Nr. 177. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 MI, monatl. 1,10 m., twöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Sumänien, Schweden und die Schweiz. BRO Cridelat täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erfte( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Parteigenoffen! Laut Beschluß des letzten Parteitages findet der diesjährige in Mannheim statt. Auf Grund der Bestimmungen der§§ 11, 12, 13, 14 und 15 der Parteiorganisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 23. September, abends 7 Uhr, nach Mannheim in das Lokal ,, Apollotheater", G. 6, 3 ein. Montag, den 24. September und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: W. Pfannkuch und A. Gerisch. Donnerstag, den 2. August 1906. In den verschiedensten Teilen des russischen Reiches, in Polen, im Kaukasus, in den zentralen Gouvernements wächst die Bewegung im Heere stündlich an Intensivität und Umfang. Streifs, Meetings mit politischen Resolutionen und Forderungen sind in der russischen Armee eine nahezu konstante Erscheinung geworden. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. werden. Erst als die Resultate dieser studentischen Propaganda in der Kaserne sich deutlich zeigten, begriff die Regierung, welchen Streich sie sich selbst gespielt hatte und entfernte die Studenten aus dem Heere. Im Jahre 1903 alarmierte der berühmte Feldherr" Kuropatkin, damals Kriegsminister, die Machthaber, als er Die Regierung sieht ihre wesentlichste Stüße wanken in einem geheimen" Zirkular an die Kommandeure der Reund, wie um den Rat Lassalles zu befolgen, beginnt sie schon gimenter darauf hinwies, daß die Studenten beständige Beauszurechnen, wie lange noch die Macht in ihren Händen ziehungen mit den Soldaten und Offizieren unterhalten, welche bleiben fönnte. Am 30. Juni versandte das Ministerium verderblich auf die Armee einwirken." Die Regierung machte ein geheimes Rundschreiben, in welchem es vorschreibt, eine sich daran, die Folgen ihrer Unvernunft zu beseitigen, und diskrete Liste aller unzuverlässigen" Soldaten aufzustellen. zwar suchte sie die verbrecherischen Ideen" in der Kaserne Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Die Unruhe der Regierung wird durchaus verständlich, im Reime zu ersticken". Die Soldaten wurden fortan noch Sonntag, den 23. September, abends 7 Uhr: Bor- wenn man die schwerwiegende Bedeutung der Armee in rebo- ftrenger beaufsichtigt, die Koffer der Soldaten wurden oft versammlung. Konstituierung des Parteitages. Festsetzung Nolle der Armee in Revolutionszeiten ist ein Grund mehr, den Kasernen auf das strengste kontrolliert. Selbstredend erIuticrären Epochen ins Auge faßt. Diese äußerst wichtige durchsucht, ihre Korrespondenz aufgefangen, alle Besucher in der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl der Mandats- uns über die Bewegung Rechenschaft zu geben, ihren Charat reichte die Regierung auf diesem Wege keine Resultate. Die prüfungs- Kommission. te: näher zu beleuchten und nach Möglichkeit über die Frage revolutionäre Saat war auf fruchtbaren Boden gefallen. Aufschluß zu gewinnen, ob und in welchem Maße das Volk Ungeachtet aller Verfolgungen bildeten sich in vielen Städten im entscheidenden Moment auf das Heer wird rechnen können. Soldatenzirkel, die von den lokalen sozialdemokratischen OrDie schwere Lage des russischen Soldaten ist bekannt. ganisationen geleitet wurden; Proklamationen famen immer 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: A.Kaden. Von Geburtsort und Arbeitsstätte losgerissen, fommt er in häufiger in die Kasernen. Der Revolutionäre Militär3. Parlamentarischer Bericht. Berichterstatter: G. Schöpflin. die Kaserne, wo ihn mit eisernem Drud das militärische Zucht- berband", eine parteilose Organisation, die sich vorzugsweise 4. Maifeier. Berichterstatter: R. Fischer. hausregime zusammenschnürt. Jeder Schritt des Soldaten aus fortschrittlich gesinnten Offizieren zusammensetzte und 5. Der politische Massenstreit. Berichterstatter: A. Bebet. wird aufs strengste kontrolliert. Für das geringste Vergehen bereits 1899 entstanden war, entwickelte jetzt bereits eine recht 6. Der internationale Stongreß 1907. Berichterstatter: roht ein ganzes Arsenal von Strafen: dunkler Starzer, Dis- energische Tätigkeit. ziplinärbataillon, Gefängnishaft und anderes mehr. Be- In den Jahren 1901 bis 1903 beschränkte sich der EinP. Singer. ständige Ermahnungen zu unbedingter Subordination und fluß der Sozialdemokratie in der Armee ausschließlich auf dieDisziplin, finnlose Drillerei,- alles das verwandelt den ienigen Soldaten, die vor ihrer Einberufung in Fabriken geRefruten bald in einen lebendigen Automaten. arbeitet und dort bereits mit den Organisationen der Partei Ein Soldat äußert sich in einem Zeitungsinserat fol- Fühlung gehabt hatten. Der überwiegende Teil der Solgendermaßen über die Lage des„ Vaterlandsverteidigers":*) daten, der aus der Landbevölkerung, dem Bauernstand 9. Sonstige Anträge. „ Wir sterben und verderben, wie elende Fliegen, Hun- stammite, blieb noch von sozialdemokratischen Ideen unberührt. 10. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des derte, Tausende; aber ach! im Leben herrscht nach wie Der erste Anstoß zu dem gewaltigen Vordringen der Revolu vor die Unwahrheit. Wir sind Opfer des bureaukratischen tion in die Armee und Flotte und ihrer weiteren Zersetzung, Ortes, an dem der nächste Parteitag stattfinden soll. Regimes, wir fommen vors Kriegsgericht für Vergehen gegen wie sie das letzte Jahr aufweist, ging wieder von dem AbsoluParteigenoffen! Der Parteivorstand richtet an Euch die den Gefreiten oder Unteroffizier, ebenso einfacher Leute wie tismus aus, der immer und überall in verhängnisvoller VerAufforderung, die Vorarbeiten für den Parteitag also die wir, von der höheren Obrigkeit schon gar nicht zu reden. Der blendung seine eigenen Wurzeln untergräbt. Wahl von Delegierten wie die Stellung von Anträgen-Soldat kommt vors Gericht dafür, daß er hungrig ist, kommt rechtzeitig zu bewirken. vors Gericht dafür, daß er auf der Straße nicht in vorgeDie Anträge müssen spätestens am 27. August im Besitze schriebener Weise die Honneurs gemacht hat, kommt vors des Vorstandes, Adresse: 7. Sozialdemokratie und Voltserziehung. Berichterstatter: 6. Bettin und H. Schulz. 8. Strafrecht, Strafprozeß und Strafvollzug. Berichterstatter: H. Haase. J. Auer, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Die Parteigenossen, die zum Barteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstande und dem Lokaltomitee rechtzeitig Mitteilung zu machen, damit ihnen die Vorlagen und eventuell weitere Mitteilungen zugesandt werden fönnen. Die Adresse des Lokalfomitees lautet: Die russische Revolution. Der Ausstand in Sveaborg. um Gericht für Verspätung, fommt vors Gericht dafür, daß die Stiefel schlecht gepugt find, solcher Verbrechen gibt es eine Unzahl. Auch dafür wird der Soldat vors Gericht gezogen, sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 14, Ab- daß man ihm befiehlt, Vater, Mutter, Bruder oder Schwester Nach den offiziellen Meldungen soll der neueste Kraterausbruch fazz 2 der Parteiorganisation im Vorwärts" veröffentlicht zu erschießen. Gehst du nicht, so handelst du gegen Befehl der Revolution, der Militäraufstand von Sveaborg, schon und in die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen. und verfällst dem Kriegsgericht." wieder unterdrückt sein. Privatmeldungen aber widersprechen dem Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen- Die Regierung unterhält die Armee zur Bekämpfung und behaupten, daß die Festung in den Händen der Meuterer ist zeichnung der Vertrauensperson oder des Vorstandes der des inneren Feindes", zu letzterem gehören, wie neulich und daß eine Uebertragung des Brandes nach Kronstadt im Bereich ngenieure, Advokaten, Eisenbahnbeamte, Studenten und hervor, daß es sich nicht um eine unbedeutende Revolte handelt, ein Offizier öffentlich erklärte, Bauern, Arbeiter, Aerzte, der Möglichkeit liege. Auf alle Fälle geht aus den Meldungen alle die gelehrten Leute, überhaupt alle Streifende", d. h. also sondern um einen Aufstand erheblicher Truppenteile, die gut das ganze Bolt und es ist verständlich, daß sie bemüht ist, bewaffnet und in günſtiger Position sind, mit denen mehrere die Armee vom Volfe durch eine chinesische Mauer zu trennen. Striegsschiffe zusammenwirten und denen der revolutionäre Teil Bei solchen Verhältnissen ist die revolutionäre Propa- der Bevölkerung im Hinterlande nach Möglichkeit Vorschub leistet, ganda in der Armee selbstredend eine äußerst schwierige Auf- vor allem durch Zerstören von Eisenbahnlinien und Besezen gabe. das Heranbringen der regierungstreuen Von einer derartigen regulären Tätigkeit in der von Stationen, Raferne fonnte lange Zeit hindurch auch gar keine Rede sein, Truppen zu verhindern. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht danur äußerst selten bot sich die Möglichkeit, mit dem Soldaten für, daß die offiziösen Meldungen unzutreffend sind, daß der Aufein freies Wort zu reden. In der zweiten Hälfte der 90er stand nicht besiegt ist. Db er erfolgreicher sein wird, als die EmJahre, als die Sozialdemokratie in Rußland eben erst Fuß pörung in der Schwarzmeerflotte, das entscheidet sich vielleicht in zu fassen begann, agitierten ihre Adepten schon auf das leb- diesen Stunden. Gelingt der Regierung die alsbaldige Unterdrückung hafteste mit Wort und Feder alljährlich vor der Einberufung nicht, so ist es bei der jeßigen Lage nicht ausgeschlossen, daß der unter den jungen Leuten, denen der Kriegsdienst bevorstand. Aufstand der Ausgangspunkt umfassenderer Erhebungen wird. Daß Den Refruten wurden vor ihrer Abreise nach dem Dienstort Kronstadt bedroht sei, sagen mehrere Meldungen. Dabei wird vor allem von den sozialdemokratischen Organisationen Blätter zur an einen Anschluß revolutionär gesinnter Kronstädter Matrosen Verbreitung unter den Soldaten eingehändigt. In diesen und Soldaten an den Aufstand gedacht. Eine Meldung sagt direkt, Blättern wurde hauptsächlich betont, daß der Soldat auch im daß der Aufstand von Sveaborg ein vorzeitiger Ausbruch einer ErStriegsdienst nicht vergessen dürfe, daß er ein Kind des Volkes bebung sei, die in Kronstadt, Sveaborg und Sewastopol gleichzeitig wenn das Volk den Kampf mit dem Despotismus beginnt ist, ehemaliger und zukünftiger Land- oder Fabrikarbeiter; losbrechen sollte. oder sich erhebt, um den Druck des Kapitals abzuschütteln, solle der Soldat mit dem Volke sein, gegen seine Bedrüder. Wie selten auch die Möglichkeit solcher Propaganda sich bot, gab sie doch günstige Rejultate, worauf unter anderem der Umstand hinweist, daß in vielen Städten Rußlands die Rekruten den Eid der Kaisertreue verweigerten. August Dreesbach, Mannheim, R. 3, 14, Mandatsformulare sind durch das Parteibureau J. Auer, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 zu beziehen. Der Versand erfolgt vom 21. August an. " Die Genossen, die Anträge einreichen, werden darauf auf merksam gemacht, daß etwaige den Anträgen beigegebene Motive weder im Vorwärts", noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage Aufnahme finden können. Es steht den Genossen das Recht zu, ihre Anträge selbst oder durch befreundete Genossen auf dem Parteitag mündlich zu begründen. Ein Abdruck der Motive verbietet sich aber aus räumlichen Gründen und um Wiederholungen zu vermeiden. Berlin, den 23. Juli 1906. Die Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Die Hindernisse, die den Sozialdemokraten lange nicht gestatteten, in die Kaserne einzudringen, wurden im Jahre revolutionäre Bewegung in 1899 boner Regierung ſelbſt, ganz gegen ihren Wunsch und amtlichen Meldungen aus Sveaborg: der ruffifchen Armee. Sveaborg ist die Festung der finnländischen Hauptstadt Helsingfors. Sie liegt fünf Rilometer von dieser an der südlichen finnischen Küste auf sieben Felseninseln. Ihr Hinterland ist also Finnland und das erklärt jene Meldung von der zur Ruhe als erste Bürgerpflicht mahnenden Proklamation des Stadtrats von Helsingfors sowie von der Tätigkeit der finnischen„ Roten Garde" zur Be hinderung des Eisenbahnverkehrs für regierungstreue Truppen. Nach einer Meldung des Petersburger Korrespondenten der Boff. 3tg." lauten die von Generalmajor Laiming unterzeichneten ihr Vorhaben, teilweise beseitigt. Die Studentenunruhen, die In der Nacht zum 31. Juli meuterte die Festungsartillerie und mehrere Jahre anhielten, brachten die Regierung ganz um eröffnete ein Gewehrfeuer auf die Kommandanteninsel. Man hörte ihre Selbstbeherrschung, und sie beschloß endlich, den Geist auch mehrere Kanonenschüsse. Die Aufständischen besetzten die der Widerspenstigkeit den Besuchern der Hochschulen radikal Michailowski- Insel sowie die Artillerie- und die Ingenieurinsel. auszutreiben. Zu diesem Zwecke wurde von dem damaligen Sie verfügen über alle Maschinengewehre. Fernsprecher und Kultusminister Bogolepoff das sogenannte zeitweilige Regle- Telegraph funktionieren nicht. Ich befinde mich mit vier Kompagnien ment" ausgearbeitet, laut welchem jeder Student für Beteili- des Festungsregiments und zwei Kompagnien aus Helsingfors auf gung an der Bewegung dem Kriegsdienst unterlag, d. h. als der Kommandanteninsel. Die Lagerny- Insel ist von dem zweiten Gemeiner" in die Kaserne gesteckt wurde. Bataillon der Festungsinfanterie besetzt, die Alexandrowski- Jusel von der ersten Kompagnie. Wir haben Tote und Verwundete. Werde abwarten, bis sich die Sache aufklärt. I. Von unserem Petersburger Rorrespondenten wird uns geschrieben: Was die Besorgnisse der Staats- Duma um die Festigung in der Armee und Flotte, der Elemente des Rechts und der Gerechtigkeit betrifft, so erklärt die Regierung, daß im Heere Seiner kaiserlichen Majestät diese Elemente schon längst auf unerschütterlicher Grundlage befestigt find". ( Aus der Goremykinschen Deklaration.) In den offenen Krieg, den schon mehr als 12 Jahre die russische Regierung mit dem russischen Volke führt, werden mit jedem Tage immer mehr auch Armee und Flotte hineingezogen, 11 Diese Maßregel wurde drei Jahr lang auf das eifrigste in Anwendung gebracht. In verschiedene Heeresteile gerieten so Vertreter der revolutionären studierenden Jugend. Hier konnten dann, bei beständiger inniger Berührung mit den Soldaten, revolutionäre Ideen in Muße propagiert *)„ Wolna", Nr. 18. 1906. Tichelisch tscheff aus der 23. Artilleriebrigade. Etwas später traf folgende Meldung des Generalmajors Laiming ein: " Die meuternde Garnison von Sveaborg wurde durch vier Kriegshafenschiffe in voller Kriegsrüstung verstärkt. Die Lage ist bedrohlich." Eine zweite Meldung aus derselben Quelle fagt: Petersburg, 1. August. Es war ein gleichzeitiger Ausbruch von Militäraufständen in Sveaborg, Kronstadt und Sewastopol geplant. Der Ausbruch in Sveaborg erfolgte zu früh. Eine Petersburger Meldung des Berl. Tagebl." lautet: Die neue Aera, die uns von der„ Rossija" und dem„ Now. I steller Zeonid Andrejem und mehrere Finnländer, Wremja" versprochen worden war, hat begonnen. Sie wird bestehen Schweden, Esten und Betten auf. Unter strömendem in der Durchführung liberaler Reformen auf der breitesten Grund- Regen sprach Mich ailitschenko über die Tätigkeit der Aus Wiborg wird über die Ereignisse von Sveaborg hierher lage. Aber damit dies möglich wird, ist Ruhe vor allem unbedingt Duma. Während seiner Rede tam das Telegramm über die notwendig und das Vertrauen der Bevölkerung. Aber um dieses gemeldet: Die regierungstreuen Truppen haben die Marinekasernen Vertrauens und dieser Ruhe teilhaftig zu werden, droht das Zirkular des Auflösung der Duma an. Der Redner betrat nochmals die besetzt, die Festung selbst aber befindet sich noch in der Ministeriums die Ergreifung äußerster Maßregeln an, falls das Publikum Tribüne und teilte die Nachricht mit. Allgemeine Erregung Gewalt der Aufständischen. General Laiming wurde von es ablehnen sollte, ein vollkommenes Butrauen zu den guten Abfichten und lautlose Stille. Der Redner meint, daß damit der ent ihnen gefangen genommen, ebenso der Kommandant, der Kommandeur des Kabinetts zu hegen. Und um zu beweisen, daß diese Worte scheidende Schritt in der Revolution getan ist. Nichtenden der Artillerie, General Agejem, der verwundet ist. Aus Reval feine leere Drobung sind, ist die Regierung bereits zur Realisierung wollender Applaus ist die Antwort. Andere Redner treten ist ein Geschwader unter dem Befehle des Großfürsten Alexander dieser Maßregeln geschritten. Die Presse ist vollständig erdrosselt, auf und fordern das Volk auf, der Revolution treu zu bleiben. Michailowitsch bor Sveabora angekommen. eine Kritik der Handlungsweise des Ministeriums ist unzulässig; nur Die Antwort ist ein begeistertes Hurra. Unter den Anwesen diejenigen Beitungen können darauf rechnen, zu erscheinen, die volles den steht man viele Matrosen der Flotte und Soldaten Vertrauen zur Regierung dem Publikum einflößen. Der Druck der Die Revolte in Sveaborg begann, weil ein Torpedomatrose Beitungen findet statt in Gegenwart eines zahlreichen Detachements der Später versammeln sich die Soldaten und Matrosen für sich, an den Mißhandlungen seiner Borgesetzten gestorben ist. Als Polizei, die in der größten Eile die erste Nummer, die aus der wo ihnen Reden gehalten werden. Sie hören begeistert zu. sich Unruhen bemerkbar machten nahm der Kommandant mehrere Schnellpresse hervorgeht, davonträgt und es unmöglich macht, daß Die Abfahrt der Dumaabgeordneten gestaltete sich zu Berhaftungen vor worauf in der Nacht zum 31. eine Empörung die Nummer ausgegeben wird. Unterdessen aber teilt das dem einer großartigen Demonstration. Das Volk bildete über bei der Festungsartillerie ausbrach. Die Empörer ergriffen Breßkomitee mit, daß die Nummer angesichts ihres gefezwidrigen den weiten Bahnhofsmarkt Spalier und rief den Abreisenden bor drei starker Forts mit 40 Maschinenkanonen Besitz und Inhalts der Konfistation unterliegt. Damit hat die Sache dann ihr begeistert Elätön!"( etwa: Sie leben hoch!) zu. Auf dem beschosser die Forts auf der Kommandeur auf der Lager- und der Ende. Auf solche Weise wurde unsere Zeitung tonfisziert, ferner die Perron hatten die Abgeordneten der Roten Garde mit einem Bziert, Te Musikchor Platz genommen. Unter nicht endenwollenden Alexanderinsel bis die letzten beiden zu den Aufrührern übergingen. Shana". Nascha Shisnj" und Petersb. Liftof". In den schlimmsten Zeiten der Reaktion durfte ein solches VorEine dem Großfürster Nikolai Nikolajewitsch im Laufe des Tages gehen einfach undenkbar erscheinen. Die Zensur ist wieder hergestellt Hurrarufen und unter den Klängen der Internationale ſetzte vom Kommandanten von Sveaborg, Generalmajor Laiming zu in der unverhülltesten zynischen Form, und vom Gutdünken des fich der Zug in Bewegung. gegangene Depesche lautet in Ergänzung früherer Meldungen: Bensors hängt es ab, das Erscheinen der Nummer zu gestatten. " Biz Hafenkriegsschiffe haben sich in voller Kriegsbereitschaft Unter so bewandten Umständen kann das so notwendige freie der meuternden Garnisor angeschlossen. Die Lage ist Wort in dem durch drohende Gespenster in Angst erhaltenen Lande drohend." Infolge einer Beschädigung der Bahngleise um nicht laut werden; wir werden jedoch diese Zeit bald überlebt haben, Helsingfors ist das Heranbringen von Truppen erschwert. und wir find überzeugt, daß, so finster auch die Wolken find, die Abends traf das Geschwader des Großfürsten Alexander sich über uns gesammelt haben, wir dann mit unseren Lesern so werden sprechen können, wie unser Gewissen und unsere Pflicht Michailowitsch aus Reval vor Helsingfors ein, wo völlige Panik herrscht, nachdem die Aufrührer mit wechselndem Glück die gegenüber dem Vaterlande es uns vorschreiben, aber nicht so, wie Rußlands, sich die Freiheit erkämpft haben. ist. Kommandeurinsel tagsüber beschossen hatten. Während die offiziellen Nachrichten versichern, daß der Aufstand bereits niedergeworfen fei, berneinen Privatnachrichten diese Meldung und behaupten, daß vier von den menternden Schiffen auf Kronstadt zu dampfen, um die dortige Garnison zum Meutern zu veranlassen. So schreibt die„ Retsch" in ihrer letzten Nummer, die daraufhin tonfisziert wurde. Ein Mitglied der Duma erschossen! Petersburg, 1. August.( Von einem Privatkorrespondenten.) Wie Die offiziöse Petersburger Telegraphen- Agentur meldet den Blättern aus Ferijoki( Finnland) gemeldet wird, wurde dort gestern abend um 9 Uhr der frühere Abgeordnete Herzenstein, als er gleichzeitig: Petersburg, 31. Juli. Gestern abend brach in der Festung Sveaborg mit Frau und Tochter am Meeresstrande spazieren ging, durch zwei ein Aufruhr einer Pionierkompagnie aus, dem sich eine Anzahl Artille- aus einem unbewohnten Gebäude abgefeuerte Schüsse getötet. Die risten angeschlossen hatte. Die Aufrührer bemächtigten sich dreier Tochter wurde an der Hand verwundet. Der Täter entfam. " Rietsch" weist darauf hin, daß gestern um 5 Uhr nachmittags detachierten Forts und eröffneten eine Kanonade auf die Festung, wobei es Tote und Verwundete gab. Die Garnison der Festung ist der in Moskau weilende frühere Abgeordnete. Jollos telephonisch um zivei Kompagnien verstärkt worden. Heute hat die Kanonade bei der Redaktion anfragte, was mit Herzenstein passiert sei; in aufgehört. Heute früh drangen in die Bureaus des Hafens von Moskau sei das Gerücht verbreitet, daß er ermordet sei. Statuden mehrere Dußend Privatpersonen ein, die durch Matrosen her in der Duma des öfteren geredet, so besonders zur Agrar Herzenstein gehörte dem linken Flügel der Kadettenpartei an und hat auch ein Aufruhr unter der Flottenmannschaft. Eilig herbei- frage, in der er schärfere Maßregeln als die Mehrheit feiner Partei geholte Truppen isolierten das von den Menterern besetzte forderte. Ueber die Gründe des Mordes und über die Person des Fort Statuden von der Stadt. Die Gebäude, in denen sich oder der Täter verlautet nichts. Es wird allerdings angenommen, die Aufrührer verbarrikadierten, wurden von drei Kreuzern und daß ein politischer Mord vorliegt, dagegen fehlen bisher alle AnMaschinengewehren beschossen. Um 5 Uhr nachmittags drangen die gaben darüber, in welchem Lager man den Täter vermutet. Truppen in das Hafengebiet ein und entwaffneten die Insurgenten. In Helsingfors herrschte heute vormittag große Unruhe; sie legte sich dann etwas, aber in der Arbeiterbevölkerung hielt sie an. Arbeiter, die mit einem Zuge von Helsingfors gekommen waren, bemächtigten sich der Station Richimjati und erklärten, fie würden keinen Militärzug passieren lassen. mit Waffen versehen worden waren. Alsbald begann Aus derselben Quelle kommen die folgenden Meldungen: Helsingfors, 31. Juli, abends. Die Meuterei im Hafen ist unterdrückt. Statuben ist von Truppen besetzt. Der Stadtrat ermahnt in einer Bekanntmachung die Bevölkerung, sich ruhig zu verhalten und die Behörden bei ihren Bemühungen zu unterstützen, die Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Helsingfors, 1. August. In der Nähe der Bahnstation Nichimjaki ist eine Brücke gesprengt worden; quch hat die finnische Note Garde" die Gleise zwischen zwei weiteren Stationen zerstört. Die Ruhe auf Statuden ist wieder hergestellt.( Statuden ist ein Teil der Stadt in der Festung Sveaborg.) 110 Matrofen und 11 Privatpersonen sind entwaffnet worden. Das Eintreffen anderer Truppen wird erwartet. Sehr zeitgemäß" klingt angesichts dieser Meldungen die folgende: Stockholm, 1. August. Wie Svenska Telegrambyrn" aus Helsingfors gemeldet wird, hat der Bürgerstand des finnischen Landtages eine Resolution angenommen, nach der es unter den gegen wärtigen ernsten Verhältnissen jedem finnischen Bürger zur Pflicht gemacht wird, sich jeder ungefeßlichen Handlung zu enthalten sowie die Behörden bei Aufrechterhaltung und Wahrung der Ordnung zu unterstützen. Die übrigen Landtagsstände haben sich der Resolution angeschlossen. Die Einwohner von Statuben haben die Erlaubnis erhalten, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Die Schriftsezer haben beschlossen, heute abend in den Ausstand zu treten. Die rote Garde hat denn not irlich ganz anders gehandelt als die weisen Landtags- Abgeordneten dem finnischen Volle ansinnen. In Verbindung mit dem Sveaborger Aufruhr scheint auch die folgende Meldung aus Kronstadt zu stehen: Petersburg, 1. Auguft. Die Kronstadter Militärbehörden trafen Maßregeln, um zu verhüten, daß seitens der Revolutionäre ein Ueberfall auf die im Hafen liegenden Kriegsschiffe oder gar auf die Stadt selbst erfolgt. Während der ganzen Nacht waren elektrische Scheinwerfer tätig. An die Führer der Armee ist ein revolutionärer Aufruf erlassen worden. Ein Dumamitglied verhaftet. Petersburg, 1. Auguft.( W. T. B.)