Nr. 179. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Lelegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Catfachen beweifen! Man schreibt uns: Die deutsche Regierungspresse, voran die„ Norddeutsche Die deutsche Regierungspresse, voran die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung", zeigt stets die größte Empörung, wenn im Ausland behauptet wird, der deutsche Kaiser mische sich in die russischen Vorgänge und erteile dem Kaiser Nikolaus reaktionäre Ratschläge. Es wäre viel vernünftiger, wenn die geschäftsmäßigen Entrüstungsschulzes in sich gehen und ihrem Gewissen die Frage vorlegen würden, ob die bewußten Behauptungen wirklich so frivol aus dem Nichts konstruiert sind, wie sie der Welt glauben machen wollen. Sonnabend, den 4. August 1906. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Da auf die Finger und dann wird der Verdacht, daß Nikolaus II. mehrere andere Offiziere festnahmen und in einen Wagenschuppen ein in Berlin einen Rückhalt habe, von selbst verschwinden. Also sperrten. Die Sappeursoldaten schlossen sich den Meuterern an. Die her mit diesem Dementi"! Ist es da, so wird das Ausland Meuterer, unter denen sich mehrere Agitatoren in bürgerlicher und auch die deutsche Sozialdemokratie in Sack und Asche Kleidung befanden, bemächtigen sich eines Festungseisenbahnzugs und begaben sich nach dem Fort Konstantin. Buße tun. So lange es aber ausbleibt, muß es sich die die dort diensttuenden Artilleristen sich weigerten, Norddeutsche Allgemeine Beitung" schon gefallen laffen, daß Meuterern anzuschließen, wurden fie festgenommen, die Offiziere sich den sehr viele Leute ihre Beteuerungen und Schwüre nicht für wurden gefesselt. Einigen gelang es aber die Verschlüsse von den bare Münze nehmen. Geschüßen abzunehmen bis auf einen. Nachdem die Meuterer das Fort eingenommen hatten, hißten sie die rote Flagge und gaben einen Kanonenschuß ab. Alsbald wurde vom Damm aus aus Maschinengewehren und den Festungsgeschützen der Garde. Artillerie gefeuert. Buerst erwiderten die Meuterer ins Wasser, während ein anderer Teil auf einem Dampfer zu ent das Feuer, es entstand unter ihnen aber Verwirrung, ein Teil sprang fommen suchte, der alsbald verfolgt wurde. Um 5 Uhr ergaben fich die Meuterer, unter den Verhafteten befinden sich fünfzehn BivilDie russische Revolution. Aufruhr über Aufruhr. Der Zar erficht Siege. Die Truppen und Matrosen, die ihm treu geblieben sind, haben diesmal noch zugereicht, um die Meuterer von Sveaborg, von Helsingfors, von werfen. Auf der ganzen Linie ist die kaiserliche Flagge fiegKronstadt, des Kreuzers Pamjat Azowa" niederzureich geblieben. Aber Siegesfreude will nicht aufkommen am Hofe. " personen. Ein nicht geringer Teil der Schuld an dem Mißtrauen, das Wilhelm II. von weiten Kreisen des Auslandes entgegengebracht wird, fällt auf die nationalen" Tintenkulis felbst. Sie suchen den Kaiser zu einem irdischen Herrgott zu machen; bei allen großen Aftionen, mögen sie das Deutsche Reich auch nur indirekt berühren, stellen sie den Kaiser als die eigentliche Triebfeder hin. Als z. B. Rußland und Japan Frieden ge- greift wohl im Kreise der Machthaber, daß sie die Quelle Blutig erkauft sind die ruhmlosen Siege und man beschlossen hatten, hieß es zuerst, Präsident Roosevelt gebühre der Revolution nicht verstopfen. Jeder Augenblick fann neue das Hauptverdienst. Schon nach drei Tagen posaunten die Ausbrüche zeitigen. Schon ist aus Warschau eine neue deutschen Byzantiner aus, nicht Roosevelt, sondern Wil- Meuterei gemeldet. Die Arbeiter Petersburgs rüsten zum helm II. habe das Ende des Blutvergießens veranlaßt. Und Generalstreif. Und je mehr die Revolution fortschreitet, um war während des russisch- japanischen Krieges in der gut- so vollendeter wird das Zusammengehen der räumlich gegesinnten Presse von an den Zaren zu lesen? Wenn aber der deutsche Kaiser von trennten Rämpfer werden. Die Meutereien an der Ojtjee Dftfceflotte erweist sich bereits als tragisches Fiasko. In Kronstadt, seinen eigenen Anbetern als ein Allerweltsmann, als ein deus ex machina gepriesen wird, so darf man sich nicht wundern, daß andere Leute den Faden in einer anderen Nummer weiterspinnen und sagen, Wilhelm II. sei auch der Urheber weniger löblicher Dinge. Die Byzantiner haben auf der ganzen Welt die Ueberzeugung erweckt, der jetzige deutsche Kaiser wolle überall spiritus rector sein. Und nun haben sie die Bescherung. Die telephonische Verbindung mit Petersburg ist seit gestern abend unterbrochen. Telegramme aus Kronstadt werden nicht mehr befördert. Petersburg, 2. August.( Laffan- Meldung.) Aus Petersburg ist nach Kronstadt der Befehl ergangen, die Führer der Menterer sofort hinzurichten. meldungen zufolge feinen Wunden erlegen. Kronstadt, 3. August. Konteradmiral Beklemhtscheff ist BlätterAgentur.) Ueber Kronstadt ist der Kriegszustand verhängt worden. Kronstadt, 3. Auguft.( Meldung der Petersburger TelegraphenSieben Meuterer von der Minenkompagnie find wegen Ermordung von Offizieren zum Tode durch Erschießen verurteilt worden. Petersburg, 2. August.( Laffan- Meldung.) Die Meuterei der Versuch dar. Als besonders furchtbares Merkmal wird von allen Mannschaften von revolutionärem Geiste erfüllt, hatten von wo die Meuterei ihren Ausgang nehmen sollte, waren die bürgerlichen Beobachtern hervorgehoben, daß die Erhebungen weder aber rein politisch gewesen sind, daß der Schlachtruf lautete: Menterei ist eingestandenermaßen rein politischer Natur. fraftvolle Führer noch einen festen Plan. Die Land und Freiheit", nicht:„ Besseres Effen!". So läßt sich Meuterer bestehen aus den Mannschaften der Torpedoabteilungen Die der Fortschritt erkennen, den die Bewegung in Armee und und den Genietruppen, die auf der äußersten Landzunge des FestungsFlotte seit Sewastopol und der Meuterei auf dem Potemkin" bezirks im Quartier lagen. Beim Ausbruch des Aufstandes übercaschten sie die Offiziere in deren Quartieren, wobei eine Anzahl der Vorgefeßten getötet und die meisten verwundet wurden, darunter der Kommandant und seine Gemahlin. Alle übrigen bemächtigten sich darauf eines Zuges nach dem Fort Konstantin und feuerten eine Granate gegen Kronstadt. Die Garnison war jedoch auf derartige Ereignisse vorbereitet und sofort ging ein Bataillon Infanterie mit drei Schnellfeuergeschützen gegen das Fort, auf welchem bald die weiße Flagge gehißt wurde. Während der Revolte lehnten Infanterie und Artillerie es ab, sich den Meuterern anzuschließen. gemacht hat. Furchtbare Blutopfer sind aufs neue gebracht worden. und die Nache des Zaren wird ihnen noch Blutströme folgen laſſen. Schon ist der Befehl zur summarischen Justiz gegeben. Bluthunde werden wüten. Abermals geht eine Tragödie auf der russischen Bühne zu Ende. Die Revolution schreitet weiter. Alle Opfer dienen nur ihr. Ueber II. Offiziere wurden von den Aufrührern gefangen gesezt. Außerdem steht fest, daß Wilhelm 11. kein Freund von Wolfsvertretungen ist, die aus allgemeinen, gleichen und direkten Wahlen hervorgehen. Der Reichstag hat es zur Gedirekten Wahlen hervorgehen. Der Reichstag hat es zur Genüge erfahren. Obwohl er die politischen Anschauungen des Boltes feineswegs richtig wiederspiegelt, weil man die Städter durch die seit der Reichsgründung unveränderte Beibehaltung der Wahlkreise schwer benachteiligt hat, und obwohl der Reichstag so zahm ist wie ein Schoßhündchen, erfreut er sich teineswegs der Gunst des Kaisers. Wir erinnern nur an das Telegramm an Bismarck, an die Aeußerung über die Diäten, an den Widerstand, den die Einführung der letteren bei ihm gefunden hat. Selbst der preußische Landtag, der els wirkliche Volfsvertretung gar nicht gelten fann, hat schon feinen Mißmut zu spüren bekommen. Sveaborg schweigen heute die Meldungen. Die Russische Telegraphenagentur hat wahr gesprochen, der Bar ist wieder im Besitz seiner Festung. In Helsingfors Diese Der„ Voff. Ztg." wird von ihrem Korrespondenten vom 2. August aus Kronstadt gemeldet: Der Aufstand war ausgesprochen politischer Natur; auf den Meutererflaggen standen die aus der Reichsduma bekannten Worte „ Land und Freiheit". Die Anzahl der Aufständischen betrug 500 Geniesoldaten und 2600 Matrosen. Insgesamt sind acht höhere Offiziere getötet, elf verwundet, darunter Admiral Bellemhfscheff sehr schwer. Die Anzahl der beiderseitig getöteten und verwundeten Soldaten ist noch nicht festgestellt, jedoch sehr bedeutend. Unter den Verhafteten ist ein unbekannter Zivilist, der angeblich den Aufstand geleitet hat. Zwei andere Zivilisten wurden bei einem Fluchtverfuch auf einem Motorboote erschossen. Die allgemeine Ansicht geht dahin, die einem weit größeren Aufstande in Kronstadt. Man meint, die Rädelsgestrigen und heutigen Geschehnisse seien lediglich das Vorspiel zu führer hätten gestern teine Zeit gehabt, die Artillerie auf ihre Seite zu bringen, was beim nächsten Butsch wahrscheinlich sein wird. Die Einwohner verlassen scharenweise Kronstadt. Der Kreuzer, Bamjat Azowa". hat der Kampf länger gedauert. Von dort wird folgendes Und ist die deutsche Regierungsmethode nicht sehr dazu gemeldet: angetan, die bewußten Gerüchte zu stüßen? Muß diese Helsingfors, 3. August.( Meldung von Ritzaus Bureau.) I Methode nicht einen bösen Schatten in dem vorgeschritteneren der alten Nyelandskaserne entstand gestern nachmittag eine Meuterei, Teil des Auslandes werfen? Man fann sich denken, welch bei der sowohl Salven wie einzelne Schüsse abgegeben wurden. geradezu russische Eindrücke die politischen Prozesse, die un- Die Kugeln fielen zum Teil auf die Straße. Die Verunterbrochen im Deutschen Reich, vor allem in Preußen und wundeten wurden in die Militärlazarette gebracht. Von Svea Sachsen, spielen, z. B. in England machen. Schon der Süd- führer Leutnant Kahanstij soll mit etwa 150 Mann an Bord des borg wurden über 100 Verwundete eingeliefert. Der Aufrührerdeutsche wird immer mehr von Zweifeln geplagt, ob Preußen Dampfers Wyshel" geflüchtet sein, um sich dem Großfürsten Michael ein moderner oder halb barbarischer Staat sei. Was mag zu ergeben. Bei den Straßenkämpfen in Helsingfors wurden 7 Bererst ein Engländer denken, der von dem in Preußen und fonen getötet und 7 verwundet. Sachsen beliebten Einsperren wegen politischer Aeußerungen Helsingfors, 3. Auguft.( Meldung der Petersburger Telegraphenhört oder liest? Und ist es nicht ein unbestreitbares Faktum, Agentur.) Einige hundert junge Leute haben der Polizei ihre daß im Deutschen Reich die Feinde des Reichstagswahlrechtes, Dienste zur Herstellung der Ordnung angeboten. Unter Führung Der„ Potemkin" hat einen Nachfolger erhalten. Ein zweites Schiff ja jogar die Befürworter des Staatsstreiches von der offiziösen der Polizei bemüht sich diese Bürgerwehr, die die Weiße Garde" der ruffischen Flotte ist geraume Zeit in der Macht aufständischer den Ausstand zu verhindern. Ungeachtet der Truppen gewesen. Aber schneller als seinerzeit beim Potemkin" hat Presse, die über die Sozialdemokratie so gern herfällt, nie- genannt wird, den Ausstand zu verhindern. mals zurückgewiesen werden? Gelbst ganze Verschwörungen Forderung der Roten Garde, den Straßenbahnverkehr einzu- die Fahrt geendet. Folgende Meldungen geben die kurze Geschichte stellen, dauert dieser unter Bewachung der Weißen Garde fort. dieser Menterei gegen dieses Recht regt die Regierung nicht auf. Ein ein Leytere wurde von der Roten Garde aus dem Hinterhalt beschossen ziges Mal war in den höchsten Regionen des Reiches ein und erwiderte das Feuer. Beim Eingreifen von Militär wich die Note energisches Eintreten für ein freiheitliches Wahlrecht zu be- Garde zurück. Ein zweiter Zusammenstoß erfolgte in der Nähe des obachten. Diese Rede wurde aber nicht in Preußen, Bahnhofes. Gegenwärtig ist die Ruhe in den Straßen wieder hersondern in der bayerischen Reichsratskammer vom bayerischen gestellt, doch ist die Lage ernst. Die von der Roten Garde genährte Prinzen Ludwig gehalten. Erregung unter den Arbeitern hält an. Sveaborg ist in den Händen des Kommandanten. Auf den Forts herrscht wieder Ordnung. Die Zahl der Opfer wird auf 100 angegeben. Auf der Reede liegen die Kriegsschiffe Befarewitsch"." Bogathr"." Silawa" und ein Minenfreuzer. Man täusche sich doch nicht darüber, daß das AusIand für die rückständigen deutschen Zustände in letter Justanz Wilhelm II. verantwortlich macht und daraus seine Konsequenzen in bezug auf Rußland zieht. Nicht intrigante Ausländer sind daran schuld, daß der deutsche Kaiser als Nikolaus' böser Geist hingestellt wird, sondern die deutschen Byzantiner, die deutschen Schweifwedler und die deutsche reaktionäre Regiererei sind die Urfache. Es geht jetzt nur die Frucht des jahrelang ausgestreuten Samens auf. Petersburg, 3. August.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Der Anführer der Roten Garde in Helsingfors Cock ist verhaftet worden. Wild ist der Aufstand in Kronstadt -GO " Agentur aus Reval gemeldet wird, bestätigt sich das Gerücht von Petersburg, 2. August. Wie der Petersburger Telegraphen der Meuterei der Besatzung des Kreuzers" Pamjat Azowa". Der Kommandant und vier Offiziere des Schiffes sind von den Meuterern getötet worden. Petersburg, 3. August. Das menternde Kriegsschiff„ Pamjat Azowa" hat sich in die Ostsee geflüchtet und wird von drei Panzerr und mehreren Torpedos verfolgt. Reval, 3. Auguft.( Meldung der Petersburger TelegraphenAgentur.) Der treugebliebene Teil der Befagung des Kreuzers Bamjat Azowa", der auf der Reede von Reval angekommen ist, hat über die Meuterer die Oberhand gewonnen und um Hilfeleistung durch Infanterie gebeten. Die Mannschaft lieferte die an der Meuterei Beteiligten etwa 150 Mann den Be hörden aus. Die Meuterer wurden gelandet und verhaftet; die ganze Besatzung wurde entwaffnet. Mit dem Kreuzer trafen auch drei Offiziere, die von den Meuterern gefangen genommen waren, ein. Ein Agitator wurde verhaftet. aufgeflammt. Die Nachrichten find allerdings dürftig die Wenn die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sich ein- selbst aus diesen gefärbten Berichten ergiebt sich, daß ein heftiger Petersburger Telegraphen- Agentur ist fast die einzige Quelle. Aber bildet, sie könne die Welt mit Schimpffanonaden überzeugen, Stampf getobt hat. Die Nachrichten lauten: Indessen werden schon aus anderen Teilen des Reiches neue so ist sie sehr naiv. An solche Dementis kann man glauben Militäraufstände gemeldet. Dem Tag" wurde telegraphiert: und nicht glauben. Auch haben offiziöse Dementis einen zwischen den Meuterern und den treugebliebenen Truppen fort. Die großen Artillerielager Remberton bei Warschau herrscht schon ben Petersburg, 3. August. In Kronstadt dauern die Kämpfe Warschau, 3. August, 12 Uhr 40 Minuten mittags. In bem üblen Geruch, da mit ihnen schon verschiedene Male die aus Kronstadt einlaufenden Nachrichten find äußerst knapp und sehr zweiten Tag offene Meuterei. Die Artilleristen jagten ihre Offiziere Wahrheit dementiert wurde. Will man die Gerüchte, pessimistisch gehalten. Die telegraphischen Verbindungen sind vielfach weg und empfingen die gegen sie aufgebotenen Kofaten mit daß Wilhelm II. den Haren zu reaktionären Maßnahmen ver- unterbrochen. In Helsingfors und Petersburg ist der allgemeine startätschenschüssen. Ueber die Einzelheiten wird noch leite, gründlich widerlegen, so können nur Taten helfen. Ausstand verfügt worden. Man glaubt jedoch, daß die trengebliebenen strengstes Geheimnis bewahrt. Würden die preußische Regierung und die Reichsleitung die Truppen die Oberhand behalten werden. Laffan meldete am 2. Auguft aus Petersburg: reaktionären Pfade, auf denen sie wandeln, berlassen, so wäre Petersburg, 2. August. Der Petersburger Telegraphen- Agentur Aus Sewastopol sind heute keine Telegramme mehr eingetroffen; dies der beste Beweis dafür, daß der Kaiser nicht daran wird aus Kronstadt über die dort vorgekommenen Unruhen man glaubt deshalb, daß auch dort Revolution ausgebrochen ist. denkt, den russischen Absolutismus zu stüben. Man gebe folgendes berichtet: Gestern abend reboltierten die Soldaten dem preußischen Bolt ein freiheitliches Wahlrecht, das auch Kompagnie Oberstleutnant Allegandrow, seinen Gehülfen Kapitän der Festungsminenkompagnie, fie töteten den Kommandeur der Die Regierung verstärkt ihre Rüstungen. den Besiglosen zu Worte fonimen läßt, man stelle die politische Brotschinsky und dessen Mutter fowie eine Schwester des Kom- und öffentlichen Gebäude, darunter der Post, der Telegraphen- und Petersburg, 3, August. Die militärische Bewachung der Straßen Inquifition ein, die im Reich wütet, man flopfe den Scharf- mandeurs. Die Meuterer marschierten dann nach der Batterie Telephonämter, ist erheblich verstärkt worden. Seit gestern abend machern, die das Reichstagswahlrecht tonfiszieren wollen, Luette, wo sie den Kommandeur ber Festungssappeurkompagnie und wird die Newa nachts von einem auf der baltischen Werft liegender Kreuzer aus durch Scheinwerfer beleuchtet. Die hier ankernden Kriegsschiffe und Jachten erhielten Befehl, sich in voller Kampf bereitschaft zu halten. Petersburg, 3. