Nr. 189. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, r. 1983. Der Papit des Geldfackes. Donnerstag, den 16. August 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " 1 ähnlichen üblen Eigenschaften seien unbedingt abzuweisen, gelüftes Herr zu werden und Herr zu bleiben. Verfangen feiner zuzulassen, der nicht auf Herz und Nieren geprüft. Die Mittel der Kirchenzucht nicht mehr, so bleibt das Kein Geistlicher darf ohne vorgängige Erlaubnis des Bischofs Anathema, das für jeden, den es trifft, das Wirken im eine Zeile veröffentlichen, mag es sich um was immer für Rahmen der kirchlichen Organisation unmöglich macht, weil Der Klerikalismus ist eine Klassenerscheinung eigener Gegenstände handeln. Die Gründung von Vereinen ist ohne es gleichbedeutend mit dem Ausschluß ist. Die kirchliche JudiArt. Je reaktionärer sein Tun, um so radikaler meist seine bischöfliche Genehmigung nicht statthaft, ebensowenig das fatur verfährt genau wie die bürgerliche Klassenjustiz. UnPhrasen und sein Gebahren. In Deutschland kann man dies Halten von Vorträgen über populäre Tätigkeit oder irgend willkommene Bestrebungen stempelt sie zu Verbrechen und unin auffälligster Weise beobachten und andersvärts ist es sonstige Dinge. Der wahren christlichen Liebe zuwider sei bequeme Opponenten zu Verbrechern. Aber in Fluß geratene ebenso. Es resultiert das nicht aus bloßer Charakterlosigkeit eine Sprache, die im Volke Abneigung gegen die höheren Dinge lassen sich nicht stauen, bis sie die in ihnen liegende und Zungendrescherei, sondern liegt im Wesen des Kleri-| Stände erwecken könne; weiter sei in katholischen Schriften alles Dialektik voll entwickelt haben. Indem die Kirche die falismus. Als Religion verschiedener und einander entgegen zu verwerfen, was nach ungesunden Neuerungen strebt, Interessen des Kapitalismus zur Sache der Religion macht, gesetzter Gesellschaftsklassen ruht das klerikale Christentum auf den frommen Glauben verspottet und auf neue Richtungen indem sie sich in Widerspruch stellt zu den Existenzbedingungen einem Kompromiß; aus proletarischen Anfängen und prole- des christlichen Lebens, Neuordnung der Kirche, neue Be- des Proletariats, treibt sie dieses zum Bruch mit der getarischer Dentweise ursprünglich erwachsen, nahm es die strebungen des modernen Geistes, neue soziale Aufgaben des schichtlich übernommenen Ideologie. Auch im katholischen herrschenden Klassen und ihre Denkweise in sich auf. Dieser Klerus, neue christliche Kultur u. dergl. anspielt." Wie man Proletariat wird die Religionslosigkeit zur typischen ErGegensatz ist nie ganz verwunden worden und klingt noch sieht, versteckt sich hinter der Reform der Kirchenzucht, deren scheinung werden, und diese Entwickelung ist in Deutschland heute in der Klerikalen Ideologie und ihren Antinomien nach, Notwendigkeit Pius X. seit seiner ersten Enzyklika wiederholt wenigstens weiter gediehen, als mancher sich heute träumen die dem Außenstehenden als Widersprüche erscheinen und es betonte, ein sehr weitgehendes reaktionäres Programm, das läßt. Darum sind jene Vorgänge und die Entwickelung, die im tiefsten Wesen auch sind. Gerade dieser Umstand aber er- den einzelnen Kleriker bedingungslos dem bürgerlich aristo sich in ihnen ausspricht, von unserem Standpunkte nur zu möglicht es dem Kleritalismus, sich mit der bekannten Ge- fratischen Element in der Kirche, den Bischöfen ausliefert, das begrüßen. Wir haben Anlaß, mit Pius X. durchaus zufrieden schmeidigkeit allen Lagen anzupassen, von der wortreichsten jede Tätigkeit des Klerus anders als im bürgerlich zu sein. Je klarer und unzweideutiger die bürgerliche KlassenOpposition sich im Handumdrehen zur entschiedensten Reaktion fapitalistischen Sinne zurückweist. Damit stimmt überein, politik des heiligen Stubles", um so leichter und schneller durchzumausern. So lange die Klassengesellschaft währt, hat wenn der Papst den Bischöfen das Recht nimmt, weitere werden die Volksmassen über die bisherige Ideologie hinauseine solche Ideologie viele Vorteile; sie läßt jede Drehscheiben- Klosterniederlassungen zu gestatten. Je lebhafter die Kirche am gedrängt. Die Ueberwindung des letzteren ist nur möglich und Windfahnenpolitik zu. Je mehr aber die Klassengesellschaft Bestande der kapitalistischen Gesellschaft interessiert ist, um so und vollzieht sich an der Hand der Verschärfung der Klassensich ihrem Ende nähert, um so mehr müssen mit dem wachsen- nachdrücklicher wird das Papsttum auf die Klöster die Hand gegenfäße, die je länger je mehr die klerikale Ideologie spalten den Klassengegensatz die Teile der Klerikalen Jdeologie aus- legen und die den Bischöfen übertragenen Rechte zurückziehen. und die Kirche zwingen, immer unverhüllter auf die Seite einanderfallen. Die Klassenscheidung im Klerikalismus voll- Die Kirchenpolitik Pius X. ist ausgesprochene bürgerliche des kapitalistischen Besizes zu treten. Damit wirtschaftet zieht sich denn auch in wachsendem Maße im Widerstreit Klassenpolitit. Das tritt immer handgreiflicher zutage. die Kirche auch als Kirche, als religiöse Anstalt ab. Ihre feiner Antinomien; er ist der Ausdruck der fortschreitenden Eine soeben von flerifaler Seite erschienene Broschüre Lehrautorität ist aus der fortgesetten Vermittelung zwischen Zerfegung. Es ist nur eine notwendige Folge und Begleit- nennt Murri einen Bahnbrecher. Er sei von der Art den streitenden Teilen ihrer Ideologie erwachsen. Ist diese, erscheinung dieses Prozesses, wenn das Papsttum mehr und der Geschosse, die durchschlagen. Was das junge katho- Vermittelung und Versöhnung nicht mehr möglich und sie mehr eine Politik der Besitzenden sans phrase treibt, wenn lische: Italien denke, das sage er: ,, Als Politiker be- ist es nicht mehr am Endpunkte der Klassenentwickelung- fo es sich sogar in Italien zum Verfechter der bürger- deutet Murri die Loslösung des katholischen Italien ist die Kirche als ausgesprochene und klar erkannte bürgerlichen Ordnung aufwirft und jede ernstere Kritik der von den Parteien der Rechten, die Betonung der großen liche Klasseneinrichtung im moralischen Urteil der klerikalen bestehenden Gesellschaft, des liberalen Freimaurertums, proletarischen Interesen der Halbinsel, die Einschaltung Maffen gerichtet. Die moralische Heilsanstalt geht an ihrer jedes Antasten der kapitalistischen Wirtschaft verfehmt, dieser Demokratie in die Welt des Christentums, die neue Macht- fapitalistischen Klassenmoral und Klassenpraris zugrunde. wenn es bor dem blutigen russischen Bankrotteur entfaltung der Kirche im Bunde mit den dem Sozialismus un- Man hat von Pius X. den Vorwurf erhoben, er sei ein auf dem Bauch rutscht, wenn es gegen die französische Republik, weigerlich verfallenen Bewegungen der Linken.... In der Ent- Erzreaktionär und lasse von der diplomatischen Konnivenz die eben die Kirche aus der Schule und dem staatlichen Leben wickelung des Kampfes ist Murri seither von der Vertretung direkter Leos XIII. bieles, wenn nicht alles vermissen. Der lettere hinausgeworfen, nichts unternimmt, und wenn es auf der Forderungen gegenüber dem wachsenden Widerstand der Kurie besaß allerdings den zweifelhaften Vorzug, seine Ansichten anderen Seite der christlichen Demokratie, dem christlichen immer mehr zur Verfechtung prinzipieller politischer Grund- in zweideutige Worte zu fleiden und das Reaktionäre in ein Sozialismus, die sich auf die niederen Volksschichten stüßen lagen übergegangen, vor allem durch die Forderung einer klassisches Latein zu wickeln. In der Frage der sogenannten möchten, mit allen Mitteln den Garaus zu machen sucht. freien politischen Tätigkeit der italienischen Katholiken, un- christlichen Demokratie vertritt jedoch Pius X. durchaus die Dazu tritt noch ein anderes. Einst kämpfte die Kirche abhängig von firchlicher Direktive. Grundsätzlicher Zentrums- Ansichten seines Vorgängers. Er vertritt sie nur mit einem gegen das kapitalistische System, weil ihre wirtschaftliche Grund- standpunkt in der Septennatsfrage." Die Worte, die von despotischeren Einschlag und jener rücksiöchtslosen UnzweiLage der Feudalismus war. Heute tritt sie für den Kapitalis- einem genauen Kenner der Strömungen des italienischen deutigkeit, die ihm die verschärften Klassengegensäße vormus ein, weil sie sich in ihn eingelebt, in ihm eine sehr solide Klerikalismus stammen, schildern den jungen Priester der schreiben. Die christliche Demokratie soll sich danach völlig Basis gefunden hat. Und diese Basis wird für sie von Marken" richtig. Aber sie zeigen auch das Utopistische seiner und in allen Fragen des öffentlichen Lebens der Leitung der ständig wachsender Bedeutung. Die auf die Dauer allerwärts Bestrebungen. Eine flerifale Parteigründung war vor dreißig Kirchenoberen unterordnen; die Arbeiterschaft soll ökonomische unabweisliche Trennung von Kirche und Staat läßt für sie Jahren auf dieser Grundlage bei schlummernden Klassengegen- Forderungen nur in engster Fühlung mit der Geistlichkeit ganz beträchtliche Geldquellen versiegen. Die Kirchen und vor fäßen in Deutschland möglich. Heute in der Zeit der Arbeiter und in konfessionellen Gruppen vertreten dürfen, d. h. in der allem die Klöster sind jedoch vielfach Großfabrikanten mit aus- gemetel ist sie es in Italien nicht mehr. Sie würde im Praris überhaupt nicht. Es ist das jene Idee, die Leo XIII. gedehnten Liegenschaften und bedeutenden werbenden Kapi- eigentlichsten Sinne des Wortes nur eine Vorfrucht des in dem bekannten Patronat französischer und belgischer Kapitalien. Hier besigt die Kirche die Garantie ihres Daseins in Sozialismus sein, dieſem noch schneller verfallen als die ihm taliſten teilweise vorgebildet fand. Nach Deutschland imporder Zukunft. Fällt die Klassengesellschaft, so fällt auch die unweigerlich verfallenen Bewegungen der Linken". Konsequent tierte man diese Auffassungen als fonfessionelle Arbeiterwirtschaftliche Basis der Kirche. So wird die Kirche immer bekämpft der Papst diese Richtung wie alles, was sich vereine, und als solche haben sie hier noch ihre Organisation. lebhafter an dem Bestande jener interessiert, zu einem um so selbständig auf die fleritalen Arbeitermassen und das Klein Die deutschen Bischöfe stehen grundsätzlich auf dem gleichen hartnäckigeren Verteidiger des Kapitalismus, je energischer bürgertum zu stützen versucht. Man hat die päpstliche Aktion Standpunkt; die preußischen verliehen ihm in dem bekannten gegen sie selbst die Konsequenzen des tapitalistischen Systems gegen die demokratische Nationalliga auf den Umstand zurück Fuldaer Pastorale Ausdruck, das trotz alles gegenteiligen Geredes in der Trennung von Kirche und Staat gezogen werden. führen wollen, daß sie das Wort„, christlich" in ihrem Namen nie korrigiert und nie zurückgenommen worden ist. Im Zentrum Wiewohl sich zunächst auf italienische Verhältnisse be- gestrichen habe. Armselige Auslegung! Als wenn man in Rom gewinnt diese Richtung mehr und mehr an Boden, und immer ziehend, hat die letzte Enzyklika Pius X. gegen die Chriftlich- und allerwärts im Klerikalismus nicht eine viel zu energische größer wird die Feindschaft, immer gespannter die Diskussion fozialen Italiens und ihren Führer Murri allerwärts großes Realpolitik triebe, um über Worte zu stolpern! stolpern! Die zwischen fonfessionellen Vereinen und christlichen GewerkAufsehen erregt. Und mit Recht. Es ist bekannt, daß christlichen Gewerkschaften in Deutschland übersetzen das Wort schaften. Wir wissen nicht, ob das Wort von der NotwendigPius X. die Beteiligung der italienischen Statholiken am christlich mit„ nichtsozialdemokratisch"; man könnte also Heide feit einer selbständigen Arbeiterpartei, das auf der Tagung politischen Leben dringend gewünscht hat. Die fleritale und Mohammedaner sein; wofern man kein Sozialdemokrat, ist der christlichen Gewerkschaften in Breslau fiel, ehrlich gemeint Wahlbewegung wurde vom Vatikan nach Sträften unterstützt. man Christ. Gewiß ein Zeichen, daß man im klerikalen Lager war. Wir glauben nicht, daß Ernst dahinter steckt. Es mag Ihm steht ein italienisches Zentrum vor Augen. Aber ein mit Worten sehr weitherzig ist, sobald man des Kerns der ein Discite moniti an manche Leute im Zentrum, es mag solches ist nicht möglich unter Bedingungen, wie sie das Sache sicher ist. Das Verbot an die Geistlichen, der Liga ein Köder gewesen sein, der im Einverständnis mit den deutsche Zentrum schufen. Hier entstand es als Verfechter beizutreten, erfolgte, als sie zur Einberufung eines Kon- Bentrumsführern hingeworfen wurde, um gewisse Strömungen tirchlicher Interessen gegen das kapitalistische System, und gresses, zur Proklamierung eines Programms, zur in unseren eigenen Reihen zu stärken. Machen die christlichen damit war die Gefolgschaft der Massen gegeben. Später als Stonstituierung einer selbständigen, von Bischöfen Arbeiter aber jemals ernst mit einer politischen Parteidas Einschwenken in die Interessen des Kapitalismus unabhängigen Gruppe schritt. Ihren Anhängern sollte gründung, so wird auch in Deutschland eintreten, was sich einsetzte und die Klerisei der Marschroute folgte, weil ihr es gestattet sein, sich in sozialistischen Vereinen als jekt in Italien in ähnlicher Weise vollzogen hat. Als ArbeiterInteresse am Kapitalismus gewachsen, war in dem Kampf Mitglieder aufnehmen zu lassen, um dort eine Gegen- partei wird die Logik der Tatsachen sie vom ersten Augenblick von zwei Jahrzehnten die politische Partei feft gefügt. In propaganda zu entfalten. Es sollte ferner der Wahlkampf in zwingen, die kapitalistische Gesellschaftsordnung grundsätzlich Italien aber ist eine aus den Massen wachsende klerikale fünfzig Wahlkreisen vorbereitet werden, wobei man freilich anzutasten und in sozialistische Bahnen einzuschwenken. Alles Partei nur möglich unter Betonung sozialer und demokratischer fonservative Kandidaturen schwerlich ins Auge faßte. Dabei aber, was gegen die bürgerlichen Grundlagen der Gesellschaft Tendenzen, d. h. im Widerspruch zur kapitalistischen Ordnung, wurde ausdrücklich in rein religiösen Dingen, also abgesehen verstößt, berührt auf das tiefste auch die Kirche, weil diese einem Widerspruch, den die Kirche aus den angedeuteten vom politischen und sozialen Gebiet, die Unterwerfung unter ohne eine solche Basis in den wirtschaftlichen Verhältnissen Gründen nicht akzeptieren kann. Von ihrem Standpunkt ist die kirchlichen Organe anerkannt. Zweifelsohne ein durchaus politisch mehr und mehr in der Luft schwebt. Mögen die es nicht nur konsequent, sondern Lebensinteresse, daß die staatserhaltendes Programm- und doch ein strittes Verbot der christlichen Arbeiter sich noch so christlich gebärden, mögen sie Parteigründung sich im Anschluß an die ausgesprochen Beteiligung! Jeder Geistliche, der der Liga beitritt, verfällt ihr Symbolum noch so ernst und lebhaft betonen, der offene reaktionären Elemente des italienischen Ratholizismus, an der kirchlichen Zensur; der Weltgeistliche soll der kirchlichen Konflift mit der Kirchlichen Obrigkeit wird von diesem Augen. Adel und Großbourgeoisie vollzieht, d. h. im Anschluß an Funktionen enthoben, der Ordensgeistliche aus der Genossen- blick an unvermeidlich sein. dieselben Elemente, die im deutschen Zentrum heute das schaft ausgestoßen werden. Der Papst will eben eine kirchlichZepter führen. tapitalistische Politik und Partei, keine unabhängig soziale, und Eine solche bürgerlich kirchliche Partei kann neben sich wenn sie beiläufig bom lautersten Christentum triefte! feine selbständige, demokratisch- soziale Gruppe brauchen. Will In dieser klaren und unzweideutigen Stellungnahme sie der Volksmassen sicher sein, so gilt es vor allem, des Papstes für die Interessen des Geldbeutels, des frommen die Klerisei selber in ihren Bann zu zwingen. Daher wie des gottlosen, in der totalen Unterwerfung der Kirchen- Ohne Rücksicht auf das gegebene Wort hat der schon zweimal die Säuberung des Klerus, die die Enzyklika den Bischöfen zucht unter die dee der kapitalistischen Ordnung liegt die des Meineids überführte Bar Nikolaus II. die Duma aufgelöst, zu Pflicht macht. In der Erziehung der Kleriker soll die Bedeutung der Vorgänge. Ihre Rückwirkungen auf den wie einst er die Verfassung Finnlands vergewaltigt hatte. Nachgrößte Sorgfalt walten, bei der Auswahl der zu Weihenden italienischen Klerikalismus darf man dabei nicht überschäzen. dem er seine Truppen in