Mr. 172. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Humänien, Schweden und die Schweiz, Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte.. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die ,, Machtlofigkeit" Freitag, den 27. Juli 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. der Sozialdemokratie. Siberalismus nach rechts getrieben und zum Diener der wei Schwabronen des Regiments beren Annahme mit der ErMan schreibt uns: Die Regierung in gnädiger Stimmung. Von dem zynischen Selbstbewußtsein der Regierung legt folgendes offiziöse Telegramm Zeugnis ab: ehemaligen Dumaabgeordneten in keiner Weise verfolgen zu wollen. Petersburg, 26. Juli. Die Regierung scheint die Heimkehrenden Die Moskaner Behörden wurden davon verständigt, daß irgend welche Repressivmaßregeln nicht wünschenswert erscheinen, nur solle verhindert werden, daß die ehemaligen Dumamitglieder in Verfammlungen ihrer Wähler über die Tätigkeit der Duma berichten. Es sei jedoch vorauszuschen, daß sie lehteres nicht unterlassen werden. Liberalismus beim Kampfe um das allgemeine Wahlrecht ge- Unruhen infolge der Duma- Auflösung von den Waffen Gebrauch wesen, den er uns allein ausfechten läßt, um zu höhnen, wir zu machen. Jeder Kosat sollte 40 scharfe Patronen bekommen. Als erreichten nichts? Der Klassenkampf hat den bürgerlichen nun im Kasernenhof die Patronen ausgeteilt wurden, verweigerten Reaktion gemacht! klärung, fie müßten erst wissen, auf wen fie eventuell schießen sollten. Nach längerem Unterhandeln sab sich der Regimentskommandeur Die liberalen und demokratischen Programmpunkte, die genötigt, der Mannschaft mitzuteilen, daß die Duma aufgelöst jei, vor Jahrzehnten die Bourgeoisie aufstellte und verfocht, harren und daß die Truppen zur Unterdrückung von eventuellen Unruhen „ Ein neues Lied, ein besseres Lied"- so denken unsere noch immer ihrer Erfüllung, und es ist daher ohne weiteres verwendet werden sollten. Infolge dieser Mitteilung erklärten Gegner. Erst schwiegen sie uns tot, dann warnten sie vor der flar, daß sie bei unserer Agitation vielfach in den Vorder- nun sämtliche sechs Schwadronen, die Annahme der scharfen furchtbaren revolutionären Gefahr, die die Sozialdemokratie grund treten, schon deshalb, weil sie länger im Volte leben Patronen zu verweigern, weil sie wegen der Auflösung der Duma scheinung, darauf trösteten sie sich mit dem sicheren bevor- zur Verwirklichung längst reif sind. Unter politische Ohn- blinden Patronen seine Posten, auf denen es bekanntlich zu darstelle, später war ihnen diese eine vorübergehende Er- als die rein sozialistischen Forderungen, und zweitens, weil sie nicht auf das Volk schießen wollten. Sie riefen:" Wir werden fie auseinanderjagen, aber nicht schießen." Das Regiment bezog mit stehenden Verfall der Partei, und als auch von dieser Hoffnung macht der Sozialdemokratie versteht ja auch kein ver- feiner Aftion fam. Als man dann abends die Agitatoren im nur getäuschte Illusionen übrigblieben, gingen fie mit der nünftiger Mensch die Unfähigkeit, die Sozialisierung der Regiment verhaften wollte, erklärten sämtliche Mannschaften ohne Fabel vom Rückgang der Sozialdemokratie haufieren. Jetzt Produktionsmittel sofort durchzusetzen, die nach unserer Ausnahme, sie würden sofort jeden Dienst einstellen, wenn auch nur glauben sie selbst an diese Legenden nicht mehr und eigenen Lehre erst das Ergebnis der wirtschaftlichen Ent- eine Verhaftung erfolge. Ueber den Vorfall wurde den militägehen deshalb mit unserer Einflußlosigkeit" oder unserer wickelung sein kann. Wo aber die gesamte Bourgeoisie, um rischen Behörden Bericht erstattet " politischen Ohnmacht“ frebsen. Die Gegner fehen die gegenwärtige Klassenherrschaft zu stüßen, selbst gegen jene eben bei ihren kritischen Betrachtungen der Arbeiter- ihre früheren Forderungen fämpft, find wir zu ihrer Durchbewegung stets nur die Erscheinungen der Oberfläche. Die jetzung freilich noch zu ,, ohnmächtig". Indes sind sie gerade politische Sturzsichtigkeit, mit der sie behaftet sind, gestattet infolge dieser Stellung der Bourgeoisie selbst ein Objekt des ihnen nicht, auf den Grund zu dringen und die wahre Be- Klassenkampfes geworden, und ihr Erfolg wird den Beginn deutung der von ihnen wahrgenommenen Tatsachen zu er unseres Erfolges auf der ganzen Linie bedeuten. fennen. So war es mit der jahrelang wiederholten Welch deutlicheren Beweis für diese Auffassung könnte es Prophezeiung von der Spaltung der Partei, so ist es jetzt geben, als die Politik in demokratischen Ländern. Nicht eine mit der so beliebten Geringschätzung unseres politischen Ein- reformistische" Taftik der französischen Sozialisten, wie die flusses. Es ist allerdings richtig, was jüngst wieder Herr Barth Politiker um Varth ohne Spur von Sachkenntnis oft behaupten, hat ihnen den unverhältnismäßig hohen Einfluß auf in der„ Nation" geschrieben hat, daß auf die Staatsgeschäfte die Staatsgeschäfte der Republik in den legten LegislaturDas Telegramm fährt dann fort: als solche die größte aller Parteien einen geradezu lächerlich perioden gesichert, sondern die Existenz einer ratung in dem finnländischen Badeort Terijoki ab, in der ein Be Gestern hielten 100 Mitglieder der Kadettenpartei eine Begeringen Einfluß ausübt. bürgerlichen Demokratie, die selbst für de schluß über den Rechenschaftsbericht der Abgeordneten an ihre Wähler Kein Bosten", so fährt er fort, der auch nur entfernt mit der motratische Forderungen zu kämpfen hatte. gefaßt wurde. Die Versammlung sprach sich gegen die revolutionäre Staatsverwaltung in Berührung steht, und wäre es der Posten Deshalb ist jetzt dieser unmittelbare Einfluß im Schwinden Bewegung, jedoch für die Durchführung der in Wiborg gefaßten eines Nachtwächters, wird einem Sozialdemokraten anvertraut. Es begriffen, nun, 100 ein großer Teil der Nadikalen Beschlüsse aus und betonte die Notwendigkeit sofortiger Maßerscheint ausgeschlossen, daß in Preußen ein fommunales Amt, dessen entgegen ihren Versprechungen unter Führung der nahmen, um der Partei in der neuen Duma möglichst viel Size zu Träger der Bestätigung durch die Regierung unterliegt, einem Regierung nach der Mitte und nach rechts eine Anlehnung sichern. Sozialdemokraten anvertraut oder daß ein Sozialdemokrat an einer sucht und sie voraussichtlich auch finden wird. Jetzt wird und Wenn diese Mitteilungen richtg sind, so wären die Herren Bolksschule als Lehrer geduldet wird. In keinem anderen Lande muß der Kampf zwischen bürgerlicher Demokratie und Sozia- beurteilt worden; denn der Russe, der jetzt noch den traurigen Mut Kadetten" vor der Dumaanflösung im allgemeinen viel zu günstig der Welt, in dem es Sozialdemokraten gibt, fennt man eine ähnliche lismus auch in Frankreich heftiger und heftiger werden. hat, sich gegen die revolutionäre Bewegung", zu erklären, und der Engherzigkeit." Aus all dem tann der Schluß gezogen werden, daß die gar im gegenivärtigen Augenblid vor allen Dingen an die Mandate us Es ist, wie gesagt, gar nicht anzuzweifeln, daß der Ein Sozialdemokratie in Deutschland aus der Eristenz eines bürger- in der neuen Duma denkt, der ist wahrlich nicht wert, in einer Zeit fluß der Sozialdemokratie nicht sowohl auf die eigentlichen lichen Liberalismus selbst den größten Nutzen ziehen würde. zu leben, da ein geknechtetes Bolt sich erhebt, um seine Fesseln zu Staatsgeschäfte, als vielmehr auf die Gesetzgebung sich un- Sie könnte aus ihm alle demokratischen Maßnahmen heraus- brechen. mittelbar mur im negativen Sinne äußert; das heißt, es ge- prefsen, deren er fähig wäre, und der Klassenkampf könnte dann Die vier Perioden der Tätigkeit der aufgelösten Reichsduma. lingt uns durch unsere Tätigkeit nur, Angriffe auf Arbeiter- viel reiner ausgefochten werden. Aber es wäre natürlich Unsinn, Die im ganzen zwveinndsiebzig Tage währende Tätigkeit der rechte abzuwehren. Mittelbar freilich üben wir einen wollte deshalb die Sozialdemokratie selbst an einer Regeneration ersten Reichsduma Rußlands faun in vier Abschnitte geteilt werden: nicht zu verkennenden Einfluß auf die Gesetzgebung aus. Es des bürgerlichen Liberalismus arbeiten, denn sie ist unmöglich. Erstens die Vorbereitungsperiode. Diese dauerte vom Eröffnungsist unsere Agitation, unsere unermüdliche Propaganda, die die Wir haben uns vielmehr mit dieser Unmöglichkeit abzufinden tage der Reichsduma, dem 10. Mai, bis zum 26. Wai, dem Tage, gesetzgebenden Faktoren zu sozialpolitischer Arbeit treibt und und mit ihr zu rechnen. Und von diesem Gesichtspunkte aus da die bekannte Reichsduma- Adresse auf das Begrüßungswort des zwingt. Aber wir geben trotzdem, und obwohl Barth gerade fönnen wir unsere jezige politische Ohnmacht nur dadurch Zaren zustande kam. In diesem Zeitabschnitt tat die Reichsduma diese Seite der Frage übersieht, gerne zu, daß der praktisch verringern und möglichst bald aus der Welt schaffen, daß wir die ersten parlamentarischen Schritte und traf die notwendigen Borbereitungen. Es ergoß sich ein vielversprechender friedfühlbare Einfluß der Sozialdemokratie auf die Gestaltung der unsere Aufklärungsarbeit und die Gewinnung weiterer An- licher Redestrom, und fast alle Beschlüsse der Reichsduma Politik im Vergleich zu der Zahl ihrer Anhänger gering hänger nur um so energischer betreiben. Wir können wurden einstimmig akzeptiert. Zweitens Zweitens die Geschäftserscheint. d Diese Arbeit aber gerade deshalb, weil der periode. Dieselbe währte vom 26. Mai bis zum 18. Juni. Während Sampf um die Demokratie ein Bestandteil diefer Beit entwickelte die Reichsduma eine ernste und überaus rege des Klassentampfes geworden ist, nur in rein Tätigteit, arbeitete fleißig an der Agrarfrage und wählte nach einrevolutionärem Sinne durchführen. gegen die dot 10 Die Revolution in Rußland. Frecher Hohn. Diese Tatsache fann aber nur gewürdigt und verstanden werden, wenn sie zuvor ergründet ist, wenn man ihre Ur fachen kennt. Barth und seine Freunde führen sie immer gehenden Debatten eine Agrarfommission. In diese Periode fällt wieder darauf zurück, daß die Sozialdemokratie sich bedauerauch die bekannte" Deklaration" der russischen Regierung, sowie das Mißtrauensvotum der Reichsduina dem russischen Ministerkabinett licherweise in einer„ splendid isolation" gefalle, statt mit dem gegenüber. Drittens die Kampfperiode. Diese erstreckte sich vom Liberalismus zusammenzuarbeiten. Diese Erklärung aber 18. Juni bis zum 16. Juli und stellt eine Reihe von ungemein trifft den Kern in feiner Weise, und zwar haut sie vornehm-. stürmischen Sigungen dar, hervorgerufen durch den Bialystoker Polich, deshalb daneben, weil sie die Existenz eines fünftigen Petersburg, 26. Juli.( B. H.) Ministerpräsident grom, die Enthüllungen des ehemaligen Ministers des Innern, Liberalismus einfach voraussetzt. Gäbe es aber einen solchen Stolypin erließ eine Kundgebung, in welcher er der Be- Fürsten Urnssow, die Erklärungen des Ministers des Innern, Liberalismus, so könnte dieser Einwand gar nicht erhoben völkerung, insbesondere den arbeitenden Klassen, seinen Stolypin, bezüglich der im russischen Polizeidepartement werden. Denn gerade unsere Partei hat immer und überall, Dank ausspricht für die ruhige, forrette Haltung, baldige Auf die Agitation der Schwarzen Hundert". Den Kulminationspunkt eingerichteten Geheimdruckerei, die Rigaer Hinrichtingen und soweit es einer selbständigen Klassenpartei möglich ist, auch hebung der Ausnahmemaßregeln zusagt sowie verschiedene bildete der Zwischenfall mit dem General Paowlow, der im Namen bie zweifelhaftesten liberalen" und" demokratischen" Elemente Reform en verspricht. des russischen Kriegsministers in der Reichsduma auftreten wollte, offene Reaktion unterstützt. Vielleicht sogar Wir wollen sehen, was Herr Stolypin zu sagen weiß, den man aber nicht zu Worte kommen ließ und aus dem Sizungsmanchmal zu viel. Wir erinnern nur daran, daß bei den wenn die Bevölkerung, insbesondere die arbeitenden Klassen, saale verscheuchte. Biertens die Entscheidungsperiode. Diefe legten Reichstagswahlen Freifinnige überhaupt erst in der Stich nicht mehr ruhig und korrekt" sein werden. Mit seinen letzte Periode währte nur wenige Tage. Der von der Agrarkommission wahl und nur mit unserer Hülfe gegen rechtsstehende Kan- Märchen wie z. B.:„ Alle Häupter der Revolution" jollen vorgelegte, von der Reichsduma modifizierte Entwurf sollte in Form didaten gewählt wurden, soweit sie nicht gegen uns mit didaten gewählt wurden, soweit sie nicht gegen uns mit verhaftet werden, wird der schlaue Stolypin nicht sehr weit der Bar die Reichsduma plöglich auflöfte. Da ihnen das Reichseines Aufrufs an das russische Volt veröffentlicht werden, woraufhin reaftionärer Unterstützung durchdrangen. Dagegen sollte doch kommen; denn schließlich ist gerade in Rußland so etwas bumagebäude verschlossen blieb, begaben sich die ReichsdumaHerr Barth nicht das schmachvolle Verhalten seiner Gesinnungs- leichter gejagt als getan. Die„ Ruji. Korresp." macht zu der mitglieder nach Wyborg, wo sie ihre Schlußßigung abhielten und mit freunde in zahllofen Stichwahlen oder den von ihnen be- breisten Prahlerei von der geplanten Verhaftung aller dem bekannten flammenden Aufruf an das russische Volt die Tätiggangenen elenden Berrat bei den preußischen Landtagswahlen Häupter der Revolution" folgende sehr treffende Be- feit in der ersten Reichsduma definitiv beendeten. bergessen. Und wo finden denn die tatsächlich liberalen merkung": Programmpunkte des Liberalismus eine entschiedenere Stüße, als bei uns? Wer verficht denn außer uns und einigen wenigen Bürgerlichen im Ernst noch die Forderung der Trennung von Staat und Kirche? Nicht an zu geringer Würdigung des wahren Liberalismus durch die Sozialdemokratie liegt also ihre politische Ohnmacht", sondern in dem Fehlen eines wirklichen bürgerlichen Liberalismus in Deutschland. Man hat der russischen Freiheitsbewegung häufig und vielleicht mit Recht den Vorwurf mangelnden inneren Zusammenhangs gemacht, aber dieses Fehlen einer Zentralisation hat auch insofern seine Lichtseiten, als es gar nicht angängig ist, der revolutionären Bewegung durch eine Anzahl Verhaftungen einen auch nur einigermaßen wirksamen Damm entgegenzusehen. Mag man eine Anzahl der am meisten in die Oeffentlichkeit Getretenen beiseite schaffen, es findet sich in derselben Stunde Erfat, und wenn hier die Flamme auch einen Moment erlischt, wird sie auf einer anderen Stelle mit um so mehr verheerender Kraft emporlodern." Daß die russische Regierung in der Tat wenig Veranlaffung hat, sich allzu vertrauensselig in Sicherheit zu wiegen, geht aus einer Privatmeldung hervor, die Scherl aus Wien erhielt und die folgendes zu melden weiß über eine Es gibt feinen bürgerlichen Liberalismus; es gibt diese unabweisbare Tatsache ist schon hundertmal wiederholt worden wohl einzelne liberale Führer, aber feinen entschiedenen Liberalismus. Die jämmerlichen Erfahrungen von Barth und Naumann fönnen niemand darüber im Zweifel Lassen. Wo war der Liberalismus bei den schon vorhin angedeuteten Reichstagswahlen? Man tomme uns nicht mit Altena Iserlohn. Das dort erzielte Resultat fann nicht einmal als Ausnahme gelten; denn die freisinnigen Wähler Bon besonderer Seite aus Moskau erhält das„ Neue Wiener dieses Wahlkreises sind zum großen Teil Arbeiter und ihrer Tagblatt" Witteilungen über Borgänge, die sich in dem dortigen Gesinnung nach zu elf Zwölfteln Sozialdemokraten. Wo war Stojafenregiment abgespielt haben. Gleich allen übrigen Truppen der Liberalismus bei der preußischen Schulvorlage? Etwa der Mostauer Garnison hatte das Regiment qus Petersburg Befehl bei den paar oppositionellen Freisinnigen? Und wo ist der erhalten, gewiffe Puntte der Stadt zu befeßen und im Falle von Sosateumenterei in Moskau: Ein britisches Memorandum an die Duma. In London hat sich ein Komitce gebildet, um folgendes Memo randum an die Duma zu schicken: An den Präsidenten der Duma! Wir, die unterzeichneten Mitglieder des Parlaments, Vertreter munizipaler und verschiedener lokaler Körperschaften, fowie andere britische Bürger übersenden dem ersten russischen Parlament beim Schluß seiner ersten Session eine Botschaft der Sympathie und der Hochachtung. Unsere eigene Geschichte lehrt uns, daß verantwortliche Regierung und persönliche Freiheit die einzigen sicheren Grundlagen bilden für den nationalen Fortschritt und die nationale Blüte, und unsere Freundschaft für Rußland veranlaßte uns, die Schöpfung der Duma und ihren Kampf um Macht mit tiefem Interesse und heißer Hoffmumg zu beobachten. Wir haben gelernt, das Genie des russischen Volkes zu betwundern. Der Heroismus seiner Opfer für Freiheit, seine Leiden in dem langen und schmerzhaften Kampfe haben das Herz jedes freien Menschen gerührt. Der vollständige Sieg der Freiheit in Rußland, den wir in nächster Zukunft erwarten, wird es schließlich dem englischen und dem russischen Volle ermöglichen, die Freundschaft öffentlich zu be fiegeln, die sie schon längst vereinigt eine Freundschaft, die auf der Gemeinschaft von Jdealen beruht und die dazu beitragen muß, die Hoffnung aller gutcn Europäer auf eine dem Friede» gewidmete Zivilisation zu verwirklichen." linterschrieben ist das Memorandum u. a. vom Bischof von Hcreford, vom Kanonikus Barnett sWestimnster-Abtei), Lord Ashley, Lord EverSley, Lord Welbti, Lord Brasset,, Fredcric Harrison sPositivist und Schriftsteller), Professor E. S. Beesly, Sir John Gorst, Georg Mercdith sRomancier und Dichter), William Watson (Dichter), Professor Westlake, den Redakteuren des„Speaker", „Spectator",„Manchester Guardian", der„Tribüne",„Daily NcwS", „Dailv Cbronicle". Der Retter in der Not? Die„Frankfurter Zeitung" bringt folgende sensationelle Meldung: Wien, 26. Juli. Der Petersburger Korrespondent der„Zeit" will von bestinformierter Seite erfahren haben, dah die Firma Mendelsohn der russischen Regierung aus Veranlassung des beut- schen Kaisers einen Kredit von 566 Millionen Mark zugesichert habe. Diese Nachricht ist mit Vorsicht aufzunehmen. Jammerlappen. Die„Voss. Ztg." erhält aus Petersburg(LS. Juli) folgende Mitteilung: „Ich erfahre aus unbedingt sicherer Ouelle, Goremhkin sei gegen die Auflösung der Duma gewesen, da er die eingetretene Spaltung der Parteien für die Regierung günstig erachtete. Freitag war er beim Zaren. Der Zar war sehr gnädig, er umarmte Gorcmykin und sagtc,� er habe mit niemandem so gesprochen, wie mit Gorcmykin. Er sei fest davon überzeugt, dah Gorcmykin Rnhlnnd retten werde. Als Goremykin Sonnabend wiederkam, war der Zar ganz anders, sodah Goremykin schließlich fragte, ob er nicht zurücktreten solle. Der Zar antwortete:„Leider ist eS so." Goremykin begab sich in den Ministerrat und sagte:„Ich bringe Ihnen die Knude, die Sie nicht für glaubhaft halten werden. Ich bin kein Premierminister mehr I" Dieser Umschwung wird dem Einfluß Trepows zugeschrieben." Mut! Petersburg, 26. Juli.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) Sechs gewählte Reichsratsmitglieder, unter ihnen auch vier Vertreter der Wissenschaft, haben ihre Mandate niedergelegt. Die Bolksbildner und die Revolution. Vor einer Woche etwa fand in Livland eine von dem Schul- lehrer Biro einberufene Konferenz der lettischen Lehrer statt, die von über 50 Berufsangehörigen besucht war Es wurde beschloflen, eine auf sozialdemokratischer Grundlage stehende Lehrerorganisation zu gründen, deren Aufgabe es sei» soll, in Anlehnung au die bestehenden sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen den verrotteten Zarismus zu bekämpfen. Und wahrlich, did Schergen des Zaren sorgen dafür, daß den Lehrern eindringlichst klargemacht wird, daß der Zarismus der grimmigste Feind aller Bildungsbestrebungen, das erste und größte Hemmnis jeden Fortschrittes ist. Sind doch in den letzten Monate», soweit ennittelt werden konnte, allein in den Ostsceprovinzen 23 Lehrer erschossen, 5 gehenkt, 72 zumeist in Gegenwart der Kinder auf das grausamste mißhandelt worden. IIS Lehrer retteten sich vor der Ermordung durch die Bluthunde des Zaren nur durch die Flucht. AuS ihren Lehrerstelle» wurden IS entlassen, verbannt wurden 12. begnadigt 6. Die zaristischen Brandstifter verwüsteten das Eigentum von 16 Lehrern und verbrannten 6 Schulen. Diese Zahlen, die nur einen kleinen Teil des großen russischen Reiches umfassen und nicht einmal den Anspruch auf Vollständigkeit machen, lehren, woher es kommt, daß selbst bisher ganz indifferente Bürger sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß eS nur e i n Mittel gibt, um diesen schändlichen Zuständen ein Ende zu bereiten: die Beseitigung der Bestie Zarismus. Politische(Übersicht. Verlin, den 26. Juli. Kommt die neue Flottenvorlage doch? Diese Frage wird in einem Leitartikel des führenden Organes der Zcntrumspartei, der„Germania", aufgeworfen. Offenbar sind dem Blatt der eigentlichen Regierungspartei, das ja vorzügliche Verbindungen mit den RegierungSkrcisen unterhält, allerlei Dinge zugeraunt worden, die es ihm als sehr möglich erscheinen lassen, daß trotz eines kürzlich erfolgten offiziösen Dementis dem Reichstage im Herbst eine neue Flottenvorlage zugehen wird. Vorweg protestiert die„Germania" gegen die Zumutung, dem Kaiser als Ersatz für die angeblich untauglich gewordene „Hohenzollern" eine neue Lustjacht zu bauen. In der Presse sei die Ansicht aufgetaucht, Wilhelm II. müsse um so mehr ein solches Schiff betvilligt werden, als er vom Reiche keine Dotation und keine Rcpräsentationsentschädigung erhalte. Diesen Grund, der bei der zirka 16 Millionen betragenden Zivilliste des Kaisers ohnehin mehr als hinfällig ist, will aber die„Germania" nicht gelten lassen. Sie meint: „Für den vorliegenden Fall aber scheint uns dieser Hinweis total verfehlt zu sein; denn warum soll der Kaiser dann nur bei der Marine eine Repräsentationsentschädigung in dieser Form erhalten? Es würde sich dann ganz von selbst ergeben, daß ihm für das Landheer auch einige Dutzend Pferde, Automobile und vielleicht gar Luftballons zur Verfügung gestellt werden müßten, für die Kolonien einige Maulesel, Kamele, Zugochsen usw. Man sieht schon auS dieser Parallele, daß ein lolchcr Hinweis nicht am Platze ist, zumal für den„Admiral des Atlantischen Ozeans" ja ein großes Linien- schiff für Manöverzwecke und zur Besichtigung der Marine be- reit, steht." Aber die Forderung der neuen kaiserlichen Marine-Lust- facht kommt für die„Germania" erst in zweiter Linie in Frage. Sie befürchtet, daß nicht nur diese Fünf- oder Sechs- Millionen-Forderung dem Reichstage zugehen werde, sondern eine vcritable neue Flottenvorlage. Schreibt sie doch: „Das Neichsmariireamt hat nun vor vierzehn Tagen erklärt, daß im Herbst eine ueue Marinevorlage nicht erscheinen werde. Ob es auch heute noch diese ganz bestimmte Erklärmrg abgeben kann, erscheint uns fraglich; aber selbst wenn sie abgegeben wird, ist damit niemand vor Ueberraschungen geschützt, wie die Geschichte der Flottenvorlage von 1800 jedermann zeigt. Tatsache ist, daß gewisse einflußreiche Kreise, die auch auf der Nordlandrcise ihre Vertreter haben, mit aller Macht arbeiten, um für eine neue Flottcnoorlage die Zustimmung zu erhalten.... An die K o st e n einer solchen neuen Vorlage denken die hier tätigen Kräfte gar nicht; ihnen schwebt vielfach nur die höhere Dividende vor, die sie aus größeren Aufträgen erhalten I Auch in der breiteren Oeffentlichkeit hat man in der letzten Zeit erfahren, daß für eine neue Floltenvorlaae tüchtig gearbeitet wird. Der rheinische Flottenverein hielt dieser Tage in Bonn seine Hauptversanimlnng ab. Dabei war im höchste» Grade auffällig, mit welchem Eifer ein hoher Beamter, der Oberpräsident Freiherr v. Schorlemer, für eine größere Flotte ins Zeug ging, also in einer doch sehr stark politischen Frage sich exponierte. Er meinte, wir müßten eine Flotte haben, die sich neben den Flotten anderer Länder sehen lassen könne. Als ob das die deutsche Flotte zum Beispiel gegenüber der französischen nicht schon heute könnte I Aber zu be- Haupte», daß wir mit England den Wettlaus aufnehmen könnten, muß geradezu als Verrücktheit bezeichnet werde», denn da ginge uns der Atem aus... Ob die Wünsche der Flottenbereiue sich bis zum Herbst zu einer Vorlage verdichten werden, steht noch dahin; jedenfalls erlahmen diese Leute nicht in ihrer Agitation, die ja für nicht wenige von ihnen sehr einträglich ist... Jeden- falls gilt für die ganze Sache das Wort des Reichsschatzsekretärs, daß er dem Reichstage keine Vorlage mit hohen Ausgaben unter- breiten werde, ohne sofort dle Lösung der Finanz- frage mitzubringen, ein sehr gesunder Gedanke. Nur so kann Ordnung in den Reichsfinanzen bleiben, wie man sie mit vieler Mühe geschaffen hat. Man mutz sich deshalb klar vor Augen halten,' w o h e r das Geld kommen soll, und da bleibt nach Lage der Sache nur die Ausdehnung der Reichs- Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten übrig. Wir sprechen das jetzt schon aus, damit später niemand überrascht sein kann, wenn die Sache kommt. Wer diese Steuer nicht will, der muß dann auch nicht für Aus- gaben eintreten, die diese unbedingt herbeiführen müssen, am allerwenigsten für Ausgaben auf dem schwankenden unsicheren Wasser. Hier heißt eS später: Hie Ehodus, hio salta!