( Von einem besonderen Korrespondenten.) Der frühere Abgeordnete Golomto, welcher bei Schließung der Zeitung Myst" als Redakteur derselben nicht verhaftet werden konnte, ist bei seiner Rückkehr von Sudscha festgenommen worden. Ein erfreuliches Dementi. Die„ Ruff. Korrespondenz" erfährt aus guter Quelle, daß die Nachrichten über die Verhaftung des örtlichen und des rovinatomitees der Sozialrevolutionäre in Moskau durchaus falsch sind. Es find mehrere Personen berhaftet, die gar nicht zur Partei gehören. Aus dem Reiche der baltischen Junker. Es wird uns aus Riga geschrieben: Die Reaktion feiert wieder einmal Orgien. Obgleich die hiesigen Junter die quantitative Voltsvertretung" gewöhnlich von oben herab behandelt hatten, so waren ihnen doch die Reden einzelner Dumamitglieder nichts weniger als erwünscht. Hatten es doch diese Herren Aladjin und Kompagnie gewagt, von Zwangeenteignung des Bodens, von den Straferpeditionen und sogar von Ungefeßlichkeiten der baltischen Kriegsgerichte zu sprechen! Der tapfere deutsche Vorfämpfer für die Todesstrafe v. Stramer aus Riga versuchte zwar die von bäuerlicher Seite beschmutzten Barone im Reichsrate reinzuwaschen, machte es aber in so ungeschickter Weise, daß sich sogar nachher einige Junker gezwungen sahen, öffentlich gegen die Rede des Herrn v. Stramer zu protestieren. Durch die Auflösung der Duma sind jetzt die fleinen Zwistigkeiten beseitigt und man kann getrost wieder neue Treibjagden auf die" Revolutionäre" beranstalten, denn für dieses Bild ist feine Schonzeit im junkerlichen Forstkalender vermerkt. " Die Kassationsklagen kommen in allerletzter Zeit wieder unberücksichtigt" aus Petersburg zurück und der kurländische Oberhenker b. Böckmann hat sich gezwungen gesehen" noch ein neues Kriegsgericht in der Stadt Tudum einzusehen, dem die Untersuchung des vorjährigen bewaffneten Aufstandes übertragen worden ist. Auf Wunsch der Düna- 3tg." ist der alte Haudegen" General Solonina mit flingendem Spiel" in Windau eingezogen und soll die Wälder der Umgegend auf Revolutionäre untersuchen. Riga hat nach dem Dumaschluß eine neue Militärverstärkung- 72 Waggons Tonscher Stojaken erhalten, da man größere Arbeiterunruhen be fürchtete. Alle Stationen und Eisenbahnbrücken sind wieder wie im Dezember von Soldaten besetzt und wie wir aus sicherer Quelle er fahren, auch die Expedition und Redaktion der Düna- Zeitung". Seit Stolypins Programm. dem 23. Juli herrscht nämlich in Riga ein allgemeiner BuchdruckerNach dem„ Russischen Kurier" hat der Ministerpräsident dem streit, und die deutschen Blätter, die noch vor einigen Tagen einen Aufruf an alle Volksgenossen" erließen und zum festeren ZuBaren am 31. Juli zu Peterhof folgende Bugeständnisse" ab- sammenschluß gegen Aufruhr und Umsturz aufforderten(" Düna genötigt: Die gesetzgeberische Tätigkeit der Reichsduma muß spätestens am Btg." Nr. 129), find jetzt fest entschlossen, mit allen Mitteln die 5. März 1907 beginnen, wünschenswert ist jedoch, daß dies früher Forderungen der meist deutschen Buchdrucker zu bekämpfen und eher Setzer aus Deutschland zu verschreiben, als geschehe. Die jetzigen Bestimmungen für die Reichsduma wie für den Buchdruckern für den Sommer die achtstündige Arbeitszeit zu den Reichsrat müssen sofort revidiert werden, und zwar unter bewilligen. Außer den Buchdruckerr befinden fich noch etwa 10 000 dem Gesichtspunkte, daß die Kompetenz der Reichsduma erweitert und die des Reichsrats eingeschränkt Fabrikarbeiter der Eisen- und Gummibranchen im Ausstande, und wird. Das Gerichtswesen muß auf der Basis der in Rußland be- seit gestern wird in den drei größten Rigaischen Brauereien gestreift. stehenden Friedensgerichtsbestimmungen reorganisiert werden. An Den Arbeitern der Kronsbranntweinniederlage ist ein Teil ihrer fiedelungsrayons für die Juden sind aufzuheben Forderungen von der Afziseverwaltung bewilligt worden. Die Nachrichten vom Lande lauten noch immer schlimm genug. und die Juden der Stammbebölterung gleich Die Willfür und Nachsucht der Ehrenpolizisten und Landwächter zustellen. Kriegszustand, berstärkter Schuß und fonstige Ausnahmebestimmungen müssen auf-( Straſchniki) fennt teine Grenzen. Gesucht werden in der„ Goubernements- 8tg." Personen, die schon längst erschossen worden sind. gehoben werden. Semstwowahlen sollen auf der Basis des Die Bauern jammern über die Lasten, die sie zu leisten haben: Fast Es muß eine allgemeinen Wahlrechts erfolgen. eine jede Gemeinde hat wöchentlich fünf Fuhren zum Bedürfnis Amnestie, wenn auch teine allgemeine, gewährt Leistungen auf dem Gute zu besorgen und vier bis fünf Menschen werden. Der Lösung der Agrarfrage wird das Projekt Kutlers zu der Dragoner" zu stellen, mehrere Personen haben unentgeltliche grunde gelegt. Sofort sind neue Gesezesbestimmungen betreffend müssen fortwährend das Gemeindehaus bewachen! Wie lange soll die Streifs, die Presse usw. auszuarbeiten. Die Presse darf das noch so fortdauern?! Mögen sich doch die Herren Barone nicht nur gerichtlich verfolgt werden. Nach einer anderen Meldung, einer Depesche des Bureau dem Wahne hingeben, daß die Kriegsscharen in den baltischen ProHerold" soll das Programm des Ministeriums sogar die Aufbinzen bleiben und mit ihren Bajonetten sie so lange schüßen werden, bis die Bauern die an ihnen berübten tierischen Ungerechtigkeiten hebung der Todesstrafe in turzer Zeit vorsehen! Wie lange Herr Stolypin auf Grund dieses Programms- wenn bergessen haben werden! So etwas vergißt man in einem Jahres wirklich seines ist- arbeiten und wieviel er davon verwirklichen zehnt nicht! darf, wird bald offenbar werden. Ein Kadettenorgan über die neue Aera". Aus Finnland. Helsingfors, 25. Juli.( Eig. Ber.) Sonntag, den 22. Juli, fand ein Volksfest der Roten Garde statt. Die„ Retsch", eines der Kadettenblätter, schrieb in ihrer legten Unter anderen Rednern traten auch die Dumaabgeordneten Nummer folgendes: Michailitschento und Gamartelli. der Schrift. Gestern, den 24. Juli, wurde aus Wiborg hierher tele phoniert, daß man dorthin rätselhaften Kanonendonner ver nahm, entweder aus Kronstadt oder von einem Lagerplatz. Das Bolf, namentlich die Rote Garde, ist sehr erregt. Es wurde von mehreren Rednern am Sonntag sehr richtig betont, daß die Freiheit des finnischen Volkes erst dann wirk lich gewährleistet ist, wenn auch das russische Volk, die Völker Unter den hiesigen Matrosen, wie auch unter den Soldaten anderer Waffengattungen gärt es. Sie halten häufig Versammlungen ab und nehmen an der Politik den lebhaftesten Anteil. Jeden Abend werden die Verkäufer St. Petersburger Zeitungen geradezu von Soldaten bestürmt. Sonntag, den 22. Juli, fuhren von hier zirka 300 Personen mit dem Dampfer Haawajaksa" nach Reval 412 Stunden Fahrt, um den estnischen Arbeitern in Reval einen Gegenbesuch abzustatten. Der Generalgouverneur von Estland hatte vor etwa zehn Tagen seine Einwilligung gegeben. Jetzt, wo das Schiff anlangte, ließ die Polizei Im Hafen niemanden landen. Das Schiff kehrte zurück! waren tausende von Arbeitern zum Empfang der finnischen Genossen anwesend. Bei der Abfahrt wurde beiderseits die anfernden Flottenmatrosen Anklang fand, so daß sie auf den Arbeitermarseillaise angeſtimmt, was auch bei den vor Reval Kriegsschiffen mit einstimmten. Die hiesigen Matrosen erzählen, daß fie neulich von Helsingfors mit ihren Torpedojägern usw. nach allen Richtungen zerstreut wurden. Einige Schiffe nahmen den Kurs nach Reval. Dort angekommen, wurden fie mit roten Fahnen von den dort ankernden Kriegsschiffen begrüßt, Sie fehrten eiligst zucüd. Politifche Uebersicht. Berlin, den 1. August Noch ein Kulturpionier auf der Anklagebank. Nach der„ D. Tagesztg." ist gegen den früheren Gouber. neur von Togo, Horn, eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet worden. Gegen ihn schwebte vor zwei Jahren ein gerichtliches Verfahren wegen Grausamkeit an einem Eingeborenen, das mit der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 900 M. endete und seine Stellung zur Disposition zur Folge hatte. Jetzt soll auf Grund des damals zutage ge förderten Materials eine Disziplinaruntersuchung gegen den ehe maligen Gouverneur angeordnet worden sein. Diese disziplinarische Untersuchung ist offendar nur die Folge Der Abg. einer Erörterung des Falles Horn im Reichstage. Ablaß führte damals aus: " Was diesen Fall des Gouverneurs horn anbetrifft, so ist er von allen den schauberhaften Fällen, die ich vorgetragen habe, der allerschlimmste. Ich habe Ihnen bereits geschildert, daß ein Eingeborener, der, wie der Geheime Legationsrat v. König erklärt hat, nicht vom Gouverneur, sondern vom Distriktschef zu 5 Jahren Serterhaft und zweimal fünfundzwanzig hieben berurteilt worden, nachher infolge der Mißhandlungen, die er erlitten hat, ge storben ist. Es ist in dem Falle, den mir in den wesentlichen Punkten Herr Geheimrat b. König als richtig bestätigt hat, nach der Büchtigung dieser Schwarze Bedu an einen Pfahl gebunden und 36 Stunden der glühenden Sonnenhise ausgesett worden, bis er verschmachtet war, und ich möchte in Ergänzung dessen, was ich damals vorgetragen habe, noch hinzufügen, daß der Gouverneur horn, als die Büchtigung vorgenommen wurde, hinter jedem dieser 25 Schläge den Bedu gefragt hat, ob er nun gestehen wolle, so daß es jetzt feine Strafe war, sondern eine Folter." Die Richtigkeit dieser Schilderung mußte damals, am 19. März dieses Jahres, in den wesentlichsten Teilen zugegeben werden. Er wähnenswert ist ferner, daß Horn zwar zu 900 Mark Geldstrafe wegen Fahrlässigkeit" verurteilt und zur Disposition gestellt worden ist, aber noch ein erhebliches Gehalt weiter bezieht. " Das Berliner Tagebl." gibt über die„ fahrlässige Sinmordung des unglücklichen Eingeborenen in seiner heutigen Abendnummer noch eine längere Darstellung, der wir folgende Stellen entnehmen: Im Jahre 1903 machte orn eine Dienstreise nach dem Innern, zunächst nach der Station Atalpame, welche von dem Stationsleiter Geo. A. Schmidt verwaltet wurde, dann weiter nach dem Bezirk Sokode- Bassari. Dort hat sich das traurige Vortommnis zugetragen, das ein Augenzeuge, der Materialienberwalter Bösch, der den Gouverneur als Expeditionsmeister auf der Reise begleitete, bei seiner Rüdkehr nach Lome, der Hauptstadt Togos, wie folgt geschildert hat: Der Bon des Herrn Pößsch, Zebu, hatte Gouvernementsgeider gestohlen, welche unter Pötzschs Bette in einem Kiitchen aufbewahrt wurden. Als er ins Gebet genommen wurde. gestand er den Diebstahl und gab auch den Ort an, an welchem er das Geld verstedt hatte. Dort wurde aber mur ein Teil der gestohlenen Summe gefunden, und auf erneutes Befragen gab Zedu an, daß er den Nest des Geldes an einem benachbarten Drt versteckt habe. Er wurde nun unter Leitung Pözichs von mehreren Soldaten unter fortwährenden Mißhandlungen nach dem angeblichen Versted geleitet, es wurde aber dort nichts gefunden, und auch andere Angaben des gedu über den Verbleib des Geldes erwiesen fich als falfch. Schließlich diftierte der damalige Bezirksleiter von Sokode- Bassari, Hauptmann b. Döring, dem Zedu neben einer Gefängnisstrafe( von 5 Jahren!) 25 Peitschenhiebe zu. Bei der Exekution war Gouverneur Horn anwesend. Nach jedem Siebe, den ein Soldat mit voller Bucht auf den Körper des Zedu herabfaufen ließ, fragte Horn den Delinquenten, ob er jetzt gestehen wolle. Der Gouverneur machte sich also einer Handlung schuldig, die als Era pressung eines Geständnissea durch§ 343 des Straf Gesetzbuches mit Zuchthaus CtS z» filnf Jahren bedroht wird. Durch Verordnung des früheren Reichskanzlers, Fürsten Hohenlohe, ist übrigens die Auwendung von Zwangsmitteln zur Erzieluug von Geständnissen auch Eingeborenen gegenüber ausdrücklich verboten worden. Da die Folterung des Zedu nichts fruchtete, ließ Horn den Unglücklichen an den im Stationshofe auf einem erhöhten Platze errichteten Flaggenmast binden. Die Hitze war an jenem Tage so gräßlich, daß ein zum Expeditionspersonal Horns gehöriger farbiger Dolmetscher, der kurze Zeit neben Zedus Marterpfahl gestanden hatte, ohnmächtig zu Boden siel. Zedu blieb nun an dem Flaggenmast hängen, und Horn kam von Zeit zu Zeit herbei. um den nach Wasser wimmernden Menschen zu fragen, ob er endlich gestehen wolle. Dabei ahmte er höhnisch das Winseln des Gefolterten nach. Zedu blieb den ganzen Tag und die ganze Nacht an dem Marterpfahl, unablässig nach Wasser wimmernd. Aber Horn hatte seinen schwarzen Soldaten in Zedus Nähe postiert, der den Auf- trag hatte, zu hindern, daß dem Unseligen ein Labctrunk gereicht werde. Ani nächsten Morgen reiste Horn ab, ohne sich um das Schicksal des immer noch am Flaggenmast Hängenden zu kümmern. Er begab sich nach dem Nachbarbezirk Mangu-Jendi, und Hauptmann v. Döring gab ihm eine Strecke Weges das Geleite. Als er zurückkehrte, mar Zcdn seinen Qualen erlege». Inzwischen waren aber bereits Anzeigen gegen Hom er- stattet worden, und von dein Gericht in Lome wurde nach Bcendi- gung der Voruntersuchung ein Termin zur Hauptverhandlung gegen Horn angesetzt. Als Leiter der Hanptverhandlung fungierte ein G er ich ls assess or. und als Staatsanwalt trat der— Gerichtsaktuar Mohr aus Berlin auf. Der Herr Aktuar beantragte ein halbes Jahr Gefängnis gegen den Herrn Gouverneur. Dieser wurde jedoch„wegen Mangels an Beweisen" freigesprochen. Horn aber strebte eine glatte Freisprechung wegen erwiesener Schuldlosigkeit an und legte Berufung beim Kameruner Obergericht ein. Der Herr Aktuar als Staats- anwalt tat desgleichen, und das Endtz vom Liede war. dast Horn in Kamerun wegen fahrlässiger Tötung zu S00 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Man sieht, der Fall Horn schließt sich würdig den Fällen Peters, Leist, Wchlan, Schröder und Konsorten an!— Fürst Bülow Mitschuldiger der Kolonialkorruption? Ueberaus schwere Anklagen richtet das„Berliner Tageblatt" gegen den deutschen Reichskanzler. Im Anschluß an die oben skizzierte Skandalaffärc Horn richtet es folgende Anfragen an den Fürsten Bülow: „Es wäre nicht unmöglich, dast bei dem Fall Horn, ebenso wie es bei den anderen Fällen geschehen ist, seitens der Kolonial- Verwaltung behauptet wird, mau habe die Untersuchung dieser Fälle sofort eingeleitet, sobald man von den Anklagen gegen die betreffenden Beamten Kenntnis erhalten hatte. Nun befinden sich aber in unseren Händen Attciistiilkc, die das Gegenteil beweisen können. Wir möchten au den Herrn Reichs- kanzler die Frage richten, warum erst jetzt das Disziplinarverfahren gegen den Gouverneur v. Pnttkamer und gegen den Gouverneur Horn eingeleitet wird, obgleich dieselben schweren Anklagen, die diesen Verfahren zugrunde liegen, schon in einem Schreiben des Geheimen Sckretariatsnssistcutcn Pöplau vom aus- «artigen Amt an den damaligen Grafen v. Bülolo unter dem 22. Novcmbk' 1904 in aller Ausführlichkeit erhoben und sub- ftautiiert worden sind? Aus Anlast der Ermordung des Haupt- manns Gaston Thierry vom Gouvernement Kamerun am 16. September jenes Jahres wurden in dem Pöplauschen Schreiben nicht nur dem Getöteten die f n r ch t e r- lichsten Grausamkeiten gegen Eingeborene zum Vorwurf gemacht und Thierry auch der Vielweiberei und zahlreichen Tötungen von Eingeborenen beschuldigt, es wurden ähnliche verbrecherische Handlungen auch dem Gouver- neur Horn, den Hauptleuten v. Besser, Wegener und Kannenberg, dem Prinzen Arenberg und dem Landes- Hauptmann Brandeis zum Vorwurf gemacht. Schon vor jetzt fast zwei Jahren wurde in jenem Schreiben dem Reichskanzler der Fall der«Frau v. E ck a r d t st e i n" unterbreitet und der Gouverneur v. Puttkamer der vorsätzlichen Urkundenfälschung beschuldigt. Es wurde zu gleicher Zeit an das Zeugnis des früheren Dienstvorgesetzten v. Puttkamers, des nachmaligen wiirttembergischen Ministers v. Soden, erinnert, Herr v. Puttkamer hätte sich„schon längst den Hals gebrochen, wenn er nicht eben Herr v. Puttkamer und Ministcrsohn" wäre. Herr v. Puttkamer wurde der wüsteten Spielwut geziehen. Es wurde weiter schon damals behauptet, dast er seine eigenen Plantagen von Arbeitern der Re- gierung und auf Kosten der Regierung beWirt- schaften lasse uswu Schon unter dem 22. November 1904 wurde der Reichskanzler auf die ungesetzliche Pensionierung des dienstentlasseneu Haupt- manns Kannenberg aufnierksam gemacht, schon damals wurde dem Reichskanzler die Darstellung des Falles Horn gegeben, die wir weiter oben umrissen haben. Es wurde dem Reichskanzler angezeigt, dast der Stationsleiter Schmidt vor Ge- r i ch t wegen einer ihm ungünstigen Zeugenaussage des Gouverneurs Horn gegen diesen seinen Dienstvorgesetzten einen tätlichen Angriff versuchte und dem Gouverneur zurief: «Das Aas kriegt eine Kugel in den Balg", dast dieser Drohung entsprechend Schmidt den Gouverneur durch den Hauptmann v. Döring fordern lieh, und dast auf die Ablehnung dieser Forde- rung Hauptmann v. Döring den Gouverneur— wiederum der Untergebene seinen Vorgesetzten— mit der Drohung, de» Fall Zed» zur Anzeige zu bringen, zwang, sich schriftlich zum sofortigen V erlasse ir des Schutz- g e b i e t e s zu verpflichten. Bei seiner Abreise sei dann der kaiserlich deutsche Gouverneur auf Anstiften des Regierungs- arztes Dr. Külz von den Schwarzen verhöhnt und von diesen init dem Liebchen:„Must i denn, muß i denn" buchstäblich zum Tore hinausgepfiffcn worden. Warum ist auf dies« Anzeigen die ganze Zeit über nichts oder so gut wie nichts geschehen? Warum ist nicht gegen die Herren v. Pntt- kamer und Horn, nicht gegen die Herren Schmidt und v. Döring ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, wohl aber gegen den Sekretariatsassijtenten Pöplau wegen„böswilliger oder leicht- fertiger Beschuldigungen gegen Beamte im Geschäftsbereich der Kolonialabteilung"? Das Verfahren gegen Pöplau hat bekannt- lich mit seiner Dienstentlassung geendet, erst jetzt aber be- ginnt das Verfahren gegen Puttkanier und Horn, und über all die anderen, doch höchst befremdlichen Vorgänge scheint GraS gewachsen zu sein und noch immer höher wachsen zu sollen." Wir sind gespannt darauf, was die offiziöse„Norddeutsche Allg. Ztg." auf diese Anfragen antworten wird! Um eine Anttvort wird die Regierung diesmal schwerlich herumkommen, denn der Stein scheint jetzt unaufhaltsam ins Rollen gekommen zu sein. Wenn auch Fürst Bulow die Anklagen der Presse ignorieren sollte, so wird er im Reichstag zur Antwort gezwungen werden. Nunmehr wird ja auch Herr Erzberger Gelegenheit finden, selbst dann mit seinem Material„auszupacken", wenn man ihm, wie nicht unwahrscheinlich, aus gebotener Vorsicht nicht die Gelegenheit zu einer Zeugenaussage geben sollte! Herr Erzberger wird jetzt reden niiijstn, auch wenn ihm die Herren Roeren, Gröber und die übrigen Zentrumsdiplomatcn, die ihm aus Rücksicht auf den ihnen ansHerz gewachsenen Reichskanzler einen Maulkorb anzulegen für geboten hielten, noch so eifrig zu- setzen sollten! Freilich, auch wenn sich die„große Reinigung" selbst i)is auf den höchsten Reichsbeamten erstrecken sollte— an dem völlig korrupten Kolonialsystem wird dadurch nichts geändert werden!— «.» Oeutlckes Reich. Das ganze System ist korrupt! Zu dieser Auffassung der nachgerade zum Himmel stinkenden Kolonialskandale gelangt jetzt auch die„Germania", das führende Zentrumsblatt. ES schreibt in seiner neuesten Nummer: „Wenn der verhaftete Major Fischer wirklich Gelder von der Firma v. Tippelskirch angenommen haben sollte, die in solchem Falle selbstverständlich als Darlehen qualifiziert werden, so müßten ihm wohl mildernde Umstände zugebilligt werden, weil das System, welches in der Kolonialverwaltung herrscht, gewissermaßen zu solchen Begünstigungen hindrängt. Die Hunderte von Millionen, tvelche die Kolonialwirtschast seit sechs Jahren verschlungen hat, sind zum große» Teil auf Grund von Monopolverträgen für Lieferungen ausgegeben worden, bei denen einige wenige Unternehmer ungeheure Summen verdient haben und dadurch leicht in die Lage kamen, Begünstigungen jeder Art zu gelvähren; es wäre gewist kein Wunder, wenn einzelne Personen, die geschäftlich mit diesen privilegierten Lieferanten zu tun hatten, der Versuchung unterlagen. Weshalb jetzt aber nur gegen untergeordnete Beamte vorgegangen wird und nicht gegen die verantwortlichen Chefs der betreffenden Verwaltungen, die diese Verhältnisse doch hätten kennen müssen, ist uns nicht recht verständlich. Wir halten es für unmöglich, daß die Kolonialangelegenheit in der Weise aus- gehen wird, dast einige untergeordnete Schreiber bestraft werden, weil sie die nach ihrer Ansicht herrschende Korruption nicht mehr länger mit ansehen konnten, ohne ihrem Herzen Luft zu zu machen, wir sind vielmehr überzeugt, dast diese Sache noch weite Kreise ziehen und die tvirklich Schtildigen anS Tageslicht bringen must, ehe das Vertrauen zurückkehren kann. Wir sind auch überzeugt, dast die Vernehmung von einzelnen Abgeordneten als Zeugen dahin führen wird, dast noch ganz andere Personen in die Untersuchung ein- bezogen werden und dann auch andere Abgeordnete sich melden Iverden, um über mancherlei Dinge Aufschluß zu geben, die man bisher im Interesse des deutschen Ansehens nicht an die Oeffent- lichkeit bringen wollte." Wir werden ja sehen, ob das Zentruni wirklich Energie genug besitzt, einen Bruch mit dem ganzen„System" nicht nur zu fordern— das wäre sehr wohlfeil!—, sondern auch dnrchznsetzcn. Auch wäre es sehr hübsch, wenn die„Germania" verraten wollte, auf wen sie mit den Worten„noch ganz andere Personen" hinzielt. Die Angriffe des„Berliner Tageblatts" werden ihr ja vielleicht diese Indiskretion erleichtern I— Ein Ncrvenchoc infolge TiPpelSkircherei. Oberst O b n c s o r g. der Stabschef beim Oberkommando der Schutztruppe», der in die Affäre Tippelskirch-Fi scher insofern verwickelt sein soll, als ihm mangelhafte Kontrolle seines Unter- gebenen zum Vorwurf gemacht wird, hat, wie bürgerliche Blättter be- haupten, ein Sanatorium aufgesucht. Der Kaiser soll über Oberst Ohnesorg einen besonderen Bericht eingefordert haben.— Auch ein Beitrag zur„großen Reinigung". ES ist höchst bezeichnend für die„große Reinigung", die nach den Versicherungen unserer liberalen Presse zurzeit in unserem kolonialen Augiasstall im Gange sein soll, dast gerade in diesem Augenblick wieder konservative, freikonservative und nationalliberale Politiker ernstlich an der Arbeit sind, einen Menschen wie den berüchtigten Hänge-Peters zu rehabilitieren, um ihn wiederum in ein Kolonialamt hineinzulancieren. Nach der Anficht und Absicht dieser einflußreichen Kreise soll die Ausmistung also darin bestehen, daß die Fischer und Puttkanier aus ihren Posten hinausgeworfen werden, um— einem Hänge-Peters Platz zu machen! Jeder einsichtige Mensch wuhte freilich auch ohnehin, dast die Preisgabe etlicher Sündenböcke an dem kolonialen System absolut nichts ändern würde. Im Gegenteil: das eifrige Fahnden auf die vernieintlichen E n t h ü l l e r der kolo- nialen Schurkereien bewies ja schon zur Genüge, dast es der Re- gierung nicht um die Trockenlegung des Kolonialmorastes zu tun war, sondern nur darum, künftig nach Möglichkeit ein Aufrühren dieses Morastes zu verhüten! Wie sehr dem Hänge-PeterS durch die Protektion jener„Ord- nungs"-Politiker der Kamm geschwollen ist, beweist nicht nur seine freche Anzapfung Bebels, sondern auch eine in der neuesten Nummer der Kronsbeinschen Kloake veröffentlichte Drohnug gegenüber der „Köln. Zeitung." Weil dies Blatt seinerzeit behauptet hatte, es be- finde sich bei den PeterS-Akten ein Brief des Peters an den Bischof Woodwood auS Manila, der einen ganz ähnlichen Inhalt habe wie der nichtexistierende sogenannte„Tnckerbrief", erklärt jetzt Hänge- Peters, dast er durch seinen Vertreter, den Rechtsanwalt© c|I I o, gegen die„Kölnische Zeitung" die Beleidigungsklage habe erheben lassen. Aber mehr noch: Wenn er, Hänge-Peters, in einigen Monaten zu längerem Aufenthalt nach Deutschland zurück- kehren werde, werde er nicht nur mit den Hintermännern der„Köl- nischen Zeitung", sondern auch mit„dem alten ergrauten Gewohn- heitserzähler Bebel"— mit jedem nach seiner Weise— ab- rechnen. Offenbar redet aus dem Hänge-PeterS nicht etwa ein Anfall von Tropenkoller, sondern daS erhebende Bewußtsein, einflußreiche Kreise hinter sich zu habe» und das als zeitgemäß empfundene Be- dürfnis, sich in gewissen Kreisen als kommender Mann in empfehlende Erinnerung zu bringen. Nun, wenn es dem Hänge-Peters nach einer neuen moralischen Stäupung gelüstet, mag er nur zum Kadi laufen. Ein neuer Peters-Prozeß kann zlvar den Ruf des Hänge-PeterS nicht mehr verschlechtern, Ivohl aber kann er seinen skrupellosen Protektoren recht unangenehm werden! Insofern kann er nur zur Bereicherung des Kapitels«Kolonialmoral" einen neuen, dankenswerten Bei- trag liefem!—_ Verkappte Genossen. Wilhelm ll. soll sich auf seiner jetzt beendeten Nordlandreise einer französischen Reisegesellschaft gegenüber sehr abfällig über die Presse geäußert haben. Sie sei an viel Schlechtem schuld. Namentlich besitze sie kein Verautwortlichkeitsgefühl. Ein junger Mann von 22 Jahren könne in dem größten, geachtetsten Blatte der Welt einen Artikel schreiben, der den stärksten Widerhall finden und den mächtigsten Eindruck auf die Zeitgenossen machen könne. In jedem anderen Berus(die erblichen ausgenommen. Red.) könnten nur Leute nach bestandenem Examen tätig sein, anders in der Presse, wo Lubefuate und Unbefähigte den größten Einfluß ausübten. Und diese Aeusterungen geben Blättern der Rechten wie der Linken Stoff zu den langatmigsten Betrachtungen I Feierlichst ver- wahrt man sich gegen den Vorwurf der Jugendlichkeit und Sach- Unkenntnis. In der deutschen Presse kämen nur Leute von ein- dringendster Sachkenntnis und ausgeprägtestem Verantwortlichkeits- gefühl zum Worte. Vollends lustig wird die Sache durch einen Artikel der„Hamb. Nachr.", der behauptet, Wilhelm II. habe in den Jahren 1833 und 93 Ermittelungen über journalistische Personalien anstellen lassen. Das Ergebnis habe höchlichst bestemdet: unwissende Schwätzer und skrupellose Sensationsjäger bekleideten einflußreichste RedaktiokV� Posten großer Blätter. Und noch mehr:„Da saßen in den Redaktionen demo« k r a t i s ch e r Blätter Leute, die für Geld ihre Ver» gangenheit und ihre ganz und gar nicht demo- kratischen Instinkte verleugneten, da fanden sich um- gekehrt in den Redaktionen rechts st ehender Blätter K r y P t o« sozialdemokraten in nicht unbeträchtlicher Zahl." Solche Behauptungen gehen denn doch der„Deutschen Tagesztg." wider den Strich. Feierlich erklärt sie, daß ihr davon, dast in den Redaktionen rechtsstehender Blätter geheime Sozialdemo- traten säßen, nichts bekannt sei. Das Hainburgische Bismarck« reptil sei ein„vornehmes und ernsthaftes Blatt", das jenen Artikel sicher nicht veröffentlicht haben würde, wenn sein Gewährsmann nicht„vollkommen einwandsfrei" gewesen sei. Ob aber dieser Gewährsmann seine Behauptung beweisen könne, erscheine doch sehr fraglich. Auch uns ist von sozialdemokratischen Redakteuren in rechts- stehenden Blättern nichts bekannt. Wir hielten bisher die Dumm- Helten und brutalen Schimpfereien dieser Presse für Llusflüsse natür- licher Begabung und ordnungsparteilicher Moral. Den zuweilen ja verführerisch naheliegenden Gedanken, daß diese Sorte Journalistik sozialdemokratischer Gesinnungstüchtigkeit entspränge und den be- wußten Zweck verfolge, die Ordnungsparteien und das Scharfmacher- gesindel zu diskreditieren, haben wir bisher immer als zu phantastisch zurückgewiesen. Aber die„Hamb. Nachr." mögen doch vielleicht nicht ganz unrecht haben. Wir werden deshalb die vermeintlichen„Post"- und anderen„Eseleien" künftig mit verständnisinniger Nachsicht beurteilen!