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die Stationen der Finnländischen Bahn von Petersburg bis Wiborg sowie das ganze Meeresufer sind mit Truppen besetzworden. Die Rüstungen der Revolution. Petersburg, 3. August. In einer außerordentlichen Sitzung der revolutionären Verbände wurde der Generalansstand beschlossen. Das Datum und die Stunde des Inkrafttretens werden noch bekannt gegeben. Gleichzeitig hat der Vcr- band den Eisenbahnern und industriellen Arbeitern Weisung zugehen lassen, sich für alle Eventualitäten bereit zu halten. Stolypin in Nöten- Petersburg, 3. August. Die Lage des Kabinettschefs Stolypin ist eine sehr kritische. Die von ihm mit verschiedenen Persönlich» leiten eingeleiteten Unterhandlungen wegen Eintritts in das Kabinett sind vorläufig unterbrochen. Stolypin soll seinen Mißmut darüber ausgedrückt haben, daß die von ihm zum Eintritt ins Kabinett aufgeforderten Persönlichkeiten allerlei Gründe angeben, welche sie an ihrer Beteiligung an der Kabinettsbildung verhindern. Der Kabinettschef soll ferner geäußert haben, wenn es nicht anders gehe, werde er das Kabinett mit Bureaukraten vervollständigen. Petersburg, 3. August. Die Verhandlungen über den Eintritt von Nichtbureaukraten in das Kabinett sind ins Stocken geraten. Graf v. Heyden ist auf seinen Landsitz abgereist. Auch Senator Moni hat den ihm angebotenen Ministerposten abgelehnt. Das„schwarze Hundert" an der Arbeit. Petersburg, 3. August. Mit großem Nachdruck geht das Ge- rücht, wonach die Gesellschaft der„Schwarzen Hundert" beschlossen hat, die den fortschrittlichen Parteien der Duma angehörenden Dumamitglieder zu ermorden. Sonstiac Meldungen. Petersburg, 3. August. Die mit der Agitation unter der Armee betrauten Mitglieder des sozialistischen Komitees wurden gestern gleichzeitig mit mehreren Agitatoren in den Provinzstädten ver» haftet. Petersburg» 3. August. Der Minister des Innern erließ eine Verordnung, wonach alle Druckereibesitzcr sich schriftlich verpflichten müssen, kein Exemplar des Wyborger Aufrufes zu drucken, da sonst die Druckereien unnachsichtlich geschlossen würden. politische(lebersickt. Berlin, den 3. August. Regierungsbeamte als Wahlmacher in Hagen-Schwelm. Aus katholischen Kreisen im Wahlkreise Hagen- Schwelm ist dem„Boch. Volksblatt" ein Brief zugegangen, der nachweist, wie sehr sich die leitenden Kreise des Zentrums bereits in die Rolle einer Regierungspartei hinein- gelebt haben- Die interessante Zuschrift lautet: »Geehrter Herr Redakteurl �zm Interesse des Volkes dürfte es liegen, wenn folgende Tat- fachen allgemein bekannt gemacht werden. Nachdem die Parole des Zentrums, die auf Wahlenthaltung lautete (anders hat die übergroße Mehrheit der Parteivertrauensleute die Stichwahlparole vom 23. Juli nicht aufgefaßt), bekannt wurde, begann in der auswärtigen Zentrumspresse die Wühlarbeit gegen die Wahlenthaltung. Es wurde so gedreht, als ob die Partei- Vertreter sich verpflichtet hätten, für Euno einzutreten. In der Vertrauensmännerlonferenz lagen allerdings Anträge vor, die ein aktives Eintreten für Cuno verlangten. Dem sind auch g e i st- liche Herren entgegengetreten mit der Motivierung, was denn die katholischen Wähler von ihren Seelsorgern denken sollten, wenn zuerst in entschiedenster Weise gegen Cuno agitiert würde, weil er die katholische Kirche beschimpfte, und nachher solle man diesen Kulturlämpfer wählen. Die Vertrauensleute aus Arbeiterkreisen sprachen sich gegen aktives Unterstützen Cunos aus, einige vornehmere Katholiken, Fabrikanten und Kausleute, beantragten, für Cuno einzutreten. Bekanntlich lautete die Stich- Wahlparole Wahlenthaltung, so wie die„Westdeutsche VollSztg." erklärte. Um so größer war deshalb unser Erstaunen und unsere Entrüstung, als wir plötzlich, einen Tag vor der Stichwahl, ein von bekannten Katholiken(Kausleuten, Lehrern und Fabrikanten) unterzeichnetes Flugblatt erhielten, worin entgegen unserer Wahl- Parole„alle Katholiken" aufgefordert wurden, Cuno zu wählen. Damit das besser„ziehen" sollte, hatten die eigenmächtigen Flug- blattherausgeber einen gegen den hochwürdigcn Herrn Erzbischof Dr. Fischer gerichteten Artikel aus der„Freien Presse" benutzt. Dieser Artikel war uns schon vor dem 23. Juli bekannt, er hatte die Vertrauensleute aber nicht veranlaßt, eine Stichwahlparole für Cuno zu beschließen. Die Herausgabe dieses Flugblattes war daher ein grober Verstoh gegen die Parteidisziplin. Ebenso hat Herr Pfarrer Mertensmeier(Schwelm) direkt gegen die Parteidisziplin verstoßen durch seinen Artikel in der Cunoschen„Hagener Zeitung" gegen die„Westd. Volksztg."... Herr Pfarrer Mertensmeier kannte die Stimmung der Parteivertreter. Er hat am 23. Juli erfahren, wie wir denken. In der Vertrauensmännerkonferenz teilte Herr Pfarrer Mertensmeier mit, bei ihm sei der Re- gierungspräsident v. Cocls aus Arnsberg mit dem Landrat ge- Wesen zu dem Zwecke, ihn für die Unterstützung Cunos zu ge- Winnen. Die Vertrauens» männerkonfercnz weigerte sich aber, Herrn Pfarrer Mertensmeier zu folgen. Auch Herr Abg. Herold(der bekannte rücksichtslose Agrarier des Zentrums) war von Münster gekommen, um eine aktive Wahlparole für Cuno zu erreichen! auch er betonte, die Regierung erwarte von der Zentrumspartei, daß sie keine „Rache für Iserlohn" nehme. Die Vertrauensmänner- konferenz ließ sich aber nicht brcitschlagcn, vor allen Dingen waren einige anwesende Arbeitervertreter entschieden gegen Cuno. Mit dem Besuch bei Herrn Pfarrer Mertensmeier hatten sich die Re- gierungsvertreter nicht begnügt. Der Landrat von Hagen ist auch beim Herrn Dechanten Hipperich in Hrrdecke gewesen, auch den Herr» Pfarrer Lilotte in Hagen und den Herrn Pfarrer in Boele-Hagen hat der Landrat aufgesucht. um mit ihnen„über die Wahl zu reden." Der Herr Pfarrer Lilotte erklärte dem Landrat, er solle sich nur nicht bemühen. Die an« deren Geistlichen zeigten sich dem Regierungsvcrtreter zu- g ä n g l i ch e r. Die Vertrauensmännerkonferenz lehnte aber eine direkte Stichwahlparole für Cuno ab. Daran hatten sich alle Zentrumsanhänger zu halten, auch wenn sie vorher den Re- gicrungsbeamten versprochen haben sollten, für Cuno zu wirken. Deshalb bezeichnen wir die Herausgabe des cunofrcundlichen Flugblattes seitens der katholischen Fabrikanten und Kaufleute als einen groben Bruch der Partei- d i S z i p l i n, wir nennen eS einen Parteiverrat» wenn sich einige Herren herausnehmen, gegen die Parteiparole zu handeln, um die katholischen Wähler irrezuführen." Hoffentlich begreifen die katholischen Arbeiter» k r e i s e, aus denen offenbar diese Zuschrift stammt, daß das Zentrum seinen konfessionellen Charakter nur dazu benutzt, um mit der besitzenden Klasse der anderen bürger- lichen Parteien zusammen Verrat an der Arbeiterklasse zu üben. Die katholischen Arbeiter waren für Wahlenthal- tung— aus konfessionellen und auch aus s.o z i a l e n Gründen wollten sie einem freisinnigen Vertreter des Kapitals, der ihnen obendrein von den christlichen Agitatoren noch als„Pfaffenfressep" vorgestellt SMen tvar, Mt jhr? Stimme geben. Als es sich aber darum handelte, der liberalen Kapitalistenpartei zum Siege über den proletarischen Kan- dldaten zu verhelfen, gaben die Zentrumskapita- l i st e n schleunigst die Parole aus, gegen den sozialdemo- kratischen Arbeiterkandidaten zu stimmen. Und es bedurfte nur der Wahlmache einiger hochmögender Regierungsver- treter, um auch die Mehrzahl der Zentrums g e i st l i ch e n zum Eintreten für den eben noch von ihnen der„Pfaffen- 'resserei" beschuldigten freisinnigen Repräsentanten des Kapitals zu veranlassen. Aus solchen Vorgängen sollten doch die Zentrumsarbeiter endlich lernen, sich auch ihrerseits durch die religiösen Differenzen nicht abhalten zu lassen, mit einer Partei zusammenzugehen, die rücksichtslos und unverfälscht die geme infamen proletarischen Interessen ver- tritt! Ist für Zentrums k a p i t a li st en und selbst Zen- trums geistliche die religiöse Differenz kein Grund zu einem Zusammengehen im Interesse des G e l d s a ck e s, so sollten sich doch auch die Proletarier durch konfessionelle Hetze nicht am gemeinsamen Verfolgen ihrer proletarischen Klassen interessen hindern lassen! Herr Cuno hat sich denn auch gebührenderweise bei der katholischen G e i st l i ch k e i t für die ihm zuteil gewordene Wahlunterstützung bedankt. Hoffentlich bedankt er sich nun auch noch bei dem Regierungspräsidenten und dem Landrat für ihre eifrigen Schlepperdienste! Zurück, du rettest den Freund nicht mehr! Wir erhalten folgende Zuschrift: Berlin V/. 0, 2. August 1906, Potsdamerstr. 127/128. Aus Anlaß der Verhaftung des Majors Fischer sind ehr- verletzende Gerüchte gegen die Firma v. Tippelskirch u. Co. in Umlauf gesetzt worden, die auch ihren Eingang in die Presse gefunden haben. Diese Gerüchte gipfeln in folgenden beiden Bc- hauptungen: 1. Die Firma Tippelskirch habe dem Vorstande des Bc- klcidungsamtes bei der Kolonialvertvaltung, Major Fischer, jähre- lang Darlehen geliehen und ihn dadurch in eine finanzielle Ab- hängigkeit von sich gebracht; die derzeitige unbeglichene Höhe dieser Darlehen betrage etwa 100 006 Mark. 2. Jnfohze dieser finanziellen Abhängigkeit habe Major Fischer der Firma b. Tippelskirch das Lieferungsmonopol für die Tropenausrüstung der Schutztruppen zugewendet und die dies- bezüglichen LieferungSverträge und das Lieferung?- und Abnehme- Wesen so gestaltet, daß der Firma daraus ungebührlich hohe Ge- Winne und dem Reiche schwere Schädigungen erwuchsen. Beide Behauptungen sind unwahr, wahr ist vielmehr: Zu 1. Die Firma v. Tippelskirch hat dem Major Fischer niemals ein Darlehen gegeben, auch niemals Geldzuwendungen in irgend einer Form gemacht. Vor etwa sieben Jahren war der damalige Hauptmann Fischer unverschuldet in eine schwierige wirtschaftliche Lage ge- raten, weil seine kranke, später entmündigte Frau, hinter seinem Rücken Schulden in hohen Beträgen kontrahiert hatte. Der unter- zeichnete Mitinhaber der Firma v. Tippelskirch, der mit Fischer als Afrikaner seit Jahren befreundet war, trat damals mit Freunden deS Fischer zusammen, um zu erwägen, was zu ge- schehen habe, um eine Katastrophe abzuwenden. Das Ergebnis der Beratung war, daß ein alter angesehener Afrikaner, der mit Fischer in der Wißmann-Truppe gestanden hatte, 3000 M. und der Unterzeichnete 2000 M. zur Verfügung stellte, dabei aber vorgab, das Geld habe ein anderer hergegeben. Fischer nahm das Geld erst dann an, nachdem ihm die letztere Behauptung glaub- Haft gemacht worden war, löste die Verbindlichkeiten ab und leitete das Entmündigungsverfahren gegen seine Frau ein. DaS Hülfswerk war ein Akt rem menschlicher Teilnahme mit einem Freunde, der trotz seiner anspruchslosen und einfachen Lebensweise durch traurige Familienverhältnisse unverschuldet in eine prekäre Lage geraten war. Jeder Hintergedanke, irgend eine unlautere Absicht war dabei ausgeschlossen. Dieselben Motive waren auch maßgebend für ein zweites Darlehen von 2000 M., das einige Jahre später gegeben wurde. Zu 2. Die Lieferungsverträge zu TropenauSrüstungen für die Schutztruppe sind mit der Leitung der Kolonialverwaltung geschlossen worden. Die Lieferungsbedingungen und Prcisfest- setzungen waren jedesmal das Ergebnis sehr genauer Prüfungen und Kalkulationen, wobei unparteiische Korporationen mitgewirkt haben. Der Vorwurf, als habe die Firma bei diesem LieferungS- geschäft durch Ueberteuerung oder unreelle Lieferung die Reichs- lasse geschädigt, muß als gänzlich unzutreffend zurückgewiesen werden. Hochachtungsvoll v. Tippelskirch. Wenn die Dinge wirklich so lägen, wie Herr v. Tippelskirch sie darstellt, so wäre die Verhaftung und Jnhaftbe Haltung deS bereits seit 14 Tagen in Untersuchungsgewahrsam gehaltenen Major» Fischer ganz unerklärlich. Denn cS wäre doch wahrhaftig das erstemal, daß man in einer Kolonialaffäre einen Beschuldigten so rigoros behandelte. Die Sache muß also doch wohl ihren bedenklichen Haken haben. Die Gerichtsverhandlung wird ja hoffentlich die volle Aufklärung bringen. So lange wird sich auch di« Firma Tippelslirch schon ge- dulden müssen! Im übrigen bemerkt die»B. Z. am M i t t a g" zu der auch ihr zugegangenen Erklärung deS Herrn v. Tippelslirch: „Wesentlich anders als die Darstellung des Herrn v. Tippelslirch lauten die Mitteilungen, die wir von kom- Petenten und gut informierten Stellen über die Be- Ziehungen, die zwischen Major Fischer und der F i r m a v. Tippeli- kirch bezw. ihren Teilhabern— nicht Herrn v. Tippelskirch persönlich— bestanden haben, erhalten: Vor allem fällt an jenen Stellen auf, daß Herr d. Tippelskirch sich zu feiner Erklärung so unendlich viel Zeit gelassen hat. Bei ihrer Vernehmung haben Herr v. Tippelskirch und die Teilhaber seiner Firma anfangs glattweg bestritten, daß dem Major Fischer von ihnen überhaupt Darlehen gewährt worden sind. Er st nach und nach, als ihnen die einzelnen„Fälle" vorgehalten wurden, gaben sie diese zu, und was Herr v. Tippeis- kirch in seinem Schreiben an die Redaktion zugibt, ist schon wesentlich mehr, als er bei seinem Verhör anfänglich zugegeben hat. Wenn er in seinem Rechtfertigungsschreiben sagt, daß ein alter angesehener Afrikaner, der mit Fischer in der Wißmann-Truppe gestanden hatte, 3000 Mark und er selbst 2000 Mark zur Verfügung stellte, dabei aber vorgab,„das Geld habe ein anderer hergegeben," so vergißt Herr v. Tippelskirch eS zu erwähnen, daß dieser angesehene Afrikaner ein Teilhaber der Firma Tippelskirch und zwar jener LegationSrat Dr. B u m i l l e r war, der früher Adjutant des MajorS v. Wißmann in Oftafrika gewesen ist. Auch die vielen anderen Herren, die zugegebener» maßen dem Major Fischer mit mehr oder minder größeren Beträgen unter die Arme gegriffen haben, waren ja Freunde des MajorS Fischer; aber sie waren durch einen unglücklichen Zufall ausnahmslos, wie z. B. Herr Reichelt, Teilhaber der Firmq Tippclskirch. Alle diese Herren haben zugegeben, dem Major Fischer Geld gegeben zu haben, wenn sie sich auch anscheinend infolge von Gedächtnisschwäche nicht mehr erinnern, wie viel sie Herrn Fischer geborgt haben, unb ob er ihnen die Darlehen zurückgezahlt hat, Noch eine auffallende Tatsache sei erwähnt. Die größte Darlehenssumme, die Major Fischer jemals von seinen Freunden erhalten hat, fällt in das Jahr 1899, gerade in jenes Jahr, in welchem dir Bertröge mit der Firma Tippelskirch erneuert »wfetn pji." Dcutfchcö Reich« Eine Amnestie. Eine Amnestie aus Anlaß der Geburt eines Thronerben ist mm doch noch erlassen worden. Allerdings nicht in Preußen, sondern in— Sachsen-Koburg-Gotha. Aus Gotha wird vom 3. August gemeldet: Gotha, 3. August. Der Herzog hat aus Anlaß der Geburt deS Erbprinzen eine Amnestie erlassen, durch welche alle Strafen wegen Majestätsverbrechen, Vergehen wider die S taats- gewalt, Bergehen gegen die öffentliche Ordnung, Vergehen nnch Paragraph 196 bis 197 des Straf« gesetzbuches, Vergehen gegen das Reichsgesetz über die Presse, sowie alle polizeilichen Strafen bis zur Höhe von 20 M. erlassen werden. Diese Amnestie zeichnet fich vor mancher anderen der neueren Zeit dadurch vorteilhaft aus, daß sie die politischen Vergehen ohne Rücksicht auf die Höhe der Strafen umfaßt. Dagegen scheint, wenn das Telegramm vollständig ist, eine Bestinunung, wonach Strafen für Vergehen aller Art bis zu einer bestimmten Höhe erlassen werden, zu fehlen.—_ Die neue Flottenvorlage. Die„Germania" hält trotz aller offiziösen und halb- offiziösen Dementis an ihrer Behauptung fest, daß an einflußreicher Stelle eine neue Flottenvorlage geplant sei. Das führende Zen» trumsorgan schreibt: „Die Offiziösen sind in beispielloser Verlegenheit: sie wissen uoerhaupt nicht, was sie sagen sollen. Darum läßt man durch das offiziöse Sprachrohr vom Rhein verkündigen: Im Reichsmarineamt wird, wie wir erfahren, keineswegs an einer Flottenvorlage gearbeitet. Tie von dem Staatssekretär v. Tirpitz vertretene und von der Mehrheit des deutschen Reichs- tages gestützte Flottenbaupolitik, die von manchen Kreisen in letzter Zeit häufig angefeindet wurde, genießt durchaus die Billigung des Kaisers. Mit Recht bemerkt die„Deutsche Tageszeitung": Die»Germania" hatte nicht gesagt, daß eine neue Vorlage ausgearbeitet werde, sondern nur. daß man„vor Ueberraschungcn nicht sicher" sei. Wenn derartige Befürchtungen immer wieder auftauchen, so tragen nicht„sensationslüsterne Reporter" die Schuld daran, sondern jene sehr lauten und sehr einflußreichen Heißsporne, die immer wieder dem Reichsmarineamt vorwerfen, daß es zu wenig gefordert habe.