s». 178. flDoHnemcntS'&dingungen: aBonnementä- Preis Jitänumeranbo: »irrteliährl. ZLV Btf, monatl. 1,10 Mk,, Ivüchenllich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Psg, Sonntags. Nummer mit illuftriertcr Sonntags. Beilage»Die Neue Well' 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl Uro Monat. Eingelragen in die Post. Zeitungs. -"Tfte. Unter Kreuzband für veutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, sSr daS übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostabonnementZ nehmen an: Belgien. Dänemark Holland, Italien. Luxemburg. Portugal, Auoiänien, Schweden und die Schweiz. Cifittint tZgllid außer Olsataai. 23, Jahrg. Vevlinev VolkesblÄtk. vle Insertion;-Ledühr detrögt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 30 Psg., sür politische und gewerkschastliche Vereins» und Versammlungs-Anzeigen W Psg. ,, meine ZZnreigcn", das erste sseU. gedruckte) Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas. stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 3 Psg. Worte über 13 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geässnet. Telegramm- Adresse: „Zoilslileivolint Null»-. �entralorgan der fozialdcmokratifchcn parte» Ooitfchtands. Redaktion: 8 Ml. 68» Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Rmt IV, Nr. I!»S3. Freitag, bcu 3. August 1906. Expedition: 8 Ml. 68, Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Nmt IV. Nr. 1S84. Quittung. Im Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Aachen, sozialdemokr. Verein Aachen-Land, Enpen 20 Proz. der Einnahmen 17,10. Aachen, sozialdemokr. Verein Aachen-Stndt 2. Quart. 65,36. Augsburg, sozialdemokr. Verein 16,—. Groß- Berlin a Konto seiner 8 Wahlkreise 16 066,— ldarunter nicht der- brauchte Provision d. Soinnierfestprogramms d. Gliesche 16.—, A. B. Mister 1,—, Bleistegs Bierkasse 5,46, H. K. 2,56, freiwilliger Beitrag durch Dams 6,56, Bierprozente Bau Aschinger 14,—, Tischlerei Berger, Wienerstrasie 5,—, Bei- trag für das Quartal von B. 3,—, Alt 16,—, Arbeiter der Firma Gottschalk und Michaelis 3,86, Bierprozente der Tischlerei Markiewicz 46,—.) Berlin, diverse Beiträge: Bierprozente v. d. Tischlern der Fa. A. Zahn, Weinstr. 16 36,—. C. L. 1,—. Arbeiter der Fa. Guppenbichler 2,76. Bierprozente Bau Jandorf 8,45. Rückzhl. durch die Brandenb. Agit.-Kommission P. B. 456,—; desgl. B. C. 25,—; desgl. P. B. 11,75. Uebersch. d. Fünfpfennigkasse d. Fa. Pcwesin, Münchcnerstr.22 8,—. Tischlerei, v.K.,Bierproz. 6,—. Dr.L. 81. 166,—. Von Mitgl. d. U.-Dr. 6,36. Mitglieder des Verb, deutscher Buchdrucker im„Vorwärts" 166,—. Organisierte Hutmacher 56,—. Unbekannt, Liebigstrasie 16,—. Gutenberg 45,16. Die Kontobuch- arbeiter vom Wedding 5,—. Machetes Juni— Juli 16,—. Munition zum Kampfe für Wahrheit und Recht 4,—. P. S. 56,—. A. B. 50,—. Jnnenputzer, Kaiserallee 21 7,55. Tischlerei Fr. Rahn 16,—. A. M. 5,—. C. D. Guhrau 1,—. Butzbach i. H., C. K. 3,16. Branden- bürg a. H., Reichstagswahlkreis Brandenb.-Westhavell., Viertel- jahresbeitrag 354,56. Bielefeld, von Genossenschaftlern am Hermannsdenkmal gesammelt 26,—. Bielefeld-Wiedenbrück, sozial- demokratischer Verein für den Wahlkreis, 2. Quartal 295,12, Baden-Bader. 8. badischer Wahlkr. 1. u. 2. Quart. 66 5,72. Bergheim- Euskirchen, sozialdemokr. Verein. 2. Quart. 16,04. Bern 50,—. Bant i. O., 2. oldenb. u. 2. hannov. Wahlkreis, 20 Proz. d. Einnahme v. 3. Quart. 466,—. Bromberg, sozialdemokr. Wahlverein 1. U. 2. Quart. 66 16,66. Beelitz, durch Hoffmann 3,—. Bochum, sozialdemokr. Verein für den Wahlkr. Bochum-Gelsenkirchen-Hattingen- Witten 838,31. Blaubeuren u. Lanpheim, 15. württemb. Wahlkr. 2,96. Beuthen(Oberschl.), v. d. Parteigenossen 5,—. Breslau, sozialdemokr. Verein 2. Quart. 745,66. Chemnitz, 16. sächs. Reichstagswahltreis 2666,—. Cannstadt, 2. württemb. Wahlkr. 1. u. 2. Quart. 06 329,04. Celle, 14. hanuov. Wahlkr. 26 Proz. d. Einnahmen im 2. Quartal 144,54. Cassel, sozialdemokr. Verein für den Wahlkreis Cassel- Melsungen 26 Proz. d. Einnahmen 135,84. Colmar i. E., Halb- jahrsbeitrag 21,52. Calw, 7. württemb. Wahlkr. 54,96. Cheninitz, Brutus 1,56. Crefeld, sozialdemokr. Volksver. 2. Quart. 66 96,—. Cottbus, sozialdemokr. Krcisverein Cottb.-Spremberg 2. Rate 365,96. Dessau, Wahlkr. Dessau-Zerbst 35,—. Düsseldorf, Wahlkr. Quartals- beitrag 228,36. Dresden, 4. sächsischer Wahlkreis 1666,—. Dresden, sozialdemokr. Verein Dresden- Altstadt I.Halbjahr 1966 956,—. Dortmund, sozialdemokr. Verein für d. Wahlkreis 636,—. Durlach, 9. badischer Wahlkreis 100,—. Erfurt, Wahlkr. Erfurt-Schleusingen- Ziegenrück, Vierteljahresbeitrag 156,—. Erlangen, sozialdemokr. Verein 2. Quart. 66 16,—. Essen(Ruhr), sozialdemokr. Verein 2. Quart. 66 292,—. Elberfeld-Barmen, sozialdemokr. Verein 1. und 2. Quart. 66 627,96. Emden, sozialdemokr. Verein f. d. 1. hannov. Wahlkr. 2. Quart. 66 28,83. Falkenberg(Oberschi.) 3,—. Frankfurt a. Main, Wahlkreis 1566,—. Flensburg, 1. u. 2. schlesw.-holst. Wahlkreis 160,80. Gebweiler i. E., Wahlkreis 15,96. Görlitz, Rest v. 2. Quartal 46,24. Grünberg- Freistadt i. Schl., sozialdemokr. Wahlv. 15,56. Göttingen, 12. hannov. Wahlkr, I.Halbjahr 66 55,—. Haniburg, 1. Kreis 3000,—. Hüls, von Parteigenossen Beitrag für 2. Quart. 2,56. Hüttensteinach, aus dem Bezirk Sonneberg 166,—. Hanau-Gcluhansen-Orb, Wahlkr. 1. Rate 1966 266,—. Hannover, Wahlverein, Restbetrag f. 1. Halbjahr 638,96. Höchst- Usingen- Homburg, Wahlkr. 420,—. Husum 45,78. Hamburg, im Monat Juli in der Expedition d.„Hamb. Echo" eingegangen 81,55. Jatznick, sozialdcmokrat. Wahlverein Ueckermünde< Usedom- Wollin 1. Quart. 1966 86.—. Itzehoe, sozialdemokrat. Zentralwahlverein d. 5. schlesw.-holst. Wahlkreises 172,56. Kiel, v. 7. schleswig- holsteinifchen Wahltreis sür Rechnungsjahre 1965/66 1666,—. Königsberg i. Pr., sozialdemokr. Ver. 2. Quart. 1966 441,—. St.. Rückzahl. v. K. 166,—. Kopenhagen, deutscher sozialdemokr. Verein„Vorwärts" 1. Rate 66 17,—. Kulmbach, sozialdemokr. Verein f. d. Wahlkreis 56,—. Kattowitz, sozialdemokr. Verein 5,—. Kattowitz, P. P. 5,—. Köslin, 20 Proz. der Einnahmen 12,62. Konstanz, sozialdemokr. Verein f. d. 1. badischen Wahlkr. 2. Quart. 66 34,75. Lübeck, sozialdemokr. Verein 2. Quart. 66 466,—. Lucken- walde, Rufus 5,—. Liegnitz, sozialdemokr. Wahlv. Liegnitz-Gold- berg-Hainau 1. Halbjahr 66 46,76. Langenbielauer Agiiations- bezirk 372,57. Mannheim, sozialdemokr. Verein f. d. 11. badischen Wahlkr. 2. Quart. 66 566,—. Mülheim a. Rh., Volköverein f. d. Wahlkr. Mülh.- Wipperfürth-Gummersbach 2. Quart. 66 136,36. München. Waldläufer. Mai— Juni 16,—. Neu- Wied, soxialdemokr. Verein 4,92. Nordhausen, sozialdemokr. Verein, 2. Quart. 66 66.—. Nürnberg, S. 3,—. Neustadt(Oberschl.), von den organisierten Parteigenossen 13.46. Oldenburg, sozial- demokr. Wahlverein f. d. 1. oldenburg. Wahlkr., 2. Quart. 66 52,86. Potsdam-Spandau-Westhavell., sozialdemokr. Kreiswahlverein 2l2,—. O.uedlinburg- 8lschersleben- Calbe. Wahlkreis. April— Juni 96.56. Rudolstadt. Wahlkreis. Jahresbeitrag 153,26. Recklinghausen, sozial- demokr. Verein f. den Wahlkreis. 1. Halbjahr 66 129,46. Randow- Greifeichagen. Wahlkreis 156,—. Rawitsch-Gostin, Wahlverein 6,86. Ronsdorf. Wahlkr. Ronsd.-Lennep-Remscheid-Mettmann April-Juni 265,12. Stettin, Jahresbeitrag des Wahlvercins 366,—. Desgleichen für 2. Quartal 1966 131,32. Schweinfurt, sozialdemokr. Verein 16.—. Soest, sozialdemokr. Verein f. Hamm-Soest 2. Quart. 66 73,—. Schöulanke. Beitrag d. Wahlvereins 2.66. Salzungen. Wahlkr. Meiningen-Hildburghausen März-Juni 23,36. Schkeuditz, sozial- demokr. Verein f. Merseburg-Ouerfurt 1. u. 2. Quart. 66 11166. Stendal-Osterburg, Wahlverein des Kreises 19,16. Stuttgart, G- U. 10,—. Solingen, v. Kreiskomitee, 2. Quart. 266,—. Schleswig, 3. schlesw.-holst. Wahlkreis 41.71. Stettiner Reste für Parieisouds durch H. F. in Pforzheim 7.—. Trier, sozialdemokra- tischer Verein 2. Quartal 1966 23.84. Vorwärts-Buchhandlung 23 666,—.„Vorwärts" 2. Quartal 1906 62 235,15. Würzen. iU sächsischer Wahlkreis, sozialdemokratischer VoUsverein 366.—.' Wittlich, Beitrag für 2. Quartal 3,—. Zwickau und Umgegend, Teilbeitrag des 18. sächsischen Wahlkreises 326,—. Zurückgezahlte Reichstagsdiäten 1159,56. Berlin, den 1. August 1966. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch, Lindenstr. 69. Steigende flut! Höher und höher schäumen die Wellen der Revolution am Throne der Romanows empor. Eine nach der anderen ist an dem krachenden Gebälk sieglos zerschellt. Aber immer neue brausen heran... Vor Sveaborg, in Helsingfors, in Kronstadt kämpfen Soldaten gegen Soldaten, donnern kaiserlich russische Kanonen gegen kaiserlich russische Geschütze. Die festeste Stütze der Selbstherrschaft, die Armee, wankt, Teile des Heeres und der Flotte erheben sich gegen den Gebieter; die Waffen, die der Zar ihnen gab. wenden sich gegen die Herrschaft des Zaren. Die Armee wankt und in der Bauernschaft grollt es unheilverheißend. Die beiden Eckpfeiler der Zarenmacht Eure Hoffnungen wurden bitter enttäuscht. Eure Vertreter fanden den Zaren umringt von einer Schar Großfürsten, Mit- gliedern der kaiserlichen Familie, Höflingen und den reichsten Groß- grundbesitzern. Alle diese waren geeint in dem Entschluß, ihre eigene Macht über die des Volkes zu erhalten, im Interesse ihrer Gehälter, die Tausende von Rubeln jährlich betragen, im Interesse ihrer Besitzungen, die Millionen von Rubeln wert sind, und im Interesse des Kapitals. Sie scharten sich um den kaiserlichen Thron, den sie für ihre teuflischen Pläne völlig gewonnen hatten, und von der ganzen Regierung, mit dem Zaren an der Spitze, erhielten die nationalen Vertreter die kurze Antwort:„Kein Land! Keine Freiheit!" Der Zar und seine Minister beschlossen, die Existenz der Vertreter der Nation und der Duma nur unter der Bedingung zu dulden, daß sie die nationalen Wertmittel den Veruntreuern zur Verfügung stellten, damit diese neue Anleihen aufnähmen, welche nicht nur das russische Volk unter die Bürde der Schuld brächten und nicht nur Euch, Bauern und Genossen, sondern auch Eure Kinder und Kindcskinder zu Sklaven machten. Anderenfalls war die Regierung entschlossen, Eure Erwählten nach ihrer Art zu behandeln. Viele der schwächeren Mitglieder der Duma, die zu Zugestand- nissen bereit waren, verloren den Mut und wankten in ihrem Eni- schluß. Ihr aber, Bauern und Genossen» hieltet die Männlichkeit drohen zu brechen. Gerüstet steht die Arbeiterschaft, der Held der ersten Phase der russischen Revolution. Obgleich noch aus tausend Wunden blutend, wird sie nicht zögern, den Kampf aufs neue aufzunehmen, wenn der Augenblick ruft. Und un- widerstehlich wird die Revolution werden, wenn Armee und Bauernschaft sich der Arbeiterschaft gesellen. Starke Kräfte arbeiten für diese Vereinigung. Die ökonomischen Interessen, die politische Lage, die Provokationen der Reaktion, alles drängt diese drei Heeressäulen zu ein- ander hin. Und die Revolutionäre sind eifrig bemüht, diesen natur- gemäßen Prozeß zu fördern, zu beschleunigen. Wir haben schon gemeldet, daß die revolutionären Parteien einen Aufruf an die Bauernschaft zur gewaltsamen Erhebung erlassen haben. Heute können wir den Wortlaut dieses wichtigen Dokuments der Revolution mitteilen. Das Laffansche Telegraphenbureau meldet aus Petersburg- unterm 31. Juli: Der Aufruf an die Bauern, sich gegen den Zaren und seine Regierung zu erheben, ist unterzeichnet von den Arbeiter- und sozialdemokratischen Vertretern in der aufgelösten Duma, dem Baucrnbnnd, den Sozialrevolutionären, der sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei und dem russischen Eiseubahnerverband. Er lautet: „Bauern und Genossen! Vor zwei Monaten suchtet Ihr die besten Männer aus, um sie in die Duma zu schicken, auf welcher alle Eure Hoffnungen ruhten. Es wurde Euch damals gesagt, daß durch friedliche Mittel nichts zu erreichen sei, und daß die verbissene Entschlossenheit der Regierung nur durch Gewalt zu brechen sei. Ihr konntet nicht gleich glauben, daß ein so schwerer Preis, wie Menschcnblut, für die Freiheit des Volkes gezahlt werden müßte, und das letzte Flackern der Hoffnung flammte in Euren Herzen auf wie Wachs- kerzen vor einem Heiligenbilde brennen. Ihr glaubtet, daß viel- leicht, wenn sich die Erwählten des ganzen russischen Landes um den Thron des Zaren versammelten und mit einer Stimme die Forderungen der Nation vortrugen, sie gerechte Gesetze und Ordnung. Land Wd Z reihest erMtxn kömsten., der Duma durch tausende Eurer Beschlüsse, Briefe, Telegramme und Boten aufrecht. Ihr verlangtet, daß Eure Erwählten fest blieben und nicht ohne Land und Freiheit zurückkehrten. Ihr ver- langtet, daß sie nicht der Gefahr aus dem Wege gingen, sondern den festen Willen der Nation verkündeten und sich ihm unter- würfen. Ihr versprächet im Falle der Not Euren Erwählten wirk- same Hülfe. Eure Erwählten haben ihre Pflicht getan, und jetzt haben der Zar und seine Minister sie zerstreut, gegen die Kühneren von ihnen gerichtliche Verfolgung angeordnet, sie verhaftet und inS Gefängnis gesteckt. Eure Erwählten haben die nationale Sache nicht verraten, und nun könnt auch Ihr nicht Eure Erwählten und dadurch Euch selber verraten. Die Regierung hat der Nation den Krieg erklärt. Die Duma wurde vom Volke erwählt, und nur das Volk kann ihr ihre Mandate nehmen. Durch kaiserlichen Ukas hat die Regierung die Duma aufgelöst und dadurch ihren Mangel an Vertrauen in jene bezeugt, die das Vertrauen des Volkes haben. Die Regierung hat die Rechte der Duma und die Rechte des Volkes zermalmt. Die friedlichen Beziehungen zwischen der Regierung und dem Volke sind zu Ende. Mit erneuter Kraft beginnt der große Kampf, in welchen- vielleicht Ströme von Blut fließen, und dessen Folgen auf das Haupt der verbrecherischen Regierung fallen werden. Sie hat das Volk nicht geschont, und so wird auch das Volk sie nicht schonen. Die Re- gierung weiß dies, und setzt geringe Hoffnungen auf die Dienste der Armee. Es herrscht Unruhe in der Armee; die Soldaten fangen an, ihre Blutsverwandtschaft mit dem Volke zu erkennen. Unsere Regierung ist so weit gegangen, daß der deutsche und der österreichische Kaiser ihre Truppen der Regierung des Zaren zum Kampfe gegen das russische Volk zur Verfügung gestellt haben. Das ist offenbare Verschwörung mit Ausländern gegen das Vater- land. Das ist eine verräterische Handlung der Regierung. DaS ist ein Verrat am Vaterlande. Nieder mit dieser ungesetzlichen Regierung! Niemand hat ein Recht, sich ihr zu unterwerfen, und es ist verbrecherisch, ihre Be- fehle auszuführen. Das Volk muß überall die örtlichen Behörden entfernen und sie durch seine eigenen Erwählten ersetzen. ES muß überall alle Staatsmittel und Gelder mit Beschlag belegen und sie gesetzlich erwählten nationalen Behörden übergeben» Die Truppen müssen ebenfalls den Befehlen der Erwählten gehorchen. 1 In der Stadt find in den Reihen der Roten Garde Unruhen aus-| der Ermordung wurde ihm sein von der Gesellschaft zur BeIhre Pflicht ist es, Volk und Vaterland gegen eine verräterische gebrochen. 17 kämpfung der Anarchie und Revolution unterzeichnetes Todesurteil zugestellt. Die hier erscheinende reaktionäre Abendzeitung Majak" verzeichnete das Gerücht von Herzensteins Ermordung bereits vorgestern zwei Uhr nachmittags, acht Stunden vor dessen Eine Meldung will wissen, daß die besagte Gesellschaft" noch mehrere radikale Dumaabgeordnete zum Tode verurteilt und bereits die Mörder gedungen habe. Tode. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 2. August. " Regierung zu verteidigen. In Verbindung mit den Truppen Petersburg, 2. August. Nach amtlicher Meldung aus Helsingfors müssen die Arbeiter in den Städten, alle anderen Angehörigen der ist das Pulvermagazin der Festung Sveaborg in die Luft geflogen. arbeitenden Klassen und die Bauernschaft ihre Sache selber in die hierdurch sind die noch restierenden meuternden Truppen gezwungen, Hand nehmen. Sie haben Land oder Freiheit nicht erhalten, bes- fich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Helsingfors, 2. August. Sveaborg steht teilweise in Flammen. halb müssen sie sich Freiheit und alles Land nehmen, nicht in 500 Berwundete sind aus Sveaborg hier eingetroffen. Bei der ordnungswidriger Weise, und es den erwählten örtlichen Behörden Station Ribimaeski wurde eine Brücke von den Meuterern in die übergeben, bis die nationalen Erwählten, die eine gesetzgebende Luft gesprengt. Versammlung auf Grund des allgemeinen gleichen geheimen und Helsingfors, 2. August.( Meldung der Petersburger Teledirekten Stimmrechts bilden werden, ein neues Landgesetz aus- graphen- Agentur.) Da der Generalstreif nicht zu stande gekommen arbeiten. ist, ist die ,, Note Garde" zu Gewalttätigkeiten übergegangen. Zwischen Es ist jetzt Zeit für das Land, sich wie ein Mann zur Rettung ihr und der Polizei ist ein Kampf im Gange. Truppen sind heranEin kerniges Manneswort. des Vaterlandes vom Untergang zu erheben und für ein furchtbares gezogen worden. Alle Meuterer der Festung Sveaborg haben sich Urteil des Volkes über die Landesverräter. Das Volk lehnt es ab, der Meuterer eingesetzt worden. ergeben. Auf kaiserlichen Befehl ist ein Kriegsgericht zur Aburteilung Während die freisinnigen und Zentrumsblätter die von ihnen ein wenig spät enthüllten Kolonialstandale weidlich ausschlachten sich der Gnade der Bedrücker zu übergeben, und will nicht länger Eine Meldung des Petersburger Korrespondenten des Berliner und sich in der Pose eines neuen Herakles gefallen, der den sein gegenwärtiges Dasein des„ toten Pferdes" führen. Es wünscht Tageblatt" lautet: ein freies und würdiges Leben. Besser der Tod, als die Rückkehr Die Lage in Sveaborg war gestern noch immer sehr kritisch, kolonialen Augiasstall einmal bis auf den Grund ausmisten werde, zu dem alten abscheulichen Regime! Retten wir unser Land, unsere denn vier befestigte Inseln waren im Besitz der Aufrührer, die trotz obgleich sie doch nur zu gut wissen, daß jede kapitalisttsche KolonialKinder und Kindesfinder von den unbeschreiblichen Missetaten mannigfacher Versuche nicht aus ihren Positionen zu werfen sind. politik Inietief im Schlamme der Korruption watet, hat sich nun doch einer schändlichen Regierung! Erheben wir uns alle unwider- Mehrfach brach gestern ein harter Artilleriekampf aus. Die Panzer ein liberales Blatt gefunden, das der Wahrheit die Ehre gibt und " Besarewitsch" und" Slava" warfen eine Menge zwölfzölliger äßenden Spott über diese kapitalistische Heuchelei ausgießt. Es ist stehlich, jeder für sich, alle für einen. Es gibt kein Säumen mehr. Geschosse in die Festung und zerstörten eine Kirche und viele Häuser. kein Zufall, daß dies Blatt gerade in Hamburg erscheint. Gerade Das Vaterland ist in Gefahr! Rettet das Land! Land und Frei- Nachmittags versuchten die trengebliebenen Truppen unter Baron der Hanseate weiß aus langer Erfahrung, daß schon Goethe mit Das Vaterland ist in Gefahr! Rettet das Land! Land und Freiheit für das ganze Volt! Nieder mit den nationalen Feinden, Salza eine Pontonbrücke nach der Ingenieurinsel zu schlagen, um Verrätern, Gewalttätern. Nieder mit der Regierung des Zaren! diese zu stürmen, doch wurde der Versuch durch ein wirkjames feinem Worte den Nagel auf den Kopf traf: Krieg, Handel Es lebe das teure, freie, russische Volk!" Artilleriefeuer unter großen Verlusten der treuen Truppen bereitelt. und Piraterie, dreieinig sind sie, nicht zu trennen". Das Heranbringen von Truppen nach Helsingfors und Sveaborg ist Der Hanseatische Kaufmann kennt die Kolonialpolitik des Auslandes Es ist eine Sprache wilder Entschlossenheit, die der Aufruf durch die Zerstörung der Bahnlinie sehr erschwert. so genau, wie er der deutschen Kolonialpolitik in Herz und Nieren spricht. Eine Sprache, die da zeigt, daß unsere russischen Die in Tutula stehende Artillerie weigerte sich auszurücken, geschaut hat. Er ist zwar liberal, sogar freisinnig, aber er will sich Genossen die entscheidenden Kämpfe nahe herangerückt glauben. manche aus der Umgegend herangezogene Infanterieregimenter burch sentimental- demagogische Zugeständnisse an die öffentliche Deshalb erklärt Ein solcher Aufruf wird nicht erlassen, wenn seine Unter- warfen auf dem Marsch Patronen und Gewehre weg, und eine mit der Meinung in seinen Geschäften nicht stören lassen. zeichner nicht meinen, daß er auf fruchtbaren Boden fällt. Bahn herangebrachte Kompagnie mit Maschinenkanonen hat unterwegs der„ Hamb. Korresp.", daß man doch über die vorgekommenen die Kanonen aus dem Zuge geworfen. Infolge dieser neuen Meutereien Offenbar sind die Revolutionäre der Meinung, daß die find Truppen von Petersburg und Reval per Schiff nach Helsing- Bagatellen fein großes Geflenne anstimmen solle. Zwar hätten sich Bauernschaft, die vor wenigen Monaten noch die dumpfe, fors abgegangen. Drei Panzerzüge mit Artillerie wurden von hier ja jetzt die Dünfte derart zusammengeballt, daß das Gewitter unstumpfe Masse war, reif ist für eine solche Sprache, daß der vermeidlich sei. Deshalb müsse an eine„ gründliche Ausmerzung Bauernaufstand, der große Ausbruch, nicht mehr die Revolte des Um Mitternacht soll die weiße Fahne über Sveaborg geweht von Nepotismus und Korruption in unserem Kolonialwesen" heraneinzelnen Dorfes, des Kreises, nur noch eine Frage der Zeit ist. haben, nachdem ein Teil der Stadt in Brand geschossen ist. gegangen werden. Sei das geschehen, so werde man sich, über Die Auflösung der Duma hat Zündstoff in gärende Masse Dem, Tag" wurde aus Petersburg vom 2. August telegraphiert: Die binnenländischen Vorurteile und Borniert Die Meuterei in der Festung Sveaborg dauert fort. Gestern geworfen. Die Revolutionäre sind auf den Plan getreten, um den Kampf zu einem bewußten zu gestalten. Land und währte das Geschützfeuer bis zum Abend. Die Regierungstruppen beiten in bezug auf See- und Kolonialwesen in Ruhe hinwegsetzen können". Freiheit! Wenn diese Worte nicht mehr sanfter Wunsch sind, zählen bisher an Toten und Verwundeten 28 Offiziere und Vor allen Dingen aber möge man mit der abgeschmackten 400 Soldaten. Die Aufrührer haben auf einer Hafeninsel deren wenn sie Kampfruf der großen Masse der russischen Bauern Kommandeur General Abdejew und sämtliche Offiziere verhaftet. Moralfererei endlich aufhören: werden, dann ist das Schicksal des Zaren, das Schicksal der treu von einem gebliebenen Schiffe ein Midshipman Selbstherrschaft besiegelt! abgesandt wurde, um die rote Fahne von der Flottenkaserne auf Statudden abzunehmen, wurde er durch einen verwundeten Anarchisten getötet, der dann selbst den Geist aufgab. In die Der Kampf dauert fort. Unsere gestrigen Zweifel an der Kaserne drangen Kosaken und Schüßen, worauf die Meuterer sich Wahrheit der offiziösen Meldungen von der Unterdrückung des Auf- widerstandslos ergaben; Aufwiegler, die Zivilkleider trugen, entflohen. Der Kommandeur einer Minentompagnie wurde schwer verwundet standes haben sich als gerechtfertigt herausgestellt. Zum Ausgleich von den Meuterern ins Meer geworfen, nachdem man ihm einen meldet das Petersburger offiziöse Lügenbureau heute abermals die schweren Stein um den Hals gebunden hatte. Nach den letzten Unterdrückung, die Kapitulation der Aufständischen. Ob es diesmal Meldungen vom Observatoriumšturm in Helsingfors wird eine mehr Glauben verdient, als gestern, läßt sich noch nicht feststellen. weiße Fahne über Sveaborg bemerkt, doch weiß man noch nicht, ob Doch ist zu vermerken, daß heute mehr Details über die Kapitulation die Meuterer sich wirklich ergeben wollen. In Peterhof ist die gemeldet werden, als am gestrigen Tage. Die Nachrichten zeigen, daß dem Wache bedeutend verstärkt. Im Petersburger Hafen sind alle ReZaren große Truppenteile treu geblieben sind, daß sie sich gegen ihre auf- gierungsgebäude durch Militärwachen geschüßt, ebenso das HauptDie Zarenfamilie beabsichtigte dieser Tage ständischen Kameraden verwenden lassen. Sie zeigen aber auch, telegraphenamt. eine Spazierfahrt nach den Stären zu unternehmen, wozu daß die Rote Garde in Helsingfors tapfer weiter kämpft, zum Sie Kaiserjacht Alexandria" vor Peterhof bereit lag, Entsetzen der finnischen Bourgeoisie, die Ruhe und abermals Ruhe geben von vier Torpedobootszerstörern mit einem Kreuzer; doch ist als der Finnen Pflicht erachtet und mit der russischen Revolution nach den furchtbaren Vorgängen in Sveaborg der Reiseplan aufnichts zu tun haben will. Sie hofft furzfichtigerweise durch gegeben. Es heißt mit Bestimmtheit, daß der Aufruhr von Wohlverhalten die Freiheit Finnlands zu sichern und greint über die langer Hand vorbereitet war, ohne daß die Behörden etwas davon tompromittierliche anarchistische" Note Garde. Die ehrsame ,, Bossische ahnten. Zeitung" hat selbstverständlich in unentwegter Wasserstiefelei diesen Klagen verständnisvoll ihre Spalten geöffnet! 