— wenn eS auch den Treibern im Flottenverei» nicht paffen mag." Nach diesem Alarmartikel der„Germania" müssen in der Tat die Chancen der prozcntpatriotischen Flottentreiber keine schlechten sein. Ter Hinweis der„Germania" auf die auch von uns bereits festgenagelte Kundgebung des Ober- Präsidenten v. Schorlemer entbehrt nicht einer unbestreitbaren Beweiskraft. Unverständlich ist uns nur, daß das Zentrum die Flottentreiber lediglich durch den Hinweis auf die alsdann unumgängliche Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten zu ernüchtern sucht. Wäre es nicht viel einfacher, lvcnn die„Genuania" schon heute kurz und bündig erklärte, daß es die geplante neue Flotten- Vorlage einfach ablehnen werde?! Es könnte eine solche kategorische Erklärung doch um so eher abgeben, als ja nach der Ansicht der„Germania" die deutsche Flotte der französischen schon heute ebenbürtig ist und eine Kon- kurrenz mit der allein in Frage kommenden englischen Flotte„geradezu als Verrücktheit" angesehen werden müßte. Warum also bequemt sich das führende Zentrums- organ nicht schon heute zu einer unumwundenen Absage? Vielleicht deshalb nicht, weil das Zentrum auch diesmal wieder mit sich kuhhandeln lassen würde? I— Muster an Ritterlichkeit. Man schreibt uns: „Der Offizier soll ein Muster an Ritterlichkeit sein": das waren die schön klingenden Worte, welche junge Offiziere ge- legentlich ihrer Beförderung von„Wilhelm dem Siegreichen" in der Regel mit ans den Weg bekamen. Daß trotz deS angeblich vor- handencn hohen Ehrgefühls und trotz der Ermahnungen von oben herab Offiziere als Mißhandelnde nichts weniger als Seltenheiten sind, ist um so bedauerlicher, da ihr Bildungs- grad im allgemeinen ein höherer ist als beispielsweise der unserer Industriearbeiter. Wenn letztere einmal in der Hitze de» Gefechts Streikbrechern ihre Arbeiterfänste zn fühlen geben, wissen die Herrenhaus- und Sandtagsjnnker nicht genug über die Verrohung der Arbeiter- klaffe zu zetern und nach den Gerichten zu schreien; wenn aber einer auS ihren eigenen Reihe» wie beispielsweise der Herr Oberleutnant Graf Gersdorf vom Kürassierrcgiment von Seidlitz als Ver- leidiger bor Gericht feinen Klienten damit herauszuhauen sticht, daß er anführt, Kürassiere seien stramme Bengel, denen es nichts schade, wenn sie einmal eins um die Ohren bekämen. dann entrüstet sich das sonst so zartfühlende Offizierkorps über dieses Abweichen vom Wege der Ritterlichkeit nicht im mindesten. Vor einigen Tagen wurde der Hauptmann der g. Kompagnie des Regiments 75 Richard E r ck m a n n vom Kriegsgericht der 17. Division wegen Ungehorsams, vorschriftswidriger Behandlung und Mißhandlung von Untergebenen mit der Waffe zn drei Wochen Stubenarrest verurteilt. Er war angeklagt, in die Reihen der Soldaten hineingeritten zu sein und dieselben mit dem Säbel bearbeitet zu haben, ferner das sogenannte Beschäftigungsbuch, in welches aller Dienst zwecks Kontrolle durch die höheren vorgesetzten einzutragen ist, nicht ordnungsmäßig geführt zu haben,(ß 138 des Militär-StrafgesetzbuchS: Wer vorsätzlich dienstliche Meldungen falsch abstattet usw.) Im Gegensatz hierzu wurde am 26. Juni er. der Gefreite Müller, Füsilier-RcgimentS Nr. 35 zu Brandenburg a. H., auf Grund des genannten Paragraphen zu 28 Tagen Mittelarrest ver- urteilt, weil er infolge einer augenblicklichen Eingebung auf dem Scheibenstand falsch angezeigt hatte. Der mit höherer Bildung, höherem Pflicht- und Ehrgefühl und mit dem Vertrauen seines obersten Kriegsherrn ausgerüstete Offizier wird also für ein schwereres Vergehen viel leichter bestrast als der niedere Mann aus den, Volke mit dem gewöhnlichen Untertanen- verstand. Der Herr Kriegsminister führte am 30. März er. im Plenum des Reichstages aus: die Mißhandlungen seien auf die Presse einer gewissen großen Bewegung zurückzuführen. Es würde sich in diesem Falle wirklich verlohnen zu untersuchen, inwieweit die Mannschaften der 8. Kompagnie des Regiments 75 sozialdemokratisch„verseucht" sind, oder ob und wie oft der Hauptmann E r ck m a n n die„Hetzblätter" „Vorwärts" resp.„Hamburger Echo" u. a. m. gelesen hat. Den militärischen Richtern ist eS ja nachzufühlen, daß sie den Verbrecher im OffizierSrock ivcniger hart anfassen wie den Mann, der den wohllautenden Titel„Gemeiner" trägt. Sie können ihrer Erziehung und LebenSanschauung nach nicht anders; und wenn sie e» wollten, würde sie die allerhöchste KabinettSorder vom 31. Juli 1877 daran hindern, nach welcher bei Verurteilungen von Vor- gesetzten der Erhaltung des Geistes militärischer Zucht und Ordnung Rechnung zu tragen ist. Wenn der Herr KriegSminister glaubt an dem bestehenden System festhalte» zu müssen, wird er wohl sein Versprechen, die Mißhondlungcn zu beseitigen, nicht einlösen können. Selbst der Umstand, daß die Bestrafungen von Soldatenmitzhändlern im Jahre 1805 an Zahl gegen da? Vorjahr abgenommen haben, läßt nicht auf einen wirklichen Rückgang der Straftaten schließen, sondern höchstens darauf, daß die Formen der Mißhandlimgen sich geändert haben. Wie jeder Verbrecher Maßnahmen gegen die ihm drohenden Paragraphen zu treffen weiß, so findet auch der Missetäter in des„Königs Rock" mit der Zeit neue Wege. Hauptmann Erckmann gab als Grund für seine Ausschreitungen an, die Kompagnie habe sich, als er dieselbe im Herbst 1805 über- nommen habe, in äußerst schlechtem Zustande befunden(soll heißen in verbummelter und zuchtloser Verfassung). Diese Entschuldigung— ob sie nun eine lccre Ausrede war oder nicht, soll hier nicht unter- sucht werden— ist schon des öfteren von Soldatcnschindern im Offiziers- rock ins Treffen geführt worden. Sie wird von den Richtern fast immer als strafnüldernd angesehen. ES wird hierniit also zugegeben. daß eine Truppe ohne Mißhandlungen nicht gut auf den Zustand oder den Grad der Ausbildung zu bringen ist, den man im preußischen Heere gut nennt. Wollte man die logische Folgerung hieraus ziehen, so müßte man allen der Armee in jeder Beziehung anhaftenden überflüssigen Prunk und Tand über Bord werfen, um die Mannschaften von unnützen Arbeiten und die Borgesetzten von sinn- und zweckloser Verantwortung zu entlasten. Wer die Mißhandlungen abschaffen will, beseitige ihre Ur« fachen, und wenn der Herr Kriegsminister trotz der anscheinend guten Absicht hierzu nicht in der Lage ist. so sage er eS frei und offen. Er würde unsere große„VolkSerziehungsschule" hierdurch allerdings vor aller Welt als Prügelanstalt� bloßstellen.— Veutlckes Reich« Nene Anklagen des Abgeordneten Erzberger. Herr Erzberger droht mit neuen Enthüllungen über die Mißwirtschaft in der Kolonialverwaltung. In einem Privatbriefe, den die„Konstanzer Nachrichten" zur Abwehr der mannigfachen gegen Erzberger gerichteten Angriffe ver- öffentlichen, schreibt Erzberger: „Daß ich die Schutztruppe je insgesamt beleidigt haben soll, ist eine Unwahrheit; ich habe einen Briefs von General v. T r o t h a, in welchem er mir den Dank für meine Ver- teidiaung der Truppe ausspricht. Aber daß Mißstände cingerisien sind, hat Erbprinz v. H o h e n l o h e in der Budget- kommission zugegeben; er versprach auch, den Alkobolzoll wieder einzuführen. Gegen die internationale Dirnenpest geht man(jetzt) mit Ausweisung vor. Daß das R ech nun gS» wesen total zusammengebrochen ist, hat mir selbst Erbprinz Hohenlohe wie Unterstaatssekretär Twele ge- sagt. Das ist mir unbegreiflich, wie man etwas unter vier Augen zugibt, was in der Oeffentlich£ ei t bestritten wird. Nun soll ja ein Strafantrag gestellt sein; gut, da werde ich als Zeuge einmal gründlich auSp ecken, und nun auch alles erzählen, waß mir mitgeteilt worden ist. Man wird dann staunen, wie rS tatsächlich in Siidwestafrika aussieht. Was hier an Geld vergeudet worden ist, übersteigt alle Begriffe." Die Regierung Ivird sich diesen neuen Angriffen gegenüber unniöglich taub stellen können. Herr Erzberger droht damit. daß er als Zeuge einmal„gründlich auspacken" und der staunenden Welt zeigen werde, wie es tatsächlich in Südwest- afrika aussieht. Er fordert also geradezu die Regierung heraus, ihm zu einer Zeugenaussage zu verhelfen. Ob ihm die Regierung dieses Vergnügen bereiten wird? Die„Nordd. Allg. Ztg." kündigte ja seinerzeit kategorisch an. daß gegen die betreffenden Zentrumsblätter das Strafverfahren ein- geleitet werden würde. Wie uns zu Ohren gekommen ist, ist dieser Ankündigung bis jetzt noch nicht entsprochen worden. Wissende behaupten, daß die Regierung sich hüten»verde, ihrer Ankündigung zu entsprechen, da ihr zur Genüge bekannt sei, mit»vclchcm Material Herr Erzberger und seine Freunde aufzuwarten in der Lage seien! Die neue Drohung Erzbergers dürfte die StaatSanivaltschaft nunmehr vielleicht doch veranlassen, Herrn Erzberger Gelegenheit zu der von ihm ersehnten Zeugen- aussage zu geben. Sollte trotz alledem die angekündigte Anklage unterbleiben, so wird dadurch Herr Erzberger noch keineswegs von der Verpflichtung entbunden, mit seinen Kenntnissen über die Zustände in Südwestafrika„gründlich auszupacken". Im Reichstag hat er dazu ja die aller- beste Gelegenheit. Er wird dann ja zeigen können. ob in seiner Partei die Vertuschungstaktiker die Oberhand haben, oder die Richtung Erzberger l Vnfttiwillige Selbfiverhöhnung. Fast lustiger noch als die komische, von uns in gestriger Nummer abgedruckte Epistel, die Herr Bernard Shaw im Gefühl seiner ver» letzten Eitelkeit an das„Berk. Tagebl." gerichtet hat, lesen sich die Glosien, die von der gegnerischen Presse an diesen bescheidenen Erguß einer schönen Seele geknüpft werden. Gerne würden die konservativen und liberalen Blätter die Gelegenheit benutzen, dem „Vorwärts" eins auszuwischen; aber ob nun Herr Shaw ihnen in der Art, in der er sich selbst als„literarisches Genie" feiert, als eine zu komische Persönlichkeit erscheint, oder ob sie mit richtigem Instinkt erkennen, daß er sich in seinem Schreiben unfrei» willig selbst auf das schönste bloßgestellt hat.— Tatsache ist, daß gerade die bedeutenderen bürgerlichen Blätter von Herrn ShawS Ausführungen am wenigsten Notiz nehmen. Nur die Blätter dritter, vierter Güte haben sich nicht versagen können. Herrn Shaw zu bestätigen, daß seine„Kritik" der Sozialdemokratie unangenehm sein wird; doch selbst diese Zeitungen können, wollen sie sich nicht ihren Lesern gegenüber blamieren, nicht umhin, dem sich selbst als „literarisches Genie" feiernden Herrn Shaw das Attest auszustellen, daß er von den polittschen Verhältnissen Deutschlands ungefähr ebenso viel versteht, wie ein irischer Hammel von der Geometrie. So schreibt z. B. die„Post", das Organ der Schlotjunker: „Shaw kennt die deutsche Sozialdemokratie gut, soweit er sie aus ihren theorettfchen Schrfftcn und aus gekürzten Berichten von ihrem parlamentarischen Auftreten beurteilen kann. Aber von der vergiftenden, verhetzenden, infam aufreizenden Tätigkeit, welche sie auf die Gemüter großer Teile des Volkes ausgeübt hat. in denen sie systematisch alle besseren Regungen abtötet und die schlechtesten Leidenschaften der Menschenbrust auf« wühlt, hat er naturgemäß keine Ahnung. Er weiß nichts davon, waS für gefährliche, durch kein Band der Moral inehr gezügelte, zu allem fähige Fanattker die sozialdemokratische Erziehung heran- gezüchtet hat. Darum ist eS ganz natürlich, daß er die revo« lutionäre Gefahr verkennen und unterschätzen muß, welche in unserer Umsturzpartei steckt." Und selbst die«Nordd. Allgem. Ztg.", das offizielle Rcgicrungs- organ, sieht sich zu folgendem Eingeständnis genötigt: »Daß diese Kritik die Sozialdemokratie vernichte, wie uns das„Berk. Tagebl." weismachen will, können wir gerade nicht finden. Sie ist entschieden bezeichnender für den Verfasser selb st als für die deutsche Sozialdemokratie, von der jener offenbar nur einesehr schwache und dazu falsche Vorstellung hat. wenn er sie ernstlich als Beispiel ein- fältigen Glaubens und einfältiger Pietät und als selbstlose Idealisten ansieht. Die ganze Auseinandersetzung über den Radikalismus oder Nichtradikalismus der Sozialdemokratie und der Versuch Shaws, den Äegriff des Sozialismus erst neu zu entdecken. erinnert etwas an alexandrinisches Literatengezänk, mit dem ein praktischer Politiker wenig zu tun hat. Ria» mag Herrn Shaw als witzigen Satiriker oder noch besser als tantiemen» beglückten Modedichter hochschätzen, den Fähig- leitSbeweiS als Pfadfinder im innerdeutschen Parteileben und als sozialer Rätsellöser hat er mit obigem Schreiben schwerlich erbracht, dessen inhaltliche Schiefheiten seltsam kon- tra stiere n mit dem geschraubten Selbstbewußt« sein, das sich darin spiegelt. Die beiden Zitate genügen. Herr Shaw hat bewiesen, daß nicht nur nach OxcnstiernaS Ausspruch wenig Verstand dazu gehört, die Welt zu regieren, sondern noch viel weniger dazu, ein „tantiemenbeglückter Modedichter" zu werden.---- Die Bezirks- und KreiStagSwahlen in Elsaß-Lothringrn. S t r a ß b u r g, 25. Juli.(Eig. Ver.) Nach einer Verfügung deS Ministeriums für Elsaß-Lothringen finden die Bezirks- und KreistagSwahlen am 16. September statt. Minds med midlem0 England. Die Bedeutung der Kreistage ist gering, dagegen sind die Bezirks- Es wäre dringend zu wünschen, daß über diese Prozeßverhand- für die Frage der Versorgung fiecher Proletarier nur die eine tage Wahlkörper zum Landesausschuß, von dessen 58 Mitgliedern lung ausführlichere Mitteilungen an die Deffentlichkeit Lösung: Laß sie betteln gehen, wenn sie hungrig sind! sie 88 wählen. Die Sozialdemokratie hat ihre Kandidaten bereits gelangten, Offenbar handelt es sich um einen Alt kolonialherrenaufgestellt. Sie beteiligt sich an den Wahlen in den Kantonen menschlicher Brutalität, wie sie ähnlich vom Hänge- Peters und dem Die interparlamentarische Friedenskonferenz. Hüningen, Gebweiler und Markirch( im Bezirk Oberelsaß), Barr, Prinzen Arenberg begangen worden sind. Die Verurteilung zu London, 24. Juli.( Eig. Ber.) Schiemad, Geispolsheim, Schiltigheim, Straßburg- Ost, 3abern und 8 Jahren Zuchthaus beweist, daß das Niederschießen des Trägers Die interparlamentarische Friedenskonferenz trat hier gestern im Hagenau( im Bezirk Unterelsaß), Metz- Süb, Fentsch, Vic und in keiner Weise begründet war, daß also nach europäischen Parlamentsgebäude zusammen. Sie besteht aus folgenden Delegierten: Hayingen( im Bezirk Lothringen). Im Kanton Markirch, den Begriffen ein einfacher Mord vorlag. Wenn trotzdem das Urteil Belgien 74, Dänemark 11, Deutschland 36, Finnland 18, Frankwir vor neun Jahren mit dem 1900 aus der Partei ausgeschlossenen der ersten Instanz um nahezu die Hälfte des Strafmaßes herabreich 10, Griechenland 11, Großbritannien und Irland: die meisten ehemaligen Reichstagsabgeordneten von Mülhausen, Bueb, erobert gefest wurde, so müssen strafmildernde Umstände angenommen Liberalen und Fren, Holland 40, Italien 119, Meriko 1, Norwegen 10, haben, ist Genosse Emmel- Mülhausen, Mitglied des Landes- sein, für die man in Deutschland kein Verständnis haben dürfte. Desterreich 36, Portugal 3, Rumänien 25, Rußland 6( bald abausschusses, aufgestellt, in Straßburg Dst der bisherige Der Regierung erwächst also die Pflicht, zur Aufhellung dieses neuen gereift), Spanien 3, Schweden 5, Schweiz 5, Serbien 1, Ungarn 53, Mandatsinhaber Genosse Böhle Straßburg. Aber auch in Kolonialskandales eine attenmäßige Darstellung des Vereinigte Staaten von Amerika 10. Lord Weardale( der frühere P. J. Stanhope) eröffnete die mehreren anderen Kantonen sind die Aussichten günstig. Die Gegner alles zu geben! Konferenz und erteilte dem Premierminister Sir Henry Campbellhaben noch keine Kandidaten nominiert. Offiziell und nach außen haben nur die Liberalen und Demokraten Stellung genommen, die Gtatsjahr, der früher regelmäßig schon Ende Juli veröffentlicht minister sprachen franzöſiſch. Der Endabschluß der Reichshauptkasse für das leztverfloffene Bannerman das Wort. Sowohl der Vorsitzende wie der Premier Der Premierminister ist durch und beſchloſſen haben, gemeinsam vorzugehen. Uebrigens gibt es im werden konnte, wird diesmal nicht vor Ende August soweit fertig durch liberal, und seine ganze Rede trug den Stempel des offiziellen Neichsland nicht viel Liberale und wenig Demokraten. gestellt sein, daß er veröffentlicht werden kann. Der Grund dafür Liberalismus: Komplimente an die Monarchen und an die Völker, ist, wie die Berl. Pol. N." zu melden wissen, darin zu suchen, daß Fortschritt und Ordnung, Kostspieligkeit und Nußlosigkeit der milidie verschiedensten Reichsverwaltungszweige seit einigen Jahren starte tärischen Rüstungen dies waren die Leitmotive seiner BegrüßungsWährend die blamable„ Germanisierungspolitik" der Regierung Erweiterungen erfahren haben, die für die Feststellung der endgültigen rede. Auch die Worte, die er an die Dumamitglieder richtete, waren fm Dsten Deutschlands den polnischen Grundbesig mehrt und Abrechnungen Verzögerungen gegen früher im Gefolge haben. Was wohlerwogen und gingen nicht über die Grenzen des gemäßigten Er sprach zwar als Privatmann zu Privatfördert, besorgt das rheinisch- westfälische Schlotjunkertum die das Etatsjahr 1905 angeht, so sind die hauptsächlichsten Einnahme- Liberalismus hinaus. Bolonisierung im Westen. Vor einigen Monaten berichteten wir, posten, wie Bölle, Verbrauchssteuern, Reichsstempelabgaben, Bost- leuten; denn die interparlamentarische Konferenz hat zum größten Teile Privatcharakter, aber er war sich nichtsdestoweniger bewußt, daß in der zum Kreise D.- Ruhrort gehörenden größten preußischen und Eisenbahnverwaltungen, in ihren Abschlüssen bekannt. Landgemeinde, der 70 000 Einwohner zählenden Gemeinde Ham- Finalabschluß wird aber erstens das Bild der Einnahmen ver- daß er englischer Premierminister ist. Die Lasten des Militarismus sind schwer und wachsen ununters born, die Nationalpolen bei den Gewerbegerichtswahlen über die vollständigen und sodann Aufschluß über die Gestaltung der Ausgaben brochen. Troydem konnten sie die gesuchte Sicherheit nicht bringen. geben, über die in der Deffentlichkeit bisher wenig bekannt geworden " Christen"," Hirsche" und freien Gewerkschaften den Sieg errungen ist. Durch Mindereinnahmen und Mehrausgaben kann das Bild, Kann nun dieses Ziel nicht durch militaristische Methoden ers diesem Siege ein zweiter ge- das sich aus den Mehreinnahmen der Zölle und Betriebsverwaltungen reicht werden, warum nicht friedliche Methoden versuchen? Dies folgt und zwar auf kirchlichem Gebiete. Bei den Wahlen entwickelte, geändert werden und dürfte sich auch für 1905 etwas um- war Bannermans Hauptargument. Und die friedlichen Methoden zum katholischen Kirchenvorstande erhielten die Nationalpolen gestalten. Man wird aber, meint das Blatt, in der Annahme nicht sind: internationale Schiedsgerichte und Herabsetzung der Rüstungen. 1065 Stimmen, die Deutschkatholiken 595 Stimmen. Das Amt des fehlgehen, daß auch der Finalabschluß der Reichshauptkasse den aus Englands Delegierte werden auf der nächsten Haager Konferenz mit Kirchenvorstandes geht somit ebenfalls in die Hände der National- den bisherigen Veröffentlichungen über die Ergebnisse der Hauptein- einem Plan der friedlichen Methoden erscheinen. polen über. So entstehen inmitten des früher polenreinen" Westens nahmezweige des Reiches gezogenen Schluß, wonach der wirkliche durch die Heranziehung billiger fremdländischer Arbeiter Kleine Abschluß sich beträchtlich günstiger als der Etat für 1905 stellt, nicht umwerfen wird. Im Gegenteil, man wird damit rechnen tönnen, und große Gemeinwesen mit überwiegend nationalpolnischer Be- daß auch das Endergebnis der Rechnung für 1905 insgesamt ein anderes und besseres Aussehen als der Etat aufweisen wird. Germanisierungspolitik. hatten. Kürzlich ist nun bölferung. Offiziöse Begriffsstuhigkeit. Die Nordd. Allgemt. 3tg." macht die wunderbare Ente beckung, daß der„ Vorwärts", wenn auch indirekt", eine deutliche Kritik an dem Leiter seiner eigenen Druckerei übe, wenn er sage, daß der Fall der Veröffentlichung der Aftenstücke des Reichsverbandes biel milder liege, als die Veröffentlichung der bekannten Indiskretionen aus dem Kolonialamt durch die freisinnige und Zentrumspresse. " Kriegervereine und Sozialdemokratie. tag hat auf Antrag feines zweiten Präsidenten, des Regierungsrats Der dieser Tage in Wolfftein abgehaltene 36. Pfälzische KriegerConrad, folgenden Beschluß gefaßt: " Die einzige Nedewendung, die unter den Worten des Premierministers nicht so leicht vergessen sein wird, ist:„ La Duma est morte. Vive la Duma!"(" Die Duma ist tot. Es lebe die Duma!"). Aber auch diese Redewendung ist sehr diplomatisch. Sie kann ebenso gut im Sinne des Zaren wie im Sinne der Demokraten ausgelegt werden. Sir Henry benutzte die Sprache doch wenigstens, um seine Gedanken zu verhüllen, während die meisten der heutigen Diplo maten die Sprache benutzen, um die Abwesenheit von Gedanken zu verdecken. Das Zusammengehen der Mitglieder der Kriegervereine mit der Sozialdemokratie ist unzulässig. Wer Aufrufe zugunsten der Sozialdemokratie unterschreibt, oder nachweislich einen Sozialdemokraten wählt, hat aus unserem Verband auszuscheiden." Weise als politische Instanz und Aufsichtspolizei konstituieren; aber feine Vertreter Es mag lächerlich sein, daß sich die Kriegervereine in dieser insofern müssen wir dem Beschluß beistimmen: Sozialdemokraten hatte die Aufgabe, und überhaupt aufgeklärte Arbeiter gehören nicht in die Kriegerbereine. Südwestafrikanisches. Nachdem Graf Apponyi, der ungarische Delegierte, dem Premier minister für dessen Nede gedankt hatte, bestieg der russische Delegierte Profeffor Kowalewski die Tribüne und erklärte: Im Namen der russischen Nation kamen wir hierher, um an Ihrer großen Arbeit für Recht und Gerechtigkeit teilzunehmen. Das russische Volk, das sich gegenwärtig in den Geburtswehen der Freiheit befindet, wollte feine friedfertigen Gefühle durch zum Ausdruck bringen. Die Reichsduma ein und willkürlichen Regime zu entreißen. Sie hat soeben den friedgroßes Land einem gewaltsamen lichen Fortschritt des russischen Volfes sichern wollen, indem sie dem Staate die Grundlagen der Freiheit und des Gesetzes gab. Unsere erste gesetzgebende Körperschaft hielt sich für berufen, ihre lebhaftesten Sympathien für die Arbeiten dieser Konferenz auszudrücken. Unsere Mission hat ein frühzeitiges Ende genommen, aber unsere Gefühle Entschlusse nach unserem Lande zurück, den großen Kampf für für Euch bleiben unverändert. Wir fehren mit dem unerschütterlichen Freiheit und Frieden, die nunmehr unzertrennlich vereinigt sind, fortzusetzen." Die„ Nordd. Allgem. 8tg." hört wirklich das Gras wachsen. Sollte es ihr denn gar nicht zum Bewußtsein gekommen sein, daß die„ indirekte Kritik" des„ Vorwärts" sich doch in allererster Linie gegen die Vorwärts"-Redaktion selbst richten müßte? So leid es uns auch tut, die gute Meinung der„ Nordd. Allgem. 8tg." von uns zerstören zu müssen, so wollen wir doch gestehen, daß wir bei der Veröffentlichung jener Aftenstücke nicht der Auffassung gewesen sind, daß uns diese Berlin, 26. Juli. Amtliche Meldung. Nach den letzten Nach Berlin, 26. Juli. Amtliche Meldung. Nach den letzten Nachniedlichen Beiträge zur Naturgeschichte des Reichsverbandes vom richten waren die Hottentotten, nach ihrem Vorstoß auf Warmbad Reichsverbande selbst zur freundlichen Benutzung zur Verfügung ge- und 21. Juni, vor den verfolgenden deutschen Truppen in die und Gabis und den sich hieran anschließenden Gefechten vom 20. stellt worden seien. Ja noch mehr: wir werden uns auch in Bu- Oranje berge östlich Außenkehr zurückgewichen. Die Abteilung funft die Freiheit nehmen, ähnliche Indiskretionen zu veröffentlichen, des Majors v. Frey hold griff am 28. Juli bei Uhabis die feind sofern wir dadurch der Deffentlichkeit einen Dienst leisten zu können lichen Hauptkräfte an. Diese bestanden aus den vereinigten Die Konferenz nahm gestern folgende Beschlüsse an: 1. Es ist glauben. Zu Bestechungen und Lodspieleien, wie sie Banden von Morris und Johannes Christian. Nach vorteilhaft, daß den Haager Konferenzen und ihren Friedensarbeiten im Fall Schöne Brodhusen von Vertretern der Regierung hartnäckigem Gefecht floh abends der Feind nach allen Richtungen ein dauerhafterer Einfluß gegeben werde und daß die Mächte sich auseinander. Bei diesem Kampf fiel Oberleutnant versucht worden sind, werden wir uns dabei freilich nicht verstehen. Barlach, früher im Füsilier- Regiment Nr. 86, 3 mei Reiter darüber einigen, periodische Zusammenkünfte dieser Konferenzen ein Wir sind der Regierung und ihren Vertretern gegenüber in der an- urbenschmer, Leutnant winf und ein Reiter zurichten. 2. Wenn die Mächte ihre Vertreter zur zweiten Haager genehmen Lage, un aufgefordert und ohne jegliches Buleicht verwundet. Die Verfolgung der Hottentotten wird Sonferenz ernennen, sollen sie ihnen auch die Aufgabe stellen, ein permanentes beratendes Komitee einzufezen, das die Kodifikation und tun derartige Mitteilungen zu erhalten! die Entwickelung des Völkerrechtes vorbereiten soll." Gegen die Erhöhung der Portosätze im Ortspostverkehr. Daß die bayerische Regierung dem Drängen der preußischen nachgegeben hat und ebenfalls den Portotarif für den Ortsverkehr vom 1. August ab erhöhen tvill, fordert die bayerische Geschäftswelt zum Protest heraus. In München haben sich fast sämtliche liberalen, freisinnigen, nationalliberalen und nationalsozialen Vereine auf eine Protesterklärung geeinigt, in der es heißt: Nichts hat uns in Bayern genötigt, den im Reiche begangenen groben Fehler mitzumachen, hier hätte unser Postreserbatrecht einmal praktisch verwertet werden können zum Segen des Landes. Wenn man finanzielle Gründe geltend gemacht hat, so wäre doch erst einmal abzuwarten, ob die Tariferhöhung die erhofften Mehrerträge bringt, oder ob diese nicht durch Verminderung des Verkehrs ganz oder zum großen Teil wettgemacht werden. fortgesetzt. Am 21. Juli überschritt eine Bande von etwa 30 Hottentotten, von Norden aus dem Bethanierlande fommend, den Bayweg bei Garunarub, südwestlich von Keetmanshoop. Sie traf hier mit einer Patrouille zusammen, von der ein Reiter getötet und Leutnant Block schwer verwundet wurde. Es handelt sich anscheinend bei dieser Hottentottenbande um einen Rest von Bethanierleuten, die fich Johannes Christian anschließen wollen. Die Verfolgung dieses Gegners wurde gleichfalls fofort eingeleitet. Nach einer Meldung der englischen Regierung hatten am 2. und 16. April 400 Weiber, Kinder, frante Männer und schwer Verwundete, die zur Bande Morengas gehörten, mit einigen Wagen unter Führung von Dick Witboi die Grenze überschritten. Sie wurden unter militärischer Bedeckung nach Geelboschrai in die Gegend von Rietfontein, Südosten, gebracht, nachdem alle Waffen abgenommen waren. Am 21. Juli 1906 auf Patrouille bei Garunarub gefallen: Reiter Daube Voß, geboren 11. 