arbeiten, die während des Kampfes Streit so ausgedehntem Maße zugetragen hätten wie in früheren Zeiten. über besagt der Tarif zunächst, daß die Arbeitgeber freiwillig" brecherdienste geleistet haben, so bleiben vorläufig die vier noch aus- In dem Telegramm heißt es weiter, der Leichnam Bambaatas sei Erhöhungen der Akkordlöhne für das Falzen zugestehen wollen, die stehenden Firmen Emil Nieten, August Nieten, Wintjes nur zum Zwede der Identifizierung enthauptet und der Kopf durch die„ Mitglieder des Arbeitgeberverbandes unter Hinzuziehung und Schulte gesperrt. Ob diese Firmen sich nun über kurz oder darauf mit dem Körper bestattet worden. In dem Telegramm bon Facharbeiterinnen beraten und festgestellt werden." Der Ber- lang eines anderen belehren laffen, liegt lediglich in deren Interesse wird ferner die Behauptung, daß fein Pardon gegeben worden sei, liner Sondertarif für Vorrichter- und Mädchenarbeiten soll jedoch selbst und kommt für den Ausgang des Kampfes nicht mehr in für unrichtig erklärt und hinzugefügt, den verwundeten Feinden unverändert bestehen bleiben, so daß also jene Erhöhungen nur für Betracht. Durch die Anerkennung des Arbeitsnachweises haben sich sei von britischen Aerzten Beistand geleistet worden, wo es mög. Leipzig und Stuttgart vorgesehen sind. Die Minimalstundenlöhne die Holzträger eine gute Position geschaffen. Die Erhöhung des lich gewesen sei. Die eingeborenen Mannschaften wurden unter der geübten Arbeiterinnen, mit Ausnahme der Spezialarbeiterinnen, Lohnes auf Grund des neuen Tarife beträgt etwa 5 bis 6 M. pro möglichst strenger Kontrolle gehalten. Dalziel stellt darauf eine sollen vom 1. Mai 1907 ab um 1 Pf. erhöht werden, die der Ar- Woche. Es muß anerkannt werden, daß die Streifenden von An- Reihe von Fragen und erklärt, das Telegramm gebe tatsächlich zu, beiter, welche sich im sechsten Jahre ihrer Berufstätigkeit befinden, fang bis zu Ende der Bewegung sich musterhaft verhalten haben. daß die eingeborenen Mannschaften Verwundete getötet hätten. bom selben Tage ab um 2 Pf. und dann am 1. Mai 1909 wieder Als besonders charakteristisch für den günstigen Verlauf der Be- Keir Hardie bezeichnet das Gefecht in Momethale als eing um 2 Pf. wegung verdient noch hervorgehoben zu werden, daß die heran- Schlächterci. Verantw. Reballeur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Qrud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 2 Beilagen u, Unterhaltungsblatt Nr. 165. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dounerstag, 10. Juli 1906. Zur Diskussion über den Massenstreik. trauriger, aber lehrreicher vorläufiger Abschluß unseres ersten Sturm- Belang, an welcher die Gewerkschaften nicht das allergrößte Intereſſe " Das Sächs. Voltsblatt"( 8ividau) erklärt, daß sich sein Standpunkt mit demjenigen decke, der in einer Artikelserie des Vorwärts" vertreten worden sei. Nachdem das Blatt durch ausführliche Zitate diesen Standpunkt zur Kenntnis seiner Leser gebracht, schließt es mit den Worten: möchte." " " " " " wärtig den Massenstreit zu propagieren!! Das ist ein lahmgelegt. Es gibt keine politische Attion von irgendwelchem laufs auf die preußische Wahlunrechtsburg. Unsere späteren Aktionen haben. Je früher man hüben wie drüben die Konsequenzen aus werden kaum günstiger abschließen, wenn wir nicht zeigen können dieser Tatsache zieht, um so besser für das deutsche Proletariat, dem und wollen, daß hinter den Worten der Dreimillionenpartei auch die gewaltige Kämpfe bevorstehen." bewußte Kraft und der Wille zur Tat steht. Endlich äußert sich die Rheinische Zeitung"( Köln) Möge die Indiskretion der„ Einigkeit", der mit Recht allerhand folgendermaßen: schmeichelhafte Dinge in der Parteipresse gesagt worden sind,„ Jedoch ist noch mehr nötig, wenn die Massenstreiffrage ihres Wir haben diesen Ausführungen, die wir vollinhaltlich teilen, wenigstens das Gute zeitigen, auch in den weitesten Streifen der rein theoretischen Charakters entkleidet werden und wirklich weiter nichts hinzuzufügen und sind auch überzeugt, daß in unserem Partei das Gefühl dafür zu wecken, daß bisher bei uns die praktische politische Bedeutung erlangen soll. Es ist nötig, Leserkreise, von dem einen oder anderen Heißsporn abgesehen, andlung nicht immer im Einklang mit den daß Partei und Gewerkschaften in dieser niemand ist, der sich die Taktik der Genossen in der Sächsischen Worten gestanden hat. Aus der Erkenntnis wächst die Besserung. Frage eines Sinnes werden. Erst tvenn das Arbeiterzeitung", des Bochumer Volksblattes", der Dortmunder Möge aus der Erkenntnis unserer bisherigen Unzulänglichkeit der erreicht ist, haben wir freie Bahn für die Erfüllung neuer AufArbeiterzeitung" und des Genossen Eisner zu eigen machen feste Wille zu energischer Tat reifen, damit bei unseren späteren gaben. Erreichen wir es nicht, so tönnen wir die Massenstreikidee Angriffen nicht erst wieder die lähmende Frage aufzutauchen braucht: ruhig begraben, denn die Partei allein kann keinen Massen Auch das„ Nordd. Volksblatt"( Vant) erklärt sich mit wird es auch ernſt?" streit machen. Und gerade das ist, um es auch heute ber im Vorwärts" vertretenen Auffassung in der Frage des Massen- In der Märt. Wolfsstimme" lesen wir: wieder zu sagen, das Beklemmende an den zwischen Parteis streits einverstanden. Die aus den grammatikalischen Wider-" Richtig ist, daß zwischen einigen Heißspornen in der Partei, vorstand und Generalfommission vereinbarten Thesen, daß sie sprüchen" der Thesen 1 und 2 gezogenen Folgerungen hält es gleich die die Propaganda des politischen Massenstreits schon heute mit den Gewerkschaften eine völlig passive Rolle zuweisen. Wir haben dem Vorwärts" für Wortklauberei. Es macht dann des weiteren Hochdruck betreiben wollen, und den vorsichtigen Getverkschafts- diese Thesen die faule Frucht eines faulen Kompromisses genannt folgende Ausführungen: führern, die im Gefühl ihrer Verantwortung für das Schicksal und können uns ihr Zustandekommen nur dadurch erklären, daß bei „ Auch jetzt noch sind wir der Ansicht, daß der Kampf um das großer, sorgsam ausgebauter Organisationen jedem gewaltsamen den Verhandlungen der eine Teil die Generalfommission eine Landtagswahlrecht, auch um das preußische, gewiß ein vorzügliches Zusammenstoßen ausweichen möchten, ein tiefer Spalt flafft. Da fühle Reserviertheit beobachtet hat, die einer fruchtbringenden DisAgitationsmittel ist und in energischer Weise geführt werden muß, gegen hat Bebel, dessen Autorität in der deutschen Arbeiterschaft tussion nicht förderlich sein konnte und schließlich zu jenen Thesen daß er aber nicht imstande ist, die Massen derart hinzureißen, daß im wesentlichen darauf beruht, daß er in seiner Person auf die geführt hat, die von Anfang bis zu Ende nicht Fisch und nicht sie sich zur Durchführung eines erfolgreichen Massenstreits bewegen glücklichste Weise den begeisterten Draufgänger mit dem nüchternen Fleisch sind. Bon irgend welcher Revolutionsromantik wissen wir lassen. Ein bloßer friedlicher Demonstrationsstreit würde aber auf Praktiker vereint, feine Haltung in Jena durchaus nicht uns durchaus frei; wir zählen sogar zu denjenigen, die dem Massendie preußische Regierung nur einen geringen Eindruck machen, dafür verleugnet, wenn er jetzt von einer Verquickung des Massen- streit von Anbeginn an mit ziemlicher Stepsis gegenüber gestanden steht die Reaktion in Preußen noch auf viel zu festen Füßen. streits mit der preußischen Wahlrechtsbewegung abrät. Denn und die ungeheuren Schivierigkeiten und das Maß der mit Man ist nun in Parteifreisen, die aus Zuschriften an uns hervor mit aller Entschiedenheit hat er in Jena fich gegen die seiner Inszenierung verbundenen Verantwortung sicher nicht unters geht, vielfach der Ansicht, daß der politische Massenstreit gewisser gewandt, welche seine anfeuernde Rede als eine Aufforderung, den schätzt haben, aber ebendarum haben uns die zwischen Parteimaßen eingeübt werden müsse, daß also von Zeit zu Zeit gleichsam Massenstreit als Angriffswaffe fogleich zu benutzen, auslegen vorstand und Generalfommission vereinbarten Thesen so sonderbar eine Spritzenprobe zu veranstalten sei. Wir müssen dieser Ansicht wollten. Er hat ihn lediglich als das wichtigste Abwehrmittel berührt. Wir und höchstwahrscheinlich die Mehrheit der Parteientschieden entgegentreten. Das wäre gerade so, als wenn ein im Falle eines reaktionären Ansturms auf das Reichstagswahlrecht genossen- haben davon den Eindruck empfangen, daß sich die Heer, um sich auf den Krieg vorzubereiten, wirkliche Schlachten ver- bezeichnet, und seine Propaganda zunächst nur insofern empfohlen, beiden Körperschaften nicht verstehen, daß sie aneinander voranstalten wollte. Wir haben den politischen Massenstreit immer als als die gewerkschaftlichen und politischen Organi beireden, anstatt sich guten Willens entgegenzukommen, und den Anfang vom Ende aufgefaßt, als den ersten Stoß, der fationen des Proletariats noch erheblich verstärt werden müssen". daß dadurch jene unhaltbare Situation geschaffen wird, die uns auf von innen heraus dem herrschenden System versetzt werden Eine Reihe von Parteiblättern äußert sich zur Streifrage ein totes Gleis führt und den Spott der Gegner hervorruft. muß und meinen deshalb, daß dieser Stoß mit aller Straft wesentlich unter dem Gesichtswinkel der Meinungsverschiedenheiten, An diesem Punkte muß der Hebel angesetzt werden. In Preußenund Rücksichtslosigkeit, ohne die schwersten Opfer zu scheuen, geführt die durch die Massenstreiffrage zwischen Partei und Gewerk Deutschland ist es nichts mit der politischen Neuwerden muß, was aber nicht nur eine gründliche Propagierung, fchaften hervorgetreten sind. So schreibt die„ Leipz. Volts- tralität der Gewerkschaften, wovon vor Jahren auch sondern auch die Ergreifung des günstigsten Augenblicks voraussett. 8eitung" in einem Artikel, der mehrfach in andere Parteiblätter der Schreiber dieser Zeilen einmal geträumt hat. Bei uns werden Dieser Augenblick muß aber ein in den unterdrückten Massen mit übergegangen ist: die wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiter je länger je mehr zu elementarer Kraft zündendes Ereignis sein. Und eben deshalb, weil Die Diskussion über den Massenstreit hat in der vergangenen politischen Angelegenheiten; die Arbeitergesetze, die Zoll- und der Kampf ums preußische Wahlrecht diese zündende Wirkung nicht Woche innerhalb der Parteipreffe ihren Fortgang genommen, zum Handelspolitik, das Vereins- und Versammlungsrecht usw. usw. sind hat und auch dann nicht gehabt hätte, wenn der Parteivorstand den Teil unter recht unerfreulichen Begleiterscheinungen. Wir rechnen ebensosehr gewerkschaftliche wie politische Fragen. Und das gilt in Massenstreit proklamiert haben würde, müssen wir dem Parteivorstand dahin namentlich die erbitterten Angriffe, die von einigen gewesenen gleicher Weise vom Wahlrecht. Die Gewerkschaften haben sich in recht geben. Redakteuren des" Borwärts" gegen den Parteivorstand wegen seines Deutschland innerhalb des letzten Jahrzehnts eine machtvolle Position Außerdem dürfen wir nicht nur auf die inneren Verhältniffe angeblichen Bremsens" in der preußisch- fächsischen Wahlbewegung erobert. Sie sind im wirtschaftlichen Leben ein Faktor von uns blicken, sondern müssen zugleich mit dem Auslande im Kontakt gerichtet worden sind. Einzelne dieser Angreifer leiden an einer geahnter Bedeutung geworden, fie fönnen aber ebenso auf politischem bleiben. In dieser Beziehung aber war die Zeit der preußischen etwas starten Vergeßlichkeit; sie sollten sich genauer, als sie bisher Gebiete zu einer Macht werden, deren Einfluß auf die Dauer das Wahlrechtskampagne ganz besonders ungünstig, da damals getan haben, darauf zu befinnen suchen, ob sie im Januar dieses stärkste reaktionäre Bollwert nicht widerstehen kann, wenn fie die erste Phase der russischen Revolution vorüber war und der Jahres nicht auch gebremst", d. h. einen politischen Massenstreit nur über das erforderliche Maß politischen Weitblicks und Zarismus das Heft wieder in der Hand hatte. Ganz anders unter den obwaltenden Umständen für unmöglich gehalten haben. taktischer Klugheit verfügen. Es liegt uns fern, die Gewerkschaften zu würden jedoch die Verhältnisse liegen, wenn etwa, was viel eher Es ist wirklich eine nicht mehr ernsthafte und jedenfalls parteipolitischen Organisationen machen zu wollen die Arbeitswahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, die Reichsregierung es ver- eine praktisch ganz unmögliche Vorstellung, daß die elementarische teilung ist praktisch und notwendig aber das verlangen wir, daß suchen sollte, dem zusammenstürzenden Barismus mit deutschen Spannung der Arbeitermassen, die doch die unerläßliche Voraus- sie zu gegebener Stunde bereit sind, gemeinsam mit der poliTruppen zu