Nr. 181. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfa. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Des Reiches Herrlichkeit. Dienstag, den 7. August 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Zoll- und Handelsverein am 1. Januar 1834 ins Aber troballedem: ein regenerierender Faktor ist dank Leben trat und ein einheitliches Verkehrsgebiet schuf, das ein dem Kapitalismus doch erstanden: die deutsche SozialFlächengebiet von 7330 Quadratmeilen mit 232 Millionen demokratie. Sie, und nur sie, verkörpert die Rettung Menschen umfaßte. Damit waren ersten Voraus dieser ganz spezifischen junkerlich- kapitalistischen Unkultur. Am 6. August waren es hundert Jahre, daß das alte bedingungen für die neue politische Einigung Sie erst wird dem kapitalistisch geeinten Reiche die kulturelle längst vermorschte heilige römische Reich" auch äußerlich ab- Deutschlands gegeben. Grundlage geben: die der Demokratie und des Sozialismus. dankte. Kaiser Franz II., der sich schon zwei Jahre zuvor Um zu dieser politischen Einigung und auch zur ver- Sie allein kämpft sowohl gegen die junkerliche Anmaßung wie mit Abdankungsabsichten getragen hatte, legte am 6. August sprochenen Konstitution zu gelangen, appellierte das deutsche gegen die kapitalistische Entwürdigung der Nation. Und sie 1806 seine schon längst zum Gespött gewordene Würde feier- Bürgertum im Jahre 1848 an die Gewalt, die bekanntlich im wird den Sieg davontragen über die geeinte Schmach der lichst nieder. Die Kaiserwürde ging, zwar nicht in der Form, Anfang überall siegreich war und Absolutismus und Feudalismus Junkerknute und des kapitalistischen Geldsacks! Sie erst wird aber doch in der Sache auf Napoleon I. über, während tatsächlich fürs erste hinwegfegte. Aber die Revolution und die Sehnsucht aller derer erfüllen, die seit Jahrhunderten für Preußen geduckt zur Seite stand, um bald den Becher politi- damit die politische Vereinheitlichung Deutschlands scheiterte ein geeintes und freies Deutschland kämpften! scher Demütigung bis auf die Neige zu leeren. nur zu bald an der Feigheit und Eigennüßigkeit der Bour" Die russische Revolution. Der Generalstreik mißglückt? Die endgültige Zertrümmerung der deutschen Reichs- geoisie, die kaum die erste Lebensbetätigung des zum Klassenherrlichkeit und die Demütigung Preußens hatten das zu bewußtsein erwachenden Proletariats verspürte, als sie fonstatieren, ist gerade im Augenblick sehr zeitgemäß ihren sich auch schon schmählich vor dem Proletariate unter den nächsten Grund in dem unverschämten, größenwahnsinnigen Schutz des Junkertums und des Absolutismus flüchtete. Eingreifen Preußens und Desterreichs in die französische Re- Der nächste Schritt zur Schaffung eines Deutschen volution. Franz II. und Friedrich Wilhelm II. von Preußen Reiches ging von der Junkerreaktion und ihrem Vorkämpfer Sämtliche Meldungen aus Petersburg behaupten, bildeten sich ein, das monarchische Prinzip dadurch retten und Bismard aus. Die preußische Bourgeoisie war seit für alle Zeit verankern zu können, daß sie die Franzosen Lassalle vergebens vom Proletariate um Einführung des daß der Generalstreit mißglückt sei. Es läßt sich zurzeit noch Das nicht erkennen, ob dieser Umstand mangelnder Kampfzwängen, sich ihrem taltgestellten Könige Ludwig XVI. wieder allgemeinen gleichen Wahlrechts bestürmt worden. als getreue Untertanen zu unterwerfen. Aber dieser Versuch fortschrittliche" Bürgertum, dem es gelungen war, im begeisterung der Arbeiter entspringt oder ob etwa lediglich scheiterte gar fläglich. Das großmäulige Manifest des Führers preußischen Dreiflaffenparlament die Majorität zu gewinnen, eine Verzögerung des Eintritts in den Streit stattfindet. ber Invasionstruppen, des Herzogs von Braunschweig, worin fühlte sich unter diesem„ elendesten aller Wahlsysteme" Vorläufig fönnen wir lediglich die eingelaufenen Depeschen damit gedroht wurde, in Paris keinen Stein auf dem anderen außerordentlich wohl und dachte gar nicht an eine Demokrati- wiedergeben, die also lauten: Petersburg, 5. August. Hier herrscht völlige Ruhe, da der zu lassen, falls dem hochverräterisch mit den Fürstenhäusern sierung des Wahlrechts. Wohl aber empfanden die düpierten bes Auslandes gegen die eigene Nation fonspirierenden Junker damals Abscheu vor diesem Wahlsystem, und als Generalstreit gänzlich mißglückt zu sein scheint. Augenblicklich feiern nur noch 66 000 Fabritarbeiter. Die meisten Läden sind geöffnet. Ludwig XVI. ein Haar gekrümmt würde, erregte in Frankreich im Jahre 1867 der Norddeutsche Bund, die politische wegen des Segerstreifes sind die heutigen Blätter nicht erschienen einen Stuem revolutionärer und nationaler Empörung. Die Konsequenz des Zollverbandes, von Preußen gegründet und nur der„ Regierungsanzeiger" ist in Stärke von einer halben Interventionsmächte gerieten bald immer mehr in die Klemme, wurde, glaubte der Ministerpräsident v. Bismarck nach Seite herausgegeben worden. und speziell der preußische König Friedrich Wilhelm II., der dem Vorbilde Napoleons des Kleinen einen diplomatischen Petersburg, 5. August, 912 Uhr abends.( Von einem Privatmit seinen im Gamaschendrill exzellierenden Truppen die Meisterstreich zu tun, als er in die neue Verfassung das forrespondenten.) Soweit bis jetzt bekannt, ist der heutige Tag revolutionären Freiheitskämpfer zu Paaren treiben zu können allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht ruhig verlaufen. Nur nachmittags gab der Marsch der achtzehnten fie nach Strongeglaubt hatte, fab sich genötigt, am 5. April 1795-tnapp aufnahm. Er wollte ja vermittelst dieses Wahlrechts die verlottenequipage nach dem Hafen, von wo brei Jahre nach der Verkündung des aberwikigen Hunnen haßte fortschrittliche Bourgeoisie an die Wand brüden! ſtadt eingeschifft wurde, Anlaß zu einem lärmenden BoltsDie Matrosen, die größtenteils betrunken waren, manifestes des Herzogs von Braunschweig im Frieden von Daran, daß das Proletariat auf die Dauer nicht die Gefolg wurden von der Menge mit lauten Rundgebungen begrüßt. Basel auf jede preußische Großmachtstellung zu verzichten und schaft der preußischen Reaktion bilden, sondern seine eigene Ravallerie hielt die Ordnung aufrecht. Die Zeiungsmeldung, daß das linke Rheinufer völlig preiszugeben. Desterreich erging es Klassenkampforganisation schaffen würde, dachte der geniale vorgestern acht Schuyleute von ausständigen Arbeitern erschlagen nicht besser. Der strupellose Erbe der französischen Revolution, Staatsmann nicht! wurden, bewahrheitet sich. Nachrichten aus den übrigen Landesteilen es in die neue normal. der durch die Interventionspolitik auf das Gebiet Inzwischen hatte 1866 Preußen seinen alten Nebenbuhler lassen teine Zunahme der Unordnungen erkennen. Der Generalstreik der Eroberungs- und Weltpolitit getrieben worden war, Desterreich vollends niedergeworfen und Hannover, Kurhessen, tann als mißglidt angesehen werden. Einige Straßenbahnlinien Napoleon I., fcharte die westdeutschen Fürsten als Vasallen Nassau und Schleswig- Holstein seinem berüchtigten guten Magen nehmen den Dienst wieder auf, der Dienst der Eisenbahnen ist um seinen Thron und spielte sich immer mehr auch als den einverleibt. Dann kam der Krieg von 1870/71. Die aus Petersburg, 6. August. Bei anhaltendem Regen war die Stadt Erben des heiligen römischen Reiches auf. Schon bei seiner wirtschaftlichen Gründen stammende Einheitsbegeisterung der gestern ebenso ruhig wie vorgestern. Der Generalstreit scheint tatRheinfahrt im Jahre 1804 lagen die deutschen Fürsten vor Bourgeoisie zwang auch die süddeutschen Regierungen, auf fächsich mißglückt zu sein. dem„ Korsen" im Staube, und am 12. Juli 1806 brachte Preußens Seite zu treten und den von Bismarck provozierten Petersburg, 6. August. Hier herrscht heute vollständige Ruhe; Napoleon die Rheinbund- Akte zustande, durch die dreitausend Krieg gegen den„ Erbfeind" als„ heiligen nationalen Krieg" mit- die Stadt hat ihr normales Aussehen. Alle Läden sind geöffnet, Quadratmeilen deutschen Landes mit acht Millionen Ein- zufämpfen. Die überraschenden Erfolge dieses Krieges schoben in den meisten Fabriken wird gearbeitet, vier Zeitungen sind erwohnern direkt der Souveränität des Franzosentaisers unter die Einheitsfrage, von der Wilhelm I. gar nichts und Bismarck schienen. Gestern wurden über 200 Personen, die für den Generalworfen wurden. Da war es tatsächlich an der Zeit, daß nur sehr bedingt etwas wissen wollte, in den Vordergrund. streit agitierten, verhaftet. Franz II. nun auch in aller Form auf eine Kaiserkrone Der schon damals kranke Bayernkönig war von der Entwicklung Uebrigens kommen aus anderen Drten Nachrichten, die berzichtete, die ihm längst vom Haupte herabgestoßen sehr wenig erbaut, einzig der preußische Kronprinz schwärmte, von einem besseren Stand des Streiks reden. Es sind die worden war. obwohl mehr aus dynastischem Ehrgeiz, für die Einheit mit folgenden: Der Zusammenbruch des heiligen römischen Reiches war preußischer Spize. Aber es lag, wie einst bei der Gründung Petersburg, 5. Auguft. Während in Petersburg der Ausstand in Wahrheit freilich bereits ein paar hundert Jahre früher des Zollvereins, eine eherne ökonomische Not- fehlgeschlagen zu sein scheint, ist er in Jekaterinoslaw bereits ein erfolgt. Hatte doch der dreißigjährige Krieg, dieser entwendigkeit vor, und sie schuf denn auch das neue Reich. vollständiger. scheidende Kampf der seit der Reformation offen gegen die So erstand denn auf den Pfeilern des die territorialen Moskau, 5. August, 5 Uhr 45 Min. nachm.(„ Tag"-Meldung.) Reichsgewalt rebellierenden deutschen Fürsten, mit dem Siege Schlagzäune hinwegräumenden Kapitalismus das glorreiche Heute nachmittag fanden an der Peripherie und in der Umgebung der Stadt zahlreiche Versammlungen von Fabrikarbeitern und Ander Fürsten gegen den Kaiser geendet. Der westfälische neue deutsche Reich, das unsere Liberalen jahrzehntelang ver- gehörigen der verschiedensten Berufsverbände statt. Heute abend tagt Frieden vom Jahre 1648 verlieh der Autonomie der großen himmelt haben! der Arbeiterdeputiertenrat, um über den für morgen auf 12 Uhr und fleinen Landesfürsten rechtskräftigen Ausdruck: das Reich Heute freilich beginnen selbst die Nachfahren der bürger- mtttags anberaumten politischen Generalstreit endgültigen Beschluß hatte all seine Befugnisse und Funktionen durch diesen lichen Verräter vom Jahre 1848 in des neuen Reiches Herr zu fassen. Wie aus kompetenter Quelle verlautet, haben sich fämtFriedensschluß preisgegeben und die korrupten Landesfürsten lichkeit, diesem traurigen Kompromiß zwischen Absolutismus, liche Arbeiterkategorien sowie die Eisenbahner für den Massenausstand mit dem Besitz der ganzen politischen, sozialen und geistlichen Junkertum und raffgierigem Kapitalismus, ein Haar zu ausgesprochen, während die Telegraphen- und Postbeamten den Gewalt belehnt. Die Landesfürsten durften von nun ab nicht finden. So zitiert heute die ehrsame ,, Tante Voß" den biederen Generalstreit ablehnen. Von öffentlichen Betrieben soll die Waffernur unter sich, sondern auch mit fremden Mächten Bündnisse Gustav Freytag, der schon bei der Gründung des Reiches leitung weiter funktionieren und in jedem Stadtteil je eine Apotheke. Moskau, 6. August, 12 Uhr 30 Minuten mittags.( Tag" eingehen und auf eigene Faust Krieg führen und Frieden allerhand Unheil prophezeit habe: ,, Aller Glanz der Majestät, schließen. Und dieser Aufstieg eines bis ins Mart ver- die Staatsaftion bei vornehmen Besuchen, die Hofämter, Meldung.) Soeben beginnt hier der Generalstreit. Das gesamte Proletariat tritt in den Ausstand. In sämtlichen Fabriken und tommenen Teilfürstentums war ermöglicht worden durch den die Schneiderarbeit in Kostümen und Dekorationen werden Proletariat tritt in den Ausstand. wirtschaftlichen Niedergang des Landes, durch die Ohnmacht zunehmen und, wenn sie einmal eingeführt sind, immer größere sonstigen Betrieben wird die Arbeit niedergelegt. Die Eisenbahnen des städtischen Bürgertums und die völlige Entrechtung und Wichtigkeit beanspruchen. Der einfache blaue Rock der Hohen- beschlossen, nachmittags den Verkehr einzustellen, ausgenommen die Nikolaibahn und die Brestbahn, deren Angestellte angesichts der Niedertretung des Landvolkes. Das Elend dieser Politik des zollern wird zuletzt nur noch als altertümliche Erinnerung Nikolaibahn und die Brestbahn, deren Angestellte angesichts der Landesfürstentums fand seinen trostlosen Ausdruck in dem hervorgeholt werden. Das Selbstgefühl aller Fürsten wird drohenden Repreffalien eine schwankende Haltung zeigen. Da die völligen nationalen Zerfall des Reiches und der Unterwerfung sich steigern, aber ebenso sehr das Selbstgefühl des Adels; der Bäcker, ebenfalls streifen wollen, werden die Läden jetzt geradezu zahlreicher Fürsten unter die Säbeldiktatur Napoleons I. ganze fast überwundene Kram alter, nicht mehr zeitgemäßer beſtürmt; alles versorgt sich mit Lebensmitteln. Nach Beschluß des Aber unter den Trümmern der frachenden Fürstenthrone Ansprüche wird sich schnell mehren. Ueberall wird das fühlbar Arbeiterdeputiertenrats foll Brot an bestimmten Stellen zu gewissen Stunden, ausschließlich an die Arbeiter, nicht an die bürgerlichen begann sich die Kraft des langsam wieder aufsteigenden Voltes werden, auch im Beamtentum und im Heere..." Diese Prophe- Stunden, ausschließlich an die Arbeiter, nicht an die bürgerlichen Elemente verkauft werden. Morgen werden keine Zeitungen erzu regen. Und als im Jahre 1813 Napoleon durch seinen zeiungen seien leider eingetroffen. Aber das seien Schäden, wahnwißigen Zug nach Mostau ſeine Halbmillionen- Armee die sich eindämmen ließen, jedenfalls sollten sie, uns" lies: fcheinen. Die Stimmung unter den streifenden Massen ist übrigens selbst aufgerieben hatte, folgte das deutsche Volt mit Be- der liberalen Bourgeoisie nicht die Freude an der Wiedergeisterung dem Rufe zum Kampf für nationale und politische geburt des Kaisertums vergällen. Unabhängigkeit. Nicht für die Befreiung der Fürsten, sondern Nun, von einem Kaisertum, einer Reichseinheit, die auf für die Befreiung des Volkes vom Joche des Absolutismus einem Techtelmechtel einer proletarier- und freiheitsfürchtigen und Feudalismus zog die Nation ins Feld, schlug sie die antidemokratischen Bourgeoisie mit dem absolutistischsten und Armeen des großen Storfen. Aber freilich, faum sahen sich die junterlichsten Staate des Reiches beruht, ließ sich allerdings Fürsten von ihrem Dränger befreit, als sie schleunigst all ihre nichts anderes erwarten. Und eindämmen" lassen sich die fonstitutionellen Versprechungen vergaßen und in Gestalt der anmutigen Erscheinungen einer solchen Spottgeburt nun ganz " Heiligen Allianz" eine neue Aera der niederträchtigsten und gar nicht. Im Gegenteil die Heeres und KolonialReaktion einleiteten. skandale beweisen das: Absolutismus und Junkertum verAber die wirtschaftlichen Kräfte der Nationen wuchsen und schmelzen sich immer mehr mit der spezifisch kapitalistischen wuchsen trotz des bleiernen Drucks der Metternichschen Reaktion. Storruption zu einem unlösbaren und unausrottbaren Ganzen. Während es dem erstarkenden Bürgertum in einigen füd- Die Bourgeoisie wird immer reaktionärer und das Junkertum beutschen Staaten gelang, fich tonstitutionelle Rechte zu er- immer fapitalistisch torrupter. Wir bekommen amerikanische obern, brachten es die wirtschaftlichen Bedürfnisse in den Zustände mit dem penetranten Beigeschmack russischer Zuchten! übrigen Teilen des Reiches wenigstens zuwege, einen 3011. Das ist das Endergebnis der glorreichen neuen Seichsverband zu erzwingen, der unter dem Namen Deutscher gründung! teine gehobene, eher gedrückt, da auf Erfolg wenig Aussicht ist. Der Generatstreit soll diesmal kein direktes Kampfmittel, sondern eine politische Demonstration sein und nicht in einen bewaffneten Aufstand übergehen, der für Petersburg geplant ist. Von einer Wirkung des Generalstreits auf das Verkehrswesen berichtet schon die folgende Depesche: Bromberg, 5. August.( Amtliche Meldung.) Wegen verweigerter Frachtenübernahme durch die Weichselbahnen find Güter in Wagenladungen mit Ausnahme von Ladungen in Privatkesselwagen für die Weichselbahnstation Sosnowice Ort und Uebergang bis auf weiteres nicht anzunehmen. Jm Rollen befindliche Ladungen sind anzuhalten und den Versendern zur Verfügung zu stellen. Für sehr bedenklich soll die Lage der russischen Regierung in London gelten. Von dort wird gemeldet: London, 5. Angust. Die letzten Berichte, welche im hiesigen Auswärtigen Amte aus Petersburg eingetreffen sind, lauten äußerst pessimistisch. Die Mehrzahl derselben sind so ernster Natur, daß ste dem Könige unterbreitet wurden. Es verlautet, der König habe seiner Befürchtung über die Zukunft Rußlands offenen Ausdruck der- liehen. Der russischen Regierung liegt offenbar diel daran, den Schein aufrechtzuhaltcn, als werde sie von den gemäßigten Liberalen unterstützt und sei also nicht reaktionär. So sagt eine offiziöse Meldung über die Kabinettsbildung: Petersburg» 5. August. In Regierungskreisen wird berichtet, daß die Verhandlungen wegen Eintritts liberaler Nichtbureaukraten in das Kabinett nicht gescheitert seien, sondern wegen der mittler- weile eingetretenen Ereignisse in den Hintergrund getreten sind. Sobald Ruhe und Ordnung wieder hergestellt sein werden, würden die Verhandlungen wieder m Angriff genommen werden. Zur Vorbereitung der liberalen Aera Iverden die Re- Pressalien verdoppelt. Mit wahrhaft tierischer Wut tötet die Reaktion unter den Unterlegenen von Sveaborg und K r o n st a d t. 300 Todesopfer sind an einem Tage zu Kronstadt dem Zaren dargebracht worden, 300 Menschenleben sind zur Aufrechterhaltung des russischen Standregiments innerhalb 24 Stunden zerstört worden. Die furchtbare Depesche, die dem„Tag" zugegangen ist, lautet: Moskau, 5. August. stTag"-Mcldung.) JnKronstadt sind 300 Rädelsführer des letzten Aufstandes vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und bereits hingerichtet worden. Unter ihnen befinden sich viele Zivilpersonen, darunter auch das ehemalige Mitglied der Reichsduma Michailitschenko, bei dem ein Plan der Festungswerke gefunden wurde. Ein anderes früheres Mitglied der Duma, Onipko, wurde in Sveaborg verhaftet. Das Kronstädter Kriegsgericht wird noch eine Woche tagen und voraussichtlich weitere Todesstrafen verhängen. Trotz der Niederwerfung der Revolten in Sveaborg und Kronstadt herrscht im Generalstab der Marine noch gegenwärtig große Besorgnis, daß sich jene Er- eignisse in Sewastopol wiederholen, wo es unter der Besatzung gärt. Die Massenerschießungen zeigen, daß dem herrschenden Regiments das Wasser bis an die Gurgel gestiegen ist: Nach der Meuterei der Schwarzmecrflotte hat die Reaktion zwar auch Blut in Strömen vergossen, aber gegen das Kronstädter Verfahren waren die damaligen Erschießungen doch reines Kinderspiel. Um wieviel mehr die Herrschenden heute'um ihre Stellung zittern, um wie viel gefährlicher ihnen die Meutereien heute erscheinen, das zeigt dieses Wüten des Kronstädter Kriegsgerichts. Es soll ein Zeichen der Stärke sein und ist doch dem schärferen Blick ein Anzeichen steigender Angst... Ihre Verbündeten, die „Schwarze» Hundert" bereiten sich indes auf neue Morde vor. Aus Moskau wird vom 5. August gemeldet: Die Versammlung des allrussischen Verbandes beschloß, un- verzüglich einen Plan zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die anarchistischen Gewalttaten anszuarbeiten. Leider muß man zu den Verbündeten des Zaren auch die finnischen Behörden und die finnische Bourgeoisie rechnen. Es wird dem„Tag" aus Helsingfors gemeldet: Der Landtag hat sein Bedauern über die Teilnahme finnischer Mitbürger an den russischen Militärunruhen und den Helsingforser Krawallen ausgesprochen und die Regierung zur Wicderherstcllimg der Ordnung durch Gewalt aufgefordert, wobei er zugleich die verfassungsgemäße Wiedererrichtung der finnländischen Armee in Anregung brachte. Erfreulicherweise aber bestätigt sich nicht die Meldung von der Verhaftung des Führers der Roten Garde Cock. Helsingfors, 0. August. Das Gerücht, der Führer der Roten Garde, Kapitän Cock sei verhaftet, bestätigt sich nicht. Richtig ist nur, daß seine Papiere beschlagnahmt wurden. Nur der Führer der An- archisten Luoto wurde verhaftet. Die Ivegen der Unruhen in Svea- borg eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß dieselben von den russischen Revolutionären vorbereitet und von der Roten Garde durch- geführt wurden. Die Tragödie von Sveaborg. Helsingfors, 2. August.(Eig. Ber.) Nachdem die Festungsinannschaften von Sveaborg den 1. August von morgens 3 Uhr bis abends 8 Uhr ununter- krochen gekämpft und nachdem sie gerade von Schiffen, die ihnen Hülfe bringen sollten, sich beschossen sahen, ließen sie ihren Mut sinken und ergaben sich heute morgen— auf Gnade und Ungnade. Die Festungsmannschaft verweigerte den 30. Juli den Gehorsam, tötete einige Offiziere, setzte andere gefangen, er- oberte den größten Teil der Festung, die auf mehreren Inseln vor der Einfahrt in den Helsingforser Hafen gebaut ist. Ein Teil der Infanterie schloß sich den Revolutionären an, der größere Teil blieb der Regierung jedoch treu. Aus der Umgebung wurden frische Truppen hinzugezogen und so der Mut der Revolutionäre in etwa 60 Stunden gebrochen. Die Flotteninannschaft war bis auf etwa 200 Mann ent- waffnet und wurde in ihren Räumen festgehalten. Die 200 Mann meuterten und verließen die Kaserne, indem sie sich verkleideten. Der Generalstreik, den die Arbeiterschaft den 31. Juli verkündete, erstreckte sich nur auf die größten Betriebe, während die kleinen arbeiteten. Die Straßenbahn wurde erst heute außer Betrieb gesetzt, was einen blutigen Zusammen- stoß der Roten Garde mit der B ü r g e r w e h r, hier Fleischhauergarde genannt, zur Folge hatte. Es gibt Tote und Verwundete.— Der Streik sollte heute strenger durchgeführt werden, aber man wußte gar nicht, daß die Kämpfenden sich bereits ergeben hatten! Das traurige Ende der Revolution von Sveaborg wirkt sehr niederschlagend, und um so mehr, weil gerade in demselben Augenblick Nachrichten aus Reval, St. Peters- bürg, Kronstadt usw. eintreffen, welche, wenn sie paar Tage früher erfolgt wären, von ganz anderer Wirkung gewesen wären. Nun ist es hier zu Ende und die Naben, soll heißen, das Kriegsgericht ist vorsorglich bereits ernannt und hier angelangt! So werden auch hier wieder Helden ihr Blut verspritzen müssen, ohne die Sonne der Freiheit erblickt zu haben« '„ Vor einigen Tagen entleibte sich in einem nahen Kurort ein gewisser N a f i m o w, Offizier, der einer der traurigen Helden der estländischen Mordexpeditionen war. Wir wollen hoffen, daß ihm noch andere folgen. Denn es ist besser, wenn sie sich selbst entleiben. Hoffentlich wird das böse Ge- wissen auch dem Ober Henker Besobrasow das Leben gekürzt haben. Er ist kürzlich in St. Petersburg per- Lorben.— Genosse Michailitschenko f Moskau, 5. August.<„Tng"-Mcldunz.j In Kronstadt sind 300 Rädelsführer des letzten Aufstandes vom Kriegsgericht zum Tode ver- urteilt und bereits hingerichtet worden. Unter ihnen befinden sich viele Zivilpersonen, darunter auch das ehemalige Mitglied der Reichsduma M i ch a i- l i t s ch c n k o, bei dem ein Plan der Festungswerke gefunden wurde. Wie seinerzeit der Arbeiter Peter Alexejew— der erste russische Arbeiter, der vor einem politischen Gericht stand— seinen Richtern zurief:„Die kräftige Hand des russischen Arbeiters wird sich erheben und das Joch der Tyrannei in Stücke zertrümmern", so war Michailitschenko der erste, der in der Duma kraftvoll die Interessen der Arbeiter vertrat.„Ich will hier nicht von unserem Programm reden," sagte er während der Adreßdebatte,„das ganze Land kennt es: ich will nur zwei Worte nennen, auf die das Volk ungeduldig harrt." Er kam vom Süden als Deputierter der Bergarbeiter, und trug in die theoretisiereuden Reden der Duma den Pulsschlag des rauhen, bewegten Arbeiterlebens hinein. Er ging in die Duma, obgleich die Parteileitung sich für den Boykott der Wahlen ausgesprochen hatte, denn hinter ihm standen Tausende unaufgeklärter Arbeiter, die an die Duma noch glaubten, und er wollte hingehen und arbeiten und seinen Wählern zeigen, wie wenig Hoffnung man auf diese Duma setzen könne. Er. war eine der kernigsten Gestalten dieser an Volkstypen so reichen Duma, und wenn er sprach, wußten alle, daß Taufende und Abertausende Arbeiter seinen Worten lauschten, dir nur einen kleinen Teil ihrer Forderungen ausdrückten. Er war kein Anhänger eines Putsches. Einige Tage noch vor der Auflösung der Duma reiste er nach Bachmut, um die streikenden Bergarbeiter zur Besonnenheit zu mahnen und sie zu bitten, ihre Kräfte für den entscheidenden Kampf auf- zusparen. Doch als er sah, daß die Regierung die Duma aus- einanderjagte, als er sah, daß die Kadetten, statt in den Kampf zu gehen oder wenigstens ehrenvoll auf ihrem Posten zu sterben, sich mit einem papiernen Erlaß begnügten und für die Mandätchen zu zittern anfingen, als er sah, wie es aufflammte in Sveaborg und Kronstadt, in Polen und im Kaukasus, da hielt es ihn nicht länger in der ruhigen Stadt und er ging in den Kampf, obgleich derselbe von Beginn an fast aussichtslos war. Er starb auf seinem Posten. Als erster hat er sein Mandat voll und ganz zu Ende geführt. DaS Volk sandte ihn hin, Land und Freiheit zu erkämpfen, und es war ihm nicht möglich, jetzt ruhig zu seinen Genossen zurückzukehren. Die Henkersknechte der Regierung haben ihn und noch drei- hundert tapferer„Aufrührer" niedergeknallt, doch diese Salve wird tausendfachen Widerhall finden im ganzen Lande und MichailitschenkoS Kampfgenossen nur noch mehr anseuem, mit dem Regime deS Schreckens ein Ende zu machen. Sonst wird noch berichtet: Die Ermordung Herzensteins. Petersburg, 6. August. l„Frkf. Ztg.) Moskauer Berichten zu- folge ergab eine Haussuchung im Lokale des Verbandes„Zum aktiven Kanipfe mit der Revolution" eine Menge kompromittierenden Materials, aus dem hervorgeht, daß der Mord Herzeusteins von Petersburger Patrioten ausgeführt worden ist, und daß die Moskauer „Schwarze Bande" von dem Plaue informiert war. Petersburg, S. August. Seitens der Regierung wird die Version verbreitet, daß die Ermordung HcrzcnsteinS das Werl des jüdischen revolutionären Bundes sei. Herzenstein sei deshalb verhaftet ge- wesen, weil er zu den Liberalen neigte und zum orthodoxen Glauben übergetreten sei. Tie Militäragitation in Finnland. Ein finnischer Parteigenosse gibt in Stockholms„Social-Demo- kraten" einige interessante Mitteilungen über die revolutionäre Agitation, die unter den in Finnland stationierten russischen Truppen betrieben worden ist. Der Artikel ist vor den Ereigniffen von Sveaborg und Helsingfors erschienen. Es heißt darin: „Die russischen Truppen, die während des Maffenstreiks wieder- holt erklärten, daß sie nicht auf das Volk schießen wollten, zeigten eine freiheitliche Gesinnung, die einer Anzahl energischer junger finnischer Revolutionäre Hoffnung gab, sie für des Volkes Sache zu gewinnen. Unterhandlungen wurden mit den russischen Revolu- tionären angeknüpft und man begann mit einer Agitationsarbeit in kleinem Umfang. Binnen kurzer Zeit zeigte sich ein so staunens- wert gutes Ergebnis, daß auf einem Kongreß, der Anfang dieses Jahres in Finnland stattfand, die Leiter der Militäragitation in Rußland auf Finnland aufmerksam wurden, das man bis dahin mehr als ein Land angesehen hatte, um das man sich nicht zu lümmern brauchte. Nun wurde es lebhaft in den Kasernen. Die Soldaten, die bisher kaum für etwas anderes zu haben waren, als stumpfsinnig hinter den düsteren Mauern dieser Gefängnisse zu sitzen und in ihrer Urlaubszeit sich voll zu saufen, begannen nun, dank der intensiven Agitation, nach und nach an anderes zu denken. Die Kosaken und die Infanteristen, die die dümmsten und gleichgültigsten unter den Soldaten sind, wurden von jungen hübschen Mädchen bearbeitet; sie gingen abends mit ihnen in Eafes, weckten in ihnen den Wider- willen gegen die strenge Disziplin und brachten sie dazu, ihren Miß- mut mit den bestehenden Verhältnissen kundzutun. Was die Agitatoren und Propagandisten nicht vermochten, ge- lang diesen jungen Mädchen, von denen viele der russischen Aristo- kratie angehörten. Durch ihre freundlichen Worte gelang es, viele von diesen wilden Tieren zu zähmen, die in Rußland selbst ohne Erbarmen vielleicht sogar Vater, Mutter und Geschwister nieder- geschossen hatten.— Man hatte den Soldaten eingercdöl, daß, wenn es keine Revo» lutionäre gäbe, sie es viel besser haben würden und sich nicht so zu plagen brauchten. Als sie aber nun der guten Behandlung teil- haftig wurden und wenn sie einer dieser heldenmütigen jungen Mädchen zuhörten, die in flammenden Worten und doch in einer für ihre einfache Natur leicht verständlichen Sprache zu ihnen redete, da geschah es oft, daß sie in Tränen ausbrachen, indem sie der Schandtaten gedachten, an denen sie mit beteiligt gewesen. Viele von denen, die früher ohne Zaudern Befreier des Volkes niedergeschossen hatten, wurden die eifrigsten Anhänger. Abend für Abend kamen sie heimlich zusammen— bald bei irgend einem Revolutionär, bald in einem Cafe, bald in einem vergessenen Winkel der Kaserne. Die Mannschaft der Flotte und die Artilleristen, die im all- gemeinen dem städtischen Proletariat angehören und die Intelligenz in der Armee bilden, waren am leichtesten zugänglich. Schon nach ein paar Zusammenkünften brannten sie von Eifer und wollten teil- nehmen an der Aufklärungsarbeit. Sie gründeten geheime Zirkel, re halfen bei der Druckärbeit. sie lieferten tüchtige Agitatoren. Binnen weniger Wochen hatte die Agitationsarbeit unter ihnen der- maßen gewirkt, daß man sich genötigt sah. ihren Uebereifer zu dämpfen,"______ politische(leb ersieht. Berlin, den 6. August. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich! Die Stichwahl in Rinteln-Hofgeismar hat, wie selbstverständlich war, mit dem Siege des Deutsch- Sozialen(d. h. des Antisemiten Liebermaunscher Couleur) ge- endet. Der Kandidat dieser Richtung hat 9100 Stimmen er- halten, also 3052 Stimmen mehr, als bei der Hauptwahl, während der sozialdemokratische Kandidat 4300 Stimmen er- hielt, also 393 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl. Im ganzen sind bei der Stichwahl 590 Stimmen weniger abgegeben worden als bei der Hauptwahl. Damals erhielten der Deutsch soziale Herzog 6048, der nationalliberale Kandidat 1367, der freisinnige Kandidat 1043, der Reformer 1835 und der Sozial- demokrat 3907 Stimmen. Von den bürgerlichen Parteien scheint also keine einzige für den Sozialdemokraten und gegen den Antisemiten gestimmt zu haben. Selbst die Wähler des„Reformers" Helmerich, der sich im Eisenbahnkoupee mit einem Ver- Weier der Liebermannschen Richtung ohrfeigte, und selbst die Freisinnigen, die ebenfalls im Wahlkampfe antisemitische Ohrfeigen einheimsten, müssen also für den Lieber- m a n n s ch e n Kandidaten gestimmt haben, da die zirka 600 sozialdemokratischen Stimmen wahrscheinlich nur sozial- demokratische Reserven darstellen. Die Ohrfeigen haben dem- nach keine Wirkung gehabt: Pack schlägt sich. Pack verträgt sich! Triumphierend erklärt denn auch die nationalliberale „National-Zt g.": „Der Zuwachs von rund 3000 Stimmen gegenüber der Hauptwahl setzt sich aus sämtlichen nationalliberalen und einem großen Teile der freisinnigen wie der Stimmen des reformerischen Gegenkandidaten zusammen. Zwar haben einige Mitglieder des Weib- I i ch e n Freisinns außerhalb des Wahlkreises den Beruf gefühlt, ihrer Sympathie für den Sozialdemokraten durch einen Aufruf zu dessen Gunsten Ausdruck zu geben; aber die freisinnige Parteileitung des Wahlkreises selb st hat mit aller Entschiedenheit festgestellt, daß sie mit diesen Querköpfen nicht da« mindeste zu tun haben will. Sie hat vielmehr ihren Wählern volle Freiheit gelassen, ihre Entschließung nach eigenem Ermessen zu treffen. Dieser Standpunkt ist korrekt, wenn man der Freisinnigen Volkspartei nicht zumuten will f ü r einen Antisemiten direkte Wahlparole auszugeben. Verkehrt wäre jedenfalls— abgesehen von grundsätzlichen Bedenken schon aus Partei- taktischen Rücksichten— die Parteinahme z u g u n st e n des Sozialdemokraten gewesen. In diesem rein ländlichen Wahlkreise ist eine solche Parole ohnehin vergebliche Mühe und sie würde außerdem die Freisinnige Volkspartei bei den übrigen Parteien in Mißkredit gebracht haben." So fanden sich denn trotz aller ausgeteilten und empfangenen Ohrfeigen alle bürgerlichen Parteien einmütig zusammen, um dem Antisemiten in den Reichstag zu ver- helfen!—_ Eine schweizerische Zuchthausvorlage. Aus Zürich wird uns geschrieben: Das verbündete Ausbeutertum im Kanton Zürich schreckt vor keiner Schandtat mehr zurück. Nun haben die städtischen Bourgeois und Schlotjunker mit den Dorfmatadoren in allen 11 Bezirken des Kantons zusammen durch ein Initiativkomitee ein Initiativ- begehren zur Abänderung des Züricher Straf» g e s e tz e s ausarbeiten lassen, das nichts anderes als eins Zuchthausvorlage zur Erwürgung des Koalitions- bezw. Streik« rechts der Arbeiterschaft ist. Die nötigen 5000 Unterschriften werden natürlich schnell beisammen sein: vielleicht werden auch 20 000 und 30 000 aufgebracht, denn alles, was direkt oder indirekt von der Aus- beutung der Arbeiter lebt und schwelgt, ist einfach wütend darüber, daß sie sich organisieren, kürzere Arbeitszeit und höhere Löhne fordern und auch als Menschen leben wollen. Dieses„steche Unter« fangen" wollen die Biedermänner fiir die Zukunft unmöglich machen und darum schlagen sie folgende Ergänzung deS Strafgesetzes vor: § 79 a. Wer öffentlich vor einer Versammlung oder in einem Verein, oder wer durch Verbreitung, öffentlichen Anschlag oder öffentliche Ausstellung von Schriften oder anderen Darstellungen zum Ungehorsam gegen Gesetze auffordert, wird mit Buße bis zu 500 Franken oder Gefängnis bis zu e i n e m I a h r b e st r a f t. Ist ein Erfolg eingetreten, so muß Gefängnis verhängt werden. § 70 d. Wer' auf die vorbezeichnete Weise zur Begehung einer strafbaren Handlung auffordert, ist gleich dem Anstifter zu bestrafen, wenn die Aufforderung die strafbare Handlung oder einen strafbaren Versuch derselben zur Folge gehabt hat. § 86 a. Arbeiter und Angestellte von Unternehmungen und Be- trieben des Staates oder der Gemeinden, welche den Arbeits- vertrag vorsätzlich brechen und dadurch Gefahr für Leib und Leben von Personen oder für wertvolles öffentliches oder privates Eigentum herbeiführen, werden, auch wenn dadurch kein schwererech Vergehen begangen wurde, wegen Verletzung der Vertragstreue mit Gefängnis, in gelinden Fällen in it Buße bestraft, womit für Ausländer Verweisung bis zu fünf Jahren verbunden wird. Z 87(Abänderung). Wer in die Wohnung, den G e« schäftsraum, Werkplatz eines anderen oder in die dazu gehörende eingeftiedete Umgebung widerrechtlich eindringt oder einschleicht, oder trotz der Aufforderung, sich zu entfernen, darin verweilt, oder wer an solchen Orten Gewalt an Personen oder Eigentum, ohne dazu berechtigt zu sein, ausübt, wird wegen Störung des Hausfriedens mit Gefängnis oder Buße b e st r a f t. § 87 a. Wenn sich eine Mehrzahl von Menschen zusammen- rottet, mit der Absicht, Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen mit vereinten Kräften zu begehen, oder in Geschäftsräume, Werk- Plätze, Wohnungen oder das befriedete Besitztum anderer oder in abgeschlossene öffentliche Räume oder Gebäude einzudringen, so wird jeder Teilnehmer, wenn es bei der bloßen Absicht ge- blieben ist, mit Buße oder Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft. Sind dabei gegen Personen oder Sachen Gewalttätigkeiten verübt worden, so ist jeder Teilnehmer mit Gefängnis nicht unter einem Monat zu bestrafen; die Rädelsführer und diejenigen, welche nachweisbar eine Eigen- tumsschädigung, Körperverletzung oder ein anderes Vergehen verübt haben, sind in Konkurrenz mit diesem speziellen Vergehen zu bestrafen und zwar mit Gefängnis nicht unter drei Monaten. 8 87 d. Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung öffentlich oder in Ver- samnilungen oder durch Publikation(Druckschriften, Anschläge, In- schriften und dergleichen) zu Gewalttätigkeiten gegen einander anreizt, wird mit Buße bis zu 500 Fr. oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre best rast. § 154». Wer rechtswidrig jemanden durch Anwendung von Zwang, Drohung oder Beleidigung zur Einstellung der Arbeit, zum Vertragsbruch oder zum Eintritt in Vereine oder Organisationen bestimmt oder zu bestimmen versucht, oder jemanden auf die vor- genannte Weise von der Arbeit oder vom Rücktritt von solchen Vereinigungen abhält oder abzuhalten versucht, wird mit Ge- fängnis bestraft. 8 154b. Wer versucht, Arbeiter oder Arbeitgeber durch Zwang, Drohung oder Beleidigung von der Arbeit abzuhalten, abzu- mahnen oder zu stören, ihnen abpaßt, sie gegen ihren Willen begleitet oder sonst belästigt, wird wegen Verletzung der persönlichen Freiheit mit Buße oder Gefängnis best rast. Desselben Vergehens macht sich schuldig, wer zu diesem Zwecke Gefchüsts- und Arbeitslokalitäten, Vau- o d e r W er kp l ä tz e o de r W o h n u n g e« u m st e l l t. Wurden dabei Tätl!ch?e!ten verübt, so trifft die Täter und Rädelsführer Gefängnis nicht unter zw-ei Monaten, insofern die Tat nicht zugleich unter eine schwerere Straf- beftimmung fällt.— Das ist russisch— ganze Arbeit. Die Vorlage übertrifft fast noch die 1899 verscharrte dentsche ZuchthauSvorlage, von der sie sich einzig dadurch unterscheidet, datz sie nicht direkt das Wort Zuchthaus enthält. Die Vorlage bedeutet die Abschaffung des Koalition s- rechts, des Streikrechts, des Streikpostenstehens der Arbeiter, sie macht ganze Arbeit, sie ist das unverfälschte Produkt des wegen der Gefährdung seines Profits wütend gewordenen und zu allein fähigen bornierten schweizerischen Bourgois. Was er da will, ist die Abschaffung der Menschenrechte für die Arbeiterklasse, ist die Proklamation der Revolution. Die Aufrüttelung aller Arbeiter und eine ungeahnte Stärkung der Arbeiterbewegung wird und muß die Folge sein.— ♦» » Deutfcbes Reich. Fälschung eines Aktenstückes. Gegen den mehrfach genannten Legationsrat Helllvig war der Vorwurf erhoben worden, er habe ein amtliches Aktenstück zu- gunsten de» Majors und damaligen Hauptmanns Fischer gefälscht. Demgegenüber war behauptet worden, Hellwig habe nur eine nicht zur Sache gehörige bissige Bemerkung des Sekretärs Hering ausgestrichen. Nunmehr gibt das„Verl. T a g e b l." folgende Darstellung de? Falles: Auf Grund einer vom Zahlmeisteraspiranten Rabe nieder- geschriebenen und von dem damaligen Hauptmann Fischer für den abwesenden Stabsoffizier unterschriftlich vollzogenen Auskunft des Oberkommaudos der Schutztruppen wurden von der Kolonial- abteiluug die Gebühruisse eines Stabsarztes zweiter Klasse für den in die Schutztruppe eingetretenen Stabsarzt Jp scher zur Zahlung angewiesen. DieseZahluiigsanweisung ist von vier Beamten, dem Geh. expedierenden Sekretär Hering, dem Hofrat Gragert, dem Geheimen Regierungsrat L i e b i g und dem Geheimen Legationsrat v. König unterschrieben, die alle zum Zwecke der Anfertigung beziehentlich Prüfung und Vollziehung dieser An- Weisung die Auskunft des Oberkommandos der Schutztruppen benutzen mußten. Als sich einige Zeit darauf herausstellte, daß Jpschcr die Gebühruisse eines Stabsarztes er st er Klasse zustanden und Hering eine berichtigende Zahlungsorder anfertigen mußte, sah er zu seiner Verwunderung, daß die erwähnte Aus- kunft des Oberkommandos so lautete, daß von ihm und von den übrigen Beamten nicht, wie tatsächlich geschehen, die Bezüge eines Stabsarztes zweiter Klasse, sondern die Beziige eines' Stabs- arztcs er st er Klasse sofort hätten angewiesen werden m ü s s e n. Bei näherer Prüfung der Auskunft des Oberkommandos entdeckte nun Hering— und hat er besonders feststellen lassen— daß die ursprünglich u n r i ch t i g e A u s k u n f t des Ober- kommandoS an den beiden entscheidenden Stellen durch sehr feine Rasuren und neue Angaben in die richtige um- gewandelt worden war. Schon um den Vorwurf zu vermeiden, daß er die erste un- richtige Kassenorder durch eigene Nachlässigkeit verschuldet habe, wies Hering im Konzept der neuen Order darauf hin, daß die aktenmäßig festgelegte Auskunft des Majors Fischers nachträg- I i ch durch Rasuren und Hineinsetzen anderer als der ursprüng« lichcn Zahlen geändert lvorden sei. In einer Rücksprache hierüber mit dem damaligen Personalreferentcn v. König beantragte Hering ausdrücklich eine Untersuchung, die sich nach Lage der Sache mir gegen den Hauptmann Fischer und den auf dessen Anweisung handelnden Zahlmeisteraspiranten Rabe richten konnte. Haupt- mann Fischer wurde daraufhin von Oberst Ohnesorg„zum Verantwortlichen Bericht" aufgefordert. U e b e r alles dieses gibt das Konzept der zweitenOrder Auskunft. Nunmehr griff Hell lv ig als stellvertreten- der Direktor ein, indem er, wie die Urkunde beweist, zunächst Herings amtlichen Hinweis auf die b e g a n g e n e Urkunden- f ä l s ch u n g bis zur Unleserlichkeit durch st rich, dann das Dnrchstrichene noch überklebte und auf daS aufgeklebte Papicrstück schrieb:„Diese Sache geht nunmehr als erledigt zu den Akten. Referat 1 sdas ist Herr v. König) zur gefälligen Kenntnis, gez. Hellwig." Unter die überklebte Stelle hatte Hellwig außerdem geschrieben:„Vorstehende, nachträglich überklebte Streichung ist von mir bewirkt worden. gez. Hellwig." Wenn sich die Sache so verhält, hat sich Hellwig zweifellos einer Urkundenfälschung zugunsten des Fischer schuldig gemacht. Hellwig war seinerzeit, wie schon erwähnt, öffentlicher Ankläger des H ä n g e- P e t e r s, gegen den er mit aller gesetzlich gebotenen Strenge aufgetreten ist. Später sollen ihm dann seines gesetzmäßigen Vorgehens wegen die schwersten Vorwürfe gemacht worden sein, ja seine Pensionierung führt er selbst direkt auf die Machen- schaften der Peters-Freunde zurück. Umso betrübender wäre es, wenn Hellwig nach den bösen Erfahrungen im Falle Peters selbst zum Hehler der Kolonialkorruption.geworden � wäre!—_ Neues aus Puttkamcrun. Der Zuschrift eines früheren Afrikaners an die„Berliner Morgenzcitung" entnehmen wir folgende Stellen: „In S ü d k a m c r u n ist vom Gouverneur soviel wie nichts geleistet worden, dorthin ist er auch selten gekommen. Nicht einmal passierbare Wege sind vorhanden. Die Sümpfe und Moderlöcher, die man passieren mutz, befinden sich ohne Brücken und ohne jeden Steg. Ich spreche keineswegs von dem Innern Kameruns, sondern lediglich von der Küste, wo man gangbare . Straßen beziehungsweise W?ge doch mindestens erwarten.könnte. Wie oft kommt es vor, datz man sich, um nicht selbst ein un- freiwilliges Bad zu nehmen, über Gewässer oder Bäche tragen lassen mutz, dazu sind die Wege verwachsen und durch um- gefallene Baumstämme usw. versperrt. �Dagegen ist der Weg von Viktoria nach Buea, dem Sitze des Gouverneurs. in ganz anderer Beschaffenheit: hier kann man so- gar zweispännig fahren, wie ich es selbst beobachtet habe. Diese ü-tratze ist eine Kun st st ratze, und ihre Herstellung hat Millionen gekostet. Dazu kommt, datz der Weg für die Zukunft gar keinen Wert hat; denn erstens soll der Sitz des Gouverneurs später nach Duala verlegt werden, und zweitens kommt Buea auch für den Handel nicht in Betracht, weil es oben am Kamerunberg(zirka 1299 Meter hoch) liegt und von hier aus Wege nach dem Innern nicht geleitet werden können. Was der Herr Gouverneur in Südkamcrun nicht ge- fördert respek/ve bewilligt hat, das hat er der W c st a fr i k a- nischen P f l a n z u n g s g e s e l l s ch a f t„Viktoria" Liebes und Gutes getan. Dieser Gesellschaft ist fast alles bewilligt worden. Während zum Beispiel in Kamerun das Gewchrverkaufsverbot bestand, wurden von der W. A. P. B. solche in großen Mengen verausgabt, weshalb, das wissen die Kaufleute in Südkamcrun, welche noch große Mengen von'Ge- wehren auf Lager haben, auch heute noch nicht. Des weiteren ist es auch der Vorstand der Esserschen Pflanzungen, Herr W. van d e L oo, der auf Puttkamer starken Einfluß hatte. Ucber die Mißstände im Bereiche der Esserschen Gesell- schaften, deren holländischer Leiter den Deutschen nicht sonderlich grün ist, ließ sich ein E x t r a k a p it e l schreiben." Nachdem der Einsender dann weiter die traurige Lage der An- gestellten der W. A. P. V. und die noch bösartigere Behandlung iu eingeborenen Arbeiter geschildert hat, fährt xr fort- „Die sprichwörtlich gewordene Trinksucht findet man ebenfalls nicht nur bei Puttkamer, sondern auch bei fast allen anderen Beamten der Kolonie. In der Hauptsache wird Sekt getrunken, und zwar in solchen Mengen, wie man es kaum glauben sollte. Die Folgen dieser Trinkereien sind Zank und Streit, Schlägereien, Mißhandlungen an Boys usw., von anderen Ausschreitungen ganz abgesehen. Ich hatte in der ersten Zeit meiner Tätigkeit viele Unannehmlichkeiten, weil ich mich an den unsinnigen Trinkereien nicht beteiligte, und ich habe es nur meiner Ausdauer zu verdanken, datz ich nicht gleich wieder die Heimfahrt antrat." Nette Zustände!—_ Immer größere Pmizerkähne! Die Konstruktion der neuen Schisfsgattungen unserer Flotte, der Panzerschiffe und Panzerkreuzer von er- heblich vergrößertem Deplacement, ist jetzt so weit gefördert, daß nähere Angaben möglich werden. Die Wasserverdrängung der Linienschiffe wird nicht nur 13999 Tonnen, wie man bisher annahm, sondern gegen 19(XX) Tonnen betragen. Die Schiffe werden daher an Deplacement fast doppelt so groß werden wie die Panzer vom„Branden- burg"-Typ, die man noch in der ersten Hälfte der neunziger Jahre ans Stapel legte. Der Besatzuugsetat ist auf 869 Köpfe für jeden Panzer festgesetzt, das heißt 128 Mann mehr als bei den Linien- schiffen der„Braunschweig"- und„Deutschland"-Klasse; an Offizieren werden sie 28, an Mannschaften 832 erfordern. So weit die Meldung eines bürgerlichen Blattes. Interessant wäre es gewesen, zu erfahren, um>v e I ch e n Betrag sich durch die Erhöhung des Deplacements um weitere 1999 Tonnen die Bau- kosten usw. erhöhen! Sicherlich um diverse Millionen I Der bewilligte Flottenplan dürfte also bereits überschritten werden! Der Bau immer kolossalerer Riesenpanzer ist um so unvorsich- tiger, als die französischen Unterseeboote den Wert der Panzerkolosse höchst fraglich gemacht haben sollen! Es wäre gar nicht aus- geschlossen, daß nach ein paar Jahren diese 49 Millionen-Schiffe nur noch den Wert alten Eisens besäßen!— Ein militärischer Aufruhrprozeß beschäftigte gestern das Kriegsgericht der I. Gardedivision in längerer Verhandlung. Unter der schweren Anschuldigung, sich gegen die Aufruhrparagraphen 196 und 197 des Militär-Strafgesetzbuches vergangen zu haben, erschienen die Luftschiffcr Rebmann und Kieper vom Berliner Luftschiffer-Bataillon auf der Anklagebank. Die Vorgänge, die der Anklage zugrunde lagen, spielten sich am Abend des 18. Juli im Barackenlager des Exerzierplatzes bei Schwan ab. Rebmann hatte an dem fraglichen Tage Geburtstag gehabt und abends seinen Kameraden Freibier spendiert. Als er dann abends gegen %11 Uhr auf der Stube beim Essen saß, trat der als Stubenältester kommandierte Gefreite Solomon herein und rief:„Wollt Ihr Schweinehunde gleich zu Bett gehen!" R. erwiderte, er sei kein Schweinehund und werde sich schlafen legen, sobald er gegessen habe. Es kam nun zwischen�em Luftschiffer und dem Gefreiten, der in seiner Eigenschaft als Stubenältester der Vorgesetzte des R. war, zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf sich der An- geklagte dazu hinreißen ließ, sich an dem Gefreiten zu vergreifen und ihm mehrere Schläge ins Gesicht zu versetzen. Hieraus wurde die Lampe gelöscht und die Mannschaften legten sich zu Bett. Da es in der Stube noch unruhig war, befahl Salomon den Leuten, sich stille zu verhalten, damit er nicht wieder dem Wachtmeister Meldung erstatten müsse. Dem Angeklagten R.. einem Elsässer, rief er dann das Schimpfwort„Franzosenkopf" zu, worauf der letztere antwortete:„Du verfl..... Kapitulant, Dir werden wir es schon anstreichen!" R. ging dann mit seinem Landsmann, dem Angeklagten Kieper, an das Bett des Gefreiten heran. Kieper hatte sich vom Regal die Reitpeitsche heruntergeholt. Während er nun mit der Peitsche auf den Stubenältesten einschlug, traktierte R. den Vorgesetzten derartig mit Faustschlägen, datz dessen Gesicht blau anschwoll und blutete. Als jetzt der Gefreite aufstand und das Zimmer verlassen wollte, um sich das Blut abzuwaschen und den Vorfall zur Meldung zu bringen, riegelte Kieper von innen die Tür zu. Bei ihrer Rückkunft nach Berlin wurden die Beiden verhaftet und gestern hatten sie sich wegen militärischen Aufruhrs vor dem Kriegsgericht zu verantworten. In dem Vorverfahren hatte Wachtmeister Becker stets ausgesagt, daß er den Gefreiten Salomon als Stubenältesten und somit als Vorgesetzten und den Gefreiten Griesedick als stellvertretenden Stubenältesten mit der Einwilligung seines Vorgesetzten kommandiert habe. In der gestrigen Verhandlung änderte er jedoch seine Angaben' dahin, datz für die eine Hälfte der geräumigen Mannschaftsstube, die durch einen breiten Gang in zwei Teile zerlegt war, Salomon, und für die andere Hälfte Griesedick als Stubenälteste galten. Da nun die beiden Angeklagten getrennt in den Stubenhälften schliefen, so kam der Gefreite Salomon nur für den einen derselben, den Luft- schisfer Rebmann, als Vorgesetzter in Betracht und damit mutzte die Vertretung der Anklage die schwerwiegenden Aufruhrpara- graphen fallen lassen. Der Staatsanwalt beantragte nach längerer Beweisaufnahme gegen Rcbmann wegen eines zweifachen tätlichen Angriffes gegen einen Vorgesetzten 1% Jahr und gegen Kicper wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung 2 Monate Gefängnis. Aber das Kriegsgericht erkannte gegen beide Angeklagte wegen ge- meinschaftlicher Körperverletzung auf je drei Wo ch e n G e- f ä n g n i s. Bemerkenswert ist der Standpunkt, den der Gerichts- Hof in der Urteilsbegründung über das Vorgesetztenverhältnis zwischen dem Gefreiten Salomon und dem Angeklagten Rebmann einnimmt. Es heitzt u. a. in der Begründung:„Tatsächlich war Salomon der Vorgesetzte Rcbmanns. Er war ordnungsgemäß als solcher bestellt und es herrschte hierüber kein Zweifel. Das Kriegs- gericht hat nicht verkannt, daß Salomon bei seinem ersten Befehl als Vorgesetzter galt. Später hat er sich aber offenbar gar nicht als Vorgesetzter gefühlt. Es ist in keiner Weise erwiesen, datz er seine Autorität ass solcher geltend gemacht hat. Danach ist es er- klärlich, datz Rebmann nicht das Bewußtsein gehabt hat, datz er einem Vorgesetzten gegenüber stand."— Im 19. sächsischen Reichstagswahlkreise beschäftigten sich am Sonntag, den 5. August, in einer sehr zahlreich von den Genossen aus vielen Orten des Kreises besuchten Parteiversammlung, die in Döbeln stattfand, mit der Kandidatenfrage zu der durch den Tod des Genossen Grünberg notwendig gewordenen Nachwahl. In Vorschlag gebracht wurden die Genossen Karl P i n k a u- Leipzig und Redakteur Hermann F l e i tz n e r- Dresden. Nach längerer, mit rühmenswerter Sachlichkeit geführter Debatte, wurde Genosse P i n k a u mit 377 Stimmen zum Kandidaten gewählt. Auf FIcitzner entfielen 74 Stimmen. Die Versammlung war von bester Kampfesstimmung beseelt.— Huolana. Oesterreich. Polo, 5. August. Bei einem UebungSmarsch des hiesigen 84. Jnfanterie-RegimentS wurden 29 Soldaten bei einer Temperatur von 41 Grad vom Hitzschlage getrosten, glücklicherweise keiner In den Kämpfen in Zürich, schreibt unS unser dortiger Korrespondent, ist die schamloseHetze gegen unserenGe- Nossen Emil H a u t h zum Mittelpunkt geworden. Genosse Hauth ist ein Badonser, war in seiner Heimath Volksschullehrer, ist seinerzeit infolge einer schuftigen Denunziation in die Schweiz ge- flüchtet und dadurch allerdings auch Militärflüchtling geworden, ob- wohl das nicht seine Absicht war. Seit 13 Jahren lebt er nun in der Schweiz und zwar in Zürich, und da er schristenlos, als„tole- rierter Ausländer". Er genießt also das berühmte Schwcizer-Asyl, dessen man teilhaftig werden kann, indem man als Verheirateter eine Barkaution. von 3099 Fr., als Lediger eine solche von löv Frank stellt, oder zwei Schweizerbürger als Bürgen repräsentiert. Unser Genosse Hauth hat das letztere getan. Jahrelang brachte er sich äußerst kümmerlich als Journalist durch, als der er für mehrere deutsche Parteiblätter schrieb. Seit sieben Jahren ist unser Genosse Hauth Redakteur am sozialdemokratischen Züricher„Volksrecht", das er rasch auf die Höhe brachte, zum führenden Blatte in der schweizerischen Arbeiterbewegung machte, das heute gegen 8999 Abonnenten hat und zum lieben und unentbehrlichen alltäglichen Kameraden, zum sicheren geistigen Führer der Züricher Arbeiter- schaft geworden ist. Jahrelang leitete er das Blatt gegen be- scheidenen Gehalt allein, seit einigen Jahren hat er in der Person des Genossen Dr. Tobler, der ein Naturwissen- schaftler ist, einen Redaktionskollegen. Durch seine scharfe und rückhaltlose Kritik an Mißständen aller Art aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens, durch seine mutige und offene Kritik an der immer frecher werdenden Reaktion, durch seinen Kampf gegen be- sonders perfide Gegner hat er sich natürlich in gegnerischen Kreisen ebenso viele Feinde als in den Arbeiterkreisen Freunde erworben. Ein solcher Feind, der noch sehr jugendlich-griine Journalist Richard Frei, hat nun seine Ausweisung von der Regierung verlangt. Dieser Frei ist ein Bursche wie einer der Berliner „Post"-Redakteure. Unwissend, verständnislos, ein frecher Streber, überschüttet er als Züricher Repooter eine ganze Anzahl Schweizer- blätter mit den giftigsten und verlogensten Berichten über die Züricher Arbeiterbewegung, womit er das Züricher„Volksrecht" zur Abwehr und zum Angriff gegen ihn geradezu provozierte. Das aber gefällt dem politisch unreifen Burschen nicht, er möchte froh und frech verleumden und beschimpfen, aber er möchte nicht von den An- gegriffenen dafür geprügelt werden. Nun.schreit er zu der Regierung:„Samiel hilf I" und weise diesen Hauth aus, weil er im„Volksrecht" den Frei nach Gebühr behandelt hat. Das Bürschchen, das sich so kindisch- hülflos und weinerlich benimmt, stellt sich der Züricher Be- völkerung großartig als„Offizier der schweizerischen Armee" vor, das zu werden bekanntlich in der Schweiz nicht schwer ist und das nur etwas Kleingeld vom Vater erfordert. Der Frei soll für sein schmachvolles Answeisungsbegehren, durch das er das bekannte Demmziantenlied Hoffmann von' Fallersleben auf sich anwendbar gemacht hat, bereits 4999 Unterschriften auf- gebracht haben, was in der gegenwärtigen Situation in Zürich, wo die Klasfengegensätze und Klassenkämpfe eine noch nie erlangte Schärfe erreicht haben, nicht überraschend ist. Andererseits sind auch in Winterthur binnen wenigen Tagen 2609 Unterschriften von Arbeitern für eine Gegenpetition aufgebracht. Die Winter- thurer Arbeiterunion hat außerdem noch eine Eingabe an die Regierung betreffend die Abweisung des Ausweisnngs- begchrens gerichtet. Desgleichen der Vorstand des Züricher Preßvereins, dessen Mitglied unser Genosse ist und ferner persönlich der konservative Redakteur Zurlinden. Auch die „Neue Zür. Ztg." hat sich im Interesse der Preßsreiheit gegen die Ausweitung Hauths erklärt, freilich nicht ohne verschiedene Ausfälle auf denselben. Ein großer Teil der bürgerlichen Schweizcrpresse verlangt ebenfalls die Abweisung des Freischen Ausweisungs- begehrens. Auffallend ist die wiederholte Verschiebung des Entscheides durch die Regierung. Nach der öffentlichen Erklärung Freis soll sein Vor- gehen den geheimsten Wünschen der Negierung und des Züricher Stadtrates entsprechen, was wenigstens bezüglich der beiden Polizei- Vertreter in diesen Behörden durchaus glaubhaft erscheint. Der Regierungsrat Nägeli, ein bornierter Agrarier und Reaktionär, und der Stadtrat Dr. Welti sind echte Polizeiseelen, Puttkamersche Naturen, denen jeder tolle Streich gegen Sozialdemokraten und namentlich gegen ausländische zuzutrauen ist. Auch die wiederholte Verschiebung erscheint echt puttkamerisch. Die Regierung wartet offenbar auf ein „Ereignis" und feine Wirkungen auf die Stimmung der Be- völkerung, um für sich und den verbündeten Frei mit einem Schlage zwei Racheakte an unserem Genossen ausüben zu können. Die Aus- Weisung würde aber bei der Arbeiterschaft Oel ins Feuer gießen und ihre Wirkung würden eine dauernde Verschärfung der Klassen- und Parteigegenjätze sein. Dieser Folgen muß sich auch die Regie- rung bewußt sein und darum dürfte sie schließlich doch den ver- hängnisvollen Schritt unterlassen.— Das Bataillon 67 ist nun auch entlassen und Zürich wieder militärfrei. Aber das Streikpostenverbot der Re- gierung für den ganzen Kanton besteht fort und die Ausbeuter jubeln darüber. Die Streikposten der Unternehmer, die Polizisten, dürfen natürlich ungeniert weiter ihre Funktionen ausüben. Eine neuerliche Anregung des gut bürgerlich-kapitalistischen Stadt- Präsidenten Pestalozzi in Zürich zur Beilegung des Maurer- streiks ist von den ruppigen Baiuneistern abgelehnt worden. Sie behaupten in der Presse, 1299 Streikbrecher zu haben, womit der Streik beendet sei. Da vor dem Streik zirka 4999 Maurer und Handlanger in Zürich beschäftigt waren, weiß man, was von der Phrase zu halten ist. Die„1299" dürften sich in Wirklichkeit erheblich reduzieren. Die Wahrheitsliebe bestreikter Unternehmer ist bekannt. Die Regierimg hat nun schon dreimal den Entscheid in Sachen des gegen un s e r e n G en o s s e n Hauth gerichteten AuSweisungS- begehrens verschoben. Der„berühmte" Eidgenosse Journalist Fret ist durch Veröffentlichung seines BildeS, auf dem er als Leutnant paradiert, verewigt worden und nun will er zum Danke dafür das „Volksrecht" vor den Kadi schleppen. Er ist inzwischen auch auS dem Presseverein ausgetreten, der immerhin noch verschiedene gleichwertige Mitglieder behält. Obstruktion hat unsere Partei beschlossen für die sonntägige Urabstimmung in der Stadt Zürich gegen die Bewilligung eines Kredits von 419 999 Fr. für den Ausbau der Uetlibergstraße, womit den Herren Schützen eine Freude gemacht werden sollte. Gegen den „inneren Feind" ist auch den Arbeitern jedes Mittel recht.