5. 1884 zu Emden, Halsund Brustschuß. Schwer verwundet: Leutnant Helmuth Block, geboren am 12. 2. 1877 zu Königsberg i. N., Bauchschuß. Jm Landtage aber haben Vertreter der ultramontanen Mehrheit gegen den Widerspruch der liberalen Fraktion ohne die mindeste Rücksicht auf die Intereffen des städtischen Erwerbslebens und des Mittelstandes, ohne Rücksicht auch auf die vorliegenden Am 8. Juli bei Tses leicht verwundet: Gefreiter Otto Versprechungen der Regierung, gedrängt, so rasch wie möglich dem Beispiel der Reichspoft zu folgen. Für die Interessen der betroffenen Grosnit, geboren am 29. 10. 1883 au Stuga, Schuß Gesäß. Ferner: Reiter Wilhelm Stenzel, geboren am 2. 6. 1883 fleineren Geschäftsleute hatte ein Bentrumsredner nur eine höhnische zu Branno, am 22. Juli im Lazarett Keetmanshoop an HerzAbweisung gehabt. Wir protestieren deshalb auf das schärfste gegen die Maßregel ich wäche nach Lungenentzündung verstorben. Ausland. Frankreich. Der Regierungsradikalismus gegen die Arbeitergreife. Paris, 25. Juli.( Eig. Ber.) Aus der Partei. Die Generalversammlung des Verbandes sozial. demokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend findet am Sonntag, den 29. Juli, mittags Punkt 12 Uhr, in den Germania- Sälen, Chauffeestr. 103, statt. Als vorläufige Tagesordnung ist festgestellt: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 3. Anträge der Einzeltreise. 4. Verbandsangelegenheiten. 5. Parteiangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Zutritt nur mit abgestempelter Eintrittstarte. Der Eingang für die Delegierten befindet sich 1. Hof geradezu. Für Gäste( ebenfalls nur mit Karten) 2. Hof Tints. Der Zentral- Vorstand. Beruhigung". Die Kollegen von der Sächs. Arbeiter- Beitung" find so freundlich, die Redaktion des Vorwärts" durch eine kleine Notiz in der Mittwochnummer zu beruhigen". In dieser Notiz wird mitgeteilt, daß sich Genosse Dr. Gradnauer seit längerer Zeit in den Ferien befindet, daher also die Dresdener Kollegen nicht das vor bewahren konnte, allerlei Proben einer etwas sehr weitgehenden Unkenntnis der Berliner Verhältnisse speziell sowie der Parteiverhält niffe im allgemeinen an den Tag zu legen. " " Der Abwesenheit des Genossen Gradnauer ist es denn wohl auch zuzuschreiben, daß die Sächsische Arbeiter- Beitung" letzten Dienstag eine ganz ersichtlich von der Redaktion des„ Borwärts" gegen die„ Einigkeit" geführte Polemit als„ wahrscheinlich vom Parteivorstand" stammend bezeichnete. Zur Tagesordnung des Parteitages. Auch die Frankfurter Boltsstimme" schließt sich dem Vorschlage an, zum Punkte Massenstreit" außer dem Genossen Bebel noch einen zweiten Referenten und zwar aus den Streisen der Generalfommission zu stellen. ( Der Vorschlag stammt von der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" und nicht von der Görlitzer Volkszeitung", wie wir irrtümlich meldeten. Die Görliger Boltszeitung" hatte den Vorschlag wohl nur als erste aus der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" übernommen.) an sich, die sich in ihrer Verkehrsfeindlichkeit würdig anreiht an die anderen Belastungen des Verkehrs- und Gewerbslebens, die Fahrkartensteuer, die sogenannte Tarifs reform, den Frachturkundenstempel, die anEnte gekündigten Schiffahrtsabgaben, die ziehung des zweiten Telephonhörrohres und die drohende Erhöhung der Telephongebühr. Die Regierung des Herrn Clémenceau hat einen neuen Beweis Wir protestieren gegen die Berletzung von Treu und Glauben, die ihrer brutalen Bourgeoisgesinnung gegeben. Bekanntlich beschloß durch diese Portoerhöhung im Hinblick auf die bei Auf das Parlament im vorigen Jahre ein Gesetz über die öffentliche hebung der Privatposten gemachten Versprechungen ge- Unterstüßung von notleidenden Greisen und Siechen, ein Geseß, das geben ist. Wir protestieren gegen protestieren gegen die überſtürzte Be- eine die überſtürzte Be- eine wenngleich ganz unzureichende Abzahlung auf die Handlung der Angelegenheit durch die Regierung, gegen Altersversorgung darstellte. Danach sollten notleidende Greise von die Nichtachtung, die den Vertretungen der städtischen Interessen über 70 Jahren sowie Sieche und unheilbare Krante monatliche des Handels und Gewerbes zu teil geworden ist. Wir protestieren Unterstüßungen von 5 bis zu 20 Frank erhalten, und zwar sollte endlich gegen die städtefeindliche Haltung der ultramontanen der Preis der wichtigsten Lebensbedürfnisse an den verschiedenen Landtagsmehrheit, die auch bei dieser Gelegenheit deutlich zum Orten für die Höhe der Unterstüßung maßgebend sein. Der Ausdruck gebracht wurde. Wir protestieren insbesondere mit Ent- Minister des Innern hat nun dieser Tage ein Zirkular heraus rüstung gegen die Haltung der ultramontanen Münchener Ab- gegeben, worin er den Generalräten mitteilt, daß er mit Rüdsicht geordneten, die es nicht gewagt haben, gegen ihre Parteiführer auf die Finanzlage nur zu Unterstüßungen bis zum Betrage von auch nur ein Wort für die so empfindlich geschädigten Münchener 5 Frant seine Zustimmung geben tönnte!! Der Minimalbetrag, Interessen einzulegen.-. den das Gesetz nennt, wird also durch die Willkür des Ministers im Handumdrehen in ein Magimum verwandelt! 5 Frant als Höchstbetrag für Arbeitergreife! Das ist die soziale Fürsorge der Eine industrielle Zählung in England. Im Unterhaus machte eine unredliche Gesetzesinterpretation zu rechtfertigen. Aber es Am Freitag, den 22. d. M., begann vor der Berufungsinstanz, fommt wirklich nicht darauf an, ob dieses schmähliche Editt durch der Handelsminister Lloyd- George bekannt, daß er beabsichtige, das Loch eines Paragraphen oder rein aus dem absolutistischen einen Antrag auf eine Industriezählung einzubringen. Der Haupts dem hiesigen Obergericht, die Hauptverhandlung in dem Prozeß Gutdünken des Herrn Clémenceau geschlüpft ist. Seine Bedeutung zweck sei, festzustellen, wie viel jede Fabrik und jede Werkstätte gegen den Broinfpettor Düttmann wegen Totschlags, ist in jedem Falle die: Die Sparsamkeit der Bourgeoisrepublik be- leistet. Um diese Mitteilungen zu erhalten, müsse man den Be Totschlagsversuchs, Urkundenfälschung. Unterschlagung, sowie einer ginnt bei den Invaliden der Arbeit. Assamten eine gewisse Machtvollkommenheit gewähren, denn, wenn man .09 Ein neuer Peters. Die in Dar es Salam erscheinende Deutschostafrikanische Demokratie. Das Ministerium sucht sein Borgehen formell durch Beitung" berichtet in ihrer Nummer vom 30. Juni: " " Aus Induftrie und Handel. großen Menge anderer Straftaten, dessen Ausgang in Das Widerlichste an der Sache ist, daß die Radifalen, die ja es den Fabrikanten überlasse, Berichte einzureichen, werde stets ein Dar es Salam sowohl wie auch in vielen Teilen der Kolonie mit befanntlich den Klassenkampf für eine Jllusion und die Solidarität 3weifel bestehen bleiben, ob auch der Bericht die vollen Zahlen gebe. Spannung erwartet worden ist. Nach fünftägiger Verhandlung wurde von Bürger, Bauer und Arbeiter für ein Entwickelungsgesetz der Es werde natürlich das größte Geheimnis gewahrt werden, weil die am 27. Juli, abends um 9 Uhr, endlich das Urteil gesprochen, in Demokratie ausgeben, gerade auf das Altersunterstüßungsgesetz meisten Fabrikanten abgeneigt sein dürften, Angaben zu machen dem das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und der Angeklagte angepocht haben, als sie in der Wahlkampagne um das Vertrauen wenn die Gefahr vorliege, daß diese veröffentlicht werden könnten. der Massen warben. Die Wähler haben ihre Schuldigkeit getan, Die erste Zählung dieser Art folle 1908 stattfinden und die indus statt zu 15 Jahren nur zu 8½½ Jahren Zuchthaus berurteilt wurde. Düttmann hatte auf seinem Marsche nach und die radikale Regierung verrät schamlos die einzige sozial striellen Leistungen bes Jahres 1907 feststellen. Diese Feststellungen politische Leistung der letzten Kammerperiode. follten alle fünf Jahre wiederholt werden. Die Regierung habe Nuansa von dem Bett herab, auf dem er sich tragen ließ, den Man fann jich jetzt ungefähr ausmalen, wie das Altersver- jedoch auch nichts gegen eine dreijährige Wiederholung einzuwenden, Träger Pangalala erschossen, weil dieser nach Auffaffung forgungsgeseb aussehen wird, auf das sich die regierenden Radikal Chamberlain erklärte, eine genaue Statistik sei von größter Be Düttmanns der Karawane zu weit vorausgegangen war. realtionäre einlaffen werden. Die demokratische Bourgeoisie het deutung für beide Seiten des Hauses, selbst wenn die daraus gea Roheisenmarkt. Bogenen Schlußfolgerungen nicht die gleichen sein sollten. Augens aufgestellt wurden, bekannt gegeben wird. Wie uns nach den ein- dortigen Dachdeckerstreif beteiligte Gehülfen eingestellt, auf Verlangen blicklich fehle es an jeder Statistik der heimischen Tätigkeit, während geholten Ermittelungen bekannt geworden ist, soll der Grund und des Scharfmacherverbandes aber wieder entlassen worden. Aus Soligenaue Tabellen über Ein- und Ausfuhr angelegt würden. Eine Boden, über den dieser Weg führt, der Stadt Berlin ge- darität legten die Kölner Gehülfen der drei Geschäfte mit den auf die glänzende Lage des Außenhandels sei durchaus nicht unvereinbar hören! Straße geworfenen Frankfurter Kollegen gemeinsam die Arbeit nieder. mit einem Niedergang des Innenhandels. Sie werde sogar in ge- Geschieht dieses Verbot, welches doch eigentlich eine Behin- Der Unternehmerverband beschloß darauf, wenn in den drei Ge= wissem Maße dadurch hervorgerufen. derung der Ausübung des Koalitionsrechts darstellt, mit Wissen schäften die Arbeit nicht wieder aufgenommen werde, am Donners und Willen der Behörden? Stellt sich die Kommuneverwaltung tag sämtliche Dachdecker und Bauklempnerin dieser Form auf die Seite eines Unternehmers, der einen Streit gehülfen auszusperren. Auch die Kölner Kanalseiner Angestellten hervorrief, indem er bergaß, fein gegebenes maurer haben Auseinandersetzungen mit dem Unternehmertum; Ehrenwort einzulösen? Wie dem auch sei: die Arbeiter sind im und da man gerade beim Aussperren ist, so will die Vereinigung Laufe der Zeit auch an das Unglaublichste gewöhnt und werden der Baugewerksmeister die von den Kanalmaurern verhängten sich die Ausständigen durch derartige Machinationen nicht ein- Einzelsperren mit einer Gesamtaussperrung sämtlicher schüchtern lassen; sie halten auch jetzt noch an dem Grundsatz fest: Kölner Bauarbeiter beantworten. Wie der Sekretär der Ein Mann, ein Wort. Innung erklärt hat, ist es nicht ausgeschlossen, daß diese Gesamtaussperrung der Kölner Bauarbeiter noch in dieser Woche vor fich geht. Die statistischen Angaben der Roheisengewinnung in den wich tigsten Produktionsländern bestätigen die steigende Zunahme des Angebots am Eisenmarkt während des ersten Halbjahrs 1906. Prozentual war sie in Deutschland am größten, denn die Roheisengewinnung war im Vergleich zum ersten Halbjahr 1905 um nicht weniger als 20 Broz. größer. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika nahm die Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um zirka 11, in Belgien nur um 6 Proz. zu. Von Großbritannien liegen feine Produktionsziffern vor, aber aus der Zahl der im Betrieb bcfindlichen Hochöfen läßt sich annähernd schließen, daß die Noheisengewinnung im ersten Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr 1905 um zirka 8 Proz. gewachsen sein dürfte. Die Roheisengewinnung stellte sich nämlich in den einzelnen Ländern im ersten Halbjahr auf Tonnen: Deutschland Belgien. 1905 5 098 588 658 860 Bereinigte Staaten..11 070 000 1906 6 073 936 698 065 12 281 525 In Deutschland, Belgien und den Vereinigten Staaten zufammen beträgt die Zunahme der Roheisengewinnung während des ersten Halbjahrs nicht weniger als 2,23 Millionen Tonnen. Das ist allerdings eine außergewöhnliche Steigerung, wie sie in ähnlichem Grade seit 1895 nur in den Jahren 1899 und 1903 stattgefunden hat. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Einen gemeinen Angriff auf die Berliner Bauarbeiter aller Branchen Teistet sich das unter der Maske der Unparteilichkeit erscheinende Organ für Silberdiebstähle und Kleptomanie, der Berliner Lokal- Anzeiger". Dieses zwecks Ausbeutung der gemeinsten Instinkte der Neugier und Klatschsucht gegründete charakterlose Zeitungsreptil beschuldigt die am Staiserhof" in den Streik getretenen Arbeiter des Diebstahls! Man hätte dort das Fehlen wertvoller Bilder, Teppiche, Deforationsstücke usw. entdeckt und als die Bauleitung die Kriminalpolizei bat, an Ort und Stelle Ermittelungen anzustellen, seien die Arbeiter der peinlichen Affäre aus dem Wege gegangen, indem sie unter dem Vorwande eines Solidaritätsstreifs für die Glaser die Arbeit niederlegten. Wir können uns nicht denken, daß die Leitung des Hotels Raiserhof" so leichtfertig gewesen ist, wertvolle Stüde in den Räumen zu belassen, die von Arbeitern zwecks Vornahme umfangreicher Umbauten an Wänden, Decken usw. betreten werden mußten. Ist dies der Fall, dann trägt sie die Schuld, wenn dabei etwa das eine oder andere Stück bei den Zuzug ist nach beiden Betrieben für alle Kategorien von Arbeitern fernzuhalten. Die Lohnbewegung der Friseurgehülfen hat in Adlershof Es erscheint vorläufig zweifelhaft, daß sich eine größere Zahl dazu geführt, daß mit einem Teil der Arbeitgeber ein Vertrag von Unternehmern auf die tollen Pläne einzelner Scharfmacher einauf Grundlage der aufgestellten Forderungen bis zum 31. März läßt. Immerhin steht die Kölner Bauarbeiterschaft, falls die Unter1908 abgeschlossen worden ist. Zur Schlichtung von Streitigkeiten nehmer wirklich aussperren sollten, gerüstet da. ist eine Kommission gebildet unter dem Vorsitz des Gewerkschaftsfartells. Die Geschäfte, in denen die Forderungen bewilligt wurden, sind kenntlich durch weiße mit rotem Rand versehene Plakate. Die Gehülfen sind im Besitz einer ebensolchen Kontrolltarte. Es ist zu empfehlen, nur diese Geschäfte zu besuchen. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Die Lohnkommission. J. A.: Paul Piere. Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik von M. Heide in Bernau sind Lohnabzüge gemacht worden, infolgedessen haben die Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt. Wir ersuchen, den Zuzug fernzuhalten. Die Gauberwaltung. Deutfches Reich. Zur Buchbinderaussperrung. Wie in einem Kaleidoskop wechseln die Bilder im Buchbindergewerbe und fast könnte man annehmen, das Schicksal hätte aus der Buchbinderaussperrung ein Frageſpiel gemacht:" Wird sie beendigt, wird sie nicht beendigt?" " Nun finden doch noch Einigungsverhandlungen" am heutigen Tage in Leipzig statt, und zwar wird diesmal erfreulicherweise im Gegensatz zu früher vom Buchbindereibejiherverband nicht nur und die Streifleitungen von Berlin, Leipzig und Stuttgart dabei gewünscht, sondern ausdrücklich verlangt, daß der Verbandsvorstand vertreten sein„ müssen". Es mag dieser Wechsel für die meisten überraschend kommen, da noch am 24. b. M. jede Verhandlung abgelehnt und für den Fall, daß am 26. Juli die Arbeit in Berlin, Leipzig und Stuttgart nicht wieder aufgenommen würde, alle Zugeständnisse vom 15. Juli zurückgezogen werden sollten. Doch sei dem, wie ihm wolle, jedenfalls muß man mit einer guten Dosis Soviel Stepsis den kommenden Verhandlungen entgegensehen. steht fest, daß die Vertreter der Arbeiter nicht um eines Linsendürfen. Die von den Versammlungen in Leipzig und Stuttgart gerichtes wegen einen Tarifvertrag auf fünf Jahre abschließen angenommenen Resolutionen dürften so ziemlich das Minimum deffen bedeuten, was man von einem neuen Tarifvertrag verlangen fann; selbstverständlich unter entsprechender Berücksichtigung der Interessen der Berliner Kollegenschaft. Das Ende der Aussperrung im Straßburger Baugewerbe. Straßburg, den 24. Juli.( Eig. Ber.) Die Massenaussperrung im Straßburger Baugewerbe hat heute das Ende erreicht, das ihr schon bei ihrer Vornahme, vor acht Tagen, unschwer prophezeit werden konnte: die in der Baugewerte= innung organisierten Unternehmer haben eine vollständige Niederlage erlitten. Die Löhne werden von 30 Pf. für Hochbauarbeiter und 33 Pf. für Tiefbauarbeiter pro Stunde auf 35 Bf. und 39 Pf. erhöht. Für Ueberstunden wird ein Zuschlag von 10 Pf., für Nachtarbeit von 20 Pf. und für Sonntagsarbeit der doppelte Lohn zugestanden. Im übrigen richten sich die Arbeitszeit und alle sonstigen Bestimmungen nach den mit den Maurern und Zimmerleuten abgeschlossenen Verträgen. Der Vertrag gilt bis zum 31. März 1907. Die Arbeit wird morgen früh wieder in vollem Umfang aufgenommen. trob Als die Innung am vorbergangenen Montag ihre überlegene Erklärung in den hiesigen Tageszeitungen gegen die vom Verband der Erd- und Bauhülfsarbeiter über einen Betrieb verhängte Sperre losließ, betonte sie besonders, sie werde nur unter der Bedingung mit der Arbeiterorganisation wei tere Verhandlungen pflegen, daß die Sperre der Ablehnung dieser Zumutung durch die Arbeiter- schon am aufgehoben würde. Nichtsdestoweniger mußte sie nächsten Tage verhandeln! Und das Resultat dieser zuerst abgewiesenen Verhandlungen enthält jene oben angegebenen Verbesserungen, die der Verband ohne die Aussperrung je ht ge wiß noch nicht hätte durchsezen können. Dann muß auch berücksichtigt werden, daß am 31. März nicht nur dieser Tarif vertrag, sondern auch der zwischen der Innung und den Maurern und Zimmerleuten vor zwei Jahren abgeschlossene abläuft, sodaß uns der nächste Sommer zweifellos entgewerbe oder aber sofort von den Unternehmern mehr oder weder einen umfassenden Kampf im gesamten Bauweniger freiwillig zugestandene Verbesserungen bringen wird. Dies ist übrigens auch der Grund, warum die Arbeiter sich trotz der für sie außerordentlich günstigen Situation mit den Bugeständnissen der Unternehmer zufrieden gegeben haben. Der Vertrag dürfte auf keinen Fall länger laufen als bis zum 31. März 1907. So bedeutet die jetzt zustande gekommene Vereinbarung nicht sowohl den endgültigen Friedensschluß als einen vorteilhaften und für die Folge aussichtsreichen Waffenstillstand. Was die deutschen Schloffermeister sind und was sie wollen, das verkündeten sie der Welt durch die Verhandlungen auf ihrem Verbandstag in Augsburg: Sie sind arme Luder, vom Staat, von den Gemeinden und von den Arbeitern geplagt, von Gott verlassen und vom Teufel ausgelacht. Sie wollen daher polizeiliches Verbot der Arbeiterorganisationen, Aufhebung der Arbeiterversicherung, Aufnahme von Streifflaufeln in sämtliche Lieferungsverträge und, wenn man ihre billigen Wünsche nicht baldigst berücksichtigt, dann nun dann werden sie am Ende auch Sozialdemokraten! Das ungefähr ist der Tenor aus ihren Verhandlungen. Weil ein Meister erst ein richtiger" Meister ist, wenn er in einem Scharfmacherverband Mitglied ist, so mußten die Schloffer. meister natürlich auch dergleichen tun und sie beschlossen, sich dem Arbeitgeberverband für die Metallindustrie anzuschließen, weil man striellenverband der Beitrag höher iſt. da bloß 1 M. Beitrag zu leisten braucht", während im Metallindus Bezeichnenderweise kam der Antrag, die Reichsregierung zu ver Betrachtet man die in jenen Resolutionen enthaltenen Forvorgenommenen Hantierungen beschädigt sein oder einfach werben erhoben werden, so erscheinen sie lächerlich gering und auf derungen und vergleicht sie mit denjenigen, die in anderen Geals störend heruntergerissen und unter das Gerümpel ge- dieser Basis wäre daher wohl ein Frieden zu ermöglichen. Die worfen sein sollte. Das ist tatsächlich unter aller Augen mit Verlegung des Anfangstermins des neuen Tarifvertrages vom zahllosen Gegenständen aller Art geschehen, da ja alles neu 1. September d. J. auf den 1. Mai 1907 muß als ausgeschlossen hergerichtet werden soll und die Arbeiter den Wert solcher gelten, da hierfür ein ersichtlich gerechtfertigter Grund um so Gegenstände nicht abzuschätzen vermögen. Was sonst an weniger vorliegt, als der 1. September 1896 als Anfangstermin nichtigen Kleinigkeiten vielleicht den Gästen des„ Kaiserhofs" gilt und bei einem fünfjährigen Abschluß man noch viel weniger als angenehmer Zimmerschmuck erscheinen mag, hat für die Veranlassung hat, eine Aenderung eintreten zu lassen. Es soll nicht verhehlt werden, daß nicht nur in den TarifBehausungen der Arbeiterschaft nicht einmal eingebildeten städten, sondern auch in vielen anderen Zahlstellen des BuchbinderWert; es hat für Arbeiter gar keinen Sinn, sich dergleichen verbandes sich eine starke Etrömung gegen den Abschluß einer anzueignen. Die Behauptung aber gar, daß sie wertvolle neuen berschlechterten Tarifgemeinschaft geltend macht, weil man Gegenstände sich und etwa gar noch in Massen angeeignet eine Lähmung des Verbandes dadurch befürchtet. Gewiß wird man hätten, ist eine freche Verleumdung im Schweiße ihres An- es begrüßen können, wenn der langwierige Kampf im Buchbindergesichtes schwer ihr Brot verdienender Leute. Ist dergleichen gewerbe feine Beendigung findet, aber man wird gut tun, seine abhanden gekommen, dann mag man es in jenem Teile des Heffnungen nicht allzu hoch zu spannen. Zu Friedensschalmeien Raiserhofs" suchen, wo die an Kleptomanie leidende Mensch liegt sicher noch feine Veranlassung vor. heit sich auf schwellendem Pfühl streckt oder die filbernen Buchbinderinnung, die bekanntlich die Aussperrung beschloß, sticht Vorteilhaft von dem tarifbrüchigen Verhalten der Berliner Löffel handhabt. Die Berliner Arbeiterschaft verbittet sich die Handlungsweise der Vereinigung der Kontobuchfabrikanten solche Anpöbelungen. Das Blatt aber, das sich zur Verbreitung solcher Ver- ab, bie eins ihrer aussperrenden Mitglieder, das der BuchbinderVer- innung angehörte, veranlaßte, die Aussperrung aufzuheben, und Sachsen. Teumdungen hergibt, wird denken wir rasch genug die den Ausgesperrten den Lohnausfall zu ersehen. Die Bereinigung" Quittung für diese Beleidigung bekommen. Noch immer fam zu einem diesbezüglichen Beschluß, weil sie eine Aussperrung unterſtüßen leider Arbeiter dasselbe durch ihr Abonnement. mit dem bestehenden und bis zum 1. September gültigen Tarif Nach dieser Probe von Unparteilichkeit dürfte es mancher von für unvereinbar hielt. Das ist wenigstens Tariftreue ohne diesen schamerrötend aus der Hand legen und dafür Sorge tragen, daß es ihm nicht mehr unter die Finger gerät. Uebrigens kann die Aussperrung den paar Innungsmeistern noch teuer zu stehen kommen, da erwogen wird, ob man nicht als Gegenzug die aussperrenden Innungsbetriebe auf vielleicht vier Wochen sperrt, ganz gleich, ob Friedensschluß eintritt oder nicht. Geradezu erhebend ist der Zusammenhalt der Streifenden, die mit unerschütterlichem Kampfesmut den tommenden Dingen entgegensehen und bereit sind, weiter auszuharren. Sie find es in erster Linie, die vom Nachgeben nichts wissen wollen und getreu dem Wahlspruch:„ Lieber darben als ducken" einen unwürdigen Tarifabschluß von sich weisen. Der Streik auf dem Umbau des Kaiserhof ist beendet, nachdem die Forderungen der Arbeiterschaft bewilligt find. Die Sperre über den Bau ist aufgehoben. Rabulistik! anlassen, die Arbeiteroraanisation polizeilich zu verbieten, aus Husland. Der Landarbeiterstreik von Brie dehnt sich ständig aus, obgleich der Präfekt vom Seine- et- Marne einen Vermittelungsversuch gemacht hat, den aber die Pächter zurückgewiesen haben. Die Arbeiter fordern 4 Frank Tagelohn. Werden diese nicht bewilligt, so soll die Ernte nicht eingebracht Bemerkenswert ist, daß diese Landarbeiter noch keines. werden. wegs Sozialdemokraten sind. Von seiten der Pächter wird versucht, den Streit als eine Folge des Nationalitätenhasses zwischen Belgiern und Franzosen hinzustellen. Dieser Versuch, Zwietracht zu fäen, hat bei den Arbeitern nicht gefruchtet. In ihren Umzügen und Versammlungen halten Flamländer und Franzosen treu zusammen. Obgleich feinerlei Gewalttätigkeiten vorgekommen find, haben die Junker den Präfekten bestürmt, um Truppen ins Streifrevier zu be. Eisenbahnerstreif? Königsberg i. Pr., 26. Juli.( Amtliche Meldung.) Station Grajewo meldet, daß Güter nach Moskau bis auf weiteres nicht übernommen werden Briefträgerstreit. Kapitalsrettung durch die Behörden. Der Streit in der Holzbearbeitungsfabrik Nadge, Palisaden Straße 77/78 und Rummelsburg, Wilhelmsstrand, dauert unverändert fort. Zu dem einen bereits von uns gemeldeten Unfall haben sich noch drei weitere Fälle gesellt. Es ist ein freventlich Einen Streit mit vorwiegend ausländischen Arbeitern zu ge- tommen, obwohl dort nicht weniger als 60 Gendarme anwesend Spiel, bollständig unfähige, ungeübte Leute zu Arbeiten zu bewinnen, das dürfte auch nicht zu den alltäglichen Begebenheiten im sind. nußen, die sonst Arbeiter, welche lange Jahre im Betriebe tätig gewerkschaftlichen Kampfe gehören. In Duisburg haben dies waren, unter Beobachtung aller Vorsicht verrichtet haben. Die est bie a fenarbeiter fertig bekommen. Nachdent zunächst. Letzte Nachrichten und Depefchen. Streifenden sind guten Mutes und sind gewillt, den Kampf so wie der Vorwärts" schon berichtete, die Holzträger nach vierlange fortzusetzen, bis eine annehmbare Ginigung stattgefunden wöchentlichem Stampfe glatt durchdrangen, traten die hat. Die Firma sucht durch Annoncen in den bürgerlichen Blättern ranarbeiter des Hafengebiets in den Ausstand. Bei dieser unter Decadressen Arbeitswillige. So sucht z. B. ein Herr Grosch, Arbeit werden vorwiegend Italiener und Holländer beNoppenstr. 