Nr. 183. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränunerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Beobachtungen und Erwartungen. Petersburg, den 20. Juli( 2. August). Am 5. oder 6. Juli( a. St.) erhielt der Zar- einen Rapport von feinem Kriegsminister, der ihn sofort überzeugte, daß die russische Armee ihrem Zaren" stets treu war und stets treu bleiben wird. Am 8. Juli nachts wurden die mit der Zeit leer gewordenen Kasernen mit dem„ treuen" Militär gefüllt. Am 9. früh standen Soldaten an allen Eingängen des ersten russischen Parlamentes, an dessen Türen und Toren auffallend große Schlösser aufgehängt wurden. Am 9. gegen Mittag so rechnete die Regierung müßten bald hier bald dort kleine bewaffnete Arbeiterscharen in den Petersburger Straßen erscheinen. Am 10. würde die Sozialdemo fratie den bewaffneten Aufstand und den allgemeinen Streit proflamieren. Am gleichen Tage dürfte das Petersburger Proletariat den ersten Schuß abgeben. Am 11. würde das gleiche in Moskau, Odessa, Kijew, Charkow usw. stattfinden. In diesen Tagen dürften auch die Eisenbahnarbeiter einen Streifversuch machen. Vom 12. an sollten dann in ganz Rußland " Patronen nicht geschont werden". Eine Woche lang sollte das ,, treue Heer" im Blut des Nussenvolles sich berauschen. Tausende von Männern, Frauen, Greisen und Kindern sollten erhängt, erschossen, erstochen, erstickt und der Freiheit beraubt werden. Nußland sollte zum Kirchhofe werden. Dann eine Danksagung meinem treuen Heere" und ein Zarenmanifest an meine treuen Untertanen", denen, nachdem die gestörte Ruhe wiederhergestellt wurde", eine liberale Aera versprochen wird. Die Autokratie feiert ihren Sieg. Europa und die Börse fassen wieder Zutrauen zu ihr und pumpen ihr Geld. So rechnete die Regierung. Sie hat die Rechnung ohne den Birt gemacht. alles Am 9. Juli bleibt Petersburg ganz ruhig. Am 10. erhält Stolypin aus allen Eden Rußlands Telegramme des Inhalts: Bei alles ruhig; am 12. uns ist alles ruhig. Am 11. Juli ruhig. Und jeder Tag dieser für die Regierung so verhängnisbollen Ruhe ist ein Siegestag des russischen Proletariats und eine Niederlage der russischen Autokratie. Die breite Masse hat aber vom Schicksal der Duma noch nichts gehört. Das Militär hat den wahren Sinn des Zarenmanifestes noch nicht fapiert. Und wenn es in diesen Tagen nicht beschäftigt wird, so kann es morgen anders werden. Der Zar wird unruhig. Der Minister des kaiserlichen Hauses fündigt ihm den Besuch des Semjonewschen Garderegiments an. Das Regiment, das sich in Moskau ausgezeichnet hat, wird aber zuvor entwaffnet. Die Barin und der Bar mit seinem Bübchen auf dem Schoße erscheinen in feiner Mitte. Der Zar trinkt mit den Soldaten ein Gläschen Tee, läßt sich mit ihnen photographieren und entfernt sich bald beruhigt wieder. In der Minster Garnison wird es trotzdem bald sehr unruhig. Kosaken, die den Befehl erhalten, Arbeiterversammlungen mit Gewalt zu zerstreuen, steigen von ihren Pferden und hören den politischen Reden der Arbeiter ganz ruhig und mit BerDie Brestlitowsky- Festung aber beantwortet das gnügen zu. Barenmanifest mit einem Aufstande. Die Festungsartillerie zerstört das Offizierskafino und verwundet den Kommandeur, den Generalmajor Jwanoff, am Kopf. Donnerstag, den 9. August 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. I und man erwartet sie dort mit großer Ungeduld. Beladen mit Stolypin aber wartet auf eine Streifbewegung in den Städtent Broschüren, Proklamationen und ihrem Programme ziehen sie von und hofft natürlich, sie mit Hülfe des treuen Heeres" blutig zu Dorf zu Dorf, und bald auf offenen Plätzen, bald versteckt im Walde, unterdrücken. Es dürfte ihm mit seinem Feldzugsplan gehen wie vor kleinen oder größeren Bauernversammlungen fordern sie auf Kuropatkin mit dem seinen gegen die Japaner, die sich um die zum Stampfe für den Sozialismus. Kuropatkinschen Voraussetzungen nicht fümmerten und immer von Vor mir liegt der letzte Aufruf des„ allgemeinen russischen einer anderen Seite kamen, als von der sie nach Kuropatkins An Bauernverbandes". Es heißt darin: nahme kommen mußten. Stolypin ist überzeugt, das russische Prole Die Duma ist entlassen worden. Als die Bauern ibre Detariat werde seinen, Stolypins Handschuh aufheben und werde dabei putierten in die Duma schickten, da sagten sie ihnen:„ Erzählt der von seinem" Heere angegriffen werden. Es ist anders gekommen, Duma von unseren Leiden und sagt dem Zaren, daß wir nicht die Revolution begann im Heere, in Sveaborg, in Kronstadt. Die mehr imstande sind, unsere gegenwärtige Lage zu ertragen. Bringt Kronstädter haben eine schöne Tradition. Schon ihre Väter haben uns Land, Recht und Freiheit." Die Deputierten folgten diesem den Revolutionären den phantastischen Vorschlag gemacht, nachts Befehle. Sie forderten die politische Amnestie, sie erflärten, daß allerander II. aus seinem Bette zu holen, ihn auf ein Striegsschiff zu man dem Beamtentum Schranken sezen müsse, daß man jene bringen, ins offene Meer mit ihm hinauszufahren und ihn solange Beamte, die Gesetzwidrigkeiten aller Art begangen haben, vor die dort zu halten, bis er eine Stonstitution unterschrieben hat. öffentlichen Gerichte stellen solle und sie erklärten, daß in Rußland Ordnung und Geseze herrschen müssen. Sie forderten Preß- Nach Kronstadt kommt Sewastopol; nach Sewastopol- Reval; nach und Versammlungsfreiheit und schilderten der Duma das Elend des Reval kommt Brest- Litowst; nach Brest- Litowsk kommt Volkes. Sie forderten für die Bauern mehr Landbesitz Aus Furcht vor der Zukunft will die Regierung schon wieder und erklärten, daß man zu diesem Zwecke den Gutsbesitzern das liberal werden. Allein Land nehmen müsse. Jetzt wissen alle, auch der Zar und die Minister, was das Volk braucht und was es wünscht. Die Regierung hat aber alle diese Forderungen des Volles abgeschlagen. Der Zar stellte sich auf die Seite der Gutsbesitzer und nahm die Minister unter seinen Schutz, die von den Bauerndeputierten des ,, Nous arrivons, nous arrivons, Nous arrivons toujour trope tard." ( ,, Wir kommen, wir kommen, Wir kommen stets zu spät.") öfteren aus der Duma hinausgejagt wurden. Der Bar ist nicht Stolypin sucht sein Kabinett mit ein paar liberal gesinnten Männern mehr mit dem Volte, das ihm bis jetzt blindlings glaubte. Der zu verschönern. Er vergißt aber, daß schon Witte diesen Plan hatte, Zar versprach, daß er mit den Delegierten des Voltes eins sein daß er ihm aber mißlang. Und doch ist Witte geschickter als Stolypin. werde. Er hat sein Wort nicht eingehalten. Er hörte auf die Stolypins allererster Schritt müßte die Gewährung von Preß- und Bureaukraten, er folgte ihrem Nate und jagte die Duma ausein Versammlungsfreiheit sein. Davor aber hat er große Angst. Er ander. verspricht ste einzuführen, aber erst nachdem in Rußland die Ruhe Nun Bauern, erinnert Euch an Eure eigenen Worte: Wird hergestellt ist. Die Ruhe wird aber erstens von der Regierung und die Duma fortgejagt, so werden wir uns selber helfen." Die Zeit feinen Leuten selbst gestört, zweitens hängt sie mit der richtigen dazu ist gekommen. Nehmet die Regierungsgewalt in den Dörfern und den Kreisen in Eure eigenen Hände. Ersetzt die Dorf- Lösung der Agrarfrage zusammen, drittens müssen die politischen Aber alle ähn behörden, die nicht mit dem Volke sind, sondern der Regierung Verbrecher" freigegeben werden, viertens dienen, durch Eure eigenen Leute. Verweigert den russischen lichen und andere Gesetze können gemäß der russischen Konstitution, Beamten den Gehorsam. Schreibt Briefe und schickt Eure Leute die, wenn der Zar sie auch nicht beschworen hat, doch feierlichst zu Euren Landsleuten im Heere und sucht sie zu überzeugen, verkündet und als bindend für den Zaren von ihm selbst erklärt baß sie nicht auf unsere Freunde, die in den Städten für das worden ist, ohne Zustimmung der Duma nicht zum Gesetz erhoben Volkswohl fämpfen, schießen dürfen, schreibt ihnen, fie sollen jenen werden. Die alte Duma muß also zurückberufen werden und im Offizieren, die den Gutsbesitzern sich verkauft haben, den Gehorsam berweigern und sollen mit den Gewehren in die Heimatorte zurüd Bereine mit dem Reichsrat und dem Baren sofort eine gewisse Ans kehren, um diese vor der Regierungsgewalt zu verteidigen. Und zahl von liberalen Gesetzen dekretieren. Dies wäre eine Lösung wenn die Arbeiter in den Städten den Kampf mit der der gegenwärtigen Krisis im Sinne der Kadettenpartei, nicht aber Regierung beginnen werden, so helft ihnen. Bricht irgendwo ein im Sinne der russischen Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie Eisenbahnstreit aus, so stellt Euch auf die Seite der Streikenden: fann die alte Duma als Repräsentantin des russischen Volkes nicht Zerstört dann die Eisenbahngleise, damit die Regierung ihre Armee nicht aufs Land bringen fann. Und zahlt feine Steuern der verbrecherischen und geseglofen Regierung. Es nähert sich die Entscheidungsstunde. Das Bolt muß alle feine Kräfte zufammennehmen, die Macht ist auf seiner Seite und nicht bei der Regierung. Wir brauchen feine Duma, die in ihren politischen Schritten nicht frei ist. Wir wünschen eine Konstituante. Denn nur diese wird unserem Volte die volle Freiheit geben und nur diese wird die Agrarfrage richtig lösen. Bauern kämpft für die Konstituante!" Auch ohne diesen Aufruf gelesen zu haben, begreifen bereits die Bauern, daß sie nur auf sich selbst zu rechnen haben. Die Sozialdemokratie sucht ihre Bewegung in richtige Bahnen zu lenken, um ihr den anarchischen Charakter zu nehmen. Sie will sie zu einer politischen Bewegung par excellence erheben. Dort aber, wo die Sozialdemokratie nicht start genug ist, um die Bewegung zu beeinfluffen, nimmt sie anarchische Formen an. anerkennen und bestreitet ihr das Necht, in ihrem Namen Gesetze zu diftieren. Damit sie dieses Recht besitze, muß sie vor allem auf Grund des allgemeinen, geheimen, gleichen und direkten Wahlrechts gewählt werden. Zweitens hat die alte Duma ja bewiesen, daß sie die Agrarfrage im Sinne des revolutionären Bauerntums nicht fann und will; und drittens hat sie durch eine lösen in ganze Reihe der Duma eingebrachter Gesetzesvorlagen gezeigt, daß daß fie ihres Liberalismus schon müde ivar. Das Proletariat fann fann einer solchen Duma sein Schicksal nicht anvertrauen. Die Abänderung des Wahlrechts hängt aber auf Grund eines speziell zu diesem Zweck erdachten Gesetzes direkt und ausschließlich vom Willen des garen ab. Die Krone muß also vom Bolle genau so wie in den Dftobertagen zur Abänderung des Wahlgesetzes in seinem Sinne gezwungen werden. Das ist gegenwärtig das nächste Ziel, dem der Kampf der Sozialdemokratie gilt. Ueber dieses Ziel hinaustreibend, fann er dazu führen, daß das russische Volk ohne Mitwirkung des Baren die verfassunggebende Versammlung, die Konstituante wählt. Die russische Revolution. Die Ruhe endet. Die Sache wird fatal; die Gärung beginnt nicht in der Stadt und nicht auf dem Lande, sondern im„ treuen Heere". Die PetersBurger Regierung hat aber auch große Angst vor der Wirkung des in Wiborg redigierten Manifestes der Dumamitglieder und erteilt den Popen den Befehl, schleunigst in allen Kirchen das Zaren- Schon haben die Bauern im Woronischen Gouvernement 60 der manifest dem Volle vorzulesen und im Regierungsfinne auszulegen. größten Landgüter verbrannt und geplündert. In den Moskauer, In einer Petersburger Kirche beginnt der Pope mit dem Lesen, als Kalugaer, Tulaer, Drlower und Rjasaner Gouvernements find Agrarsich die Betenden aus der Kirche demonstrativ entfernen. Dem unruhen ausgebrochen. Die Gutsbesizer lassen alles Hab und Gut Bopen bleibt nichts übrig, als das Manifest dem Diakon vorzulesen. im Stich und fliehen in die Städte. Jm Kiewer Gouvernement So geht es dem„ Barenworte" auch anderwärts. In der Odessaer beschlossen Bauern, sämtliche Landgüter des Grafen Bronizky zu konfisPetersburg, 5. August.( Eig. Ver.) Kathedrale betritt den Bischofssiz ein Reservist und brandmarkt das zieren. Kaum hatten die Bauern des Tobolskyschen Gouvernements Vor ungefähr acht Tagen hat eine Beratung von VerBarenmanifeft, nachdem es vom Bischof verlesen ist, in Gegenwart von der Auseinanderjagung der Duma erfahren, so versammelten sie revolutionären und des ganzen Volkes und der Behörden. Und wie es auf dem Lande sich und beschlossen, mit Feuer und Schwert sich Land und Freiheit tretern der Zentralleitungen aller aufgenommen wird, das ist zu ersehen aus folgender Depesche, die zu erobern. Das Gut des Grafen Potojky wurde von ihnen oppositionellen Parteien und Drganisationen stattgefunden, von zwei Bauern an ihre Landsleute geschickt wurde, von denen sie erstürmt. Im Tiverschen Gouvernement beschlossen die Bauern, die um die Frage eines sofortigen politischen Generalnach Petersburg gesandt waren, um zu erfahren, wie es mit der dem Episkopat gehörenden Wiesen zu konfiszieren; das Gleiche taten streits zu erörtern. Die Mehrzahl der Versammelten hat Agrarfrage stehe. Die Depesche lautete: Mit der Duma ist es aus. sie auch in einem Dorfe des Saratowschen Gouvernements. Jm sich zurzeit gegen diesen Schritt ausgesprochen. Es wurde Helft Euch selber 1" Nischuh- Nowgorodschen Gouvernement wollen die Bauern die Rechte beschlossen, ein allgemeines Vorgehen bis zu einem günstigeren Auch auf dem Lande werden die Popen mit ihrer Auslegung der Krone auf ihre Wälder nicht mehr anerkennen. Im Dorfe Moment aufzuschieben und es jeder Partei freizugeben, ihrer des Barenmanifestes zu spät kommen. Borisowka des Kursty- Gouvernements greift eine dreitaufendtöpfige Tattit gemäß zn handeln. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands befürDie russische Sozialdemokratie hat auch die Interessen der Bauernschar das Haus des Stanowoi an, plündert die Poft, be Hnngernden Bauern nicht aus dem Auge gelaffen und treibt auch waffnet sich, erſtürmt und verwüstet das Gut des Grafen Schere- wortete einen sofortigen Ausstand, aber infolge der Meinung auf dem Lande Propaganda und Agitation. Nun wirken aber dort metew und attackiert eine Soldatenkompagnie, die zur Herstellung der der anderen Organisationen, daß die Situation ungünstig sei, drei verschiedene Organisationen, die Sozialdemokraten, die Sozial- Ruhe geschickt wurde. Die Kompagnie muß sich mit großen Ver- hat die Partei für den Augenblick dieser Absicht entsagt. Es revolutionäre und der radikal gesinnte allgemeine ruffifche Bauern- luften zurückziehen, bis ihr ein General mit Artillerie zu Hülfe eilt. wurde indes in der Konferenz konstatiert, daß einzelne berband. Bald brachte der gegenwärtige historische Moment ver- Jm Dorfe Tscherepow find Agrarunruhen ausgebrochen. Es kommen unvorbereitete Ausbrüche unvermeidlich seien und daß jeder von schiedene Komitees dieser drei Organisationen zur Ueberzeugung, daß die Dragoner. Die Bauern attackieren sie und zwölf der Dragoner ihnen zu einem allgemeinen, allumfassenden Brande führen fönne. Diese Stimmung des Landes in Betrachtung ziehend, es doch am besten wäre, wenn sie, ihren einzelnen Programmen treu bleiben schwer verwundet auf dem Plaze. bleibend, einander soviel es geht, in der Propaganda und Agitation Aber nicht nur die Bauern, die Kleinbefizer sind und um die kam das Zentralfomitee unserer Partei zu dem ganz richtigen unterstützen. Und wirklich wurde an vielen Orten auch ein modus Vergrößerung ihres Besitzes kämpfen, rebellieren. Auch die Land- Schluß, daß eine allgemeine Erhebung nur dann erfolgreich vivendi bon ihnen erzielt. arbeiter, die Batraky, lassen von sich hören. Die Batraky find sein werde, wenn sich eine geeignete revolutionäre Atmosphäre Propaganda auf dem Lande führen die russischen Sozialisten Proletarier und als solche beginnen sie natürlich mit dem Streiken. gebildet habe, wenn einzelne mehr oder weniger planmäßige feit langer Zeit. Schon im Anfange der 80er Jahre des borigen Die Mogilewschen Gutsbesitzer ersuchen auf telegraphischem Wege Vorstöße jene revolutionäre Energie affumuliert haben werden, Jahrhunderts strömten sie scharenweise in die russischen Dörfer, den Generalgouverneur von Wilna um Zusendung von Militär, um ohne die jede das ganze Rußland umfassende Erhebung unDas Zentralfomitee der sozialdemokratischen um dort das Evangelium des Sozialismus zu verkünden. Damals den ausgebrochenen allgemeinen Landarbeiterstreit zu unterdrücken. denkbar ist. hieß es ins Bolt gehen". Allein unsere Vorgänger eilten der Ge- Jm Simbirsky- Gouvernement find auf den Gütern des Fürsten Partei empfiehlt den Parteiorganisationen, jedes unnötige schichte um ein ganzes Vierteljahrhundert voraus, weshalb auch ihre Urussow alle Arbeiten eingestellt worden. Der Telegraph berichtet Blutvergießen vermeidend und keiner Provokation nachgebend, Bemühungen fast resultatlos blieben. Anders steht es jetzt. ferner, daß in den Kreisen Bobrujst, Pinst, Igumen, Ssluzt und gegen die Auflösung der Duma protestierende Ausstände, " Mit 10-15 Rubel in der Tasche begeben sich junge Enthusiasten in die Wogrudok des Minster Gouvernements Landarbeiterstreits aus- Meetings, Demonstrationen zu organisieren. Diese richtige Dörfer und gehen nicht selten Hunderte von Werst zu Fuß, weil ihnen gebrochen sind; im legteren Kreise ist auf allen Gütern die Arbeit Taktik entspricht völlig dem Augenblick, wie man es schon aus dem Generalstreit in dem Bergwerksgebiet auf dem Don dem die Gelder für Eisenbahnbillette fehlen. Man tennt sie auf dem Lande leingestellt worden. Militaraufruhr in Sveaborg, in Kronstadt, den beginnenden Unruhen im Heere in den Festungen zu Tiflis und Brest- Litowsk ersieht, die eine direkte Antwort auf die Auslösung der Duma sind. Wenn diese Zeilen in Berlin angelangt sein werden, wird auch der Draht Nachricht über ivcit größere Ereignisse gebracht haben, von denen jetzt zu sprechen natürlich noch zu früh ist. Sagen wir bloß, daß fiir spätestens Montag in Petersburg der Generalstreik angeordnet ist.*) Der Arbeiterabgeordnetenrat funktioniert schon. Ueber das Weitere werde ich selbst verständlich Bericht erstatten. Jeder Tag bringt uns dem entscheidenden Kampfe näher. und jeder Tag kann sein Anfangstag werden. Die Ruhe, die die Regierung so erfreut hat, daß sie sogar das Militär aus Petersburg zu entsenden begann, wurde zu allererst unter den im Militärrock steckenden Bauern gestört, unter den Bauern, für die die Reichsduma der Mittelpunkt aller Erwartungen und Hoffnungen war. Die Ruhe endet... Der Tag des Endes ist nah, der Anfang des Endes ist schon in Sveaborg, Tiflis, Kronstadt und Brest-Litowsk angebrochen. Langsam geht der Kampf vorwärts, wechselnd ist der Erfolg. Aber aus diesem Ringen mit seinen Niederlagen und Siegen zieht neue Kraft immer nur die Revolution. An die Soldaten und Matrosen richtet sich der folgende Aufruf unserer russischen Partei- genossen, speziell der sozialdemokratischen Dumaabgcordueten: „Soldaten! Seeleute! Die Regierung hat auf kaiserlichen Befehl die Duma auf- gelöst. Truppen wurden von allen Seiten angesammelt, um das Boll mit Waffengewalt zu unterdrücken. Die Vertreter des Volkes waren aus der Mitt? eurer Väter und Brüder gewählt worden, damit sie dem Zaren vorlegen, was dem Volke nottut; aber der Zar wollte nicht auf die Erwählten des Volkes hören. Er hörte auf seine früheren Ratgeber, auf die Großfürsten, Minister und Generäle und die reichsten Grund- besitzcr, die nicht ihren Grundbesitz, ihre viele tausend Rubel be- tragenden Gehälter und ihre unverantwortliche Gewalt aus den Händen lassen wollten. Jetzt ist Rußland in zwei Lager geteilt. Auf der einen Seite steht die große Mehrheit: alle Bauern, alle Arbeiter, alle Armen und Bedrückten, stehen die besterzogenen und aufgcklär- testen Klassen, die klarer schauenden Soldaten, die besten Offiziere und alle die Märtyrer in den Gefängnissen— unter ihnen viele tausende Soldaten und Seemänner. Auf der anderen Seite ist eine Versammlung von Bedrückern, wie General Trepow, Herr Pobjedonoszew und die mandschurischen Generäle, die vor den Japanern davongelaufen sind, aber aus Moskau, Odessa und Tschita geschossen haben, die Zemski Natschalniki und die Polizei- spione und das ganze schwarze Hundert. Diese alle vertrauen auf eure Kraft, um das ganze russische Volk nicderzu- schlagen. Wollt ihr auf das Volk schiesten, das Blut des Volkes ver- gießen und die Brust des Volkes mit euren Bajonetten durch- bohren? Gedenket, daß ihr die Kinder des Volkes, die Kinder des russischen Volkes seid, und daß zu derselben Zeit in den Dörfern, in denen ihr geboren wurdet, eure eigenen Brüder, die zu Hause blieben, ebenfalls agitieren und Land und Freiheit verlangen, und daß die Regierung andere Truppen aussendet, sie niederzu- schießen und sie zu prügeln. Weshalb wollt ihr die Regierung verteidigen? Ist euer eigenes Leben so gut? Seid ihr nicht selbst in einem Zustand der Sklaverei? Ihr seid in einem Zu- stände der Knechtschaft, ärger als alle anderen. Man gibt euch sklavische Beschäftigung als Offiziersdiener. Ihr werdet in Strafbataillonen gefoltert. Für jedes freie Wort lverdct ihr ir� die Zwangsarbeit geschickt oder niedergeschossen. Wir, die Ver- treter des Volkes, wollten euer Los verbessern. Wir wollten Ge- setze verkünden über die Reduktion des Militärdienstes auf zwei Jahre, über die Abschaffung der Verwendung von Soldaten als Diener, über die Zahlung von Monatslöhnen an die Soldaten und über die wirksame Verhinderung aller Jnsultierungen der Mannschaft durch ihre Vorgesetzten. Wir wollen das Los der Soldaten verbessern, aber das große Ziel von uns war, das Los der ganzen arbeitenden Bevölkerung zu verbessern. Um all das zu �verhindern, hat sich die Regierung beeilt, die Duma aufzu- lösen. Soldaten! Seeleute! Wir, die gesetzlich gewählten Vertreter der Bauern und Arbeiter, erklären euch, daß ohne die Duma die Regierung ungesetzlich ist, und daß die jetzt von der Regierung ausgegebenen Befehle keine gesetzliche Kraft haben. Wir fordern euch auf: Erstens, das? ihr der ungesetzlichen Regierung zu gehorchen aufhöret und ihr zusammen mit uns und der ganzen armen Bc- völkerung tätigen Widerstand leistet. Ihr habt einen Eid ge- schworen, euer Vaterland zu verteidigen; euer Vaterland ist Rußland, die Städte, die Dörfer und das ganze russische Volk. Verteidigt dieses Vaterland! Stehet Schulter an Schulter mit unö für Land und Freiheit! Zweitens: Jeder Soldat, der auf das Volk schieszt, ist ein Verbrecher, Verräter und ein Feind des Volkes. Im Namen ihrer Väter und Brüder sagen wir einem jedem solchen, daß man ihm nicht gestatten wird, in seine Heimat zurückzukehren, und daß sein Name auf ewig vom Volke verflucht sein wird. Drittens: Deutsche Ttnppcn stehen bereit, unser Land zu überziehen zur Verteidigung der Regierung, die dem Volke mit der Gewalt fremder Waffen entgegentritt. Wir erklären, das? durch solche Verhandlungen die Regierung das Land verraten hat, und das? sie jetzt außerhalb des Schutzes der Gesetze steht. Soldaten! Seeleute! Eure heilige Pflicht ist es, das russische Volk von dieser verräterischen Regierung zu befreien und die Duma zu verteidigen. Jeder, der in diesem heiligen Kriege fällt, wird sich mit ewigem Ruhm bedecken, und das russische Volk wird feinen Namen segnen. In diesem Kampfe werden eure er- wählten Vertreter mit euch sein. Seid tapfer für das Vaterland, für daS Volk, für ein Land der Freiheit gegen diese verbrecherische Regierung!" Der Generalstreik. Die Petersburger Telegraphen-Agentur versichert auch rjeute, daß der Generalstreik völlig mißlungen ist. Leider stimmen damit andere, allerdings aus bürgerlicher Quelle stammende Meldungen überein. Die obigen Zeilen unseres Petersburger Korrespondenten, die vor einigen Tagen geschrieben wurden, sprechen davon, daß die Konferenz der Revolutionäre den Zeitpunkt für ein allgemeines Borgehen nicht günstig erachtete. Möglich, daß unter dieser Ungunst des Zeitpunktes der Streik, zu dem die sozialdemokratische Arbeiterpartei dann— wahrscheinlich infolge der Militär- revolten— doch hat geglaubt, aufrufen zu müssen, gelitten hat. Möglich auch, daß die ablehnende Haltung der anderen revolutionären Parteien— die Gegnerschaft der Sozial- revolutionäre wird in einem Telegramm ausdrücklich erwähnt— an dem Mißlingen mit Schuld trägt. Die Niederlage ist bedauerlich, indes entscheidet sie nicht über den Ausgang der Revolution. Die Meldungen lauten: Petersburg, 7. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- kgcutur.) Das Haiidelsministcrium bezeichnet den letzten Ausstand •) Wir haben den Aufruf zum Generalstreik schon gestern ver- öffentlichen können. D. Red. als vollständig verfehlt. Außer in Petersburg und Moskau wurde in keinem Jndustriebezirk ein größerer Ausstand der Fabrikarbeiter beobachtet. In Petersburg waren nach den Berichten der Fabrik- inspektion höchstens ein Drittel sämtlicher Fabrikarbeiter ausständig. Die größte Zahl der feiernden Arbeiter fiel auf den zweiten Aus- standstag, alsdann zeigte sich eine wesentliche Abnahme. Die Fabrikinspektion erwartet, daß die Mehrzahl der Fabriken noch in dieser Woche die Arbeit in vollem Umfange wieder aufnehmen wird. Moskau, 7. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Ausstand muß dank den vom Stadthanptmann ge- troffencn Maßnahme» und der Polizeiaufsicht als vollkommen mißlungen bezeichnet werden. Alle Versuche der Agitatoren, die Arbeiter von der Arbeit abzuhalten, wurden vollkommen vereitelt. Die Agitatoren wurden verhaftet und ihre Versuche. Demonstrationen, Meetings irnd Prozessionen zu organisieren, wurden sofort unmöglich gemacht, indem Gendarnien die Volksmenge auseinandertrieben. Heute ist die Zahl der Ausständigen merklich geringer. Von der im ganzen 200 000 Mann zählenden Arbeiterschaft Moskaus feiern nur 20177, darunter 10 000 Buchdrucker. Jusoivka, 7. August.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentnr.) Die Arbeit an den Pumpen ist in allen Gniben wieder aufgenommen, mit Ausnahme von zwei Minen einer französischen Gesellschaft. Für morgen erwartet man auch in diesem Unternehmen die Wiederaufnahme der Arbeit. Man kann bestimmt annehmen, daß die völlige Wiederaufnahme der Arbeit ohne Ver- zögern eintreten wird. Der Streik der Arbeiter der französischen Gesellschaft verläuft sehr ruhig. Petersburg, 8. August.(Meldung der„Frkf. Ztg.") Vorgestern waren 8l 000 Arbeiter' ausständig, gestern nur noch gegen 48 000. Die Sozialrevolutionäre hier wie in Moskau sind gegen den Streik. Natürlich benutzt die Regierung diesen Verlauf des Streiks, um ihren stark gesunkenen Kredit wieder zu heben. Sie läßt folgende Nachricht verbreiten: Moskau, 7. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Die hiesige Börse mißt dem Generalausstand keinerlei Bedeutung bei; die russische Staatsrente stieg um'/s Proz., die letzte Anleihe um'/« Proz. Ein amtliches Petersburger Communiquö bezeichnet gleich- zeitig die Gerüchte, die russische Negierung beabsichtige die Barzahlungen einzustellen, als tendenziös von solchen Per- sonen erfunden, welche schon seit längerer Zeit vor nichts zurückschrecken, um der Regierung Verlegenheiten zu bereiten und Unruhen und Panik hervorzurufen. Zugleich wird von der nächsten Umgebung des Zaren versichert, daß das Zustandekommen des neuen Minister- kabinetts schon in den nächsten Tagen erwartet werden kann. Stolypin hat sodann verfügt, daß nach der Herbsttagung der einzelnen Semstwos in Moskau ein Kongreß der Semstwodelegierten veranstaltet werden darf. Es macht sich das nach außen ganz hübsch, ganz liberal und bis zum Winter ist ja auch noch lange Zeit. Außerdem hat die eifrige Regierung bereits die Wahl- mache für die neue Duma begonnen, wie die folgende Nach- richt zeigt. Petersburg, 7. Angitst.(Lassan- Meldung.) Die Negierung eröffnete heute den Wahlfeldzng für die neue Duma durch Veröffent- lichung einer Adresse an alle Inhaber eines Amtes im Gouvernement Petersburg, um ihnen einen Fingerzeig für ihre Haltung zu geben. Die Adresse verbreitet sich ausführlich über die für die Kandidaten notwendigen Eigenschaften, wobei gesagt wird, die Kandidaten brauchten keine großen Redner, nmßten aber von tiefem Wissen, langer Erfahrung und patriotisch gesinnt sein. Für die Bedürfniffe des Augenblicks ist ein G e n e r a- l i s s i m u s gegen den inneren Feind ernannt worden. Wolffs Bureau meldet: Petersburg, 8. August. Wie die„Nowoje Wremja* mitteilt, steht die Ernennung des Großfürsten Nicolai Nicolajewitsch zum Oberkommandierenden der Garde und des ge- amten Heeres an Stelle der bisherigen Obcrkommandierenden der einzelnen Militärbezirke bevor. Die neue Charge soll nicht den Charakter einer Militärdiktatur erhalten(?). da das Kriegsministerium leine administrativen Funktionen beibehält. Der„Verband wahrhaft russischer Leute" verbreitet mit Hülfe der russischen Polizeibehörden massenhaft Proklamationen, betitelt:„Wie die Reichsduma den Zaren und das Volk betrogen hat". Finnland. Der finnische Senat hat an sämtliche Gouverneure de? Landes den Befehl erteilt, der„Roten Garde" bekannt zu geben, daß sie nicht länger bestehen dürfe und ihr von jetzt ab jede Betätigung untersagt sei. Ob das Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Der Chef der„Roten Garde", Kapitän Kock, wird eifrig von der Polizei gesucht. Sämtliche Polizeikammern sind von Helsingfors aus auf- gefordert worden, nach ihm zu fahnden. Die Bürgerwehr, die„Fleischhauergarde", hat ihre Tätigkeit eingestellt, wie sie bekannt gab, weil Militär zur Unterdrückung der Unruhen herangezogen wurde, was durch ihr Eingreifen verhindert werden sollte. K a p i t ä n K o ck hat sich in einer Unterredung dahin geäußert, daß der Aufruhr in Sveaborg infolge nicht vorauszusehender Um« stände zu früh ausgebrochen sei. Er selbst habe sich dann verpflichtet gefühlt, den Massenstreik zu proklamieren. Sonst hätten die russischen Revolutionäre denken können, ihre finnischen Brüder seien, nachdem sie für ihr eigenes Land, gestützt ans die Revolution in Rußland, Vorteile erreicht hätten, imstande, Verrat an ihnen zu üben.„Hätte nicht die Bürgerwehr eingegriffen, so hätten wir", meinte Kock,„die Stadt bald in unserer Gewalt gehabt, und daS wäre das Zeichen zu einer allgemeinen Erhebung im ganzen russischen Reiche ge- ivesen."— Wie es in dem Bericht, den Stockholms„Social- Demokraten" von der Unterredung gibt, heißt, ist man auch in ganz Finnland der Meinung, daß, wenn die Konstitutionellen sich nicht eingemischt hätten, jetzt überall die rote Fahne wehen würde. Das Begräbnis der in Helsingfors Gefallenen soll, wie die Stadtverordneten beschloffen haben, auf Kosten der Stadt erfolgen und ebenso wird den Verwundeten auf Kosten der Stadt ärztliche Hülfe und Verpflegmig zuteil. Am Sonntagmittag sind sieben bei den Straßenkämpfen Ge- fallene mit großer Feierlichkeit begraben worden. Trotz strömenden Regens nahm eine gewaltige Menschenmenge daran teil. Unter den vielen Kränzen, die auf dem gemeinsamen Grabe niedergelegt wurden, war auch einer von der Stadt Helsingfors. Eine neue Militärmeuterei. Riga, 7. Augnst. Auf einem hier liegenden Schulschiffe sind 66 Mann verhaftet worden. Meuterei in Brest-Litowsk. Die Zeitung„Nawenstwo" bringt Einzelheiten über Vorgänge vom 22. bis 25. Juli in der Festung Brest-Litowsk. Gleich nachdem die Garnison von der Auflösung der Duma erfuhr, geriet sie in Gärung. Besonders erregt war die Stimmung bei der Festungs- artillerie. Das ganze Ossadny-Regimcnt meuterte. Die Artilleristen zerstörten das Offizierskasino, verwundcteu ihren Kommandeur General Iwanow, verwundete« und töteten noch einige Offiziere. Am 23. Juli wurden drei Regimenter— daS Libausche, Kalugasche und Wladikawkas-Regiment, unterstützt von einigen Infanterie« und Festungsbataillonen, gegen die Meuterer aufgeboten. In der Nacht wurden diese umzingelt und zur Kapitulation gezwungen. Bombenanschlag in SoSnowice. Kattowitz, 8. August. In den dichtgefüllten Warteraum des Bahnhofes Sosnovice wurde eine Bombe geworfen. Viele Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Kaufmann Goldblüm wurde getötet. Eine furchtbare Panik entstand, wobei viele Personen verletzt wurden. Der Täter ist unbekannt. Entkommeu! Petersburg, 8. August. Die im Prozeß Schmidt vom Kriegs- gericht zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilten Odeffaer Studenten Pjatin und NoiSzcjcw sind auf dem Transport nach Sibirien in der Nähe von Omsk aus dem Eiscnbahncoiipö gesprungen und glücklich entkomme«. 26 Revolutionäre verhaftet. Riga, 8. August. Die Polizei überraschte hier ein geheimes revolutionäres Komitee mitten in der Sitzung. Sie beschlagnahmte wichtige Dokumente und Pläne und verhaftete 26 Teilnehmer. Den übrigen gelang es, über die Dächer zu entkommen. Der Kaukasus. Jelissawctpol, 7. August.(Meldung der Petersburger Tele- graphen- Agentur.) Nach einer amtlichen Meldung haben die Massakers in Sckmscha aufgehört: zwischen Tataren und Armeniern ist der Friede hergestellt; beide Parteien versprachen, �niteinander in gute Beziehungen zu treten. poUtifchc(leberficbt. Berlin, den 3. August. Das Panzerschiff tot, es lebe der Riesenpanzer! Französische Blätter behaupten, die überraschend günstigen Ergebnisse der letzten großen Flottenmanöver von Marseille bedeuteten nichts Geringeres als den Tod der Panzerschiffe. Zahlreiche Stimmen beginnen bereits dem früheren Marine- minister P e l l e t a n recht zu geben, der ein Gegner der Linienschiffe war und ihren Bau verzögerte. Aber auch eine gewichtige Autorität, kein Geringerer als der Oberstkomman- dicrende der französischen Kriegsflotte, Admiral F o u r n i c r, stellt der neuen Marincwaffe, den so lange kritisch beurteilten Unterseebooten ein überaus glänzendes Zeugnis aus. Erklärte er doch in einem Tagesbefehl: „Die Operationen des Küstenkrieges bei Tag und Nacht, die von den Seestreitkräften vor Algier, Dizerla, Toulon und Marseille vorgenommen wurden, haben klar erwiesen, daß für die H a f e n v e r t e i d i g u n g die Waffe xar excellsnoe die Torpille in allen ihren Formen ist; vor allem bei ihrer An- lvendung nachts mit den Torpedobooten, tags mit den Unterseebooten. Die folgenden Ziffern erhellen, welche P e r w ü st u n g die Torpillenschiffe und llnterseeboote in die Reihen einer Flotte, die diese Operationen ver- suchen sollte, bringen würden. Unsere Flotte hätte außer Kampf gehabt: Vor Bizerta 5 Schiffe, vor Toulon 5 Schiffe, vor Marieille am 31. Juli 16 Schiffe und vor Mar« seille am 2. August 25 Schiffe. Dabei zählen wir jene nicht, die vor Algier torpilliert worden wären, wo die Unterseeboote 1906 noch nicht figurieren. Man kann also nicht genug mit recht legitimer patriotischer Genugtuung proklamieren, daß der Schutz der Meerfronten Frankreichs in Zukunft eine zahlreiche Flottille von Torpedobooten und Unterseebooten sein wird, die noch vor dem Jn-Aktion-Treten der Kiistenbatterien die Häfen und für feindliche Angriffe zugänglichen Punkte des Litorals deckt." Es handelt sich hier augenscheinlich nicht um eine Er- oberungswaffe auf dem Meer, welche unbestreitbar das Schiff mit hochgelegenem Bord bleiben wird, aber es wird die Waffe sein, die am sichersten jede siegreiche Flotte zerstören wird, die den Versuch machen will. den Nutzen aus ihren Siegen zu ziehen, indem sie schließlich die feindlichen Häfen angreift. Unter diesem Gesichtspunkte haben die Küstenoperationen unserer Seestreitkräfte zu ihrem Vorteil die tatsächlichen Lehren der Kritik vollendet, wo sie die englischen Seestreitkräfte bei ihren glänzenden Manövern der Mobilisation und auf dem hohen Meer gelassen." „Petit Parisien" wirft hierzu die nur allzu be- rechtigte Frage auf. ob sich Frankreich nicht mit Angst fragen müsse, ob alle für die Marine ausgegebenen Millionen nicht durchaus zwecklos waren. Deutschland sei Frankreich an Schlachtschiffen bereits über» legen. Aber: Sind wir darum außerstande, unsere Küsten zu verteidigen? Nein, hundertmal neinl Zunächst muß endlich mit der Legende von der möglichen Landung mehrerer feindlichen Armee- korps an irgend einem Küstenpunkte aufgeräumt werden. Rasch fienng würden wir nach jedem Punkte die nötigen Streitkräfte enden können, um das Landen zu verhindern. Außer Bizerta hat Frankreich keine genügenden Stützpunkte; England hat Gibraltar, Suez. Aden, Colombo, Singapur und Hong-Kong. Im Konfliktfalle muß man voraussehen, daß England die Hand auf unsere Kolonien legt. Im Falle eines Kampfes mit Deutschland entscheidet sich das Kriegslos zu Lande. Wozu also unsere Panzerflotten, die gegen den britischen Koloß ohnmächtig, ja nicht einmal fähig sind, unseren Kolonien Hülfe zu bringen. Die letzten Manöver haben sie als noch unnützer hingestellt. An ihrer Stelle wäre die ganze englische Mittelmeerflotte, die mehr als 800 Millionen Frank wert ist, von zehn Unterseebooten in den Grund gebohrt worden. Diese zehn Unterseeboote kosten keine 15 Millionen. Das ist die wahre Lehre der französischen Flottenmanöver." Die„ R h.- W e st f. Z t g.", die bereits für die Panzer- Plattenindustrie zu fiirchten beginnt, will diese Auffassung nicht gelten lassen. Daß die Unterseeboote dazu berufen seien, im Verteidigungskriege„unschätzbare Dien st e" zu leisten, bezweifelt ja heute niemand mehr. Aber solange das Unterseeboot nicht die hohe See ge- Winnen und mit den Schlachtschiffen konkurrieren könne, werde es den Handel zu Wasser nicht be- schützen. Dieses Argument, das ja stets zugunsten der Riesen» Panzer ausgespielt worden ist, wird man öfter zu hören bc- kommen. Allein es ist ganz und gar nicht stichhaltig. Bildet man sich denn wirklich ein, mit Schlachtschiffen den „Handel schützen" zu können? Gerade der ostasiatische Krieg hat ja bewiesen, einen wie unzuläng- lichen Schutz sowohl fiir Handels- wie für Truppen- transportschiffe eine starke Schlachtschiff- nstd Panzer- kreuzerflotte darstellt. Welch' ungeheuren Schaden haben die drei russischen Wladiwostok- Kreuzer Japan zugefügt, bevor es endlich gelang, diese Schiffe unschädlich zu machen. Und wäre die baltische Flotte Roschdjcstwenskis nicht so töricht gewesen, der japanischen Flotte bei Fuschima geradezu in die Fänge zu steuern, hätte sie sich auf die bloße Beun- ruhigung Japans verlegt, so hätte sie Japan trotz dessen maritimer Ueberlegenheit durch Gefährdung seines Handels und seiner Transporte in die schwerste Kalamität bringen können. Im Falle eines Seekrieges zwischen England und Deutsch- land würden selb st für Deutschland siegreiche Seeschlachten absolut keine Entscheidung bringen. Eng- land brauchte bloß auf allen Meeren durch Hülfskreuzer und Kaper Jagd auf die deutschen Handelsschiffe zu machen, mo Deutschland die schwersten Schläge zu versetzen. Deutschland könnte dann höchstens versuchen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Denn ein Vorgehen gegen die englischen Häfen Würde ja durch die Torpedo- und Unterseeboote vereitelt werden. Und daß es mit der Blockade dieser Häfen eine sehr schwierige Sache wäre, das bewies ja die lange Zeit so wenig erfolgreiche Blockade Port Arthurs und Wladiwostoks durch die japanische Flotte. Die Schlachtflotte würde also für den schließlichen Entscheid eines deutsch-englischen Srieges völlig belanglos sein I Trotzdem wird man natürlich fortfahren, Linienschiffe und Panzerkreuzer von riesigen Dimensionen zu bauen. Auch die Marine braucht ja ihre Paradewaffe. Wie sollten auch die Herren Kapitäne und Admirale auf ihre stolzen Prunk- schiffe verzichten mögen! Vor allen Dingen aber besitzt das im Kriegsschiffbau angelegte Kapital einen so gewaltigen Einfluß, daß es jede Reform im Marinewesen, die ihm materielle Nachteile bringen würde, erfolgreich zu be- kämpfen in der Lage ist l— Russischer Argwohn gegen die deutsche Regierung. Ein Petersburger Korrespondent schreibt uns über die Stimmung des russischen Volkes gegenüber dem offiziellen Deutschland: Die Presse und die öffentliche Meinung hören nicht auf, von der Einmischung Deutschlands und Oesterreich- Ungarns in die russischen Angelegenheiten zu sprechen. Man darf sich aber wirklich nicht darüber wundern. Es ist schon kein Geheimnis in Rutzland, datz. als sich die kaiserliche Jacht„Standart' IS Tage vor der Auflösung der Reichsduma in die finnländischen Scheren be- gab, sie den Zaren und Trepow zu einer Zusammen- lunst mit Wilhelm II. führte, der aufs entschiedenste empfahl, die revolutionäre Duma aufzulösen, und darauf hinwies, datz in der Politik Unentschlossenheit das schlimmste sei. Es wird in ein- geweihten Kreisen bestimmt versichert, datz die Regierung sich erst nach der Ermunterung und nach Versprechungen Wilhelms II. ent- schlotz, die Duma aiifzulösen. Ebenso bestimmt wird behauptet, datz in Peterhof keine wichtige Bestimmung ohne Rat aus Berlin ge- troffen wird und datz es unter anderem in der Stille der baltischen Gewässer empfohlen worden sei, den Belagerungszustand in Polen einzuführen. Der Zar hat auch bereits einen den Belagerungs- zustand in Polen einfiihrenden Ukas unterzeichnet. Dieser Ukas wird streng geheim gehalten, und es ist jetzt dem Warschauer General- Gouverneur Skalon das Recht verliehen, nach seinem Gutdünken den Belagerungszustand zu verhängen. Kürzlich ist einem nahen Ver- wandten SkalonS von diesem ein Brief zugegangen, in welchem Skalon schreibt, datz, wenn sich noch IS Tage in Polen Anfälle auf Züge und dergleichen ereigneten, er den Belagerungszustand verhängen müsse. Der Warschauer Satrap beklagt sich darüber, datz er„diese Sünde(sio I) nicht auf sich nehmen möchte", datz er aber dazu g e- zw un gen wäre. Es ist ferner beschloffen, ganz Rußland in acht Bezirke einzu- teilen, und an die Spitze eines jeden Bezirkes einen General mit unbegrenzter Vollmacht zu stellen. Es find auch für diesen Zweck ganz bekannte Scharfrichter, wie Minn, Orloff(der Baltische), Meller-Sakomelsly, Rennenkampf, Mischtenko u. a. in Aussicht ge- nommen. Es ist nicht schwer zu sagen, wohin diese Politik des Ver- wüstenS und der Unterdrückung des Landes führt, und die„Ruhe", mit welcher sich die Regierung tröstete, beginnt schon zu schwinden. Wir halten es hier für nötig, die Leser des„Vorwärts" mit der Meinung des„Ketsch"— Organ der Kadetten— über die Verhältnisse zwischen der russischen und deutschen Reaktion bekannt zu machen. Wir lesen unter dem Titel:»Die äußere Politik und der Akt vom 22. Juli": !