200 著 Sveaborg und Helsingfors. einer befördert. Als Mentereien in Kronstadt. ums man „ Mit der Moral allein baut man keine Eisenbahnen" sagte im Nachwinter 1875 zu Wien in seinem bekannten Prozeß Viktor Ofenheim, Ritter von Ponteurin. Mit der Moral allein verwaltet man auch keine Kolonien; das lehrt die Kolonialgeschichte aller Völker, und auch wir haben dies bereits genügend zu erfahren gehabt. Die tugendhafte Empörung der Zentrums- oder gar der radifalen und fozialdemokratischen Presse wirkt da annähernd komisch; wenigstens in den beiden letzteren Lagern hatte man wirklich den Stoff zur Entrüstung etwas näher. Wegen dieser Entdeckungen und Vorkommnisse am deutschen Kolonialwesen verzweifeln oder ihm deshalb prinzipiell feindlich werden wollen, tönnten nur Philister, die ja im deutschen Binnenlande noch hier und da vorkommen und nicht am wenigsten bei den radikalen Barteien; schon in den zwanziger Jahren des borigen Jahrhunderts erschien in Stuttgart eine Broschüre, die von Haß gegen die deutschen Hansastädte und deren„ Flibustierpolitik" förmlich troff und die dabei die Gedanken eines sehr hochgestellten Herrn wiedergegeben haben sollte. Will man die Möglichfeit solcher Borkommnisse wie der jetzt beklagten völlig abschneiden, dann muß man überhaupt keine Kolonien haben; trotz Herrn Bebel und Herrn Erzberger aber glauben wir, daß eine Abstimmung innerhalb der Nation für oder wider die Kolonien kaum das von der Opposition gewünschte Ergebnis haben würde. Anders wo find noch ganz andere Dinge vorgekommen als jetzt die Bestechung eines deutschen Offiziers durch eine Unternehmerfirma, die übrigens nach den jüngsten Aufschlüssen zwar überhohe Preise fich bedungen hat, aber doch für wirklich gute Ware." Ein Ministerskandal in Ungarn. Man schreibt uns: Jm klassischen Lande der Freiheit vergeht 1 Petersburg, 2. August.( Meldung der Petersburger Noch ist es zu früh, über den Ausgang des Kampfes Betrach- Telegraphen- Agentur.) Amtlicher Bericht. Gestern abend sind tungen anzustellen. Aber das steht fest: Hat der Bar gesiegt, so hat in Stronstadt Unruhen ausgebrochen. Die Matrosen der er nur nach langem, hartnädigem, blutigem Kampfe gefiegt. Groß 4. Flotten- Equipage verließen nach 11 Uhr ihre Kasernen, ist die Zahl der Gefallenen und Verwundeten. Eine förmliche vereinigten sich mit der auf der Straße auf sie wartenden Menge Das ist endlich einmal ein befreiendes, kerniges Manneswort. Schlacht, ein wütendes Bombardement hat um Sveaborg und begaben sich nach dem Hause des Hafenkommandanten. Mit der Moral allein verwaltet man teine Kolonien." Und wenn getobt und selbst wenn die Erhebung erfolglos gewesen wäre, selbst Eine sofort kommandierte Infanterie- Abteilung zerstreute die man Kolonialpolitik will, muß man auch das mit in Kauf nehmen, wenn das Blut vorerst umsonst geflossen wäre, der ungeheure, er- Boltsmenge, indem sie ein Feuer gegen dieselbe eröffnete. Um was empfindsame" Philifter" Flibustierpolitik und Korruption Aber über solche Vorurteile und Borniertheiten" muß schütternde Eindruck dieser Tatsache, daß russische Truppen durch dieselbe Zeit begannen Unruhen in den anderen Flotten- nennen. russische Truppen in heißem Ringen niedergeworfen werden mußten, equipagen. Die Matrosen fingen an, sich zusammenzurotten sich eine zielbewußte Bourgeoisie in Ruhe hinwegsetzen". bleibt bestehen und wird seine Wirkung nicht verfehlen. Es wäre und die Kasernen zu verlassen, indessen gelang es, fie dazu So bestätigt das freisinnige Hanseatenblatt klassisch die einer der Siege, die die Vorboten der kommenden Nieder- zu bewegen, wieder in die Kasernen zurückzukehren. Unterdessen flassischen Worte eines Karl Marx über das Grundwesen des lagen find! zog eine Menge, die sich aus den Matrosen der 4. Equipage Kapitalismus und Kapitals:" Für hundert Prozent stampft es alle Die Meldungen des Tages lauten: und Böbel zusammensetzte, gegen das Arsenal heran und menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; dreihundert Prozent, und es Helsingfors, 1. August. Die Marinekaserne in Helsingfors wollte die Tore sprengen. Sie wurde jedoch durch Infanterie existiert kein Verbrechen, daß es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr kapitulierte gestern nachmittag, nachdem sich die Mehrzahl der und Maschinengewehre von neuem zerstreut. Darauf wandten des Galgens". Menterer entfernt hatte. Unter den Gefangenen sind 10 finnische Arbeiter. Während der Nacht wurden 2 Kompagnien Infanterie sich die Meuterer gegen das Fort Konstantin, wo nach Sveaborg gesandt. Nach Mitternacht erfolgte ein ununter- augenscheinlich mit ihnen im Einverständnis war. Im Augenbrochenes Schießen aus Kanonen, Kugelspritzen und Handgewehren. blicke des Erscheinens der Meuterer wurde auf dem Fort seitdem die neue Die wenigen vorhandenen Schiffe sind auf seiten der Regierung. eine rote Fahne geschwenkt. Die Meuterer besetzten das Fort, Vom Kommandanten der Festung wird den zivilen Oberbehörden das sodann beschossen wurde. Gegen 5 Uhr morgens er- Epoche der„ internationalen Demokratie" eingetreten ist tein der Stadt bezüglich der Sachlage nichts mitgeteilt. gaben sich die Meuterer. Während des Kampfes mit der Tag ohne eine Sensationsenthüllung! Das Lüften der Handlungen Petersburg, 1. Auguft. Die Meuterei in der Festung Sveaborg Menge wurden getötet der Flaggkapitän Radinoff, die des magyarischen Justizministers Polonyi will noch immer fein fam vorzeitig zum Ausbruch infolge der Entdeckung geplanten allgemeinen Erhebung im ganzen Ostsee- Geschwader. Fregattenkapitäne Dobrowolsky und Schunoff und der Kapitän Ende nehmen. Das neueste Ereignis des Tages ist, daß der Die Behörden ordneten infolgedessen die Verhaftung von Stojanowsky. Verwundet wurden der Konteradmiral Be- jebige Honvedminiſter Ludwig Jekelfaluffy de Jekel und MargitMann von der Torpedo- Abteilung in Sveaborg, die flémyscheff, die Fregattentapitäne Striniski und Paton und der falva( ein Kernmagyare mit doppeltem Adel!) an seinem entmit der revolutionären Bewegung in Verbindung standen, an. Fähnrich Maltew. Am Morgen wurde die Ordnung wiederlassenen Gutsverwalter eine Erpressung beging, die umsomehr Stameraden der Verschwörer überwältigten jedoch die zur Berhaftung hergestellt. Das kaiserliche Garderegiment Finnland ist in au verurteilen ist, da er als attiver Minister wider das Gesetz gehandelt hat. ausgesandte Wache, und danach schlossen sich die Mannschaften der Kronstadt eingetroffen. Der Sachverhalt ist der folgende: Honvedminister Ludwig Festungsartillerie den Meuterern an. Diese marschierten am Dienstagvon Jekelfaluffy engagierte am 1. Januar cr. auf sein Lantoer morgen auf die Hauptmarinekaserne, eroberten diese sowie die Festung Tiflis, 1. August.( Meldung der" Petersburger Telegraphen Gut Georg Kovacs als Jipan( Gutsverwalter). Der Gutsverselber und hißten die rote Flagge. Während des heutigen Mittwoch schloffen sich nach weiteren Agentur".) In dem im Dorfe Daschlagar stehenden Samur- In walter ist seiner Pflicht auch nachgekommen. Seit jüngster Zeit Meldungen aus Sveaborg die Kreuzer Barewitsch"," Bogatyr" und fanterie- Regiment meuterten am 30. Juli fünf Kompagnien, wobei Ishmara", sowie mehrere mit Gewehren bewaffnete Bürger aus der Regimentskommandeur, ein Bataillonskommandeur und zwei aber wurde Kovacs viel schikaniert, und mit aller Gewalt wollte Helsingfors den revolutionären Truppen an. Am Mittwoch vormittag andere Offiziere sowie der Regimentsgeistliche getötet wurden. ihn der Minister trotz des geschlossenen Vertrages bereits vor gegen 10 Uhr fam es zu einem Feuergefecht zwischen den Meuterern und Aus Grosny wurden Truppenteile zum Zwecke der Niederkämpfung Ablauf der Jahresfrist am 1. Oftober I. J. entlassen. Am den Regierungstruppen, das bis nachmittags 3 Uhr dauerte. Die der meuternden Truppen abgesandt. Zu demselben Zwecke wurde 16. Juli forderte daher der Minister in Gegenwart der DienerAbends bom- das 4. Schützenbataillon abgeschickt. Stellungen beider Parteien blieben unverändert. schaft Kovacs auf, die Wirtschaft sofort zu verlassen. Am bardierten die Meuterer eine neutrale Insel, worauf zwei der Ne- Tiflis, 1. August.( Meldung der Petersburger Telegraphen- 22. Juli übergab auch Kovacs die Wirtschaft seinem Nachfolger. gierung treu gebliebene Schiffe ein heftiges Feuer auf die Revo- Agentur.) Die Zahl der meuternden Kompagnien des in Daschlagar Der Minister beanstandete nachträglich einen Anbau, weil lutionäre eröffneten. Im Hauptquartier der Meuterer wurde danach stehenden Samur- Infanterie- Regiments belief sich nach einer neueren Stobacs Kleesamen zwischen Hafer säen ließ und forderte von ihm zwischen Rauch und Flammen die weiße Flagge gehißt. Meldung auf neun. Als Kosaten eintrafen, ergaben sich die den Wert des Samens zurüd. Kovacs war jedoch nicht geneigt, Helsingfors, 1. Auguft.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Menterer und lieferten vier Anstifter aus. Die Offiziere und Sole Schadenersab zu leisten. Am selben Tage reiste der Miniſter von Agentur.) Der von den Arbeitern und der Roten Garde geplante daten der übrigen außerhalb von Daſchlagar ſtehenden Kompagnien Generalstreit ist mißlungen und hat sich nur auf einzelne Fälle be- des Regiments baten telegraphisch, sie zur Niederkämpfung der Lanto noch Budapest. Vor Beginn der Fahrt erblidte er seinen schränkt. Die Ruhe ist in der Stadt noch nicht wieder ein- meuternden Soldaten abzusenden. Die unterbrochene Telegraphen- gewesenen Ispan, der mit demselben Zuge fuhr. Der Minister stieg in einer Zwischenstation aus und sprach auf dem amtlichen getreten, doch ist der Verlauf des Stadtlebens fast normal. Im verbindung mit Daschlagar ist wieder hergestellt. Telephon mit dem Semender Gendarmerieposten, dem er den Laufe des heutigen Tages sollen drei weitere starte MilitärHerzenstein ein Opfer der Hooligans. Befehl erteilte, den in Kemend aussteigenden Georg Kovacs Während der letzten Nacht ist das abteilungen eintreffen. Während Bahngeleife an Sämtliche Führer der zu verhaften. Kovacs wurde, als er in Semend den Zag verschiedenen Stellen beschädigt worden, so Terijoti( Finnland), 1. Auguft. daß der gestrige Kurierzug und der Boftzug aus Peterburg an Stadettenpartei sind heute hier eingetroffen. Die Beerdigung Herzen verließ, von zwei Gendarmen mit aufgepflanztem Bagehalten werden mußten. Diese Beschädigungen wurden dann unter steins soll in Moskau stattfinden. Wie verlautet, erfolgte die Grionett in Haft genommen und in die Gendarmeriefaserne Anarchie. Zwei Personen gelten als der Tat verdächtig. Wegen blid in Ohnmacht. Kovacs bat, ihm wenigstens den Grund seiner wachung wieder ausgebessert. die Panzerschiffe" Befarewitsch" und" Bogatyr" ein heftiges der mit jenen Personen wiederholt zusammen gesehen wurde. des Moskau, 2. August, der Mentereien im Raukasus. - Heranziehung von Militärkommandos und unter militärischer BeUm 7 Uhr abends eröffneten mordung auf Befehl des Verbandes des aktiven Kampfes gegen Sie eskortiert! Seine Frau, die ihn erwartete, fiel bei diesem AnGeschützfeuer gegen die von den Aufrührern besetzten Forts. Berdachtes der Teilnahme wurde der Stationsgendarm verhaftet. Berhaftung bekannt zu geben, worauf ihm bedeutet wurde, der gingen jedoch Die Forts erwiderten anfangs, die Schüsse zu kurz und um 9 Uhr abends stellten die Forts das Feuer ein. Man bemerkte dann Boote, die die beschossenen Inseln verließen. Helsingfors, 1. August.( Meldung der Petersburger TelegraphenAgentur.) Das Artilleriefeuer auf die Festung wurde wieder aufgenommen. Die Verwundeten wurden in die Stadt gebracht. Die treugebliebene Festungsgarnison wurde durch Infanterie verstärkt. einer Honvedminister habe telephonisch seine Ver= haftung angeordnet und befohlen, ihn nach Jpolyszakallas und von dort nach Lanto zurückzuführen. Kovacs bat hierauf den Gendarmeriepostenführer, bei dem in Parkany- Nana auf den Anschluß wartenden Minister telephonisch anzufragen, weshalb er seine Verhaftung angeordnet habe. Der Gendarm tam dem Wunsche ( Meldung Nach Tag". Blättermeldung ift des hiesigen Mörder namens Herzenstein ein russischer Gendarm Deputierten Nifcheikin, belchen zu verhaften der örtlichen finnischen Polizeibehorde gelungen sein soll. Während der Tätigkeit in der ReichsDuma erhielt Herzenstein zahlreiche Drohbriefe. Am Tage vor Robacs nach, worauf er vom Minister folgende Antwort erhielt: Wenn Georg Kovacs 166 Kronen 40 Heller erlegt, welchen Betrag er mir für die Saat schuldet, kann er freigelassen werden!" Kovacs erlegte den Betrag und ließ sich darüber vom Gendarmeriepostenführer Josef Barta eine Quittung geben, in der konstafiert ist, daß dieser das Geld auf telephonischen Befehl Sr. Exzellenz behufs Absendung nach Lanto übernommen habe. Diesen gemeinen Willkürakt brandmarkte unser Bruderorgan Népszava" bereits vor drei Tagen. Die Originalquittung ist auch in seinem Besitz und von ihm lithographiert veröffentlicht worden. In dieser Angelegenheit reichte der Reichstagsabgeordnete Andreas Achim, einziges Mitglied der sozialdemokratischen Bauernpartei, bevor sich das Haus vertagte, eine dringende Interpellation ein, die jedoch bloß vom Ministerpräsident Wekerle beantwortet wurde, der es nicht voraussetzen" und„ nicht glauben kann", daß die Interpellation und ihre Begründung auf Wahrheit beruhen könnten und somit erst abwarten zu müssen erklärte, bis der Honvedminister nach Budapest zurückkehrt oder ihm den Sachberhalt mitteilt. Laut ungarischem Gesetze gebührt dem erpressenden Honvedminister eine bis zu 5 Jahren anzumessende Kerkerstrafe. Ob der Herr Honvedminister, Feldmarschallleutnant a. D., einer solchen gewärtig sein wird, ist momentan fraglich. Denn wenn man beachtet, daß das Justizwesen zurzeit in Ungarn von Herrn Polonyi, dem gewesenen Rechtsanwalt der Bordellwirte und Agenten der Norddeutschen Lloyd- Gesellschaft, abhängig ist, ist es mehr als wahrscheinlich, daß auch die Infamie des Honvedministers nicht geahndet wird. Falls die Sklaven des europäischen Kongos, die Feldarbeiter, vertragsbrüchig werden, indem sie für Schundlöhne nicht mehr zu arbeiten gewillt sind, werden sie einfach ins Gefängnis gesteckt, da dies laut der Behauptung Herrn Polonhiseine gemeine Erpressung an den Gutsbesitzern ist, deren Interesse zu wahren die Pflicht der Regierung ist, da Ungarn ein ausgesprochener Agrarstaat sei. Nun ist der Honvedminister vertrags= brüchig geworden; wie wird sich nunmehr Herr Polonyi und die magyarische Klassenjustiz in diesem Falle verhalten, der dadurch noch verschärft wird, daß der Minister stets amtlich vorging, während es sich bloß um eine private Angelegenheit handelte?! Im übrigen ist der Gutsverwalter bereits gegen den erpressenden Minister gerichtlich vorgegangen. Es ist deshalb mehr als wahrscheinlich, daß der Herr Minister schon in kürzester Zeit den Laufpaß erhalten und dorthin zurückkehren wird Heere wo seine Tätigkeit" mehr respektiert wird und die lumpige Bivibagage seine Handlungen nicht einer scharfen Rontrolle zu unterziehen vermag. 03 1 Deutfches Reich. zum minister, wohl aber seine Familie beteiligt sei. Man glaubt, diese Beteiligung dem Herrn von Podbielski zum Vorwurfe machen zu sollen und von ihm verlangen zu können, daß er seine und seiner Familie Beziehungen zur Firma löse. Unseres Erachtens ist die diesem Verlangen zugrunde liegende Auffassung irrig. Wenn man von jedem Minister verlangen wollte, daß er alle irgendwie gearteten Beziehungen löste, so würde er schließlich keine Aktie, feinen Anteilschein eines industriellen Unternehmens besitzen dürfen, sondern sein gesamtes Geld ausschließlich in Staatspapieren anLegen müssen. Fragen, zu deren Lösung alle, Staat, Gemeinde und einzelne be rufen find. Mit ihr hängen Schäden aller Art, wirtschafts liche, hygienische, populationistische eng zusammen, die man durch die Reformbestrebungen der modernen Wohnungsfürsorge und ländlichen Ansiedelungspolitik zu lindern sucht. Eine unabweisbare Pflicht des Staates ist es, diese Bestrebungen zu unterstützen, und dazu gehört nicht in letzter Reihe eine Ausgestaltung der Verkehrseinrichtungen, die die Verbindungen zwischen der städtischen Arbeitsstätte und der ländlichen Wohnstätte im Vororte erleichtern. Alle die Wünsche und Bestrebungen der darum bemühten Streise sind durch die ganz abweisenden Worte des Ministers jäh enttäuscht und zum Teil vernichtet worden. Da hierbei auch gewisse Opfer erforderlich find, kann man die Ausführungen nicht den Privatverkehrsunternehmungen überlassen." Es ist denn doch von jedem Staatsminister unbedingt zu er warten, daß sein Privatbesiz seine Unparteilichkeit nicht gefährdet und seine Tätigkeit nicht in unrichtiger Weise beeinflußt. Treffen diese Voraussetzungen zu, so wird man auch die Beteiligung eines Ministers oder seiner Familie an einer Firma nicht von vornherein verurteilen dürfen. Daß es für einen Minister Die Köln. 8tg." hat unzweifelhaft recht. Aber Herr Breitenbequemer, und auch besser ist, wenn er auf eine solche Be- bach wird gleichwohl über seine nationalliberalen Kritiker lächeln. teiligung verzichtet, zumal, wenn an der betreffenden Firma Wissen diese Herren doch genau so gut wie er selbst, daß gerade die eine nicht ganz unberechtigte Kritik in der Eisenbahnüberschüsse in Preußen das Rückgrat des ganzen FinanzDeffentlichkeit geübt wird, liegt auf der Hand wesens bilden. Die Rolle, die im Reiche die indirekten Steuern und bedarf näherer Darlegung nicht." spielen, spielen im Staate der agrarischen und Industriefeudalen die Also auch die„ Deutsche Tagesztg." hätte es für besser gehalten, Eisenbahnüberschüsse. Einem Reinertrag aus den Eisenwenn Podbielski sich rechtzeitig aus der Firma Tippelskirch zurück- bahnüberschüssen in Höhe von 504 Millionen Mark standen gezogen hätte. 