— Nach preußischem Muster. Die Arbeiterunion Zürichs hatte beabsichtigt, am Sonntag, den 5. August, einen Demonstrationsziig durch die Straßen der Stadt zu veranstalten und hatte der Polizei zwei Tage vorher davon Mit- teilung gemacht. Nicht etwa um Erlaubnis einzuholen, die nach Züricher Gesetz nicht nötig ist, sondern um Vorkehrungen zur Regelung des Verkehrs zu ermöglichen. Darauf hat die Regierung sich das Recht angemaßt, den Umzug zu verbieten und zwar nicht nur für den S. August, sondern überhaupt für die nächste Zeit, weil „die politischen Leidenschaften erregt" seien. Es ist daS erste Mal, daß die Polizei dergleichen wagt. Da eine offene Rechtsverletzung vorliegt, hat das Verbot unter den Züricher Arbeitem gewaltige Auftegung verursacht.— Italien. Für daS Wahlrecht der Frauen. Rom, 39. Juli.(Eig. Ber.) Das Appellationsgericht von A n c o n a, bei dem von zuständiger Seite Berufung eingelegt worden war„gegen die Eintragung von Frauen in die politischen Wählerlisten" hat zugunsten dieser Eintragung entschieden. Zehn Frauen der Provinz hatten unter Darlegung der vom Gesetze ge- forderten Requisiten bei der Provinzialkommission die Eintragung beantragt und erhalten. Das Appcllationsgerickit hat diese nun bestätigt und in feinem Entscheide begründet. Es heißt darin, daß die Frage nur vom rein juristischen Standpunkt erwogen und entschieden werden dürfe. Der Artikel 24 der Verfassung spreche von der Gleichheit aller politischen Rechte der„Staatsangehörigen des König- reichs"(regnicoli) und enthalte kein Wort von der Ausschließung der Frauen. Was aber nicht ausdrücklich gesagt sei, dürfe man nicht in ein Gesetz hinein interpretieren. Alle politischen Grund- rechte— persönliche Freiheit, Preßfreiheit, Versammlungs- und Vereinsrecht— sind beiden Geschlechtern gemein. Wenn die Ver- fassung für das politische Wahlrecht eine Ausnahme machen wollte, so mußte dies ausdrücklich gesagt werden, wie dies im Gesetz über das koNimunale Wahlrecht geschieht. Gesetze seien in der Weise zu interpretieren, die dem Geist derZeit am beste» entspricht; im Zweifetsfalle Deutfches Reich. Tei die freifinnigste nterpretation am Blaze. nicht als solche, sondern als zwanglofe Zusammenkunft" anzusehen Auch sei das Wahlrecht als ein natürliches Recht jedes Menschen sei. Sein vorgesetzter Postinspektor, der von diesem Vorhaben Wind Der Ausstand der Transportarbeiter in Jena hat ein schnelles anzusehen. Wahrscheinlich wird der Kassationshof diesen Entscheid bekommen hatte, sagte ihm, daß die Oberpostdirektion gegen eine Ende gefunden. Am Sonnabend wurde beschlossen, denselben aufaufheben. Trotzdem komme ihm und noch mehr seiner Begründung harmlose Aussprache nichts einzuwenden habe, dagegen sich zuheben, da die Fortsetzung aussichtslos fei. Den maßgebenden große Bedeutung zu. Bis die dritte Instanz entschieden hat, können gegen eine öffentliche Versammlung ernst verwahren würde. Unternehmern war es gelungen, obwohl der Zuzug von auswärts Die 10 in die Wahllisten eingetragenen Frauen ihr Wahlrecht aus- Infolgedessen wurde auch ein Berichterstatter des Vorwärts" nicht ferngehalten wurde, genügend Arbeitswillige vor ihre Interessen zu zugelassen. Der Verlauf der Versammlung stach von dem der sonst von spannen. Die kleineren Unternehmer bewilligten den geforderten Bulgarien. Arbeitern veranstalteten wesentlich ab, da sowohl der Einberufer, der Wochenlohn von 22 M. Die Organisation wird ihre Kräfte berfortwährend sein Vertrauen zur Behörde betonte, als auch die üben. Nachher kam es an einer Stelle zu einem Zusammenstoß der Boltsmassen mit Militär, wobei drei Bibilpersonen durch Säbelhiebe und ein Gendarm durch einen Steinwurf leicht verlegt wurden. Gewalttätiger ist es in Stanimata bergegangen. Von den Griechen wurden mehrere Schüsse auf die Demonstranten abgefeuert, worauf die Volksmenge zwei griechische Kirchen und zwei Schulen erstürmte und zahlreiche griechische Kaufläden zerstörte. Das aus gerüdte Militär gab auf die Menge Schüffe ab, konnte aber der Situation nicht Herr werden. Weitere Details fehlen. Gegen die Griechen. Eine am 5. August in Sofia abgehaltene Riefenversammlung im flaren waren. Es wurde an zwei Stunden debattiert, ehe man darauf Hauptredner über ihre Wünsche und den Weg zu deren Erreichung nicht doppeln, um bei nächſter Gelegenheit erfolgreicher vorzugehen. Die Bauarbeiteraussperrung, die das Kölner Unteron 20 000 Personen forderte Abbruch der diplomatischen Be- fam, eine feste Tagesordnung aufzustellen. Auch bei der Diskussion dieser nehmertum schon vor einiger Zeit angedroht hat, ist nun bis ziehungen zu Griechenland, wenn die Einfälle der griechischen verlor man sich meist weitab von der Sache. Aus den vorgebrachten zu einem Beschlusse gediehen. Um die organisierten Glaser, DachBanden nicht aufhören, Entlassung aller Griechen aus dem Klagen wollen wir nachstehende zwei Fälle berichten: In einem Be- decker und Kanalmaurer zur Aufnahme der Arbeit zu zwingen, Ausweisung aller griechischen Priester und Lehrer, lebermittelung befferung ihrer Löhne Staats- oder Kommunaldienste und aus der Armee fowie triebe hatten die Arbeiter vor Jahresfrist ein Gesuch um Auf- haben die Unternehmer sich nicht mit Gesamtaussperrungen in den eingereicht, um an die Großmächte, in der Bulgarien die Ver- Unterschriften dieses giner Note mit allen betreffenden Gewerben begnügt, sondern es sollen nunmehr auch der dort Beschäftigten dem Amtsvorsteher sämtliche Maurer und Bauhülfsarbeiter ausgesperrt werden. Die antwortung für die Folgen der griechischen Umtriebe ablehnt, und schließlich die Boykottierung des griechischen Handels durch die bul- zur Weiterbeförderung an das Reichspostamt zu übergeben. Der Freie Innung beschloß, am fünftigen Sonnabend eine Generalgarische Bevölkerung. Herr Amtsvorsteher sagte der Kommission, die mit ihm berhandelte, aussperrung der Bauarbeiter vorzunehmen, wenn bis daß er sich ihretwegen seine Karriere nicht verderben dahin nicht alle in Frage kommenden Berufe die Arbeit wieder aufwürde; sollten die Arbeiter jedoch auf Weiterbeförderung bestehen, genommen haben oder zwischen den beteiligten Arbeitgebern und so hätten sie ihre Entlassung zu gewärtigen! Bon Arbeitern eine Vereinbarung zustande gekommen ist. Jedoch be einem im Amt Charlottenburg beschäftigten Arbeiter wurde vorges schloß die Innungsversammlung gleichzeitig, auf den 7. Auguft eine bracht, daß ein dortiger Aufseher ihm genehmen Leuten Behrgelder zu- Zusammenkunft von Vertretern der Unternehmer und der organiwandte, während andere Leute leer ausgingen, obgleich auch ihnen fierten Arbeiter zusammenzuberufen, um dahin zu wirken, daß ein Recht darauf zustand. Aus der Mitte der Versammlung eine allgemeine Aussperrung mit Rücksicht auf die schweren Folgen wurde der Borsigende darauf aufmerksam gemacht, daß sich ein vermieden wird". vorgefester im Saale befinde. Aufgefordert, sich der Vers Der Metallarbeiterstreit in der Antomobilfabrik von Arbenz u. Cie. ſammlung vorzustellen und seine Anwesenheit zu rechtfertigen, hielt in Albisrieden bei Zürich hat insofern eine überraschende und es der Herr für gut, sich nicht zu melden. Erst als die interessante Wendung erfahren, als eine neue Konkurrenzfirma in Versammelten unruhig wurden und einer seiner Untergebenen erklären, daß er der Bewegung feine Teilnahme entgegenbringe. progigen Arbenz der schwerste Schlag. Er mag nun mit seinen fich für ihn verbürgte, trat er vor und ließ durch den Einberufer Zürich 44 Streikende einstellte, so daß deren nur noch 3 im Streif berharren. Diese Wegnahme seiner tüchtigsten Arbeiter ist für den Der Vorsitzende schlug dann selbst ein Vertrauensvotum für den Herrn vor und bat für das entgegengebrachte Mißtrauen um Ver- er mit dem Automobil und in militärischer Begleitung täglich zirka 50 Streifbrechern Handlanger, Bäcker, Metzger usw. zeihung. Zum Schluß wurde eine Kommission von drei Mann ge- spazieren fährt, weiter wursteln, er mag ihnen auch die höchsten wählt, die der Oberpostdirektion folgende Wünsche unterbreiten soll: Löhne bezahlen, neue Automobile aber fann er mit ihnen nicht 1. Erhöhung des Lohnes um 50 Pf. pro Tag für alle Lohn- fabrizieren. Durch die Einstellung der Streifenden seitens der stufen. Konkurrenzfirma sind auch die schwarzen Listen des Schweizerischen 2. Fortfall der Zehrgelder; dafür Fahr- und Kilometergelder bei Maschinenindustriellen- Verbandes gegenstandslos geworden, nach Beschäftigung außerhalb der Weichbildgrenze. Amerika. Eine neue Attentatsgeschichte. New York, 5. Auguft. Die Polizei von Hoboken entdeďte in der Wasserrinne einer Straße einen Sack, der mit Dynamitbomben gefüllt war. Als ein Italiener nach dem Sack fuchte, wurde er berhaftet. In seiner Tasche wurde ein Dampferbillett nach Neapel gefunden. Er erklärte, Tanulra zu heißen und nicht gewußt zu haben, daß sich in dem Sack Dynamit befunden hätte. Seine Freunde hätten sich wahrscheinlich einen schlechten Spaß mit ihm gemacht. Später gab er zu, das Dynamit ſei für einen Professor in Neapel bestimmt gewesen. Man vermutet, daß der Verhaftete ein Attentat auf den König von Neapel geplant habe. Gewerkschaftliches. Chriftlicher Schwindel. 3. Bezahlung der Festtage. 4. Rostenlose ärztliche Untersuchung bei Neueinstellungen. Arbeiter, die über 1 Jahr tätig sind, gelten als gesund. 5. Ein Sommerurlaub schon nach dreijähriger Tätigkeit. Der Bescheid auf dieses Gesuch soll am Sonntag, den 12., in einer neuen Versammlung bekannt gegeben werden. Eine Schauergeschichte über sozialdemokratische Arbeiterführer" Man darf gespannt sein, wie die Antwort der Oberwurde am Sonnabend vor dem Schöffengericht in Nürnberg als Postdirektion ausfallen wird. Das fann den TeleSchwindel erwiesen. Nach dem 1. Mai d. J. ging durch die gesamte graphen- Arbeitern heute schon gesagt werden, daß fie bürgerliche Bresse von Straßburg bis Königsberg und von Berchtes durch noch so oft wiederholte Loyalitätsbekundungen nichts gaden bis ins Rheinland die Schauermär, die sozialdemokratischen eine ja ganz Ihre Vorgesezten wollen sich wie der offen bekundete durch Befürwortung der Arbeiterführer hätten die Arbeiter der Schuckertwerte in Nürn- Arbeiterforderungen die Karriere nicht verderben lassen. Da hilft berg durch Anwendung von Lügen ins Unglück gestürzt; die Direktion nur männliches, selbstbewußtes Auftreten und Stärkung der der Schuckertwerke habe durch Anschlag bekannt gegeben, tver am politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats, auch 1. Mai feiere, sei entlassen und könne erst am 3. Mai nach Wahl durch Beitritt der Staatsarbeiter. wieder eingestellt werden unter Verlust der durch die bisherigen Dienstjahre erworbenen Rechte. Da seien nun Schauermär am Vorabend der Maifeier die sozialdemokratischen Führer in den Fabrikjälen herumgelaufen und hätten erklärt, die Direktion habe alles zurückgenommen und den 1. Mai freigegeben. Auf dieses hin seien die Arbeiter am 1. Mai der Fabrit fern geblieben und am andern Tag hätten sie sehen müssen, daß fie von den Führern betrogen worden seien: es wurden alle Feiernden entlassen. Natürlich wurde in der gesamten bürgerlichen Presse an den „ sozialdemokratischen Führern" fein Haar mehr ganz gelassen. erreichen werden. nach der Die Kohlenarbeiter und Kutscher Berlins, werage eine Sektion des Handels- und Transportarbeiterverbandes bilden, waren am Sonntag im Gewerkschaftshaus zahlreich versammelt, um den Bericht der Lohnkommission über einen den Unternehmern zur Annahme vorzulegenden Lohntarifentwurf entgegen zu nehmen. Der Berichterstatter, A. Werner, schilderte in furzen Zügen die bestehenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse und wies darauf hin, daß bis dato die Arbeitszeit bei den weitaus meisten Firmen 11 Stunden täglich dauert, wofür die Arbeiter einen Lohn von 4 M. erhalten. Eine Anzahl Firmen hat dagegen die zehnstündige Arstunden werden mit 40 Pf. und die Sonntagsarbeit ebenfalls mit beitszeit unter Bezahlung desselben Lohnes eingeführt. Ueber40 Bf., teilweise aber auch mit 45 und 50 Pf. bezahlt. Die Kutscher, welche heute noch eine unbegrenzte Arbeitszeit haben, erhalten zurzeit einen Wochenlohn von 26-27 M., sowie freie Liefe rung von Feuerung. Sonstige Extrabezahlungen erhalten dieselben nicht. Redner erläuterte dann eingehend die neuzustellenden Forderungen, welche von den Versammelten einstimmig angenommen werden. Nun gelang es den zwei sozialdemokratischen Führern" Rössing Nun gelang es den zwei„ sozialdemokratischen Führern" Röffing und Holzinger, Vertrauensleute des Deutschen Metallarbeiterverbandes bei Schuckert, den Verbreiter dieser Schauermär in der Person des christlichen Vorarbeiters Ludwig Gerl bei Schuckert ausfindig zu machen und ihn zur Verantwortung zu ziehen, da die Verbreitung dieser Verleumdung nicht nur geeignet war, die zwei Personen um ihre Eristenz zu bringen, sondern sie in der Achtung der Mitarbeiter und der Mitglieder des Metallarbeiterverbandes, deren Vertrauens männer sie sind, herabzusetzen. Bei Gericht stellte es sich nun heraus, daß diese zwei Führer, bie zugleich Mitglieder des Arbeiterausschusses der Schuckertwerke waren, sich bei ihren Bekanntmachungen streng an die Wahrheit gehalten haben, ja es wurde durch beeidigte Beugen und durch im Original vorliegende Handzettel bewiesen, daß die zwei VertrauensLeute fogar ganz ausdrücklich auf die Folgen der Arbeitsruhe am 1. Mai hingewiesen und daß sie jedem Arbeiter ans Herz gelegt hatten, sich ihren Entschluß wegen der Maifeier vorher reiflich zu überlegen. Kurzum die ganze Schauergeschichte stellte sich als vollständig erstunken und erlogen heraus. die denen sie erst nach Ablauf von zwei Jahren wieder von einer Verbandsfirma hätten eingestellt werden dürfen. Schließlich wird der Arbenz doch noch mit dem Metallarbeiterverband Frieden schließen müssen, damit die Sperre über seine Fabrik wieder aufgehoben wird und er tüchtige Arbeiter erhalten kann. Ausland. Ein erfolgreicher Streik holländischer Landarbeiter. Der Streit der Landarbeiter in Medan hat nach 14tägiger Dauer mit bollem Erfolg geendet. Es wurde ein Uebereinkommen zwischen der Landarbeiterorganisation und dem Bauernbund getroffen, das eine wesentliche Erhöhung der Löhne und eine den Forderungen der Streifenden entsprechende Regelung der übrigen Arbeitsbedingungen enthält. Die Bauern, unter ihnen ein Millionär, hatten sich bei Konventionalstrafe verpflichtet, auf keinen Fall nachhatten alles aufgeboten, um den Streit zu unterdrücken. Sie zugeben; sie schickten den Rektor der klerikalen Schule zu den Religiösgesinnten unter den Streikenden, um sie zu veranlassen, aus der gottlosen" Organisation auszutreten, aber es gelang ihnen auch dadurch nicht, Zersplitterung in die Reihen der Streitenden zu tragen; sie sandten einen Streitbrecheragenten aus, aber die 20 Leute, die er ermittelte, reisten, nachdem sie vom Streik unterrichtet waren, sofort wieder ab und der Bauernbund mußte sogar noch die für die Rückbeförderung ausgelegten 42 Gulden er beim Abschluß des Uebereinkommens der Landarbeiterorganisation fogar noch die für die Rückbeförderung ausgelegten 42 Gulden erfeben. Handelte es sich bei diesem Streit auch nur um 180 Erntediese tapferen Landproletarier gegeben haben, wird jedenfalls ihre in der holländischen Gewerkschaftsbewegung. Das Beispiel, das arbeiter, so ist er doch eine außerordentlich wichtige Erscheinung Leidensgenossen in anderen Teilen des Landes zur Nachahmung anfeuern. Letzte Nachrichten und Depefchen. fönnen. zu Ausstand in Pulverfabriken. An Lohn wird gefordert für Arbeiter 50 Pf. pro Stunde, für Kutscher ein Wochenlohn von 33 M. Reihe von Arbeiten wie Be- und Entladen, Abtragen usw. ein Außerdem ist für eine Petersburg, 6. Auguft.( W. T. B.) In den staatlichen Bulbera Akkordtarif aufgestellt. Für Arbeiter wird gefordert eine Ar- fabriken in Ochta, einer Vorstadt von Petersburg, ist ein Ausstand rausgebrochen und etwa 15 000 Mann haben die Arbeit niedergelegt. beitszeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, inklusive einer ausgebrochen und etwa 15 000 Mann haben die Arbeit niedergelegt. Die Ausständigen hielten einen nach Jrinowka bestimmten Zug in halbstündigen Frühstücks-, einer einstündigen Mittags- und einer der Nähe der Station Rjevka an und zwangen ihn, nach Petersburg halbstündigen Vesperpause. Sonntagsarbeit soll möglichst ber zurückzufahren. Truppen, die in Rjevka eintrafen, feuerten zwei mieden werden. Falls in dringenden Fällen in der Zeit von 7 bis Salven ab und zerstreuten die Menge, ohne jemand zu töten oder zu 10 Uhr vormittags gearbeitet werden muß, ist hierfür eine Ver- verletzen. Mit der Bahn find Truppen abgesandt worden und die gütigung von 60 Pf. pro Stunde zu gewähren. Für Kutscher wird Verwaltung glaubt, den Verkehr gegen Abend wieder aufnehmen gefordert eine Arbeitszeit von 5 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, mit einer halbstündigen Frühstücs-, einer einstündigen Mittagsund einer halbstündigen Vesperpause. Die Arbeit soll möglichst so Moskau, 6. Auguft.( W. T. B.) Der Ausstand breitet sich Nun meinte der den Vorsitz führende Amtsrichter zu dem eingeteilt werden, daß die Kutscher um 6 Uhr abends mit ihrem aus; die Ausständigen stellen die Arbeit ein, ohne irgend welche beklagten Christenmenschen:„ Herr Gerl, wenn Sie ehrlich fein Fuhrwert auf dem Plaz sind. Falls ein Kutscher noch nach 6 Uhr Forderungen den Arbeitgebern zu unterbreiten. In den größten wollen, dann müssen Sie jetzt zugeben, daß Ihre Vorwürfe abends eine Fuhre machen muß, so erhält er hierfür eine Extra- Fabriken, wie in denjenigen von Bindel und Profhoroff, wird gegegen die beiden kläger auch nicht im entferntesten vergütigung von 50 Pf. pro Stunde. Zur Einnahme von Mahl- arbeitet. Der Ausstand in den Drudereien wird ein allgemeiner; der Wahrheit entsprechen!" Der Angeklagte war dann auch zeiten sind den Arbeitern auf den Plätzen heizbare Räume, sowie die Beitungen werden morgen nicht erscheinen. In einigen Stadt ehrlich" und gab eine Erklärung ab, daß er sich auf Grund der verschließbare Spinden zur Aufbewahrung der Kleidungsstücke zur teilen ruht der Betrieb der Straßenbahnen seit 5 Uhr abends. In Beweisaufnahme überzeugt hat, daß seine Behauptung, Waschgelegenheiten, sowie Lieferung der dazu notwendigen Hand- Man erwartet sonst keine Komplitationen. Verfügung zu stellen. Ferner wird gefordert: Beschaffung von der Stadt herrscht Ruhe. Die Eisenbahnen verkehren wie sonit, die Führer hätten wissentlich falsche Angaben gemacht, um die tücher und Seife. Beschaffung von Bedürfnisanstalten( Klosetts) Schudertschen Arbeiter für die Maifeier zu getvinnen, völlig auf allen Bläßen. Der Vertrag soll Gültigkeit haben vom grundlos ist und daß er die Vorwürfe mit dem 16. August 1906 bis zum 15. August 1907 und gilt derselbe auf Ausdruck des größten Bedauerns zurücknimmt ein weiteres Jahr verlängert, wenn er nicht 4 Wochen vor Ablauf und sämtliche Kosten, auch die der beiden Kläger, trägt. Ferner von einer Partei gekündigt wird. Ein Sympathie streik. Rostow, 6. Auguft.( W. T. B.) Heute sind sämtliche Hafenwird die Erklärung in der Fränkischen Tagespost", in der katholischen Die Lohnfommission wurde beauftragt, die Forderungen noch arbeiter in den Ausstand getreten. Sie stellen keinerlei Fordes Nürnberger Voltszeitung" und in der christlichen Metall- am Montag dem Vorstand des Verbandes der Berliner Kohlen- rungen. Der Zwed des Ausstandes ist ausschließlich die Unters arbeiterzeitung auf Kosten des Angeklagten veröffentlicht. Auf die großhändler zu übermitteln, mit dem Ersuchen, einen Bescheid bis ftübung der Schiffsmannschaften. zum Donnerstag an den Obmann der Kommission gelangen zu Veröffentlichung in der Zeitung des Metallarbeiterverbandes haben lassen. Es soll dann zum Sonntag eine weitere Versammlung die Kläger schließlich loyalerweise verzichtet. anberaumt werden, in welcher die Kommission über den Verlauf So endete diese Schwindelgeschichte von den sozialdemokrati- der Dinge Bericht zu erstatten hat und in der eventuell über die schen Führern, die die Arbeiter verheßen und durch Lug und Trug meiter zu treffenden Maßnahmen zwecks Erreichung der Fordeins Unglück stürzen. Wird nun die bürgerliche Presse ihren Lefern rungen beraten und beschlossen werden soll. mitteilen, daß ihre Schauergeschichte damals ein aufgelegter Die Freie Bereinigung der Metallarbeiter"( Lokalorganisation) Schwindel war? Wir glauben nicht, denn ihre Aufgabe ist ja, die legt Wert darauf, daß wir einen Frrtum in unserer Sonntagsnotiz Arbeiterbewegung und ihre Führer täglich in gemeinster Weise zu berichtigen über die Vertrauensmännerversammlung, die sich mit der berleumden. Die indifferenten Arbeiter aber sehen wieder, was sie von all den Schauergeschichten über die Sozialdemokratie und die Arbeiterbewegung zu halten haben! Berlin und Umgegend. Aufnahme des Neuen Metallarbeiterverbandes"( der Wiesenthal Gründung) in die Freie Vereinigung" befaßte. Es handelte sich nicht um eine gemeinsame Konferenz beider Organisationen, sondern lediglich um eine Stellungnahme der Vertrauensleute der " Freien Vereinigung". Angriffe der Tataren auf russische Truppen. Tiflis, 6. August.( W. T. B.) Nach einem Telegramm des Distrittschefs in Sangefur an den General Goloschtkapoff haben Tataren in der vergangenen Nacht die russischen Truppen regel recht angegriffen. Der Kampf dauerte bis gegen 3 Uhr nachmittags. Die Tataren, deren Zahl sich auf über 2000 belief, nahmen sehr günstige Stellungen ein. Ihre Verluste sind unbekannt. Nach längerem Bombardement hißten sie eine weiße Fahne und baten den Distriktschef, in ihr Lager zu kommen; dieser erhielt die Nach richt, daß die Tataren für die Nacht einen Angriff borbereiten, und wechselte in der Dunkelheit seine Stellungen. Die umliegenden Ortschaften sind von Tataren besetzt, die Unterstützungen erwarten. Die Verbindungen im Distrikt Sangefur sind unterbrochen, Die Bevölkerung nimmt eine feindliche Haltung ein. Ueber den Untergang des„ Sirio" Vom Genoffen Hanke erhalten wir gegenüber der Erklärung des Achtung, Metallarbeiter! Die bei der Firma Notwotny, Marien- Genossen tar in Nr. 178 eine Zuſchrift, in welcher Hanke an seiner straße 12, Stunft, Bau- und Lurusglaserei, beschäftigten Metall- Auffassung festhält. Er schreibt: Während ich den Vertrag Satz für arbeiter befinden sich seit einigen Wochen im Streit. Die Firma Saz einer fritischen Beleuchtung unterzog, war die Versammlung sucht unter der Adresse des Werkführers Schuster, Franzftr. 17, ruhig. Nicht durch mich ist der Tumult verursacht, sondern durch die Arbeitswillige anzuwerben. Die von Herrn Schuster engagierten Handhabung der Geschäftsordnung sowie das Auftreten der Gegner, wird noch gemeldet: Metallarbeiter sollen Streifbrecherdienste bei obiger Firma leisten. welche gegen meine Ausführungen polemisierten. Eine unrichtige Genua, 6. August.( B. H.) Die Aufregung über den Untergang Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Darstellung ist es, wenn lar behauptet, daß ich bei Verlesung des Sirio“ ist hier groß. Die Mehrzahl der Matrosen war aus des Sayzes, welcher in Nr. 31 vom 28. Juli in der Buchbinder- Genua gebürtig. Seit heute morgen belagern die Hinterbliebenen Zeitung" abgedruckt und in dem Tarifvertrag enthalten ist, die der Mannschaft die Bureaus der Allgemeinen Italienischen Schiffahrtss Worte, die Organisationsvertreter hätten einen Baffus des Vertrages gesellschaft, der der Dampfer gehört. Truppen mußten einschreiten, Am Sonntag fand in den Fortuna- Sälen eine von zirka den Mitgliedern gegenüber unterschlagen, um die Zustimmung zum um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Menge beschuldigt die Ge vierhundert Telegraphenarbeitern befuchte Ver- Vertrage zu erliften," gebraucht hätte. Wahr ist, daß ich der Ber- fellschaft, die Wahrheit zu verschweigen. fammlung statt, welche fich mit der Aufbefferung der sammlung empfahl, falls diefelbe von den Funktionären totgeredet Lage diefer Staatsarbeiter beschäftigen sollte. Der Einberufer werden sollte, lieber einen Antrag auf Schluß der Debatte zu stellen, Ortsverwaltung Berlin des deutschen Metallarbeiterverbandes. Eine Bewegung der Telegraphenarbeiter. " machte zu Beginn der Versammlung bekannt, daß dieselbe als von der leeren Versammlung Beschlüsse fassen zu lassen." Berantw. Redakt.: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Inserate verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag; Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 181. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Wahlen der Arbeitervertreter zum Maifeier erfreulicherweise immer größere Beteiligung finde, aber Reichsversicherungsamt für die fünftige fünfjährige Wahlperiode, die am 1. Januar 1907 beginnt, sind vom Reichs- Versicherungsamt gegenwärtig ausgeschrieben und ist der Endtermin für für die Wahl auf den 15. September cr. festgesetzt. Dienstag, 7. Auguft 1906. Wie die vorliegende Abstimmung beweist, hat die große Mehrheit der Zentralvorstände sich diesen Gründen der Generaltommission angeschlossen. Mit Barteigruß! Die Generaltommission. A. Knoll. Parteivorstand für verpflichtet, den Genossen durch wörtliche BeTrotz dieses erneuten ablehnenden Bescheides hält sich der und Gewerkschaft" behandelt, eine sichere Unterlage für ein kanntgabe des Teiles des Protokolls, der das Thema„ Partet Urteil zu geben. Martens- Wandsbeck begründete den Antrag wegen Maifeier. Diese müsse schon deshalb ertra behandelt werden, weil dic die Organisation wegen der Unterstüßungen auch immer mehr in Mitleidenschaft gezogen werde; auch durch die Aussperrungen anderer Branchen, wovon unsere Verbandsmitglieder mitbetroffen würden. Es entspann sich hierbei eine Debatte darüber, wie diese Punkte der Reihe nach verhandelt werden sollten. Beide Anträge wurden angenommen. Die Landarbeiterfrage wird als 6., die Maifeier Als Vertreter der Arbeiter sind für die Industrie, im Kölner Gewerkschaftstongreß mit zu verhandeln, wurde abgelehnt. als 7. Tagesordnungspunkt behandelt werden. Ein Antrag, den Bergbau, im Eisenbahnbetrieb und das Baugewerbe 2 nichtständige Mitglieder und für jedes nichtständige Mitglied als Delegierten gewählten Gauleiter telegraphisch herbeizuEine längere Debatte entspann sich über den Antrag, die nicht Der Parteivorstand teilt durchaus die Auffassung der General36 Stellvertreter zu wählen. Für die Land- und Forstwirt- ziehen, damit sie den Verhandlungen mit beratender Stimme bei- fommission, daß es sowohl für die Gewerkschaften wie auch für die schaft sind gleichfalls 2 nichtständige Mitglieder und für jedes wohnen. Der Antrag wurde schließlich angenommen. nichtständige Mitglied 24 Stellvertreter zu wählen. Für die Der Vorsitzende teilte noch mit, daß ein Kollege aus Nedarau Partei Gegenstände geben kann und geben wird, die interne BeDer Vorsitzende teilte noch mit, daß ein Kollege aus Nedarau ratungen notwendig machen. Er pflichtet der Generalkommission See- Berufsgenossenschaft sind 2 nichtständige Mitglieder und anwesend ist, der die dortigen lokalen Verhältnisse vertreten soll. auch darin völlig bei, daß es weder den Gewerkschaften noch der für jedes nichtſtändige Mitglied 2 Stellvertreter zu wählen. lekalen Organisation an, die sich die Aufgabe gestellt hat, die„ tor- Partei beikommen kann, lediglich auf die Judiskretionen eines VerEin Teil der dortigen Verbandsmitglieder gehört nämlich noch einer Die Wahlen erfolgen einheitlich für ganz Deutschland rupten" Zentralverbändler zu reformieren und beim Fabritarbeiter- räters hin den internen Charakter solcher Verhandlungen preisbon den Beisitzern der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung; verband damit anzufangen. Es ist nicht anzunehmen, daß der zugeben. für die benannten drei Berufsgruppen gesondert. Verbandstag diesen Kollegen als Gast mitberaten läßt, weshalb Jm vorliegenden Falle jedoch hält der Parteivorstand die wortDie Vorbereitungen zur einheitlichen Vornahme der ich vorschlage meinte Breh, die Angelegenheit der Mandats- getreue Bekanntgabe der Verhandlungen über den Punkt„ Partei Wahlen sind von dem Zentral- Arbeitersekretariat in Berlin, prüfungskommission zur Entscheidung zu überweisen. Merkwürdiger- und Gewerkschaft" geradezu im Interesse von Partei und der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands und weise ist der Hauptstänker und Hauptmacher der Lokalisten in Gewerkschaften für geboten. Die Diskretion dieser Berder Zentrale für das deutsche Krankenkassenwesen gemeinsam biete feine Handhabe zu seinem Ausschluß, werde ihm doch Gelegen handlungen besteht ja in Wirklichkeit längst nicht Nedarau Verbandsfunktionär. Obgleich dieser meint, das Statut getroffen. Es ist den Gewerkschaftskartellen und Arbeiter- betreiben. heit gegeben werden müssen, seine Reformarbeit draußen zu mehr, zumal zahlreiche bürgerliche Blätter die Judiskretionen der " Einigkeit" mit Behagen nachgedruckt haben. Es handelt sich also sekretariaten am Site der einzelnen Landes- Der Verbandstag stimmte dem.Borschlage Brehs zu. einfach darum, ob Partei und Gewerkschaften es ruhig mit ansehen bersicherungsanstalten der Auftrag zuteil ge- Der österreichische Bruderverband hat mitgeteilt, daß wegen follen, daß zur Verwirrung der Massen tendenziös zuworden, die nötigen Vorbereitungen zu treffen für die Auf- Arbeitsüberbürdung kein Vertreter gesandt werden könne, wünscht sammengestellte Bruchstücke berbreitet werden, stellung geeigneter Kandidaten. Die von diesen Korporationen aber den Arbeiten des Verbandstages bestes Gelingen. oder ob es nicht besser ist, diesen Quertreibereien durch Bekanntgabe vorgeschlagenen Kandidaten sind auf einer gemeinsamen Liste Ueber die Entwickelung des Verbandes