„Die deutschen Blätter bestreiten heftig die Nachricht von einer Einmischung deutscher Kreise in die russischen Angelegen- Helten... Aber selbst die vorsichtigsten unter den progressiven Organen bestätigen, datz man beim Berliner Hofe mit der neuen Richtung der russischen inneren Politik sehr zufrieden sei. Man braucht bloß die Stimmen der deutschen offiziösen Blätter zu hören, blotz die Stellung der der deutschen Regierung nahestehenden Finanzkreise zu russischen Werten zu betrachten, um zu verstehen, datz das offizielle Deutschland sehr tätig und mit allen Mitteln die Interessen desjenigen der kämpfenden Teiie zu ver fechten sucht, zu dem ihre Neigung auch früher schon zweifellos lvar. „Was können aber die Resultate einer solchen Annäherung der russischen und deutschen Negierung sein? Eine kürzlich ge- machte Erfahrung belehrt uns darüber. Die„Geldfreundschaft" Deutschland hat Graf Witte während des rnssisch-japanischcn Krieges mittels eines für unsere Feldwirtschaft und Industrie schädlichen Handelsvertrages erkauft. Man ersteht daraus, wie uneigennützig die Freundschaft der deutschen Regierung ist. Es ist sehr wahricheinlich. datz diesmal die„Freundschaft" auf ähnlichen Bedingungen beruht, und datz hinter den Kulissen unsichtbare und verantwortungslose Personen eine entsprechende Abmachung ohne Wissen des Landes vorbereiten. „Andererseits mutz man erwarten, datz eine solche russisch- deutsche Annäherung zu einer weiteren Abschwächung des frankorussischen Bündnisses, dieser Stütze unserer ganzen äußeren Politik der letzten Jahre, führen wird. In Berlin kann dieser Umstand nur Freude erwecken, aber sein Nutzen für unser Land ist zu be- zweifeln.... „Auch unser Versuch, uns Großbritannien zu nähern, ist nicht geglückt. Und Sir Edward Gray ist jetzt sicher im geheimen der englischen öffentlichen Meinung und dem Teile der russischen Presse dankbar, die zu so richtiger Zeit den Besuch der auf die Freiheit ihres Landes so stolzen englischen Flotte in einem Lande, wo die Auflösung der Reichsdnma schon vorbereitet wurde, vereitelten. „Mit einem Worte verrät unsere ganze äußere Politik eine immer größere Annäherung an die deutsche Diplomatie." Die Stimmung im ganzen russischen Volke, so schreibt unser Korrespondent zum Schlüsse, sei eine derartige, datz wenn aus- ländische Heere zur Unterdrückung der rnssischen Revolution heran- rücken würden, ihnen Rußland ebenso zu antworten verstehen würde, wie seinerzeit das revolutionäre Frankreich den preußischen und österreichischen JnvasionStruppen gegenüber.„Das Vaterland ist in Gefahr" würde dann die Losung des gegen die fremden Schützer der zarischen Tyrannei sich erhebenden Volkes sein.— Wir glauben, datz auch das offizielle Deutschland sich der un- absehbaren Gefahren einer so frivolen Intervention bewußt ist. Es genügt aber nicht, datz die deutsche Regierung solche Jnterventions- absichten einfach bestreitet, sondern die offiziellen und offiziösen Organe sollten sich hüten, auch nur ihrer platouischenLiebe zur russischen Reaktion allzu unverhohlen Ausdruck zu geben. Bedeutet doch jede solche Aeutzcrung eine Kränkung und Herausforderung der großen Masse des russischen Volkes. Und daß die Volksmasse— sei eS auch nach jahrelangen blutigen Wehen— über den Absolutismus den Sieg davontragen wird, daran wird ja selbst in der deutschen konservativen Presse kaum noch gezweifelt. Es gäbe aber nichts ThörichtereS, als wenn unser ohnehin so isoliertes und unbeliebtes offizielles Deutsch- land sich auch noch seinen geivaltigen östlichen Nachbar» zum Feind machen wollte!— Deutfehes Reich. Podbielski— Tippelskirch. Zu der gestrigen Darstellung des Scherl-Blattes über das Verhältnis zwischen dem preußischen Landwirtsch afts- m i n i st e r und der Firma Tippelskirch bemerkt die „Germania" zunächst, daß diese Darstellung aus dem hannoverschen Bad Neuendorf stamme, wo zurzeit Podbielski weile. Es könne demnach kein Zweifel darüber bestehen, daß die Darstellung von Podbielski selb st stamme. Ucber die langen Darlegungen selbst sagt die „Germania": Diese Darlegung des Herrn Ministers v. Podbielski erscheint uns weder erschöpfend, noch auch geeignet zu sein, als eine volle Rechtfertigung zu dienen.... Wir haben ftüher bereits auf jetzt noch bestehende Verbindungen des Herrn v. Podbielski zu der Firma Tippelskirch hingewiesen, z. B. auch auf das Jmmobilien-Syndikat; aber darüber erhalten wir in der„Darlegung" des„Berl. Lok.-Anz." nicht den gering st en Aufschluß, nicht einmal eine Andeutung von dem Bestehen dieses Syndikats. Datz ihre Exzellenz die Frau v. Podbielski eine so tüchtige„Geschäftsfran" ist, um ihre Teilnahme an einem so großen Unternehmen ohne jede Beihülfe ihres Herrn Gemahls so geschickt kaufmännisch und mit so gutem finanziellen Erfolge zu verwerten, gereicht der Exzellenz gewiß zu großem— Nutzen. Herr v. Podbielski hat auch wohl— allerdings erst im Jahre 1900 und nicht schon zu der Zeit, wo er im Jahre 1897 Minister wurde— die Gütertrennung nicht deshalb eintreten laffen, weil er etwa befürchtete, die ge- schäftlichen Verbindungen seiner Frau könnten vielleicht zu einem Vermögensverfall führen. Es ist ja auch dafür gesorgt, daß die Frau v. Podbielski ihre Verbindlichkeiten im Jahre 1908 lösen kann und bis dahin läuft ja doch der Monopol- vertrag mit der Firma Tippelskirch, der sicheren und großen Gewinn liefert. Diese„Gütertrennung", auf welche Herr v. Podbielski sich beruft, wird in weiten Kreisen des Volkes doch nicht die günstige Deutung finden, die Herr v. Podbielski sich davon zu versprechen scheint. Man ivird schließlich wohl auch fragen, wie hoch sich denn jetzt der Anteil bezw. der Gewinn der Frau v. Podbielski aus ihrer Verbindung mit der Firma Tippels- kirch beläuft? Auch die„ N a t i o n a l- Z e i t u n g" kann nicht umhin, den Podbielskischen Rechtfertigungsversuch mit folgenden An- merkungen zu versehen: Die Gütertrennung allein tutS nicht. Herr v. Podbielski hätte als Minister besser getan, wenn er seinen ehe- herrlichen Einflutz dahin aufgeboten hätte, daß auch seine Ge- mahlin in Rücksicht auf die Stellung iyres Mannes ihre Ge- schäftsverbindungen mit einer Hauptlieferungsfirma des Reiches rechtzeitig und vollständig abgebroch en hätte. D a S allein wäre korrekt gewesen. Herr v. Podbielski wird ja, seiner glaubhaften Versicherung nach, auch die neueste Tippelskirch-Affäre „in aller Ruhe" an sich vorbeigehen lassen. Aber schließlich gibt es für einen S t a a t s minister doch noch andere Rück- sichten, als diejenigen, welche die größere oder g e- ringere Stärke seiner eigenen Nerven ihm zu nehmen gebietet. Die„Germania" kündigt an, daß sie sich nochmals eingehend mit dem Fall Tippelskirch beschäftigen werde.— Zur Immunität der Reichstagsabgeordueten. In der Untersuchungssache wegen Verletzung der Amtsverschwiegen- beit, die gegen einige Beamte des Kolonialamtes angestrengt wurde, ist jetzt auch dem Genossen Ledebour eine Vorladung zur Ver- nehmung als Zeuge zugegangen. Da Ledebour sich zur Erholung in der Schweiz aufhält, konnte er der Vorladung nicht Folge leisten, hat aber, wie er uns mitteilt, dem Untersuchungsrichter angegeben. an welchen Tagen im September oder im Oktober er zur Ver- nehmung disponibel fein würde. Anknüpfend daran hat unser Ge- nosse dem Untersuchungsrichter dann noch folgendes geschrieben: Gleichzeitig gestatte ich mir aber die folgenden Bemerkungen Ihrer Erwägung anheimzustellen: Mir würde es an sich völlig unerklärlich sein, worin der Anlatz zu meiner Vorladung als Zeuge in einer„Strafsache gegen Goetz und Genossen wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses" zu suchen ist. Aus den Zeitungen habe ich jedoch ersehen, datz in dieser Sache der Herr Reichstagsabgeordnete Erzberger als Zeuge vorgeladen und dabei einem Verfahren unterworfen wurde, das auch ich als eine Verletzung der Abgeordneten-Jmmunität auffaffe. Es liegt daher die Vermutung nahe, datz eS sich bei der an mich ergangenen Vorladung um einen Versuch handelt, jenes Verfahren auf's Geratewohl auch auf andere Reichstagsabgeordnete auszudehnen, die koloniale An- gelegenheiten im Reichstag behandeln. Ich halte es deshalb für zweckmäßig, um Ihnen und mir selbst eine überflüssige Mühe zu ersparen, von vornherein zu erklären, datz ich es gründsätzlich ablehnen würde, mich überhaupt auf eine Ver- nehmung einzulassen, die sich auf die Wahrnehmung meines Mandats als Reichstagsabgeordneter bezieht, da ich durch jedwede Konnivenz gegen eine solche Zumutung meine Pflicht gegenüber dem Reichstag, dessen Immunität jeder einzelne Abgeordnete zu wahren hat, gröb- sich verletzen würde. Hochachtungsvoll _ Georg Ledebour. Sin Zentrumsurteil über die Kolonialpolitik. DaS neueste Heft der„Historischen pol. Blätter". eines einflußreichen bayerischen Zentrumsorgans, äußert sich über die deutsche Kolonial- und Weltpolitik folgendermaßen: „In den letzten zehn Jahren erzielte keine Diplomatie mehr Mißerfolge als die deutsche. Wir können nur noch den Spaniern halbverlorene Inseln um ein Heidengeld abkaufen und mit Chinesen Pachtverträge schließen, kraft deren wir für die Japaner arbeiten dürfen; bis dato hat nämlich Japan allein den Vorzug aus den 100 Millionen Mark, die wir an Kiautschou verbraucht haben. Der Handel Deutschlands in diesem Platz an der Sonne ist verschwindend; er beträgt nicht einmal eine Million Mark, und unser Handel mit China nimmt von Jahr zu Jahr ab statt zu....„Es gelingt nichts mehr!' DicseS Wort Windthorsts in der Periode des Fürsten Bismarck trifft auch für die Auslandspolitik deS vierten Reichskanzlers zu, und was in der Jnlandspolitik zustande kommt, das leisten die Arbeitspferde Posa- dowsky, Einem, Studt, Stengel und wie sie alle heißen." Aehnlich so pflegt ja auch Herr Erzberger über die deutsche Kolonialpolitik herzuziehen. Dabei bewilligt das Zentrum der Regierung skrupellos die Mittel für diese aberwitzige Kolonial- und Weltmachtpolitik I— Das genannte bayerische Zentrumsorgan verlangt ferner vom Zentrum, im preußischen Landtage im kommenden Herbst einen Gesetzentwurf über die Einführung des gleichen Wahlrechts einzubringen. Auch dafür wird das Zentrum nicht zu haben sein; erklärte doch der Abg. Dr. Porsch am 23. März d. I. namens der Zentrumsfraktion im preußischen Lbgeordnetenhause: „Wir müssen dafür der Regierung die Initiative über- lassen." Diese verlogene, volksverräterische Haltung deS Zentrums sowohl in der Reichs- wie in der preußischen Politik verdient immer von neuem gebrandmarkt zu werden I— Eine Polizeitat ä la Breslau. Am Montag meldete der Kölner Polizeibericht, daß in der ver- floffenen Nacht in dem Vororte Köln-Bickendorf„bei einem Zusamnicnstoße zwischen zwei Schutzmännern und einer größeren Menschenmenge der Tagelöhner Berndgen durch einen im Handgemenge losgegangenen Schutz aus dem Revolver eines Schutzmannes, der im Gebrauche seines Säbels ge- hindert wurde, verletzt worden und in seiner Wohnung gestorben sei. In dieser Form hat die Darstellung auch Eingang in die bürgerliche Presse Deutschlands gefunden. Sie rührt offenbar von den beiden an der Sache beteiligten Schutzleuten her. Von einem „losgegangenen" Schuß kann aber schon deshalb nicht die Rede sein, weil der Schutzmann drei Schüsse auf den Getöteten abgegeben hat, die sämtlich getroffen haben. Auch die Behauptung von dem„Zusammenstoß" mit einer„Menschenmenge" wird von den Zeugen des Vorfalls aufs entschiedenste bcstrittten. Die Menge habe sich erst eingefunden, als Berndgen bereits er« schössen war, und die Angriffe der Menge auf die Schutz- leute seien der Ausfluß der Empörung über die Bluttat gewesen. Gegenüber der Darstellung der beiden Polizeibeamten erklärt die Frau des Erschossenen, eines etwa vierzig Jahre alten, allgemein geachteten Mannes und Vaters von neun Kindern: Wir waren von einer Versammlung des Kriegervereins heimgekehrt und im Begriff, zu Bett zu gehen. Da hörte mein Mann draußen singen und er sah, wie zwei Schutzleute mit gezogenem Säbel hinter zwei jungen Leuten scldeinwärts liefen. Aus Neugier begaben wir uns auf die Straße. Dort schlugen die inzwischen zurückgekehrten Schutzleute ohne jede Veranlassung auf meinen Mann ein. Den ersten Schlag erhielt er mit einem Revolver gegen die Stirn. Trotz seiner flehenden Bitten schlugen die Schutzleute dann auf meinen Mann, mich undunsere beiden 14— 15jährigen Söhne. Der Schutz- mann Weiß schoß jetzt zwei Revolverkugeln auf meinen Mann ab. Dieser schrie: Ich bin getroffen, ich sterbe! Aber der Schutzmann ließ nicht von ihm los. sondern kniete(ich auf ihn und schoß ihm eine dritte Kugel in den Leib. Eine Kugel sitzt über den Schamteilen, eine unterhalb der Brust und eine dritte streifte das Nasenbein und versengte das Gesicht. Ferner hat die. Leiche schwere Hieb- oder Stichwunden und blutunterlaufene Striemen. Mein Mann ist in der ganzen Bürgerschaft als ehrenhaft und charakter- voll bekannt. Der Schutzmann warf nach der Tat den Revolver weg und suchte das Weite. Auf meinen Hülferuf erschienen erst Leute, die meinem Manne beistanden. Die beiden Schutzleute kümmerten sich nicht um ihr Opfer. Die Darstellung der unglücklichen Frau wird durch sämtliche Begleitumstände und durch den Befund der cntjetzlich zugerichteten Leiche in allen Teilen bestätigt. Die Fr an selber hat beider Affäre einen Säbelhieb über die Hand erhalten.— Hueland. Schweiz. Zürich, 6. August.(Eig. Ver.) Der erste Versuch der Ob- st r u k t i o n s p o I i t i k unserer Partei in der neuen Aera der Reaktion ist mißlungen. Die Schlltzenstraßcn-Vorlage ist gestern in der Volksabstimmung der Stadt Zürich bei schwacher Beteiligung der Stimmberechtigten mit 8419 gegen 8013 Stimmen angenommen worden. Das Arbeiterquartier Autzersihl brachte zwar eine Mehr- heit von 4117 gegen 3003 Stiinmen dagegen auf, allein da die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen in diesem Stadtteil zirka 7000 beträgt, sind 3000 zu Hause geblieben, so datz die Bürgerlichen mit der kleinen Mehrheit von 400 Stimmen siegen konnten. Die politische Gleichgültigkeit der schweizerischen Arbeiter ist geradezu ein Unglück.— Italien. Der Papst gegen die Christlichsozialen. Rom. 4. August.(Eig. Bcr.) Wieder einmal hat sich der heilige Stuhl bemüßigt gefühlt. den Schwärmern und Illusionären den Staar zu stechen, die an die Möglichkeit einer Durchdringung der Kirche mit modernem Geiste, an eine Anpassung des Kalholizisnius an die Forderungen der Neuzeit glauben. In seinersoeben erlassenen Enzyklika gegen dieChristlichsozialcn hat der Papst mit aller wünschenswerten Deutlichkeit gesagt, daß die Kirche nicht gewillt ist, ihren Priestern irgend welche Denk- und Handlungsfreiheit auf politischem und sozialem Gebiet einzuräumen. Sein Schreiben fordert die Bischöfe auf, den Geist der Unabhängig- keit und Insubordination auszurotten, der sich besonders im jüngeren Klerus geltend macht. Um diesem Uebel zu steuern, sollen die Bischöfe den Unterricht in den Seminaren auf das strengste über- wachen und das Eindringen moderner Theorien verhüten. „Die Bischöfe sollen die allergenaueste Ueberwachung über die Lehrer und ihre Lehren ausüben und diejenigen zu ihrer Pflicht hinrufen, die hinter gefährlichen neuen Theorien herlaufen und sollen alle ohne Rücksicht von dem Unterricht aus« schließen, die deir Ermahnungen nicht Folge leisten. Der Besuch der öffentlichen Universitäten soll den jungen Klerikern nur aus den allerernstesten Gründen und unter strengster Aufsicht von feiten der Bischöfe erlaubt werden. Es ist auf alle Fälle zu verhindern, daß die öglinge der Seminarien irgendwie teilnehmen an den Agitationen der ußenwelt; deshalb verbieten wir ihnen das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften, mit Ausnahme solcher Blätter, die wegen der Festigkeit ihrer Grundsätze von den Bischöfen für die Studien der Zöglinge für nützlich gehalten werden." Von der Kanzel sollen alle nicht direkt das religiöse Leben angehende Fragen verbannt bleiben; bester als solche Fragen zu behandeln, beschränke sich der Pfarrer auf Homelien und Katechismus. Dann kommt der Brief auf die Doxa ckomooratioa nazionale, den Verband der Christlichsozialen zu sprechen und verbietet den Klerikern und Priestern, bei Strafe der Suspendierung a divinis ihm beizutreten. „Jede Sprache, die dem Volke Abneigung gegen die oberen Klaffen einflößen soll, muß als dem wahren Geiste christlicher Liebe zanz und gar entgegenstehend betrachtet werden. Auch ist in )en katholischen Veröffentlichungen alles zu verwerfen, was von ungesunden modernen Theorien angesteckt, die Frömmigkeit der Gläubigen verlacht und von neuer Orientierung des christlichen Lebens, von neuer Rüstung der Kirche, von neuen Aspirationen der modernen Seele, von neuen sozialen Aufgaben des KleruS, von neuer christ- licher Kultur und ähnlichem handelt." Vor allem also ist die Losung: nur nichts Neues. Diese Losung selbst ist uralt. Früher hatte sie den Scheiterhaufen zur Verfügung, heute die harmlose Enzyklika, die der jungen christlich- sozialen Partei, deren Seele Don Nomolo Murri ist, die Existenzmöglichkeit nehmen will. Diese Partei, die sich in geistlichen Dingen der Kirche unterwirft, in politischen aber frei sein will, hat ein soziales Programm, dem es nicht an modernen Gesichtspunkten fehlt. Es ist nur logisch, datz Pius X. diesen Schwärmern die Alternative stellt: laßt Eure sozialen und demokratischen Aspirationen fallen oder tretet aus der Kirche aus. In der Tat kann eS keinen größeren Anachronismus geben, als den, eine demokratische, auf die Hebung der Massen ge- richtete Aktion zn wollen und dabei in Frieden mit der kirchlichen Obrigkeit zu leben. Wer bliebe denn noch der heutigen Ordnung treu, wenn es die heilige römisch-katholische Kirche nicht täte?— Anarchistrnfurcht. Die italienische Polizei setzte die Polizei- behörden sämtlicher Staaten in Kenntnis, daß verschiedene als Anarchisten bekannte Agitatoren in letzter Zeit aus Nordamerika eingetroffen seien oder noch eintreffen werden. Die notwendigen Maßregeln sind getroffen worden. Unzufriedene Polizei. In Mailand herrscht unter den Kara- binieri große Erregung. Am Dienstag fanden zahlreiche Bersamm- fttHjen statt, in welchen über die Forderungen der Mannschaften be« raten wurde. Diese Fordernilgen betreffen nicht nur den Sold, sondern auch den Dienst. Die Negierung erklärt in einem Communiqus, daß die llnzufricdcnheit der Karabinieri nnbercchtigt sei. Trotzdem habe sie aber Mastnahmen getroffen,»m deren Forderungen entgegenzlikouliiien.— Norwegen. Die StorthingSwahlen. Am Sonntag haben die Wahlen zum norwegischen Parlament begonnen. Gewählt wurde in den fünf Wahlkreisen des nördlich von Kristiania gelegenen Kristiansamtes. Im Wahlkreise Söndrc Gudbrandsdalen siegte der Kandidat der demokratischen Arbeiter- Partei F e d j e mit 1840 Stimmen über den Kandidaten der Samm- lungspartci, der 1251 Stimmen erhielt. Fcdje ist einer derjenigen, die im vorigen Jahre eifrig für die Einführung der rcpublika- nischen Staatsforin agitierten; seine Wahl ist eine überraschend ge- kommene Niederlage für die Regierungspartei. Der Sieg fiel dieser, der Sammlungspartei, in Toten, dem alten Wahltreis des radikalen Politikers K a st b e r g, zu. Hier wurde ihr Kandidat Byli mit 1840 gegen 1778 Stimmen, die Kastbcrg erhielt, gewählt. Kastberg wurde jedoch im Wahlkreise Nordrc Gudbrandsdalen, wo die Sammlungspartei zwei Gegenkandidaten aufgestellt hatte. mit 1204 Stimmen gewählt.— In Hadeland und Lands Wahlkreis muh eine Stichwahl zwischen den Kandidaten der demokratischen Arbeiterpartei und der Sammlungspartei stattfinden. In Valdcrs Wahlkreis ist, wie berichtet wird, der Sammlungskandidat gewählt worden. Die Sozialdemokratie war an diesen ersten StorthingSwahlen nicht beteiligt. Die Wahlen werden in ihrem weiteren Verlauf wohl noch manche Ucberraschung bringen, besonders infolge der Einführung des direkten Wahlsystems samt Stichwahlen, dann aber auch infolge der Beseitigung des Unionsstreites, des kräftigsten Agitationsmittels bürgerlicher Parteien, schließlich aber auch in nicht geringem Matze infolge des Fortschrittes der sozialdemokratischen Aufklärung der Arbeiterschaft. Türkei. Meuternde Truppen. Aus Konstantinopel wird vom 8. August durch das Wiener Telegraphen-Korrespondenz-Bureau ge meldet: Es verlautet, daß auf dem türkischen Transportschiffe„Taif", das von Trapezunt mit Nekrutcn nach Ncinen gehen sollte, eine Meuterei nnSgebrochen und das Schiff dadurch gezwungen gewesen sei, nach Trapezunt zurückzukehren. Bulgarien. Ein wildes Land. Aus Sofia wird der„Leipz. Volksztg." gemeldet, baß unsere bulgarischen Genossen unter Mitwirkung des russischen Schrift st ellers Koljabko-Koretzky eine Protestversammlung einberiefen, die der russischen freiheitlichen Bewegung ihre Sympathien ausdrückte. Der offizielle Vertreter Nußlauds reichte darüber bei der bulgarischen Regierung einen schriftlichen Protest ein und fragte, welche Maßregeln sie ergreife» werde, damit sich solche Vorgänge nicht wiederholten. Die Negierung antwortete, daß sie keinerlei Maßregeln ergreifen werde, denn die Verfassung garantiere die v o l l st e Vers a m in l u n g s- f r e i h e i t. So handelt die Regierung eines kleinen, von der russischen Re> gierung stark abhängigen Balkanstaates. Das große Deutsche Reich aber ist— kein wildes Land I— Amerika. Amerikanisch-japanischer Zwischenfall. Die New Uorker„Tribüne" meldet aus Washington, daß dort ein amtlicher Bericht eingelaufen sei, der besage, daß fünf Japaner bei den Aleuten, wo sie anscheinend widerrccht- lich gefischt hätten, von Amerikanern erschossen worden seien. Später traf der amerikanische Zollkutter Mc. Culloch ein und nahm 12 oder mehr Japaner wegen widerrechtlicher Fischerei fest. Das Staatsdepartement wird dem japanischen Botschafter von diesem Bericht Kenntnis geben und sein Bedauern über die summarische Behandlung der Ucbertreter aussprechen.— Man siehk, daß man für Arbeitswillige schwer Worte findet. Sie wollen„lieber gar nicht" bezeichnet werden, denn wie man auch ihre Handlung kennzeichnen möge, jede Bezeichnung derselben trifft eine wunde Stelle. Nicht einmal den f e i n e r klingenden Titel„Arbeitswilliger" mögen sie hören!