78, laut Annonce nicht organisierte Arbeiter bei schäftigt, allerdings auch Einheimische und auch Kroaten! hohem Lohn!( Herr Grosch betreibt ein Geschäft mit Putz- und Die Arbeit ist eine ziemlich robuste und nicht jedermanns Sache. Als die Bolierlappen und liefert besagtes Material auch für Nadge!) Leute sahen, wie die bis dahin nur sehr mangelhaft organisiert gewefenen Die sich bei G. meldenden Arbeitsuchenden werden dann zur Firma Holzträger infolge eiserner Disziplin und eines vorzüglich funktio- Bukarest, 26. Juli.( B. S.) Die hiesigen Briefträger streiken; Nadge geschickt; auch für die Firma Haase, Kiefholzstr. und nierenden Nachrichten- und Bostendienstes trotz des vorherigen fie fordern Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Laae. Buderstraßen- Ede in Rigdorf, bei der sich die Arbeiter ebenfalls Tohuwabohus in den Arbeitsverhältnissen einen so erfreulichen Sieg im Ausstand befinden, vermittelt Herr G. Arbeitswillige. Bis jetzt erfochten, durch Abschluß eines mit Lohnerhöhung verbundenen hat der Vermittler allerdings wenig Glück mit seiner neuen Tätig- Tarifs geregelte Arbeitsverhältnisse schufen und die Benuzung Bassau, 26. Juli.( B. H.) In einem Walde fuhr ein Blizteit gehabt und werden die Arbeiter Berlins jedenfalls auch fürder des Arbeitsnachweises der Hafenarbeiterorganisation durch strahl in eine Holzarbeiterhütte, in der sechs Arbeiter Schutz vor hin dafür sorgen, daß sich durch derartige Lodannoncen keine Streit die Unternehmer erreichten, da fam auch der buntdurcheinander dem Wetter gesucht hatten. Einer der Arbeiter wurde getötet, ein brecher finden. Bei der Firma Haase ist der Konflikt aus gewürfelten Menge der Kranarbeiter der Appetit. Ohne viel anderer am Auge verletzt, sodaß er seine Sehkraft verlieren dürfte, gebrochen, weil der Unternehmer eine Anzahl Arbeiter wegen Zu- Agitation tamen sie und ließen sich in die Organisation auf die übrigen wurden betäubt. gehörigkeit zur Organisation gemaßregelt hat, worauf die übrigen nehmen und eines guten Tags, als die Holzträger ihren bei ihm Beschäftigten ebenfalls die Arbeit niederlegten. Die Polizei Tarif abgeschlossen und den Sieg errungen hatten, waren plöglich ist auch hier wieder eifrigst bemüht, die Interessen des Unter die Bläge der Kranarbeiter leer. Einige Heyverfuche der Unter Warschau, 26. Juli. Auf der Weichselbahn hielten heute in nehmers zu wahren. Bei zirka 13 Streifenden sind sage und nehmer und ihrer Presse mißglückten. Das Beispiel der Holzträger tat der Nähe von Warschau 20 mitfahrende Personen einen Zug mittels schreibe 13 Schuhmänner zum Schuße des Unternehmers und der seine Wirkung und in einer am 23. d. Mts. abgehaltenen Ver- der Notbremse auf; sie bemächtigten sich der Lokomotive und des Arbeitswilligen zur Stelle; 5-6 im Betriebe, die anderen in der fammlung konnte nach 5 tägiger Dauer auch der Streit der Krahn- Gepäckwagens und töteten einen Gendarm, der den Transport von Umgebung des Fabrikgrundstückes. In Rigdorf ist wirklich das arbeiter für beendet erklärt werden. Die erstrittene Lohnerhöhung Geldkiften begleitete. Die Räuber führten darauf unter ZurüdIdeal des kapitalistischen Zukunftsstaates erreicht! Auf jeden ziel beträgt 6 bis 8 M. pro Woche, dazu sind geordnete Verhältnisse ge- laffung der Personenwagen einige Kilometer weiter, wo sie mit einer bewußten Arbeiter kommt ein Schußmann! Und die Spitzbuben schaffen. Die Organisation der Hafenarbeiter hat durch die anderen größeren Bande zusammentrafen, mit der sie die Geldkisten haben gute Zeit. Gegen die ihr Koalitionsrecht ausübenden Arerbrachen und ihnen 15 000 Rubel entnahmen. Sie entlemen mit beiter geht die Polizei in der schroffsten Weise vor, ohne daß diese Bewegung einen mächtigen Aufschwung genommen. Jm Kölner Baugewerbe foll, wenn man den beteiligten Unter- dem Raube im Walde. Nahrungsmittelschwindel. Vom Bliz erschlagen. Ueberfallener Eisenbahnzug. durch ihr Verhalten dazu Anlaß gegeben hätten, Neben der Rirdorfer Polizei schiebt das gefährdete Unternehmern glauben darf, ein großer Kampf bevorstehen. Weil nehmerium in dem gegenwärtigen Stampfe auch tommunale Be in einem Glasergefchäft Mitglieder des Verbandes gemaßregelt New York, 26. Juli.( B. H.) Die Morgenblätter druden an hörden in die Bresche. Eigentümlich berührt es nämlich, daß seit worden waren, haben die übrigen Gehülfen die Arbeit eingestellt, hervorragender Stelle einen Bericht des amerikanischen Konsuls einigen Tagen in Runimelsburg ein Fußweg, welcher an der dor- und als sie diese nicht auf das Kommando der Unternehmer wieder in Kehl ab, der besagt, daß unglaubliche Nahrungsmittelverfäls tigen Filiale der Firma Nadge vorbeiführt, für die Streifposten aufnahmen, wurden sämtliche organisierte Glaser schungen vorfämen. 6000 Strafverfolgungen erfolgten jährlich. gesperrt ist und dieses Verbot durch zwei große Tafeln, die bei Kölns ausgefperrt. Ferner waren in drei Dachdecker- und Angesehene Firmen beschäftigten Chemiker zu dem speziellent Nadge hergestellt und von nicht streifenden Arbeitern der Firma Bauklempnergeschäften 22 aus Frankfurt a. M. zugezogene, an dem Zwede, neue Verfälschungsmethoden zu erfinden. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glade, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagenu. Unterhaltungsblatt Br. 172. 23. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 27. Juli 1906. Das Resultat bleibt auch nach dieser längeren Auseinandersetzung zuschreiben. Das Holz, was von über Tage gekommen ist, war " zutveisen, wie der Hydrant zur Zeit des Brandes ausgesehen hat. Das ist lediglich dem scharfen Zuge, wie er dort geherrscht hat, zu Die ,, Borussia"-Katastrophe vor Gericht. zweifelhaft. jedenfalls ausgetrocknet es war Juli und heiß und so hat Der Betriebsführer Rüter wurde gestern von Sonntag war es sehr naß, wir haben in der Lederjacke gearbeitet. nicht geboten. Ich komme zum Schluß, daß eine leber Schachthauer Kölke: In der Nacht vom Sonnabend zum denn die Holzverschalung Feuer gefangen. Die Berieselung war der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Das Bassin war übergelaufen. tretung des§ 41 des Berggesezes nicht vorliegt, Das am Schluß der Mittwochsizung abgegebene GutNächster Zeuge ist der tgl. Einfahrer Vetter. Er ist ebenso liegt eine Uebertretung gegen§ 110 des achten des Bergwerksdirektors Meyer, des Führers der deut- angestellt, um die Gruben zu revidieren. Seit Oktober 1903 ist. genannten Gefeßes nicht vor. Nach§ 111 muß eine unter seiner Kontrolle und am 28. Mai hat er das letzte Mal die Mauer beziv. Brandtür gegen Brände aufgeführt werden. Das war schen Rettungsabteilung nach Courrières, lautete für die Grube bis zur 6. Sohle befahren. Vorf.: War die Berieselung hier aber nicht möglich. Es lag hier ein normaler Fall nicht vor, Verwaltung der Borussia" geradezu vernichtend. Die auf Borussia" schlecht? Zeuge: Das kann man nun gerade infolgedessen ist meines Erachtens eine Uebertretung gegen§ 111 Angriffe, mit denen die übrigen Sachverständigen und die nicht sagen. Staatsanw.: War denn nicht nur nach dem Wortlaute sondern auch dem Sinne nicht ers Verteidiger dafür diesen Sachverständigen überschütteten, erKohlenstaub vorhanden? folgt.§ 112 schreibt die Anwesenheit von Hydranten vor, desschüttern in teiner Weise sein Gutachten selbst. Der Leser halb braucht derselbe aber nicht sofort betriebsBeuge: Nein. Staatsanw.: Die anderen Zeugen fähig zu sein, wenn er nur nach einigen Minuten Wasser gibt. ersieht aus den ausführlichen Berichten, insbesondere aber fagen das aber. aus den dem Angeklagten günstigen Gutachten: Formell Vert.: Kamen Sie unvorbereitet auf die Grube; wußte das Wenn das hier nicht zutreffend gewesen ist, so nur deshalb, weil freigesprochen ist der Angeklagte; verurteilt ist die Ver- nieraand?- Beuge: die Leute mit dem Hydranten nicht umzugehen wußten. Nein, niemand. Das Füllort war Bergwerksdirektor Randebrock schließt sich den Auswaltung der Zeche" Borussia" und die königliche Berg- immer naß. inspektion. Schießmeister Albertsmeier hat das Revier 1 zu be- führungen Althoffs an. Ebenso der Bergwerksdirektor Niederstein. Randebrock macht die charakteristische Aeußerung: Bom Den Angeklagten selbst mag die allergeringste Schuld fahren gehabt. Auf jenem Revier sind eine Anzahl Kameraden des Richtertisch ist zutreffend die Aeußerung gefallen, daß die bergtreffen: das entsegliche Unglück hätte vermieden werden A. verunglückt. Auf Befragen gibt er an, daß Tafeln vorhanden polizeilichen Vorschriften mit den Sicherheitsrücksichten des täglichen können, wenn die Sicherheitsvorrichtungen hinlängliche gewesen waren seit mehreren Monaten auf dem Revier beschäftigt, fie mußten Bestimmungen berücksichtigen aber nicht immer die Anforderungen des gewesen sind, die den Weg anzeigen sollten. Die Verunglückten Lebens in Einklang gebracht werden müßten. Die bergpolizeilichen wären. Waren sie so beschaffen, daß sie den bergpolizeilichen die Wege fennen. Vors.: Wußten Sie, daß man die 6. Sohle Bestimmungen berücksichtigen aber nicht immer die Anforderungen des Vorschriften entsprachen, so trifft die Hauptschuld eben den mit Wettertüren abschließen konnte?- Beuge: Jawohl, zirka täglichen Lebens. Oberbergrat Neustein: Es ist unerheblich ob in der Lampe Mangel dieser bergpolizeilichen Vorschriften. Wären auf der 20 Meter vor dem Füllort. ein Ring war oder nicht. Auch das Fehlen der Scheiben hat nichts Grube unabhängige Arbeiter als Kontrolleure für ausreichende Der nächste Zeuge, Schießmeister Block, ist auf Revier 2, Sicherheitsmaßregeln vorhanden gewesen, so wären 39 demselben, wo auch eine Anzahl erstidt sind, tätig gewesen. Er dazu beigetragen. Bei einem derartigen Stoße mußte jede Lampe zur Zeit des Brandes herunterfallen. Das Unglück ist nur der unvorsichtig Menschenleben nicht vernichtet worden. Das ergibt die Ver- hat Mittagsschicht gehabt, ist also nicht im Schachte gewesen. Seiner Ansicht nach haben die feit des jungen Thiemann, nicht aber dem Anhandlung zur Gewißheit. Die Rücksicht auf den Profit das älteren Zeute die Wege gewußt, so daß sie sich hätten retten können, geklagten zuzuschreiben. Die Verschalung konnte ebenfalls geht aus den Gutachten deutlich hervor wird an maß wenn ihnen nicht Feuer und Qualm den Ausweg versperrt hätten. verkleidung ist m. E. hinreichend feucht gewesen um im Sinne des durch die Lampe nicht in Brand gesetzt werden. Die Schachtgebender Stelle höher bewertet, als die Rücksicht auf Menschen- von den Jüngeren kann er das nicht behaupten. leben. Und deshalb gelangte die Mehrzahl der Gutachter zu Dem Geseze nach Zeuge Schachthauer hat die Wasserleitung mit gebaut. Berggesetzes eine Feuersgefahr nicht zu bilden. Es fehlen hier einer Verherrlichung Menschenleben gefährdenden Zustände. Es ist nach seiner Wahrnehmung ein Schlüssel auf dem Hydranten follen Füllorte mit Laternen beleuchtet werden. Dies Ergebnis des Prozesses zeigt, wie gemeingefährlich das gewesen, auch haben sich Leute verschiedentlich mit dem Wasser un die Unterlagen über das, was eine Laterne oder offenes Licht ist. Vorf.: Würde das Fehlen des Ringes in der Lampe einen Verstoß Privateigentum an den Eingeweiden der Erde und wie bespritzt. notwendig die Vergesellschaftung dieser Schätze zum Nutzen tätig. Rechtsanwalt Wallach fragt den Zeugen, ob sich schon ein als festgestellt hin, auch in dem Umstande, daß der Schlauch im Beuge Brinkmann ist noch als Bergmann auf„ Borussia" gegen die Bergpolizeiverordnung darstellen?- Sachverst.: Nein. Der Sachverständige stellt das Vorhandensein der Hydranten der Allgemeinheit ist. Den Bericht über die Mittwochsitzung bringen wir nach weil es da zu naß im Schachtraume war? 8euge bejaht. mal Leute geweigert hätten, über die 4. und 5. Sohle auszufahren, Maschinenraum aufbewahrt worden ist, sieht der Sachverständige stehend. keinen Makel. Wenn die Leute nicht so bestürzt gewesen wären und den Mut gehabt hätten, hätten sie den Brand löschen können. Ich Hülfssteiger Wiesemann: Die Nässe ist von den Wasch- würde eine Instruktion des Betriebsführers an die Arbeiter für bergen gefonumen, die für den neuen Schacht gebraucht wurden und notwendig gehalten haben, wenn es sich um neue Leute Waffer ließen, welches dann durch undichte Wagen in den Schacht handelte, und es sich um Verrichtungen handelte, die mehr Gelief. Die Feuchtigkeit im Füllort der 5. Sohle wurde zeitweise so schick erforderten. Aber die ganze Vorrichtung war sehr einStaatsan w.: Man mußte das Wasser wegfegen fach. Wenn wir uns nun auf den start, daß es förmlich regnete. und hat Zeuge Vorwürfe deshalb bekommen, wenn Wasser da stand. Standpunkt stellen, die Lampe sei so gewesen, daß sie auch schon Bori.: Zeuge Thiemann, treten Sie vor! Sie haben gehört, durch eine Schwingung herabfallen konnte, würde dann der Gutwas der Zeuge sagt. Sie sagen, es sei sehr trocken und siaubig ge- achter eine Verlegung des Gesetzes darin erblicken?- Sach verft.: Wie erklären Sie den Widerspruch? Thiemann: Dann bedingt: Ja. wesen. In vollem Widerspruch zu diesen Gutachten steht das nun Das war ganz vorne, weiter hinten war es trocken und staubig. Ein Sachverständiger: folgende Gutachten des Bergwerksdirektors Meyer. Er führte aus: Ronshausen bestätigt das. War die Schachtverkleidung trocken oder feucht? Beuge: Ja, Zunächst möchte ich die Vorbemerkung machen, daß ich die Frage der Schuld oder Nichtschuld des Angeklagten nicht bloß vom die war feucht. Gesichtspunkt der Bergpolizeiverordnung beurteile, sondern daß ich es auch für nötig halte, die Frage vom Gesichtspunkte der allgemeinen Strafbestimmungen zu betrachten; da meines Erachtens die bisherigen Gutachten sich zu sehr ausschließlich im Rahmen der Bergpolizeiverordnungen bewegt haben. Nach der Bekundung Hausmanns find die Flammen an der Verschalung hochgegangen. Das beweist, daß die Verschalung, wenn auch an einzelnen Stellen Wasser darchsickerte, an anderen Stellen troden war. Tatsächlich haben die Flammen die Holzumkleidung ja erfaßt. Ebenso war die Schachtumkleidung zweifellos an einzelnen Stellen, namentlich auf der westlichen Seite des Füllortes, trocken. Ich bin nicht imfstande, die Anlage als eine feuersichere anzusehen, und ich glaube, daß die Tatsachen das leider nur zu sehr bestätigt haben, Das offene Licht muß so angebracht werden, daß unter feinen Umständen ein Brand entstehen kann. Oberbergrat Neustein hat erklärt, daß auf vielen Zechen, bis es verboten worden war, gleiche Lampen in Gebrauch waren. Bei Borussia" lagen die Verhältnisse aber, wie vorhin festgestellt worden ist, viel gefahrvoller als bei irgend einer der anderen Gruben. Es war deshalb Eigener Bericht des, Vorwärts". Dortmund, 25. Juli. War der Füllort feucht? Dritter Verhandlungstag. Benge Koppmeyer, Bergmann, seit sechs Jahren auf " Borussia" als Förderaufseher auf der 6. Sohle beschäftigt, befundet: Der Schacht war feucht. Vorf.: Woher wissen Sie, daß es auf der 5. Sohle auch naß war?- Zenge: Ich war früher als Aufseher auf dieser Sohle tätig. Die Füllorte waren stets so naß, daß eine Berieselung nicht notwendig war. Am Sonnabend vor dem Brande war es noch feucht. Auch die Holzverschalung war feucht, am Freitag lief das Wasser noch durch die Firste. Ein Beisiger: Woher wollen Sie festgestellt haben, daß es auf der Holzverschalung naß war. Haben Sie angefaßt? Maschinensteiger Schachtschapel hatte die Berieselung für Zeuge( ausweichend): Auf der 6. Sohle war es immer naß. den Maschinenraum zu beaufsichtigen. Er hat Auftrag gegeben, nur Den Absperrhahn habe ich 8 Tage vor dem Brande gesehen. die Räume zu berieseln, die unmittelbar mit den Maschinen verIn der Lampe war ein Ring, aber nicht höher wie ein Bleistift bunden waren. Es ist ihm nicht bekannt, daß der Füllort berieselt start ist. worden ist. Verteidiger: Es hat eine Kommission der Bergarbeiter Brandenberg war als Hülfssteiger seit 1. April 1905 auf gegeben, die eingesetzt war, Mißstände zu untersuchen. Es wird aus Rebier 3 und 5 angestellt. Er ist furz vor der Katastrophe von den Atten festzustellen sein, daß die Belegschaften der Zeche" Bo- Tage bis zur 5. und 6. Sohle mit Sprengstoffen eingefahren. Im russia" sich niemals über schlechte Zustände beschwert Schachte sei es naß gewesen, ob aber auch der Füllort und die Holzhaben. verschalung feucht waren, weiß er nicht. Beuge Wolf hat die Lampen zu reparieren gehabt. Er Schmied Scheer ist Waschinenwärter der 5. Sohle gewesen. hat immer die Ringe in denselben vorgefunden. Elektrotechniker Er hat auch den Hydranten gesehen, kann aber nicht sagen, ob ein Beer von Borussia" hat die Aufsicht über die Beleuchtung gehabt. Absperrhahn oder ein Ventil daran war. Er sagt aus, daß einmal eine Lampe herausgekommen ist, wo der Borf.: War cin Blechrand in der Lampe am Füllort? Ring herausgeschmolzen war. Ob dies dieselbe war, die auf dem Beuge: Ich habe keinen bemerkt. Füllort der fünften Sohle hing, vermag er nicht anzugeben. Wors.: Waren Scheiben darin? Zeuge: Ja. Wieviel Schachtmeister Feldhaus ist nicht mehr auf der Borussia" weiß ich aber nicht. beschäftigt. Er hat Nachtschicht vor dem Brande gehabt und hatte Steiger Grecht war früher auf Revier 2 der Zeche die Aufsicht darüber, daß die Leuteförderung glatt vor sich ging. Borussia". An dem Morgen hat er seine Leute eingeteilt, als Auch für Beriefelung hatte er zu sorgen. Er befundet: In dem jemand mit der Meldung kam, es solle sich jeder retten so mit dem offenen Licht die größte Vorsicht geboten. ant Schacht. Wors.: Sie Staubaffin war Ruhrwasser. Es tam von über Tage. Die Füll- gut er fönne; es brenne sämtlichen Leuten von dent örter waren feucht. Die Holzverschalung war außen haben Brande Mitteilung Das Füllort und der Schacht waren mit Holz umkleidet und da war ein Wald von Holz naß, innen trocken. In der Nacht vor dem 10. Juli habe ich die gemacht? Zeuge: Jawohl. Es kamen Leute, die wollten Ich blieb noch eine Weile Berieselung um 8 oder später abgestellt und sie früh um 6 Uhr über die 5. Sohle sich retten. Die nach der untergebracht. Der Betriebsführer war verpflichtet, die Lampe so wieder in Gang gesetzt. Vors.: Im Schacht waren Spurlatten, figen, es waren schließlich fast alle zusammen. anzubringen, daß eine Feuersgefahr nicht entstehen konnte. Es ist waren die feuergefährlich? Beuge: Ja, sie wurden mit Fett 5. Sohle gegangen waren, kamen auch wieder und sagten, daß es hier Zeche" Shamrock" genannt worden. Ich muß erklären, daß ich, Vors.: Kannten die Leute beschmiert. Ueber den Hydranten befragt, gibt Zeuge an, daß nicht möglich sei, durchzukommen. ehe wir elektrisches Licht einführen konnten, ein halbes Jahr lang Beuge: er etwas Aehnliches wohl gesehen habe, daß er ihn aber nicht ein- denn alle den Weg auf der 6. Sohle zum Schacht? gebaut habe. Ein Absperrhahn und Schlüssel sei darauf gewesen. Jawohl. Vorf.: Es sind auf Ihrer Abteilung 10 Leute ver- baran gearbeitet habe, um eine Einrichtung für Petroleumbeleuchtung Borf: Die Leute leugnen das aber ab. Wozu diente denn unglückt. Waren die alle benachrichtigt?- Zeuge: Jawohl. zu schaffen, bei der selbst ein sehr heftiger Stoß und Schlag die der Absperrhahn? 8euge: Wenn ein Unglück passiert. Verteidiger: Die Leute sind denn wohl zurückgeblieben, die Lampe nicht in Gefahr bringen fonnte. Die Konstruktion der Lampe habe ich 1901 auf dem Bergmannstag in Staatsanw.: Haben Sie den Hahn angebracht? Und berunglückt sind? 8euge: Jawohl, es war schwierig, erst von Dortmund beschrieben. Jeder, der ein Interesse daran welchen Hahn benutzte man bei einem Brande, den oberen oder den der 5. zur 6. Sohle und wieder zurück, und so mögen sie zurück- hatte, konnte sich leicht darüber informieren. Also die Möglichkeit, unteren? Vors: Wozu war denn der obere Hahn da? geblieben sein. 8euge: Ja, mir ist gesagt worden, es sei ein Hahn anzubringen, Bergmann Röse war früher als Förderaufseher auf die Einrichtung den Gefahren anzupassen, lag vor. Es mag dahinSach- Borussia" tätig. Er hat Frühschicht gehabt und sich mit den übrigen gestellt bleiben, ob der Blechring vorhanden war, aber wenn man daß man im Falle eines Feuers Wasser geben könne. die wirklich ganz fleine Arbeit und geringe Ausgabe gemacht hätte, Vors: Haben Sie den Leuten gesagt, daß sie sich über den Ring nur 25 Millimeter höher zu machen, dann hätte die Lampe verständiger Dir. Meyer: War der Fahrtrumm des Schachtes gerettet. trocken oder feucht? Meher: den Despeler Luftschach retten sollten? Beuge: Ja, selbstBeuge: Halbfeucht. selbst bei einem sehr heftigen Stoß nicht zum Herunterfallen geverständlich!( Heiterfeit.) Worf.: Was taten Sie weiter? Ist die Leitung vielleicht manchmal leer gewesen? Renge: So weit ich gekommen bin, wußten sie es alle. Zeuge ist bracht werden können. Also eine geringe Mühe des Nachdenkens wäre nur nötig gewesen. Eine sehr gute Befestigung war nötig, Zeuge: Jawohl!- Meyer: Welche Lampen sind gewöhnlich als einer der letzten ausgefahren. Neumann war früher weil benutzt worden? 3euge: Offene Lampen. Meyer: War 4 Monate auf Revier 2. Auch er hat gehört, daß die Mannschaften auf Borussia" hochgefährliche Verhältnisse an dem Hauptrohr ein Hahn von 35 Millimeter lichter Weite be- sich durch den Luftschach retten sollten, weil es auf der 5. Sohle festigt? Beuge: Jawohl. Meyer: Welche Fragen find brenne. Die Meldung hat er selbst weitergegeben. Auf der 5. Sohle vorlagen. Wenn die Abschlußvorrichtungen besser gewesen wären. bei einer eventuellen Feuersgefahr erörtert worden? 3euge: find ihm zwei Mann entgegen gekommen, die ihm sagten, es ginge hätte es zur Folge gehabt, daß die Leute sich mit größerer SicherDa ist nichts davon gesagt worden. Wir hatten ja offene Lampen wegen des Qualms nicht mehr. Rechtsanw. Kohn: Ich möchte Borf.: Waren denn im Haupt- heit hätten retten können. mit Blechdeckel, da konnte doch keine Feuersgefahr sein. querschlag die Leute alle benachrichtigt? 8euge: Jawohl, soweit fragen, ob nun von Ihnen die Frage der Lampe ganz gelöst worden Dir. Randebrod: Ist es jemals vorgekommen, daß das ich es sehen konnte. Staatsanw.: Haben Sie nicht doch viel- ist. Sachverst.: Jedem Interessenten war die Konstruktion leicht Staubaffin einmal leer geworden ist? 8euge: Jawohl.leicht gesagt, oder ist Ihnen von anderen gesagt worden, sie sollten zugänglich. Bert.: Ist die Lampe anderwärts eingeführt? Randebrock: Aber ganz leer wohl nicht? Beuge: Nein. fich über die 5. Sohle retten? Sie sind ja doch selbst über die Sach b. Ich schließe das aus den häufigen Nachfragen bei der Es war immer Wasser vorhanden. 5. Sohle geklettert. - geuge: Wir dachten da früher herauszu Hibernia". Staatsanw.: Ist denn nicht zu Ihrer Zeit gesagt, daß bei tommen. Justizrat Wallach: Ich möchte den Sachverständigen einem Brande das Ding losgeschlagen werden sollte, um Wasser Steiger Behrend war bis zum Brande auf Revier I. Gr fragen, ob er mit der Benterfung über die geringfügige Ausgabe hat zu haben. So hatte die Leitung ja doch gar keinen Wert!-3euge: hat 42 Mann beaufsichtigt. Da von seiner Abteilung die aller- fagen wollen, daß man den Blechring an der Lampe unterlassen hat, Davon ist uns nichts gesagt. meisten verunglückten, so wird seine Aussage mit großer Spannung lediglich um zu sparen? Verteidiger: Jrren Sie sich da vielleicht? Beuge: Es aufgenommen. Er erzählt stockend, aber flar, daß er, als der Besollte nur mit dem Eimer da Waffer geholt werden. Staatsanw: fehl fam auszufahren, sämtliche Betriebspunkte befahren habe. War denn der obere Hahn so eingebaut, daß er Wasser geben konnte? Einzelne Leute hätten von nichts gewußt und seien noch am Arbeiten Zeuge: gewesen. Am Aufbruch nach der 5. Sohle ist einer unwohl geworden, er hat ihm Kaffee eingeflößt und ist dann ausgefahren, um Rettungsapparate zu holen. Der Verteidiger fragt die beteiligten Beamten, ob sie in ihrer früheren und jetzigen Stellung Instruktionen über Verhalten bei Feuersgefahr erhalten -O Der obere Hahn war zu meiner Zeit noch gar nicht dran. Bors: Sie sind ein komischer Herr. Erst sagen Sie, er sei immer dran gewesen, und nun ist er auf einmal nicht dran gewesen. Wo ist denn der Hahn, der zur Berieselung da war? Beuge zeigt auf den unteren Hahn im Hydranten:„ Weiter war keiner dran." Zeuge Maschinist Treisthausener ist 17 Jahre auf Borussia" tätig gewesen. Er erklärt, daß der ganze obere seitliche Teil mit dem 34 Millimeterrohre und dem Hahne nicht an dem im Schachte angebrachten Fallrohre angebracht gewesen wäre. Bors.: Die beiden Leute, die stets mit der Einrichtung beschäftigt waren, machen da ganz verschiedene Angaben. Das ist doch merkwürdig! " hätten. Die Antwort ist bei allen Beamten verneinend. Die weitere Frage, wie allgemein es in den Gruben mit den Lampen gehalten würde, wird dahin beantwortet, daß wo anders auch nicht andere Lampen wären. Gutachten der Sachverständigen. Assessor Althoff: Die Lampe war meines Erachtens ebenso jede andere. Die Bergpolizei- Verordnung ITE fo dünn, daß " Direktor Meyer: Ich fann unmöglich wissen, weshalb es unterblieben ist. Es läßt sich aber kaum ein anderer Grund annehmen.