Hilfe zu kommen, oder wenn gar die entstehende legung eines Massenstreits ist, mit Gewehr bei Fuß und Augen tischen Organisation der Arbeiterklasse für die russische Republik dadurch in einen Krieg gegen den deutschen rechts harren soll, was die sechs oder acht Männer in der Linden- Eroberung neuer proletarischer Rechte zu kämpfen oder einen Absolutismus verwickelt würde. Das wäre z. B. ein Augenblic, straße beschließen, daß sie spurlos abflauen soll. wenn diese Männer reaktionären Ueberfall zurückzuschlagen. Die mehrfach erwähnten wvo alles an alles gesetzt werden müßte, und noch ähnliche politische die Hände in den Schoß legen. So aber malt sich in den Köpfen Thesen lassen von einer solchen Bereitwilligkeit leider nichts erKonstellationen dieser Art find denkbar. Jedenfalls ist es unbedingt derjenigen Genossen die Situation, die dem Parteivorstande vor- fennen. Wenn demnächst in Mannheim wieder über den Maffennotwendig, daß sich auch der Mannheimer Parteitag eingehend mit werfen, im vergangenen Winter einen hoffnungsreichen Kampf ver- streit geredet wird, dann möge man das Hauptgewicht darauf dem politischen Massenstreit beschäftigt." fahren zu haben. Wir sind vielmehr der Ansicht, daß, wenn die legen, in diesen Punkten endlich zu einer Verständigung zu realen Borbedingungen eines Maffenstreits vorhanden gewesen wären, gelangen." dieser Massenstreit auch ausgebrochen wäre, gleichviel ob der Parteiborstand gebremst" hätte oder nicht. Der Stettiner, Bolts bote" schreibt: „ Genosse Wetter und der Parteivorstand. Genosse Wetter nimmt im Bochumer, Boltsblatt" Stellung zu der Differenz zwischen Barteivorstand und Generalkommission. Er stellt den streitigen ersten Bunkt in beiden Fassungen gegenüber. Nach der Generalkommission hat Bebel erklärt: Der Parteivorstand hat nicht die Abficht, den politischen Massenstreit zu propagieren, sondern wird, soweit es ihm möglich ist, einen solchen zu verhindern suchen. Nach der Fassung des Parteivorstandes lautet dagegen dieser Satz: Der Parteivorstand hat nicht die Absicht, gegenwärtig den politischen Massenstreit zu propagieren. Sollte derselbe aber propagiert werden müssen, so wird sich der Parteivorstand mit der Generalfommission zuvor ins Benehmen seßen. Genosse Weyler vertritt nun die Ansicht, daß mit der vom Parteivorstand gegebenen Fassung der zweite Teil des ersten Bunktes logisch und grammatisch unvereinbar sei; denn der zweite Teil lautet: " Gewährsmänner. Genosse Gradnauer erklärt in der„ S. A.- 3.", daß unsere Jedoch ist es weder unser Amit, noch fühlen wir einen be- Annahme, er sei mit dem Inhalt des von uns zitierten Artikels fonderen Beruf dazu, den Parteivorstand zu verteidigen. Wir haben Partei und Gewerkschaften"( enthalten im Vorwerts" in oft genug Meinungsverschiedenheiten mit ihm auszufechten gehabt, Ser Nummer vom 8. Juni 1905) einverstanden gewesen, irrig sei. und ganz von Fehlern tönnen wir ihn auch in dieser Sache nicht Er habe vielmehr, sobald er den damaligen Artikel im Drud" ge freisprechen. Allein wir halten das Herumpauken auf ihm für völlig lesen habe,„ sofort und nachdrücklich seine abweichende Ansicht ausverfehlt, weil es von dem Stern des Problems abführt, das hier im Intereffe der Partei zu lösen ist. Dies Problem besteht einfach in gesprochen, ohne allerdings um dieser Differenz willen einen Konfliktsder Frage: Wie stehen die Gewerkschaften zu dem fall zu provozieren". Unseres Erachtens wäre es am Blaze getvesen, daß Genosse politischen Massenstreit? Sind sie im gegebenen Falle Gradnauer damals bereit, ihn zu unterstützen, oder wollen sie ihm in jedem Falle nur dessen Veröffentlichung Kenntnis erhielt, was aus seiner gestrigen sofern er von dem Inhalt des Artikels vor eine kühle Neutralität widmen? Schon die Tatsache, daß im ver- Erklärung nicht klar ersichtlich ist den Verfasser gebeten hätte, gangenen Winter nicht mehr als diese kühle Neutralität zu haben seinen Artikel zu zeichnen. Erfuhr er aber erst nach dem Ergewesen wäre, rechtfertigt vollkommen, daß es der Partei- scheinen des Artikels deffen Inhalt, so hätte er wenigstens den in vorstand damals nicht auf einen Massenstreik ankommen lassen dem Artikel vertretenen geradezu verhängnisvollen Aufmochte. fassungen nachträglich entgegentreten sollen. Handelte es sich nur um die Politik der persönlichen Vorwürfe, wäre dadurch noch keineswegs„ provoziert" worden. Ein Konflittsfall" Wenn dennoch ein solcher Streit ausbrechen sollte, so müßte so läge viel stärkerer Anlaß vor, auf die Generalfommission der derselbe von der Partei geführt werden, und die Gewerkschaften Gewerkschaften loszupaufen als auf den Parteivorstand. Die Generalhätten sich offiziell daran nicht zu beteiligen. tommission weiß sehr gut, weshalb sie die Veröffentlichung des viels Wir können Genossen Wegter nicht darin beipflichten, daß der berufenen Konferenzprotokolls nicht zugeben will; so fadenscheinig Wir werden um die Veröffentlichung folgender Erklärunger erste Teil der Erklärung des Parteivorstandes im Widerspruch zum die Gründe sind, die sie für ihre bureaukratische Geheimnistuerei ersucht: zweiten Teil steht. Es ist logisch durchaus einwandfrei, wenn der borschützt, so triftig sind die wirklichen Gründe, aus denen sie die Herr Frehthaler bestreitet in seiner Erklärung„ Eine aus Parteivorstand im ersten Teil erklärt, er für seinen Teil werde den Veröffentlichung fürchtet. Es würde in den weitesten Kreisen der Leipzig via Frankfurt bezogene anarchistische Gute" etwas, was ich Massenstreit gegenwärtig nur unter dem äußersten Zwange Gewerkschaften selbst peinliches Aufsehen erregen, wenn sie schwarz nicht gefagt habe. Ich habe in jener Leipziger Versammlung( am der Umstände, aber nicht aus eigenem Antriebe propagieren, und im auf weiß lesen könnten, mit welchen Allotrias ihre Vorstände 8. Juli d. J.) nicht behauptet, daß der Wahlverein des zweiten Teil für den immerhin nicht unmöglichen Fall, daß ein in einer für die deutsche Arbeiterbewegung hochgespannten Lage sich 6. Berliner Kreises einen Antrag auf Durchführung eines halbtägigen Generalstreit ohne jede Propaganda von seiten der Partei etwa infolge die Zeit bertrieben und wie füffisant sie den ehrlich gemeinten und Demonstrations- Maffenstreits beraten und angenommen habe, sondern besonders aufreizender Vorgänge rein spontan ausbricht, ihnen weit entgegenkommenden Verständigungsverfuch des Partei- ich habe behauptet: die Vertrauensleute( Bezirks- und Abden Satz aufstellt, daß die Partei auch in einem solchen Falle die vorstandes in der Frage des Massenstreiks behandelt haben. teilungsführer) des sechsten Kreises hätten einem solchen Antrage zuFührung zu übernehmen habe, während die Gewerkschaften in einer Sieht man nun auch von allen Vorwürfen ab, so darf man doch gestimmt und darauf die Meinung des Aktionsausschusses, die eine folchen Situation offiziell sich an dem Massenstreit nicht be- folche Stimmungen nicht einwurzeln lassen, am wenigsten, wenn sie zustimmende gewesen sei, eingeholt. Der Parteivorstand habe sich teiligen sollten. Wenn wir es auch für völlig ausgeschloffen halten, eine Lebensfrage der proletarischen Zukunft berühren, wie die Frage aber auf Befragen dem Antrage gegenüber glatt ablehnend verhalten. daß in Deutschland ähnlich wie in Italien ein Massenstreik spontan des Massenstreits. Hier muß unbedingt Klarheit ge- Diese Behauptung, bei welcher ich mich auf Juformationen von zum Ausbruch tommt, so ist es doch sicherlich fein Berstoß gegen die schaffen werden. Herricht derselbe Geist wie in jener Ston- vertrauenswürdiger sozialdemokratischer Seite stige, halte ich aufLogit, wenn der Parteivorstand auch für eine solche Eventualität, ferenz der Gewerkschaftsvertreter auch in den Gewerkschaften selbst, recht." Rudolf Lange. wie unwahrscheinlich sie auch immer sein möge, im voraus für sich dann klafft ein gwiespalt zwischen den beiden großen Zweigen der und die Generalfommission eine Richtschnur für ihr beiderseitiges deutschen Arbeiterbewegung, dessen Wirkungen sich ihr in der ber- Was Herr Lange in seiner Leipziger Anarchistenversammlung Verhalten zog." hängnisvollsten Weise fühlbar machen fönnen. Ginstweilen glauben behauptet hat, ist für mich ganz gleichgültig. Ich habe deshalb In der Breslauer Bolts wacht" wird in einem mit wir nicht daran, und das Sträuben der Generalfommission gegen auch nicht gegen den Anarchisten Lange zur Richtigstellung das F. K. unterzeichneten Artikel„ Wird es nun ernst?" ausgeführt: die Veröffentlichung des Februarprotokolls ist ein schlagender Beweis Unsere Leser haben den Schwall von Erklärungen und Gegen dafür, daß sie selbst nicht daran glaubt, daß sie selbst davon durch- Wort genommen, sondern unserem Dresdener Parteiblatt erklärungen gelesen, die von Generalfommiffion und Parteivorstand drungen ist, in ihrer fühl ablehnenden Haltung gegen den Massen gegenüber. erlassen wurden. Wenn wir über den ganzen Streit bisher hinweg streit die Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder nicht hinter sich zu Ich würde es auch jetzt nicht für notwendig halten, mich zu der gegangen find, so aus dem Grunde, weil uns die wenig angenehme haben. aus der Luft oder vielleicht gar aus der Lorenzschen AntiGewißheit daraus zu werden schien, daß in den beiden leitenden An dieser Mehrheit, und namentlich an der Gewert Sozialdemokratischen Korrespondenz?- gegriffenen Behauptung zu Instanzen der deutschen Arbeiterbewegung die Größe und schaftspresse, ist es nunmehr, fich zu äußern. Eine Ber- äußern, wenn ich nicht befürchten müßte, daß diejenigen, für welche Bedeutung der preußischen Wahlrechts- Be- fumpfung der Frage wäre das dümmiste und schlimmste, was überwegung böllig berkannt wurde. Eine Be- haupt geschehen fönnte. Selbst die Feststellung der an sich ja höchst Herr Lange den zuverlässigen Gewährsmann zu spielen scheint, durch wegung, die mit so großem Elan einsetzte, die stärker und unerfreulichen Tatsache, daß wirklich in einer entscheidenden Frage mein Stillschweigen in banger Unsicherheit um die Richtigkeit des stärker anwuchs, die bei geeigneter Führung auch den Erfolg ge- tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zwischen Gewerkschaft und strittigen Falles schweben würden. Nur aus diesem Grunde erlaube ich mir darauf aufmerksam zu zeitigt hätte, daß die herrschenden Stlassen sich dem Willen der Partei bestehen, wäre ihr weit vorzuziehen. Die Partei steht unArbeiterklasse gegenüber nicht mit so unglaublicher schnöder Ver- verändert zu dem Jenaer Beschluß; dies flargestellt zu haben, ist machen, daß im 6. Berliner Kreise auch die Bezirks- und Abteilungsachtung mehr zu benehmen wagen diese Bewegung muß das dankenswerteste Ergebnis der gegenwärtigen Diskussion über führer zum Wahlverein gehören, und so lange diese Tatsache nicht wirkungslos verpuffen, weil die beiden leitenden Körperschaften der den Massenstreik. Allein es ist nunmehr auch zur dringendsten Not- bestritten werden kann, bedarf meine ganz bestimmte Erklärung in deutschen Arbeiterbewegung sich in vertrauter Aussprache dahin klar wendigkeit geworden, festzustellen, wie die Gewerkschaften der gestrigen Nummer feiner Ergänzung. werden, daß um die weniger weit gehenden Bebelschen Worte zu dazu stehen." aitieren gegenwärtig der politische Massenstreit nicht propagiert" werden solle. " 1 Der Karlsruher Volksfreund" schreibt: " 1 W. Freythaler. Parteizersplitterung. " Wir fönnen uns dieser Auffassung unseres Frankfurter ParteiAuch wenn die Aeußerung des Parteivorstandes so gelautet organs nur anschließen. Der jebige Zustand lähmt die hat und um den Wortlaut dreht sich ja der Streit politische Aktionskraft des deutschen Proleta auch dann verstößt diese Meinung gegen die Bebelsche riats, insbesondere, wenn in einer wichtigen Frage Gegensätze Unter dieser Firma leistet sich der Genosse Liepmann in der Resolution von Jena. Um die Propagierung des Massen bestehen, wie in der des politischen Massenstreits. Soll der Nummer 163 des„ Vorwärts" einen Artikel, von dem ein großer streits entbrannte im Vorjahre heiße Fehde, um die Propa politische Massenstreit zur Anwendung kommen, so kann und darf Teil, wenig passend zu der gewählten Ueberschrift, sich mit den Vergierung drehte fich die ganze Debatte in Jena. Und nun erklärt dies niemals gegen die Gewerkschaften geschehen, denn damit handlungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission bezügli der Parteivorstand offiziell, daß er nicht die Absicht habe, gegenwäre diese in ihren Folgen unberechenbare Altion von vornherein der Frage des Massenstreits beschäftigt. " Prozeß Liman. Aus eigener Anschauung kennt der Genosse die Vorgänge nicht.