„Lieber gar nicht!" GexverKlebaftUcbes. Die empfindlichen Elemente. Wenn irgendwo ein Streik erklärt ist und ein Arbeiter den Streikbeschluß durchbricht, dann liegt nichts näher, als daß seine Kollegen ihn als S t r e i k b r e ch e r bezeichnen. Streikbrecher schämen sich aber ihrer Tätigkeit und ihre empfindliche Seele zuckt, lvenn man ihre Handlung bei Namen nennt. Sie ivandten sich deswegen wiederholt an die bürger- lichen Gerichte, die denn auch dem Seelenzustand der nützlichen Elemente Rechnung trugen und das Wort„Streikbrecher" aller Logik zuin Trotz für eine Beleidigung erklärten. Seitdeni quälen sich die Arbeiter vergeblich, für die un schöne Handlung der Streikbrecher ein schönes Wort zu finden, das ihnen Vor Gericht nicht als beleidigend ausgelegt werden kann. Jede neue Bezeichnung für den Streikbruch gefällt den Verrätern an der Arbeitersache so wenig, wie die ursprüngliche und sachlich einzig richtige; Streikbrecher. Auch vor dem Hallcschen Schöfsengericht quälte man sich gestern mit einer neuen Benennung für die dem Staate so nützlichen Elemente umher. Drei Stukkateure waren wegen angeblichen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe-Ordnung und Beleidigung angeklagt, weil sie gelegentlich einer Unter- Handlung mit dem Unternehmer W a tz i n g e r wegen Auf- Hebung der Sperre in Beziehung auf die Arbeitswilligen K i e ß l e r und Schreiber den Ausdruck Streikbrecher gebraucht, und schließlich, um letzteren Ausdruck zu v e r- meiden, die Arbeitswilligen als„Nichtraucher" bezeichnet hatten. Die Frage des Gerichtsvorsitzenden, was das Wort Nicht- raucher im Berufe bedeute, wird seitens der Angeklagten dahingehend beantwortet, ein Nichtraucher sei ein Kollege, der sein Wort nicht halte. Man habe den Ausdruck lediglich deshalb gewählt, um Beleidigungen zu vermeiden, denn man wisse nicht mehr, w i e man die Streikbrecher eigentlich nennen solle. Ter Buchhalter jener Firma, ein Herr Hase, der der Verhandlung beigewohnt hat, ist der Ansicht, Streikbrecher bedeute eine Herab- Würdigung; nicht beleidigend hingegen sei das Wort Arbeits- williger, das klinge feiner. Der Arbeitswillige K i e ß l e r sagt, Streikbrecher be- deutet in Arbeiterkreisen soviel als Verbrecher. Vorsitzender:„So? Na, wie wollen Sie denn unter solchen Umständen bezeichnet sein?" Zeuge K i e ß l e r:„Na, als Streikbrecher nicht." Vorsitzender:„Na, wie denn?" Arbeitswilliger Kießler:„Lieber gar nich t." Der Staatsanwalt fand das Wort Nichtraucher ehren- rührig und das Gericht löste das schwierige Problem da- durch, daß es die Angeklagten wegen Beleidigung mit Strafen von Ist bis 3st M. belegte. Ver- gehen gegen§ 153 der Gewerbc-Ordnung wurde nicht als vorliegend angenommen und anerkannt wurde, daß die An- geklagten berechtigte Interessen wahrgenommen haben. Berlin und Umgegend. Lohnbewegung der Pakctflihrtangestclltcn. Wie bereits in der Soiinabend-Numiner des„Vorwärts" bekaiiiitgegebe», sind die An- gestellten, Kutscher, Schaffner und Bodcnarbeiter bei der Berliner Paketfahrtgesellschaft{Starke u. Co.) in eine Lohn- bewcgung eingetreten. Die Angestellten wünschen diejenigen Lohn- und Arbeitsbedingungen für sich eingeführt zu sehen, welche für ihre Kollegen in den übrigen Speditionsbetrieben Berlins durch Lohnbewegung im vorigen Jahre erzielt wurden. Als Anfangs- lohn verlangen sie 24 resp. 25 M. und nach einein Jahre 26 resp. 28 M. pro Woche. Die Direktion hat bis jetzt eine Verhandlung mit der Lohnkonnnission und besonders eine solche mit dem Verbands- Vertreter A. Werner abgelehnt. Die Direktion stellt sich ferner auf den Standpunkt, daß die Abmachungen, welche sie 1005 mit ihren Angestellten vereinbart Hai, auf zwei Jahre Gültigkeit haben, obgleich in der schriftlich festgelegten provisorischen Vereinbarung über die Gültigkeitsdauer überhaupt nichts gesagt ist. — Die Angestellten haben infolgedessen am Dienstag zu der Sache erneut Stellung genoninien und die Konnnission beauftragt, unter Hinzuziehung des Vcrbandsbevollmächtigten Werner noch einmal bei der Direktion vorzusprechen. Am Freitag soll dann erneut zu der Antwort der Direktion Stellung genommen iverden.— Es ist eigentlich recht sonderbar, daß die Direktion der Paketfahrtgesellschaft, die in neuerer Zeit den Versuch macht, mit den Berliner Gewerkschafts- vorständen in geschäftliche Verbindungen zu trete», in ihrem eigenen Betriebe mit der Organisation nichts zu tun haben will. Vielleicht richten die Gewerkschaftsvorstände ihr Augenmerk auf den Verlauf dieser Bewegung und richten ihre mit der Paketfahrt zu treffende» geschäftlichen Maßnahmen danach ein. Die Hausdiener und Packer in den Leder-Engros- und Kam- misfionsgeschäften Berlins nahmen vorgestern in einer Vcrsamm- lung Stellung zur Einleitung einer Lohnbewegung. Die Forderungen derselben gehen auf eine Regelung der Arbeitszeit, Erhöhung des Lohnes/ Abschaffung des Trinkgeldsystems. Die Löhne betrugen bisher 18, 10/21— 24 M. bei dieser schweren Arbeit. Auf Handwagen fahren die Leute Lasten von 12 bis 15 Zentner durch die Stadt. In meist schlechten Kcllerräumen wird den ganzen Tag mit Biirdcn von 4 bis 5 Zentner hantiert. Eine Kommission zur Aufnahme einer Lohnstatistik sowie zur Aus- arbeitung der Forderungen wurde von Mitgliedern des Zentral- Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter gemein- schaftlich mit dem Verein Berliner Hausdiener zusammengesetzt. In einer Resolution wurde das Verhalten eines großen Teils der Mitglieder des UnterstützuiigsbundcS der Ledcrhausdiener gerügt, und verpflichteten sich die Versammelten, für den weiteren Ausbau der matzgebenden Organisation zu sorgen, um die Lohnbewegung auch siegreich zu Ende führen zu können. Der Streik in der Gummifnbrik Schwanitz u. Co. beschäftigte am Dienstag das Gewerbegericht in G r o ß- L i ch t e r f e l d e. Die Einigungs- Verhandlungen sind leider infolge des gänzlich ablehnenden Standpunktes der Direktion gescheitert. Bezeichnend ist, daß die Direktion nur unter der Bedingung zu Verhandlungen vor dem Einigungsamt sich bereit erklärte, daß der Verbandsvorsitzende Bruns nicht zugezogen würde. Den Arbeitern der Gummifabrik wurden seitens der Fabrikleitung seinerzeit die bisher üblichen und bewilligten Gratifikationen{100 M. z» Weihnachten und Pränue von 300 M. nach Ivjähriger Beschäftigung) mit einem Federstrich entzogen. Sie verlangten daher eine entsprechende Lohnerhöhung von 2 M. pro Woche für männliche und 1 M. pro Woche für weibliche Arbeiter. Nach wiederholter Ablehnung dieser Forderung durch die Fabrikleitung traten die Arbeiter in den Ausstand, der nun bereits sechs Wochen dauert. Die beiden Direktoren Span nagel und K r ö d e l geben zu, daß diese Gratifikationen früher bestanden und dann aufgehoben worden seien. Es habe sich jedoch nur um fr ei willige Zuwendungen gehandelt, ohne jeden verpflichtenden Charakter. Nachdem aber die Löhne gegen früher erhöht worden und auch der Gewinn des Unter- nehmens nicht mehr so hoch sei, könnten diese Gratifikationen nicht mehr bewilligt werden. Als Hauptgrund der Entziehung gab jedoch der Direktor Spannagcl die Zugehörigkeit der Arbeiter zum Verbände an. Auf die Anfrage des Bei- sitzerS Wenzel, wie hoch denn die letzte Dividende der Aktionäre der Gummifabrik gewesen sei, antwortete der Direktor K r ö d e l in hochgradiger Entüstung, daß dies niemand etwas anginge. Der Vertreter der streikenden Arbeiter Bitter wies die Berechtigung der Forderung für den durch Entziehung der Gratifikationen erlittenen Ausfall nach. Die Erhöhung der Löhne sei lediglich den Hand Weckern und gelernten Arbeitern{Drehern) zugute gekommen, während alten Arbeitern nichts zugelegt worden sei. Nach der Auslassung des Direktors Spannagel sei die Entziehung der Gratifikation demnach die Strafe für das Bestreben der Arbeiter, ihre Lage zu verbessern und der Organisation anzugehören. Die Arbeiter seien zum Entgegenkommen bereit und würden einen billigen Vergleich nicht ablehnen. Beisitzer Ziege wies darauf hin, daß nach ständiger Praxis der Gewerbegerichte diese Gratifikationen einen Teil des Lohnes bildeten und auch zur Bestcuerinig herangezogen würden. ES sei selbstverständlich, daß nach Wegfall der Gratifikationen eine Lohnerhöhung eintreten müsse. Die von der Gummifabrik gezahlte» Löhne seien nicht derart, daß man eine Familie damit anständig ernähren könne. Die Vergleichsvorschläge der Arbeitnehmer, Dreiviertel oder Zweidrittel des geforderten Mehrlohncs zu bewilligen, ivurden von der Direktion abgelehnt, ebenso ein weiterer Vorschlag des ArbeitgeberbeisitzerS A ß m a n n auf Ausarbeitung eines bestimmten Lohntarifes. Die Frage des Vorsitzenden, ob nach Wiederaufnahme der Arbeit die Direktion eventuell bereit sei, eine Erhöhung der Löhne eintreten zu lassen, wurde verneint. ES ist bezeichnend für den Herrenstandpunkt der beiden Fabrik- Vertreter, daß sie selbst auf die Anfrage dcS Vorsitzenden, ob nach Aufhebung des Streiks seitens der Fabrik keine Aussperrungen erfolgen würden, erklärten, darauf kleine Antwort geben zu können. Alle Aufforderungen des Vorsitzenden an die beiden Direktoren, doch ihrerseits Vergleichsvorschläge zu machen, waren nutzlos. Sie verharrten aus ihrem vollständig ablehnenden Standpunkt. Bei- itzer Wenzel stellte fest, daß trotz weitesten Entgegenkommens der Arbeitnehmer die Arbeitgeber zu keinem Zugeständnisse zu be- locgen seien. Die Verhandlungen würden also scheitern lediglich an dem Verhalten der Unternehmer. Er wolle hier noch einmal öffent- lich konstatieren, daß nach der Erklärung des Direktors Spannagel die Gratifikationen hauptsächlich wegen der Zugehörigkeit der Arbeiter zur Organisation entzogen worden sind. DaS sei der springende Punkt. Das Verhalten der beiden Arbeitgeber- Vertreter lasse darauf schließen, daß es auf eine Machtprobe abgesehen sei. bei der nicht die Lohnfrage, sondern die Organisation der Arbeiter in Betracht komme. Nach einem weiteren vergeblichen Vergleichsversuch deS Vor- itzenden schloß derselbe die Sitzung unter dem Ausdruck des Be- )auerns über deren Erfolglosigkeit. Herr Friseur Batschke in der Gothenstr. 40 zu Schöneberg er- sucht uns, mitzuteilen, daß er seine Bewilligung nicht zurück- gezogen habe. Er habe nur auf sein Ansuchen vom Verband keinen Gehülfen erhalten können und sich deshalb notgedrungen ander- wärts einen Gehülfen verschafft, den er aber sofort auf seine Or- ganisationspflicht aufmerksam gemacht habe. Achtung, Textilarbeiter und-Arbeiterinnen! Die Situation der streikenden Teppicharbeitcr und-Arbeiterinnen in Stralau hat sich bis jetzt noch nicht geändert. Nur wäre mitzuteilen, datz jetzt die Angestellten und Meister zu Nausreitzerdicnsten verwandt wer- den, um die Maschinen nicht verrosten zu lasten. Die Drohung der Firma, daß sie den Betrieb zuschließen oder verkaufen werde, ist damit wohl kaum im Einklang zu bringen. Auch bezüglich des Kostenpunktes scheint die Firma sich etwas zu leisten, indem den Leuten, welche im Betrieb zurückblieben, Angstgeld und Kaffee ge- boten wird. Da keine Kündigungsfrist besteht, so will man den Ar- beitern jetzt die Entlastung zur Verfügung stellen, um dieselben kopfscheu zu machen. Es sind dieselben Manöver, welche bei ähn- lichen Anlässen angewandt wurden. Die Stimmung ist eine vor- zügliche; die Versammlungsteilnehmer sind stets von gutem Geiste beseelt, so daß man seitens der Firma einschen wird, daß alle Mühe vergebens ist, die Einigkeit zu zerstören. Auch haben sich die Kol- legen und Kolleginnen andere'r Betriebe der Branche mit den Streikenden solidarisch erklärt. Dieselben sind der Auffassung, datz gerade der Ausgang dieses Lohnkampfes auch bedeutungsvoll für ihre Verhältnisse ist. Vor allen Dingen möge jeder darauf achten. daß Zuzug von Textilarbeitern nach Stralau vermieden wird, da- mit der Sieg ein vollständiger wird. Das Streikbureau befindet sich bei Rümplcr, Stralauer Allee 20,. Oeuplckes Reich. Die Tischler zu Essen, die, wie wir gestern schon tele- graphisch mitteilten, in den Streik getreten sind, verlangen in der Hauptsache S'/zstündige Arbeitszeit und Erhöhung des zurzeit 43 Pf. betragenden Stundenlohnes auf 50 Pf., ab 1. Oktober 1307 auf 53 Pf. und ab I. August 1307 ans 55 Pf. Die Firmen Kassicpe, Richards, Philipphenburg und Ueberfeld haben die Forde- rungen bewilligt und den neuen Tarif unterschristlich anerkannt. Achtung, Schuhmacher! Die Maßregelung von drei Kollegen, sowie menschenunwürdige Behandlung seitens der Werkmeister hat die Zwicker der Schuhfabrik von D o r n d o r f u. C o m p. in Breslau zur Niederlegung der Arbeit veranlaßt. Die Firma hat darauf einen anderen Teil der Arbeiter veranlaßt, gleichfalls zu gehen. Der Streik ist somit allgemein. Die Kollegen Deutschlands ersuchen wir, Arbeit in Breslau nicht anzunehmen, schon deshalb nicht, weil die Löhne überaus niedrig sind. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Zcntralverband der Schuhmacher, Gau Breslau. Ein Streik der Fuhrleute in den Last-FuhrwerkSbetrieben ist zu M ü n ch e n a u S g e b r o ch e n. In über 400 Betrieben haben die Fuhrleute, die' im Handels- und Transportarbeiter- Verband organisiert sind, die Arbeit niedergelegt. Sie fordern einen M i n i m a I l o h N von 24 M. Bekanntlich inszenierten die Fuhr- Werksbesitzer im vergangenen Winter selbst einen Streik, um vom Stadtbaunmt und den Baumeistern höhere Fuhrlöhne zu erreichen. Dieser Streik hatte nur teilweise Erfolg. Die minimalen Er- höhungen gingen alsbald wieder verloren, da es unter den Fuhrwcrksbesitzern an der nötigen Solidarität mangelte und sich ein Teil der Unternehmer zu niederen Preise» anbot. Als seitens der Organisation das Einigungsamt ange- rufe» wurde, erklärten die Fuhrwerksbesitzer, daß es ihnen nur angenehm sei, wenn die«Knechte" in den Streik treten, da sie dann eine Handhabe hätten, von den Behörden und den Baumeistern bessere Fuhrlöhne zu verlangen. Bis Montag mittag haben sechzig Fuhrwerksbesitzer bewilligt. Die in diesen Betrieben beschäftigten Fuhrleute tragen einen gelben, mit dem Stempel der Organisation versehenen Zettel mit der Aufschrift:„Tariftreu" am Hute, da sich die BauhlllfSarbeiter weigern. Streikbrechern beim Auf- und Abladen der Lasten behilflich zu sein. Die Fuhrwerksinnung, von der Solidarität ihrer„Knechte" überrascht, hat nunmehr selbst das Einigungsamt angerufen, obwohl sie es noch vorige Woche ablehnte, in Verhandlungen einzutreten._ Zur Aussperrung der Böttcher in München. Die seit acht Wochen andauernde Böttcheraussperrung in München hat sich zugunsten der Ausgesperrten gewendet. Auf den von einzelnen Sektionen des sozialdemokratischen Vereins über sechs Brauereien verhängten Boykott haben die Münchener Gast, Wirte in einer äußerst stark besuchten Versammlung Stellung ge, nommen, um eine weitere Schädigung hintanzuhalten. Sie haben Kommissionen gewählt, die von den Brauereibesitzern verlangten. unverzüglich auf die Böttchermeister zwecks Bewilligung der Forde- rungen der Gehülfen einzuwirken. Diese Vorstellungen hatten den Erfolg, daß vier Brauereien den Böttchermeistern die Entziehung der Arbeit in Aussicht stellten, falls sie nicht die Forderungen der GeHülsen bewilligen sollten. Taraufhin haben einige Großmeister die Forderung der Gehülfen bewilligt; alle alten Leute werden wieder eingestellt und die Arbeitswilligen entlassen. Dadurch wurde Bresche in die Meistervereinigung gelegt. Es besteht begründete Aussicht, datz die übrigen Unternehmer ebenfalls kapitu- lieren. Zuzug von Böttchern ist zunächst noch strengstens fernzu- halten. Eingegangene Oruckfckriften. Roland. Monatsschrift für freiheitliche Erziehung in Haus und Schule. f erausgegeben von einer Vereinigung Bremischer Lehrer. Bezugspreis: M. halbjährlich. Einzeihest 40 Ps. Verlag Aisred Jansen, Hamburg. Illustrierter Führer durch Mannheim nebst Ausslügen in die Um- gegend. Plan der Stadt und Karte der Umgegend.(Woerls Reisehandbücher.) Preis 50 Pj. Woerls Reisebücher-Verlag, Leipzig. Letzte JVachnchtcn und Depelchen. Kohlenstaubexplosion. Brannschweig, 8. August.{B. H.) Auf der Braunkohlengrube „Viktoria" bei Höfensleben wurden gestern abend infolge einer Kohlenstaubexplosion 10 Arbeiter verletzt, jedoch voraussichtlich nicht lebensgefährlich._ Arbeiterrisiko. Trier, 8. August.{B. H.) Von einem Neubau in Ettelbrück stürzte ein Steinblock ab. Von sechs Arbeitern, die von dem Stein getroffen wurden, waren zwei sofort tot, die vier anderen mehr oder minder schwer verletzt._ DaS Ministerium perfekt. Petersburg, 8. August.{B. H.) Die Rekonstruktion de? Kabinetts ist nunmehr perfekt. In das Ministerium treten neu ein Filossowow und Fürst Wafsiltschikow. Zum Oberproknrator deS heiligen Synod wurde der stellvertretende Minister für VolkSaufkläruug Jswolsky ernannt._ Ein Dementi. Petersburg, 8. August. Die Petersburger Telegraphenagentur ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die von der„Nowoje Wremja" verbreiteten Gerüchte über die unmittelbar bevorstehende Ein- setzung eines Generalissimus für die Garde und die gesamte übrige Armee und Uebertragung dieser Stellung an den Großfürsten Nikolas Nikolajcwitsch jeder Begründung entbehren, Verantw. Redakt.: Carl Mermuth, Berlin-Rixdorf. Jnserateverantw.: lj. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt P.aul Singer LcCo.. Berlin 5�V. Hierzu 3 Beilagen u.UnterhaltnngSblgtt Nr. 183. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 9. Auguf 1906. 8. Generalversammlung des Verbandes der Fabrik-, Gründe nicht als stichhaltig anzusehen. Ganz unangebracht ist in Land- und Hülfsarbeiter Deutschlands. H Vormittagssigung. Leipzig, 7. Auguft. und entgegenbringen muß, die gegen die Veröffentlichung angeführten diesem Falle der angezogene Bergleich von den Abwehrmaßregeln gegen Uebergriffe der Scharfmacherorganisationen. Die Mitteilung des Vorwärts" hat das Hamburger Parteiorgan ohne einen Zusaz veröffentlicht.. Bugleich untersagen wir dem Vorstande auf Grund des§ 45, Abs. 1 des Krankenversicherungsgefezes die Ausführung des gegen § 29, Abs. 2 Krankenversicherungsgesezes verstoßenden Beschlusses bom 20. Juni d. J. auf Anschaffung von 500 Exemplaren der Broschüre Altohol und Gesundheit" bei Vermeidung einer Drdnungsstrafe von 5 Mart, an deren Stelle im Unvermögensfalle ein Tag Haft tritt. Dr. Pape. erquickliche Angelegenheit ein Ende erreicht habe. Nach diesem Bescheide konnte man annehmen, daß die un Jedoch es sollte anders kommen. Die Geschäfte wurden nicht übergeben, die Vorstandsmitglieder wurden durch folgende neue Verfügung überrascht: Weißensee, 6. August 1906. Der Vorstand erhält hierdurch die Mitteilung, daß wegen erneuter Feststellung die Uebergabe der Kassenverwaltung zunächst noch hinausgeschoben werden muß. Woeld. Dr. Pape. Die Debatte über den Vorstandsbericht wird fortgesetzt. Die Magdeburger Volksstimme" schreibt: Neuring- Dresden führte aus, wenn man auch auf dem Gewerkschaftsvorstände, das Protokoll veröffentlichen, und wir werden Der Parteivorstand wird also, trop der ablehnenden Haltung der Standpunkt stehe, daß die sogenannten wilden Streits eingedämmt dann selbstverständlich nicht unterlassen, auch unseren Lefern davon werden müßten, so könne man sich doch der Tatsache nicht verschließen, daß ohne diese Streits der große Mitgliederzuwachs nicht mitteilung zu machen. Wir verstehen übrigens, offen gestanden, nicht zu verzeichnen wäre. Weiter forderte der Redner, daß sobald als recht, weshalb sich die Gewerkschaftsvorstände gegen die Veröffentmöglich italienisches Agitationsmaterial beschafft werde, da es fast müßten sie doch ihren Widerspruch aufgeben, nachdem die„ Einigkeit" lichung sträuben. Selbst wenn sie die Geheimhaltung für nötig hielten, feine größere Fabrit mehr gebe, wo nicht mit Vorliebe Italiener begonnen hat, das Protokoll stückweise zu veröffentlichen. Wenn die beschäftigt würden. Knöchel- Offenbach wünscht eine bessere Regelung der Parteipresse das Dokument ihren Lesern unterbreitet, begeht sie durchaus Kassenkontrolle. Es sei notwendig, daß die Belege über die Aus- nachdem die Anarchosozialisten Kenntnis davon erhalten haben. Den feine Indiskretion, denn ein geheimes Brotokoll existiert nicht mehr, gaben der Lokalkassen an die Hauptkasse eingesandt würden. Greif Gotha bedauert, daß der Vorstand sich weigere, bei Protokoll bekannt wird, weil dadurch ihren Widersachern das Lügen Gewerkschaftsvorständen müßte es sogar erwünscht sein, daß das Einstellung von Gaubeamten Gelder zu bewilligen. Durch die unmöglich gemacht wird. Mehranstellung würden die Gelder, die für die Beamten aus einer Versammlung Stellen aus dem Protokoll mitgeteilt, die auch So hat nämlich der Anarchist Lange in gegeben werden, doppelt und dreifach an den Ausgaben für Streits bei uns Aufnahme fanden, sie waren aber in der Fassung, in der gespart. Von verschiedenen Rednern wurde darüber geklagt, daß der fie uns übermittelt wurden, vollkommen falsch, wie wir uns nach- taffe zugeführt habe. Bevor jedoch seitens der Aufsichtsbehörde Vorstand nicht genügend Aufschluß gegeben habe über die Not- träglich durch Einsichtnahme in das Protokoll überzeugen konnten. wendigkeit der Einführung einer Extrasteuer, was um so not- Die Generalversammlung des Wahlvereins im Wahlkreise Mülwendiger gewesen wäre, weil die Steuer zu einer ganz ungünstigen heim- Duisburg fand vor kurzem statt. Er zählt jezt 2284 Genossen, Zeit erhoben worden sei. 151 Genossen leisten freiwillige Beiträge. Gegen das 1. Vierteljahr ist ein Zuwachs von 256 Mitgliedern zu verzeichnen. Die Fluktuation ist sehr start. Die Einnahmen inkl. Kassenbestand von Schluß des ersten Quartals beziffern sich auf 3292,89 M., denen eine Gesamtausgabe von 1369,05 M. gegenübersteht. Ju das dritte Rechnungsvierteljahr tritt die Kasse mit 1923,84 M. ein. Die Bilanz des Wahlfonds schließt mit 218,95 M. Sassenbestand ab. 0 Blume Olvenstedt plädierte für eine Erhöhung der Streit unterstützung. Unterstützungen von 8 und 10 M. wöchentlich seien nicht ausreichend. = Stille Bergedorf wünschte, daß die Anstellung von Hülfsfräften nicht vom Vorstande allein vorgenommen würden, sondern daß in jedem Falle die Zustimmung des Ausschusses eingeholt werden soll. Totenliste. 