— Ganz richtig! Das halbamtliche Dementi setzt auch mit wunderbarer Geschicklichkeit den Fleck neben das Loch. Wo in aller Welt haben wir denn behauptet, daß im Reichsmarine- amt an einer neuen Flottenvorlage gearbeitet werde? Gerade das Gegenteil stand ungefähr in unserem Artikel; wir sprachen doch eigens von Plänen an anderer Stelle, wir sprachen weiter davon, daß das Reichsmarineamt ebenso überrascht fem könnte wie andere Leute, und meinten nur, eS werde die ganz be- stimmte Erklärung vor drei Wochen nicht wiederholen.— Das ist auch nicht geschehen, es heißt nur. daß an einer solchen Vorlage nicht gearbeitet werde. Wenn die Wünsche„sehr einflußreicher Heißsporne" erfüllt werden, ist nachher nicht viele„Arbeit" notwendig, das ist nur eine Flickarbeit, indem der Ersatz älterer Schiffe rascher gefordert wird. Bei den Flottenvorlagen ist es in der Regel so, daß jene Vorlagen, die am wenigsten Arbeit erfordern, am meisten Geld kosten.... Wir bitten um eins: Man merke sich genau da? Datum(Ende Juli 1906) der halbamtlichen Ableugnung; wir werden dann später auf dieses Datum zurückkommen." DaS klingt so bestimmt, daß die„Germania" ganz genau wissen muß, daß etwas im Werke ist. Aber wenn die„Germania" so gut in die Machenschaften an gewisser Stelle eingeweiht ist: warum zieht sie den Schleier nicht völlig zurück? Das wäre doch das wirk- samste Mittel, solchen Anschlägen auf die Taschen des Volkes zu begegnen! Oder ist es dem Zentrum nur um journalistische Pikanterien, nicht aber um rechtzeitige Zerstörung der Flottenpläne zu tun?I_ Tippelskirchiana. Unter dieser Uebcrschrift veröffentlicht die Z e i t s ch r i f t „Häute und Leder" einen Artikel, der von einem Fach- mann herzurühren scheint, der in das Treiben der Firma Tippelskirch und des Majors Fischer gut eingeweiht ist. In dem Artikel heißt es: »In der Kolonialvcrwaltung ist es ein offenes Geheimnis, daß man an den obersten Stellen allerseits mit klaren Augen darüber hinwegsah, wenn Tippel, der brave Tippel, statt seiner eigenen Produkte, wie es die Satzungen vor- schreiben, die Waren ganz anderer Leute aus dem kolonialen Verwaltungsamt zur Ablieferung brachte. Der kleine Fischer stand in solchen Zeiten auf dem Kasernenhofe und schnauzte die Mannschaften an. In den Stuben fertigten die Subalternen» »die von nischt nischt verstehen," die LieferungSverträge mit der Klausel„eigene Fabrikate", und im Hofe— luden die Kammerjäger, von dem Maulwerk des Herrn Majors wohl behütet, von — Lohschen Fabrikwagen Tippelskirchsche Geschirre ab. Das ist nicht einmal geschehen, das ist zur Regel geworden. Und in- zwischen erließ Kanzler Bülow ahnungslos seine Submissions- Vorschriften, die über die Vergebung staatlicher Orders genau das Gegenteilige von dem vorschrieben, was Tippelskirch und Fischer miteinander kontrahierten. Aber die Gesetze werden ja sehr oft nur für den Plebs gemacht. Und so kamen die alten Heeres- lieferanten nach und nach in die Predulje. Fischer ordinierte, und Tippcl nahm die Aufträge auf und gab sie weiter. Die Firma war jahrelang nichts als ein Moklerhaus. Bis dann das Projekt der„eigenen Herstellung", der Fabrikbau in der Lehrterstraße, auftauckte. In der Usedomstraße hat man ja doch bloß pro forma. etwas Waren selbst hergestellt. Daß Tippelkirchs ihre Geschäfte verstanden, wird kein Zweiter bestreiten. Sie haben an den' Massen von Kolonial stiefeln 6 Mark und 20 Pfennig pro Paar verdient. Zehnspänner» Pferdegeschirre, die sie selbstverständlich kauften, brachten ihnen statt des Einkaufspreises von zirka 900 Mark 2000 Markunddarüber. Da braucht es nicht zu wundern, wenn der Jahresverdienst derer v. Tippelslirch in die Millionen ging. Was brauchte man da mit lumpigen 100000 M., die Fischer gerade brauchen konnte, zu knausern! Die Verträge mit dem sonst so schnauzigcn Major rentierten sich, und wo andere Leute Stiefelsohlen durchliefen, um für ihren Betrieb einen Auftrag zu erhalten, da hielt bei Tippelskirch das einfache Entretenue, das Aushalten eines preußischen Majors, die »Tüchtigkeit" der Firma bei gesunden Formen. Es ist ein Spaß, wie leicht mitunter die Geschäfte sind. Man soll sie nur mit den richtigen Persönlichkeiten anfassen." Bemerkenswerter aber als die Mitteilungen dieser Fachzeitschrift sind folgende Anmerkungen, die das „Berliner Tageblatt" dazu macht: „Und an dieser Firma war der jetzige preußische Land» wirtschaftöminister und ist„och heute seine Familie mit 40 Proz. deS gesamten Kapitals beteiligt. Legationsrat Dr. Bu. miller ebenfalls mit 40 Proz. usw. Herrn v. Tippelskirch selbst gehören nur 5 Proz. Das große Haus, das er trotzdem führte� beweist nur, wie gut das Geschäft ging." Wenn diese Mitteilungen richtig sind, so erklärt sich aller» dings die Behauptung des Herrn v. Tippelskirch, er habe dem Wojor v. Fischer nur 4000 M. geliehen- Do Herr fe. Tipi?c[j-. irch nur mit einem Zwanzigstel an dem Rapital beteiligt ist, mit dem die Firma arbeitet, sind die 4000 M. für deren Teil eine prozentual durchaus entsprechende Leistung. Es fragt sich nur, ob nicht auch andere fapitalfräftigere Teilhaber der Firma an den Darlehen beteiligt waren, wie das denn auch bereits mit Bestimmtheit behauptet wird. Soldaten als Erntearbeiter. Ausland. Ungarn. der Minister, aufs tieffte; Bayern habe in Berlin das größte Ent-| Verhalten der Stadtverwaltung mit der Rebensart zu entschuldigen, gegenkommen gefunden, besonders bei der Frage der Maikanali- daß die Stadt um den Besuch der großherzoglichen Herrschaften ge fation. Zu einer Eisenbahngemeinschaft mit Bayern habe Preußen beten habe und daß es die einfachste Pflicht der Höflichkeit seitens kaum ein Bedürfnis; Bayern würde daraus nicht gleiche Vorteile der gastgebenden Stadt erfordere, die Feier in ihren großen Fest erzielen wie heffen; auch könne die bayerische Regierung sich nicht sälen zu veranstalten. Natürlich hat unsere Partei dagegen nichts zu einer solchen Entäußerung ihrer Selbständigkeit entschließen. einzuwenden; aber die Stadt mußte verlangen, daß ihr bom groß herzoglichen Hausministerium ein bestimmter Zeitpunkt angegeben wurde. Konnte oder wollte man das nicht, so mußte man sich eben damit zufrieden geben, die Festsäle eventuell besetzt zu finden. Um Am 5. Juli teilten wir mit, daß die westpreußische Landden Herren Bürgermeistern und der Mehrheit des Stadtrates eine wirtschaftskammer an den Kriegsminister und an den General des Der unschuldige Honvedminister. Zu der standalösen Erpressungskräftige Lektion zu geben und ihnen in schärfster Form ein Mißs XVII. Armeekorps ein von Herrn v. Oldenburg unterschriebenes affäre hat der Honvedminiſter eine Erklärung veröffentlicht, in der trauensvotum zu erteilen, verließen von unseren vollzählig er Gesuch um Beurlaubung von Soldaten zu Erntearbeiten gerichtet er behauptet, zu seinem Vorgehen berechtigt gewesen zu sein. Der schienenen 32 Mitgliedern 30, sowie die 4 Stadträte den Sizungs hat. Eine ähnliche Eingabe ist vom landwirtschaftlichen Zentralverein Beamte habe ihm nach eigenem Geständnis das Geld geschuldet und saal. Die zwei zurückgebliebenen Mitglieder bezweifelten nun die zu Königsberg an den kommandierenden General des 1. Armeekorps habe sich heimlich entfernen wollen. Als er auf seiner Flucht an- Beschlußfähigkeit, und obgleich die Gegner den Schlag vorausgeahnt gerichtet worden. Wie das Wehlauer Kreisblatt mitteilt, hat der gehalten wurde, habe er sich von selbst bereit erklärt, das Geld zu hatten, war es ihnen nicht gelungen, ihre Leute in genügender Zahl General des I. Armeekorps sich bereit erklärt, bezahlen. Hm! heranzuholen. Statt 64 waren nur 58 Mitglieder anwesend, so daß die Sigung abgebrochen werden mußte. ist. soweit es die dienstlichen Interessen erlauben, Beurlaubungen der Mannschaften zur Hülfeleistung bei Erntearbeiten eintreten zu Laffen. Diejenigen Landwirte, welche Soldaten zur Hülfeleistung bei den Erntearbeiten gestellt zu haben wünschen, haben sich unmittelbar mit den Truppenteilen der benachbarten Garnison in Verbindung zu setzen". Diese Bereiterklärung zeigt, wie möglich und dringend erforderDie Gendarmen gegen streikende Feldarbeiter. Auf einer der Geistlichkeit gehörigen Besitzung bei Großwardein berlangten die Feldarbeiter Lohnerhöhung und stellten die Arbeit ein. Die Streifenden wurden von Gendarmen überfallen. Diese gaben zwei Schüsse ab, glücklicherweise ohne zu treffen. 25 Streifende wurden berhaftet. Schweiz. -U Frankreich. Der Papst zum Trennungsgeset. Die Pariser Libre Parole" versichert, daß die päpstlichen Instruktionen betreffend die Trennungsfrage am Mittwoch durch den Staatssekretär Merry del Val nach Paris gebracht worden seien. Der Wortlaut wird drei Katholischen Blättern in Rom zugestellt. Das Datum der Veröffentlichung wird vom Staatssekretär gewählt werden. Auf diese Weise werden die Instruktionen zu gleicher Zeit in Rom und Paris veröffentlicht werden. England. Zum Parteisekretär für den Regierungsbezirk Magdeburg wurde Genosse Hermann Beims- Magdeburg gewählt. Er will seine Tätigkeit am 1. Oktober aufnehmen. Reichstagskandidatur. Genosse Hüttmann, Gauleiter der Maurer und Stadtverordneter in Frankfurt a. M., wurde von der Generalbersammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den Kreis se affel- Melsungen einstimmig als Reichstagskandidat aufgestellt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein Sonntagsspaziergang ist unserem Genossen Linde in Königsberg verhängnisvoll geworden. Er war am 24. Juni nach Tapiau gefahren, hatte mit einer befreundeten Familie einen Spaziergang in den Wald gemacht, dort noch einige Bekannte getroffen, sich mit ihnen gelagert und angenehm unterhalten. 17. Juli erhielt er nun folgendes Mandat: Am Sie haben am Sonntag, den 24. Juni d. J. im Sanditter Walde am Friedrichstaler Weg auf dem sogenannten Spielplatz eine nicht polizeilich angemeldete Versammlung abgehalten, die von zirka 100 Personen besucht war. lich die Herabsetzung der militärischen Dienstzeit auf ein Jahr Die Beurlaubung ist aber auch eine Maßregel, die bom Genf, 3. August. Die Polizei beschlagnahmte ein hier redigiertes „ nationalen" Standpunkt aus entschieden verurteilt werden muß. aber in Frankreich gedrucktes Blatt"' Attion anarchique", worin Das Heer soll dem Schutz Deutschlands gegen auswärtige Feinde, die russischen Revolutionäre aufgefordert werden, den Zaren zu nicht aber der schmutzigsten Konkurrenz der inländischen Landarbeiter ermorden. und der Unterstützung derjenigen Großgrundbesitzer dienen, die durch jämmerliche Arbeitsbedingungen und Behandlung den deutschen und ausländischen Arbeiter zur Flucht vor den ostelbischen Gefilden gezwungen haben. Das Heer hat nicht die Aufgabe, die elendeste Auswucherung der ,, nationalen" Arbeitskräfte zu unterstügen. Gerade für Ostpreußen zeigen Wirtschaften wie die auf den Gütern der Genossen Ebhard und Hofer, daß von " Leutenot" dort keine Rede sein kann, wo die Arbeitszeit herab gesetzt, der Lohn höher, die Behandlung eine anständige ist. Wir haben nichts dagegen einzuwenden, wenn Soldaten auf ihren Antrag auf Wochen, Monate, ja auf Jahre beurlaubt werden, um auf Die Uebertretung wird bewiesen durch Zeugen Förster Moldenhauer- Adamsheide. Es wird deshalb hiermit gegen Sie auf Grund Wunsch von den Anstrengungen in einer Kommißbrotnudel- und der§§ 1 und 12 des Gesetzes vom 11. März 1850 eine bei der Rippenstoß- Lehrversuchsanstalt sich zu erholen. Aber ganz anders In der Unterhaussigung vom 2. Auguſt fam Balfour auf hiesigen Amtskasse zu erlegende Geldstrafe von 30 M. nebst steht es mit einem Urlaub, der ohne Antrag der zu Beurlaubenden die Verminderung der Flottenrüstungen und die neuerlichen Aus20 Pf. Porto, an deren Stelle, wenn sie nicht beizutreiben sind, auf Anregung einer Großgrundbesigerliga erteilt wird, um Ernte führungen des Premierministers über den Zwei- Mächte- Standard und eine Haft von sechs Tagen tritt, hierdurch festgesetzt. arbeit zu verrichten. Ein solcher Urlaub verstößt gegen den die Unwahrscheinlichkeit einer französisch- deutschen Kombination zurück. Der Amtsvorsteher. Zweck des Heeres. Er bedeutet im Effekt nichts weiter Er erklärte, über den Zweimächte Standard sei er anderer Ansicht Auch vier Tapiauer Bürger hatten je ein Strafmandat über als Unterſtügung der agrarischen Gelüfte zum Umstura als Campbell- Bannerman. Es sei höchst unwahrscheinlich, daß 5 M. erhalten, weil sie dabei gewesen waren. Natürlich wurde der bestehenden Gesellschafts- und Staatsordnung, die auf dem Vertrage freier Arbeiter", nicht aber auf der Arbeit von England innerhalb der nächsten zwei oder drei Jahre in einen Strieg beim Wehlauer Schöffengericht gegen diesen Strafbefehl Berufung Sklaven oder als Arbeiter kommandierter oder beurlaubter Soldaten Wahnsinn zu sagen, daß England seine Seestreitkräfte so schwächen mit Frankreich und Deutschland geraten werde, aber es sei ein eingelegt. Die bon zirka 100 Personen besuchte Versammlung" hat aus beruht. Zu diesem Behuf werden die Unſummen für militärische solle, daß, wenn eine so unwahrscheinliche Kombination eintreten einer Gruppe von etwa 15 Mann bestanden! Zwecke nicht bewilligt. Solche Art Beurlaubung verstößt auf das stritteste gegen den Geist der Reichsverfassung und sollte doppelt und sollte, England auf die Gnade eines Bündnisses angewiesen sei. Eine dreifach zum unablässigen Kampf gegen ein System auffordern, das gefährlichere Politik als die der Regierung in der Flottenfrage sei niemals befolgt worden. es unternimmt, Arbeiter und Soldaten zu Lohndrückern herabzuwürdigen.Das Flottenprogramm der Regierung. V Premierminister Campbell- Bannerman erwiderte: Jch behaupte nicht, daß dieser Standard nicht zuweilen eine sehr vernünftige Soziales. Zur Organisation der Landarbeiter. Mosse- Esprit. In der Nummer des Berliner Tageblattes" Sache ist, aber wenn die als Beispiel angeführten Mächte zwei Am Sonntag findet in Leipzig der Verbandstag des Verbandes bom 3. d. M. wißelt ein Jüngelchen über die politische Mächte sind, die aller Wahrscheinlichkeit nach eher in GegnerNaivität, welcher nach seiner Ansicht die Sozialdemokratie fchaft geraten werden wie irgend andere zwei Mächte auf der Fabril, Lands, Hülfsarbeiter und Hülfsarbeiterinnen Deutsch „ einen vielleicht nicht unerheblichen Teil ihrer drei Millionen dem Kontinent, und wenn wir wissen, daß wir in engen lands" statt. Er beansprucht insbesondere wegen der die gesamte einer dieser Mächte stehen, die Arbeiterklasse wichtigen Frage der Organisation der Land. Stimmen verdankt". Er wiederholt alsdann ein Anekdötchen, Freundschaftsbeziehungen zu find und das amtliche welches er in einem anderen Berliner Käseblättelchen über den erst fürzlich hergestellt Siegel arbeiter hervorragendes Interesse. Darüber, daß eine Drgani erhalten haben, und Hagen- Schwelmer Stichwahlkampf gelesen haben will: daß wir mit dem Volk und der ſation der Landarbeiter auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete " Nachdem das Wahlresultat bekannt gegeben worden, drängt Regierung der anderen Macht auf dem besten Fuße stehen, und wenn dringend erforderlich ist, besteht keinerlei Meinungsverschiedenheit. Die sich auch ein Mann mit seiner Frau vor, um zu sehen, wer den wir ferner wissen, daß, wenn diese beiden Mächte schnell Schiffe brennende Frage ist: wie ist es möglich, daß das Landproletariat, Sieg davongetragen hat. Auf ihre Frage:" Bu es et"( wie ist es) bauen, fie das gegeneinander tun, so muß ich doch sagen, daß der die Arbeiter, die ausschließlich in der Land- und antwortete er: Hier es de Frisinn düer kummen"( hier ist der Gedanke, die Stärke dieser Mächte als Standard für unsere See- Forstwirtschaft arbeiten, für die Organisation in Freifinn durchgekommen), worauf die Frau meint:" Dann stärke zu nehmen, ein überwundener Standpunkt ist. Aber selbst größerem Maße gewonnen werden können? Am 13. April wurde, wie fuhm, Heinerich, dann sahst de wall wierarbeen wenn wir dies täten, so würde eine Prüfung der Art und des Zu- wir mitteilten, von den Zahlstellenleitungen des Gaues Brandenburg mürten"( dann komm, Heinrich, dann sollst du wohl wieder wachses ihrer Schiffe noch immer nicht die Ansicht derjenigen unter- nach einem Referat des Genossen Bruns der Antrag angenommen: arbeiten müssen)." stützen, die für eine stärkere Vermehrung unserer Flotte eintreten. Die Konferenz ist