[ des Ginwickelns" fremd wäre? Nur wer Uebung in einer darauf verwandt hätte, nachzuprüfen, in welchem Verhältnis die Die ganze Art feiner Darstellung läßt darauf schließen, daß er den solchen Prayis hat, kann bei anderen gleich unlautere anarcho- sozialistischen Lokalgewerkschaftler zur sozialdemokratischen Verlauf der Sache auch nicht einmal vom Hörensagen Absichten voraussetzen. Und das ist das Tieftraurige in unserer Partei stehen, so wäre er seit länger als Jahresfrist zu der Ers ennt. Nichtsdestoweniger konstruiert sich Genosse L. die Arbeiterbetvegung, daß es in ihr Leute gibt, die, zu Vertrauens- tenntnis gekommen, daß diese Leute sich außerhalb der Partei Vorgänge nach seiner Art, 11m der Schlußfolgerung stellungen berufen, bei Verhandlungen über strittige Fragen nicht gestellt haben. Der Artifel ber„ Einigkeit", der zur Gründung fommen ชน fönnen, daß die Generalkommission in der von ehrlicher Ueberzeugung, sondern von dem Bestreben geleitet einer neuen Arbeiterpartei auffordert, ist nur ein Glied in der Kette, Angelegenheit nicht, fair", b. h. anständig verfahren sei, ihr sind, den Andersdenkenden einzuwickeln". Bei allen Verhandlungen dessen Einfügung nur den überraschen kann, der verständnislos der Berhalten von einer gewissen Hinterhältigkeit diftiert war aber, die zwischen dem Parteivorstand und der Generalfommission Sonderbündelei der Lokalisten gegenüber stand. Es wäre eine dankund sie die Absicht gehabt habe, den Parteivorstand von vornherein stattgefunden haben, hat nie das Empfinden sich bemerkbar gemacht, bare Aufgabe des Genossen Liepmann gewesen, für Aufklärung in einzuwickeln". daß die eine Körperschaft die andere einwickeln" wolle. Die gegen- in diesen Streisen zu sorgen. Statt dessen übt er seine Geistestraft Auf die ganze Art dieser Darstellung des Genossen L. sowie fäßlichen Anschauungen über irgend eine Frage der praktischen Ve- an Genoffen, die feines anderen Vergehens schuldig sind, als daß sie auf seine Schlußfolgerung gibt es mir eine treffende Bemerkung, die tätigung in der Arbeiterbewegung sind bei diesen Verhandlungen über eine taftische Maßnahme der Partei eine von der Majorität ich leider, mit Rücksicht darauf, daß die Redaktion mir bei ihrer An- mit aller Schärfe und der innersten Ueberzeugung ent abweichende Meinung haben und den Mut besigen, dies auszuwendung die Aufnahme dieses Eingesandts ablehnen würde, hier springenden Rücksichtslosigkeit ausgesprochen worden und sprechen, anstatt sich einfach zu ducken. Bis jetzt ist der freie nicht anwenden kann. Doch hoffe ich an anderer Stelle Gelegenheit fam stets das Gegenteil von dem zum Ausdrucke, was Meinungsaustausch ein vorwärtstreibender Faktor in der Partei ges zu finden, dem Genossen diese Bemerkung nicht vorenthalten zu man nach dem Genossen Liepmann„ einwickeln" nennt. Dieses zu wesen. Und daß das Recht der Meinungsäußerung auch fernerhin müssen. besorgen, mag denen vorbehalten bleiben, die es zu üben gewohnt erhalten bleibt, dafür werden wir einstehen, trotz Liepmann und Genosse 2. erklärt, die Generalfonumission habe es für richtig sind, Parteivorstand und Generalfommission werden, wenn ein Genossen. C. Legien. befunden, in ihrer Art den Vorstandsvertretern von den Ver- einiges Busammenarbeiten ermöglicht werden soll, an der bisherigen handlungen mit dem Parteivorstand Kunde zu geben, und ferner, Gepflogenheit der offenen und ehrlichen Aussprache festhalten müssen. die Generalfommission hätte dem Parteivorstand sagen müssen: Die einfachere Darstellung der Vorgänge, die dazu führten, daß so und so haben wir unsere Unterredung aufgesetzt, in diesem Sinne über den Massenstreit auf der Konferenz der Vorstandsvertreter Am Sonnabend gelangt der Prozeß des Liman gegen die Genossen haben wir unseren Borständen berichtet, wir wollen es bruden überhaupt verhandelt wurde, wird zeigen, daß die Generalfommission Mehring und Kressin vor dem Leipziger Schöffengericht zur Ver Laffen, äußert Euch, ob es korrekt ist und seid Ihr mit dieser Fassung weit davon entfernt war, die Einwickelungspragis" des Genossen handlung. Der raffenreine jüdische Dr. Liman, geistiges Haupt der einverstanden?" Liepmann zu üben. Am 18. September 1905 wird von einem Antisemiten und Deutschnationalen, Redakteur und Mitarbeiter verGegenüber dieser Unterstellung sei nochmals darauf hingewiesen, Verbandsvorstand der Antrag bei der Generalfommission schiedener Antisemitenblättlein, war zum Kadi gelaufen und hatte daß die in der Sitzung vom 16. Februar vereinbarten Säße so der eingereicht, auf die Tagesordnung der nächsten Konferenz der gegen unseren Genossen Kressin geklagt, weil die Leipziger VolksKonferenz der Vorstandsvertreter unterbreitet sind, wie sie mit Vorstandsvertreter den Punkt zu setzen Parteipreffe und zeitung" den gewerbsmäßigen Vegeiferer gekennzeichnet hatte. Die dem Parteivorstande vereinbart wurden. Auch der Parteivorstand Gewerkschaften". Von der Frage des Massenstreits ver- Leipziger Jnstitution der Klassenjustiz hatte darauf unseren Genossen stellt nicht in Abrede, daß diese Sätze in der Sizung vom lautet fein Wort. Am 23. Dezember 1905 wird von der Kressin zu einem Monat Gefängnis verurteilt. 16. Februar von dem Genossen Silberschmidt niedergeschrieben und Generalkommission beschlossen, die Konferenz für den 19. Februar zu Daraufhin veröffentlichte Genosse Dr. Mehring in der„ Leipziger berlesen sind und die Grundlage für die weitere Diskussion bildeten. berufen. Die Massenstreiffrage wird dabei nicht erwähnt. Am Volkszeitung" eine Erklärung, welche begann: Auch der Parteivorstand stellt nicht in Abrede, daß die von dem 6. Januar 1906 wird die Tagesordnung der Konferenz fest-" In der neulichen Schöffengerichtsverhandlung gegen meinen Genoffen Bebel angefertigte Niederschrift der Säge der Sigung vom gefeßt und der Punkt Partei und Gewerkschaften" an die letzte Kollegen Stressin hat der Redakteur der„ Leipziger Neuesten Nach16. Februar nicht vorgelegt ist und somit als Fazit der Beratung Stelle gerüdt, in der Annahme, er wird vielleicht gar nicht auf der richten" Liman behauptet, er habe nie einen Menschen beleidigt, was nur die Niederschrift von Silberschmidt vorlag. Konferenz zur Verhandlung kommen. Niemand denkt daran, die schon daraus hervorgehe, daß ihn nie jemand verklagt habe. Freund Diese Tatsachen stehen fest und weiß wird nicht schwarz, trot Massenstreiffrage auch nur zu erwähnen. Am 14. Februar teilt der Stressin hat darauf schon zutreffend geantwortet, doch möchte ich mir aller Bemühungen des Genossen Liepmann, eine Farbenänderung Barteivorstand mit, daß die Besprechung über das Problem des als der seit Jahren in erster Reihe von Liman Beschimpfte noch vorzunehmen. Nur wer an Farbenblindheit leidet, fann nach Massenstreits am 16. Februar stattfinden könne. Bis zum 16. Februar, einige Bemerkungen dazu erlauben." Kenntnisnahme der Erklärungen des Parteivorstandes und der General also bis 3 Tage vor der Konferenz, weiß die Generalfommission tommission weiß für schwarz ansehen. nicht, auf welcher Basis sich überhaupt die Verhandlung in der Frage Wir waren bisher gewöhnt, bei Beratungen zwischen Körper- bewegen foll und doch ist nach der Methode" Liepmann schaften, deren Mitglieder durch das Vertrauen der Genossen an alles flüglich vorbereitet, um den Parteivorstand ein ihren Platz berufen sind, keine besonderen Vorsichtsmaßregeln anzuwickeln". Selbst in der Sigung der Sigung der Generalfommission zuwenden, sondern im Vertrauen darauf, daß ehrliches Wollen auf vom 17. Februar wird über die Beratungen nicht weiter diskutiert, beiden Seiten vorhanden ist, uns an solchen Verhandlungen zu be- sondern ohne Debatte beschlossen, daß Silberschmidt der Konferenz teiligen. Wenn man aber schon von„ Vorsichtsmaßregeln" sprechen über die Verhandlungen mit dem Parteivorstande Bericht geben will, so kann man sagen, daß deren genug bei der Feststellung der folle. Der ganzen Sache wird von der Generalkommission teine Säge in der Sizung vom 16. Februar angewandt wurden. gewaltige Bedeutung beigelegt, weil sie der Meinung war, daß der Die Protokolle der Beratungen der Vorstandskonferenzen sind Barteivorstand zu keinem anderen Ergebnis in der Frage hat stets gedruckt worden, mit der Konferenz vom 19. Februar ist also tommen fönnen, wie er gekommen war, wenn er nicht die ganze in feine Ausnahme gemacht. Bei den Beratungen mit dem Partei- Deutschland gegebene Situation außer acht lassen wollte. borstand mußte vorausgesetzt werden, daß diefem bekannt war, daß Genosse Liepmann wird ja auch nach dieser im einzelnen nachdie Protokolle durch den Druck vervielfältigt werden. Aber wenn weisbaren Darstellung zu keinem anderen Urteil kommen. Seinen auch, wollte der Parteivorstand, daß die Verhandlungen zwischen ihm Weg hat er sich gegeben. Seine Absichten kommen in folgendem und der Generalfommission über den Kreis der an den Ber- Saz seines Artikels deutlich zum Ausdruck:" Der Geist der Brüderhandlungen Beteiligten hinaus nicht bekannt werden sollten, dann lichkeit und Solidarität ist beim Gewerkschafts kartell genau so hätte er den Vertretern der Generalfommission nicht anraten dürfen, gut entwickelt wie bei der Generalfommission. die vereinbarten Säße der Konferenz der Vorstandsvertreter zur Beratung vorzulegen. Genosse Liepmann aber sagte:„ Auf allen Parteitagen, Gewerkfchaftstongreffen usw., ja selbst im Reichstage werden die Redner beranlaßt, das Stenogramm einzusehen." Gewiß, die Redner sehen das Stenogramm ein, daß dieses aber an Personen oder Körperschaften, die an den Verhandlungen nicht teil genommen haben, zur Nachprüfung weiter gegeben wird, ist eine Erfindung, die Genosse 2. erst jetzt gemacht hat. Hätte Genosse L. diese Erfindung bei der von ihm bertretenen Organisation in die Praxis umgefeßt, so wären uns viele Erklärungen und Gegenerklärungen, die in den lezten Monaten den„ Vorwärts" füllten, erspart geblieben. " Genosse L. hat diese Erfindung aber nur gemacht, weil er sie brauchte, um zu seiner Schlußfolgerung kommen zu können, die Generalfommission wandte eine Taktik an, bei der der Parteivorstand von vornherein„ eingewickelt" werden sollte". Welche Auffassungen müssen bei dem Genossen 2. über den Vertehr zwischen zwei Körperschaften der einen und selben Arbeiter Würde der Genosse zu einer organisation borhanden sein. solchen Aeußerung tommen können, wenn ihm die Pragis Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 17. Juli, nachmittags 5 Uhr, verschied sanft mein guter Mann und Vater Georg Renfer im 52. Lebensjahre. 256 Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Frau Elise Renfer. Frau Hoppe geb. Renfer. Eduard Renfer. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. Juli, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Heidenfeldstraße 17 aus nach Friedrichsfelde statt. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Georg Renfer, am Heidenfeldstr. 17, am 17. d. Mis. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 20. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Männer- Gesangverein ,, Harmonie Ost". Den Mitgliedern zur traurigen Nachricht, daß unser Sangesbruder, Restaurateur Georg Renfer am 17. d. M. sanft entschlafen ist. Wir verlieren in ihm ein treues, unermüdliches Mitglied. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 20. Juli, nachni. 3 Uhr, vom Trauerhause Heidenfeldstraße 17 aus nach Friedrichsfelde statt. 265 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Landsberger Viertel. Bezirk 190 b. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Genosse Georg Renfer aus dem Leben geschieden ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. d. Mts., nach mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Heidenfeldstr. 17, aus auf dem Bentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Nieder- Schönhausen. Todes- Anzeige. Am Montag, den 16. Juli, verstarb im 45. Lebensjahre unser Mitglied, der Maurer Otto Rühle. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juli, nach mittags 5 Uhr von der Halle des Kirchhofs in der Buchholzerstraße aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 222/13 Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zahlstelle Berlin. Sektion I. Am 4. Juli d. J. starb ganz plötzlich in seinem Heimatsort Forst( Lausitz) unser Mitglied, Der Kollege. 41/19 Paul Albert Reinhold im Alter von 34 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand 6. Juli cr. in Forst statt. Die Ortsverwaltung, am " 1 In den weiteren Säßen der Erklärung charakterisiert Genoffe Mehring die Persönlichkeit des Liman in scharfer Weise. In derselben Nummer der„ Leipz. Bolfsztg." erließ auch Genosse Stressin eine Erklärung gegen Dr. Liman, der unter" dem Mantel der Anonymität eine neue Infamie gegen ihn veröffentlicht habe, indem er ihn als Sigredakteur bezeichnet habe. Darauf erhob Liman erneut Klage und zwar sowohl gegen Dr. Mehring und Kressin als auch gegen den verantwortlichen Redakteur der 2. V.