( Bewegung und Lachen in dem von vielen Grubenbeamten gefüllten Zuhörerraum.) Bergwerksdirektor Randebrock: Zwischen meiner Auffassung und der des Herrn Direktor Meyer besteht eine unüberbrückbare Kluft. Ich muß alles, was Herr Meyer ausgeführt hat, bestreiten. Im Gegensatz zu ihm behaupte ich, daß die Verschalung allein die Belegschaft rettete.( Bewegung.) Der Sachverständige führt dann allgemein aus: Wenn man den Intentionen des Herrn Meyer rücksichtlich der Sicherheitsvorrichtungen folgen wollte, so müßte jeder Betriebsführer, jeder Beamte mit so viel Instruktionen bedacht werden, um Unfallgefahren zu vermeiden, daß die wirtschaftlichen Aufgaben darunter leiden müssen. Man will doch nicht nur Unfälle verhüten. Man will doch schließlich auch Kohlen fördern! Nach einem Grubenbrande im Jahre 1898 auf Zeche Borussia" feuersicher soll eine neue Leitung eingebaut worden sein. Der Schachtsteiger spricht nur von Lampen, nicht von Laternen. Im Ausbau überhaupt verbieten!. und die zwei Zeugen, welche damals mit geholfen haben, werden bau des Füllortes waren die Bretter かか Wer die Unfälle im Bergbau verhüten will, der muß den BergSachverst. Direktor Niederstein schließt sich der Erklärung yfon um an der Hand des aufgestellten Hydranten nach- durch fie die Ausdehnung des Feuers nicht begünstigt worden ist. Randebrocks gegen Direktor Meyer an. Die von Nüter getroffenen Maßnahmen nach dem Ausbruch des Brandes seien die einzig| Der Erpressungsparagraph als Mittel, Arbeiter um ihren Lohn zu richtigen gewesen. prellen. der Gips- und Bementbranche auf Listen 105,92( 1561 1,90, 1540 8,85, 1542 3,10, 1551 10,40, 1549 5,90, 1544 6,95, 1554 8,90, 1525 8,05, 1534 4,80, 1553 6,20, 1536 4,85, 1531 2,72, 1545 3,15, 1522 20,85, 1560 1480, Summa 105,92). Liste 1854 Verein Berliner Hausdiener 8,- Verband der VerBergassessor Althoff wendet sich gegen die von Direktor Der Bannkreis des Unternehmerinteresses hat bekanntlich so Meher in seinem schriftlichen Gutachten niedergelegten Bedenken manches Gericht, allen voran die Strafabteilungen des Reichsgerichts, waltungsbeamten: Vifte 2889 7,-, 2890 1,50, 2912 6,-2915 14,75, Summa gegen die Qualifikation Rüters zum Betriebsführer. Er rühmt dazu verführt, legale Geltendmachung von Arbeiterforderungen als 29,25. Kollegen der Tischlerei Bünger, Görlizer Ufer 23 20,- Kollegen dessen Umsicht, Mut und Opferwilligkeit bei den Rettungs- Erpressungen oder Erpressungsversuche zu stigmatisieren. Diese Art der Tischlerei G. Müller, Tegel 9,45. Liste 270 Kollegen der A. E.-G. arbeiten. Bergwerfsdirektor Meyer: Wenn Herr Rande- strafrechtlicher Verfolgung berechtigter Kulturintereffen der Arbeiter Brunnenstraße. Abt. Hannemann 33,35. Kollegen der A. E.-G. Brunnenstr., brock der Ansicht ist, daß hinter der Frage der Wirtschaft hat die bekannte und mit Recht verachtete Spezies der Lohnschwindler Abt. Flohr 4.70. Vereinigung der Maler 500,- Listen 1900 u. 1904 Ber lichkeit des Betriebes die Gefahrenfrage zurücstehen müsse dazu veranlaßt, Arbeiter nicht nur durch Zwischenschiebung eines band der Dachdecker 15,25. Liſten 2388 Stollegen vom Kabelwerk Obers spree M. W. Mstr. Wenzel 13,10. Lifte 1112 Arbeiter der Tischlerei ( Widerspruch des Sachverständigen Randebrock) nun, ich bin Strohmannes um ihren Lohn zu prellen, sondern gar die Arbeiter, Beschlow 6,70. Listen 3297-99 von den Kollegen d. Tischlerei Becker außer auch ganz der Ansicht des Herrn Assessors Randebrock, daß die Wirt- die versuchten, ihre Rechte geltend zu machen, wegen versuchter einem 34,75. Siemens u. Halste Glühlampenwert auf Listen 31, 33, 34, schaftlichkeit in jeder Weise zu fordern sein muß, aber ich halte es Erpressung zu denunzieren. 35, 36, 37, 38, 39 65,20. Liste 1049 2,30. Kollegen u. Kolleginnen von für eine ganz außerordentlich wirtschaftliche Aufgabe, das Werk vor Die Gefahr einer solchen Aufmunterung von Lohnschwindlern Mix u. Genest auf Listen 629, 635-37 50,55. Vom Deutschen Textilarbeiter. folchen schweren Verluften zu schüßen. Der Angeklagte kam noch durch die Erpressungskonstruktionen der Klaffenjustiz brachte eine vor- verband, Filiale Stralau- Rummelsburg 30,- Bersonal der Schriftgießerei fehr jung in recht schwierige Verhältnisse. Er frat bei einer Ber- gestern vor dem Berliner Gewerbegericht verhandelte Streitfache zur Hagenerstraße 17,90. Kollegen der Bautischlerei Pohl u. Sohn 10,40. Liste Theinhardt 11,75. Liste 1134 Kollegen der Bautischlerei Bartsch, Bor waltung ein, welche schon sehr schwere Erfahrungen bezüglich des Anschauung. Brandes gemacht hatte, bei der man sich aber nicht veranlaßt gesehen Von den Arbeitern Bau Aschinger, 1921 Zuschneider- Vereinigung 11,80. Die Firma, Eisenwerk Hugo Brauns" in Dortmund Potsdamerplat 15,10. Verband der Formstecher auf Listen: 1915 46,70, hatte, diesen Erfahrungen Rechnung zu tragen.( Große Bewegung.) hat in Berlin ein Anthracit- Brechwerk für das Kohlensyndikat auf- 2534 26,70, zu. 73,20. Ortsverein der Handschuhmacher auf Liſten 10, Tatsache ist, daß die Betriebsführer sehr oft gewechselt haben, daß zuführen. Auf dem Bauplatz in der Beusselstraße waren sechs Liste 829 durch Ströcher 10,45. Listen 825/6 gesammelt von Griebel 29,15. die Aufsichtsbehörde wiederholt ernstlich auf die Abstellung von Mängeln Arbeiter unter Leitung des Monteurs Meese beschäftigt, den die Bon den Kollegen der Hof- Möbelfabrik Starl Müller u. Co., Blücherſtr. 35 bringen mußte, ohne daß die Verwaltung sich veranlaßt gesehen hat, bei Firma aus Dortmund hierher geschickt hatte. Meese hatte den 10,- Lifte 2433 Kollegen bei Litfay' Erben 9,60. Bom Gastwirt Fricke auf ihren Beamten auf eine Einhaltung der Vorschriften zu bringen. Berteidiger Justizrat Dr. Wallach: Arbeitern auch den von der Firma gesandten Lohn auszuhändigen. Listen 225,25.( Liste 26 Schöning, Gießerei, Reinickendorf 24,20, Liste 23 Motorenfabrik Gottschalt, Reinickendorf 12,20, Liste 30 Stolzenberg 12,75, Ich muß das Das ging einige Wochen ohne erhebliche Störungen. Da aber Gutachten an dieser Stelle unterbrechen, um einen Antrag zu Meese ein flottes Leben führte, so geriet er in Schulden Richter 13,30, Liste 37 10,-, Liste 42 13,85, Liste 44 Abt. Schwieger 10,05, Liste 49 Liste 31 Audreß, Bergmann, Hennigsdorferstr. 9,50, Liste 36 Bergmann, Abt. stellen. Der Herr Meher bringt hier etwas vor, was nicht Gegen und vergaß schließlich, den unter seiner Leitung Abt. Schulz 7,75, Liste 50 Abt. Brink 15,50, Liste 51 Abt. Brauer 21,05, Lifte 52 stand der Beweisaufnahme gewesen ist. Es kann nicht geduldet beschäftigten Arbeitern den Lohn auszuzahlen. Abt. Müller 7,25, Liste 53 Abt. Schulenz u. Kühne 6,05, Liſte 54 Abt. werden, daß der Sachverständige Dinge aus seiner privaten Kenntnis Als die Arbeiter bereits für vierzehn Tage feinen Lohn erhalten Schulz 3,75, Lifte 55 Abt. Turbinenfabrik 8,75, Liſte 56 Abt. Richter 13,35. hier verwertet. Wir wären sonst genötigt, darüber Beweiserhebung hatten, verloren sie die Geduld. Da von Meese nichts zu bekommen Liste 57 8,00. Lifte 58 8,15. Liste 2703 Geldſchrankfabrik Banzer 19,80 SP. zu beantragen, wir wären in der Lage, nachzuweisen, daß alles, war, wandten sich die Arbeiter durch einen Vertreter, der sich ihrer Sa. 225,25.) Von zielbewußten Genossen aus der Heilstätte Grabowsee, was der Herr Sachverständige vorgebracht hat, eitel Dunst ist und angenommen und bei dem Meese ebenfalls Schulden hatte, an die: Loth 8,51. Von den Bauklempneru der Firma Paul Schmieder, daß das ganze Gutachten in sich zusammenfällt. Vors.: Ich muß Firma Hugo Brauns. Aber auch von der Firma erhielten Gilenburg 25,- Liste 268 Personal der Buchdruckerei A. Joachim u. Co., Nieder- Schönhausen 3,10. Sechserfasse der Verbandsmitglieder Ashelm 5,-. bitten, nur zu erwähnen, was mündlich in der Verhandlung vorgekommen die Arbeiter ihren 2ohn nicht. Herr Brauns gab viel- Niederwallstr. 13 4,25. Lifte 1503 8,75. Liste 3499 Kollegen der Firma Lindst. Allerdings glaube ich, daß diese Ausführungen des Sach- mehr an, nicht bei ihn, sondern bei Meese, der selbständiger Unter- ström, Mech. Werkstatt 18,25. Lifte 2441 Berj. d. Druderei Alfred Unger 11,95. verständigen gerade zur Entlastung des Angeklagten dienen sollten. nehmer sei, wären die Arbeiter beschäftigt, sie hätten sich deshalb nur ifte 477 Kollegen der Firma Ites u. Co. 12,30. Liste 495 Maurer und Justizrat Dr. Wallach: Bugunsten und doch sehr zu an Meese zu wenden. Weese war aber inzwischen spurlos ver- Bauarbeiter Bau Hermannstr. 32 14,50. Lifte 2461 Hausdruckerei N. C. R. ungunsten, denn es sollte doch wohl die Schlußfolgerung sein, daß schwunden, niemand wußte, wo er geblieben war. Die Firma Hugo 16,70. Lifte 1050 Stollegen der Firma Dargah u. Co oz ber 10, abil. im Genossen ber Angeklagte in eine schwierige Lage gekommen fei, der er nicht Brauns verweigerte den Arbeitern nicht nur den Lohn, sondern 4. Wahltr.( amerikanische Auktion) 10,45. Tischlerei Försterling, Schinkestr. 21 4,40. Bom Verband der Dachdecker gewachsen war. Direktor Meher: Ich bin erstaunt, daß denunzierte auch den Vertreter der Rechts- 50,- Lifte 1899 vom Verband der Dachdecker 6,- Lifte 3388 Pianoich an diesen Ausführungen von der Verteidigung gehindert werde, ansprüche der Arbeiter wegen Erpressung! Derselbe fabrit. Strause 5,-. Listen 1917-1920 Verband der Musiker 20,50. obwohl das, was ich ausführen wollte, gerade zur Entlastung hatte die Firma in einem Schreiben namens der Arbeiter um Aus- Liste 1136 von Kollegen der Firma Prächtel, 2. Rate, Boechstr. 25 9,20. dienen sollte. Direktor Nandebrod: Ich möchte nur die zahlung des rückständigen Lohnes ersucht und ihr in Aus- Gesangverein" Humanität"( M. d. A.-S.-B.) 5,-. Verband der Töpfer auf Bemerkung machen, daß das, was Herr Meyer über meine Auf- ficht gestellt, daß sie anderen Falles Unannehmlichkeiten isten( 26,-), Lifte 725 10,-, Lifte 734 2,20, Lifte 733 13,80 26, faffung, als ob die Kohlenförderung alleinige Aufgabe der Verwal- haben könnte. Die Berliner Polizei ging bereit ifte 1706 Stollegen der Firma Boswan u. Stnauer 20,50. ifte 499 tung sei, gesagt hat, objektiv unwahr ist.( Lebhafte Bewegung.) willigst auf die Kollegen und Kolleginnen der Firma Münchmeyer u. Co. 10,70. Bier Denunziation der Firma prozente vom Bau Jandorf, Kottbuser Brücke 15,-. Möbelpolierer Das Hugo Brauns ein, und schwebt gegen der Firma Hülsenbed, Stroll u. Co. 11,50. Liste 1138 Kollegen der Firma Schlußgutachten des Direktors Meyer wärtig ein Ermittelungsverfahren wegen Er- Hellmuth- Stralau 4,15. Tapezierer der Firma Birnbaum 15,-. preffung gegen den Mann, welcher die zweifel- Arbeiter- Bildungsschule, gesammelt beim Ausflug 22. 7. 06 7,50. Lifte 3264 os rechtmäßigen Ansprüche seiner Auftraggeber Albin Fischer 9,75. Lifte 161 Kollegen der Firma Flohr, Abt. Mirau, vertrat. Die um ihren Lohn geprellten Arbeiter reichten eine( darunter Woi 2,70) 17,05. Liste 162 Kollegen der Firma Festa 8,50. Klage gegen die Firma Hugo Brauns beim Berliner Ge Lifte 167 Kollegen der Firma Wegner, Refselstr. 42 10,05. Liste 173 Koll. werbegericht ein. Herr Brauns besaß die Freiheit, auch an der Firma Flohr. Dreherei II 25,80. Verband der Töpfer( Liſte 736 9,25, Liste 727 24,55) 33,80. Verband der Stuffateure auf Listen 484.32 dieser Stelle seine Pflicht zur Lohnzahlung durch seine Vertreter be-( 66 15,35, 67 15,65, 68 9,50, 69 14,60, 70 9,- 71 16,35, 72 20,70, streiten zu lassen. Der Termin wurde vertagt, weil der Vertreter 73 7,05, 74 18,40, 75 12,80, 76 6,60, 77 3,50, 78 0,50, 79 6,80 7,75, der Firma anscheinend nicht genügend informiert war. 3um 81 10,50, 82 41,65, 83 7,60, 84 2,90, 85 8,40, 86 8,95, 87 17,60, 88 16,50, 89 nächsten Termin, hieß es, werde Herr Hugo Branns aus 16,50, 90 16,50, 91 16,50, 92 16,50, 93 16,50, 94 16,67, 95 7,30, Ca. 384,32). Dortmund persönlich erscheinen. Dieser Termin fand 111111 Bom Zentralverband der Böttcher und Hütfsarbeiter, Filiale Berlin 50, am Mittwoch statt. Herr Brauns war jedoch nicht erschienen, er Typographia, Ortsverein Apenrade 10,- Zigarettenfabrik" Spreeblume" Verband der Wäsche und Krawattenarbeiter Deutschlands 79,15( Liste hatte auch keinen Vertreter geschickt, vielleicht hat er sich in der ig 1829 Frl. Quabius Buchholz 11,55, 1831 Frl. 8ech Cohn u. Ellenburg Zwischenzeit überzeugt, daß sich ein Unternehmer nicht dadurch von 11,90, 1832 Schwerin Wolf u. Glaserfeldt 9,60, 1833 Fr. Lehmann seinen Verpflichtungen befreien fann, daß er einen Dritten als an- Borchardt 6,40, 1834 Frl. Bahr Philippsohn u. Lechziner 11,50, 1835 geblich selbständigen Subunternehmer vorschickt.- Angesichts dieser Fr. Weiß Starpe 4,25, 1836 Fr. Witte Blumenau u. Sohn 14,70, Sachlage erließ das Gewerbegericht ein Versäumnisurteil, 1837 Mundt Grünbaum 3,65, 1938 Frl. Romossa Wollfradt u. Wolf welches die Ansprüche der Kläger( Zahlung des rückständigen Lohnes 5,60, zus. 79,15). Gewerkschaftskartell Weißensee auf Listen 3310, 3120, und Entschädigung für die Zeit, wo ihnen ihre Papiere vorenthalten 3301, 3311, 1052 34,60. Rifte 1840 u. 1845 Verein Berl. Hausdiener 8,15. Liste 3200 Verein Berl. Hausdiener 8,10. worden sind) anerkennt. Summa 3259,45 M. Bereits quittiert 17 824,77. Im ganzen 21 084,22 M. lautete: Ich halte den Angeklagten formell für allein schuldig, in Wirklichfeit aber andere für mitbeteiligt.( Lebhafte Bewegung.) Nur zu un gunsten des Angeklagten hat die Verteidigung mich vorhin gehindert, darauf einzugehen, wie die Lage des Angeklagten war und in welche Verhältnisse er geraten ist. Nunmehr verzichte ich darauf. Direktor Randebrock: Wenn der königliche Einfahrer in der Woche zweimal an der Lampe vorbeigegangen ist, ohne daß er etwas daran bemängelt hat, so kann den Betriebs führer, der nicht überall sein kann, umso weniger ein Vorwurf treffen. Ich stehe aber auf dem Standpunkt, daß nichts Sündhaftes vorgekommen ist und daß die Bergbehörde nichts zu rügen hatte. Ich erkläre hier unter meinem Eid: Die königliche Bergbehörde trifft nicht der Schatten eines Vorwurfes.( Laute Beifallsrufe im Zuhörerraum, in dem viele Beamte fizen.) Direttor Niederstein: Die Bergbehörde hat die volle Pflicht getan. Die Beweisaufnahme wird geschlossen und die weitere Verhandlung auf Donnerstag vertagt. Das formell freisprechende Resultat der Verhandlung haben wir oben mitgeteilt. Soziales Opfer des Kapitalismus auf hoher See Man schreibt uns von der Unterweser: Vor dem Seeamt in Bremerhaven gelangte in der berflossenen Woche der Unfall des Fischdampfers Nordstern" zur Ver handlung, der am 15. Juni d. J. bei Island strandete. Die VerHandlung bestätigte alles, was bisher über die Ausbeutung und Ausnutzung der Arbeitskraft der auf den Fischdampfern beschäftigten Mannschaften in die weitere Oeffentlichkeit gedrungen ist. Die Kapitäne der Fischdampfer sind angewiesen, von jeder Fangreise eine möglichst große Anzahl Körbe( Bezeichnung für das Maß, mit dem die Fische gemessen werden) heimzubringen, da es sonit um ihre Stellung geschehen ist und sie auch keine Prozente bekommen. Der„ Nordstern" hatte auf der in Betracht kommenden Reise kein Glück. Tag und Nacht war gefischt worden und doch betrug das Fangergebnis erst 400 Körbe, während das Schiff 2500 Körbe fassen kann. Trotzdem die Leute übermüdet waren hatten sie doch regelmäßig in 24 bis 28 Stunden faum 2 Stunden Schlaf gehabt wurde auf sie teine Rücksicht genommen. Am Unfalltage morgens wurde das Netz wieder ausgesetzt und alle zwei Stunden gehiebt. Gegen Mittag brach die Mannschaft zusammen, sie fonnte nicht mehr und ging unter Dec, um wenigstens ein flein wenig auszuruhen. Der Kapitän, der selbst in 32 Stunden nicht geschlafen hatte, blieb allein auf Ded, während der Dampfer langsam fischend weiter trieb. Gegen 1 Uhr verließ der Kapitän die Kommandobrücke, um im Kartenhaus die Seekarte einzusehen. Er setzte sich auf eine Bank und ist dann dabei ein. geschlafen. Gegen 3 Uhr ist das Schiff dann gestrandet und alle Versuche es abzubringen, waren bergeblich. Die Mannschaft wurde schließlich nach unsäglichen Qualen und Strapazen gerettet, bei den Rettungsversuchen sind jedoch vier Mann eines anderen Fisch dampfers ertrunken. Und das Seeamt? Dem Kapitän des Nordstern" wurde das Schifferpatent entzogen, für das System aber, das derartige Zustände zeitigt, und die Ausbeutung der Leute geradezu großzüchtet, hatte es tein Wort der Kritik oder des Tadels. Die Opfer des Kapitalismus auf hoher See wachsen übrigens Wird nunmehr gegen den Lohnschwindler und gegen die Firma Brauns die strafrechtliche Untersuchung darüber eingeleitet werden, ob die vor dem Gewerbegericht bekundeten oben wiedergegebenen Tatsachen zur Einleitung eines Verfahrens wegen Betruges und wissentlich falscher Anschuldigung genügen oder verbietet selbst das die sittliche Tüchtigkeit" der Klasseninteressen des Unternehmer tums? " Gerichts- Zeitung. Ein Mörder in der Uniform. Weitere Gelder sind zu richten an A. Körsten, Engel- Ufer 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Berichtigung. In der Nummer des Vorwärts" vom 13. Juli muß es heißen:( 164,65) 54,90 gesammelt von den Rabizpuzern, Spannern und Trägern der Firma F. Aug. Krauß auf dem Bau Friedrich Karl- Ufer 1-2, das andere auf Listen von der Sektion der Gips- und Zementbranche 1521, 1528, 1524, 1526, 1527, 1530, 1569, 1570, 1567, 1545, 1559, 1558, 1557. Für die ausgesperrten Buchbinder Deutschlands sind eingegangen: Verband der Am 17. Juli teilten wir unter dieser Ueberschrift eine der Schäbischen Tagwacht" aus Rottenburg zugegangene Buſchrift mit. Liste 3069 von den Bildhauern der Firma Kimbel u. Friedrichsen 12,35. Danach war vor 83 Jahren die 18jährige Tochter des Messerschmiedes Kaltenmark in Hagenwörth vergewaltigt, der Körper dann in den Liste 3031 Buchdruckerei Janiszewski 6,85. Lifte 675 Deger 5,05. Werkstelle Verbandsmitglieder bei Hempel Neckar geworfen. Es habe sich nunmehr herausgestellt, daß der vor Thüm 7,70. Liste 56 durch Bruds 17, Lotterie Verein Gemütlichkeit" 3,25. Pflanzer Berein zehn Jahren in Friedrichshafen verstorbene Stationstommandant u. Co. 11,35. Dieser habe die Mordtat Krähenluft" 25,- Waschinenarbeiter H. Haberer, Schönhauser Allee 161 Rösling der Täter gewesen sei. Der Pfarrer 2,50. Genossen des 99. Stadtbezirks 7,- Lifte 3027-, 75. Lifte 3028 durch Georg seinem Pfarrer auf dem Sterbebett gebeichtet. habe kurz vor seinem Ende seinem Seelsorger das Geheimnis mit Töpfer 103,73( Lifte 218 15,53, Lifte 222 12,-, Lifte 220 9,70, Lifte 221 10,15, Bracht 11,85. Listen 3032/33 Buchdruckerei Janiszewski 14,50. geteilt, und dieser habe es der Mutter des Mädchens mitgeteilt. Liste 219 10,50, Lifte 217 5,50, Lifte 226 12,50, Liste 225 20,5, Lifte 269 7,60). Unter Bezugnahme auf diesen Bericht ersucht uns Pfarrer Breitfeld Deutscher Photographengehülfen- Berband, Abteilung Berlin 50,05. Lifte 318 aus Beffendorf um Aufnahme folgender Berichtigung: Bor etwa Kollegen der Werkstatt Dochhann 5,- Liste 715 Kollegen der Pianofabrik neun Jahren habe ich als Vitar in Friedrichshafen den Stations- Ede, Martusftr. 13 14,30. 5. Wahlkreis, Auktion„ Henkeltöppchen" 5,-. tommandanten Rösling mit den Sterbesakramenten versehen. Soviel Liste 2047 Tapezierer von Rudolf Herzog 7,90. ist richtig. Unwahr aber ist, daß ich, zum Sterben gekommen, einen Filiale Berlin 50,-. Mord meinem„ Seelsorger" mitgeteilt und legterer die Mutter der Ermordeten in Rottenburg davon in Kenntnis gesezt habe." Hus der Frauenbewegung. Veranstaltungen. Versammlungen Berlin. Der Ausflug nach Treptow, Bittoriagarten, findet umständehalber am Montag, den 30. Juli, statt. Weißensee. Montag, 30. Juli, bei Schmus, König Chauffee 38: Vortrag über Bete und arbeite oder arbeite und genieße." Referentin: Genossin Lungwizz. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde. Montag, 30. Juli, bei Noad, Tempelhof, Berlinerstr. 9: Gemeinsames Kaffeekochen. von Jahr zu Jahr. Außer dem„ Nordstern" sind im Laufe des Für die ausgesperrten Lithographen und Steindrucker den Kollegen der Firma Bander, Schönebergerstr. 27 5,25. Liſte 24 Kollegen letten Winters und der ersten Frühjahrsmonate wieder 6 Fisch= dampfer, welche ebenfalls zu Fangreifen von der Unterweser Deutschlands " Verband der Bergolder, Liste 3897 Möbelfabrik Dstend 10,40. Lifte 2046 Tischler und Maschinenarbeiter der Firma Wegner, Belzigerstraße 21,50. Lifte 3039 Hülfsarb. der Firma H. S. Hermann, Buchdruderei 11,05. Lifte 4046 Kollegen der Firma Gebr. Krüger, Köpenid 9,70. Liste 3063 Kollegen der Firma Hagelberg 11,45. Von den Tischlern d. Firma Fehrmann, Lindenstr. 4,-. Liste 6 gesammelt auf dem Turnplab Fichte" in Treptow 17,45. Liste 128 Berein Berliner Hausdiener 7,10. Bom Verein Berliner Hausdiener 300,-. Lifte 683 durch Schiefer 15,-. Liste 1356 10,85. Liste 1357 3,70. Stollegent der Tischlerei Ehrlich 10,-. Liste 373 Kollegen der Firma Dehlschläger, Lifte 4049 Sollegen der Firma Kindermann, Mödernstraße 17,95. Verband der Berwaltungs Beamten 52,75 Gneisenauftr. 16,95. ( Liste 2226 8,75, 2227 7,70, 2230 5,-, 2232 1,75, 2233 5,-, 2238 8,- 2239 1,50, 2241 2,80, 2245 8,25, 2247 4,-, Ga. 52,75). Sollegen der Tischlerei A. Bünger, Görlizer Ufer 23 20,- Liſte 2054 Kollegen der Firma Behje u. Korth 6,75. Liste 3896 Kollegen der A. E. G., Brunnenstraße, Abt. Flohr 15,15. Liste 81 Kollegen der Gasmotorenfabrit Deutz, Charlottenburg 18,45. Vereinigung der Maler 500,-. Liste 617 Kollegen bei Reis 9, Liste 3527 17. Gasrevier 6,95. Zentralverband der Töpfer 500,- Liste 646 11,85. Lifte 82 8,50. Lifte 662 Nüffel 3,45. Bon der Firma Dietrich 14,05. 3 Stecher 1,50. Bon den Kollegen der Möbelfabr. Schönwetter 7,25. Liste 2754 Wilhelm Eilfe 9,30. Lifte 688 A. Asztalos 7,40. Lifte 4723 2,80. Liste 4718 Bau Brüderstr. 44/49 14,05. Listen 671 u. 673 aus in See gegangen waren, nicht heimgekehrt. Kein Mensch find weiter eingegangen: Kollegen der Firma Tinius 9,55. Thiel u. Bertling 2,65. Liste 624 9,15. hat etwas von ihnen gehört, zweifellos sind sie mit der ge= Von den Tischlern bei Nissen 7,30. Lifte 3172 Verbandsmitglieder der Liste 454 Kollegen der Firma Gebr. Koppe 13,20. Sparverein Süd- Ost famten Besabung untergegangen. Einige Tage nach Buchdr. Seydel u. Co. 8,55. Liste 261 von den Schlossern der Firma Biehl 1901" 7,50. Bom Deutschen Tertilarbeiter- Verband, Filiale Stralauder Nordstern"-Berhandlung hatte das Bremerhavener Seeamt 13,60. Pflanzerverein Strähenluft" 25,-. Bon den Kollegen der Firma Rummelsburg 30,- Buschneider- Bereinigung 30,- Liste 3036 Träger sich mit zwei von ihnen zu beschäftigen. Das Geeamt erklärte 5. Haberer 2,50. Riste 3184 von den Verbandsmitgliedern der Buchdruderei 2,75. 2ifte 3894 Kollegen der Firma Weinert, Mustauerstraße 15,70. Liste 895 2,50. den„ Waterkant" und den„ Minister Jansen", welche am 22. Novem- Bürenstein, 4. Rate 27,35. Liste 1646 Personal der Schriftgießerei Gursch, Liste 4717 Tapezierer von Jacob u. Braunfisch 8,80. Von Genossen des 99. Stadtbezirks 7,- Von den Lifte 1232 Unterbauarbeiter Kaiserhof 10,90. Liste 681 A. E.-G. Brunnenber 1905 bezw. am 5. März 1906 von hier abgegangen sind, für 2. Rate 10, verschollen. 20 Geeleute haben bei ihrem Unter- organisierten Arbeitern der Firma Lohde, Brunnenbaugeschäft 9, straße, Mitr. Stommel 18,85. Liste 2024 Karl Ehm, Charlottenburg 10,80. gang den Tod gefunden. Der Reichskommissar meinte in Liste 719 vom Verband der Töpfer 11,75. Bom Verband der Töpfer durch Liste 54 A. Bascit 10,90. Ortsverein der Handschuhmacher auf Listen 10, seinem Plaidoyer, daß in diesen, wie auch in vielen früheren Karl Bernau 4,75. Liste 1779 bom Verband der Mühlenarbeiter, Salomon Kollegen der Hof- Möbelfabrik Karl Müller u. Co., Blücherſtr. 35 13,70. Mühle 19,10. Lifte 1780 Verband der Mühlenarbeiter, Schütt- Mühle 11,95. Von den Herrenschneidern H. Gerson 30,-. Aus der Sechserkasse der Fällen, die Annahme nahe liege, daß der Untergang der Schiffe Lifte 1782 Verband der Mühlenarbeiter, Bertheim- Mühle 6,70. Bentral Verbandsmitglieder der Druderei Ashelm 5,-. Eilenburg 25,- Kollegen auf nicht genügende seemännische Ausbildung verein der Bildhauer, Liste 1571 Werkstatt Kimbel u. Friedrichsen 26,25. der Firma M. u. F. Berndt, Warschauerstr. 78, außer zweien 20,65. Liste 3895 der Besatzung zurückzuführen sei. Auf eine bessere nautische Liste 1573 Atelier Bogt- Herzog 7,50. Liste 1574 Werkstatt Pfaff 10,75. Lifte Delateure der Firma Rud. Tad, Niederwallstr. 18 3,30. Liste 401 Kollegen Erziehung des Fischdampferpersonals müsse noch mehr Gewicht als 1575 Werkstatt Feuerhan 11,75. Liste 1577 Werkstatt Dochann 5,-. Liste der Firma Düppel u. Rohde 7,30. Liste 98 Maurer Bau Seydelstraße 10,65. Lifte 4090 Kollegen der Baut bisher gelegt werden. Diese Annahme trifft zum Teil zweifellos 3389 Werkstatt Prenzel 6,35. Gewerkschaftskartell Schöneberg a Konto Töpfer, Bau Hannaske, Schöneberg 7,25. Bom Listen 120,-. Berband der Konditoren auf Listen tischlerei Grunert u. Seemann, Fehrbellinerstr.45 11,35. Tapezierer der Firma zu. Um an den Löhnen und Gagen zu sparen, mustern die Reeder auf 26,15. Berband der Droschtenführer auf Listen 254.90. Liste Brandt, 2. Rate 4,-. Liste 649 Kollegen der Siemens- Schudert- Werte 8,75. sehr häufig völlig feeuntundige, sogenannte unGebrüder Krüger, Köpenid 17,60. Lifte 635 durch Lamprecht 16,55. Liste 653 durch Helbig 12,- Lifte 3094 befahrene Leute an, oder auch solche, die den fachmännischen Bon den Kollegen und Kolleginnen Siemens u. Schudert 180,75.