nach dem Referat und der ausgiebigen Diskussion Der Premierminister schloß: Die Regierung hat nichts getan, was der Ueberzeugung, daß die Landarbeiter unbedingt für unsere Drgadie Leistungsfähigkeit des Heeres und der Marine bezüglich der nisation gewonnen werden müssen. Zur wirksamen Durchführung Landesverteidigung schwächen könnte. Wenn Balfour behauptet, dieses Organisationsgedankens schlägt die Konferenz dem Verbandsdaß es möglich sei, daß Freundschaften und Bündnisse nicht lange vorstande vor, für die Bandarbeiter eine eigene Sektion zu dauern und daß wir immer bereit sein sollten für jede Eventualität bilden und die Beiträge für Männer und Frauen auf eine ihrem und für alle Umstände, so bin ich der Ansicht, daß solche Behauptung Arbeitsverhältnis entsprechende Höhe zu normieren unter gleichnicht dazu angetan ist, zum Besten des Landes oder zur Erhaltung zeitiger Festsetzung entsprechender Gegenleistungen." Der in der Diskussion beispielsweise dahin erläuterte Vorschlag, des Friedens zu dienen. daß den Landarbeitern( vielleicht unter Mitwirkung der politischen Rüftungsverstärkungen. Der Kriegsminister ordnete eine voll- Organisationen) für einen 10 Pfennig- Monatsbeitrag Rechtshilfe ge ständige Reorganisation der Hafenartillerie von Portsmouth, leistet werde, verdient die vollste Beachtung. Handelt es sich Shattham und Plymouth an. Diese Maßnahme soll in möglichst doch um rund sechs Millionen ländlicher Arbeiter. furzer Frist durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Verufsgenossenschaften weisen gar gegen zwölf Millionen ländlicher Arbeiter auf. Doch sind in dieser Statistiť mehrere Millionen Personen doppelt gezählt, die zu verschiedenen Beiten im Nebenberufe ländliche Arbeit verrichten. Die Berufs14. Juni 1895 zählte 5763 970 ländliche zählung vom Zu einem solchen Schlusse tann natürlich nur ein freisinniger Kuli gelangen. Daß die Frau hätte sagen sollen, ihr Mann könne, nachdem er das Wahlresultat wußte, seine vielleicht nur unter brochene Arbeit jest wieder fortseßen, liegt einem Menschen, der nur einigermaßen das Volk kennt und auch nur ein Minimum praktischer Bebenserfahrung besikt, wohl am nächsten. Wie mag es aber wohl in dem Gehirne eines Menschen aussehen, der die schlichten Worte der Frau in einem so erzdummen Sinne auffassen konnte wie jener freisinnige Held! Preußen in Deutschland voran! Ueber die Erhöhung der Lehrergehälter im Großherzogtum Baden wird gemeldet: Das neue Besoldungsgesetz setzt für die Nur fünf Stimmen Mehrheit erhielt die Regierung am 3. Auguft Volksschullehrer des Landes ein Gehalt von 1500 bis 2800 207. fest, bei der Beratung des Gesetzes über die Handelsstreitig während bekanntlich das preußische Besoldungsgesetz nur Gehaltsbeträge bon 900 bis 1800 m., also auf den unteren Stufen 600 M., auf den feiten. Einem Zusatzantrag, den Sir Charles Dilte stellte, und der oberen Stufen 1000 m. weniger zusichert. Durch die dem Kultusminister die Unterstützung der Arbeiterpartei und vieler Liberaler fand, wurde vom Abgeordnetenhause aufgedrungenen 234 Millionen Mark werden von der Regierung widersprochen und bei der Abstimmung twurde Arbeiter. Wie viele hiervon als Gesinde anzusprechen sind, die preußischen Mindestfäge auf 1000 beztv. 2080 m. erhöht. Dann dieser Antrag nur mit der geringen Mehrheit von 127 gegen bleiben die preußischen Boltsschullehrer immer 122 Stimmen abgelehnt. noch um 500 bez m. 720. hinter ihren badischen Kollegen auf dem Lande zurück. So bessert man in Baden die Lehrergehälter auf. In Preußen dagegen weist der Kultusminister die Behörden an, die städtischen Gemeinden daran zu hindern, ihren Lehrern halbwegs menschenwürdige Gehälter zu zahlen! Wer Terrorismus übt. Im Bureauangestellten" lesen wir In Mühlhausen i. E. lebt recht und schlecht ein Gerichtsvollzieher gehülfe Kuhn, der sich durch seine politische Tätigkeit oben" unangenehm bemerkbar gemacht hat. Dieser Kollege fand unter den Eingängen eines Tages folgendes charakteristische Schreiben an seinen Chef: Auf Grund einer Verfügung des Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten in Kolmar haben Sie Ihrem Gehülfen Kuhn falls dies noch nicht geschehen sein sollte zu eröffnen, daß er sich fernerhin jeder agitatorischen Tätigkeit zu enthalten hat, widrigenfalls die Lösung des Dienstverhältnisses zu erfolgen hat. Vor der militärischen Einstellung desselben wollen Sie uns hiervon Mitteilung machen. Der Landesgerichtspräsident: Vogt. Der Erste Staatsanwalt: Wilsfer. Türkei. Der griechisch- bulgarische Bandenkrieg in Makedonien wird von dag zu Tag heftiger. Ein Telegramm der„ Frankf. 8tg." aus Saloniti vom 3. August meldet: Im Bazar der Stadt Betritsch schoß ein Bulgare auf den Stellvertreter des griechischen Bischofs Kudel, traf aber nur eine Witwe. Der Attentäter entfam. Bei Tikvich wurde eine bulgarische Bande unter der Führung Arghyrs von einer griechischen Bande angegriffen. 18 Bulgaren fielen, 14 entflohen. In Goranitsevo im Kreise Florina wurden bei dem Versuche, das Dorf in Brand zu stecken, 14 griechische Somitatschis durch Militär getötet. Bugleich kommt aus Konstantinopel eine Meldung, daß in Bulgarien neue Krawalle gegen die Griechen vorbereitet werden. Privatbriefen aus Philippopel zufolge find dort Gerüchte verbreitet, daß die Bulgaren für den 6. August in Philippopel und anderen Orten allgemeine Angriffe gegen die Griechen vorbereiten. Aus der Partei. auch das Gesinde hat dasselbe eingeschränkte Koalitionsrecht wie die ländlichen Arbeiter- läßt sich absolut genau nicht feststellen. Von den 5 763 970 ländlichen Arbeitern bezeichnet die Statistit 1589088 als" Iandwirtschaftliche Knechte und Mägde". Diese bilden den Hauptteil des landwirtschaftlichen Gefindes. 2240 267 Tagelöhner, die ferner in der Statistit aufgezählt werden, gehören unzweifelhaft nicht zum Gesinde. Es führt ferner die Statistik 193465 in der Wirtschaft des FamilienHauptes tätige Familienmitglieder als ländliche Arbeiter auf. Welcher Teil von diesen sich im Gesindeverhältnis befand, welcher als Tagelöhner oder in einer anderen rechtlichen Stellung stand, ist aus der Statistit nicht zu entnehmen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man ½ dieser Familienangehörigen zu den Knechten und Mägden rechnet und mithin rund 24 Million der in der Statistik von 1882 aufgeführten 5763 970 ländlichen Arbeiter als zum Gesinde gehörig erachtet. Die Statistik für den 14. Juni 1895 weist erheblich weniger Tagelöhner, aber mehr Knechte und Mägde auf. Nach dieser Berufszählung wurden nämlich 5 445 924 länd liche Arbeiter in Deutschland gezählt. Von diesen werden 1718 885 als„ landwirtschaftliche Knechte und Mägde" bezeichnet. Von den übrigen ländlichen Arbeitern waren 1828 172 Tagelöhner und 1 898 867 in der Wirtschaft des Familienhauptes tätige Familienmitglieder. Nimmt man an, daß etwa die Hälfte der Familienangehörigen Der Neue Weltkalender für 1907( Hamburg, Hamburger Buch- sich in Gesindestellung befindet, so würden auch nach der Statistik bruckerei und Verlagsanstalt Auer u. Co.) ist erschienen und zum Preise von 1895 rund 24 Millionen ländlicher Arbeiter, also fast die Hälfte von 40 Pf. zu beziehen. Er hat den 31. Jahrgang erreicht. Neben aller ländlichen Arbeitern als Gesinde zu erachten sein. Es handelt sich bei der Organisation der ländlichen Arbeiter In einem offenen Briefe an den Herrn Oberlandesgerichts- dem Teil, der das Wesen des Kalenders ausmacht, enthält er eine also um rund 6 Millionen der am schlechtesten gestellten Arbeiterpräsidenten Raffiga verwahrte sich Kollege Kuhn gegen diese ihn bunte Reihe von Auffäßen aus den verschiedensten Wissensgebieten, schicht. Wir erwähnten seiner Zeit, daß die konservativen Drgane mundtot oder brotlos machende Verfügung und richtete an ihn die Erzählungen, Gedichte, Illustrationen und Humoristika, so daß jeder über den in der Resolution vom 13. April bekundeten Willen, höfliche Frage, aus welchen gefeßlichen Bestimmungen etwas finden wird, das ihm besonders zusagt. Wir werden den energisch die Organisation dieser ärmsten Landsflaven zu er. sich das Recht ableite, eine derartige Verfügung zu erlassen. reichen Inhalt noch besonders würdigen. betreiben, lebhaft entsetzt waren. Nicht minder waren es - Als Antwort erfolgte die Entlassung auf der die christlichen Gewerkschaften. Die Organisation selbst ist Stelle." Eine Generalversammlung des Kreiswahlvereins für den Wahlfreis Hildesheim- Alfeld( 10. Hannoverscher Kreis) fand dieser Tage wegen der außerordentlich schlechten sozialen Lage dieser Be München, 3. Auguft.( W. T. B.) Kammer der Abge- in Hildesheim statt. Die Organisation zählt 670 Mitglieder, sie ist bölkerungsschicht eine ebenso schwierige wie brennende. Genosse ordneten. Bei der Beratung des Eisenbahnetats erVorsitzender des Gärtner Verbandes, gegen das Vorjahr um rund 400 Mann gewachsen. Die Gesamtklärte der Verkehrsminister v. Frauendorfer unter anderem, daß einnahme betrug 2120,30 m., die Ausgabe 1228,12 m., der Bestandtritt in der" Neuen Zeit" den Standpunkt, Aussicht auf Ero bereits ein Projett für ben Uebergang der baye, folg einer Organisation bildet allein ein bebeträgt 892,28 m. Dem Parteivorstand soll folgender Antrag onberer Landarbeiter Verband. Er hält eine rischen Bahnen zum elektrischen Betriebe fertig set; über die Ausnußung aller Wasserkräfte Bayerns müsse ein unterbreitet werden:" Angesichts der Ernte und der damit ver- Drganisierung der Landarbeiter im Rahmen des Fabritarbeiterbundenen Heranziehung fremder Arbeitskräfte von Polen, einheitliches großzügiges Projekt durch einen Fachmann allerersten Galiziern usw. auf Gütern ersucht der Wahlberein, dahin zu wirken, für verfehlt und aussichtslos. Diesem Urteil vermögen wir nicht bei Verbandes oder irgend einer anderen bestehenden Gewerkschaft Ranges aufgestellt werden; die Eisenbahnverwaltung könne hierin daß umgehend ein Flugblatt in polnischer Sprache herausgegeben zutreten. Mag sein, daß bei einer größeren Erstartung einer Landnicht allein vorgehen. Der Minister wies die Behauptung, daß wird." Es wird beschlossen, diesen Antrag dem Parteivorstande zu arbeiterfektion eine besondere Gewerkschaft angebracht erscheint. Bur zwischen Bayern und Württemberg in Eisenbahnfragen unfreundliche Beziehungen herrschen, zurück. Eisenbahngemeinschaften abzuZeit wäre hier wohl das Bessere der Feind des Guten. Darin schließen sei Bayern bereit, wenn sie Vorteil brächten, aber nicht auf Zur Lokalfrage des Mannheimer Parteitages. Am Dienstag stimmen wir aber den Ausführungen des Genossen Albrecht durchaus Kosten der Selbständigkeit Bayerns. Die gestern von einem rechneten unsere Genossen in der Mannheimer Bürgerausschuß zu, daß auf diesem Gebiete der Landarbeiterorganisation die großen fozialdemokratischen Redner gemachte Bemerkung, Preußen sizung mit dem Oberbürgermeister scharf ab. Der Oberbürger Schwierigkeiten zu einem besonders innigen Hand in Handarbeiten jei ein sozialpolitisches Kamerun, bedauere er, meister und die Bertreter der bürgerlichen Barteien versuchten das der politischen und gewerkschaftlichen Drgane aufrufen. Baßt der unterbreiten. Otto Albrecht, bers Fabrikarbeiterverbandstag Beschlüsse, welche eine Organisation der Landarbeiter fördern, so würde er eine außerordentlich erhebliche Aufgabe im Interesse der gesamten Arbeiterklasse erfüllen. Hus Induftrie und Handel. Kohlennot Zechenlegen. " " zwangsweise daran hindern, ein gedeihliches Verhältnis herbeiführen zu helfen. schneiden und ihnen die Perücke zurechtsetzen! Nun, die Arbeiterschaft wird den Herren den Zopf beBerlin und Umgegend. " 373 nur in zwar wenn An der deutschen Arbeiterschaft liegt es, den um das Koalitionsrecht Kämpfenden mit Geldmitteln weiter zur Verfügung zu stehen. möge die deutsche Arbeiterschaft das um so reichlicher tun, als hinter dem Unternehmerverbande im Steindruckgewerbe der Zentralverband der Industriellen Deutschlands steht. Geschichte der gewerkschaftlichen Kämpfe, daß nach 18 Streifwochen und 9 Aussperrwochen von 4000 organisierten Arbeitern ganze In einem anderen Artikel der Nr. 44 der Neuen Zeit" legt 10 Streifbrecher sich aus den Reihen der Organisierten gefunden haben. Und noch viel eigenartiger und einzig ist die Tatsache, daß der Genosse Marchionini dar, daß ein Massenstreit der nach der 9. Streifwoche weniger Maschinen gehen als in der Landarbeiter auf dem Lande durchführbar ist. Aehnliches ist ersten Woche. Eine über ganz Deutschland mit peinlichster von 1241 auf dem letzten Provinzialparteitag in Brandenburg geäußert. Die Gewissenhaftigkeit geführte Statistik beweist, daß Die Arbeiter der Firma Schwarzkopff( Werk Scheringstraße) vor Stimmung unter den Landarbeitern geht infolge der agrarischen dem Streit im Gange befindlichen Maschinen in ersten in Aussperrwoche 382, der neunten Drangfalierungen in wachsendem Maße dahin: wir haben nichts als hatten jüngst die Forderung auf eine Verkürzung der Arbeits- der Woche wurden und Betrieb gehalten Stlavenketten zu verlieren. Unerläßliche Vorbedingung des möglichst zeit von 912 auf 9 Stunden gestellt. Am Donnerstag war von aber wirksamen Erfolges eines Massenstreits der deutschen Landarbeiter der Direktion nun die Antwort eingegangen, daß sie zwar zur Ein- 132 von Lehrlingen, die anderen von Prinzipalen, Meistern ist aber ihre politische und gewerkschaftliche Organisation. Ueber führung der effektiven Arbeitszeit bereit sei, jedoch solle dann die und Prinzipalssöhnchen. Demgegenüber darf nicht verhehlt werden, erfreuliche Ansätze hierzu wird aus fast allen Teilen Besperpause fortfallen und die viertelstündige Frühstückspause nicht daß der vom freisinnigen" Landtagsabgeordneten Dr. Gerschel Dftelbiens berichtet. Aber im Verhältnis zur Zahl der Landarbeiter mehr mitbezahlt werden. Soweit qualifizierte Lohnarbeiter in in Berlin geführte Scharfmacherverband der Steindruckereiist die Zahl organisierter Landarbeiter doch noch verschwindend Klein. Frage kommen, erklärte sich die Direktion zu einer besiger Zumutungen an die Ausgesperrten in den letzten Tagen ges der Der Fabritarbeiterverband findet gute Vorbedingungen für eine er- Erhöhung des Stundenlohnes um 10 Proz. bereit. Die Hülfsarbeiter stellt hat, die ihm entweder kapitalistische Verblendung oder Die Scharf folgreiche Tätigkeit auf dem für die Arbeiterklasse so wichtigen Ge- waren hier aber nicht mit einbegriffen. Auch für die Affordarbeiter Zentralverband der Industriellen eingegeben hat. biete der Organisation der Landarbeiter. Möge er für einen Weg soll sich, abgesehen von einzelnen Neuregulierungen an den Lohn- macher fordern von dieser so geschlossen fämpfenden Arbeiterphalang, sich entschließen, durch den die Organisation der Landarbeiter er- verhältnissen nichts ändern. Mit dieser Antwort befaßte sich am daß erst dann die Kegelung der Verhältnisse in den Orten, wo selben Abend im„ Kösliner Hof" eine stark besuchte Betriebsverfamm- seit 18 Wochen gestreift wird, vorgenommen werden soll Leichtert wird. lung. Von den Organisationsleitern wurde die Annahme der Zu- die Streitenden vorher die Arbeit wieder aufnehmen. Und geständnisse, wenn sie die Wünsche der Arbeiter auch nicht voll be- erst dann wollen die Herren die Aussperrung wieder die friedigten, befürwortet. Die meisten Diskussionsredner erklärten sich aufheben. Nach den„ Konzessionen", die Scharfmacher dagegen für Ablehnung und damit gleichzeitig für Eintritt in den machen wollen, würden von den 4000 Ausgesperrten nur ein geringer Streit. Bei der erfolgten geheimen Abstimmung wurde die zu Teil von ihnen geringe Arbeitszeitverkürzung, Feiertagsbezahlung Die Darstellungen des Kohlensyndikats über die Marktlage einem Streitbeschluß erforderliche Zweidrittelmajorität jedoch nicht und Ueberstundenzuschlag erhalten. Aus allen diesen Gründen hat laffen in Verbindung mit tatsächlichen Erscheinungen die Befürchtung erreicht. Infolgedessen galt das Zugeständnis der Direktion als eine von 2000 Personen besuchte Versammlung des Senefelderstark werden, daß wir im Herbst mit einer wirklichen Kohlennot zu angenommen. Bundes in Leipzig einstimmig in einer Resolution erklärt, daß rechnen haben. Wie gemeldet wurde, konnten die neuen vom sie den Kampf lieber bis zum Weißbluten führen Die bei der Berliner Paketfahrtgesellschaft Starke u. Co. anPhönix" in Borbeck erbauten Hochöfen aus Mangel an Kokskohlen gestellten Stutscher, Schaffner und Bodenarbeiter, welche dem Zentralwill, als unter dem schamlosen Angebot der Arbeitsstellen zurüc nicht angeblasen werden. In fast allen Marktberichten wird darüber verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter als Mit- Unternehmer