1903 Genosse Trilje 1498 Stimmen. Am Es folgten eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Die Forster Zwistigkeiten sollen noch nicht zur Ruhe kommen. Hierauf wurden die Anträge angenommen. Gegen das Schiedsgerichtsurteil soll Berufung an die Der Kölner Antrag wegen der jährlichen Herausgabe eines Kontrolltommission eingelegt werden. So beschloffen in Handbuchs wurde dem Vorstande überwiesen. Der Magdeburger einer Versammlung des Forster Ortsvereins 56 Genossen, denen Antrag: Der Vorstand hat jedes Jahr Bericht über seine Tätigkeit eine Minderheit von 36 gegenüberstand. Der Gesamtverein zählt zu erstatten. Die Berichterstattung erfolgt im Proletarier". etwa 1000 Mitglieder. Vorstand und Ausschuß werden verpflichtet, zu erwägen, ob Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die mündlichen Verhandlungen mit dem Gemeindevorsteher die Kaffenangelegenheiten, vorläufig übernehmen sollte, die endgültige ergaben, daß der Vorstand die Führung der Geschäfte, ausgenommen Juli vorigen Jahres der Vorstand 16 M. der Kasse rechtsRegelung follte später erfolgen. Es sollte festgestellt sein, daß im widrig entnommen und einer für den Vorstand bestehenden Privateine Aufklärung erfolgte, erhielten sämtliche Vorstandsmitglieder wiederum eine neue Verfügung. Sie lautet: Weißensee, den 8. August 1906. Da Tatsachen ermittelt worden sind, welche sich als grobe Verlegung der Amtspflichten in bezug auf die Kassenführung dar stellen, so wird der Vorstand der Ortskrankenkasse hiermit bis zur Entscheidung der Angelegenheit durch die Strafgerichte vorläufig feines Amites enthoben. Dr. Pape. lehnt. machen müssen. Ferner tommt in BeAus der obigen Verfügung könnte man den Schluß ziehen, der jetzige Vorstand hätte ein Kapitalverbrechen verübt. Die Kasse ist Der Antrag, die Gauversammlungen nur alle zwei Jahre, und ältesten Kölner Genossen, aus dem Leben geschieden. Im Jahre 1842 revidiert und in Ordnung befunden worden. Zu Köln ist Genosse Jean Kröger, einer der von der Aufsichtsbehörde im Beisein des Herrn Dr. Pape mehrfach zwar nach dem Verbandstage abzuhalten, wurde allgemein als wurde er in Köln geboren, lernte das Schreinerhandwerk und trat bereits tracht, daß seit dem Januar d. J. die Vorstandsmitglieder, bis auf awedmäßig bezeichnet. 1862 dem von dem ehemaligen Redakteur der„ Neuen Rheinisch. Ztg." den Vorsitzenden und einen bürgerlichen Arbeitgeber, sämtlich neu In seinem Schlußwort bemerkte der Verbandsvorsitzende Heinrich Bürgers, geleiteten Arbeiter- Bildungsverein bei. Beim Auf- Amte find, also mit einer Pflichtverletzung im Juli v. J. Brey, es seien in der Debatte sehr viele Dinge vorgebracht wor- treten Laffalles schloß sich Kröger mit den meisten Mitgliedern nichts gemein haben können. Die beantragte Vernehmung der alten den, die man sich hätte schenken können, ohne bei seinen Mandat- des Arbeiter- Bildungsvereines dem Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vorstandsmitglieder in dieser Angelegenheit wurde rundweg abgegebern in den Verdacht zu kommen, die Interessen der Mitglieder verein an. Die Feldzüge von 1866 und 1870/71 sahen ihn unter hier nicht genügend vertreten zu haben. An den vorgetragenen den Fahnen. Nach den Kriegen war er eifrig in der Fachvereins- Herr Dr. Pape scheint unumschränkter Herrscher von Weißenfee Mängeln trage nicht allein der Hauptvorstand die Schuld. Allen bewegung seines Berufes tätig. Unter dem Sozialistengesetz bat au sein. Die Einwohnerschaft wird sich auf neue Taten gefaßt aufein. Wünschen wegen Lieferung von Agitationsmaterial könne der Vor- wacker er und unerschrocken gearbeitet. Später errichtete stand auch in Zukunft nicht nachkommen. Wenn es, wie zur Haus- Kröger, nachdem er selbst harte erfolgreiche Stämpfe mit der agitation, notwendig sei, werde der Vorstand nicht mit Material staatlichen Unfallversicherung durchgefochten hatte, eine AuskunftsArbeitssklaverei im freien Amerika. fargen. Wenn die Extrasteuer zu einem ungünstigen Zeitpunkt ftelle in Sachen der Unfall, Alters- und Invalidenversicherung. nischen Regersflaven die Entrüstung der gesamten gebildeten Welt Ein halbes Jahrhundert ist es her, daß die Leiden der amerikas ausgeschrieben worden sei, liege dies daran, daß die Aussperrungen m Jahre 1894 wurde unter Mitwirkung der Partei und der erregten, und eine Bewegung ihren Ursprung nahm, die in letter eben zu dieser Zeit gekommen seien, wo man sie nicht erwarten gewertschaftlichen Organisationen die unentgeltliche Auskunftsstelle konnte. Es sei nicht möglich gewesen, im September vorauszusehen, der Rheinischen Zeitung" gegründet und Jean Kröger übernahm Daß ähnliche Zustände heute noch in den Vereinigten Staaten Linie zu dem Sezessionskriege und der Negeremanzipation führte. was im Oktober geschehe. Die Kritik über das Verhalten des Vor- die Raterteilung gegen eine überaus geringe Entschädigung. standes bei Streits fönne er nicht für berechtigt anerkennen. Es 1. Januar 1901 fand die Eröffnung des Kölner Arbeiter- existieren, beweist eine Gerichtsverhandlung, die vor wenigen fei wohl angebracht, aussichtslose Streits beizeiten abzubrechen, um fefretariats statt. Als Sefretäre hatte man Genoffen Adolf Hof- Tagen vor dem New Yorker Bundesgericht geführt wurde. Wie den Zweck dann bei gelegenerer Zeit zu erreichen. Ein verlorener richter und den alten Jean Kröger gewählt; und bis vor wenigen bor 50 Jahren ist es eine Frau, die mutig den Kampf gegen die Streit bringe durchaus nicht immer die angeführten Vorteile. Er Monaten, bis zu seiner Erkrankung, ist der nunmehr Gestorbene flavenhalter aufnimmt. Wählte Harriet Beecher- Stowe die Form könne sich mit dem Verlangen, den Gauleitern mehr Spielraum zu dort als zweiter Sekretär tätig gewesen. Seine Auskunfterteilung, des Romans, um Sympathie für die gequälten Opfer zu eriveden, laffen, nicht einverstanden erklären. Das entscheidende Wort müsse die, wo es angebracht war, in plattkölnischer Mundart vor sich ging, so haben sich jetzt die Zeiten geändert. In der Robe des Anwalts der Vorstand haben, der ja auch die Verantwortung zu tragen habe. war flar und bündig. Das Vertrauen zu Jean Kröger war ins- wirft Frau Quakenbos, eine tapfere deutsche Frau, den Fronherren Wenn gesagt worden sei, die Extrabeiträge könnten teilweise nicht besondere in den Kreisen der Allerärmsten und nicht zum mindesten den Fehdehandschuh hin. Ihr ist es gelungen, einen flaren Fall getragen werden, so sei das unzutreffend. In Frankfurt hätten bei den Frauen dieser Kreise ein unbegrenztes. Es hat ihm den zur Kenntnis der Behörden zu bringen, der deutlich beweist, daß Die leitenden Kollegen die Gegnerschaft gegen die Extrasteuer ge- Ehrennamen Armenvater" eingetragen. Das Andenken Jean große Holzgesellschaften in Florida zur Ausbeute ihrer Holzmoore nährt und fruttifiziert. Wenn man den Kollegen ein halbes Jahr Krögers wird von der Kölner Arbeiterschaft für immer in Ehren ge- weiße Sklaven verwenden, die sie von bewaffneten Negern belang sage, ihr könnt nicht zahlen, sei es kein Wunder, wenn diese halten werden. wachen lassen. Es handelt sich um einen 50jährigen Russen, Benes schließlich auch glauben. In Wirklichkeit sei nicht das. wirtschaftReichstagskandidatur. Im Wahlkreise Mörs- Rees( Nieder- agentur nebst 50 anderen Arbeitern anfang Juni nach den Holzjamin Wilenski mit Namen, der durch Vermittelung einer Arbeitsliche Unvermögen, sondern weil es eine Maßregel des Vorstandes war, der Grund gewesen, die Beiträge nicht zu leisten. Weiter rhein) wurde der Genosse Rudolf Bühler, Parteisekretär in Eſſen, lagern in Florida gesandt wurde. Den Leuten wurde freie Beweist der Redner verschiedene von einzelnen Bahlstellen erhobene aufgestellt. Im Jahre 1898 erhielt Genosse Bebel 214 Stimmen, föftigung und Ginquartierung, sowie ein und ein halber Dollar Vorwürfe zurück und empfahl, die Anträge, soweit sie sich auf die mehrere industrielle Anlagen aufweist, hoffen unsere Genossen auf jeder Mann 13 Dollar bezahlen; an dem Bestimmungsort Buffula Vermehrung der Gaubeamten beziehen, einer Kommission zu über- mehrere einen bedeutenden Stimmenzuwachs. weisen, dem auch stattgegeben wurde. Bluff, etwa 12 Stunden von Jacksonville entfernt, wurden ihnen jedoch 18 Dollar abgenommen. Die Leute wurden in die Sümpfe geschickt, wo sie knietief im Wasser stehend von den Bäumen das zur Terpentinbereitung verwendete Harz einzufammeln hatten. Die Arbeitsstelle wurde von stämmigen, mit Flinten bewaffneten Megern bewacht, die Anweisung hatten, jeden, der etwa entfliehen wollte, ohne weiteres niederzuknallen. Außerdem war über je 10 Arbeiter ein Aufseher gesetzt, der die Leute mit der Heppeitsche nicht die vorhandene Buchführung im Kassenwesen noch übersicht- Straffonto der Preffe. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten in bearbeitete, falls sie nicht schnell genug beim Einsammeln des Harzes waren. Wilenskis Körper war über und über mit Narben Der Verbandstag erklärt sich mit den ausgeschriebenen Extra- Flöha wurde der Genosse Wendel von der bedeckt, die von der grausamen Behandlung durch die Aufseher herbeiträgen einverstanden und verpflichtet die Bahlstellenleiter, ba- 3 Chemnis vor einiger Zeit vom Chemnizer Schöffengericht zu rührten. Die Kost, welche den Arbeitern gereicht wurde, war un100 W. Geldstrafe verurteilt. Vor der Berufungsinstanz wurde ers für Sorge zu tragen, daß die noch restierenden Extrabeiträge bis wiesen, daß es in dem Betriebe, troßdem die Gewerbeinspektion genügend und mußte noch obendrein auf den von Ungeziefern spätestens zum 1. Oktober d. J. entrichtet werden. wimmelnden Schlafmatraßen eingenommen werden. Die HolzLokalfaffe, einerlei ob Lotalbeiträge oder sonstige Einnahmen, in Dampfheizung die Heizung fehr mangelhaft war, daß der Stunden- die Arbeiter ständig in der Gewalt zu haben, wurde nicht bar be Lokaltasse, einerlei ob Lotalbeiträge oder sonstige Einnahmen, in und der Speisesaal voll Schmink waren, daß vor Anlage einer gesellschaft, die Hodges Milling Co. zwang ihre Leute, in einem Die Zahlstellen sind verpflichtet, sämtliche Einnahmen für die nichts auszusetzen hatte, nicht zum Besten aussah, daß die Aborte Stunden- Baden, den sie selbst betrieb, alle ihre Einfäufe zu machen. Um der Abrechnung für die Lokalkaffe einzustellen. Damit schloß die Vormittagssizung. lohn von 21 Pfennig auf 18 Pfennig herabgesetzt worden war. Das Landgericht ließ trotzdem die Strafe bestehen, weil die Tatsachen zahlt, sondern der Betrag für die gelieferten Waren wurde auf übertrieben und entstellt seien und die Notiz der Boltsstimme" nur heraus, daß der Arbeiter am Löhnungstage der Gesellschaft noch den Lohn in Abzug gebracht. Selbstverständlich kam es stets so die Tendenz gehabt habe, das gute Verhältnis zwischen Unternehmer Geld schuldete. Nach den in Florida geltenden Gefeßen durften die und Arbeiter zu zerstören. Arbeiter den Dienst bei der Gesellschaft nicht verlassen, bevor ihre Schuld getilgt war. Noch schlimmer als im Buffalo Bluff lagen die Verhältnisse in einem anderen Lager der Gesellschaft, in Maytown, wo Wilensti auch einige Tage arbeitete; dort wurden die Leute beim Morgengrauen von den Aufsehern aus dem Schlafe ge= peitscht und an die schwere Arbeit getrieben. Wilensti erhielt Wir haben kein anderes Ergebnis der Rundfrage erwartet, als es nun vorliegt. Die Vorstände der Gewerkschaften haben in der Tat Sturm" betitelt, hatte die Staatsanwaltschaft zu Bochum den bei dem Gesellschaftsladen einbehalten wurde. Der Besitzer der Wegen Veröffentlichung eines Gedichts 3um durch New Yorker Freunde 30 Dollar gesandt, von denen ihm jedoch nur 10 Dollar ausgefolgt wurden, während der Rest für Schulden" allen Anlaß, die für sie höchft kompromittierenden Verhandlungen Genossen Lingweiler vom Bochumer, Voltsblatt" in hoch Arbeitsagentur, ein gewisser Schwarz, wurde vom Bundesgericht nach wie vor mit dem Schleier des Geheimnisses zu bedecken. notpeinliche Untersuchung, gezogen. Eine andere Frage ist aber, wie sich die breiten Massen Beitrag zur Stichwahlagitation in Hagen- Schwelm war, ein Artikel von 3000 Dollar jedoch auf freiem Fuße gelassen. Schwarz legte Da auf das Gedicht, das ein in vorläufige Untersuchungshaft genommen, gegen eine Bürgschaft der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu über die russische Revolution folgte, so witterte die Staatsanwalt die Aufträge der Firmen vor, die von ihm Arbeiter bezogen hatten dieser Fortsetzung der Geheimnisträmerei stellen. Sie haben das schaft Aufreizung zu Gewalttätigkeiten. Sie hat sich aber inzwischen und es ergab sich, daß einer seiner Auftraggeber fogar ein Bischof Recht nicht nur, sondern geradezu die Pflicht, zu verlangen, daß überzeugt, daß sie sich geirrt hat. Dem Genossen Lingweiler wurde war. Außerdem hatte er noch an mehrere Landgesellschaften italieihnen endlich reiner Wein eingefchenkt wird über den Kurs, den ihre mitgeteilt, daß das Verfahren eingestellt sei. Führer steuern. An den Gewerkschafts mitgliedern, die doch nische und deutsche Arbeiter geliefert. Die Bundesregierung hat schließlich die entscheidende Instanz sind, ist es daher, jetzt in ihren Es erscheint möglich zu sein, daß man dies erwarten kann" sofort eine Anzahl gewiegter Geheimagenten nach Florida entsandt. Versammlungen die Angelegenheit zu erörtern und gebieterisch die Ueber die Frau in der Arbeiterbewegung sollte Genossin Luise die an Ort und Stelle die schweren Anklagen prüfen sollen, die Freigabe des kompromittierenden Protokollteils zu verlangen. Bieg Hamburg in Lengsfeld Rhön reden. Der Bürger- Frau Rechtsanwalt Quakenbos im Namen ihres Mandanten erIm übrigen ist es wohl nicht nötig, den auf beiden Beinen meister verbot jedoch mit folgender Begründung die Versammlung: heben hat. hintenden Vergleich der Generalfommission zurückzuweisen, daß die Nach der diesseitigen( Brr!) Gesetzgebung ist die Abhaltung einer Massenstreiterörterung in Berlin auf eine Stufe zu stellen sei mit Bersammlung zu unterfagen, wenn durch diese eine Gefahr für die gewiß unter Umständen nötigen internen Besprechungen über An- öffentliche Ordnung zu befürchten ist. Es erscheint möglich zu sein, fchläge der Scharfmacher. Der Vergleich ist schlechterdings unsinnig daß man dies erwarten fann." Auf eingelegte Beschwerde bei der Es erscheint nicht trotz des Pathos, mit dem die Generalfommission ihn vorträgt. Bezirksdirektion wurde das Verbot bestätigt. Der später eingetroffenen Mitteilung des Vorwärts" setzt sie bloß möglich, sondern sogar gewiß zu sein, daß man von Weimarhinzu: schen Behörden in Punkto Sozialistenbekämpfung mancherlei erAuch die Leipziger Boltszeitung" wird nummehr in den warten kann. nächsten Tagen mit dem Abdruck des fraglichen Protokollteiles beginnen. licher zu gestalten ist. Aus der Partei. Der Beschluß des Parteivorstandes auf Veröffentlichung des Protokolls der Gewerkschaftskonferenz ist bisher von drei Parteiblättern vermerkt worden. Die Leipziger Volkszeitung" hatte zu dem ablehnenden Beschlusse der Generalfommission bemerkt: Das Hamburger Echo" hatte zu der Ablehnung der Generaltommission geschrieben: " ,, Voltsstimme " " Aus Leipzig wird uns vom. 8. Auguft telegraphiert: Genosse Seger von der Leipz. Volkszeitung" wurde heute von der Leipziger Straffammer wegen Beleidigung eines Insterburger Nichters zu drei Monaten Ge fängnis berurteilt. Verpufft. Soziales. Zum zweitenmal ihres Auntes enthoben. Weißensee, den 4. August 1906. Die Generalfommission fühlte sich ja veranlaßt, die Zentral- find die Vorstandsmitglieder der Weißenseer Ortsfrankenkasse. Wie borstände dahin zu beeinflussen, die Freigabe des Brotokolls nicht wir schon berichteten, sollte der Vorstand seine Tätigkeit am Montag zu empfehlen. Ob sie in ihrem Schreiben an die Bentralvorstände wieder aufnehmen. Es war ihnen folgender Bescheid zugegangen: auch die Gründe angeführt hat, die vom Parteivorstand und in der Parteipresse für die Veröffentlichung geltend gemacht worden sind, geht aus obiger Antwort nicht hervor. Wie dem nun auch fei: Wir vermögen bei dem großen und allgemeinen Interesse, das man den auf der Konferenz erörterten Fragen in der Partei Forpobl als in den Gewerkschaften nach wie vor entgegenbringt Da die Vorstandsmitglieder die Erklärung der Amtsniederlegung zurückgezogen haben, so werden die Geschäfte der Kasse dem Vorsitzenden des Vorstandes am Montag, den 6. d. M., nach Schluß der Dienststunden durch den kommissarischen Verwalter wieder übergeben werden. Lungenheilanstalt Görbersdorf. Herr Dr. M. Krisowski sendet uns eine Buschrift, der wir nachfolgend unter Fortlassung verschiedener Beleidigungen Raum geben. Der Herr schreibt: „ Es haben mehr Entlassungen als im angeführten Falle stattgefunden und würden noch ein paar stattgefunden haben, wenn die Betreffenden nicht im Vorgefühl des Kommenden ihren Aufenthalt hierselbst freiwillig abgekürzt hätten. Speziell die in den„ Klagen" angeführte Entlassung hat stattgefunden, weil die„ Patienten" früh 51/2 Uhr beim Einklettern durchs Fenster ertappt wurden, ohne nachweisen zu können, wo sie die Nacht zubrachten. Ist dies ja an sich Grund zur Entlassung, so war auch der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, daß die häufigen Beschädigungen der Gartenanlagen von derartigen Morgenspaziergängen" herrührten." Aus Induftrie und Handel. Wandlungen in der Eisenindustrie. Was die Hüttenzechen für das Kohlensyndikat, das scheinen die Werkseisenhandlungen für den Stahlwertsverband werden au wollen. eine fam Internationale Frauenwahlrechtsvereinigung. Mit den Werkseisenhandlungen wächst neben dem Verbande eine Veröffentlichung über den so bedeutenden Ueberschuß in Einklang zu lung, was er im ersten Sage seines Entscheides als öffentliche Organisation heraus, die berufen ist, dessen Tätigkeit, falls er auf- bringen? Der russische Budgetschwindel ist eine famose Reflame für Bersammlung anerkannte. Ist denn auf all diesen Aemtern fein Exemplar des an sich ja so miserablen preußischen Vereins- und Versammlungsfliegt, zu übernehmen. Und es find wieder die großen Werke, welche die nächste Anleihe. rechtes vorhanden, oder haben es die Herren nicht studiert, oder fich auf solche Weise auf event. Fälle vorbereiten und damit in Eisenbahngewinne. Der Reingewinn der Eisenbahnen in den wieder vergessen, oder wollen fie es nicht studieren? Erst der ihren Ansprüchen an den Verband natürlich nicht bescheidener Vereinigten Staaten und Kanada für die Zeit vom 1. Juli 1905 bis Minister war zur gesetzlichen Anwendung fähig und mußte die werden. Dadurch, daß eine Großhandlung mit mehreren Werken zum 30. Juni 1906 wird auf 795 790 100 Dollar angegeben. Ein Stüffel erteilen. Nach rund 7 Monaten ist es in Breußen also schon liiert ist, werden auch die Fusionsbestrebungen unter diesen selbst amerikanisches bürgerliches Blatt fagt bei Besprechung dieses Re- möglich, Polizeiwillfür wieder in Recht zu verwandeln. Sehr ers befördert und erleichtert. Auf diesem Gebiet ſcheint eine Rolle fultates:" Es iſt nicht leicht, sich eine Vorstellung von der Bedeutung mutigend für Beschwerdeführer und- fernere„ Gesezesunkenntnis" verbotslustiger Polizeiobrigkeit! spielen zu wollen Kommerzienrat Klöckner Duisburg. Klöckner fo ungeheurer Summen zu machen." war bisher Direktor der Eisengroßhandlung Karl Spahr G. m. b. finderleicht sich eine solche Vorstellung zu machen. Diese gewaltige Ein sozialistisches Blatt antwortet darauf:„ Unsinn! Es ist In Kopenhagen Im Juli gründete er eine eigene Großhandlung und hat bereits für Summe stellt Werte dar, die nicht wie die Beeren an den Büschen sind Vertreterinnen der internationalen Frauenwahlrechtsvereinigung mehrere Werke den Verschleiß der nicht vertraglichen anderweitig wachsen, sondern als reiner Ueberschuß durch die Arbeiter erzeugt au einer Tagung zusammengetreten. Den Vorsitz führt Mrs. Carrie festgelegten Produkte übernommen. Nun hat Klöckner auch schon wurden, nachdem alle Ausgaben, einschließlich der großen Gehälter Chapmann Catt. Vertreten sind fast alle Länder Europas und die eine andere Eisengroßhandlung verschlungen; die Firma G. Schöne der hohen Beamten, gedeckt sind. Diese 800 Millionen Dollar zahlen Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada. in Köln ist durch Kauf in seinen Befit übernommen. Klöckner ist die Arbeiter noch ertra, damit fie in der Lohnsflaberei erhalten Eine Kolonie will Upton Sinclair, der Verfaffer von The das ausführende Organ; welche Interessen treibend wirken, bleiben, das ist die Bedeutung!" Jungle" gründen, um den Frauen die Plage der Hausarbeit und Vor einer hauptsächlich aus läßt die Aufzählung der von Klöckner besetzten Ehren- Eine Unstimmigkeit. Die Börsenblätter weisen fortgesetzt darauf Kindererziehung zu erleichtern. Er ist Mitglied des Aufsichtsrates hin, daß das Kohlensyndikat sich gezwungen sehe, englische Kohlen Sozialisten bestehenden Buhörerschaft hielt er fürzlich einen Vortrag folgender Gesellschaften: Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie, zu kaufen, um den dringendsten Ansprüchen genügen zu fönnen. über seinen Stolonialplan in New York. Eine Ortschaft mit hundert Lothringer Hüttenverein Aumey- Friede in Kneuttingen, A. Schaaff- Auch im Bividauer Revier sollen die Zechen überreich mit Aufträgen Familien soll gegründet werden, wo die Kindererziehung sowohl als auch alle häuslichen Verrichtungen wie fochen, waschen und der haufenscher Bankverein, Mülheimer Bank in Mülheim a. b. S., versehen sein. Nun lesen wir in der Börsen- 8tg." folgendes: Aft.