— Der geärgerte Rcichsverband. Der Reichsverband schickt abermals Herrn H e l l m a n n mit einer langen Erklärung gegen die Sozialdemokratie vor. Nach dieser Erklärung hat sich H e l l m a n n zunächst an Bebel mit der Anfrage gewendet, ob es für die sozial- demokratische Partei, von Interesse sei, Material über den Reichsverband zu erhalten. Bebel habe diese Frage bejaht und ihn mit dem Bedeuten entlassen, daß er weitere Nachricht erhalten werde. Nach vierzehn Tagen habe ihn dann Fischer unter Bezugnahme auf die Unterredung mit Bebel zu sich beschieden und ihn mit dem Journalisten B a a k e bekannt gemacht, der sich für das Material interessiere. Auf Fischers Frage, ob er, Hellmann, eine Gegenlei st ung erwarte, habe er erklärt, Geld nicht zu beanspruchen, wohl aber rechne er auf Beschäftigung durch Uebertragung schrift- licher Arbeiten. Baake habe ihm solche Arbeiten auch in Aus- ficht gestellt und ihm eine Schreibmaschine dafür zum Privat- gebrauch überlassen. Das Material habe er dann an Baake geliefert. Später habe er mit Fischer die von diesem geschilderte Unterredung wegen seines ilnentschuldigten Fortbleibens vom Bureau des Reichsverbandes gehabt. Er habe dabei„das Gefühl gehabt", als ob es Fischer sehr darum zu tun gewesen sei, daß er, Hellmann, weiter beim Reichsverband verbleibe, „wenngleich er die Redensart dabei fallen ließ, er könne es mir allerdings nicht verdenken, wenn ich mich nach einer an- deren Beschäftigung umsehe." Seit Mitte Mai habe er nichts mehr an Baake geliefert, tveil er keine Gelegenheit mehr da- zu gehabt habe und ihm die ihm von Fischer und Baake zuteil gewordene Behandlung nicht zugesagt habe. Dies der wesentliche Inhalt der neuen Erklärung Hell- manns. Inwieweit die Erklärung richtig ist, vermögen wir zurzeit nicht zu kontrollieren, da weder Fischer, noch Baake,' noch Bebel augenblicklich in Berlin weilen. Aber auch die Darstellung Hellmanns selbst ergibt für diese Genossen nicht das mindeste Belastende. Sie bestätigt vielmehr Fischers Erklärung, daß keine Rede davon sein könne, daß Hellmann zu seinem Vertrauensbruch verführt worden sei. Er hat sich f r e i w i l l i g an die Genossen gewendet und für sein Material kein Geld erhalten, fondern nur einige er- betene Gefälligkeiten, die es ihm ermöglichten, sich später eine andere Stellung zu suchen. Es ist also lächerlich, von einer Gcnossen-„Moral" zu faseln. Die Sozialdemokratie hat nicht die mindeste Ur- fache, ihr freiwillig angebotenes politisches Material zurück- zuweisen, so wenig es ihr auch einfallen würde, gleich Re- gierungs- und Scharfmachcrorganen Mittel der Bestechung und Verführung und Erpressung in Anwendung zu bringen. Wenn die„Ndd. Allg. Ztg." und der Reichs- verband sich gleichwohl sittliche Entrüstung abquälen, � so gönnen wir ihnen von Herzen das mehr als kindliche Ver- gnügen!—_ Der neue Vertreter des alten FiskaliSmns. Eine Abordnung einer stattlichen Anzahl preußischer Großstadt« und Vorortgemeinden ist am Dienstag bei dem neuen Eisenbahn- minister Breitenbach wegen Schaffung von Vororttarisen nach Berliner Muster vorstellig geivorden. Sie erhielt von Breiteubach folgende echt fiskalisch motivierte Absage: Er müsse aus allgeineiueu und im besonderen auS wirtschaftlichen Gründen das Gesuch der Gemeinden zurückweisen. Aus a l l- gemein enGründeu.weil.der Vorortverkehr, wenn er seinen Zweck erreichen solle, nur mit besonderen Gleisen betrieben werden könne. Es sei aber kein Grund ersichtlich, die Allgemeinheit mit derartig kolossalen Anlagekosten zu belasten. AuS Wirt- s ch a f t l i ch e n Gründen sei der Antrag für ihn nicht diskutierbar, weil der Vorortverkehr für die Eisenbahn daS denkbar unrentabel st«Geschäft sei. Auch Berlin mache hiervon keine Ausnahme. Bei dein Berliner Vorort« verkehr lege die Verwaltung reichlich Geld zu. Gewiß wäre es in sozialer Beziehung wünschenswert, wenn die Großstädter in den Vororten bessere Wohnungsbedingungen fänden. Er verkenne daher nicht den sozialen Gesichtspunkt des Antrages, sei aber außerstande, irgendwelchen Hoffnungsschimmer zu erwecken. Müsse denn der Staat alles leisten? Wo bleibt der private Unternehmungsgeist? Möge dieser durch die Anlage von Straßenbahnen und sonstigen Kleinbahuen die gewünschten Verkehrsbedingungen herbeiführen. Das einzige, was er, der Minister, versprechen könne, sei die ge« legentliche Einlage dieses oder jenes Eisenbahnzuges bei em- tretendem Bedürfnis. Jede Tarif Herabsetzung im Vor- ortverkehr lehne er jedoch zurzeit glatt ab. Das preußische Eisenbahnwesen, das sich mit K Prozent verzinst, ist bekanntlich für das preußische Finanzwesen die milchende Kuh. Und Herr Breitenbach hat nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß die schnöde P l u s m a ch e r e i auch künftig daS A und O der preußischen Eisenbahnpolitik bleiben wird, ohne Rück« ficht auf die sozialen Bedürfnisse der Großstadt« entwickelun gl—_ Die polnische»„Kaninchen". Die»Berliner Neueste Nachrichten" bezeichnen das Vor« dringen deS Polentums in Ostpreusten als„nach« gerade beängstigend". In den letzten beiden Jahren habe sich die Kauflust des Polentums in beträchtlich größerem Um- fange als früher den südlichen Kreisen der Provinz Ost- preußen zugewendet. Namentlich mache sich jetzt in den Kreisen Osterode und Neidenburg eine ganz erhebliche Rachfrage nach Gütern jeder Gröhe von polnischer Seite be« merkbar. Daß lediglich landwirtschaftliche Interessen für dieses Vor- gehen mastgebend sein könnten, sei umsoweniger anzunehmen, als auch Güter mit zum Teil recht minderwertigem Boben angekauft werden. Afrika. Zur Aussperrung im Lithographiegewerbe. Es wird eben um jedes seitens der Vereinigten Staaten hat hier große Ueberraschung her- 1 sich bietende Kaufobjekt gehandelt und erforder- vorgerufen. Die Vereinigten Staaten haben zwar im Gesandt- Zur Beratung über den Beschluß des Ausschusses vom Schutz lichenfalls dem deutschen Verkäufer ein erheblicher schaftsviertel eine sehr schwierige Stellung zu verteidigen und dort verbande deutscher Steindruckereibesizer, eine Regelung lokaler Judaslohn augebilligt. Die entsittlichende Folge dieses Ver- nur eine sehr fleine Wache, aber die gegenwärtige Lage bietet feinen Forderungen erst dann vorzunehmen, wenn auf Grund der zentralen fahrens ist nun, daß gerade auch so mancher fleinbäuerliche Befizer, Grund zur Unruhe. Dagegen wird die Verstärkung der Wache bei" Bugeständnisse" der letzten Verhandlungen die Arbeit in allen der früher voll Heimatliebe an seiner Scholle hing, von Geldgier den Chinesen Anstoß erregen. Der amerikanische Gesandte Rockhill Streit- und Aussperrorten wieder aufgenommen sei, tagte am geblendet seinen altangestammten Besitz für einen möglichst hat sich in seinen Telegrammen nach Washington der Maßnahme ent- Montag eine Konferenz von Vertretern der Gehülfen aller im hohen Kaufpreis an den polnischen Mann zu bringen suche. schieden widersetzt.Kampf stehenden Städte. Nach den Situationsberichten, die era So gehe manches Gütchen in polnischen Besitz stattet wurden, herrscht in der gesamten Gehülfenschaft die größte über, and in einzelnen Gemeindeversammlungen führe schon der Erbitterung wegen der brüsten, ablehnenden Haltung der Unters Pole das große Wort. Aber nicht der tleine nehmer. Allerorts ist man fest entschlossen, den Kampf mit voller Befizer erliege der Versuchung, leider bröckele auch von dem Groß- Aus Brüssel wird vom 1. August gemeldet: Neisende, die mit Energie weiter zu führen, da man weiß, daß an eine Bewilligung dem gestern eingetroffenen Dampfer Philippeville" aus dem örtlicher Forderungen und Beseitigung lokaler Uebelstände nicht ges grundbesiß, der gerade in Ostpreußen" ſtets ein Sort patrioti Songoftaat zurückgekehrt sind, berichten, daß drei Stämme am oberen dacht wird, sobald erst die Arbeit wieder aufgenommen ist, obgleich scher Gesinnung" gewesen sei, so manches Stückchen a b. So erleidet die preußische Siedelungspolitik allenthalben schmäh- Jturi revoltieren. Militärische Expeditionen von 400 und 150 Mann der Schußverband vorgibt, rüdständige Arbeitsverhältnisse nicht lichsten Schiffbruch. Die polnischen„ Kaninchen" werden trotz der sind gegen die Aufständischen ausgeschickt. Aus dem Gebiete der schüßen zu wollen. Wäre es ihm damit ernst gewesen, dann hätte er verschleuderten Hunderte von Millionen immer zahlreicher. Freilich. Aloir- Gesellschaft ausgewanderte Eingeborene haben eine Faktorei den Kampf in Breslau und Chemnitz, wo die denkbar schlechtesten so mancher verschuldete Junker ist durch die Bolenpolitit am oberen Jtelemha am Aequator angegriffen, wurden aber zurückwieder flott gemacht worden! geschlagen. Auch am oberen Ngunie fam es zur Empörung, ein Berwaltungsbeamter und ein Agent wurden erschlagen. Und dafür ist kein Opfer zu groß! Aufstände im Kongostaat. Amerika. Bu Lehn- und Arbeitsverhältnisse bestehen, nicht mit der Aussperrung beantworten dürfen, sondern er hätte sich für diesen Kampf gegen die Schmutzkonkurrenz, unter der Prinzipale und Gehülfen in gleicher Weise leiden, noch bedanken sollen. Die zentralen geständnisse" sind außerdem nach einer Aufstellung über die Zahl derer, die Vorteile davon haben würden, derart minimal und un genügend, daß es fast wie eine Verhöhnung klingt, sich mit ihnen zu bescheiden. Die Gehülfenschaft ist daher zur Weiterführung des feste Wille fand auch in der Konferenz der Delegierten beredten Ausdruck. Folgender Antrag fand einstimmige Annahme: Wegen Majestätsbeleidigung und einige Ordnungsdelikte wurde dieser Tage der Arbeiter Gottfried Heide aus Katharinenwirth vom Der reuige Fleischtrust. Aus Washington meldet Laffan" Landgericht in Weimar abgeurteilt. Der Angeklagte soll sich vom 31. Juli: dieser Delikte im Reichenbergschen Gasthofe zu Allstedt schuldig geDer Landwirtschaftssekretär ist aus Chicago zurüdgekehrt, wo macht haben. Vor Gericht behauptete er, finnlos betrunken er die Einführung der neuen Aufsichtsvorschriften für Stampfes unter allen Umständen einmütig entschlossen, und dieser und unzurechnungsfähig gewesen zu sein. Wegen Beleidi- Schlachthäuser geleitet hat. Er sagte, die neuen Vorschriften gung und Gewalttätigkeit vorbestraft, wurde er wegen Bedrohung feien von den Fleischpadern günstig aufgenommen worden, da diese des Gastwirts, Beleidigung des Kaiserpaares, Hausfriedensbruchs erkennen, daß nur durch die schärfsten Maßnahmen das amerikanische und nächtlichen Lärmens, unter Zubilligung mildernder Umstände Fleisch seinen früheren Ruf im In- und Ausland wieder erlangen und mit Rücksicht auf seinen Trunkenheitszustand, der aber nicht so hochgradig gewesen, um die Zurechnungsfähigkeit völlig in Frage stellen und ausschalten zu können, zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten und einer Woche Gefängnis und drei Tagen Haft verarteilt.Ausland. Frankreich. Eine Konzession an die Arbeiter. Aus Paris wird vom 31. Juli gemeldet: Nach Anhörung der Minister Clemenceau und Poincaré hat die Budgetlommission den Beschluß gefaßt, in das Budget des Ministeriums des Innern für 1907 diejenigen Kredite aufzunehmen, die notwendig sind, um die vollständige Durchführung des Altersversorgungsgesezes zu ermöglichen. England. Die Verfassung für Transvaal. neuen Verfassung von Transvaal mitteilte. verhindere. !) fönne. Gewerkschaftliches. Wie man Terrorist" werden kann. Die christlichen und Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaftsblätter haben immer gern mit ins Horn gestoßen, wenn die werkschaften ausgeübten Terrorismusfälle nach stärkerem beScharfmacherpresse wegen der angeblich von den freien Gehördlichem Schutz und Eingreifen der Gesetzgebungsmaschine gegen die Arbeiterschaft schrie. Jezt können sie am eigenen Leibe erfahren, wie der oft berlangte Unternehmerschutz wirkt. Bei dem Abfangen von Streifbrechern sollen sich nämlich die in der chemischen Fabrik von Honigmann in Würselen ( Bezirk Aachen) streifenden christlichen" Gemertich a ftler des„ Landfriedensbruchs" schuldig gemacht haben. Bis Montag wurden vier Arbeiter verhaftet, dar unter der Vorsigende des christlichen Metallarbeiter verbandes, Wilhelm Schümmer, den früh um 5 Uhr zwei! Gendarmen und ein Polizist aus dem Bett heraus verhafteten, um ihn zunächst ins Polizeigewahrsam und dann zur Untersuchungshaft nach Aachen zu bringen. „ Die heutige Konferenz nimmt Kenntnis von der Korrespone denz des Hauptvorstandes des Deutschen Senefelderbundes und des Schußverbandes der deutschen Steindruckereibefizer, sowie daß der Schußverband nicht darauf eingegangen ist, daß Verhand lungen mit allen Streit- und Aussperrorten stattfinden sollen. Die Konferenzteilnehmer, und zwar nur die Vertreter der einzelnen Streit- und Aussperrorte, beschließen deshalb, daß sie daher nicht in der Lage sind, den Kampf unter den jezigen Ver hältnissen abzubrechen. Sie erwarten nach wie vor vom Schutzberbande, wenn es ihm ernst ist mit der Beilegung der gegenwärtigen Differenzen, daß er bezüglich aller gestellten Forde rungen auf die Verhandlungen in allen Streit- und Aussperrorten hinwirkt, die nur allein geeignet erscheinen, den Frieden in unserem Gewerbe wieder herbeizuführen." In bezug auf die Beschaffung der Mittel zum weiteren Kampf fonnte festgestellt werden, daß diese dank der Solidarität der ge samten Arbeiterschaft, die die Kämpfenden auch für die Zukunft bestimmt erwarten, für eine Reihe weiterer Wochen bereits gesichert sind. Achtung! Metallarbeiter! Bei der Firma Horch Motorwagen. werke in 3 widau i. S. find sämtliche Dreher in den Ausstand getreten. Die Metallarbeiter allerwärts werden ersucht, den Zuzug nach Zwickau unter allen Umständen fern zu halten. Husland. Aus London wird vom 31. Juli gemeldet, daß in der Sigung des Unterhauses der Unterstaatssekretär Churchill den Plan der Die Regierung beabsichtige, in Transvaal eine aus 69 Mitgliedern zusammengesezte gefeßgebende Versammlung einzuführen. 34 Vertreter sollen auf den Rand, 6 auf Pretoria, 29 auf das Aus der niederländischen Gewerkschaftsbewegung. übrige Land entfallen. Ferner solle eine zweite Stammer geschaffen Am Sonntag fanden in Rotterdam und in Zaandam große werden, die sich aus 15 ernannten Mitgliedern zusammenseßen solle. Demonstrationen für die moderne Gewerkschaftsbewegung statt, die Die Engländer in Transvaal könnten sich durch Ausübung der von den örtlichen Vorständebünden( Kartellen) veranstaltet waren. Wahl eine Mehrheit sichern. Die neue Verfassung würde eine BeDer Aachener Volksfreund", ein Zentrumsblatt,& nahmen daran nicht nur die geverfschaftlichen Organisationen stimmung enthalten, die die Arbeit von ſlavenartigem Charakter berichtete einige Tage vor den Verhaftungen: Die Bewegung der beiden Städte teil, auch die sozialdemokratischen Parteiorganieinstimmung mit dem liberalen Wahlprogramm verboten wäre bei der Firma M. Honigmann wächst von einem wirtschaft- fationen waren vertreten und ebenso die politischen und gewerkNach Ablauf der ersten Parlamentsfeffion würden auch die Mit lichen Kampfe mehr und mehr zu einem erbitterten lassen- schaftlichen Organisationen aus anderen mehr oder minder nahe So nahmen unter anderen die glieder der Zweiten Kammer aus Wahlen hervorgehen, die Barla tampfe aus... Erst kam die schroffe Haltung von seiten liegenden Städten und Orten. mentsmitglieder würden Gehalt beziehen und nur die Männer der Firma gegenüber der Arbeiterschaft, indem man diese anstaltung in Zaandam teil. Hier waren nicht weniger als 35 ver. Amsterdamer Gewerkschafts- und Parteigenossen an der VerStimmrecht haben. nicht mal mehr einer Antwort würdigte, ob- berIn der Debatte zeigte fich u. a., daß in England der deutschen wohl alle Schreiben an die Firma in einem ausgesucht schiedene Organisationen vertreten, und der Demonstrationszug, der veranstaltet wurde, zählte 1500 Teilnehmer. In Rotterdam Dann kam das Genwaren aus dieser Stadt selbst 55 gewerkschaftliche und politische Der Konservative Sir Alfred Lyttelton sprach nämlich gegen darmerie aufgebot, das der ganzen Bewegung fünft- Arbeiterorganisationen vertreten, und aus anderen Städten und die Vorlage. Nicht bloß, weil er eine Burenmehrheit bei den Wahlen lich den Charakter einer halben Revolution aufdrückte, und Crien 40. Auf dem Versammlungsplatz waren 5000 Personen an fürchte, sondern er wies auf den Umstand hin, daß fich im Dann kam das über- resend und der Demonstrationszug zählte noch einige Tausend TeilDamaralande( Deutsch- Südnestafrita) 15 000 Mann das erst die Leute auf die Straße zog. deutscher Truppen nebst einer beträchtlichen Anzahl von Buren- schneidige Auftreten einiger dieser Herren Gendarmen. Einer nehmer mehr. Die Temonstrationen zeugten von dem großen Auffreiwilligen befänden. Er kam dann auf die im Mai dieses faßte den Vorsitzenden des christlichen Verbandes, Schümmer, schwung, der in der niederländischen Gewerkschaftsbewegung zu vers Jahres im deutschen Reichstage erfolgte Ablehnung des an die Brust, als er zu den angekommenen Holländern( ArEisenbahnbaues und auf das Anerbieten der deutschen Regierung beitswilligen) sprechen wollte. Andere ritten zweimal ins zu sprechen, im Falle des Baues der Bahn 5000 Mann zurückzu Volf, als dieses sich um die am Montag eintreffenden Itaziehen, und führte darauf aus, die Anhänger der Friedens- und liener drängte. Die vergangene Nacht wurde dann der Sparsamkeitspartei in Deutschland hätten hervorgehoben, daß jener Vorschlag der deutschen Regierung besage, daß 5000' Mann Revolver in diesem wirtschaftlichen Kampfe in Gebrauch mehr an Truppen in Damaraland ständen, als zur Bekämpfung gebracht; der Bauunternehmer ürfen, der treue Verder Hereros notwendig seien. Obgleich er jetzt nicht be- bündete Honigmanns, hat fünfmal mit der Waffe haupten wolle, daß die Truppen dort zu unfreundlichen geschossen. Die Erregung in der Bürgerschaft ist geZweden wären, so wäre es doch wichtig, in Betracht zu waltig. ziehen, daß, falls Streitigkeiten in Europa entstehen sollten, Aus diesen Vorgängen will man jetzt den Landfriedensdie Anwesenheit einer derartigen Truppenmacht ein Faktor wäre, der bruch"-Prozeß gegen die christlichen Arbeiter herleiten. nicht außer acht gelassen werden dürfte. Sir Charles Dilte bezeichnete die Rede Lytteltons als höchst gefährlich und spottete über den Gedanken an den Marsch einer gefährlich und spottete über den Gedanken an den Marsch einer deutschen Streitmacht durch Namaqualand. Man sieht, daß hier gegen christliche Arbeiter, die ernst haft für ihr Recht kämpfen, genau dieselben Mittel in Anwendung gebracht werden, wie gegen die freiorganisierten. Balfour drückte seine Verwunderung darüber aus, daß eine Man macht ihnen die Ausübung ihres Koalitionsrechtes unRegierung es für wünschenswert hätte halten können, sich auf ein so möglich, und wenn sie troß der getroffenen ungefeßlichen begefährliches Wagnis einzulassen. Die Regierung habe das Bestreben, hördlichen Maßnahmen ihr Koalitionsrecht durch Aufklärung aus den Verlegenheiten herauszukommen, die mit den wirtschaftlichen der Streifbrecher doch auszuüben versuchen, verfallen sie dem und Arbeiterschwierigteiten in Transvaal zusammen Landfriedensbruchparagraphen. hingen und in die sie durch unbedachte Wahlversprechungen hineingeraten sei. Der Ministerpräsident Campbell Bannerman erwiderte bem konservativen Führer in äußerst scharfer Weise. Er sagte, daß er im Laufe ſeiner parlamentarischen Erfahrung noch nie eine unDie Vorlage wurde sodann mit 316 gegen 83 Stimmen an Bulgarien. genommen. E3 spüren ist. Von der staatlichen Streitbrecherbermitte lung nach Deutschland, wie sie von dem niederländischen Minister des Aeußeren betrieben wird, ist wieder ein neuer Fall befanni geworden. Der Minister sucht holländische Arbeiter für die Firma Schulte u. Bruns in Emden zu vermitteln. Aber von den einheimischen, handelt sich hier um Hafenarbeiter. meist organisierten Arbeitern in Emden hat in der Regel nur ein geringer Bruchteil Beschäftigung. Die Holländer sollen als gefügige Sklaven des Unternehmertums dienen, und, tun sie das nicht, wird man sie wohl als lästige Ausländer wieder aus dem Lande weisen. Streits und Aussperrungen sind zurzeit in ver= schiedenen Städten Niederlands zu verzeichnem Einen schtveren Kampf haben die Zimmerleute in Leyden zu bestehen. In der vorigen Woche ist ein Vermittelungsvorschlag zustande gekommen, die Unternehmer haben ihn aber abgelehnt und drohen jetzt, jeben 3imunermann, der bis 13. August die Arbeit nicht wieder aufgenommen hat, für immer und elvig nicht wieder einzustellen. Die Streifenden lassen sich aber auch dadurch in feirer Weise einschüchtern. Die Aussperrung der Konfettionsarbeiterinnen und Arbeiter Amsterdam 3 und der Streit ihrer Zwischenmeister dauert im allgemeinen unverändert fort. Von drei Konfektionsfirmen wird jedoch berichtet, daß sie die Forderungen der Zwischenmeister, 25 Prozent Aufschlag auf die In Arnhem streiken die Zur Lohnbewegung der Friseurgehülfen ist zu berichten, daß Arbeitspreise bewilligt haben. die Arbeitgeber alle möglichen Mittel in Anwendung bringen, um Steinhauer. Sie berlangen für die Bearbeitung gesund. eine Hemmung in der Bewegung herbeiführen zu können. Das heitsschädlicher Steinsorten 2 Cent mehr Lohn die Stunde. neueste auf diesem Gebiete hat die in Rirdorf gegründete 3wangs- mfaßt, ist in Medan in der Proving Groningen ausgebrochen. Sie Ein Landarbeiterstreit, der 200 Männer und Frauen innung der Barbiere vollbracht. Diese beschloß als erste Tat zur Hebung des Berufes, daß die Bewilligungsplafate nicht mehr im verlangen Löhnerhöhung, Erleichterung der Arbeitsweise und An Schaufenster hängen dürfen; auch follen die Kontrollfarten vom erkennung ihrer Organisation. Spiegel entfernt werden. Mitglieder, welche diesem Beschlusse nicht Dieser Beschluß ist durchaus anfechtbar. Es ist in ihm auch nur eine verstedte Zurückziehung der gemachten Sugeständnisse zu erblicken. Angesichts dieses scharfmacherischen Treibens der schaumschlagenden Kühnemänner ist es notwendig, daß die Parteigenossen mehr denn je auf Platat und Kontrollkarte achten. Berlin und Umgegend. Bulgaren mit Gewalt der griechischen Kirche und Schule in nachkommen, haben eine Konventionalstrafe von 20 Mart zu zahlen. Letzte Nachrichten und Depeschen. Griechenfeindliche Krawalle melden Nachrichten, die in Athen aus Bulgarien eingetroffen sind. Am 26. Juli bemächtigten sich Burgas. Die Läden, die im Besitz von Griechen waren, wurden geplündert und die Bibliotheken sowie das Mobiliar der Schulen zerstört, ohne daß ein Eingreifen der Behörden erfolgte. Der Präfett von Burgas war abwesend. Am selben Tage bemächtigte sich die Menge der Kathedrale und des Palastes des Metropoliten, auf dem die bulgarische Fahne aufgezogen wurde. Der Bifar wurde mißhandelt. Dann wurde an anderen Orten geplündert. Auch hier griffen die Behörden nicht ein und General Jwanoff, der Kommandant von Burgas, lehnte es ab, Truppen zur Unterbrückung der Unruhen zu verwenden. Aus Sofia wird berichtet: Der hiesige griechische Geschäftsträger erhob bei der bulgarischen Regierung wegen der Rundgebungen Protest und verlangte für die griechischen Staatsangehörigen, die durch die Ausschreitungen Schaden erlitten haben, Schadenersatz. Die Regierung hat die strengsten Maßnahmen getroffen. In den größeren Provinzstädten ist die Ruhe wieder hergestellt, nur in einigen Dörfern dauern die griechenfeindlichen Kundgebungen noch fort. Im türkischen Macedonien suchen die Griechen Vergeltung zu üben. Aus Konstantinopel wird berichtet: Nach Informationen der Pforte wurde eine griechische Bande, welche das bulgarische Dorf Gornitscha niederzubrennen beabsichtigte, aufgerieben; 14 Mitglieder der Bande wurden getötet und ein Mann gefangen genommen. China. Die Bewilligungen durchbrochen resp. zurüdgezogen haben folgende Betriebe: BuII, Hermsdorferstr. 5, Just, Gartenstr. 11, Schneider, Gartenstr. 15, Buff, Löwestr. 26, Pre ufichat, Lübbenerstr. 28, Vogedes, Bülowstr. 62, Batschke, Gothenstraße 40, und Schubert, Rigdorf, Richardstr. 45. Zepterer berweigert die Herausgabe des Plakates. Dasselbe ist dort ungültig. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Deutfches Reich. Die Wiedereinstellung der ausgesperrten Buchbinder geht im allgemeinen nicht so schnell und glatt von statten, wie nach dem Friedensschluß die Ausgesperrten selbst berechtigterweise annahmen. Am besten scheint sich die Wiedereinstellung in Stuttgart zu vollziehen. Dort standen die über 700 Ausgesperrten gestern vormittag schon bis auf 80 Gehülfen und 26 Arbeiterinnen wieder in Arbeit. Im allgemeinen erwarten die Ausgesperrten in allen drei Städten, daß sie sämtlich innerhalb weniger Tage wieder eingestellt sein werden. Eine längere Verzögerung würde eine Erschütterung des abgeschlossenen Vertrages herbeiführen können. Enthält doch der Vertrag auch Bestimmungen, die ein besseres Zusammenarbeiten der Prinzipalsorganisation und des Buchbinderverbandes zweds Sicherung des Friedens im Gewerbe zum Ziele haben. Grundbedingung dafür ist selbstverständlich, daß alle ausgesperrten oder streitenden Mitglieder des Verbandes wieder eingestellt werden. Bromberg, 1. August.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Das Kriegsgericht der vierten Division verurteilte den Musketier August Wendland wegen einfachen und schweren Diebstahls, versuchter und bellendeter Fahnenflucht, Sittlichkeitsverbrechens, Beilegung falschen Namens und verschiedener militärischer Vergehen zu 15 Jahren Buchthaus, 10 Jahren Ehrberlust, Stellung unter Polizeiaufsicht, Versehung in die zweite Klasse des Soldatenstandes und Entfernung aus dem Heere. Nachwehen von Courrières. Courrières, 1. August. Am 25. Juli befanden sich noch 31 Leichen in den Gruben. Die Lage von 23 Toten ist bekannt. Die in legter Beit geborgenen Leichen waren mumienartig eingetrodiet. Die Zahl der herausgeschafften verendeten Pferde beträgt 98. Einen Begriff von dem Umfang der Rettungsarbeiten und der schweren Aufgabe der Jugenieure fann man sich machen, wenn man bedenkt, daß die Verunglückten, deren genaue Zahl 1100 beträgt, auf einer Strede von insgesamt 110 Kilometern zu suchen waren. Fast die Hälfte der Bergleute hat den Tod an der Stelle gefunden, wo fie gerade beschäftigt waren. Die meisten anderen sind nur 20 bis 30 Meter geflohen und dann erstickt. Maßregeln gegen den Sturm. Petersburg, 1. Auguft. Die Behörden treffen die umfaffendsten Vorsichtsmaßregeln, weil die revolutionären Delegierten eifrigst Propas ganda zugunsten der Meuterei in Sweaborg machen. An Bord verschiedener Kriegsschiffe find an Stelle der unzuverlässigen Marinesoldaten Infanteristen tommandiert worden, um die Wache zu übernehmen. Auf verschiedenen Kriegsschiffen sind die Geschüßverschlüsse entfernt und die Geschütze gebrauchsunfähig gemacht worden. Die Union in Küraffierstiefeln. Die nordamerikanische Re gierung hat es plötzlich für nötig befunden, ihre Gesandtschaftswache in Beling zu verstärken. Dazu wird aus Peking vom 31. Juli gemeldet: Die Sendung von Verstärkungen der Gesandtschaftswache Berantw. Bebatt.: Carl Wermuth, Berlin Mirdorf. Inferate verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 177. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 2. Auguf 1906. Aus der Partei. " 1 den Sozialisten früher anzuschließen, bis er endlich begriff, daß Freie Eisenbahnfahrt tann ich Ihnen zu Ihrer Vordiese Schärfe der Kriegsführung durch das provokatorische Verhalten stellung nicht gewähren. der Kapitalistenklasse gegen die Arbeiter als Klasse gerechtfertigt ist. Die Kündigungsfrist ist eine vierteljährliche zu dem QuartalsEs heißt dann in dem Briefe: Außerdem habe ich beobachtet, ersten. Sie müßten sich aber damit einverstanden erklären, daß Sie Sozialdemokratische Partei- Korrespondenz. Aus dem Partei- daß unter unserem gegenwärtigen industriellen System der auch außer der Zeit auf Verlangen der königlichen Ans.- Kombureau wird uns geschrieben: Aus den Kreisen der Parteigenossen Bauperismus unter den Reichen ebenso stark wie unter den Armen mission auf ein anderes Ans.- Gut versezt werden können. Wie find bei uns zahlreiche Ansuchen um Zustellung der Partei- Kor- besteht. Unter einem Pauper verstehe ich einen Menschen, der ent- Sie aus meinem ersten Schreiben ersehen haben werden, würde eine respondenz eingelaufen, die wir nicht berücksichtigen können, weil sonst weder unfähig ist, sich selbst zu ernähren, oder der dazu zu träge derartige Versetzung eine Verbesserung für Sie sein. der Kreis der Genossen, für den die Korrespondenz bestimmt ist, weit ist und auf Kosten des Volkes ernährt werden muß. Ich beab überschritten werden müßte. fichtige, meine Dienste der sozialistischen Partei anzubieten. Ent Wir wollen deshalb noch einmal darauf hinweisen, daß die weder mit ihr oder als gänzlich unabhängiger Bürger werde ich die Erkenntnis zu verbreiten suchen, daß das kapitalistische System ethisch Korrespondenz nur den in der Agitation hervorragend nicht zu verteidigen ist und industriell durch die Lohnftlaverei, zu tätigen Genossen, und zwar den Reichstags- und Land- welcher es führt, vernichtend wirken muß, und daß es durch ein getags- Abgeordneten der Partei, den Redakteuren rechteres System des Genossenschaftswesens und der gegenseitigen der Partei- und Gewerkschaftspresse, den Unterstügung ersetzt werden muß." Leitungen der Bezirks- und Kreisorganisationen und den in der Agitation für die Partei rednerisch tätigen Genossen und Genossinnen zugestellt werden fann. Die hierbei in Betracht kommenden Genossen müssen sich von nun an mit ihren Ansuchen an die zuständigen Bezirksorganisationen wenden. Durch ein Birkular erhalten die Organisationsleitungen in den nächsten Tagen noch nähere Informationen. Der Forster Schiedsspruch. 0 Das Parteischiedsgericht, das in Sachen der Forster Parteiorganisation gegen die Genossen Berner Forst und Rubendunst- Kottbus am 21. und 22. Juli zu Kottbus tagte, war zusammengesetzt aus den Genossen: Zubeil- Berlin Sattler- Luckenwalde Dr. Rothe- Luckenwalde Robert Schmidt- Berlin Schuster- Berlin Davidsohn- Berlin von den Antragstellern bestimmt. von den Angeschuldigten bestimmt. Bom Parteivorstand war Ebert Berlin als Vorsitzender erD Soziales. Weißensee, den 31. Juli 1906. Die Verfügung vom 22. Juni d. J., wodurch der Vorstand der Ortskrankentasse seines Amtes enthoben wird, wird hierdurch aufgehoben. Sie wollen innerhalb drei Tagen hierher mitteilen, ob Sie Ihre an sich nichtige Erklärung der Ämtsniederlegung vom 14. d. M. nannt. Der Ausschlußantrag war damit begründet, daß in der Notiz, datiert 13. Juni 1906( die die Bekanntgabe der Entlassung Marcwalds aus der Redaktion der Märkischen Voltsstimme" enthielt) zurückziehen. durch Vorenthaltung des Titels Genosse" Mardwald in den Augen der Parteigenossen herabgesetzt worden sei. Ferner damit, daß in der Erklärung", unterzeichnet Namens der Breßkommission Rubendunst, Vorsitzender" in der Nr. 139 der Märkischen Volksstimme" vom 9. Juni 1906 gegen den Genossen Marchwald wissentlich unwahre Behauptungen aufgestellt" feien, die geeignet wären, Marcwald in seiner Ehre und seinem Ansehen in der Partei schwer zu schädigen. Hierbei kam Rubendunst als Verfasser und Berner insofern in Betracht, als er die Notiz sowie die„ Erklärung" als Redakteur der Märkischen Volksstimme" aufnahm. Darin erblickt der Antrags steller eine ehrlose Handlung im Sinne des§ 2 des Organisationsstatuts der Partei. Nach eingehender Verhandlung und Prüfung des Streitfalls kam das Schiedsgericht zu folgendem Ergebnis: ( gez.) Woeld." Bei vorübergehenden Erkrankungen wird der Lohn weiter gezahlt. Wenn ich es Ihnen noch nicht mitgeteilt habe, haben Sie Gutsarzt und Apotheke für sich und Ihre Familie frei. Daß Sie Ihren Sohn nach dem 14. Lebensjahre im Maschinen berufe ausbilden, dem dürfte nichts entgegenstehen. Eine evangelische Schule und Kirche ist in der kleinen Stadt Pogorzela, die unmittel bar an das Gutsgehöft anstößt, vorhanden. Frau und Kinder sind nicht verpflichtet, auf dem Gute in Arbeit zu gehen. Hochachtend Edeling, Staatl. Gutsverwalter. Der Anfragende, Vater von 7 Kindern, hat auf die herrliche Stelle mit 180 M. Jahresgehalt verzichtet. 3 Wer Alkohol bekämpft, wird seines Amtes entfest. für Krankenkassenangelegenheiten der Weißenseer Gemeinde die VorBekanntlich hatte der Gemeindeſchöffe Dr. Pape als Dezernent Bon der Rechtlosigkeit und dem Elend der ausländischen Landarbeiter. Wie russische Arbeiter nach Deutschland unter betrügerischen standsmitglieder der Ortskrankenkasse ihres Amtes am 22. Juni entsetzt, weil sie beschlossen hatten, Broschüren gegen den Alkoholmißbrauch Vorspiegelungen gelockt, hier ausgebeutet und dann rechtlos ins auf Kosten der Kasse unter den Mitgliedern zu verteilen. Dies un- Polizeigewahrsam gesteckt und ins Ausland zurückgeschoben werden, erhörte rechtswidrige Vorgehen hatten wir seinerzeit beleuchtet und davon gibt folgendes Erlebnis eines 16jährigen Russen Zeugnis: die Hoffnung ausgesprochen, daß die rechtswidrige Verfügung des In der Gegend von Lodz warb ein Agent zehn Männer und Dr. Bape auf die eingelegte Beschwerde hin aufgehoben werde. In drei Burschen als Arbeiter für eine Buckerfabrik in Deutschland an. unserer Erwartung sind wir nicht getäuscht. Der Gemeindevorstand ersprochen wurden 3 Mart Lohn täglich bei böllig zu Weißensee als nach dem Krankenversicherungsgesetz und der Ent- freier Station. Die Leute schenkten dem Mann Glauben und scheidung des Oberverwaltungsgerichts vom 18. Mai 1905 tompetente übergaben ihm ihre Papiere. Sie gingen frohgemut über die erste Beschwerdeinstanz gegen Anordnungen seines Schöffen, ließ Grenze. Dort harrten sie vergeblich auf den Agenten. In Kempen ( in Bosen) wurde ihnen erklärt, der Lohn wäre nicht 3 Mart, den folgenden Bescheid den Vorstandsmitgliedern zugehen: sondern 2 Mart 80 Pf. für die Erwachsenen, 2 Mart 50 Pf. für die Burschen. Ferner ständen jedem täglich ein Liter Milch, Erbsen so viel sie effen wollten und 25 Pfund Kartoffeln zu. Die Leute waren damit einverstanden und unterzeichneten, soweit sie ihren Namen schreiben konnten, ihren Namen, die anderen mit Kreuzen. Das unterzeichnete Schriftstück lasen sie nicht durch. Sturze Zeit darauf holte sie ein Schnitter Hermann nach dem Gut Treskow bei Neu Ruppin. Erst auf der Bahn erfuhren ſte, daß sie nicht in eine Zuckerfabrik tämen, Die Amtsniederlegung der einzelnen Vorstandsmitglieder wurde fondern Landarbeit auf dem Gute berrichten sollten. fofort zurückgezogen und diese traten ihren Posten wieder an. Am 21. Juli famen fie auf dem Gute an. Dort Doch- plötzlich tauchte Herr Dr. Pape wieder auf, der seinen hieß es, fie erhielten nur: die Männer 1,80, die Burschen 1,50 M. Urlaub, der eigentlich bis zum 4. August festgesezt war, am täglichen Lohn, auch erhielten sie weder Erbsen noch Milch, sondern 1. August unterbrach und seinen Dienst wieder aufnahm. Seine nur 25 Pfund Kartoffeln. Der Liter Milch wurde ihnen mit 8 Pf. erste Tätigkeit war, gestern durch seinen Kommissar Dr. Albert die berechnet. Die Leute verlangten das bom Agenten Ver Vorstandsmitglieder aus der Krankenkasse zu entfernen. Er erschien sprochene und verlangten, daß der Vertrag ihnen vorgelesen sogar in höchsteigener Person auf der Krankenkasse und teilte den würde. Ihr Verlangen wurde nicht erfüllt. Sie erhielten Beamten mit, daß die Kasse nach wie vor in kommissarischer Ver- 2 M. Vorschuß, um sich Töpfe zu beschaffen. Die Arbeitszeit dauerte waltung stehe und nur den Anordnungen des Kommissars Folge zu von 126 morgens bis 8 Uhr abends mit 1 Stunde leisten sei. Mittagszeit mit dem Agenten war als Arbeitszeit 6 bis 7 Uhr und Dies Vorgehen des Dr. Pape ist eine neue rechtswidrige 12 Stunden Mittagszeit vereinbart! Auf dem Gute hörten sie, daß Handlung, eine Auflehnung gegen die Anordnung seiner Behörde, schon andere polnisch- russische Arbeiter auf dem Gut gewesen und Die Vorenthaltung der Bezeichnung" Genoffe" in der Notiz ja, ein Mißbrauch seines Amites. Hoffentlich wird nicht auch in nach Hause geschickt waren. Utensilien und Arbeitsgeräte vom 13. Juni ist, wie festgestellt wurde, nicht absichtlich erfolgt. In diesem Falle die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis tommen mußten die Leute selbst beschaffen, so wurde zum Beispiel die der„ Erklärung" in Nr. 139 der„ Märk. Volksstimme" find wiffent- müssen, gegen den besoldeten Schöffen Dr. Pape fönne trotzdem Peitsche zum Dchsentreiben einem Burschen mit 1,50 M. angerechnet! Ein lich unwahre Behauptungen gegen den Genossen Marchwald nicht nicht strafrechtlich vorgegangen werden, da ihm der sogenannte 16jähriger Bursche verlangte am 24. Juli Ablöhnung, weil er frank enthalten. Das Schiedsgericht hat danach dem Antrage der Forster Dolus, das strafbare Bewußtsein für die Tragweite seiner war, und ging, nachdem er gegen vier Mart als Gesamtlohn Parteigenossen auf Ausschluß der Genossen Berner und Rubendunst Handlungen fehle. Es ist dringend erforderlich, daß diesem( nach Abzug des Vorschusses von 2 M., der Kaution usw.) erhalten nicht stattgegeben, da eine ehrlose Handlung danach nicht vorlag. befoldeten Schöffen schleunigst das Dezernat über die Krankenkassen- hatte, mit einem zweiten Burschen davon. Auf der Chaussee beDas Schiedsgericht war zur Beurteilung des Streitgegen und Gewerbegerichtssachen entzogen wird und daß gegen ihn das gegneten sie einem Gendarmen. Dieser brachte sie nach Einsicht in standes gezwungen, die seit längerer Zeit in Forst bestehenden und Straf- und Disziplinarverfahren eingeleitet wird. Eine solche Aus- ihre Papiere ins Fehrbelliner Polizeigewahrsam. durch die Regelung der Kandidatenfrage hervorgerufenen Differenzen übung der Rechte eines Vertreters der Aufsichtsbehörde verlegt aufs Dort wurde dem 16 jährigen Mann folgender Strafbefehl zuinnerhalb der Forster Parteiorganisation in vollem Umfange zu tiefste die Interessen der Kasse. Es ist höchste Zeit, daß einem solchen gestellt: erörtern. Es hat dabei festgestellt, daß das Verhalten Marckwalds Mann schleunigst flargemacht wird, daß er als Beamter die Verpflichtung in der Kandidatenfrage nicht einwandsfrei war, wenn auch die hat, die Gesetze zu achten, die Anordnungen der Gemeindebehörden Aeußerung Berners bezüglich der Käuflichkeit des Mandats durch zu befolgen und die Rechte der Kasse Hochzuhalten. Wenn derlei Marckwald der Berechtigung entbehre. Ferner ist das Schiedsgericht Amtsverfehlungen in den Kolonien durch Tropentoller entschuldigt der Meinung, daß Mardwald im Interesse einer ordnungsmäßigen werden, so fehlt doch trotz der hohen herrschenden Temperatur folcher Erledigung der Kandidatenfrage hätte bestrebt sein müssen, daß ihre Entschuldigungsgrund ganz und gar für einen Weißenseer besoldeten Erörterung in den Ortsvereinen so lange unterblieb, bis der Bericht Gemeindeschöffen. der eingesetzten Kommission vorlag. Auf das allerentschiedenste muß das Schiedsgericht das Verhalten Marckwalds gegen Perner in dem Briefe, in dem er davon spricht, er wolle Berner goldene Brücken bauen, wenn er Brot brauche, als eine maßlose Ueberhebung für Anfäufe von polnischen Gütern und für Germanisierung, so hat und von der preußischen Gastlichkeit wurde dem armen Arbeiter am gegenüber seinem Kollegen mißbilligen. Die in der Sigung der Preßkommission vom 12. Juni erfolgte fie vielleicht auch etwas Geld zur Hebung des Handwerks für einen 26. Juli zugestellt. Er blieb auf der Polizei bis am 27. Juli und am 28. Juli mit der Quittung, daß ein Tag Haft fofortige Entlassung Mardwalds erübrigte sich nach Ansicht des Urgermanen", dachte ein Schlosser und fragte bei der Ansiedelungs- wurde entlassen. Zubor aber wurde dem nach Schiedsgerichts, weil Mardwald im Laufe der Verhandlungen schon kommission an, ob und unter welchen Bedingungen er wohl als verbüßt sei, gelockten jungen Bolen noch ein weiteres erflärt hatte, freiwillig von seiner Stellung zurüdzutreten. Es war selbständiger Schlosser oder als Maschinist Stellung erhalten fönne. Deutschland Dokument preußischer Rechtspflege zugestellt. Er erhielt danach auch die Veröffentlichung des Beschlusses und der„ Erklärung", Hierauf erhielt er folgende Antwort: von der Fehrbelliner Polizeiverwaltung eine Zwangsreise= insbesondere auch ihre Form unangebracht, zumal dieses Vorgehen Die königliche Ansiedelungskommission in Bosen schickt mir route und einen Ausweifungsbefehl Die Reiseroute" die nun einmal bestehenden Differenzen erheblich verschärfen mußte. Heute Ihr Anstellungsgesuch vom 30. Mai cr. und beauftragt mich, vom 28. Juli erklärt, der russische Arbeiter habe auf dem Gute Die Behauptung, Wardwald wolle sich von der verantwortlichen mit Ihnen zwecks Anstellung auf hiesigem Gute in Unterhandlung Treskow ohne gesetzlichen Grund die Arbeit verlassen, sei in FehrZeichnung dauernd drücken, und daß Marchwald sich um andere bellin als mittellos aufgegriffen und durch Verfügung vom Stellung bemühte, weil er zeittveise verantwortlich zeichnen mußte, ist nicht erwiesen. Die Entscheidungen des Schiedsgerichts sind sämtlich einmütig erfolgt. $ " Soziales aus der Ansiedelungskommission. Verpulvert die Ansiedelungskommission so höllisch viel Geld zu treten. Sie haben am 24. Juli Jhr Arbeitsverhältnis auf dem Gut Treskow rechtswidrig verlassen und sich dadurch des Kontraktbruchs schuldig gemacht. Die Uebertretung wird bewiesen durch den Oberinspektor Lente zu Treskow. Es wird deshalb auf Grund des Gesetzes vom 24. April 1854 gegen Sie eine bei der Amtskasse zu Wolchow zu erlegende Geldstrafe von 3 M., an deren Stelle, wenn sie nicht beizutreiben ist, eine Haft von einem Tage tritt, festgefeßt. Wolchow. J. Zerache, Amtsvorsteher. Dies schöne Zeugnis von der Rechtlosigkeit von Landarbeitern Neben Dampf- Brennerei, Molkerei und elektrischer Lichtanlage heutigen Tage als lästiger Ausländer ausgewiesen befindet sich hier ein Dampfpflugapparat, drei Dampfdreschen und worden. Er erhielt die Weifung, auf geradestem Wege und die verschiedensten landwirtschaftlichen Maschinen. Ich halte hier ohne Aufenthalt von hier über Spandau, Berlin, Fürstenwalde, einen Dampfpflugmeister, der mit dem erforderlichen Maschinisten Frankfurt, Reppen, Sternberg, Schwiebus, Bentschen, Opolnitz, die genannten Maschinen führt bezw. bedient. Sind die Maschinen Breschen nach Strzalowo." Die Papiere wurden dem„ lästigen AusAuf der Suche nach dem Verfasser einer Voltsblatt" nicht im Betriebe, so führen die Leute Reparaturen und dergleichen länder" abgenommen und nach der Grenze geschickt. Notiz, durch die sich ein Privatsekretär beleidigt fühlte, war man am in einer besonderen Maschinenwerkstätte auf dem Gutshofe aus. Der so Behandelte übernachtete am folgenden Tage im SpanEs ist in der föniglichen Ansiedelungskommission in Aussicht ge- dauer Polizeigewahrsam auf harter Pritsche 40 Bf. wurden ihm Dienstag wieder im Landgericht Halle. Der Beleidigte hat wegen einer Reihe gemeiner Verbrechen 8 Jahre Zuchthaus abgemacht und nommen, Sie als zweiten Maschinisten unter dem Dampf- für polizeiliche Behausung und Pflege dort angerechnet. In Berlin dann in einer Verhandlung, in der er angeklagt war, die Frage auf- pflugmeister anzustellen, Sie vorläufig mit der Führung einer fand er einen Arbeiter, der mit ihm sein färgliches Mittag teilte. geworfen, ob seitens der Polizei vielleicht deshalb vor ihm gewarnt Dampfpfluglokomotive oder eines Drejchsatzes zu beauftragen und Vor einigen Jahren mußte die Regierung im Reichsworden sei, weil er in dem Verdacht stehe, Sozial- Sie später, nachdem Sie mit diesen landwirtschaftlichen Maschinen tage zugeben, daß jogar die russische Regierung ihre Landsleute demokrat zu sein. Oberpolizeiinspektor Weydemann erklärte, genügend vertraut sind, Sie auf einem anderen Ansiedelungsgut als babor gewarnt hat, nach Deutschland in ostelbische Geer habe nur wegen der Vorstrafen und wegen des Herandrängens Dampfpflugmeister zu verwenden. filde zu gehen, weil sie betrogen würden nud dort rechtAn Lohn und Deputat tönnte ich Ihnen vorläufig gewähren los feien. des Mannes an die Polizei vor dem Manne gewarnt. Das„ VoltsDer geschilderte Fall zeigt die völlige Rechtblatt" schüttelte den„ Ehrenmann" in einem Artikel mit Recht ab 180 Mart Lohn, 2 Zentner Weizen, 20 Zentner Roggen, 6 Zentner Tofigkeit eines solchen geplagten Landarbeiters. Es ist eine Schmach und der Berichterstatter, Genosse Ebeling, der in jener Gerichtsver- Gerste, 3 Zentner Erbsen, 70 Zentner Kartoffeln, 6 Haufen Streu. und Schande für die preußischen Zustände, daß selbst Minderjährige Dann ist es Ihnen gestattet, sich eine Buchtsau und 10-12 Hühner in dieser Weise über die Grenze unter betrügerischen Vors handlung gewesen, sollte der Verfasser des Artikels sein. In dem Verfahren sind schon die Redakteure Genossen Däumig und Molten zu halten und eine Milchkuh bei freiem Futter resp. Weide. Falls Sie spiegelungen gelockt werden können und daß dann ihnen hier buhr und bürgerliche Berichterstatter als Zeugen vernommen worden. fich eine Kuh nicht halten, erhalten Sie täglich 2 Liter süße Milch nicht ihr Recht, sondern rechtswidrige Strafbefehle, rechtswidrige Das Schöffengericht tam seinerzeit wie die Straffammer heute zur und 2 Liter Magermilch und wöchentlich 1½ Pfund Butter. Außer Abschiebung und Mißhandlung ihrer Rechte zuteil wird. In diesem Freisprechung Ebelings, da ſeine Tätigkeit im Gericht noch lange dem freie Wohnung bestehend aus Stube, Kammer und Bodengelaß. Einzelfall wird Strafantrag gegen den Betrüger und gegen die Schließlich erhalten Sie noch ein Stück Gartenland zum Anbau von gestellt werden, die offensichtlich rechtswidrig das nach Ostelbien verschleppte Kind durch Strafbefehl, Einsperrung und Abschiebung in Gemüse usw. und 120 Quadratruten Kartoffelader. Hochachtend seinen Rechten getränkt haben. Möge dieser Fall erneut den aus Edeling, staatl.. Gutsverwalter." ländischen Arbeitern als Warnung dienen, sich nach Deutschland loden zu lassen. fein Beweis dafür sei, daß er den Artikel verfaßt habe. " Pogorzela( Kreis Kaschmin, Prov. Posen), 23. Juli 1906. Jm Besize Ihres Schreibens bom 20. Juli cr. beantworte ich Ein amerikanischer Millionär als Sozialist. J. Phelps Stokes, ein junger Millionär, der vor einiger Zeit durch seine Heirat mit ciner armen russisch- jüdischen Zigarrenarbeiterin und durch seine Der Schlosser stellte nun einige Fragen, ob der mitgeteilte offenherzig bekannten Sympathien für den Sozialismus Auffehen in der amerikanischen Gesellschaft" erregte, hatte sich zunächst der Lohn ein monatlicher sei, wie die Arbeitszeit sei usw. Darauf erHearstbewegung angeschlossen, ist jetzt aber zu der sozialistischen folgte folgende Antwort: Bartei übergetreten. Aus dem Jdeologen ist ein Sozialist geworden. In einem von der Presse vielbesprochenen offenen Briefe erklärt er feinen Werdegang: Wie es ihm fast unmöglich schien, die Hoffnung Ihre Fragen folgendermaßen: Das angegebene Lohn und Deputat bezieht sich auf ein fahren zu lassen, daß die Menschen auch ohne den Sozialismus fich " bessern und befehren", bis er endlich einsah, daß auf dem Boden Jahr. Die Arbeitszeit beginnt, solange es hell ist, um 5 Uhr der heutigen Gesellschaft eine sittliche Wiedergeburt des Menschengeschlechtes so wenig stattfinden könne wie das Reifen von Früchten morgens und endigt mit Sonnenuntergang, später von 6 Uhr im Wüstensande. Wie er zu der Erkenntnis kommt, daß der große morgens bis 6 Uhr abends. Eine Stunde Mittagspause und im Rampf unserer Zeit nicht ein solcher gegen Personen, die einzelnen Sommer eine halbe Stunde Frühstücks- und eine halbe Stunde Großkapitalisten, sondern gegen das System des Kapitalismus ist, Besperpause. leberstunden werden nicht vergütet, es werden solche auch kaum wie er offen bekennt, daß die merbittliche Schärfe der sozialistischen Kriegsführung und die rücksichtslose Brandmarkung der Ausbeuter verlangt. Der Dampfpflug wird natürlich so früh wie möglich und Unterdrider, unter denen er doch so viele gute Freunde und fobald die Beleuchtung es gestattet in Betrieb gesezt und ebenso auch sonst vortreffliche Menschen kannte, ihn abgehalten hätten, sich wird des Abends möglichst lange gepflügt. Hus Induftrie und Handel. Das internationale Kapital. Bei allen Privilegien, die sich das Kapital fichert, wird der Schutz der nationalen Arbeit" als Motiv vorgeschoben. So geht es bei den Forderungen auf Schutzölle, bei militärischen Forderungen usw. Dem Volte wird vorgegaukelt, das Kapital habe mit der Tatsächlich Arbeit gemeinsame nationale Intereffen zu vertreten. aber läuft eine jede derartige Maßnahme darauf hinaus, die Inters effen des Kapitals gegen das Interesse der Arbeit wahrzunehmen. Die Betonung des Nationalen" ist meist nur Mittel zum Zweck. Das Kapital ist international und bei jeder angeblich nationalen wirts schaftspolitischen Altion wird ausländisches Kapital gegen das Intereffe der nationalen Arbeit geschüßt". Erklärlicherweise findet das Kapital die beste Gelegenheit zur internationaler Betätigung in solchen Ländern, in denen erst in den letzten Jahren Großindustrielle Anlagen ge- gründet wurden. Zu diesen Ländern gehört Rumänien. U»d es zeigt sich eine merkwürdige Erscheinung, daß das in der dortigen In- dustrie investierte Kapital in der Hauptsache ausländischen Besitzern eignet. Insgesamt ist nach einer Aufstellung des„Pester Lloyd" rumänisches Kapital bei 82 Unternehmungen mit einem Gesamt- betrage von rund 43'/z Millionen Franks beteiligt; dagegen ist fremdes Kapital in 78 Unternehmungen in einer Gesamlhöhe von 195 Millionen Frank angelegt. Nach den verschiedenen Industrien gegliedert, ergibt sich folgendes Bild: rumänisches Kapital ausländisches Kapital Das ausländische Kapital überwiegt nicht nur absolut, es beherrscht auch die größeren Anlagen, besonders i» der Petroleum- industrie, in der Holzbearbeitung und in der Metallurgie. Wenn Rumänien nationale Schutzzollpolitik betreiben will, muß es wohl oder übel vorwiegend das Interesse ausländischen Kapitals gegen das Interesse rumänischer Arbeiter vertreten. Aber nicht nur in seiner Industrie ist Rumänien vom internationalen Kapital abhängig, auch für seine öffentliche Schuld ist das Land dem Auslands- kapital tributpflichtig. Von der öffentlichen Schuld im Ge- samtbetrage von IVa Milliarden Frank befindet sich nur ein Betrag von 200 Millionen Frank in rumänischem Besitz. In Krisenjahren wird der Bestand sogar auf 100 Millionen Frank vermindert, so daß das Ausland für 1800 Millionen Renten in normalen Zeiten und für 1400 Millionen in Krisenjahren besitzt. In den inländischen Kreditinstituten sind insgesamt 480 Millionen Frank verwendet, wovon 380 Millionen Frank im Lande und 100 Millionen Frank im Auslande angelegt sind. Bei den in Rumänien befindlichen ausländischen industriellen Gesellschaften be- trägt das gesamte Anlagekapital etwa 55 Millionen Frank, wozu noch offene Kredite im Betrage von 55 Millionen Frank treten, so daß bei diesen Gesellschaften insgesamt 100 Millionen Franks, durchwegs ausländisches Kapital, arbeiten. Bei den nationalen industriellen Gesellschaften sind 58 Millionen Franks inländisches Kapital in- vestiert, die offenen Kredite betragen 62 Millionen, wovon 60 Millionen auf das Ausland entfallen. Insgesamt beträgt das in Rumänien angelegte Kapital 2200 Millionen Franks, von wel« chen nur etwas über 600 Millionen Franks, also kaum der vierte Teil, inländisches Kapital darstellen, während 1600 Millionen Franks vom Auslande hergegeben werden. Immer mehr reißt das Kapital die Herrschaft an sich. In stetig wachsendem Umfange wird die produktive Arbeit ihm tributpflichtig. Die Regierungen der„nationalen" Staaten, ganz gleich wie die Regierung firmiert ist, find in letzter! Linie nichts anderes, als die ausführenden Organe der Interessen des inter- nationalen Kapitals. Die produktive Arbeit von der Schmarotzer. pflanze Kapitalismus zu befreien, das ist die bewußte Aufgabe der Sozialdemokratie._ Diktatur des Kohlensyndikats. Kürzlich erst hat das Kohlen syndikat ein Zechenunternehmen gezwungen, sich vollständig unter seine Kontrolle zu stellen. Das Syndikat geht aber noch weiter, weiter als z. B. die Regierung, welche es als berechtigt anerkennt, daß die einzelnen Werke die für die genaue Eruierung des Wesens der Kartelle erforderlichen Angaben über Absatz und Preise ver- weigern, weil man unter allen Umständen die Geschäftsgeheimnisse respektieren müsse. Das Syndikat erkennt das seinen Kunden gegenüber nicht als berechtigt an. So hat es kürzlich die Drahtwerke wie überhaupt die Halbzeug weiter verarbeitenden Werke aufgefordert, ihm ziffernmäßig genaue Nachweise über die Selbst- kostenpreise ihrer Erzeugnisse im Auslände und Jnlande zu unter- breiten. Vom Ausfall der Prüfung dieses Materials und weiterer Verhandlungen solle es abhängen, ob das Kohlensyndikat die Ge- Währung von Aussuhrvergütungcn wieder aufnimmt oder nicht. Au? diese Weise unterstellt das Syndikat sämtliche in der Materialversorgung von ihm abhängigen Werke mit ihrer gesamten Geschästsgebarung seiner Kontrolle. Segen des Bergbaues. Die Gewerkschaft„Helene und Amalia" erzielte im ersten Halbjahr 1906 einen Ueberschuß von 764 970 M. gegen 339 057 M. im ersten Semester deS Vorjahres.