( Klein- durch Brumm 12,55. Klempner von Dietrich 12,80. Liste 4100 Stollegen Ansprüchen in teiner Weise entsprechen. Diese Leute sind eben bau Ronnendamm Liste 577 15,50 Abt. Wolff, Lifte 578 15,20 Abt. Büttner, der Buchdruderet W. Simon 9,80. Liſten 3137, 3139, 3142 59,80. Lifte willfähigere Ausbeutungsobjekte. Kommt dann noch die unmensch- Rifte 580 5,30 Abt. Spiller, Lifte 581 10,25 Abt. Stod, Lifte 582 7,05 Abt. 3052 Kollegen der Firma Littauer u. Boysen 4,45. Kollegen der Tischlerei Kollegen bei Gebr. Faul, Monumentenlich lange und schwere Arbeit, die Anstrengung der Mannschaft bis Lepel, Liste 583 12,05( 11,55 2bt. Esch,-, 50 v. A. Flöter), Liste 584 20,85 Faul, Hagelsbergerstraße 19,60. zum äußersten, hinzu, so nehmen die alljährlich aufs neue fich er- Abt. Keil, Lifte 585 4,90 bt. Strüger, 589 8,45 Abt. Schröter, Liste 590 16,65 ftraße, I. Stod 11,25, 2. 10,-, 8. 9,80, 4. 7,50, Ga. 38,55. Lifte 391 Kollegen Lifte 389 Kollegen bei Abt. Teege, Liste 591 6,75 Abt. Merten, Liste 592 3,35 Abt. Hoffmann der Tischlerei Alschner, Hagelsbergerstraße 14,65. eignenden Fischdampfer- Katastrophen kein Wunder. Man sieht, die idyllischen Zustände auf hoher See, von denen Summa 126,30).( Franklinstraße. Liste 225 3,15 Abt. Düngel, Lifte 226 J. C. Pfaff, Möbelfabrit, Saal I 11,90. Stollegen bei Heim u. Gerfen 41,40. Aus der Sechsertasse tm Binnenlande auch heute noch häufig geredet wird, gehören längst ins 2,15 bt. Deister, Liste 245 15,75 Abt. Bader, Liſte 246 9,45 bt. Stelzer, Lifte 4716 Stoll. auf dem Ban Kuhn, Alte Jakobstr. 11/12 11,20. Lifte 4099 Liste 249 6,35 Abt. Frühauf, Liste 250 10,35 Abt. Matthias, Liste 255 2,90 Stollegen vom Werkzeugbau Bosse u. Co. 18,25. Summa Fabelreich. Der Kapitalismus mit all seinen Begleiterscheinungen Abt. Rödel, Liste 230 4,35 Abt. Ohlschläger; 54,45). Tischlerei Bormann 12,- Liste 666 Kollegen bei Hille, Tischlerei Aktionsausschuß a Conto auf hat auch hier längst Einzug gehalten, und er fordert seine Opfer, Liste 3178 Buchbruder der Rational- Beitung" 22,- Durch Albert Hage- 10,30. Berband der Dachdecker 50, Menschenopfer unerhört mann, Nixdorf, Hermannstr. 26 3,10. Bentralverband der Maurer, Settion Liften 5000,-. Lifte 3086 Paul Ehlich 6,40. Hausdiener von Peek 1703/04 Kollegen der Firma Cloppenburg 10,-. Lifte 3050 Stoll. Pollad 6,95. Portefeuiller und Gußlager 5,60. Listen 3095, 97, 98, 99 Tischler und Maschinenarbeiter| 17,45. Lifte 3060 Slein 10,-. Liften 3002 11,45; 2056 7,95; 1360/61 26,61. bei N. Moses 5,50. Ueberschuß der Dampferpartie des Lotterie- der Möbelfabrik Hülsenbed, Stroll u. Co. 43,75. Liste 396 Stollegen der Freier Männer- Chor" 2,40. Ueberschuß der Dampferpartie der Maurer bereins Niete" 20,- Riste 394 Stoll, bei Stern, Seliger u. Co. 23,50. Firma Sommerlatte, Stralau 11,85. Liste 3105 4,20. Kollegen der Bez. Often I 28,45. Lifte 4725 Berkehrslokal der Maurer Bez. Osten I Gesangverein" Humanität"( M. d. A.-S.-B.) 5,- Kollegen der Buch- Bautischlerei Sommerkorn 5,50. Tischler von Hornig u. Co. 4,75. 17,20. Liften 201, 202, 204, 4515 Verband der Steinseher 21,15. Berbinderei Alisch 56,95. Töpfer Bau Genzow, Schönhauser Allee durch Telsch Liste 3107 Kollegen von Littauer u. Boysen 3,45. Buchdruckhülfsarbeiter Nord- band der Portefeuiller auf Listen 46,-. Generalversammlung 10,70. 9,55. Verband der Töpfer auf Listen( 4683 11,20, 3856 14,50, 262 1,75, deutsche Zeitung 5,-. Stollegen der Tischlerei Kufulenz, III. Rate 6,95. Werkstubensizung von Schloß u. Schreiber( 65,85) 9,15. Verband der 261 5,10, 259 6,15, 258 8,05, 257 8,-, 256 5,20, 255 9,40, 253 16,50, 2025 Verband der Böttcher u. Hülfsarbeiter 50,-. Typographia Ortsverein Apens Sattler, Ortsverwaltung Berlin, auf Listen gesammelt 212,60. Lifte 640 4,50, 296 10,40, 292 5,90, 3860 9,25, 3852 7,70, 3850 5,80, 3847 rade 5,-. Bigartfenenfabrit„ Spreeblume" 5,-. Liste 3055 Kollegen der Maschinenarbeiter der Firma F. Weber 29,45. Verband der Töpfer auf 18,20, 3854 5,75, 260 7,05, 314 5,55, 231 5,90, 230 14,50, Schreibmaschinenindustrie 14,60. Rifte 3056 Stollegen bei Siebert u. Achenbach Listen 96,75( Lifte 302 13,95, 300 7,60, 298 13,-, 299 4,35, 235 8,60, 2019 9,85, 277 9,75, 275 8,-, 276 8,15, 274 7, Summa 224,-) 20,45. Liste 127 und 129 Verein Berl. Hausdiener 20,50. Liste 3029 Kinder- 240 13,60, 238 3,65, 236 3,45, 3851 12,25, 316 11,50, 315 4,80, Sa. 96,75). Verband der Stuffateure, Filiale Berlin 384,33. Klempner der Firma fest Kolonie„ Engels Hoffnung" 10,15. Maßschneider der Werkstatt Beek u. Summa 9525,13. Bereits quittiert 10400,65. Jm Ganzen 19925,78. Karney 32,- Kollegen der Treppengeländerfabrik Vogt u. Sohn 19,60. Cloppenburg 20,-. Liste 2050 Karl Jacob 9,60. Liste 2299 Schlosser der Listen 41, 42, 44 11,25. Stollegen der Firma Alfons Ludwig u. Co., Stock Firma Weber 14,15. Liste 645 gesammelt durch Wedeking 12,50. Liste 91 Weitere Gelder sind zu richten an fabrik 8,-. Liften 626 und 3072 Arbeiter der Firma Schubert 19,65. Turnverein Fichte" 8,30. Liste 95 Arbeiter der Firma Gebr. Siemens Lifte 53 durch Thalau 6,- Liste 51 durch Dormin 8,05. Liste 395 Stollegen 6,70. Liste 4567 Tapezierer der Werkstatt Rud. Herzog 9,26. der Möbelfabrik Rutas 17,05. Lifte 4564 Kollegen der Firma Buzke, Ritter- Werkstatt Nissen 6,80. Geschäftsbücherfabrik Ashelm Jubiläumsüberschuß straße, Dreherei 14,-. Liste 2052 Kollegen der Firma Buzke, Fertigmacher 29,80. Listen 3898/99 17,50. Liste 541 Bau Seydelstraße Handelsstätte Teures Fleisch " Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. A. Körsten, Berlin SO., Engel- Ufer 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Seefische Volksnahrung! Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Gr. Schellfisch billige Seefische!! Filiale: Berlin C. 2, Bahnhof Börse, Bogen 8-10. Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Nährwert sich auszeichnend! Große Fänge in lebendfrischer Ware sind soeben eingetroffen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 27. Juli. Anfang 7 Uhr. Neues Operntheater. Carmen. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Lessing. Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwik Dper: Oberon, König der Elfen. M Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Bapfenstreich. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Lustspielhaus. Unsere Käte. Kleines. Die Juden. Carl Weiß. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Zortajada. Spezialit. Baffage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Winter Tymian. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Freitag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Gastspiel Frl. Anna Sutter: Carmen. Sonnab.: Gastsp. Frl. Prevosti: Traviata. Zentral- Fernsprecher: Amt III No. 8804. Seefifch- Kochbücher gratis. Prinzenstraße 30 ( am Moritzplatz). Verkaufs, Niederlagen: Madaistraße mit Kopf im Ganzen 20 Pf. ohne Kopf im Ganzen 20 Pf. mit Kopf Cabliau Seelachs im Ganz. 20 Pf. Pf. per Pfd. 25 im Anschnitt. ( im Schstraße 22 Landsbergerstraße 52-53 Alle übrigen Sorten Seefische Schlesischen Bahnhof).( der Kurzenstr. gegenüber). Vom Mai bis August inkl. bis 8 Uhr abends, außer Sonnabends, geöffnet. Urania Tauben. str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwitz- Oper. Freitag, abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. reitag, abends 8 Uhr: Sternwarte InvalidenZ str.57/ 62. Oberon, König der Elfen. Große Oper in 4 Aften v. E. M. v. Weber. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Sonntag, nach m. 3 1 br, bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntag, abends 8 Uhr: Carmen. OOLOGISCHER D. Postillion v. Lonjumeau CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater Großer andauernder Heiterkeitserfolg! Berlin im Omnibus. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Dazu: Gute Spezialitäten! Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in ben unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Sonntag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Taglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. zu billigsten Tagespreisen. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Lebensbild in 5 Att. v. Hedwig Abt. Im Sommergarten: Täglich: Große Spezialitätenvorstellung. Anf. 5 Uhr. Kottbuser ..Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Sonntag, den 29. Juli: Vereinstour Sanssouci.a. früh 6 Uhr nach Dranienburg Sommtg., Montg. Donnerst.( Braue, Kurfürstenstr. 48). Nachmi. und Sonnabend: 12 Uhr nach Birkenwerder. Starts: Oberbergerstr. 3C( Genossene Hoffmanns Nordd. Sänger fchaft.) 5. Abt. früh 4 Uhr nach und Tanzkränzchen. Novität: Eine StadtratSitzung zur Zopfzeit. Posse. Entr. 30 Pf., num. Bl. 50 Bf. Sonnt. Beg. 5, Wochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Hermann b. Rembrandt- Theater in Amsterdam. Operette in 2 Birkusblut. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. von Baumgart. Dazu die erstklasig. Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr. Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. Diez'. Spezialitäten- Theater. Bernhard Rose- Theater Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Wegen koloffaler Nachfrage bis 30. Auguft prolongiert. Ob schön! Im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! Bom 1. bis Täglich: 30. Juli 16 Löwen Die größte Sensation und beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Dompteuse mit noch nie gesehenen Tricks. 11 Uhr abends: Fütterung sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs. Prinzeß Rajah, Fritz Brand, Salon- Humorist Berlins beſter die hawaiische Schönheit mit neuem Repertoire und das neue beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Reichshallen. Anfang 4 Uhr.- Entree 30 Pf.- Vorzugskarten find gültig. Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sommerspielzeit 1906. Hoffmanns Erzählungen. Sommerpreise. ( Keine Vorverkaufsgebühr.) Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. Täglich abends Unsere Käte. 8 Uhr: Morgen: Unsere Käte. Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Nur bis 31. Juli: Gastspiel von der Michael- Brücke Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich das Ausstattungsstück Die Gauklerin. Ausstattungsstüd mit Gesang u. Tans in 7 Bildern von Reiflingen. Außerdem: Das großartige Juli- Programm u. a.: Karl Braun in seiner Komödie:" Im weißen Nößl". Anf.4%, Uhr. Entree 30, num. Pl. 50 Pf. Billettvorvert. v. 10-1 a.b.Theatertaffe Badstr. 8( Behm- u. Bellermannftr.) Volksgarten- Theater. Täglich: Beeliz. 13/20 Heute abend: FahrwartSitzung bei Ostrowski, Schillingstr. 24. Soeben erschien in neuer Auflage Das kommunistische Manifest. Mit Vorreden von Karl Marr und Friedrich Engels und einem Vorwort von Karl Kautsky, 234/ 10* welches wir den Parteigenossen bestens empfehlen. Der Preis beträgt 20 f., in besserer Ausstattung 50 Ferner bringen wir folgende Shriften in empfehlende Erinnerung: Karl Marx' ökonomische Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert von Karl Kautsky. Preis 2,- M. Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Konzert, Theater u. Spezialitäten. Erläuterungen zum Gfurter Bros Kautsky und Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Bruno Schoenlant. Preis 10 Pf. Volksbeluftigungen aller Art. Jeb. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Das Erfurter Programm Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. in seinem grundsäßlichen Teil erläutert von Karl Kautsky. M. Winte- Cyman Dampfer- Extrafahrten Ostbahn- Park Expedition des Vorwärts" mit seiner be- mit Musik nach dem beliebten ,, Woltersdorfer Schloß". Fahrpreis rühmt. HerrenGesellschaft. Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Mittwoch 1. Aug. Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Schweizer Garten Am Königstor Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten BALL. Auf der Liebes- Insel. Operetten- Burleske in 1 ft. Eröffnungs- Programm. Mile. Martha Bellvert 14 erstklassige Spezialitäten Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen überall gestattet. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Täglid: Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Der Millionenschneider. Boffe mit Gesang in 2 Aften. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. dressierten mit ihren Bären. Piccards amerit. Pantomime Die Einbrecher von New York. Jeden Mittwoch: Kinderfreudenfest. Damentanz frei. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Rebusa, Dreffurnummer. Dammann Family. " Der grüne Teufel". Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Bf. Numerierter Platz 50 Pf. hin u. zurück 50 Bf., Kinder 25 Pf. Abfahrt vorm. 10 Uhr, nachm. 2 Uhr Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 nur von der Michaelbrücke. Auskunft über Vermietungen werden Holzmarktstr. 50 d im Restaurant erteilt. Feldschloß- Brauerei G. m. b. H. Berlin: Gr.- Lichterfelde: Telephon: Amt II 196, Telephon No. 9, empfiehlt ihre mehrfach prämiierten Tafelbiere= in Fässern und Flaschen. Arbeiter- Bekleidung Nenes Spezial- Geschäft Kohnen& Jöring Alexanderstr. 12 zwisch.Alexanderpl. u.Jannowitzbr. Berufskleidung für alle Zweige der Industrie und Gewerke. Blitz- Schnell 14962* 18182* tommt man mit der Hochbahn zu Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren passend. 5352* Dieselben sind von seinen Kavalieren und Reisenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. Hermann Imbs. Täglich: 99 Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Bigarrengeschäft umständehalber Gr. Konzert, Theater- und billig au bertaufen Stoch hannſtr. 30. Spezialitäten- Vorstellung. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. 64 Spezialität. Fahrräder! Billig! Andecked Luftschläuche Fusspumpen. Pedale 0.90, 30 Motorrador. Zündkerzen 050 a48, 60, 60, 70, 85 bis 180 Mk.p.St Broilauf M. mehr. Jahre Garantie. ..05, 2.50,$.-, 4.50 4.80, 3-, 3.50, 30.80, 1.18 Sättel 1.60, 2.50 190, 250, 375, 450, 550 Motordeeken 9REPARATURER bhligst, schnell, baltbar. Rahmenbrüche 3 50 Emaillieren 8.50 Fahrradkatalog 127 Motorradkatalog 127 Gratis und franko. Wiederverkäufer Rabatt Willi Haussherr Berlin 127 Alte Jacobstrasse 98. Meine Leib Dr. Simmel, Prinzen binden und Bruchbänd. 137/ 13* Spezialarzt für Haut. and Harnlelden. mit pa. Fe- 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. dern sind die bestsitzend. und berurGlänzende Existenz. sachen feinerlei Beschwerden. Außerdem Wirklich soliden und nüchternen empfehle mein Lager von Bettunter- Schlossern und Monteuren 2c. geben lagestoffen, Gummistrümpfen, Wickel- wir schon bei geringer Anzahlung binden aller Art für Krampfadern, Motordroschten, erstklassige Marken. fowie Suspensors, hygienische Gummi- Am besten übernehmen 2 Reflektanten artikel 2c. A. Reiche, Bandagist. einen Wagen. Lieferant sämtlicher Strankenkaffen. Berliner Automobilhaus- u. IndustrieBerlin C., Seydelstr. 15. Gesellschaft m. b. H. W., Uhlandstr.170. H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. 1669L* * Deutscher Holzarbeiter- Verband. Orts- Krankenkasse Zahlstelle Berlin. Lichtenberg. Bureau: SO., Engel- Ulfer 15( Gewerkschaftshaus). Fernsprecher: Amit 4, 3578. General- Versammlung. Die gewählten Vertreter zur GeMontag, den 30. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, neral- Versammlung laden wir hiermit Engel- Ufer 15: zu einer Kombinierte Sigung der Kontrollkommission mit der Ortsverwaltung. 90/ 1* Die Ortsverwaltung. Hente Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin u. Umgegend( Eingeschr. Hülfssk. 118). Sonntag, den 29. Juli 1906, vormittags Punkt 10 Uhr im Saale des Herrn F. Wilfe, Brunnenstr. 188: Außerordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kassierers vom ersten Halbjahr 1906 und RevisionsBericht. 2. Wahl sämtlicher Hülfskaffierer. 3. Innere Sassenangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 38/ 5* NB. Ferner geben wir bekannt, daß die Zahlstelle Süden am Sonnabend, den 21. Juli, von der Solmsstr. 1 nach der Wilmsstr. 4, Restaurant Georg Löwenberg verlegt wird. D. D. außerordentlichen 275/5 General- Versammlung auf Sonnabend, den 4. August, abends 8 1hr, in das Lokal der Herren Gebr. Arnhold( Schwarzer Adler), hier, Frankfurter Thaussee 5 ( Nebensaal), ergebenst ein. Tages- Ordnung: 1. Erjazwahlen zum Vorstande. a) bier Mitglieder aus den Reihen der Arbeitgeber für die Wahlzeit der Herren Groß, Klopsch, Meier und Horstmann. b) ein Mitglied aus den Reihen der Kassenmitglieder für die Wahlzeit des Herrn Lungwiz. 2. Abänderung des§ 44 der Kaffensagungen. 3. Bericht des Borstandes. 4. Stafsenangelegenheiten. Das Mandat legitimiert. Der Kaffenvorstand. J. A. W. Schulz, 1. Vorsitzender. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 24. d. M. verstarb unser Mitglied, der Bauarbeiter Wilhelm Zürner Bernauerstraße 38. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. d. M., nachmittags 7 Uhr, von der Halle des FriedensKirchhofes in Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/2 Der Vorstand. Danfjagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Christiane Krägenbring geb. Kutzner sagen wir allen Verwandten und Freunden unseren innigsten Dank. Wilhelm Krägenbring nebst Stindern. 1726 Berichtigung Jedes Jenensia- Rad zu der gestern veröffentlichten ,, Erklärung des Vereins der Berl. Weißbierbrauereien( E. V.) ein Meisterwerk deutscher Technik. Teilzahlung! Zwei Jahre Garantie! Sozial- Räder. 65.-, Sozial- Luxus-, Freilauf, m. 100.Gebrauchte Näder billig! Bitte genast auf Hausnummer 23" zu achten mit 23. R. Groskurth, Berlin C., Münzstr. 23. Stettin- Skandinavien vermittelst hochelegant mit allem Komfort eingerichteter Schnelldampfer Stettin- Kopenhagen- Christiania( via Frederikshavn) Stettin- Kopenhagen- Gothenburg jeden Dienstag u. Freitag nachm. 2, Uhr. Prospekte gratis und franko durch 124/7 Gust. Metzler, Stettin P. Det Forenede Dampskibs Selskab Kopenhagen. jeden Sonnabend und Mittwoch nachm. 22 Uhr. Durch ein Versehen in unserer Druckerei hat sich in den Wortlaut der in der Nummer unserer Zeitung vom 26. d. M. beröffentlichten Erklärung des Vereins der Berliner Weißbierbrauereien( E. V.) ein sinnentstellender Druckfehler eingeschlichen. Es muß in dem letzten Absatz heißen:" Es bedarf weiter keiner Ausführung, daß die nach dem Bericht des ,, Vorwärts" in der Protestversammlung vom 23. d. M. aufgestellte Behauptung, wir hätten das Weißbier um acht Mark nicht, wie irrtümlich gefekt, um zwei Mark pro Hektoliter verteuert, bei einem heutigen Preis von 11 Mark pro Hektoliter als irrtümlich zurückzuweisen ist. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 25. d. Mts. verstarb unser langjähriges Mitgied, der Schankwirt Karl Knappe Kleine Kurstr. 11-12. am Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedrich- Werderschen Kirchhofes, Bergmannstraße, aus statt. Um zahlreich Beteiligung ersucht 236/2 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege Karl Knappe Seleine Surstraße 11-12, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. M., Uhr, halle des Friedrich- Werderschen Nirchhofes, Bergmannstraße, aus 69/17 Die Ortsverwaltung. mittags 4 lby, bon ber Zeichenstatt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß unser lieber, guter Bruder Anton Runge im 29. Lebensjahre durch den Tod uns plöglich entriffen worden ist. 18282 Dies zeigen tiefbetrübt, um stilles Beileid bittend, an Geschwister Runge. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. Juli, nachmittags 5, 1hr, von der Leichenhalle des neuen Salobi- Kirchhofes in Nixdorf aus statt. Allen Verwandten und Bes fannten die traurige Nachricht. daß mein lieber Mann, unser lieber Bruder, guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Maurer Karl Fleischer nach schwerem Strankenlager am 25. d. Mts. verstorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Fleischer. Die Beerdigung findet am Somm tag, den 29. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nazareth- Kirchhofes, Rei146/7 nickendorf, aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 25. d. M. verstarb unser Mitglied, der Maurer Karl Fleischer Adolfstraße 25. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 5 Uhr, auf dem neuen Nazareth Kirchhof in Reinidendorf- West statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/3 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser alter, treuer Kollege Karl Fleischer am 25. Juli cr. im Alter von 50 Jahren an Lungenleiden und Herzschwäche verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 5 Uhr, von der Leichenballe des Neuen Naza reth- Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht 146/6 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 1. August, Morgens 9 Uhr M.J.N. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 1+ Gardinenhaus Große Frankfurter. ftraße 9, parterre. Herrenfahrrad, Damenfahrrad, mie neu, 45,00. Holz, Blumen ftraße 36 b. 16688* Kleine Anzeigen Zigarrengeschäft preiswert zu Platinabfälle, alte Goldsachen, verkaufen Rügenerstraße 2. 297 Bruchgold, Silber, Gebisse, alte Uhren, Lokalraum Einrichtung billig Stehrgold, Stanbgold, Brillanten, zu übernehmen wegen Aufgabe Wüh. Treffen, sowie sämtliche gold- und +36 filberhaltigen Abfälle lauft Gold- und lischstraße 36. Silberschmelzerei Broh, Brangel straße 4. Telephon IV, 6958. Eggersdorf. Herrliche, gesunde, stille Lage, mitten im Walde: bei Strausberg II, acht Minuten vom zu kaufen gesucht: 1 Bitalis, das Bahnhof. Hochwaldparzellen, Duadrat höchfte Recht des Volkes. Buchhandrute 10 Mart, größte Zukunft. Joers, lung Vorwärts, Lindenstraße 69. 234/11 Bankow, Elisabethweg 10 oder Villa Kanarien- Weibchen wird jeder Berkmeister, Villenkolonie Eggers- Posten gekauft Freitag, den 27., Rint 1846 ftraße 39 im Restaurant. dorf. Fahrräder, Teilzahlungen. Berg ftraße 28, Stalizerstraße 40. 16638* Teppiche!( feblerbafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes Tafelklavier, wundervoller Ton, im Teppichlager Brünn, Hadeicher zu verkaufen Schwedterstraße 33, Markt 4, Bahnhof Börse. 266/ 14* Müller. +90 parterre. +36 +90 174b Stellenangebote. Achtung! ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Achtung!| bedingungslos in die Betriebe zurüdfehrte, weiter respektive erneut aus G. Wübben& Co., Wilhelmftraße 9. Automobilführer! Jedermann wird schnellstens zu erstklassigem Chauffeur ausgebildet. Lehrpläne fostenlos. Glänzendste Erfolge. AutoIn der Pianofabrit von Bell& technikum Berlin, Spichernitraße 11/12. Co., Andreasfir. 32, haben sämt Silberarbeiter auf Reparaturen liche Stollegen wegen Lohndifferenzen und Phantasiebestede. Schwarz, Neue die Arbeit niedergelegt. 141/ 16* Grünstraße 14. Zuzug ist fernzuhalten. Grundierer auf Goldleisten ver- Vereinigung der Musikinstrumentenlangt Wolff, Dieffenbachstraße 33. Klavierarbeiter! fvent: 1766 Malerlehrling mit guten Zeichenfenntnissen verlangt Fertig u. Triel, Achtung! Charlottenburg, Krummestraße 43. Wickelmacherin, 3000, verlangt Vermietungen. Striedemann, Stargarderstraße 74. arbeiter. Achtung! Kürschner Anlegerinnen, Bogenfängerinnen für Steindruckerei bei hohem Lohn Wegen Differenzen haben samtverlangen Meisenbach, Niffarth u. Co., liche Arbeiter und Arbeiterinnen der und Schöneberg, Hauptstraße 7a. 1785 Müßenfabrik von S. Gärtner 1705* Schulmädchen nachmittags gesucht, & Co., Markusstr. 50, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernIhm, Wrangelstraße 58. +9 102/ 15* zuhalten. Zeitungsfranen, Abendtour, 20 Verband der Kürschner Mart, für Osten und Südwest, ver Berlins und Umgegend. langt sofort Lindenstraße 26, Laden. Deutscher KürschnerBotenfrauen finden sofort lohnende Verband Beschäftigung, Prinzenstraße 41. Mamsells auf Jacketts verlangt Schlafstellen. Teilnehmer zur möblierten Schlafstelle gesucht. Frau Jacobey, Stolbergerstraße 26, III. Freundliche Schlafstelle 2 Herren Friedrichstraße 215, Hof rechts III, repplin. Hochvornehme Herrenanzüge, Gut erhaltenen Kinderwagen ber Sommerpaletots, die aus feinsten kauft Wedell, Hussitenstraße 10.+90 Maßstoffen gefertigt wurden, 18 bis 38,00, Herrenhojen 7-12,00 verkauft Rudolph, Langestraße 49. Kinderwagen, gebraucht, verkauft Wohnungen. täglich, Sonntags. Deutsches BerMüllerstraße 25, Stube fandhaus, Jägerstraße 63, 1 Treppe. Biesenmaschine verkauft Draeger, Küche 20 Mart. Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit. Anflamerstraße 53. niederlage Große Frankfurterstraße 9, Lichtenrade. Baustellen Quadrat +1 rute 20 Mart an, verkauft Heiert, Brandenburgstraße 1. 242/ 16* Monatsanzüge und Sommers paletots von 5,00 an, Hosen von Kleiderspind 20 Mart, Kommode 1,50 an, Gehrodanzüge von 12,00 21, Bertito 29, furniertes Kleideran, Frads von 2,50 an, sowie für spindvertiko, modern 40, Säulen forpulente Figuren. Neue Garderobe schränke 54, Garderobenschränke 38, zu staunend billigen Preisen, aus Bjand- Waschtoiletten 21, Ruhebett 27, Schlafleihen verfallene Sachen fauft man fofa 38. Muschelbettstelle, englische Auch am vorteilhaftesten bei Naß, Mulad Schlafzimmer, Süchenmöbel. 1206 Teilzahlung. Transport frei. Ballftraße 14. straße 81. 142/11 Geschäftsdreirad, äußerst stabil, 50,00. Holz, Blumenstraße 36 b. Dringend, nagelneues Nußbaum fpind, Nußbaumvertitom 38,00, Magazinstraße 18b, parterre rechts. Gaszug Bronzegaskronen!! lampen! 9,00. Salongastronen! 15,00. Gasampellyren! 12 Zweilochgas Tocher! 3,00. Wohlauer, Wallner: theaterstraße 32( Gastocherhaus!).* Steppdecken billigst Febrit Große +1 Frankfurterstraße 9, parterre. * Nähmaschinen, ohne Anzahlung, möchentlich 1,00. Warschauerstraße 67, Wienerstr. 1/6, Ackerstraße 111.+796 Verschiedenes. Freie Scholle. WaidmannslustTegel findet am 5. August ein großes Ernte- Stinderfest statt. Freunde, Genossen ladet ein das Komitee. 