in die geklagt, daß man infolge der Minderlieferung der Gruben zu Aus- glieder angehören, haben in einer am Donnerstag abgehaltenen, zukehren. Die versammlung ist nicht eher ge willt, die Arbeit wieder aufzunehmen, bis in Landsbezügen Zuflucht nehmen müsse. zahlreich besuchten Versammlung beschlossen, Lohnforderungen zu allen Streit und Aussperrorten die gestellten Gegenüber diesen Lamentationen muß es doch wunderbar an- stellen und die Verbandsleitung beauftragt, dieſe der Direktion zu Forderungen bewilligt find." muten, daß die technische Möglichkeit, die Förderung zu steigern, unterbreiten. Bei der im Jahre 1905 durchgeführten allgemeinen immer noch weiter beschränkt wird. Der vor zwei Jahren scharf Rehnbewegung konnten sich die Paketfahrtangestellten auf Grund der einsetzende Zechenlegungsprozeß treibt sogar jetzt, wo alle Welt über schlechten Organisation in ihren Reihen nicht beteiligen. Sie haben deshalb mit der Firma Sonderabmachungen getroffen, wodurch die= Kohlenknappheit klagt, seine für die kapitalistische Ordnung charakte- felben im Lohn bedeutend schlechter gestellt find, als die Stutſcher und ristischen Blüten. Die Gewerkschaft Mont Cenis" will mit Ablauf Arbeiter in den übrigen Berliner Speditionsgeschäften. Während dieses Monats die Zeche ,, Bommerbänke Tiefbau" außer Betrieb sezen die ersteren eine Zulage von 5 und 10 M. pro Monat erhielten, erDer Ausstand in der Holzindustrie zu Erfurt ist durch gegenund deren Beteiligungsziffern auf Mont Cenis" übernehmen. Damals reichten die letzteren eine solche von 17 bis 18 M. pro Monat. Der feitige Vereinbarung beigelegt. Es wird ein Lohntarif auf drei wurden alle gegen das Zechenlegen ins Feld geführten Momente mit Anfangslohn für die oben bezeichneten Paketfahrtangestellten bedem Argument der Wirtschaftlichkeit abgetan. Vom fapitalistischen trägt heute noch 75 bis 80 M. und steigt nach zehn Jahren auf Jahre abgeschlossen. Standpunkte aus betrachtet läßt sich gegen das reine Prinzip der 105 bis 110 M. pro Monat, bei einer täglichen Arbeitszeit von 12 Der Ausstand der Transportarbeiter in Jen a hat durch die Ver bis 14 Stunden und darüber. Die Ueberstundenbezahlung ist noch Wirtſchaftlichkeit tatsächlich nichts einwenden. Aber unter den obwaltenden nicht geregelt. Dagegen erzielten die stutſcher bei den übrigen wendung der Soldaten als Streitbrecher eine schon telegraphisch Umständen trifft es nicht mehr zu, daß der Betrieb mancher stillgelegten Speditionsfirmen einen Anfangslohn von 25 M. pro Woche, gleich Arbeiterschaft ist ziemlich groß. An das Bataillonskommando wurde gemeldete erhebliche Verschärfung erfahren. Die Erregung unter der Zeche unrentabel sein würde; jedenfalls dürfte sich die Produktion 108,50 M. pro Monat, nach einjähriger Tätigkeit 28 M. pro Woche, eine Eingabe gerichtet, in der um sofortige Burückziehung billiger stellen, als jetzt Preise für Auslandskohlen gezahlt werden gleich 121,50 M. pro Monat. Auch ist die Ueberstunden: sowie der Soldaten ersucht wurde. Eine Antwort liegt noch nicht vor. müssen. Wenn trotzdem nun noch weitere Bechen stillgelegt werden, Sonntagsarbeit zur Zufriedenheit der Beteiligten geregelt worden. Die Fuhrwerksbefizer suchen in zahlreichen auswärtigen Blättern dann müssen noch besondere Umstände wirksam sein, die das Außer- Die Angestellten der Paketfahrt fordern nun dieselben Lohn- und Ersatzkräfte. Am Donnerstag fuhr der Buchhalter eines Speditionsbetriebsetzen von Anlagen vorteilhaft erscheinen lassen. Diese Um- Arbeitsbedingungen wie die zuletzt genannten, und find gewillt, falls geschäfts, der gleichfalls Hand ans Werk legte, einen städtischen stände sind durch das Kohlensyndikat geschaffen. Die volle Ent- die Direktion einen ablehnenden Standpunkt einnehmen sollte und faltung der Produktionsmöglichkeit wird durch die Festsetzung der annehmbare Zugeständnisse nicht mache, zu dem äußersten Mittel, Straßenkehrer über den Haufen. Aber bewilligt wird nicht! Ein Privat- Telegramm meldet uns noch: der Arbeitsniederlegung, zu greifen. Beteiligungsziffer gehemmt. Damit ist das Bestreben erklärlich, Jena, 3. August. Die Beschwerde der Transportarbeitereinzelne Anlagen außer Betrieb zu setzen, es sind das diejenigen Der Lohnkampf der Glaser gestaltet sich für die Streifenden Betriebe, die am teuersten produzieren. Da zwischen der Gesamt- und Ausgesperrten von Tag zu Tag günstiger. Wie in der gestrigen Streiffeitung gegen die Verwendung von Soldaten als Streifbrecher beteiligungsziffer und der Förderfähigkeit zuungunsten dieser eine Streifversammlung mitgeteilt wurde, haben jetzt 54 Firmen bewilligt, hatte sofort Erfolg. bei denen 294 Gesellen zu den neuen Bedingungen arbeiten. Ea Soldaten zurück. Differenz besteht, ist es nur erklärlich, daß man versucht, die wird mit Bestimmtheit erwartet, daß in den nächsten Tagen noch Spannung zwischen Gesamtbeteiligung und Förderfähigkeit durch Ab- mehrere größere Firmen bewilligen werden. Die Mehrheit der Baustoßzung der teuersten Produktion zu eigenem Vorteil auszugleichen. geschäfte brängt bereits energisch auf Fertigstellung der Arbeiten, und Das tritt in Erscheinung durch Uebernahme von Beteiligungs- die Zahl der Bauten, die der neugegründeten Vereinigung derjenigen ziffern weniger günstig produzierender Anlagen auf Bechen Meister, die bewilligt haben, zur Fertigstellung übertragen wird, mit niedrigen Produktionskosten. Auf diese Weise sind bereits ein wächst täglich. Von dieser Vereinigung ist jetzt folgendes Zirkular Dugend Bechen mit über 2%, Millionen Tonnen Beteiligung gelegt" an die Baugeschäfte gesandt worden: worden. Es ist ohne weiteres klar, daß durch die Syndikatspolitit die Produktion fünstlich eingeschränkt wird und daß die Beschränkung selbst dann noch teilweise in Wirkung bleib, wenn das Syndikat die ganze Beteiligung freigibt. Die augenblickliche Kohlenknappheit würde wenigstens um annähernd das Quantum abgeschwächt, das die gelegten Zechen" fördern konnten, wenn beren Außerbetriebsetzung durch das Syndikat nicht geradezu erzwungen worden wäre. Klingt es nicht wie bitterer Hohn, wenn das Syndikat flagt, die Zechen könnten die verlangten Mengen wegen technischer Unzulänglichkeiten nicht liefern, und dabei legt nun wieder ein Unternehmen eine ihrer Anlagen still, um die Leistungsfähigkeit der anderen Zechen voll ausnüßen zu können! Einzelne Bechen haben ihre Leistungsfähigkeit überschätzt, um hohe Beteiligungsziffern zu erlangen, bei anderen Anlagen bleibt die Beteiligungsziffer hinter der Förderfähigkeit zurück. Trozzalledem nimmt das Syndikat in Anspruch, ein Marktregulator zu sein. Jetzt zeigt sich die Schädlichkeit einer Politit, die lediglich auf Plusmacherei zugeschnitten ist. Gewerkschaftliches. Der Zopf. Die Bewegung der Barbiere in Berlin und seiner Umgebung hat die Zopfmeister auf den Plan gerufen, den modernen Bestrebungen der Gehülfenschaft mit allen Mitteln entgegenzutreten. So hat die Nirdorfer Zwangsinnung, wie schon mitgeteilt, ihren Mitgliedern das Aushängen der Plakate und Kontrollfarten untersagt. Das in Frage kommende Schriftstück lautet: Werther Herr Kollege! Zaut Beschluß der Versammlung vom 30. Juli d. J. der Barbier, Friseur- und Perrückenmacher- Innung( 3wangsInnung) Rigdorf Ist das Halten oder Führen von Blakaten oder Stontrollfarten, bon dem Verband der Frieseurgehilfen in den Geschäften verboten. Grund dessen werden Sie auf= gefordert das Plakat aus Ihrem Fenster resp. aus Ihrem Geschäft zu entfernen. Dieser Beschluß ist nach§ 2 des Statuts gefaßt. Zuwiderhandlungen werden nach§ 10 des Statuts, laut Beschluß der Versammlung mit 20,00 Mart Geldstrafe geahndet. Die Plakate müssen bis zum 3. August d. J. Mittags 12 Uhr entfernt sein, anderenfalles wird der Beschluß rechtskräftig J. A Der Vorstand der Barbier frieseur und Berrückenmacher Innung ( 3wangsinnung) Rigdorf. Erklärung. Der unterzeichnete Vorstand der am 30. Juli cr. begründeten " Freien Vereinigung selbständiger Glasermeister Berlins und der Bororte" erlaubt sich hiermit, dem interessierten Publikum folgendes mitzuteilen: Aus Anlaß der Aussperrung der Berliner Glasergehülfen wurde gleichzeitig über diejenigen Glasermeister, welche fich nicht an der Aussperrung beteiligen wollten 1. weil sie die Aussperrung als zu Unrecht geschehen ansahen, 2. weil den fleineren Betrieben wegen vertraglich übernommener Arbeiten und um nicht ihre Kundschaft zu verlieren, dieses nicht möglich war, feitens des Arbeitgeberverbandes in Verbindung mit den Berliner Glashändlern eine Materialsperre zustande gebracht, um diese Betriebe lahmzulegen. Gegen diese rigorose Maßregel in der ausgesprochenen Abficht, vor allem die kleinen Betriebe zu ruinieren, hielten wir es für unsere Pflicht, gegen solche unedlen Bestrebungen und Auswüchse einiger hiesigen Großfirmen energisch Front zu machen, indem wir die obengenannte Vereinigung gründeten, die den Zived haben soll, in gegebenen Fällen diesen Firmen ein Gegengewicht zu bieten und Verträge mit denjenigen Glasfirmen abzuschließen, welche uns ihre Lieferung während dieser versuchten Materialsperre nicht versagten. Gleichzeitig machen wir noch die Herren Bauinteressenten darauf aufmerksam, daß unserer Vereinigung nur leistungsfähige Firmen angehören, welche in ausreichender Weise über " 1 Das Bataillonskommando zog die Einen Trupp von 400 holländischen Arbeitern erhielt die bes fannte Gewerkschaft Deutscher Kaiser" in Brudhausen bei Ruhrort wieder mal zugetrieben. Den Leuten war bei der Anwerbung in Holland von den gewissenlosen Agenten ein Schichtlohn von 5,50 M. und Arbeit in den Fabriken versprochen. Im deutschen Wild West" angelangt, zeigt es sich, daß man die Holländer als Hochofenarbeiter haben till; auch werden ihnen an Ort und Stelle statt der versprochenen 5,50 M. nur 4,50 M. zugebilligt. Unter solchen Umständen wurden sich die herangezogenen Holländer schnell einig. Nach dreistündiger Arbeit verließen sie sämtlich wieder den„ Taubenschlag" in Bruckhausen, um anderweitig in dem Industriegetriebe am Niederrhein Unterkommen zu suchen. Die Anwerbungsmethode der Deutscher Kaiser"-Agenten im Auslande wird nachgerade gemeingefährlich. Auf dem Hüttenwerk ,, Rote Erde" bei Aachen steht ein großer Lohnkampf in Aussicht. Wenigstens haben die Arbeiter, die zu einem erheblichen Teil dem, christlichen" Metallarbeiterverbande angehören, beschlossen, die Kündigung einzureichen, nachdem die Direktion erklärt hat, das Eingehen auf die Lohnforderungen entschieden abzulehnen. Das Werk beschäftigt 4000 Personen, wovon ein Drittel dem„ christlichen" Verbande angehört. Die Direktion erflärt, im Falle eines Streiks das ganze Wert vorübergehend stillzulegen. Ausland. Die Aussperrung der Klavierarbeiter Kopenhagens, die am 5. April durchgeführt wurde, besteht noch immer unverändert fort. Im Monat Juli haben Verhandlungen zur Beilegung der Streitigfeiten stattgefunden; sie wurden aber von den Fabrikanten abgebrochen, bevor eine Einigung erzielt war. Drohender Hafenarbeiterstreif in Genua. Material und Arbeitskräfte verfügen. Aufträge werden prompt eines ihnen entzogenen Monopols mit dem Generalausſtand. Genua, 3. Auguft. Die hiesigen Hafenarbeiter drohen wegen erledigt. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle: Ritterstraße 31. Der Vorstand der Freien Vereinigung selbständiger Glasermeister Berlins und der Vororte. Kollegen, welche der Vereinigung beitreten wollen, ersuchen wir, dies dem Vorstand mitzuteilen. toollen, erjuden Letzte Nachrichten und Depefchen. Der Inhalt des vorstehenden Zirkulars tennzeichnet die gegen tetige Situation im Lohnfampfe zur Genüge. Unter den Streifenden. Herrscht nach wie vor ein vorzüglicher Geist. Noch nicht ein einziger von ihnen ist abtrünnig geworden. Berichtigung. Der„ Vorwärts" entnimmt dem ,, Correspondenzblatt" der Gene ralfommission die Besprechung einer Umfrage des Vereins der 3 immerer Berlins und Umgegen, welche zu dem Zived veranstaltet war, festzustellen, wieviel Mitglieder den Wahlbereinen angehören und wieviel die Parteipreffe lesen, um Material zur besseren Agitation für die politische Organisation in Händen zu haben. Die vom Vorwärts" dem„ Correspondenzblatt" entnommenen Ziffern stimmen nicht. In Wirklichkeit liegt die Sache folgenderDer angezogene§ 2 des Innungsstatuts zählt zu den maßen: Von den 2088 ausgegebenen Fragebogen find 1123 freiwillig beantwortet worden. Von diesen 1123 Mitgliedern, Aufgaben der Innung die Förderung eines redeihlichen Ver- die sich an der Umfrage beteiligten, find 386 politisch organisiert, das hältnisses zwischen Meistern und Gehülfen sowie die Fürsorge sind 34,3, nicht 18 Prozent; 780 lejen eine fozialdemokratische für das Herbergswesen und den Arbeitsnachweis. Das sind Zeitung, 24 anarchistische Blätter und der übrige Teil die sogenannte in der Tat alles Forderungen, für die gegenwärtig die Ge- Slatschpresse oder gar feine Zeitung. Daß das Resultat fein glänzen hülfen kämpfen und gegen deren Bewilligung die Zopf- des ist, wissen wir selbst; es soll dies aber gerade für uns ein Ansporn fein, mit der Agitation dort einzusehen, wo es notwendig ist, meister sich sperren. um ein besseres Resultat zu erzielen. Der Vorstand des Vereins der Zimmerer Berlins und Umg. J. A.: Albert Juppenlak. Mailand, 3. August.( B. H.) Durch den heute früh in der Ausstellung ausgebrochenen Brand, welcher nunmehr vollständig ge= löscht ist, wurde die italienische und die ungarische Abteilung sowie der Palast der Abteilung für italienische Architektur vollständig eingeäschert. Die übrigen Abteilungen blieben unversehrt. Der Schaden wird auf mindestens 7 Millionen Lire geschätzt. Heillose Verwirrung. Petersburg, 3. August.( B. H.) Hier herricht ungeheure Aufregung. Alle Straßen sowie die Höfe der Häuser sind mit Militär angefüllt. Es zirkulieren Gerüchte, daß zwei meuternde Kriegsschiffe sich noch auf hoher See befinden und daß die Zarenfamilie alles zur Flucht vorbereite, sowie daß die Kabinettbildung vollständig ins Stocken geraten sei. Man spricht auch von e ter bevorstehenden Diktatur. Zum griechisch- bulgarischen Baudenkrieg. Sofia, 3. August.( W. T. B.) Die gegen die Griechen gerich tete Bewegung in der Provinz ist wieder im Wachsen begriffen. Gestern wurde auch in Dobritsch die griechische Kirche von Bulgaren befeßt, ebenso mehrere griechische Klöster. In den Klöstern und Dörfern, in Philoppopel und Stanim werden für die nächste Zeit neue Kundgebungen vorbereitet. Wie die Blätter melden, bes waffnet sich die dortige griechische Bevölkerung, um, falls neue Ausschreitungen vorkommen sollten, sich selbst zu verteidigen. Der be= urlaubt gewesene griechische Agent Balakostas, der von der griechischen Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Teppichfabrit M. Regierung zurüdberufen worden ist, ist heute hier eingetroffen, um der erbärmlichen Logis für die arbeitenden Gehülfen. Brozen u. Sohn, Stralau, haben gestern die Arbeit niedergelegt. gegen die antigriechischen Ausschreitungen bei der bulgarischen Nes Sie empfehlen als besten Arbeitsnachweis den der Gehülfen- Bor Zuzug wird gewarnt. Zentralverband Deutscher Textilarbeiter. gierung Vorstellungen zu erheben. organisation. Die Meister hätten deswegen, wenn sie es Die Gehilfen wollen das gedeihliche Verhältnis zwischen Meister und Gesellen fördern durch Einführung eines angemessenen Lohnes. Sie erstrecken ihre Sorge nicht nur auf das Herbergswesen, sondern verlangen auch die Beseitigung mit ihren Forderungen ernst nehmen, alle Ursachen, die Bestrebungen der Gehülfenschaft zu unterstüßen. Statt dessen Deutfches Reich. Einen glänzenden Kampf um das Koalitionsrecht führen die wollen sie die vernünftig und tolerant denkenden Meister Lithographen und Steindrucker. Es steht geradezu einzig da in der Berantw.Redakt.: Carl Wermuth, Berlin- Birdorf, Inserate verantw.:.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlassanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltunos Nr. 179. 23.IahrMg. KeilP i>tS Lmörls" Kerlim MMR Sounabend. i. August 1906. Meiler, farteigenossen! bedenkt der kämpfenden£itbographen und Bnehbin |nr die ausgesperrten Lithographen und Steiudrucker! Deutschlands fi»d Wetter emgegangen: Lifte S93 Kollegen der Modellsabril Norden 14,—. Geschäftsbücherfabrik Ashelm, Jubiläumsüberschug 23,80. Verband der Graveure u, Ziseleure, Filiale Berlin 50.—. Freier Männer-Chor 2.40. Listen 3374/87 Verband der Steinsetzer 11,20. Verband der Sattler, Ortsverwaltung Berlin, auf Listen 115,30(darunter von den Militärsattlern der Firma Tippelskirch 44,20) A15L0. Liste 3183 Personal der Buchdruckerei Bernhard Paul 9,—. Listen 677 u. 683 Kollegen der Anhaltischen Maschinenfabrik 31,75 Liste 684 dito. (darunter Kranzüberschug 5,20) 26,35. Liste 729 Verband der Töpfer 13,75. Ueberschutz der Dampferpartie der Firma Hohns Rohrleger u. Heiser 5,10. Verband der Schneider a Konto. Listen. 