1905 nur 227 Millionen Einkünfte aus direkten Steuern gegenUnseres Erachtens gäbe es für die Regierung ein sehr einfaches über Wenn also die Partei des Industriefeudalismus ernstlich gewillt ist, dem Eisenbahnminister die Möglichkeit zu geben, auch Mittel, jede sich noch so vorsichtig äußernde Kritik an dem Verhalten der sozialen Pflichten zu gedenken, die die preußische Eisenbahndes Landwirtschaftsministers niederzuschlagen. Da seinerzeit bei den politik fraglos zu erfüllen hätte, so müßte fie der Tippelskirch- Prozeß nur der Kolonialdirektor Stübel flagte, preußischen Bourgeoisie energisch klar machen, daß es ihr infolgedessen die ebenfalls erwähnte Person des Landwirtschafts- nobile officium ist, sich nicht so sträflich wie ministers völlig ausschied, wäre es nunmehr beim Prozeß Fischer bisher vom Zahlen direkter Steuern zu drücken! angebracht, auch Podbielski neben den Inhabern und Beamten der Nun ist es aber gerade das führende nationalliberale Organ ge Firma Tippelskirch als Zeuge zu bernehmen. Nur durch eine wesen, das allezeit gegen eine höhere direkte Steuerleistung geeifert solche Zeugenvernehmung könnte vor aller Deffentlichkeit das ge- hat, ja das sogar den traurigen Mut fand, die reichen Steuerdefraudanten zu verteidigen. schäftliche Verhältnis Podbielskis resp. seiner Familie zur Firma Tippelskirch derart Klargestellt werden, daß allen ferneren Konjefturen die Unterlage entzogen wäre. Major Fischer. Schon im„ Berl. Tagebl." war darauf hingewiesen worden, daß keine Rede davon sein könne, daß Fischer durch irgendeine Notlage zur Inanspruchnahme der„ Darlehens- Geschenke" von der Firma Tippelstirch genötigt gewesen wäre. Nach uns gewordenen Informationen bezog Major Fischer in Remunerationen und Extravergütigungen ein Einkommen von 8000, nach seinem vor zwei Jahren erfolgten Avancement zum Major sogar von 10000 M. der Tat ohne ist: er befolgt mit seiner rücksichtslosen Blusmacherei nur die Politik, So unsozial also auch die Haltung des neuen Eisenbahnministers die ihm von den Kraut- und Schlotjunkern aufgezwungen wird! beweist eine geradezu rührende Sorge, daß der Deffentlichkeit irgend Die„ Nordd. Allg. 3tg." und die Deffentlichkeit. Die offiziöfe, Norddeutsche Allgemeine Zeitung etwas unterschlagen werden könnte, was- innerhalb der Sozial demokratie vorgeht. " Als Geheimorgan scheint die sozialdemokratische Parteiforrespondenz gedacht zu sein. Der Vorwärts" veröffentlicht nämlich folgende Zuschrift des sozialdemokratischen Parteibureaus: ( Folgt die betreffende Notiz des Vorwärts".) " fein Einkommen aus 8900 m. Gehalt, 900 W. WohnungsBereits als Fischer noch Hauptmann erster Klasse war, setzte sich Dem Parteibureau scheint sehr viel daran zu liegen, die DeffentM. M. lichkeit von diesem neuen Parteiorgan fernzuhalten." geldzuschuß, 900 m. Servis, 900 m. Offizierzulage, 400 M. organ" sorgsam registrierte Material wird durch die sozialdemo Das offiziöse Blatt kann sich beruhigen. Das in dem„ GeheimAusrüstungsgeld( obwohl er als im einheimischen Dienst verwandter fratische Presse und die sozialdemokratischen Agitatoren unseren Offizier ein Ausrüstungsgeld gar nicht zu beanspruchen hatte), Ordnungsparteien schon in breitester Deffentlichkeit kräftig um die 400 M. Burschenentschädigung und endlich einer Remuneration von Ohren geschlagen werden! Ein Opfer der Gönner des Hänge- Peters? 400 M. zusammen, betrug also 7800 M. Nach seiner Ernennung Das Geheimorgan" wird auch all die schönen Kolonial. Der Geh. Legationsrat Hellwig von der Kolonial zum Major erhöhte sich nicht nur sein Grundgehalt, sondern auch standale, über die sich bis zur Stunde das für die Publizität abteilung ist vor einigen Monaten in den Ruhestand befördert der Satz der sonstigen Entschädigungen. Diese festen Bezüge von so besorgte offiziöse Blatt so völlig ausschweigt, gewissenhaft worden. Diese zwangsweise Pensionierung soll, wie wohl- 8000 refp. 10 000 m. erhöhten sich noch durch öftere Inspektions- registrieren und der weitesten Deffentlichkeit zugäng lich machen! unterrichtete Personen wissen wollen, auf die Intrigen der reisen nach Hamburg, für deren jede er ertra 150-200 M. liquidierte, Peters Klique zurückzuführen sein. Bereits in ihrer sowie Reisen nach Kapstadt und Swakopmund( zum Zwecke der AbDienstagsnummer schrieb darüber die Freisinnige lieferung), für die er jedesmal gegen 4000 M. Extraentschädigung Zeitung": erhielt. Bei solchen Einnahmen hätte Major Fischer, der nicht einmal ein Pferd zu halten verpflichtet war, auch wohl ohne Darlehensgeschenke auskommen können. „ Nur ganz in Paranthese wollen wir bemerken, daß es in der Tat mit der Pensionierung des Geh. Legationsrats v. Hellwig eine eigentümliche Bewandtnis gehabt hat. Herr Hellwig fungierte bekanntlich als Staatsanwalt in dem gegen Peters eingeleiteten Disziplinar verfahren, das mit der Berurteilung Peters endigte. Herr Hellwig ist, wie wir bestimmt wissen, als Opfer dieser Peters- Affäre gefallen." Wir wollen diese Andeutungen dahin ergänzen, daß Hellwig in der er sten Disziplinarberhandlung gegen Peters am 24. April 1897 als öffentlicher Anfläger fungierte und nachdem das Urteil auf einfache Dienstentlassung lautete, gegen dieses Urteil Berufung einlegte. Auch in der VerHandlung des Disziplinargerichtshofes in Leipzig am 15. Nobember 1897 vertrat Hellwig wiederum die Anklage. Nette Aussichten! Bei dem gestern zu Ehren des Admirals Fournier veranstalteten Das„ Herold- Bureau" meldet aus Marseille vom 2. August: Festmahl erwiderte der Admiral auf eine Ansprache des Bürgermeisters, daß bei den diesjährigen Flottenmanövern die UnterseeWährend Major Fischer sich bei seinen Beziehungen zur Firma boote alle in sie gesetzten Hoffnungen erfüllt, ja sogar bei Tippelskirch lange Jahre sehr gut stand, bekam einem armen weitem übertroffen hätten. Das Admiralschiff Teufel von Zahlmeisteraspiranten ein ähnlicher Versuch, seine Geschäfts- iei acht mal von Torpillen getroffen worden. verbindungen zur Tippelskircherei auszunuzen, sehr schlecht. Dieser Die Unterseeboote würden eine vollständige Umwälzung Bahlmeisteraspirant, der sich in einer momentanen Notlage befand, in der Kriegsmarine herbeiführen. hatte sich von dem Kassierer der Firma Tippelskirch unter Berufung Flottenwettrüsten neue Perspektiven! Die Banzerplattenpatrioten Wenn Admiral Fournier nicht renommiert hat, eröffnen sich dem auf eine angebliche Verständigung mit dem Chef der Firma 200 m. fönnten sich dann die Hände reiben! Darlehen auszahlen lassen. Diese Geschichte fam übrigens ohne Butun des Chefs der Firma an die Deffentlichkeit. Der bloßgestellte Darlehensbedürftige beging in seiner Berzweiflung Selbsta mord. Unter den Leuten, die über den ungeschickten armen Teufel damals sehr abfällig urteilten, befand sich auch- Major Fischer! -Schulproletarier als Statisten des Flottenvereins. Da man weiß, welch unerhörte Anstrengungen gerade in der letzten Zeit wieder die alten Gönner des Hänge- Peters, in erster Linie die Abgeordneten Arendt und Kardorff Bur felben Zeit, wo auf Anordnung des preußischen unternehmen, um ihrem edlen Schützling wiederum die Bahn Kultusministers Studt den preußischen Lehrern der zum Kolonialdienst freizumachen, liegt in der Tat der Verdacht Brotkorb höher gehängt wird, lassen sich mehrere hundert dringend nahe, daß Hellwig den Intrigen dieser Herren brauchen. Eine Korrespondenz meldet über diesen Aft politischer Lehrer zu einer Reklamefahrt für den Wassermilitarismus mißzum Opfer gefallen ist. Auch das wäre ein famoser Beitrag Selbstentmannung: zur Geschichte parlamentarischer und amtlicher Stolonialmoral! Bemerkenswert ist auch, daß gerade jetzt eins der Leiborgane des Hänge- Peters, die, Hamburger Nachr." ihrem Ingrimm gegen den einstigen Ankläger des Peters die Zügel schießen lassen. So läßt sich das Blatt zum Fall Fischer schreiben: Da das Bekleidungswesen der Schuß truppe seit einiger Zeit ausschließlich dem Oberkommando der letzteren untersteht, handelt es fich, auch abgesehen von der Persönlichkeit des Verhafteten, formell ausschließlich um eine Angelegenheit der Schutztruppe und nicht um eine solche der Kolonialabteilung. Ganz von der mitverantwortlichkeit an der Entwickelung des Systems Fischer- Tippelskirch ist die letztere indessen insofern nicht frei zusprechen, als dieses in dem vor einigen Monaten in den Ruhestand übergetretenen, bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt nahezu allmächtigen Wirkt. Geh. Legationsrat Hellwig einen Protettor gehabt hat, dessen Autorität jeden Widerspruch von bornherein wirkungs- und aussichtslos machte. Er hielt mit großer Bähigkeit an dem Herkommen fest und vergaß, daß, was unter fleineren Verhältnissen sich bewährt hatte, den größeren einer neuen Zeit nicht mehr zu entsprechen brauchte. So war der Hauptmann und spätere Major Fischer, der von Anfang an das Ausrüstungswesen der Schußtruppen geleitet hatte, für ihn ein für allemal und ohne Kontrolle der entscheidende Sachverständige in allen einschlägigen Fragen. Bedenken, die der Fischerschen Pragis gegenüber innerhalb des Amtes gelegentlich auftauchten, wies H. als lächerlich zurück." " Wir vermögen zwar nicht zu beurteilen, inwieweit Hellwig wirklich den Protektor" Fischers gespielt hat, allein daß die Gönnerin des Peters die Hauptverantwortlichkeit für die Tippelskircherei gerade dem Anfläger ihres Schüßlings in die Schuhe schiebt, gibt jedenfalls zu denken. Offenbar liegt in der Heße gegen Hellwig ein eigenartiges System! Podbielski Tippelskirch. Mit einer Fahrt von Brunsbüttelfoog nach Helgoland endete die in allen Teilen wohlgelungene erste deutsche Lehrerfahrt an die Wassertante. Im großen Saale des„ Kurhauses" fand Festtafel statt. Den ersten Trintspruch brachte der Leiter der Fahrt, Dr. Gerhard, auf die Zukunft der deutschen Flotte aus. Im Anschluß daran wurde folgendes Telegramm an den Kaiser abgesendet: dar." Das Hoch auf die Sozialdemokratie. Wir erhalten folgende Zuschrift: Zu dem Artikel in der Nummer vom 31. Juli des„ Vov wärts" betr. die Belästigung eines bürgerlichen Redakteurs in einer Versammlung der streifenden Gummiarbeiter in GroßLichterfelde gestatte ich mir folgende tatsächlichen Berichti gungen anzufügen: Es ist unwahr, daß die Mitteilungen der Korrespondenz des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, wonach ich in der betreffenden Versammlung beim Nichteinstimmen in das Hoch auf die„ internationale Sozialdemokratie"( wie ich in dem Tumult ge= hört habe) von einigen um mich stehenden Arbeitern mit Redensarten belästigt und bedroht worden bin, gemeiner Schwindel" find. Wahr ist vielmehr, daß sich der Vorfall in derselben Weise abgespielt hat, wie er in dem Artikel der Korrespondenz des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie wiedergegeben ist. Wahr ist weiter, daß es mir nur mit Mühe gelang, in dem sich entwickelnden Tumult den Saal zu verlassen, wenn ich mich nicht Tätlichkeiten aussehen wollte. Groß- Lichterfelde, den 1. August 1906. Bismarckstr. 28. Franz Hauser, Redakteur. Zu dieser Berichtigung haben wir zu bemerken, daß keinem der zahlreichen von uns befragten Versammlungsteilnehmer von der Belästigung" gegenüber Herrn Hauser wegen seines Nichteinstimmens in das angebliche Hoch auf die Sozialdemokratie oder von einem Tumult" etwas bekannt ist. " " ,, 300 Volksschullehrer aus allen Gauen Deutschlands, die einer Einladung des Präsidiums des deutschen Flottenvereins zur Wasserkante gefolgt sind, bringen von Helgolands deutschem Fels Euerer Majestät, dem weit schauenden Förderer und Mehrer deutscher Seemachtsinteressen ihre ehrfurchtsvolle Huldigung Unterschrieben war das Telegramm vom ältesten und vom Herr Hauser hat ja auch im„ Lokalanzeiger" von all diesen jüngsten Volksschullehrer. Der zweite Trinkspruch wurde von Dingen keine einzige Silbe erwähnt und nur die„ Koreinem Lehrer aus Wittenberg auf das Präsidium des respondenz des Reichsverbandes" für würdig befunden, dort seine Flottenvereins ausgebracht und darauf ein Telegramm nach unseren Informationen völlig aus der Luft gegriffenen Be an den Präsidenten Fürsten Salm abgeschickt. Dieser hauptungen aufzustellen, wahrscheinlich in der Meinung, dort unantwortete sofort telegraphisch und sprach den Wunsch aus, daß behelligt einen fleinen„ Beitrag" zur Bekämpfung" der Sozialdemodie deutsche Flotte durch die Lehrerfahrt viele Freunde erwerben fratie liefern zu können. Von dem Hoch auf die Sozialdemokratie", möchte. Mit einem Frühstück in der Alsterlust endete die erste das bekanntlich gar nicht ausgebracht worden ist, schweigt Herr Lehrerfahrt, die, wie schon jetzt feststeht, ein gewaltiges Hauser in seiner Berichtigung; vorsichtig sett er hinzu:„ wie ich Agitationsmittel für die Verbreitung des in dem Tumult gehört habe." Wenn ein Berichterstatter aber nicht deutschen Flottengebankens unter den Erziehern einmal ein„ Hoch auf die Sozialdemokratie" von einem Hoch auf der deutschen Jugend geworden ist!" die moderne Arbeiterbewegung" unterscheiden kann oder will, fo Nachdem man die Lehrer durch das Schulverpfaffungsgesetz erst läßt dies einen ungefähren Schluß auf die sonstige Qualität der Beder unwürdigsten Gewissensfnebelung unterworfen hat, nachdem der richterstattung zu. preußische Kultusminister erst als Prinzip der Lehrerbesoldung ver- ist natürlich weiter nichts als ein mißlungener Rechtfertigungsversuch Die ganze Berichtigung" des Herrn Hauser kündet hat, daß die„ Erzieher der deutschen Jugend" im Gehalt gegenüber dem Reichsverband. Denn auch diesem ist bekannt, daß hinter den Schuyleuten zu rangieren haben, finden sich noch niemals in sozialdemokratischen Bersammlungen zu Groß300 Lehrer, die sich vom Flottenverein als Statisten und Handlanger Lichterfelde einem bürgerlichen Vertreter der Presse ungehörig bedes Panzerplattenpatriotismus mißbrauchen lassen! Die Masse der gegnet worden ist. deutschen Lehrer sollte wirklich im Interesse ihrer Standesehre gegen ein solches Verhalten protestieren! Die soziale Verständnislosigkeit des Eisenbahnministers. " Bom ostafrikanischen Kriegsschauplatz. Berlin, 2. Auguft. Amtliche Meldung. Nach einem Teles Wir lesen in der, Deutschen Tageszeitung": gramm des Gouvernements in Dar es Salam griff der LeutDie Verhaftung des Majors Fischer gibt der Presse Ver- Sogar die Kölnische Beitung" erklärt, die runde nant v. Lindeiner mit einer Abteilung des Johannesschen Expeditionsanlaffung, die angeblichen Beziehungen des Landwirt- Absage des Eisenbahnministers Breitenbach in Sachen der Be- forps das Lager des Sultans Schabruma, des Hauptführers der fchaftsministers v. Podbielsti zu der Firma fchaffung billiger Vorortstarife lebhaft bedauern" zu müssen. Gewiß aufständischen Wangoni, am Lihonde, südöstlich Sfongea, überraschend von Zippelskirch wiederum zu erörtern. Ueber diese sei auch für das preußische Eisenbahnwesen der Gesichtspunkt der an. Sch a bruma selbst wurde verwundet, enttam aber, seine Beziehungen ist bisher Authentisches nicht bekannt geworden. Rentabilität nicht auszuschalten, daneben hätten aber auch die Ge Frau und Kinder wurden gefangen und seine ganze Habe und Vieh Die Germania" erzählt, Herr v. Podbielski habe sich einem Absichtspunkte des staatlichen Interesses ein gewichtiges Wort mitzu- erbeutet. Der Gegner verlor 16 Tote und 179 Gefangene. Dies. geordneten gegenüber dahin ausgesprochen, daß er an der Firma nicht sprechen: feits 1 Ombai cha( farbiger Unteroffizier) gefallen. Die mehr mit Sapital beteiligt, wohl aber an ihrem Ge Es gehören dahin die allgemeinen wichtigen Staatsintereffen Mehrzahl der Schabruma- Großen unterwarf sich. Major winne in irgend einer Form interessiert sei. des sozialen Wohles. Die Wohnungsfrage der mo- Johannes sieht die Lage in Siongea günstig an. Von anderer Seite wird behauptet, daß nicht der Landwirtschafts- dernen Großstadt ist aber eine der bedeutsamsten sozialen Meldungen des Hauptmanns v. Kleis ist die Ruhe in Uvanawa Nach Immer tt od) nicht wiederhergestellt. Major Johannes marschierte infolgedessen mit Verstärkungen dorthin ab. Aus Irak» liegen Meldungen nicht vor.— Busland« Frankreich. Gesetzliche Regelung der Arbeitszeit. Nach einer Entscheidung des Handesininister- wird das neue Gesetz zur Durchführung der obligatorischen Sonntagsruhe vom 1. September ab in Kraft treten. Der Handclsminister hat außerdem einen Gesetz- entwurf ausgearbeitet zur Durchführung des allgemeinen zehnstündigen Arbeitstages in allen Betrieben, mit »notwendigen Ausnahmen". Diese Ausnahmen erstrecken sich auf den Kleinhandel und die L a n d w i r t sch a f t. Im Klein- Handel jedoch soll jeder Arbeiter eine ununterbrochene Ruhepause von täglich zehn Stunden erhalten. Im landwirtschaftlichen Be- triebe soll während zwei Monaten der zwölfslündige Arbeitstag zu- gelassen werden.— England. Land für die Arbeitslosen. Die Regierung beschloß 4009 AereZ Kronländereien, wofür keine Pächter gefunden wurden, in Klein- güter einzuteilen, und den Arbeitslosen zur Bewirtschaftung anzu- bieten.(„Voss. Ztg.") Italien. Bon„Treu und Redlichkeit der Kapitalisten". Rom, den 30. Juli.(Eig. Ber.) Mit welchen Mitteln die Millionen zusammengebracht werden, die die„Stahlwerke T e r n i" an Dividenden verteilen, ersieht man aus folgendem Fall. Die Bergleute der Braunkohlenwerke von S p o l e t o, die von der „Term" ausgebeutet werden, haben dieser Tage einen seit 5 Jahren bestehenden Betrug zu ihrem Schaden entdeckt. Die Wagen, auf denen die geförderten Kohlen gewogen werden, haben alle ihr ver- meintliches Gewicht aufgezeichnet und die angegebene Zahl der Kilo- gramme wird als Tara in Abzug gebracht bei der Feststellung des von jedem Arbeiter geförderten Materials. Es hat sich nun heraus- gestellt, daß die Wagen alle mit viel größerem Gewicht aus- gezeichnet sind, als sie tatsächlich haben, und zwar mit je 15 bis 30 Kilo mehr, die also die im Akkord arbeitenden Bergleute fördern müssen, ohne sie bezahlt zu bekommen. Sobald die Arbeiter diese Gaunerei erkannt hatten, benachrichtigten sie den Polizeikommissar und ließen nach Ausfuhr der Morgenschicht in Anwesenheit des Rechtsanwalts Genossen Bezzi den Betrug konstatieren. Auf Grund des in Gegenwart der Behörden— der Bürgermeister von Spoleto, Genosse A r c a n g e l i> hatte einen Vertreter geschickt— aufgenommenen Tatbestandes wird nun der Straf- und Zivilprozetz gleichzeitig angestrengt. Die Arbeiter verlangen die nachträgliche Bezahlung der in den 5 Jahren unbezahlt gebliebenen Kohlen- mengen. So stiehlt die„Terni" nach oben und nach unten. Den Staat, ihren besten Kunden, hat sie um Millionen betrogen, und den armen Bergleuten, die es auf 2 Lire Tagesverdienst bringen, gaunert sie einen Teil ihres Hungerlohnes ab. tzlodlesse obligeJ— Amerika. In New Aork sind die Politiker eifrig an der Arbeit für die Wahlen im November. Daß William Randolph Hearst sich um das Amt des Staatsgouverneurs von New Uork betverben würde, war schon längst bekannt, aber man wußte nicht, ob er versuchen würde, die Nomination von der demokratischen Partei zu erhalten. Jetzt wird bekannt gemacht, daß die von Hearst gegründete»Unabhängige Liga" im September ihre Staatskonvention abhalten werde, um eine Kandidatenliste für die Staatsbeamten und Kongreßvertreter mif- zustellen, natürlich mit Hearst an der Spitze als Kandidat für den Gouverneursposten. Seit der letzten Bürgermeisterwahl in der Stadt New Dork, wo Hearsts Sieg nur durch Wahlbetrug verhindert wurde, wissen die Republikaner wie die Demokraten, daß Hearst ihr stärkster und gefährlichster Gegner in der kommenden Wahl sein tvird. Durch seinen Reichtum und seinen Einfluß als Zeitungskönig kann er allein schon eine große Macht entfalten. Dann hat er es verstanden, sich in den Kreisen der organisierten Arbeiter vrlle Freunde zu machen, und durch sein Programm von der Ueberführung öffentlicher Nutz- barkeiten in den Besitz der Gemeinden resp. des Staates macht er großen Eindruck auf weite Volkskreise.— In der sozialistischen Partei weiß man, daß durch die Hearstbewegung der Partei viele Stimmen verloren gehen, denn die W/ähler sehen hei Hearst die Chancen eines Wahlerfolges, die bei der sozialistischen Partei vorläufig noch aus- geschlossen sind, und auf solche Chancen des Erfolges kommt bei dem amerikanischen Durchschnittswähler sehr viel an. Man hört zu Wahlzeiten häufig die Redensart:»Ich werde doch meine Stimme nicht wegwerfen", das heißt:„Ich werde nicht siir einen aussichtslosen Kandidaten stimmen". Trotzdem hat die Partei natürlich eine eigene Kandidatenliste aufgestellt.— Die Wahl zum Gouverneur würde für Hearst wieder eine Stufe auf der Leiter zum Präsidenten- stuhl sein, wohin sein politischer Ehrgeiz strebt. Er gilt als Demo- krat, auf dem linken Flügel der Partei stehend. Wie bei der Bürger- meisterwahl, so muß er auch bei der Gouverneurswahl gegen den mächtigen Einfluß von Tammany Hall in New Zork kämpfen. GewerkfcbaftUcbes. Wie die„Post" zitiert. In der vorigen Woche mußten wir dem„unparteiischen" Berliner„Lokal-Anzeiger" auf die Finger klopfen, weil, er die auf dem„Katserhof" beschäftigten Bauarbeiter bewcislos des Diebstahls bezichtigte. Die Sache scheint der„Post" wertvoll genug, sie noch einmal ans Tageslicht zu ziehen, un: die Verdächtigung des„Lokal-Anzeigers" zu lviederholen und sich gleichzeitig am„Vonvärts" zu reiben. Wir schrieben damals u. a.: »Was sonst an nichtigen Kleinigkeiten vielleicht den Gäste» des„Kaiserhoses" als angenehmer Zimmerschmuck erscheinen mag, hat für die Behausungen der Arbeiterschaft nicht einmal eingebildeten Wert; es hat für die Arbeiter gar keinen Sinn, sich der- gleichen anzueignen." In dieser Form paßt der Satz der Redaktion der„Post" dicht für ihre Polemik. Sie macht deshalb daraus: „Was sonst an tu i ch t i g e u Kleinigkeiten.. Man beachte: Aus den nichtigen werden»nichtige Kleinig- keiten, so wichtige, für die„Post" wichtige, daß ihre Redaktion sie auch noch gesperrt drucken läßt, lind dann tvird auf den angeblichen Satz des„Vorwärts" losgehauen!— Was übrigens die nichtigen Kleinigkeiten, die für die Bourgeoisie einen eingebildeten,' für die Arbeiter nicht einmal diesen Wert haben, mit Kunst und Kunstgeschichte zu tun haben, welche die „Post" gegen uns ins Feld führt, ist»mklar. Hotelzimmer, auch die des„Kaiserhof", sind sicher keine Museen, und ihre Drapierungen nach der Entfernung nüchterne Lappen.— Uebrigens behauptet auch die„Post" wieder, die Arbeiter am„Kaiserhof" hätten den getvonnencil Solidaritätsstreik mit den Glasern inszeniert, um den polizeilichen Ermittelungen über die angeblichen Diebstähle aus dem Wege zu gehen. Den Arbeitern war natürlich von derartigen Ermittelungen nichts bekannt; ein Streik wirkt auch nach ihrer Erfahrung nicht zurückschreckend, sondern anziehend für die Polizei. Wie dem auch sei: Nachdem jetzt die„Post" diese lügen- hafte Behauptung des„Lokal-Anzeigers" übernommen hat, ist ihre Unrichtigkeit erwiesen. Die„Post" bringt bekanntlich über die Arbeiterbewegung nichts, ohne sich vorher sorgfältig Verantw. Redakt.: Carl Mermuth. Berlin-Rixdorf. Inserate verantw.: vergewissert zu haben, daß es sich dabei um Verleumdungen handelt!_ L erlin und Umgegend. Former und Berufsgenossen Deutschlands! Die Deutschen Stahl- werke, Lberschöneweide, sind bis auf weiteres wegen immerwähren- der Differenzen gesperrt. Da von dieser Firma in aus- wärtigen Zeitungen Former gesucht werden, ersuchen wir, so lange wie die Differenzen nicht beseitigt sind, den Zuzug streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband.(Ortsverwaltung Berlin.) Vom Lohuklimpfe der Glaser. Infolge der Gründung der Fr.Vereinigung von Glasenneistern, welche die Forderungen der Gesellen bewilligt haben, Hot sich der Vorsitzende des Verbandes der Glasereien Berlins und der Vororte, Röh l i ch, den ihm bekannten Vertreter einer mit dem neuen Verein im Vertragsverhältuis stehenden Glashandlung rufen lassen und hat ihm erklärt:„Fordern Sie, was Sie wollen, nennen Sie mir eine Summe in beliebiger Höhe, nur liefern Sie nicht an die bewilligten Firmen!" Jener Ver- treter hat hierauf ablehnend geantwortet. Dieser Coup ist also den Scharfmachern nicht gelungen, aber man sieht daraus, zu welchen Mitteln die Herren greifen, um die nun einmal durch- brochene Materialsperre von neuem wirksam zu machen und damit die eigenen wankend gewordenen Reihen wieder zu festigen. Auch gestern haben wieder Firmen, sogar Mitglieder des Unternehmer- Verbandes, den Tarifvertrag unterzeichnet, so daß jetzt 237 Glajer bei 63 Firmen zu den neuen Bedingungen arbeiten. Der Streik in der Pianofabrik von Bell u. Co., Andreasstr. 32 und Grüner Weg 79, der für den ganzen Beruf von einschneidendem Interesse ist, dauert unverändert fort. Die bestreikten Unternehmer sind eifrig bemüht, Arbeitswillige heranzuziehen, jedoch mit sehr geringem Erfolge. Wie bei den meisten Streiks in der Gegenwart hat man auch hier die Polizei gegen die Streikenden mobil gemacht. Neuerdings hat sich auch das Unternehmerorgan, die„Musik- instrumentenzeitung" in den Dienst der bedrängten Firma gestellt. In ihrer letzten Nummer gibt dieselbe eine in den meisten Punkten falsche Darstellung über die Ursachen und den Verlauf des Streiks. Um die öffentliche Meinung irrezuführen, sucht man von jener Seite die Dinge zu verdrehen und zu entstellen. So wird unter anderem von der„Musikinstrumentenzeitung" behauptet, die Firma Bell u. C o. habe bei Neuregelung der Akkordpreise Lohnabzüge nicht ge- macht, und das Blatt weist dabei darauf hin, daß man zur Her- stellung des. Umbau, soweit derselbe weiter in Akkord ausgeführt wird, nur die Hälfte der Zeit brauche, wie vorher zur Herstellung des ganzen Akkords notwendig war. In Wirklichkeit sind es ja nur drei Fünftel der ganzen Arbeit, die auch fernerhin in Akkord ge- macht werden sollen. Und dafür boten die Unternehmer den streikenden Arbeitern, um nur einige Positionen herauszugreifen, in einem Falle 60 M.(Preis des ganzen Akkords 446 M.), dann für eine andere Sorte 58 M.(Preis des ganzen Akkords 146 M.) und so fort. Hieraus geht auch für jeden Laien klar hervor, daß die Firma Bell u. Co. enorme Lohnabzüge zu machen versuchte. Abgesehen von verschiedenen anderen Lügen und Verdrehungen veröffentlicht die „Musikinstrumentenzeitung" falsche Zahlen über die bei Bell u. Co. erzielten Verdienste. Wenn auch die Firma über einen Stamm tüchtiger Arbeitskräfte verfügt hatte, sind solche Durchschnitts- Verdienste bei Bell u. Co. nicht erzielt worden, wie sie vom Unter- nehmerorgan angegeben sind. Es wird diesen Leuten jedenfalls nicht gelingen, die Oeffent- lichkeit über den wirklichen Sachverhalt zu täuschen. Wir bitten, den Zuzug auch ferner fernzuhalten. Die Branchenleitung der Klavierarbeiter.(Deutscher Holzarbeiter- verband.) Von der Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter ging uns in derselben Angelegenheit eine Zuschrift zu, welche diese Dar- stellung in allen Teilen bestätigt. Erwiderung. In Nr. 176 des»Vorwärts" befindet sich eine Erklärung des Kollegen Alfred Hanke, in welcher gesagt wird, daß Hanke die Beschuldigung, die Organisationsvertreter hätten einen Passus des Vertrages den Mitgliedern gegenüber unterschlagen, um die Zu- stimmung zum Vertrage zu erlisten, zurückgenommen habe. Dem- gegenüber stelle ich fest, daß wegen des durch diese Verdächtigung entstandenen Tumultes der Versammlungsleitung eine formelle Zu- rücknahme nicht bekannt wurde. Ebenso steht fest, daß Hanke die Versammelten aufforderte, nachdem er gesprochen, einen Antrag auf Schluß der Diskussion zu stellen!!! Sollte der Irrtum wirklich zurückgenommen sein, so war die Aufforderung, sämtliche Organisationsvertreter sollen ihre Aemter niederlegen, hinfällig. Eine Anfrage, ob man diesen Satz aus der Resolution ausschalten wolle, erfuhr von Hanke und dem größten Teil der Versammelten Widerspruch. Erst darauf weigerte ich mich, die Abstimmung vorzunehmen, und zwar weil die Be- schuldigten nicht mehr zum Wort kamen. Eine Verurteilung, ohne die Beschuldigten sich verteidigen zu lassen, widerspricht meinem Ge- rechtigkeitsgefühl und hielt ich es deshalb für meine Pflicht, diese zu verhindern. Ernst Klar. veubkekes Reich, Im Eisen- und Stahlwerk Güstrow, L. Martins, sind am Freitag, den 27. Juli, die sämtlichen Former und Gießereiarbeiter in den Streik eingetreten. Im Frühjahr wurden die Lohn- und Arbeitsverhältnisse durch mehrmalige Verhandlungen mit den Be- zirksleitern des Metallarbeiter- und des Fabrikarbeiterverbandes fest- gelegt. Die Jnnehaltung der Abmachungen ließ stets zu wünschen übrig. Es stand in den Abmachungen unter anderem ein Passus, nach welchem jugendliche Arbeiter mit 23 Pf. Stundenlohn eingestellt iverden sollten. Jetzt legt die Firma diese Bestimmungen so aus, daß sie alle unter 21 Jahre alten Arbeiter zu den„Jugendlichen" rechnet! Durch Verhandlungen hatte Herr Martins sich nun dazu verstanden, das Alter der Jugendlichen auf unter 26 Jahre fest- zusetzen. Selbstredend konnte auch hierauf noch nicht eingegangen werden, es muß vielmehr unbedingt darauf gesehen werden, daß jeder über 18 Jahre alte Arbeiter auch als Vollarbeiter gilt. Außer- dem aber hat die Firma die Einführung der Akkord- arbeit angeordnet. Da der Betrieb absolut nicht daraus ein- gerichtet ist und es an dem zur Akkordarbeit nötigen Material(Form- kästen usw.), an Hülfsarbeitern und vielem anderen fehlt, außerdem aber die Preise, besonders für das Putzen des Stahlgusses, nicht ge- nügen, da ferner alle die sonst eintretenden Mißstände auch hier zu befürchten, so mutzte die Akkordarbeit verweigert werden. Nach diesen Vorkommnissen erachteten auch die Arbeiter sich nicht mehr an die Abmachungen vom Frühjahre gebunden und forderten eine allgemeine Erhöhung des Lohnes um 3 Pf. pro Stunde. Daß diese Forderung berechtigt ist, geht aus der Tatsache hervor, daß jetzt un- gelernte Arbeiter mit 25 Pf. pro Stunde(!) bezahlt werden. Die Firma bezahlt die niedrig st en Löhne in der ganzen Stadt! Es haben nun am Montag nochmals Verhand- lungen stattgefunden. Diese hatten das Resultat, daß die Akkord- arbeit unterbleiben soll, das Alter der jugendlichen Arbeiter auf 18 Jahre festgesetzt ward und die Abmachungen schriftlich festgelegt werden sollen. Jede Erhöhung der Löhne wurde je- doch strikte verweigert. Die Arbeiter haben darauf be- schloffen, den Streik fortzuführen, der sich nunmehr also nur um die Erhöhung der für die heutigen Verhältnisse geradezu erbärmlichen Löhne dreht. Während in fast� ganz Deutschland die Hülfsarbeiter einen Mindeftlohn von 36 Pf. durch die Former- bewegung erzielt haben, müssen die Güstrower noch streiken, um 28 Pf. zu erlangen.— Außer den Formern und Gießern zu Güstrow sind die Klempner in R o st o ck in eine Lohnbewegung eingetreten, ebenso in Köslin die Schlosser, Dreher, Former, Schmiede und deren Hülfs- Tj.Gsocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Auchdr. u, Verlagsönjtalt) arbeiter. Auch in Gnoien i. Mecklb. ist eine Lohnbewegung ein, geleitet. Daher ersucht die Bezirksleitung des Metallarbeiterverbandes in Stettin, den Zuzug von Klempnern nach Rostock, von Metallarbeitern aller Branchen nach G ü st r o w, Köslin und Gnoien i. Mecklb. streng fernzuhalten. Und wieder Soldaten als Streikbrecher. In Jena sind die Transportarbeiter in einen Streik eingetreten. Natürlich haben sich die Behörden sofort daran gemacht, den For» derungen der Arbeiter entgegenzutreten. Neben den Bahnbeamten hat man, wie uns ein P r i v a t t e l e g r a in m meldet, auch wieder Soldaten als Streikbrecher abkommandiert. 14 der Marssöhne im Königsrock tragen Kohlen usw. Das Gewerkschaftskartell hat da« gegen sofort öffentlich energisch protestiert. Eine gelbe Straßenbahnerorgailisation soll in Köln ins Leben gerufen werden. Auf den städtischen Bahnhöfen hängt, ohne Zweifel mit Genehmigung der Direktion, das Statut aus, und in den Dienst- zetteln wird besonders auf die neue Organisation Hingewiesen. Der Name des gelben Verbändchens lautet:„Verein der Angestellten der städtischen Straßenbahnen zu Köln a. Rhein". In dem Statut wird gesagt, daß der Verein u. a. bezweckt:„treue vaterländische Gesinnung an den Tag zu legen(!) und zu fördern" sowie ein gutes Einvernehmen mit allen obrigkeitlichen Behörden zu unterhalten durch die Verpflichtung der Mitglieder,„alle staatsfeindlichenBestrebungen zu erftickent!)und abznivehre n". Der Verein soll also eine Art politischer Feuerwehr sein. Wie das„Ersticken" der»staats- feindlichen" Bestrebungen vor sich gehen soll, sagt das Statut nicht; vermutlich wird man sich ans das Anschwärzen, Verleumden und Denunzieren derjenigen Straßenbahnangestellten beschränken, die eine unabhängige Gesinnung an den Tag legen. Auch daß der Verein Zivietracht in die Reihen der organisierten Straßenbahner tragen und im Falle eines Ausstandes Streikbrecher stellen soll, ist in dem Statut nicht ausdrücklich niedergelegt. Die Textilfabrikanten in Euskirchen(Rhcinl.) verharren immer noch ans einem ablehnenden Standpunkt, so daß der Weberstreik mit unverminderter Schärfe fortdauert. Die Lohnbewegung der Former und Gießereiarbciter in Eus« k i r ch e n hat mit der Bewilligung der Forderungen der Ausständigen geendet, nachdem die Hoffnung auf Zuzug von Arbeitswilligen un- erfüllt blieb. Die Hartgummidrechsler der Feiten u. Guilleaume-Lahmeher- Werke in M ü l h e i m a. R h e i» befinden sich wegen Lohndifferenzen im Streik. Zuzug ist fernzuhaltet». Arbeitswillige als GesellschaftSstützen. Im Januar dieses Jahres fand vor dem Leipziger Landgericht ein Landfriedensbruchprozeß statt, über den wir seiner furchtbaren Strafen wegen und wegen seiner Bedeutung für die Gewerkschafts- kämpfe berichteten. Damals waren im M a r k r a n st ä d t e r Land- friedensbruchprozetz gegen die Leiter der Kürschnerlohnbewegung in Markranstädt die Arbeitswilligen sektionsweise als Belastungs- zeugen aufgetreten, und das Gericht verurteilte drei wackere Arbeiter- führer, Familienväter und Ehrenmänner, zu je IV* Jahr Gefängnis und 5 Jahren Verlust der Ehrenrechte. Damals hatw der Direktor S ch i e r i g von der durch den Streik betroffenen Fabrik wörtlich in seiner Zeugenaussage gemeint:„Und was die Arbeitswilligen betrifft. so gehört doch ein kolossaler Mut dazu, trotz der alltäglichen Belästi» gungen den Unternehmern treu zu bleiben. Das hat sich bis heute Gott sei Tank erhalten!" Derselbe Zeuge mutzte heute in einem Hehlereiprozeß als Zeuge auftreten, da einer der„treuen" Arbeitswilligen an- geklagt war, Felle aus der Firma Leo Walters Nachfolger in Markranstädt„verklitscht" zu haben. Der Angeklagte, ehe- malige Zimmermann Peters will die auf 1566 M. abgeschätzten Felle von der Firma Leo Walters nicht gestohlen, sondern vom großen Unbekannten zum Verkauf erhalten haben. Als einer der even- tuellen Käufer in Weißenfels mit dem Angeklagten mitfahren wollte, weil ihm die ganze Geschichte, wegen des Ursprungs der Waren, nicht ganz sauber vorkam, rückte der treue Arbeitswillige auf dem Bahnhofe aus. Der Direktor S ch i e r i g erklärte nun als Zeuge, jene Felle seien bei seiner Firma gestohlen worden. In der Dieb- ftahlszeit hätte er nur neue Leute gehabt, die alten und ein- gerichteten seien entlassen worden. Und auf die Frage des Vor- sitzenden, ob er denn nicht gewußt habe, daß bei ihm beschäftigte Arbeitswillige schon wegen Eigentumsvergehens bestraft seien, meinte derselbe Direktor, der einst einen Dithyrambus auf die treuen Ar- beitswilligen vom Stapel ließ, jetzt wörtlich: Ja, leider haben wir mit den Arbeitswilligen trübe Erfahrungen gemacht.— Der An- geklagte wurde zu sechs Monaten Gefängnis und fünf Jähret» Ehrenrechtsverlust verurteilt. Obgleich schon zu Hunderten von Malen Beweise für die„mo- ralische" Qualität der Arbeitswilligen geliefert sind, wird sie das Unternehmertum immer wieder gegen ehrliche Arbeiter ausspielen, — werden durch Aussagen solcher Subjekte immer wieder ehrliche Arbeiter ins Gefängnis wandern müssen.— Und immer von Rechts wegen! lt Letzte JVachnchtcn und Depefchen« Warschau, 2. August.(W. T. B.) General Markgrafsky. der Gehülfe des hiesigen Generalgouverneurs, ist heute in der Sommer- frische Otwock bei Warschau ermordet worden. Petersburg, 2. August. Ein glaubwürdiges Gerücht besagt, daß Marineministerium habe aus Kolko-Wiek(Estland) die Meldung erhalten, die Besatzung des Panzerkreuzers„Pamjat Azowa" habe gemeutert und sei mit den, Schiff ins Baltische Meer aus- gelaufen_ Ein Dementi. Petersburg, 2. August. Entgegen den hier eintreffenden amt- lichen Berichten behaupten aus Kronstadt hier eingelrofsene Reisende, daß tatsächlich vier Kriegsschiffe mit Meuterern an Bord in Kronstadt eingetroffen seien, wo sie Geschütze auf die Stadt richteten, ohne jedoch zu feuern. Die Bevölkerung von Kronstadt ist von einer Panik ergriffen._ Qb'S war ist? Petersburg, 2. August. Durch das energische Eingreifen der Schlachtschisf„Slawa" und„Zesarewitsch" soivie des Kreuzers Bogatyr" ist die Meuterei i» Sveaborg vollständig unterdruckt worden. Die Mannschaften dieser Schiffe erhalten große Be. lohnungen, da durch ihr lovales Verhallen die Krise abgewandt wurde. Die Gefahr eines Aufstandes in Kronstadt ist beseitigt. Vorbereitung zur Vergeltung. Petersburg. 2. August. Der Zar hat die Einberufung eines Kriegsgerichts verfügt, welches die Meuteret von Sveaborg abzu, urteilen haben wird._ Sie werden gebraucht. Buenos Ahres, 2. August. Der Kriegsminister verfügte die Wiederehlftellung aller an der Meuterei vom 5. Februar d. I. be. teiligt gewesenen Offiziere, mit Ausnahme derjenigen, die sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben. Ein Flammenmeer in Mexiko. Mexiko, 2. August. Etwa 66 Quadratkilometer der Oberfläche des Golfes von Mexiko stehen in Flammen; man vermutet, daß eins Petroleumquelle im Golfe enlstaiiden ist, die in Brand geriet. aul Singer LrEo., Berlin SIV. HierznLBejlagenu.NntMgltnilgStla'" Nr. 178. 23. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hus der Partei. Straftonto der Arbeiterbewegung. In den Monaten Juni und Juli wurden an Strafen erkannt: 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, 10 Jahre 3 Monate 2 Wochen 28 Tage Gefängnis, 6 Wochen Haft und 4684 M. Geldstrafe. Das Wachstum der Parteipreffe. Das 8widauer Sächsische Boltsblatt" teilt unter Plauen mit:„ Mit heutigem Tage beginnt Genosse Leopold Breslauer, bisher in Rirdorf, für das " Sächsische Volksblatt" in Zwickau feine hiesige Tätigkeit als Die Parteigenossenschaft der großen Industriestadt Blauen und des 23. sächsischen Reichstagswahlkreises wird also num im Zwickauer Parteiorgan die lang geforderte größere Berücksichtigung ihrer Angelegenheiten finden. Lokalredakteur..." " Die Redaktion der Breslauer Volts wacht" hat ein neues Heim bezogen, da das bisherige zu klein geworden war. Die Redaktionslokalitäten befinden sich jetzt im Vorderhaus Neue Graupenstraße 5, 2. Etage, wo sich auch das Parteisekretariat befindet. Ueber die Magdeburger Volksstimme" berichtet die dortige Preßkommission: Die Preßtommission befindet sich in der glücklichen Lage, über ein gutes Geschäftsjahr berichten zu können. Die Zahl der Abonnenten beträgt gegenwärtig rund 19 000. Zum 1. Oktober soll die Aufstellung einer neuen 16feitigen Rotations maschine zum Preise von 40 000 M. erfolgen. Der Redaktionsstab besteht aus vier Redakteuren und einem Berichterstatter. An Strafen sind im letzten Jahre 5 Monate Gefängnis zu verzeichnen. Gerichtsund Verteidigerkosten beliefen sich auf 1574,90 Mart. Ein neues Parteiblatt wird zu Beginn des Jahres 1907 die Reihe unserer Parteiorgane vermehren. Der dritte der drei wichtigsten Wahlkreise des Ruhrreviers, Essen, wird sich vom Dortmunder Parteiorgan ablösen und sich völlig auf eigene Füße stellen. Am Sonntag tagte in Essen eine reistonferenz für den Wahlkreis Eisen. Genosse Gmoll teilte dort mit, daß das neue Blatt gesichert sei. Der Parteivorstand in Berlin habe dafür bedeutende Opfer gebracht. Es wurde ein Antrag mit 66 gegen 13 Stimmen angenommen, wonach der Kopf folgende Fassung erhält:„ Arbeiterzeitung, sozialdemokratisches Parteiorgan für den Stadt- und Landkreis Essen, Publikationsorgan der freien Gewerkschaften". Die Mitgliederzahl der Organisationen beträgt 2392. Sie ist gegen das Vorjahr um 8 zurückgegangen, trotzdem gegen 900 Neuaufnahmen erfolgten. Es hat also eine starke Fluktuation der Mitglieder stattgefunden. Ein Anzeichen dafür, daß noch viel zu tun ist, um die Wähler zu klassenbewußten Kämpfern zu machen. Ein großes, günstiges Feld steht unseren Essener Genossen offen. So sind z. B. im Wahlkreise an 9000 Bergleute gewerkschaftlich organisiert, von denen erst 794 der politischen Organisation angehören. tage, Einführung des allgemeinen und gleichen Gemeindewahlrechts an Stelle des bestehenden Wahlunrechts, das, in schreiendem Widerspruch zu dem neuen Landtagswahlrecht, in den Stadtgemeinden den Reichen gibt, soweit nicht die Stadtverwaltungen selbst so viel Freifinn" eine ihrer Steuerkraft entsprechende unbegrenzte Anzahl von Stimmen entwickelt haben, daß sie das Maximum der Stimmen auf 25 oder 10 beschränkten. In den Landgemeinden kann der einzelne Wähler bis zu 15 der Gesamtzahl der Stimmen abgeben. Freitag, 3. August 1906. Giftbaumes die Börsenbesucher selbst sind. Und wie froh wären andererseits diese, wenn ihre Gegner zum mindesten während der Hundstage Recht bekämen und die Börse ein einziger großer Giftbaum wäre, in dessen wenn auch noch so giftigem Schatten sich die Geschäfte erledigen ließen. Man ließe sich's fogar gern gefallen, daß der ganze Weg zur Börse mit Giftbäumen bepflanzt wäre." Die Arbeiterschaft rechnet für diese Leute, die bei einem Gange Eine der wichtigsten Fragen, die den Parteitag beschäftigen über den Opernplatz schon ein riesengroßes Mißbehagen empfinden, sollen, ist die Agrarfrage. Vorarbeiten dazu hat im April dieses nicht zur Bevölkerung, nicht zur Bürgerschaft, nicht zu Angehörigen Jahres ein von 500 Bertretern besuchter Rongreß der Kätner und Landpächter Finnlands geleistet. Hier sprach man sich für Expropriation von Berufen, die in den Augen der Börsenmänner etwas gelten; die von Großgrundbesitz in irgend welcher Form aus; ferner für einen Arbeiterinnen und Arbeiter kommen für die Gesellschaft nur als Objekte tümer. In Finland gibt es nicht weniger als 70 000 Stätner, die Bedürfnis nach etwas Abwechselung verspüren, würden wir ihnen Anbauzwang durch entsprechend hohe Besteuerung brachliegender Besitz der Mehrwertschaffung in Betracht. Wenn die Börsenleute ein so starkes nur zu oft mit bitterster Not zu kämpfen haben. Von finnländischen raten, für ein paar Wochen die herrliche Luft in einem industriellen Rätnern ist ein Zentralfomitee eingefegt worden, das für den An- Fenerbetriebe zu genießen und durch etwas Körperbewegung an der schluß an die sozialdemokratische Partei wirkt. Der Parteitag wird sich außerdem mit der Arbeiterschutzgesetz gefällt ihnen die Geschichte dann so gut, daß sie sich um dauernde Walze oder am Ofen die Verdauungsstörungen zu beheben. Vielleicht gebung, der Gewerbeinspektion sowie der Alkoholfrage befassen. Die Mitgliederzahl der Partei beläuft sich zurzeit auf 70 000 bis Verwendung bemühen und dem beschwerlichen Berufe als Börsen80 000, organisiert in 461 Vereinen. Die genaue Mitgliederzahl wird leute entfagen. wohl auf dem Parteitag bekannt gemacht werden; sie läßt sich gegenwärtig bei dem seit längerer Zeit andauernden außerordentlich starken Wachstum für die Partei nicht feststellen. Der Augsburger Handels- und Gewerbestand nahm nach dem Beispiel Münchens ebenfalls in einer Die Parteiprefie besteht aus vier Tageszeitungen, von denen Korporationsversammlung Stellung gegen die Erhöhung des Postdie größte Thomies" in Helsingfors in 20000 Eremplaren, die zweit- portos, wobei die Herren folgendermaßen flennten:" Wir haben größte Sajan Lehti" in Tammerfors in 10000 Exemplaren erscheint; die schweren Opfer des 3olltarifs und der sechs dreimal wöchentlich, einer zweimal und zwei einmal wöchentlich Handelsverträge auf uns genommen, in der Meinung, tvir erscheinender Zeitungen. Dazu fommen verschiedene Zeitschriften, hätten dadurch dem Vaterland einen Dienst erwiesen, unsere ErFachorgane, darunter auch ein Arbeiterinnenblatt, und schließlich auch wartung aber, wir würden von weiteren Lasten verschont, hat sich ein Partei- Wigblatt. nicht erfüllt usw." " " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine Beleidigung des Mannheimer Stadtrats soll die Bres lauer Bolts wacht" begangen haben. Wie der Mannheimer Voltsstimme" von Breslau geschrieben wird, soll die Breslauer Staatsanwaltschaft beim Mannheimer Stadtrat die Genehmigung zur Anflageerhebung gegen die„ Volkswacht" einholen wollen. Die Beleidigung soll in einer Kritik des Wortbruchs erblickt werden, dessen sich der Stadtrat schuldig gemacht hat, als er die Zusage, für den sozialdemokratischen Parteitag ein städtisches Lokal zu geben, zurückzog. Soziales. Betrübte Lohgerber". Justus I. Die opponierenden Aufsichtsräte des Kalibergwerkes Just us I. haben ihre Rückkehr in den Aufsichtsrat mit folgender Argumentation begründet: „ Die gesamten Zeitungsangriffe gegen einzelne Mitglieder des Aufsichtsrates, insbesondere den Vorsitzenden, wie auch gegen die Gesamtheit des Aufsichtsrates entbehren jeder Grund lage(!). Die Mandatsniederlegungen erfolgten ausschließlich aus formellen Gründen. Diese Gründe sind völlig aufgeklärt und es ist eine Verständigung der Aufsichtsratsmitglieder in allen Teilen herbeigeführt. Die Mandatsniederlegungen sind zurückgezogen, der Aufsichtsrat soll um ein Mitglied vermehrt, also auf fünf gebracht werden." Wie es mit diesen formellen" Gründen in Wirklichkeit aussieht, darüber mag nachstehender Auszug aus einem Briefe der BergischMärkischen