des vollen Tertes des betreffenden Teils des Protokolls entgegenzutreten. Der Parteivorstand hat sich angesichts dieser Situation der Auffassung der Redaktion des Vorwärts" nicht verschließen zu sollen geglaubt, daß es notwendig sei, den erwähnten Punkt des Protokolls im Vorwärts" abzudrucken, um dadurch dem partei- und gewerkm" Vorwärts" abzudrucken, um dadurch dem partei- und gewerkschaftsschädigenden Treiben entgegentreten zu können. Herzogtum Sachsen- Altenburg hielten am Sonntag in Gera ihren Landesparteitag in Sachsen- Altenburg. Die Parteigenossen im Landesparteitag ab. Daß fie in das Ausland gehen, hat seinen Grund darin, daß in dem frommen muderischen Altenburg vor 3 Uhr nachmittags feinerlei öffentliche Veranstaltungen, welcher Art sie auch sein mögen, stattfinden dürfen. Die Verhandlungen waren vom besten Geiste getragen. Der Bericht des Landesvorstandes erbrachte den Beweis, daß die Parteibewegung im Herzogtum im bergangenen Jahre einen erfreulichen Aufschwung genommen hat. Die Zahl der organisierten Parteigenossen betrug am 1. April 3500. Die Einnahmen stiegen von 6400 M. im Vorjahre auf über 10 000 m. Die Ausgaben sind von 5500 M. im Vorjahre auf 7700 M. gestiegen. Die im Juni eingeleitete Wahlrechtsbewegung, während der über 40 Versammlungen abgehalten wurden, ist jetzt bei der Sammlung von Unterschriften unter eine Petition angelangt, die an Ne gierung und Landtag geht und in der das allgemeine, gleiche, geheime und indirekte Wahlrecht gefordert wird. Für die nächstes Frühjahr stattfindenden Landtagswahlen wird die Forderung nach Einführung des demokratischen Wahlrechts zum Landtage als Parole ausgegeben. Ebenso günstig wie die Parteiorganifation hat sich die Altenburger Volkszeitung" im abgelaufenen Jahre entwickelt. Sie hat um über 1000 Abonnenten zugenommen und hat jetzt über 6000 Abonnenten. Entsprechend dem Abonnenteneine sehr günstige. Der Landesparteitag, der von 62 Delegierten ſtande ist auch die finanzielle Lage des Preßunternehmens beschickt war, nahm zum Schlusse seiner Beratung eine scharfe Resolution an, die sich gegen die Regierung wendet. Sie führt ihr zu Gemüte, daß sie alle Staatsbürger gleichmäßig zu behandeln hat, daß es ihr aber nicht anstehe, die sozialdemokratischen Staatsbürger schlechter zu behandeln als die Staatsbürger anderer Gesinnung und Weltanschauung. Die Regierung wird gleichzeitig schriftlich mit der Einreichung der Protestresolution aufgefordert, ihre Gründe anzugeben, die sie bestimmen, die ihrer Obhut anbertrauten Staatsbürger ungleichartig zu behandeln. den Schiedsgerichtsbeisißern zur Wahl empfohlen. Wir gibt der gedruckt vorliegende Geschäftsbericht flare und erfreuliche richten deshalb auch an dieser Stelle an die Schiedsgerichts- Auskunft. Seit dem Hamburger Verbandstage vor 2 Jahren beifizer das dringende Ersuchen, für jene Liste zu stimmen. hat sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt; sie stieg bon 45 535 Die Schiedsgerichtsbeisiger haben selbst genügend Gelegen- auf 98 386, darunter 2865 meibliche Mitglieder. Am 31. März 1904 heit, Einsicht zu nehmen, wie wertvoll in der Rechtsprechung war der Verband an 434 Orten vertreten, am 1. April 1906 an 505 die Vertretung der Arbeiter ist. Wir brauchen Männer, die Orten, also eine Zunahme von 176 neuen Zahlstellen. Davon gingen objektiv ihres Amtes walten und in der Lage sind, einseitige, anderen Orten schlossen sich die Kollegen zu größeren Bahlstellen allerdings an 47 Orten die Mitgliedschaften wieder ein. An 58 unzutreffende Darstellungen, die zuungunsten der Arbeiter zusammen, so daß das Mehr im ganzen 71 Bahlstellen beträgt. gegeben werden, zurückzuweisen. Mehr wie je ist heute in ge- In der Berichtszeit sind 123 429 Aufnahmen zu verzeichnen, ein wissen Kreisen, die von jeher Feinde sozialpolitischer Re- Beweis für die starke Fluktuation. formen gewesen sind, die Neigung vorherrschend, von einer Rentensucht der Arbeiter zu sprechen. Daß nicht auch die Rechtsprechung immer mehr sich in den Bann dieser einseitigen Anschauung stellt, wird mit die Aufgabe einer tüchtigen Arbeitervertretung sein. Das Verbandsorgan Streiks und Aussperrungen! Der Proletarier" erscheint in 106 000 Exemplaren Auflage, daneben bekommen die Verbandsgenossinnen„ Die Gleichheit"; außerdem wurde au 962 Verbandsmitglieder das polnische Gewerkschaftsorgan„ Oswiata" und das italienische L'Operario Italiano". Zur Von den vorgeschlagenen Kandidaten haben viele schon Agitation ließ der Vorstand mehrere Auflagen des„ Weckruf" in feit Jahren als Beisiger im Reichsversicherungsamt mit einer Gesamtzahl von 340 000 Gremplaren verbreiten; den Kol. gewirkt und sich als fachkundige Vertreter bewährt. Die leginnen wurden 130 000 Exemplare abgegeben. Ein Flugblatt in neuen Vorschläge, die notwendig wurden, weil die Zahl der polnischer Sprache wurde wie im vorigen Jahre in 120 000 Eremgewerblichen Beisiter von 50 auf 74 erhöht ist, einige Bei- aren ausgegeben. Besonders wirksam war die Agitation in der chemischen, Papier- und Ziegelei- Industrie. fizer freiwillig ausschieden oder nicht mehr in versicherungs- Außerordentlich günstig hat auch die geschaffene Gaueinteilung pflichtigen Betrieben beschäftigt waren, sind mit peinlicher gewirkt. Rücksichtnahme der wichtigen Aufgaben, die die Arbeiterbertreter beim Reichsversicherungsamt zu erfüllen haben, erfolgt. Die Zahl der Streits ist von 89 auf 258 gestiegen. Während Die Liste der vorgeschlagenen Kandidaten geht den Schieds- im vorigen Geschäftsbericht für Streifs 172 278 m. als Ausgabe gerichtsbeisitzern zu, wo dies nicht geschieht, müssen sich die verzeichnet wurden, beträgt die Summe diesmal 601 777 M. Von Betreffenden an das nächste Arbeitersekretariat oder Ge- 120 Angriffsstreits waren 54 von Erfolg, 30 von teilweisem Erfolg und 36 erfolglos. Von 79 Abwehrstreits waren 29 erfolgreich, werkschaftskartell oder an das Zentral- Arbeitersekretariat wenden. Desgleichen bitten wir da, wo der Abstimmungs- 5 für die Arbeiter erfolgreich, 10 teilweise und 24 erfolglos. 17 teilweise und 33 erfolglos. Von den 39 Aussperrungen waren modus den Schiedsgerichtsbeisigern unflar erscheint, sich an das nächste Arbeitersekretariat oder direkt an uns zu wenden. Um den Wahltermin nicht zu versäumen und auch zu erforderte insgesamt 250 882,05 M. Die Gesamteinnahme des Ververhindern, daß das den Schiedsgerichtsbeisigern zugesandte bandes betrug 1919 644,27 M., die Gesamtausgabe 1484 431,81 2. amtliche Zirkular verloren geht, bitten wir dringend, die Wahl sofort vorzunehmen. Das Unterstütungswesen Hus der Partei. Da die Stimmzettel, ohne daß von anderer Seite Einsicht genommen wird, direkt an das Reichsversicherungsamt ge- Das Korrespondenzblatt der Generalfommission der Gewerkfandt werden, so haben die Schiedsgerichtsbeisiger nicht zu schaften Deutschlands" veröffentlicht in seiner letzten Nummer den befürchten, daß Personen, die ihnen in ihrem Arbeits- Briefwechsel, der zwischen der Generalfommission und dem Parteiverhältnis Schaden zufügen können, von ihrer Abstimmung vorstand wegen Freigabe des Punttes, Partei und Kenntnis erhalten. 23. Februar d. J. tagenden Vorständekonferenz Gewerkschaft" aus dem Protokoll der vom 19. bis stattgefunden hat. Bei der großen Bedeutung, die die Wahlen für die durch Unfall zu Schaden gekommenen oder durch Krankheit invalide gewordenen Arbeiter haben, bitten wir dringend, die Abgabe der Stimme nicht zu versäumen und für unsere Vorschlagsliste einzutreten. Berlin, den 6. August 1906. 8. Das Zentral- Arbeiterfekretariat, Engel- Ufer 15 IV. Den Lesern ist dieser Briefwechsel bereits bekannt, ausgenommen das lezte Antwortschreiben der Generalkommission, das folgender maßen lautet: Berlin, den 31. Juli 1906. " 1 Die Landeskonferenz der sozialdemokratischen Partei im Großherzogtum Sachsen( Weimar- Eisenach) fand am Sonntag in Jena statt. Den Beschlüssen der einzelnen Wahlkreise, selbständig ohne Vereinbarungen mit einer anderen Partei in den Landtags. Organisation ausgebaut haben, aufgehoben werden. wahlkampf einzutreten, wurde zugestimmt. Die bisherige Form der Organisation soll nunmehr, da die einzelnen Wahlkreise ihre Bei gemeins samen Aktionen bilden die Kreisleitungen den Ausschuß, der unter der Leitung des Kreisvorsitzenden vom Jenaer Wahlkreise die betreffenden Arbeiten vorzunehmen hat. In einer Resolution wurde der Wunsch an die einzelnen Kreisleitungen gerichtet, den nächsten, 1907 in Stuttgart stattfindenden internationalen Sozia listen Kongres in einer der Stärke der deutschen Partei entsprechenden Weise mitbeschicken zu helfen. Die Konferenz war aus 14 Orten des Landes mit 25 Delegierten besucht. Generalversammlung des Verbandes der Fabrik-, verbände vom 19. bis 23. Februar d. Js. zur Veröffentlichung Mühle den Boykott, weil die Direktion bas Koalitionsrecht ber Land- und Hülfsarbeiter Deutschlands. Leipzig, 5. Auguft. In einer stattlichen Anzahl tamen heute die Vertreter des Fabrik- und Landarbeiterproletariats im Boltshaus in Leipzig zufammen, um, wie der Vorsitzende des Lokalfomitees sagte, die Waffen zu prüfen, die die Organisation im ferneren Kampfe anzuwenden hat. In seiner Begrüßungsansprache hob der Vorsitzende, Genosse Brey, hervor, daß es ihn freue, die Delegierten an dem Orte au den Verhandlungen begrüßen zu können, wo die Kollegen in den Kämpfen ihren Mann gestanden hätten. Die zwei Jahre seit dem Hamburger Verbandstage seien solche der schwersten Kämpfe, aber auch solche der Siege gewesen. Die Beschlüsse des vorigen Verbandstages feien zum Vorteil der Organisation ausgeschlagen. Für die Rämpfe mußte das Dreifache der Summe gegen die der vorigen Berichtszeit ausgegeben werden. Die Kampfesperiode der letzten zwei Jahre stehe in der Verbandsgeschichte, was Hartnädigkeit und Umfang der Kämpfe anlange, einzig da. Es gelte jezt, die Organisation zu träftigen, weil der Verband nicht am Ende, sondern am Anfang der großen Kämpfe stehe. Die bisherigen Kämpfe feien nur Vorspiele der fommenden. Dies möchten die Delegierten bei den Beratungen im Auge behalten, damit das Richtige getroffen werde. Zur Festsetzung der Tagesordnung beantragte der Gau Brandenburg, die Landarbeiterfrage als separaten Punkt zu behandeln. d Rehbein Berlin begründet den Antrag, indem er zunächst auf die Wichtigkeit dieser Frage für die Arbeiterbewegung im allgemeinen und für den Verband im speziellen hinweist. Der Verband babe dieser Frage die ihr gebührende Beachtung bisher noch nicht schenten fönnen. Der letzte Kongreß der christlichen Gewerkschaften habe sich mit dieser Frage beschäftigt, um den freien Gewerkschaften das Wasser abzugraben; es sei unumgänglich notwendig, daß die Frage diesmal nicht nur so nebenher behandelt werde, er bitte des halb um Annahme des Antrages. Brey machte auf die schon vorgesehene reichhaltige Tagesordnung aufmerksam, sowie darauf, daß noch ein Antrag vorliege, der verlange, daß die Maifeier ebenfalls als besonderer Punkt behandelt werben folle. " An den Parteivorstand! Werte Genossen! Die Generalfommission hat auf Ihr Schreiben vom 12. Juli d. Js. durch ein Rundschreiben vom 14. Juli die Anfrage an die Vorstände der Zentralverbände gerichtet, ob Siegreich beendeter Boykott. Vor etwa zehn Jahren verhängte das Protokoll der Verhandlungen der Vorstände der Bentrals die Hallesche Arbeiterschaft über die Produkte der Böllberger und Besprechung in der Bresse freigegeben werden soll. Mühlenarbeiter nicht anerkennen wollte. Aus dem Boykott ents Das Ergebnis diefer Umfrage ist, daß bis heute 46 Vorstände wickelten sich damals für die Partei und besonders für die Redaktion gegen die Freigabe, 13 dafür gestimmt haben; 5 Vorstände haben unseres Halleschen Parteiblattes die schwierigsten Prozesse. Gegen bis heute auf die Umfrage nicht geantwortet. Damit ist die einen Genossen wurden auf einem Brett wegen Boykotts sechsmal Freigabe des Protokolls abgelehnt. Angesichts der erheblichen sechs Wochen Haft beantragt, und der damalige Verantwortliche des Mehrheit, die sich gegen die Freigabe erflärt hat, glaubt Boltsblattes", Genosse Mannigel, wurde wegen Boykotts die Generalfommission weitere Maßnahmen in der Angelegenheit und Beleidigung der Mühlenleitung mit einem Jahre Gefängnis benicht treffen zu sollen. straft. Der Staatsanwalt wollte den Genossen Redakteur Thiele aus Anlaß des Mühlenboykotts nur auf zwei Jahre" ins Gefängnis schicken, was allerdings nicht gelang. Die gute Absicht" war aber da. Die Strafe war beantragt, aber das Gericht mußte zur Freisprechung tommen. Neuerdings beschäftigten sich die Mühlenarbeiter und auch die Parteiinstanzen wieder mit dem Boykott, da die Direktion der Mühle gebeten hatte, munmehr die Streitagt zu begraben. Dies fonnte selbstverständlich nicht bedingungslos geschehen. Nachdem die Direktion aber am Sonnabend einer Parteifommission das bündige Versprechen gegeben hatte, in Zukunft den in der Mühle beschäftigten Arbeitern woeder bezüglich der gewertschaftlichen noch der politischen Organisation hindernisse in den Weg zu legen, die Arbeitsordnung nicht schifanös zu handhaben und für die Arbeiter eine allgemeine Lohnerhöhung in Aussicht gestellt hatte, wurde der Boykott für aufgehoben erklärt. Bemerken wollen wir, daß die Generalfommission in ihrem Rundschreiben an die Vorstände erklärt hat, daß fie nach wie vor daran festhält, daß das Protokoll eine interne, zur Information der Konferenzteilnehmer bestimmte Drudsache ist und deren Freigabe fich nicht empfiehlt. nicht empfiehlt. Für diese ihre Stellung nahme hat die Generalfommission folgende Gründe angegeben. In der Gewerkschaftsbewegung sowohl als auch in der Partei werden sich immer, wie schon von jeher, interne Beratungen notwendig machen; aber weder der Partei noch den Gewerkschaften wird es einfallen, wenn sich etwa ein Lump findet, der von solchen Ver handlungen etwas in die Deffentlichkeit bringt, den internen Charakter derselben aufzuheben und dieselben nunmehr der Deffent lichkeit preiszugeben. So werden die Gewerkschaften in Zukunft vielleicht noch mehr als bisher gezwungen sein, über Abwehrmaßnahmen gegen die Uebergriffe der Scharfmacherorganisationen in vertraulichen Zusammenfünften zu beraten und zu beschließen. Soll auch in solchen Fällen, wenn jemand sich findet, der ehr und gewiffenlos genug ist, Verräterei au fiben, der interne Charakter folcher Beratungen preisgegeben werden? Wir meinen, daß sich teine Körperschaft in solchem Falle dazu verstehen wird. Würde in dem vorliegenden Falle das Protokoll freigegeben, Zu den Institutionen, deren eminent- segensreiche Wirksamkeit so wäre die notwendige Konsequenz, daß in allen Fällen, wo ein wenig an die Helle des Tages gezogen werden, gehören die HandVerräter fich findet, derartige Berhandlungen ihres internen wertstammern. Wie wertvoll diese Organisationen für die Macher Charakters entkleidet und den intimsten Feinden der Arbeiterklasse find, lehrt der Geschäftsbericht für 1905/06, dem wir einige Angaben zur Kenntnisnahme freigegeben werden müßten. Es würde das entnehmen. Der Kammer find angeschlossen der Stadtkreis Berlin au eigentümlichen Buständen in der Arbeiterbewegung führen, und der Regierungsbezirk Botsdam. Die Organisation im Handwerk unter denen nicht nur die Getverkschaften, sondern auch die Partei hat im Verhältnis zu der gewaltigen wirtschaftlichen Entwidelung bewegung zu leiden hätte. Die Generalfommission will aber fast gar keine Fortschritte gemacht, wie nachfolgende Zahlen be unter feinen Umständen diejenige Körperschaft sein, die solche Zuweisen. Am 31. Dezember 1902 bestanden im Bezirk stände herbeiführt und ist der festen Ueberzeugung, daß auch der 678 Innungen mit 46 787 Mitgliedern und Parteivorstand bazu seine Hand nicht bieten will. 682 Innungen mit 48 282 Mitgliedern. Die freien Innungen Soziales. Die Handwerkskammer zu Berlin. " Aus Induftrie und Dandel. Kapitalskonzentration in der Industrie und Profitrate. betrug bei den einzelnen Positionen: Zahl der Anlagen Anlagekapital In der angegebenen Zeit Zahl der Beamten 5,4 Proz. 42,8" 41,3 " Summe der Beamtengehälter 51,2 Zahl der Arbeiter " 16,3 " Summe der Löhne 32,3 • " Wert der Produktion 31,9 " Auch eine Illustration für die Göttlichkeit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Solange die Produktionsmittel, dazu gehören Grund und Boden, nicht vergesellschaftet sind, kann das Proletariat der kapitalistischen Ausbeutung nicht entfliehen. Aus der Frauenbewegung. find im Laufe dieser Zeit um 18 zurückgegangen und ist durch gelang es einmal zu sehen, wie schnell eine Tagesordnung, die Wie die Kölnische Volkszeitung" hört, find die Preise für Koks für nur ein kleiner Fortschritt bei den Zwangsinnungen zu verzeichnen. sechs wichtige Punkte umfaßt, erledigt werden kann, wenn ein Rechen- folche Verkäufe, welche jetzt noch bis zum Schluß der diesjährigen Diefe Organisationen kosten eine ungeheure Summe. Der Etats- direktor präsidiert. In 32 Minuten war alles in der schönsten Ordnung. Verkaufszeit, d. h. bis zum 31. März 1907 getätigt werden, um 1 M. voranschlag der Berliner Kammer balanzierte im Jahre 1900 mit Obwohl die Revisoren durch Abwesenheit glänzten, beantragte der für 1000 Kilogramm erhöht. Dagegen werden bei Neuabschlüſſen 38 000 m., hat aber für das Jahr 1906 die stattliche Summe von Direktor deren Wiederwahl und erklärte den Antrag für angenommen, für Hochofentoks 15,50-17,50 m., für Gießereitoks 18-19 M. und 103 900 M. erreicht. Ungeheuer hoch sind die Ausgaben für Ge- weil nicht sofort Widerspruch erfolgte. Und dabei blieb es! Bur für Breßfots 18-19,50 m. für 1000 Kilogramm gefordert. hälter und sonstige sonstige Entschädigungen. Bei dem dem Etat von Vervollständigung der Wohltat wurde von der Zechenvertretung Die Grundrente steigt. Aus San Francisco wird über eine 103 900 m. kommen nicht weniger als 37 750 Mark als die Einführung einer 14 tägigen Karenzzeit gefordert, um das Defizit enorme Steigerung der Grundrente berichtet. Die Bodenreform" Gehälter, und persönliche Entschädigung der herauszuholen, ohne daß die Firma in den Beutel zu greifen braucht. bemerkt dazu:„ Alle verlieren: die, deren Häuser zusammengestürzt Vorstandsmitglieder 6500 Mark in Voranschlag. Vorschläge der Arbeitervertreter wurden nicht angenommen, eine find, die, die sie versichert hatten, alle die, die die Werkzeuge ihres Diese Summen müssen die Handwerker aufbringen an- besondere Kommission soll sich mit der Statutänderung befassen. geblich zur Förderung des Handwerks. Hierzu kommen Sache der Mitglieder ist es jetzt, energisch dafür einzutreten, daß die Fleißes eingebüßt haben, nur der Grundbesig verliert nicht, er genoch beträchtliche Ausgaben für Reisekosten und Tagegelder. Beiträge nicht erhöht oder die Bezüge vermindert werden; lieber winnt, weil die Menschen nicht die gewohnte Stätte ihrer Arbeit ver Gut 50 Proz. der Ausgaben sind also persönliche Verwal- soll man die ganze Kasse auffliegen lassen und im Verbande die lassen wollen und durch rationellere Bebauung größere Werte geschaffen werden." tungskosten, ein Prozentjag, der in den Organisationen der eigenen Interessen nach jeder Richtung vertreten. Arbeitgeber sehr häufig festgestellt werden kann. Daß in den Kreisen der Handwerker noch vielfach eine große Antipathie gegen diese Institutionen anzutreffen ist, wird aufs neue durch diesen Bericht befundet. Hauptsächlich werden die Besizer der großen Buchdruckereien als Gegner der Innungen bezeichnet. Insbesondere suchen diese die Lehrlinge den Bestimmungen der Geseze zu entziehen, indem die Mit welchem Ungestüm sich die industrielle Konzentration vollLehrlinge vielfach als Arbeitsburschen angegeben werden. Auch zieht, veranschaulicht deutlich das Ergebnis der letzten Gewerbesuchten sich viele nichtorganisierte Handwerker der Kontrolle zu ent- zählung in den Vereinigten Staaten vom Jahre 1905 im Vergleich ziehen, indem sie sich als Künstler, Techniker und ihre Lehrlinge als Andere Zeiten. Unter vorstehendem Titel schreibt eine Frau in Schüler" oder dergleichen bezeichnen. Das Haupttätigkeitsgebiet der zu dem Resultat der Zählung von 1900. Handwerkskammer ist das Lehrlingswesen. Es wird hier versucht, stieg in 46 Staaten die Zahl der gewerblichen Unternehmungen von der„ New Yorker Volkszeitung": Die Länder, in denen sich die„ industrielle Revolution" am teilweise mit äußerster Schärfe, den Bestimmungen des Gesetzes Achtung 126 306 auf 133 137, das Anlagekapital von 5 166 172 164 Dollar schnellsten vollzog, England und Amerika, erfuhren auch die schnellste zu verschaffen. Der Bericht spricht von einer Wendung zum Guten. auf 7 375 930 540 Dollar, die Zahl der Lohnarbeiter von 2865 328 und gründlichste Umwälzung der Anschauungen über die Stellung Was das heißt, sagt das Kapitel„ Beauftragten wesen". Die auf 3331 733, die Zahl der Beamten von 213 170 auf 301 212, die des Weibes. So veranlaßte hier, in den Vereinigten Staaten, die optischen Anstalten, welche von jeher eine Stätte wüster Lehrlings- Summe der Löhne von 1178 106 366 Dollar auf 1558 191 228 Frauenbewegung eine vollständige Umänderung juristischer Begriffe. züchterei und Ausbeuterei abgegeben haben, halten auch diesmal den Dollar, die Summe der Beamtengehälter von 218 927 889 Dollar Alte, verknöcherte Geseze, welche die Frau mit allem, das sie besaß Reford. Es wurden im Berichtsjahr nicht weniger als 196 Revisionen in auf 330 991 359 Dollar und der Wert der Produktion von und mit allem, das sie erwerben konnte, einfach zum Eigentum ihres diesen Betrieben vorgenommen, wobei es zu 78 Beanstandungen 6 807 801 288 Dollar auf 8 980 454 376 Dollar. Die Zunahme Eheherrn stempelten, wurden hinweg gewischt. An deren Stelle trat tam. 48 Beauftragte der edlen Bäckerzunft nahmen nicht weniger völlige juristische Gleichberechtigung, ja sogar, aus Reaktion gegen als 1838 Revisionen vor und erzielten dabei im ganzen 9 Beanfrühere Ungerechtigkeiten, manches juristische Vorrecht der Frau. In standungen. Im Buchbindergewerbe wurden bei 37 Revisionen 27 Deutschland ist die bürgerliche Frauenrechtsbewegung noch nicht so Beanstandungen festgestellt. Diese Resultate finden noch eine weit vorgeschritten wie bei uns. Die deutschen Frauen lämpfen Aus besondere Beleuchtung durch den Geschäftsbericht selbst. noch um die bloße Möglichkeit gleicher, geistiger AusSeite 109 heißt es, nachdem dargelegt wurde, daß die ehrenamtlichen bildung, welche mir bereits bollauf errungen baben. Revisoren durch festangestellte Beamte zu ersetzen seien: ,,... dafür Aber die deutschen Arbeiterfrauen beweisen trotzdem, daß fie die spricht auch noch die Erfahrung, daß sich die Beauftragten durch modernen Aufgaben ihres Geschlechtes vollkommen begriffen und persönliche Rücksichten verschiedenster Art öfter veranlaßt fühlen, erfaßt haben. Das beweist die imposante sozialistische Propaganda Bei Würdigung der Ziffern ist zu berücksichtigen, daß das Jahr unter den Arbeiterinnen Deutschlands. Die Arbeiter müssen anauch gegenüber wirklichen Mißständen die Augen zu schließen." Durch diese freimütige Erklärung wird das 1900 ein sogenanntes" Boom"-Jahr war, während 1904 im Zeichen erkennen, insofern sie nicht selber durch alte Vorurteile verblendet Beauftragtenwesen und mit ihm die Kontrolle in das richtige Licht der Depression stand. Trotzdem ist das Anlagefapital um 40 Proz. sind, daß sie in den organisierten Arbeiterinnen treue Kampfgesetzt. Fast allgemein, hauptsächlich aber im Regierungsbezirk gestiegen, während die Zahl der Anlagen nur um 5,4 Proz. wuchs. genofsinnen gefunden haben. Darum ist es auch nur logische NotPotsdam, wird über eine Lehrlingsnot" geflagt. Dabei Die Zahl der beschäftigten Arbeiter stieg nur um 16,3 Broz., wendigkeit, daß die sozialistische Partei aller Länder vollkommene stellt der Bericht fest, daß im Kammerbezirk bei den dagegen nahm der Wert der Produktion um fast 32 Proz. Gleichberechtigung der Frau fordert. Die Befreiung des Arbeiters angeschlossenen Innungen nicht weniger als 26 000 Lehrlinge zu. Die starke Zunahme der Beamten wird zurückgeführt und die Befreiung der Frau müssen Hand in Hand gehen. angemeldet find. Eine eigentümliche Erscheinung ist dabei, Daß feine soziale Umwälzung, tein politischer Fortschritt mehr daß das Verhältnis der Lehrlingsziffer bei den beiden Arten der auf Bestrebungen, den Abfahmarkt auf dem inländischen und dem möglich ist, ohne auch die weibliche Bevölkerung des betreffenden Innungsform Zwangs- und Freie Immung sehr verschieden ausländischen Markt zu erweitern. Auch die Generalunkosten sind Landes aufzurütteln, das beweist eine höchst interessante kleine ist. Die Meister, welche in den Freien Innungen organisiert sind, gestiegen, um 63 Proz., während das Mehr für Materialien Begebenheit, ein Brief, welchen ein Mitglied der russischen Duma glänzen mit einer höheren Lehrlingsziffer, als die der Zwangs- 31 Proz. ausmacht. Die Mehrbelastung, dazu die schlechtere Ge- erhielt; die Schreiberinnen des Briefes waren Bäuerinnen dreier innungen. Die Rückständigkeit unserer Junungen refp. unserer schäftslage, hat die Dividende etwas zurückgehen lassen. Stellt man russischer Dörfer. Was wollten diese Bäuerinnen von der ersten das Handwerksvertreter beleuchtet am deutlichsten der Abschnitt Fort- den Wert als Verkaufspreis ein, dann ergeben sich für das Jahr 1904 russische Volt repräsentierenden Körperschaft? Nichts geringeres als bildungsschulunterricht". Wenn auch der Bericht die Berliner 13,6 Proz. Dividende gegen 15,5 Proz. im Jahre 1900. Troß der das Frauenstimmrecht und das Recht, auch Frauen in die Duma zu Handwerksmeister als Förderer des Bildungswesens hinzustellen verminderung der Dividende ist aber die auf den Kopf der be- erwählen.