Petersburg konzentriert und die Volksmit größter Vorsicht zu Werke gegangen werden. Zweifelhafte Die vereinigte Macht der päpstlichen Autorität und der fleri- vertretung auseinandergesprengt hatte, hat er, um Europa auf Elemente, solche ohne Disziplin, bon geistigem Stolze und falen Bourgeoisie ist start genug, um iedes Selbständigkeits. I eine falsche Spur zu leiten, ein Manifest erlassen, darin jedes den Die russische Revolution. An die Arbeiter aller Länder! BBött elfte Lüge ist. Er beschuldigt die Duma, ungesetzliche Taten begangen zu haben, nachdem er ihr, zuwider seinem Versprechen bom 30. Oktober, ungesetzliche Staatsgrundgesetze aufgezwungen chat. Er verklagt die Duma der Ohnmacht, nachdem er sie durch Zwangsmittel dazu anhielt, nur eine Rednertribüne zu sein, die wenigstens dazu gedient hat, die Verbrechen der Bureaukratie zu brandmarken. Er macht ihr Vorwürfe über ihre Untätigkeit, nach dem er sie in die Unmöglichkeit versetzt hatte, auch nur ein einziges Parlamentarisches Werk durchführen zu können. Der internationale Sozialismus soll keine Zeit für eitcle Proteste verwenden. Nur appelliert er um einmal mehr an die Aktionsbereitwilligkeit aller. Der neue Anschlag des Helden vom 22. Januar hat die sozialistische Partei weder überrascht noch unversehens überfallen. Ihr Geschick muhte die Duma heimsuchen, sobald die Kamarilla der Beamten und der Großfürsten die Ohnmacht der Mehrzahl der Versammlung einzusehen vermochte; und diese befolgte, trotz aller Anstrengungen seitens der sozialdemokratischen und der Arbeiter» jjruppe, eine Taktik, die sie ohnmächtig machen muhte. Eine gehässig beschränkte Wahlnorm, der schamloseste Druck der Behörden bei der Abstimmung, da? Volksmihtrauen, welches die wenigen Proletarier, die Zutritt hatten, von den Wahlurnen fernhielt, alles dies hatte eine erkünstelte Majorität geschaffen, die keineswegs dem Willen der Mehrheit des Volkes entsprach. Das Verhalten der Abgeordneten des liberalen Bürgertums nach der Auflösung der Duma ist ein Beweis dafür, dah sie unrecht hatten, sich gegenüber den Machthabern unschlüssig zu zeigen, in- dem sie mit den dringlichsten Reformen zauderten. Haben sie nicht daS Zutrauen der Bauern verloren, indem sie ihnen nur ungenügende Agrarreformen versprachen, deren Annahme der Landbevölkerung den Grund und Boden nicht zurückerstattet hätte? Wurden sie den Arbeitern nicht verhaßt, da sie ihnen die elendesten Palliative statt der gründlichen Reformen darboten? Haben sie nicht alle die enttäuscht, die in heiher Sehnsucht nach Freiheit streben, da sie keine tatkräftigen Beschlüsse zu fassen wußten, über die Amnestie, die Progroms, die Todesstrafe? Und trotz ihrer wiederholten Loyalitätsdeklarationen hatte der Zar für sie nur Verachtung. Bei der Eröffnung der Parlaments verlas er ihnen die Verteidigungsrede seiner Staatsgrundgesetze, und während der ganzen Sitzungsperiode hat er ihnen alles ver- weigert. Endlich, nachdem sie selbstverschuldet ohne Schutz und ohne Macht waren, wurden sie widerstandslos zerstreut, wie- das Herbstlaub vom Winde. Der Staatsstreich Nikolaus' II. wird Folgen haben, die die liberale Bourgeoisie zwingen werden, die Phase der Reden aufzu- geben und zwischen dem Absolutismus und der Revolution zu wählen. Nun ist es mit den Kompromissen und Ausflüchten zu Ende. Nach dieser Erfahrung werden auch die unbefangensten Optimisten überzeugt sein müssen, daß es nichts nützt. Gegen- strebungen zum Vergleiche bewegen zu wollen. Die Schaffung einer Duma ohne Exekutionsmacht konnte die Bureaukratie nicht hindern, das Staatsvermögen zu plündern, die Bauern auszu- hungern, gegen die Freiheit der Arbeiter Metzeleien und Anschläge zu organisieren vermittelst der Geldspenden der Bourgeoisie West- europas. Aber mit der Duma ist die Revolution nicht gescheitert. Im Gegenteil tritt sie nun in eine neue, entscheidende Phase. Bevor Nikolaus II. der Parlamentskomödie ein Ende machte, hat er den ökonomischen und finanziellen Ruin seines Reiches vollendet. Er hat in den konservativen Bcvölkcrungsschichten die Idee des konstitutionellen Zarismus im Keime erstickt. Er hat den Bauern die Augen geöffnet, indem er ihnen deren Grund und Boden ver- weigerte. Er hat einen Teil der Flotte und der Armee dem Volke zugeführt, das nun auftritt, gruppiert um die sozialistische Fahne, nachdem es die Ohnmacht der liberalen Bourgeoisie kon- statiercn konnte. Wie am ersten Anfang des Zusammenstoßes, so führt auch jetzt in erster Linie das Proletariat den Kampf gegen den Absolutismus. Der Arbeiterbevölkerung der Städte schließen sich nun neben den Bauern, die täglich immer mehr begreifen, daß nur dieses Bündnis ihnen den Grund und Boden geben wird. die Intellektuellen an, die mehr als in irgend einem Lande von unseren Lehren durchdrungen sind. Auch das liberale Bürgertum wird, wenn es nicht zu völliger Ohnmacht verurteilt sein will, in vielen Fällen dem Revolutionsstrome nachgeben müssen. Von nun an stehen zwei Armeen sich gegenüber, die Armee des Zaren und die Armee des Volkes, und zwischen diesen beiden Truppen ist der Zusammenstoß unvermeidlich. Der Sieg der Re- volution wird desto entscheidender sein, desto besser die Revolution ihre Kräfte zu konzentrieren, eine Aktionseinheit zu realisieren und über reichliche Geldmittel zu verfügen vermag. Die Revolution, die mit dem Ausstand begann, wird zu passen- der Zeit durch die Arbeitseinstellung, durch Verweigerung von Militärdienst und Steuerzahlung, durch Beschlagnahme der Güter der Krone, der Kirche und der Gutsherren, durch den bewaffneten Aufstand fortgesetzt werden, unter Mitwirkung der Matrosen und Soldaten, die die sozialistische Propaganda täglich für die neuen Ideen erobert. Die Revolution wird ohne Ruhe und Rast fort- dauern bis an den Tag, wo der Zarismus ohne Truppen, ohne Geld, ohne Kredit, ohne irgend welche Macht dastehen wird, und da? Volk endlich Herr seines Geschickes werden wird. Die Vergangenheit der Sozialisten Rußlands spricht für die Zukunft. Sie werden die Einberufung einer konstituierenden Versammlung erzwingen und ihrer Pflicht gerecht zu werden wissen. An uns ist es, unserer Pflicht gerecht zu werden. Wir können der gemeinsamen Sache mit zweifachem Beistand zu Hülfe kommen: indem wir die Autokratie hindern, sich Geld zn ver- schaffen, indem wir den russischen Sozialisten Geld schicken. Die radikale Regierung Frankreichs, die reaktionäre Regie- rung Deutschlands, die Bourgeoisie aller Länder, haben sich zu Mitschuldigen des Zaren gemacht, indem sie ihm zu hohen Zinsen den Sold für seine Gendarmen, für seine Henker, für seine schwarzen Banden gaben. Laßt uns den Regierungen cindrucks- voll bemerken, daß sie ihrer Dienstgefälligkeit ein Ende zu machen haben! Laßt uns den Besitzenden verkünden, daß die russische Republik von morgen die dem Zaren zu dem Zwecke, den Beistand der Meuchelmörderbanden zu erkaufen, kontrahierten Schand- schulden nicht zahlen wird! Laßt uns der Sache der Freiheit alle mögliche Hülfe leisten, um aus einer unversöhnlichen Tyrannei Millionen Menschen zu erlösen! Und wenn gegen jede Erwartung die heilige Alliance der internationalen Reaktion versuchen sollte, in dem Kampfe zu intervenieren, um die revolutionäre Kraft- anstrengung zu brechen und die Willtürherrschaft des Zarismus zu retten, so laßt uns auf Maßnahmen bedacht sein, wie am tat- kräftigsten den Völkern Rußlands zu helfen ist. die durch diese Lage ddr Dinge noch enger verbunden, nun keinen Unterschied machen werden zwischen dem schon tödlich getroffenen Zarismus und dem ausländischen Eindringling, der sich zuschulden kommen lassen wird, sich gegen die Selbständigkeit einer sich ihrer Rechte bewußt gewordenen Nation zu verschwören. Laßt uns also geben und laßt uns großherzig geben! Daß die angehäuften Groschen der Armen den Sieg bestimmen? Die Parole sei: Geld für die Opfer des ZimSmuS» Jeder Sozialist, jeder Arbeiter sende seinen Opserbeitrag, sei «S on die Zentralorganisation seiner Partei, sei es an die bevollmächtigten Delegierten unserer russischen Genossen oder an vas Sekretariat des Internationalen Sozialistischen Bureaus. Nieder mit der Autokratie! Es lebe der internationale Sozialismus! Das Exekutivkomitee des Internationalen Sozialistischen Bureaus(Belgien) Edouard Anseele. Emile Vandervelde. Camillc HuYsmanS, Sekretär. Ein Kämpfer in Banden! Aus Rußland erhielt die„Sächsische Arbeiterzeitung" eine Trauerkunde. Dem Genossen Wallfisch, dem Geschäftsführer unseres Dresdener Parteiorgans, ging folgendes Telegramm zu Sende dritte Ausgabe meiner Gewerkschaften und hiingeriides Rnßland an......... I ch werde nächstens verschickt. Grnß ParvuS. Die Verschickung nach Sibirien wartet auf den Tapferen der den sicheren Port verließ und sich mutig iu die Brandung der Revolution stürzte, um für die Sache zu kämpfen, der er sein Leben gewidmet hat. Das Grab der Lebendigen, die sibirische Einöde, soll ihn aufnehmen, wie so viele andere Tapfere, so viele andere Märtyrer der Freiheit. Einer der Besten, der Treucsten und der Fähigsten ist in die Hände der zarischen Henker gefallen. Nicht nur die russische Sozialdemokratie verliert ihn Genosse Parvus hatte sich Heimatsrecht in der deutschen Ar beiterbewegung erkämpft. Das große Gefängnis in Sibirien soll ihn aufnehmen. Möge der Tag nicht fern sein, da der Sieg der Revolution die Pforten dieses Kerkers öffnet. Der machtlose Premierminister. Petersburg, 14. August.(Bon einem besonderen Korrespondenten.) Ministerpräsident Stolypin erklärte einem Vertreter eines hiesigen Blattes, er sei mit den Bedingungen der Nichtbureaukraten für den Eintritt in das Ministerium völlig einverstanden gewesen, doch sei sein Vorgehen von Peterhof ans inhibiert worden. Doch Scptemberwahlen? Frankfurt a. M., 15. August. Gegenüber dem Dementi der Petersburger Telegraphen- Agentur teilt der Korrespondent der „Franks. Ztg." mit, daß er seine Meldung aufrecht erhalte, daß die Wahlen für' die neue Duma bereits im September ausgeschrieben werden sollen. Diese Meldung stamme aus zuverlässiger Quelle. Petersburg, 15. August.(Bureau Herold.) Die Regierung arbeitet ein neues Wahlgesetz aus. In den Städten soll direkt und auf dein flachen Lande durch Wahlmänner gewählt werden. Petersburg, 15. August.(Bureau Herold.) Der Dumasitzungs saal im Tanrischen Palais wird derart erweitert, daß 800 Abgeocd nete Platz haben. Die Hungersnot. Petersburg, 14. August. Die Schrecken der Hungersnot in dem Gouvernement Saratow sind unbeschreiblich. Viele Bauern sterben Hungers. Die große Zahl von Aufrufen an das öffentliche Mitleid bleiben ohne Erfolg. Die Mönche von Laura, eines in der Nähe gelegenen Klosters, haben sich mit Revolvern bewaffnet, um die großen Reichtümer des Klosters verteidigen z» können. Die„schwarze Bande". London, 15. August.(Bureau Laffan.) Der Petersburger Korrespondent der„Tribüne" telegraphiert seinem Blatte, eine furchtbare Wendung der Dinge stehe unmittelbar bevor; die Reaktionäre hätten beschlossen, gegen ihre Widersacher die- selbe Waffe z» benutzen, welche diese anwenden, nämlich den politischen Mord. Der Korrespondent erfährt, eS sei ein geheimer Ausschuß zur Orgauisiermig eine» AngriffSfcldzugeS gegen die demokratischen Führer gebildet worden, und zwar stehe er in Ver- bindung mit dem Polizeiministerium. ES seien Listen der hervor- ragenden Führer der konstitutionellen Demokraten und der Arbeiter- partei aufgestellt worden, gegen die vorgegangen werden solle; der ermordete Professor Herzenstei» sei das erst» Opfer gewesen. Die Nachricht ist nicht imglaubwürdig. Indessen werden sich die Revolutionäre zu wehren wissen! Die Opfer von Kronstadt. Kronstadt, 14. August, vor dem Kriegsgericht, da» seine Ver- Handlungen in der Angelegenheit des bewaffneten AufstandeS be- gönnen, der sich zum Ziel setzte, das Fort Konstantin und die Festung der gesetzlichen Obrigkeit zu entreißen, sind angeklagt 25 Mann Mineure, 1 Sappeur, 3 Artilleristen nnd 18 im Fort verhastet« Zivilisten. Kronstadt, 14. August. Der frühere Deputierte der Reichsduma Onipko wurde in der Nacht zum 2. Aiignst verhaftet; man fand bei ihm eine Skizze der Festung Kronstadt. Opnik, wurde in das Militär- gcfSngniS eingeliefert und wird am 16. d. M. vor daS hiesige Kriegsgericht gestellt werden. Unsere Meldung, wonach Opniko gehängt worden sei, ist demnach also falsch gewesen.„.„_ Kampf tn Lodz. Lod», 15. August.(Von einem besonderen Korrespondenten.) Heute nachmittag kam eS hier zu Unruhen. Im dritten Polizeibezirk wurden zwei Bomben geworfen, durch die ein Gebäude in Flamme» geriet. Das herbeigeholte Militär gab verschiedene Salve» ab; viele Persouen wurden getötet und viele verwuudet. Heldinnen. Kronstadt, 14. August. Die„Birsh. Wjed.' meldet: Unter den Verhafteten befinden sich auch weibliche Agitatoren, darunter mehrere Knrsistinnen. Vor de» Oktoberunruhen in Kronstadt sind viele von ihnen, um Propaganda zu mache», in verrufene Häuser eingetreten. Sie haben sich der„Schande" in die Arme geworfen, um erfolgreich unter den UntrrniilitärS agitieren zu können. Attentate. Warschau, IS. August. Heute find in verschiedenen Straßen Mordanschläge gegen Polizeibeamte verübt worden; eS sollen 20 Mordtaten zur Meldung gebracht sein. Wlozlawsk, lb. August. Hier find der Polizeimeister Mimowicz und der Landpolizeihauptmaim Pietrow ermordet worden. Eine Drohung. Petersburg, 14. August. Die Matrosen der Schwarz» meer-Flotte haben an den Marineminister Birilow geschrieben und bitten, von einer Massenhinrichtung ihrer Käme» r a d en in Kronstadt Abstand zu nehmen. Sollte diesem Ansuchen nicht stattgegeben werden, so drohen die Matrosen mit einer allgemeinen Revolte. Auch eine Untersuchung. Petersburg, 14. August.(Rnsj. Korresp.) Die Untersilchimg über Bialhsiok unter Stolypin verläuft nach dem Borbild der Kischinewer Untersuchung unter Plehwe. Der Verwundete LunSky erklärte dem Untersuchungsrichter Bebitko, daß er mit schwerer Schädelwunde den Oberst Schröter ans dem Bahnhof um Schutz bat, dieser jagte ihn mit gezogenem Säbel zu den Verfolgern zurück. Der UntersuckningSrichter venveigerte die Aniiahine dieser Angabe ins Protokoll. LunSky ging wegen Remedur zum Bezirksgericht Brodno. Dagegen wird der jüdische Soldat Gusfiatsky verfolgt, da seine Ver- teidigung bedrohter Ausgeplünderter mit dem Revolver gegen die Hooligan? als Bedrohung christlicher Arbeiter qualifiziert wird. Eine hochgestellte Persönlichkeit erklärte, daß Stolypin durch Zurückweisung der Oktoberpartei die Gemäßigten den radikalen Elementen annäherte. ES sei ein absoluter ministerieller Mißerfolg. politische(kberftcht. Sellin, den 15. August. Die Ueberprofite der Mouopolfirma Wörmann. Der Abg. Erzberger hatte kürzlich angekündigt, daß er demnächst auch die skandalösen Frachtabschlüsse der Kolonial- verlvaltung mit der Monopolfirma Wörmann zum Gegenstand seiner Angriffe machen werde; habe diese Firma doch noch größere Profite eingeheimst als die Firma Tippels- kirch und ihre stillen Teilhaber. Das„Berk. Tageblatt" gibt nun bereits heute eine eingehende Darstellung des Bombengeschäfts, das der mit der Kolonialverwaltung eng liierten Firma Wörmann durch ihre unbegreifliche Monopoli- sierung zugeschanzt worden ist. Es schreibt: „Die Wörmann- Linie berechnet für die Beförderung von Lebensmitteln von Hamburg nack Swakopmund bei einer Reisedauer von 25 Tagen pro Kubikmeter 43 Mark, der Norddeutsche Lloyd dagegen für die 50 Tage in Anspruch nehmende Reise von Hamburg nach Tsingtau nur 37,50 Mark Frachlkosten. Obwohl also die Fahrtdauer noch einmal so lang ist, befördert der Lloyd bedeutend billiger als die Würmann- Linie. Außerdem gibt der Lloyd der Regierung noch einen Rabatt von 20 Pro z. Die Beförderung einer mittelgroßen Kiste Konserven von Hamburg nach Swakopmund kostet beispielsweise 5,30 M. Fracht; von Hamburg nach Tsingtau kostet dieselbe Kiste bei der doppelt großen Entfermmg an Fracht nur 4,40 M. und der Regierung miter Abrechnung des Rabalts sogar nur noch 3.70 M. Das macht eine» Unterschied von 40 Prvz. bei der halben Leistung! Rechnet man das pro Jahr zusammen, so kommt man zu ganz ungeheueren Summen. Die Regierung läßt jährlich zirka 250 OVO Kubik- meter nach Swakopmund befördern. Daran hat die Wör» mann- Linie allein einen Nebergewinn von 3 Millionen Mark; denn es ist doch wohl anzunehmen, daß der Norddeutsche Lloyd die