Bank aufklären. Einer der vielen Leidtragenden" hatte dieser Bank in sehr energischer Weise die erbetene Vertretung feiner Attien auf der Generalversammlung abgeschlagen mit dem Bemerken, daß ihm gerade diese Bank am allerwenigsten zu einer solchen Vertretung geeignet erscheine, weil ihm ihr Verhalten in dieser Sache mehr auf flingenden Rohn wie auf kaufmännische Wohlauständigkeit gerichtet zu sein scheine. Darauf antwortete die genannte Bank unter anderem, daß sie mit der Emission der jungen Attien nichts zu tun gehabt, und ,, auch wir sind durch das Vorgehen des Vorsitzenden von Justus I geschädigt, da uns selbstredend die innere Lage des Unternehmens, wie solche in der letzten Generalversammlung zur Darstellung ge langte, vorher nicht bekannt war. Unser Herr Direktor Lucan hat auch aus diesem Grunde und weil er durch das Vorgehen des Vorsitzenden mit Recht sehr verstimmt ist, sein Amt niedergelegt, da er nach den Vorkommnissen nicht länger mit dem gegenwärtigen Vorsitzenden weiter arbeiten wollte!" " Klagen über die Lungenheilstätte in Görbersdorf. Im Jahre 1855 errichtete Dr. Brehmer die Lungenheilstätte in Görbersdorf. Lebhaft von seinen Kollegen angefeindet, ging er unbeirrt den für richtig erkannten Weg weiter: Gute Luft, gute Nahrung und ein heiteres Gemüt sind die grimmigsten Feinde der TuberDeutsch- französischer Austausch der Parteischüler. Der Straß- tulojeveranlagung, der Tuberkelbazillen und der Lungenschwäche. Das burger Freien Presse" ist von ihrem Pariser Korrespondenten soziale Streben des wackeren Mannes hat Taufende zum persönlichen mitgeteilt worden, daß in der französischen Partei der Ge- Dant verbunden. Seine prophylaktische Methode hat fast ein halbes danke erwogen wird, ob nicht aus Parteimitteln mehrere strebsame Jahrhundert lang Anfeindung. Begeiferung und Verspottung auch Kräfte, die in der dortigen Bewegung tätig sind, auf einige Monate durch sich hochgelährt dünkende Aerzte erlitten, bis sie sich durchrang. nach Berlin geschickt werden könnten, um die Arbeiter- Auf dem Tuberkulosetongreß durfte mit Recht Dr. Brehmer als bewegung in Deutschland, ihre Taktik und die Organisation der Pfadfinder rationeller Bekämpfung von Lungenkrankheiten fennen zu lernen. Die deutsche Partei tönnte ihrerseits mehrere der gepriesen werden. Die immensen Heil- und Besserungserfolge verbesten Schüler der neuen Hochschule nach Paris schicken. Ein solcher dankte seine Anstalt dem Umstande, daß seine Heilbehandlung von Austausch findet ja bereits statt zwischen französischen und deutschen dem uneigennüßigen, sozial empfindenden, humanen Geist des treffUniversitäten. Die beiden Bruderparteien fönnten dadurch nur lichen Mannes getragen war, der der sozialdemokratischen gewinnen. Erstens würden besonders tüchtige Kräfte aus der Partei insbesandere auch unter dem Sozialistengesetz wertvolle Kenntnis der Sprache und der Geschichte der Nachbarn neue Schulung Dienste durch Nat und Tat leistete. Leider scheint nach schöpfen. Aber durch diese gemeinsame Jugenderziehung würden sich seinem Tode in die Görbersdorfer ehemalige Muster- Also die Bant ist finanziell schier geschädigt" und zwei Tage beide Parteien auch näher treten und die persönlichen Beziehungen anstalt ein höchst antisozialer Geist eingezogen zu sein. Wiederholt darauf soll alles nur auf ein formelles Mißverständnis" des würden sich inniger gestalten. Ein dahingehendes Projekt werde find uns Klagen über die je zigen Verhältnisse der Anstalt Direktors Lucan zurückzuführen sein! Köstlich! Schon im Februar von mehreren Pariser Organisationen dem Nationalrat vor- feitens Patienten zugegangen, die dort durch die Landesversicherungs- 1905 wurden die Verwerfungen" entdeckt, welche die Rentabilität gelegt werden. anstalt untergebracht sind. Daß diese Klagen nicht Folgeerschei- des Bergwerks in Frage stellten. Und trotzdem ging der Kurs mungen der Krankheit einzelner sind, dürfte zur Evidenz eine Re- bei einer Ausbeuteerhöhung von 40 auf 50 M. von 8000 auf fast solution beweisen, die am 31. Juli von Patienten der Anstalt 10 000 m. in die Höhe! Einige Monate später übernahm die dahingehend gefaßt wurde: Bergisch- Märkische Bank für 600 000 m. neue Obligationen, obgleich „ Die heute am 31. Juli, abends 8 Uhr, im Kronepart ab- ihr Direktor im Vorstande von Justus I figt. Und während so das gehaltene Besprechung der von der Landesversicherung Branden- ahnungslose Publikum glaubt, ein erstklassiges Papier in Händen zu burg untergebrachten Patienten erklärt, daß die Zustände, welche haben, werden hinter den Kulissen längst Fusionsversuche gemacht. Bei in der Heilanstalt herrschen, unhaltbare geworden sind. Haupt- Justus( der„ Ehrliche"!) ging die Sache nun aber nicht ganz programmfächlich kommt die linsauberkeit des Essens in Betracht. mäßig, aus der Fusion wurde nichts. Mehrere bürgerlich- kapitalistische Wiederholt find Maden und Würmer in Mittag- Blätter werfen ganz verwundert die Frage auf: ob denn die im und Abendmahlzeiten gefunden worden. Die Februar 1905 entdeckte Verwerfung" nicht befannt gegeben Behandlung der Patienten durch dei Dr. Krisowsky tann sei? Wie naiv doch manchmal so ein harmlos kapitalistisches Organ als durchaus unzureichend betrachtet werden. Das Verhalten tun fann! Wäre der Sachverhalt befaimt gegeben, dann wäre doch dieses Herrn den Patienten gegenüber muß als unpassend be- der Kurs ebenso rapide gefallen wie er stieg und gewisse Herren zeichnet werden. hätten doch dann auch weniger auf die eigene Sicherheit bedacht fein tönnen. Merkwürdig, daß bisher noch keines dieser Blätter, die sich geschäftlich mit solch tapitalistischen Manövern befassen, den Der Kreiswahlverein für Kottbus- Spremberg hielt am Sonntag Bericht der Bohrgesellschaft Dortmund" gelesen zu in Kottbus seinen diesjährigen Kreistag ab. Der Vorstands- In der Versammlung wurde betont, eine Flucht in die Deffent- haben scheint. Darin steht nämlich die interessante Notiz, daß die bericht fonnte auf eine umfassende, rege Tätigkeit im verflossenen lichkeit fei erforderlich, weil wiederholt gemachte Versprechungen, Bohrgesellschaft Dortmund" aus der von Justus ge. Vereinsjahr hinweisen, mußte aber auch mit Bedauern feststellen, abzuhelfen, nicht innegehalten sind und auch eine durch die fauften( 1) Gerechtsame die besten Resultate erhofft!- Von daß infolge gegnerischer Schifanen und Zwistigkeiten im eigenen Lager Landesversicherung borgenommene Revision diesem Verkauf eines Teiles der Gerechtsame des Justus" sollen die Entwickelung der Organisation behindert worden ist. Der Kassen Besserung nicht geschaffen hat. Es wäre tieftraurig, nur sehr wenige Personen gewußt haben, und hierin wird viel bericht schloß bei einer Gesamteinnahme von 2623 und einer Aus- wenn es der Landesversicherungsanstalt nicht gelingen sollte, gründ- leicht nicht mit Unrecht der Schlüssel zu den„ Unstimmigkeiten" im gabe von 3347 M. mit einem Defizit von 723 M., das Haupt- liche Abhilfe in der ehemals so vorzüglich geleiteten Brehmerschen Vorstande gesucht. Angesichts der Katastrophe, die einem Verlust fächlich durch Gerichtskosten im Prozeß des Streis-, Voltstreters" Herrn Anstalt( jetzt eine eingetragene Gesellschaft) zuwege zu bringen. Der Gedanke ist uns im Prinzip sehr sympathisch. Zur prat tischen Erwägung fann er aber erst gestellt werden, wenn die deutsche Parteischule einige Zeit der Arbeit und der Erfahrungen hinter sich hat. Einen neuen Vorstoß im Kampje gegen das Dreiklaffenwahlrecht hat Genosse KIühs in einem Artikel der, Märkischen Boltsstimme" angeregt. Er empfiehlt Massenbersammlungen am Todestage Ferdinand Lassalles, den 31. August, oder am folgenden Sonntag, den 2. September, der für die Patrioten der Sedantag ist. Den Phrasen der patriotischen Festredner könnte wirkjam die brutale Tatsache der Entrechtung der Arbeiterklasse entgegengestellt werden. Der Vorschlag verkennt die Bedingungen der Massenaktion, die eine bestimmte Forderung stellt. Ihre Stöße müssen an aktuelle Ereignisse anknüpfen. Der Wiederzusammentritt des Landtages im Herbst wird der geeignete Zeitpunkt sein. v. Dirksen gegen die Genossen Schadow, Krüger und Buder wegen eines Fleischwucherprotestflugblattes entstanden ist. Außerdem haben von den 16 Ortsvereinen des Kreises 6 Zuschüsse im Gesamtbetrage bon 143 M. erhalten müssen. Zum Organisationsentwurf für die Provinz Brandenburg gab der Kreistag seine Zustimmung. Auf dem Parteitage in Mannheim wird der Kreis durch drei Delegierte vertreten sein. Zur Verbesserung der finanziellen Lage des Vereins wurde mit 42 gegen 5 Stimmen beschloffen, den Monatsbeitrag von 20 auf 25 Pf. zu erhöhen. Ueber die Bedeutung der kommenden Reichstagswahl hielt Genosse Dr. A. Bernstein, der Kandidat des Kreises, einen beifällig aufgenommenen Vortrag. Das Parteisekretariat in Braunschweig wird demnächst vom Genossen Antrick übernommen. Infolgedeffen siedelt Genosse Antrick noch in dieser Woche nach Braunschweig über. Infolge des Domizilwechsels hat gestern Genosse Antrick dem Bureau der Berliner Stadtverordnetenversammlung die Niederlegung seines Mandates angezeigt. Totenliste. Dienstag morgen ist der Parteigenosse Robert Gerschler in Altchemnitz bei Chemnitz im Alter von 61 Jahren verschieden. Gerschler war ein rühriger Genosse und stellte, wenn es Arbeit gab, der Partei gern seine Kräfte zur Verfügung. Seit dem Jahre 1890 bis zur Einverleibung von Altchemnitz in Chemniz war er Gemeinderatsmitglied. Die Sozialdemokratie Finnlands. Die sozialdemokratische Partei Finnlands wird vom 20. bis 27. Auguft in leaborg ihren Parteitag abhalten. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle eine Umgestaltung der Organisation der Partei auf Grundlage der neuen Wahlkreiseinteilung, die mit der Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrechts verbunden war. Sodann soll über das Wahlprogramm der Partei beraten werden. Die wichtigsten Forderungen, die hier zu stellen sind, sind: Ausdehnung der Kompetenz des Landtages hinsichtlich der Finanzverwaltung, volle Verantwortlichkeit der Regierung vor dem LandDie Zwangsentlassung zweier Patienten wegen Antritt eines Morgenspazierganges ist zu verdammen, weil dieses nicht als aus reichender Grund zur Entlassung angesehen werden kann." Hus Induftrie und Handel. Die geplagteften Menschen. Wo bei gewissen Leuten der zur Daseinsfreude berechtigte Mensch anfängt, was man unter dem Begriff Bürger und Bevölkerung bersteht, enthüllt eine Sommerplauderei in der Fachzeitschrift„ Der Ratgeber auf dem Kapitalmarkt". Es werden da die Beschwerden des Börsenbesuchers geschildert, als besonders schrecklich wird empfunden, daß die Börse in dem trostlosen Berlin C. liegt. Wörtlich pfunden, daß die Börse in dem trostlosen Berlin C. liegt. Wörtlich liest man da: " bon 2 Millionen Mart gleichkommen dürfte, den plöglichen Rücktritt der Aufsichtsratsmitglieder zu einem formellen Mißverständnis" stempeln zu wollen, das ist denn doch ein etwas startes Stüd. Und insofern hat die Justus- Angelegenheit" auch für unsere Leser Wert, als sie ein charakteristisches Merkmal bildet für die gemeinsame Arbeit von Kapital und Gründertum. Die Kosten solcher Geschäfte müssen in legter Linie die Arbeiter tragen. Politik an der Börse. In den letzten Wochen gingen an de New Yorker Börse die Papiere verschiedener Gesellschaften stetig im Kurse zu halten, werden nicht wahrgenommen. Daß diese UnterKurse herab und die sonst üblichen Versuche der Trustbarone, die stützung aufhörte, als in Washington die Attaden gegen die Trusts Erfolge zeitigten wie die Entscheidung gegen die Eisenbahnen und Erfolge zeitigten die Maßnahmen gegen den Fleischtrust diese Tatsache läßt die Ver" So kommt es, daß die Wanderung nach dem Zentrum", wo mutung einer wohlüberlegten Attion auffommen. Die„ New Yorker diese Anstalten sich befinden, von dem überwiegenden Teile der Volkszeitung" meint: Bevölkerung wie eine Reise in eine fremde, entlegene Gegend Als Absicht dieses Manövers wird angegeben, daß man empfunden wird, aus der man je schneller desto lieber wieder der gegenwärtigen Administration und allen Politikern und herauskommt. Wenn schon gelegentliche Abstecher dahin( zumeist politischen Parteien, welche Luft hätten, ähnliche Proben ihrer unfreiwilliger Natur) ein solches Mißbehagen bei dem Normal- Kraft zu geben, eine Lektion erteilen wolle. Nicht, als ob bürger( 1) hervorrufen, so ist der Widerwille, mit dem die Börsen man Leute wie Roosevelt ernstlich fürchte, aber die Trusts wollen besucher alltäglich den Gang zum Eisenhammer auf der anderen ihnen dieses Pfuschen in ihre großkapitalistischen Pläne und alle zu Seite des Flusses antreten, riesengroß. Selbst in einer Droschke fünftigen Absichten in dieser Richtung gründlich verleiden, indem sie ist es alles eher denn ein Labsal, zur Mittagszeit, wenn die Sonne im ganzen Lande, besonders unter den breiten Schichten der Kleinam höchsten steht, den Weg über das schattenlose Steinfeld vom fapitalisten und Kleinbürger, welche fast ausnahmslos als Aktionäre Opernplag bis über die Brücke am Dom und das baumloſe Ufer oder Bondholder" an den Börsenwerten Interesse haben, große Unentlang zurückzulegen, bis man endlich die Stufen des Börsen- zufriedenheit erregen. Sie wollen den Eindruck hervorbringen, daß gebäudes hinaufspringen und auf dem Parkett im Innern die Hitze dieses stete Hineinmengen" der Regierung in privatkapitalistische weiter erdulden fann, die von der dem Wasser zugefehrten Längs- Unternehmungen das Geschäft störe", und eine solche Befürchtung, seite erbarmungslos ausströmt. Kein Beruf(!) ist an eine so wenn einigermaßen durch das allgemeine Sinten der Börsenwerte schreckliche Tageszeit gebunden. Den guten Freunden der Börse, bestätigt, tönnte nicht verfehlen, bis in tiefe Volksschichten hinein welche noch immer dem Wahne leben, daß diese ein Giftbaum ihre Wirkung zu tun! sei, wäre der Besuch der Börse in diesen Hochsommertagen von So wird versucht, durch eine wirtschaftliche Attion, für deren Herzen zu gönnen. Sie würden dann jedenfalls die Ueberzeugung Unkosten der Großkapitalismus sich später doch an den arbeitenden mit nach Hause tragen, daß die bedauernswertesten Opfer dieses Massen schablos halten würde, einen politischen Effekt zu erzielen. " Aus der Frauenbewegung. Kinderausbeutung. hiesigen Kaufmannsgerichts mußte einem Blumenhändler erst durch| Freilich sind ja im heiligen Deutschen Reiche hier und da Urteil flar gemacht werden, daß auch die willigsten Blumen auch Berurteilungen ergangen. Das Schöffengericht in verkäuferinnen, deren furchtbar lange Arbeitszeit ja bekannt ist, dem Duisburg( Ruhrort) sprach den Angeklagten frei, da es in Schlafgott zum Opfer fallen können, ohne daß deshalb ihnen der Niederlegung des Kranzes mit den wenigen Worten des NachDer Kapitalismus ist nicht nur international, er ist auch aller- ein Verbrechen zur Last fällt. Die Verkäuferin Helene 23. fam in rufs eine Veranstaltung eines ungewöhnlichen Begräbnisses nicht zu wegen gleich brutal und gewissenlos. Ihm innewohnt die eine einem Blumengeschäft in den ersten Wochen ihrer Arbeit pünktlich erblicken vermocht habe. Tendenz: die menschliche Arbeitskraft zur Schaffung von Mehrwert nach. Eines Sonntags nahm jedoch ihr Chef Friedrich T. Ver- Warum sind denn, wenn der Amtsanwalt durchaus glaubte anauszubeuten. In Verfolg solcher Tendenz ist er blind und taub für anlassung, sie sofort zu entlassen. Das Gehalt bis zum Ablauf der flagen zu müssen, der Gendarm und der Geistliche nicht unter Analle idealen Werte der Kultur und Zivilisation; Humanität und Kündigungsfrist, in Höhe von 60 M., verlangte gestern Helene W. flage gestellt, deren Auftreten allein das Leichenbegängnis zu einen Achtung vor Menschenwürde sind ihm fremd, ja er sprengt vor dem Kaufmannsgericht. Der Blumenhändler schilderte den ungewöhnlichen machten? fogar die Bande, die die Vertreter der kapitalistischen Vorfall, der zu der sofortigen Entlassung führte, folgendermaßen: Gesellschaft für heilig erklären wenn es ihren Interessen An einem Sonntag im Mai habe er gegen 29 Uhr das Geschäft Der seltene Rechtsfall, daß Angeschuldigte dadurch, daß sie zwei dient. Der rüstige Mann, der alte Invalide, junge Mädchen betreten und sei erstaunt gewesen, daß er des Fräuleins nicht an- Taten begehen, mit einer Geldstrafe davonkommen, während sie und verheiratete Frauen, ja selbst Kinder im zartesten Alter fichtig wurde, dagegen aus dem Hintergrunde ein lautes Schnarchen wegen nur einer Straftat hätten ins Gefängnis wandern müſſen, fucht er der Befriedigung der Profitfucht dienstbar zu machen. Die vernahm. Bon Nachbarn habe er dann gehört, daß schon ein Kunde hat sich, wie die„ Deutsch. Jur.- 8tg." mitteilt, kürzlich vor dem befizlose Bevölkerung bewertet er stapitalismus lediglich als Ob- unverrichteter Sache fortging, weil er niemand im Laden sah. Er Schöffengericht zugetragen. Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensjekte der Mehrwertschaffung, alle heiligen Menschenrechte sind für den habe darauf die Klägerin aus ihrem tiefen Schlummer geweckt und bruches waren der Maurergeselle S. und der Arbeiter W. an Proletarier entthront. Neben der Ausbeutung der jugendlichen sie dann wegen ihrer gröblichen Pflichtverletzung" nach Hause ge- geklagt. Beide waren in angeheiterter Stimmung in ein Schanklokal Arbeitskraft zur Herstellung von Waren werden proletarische Kinder schickt. Die Klägerin gab zu, daß sie der Chef habe wecken müssen. gekommen und hatten sich hier gegen die übrigen Gäste unpassend auch dadurch ausgebeutet, indem verschiedene ihnen angelernte oder Sie sei am Sonnabend von einer Landpartie erst sehr spät nach Hause benommen. Die Ehefrau des Schankwirts forderte die beiden von der Natur bescherte Fähigkeiten von spekulativen Unternehmern gekommen, an dem Sonntagmorgen sei sie dann plöglich von einer Angeklagten auf, das Lokal zu verlassen, jedoch ohne jeden Erfolg. für sie selbst durch Schaustellung in Geld umgesetzt werden. Und Müdigkeit überfallen worden, der sie nicht zu widerstehen vermochte. Schließlich wurden die beiden Ruheftörer durch polizeiliche Hülfe ges diese Schaustellungen sind für die armen weiblichen Opfer der Schau- Sie nehme an, daß das so eine Art Schlaffrankheit sei, von der man waltsam an die frische Luft befördert. Die Folge war die Anklage und Sinnenlust oft genug der Weg, auf den sie in den Abgrund jetzt soviel höre." Der Vorsitzende riet dem Beklagten zur wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, zu der sich später noch der Schande gestürzt werden. So ist es in den Erdteilen der alten Einigung und erinnerte ihn an Friedrich den Großen, der ja auch eine Anflage wegen tätlicher Beleidigung hinzugefellte. Die Anund neuen Kultur; die Klassenherrschaft, ganz gleich wie sie sich staat- seinen Pagen schlafend während der Dienstzeit angetroffen, ihn aber geschuldigten hatten nämlich die Ehefrau des Lofalinhabers, als sich lich firmiert und unter welchen religiösen Dogmen das Volk in deswegen nicht gleich hinausgeworfen habe. Der Beklagte wollte diese ihnen näherte, um sie hinauszuweisen, am Arme gepackt und materieller und geistiger Knechtschaft gehalten wird, will sich nirgends sich aber auf keine Einigung einlassen und verlangte ein Urteil. sie hin- und hergezogen. Dies wurde als tätliche Beleidigung an ihre Privilegien nehmen lassen. In China z. B. ist die Verwendung Das Kaufmannsgericht verurteilte ihn zur Zahlung von gesehen. Das Hinzukommen dieser Straftat führte nun zu junger Proletarierinnen als Sängerinnen in den Teehäusern, wo sie 60 M. Die einmalige Verfehlung berechtige den Chef noch nicht dem eigenartigen Rechtsfall, daß die Angeklagten hierdann eine willkommene Jagdbeute der jungen und alten Lebewelt zur sofortigen Entlassung, zumal eine böse Absicht seitens der durch bor dem Gefängnis verschont blieben. Hätten die bilden, allgemein üblich. Gegen die Ausrottung diefer Unfitte empörten Klägerin nicht vorlag. beiden Angeschuldigten die Frau nicht am Arm gepackt, so wäre nur sich die Interessentenkreise, wie wie aus folgender Meldung aus der§ 123, 3( gemeinschaftlicher Hausfriedensbruch) in Anwendung Schanghai hervorgeht: Der Stadtrat hat vor kurzem einer Verfügung Ein Zwölfjähriger zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. gekommen, welcher als geringstes Strafmaß eine Woche Ge des gemischten Gerichtshofes zugestimmt, nach der die Beschäftigung von jugendlichen Sängerinnen unter 16 Jahren in Teehäusern schien am Mittwoch ein Schüler der zweiten Klasse einer hiesigen Straftaten zusammentreffen, das Strafmaß aus demjenigen BaraVor der Ferienstrafkammer D des Leipziger Landgerichts er- fängnis vorschreibt. Nach§ 73 St.-G.