„ Man hat uns gesagt", so schreiben sie,„ daß ihr das versucht, so lassen doch die Tatsachen andere Schlüsse zu. Gesez ändern könnt... So erklärt dann in der Duma, daß man Hauptsächlich dreht sich der Kampf um die Pflichtschule einerseits schäftigten Arbeiter entfallende Dividendensumme gestiegen. Auf den alle hineinlassen müsse, die Armen wie die Reichen, die Weiber wie und die Fachschule der einzelnen Innungen andererseits. Im Mai Kopf der Beschäftigten entfällt die Männer." Bezeichnend für ihren gesunden Menschenverstand vorigen Jahres wurde durch den Berliner Magistrat die Pflichtschule und rührend in ihrer ihrer schlichten Logit sind die Gründe, ins Leben gerufen. Seit diesem Tage ist der Kampf entbrannt und Sie welche die Frauen für für ihre Forderung vorbringen. will man den bedrohten Fachschulen wieder zur Blüte verhelfen. erklären:„ Der Bauer lebt nicht nur mit seinem eigenen Hauptsächlich handelt es sich um die Unterrichtszeit, die beileibe nicht Also trotz der verschlechterten Geschäftslage, obwohl man zu Verstande, sondern auch mit dem Weiberverstande. Mit in die Tagesstunden fallen darf. Es würde zu weit führen, die einem Zweck, der nicht dauernd maßgebend bleibt, die Zahl der unseren Männern zusammen haben wir gearbeitet und Jeremiaden der einzelnen Gewerke hier aufzuführen, Gewöhnlich Beamten erheblich vermehrt wurde, ungeachtet des enorm gestiegenen bestreitet man, daß die jungen Leute dem Kapital schon Mehrwert Kontos„ verschiedene Ausgaben", das im Jahre 1904 rund 833 schaffen müssen, aber hier läßt man alle Vorsicht fallen und stellt Millionen Dollar ausweist, also mehr als die Hälfte der Lohnfumme, den Ruin des ganzen Handwerks in Aussicht, wenn nicht bald Aenderungen getroffen werden. Obschon das Landgewerbeamt kon- und unbeschadet der gestiegenen Löhne, ist die auf den Kopf der statierte, daß der Tagesunterricht in Süddeutschland mit Erfolg durch Arbeiter entfallende Dividendensumme um 52 Dollar, gleich geführt worden ist, scheint, nach dem Bericht der Kammer zu urteilen, 18,6 Proz. gestiegen. Die Dividende ist prozentual gefallen, aber der Berliner Magistrat den Wünschen des organisierten Handwerks der Arbeiter muß doch einen größeren Anteil vom Arbeitsertrage an Rechnung tragen zu wollen, zum Schaden der Lehrlinge. Der das Kapital abgeben. Bericht bemerkt weiter, daß die Handwerkskammer das Verhältnis zwischen Meister und Gesellen nicht freundlicher gestalten konnte. Zu den Taten, welche die Handwerkskammer zur Förderung der Interessen des Handwerks im letzten Jahre geleistet hat, zählt der Bericht auch die folgende: Der„ Bund der Bau-, Maurer- und Zimmermeister" zu Berlin richtete an den Kammervorstand das Er suchen, auf die Krankenkassen dahin einwirken zu wollen, daß diese Bücher mit der Bezeichnung„ Gefelle" nur solchen Arbeitern ausstellen dürfen, welche eine ordnungsmäßige Lehre durch gemacht haben. Der Kammervorstand lehnte diesen Antrag ab. 1900 1904 Produktionswert. Dividendensumme . • 2376 279 2695 Dollar 331 " Rückständige Arbeiter ein Segen! Der Vorstandsbericht des Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Vereins beschäftigte sich auch mit der Frage der ausländischen Arbeiter. Der Verein unterstützt natürlich alle Germanisierungsbestrebungen, er ist bereit, für das Vaterland die höchsten Opfer zu bringen durch nationale Gesinnung aber für die Industrie darf der Import billiger Arbeitsfraft nicht behindert werden. Und der Hauptgrund ist Arbeiterfreundlichkeit. Das beweist der Verein überzeugend durch folgende Auslassung: gelitten, und wenn sie uns auch manchmal schlugen, so haben sie och alle Angelegenheiten mit uns beraten. Unsere Angelegenheiten sind gemeinsam; so soll man auch uns Weiber fragen, wie sie ents schieden werden." Mit schlichter Naivität, ich möchte fast sagen, instinktiv, haben hier die ungebildeten russischen Bäuerinnen den Kernpunti des Problems getroffen. Wenn die Frau imſtande ist, ihrem eigenen Haushalt umsichttg vorzustehen, wenn sie befähigt ist, ihre eigenen Angelegenheiten und die ihrer Familienmitglieder zu erledigen, warum soll sie da nicht auch ein Wort mitsprechen in dem großen Haushalt des Staates?!... Frauenarbeit in Japan. Es wurde schon häufig betont, daß die gegenwärtige revolutio näre Bewegung in Rußland sich von der französischen Revolution dadurch unterscheide, daß sie eine Arbeiterrevolution sei und nicht wie damals eine Bourgeois- Revolution; daß nicht nur ihre Schlachten von Arbeitern geschlagen werden, sondern daß sie auch von flassenbewußten, zielbewußten Arbeitern geleitet wird. Aber die Arbeiter find meistens Bauernföhne. So wurde denn auch allmählich die Bauernbevölkerung des weiten russischen Reiches von der rebolutionären Strömung ergriffen, und wir können uns nicht mehr Das Genossenschaftswesen in den Handwerkerkreisen erfreut sich„ Auch die Zahl der von der dortigen Industrie zu be- darüber wundern, daß selbst Frauen und Töchter der Bauern, der einer ziemlichen Ausdehnung, was aber nicht hindert, daß im schäftigenden galizischen und sonstigen ausländischen Arbeiter muß Unwissenheit und der Knechtschaft zum Troze, den Weckruf einer neuen Bericht lustig über die Konsumvereine, Warenhäuser usw. geschimpft ganz unbeschränkt sein. Es ist dies, wie schon so oft dargelegt, Zeit vernommen haben. So treten denn unsere russischen Schwestern, wird. Nicht ohne Bedeutung ist die Stellungnahme des bor allem auch im Interesse der heimischen Arbeiterschaft dringend Arbeiterinnen und Bäuerinnen, ein in den internationalen Kampf, Vorstandes der Kammer zu den Tarifverträgen, welche notwendig. Nur wenn ausländische Arbeiter, welche ausschließlich in den Kampf um zwei hohe Biele: die Befreiung ihres Geschlechts zwischen der Arbeiterschaft und dem Unternehmertum abgeschlossen zu den gewöhnlichen und demgemäß auch am wenigsten gut ge- und die Befreiung ihrer Klasse." werden: Die Jnnungen des Baufaches paradieren mit ihren hohen lohnten Tagearbeiten verwandt werden, in genügender Zahl vorLöhnen, welche sie angeblich zahlen, und rühmen das soziale handen sind, ist man in Oberschlesien imstande, die heimischen Verständnis", das in den Kreisen der Bauunternehmer vorherrschend Arbeiter möglichst frühzeitig von, beispielsweise, Schleppern zu Wie wir fürzlich berichteten, haben Unternehmer in einer sei. Wie der Friede im Handwerk beschaffen ist, zeigt eine Stelle Häuern zu befördern und ihnen hierdurch die hohen Arbeits- amerikanischen Stadt sich gegen die Verwendung weiblicher Arbeitsdes Berichts, wo mit ziemlicher Deutlichkeit ausgesprochen wird, daß verdienste der Häuer oder auf den Hütten der dortigen träfte als Kontoristinnen usw. erklärt, angeblich weil deren Leistungsnur der Minister die Korporationen des Handwerks hindere, an der Kategorien gelernter" Arbeiter zu verschaffen." fähigkeit zu wünschen übrig lasse. Daß die Stellungnahme aber Seite der Arbeitgeberorganisationen den offenen Kampf gegen die Solche Logik widerspricht der bisherigen Ansicht, daß der Zu- anderen Motiven entsprungen ist, daß es sich um politische Zwecke organisierte Arbeiterschaft aufzunehmen. Schließlich produziert der strom rückständiger Arbeiter auf die Löhne drückt. Hier wird flipp Bericht eine Unmenge von Klagen. betonte Rückgang im Fleischkonsum findet in dem Bericht seine nun die Erklärung dafür, warum die Unternehmer sich jedesmal amtinnen vorziehen, dann können ein paar Unternehmer der Der vom handelt, haben wir damals schon dargetan. Wenn z. B. die hervorVorwärts" so oft und flar bewiesen, daß das Gegenteil der Fall ist. Nur fehlt uns ragendsten Lebensversicherungsgesellschaften die Anstellung von BeBestätigung.. dann besonders bemühen, ausländische Arbeitskräfte heranzuziehen, Welt nicht weismachen, aus wirtschaftlichen Gründen empfehle fich Von einer wirklichen Hebung des Handwerks durch die Kammer wenn die heimischen Arbeiter Lohnforderungen stellen. Die Ers die Ausschließung weiblicher Arbeitsfräfte. Die hervorragende Bemerkt man im Bericht verteufelt wenig, er bestätigt das bereits all- findung, daß der Import rückständiger, billiger Arbeitskräfte für den fähigung der Frauen für den Beruf als Buchhalterin, Kontoristin usw. gemein anerkannte Urteil, daß die Handwerkskammern ein unfrucht einheimischen Arbeiter ein Segen ist, sollten die oberschlesischen hat man nun auch in Japan- nicht erkannt, sondern gründlich bares, teures Gebilde darstellen, das in Ermangelung erfolgreicher Montantönige sich patentieren lassen. erprobt. Die Versuche, die man in vielen Bureaus gemacht hat, Betätigung das Steckenpferdchen der Arbeiterbernichtung reitet. Die Börse hofft. Vor einiger Zeit hatte an der Börse ein ge- ergaben so günstige Resultate, daß man in vielen Städten jetzt in Der russische Alp drückte. der Hauptsache auf den Bureaus nur noch Frauen beschäftigt. Und Wohlfahrtseinrichtungen. Zu den sogenannten Wohlfahrts- wisser Pessimismus Platz gegriffen. einrichtungen mit dem Zweck, die Arbeiter an die Scholle zu fesseln, Hausseversuche fanden nur ein schwaches Echo. Die Situation in auch die deutschen Lehrer, die gegenüber der Lehrerin einen so be= Rußland hat sich verändert, aber nicht im guten Sinne. Eine schämend Kleinlichen Standpunkt einnehmen, wie auf dem Münchener gehören auch die in manchen Betrieben eingeführten Unterstützungs- weitere Erschütterung des Wirtschaftslebens ist unausbleiblich. Frei- Lehrertag geschah, können von Japan lernen. Seitdem den Frauen kaffen. Mit einer solchen hat die Firma Thyssen auch ihre Arbeiter beitliche Reformen, die beste Gewähr für wirtschaftliche Entwickelung, dort die Gelegenheit gegeben ist, fich eine beffere Schulbildung anzueignen, auf den Zeckenanlagen der Gewerkschaft Deutscher Kaiser" beglückt. sollen unterbunden werden, als der Zukunfts- Lenkerin droht der stock- ist die Zahl der für das Aufrücken in den Lehrerstand Vorgebildeten Die Kasse führt den Namen Wohltat. Die Kaffe wurde im reaktionäre Barismus, oder eine revolutionäre Bewegung, die mit erstaunlich schnell gestiegen. Vor zirka 15 Jahren entfielen von den Jahre 1877 gegründet, zählte damals 91 Mitglieder und wies am Gewalt das ganze verbrecherische Regiment der tollen Reaktion bei zu der Vorbildungsschule für Lehrer Zugelassenen auf das männJahresschluß einen Kassenbestand von 647,42 M. auf. Ende 1904 Seite räumt, muß war die Mitgliederzahl auf 8232 gestiegen, der Kassenbestand belief vorbereiten. Auf jeden Fall trübe Aussichten. Rußlands wirtschaftliche Regeneration liche und nur erst auf das weibliche Geschlecht, heute stellt das Die Börse ver- männliche Geschlecht nur noch etwas mehr als 1½ der Gesamtzahl, sich auf 159 016 M. Bisher waren in jedem Jahre Ueberschüsse er- traut auf der Reaktion. Die Börse atmet auf bei der Nachricht, der Aspiranten find Frauen. Die Japaner, denen man wohl zielt worden, das änderte sich im Jahre 1905, die Bilanz schloß ab der Bar und seine Ratgeber seien entschlossen, die Revolution im nicht nachreden kann, daß sie die Sachen am verkehrten Ende anmit einer Mehrausgabe von 17 963,94 m. bei einer Einnahme von Volksblut zu ersticken, den Ruf nach Freiheit durch Kanonendonner faffen, daß sie zu wenig praktisch und intelligent seien, haben sich zu 216 111,11 M. Zu diesen Einnahmen hatte das Werk ganze 81 542,83 M. Zuschuß geleistet, die Wohltat stellte sich mithin für die zu übertönen, mit Säbel und Blei des Voltes Hunger zu stillen, der Ansicht aufgeschwungen, den Frauen gebühre im Lehrfache der durch Unterdrückung aller oppofitionellen Blätter die Lichter der erste Platz. Deshalb geht dort die Nachfrage nach Lehrern ständig Firma sehr billig. Der Beitrag beträgt pro Kopf der Belegschaft 50 Pf. monat- Aufklärung zu löschen. Dies va banque Spiel des Barismus hat zurück, es werden fast nur noch Lehrerinnen verlangt. Die Börse rechnet auf den Sieg der Reaktion und die Kurse steigen. die Zuversicht der Börse gestärkt, ihr jede Beklemmung genommen. Der Ausweis des amerikanischen Stahltrustes über das Ergebnis des Wilmersdorf. Dienstag, 7. August, teine Versammlung. Nächste 1. Quartals 1906 hat die Börse derart freudig erregt, als sei dadurch Der Vorstand und 84 Vertrauensleute bilden die General- jedes Papier im Werte gestiegen. Die Dividende von 1 Proz., die für Friedenau. Dienstag, den 7. August, 19 Uhr, Vortrag:„ MagenVersammlung Dienstag, 4. September. diesmal die Besizer der Common Stores beglückt, hält aber die Bei den letzten Wahlen hatte der alte Bergarbeiter Busammenbrüche in Rußland nicht auf. Dem blinden Taumel der und Darmkrankheiten. Referent Dr. Chajes. berband die absolute Majorität hierzu erlangt. Darüber waren die Börse wird die Ernüchterung folgen und die Erleuchtung. Die Behlendorf. Mittwoch, den 8. Auguſt, Vortrag: Die Krankheiten der Bentrümler, die mit dem Bechengewerkverein hier nicht recht vor Erleuchtung, daß die eigentlichen Macher, die Nuffenschieber, fich wärts fommen fönnen, in Harnisch geraten und entblödeten sich nicht, selbst in Sicherheit gebracht haben. Die am meisten für die Russen den Verbändlern vorzuwerfen, sie hätten durch zu hohe Bewilligungen fich ins Zeug legen find am eifrigsten dabei, mit ihrem Befizz an Russenpapier andere zu beglücken. " lich, ohne Sterbegeld, welches extra erhoben wird. Der Vorstand der Stasse setzt sich zusammen aus 28 Mitgliedern der Arbeitnehmer und 6 Beamten. bersammlung. das Defizit verschuldet. Nette Arbeiterfreunde! Die alljährliche Generalversammlung tagte am Sonntag. Die VerBändler stellten den Antrag, Berichterstatter zuzulassen. Gegen heftige Opposition der Bechenbeamten wurde der Antrag angenommen. Da V Sie ernten. Das rheinisch- westfälische Kohlensyndikat zieht aus der fünstlich geschürten Angst vor einer Kohlennot schon Vorteil. Versammlungen Veranstaltungen. Frauen in Beziehung zu Krebs. Referent Herr Dr. Wolff Bankow. Donnerstag, den 9. August, Ausflug nach Tegel. Abfahrt Berlin. Wahl einer Borsigenden. Bankow 2.32 Uhr, Schönholz 2.35 Uhr. Restaurant Trapps Festfäle, Bahnhofstr. 1. Schöneberg. Sonntag, den 12. August, Sommerbergnügen und sechstes Stiftungsfest bei Obst. Entree 20 f. 6end)tö- Zeitung Eiw gefahrlicher Taschendieb, der insbesondere in dfli Warenhäusern operiert hatte, mutzte sich gestern in der Person des Schmiedes Franz W e i t l o w s k y vor der 3. Ferienstrafkammer des Landgerichts I wegen Rückfalldiebstahls verantworten.— Im März t). I. beobachtete eines Tages eine Frau P. in dem W. scheu Waren- Hause einen jungen Mann� der sich in auffälliger Weise an kaufende Damen herandrängte. Plötzlich bemerkte sie, wie sich eine Hand vor- sichtig in die Kleidertasche oder in den Pompadour einer Dame schob, um bald darauf mit einem Portemonnaie beschwert wieder an das Tageslicht zu gelangen. Der auf frischer Tat ertappte Dieb war der Angeklagte. Als er sich beobachtet sah, ergriff er die Flucht und warf unterwegs noch fünf andere leere Portemonnaies fort. Er war jedoch vorher schon beobachtet worden, wie er mit einem Porte- monnaie, welches er soeben gestohlen, die„Kippe" gemacht hatte, datz er nämlich die Geldbörse in seiner Tasche entleert hatte. In dieser fanden sich auch allerlei Geldsorten, die vermutlich aus verschiedenen Diebstählen herrührten.— Vor Gericht bestritt der Angeklagte jede Schuld und behauptete, die Zeugin müsse sich in der Person irren. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten auf Grund des Ergebnisses der Beweisaufnahme für völlig überführt und beantragt neun M o�n a t e Gefängnis. Die Strafkammer ging jedoch noch hierüber hinaus und erkannte auf ein Jahr Gefängnis. Die eigene Schwester als Verführerin. Ein trauriges Sitten- bild wurde gestern in einer Verhandlung vor der 1. Ferienstraf- kammer des Landgerichts I aufgerollt. Wegen wiederholten schweren Sittlichkeitsverbrechens war die 17jährige Arbeiterin Marie F a a tz angeklagt. Der Vater des jungen Mädchens ist ein fleihiger und tüchtiger Arbeiter, der vor nicht allzu langer Zeit sich das zweitemal verheiratet hat. Aus der ersten Ehe entstammt die An- geklagte, der jetzt 14jährige Karl und die 9jährige Minna. Letztere klagte vor einiger Zeit über Schmerzen. Von der Mutter aus- gefragt, erzählte die Kleine eine haarsträubende Geschichte. Die Angeklagte hatte die beiden 14- und' 9jährigen Geschwister unter ihrer Anleitung zu den allerschlimmsten Dingen verführt und sich häufig auch daran beteiligt. Dieses schamlose Treiben setzte die Angeschuldigte längere Zeit hindurch fort, bis durch die Erkrankung der kleinen 9jährigcn Minna die Schcuhlichkeiten zur Entdeckung kamen.— Der Gerichtshof kam trotz der Verworfenheit, welche die Angeklagte zutage gelegt hatte, mit Rücksicht auf ihre bisherige Un- bescholtenheit und die grotze Jugendlichkeit zu dem milden Urteil von 6 Wochen Gefängnis. Zurückgesetzte Richter in Sachsen. Ein Aufsehen erregen- der P r e tzb e l c i di g u ng sp ro z e tz des sächsischen I ust i z m i n i st e rs Dr. Otto gegen den Schriftsteller Erich Köhrer-Herz aus Berlin beschäftigte am Sonn- abend die 2. Strafkammer des Dresdener Landgerichts. Im Mai d. I. erfolgte auf Grund von Landtagsbeschlüssen die Ernennung einer grohen Anzahl sächsischer Richter. Es wurden 5 Oberlandesgerichtsräte, 4 LandgerichtSdircktoren und 31 Land- und Amtsrichter vom Justizminister Dr. Otto befördert, und diese Ernennungen sollen in Richterkreisen nach einem in der Nummer 23 der „Dresdner Rundschau", deren verantwortlicher Redakteur der An- geklagte ist, erschienenen Artikel„Zurückgesetzte Richter" viel böses Blut gemacht haben. In dem inkriminierten Artikel, der jetzt Gegenstand der Anklage bildete, wurde angeblich von einem Richter behauptet, datz bei den vom Justizminister vorgenommenen Ernennungen von höheren Richtern in der Gehaltsklasie von 6699, 9999 und 5499 M. nicht weniger als 195 übergangen worden seien. Die für die höheren Stellen neuernannten Richter seien meist jung, obwohl sich unter den auf einmal kalt- gestellten Richtern sehr viele befänden, die schon seit Jahren dauernd oder zeitweise den Vorsitz in Zivil-, Straf- und Handels- kammern führten. DaS Verfahren des Justizministers bedeute eine schwere Kränkung einer Anzahl pflichtgctreuer Beamten; es sei auch geradezu eine Schädigung der Rechtspflege. Verbitterung unter den Richtern, Unruhe und Sorge in den Familien würde durch das Vor- gehen des Ministers hervorgerufen. Dem letzteren wurde ferner Korruptions- und ProtcktionSwirtschaft vorgeworfen und es dürfe wohl Pflicht des Landtages sein, vom Justizminister Dr. Otto Recht- fertigung für sein Vorgehen zu fordern und die Grundsätze, nach denen er seine Beförderungen vornimmt, sich darlegen zu lassen. Am Schlüsse des Artikels heitzt es:„Welchen Eindruck mutz es auf die Leute machen, die das Recht schützen sollen, wenn sie selbst sich mit krasser Ungerechtigkeit behandelt sehen. Freilich Minister werden aus dem Vertrauen der Herrscher berufen und sind, wenigstens in Deutschland, nur von ihnen abhängig. Da können sie es schon wagen, sich den Teufel um die Interessen ihrer Unter- gcbenen und des Publikums zu scheren." Wegen der in dem letzten Passus enthaltenen angeblichen beleidigenden Ausdrücke und Bc- hauptungen hatte Justizminister Dr. Otto Strafantrag gestellt. Der Angeklagte hob hervor, datz tatsächlich ein sächsischer Richter jenen Artikel verfatzt habe, dessen.Namen er aber nicht nennen werde. Darüber, ob tatsächlich durch die Er- nennungen 195 Richter in Sachsen übergangen worden sind, ergab die Verhandlung nichts. Staatsanwalt P e t r i beantragte, auf Gefängnisstrafe zu erkennen, da in jenem Artikel Beleidigungen gröbster Natur gegen den Justizminister, dem Bestechlichkeit vor- geworfen werde, enthalten seien. Rechtsanwalt Dr. Wachsner- Berlin plaidierte indessen für Freisprechung. Das Gericht er- kannte gegen den Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Dem beleidigten Minister wurde Publikationsbefugnis zugesprochen._ Versammlungen. Gegen Erhöhung des Bierpreises. Am Montagnachmittag tagte in Kellers Saal eine von der Einkaufskommission des Verbandes der freien Gast- und Schank- Wirte einberufene öffentliche Versammlung der Berliner Gast« und Schankwirte. Saal und Galerien waren überfüllt. Der Zweck der Versammlung war, Stellung zu nehmen gegen die Erklärungen der Brauereien, welche in letzter Zeit in der Presse erschienen sind. Der Referent Litfin bemerkte zunächst, diese Versammlung sei vom Verband der freien Gast- und Schankwirte einberufen, weil das Aktionskomitee aller Gast- und Schankwirtsvereine seit der letzten Versammlung in der„Neuen Welt" nicht mehr besteht. Mit den anderen Verbänden habe man sich der kurzen Zeit wegen nicht mehr in Verbindung setzen können, auch habe man nicht wieder wochenlang warten wollen, ehe in der Sache etwas geschieht. Hiernach wandte sich der Redner der in den Zeitungen veröffentlichten Erklärung des Vereins der Berliner Weitzbierbrauereien zu. Dieselbe enthalte einige Unrichtigkeiten, die unbedingt richtiggestellt werden mutzten. Zunächst sei zu berichtigen, datz in der am 11. Juni ab- gehaltenen Sitzung von Vertretern der Brauereien und der Gast- Wirte der Verband der freien Gast- und Schankwirte nicht vertreten war. Derselbe sei erst nachher auf sein Drängen zu den Verhand- lungen hinzugezogen worden. In der dann folgenden Sitzung habe Ewald, der Vorsitzende des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte, erklärt, eine Erhöhung des Weitzbierpreises um 19 Pfennige pro Liter sei nicht annehmbar, er ersuche die Vertreter der Brauereien, unter sich darüber zu sprechen, ob nicht eine Verständigung auf einer anderen Basis möglich sei. Darauf habe der Vorsitzende des Vereins der Weitzbierbrauereien ohne weiteres erklärt, die Vertreter der Brauereien könnten an ihren Abmachungen nichts ändern.— Damit wären dann die Verhand- lungen gescheitert. Also sei die Behauptung der Brauereien, datz sie den Gastwirten das möglichste Entgegenkommen gezeigt hätten, nicht zutreffend.— In ihrer Erklärung hätten die Brauereien gesagt, wenn ihnen noch weiter ihr Verdienst nachgerechnet werde, dann würden sie auch den Gastwirten öffentlich nachrechnen, waS diese am Weihbier verdienen. Wer die Verhältnisse kenne, der wisse, datz die Gastwirte eine solche Berechnung nicht zir fürchten haben, sie würden vielmehr selber in Arbciterversammlungen Rechnung darüber legen, welche Lasten ihrem Gewerbe auferlegt sind und was ihnen als ßtt enst übrig bleibe.— Die Gastwirte konnten jetzt bedauern, datz sie gegen die Brausteuer vorgegangen sind, denn aus der Brau- steuer sei eine Gastwirtssteuer geworden, da die Brauereien die Steuer den Gastwirten auferlegen und diese nicht in der Lage seien, die Lasten weiter abzuwälzen. Die Gastwirte könnten wünschen, datz die Brausteuer doppelt, ja vierfach so hoch geworden wäre, dann würden sie dieselbe abwälzen können.— In der Erklärung des Vereins der Weitzbierbrauereien werde es so hingestellt, als handle es sich um eine Preiserhöhung von nur 59 Pf. für die halbe Tonne. Zu dieser Preiserhöhung komme aber noch der Fortfall des Ueber- matzes, der vier halben Schenktonnen pro Stock und anderer Ver- günstigungen, so datz in Wahrheit eine Preiserhöhung von 3, 4, ja 5 Mark pro Hektoliter herauskomme.— Die Brauereien hätten auch behauptet, die Vergrötzerung der Tonnen sei auf Un- befugte zurückzuführen. Demgegenüber müsse darauf hingewiesen werden, datz die Vertreter von Weitzbierbrauereien, selbst re- nommierter Firmen, den Kunden gegenüber immer darauf hinweisen, datz ihre Tonnen grösser seien wie die ihres Konkurrenten. Von im- befugter Aenderung könne demnach keine Rede sein.— Auch bei der Abrechnung der angefangenen„Stöcke" werde nicht immer, wie die Brauereien behaupten, in der loyalsten Weise verfahren. Der Redner berief sich auf bestimmte Einzelfälle, die das Gegenteil einer loyalen Auseinandersetzung beweisen. Zum Schluh ersuchte der Redner die Versammlung um die Ermächtigung, mit der Berliner Gewerkschafts- kommissiou und dem Aktionsausschutz des Verbandes sozialdemo- kratischer Wahlvereine in Verbindung zu treten, damit in Volks- Versammlungen der Verdienst der Gastwirte dargelegt werden könne, ehe die Brauereien mit ihrer Berechnung kommen.— Ferner empfahl der Redner eine lange Resolution. Der kurze Sinn derselben ist der; die wirtschaftliche Lage des Gastwirtsgewerbes ist ungünstig und wird durch fortwährende Steigerung der Mieten, Steuern, Lebensmittelpreise usw. immer ungünstiger. Die Ver- sammlung protestiert gegen die rigorose Verteuerung des Bierpreises durch die Ringbrauereien. Durch Verkleinerung der Gefätze, Fort- fall der Schenktonnen und anderer Vergünstigungen erhöht sich der Preis des WeitzbierS um 3 M. und mehr pro Hektoliter. Die Be- hauptungen der Brauereien, datz dieselben bei den Verhandlungen das möglichste Entgegenkommen gezeigt hätten, sind falsch; kurzer Hand hat man die Verhandlungen abgebrochen. Die Erklärungen sind nur auf Täuschung des Publikums berechnet. Die Versamm- lung verspricht, sich durch Gründung von Genossenschaften von der Fessel der Ringbrauereien zu befreien. Sie richtet an das Publikum die höfliche Bitte, den Gastwirten die Sympathien im Kampfe gegen die Bierverteucrung zu bewahren. Die Versammlung hält an dem Beschlutz fest, Weitzbier nur aus solchen Betrieben zu beziehen, welche annähernd zu den alten Bedingungen liefern. In der Diskussion gab es zunächst eine heftige Auseinander- setzung zwischen den Vertretern aus beiden Lagern der Weitzbier- brauereien. Herr Huth, der den Verein obergäriaer Brauereien j ringfreie Betriebe) vertritt, erklärte es mit den heftigsten Worten als unwahr, datz sein Verein sich mit dem Verein der Weitzbier- brauereien in Verbindung gesetzt habe, um gemeinsam die Preiserhöhung zu betreiben, datz aber der Verein ober- gäriger Brauereien vom Verein der Weitzbierbrauereien zurück- gewiesen sei.— Direktor Ulrich, der den letztgenannten Verein vertritt, hielt die Erklärung desselben, welche Herr Huth bestritten hatte, aufrecht, wogegen Huth später erklärte, Direktor Ulrich habe die Un- Wahrheit gesagt, er werde sich an anderer Stelle mit ihm sprechen.— Im weiteren Verlauf der Debatte sprachen mehrere Gastwirte im Sinne des Referenten, während ein Redner des Vereins des Weiss- bierbrauereien die Berechnungen der Gastwirte bezüglich der Preis- erhöhung anfocht. Nach einem Schlutzwort L i t f i n s wurde die von ihm empfohlene Resolution einstimmig angenommen. Der politische Massenstreik war das Thema eines Vortrages, den Genosse Albert S tö r m e r am Freitag in.einer Mitglieder- Versammlung der Gruppe der Rabitzputzer und -Träger hielt, die im Gewerkschaftshausc stattfand. Ausgehend von der Jenaer Parteitagsresolution, schilderte der Redner die Wichtigkeit des Massenstreiks als eines Kampfmittels für politische Zwecke, zur Abwehr reaktionärer Angriffe und zur Erringung un- entbehrlicher Volksrechte. Sodann erörterte der Redner ausführ- lich, welche Bedingungen erforderlich sind, um dieses Kampfmittel mit Erfolg anwenden zu können, und wies hierbei wiederholt und eindringlich auf die Notwendigkeit allgemeiner Aufklärung über die schreiende Ungerechtigkeit der Klassenherrschaft, auf die Uncntbehr- lichkeit starker Organisationen und einheitlichen Wollens sowohl in der Arbeiterklasse selbst wie bei den mit der Leitung betrauten Körperschaften hin. Wohl sei zur Anwendung des politischen Massenstreiks Empörung der Massen über begangenes oder be- stehendes Unrecht und Begeisterung für die Ziele des Kampfes er- forderlich. Mit dem Gefühl allein aber sei ein solcher Kampf nicht zu führen. Einige Personen in der Arbeiterbewegung drängten ungestüm vorwärts, andere seien mehr bedachtsam und bestrebt, vor der Tat die Bedingungen ihres Erfolges genau zu untersuchen. Beide Richtungen mühten sich ausgleichen und ergänzen, um im rechten Augenblicke die Entscheidung zu treffen. Grotze Mängel seien noch vorhanden, sowohl in der Organisation der Arbeiterschaft wie hinsichtlich der Einheitlichkeit ihres Wollens und ihrer Leitung. Was die Abmachungen zwischen Parteivorstand und Generalkom- Mission und die Konferenz der Zentralvorstände betreffe, so könne man sich, solange das Protokoll nicht vorliege, kein begründetes Urteil bilden. Jedenfalls werde der Parteitag in Mannheim dafür sorgen, datz über diese Sache völlige Klarheit geschaffen wird. Im allgemeinen sei die politische Lage in Preuhen-Dcutschland so ernst, datz man nicht wissen könne, wie bald die Arbeiterklasse in eine Situation gedrängt werde, die die Anwendung außerordentlicher Kampfmittel notwendig mache.— Der Redner schloß mit der Auf- forderung zu unablässiger Agitation und Aufklärungsarbeit über die Kampfmittel der Arbeiterbewegung und über ihr Ziel: die Gleichberechtigung aller Menschen. Der wirkungsvolle Vortrag fand lebhaften Beifall. Zur Diskussion meldete sich keiner. Die Versammlung nahm sodann den Bericht über die mit der hiesigen Filiale des Stukkateurverbandes gepflogenen Verhand- lungen entgegen, die zu einer Einigung über die Ausführung gc° wisser Arbeiten führen sollten, welche teils als Rabitz-, teils als Stukkatcurarbeit anzusehen sind. Die Differenzen, die hier vor- liegen, beruhen hauptsächlich darauf, daß die Stukkateure meist in Akkord arbeiten, während in der Rabitzbranche seit 1898 die Lohn- arbeit allgemein eingeführt ist. Die Einigungsvorschläge, die bei jenen Verhandlungen zustande gekommen waren, lehnte die Ver- sammlung einstimmig ab. Sie erteilte dem Vorstand den Auftrag, weitere Verhandlungen mit den Stukkateuren anzuknüpfen, aber auf einer anderen Grundlage als der vorgeschlagenen. Der Zentralverband der Schmiede hielt am Mittwoch in den Musikersälen eine autzerordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzenbe Siering verlas das Antwortschreiben des Hauptvor- standcs auf den in voriger Versammlung gefaßten Beschlutz, wonach die vom Hauptvorstand für ungültig erklärte Wahl der Berliner Gauleitung bestehen bleiben soll. Aus dem Schreiben des Haupt- Vorstandes geht hervor, datz derselbe darauf besteht, datz eine Neu- wähl der Beisitzer zum Gauvorstand vorgenommen wird. Der Vor- sitzende empfahl daraufhin der Versammlung die Neuwahl der Bei- sitzer. Vorher wurde aber noch die Neuwahl der Ortsverwaltung und sämtlicher Körperschaften vorgenommen. Wiedergewählt wurden: S i e r i n g als erster Bevollmächtigter, Georg B a t t m e r als zweiter Bevollmächtigter und Wilhelm H e n t s ch e l als Kas- sierer. Als Schriftführer wurde Joseph Samereier gewählt. Als Revisoren wurden Schukar, Schlinsky und Haber- l a n d gewählt. Die Wahl als Mitglieder der Beschwerdekommission fiel auf Weiß, Spitzmüller, Timmermann, Jansen und K r i e n i n g. Zur Wahl des VergnügungskomitecS machte die Ortsverwaltung der Versammlung den Vorschlag, nur den Vor- sitzenden zu Wahlen und die übrigen Mitglieder auS den Bezirken zu entnehmen. Die Versammlung war damit einverstanden. Als Vorsitzender des Vergnügungskomitees wurde B a s n e r gewählt. Von der Wahl eines Bibliothekars wurde Abstand genommen; die Arbeiten eines solchen Nurden der Ortsverwaltung mit übertragen. Als Delegierte zur Gewerkschaftskommission wurden Schukar, Siering, Wichmann, Schlinsky, Battmer und Hentschel gewählt. Als hierauf zur Wahl der Beisitzer zum Gauvorstand geschritten werden sollte, entspann sich wiederum eine lebhafte Debatte. Die meisten Redner hielten die Haltung des Hauptvorstandes in der Angelegenheit für falsch, weil die Wahl des Gauvorstandes statutengemäß erfolgt und deshalb anzuerkennen sei. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, die Debatte über diesen Punkt abzubrechen und die Wahl der Beisitzer so lange zu vertagen, bis der Hauptvorstand in Verbindung mit dem Ausschutz die er- forderlichen Schritte zur Anstellung eines Gauleiters unternommen hat. Wegen der vorgerückten Zeit mutzten die übrigen Punkte der Tagesordnung wiederum vertagt werden, VmnilcKtes. 300 Menschen ertrunken. In der Nähe von Eartagena ist der Auswandererdampfer„Sirio" untergegangen. Die Katastrophe ereignete sich am Nachmittag un- weit der Hormigasinscln. Trotzdem sofort Hülfe zur Stelle war, sind, soweit Berichte vorliegen, ein paar hundert Menschen ums Leben gekommen. Wir bringen hierüber folgende Meldungen: Madrid, 5. August. Das Madrider Blatt„A. V. CT.