- 3tg.", Genossen. Seger. Andererseits hat Kressin wegen des Ausdruckes" Sigredakteur" Widerklage erhoben. auch Mehring hat Widerklage erhoben. Ueber den Prozeß, der fignifikant für die Helden der bürgerlichen Presse ist, werden wir berichten. Aus der Frauenbewegung. Der Kampf ums Frauenwahlrecht. London, 16. Juli. Bis zu Anfang dieses Monats nahmen die Noch zweifele ich nicht daran, daß die deutsche Arbeiterschaft, Versammlungen und Demonstrationen der Anhänger des Frauentrotz Liepmannscher Erziehungsmethode, ein gesundes Urteil fällen wahlrechts einen ruhigen Verlauf. Nun aber beginnt ein neues fann und zu dem Schluß kommen wird, daß wir für die Sorte Stapitel: Die Huligane werden in Bewegung gesetzt, um die DemonSolidarität und Brüderlichkeit, die Liepmann in seinem Artikel zum ftrationen zu stören. Dies geschah bereits zweimal: in London und Ausdruck bringt, sehr danken müssen. Sollte sie jemals in der in Manchester. Die gestern in Manchester abgehaltene Demonstration, deutschen Arbeiterschaft Geltung erlangen, so würde es traurig um bei welcher die Genofsin Frau Panthurst und Keir Hardie zu sprechen die Fortentwickelung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung be- versuchten, mußte sich auflösen, da es sonst zu Tätlichkeiten gestellt sein. Bis jetzt gilt noch der Grundsay, daß man einen Partei- tommen wäre. genossen erst dann für einen Schuft hält, wenn seine Schuftigkeit erwiesen ist. Liepmann aber konstruiert sich, ohne auch nur Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter und eine Spur von Beweismaterial für seine Angaben zu haben, eine Arbeiterinnen Berlins und Umgegend.( Abteilung V.) MitgliederAnklagefchrift gegen die Mitglieder der Generalfommission, nach versammlung bei Wernau, Schwedterstr. 23-24, Vortrag des Kollegen welcher diese ausgemachte Schufte sind, denn schuftig wäre die St. Stüdemann. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder wird Handlungsweise, wenn sie gemäß der Liepmannschen„ Einwickelungs- erwartet. Agitationsverein für den Wahlkreis Landsberg Soldin. pragis" fich vollzogen hätte. Als Antwort auf diese Art der Liepmannschen Darstellung gibt Freitag, ben 20. Juli, abends 82 Uhr, bei Biede, Staligerstr. 142. Gäste willkommen. es wiederum nur ein Wort, das keinen parlamentarischen KursVerband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin wert hat. und Vororte. Bersammlung heute abend 9, Uhr, Rosenthalerstr. 11/12. Wenn 2. nur den zehnten Teil der Gehirntätigkeit, die er zur Tagesordnung: Bortrag des Genossen Stripp. Stand der Bewegung. Der Borstand. Fabrikation der Anklagen gegen die Generalkommission brauchte, I 8ahlreiche Beteiligung erwartet Am m 16. Juli entschlief infolge einer schweren Operation. unser lieber Bruder und Schwager, der Tischlergeselle Max Balzer. Dies zeigt tiefbetrübt an im Auftrage der Geschwister, Schwager und Schwägerinnen 145 Oskar Balzer. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. d. M., nachmittags punkt 4 Uhr von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Frankfurter Viertel, Bezirk 161. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Genoffe Tischler Max Balzer gestorben ist. 244/8 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juli, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Max Balzer am 16. Juli nach langer Krank heit verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juli, nachmittags um 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Fried. hofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 89/10 PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 137/ 13* Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. für den Sozialdemokrat. Wahlverein IV.Berliner Reichstagswahlkreis ( Köpenicker Viertel.) Bezirk 109. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Tischler Georg Borrmann ( wohnhaft Lübbenerstraße 4) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er sucht 244/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Georg Borrmann am am 13. Juli plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. Juli, nach mittags 5 Uhr, von der LeichenHalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 89/11 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter ( Ortsverwaltung Berlin H). Hierdurch zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Georg Borrmann am 13. Juli verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 19. Juli, nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Rigdorf, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Bekannten und Kollegen die Nachricht, daß meine liebe Frau und unsere gute Mutter Anna Höhne geb. Walther am Dienstag, den 17. Juli, von ihrem langen schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöft worden ist. 176 Otto Höhne nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes in Briz ( Chauffeestraße, Endpunkt der Straßenbahnlinie Nr. 29) aus statt. . Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genoffin 13/17 Martha Ritter am 14. Juli verstorben ist und am 17. Juli zur letzten Ruhe be stattet wurde. Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. # Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 15. Juli, verschied nach kurzem Krantenlager unsere liebe Mutter, Schwieger, Groß- undUrgroßmutter, Schwefter und Tante, die Witwe Friederike Linde geb. Süchler im 77. Lebensjahre. 235 Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. b. M., nach mittags 5, Uhr, von der Leichen halle des alten Luisen- Kirchhofes am Bahnhof Westend aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Allgemeine Familien- Sterbe- Kasse zu Berlin. Sonntag, den 29. Juli 1906, bor. mittags 9 Uhr, im Lotal des Herrn Wiesenthal, Aderstraße 123: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1905/1906 und Bericht der Revisoren. 2. Festsetung der Entschädigung für den Vorstand und die Revisoren. 3. Beschlußfassung, in welchen Zeitungen die Bekannt machungen der Stasse stattzufinden haben. 4. Neuwahl für die aus. scheidenden Vorstandsmitglieder. Es scheiden aus: Der Vorsitzende Herr Acke, der stellvertretende Schriftführer Herr Sitte und der Beijizer Herr 216 Kunze. 5. Berschiedenes. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 3..: A. Acke, Borsigender, Schulzendorferstr. 6, III. Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- Ufer 5.5 Tabak- Großhandlung u. Tabakfabrik. Fabrik- Lager sämtlicher gangbaren Kau- u. Schnupftabake. Spezialität: Nordhäuser Kantabak. Ratiborer Schnupftabake: Essegger, Kownoer, Kardinal, Karotten usw. Nen! stets frisch zu billigsten Engrospreisen. Neu! Neu aufgenommen: Berliner Luft( Detailpreis: Paket 10 Pf.) erstklassiger Qualitäts- Schnupftabak aus den Tabakfabriken 1668L* von Joseph Doms, Ratibor. Amt 4.3014. Schiller- Theater. Für den Juhalt der Juferate Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 19. Juli. Neues Operntheater. Fledermaus. Anfang 72 Uhr. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Lessing. Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwig- Oper: Die Afrikanerin. Schiller N.( Friedrich WilhelmMorwit- Oper. Donnerstag, abends8Uhr: Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beherlein. Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Freitag, abends 8 Uhr: Freitag, den 20. Juli, abends 6% hr, bei Keller, Koppen- Straße Nr. 29: Donnerstag, abend38 Uhr: Die Afrikanerin. Große Dper in 5 Aften v. Giacomo Meyerbeer. Freitag, abends 8 Uhr: Die Hugenotten. Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Oberon, König der Elfen. 3m Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Teue freie Volksbühne. Sonntag, den 22. Juli, nachm. 3 Uhr: General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle:" Revolution von oben." 2. Diskussion. 3. Bericht des Gesamtvorstandes. 4. Wahl eines Revisors für die Zentraltasse. 5. Bericht der Lohnkommission. 6. Forta segung der Diskussion über die Abrechnung vom Herrenabend. 7. Verschiedenes. 201/1 Da in dieser Versammlung die Nachträge zu dem Lohntarif ausgegeben werden, ist es notwendig, daß Der Vorstand. mische Theater). Zapfenstreid. Opern- Vorstellung im Schiller- Theater O. ieber Sollege pünktlich erscheint. Oper. Hoffmanns Er zählungen. Lustspielhaus. Unsere Käte. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Carl Weik. Sündige Liebe. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besub. Die Zauberflöte. Oper in 2 Aufzügen von W. A. Mozart. Karten für Mitglieder a I Mark, für Gäste a 1,20 Mark inkl. Garderobe sind in allen Zahlstellen zu haben. 150/11 Der Vorstand. I. A. Heinr. Neft. Urania S. 48/49. Taubenstr. Täglich abends 8 Uhr: Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Donnerstag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues kgl. Operntheater Sternwarte Invaliden. Z str.57/ 62. OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Die Fledermaus. Militär- Ronzert. Freitag: Carmen. Sonnabend: Mignon. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Keine Vorverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. Täglich abends Unsere Käte. Sommerpreise: Bart.- Fauteuil 3,20. 8 Uhr: Passage- Theater. Heute das glänzende Spezialitäten- Programm. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großer Elitetag. Die Gauklerin. ( Nur noch einige Tage.) Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 7 Bildern von Schwarz- Reiflingen. Außerdem das erstklassige = Spezialitäten Programm. Neiß- Troupe, afrobatische Trampolin Kombination. Coradini. Sarret. Braun. Anfang 42 Uhr. Entree 30 Bf., numer. Platz 50 f. Saisonkarten und Passepartouts haben Gültigkeit. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Der Millionenschneider. Bosse mit Gesang in 2 Aften. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Bf. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbeluftigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Anf- in's Metropol! Ostbahn- Park Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Novität! Täglich: Novität! Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Berlin im Omnibus. Spezialitäten- Vorstellung. Burleske in zwei Bildern nach einer Schwankidee von Victor de Cottens. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Unter Mitwirkung der PantomimenGesellschaft James Price bom FoliesBergère in Paris. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich abends 8%, Uhr im Theater: Sündige Liebe. Familientragödie in 4 Aften v. H. Rolf. In Vorbereitung: Adele. Lebensbild in 5 Aften. Im Garten: Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Rebusa, Dressurnummer. Dammann Family. Ein gefährlicher Ausflug. Wasserpant. Pawel Comp. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Verein Orts- Krantentaffe der Messerschmiede, Schwertfeger und Verfertiger chir. Instrumente zu Berlin. Bekanntmachung. Der Beschluß der Generalversammlung vom 21. April 1906 betreffend den§ 41 Absatz 1 zum Statut ist am 19. Juni 1906 durch den Bezirks: ausschuß genehmigt worden, was wir hiermit zur Kenntnis bringen. 275/12 Der Vorstand. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Gastspiel des Herrn Hermann Litt b. Rembrandt- Theater in Amsterdam. Birkusblut. Operette in 2 Bildern von Baumgart. Dazu die erstklasig. Spezialitäten. Anjang 6 Uhr. Kaffeeküche v. 3 Uhr. Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Brauche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Pianomechanik- Arbeiter u.-Arbeiterinnen! Achtung! Freitag, den 20. Juli cr., abends 7 Uhr: Versammlung sämtl. Verbandsmitglieder aus der Pianomechanik- Branche im ,, Gewerkschaftshaus"( Saal I), Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Liegt die Festsetzung eines höheren Lokalbeitrages im Interesse der Mechanikarbeiter und Arbeiterinnen? 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung müssen alle Verbandskollegen und-Kolleginnen aus der Mechanikbranche erscheinen. 89/9 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenleitung. Hezte, Donnerstag, abends 8, hr, im Gewerkschaftshaus, Berliner Hausdiener Branchen- Versammlung gegründet 1883. Arbeitsnachweis und Bureau: Alte Leipzigerstraße 1, Eingang Raules Hof. Geöffnet von 8-6 Uhr. Sonntags geschlossen. Tel.: Amt I, 2632. Donnerstag, den 19. Julik, Berdo 9 Uhr, in den Zentral- Feſtfälen, abends Alte Jakobstraße 32: der Jaloufie- Arbeiter. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über: Zweck und Ziele der deutschen Arbeiterbewegung". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Obmann. IV. Ordentl. Generalversammlung. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vierteljahresbericht. 3. Anträge. 4. Geschäftliches. 