Güter von Hamburg nach Tsingtau nicht ohne Verdienst be- fördert, sondern noch ein gnles Geschäft dabei macht. Dabei bleibt zu berücksichtigen, daß der Lloyd trotz seines bedeutend niedrigeren tcachtsatzes noch die erheblichen Gebühren für die Passierung des uezkanals zu bestreiten hat. Nun hat der mehrfach nicht eben rühmlich genannte Finanz» referent der Kolonialabteilung, Geheimrat Dr. Seitz die im Vec- gleich zu den Transportkosten des Lloyd ganz unverhältnismäßig hohen Frachtsätze damit zu verteidigen gesucht, daß der Lloyd ja vom Reiche s u b v en ti o ni e rt werde und des- halb billiger befördern könne. Ein durchaus verfehlter Versuch des Herrn Dr. Seitz, die hohen Sätze der Wörmann-Linie zu rechtfertigen! Denn trotz der Subventioniernn� des Lloyd durch das Reich erheben alle deutschen Ostasienlinien, wie zum Bei- spiel die Hamburg-Amerika-Linie, die Firma D i e d e- r i ch s e n und andere dieselben Sähe wie der Lloyd; dabei muffen sie nicht nur auf ihre Kosten kommen, sondern noch verdienen. Der Firma v. Tippelskirch u. Co. inderPot»- damerstraße ist nebenbei bemerkt die Berliner Agentur der Wörmann-Linie und der Ostafrika« Linie übertragen. Die letztgenannte Linie, auf der zurzeit die Reichstagsabgeordneten gratis spazieren fahren, besteht aus fast genau denselben Gesellsckaflern wie die Wörmann-Linie und erhält vom Reiche eine jährliche Subvention von 1 315 000 Mark. Hiernach sollte man es für selbstverständlich halten, daß die Linie die Güter der Regierung möglichst billig und jeden- falls nicht teurer als für Private befördert. Tat- sächlich ist im Reichstage Ulibestritten zur Sprache gebracht worden, daß die Fracht nach der Stadt Beira in Portugiesisch- Ost- afrika, welche ettva 600 Seemeilen lveiter liegt als die deutsch« ostasrikanischen Plätze, von der Ostafrika-Linie billiger be- rechnet wird als nach unserer deutschen Kolonie Ostafrika. Auch der weitere, seitens des Finanzreferenten Dr. Seitz zu- gunsten der Wörmann-Linie erhobene Einwand, daß letztere auch deoivegen ihre Frachtsätze höher bemessen müsse als der Lloyd. weil die Wörmann-Linie im Gegensatz zu dieser Gesellschaft keine Rückfrachten von Swakopmund nach Hamburg habe. ist hinfällig. Denn die Wörmann-Linie könnte ebenso wie die Dampfer der englischen und französischen Westafrikalinien die Küstenplätze anlausen, um Fracht- güter auf der Rückreise einzunehmen. Tatsächlich hat sie dies auch bis zum Ausbruch deS Aufstandes in Südwestafrika getan. Nach Ausbruch deS AufstandeS hat die Wörmann-Linie ihre Schiffe in den meisten Fällen auf dem schnellsten Wege nach Hamburg zurückkehren lasten. Die Gründe der Wörmann-Linie für die in ihrem eigenen Jntereffe bewirkte Verkehrsänderung sind nämlich folgende gewesen: Der Verdienst ans den Rückfrachten steht in gar keinem Verhältnis zu dem hohen Gewinn für die während des AufstandeS unausgesetzt tu Hamburg vorhandenen Hinfrachten.... „UebrigenS hat die Wörmann-Linie auch auS der notwendigen Heinlkehr ihrer Dampfer den größtmöglichen Borteil zu ziehen verstanden, indem sie für den Transport von Gütern ab Swakop- mund nach Hamburg 50 M. pro Kubikmeter, also 7 M. mehr als für den Hintransport sich bezahlen läßt. Bezeichnend für die Uebervorteilung der Regierung durch die Wörmann-Linie ist die Tatsache, daß sie für den Transport von Regierungsgllteni für die kurze Strecke von Kapstadt nach Lüderitzbucht höhere Kosten berechnet hat, als die Fracht von Hamburg nach Brasilien beträgt. Eine englische Dampfer- gesellschaft hatte sich erboten, dafür weniger als die Hälfte zu liquidieren. Diese? der Kolonialabteilung— dem Prinzen Hohenlohe und dem Finanzreferenten Dr. Seitz— unterbreitete vorteilhafte Angebot, durch das Millionen erspart werden können, hat seitens der zuständigen Be- Hörde keine Berücksichtigung erfahren. Ebenso hat eine ganze Anzahl Hamburger Reeder sich zum Transport von Regierungsgütern usw. gegen niedrigere Frachtsätze erboten. Von diesen Offerten hat die Kolonial- abteilung bisher keinen Gebrauch gemacht. Es wird im Herbst Ausgabe des Reichstages sein, einen Wandel in der merkwürdigen Auffassung dieser Verwaltung herbeizuführen." Soweit das„Berliner Tageblatt". Die Geschäfte der Firma Wörmann sind damit freilich noch nicht alle auf- zezählt. Besondere Würdigung verdienen noch die Liegegelder, !)ie die Firma Wörnlann einstrich, bis Ende Februar d. I. nicht weniger als 1 557 000 M. Ferner: In L ü d e r i tz- bucht, einem Hafen, der nach den Aussagen der Kapitäne der Wörmann-Linie selbst viel ruhiger und stiller ist, als der Hafen von Swakopmund, erhielt die Firma Wörmann pro Kubikmeter 12,50 M. Landungsgebühr. In dem ungünstigeren Hafen Swakopmund wurde dagegen nur 8,50 M. Landungsgebnhr pro Kubikmeter bezahlt. Vollends enorm erscheint die Landungsgebühr, wenn sie mit den in den englischen Häfen Südafrikas üblichen Sätzen von 5— 6, höchstens 7,50 M. pro Kubikmeter verglichen wird I Man sieht, die Monopolftrmen, deren Verttetung in den Händen des Herrn v. Tippelskirch, des Intimus des Majors Fischer und Geschäftsfreundes der Podbielski und Bumillcr lag, brauchten sich über Begünstigung der„nationalen" Arbeit nicht zu beklagen. Den deutschen Proletariern freilich wird auch in unseren Kolonien keine Extrawurst gebraten. Können sie mit den ihnen gezahlten Löhnen nicht auskommen, so verwendet man, wie in D e u t s ch- O st a f r i k a, Lohn- drücker aus aller Herren Länder, selbst auf die Gefahr hin, J weiselhafte Elemente ins Land zu bekommen. Die deutschen k a p t t a l i st e n aber befreit man nicht nur von jeder un- bequemen ausländischen Konkurrenz, sondern man schanzt ihnen skrupellos Monopole und damit Millionen über Millionen zu!— Wilhelm II. und Eduard VII. Onkel und Neffe haben sich, nachdem sie sich jahrelang ostentativ gemieden, wieder einmal zusammengefunden. Eduard VII. ist heute in Cronberg angekommen und von Wilhelm II. bereits bei seiner Ankunft durch Handschlag und Kuß begrüßt worden. An der darauf folgenden Frühstückstafcl nahmen der Kronprinz von Griechen- land und die Großfürstin Michailowitsch teil. Die deutsche solvohl wie die englische Presse kommentiert die Zusammenkunft ziemlich lebhaft. Man spricht von einer beginnenden Wiederannäherung der beiden Höfe von einer Ueberbrückmig der deutsch-englischen Gcgcnsahe. Zugleich orakelt man allerlei über die politische Bedeutung des Besuchs, ohne doch bestimmte Gegenstände einer etwaigen Abmachung zu bezeichnen. Für wahrscheinlich hält man es, daß die Aussprache sich um Englands ägyptische Politik drehen würde; auch hält man eine Erörterung der Lage des Zaren und der Situation in Rußland für naheliegend. Ein Teil der deutschen Presse zieht bei dieser Gelegenheit allerlei Vergleiche zwischen den Persönlichkeiten und den politischen Erfolgen der beiden nahe verwandten gekrönten Häupter. Eduard VII. wird als der gewandte Weltmann, der alle äußeren konstitutionellen Schranken gewissenhaft respektierende Diplomat geschildert, der— nach einem langen Leben des scheinbar sorglosesten Lebensgenusses— sich über Nacht als bedeutender Staatsmann entpuppt und in der mneren wie der äußeren Politik in kurzer Zeit Bedeutendes erreicht habe. Wilhelm II. dagegen, die von romantischem Selbstbewußtsein getragene Natur, habe trotz aller überschäumenden Tatkraft und aller rücksichtslosen Exponierung seiner"Persönlichkeit so manchen Miß- erfolg und Fehlschlag seiner Hoffnungen erleben müssen. Dem Neffen wird dergestalt der Oheim indirekt als Muster vorgehalten. Die deutsche Sozialdemokratie braucht sich über dies Hofmeister- liche Problem glücklicherweise nicht den Kopf zu zerbrechen. Ihr erscheint das Auftreten und die Wirksamkeit eines Monarchen weniger in dem Temperament und Naturell desselben begründet, als aus den gesamten politischen Zuständen des jeweiligen Landes heraus erklärlich. Die herrschende Klasse jedes Landes hat das Oberhaupt, das sie verdient, das ihren Interessen entspricht. So ist auch die Persönlichkeit Wilhelms II. aus den preußisch-deutschen Verhältnissen heraus erwachsen. Und daß Wilhelm II. nicht als scheinbar Partei- und temperamentloser Schemen über den Wassern schwebt, sondern sich als Vertreter der bürgerlichen Gesellschaft, als Mensch von impulsiver Einseitigkeit gibt, hat die Sozialdemokratie zu allerletzt zu be- dauern. Auch neigen wir ja keineswegs der Auffassung zu, daß ein temperamentvoller Herrscher nach persönlichem Belieben aus- wärtige Politik machen, internationale Konflikte schürzen oder lösen könne. Das allbeherrschende kapitalistische Interesse beherrscht auch die auswärtige Politik— das hat gerade wieder der Marokko- konflikt bewiesen. Deshalb halten wir auch im Falle der Cronberger Zusammen« kunft alle gewagten Konjekturen über die dort erörterte» Fragen und gefaßt-n Beschlüsse für überflüssig. Es dürsten dort ebenso wenig weltpolitische Abmachungen von größerer Tragweite getroffen werden, wie schwerwiegende Vereinbarungen in Sachen der nissischen Revolution. Deutschland würde Englands ägyptischer Politik auch ohne den Cronberger Besuch keine Knüppel zwischen die Beine ge- warfen haben, und der Verlauf der russischen Revolution wird sich erst recht nicht von den Hoffnungen oder Befürchtungen der beiden Monarchen beeinflussen lassen.— Deutfcbes Reich« Pod forcht sich mt! In der Angelegenheit von Tippelskirch- ei scher steht nach der„N. G. K." die Vernehmung des andwirtschaftsministers v. Podbielski unmittelbar bevor. Die genannte Korrespondenz bemerkt dazu weiter: Herrn v. Podbielski wird ohne Zweifel die Gelegenheit nur willkommen sein, vor dem Untersuchungsrichter nachweisen zu können, daß er nichts von den pekuniären Beziehungen zwischen dem Major und der Firma, deren eigentlicher Leiter er war, gewußt hat. Wie man hört, befindet sich Herr v. Podbielski selbst in zu versichtlich st er Stimmung, und in den Kreisen, die für unterrichtet gelten können, erzählt man sich, daß er dem festen Vertrauen Ausdruck verliehen hat, an der maßgebenden Stelle, nämlich beim Itaiser, ohne Schwierigkeit sein kaufinännisches Verhältnis zu der Kolonialfirma zu rechtfertigen. Herr v. Pod- bielski hofft, für seinen ausgeprägten Geschäftssinn bei dem so modern empfindenden Monarchen, der den Verkehr mit weitblickenden Geschäftsleuten von der Art de? Herrn Ballin liebt, volles Verständnis zu finden. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß der Minister in dieser Richtung bereits einleitende Schritte getan hat, um sich den Be- sitz seines Ministerportefeuilles auch über den Abschluß des Fischerschen Prozesses hinaus zu sichern. Ein ungeschriebenes, ober um so strenger befolgtes Gesetz will eS, daß jedes Mitglied des preußischen Staatsministeriums, dessen Name, wenn auch nur zu Unrecht, in Verbindung mit irgendeiner kompromittierenden Angelegenheit genannt wurde, es als seine Pflicht erachtet, seinen Vorgesetzten, den Mini st erpräsidenten, und seine Kollegen, die übrigen Minister, in entsprechender Weise aufzuklären. Dies Pflegt in schriftlicher Form zu geschehen. Sehr interessant wäre eö zu erfahre», ob sich Herr v. Podbielski inzwischen in dieser Weise geäußert hat, nachdem nun bereits seit mehreren Wochen seine Person den Mittel- Punkt einer so unerquicklichen Affäre bildet.' Nach Lage der Dinge und bei den in Preußen herrschenden breiviertels absoluttstischen Zuständen, nicht zum mindesten auch bei der Feigheit unsrer im Ernste jedesmal zusammen- klappenden bürgerlichen Opposition sind allerdings auch wir der Ueberzeugung, daß Pod alle Veranlassung hat, in„zu- versichtlicher Stimmung" der kommenden Dinge zu harren!— 80 Prozent Maklerprovision?' Von einem Lieferanten der Firma Tippelskirch erhält die »Frkf. Ztg." Nachricht von folgender interessanter Manipulation, wie die Mouopolfirma, die stets lange im voraus von einem eintretenden Waffen- oder Truppentransport Kenntnis hatte, ihre festen Abnehmer bediente: Vor längerer Zeit erhielt ein Lederwarensabrikant eine mit.Tip-Top' unterzeichnete telegraphische Anfrage, in welcher Zeit er 500 Armccsättcl im Preise von je 50 Mark liefern könne. Die Sättel wurden geliefert und fanden prompte Abnahme bei der Kolonial» oder Schutztruppenverwaltung zum Preise von 90 Mark, d. h. also, die Monopolfirma lieferte nicht einmal eigenes Fabrikat und strich für die Vermittelung 80 Prozent Maklerprovision ein. Bis jetzt sollen überhaupt für unsere Kolonialtruppcn in Asrika und Asten 60 000 StückSättel geliefert worden sein.— Die Enttäuschung der Skandallüstcrnen. Die.National-Zeitting", die vor einigen Tagen so brünstig die Gewerkschaften umworben, ist natürlich über die sachliche Art unserer Auseinandersetzung über das GewerkschastSprotokoll erbittert. Sic rächt sich für ihre Enttäuschung, daß die Partei ihr mrd ihren GesinnungS- genoffen zuliebe kein Skandälchen anbettelt, durch allerlei Glossen, die ebensoviel verbissene Wut wie horrenden Stumpfsinn verraten. So meint sie, der zweite„Vorwärts'-Artikel verrate die beginnende „Mauserung der Radikalen", „denn auch die„Leipz. V o lks ztg." beginnt heute eine gerade im Mehriug-Vlatte, das sonst den„Sauherdenton" in Reinkultur züchtet, urkomisch wirkende, süßliche Umwinselung der Gewerkschaften. Das Leipziger ultraradikale Blatt hat ganz die Kotkiibel vergessen, mit denen es die Gewerkschaften und einige ihm besonders ans Herz gewachsene Führer<, Uhr, im GewerkschastShause, Saal II. Gäste willkommen. Verband der Friseurgehülfe» Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Versammlung am 16. d. MtS, abends 9'/, Uhr, Rosenthalcr- straße 11/12. Tagesordnung: Gewerkschaftliches. Zahlreiches Erschelne» erwartet Der Vorstand. I. A.: Liere. Verein der Bicrabzieher Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Donnerstag, den 16. August, Seydclstr. 30. Berein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite- rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung V. Abteilungsversamm- lung: 8 Uhr, bei Wernau, Echwedterstr. 23/24. Vortrag, Diskussion, Berichte, Verschiedenes. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse ber Metallarveiter. (E. H. 29, Hamburg.) Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den 18. August, abend« 8>/z Uhr, bei Gust. Tempel, Boxhagen, Ecke am neuen Babnhos: Mitgliederversammlung.— Sonnabend, den 15. September, in den Räumen dcS Eoss Bcllcvue: Zehnjähriges Stistungssest. Berliner Marktpreise. AuS dem anitlichen Bericht der städtischen Markthallen-Dirrktio»».(Großhandel.) Rindfleisch I» 71—75 pr. 100 Psd., IIa 65—70, lila 59- 64, IVa 54-68, englische Bullen- 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppclländcr 100—110, Ja 82-88, IIa 72-80, Ma 60-70. Hammelfleisch la 77-82, IIa 67—75. Schweinefleisch 67-73. Rchböcke la Per Psd. 0,50-0,55, IIa 0,25-0,49. Rotwild la mit Abschußaltcst, per Psund 0,38-0,47, IIa 0,34-36. Damwild 0,44—0,50. Wildschweine pr. Psd. 0,15—0,25. Frischlinge 0,30—35. Kaninchen per Stück 0,20—0,50. Wildenten la per Stück 0,00, IIa 0,00. Hühner, alte, per Stück 1,70—1,80, alte, II a 1,50—1,65, junge, per Stück 0,65—1,15. Tauben, junge, per Stück 0,25—0,48, alte 0,00. Enten, junge per Stück 1,10—1,90, alle per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per PsttNd 0,60—0,67, IIa 0,00, la per Stück 3,00 bIS 3,80, IIa 1,50-2,75, PouletS per Stück 0,70-1,00. do. klein 0,40-0,60, Hechte pr. 100 Psd. 81—96. Zander 127. Schleie 106-120. Bleie matte 36-38. Aale, groß 113—125, mittel 00, klein u. mittel 00, unsort. 69—83. Plötzen 63. KarpsenOO. Barsematt67-77. Karauschen 75. Wels 00. Bunte Fische 20—53. Amerik. Lach» I neuer per 100 Psd. 110—130, do. II neuer 90—100, do. III neuer 50—75. Seelachs 10—15. Flundern, pomm. I, per schock 9. do. pomm. II 2—3, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 4—5, Stralsunder 5—6, Aale, groß per Psd, 1,10—1,30, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5, Schcllsische Kiste 3— 4, do. '1, Kiste 1,50. Kabltau, per 100 Psd. 10—13. Heilbutt 25. Sardellen. 1902er, per Anker 90,00, 1904cr 88,00, 1 905er 80,00—82,00. Schottische Vollhering« 1905 0,00, laree 40-44, knU. 36-38, med. 35—42, deutsche 37-44. Heringe, neue MatjeS, per'/, To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 00. Krebs«, per Schock, große 00, mittel 11,50—18,00, kleine 00, unsort. 