-B. muß jedoch, wenn zwei untersagt wird. Ein in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli von Bezirksschule, der am 28. Mai das zwölfte Lebensjahr vollendet graph normiert werden, welcher eine schwerere Strafe androht. der städtischen Polizei unternommener Versuch, dieses Berbot zwangs- hatte. Der Knabe, der einer achtbaren Familie entstammt und die find nun in dem vorliegenden Falle§§ 185 und 228( wörtliche weise durchzuführen, hat große Aufregung hervorgerufen, und die meisten Teehäuser haben als Protest dagegen geschlossen. Eine An- geistig nicht sonderlich befähigt zu sein scheint, soll früher schon beziehungsweise tätliche Beleidigung), die als Maximalſtrafe zwei zahl von jungen Mädchen, die dabei verhaftet sind, werden dem ge- haben. Damals hatte er jedoch das strafmündige Alter noch nicht Richter das Recht geben, nur auf eine Geldstrafe zu ers mehrmals allein und gemeinschaftlich mit Altersgenossen gestohlen beziehungsweise drei Jahre Gefängnis androhen, zugleich aber dem mischten Gerichtshof vorgeführt werden. erreicht. Der jetzigen Anklage liegt der folgende Vorgang zugrunde. fennen, während der Hausfriedensbruchsparagraph als MaximalAm 18. Juni d. J. schlug der Angeklagte bei einer Grünwaren- strafe eine ein jährige Gefängnisstrafe androht. Das SchöffenHändlerin ein Fenster ein, durch das er in die Wohnung einstieg. gericht war nach Maßgabe des§ 73 somit in der Lage, die beiden Dann begab er sich in den Laden, öffnete die Stasse mittels bisher völlig unbescholtenen Angeklagten zu einer geringen Geldeines Schlüssels und entwendete deren Inhalt im Betrage von strafe zu verurteilen. Wäre das Vergehen der tätlichen Beleidigung 2 M. 25 f. Das Geld vernaschte er. Als er nach einigen Tagen hier nicht hinzugekommen, so hätte das Schöffengericht als Mindest mit einem anderen Knaben an dem betreffenden Hause vorüberging, maß je eine Woche Gefängnis verhängen müssen. Der Fall illustriert rühmte er sich seiner Tat. Auf die Aufforderung seines Begleiters, ebenso wie der erst auf fozialdemokratischen Antrag hin gemilderte nochmals in die Wohnung einzusteigen, begab sich der Angeklagte Eisenbahngefährdungs- Paragraph und wie so manche Streitanklagen am Nachmittage durch das noch nicht wieder hergestellte Fenster die Widersinnigkeit der Festlegung von Minimalstrafen. in den Laden. Er wurde jedoch dabei abgefaßt. Ueber die Eheirrung eines Amtsrichters brachten wir vor einiger lautete auf vier Monate Gefängnis. Bei der Straf- Beit einen Reichsgerichtsbericht. Von beteiligter Seite werden wir abmessung wurde in Betracht gezogen, daß der Knabe sich schon ersucht, mitzuteilen, daß die Darstellung des Verhältnisses zwischen mehrfach an fremdem Gute vergriffen und nicht aus Not gehandelt dem wegen Bedrohung verurteilten Amtsrichter H. in Bajewalt und hat. Dringend erforderlich ist eine Reform der Strafrechtspflege der Frau Dr. Pf. daselbst einseitig nach der Schilderung des in gegenüber jugendlichen Personen, insbesondere die Heraufsetzung des feiner Stellung bedrohten Amtsrichters( wie sie sich aus dem Urteil Strafmündigkeitsalters und die Befreiung Jugendlicher von ge- ergibt) erfolgt sei. Die Angehörigen der Frau Dr. Pf. legen Wert lehrten Gerichten". darauf, bekannt werden zu lassen, daß die Beziehungen der Dame zu dem Freunde ihres Gatten die Grenzen eines zulässigen Verkehrs nicht überschritten haben und daß Dr. Pf. feine Veranlassung hatte, jenen Verkehr zu beschränken. Versammlungen Veranstaltungen. Steglitz. Sonntag, 5. August, Ausflug nach Schmargendorf, Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. Treffpunkt 2 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15 a. Rigdorf. Montag, 6. August. Ausflug nach Königsheide- Johannistal. Treffpunkt 1210 Uhr vormittags Richardplatz. Für Nachzügler nachmittags bei Rau, Johannistal. Adlershof. Montag, 6. Auguft. Generalversammlung bei Wöllstein. Vortrag: Liebe und Frauen. Referent Herr Horliz. Schöneberg. Montag, 6. Auguft bei Obst, Martin Lutherstr. 51 Vortrag. Sonntag, 12. August Stiftungs- und Sommerfest. Borsigwalde- Tegel. Mittwoch, 8. August, nachmittags 2 Uhr, gemütliches Bufammensein Kaffeetochen bei Trapp in Tegel, Bahnhofstraße. Mittwoch, 15. August, 81 Uhr bei Franke in Reinickendorf- West, Eichbornstr. 8. Vortrag. Treffpunkt der Tegler und Borsig- j walder Mitglieder um 73/4 Uhr an der Endstation der Straßenbahn resp. Spandauer- und Räuschstraßen- Ecke. Weißensee. Sonntag, 12. August, Ausflug nach der„ See- Terrasse", Berlinerstraße. Gerichts- Zeitung. Ist Schlafen ein Verbrechen? Wunderliche Unternehmer nehmen an, daß der Angestellte nicht nur mit Haut, Haar, Knochen und Mart ihm für die Dauer der Arbeitszeit verschrieben sei, sondern der Vertrag gehe auch so weit, daß dem Angestellten als Verschuldung zu rechnen ist, wenn Natur und Naturgefeße ihm die Ausübung der Arbeitstätigkeit unmöglich machen. Diefe stavenherrliche Anschauung trifft beim Kaufmannsgericht mit Fug und Recht auf noch weniger Gegenliebe als bei einigen Gewerbegerichten. In der gestrigen Situng des ür die mir aus Anlaß meines F 25jährigen Jubiläums bei Sozialdemokratisch. Wahlverein der Firma K.& B. so zahlreich er wiefene Aufmerksamkeit spreche ich hiermit allen Freunden, Kollegen, Berwandten und Genossen sowie dem Vorstande des S.-D. W. Berlin I meinen verbindlichsten Dank aus. Berlin im August 1906. 3276 Karl Petermann, erkmeister. Verband der Portefeuiller und Galanterie- Arbeiter Deutschl. ( Zahlstelle Berlin.) Am 1. August verstarb unser Mitglied Artur Meyer nach achttägigem Krantenlager an der Nierenentzündung. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 4. August, nachmittags 5, Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 109/10 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenbauer. Berlin Bezirk 5. Am 31. Juli verstarb unser Mitglied, der Gastwirt Max Schoch am Bluthusten im Alter von 39 Jahren. 253/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, abends 6 Uhr, von der Halle des neuen Nazareth- Kirch hoses in Reinickendorf aus statt. Die Ortsverwaltung Berlin 5. des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 1. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Expedient 249/4 Ernst Hans, Bankstraße 46. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabendnachmittag 4 Uhr, von der Halle des Dankes Friedhofes ( Blankestraße, Reinickendorf- West) aus statt. H Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Gesangverein Nordwacht D ( M. d. A.-S.-B.) Todes Anzeige. Am 1. ds. Mts. verstarb unser langjähriger treuer Freund und Sangesbruder 66/10 Ernst Hans nach längerem schwerem Krankenlager. Sein unermüdliches Wirken im Juteresse des Vereins, seine in jeder Beziehung rechtschaffener Charakter haben ihm die Liebe und Achtung aller, die ihn kennen Das Urteil Wahlkreis Schwiebus- Sommerfeld, Kalau- Luckau, Arnswalde. Friedeberg. Den Mitgliedern der hier in Berlin bestehenden Drtsvereine zur Nachricht, daß sie die Flugblätter zu der am 7. August stattfindenden öffentlichen Versammlung bei Boeker, Weberstr. 17, bei den nachstehenden Genossen in Empfang nehmen können: Eitner, Romintenerstr. 4, v. IV; Schulze, Beusselstraße N. 64, Stfl. II; Thimm, Tilsiterstr. 79. Ein jeder Ist die Bezeugung der Pietät eine strafbare Handlung? Auf dem Friedhof in Buschhausen bei Duisburg( Rheinland) legten einige Parteigenen bei der Beerdigung eines Genossen Kränze mit roter, ein Delegierter des Bergarbeiterverbandes einen Stronz mit weißer Schleife nieder und begleiteten die Niederlegung mit furzen pietätvollen Worten. Da erschien ein Gendarm und er flärte nach Rücksprache mit dem Geistlichen„ halt! das gibts nicht, Reden werden hier nicht gehalten". Die Folge dieser Rede des Gendarm war ein Strafbefehl gegen ben Delegierten forge für massenhafte Verbreitung. des Bergarbeiterverbandes in Höhe von 30 Mark. Die Amtsanwaltschaft begehrte Bestätigung des Strafbefehls, wiewohl schon zu ungezählten Malen selbst aus Anlaß der Niederlegung roter Kränze Gerichte erklärt hatten, die pietätvolle Niederlegung eines Kranzes und die Verlesung der Widmung enthalte lediglich eine ge bräuchliche Bietätsbezeugung, deren Bestrafung nicht minder unsinnig wäre wie ein Gefeß, das Pietätsbezeugung verbietet, oder eine Anflage, die gegen Kriegervereinler oder Krieger wegen des mit Kriegervereinler Beerdigung verbundenen Geräusches vorginge. V Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser teurer Bater, der Expedient Ernst Hans nach schwerem Krantenlager in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, oon der Halle des Dantes- Kirch hofes in Reinickendorf- West, am Soeben erschien in neuer Auflage Das kommunistische Manifest. Mit Vorreden von Karl Marx und Friedrich Engels und einem Vorwort von Karl Kautsky, 234/ 10* welches wir den Parteigenossen bestens empfehlen. Der Preis beträgt 20 Pf., in besserer Ausstattung 50 Ferner bringen wir folgende Schriften in empfehlende Erinnerung: Blankestraße, aus statt. 18952 Karl Marx' ökonomische Um stilles Beileid bittet im Namen der Hinterbliebenen Witwe E. Hans nebst Stindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich den Verwandten und Befannten, besonders den lieben Kollegen meines Maimes von der Firma Hegelmann meinen herzlichsten Dant. Witwe Emilie Faber nebst Kindern. Kredit! Monatlich 10 Mark liefert elegante Anzüge u. Paletots nach Majz. X Ber Stasse allerbilligste Preise. X Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert von Karl Kautsky. Preis 2,- M. Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schoenlant. Preis 10 Pf. Das Erfurter Programm in seinem grundsäßlichen Teil erläutert bon Karl Kautsky. Breis 2,- M. Expedition des„ Vorwärts", Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. 8. 5. 719. Fragen Sie in einer Münzenhandlung an. Etablissement Haffelwerder.| Inh. Albert Scheruch. O Nieder Schöneweide. Sonnabend, den 4. August 1906: Mondscheinfahrt mit Musik ( 3 Riesen- Salon- Dampfer) veranstaltet v. Musifdireftor 0. Olbrich und den Angestellten d. Etablissements. Sommernachts- Ball ..Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Touren zum Sonntag, d. 5. August 1906. 1. Abt. früh 5 Uhr nach Lehnin. Nachmittags 1 Uhr nach Schildhorn. Starts Bülowstr. 58. Urbanstr. 7. bei stark besetztem Orchester. Fadelpolonase, Verlosung. Feenhafte 2. Abt. Sonnabend, abends 9 Uhr Beleuchtung des ganzen Etablissements. nach dem Spreewald( Burg). Nachm. Abfahrt von Michaelbrücke 9%, Uhr. Fahrpreis 50 Pf. Entree frei. 1 Uhr nach Hessenwinkel. Starts 3. Abt. früh 4, Uhr nach Budow ( Schweizerh.). Nachm. 12, Uhr nach Eggersdorf. Starts Mariannenplay. 4. Abt. früh 6 Uhr nach Lanke( Stod mann). Nachm. 1, Uhr nach Buch. Starts Küstriner Platz. ******* ie follen wir W unire Kinder ohne Prügel erziehen? Bon J. Borchardt Preis 30 Pfennig Der Verfasser geht von dem Gedanken 5. Abt. früh 5 Uhr nach Lieben. walde( 45 Stilometer). Nachm. 1 Uhr Starts Bernau( Elysium). nach Elysium. 6. Abt. früh 4, Uhr nach Beeliz. Nachm, 1%, Uhr nach Schlachtensee ( Gesellschaftshaus). Starts Oders bergerstr. 30( Genossenschaft). 7. Abt. früh 52 Uhr nach Teupit. Nachm. 1 Uhr nach Schmöckwiz( Peter). Starts Rösliner Hof. 8. Abt. früh 4, Uhr nach Freienwalde. Nachm. 1 Uhr nach Alt- Landsberg. Starts Stephanplay. aus, daß das prigeln in der Schule zu verwerfen set, daß aber auch das Prügeln der Kinder im Hause für die körperliche und geistige Entwickelung des Kindes 9. Abt. nachm. 1 Uhr nach Mönchsverderblich ist. Er gibt vielfache Anregungen, wie die Eltern ihre Kindermühle. Start Schillingstraße 22. ohne Prügel erziehen können. Montag, den 6. August: lernten, errungen, und wird fein J. Tomporowski, Schneidermeister. Linderne Baden. Buchhandlung Vorwärts Vorstands Sigung Markgrafenam Andenken bei uns nie erlöschen. Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 4 Uhr aus dem Danteskirchhof statt. Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme an der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes, unseres Baters Robert Rehmann jagen wir hiermit allen Verwandten, Danksagung. Freunden und Bekannten, besonders Allen, die bei der Beerdigung den Genossen der 3. Abteitung des meiner Frau zugegen waren, auch 1. Berliner Reichstagswahlkreises, dem Berein Weiße Nelfe" und dem für die vielen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herz- Summerfchen Quartett unseren herz lichsten Dant. 3286 lichsten Dank. Frau Marie Rehmann nebst Kindern. Franz Kühne nebst Kindern, Willibald Alerisstr. 27. 3195 Berlin, Prinzenftr. 53, 1. Etage. SW. 68, 69, Berlin SW. 68. Liebhaber eines zarten reinen Gesichts mit rosigem jugendfrischen Aussehen, weißer sammetweicher Haut und blendend schönem Teint, gebrauchen die allein echte Steckenpferd- Lilienmilch- Seife von Bergmann& Co., Radebeul Dresden Schutzmarke Steckenpferd, à St. 50 Pt., überall vorrätig. Straße 83 bei Lorenz. 27/1 Dienstag, den 7. August: Engere Vorstands Situng bei Ostrowski, Schillingstraße 24. Fahrräder! Billig! 48, 50, 60, 70, Latrideckes Luftschläuche Fusspumpen Pedale 0 90, 1.30 Motorräder. Zündkerzen 050 65 bis 180 Mk. p. 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Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Freitag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Ein idealer Gatte. Anfang 8 Uhr. Sonnabend und folgende Tage: Ein idealer Gatte. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Sonnabend: Mignon. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Freitag, 3. August, abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonnab.: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag: 1. Vorstellung zu volkstümlichen Preisen: Die Bohème. Lustspielhaus. Täglich abends Unsere Käte. 8 Uhr: Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. August, in den am Müggelsee mit angrenzendem Wald gelegenen Lokalen„ Müggelschlößchen" und„ Strandschloß"-Friedrichshagen: 15. Sänger- Fest. 200 Gesangvereine. x 3 Musikkapellen. x Sänger- Festzug. x Chorgesänge. Gesangsleitung: Bundesdirigent Herr Richard Blobel. In beiden Lokalen Tanz. Herren, welche daran teilvon 4 Uhr ab: nehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküchen sind bis 6 Uhr abends geöffnet. Billetts vorher 20 Pf. Anfang früh 8 Uhr. Billetts an der Kasse 30 Pf. Fahrverbindungen: Kinder freisenbahn: Janowitzbrücke und Schlesisches Tor. Fahrpreis 85 Pf., Billetts während des ganzen Tages. Schlesischer Bahnhof- Friedrichshagen. Extrazüge sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben; ferner bei J. Meyer, Urbanstr. 131; H. Bartel, Brunnenstr. 95; A. Seikrit, Bergmannstr. 104; E. Karg, Rixdorf, Kranoldstr. 6 im Laden ( hier wollen auch die Vereine die Billetts entnehmen); M. Siggelkow, Stralsunderstraße 65; H. Hirsch, Zwinglistr. 21 a; Przibilia, Weißensee, Kronprinzenstr. 13. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) reitag, abends 8 Uhr: Morwitz- Oper. Carmen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Oper in 4 Aften von Bizet. Der Rattenfänger von Hameln. Sonntag, nach m. 3 Uhr, bei halben Preisen: Zar und Zimmermann. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: D. Postillion v. Lonjumeau Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr. Operette Nanon. in 3ften. Apollo- Theater Großer andauernder Betterkeitserfolg! Sommerpreise: Bart. Fauteuil 3,20. Berlin im Omnibus. Trianon- Theater Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Dazu: Gute Spezialitäten! Mittwoch, Die herbe Frucht. anf. 8 uhr. ab 7%, br: Gartenkonz. 8 Uhr: Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Eröffnungs- Programm. 14 erstklassige Spezialitäten Metropol- Theater Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich präzise 7%, Uhr: Freitag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Sonntag, nach m. 3 Uhr, lette Schauspielvorstell. vor d. Ferien: Zapfenstreich. Sonntag, abends 8 Ulbr: Gastspiel der Morwit- Oper: Die Afrikanerin. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16 Das neue August- Programm! Arbeit schändet nicht. Volksstück in 3 Bildern v. Reiflingen. Dazu die erstklasfig. Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr. Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Der Verschwender. Fröbels Allerlei- Theater Romant. Schauspiel in 2 Aufzügen ( 9 Bildern) von Ferd. Raimund. Außerdem das phänomenale August- Programm. Schönhauser Allee 148. Konzert, Theater, Ball. Täglich: Spezialitäten, Paul Coradini. 15 Attrattionen ersten Ranges 15. Jm Saale: Gr. Ball. Anf. 4, Uhr. Entree 30, num. Pl. 50 Pf. Der Millionenschneider. Bosse mit Gesang in 2 Aften. Billettvorbert. v. 10-1 a.d.Theaterkaffe Anfang 4 Ubr. Entree 30 Bi Diez. Spezialitäten- Theater. 16/ 13* Urania Tauben. str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Sternwarte tr.57/ 62. Z InvalidenOOLOGISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Schweizer Garten Am Königstor- Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, Spezialitäten u. Ball. ,, Auf der Liebes- Insel". Operetten- Burleske in 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren dressierten Bären. Piccards amerit. Pantomime: Die Einbrecher v. New York. Jeden Mittwoch: Kinder Freuden: Fest. Damentanz frei. Anfang 5 Uhr. D Entree 30 f. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Deutscher Holzarbeiter- Verband Gottschalk Freikonzert Zahlstelle Berlin. Bureau SO., Engel- Ufer 15( Gewerkschaftshaus). Fernsprecher Amt 4, 3578. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Das Resultat der Urabstimmung über die Beitragserhöhung ist folgendes: Abgegebene Stimmen 10 902, ungültig 93 Stimmen. Für die Erhöhung auf 90 Pf. vro Woche für männliche Mitglieder haben gestimmt 7975 Mitglieder, gegen 2816; für die Erhöhung auf 30 Pf. pro Woche für weibliche Mitglieder 6596, gegen 2269 Mitglieder. Den Zeitpunkt, ab welchem die Erhöhung der Beiträge eintritt, bestimmt die nächste Generalversammlung. Einsetzer! 90/7 Am Sonntag, den 5. August, finden umständehalber in den beKannten Lokalen die Bezirkssikungen statt. Für den 1. Bezirk findet die Sigung bei Merkowski, Andreasstr. 26, statt. Tagesordnung: Empfangnahme der neuen Tarife und Diskussion über denselben. Die Beitrag zahlung braucht an diesem Tage nicht stattzufinden. Der Obmann. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Zimmer 34, Amt 4, 3358. Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonntag, den 5. August, vormittags 10 Uhr: Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Das neue August- Programm! Harry Steiner Geschw. Bollini Max Franconi Garreton Truppe. ,, Auf fremder Erde"." Gr. Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 3 Bildern von Hugo Schulz. ed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbelustigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Sanssouci. Kottbuser 1.Straße 4a. Sonntg., Montg. Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Stets wechselndes Progr.! Familie Pinte bei Barons. Nulpe vor Gericht. Entr. 30 Bf., num. Pl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. Verſammlung der Bauanichläger Ostbahn- Park und im Saale I des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer Nr. 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung von der Dampferpartie. 4. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Zur Beachtung! Bir machen hierdurch aufmerksam, daß die Erwerbslosenunterstütung in Krankheitsfällen nicht, wie früher angegeben wurde, an zwei Tagen in der Woche, sondern täglich, mit Ausnahme Sonntags, bon 9 bis 2 Uhr im Zimmer 34, Engel- Ufer 15, in Empfang genommen 123/11 Die Ortsverwaltung. werden kann. De arte Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Wegen kolossaler Nachfrage bis 30. August prolongiert. Täglich: Henry Bender, Josef Giampietro, Sonntags Wiederauftreten Fritzi Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Sm Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Rebensbild in 5 Att. v. Hedwig Abt. Im Sommergarten: Neues großes August- Programm. Anf. 5 Uhr. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel." Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plat 50 Bf. zweimalige Vorführung) 16 Löwen Sensation und beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwen bändigers. ( Zweigverein Berlin und Umgegend.) Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Sonntag, den 5. August, vormittags 10 Uhr, finden in allen Bezirken Verbindung mit größter Filmsund Sektionen des ganzen Zweigvereinsgebietes Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Mitglieder- Versammlungen Otto Pritzkow. Münzstr. 16. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Dompteuse mit noch nie gesehenen Tricks. 11 ihr abends: Fütterung in den bekannten Lokalen statt; mur in den Bezirken und Sektionen, wo sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs und das neue beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr... Entree 30 Pf. Vorzugskarten find gültig. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Tischler- Verein zu Berlin. ( E. H. 89.) Sonnabend, den 4. August, abends 8%, Uhr, Melchiorstraße 15: Versammlung Zages Ordnung: Vereinsangelegenheiten und ein Unterstützungsgesuch. Aufnahme neuer 199/1 Der Vorstand. Mitglieder. die polizeilichen Vorschriften sowie die Lokalfrage es nicht zulassen, finden dieselben nachmittags statt. Tagesordnung in allen Versammlungen: Erfahwahl des ersten Bevollmächtigten. 35/ 17* Besondere Bekanntmachungen sowie Ausgabe von Handzetteln erfolgen nicht, forge ein jeder für guten Bersammlungsbesuch. Der Zweigvereinsvorstand. Sektion der Deckenbranche. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Sektionsversammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3, stattfindet. Die Sektionsleitung. Achtung! Achtung! Zentralverband der Glaser stelle Berlin). Heute Freitag, den 3. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15( Saal IV): Versammlung. Tagesordnung: Bericht über den Stand der Aussperrung. NB. Die roten Berechtigungskarten werden nur Sonnabend in der Beit von 4-10 Uhr abends im Gewerkschaftshause( Kegelbahn) ausgegeben. für Deutschlands Spezialgeschäft grösstes Bettfedern Erste Bettfedernfab. m. elekt. Betriebs Gustav Lustig Prinzenstr. 46 fb. BERLIN S. berfenbet geg. Nachnahme garantiert neue und gut entstäubte, gut füllende Bettfedern p. Pfd. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Das Lokal„ Moabiter Bürger- Säle", Inhaber Jakob Kirschtowski, steht der Arbeiterschaft zu den bekannten Be dingungen zur Verfügung. Die Lokalkommission. mittelt, um welche Zeit das Gewitter einsetzte und einen rapiden Sturz der Quecksilbersäule herbeiführte. Innerhalb drei Stunden ging der Thermometer um 13 Grad zurück, und von 5 Uhr ab fiel die Temperatur in mäßiger Weise um weitere 10 Grad und erreichte heute früh um 5 Uhr mit 17 Grad den niedrigsten Punkt. Die abnorme Temperatur wirkte auch recht unheilvoll auf die Bugtiere ein. Fast in allen Straßenzügen fah man Fuhrwerke Waidmannsluft und Umgegend. Am Sonnabend, den 4. August, halten, deren Gespanne, von Hißkoller betroffen, nicht mehr weiter abends 8 Uhr, findet die Mitgliederversammlung im Schweizer- onnten oder zusammengebrochen waren. Die Wagen der Abdeckerei haus" in Waidmannslust statt. blieben in ununterbrochener Tätigkeit, um gefallene Pferde fortzuAuf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Arbeiterfekretärs schaffen, da nicht weniger als 14 dieser Tiere der Hiße erlagen. Genossen Bürger- Schöneberg über: Warum muß der Arbeiter Bolitit betreiben? Pflicht eines jeden Genossen ist es, zu erscheinen. Der Vorstand. tommen. Berliner Nachrichten. Nochmals: Der Vorwärts" in Krankenhäusern. Blitschläge. Freitag, 3. August 1906. quetschungen erlitten. Nachdem der Knabe auf der Unfallstation in der Eichendorffstraße die erste Hülfe erhalten, wurde er nach einem Krankenhause übergeführt. in der Chausseestraße der 39jährige Kaufmann Polinski aus der Von einem Automobil überfahren und erheblich verletzt wurde Köslinerstr. 