— Die Gewerkschaft Mont CeniS, die für Juni 1905 mit einem Ueberschuß von 110 429 M. abschloß, weist pro Juni 1906 einen Ueberschuß von 147 306 M. aus._ Das Preisniveau der Nahrungsmittel im Juli. Eine so günstige Witterung, wie sie im Juli herrschte, pflegt gewöhnlich eine Verbilligung der meisten Nahrungsmittel zu bringen. Gingen doch selbst im Jahre 1905, dem vielbesprochenen Teuerungs- jähr, die Lebensmittelpreise infolge günstiger Saatenstandsberichte etwas zuriick. Im Juli des laufenden Jahres erfuhr aber trotz be- friedigender Erineaussichten das Preisniveau«och eine weitere Er- höhung: Getreide, Kartoffeln, Vieh, Butter war durchweg Ende Juli teuerer als Ende Juni. Ganz besonders kontrastiert die Preis- bewegung bei Getreide im diesjährigen Juli mit det des vorjährigen. Während 1905 die Preise bei sämtlichen Sorten Ende Juli tiefer standen als Ende Juni, stehen sie im Juli des laufenden Jahres mit Ausnahme des Gerstenpreises, der stabil geblieben ist, höher als Ende Juni. Nach der Preisberichtstelle des deutschen Landwirtschafts- rateS kostete nämlich eine Tonne Getreide in Mark bei Weizen. Roggen Hafer. Gerste. Mais Juni 174'/- 153 156 145 102,15 1905 Juli 173 150Va 154Vj 140 101,75 1906 Juni 180'/, 153'/3 182 152 97,05 Juli 182 154 186 152 127,50 Weizen- und Roggenmehl sind im Preise stabil geblieben; beide Nahrungsmittel sind aber teurer als zur Vergleichszeit des Borjahres. Bei Kartoffeln, deren Preis im Juni keine Veränderung erfahren hatte, hat der Juli wieder eine Verteuerung gebracht. Der Preis ging von 4—6 M. pro Doppelzentner Ende Juni auf 6—9 M. Ende Juli herauf. Auch Butter ist wieder etwas teurer geworden, eine Erscheinung, die auch im Hochsommer 1905 zu bemerken war. 50 Kilo kosteten Ende Juni 105 M., Ende Juli dagegen 106 M. Eier sind bei geringeren Sorten billiger geworden, der Preis für die besten Qualitäten blieb stabil. Die Viehpreise, die im Juli 1905 eine sinkende Tendenz aufwiesen, sind im laufenden Jahre noch weiter gestiegen, und zwar weisen alle Sorten eine Verteuerung auf. Am stärksten war sie bei Schafen, deren Preis im Gegensatz zu den anderen Viehpreisen noch bedeutend höher als im Vorjahre steht. Um diese Tatsache recht zu würdigen, muß man bedenken, daß schon im Juli 1905 die Vichpreise einen ganz außerordentlich hohen Stand aufwiesen. Nächst Schafen haben noch Schweine eine erhebliche Ver- teuerung erfahren. 60 Kilogramm Lebendgewicht kosteten in Berlin Mark: Juli 1905 Juni Juli 1906 Ochsen.... 23—48 28-48 27-50 Kälber.... 24-55 25—58 26—61 Schafe.... 27—40 26—40 29—45 Schweine... 65—67 57—64 64—68 So spät ein Fallen der Viehpreise gewöhnlich in der Bewegung der Fleischpreise zum Ausdruck kommt, so schnell wird beim Steigen des Vichpreises der Fleischpreis hinaufgesetzt. Die Erhöhung des Schaf- Preises im Juli hatte sofort eine Verteuerung des Hammelfleisches zur Folge. Bei allen anderen Fleischsorten traten keine auffallenden Preisänderungen ein. Im Vergleich mit dem Parallelmonat des Vorjahres freilich sind die Preise für Rind-, Kalb- und Hamniel- fleisch gegenwärtig höher, während der Preis von Schweinefleisch gleich hoch steht wie damals._ Rückgang der russischen Getreideausfuhr. Bisher kamen für den russischen Außenhandel immer noch relativ erhebliche Zahlen heraus und zwar durch starke Getreideausfuhr. Nach dieser Richtung scheint Rußland nun aber auch ziemlich erschöpft zu sein. Nach einer Mel- billig aus Petersburg wurden in der Vorwoche insgesamt 6658 Pud Getreide ausgeführt gegen 10 436 Pud in der gleichen Woche des Vorjahres. Seit Anfang der Kampagne(1. August 1905) wurden in tausend Pud versandt: Weizen 262 001 gegen 306 964 in der Vorkampagne, Roggen 54 256 gegen 45 839, Gerste 133 252 gegen 128 398, Hafer 98 743 gegen 106 872, Mais 11412 gegen 12 203. Amerikanischer Stahltrust. Der Ausweis des Stahltrustes für das II. Quartal 1906 zeigt die Rekordziffer von 40 125 000 Dollar Nettogewinn. Davon werden abgesetzt: für den Abuiitziiugsfonds 8 625 045 Dollar, für Bondszinsen 5 718162 Dollar. Ueberweisung an den Tilgungsfonds 1 218 801 Dollar, für Neuanlagen 13 000 000 Dollar, Dividende auf Vorzugsaktien 6 304 919 Dollar, sodaß noch ein Nest von 5 231 000 Dollar verbleibt. Zum erstenmale seit 1903 wird nun wieder eine Dividende auf die Stammaktien verteilt und zwar je'/z Proz. für die beiden Quartale des laufenden Jahres. Der Netto-Betriebsgewinn für das erste Semester stellte sich wie folgt: 1903.... 61 711 015 Dollar 1904.... 32699611 1905.... 53331012 1906.... 76765000 Der Ueberschuß der beiden letzten Quartale geht um rund 4 Millionen Dollar über das Ergebnis des ganzen Jahres 1904 hinaus._ Huö der frauenbewegung, WaS lesen die Frauen? Unter den proletarischen Volksschichten gibt es noch große Scharen, die über das sonntägliche Lesen eines Bibelspruch- oder Gcsangbuchvcrses kaum hinauslommen. Aber in manchen Kreisen wird auch viel zu viel gelesen. Wir meinen jene Schichten, die in Verschlingung von Hintertreppenromanen Erkleckliches leisten. Die Summe des durch diese Art Lektüre geschaffenen geistigen und körperlichen Elendes zu erfassen ist unmöglich, es fehlen uns die Wertgrößen, um den Grad der Zerstörung an- zuzeigen. Und nicht sei unerwähnt, daß ein großer Teil der sogenannten unparteiischen Presse qualitativ nicht über das Niveau der Schundromanliteratur hinausragt. Wer stellt aber das Hauptkontingent zu der hier in Betracht kommenden Leserschar? ES sind die Frauen. Für das, was des Lesens wert ist, was alle Menschen interessieren müßte: Politik, Kunst und Wissenschaft, sind sie sehr wenig zu haben. Früher war alle Welt der Meinung, daß Frauen überhaupt nichts mit Büchern zu schaffen haben düiften. Die Zeit war nach dem Urteil der Alten viel zu kostbar, um beim Lesen vergeudet zu werden. Das hat sich geändert. Eine Zeitung wird fast in jedem Hause, in jeder Familie gelesen. Ader welche Zeitungen erfreuen sich bei den meisten Frauen einer großen Beliebtheit? Es sind die treffend mit dem Namen„Klatschpresse" stigmatisierten Neuigkeitsbringer vom Schlage der„Morgenpost", des„Lokal-Anzeiger",„Deutsches Blatt' und wie sie alle heißen. Was derartige Zeitungen wirklich Wissenswertes bringen, ist außerordentlich wenig, und dieses Wenige wird von den Frauen noch nicht einmal gelesen. Außer dem Neuigkeitskram liest man nur noch die meist auf Erweckuna von Gefühlsduselei spekulierenden Romane, das ist die tägliche geistige Nahrung, die von dem weitaus größten Teil der weiblichen Bevölkerung aller Bcrufsstände verschlungen wird. Wer sich's leisten kann, liest nebenher noch die Hintertreppenromane. Wirklich gute Zeitschristen und Bücher sind den Frauen zu teuer. Wenn jede Woche ein Heft der Schundliteratur erscheint, so wird es mit Freuden aufgenomnien und die Opfer erscheinen nicht zu groß. Bücher sollten zu dem Zwecke geschrieben iverden, das Volk zu bilden, um es zu veredeln; aber gerade die Bücher, die im Volke so reißenden Absatz finden, wirken nichts weniger als veredelnd. Amerikanische Detektiv- und Räuberromane, eine wahre Erziehungs- und Fortbildungsschule für Verbrecher jeden Genres, schießen in jüngster Zeit wie Pilze aus der Erde und werden nicht nur von der unreifen Jugend verschlungen, auch Frauen gehören mit zu den Hauptabnehmern dieser Leklüre. Es wäre wohl angebracht, wenn die Eltern nach dieser Richtung ein wachsames Auge haben wollten. Aber viele Eltern sind leider so unverständig, zu dem Lesen solchen Zeuges sogar durch Beispiel Veranlassung zu geben. Das Volk hat heute leider noch viel zu wenig Verständnis für gute Lektüre. Hier haben wir noch einen harten Boden zu bearbeiten. Das Volk kann gar nicht das Gute und Erhabene vom Schlechten unterscheiden. Bei den Aufklärungsversuchen stößt man auf große Schwierigkeiten. Mit Zeitungen ist es genau so wie mit Büchern. Wird in einem Haushalte ein Arbeiterblatt gelesen, so sind es regelmäßig die grauen, die das nicht haben wollen. Es ist zu schwer, sich plötzlich in eine neue Gedankenwelt hineinzufinden. Da ist es nun Sache der Männer, den Frauen und Töchtern Dinge zu erklären, die ihrem Verständnis noch fern liegen, ihnen zu sagen, warum überhaupt die Arbeiterpresse gelesen werden muß und warum die bürgerlichen, besonders die sogenannten parteilosen Blätter das Arbeiterinteresse schädigen. Unsere Zeitungen berichten über viele Dinge, die die Frau, auch wenn sie bisher der Sache noch 'ernstand, leicht begreifen kann. wenn sie nur den guten Willen hat. Mit der Zeil versteht man manches, was einem vorher unbegreiflich war. Unsere Partcizeitnugen können nicht dem Begriffsverniögen eines jeden Anfängers iltechmnig tragen, es muß auf die große Masse der Fortgeschiittenen Rücksicht genommen werden. Sache dieser ist es, den noch Rückständigen ein Helfer zu sein. Schritt für Schritt muß jeder Neuling, ob Mann oder Frau, sich in die Materie hiiicinzuarbeiten versuchen. Das fällt wohl mancher Frau schwer, doch es geht. Daß eS geht, zeigt die namentlich in den letzten Jahren stark vorwärtsschreitende Frauen- bewegung. Trotzdem es für die Frau mit ihren vielfachen Lasten weit schwerer ist wie für den Mann, sucht sie daS oft unmöglich scheinende möglich zu machen. Nur nicht den Mut sinken lassen, man kann viel, wenn man nur will. Eine edle Seele. Unseren über Dienstbotenelend lamentierenden, am Wohltätig- keitSrummel sich ergötzenden Damen winkt Rettung durch einen in England auftauchenden Plan. Wie gemeldet wird, ist eine Londoner Dame auf einen eigenartigen Gedanken gekommen, der bereits in nächster Zeit zur Durchführung gelangen soll: sie will eine ganze Schar kleiner Knaben, in erster Linie Waisenkinder, kasernieren und in der Ausführung von Hausarbeit, ausschließlich Kochen unter- richten lassen. Diese Knaben sollen gegen bescheidene Bezahlung ausgeliehen werden. Die Bezahlung würde sich nach der Art und nach der Dauer der Arbeit richten. Die kleinen männ- lichen Dienstboten erhalten eine dunkelgraue Uniform mit silbernen Knöpfen. Wirklich ein großarsiger Gedanke I Da würden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.' Man brauchte sich nicht mehr mit den Dienstmädchen, die sich einbilden, auch Menschen zu sein, herumzu- ärgern, ein gottgefälliges Werk wird vollbracht, indem man in humanster Weise für die armen Waisenkinder sorgt, und es läßt sich noch ein nettes Geschäft dabei machen. Die Kinder sollen zwar billig— ausgeliehen werden, aber jedenfalls doch nicht ohne Profit für die männliche Dicnstboten-Drillaiistalt. Daß solche Pläne aus- geheckt werden können und in der bürgerlichen Presse ohne ab- iveisende Kritik mitgeteilt werden, ist auch ein Beweis für den sitt« lichen Verfall der christlich-kapitalistischen Gesellschaft. Versammlungen. Der Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Ar, bcitcrinnen Berlins und Umgegend hielt am Sonntag in DräselZ Festsälcn seine Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Anwesenden das Andenken der seit der vorigen Generalversammlung verstorbenen Mitglieder K y n a st und D ö l l e in üblicher Weise.— Darauf gab der Vorsitzende M. Peters den Bericht des Vorstandes für das 2. Quartal. Dieses könne als ein sehr erfolgreiches bezeichnet werden. � Der Verein habe sich sehr gut entwickelt, um 395 Mitglieder vergrößert, welcher Erfolg der Flugblattverbreitung zuzuschreiben sei. Auch innerhalb der Organisation herrschte eifriges Leben, die Vereins- Veranstaltungen sowie die Abteilungsversammlungen wurden rege besucht. Es fanden 9 Vorstandssitzungcn, 7 Verwaltungssitzungen, 32 Abteilungsvcrsammlungen und 2 Generalversammlungen statt. Die in den Versammlungen gehaltenen Vorträge behandelten folgende Thematas: Nationalökonomie 6, Organisationsfragen 6, Biographien 3, Jugendorganisation 2, Arbeiterbewegung 2, Ge- schichte 2 und Kunst 2.— Obwohl von den Gegnern wenig zu hören war, waren diese dennoch nicht untätig. Sie wühlten im stillen. Zwei Lehrer scheuten sich sogar nicht, der Polizei Spitzeldien sie zu leisten. So denunzierten der Rektor der Fortbildungsschule in der Langenstraße, Herr Kracht, und der Rektor der Steglitzer Fortbildungsschule, Herr S t e i n k e, einige Flugblattverteiler an die Polizei, welche diese mit Verfügungen von Geldstrafen bedachte. Natürlich sei hiergegen richterliche Eni- scheidung eingelegt. Auf das Treiben der Jnnungsmeister gegen die Pslichtfortbildungsschule hinweisend, bemerkte Redner, daß mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die volksschädigenden Absichten jener Leute zuschanden gemacht werden müssen. Man werde den geeigneten Moment abwarten, um den niederträchtigen Angriff der Meister auf die Pflichtfortbildungsschule energisch zurückzu- schlagen.— Der Bericht wurde mit lebhaftem Beifall aufgenom- men.— Auf eine Anfrage aus der Versammlung wurde er- widert, daß Mitte des Monats August ein für die Funktionäre des Vereins bestimmter Kursus in Redeübung, der von Julian B o r ch a r d t geleitet werde, eingerichtet wird.— Die Beschwerdestelle des Vereins, über dl? ebenfalls der Vorsitzende berichtete, habe eine rührige Tätigkeit entfaltet. In mehr als 40 Fällen (gegen 12 im vorigen Vicrteljahrl) wurde sie in Anspruch ge- nommen. Die vom Verein geführten Klagen verliefen sämtlich zugunsten der betreffenden Mitglieder. Redner übte an den von den Gewerbeinspektorcn vorgenommenen Revisionen scharfe Kritik. Trotz der Revision beständen die angegebenen Mißstände weiter. In dieser Bezicbung werde die Beschwerdestelle ebenfalls Material sammeln, um dies gelegentlich zu veröffentlichen.— Der nunmehr vom Kassierer Schröter erstattete Kassenbericht des zweiten Quartals wies einschließlich des Bestandes vom 1. April eine Ein- nähme von 1350,81 M. und eine Ausgabe von 906,44 M. auf, so daß zurzeit ein Bestand von 444,37 M. verbleibt.— Der Obmann der Bibliothckkommission W. Jonas berichtete nun in ein. gehender spezialisierter Weise über die Benutzung dr Bibliothek. Diese war gegen das 1. Quartal bedeutend stärker.— In dio Bibliothekkommission wurde Hentscher gewählt. Deutscher Buchbinderverbanb. Die Zahlstelle Berlin deS Buchbinderverbandes hielt am 26. und 31. Juli im großen Saale des Gewerkschastshauses ihre ordentliche Generalversammlung ab. Am ersten Versammlungstage konnte die Tagesordnung Haupt- sächlich deswegen nicht erledigt werden, weil der Bevollmächtigte Klar durch die Tarifvcrhandlungen in Leipzig verhindert war. an der Versammlung teilzunehmen und den Geschäftsbericht zu geben. Aus dem Bericht des Arbeitsvermittlers B y t o m s k i ist zu erwähnen, daß sich im verflossenen Vierteljahr 675 Gehülfen und 575 Arbeiterinnen arbeitslos meldeten. Verlangt wurden 498 Gehülfen und 858 Arbeiterinnen, besetzt 328 Gehülfen» und 381 Arbeiterinncnstellen. Außerdem wurden für Gehülfen 176 Aushülfsstellen gemeldet, die sämtlich besetzt wurden, und für Ar- beiterinnen 54 Aushülfsstellen, wovon 20 besetzt wurden. Da in- folge der Aussperrung der Arbeitsnachweis nach Meinung der Ar- beitgeber nicht so funktionierte wie er sollte, hat sowohl die Innung wie der Verband der Berliner Buchbindereibesitzer den Nachweis auf den 1. Oktober gekündigt. Wie der Redner erklärte, bleibt er dennoch bestehen; es müsse nur für das Kuratorium Ersatz von Arbeitgebern gewonnen werden.— Der Bibliothekar Schmidt berichtete, daß die Bibliothek jetzt 1320 Bände zählt. Benutzt wurde sie im Lause des Vierteljahres von männlichen Mitgliedern 443mal, von weiblichen 228mal.— Als zweiter Bevollmächtigter der Zahlstelle wurde Gerber gewählt. In der Fortsetzung der Generalversammlung am Dienstag wurde zunächst der Geschäftsbericht über das letzte Vierteljahr vom Bevollmächtigten Klar gegeben. Es haben 2 Generalver- sammlungen, 1 Mitgliederversammlung, 24 Sitzungen der Ver- waltung, Branchenversammlungcn in allen Branchen, eine große Anzahl von Werkstattsitzungcn sowie die Streikversammlungen der Buchbinder stattgefunden. Der Bericht der Streikleitung der Buchbinder soll in einer besonderen Versammlung gegeben und zur Diskussion gestellt werden. Aus den Berichten von den übrigen Branchen ist besonders die Kündigung des Tarifs in der Konto- buchbranche zu erwähnen. Die Verhältnisse sind hier jetzt so weit gediehen, daß die Tarifvcrhandlungen beginnen können. In dieser Branche haben die Arbeiter von einer strikten Durchführung der diesjährigen Maifeier Abstand genommen, weil die Unternehmer erklärt hatten, daß sie darin einen Tarisbruch erblickten.— Die Zahlstelle hatte am Vierteljahrsschluß 2971 männliche und 3161 weibliche, also 6132 Mitglieder.— Die Diskussion, die sich an den Geschäftsbericht knüpfte, bezog sich zu einem großen Teil auf eine Streitsache zwischen Hanke und dem Verbandsvorstand und-Vorsitzenden Kloth. Hanke erklärte hierbei, daß er den in der Sonntagsversammlung gestellten Antrag zurückziehe. Wilhelm stellte den Antrag, daß eine Kommission zur Untersuchung der Streitsache gewählt werde, und daß bis zur Berichterstattung der Kommission alle gegen Hanke unternommenen Schritte zu ruhen hätten. Demgemäß wurde eine Kommission von 7 Mitgliedern gewählt. Kloth erklärte im Namen des Verbandsvorstandcs, daß man die Sache gegen Hanke nicht ruhen lassen werde.— Daß die Verwaltung einen Kollegen aus den Reihen der Streikenden zur Aushülfe im Bureau beschäftigte, wurde ohne Widerspruch gutgeheißen. Ebenso wurde die Wahl von Herzog. der als Sonnabendkassierer auf dem Bureau tätig ist, gutgeheißen. Als Hülfskassierer, die abwechselnd abends auf dem Bureau tätig sein sollen, wählte die Generalversammlung M e i n i ck e und Breuninger, als Revisoren der Zahlstelle Franz Müller, Kreuthor, Ramlau und K i e b e r t. In den Gauvorstand wurden die bish-rigen Mitglieder, nämlich Lemser, Schade und Krüger wiedergewählt. Ein Antrag der Verwaltung, die Extrabeiträge zu bestimmten ermäßigten Sätzen bis Ende des Jqhres mtei zu«Myj, churde auf d'j? nächste VersgmOlmig Berlagt; es wurde beschloffen, daß bis zur Erledigung des An-| Sache dem Vorstande zur weiteren Ermittelung zu überweisen und trages die alten Extrabeiträge weiter zu bezahlen sind. den Mitgliedern in der nächsten Versammlung Bericht zu erstatten. " wird. Partei- Speditionen: Gesund SchönAltBriefkaften der Expedition. Beelitz 48. Wenn Patienten entlassen sind, werden die Eremplare Der Fachverein der Tischler hielt am Mittwoch seine GeneralDer Verband der Kürschner Berlins und Umgegend hielt am vom Postzeitungsamt bei uns abbestellt. Der Ueberweisungsbetrag muß bersammlung ab. Der Vorsitzende Beiersdorf gab den Be- 25. Juli seine Generalversammlung ab. Genosse Katzenstein voll gezahlt werden, auch wenn nur für einen Tag die Beitung geliefert richt des Vorstandes. Es fanden im letzten Quartal 6 Vorstands-, referierte über das Thema:" Welchen Wert hat die Konsumgenossen1 Mitglieder-, 1 General- und 1 außerordentliche Generalversamm- schaft für die Arbeiterklasse?" Der Vortrag wurde mit Beifall aufJung statt. Die Maiversammlung wurde von den Tischlern und genommen. In der Diskussion traten Schäfer und O. Bitter Bintgießern gemeinsam abgehalten und herrschte eine allgemeine fowie Genosse Wagner den Ausführungen des Referenten bei, Arbeitsruhe. Ausgesperrt wurden deswegen 12 Kollegen, ent- während Peters in einigen Punkten seine abweichende Meinung laffen 1 Kollege. Rechtsschutz wurde im verflossenen Quartal von geltend machte. den Mitgliedern nicht in Anspruch genommen. Den Kassenbericht gab Hoffmann. Zu demselben bemerkte Süberling, daß wir in Zukunft bei Darlehnsgesuchen etwas vorsichtiger sein müßten, da es immer schwer für die Betreffenden sei, das Darlehen zurückzuzahlen. Bei der Ergänzungswahl des Vorstandes wurden der 1. Vorsitzende Beiersdorf sowie der 1. Kassierer Hoffmann einstimmig wiedergewählt. 1. Schriftführer wurde Greulich, 1. Revisor Schäfer. Bei der Wahl des Beitungsexpedienten entspann sich eine längere Debatte, in deren Verlauf ein Antrag Weiß angenommen wurde, die Zeitung vom 1. August ab durch die Paketfahrt expedieren zu lassen. Als Expedient wurde Meier gewählt. Nunmehr folgte die Diskussion über den 7. Kongreß und im Anschluß daran über die bekannten Artikel der„ Einigkeit". R. Weiß sowie Posselt waren der Meinung: Die Protokollauszüge sind voll und ganz zu billigen, doch könnten sie sich nicht mit dem A. K. gezeichneten Artikel einverstanden ertlären, denn gerade jetzt sei es eine taktische Unklugheit, solche Artikel zu veröffentlichen. Wenn auch einzelne Führer der Partei Fehler machten, so dürfe man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und biete der Artikel eine Waffe gegen die freien Vereinigungen. Posselt verurteilte ganz entschieden die Tendenz des Artikels, soweit sie dahin gehe,' die Partei zu spalten. Süverling, Winkler und einige andere Redner dagegen begrüßen den Artikel mit Freuden. Man müsse die Situation betrachten, welche den Anlaß zu dem Artikel gab. Die Parteipresse habe nichts getan, um die Sache aufzuklären, die die Einigkeit" aufgedeckt hätte, und man könne es ganz gut begreifen, daß, wenn jemand schon lange etwas auf dem Herzen habe, demselben die Galle übergehe und er seine Anschauungen veröffentliche. Die „ Einigkeit" durfte den Artikel nicht zurückweisen. Weiß und Posselt nahmen nochmals das Wort und bemerkten, die ganze Ferm des Artikels wäre nicht geeignet, der freien Vereinigung zu nüßen. Unter Vereinsangelegenheiten trägt Beiersdorf die Sache Luck vor. Selbiger war als sogenannter Werfführer beschäftigt und hat in einer gesperrten Werkstatt trotz Vorhaltung des Vorstandes weiter gearbeitet. Auf Antrag wird der persönlich anwesende und sehr rabiat auftretende Auchkollege aus dem Verein ausgeschlossen. Ebenso erging es dem Mitgliede Grabert, welches am 1. Mai gearbeitet hat. Steffin unterbreitet der Generalversammlung die Angelegenheit seiner Maßregelung und wird dem selben die Unterstützung bewilligt. Süberling beantragt, bie 200 Mart Darlehen, welche er als Geschäftsleiter nach Nürnberg gesandt habe, als Streitunterstützung anzusehen. Die Versammlung beschließt demgemäß. Ueber den Arbeitsnachweis von Oskar Jhn ist Beschwerde eingelaufen und stellt Süberling den Antrag, die im Laden. Sodann gab der Kassierer Storkmann die Abrechnung vom zweiten Quartal. Vom ersten Quartal wurde ein Bestand von Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder 1671,31 M. übernommen. Die Einnahme des zweiten Quartals ftraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, betrug 2128,65 M., Ausgabe 1395,35 M., verbleibt ein Bestand Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, SO.: Paul Böhm, Lausiker von 2404,61 M. Den Bericht vom Arbeitsnachweis und der Bi- Rüdersdorferstr. 3, am Rüstrinerplatz. bliothek gab der Geschäftsleiter Regge. In den Monaten April plat 14/15( Laden).- Fünfter Wahlkreis: Leo 3 ucht, Seibelstr. 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, bis Juni suchten Arbeit: 111 männliche und 183 weibliche, zusammen 294 Personen. Verlangt wurden: 97 männliche, 231 weib- Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding: Kart Beiße, Wiesen. straße 41/42. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: liche, zusammen 328 Personen. Stellen konnten besetzt werden durch Hermann Raschke, Ackerstr. 36, Eingang Anklamerstr. 72 männliche und 130 weibliche, zusammen 202 Personen. Aus brunnen: Frapp, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Karl Mars, Lychenerstr. 123. der Bibliothek wurden 209 Bücher entlichen. Zwei neue Bücher, hauser Vorstadt: „ Die Nonne" und" Wunder des Kosmos" wurden von Mitgliedern Glienicke: Reinhold Schulz, Rudowerstr. 83.- Charlottenburg: der Bibliothek als Geschenk überwiesen. Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestr., b. I.- WilmersUnter Verschiedenes" brachte der Vorsitzende Frite die An- dorf- Halensee: Georg Feese, Berlinerstr. 46, Laden.- Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, griffe Tunigs vom Zentralverband in der gemeinsamen öffent- Stralau u. Rummelsburg: Otto Seitel, O. 112, Stronprinzen lichen Versammlung vom 18. Juli wegen Einigungsverhandlungen straße 50, I. Grünau:. Bluhme, Viktoriaftr. 2. Rix. zur Sprache. Um die neueren Mitglieder über die damals ge- dorf: M. Heinrich, Neckarstraße 2, im Laden. Schmargenpflogenen Ginigungsverhandlungen zu informieren, erlas er die am dorf: Gustav Kaminsky, Cunoftraße 2. Schöneberg: 28. September 1904 angenommene Resolution, die die Bedingungen Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Berlinerstr. 41/42. enthielt, unter denen eine Einigung hergestellt werden sollte, des Tempelhof: M. Müller, gleichen die Resolution, die am 30. November 1904 in Anivesenheit Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerderftr. 1 d. JohannisSchöneweide: Julius Grunow, Edisonstr. 10, I. des Zentralvorsitzenden Schubert einstimmig angenommmen thal: Franz Hünold, Bismardstr. 7.- Adlershof: Erich Steuer, wurde. Dieselbe lautet: Die Versammlung erklärt: Wir erblicken Roonftr. 8, I. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, eine dauernde und ehrliche Einigung nur dann für geboten, wenn Luckenwalderstr. 4b.- Köpenick: Friedrich oid, Grünstr. 4. unsere Forderungen, wie sie in der Resolution vom 28. September Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernsee, Schloßstr. 115, niedergelegt sind, vom Deutschen Kürschnerverband angenommen wer- Gartenhaus I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: den. Da der Hauptvorstand, vertreten durch den Kollegen. Mohr, Düppelstr. 8, u. Fr. Schellhase, hornstr. 15 a.- MarienSchubert, heute die Annahme der Resolution ablehnt, so ist weg: Stod, Ernststr. 2, II.- Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzdorf: Baul Müller, Bergstr. 35, Hof I für uns der Beweis erbracht, daß es dem Zentralverband nicht um straße 412, Laden. Neu- Weißensee: W. Reste, Sedanstr. 105, eine Einigung, sondern nur um eine Unterwerfung unsererseits parterre. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönunter das Statut desselben zu tun ist, welches wir entschieden ab- holz: B. Gursch, Provinzstraße 108, II. Tegel, Borsig. lehnen und die Verhandlungen für beendet erklären. Die Mit- walde, Wittenau, Waidmannslust, Hermsdorf und glieder verpflichten sich, wie bisher so auch später treu und fest zum Reinickendorf- West: Baul Kienast, Borsigwalde, Schubart Verbande der Kürschner Berlins und Umgegend zu halten und den straße 43.