136 Kollegen! Es ist in Eurem eigenen, sowie im Vereinsinteresse notwendig, in dieser Generalversammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Sonnabend, den 21. Juli, in den Gesamträumen der Neuen Welt": 2. Sommerfest und Sommernachts- Ball. Großes Konzert u. Gala- Spezialitäten- Vorstellung. Fronten Feuerwerk. Kinder- Fackelpolouäse. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Entree 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Der Vorstand. Deutschlands. 35/9 ( Zweigverein Berlin und Umgegend.) Sektion der Deckenbranche. F Donnerstag, den 19. Juli, abends 82 Uhr, im Restaurant Augustin, Oranienstraße 103: Versammlung Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Hermann Weise über: ,, Gibt es einen Gott?" 2. Diskussion. 3. Bericht von der Vertretersizung. 4. Verbandsangelegenheiten( Borschläge zum ersten Bevollmächtigten). 5. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht der Kollegen, pünktlich zu erscheinen; auch können die Frauen mitgebracht werden. NB. Die Kollegen der Firma H. Raebel find verpflichtet, vollzählig zu erscheinen. Die Sektionsleitung. J. A.: Heinrich Marx. Freie Volksbühne.dung! Fliesenleger. Achtung! Die neuen Mitgliedskarten können in den Zahlstellen gegen die alten Karten eingetauscht werden. Der August- und September- Beitrag beträgt je 90.Pf. Das Einschreibegeld für neue Mitglieder beträgt 90 Pf., für Wiedereintretende 1,80 M. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. Achtung! Die Mitglieder werden ersucht, die in allen Zahlstellen von Mitte Juli ab ausliegenden Flugblätter und adressierten Fragekarten zur Propaganda für die Erwerbung eines eigenen Theaters abzuholen und sorgfältig auszufüllen und für Weiterverbreitung zu sorgen. 229/ 6* Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Landes- Ausstellungs- Park. Neu erbaut: Festsäle, Café u. Konditorei, gedeckte Gartenhallen, Fontaine lumineuse. Dejeuners von 2,50 Mark an bis 2 Uhr nachmittags. Diners von 3,50 Mark, Soupers von 4 Mark an. Täglich: Doppel- Konzert. Diez' Spezialitäten- Theater. Bom 1. bis Große Spezialitäten Vorstellung. Täglich: 30. Sult: Anfang 5 Uhr. Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Die größte Sensation und Täglich: 16 Löwen beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Sanssouci.Straße4a. Ein Dompteur, eine Tänzerin und eine Dompteuse mit noch nie 11 Uhr abends: Fütterung fämtlicher Sonntg., Montg. Donnerst. gesehenen Tricks. und Sonnabend: Bestien aus den Händen des Dompteurs. Fritz Brand, Berlins befter Hoffmanns Nordd. Sänger Neu! Neu! Kleinstädter in Berlin. Gebrüder Dick. Entr. 30 Bf., num. Pl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 8 U. Prinzeß Rajah, die hawaiische Schönheit Schweizer Garten Am Königstor- Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten BALL. Auf der Liebes- Insel. Freitag, den 20. Juli, abends 8½ Uhr: Versammlung der Sektion der Fliesenleger des Maurerverbandes im Gewerkschaftshause( Saal 7), Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 146/ 1* 1. Bericht des Vorstandes. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten erledigt werden müssen. Der Sektionsvorstand. Achtung! Lederarbeiter! Achtung! Hente, Donnerstag, den 19. Juli, abends 8 Uhr, im Marien. bad, Badstraße 35/36: Extra- Mitgliederversammlung. Tages Drdnung: Wie stellen sich die Mitglieder der Filiale I zu dem Verhältnis der Lederfabrik Aktiengesellschaft. Bollzähliges Erscheinen und Pünktlichkeit erwartet 284/20 Der Vorstand. Arheiter- Baugenossenschaft„ Paradies 99 zu Berlin.( Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Sonntag, den 29. Juli 1906, vormittags 10 Uhr: 66 beste in Vierte ordentliche General- Versammlung Operetten- Burleste 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren Bären. dressierten Piccards amerit. Pantomime Die Einbrecher von New York, Jeden Mittwoch: Salon- Sumorit Kinderfreudenfest. mit neuem Repertoire und das beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Entree 30 Pf. Vorzugskarten find gültig. Im Borgart.: Freikonzert. Anfang 4 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. ( Meysel, Pietro, Britton, Böhme, Böckmann, Walden, Seidel, 0. u. R. Schrader) Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Max Kliems. 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Die Bilanz sowie die Gewinn- und Berlustberechnung sind in der Ges schäftsstelle, SO. 26, Kottbuser Ufer 44 in den Kassenstunden, vormittags Welt- Ausstellungs- 10 und nachmittags 4-7, Uhr, einzusehen. Biograph-( St. Louis) 24. Juli, schriftlich beim Vorstande eingegangen sein. Theater lebender Photographien mit 206/6 abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFrankreichs, Pabrik Prach daher täglich neueste Bilder. Etwaige Anträge der Mitglieder müssen bis spätestens Dienstag, den Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Der Vorstand. G. Dorner. H. Schleffler, worsitzender. B. Müller. und Lager kompletter Möbel- Fabrik Wohnungs- Enrichtungen ♦ Den ganzen Tag Vorstellung zu Fabrikpreisen Eigene Werkstätten Otto Pritzkow. Münzstr. 16. Julius Anelt. Skalitzerstr. 6, empfiehlt am Kottbuser Tor. Ihre Qualitätseigenschaften erklären, warum sich Josetti- Cigaretten unter wirklichen Kennern der grössten Popularität erfreuen. 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Der Bau ist nach wie vor zu meiden. Die Verbandsleitung. Hr. 165. 23. Jahrgang. 2. Stilline ks Jotiüürts" Ktllim Solteliliitt. Donnerstag, 19. Inli 1906 Partei- Angelegenheiten. Rudow. Die nückiste Versammlung des WahlvereinS findet Sonnabend, abends 8 Uhr. bei Palm statt. Tagesordnung: 1. Be- richt von der KreiSgeneralversammlnng. 2. VereinSangelegenheit. 3. Verschiedenes. Die Genossen werden gebeten, die Billetts vom Sommerfest abzurechnen. Der-Vorstand. Prenzlau-Augerumude. Am Sonntag den 12. August findet in Schwedt a. O. im Gasthof zum deutschen Hause nachmittags 1 Uhr die Generalversammlung des Zentralwahlvereins für den Wahlkreis Prenzlau-Angermllnde statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vor- sitzenden. 2. Nechiiungslegung des Kassierers und Bericht der Re- visoren, 3. Bericht der Delegierten der einzelnen Orte. 4. Anträge, T. Verschiedenes und 6. Vorstand-Wahl. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Ter bekannte Polizciton, Sa8 heißt, die Umgangsformen, welche die Polizeibeamten im Verkehr mit dem Publikum anzuwenden pflegen, ist schon oft Gegenstand berechtigter Kritik gewesen. Selbst das„Berliner Tageblatt" sah sich kürzlich Veranlaßt, das Verhalten zu kritisieren, welches die Berliner Schutzleute dem Publikum gegenüber zur Schau tragen. Das..Verl. Tagebl." glaubt auch ein Mittel gesunden zu haben, womit dem oft beklagten Nebel, daß sich die Berliner Schutzleute nicht wie ihre Londoner Kollegen als Schützer und Helfer des schutzbcdürftigen Teiles des Publikums fühlen, gesteuert werden kann. Man möge die Schutzleute besser besolden, dann werden sich intelligentere und fähigere Leute, als es jetzt der Fall ist, für den Polizeidienst finden und. alles wird besser werden, meint das„Berliner Tageblatt" Bis zu einem gewissen, aber doch nur geringen Grade mag diese Annahme zutreffen. Die eigentlichen Ursachen des bekannten Polizeitones und der nicht minder bekannten poli- zeilichen Umgangsformen liegen jedoch tiefer. Man mag die Schutzleute noch so gut besolden�— was wir ihnen übrigens gern gönnen— so lange die Schutzleute ausschließlich aus dem Unteroffiziersstaude entnommen werden und so lange die Polizei selbst militärisch orgailisiert ist, wird auch der charakte- ristische Polizeigeist nicht schwinden und so lange wird auch das Publikum begründete Ursache haben, sich zu beklagen über die Auffassung, welche der Schutzmann von seinen Amts- pflichten hat und über sein aus dieser Auffassung entspringendes Verhalten gegenüber dem Publikum. In London und New Jork— heißt es im„Berliner Tageblatt"— helfen die Schutzleute den Damen und Kindern über den Straßendamm. In Berlin aber denken die Schutz- leute nicht daran, dem Publikum solche Hülfeleistungen zu er- weisen. Da stehen beständig einige Schutzleute beispielsweise am Halleschen Tor und am Potsdamer Platz, halten die Hände auf dem Rücken und schauen in die Lust. Da können Männer, Frauen und Kinder minutenlang warten, um durch die Wagenreihett zu kommen, die Schutzleute kümmern sich nicht darum. Die Beobachtung ist durchaus richtig. Irrig ist aber die Annahme, daß es ein besser besoldeter Schutzmann anders machen würde, denn das Verhalten der Schutzleute, welche das„Berk. Tagebl." kritisiert, liegt im System. Der Schutz- mann, der nach der Meinung des„Tageblatt"-Mitarbeiters an verkehrsreichen Plätzen in die Lust schaut, hat in der Tat wichfigeres zu tun, als schwächlichen Personen durch das Gewühl der Wagen zu helfen. Er schaut nämlich nicht immer in die Lust, sondern er achtet sehr genau auf die Fuhrwerke, die sich in polizeilich vorgeschriebener Weise zu be- tvcgen haben. Wehe dem Wagenführer, der, um an einem haltenden Fuhrwerk vorbeizukommen, über die Mitte des Fahrdammcs hinausfährt. Der anscheinend in die Lust schauende Schutzmann wird den Frevler gegen die Polizei- Vorschrift sogleich anhalten und feststellen, wodurch nun aller- dings zeitweise ein wirkliches Verkehrshindernis entsteht. Ebenso geht es dem Kutscher, der nicht in dem vorgeschriebenen großen Bogen, sondern vielleicht in einem etwas kleineren Bogen um die Ecke fährt. Eine ganze Reihe derartiger Vorschriften gibt es, die im Gewühl des großstädtischen Verkehrs leicht einmal außer acht gelassen werden können. Solche Verstöße bringt der im polizeilichen Sinne gewissenhafte Schutzmann stets zur Anzeige, auch wenn dadurch nicht die geringste Störung im Straßenverkehr entstanden ist. Wie soll ein so beschäftigter Schutzmann noch Zeit haben, Frauen und Kindern durch das Straßengewühl zu helfen. Die militärische Erziehung des Schutzniannes bringt es naturgemäß mit sich, daß ihm die strenge Jnnehaltung bestehender Vorschriften, die vielleicht nicht in jedem Falle zweckmäßig sind, wichtiger erscheint als alles andere. Die Hauptsache ist, daß sich der Straßenverkehr in den polizeilich vorgeschriebenen Bahnen abwickelt. Wie sich das Publikum vor den Gefahren des Straüenverkehrs schützt, das kümmert die Polizei wenig. Außer den hier angeführten Ursachen gibt es noch andere und schwerwiegendere, aus denen sich das auch vom„Berk. Tageblatt" kritisierte Verhalten der Schutzleute erklärt. Die preußische Polizei fühlt sich nicht als eine Institution, die im Dienste des großen Publikums steht und fiir dessen Wohlergehen zu sorgen hat, sie gefällt sich vielmehr in der Rolle eines Vormundes, ja eines Vorgesetzten der Bevölkerung, und sie führt diese Rolle, die ihr übrigens durch eine reaktionäre Gesetzgebung zugestanden wird, konsequent durch, vor allem, soweit die klassenbewußte Arbeiterbewegung in Frage kommt. Gerade auf diesem Gebiet entfaltet ja die Polizei eine besonders eifrige Tätigkeit, und sie geht dabei nicht selten sogar über die Grenzen ihrer Befitgnisse hinaus. Solche Fälle polizeilichen Verhaltens gegen das Publikum werden von der bürgerlichen Presse fast ohite Ausnahme meist nicht beachtet, und doch tragen gerade sie zur Erklärung dessen bei, was das „Berliner Tageblatt" kritisiert. Beamte, welche gewohnt sind, einen Teil des Publikums beständig zu bevormunden. sein Verhalten zu realeinetttieren und die Ausübung seiner Rechte nach Möglichkeit zu hindern, können sich natürlich nicht als Schutzleute im wahren Sinne des Wortes, das heißt als Schützer und Helfer des Publikums fühlen. Die preußische Polizei fühlt sich eben nur als Schntzerin der Interessen der herrschenden Klassen, ebenso wie ja auch das Militär, bem die Holizeibeamten entnommen iverden. nach dem Willen der herrschenden Klassen ein Instrument der Klassenherrschast ist. Unter diesen Umständen erscheint es denn auch begreiflich, daß der Polizeigeist nicht nur die Schutzleute und unteren Polizeibeamten beseelt, sondern daß er auch die höheren und höchsten Beamten der Polizei erfiillt. Dafür weiß unsere Parteipresse fast täglich neue Beispiele anzuführen. An diesen unwürdigen Verhältnissen wird nichts geändert durch bessere Be- zahlung der Beamten, auch nicht durch an sich vernünftige Instruktionen, wie sie das„Berl. Tageblatt" anführt. Wcmt man auch durch Erlaß von Instruktionen, die den Schutzleuten ein zuvorkommendes Verhallen dem Publikum gegenüber zur Pflicht machen, den modernen Anschauungen anscheinend ent- gegenkommt, so hindert doch das herrschende System die Be- folgung solcher Vorschriften und es Ivird alles beim alten bleiben, die Klagen über den polizeilichen Umgangston iverden nicht schwinden, so lange der Polizeigcist herrscht, der ein Ausfluß des gegenwärtigen Systems ist, ivelches die Polizei zur Schützerin der Interessen der herrschenden Klassen stempelt, eines Systems, welches das„Berl. Tageblatt" und seine Ge- folgschaft durchaus begünstigen. Wendung im Wcißbierknegr. Am Dienstag abend ist zwischen Vertretern der ringfreien Weitzbierbrauereien und den verschiedenen Gastwirtsverbänden von Berlin und Umgegend ein Vertrag ab- geschlossen worden, der den Bierkrieg bedeutend abschwächt, viel- leicht auch gar beendet. ES verpflichteten sich 28 Brauereien, hinfort das Weißbier zu 9 Pfennig pro Liter und zwar in geeichten Gefäßen zu liefern unter Wegfall aller bisher gewährte» Ver- günftigungcn. Die Gasiwirtsvertreter hingegen erklärten, künftig die Ringbrauereien zu meiden und die ringfreien durch Bierbezug zu unlerstützen. Dieser Vertrag soll sofort durch notariellen Akt rechts- kräftig gemacht werden.