1701 Patentanwalt Wessel, Gitschiner Straße 91a. 26935* Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 1667 Nixdorf, Anesebeckstraße 113, Restaurant, Garten, Vereinszimmer, Parkettsaal( 600 Personen). Sonntags Freikonzert und Ball. + 117* Adler, Schnellnäher 38,00, Langschiffchen 25,00, beide wie neu, wegen Teilzahlung. Anfertigung ele Todesfall Tilfiterstraße 16, Milch- ganter Herrengarderobe. geschäft. +36 Landsbergerstraße 75. Marcus, ( Zahlstelle Berlin.) Haupt, Kl. Andreasstraße 16. 142/ 10* Achtung! Die Holzbearbeitungsfabrit 142/6 Nadge, Palisadenstr. 77/78 unb 1836 Schlafstelle Herrn, Rigdorf, ReuterBotenfrauen finden dauernde straße 33, Moed. 1826 Beschäftigung Filiale SchiffbauerSaubere Schlafstelle für 2 Herren| damm 1. Rostoderstraße 39, born IV, Hoffmann. Botenfrauen fofort verlangt Schlafftelle Herrn vermietet Linde- Potsdamerstraße 33, Eingang Lugo Rummelsburg, Wilhelmstrand, mann, Rigaerstraße 35, III.+129 straße. 142/ 7* ist für Maschinenarbeiter sowie Hülfs. Junge Leute finden anständige Zeitungsfrauen verlangt Kronen- arbeiter gesperrt! Sämtliche Schlafstelle mit Kaffee Weberstraße 13 ftrage 65. Walter, Witwe. 1616* Arbeiter befinden sich im Ausstande. bei Trost. 142/13 Verband Mietsgesuche. Zwei Genoffen suchen möbliertes Bimmer Nähe Hallesches Tor. Offerten M. O. Boftamt 61. 1816 allein, Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen fosten 30 Pf. die Zeile. Suche ſofort Schlafſtelle aucin Paris- Zeitungskorrespondent. Nähe Morizplatz. Offerten unter B. 1 Haupterpedition dieses Blattes. 1646 Arbeitsmarkt. Deutscher, bisher fachliterarisch tätig, wünscht, da seit Jahren in Paris, Korrespondenz und Bertretung einer deutschen Zeitung freier Richtung. Besagter spricht und schreibt deutsch und französisch perfekt, ist in Paris gut eingeführt und hat sein Bureau auf dem Boulevard des Italiens. Dfferten an Dr. R. P., Paris, Bureau de poste 51. poste restante. 1856 der Handels- und Transportarbeiter. Verband der Maschinenarbeiter. H. Sperling, Friedrichstr. 16. D. Bleistein, Friedrichstr. 16. Lüderitz& Bauer, Mauerstraße 80. Fritsche- Baumbach, Schö neberg, Bahnstraße. H. Reiß, Lützowftr. 107/8. H. Schubert, Wilhelmstr. 121. C. Metschke& Co., Zimmerstraße 94. A. Schoß, Buttkamerstraße 19. A. Schoß, Dessauerstraße. Schneider& Ziegler, Ritterstr. 76. Rickmann, Wilhelmstr. 121. Ad. Ludwig, Elisabeth- Ufer 5/6. Fleck Nachf., Süßowstr. 87. Kämmerer, Kochstr. 67. C. F. Walter, Wallstr. 16/17. Rich. Gahl, Chausseestr. 2e. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. Lotze& Sieler, Rochstr. 3. Ad. Wittenburg, Wilhelmstraße 16. Xaver Kölle, Reichenberger straße 36. Gebr. Trautmann, Lützowstraße 6. F. R. Plantz, Luisenufer. Schreiber u. Co., Ludauer straße 3. H. Metzke, Lügomstraße. Chr. Maß, Breitestr. 7. Otto Engelmann, Schönhauserstr. 2. Neue Alle Genossen und Freunde der Organisation, machen wir darauf aufmerksam, daß die Heimarbeit ( Bogen falzen von Streifarbeit) in übermäßiger Weise Plaz gegriffen hat! Wir bitten, die Hausbewohner auf merksam zu machen. Achtung, Töpfer! Das Berwerfliche ihres Tuns aufDie Differenzen bei der Firma SüdFranz Wengler, Bau fiddamerstraße, sind noch nicht erledigt. ende, Lichterfelderstraße, Ede Bots Der Bau ist nach wie vor zu meiden. 196/20 Die Verbandsleitung. Deutsch. Buchbinderverband Die Ortsverwaltung. Kartonarbeiteru. Arbeiterinnen! Kartonnieter! In der Kartonfabrik von Ad. Lesser, Krautstraße, sind tarife liche Differenzen ausgebrochen. Diese Betriebe sind gesperrt! Die Firma Aloys Suk, Neanderstraße 4( Neanderhof) ( Zahlstelle Berlin). ist für Galanteriearbeiter und Folgende Firmen haben, weil das Arbeiterinnen wegen Differenzen Bersonal nach der Beendigung der gesperrt. Aussperrung nicht reumütig und 24/12 Die Ortsverwaltung. Stellengesuche. 16395* Blinder Stuhlflechter bittet um Schankgeschäfts- Einrichtung ber- Wer Stoff hat? Fertige Herren Arbeit. Stühle werden abgeholt und tauit preiswert Strauß, Goßler anzüge 15,00. Wagner, Schneider zurückgeliefert. A. Glajer, Mulad ftraße 18. 1736 meister, Lichtenbergerstraße 9. 142/ 9* ftrage 27. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin S 14685 Nr. 172. 23. Jahrgang. z. ZWze des Lamiilts" Knlim DckMM. Freitag. 27. Juli IM. parte!- Angelegenheiten. Charlottenburg. Den Delegierten zur Generalversammlung von Grog-Berlin zur Nachricht, daß die Mandatskarten bei Müller, Rosinenstr. 3. in Empfang zu nehmen sind. Auch sind daselbst noch etliche Gastkarten zu haben. Der Vorstand. Obcr-Schöncweide. Die Genossen werden aufgefordert, sich mit ihren Familien und Kindern recht rege an dem am Sonnabend, den 28. Juli, nachmittags 3 Uhr, bei Höflich im„Krug zum grünen Kranze" stattfindenden Kinderfest zu beteiligen. Es werden Kinder- spiele und Belustigungen veranstaltet, Fackelpolonäse; abends für die Erwachsenen Tanz. Die Kaffeelüche ist geöffnet. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Mahlsdorf. Sonnabend, den 28. d. M., abends 8>/z Uhr. findet im Lokale von Wernecke, Hönowerstr. 6, eine Protestversammlung gegen den Beschlust der Gemeindevertretung in Sachen des Be- bauungsplanes Lange-Grunow statt. Es ist Pflicht aller Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Schenkcndorf. Der Wahlverein hält am Sonnabend, den 28. Juli, abends 8 Uhr bei Pätsch seine Mitgliederversammlung ab. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. KerUner JNacbnchten. Lohnender Erwerb. �Sieht man gewisse Zeitungen durch, so staunt man über die Fülle von Inseraten, in denen edle Menschenfreunde beiderlei Geschlechts sich bereit erklären, ihren lieben Mit- menschen allerlei Künste und Fertigkeiten beizubringen, auf daß die lernbegierigen Schüler und dito Schülerinnen sich mit dem Gelernten ihr Brot verdienen können. Von den eben aus der Schule entlassenen Knaben und Mädchen, die da ein- geladen werden, sich dem Lehreifer besagter Menschenfreunde anzuvertrauen, wollen wir hier nicht reden. Man weiß ja, daß im Gewerbe und im Handel die Zahl der Lehrjungen und Lehrmädchen Legion ist, und daß mancher Lehrherr in all seiner treuen Sorge um die Lernenden und Werdenden schließlich ganz vergißt, auch wieder mal einen der Fertigen, die längst ausgelernt haben, bei sich einzustellen. Daß diese lehrfreudige Vorliebe so vieler Arbeitgeber für den un- fertigen Nachwuchs sich auch in dem Inseratenteil der Zeitungen widerspiegeln muß, das versteht sich von selber. Aber auch Erwachsenen wird durch Inserat noch manche Gelegenheit angeboten, in die„L e h r e" z u gehen und dort zu versuchm, ob sie noch etwas lernen tonnen, womit sich Brot verdienen läßt. Namentlich Frauen, die mit der Nadel arbeiten wollen, sind als„Lernende" sehr gern gesehen und werden viel ver- langt. In den Inseraten werden sie als„Lehrdamen" bezeichnet. Zwar ist da manchmal nicht groß was zu lehren und zu lernen. Aber' wenn die Lehrmeister bezw. Lehr- Meisterinnen zugleich lohnenden Erwerb für die„Aus- gelernten" und womöglich sogar dauernde Beschäftigung in Aussicht stellen, so finden sie stets eine genügende Zahl von Personen, die eine„Lehrzeit" von acht Tagen, von vierzehn Tagen und mehr mit in den Kauf nehmen. Natürlich müssen die„Lehrdamen" ohne Lohn arbeiten, bis sie„aus- gelernt" haben. Und da doch kein Mensch etwas umsonst ver- langen kann, so haben sie für die freundlichen Bemühungen des Lehrmeisters oder der Lehrmeisterin auch noch e i n L e h r- geld zu zahlen. Sie trösten sich damit, daß dauernde Beschäftigung und lohnender Erwerb das schon wieder ein- bringen werden. Es kommt zwar mitunter ganz anders, als die Lehrdame sich's gedacht hatte. Nur zu bald merkt sie, daß die Beschäftigung weder lohnend für sie noch von längerer Dauer ist. und sie muß anderswo Arbeit suchen. Aber da es an Frauen und Mädchen, die mit ihrer Hände Arbeit ihr Brot verdienen wollen, nie fehlt, so ist dafür gesorgt, daß immer wieder Nachschub kommt und die Lehrdamen nicht alle werden. Jene Frauen und Mädchen, die gern so hm, wie wenn sie„es eigentlich gar nicht nötig haben, fürs Brot zu arbeiten", sind am ehesten geneigt, auf solche Inserate ein- zugehen. Zu ihnen gehören z. B. auch die Ehefrauen und Töchter der kleinen Gewerbetreibenden, von schlecht bezahlten Untckbeamten usw. Wenn sie„ausgelernt" haben, so brauchen sie nicht in einer Arbeitsstube zu sitzen, sondern kriegen Arbeit nach Hause— und entwickeln sich dann rasch zu den brauchbarsten Lohndrückerinnen, die sich ein Arbeitgeber wünschen kann. Die Ehefrau eines Arbeiters teilt uns die Erfahrungen mit. die sie als„Lehrdame" gemacht hat. Ihre Lernbegier war rege geworden durch verlockende Inserate, die mit ziem- licher Regelmäßigkeit in der„M o r g e n p o st" zu finden waren. Da wurden von einem ungenannten Jemand, der im Hause Lothringerstr. 62 wohnte, Lehrdamen gesucht, und es wurde dauernde häusliche Handarbeit an- gekündigt. Die Frau ging hin und erfuhr, daß sie zu- nächst mal 16 Dt. abzuladen habe. Das tat sie und nun be- gann die Lehre. Lernen sollte sie. wie man Besätze aufnäht. Sie versichert, sie sei gelernte Schneiderin. Für eine solche kann es am Ende kein großes Kunststück sein, Besätze auf- zunähen. Aber sie mußte, wie verabredet war, für ihre 16 M. ihre Woche hindurch lernen. Sie meint, daß die unbezahlte Arbeit, die sie der Lehrnieisterin leisten mußte, für diese von nicht geringem Wert gewesen sei. Als die Woche um war, gedachte die ausgelernte Lehrdame mit der dauernden Be- schäfligung zu beginnen, von der sie für sich selber lohnenden Erwerb erwartete. Jetzt kriegte sie plötzlich Borten zu machen. Ter Erwerb war für sie so lohnend, daß sie es vorzog, nach kurzer Zeit die Arbeit aufzugehen. Bei dieser Lehrmeisterin in der Lothringerstraße soll das Lehrgeschäft sehr flott gehen. Dos läßt sich denken: denn sonst würde sie schwerlich soviel Geld für Annoncen ausgeben. Jene Arbeiterfrau erzählt, sie habe dort in der einen Woche noch fünf andere Personen kennen gelernt, die gleichfalls lernten, jede für 16 M. Offenbar ist diese Lehr- tätigkeit ein sehr viel lohnenderer Erwerb als die dauernde häusliche Handarbeit, die den Angelernten in Aussicht gestellt wird. Wenn etwa dort Woche für Woche ein gleicher Andrang von Lernbegierigen herrscht, so ist leicht auszurechnen, was das Geschäft im Jahr einbringen kann. Und ebenso leicht ist auch das auszurechnen, welche unerschöpfliche Fülle von„häus- licher Handarbeit" die Lehrmeisterin zu vergeben haben müßte, wenn all die Ausgelernten samt und sonders bei'ihr selber— wie das manche Leserin der„Morgenpost" in ihrer Einfalt gemeint haben wird—„dauernd e" Arbeit finden sollten. Die Gemeindewählerliste, die seit dem 15. Juli im Wahl- bzireau des Magistrats(Poststraße 16) an den Wochentagen von 9— 3 Uhr und an den Sonntagen von 9— 1 Uhr öffentlich ausgelegt ist, kann nur noch bis einschließlich 3 6. Juli(Montag) eingesehen und geprüft werden. Wer Irrtümer darin findet— die Liste wimmelt stets von allergröbsten Fehlern— der möge sogleich im Wahlbureau seinen Einspruch zu Protokoll geben und Be- richtigling fordern. Anträge aus Berichtigung, die nach dem 36. Juli eingehen, werden nicht mehr berücksichtigt. Wie not- wendig es ist, daß jeder Wähler sich der Mühe unterzieht, die Liste zu prüfen, oder einen anderen damit betraut, für ihn das zu tun, das ist von uns wiederholt dargelegt worden. Auch in Jahren, für die keine regelmäßigen Ergänzungs- wählen angesetzt sind, sollte jeder Wähler diese Vorsicht üben, weil jederzeit eine unerwartete.Ersatzwahl notwendig werden kann. Wer in der Liste mit falschem Vornamen, falscher Be- rufsangabe usw. aufgeführt ist oder ganz in ihr fehlt, kommt um sein Wahlrecht. Entlaubte Bäume. Ein großer Teil der in den Straßen Berlins auf den Biirgersteigcn angepflanzten Bäume, besonders Kastanien und Linden, besitzen keinen Blätterschmuck mehr. Die Blätter dieser Bäume sind vollständig vertrocknet und fallen ab, obgleich die städtische Parkverwaltung alle Bäume regelmästig begieße» läßt. Bemerkenswert ist nun, daß andere Bäuine, darunter auch Linden, die zwischen diesen dürren Bäumen stehen, noch üppiges Grün haben. Dies ist darauf zurückzuftihren, daß einzelne Bäume sich besonderer Pflege der Anwohner erfreuen, d. h. nicht nur öfters begossen, sondern auch gedüngt werden. Wenn jeder Hauswirt sich die Mühe geben würde, bei der herrschenden Hitze die vor seinem Grundstücke befindlichen Bäume täglich einmal abends ausreichend mit einigen Eimern Wasser zu begießen, würden die Bäume bis im Spätherbst frisches Laub besitzen und den Passanten Schatten spenden. Kinderspiele des Arbeiter- Turnvereins„Fichte". Die nächsten Spiele werden veranstaltet am Sonntag, 29. Juli, in den Vormittagsstunden auf den Spielplätzen: 1. Treptower Park, 2. Friedrichshain, 3. Behmstraße, 4. Jungfernheide. Treff- punkte: 1. Oberfreiarchenbrücke, 2. Landsberger Tor jKricgerdenknial), 3. Bahnhof Gesundbrunnen und Bahnhof Schönhauser Allee, 4. Bahnhof Beusselstraste.' Willkommen jeder Knabe und jedes Mädchen auch solcher Eltern, die nicht Turner sind. Beteiligung selbstverständlich kostenlos. Die Milch im Hochsommer. Gegen die Gerinnung der Milch in der heißen Jahreszeit werden vielfach Chemikalien verwendet. Nach amtlicher Feststellung gibt es keine chemikalische Substanz, durch die es möglich wäre, die Milch frisch zu erhalten und vor dem Gerinnen zu bewahren, ohne die Gesundheit zu schädigen. Das einzig empfehlenswerte Mittel, die Milch vor dem Sauerwerden zu schützen, ist, sie so frisch wie möglich zu kaufen, sofort abzukochen und sie dann schnell abgekühlt in einem Gefäß mit überfassendem Deckel ohne Umgießen aufzubewahren. Wenn Milch kleineren Kindern gegeben wird, so sou sie jedesmal erst von einem Er- wachsenen gekostet werden, ob sie nicht sauer oder bitter schmecke. Wer Milch mit einem Konservierungsmittel einführt, feilhält oder verkauft, wird außerdem wegen Nahrungsmittelverfälschung bestraft. Das alte Verfahren, Brennesseln in die Milch zu legen, fördert das Gerinnen und gefährdet die Gesundheit. Berschöncrung der Frankfurter Allee. Auch die letzte Strecke der Frankfurter Allee, von der Weichselstraßc bis zur Ringbahn- station, erhält jetzt eine breite Mittclpromenade mit zwei Schmuck- streifen. Mit den Arbeiten ist schon begonnen worden. Arbeiterlos. Gestern nachmittag erschoß sich der 39 Jahre alte Buchdruckereiarbeiter Karl Lichtenberg aus der Bellermanustr. 81. Der Lebensmüde wohnte mit seiner Mutter zusammen. Er hatte wegen eines Lungenleidens seine Arbeit vierzehn Tage unterbrochen und diese gestern zum erstenmal wieder aufgenommen. Um 4 Uhr kam er betrübt nach Hause; er teilte einer Nachbarin mit, daß es nicht mehr gehen wolle. Tann rief er seine in der Badstraße wohnende Braut durch eine Depesche zu sich und begrüßte sie vom Balkon aus, während sie über die Straße lief. Als das Mädchen die Treppe hinaufstieg, hörte es einen Schuß fallen. Es fand dann den Bräutigam noch lebend mit einer Wunde in der rechten Schläfe auf dem Sofa sitzend vor. Zehn Minuten später starb er. Von seiner Mutter hatte er auf einem Zettel mit den Worten Abschied genommen:„Liebe Mutter, verzeihe den Schritt; besser ein Ende mit Schrecken als ein langes Leiden mit Qualen." Ein schwerer Automobilunfall hast gestern abend an der Ecke der Kleist- und Lutherstraste stattgefunden. Der 30jährige Konditor Johann van Bergen wollte an diesem Krcuzungspunkte einen hallenden Straßenbahnwagen besteigen und wurde von einem vor- übereilenden Automobil zu Boden gerissen und überfahren. Der Verunglückte erlitt einen schweren Unterschenkelbruch sowie andere erhebliche Verletzungen und wurde, nachdem er auf der RettungS- wache in der Eisenacherftraste die erste Hülfe erhalten hatte, in daS Krankenhaus am Urban eingeliefert. Ueberfallen und schwer verletzt wurde in der vergangenen Nacht der Restaurateur Max Jakob, Scharfe Lanke 1 in Spandau wohn- Haft. I. passierte die Elsasserstraste, und als er in die Borsigstraße einbog, kamen plötzlich zwei Männer auf ihn zu und brachten ihm furchtbare Kopfverletzungen bei. Blutüberströmt mußte I. die Unfall- station in der Eichendorffstraße aussuchen, wo ihm die ersten Not- verbände angelegt wurden. Die alte Unsitte, vom fahrenden Straßenbahnwagen ab- zuspringen, hat gestern morgen wieder einen schweren Unglücksfall herbeigeführt. Der 22jährige Schlosser Karl Neinhardt aus der GipSstr. 14 war»ach seiner Arbeitsstätte in der Badstraße gefahren und sprang kurz vor der Haltestelle während der Fahrt vom Straßen- bahnwagen herab. Er blieb mit den Hosen am Trittbrett hängen, stürzte und schlug mit dem Kopf auf das Straßenpflaster auf. Im bewußtlosen Zustande wurde der Unvorsichtige nach der Unfall- station XVII getragen. Zu dem Bcrsammlungsbericht der Gastwirte in der Neuen Welt erhalten wir von der Berliner Weißbierbrauerei Gebhardt folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung:„In Nr. 169 Ihres geschätzten Blattes 2. Beilage findet sich iir dem Referat über die Gastwirts-Versammlung vom 23. Juli in der Neuen Welt folgende Auslassung:„Auffehen erregte die Mitteilung des Redners: die Brauerei Gebhardt, welche an die Kantine der Mosseschen Druckerei liefert, teilte der Kantinenkommission mit, daß eine Preiserhöhung eintreten müsse. Nachdem die Kommission dagegen Einspruch er- hoben hatte, schloß die Brauerei mit ihr einen Geheimvertrag, wo- nach der Kantine das Bier zum bisherigen Preise geliefert wird." Wir erlauben uns hierauf mitzuteilen, daß wir weder mit der Kantine der Mosseschen Druckerei, noch sonst mit irgend einem unserer Abnehmer einen Geheimvertrag geschlossen haben, wonach dem betreffenden die Lieferung zu einem billigeren Preise als vom Verein der Berliner Weißbierbrauereien festgesetzt garantiert wird." Feuerwehrbericht. Zur Beseitigung eines VerkehrShinderniffes wurde der 19. Zug nach der Leipzigerstr. 114 gerufen, wo ein Wagen auf den Schienen der Straßenbahn lag. Die Wehr beseitigte das Hindernis. Zwei Kellerbrände beschäftigten die Wehr in der Soldinerstraße 6, Luisensttaße 69 und an anderen Stellen. Kisten, Kohlen, Holzwolle u. a. brannten dort. Teer brannte in der Lausitzer- straße 22. Kohlen auf dem Moabiter Güterbahnhof, ein Schornstein in der Frankfurter Allee 70. Vorort- pfochrickten. Charlottendurg. In der letzten Sitzung der Gewerkschaftskommission, zu der auch die Vorsitzenden der der Kommission angeschlossenen Gewerkschaften eingeladen waren, wurde zuerst der Kassenbericht pro 2. Quartal vom Genossen Scheible erstattet. Die Einnahmen nebst altem Be» stand betrugen 1160,66 M., die Ausgaben dagegen 114,94 M., so daß ein barer Kassenbestand von 1046,62 M. vorhanden ist. Den Hauptpunkt bildete die Beratung des neuen Regulativs, welches vom Genossen Flemming einleitend begründet wurde. In der Haupt- sache gleicht dasselbe dem der Berliner Gewerkschaftskommission. Eine wesentliche Neuerung bedeutet die Einführung der proportionalen Vertretung der Delegierten der einzelnen Gewerkschaften, wonach Gewerkschaften bis hundert Mit- glieder einen Delegierten, von 100—600 Mitglieder zwei Dele» gierte und über 500 Mitglieder zählende Gewerkschaften drei Dele» gierte in die Gewerkschaftskommission zu entsenden haben. Bezüglich der Aufbringung der Mittel wurde der Satz von 16 Pf. pro Mit- glied und Jahr festgelegt. Bei diesem Satze hofft der Ausschuß, in Zukunft keine Extrasteuern zu den Gewerbegerichtswahlen mehr er» heben zu brauchen. Das vom Ausschuß vorgelegte Regulativ wurde mit kleinen Abänderungen angenommen. Ucber den Stand der ausgesperrten Buchbinder gab der Ver« tretcr der Buchbinder, Schweizer, einen Sitnationsbericht, wobei er nochmals um die moralische, und materielle Hülfe der Arbeiter» schaft ersuchte. Als Mitglieder in die Volkshaus-Kommission wurden die Genossen Böhla und Scheible neugewählt, während als drittes Mitglied Genosse Flemniing weiter fungiert. Eine Anregung des Genossen Winter, daß bei Streiks und Ausständen sofort Berichte an die Einkaufsvereinigungen der Konsumgenossenschaften gegeben werden, soll der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands überwiesen werden. Nach einer lebhaften Debatte über die Wiesenthalsche Vereinsspielerei, in welcher Genosse Nikolaus vom Metallarbeiter-Vcrband die Vorkommnisse, die sich in der neuesten Zeit in seiner Organisation abgespielt, genau schilderte, trat der Schluß der Sitzung ein. Es fehlten die Handlungsgehülfen und die Maschinisten und Heizer. Ruinmelsburg. „Deutschland und die russische Revolution" lautete das Thema, über welches Genosse Maurenbrecher in einer gut besuchten Mit» gliederversammlung des Wahlvereins referierte. In seinem lUstündigen Vortrage führte der Referent ungefähr folgendes aus: Die am 21. Juli vollzogene Duma-Auflösung ist ein weltgeschichtlich- historischer Moment und wird wahrscheinlich den Anlaß zu neuen Kämpfen und Blutvergießen geben. Mit dieser Möglichkeit rechnend, hat sich die russische Regierung wohlweislich vorher der Unterstützung von Oesterreich und Deutschland oersichert, wenn sich die russische Armee als unzuverlässig erweisen sollte. Wenn nun dies von verschiedenen Seiten in bestimmter Form kolportierte Gerücht offiziös dementiert wird, so will das nicht viel besagen, da solche Pläne so lange dementiert werden, bis sie ausgeführt werden. Der Gedanke einer solchen Intervention ist ja nicht mehr neu; die Geschichte hat verschiedene Beispiele dafür. Eine Aktion, wie die vom Sommer 1792, dürfte den Regierungen kaum vorgeschwebt haben; weit eher schon die Interventionen von 1849 und 1763. Es gibt ja verschiedene Wege, auf denen es möglich ist, unter Um- gchung einer Kriegserklärung dem Zarismus Hülfstruppen zu senden. Sei es nun, daß die Bildung eines autonomen Polens als Vorwand benutzt wird, weil ein solches auch die großpolnische Be» wcgung in den preußisch-polnischen Provinzen neu beleben würde oder daß zum Schutze der Grenze die in Ostelbien stationierten Truppen mobilisiert werden. Auch eine dritte Möglichkeit ist vor- banden, nämlich, daß unter der Parole, um deutsches Leben und Eigentum zu schützen, deutsche Truppen die Grenze überschreiten, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, weil sich die russische Regierung hierzu als unfähig erklärt. Unter derartigen Vor- wänden könnte die deutsch« Regierung eine Intervention vornehmen. ohne einen Einspruch von England oder Frankreich befürchten zu müssen. Aus diesem Grunde ist es dringend erforderlich, daß sich die deutsche Arbeiterschaft die Frage vorlegt, was sie in diesem Falle zu tun gedenkt, ob sie freiwillig noch die Kosten für die Nieder- knüttelung ihrer russischen Brüder tragen will, oder ob sie der Regierung ein kategorisches„Halt" zuruft, indem sie in den Massenstreik eintritt. An der Diskussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenom- menen Vortrag beteiligten sich die Genossen Berger und Wagner im Sinne des Referats. In seinem Schlußwort betonte der Referent noch, daß er eine Diskussion über den Massenstreik für absolut notwendig erachte, damit dieser Gedanke eine Vertiefung erfahre und sich die Arbeiterschaft mit der Handhabung dieser Waffe vertraut mache. Auf Antrag Stitzky wurde auf die Entgegennahme des Berichtes von der Kreiskonferenz verzichtet, weil zur Genüge bekannt. Zum Schluß machte der Vorsitzende Genosse John noch auf den am 12. August stattfindenden Familienausflug aufmerksam. Mahlsdorf. Wegen Uebertretung des VcrciuSgesctzeS hatten sich vor dem Lichtenberger Schöffengericht die Genossen Ocrtel, Stahlbaum und Weiß zu verantworten. Sie waren beschuldigt, auf einem Zahl« abend„Reden" gehalten zu haben. Der Gendarm Schelble aus Biesdorf will auf der Straße vor dem Fenster des Lokals die Stimme der einzelnen Redner erkannt haben. Obwohl die Genossen dies in Abrede stellen, hielt sie das Gericht für überführt, daß sie eine Versammlung ohne polizeiliche Anmeldung abgehalten hätten. Sie wurden dem Antrage des Amtsanwalts zufolge, der bei dieser Gelegenheit eine kleine sozialistentöterische Rede hielt, zu 30 M. Geld- strafe oder 6 Tagen Haft verurteilt. Marienfelde. In der am Montag stattgefundenen Gemeindebcrtretersitzung wurde der neugewählt« Gemcindeschöffe Rittergutsbesitzer Kiepert, ein vor kurzer Zeit von i>cn Tanzhusaren in Krefeld heimgekehrter Reserveleutnant, in sein Amt eingeführt. Bei der vor 14 Tagen stattgefundenen Wahl stand demselben der Kaufmann Ackermann gegenüber, doch blieb letzterer mit 4 Stimmen in der Minderheit. Ackermann ist aus der Landeskirche ausgeschieden, und das können unsere Dorfväter bekanntlich nicht vertragen. Gegen die Wahl des HauptlehrerS a. D. Beiß zum Schulvorstand war Protest erhoben, weil der Gemeindevorsteher bei der Abstimmung bei Stimmcngleich- heit Herrn Beiß als gewählt erklärte, also 2 Stimmen abgab. Der Vorsteher erklärte, nach seinen Informationen richtig gehandelt zu haben. Darauf wurde der Protest zurückgezogen. Eine aus» gedehnte Debatte fand noch statt bei dem Punkte: Auseinander» setzung zwischen Küsterei und Schule. Im Jahre 1843 schenkte der damalige Kirchenpatron zu einem neuen Schulhause ein Stück Land von% Morgen und 160 Taler bar. Die Kirchcngemeinde be» hauptet nun, was auch in den Akten enthalten ist, beiden Gc» meinden, der politischen sowie der Kirchcngemeinde. Im Jahre 1879 wurde das alte Schulhaus verkauft und für den Erlös das heutige Schulgrundstück in einer Größe von 19L Morgen gekauft. Zum Bau des neuen Schulhauses, welches einen Fcuerkassenwert von 21 090 M. hat, gab die Kirche 3600 M. Die Kirche verlangt nun von allem die Hälfte, im ganzen einen Betrag von 13 600 M. Genosse Greulich vertrat den Standpunkt, daß man der Kirche doch höchstens