- Pankow- Niederschönhausen: G. Freiwaldt, Uebertritt zum Zentralverband zu vollziehen, wenn die Resolution Ablage: Alfons Graz, Eichwalde, Kronprinzenstr. 82, I.- Teltow: Mühlenstr. 73.- Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels vom 28. September angenommen wird. Der Vorfißende bemerkt Hermann Krüger, Neuestr. 2. Nowawes: Wilhelm Jappe, noch dazu, daß eine öffentliche Versammlung nicht der Ort sei, Friedrichstr. 1.- Spandau: Stoppen, Jagowstr. 9. um über derartige Fragen zu entscheiden, sondern die einzelnen Organisationen. Da der Verband der freien Vereinigung deutscher Ober. NiederBaumschulen. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Gewerkschaften angeschlossen sei, so werde man sich niemals einer Berle bort zu haben. Auch werden Inserate für Organisation unterwerfen, die auf dem Prinzip aufgebaut ist, den Vorwärts" entgegengenommen. durch das Unterstüßungswesen die Mitglieder zur größten Unselbständigkeit zu erziehen. Ein Antrag Schäfer, die Resolution in den Vorwärts" zu bringen und über diese Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen, wurde einstimmig angenommen. Verband der Schneider und Schneiderinnen Teue freie Volksbühne Achtung! Filiale Berlin. Achtung! Herrenkonfektionsschneider Bitte ausschneiden. Vereinigung der Opern- Vorstellungen im Schiller- Theater o. Metallarbeiter Deutschlands ( Morwitz- Oper). abends 8 Uhr: O. Verein Berlin. Die Firma Möttgen u. Ferber, Kommandantente. 61, vermittelt Der Rattenfänger von Hameln Bureau u. Arbeitsnachweis Rosenthalerstr. 57 Q. Eingang: Gormannfix. 28), Streifarbeit für Elberfeld, wo sich die Konfektionsschneider im Streit befinden. Kollegen! Es ist Ehrenpflicht eines jeden, solche Streitarbeit zurückzuweisen und von allen verdächtigen Vorkommnissen sofort der unterzeichneten Verwaltung Mitteilung zu machen. Heute Donnerstag, abends 8 Uhr, in den Musikersälen", Kaiser Wilhelmstr. 18m: Oeffentl. Konfektionsschneider- Versammlung. Tages- Ordnung: Der Lohnkampf unserer Elberfelder Kollegen und wie wehren wir die Einschmuggelung von Streifarbeit seitens der hiesigen Konfektionäre ab. Kollegen! Agitiert für zahlreichen Besuch! 164/3 Verband deutscher Schneider. Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Engel- Ufer 21. Achtung! Bauhandwerker, Arbeiter, Parteigenossen der Reichstagswahlkreise Züllichau- Schwiebus, Arnswalde- Friedeberg, Kalau- Luckau und der übrigen Kreise der Mark Brandenburg! Dienstag, den 7. August 1906, abends pünktlich 8½ Uhr: Volks Versammlung im Lokale des Herrn Boeker, Weberstraße 17. Zages Ordnung: 265/ 17* 1. Die Sozialdemokratie und das ländliche Proletariat." Referent: Stadtverordneter Genosse Hermann Schubert. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Arbeiter, Parteigenossen! In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Arbeiters, eines jeden Parteigenossen, in dieser Versammlung zu erscheinen und für recht zahlreichen Besuch zu agitieren. Die Baudeputierten werden gebeten, Bauhandwerker aus diesen Streifen auf diese Versammlung aufmerksam zu machen und zum Besuche derselben zu veranlassen. Sorgt für Massenbesuch in dieser Versammlung! Keiner darf fehlen! Tue jeder seine Pflicht! Der Einberufer. J. A.: Richard Eitner, Romintenerstraße 4. von V. E. Neßler. Sonntag, den 19. August, nachm. 3 Uhr: Der Freischütz von C. M. Weber. Billetts für Mitglieder a 1 Mark, für Gäste a 1,20 Mark inkl. Garderobe sind in allen Zahlstellen zu haben. 150/12 Der Vorstand. I. A.: Heinr. Neft. Freireligiöse Gemeinde Berlin. Sonntag, den 5. August, in Wernaus Garten und Festsälen, Schwedterstr. 23/24( an der Kastanien- Allee): GROSSES SOMMERFEST bestehend in Vokal- u. Instrumental- Konzert, Theater u. Tanz, unter gütiger Mitwirkung des Männer- Gesangchors der Freidenker unt. Leitung d. Chormeisters Herrn B. Koblenz. Musikdirigent Herr Karl Böhm. Regie Herr Berthold Scbröder. Herren, die am Tanze teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programm 30 Pf. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Anfang 4 Uhr. 62/ 18* Das Komitee. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäft. Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonnabend, 4. August, im Etablissement Schweizergarten" am Königstor( Friedrichshain): Sommerfest. Spezialitäten- u. Theater- Vorstellung. Kinderbelustigungen aller Art. Anfang der Vorstellung 5 Uhr. 75/ 18* Billett 30 Pf. Im Saal: Ball. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Der Vorstand. NB. Am Sonnabend, den 4. Auguft, wird im Bureau und fämtlichen Zahlstellen nicht tassiert. D. O. Kufeke's Kinder mehl ( 2. Geöffnet von 92-2 und 4-8 Uhr. Telephon: III, Nr. 1296. Sonnabend, den 4. August, abends 8 Uhr, im Verkehrslokal Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57( Hof): Kombinierte Vertrauensmänner- Konferenz. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die gepflogenen Verhandlungen mit dem Allgem. Deutschen Metallarbeiter- Verband. 2. Gewerkschaftliches. Sämtliche Vertrauensleute und Funktionäre haben zu dieser Konferenz unbedingt zu erscheinen. 280/17 Der Vorstand, Sonnabend, den 11. August 1906, im Gesamt- Etablissement des Bernhard Rose- Theaters, Badftr. 58: Großes Sommerfest berbunden mit Gartenkonzert, Theatervorstellung, Auftreten erstklassig. Spezialitäten. -Boltsbeluftigungen aller Art. Kinderfackelzug, wozu jedes sind eine Stodlaterne gratis erhält. Während der Pausen und nach der Vorstellung: Großer Sommernachts- Ball. Billetts 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Bahlreichen Besuch erwartet Anfang 4 Uhr. Das Komitee. Zigaretten- Produktiv- Genossenschaft Dresden Eingetragene Genossenschaft m. b. H.Nachtrag zur Bilanz pro 1905. Die Zahl der Genossen bei Gründung unserer Genossenschaft betrug 106, die Haftfumme derselben M. 3180,-. Bis zum 31. Dezember 1905 wurden noch aufgenommen 87 neue Genossen mit einer Haftſumme von zusammen M. 2610, 18802 Der Vorstand. gez. Georg Czabran. gez. Ernst Krausche. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei und leiden nicht an Verdauungsstörung. 66011 Hervorragend Brechdurchfall, Darmkatarrh, Diarrhöe etc. Ch. Fork, Kretzschmar& Co. Vereinigte Cischler- und Capezierer- leister. Berlin. An der Jannowitz- Brücke 3-4. Deutschlands größtes Möbelkaufhaus für Wohnungs- Einrichtungen in allen Preislagen. A A A A A A A A A A A Verlangen Sie unser großes Musterbuch frei und umsonst. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 AAAAAAAAAAA ། so verhaben die Herstellung der Josetti- Cigaretten vollkommnet, dass wir alle früheren Produkte in unserer langjährigen Praxis nur als experimentale Stufen zu dieser Vervollkommnung betrachten. Während dieser Praxis haben wir fortwährend den Vorteil sachverständiger Kritik gehabt, ohne welche die Herstellung von Cigaretten wie JOSETTI CIGARETTEN nicht möglich gewesen wäre. Die Josetti- Cigarette ist thatsächlich ein Erfolg, begründet auf vielen früheren Erfolgen. Sie ist die Cigarette des deutschen Kenners geworden, weil sie über der Kritik des schärfsten sachverständigen Kritikers steht. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter, sorgender Vater und Großvater, der Bauanschläger Wilhelm Diekmann nach kurzem, schwerem Leiden am 31. Juli im 64. Lebensjahre verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Emilie Diekmann. Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. August, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 3106 Sozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis ( Stralauer Viertel.) Bezirk 175a. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler Wilhelm Diekmann gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 244/15 Der Vorstand. سے Josetti Griseldis 10 St. 30 Pig. Josetti Juno 10 St. 20 Pfg. Das Ernten türkischer Tabakblätter. Nur die feinsten Blätter werden unter sachverständiger Aufsicht gepackt Ost- Kasino Frankfurter Allee 106. Säle f. Versammlungen, Vereinsund Privatfestlichkeiten. Neu eingerichtete Vereinszimmer. Jm Restaurant: Täglid Künstler- Freikonzert 18302* bis 3 Uhr morgens. Karl Pirnau. + Hygienische Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. teppdecken 1327 L* Gelegenheitskauf! Bunt Katton Ersatz für Deckbett in den Farben rot, 285 Similiseide 485 675 Wolladas blau, 1525 750 Schlafdecken 150 250 350 Bunte Normaloliv fehlerhaft( Wolldecken ganz dick 300 400 SpezialJosetti Th Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bauanschläger Wilh. Diekmann am 31. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. August, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/10 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Hierdurch diene zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kollege Karl Schulze verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 2. August, nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Kirchhofes, Rirdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 78/6 Die Ortsverwaltung. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Steglitz. Todes- Anzeige. Am Montag, den 30. Juli, ber starb unser Kollege Nähmaschinen Ortskrankenkaffe des Maurergewerbes zu Berlin. Albert Reberg. ( Frister u. Roßmann) billigst, auch gegen Teilzahlung. Zuschneide- Kursus gratis. Rosenthalerstr. 19. 18722* Zigarren! * Wer Zigarren ganz spottbillig einkaufen will, komme sofort Berndt& Co., Kreuzbergstr. 29, 1 Tr. Soeben erschien in neuer Auflage Das kommunistische Manifest. Auf Grund des§ 67 des Statuts geben wir den Mitgliedern und Arbeitgebern bekannt, daß die in der Generalversammlung vom 12. April 1906 beschlossene zweite Abänderung des Kassenstatuts, betreffend die §§ 13, 17, 34 durch Beschluß des Bezirksausschusses vom 6. Juli 1906 genehmigt worden ist und Montag, den 6. August, in Kraft tritt." Piano5 Druderemplare dieser Abänderung gelangen im Kassenlokal zur Berteilung. Berlin, 31 Juli 1906. Der Vorstand. A. Daehne, Vorsitzender, Lhchenerstr. 13. 500 M., ganz vorzügl., spottb. 3.vert.Gerichtstr.32, Dittrich. Der gefündefte Mit Vorreden von Karl Marr und haltbarste Effig läßt sich nur selbst und Friedrich Engels und einem Vorwort von Karl Kautsky, 234/ 10* bereiten aus = Reichel's A. Kelpin, Schriftführer, Lorgingstr. 23. Ehrenerklärung! Am 13. Mai turde in CharlottenTodes- Anzeige. 2956 Am 30. Juli verstarb nach furzem Leiden unser Mitglied, Landsmann burg, Wilmersdorferstr. 42, ein Fabr- Richard Scheunemann rad gestohlen. Alls Dieb murde von dem Bestohlenen ein Mitglied des Radfahrer Vereins Charwelches wir den Parteigenoffen beftens Effig- Effenz= lottenburg beschuldigt, und zwar der empfehlen. Der Preis beträgt 20 P1, die in ungezählten Haushaltungen Genosse Emil Guſe. Diese Bein besserer Ausstattung 50 schuldigung ist zu Unrecht geschehen Ferner bringen mir folgende ständig Berwendung findet. Originalflaschen, für 12 Beinfl. und nimmt der Bestohlene dieselbe Schriften in empfehlende Erinnerung: Essig ausreichend, m. 1., Fl. wieder reumütig zurück. Wir bitten Karl Marx ökonomische 55. Für leere Flaschen 10 bezw. nun alle Genossen, welche davon etwas 5 Pf. zurück. Ueberall in den erfahren haben, den Genossen Emil Drogerien usw. erhältlich, wo nicht, direkter Versand von der Guse nach wie vor als ehrenwerten Fabrik 18782 Genossen anzusehen und bedauern Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert von Karl Kautsky. Breis 2, Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schoenlant. Breis 10 Pf. Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil erläutert von Karl Kautsky. 2, M. im Alter von 29 Jahren. Wir bewahren ihm hierdurch ein dauerndes Andenken. 308b Verein„ Landsmannschaft der Schlesier". Danksagung. Otto Reichel, Berlin So. 43, dies Vorkommnis im Berein.[ 27/2 besondere dem Gesangverein MännerEisenbahnstr. 4. Nur echt und rein bei un berlegtem verschluß er mit Marte„ Lichtherz“. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die reichen Stranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen Freunden und Verwandten, inschor Süd- Ost und den Kollegen der d. Arb.- Radf.- Vereins Charlottenburg. Pianofabrit der Firma C. Hilje u. Cie., meinen herzlichsten Dant. Heinrich Flemming nebst Kindern. Von der Reise zurück 145/4 Der Vorstand Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung u. Tabakfabrik. Fabrik- Lager sämtlicher gangbaren Kau- u. Schnupftabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak. reis Ratiborer Schnupftabake: Essegger, Kowner, Kardinal, Karotten usw. Haus Emil Lefèvre, Expedition des Vorwärts Oranienstraße 158, Berlin S. Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Neu! frisch zu billigsten Engrospreisen. Neu aufgenommen: Neu! Berliner Luft( Detailpreis: Paket 10 Pf.) erstklassiger Qualitäts- Schnupftabak aus den Tabakfabriken 1668L* von Joseph Doms, Ratibor. Amt 4, 3014. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Nixdorf, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Dr. Eduard Flatow, Große Frankfurterstr. 53. Von der Reise zurück am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstagnachmittag 6 Uhr von der Leichenhalle des Kirchhofes in Steglitz aus statt. 35/16 Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Am Sonntag, den 29. Juli, starb nach fast zweijährigem Strantenlager an der Lungenschwindsucht unser Kollege, der Lithograph Fritz Topp. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. Auguft, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Filiale, Berlin III ( Lithographen) des Deutschen Senefelder- Bundes. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber, guter Mann, Vater, Bruder und Schwager 18872 Max Schoch im Alter von 39 Jahren nach furzen, aber schweren Leiden am 31. Juli 1906 verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an, um stilles Beileid bittend Louise Schoch nebst Sohn. Die Beerdigung findet am FreiDr. med. C.S.Engel tag, ben 3. b. Dits., nachmittags Spezialarzt für innere Krankheiten SW., Friedrichstraße 42 Bakteriolog. mikroskop. Laboratorium Friedrichstraße 125.[ 18812 PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 6 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nazareth- Kirchhofes, Reinickendorf West, Kögelstraße, aus statt. Zurückgekehrt 0 145/3 Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. N., Lothringerstraße 67. Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 137/13 Dr. Herm. Weyl Nr. 177. 23. Jahrgang. 2. fcilnp des, Amiirls" Kerl« WKsIM Donnerstag. 2. Anglist IM. Zum Austritt aus der Landeskirche. 1. Wiederholte Zuschriften an uns betonen, daß auf den Gerichten oft Zeitversäumnis durch irrige Auffassungen einiger Amtsrichter oder durch unrichtige Angaben in Urkunden entstehen. ES ist deshalb zu raten, mit der persönlichen Austrittserklärung, die vom 29. Tage ab bis am 42. Tage nach Eingang der schriftlichen Hrklärung in Person auf dem Gericht abzugeben ist, nicht bis zum letzten Tage zu warten, sondern die Erklärung bereits am 29. oder ZO. Tage abzugeben. 2. lieber die Frage des Austrittes der Kinder herrschen noch immer Unklarheiten. Diese beruhen auf dem von uns schon wieder- holt betonten Wechsel in der Anschauung der Gerichte. Früher nahm das Kammergericht an, der Unmündige müsse in Person den Aus- tritt erklären. In der durch das Kieler Arbeitersekretariat herbei- geführten Entscheidung vom 14. Dezember 19W aber, über die wir im April berichteten, gelangte das Kammergericht zu der Ansicht, der gesetzliche Vertreter kann für seine Kinder die Erklärung ab- geben. Wir schildern nachstehend diesen Fall ausführlicher an der Hand des S. Jahresberichtes des Kieler Arbeitersekretariats und bitten die Genossen, nach diesem Fall ihre Maßnahmen einrichten zu wollen. Ein Kieler Einwohner, der samt seiner Ehefrau aus der Landeskirche ausgeschieden war, hatte auch den Austritt seiner achtjährigen Tochter schriftlich erklärt und diese Erklärung mündlich vor dem Amtsgericht wiederholt. Das Amtsgericht erkannte ohne weiteres die Rechtmäßigkeit des Austrittes an und erteilte die erforderliche Bescheinigung. Auf eine seitens des Kirchenvorstandes an das Amtsgericht gerichtete Beschwerde ver- harrte dieses auf seinem Standpunkt. Der Kirchenvorstand erhob sarauf Beschwerde beim Landgericht mit der Begründung, daß der Vater zwar nach dem Gesetz über die religiöse Erziehung des Kindes zu bestimmen habe, daraus folge aber nicht sein Recht, auch über dessen Konfession zu bestimmen, was sich schon deshalb verbiete, weil die Zugehörigkeit zu einer Konfession von religiösen Handlungen, z. B. der Taufe, abhängig sei. Auf jeden Fall aber fordere das Gesetz vom 14. Mai 1873 eine persönliche Austritts- erilärung, wellihc von einem religionsunmündigen Kinde rechts- wirksam nicht abgegeben werden könne. Die Auffassung des Amts- gcrichts, daß das Kind bei Nichtzulassung des Austritts cvent. zwei Religionsverbänden beitragspflichtig sei, sei unzutreffend, weil die Verbindlichkeit gegenüber der neuen kirchlichen Gesellschaft erst ent- stehen könne, nachdem der Austritt bei der bisherigen rechtsgültig «ollzogen sei. Das Landgericht Kiel gab der Beschwerde des Kirchen- Icrstandcs statt, erklärte die erteilte Bescheinigung für nichtig und crdnete ihre Zurückziehung unter folgender Begründung an: Zwar labe der Vater über die religiöse Erziehung der Kinder zu be- ßimmen, doch werde hierdurch das Gesetz über den Austritt aus der Kirche nicht berührt, weil dieses sich nur auf die bürgerliche Wirkung ses Austritts beziehe. Um den Austritt zu bewirken, müßte den Formvorschriften dieses Gesetzes genügt werden, und da sei die Lorschrift, daß die Erklärung des Austritts„in Person" zu erfolgen habe, buchstäblich zu nehmen. Da nun ein achtjähriges Kind hierzu unfähig sei, so könne es überhaupt nicht mit bürgerlicher Wirkung aus der Landeskirche austreten, sondern müsse bis zum Interscheidungsalter(14. Lebensjahr) in der Landeskirche ver- hleiben, ganz gleich, ob es religiös erzogen werde oder nicht. Da- räch sei auch der vom Vater des Kindes erklärte Austritt als nicht :rfolgt anzusehen. Gegen diesen Beschluß des Landgerichts legte der Vater des Kindes weitere Beschwerde beim Kammergericht ein. Begründet wurde diese Beschwerde damit, daß es nicht Absicht »es Gesetzgebers gewesen sein könne, durch die Bestimmung, daß der Austritt„in Person" erklärt werden müsse, ein bestimmtes Alter für die Möglichkeit dieses Austritts festzusetzen. Wenn das Gesetz pom 14. Mai 1873 die Möglichkeit, sich den bürgerlichen Pflichten gegenüber einer Kirchengescllschaft zu entziehen, gewähren wolle, so liege kein Grund vor, diese den religionsumnündigen Kindern zu entziehen. So gut wie der Vater das Kind bei anderen bürger- kichen Rechtshandlungen vertreten könne, müsse das auch bei der Erklärung des Austritts aus der Kirche geschehen können, insofern ja damit eine bürgerliche Rcchtswirkung verbunden sei. Das Kammergericht hat die Beschwerde in seiner Sitzung am 14. Dezember 1995 als begründet erachtet und den Beschluß deS Kieler Landgerichts aufgehoben. Aus der Begründung des Be- schlusses heben wir hervor: Aus dem Z 1 des Gesetzes vom 14. Mai 1873 gehe hervor, daß der Austritt aus der Landeskirche durch dieses Gesetz nicht in umfassender Weise, sondern nur in bestimmten Be- ziehungen geordnet worden ist, indem dort der Austritt aus einer Kirche lediglich in bezug auf seine bürgerlichen Wirkungen geregelt wird. Das Gesetz sei mit Rücksicht auf die Pcrsonenstandsverhält- niste und für die Verpflichtung zu kirchlichen Beiträgen geschaffen. vrstere Rücksicht sei durch die Personenstandsgesetze fortgefallen, bleibe nur die Verpflichtung zu kirchlichen Beiträgen, also einer bürgerlichen Wirkung. Dann regele das Gesetz nur noch die Form des Austritts. Den Uebertritt von einer Kirche in die andere usw., rein kirchliche Wirkungen, regele das Gesetz nicht, sondern es bleibe hier bei den sonstigen Vorschriften. Für die Erzielung der bürger- lichen Wirkungen(Steuerpflicht) ist aber auch nach der kirchlichen HebertrittSerilärung noch der gerichtliche Austritt als erforderlich vorgeschrieben, gewissermaßen als dessen Konsequenz; der kirchlich ..Uebertretende"(Austretende) müßte einen Weg haben, um sich auch bürgerlich und wirtschaftlich von seiner früheren Kirche trennen zu können. Die Vorschrift wegen des kirchlichen Uebertritts(§ 1 Abs. 2 des Gesetzes) ist aber nicht allein auf seine Form, sondern auch auf seine materiellen Voraussetzungen und auf seine rechtlichen Wirkungen(ausgenommen Abgabepflicht) zu bezichen. Ferner enthält jenes Gesetz für den bürgerlichen Austritt aus der Kirche wohl eine Regelung der Form und der rechtlichen Wir- kungcn, nicht aber ihrer materiellen Voraussetzungen, insbesondere ist nichts über die Befugnis zur Abgabe der Austrittserklärung bestimmt. Es ist also bei den alten Bestimmungen geblieben und aus diesen auch das Recht des Vaters zur Abgabe dieser Erklärung herzuleiten; da dort die Frage der Steuerpflicht eines Kindes der Kirche gegenüber zweifellos ganz nebensächlich sei und daher dw rcligiös-erziehlichen Befugnisse des Vaters ausschlaggebend seien, umfaßt die Befugnis des VaterS, für sein religionsunmündiges Kind den kirchlichen Austritt zu erklären, auch diejenige des bürger- lichen Austritts nach Maßgabe des Gesetzes vom 14. Mai 1873. Im übrigen behandle dieses Gesetz den bürgerlichen Austritt aus der Kirche als Konsequenz des kirchlichen; daraus habe das Kammer- aricht den Schluß gezogen, daß der rcligionsmündige Minderjährige nit der Befähigung zum kirchlichen Uebertritt auch die Befugnis zim bürgerlichen Austritt aus der Kirche erlangt hat. Danach sei d auch folgerichtig, wenn man annimmt, daß bei dem noch religions- ,»mündigen Kinde der Bater, weil er in kirchlicher und erziehlicher Zeziehung zu bestimmen habe, auch das Recht zur Erklärung des «erichtlichen Austritts hat. Das frühere Appellationsgericht zu ziel ja. auch der Straffenat des Kammergerichts, stellten sich aus t>-n'Standpunkt, daß die Bestimmung„in Person" buchstäblich zu nchmen sei; demgemäß hätten auch bisher eine Anzahl Landgerichte eitschieden. Ja, der Strafsenat des Kammergerichts habe sogar er- kmnt daß weder der gesetzliche Vertreter eines Minderjährigen mch dieser sellbst den Austritt aus der Kirch- herbeiführen kann. s-ndern der Uebertritt oder Austritt erst mit erfolgter Großiahrig- k-it(21 Jahre) rcchtswirksam möglich sei. � Abgesehen davon, daß dieser Standpunkt ein praktisch durchaus unerwünschtes Ergebnis zeitigen dürfte, habe man der Abgabe der Austrittserklärung„in Person" eine viel zu weit gehende Be- dititoig b�igesegt. Das Gesetz will nicht der Erklärung durch die � Person des gesetzlichen Vertreters entgegentreten, sondern ver- hindern, daß Personen auf Grund schriftlicher Vollmachten für andere Personen den Austritt erklären können; es hatte das seinen guten Grund, weil sonst das Gesetz leicht durch außergerichtliche '-mmmlung von Unterschriften unter formularmäßigen Erklärungen zu einer unzulässigen Herbeiführung von unüberlegten Massen- austritten aus der Kirche hätte mißbraucht werden können. An die Festhaltung der Rcligionsunmündigen bei der Kirche trotz des Aus- tritts der Eltern hat man sicherlich nicht gedacht. Wenn das Land- gericht Kiel angenommen habe, daß das Gesetz durch die Bestimmung „in Person" den Austritt des Kindes hindern wolle, um ihm bei nicht religiöser Erziehung oder Erziehung in einer anderen Kon- fcssion die Rückkehr in seine frühere Religion zu erleichtern, so hat diese Absicht dem Gesetze fern gelegen, wie auch aus den Motiven hervorgehe, da es sich nur auf dem Gebiete des bürgerlichen Rechts bewegt. Es wäre noch zu erwägen, ob der Vater nach holsteinischem Recht für das religionsunmündige Kind über dessen Religion zu bestimmen hat. Aber auch darüber ist nach dem geltenden Recht kein Zweifel. Demnach hat der Beschwerdeführer auch das Recht, für sein acht Jahre altes Kind, welches nach holsteinischem Recht noch nicht das Unterscheidungsalter erreicht hat, den Anstritt aus der Kirche mit bürgerlicher Wirkung zu erklären. Soweit die Ent- scheidung. berliner I�adrncKten. Beim Armenvorsteher. Allemal am Ersten des Monats wird den Armen, die die Stadt Berlin unterstützt, durch die Armenkommissionen ihr Almosen ausgezahlt. Mancher der biederen Bürger, die dieses Amt übernommen haben, sieht dem Tag der Almosenauszahlung mit Seufzen entgegen. Man bedenke: Da müssen ihm ja die Armen einer nach dem anderen in die eigene Wohnung kommen! Schließlich bringen sie ihm, so sagt er sich, noch allerlei mit hinein: Staub von der Straße, vielleicht auch Schmutz aus dem dürftigen Heim— und wer weiß was noch! Vorsichtige Armenpfleger sind daher manchmal schon auf die Idee gekommen, für ihre Armen einen besonderm Warte- salon einzurichten, damit die ungern gesehenen Gäste wenig- stens nicht länger als nötig in dem Auszahlungsraum zu ver- weilen brauchten. Ter Salon war der Flur, und seine Aus- stattung bestand in den Treppenstufen, die reichlich Sitz- gelegenheit boten für solche Arme, die etwa müde waren. Auch das Verfahren, die Armen womöglich überhaupt nicht in die Wohnung des Pflegers hineinzulassen, ist früher viel- fach geübt worden. Brauch war das besonders bei Gastwirten, die in Armenkommissignen saßen und Gelder auszuzahlen hatten. Ihr Lokal, das ohnedies von jedermann betreten werden durfte, bot sich ihnen wie von selber als Auszahlungs- räum. Möglichst nahe der Tür wurde ein Tisch aufgestellt, und an diesem nahm der Herr Armenpfleger die Auszahlungen vor. Einer näch dem anderen kamen die Armen von der straße herein und nahmen ihr Geld in Empfang. Für den Armenpfleger war das sehr praktisch— fast so praktisch, wie wenn er seinen Tisch auf die Straße hinausgestellt und die Armen gleich draußen abgefertigt hätte. Doch unter den. Armen waren manchmal Leute, denen das nicht paßte. Es genierte sie, daß sie sich ihr Almosen i n einem offenen Lokal auszahlen lassen sollten, wo sie von jedermann gesehen werden konnten. Man sagt zwar, daß Armut nicht schände, aber— man sagt eben nur so. Die Geldbeutclnioral der besitzenden Klasse steht selbst bei den Armen noch in so hohem Ansehen, daß mancher von ihnen im stillen sidh selber für einen rechten Lump hält, weil er es„zu nichts gebracht" hat, während er zu dem Neichen, der vielleicht nur ein großer Spitzbube ist, mit Hochachtung emporblickt. Tie Klagen, die aus den Reihen der Armen darüber laut wurden, daß in manchen Kommissionsbezirken die Armen- gelder in solchen Lokalen ausgezahlt würden, führten dazu, daß die Armendirektion auf Beseitigung dieses Brauches drang. Von Zeit zu Zeit finden sich aber immer noch wieder Armenpfleger, die den Teufel was nach den Bitten und Mahnungen der Armendirektion fragen und nach wie vor die Almosen im öffentlichen Lokal auszahlen. So sind wir jetzt darauf aufmerksam gemacht worden, daß der N e st a u r a- teur Tamms(91. Armenkommission) noch an diesem Mißbrauch festhält und iin Hause Palisaden st raße 26 in seinem Bierlokal Almosen öffentlich auszahlt. Er hat das auch am 1. August wieder getan. Die Beschwerdeführerin, die sich hierüber bei uns beklagt, versichert ausdrücklich, daß sie sich durch öffentliche Auszahlung geniert fühle. Wir wissen nicht, ob Herr Tamms in der Lage wäre, für die.Auszahlung der Armengelder einen anderen Raum her- zugeben. Ist ihm das möglich, so sollte die Armendirektion den Mann nachdrücklichst darauf hinweisen, daß er künftig den Armen ihre paar Groschen nicht wieder in seinem Bier- lokal auszuzahlen hat. Ist eS ihm aber nicht möglich, so sollte dafür gesorgt werden, daß dieses Amt an eine andere Persön- lichkeit übergeht. I» der gestrigen Sitzung der städtischen Hochbaudcpntntion unter dem Vorsitz des Stadtrats N a m S l a u lvurde u. a. das Projekt für den Erweiterungsbau der Desinfektionsanstalt I in der Grünauer- straße beraten und angenommen. Die Kosten dieses Baues sind mit 57 009 M. veranschlagt. Ferner wurde dem Entwurf und Kosten- anschlage für die Anlage einer zweiten Durchfahrt nach der Pump- station'4 durch das Schulgruudstück Scharuhorststr. 