* veröffentlicht folgende Depesche aus Eartagena: Der von Barcelona kommende Dampfer„Sirio" mit 899 Auswanderern an Bord scheiterte bei den Hormigasinseln in der Nähe von Kap Palos und sank schnell. Die Mehrzahl der Auswanderer sind Italiener, die anderen Spanier. Die Geretteten befinden sich auf Kap Palos in kritischer Lage; es fehlt ihnen an Lebensmitteln und Kleidungsstücken. Mehrere Fischer sind bei Rettungsversuchen umgekommen. Madrid, 6. August. Dem„Diario espanol" und dem„Universo" zufolge eilten unmittelbar nach dem Schiffsunglück alle in der Nähe des„Sirio" befindlichen Fahrzeuge diesem zu Hülfe. Der Kapitän des„Joven Miguel" legte beim„Sirio" an und zwang mit dem Revolver in der Hand seine Besatzung zur Hülfeleistung. Dadurch konnten 399 Passagiere gerettet werden. Ein anderer spanischer Dampfer rettete 299 Personen. Amtlich wird bekannt gegeben, datz die grotze Mehrzahl der geretteten Passagiere Ausländer seien. Der Erzbischof von Para in Brasilien wurde gerettet, während der Bischof von Sao Paulo ertrank. Die Verunglückten sind meist Frauen und Kinder, Passagiere der ersten und zweiten Kajüte. Vermitzt werden 385 Personen. An den Rettungsarbeiten beteiligten sich dem„Heraldo" zufolge auch ein französischer und ein deutscher Dampfer, die mit Geretteten an Bord ihre Fahrt fortsetzten. Madrid, 9. August. Der Dampfer„Sirio" ist, wie weiter ge- meldet, mit äutzerster Schnelligkeit gesunken und in den Fluten ver- schwunden, während sich auf der Brücke noch viele Passagiere be- fanden. Die über und über gefüllten Rettugsboote gingen sofort unter, wobei sich wilde Kämpfe abspielten. Der„Sirio" wird als verloren angesehen. Es wird behauptet, derselbe Kupitän habe auch den Dampfer„Perseus" befehligt, der vor kurzem vor Eartagena Schiffbruch erlitt.— Wie die Blätter melden, sind die Unteroffiziere des„Sirio" von der Staatsanwaltschaft in Gewahrsam genommen worden. Die Behörden in Eartagena eröffneten eine Unter- suchung über die Vorgänge. Zehn Uebcrlebende vom„Sirio" sind bald nach der Landung gestorben. Madrid, 9. August. An Bord des gesunkenen italienischen Dampfers waren 79 Kajütenpassagiere, 695 Zwischendeckpassagiere und 129 Mann Besatzung. Das Unglück geschah infolge Auf- laufens gegen die gefährlichen Klippen der Hormigas- Inseln, 18 Meilen von Eartagena. Viele Personen wurden infolge der Kesselexplosion getötet. Von den Kajütenpassagieren wurden sehr wenige gerettet, weil der Bug, wo die Kajüten lagen, zuerst sank. Rom, 9. Augitst. Die NkmAamons generale italiana, der der bei Kap Palos untergegangene Dampfer„Sirio" gehörte, erhielt gestern abend von Kap Palos eine Depesche des Kapitäns des„Sirio". iu der er unter Ankündigung weiterer Mitteilungen sagt, die Schiffs- Mannschaft sei gerettet. Genua, 9. August. Die Passagierliste des untergegangenen Dampfers„Sirio" enthält folgende deutsche Namen: Leopold Politzer, Franz Weber und Christina Neutlinger. Von diesen ist Politzer ge« rettet worden. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 70—74 pr. 100 Psd., IIa 64-69, lila 58-62, IVa 52-56, englische Bullen. 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100— 110, la 84-90, IIa 74-82, Uta 62-72. Hammelfleisch la 77-82, IIa 67—75. Schweinefleisch 65—71. Rehböcke la per Psd. 0,55— 0,73, Ha 0,30— 0,54. Rotwild la mit Abschußattest, per Pfund 0,50—0,60, IIa 0,40. Damwild 0,58. Wildschweine per Psund 0,00. Frischlinge 0,22—0,30. Kaninchen, per Stück 0,40. Wildenten la per Stück 1,00—1,30, IIa 0,60. Hühner, alte, per Stück 0,00, alte, IIa 0,00, junge, per Stück 0,60—0,80. Tauben, junge, per Stück 0,35—0,45, alte 0,00. Enten, junge per Stück 0,80—2,50, alte per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per Pfund 0,62— 0,65, IIa 0,55—0,58, la per Stück 3,00 bis 4,60. IIa 2,00—3,00. PouletS p. Stück 0,00, do. Nein 0,50—0,80. Hechte pr. 100 Psd. 81— 106. Zander klein 132. Schleie 106-117. Bleie 51. illalc, groß 127, mittel 123, Nein 0,00, unsortiert 97— 117. Plötzen 0,00. Karpfen 0,00. Barse 0,00. Karauschen 61—72. Bunte Fische 58—64. Amcrit. Lachs I neuer per 100 Psd. 110—130, do. II neuer 90—100, do. III neuer 50—75. Seelachs 12—15. Flundern, pomm. 1, per Schock 9,00, do. pomm. II 2—3, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. Nein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 4—5, Stralsunder 4—6. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0,80—1,00, Nein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 2—3, do. '/, Kiste 1,50—2,50. Kabliau, geräuchert, per 100 Psd. 10—15. Sardellen, 1902cr, per Anker 86,00, 1904er 35,00, 1905er 80,00. schottische Vollhertnge 1905 0,00, laras 40-44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. tcringe, neue Maises, per'/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0,00. rcbse, per Schock, große 15,00—20, mittel 12,00, kleine 3,50, unsortiert 6,00—10,00. Galizier, mittel 0,00. Eier per Schock 2,90—3,00. Butter per 100 Psd. la 114—116, IIa 110-113, lila 105-108, abfallende 92-100. Saure Gurken, neue, Schock 4,00, Pjeflergurken 4,50. Kartosseln per 100 Psd. Rosen 1,75—2,00, neue runde 2,25—2,50, neue blaue 2,50—2,75, neue Zerbster 2,25-2.50. Spinat, p. 100 Psd. 10-15. Karotten p. Schock 2,50-3,00. Sellerie, hiesige, P.Schock 1,25—2,00. Zwiebeln 100 Psd. 3,75— 4, Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi, p. Schock 0,75—1,00. Rettig, bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen, p. Schock-Bd. 0,60—0,70. Salat, p. Schock 1,25—1,70. Bohnen, grüne, per 100 Psnnd 8—10. Wachsbohncn 10—12. Schoten per 100 Psd. 11—16. Psesserlinge per 100 Psd. 25—35. Mohrrüben per 100 Psd. 4,00— 4,50. Blumenkohl per Mandel 1,00— 2,20. Wirsingkohl per Mandel 1,00-1,50. Rotkohl p. Mandel 2-2,50. Weißkohl p. Mandel 1,50 bis 2,00. Steinpilze p. 100 Psd. 25—30. Gurken, Zerbster, Schock 0,75—1,00, do. Einlege-, Schock 2,00— 2,50. do. Rothcnburger 2— 3,25. Kohlrüben, Mandel 1,00—1,25. Birnen, italienische per 100 Psd. ß— 35, schlesische 5—20, Tiroler 14—20, böhmische 5—12. Acpsel, ungar., per 100 Psund 12—15, italienische 8—15, hiesige 8—16. Stachelbeeren 3—13. Preißelbeeren 12—16. Kirschen, sauere 15—25. Blaubeeren per 100 Psd. 15—18. Pflaumen, ital. runde dunkle per 100 Psd. 22—25, ital. lange gelbe 15—22, ital. runde 15—25, ungarische 10—12, hiesige 8—25, Reineclaude 10—22. Zitronen, M-ssina 300 Stück 18,00-20,00, 360 Stück 12,00-16,00, 200 Stück 7,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Pfirsiche, Werdcrsche per 100 Psd. 25-35, sranzösische 20-40, italienische I Kiste 1,80-2.20, do. II Kiste 1.20—1,50, do. III Kiste 1,40-1.50, do. in Körben per 100 Psd. 35—35. Eingegangene Druchfchnftcn, Von der„Nene» Zeit«(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben da» 45. Hest des 24. Jahrganges erschienen. Das Heft hat folgenden In» halt: Kolonialskandale.— Energie und Wirtschast. Pon Ant. Pannekoek.— Die Gewerkschastsbewegung in Oesterreich. Von Heinrich Beer(Wien.)— Wandlungen des AnllsemiiiSinuS. Von Philipp Scheidemann.— Die Konkiirwcnzorganisationcn der Gewerkschaften. Von August Winntg.— Die Dynastie Bernadotte aus dem Anssterbcetat. Von Wilhelm Jansson.— Partei und Religion. Von H. Salzmann.— Idealismus im Klassenkampf. Von I. Stern.— Literarische Rundschau! Korsiz Holm, Thomas Kerkhoven, Von C. Korn. " Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Für unsere Kinder: Spruch. Von Friedrich Bodenstedt. felben, ferner die Gedichte Der russische Staatsstreich"," Pogrom" von Paul ( Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns socben Nr. 16 des 16. Jahr- Das Märchen von der guten Fee und dem blind- taubstummen Kinde. Von Enderling,„ Die Nationalliberalen"." Ein armer Reisender"," Das Lied vom ganges zugegangen. Die Nummer hat folgenden Inhalt: Aufruf des A. Fendrich.- John Maynard. Von Theodor Fontane.( Gedicht.) Der Reichsverband"," Michel" und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch Parteivorstandes zum Parteitag. Aufruf der Vertrauensperson der Ge- Storch und der Regenwurm. Von Karl Ewald.( Fortsetzung.) Ri ra die größeren Skizzen„ Der Weg nach unten"," Belohnte Zeugen" und eine nossinnen Deutschlands. Ehe und Sittlichkeit. V. Der proletarische rutsch! Von Wilh. Popp.( Gedicht.) Die geflicte Hofe. Von Dr. Fr. W. Erinnerung aus der Parteigeschichte Schneider" und Doktor". Der Preis Klaffenkampf um die Volksbildung. Von Gerhard Hildebrand. Mehr Foerster. Ein Held. Von Gustav Falke.( Gedicht.) der 14 Seiten starken Nummer ist 10 Pfennige. Wöchnerinnenschutz durch die Krankenkassen. Von Fr. Kleeis. Frauen- Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Plutus. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen stimmrecht. Bon a. br. Lohn- und Arbeitsbedingungen der Tabat- 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis viertelfährlich( Herausgeber: Georg Bernhard.) 31. Heft.( Abonnements einschließlich der arbeiterinnen in Elbing. Von W. Kähler. Sechster Kongreß der christ- ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement Blutus- Merftafel viertelfährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., direkt lichen Gewerkschaften. Aus der Bewegung: Von der Agitation. 2,60 M. bom Berlage 4,-. Verlag, Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 69). Halbjahresbericht der Vertrauensperson für Leipzig. Erste General- Der ,, Wahre Jacob hat soeben die 16. Nummer seines 23. JahrKassenbericht des Verbandes der Porzellan- und verwandten Arbelter bersammlung des Verbandes junger Arbeiter Deutschlands. Politische ganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt erwähnen wir die beiden Rundschau. Bon G. L. Genossenschaftliche Rundschau. Von Simon farbigen Bilder„ Der heilige Theodor und die Haifische" und„ Die Wonne und Arbeiterinnen pro 1905. Verlag von Otto Goerke, Charlottenburg. Rabenstein. Notizenteil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnenorganisation. des Baren" sowie die Illustrationen„ Polizeitrophäen"," Aus dem Drei- Großstadt- Dokumente. Bd. 22. Berliner Variétés und Tingeltangel Dienstbotenfrage. Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Frauen- lassenstaat"," Das Bild des Schußmannes"," Bur Portoerhöhung"," Kassen- von E. Buchner. Preis 1 M. Verlag H. Seemann Nchflg., Berlin, Tempelftimmrecht. Feuilleton: Das Werdende. Von Franz Diederich.( Gedicht.) sturz"," Preußische Konserven"," Auf der Suche nach Feinden" und" Bei hofer Ufer 29. Flammen. Bon Lu Märten. Lied eines Sklaven. Von Sw. Tech. Serenissimus". Der tertliche Teil bringt einen Nachruf für den ver- Klimaszewski, W., praft. Arzt, Gesundheitspflege und neuere Heil( Gedicht.) storbenen Reichstagsabgeordneten Karl Grünberg nebst einem Porträt des- methoden. 83 5. 2. Aufl. 1906. Leipzig, Krüger u. Co. 1 M. Warenhaus Fr. Pfingst& Co Direkt an der Zentral- Markthalle Ecke Neue Friedrichstrasse, 33 Königstrasse 33, Ecke Neue Friedrichstrasse Direkt am Bahnhof Alexander- Platz Grosse Posten Reinseidene Blusen u. Blusen hemden zum Teil Modelle, in verschiedenen Grössen, wunderbare Pastellfarben, auch schwarz, in nur gediegenen Stoffen, Luisine, Armure, Taffet, Merveilleux, Chiné, Japons und Messaline, zu noch nie dagewesenen Preissen. Serie I 5.95 Wert bis 12.Serie II 9.50 Wert bis 20.Serie III 12.75 Wert bis 25.Serie IV 16.50 Wert bis 40.Knaben- Anzüge, Kinder- Schul- Garderobe. für das Alter: von 3 bis 5 Jahren 3.95 Knaben- Anzüge, Blusenfasson, in sehr haltbaren gemusterten Stoffen von 6 bis 9 Jahren 4.85 Matrosen- u. Blusenfasson, dunkely blau, Cheviot und Kammgarn für das Alter: von 3 bis 5 Jahren 5.75 von 6 bis 9 Jahren 7.50 Knaben- Joppen- Schulanzüge,| Knaben- Stoff- Hosen, blau Cheviot Joppe mit Falten, Sattel und Gurt, ganz gefüttert für das Alter: von 6 bis 8 Jahren 6.85 von 9 bis 12 Jahren 8.35 Knaben- Pyjaks und Paletots, in dunkelblau Cheviot, ganz gefüttert mit Abzeichen für das Alter: von 3 bis 5 Jahren 4.95 1.15 und gemusterte, sehr haltbare Buckskins, in 6 Grössen.15 Mädchen- Schul- Kleider, aus rein wollenem Ia Cheviot, Lasting oder englischen Stoffen, modernster Machart, solange der Vorrat reicht von 6 bis 10 Jahren Grösse 70-85 cm 8.50 Wert bis 18.5.85 Grösse 90-105 cm 10.50 Wert bis 24.Zur Einsegnung bringen wir einen grossen Posten Schwarz Lasting, reine Wolle, doppeltbreit Schwarz Satintuch, reine Wolle 145 cm breit, Schwarz Mohair- Crêpe, reine Wolle, doppeltbreit, Schwarz Merveilleux, Ein Posten: Meter 95 Pi., 1.25, 1.50 PM 95 PL. Mtr. Mtr. schwarzer und farbiger Kleiderstoffe zu hervorragend billigen Preisen zum Verkauf: Schwarz Cheviot, Schwarz Jacquard, doppeltbreit, reine Wolle, 110 cm breit Mtr. 1.10 Mtr. 1.10 1.45 mit seidenglänzenden Mohair- Effekten, Mtr. 1.25 reine Seide. Schwarz Seiden- Alpaka Ein Posten: Moderne, reinwollene Stoffe, 95PL. Mtr. 1.25 110 cm breit, zu Prüfungskleidern geeignet, Wert 2.25, Mtr. schwere Qualität, reine Wolle, 110 cm breit, Satintuch, doppeltbreit, doppeltbreit, in eleganten, neuesten Mustern, 95 in modernen, Mtr. Schwarz Damassé, reine Seide, Meter 1.50, 1.95, 2.25 Englische u. blaugrün karierte Röcke 2.95| mit Falten- und Knopfgarnierung Ein Pf. Kleiderstoffe, englischen Geschmack, Mtr. 1.10 Einfarbige Cover- coats, 110 cm breit, Wert 3.50, Meter 1.95 Posten: Blaue u. schwarze Cheviot- Röcke in den neuesten Fassons, mit 7X Tressengarnierung und breitem Falten- Volant Um zu räumen! Ein grosser Posten Wasch- Morgenröcke Serie 1: 2.45 aus la Waschstoffen oder Satin, mit grossem Kragen, mit Spitzen und Einsätzen garniert Serie II: 3.75 Serie III: 4.95 4.50 6.50 Ch. Fork, Kretzschmar& Co. Vereinigte Tischler- und Tapezierer- Meister. Berlin. An der Jannowitz- Brücke 3-4. Deutschlands größtes Möbelkaufhaus für Wohnungs- Einrichtungen in allen Preislagen. Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Verlangen Sie unser großes Musterbuch frei und umsonst. Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Δ Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil veranitv. Zh. Glode, Berlin. Deud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW it. 181. 28 zchM-. 2. KtillM des Jstniiils" Derliller WlksdlM. � 7 � Hm tlüttwocl) findet für Berlin und Vororte der Zal)labend statt. Partei- Angelegenheiten. Parteigenossinnen und Genossen! Dienstag, den 14. August, findet Kommandautenstrasie 62 Im Klubhaus eme Volksversammlung statt, in welcher über„Die Frauenkonferenz und der Parteitag zu Mannheim" referiert wird und eventuell die Wahlen dazu vorgenommen werden. Die Vertrauensperson Berlins. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 12. August, findet ein Ausflug mit Familie nach Kickemal bei Köpenick statt. Treffpunkt daselbst mittags im Restaurant Heidekrug. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Borsigwalde. Laut Beschluh fällt der Diskutierabend heute aus! dafür findet regelmäßig jeden zweiten Mittwoch des Monats wie in Berlin ein Zahlabend statt. An diesen Zahlabeudcn werden die Beiträge entgegengenommen und die Partei- und Vcreinsangelegen- heiten erledigt. Bezirk Waidmannslust. Zu dem am 8. August stattfindenden Zahlabend wird den Genossen die Broschüre„Kirche, Schule und Arbeiter" von Paul Göhre unentgeltlich verabfolgt. Die Genossen werden deshalb ersucht zahlreich zu erscheinen. Für Hohen-Ncuen- dorf und Stolpe findet der Zahlabeud in Stolpe bei Bergemann erst Sonnabend nach dem IS. jeden Monats statt. Die Genossen werden ersucht, dieses zu beachten. Schönwalde(Mark). Am Sonntag, den 12. August,>/z� Uhr, findet im Lokal des Herrn Schulz zu Schönwalde die Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genosse» Miethke über„Arten und Formen des Klassenkampfes". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Wilhelmsruh. Achtung! Mitgliederversammlung findet heute nicht statt; dagegen wird auf den morgigen Zahlabend hin- gewiesen. Köpenick. Die Bezirksversammlung der Dammvorstadt findet heute Dienstag, den 7. August, beim Genossen Schüler, Hohenzollern- platz 6, statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bezirksleiter. Köpenick. Am Dienstag, den 7. August, abends 3 Uhr, findet km Kaiserhof, Grünstraße, eine Volksversammlung mit der TageS- ordnung: t. Vortrag des Genossen Fritz Z u b e i l über:„Die Stellung der Sozialdemokratie zur Religion und Kirche und wie sollen wir agitieren." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen auch der Frauen ersucht Die Einberuferin. Königs-Wusterhausen. Mittwoch, den 8. August, abends 8 Uhr, findet bei Wedhorn die regelmäßige Mitgliederversammlung statt. D« Broschüre„Schule, Kirche und Arbeiter" kommt zur unentgeltlichen Verteilung. Auf der Tagesordnung steht: Berichterstattung von der Generalversammlung Groß-Berlins. ßerllner JSacbrlcbtm Hoffnungsloses aus Hofsnungstal. Pastor v. Bodelschwingh, der Gründer der Berliner Arbeitslosenkolonie Hoffnungstal, befindet sich trotz der freundwilligen Protektion, die unser Magistrat samt der frei- sinnigen Stadtverordnetenmehrheit ihm gewährt, immer noch in G e I d v e r l e g e n he i t. In einem hiesigen Blatt klagt er darüber, daß er für seinen Kanipf gegen die Gewohnheits- lbettelei die erforderlichen Mittel nicht zusammenbringen kann, obwohl seine Einsammler mit unermüdlichem Eifer die Woh- nungen der Reichen und der Armen abklopfen. Man erfährt da die interessante Tatsache, daß in der ab- gelaufenen Woche dem Herrn v. Bodelschwingh von 12 Ein- sammlern ein Ueberschuß von ganzen 39,60 M. abgeliefert tvorden ist. Da er aus dem Ertrag der Kollekte den Ein- sammlern ein Gehalt von 3 M. pro Tag zahlt, was pro Woche für 12 Mann einen Gehaltsbetrag von 252 M. erfordert, so müssen diese 12 Mann mit ihrem Kollektieren in der be- treffenden Woche 311,60 M. zusammengebracht haben. Ucber vier Fünftel dieser Summe mußte ihnen selber als�Ent- fchädigung überlassen werden, und noch nicht ein Fünftel konnte für die Kolonie Hoffnungstal reserviert werden. Hieß es nicht vor kurzem, die Polizei wolle endlich einmal gegen das Kollektenunwesen einschreiten, gegen den eingerissenen Brauch, den Einsammlern 20 Proz., 25 Proz., 33'� Proz. des Ertrages zu überlassen? Da sollte sie sich zu allererst mal die Bettelei Bodelschwinghs näher ansehen, deren Ertrag aus der abgelau- fenen Woche— nach seinem eigenen Geständnis � zu reichlich 80 Proz. den Einsammlern überlassen worden ist. Gewiß, 3 M. pro Tag ist keine fürstliche Entlohnung, und es war sicherlich nicht die Schuld der Einsammler, daß sie nicht viel mehr als dieses Gehalt zusammengebracht haben. Aber wenn 12 Mann eine Woche hindurch Tag für Tag von früh bis spät Haus bei Haus, treppauf, treppab laufen und schließlich einen Reinllberschuß von noch nicht 60 M., also pro Mann und Woche noch nicht 5 M., abliefern können, dann wird selbst der be- geistertste Freund des Kollektenrummels zugeben müssen, daß hier das Kollektieren— trotz aller guter Absichten in feinen Wirkungen zu einer Täuschung des Publikums führt. Bodelschwingh ist wenigstens so ehrlich, rückhaltlos mitzu- teilen, wie wenig übrig geblieben ist. War die Woche, von der er spricht, besonders ungünstig— oder war sie noch nicht mal die schlechteste? Er sollte einmal die Bevölkerung darüber unterrichten, was denn seine Bettelei für Hoff- nungstal bisher überhaupt gebracht hat und wieviel Reinüberschuß geblieben ist. Die Bekenntnisse des Herrn v. Bodelschwingh werden unsere Leser um so mehr interessieren, da auch sie von seinen Einsammlern heimgesucht werden. Bodelschwingh hebt sogar hervor, daß feinen Einsammlern die Mietskasernen der Unbemittelten jederzeit offen stehen, während sie zu den verschlossenen Häusern der Wohlhabenden überhaupt keinen Zutritt erhalten. =\n den reichen Quartieren des Westens gäbe es große Häuser, ja ganze Straßen, aus denen von seinen Boten nicht ein einziger Groschen heimgebracht worden sei. Man habe sie dort gar nicht in die Häuser hineingelassen. Um sich die reichen Leute geneigter zu machen, erzahlt ihnen Bodelschwingh, wie sehr sie von Bettlern belästigt würden und wie erfolgreich er gegen die Netteteiankämpfen könnte, wenn ebensei ne leigene Bettelei erfolgreicher wäre. Er weist | darauf hin, daß im letzten Jahre von den beiden großen < Asylen Berlins 817 318 männliche Personen beherbergt wor- > den seien, und er fügt hinzu, da jeder dieser Bettler durch- schnittlich 1 M. pro Tag zusammenbettele, so seien für sie rund 817 000 M. gezahlt worden. Welche Unterlagen er für diese Behauptung hat, das sagt er nicht. Er scheint in seiner Un- kenntnis der Berliner Verhältnisse anzunehmen, daß alle Asylistcn vom Bettel leben und alle Bettler im Asyl nächtigen. Und wo haben— seiner Ansicht nach— die Asylisten die 817 000 M. zusammengebettelt? Er versichert:„Auch in den reichen Quartieren verstehen es die alten, seit Jahren im Betteln geübten Arbeitsscheuen, die Wege zu finden, durch die ihnen bekannten Hintertreppen, wie sie dort eine Ernte ein- heimsen können." Aber weiter unten sagt er:„Es ist nicht recht, wenn die Hausbesitzer in den vornehmen Straßen, die freilich nicht mit Betteleien geplagt werden, die Türen ihrer Vorderhäuser auch gegen die Kollektanten verschließen usw." Man sieht, der gute Herr v. Bodelschwingh meint bald so bald anders. Auch sonst scheint ihm selber nicht ganz klar zu sein, was er eigentlich beweisen will. Der Hauptwert der Arbeit seiner Kollektanten, sagt er, liege nicht in dem Geld, das sie heimbringen, sondern in den Arbeitsanweisungen, die sie den Wohltätern zur Verteilung an Bettler übergeben. Im letzten Jahr seien über 600 000 Anweisungen ausgegeben worden. Aber in demselben Atemzuge fügt er hinzu, daß im letzten Jahr nicht mehr als— 36 mit solchen Anweisungen ver- sehene Arbeitslose sich beim Vorsteher des städtischen Obdachs gemeldet und um Arbeit gebeten haben. Großartiger Er- folg, was? „Wir müssen," so jammert Bodelschwingh,„die Was- fen st recken, wenn uns die reichen Leute nicht ebenso freundlich ihre Türen auktun, wie die Armen." Die Waffen wird er auch strecken müssen, wenn die Berliner Arbeitslosen nicht mehr Zutrauen zu ihm haben, als es ihm bisher von ihnen entgegengebracht worden ist. Soll man's ihnen ver- denken, daß sie nichts von ihm erwarten? Wer sich in die Knechtschaft solcher Anstalten begibt, dessen Lage wird ge- wöhnlich nicht gebessert und oft genug sogar noch ver- schlimmert.„Laßt jede Hoffnung hinter Euch. Ihr, die Ihr eintretet!" Es wird auch in Hoffnungstal, seinem Namen zum Trotz, nicht anders werden. Uebcr das Berliner Haupttelegraphenamt macht dessen Vor- steher, Telegraphendirektor Kehr, in einem Artikel die folgen- den interessanten Angaben: Im Jahre 1853 bclief sich der Verkehr auf 48 834 Telegramme, d. h. auf 28 Proz. des Gcsamtverkehrs der in Preußen vorhandenen 53 Telegraphenstationen; 1964 be- arbeitete das Amt über 10,64 Millionen Telegramme, d. h. 23,8 Prozent der bei den 26 442 Stationen des Deutschen Reiches ver- arbeiteten 44,71 Millionen Telegramme. Tie höchste bis jetzt erreichte Tagesleistung betrug 81692 Telegramme(12. Ok- tober v. I.). Die Zahl der vorkommenden Betriebsversehen (Entstellungen von Telegrammen) ist verhältnismäßig gering. Die meisten Fehler kamen beim Morsebctriebe vor, nämlich einer auf 5372 Telegramme, beim Klopferbetriebe sind die Fehler schon seltener: einer auf 9136 und beim Hughesbctriebe fast ver- schwindend: einer auf 23 874 Telegramme(gleich 6,664 Proz.). Das ist zweifellos ein sehr günstiges Ergebnis. Dabei hat die Schnelligkeit der Beförderung erheblich zugenommen: vor vier Jahren noch betrug der Aufenthalt eines Telegramms auf dem Haupttelegraphcnmnt etwa eine halbe Stunde, heute, wo die Hausrohrpost für schnellere Beförderung sorgt, nur noch neun bis zehn Minuten. An der Bestellung der Depeschen nimmt das Amt am Tage nur insoweit teil, als die Empfänger im Umkreise von 666 Meter wohnen, lebhafter nimmt es an der Nachtbcstellung teil, und nach Mitternacht führt es die Bestellung überhaupt allein für ganz Berlin aus. Von den sonstigen Dienst- Verrichtungen des Haupttclegraphenamtes seien hervorgehoben: die tägliche Abgabe des U h r e n z e i ch e n s an die inländischen Telegraphenanstalten, die regelmäßigen Messungen in sämt- lichen von Berlin ausgehenden Telegraphenleitungen, die Leitung und Ueberwachung der Telegraphenbetricbsstelle im königl. Schlosse, die bauliche Instandhaltung der Diensträume(auch des Haupt- fcrnsprechamtes), die Bearbeitung der Personalien usw. Bei dem letzteren Punkte handelt es sich um nicht weniger als 2 66-6 Per- sonen, daneben sind die jugendlichen Telegramm- best eller— zurzeit 480— anzunehmen, im Radfahren usw. auszubilden, die Postbeamten und Dicnstanfänger in der Tele- graphie zu unterrichten, Prüfungen abzuhalten(jährlich etwa 436) üsw. Da fast sämtliche Beamte der Post und Telegraphie dem Hauvttclegraphenamte entnommen werden, so findet bei dieser Behörde stets ein starker Wechsel im Personal statt. Alles in allem läßt sich sagen: das Haupttclcgraphenamt in Berlin marschiert an der Spitze der deutschen Verkehrsanstalten; nächst den Zentral- telegraphenämtern in London und Paris ist es die größte Telegraphenanftalt der Welt. Es bildet den Mittel- Punkt sür den großen inländischen und ausländischen Telegramm- verkehr in Deutschland. Der Gewitterdienft im Fernsprechwesen kann trotz deS auf verschiedenen Aemtern bereits eingeführten unterirdischen Be- triebes doch noch nicht zur allgemeinen Anwendung kommen. BiS auf weiteres müssen diejenigen Aemtcr vom Gewitterdienft aus- geschaltet werden, an welche Teile von Vororten angeschlossen sind. So gehört beispielsweise Treptow zu dem Amt IV; verschiedene Lrtsteile von Schöneberg sind bei Amt VI angeschlossen. Da nun in den Vororten die Umwandlung des OberleitungsbetriebeZ in solchen der Unterleitung noch nicht allgemein vollzogen werden konnte, führen nach diesen Aemtern noch Luftkabel, welche die Uebertragung der Blitzgefahr ermöglichen. Aus diesen Gründen ,nuß der Betrieb während der Gewitter eingestellt werden, doch wird die Störungszeit auf das Mindestmaß beschränkt. Berlegung von drei Straßenbahnlinien. Drei wichtige Linien der Straßenbahn müssen wegen Straßenbauarbeiten verlegt wer- den. Die Kurfürstenstraße wird zurzeit zwischen dem Kurfürsten- dämm und der Schillstraße asphaltiert. � Um die Arbeiten zu be- schleunigen werden deshalb die beiden Straßenuahnlinicn 93 und 98 Charlottenburg— Görlitzcr Bahnhof vom Lützowplatz nicht durch die Schill- und Kurfürstcnstraße, sondern auf den Gleisen der Charlottenburger Gesellschaft durch die Wichmannstraße und über den Kurfürstendamm geleitet. Ebenso gehen die Wagen der Linie 78 Frankfurter Allee— Wilmersdorf nicht durch die Schill- und Kursürslenstraße, sondern durch die Wichmannstraße und über den Kurfürstendamm. Hier wird eine Gleisverbindung nach der Nürnbergerstraße hergestellt, über die die Linie wieder in die Nürn- bergerstratze geleitet wird, um ihren planmäßigen Weg wieder auf- zunehme». Tie Aendcrungen treten heute früh ein. Ein nobler Bammtrruchmcr, wie sie ini Banfachc öfter vor- kommen, scheint der zuletzt in der Mirbachstraße wohnende, jetzt un- bekannten Aufenthaltes seiende Herr A. E ch l e b e n zu sein. Wegen 1165 M. Nestlohn klagten 34 Arbeiter, die er beschäftigt hatte, beim Gewerbcgericht. Da aber der Aufenthalt des Herrn nicht bekannt ist, erfolgt in der letzten Nummer des Gemeindeblattes die ö ff ent- liche Klagezustellung. Die Arbeiter werden wohl ihre Hoffnungen, ihren wohlverdienten Lohn zu erhalten, wesentlich herabstimmen und sich mit der Verurteilung des Herrn zufrieden geben müssen, denn wo schließlich nichts ist, hat auch der Kaiser sein Recht verloren. Sem 15. Sängerfest feierte am Sonntag in den in Friedrichs- Hägen am Mügelsee gelegenen Lokalen„Müggelschlößchen" und „Strandschloß" derArbeiter-Sängerbund Berlins und Um- gegend. Schon frühzeitig hatten sich die Mitglieder der zahlreichen Gesangvereine mit ihren Angehörigen sowie viele Freunde des Gesanges aufgemacht, um den Sonntag voll auszunutzen. Stark besetzte Eisenbahnzüge, Dampfer und zahlreiche Kremser brachten die große Teilnehmerzahl heran, die sich in den Nachmittagsstunden wohl bis auf 26 666 schätzen ließ. In der Heide zwischen Müggel- schloß und Strandschlotz herrschte ein reges, buntes Leben und Treiben. Drei Kapellen sorgten sür Unterhaltung, während außerdem da und dork kleine Gesellschaften unter sich Gefelligkeitsspiele veranstalteten und sich in ihrer Art amüsierten. Es tat auch dem Feste keinen er- heblichen Eintrag, daß Petrus am Sonntag den Schalk im Nacken und einen wahren Apriltag geschickt hatte. Geradezu jäh wechselten Sonnenschein mit stürmischen Winden und Regenschauern ab. So unangenehm das im Freien ist, wo so viel Menschen schwer unter schützenden Hallen untergebracht werden können, so nahmen wohl die Mehrzahl der Besucher diese Seite der Sache mit dem nötigen Humor auf, denn der Berliner Ausflügler ist dergleichen gewöhnt. Den Hauptpunkt des Festprogramms bildeten die Massengesänge, die unter Leitung des Bundesdirigenten Herrn Blobel auf dein Fest- platze nach Beendigung des Festzuges veranstaltet wurde. Hier zeigte der Bund, was im letzten Jahre geleistet wurde, und daß er bestrebt ist. in gesanglicher Hinsicht nicht nur Gutes zu leisten, sondern vor allein auch, daß bei ihm die wahre Pflege des Volksliedes uud des FreiheitsliedcS ihre Stätte hat. Die vielen Tausende von Zuhörern, die auf dem Festplatze den Vorträgen aufmerksam folgten, kargten denn auch nicht mit dem wohlverdienten Beifall. Im großen und ganzen ist das Fest gut verlaufen und sind uns Mitteilungen über etwaige Unglücksfälle nicht gemacht worden. Die Kontrolle aus dem Wasser hatten Abteilungen des Arbeiter- Schwinimerbundes übernommen, während auf dem Lande die Arbeiter-Samariterkolonne ihre Samaritertätigkeit entfaltete. Die Kolonne wurde in 18 Fällen in Anspruch genommen. Die Verletzungen resp. Erkrankungen waren jedoch nicht erheblicher Natur, mit Ausnahme von einigen Fällen, Messerstich durch Unvorsichtigkeit und einige Verletzungen durch Stacheldraht ist alles günstig ab- gelaufen. Zum Schluß wurde an der Fähre eine Frau von Epilepsie efallen, konnte jedoch mit Hülfe eines Samariters in ihre Wohnung befördert werden. Verhältnismäßig frühzeitig, durch die kühle Witterung beeinflußt, strebten die Besucher wieder ihren heimatlichen Penaten zu, wobei viele sich noch einiger Ouetschkuren unterziehen mußten und zwar, um erst mit der Fähre nach Friedrichshagen zu kommen, dann aber um einen Platz in dem vollgepfropften Eisenbahnwagen zu erlangen. Bor den Angen der Ehefrau ertrunken. Einen tragischen Tod hat der 26jährigc Architekt P. aus der Bülowstraße in der Sommer- frische gefunden. P. war mit seiner jungen Frau, mit der er erst vor wenigen Wochen den Bund der Ehe eingegangen war, nach Mönchwkfikel an der Oberspree zur Erholung gefahren. Am Sonn- abcndabend nahm er, da er ein leidenschaftlicher Schwimmer war, ein Bad in der Spree. Seine Frau ging währenddes am Ufer spazieren. Plötzlich beobachtete sie, daß ihr Mann in den Fluten verschwand und nicht wieder an die Oberfläche kam. Auf die er» schütternden Hülfernfe der entsetzten Gattin eilten andere Sommer- gäste hinzu und versuchten, P. zu retten. Sie konnten ihn jedoch nur noch als Leiche bergen. Durch die ELPlosio» einer Rakete schwer verletzt. Ein recht beklagenswerter Unglücksfall hat sich Sonntagabend in einer Laubenkolonie an der Grüntalerstraßc zugetragen. Die Kolonisten hatten dort ein großes Erntefest veranstaltet und abends gegen zehn Uhr fand ein Feuerwerk statt. Eine der Raketen fiel dabei nieder, ohne zur Explosion zu kommen. Ein Schulknabe fand den Fcüerwerkskörper und zündete ihn an, damit er noch nachträglich explodiere. Kaum hatte er jedoch das Streichholz an die Rakete herangehalten, so krepierte diese frühzeitig und die ganzen Ge- schösse drangen dem 13jährigcn Schulmädchen Dorothea Räch, Jnvalidenstr. 