- Ges. de Fries u. Co. in Düsseldorf, Maschinenbauanstalt HumEine eigenartige Klage fommt aus dem Zwidauer Revier: gleichen gemeinschaftlich ausgeführt und dadurch erleichtert und Sinclair, obgleich selbst Barteigenoffe, Die dortigen Kohlenproduzenten weisen darauf hin, daß sie nach verbilligt werden würde. aold in Kalt bei Köln, Bergischer Gruben- und Hüttenverein, Siegdie Sache nicht als ein sozialistisches Unternehmen, Bayern und Thüringen wegen des billigen Angebots westfälischer will die Sache nicht als Rheinische Hütten- Aft.- Ges., Aft.- Ges. Jsselburger Hütte, CarboneKohle nicht liefern tönnen, während das Kohlensyndikat nach sondern als einen Plan aufgefaßt wissen, um zugunsten der Haus. Licht- Gesellschaft m. b. H. in Berlin, Schwenner Eisenwerk Müller feinen eigenen Bekanntmachungen zurzeit gezwungen ist, englische frauen und Familienmütter Arbeit und Geld zu sparen. Es kommt u. Co., Maschinenbau- Aktiengesellschaft Balcke, Internationale Rohle zu laufen, um seinen Verpflichtungen nachzukommen; das natürlich sehr auf die Frauen dabei an. Kohlenbergwerks- Aft.- Ges., Deutsche Vereinigung zur Verwertung Syndikat möge im nationalen Interesse den Bezug aus England von Zuckerschnitzeln m. b. H. und Trachandvereinigung Aft.- Ges. einstellen und dafür die genannten Gebiete den anderen in in Berlin. Außerdem ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats des ländischen Werken überlassen. Auf den ersten Blick scheint dieser Vorschlag berechtigt und der dadurch dem Syndikat gemachte Vor Hasper Eisenwerks, der Aktiengesellschaft Bulkan in Krefeld und wurf nicht ohne Grund. Es ist aber hierbei zu berücfichtigen, stellvertretender Vorsitzender bei der Mittelrheinischen Bank in Duisdaß die Lieferungen des rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats burg sowie bei der Krefelder Stahlwerke Aktiengesellschaft. nach Bayern und Thüringen schon vor längerer Zeit abgeschlossen find; andererseits ist der sächsische Kohlenmarkt zurzeit derart in Anspruch genommen, daß Borräte auf den Werken gar nicht vorhanden sind. und Nebenämter ahnen. Russischer Schwindel. " Hus der Frauenbewegung. Ein Stücklein preußischer Verwaltungsbureaukratie. Gewöhnlich find solche Koloniepläne ganz gut gemeint und in der ersten Begeisterung wird ein vielversprechender Anfang gemacht, aber bald scheitern fie an der Abhängigkeit der Kolonisten und an der Beschränktheit der Mittel und an der kapitalistisch eingerichteten Belt ringsum. Verfammlungen. " Welchen Einfluß die Werkseisenhandlungen in der Eisenindustrie noch ausüben werden, läßt sich jetzt noch nicht vollständig überDie Delegiertenwahl zur Ortskrankenkasse der Schneider, die schauen, jedenfalls fördern fie die Bildung einiger monopolistischer dritte Wahl im Laufe eines Jahres, findet am Montag, Gebilde, die in großem Rahmen nicht nur die gesamte Produktion Wenn die sächsischen Werke genügend Absatz hätten, würden sie den 13. August, abends von 6-9 Uhr, in Kellers Neuer Philin allen ihren einzelnen Phasen umfassen, sondern auch die Organi- fich über den Ankauf englischer Kohlen jedenfalls nicht alterieren: harmonie, Köpeniderstr. 96/97, statt. Der Verband der Schneider sation des Verschleißes in der Hand haben. Auf verschiedenen Der andere Einwand ist vollständig hinfällig. Es steht doch auf und Schneiderinnen hatte am Dienstag für die Mitglieder der jeden Fall nichts entgegen, daß das Kohlensyndikat fächsische Kohlen affe eine öffentliche Versammlung nach den ArminWegen, aber unaufhaltsam geht es vorwärts mit der industriellen fauft, wenn es schon kaufen muß und dort ein Angebot vor- hallen einberufen, um sie auf die außerordentliche Wichtigkeit dieser Konzentration. handen ist. Wahl aufmerksam zu machen. Täterow schilderte hier, welche Genossenschaftsbrauereien. In Hannover haben die Wirte, um Umstände dazu führten, daß die Staffe jetzt kommissarisch verwaltet Die Welt will betrogen fein! Das wissen die russischen Staats- der Diktatur des Brauereiringes zu entgehen, eine Genossenschafts- wird und die Mitglieder jedes Einflusses auf die Verwaltung ents männer und sie haben schon oft demgemäß gehandelt. Bei allen brauerei gegründet durch Uebernahme der Fontaineschen Brauerei in behren, ja, nicht einmal über den finanziellen Stand der Kaffe unter Gelegenheiten; dann aber immer am tollsten, wenn man vom Aus- Wülfel. Der Kaufpreis beträgt 450 000 M. Die Gründung einer richtet sind. Die schmählichen Treibereien des Reichsverbandes" lande Geld haben wollte. und des unter seinem Einfluß stehenden Kassenborstandes, die zur Man kann daher den Grad der weiteren Genossenschaftsbrauerei ist in Vorbereitung. Ungültigkeitserklärung der Wahl vom 27. November 1905 führten; Schwindeleien als Maßstab für die Geldnot bewerten. Und dann die Wahlfälschungen durch den Vorstand bei der zweiten Wahl, muß es böse aussehen mit den russischen Finanzen, denn der am 22. Mai 1906, die den Staatsanwalt nötigten, Anklage Finanzminister muß schon sehr verwegene Aufstellungen machen, um Broda und Schmidt zu ers dem Auslande den wirtschaftlichen Abgrund, vor dem Rußland gegen die Vorstandsmitglieder heben und die Einsetzung der kommissarischen Verwaltung steht, zu verschleiern. Kotowget fommt nicht mehr mit der über das alles ist ja seinerzeit auch tunstvollen Frisur der Finanzausweise zurecht, er reftifiziert Wie die preußische Polizei den Frauen das Versammlungsrecht zur Folge hatten, Die Behörde fogar feine zahlenmäßigen Angaben. Besonders kraß stehen die illusorisch macht lehrt folgender Fall. In Erfurt forderte die im Vorwärts" ausführlich berichtet worden. Angaben des russischen Finanzministers in der vorzeitig beseitigten Vertrauensperson der Genofsinnen die Frauen und Mädchen öffent hat sich nicht besonders beeilt, um die Mitglieder wieder zu Reichsduma dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Stand der lich auf, die Volksversammlung am 21. Januar, dem ber ihrem gefeßlich garantierten Einfluß auf die Kaffenverwaltung zu russischen Finanzen gegenüber. Im russischen Budget für das haßten roten Sonntage", zahlreich zu besuchen. Die Polizei verbot verhelfen. Waren seit der ersten ungültig erklärten Wahl bis zur Laufende Jahr beträgt das Defizit rund 481 Millionen Rubel. darauf die Versammlung, erlaubte" fie aber dann unter der von zweiten, die dasselbe Schicksal ereilte, 5 Monate verstrichen, so Dann entdeckte der russische Finanzminister Kokowzew auch in dem ihr vorgeschriebenen Bedingung, daß Frauen und Mädchen teinen bauerte es diesmal über 21, Monate, bis die Mitglieder ihre Rechte borjährigen Budget zufällig" ein Manto von 180 Millionen Rubel, Butritt hätten und diese Tatsache noch vor dem 21. Januar in der als Wähler geltend machen können. Umsomehr sollten nun die Mits allerdings gelang ihm dies erft, nachdem die legte große Anleihe Tribüne" öffentlich betanntgemacht würde. Gegen biefe glieber alles daran segen, dafür zu forgen, daß wieder gefeßliche, Der Redner perfett gemacht worden war, und die russische Regierung statt der Willkür wurde Beschwerde erhoben, doch antwortete unterm geordnete Verhältnisse in der Kasse geschaffen werden. nominellen zirka 850 Millionen Rubel etwa 680 Millionen Rubel 12. Februar der Erfurter Regierungspräsident v. Fidler, daß er es wies besonders darauf hin, daß hier auch die Frauen die so seltene erhielt. Sieht man von allen sonstigen der Deffentlichkeit noch vor- ablehnen müsse, jezt noch in eine Prüfung des Vorgehens der Gelegenheit haben, als wähler ihren Einfluß geltend zu machen, enthaltenen dringenden Zahlungsverpflichtungen der russischen Regierung Polizei einzutreten". Das bedeutete eine Sanktionierung schranken was bei der so überaus großen Zahl weiblicher Kaffenmitglieder ab, dann müßten selbst nach diesen offiziellen Angaben des russischen losester Polizeiwillkür, weil dadurch jede Beschwerde hinfällig wurde, außerordentlich wichtig und beachtenswert ist. Liegt es doch in Finanzministeriums nach Deckung des Defizits der Jahre 1905 und vorausgesetzt, daß der Termin der verbotenen Versammlung bereits ver- ihrem, wie im Interesse aller Mitglieder, daß sie dem Grundsatz der 1906 noch 20 Millionen Rubel verbleiben. Dazu kommt der Betrag strichen. Der Oberpräsident der Broving Sachsen, Herr v. Bötticher, ließ sich Selbstverwaltung: Alles durch und alles für die Mitglieder, zum Die Versammlung nahm nach dem mit all von etwa 200 Millionen Rubel, den die russische Regierung laut aber am 7. Mai doch so weit herab, in eine Prüfung des Verbots Siege verhelfen. Budget von 1906 an Japan zu zahlen hat, was aber aus bisher einzutreten, fand aber die Fernhaltung der Frauen aus einer gemeinem Beifall aufgenommenen Vortrage einstimmig folgende nicht bekannten Gründen unterblieben ist. Sonach müßte nach offi- Boltsversammlung gerechtfertigt, da zu„ Bereins"-Bersamms Resolution an: " Die Versammelten versprechen, mit aller Kraft dafür wirken ziellen Angaben der Ueberschuß im außerordentlichen Budget Ruß lungen( 1) Frauen feinen Zutritt hätten. Es wurde also mit einem lands für 1906 etwa 220 Millionen Rubel betragen. Dazu kommt Federstrich aus einer öffentlichen eine Vereins bersammlung zu wollen, daß am Tage der Wahl, dem 13. Auguft, die Liste der noch, daß die ordentlichen Einnahmen Rußlands laut Aus- gemacht und so das Recht zurechtgelegt". Jetzt wurde der preußische Organisierten, die mit dem Namen Alde beginnt und mit 8ühlte weis des russischen Finanzministeriums in den ersten fünf Minister selbst bemüht, der unter dem 81. Juli endlich die Ent- endet, zum Siege geführt wird." Es folgte sodann noch eine kurze Diskussion, in der einige Fragen Monaten um 90,5 Millionen Rubel höher waren, als die vor scheidung fällte, daß all' die früheren Verfügungen nicht für zujährigen. Unter solchen Umständen konnte doch die Finanzlage der treffend zu erachten sind". Die beteiligten Dienststellen seien davon an den Referenten gerichtet wurden. Es hat sich unter dem bisrussischen Regierung als eine überaus günstige angesehen werden. in Kenntnis gesezt. Demnach haben am 6. August, wo der Entscheid herigen Kassenvorstand die Praxis herausgebildet, daß Selbstzahler, Indessen nimmt der russische Finanzminister felbst keinen Anstand, in die Hände des Beschwerdeführers gelangte, endlich die Frauen ihr die nicht ganz pünktlich ihre Beiträge entrichteten, fofort gestrichen frant und frei zu erflären, daß die Lage der russischen Finanzen Recht wieder hergestellt, munmehr ungehindert von Polizei an der wurden, vorausgesezt, daß es sich um Mitglieder handelte, die dem " schlimmer" ist als man sie darstellt. Staatssekretär Rotowzew be Versammlung am 21. Januar teilzunehmen. So werden Vorstande nicht genehm waren. Der Referent wies darauf hin, daß die Anmeldung, als freiwilliges, selbstzahlendes Mitglied innerhalb fannte aufrichtig, daß das, was von der letzten großen Anleihe übrig praktisch die Frauen um ihr Recht geprellt. bleibt, zur Deckung der Defizite der beiden Jahre auch nicht an- Für die Gesetzestenntnis" preußischer Verwaltungsbehörden ist acht Tagen nach Austritt aus dem Arbeitsverhältnis erfolgen muß nähernd ausreicht, er außerstande ist, den Hungernden auch nur ein dieser Borgang bezeichnend. Die Polizei verbietet die Teilnahme und daß die Kaffenbeiträge stets innerhalb vierzehn Tagen entrichtet Frauen an einer Boltsversammlung wenig aus eigenen Mitteln zu helfen und beeilte sich, noch hinzu- der ohne jegliche sein müssen. Zwischenmeister, die als Arbeitnehmer Mitglieder der Der Regierungspräsident erklärt, da die Kasse sind und als Arbeitgeber selbst wiederum Kassenmitglieder bes zufügen, daß das Defizit dieses Jahres, soweit sich bisher feststellen Angabe von Gründen, ieß, mindestens noch 94 Millionen Rubel betragen wird. Wie sind nun Sache vorbei sei, prüfe er sie nicht mehr. Der Oberpräsident prüft schäftigen, haben sowohl als Arbeitnehmer wie als Arbeitgeber diese offiziellen Angaben über ein Defizit mit der fürzlich erfolgten awar, stempelt aber im zweiten Sage zu einer Vereins versamms Wahlrecht. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Berantwortung. Theater. Ferdinand Bonns " -" Schiller- Theater. Urania. Berliner Theater. Schiller- Theater D.( Ballner- Theater). Schiller- Theater N.( Friedr. Bilb. b.) Wissenschaftliches Theater. Donnerstag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, den 9. Auguf Kleines Anfang 7%, Uhr. Neues Operntheater. Der Barbier Theater. Anfang 8 Uhr. | Th.) Donnerstag, Freitag: Geschloffen. Morwitz- Oper. Donnerstag, abends8uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Martha, ober: Der Markt zu Richmond. Freitag, abends 8 Uhr: Die Jüdin. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. OOLOGISCHER Täglich im Theater 8 Uhr: Sonnabend, abends 8ubr. Der jüngste Ausbruch des Vesuv. popul. Borst. und bei halben Preisen: Der Waffenschmied. Rom. Dper in 3 Atten v. A. Lorking. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. bon Sevilla. Cavalleria rusti- Ein idealer Gatte. Trianon- Theater. Metropol- Theater cana. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Die lustige Witwe. Schiller 0. Freitag und folgende Tage: Ein idealer Gatte. Harry Walden. Lord Goring ( 28alluer Theater.) Neues kgl. Operntheater Mortiz- Oper: Martha oder: Der Markt zu Richmond. Schiller N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Geschlossen. Komische Oper. Der Corregidor. Westen. Kinder- Oper. Die Nachtwandlerin. Zentral. Der Vogelhändler. Trianon. Die herbe Frucht. Luftspielhaus. Unsere Käte. Kleines. Ein idealer Gatte. Carl Weiss. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Tortajada. Spezialit. Bassage. Willy Prager. Spezialit. Weichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 1hr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Der Vogelhändler. ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Gastspiel Franceschina Prevosti: Der Barbier von Sevilla. Cavalleria rusticana. Freitag: Carmen. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schweizer Garten Am Königstor- Am Friedrichshain. Täglich: Theater- Vorstellung, CARTEN Spezialitäten u. Ball. Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Täglich Die herbe Frucht. Henry Bender, Josef Giampietro. Militär- Doppel- Konzert. 8 Uhr: Apollo- Theater Ant- in's Metropol! 10 Uhr! Täglich: 10 Uhr! Schalter II, A. Wertheim und In- Berlin im Omnibus. validendank. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Der Corregidor. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend zum 25. Male: Don Pasquale. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezw. in den unteren Sälen Lustspielhaus. Gottschalk Freikonzert Täglich abends Unsere Käte. Mittwochu. Sonnabend: Freitanz. 8 Uhr: Sommerpreise: Part. Fauteuis 3,20. 1 Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Vorher: Gute Spezialitäten! Anfang 8 Uhr. 26 7, Uhr: Garten- Konzert. Passage- Theater. Abends 8 Uhr Das glänzende Eröffnungs- Programm. 14 erstklassige Spezialitäten! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Em Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Lebensbild in 5 Att. v. Hedwig bt. Täglich Spezialitäten Borstellung. Im Sommergarten: Anfang 5 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anjang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Eintritt 1 M., b. 6 Uhr ab 50 Bf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter Filmsneueste Bilder. ,, Auf der Liebes- Insel". Operetten- Burleste in 1 ft. Mlle. Martha Bellvert mit ihren dressierten Bären. Piccards amerit. Pantomime: Die Einbrecher v. New York. Jeden Mittwoch: Kinder Freuden- Fest. Damentanz frei. Anfang 5 Uhr.- Entree 30 Pf. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Hermann Imbs. Täglich: Fabrik Frankreichs, daher täglich Gr. Konzert, Theater- und Den ganzen Tag Vorstellung Spezialitäten- Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sente: Großer Elitetag! Berlins bestes Spezialit.- Programm. Paul Coradini. Der Verschwender. Das unruhige Haus. 3m Saale: Gr. Elite- Ball. Anfang 4, Uhr. Billettborbert. b. 10-1 a. b. beatertaffe. Prater- Theater Staftanien- Allee 7/9. Täglich: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel." Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. 54 Oit wurden wir von vielen gefragt, worin das Massgebende bei der Herstellung einer Cigarette zu suchen ist und welche besondere Eigenschaft die eine Sorte gegenüber einer anderen auszeichnet. Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Von vielen Fabrikationsstadien sind vielleicht einige von hervorragenderer Wichtigkeit als andere, alle jedoch bei Erzeugung einer guten Qualität ausschlaggebend. Die unerreichte Fülle an Geschmack und Aroma, welche JOSETTI CIGARETTEN auszeichnet, beruht hauptsächlich auf 2 Umständen: Erstens: Sorgfältigste Auswahl der erlesensten gehaltvollsten aller erhaltbaren türkischen Tabakblätter. Zweitens: Völlige Reife dieser Blätter. 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August, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er sucht 15/15 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 6. August verstarb unser altes Mitglied Samuel Kirste im Alter von 59 Jahren an Magenleiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 4 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofes in der Marstraße aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht 146/10 Der Vorstand. 1. Deutsch- Amerikanischer| W. Noacks Theater. Zirkus Bon Norton B. Smith, Dir. Nat. Behrens. Größter und elegantester aller reisender Beltzirkuffe Berlin, Comeniusplat, Memelerstraße Heute, den 9. Auguft, abends 8 Uhr: Gr. Gala- Premiere mit einem hochsensationellen Attrak tionsprogramm. Preise der Pläge: Loge 2,50. Sperr fig 1,50. 1. Platz 1,25. 2. Platz 0,80. Galerie 0,40. Wochentag- AbendDirektion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Auf vielfachen Wunsch! 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Kollegen, in dieser Versammlung darf niemand fehlen! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Statistik wird nur noch in dieser Versammlung abgenommen. Auch ersuchen wir, endlich mit den Billetts bom Sommerfest abzurechnen. Der Vorstand. J. A.: Hanschke. Zentralverband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Freitag, den 10. August 1906, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 0 1. Bortrag des Genossen Wilh. Miethke: Die Kirche im Dienste des Kapitals. 201/7 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Abstimmung steht der Antrag Rigdorf betreffs der Beitragszahlung. Erscheinen aller Kollegen notwendig. Anfang präzise. Der Vorstand. Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung u. Tabakfabrik. Fabrik- Lager sämtlicher gangbaren Kau- u. Schnupftabake. Spezialität: Nordhäuser Kantabak. Ratiborer Schnupftabake: Essegger, Kownoer, Kardinal, Karotten usw. Neu! stets frisch zu billigsten Engrospreisen. Neu! 