9/10 zugestimmt. Die� Kosten dieser Anlage sind ebenfalls mit 57 009 M. veranschlagt._ Im Großstadtgrwnhle! Seit vierzehn Tagen ist der vierzehnjährige Sohn Erich des Tapezierers R a u h u t aus der Reuterstraße 11 verschwunden. Der Knabe war von dem Vater nach dem Alexanderplatz geschickt worden, um dort eine Bestellung zu machen. Er ist jedoch bis zum heutigen Tage»och nicht wieder zu den Eltern zurückgekehrt. Was aus dem Vermißten gewoben ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Vielleicht ist ihm ein schweres Unglück zugestoßen. R. ist von schwächlicher Gestalt, hat blondes Haar, blaue Augen, braunes Gesicht und an der rechten Hand einen schlimmen Finger. Bekleidet war er mit grauer Kniehose, grauer Weste und Bluse, schwarzen Strümpfen und Schnürstiefeln. Kein Stempel mehr aiif dem Text der Ansichtskarten. Ansichts- Postkarten mit schriftlichen Mitteilungen auf der Vorderseite erhalten keinen Ankunfisstempel inehr. So lautet eine Anordnung des Reichs- Postamtes, die an sämtliche Postanstalten des Reichs-Postgebiets er- ergeht. Seitdem schriftliche Mitteilungen auf der Vorderseite von Ansichtskarten zugelassen find, wollten die Klage» nicht verstummen, daß die Mitteilungen durch den Ankunftsstempel unleserlich gemacht ivürden. Die Postämter waren bisher fichtlich bemüht, den Stempel möglichst auf die rechtsbefindliche Hälfte der Vorderseite der Karten anzubringen, die für die Adresse und die Marke bestimmt ist. Der verhältnismäßig kleine Raun» ist jedoch häufig von der Adresse oder von den Briefmarken sowie dem Abgangsstempel fast völlig aus- gefüllt, so daß kein Platz mehr für den Ankunftsstempel vorhanden ist. Der stempelnde Beamte muß tvohl oder übel den Ankunfts- stempel auf die linke Hälfte mit den Mitteilungen setzen. Auch mag die Hast, mit der bei der Post in der Regel gearbeitet werden muß, es oft unmöglich machen, bei aller Uebung im Stempeln den Platz für den einzelnen Stcnipel genau abzuzirkeln. Der Stempel soll deshalb jetzt ganz unterbleiben. Der Aufdruck des Ankunftsfteinpels unter- bleibt aber nur bei Ansichtskarten mit schriftlichen Mitteilungen auf der Vorderseite. Bei gewöhnlichen Postkarten ohne Mitteilungen aus der Vorderseite wird der Ankunftsstcmpel nach wie vor aufgedruckt. Neue Borortpostämter. Das Postamt Friedrichsberg bei Berlin führt vom 1. August an die Bezeichnung Lichtenberg bei Berlin 1. DaS jetzige selbständige Postamt Lichtenberg bei Berlin ist auf- gehoben und als Zweigstelle mit Briefbestelldienst des Postamts Lichtenberg bei Berlin 1 unter der Bezeichnung Lichtenberg bei Berlin 2 eingerichtet worden. Bei der Zweigpostanstalt können Post- sendungen jeder Art und Telegramme eingeliefert sowie gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen, Zeitungen und Telegramme abgeholt werden. Für den Verkehr mit dem Publikum ist das Zweigpostamt geöffnet an Wochentagen von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags und von 3 bis 8 Uhr nachmittags, an Sonn« und Feiertagen von 7 bis 9 Uhr vormittags und von 12 bis 1 Uhr nachmittags. Im Winter wird das Postamt um 8 Uhr morgens geöffnet. Durch Rattengift versuchte sich der Handlungsgehülfe Fleischer aus der Reinickendorferstr. 96 zu töten. F. war in letzter Zeit von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht worden und verfiel darüber schließlich in Schwermut. Er beschloß dann, steiwillig aus dem Leben zu scheiden. Dienstag nachmittag kaufte er sich Rattengift (Strychnin) und nahm es zu sich. Der von der Unfallstation II hinzugerufene Arzt ließ den Lebensmüden, dessen Zustand hoffnungs- los ist, nach dem Kranlenhause überführen. Opfer der Hitze. Ans dem Gesundbrunnen wurde die Ehefrau Anna Handtke aus der Pankstr. 22 vom Hitzschlag getroffen. Frau H. befand sich auf dem Heimwege und brach kurz vor dem Wohn- hause bewußtlos zusammen. Nachbarsleute trugen sie nach ihrer Wohnung hinaus und da leider zu spät für ärztliche Hülfe gesorgt lvurde, trat eine Gehirnblutung ein. Frau H. dürfte schwerlich dem Leben erhalten bleiben.— In der Juvalidenstraße am Stettiner Bahnbofe brach heute morgen ein unbekannter Reisender vom Hitz- schlage getroffen zusammen. In besinnungslosem Zustande mußte er in das Krankenhaus gebracht werden. Vom Hitzschlage getroffen wurde gestern nachmittag die 46jährige Wirtschafterin Martha Hcgner, die bei dem Gastwirt Franke in der Neuen Grünstraße beschäftigt war. Frau H. hatte Einkäufe besorgt und auf dem Heimwege brach sie plötzlich besinnungslos zusammen. Ein hinzugezogener Arzt stellte Hitzschlag fest und ließ die Schwer- kranke in das llrban-Krankenhaus bringen. Auf der Strandpromenade erschossen hat sich in Woltersdorfer Schleuse der 17jährige Schreiber Segiet aus der Lllneburgerstraße 23 in Berlin. Der junge Mann, der mir seinem Vater und vier noch schulpflichtigen Geschivisterir in dem genannten Hause wohnte, hatte sich aus unbekannten Gründen vor etwa acht Tagen heimlich ent- sernt, ohne daß mau über seinen Verbleib etwas zu ermitteln ver- mochte. Anscheinend hat sich der juirge S. in den östlichen Berliner Vororten aufgehalten und in der vorgestrigen Nacht in einem An- falle von Schwermut Selbstmord verübt. Seine Leiche wurde morgens von Kurgästen aus Woltersdorfer Schleuse aufgefunden. Ein folgenschwerer Zusainmcnstosi eines Arbeitswagens mit einem Straßenbahnzuge fand Dienstag nachmittag in der Oranienstraße statt. Vor dem Hause Nr. 55 der genannten Straße, dicht am Moritzplatz hielt auf der linken Seite des Fahrdamms ein Post- wagen. Um diesem auszulveichen, fuhr ein mit Steinen beladener Arbeitswagen der Firma August Michut, Rummelsburgerstr. 43, nach dem Straßenbahngleis hinüber, ohne zu bemerken, daß auf demselben der Motorwagen Nr. 1240 der Straßenbahnlinie 12 entgegenkam. Der Führer deS letzteren gab sofort Gefahrbremse und es gelang ihm auch den Waggon zum Stehen zu bringen, während das schwere Last- fuhrwerk weiterrollend direkt in den Straßenbahnwagen hineinfuhr. Die Deichselstange durchbohrte die Wand der Vorderplattform sowie die Tür des Kraftwagens und drang in das Innere desselben hinein. Die dicht an der Tür des Straßenbahnwagens sitzende Frau Witten- berg, Wienerstratze 40, lvurde von der Deichselstange erfaßt und erlitt eine schwere Quetschung des linken Unterschenkels. Sie wurde nach der Unfallstation in der Alexandrinenstraße und, nachdem sie dort einen Notverband erhalten, nach ihrer Wohnung übergeführt. Eine Protcstversammlnng gegen die LustdarkeitSstcuer ist zu Freitagabend von den Tanzmeiftern Berlins und Umgegend in dem Lokale des Herrn Boeker, Weberstr. 17, anberaumt. Das Referat hierzu hat der Stadtverordnete Emil Voigt übernommen. Ter rapide Sturz des Wasserstandes der Spree hat bereits zur Erschwerung deS Schiffahrtsverkehrs auf der Obcrspree geführt. Gestern geriet eine Steinzille von 450 Tonnen Gehalt bei Hangels- berg auf Grund und legte sich derartig fest, daß sie auch mit Hülfe mehrerer Schleppdampfer nicht zu befreien war und den gesamten Stromverkebr sperrte. Es blieb nichts weiter übrig, als das Fahr- zeug init Hülfe von Winden an das Ufer zu ziehen, woselbst die Ladung gelöscht werden muß. Eine» qualvollen Tod hat gestern die 47 jährige Ehefrau des Fuhrherrn Bartczat aus der Biesenthalerstr. 7 geftinden. Frau B. hatte auf einen Spirituskocher Spiritus gegossen und während deS Füllens kam der Behälter zur Explosion. Die Stichflammen trafen die Kleidung der B. und im nächsten Augenblick brannte die. Bedauernswerte lichterloh. Auf ihre Schmerzensschreie eilten die. Angehörigen hinzu und erstickten die Flammen. Frau Bartczat hatte jedoch bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß sie nach kurzem qualvollen Krankenlager starb. Zum Fenster hinausgestürzt ist gestern das sechsjährige Töchterchcn de? Arbeiters Linke aus der Rofenthalerstr. 22. Das Kind kletterte während der Abwesenheit der Mutter auf das Fensterbrett, trat auf das nach dem Hofe zu angebrachte Blumenbrett, verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte aus der Höhe der dritten Etage kopfüber in den Hof hinab. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen lvurde die Kleine in das städtische Krankenhaus gebracht, wo sie in sehr bedenklichem Zustande daniederliegt. Von seinen Gästen überfallen und schwer verletzt wurde gestern der Restaurateur Paul Siefert aus der Böttcherstr. 6. Drei junge Leute, die Arbcitsburschen Hermann Bursch, Paul Zoch und Max Adler aus der Swincmllnderstr. 80 und 16 waren in das Siefertsche Lokal eingekehrt und hatten dort eine erhebliche Zeche gemacht. Als sie zahlen sollten, behaupteten sie, der Wirt habe zu viel verlangt, und singen an zu lärmen. S. wies ihnen schließlich die Tür, worauf die Burschen über ihn herfielen und mit Messern ans ihn einstachen. Der Gastwirt wurde schwer verletzt und mußte sich in ärztliche Be- Handlung begeben. Die Täter wurden festgenommen. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Heute abend 9 Uhr: Uebungs- stunde der III. Abteilung in Schöneberg bei Obst, Mciningcrstr. 8. Vortrag über: Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußt- losigkeit. Daran anschließend praktische Hebungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen steien Zutritt. Für Unbemittelte werden im bakteriologisch mikroskopischen Laboratorium von Dr. med. C. S. Engel, Friedrichstr. 125, Unterfuchungen von Urin, Auswurf, Blut usw. jeden Montag und Donnerstag wieder unentgeltlich ausgeführt. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. " Gerichts- Zeitung. Vereins- Rechtlosigkeit der Frauen. and pooling Vermischtes. Wegen Vergehens gegen die Vorschriften des Vereinsgesetzes " Bis hierher und nicht weiter. " Der Dschungle", der durch die Enthüllungen aus den Schlacht Feuerwehrbericht. Im Laufe des gestrigen Tages hatte vom 11. Mära 1850 waren gestern vor dem Landgericht III als häusern von Chicago berühmt gewordene Roman von Upton die Wehr in der Weinmeiſterſtraße 14 zu tun, wo Müll u. a. brannte. Berufungsinstanz Genossin Anna Liersch und der Schriftsteller Sinclair war von der Hearſt- Presse zur Veröffentlichung ers Wegen eines Kellerbrandes erfolgte ein Alarm nach der Steinmetz- Adolf Stern angeklagt. Die Angeschuldigte Liersch ist Vorsitzende worben worden. In den Kreisen der amerikanischen Parteige straße 6. Kohlen 2c. brannten dort und in der Schivelbeinerstraße 3. des Spandauer Vereins der arbeitenden Frauen und Mädchen. nossen freute man sich darüber, denn Sinclair ist ein Sozialist und Wegen eines gefährlichen Brandes wurde der 7. Zug nach der Großen Diesem Frauenbildungsverein" gehören etwa 60 Mitglieder an, sein Roman macht Propaganda für den Sozialismus. Die Hearst Frankfurterstraße 78 gerufen, wo Benzin in Brand geraten war. die an einem Tage jeden Monats in dem Böhleschen Lokal in Bresse hat eine starke Verbreitung und wird gerade in Arbeiter Nach Beseitigung der Gefahr wurde eine Brandwache zurückgelassen, Spandau zusammenkommen. Zweck des Vereins war, die Gesellig- kreisen sehr viel gelesen. Im" American" in New York erschien der bamit nicht Ünbefugte die Brandstelle betreten. keit zu fördern und durch geeignete Lektüre und Vorträge eine Roman und beschrieb die Zustände im Schlachthausviertel von Chicago. Als nun aber die Kapitel über den Sozialismus weitere Bildung der Mitglieder herbeizuführen. Seitens der Spandauer Polizeibehörde wird diesem Verein eine besondere Auf- und die Entwickelung des Helden der Darstellung zu einem So merksamkeit gewidmet. Denn fast in jeder Versammlung erschien ialist en folgen follten, da gab es eine große Enttäuschung. ein Polizeibeamter, um die Versammlung zu überwachen. Selbst als Die Hearst- Presse erklärte, daß das interessanteste aus dem weltam 21. November v. J. das Thema eines Vortrages„ Die Chemie berühmten Roman veröffentlicht worden sei und daß die Leser in der Küche" war, erschien ein Polizeibeamter in dem Versamm- aus den übrigen Kapiteln nur einen„ Auszug" erhalten würden, lungslokal. Am 16. Januar war in dem Böhleschen Lokal eine Ver- Hearst fürchtete wohl, seine Leser mit dem Sozialismus zu ſehr Um 600 M. beraubt wurde in der Dienstagnacht der Fuhrherr fammlung anberaumt, in welcher der jetzige Mitangellagte Stern bekannt zu machen. In deutscher Uebersetzung erscheint der Roman jeht in der May Stein aus der Berlinerstraße 96 in Rigdorf. St. befand sich mit einen Vortrag über das Thema„ Zweck und Ziele der Frauenvereine" „ New Yorker Volkszeitung". mehreren anderen Gästen in animierter Stimmung in dem Restaurant hielt. Es erschien an dem Vereinsabend der Kriminalkommissar von Hoffmann in der Berlinerstraße 14 und eine Lage" nach der Wangelin in dem B.'schen Lokal. Er wurde sofort aufgefordert, das anderen wurde geleert. Als der Fuhrherr dann bezahlen wollte, Versammlungslokal zu verlassen, da irgendwelche öffentliche Anbemerkte er zu seinem Schreckt, daß sein Portemonnaie mit 600 M. gelegenheiten nicht auf der Tagesordnung ständen. Der Beamte Inhalt verschwunden war. Ein hinzukommender Polizeibeamter weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen und ersuchte die stellte fest, daß furz vorher ein fremder Gast, welcher freiwillig" Angeklagte Biersch, ihm einen, dem Vereinsgesetz nach vorgeschriebemitgezecht hatte, das Lokal verließ. Er wurde als der Reisende nen, angemessenen Plaz einzuräumen. Dies wurde ihm jedoch verJohann R. ermittelt und zur Anzeige gebracht. Das Portemonnaie weigert, so daß der Kommissar auf einem Klaviersessel Play nehmen mit dem Gelde entdeckte man auf einer Toilette des Nachbar- mußte. In dem Vortrag des Angeklagten Stern soll eine Erörterung hauses. öffentlicher Angelegenheiten stattgefunden haben, weil die versammelten Frauen zur Mitwirkung an den Bestrebungen der sozialdemokratischen Partei indirekt aufgefordert worden seien. Der Be- Verwaltungsbeamter und ein Agent wurden erschlagen. amte löste die Versammlung auf. Die Folge war eine Anklage wegen Bergehens gegen das Vereinsgefeß, die sich in der ersten Instanz auch auf die Böhleschen Eheleute, als Inhaber des Lokals, ausdehnte. Diese wurden indessen von dem Schöffengericht Spandau freigesprochen, während die Angeklagten Liersch und Stern zu je 15 Mart Geldstrafe verurteilt wurden. Gegen dieses Erkenntnis legten sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Angeklagten unter Beistand des Rechtsanwalts Dr. Liebknecht Berufung ein. Letzterer machte geltend, daß es sich in dem Vortrage des Stern lediglich um philosophische und ethische Erörterungen gehandelt habe, die nur zu Bildungszwecken der Mitglieder bestimmt gewesen seien. Die Berufungsstraftammer gelangte jedoch zu der gleichen Ansicht wie das Schöffengericht und erkannte unter Aufhebung des ersten Urteils gegen Frau L. auf 45 Mart Geldstrafe. Bezüglich Stern wurde das erste Urteil bestätigt. Füglich kann ja das Gericht auch einen Vortrag über„ Gardinenpredigten, Kaffeeklatsch und Pantoffelhelden" als eine Erörterung über öffentliche Angelegenheiten konstruieren. Treptow- Baumschulenweg. Der Turnverein Jahn", Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes, hat für den Ortsteil Treptow eine Männerabteilung gegründet, welche jeden Donnerstagabend in der Turnhalle der I. Gemeindeschule in der Bouchéstraße ihre Turnstunden abhalten wird. Freunde und Gönner der Turnerei werden zu einer Besprechung heute, Donnerstag, abend 9 Uhr nach dem Restaurant Mohlau, Kiefholaftr. 35, freundlichst eingeladen. Eine Gemeinderatssigung findet morgen, Freitag, nachmittags 6 Uhr, im Amtshause, Neue Krug- Allee 5, statt. Lichtenberg. Eine böse Berlegung erlitt am Dienstagnachmittag der Arbeiter Zimmert, welcher mit mehreren Kollegen auf einem mit Schienen beladenen Lastwagen nach dem Straßenbahndepot in Friedrichsberg fahren wollte. Als der Wagen von der Frankfurter Allee in die steile Dorfstraße in Friedrichsberg einbog, sprangen die auf dem Wagen befindlichen Männer herab, um den Pferden die Last zu er leichtern. Hierbei glitt 8. aus und geriet mit dem linken Fuß zwischen Vorder- und Hinterachse des Wagens und wurde überDem Arbeiter wurde die Hacke buchstäblich abgequetscht. fahren. Der Schwerverletzte wurde nach der Unfallstation in der Warschauerstraße und von dort nach dem Krankenhause Am Friedrichshain übergeführt. Weißensee. Die eigene Schwester totgefahren. Bei einem verhängnisvollen Unglücksfall hat die 7jährige Tochter des Landwirts Hübner aus Weißensee ihr junges Leben verloren. Der 10 jährige Bruder war von dem Vater beauftragt worden, mit einem zweispännigen Erntewagen nach dem Felde zu fahren. Damit die Pferde sich vorher noch etwas erfrischen konnten, sollte der Knabe durch den Teich fahren. Zufälligerweise war auf dem anderen Ufer die Schwester, die dort mit anderen Kindern spielte. Als der Wagen aus dem Waffer herausfuhr, geriet die Kleine unter die Räder des väterlichen Wagens und wurde über die Brust hinweg gefahren. Der Tod trat bei dem Kinde auf der Stelle ein. Pankow. Ein monat. Der Wasser- Milchbauer. Die schwarze Rasse revoltiert. Brüffel, 1. August. Reisende, die mit dem gestern hier eine getroffenen Dampfer Philippeville" aus dem Kongostaat zurüc gekehrt sind, berichten, daß drei Stämme am oberen Jturi revoltieren. Militärische Expeditionen von 400 und 150 Mann find gegen die Aufständischen ausgeschickt. Aus dem Gebiet der AioirGesellschaft ausgewanderte Eingeborene haben eine Faktorei an oberen felemba am Aequator angegriffen, wurden aber zurück geschlagen. Auch am oberen Ngunie tam es zur Empörung, ein Die Pfalz bei Gaub brennt. Frankfurt, 1. August. Seit heute früh steht die Pfalz De Caub in Flammen. Der Brand ist durch einen Blitzschlag ver ursacht worden. i. Eingegangene Druckschriften. Verwaltungsbericht der gemeinsamen Ortskrankenkasse Straßburg E. für das Geschäftsjahr 1905. 95 Seiten. Selbstverlag. Geschäftsbericht für das Jahr 1905 des Arbeitsnachweis der zum Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend" gehörigen Brauereien. 54 Seiten. Drud, B. S. Löwenthal, Berlin C. Brockhaus, fleines Konversationslegiton, Heft 35-39, mit zahlreichen Abbildungen und Karten ist soeben erschienen. Zwei Bände 66 Hefte zu je 30 Pf. Berlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Der Tropenpflanzer. Nr. 8. Zeitschrift für tropische Landwirtschaft, Organ des kolonialwirtschaftlichen Komitees. Herausgeber D. Warburg F. Wohltmann. Erscheint monatlich. Preis: jährl. 10 M. Berlag, Unte den Linden 40, I. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9% Uhi abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde un 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeicher beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. $.38 A. K Für eine Urlaubszeit ist Gehalt zu zahlen. Daß der Chef verpflichtet ist, einem Handlungsgehülfen während des Urlaubs das volle Gehalt zu zahlen, auch wenn ihm durch eine Ersazkraft Mehrkosten erwachsen, folgt aus dem Begriff eines Urlaubs. Die Frage wurde am Dienstag vor der ersten Kammer des Kaufmannsgericht gestreift. Die bei der Konfektionsfirma F. Rosenberg beschäftigt gewesene Expedientin Elise St. erkrankte kurz vor dem 1. Juni, und der Kassenarzt hielt eine Ruhepause von vier Wochen zwecks Gesundung für notwendig. Sie erbat sich vom Chef die Erlaubnis, vier Wochen Neche. Sie können sich direkt an die Reichspostverwaltung, Berlin ausspannen zu dürfen, was ihr von letterem auch gewährt wurde. wenden. Eine Schadenersakklage hätte teine Aussicht auf Erfolg. Als sie nach beendigtem Urlaub wieder ihren Dienst antreten wollte, E. K. 15. 1. Wenn sich aus der von Ihnen nicht geschilderten Art de verweigerte der Prinzipal die Gehaltszahlung für den Urlaubs- Beschäftigung nicht entnehmen läßt, daß Sie eine Wertmeister ähnlich Die Klägerin K. verlangte vor dem Kaufmannsgericht Stellung haben, so beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage. 2. Mit Ablau 85 Mart Gehalt und ein 3eugnis, in welchem ihr be-. 174. uns nicht erinnerlich. P. B. 19. Jn Straßburg im Elsaß. des Vertrages. 3. Nein. R. 82. Königsberg und Gumbinner, scheinigt werde, daß sie bis zum 1. Juli bei Beklagtem in Stellung K. Ensle. Sie müßten in Desterreich selbst den Aft vornehmen. war. Der Beklagte wandte ein, daß er den Weggang der Klägerin R. 24. Die Stlage hätte keine Aussicht auf Erfolg. Pilze. Nein. als eine in gütlicher Uebereinstimmung vor sich gegangene Lösung V. B. S. D. 51. Den Erben fällt auch die Kaution zu. des Dienstvertrages aufgefaßt habe, in welchem Glauben er um so 1. Dagegen läßt sich nichts machen. 2. Chlor. 3. u. 4. Rein. mehr bestärkt werden mußte, als Fräulein K. die Invalidenkarte 1. Sie find im Irrtum, seit dem 1. Januar 1900 verjähren die Ansprüch mitnahm und sich von der Krankenkasse abmeldete. Er habe eine aus Warenlieferungen, die für einen Gewerbebetrieb erfolgt sind, nichi Die Einführung einer Wertzuwachssteuer hat die Gemeinde- Ersakkraft einstellen müssen und habe gar nicht daran gedacht, der mehr in einer dreißig, sondern in einer vierjährigen Verjährungsfrist, be ginnend mit dem Schluß des Jahres, in dem die Forderung entstanden vertretung in ihrer letzten Sitzung beschlossen. Grundsäßliche Be- Klägerin so langen Urlaub auf seine Kosten zu gewähren. Das ist. Ihre Schuld ist also verjährt, falls Sie diefelbe nicht etwa inzwischen denken gegen die Einführung dieser Stener wurden trotz der leb- Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten zur Aus- anerkannt hatten. 2. Der Gläubiger braucht sich auf Abschlagszahlungen haften Erörterung nicht erhoben. Hervorgehoben zu werden verdient, stellung des Zeugnisses und zur Zahlung von nicht einzulassen. 3. Nur der 1500 M. übersteigende Lohnbetrag ist G. 3. 83. Benden Sie fich an einen Arzt. Q. R. Ja daß der Referent, Professor Mendel, meinte, von einer Vermögens- 85 Mart. Da es feststeht, daß Klägerin frank war und vom pfändbar. Kern. Der Verein ist uns nicht näher bekannt. Nähere Angaben übe konfiskation des Grundbesiges tönne feine Rede sein. Der Kaffenarzt eine Erholung von vier Wochen verordnet hielt, so ergebe Grundbesitz, welcher. in der Gemeinde 75 Prozent politische sich schon aus§ 63 Absatz 2 die Verpflichtung des Chefs zur Gehalts- denselben wären uns erwünscht. Ob eine Versicherungspflicht vorliegt, hängi davon ab, ob er ein Erwerbsverein ist. Die Bezeichnung E. B. ist uner Rechte mehr hätte gegenüber den übrigen Einwohnern, könne zahlung. heblich. R. G. 6294. Die Adressen der von Ihnen gesuchten Ber. sehr leicht die neue Last tragen, indem der seßhafte Grundeinigungen finden Sie in dem Buch Die Wohlfahrtseinrichtungen Berlins bejizer weniger von der Steuer getroffen wird als gerade unter Nr. 260, 261, 298b, 384b, 482, 670, 682, 684, 686 bis 693. Das Buc die Terrainspekulation. Redner glaubt annehmen zu können, daß In dem Städtchen Friedberg, eine sichere Domäne des liegt in den öffentlichen Bibliotheken( auch Alexandrinenstraße 26) aus. wt. S. 56. Jn Brieg. P. Kr. Gl. 9. Der Wirt ist nicht verpflichtet der Kommunalzuschlag, welcher augenblicklich 110 Proz. beträgt, bayerischen Zentrums, wo sich der liebe Herrgott lauter echter Christen in eine Lösung des Bertrages zu willigen. M. G. 20. Wenden Sie wieder auf 100 Proz. herabgehen wird. Er bedauert, daß Pankow erfreut, muß der„ irdische" Richter alle Augenblicke so einen echten sich an einen Vogelhändler. W. 5. 17. Sie müssen die Uhr zurüd nicht schon vor Jahren diese Steuer eingeführt hat; Pankow hätte Christen wegen gemeiner Lumpereien in Form von Milchfälschungen geben oder zahlen. Palmbaum 10. 1. Vorschuß wird in Höhe bor dann keine Schulden, sondern Vermögen. Jm nächsten Etatsjahre tverben 100 000 m. mehr gebraucht. Nach langer Diskussion wurde am tragen packen. Nun hat so ein echter Christ auf dem Gebiete 10 M. erfordert. 2. Etwa 20 M. Geldstrafe. 3. Innerhalb 3 Monaten der Milchfälschung sicher für ganz Deutschland den Rekord erreicht; D.$. 39. Die Wohnung muß zu der im Vertrage angegebenen Bei die Vorlage im Prinzip einstimmig angenommen. Der Entwurf, er hat an Arbeiterfamilien für teures Geld" Milch" ge- so ist eine angemessene Zeit zu gewähren. Im Streitfalle entscheidet der zur Besichtigung freigestellt werden. Ist keine Besichtigungszeit festgestellt, welcher sich dem Weißenseer anschließt, wird der Finanz- liefert, die einen Wafferzusatz von 90 Prozent aufwies, also nur Richter, welche Zeit als angemessen zu erachten ist. In Berlin sind Er tommission zur eingehenden Prüfung überwiesen. 