5,00—7,50. Galizier 00. Eier, Land-, per Schock 2,80—3,20. Butter per lOOPsd. la Il5-t20. Na 110—113, lila 105-108, abfallende 70-100. Saure Gurken, neue, Schock 2,40— 2,60, Pleffcvgurfen 2,40— 2,60. Kartoffeln per 100 Psd. Rosen 1,75—2,00, neue runde 2,25—2,50, neue blaue 2,25—2,50. neue t erbsler 2,25-2,50. Spinat p, 100 Psd. 12—18. Karotten p. Schock 2.00-2,50. cllcrie, hiesige, p, Schock 1,25—5,00, Zwiebeln lOOPfb. 3,00—4, Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,75—1,00. Rettig, bayr., p. Schock 2,40 bis 4.80. Radieschen p. Schock-Bd. 0,60—0,70. Saiat, p. Schock 1.00—1,40. Bohnen, grüne, per 100 Psund 5—10. Wachsbohnen 8—12. Schoten per 100 P!d. 10-16. Pscffcrlinge per 100 Psd. 20-27. Mohrrüben per 100 Psd. 5,00. Blumenkohl per Mandel 1,00—2,20. Wirsingkolil per Mandel 1,00—2,00. Rotkohl p. Mandel 2—2,50. Weißkohl p. Mandel 1,50 bis 2,00. Steinpilze P. 100 Psd. 25—30. Gurken, Zerbster, Schock 0,75—1,00, do. Einlege-, Schock 1,00— 2,00. do, Rothenb. 2—3.00, do. Liegnitzer 2,00—2,50. Kohlrüben. Mandel 1,00—1,25. Birnen, ttal. per 100 Psd, 15—25, hiesige 5—14, Tiroler l4-35. böhmische?— 14. Reettig 7— 8, Aepsel. Ungar., perlOOPsd. 12— 15, italienische 8—15, hiesige 6—25. Stachelbeeren 00. Preißelbeere» 16—22. Kirschen, sauere 00. Blaubeeren per 100 Psd. 12—20. Pflaumen, ttal. runde dunkle per 100 Psd. 16-25, ital. lange gelbe 15-22, ital. runde 15—25, ungarische 10—12, hiesige 3—25, Reineclaude 10—22. Zitronen, Messina 300 Siück 18,00-20,00, 360 Stück»2,00-16,00. AO Stück 7,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Pfirsiche, Werdersche per 100 Psd. 25—35, französisch« 20—40, italienisch« I Kiste 1,50—2,00, do. n Kiste 1,80-1,60, do. iu Kiste 1,00-1,80. do. in Körbe» per 100»id. ZS-40 Für den Juhalt der Jujerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feine: let Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 16. August. Anfang 7%, Uhr. Opernhaus. Die lustigen Beiber bon Windsor. Nenes Operntheater. Die Fleder maus. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Leffing. Und Pipa tanzt. Schiller 0. Carmen. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- 2ith. Th.) Morwin- Oper. Morwitz Oper. Carmen. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag ut. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Ubr, popul. Borstellung bei halben Preisen: Große Oper in 4 Atten von Bizet. Freitag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel.. Der Postillion von Lonjumeau. Sonnabend, abends 8 116r: Populäre Vorft. bei halben Preisen: Der Waffenschmied. Das Nachtlager in Granada. Romantische Oper in 3 Aufzügen von Conradin Kreuzer. Sonntag, abends 8 Ubr: Vorlegte Opern- Aufführung: Carmen. Vorverk. ohne Vorverkaufsgebühr tägl. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Teue freie Volksbühne ( Ballner Theater.) Opern- Vorstellung im Schiller- Theater 0. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Geschlossen. Romische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Westen. Die lustige Bitwe. Zentral. Der Rastelbinder. Trianon. Die Frau ohne Lächeln. Luftspielhaus. Spazenliebe. Kleines. Ein idealer Gatte. Carl Weiß. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. ( Morwitz- Oper). Sonnabend, den 19. August, abends 8 Uhr: Der Freischütz von C. M. Weber. Billetts für Mitglieder a 1 Mark, für Gäste a 1,20 Mark inkl. Garderobe sind in allen Zahlstellen zu haben. 150/13 Der Vorstand. I. A.: Heinr. Neft. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). 6. Wahlkreis. Schönhaufer Vorftadt. Sonnabend, den 18. August 1906, in den Gesamträumen des Berliner Prater- Theaters, Kastanien- Allee 7-9: Großes Sommerfest. Konzert x Theater x Spezialitäten × Kinderfackelzug Im Saale: Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Eröffnung 1 Uhr. Anfang 4 Uhr. Entree an der Kasse 30 Pf., im Vorverkauf 25 Pf. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. Zahlreichen Besuch erwartet Urania. Wissenschaftliches Theater. Täglich im Theater 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. WING! 76 Baffage. Billy Brager. Spezialt. Wegen koloffaler Nachfrage bis 30. Auguft prolongiert. Sonnabend, den 18. August: Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besuv. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Donnerstag und folgende Tage: Täglich: 16 Löwen sowie 4 neugeborene werden im Löwen Publikum herumgezeigt. Die größte Sensation u. beste Gruppe der Welt: Im Salon des Löwenbändigers. Ein Dompteur, eine Tänzerin im Löwenkäfig und eine Dompteuse mit noch nie gesehenen Tricks. 11 thr abends: Fütterung sämtlicher Bestien aus den Händen des Dompteurs. The Carl Damman- Famille, Ameritas beliebteste Afrobaten, Sherlock Holmes. und das neue beste Programm Berlins. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Ein idealer Gatte. Freitag zum erstenmal: Mimensiege. Diplomatie in der Ehe. Das Trottoir roulant. Sonnabend: Mimensiege. Diplomatie in der Ehe. Das Trottoir roulant. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Donnerstag, den 16. August 1906: Die Fledermaus, Freitag zum erstenmal: Das Heimchen am Herd. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und Invalidendank. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Die Bohème. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Zentral- Theater. Raffelbinder. Operette in ( Operette). 8 Uhr: 3 Atten. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Spatzenliebe. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67-68. DONNERSTAG, 28. Aug., abends 8 Uhr: PREMIERE Gastspiel Adolf Philipp Jm wilden Westen. 4 heitere Bilder m.Ges. v.A.Philipp. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Sonnabend, den 18. Auguft 1906: Anfang 8 Uhr. Bum 61. Male: Die Höhle des Löwen. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Sonntag und folgende Tage: Die Höhle des Löwen. Gaston Chalindrey: Nich. Alexander. Carl Weiß- Theater. Br. Frankfurterftr. 132. Jm Theater: Täglich 8 Uhr: Gastspiel des Herrn Fritz Kidaisch: Adele. Im Garten: Gänglich neues Spezialitäten: Programm. Anjang 5 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Auf vielfachen Wunsch! Nur einmalige Wiederholung! Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. EröffnungsVorstellung Für die nächsten 8 Vor249/ 7* Das Komitee. Z CARTEN Apollo- Theater Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes 10 Uhr! Novität! 10 Uhr! Großer andauernder HeiterkeitsErfolg! Militär- Doppel- Konzert Berlin im Omnibus. Eintritt 1 M., b. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Vorher: Gute Spezialitäten! Anfang 8 Uhr. Welt- Ausstellungs- 67%, libr: Garten- Konzert. Biograph-( St. Louis) Theater lebender Volksgarten- Theater. Photographien mit Badstr. 8( Behm ut. Bellermannstr.) abwechselndem Abnormitäten- Progr. Täglich: Verbindung mit größter Films Konzert, Theater u. Spezialitäten. Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. stellungen findet bereits der Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Vorzugskarten find gültig.| Billett- Vorverkauf statt. Freie Volksbühne. I. Vorstellungs- Serie I/ II. Abteilung: Sonntag, den 2. September, Berliner Theater, Charlottenstr. 90/92, nachmittags 3 Uhr, im unter künstlerischer Leitung des Direktors Adolf Steinert: Ludwig Anzengruber: Die Kreuzelschreiber. Bauernkomödie mit Gesang in drei Akten. II. Serie I. Abteilung: am Sonntag, den 21. Oktober, im Neuen Schauspielhause,( vis- a- vis Hochbahn). William Shakespeare: Der Sturm. Romantisches Schauspiel in fünf Aufzügen. Unter künstlerischer Leitung des Direktors Alfrnd Halm und des Oberregisseurs Max Grube. Musik von Humperding. Musikalische Leitung: Hofkapellmeister Prill und Karl Vach. Die Vorstellungen der 1. bis 18. Abteilung finden in beiden Theatern an den darauf folgenden Sonntagen statt. Sonnabend, den 6. Oktober, 17. Kunstabend im Rathause. abends 8 Uhr: Ordnersitzung: Achtung! D. August umgetauscht werden und müssen die August- und Septembermarke Sonnabend, den 25. August, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause. Das Erscheinen aller Ordner ist nötig. Die Mitgliedskarten mtissen in den Zahlstellen spätestens bis zum enthalten. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Kaum vorhanden ist. Achtung! Freies Kunstheim! Die Mitglieder werden ersucht, die in allen Zahlstellen ausliegenden Flugblätter und adressierten Fragekarten zur Propaganda für die Erwerbung eines eigenen Theaters abzuholen und sorgfältig auszufüllen und für Weiterverbreitung zu sorgen. Gleichzeitig gelangen die Flugblätter an den Zahlabenden und für die Gewerkschaften im Berliner Gewerkschaftsbureau, Engel- Ufer 15, beim Vorstand der Freireligiösen Gemeinde, des Berliner Volkschors und der ArbeiterBildungsschule zur Ausgabe. Die Zahlstellen nehmen sämtliche ausgefüllten Fragekarten zur Weiterbeförderung entgegen. 229/10 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfefte. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Klown Dolly ist da! Taglionis Ballett- Ensemble. The Regahs musikalischer Att. Das Bild des Vaters. Boltsstück in 2 Aften. Die Waise aus Lowood. Anf. 4%, Uhr, Tanz. Entree 30 Pf. Fredo Seybaud, Charakter- Ber wandlungs Schauspieler( 15 Berw.) Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr. S Metropol- Theater Bernhard Rose- Theater Gesundbrummen, Badstraße 58. Täglich: Henry Bender. Josef Giampietro. Der Verschwender. Fritz Massary. Rom. Schauspiel in 2 Aufz.( 9 Bildern) b. Ferd. Raimund. Musik v. Kreuzer. Auf- in's Metropol! 12 Attraktionen Große Jahresrevue mit Gesang u. 1. a.: Paul Coradini. La Matchiche. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Steffen Bros. Neiß Troupe u. v. a. m. Anfang 4%, Uhr. Entree 30 Pf., num. Play 50 Pf. Billettborbert. b. 10-1 a. d. Theaterkaffe. Sanssouci. Kottbuser -Straße 4a. Sonntg., Montg.Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Neu: Der Säugling. ( Glänzendes Soireeprogr.) Entr. 30 Bf., num.ẞl. 50 Pf. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 81. Im Borgart.: Freikonzert. Prater- Theater Kaftanien- Allee 7/9. Taglia: Amor von heute. Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. Der grüne Zenfel." Große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Play 50 Bf. Schloß Weißensee. ,, Zum Sternecker". Inhaber C. Koch. Heute Donnerstag: Elite- Tag. Militär- Konzert and Spezialitäten- Vorstellung -Brillant- Feuerwerk. Ausstellung Afrika Afrikanisches Dorf, Negerküche, Beduinen, Zelte, Arab. Kunsthandwerker, Harem, zahlreiche Tiere. Fantasia, geritten vor dem deutschen Kaiser in Tanger. 1. Vorstellung beginnt 4 Uhr. Bannerweihe des Vereins der Molkereibesitzer von Weißensee. Eintritt 50 Pf. Kinder 15 Pf. Trianon- Theater. Schweizer Garten Die Frau ohne Lächeln. Am Königstor- Am Friedrichshain. Anfang 8 Uhr. Täglich: Theater- Vorstellung, Passage- Theater. Spezialitäten u. Ball. Stov Abends 8 Uhr Das glänzende Eröffnungs- Programm. 14 erstklassige Spezialitäten! Berlin arm und reich. Volksstück mit Gesang in 2 Aften. Der mysteriöse Wunder- Globus. aller Das neue August- Programm! Monte Christo, The Barret, Henry Sago, Verona de Fonseca, Berwand lungs- Schauspielerin. tergit: Auf fremder Erde". Gr. Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 3 Bildern von Hugo Schul. Jed. Mittwoch: Gr. Kinderfreudenfest. Jeb. Donnerst.: Gr. Brill.- Feuerwerk. Voltsbeluftigungen aller Art. Die Staffeeküche fit b. 1 Uhr an geöffnet. Nur noch 14 Tage Nur noch 14 Tage 1. Deutsch- Amerikanischer Cirkus bon Norton B. Smith mit seiner Gesell schaft von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Herren Länder. Berlin, Comeniusplak, Memelerstraße Heute und folgende Tage täglich abends 8 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung mit neuem Programm. Preise der Pläte wie bekannt. Nat. Behrens, Dir. 210/6 Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Gustay Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Sonnabend, den 18. Auguft: Eröffnung der Winter- Saison mit einem erstklassigen, glänzenden Programm. 19732 Anfang 7%, Uhr. Sonntags 5 Uhr. Der Antipode auf lebender Brücke. Etablissement Buggenhagen Die 5 Jaksons, Afrobaten. Clothilde u. Bertram. Trio Schlaraffia. Wochentags: Damentanz frei. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/13 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Moritzplatz. Täglich im Garten beziv. in den unteren Sälen Gottschalk Freikonzert Mittwoch u. Sonnabend: Freitanz. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber, herzensguter Mann und Vater, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Schneidemüller Ernst Müller nach längerem Leiden im 30. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Dies zeigt hiermit schmerzlichst an 19902 Die tieftrauernde Witwe nebst Kind und Angehörigen. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel, Stadtbezirk 113a. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Arbeiter Ernst Müller ( wohnhaft Kottbuser Ufer 5), ge= storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritand. 244/20 Verband d.an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Ernst Müller am 13. August verstorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Freitag, den 17. August, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 76/2 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis Nachruf. Am Sonntag, den 5. August 1906 ist unser Genoffe Adolf Germdorf beim Baden ertrunken. Die Beerdigung fand am 12. d. M. statt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 244/19 JAAG Bessere Cigaretten als Josetti- Cigaretten sind niemals gemacht worden. Wir können diese Behauptung mit voller Ueberzeugung aussprechen, weil uns langjährige Erfahrung zur Seite steht; und wir sagen ohne jeden Rückhalt, dass JOSETTI CIGARETTEN heute weit erhaben über dem höchsten unserer früheren Erfolge stehen. Wenn wir nicht wüssten, dass diese Behauptung wahr wäre und erwiesenermassen wahr auf Grund des Urteils der besten Kritiker der Welt, würden wir unseren guten Ruf, den wir durch langjährige harte Arbeit erworben haben, leichtsinnig aufs Spiel setzen. Josetti- Cigaretten übertreffen alle türkischen Cigaretten durch ihr köstliches Aroma und milde Qualität. Dies sind die beiden Eigenschaften, welche am meisten in feinen türkischen Cigaretten gesucht werden und niemals so vollkommen und in so vollkommener Verbindung gefunden worden sind als in Josetti- Cigaretten, Joselli 19 Josetti Juno 10 St. 20 Pig. Josetti Griseldis 10 St. 30 Pfg. கு Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes Anzeige. Am Sonntag, den 12. d. Mts., verstarb unser Mitglied, der Former 249/9 Ferdinand Monis, Badstraße 23. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmitttags 4 Uhr, vom Lazarus- Krankenhaus aus nach dem neuen Paulskirchhof in der Seestraße statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der SchraubenDreher Wilhelm Schmank am 13. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. August, nachmittags 5 Uhr, von der LeichenHalle des Thomas- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet 152/1 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen. Drechsler und deren Berufsgenossen. ( E. H. 86) Hamburg. Verwaltung B. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied 266/17 Gottlieb Schneider am 10. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten Mannes, unseres teuren Vaters sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dant. Rigdorf, den 15. August 1906. Charlotte Ohlendorf und Kinder. 5626 Von der Reise zurüd. 147/15 Dr. Max Maschke, Augenarzt, Das Aufreiben türkischer Tabakblätter für Josetti- Cigaretten. Die ausgesuchten Blätter werden an Stangen aufgereiht um in der Sonne nachzureifen. Gesundheit ist Reichtum! 0000 Regelmäßiges Baden erhält und fördert die Gesundheit. 