2. Rate 300,—. Liste 1603 Kollegen vom Bau, Leipzigerstr. 66 8,55. Bicrprozente der Tischlerei Försterling, Schmkestr. 21 10,—. Verband der Vcrgolder, a Konto aus Listen, 3. Rate 100,—. Liste 1133 Kollegen der Bautischlerei Walz 8,70. Liste 2959 3,55. Lifte 1048 Kollegen von Frister u. Rogmann, Saal 37 10,80.— Verband der Gcmcindearbciter aus Listen: Von Arbeitern der englischen Gasanstalt Ober-Schöneweide aus Liste 2013 12,85, Gitschinerstratze Liste 2020 0,50. Von der städttschen Gasanstall Schmargendors aus Listen 2052 7,25, 2055 3,40, von der Gasanstalt Tegel Listen 2061 9,60, 2067 4,20, vom städt. Kohlenplatz Liste 2070 1,00, vom Röhrensystem Listen 2074 0,70, 2075 2,90, von der städt. Kanalisation Listen 2089 2,95, 2090 3.70, 2092 4,50, 2094 5,20, von städtischen Stragenreinigern Listen 2114 3,45, 2116 3,25, 2117 2,30, 2122 4,55, 2126 1,60, von Laterncnwärtern Liste 2144 3,70, von den städt. Kranken- und Irrenhäusern Listen 2155 6,30, 2157 2,85, 2162 4,80, 2164 3,20, 2165 13,85, 2166 4,90, 2167 9,—, 2169 0,50, 2171 3,35, 2173 1,75, 2174 3,85, von städt. Parkarbeitern Liste 2185 4,40, von städttschen Arbeitern Schöncbergs Listen 2221 1,—, 2222 1,70, 2224 0,50, 2225 2,65, vom Sanatorium Beelitz Liste 2228 9,50, Lungenheilstätte Beelitz Liste 2229 4,15, von Gemeindcarbeitern Lichtenbergs Liste 2262 8,30. Summa 164,15.— Zentraloerband deutscher Brauereiarbeiter, Berlin, Sektion II: Liste 1861 Schultheitz II 10,45. 1865 Friedrichshain 2,40. 1867 Böhm. Brauhaus 26,60. 1868 Böhm. Brauhaus 17,80. 1877 Viktoria 1 13,15. 2501 Bcrgschlos; 5,75. 2509 schweizergarten 11,80. 2513 Borussia-Brauerei 27,15. 2516 Patzen- hoser II 7,20. 2518 Happoldt 6,95. 2519 Schultheis I 14,20. 2520 Versuchs- und Lehrbraucrci 7,40. 2521 Schloßbr. Schöncbcrg 19,45. 2522 Schlotzbr. Schöncbcrg 8,05. 2523 Schlotzbr. Schöneberg 9,80. 2528 Schultheis! II 14,95. 2529 Schultheitz I 11,05. 2525 Patzcnhoser II 17,35. Summa 231,50.— Verbandslollegcn der Firma Daimler, Mariensclde, aus Listen 2997, 98, 99, 3000, 1, 2, 74,30. A. Fuhrmann 4,—. Liste 3594 Graveure der Firma H. Thiele u. Co. 8,50. Maschinensetzer Conrad 2,50. Liste 2935 Auto Ober-Schöneweide, Kupserschmiede 35,25. Listen 1761 und 2937 Verband der Kupserschmiede 15,10. Liste 3327 8,20. Listen 3328/29 Technisches Bühnenpersonal 9,60. Ortsvcrein Zossener Buchdrucker 32,80. Bertrauensleute Siemens u. Schuckert 100,—. Liste 579 Klcinbau Siemens Ii. Schuckert 8,45. Awert Litz, Pankow 10,65. Bautischlcrei Heinrichs, Pankow 9,60. GewerkschastSkartell Weistensee Listen 3112, 3307/8 25,95. Kollegen und Kolleginnen der A. E.-G. Ackerstratze As. I und As. VII Listen 121 17,75, 122 25,25, 123 11,80, 124 19,50, 125 8,65, 126 40,35, 127 16,15, 128 14,35, 147 15,30, 148 21,75, 149 29,50, 150 27,65, 151 14,30, 152 6,40, Summa 268,65.— Verqnügungskomitee der Buchdr. Horwitz 3,90. Liste 688 Maurer Grabitz 6,85. Liste 3294 Zorn 1,70. Liste 696 Kollegen von Härtung Moabit 11,60. Liste 1789 Grutzeck 1,—. Verband der Sattler Ortsverrv. Berlin aus Listen 21,10. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegrnd, Abt. I und III 6,—, Abt. II 2,20, Abt. V 15.—. Abt. VI 7,35, Abt. VIA 7,70, Abt. Schöneberg u. Steglitz 3,55, Summa 41,80.— Liste 1649 Kollegen der Schristgietzerei Reimann 5,85. Töpser, Bau Müller Rx. Donaustr. 1 1,60. Kollegen der Firma Kallenick 7,00. Buchdruck-HAsSarbeiter des.Vorwärts", RotattonSsaal 5,50. Liste 3591 Koll. bei Palm u. Haase, Automatensabrik, 3. Rate 12,20. Liste 3593 Personal der Druckerei Willi Simon 7,55. Von den Tischlern bei Psast in Hamburg 20,80. Bierprozente Bau Jandors, Kottbuser Brücke 17,10. Kollegen der Tischlerei Franz Anders 8,—. Fuhrhos Wieseler Landpartie 6,—. Liste 1508 Tapezierer und Näherinnen der Firma I. C. Psast 33,25. Kollegen der Möbelsabrik H. U. St. Schulz 31,20. Von der freien Hülsskasse der Maler, Zahlst. W. 24,—. Dachdecker der Firma Plath u. Vogel 5,—. Summa 2042,45 M. Bereits quittiert 21 084,22 M. Im ganzen 23 126.67 M. Weitere Gelder sind zu richten an Ll. K ö r st e n, Engel-User 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftslommisfion. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am Sonntag, den 5., und Montag, den 6. d. M., findet in Französisch-Buchholz daS diesjährige Erntefest statt. Wir ersuchen alle Parteigenossen, welche aus dieser Veranlassung ge- nannten Ort besuchen wollen, ganz besonders die L o k a l l i st e zu beachten. Frei sind nur die Lokale: Klimas Restaurant.Zum Storch", Hauptstr. 59, und Kahnes GesellschaftShaus, Berlinerstr. 39. Folgende Lokale stehen der organisierten Arbeiterschaft nicht zur Ber- fügiing und find daher streng zu meiden: Parkrestaurant (@. Sick). Victoria-Garten(I. Kreitling). Schiitzenhausder Wagenführer Bremse und Sandstreuer zurück, so daß der schwere Wagen gleich zum Stehen gebracht werden konnte. Der Geistesgegenwart des Fahrers war es denn auch zu danken, daß das Mädcken mit äußeren Abschürfungen davonkam. Große Entrüstung rief ein schwerer Unglücksfall hervor, der in der Warschauerstraße durch einen rücksichtslosen Rad- f a h r e r herbeigeführt wurde. In der Nähe der Frankfurter Allee hatte eine etwa vierzigjährige Frau den Fahrdamm überschritten und war von einem Radfahrer, der kein Warnungssignal gegeben hatte, umgerissen und mit solcher Gewalt auf die Straße geschleudert worden, daß sie bewußtlos liegen blieb. Als der Radler sah, welches Unheil er angerichtet, schwang er sich auf die Maschine und wollte ausrücken. Er wurde jedoch von den empörten Passanten verfolgt und auch festgenommen. Die Verunglückte trug man nach der Unfallstation VI, wo der Arzt einen schweren Schädelbruch feststellte. In bedenklichem Zustande liegt die Bedauernswerte jetzt im Kranken- Haus am Fricdrichshain danieder. Ein schweres Unglück hat sich gestern mittag in dem Hause Neue Friedrichstr. 1, Ecke der Schicklerstraße, zugetragen. Ein Arbeiter erlitt dabei den Tod, während zwei Feuerwehrmänner, die den Unglück- lichen retten wollten, schwer erlrankten, so daß sie ins Krankenhaus geschafft tverden mußten. Ueber den traurigen Vorfall wird uns folgendes mitgeteilt: In dem bezeichneten Hause war die Zentralheizung defekt geworden. Gestern sollte der Schaden von dem Maurermeister A u g u st i n aus der Fehrbellinerstr. 31 repariert werden. Er selbst war aber verhindert und sandte deshalb seinen 18jährigen Sohn Kurt. Dieser wollte nun einige Steine in die Heizunzsanlage einmauern und kroch zu diesem Zweck in ein Heizrohr hinein. Jeden- falls waren aber in diesem noch giftige Gase, denn der junge Mann kam nicht wieder zum Vorschein. Man alarmierte daher schleunigst die Feuerwehr, die auch bald mit dem 20. Zuge zur Stelle war. Nun ging es an die Rettung. Die Feuerwehrmänner Schulz und S ü l f l o h n drangen vor und fanden den Verunglückten leblos ein- geklemmt in dem Heizrohr. Um ihn herauszubekommen, mußte sie weit in die Heizröhren hineinkriechen. Kaum hatten sie den jungen Mann ans Tageslicht befördert, als beide Wehrmänner unwohl wurden. Sie hatten sich bei der RettungSarbeit schwere V erg i f t u n g en zu- gezogen. Die Samariter des Löschzuges nahmen sie gleich in Be- Handlung, doch war ihr Znstand derartig, daß man sie unverzüglich nach dem Krankenhause Bethanien schaffte. Alle Wiederbelebungs- versuche bei dem jungen Arbeiter waren erfolglos. Seine Leiche wurde im Laufe des Nachnnttags abgeholt. Die Neuwahlen zur Lrtskrnnkcnkasse ber Schneider sind auf den 13. August von 6 bis 8 Uhr abends festgesetzt. Die Wahlzeit ist zu einer Zeit anberaumt, in der es verhältnismäßig wenigen Mitgliedern möglich ist, ihr Wahlrecht auszuüben. Die Aufsichtsbehörde hat dem- nach auf die bei der letzten Wahl erhobenen Beschwerden keinerlei Rücksicht genommen, un? es gewinnt fast den Anschein, als ob man an gewissen Stellen gar nicht gern sieht, wenn die Mitglieder ihr Wahlrecht ausüben. Selbstverstäildlich findet die Wahl auch diesmal wieder in einem von der'Arbeiterschaft gesperrten Lokal statt, nämlich in KellerS „Neue Philharmonie", Köpenickerstr. 96/97. Nichtsdestoweniger werden auch diese Schwierigkeiten über- wunden werden, und die im Verband organisierten Mitglieder der Kasse werden dafür Sorge tragen, daß sie nicht wieder um die Flüchte ihrer Arbeit geprellt werden. DaS Nord-Straßcnbahuprojekt gescheitert. Der Plan, von der Prenzlauer Allee aus über Pankow, Französisch-Buchholz und Schönerlinde nach Schönwalde und Wandlitz eine elektrische Straßen- bahn herzustellen, ist als gescheitert zu betrachten. Die be- teiligten Gemeinden hatten bekanntlich eine Zinsgarantie von 85 000 M. jährlich gezeichnet, worauf die Firma Siemens u. Halske sich zum Bau der Linie bereit erklärte, doch hat jetzt die Berliner Stadtsynode ihre Absicht, bei Schönlvalde- Basdorf den nörd- lichen Zentralfriedhof anzulegen, aufgegeben. Dem Amtsvorsteher von Französisch-Buchholz ist eine entsprechende Mitteilung von der Synode zugegangen, die er in der gestrigen Gemeindevertretersitzung bekanntgab. Damit fällt das Straßenbahn- Projekt, mit welchem auch der Berliner Magistrat sich schon beschäftigt hatte, weil es ohne den Zentralfriedhof keine Rentabilität verspreche._ Die Hitze und ihre Folgen. Von Tag zu Tag wirkt die große Hitze immer mehr erschlaffend und drückend auf Menschen und Tiere. Die Schäden, die durch die hohe Temperatur verursacht wurden, sind bereits ganz enorm. Wahre Verwüstungen hat idie Glut unter dem Viehbestande, besonders unter den Pferden angerichtet. Seitens der Fuhriverksbesitzer und Ver- kehrsgesellschaften werden zwar alle erdenklichen Gegenmittel ange- wandt, doch sie nützen bei der gegenwärtig herrschenden Hitzeperiode nicht viel. Ganz besonders hart betroffen werden kleinere Händler. welche lange Zeit hindurch sparen mußten, um sich endlich ein Pferd anschaffen zu können, das nun erbarmungslos ein Opfer der Hitze wurde. Auch die Hitzschläge, Sonnenstiche, Tobsuchts- und Ohnmachtsanfälle unter den Menschen häufen sich jetzt von Tag zu Tag. Donnerstag nachmittag wurde auf dem Güterbahnhof in der Frank. furter Allee der Arbeiter Franz Fehlinger vom Hitzschlage getroffen und besinnungslos nach der Unfallstation in der Warschauerstraße gebracht. Er fand dann in dem Krankenhause am Friedrichshain Aufnahme. Ebenfalls ein Opfer der Hitze wurde die Witwe Br. in der Weberstraße. Sie erlitt einen Sonnenstich. In der Chaussee- straße verfiel ein Passant plötzlich in Wutkrämpfe und mußte nach der Unfallstation gebracht werden.— In den Markthallen hat die große Hitze ebenfalls unangenehme Verheerungen angerichtet. Unter den Nahrungsmittelbeständen, besonders unter den Fleisch- und Räucherwaren, macht sich die üble Einwirkung der Hitze recht nachteilig bemerkbar. An Hitzschlag verstorben ist gestern vormittag gegen 9 Uhr der etwa 45 Jahre alte Bauarbeiter Julius Roßmann, Swinemünder- straße 50. Er war auf dem Reubau Berlinerstr. 133 beschäftigt, als er plötzlich vom Hitzschlag getroffen bewußtlos zusammenbrach. Ein Arzt von der Unfallstation XI, welcher sich vergeblich um den Kranken bemühte, requerierte einen Krankenwagen und ließ denselben dem Krankenhaus Westend zuführen. R. starb jedoch auf dem Tranisport._ Waldbrände sind jetzt wieder an der Tagesordnung. Zur War- nung wird deshalb wiederholt mitgeteilt, daß es verboten ist, Feuer im Walde anzuzünden, zu rauchen oder mit brennenden Zigarren zc. Waldungen zu betreten. Auch das Fortwerfen von brennenden Zigarren ist verboten, weil schon viele Brände durch Unachtsamkeit entstanden sind. Die behördlichen Organe find angewiesen, Ueber- tretungen dieses Verbots unnachsichtlich anzuzeigen. Also Vorsicht. Razzia im Treptower Park. Ein starkes Aufgebot von Geheim- Polizisten unter Führung eines Obcrwachtmeistcrs hat gestern im Treptower Park eine Razzia abgehalten. Alles, was keinen Kragen um hatte oder sonst'nach einem Arbeiter aussah und nicht in über- zeugender Weise den Nachweis erbringen konnte, Arbeit zu haben, lwurde tbotz sonstiger Legitimation mitgenomnian und mutzte im geschlossenen Trupp nach der Treptower Polizeiwache marschieren.— Mancher verhaftete anständige Arbeiter mag empört darüber gewesen sein, als Strolch behandelt zu werden und die der- üchtlichen Bemerkungen des„besseren Publikums" über sich ergehen lassen zu müssen. Wenn die Polizei durch ihr Vorgehen nicht elegant oder schlecht gekleidete Arbeitslose vom Besuch des öffentlichen Parks abschrecken will, so kann doch mindestens verlangt werden, daß ein vorgezeigter amtlicher Ausweis über die Person als genügend angesehen und dah wenigstens einem derart legitimierten Menschen eine als schimpflich empfundene Behandlung nicht zuteil wird, ob- gleich auch nicht jeder Spaziergänger stets eine Legitimation mit sich -führt. Ueber ein Bootsunglück wird gemeldet: Am 2. August Uhr vbendS wurde nahe der Lessingbrücke ein Ruderboot, geführt von dem Handlungsgehülfen Heinrich Lefeber, vom Anhang des Schlapp- da'mpfers„Ida" ersaht, so dah es umschlug. Lefeber ist e r- trunken, zwei unbekannte weibliche Insassen sind durch.den Steuermann der„Ida" gerettet worden. Der Verein„Waldschutz", der es sich bekanntlich zunächst zur Aufgabe gestellt hat, die Wälder in der Umgegend Berlins von dem in denselben angehäuften Schmutz zu säubern, und das Publikum immer wieder darauf aufmerksam zu machen, den Wald zu schützen, hat jetzt, wie uns geschrieben wird, ein erstes Zeichen seiner Tätig- keit gegeben. Die Umgebung des Bahnhofs Grunewald, eine der schlimmsten Stellen, ist in einer Länge von 1250 Meter und einer Breite von 260 Meter gesäubert worden. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, datz das Publikum auch selbst dafür sorgen werde, dah nicht wieder so ekelerregende Zustände, wie bisher, einreihen. und jeder dem andern mit gutem Beispiele vorangehen möge. Ein Sittlichkeitövergehen hat am Donnerstagnachmittag ein Mann auf ein SVs jähriges Kind in der Naunynstratze verübt. Die Kleine lvar auf der Straße und wurde von einem Manne, nachdem er ihr fünf Pfennig geschenkt hatte, in ein Haus gelockt, wo an ihr unsittliche Manipulationen vorgenommen wurden. Der Mann wurde festgestellt, leugnet aber jede Schuld. Eine gewaltige Menschenmenge hatte sich gestern nachmittag an der Köpenickerbrücke an der Seite des Engelufers angesammelt. Dort war der etwa sechsjährige Knabe des Arbeiters Schmidt aus der Wrangelstratzc ins Wasser gefallen. Sofort machten sich zwei beherzte Männer ans Rettungswerk, konnten aber den Untergegangenen nicht finden. Erst nach einer Weile gelang es mit Hülfe von herzugecilten Schiffern, den Kleinen aus dem Wasser zu ziehen. In der Aufregung mag wohl niemand daran gedacht haben, sofort einen Arzt zu holen, denn Privatpersonen machten sich daran, Rettungsversuche anzustellen. Erst als diese bei ihrer Samariterarbeit waren, erschien auch ein Schutzmann auf der Bild- fläche und eilte mit nach der Unfallstation, wohin die Helfer das Kind auf den Armen trugen. Dort soll der Kleine wieder ins Leben zurückgerufen worden sein. Bielfach konnte man im tausendköpfigen Publikum abfällige Bemerkungen hören, datz der Beamte erst nach einiger Zeit er- schienen sei, und auch darüber, datz das Kind nicht sofort in einer Droschke nach der Unfallstation geschasft wurde. FeuerVcricht. In der vorletzten Nacht»im 12 Uhr kam auf dem Moabiter Güterbahnhof Feuer aus. Preßkohlen brannten dort. Auch auf dem Frankfurter Güterbahnhof muhte die Feuerwehr einen Kohlenbrand löschen. Ferner brannten Kohlen in der Palisaden- stratze öS, Potsdamerstr. 81 und an andere»» Stellen. Gardinen und anderes gingen in der Weinmeisterstr. 10 in Flammen. Zwei Wohnungsbrände beschäftigten die Feuerwehr in der Koloniestr. 33 und Friedrichstr. 118/1 IS. Vorort- JVacbnchtem Charlottenburg. Automobilunglück. Von einem Automobil überfahren und ge- tötet wurde der bei der Charlottenburger Nachtwachgesellschaft an- gestellte etwa 40 jährige Beamte Andreas Piechocki. P. befand sich auf einem Geschäftsgänge. Als er gestern vormittag gegen 11 Uhr den Fahrweg vor dem Hause Berlinerstr. 137 überschritt, muhte er einem Steinwagen ausweichen, geriet hierbei vor ein aus derselben Richtung kommendes Automobil und wurde so heftig von dem Schutz- bttgel desselben an der rechten Brustseite getroffen, dah ihm der Brustkorb eingedrückt wurde und der Tod aus der Stelle eii»trat- P. wurde im selben Automobil nach der Unfallstation Xl, Hertz- strahe, gebracht. Der Arzt konnte aber nur den bereits eingetretenen Tod feststellen. Rixdorf. Hauseinstürze und drohende Hauseinftürze werden aus Rixdorf gemeldet. Donnerstag abend gegen 7 Uhr stürzte aus dem Hinter- gelände des Grundstücks JSgerstr. 