die Hälfte von dem im Jahre 1879 erzielten Verkaufspreis des allen Schulhauses und dann die zum neuen Schulhaus gezahlten 3600 M. zurückzahle, sonst aber keinen Pfennig, denn wenn die Kirche vom Jahre 1879 für ihren Küster hätte Miete zahlen müssen, lpäre sie doch viel schlechter weggekommen, da Hauptlehrer ua* Küster in einer Person bereinigt ist und derselbe doch immer im Schulhause seine Wohnung hat. Diejenigen Herren, die vor zwei Jahren zur Reparatur der Kirche 1000 M. bewilligt haben, mögen sich das merken und in Zukunft nicht so freigebig sein. Die Mehr- heit vertrat jedoch die Ansicht, daß es besser sei, mit der Kirche in Frieden auseinander zu kommen, denn wenn die Kirche nicht aus- kommt, müsse man doch zuzahlen. Es wurde deshalb der Antrag des Kirchenvorstandes angenommen. Königs-Wusterhausen. Bei einer Kesselexplosion getötet wurde der in der Königs- Wusterhausener Pulverfabrik beschäftigt gewesene Arbeiter Frank. Er war mit mehreren Kollegen gemeinsam bei der Ausführung einer geringfügigen Reparatur eines unter Druck befindlichen Dampf- Zylinders tätig, als plötzlich der Mantel auseinandersprang und ein Eisenstück dem F. gegen den Kopf flog. Der Arbeiter brach sofort besinnungslos zusammen. Er hatte einen schweren Schädelbruch er- litten und starb bereits auf dem Transport nach dem Krankenhause. Pankow. In der Schußaffäre in Pankow hat die Kriminalpolizei jetzt folgenden Tatbestand festgestellt. Der Schuhmacher I. unternahm mit seiner Tochter einen Spaziergang. Ihnen schloß sich ein Handwerker namens Kühn an, welcher ein Tesching bei sich führte. Ungeachtet der Warnung des I. wollte K. die Waffe unter- wegS abschießen. Der Schuß versagte aber und Kühn machte sich dabei, die Ursache festzustellen. Plötzlich ging der Schuß los und die kleine I. brach, in der Hüfte getroffen, zusammen. Das Mädchen liegt in der kgl. Klinik in der Ziegelstraße schwer krank danieder. Lebensgefahr ist aber nicht mehr vorhanden. Kühn wird sich wegen feines Leichtsinns vor Gericht zu verantworten haben. Reinickendorf. Der Erhöhung deS Bierpreises beabsichtigt die Gastwirte-Innung Reinickendorf durch die Gründung einer Genossenschaftsbrauerei ent- gegenzutreten. Zu diesem Zwecke findet am Freitag eine Vereins- Versammlung statt, zu welcher auch Nichtmitglieder eingeladen sind und in welcher die Genossenschaft konstituiert werden soll. Potsdam. Die Arbeiter-Bilbungsschule hat kürzlich ihren ersten Kursus beendet. War auch hier aller Anfang schwer, so hat die gute Be- teiligung am Unterricht und die allgemeine Unterstützung der Schule durch die organisierte Arbeiterschaft doch gezeigt, daß die Gründung dieser modernen Bildungsstätte einem wirklichen Be- dürfnis entsprochen hat. Diesem Bedürfnis sollte die Arbeiter- Bildungsschule in ihren weiteren Kursen besonders dadurch Rech- nung tragen, daß neben der Pflege der Redeübung zunächst Gesetzeskunde, Geschichte und Nationalökonomie gelehrt werden. In der letzten Versammlung wurde hierüber aus- giebig debattiert und die Schwierigkeiten hervorgehoben, welche sich der Einrichtung mehrerer gleichzeitiger Kurse entgegenstellen würden. Einmal ist die Lehrerfrage hier schwer zu lösen; zum anderen auch die Beschaffung passender Unterrichtsräume, da die Teilnehmer an den Unterrichtsabenden sowohl in Potsdam wie auch in Nowawes-Neuendorf usw. wohnen. Der heute(Freitag) abend 8�, Uhr im Restaurant Ladenthin stattfindenden Ge° neralversammlung wird es hoffentlich gelingen, Beschlüsse zu fassen, welche der Arbeiter-Bildungsschule weitere Freunde zu den bisherigen gewinnen werden, um die idealen Ziele derselben mit den realen Verhältnissen in Einklang zu bringen. Jedenfalls liegt die Förderung der Arbeiterbildung im Interesse der gesamten Arbeiterbewegung. Ein zahlreicher Besuch der heutigen Ver- sammlung sowohl durch Mitglieder wie auch Gäste ist daher sehr erwünscht. Versammlungen. Vierter Wahlkreis. Der Sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Berliner Reichstagswahlkreis hielt am Dienstag beiKeller in der Koppenstraße seine ordentliche Generalversammlung ab. In seinem Vorstandsbericht erwähnte der Borsitzende Hoff mann zu- nächst, daß im verflossenen Halbjahr 42 Mitglieder verstorben sind; ihr Andenken wurde in den Viertelsversammlungen in der üb- lichen Weise geehrt. Der Wahlverein hat seit dem 1. Januar 4 Generalversammlungen abgehalten. In der� ersten wurde der Zusammenschluß der beiden Wahlvereine von Südosten und Osten des Kreises vollzogen und die Grundzüge für die Tätigkeit der neuen Organisation festgestellt. AuS den übrigen Generalversammlungen erwähnte der Redner unter anderem den Antrag auf Ausschluß des damaligen Mitgliedes Schröder, der vom Schiedsgericht ein- stimmig angenommen wurde; ferner den Antrag, die„Philharmonie" auch für den persönlichen Verkehr zu sperren, der auch in anderen Kreisen die Mehrheit erzielte, aber noch nicht endgültig erledigt ist. Die allgemeine Agitation für den Wahlverein und seine Ziele hat laut Aussührungsbestimmungen in den Viertelsversammlungen stattzu- finden. Viertelsversammlungen wurden im Laufe des Halbjahrs 13 abgehalten. Daß nicht, wie vorgeschrieben, in jedem Viertel all- monatlich eine solche Versammlung veranstaltet wurde, war eine Folge der vielen öffentlichen Parteiversammlungen, die im Kreise oder über ganz Berlin stattfanden. Eine vom Vorstand beschlossene Flugblattverbreitung zur Agitation für den Wahlverein, für den „Vorwärts" sowie für die Frauenorganisation hatte recht großen Er- folg. Dem Flugblatt war ein Aufnahmeschein angefügt, und die Flugblattverbreiter hatten die Aufgabe, diesen Schein, womöglich ausgefüllt, wieder abzuholen. Auf diese Weise wurden dem Wahl- verein 2166 neue Mitglieder, dem„Vorwärts" 1600 Abonnenten zugeführt, und auch für die Frauenorganisation und die„Gleichheit" wurde eine erhebliche Zahl von Mitgliedern und Abonnenten ge- Wonnen. Sitzungen des Vorstandes und der Funktionäre fanden im ganzen 32 statt. Die wichtigsten Beschlüsse, die hier gefaßt wurden, sind den Mitgliedern bereits in den Bezirken mitgeteilt worden. Die Broschüre„Schule, Kirche und Staat" soll am nächsten Zahlabcnd verteilt werden. Zur Prüfung von Beschwerden und Streitsachen ist innerhalb des Vorstandes eine Kommission gebildet worden. Ein Antrag der Braucrorganisation auf Ausschluß des Genossen Norroschack sollte der Generalversammlung vorgelegt werden, wurde jedoch zurückgestellt, weil der Genosse sich zurzeit in Ham- bürg befindet. Ein zweiter AuSschlutzantrag War gegen den Genossen Wischnewski gestellt worden, weil er einen Gastwirt bei der Polizei wegen Ueberschreitung der Polizeistunde angezeigt hatte. Da dieser Genosse seine Handlung ernstlich bedauerte und versprach, sich nie wieder zu dergleichen hinreißen zu lassen, ließ es der Vorstand bei einer Rüge bewenden.— Der Vorstand und die Funktionäre haben beschlossen, statt der Einteilung nach Stadtbezirken, die nach Reichstagswahlbezirken durchzuführen. In allen Bezirkslokalen sollen Plakate mit den Nummern der Bezirke ausgehängt werden. Außerdem wird ein Verzeichnis sämtlicher Bezirkslokale heraus- gegeben. Aufnahmen wurden im letzten Halbjahr 4300 vollzogen. Ein Teil der Mitglieder mutzte jedoch wegen Beitragsschulden wieder gestrichen werden. Gegenwärkig hat der Verein 12 200 Mitglieder. Der Kassenbericht, den der Kassierer Barenthin gab, er- streckt sich auf die Zeit vom 20. Dezember 1005 bis zum 7. Juli 1006. Mit dem alten Bestand von 2252,63 M. betrugen die Einnahmen 67 129.18 M., die Ausgaben beliefcn sich auf 66 262,28 M., so daß ein Bestand von 866,90 M*. übrig blieb. Der Verbandskasse wurden 38 250 M. überwiesen, ein sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt. daß der vierte Kreis im vorigen Jahr 47 500 M. der Partcikasse über- wies, also nur 9250 M. mehr als jetzt in einem halben Jahre. Für die russischen Freiheitskämpfer wurden 8007,52 M. eingenommen und abgeliefert. Hierauf folgten die Berichte aus den Komm, ssionen. Von der Preßkommission berichtete Genosse Büchner. Er machte zunächst einige Mitteilungen geschäftlichen Inhalts und erwähnte dann einen Antrag des„Vereins zur Wah- rung der Interessen der Putzer", die für diesen Berein seit 6 Jahren bestehende Sperre des„Vorwärts" aufzuheben. Der Antrag wurde abgelehnt und den Vertretern des Vereins wurde der Rat gegeben, zunächst einmal ihre Statuten so zu ändern, daß der Verein als eine moderne Arbeiterorganisation gelten kann. Zu der Sperre des „Vorwärts" für den neuen„Allgemeinen Metallarbeiterverband" be merkte der Redner, daß es nicht erst der Anregung der Gewerkschafts- kommission bedurft hat, sondern daß der Beschluß bereits vordem gefaßt war, und zwar auf Anregung des Genossen Meyer. Ein gehend hat die Pretzkommission über eine bessere Gestaltung der Juristischen Sprechstunde beraten und dann beschlossen, die Sprech stunde auch am Sonnabend, und zwar eine Stunde früher als an anderen Tagen, abhalten zu lassen. Den Ratsuchenden werden die wichtigsten Ratschläge schriftlich mit auf den Weg gegeben. An diesen Bericht schloß sich eine lebhafte Debatte. Genosse Eugen Brückner bemerkte, daß die Preßkommission dem Antrag des er- wähnten Putzervereins auch dann nicht stattgeben sollte, wenn er wirklich seine Statuten ändern würde. Für alle solche Vereine, die aus persönlichen Interessen eine Zersplitterung der Gewerkschafts- bewcgung herbeiführten, müßten die Spalten des„Vorwärts" ge- sperrt sein. In der Sache mit dem„Allgemeinen deutschen Metall- arbeiterverband" hgbe die Pretzkommission recht gehandelt; es sei aber zu wünschen, daß die Sperre auch dann ausrecht erhalten werde, wenn der Verband bei den lokalen Gewerkschaften Aufnahme finden sollte. Zwischen der Gewerkschastskommission und dem„Vorwärts" sei eine Vereinbarung getroffen worden, daß, um Raum zu sparen, Berichte über gewöhnliche Mitgliederversaminlungen nicht gebracht werden. Für Organisationen der anderen Richtung scheine dies nicht zu gelten. Am Mittwoch voriger Woche habe der„Vorwärts" einen eine Spalte langen Bericht von der„Freien Vereinigung der Bau- arbeiter" gebracht und darin, ohne ein Wort der Kritik, Be- schimpfungen wie die, das Gewerkschaftshaus sei eine Erziehungs- anstatt für Lumpen und dergleichen mehr. Das könnte auf keinen Fall gebilligt werden.(Die Redaktion mutz es, trotz der Anregung des Genossen Brückner, wie bisher auch in Zukunft ablehnen, in Ver- sammlungsberichten an den Ausführungen der einzelnen Redner Kritik zu üben. Die Konsequenzen eines solchen Verfahrens wären unübersehbar. Die Verantwortung für den Ton, dessen sich ein Redner bedient, trägt dieser, nicht die lediglich wahrheitsgetreu re- ferierende Redaktion. Diese beschränkt sich darauf, ganz ausnahms- weise einmal tatsächliche Irrtümer eines Redners richtig zu stellen; nie wird sie sich als Oberhofmeisterin gebärden. Red.) — Genosse R i e g e r wendet sich gegen die Bemerkung Brückners, daß grundsätzlich die„Vorwärts"-Sperre stets durchgeführt werden sollte, wenn eine Absplitterung von einer Organisation stattfindet. Eine solche unbedingt geltende Vorschrift dürfe der Preßkommission nicht gegeben werden. Es könnten Ereignisse innerhalb einer Or- ganisation eintreten, die eine Absplitterung notwendig oder cntschuld- bar erscheinen ließen. In Sachen der Metallarbeiterorganisation habe die Preßkommission durchaus richtig gehandelt. Notwendig sei es, daß die Genossen im vierten Kreis sich eimnal mit der Frage beschäftigten: Wie stehen die Zentralverbände zum Sozialismus? Ein Skandalstück sondergleichen sei es, daß'/, Millionen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter etwas vorenthalten werde, das darauf gerichtet sei, die Mitglieder vom Sozialismus abzulenken. Der Redner verurteilte scharf einige Aeußerungen, die auf der Vorstände- konferenz der Zentralverbände gefallen sind, besonders die des Ge- nossen Bömelburg von den Protestversammlungen am 18. März als„Protestrummel". Der Redner verlas und empfahl dann die am Sonntag von den Leipziger Genossen angenommene Resolution. in der unter anderem verlangt wird, daß der Inhalt des Protokolls jener Vorständekouferenz der Arbeiterschaft bekannt gegeben werde. In Deutschland komme man mit dem politischen Massenstreik noch immer nicht über das Stadiuni der Diskussion hinaus, während die Arbeiterschaft Rußlands und Oesterreichs schon soweit sei, ihn ent- schloffen anzrcwenden. In Hinsicht auf die außerordentlich ernsten Zeiten sei die Frage des Massenstreiks auch für Deutschland mehr denn je eine brennende.— Genosse Brückner trat Riegers An- ficht über die„Vorwärts"-Sperre bei Gründung von Zersplitterungs- organisationen entgegen. Wenn solche Grundsätze gelten sollten, müßte man das Wort„demokratisch" aus dem Namen der Partei streichen. Bisher habe es in den Organisationen als Grundsatz ge- gölten, daß, wer mit seiner Meinung nicht durchdringt, sich einfach der Mehrheit fügt. Daß die Gewerkschaften keine Parteipolitik treiben können, das habe selbst Bebel noch vor wenigen Jahren in einem auch als Broschüre erschienenen Vortrag ausgesprochen. Es treffe nicht zu, daß die Gewerkschaftsverbände in einem Gegensatz zur Partei stehen.(Widerspruch aus der Versammlung.) Wenn das aber der Fall wäre, so seien diejenigen Genossen daran schuld, die sich nicht genügend am Gewerkschaftsleben beteiligten. Wenn Ge- Werkschaftsführer sich in Widerspruch zur Partei gesetzt hätten, könnten sie doch gar nicht mehr auf ihrem Posten sein, wenn die Parteigenossen innerhalb der Gewerkschaften ihre Pflicht erfüllten. Beschwere man sich über Vorenthaltung des Protokolls der Vor- stäudekonferenz, so sollte man doch bedenken, daß es bisher niemals üblich war, interne Angelegenheiten der breiten Oeffentlichkeit mit- zuteilen. Die Massenstreiks in Rußland und Oesterreich seien ohne weiteres ausgebrochen; man könne doch nun nicht hier in Deutschland wollen, daß Beschlüsse über dieses Kampfmittel stets aller Welt mitgeteilt werden.— Genosse Hartmann bemerkte. daß die Sperre über den neuen Verband von der Preßkommission zunächst provisorisch, aber endgültig erst auf Antrag der Ge- Werkschaftskommission verhängt worden sei. Der Preßkommission sei in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen. In der Gewerk- schaftspresse komme der Standpunkt der modernen Arbeiter- bcwegung zum Ausdruck.— Genosse Kater erklärte, man dürfe nicht soweit gehen, daß, wenn ein Teil der Mitglieder einer Organi- sation sich absplittert und sich dem Gewerkschaftskartell anschließt, auch für die neue Organisation den„Vorwärts" zu sperren. Das sei doch ein sehr zweifelhaftes Verlangen. Was den Vorwurf be- treffe, den Lokalisten werde zuviel Raum im„Vorwärts" gewährt, so stehe fest, daß sie im Verhältnis zu ihrer Stärke nicht ein Fünftel des Raumes benützten, wie die Zentralverbände mit ihren Erklärungen und Gegenerklärungen. Der„Vorwärts" habe die Veröffentlichung der„Einigkeit" eine„Infamie" genannt. (Zwischenruf: Sehr richtig!) Das ist Auffassungssache; andere urteilen anders. Er, Redner, betrachte es nicht als Infamie, wenn ein Genosse Dinge, die die ganze Arbeiterschaft angehen, ver- öffentliche, weil sie verschwiegen werden sollten. Wenn 105 Ge- Werkschaftsführer sich das Versprechen gaben, sich nicht den Jenaer Beschlüssen über den Massenstreik zu fügen, sondern dem entgegen- zuwirken, so sei es Pflicht, die Arbeiterschaft darüber aufzuklären. Es komme nicht darauf an, was Bebel erklärt habe, sondern darauf, daß jene 105 beschlossen haben, danach zu handeln. Kate- gorisch müsse, der Resolution der Leipziger Genossen entsprechend, verlangt werden, daß das Protokoll freigegeben wird. Die „Einigkeit" werde den Genossen auch in Zukunft alles Wichtige, was in der Partei vorgeht, erzählen.— Gegenüber einer Bemerkung Katers, Genosse L i e p m a n n hätte daS Protokoll schon lange in Händen gehabt, ohne dazu Stellung zu nehmen, erklärte der Vorsitzende Hoffmann, daß dieser Genosse sich das Protokoll erst verschaffen konnte, nachdem die„Einigkeit" ihren Artikel daraus veröffentlichte.— Genosse Tarnow bemerkte, daß der„Porwärts" auch jetzt noch nicht genügend für die Aufklärung der Arbeiterschaft sorge. Das Blatt sei nicht besser, sondern eher schlechter geworden als früher. Sensationsprozesse würden in größter Ausdehnung behandelt, aber mit der Mitteilung über die Jntcrventionspläne Deutschlands und Oesterreichs sei der„Vor- wärts" erst lange nach der bürgerlichen Presse gekommen. Der Redner meinte ferner, die Redaktion trage ein gut Teil Schuld an den langen Streitereien unter Parteiangelegenheiten. Die Sache mit der Genossin B r a u n sei allzusehr aufgebauscht worden, wenn das Verhalten der Genossin auch als unzulässig bezeichnet werden müsse. Die Redaktion müsse vornehmer sein.— Genosse W e n g e l s führte zu der Protokoll-Angelegenheit aus, daß man schon daraus, daß der Parteivorstand das Protokoll sechs Wochen in Händen hatte, ohne es durchzusehen, erkennen könne, wie wenig Bedeutung er der ganzen Sache beigemessen. Der Parteivorstand habe sich redliche Mühe gegeben, das Protokoll freizumachen. ES solle nun noch biS Ende Juli gewartet, und dann weiter darüber beschlossen werden.— Genosse Büchner ging nochmals kurz auf die„Porwärts"-Sperre, den neuen Metallarbeiterverband be- treffend, ein. Die Sperre sei zunächst provisorisch verhängt worden, weit man noch hoffen konnte, daß eine Einigung mit dem alten 'Verbände möglich wäre. Wenn einige Genossen meinten, es wäre zuviel über solche Prozesse wie der Hennig-Prozeß geschrieben worden, so seien andere anderer Meinung. Der Geschmack sei eben verschieden. Mit der Sache Lily Brauns habe sich die ganze bürgerliche Presse befaßt, und der„Vorwärts" sei ver- pflichtet gewesen, Stellung dazu zu nehmen, so wie er es getan habe. Mit vollem Recht könne man sagen, daß an der prinzipiellen und taktischen Haltung des„Vorwärts" nichts auszusetzen sei.— Genosse Tarnow erwiderte, daß er kein Wort gegen die prinzipielle oder taktische Haltung des„Vorwärts" habe sagen wollen. Verlangt müsse jüioch werden, daß die Redaktion hoch üher der Provinzpresse stehe.— Nach einigen persönlichen Be- merkungen wurde die Diskussion über diesen Punkt beendet. Dann gab Genosse Rott Bericht von der Lokal« kommission. Er berichtete zunächst über eine Streitigkeit mit dem Saalinhaber der„Urania" in der Wrangelstraße, Herrn Walter, dessen Verhalten gegenüber der Jugendorganisation dazu führte, daß sein Lokal gesperrt werden sollte. Davon hat die Lokalkommission jedoch vorläufig Abstand genommen, so daß die „Urania" nochmals in die Lokalliste aufgenommen wurde. Ferner erwähnte der Redner den Beschlutz, die Lokalliste auf die ganze Provinz Brandenburg auszudehnen, und ferner, sie in den Sommermonaten alle sechs Wochen herauszugeben. Der Rad- fahrerbund„Solidarität" hat sich bereit erklärt, für die Ver- breitung der Liste auch in den fernsten Orten der Provinz und ebenso für Gewinnung von Lokalen zu sorgen. Der Redner forderte die Genossen auf, die Lokalliste stets genau zu beachten. Hierauf wurde eine Wahl vorgenommen. Der Genosse Bredenfeld mutzte wegen Krankheit sein Amt als Görlitzer Viertels- führer und als Beisitzer im Vorstande niederlegen. An seiner Stelle wurde für beide Aemter Genosse Klamm gewählt. Unter„Verschiedenem" wurde ein Antrag gestellt, diejenigen Mitglieder, die trotz des Beschlusses zu feiern, am 1. Man in den Elektrizitätswerken arbeiteten, auszuschließen. Ueber den Antrag wurde zur Tagesordnung übergegangen, da die Sache bekanntlich allgemein geregelt ist.— Ein Antrag des Genossen Haber- st r o h, gegen den Restaurateur Henze, Kraut st raße 3 6, das Ausschlutzverfahren einzuleiten, weil er unflätige Redensarten gegen Streikende gebrauchte und sich anbot,, Streikbrechern Logis zu gewähren, führte zu einer kurzen Debatte, in der Genosse L i t f i n dafür sprach, daß die Sache zunächst der Fachorganisation der Gastwirte zur Prüfung überwiesen werde. Der Ausschluß- antrag wurde jedoch von der Generalversammlung angenommen.— Genosse Rieger stellte den Antrag, die Generalversammlung möge sich die Leipziger Resolution über Massenstreik und Protokoll der Vorständekonferenz zu eigen machen. Dieser Antrag wurde bis zur nächsten Generalversammlung vertagt.— Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung nimmt mit tiefster Empörung Kenntnis von der letzten Schandtat des russischen Zarismus und hofft, daß das russische Volk die freche Verhöhnung seiner Rechte durch eine va banque spielende Verbrecherclique gebührend be- antwortet und diese der gerechten Strafe übergibt." Lese- und Diskutierklub„Norden«. Elisabethkirchstr. 18: Fortsetzung der Diskussion und Gewerkschaft._ Heute abend bei Korff. über Massenstreik, Partei Vermischtes. Absturz. Innsbruck, 26. Juli. Beim Abstieg vom Gipfel Kaiser ist de« Kaufmann Hanger aus Sachsen einen 15 Meter steilen Abhang herabgestürzt und erlitt schwere Verletzungen. Straßenbahnunglück. Cadix, 26. Juli. Ein mit 44 Kindern besetzter Straßenbahn, wagen, der die Insassen zu einer Festlichkeit führen sollte, entgleiste, 11 Kinder und der Wagenführer wurden verletzt. Feuersbrunst. London, 26. Juli. In Leeds brach gestern eine große Feuers- brunst aus. Das Great Northern Hotel war längere Zeil in Gefahr. Nur mit großer Mühe gelang es. das Hotel zu retten. Der durch den Brand angerichtete Schaden belauft sich auf über 2 Millionen Mark._ Belgrad, 26. Juli. Gestern nachmittag 1 Uhr wurden mehrere leichte Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schaden anrichteten. („Franks. Ztg.");_ Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtifchen Markthallen-Direktion.(Großhandel) Rindfleisch I» 70—74 pr. 100 Psd., Na 64—60. III» 58—62. lVa 62—56, englische Bullen- 0,00, dänisch« Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100— 110, la 82-88, IIa 72-80, Nla 60-70. Hammelfleisch la 80-85, Na 70—78. Schweinefleisch 65— 71. Rehböcke la per Psd. 0,60—0,75, IIa 0,40—0,55. Roiwild la mit Abschußaltest per Psd. 0,60, IIa 0,00. Damwild 0,00. Wildschweine per Psd. 0,00. Frischlinge per Psd. 0,00. Kaninchen per Stück 0,50. Wildenten la per Stück 1,25— 1,40, IIa 0,50— 0,80. Krickenten p. Stück 0,65. Bekassinen 0,00. Hühner, alte, per Stück 1,60—1,80, alte II a 0,00, junge, per Stück 0,65 bis 1,20. Tauben. junge, pr. Stück 0,35—0,52, alte 0,00. Enten, junge la p. Stück 1,70—2,25, junge IIa 0,00, alle, p. Stück 0,00. Hamburger, junge, p. Stück 0,00. Wänic, la, per Pfund 0,80—0,66, per Stück 3,00—4,80. Hechte per 100 Psd. 103—111. Zander 126—129. Schleie 114. Bleie 0,00. Aale, groß 108—113, mittel 102—109, klein-mittel 0,00, unsortiert 72—91. Plötzen 0,00. Karpfen 0,00. Barse, kleine 0,00. Karauschen 89. Bunte Fische 59—69. Elundern, pomm. I, per Schock 9,00. Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver iste 2—3, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3—6,00, Stralsunder 5—6. Aale, groß pro Psd. 1,10—1.30, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50— 0,60. Heringe per Schock 4— 5. Schellfische Kiste 2— 4. Sardellen, 1902er, per Anker 86,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Vollheringe 1905 0,00, largo 40-44, kull. 36-38, med. 35—42, deutsch- 37—44, Heringe, neue MatjeS, per*/, To. 60—120. Hummern, Ha, 100 Pfd. 0,00. Krebse, per schock, große 20,50—27,50, mittel 7,50—16, kleine 2—4,50, uns ort 6—7,50, Galizicr, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 3,00—3.10, Butter per 100 Pfd.. la 114-116. IIa 110-113, lila 105-108, abfallende 95 bis 100. Same Gurken, neue. Schock 4,00, Pscffergnrken 4,50. Kartoffeln per 100 Psd., neue runde 2,50—3.00, neue blaue 3,00, Rosen 2,00—2,25, neue ferbstcr 2,50—3. Spinat, per 100 Psd. 12—15. Karotten per Schock 2,50 bis >.00. Kohlrabi, per Schock 0,75—1.00. Rettig, bahr., per Schock 2.40—4,80. Radieschen, per Schock«Bd. 0,60—0.70. Salat, per schock 1.50—2,00. Bohnen (grüne), per 100 Psd. 2—6. Wachsbohncn 5—10. Pussbohuen 3—5. Schoten hiesige, per 100 Psd. 8-10. Pscffcrlinge per 100 Pfd. 18-23. Mohrrüben per Schock-Bd. 2,50— 3,00. Blumenkohl per Mandel 1,00— 2,00. Wirsingkohl per Mandel 1,00—1,50. Rotkohl per Mandel 2—3. Weißkohl per Mandel 2— 3. Steinpilze p. 100 Psd. 25— 30. Gurken. Zerbstcr, Schock 1,75—2.50, do. Einlege- check 2,00—2,50. Kohlrüben, Mandel 1,00—1,25. Johannisbeeren, hiesige, weiße, per 100 Pfd. 8—10, do. rote 9—12. Birnen, italienische per 100 Psd. 14-35. schlesische 5-20, Tiroler 23-27. Weinbimen 13-15, böhmische 10—12. Acpsel, ungarische per 100 Psund 14—18, italienische 12—15, hiesige 10—18. Stachelbeeren per 100 Psd. 10—15. Preißeweeren 12—20. Kirschen, 100 Psd. 0,00. Rallen. Werdcrsche 15—25. Werdersche GlaS- 15— 17. Natten 18—30, do. sauere 12—17. Schlesische 8—20, Knupper- 18—20. Himbeeren, Werdersche per 100 Psd. 25—35. Blaubeeren per 100 Psd. 40—14. Erdbeeren. per 100 Psd. Hamburger 25—35. hiesige 15-20. Wald- 100 Pfd. 45-60. Pflaumen, ital. runde dunkle per 100 Pfd. 25—30, ital. lange gelbe bis 100 Psd. 15-22, ital. runde per 100 Psd. 15—22, ungarische 12-15, hiesige 12,00. Zitronen. Mcsstna 300 Stück 11,00-16,00, 360 Stück 14,00 per 16,00, 200 Stück 7,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Wetter-Prognose für Freitag, den 27. Juli 1906. Etwas wärmer, zunächst meist heiter und trocken bei ziemlich lebhasten östlichen Winden; später zunehmende Bewölkung. Berti»erWelierbureau. Lkiantwortlicher Redakteur: fytnß Weber, Berlin. Für den Jnferatenteil veraiftw.: Th. Glocke, Berlin. Krück u. Perlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlallsanstÄt Paul Singer& Cs,. Berlin SW,