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Er besprach eingehend die ver- schiedenen Lohnbewegungen und Streiks, untersuchte nuter Dar- legung der betreffenden Verhältnisse, wieweit in jedem Einzelfalle die von den Streikenden eingeschlagene Taktik als richtig bezeichnet, oder wieweit sie als verfehlt angesehen werden müsse. In bezug auf den einen oder anderen örtlichen Streik übte der Redner Kritik an der Tätigkeit der betreffenden Streikleitungen und vertrat den Grundsatz, dasi bor� der Einleitung von Lohnbewegungen die ein- schlägigen Verhältnisse sorgfällig zu prüfen seien, damit nicht ein Streik ins Werk� gesetzt werde, der von vornherein aussichtslos sei. Bor allem müsse darauf gehalten werden, daß die Filialen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Hauptvorstandes in eine Be wegung eintreten, da ja doch Erfolge nur dann erwartet werden können, wenn Lohnbewegungen planmäßig und unter Berücksichtigung der für den gesamten Verband in Frage kommenden Verhältnisse geführt werden. Eingehende Betrachtungen widmete der Referent der großen Aussperrung im Jahre 1905. In der Diskussion wurden ausschließlich Vorgänge bei ver- schiedenen örtlichen Streiks und Lohnbewegungen erörtert. Die Delegierten aus den betreffenden JDrten verteidigten die von ihren Kollegen eingeschlagene Taktik und traten der Kritik des Referenten und den von ihnen nicht gebilligten Maßnahmen des Vorstandes entgegen. Aus den Erörterungen, die sehr ins einzelne gingen, ist zu entnehmen, daß einige Filialen mit dem Hauptvorstand in Differenzen geraten sind, weil dieser den von den betreffenden Filialen geplanten Lohnbewegungen die Genehmigung und auch die Streikunterstützung versagte, weil die im Streikreglement vorgesehenen Bedingungen nicht erfüllt worden waren. Die Vertreter solcher Filialen suchten nachzuweisen, daß ihre Bewegung notwendig gewesen sei. und ihnen die Zustimmung deshalb nicht hätte versagt werden dürfen. Dem- gegenüber begründeten die Vertreter des Hauptvorstandes die von demselben für notwendig erachteten Maßnahmen als solche, die durch die Lage der Verhältnisse und unter Berücksichtigung der Gesamt- intereffen des Verbandes geboten waren.— Es handelte sich bei diesen Erörterungen nur um interne Verbandsangelegenheite», die kein öffentliches Interesse haben. Ein Delegierter, dessen Filiale bei einer Lohnbewegung mit der Hirsch-Duuckcrschen Organisation zusammengegangen war, führte aus, seine Kollegen hätten dabei die Erfahrung gemacht, daß das Kompromiß mit den Hirsch-Dunckerschen, oblvohl es nur für die Lohnbewegung abgeschlossen war, nachhaltige schädliche Folgen für die Verbandsfiliale gehabt habe, er warne deshalb davor, daß der- artige Kompromisse in der Zukunft wiederholt werde». Die Debatte über den vorliegenden Punkt der Tagesordnung war am Schluß der heutigen Sitzung noch nicht beendet, sie wird morgen fortgesetzt. Ivternationalkr Hntilrbeiterklillgrkß. Frankfurt a. M., 13. August. Er st erVer Handlungstag. Es sind anwesend vierzehn Delegierte, inklusive des SekrctärZ Espanet. Die Mandatsprüfungskommission schlägt vor, die Man- date von Frankreich, Italien, England, Rumänien, Brasilien, Oester- reich, Schweiz, Dänemark, Deutschland und Belgien anzuerkennen, das Mandat von Portugal dagegen nicht, da Portugal in den letzten Jahren keine Beiträge gezahlt hat. Außerdem wird Mctzschke er- mächtigt, die russischen Hutmacher von Riga, Warschau und Lodz durch beratende Stimme zu vertreten. Espanet tritt dafür ein, aus Gerechtigkeitsgründen auch das Mandat von Portugal anzu- erkennen. Er beruft sich dabei auf frühere Fälle, die der Brüsseler Kongreß geschaffen habe, indem er ähnliche Mandate anerkannte. M a l l a i e u sagt, in diesen Fällen hätten aber die betreffenden nationalen Organisationen später die Beiträge bezahlt. Mctzschke macht auf die Konsequenzen eines Beschlusses im Sinne des An- träges Espanet aufmerksam. Borbet empfiehlt, aus Menschlich- keitsgründen dem Vertreter Portugals beratende, aber nicht bc- schließende Stimme zu geben« M a l l a i e u schließt sich dem Vor- schlage Borbets an. M ö ck e l stellt einen dahingehenden Antrag. Mallaieu hat gegen einen dahingehenden Beschluß nichts ein- zuwenden, da Espanet der Mandatträger sei und dessen beratende Stimme der Kongreß auf alle Fälle zu hören bekomme. In natio- naler Abstimmung wird hierauf beschlossen, daß die Mandatträger von Portugal und Rußland nur beratende Stimme haben. Die Tagungszeit des Kongresses wird hierauf auf 9 bis 12 und 2 bis 6 Uhr festgesetzt. Darauf tritt eine Mittagspause ein. In der Nachmittagssitzung führt Mctzschke- Altenburg den Vorsitz. Sekretär E s p a n e t- Paris erstattet nun zunächst den Tätigkeitsbericht des internationalen Sekre- tariats der Hutarbeiter. Er sagt, sein Bericht sei mehr eine Würdigung der Situationsberichte in den einzelnen Ländern. Er sei nicht in der Lage gewesen, eine genaue Statistik über den Stand der Organisationen in den einzelnen Ländern zu geben, weil trotz seiner Aufforderung die Organisationen nicht das Material eingeschickt hätten. So sei er aus die Berichte und Kor- respondenzen angewiesen. Wenn jetzt einzelne Vertreter ihm Vor- würfe machen wollten über falsche Wiedergabe der Situation in den einzelnen Ländern, so tragen diese Länderorganisationen selbst die Schuld daran. Man möge dabei weiter bedenken, daß er das Sekretariat im Nebenamte zu verwalten habe. Er habe also nicht die nötige Zeit, seine ganze Kraft dem Sekretariate zu widmen. Dazu komme noch, daß die Organisationen ihm sehr mangelhaft die Berichte eingeschickt haben. Deutschland, Oesterreich und Eng- land schickten wohl regelmäßig vierteljährliche Berichte, die anderen Nationen aber nicht. Er sehe selbst ein, daß seine Tätigkeit eine mangelhafte gewesen; aber die Schuld liege nicht an seiner Person. Vielleicht werde es besser, wenn das Sekretariat in deutsche oder österreichische Hände gelegt werde. Er danke für die Ehre, weiter iniernationaler Sekretär zu sein. In der Diskussion nimnit zuerst S e k i r n j a k- Wien das Wort. Wenn er Kritik übe, so gebe er sich nicht des Glaubens hin, daß er es etwa besser gemacht hätte. Der Sekretär sei mit einer Arbeit betraut worden, die übersei neKraft ging. Hier müsse versucht werden, Aenderung zu schaffen. Wenn der Bericht Espanets nicht vollständig ist, so liegt das nicht so sehr daran, daß die Organisationen die Berichte nicht rechtzeitig eingeschickt haben, sondern daran, daß er die Fragebogen für die Gencralrapporte nicht rechtzeitig verschickt und die übernommene Arbeit nicht be- wältigen konnte. Espanek hätte in Brüssel sagen sollen, daß er nicht genügende Zeit habe, ose übertragenen Arbeiten auszuführen. Reklamationen seitens der Nationalorganisationen hätten keinen Zweck gehabt. Alles, was heute Esvanet zu seiner Entschuldigung vorbringe, hätte er früher sagen müssen. Mit diesen Einwendungen Nehme er den Bericht entgegen. A l l i b e r t- Paris schließt sich der Kritik Sekirnjaks an. Wenn Espanct zu seiner Entschuldigung gesagt habe, daß die fran- zösische Organisation keine Kassenberichte gebe, so sei das richtig. Das geschehe aus taktischen Gründen, damit das Unternehmertum nicht über den Stand der Kasse informiert werde. Für einen Be- richt an den internationalen Kongreß hätte Espanet die Zahlen be- kommen, wenn er ihn darum ersucht hätte. Für die Kontroll- kpMmission sei die Tätigkeit sehr schwer gewesen, weil Espgnet Sä große Autorität auf sie ausgeübt und eigenmächtig gearbeitet habe. Darauf sei auch ein Teil seiner Unfruchtbarkeit zurückzuführen. E s p a n e t- Paris erwidert ziemlich erregt: Er hätte die jähr- lichen Berichte nicht eingereicht, weil er doch außerstande gewesen sei, den Allgcmeinbericht anzufcriigcn. Wenn man ihm heute sage, er hätte 1903 in Brüssel die Situation klar ins Auge fassen sollen, so erwidere er darauf, er habe nicht gewußt, daß die Arbeit so umfangreich sei. Er wendet sich dann gegen die Ausführungen Alliberts. Gerade die französischen Kollegen hätten am wenigsten Ursache, sich über ihn zu beschweren; denn gerade in deren Juteresse sei er tätig gewesen und habe darüber die Arbeiten für das inter- nationale Sekretariat vernachlässigen müssen. Was man von seiner Autorität gegenüber der Kontrollkommission sage, sei ein Märchen. R e i n a- Monza erklärt, daß in den Ausführungen der deut- scheu und österreichischen Delegierten viel Wahres enthalten sei. Er pflichte dem bei, daß die Berichte über Streiks usw. stets sehr mangelhaft gewesen seien. Angaben über die Zahl der Streiks, ihre Bedeutung usw. hätten meistens gefehlt. Ein internationales Sekretariat könne nur dann gut wirken, wenn alle Einläufe sofort übersetzt und erledigt und alle Vorgänge in der Bewegung genau verfolgt würden. Hier müsse mit der Besserung eingesetzt werden. Er bitte, die gemachten Fehler zu vergessen und dahin zu streben. daß für die Zukunft das Sekretariat besser wirke. Mallaieu- Dcnton findet, daß der Fehler Espanets nicht darin liege, daß er zu wenig getan, sondern weil er z u v i e l tun wollte. Wenn er nicht die vierteljährlichen Berichte ein- geschickt habe, so aus dem Grunde, weil er den Jahresbericht ein- geschickt und dadurch dem Sekretariate Ilebersctzerkosten gespart habe. Die Aufgabe eines internationalen Sekretariats könne nicht sein, daß der Sekretär Agitationsrciscn mache, sondern die organi- iatorischcn Arbeiten erledige. Im übrigen wünscht er für die Folge genauere Abrechnung über die Streiks und eine inter- nationale Unterstützung nur dann, wenn es sich um größere Kon- flikte handele. Sonst müßten die Nationalorganisationen die Kosten selbst tragen. M ö ck e l- Berlin rügt, daß Espanet die deutschen Berichte nicht gewissenhaft genug verfolgt habe, dann hätte er auch genaue Gene- ralrapporte geben können. Wenn Espanct sage, sein Bericht sei mehr eine Würdigung der Situation in den einzelnen Ländern, so müsse er sagen, diese Würdigung sei bezüglich der deutschen Ve» Hältnisse doch eine sehr schiefe. Möckel protestiert entschieden gegen die Darstellung der deutschen Taktik in dem Berichte Espanets. Was da von„Eindämmen" usw. gesagt werde, sei total unrichtig. Die deutschen Arbeiter seien mindestens so kampfesfreudig, wie die österreichischen. Was Oesterreich an Streikunterstützung geleistet habe, wolle er anerkennen; aber Deutschland habe dasselbe getan. Deutschland brauche sich vor Oesterreich nicht zu schämen. Das gebe er zu, daß die Deutschen in Streiks etwas vorsichtiger seien, wie die Arbeiter anderer Nationen. Zur Behebung der Ucbclftändc im internationalen Sekretariat stellt Möckel folgende Anträge: Das internationale Sekretariat ist zu verpflichten, endlich nachstehende Beschlüsse des internationalen Hutarbeitcrkongresses 1903 in Brüssel zur Ausführung zu bringen. Diese außer acht gelassenen Beschlüsse lauten: Der internationale Sekretär hat von den bundesangehörigen Verbänden alljährlich einen Bericht über die numerische Stärke und Leistungsfähigkeit der Organi- sationen, sowie über die Vorkommnisse in den Organisationen und im Berufe einzufordern. Diese Berichte hat das Sekretariat alljährlich zu einem Generalberichte zusammenzufassen und den beteiligten Ver- bänden zur Publikation einzusenden. Podrahski- Wien erklärt sich mit den Vorschlägen Möckcls einverstanden. An den Mißgriffen tzes internationalen Sekre- tariats seien wohl zum Teil die Differenzen schuld, die unter den Franzosen selbst herrschen. Deshalb dürfe Espanet auch die Kritik, die hier an seiner Tätigkeit geübt werde, nicht persönlich auffassen. Nach seiner Meinung liegt die Stärke der Gewerkschaften in der Verhütung der Streiks; insofern sei die Taktik der Deutschen, Ocsterreichcr und Franzosen allerdings verschieden. Wenn Espanet heute früh gesagt habe, die Franzosen publizierten ihre Kassen- berichte nicht, um die Unternehmer nicht in die Karten sehen zu lassen, so sei das ein Eingeständnis der Schwäche. Gerade die Kenntnis der Stärke der Gewerkschaften und ihrer Kassen flöße dem Unternehmertum Respekt ein. Im übrigen ist er der Meinung, daß es vielleicht das beste ist, wenn der Sitz des internationalen Sekretariats von Paris verlegt werde. Borbet- Paris bedauert, daß Espanct die Debatte ziemlich persönlich geführt habe. Tie Kontrollkommission habe öfters die Tätigkeit Espanets beanstandet. Die Franzosen hätten seinerzeit das internationale Sekretariat übernommen im vollsten Pflicht- gcfnhl; er bedauere, daß das Sekretariat die Erwartungen nicht erfüllt habe, die man in es gesetzt habe. R c i n a- Monza meint, manches Mißverständnis würde ver- mieden, wenn die einzelnen Nationalorganisationen ihre Berichte in der Sprache abfaßten, die der betreffende Sekretär als Lande?- spräche beherrscht. Er beantragt, das Sekretariat sei zu beauf- tragen, in der strengsten Weise die Beschlüsse des internationalen Kongresses auszuführen. Unter dieser Voraussetzung will er den sachlichen Teil des Berichtes des Sekretärs Espanct anerkannt wissen. M«tzschke- Altenburg erklärt, daß die Deutschen für die Resolution Ncina stimmen werden, nachdem Espanct erklärt, daß die Angriffe auf die Deutschen im Berichte nicht von ihm, sondern von dem Ucbersetzer herrühren. Mallaieu- Denton erklärt, wenn die Resolution Rcina sich auf die Anerkennung der nationalen Berichte in dem TätigkeitS- berichte beziehen sollte, so müsse er dagegen stimmen, da in dem englischen Berichte grobe Irrtümer enthalten seien. Esp a n e t- Paris klärt diesen Irrtum auf. Die Resolution Reina wird hierauf einstimmig angenommen. Das gleiche geschieht mit den Anträgen Deutschlands und Oester- reich-Ungarns betreffend die weitere Tätigkeit deS internationalen Sekretariats. Soziales. Eine Muster-Heilanstalt. Ueber skandalöse Zustände in einer Heilanstalt geht uns unter dem 3. August aus Sülzhayn folgender Bericht zu: Das Sanatorium des Herrn Dr. Hirschfeld liegt inmitten des SlllzetaleS in Sülzhayn am Südharz, von herrlichen Waldunge» umgeben; hohe Berge und ttefe Schluchten ergötzen das Auge, eine reine frische Luft läßt die Brust freier.aufatme». Aus dem eintönigen Großstadtgelvimmel in das schöne Harzgebirge ver- setzt, glaubt der Kranke baldiger Genesung entgegensehen zu dürfen. Vieler Hoffnungen sind schon zuschanden geworden. Seit zirka l'/z Jahren belegt die Brandenburger Versicherungsanstalt die „Heilstätte" des Herrn Dr. Hirschfeld durchschnittlich mit 60 Kranken. Ein Verein aus Bremen sendet ebenfalls Erholungsbedürftige hierher, so daß durchschnittlich 70 Kranke anwesend sind.