116, das dicht dabei gestanden hatte, in den Mund. Dem bedauernswerten Kinde wurde der Unterkiefer vollständig zerschmettert, die Lippe bis zum Kinn ausgerissen und fünf Zähne herausgeschlagen. Es wurde zunächst nach der Unfallstation in der Badstraße und nach Anlegung von Notverbänden nach der könig- lichen Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Todesstürze. Bei einem bedauerlichen Unglücksfall hat am Sonnabendabend ein junges Mädchen sein Leben einbüßen müssen. Die 19jährige Hedwig Zangow aus der Gräfestr. 38 hatte in der dritten Etage die Fenster geputzt. Als sie auf der Brüstung stehend einen Kübel Wasser hochheben wollte, verlor sie plötzlich das Gleich. gewicht und stürzte mit einem Aufschrei in die Tiefe hinab. Die Bedauernswerte hatte bei dem Aufschlagen auf das Pflaster so schwere Verletzungen erlitten, daß sie nach wenigen Minuten starb. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und in das Schauhaus eingeliefert.— B e i einem verhängnisvollen Sturz hat am Sonntag der Kaufmann Wilhelm Thaens seinen Tod gefunden. Th. hatte in der in der dritten Etage belegenen Wohnung zum Fenster hinausgesehen und sich unvorsichtigerweise zu weit mit dem Oberkörper vorgebeugt. Infolgedessen verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte so unglücklich auf die Straße hinab, daß er fast auf der Stelle starb.. Zwei Bootsunsälle werden vom letzten Sonntag gemeldet. Beide sind durch die Leichtfertigkeit der Insassen herbeigeführt worden, welche sich trotz der ziemlich stürmischen, zeitweise böigen Witterung in Segelbooten auf das Wasser hinauswagten. Nach- mittags kenterte auf dem Tegeler See in der Nähe der Rohrinsel ein mit fünf Personen besetztes Segelboot, dessen Insassen der Bootsführung anscheinend unkundig waren, infolge eines falschen Manövers. Es gelang vier der Verunglückten zu retten, während der fünfte, der sich in der Kajüte befand, dadurch ertrank, daß das Boot vollständig umgeschlagen war und die Bemühungen, es wieder aufzurichten, längere Zeit in Anspruch nahmen.— Der zweite Un» fall ereignete sich auf dem Scddinfce, wobei drei Personen in ernste Lebensgefahr gerieten. Diese waren bei dem ziemlich steifen Winde in einem kleinen Segelboot auf den hochgehenden See hinausgefahren. Ein plötzliches Unispringen des Windes, welches von dem Scgelführer nicht beachtet worden war, brachte das Fahr- zeug zum Kentern. Die des Schwimmcns unkundigen Insassen hielten sich zwar an dem umgeschlagenen Nachen fest, gerieten aber trotzdem in eine gefährliche Lage, weil sich keine Boote in der Nähe befanden. Sie trieben nahezu eine halbe Stunde auf dem Wasser, ehe der Unfall bemerkt wurde und die Rettung der Verunglückten vollzogen werden konnte. Aus seine Schwiegermutter, die RestaurateurSfra» Ebel, Madai- straße 11, geschossen hat gestern der Konfektionsschneider N. Frau Ebel wurde indes nur an der Schulter verletzt und konnte in Haus» vehaudlung verbleiben. Der Revolverschieher wurde verhaftet. Un- glückliche Familienverhältnisse sollen die Ursache deS Schrittes sein. Beim Gerüstbau abgestürzt. Gestern nachmittag l'/a Uhr stürzte am Tempelhofer Ufer vor dem Hause Nr.»0 der 22jährige. bei der tochbahn angestellte Streckenarbeiter Gustav Kutzke aus der opernikuSstr. 2, als er mit mehreren Kollegen ein Gerüst für die Anstreicher der Hochbahn aufbaute, aus beträchtlicher Höhe auf das Stratzenpflaster herab. Augenzeugen bekunden, daß der Unglückliche deshalb ausgeglitten sei, weil der Bretterverschlag nicht dicht genug war. erst nach dem Unfälle sei derselbe vorschriflSmähig hergestellt worden. Kutzke, der außer schweren inneren Verletzungen einen Schädelbruch erlitten hat. wurde in besinnungslosem Zustande von einem Schutzmann des 71. Polizeireviers zunächst nach der Unfall- station am Tempelhofer Ufer 1» und von da nach dem Krankenhause am Urban geschafft. Wachtposten vom Hitzschlage getroffen. Großes Mißgeschick hatte am Sonntagnachmittag der Gefreite Schäfer vom Garde-Füsilier- Regiment. Er war an der Wache am Brandenburger Tor auf Posten gezogen und brach unter der Einwirkung der Sonnenstrahlen vom Hitzschlage getroffen plötzlich zusammen. Einige Füsiliere brachten den Kameraden nach der Rettungswache in der Mauer- straße, wo er wieder ins Leben zurückgerufen wurde. Sch. fand dann im Garnisonlazarett in der Scharnhorststraße Aufnahme. Auf dem Charlottenburger Bahnhof der Hochbahn geriet gestern nachmittag um 6 Uhr ein Hochbahnwagen in Flammen, was eine hochgradige Panik hervorrief. Die herbeigerufene Feuerwehr löschte den Brand. Passagiere sind nicht zu Schaden gekommen. Das Feuer ist wohl durch Kurzschluß entstanden. Freie Fortbildungskurse für Arbeiter, veranstaltet von der sozial- wissenschaftlichen Abteilung der königl. technischen Hochschule zu Berlin. Sonntag, den 12. August, findet ein gemeinsamer Ausflug statt. Treffpunkt Bahnhof Grunewald morgens 7'/g Uhr. DaS frühere National-Theatcr am Weinbergsweg ist unter dem Namen Walhalla-Variölö-Theater in ein Spezialitäten-Theater um- gewandelt worden. Es steht unter der Leitung des Direktors Saitmacher und findet bereits am 1. September die Eröffnungs- Vorstellung statt. Radrennen Berliu-Steglitz, ö. August. R o b l S, des bekannten Münchener Weltmeisters, erstes Fahren nach seinem am 1. Juli in Leipzig erfolgten schweren Sturze war das Hauptereignis des TageS. Mit seinem Landsmann H u b e r, dem Franzosen Darragon und dem Belgier Bänder st upft bestritt er den Großen Sommer- preis, ein Stundenrennen mit Motorführung. Robl zeigte wieder eine großartige Leistung: wenn er auch das Rennen nicht gewinnen konnte, so war sein Fahren höchst anerkennenswert i denn nachdem er anfangs zurückgeblieben und über drei Runden verloren hatte, leistete er später dem Belgier hartnäckigen Widerstand, so daß dieser den Versuch, an Robl vorbeizugehen, als aussichtslos aufgeben mußte. Das Rennen war überhaupt nur ein Kampf zwischen diesen beiden Fahrern, denn Huber, der anfangs die Spitze hatte, fiel bald zurück und verlor Runde um Runde. Darragon, der vor acht Tagen in Genf die Weltmeisterschaft gewonnen hatte, war am Sonnabend beim Trainieren schwer gestürzt und hatte sich dabei bedeutende Ver- letzungen am Kopf und an den Kinen zugezogen: mit verbundenem Kopf erschien er am Start? aber schon nach dem 10. Kilometer gab er auf. Leider konnte daS Rennen nicht bis zu Ende gebracht werden, denn nach dem 40. Kilometer begann es zu regnen. Noch wurde weiter gefahren, doch da der Regen immer stärker einsetzte und die Schrittmacher die Bahn verließen, wurde das Rennen bei 52'/, Kiloineter abgeläutet. In dem Fliegerrennen erwies sich K u d e l a den anderen überlegen. Straßensperrungen. Die Lübbenerstraße von Wrangel- bis Görlitzerstraße wird behufs Asphaltierung vom 6. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt.— Die Kochstraße zwischen Charlotten- und Jerusalemerstraße wird behufs Asphaltierung vom S. d. Mts. ab bis auf weitcres für Fuhrwerke und Reiter ge- sperrt.— Die Stufenbrücke im Tiergarten wird behufs Reparatur vom S. d. MtS. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Feuerwehrbericht. Am Sonntagnachmittag wurde die Feuerwehr nach dem Wilhelmsplatz gerufen. Dort drohte ein großer vor dem Palais des Prinzen Leopold stehender Baum umzustürzen. Da die Passage auf dem Straßendamm gefährdet war, wurde der alte Baum von der Feuerwehr gefällt. Am Sonnabendabend geriet im Lessing-Theater im letzten Akt von„Die lustige Witwe" die Isolierung vom Bühnenregulator in Brand. Die anwesende Feuerwehr be- seitigte schnell die Gefahr, so daß das Publikum nichts davon bemerkte. Gestern nachmittag um 6 Uhr kam in« Dienftgebäude des Anhalter Personenbahnhofs Feuer ans. Im Keller brannten bei Ankunft der dritten Kompagnie Preßkohlen und anderes. Wegen mehrerer Wohnungsbrände wurde die Feuerwehr nach der Mcmeler- straße KW, Grüner Weg 8, Georgcnkirchstr. 56, 2. Etage rechts, Bötzowstr. g IV., Frtedenstr. 63 und anderen Stellen gerufen. Viel zu schaffen machen jetzt der Feuerwehr Preßkohlcnbrände. In der Badstr. 62, Skalitzerslr. 46, auf dem Schlesischen, Nordbahnhof, Ost- bahnhof, dem Görlitzer, Anhalter und dem Moabiter Güter- Bahnhof u. a. hatte die Feuerwehr solche Brände zu löschen. An einigen Stellen hatte die Wehr sogar mehrere Male zu tun. Zum Auspumpen von Wasser rückte der erste Zug nach der Dircksenstr. 47 aus. In der Chausseestr. 94 brannte ein Keller. Weitere Meldungen liefen aus der Oranienstraße, Müllerstr. 112 und verschiedenen anderen Orten heute ein. Vorort- I>fcclmcktett. Charlottentmrg. Kommunale Angelegenheiten. Der Pflegegeldsatz für städtische Ko st Pflegekinder bis zum vollendeten ersten Lebensjahre ist durch Beschluß des Magistrats vom 1. August ab von 21 aus 25 Mark monatlich erhöht worden. Neueinrichtung in der Organisation der Wald- erholungsstätten. Der Vaterländische Jrauenverein in Pankow hat im Anschluß an die Erholungsstätte des Roten Kreuzes für grauen in Schönholz eine W a l d e r h o l u n g S st ä t t e für schwächliche und kranke Säuglinge eröffnet, in der Säuglinge nötigenfalls auch für die Nachl verbleiben können. Die neue Erholungsstätte hat sich der Verwaltung von Charlottenburg gegenüber bereit erklärt, auch Charlottenburger Säuglinge zu den bisherigen Sätzen in Pflege zu nehmen. An- Meldungen sind an die WalderholungSstättc vom Roten Kreuz für Frauen in Schönholz zu richten. Die Charlotten- burger Stadtärzte, Watfenärzte und Waisenpflegerinnen werden er- sucht, in geeigneten Fällen Anträge auf Ueberweisung von Säuglingen bei der Deputation für die Waisenpflege einzureichen. Verteilung von Zinsen. Zu verteilen sind am 19. September 52,13 M. Zinsen des Weißcschen Vermächtnisses an würdige Arme(wie üblich an zwei Personen oder Familien), und im Oktober 24,19 M. Zinsen des Hackenschmidtschen Vermächtnisses an zwei verschämte Arme zur Beschaffung von Holz. Verzögerung in der Erledigung von Unter- st ü tz u n g ö g e s u ch e n. Die Armendirektion weist darauf hin, daß sie mehrfach die Beobachtung gemacht hat. daß einzelne Armen- kommissionSvorsteher die ihnen zugehenden Unterstützungsgesuche längere Zeit, in einzelnen Fällen sogar einige Wochen bei sich liegen gelassen haben, statt sie sofort einem Armenpfleger zur Prüfung zu- zuschreiben. Das ist auch in solchen Fällen geschehen, die. wie zum Teil Anträge auf Ueberweisung in eine Lungenheilstätte, deutlich als eilig und dringend erkennbar, zum Teil auch von der Armendirektion ausdrücklich als eilig und sofort zu erledigen bezeichnet waren. In- folgedessen ersucht die Direktion die Armenkoinmissionsvorsteher. dafür Sorge zu tragen, daß solche Sachen sofort nach Eingang zur Prüfung an den zuständigen Armenpfleger gelangen. Fürsorge für Schwangere. Die Stadt hat dem Char- lottcnburger Hauspflegeverein 3000 M. zur Verfügung gestellt, um daraus unbemittelten Schwangeren, die sich bei ihm zur Gewährung einer Hauspflege melden, in den letzten Wochen vor der Entbindung Unterstützungen in Gestalt von Milch, Kräftigungsmitteln, nahrhafter Kost usw. zu gewähren, dmnit sie demnächst imstande sind, ihr Kind möglichst selbst zu stillen. Der Hanspflegeverein hat zur Durch- führung dieser neuen Aufgaben eine besondere Ernährungsabteilung eingerichtet, deren Geschäftsstelle sich Marchstr. 7 f befindet. Sprechstunden finden daselbst Dienstags und Freitags von 10—11 Uhr vormittags statt. Schwangeren, die beabsichtigen, ihr Kind sÄbst zu nähren, denen ihre Verhältnisse aber eine genügend gute Ernährung nicht gestatten, haben sich dort zu melden. Die Unterstützung erfolgt nach vorheriger Recherche regelmäßig durch Gewährung kräftigen Mittagessens auf 4 Wochen. Fürsorge für Lungenkranke. Der Brandenburgische Provinzialvercin zur Bekämpfung der Tuberkulose hat in Burg- Daber bei Wittstock sDoffe) ein Pflegeheim für Lungenkranke(Männer und Frauen), die sich zur Aufnahme in eine Lungenheilstätte nicht mehr eignen, eröffnet. Für Frauen ist die Anstalt die erste dieser Art in Deutschland. Der Verpflegungssatz ist auf 2,50 M. täglich festgesetzt. Die Charlottenburger Armendirektion hat bereits eine Anzahl von Kranken in das neue Pflegeheim überwiesen. Voraus- setzung für die Ueberweisung ist, 1. daß voraussichtlich keine Aussicht auf Heilung oder wesentliche Besserung mehr besteht, 2. daß der Kranke eine Gefahr für seine Umgebung bildet, 3. daß eine ausreichende Isolierung des Kranken in der Wohnung nicht möglich ist. Die Armendirektion fordert die Stadtärzte auf, gegebenen Falles Anträge auf Ueberweisung von Kranken in die neue Anstalt bei ihr einzureichen. Verloren gegangen ist die leere Sammelliste Nr. 15 für die ans- gesperrten Lithographen und Steindrucker Deutschlands, sowie Liste Nr. 41 der ausgesperrten Buchbinder, ebenfalls leer. Letztere ist mutmaßlich auf dem Bau oder der Bahn verloren gegangen. Die- selben sind anzuhalten und bei Unterzeichnetem abzuliefern. Der Ausschutz der Charlottenburger Gewerkschaftskommission. Johann Scheible, Bismarckstr. 35, II. Weitere Listen sind bei Obigem zu haben. Lichtenberg. Die Generalversammlung der hiesigen Ortskrankenkasse, welche am Sonnabend im„Schwarzen Adler" tagte, beschäftigte sich mit den unliebsamen, durch drei ungetreue Beamte verschuldeten Vor- kommnissen. Es sind Kassengelder in Höhe von über 6000 M. unterschlagen worden. Durch welche Manipulationen die Untcrschleifc möglich waren, wird genauer wohl erst das gegen die früheren Kassenbeamten Falkenstein, Töpfer und Grothe eingeleitete Strafver- fahren feststellen. So viel hat aber die Generalversammlung schon ergeben, daß frühere Vorgänge und Verhältnisse, an denen die jetzige Verwaltung vollständig unbeteiligt ist, den eigentlichen Keim- voden auch der— nun zur Tagesordnung stehenden Unterschleise abgegeben haben. In ganz unerwarteter Weise wurde am Sonn- abend der Schleier etwas gelüftet, weit genug, um erkennen zu lassen, was im Hintergrunde gespielt wird. Es wird immer klarer, daß die hiesige„Volksztg." mit ihrer Hetze gegen den Rendanten und der merkwürdigen Milde für die Defraudanten auf dem Boden wohlverstandener Interessen steht und daß die bisherigen Arbeitgebervertreter im Vorstand der Kasse nur als die von den„Volkszeitungs"-Leuten Geschobenen zu betrachten sind. Zur allgemeinen Ueberraschung platzte einer der Arbeitgebervertreter mit dem Geständnis heraus, ihm sei längst bekannt gewesen, daß an der Kasse nicht alles in Ordnung war. Und auf einen zweifelnden Ruf aus der Versammlung bekräftigte der Herr seine Erklärung und gestand weiter, daß er bereits vor s/4 Jahren den zweiten Lorsitzenden Herrn Groß(Arbeitgebervertreter) davon in Kenntnis gefetzt habe. Herr Koch(Verleger der„Volksztg.") er- klärte, auch ihm seien Unregelmäßigkeiten längst bekannt gewesen. Und ein anderer Arbeitgebervcrtretcr gab kund und zu wissen, daß einer der Deftaudanten bei ihm Einkäufe gemacht hat, die weit über dessen Verhältnisse hinan sgingenl Und wozu be- nutzen die Herren ihre Kenntnis? Zum Schweigen und Nichtstun! Ja, als Herr Groß einmal aufgefordert wurde, eine Revision der Soll- und Restliste vorzunehmen, lehnte er ab mit dem Bemerken, dafür habe man doch einen Beamten angestellt! So faßte der Herr Arbeitgebervertreter seine Pflicht als Vorsitzender auf, obwohl er von anderer Seite darauf aufmerksam gemacht war, daß etwas nicht in Ordnung sei. Und den übrigen Vorstandsmitgliedern gegenübe» schwieg er I Warum eigentlich? Warum jetzt noch die auffälligen Versuche, den in Anklagezustand befindlichen Herrn Grothe reinzuwaschen? Die Herren wußten, daß sie der jetzigen Verwaltung ungetreue Beamte ins Erbe gegeben hatten. Schon unter der früheren Verwaltung, in der zum Beispiel auch Herr Koch saß, waren Unterschlagungen vorgekommen und der Herr Grothe war einer von denen, die dabei waren. Man ließ damals Milde walten. Herr Grothe konnte sich sogar eines An- stellimgsvertrages rühmen, der aus Lebenszeit galt. Obwohl man die Erbschaft der neuen Verwaltung kannte, obwohl man sich jetzt der Kenntnis verschiedener Unregelmäßigkeiten rühmt, schwieg man und ließ somit geschehen, was geschehen ist. Bloß ein Bedürfnis fchien man zu haben, das, den Rendanten unmöglich zu machen. Die ungetreuen Beaniten fanden eine gewisse Ermutigung für ihre Operationen hinter den fortgesetzten Angriffen, denen der Rendaut in der„Volksztg." ausgesetzt war. Und vor der letzten General- Versammlung berichtete das Blatt nicht etwa über Unregelmäßig- leiten, deren Kenntnis Herr Koch sich am Sonnabend rühmte, es kam mit dem 15 000 Mark-Clou heraus. Daß es sich in dem Falle nur um einen Buchungsfehler handelte, der von gar keiner materiellen Bedeutung war, wie ja auch die behördliche Revision schnell feststellte, wußte man an der„Volksztg." ganz genau, aber eS galt ja nur Stimmung zu niachen jaege» eine mißliebige Person. Der Schuß ging vorbei! Nun erkor man ein anderes Mittel, der Rendant sollte fallen, um jeden Preis. Auch dachte man wohl daran. sich selbst >eder Verantwortung zu entziehen. Daß man sich dabei ganz gründlich verspekuliert hat. wird die Folge zeigen. Verschiedene Delegierte hoben in der Generalversammlung nnt Recht hervor, daß die Arbeitgebervertreter im Vorstand, die trotz ihrer Kenntnis über Unregelmäßigkeiten nichts sagten und der Aufforderung zur Kon- trolle nicht nachkamen, an den Unterschlagungen direkt mitschuldig sind, sie die ihnen durch Gesetz und Ortsstatut auferlegte Pflicht gröblich verletzt haben. Die Vorgänge nach der letzten General- Versammlung sind eine weitere Illustration zu dem eigenartige» Spiel. In der letzten Generalversammlung betonte Herr Groß aus- drücklich, daß die Arbeitgeber- und die Arbeituehmervertreter im Borstande stets einmütig zusammengearbeitet hätten. Wenige Tage darauf legten die Herren Arbeitgebervertrcter ihr Amt als Vorstands- Mitglieder nieder. Nun beachte man das Doppelspiel: Am Sonn- abend erklärte Herr Groß, es sei nicht wahr, daß er nur wegen der Vorgänge in der letzten Generalversammlung sein Amt niedergelegt habe, in derHauptsachesei das geschehen, weil ihm im Vorstande nicht genügend Vertrauen entgegengebracht worden sei. Das stimmt zunächst nicht zu der damaligen Erklärung des Herrn Groß, auch wies der Vorsitzende Schulz sofort nach, daß in dem Schreiben, das die Herren bei der Behörde einreichten, als Grund der Amtsniederlegung angebliche beleidigende Aeußerungen. die in der vorigen Generalversammlung gefallen sein sollen, angegeben sind. Nun sahen die Herren in der Zwickmühle und kamen nicht wieder herauS. Die verschiedensten Gründe brachten sie aufS Tapet. Aeußerungen und Vorkommnisse, die ein Jahr und länger zurückliegen, sollten die Veranlasiung ge- weftn sein? dabei haben sie selbst noch vor einigen Monaten daö schönste, harmonische Zusammenarbeiten konstatiert. Sogar Vor« gänge aus den letzten Wochen wurden als Gründe der— vorauf- gegangenen Amtsuiedcrlegung angegeben. Zug um Zug wurden die Herren matt gesetzt? es gab kein Entrinnen, sie mußten sich sagen lassen, daß sie nur der Selbstverwaltung der Kasse zu Leibe rücken wollten. Zum besseren Verständnis des ganzen Spieles müssen wir auf noch einen Umstand aufmerksam machen. Die Leute, die hinter der „Volksztg." stehen, sind dieselben, mit denen der Rendant Grauer in der Gemeindevertretung sehr oft zusammengerät. Die durch Grauer und unsere anderen Genossen vertretenen Anttäge sozialpolitischer Natur, Schul- und Steuerfragen, Lehrerbesoldung usw. betreffend, finden in der„Volkszeitungs"-Gruppe jedesmal hartnäckige Bekämpfer, während andererseits die reaktionären Bestrebungen jener Gruppe durch Grauer bei jeder Gelegenheit gründlich beleuchtet werden. Da ist man bei des Rätsels Lösung angelangt. Den unbequemen Gemeindevertreter glaubt man wohl los zu werden, wenn man ihn wirtschaftlich unmöglich macht. Mit was für Leute man sich doch herumschlagen muß! Steglitz. Auf dem Lügenpfade ertappt und dafür vom„Vorwärts" ge- züchtigt wurde erst vor kurzem der„Steglitzer Anzeiger" resp. sein Redakteur E. S n. Anscheinend ist jedoch bei diesem Herrchen das Sitzleder noch von der Schulbank her derart un- einpfindlich, daß die Lektion nicht„gezogen" hat. denn er leistet sich schon wieder einen Schimpfartikel gegen den„Vorwärts", der dem „Dreschgrafen" alle Ehre machen würde. Verdächtigung, Schmähung, Stinkbomben der Genossen, schofle Verdächtigung, Verhetzung, ver- giftete Pfeile. absichtliche Verdrehungen, kühnes Lügen- gebilde, Schmutzergüsse, böswillige Schmähungen— das sind einige Perlen aus dem Geschreibsel, mit welchem der junge Mann den Amtsvorsteher B n h r o w von dem Vorwurf zu reinigen sucht, daß er die Arbeiter mit anderem Maße mißt, wie die„Gutgesinnten". Obgleich S. vergißt, daß er die refultatlose Mohrenwäsche„aus freien Stücken' versucht hat, muß man doch stark vermuten, daß er„inspiriert" worden ist, sonst könnte er nicht schreiben:„Der Gendarmerie-Wachtmeister Brandt hatte nun keineswegs den Auftrag, der Versammlung durch Auflösung ein Ende zu bereiten, er bekam überhaupt von dem Amtsvorsteher keine Order."— Es dürfte für die Zukunft vielleicht doch empfehlenswert sein, bei ähnlichen Gelegenheiten die„Leitartikel" gleich auf dem Rathause schreiben zu lassen, dann brauchte sich S. nicht erst seine Naivetät noch öffentlich bestätigen zu lassen. Denn etwas anderes ist es schließlich nicht, wenn er schreibt:„Der„Vorwärts" weiß doch sicher ebenso gut wie wir, daß die Festsetzung der sogenannten Polizeistunde nicht im Machtbereiche des Amts- Vorstehers liegt, sondern durch die Regierung erfolgt."— Die Unschuld vom Lande! Daß der A m t s v o r st e h e r daS Recht hat, di» sogenannte Polizeistunde zu verlängern, also über 10 Uhr abends auszudehnen, das braucht S- ja nicht zu wissen. Das ist aber gerade der springende Punkt! Bis 10 Uhr abends hat der Amtsvorsteher nichts zu bclvilligen, von 10 Uhr ab alleS? deshalb kann auch nur der Anitsvorsteher, nicht die Regierung dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Arbeiter- Versammlungen wegen Eintrittes der Polizei st unde aufgelöst werden. Niemand hindert den Amtsvorsteher, Lokale mit Arbeiterverkehr in bezug auf die Polizeistunde ebenso zu behandeln wie sämtliche bür« gerlichen Lokale. Tut er das trotzdem, so handelt er p a r- t e i i s ch und er darf sich dann auch nicht wundern, wenn die in ihren staatsbürgerlichen Rechten verkürzten Arbeiter die Konsequenzen daraus ziehen. Vielleicht erkundigt sich der Verfasser des Schimpfartikels einmal persönlich beim Amtsvorsteher, wer eigentlich die Polizei- stunde festsetzt. Bei der bekannten persönlichen Licbens- Würdigkeit des Herrn Buhrow sind lvir überzeugt, daß er dem jungen Mann mit möglichster Schonung seine Ignoranz gern amtlich bescheinigen wird. Dann würde er hoffentlich einsehen, daß er völlig daneben gehauen hat und es sowohl für die Leser des„St. A.", als auch für ihn selbst besser wäre, wenn er seine journalistischen Uebuugen' einstellt und wieder zu den altgewohnten Redaktionsrequisiten Kleistertopf und Schere seine Zuflucht nehmen würde. Um das Märchen von der Unschuld des Amtsvorstchcrs gründlich zu zerstören, laffen wir den Text zweier amtlicher Schreiben folgen: Amtsvorsteher. Steglitz, den...... Die Polizeistunde für Ihr Lokal...... straße Nr... i Hierselbst wird widerruflich vis 11 Uhr nachts verlängert. (Unterschrist.) Amtsvorsteher. Steglitz, den...... Ihrem Gesuche um Verlängerung der Polizeistunde für Ihr Lokal...... straße Nr.... kann nach Prüfung der Verhalt- nisse nicht stattgegeben werden.(Unterschrift.) Z?öpenick. Das Gewcrkfchaftskartell ersucht die organisierten Genossen von Köpenick, sich an dem vom Gewerkschaftskartell AdlerShof veranstalteten Gewerkschaftsvergnügen zu beteiligen. Nachmittags findet von Wöll» steins Lustgarten Punkt 3 Uhr ein gemeinschaftlicher Umzug statt. Treffpunkt in Wöllsteins Lustgarten 21/a Uhr. Reinickendorf-Ost. In der Generalversammlung des Wahlvereins gab Genosse Schönberg als Vorsitzender zunächst den Bericht über den Stand der Bewegung am Orte, danach haben im letzten Halbjahr stattge- funden, 3 öffentliche, 6 Wahlvereinsvcrsammlungen und 2 öffent- licke Fraueuversammlungen. Der Mitgliederbestand hat sich um 34 Ge- nosscn erhöbt und beträgt jetzt 303, obgleich 40 wegen restiercnder Beiträge gestrichen werden mußten, 23 verzogen, 1 austrat und drei starben. Den Berufen nach gehören dem Verein an: 59 Arbeiter, 30 Maurer, 21 Tischler, je 18 Schlosser und Restaurateure, 13 Bäcker. 10 Töpfer. 9 Dreher, 8 Bauarbeiter, je 6 Mechaniker, Former. Kutscher, je 5 Lederarbeiter. Barbiere, Klempner, je 3 Droschkenkutscher, Händler, Schuhmacher. Schmiede, Gürtler. Steindrucker, Möbel- Polierer, Zimmerer, je 2 Drechsler. Metalldrücker, Glaser, Schneidermeister, Gerber, Kernmacher, Schriftsetzer, Buch- binder, HandluugSgehülfen, Maler, je 1 Steinmetz, Handschuh- macher, Bonbonkocher, Strumpfwirker, Schwertfeger, Steinsetzer, Stukkateur. Ztgarrenarbeiter, Maschinenbauer, Ziseleur, Bureau- Vorsteher, Techniker, Kupferschmied, Fuhrherr. Lackierer, Anstreicher, Teppichweber, Bildhauer, Korbmacher, Formstecher, Bäckermeister, Fräser, Kassenbeamter, Kellner, Lateruenwärtcr, Einsetzer, Buchbind.- Hülfsarbeiter, Sattler. Kaufmann, Gärtner, Kesselschniied, Zigarren- Händler, Anschläger, Schlächter, Brodfahrer. Maschinenformer. Genosse Hermann als Kassierer gab sodann den finanziellen Bericht über das Stiftungsfest vom 17. März, sowie über das Er- ?ebniS der Sammlungen der Gemeindevertreterwahl. Der Kassen- >ericht über das letzte Semester schließt in Einnahme mit 850,20 M. und in Ausgabe mit 604,50 M. ab. Genosse Z i o l k o w S k h zab den Bericht der Bibliothek. Nach kurzer DlSkuffion wurde >ent Vorstande auf Antrag der Revisoren Decharge er- teilt. Genosse G u r s ch gab hierauf den Bericht über den Stand der Speditionsaugclegcnheit. Allseitig wurde es lebhast bedauert, daß die Zeitungskommission den Wünschen von Reinicken- dorf-Ost nicht Rechnung tragen will, eS sollen deshalb die Genossen Gursch, Kemnitz und Schönberg dieserhalb nochmals mit der Kommission verhandeln, lieber die beiden Generalversamm- lungen von Nieder-Barnim und Groß-Berlin erstattete Genoffe S ch önbera Bericht unter besonderer Berücksichtigung der Massen- itmkdebatte. In der Debatte darüber wurde von verschiedenen Genossen eine lebhafte Propaganda des MassenstretkgedankenS empfohlen und der Standpunkt der Generalkommission bekämpft. Im Interesse der Sache wurde die Veröffentlichung des Protokolls durch den„Vorwärts" Dt durchaus unerläßlich erklärt und der Wunsch ausgesprochen, daß der Mannheimer Parteitag völlige Ausklärung bringen möge. Unter Vereinsaiigelcgcnheiten wurde Genosse K ö h n als Bezirksführer für den im, gebildeten Bezirk 6 bestätigt; in das Vergnügungskomitee die Genossen P. Schmidt, Nothling, Köhn. Lorenz nd Mönch, und als Revisor für den ausscheidenden| Potsdam. Witterungsübersicht vom 6. August 1906, morgens 8 thr. Barometer. stand mm Wind. richtung Windstarle Genossen Ja e del der Genosse Wiegand gewählt. In der Streit Der Kampf ums Weißbier hat auch hier zur Boykottierung der fache Eufé gegen Gursch und Schönberg wurde nach von Mingbrauereien geführt. Sowohl der Märkische Gastwirtsverein zu beiden Seiten abgegebenen Erklärungen der Vorstandsbeschluß info- Potsdam als auch der Gastwirtsverein von Nowawes- Neuendorf Stationen weit abgeändert, daß dem Genossen Eufé nur eine Rüge erteilt protestieren öffentlich gegen die Preiserhöhung des Weißbieres wurde. Der weitergehende Beschluß des erweiterten Vorstandes wurde hiesiger Brauereien, die durch nichts gerechtfertigt sei. Die genannten aufgehoben. Zum Schluß wurde folgende vom Genossen Pritsch Bereine haben deshalb den Bezug von Berliner Weißbier zu alten eingebrachte Resolution einstimmig angenommen: Swinemde. 