— Von einem entsetzliche» UnglLlkSfall ist der 14jährige Schüler Fritz Ahrend aus der Voltnsiraße 36 betroffen worden. Ä hatte in einer Badeanstalt in Plvtzeusee geschwommen und war dabei niit dem Damnen der linken Hand in ein Glied der Abgrenzungskette hineingeraten. Vergeblich versuchte sich der Knabe zu befreien. Die Situation wurde immer bedenklicher für den Knaben, der infolge der großen Schmerzen, welche an der linken Hand verursacht wurden, Gefahr lief, ohnmächtig zu werden und zu ertrinken. Schließlich schwaminen mehrere Schulkameraden hinzu. Aber auch sie bemühten sich vergeblich, A. zu befreien. Da der Zustand des Bedauerns- werten immer bedenklicher wurde, rissen die Kameraden den Finger gewaltsam aus der Kette heraus. Der Daumen wurde dadurch vollständig zerschmettert und mußte in der kgl. Klinik in der Ziegel- straße einer Operation unterzogen werden. Tödlicher Absturz vom Bock. Durch einen bedauernswerten Unfall hat der Droschkenkutscher Brückner auS der Gartenstr. 65 den Tod gefunden. B. verlor beim Besteigen seiner Droschke plötzlich das Gleichgewicht und stürzte auf den Fahrdannn hinab. Unglücklicher- weise schlug er mit dem Kopfe auf das Straßenpflaster auf und zog sich dadurch einen komplizierten Schädelbruch zu. Der Verunglückte wurde in das Lazarus-K rankenhanS gebracht, wo er gestern an den Folgen der schweren Verletzung starb. Durch Unvorfichtigkeit schwer zu Schaden gekommen ist der 43jährige Kaufmann Friedrich Wernaia, Putbuserstr. 43. W. hatte morgens bei der Toilette eine brennende Lampe benutzt, die vor dem Spiegel stand. Durch eine ungeschickte Bewegung stürzte die Lampe um, explodierte und durch die Flammen wurden die Fenstergardinen in Brand gesetzt. In seiner Ratlosigkeit ließ sich W. dazu verleiten, das entstandene Feuer mit den Händen zu löschen. Er zog sich dabei an den Unlerarmen und Händen schwere Brandwunden zu und mußte nach der Unfallstation XVII gebracht werden. Eine„Hennigjagd" rief gestern abend auf dem Gesundbrunnen große- Aufsehen hervor. Der in Zuhälterkreisen bekannte Max Saalbusch war von der Polizei wegen eines Diebstahls gesucht wordeu. Als mm gestern abend ein Kriminalbeamter an dem Hause Hochstr. 22 vorüberging, sah er in dem dortigen Lokal den S. mit einigen Mädchen am Tische sitzen. Der Beamte betrat das Lokal, um den Langgesuchten z» verhaften. Kaum hatten dies die Mädchen bemerkt, so eilten sie aus den Beamte» zu und riefen:„Sie suchen wohl Saalbusch?" Durch weitere Redereien versuchten dann die- selben, den Beamten aufzuhalten, damit auf diese Weise dem S. Gelegenheit gegeben wurde, sich zu„drücken". Er verschwand durch eine Hintertür, gelaugte auf den Treppenflur und eilte auf den Boden hinauf, um über die Dächer hinweg zu entfliehen. Der Be- ainte eilte dem Flüchtling»ach und erwischte ihn auch auf dem Boden. Gutwillig folgte S. bis auf die Straße. Dort versuchte er aber, die Handschellen zu lockern. Der Kriminalschutzmann versetzte dem S. einen Hieb über den Kopf, worauf der Getroffene anscheinend bewußtlos zusammenbrach. Er wurde nach der Unfallstation in der Badstraße gebracht und dort verbunden. Nachdem erfolgte seine Ueberführung nach dein kgl. Polizeipräsidium. Ein neuer Autoinobil-Omnib»? fährt jetzt auf der Linie 4 Chaussee- straße-HallescheS Tor. Er miterscheidet sich sowohl in der äußeren Eorm ivie in der maschinellen Einrichtung von den übrigen Wagen. r hat keine Decksitze, die bei den Kraftomnibussen nicht gern benutzt werden, dafür aber eine größere Länge, so daß im Inneren sechs Personen mehr Platz finden, als in den bisherigen Wagen. Außer- dem läuft die Welle unter dem Rumpf des Wagens nicht bis an die Hinterräder, und mau steht bei dem neuen Wagen zu beiden Seiten der Welle eine Kette. Dadurch soll eine geringere Abnutzung und eine bessere Bremsung bewirkt werden. Zwei„Ferienreiseilde" wurden gestern vormittag auf dein An- Halter Bahnhof angehalten, als sie den Versuch machten, ohne Billetts die Bahnsteigkontrolle zu passieren. ES handelte sich um die Kinder eines in Köpenick wohnenden Arbeiters, einen neunjährigen Knaben llild seine ein Jahr jüngere Schwester, die die Ferien in der Ferne verbringen wollten. Mit»ur 50 Pf. in der Tasche, die zur Deckung des Fahrgeldes von Köpenick nach Berlin genügten, wollten sie zu Verwandten nach Dessau fahren. Die Kinder begaben sich zu Fuß »ach dem Anhalter Bahnhof und gedachten sich avdercn Retsenden anzuschließen, um als blinde Passagiere die Bahnfahrt anzutreten. Die beiden„Ferienreisendcn" wurden auf der Bahnwache fest- gehalten und dort gestern nachmittag von dem inzwischen telegraphisch benachrichtigten Vater abgeholt. Arbciter-Samariterkolonne. Heute abend 9 Uhr 3. Abteilung in Schöneberg bei Obst, Meiuingerstr. 8. Vortrag über Verbrennungen, Erfrierungen, Hitzschlag. Blitzschlag. Beschädigungen durch Elektrizität. Daran anschließend praktische Uebungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Zu der gestrigen Notiz:„Von einem tötlichen Straßenbahnunfall betroffen", teilt uns der Vater des betreffenden Knaben mit, daß derselbe nicht von seiner Mutter fortgeschickt worden sei, um etwas zu besorgen, sondern mit anderen Kindern gespielt habe. Auch sei er, der Vater, nicht Schuhmacher, sonder» städtischer Arbeiter auf dem Schlachthof. Der Knabe, der 7 Jahre alt ist, war auch nur taub, nicht taubstumm. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der jüngste AuS- bruch des Vesuv, ein Vortrag, der mit zahlreichen farbigen Kata- strophenbildern, die Dr. Schwahn in den von Lava und Asche heim- gesuchten Ortschaften machte, ausgestattet ist, die in ihrer lebens- vollen Schärfe den vollen Eindruck der Wirklichkeit wiedergeben und das zerstörende Vordringen der glühenden Lava in erschütternder Plastik schildern, noch einige Tage wiederholt werden. Dem Berliner Aquarium ist durch den Zoologischen Garten ein Prachtstück einer Wasserschlange zugegangen, die wegen der würfelfleckigen Zeichnung den Namen„Würfelnatter"(tessellatus)� erhalten hat und für uns dadurch besonders interessant erscheint. daß sie, wie man im vergangenen Jahrhundert erst festgestellt hat, über ihr eigentliches Wohngebiet im südöstlichen und südlichen Europa hinaus vorgedrungen und so auch ein Mitglied der deutschen Schlangcnfauna und Bürger des Nahe-, Mosel- und Lahngebietes geworden ist. Das neue Exemplar im Aquarium weicht von den deutschen Stücken und anderwärts beobachteten nicht nur durch die außerordentliche Länge und Stärke, sondern auch durch den eigenartig hellgrauen(sonst olivgrauen) Grundton der Oberseite, so daß die schwarzen Würfelflccken scharf hervortreten, wesentlich ab. Die königliche Biologische Anstalt auf Helgoland übermittelte dem Aquarium eine reiche Sendung von Blumenpolypen, unter denen namentlich die roten, mit grünen Tüpfeln und blauen Warzen gezierten Erdbcerrosen und die großen, mit kurzen und dicken weißlichen Armen ausgerüsteten Tratten durch Stattlichkeit und Farbenschönheit auffallen. Feucrbericht. Dienstagabend um Kst/z Uhr wurde die Feuer« wehr nach der Leipzigerstraße gerufen, wo vor dem Hause Leipziger- straße 99 die Speiseleitung der elektrischen Straßenbahn in einem Tragemast durchgebrannt war. Da keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorlag/ konnte die Wehr nach Benachrichtigung der B. E. W. wieder abrücke». Abends wurde die Wehr nach der Alexandrinen- straße 47 und gleichzeitig nach der Stallschreiberstr. 58 gerufen, wo Kaffeebautzei, in Brand geraten waren. Auf der Rückkehr von der Brandstelle geriet der Kaustnannn Herzberg durch einen Fall unter die Gasspritze 19. Er wurde nach der Unfall- ftation 14 in der Alexandrinensiraße gefahren, wo man Verletzungen am Kopf, Armen und Beinen feststellte. Die Polizei brachte den Verletzten dann nach seiner Wohnung m der Linienstraße 109.— Gestern ftiih um 4 Uhr mußte in der Lange- straße 97/98 ein Kellerbrand gelöscht werden.— Am Mittwoch hatte die Feuerwehr in der Schwerinstr. 16/17 zu tun, wo ein Keller in Flammen stand und in der Melchiorstr. 11, wo Schwefel brannte. In der Landwchrstr. 11 war ein Kasten, Wäsche u. a. in Brand geraten und in der Joachimstr. 8 brannten Gardinen. Ferner wurde die Feuerwehr nach der HauSburgstraße 29 und anderen Stellen gerufen. Vorort- j�acbrlcbten* Charlottenbnrg. In der«m DienStag abend im großen Saale des VolkshauscS stattgefundenen Generalversammlung des Wahlvereins erstattete an Stelle des Genossen Kley der Vorsitzende, Genosse Schmidt, den Bericht von der letzten Generalversammlung des Kreises, der vom Genossen Emil Müller ergänzt wurde. DaS wesentlichste hiervon ist im„Vorwärts" bereits beim Bericht über diese Vcrsamm- lung mitgeteilt worden. Eine Diskussion schloß sich nur an die Mit- teilung, daß der Antrag, die Wahl der Delegierten zur General- Versammlung des Kreises in anderer Weise als bisher zu regeln, und den großen Wahlvereinen eine entsprechend größere Zahl von Delegierten zuzugestehen, abgelehnt sei. Genosse Dr. Borchardt geißelte diesen Beschlutz als im Widerspruch stehend mit unseren eigenen demokratischen Grundsätzen; der mehrfach herangezogene Vergleich mit der Zusammensetzung der Parteitage treffe nicht zu. Auch dort geschehe einigen sehr großen Kreisen, wie Berlin VI, Berlin I V, Teltow-Beeskow und noch einigen, Unrecht; aber besondere Schäden haben sich bisher nicht ergeben, weil jeder Wahlkreis die Kosten feiner Delegatton selbst aufzubringen habe, und dadurch eine Regulierung geschaffen sei, indem die Kreise mit nur wenigen orga- nisierten Genossen auch nur eine entsprechend geringe Vertretung zum Parteitag senden könnten. Würden die Kosten der Delegation der Parteikasse auferlegt werden, wie es bei unserer Kreis-General- Versammlung der Fall ist. so würde auch eine proportionale Per- tretung der Kreise geschaffen werden. Auf seinen Antrag wurde folgende Resolution im ersten Absatz gegen 3, im zweiten gegen 4 Stimmen angenommen: „Die Generalversammlung des Wahlvereins Charlottenburg erblickt in der Ablehnung des von den Wahlvereinen Charlotten- bürg, Rixdorf, Schöneberg gestellten Antrages auf proportionale Vertretung der örtlichen Wahlvereine bei der Generalversamm- lung des Kreises einen schlveren Verstoß gegen die Grundsätze der Demokratie; sie fordert den Zentyalvorstand ausi durch rege Agitation im Kreise dahin zu wirken, daß die Genossen der kleine- ren Orte über die demokratischen Grundsätze aufgeklart werden, damit diese Grundsätze bei der nächsten Generalversammlung zur Geltung kommen. Ganz besonders unverständlich findet cS die Versammlung, daß der Abgeordnete des Kreises, Genosse Z u b e i l, das nn° demokratische Verhalten der Genossen der kleinen Wahlvereine unterstützt. Sie hat den dringenden Wunsch, daß ihr Abgeordneter die Gründe seiner Stellungnahme persönlich darlegt." Zur nächsten Generalversammlung des Kreises wurden die Ge» »offen Kley, Bade, Schröder delegiert. Der nächste Punkt der Tagesordnung war der Kassen» b e r i ch t. den der Kassierer, Genosse Müller, erstattete. Die Einnahmen des letzten Quartals(1. April bis 30. Juni) betrugen 2894.08 M.(einschließlich des Bestandes bei der letzten Abrechnung in Höhe von 314,73 M.), die örtlichen Ausgaben betrugen 539,42 M., an die Zentralkasie wurden 1929,38 M. abgeliefert, so daß ein Bestand am Ort von 425.23 M. verbleibt. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kassierer Decharge erteilt. Zur Aufnahme in den Wahlverein hatten sich etwa 89 Ge» nossen gemeldet; zwei Gesuche wurden dem Vorstand zur näheren Prüfung überwiesen, die übrigen Genossen für aufgenommen erklärt. Hieraus erstattete der Vorsitzende, Genosse Schmidt, den Vorstandsbericht. Es haben in den abgelaufenen drei Monaten 14 Vorstandssihungen, darunter 4 kombinierte, stattgefunden; außerdem war der Vorstand bei 4 Sitzungen und der Generalver» sammlung des Kreises vertreten. Am Ort haben 5 Versammlungen, darunter 2 öffentliche stattgefunden, dreimal sind Flugblatter ver- breitet worden. Gegen 6 Mitglieder des Wahlvereins, die sich an der Stadtvcrordnctenwahl nicht beteiligt hatten, war ein Antrag auf Ausschluß gestellt; zwei davon haben es nicht für nötig gehalten, sich zu verantworten, und sind daher aus der Mitgliederliste gestrichen worden, dreien hat der Vorstand eine Rüge erteilt, gegen einen ist daS Verfahren noch nicht abgeschlossen. Zu bemerken ist ferner, daß das Lokal von Woodrich, Spree, straße, wieder gesperrt werden mutzte, dagegen ist das Lokal von Bauer frei geworden. Frei ist auch das Lokal von Thees auf der Nonnenwiese, doch wird cS in die Lokalliste nicht aufgenommen, weil es einen Saal zu großen Versammlungen nicht besitzt. Besonders eifrig wurde auch die Agitation in dem uns vom Kreise zugewiesenen Agitationsbezirk betrieben. Infolgedessen konnte in Krausnick ein Wahlverein gegründet werden. Das Ottosche Lokal in Krausnick, in welchem bisher Gewerkschaften und Rad- fahrer ihre Versammlungen und Vergnügungen abhielten, ist dem Wahlvcrein nicht zur Verfügung gestellt und daher gesperrt worden. In der Diskussion regte Genosse L ö w e n b e r g an, der Vor- stand möchte der theoretischen Ausbildung der Genossen sein be- sonderes Augenmerk zuwenden. Genosse Schmidt teilte darauf mit, daß der Vorstand für den Winter bereits die Einrichtung wissen- schaftlicher Kurse plane. Bei dem Punkte der Tagesordnung„Verschiedenes" ver- langte Genosse Lang heim, daß jeder Funktionär der Partei »iÄt nur wir jetzt der Gewerkschaft seines Berufes angehören müsse. foWffft öh die(SettcBiIfofttmtfftoft aligeschlofscnen Gewerkschaft seines Berufes. In der sich hieran anschlietzeuden Debatte wurde das Verhalten der Rohrleger(Gruppe Wiesenthal) vom Genossen D u d a verteidigt, von den Genossen Langheim, Giese, Nichter, Löwenberg scharf angegriffen, wobei auch der von der„Einigkeit" empfohlene Absplitterungsversuch von der Partei als im höchsten Maße arbeiterfeindlich bezeichnet wurde. Genosse Giese fragte, ob dem Vorstand bekannt sei, dah bei dem von der Partei mit dem Ehrenamt eines Stadtverordneten betrauten Genossen Bartsch sich eine Zahlstelle des Allgemeinen Deutschen Metall- vrbeiterverbandes, Führung Wiesenthal, befinde. Der Vorsitzende, Genosse Schmidt, erwiderte, datz der Vorstand den Genosien Bartsch bereits geladen habe, um zunächst ein klares Bild von der Angelegenheit zu erhalten. Heftig getadelt wurde auch von den Genossen Nichter und Löwenberg, daß die Druckerei des „Vorwärts" Versammlungsanzcigen und Plakate für Wiesenthalsche Versammlungen drucke. Rixdorf. Auf rätselhafte Weise verschwunden sind seit einigen Tagen zwei Personen, ein junges Mädchen und ein Schüler. Die sechzehnjährige Arbeiterin Anna Henschke, die bei ihrem Vater in der Knesebeck- strasse 118 wohnte, ist bereits seit dem 10 d. M. verschollen. Sie suchte an dem erwähnten Tage ihre Arbeitsstelle in einer Schöne- berger Glühstrumpffabrik auf, kehrte jedoch von dort nicht mehr zu ihren Angehörigen zurück. Es wird damit gerechnet, dasi das junge hübsche Mädchen in schlechte Hände geraten und verschleppt worden ist. Die Verschwundene ist 1,65 Meter groß, hat blondes Haar, graue Augen und gesundes volles Gesicht. Bekleidet war sie mit schwarzem Rock, gelb und grau gestreifter Bluse und weissem Stroh- Hut. Ausserdem wird der vierzehnjährige Schüler Paul Mielewski aus der Steinmetzstr. 102 vermitzt. Der Knabe entfernte sich vor acht Tagen aus der elterlichen Wohnung und ist seitdem spurlos verschwunden. Vielleicht ist der Vermisste einem Unglücksfall zum Opser gefallen. Er hat blondes Haar, blaue Augen, rundes Gesicht und trug bei seinem Verschwinden ein graues Jackett, dunkle Hose und Trikothemd. Auffällig ist es, daß der Verschwundene ohne Kopfbedeckung fortgegangen ist. Lichtenberg. Höfliche Einbrecher statteten gestern dem in der Gartensirasse in Lichtenberg wohnenden Ingenieur Scheibe einen unwillkommenen Besuch ab. Frau Sch. verließ gestern vormittag für kurze Zeit ihre Wohnung, um verschiedene Einkäufe zu besorgen. Als sie nach einer halben Stunde nach Hause kam, begegneten ihr auf der Treppe zwei Männer, von denen der eine ein grösseres Packet trug und sie, höflich seinen Hut ziehend, mit den Worten„Guten Tag, Frau Scheibe" begrüsste. Die Frau hatte kaum ihre Wohnung betreten, als sie zu ihrem Schrecken wahrnahm, dah die Höflichkeit der für Mitbewohner des Hauses gehaltenen Männer eine unangenehme Bedeutung ge- habt hatte. Die beiden waren Einbrecher, welche die Abwesenheit der Sch. benutzt hatten, die Wohnung nach Geld abzusuchen, in Er- mangelung von Besserem aber Wäsche und Kleidungsstücke mitge- nommen hatten. Als die Bestohleno die Treppe hinabeilte, waren die Burschen mit ihrer Beute bereits verschwunden. Schnlzendorf. Schwer verletzt nach der kgk. Klinik übergeführt wurde gestern der Gutsbesitzer Berlin aus Schwante bei Schulzendorf. B. hatte vor- gestern mit einem neugekauften Pferde eine Ausfahrt unternommen, als ihm auf der Veltener Chaussee ein nach Berlin fahrendes Automobil entgegenkam. Das Pferd scheute, wandte sich um und schleuderte den Wagen gegen einen Telegraphenpfahl. Das Gefährt ging in Trümmer und B. wurde mit solcher Gewalt auf die Chaussee geschleudert, dass er ausser schweren inneren Verletzungen einen koniplizierten Bruch des rechten Unterschenkels erlitt. Der Führer deS Automobils nahm sich des Verunglückten an und brachte ihn nach seiner Besitzung. Von hier aus wurde er gestern auf ärztliche Anordimng nach Berlin übergeführt. Pankow. Auch die Bäckeruieister der nördlichen Vororte Pankow, Nieder- Schönhausen, Nordend und Rosenthal haben beschlossen, vom 1. August ab Rabattmarken und Zugaben nicht mehr zu geben. Die Ursachen des Beschlusses sind wie bei ihren Berliner Kollegen in den höheren Arbeitslöhnen und den teuren Mehlpreisen zu suchen. Nun haben jene Bäckermeister bekanntlich die Forderungen der Bäckergesellen strikte abgelehnt, so daß überhaupt eine Erhöhung der Löhne nicht eingetreten ist. Man sieht, auf der Suche nach Gründen für die Preiserhöhung ihrer Ware sind die Bäckermeister nie verlegen. Die Pankower Gcuieindevertretmlg hat nicht, wie der gestrige Bericht mitteilte, den Burger Bürgermeister mit 9, sondern mit 1V von 21 Stimmen zum Gemeindevorsteher gewählt. Spandau. Die vor einiger Zeit abgehaltene öffentliche Versammlung des Vereins der Arbeiter und Arbeiterinnen der Staatswerkstätten, in welcher auch unseren Genossen Gelegenheit gegeben war, die Staats- arbeiter auf den richtigen Weg zu weisen, hatte das Resultat, dass der Vorsitzende Weber, der Kassierer Borrasch und der Schriftführer Dallasch ohne Angabe von Gründen gekündigt wurden. Eine am 13. Juli er. abgehaltene, sehr stark besuchte Mitgliederversammlung beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit. Mttn»var sehr entrüstet über diese Massregelung und wählte schliesslich eine fünfgliedrige Kommission, welche veranlassen soll, dah entweder die Kündigung zurückgenommen oder daß der Grund der Kündigung bekannt ge» geben wird. Die Staatswerkstättenarbeiter dürfen versichert sein. daß weder die Kündigung zurückgezogen noch der Grund der Kündi. gung angegeben wird. Bedauerlich ist nur, daß man sich noch nicht zu ernstem Handeln cntschlieht. Die Erfahrungen müßten den Spandauer Arbeiterinnen und Arbeitern bereits gelehrt haben, daß auf gütliche Weise schwer etwas zu erreichen ist. Will man die be- stehenden Zustände beseitigen, so können wir nur wiederholen, was wir bereits gesagt: Schlicht Euch der modernen Gewerkschaftsorgani- sation an. Sich zu den Pauli und Konsorten bekennen, bedeutet nichts anderes, als die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zu- standes. Bemerkenswert ist auch noch aus der letzten Versammlung, daß ein Mitglied, das zum Anschluß an den Metallarbeiterverband aufforderte, am anderen Morgen gleich prompt seine Kündigung er- hielt. Wie lange noch wollen sich die Staatswerkstättenarbeiter einen solchen Gewissenszwang gefallen lassen? Kürzlich wurde der Schuhmacher KarolcwSki dabei ertappt, wie er ans der Artilleriewerkstatt einen Sack mit gestohlenem Leder über den Zaun warf, dann nachkletterte und mit dem Sack verschwinden wollte. Er wurde jedoch festgehalten und dem von der Bahnhofs- wache herbeigeholten Polizeibeamten übergeben. Beim Transport zur Polizeiwache sprang K. plötzlich an der Charlottenbrücke in die Havel. Er wurde zwar noch lebend herausgezogen, starb aber nach einigen Tagen im Krankenhause. Karolewski war mehrere Jahre in der Werkstatt beschäftigt und wußte sich durch fein patriotisches Auftreten das Vertrauen der Direktion derartig u erringen, dass diese ihn zum Hülfswächter bestellte, um uen Lederdieb, der schon längere Zeit sein Wesen dort trieb, zu er- wischen. Man hatte den Bock zum Gärtner gemacht, denn der Wächter, der den Dieb erwischen sollte, war selber der Dieb und konnte nunmehr in aller Gemütsruhe weiter stehlen. Karolewski hatte auch viel Privatkundschaft als Schuhmacher und meldete sich häufig krank, um während der Zeit seine Privatarbeiten machen zu können. ES liefen zwar ab und zu diesbezügliche Beschwerden über ihn bei der Direktion ein, die aber absolut keinen Erfolg hatten. KarolewSki war eben ein Musterarbeiter und besaß das volle Verträum der Direktion. Ein Arbeiter dieses Instituts, der mal in einer Versammlung ein freies, offenes Wort redet, wird sofort auf die Strasse gesetzt, ein Heuchler aber, der sich durch seinen angeblichen Patriotismus nach �- Verantwortlicher VfobaSimi HffDf»tf«/ Berlin, gfit heg oben hin beliebt zu machen versteht, der kann flottweof die Fabrik bestehlen. Er bleibt und wird sogar zum Wächter über sich selbst gesetzt. Die Untersuchung der Diebstahlsaffäre hat ergeben, dass auch mehrere hiesige Schuhmachermeister Abnehmer des gestohlenen Leders waren. Vorläufig nennt man deren Namen noch nicht öffentlich. Vielleicht sind aber darunter verschiedene, die sich auch als Staats- stützen und stramme Zünstler hervortun. Sericbts» Leitung. Nur auf die Schulter geklopft. Vor dem Kaufmannsgerichte spielte sich gestern eine Verhandlung mit eigenartigem Hintergrunde ab. Eine Stenotypistin, Frida Sch., war bei dem Ingenieur Erich Merten, Königgrätzerstr. 95, seit April gegen ein Monatsgehalt von 90 M. engagiert. Nach der Be hauptung der Klägerin hat Beklagter sie, wenige Wochen nach Antritt ihrer Stellung, als sie einen Brief auf der Maschine schrieb. auf den Rücken, die Brust usw. sehr zärtlich geklopft. Sie verließ deshalb die Stellung auf Grund des Z 71 des Handelsgesetzbuchs, der dem HandlungSgehülfen das Recht gibt, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist die Stellung aufzugoben, wenn sich der Prinzipal erhebliche Ehrverletzungen oder unsittliche Zumutungen gegen ihn zu schuldest k o m m e n l ä ss t. Da in solchem Falle die Kündigung durch ver- tragswidriges Verhalten des Prinzipals veranlasst ist, so ist er nach ß 628 B. G. B. zum Ersatz des durch Aufhebung des Dienst Verhältnisses entstehenden Schadens verpflichtet. Klägerin verlangte deshalb das Gehalt für das Duartal April-Juni, eventl. für die Monate April-Mai. Der Beklagte bestritt durch seinen Vertreter die Behauptung der Klägerin. Er stellte den Sachverhalt so dar, daß die Taille offen gestanden und er beim Hinweis hierauf vielleicht die Klägerin auf die Schulter geklopft habe. Klägerin trat für ihre Be- hauptungen Beweis an. Der Vorsitzende suchte im Termin am 9. Mai einen Vergleich herbeizuführen. ES kam schliesslich ein Vev gleich des Inhalts zu stände, daß Beklagter an Klägerin 120 Mark zahle. Die Wirksamkeit des Vergleichs wurde davon abhängig ge« macht, daß Beklagter, falls er den Vergleich nicht annehme, bis zum nächsten Tage dem Gericht hiervon Nachricht gebe. Da ein Widerruf unterblieb, so wurde der Klägerin eine vollstreckbare Vergleichs- ausfertigung erteilt. Als die Vollstreckung vorgenommen wurde, teilte der Beklagte dem Gericht mit, daß er den Vergleich nicht akzeptiert und das auch dem Vertreter der Klägerin mitgeteilt habe. Dem Beklagten wurde die Hinterlegung der Stteitsumme gestattet und gestern über seinen Einspruch verhandelt. Der Vertreter der Klägerin bekundete, dass ihm der Rücktritt vom Ver- trage mitgeteilt sei. Gleichzeitig wurde aus den Akten festgestellt, dass Beklagter dem Gericht seinen Rücktritt nicht mitgeteilt hatte. Die Klägerin hatte sich allein mit Rücksicht auf die Peinlichkeit einer Beiveisaufuahme vergleichsbereit gezeigt. Indes auch ihr war eine Aufhebung des Vergleichs nunmehr zwecks Klarstellung des Sachverhalts crtvünscht. Das Gericht verwarf jedoch den Ein spruch des Beklagten und sprach die RechtSbeständigkeit des am 9. Mai geschlossenen Vergleiches aus dem juristisch unanfechtbaren Grunde aus, dass der Vergleich perfekt geworden und ein Rücktritt innerhalb der im Vergleich gesetzten Frist dem Gericht vom Be klagten nicht mitgeteilt war.