— Die Anstalt ist aber nur für 30 Kranke konzessioniert I Die Ein- richtungen sind sehr primitiver Art. Der Speisesaal— für 70 Personen— hat eine Länge von zirka 12'/z Meter und eine Breite von 4>/z Meter. Schlafzimmer sind vorhanden für eine bis sechs Personen, jedoch stehen in einzelnen Zimmem mehr Betten wie die Vorschrift erlaubt. Liegehallen sind fünf vorhanden und so vollgepfropft, daß man sich nicht rühren kann. Lese-, Schreib-, Spiel- oder Arbeitszimmer gibt es nicht, diese Räume sind nach der Auffassung der Besitzerin �Besitzer Dr. Hirschfeld selbst weilt seit längerer Zeit in einer— anderen Heilanstalt) überflüssiger LuxuS. Ein Bade- und Wasch- räum ist vorhanden; in diesem befinden sich ein Badeofen und zwei Wannen. Tische gibt es in den Schlafzimmern außer den Nacht- tischen nicht. Die Kranken sind meistens genötigt, Briefe auf dem Schoß im Liegestuhl zu schreiben. Kleinere Arbeiten, wie An- fertigung von Decken, werden ebenfalls auf den Liegestühlen ausgeführt. Die Beköstigung ist durchaus unangemessen, sie war eine Zeitlang derartig schlecht, daß es die Kranken vorzogen, Eier und andere Speisen selbst zu kaufen, um ettvas bei Kräften zu bleiben. Be- schwcrdcn wegen Verabfolgung saurer und nicht gut riechender Wurst waren an der Tagesordnung. Eine von der Landesversicherung an- geordnete Untersuchung durch Landesrat Maier hatte zur Folge, daß für einige Wochen etwas Besserung eintrat, bald aber war die alte Geschichte wieder im Gange. Der leitende Arzt erkamste'an, daß die Speisen nicht genießbar waren, aber helfen konnte er nicht. Das Wasser ist oft ungenießbar. Seit acht Tagen ist das Essen wieder etwas besser, ob's lange dauert, ist eine andere Frage. Das übliche Abreiben mit kaltem Wasser macht wer will, Wärter, die in anderen Anstalten dabei helfen müssen, gibt es hier nicht. Innerhalb sechs Wochen wurden kaum 30 Bäder verabreicht. Ankömmlinge blieben 14 Tage lang ungebadet. Der Badeofen war alle paar Tage kaput. Die Wasserpumpe funktionierte nicht. Die Wasserleitung, die seit kurzer Zeit gelegt ist, lieferte kein Wasser, und so sehen die Kranken sich oft gezwungen, Wasser aus der Sülze zu hole», um sich waschen zu können. In die Sülze werden alle Ab- Wässer von den Anliegern eingelassen— tote Hunde, Katzen, Mäuse und sonstiger ekelerregender Unrat. Der leitende Arzt tat was er konnte, allerdings die Wasser- pumpe konnte er nicht flicken. Neuerungen durfte er auf ausdrück- lichcs Verbot des Besitzers nicht vornehmen. Bis vor 12 Wochen waren nicht einmal Badetücher vorhanden. Im Baderaume mußte man sich ans- und ankleiden. Einen Vorraum gab es bisher nicht, jetzt ist ein solcher vorgebaut, jedoch dient er als Wäschekammer, Barbierstnbe, Wiegcstubc, Aufbewahrungsraum für Medikamente usw. Milch- und Kaffectöpfe sehen oft so einladend auS, daß man schon satt ist, wenn man das vorgesetzte Eßgeschirr ansieht. Kranke, von denen feststeht, daß sie Bazillen haben oder kehlkopfkrank sind, haben kein be- solideres Eßgeschirr. Verschiedene Patienten sind hier halskrank geworden. Leibwäsche und Kleidung muß jeder Kranke selbst halten. Die Leib- und Bettwäsche muß nach einer Bekanntmachung vom 2. August jetzt einen Tag früher abgegeben werden— damit sie vor dein Waschen desinfiziert werden kann. Wie war's bisher damit? Die Matratzen der Betten und Liegestühle werden bei Wechsel der Kranken oft mcht desinfiziert, ja sogar nicht einmal ausgeklopft! Ein DesinfektionS- räum ist zwar vorhanden, derselbe dürfte aber als solcher kaum gelten. Es steht dorr ein kleiner, runder Kessel für Formalin, wie ihn die Kammerjäger in Berlin zu besitzen pflegen. Bett- und Leib- iväsche, Wolldecken usw. werden aiif einen Haufen geworfen, etwas Formalin entströmt dem Kesselt und die Sache ist abgetan. Die Türe, welche den Raum abschließt, ist nicht dicht, die Gase ent- weichen sofort. Das nennt man desinfizieren. Ein Fall ist bekannt, daß ein Zimmer, in dem ein Schwerkranker gelegen hatte, vor der Neu- belegung � desinfiziert worden ist. Die frischgewaschene Wäsche fordert oftmals die Frage heraus: Hat denn diese Wäsche überhaupt Wasser und Seife gesehen? Die Reinigung der Zinnner wird so schlecht besorgt, daß Staub und Schmutz in allen Ecken umherliegt. Der Sputumraum sieht oft geradezu ekelerregend aus. Die Ver- brcnnmig des Auswurfes geschieht nicht jeden Tag, und der Herd ist in einer derartigen Verfassung, daß sobald mehrere Flaschen entleert sind, der Schleim unten durchsickert und so den Fußboden bedeckt. Die Patienten, die ihre Spuck- flaschen entleeren, schleppen an den Schuhen den mit Bazillen durchtränkten Auswurf durch die ganze Anstalt. Wasser, tvomit man die Flaschen reinigen kann, ebenso Desinfektionsmittel fehlen sehr oft. Auch hier konnte der leitende Arzt, dem alle Mißstände bekannt waren und sie auch anerkannte, keine Remcdur schaffen. Dazu fehlt es schon an genügend geschultem Personal. Zum Reinigen der Zimmer und zur Verpflegung der Kranken sind vorhanden: 1 Wärter. 3 Hausdiener und seit einigen Tagen eine Reinemachefrau, in der Küche amtieren eine Köchin, 2 Mädchen, ein Lehrling. Als Assistentin des Arztes wirkt eine Schwester. Das ist das ganze Personal. lind der leitende Arzt darf nichts unternehmen, waS dem. Besitzer nicht beliebt: Sechs Jahre hat es schon so gegangen, und es wird auch weiter so gehen, so die Antwort der Besitzerin gegenüber ihr gemachten Vorhaltungen. Und in 22 Wochen hat die Dame schon vier Acrzte'verschlissen. Hinter dem Hanse sah es nach einer Müllabladestelle aus. Dort wurden alle Abfälle gelagert. Der Müllhaufen verschwand; der Arzt und einige Patienten legten Hand ans Werk, es wurde gebuddelt, Mist abgefahren und schließlich ein kleiner Rasen angelegt. Es war wenigstens hinter dem Hause etwas Reinlichkeit geschaffen. Im Hause ordnete der Arzt zweck- dienliche Aenderungen an. Das paßte der Besitzerin nicht. Der Arzt, der seine Stellung selbst schon zum 1. Oktober gekündigt hatte, weil er es mit seiner ärztlichen Würde nicht vereinbaren konnte, in solcher Anstalt tätig zu sei», tvurde plötzlich entlassen.(Wir nennen den Namen des Arztes nicht, weil dieser befürchtet, es könne ihm in seiner Praxis schaden, wenn bekannt würde, daß er in dieser Anstalt tätig war.) Eine Kommission, die vor 14 Tagen auf Anregung des Landesrates Herrn Mayer und auf allgemeines Verlangen samtlicher Patienten gewählt wurde, bemühte sich vergeblich um Abstellung der Mißstände. Der Kommission bezw. ihrem Obmamie sollte ein jähes Ende bereitet werden. Am 27. Juli 12 UhrmittagS mußte der Arzt die Anstalt verlassen. Um 1 Uhr kam ein neuer Arzt und der Obmann der Kommission sollte wanden,. Die Besitzerin meinte, der Obmann der Kommission habe die Patienten aufgehetzt. Die Patienten er- klärten, sie würden eventuell mit dem Obmann hinausgehen. Das veranlaßte die Dame einzulenken. Der neue Arzt, Dr. Klcffel, hielt eine Ansprache an die Patienten, die in dcr'Aufforderung gipfelte, den guten Ruf(III), den das HanS bis jetzt besessen habe, serner zu bewahren. Der Kommission aber gab er noch zu verstehen, daß er vom Militär pensioniert sei und jetzt noch em Studium machen wolle. Trotz seiner 66 Jahre sei er gern bereit, sein Studium zu vervollständigen. Zu dem vorigen Arzt hatten sämtliche Patienten volles Vertrauen. Auf den neuen Arzt ging keine Spur davon über. 48 Patienten beauftragten die Kommission, die Landesversicherungsanstalt Brandenburg davon in Kenntnis zu setzen. Das geschah. Die Folge war die Entlassung des Obmanns und eines anderen Kommissionsmitgliedes. Mehrere Patienten gingen freiwillig. Aber dieser Siege werden Dr. Kleffel und die Besitzerin sich nicht lange zu erfreuen Gelegenheit haben. Die Versicherungsanstalt hat mittlerweile die Beschwerden geprüft, auf ihre Berechtigung hin untersucht und den Tatsachen entsprechend befunden. Die weitere Folge ist, daß die Versicherungsanstalt der Anstalt keine Kranken mehr überweisen wird. Damit darf die Angelegenheit aber nicht erledigt sein. ES ist Aufgabe der Gesundheitsbehorden, das Muster» Sanatorium unter scharje Kontrolle zu stellen, dafür zu sorgen, daß Verhältnisse wie die hier geschilderten für die Zukunft un- möglich sind. Em Induftm und Handel. Die armen Aktionäre. Fortgesetzt wird über Preissteigerung berichtet, die sich auf fast alle industriellen Erzeugnisse erstreckt. Dem Kohlensyndikat folgend, haben nun auch die sächsisch-thüringischen Großhändler die Preise hinaufgesetzt. In den letzten Wochen find die Preise für Stabeisen von 125 M. auf 145 bis 153 M. pro Tonne hinaufgegangen. Die Kupferpreise zogen ebenfalls an. In der Eisenindustrie stehen weitere Preisaufschläge bebor, auch die Kots- und Kohlenpreise sollen noch heraufgesetzt werden. Und regelmäßig wird die Notwendigkeit der Aufschläge begründet mit angeblich enorm gestiegenen Arbeitslöhnen. Wie berechtigt solche Behauptungen find, wie sehr die hohen Löhne die Gewinne schmälern, dafür geben die jetzt befannt werdenden Abschlüsse einigen Anhalt. Es wurden nämlich folgende Dividenden erzielt: 1901/02 1902/08 1908/04 1904/05 1905/06 in Prozent 78 70 I Bochumer Verein. Hösch, Dortmund. 7 Optische Industrie Rathenow Dampffischerei- Ges. Nordsee 10 8988 22 2 seiner Tagesordnung herborhob und besonders betonte, von welcher und deshalb ging ich nach Afrika.- Borf.: Woher hatten Gle außerordentlichen Bedeutung speziell auch für die Frauen der benn die fleine Infel?- Angell: Die hatte mir der alte Kaiser Bunkt: Sozialdemokratie und Boltserziehung" fei. Sie schloß geschenkt. Borf.: Zur Zeit des alten Staisers waren Sie unter Beifall mit einer Empfehlung, Delegiertinnen für Parteitag etwa elf Jahre alt; einem solchen Kinde schenkt man doch teine kleine Insel. und Konferenz zu wählen. Angeklagter: Der alte Kaiser Genossin Druschke, die von Haus aus Landarbeiterin war, wußte. was in mir steckt. Weitere Unterhaltungen schienen führte einige erschütternde Beispiele von Glend des Landprole- dem Angeklagten unangenehm zu sein, denn er sagte plöglich: tariats an. Sie ist gegen kommunale Kindergärten, weil sie be- Adieu, ich muß jetzt zum Kaiser!" drehte sich um und wollte zur fürchtet, durch solche würden die Kinder noch mehr den Pfaffen Tür, die nach dem Untersuchungsgefängnis führt, hinaus. Erst als ausgeliefert. Weiter berührte sie die Frage des Generalstreifs, er diese verschlossen fand und ihm auch auf wiederholtes Klopfen für den man ihrer Meinung nach so lange noch nicht reif sei, nicht geöffnet wurde, ergab er sich in sein Schicksal und hörte gleich als man sich noch nicht genügend im Entbehren geübt habe, als noch gültig das Gutachten des Gefängnisarztes Dr. Marg an. Dieser die Frauen nach seidenen Blusen strebten. Der lebte Teil ihrer erklärte, daß das Krankheitsbild, welches der Angeklagte vorAusführungen fand lebhaften Widerspruch bei der Versammlung. führe, nicht echt sei. Dieser sei ein gewalttätiger, widerseßlicher Genossin Baader nahm dann auch Anlaß, ihr klarzumachen, daß Mensch, der bereits 19mal vorbestraft und minderwertig, aber feines es nicht revolutionär, sondern reaktionär sei, eine Uebung im Ents wegs geistestrant sei.- Zur Sache selbst ergab die Beweisaufnahme, behren zu predigen. Gerade die verdammte Bedürfnislosigkeit daß in der Nacht zum 27. Mai der Angeklagte zusammen mit einem werde von uns bekämpft und müsse bekämpft werden. Selbstver- unbekannt gebliebenen Menschen in dem Augenblick, als ein Automobil ständlich brächten die Frauen auch der Frage des politischen Massen- geräuschvoll vorbeikam, das Schaufenster des Schneidermeister Fald streits ein großes Interesse entgegen. Ihre Erörterung sei durch- mann, Alt- Moabit 14, zertrümmerte und drei Kupons Stoffe daraus aus notwendig, damit darüber Klärung geschaffen werde. Denn entwendet hatte. Er wurde aber festgenommen, ebenso ein anderer, 7 daß wahrscheinlich einmal zu einem anderen Mittel als den bis bis dahin völlig unbescholtener Mann, der sich hatte dazu ber herigen Kampfmitteln werde gegriffen werden müffen, daß die leiten lassen, Schmiere zu stehen. Letterer behauptete, daß er es Zeit kommen werde, wo der politische Massenstreit Testes Mittel wiederholt abgelehnt und sich erst dazu verstanden habe, als der wäre, das müsse jebem klar sein, der die Zuspigung der Verhält Angeklagte seine Aufforderung durch einen Fauftschlag verstärkt habe. nisse sehe. Der Angeflagte habe schon einmal einem Gegner das halbe Ohr abgebissen und sei als Gewaltsmensch auf dem Wedding allgemein bekannt. Der Gerichtshof verurteilte den unfreiwilligen Aufpasser zu drei Monaten Gefängnis, Fahlbes aber zu vier Jahren Buchthaus, Ehrverlust und Polizeiaufsicht. 3uchthaus, Ehrverlust und Polizeiaufsicht. 10 12 12 12 15 15 9 10 12 14 8 8 6 12 0 7 12 07 229 OT Rhein- Westf. Elektris gitätswerte 6 Geisweider Eisenwerk 6 Gevelsberger AftienBrauerei 5 4 Aplerbecker Hütte 6 6 5 6 9 ( Prior.- A.) Westf. Draht- Werke 0 e 02 03 6 16 8 20 5 15 Die beklagten hohen Löhne" haben ja eine ganz merkwürdige Wirkung, die Dividenden schnellten ganz anständig in die Höhe. Welche Beute wird man erst einheimſen, wenn die bereits beschlossenen und noch in Aussicht stehenden Preiserhöhungen zur Geltung kommen. Und je höher die Dividende, desto lauter das Gejammer über die Begehrlichkeit der Arbeiter. Aus der Tabakindustrie. Die Einfuhr unbearbeiteter Tabafblätter in Deutschland betrug im ersten Semester des laufenden Jahres 278 529 Doppelzentner gegen 319 088 im ersten Halbjahre 1905 und 202 064 in der Vergleichszeit 1900. Im Jahre 1902 war die Roheinfuhr mit 290 912 Doppelzentner höher als im laufenden Jahre. Zum Teil dürfte der geringere Bezug vom Auslande darauf zurückzuführen sein, daß die inländischen Ernten in den letzten Jahren befriedigend ausfielen. Die Abnahme der Einfuhr entfällt nicht so sehr auf unser Hauptbezugsland Niederländisch Indien, wie auf die Vereinigten Staaten und auf Brasilien. Die tnappe Versorgung bei zunehmendem Bedarf hat eine Breissteigerung des Nohtabaks veranlaßt. Die Preise für Rohtabat stehen gegenwärtig ganz bedeutend über den vorjährigen Netierungen; sie haben im Laufe der ersten sechs Monate eine bes trächtliche Erhöhung erfahren. Im Juni der letzten drei Jahre tostete nämlich ein Doppelzentner Rohtabak in 1904 1905 Bremen Hamburg Mannheim Kentudy, ordinär Brasil Stengel, Virginh . Domingo, Deckblatt u. Ginl. Brafil Big. Tab., Pfälzer Umbl. m. Ginl. Pfälzer Schneidgut, Pfälzer 56,00 52,00 85,00 89,50 15,00 15,00 52,00 70,00 90,00 90,00 95,00 90,50 Genosse Ruß besprach einige Fragen der Agitation, vor nehmlich der ländlichen. Er wünschte außerdem eine bessere För derung des Genossenschaftswesens durch die Frauen. Genossin Bahr verweist darauf, daß in Berlin die Organisation der Dienst boten( Verein der Sausangestellten) dabei sei, sich zu einer Drganisation im Sinne moderner Arbeiterorganisationen umzuwandeln. Die„ radikale" Frauenrechlerin Frau Cauer habe ihr deshalb auch schon den Rücken gekehrt, weil ihr die„ Tendenz nicht müffe lebhaft agitiert werden. mehr passe". Für den Anschluß der Dienenden an den Verein Wegen Begünstigung eines Verbrechens im Sinne des§ 189 B. G.-B. ist am 6. Juni vom Landgericht Stade der Kaufmann wilhelm Hottendorf aus Altenbruch zu drei Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein gewisser Schmidt hat am 21. Februar Fran, Kind und Schwiegermutter erschossen. Daß Es liegt folgender Antrag vor:„ Die Frauenkonferenz wolle Schmidt Frau und Kind ermorden wollte, wußte Hottendorf; troz dem Parteitag folgende Resolution unterbreiten: Der Parteitag dem erstattete er teine Anzeige. Nach der Tat hat Schmidt drei begrüßt mit Freuden die aus der Jugend herausgewachsenen Be- Tage Unterschlupf bei Hottendorf gefunden. Erst als er sich nicht strebungen, die darauf hinauslaufen, die Arbeiterjugend ohne mehr verbergen fonnte, hat Schmidt sich selbst getötet. Gegen Unterschied des Geschlechts in Organisationen zusammenzufassen, feine Berurteilung hatte Hottendorf Revision eingelegt. Er mehr berbergen konnte, hat Schmidt ſich ſelbſt getötet. die bie wirtschaftlichen Interessen der Jugend wahrnehmen, das eine Berurteilung hatte Hottendorf Revision eingelegt. Solidaritätsgefühl in den jungen Herzen wecken und stärken und Das Reichsgericht erkannte gestern auf Verwerfung des rügte ohne nähere Ausführung Verlegung des Strafgesetzes. die Aufklärung und Weiterbildung im Sinne der modernen Arbeiterbewegung betreiben. Der Parteitag sagt den Bestrebungen Rechtsmittels. der Jugend in jeder Beziehung seine vollste Unterstüßung zu." Genoffin Wengels stimmte der letzten Rednerin bei und sprach sich für die Annahme der obigen Resolution aus. Es wäre eine Versäumnis, daß man nicht vor Jahren der Organisierung der Jugend und ihrer Erziehung im Sinne des modernen Prole1906 tariats näher getreten sei. Bu hoffen wäre, daß der Parteitag 65,00 auch in dieser Hinsicht Wegweiser sein werde. Leider hatten die 96,50 Jugendlichen mit denselben gefeßlichen Schranten zu tämpfen 17,00 wie die Frauen. In vielen Familien von Genossen sei es be75,00 dauerlicherweise versäumt worden, die Kinder so zu erziehen, daß 110,00 fie borbereitet seien für die Aufnahme unserer 3deen. Gerade 110,00 die Frauen müßten für die Förderung und Stärkung der Jugend95,00 organisationen eintreten. 