10 Teile Milch und 90 Teile Wasser! Und da besaß der Angeklagte tenntnisse ergangen, die die Zeit von 9 bis 1 und 3 bis 6 und Sonntag von unseren Genossen gestellter Antrag. die Steuer bom 1. August ab, also mit rückwirkender Straft einzuführen, wurde eben- noch die Frechheit, um seine Freisprechung zu bitten, tveil von 12 bis 3 Uhr als angemessen erachten. Die von Ihnen bezeichnete Zeit Der fromme Betrüger wurde zu wäre zu begrenzt. Philipp. Johann III. Sobiesti gewann in der falls angenommen. Für die Asphaltierung und die Legung des ich es nicht so gemeint habe". Schlacht bei Wien am 12. September 1683, gestorben ist er am 17. Jun Tageswasserkanals am Strankenhause, für welche unter dem alten 10 Tagen Gefängnis und noch zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. - Woick. Die Praris geht dahin, daß mit Uebertritt in den neuer Regime nur 45 000 m. veranschlagt waren, wurden weitere Mittel Beruf das Amt niederzulegen ist. H. H., Alexandrinenstr. 122. 1. Ja. 2. Können Sie beweisen, daß der Sachverhalt so war, wie Sie in der Höhe von 120 000 m. bewilligt. Von dieser Summe haben die Gemeinde wieder abihn geschildert haben, so würde die Firma abgewiesen werden. Unvorsichtig die Anlieger später ihre Anteile war es von Ihnen, sich die Zusicherung nicht schriftlich geben zu lassen. zuführen. Ein Antrag des Krankenhausturatoriums auf Annahme E. P. 42. 1. und 2. Ja. 3. Nein. 4. Das hängt von den Ber eines jährlichen Beitrages für die nächsten drei Jahre zur Unterstützung Für die Frage: Hat die Herrschaft die Kur. Die Steinarbeiter( Filiale I) hielten am Donnerstag im wandten ab. von Genesenden aus der Jakob Plauth- Stiftung in Höhe von 8000 Mark und ein Mitglied jener Stiftung bei Bewilligungen von Unter- Englischen Garten" eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, tosten zu bezahlen ist§ 617 B. G.-B. maßgebend. Danach ist die stützungen heranzuziehen, wurde gleichfalls angenommen. Des- in der zunächst die Abrechnung vom zweiten Quartal genehmigt Herrschaft verpflichtet, dem Dienstboten im Falle der Erkrankung die er forderliche Verpflegung und ärztliche Behandlung bis zur Dauer von sechs gleichen wurde ein Geschenk des Zigarettenfabrikannten Garbaty in wurde. An Einnahmen sind erzielt worden 13 305,15 M., wogegen Bochen, jedoch nicht über die Beendigung des Dienstverhältnisses hinaus Höhe von 3000 Mart für Krankenhauszwede angenommen. Be- sich die Ausgaben auf 4009,41 W beliefen, sodaß ein Kaffen zu gewähren, sofern nicht die Erkrankung von dem Dienstmädchen vorsätz schlossen wurde, mit dieser Summe einen Strantenwagen für die bestand von 9295,74 m. verblieb. Eine sehr ausgiebige und teil- lich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt worden ist. Die Ver Gemeinde anzuschaffen und denselben im Feuerwehrgebäude unter- weise recht erregte Debatte brachte die Stellungnahme der Filiale pflegung und ärztliche Behandlung kann durch Aufnahme des Dienstboter zubringen, damit er Tag und Nacht zur sofortigen Benuzung be- zum Streit im Fränkischen und Mühlhausener in eine Strantenanstalt gewährt werden. Die Kosten fönnen auf die für MuscheltaItsteingebiet mit sich. Wie berichtet wurde, die Zeit der Erkrankung geschuldete Vergütung angerechnet werden. Es reit steht. ist der Stand des Streits noch unverändert. Wegen Verweigerung fann also die Herrschaft, die für den Juni 75 Mark Krankengeld verauslag bon Streitarbeit sind in Berlin neuerdings 13 Arbeiter der Firma hat, den auf den Juni entfallenden Lohn( nicht etwa auch den auf Ma Tegel. Wimmel entlassen worden. Diese Maßregelung gab einem Teil der Juli entfallenden Lohn) auf die verauslagten Kurkosten anrechnen A. 2. Ein Gewerbetreibender, auch ein Gastwirt, ist zum Verkauf seine: In der letzten Gemeindevertreter- Sigung wurde die Aufnahme der Versammlung Anlaß, die Verweigerung jeglicher Kalkstein- Waren nicht verpflichtet. Indes kann in der Art der Ablehnung eine zweier Anleihen in Höhe von 26 000 und 15 000 m. für den Ankauf arbeit aus den Streitgebieten, auch das" Versetzen" derfelben, zu Bare, ein Glas Bier u. dergl. zu verkaufen, eine Beleidigung liegen. des Hauses Veitstr. 3 und den Anbau, Hauptstr. 16, beschlossen. fordern. Von der Ortsleitung sowie auch von dem anwesenden 5. 98. Ein selbständiges Gewerbe muß angemeldet werden. Die Anzeige Der am Bahnhof gelegene Play foll hergestellt und zu diesem Zied Vertreter des Hauptvorstandes aus Leipzig wurde dagegen vor erfolgt an die Gemeindebehörde, in Berlin an die Direktion für direte F. K. 47. Die Reichsverfassung spricht vom deutscen neue Offerten für die Einfriedigung eingefordert werden. einem weitgehenden Schritt aus taktischen Gründen dringend gestaiser, nicht vom Kaiser von Deutschland, um der Auffassung eit unseren Genossen wurde darauf hingewiesen, daß bei Bergebung von warnt, weil den Streitenden damit nur wenig gedient jei. Zu Gemeindearbeiten Mitglieder der Gemeindevertretung auszuschließen einer Verständigung über diese Angelegenheit kam es während des genzukommen, find. seien, und daß nur solche Unternehmer zu berücksichtigen seien, welche ganzen Abends nicht, so daß die Versammlung ohne Resultat ge= die gewerkschaftlichen Forderungen der Arbeiter erfüllten. schlossen werden mußte. bürgerlicher Seite wurde die Berechtigung dieses Verlangens aner ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischn tannt, jedoch mit der Einschränkung, daß in fleinen Gemeinden es Eine gut besuchte Versammlung der Berliner Werkzeugmacher Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 70-74 pr. 100 B., nicht zu umgehen sei, daß Gemeindevertreter mit Gemeindearbeiten beauftragt werden.- Ferner wurde die Aufstellung von neuen Straßen- tagte am Montagabend in den Musikerfälen, um u. a. gegen das IIa 64-69, IIIa 58-62, IVa 52-56, englische Bullen- 0,00, dänisge laternen in der August Müllerstraße und der Buddestraße beschlossen. Affordsystem in den Betrieben Stellung zunehmen. Es wurde eine Bullen. 0,00, Holländische Bullen- 0,00. Stalbfleisch, Doppelländer 100-10, Ia 82-88, IIa 72-80, IIIa 60-70. Hammelfleisch Ia 79-84, IIa 69-77. Dem Beschluß des Amtsausschusses, einen technischen Baubeamten mit Resolution angenommen, worin die organisierten Werkzeugmacher Schweinefleisch 65-71. Rebböde Ia per fb. 0,55-0,65, IIa 0,25-054. 5000 M. Gehalt anzustellen, wurde zugestimmt; 60 Proz. des Ge- verpflichtet werden, überall dort in den Betrieben, wo es versucht Rotwild Ia mit Abschußatteft per Bfb. 0,68, Ila 0,00. Damwild 0,00-030. halts werden vom Amt und 40 Proz. von der Gemeinde getragen. werden sollte, die Akkordarbeit einzuführen, solches unter allen Um- Wildschweine per Pid. 0,37. Frischlinge per Pfd. 0,00. Kaninchen per Süd Ueber den miserablen Zustand der Bernauerstraße, für deren In- ständen zu verweigern, und wo diese bereits besteht, darauf hinzu- 0,20. Wildenten Ia per Stüd 0,95-1,35, IIa 0,60-0,70. standhaltung der Militärfiskus zu sorgen hat, ist schon oft Klage wirken, daß sie wieder abgeschafft werde. Das Gleiche soll gefchehen per Stid 0,00. Belassinen 0,00. Hühner, alte, per Stüd 1,50-200, junge, per Stüd 0,60-1,00. geführt worden. Ein Gutachten, welches die Gemeinde eingefordert bei einem etwaigen Versuche der Einführung eines Antreibersystems alte hat, beziffert die erste Instandsetzung der Straße auf zirka 154000 M.( der sogenannten Schieber); kein Organisierter dürfe einen solchen junge, per Stad 0,34-0,45, alte 0,00-0,00. Enten, junge la per Stuf Sanse, Ia, per Bfund 0,60-0,64, Ila 0,58, Ia per Stüd 2,00 Gegen eine angemessene Entschädigung wird die Gemeinde die Straße Bosten übernehmen. Bereits vorher hatte sich eine Vertrauens- 1,30-2,00, alte per Stüd 0,00. Hamburger, junge, per Stüd 2,80. Boulets p. Stück 0,00-0,00, bo. Ilein 100. übernehmen. Von dem Antrag des Grund- und Hausbefizervereins männerversammlung mit diesen Fragen beschäftigt und gleiche Be- bis 4,25. Ila 2,00. Hechte per 100 Pfd. 101-110. 8ander 0,00. Schleie 102-121. Bleie 54-64. wegen llebernahme der Straßenreinigung wurde Kenntnis genommen schlüsse gefaßt. Hale, groß 121 mittel 0,-0,00, lein 0,00, unsortiert 84-96. Plögen 400. und die Beschlußfaffung vorläufig vertagt. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.)] an Bon Von Verfammlungen. 1696. Steuern. II a daß die 26 deutschen Baterländer felbftän ig Seefeldt. Die Gesellschaft ist uns nicht genauer betamt 1,20, Stridenten Taubir, bei Frankfurt+1,25 Meter. Weichsel bei Brahemünde+3,06 Meter War the bei Posen+0,01 Meter. Witterungsübersicht vom 1. August 1906, morgens 8 1hr. Stationen Better Stationen Wetter Karpfen 80. Barfe, fleine 73-81. Sarauschen 84-91. Bunte Fische 48-68.| per Schod- 80. 2,50-3,00. Blumenkohl per Mandel 1,00-2,20. Wirsingkohl per Amerit. Lachs I neuer p. 100 Pfd. 110-130. do. II neuer 90-100, do. III Mandel 1,00-1,50. Rotkohl p. Mandel 2-2,50. Weißkohl p. Mandel 1,50 neuer 50-75. Seelachs 15-20. Flundern, pomm.. I, per Schod 9,00. bis 2,50. Steinpilze p. 100 Pfd. 25-30. Gurken, Zerbster, Schod 0,75-1,00, do. pomm. II 2-4. Flundern, Kieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber do. Einleges, Schod 2,00-2,50. do. Rotenburg. 3-4. Kohlrüben, Mandel Stifte 2-3, do. Klein per Stifte 0,00. Büdlinge, per Wall Kieler 3-6,00, 1,00-1,25. Johannisbeeren, hiesige, weiße, per 100 Bfd. 6-9, do. rote Stralsunder 5-6. Aale, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, 8,00-11,00. Birnen, italienische per 100 Pfd. 14-35, schlesische 5-20, Hein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 2-4 do. Tiroler 20-27, Weinbirnen 10-15, böhmische 10-12. Stifte 1,50-2,50. Stabliau, geräuchert, per 100 Pfd. 15,00. Sardellen, per 100 Pfund 14-16, italienische 12-15, hiesige 8-16. Stachelbeeren, per Aepfel, ungar. 1902er, per Anter 86,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Bollheringe 100 Pfd. 8-13. Preiselbeeren 12-20. Kirschen, per 100 Pfd. Natten, 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Werdersche 15-25. Werdersche Glas- 15-17. Matten 18-30, do. sauere Heringe, neue Matjes, per%, To. 60-120. Hummern, IIa, 100 fb. 0,00. 15-20. Schlesische 0-00, Snupper- 0,00. Himbeeren, Werdersche per Streble, per Schod, große 15,50, mittel 11,00, fleine 0,00-0,00, unsortiert 100 Bfd. 22-35. Blaubeeren per 100 Pfd. 9-12. 0,00-0,00. Galizier, mittel 0,00. Eier, Land-, p. Schod 3,20. Pflaumen, ital. Butter runde dunkle per 100 Pfd. 22-32, ital. lange gelbe per 100 Bfd. 15-22, Swinemde. 764 SSD per 100 Bfd., Ia 114-116, IIa 110-113, IIIa 105-108, abfallende 95-100. ital. runde per 100 Bfd. 15-22, ungarische 10-15, hiesige 8-15. Hamburg 764 SD Saure Gurfen, neue, Schod 4,00, Pfeffergurten 4,50. Startoffeln per 100 Pfd. Zitronen, Messina 300 Stüd 13,00-20,00, 360 Stüd 10,00-14,00, Berlin 764 DSD neue runde 2,25-2,50, neue blaue 2,75-3,00, Rosen 1,90-2,00, neue 200 Stüd 7,00-12,00, 420 Stüd, flein 7,00. Frantf.a.M. 764 SD Berbster 2,25-2,50. Spinat, p. 100 Bfb. 10-15. Karotten p. Schock 2,50-3,00. München 765 S Sellerie, hiesige, p.Schod 1,25-2,00. Zwiebeln 100 Bfd. 4-4,50, Beterfilie, grün, Wien 765 Still Schockbd. 1,00. Kohlrabi, p. Schock 0,75-1,00. Rettig, bahr., p. Schock 2,40 bis Wasserstand am 31. Juli. Elbe bei Ausfig+0,32 Meter, bei 4,80. Radieschen, p. Schod- Bd. 0,60-0,70. Salat, p. Schock 1,50-2,00. Bohnen Dresden Wetter- Prognose für Donnerstag, den 2. August 1906. - 1,21 Meter, bei Magdeburg+1,29 Meter. ( grüne), per 100 Pfd. 4-8. Wachsbohnen 4-8. Puffbohnen 3-5. Schoten Straußfurt+ 1,35 Meter. Unstrut bei Zunächst ziemlich trübe, sehr schwül mit Gewitterregen und schwachen hiefige, per 100 pfd. 8-12. Pfefferlinge per 100 Pfd. 20-25. Mohrrüben Breslau Oberpegel+ 4,94 Meter, bei Breslau Unterpegel Dder bei Ratibor+1,48 Meter, bei südwestlichen Winden; später wieder aufklarend und kühler. - 1,30 Meter, Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 2. August. Anfang 72 Uhr. Neues Operntheater. La Traviata. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwit- Oper: Martha oder: Der Markt zu Richmond. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches- Theater). Zapfenstreich. Komische Oper. Der Corregidor. Zentral. Der Zigeunerbaron. Trianon. Die herbe Frucht. Lustspielhaus. Unsere Stäte. Kleines. Nachtashl Carl Weiß. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Wassage. Willy Brager. Spezialit. Neichshallen. Stettiner Sänger. Irauia. Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Donnerstag und folgende Tage: Sherlock Holmes. 0000 Sinfang 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwit: Oper. Donnerstag, abends8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Romant. Oper i. 4 Aft. v. Fr. v. Flotow. Freitag, abends 8 Uhr: Carmen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Donnerstag, abends8 Uhr: Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Freitag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79( Ringbahustation). Wegen koloffaler Nachfrage bis 30. August prolongiert. Täglich: ( Sonntags zweimalige Vorführung) 16 Löwen Die größte Sensation und beste Gruppe. der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Dompteuse mit noch nie gesehenen Tricks. 11 hr abends: Fütterung sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs und das neue beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugskarten find gültig. Kleines Theater. Urania Nachtafyl. Anfang 8 Uhr. Freitag und folgende Zage: Ein tbealer Gatte. 0000 Neues kgl. Operntheater Uhr. ( Kroll). Anfang 7 Gastspiel Franceschina Prevosti: La Traviata. Freitag: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Sonnabend: Mignon. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Donnerstag, 2. August, abends 8 Uhr: Str. 48/49 Metropol- Theater Täglich abends 8 Uhr: Wiederauftreten Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Henry Bender, Josef Giampietro, Sternwarte Invalidenstr.57/ 62. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 ẞf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Der Corregidor. Carl Weiß- Theater. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Die Bohème. Sonntag: Figaros Hochzeit. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Lustspielhaus. Rebensbild in 5 ft. v. Hedwig Abt. Täglich abends Unsere Käte. 8 Uhr: Sommerpreise: Bart.- Fauteuil 3,20. 8 Uhr: Trianon- Theater Mittwoch. Die herbe Frucht. Zentral- Theater. Zigeunerbaron. Derette ( Operette). 8 Uhr. Freitag: Nanon. in 3 Atten. Apollo- Theater Großer andauernder Seiterkeitserfolg! Im Sommergarten: Täglich: Große Spezialitätenvorstellung. Anf. 5 Uhr. Gänzlich neues Programm. Heute: Benefiz für die Hauskellner. Kottbuser Fritzi Massary, ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Schweizer Garten Sanssouci. Straße 4a. Um Königstor Sonntg., Montg. Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Stets wechselndes Progr.! Familie Pinte bei Barons. Nulpe vor Gericht. Entr. 30 Bf., num. Pl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Bochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Das neue August- Programm! Arbeit schändet nicht. Berlin im Omnibus. Boltsstud in 3 Bildern v. Reiflingen. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Dazu: Gute Spezialitäten! Dazu die erstklasfig. Spezialitäten. Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten u. Ball. ,, Auf der Liebes- Insel". Operetten- Burleske in 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren dreffierten Bären. Piccards amerik. Bantomime: Die Einbrecher b. New York. Jeden Mittwoch: Kinder Freuden- Fest. Damentanz frei. = Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Ostbahn- Park Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. Unf. 8 Uhr. 26 7%, Uhr: Gartenkonz. Fröbels Allerlei- Theater Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Schönhauser Allee 148. Hermann Imbs. Täglich: Täglich: Konzert, Theater, Gr. Konzert, Theater- und Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Der Millionenschneider. Bosse mit Gesang in 2 Aften. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: 2 heiter 23 Haparanda 764 23 2wolfen! 21 2 wolfen! 22 Petersburg 764 DND 1wolkenl 1tolfen! 23 Scilly 760 SSD 5 bedeckt 1 wollig 20 Aberdeen 762 SS 1wolkig 1 heiter 22 Baris 766 1 heiter wolten! 21 18 16 14 18 Es hat sich schon herumgesprochen wie der Andrang anlässlich der gestrigen Eröffnung unseres einzig dastehend. Unternehmens gross wir war. verpflichten bei einer Besichtigung nach wie vor Niemanden zum Kaufe. Unser neues System bezweckt, Jedermann klar vor Augen zu führen, wie gering die Unterschiede zwischen Cassa- und Teilzahlungs- Preisen sind! Alles Weitere sagt die Besichtigung! Einrichtungen von 300 bis 20 000 Mark. m.Luckhardt Nachf.. Berlins neuestes und vornehmstes Ausstattungs Magazin Spandauerstrasse No. 36-39 nur 1 minute vom Molkenmarkt. M.J.N. Nürnberg 1906 Bayerische JubiläumsMai- Ausstellung OKT. Spezialitäten- Vorstellung. Bernhard Rose- Theater Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Gesundbrunnen, Badstraße 58. Seute: Großer Elitetag! Das neue Elite- August- Programm Neiß Troupe Steffen Bros. The Cabanis Marguerite Gelton Müller- Römer Paul Coradini Miß Sarret La Matchiche Eröffnungs- Programm. Konzert, Theater u. Spezialitäten. Gottschalk Freikonzert Der Verschwender. 14 Jed. Mittwoch: Gr. erstklassige Spezialitäten! Beb. Donnerst: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbeluftigungen aller Art. Die Staffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Im Saale: Elite- Ball. Billettvorvert. v. 10-1 a.d.Theaterkasse Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Unf. 4, Uhr. Entree 30, num. BL 50 Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel." Große Bantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plaz 50 Bf. Zur Abwehr! In der Deutschen Gastwirte- Zeitung" vom 28. Juli d. J. ist eine Erklärung des| Wir weisen die Behauptung energisch zurück, daß fleinere Betriebe, welche unserer Vorstandes des Vereins der Gast- und Schankwirte für Berlin und Umgegend enthalten, Vereinigung angehören, durch irgend welchen Zwang veranlaßt, unserem Verein beigetreten welche an unrichtigkeiten leidet und welche richtigzustellen wir uns genötigt sehen. seien. Der Verband der obergärigen Brauereien, welch letztere ihr Bier billiger anbieten, Im Frühjahre d. J. in der Zeit vom 23. bis 27. April setzte sich unser Gesamt- würde sich unserem Verein gleichfalls angeschlossen haben, und hatte seine Vertreter, nachdem borstand mit den Vorständen der bedeutendsten Gastwirtevereine, nämlich mit den Herren er sich vorher am 19. Juni d. J. schriftlich an uns gewandt hatte, dieserhalb an uns entsandt, Ebeling, Zacharias, Vogel, Staric und Nuemann, dem Vorsitzenden des Vereins der Gast- wenn wir ihm die Hand zu Sonder- Bestrebungen gegeben hätten, welche vollständig außerhalb und Schankwirte für Berlin und Umgegend, in Verbindung, um eine Neuregelung der des Rahmens unserer gewerblichen Interessen liegen. Verkaufspreise und der übrigen Modalitäten beim Verkauf von Weißbier herbeizuführen, und fand bei diesen Herren nicht nur volles Verständnis für die Notwendigkeit dieser Maßregel, sondern auch die Zusage freundlicher Unterstützung bei Durchführung derselben, zumal in den beteiligten Streisen die Notlage des Weißbierbrauereigewerbes seit langer Zeit kein Geheimnis mehr war. Hier wurde die Zusammenkunft vom 11. Juni d. J., deren Hergang in unserer bereits erschienenen Erklärung ausführlich genug geschildert ist, verabredet. Bei dieser Gelegenheit wurden neben dem seitens der Gastwirtevorstände offerierten Preis von 7 Mark bro halbe Tonne seitens derselben folgende Bedingungen gestellt: 1. Der Frischbierverkauf sollte nicht unter 121 Pfennig pro Liter erfolgen. 2. Die Zugabe des Kovents sollte abgeschafft werden. 3. Die Regelung des Flaschenbierverkaufs an Private, Kantinen und Wiederverkäufer. 4. Die Lieferung an Schleuderer wie 5 Pfennig- Ausschänke usw. sollte eingestellt werden. Da man sich nicht einigen konnte, wurde eine zweite Sigung zur Weiterberatung und Beschlußfassung auf den 13. Juni anberaumt. Es ist bekannt oder schon ausgeführt, daß die Brauereien, um ihrer Kundschaft das denkbar größte Entgegenkommen zu zeigen, den ihrerseits geforderten Preis von 8 Mart für die normal halbe Tonne auf 7,50 Mart ermäßigten und auch die Erfüllung sämtlicher vorher aufgeführten Nebenbedingungen zusagten. Die Gastwirtevorstände konnten sich nicht entschließen, die geringe Preisdifferenz von 50 Pfennig zuzulegen, und daran scheiterten die Verhandlungen. Zu unserem größten Befremden sahen wir uns nach diesen Verhandlungen von Mitgliedern einzelner Vorstände, nachdem der Termin für die Preiserhöhung normiert war, auf das heftigste in der Presse und in den einzelnen Vereinsversammlungen angegriffen. Wir bemerken ferner: 1. daß der Vorstand des Verbandes der Gast- und Schankwirte sich irrt, wenn er ein Durchschnittsgehalt von 80 Litern pro halbe Tonne annimmt. Zugegeben ist, daß einzelne Gefäße der Brauereien derart von Unberufenen verändert waren, daß der Inhalt 80 Liter und darüber erreichte. Immerhin ist der Durchschnitt doch weit unter 80 Liter geblieben. Die halbe Tonne soll nach der gesetzlichen Maßordnung 621, Liter Inhalt haben. Mit der vereinbarten normalhalben Zonne von 66-70 Litern gewähren die Weißbierbrauereien ihren Abnehmern immer noch ein Uebermaß von ca. 10 Prozent. 2. Die Verhandlungen des Vorstandes des Vereins der Berliner Weißbierbrauereien mit Herrn Zacharias sind auch nicht richtig wiedergegeben. Dieselben waren durchaus unverbindlich, wie von vornherein hervorgehoben worden war, und bezweckten nur die Schaffung einer Uebergangszeit. An dem definitiven Preis von 7,50 Mart pro halbe Tonne, bezw. 11 Pfennig pro Liter, wurde unbedingt festgehalten. Wohl aber wurde Herrn Zacharias mitgeteilt, daß bei einer fortgesetzten Heze gegen die Weißbierbrauereien, welche bezweckte, den Brauereien einen unmotivierten Preisaufschlag und einen unberechtigten Verdienst nachzurechnen, die Brauereien gezwungen werden würden, auch ihrerseits den Gastwirten öffentlich deren Verdienst am Weißbier nachzuweisen. Im Interesse des Friedens ist bisher unsererseits davon Abstand genommen worden. Wunderbar aber mutet es uns an, wenn dieselben Gaftwirte, welche die Bedingung gestellt haben, daß die Brauereien nicht an Schlendergeschäfte liefern sollen, jetzt eben dieselben Brauereien zu ihren Lieferanten erheben, welche ihnen Sie schwerste Konkurrenz durch den Literverkauf im Umherziehen bereitet haben. Es wurde unter anderem die Behauptung aufgestellt, daß die Brauereien sich feindlich Es liegt, wie gesagt, nicht an uns, wenn der freundschaftliche Verkehr, in dem wir gegen die Gastwirte stellen wollten. Eine solche Behauptung widerspricht sich selbst. Wie stets mit unseren Abnehmern gestanden haben, für den Augenblick etwas gestört ist. Wir haben könnten die Brauereien, welche hauptsächlich und teilweise ausschließlich ihre Geschäfte mit das Unserige getan, und sind unseren werten Abnehmern bis zum äußersten entgegengekommen. Gastwirten betreiben und auf deren Kundschaft mindestens ebenso angewiesen sind wie die Wir müssen aber mit Entschiedenheit daran festhalten, daß die Qualität der Gastwirte auf die Lieferung von gutem Bier, Feinde der Gastwirte sein". Es liegt flar von uns hergestellten Biere nicht verringert werden darf, wenn nicht das Publikum zutage, daß die Brauereien lediglich durch den Zwang der Verhältnisse: die enorme Steigerung fich ganz und gar vom Weißbier abwenden soll. Tatsächlich lehrt die Erfahrung, aller Materialien, Utensilien usw., durch die erhebliche Erhöhung der Brausteuer und der daß durch minderwertige Ware das Geschäft ruiniert wird. Arbeitslöhne sowie durch die Mehrbelastung der neuen Zölle, deren Tragweite erst im nächsten Aus der Regulierung der laufenden Abrechnung hinsichtlich der Stöcke, welche in allen Jahre voll gewürdigt werden kann, gezwungen worden sind, ihre Preise für das Bier zu erhöhen. unseren Betrieben freiwillig in der kulantesten Weise erfolgt resp. erfolgt ist, müssen unsere Kunden Die Weißbierbrauereien haben damit nichts anderes getan als das, was andere die Ueberzeugung gewonnen haben, daß ihnen keinerlei Unrecht unsererseits zugefügt werden soll. große Brauereiverbände bereits getan haben oder in allernächster Zeit tun werden. Es ist Wir können unsere Kunden nur bitten, ums den geforderten Preis, den uns die wirtbekannt, daß die Berliner Lagerbierbrauereien sich ebenfalls genötigt sehen, ihren Bierpreis schaftlichen Verhältnisse diftirt haben, zuzubilligen und das Vertrauen wie bisher zu uns zu um 1,20 Mart pro Hektoliter unter Wegfall des bisher gewährten Uebermaßes zu erhöhen. haben, daß sie nach unseren. besten Sträften gut und kulant von uns weiter bedient werden. Berlin, 1. August 1906. -Verein der Berliner Weißbierbrauereien( E. V.). Berliner Weißbierbrauerei und Malzfabrik Albert Bier.- Berliner Weißbierbrauerei Julius Boehm Nachfolger.- Weißbier- Aktien- Brauerei vormals H. A. Bolle.- W. Bönhoff, Weißbierbrauerei. Brauerei Rudolf Braun, C. Breithaupt. Berliner Weißbierbrauerei Fiedler& Billep. Berliner Export- Weißbierbrauerei C.& O. Fischer. Berliner Weißbierbrauerei ,, Friedrichstadt" Julius Borsdorf. Max Füllgrabe.- Gabriel& Jäger.- Berliner Weißbierbrauerei Ed. Gebhardt A.-G.- Brauerei Gesundbrunnen, Hugo Riewe.- Hartmanns Brauerei.- L. Hildebrand( Potsdam). Berliner Bierbrauerei A.-G. vorm. F. W. Hilsebein.- Brauerei zur Hopfenblüte, Rudolf Frömchen. Fr. Kanitzberg( Potsdam). A. Landré.- Berliner Weißbierbrauerei A.-G. vorm. Carl Landré. A. Laue.-S. D. Moewes.- Berliner Weißbierbrauerei Carl Richter.-J. C. A. Richter& Co. Brauerei W. Senst A.-G.( Potsdam). Chr., Stauch.- Vereinigte Berliner Weißbierbrauereien G.m.b.H.( Weißensee).- Vereinigte Werdersche Brauereien A.-G.( Werder a. d. H.).- Adolf Voigt( Potsdam).- Berliner Weißbierbrauerei Aktien- Gesellschaft. Berliner Weißbierbrauerei E. Willner, Verkäufe. * Hohe Provision! Ringschiff Bobbin, Adlermaschinen ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00 Stöpenickerstraße 60/61, Große Frank furterstraße 43, Prenzlauerstraße 59/60. Nähmaschinen. Zahle bis 15,00, wer Teilzahlung fauft oder nachweift. Sämtliche Systeme. 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