4 ein als Tapeziererwerkstatt be- nutzter zweistöckiger massiver Schuppen zusammen. Bei Aus- schachtungsarbeiten. die für den Bau eines Warenhauses auf dem angrenzenden Grundstück Berlinerstr. 51—53 vorgenommen werden, war man, ohne Absteifung vorzunehmen, bis unter die Grund- »nauern des schon morschen Gebäudes gegangen, wodurch der Ein- stürz herbeigeführt wurde. Als die sofort alarmierte freiwillige Rixdorfer Feuerwehr die stehengebliebenen Reste des Gebäudes nieder- legte, fiel auch die Seitenwand eines Hintergebäudes des Grund- stücks Jägerstrahe 5, in welcher sich eine Tischlerwerkstatt befindet. zusammen. Personen wurden glücklicherweise nicht ernstlich verletzt. Nur die 5jährige Tochter Lydia des Schneidermeisters Falkenberg, die im Moment der Katastrophe an der Unfallstelle spielte, sowie auch später einige Feuerwehrleute erlitten leichte Kontusionen, welche jedoch ein ärztliches Eingreifen nicht erforderlich machten. Wie die Feuerwehr feststellte, droht auch der vierstöckige Seiten- flügel des Hauses Jägerstratze 4 einzustürzen. Die hintere Front- mauer hat sich erheblich gesenkt und zeigt klaffende Risse. Aus Ver- ..anlassung der Bmlpolizei mutz das HauS von den Mietern schleunigst geräumt werden. Auch hier ist die Einsturzgesahr durch Unterlassung der notwendigen Absteifungen gelegentlich der Ausschachtungsarbeiten für den WarenhauSne»lbau herbeigeführt. Pankow. Am Donnerstag erfolgte die Einführung deS neuen Bürger- meisters Kühr a»ls Burg. Stellvertretender Amts- und Gemeinde- Vorsteher Schmidt eröffnete die Sitzung mit dem Hinweis auf die Einführung, worauf der Landrat des Kreises Nieder-Barnim Graf Rödern mlt einer Ansprache den Biirger»»eister begrühte und dein- selben die Bestätigungsurknnde überreichte. Nach einer Rede des Stellvertreters, die auf die Aufgaben Bezug iiahm, die dem»»encn AmtSvorsteher zufallen, nahm derselbe das Wort, um in längeren Ausführungen fein Programm zu entwickeln und das Versprechen abzugeben, seine ganze Kraft der Geineinde zu widmen. Namens der Gemeindevertretling nahm Professor Mendel als der älteste der Vertreter das Wort, um den ne»lei» Herrn willkommen zu heitzen. In» Sitzungsfaale hatten außer den Geineindevertretern sämtliche Gemeindebeainte», Aufstellung gönomm»l>. Nach Schluß der offiziellen Feier wurde die„weitere Tagesordnung" im RaisMex zwangslos beim Glase Bier erledigt. Treptow-Baumschulenweg. Die gestrige Gcmcinderatssitzung konnte ihre Tagesordnung nicht erledigen, da die bürgerlichen Gemeindeväter zum großen Teil die Sitzung schwänzten. Mag sein, dah die tropische Hitze schuld daran war. Die Erledigung der Tagesordnung mutz deshalb in einer späteren bis jetzt noch nicht festgesetzten Sitzung geschehen. Schmargendorf. lieber einen brutalen Roheitsakt eines Kutschers, der sich in der Friedrichshallerstrahe zugetragen hat, wird aus Schmargendorf be- richtet: Der Kutscher Gerlach, der ein Fuhrwerk der Firma Kurz lenkte, schlug, als die durch die Hitze ermatteten Pferde die schwere Last nicht»nehr fortbewegen konnten, mit dem umgekehrten Peitschen- stock auf die Tiere ein. Als auch dies nichts half, zog der rohe Geselle das Taschenmesser und stach damit»vütend auf die armen Tiere los. Hinzueilende Passantel» sorgten für die Festnahme des Kutschers. Ein hinzugezogener Tierarzt stellte fest, dah die Pferde eine ganze Reihe gefährlicher Messerstiche erhalten hatten. Einem der Tiere war die Hauptader durchstochen worden. Wenn die Darstellung richtig ist, so hat sich der Kutscher eine Roheit zuschlllden kommen lassen, die anfs nachdrücklichste verurteilt werden muh. Ober-Schöneweide. Todrssturz eines Kindes. Eine traurige Ueberraschung wurde in der gestrigen Nacht dem Buschffchen Ehepaar in der Wilhelininen- Hofstrahe 65 in Ober-Schöneweide zu teil. Die beiden waren abends zu einer Geburtstagsfeier fortgegangen und hatten vorher das vier- jährige Töchtercben zu Bett gelegt. Als sie dann nachts heimkehrten, stieß B. vor dem Wohnhause mit dem Fuh an einen menschlichen Körper. Als er sich danach bückte, entdeckte er zu seine»» Entsetzen, daß es die Leiche seines eigenen Kindes war. Die Kleine war während der Abivesenheit der Eltern aus dem Bett geklettert, auf das Fensterbrett hinaufgestiegen und abgestürzt. Spandau. Ein prügelnder BadcanstaltSpächter. Die«Spand. Ztg." erhielt folgendes Eingesandt: „Als regelmäßige Besucher der städtischen Frcibadeanstalt hatten »vir schon öfter Gelegenheit, ein sehr Ivenig zuvorkommendes Ver- halten des Pächters zu beobachten. Gestern, Dienstagabend, waren wir nun Zeugen eines Vorfalles, der»niter den anwesenden Ve- suchern des Freibades eine geitusie Aufregung hervorrief. Ein Knabe, der irgend eine»» Streich verübt haben mochte, wurde von den» Pächter gezüchtigt und lief in seiner Angst ins Wasser, wurde aber herausgeholt und nochmals geschlagen. Ein junger Mann, der sich darüber aufhielt, erhielt kurzerhand eine Ohrfeige. Als sich ältere Leute ins Mittel legten und den Pächter darauf aufmerksam machten, daß sein Verhalten doch wohl nicht angebracht sei, wurde ihnen erwidert, daß sie das nichts anginge; er, der Pächter, wisse, ivas er zu tun habe,»>nd wein das nicht passe, der brauche ja nicht wiederzukommen. Eine Anzahl Personen zog es denn auch wirklich vor, die Anstalt zu verlassen usw. Der Pächter scheint recht eigenartige Änsichten von seinen Be- fugnissen zu haben. Es ist durchaus nicht von dem guten Willen des Pächters abhängig, ob Personen in einer so geineimiützigen Anstalt geduldet werden oder nicht. Es ist jedenfalls geboten, hier sofort elne Untersuchung einzuleiten. Der Mann hat wohl für Ordnung zu sorgen, aber kein Recht zum Schlagen. Es sind über- Haupt schon nach verschiedenen anderen Richtungen Klagen laut ge- worden. Vielleicht nehnicn sich die sozialdemokratischen Stadtver- ordneten der Sache an und sorgen dafür, daß dein Pächter Pasternack einmal klar geinacht wird, daß er der Badenden wegen da ist und nicht uingelehrt. Potsdam. Ein brennendes Motorboot auf der Havel gegenüber dem Park von Babelsberg erregte Mittwoch abend nach 9 Uhr die Ailfmerksam- keit zahlreicher Dampsschiffpasiagicre, Ruderer uiid Segler und ver- anlaßt« das Einschreiten der Potsdamer Feuerwehr. Das Motorboot gehörte dein Berliner Banldireltor Siegmund Rosenstcin. Er hatte es zu einer Ausfahrt benutzt, wobei sich die Schraubenwelle warm gelaufen halte»md daher in Brand geraten war, der schnell die Kajüte mit Ausrüstung in Mitleidenschaft zog. Da das Motorboot 60 Meter vom Ufer entfernt lag, mußte die Feuerwehr in einem Kahn zur Brandstelle gefahren werde», wobei sie eine weittragende Gasspritze mit sich führte, mit deren Hülfe sie bald die helllenchtenden Flammen, die einen nicht unbedeutenden Schaden veranlahten. er- sticken konnte. Gerichts-Deining. Doch sein Junge. „Der Mann hat mir in meine heiligsten Vatergefühle gekränkt und dafür stehe ick nu hier uff de Anklagebank, wo se sonjjen die Raubmörder verknacken. Ree, ick weeß»»ich mehr wat ick sagen soll, na meineswegeu„kiut justitia". Mit diesen Worten betrat gestern der Schuhmachermeister Wilhelm W. die Anklagebank des hiesigen Schöffengerichts I. vor de»n er sich wegen Körperverletzung verant- Worten sollte.„Also Angellagter," begann der Vorsitzende die Ver- nehmung,„Sie werden beschuldigt. Ihren ehemaligen Freund, den Malermeister Klein, mit einem Weißbierglase mißhandelt zu haben. Was haben Sie darauf zu erwidern?"— Angeklagter: „Geehrter Herr Amtsgerichtshof, ick bekenne mir weder für schuldig noch für unschuldig. Mein Freund, der Klein, hat mir so in die Rage gebracht, det ick ihn vielleicht voch hätte dotschlagen können. Aber ick kann Ihnen nur sagen, Herr Amtsgerichtshof, wenn Ihnen det passieren täte, det eener. sagen dut, Sie sind jar»ich der Vater Jhret eben frischjeborenen Hungen— ick jloobe, Sie würden ooch— ach so,»ck sehe eben, Sie sind ja jar»ich vaheiratet, na danken Se Jott I"—Vors.:„Angeklagter, lassen Sie meine Person gefälligst aus dem Spiele und kommen Sie endlich zur Sache."— A n g e k l.: „Na, Jotte doch, nehmen Sie mir det nich iebel. aber ick bin zu»ff- geregt noch über die Jemeinheit. Ick wer' Ihn' nu»nal den janzen Kaleika erzählen. Ick bin seit finf Jahren jlücklicher Ehemann und habe mir ooch dabei ganz wohl gefühlt. Meine Olle kann nämlich een feinen Jänsebraten machen, bloß eens kann s» „ich und det is mein stiller Jram. Finf Jahre sagen wir uns NU mit een herzhaften Kuß„jute Nacht", aber wir sind immer noch alleene. Det janze Wäschspinde is schon voll Windeln, Kinder- kleider und sonstige Säuglingspräparate, aber wat da rin gehört, det kommt nich. Na, ick bin nich dran Schuld, meine Olle sacht, sie ooch nich I Na denken se sich die Kreide, wie ick höre, oet ick seitem vorichtcn Aujust in jute Hoffnung bin. An meine sämtliche Knöppe Hab'»ck's ausgeknobelt, und selbst bei die Frau, die aus Eidotter wahr sagt, bin ick gelvesen, ob's een Junge oder een Mächen wird. Ick fache Ihnen, als die Einzugs- feierlichkeitcu meines Jüngsten in die Welt stattfanden, war»ck janz aus dem Häuseken. Mir wollten se bloß immer nich rin lasse», dafür konnte ick aber Kamillentee kochen und wärmet Wasser heiß machen. Endlich konnte ick rufen: Hurra een Junge. Voller Freude renn ick nu abends in meine Stamn, kneipe in die Strelitzerstraße, um den Jungen düchtig naß zu machen. Als ick mein Jlück erzählen dhue. fangen se uff eenmal alle an zu lachen. trotzdem haben se aber alle feste uff meine Rechnung jekneipt. Uff eenmal fragt mir mein Freund Klein so recht höhnisch, wie ick mir denn so als zweeter Vater fichle. Ick verstehe ihn erst jar»»ich, dann aber merke ick Lunte. Als ick nu süchtig werde, lacht»nir der jemeine Mensch aus und sacht:„Mensch, Willem, Du jlobst doch nich ctiva, det der Junge Deiner alleene is, von dem jehört Dir doch höchstens eeit Been. Frag' man Deine Oll». die weeß et noch besser." Nu aber platzte mir doch die Jalle; wie det kam, weeß ick nich mehr, mit een Mal hatte Klein mein vollct Weißbierjlas als Helm nff'n Kopp."— V o r s.: „Es Ivird wohl etwas anders gewesen sein, denn wie Sie es schildern, kann Klein nicht Verletzungen durch die Scherben davontragen."— Von den Zeugen wird der Sachverhalt in ähnlicher Weise wie vom Angeklagten geschildert, so daß der Gerichtshof zu einem Freispruch kam, da der biedere Meister Knieriem eine schwere Beleidigung auf der Stelle durch eine Tätlichkeit erwidert hatte. Freudestrahlend ver- ließ der nun doppell glückliche Vater den Gerichlssaal mit den Worten:„Und et is doch mein Junge!" Ocffeutliche Bibliotbek und Lesehalle zu uuentgeltltche« ve- Nutzung für jedermanii, SW., Alerandrincnstr. 26. Geöffnet täglich von 51/,— 10 Uhr-»bends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 und 3—6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeilschrijten jeder Art und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 5. August er., vormittags 8'/, Uhr im Rathause(Etriaang Jüdenslraxe). Saal 109� Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Dorniitlags 10'/, Uhr in der Schulaula, kleine Franksurterstr. 6: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: Darwins Weltanschauung. I. Herren und Damen als Gäste sehr willkommen.— Nachmittags 4 Uhr: Sommcrfeft in Wernaus Garten m»d gestsaal, Schwcdterslr. 23/24, Konzert, Theater, Tanz. Sozialdemokratischer Diskuticrklub„Freie Zusammenkunft». Heule Sonnabend, abends pünktlich'/,10 Uhr, Sitzung im Gemerkschafts- hause, Zimmer 16. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über Tagcssragcn(Generalstreik»c.). 2. Klubangelegenheiten. Gäste willkommen. Der Vorstand. Berein der Buchdrucker und Schrtftgiesicr für Rixdorf-Britz. Sonntag, den 5. August, nachmittags 2 Uhr, im Zieslaurant Vollmer, Her- mannftraße. Ecke Zicthenstrage: Vercinsversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Besprechung über das Sristungsscst. 3. Vortrag des Kollegen A. Henze:„Blütciilcse aus sicbcnuhrs Dichtungen-.— Sonntag, den 26. August, nachmittags: Familienausflug nach Körners Wäldchen tn Britz(Buschkrug). Tie Abteilung Lichtenberg-Nnmiiielsburg der Freien Jugend- organifation hält am Sonnabend, den 4. August er., abends 8 Uhr, bei Sctzcpsandt, Rummelsburg, Gocthestr. 9, eine Versammlung ab. Wir Hilten die Partei- und Gewcrkschastsgcnosscn, ihre Söhne und Töchter im Mer von 14—18 Jahren auf die Versammlung hinzuweisen. Vermischtes. Feuer in der Mailänder Ausstellung. Die Internationale AuSstellliug in Mailand ist gestern früh von eitler schweren Brandkatastrophe heimgesucht worden. Es wird da« rüber folgendes telegraphiert: Mailand, 3. Augitst. Um 5 Uhr früh standen in der Ausstellung die italienische und die ungarische Sektion der Abteilmig für dekorative Kunst sowie ein Teil der Sektion für Architektur in Flammen, eS gelang aber, der weiterei» Ansdehmmg des Feuers Einhalt zu tun. Einiges aus der ungarischen Sektion für dekorative Kunst konnte ge- rettet werden. Gefahr für andere Teile der Ausstellung besteht nicht. Die deutschen Abteilniigen, das Postmuseun» und die Fischerei- ausstellimg sind unversehrt. lieber die Ursache des Brandes wird berichtet: Man glaubt. daß der Brand in der Ausstellung auf Kurzschluß in einer elektrischen Leitung zurückzuführen ist; der Verdacht elnes Verbrechens erscheint ausgeschlossen. Auf der Brandstätte arbeiten die Feuerwehr und Truppenabteilungen. In den Abteilungen für dekorative Kunst sind die deutsche, englische, russische, niederländische, japanische, persische, türkische und die chinesische Sektion unversehrt geblieben, während die italienische und die ungarische vernichtet sind. Auch ein Pavillon der Abteilung für italienische Baukunst ist zerstört. Der Schaden wird auf etwa 4 Millionen Lire geschätzt. Abgestürzt. Eine Gesellschaft von Touristen, bestehend aus dem Berliner Akademiker Heinrich Sigert und einen» Kaufmann samt seinen Söhnen aus Hannover,»st vom Grohglockner ab- g e st ü r z t und hat sich zlenilich schwer verletzt. I m in e n st a d t, 3. August. Bei Besteigung des Berges Kleiner Wilder stürzten der Tourist Blank und der Träger Müller aus Oberstdors ab und blieben tot. Ein zweiter Tourist blieb un- verletzt._ Berliner Marktpreise. Aus dem amtliche» Bericht der städtischen Marklhallcn-Direktion.(Grosthaiidel.) Rindfleisch la 68—73 pr. 100 Pfd., IIa 62—67, Ufa 56—60, IVa 60—54, englische Bullen- 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100—110, la 82-88, Ha 72-80, lila 60-70. Hammelfleisch la 77-82, IIa 67-75. Schweinefleisch 65— 71. Rehböcke la per Pfd. 0,60—0,75, Ha 0,25—0,59. Rotwild ja mit Abschußattest per Pjd. 0,50—0,57. Damwild 0,50—0,60. Wildschweine per Psd. 0,15—0,31. Frischlinge 0,00. Kaninchen pe»' Stück 0,10—0,50. Wildenten la per Stück 1,15—1,40, IIa 0,50—0.75. Krickenten per Stück 0,00. Bitasftlicil 0,00. Hühner, alt». Per Stück 1,50—2,50, alte IIa 1,00—1,20, junge, per Stück 0,60-0,95. Taube». junge, per Stück 0,20—0,51, alte 0,00. Ente», junge per Stück 1,60—2,40, alte Per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per Psnnd 0,60—0,66, IIa 0.55—0,58, la per Stück 3,00 bis 4,50. IIa 1,80—8,00. Poulets p. Stück 0,00, do. klein 0,40—0,80, Hechte per 100 Psd. 99—115. Zander 0,00. Schleie 102-116. Bleie 52-56. Aale, groß 124—126, mittel 114—119, klein 0,00, lmsortlcrt79— 98. Plötzen 0,00. ttarpfcn 90—92. Barse 0,00. Karauschen 0,00, steine 0,00. Bunte Fgcheöl— 70. Ameril. Lachs I neuer per IM Psd. 110—130. do. II neuer 90— IM, do. III neuer 50—75. Seelachs 15—20. Flundern, pomm. I, per Schock 9,M. do. pomin. II 2—4. Flundern, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, do. Nein per Kiste 0,M. Bücklinge, per Wall Kieler 3—5, Stralsunder 4—5. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0,80— 1,M, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 2—4, do. >j, Kiste 1,50—2,50. Kabliau, geräuchert, per IM Psd. 15, M. Sardellen. 1902er, per Anker 86.M. Ig04er 85,M, IMöer 80.M. Schottische Vollherings 1905 O.M. iarge 40-44, lull. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Heringe, neue Matjcs, per'/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 22—30, mittel 13,50, kleine 0,00, unsortiert 6,50—12,50. Galizier, mittel 0,00. Eier per Schock 3,75—3,30. Butter per IM Psd. la 114-116, IIa 110—113. lila 105-108, absallende 95-1M. Saure Gurken, neue, schock 4,M, Piestcrgurkcn 4,50. Kartosteln per IM Psd. Rosen 1,75— 2,M, neue runde 2,25—2,50, neue blaue 2,50—2,75, neue t erbst er 2,25—2,50. Spinal, p. 100 Psd. 10—15. Karotten p. Schock 2.50—3,00. elleiie, hiesige, P.Schock 1,25— 2, M. Zwiebeln IMPsd. 