— ES wäre zu wünschen, dass in ähn- lichen Fällen Handlungsgehülsinnen von ihrem Recht in ähnlicher Weise Gebrauch machen, aber Vergleichsvorschläge ablehnen. Das Peinliche, das eine Belveisaufnahine für eine junge Dame hat, wiegt gegenüber dem Wünschenswerten leicht, derartige Vorgänge durch Beweisaufnahme festzunageln._ Eine geradezu bestialische Roheit gegen ein krankeS Pferd führte gestern den Fuhrherru Rhode aus Lichtenberg, Kietzerweg 1, vor den Strafrichtcr. Der wegen Tierquälerei angeklagte R. ist Inhaber eines Fuhrgeschäfts. Am 4. März d. I. waren zwei seiner utscher von ihm beauftragt worden, ein älteres Pferd zu„bewegen", welches infolge einer Krankheit längere Zeit im Stalle gestanden hatte. Die beiden Kutscher spannten das durch dre Krankheit völlig geschwächte Tier vor einen schweren Wagen und hieben mit ihren Peitschen drauflos um es zum ziehen zu bringen. Der arme Gaul konnte jedoch trotz verzweifelter Anstrengungen die schwere Last nicht von der Stelle bringen. Der Angeklagte hatte dies längere Zeit mit angesehen, ohne seinen Angestellten ihr rohes Treiben zu verbieten. Er über> traf diese sogar noch an Roheit und Bestialität, denn plötzlich stürzte er sich auf das kranke Tier, schlug eS erst ein paar Mal mit der Faust auf die Nüstern, um dann' in wahrhaft tierischer Wut seiner Roheit die Krone aufzusetzen. Er erfasste die Zunge des bedauernswerten Tieres, und zog es daran vor« wärtS. Die Folge war. dass durch die scharfen Schneide zähne des Pferdegebisses ein blutiger Riss in der Zunge verursacht wurde. Nicht genug damit, der rohe Fuhrherr band sogar einen Strick um die verletzte Zunge des Pferdes und versuchte es hierdurch zum Vorwärtsgehen zu bewegen.„Wenn das Aas nicht ziehen will, so reihe ich dem Luder die Zunge aus! Kaum hatte der viehisch veranlagte Pferdeschinder diese entsetzliche Drohung ausgestoßen, als er auch schon das grausame Werk voll bracht hatte. Er hielt ein 15 Zenttmeter langes Stück der Zunge des armen Tieres in der Hand und warf dieses mit neuen Schimpfe reien in die Müllgrube. Der schwerverletzte Gaul wurde nun nicht etwa einem Tierarzt zugeftihrt, sondern wurde in den Stall zurückgebracht, wo er sich noch mehrere Tage quälte. Durch die im- glaubtich rohe Tat des Angeklagten konnte das Tier keinerlei Nah- rung aufnehmen. Erst als es vor Entkräftung umzusinken drohte. ließ es der gefühllose Besitzer zu einem Pferdeschlächter schaffen, der es endlich von seinen Qualen erlöste.— Gegen den Angeklagten wurde ein Strafverfahre» wegen Tierquälerei anhängig gemacht. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu vier Wochen Haft. Der irrsinnige Kaozleidiener im Reichsjustizamt. Die Disziplinarkammer in Potsdam hatte gegen den Kanzlei- diener Gruber beim Reichsjustizamt auf Dienstentlassung erkannt, mit Belassung von 8/i Pension auf Lebenszeit. Bei dem Boten« meister im Justizamt waren schon mehrfach Klagen eingelaufen, daß sich G. öfter vom Dienst entferne. Als nun eines Tages eine Mappe fortzutragen war, und der Botenmeister diesen Auftrag an G. er- teilen wollte, war G. nicht zu finden; schliesslich fand der Boten- meister den Säumigen beim Portier in eifrigem Gespräch. Als G. zur Rede gestellt wurde, antwortete er mit Schimpfworten und hat schliesslich den B.otenmeister ins Gesicht geschlagen. Wegen dieser Vorkommnisse wurde gegen G. das Disziplinar- verfahren eingeleitet und wie vorerwähnt erkannt. Nun hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass G. ein Rückenmarksleiden hat, das durch einen Sturz vom Pferde während feiner Soldatendienstzeit hervorgerufen ist, und daß er an epileptischen Zuständen leidet. G. ist auf polizeiliche Anordnung in eine Irren- anstatt gebracht, wo er sich noch befindet. Die Staatsanwalt- scha ft halte deshalb gegen das Urteil der Disziplinarkammer Be- rufung eingelegt. Auf Grund der Gutachten, welche über den Zu« stand des G. abgegeben sind, hob der Disziplinarhof das Urteil auf. weil der Angeklagte für seine HandlungS- weife nicht verantwortlich gemacht werden kann. G. wird nun wahrscheinlich seine ganze Pension erhalten. Bor dem Gesetz sind alle Preußen gleich. Das Schöffengericht in K ö l n hat dieser Tage zwei Arbeiter zu je einer Woche Gefängnis verurteilt, weil sie gelegentlich des Streiks der Kölner Former dem Arbeitswilligen RechS gefolgt sind und ihm mit„Knochenkaputschlagcn" und durch andere Redens- arten„gedroht" haben. Vor dem Kölner Schöffengericht stand auch dieser Tage der Bäckermeister Schwarzbach wegen Miß- ehülfen. Der Gehülfe Handlung zwei Monate eines Lohn zu beanspruchen, erhielt aber hatte für nur fünf Mark. Er wollte nun. wozu er auf Grund der Gewerbe« ordnung berechtigt ist, sofort die Arbeit verlaffen. Der Bäckeruieister aber ergriff ein Holz st ü ck und misshandelte damit den Gesellen derart, dass er eine bluttge Kopfwunde erlitt. Erst kürzlich ist der nämliche Bäckermeister wegen Mßhandlung eines Lehrlings vom Schöffengericht bestraft worden. Wegen einer blossen Drohung, wegen landläufiger Redensarten, die beileibe nicht ernst oder gar wörtlich zu nehmen sind, erhielten die beiden Arbeiter jeder eine Woche Gefängnis; der Bäckermeister aber, der einen Mit« menschen blutig mitzhandelte, wurde zu— fünfzehn Mark Geld st rase verurteilt. Ist unsere Rechtsprechung Klassen« justiz?_ Vermilcbtes. Arbciterrisiko. Nancy, 18. Juli. Bei dem Bau eines FabrikbahngleiseS bei Trieux, Bezirk Brietz, wurden 14 in einem Bahneinschnitt beschäftigte Arbeiter durch herabfallende Erdmassen verschüttet. Obgleich sofort die Rettungsarbeiten in Angriff genommen wurden, konnte bisher niemand gerettet werden. Man befürchtet, dass sämtliche Arbeiter zugrunde gegangen sind. Die Verschütteten sind zumeist Italiener. Eine Dynamitfabrik aufgeflogen. Chikago, 18. Juli. Eine Dynamitfabrik in Aashland ist durch Explosion völlig zerstört worden. Vier Personen wurden getötet und 21 mehr oder minder schwer verwundet. LrUkKakten der Redaktion» Die jnriitischc Svrcchftundc findet wochcntäglich von?>/, biS Sy, Ny> abend» statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um « Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. K. R. B. 109. Zum Studium über Kartelle usw. find zu empfehlen: R. Licsmann. Die Unternehmerverbände, Freiburg, 2. Avil. 1905.— Dr. Jos. Grunzel. Ucber Kartelle, Leipzig 1902.— L. Pohle. Die Kartelle der gewerblichen Unternehmer, Leipzig tti98.— Hans G. Hey- mann. Die gemischten Werke im Grosseisengewerbe, Stuttgart und Berlin 1904.— F. C. Huber. Die Kartelle, ihre Bedeutung für die Sozial-, Zoll- und Wirtschaftspolitik. Stuttgart und Leipzig 1903.— Band 116 der Schriften des Vereins für Sozialpolitik, enthaltend die Verhandlungen über Kartelle und Trusts in Mannheim. 1905. Zu beziehen von Dunker und Humblot, Leipzig.— Ferner(sehr beachtenswert): Kontra« diktorische Verhandlungen über deutsche Kartelle. Herausgegeben vom NeichSamt des Innern. Vornehmlich Heft 1 und 2 (Kohlcnsyndikate), Hest 5(Noheisensyndlkate), Hest 6(tzalbzeugverband). Zu beziehen von Franz Sicmenroth, Berlin, Dcnncwitzstr. 2.— MS Kritik der Karlelle und der Kartell-Enquclen vom sozialistischen Stand- Punkt ist ausserdem zu beachten: Heinrich Cunow: Die Kartelle in Theorie und PrariS.„Neue Zeit", XXII. Jahrg., 2. Band, Hest 32, 33, 35 und 36. Diese Aussätze bieten zugleich eine gute systematische Einführung in die Materie. Fast alle Bücher dürsten in den grossen öffentlichen Bibliotheken (auch in der Börfeiibibltothek) zu haben sein.— W. M. Es ist zu spät. — O. H. 199. I— 4. Leider nein.— F. R. Die sechZwvchentliche Kündigungsfrist deS Werkmeisters ist gültig, auch wenn ihm in Wochen- raten gezahlt wird und die übrigen von Ihnen erwähnten Momente zu- treffen.— G. 5. 1. u. 2. Ohne Kenntnis des Falles nicht zu beurteilen. 3. In Sttassachen ist innerhalb einer Woche nach Verkündung Berufung einzulegen. Gegen Urteile der Strafkammer ist Revision einzulegen. Die spätere Rechtfertigung muß durch einen'Anwalt oder zu Protokoll des Gcrichtsschreibers ersolgen.— O. R. 999. 1. u. 2. Ja. 3. Nein. — Streitköpfe. Nein.— G. W. 7. Sie umssten sich an das Gericht werden, von dem daS Testament eröffnet wurde.— H. Paul. Leider ist der Beamte im Recht.— P. 173. Ja.—<5. L. 41. 1. Ja. 2. Münd- lichkeit genügt, auger bei GrundstückSkäufen.— O. Tl. 48. 1. Nein. 2. Dann inachen Sie von Ihrem HauSrecht Gebrauch, der Wirt müssle auf Gestaltung klagen.- M. 75. Im Jahre 1897.— M. P. 67. Wenden Sie sich um Auskunft an den Magisttat unter Schilderung des Falles oder an das Polizeirevier oder an den Landgerichtspräsidenten.— Bergschön 4» 1. Nein. 2. Dem Gericht._ Berliner Marktpreise. AuZ dem amtlichen Bericht der städtische» Markthallen-Dtrektion.(Grosshandcl.) Rindfleisch la 70—74 pr. 100 Psd., IIa 64-69, ttla 58-62, IVa 62-56, englisch- Bullen- 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100—110, la 82-88, IIa 72-80, lila 60-70. Hammelfleisch la 74—78, IIa 64—72. Schwelneffeisch 61-67. Rehböcke la p. Psd. 0,60-0,75, Na 0,40—0,55. Rotwild la m. Abschussattest p. Psd. 0,40—0,60, IIa 0,00—0,00. Damwild IIa 0,00—0,00. Wildschweine per Psd. 0,26—0,40. Kaninchen per Stück 0,60. Wildenten la per Stück 0,90—1,15, IIa 0,60— 0,85. Krickenten per Stück 0,40—0,60. Hühner, alte, per Stück 1,50—2,40, junge, per Stück 0,40—0,85. Tauben, junge, per Stück 0,40, alte 0,00. Enten, la p. Stück 1,75—2,20, alte, p. Stück 0,00, junge 1,35—1,75, Hamburger, junge, P.Stück 0,00. Gänse, junge la, per Pfund 0,58—0,65, per Stück 3,00— 4,00. Hechte per 100 Psd. 95—106. Schleie 86—93. Bleie 58,00. Aale, gross 113—117, mittel 101—111, klein 62—70, uns. 79—94. Plötzen 0,00. Flundern, pomm. I, P. Schock 3,00—6,50. Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel Per Kiste 2—3, bo. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, engl, per Wall 4,50—5. Ki eler 2—4,50, «ttalsunder 5—6. Aale, gross pro Psd. 1,10—1,30, mittelgross 0.80—1,00, klein 0,50— 0,60. Heringe per schock 4— 5. Schellfische Kiste 2— 4. Sardellen, l 902er, per Anker 85,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36—38, med. 35-42, deutsche 37—44. geringe, neue Matjes, per To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. i,00, Krebse, per Schock, mittel 9,00, kleine 0,00, unsorliert 00,00, Gallzier, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 2,90—3,00, ftische 0,00. Butter per 100 Pfund, la 109—111. IIa 106-109, lila 102-105, ab. lallende 95—100. Saure Gurken, neue, Schock 4—6, Pfeffergurken 4,50—5,00. Kattoffeln per 100 Pfd. rnagn. bon. 0,00, rote Dabersche 0,00—0,00, neue runde 2,75—8,00, neue blaue 3,00,-3,25, neue hiesige 0,00—0, neue Ferbster 2—2,50. Spinat, per 100 Psund 10— 12. Karotten per Schock 2,50 btZ 1,00. Kohlrabi, per Schock 1,00—1.50. Rcttig. bahr., per Schock 2,40—4,80. Rhabarber, Hamb., per 100 Bd. 0,00. Radieschen, per Schock. Bd. 0,60—0,70. Salat, per Schock 1,25—2,00. Bohnen(grüne), per 100 Pfd. 7—9. Schoten hiesige, per 100 Pfd. 10—13. Pscfferlinge per 100 Psd. 20—25. Mohrrüben per S chock-Bd. 1,50— 2,00. Blumentohl per Mandel 1,00— 2,00. Wirsingkohl per Mandel 1,00—1,50. Rottohl per Mandel 3,50. Weisskohl per Mandel 3— 1. Birnen, italienische per 100 Psd. 14—23, schlesische 10—20, Tiroler 21—24. lohanniSbeeren. hiesige, weisse, per 100 Psd. 6—8, do. rote 8—10. itacheweeren per 100 Pfd. 7—12. Kirschen, ital., 100 Pfd. 0,00. Natten, Werdersche 15—20. Werdersche Glas» 15—17. Natten 10—19, do. sauere 10—15. Schlesische 6—16. Himbeeren, Werdersche per 100 Psd. 24—30. Blaubeeren per 100 Psd. 6—12. Erdbeeren, Holl, per 100 Psd. 20—25, Garten« 0,00, Hamburger 13—25, hiesige 15—20. Wald» per 100 Psd. 45—60. Pflaumen, ital. lange dunkle per 100 Psd. 18—20, ital., lange gelbe per 100 Psd. 15—20, ital., runde per 100 Pfd. 15—22, 'ittonen, Mcsffna, 300 stück 11,00—16,00, 360 Stück 14,00—16,00, 200 Stück ,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Zi 7. WttternugsaberNcht vom 18. Juli 1999, morgens 8 Uhr. Elatlonen 1« c 5 S>— II Sf 764 WSW 764 S 766 SW 763 NO 765 NO 767 NNO Stationen S H s s daparanda 745 Still ßctcrSburg 751 W Scilly Slbcrdeen Patts 762 SW 753 SSW 763 Stille Swlnemde. Hainburg Berlin Irankj.a.M. Rüncheu Wien Wetter-Prognofe für Donnerstag, den 19. Juli 1999. Etwas wärmer, vorwiegend heiter und trocken bei massigen südweft« lichen Winden. Berliner Wetterbureau. Waflerstand am 17. Juli. Elbe bei Ausflg+ 1,92 Meter, Bei Dresden— 0,28 Meter, bei Magdeburg 1,78 Meter.— U n st r n t bei Straussfurt-f- 1,35 Meter.— O d e r bei Ratibor si- 3,75 Meter, bei Breslau Oberpcgcl+ 5,36 Meter, bei Breslau Unterpegel— 0,82 Meter, bei Frankfurt+ 1,54 Meter.— Weichsel bei Brahemünde+ 5,78 Meter. — Warthe bei Posen+ 0,44 Meter. Jnierattntejl pepanftv,: Zh. Glwtft Perliib GwS v. Lslos: VerMrtF BuOruckWi v. PttlaZsanftatt Paul Ksiger& Cid, Bezflm SW.,