2. P. erhielt auf der Unfallstation VI in der Lindowerstraße die ersten Notverbände. Brennend durchs Fenster gesprungen ist gestern nachmittag 5 Uhr die 36 jährige Ehefrau des Chauffeurs Bunde in der Ackerstraße 36. Die Frau war in der Küche ihrer im zweiten Stock belegenen Wohnung damit beschäftigt, eine Decke mit Benzin zu reinigen. Sie hatte dann die Benzinflasche auf die noch warme Herdplatte gefeßt. Die Flashe explodierte und die brennende Flüssigkeit ergoh fich üter die Unglückliche. In ihrer Verzweiflung riß sie das Fenster auf und kletterte aus demselben heraus. Hülfeschreiend beobachteten Hausbewohner die lichterloh Brennende und stürmten in die ung hinein, um sie wieder in die Küche hinein. zuziehen. Ehe sie aber die Hände der armen Frau erfaßt hatten, ließ diese los und stürzte vom zweiten Stock auf den Hof hinab. Die Hausbewohner sprangen schnell herbei, erstickten die Flammen an dem Während des Gewitters am Mittwoch hat der Körper und schleppten die Schwerverletzte in eine Kellerwohnung. Blitz in Charlottenburg verschiedentlich eingeschlagen. Den stärksten Zugleich wurde die Feuerwehr alarmiert, da auch die Küche brannte. Schlag erhielt ein zirka 35 Meter hoher Schornstein der Mörtel- Ein Arzt und die Samariter der Wehr legten der Frau Verbände an, werte von Gebrüder Tabbert in der Franklinstr. 15. Der Schorn- worauf sie in bedenklichem Zustande nach dem Lazarustrantenhause stein wurde fast in seiner ganzen Länge förmlich gespalten. Nur geschafft wurde. Sie ist Mutter von drei Kindern. Das Feuer der Umstand, daß eine etwa 2 Zentner schwere Eisenplatte den in der Küche fonnte in furzer Zeit erstickt werden. oberen Kranz bildet, hat wohl mit dazu beigetragen, daß der obere Teil nicht einstürzte. Ein förmlicher Hagel von Steinen wurde Durch die Feuerwehr mußte ein Knabe befreit werden, der Zu unseren Betrachtungen( in Nr. 154) über die Vorwärts"-schiedene Fuhrwerke auf den Höfen hielten, find Menschen glüd- Kleine, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden konnten, über die benachbarten Dächer und Höfe geschleudert. Obgleich ber- gestern morgen in der Gartenstraße schwer verunglückte. Der Scheu, die im Krankenhause Bethanien herrscht, erfahren wir licherweise nicht zu Schaden gekommen. nachträglich, daß jener Artikel ein paar Aerzte von Bethanien nicht werken, Helmholtstr. 5/8, schlug der Blizz in eine Start- unglüdlich zwischen die Räder geklemmt, daß zu seiner Befreiung In den Siemens- geriet in der Gartenstraße unter einen Bierwagen und wurde so wenig berdroffen hat. Der Grund, aus dem die Herren sich so sehr tromleitung. Dabei entwickelte sich ein förmlicher Funken- schließlich die Feuerwehr requiriert werden mußte. Dem be aufgeregt haben, wird vielleicht manchen unserer Leser interessieren; regen. Die anwesenden Arbeiter kamen aber mit dem bloßen dauernswerten Kinde war der linke Mittelfinger abgerissen worden daher wollen wir hier noch einmal auf die Angelegenheit zurüd- Schred davon. Außerdem hat es noch an einigen anderen Stellen und außerdem hatte es schwere Schädelberlegungen und FußKurz vor Erscheinen jenes Artikels hatte in Bethanien in der eingeschlagen, ohne indes besonders großen Schaden anzurichten. Abteilung für äußerlich rante auf Saal 61 ein Patient R. Einspruch dagegen erhoben, daß eine Schwester den dreisten Versuch gemacht hatte, ihm den Vorwärts" unter den Händen wegzunehmen. Der Streitfall wurde dem Stationsarzt Schulz vorgetragen und dann dem Abteilungsleiter Professor Martens zur Entscheidung überwiesen. Dem Professor fette R. auseinander, daß er an den gewerkschaftlichen und politischen Kämpfen der Arbeiterschaft tätigen Anteil nehme und nur durch regelmäßige Leftüre des" Vorwärts" die ständige Information erhalten könne, die er brauche. Darauf wurde ihm vom Professor gefagt, er dürfe weiter den Vorwärts" lesen. Als nun im Vorwärts" der Artikel über Bethanien erschien, bildeten Herr Dr. Schulz und Herr Professor Martens sich ein, die darin gemachten Angaben bezögen sich auf diesen Fall. Unserem Genossen R. wurde zu verstehen gegeben, daß die Veröffentlichung wohl von ihm oder von einem der Seinigen veranlaßt worden sei. Die raschfertigen Herren hatten unsere Ausführungen nicht mit der Sorgfalt gelesen, die ihre Pflicht gewesen wäre. Erst als R. darauf hinwies, es sei ja darin die Rede von einem Patienten, der Bethaniens Staub bereits von den Füßen geschüttelt habe, begriffen sie, daß sie fich blamiert hatten. Zu ihrer Beruhigung wollen wir jetzt aus brüdlich erklären, daß der von uns geschilderte Fall sich überhaupt nicht auf der äußeren Abteilung, sondern auf der inneren zugetragen hat. Genoffe R. sowie ein anderer Genosse K., der auf demselben Saal lag und dort gleichfalls den gefürchteten Vorwärts" las, er zählen uns übrigens, der„ Vorwärts" sei auch auf anderen Sälen der äußeren Abteilung gelesen worden. Sie haben den Eindruck gewonnen, daß es dem Dr. Schulz und auch dem Prof. Martens nicht unerwünscht sein würde, im Vorwärts" öffentlich erklärt zu sehen, bei ihnen werde den Vorwärts"-Refern feinerlei Schwierigfeit bereitet. Wir halten diese Auffassung der beiden Vorwärts" Leser für irrig. Wir vermuten sogar, daß es uns geradezu als Beleidigung der betreffenden Aerzte ausgelegt werden würde, wenn wir über sie mitteilen wollten, eine solche Erklärung im Vorwärts" werde von ihnen gewünscht. Doch das wollen wir uns nicht versagen, darauf hinzuweisen, wie sehr dieser Fall lehrt, daß man tatsächlich auch in Bethanien seinen Vorwärts" Lesen tann. Gewiß würde das jeder Patient in jedem Krankenhause durchsetzen können, wenn er nur dem Personal zeigte, daß er fein feiger Jämmerling ist. Wir haben das ja schon in unserem zweiten Artikel über dieses Thema( in Nr. 159) hervorgehoben, und insofern hat der Erfolg, den Genosse R. in Bethanien erzielte, nichts Ueberraschendes für uns. Wir empfehlen nunmehr allen„ Vorwärts"- Lefern, die in Bethanien liegen, und allen, die etwa mal dort liegen werden, sich an den Besuchstagen regelmäßig ihren Vorwärts" bringen zu lassen und jeden etwa bor= tommenden Entziehungsversuch eines rot scheuen Personals mit aller Entschiedenheit zurüdzuweisen. Eventuell berufe man sich darauf, daß Prof. Martens den Vorwärts" gestattet hat. Die Mitteilungen, die wir oben gemacht haben, beziehen sich zwar nur auf die äußere Abteilung. Aber zweifellos wird es auch in der inneren Abteilung den Patienten gelingen, dem pflegenden Personal wie den Aerzten flar zu machen, daß die Vorwärts"-Lektüre der Kranten sie ganz und gar nichts angeht. Pastor Bodelschwingh will noch mehr für seine Arbeiterkolonien tun, und zwar mit Hülfe der Stadt Berlin, die unter ihren Magistratsmitgliedern recht eifrige Förderer der Bodelschwinghschen Waffersuppen- Sozialreform hat. Es wird berichtet, daß Herr b. Bodelschwingh mit dem Plane umgehe, die Kolonie auf eigenen Grund und Boden zu stellen. Das Gelände, auf dem Hoffnungstal" sich heute befindet, ist von der Stadt bekanntlich nur gepachtet, und zwar auf 18 Jahre. Jetzt will er für die Kolonie am Müchowsee ein der Gemeinde Berlin gehöriges Terrain täuflich erwerben. Bugleich hat Herr v. Bodelschwingh mit der Regierung Unterhandlungen angefnüpft, ihm das benachbarte Waldgelände auf 40 Jahre zu berpachten. Der Wald soll durch seine Kolonisten gelichtet und der Boden ebenfalls für Obstplantagen, wie es in der Stammkolonie geschehen, urbar gemacht werden. Mit dem Bürgermeister Reide foll Herr Bodelschwingh bereits konferiert haben. Es scheint demnach, daß die Stadt noch mehr zu der Bodelschwinghschen Projektmacherei beitragen soll als bisher. Wir zweifeln nicht daran, daß der richtige Mann" im Rathause schon sein Möglichstes tun wird. Die Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer schickt uns eine Zuschrift, in der sie sich gegen den in unserer Sonntagsnummer erhobenen Vorwurf, daß aus Anlaß eines besonderen Falles die Angestellten des Betriebes in der unerhörtesten Weise fchikaniert würden, zu verteidigen sucht. Die Verteidigung ist aber eine recht unglückliche. In unserer Notiz: Ein neuer Müllkrieg? war gesagt, daß die Recherchen und Kontrollen des Personals Eine Liebestragödie hat sich gestern nachmittag in dem be von den Kontrolleuren in solch auffallender Weise veranstaltet fonnten Ausflugsort Bichelsberge bei Spandau abgespielt. Vor wurden, daß das Publikum stehen blieb, um dieses Schauspiel mit dem dortigen Restaurant Kaisergarten" wurde die 26jährige Eheanzusehen. Die Kontrolleure verlangten im Unteroffizierston von frau des Uhrmachers Gisermann aus Köpenick von ihrem Schwager, den Kutschern und Schaffnern, den Kasten des Nutscherbocks zu dem Stiefbruder ihres Mannes, Arthur Kösser, durch einen öffnen und veranstalteten ihre Durchsuchungen. In der Zuschrift Revolverschuß schtver verletzt, worauf dieser die Waffe gegen sich heißt es nun, die Wirtschaftsgenossenschaft habe oft genug die selbst richtete. Er sowohl wie seine Geliebte wurden schwer verKutscher und Schaffner gegenüber Angriffen von Portiers und legt und mußten ins Krankenhaus geschafft werden, doch hoffen die Verwaltern auf deren Ehrenhaftigkeit ausdrüdlich in Schuß ge- Aerzte, beide am Leben zu erhalten. Eine Liebesaffäre soll der nommen, für jeden einzelnen Angestellten aber fönnte doch nie- Tat zugrunde liegen. mand bedingungslos eintreten. Eine Revision der Sitkästen hätte diese doch nicht verlegen fönnen, sondern es hätte erwünscht sein müssen, festgestellt zu sehen, daß die Angestellten nicht zu denen gehören, die sich einer strafbaren Handlung schuldig machen. Mit diesem Einwand wird in keiner Weise das Verfahren gerechtfertigt, wegen eines Einzelfalles die Gesamtheit der Beschäftigten als Spißbuben hinzustellen. Die Art der Kontrolle muß unter allen Umständen verlegen. Wörtlich heißt es weiter in der Zuschrift:" In den von Ihnen angeführten Fällen, die uns vorher nicht bekannt waren, dürfte das Verhalten des Kutschers oder Schaffners mit dazu beigetragen haben, einen Auflauf und Eingreifen eines Schußmannes herbeizuführen. Kontrolleure, Schaffner und Kutscher sind alle Menschen und bei verschiedenen Temperamenten sind Kollisionen nicht zu vermeiden." Obwohl also die Wirtschaftsgenossenschaft die von uns veröffentlichten Fälle der rigorosen Kontrolle gar nicht kennt, ist sie sofort bereit, die Schuld an einem dadurch entstandenen Auflauf ohne langes Besinnen den Kutschern und Schaffnern zuzuschieben, alles aus reinem Wohlwollen" für die Angestellten. Bum Schluß wird noch betont, daß die Wirtschaftsgenossenschaft es ihren Arbeitern nicht verdenke, wenn sie sich ihrem Berufsverbande anschlössen. In vielen Fällen werfe aber der Verband Fragen auf, die für die Direktion Machtfragen seien, wie beispielsweise die Wiedereinstellung eines aus bestimmten Gründen entlassenen Schaffners und da gebe es kein Zurückweichen. Hoffentlich nehmen sich die Arbeiter das Wort von der Machtfrage recht zu Herzen und scharen sich, so weit das noch nicht der Fall ist, einmütig um ihre Organisation, den Handels- und Transportarbeiterverband, dann wird sich ja zeigen, wer zurüdweichen muß. Gläubige unter sich. Die Fortdauer des Boykotts der Liebfrauenkirche hat eine Versammlung Berliner Polen beschlossen. Große Erregung verursachte die Mitteilung, daß der Pfarrer Jeder von der Liebfrauenkirche einer polnischen Abordnung, die bei ihm um Berücksichtigung der polnischen Wünsche am 22. b. M. vor= stellig werden wollte, mit den Worten:" Das Polenkomitee existiert für mich nicht; ich empfange teinen Polen mehr!" die Tür gewiesen habe. Auf die Einladung zu der Versammlung ist dem Einberufer folgende Antwort zugegangen:" Teile auf Ihre gefl. Ginladung ergebenst mit, daß es den Geistlichen bei Liebfrauen nicht möglich ist, zu erscheinen. Am morgigen Nachmittag sind Taufen, Segensandacht und Begräbnis zu halten. Der Hauptgrund aber ist die offene und öffentliche Auflehnung der Bolen der Liebfrauengemeinde gegen ihre geistliche Obrigkeit, die in dem seinerzeit beschlossenen Boykott liegt. So lange nicht die Bolen unserer Gemeinde das hierdurch gegebene öffentliche Aergernis durch einen ebenso öffentlichen Widerruf beseitigt haben, fönnen sie ein anderes Verhalten unsererseits nicht erwarten. Die Antwort der PolenversammJeder, Pfarrer bei Liebfrauen. Iung hierauf war der Beschluß, den Boykott der Liebfrauenkirche so lange fortzusehen, bis die Kirchenbehörde die polnischen Forderungen erfüllt. Beim Baden ertrunken ist in der Oberhavel der 18 Jahre alte Sohn des Schuhmachermeisters Scheffler aus der Schlegelstr. 10. Der junge Mann hatte bei Tegel in der Havel ein Bad genommen und sich unvorsichtigerweise zu weit in die Fluten hinausgewagt. Als er wieder nach dem Ufer zurückschwimmen wollte, sant er unter und ertrant. Seine Leiche konnte bald darauf geborgen werden. 25jährige Köchin Agnes Hewelt aus der Oranienstraße 75. Die Auf entsehliche Weise verunglüdt ist gestern nachmittag die S. war in der Küche des Automaten in der Friedrichstraße 192 großen Topf voll kochender Flüssigkeit von einem Herde nach dem mit dem Zubereiten von Fleischbrühe beschäftigt. Als sie einen anderen tragen wollte, stieß sie so unglücklich damit an, daß der Inhalt sich über sie hinweg ergoß. Die Bedauernswerte wurde wurde furchbar zugerichtet. Am Kopf, im Gesicht und am Obertörper hatte das siedende Fett das Fleisch förmlich heruntergefressen. Sie wurde in das Krankenhaus nach Moabit gebracht, wo an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. In der Sommerfrische Selbstmord verübt hat der Kaufmann Geyser aus der Greifenhagenerstr. 73, der sich zurzeit mit seiner Familie in Prierosbrüd an der Spree aufhielt. Mehrere Kinder des Dorfes, die am Ufer der Spree spielten, bemerkten gestern, wie G. aus einem Boote plötzlich in die Spree sprang und sofort in den Fluten verschwand. Durch die Hülferufe der Kleinen wurden Feldarbeiter auf den Selbstmord des Kaufmanns aufmerksam gemacht, die sofort Rettungsversuche unternahmen. Es gelang ihnen aber erst nach längeren Bemühungen, die Leiche des G. zu landen. Was diesen zu dem Selbstmord veranlaßt hat, ist nicht bekannt. Bolkstümlicher Sonntag auf der Treptow- Sternwarte. Um weiteren Kreisen die Veranstaltungen der Treptow- Sternwarte zugänglich zu machen, sind für den ersten Sonntag im August die Preise auf die Hälfte ermäßigt. Direktor Archenhold spricht um 5 Uhr über das Thema:" Was man von der Astronomie wissen muß". Und um 7 Uhr über:" Altes und Neues vom Mond". Am Montag, den 6. August, abends 9 Uhr, über:" Der Mond im Treptower Riesenfernrohr". Mit dem großen Fernrohr wird am Tage Sonne" und" Venus", abends der Mond" gezeigt. Die kleineren Fernrohre stehen den Besuchern unentgeltlich zur Verfügung. " Jm Sportpark Steglitz findet am nächsten Sonntag das Rennen um den großen Sommerpreis statt. Feuerbericht. Grober Unfug lag einer Feuermeldung zugrunde, die nachts um 3 Uhr die Feuerwehr nach der Gartenstr. 74 rief. der Täter ist unerkannt entkommen. Preßkohlenbrände beschäftigten die Wehr in der Barnimstr. 4/5, Elsasserstr. 58, Stoppenſtr. 45, Steinmeßstr. 6 und an anderen Stellen, Bahnhöfen usw. Stroh, Papier u. a. brannten in der Prinzenstr. 97, Reichenbergerstr. 117 Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Die von der Freien Turnerschaft veranstalteten Kinderspiele finden am Sonntag, den 5. August, zum leptenmal in diesem Jahre statt. Die Spielleiter erwarten eine rege Beteiligung. Abmarsch früh 8 Uhr an der Richard- und Berthelsdorferstraßen- Ecke. Das gemeinschaftliche Konzert des„ Nixdorfer Männerchors" und der Sängerabteilung Leipzig Thonberg Neureudnik findet am - 11. August in der„ Neuen Welt" statt. Um Störungen zu rmeiden, wollen sich die Inhaber von Programmen pünktlich einfinden. Wer noch Quartiere zu bergeben hat, auch gegen Entschädigung, wird dringend aufgefordert, feine Adresse abzugeben an Otto König, Bergstr. 73, Oskar Preil, Rosenstr. 24, Nudolf Bergemann, Göthe straße 7, Wilhelm Müller, Ziethenstr. 52, Wilh. Bartsch, Wißmannstraße 10, und Georg Gohlke, Brig, Bürgerstr. 57c. Zehlendorf. Auf wie leichtfertige Art mitunter Leute mit ihrem Leben spielen und dadurch ihre Mitmenschen in Angst und Echrecken Kinderspiele des Arbeiter Turnvereins Fichte". Letzte Spiele verseßen, zeigt ein Vorfall, der sich gestern früh auf dem Nordring am Sonntag, den 5. August, in den Vormittagsstunden auf zwischen den Stationen Bahnhof Prenzlauerallee und Weißensee den Spielplätzen Treptower Park und Friedrichshain. Abmarsch abspielte und über den uns wie folgt geschrieben wird: Ein anvon der Oberfreiarchenbrücke beztv. vom Landsberger Tor um scheinend dem Arbeiterstande angehöriger, in den mittleren Jahren Der Boykott über das Lokal„ Fürstenhof". Vor einigen Tagen 29 Uhr. Vom Treptower Part nach Beendigung der Spiele Spazier- stehender Mann war bei der Gluthiße, die sich in den gefüllten veröffentlichten wir eine Gerichtsverhandlung, in welcher unter gang mit den Eltern durch den Plänterwald nach dem Sommer- Coupés jetzt doppelt drückend geltend macht, eingenickt und über anderem der Inhaber des gesperrten Fürstenhof" die Höhe des furnplatz des Vereins Treptow"( alte Köpenider Landstraße). Jn sein Endziel Bahnhof Prenzlauerallee hinausgefahren. Verlustes angab, die ihm durch die Sperre seines Lokals erJungfernhaide und Behmstraße fallen die Spiele aus, dafür Zu- Nachdem sich der Zug bereits in Bewegung gesezt hatte, erwachte wächst. Mit dieser Angelegenheit beschäftigte sich auch die fammensein mit den Eltern. Für Jungfernhaide: Kaffeekochen. er plöglich, fragte ganz aufgeregt, wo sich der Zug befände, lebte Sigung der Gastwirte- Innung für den Kreis Teltow. Der 42 Uhr Bahnhof Beusselstraße; für Behmstraße: Ausflug nach Inhaber des Lokals" Fürstenhof" berichtete über den über sein Lotal Bichelswerder zu„ Freund", 21 Uhr Platz Behmstraße( für Kinder verhängten Boykott und erklärte, gegen die Urheber der Verrufs ohne Elternbegleitung) oder 22 Uhr Bahnhof Westend. Eltern der erklärung" auf Schadenersatz zu tlagen. Er beantragte die Untere Kinder, Freunde des Vereine, Turner usw. willkommen. stüßung der Innung. Dem Antrage wurde stattgegeben und eine Unterstüßung von 300 Mart beschlossen. Gine große öffentliche Versammlung der Gaft- und Schankwirte Berlins und Umgegend findet am Montag, den 5. August, statt. Auf der Tagesordnung steht:" Di Antwort auf die Erklärung der Ringbrauereien Berlins und Umgegend". Die größte Hike in diesem Sommer brachte der letzte Mittwoch, an welchem die Tagestemperatur bis auf 38 Grad stieg und somit eine Höhe erreichte, wie sie auf den registrierenden Apparaten der Urania- Säulen nicht einmal voraefehen ist. Der höchste Temperaturstand wurde um 2 Uhr ere orientierte fich selbst, rig gleich darauf die Coupétür auf und sprang, ohne daß es von den Mitfahrenden verhindert werden konnte, aus dem bereits in voller Fahrt befindlichen Zuge heraus. In demselben Augenblick brauste der von der entgegengesetzten Richtung tommende Nordring vorbei. Entseßen malte fich auf den Zügen der wie gelähmt basißenden Passagiere aus, da jeder. Herr Schwedhelm, der Besizer des„ Fürstenhof", wird mit mann unfähig, auch nur ein Wort zu sprechen glauben seiner Klage fein Glück haben, denn erst im Juli dieses Jahres mußte, daß der Unselige von dem Zuge erfaßt und zermalmt hat der VI. Zivilsenat des Reichsgerichts in einem ähnlich liegenden worden sei. Als sich der erste jähe Schreck gelegt hatte und man Falle ausgesprochen, daß Streit und Boykott schon lange als bedie Notleine ziehen wollte, um den Zug zum Stillstand zu bringen, rechtigte Kampfmittel von den Arbeitern angewendet werden und sah man den tollkühnen Wagehals die Böschung am Bahndamm diefelben rechtlich und sittlich erlaubt seien. Nicht die Zufügung hinauftlimmen, wohin er sich geradezu wie durch ein Wunder, eines Schadens ist das Ziel des Boykotts, sondern die Erreichung anscheinend unverlegt, gerettet haben fonnte. Jedenfalls dürfte ihn bestimmter Bedingungen. Mag aber die Sache reſtlich ausgehen, die Lektion, die er durch die ausgestandene Todesangst erlitten, wie sie will, feinesfalls wird der Besizer des" Fürstenhof" erwohl für immer von dergleichen waghalsigen, durch nichts zu recht reichen, daß Arbeiter bei ihm ihr Geld verzehren, solange sein Saat fertigenden Streichen abhalten nicht zu fozialdemokratischen Versammlungen zur Verfügung steht. Pankow. Das Wesen der WertzuwachSstcuer erläuterte Genosse KuSig in der Versammlung des Wahlvereins am 31. Juli er. An der Dis- kussion über den Vortrag beteiligten sich Freiwaldt und Sonntag. Nach dem Schlußworte des Referenten ging Genosse Freiwaldt auf die vom Kreise Nieder-Barnim geplante KonzcssionSsteuer ein, worauf sich Genosse Lcgien dagegen wandte, daß oie größeren Gemeinden versuchen, aus dem Kreisverbande auszuscheiden. Wenn die Ge« Nossen in der Gemeindevertretung dies Bestreben unterstützen, so verhindern sie sozialpolitische Fortschritte, da der Kreis dann eben nur auf die geringen Mittel der kleinen Gemeinden angewiesen sei? außerdem sei unsere Landagitation besonders von Erfolgen praktischer Sozialpolitik auch in den ländlichen Gemeinden abhängig. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, auf die Tagesordnung einer der nächsten Versammlungen ein Referat über den strittigen Punkt zu setzen. Genosse Freiwaldt berichtete alsdann über die Vev Handlungen in der Gemeindevertretung. Bender Anlage der Rieselfelder in Mühlenbeck seien durch nicht sachgemäße Anordnungen des betreffenden Gemeindevertreters, der das Dezernat für diesen Teil der Gemeindeverwaltung hatte, be- deutende Ausgaben entstanden, denn die Anlage funktionierte nicht. Zur Jnbetriebietzung wären vielmehr noch bedeutende Aufwendungen nötig gewesen, und man könne den Verlust der Gemeinde auf zirka öv CHX) M. beziffern. Ueber die ungeheure Ansammlung der Streit- fachen beim Gewerbegericht zu den einzelnen Verhandlungsterminen sei Beschwerde geführt und auch bereits Abhülfe eingetreten.— Die Schloß- straße sei reguliert worden, ohne daß die Kosten etatisiert worden find und die Genieindevertretung darüber beschlossen habe. Nun die Bürgermeisteraffäre. Es verlautete, daß Herr Gottschalk seinen Posten deshalb niedergelegt hätte, weil er eine Bauerlaubnis erteilt hat, bevor die Bauabnahme erfolgt war. Das könne nicht der einzige Grund sein. Der Vorwurf, daß zwei Genossen aus der Gemeindevertretung zu dem ehemaligen Bürgenneister gegangen sind, könne nicht ernst genommen werden. Die damalige AuSiprache erfolgte auf Wunsch eines Angeklagten, eigentlich eines bereits Verurteilten. Sollte es nicht eine Ehre für die hiesigen Sozial- demokraten sein, wenn Herr Gottschalk das Bedürfnis hatte, sich gerade ihren Vertretern gegenüber zu rechtfertigen? Er habe übrigens lediglich erklärt, daß er ein wohlhabender Mann war, als xr nach Pankow gekommen sei, und daß er hier allerdings Gelegenheit ge« funden habe, fein Kapital sehr günstig zu verwerten, an fremdem Gute habe er sich nicht bereichert. Die plötzlichen Maßnahmen des LandratS seien von Ortsangehörigen veranlaßt worden. Der kon« servative Gemeindcvertreter Professor Dr. Boß soll den Gemeinde» Vertreter Wicnicke veranlaßt haben, den Landrat über das Tun und Treiben im Pankower Rathause zu informieren. ferner soll der frühere Besitzer des Rieselgutes Mühlen- eck vom Landrat über die Beziehungen zu Herrn Gottschalk befragt worden sein, jedoch Provisionsgewährung und dergleichen verneint haben. Die innerhalb der Gemeindevertretung gewählte Kommission, die die Bürgermeisteraffäre untersuchen soll, hat es nur mit Gerüchten zu tun, und der Landrat verweigert die Einsichtnahme in die Akten. Von der Untersuchung ist also nicht viel zu erwarten. Herr Gottschalk gedenkt übrigens an Stelle des Herrn Hackradt eine Kandidatur zur Gemeindevertretung anzunehmen und dürfte bei der Wahl Aussichten haben, da er selbst über die Forensenstimmen verfugt. Genosse Kotz polemisierte gegen die Darlegungen dcS Genossen Freiwaldt. Letzterer hätte unaufgefordert über die Vorkommnisse in der Gemeindevertretung berichten und bei der Einladung durch Herrn Gottschalk sich nur von dem Gedanken leiten lassen sollen, daß der bisherige Gegner nach wie vor als Gegner zu gelten habe. An der Diskussion beteiligten sich noch Wolf, Eichler, Tobler, Hoff- mann, Kubig und Freiwaldt. Namentlich wurden noch die Miß« stände bei der Wasserversorgung kritisiert. Freiwaldt erinnerte daran, daß der Gemeindevertreter Conrad eS seinerzeit zu verhindern wußte, daß in der KanalisationS- und Wasserwerkskommission ein Sozialdemokrat einen Sitz erhielt. Anscheinend sind die aussichtslosen Versuche, am Tegeler See Waffer zu beschaffen, von diesem Herrn und Herrn Gottschalk eigenmächtig vorgenommen, denn als eine diesbezügliche Kostenvorlage an die Gemeindevertretung gelangte, war schon Terrain er- worden, Bäume gefällt und Bohrungen ausgeführt. Die Bedenken, daß Berlin gegen das Wasserwerk am Tegeler See Einspruch er- heben könnte, wußte Herr Conrad seinerzeit zu beschwichtigen, und jetzt stehe die Gemeindevertretung vor Aufgaben, die sich nicht in kurzer Zeit nach den Wünschen der Wähler lösen lassen. Freiwaldt erwähnt weiter, daß von den Separationsinteressenten 12 Morgen aus den Meckeritz-Wiesen am Spandauer Schiffahrtskanal zum Bau eines neuen Wasserwerkes für 52 000 M. angeboten sind. Für vor« läufigen Ausgleich des Mehrbedarfs an Wasser sei Vorsorge ge- troffen. Ueber die Verhandlungen der Generalversammlung des Ver- bandeS der Wahlvereine wurde nicht diskutiert. Der Vorsitzende machte die Namen der neu aufgenommenen Mitglieder bekannt und teilte mit, daß das Mitglied Thurack wegen rückständiger Beiträge aus der Mitgliederliste gestrichen worden sei. Ferner wurde bekannt- gegeben, daß das Stiftungsfest des Vereins am 10. November bei Herrn Roczycki und das Winterfest am 16. Februar 1S07 bei Herrn EberSbach stattfindet. Ein Ausschlußantrag wurde dem Vorstande überwiesen und schließlich ein Antrag, in jeder Versammlung das Protokoll der vorigen Versammlung zu verlesen, abgelehnt, nachdem daraus hingewiesen Ivorden war, daß die Versammlungsberichte und namentlich-beschlüsse ausführlich im„Vorwärts" abgedruckt sind und daher von jedem Mitglied selbst gelesen werden können. Nieder- Schönhausen. In der letzten Wahlvereinsversammlung wurde zunächst dag Andenken des verstorbenen Genossen Rühle in der üblichen Weise geehrt, worauf Genosse Miethke über„Kapital und Kirche" einen Vortrag hielt. Genosse Pätzold gab dann die Abrechnung vom Winterfest und berichtete über das Ergebnis der Sammlung zur Gemeindewahl. Es ist ein Defizit von 30 M. vorhanden. Als Revisor wurde Genosse Otto gewählt. Zur Generalversammlung des Kreiswahlvereins wurden die Genossen Nißmann und Otto delegiert. Schließlich wurde noch der Tätigkeit der bürgerlichen Parteien in unserem Dorfparlamente gedacht. Ein Antrag, auf die Tages- ordnung des nächsten Parteitages 1907 die Alkoholfrage zu setzen, tvurde angenommen. Mahlsdorf. In einer gut besuchten HauSväterversammlung hiesiger Schul- Sememde wurde die Errichtung eines Rektorats für die Gemeinde« hule beschlossen. Der Antrag auf Errichtung einer katholischen ReligionSunterrichtsstation wurde, nachdem sich hauptsächlich unsere Genossen dagegen gewandt hatten, abgelehnt. Die Erhöhung des Grundgehalts der Lehrer von 1200 auf 1300 M. und die Erhöhung des WohnungsgeldzuschusseS von 800 auf 450 M. wurde nach lebhafter Debatte abgelehnt. Grundstücksspekulanten. Wohl keiner der Ostbahnvororte weist kn den letzten Jahren eine so rasche Entwickelung auf, wie Mahls- darf. Seine mehrere tausend Morgen umfassende Gemarkung ist, soweit sie für die Bebauung in Frage kommt, nahezu„aufgeteilt" Die Grundstücksspekulanten, durchweg kleine Bauerngutsbesitzer. sind dabei alle reicke Leute geworden. Nicht minder haben sich die beiden ersten Gemcindebeamten, der Gemeindevorsteher Lange und dessen Stellvertreter, erster Schöffe Grunow. auf das Geschäft der Spekulation verstanden. Auch sie haben innerhalb ganz kurzer Zeit Hunderttausende verdient. So erwarben sie vor noch gar nicht langer Zeit vom Rittergut Dahlwitz ein 400 Morgen mit herrlickzem Waldbestand bestandenes große» Terrain. Es dauerte auch nicht lange, so beschloß die Gemeindevertretung, da» Terrain ge�en eine einmalige Entschädigung von 16 400 Mark der Gemeinde einzuver- leiben. Damit nun aber das Terrain den Spekulanten etwas Ordentliches einbringt, tvurde mit der Stadtgemeinde Köpenick ein Vertrag abgeschlossen, wonach Köpenick mit Mahlsdorf durch eine elektrische Straßenbahn verbunden werden soll. Der Vertrag lautet auf 50 Jahre und enthält für Köpenick alle Rechte und sür Mahlsdorf alle Pflichten. Es ist bereits für das Terrain der Be- bauungsplan fertiggestellt. Derselbe wurde einer Kommission der Gemeindevertretung überwiesen, die jedoch über den Plan nicht beraten konnte, weil der Gemeindevorsteher und Hauptinteressent die Planzeichnungen usw. nicht herausgab. Unsere Genossen hatten beantragt, nur dann die Zustimmung zu dem Plan zu geben, wenn die Interessenten für die der Gemeinde kostenlos aufgelassenen 3 Morgen des Terrains zugleich die Pflasterungskosten für die Straßen, die die 8 Morgen ringsherum einschließen, hinterlegen. Der Antrag wurde abgelehnt und dem Bebauungsplan bcdingungs- los zugestimmt. Den Spekulanten wurden durch diese Abstimmung zirka 30 000 Mark geschenkt. Für den Gcmcindectat sicher eine respektable Summe. Am letzten Sonnabend nahmen nun unsere Genossen in einer äußerst zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung zu dieser An- gelegenheit Stellung. Nach einem eingehenden Referat des Ge- nassen Weiß und nach kurzer Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die Versammelten protestieren auf das allerentschiedenste dagegen, daß einige Spekulanten die Gemeinde» Vertretung als Tummelplatz ihrer nacktesten Interessen benutzen. Sie bezeichnen es als unerhört, daß man Leute, die trotz ihrer Stellung als Gemcindebcamte durch die Parzellierung der Ge- markung Hunderttausende verdient haben, aufs neue auf Kosten der Steuerzahler mit zirka 30 000 Mark beschenkt. Die Ver- sammelten verpflichten sich, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß möglichst bald mit Viesen Zuständen in der Gemeindevertretung auf- geräumt wird." Adlershof. Eine auch von Frauen stark besuchte öffentliche Versammlung tagte am letzten Dienstag im Lokale von Wöllstein. Reichstags- abgeordneter Genosse Zubeil referierte über:„Was hat der Reichstag in der verflossenen Session geleistet?" Redner kritisierte in treffender Weise den Bewilligungseifer der bürgerlichen Ver- treter. Der Polizeistunde wegen mußte der Referent seinen Vor- trag frühzeitig abbrechen. Folgende Resolution gelangte noch zur einstimmigen Annahme: „Die heute, am 31. Juli, in Adlershof stattfindende öffentliche Versammlung spricht die Uebcrzcugung aus, daß der Reichstag wohl viel für die besitzende Klasse geleistet, dagegen die arbeitende Klasse nur noch mehr belastet und dem Kapitalismus zur Aus- bcutung überliefert hat. Tiefer Tätigkeit des deutschen Reichstages gegenüber erklären die Versammlten, daß nur die fozialdcmo- kratische ReichStagsfraktion das Vertrauen der arbeitenden Klaffe genießt. Es verpflichten sich die Anwesenden deshalb, mit allen Mitteln und an allen Orten für die Sozialdemokratie einzutreten." Potsdam. Ein neuer Wahlvcrein hat sich in dem Nachbarorte Eiche ge- bildet. Dieser Erfolg unserer politischen Parteiorganisation ist hier um so höher einzuschätzen, als Eiche bisher das Eldorado des Reichs- Verbandes gewesen ist. Möge es dem neuen sozialdemokratischen Verein gelingen, sich ebenso gut zu cntivickeln, wie eS dem benach- barten Wahlverein in Bornstedt-Bornim gelungen ist, der am nächsten Sonntag sein erstes Stiftungsfest feiert. Vermifcbtes. Ueber Erdbeben in Württemberg wird aus Stuttgart vom 2. August telegraphiert: Gestern abend 8 Uhr wurde im ganzen Lande ein leichter Erdstoß von zwei Sekunden Dauer verspürt. Ueber die gestern abend erfolgte Erdcrschütterung sind aus zahlreichen Orten Meldungen eingelaufen, so aus Ludwigs- bürg, Zuffenhausen und dem Remstal. In Pforz- heim und den benachbarten Schwarzwaldortcn wurden zwei kurze Erdstöße verspürt, die mit unterirdischem Geräusch ver- Kunden waren. Ziegel fielen dort von den Dächern und Möbelstücke wurden von der Stelle gerückt. Soweit bekannt, wurde ein nennens» werter Schaden nirgends angerichtet; doch wurden die Bewohner sehr erschreckt und eilten auf die Straßen. Aus den Bergen wird über ein Bergunglück berichtet, von welchem eine Berlinerin und ein Berliner betroffen wurden. Von dem Bräuning-Zinken bei Aussec sind die Berliner Schrift- stcllerin Adele Schreiber und der Student Walter Fried- länder, der Sohn des Professors Max Fricdländcr in Berlin, abgestürzt. Fräulein Schreiber ist schwer verletzt, FricdländcrS Leiche ist geborgen. Die Bräuning-Zinken, 1899 Meter hoch, sind einer der be- rühmtcsten Aussichtspunkte des Salzkammerguts bei Aussee; der nicht als gefährlich geltende Weg dahin führt von der Loserhütte am Äugst- sce vorbei über die Bräumngalpe. Im Gefängnis erhängt. Eine Tragödie, die sich in Braun- schweig abspielte und seinerzeit viel Aufsehen erregte, wird durch eine Nachricht noch einmal in Erinnerung gerufen, die auS Braun- schweig kommt. Wie bekannt, erschoß der Banklehrling Brunke die beiden Geschwister Haars, zwei junge hübsche Mädchen, auf deren ausdrücklichen Wunsch. Brunke wurde später zu acht Jahren Ge- fängms verurteilt. Gestern hat er seinem verfehlten Leben ein Ende gemacht und sich in seiner Zelle erhängt. Unwetter. Fortgesetzt laufen aus allen Teilen der Provinz Schleswig- Holstein Meldungen über Blitz- und Hagelschaden während der gestrigen schweren Gewitter ein. Im Kreise Apenrade wurden zahlreiche Gebäude eingeäschert;'desgleichen in der Um- gcbung von Segeberg, wo auch mehrere Personen vom Blitz erschlagen wurden. In FlenÄurg wurde ein Bauunternehmer und sein Ge- hülfe vom Blitz getroffen und getötet. Bei einem drei Stunden dauernden Gewitter wurden in Kiel vier Kinder verletzt. In den Nachbarorten brannten zahlreiche Häuser nieder. Ein heftiges Unwetter verbunden mit Gewitter ist Mittwoch nachmittag und während der letzten Nacht über den größten Teil Dänemarks niedergegangen. Das Unwetter hat bedeutende Verheerungen angerichtet. Acht Menschen wurden vom Blitz getötet und 80 Bauernhöfe und Häuser durch Blitzschlag eingeäschert. Entgleist. Saar.rücken, 1. August. lAmtliche Meldung.) Heute vor- mittag 6 Uhr entgleiste der von Prinswoiler nach Dillingen fahrende Zug Nr. 742 kurz vor dem Uebergaug der Provinzialstrahe am Hoch- ofencmschluß der Dillinger Hütte mit Maschine, Packioagen und zwei Personenwagen. Acht Reisende und zwei Zugbcamte wurden leicht verletzt. Die Verletzten konnten sämtlich die Reise fortsetzen. Ter Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Di« Ursache der Entgleisung ist noch unbekannt. Ueber einen Schweinepriester wird aus Reichenberg i. B. berichtet. Ein abscheuliches Sittenbild entrollte die gegen den Pfarrer Perantwortl- Redakteur: Karl' Mermuth« Aerliv-RixdorfT� gKx i den Inseratenteil veianUv,: Tb. Glocke, Berlin. Krück u. Verlag: Vorwärts v'ön Christofsgrund P. Josef Schlenz wegen Schändung und Ueber- trctung gegen die öffentliche Sittlichkeit vor dem Kreisgericht zu Reichenbcrg geführte Verhandlung. Der„ehrwürdige" Pfarrer steht im 41. Lebensjahre und war in drei Fällen der vollbrachten Schon- dvng und in mehreren Fällen der Uebertretung gegen die öffentliche Sittlichkeit angeklaat. Die Schän.dungsfälle verübte„Ehrwürden" bis auf einen im Psärrhause zu Christofsgrund, wenn junge Mädchen zu ihm kamen, um sich einen Rosenkranz weihen zu lassen, einen Totenzettel zu holen oder dergleichen. Die Uebertretungsfälle be- ging er in der Schule. Die Details der strafbaren Handlungen sind haarsträubender Natur. So erscheint es geradezu unfaßlich, daß dieser edle Seclenhirte direkt vor der ganzen Schulklasse sich seiner Verfehlungen schuldig machte. Der Pfarrer suchte all die erhobenen Beschuldigungen als ein gegen ihn von seinen Feinden geschmiedetes Komplott darzustellen, da er sich insbesondere wegen Verteilung kleri» kaler Schriften und wegen seiner Streng« in der Schule viele Feind« geschaffen habe. Er könnte, so führte er zu seiner Verteidigung an. noch vieles zu seiner Entlastung vorbringen, daran hindere ihn aber das Beichtgeheimnis. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung des Pfarrers zu fünfzehn Monaten schivercn Kerkers. Die Per» urteilung hat auch den Verlust von Amt und Würde im Gefolge. Aus San Francisco wird über unerhörte Korruption bei der Verteilung der Gelder und Liebesgaben geklagt. Gegen die unter dem„Roten Kreuz" stehenden Vcrivaltungszweige ist eine gericht- liche Untersuchung im Gange. Die Notleidenden suchen vergeblich nach ausreichender Unterstützung, aber ein großes Heer von An- gestellten bezieht hohe Gehälter und macht sich obendrein noch der größten Diebereien schuldig. Ein Beamter vom„Roten Kreuz", ein früherer Sträfling, stahl 3000 gute Wolldecken und verkaufte sie. Dabei müssen alte Männer und Frauen, die von Rheumatismus ge- plagt werden, im Park auf feuchter Erde schlafen. Große Mengen Matratzen, die gesandt wurden, sind verschwunden. In den Feld- lagern sieht es trostlos aus; es fehlt an Seife und Kleidern und anderen notwendigen Dingen. Und doch sind die Vorräte, die in den Schulhäuscrn lagern, noch groß genug, um alle Bedürfnisse zu be- friedigen, wenn die Verwaltung nicht so miserabel und die Korruption unter den Beamten nicht so groß wäre. Es sind noch Tausende, die alles verloren haben, der Unterstützung bedürftig.— Es wird in solchen Fällen überall dieselbe Erfahrung gemacht, daß nämlich die„Wohltätigkeit" selten diejenigen erreicht, die ihrer am dringendsten bedürfen. Eingegangene Orucktckriften. Paul Göhre. Die Heimarbeit im Erzgebirge und ihre Wirkungen. 23 Seiten. Verlag, Landgras u. Co., Chemnitz. „Der Zlrbeitsmarkt- Nr. 21, Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Slrveltsmarktbcrichtc(Herausgeber Professor Dr. Jastrow, Berlin.) „DaS Gewerbe- und Kanfmannsgcricht- Nr. 1t, MonatSschrlst des Verbandes Deutscher Gewerbe- und KausmannSgerichte. Herausgeber: Dr. I. Jastrow(Proscssor, Stadtrat), Charlottenburg-Berltn, Dr. K. Flcsch(Stadtrat), Franlsurt a. M.(Verlag von Georg Reimer in Verlin.) „Soziale Praxis« Nr. 44, Zentralblatt sür Sozialpotilik. Herausgeber: Dr. E. Francke. Erscheint an jedem Donnerstag. Preis vierteljahrlich 2,50 M. Verlag, Dunckcr u. Humblot, Leipzig. „Der Mensch und die Grde", die Entstehung, Gewinnung und Verwertung der Schätze der Erde als Grundlage der Natur. Heraus» geber: Hans Kraemer. 120 Lieferungen a 60 Pf, Deutsches VerlagShauS Boug u. Co., Berlin W. 57. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen vettcht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch l» 68—72 pr. 100 Psd., IIa 62-67. III» 56-60, IVa 50-54, cngli che Bullen. 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100—110, I» 82-88, Ha 72-80, IN» 60-70. Hammelfleisch la 77-82, Ha 87-73. Schweinefleisch 65—71. Rehböcke la per Psd. 0,55—0,70, IIa 0,30—0,54. Rotwild la mit Abschutzaltest per Pfd. 0,50—0,64. Damwild 0,58—0,64. Wildschweine per Psd. 0,34—0,40. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,50. Wildenten la per Stück 1.15, IIa 0,60-0,75. Krickenten per Stück 0,00. Bekassinen 0,00. Huhner, alte, per Stück 1,65—2,75, alte IIa 1,20—1,50, junge, per Stück 0,40—1,05. Tauben, junge, per Stück 0,25—0,43, alte 0,00—0,00. Enten, junge per Stück 1,30—2,00, alte per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per Psund 0,60-0,66. IIa 0,55-0.53, la per Stück 3,00 bis 4,30. IIa 1.50-2,75. PonletS p. Stück 0,00, do. klein 0,40-0,80. Hechte per 100 Psd. 93-111. Zander 0,00. Schleie 119. Bleie 54-66. Aale, groß t16-l22, mittel 110—116, klein 00, unsortiert 00. Plöden 50. Karpscn 00. Börse 00. Karauschen 00, kleine 00. Bunte Fische 54. Amerik. Lachs I neuer p. 100 Pjd. 110-130. do. II neuer 90-100, do. III neuer 50—75. Seelachs 15—20. Flundern, pomm. I, per Schock 9,00. do. pomm. II 2—4. Flundern, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3—5, Stralsunder 4—5. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0.80—1,00, kleln 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Mite 2— ,4 do. 's, Kiste 1,50-2,50. Kabllau, geräuchert, per 100 Psd. 15.00. Sardellen. l902cr, per Anker 86,00, l 904er 85,00, l 905er 80,00. Schottische Vollhertng« 1905 0,00, largo 40-44, fall. 36-38, med. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per'/, To. 60— 120. Hummern, Na, 100 Pfd. 0,00. Krebse, per Schock, große 20,50, mittel 14,00, kleine 3,00—4,00, unsortiert 5,90-13,00. Galizier. mittel 0,00. Eier per Schock 3,00-3,20. Butler pertOOPsd. la 114-116, IIa 110-113, lila 105-108, abfallende 95-100. Saure Gurken, neue, Schock 4,00, Pfeffergurken 4,50. Kartoffel» per 100 Psd. Rosen 1,75-2,00, neue runde 2,25—2.50, neue blaue 2,50—2,73, neue Zerbster 2,25-2,50. Spinat, p. 100 Psd. 10— 15. Karotten p. Schock 2,50-3,00. «cllctte, hiesige, P.Schock 1,25— 2,00. Zwiebeln 100 Psd. 4—4,50, Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi, p. Schock 0,75—1,00. Rettig, bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen. P.Schock-Bd.0, 60— 0.70. salat, p. Schock 1,25—1,70. Bohnen grüne, per 100 Psd. 4— 10. Wachsbohncn 8— 10. Puffbohnen 5— 8. Schoten hiesige, per 100 Psd. 11—16. Pscfserling« per 100 Pfd. 20—28. Mohrrüben per 100 Psd. 4,00—4,50. Blumenkohl per Mandel 1,00—2,20. Wirsingkohl per Mandel 1,00-1,50. Rotkohl p. Mandel 2-2,50. Weißkohl p. Mandel 1.50 bis 2,50, Steinpilze p. 100 Psd. 25—30. Gurken. Zerbster, Schock 0.75-1.00, do. Einlege», Schock 2,00—2,50. do. Rothcnburger 3—4. Kohlrüben, Riandel 1,00—1,25. Johannisbeeren, hiesige, weiße, per 100 Psd. 6—9, do. rote 8,00—11,00. Birnen, italienische per tOO Psd. 14—35, schlesische 5—20, Tiroler 20—27, Wclnbirncn 10—12, böhmische 6—12. Aepsel, ungar. per 100 Psund 12—16, italienische 12—15, hiesige 8—16. Stachelbeeren, per 100 Psd. 8—13. Preißelbeeren 12—16. Kirschen, per 100 Psd. Ratten, Werdersche>5— 25. Werdcrsche GlaS» 00—00. Natten 18—30, do. sauere 15—20. Schlesische 0—00, Knupper» 0,00. Himbeeren, Werdersche per 100 Psd. 22-38. Blaubeeren per 100 Psd. 15-19. Pflaumen, ital. runde dunkle per 100 Psd. 22—30, ital. lange gelbe per 100 Psd. 15—22, ital. runde per 100 Psd. 15—25, ungarische 10—15, hiesige 8—15. Zitronen, Mcssina 300 Stück 13,00-30,00, 360 Stück 10,00—14,00, S» Stück 7,00-12,00, 420 Stück, klein 7,00. rSItkerungSüderNckit vom 2. August 1006, morgens H Ith». Stationen Slvlnemd« e s lfi o» e 5 m~ 763 NW 765 W 764 W 766 W 766 SW 765 W Aettn 2 Dunst 2 bedeckt 2wolkenl 1 wölken! 2 heiter 1 heiter tax » II S? H?c Stationen la c 5 Ä~ C 5 i« Haparanda 1 761 NO Petersburg 761 ANW Scilly Aberdeen Paris 757 SSW 759 SSO 764 Still Franks.a.M München Wien Wettcr-Prognose für Freitag, den 3. August 1006. Borwiegend heller und sehr warm bei schwachen südwestlschen Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Berliner Wetterbureau. Svasscrstaud am 1. August. Elbe bei Aussig+ 0,20 Meter, bei Dresden— 1,20 Meter, bei Magdeburg-s- 1,22 Meier.— N u st r u t bei Straußstwt-s- 1,35 Meter.— Oder bei Franksurt-s- 1,16 Meter, bei Ratibor— ,— Meter, bei Breslau Oberpegel— ,— Meter, bei Breslau Unter» peael— ,— Meter.— Weichsel bei Brahemünde-f- 2,92 Meter.—. Warthe bei Polen-p 0,06 Meter.__ iLuchdruckerei u. Perlagsanjtall Paul Singer& Co.. Berlin SW.