3,75—4, Pclerfilte, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi, p. Schock 0,75— 1,00. Retttg. bahr., P. Schock 2,40 bis 4,30. Radicschen, p. Schock-Bd. 0,60— 0.70. Salat, p. Schock 1,25—1,70. Bohnen grüne, per 100 Pfo. 4—10. WachSbohncn 8—10. Pnstbohnen 5—8, Schoten per 100 Psd. 11—16. Psesferlinge per 100 Psd. 20—26. Mohrrüben per IM Psd. 4.M— 4,50. Blumenkohl per Mandel 1,00—2,20. Wirsingkohl ver Mandel 1,00—1,50. Rotkohl p. Mandel 2-2,50, Weißkohl p. Mandel 1,50 bis 2,50. Steinpilze p. 100 Pfd. 25—30. Gurken, Zerbstcr, Schock 0.75— 1,M, do. Einlege-, e-chock 2,00—2,50. do. Rothenburger 2— 3,25. Kohnüben, Mandel 1,00— 1,25. Birnen, italienische per 100 Psd. 14—35, schtosische 5—20, Tiroler 18— 27, Weinbimen 10—12, böhmische 6—12. Acpscl, Ungar. per 100 Pfund 12— 16, italienische 12—15, hiesige 8—16. Preißclbecren 12— 18. Kirschen, per IM Psd. Natten, Werdersche l5— 30. Natten 18—30, sauere 15—22. Blaubeeren per 100 Psd. 15—23. Pflaumen,»tat runde dunkle per IM Psd. 23—30, ital. lange gelbe 15—22, ilal. runde 15—25, ungarische 10—15, hiesige 8—25, Reineclaude 10—22. Zitronen, Mesfina 300 Stück 13,00-20,00, 860 Stück 12,00—16,00, 200 Stück 7,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Pfirsiche, Werdersche per IM Psd. 25-35. sranzöstsch, 20-40, ttatlenische I Kiste 1,80-2.20, do. II Kiste 1,20—1,50, do. III Kiste 1,40—1,50, do. in Körben per IM Pjd. 35—40. «ttternngSüberslcht von, S August i'JUö, morgen«» Ilh». Wetter Prognose für Sonnabend, den 4. August 1000. Sin wenig kühler, vielfach heiler bei mäßigen südwestlichen Winden und etwas Neigung zu Geiuittern. Berliner Wetter du rruu. Wasserstand am 2. Angnst. Elbe bei Aussig-s- 0.03 Meter, bei Dresden— 1,24 Meter, bei Magdeburg-s- 1.21 Reter.— II» st r»> t bei Straußsurt-f 1,30 Meter.— Oder bei Ratibor 4- 1,23 Meter, bei Breslau Oberpcgcl-s- 4,95 Meter, bei Breslau Unterpegcl— 1.30 Meter, bei äranksurt 4- 1,10 Meter.— Weichsel bei Brahcinünde-s- 2,82 Meter.— > a r 1 h» bei Posen+ 0,08 Meter.— R e tz» bei Usch-ff 0.40 Meter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 4. August. Anfang 7% Uhr. Neues Operntheater. Mignon. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Die luftige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Morwit- Oper: Der Nattenfänger von Hameln. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Zapfenstreich. Komische Oper. Figaros Hochzeit. Zentral. Nanon. Trianon. Die herbe Frucht. Lustspielhaus. Unsere State. Kleines. Ein idealer Gatte. Carl Weik. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo Berlin im Omnibus. Das Urania Tauben. str. 48/49. Täglich abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Sternwarte Invaliden. str.57/ 62. 0OLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., b. 6 Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater). Schiller- Theater N.( Stiebr. Bilb. b.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Morwin- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Sonntag, nach m. 3 Uhr, bei halben Preisen: Zar und Zimmermann. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Zapfenstreich. Gonntag, nach m. 3 Uhr, lekte Schauspielborstell. vor d. Ferien: Zapfenstreich. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel der Morwit- Oper: Die Afrikanerin. D. Postillion v. Lonjumeau Jm Garten tägl. gr. Militär- Konzert. astans Panoptikum Ca Dreyfus Friedrichstraße 165. Esterhazy Oberst Picquard Schreckenskammer 1389L* Hennig Max Johannes und feiner Hiebert Frau die herzlichsten Glückwünsche 3476 zur heutigen Vermählung! Die Kollegen der Kocher- Abteilung Sektion IV( Engl. Gasanstalt). Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Am 1. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Hermann Grünig Brunnenstr. 101. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, 5. August, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Sebastianin Reinickendorf, HumDiez' Spezialitäten- Theater.ee, Patt Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). Mae Bib Spesialnätet egen toloffaler Nachfrage bis 30. Augufi prolongiert. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Brager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Seiterkeitserfolg! Großer andauernder Täglich: ( Sonntags Vorführung) Urania. Taubenstraße 48/40 Berlin im Omnibus. zweimalige Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Sonnabend und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Ein idealer Gatte. Sonntag und folgende Tage: Ein idealer Gatte. 0000000 000000 Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Mignon. Sonntag: Gastspiel Franceschina Prevosti: Der Barbier von Sevilla. Cavalleria rusticana. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Sonnabend, 4. August, abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag bei volkstüml. Preisen: Die Bohème. Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Lustspielhaus. Täglich abends Unsere Käte. 8 Uhr: Sommerpreise: Part. Fauteuil 3,20. Sente Trianon- Theater 8: Die herbe Frucht. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr. Operette Nanon. in 3 aften. Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Eröffnungs- Programm. 14 erstklassige Spezialitäten! Metropol- Theater Wiederauftreten Henry Bender, Josef Giampietro, Fritzi Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesäng u. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Dazu: Gute Spezialitäten! Anf. 8 Uhr. Ab 7, Uhr: Gartenkonz. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Schweizer Garten 16 Löwen Die größte Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/5 Der Vorstand. Sensation und Freie Vereinigung d. Bauarbeiter befte Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Domptense mit noch nie gesehenen Tricks. 11 Uhr abends: Fütterung fämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs und das neue beste Programm Berline.. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugskarten find gültig. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am 1. August starb unser Mitglied, der Kollege Hermann Grüning. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. August, nachmittags Uhr, von der Reichenhalle des Sebastian- Stirchhofes in Refnident dorf, Humboldtstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 31/5 Der Vorstand. Am 2. August entschlief sanft nach furzem, schwerem Leiden mein imuiggeliebter Sohn Spezialitätenvorstellung Willy Pohlke Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Rim Stönigstorm Friedrichshain. Bernhard Rose- Theater Borussia- Theater. Festsäle Theater- Vorstellung, Spezialitäten u. Ball. ,, Auf der Liebes- Insel". Operetten- Burleste in 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren dressierten Bären. Piccards amerit. Pantomime: Die Einbrecher v. New York. Jeden Mittwoch: Kinder Freuden- eft. Damentanz frei. M Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Tags: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel." Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Sommerfest der Steinfeger und verw. Gewerbe. Konzert, Theater, Spezialitäten. 11. a.: " Arbeit schändet nicht". Anf. 6 Uhr. Kaffeeküche 3 Uhr. Ball. Bei schlecht. Wett. Borstell. im Saale. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten neue August- Programm! Harry Steiner Geschw. Bollini Max Franconi Garreton Truppe. ,, Auf fremder Erde". Gr. Ausstattungsstüd mit Gefang. Tanz in 3 Bildern von Hugo Schula. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Jed. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Volksbeluftigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich das SensationsAugust Program m. Steffen Bros Korbspringer- Afrobaten( amerikanische Neuheit). Paul Coradini. Miß Sarret. La Matchiche. The Cabanis. Jnh.: J. Leschkowski Ackerstr. 6/7. Teleph.: Amt III, 2674. 4 elegante Festfäle, 150, 300, 800 Personen fassend, mit Bühnen, für Hochzeiten, Vereinsfestlichkeiten, Bersammlungen bestens empfohlen. Mittwoch im 16. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Fr. Pohlke, Berlin- Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Die Beerdigung findet am Mon tag, den 6. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichs felde aus statt. 3376 Verhand d.Verwaltungsbeamten der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe Berlin, Brandenburg und Mecklenburg. Am 1. ds. Mts. verstarb unser langjähriges Mitglied Hugo Opitz ( Drtstrantentasse d. Schneider ze.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Dreifaltigkeitsfirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 266b Der Vorstand. Am 1. August starb nach kurzem schwerem Krantenlager mein treuer Mitarbeiter Arthur Meyer Löwestraße 5 im 34. Lebensjahre. Ich verliere in dem Entschlafenen und einen äußerst tüchtigen fleißigen Arbeiter, dessen Andenken ich stets in Ehren halten werde. Karl Wünsch, Lederwaren- Fabrikant. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 4. August, nachmittags 5 Uhr, auf dem AuferstehungsKirchhof, Weißensee, statt. 3436 Zentralverband der Handlungsgehülfen u. Gehülfinnen Deutschl. Bezirk Berlin. Todes- Anzeige. Am 1. d. Mts. verstarb unser Mitglied Ernst Hans Bankstr. 46. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, bon der Halle des Dantes- Kirchhofes in Reinickendorf Weft, Blankestraße, aus statt. 71/7 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Geben White Großer Ball. Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umgegend. und Sonntag: Tanzschule S. Weber. Anfang neuer Kurse jeden Monat. Der Verschwender. Täglich Musikerbörse 10-2 Uhr. Anfang 4, Uhr. Sanssouci. Kottbuser -Straße4a. Sonntg., Montg. Donnerst. und Sonnabend: Ostbahn- Park Hoffmanns Nordd. Sänger Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 und Tanzkränzchen. Stets wechselndes Progr.! Familie Pinte bei Barons. Nulpe vor Gericht. Hermann Imbs. Täglich: Entr. 30 Bf., num. Bl. 50 Bf. Gr. Konzert, Theater- und 3m Borgart: Freikonzert. Spezialitäten- Vorstellung. Somnt.Beg. 5, Wochent. 8U, Großes Sportfeft veranstaltet Arb.- Ringsportverein„ Victoria", Adlershof bom unter Mitwirkung des Arbeiter- Athletenbundes Deutschlands in Robert Bayers Gesellschaftshaus, Adlershof, Bismarckstraße Nr. 10. 265/18 Hochinteressante Ringkämpfe. Im Saale: Großer Ball. ☐ Die Kaffeeküche steht den geehrten Gästen von 3 Uhr an zur Verfügung. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Todes- Anzeige. Am 1. d. M. verstarb nach schwerem Krankenlager unser lieber Sangesbruder, langjähriger Revisor des Bundes Ernst Hans. Der Bund wird ihm ein treues Andenken bewahren! Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Dankes- Kirchhofes, Reinickendorf- West, Blankestraße, aus statt. 16/14 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Zurückgekehrt Dr. Zadek. Tel. IV 3630 Dresdenerstr. 109. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. 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Verbindung mit größter Film Nach Krampenburg: matt 56 dapt 80 Bramber Abfahrt in Berlin Stralauer- Brüde, Ede Baiſen- Brüde vormittags 8% Uhr von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Carl Weiß- Theater. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Lebensbild in 5 Att. v. Hedwig Abf. Im Sommergarten: Neues großes August- Programm. Anf. 5 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten beztv. in den unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. 000 Hinfahrt 50 Pf. Rüdfahrt 50 Bf. Kinder die Hälfte. Rüdfahrt 8 Uhr abends. Nachmittags 2% Uhr. Reederei Kahnt& Hertzer. II. Nach Friedrichshagen zum Sängerfest: Ginfache Fahri 80 Pi. 18912 Restaurant ,, Waldhaus Rauchfangswerder" Eduard Rutkowsky. 800 000 Vorortstation Zeuthen. Am Zeuthener See. Den hochverehrten Vereinen und Gesellschaften, die noch ihre Partien nach Rauchfangswerder machen, zur geft. Mitteilung, daß ich den Betrieb des Geschäftes übernommen habe. Sämtliche mit Herrn Karl Römisch getroffenen Abmachungen und Bereinbarungen sind auch für mich verbindlich, und bitte ich, auf etwaige Buschristen oder Abratungen von seiten des p. Nömisch nicht zu achten. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, für gute Aufnahme und vorzügliche Be wirtung bestens Sorge zu tragen. 17872 Eduard Rutkowsky, Restaurant ,, Waldhaus Rauchfangswerder". und nachmittags 2 Uhr. Fahrpreis: Hinfahrt 50 Bf., Rüdfahrt 50 31. Restaurant Karl Schrader- Hof Liebenwalderstr. 36( Snhaber Otto Lehmann) empfiehlt seinen Saal zu Bersammlungen und Festlichkeiten; jeden Sonntag Familienabend. 8366 Blitz- Schnell tommt man mit der Hochbahn zu Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. 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Für den 1. Bezirk findet die Sigung bei Merkowski, Andreasstr. 26, statt. Tagesordnung: Empfang nahme der neuen Tarife und Diskussion über denselben. Die Beitrag zahlung braucht an diesem Tage nicht stattzufinden. Der Obmann. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. ( Zweigverein Berlin und Umgegend.) Sonntag, den 5. August, vormittags 10 Uhr, finden in allen Bezirken und Sektionen des ganzen Zweigvereinsgebietes Mitglieder- Versammlungen in den bekannten Lokalen statt; nur in den Bezirken und Sektionen, wo die polizeilichen Vorschriften sowie die Lokalfrage es nicht zulassen, finden dieselben nachmittags statt. Tagesordnung in allen Versammlungen: Erfahwahl des ersten Bevollmächtigten. 35/ 17* Besondere Bekanntmachungen sowie Ausgabe von Handzetteln erfolgen nicht, forge ein jeder für guten Versammlungsbesuch. Der Zweigvereinsvorstand. Verein der Lederarbeiter. Berlin I. Sonntag, vormittags 812 Uhr, im ,, Marienbad", Badstr. 35/36: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Schlichtungskommission. 6. Abrechnung vom II. Quartal. 4. Verschiedenes. 265/20 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. C. Weiß, Vorsitzender. ff. Weissbier = ringfrei offeriert Bergbrauerei Berlin N. 4, Bergstraße 22. Telephon: Amt III, 1412. 1890L* DDDDDDDDD Turnverein$ 1 ( Mitglied des ArbeiterFichte Turner- Bundes). Sonnabend, den 4. August 1906: Großes Vereins- Sommerfest in der Hasenheide 108-114. ,, Neuen Welt" Hasenheide 108-114. Turnerische Aufführungen Konzert Spezialitäten Kinderbelustigungen aller Art. Um 9 Uhr: Kinder- Fackelpolonäse. Jedes Kind erhält 2 Bons gratis, gültig für 1 Stocklaterne, Rutschbahn, Schaukel oder Karussell. Anfang 4 Uhr. Eintritt 25 Pf. Von 6 Uhr ab in allen Sälen: Tanz. Herren: 50 Pf. DDDDDDDDD Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. 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Preis 1 M. Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt. 27. Jahrgang. 1906. Preis 2 M. Wie entstanden Weltall und Menschheit? Hat Gott die Welt aus dem Nichts geschaffen? Hatten die ersten Menschen, Adam und Eva, keine Vorfahren? Bon Billy Petersen- Kinberg. Mit zahlreichen farbigen und schwarzen Tafeln, Starten, Beilagen und Tertabbildungen. In besserer Ausstattung 50 ẞf. Die Sozialdemokratie und die fatholische Kirche. Von Karl Kautsky. Neue Auflage. Preis 30 Pf. In besserer Ausstattung 75 Pf. Führer durch das Gewerbe- Unfallversicherungs- Gesek. Ueberfichtlich zusammengestellt nach der am 1. Oftober 1900 in Straft getretenen Fassung des Gesetzes. Mit ausführlichem Inhaltsver zeichnis und Sachregister. Dritte verbesserte Auflage. $ Preis 25 Pf. Führer durch das Invalidenversicherungs Gesetz. Ueberfichtlich zusammengestellt nach der am 1. Januar 1900 in Straft getretenen neuen Fassung des Ge setzes. Mit ausführlichem Inhaltsverzeichnis, Sachregister und For mularen. Dritte vermehrte Auflage. Preis 30 Pf. Der Neue Welt Kalender für 1907. Preis 40 Pf. Zu beziehen durch die Preis 2,- M. Gebunden 2,80 M. Wenn die Menschen reif zur Liebe werden. Eine Reihe von Aufsägen über das Verhältnis der beiden Geschlechter. Von Edward Carpenter. Einzig autorifierte Uebersehung von Dr. Karl Federn. Neue Auflage. Preis 3 M. Gebunden 4 M. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW 68, Lindenstr. 69, Laden. 234/ 12* 129 Sfaliterftr. 129. Hochbahustation Rottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/13 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. En gros. Export. En detail. Chausseestr.24a/ 25.Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Das 29. Haupt- Breisbuch 1906 wird fostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite 17222* anzugeben. 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