759 W Die nach der Auflösung der russischen Duma stärker hervortragen. Außerdem haben sich zur Lieferung unter den bisherigen Berlin Preisen der ringfreien Brauerei„ Karolinenhöhe" bei Spandau überHamburg 764 23 tretenden Gerüchte, daß die deutsche Regierung den in den letzten Bedingungen die ebenfalls ringfreien Brauereien von C. A. Müller- Frantj.a.M. 767 SW 763 Atemzügen liegenden Barismus Unterstügungen angedeihen lassen Botsdam und P. Herrmann, Nowawes- Neuendorf, bereit erklärt. will, veranlaßt die Generalversammlung von Reinickendorf- Dst den Aktions- Ausschuß von Groß- Berlin zu ersuchen, die Arbeiterschaft so schnell wie möglich über die Folgen eines eventuellen Eingreifens der deutschen Regierung aufzuklären. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 7. Auguft. Anfang 72 Uhr. enes Operntheater. Franceschina Prevosti. Carmen. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Die lustige Witwe. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mortiz- Oper: Der Troubadour. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- Theater). Geschlossen. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Urania. Wissenschaftliches Theater. Täglich im Theater 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Z OOLOCISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Hoffmanns ErZentral- Theater. Westen. Kinder- Oper. Die Nachtwandlerin. Zentral. Bruder Straubinger. Trianon. Die herbe Frucht. Lustspielhaus. Unsere Käte. Kleines. Ein idealer Gatte. Carl Weiß. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Passage. Willy Prager. Spezialit. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Dienstag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Ein idealer Gatte. Mittwoch und folgende Tage: Ein idealer Gatte. Harry Walden. Lord Goring. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 72 Uhr. Gastspiel Franceschina Prevosti: Carmen. Mittwoch: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Der Corregidor. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. ( Operette). 8 Uhr. Bruder Straubinger. Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Eröffnungs- Programm. 14 erstklassige Spezialitäten! Carl Weiß- Theater. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Lebensbild in 5 Att. v. Hedwig Abt. Im Sommergarten: Große Spezialitäten- Borstellung. Anfang 5 Uhr. Morg. gr. Kinderfest. Reichshallen. Täglich: Stettiner Kaufmännische Kranken und Sterbekasse. Dienstag, den 7. August 1906, abends 9 Uhr, im Restaurant Frädrich, Alte Jakobstr. 89: Sigung. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwit- Oper. Dienstag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bum legten Male: Carmen. Donnerstag, abends8uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Martha. Dienstag bis Freitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr, babe Brubr Der Waffenschmied. Rom. Oper in 3 Akten v. A. Lorking. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). München 767 Wien Wetter Temp. n. C. 5° G.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. 4 wollig 17 Haparanda 758 NND 3halb bb. 15 Petersburg 749 ND 1 Regen 5 tollig 15 Scilly 768 SSW 1 Dunst 767 WNW 2 halb bd. 769 Still bedeckt 6 bedeckt 10 10 17 14 16 3 halb bd. 16 Aberdeen 4 halb bd. 17 Baris 766 1 wolfen! 19 Wetter- Prognose für Dienstag, den 7. August 1906. Ein wenig wärmer, vielfach heiter bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Erster Deutsch- Amerikanischer Zirkus bon Norton B. Smith, Direktor Nat. Behrens. Größter und elegantester aller reisender Beltzirkusse. Berlin, Comeniusplatz, Memelerstraße. Donnerstag, den 9. August, abends 8 Uhr: Große Gala- Premiere mit einem hochsensationellen Attraktionsprogramm. Preise der Plätze: Loge 2,50 M., Sperrfig 1,50 M., I. P. 1,25 M., II. PI.-, 80 M., Galerie-, 40 M. VorAn Wochentag- Abend stellungen bezahlen Militär und Stinder unter 12 Jahren I. Blaz 1, M., II. Plat-, 60 M., Galerie -, 30. 209/4 W. Noacks Theater. Wegen koloffaler Nachfrage bis 30. Auguft prolongiert. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Täglich: ( Sonntags zweimalige Vorführung) 16 Löwen. Die größte Sensation und beste Gruppe der Welt: im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Domptense mit Das neue August- Programm! Arbeit schändet nicht. Vollsstück in 3 Bildern v. Reiflingen. Dazu die erstklassig. Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Staffeeküche von 3 Uhr. Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. noch nie gesehenen Tricks. 11 ihr abends: Fütterung Fröbels Allerlei- Theater fämtlicher Bestien aus den Händen des Domptenrs. The Carl Damman- Familie, Ameritas beliebteste Afrobaten, und das neue beste Programm Berlins. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugskarten sind gültig. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Das neue August- Programm! Harry Steiner Geschw. Bollini Max Franconi Garreton Truppe. Auf fremder Erde". Gr. Ausstattungsstüd mit Gesang it. Tanz in 3 Bildern von Hugo Schulz. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Schönhauser Alce 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 15 Attraktionen ersten Ranges 15. Der Millionenschneider. Posse mit Gesang in 2 Aften. Entree 30 Pf. Welt- Ausstellungs- enfang 4 Uhr. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall arbeiter Gustav Bonnet ( 8. Abteilung) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Dom- Kirchhoses aus statt. 235/2 Der Vorstand. Kranken- Unterstützungs- Verein der Schmiede u. verwandten Gewerbe Deutschl. Zahlstelle Berlin II. Am 4. August verstarb das Mitglied Ernst Liebelt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 7. August, nachmittags 4 Uhr, vom Moabiter Krankenhause aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 266/5 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Bruders und Dnkels, des Formers 19272 Ludwig Wartenberg sagen wir allen Freunden und Vers wandten, insbesondere dem Verein Biograph-( St. Louis Dr. Simmel, Prinzen. Der Former unseren herzlichsten Dank. Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Str. 41, Spezialarzt für 137/ 13* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. u.fr Sänger Seb. Donnerst: Gr. Brill.- Feuerwerk. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Empfehl. viel. Aerzie u Prof. grat, uff Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Schweizer Garten Täglich: Voltsbeluftigungen aller Art. Die Kaffeeküche ist v. 1 Uhr an geöffnet. Ostbahn- Park H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Frankfurter Alle 106. Ost- Kasino Nabmachinen Ost- Kasino ( Frifter u. Noßmann) billigst, auch gegen Teilzahlung. Zuschneide- Kursus Frankfurter Allee 106. gratis. Rosenthalerstr. 19. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Säle f. Versammlungen, VereinsHermann Imbs. Täglich: und Privatfestlichkeiten. Neu eingerichtete Vereinszimmer. Jm Restaurant: bis 3 Uhr morgens. Karl Pirnan. 18722 Leihhaus Berlin, Anflamerstr. 2 Hohe Beleihung von Gold, Silber sachen u. Kleidungsstücken 2c. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Am Königstorm Friedrichshain. Gr. Konzert, Theater- und Zägid Künstler- Freikonzert Charlottenburg, Friedrich Karlplay 12. Theater- Vorstellung, Spezialitäten- Vorstellung. 18302 Spezialitäten- Vorstellung. Spezialitäten u. Ball. Lustspielhaus. Täglich abends Unsere Käte. Sommerpreise: Bart. Fauteuil 3,20. 8 Uhr: Trianon- Theater. Täglich Die herbe Frucht. 8 Uhr: Metropol- Theater Wiederauftreten Henry Bender, Josef Giampietro, Fritzi Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesäng u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater 10 Uhr! Täglich: Auf der Liebes- Insel". Operetten- Burleske in 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren dressierten Bären. Piccards amerit. Pantomime: Die Einbrecher v. New York. Jeden Mittwoch: Kinder Freuden- Fest. Damentanz frei. Anfang 5 Uhr. M Entree 30 Bi. Außerdem Montag Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Sonntg., Montg.Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Neuester Schlager: Wir von der Kavallerie. Posse. Entr. 30 Pf., num. Pl. 50 Bf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Babstraße 58. Täglich: Täglich Extrafahrten mit Musik u. nach ( Berliner Voigts Krampenburg Apen). Täglich( außer Sonntags), vormittags 9 Uhr. Donnerstag, nachmittags 2 Uhr. Freitag, nachmittags 2 Uhr. Abfahrt Stralauer Brücke, Ecke Waisen- Brücke. Dampferstation Michaelkirch- Brücke aus, vormittags 9%, Uhr, Mittwoch in Berlin 11. v. I. Kahnt. Dieselben Dampferextrafahrten finden auch täglich von der mittags 2 Uhr statt. Hin und zurück 50 Pj. Eggersdorfer Villenterrain, nachHochwald, -R. 10 Mr., der berühmte billige Joers, Bankow, Elifabethweg 10. 164/3 Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. Telephon: Amt| No. 8985. Der Verschwender. Gr. u. kl. Festsäle mit und ohne Theaterbühne, auch Sonnabende Paul Coradini La Matchiche Giltons Tauben The Cabanis Steffen Bros Neiß Troupe Müller- Römer 10 Uhr! Miß Sarret Das unruhige Haus, Berlin im Omnibus. Bantomime der Balson- Compagnie. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Borher: Gute Spezialitäten! Anjang 8 Uhr. 216 7, Uhr: Garten- Konzert. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. tu den unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Anfang 41, Uhr. Jm Saale: Gr. Ball. 1908L* und Sonntage, in diesem und im nächsten Jahre frei. 8 Vereinszimmer, 5 Pianos, 2 Harmoniums und 1 Flügel stehen den geehrten Vereinen zur gefälligen Verfügung. Verlosungsartikel Landpartien, far Vereine c. 2C. Bu nur Neuheiten, fomie Lampions, Stocklaternen, Fackeln, Girlanden, Wimpeln, Fahnen, Schärpen, ScherzBillettvorvert. v. 10-1 a. d. Theaterkasse. artikel, humoristische Kopfbedeckungen, Musikinstrumente, Radausachen, spottbillig Engros- Geschäft Alte Jacobstr. 93, 2. H. Gotthilf, Alte Jacobs 93, Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel." Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. an der Seydelstraße. im an der Seydelstraße. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. D Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. kannten Marken Zigaretten Amt 4, 3014. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, r Mariannen- Straße 2. Frau Gentz nebst Kindern. Danksagung. Anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergeßeaters, bes Expedienten Ernst Hans sage ich allen lieben Freunden, Be tannten und Verwandten, sowie den Arbeitern der Firma Gebr. Bolzani, den Meistern und der Firma, dem Arbeiterfängerbund, dem Gesangverein " Nordwacht", dem 675. und 705. Bezirk des sozialdemokratischen Wahlbereins für den 6. Berliner Wahlfreis und dem Zentralverband der Handlungsgehülfen für die herrlichen Stranzspenden, sowie für die zahlreiche Beteiligung und herzliche Teilnahme meinen aufrichtigsten Dank. 19282 Witwe E. Hans nebst Kindern. Von der Reise zurück 243/ 7* Dr. Max Blumenthal, Landsberger Allee 29. 3. Ausfeld, Zurmstr. 8. Zugelassen bei den Krankenkassen ähne zieht vollständig schmerzlos des Gewerkskrankenvereins. Neuerscheinungen. Wir empfehlen unseren Lesern folgende neu resp. in neuer Auflage erschienenen Schriften: Das kommunistische Manifest. Siebente autorisierte deutsche Aus gabe. Mit Borreden von Karl Mary und Friedrich Engels und einem Vorwort von Karl Kautsky. Preis 25 Pf. In besserer Ausstattung 50 Pf. Die Sozialdemokratie und die fatholische Kirche. Von Karl Kautsky. Neue Auflage. Preis 30 Pf. In befferer Ausstattung 75 Bf. Führer durch das Gewerbe- Unfallversicherungs- Gefeh. Uebersichtlich zusammengestellt nach der am 1. Oftober 1900 in Straft getretenen Fassung des Gesetzes. Mit ausführlichem Inhaltsverzeichnis und Sachregister. Dritte berbesserte Auflage. 3 Preis 25 Pf. Führer durch das Invaliden: versicherungs Gesetz. Ueber fichtlich zusammengesteйt nach der am 1. Januar 1900 in Straft getretenen neuen Fassung des Ge feges. Mit ausführlichem Inhaltsverzeichnis, Sachregister und For mularen. Dritte vermehrte Auflage. = Preis 30 Pf. Der Neue Welt Kalender für 1907. Preis 40 Pf. Zu beziehen durch die Die heutige Sozialdemokratie in Theorie und Praxis. Eine Antwort auf die Artikelserie der Sölnischen Zeitung": Die heutige Sozialdemokratie. Von Eduard Bernstein. II. Auflage( Volksausgabe). Preis 40 Pf. Das moderne Proletariat. Bon Paul Kampffmeyer. Preis 1 M. Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. Herausgegeben vom Kaiserlichen Statistischen Amt. 27. Jahrgang. 1906. Preis 2 M. Wie entstanden Weltall und Menschheit? Hat Gott die Welt aus dem Nichts geschaffen? Hatten die ersten Menschen, Adam und Eva, keine Vorfahren? Von Willy Petersen- Kinberg. Mit zahlreichen farbigen und schwarzen Tafeln, Starten, Beilagen und Tertabbildungen. Preis 2, M. Gebunden 2,80. Wenn die Menschen reif zur Liebe werden. Eine Reihe von Aufsätzen über das Verhältnis der beiden Geschlechter. Bon Edward Carpenter. Einzig autorisierte Uebersetzung von Dr. Karl Federn. Neue Auflage. Preis 3 M. Gebunden 4 M. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW 68, Lindenstr. 69, Laden. 234/ 12* * Einsetzer! 1329L* Donnerstag, 9. Auguſt, abends 8 Uhr, bei Boeker, Zentralverband der Maurer Deutschlands Sofastoffe Weberstraße 17: Versammlung der Einsetzer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: Der neue Tarif und Beschlußfassung über denselben. Die Mitgliedsbücher des Holzarbeiter Verbandes, des Vereins der Einsetzer und des Gewerkvereins legitimieren. # Die Kommission. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Freitag, den 10. August 1906, abends 8%, Uhr, in den Industrie- Festsälen", Beuthstr. 19/20: General- Versammlung 146/9 Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung der letzten General- Versammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle- Reste! Mocquetts. Plüsch Satteltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. Emil Lefèvre, Berlin, 158. Oranienstr. Pflicht aller Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Sommerpreise Der Sektionsvorstand. bis 15. September c. Verband der Schneider und Schneiderinnen Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter A. B. Koch, Achtung! Filiale Berlin. Achtung! Berlins und Umgegend. Mitglieder der Ortskaffe der Schneider! Montag, 13. Auguft, abend3 8½ Uhr, im Gewerkschaftshauſe( gr. Saal), Engel- Ufer 15: Heute Dienstag, den 7. August, abends 8% Uhr, in den Arminhallen" Kommandantenstr. 20: " Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 164/4 Die 3. Neuwahl zur Ortskaffe der Schneider in einem Jahre Kollegen und Kolleginnen! Erscheint zahlreich in dieser Verfammlung. Der Einberufer. Kranken- Unterstützungs- Bund der Schneider. Donnerstag, den 9. August, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Gaal 5: Versammlung. Zages- Ordnung: Abrechnung vom 2. Quartal. Berichterstattung der Delegierten von der Generalversammlung in Jena. 4035 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2 Hamburg. örtliche Verwaltung Berlin.) Donnerstag, den 9. August, abends 8%, Uhr im„ Gewerkschaftshaus", Engel- fer. 15, Saal 7 Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 259/ 15* 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Anträge zur Generalversammlung. Der Vorstand. J. A.: Richard Schröder, Tilsiterstr. 82. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: Kohlen- Groß- Handlung " 90/ 10* " Die eingelaufenen Anträge auf Einberufung der außerordentlichen Generalversammlung betreffs Anschluß an den Deutschen Holzarbeiter- Verband. In Anbetracht der so wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, pünktlich zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Der Vorstand. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Berlin- Pankow. Größte Malzbier- Brauerei in Deutschland. Caramel- Malzbier Alkoholarmes, diätetisches Spezialbräu. Aerztlich empfohlen für Nervöse, Bleichsüchtige, nährende Mütter etc. Als Tafelgetränk sehr bevorzugt. Preis pro zirka 4/10 Flasche 10 Pfennig. Ueberall käuflich. Kleine Anzeigen Hohe Vergütung bei Ringschiffchen Bobbin, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00, Stöpeniderstraße60/ 61, Große Frankfurterstraße 43, Prenz + 88* lauerstraße 59/60. Nähmaschinen. Zahle bis 15,00, wer Teilzahlung fauft oder nach 1662* meift. Sämtliche Systeme. Brauser, Tilsiterstraße 90. + 37* Grünkramgeschäft frankheitshalber 800 Mart zu verkaufen. Zu erfragen Bäckerei So'dinerstraße 69.+ 98* Leihhaus Brinzenstraße 28,1 Treppe, Ede Ritterstraße. Berfallene Pfänder, Gardinenhaus Große Frankfurter Gelegenheitstäufe, Goldsachen jeder ftraße 9, parterre. 1+ Art, goldene Uhren, verkauft spottFahrräder, Zeilzahlungen. Berg- billig. ftraße 28, Staligerstraße 40. 1663* Papageien, jung, sprechend, Herrenfahrrad, Damensahrrad, fingerzahm, auch Tausch, Restaurant, wie neu, 45,00. Holz, Blumen- Kommandantenstraße 52, Ecke Alleganftraße 36 b. 1710 drinenstraße. 17068 Hochvornehme Herrenhosen aus Geschäftsdreirad, äußerst stabil, 9-12 Mart. feinsten Maßftoffen 50,00. Holz, Blumenstraße 36 b. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Teppiche!( fehlerhafte) in allen Bersandhaus Germania, Unter den Größen für die Hälfte des Wertes Linden 21. Keine Filialen. 1714* im Teppichlager Brünn, Hackescher Brantleute!„ Nur Grünerweg 81." Markt 4, Bahnhof Börse. 266/ 14* Spinden, Spiegel, Sofas, beffere Bettstellen, reelle Matraßen, enorm riesige Auswahl vollständiger Wohnungs- Einrichtungen, bekannt billig! Hermann Dwinakti. * Hochvornehme Herrenanzüge, Sommerpaletots, die aus feinsten Mazstoffen gefertigt wurden, 18 bis 38,00, Herrenhofen 7-12,00 verkauft täglich, Sonntags. Deutsches Verfandhaus, Jägerstraße 63, 1 Treppe. 17155* Vorortparzellen, guter Boden, 0,20 Tour, zum Kostenpreis. Kettermann, Blumenstraße 9. 145/12 Billige Blusen, Kostümröde, auch Maßsachen, direkt Fabrik, Blumenstraße 9 II. 145/ 13* Nähmaschinen- Käufer erlernen lohnenden Teppiche mitfarbenfehlern Fabrik. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Milchgeschäft mit Rolle ist frankheitshalber billig berfaufen. gratis M. Uhr, Lindenstraße 59. 3506* Sander, Blumenstraße 9. zu Restaurationen, mehrere gutgehende, passend für Parteigenoffen, fein Agent, zu erfragen bei Bäumler, Schöneberg, Martin Lutherstraße 51, Laden. 2665* Singerbobbin, Schneidermaschine 55,00, geloftet 170,00, Langschiffchen 25,00, beide fast neu, wegen Aufgabe, +37 Tilsiterstraße 16, Milchgeschäft. Schlafsofa, rotbraun, neu, verfauft billig Sange, Waldemar straße 70, born 3 Treppen. +11 Reftauration, gutgehend, ist zu verkaufen. 20 Tonnen Bayrischbier, 2 Weißbier. Zu erfragen Madsen & Jeßte, Planufer 92b. Vermietungen. SeeKüche Wohnungen. Stube, Küche 22 Mart, straße 68 H, zwei Stuben, 28 Mart. Näheres beim Wirt. Müllerstraße 25, Wedding, gesunde Wohnungen 20 Mart. 4026* * Stube und Küche zu vermieten 1. 10. 06, 20 und 22 Mart. Char: lottenburg, Schillerstraße 94. † 125* Arbeitsmarkt. Stellenangebote. 4136 Stellengesuche. Damenkleider, hochelegante, aus fürstlichen Häusern, spottbillig. Engels, Blinder Stuhlflechter bittet um Brunnenstraße 3. 4165 Arbeit. Stühle werden abgeholt und A. Gläser, Mulad wöchentlich 1,00. Warschauerstraße 67, Nähmaschinen, ohne Anzahlung, zurüdgeliefert. Straße 27. 14686 Wienerstr. 1/6, Aderstraße 111. 4145 Singerringschiff 25,00, Garantie gut nähend, Jüdenstraße 47 II. Gelegenheitskäufe: Paletots, Anzüge, Hosen, Koffer, Revolver, Leschings, Uhren, Goldfachen, Refsel, pottbillig. Lude, Oranienstraße 131. Reisegläser, Dperngläser, Reißzeuge, Regulatoren, Freischwinger, Harmonitas, Geigen, Zithern, Bilder, Teppiche, spottbillig. Lude, Dranienstraße 131. Automobilführer! Jedermann wird schnellstens zu erstklassigem Chauffeur ausgebildet. Glänzendſte Grwerbszweig. Erfolge. Lehrpläne tostenlos. Auto145/ 14* technikum Berlin, Spichernitraße 11/12. Marmorschleifer verlangt Weißenfee, Schönstraße 11. Verschiedenes. +123 * 433L* Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. Fernsprecher Amt 7, 3040. Preise für nur la Marken ab Plat von 10 3tr. an:[ 19232* Prima la Halbiteine( bekannte Marken). pr. 3tr. 80 Pf. la Marienglück pr. 3tr. ( 110 bis 120 Std.). 83 Bf. la Diamant( 110 bis 120 Std.) 85 Pf. la Jlse u. Afw. pr. 3tr. 90 Pf. la Anthrazit Cadé 3. 2,10 M. Kots, Steinkohlen usw. zu den billigsten Tagespreisen. Anlieferung frei Steller je nach Quantum pr. 8tr. 10-15 Pf. mehr. Bei OriginalWaggons und größeren Abschlüssen berlangen Sie meine Spezial- Offerte. Welteftes Trilzahlungs- Geschäft BrennaborKein Laden. :: Räder.:: Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a pt. Vertrauensvoll wende fich ein jeder, der ein gutes Geschäft( Branche gleich) oder Grundstüd taufen oder verkaufen will, an die Geschäfts Verkaufsbörse, Berlin, Zimmerstraße 30. Aus tünfte tostenfrei. Eine Karte genügt und wir sprechen vor. 143/ 3* ANZEIGEN 1 für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Achtung! Kürschner Schloffer auf Stanzmesser ver| Achtung! langt Marquardt, An der Michael4096 brüde 1. Galvaniseur auf Massenartikel verlangt Ziegler, Boechstraße 25. Marmorhauer, Schleifer verlangt Daniel, Mariendorf, Feldstraße.[ 4106 Mamsells auf Jadetts, Boleros, Kostümröde verlangt Crohn, Thaer ftraße 21. + 37* Zeitungsfrauen für Rigdorf berlangt sofort Berliner Hausfrau, Lindenstraße 26, Laden. 4046 Kinderkleider- Arbeiterinnen ber langt Born, Waldenserstraße 20. Im Arbeitsmarkt durch Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. besonderen Druck hervorgehobene Schlosser für Schaufenster, Ausbauten, Schaukasten und Treibarbeit per sofort gesucht. 19922 Külps u. Co., Bremen. Wegen Differenzen haben sämt liche Arbeiter und Arbeiterinnen der Mützenfabrik von S. Gärtner & Co., Martusstr. 50, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. 102/ 15* Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Deutscher KürschnerVerband( Zahlstelle Berlin.) Achtung! Die Holzbearbeitungsfabrik Nadge, Palisadenstr. 77/18 b Rummelsburg, Wilhelmstrand, ist für Maschinenarbeiter sowie Hülfs. arbeiter gesperrt! Sämtliche Arbeiter befinden sich im Ausstande. Verband der Handels- und Transportarbeiter. Verband der Maschinenarbeiter. Lehrmädchen, Deutsch. Buchbinderverband nicht unter 16 Jahren, mit guter Schulbildung, zum 1. September gefucht. Schriftliche Offerten erbeten an ( Zahlstelle Berlin). Folgende Firmen find, weil Eins stellungen nach dem abgeschlossenen Bertrage nicht erfolgt find, bis auf Konsumverein für Tegel und weiteres gesperrt: Umgegend. 206/10 Botenfrauen 206/9 146/ 2* Achtung! Klavierarbeiter! Xaver Kölle, Reichenberger straße 36. Fleck Nachf., 2üzowstr. 87. Ad. Wittenburg, Wilhelmstraße 16. F.O. Agthe, Wilhelmstr. 119/20. Ad. Schoß, Buttkamerstraße 19 und Dessauerstraße 14. Kartonfabrik Ad. Lesser, Krautstraße, für Kartonarbeiter, u. für Galanteriearbeiter die Firma Aloys Suk, Neanderstr. 4. Bor Arbeitsannahme in den Ver. bandsbetrieben, auch durch den paritätischen Facharbeitsnachweis ist Information auf dem Bureau, Engel. ufer 15 JI, Zimmer 21, einzuholen. 24/12 Die Ortsverwaltung. Monatsanzüge und Sommer paletots von 5,00 an, Hosen von 1,50 an, Gebrodanzüge von 12,00 an, Fracks von 2,50 an, sowie für Steinholzfußbodenleger, jelb + 104* forpulente Figuren. Nene Garderobe Deutsche 4015* ständige, sofort gesucht. zu staunend billigen Preisen, aus PfandSteinholzwerke, Kantstraße 38a. Tüchtige Verkäuferin, Kinderwagen, Kinderbettstellen leihen verfallene Sachen laust man Marmorschleifer verlangt Hepp, ein Abwaschmädchen, für größeren Sportwagen, gebrauchte, zurüdgesezte a vorteilhaftesten bei Naß, MuladSchönleinstraße 24. 4156 Betrieb zum sofortigen Antritt. Melspottbillig. Schneider, KurfürstenStraße 14. 4085* abends 5-6 Kantine. Straße 172. Rahmenmacherei entreprise zu dungen Steppdecken billigst Febrit Große bergeben. Tüchtige Bewerber wollen Konsumverein Mix u. Genest, BülowMöbelfabrik, Oranienstraße 58, Frankfurterstraße 9, parterre.+1 direkt Moripplag. In meinen drei Zeugen gesucht! Diejenigen Ber- schreiben unter M. 1 an Expedition straße 66. 3406 Kleiderspind 20 Mart, Kommode sonen, welche Sonnabend, den 14. Juli, dieses Blattes. Etagen stehen komplette WohnungsGesucht ein in allen Zweigen der einrichtungen in jeder Preislage vom 21, Bertito 29, furniertes Kleider abends gegen 8 Uhr, den Vorgang spindvertiko, Einfachsten bis zum Elegantesten. modern 40, Säulen- beobachtet haben, welcher sich vor dem Metallbearbeitung erfahrener, tüch finden sehr lohnende Beschäftigung Besondere Gelegenheit biete ich in schränke 54, Garderobenschränke 38, Lotal von Buslap; Schloßplay 5, zu- tiger Arbeiter zur Leitung eines Prinzenstraße 41. verliehen gewesenen, fast neuen aschtoiletten 21, Ruhebett 27, Schlaf getragen hat, werden gebeten, fich bei fleineren Betriebes. Wenn konve Möbeln, die bedeutend herabgesett fofa 38. Muschelbettstelle, englische Hoppe, Rirdorf, Richardstraße 49, zu nierend, angenehme, dauernde Stel- Achtung! find. Besichtigung erbeten, ohne Kauf- Schlafzimmer, Küchenmöbel. Auch melden. Insbesondere der Droschten- lung. Gefällige Offerten unter N. 1 zwang. Auffallend billig verkaufe ich Teilzahlung. Transport frei. Ball- tutscher, welcher die drei Herren von an die Expedition dieser Zeitung. straße 81. 146/ 5* Müllerstraße zum genannten Lokal neue Chaiselongues 17, Schlaffofa 27, Besonders günstige Gelegenheit hat. Jegliche Unkosten bietet Satteltaschensofa 45, Paneelfofa 55, sich Weißbierkutschern oder Strickmaschinen, günstige Be- gefahren In der Bianofabrit von Bell& Deutscher Holzarbeiterwerden ersetzt. +150 Mitfahrern, in ringfreier Weißbier Co., Andreasstr. 32, haben sämtGarnitur 50, Hochelegante Plüsch- dingungen. Homburger, Spandauergarnitur 75, Säulentrumeau 29, brüde 2. 17248* Elsholz, Komiker, frei. Gropius brauerei sich einen Wagen einzu- liche Kollegen wegen Lohndifferenzen Bettstelle mit Matraze 16, Ausziehftraße 6. 2946* richten. Kutscher mit Kundschaft die Arbeit niedergelegt. 141/ 16* Begen Streit und Lohndifferenzen See und waldreicher Vorort, tisch 16. Muschelspind, Vertiko 27. Zuzug ist fernzuhalten. Patentanwalt Bessel, Gitschiner- bevorzugt. Näheres Martin, Wrangelsind gesperrt: Wald, Getaufte Möbel tönnen drei Monate Chauffee, Landparzellen 294/15 2676* ftraße 52. Vereinigung der Musikinstrumenten- Für Tischler, Polierer und Ma fostenfrei lagern. Teilzahlung ge- Quadratmeter 40 Pfennige an. Be- ftrage 94a. Tüchtigen Grundierer verlangt arbeiter. schinenarbeiter Pfandleihe, Prinzenstraße 63, ftattet. Auch Sonntags geöffnet. figer Kleinmann, Stolpischestraße 3. Pieper, Bernauerstr. 80. Musterbuch gratis. täglich 8-8, Sonntags bis 2. 16678 Kristan, Charlottenstraße 7. Nußbaum Kleiderspind, Vertito, Schloffergesellen, tüchtige, Cr Für Klavierarbeiter: Knesebeckstraße 113, Rigdorf, Säulentrumeau 33,00, Bell, Andreasstr. 32 u. Grüner Weg. Gastocherhaus! Einlochgastocher! Plüschsofa, Die Damenhutfabriten von HoffFür Korbmacher: 0,75. Gefchloffene Spargastocher! 5,00. Muschelbetten- Matraßen 38,00, Aus Restaurant, Garten, Bereinszimmer, fahrene, auf Türen, Gitter und Bauverkauft Gasbügelapparat, Gasplätteisen spott- ziehtisch Parkettsaal( 600 Personen). Sonntags beschlag verlangt Blume, CharlottenKönigsberger + 117* burg, Schillerstraße 97. 4075* mann n. Rosenberg, Blumenstr. 30, Stralauer Glashütte. +37 Greifonzert und Ball. billig! Gaslyren! 12. Wohlauer, straße 13, born I. Monteure, tüchtige, für Blech- May Burkert, Leipzigerstr. 87, Zwerner, Friedrichsfelde, Ber Rigdorf, Hermannstraße 170, Flids linerstraße 72. Für Bürstenmacher: Drudenmüller, A. Adolf Weder, Stegelbahnen, Garten. Auswahl. Schöneberg, sind gesperrt. + 117* Tempelhofer Weg 46/47. 3396 Der Vorstand der Filiale Berlin. Der Innungsnachweis, BrunnenPlatina, gebrauchte Bahngebiffe, straße 154. allerhöchste Preise. Linienstraße 199 II, Bötting, Wasserthorftr. 10/11. Ede Joachimstraße. Für Kammacher: Continental- Kamm- und Celluloidfabrik S. Bloch, Warschauerstr. 41/42. 1523K* 0 3996 Achtung! Gutmacher! Wallnertheaterstraße 32( Beleuch Berufskleidung! Fabrifpreise, Gesellschaftshaus empfiehlt Säle, und Trägertreppenbau sofort gesucht. Engel u. Comp., Mühlenstr. 59, fungsbaus!). 16968* reiche Mühlendamm. 3936* Genosse sucht 150 Mart gegen mäßige Binsen. Offerten O. K. 100, 294/13 Kutscher und Arbeiter Verband. Größere Glasschleiferei in Berlin, mit guter, fester Kundschaft, seit Kolonialwaren- und Milchgeschäft 15 Jahren in permanent flottem umständehalber billig zu verkaufen Betriebe, ist unter günstigen BedinAdlershof, Nadidestraße 9. 1726 gungen sofort zu verkaufen oder zu verpachten. Besonders günstige Ge- Grünframgeschäft mit Feuerung, legenheit für Fachmann zum Selb- eriftenzfähig, zu verkaufen wegen ständigwerden. Offerten L. 1 an Beinbruch des Mannes. Bimmer Expedition dieser Zeitung. 3596* I mann, Suusburgstraße 21. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Postamt Schlesischer Bahnhof. 133 mit fleiner Kaution von größerem Verkehrsinftitut zum sofortigen Schmeltzer, Voltshumorist. Auch Antritt gesucht. Meldungen mit Lebenslauf unter P. 100 an die 3uzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. +147 Gesellschaft. Stettinerstraße 57.+ 98* Expedition dieses Blattes. 4056