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Auf der Sparkasse unserer Stadt häuft sich der Segen; immer mehr schwillt die Zahl der Sparbücher an, immer höher werden die Beträge der Sparguthaben. Gegenwärtig sind in den Händen der Sparer rund 8W 000 Sparbücher— bei nicht viel inehr als 2 000 000 Einwohnern! Das macht etwa auf je fünf Einwohner immer zwei Sparbücher. Und auf jedes Buch entfällt im Durch- schnitt ein Guthaben von nahezu 400 M.! Nun ist aber dafür gesorgt, daß auch auf der Sparkasse der Stadt Berlin die Goldbcrge nicht bis in den Himmel wachsen können. Das Sparkassenstatut verbietet nämlich zweierlei: erstens, daß auf ein Buch mehr als zusammen 1000 M. eingezahlt werden: und zweitens, daß auf eine Person mehr als ein Buch ausgestellt wird. Infolgedessen müssen die Glücklichen, bei denen die Ersparnisse nicht in die Hunderte, sondern bereits in die Tausende gehen, sich mit ihrem Ueberschuß in die Vororte flüchten und ihn den dortigen Sparkassen anvertrauen. Es gibt ein paar Vorort- sparkassen, bei denen der Gesamtbetrag der Einzahlungen pro Buch weit über 1000 M. hinausgehen darf. Wesentlich hieraus erklärt es sich, daß die Sparkassen der Vororte in letzter Zeit eine sehr viel raschere Vermehrung der Einlagen gehabt haben als die Berliner Sparkasse. Den freisinnigen Kommunalweisen Berlins ist diese Konkurrenz der Vororte keineswegs erwünscht. Sie möchten durch eine entsprechende Aendernng des Spar- lassen st atuts dem sparenden Kleinbürger die Ein- zahlungsniiihe erleichtern, möchten zugleich der Berliner Sparkasse den Goldstrom möglichst ungeschmälert zusühren, aber— sie trauen sich's nicht recht. Das Sparkassen- kuratorium hat bereits ein neues Statut ausgearbeitet, das als Höchstgrenze 3000 M. festsetzt. Im Magistratskollegium, das jetzt darüber zu beraten hat, ist sogar vorgeschlagen worden, 5000 M. zuzulassen. Doch man fürchtet, daß dadurch Wesen und Zweck der Sparkasse verändert werden könnte. Statt der Leute, die dort nur ihre Spargroschen deponieren, werde man dann kleine Kapitalisten anlocken. Das ist natürlich nicht ganz unbedenklich für eine Sparkasse. Wenn mal aus irgendwelchen Gründen die„kleinen Kapitalisten" plötzlich alle miteinander ihre„Ersparnisse" zurückfordern, weil sie sie anderswo besser untergebracht glauben, dann kann das für die Sparkasse sehr unbequem werden. Die Verhandlungen über diese„Sparkassenreform" lenken von neuem die Aufmerksamkeit auf die alte Frage, was für Leute das eigentlich sind, die bisher ihre„Notgroschen" nach der Berliner Spar- lasse getragen haben, �n den bürgerlichen Blättern wird von Zeit zu Zeit auf jene Schätzcanhäufung hingewiesen, die wir oben schilderten, und es wird dann gern hinzugefügt, da sehe man wieder einmal, daß es den Berliner Arbeitern nicht schlecht gehe. Wir wissen nicht, wie zahlreich und mit welchen Beträgen die Arbeiter unter den Sparern vertreten sind. Aber das Zahlenmaterial, das über die Betriebs- ergebnisse der Sparkasse alljährlich veröffentlicht wird, macht es sehr wahrscheinlich, daß der Anteil der Arbeiterbevölkerung Nicht allzu groß sein kann. Gehörten die Arbeiter in erheblicher Zahl zu den Klienten der Sparkasse, so wäre zu erwarten, daß die Monate, in denen der Beschäftigungsmangel besonders fühlbar zu sein pflegt, eine starke Verminderung der Einzahlungen brächten. DaS läßt sich nun von der Berliner Sparkasse gerade nicht sagen. Die Sache liegt hier eher umgekehrt: das Quartal Januar bis März, das für die Arbeiterbevölkerung zumeist das schlimmste ist, pflegt ziemlich in jedem Jahre die zahl- reichsten und höchsten Einlagen zu bringen. Im Etatjahr 1904/05 entfielen auf das Quartal Januar bis März rund 234 000 Einzahlungen im Betrage von 18Vs> Millionen Mark, während das ganze Jahr nur 785 000 Einzahlungen im Be- trage von 62� Millionen Mark brachte, so daß der Durch- schnitt pro Quartal sich auf nur etwa 196 000 Einzahlungen im Betrage von 15� Millionen Mark stellte. Hierzu kommt noch eine andere, höchst merkwürdige Er- scheinung. Quartal für Quartal bringt fast ausnahmslos der erste Monat die meisten Einzahlungen. Im Etatjahr 1904/05 entfielen auf die Monate Januar, April, Juli, Oktober rund 301 000 Ein- zahlungen im Betrage von 24 Millionen Mark, während der Durchschnitt pro Jahresdrittel sich auf nur 262 000 Ein- zahlungen im Betrage von 20%j Millionen Mark stellte. Arbeiter kriegen doch ihren Lohn wöchentlich. Warum sollten sie just den ersten Monat jedes Quartals be- Vorzügen, um ihre Ersparnisse aus die Kasse zu tragen? Nach dem freundlichen Bild, das die Durchschnitts- berechnung uns bietet, hätte eigentlich wohl jede Arbeiter- familie mit fünf Köpfen einen Anspruch aus ihre zwei Spar- bücher mit einem Guthaben von zusammen 800 M. Die rauhe Wirklichkeit sieht sehr viel anders aus. Mit den» steigenden Wohlstand der Bevölkerung Berlins, vor dem das Sparkassenkuratorium die Waffen strecken will, kann es seine Richtigkeit haben. Aber der Anteil der Arbeiterbevölkcrung an den Goldbergen, die sich dort anhäufen, dürfte nur mäßig sein._ Gläubige Polen unter sich. Weil sie in Berlin nicht in ihrer Muttersprache zur Kommunion vorbereitet werden, waren acht- zehn Berliner Polenkinder in Posen zur Kommunion erschienen. Die Berliner Geistlichen erteilen den Vorbereitungs- Unterricht zur Kommunion nur in deutscher Sprache. Man plant die Schaffung eines Fonds, aus dem auch den Kindern armer polnischer Eltern die Mittel gegeben werden sollen, den Vor- bereitungsunterricht zur ersten Beichte und Kommunion in polnischer, statt in deutscher Sprache, sei es auch fern von Berlin, zu erhalten. Zwei Güterzüge zusammengestoßen. Durch den Zusammenstoß zweier Güterzüge wurde Dienstag abend der um 10,45 vom Stettiner Bahnhof nach Bernau abgc- lassene Vorortzug stark gekährdet. Der Zug, der um 11,13 in Blankenburg fällig ist, hatte Einfahrt erhalten und wollte in die Station einfahren, als auf einem Nebengleis sich der Zusammen- stoß zweier Güterzüge ereignete. Zwei Waggons wurden auf das Gleis des Vorortzuges geworfen, ein größeres Unglück wäre un- ausbleiblich gewesen, wenn nicht durch die Geistesgegenwart des Lokomotivführers der Vorortzug sofort zum Stehen gebracht wor- den wäre. Die Reisenden wurden nach Berlin zurückbefördert und konnten erst, nachdem sie einen anderen Zug bestiegen hatten, die Fahrt fortsetzen. Der Materialschaden ist bedeutend, ein Hilfszug, der nachts um zwei Uhr telephonisch verlangt wurde, ging sofort nach der Unfallstelle ab. Der gestrige Berliner Viehmarkt hat unter den Folgen des Zusammenstoßes zweier Güterzüge bei Blankenburg ernstliche Störungen erfahren. 4500 Schweine und 500 Kälber, welche mit diesen Zügen befördert wurden, konnten, bis zur Marktzeit nicht herangeschafft werden. Eine wesentliche Herabmindening der durch Funkcnauswurf herbeigeführten Wald- und Feldbrände an den Eisenbahnstrecken ist in diesem Jahre zu verzeichnen. Es ist dies eine ersreuliche Wirkung der von dem Eisenbahnministerium erlassenen Schutzbestimmunge», die im wesentlichen darauf hinausgehen, daß Böschungsbrände an der Bahn, sobald sie von dem Personal entdeckt werden, sofort zu löschen find, sowie der ausgedehnten Ausbreitung der Schutzstreifen, die an allen gefährdeten Stellen längs der gesamten Eisenbahn- strecken des preußischen Eisenbahngebietes angelegt sind. Gemeinsam abgestürzt sind beim Verlaffen eines in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens der Gcomcter Bohlande, Bruchsal- stvaße 15 und der Ingenieur Stark, Ansbacherstraße 39 wohnhaft. Die beiden Herren hatten bei einer Fahrt vom Leipziger Platz sich auf die Vorderplattform des Straßenbahnwagens Nr. 2703 der Linie 78 gestellt und wollten den Waggon an der Ecke der Uhland- und Pariserstraße verlassen. B. wollte nicht bis zur Haltestelle warten, sprang von dem noch in voller Fahrt befindlichen Wagen ab und blieb neben demselben auf dem Straßenpflaster liegen. St., der den Unfall nicht bemerkt hatte, verließ in demselben Moment den Waggon und stürzte ebenfalls zu Boden. Der Geometer erlitt eine tiefe Fleischwundc am rechten Fuße und Kontusionen an beiden Beinen, Stark eine Kopfwunde, sowie Abschürfungen im Gesicht. Beide wurden mittels Droschke nach der Unfallstation gebracht und von dort nach ihren Wohnungen übergeführt. Ein andererVcrkehrsunfall hat sich gestern morgen in der Grotzbcerenstraße zugetragen. Als der Arbeiter Franz Kaiser den Fahrdamm kreuzte, um in die Teltowerstraße zu ge- langen, wurde er von einem vorüberfahrenden Schlächterwagen umgerissen, unter die Räder geschleudert und überfahren. K. trug an beiden Unterschenkeln komplizierte Brüche davon und wurde nach Anlegung von Notverbänden auf der Unfallstation I nach dem Krankenhause An, Urban gebracht. lieber den Wert eines Menschenlebens gehen die Meinungen stark auseinander. LebenSversichernngsgesellschaften wissen davon zu erzählen, daß manchmal einer, der unter Brüdern keinen Schuß Pulver wert ist, nach seinem Tode mit etlichen hunderttansend Mark bezahlt werden will. Dagegen ist nicht selten von Leuten, die mal einen Mitmenschen aus Lebensgefahr retteten, die Er- fahrung gemacht worden, daß der Gerettete, wenn er seinen Dank in klingender Münze abstatten zu sollen glaubte, sich überraschend niedrig einschätzte. Eine Ueberraschung dieser Art soll einem Ring- kämpfer und Athleten namens Edmund Frachöt zuteil geworden sein, der vor einigen Wochen auf dem Wannsee an einem und demselben Tage gleich zwei Rettungswerke vollbracht und dabei vier Menschen vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt hatte. Erst fischte er einen Lebens- müden auf und brachte ihn trotz verzweifelter Gegenwehr glücklich ans Land. Und nachher zog er drei Segler aus dem Wasser, die in einem Gewittersturm mit ihrem Boot gekentert waren. Freunde des Retters haben uns mitgeteilt, daß er von der Mutter des Lebens- müden, einer in Wannsee wohnenden Frau M., zweiMark er- halten habe. Die Errettung der drei Segler, unter denen sich ein gleichfalls in Wannsee wohnender Herr von Fl. befand, soll dem Retter mit einem Zehn mark st ück bezahlt worden sein. Speziell dieser zweite Fall hat den Athleten verblüfft. Er hatte die drei Herren für ganz besonders wertvolle Exemplare der Spezies Mensch gehalten, und in zweien von ihnen vermutete er sogar Offiziere. Aber auch sie haben das Verdienst, sie der Welt erhalten zu haben, nur sehr gering geschätzt. Eine schwere Benzincxplosio» erfolgte gestern nachmittag im neu- erbauten Virchow-Krankenhause. In einem der Krankenpavillons waren mehrere Arbeiter mit dem Legen von Leitungsrohren be- schäftigt. In der Nähe des LötofenS stand ein großer Behälter mit Benzin, der durch daS nahe Feuer so stark angewärmt wurde, daß er plötzlich zur Explosion kam. Die Stichflammen trafen die Kleidung des in der Nähe stehenden Rohrlegers Klemens David aus der Lychenerstr. 16. Bevor es den hinzuspringenden Arbeitskollcn gelang, die Flammen an D. zu ersticken, hatte der Bedauernswerte so schwere Brandwllitden erlitten, daß er in bedenklichem Zustande in das Krankenhaus Westend emgeliefert werden mußte. Ertrunken. In einem Regenfaß ertrunken. Einen grausamen Tod hat die vierjährige Tochter Charlotte des MalerS Jäger aus der Sophic-Charlottcnstr. 80 gefunden. Die Kleine hatte sich auf einem Laubengrundstück in der Nähe der elterlichen Wohnung herum- getummelt, war dabei an ein hochgefülltcs Negenfaß herangetreten und kopfüber hineingestürzt. Als man den Unfall bemerkte und das Kind aus seiner entsetzlichen Lage befreien wollte, war eS bereits zu spät. Das bedauernswerte Geschöpf konnte nur noch als Leiche aus dem Regenfaß hervorgeholt werden.— Beim Baden ertrank der 13 jährige Schüler Hermann Kroll aus der Wallstr. 102. Der Knabe hatte am Salzufer an der Einmündung des Schiffahrtskanals in die Spree ein Bad genoinmen und sich unvorsichtigerweise weit in das Wasser hinansgelvagt. Als ein Schleppdampfer vorüberfuhr, geriet K. mitten in den Wellengang hinein und vergeblich versuchte er, sich an der Oberfläche zu halten. Er sank schließlich unter und ertrank. Auf der Maschine ohnmächtig geworden. In große Aufregung tvurden vorgestern die Passagiere des um 1.51 Uhr mittags in Breslau fälligen Berliner Schnellzuges versetzt, als der Train auf offener Strecke vor der Station Neumarkt durch Notsignal zum Stehen gebracht wurde. Das Bahnpersonal lief von Coups zu Coups, um sich zu erkundigen, ob nicht zufälligerweise ein Arzt im Zuge sei, was nicht der Fall war. Wie sich herausstellte, war der Lokomotivführer der Leitmaschine des mit zwei Lokomotiven ver- scheuen Zuges plötzlich ohnmächtig zusammengebrochen, worauf der Heizer den Train durch Anwendung der Notbremse zum Stehen brachte. Da es nicht gelang, den Erkrankten ins Leben zurnckzu- rufen, mußte der Führer der zweiten Maschine die Leitlokomotive übernehmen und den Zug bis Breslau fahren, woselbst der er- krankte Beamte sofort nach einem Krankenhause übergeführt wurde. Bei einem RettungSwcrk schwer verletzt wurde der Arbeiter Albert, welcher beim Löschen der Schiffsladung eines am Charlottenburger Ufer liegenden Lastkahns beschäftigt war. A. bemerkte, wie von einer vorbeifahrenden Zille ein Schiffersknecht abstürzte und anscheinend de? Schwimmens unkundig, sofort in den Fluten verschwand. A. sprang dem Ertrinkenden nach, und es gelang ihm auch, den Schiffer zu erfassen und, ihn mit der linken Hand haltend, nach dem Ufer zu schwimmen. Von benachbarten Zillen aus wollte man dem Arbeiter Hülfe leisten, und es wurde» dem Schwimmenden Staken entgegengestreckt, um ihn so an daS Ufer heranzuziehen zu können. Durch die Ungeschicklichkeit eines Schiffers wurde A. von dem scharfen Eifen einer Stange getroffen, deren Spitze ihm in den Hals drang und das Fleisch fast bis zum Schulterknochen aufriß. Der Arbeiter mußte sofort ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen. Der verunglückte Schiffer, der bereits besinnungslos war, konnte wieder in das Leben zurückgerufen werden. Fcuerwchrbcricht. Gestern früh kam um V[o Uhr in der Urban- straße 102 aus unbekannter Ursache in einer Tischlerei Feuer aus. Der 11. Zug war schnell zur Stelle und es gelang durch kräftiges Wassergeben die Gefahr auf die Tischlerei zu beschränken. Gleich- zeitig hatte der 5. Zug in der Köpenickerstr. 5 zu tun. Ivo in einem Keller Feuer ausgekommen war. Dort stand der Kühlraum einer Schlächterei in Flammen, die Schaldecken u. a. erfaßt hatten, so daß kräftig Waffer gegeben werden mußte. Wegen eines Brandes, der in einem Schuppen ausgekommen war, tvurde der 8. Zug nach der Nauntmstr. 21 alarmiert; Kohlen hatten sich dort entzündet. An der Ecke der König- und Klosterstraße mußte die Feuerwehr einen Wagen, der dort zusammengebrochen war und den Verkehr hinderte, beseitigen. Ferner lief ein Alarm aus der Berlichingenstr. 6 ein. Als die Berliner Feuerwehr dort ankam, war die Charlottenburger schon zur Stelle und keine Gefahr mehr vorhanden. Außerdem liefen noch Feuerineldungen aus der Schwedterstraße und anderen Orten ein. Vorort- ftadmcbteii. Rixdorf. Beim Spielen verunglückt ist die elfjährige Tochter des Schuh» machers Ernst Lehmann aus der Nogatftr. 31. DaS Kind befand sich auf dem gegenüberliegenden Grundstück und wurde von dem IVs Meter hohen Zaun. den Knaben durch Anrennen umgestoßen hatten, erfaßt, so daß das Mädchen darunter zu liegen kam. Erst nach längerer Zeit wurde es aus der bedrängten Lage befreit. Die Verunglückte hatte einen Oberfchenkelbruch davongetragen und wurde nach Anlegung eines Notverbandes nach dem Krankenhause über- geführt. Tchöneberg. Die neue Gemeindewählerliste in Schöneberg liegt in diesem Jahre vom 15. bis 30. August aus und es dürfte notwendig sein, daß sich unsere Partei- genossen die Einsichtnahme recht angelegen sein lassen. Die Liste bildet wiederum eine deutliche Jllustrierung unseres Dreiklassenwahlrcchts. In Schöneberg sind 24207 wahlberechtigte Personen vorhanden, und zwar entfallen deren auf die erste Abteilung 731 Wähler, auf die zweite 3844 und in der dritten Abteilung sind 19 632 Wähler untergebracht. Es haben also die 731 Wähler der ersten Abteilung genau soviel Rechte, wie die 19 632 Wähler der dritten Abteilung. Die Zahl der eingeschriebenen Wähler ist gegenüber dem Vor- jähre um 2250 gestiegen: dieses Mehr an Wählern fällt fast ganz auf die dritte Abteilung: in der zweiten Abteilung ist die Wählerzahl sogar um etwas zurückgegangen.— Von den Wählern werden insgesamt 3 915 876 M. Steuern auf- gebracht, 387 536 M. mehr als im Vorjahre. Im Durch- schnitt entfallen auf jeden Wähler 161,77 M. Steuern, gegen 160,74 M. im vergangenen Jahre. Der Durchschnittssatz in der ersten Abteilung beträgt 2146,10 M., in der zweiten 407,80 M. und in der dritten 39,70 M. Der höchstbesteuerte Wähler Schönebergs hat 56 143 M. an Steuern zu entrichten. Zur dritten Abteilung gehören alle, die weniger als 171 M. Steuern bezahlen, die zweite Abteilung vereinigt die Wähler mit einem Steuersatze von 171,20 M. bis 1013 M., die übrigen wählen in der ersten Abteilung. Die niedrigsten Steuersätze in der ersten und zweiten Abteilung sind höhere geworden wie im Vorjahre. Daß dieses„Wahlrecht", das einem Wähler der ersten Abteilung soviel Rechte einräumt wie 27 Wählern der dritten Abteilung, ein Klassenwahlrecht schlimmster Art ist und nur dem Geldsack die Mehrheit sichert, bedarf nach alledem keines weiteren Nachweises. Steglitz. Die Jugendorganisation hat auch in Sieglitz bereits erfolgreiche Fortschritte gemacht und, wie allenthalben, so find auch hier die ver- knöcherten Spießer auf dem Plan erschienen, um derselben das Lebenslicht auszublasen. Die Mittel, Ivelche hierbei angewendet loerden, sind bekannt. Einem nicht in patriotischem Gerüche stehenden Berein wird in der Regel mit kleinlichen Schikanen begegnet. worunter sich zumeist die Unterbindung der Versammlungsfreiheit befindet. So wurde am 20. März eine zum nächsten Tag vom Lehrlingsverein anberaumte Versammlung vom Amtsvorsteher ver» boten. Einer hierauf beim Landrat eingelegten Beschwerde wurde die Antwort, daß die Beschwerdefrist nicht innegehalten worden sei— eine Antwort, die nur bestätigte, welches Unrecht man dem Verein zugefügt hatte. Trotzdem nun keinerlei Gründe stir das Vorgehen des AmtSvorsteherS ins Feld geführt werden konnten, sollte man annehmen, daß derselbe wegen seines Vorgehens einen Verweis erhalten hätte, das scheint jedoch nicht der Fall gewesen zu sein— denn am vergangenen Sonnabend wurde abermals die Vereinsversammlung verboten. Daß auch diesem Verbot keinerlei Begründung beigefügt worden ist. charakterisiert das Bersammlungsverbot ganz besonders. Auch hiergegen ist beim Landrat sofort Beschwerde eingelegt worden. Daß durch solche Maßnahmen die Jugendorganisation ver- nichtet wird, ist nicht zu befürchten: gewaltiger denn je wird sie sich enttvickeln, und der Steglitzer AmlSvorsteher Arm in Arm mit dem Rektor Steinke werden zu einem Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft I Adlershof. In der letzten Gemeindevertretrrfitzung wurde beschlossen, zur weiteren Ausführung der Kanalisationsarbeiten 35 000 M. als An- leihe bei der Kreissparkasse zu erheben. Auf Antrag der Firma Wolf, Netter u. Jacobi soll die Kanalisation auch auf das dieser Firma gehörige Terrain der verlängerten Moltkcstraße ausgedehnt werden. Ei» Teil des RegenwasserentwässerungSprojekteS soll jetzt schon bei der Neuanlegung der Straßen auf dem Bodenstedtschen Terrain an der Sedanstraße und dem Treitelschen Terrain zur Aus- fiihrung gelangen, und zwar soll die Bismarckstraße vom Adlergestell bis zur Friedciiftraße in die Entwässerung einbegriffen werden. Vor der Beratung des jetzigen Etats hatte die Schuldeputation be- antragt, das Grundgehalt der Rektore, t von 1800 M. auf 2000 M. zu erhöhen, während dem anderen Lehrpersonal das Grundgehalt von 1350 M. verbleiben sollte. Schon damals wandten sich unsere Vertreter dagegen, daß nur da« Grundgehalt der Rektoren eine Er- höhung erfahren sollte und zwar in der Annahme, daß bei einer nur tcilweisen Erhöhung des Grundgehaltes, die Lehrerschaft nie- malS bei den bürgerlichen Vertretern für eine Erhöhnng ihre? Grundgehaltes ein geneigtes Ohr finden würde. Jetzt, in der Ferienzeit, scheint die Schuldeputation sich in dem Glauben zu befinden, besseres Wetter für ihren Antrag zu haben, da fich bekanntlich in dieser Zeit immer einige bürgerliche Vertreter in der Sommerfrische befinden, wodurch eine Verschiebung der Majorität herbeigeführt wird und so stand denn auch in der letzten Sitzung der Antrag eruent auf der Tagesordnung. Trotzdem einige Gegner dieses Antrages fehlten, wurde dennoch die Vertagung des An- trageS bis' Oktober d. I. durchgesetzt. Die RegulierungS» und Pfliisteruugskvsteil der Auguste Viktoriastraße. Waldstraße, Moltke- Prahe, Roonsiraße, Amdtstrabe und Handjerhstraße wurden auf 88S 000 M. festgestellt und wird dieser Betrag auf die Anlieger der Straßen verteilt._ Gerichts-Zeitunc� Ein Wüstling. Zur Warnung der Eltern kann folgender Straffall dienen, der gestern die Ferieustrafkammer des Landgerichts III beschäftigte. Wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit war der frühere Garderobier jetzige Fahrstuhlführer Richard Schulz angeklagt.— Vor einigen Monaten wurde der 13jährige Schüler R. mit dem Augeklagten, der ihn Unter den Linden ansprach, bekannt. Es entwickelte sich, trotz des großen Altersunterschiedes eine Art freundschaftliches Verhältnis zwischen dem 29jährigen Angeklagten und dem kleinen R. Dieser erzählte auch ruhig seinen Eltern von seinem neuen „Freunde". Nach einigen Tagen versprach der Angeschuldigte dem Knaben, er wolle rhm eine besondere Freude bereiten und ihn ins Panoptikum führen. Schon dort fiel verschiedenen Personen das eigenarfige Wesen des Angeklagten auf. Das ungleiche Paar fuhr dann nach Halensee hinaus, um noch eine kleine Landpartie zu unternehmen. Auf dem Wege durch den Grunewald überfiel S. plötzlich den Knaben, warf ihn zu Boden und verging sich an ihm in der scheußlichsten Weise. Die Hülferufe des bcdaueriiswerlen Knaben erstickte der Unhold mit einem Taschentuch. Schließlich ließ der An» geklagte den Bewußtlosen liegen und ergriff die Flucht. Erst später gelang es, den gemeingefährlichen Wüstling in der Person des An- geschnldigtcn zu ermitteln und festzunehmen.— Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. Der Gerichtshof unter Vorsitz des Landgerichtsrates Reuter ging jedoch von der Ansicht aus, daß derartige Straftaten, die häufig genug das erste Stadium eines Lustmordes darstellen, eine ganz exemplarische Sühne finden müssen. Die Strafkammer ging deshalb erheblich über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus und erkannte auf sechs Monate Gefängnis sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Keinen Lohn und dazu noch Gefängnis. Wegen angeblicher Freiheitsberaubung und Körperverletzung ist am 29. Januar vom Landgericht Weimar der Schlosser Her- mann K. in Stützerbach zu 3 Monaten 2 Wochen Gefängnis ver- urteilt worden. Zu Pfingsten v. I. entstanden zwischen dem Schachtmeister S. in Roda und seinen Arbeitern Differenzen, weil S. seinen Leuten den ihnen zukommenden Lohn nicht zahlte. Als sich die Aufregung steigerte, erklärte S., man solle ihn hinauslassen, er wolle noch Geld holen. Man ließ ihn aber nicht hinaus in dem Glauben, daß er noch im Besitz von Geld sei, es aber nicht her- geben wolle. Alle Arbeiter stürmten nun auf ihn ein, namentlich auch K., drängten ihn in ein Nebenzimmer und verlangten ihr Geld. Sämtliche Ausgänge aus dem Gasthause, in welchem der Vorfall sich ereignete, waren besetzt. S. blieb mindestens 1— 2 Stunden eingesperrt. Dem K. wurde außerdem noch die Miß- Handlung eines anderen vorgeworfen.— Die Revision des Ange- klagten wurde vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Das ist auch ein Urteil, das dem Volk die jetzige Klassengesetz- gebung nicht schmackhafter machen wird. Weil die Arbeiter ihren wohlverdienten Lohn verlangten und ihren Schuldner nicht ohne weiteres unter einem Vorwande entwischen ließen, muffen sie noch auf Monate ins Gefängnis. Man wird auch kaum überall ver- stehen, daß das Gericht zum Schutze eines Schwindelunternehmers aus eine so harte Strafe erkannte und dem angeklagten Arbeiter nicht die begleitenden Umstände als erheblich mildernd anrechnete. Der angeklagte Samariter. Essen, 7. August. Ist das Verbinden verletzter Personen seitens eines Polizei- beamten als eine Amtshandlung anzusehen oder nicht? Mit dieser Frage hatte sich die Essener Ferienstrafkammer zu beschäf- tigen. Auf der Anklagebank nahm Platz der Polizeiscrgeant Hermann Bettien aus Essen. Ihm war zur Last gelegt, als Bc- amter für eine in sein Amt einschlagende Handlung Geschenke an- genommen zu haben. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu- gründe: Am Abend des 16. Februar d. I. wurde der Händler Beek mit einer blutenden Kopfwunde zur Wache gebracht. Die Wunde wurde dem Verletzten verbunden und dieser soll dem Bettien hier- für 3 M.in die Hand gedrückt haben. Der Polizeisergeant Schulz, der diesen Vorfall mit angesehen haben will, machte später gc- sprächsweise seinem vorgesetzten Wachtmeister hiervon Mitteilung, worauf dieser die Anzeige gegen Bettien erstattete. Der Angeklagte erklärte, nicht schuldig zu sein; er behauptet, er habe sich bei dem Verbinden weder aktiv noch passiv beteiligt, auch sei ihm ein Geld- stück nicht gegeben worden. Eine Dienstpflicht wäre das Verbinden aber keineswegs gewesen, da dieses Sache der Wachthabenden sei. Der Vorsitzende richtete an den Angeklagten die Frage, ob er sich für befugt gehalten hätte, unter diesen Umständen ein Trinkgeld anzunehmen. Angekl.: Jawohl, wenn mir der Verletzte etlvas gc- geben hätte, würde ich eS angenommen haben; ich halte das keines- wcgS für strafbar. Staatsanwalt: Vielleicht äußert sich der An- geklagte, weshalb er sich dazu befugt gehalten? Angekl.: Das Ver- binden und Abwaschen ist nicht Sache der Polizcibeamtcn, sondern des Arztes. Man tut das schon aus reiner Menschlichkeit. Wir Beamte haben nur die Verpflichtung, einen Arzt herbeizuholen.— AlS erster Zeuge wurde der Händler Beek vernommen. B. will nicht wissen, daß er einem Beamten ein Geldstück gegeben habe. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde von der Beeidigung dieses Zeugen wegen Verdachts der B e a m t c n b e st e ch u n g(!) Ab- stand genommen.— Zeuge Polizeisergcant Schulz bekundet: Nach- dem Herr Beek verbunden war, stand er an dem Tisch. Ich stand kurz daneben. B. öffnete sein Portemonnaie, faßte nach Geld und drückte es Bettien in die Hand. Dieser besah es und steckte es in die Tasche.— Verteidiger Dr. Niemeyer: Zu welchem Zwecke haben Sie die Anzeige erstattet?— Zeuge: Ich habe keine Anzeige er- stattet, ich habe nur dem Wachtmeister gesprächsweise davon Mit- teilung gemacht; gedacht habe ich mir nichts dabei.— Nach Schluß der Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt für nachgewiesen, daß der Angeklagte sich an dem Verbinden des Beek beteiligt und ein Geldstück empfangen habe. In dem Verbinden liegt aber eine Amtshandlung und der Angeklagte müsse bestraft werden. Unter Berücksichtigung aller Umstände bitte er aber von einer Gefängnis- strafe abzusehen, er beantrage eine Geldstrafe von 29 M.— Der Verteidiger bat, den Angeklagten aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen freizusprechen. Erstens sei seines Erachtens nicht er- wiesen, daß Bettien sich an dem Verbinden beteiligt und daß er Geld empfangen habe; aber angenommen, es wäre der Fall, so sei das Verbinden absolut keine ins Amt einschlagende Handlung, und schon aus diesem Grunde könne er nicht verurteilt werden. Das Gericht war der Ansicht, daß Bettien tatsächlich ein Geldstück an- genommen habe, hielt aber ebenfalls nicht für nachgewiesen, daß der Beamte dieses Geld für eine in sein Amt einschlagende Hand- lung empfangen habe und erkannte deshalb auf Freisprechung. Aus dieser hochnotpeinlichen Verhandlung kann man ersehen, daß ein Schutzmann leichter auf die Anklagebank kommen kann, wenn er Wunden verbindet, als wenn er„von der Dienstwaffe Ge- brauch" macht. Im übrigen ist uns bekannt, daß in besonderen Fällen Industrielle Tausende von Mark an die Polizeibehörden ge- geben und diese das Geld anstandslos an die Beamten verteilt haben. Immer handelte es sich dabei um eine Mobilmachung der Schutzmannschaft gegen die Arbeiterschaft, allerdings nicht zwecks Aueübung von Samariterdiensten. Vermischtes. Die Helden des Romans sind f'e u d a l e Offiziere, die wicht nur hervorragende Kavalleristen, sondern auch e r st» klassige Wechselreiter sind. Der Hauptheld, Freiherr v. Horn, hat als Rittmeister um das Jahr 1999 herum außer seinem Jahreseinkommen von 5999 M. und dem Zuschüsse seines Schwiegervaters von 19 999 M. pro Jahr kein Vermögen mehr, dafür aber sehr kostspielige Neigungen, zu deren Befriedigung er im Laufe von 13 Monaten etwa eine halbe Million Mark Schulden macht. Ter vollständig vermögenslose Oberleutnant Böck, der auf das Gehalt als Oberleutnant und auf einen monatlichen Zu- schuß seines Schwiegervaters von 599 M. angewiesen ist, bringt es in 14 Monaten auf eineinhalb Millionen Mark Schulden. Der Oberleutnant v. B o m h a r d hat neben seiner Gage einen Zu- schuß von 1999 M. pro Monat und der Oberleutnant Freiherr v. Th ü ng en neben der Gage eine Jahresrente von 39 999 M. zur Verfügung. Tie beiden Kavaliere verstehen es, innerhalb 19 Monaten eine Schuldenlast von etwas über eine halbe Million Mark zu kontrahieren. Uni sich Geld zu verschaffen, greifen die Offiziere zu den verzweifeltsten Mitteln. Sogar durch falsche Vorspiegelungen wissen sie sich Kredit zu verschaffen. Als fünfter im Bunde gibt der Rittmeister v. Kilian!, der selbst nur über sein Gehalt und eine kleine Revenue verfügt, für seine Kameraden v. Horn und Böck in 15 Monaten über 199 999 M. Gefälligkeits- Wechsel. Alle Unterhändler, die sich mit der Vermittelung von Geld befassen, werden von den erstgenannten Offizieren auf die Beine gebracht, um gegen Wechsel, die sie sich gegenseitig aus- stellen, die nöligen Mittel zu einem sehr üppigen Leben flüssig zu machen. Sie nehmen alles, Bargeld, Wertpapiere und Hypo- theken. Ist auf diese Weise Geld nicht mehr aufzutreiben, so lassen sie durch ihre Vermittler Juwelen, Bilder, Pferde, Wagen, Sekt, Flaschenweine, Brauereimaschinen, Möbel, Gewehre, Fahr- räder usw. gegen Wechsel kaufen und sofort wieder verkaufen oder versetzen. Güter, Häuser, Villen, Terrains usw. werden— sogar im Auslande— gekauft, um entweder durch Aufnahme von Hypotheken oder durch Mietszinseinnahmen Geld zu bekommen. Der Zusammenbruch bleibt natürlich nicht aus. Rittmeister v. Horn geht flüchtig. Damit ist der Stein ins Rollen ge- kommen. Nach einigen Irrfahrten kehrt der Flüchtling wieder zurück. Wegen Wechselfälschungen und Sittlichkeitsverbrechen wird v. Horn zu mehrjährigem Zuchthaus und Eni- fernung aus dem Heere kriegsgerichtlich verurteilt. Tie Zuchthausstrafe wird durch die Gnade des Landesherrn in Gefängnisstrafe umgewandelt. Oberleutnant Böck wird verabschiedet. Die Oberleutnants v. Bomhard und Freiherr v. Thüngen, denen mit Hülfe ihrer reichen Verwandten ein Arrangement gelingt, bleiben der Armee erhalten. Rittmeister v. K i l i a n i ist nicht in der Lage, feine Wechselverbindlichkeiten zu erfüllen und leistet in Parade- uniform den Offenbarungseid. Auch er ist noch aktiv. Einer Strafanzeige gegen die Offiziere wegen Betruges wird von der Staatsanwaltschaft aus Zweckmätzigkeitsgründen nicht statt- gegeben. Das letzte Kapitel des Romans bildet ein großer Wucherprozeß. Auf der Anklagebank sitzen ein bekannter Arzt mit Namen Dr. Hofbrückl und 19 Genossen. Unter diesen befinden sich ebenfalls drei ehemalige Offiziere, ein Rechtsanwalt und zwei Mitglieder der ritterlichen Famile V. Maffei. Am Zeugenstand erscheinen unter anderem Osfiziere, Rechtsanwälte und ein Reichsrat der Krone Bayerns. Die„altpreußische Einfachheit" der Lebensführung der Offiziere scheint danach auch in Bayern immer seltener zu werden.— Eine byzantinische Musterleitung. In einer Nummer der „Gronauer Nachr." heißt es:„Sladtlohn. Am Moutagmittag gegen 12 Uhr trafen S e. Durchlaucht der Erbprinz Enianuel zu Salm� Salm mit allerhöchst seiner Gemahlin Christina ge� borenen Erzherzogin von Oesterreich nebst Prinzessinnen-Nichten, von Schloß Rheda kommend, mit seinem auf das feinste und eleganteste eingerichteten(I) Automobil hier ein. Die allerhöchsten Herr- s ch a f t e n verweilten für die Zeit ihres Aufenthaltes im Hotel Sonntag, wo sie die Damen des Hauses durch längere, in leut selig sit er Weise geführte Unterhaltungen auszeichneten. Während a l l e r h ö ch st ihres Aufenthaltes uahmen h ö ch st d i e s e l b e n im Hotel Sonntag nach voraufgegangenem Frühstück mittags ein solennes Diner ein und sprachen sich über die Vorzüglichkeit der ver- abreichten Speisen und Getränke in huldvollster Weise aus." Selbst dem„Börsen-Courier". dem wir die Mitteilung entnehmen, ist das zu viel. Denn er bemerkt bissig dazu: Vielleicht hat sich dieser biedere Berichterstatter, den wir wohl nicht ohne Grund in dem Wirt des vielbelobten Hotels vermuten, einige Speisereste von der allerhöchsten Tafel in untertänigster Weise zu retten gewußt, um sie fortan als Reliquien aufzubewahren I Zum Untergang des„Sirio" wird amtlich bekanntgegeben, daß 323 Personen vernnßt werden, unter ihnen 14 Matrosen. Im spanischenen Ministerrat wurde gestern die.Sirio"-Katastrophe besprochen und beschlossen, obgleich das Gesetz den Ministerrat hierzu nicht ermächtige, die notwendigen Mittel für die Ueberlebenden zur Verfügung zu stellen. Alle Geretteten sollen neue Kleidung und Eisenbahubilletts zu ihrer Heimreise erhalten. Die spanische Presse läßt immer mehr durchblicken, daß der Kapitän des„Sirio" die Katastrophe verschuldet habe._ Tugendhelden. Saloniki, 8. August. Zwischen griechischen und russischen Mönchen des Klosters Stavronikitas auf AtHoS kam es zu größeren Schlägereien. Ein Russe wurde schwer verletzt, mehrere Griechen leichter. Die Griechen wollten die Russen aus ihren Zellen heraus- drängen.(„Frkf. Ztg.")_ Bergsturz. GlaruS, 3. August. Beim Abstieg vom Toedi wurden fünf Touristen an der sogenannten durch den steten Steinschlag be- rüchtigten gelben Wand von einem heftigen Stein- und Eishagel überräfcht und in den Gletschergrund geschleudert. Einer der Ver- unglückten, ein Goldschmied, ist tot, ein anderer ist schwer und die übrigen leicht verletzt._ Die Hitze in Amerika hält, wie aus New Dork berichtet wird, an. Am Dienstag mittag waren wieder 98 Grad Fahrenheit im Schatten. 39 Todesfälle waren zu verzeichnen. Die Polizei gestattete der Bevölkerung, in Badekleidern in desi Parks zu schlafen. In Washington steht das Thermometer sogar auf 193 Grad, ebenso in Philadelphia. In den Hospitälern New Dorks wurden heute morgen 299 infolge der Hitze erkrankte Personen eingeliefert. Allein in Brooklyn wurde die Polizei zur Wegschaffung der Kadaver von 52 Pferden und 219 Katzen und Hunden, die infolge Hitzschlages auf der Straße verendeten, in Anspruch genommen. Die Gesundheitsbehörde der Stadt Nelv Bork ordnete die Vernichtung von 159 999 Quart in- folge der Hitze verdorbener Milch an. Es herrscht in der Stadt Milchnot, so daß die kleinen Kinder doppelt zu leiden haben. New i)ott, 8. August. Gestern wurden in New Dork um Mitternacht 27 Grad und mittags 86'/, Grad Hitze im Schatten ver- zeichnet, in Washington 49 Grad. In Brooklyn wurden 259 tote Katzen und Pferde auf den Straßen aufgelesen. Die Feuerwehr be- fpritzt auf den Straßen alle Pferde und Hunde. Ueberschwemmungen in Texas. St. Louis. Ein Telegramm aus Fort Worth in Texas berichtet über Ueberschwemmungen in Süd-TexaS. 25 Personen seien er- trunken, hunderte obdachlos. Der Schaden an Grundeigentum wird auf 599 999 Dollar geschätzt. Die HülfSzüge vermögen nicht ihren Bestimmungsort zu erreichen, der Telegraphen- und Telephonbetrieb ist gestört._ Achtung, Friseurgehülfe»! Oefsentliche Versammlung Neue Friedrich. slraße 35. Tagesordnung: Der gesetzliche Schluß an den drei Feiertagen und der Achtuhrladenschluß. Neserent: Fr. Etzkorn-Hamburg. Dit Mit- gliederversammlungen in CharioUenburg und Rixdors sollen aus. Ein bayerischer Offiziersskandal. „AuS einex großen Garnffon"(München?) erzählt die „Münchener Post" folgende Skandalgeschichte:____..____— Perantwortl. Redakteur: Carl Mermuth, Berlin-Bixdors. Für dyi Inseratenteil veraMv.t Th. Glrckc, Berlin. Lluck u. Verlag: PsMärtS Buchdruckecci u. Perlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Verein der Buchdrucker und Tchriftgießer für Rixdorf-Brttz» Sonntag, den 12. August, nachmittags von 4—6 Uhr, Drucksachen-Aus- stellung im Restaurant von H. Schneider, Karlsgartenstt. 2. Verein ehemaliger Gütergotzer u»d Bücher zur Betämpsung der Tuberkulose, g Uhr, im Musikerhaus, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmacher- gehülfe» Berlins. Donnerstag, den 9. d. M., abends 10 Uhr, findet im Lokale Schillingstraße 36 eine außerordentliche Versammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, hierzu recht pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Die Ortsverwaltunge» Berlins und der Vororte der Zentral- Kranken- und Ttcrbekasse der Tischler(E. H. Nr. 3 zu Hamburg) ver> sammeln sich am Freitag, den 10. d.M., abends S'l, Uhr, im Gewer kschasls- hause, Saal 7. Lese- und Diskutierklub„Norden-. Am 10. d. M., abends 8'/z Uhr, bei Korss, Elisabethkirchstraße 18, Sitzung. Tagesordnung: Ver- sassungswesen von Lassalle. Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste will- kommen. Pünktliches und regelmäßiges Erscheinen ist Pflicht eines jeden Mitgliedes._ Der Vorstand. Briefhafteti der Redaktion. Rixdors. A. W. 1999. Die Kündigung ist unserer Ansicht nach wirksam: die Gerichte schwanken aber in ihrer Auffassung. Jedcnsalls� hätte der Wirt die Kündigung ohne Verzug zurückweisen müssen. Lassen Sie eS darauf ankommen.— G. H. 290. Es kommt� daraus an, wo und unter welchen Umständen das Holz genommen ist. Sie müssen schriftlich genau schildern oder in die Sprechstunde kommen.— Hermann 52. Wenn Ihr Einkommen die steuerpflichlige Höhe erreicht, müssen Sie Steuern zahlen.— I. D., Ramlerstrasie. Ihre Anfrage ist nicht klar. Kommen Sie mtt allen Papieren zur Sprechstunde.— K. W. 32. Es kommt daraus an, ob der Zwischenmeister in Ihrem Fall im Sinne der Rechtsprechung selb- ständiger Unlernehmer war, was nach Ihrer Darstellung unklar bleibt. Kommen Sie in die Sprechstunde. Zuständig wäre jedenfalls das Gewerbegericht. — G. 199. Ob Sie von Ihrer Frau gewinnt leben dürfen oder Ihre Frau von Ihnen, hängt davon ab, weshalb Sie getrennt leben; das müssen sie mitteilen. Die Kinder dürfen Sie jedenfalls sehen.— Durch das neue Mililär-Pensionsgesetz ist für Ihre Sache nichts geändert.— I. S. 99. Ist nicht verjährt. S i e brauchen nicht zu zahlen. Sie pro« testieren gegen eine etwaige Pfändung und erheben crsorderlichensallS Jnteroentionslloge beim SlmtSgericht.— G. W. 36. Anscheinend müßten Sie in Summt nochmals bezahlen. Fragen Sie am besten beim Landrat oder Amtsoorsteher an.— R. alle. Rixdors, Mainzerftr. 57. Wenn der Schwager wenigstens 200 Marken aus Grund der Verstcherungspflicht geklebt hat, steht ihm Invalidenrente zu. Die Ehefrau kann, aber braucht nicht als Pfleger bestellt zu werden. Die Rente erhält der Pfleger aus- gezahlt, der sie pflichtgemäß auch für die Familie zu verwenden hat.— I. W. 69. Sie müssen das Psand gegen Zahlung der 15 M. zurückgeben — K. H. Xh. Der Spediteur hastet nicht, wenn der Schaden durch höhere Gewalt verursacht ist. Es kommt also daraus an, wie der Unsall passiert ist. Wenn Sie das wissen, schreiben Sie es uns genau. Sonst verlangen Sie vom Spediteur eine genaue Schilderung� des Vorganges und teilen Sie uns diese dann mit.— P. 51. Wenn Sie nicht wußten, was Sie taten, sind Sie unschuldig; ebenso, wenn Sie sich den Topf nicht aneignen, sondern nur aus scherz oder Schabernack zeitwellig beiseite bringen wollten. Wenn Sie aber schuldig sind, so liegt Diebstahl vor, der stets mit Gefängnis bestrast wird. Ihre Stellung verlieren Sie nicht not- wendig. Als was sind Sie denn angestellt?— N. 199. O. E. Burg. Dienstmädchen sind in Berlin nicht versicherungspflichtig. Nicht zu machen. — A. H. 22. Beides ist dasselbe; die Steuer ist kommunal und besteht nur, wo sie durch Ortsstatut besonders eingeführt ist.— 199. ES kommt darauf an, wie der Hänaeboden angebracht ist. Wiederholen Sie die Frage genauer. — P. B. 67. Den Geburtstag lennen wir nicht. Auf Gnadengesuchs» Prophezeiungen verstehen wir uns nicht.— K. S. 199. Denn Sie insolge eines Betriebs Unfalles in Ihrem Betriebe, der nach Ihrer Darstellung unjallversicherungspflichtig ist, einen Verlust an Ihrer ErwcrbSsähigkeit er- litten habe», so hat Ihnen vom Ablaus der 13. Woche an die Berufs» g e n o j s e n I ch a s t sür die Dauer und den Umsang der Erwerbs- beschränkung Unsall rente zu zahlen. Wahrscheinlich werden Sie gegen den Bescheid der Berussgenossenschast innerhalb eines Monats Berusung beim Schiedsgericht sür Arbeitervcrsicherung einlegen müssen. Die Rechts» belehrung ist aus dem Bescheid gedruckt. Invalidenrente können Sie nur beanspruchen, wenn Sie nicht Unfallrcnte zu beanspruchen haben, dauernd weniger als ein Drittel erwerbsfähig find und wenigstens zweihundert Marten aus Grund der Verstcherungspflicht geklebt haben. DaS Gesuch um Lnvalidenrentc ist unter Beisügung der Karlen an die Landesverficherungsanstalt zu richten. Am besten kommen Sie mit sämtlichen Papieren in die Sprechstunde. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Martthallcn-Direktton.(Großhandel) Rindfleisch I» 70-74 pr. 100 Psd., IIa 64-69. lila 58-62. IV» 62-66, englische Bullen. 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100—110, la 84—95, IIa 74—82, Ula 62—72. Hammelfleisch la 77—82, Ha 67—75, Schweinefleisch 65-71. Rehböcke la per Psd. 0,55—0,68, IIa 0,38—0,54. Rolwild la mit Abschußattest, per Psund 0,46—0,52, IIa 0,00—0,00. Damwild 0,45—0,58. Wildschweine pr. Psd. 0,30—0,35. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,55—0,70. Wildenten la per Stück 1—1,30 IIa 0,40—0,80. Hühner, alte, per stück 1,70— 2,15, alte, II a 1,30, junge, per stück 0,60—1,00. Tauben. junge, per stück 0,35—0,48, alte 0,00. Enten, junge per Stück 1,00—2,60, alte per stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per Psund 0,60—0,64, Ha 0,00, la per Stück 3,00 bis 4,00. IIa 2,50-2,90. PouIetS p. Stück 0,90-1.25, do. klein 0,45-0,80. Hechte pr. 100 Pfd. 84—106. Zander klein 0,00. Schleie 111—123. Bleie 60—64. Aale, groß 120—126, mittel 102—101, klein 60, unsort. 76—100. Plötzen 42—52. Karpfen 0,00. Barse 0,70 Karauschen 0,00. Bunte Fische 61—81. Amerik. Lachs I neuer per 100 Psd. 110—130, do. n neuer 90—100, do. III neuer 50—75. Seelachs 12—15. Flundern, pomm. 1, per Schock 3,00. do. pomm. II 2—3, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 4— S, Stralsunder 4—6. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4, do. '/a Kiste 1,50. Kabliau, per 100 Pfd. 10—15. Sardellen. 1902er, per Anker 86,00, 1904er 85,00, 1905er 80,00. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40—44, füll. 36—38, in od. 35— 42, deutsche 37—44. Heringe, neue Maises, per To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 00,00, mittel 13,50—16,50, kleine 3—3,50, unsort. 6,00—8,50. Galizier 0,00, Eier, Land-, per Schock 2,80—3,25. Butter per 100 Psd. la 114-116, IIa 110-113. lila 105-108. abfallende 30-100. Same Gurten, neue, Schock 4,00, Pscffergurten 4,50. Kartoffeln per 100 Psd. Rosen 1,75—2,00, neue runde 2.25—2,50, neue blaue 2,50—2,75. neue terbster 2,25-2.50. Spinat p. 100 Psd. 10— 15. Karotten p. Schock 2.50— 3.00. elleiie, hiesige. P.Schock 1,25-2.00. Zwiebeln 100 Psd. 3,50-4, Pclerfilie, grün. Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,75—1,00. Reltig, bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen P. Schock-Bd. 0,60—0,70. Salat, p. Schock 1,25— 1,70. Bohnen, grüne, per 100 Psund 6—10. Wachsbohncn 6— 15. Schoten per 100 Psd. 11—16. Psefferlinge per 100 Psd. 20—25. Mohrrüben per 100 Psd. 4,00—4,50. Blumenkohl per Mandel 1,00—2,20. Wirsingkohl per Mandel 1,00-1,50. Rottohl p. Mandel 2-2,50. Weißkohl P. Mandel 1,50 bis 2,00. Steinpilze p. 100 Psd. 25—30. Gurten, Zerbster, Schock 0,75—1,00, do. Einlege-, Schock 2,00-2,50. do. Rothcnb. 2-3,25. do. Liegnitzer 2,50-3,00. Kohlrüben. Mandel 1,00-1,25. Birnen, ital. per 100 Psd. 15-35, schles. 5-20. Tiroler 14—20, böhmische 5—12. Aepscl, ungar., per 100 Psund 12-15, italienische 8—15, hiesige 6—16. Siachclbeeren 8—13. Preißelbeeren 12—15. Kirsche», sauere 15—25. Blaubeeren per 100 Psd. 15—16. Pflaumen, ttal. runde dunkle per 100 Psd. 22—25, ttal. lange gelbe 15—22, ital. runde 15—25, ungarische 10—12, hiesige 8—25, Reineclaude 10—22. Zitronen. Messina 300 Stück 18.00-20.00, 360 Stück 12.00—16.00. 200 Stück 7.00-12.00. 420 Stück, klein 7.00. Pfirsiche, Werdersche per 100 Psd. 25-35, französische 20-40, italienische I Kiste 1.50-1,80, do. II Kiste 1.20-1,40, do. III Kiste 0,80—1,10, do. w Körben per 100 Psd. 25—32. NvttieriiiigSüberllcht»o», 8. Angnst 199«, morgens« Uy». Llaltonen swinemde. erlin Fraiiks.a.M Müncheu Wien e e 1 3 e« 761W 764 WSW 763 W 764 SO 764 SO 764 NW Weiler 2 wolkig 3 bedeckt 3 bedeckt 2 wölken! 2 molkcnl 2 heiter «s? c* -» II L? H Z- Stallonen 1 1 s s taparanda!757N etersburg 752 N Scillh Aberdeen Parts 764 WNW 763sttll 764 ONO Wetter 6 wollig 1 bedeckt 2 halb bd. bedeckt 1 woltenl das 1* H% 10 12 15 18 13 Wetter-Prognose für Donnerstag, den 9. August 199«. EtwaS wärmer, vielfach heiter, bei schwachen nordwestltchen Winden; keine erheblichen Mederschläge. Berliner Wetterdureau. Wasserstand am 7. August. Elbe bei Aussig+ 0,27 Meter, bei Dresden— 1,56 Meter, bei Magdeburg-f 1,21 Meter.— U n st r u t bei traußsurt 4- 1,25 Meter.— Oder bd Rattbor+ 1,14 Meter, bei Breslau Oberpegcl-ch 4,34 Meter, bei Breslau Unterpegel— 1,53 Meter, bei Frantsurt-ch 0.38 Meter.— Weichsel bei Brahemünde-ch 2,62 Meter.— Warthe bei Posen+ 0,04 Meter.— N e tz e bei Usch-ch— Meter.