83,00 76,00 75,00 72,50 72,50 Eisenbahnbau. Der frühere Präsident der Wabasch Eisenbahngefellschaft Josef Ramsey hat eine Gesellschaft gebildet, die eine neue Bahn von New York nach Chicago bauen will. Die neue Linie foll 108 englische Meilen fürzer sein, als die gegenwärtige Verbindung. Die Baukosten betragen 150 Millionen Dollar, wovon 75 bis 100 Millionen von britischen Kapitalisten hergegeben werden. Aus der Frauenbewegung. Die Resolution wurde einstimmig angenommen, ebenso ein Antrag, wonach es den Vertrauenspersonen der industriell entwickelten Orte zur Pflicht gemacht werden soll, an die Gemeindevertreter Anträge zu stellen um Schaffung von kommunalen Krippen und Kindergärten. Die Versammlung delegierte dann zur Frauenton ferenz die Genossinnen Wengels und Matschte und zum Parteitag die Genoffinnen Ba a der, Wengels und Matschte. Als Delegierte zur Brandenburger Konferenz wurden die Genofsinnen Wulf und Beipert gewählt. Kämpfe in England. Die bayerische Spieleraffäre vor Gericht. Landau, 15. August. Vor dem Kriegsgericht der 3. bayerischen Division gelangt am Freitag das erste Kapitel der vielbesprochenen, Aufsehen erregenden Vorgänge innerhalb der bayerischen Offiziers- und Adelskreise zum gerichtlichen Austrag. Bekanntlich handelt es sich um Vorgänge, die start an den„ Klub der Harmlofen" in Berlin und an den großen Spielerprozeß der Offiziere von der Reitschule in Hannover erinnern. Die verschiedenen Phasen dieser Affäre bilden noch gegenwärtig den Gegenstand eingehender Preßerörterungen, so daß eine Wiederholung der Vorgeschichte fich erübrigt. So viel sei nur noch einmal in Erinnerung gebracht, daß die Enthüllungen über das Leben und Treiben der jeunesse d'oré Bayerns neben den Vers den tretern der Hocharistokratie sollen sich noch in Spielflubs, in denen um Hunderttausende gespielt wurde, auch Vertreter der Blutokratie eingefunden haben durch den Selbstmordversuch des Grafen Preyfing in Florena beranlaßt wurde. Wie es heißt, soll auch ein Mitglied des bayerischen Königshauses in eine der Affären verwickelt sein. Bei dem jetzt zur Verhandlung kommenden Fall richtet sich die Anklage gegen den Leutnant Kurt Mühe vom 3. Bayerischen Chevaugleger- Regiment, der beschuldigt wird, vertragswidrig Erhöhungen von Wechselsummen bei in blanko akzeptierten Wechseln, fog. Blantettmißbrauch begangen zu haben. Die Gruppe Einen schweren Kampf führen die Weberimen einer von Spielern, mit der Mühe in Verbindung stand, und von der im Fabrik in Daubhill in der Grafschaft Lancashire. Sie stehen, etwa übrigen auch die Fäden nach München zu dem dortigen adeligen 450 an der Bahl, feit Weihnachten im Streit. Die Ursachen des Herrenklub hinüberreichten, vereinigte sich in einer förmlichen Konflikte find folgende: An den Webstühlen der Fabrit wurden Ver- Spielhölle in Dieuze zum Hazardspiel. In diesem Spielflub befferungen angebracht, die es ermöglichten, daß die Frauen, welche soll dann auch einer der bayerischen Prinzen verkehrt haben und zum Opfer gebisher zwei Stühle besorgten, nunmehr deren vier, und geübte Ar- dem Vertrauensmißbrauch des Angeklagten fallen sein. Eine Reihe Zeugen find in München kommissarisch beiterinnen, die bisher schon vier Stühle beaufsichtigten, nunacht mehr Maschinen fonnten. übernehmen Gleichzeitig durch den Landauer Kriegsgerichtsrat Dtt vernommen worden, wurden aber die Löhne, die bisher schon nur 12 bis weil sie reiseunfähig find. Der Angeklagte Leutnant Mühe, der 18 Schilling die Woche betrugen, so herabgesezt, daß verhaftet wurde und sich in Untersuchungshaft befindet, wurde zu Die nächst von dem Münchener Anwalt Damm verteidigt. Da dieser die Frauen nur noch 9 oder 10 Schilling verdienen konnten. Frauen verlangen nun nichts anderes, als die Erhöhung der Stück- aber für den Bezirk des Kriegsgerichts der dritten Division nicht löhne um 20 Proz., so daß sie ihren früheren Verdienst wieder zugelassen ist und außerdem auch als Benge in der ganzen Sache in erreichen können. Diese ebenso bescheidene als berechtigte Forderung Frage fomnt, so ist dem Angeklagten durch den Gerichtsherrn ein ist von den Fabrikanten, die in der Grafschaft zahlreiche Fabriken Landauer Anwalt als Verteidiger gestellt worden. besigen, abgelehnt worden und so tam es zum Streit. Die Fabrikanten Betrogene ausländische Arbeiter. In die Ziegeleien Oberdorf fuchen nun unter großen Versprechungen Streifbrecher heranzuloden. An möglichst entfernten Drten werden Frauen und Mädchen für 8 M. und Rotkreuz im Allgäu wurden 41 polnische Arbeiter importiert. Wochenlohn und freier Station zur„ Erlernung der Weberei" angeworben. Nach kurzer Zeit aber schon wurde ihnen die unmenschliche. Ausdas will bei diesen bedürfnislosen Arbeitern Diese Herrlichkeit dauert natürlich nur 2 oder 3 Monate, dann beutung zu toll und fie wurden rebellisch. Alle Anstrengungen werden die neuen Hände" auf Stücklohn gefeßt und kommen dann schon etwas heißen! nicht höher als die jetzt streikenden. Von den streifenden Frauen, des Unternehmers und der Gendarmerie halfen nichts; sämtliche von denen jetzt nur noch etwa 300 vorhanden sind, haben sich keine 41 Bolen schnürten ihr Bündel und liefen davon. Darob in der als Streifbrecherinnen gebrauchen lassen; es ist den Fabrikanten bürgerlichen Bresse ein großes Geseire, daß auch schon die aus nicht einmal gelungen, selbst gegen hohen Lohn einige der Frauen ländischen Arbeiter von der Sozialdemokratie berhent" feien. zu gewinnen zur Anlernung der neuen Arbeitskräfte. Hoffentlich wird es den tapferen Frauen gelingen, den lebermut der Fahrikanten niederauringen. Gerichts- Zeitung. Als geriebener Komödiant Vermischtes. Die Barteigenoffinnen Berlins hatten sich am 14. August im Neuen Klubhaus bersammelt, um zur Frauenkonferenz und zum Parteitag in Mannheim Stellung zu nehmen. Genossin O. Baaber als Referentin äußerte fich zunächst zur Frauentonferenz, die dem Parteitag vorhergehen wird. Die Notwendigkeit und Ersprießlichkeit besonderer Frauenkonferenzen für die politische Bewegung sei durch die Tatsachen bewiesen worden. Der Gedankenaustausch und der Austausch der Erfahrungen trügen erheblich dazu bei, die Bewegung zu befruchten und neu anzufeuern, die Mitarbeit der politischen Frauen zu fördern und die Aufklärung des weiblichen Proletariats immer mehr auszudehnen und zu bertiefen. Seit der letzten Frauenkonferenz, die vor nun bald zwei Jahren in Bremen tagte, wären in der sozialistischen Frauenbewegung Deutschlands wieder große Fortschritte zu verzeichnen. Zum Beispiel sei die Zahl der weiblichen Vertrauenspersonen, die die politische Agitation betrieben, von 105 auf etwa 325 in Deutschland gestiegen. Die Auflage der" Gleichheit" wuchs bon 12 000 auf mehr als 46 000. Indessen bleibe noch viel zu tun. Die Agitation der sozialdemokratischen Frauen habe sich auf alle die Fragen erstreckt, die in den Bordergrund des politischen und sozialen Lebens getreten seien. An allen Aktionen, die die Sozialdemokratie veranstaltete, habe man tätigen Anteil genommen. Traurig wäre es, daß die Agitation unter den Frauen in Deutsch land teine einheitliche sein könne, weil das Reich eine wahre Musterkarte von Vereinsgefehen darstelle. Man überwinde aber auch die gesetzlichen Schwierigkeiten. Selbst in den dunkelsten Gegenden gebe es vorwärts. Wichtige Punkte würden die bevorstehende Frauenkonferenz beschäftigen. Außer den Fragen ber Bresse und allgemeinen Agitation stehe auf der Tagesordnung der Kampf um das Frauenstimmrecht, die Agitation unter den Lands arbeiterinnen, die Dienstbotenfrage, die Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen und anderes. Mit dem Frauenstimmrecht müsse man sich befassen, weil dessen Erringung immer dringender werde. Immer mehr hätten die Frauen unter dem Gange der wirtschaft. entpuppte sich gestern vor der ersten Ferienftrafkammer der Arbeiter lichen, sozialen und politischen Entwickelung zu leiden, ohne daß sie mag& ahlbusch, der fürzlich einen Termin dadurch bereitelte, unmittelbaren politischen Einfluß hätten in Form der Mitwir daß er fortgesezt behauptete, er sei der Prinz Albrecht von fung an der Gesetzgebung. Hervorzuheben sei hierbei, daß 26 Proz. Preußen und sei zur Audienz beim Kaiser befohlen worden. Es aller erwerbstätigen Frauen verheiratet seien. Ueber die beste Art wurde deshalb der Gefängnisarzt Dr. Marr damit betraut, den der Agitation für das Frauenstimmrecht müsse Verständigung er angeklagten auf seinen Geisteszustand hin zu beobachten. Auch im zielt werden. Eine Anzahl ausländischer Genossinnen hat ver- gestrigen Termin spielte Fahlbusch die Rolle des„ wilden Mannes" Köln, 14. Auguft. Nachmittags und abends gingen im ganzen sprochen, an der Konferenz teilzunehmen und sich mit den Ver- eifrigft weiter und es entwickelte sich zwischen ihm und dem Vorsigenden treterinnen der deutschen sozialdemokratischen Frauen über diese folgendes Zwiegespräch: Angeflagter: Guten Morgen, wo ist heinlande fchwere Gewitter nieder. In Stöln richtete Frage auszusprechen. Eine der schwerwiegendsten Fragen sei die Se. Majestät?-Vorf.: Spielen Sie doch nicht wieder dieselbe Komödie! ein Wirbelsturm großen Schaden an. der Agitation unter den Landarbeiterinnen, die schwer zugänglich Sie sind der Arbeiter Fahlbusch? Angell: Ich bin der Bring Kölnischen Zeitung" gemeldet wird, ein furchtbares Unwetter ber feien, mit bedingt durch ihre schlimme Ausbeutung und Ent. Albrecht, mein Vater hat einen Mord begangen und darf deshalb bunden mit Hagelschlag. Der Betraum des Münsters stand mehrere Der an den Feldern angerichtete Schaden. rechtung. Aber es gäbe Antnüpfungspunkte genug, selbst bei den nicht mehr Bring sein, meine Mutter, die Gräfin Golz, hat mir all' Fuß unter Wasser. Landarbeiterinnen. Diese könne man bei der Mutterschaft paden, ihr Geld hinterlassen und das habe ich alles dem Kaiser zur Ver- ist groß. Aus dem Auslande liegen folgende Nachrichten vor: werde ihnen doch nicht einmal Beit gelaffen, ihre Kinder au stillen. waltung übergeben! Ich muß jest gleich zur Audiena beim Kaiser! Vorf.: So? Na das ist ja sehr schön! Da warten Verviers, 14. August. Ein mächtiger Hagelschauer ging hente Auch für die Agitation unter den Dienstboten und für ihre Or. nur noch ein Weilchen, denn zunächst sollen über Verbiers und Umgegend nieder und richtete großen Schaden ganisierung werde sich eine Basis finden lassen, trop der ber. Sie aber weil Sie in der an. Telephone und Telegraphendrähte sind zerstört; auch biele schiedensten Gesindeordnungen. Man wolle auch dafür plädieren, Sie sich wegen Diebstahls verantworten, daß die öffentliche Agitation gegen die Gefindeordnungen mehr Nacht des 27. Mai dem im Haufe Alt- Moabit 14 wohnenden Häuser erlitten Beschädigungen. Mehrere Personen wurden verlegt. als bisher betrieben werde. In mehreren Orten beständen schon Schneidermeister Faldmann drei Tuchlupons aus dem Schaufenster Organisationen der Dienstboten. Um ben Dienstboten in ihrer gestohlen haben. Angel: Das waren Schäße, die ich zum Maffe näher zu fommen, müßten Forderungen aufgestellt werden, taifer bringen wollte. Bors.: Der Kaiser läßt sich ja von die eine Besserung ihrer Lage bedeuteten und von jedem ihrer Ihnen nicht sprechen. Da steht doch ein Bosten, der Sie ohne Vereine propagiert werden könnten. Es werde das werbend weiteres abweist. Angell: Wenn der Posten mich sieht, steht wirken. Die Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen in der er sofort stramm, öffnet die Tür und sagt: Bitte recht sehr! Art, daß sie mit einer ausreichenden Unterstüßung verbunden sei, Vors: Bom wem hatten Sie denn die Schäße" geholt? wäre eine sehr wichtige soziale Forderung, die auf der Konferenz Angell: Bom Reichstag! Borf.: Der Reichstag ist doch Angell: Das ist ein großer gewürdigt werden solle. Ferner werde man die Erfahrungen des des Nachts nicht offen! Sie müssen wissen, ich, Kinderschutzgeseßes, das ja auch nur Flidwert sei, erörtern. Dann Jrrtum; für mich ist er immer offen. bestehe die Absicht, den Vertrauensperfonen zur Pflicht zu machen, der Prinz Albrecht, bin doch schon weit in der Welt umber Bors: Gil ei an die Vertreter in den Kommunalverwaltungen wegen Schaffung gekommen und war sogar schon in Afrika. Vorf.: Als tommunaler Kinderkrippen und Kindergärten für Broletarier Wann denn? Anget: Das weiß ich nicht. finder heranzutreten, wo die Industrie die Mütter in ihren Bann- was waren Sie denn in Afrika? Angett: Ich war Fürst einer treis ziehe. Rednerin wandte sich dann dem bevorstehenden fleinen Insel geworden. Bors: Das hat doch Bring Albrecht Parteitag au, indem sie die Bedeutung der hauptsächlichsten Buntte nicht nötig?- AngelL: Ja, die Best war hier in Deutschland Schwere Unwetter find am Dienstag in verschiebenen Teilen des Reiches niedergegangen. Besonders heftig hat es in der Solinger Gegend gewütet. Dort wurden am Dienstag 70 Häuser zerstört, verlegt find 22 Personen, davon drei schwer, eine tödlich. Die kleine Ortschaft Müngsten mit dem Bahnhof ist vollständig zerstört. Eine alte Tannenallee im Morstal wurde vollständig niedergerissen. Die Drtschaft Scharfhausen wurde bei dem Unwetter ebenfalls sehr mitgenommen, mehrere Häuser liegen in Trümmern. Fünf Personen, bie in einer Schleiferei arbeiteten, wurden teils schwer, teils leichter verlegt. In Remscheid find mehrere Fabrikschornsteine eingestürzt. . Großfeuer ist gestern in ber bor zwei Jahren von Stuttgart nach Münster bei Cannstatt verlegten 8uder fabrit infolge Sturzfluffes der elektrischen Leitung entstariden, das so rasch um fich griff. daß das ganze Anwesen in Flammen steht. 8 wei Arbeiter find tot; eine Anzahl anderer man spricht von 23- wirb bermißt. Eingegangene Druckfchriften. Bon der„ Nenen Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift. Beraus geber Dr. Heinrich Braun und Lily Braun, Berlag Berlin W. 15, Preis für das Einzelheft 10 Bf., pro Monat 40 Pf., pro Bierteljahr 1,20 M., ift foeben das 33. Heft des 2. Bandes erschienen. May Quard. Die Zukunftsstaats- Debatten im französischen Parlament. Neben von Jaurès, Baillant und Clemenceau. Preis 10 Pf. Frankfurt a. M. Buchhandlung Boltsstimmie, Maier u. Co. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW 68, Lindenstr. 69. Soeben erschienen: Illuftrierter Neue Welt- Kalender für das Jahr 1907. Einunddreißigster Jahrgang. Inhalts- Verzeichnis: Kalendarium Bostwesen Rückblick Beachtens werte Adressen Statistisches Messen und Märkte Jm Kreislauf des Jahres- Die Reform der Straf prozek- Ordnung. Von Rechtsanwalt Hugo Heinemann- Seuchen gefahr und Seuchenverhütung. Von Dr. J. Zadek( mit Illustr.). Zwei Lieder im Volkston. Von Leo Heller. Ein Maifesttag. Nach dem Leben erzählt von Minna Kautsky( mit Illustrationen) Wenn wir nicht mehr gütig find. Gedicht von Ernst Preczang Der Kampf um das Mittelmeer der Zukunft. Von Heinrich Cunow( mit Illustration)- Die Karikatur und ihre Bedeutung. Bon Ed. Fuchs( mit Illustrationen) Wir sind der Sieg. Gedicht von Ludw. Lessen Moderne Kraftwagen. Von A. G.( mit Illustrationen) Sozialistische Frauenagitation. Von Ottilie Baader Lied der Bergleute. Von W. L. Die Kultur des Tabaks. Bon A. G. Grant- Französische Gesellenorganisation im 18. und 19. Jahrhundert. Von Adolf Braun Nachtarbeit. Gedicht von G. Weber- Szenen, aus der russischen Revolution. Bon J. H.( mit Illustrationen) Unsere Toten( Mit Porträts). Heilige Familie. Gedicht von G. Streowski Fliegende Blätter. Das Armband. Satirische Stizze von Michel Thivars. Autorisierte Ueberfegung( mit Illustrationen) Für unsere Rätsellöser Trächtigkeits- und Brütekalender. Hierzu drei Bilder: Der Bergmann Die Auswanderer Broletarierin Außerdem zwei Dreifarbendrude auf Kunstdrudpapier: Der Steinklopfer- Heher am Amselnest Ein Wandkalender. Preis: 40. Pfennig. Bei Einzelbezug bitten wir um Einsendung des Betrages nebst 10 Pfennig in deutschen Briefmarken für Porto. פשר Der Verkauf von Gänse. פשר = Oderbruch- Fettgänsen= im ganzen und ausgeschlachtet hat begonnen, und empfehle täglich frisch: Gänserümpfe von 3 Mark an, Keulen, Gänseklein, Lebern, Stückenfleisch, Gänseliesen und Hautfett sowie meine bekannt vorzüglichen Gänsegrieven. Fr. Gänseschmalz la. gar. rein, Pfund 1,20 sowie alle Wurstwaren und Aufschnitt in bekannt guter Qualität. Max Schönwald, Berlin S. 42, Luckanerstraße 16. 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James Eyd u.Straffer C.-G., hier, der in der Schlichtungskommission der Weißlederindustrie nicht beseitigt werden konnte, haben die Arbeitnehmer durch ihre Organis sation das Einigungsamt angerufen. Dieses hat in der Situng vom 30. Juli 1906 nachstehenden Schieds. spruch gefällt: Schiedsspruch. 1. Der zwischen der Bereinigung der Berliner Glacélederfabriken und dem Berband der Lederarbeiter Deutschlands geschlossene Tarifvertrag vom 22. November 1905 hat nach den getroffenen Abreden Geltung für Groß- Berlin. 2. Das Einigungsamt tann nicht anerkennen, daß die Lederfabrik Aktiengesellschaft vorm. James Eyd u. Straffer C.-G. durch die Gründung der Filiale in Luckenwalde und die bisherige Verarbeitung der Felle, welche sogar großenteils im Berliner Tarife gar nicht verzeichnet sind, den Tarifvertrag verlegt hat. 3. Es ist notwendig im Intereffe des ganzen Gewerbes, daß ähnlich wie in Berlin auch in den Werk stätten, welche sich nicht in Berlin befinden, die Lehrlingszahl mit den dort in den einzelnen Werkstätten angestellten ausgelernten Arbeitern stets in Einklang zu halten ist. 4. Die Lederfabrik Aktiengesellschaft vorm. James Cyd u. Straffer C.-G. wird nach der Erklärung des Direktors Volpe bei der Anstellung von Arbeitern in Luckenwalde einen Unterschied von organisierten und unorganisierten Arbeitern nicht machen. g. 11. b. gez. von Schulz. gez. Paul Lucht. Hugo Brandt. gez. Alb. Maffini. A. Störsten. Borstehendem Schiedsspruche haben sich nach den Bestimmungen des Ver trages vom 22. November 1905 die Parteien zu fügen. Berlin, den 13. Auguft 1906. Der Vorsitzende des Einigungsamtes. gez. von Schulz. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Nowawes u. Umgegend. Den werten Mitgliedern zur ge fälligen Nachricht, daß auf Beschluß der letzten Borstandssizung die Zahnbehandlung in den Händen folgender Herren liegt: W. Conrady, Priesterstr. 68. M. Frosch, Priesterstr. 74. H. Ramm, Lutherplatz 2. R. Dann, Starlstr. 19. Zahnarzt E. Isaac, Potsdam, Brandenburgerstr. 53. Die Barbiere und Heilgehülsen find nicht mehr berechtigt, für Kosten der Kasse Zähne zu ziehen. 257/9 Der Vorstand. H. Kabbert. Original Reichel Essig= Essenz gibt feinsten und milden, keimfreien Speise- u. Einmache- Essig Damit eingelegte Früchte sind sicher vor dem Verderben ge schützt und schmecken großartig! Originalflasche 1 M., Fl. 55 Pf. Nur echt u.rein b.unverlet Lichtherz. Kapselverschluß m. Marke Wo in Drogerien, Apotheken zc. Geschäften nicht erhältlich direkt 19852 von der Fabrik Berlin SO. Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel bollständig vertilgt. FI. 50 Pf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe usw. 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Donnerstag, den 16. August 1906, abends 9 1hr, in den Zentral- Festsälen, Alte Jakobstr. 32: 5635 J.B J. Baer Badstr.26, Prinz- Allee Ecke Herren- und KnabenModen.Berufskleidung. Elegante Paletots. Großes Lager in- und ausländischer Stoffe, zur Anfertigung nach Maß. Allerbilligste, streng feste Preise. General Versammlung IV.außerordentliche General- Versammlung Leihhaus im" Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11/12. Tages- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur Verschmelzung mit dem Allgemeinen Deutschen Metallarbeiter- Verband?" Referent Kollege Dannenberger. 2. Wahl des gesamten Vorstandes. 3. Gewerkschaftliches. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wegen der wichtigen Tagesordnung darf kein Mitglied fehlen. Mitglieder, welche die neuen Bücher noch nicht erhalten haben, haben sich dieselben umgehend von den Vertrauensleuten refp. vom Bureau abzuholen. Heute Donnerstag, den 16. August: Vorstandssitzung. Am Donnerstag, den 30. August, findet bei Wohlfahrt, Rosenthalerstraße 57, eine Branchenversammlung der Schlosser statt. Am 16. September er., vormittags, 10 Uhr: Urania- Vorstellung. 280/19 Der Vorstand. Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend. Freitag, den 17. August, abends 8%, Uhr, im Lofal von Karl Patt, Dragonerstraße 15: Delegierten- und Vorstände- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Arthur Dannenberger über: Widerspricht die Einführung fakultativer Unterstützungseinrichtungen den Grundsätzen der Freien 2ereinigung deutscher Gewerkschaften" oder denen des„ Berliner Gewerkschaftskartells"? 2. Diskussion. 3. Bericht vom Glaser- und Stürschnerstreit. 4. Beschlußfassung über den Antrag des Verbandes der Bademeister und-Meisterinnen Berlins und Vororte" auf Anschluß an das Kartell. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 266/15 " Der Ausschuß. J. A.: Herm. Puttlik. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer! Die Kollegen werden ersucht, umgehend den in ihren Händen befindlichen roten Tarif zurückzugeben. Die Bezirksführer sind bereit, denselben am Freitagabend in den Bezirkslokalen in Empfang zu nehmen. Jedes Wort 10 Pfennig Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt Verkäufe. % Räumungs Ausverkauf! Gars dinen, Stores, 10 Proz. Rabatt, Fenster 1,15, 1,65, 1,85, 2,45, 2,95; 3,85, 4,75, 5,75 ust. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurter straße 125, nahe Koppenstraße. Tüllbettdecken 2,15, 2,25, 2,45, Tages Ordnung: Berlin, Anflamerstr. 2 Charlottenburg, Friedrich Karlplag 12. Hohe Beleihung von Gold, Silbers Der Vorstand. sachen u. Kleidungsstüden 2c. 1. Bericht des Vorstandes. 2. Fortsetzung der nicht erledigten Tagesordnung vom 19. Juli 1906. 3. Geschäftliches. Kollegen! Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes der wichtigen Tagesordnung wegen pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 16. August 1906, abends 81%, Uhr: Versammlung im Louisenstädtischen Klubhause, Annen- Straße 16. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Fortsetzung der Statuten beratung und Anträge zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. 20/18 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Kranken- und Sterbekasse der Tabakarbeiter Berlins. X X X( Eingeschr. Hülfskasse 88.) Achtung! Zentralverband der Glaser Deutschl. De Zahlstelle Berlin. Heute Donnerstag, den 16. August, abends 8 1hr im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( Saal IV): Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 74/3 Bericht über den Stand der Aussperrung! Die Mitglieder werden um pünktliches, vollzähliges Erscheinen dringend ersucht, da wichtige Beschlüsse zu fassen sind. Achtung! Bauhandwerker! Von dieser Woche an gelten Mittwoch, den 22. August 1906, abends 8 Uhr, bei Feind, nur graue Berechtigungskarten. Die Ausgabe derselben erfolgt wieder Weinstraße Nr. 11: Sonna bends im Gewerkschaftshause( Kegelbahn) von 4-8 Uhr. General- Verfammlung. Verlofungsartikel Landpartien, 10. Verein Tages- Ordnung: 2C. nur Neuheiten, Lampions, Stocklaternen, Fackeln, Girlanden, Wimpeln, Fahnen, Schärpen, Scherzhumoristische Kopfbedeckungen, Musik1. Rechnungslegung. 2. Neuwahl des Kassierers. 3. Sonstige Kaffen- artikel, angelegenheiten. Rege Beteiligung erwartet 187/7 Der Vorstand: C. Butry, Borsigender. Arbeiter- Athletenbund Deutschlands Sonntag, den 19. August, nachmittags 2 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c: Delegierten- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Ausnahme neuer Mitglieder. 2. Bundesangelegenheiten. 3. Berschiedenes. 91/1 266/16 Der Vorstand. instrumente, Radausachen, spottbillig Engros- Geschäft Alte Jacobstr. 93, L. H. Gotthilf, Alte Jacobster 93, an der Seydelstraße. Kleine Anzeigen Nähmaschinen. 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Sämtliche Mandate werden für gültig erklärt. Dem von Ewald erstatteten Vorstandsbericht entnehmen wir folgende Angaben: Zurzeit bestehen 33 Zahlstellen mit 2300 Mit- gliedern gegen 11 Zahlstellen mit 1159 Mitgliedern im Vorjahre. Die Zahlstelle Berlin zählt 822, die Zahlstelle Hamburg 413 Mit- glieder. An Sterbegeld wurden 1959 M. gezahlt, für Rechtsschuh 1698 M. Den streikenden Metallarbeitern wurden 599, den Leder- arbeitern und Buchbindern je 199 M. überwiesen. Die Agitation erforderte eine Ausgabe von 1715 M. Aus dem vom Hauptkassierer F i s ch c r° Berlin vorgelegten Kassenbericht ist ersichtlich, dah die Gesamteinnahmen des Ver- bandes von 21 691 auf 27 899 M. gestiegen ist. Das Vermögen des Verbandes beträgt 19 841 M. gegen 14 818 M. im Vorjahre. Wie Ostfeld- Hamburg im Namen des Ausschusses berichtet, haben Beschwerden gegen die Geschäftsleitung nicht vorgelegen. Ein Ausschluh sei vollzogen worden, der die Generalversammlung als oberste Instanz beschäftigen werde. Die Revisoren haben die Kasicnsührung in bester Ordnung be- funden. Mit der Tätigkeit des Vorstandes ist man im allgemeinen ein- verstanden. Gefordert wird allseitig eine intensive Agitation und Aufklärung der Parteigenossen über die Verbandszielc, damit die Animosität gegen den Verband verschwinde. Tarauf wird der Geschäftsleitung einstimmig Dccharge erteilt. lieber den Punkt„Agitation und Organis atio n* führte von der Hey den-Köln aus: Noch weite Bezirk» in Deutschland müßten planmäßig bearbeitet werden, was am besten durch Bezirkseinteilung und Einschung von Agitationskomitces ge- fchehe. Viele politisch und gewerkschaftlich organisierte Gastwirte zögen es vor,..einem bürgerlichen Wirtcverein weiter anzugehören, obwohl unser Verband ihnen dieselben Vorteile gewähre und große Erfolge aufzuweisen habe. Es gebe leider auch viele Partei. genossen, die unseren Verband mit großem Mißtrauen betrachten und lieber zu blauen Wirten gingen als zu unseren Mitgliedern, wie auf der anderen Seite ebenfalls gesündigt werde. Pflicht der sozialdemokratischen Wirte sei es. an den von der Partei ver- anstaltcien Versammlungen, Kommunalwahlen usw. teilzunehmen. Die Polizeibehörden brauche man nicht wie den leibhaftigen Gott- seibeiuns zu fürchten, und geschähen llebergriffe, so müsse dagegen eben Front gemacht werden mit Hülfe des Verbandes. Vielfach gingen die Wirte Verträge mit Brauereien ein, die sie in Schuld. knechtschaft führen. Von einem freien Verhältnis könne da nicht die Rede sein. Er behaupte, daß neun Zehntel der Gastwirte un- freier seien als ostprcußische Landarbeiter. Redner ersucht um An- nähme seiner auf Äezirkseinteilung und Einsetzung von Agitations- komitees abzielenden Resolution. In der recht lebhaften Debatte verlangen mehrere Delegierte eine intensive Agitation unter den sich sozialdemokratisch fühlenden Wirten,'owie eine Aufklärung der Parteigenossen über die Be- strebungen des Wirteverbandes, damit schiefe Auffassungen beseitigt werden. Auch müßte mit den Gewerkschaftskartellen Fühlung ge- nommen werden, was beiden Faktoren zum Vorteil gereichen würde. Die Resolution wird angenommen mit dem Zusatz:„Der Vor- stand hat das Recht und die Pflicht, zum Zweck einer einheitlichen Agitation je nach Bedarf eine Zusammenkunft zu veranstalten und von Zeit zu Zeit im Verbandsorgan kurze Anweisungen für die Agitation zu geben." Ueber die„B i e r p r e i S e r h ö h u n g" referierte Litfin- Berlin. Nach lebhafter Aussprache wurde folgender Resolution zu- gestimmt: „Die am 13. August 1906 in Hamburg tagende zweite General- Versammlung des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands protestiert auf das entschiedenste gegen das Vorgehen der deutschen Brauereien, die Brausteuer auf die Wirte abzuwälzen. Die wirtschaftlich-soziale Lage des Gastwirtsgewerbes ist als eine durchaus unbefriedigende zu betrachten. Zu den ungünstigen Wirtschaftlichen Verhältnissen kommen die immerwährenden Steige- rungen der Mieten und Abgaben und ganz besonders die Lebens- mittelpreise. Durch die verwerfliche Regierungspolitik der in- direkten Besteuerung wird das Gastwirtsacwerbe durch Einführung der Bier, und Brausteucr noch ganz besonders schwer belastet. Schematisch Hand in Hand tritt zu dieser Verelendungspolitik der Regierung die Beutcpolitik der Brauereien. In elender Verblendung, getrieben durch die Habsucht dividendensaugendcr Aktionäre, werden von den Ringbrauercicn für ihre Produkte Preise diktiert, welche die Dezimierung des Berufes unausbleiblich erscheinen lassen. Die Vertreter des Verbandes sprechen daher den organisierten Kollegen, welche bis jetzt mannhaft eine Preiserhöhung zurück- gewiesen haben, ihre volle Sympathie aus und ertoartcn von allen, daß sie den Kampf bis zum äußersten führen und jede erhöhte Forderung strikte ablehnen werden. Gegenüber dem unlauteren Wettbewerbe, welchen die Brauereien auf dem Gebiete des FlaschenbicrwcsenS führen und wodurch dem deutschen Wirtcgewcrbe die schivcrste Konkurrenz gemacht wird, sowie den Vergünstigungen, welche die Brauereien unabhängigen Kunden gewähren, indem sie diesen Biere bis zu 2 M. unter Tagespreis liefern, erachten wir den Beweis erbracht, daß die Brauereien die erhöhte Brausteucr und auch die sich aus den Wirkungen des Zoll- tarifs ergebenden anderen Mehrbeträge selbst aufbringen können. Die"Generalversammlung verurteilt ganz entschieden das Vor- gehen der Kollegen in Leipzig, Kassel, Hannover. Schleswig-Holstein und anderen Orten, welche ohne Rücksicht auf die Stimmung des Publikums den Preisaufschlag geduldig hinnahmen und diesen Auf- schlag auf die Gäste abwälzten, in einem noch höheren Maße, wie eS bedingt war. Die Generalversammlung protestiert ferner dagegen, die deutschen Wirte in einem noch größeren Matzstabe wie bisher zu Heloten und Sklaven des Braukapitals zu machen, wie solches durch den Kundcnschutz usw. geschieht, und erwartet, daß die noch fern- stehenden Kollegen sich baldigst organisieren. Die Delegierten versprechen diesen Bestrebungen einen Damm entgegenzusetzen durch Gründungen und Unterstützung von Ge- nossenschaften, um den Brauereien geschlossen gegenüber treten zu können. Die in Hamburg versammelten Vertreter der sozialistisch denkenden Gast- und Schankwirte richten an die organisierte Ar- beiterschaft und das rechtlich denkende Publikum Teutschlands die höfliche Bitte, den Gastwirten im Kampfe gegen die Bierverteuerung die Sympathie und ihnen die solidarische Unterstützung zu be» wahren." Die Frage der„K o n z e s s i o n S st c u e r" wird von v o n d e r Heyden behandelt. Tie von ihm eingereichte Resolution findet einstimmige Annahme: „Dem Vernehmen nach will man dem Gast- und Schankwirts- gewcrbe noch eine Sondcrbesteuerung zu den vielen auferlegen, nämlich eine Konzessionssteuer. � t rt Die 2. Generalversammlung des Verbandes der freien Gast- nnd Schankwirte Deutschlands protestiert energisch gegen eine solche Besteuerung und verweist auf alle die drückenden Lasten, welche heute auf unserem Gewerbe ruhen. Die Generalversammlung erwartet, daß die gesetzgebenden Körperschaften einer solchen Steuer, die nur dazu angetan ist, zahl« 1 reiche kleine Existenzen im Wirtegewerbe zu vernichten, die Zu- I stimmung versagen werden." Von den Anträgen allgemeiner Natur wurde dieser ange- nommen: „Die 2. Generalversammlung spricht denjenigen Kollegen, welche sich in Vertrauensstellungen der Partei befinden und gleichzeitig Mitglieder eines bürgerlichen Wirtevereins sind, ihre schärfste Miß- billigung aus. Tie Versammlung steht auf dem Standpunkt, daß diesem Doppelspiele ein Ende gemacht werden müsse und erwartet von den Parteiinstanzen, daß sie uns in diesem Sinne unter- stützen." Hamburg, 15. August. In der Vormittagssitzung wurde u. a. folgender Antrag der Zahlstelle Hamburg angenommen: „Den Vorstand zu beauftragen, fortlaufend eine Statistik zu führen über riugfreie Brauereien in den Städten, wo wir Zahl- stellen haben, und wie viel diese Brauereien produzieren, damit jede Zahlstelle sich leicht orientieren kann, wie viel Ware anzuschaffen ist bei einem Streik oder Boykott in einer Zahlstelle." Partei- Angelegenheiten. An die Berliner Genossen richten die Genossen von Jüterbog folgenden Aufruf: In Jüterbog findet an, Freitag, den 17. d. M., die Ersatzwahl in der dritten Abteilung zur Stadtverordnetenversammlung statt. Der Kampf ist ein äußerst heftiger. Ein Genosse sitzt bereits im Jütcrboger Stadtparlament, ein zweiter soll am Freitag hinzu- gewählt werden. Um der Arbeiterschafl zum Siege zu verhelfen, ist es absolut notwendig, daß die 49—59 Maurer, Zimmerer usw.. welche in Berlin und den Vororten arbeite», am Freitag zur Wahl in Jüterbog anwesend sind und dort ihr Wahlrecht ausüben. Es ist dringend notwendig, daß ein jeder dazu Berufene seiner Wahl- Pflicht nachkommt. Die Jüterboger Genossen ersuchen darum, doch alle diejenigen, die hier in Frage kommen, auf ihre Pflicht auf- mcrksam zu machen. Denn nur, wenn jeder einzelne seine Pflicht erfüllt, wird die Arbeiterklasse den Sieg davontragen und einen lveiteren Vertreter in das Stadtparlamcnt, das heute fast auSschließ- lich auS Spießbürgern erster Qualität besteht, entsenden. Kandidat der Arbeiterschaft ist der Textilarbeiter Genosse P a w e r a. Reinickendorf und Umgegend. Wir machen unsere Mitglieder nochmals anf die am 16. d. M. bei Sadau, Residcnzstr. 124," statt- findende öffentliche Versammlung aller an Zcntralverbänden au- geschlossenen Gewerkschaftsmitglieder behufs Gründung eines Ge- iverkschaflSkartells aufmerksam und bitten um rege Beteiligung. Der. Vorstand. Rudow. Die nächste Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Sonnabend, den 18, d. M.. abends 8 Uhr bei Palm statt. Wegen der reichhaltigen Tagesordnung wird um zahlreiches und pünltiichcs Erscheinen gebeten. Der Vorstand. berliner JVacbrlcbtcn. Zur Berechnung der Säuglingssterblichkeit soll, so lesen wir in einigen Zeitungen, der Leiter des Char- lottcnburger Statistischen Amtes, Professor Dr. Rahts, eine „neue und lehrreiche Methode" angewandt haben. Er ver- gleiche die Zahl der Säuglingssterbefälle nicht init der Zahl aller Sterbefälle, sondern mit der Zahl der Geburten. Diese Methode ist aber nicht„n e u", sondern schon recht a l t.„Neu" ist sie dem Verfasser der Notiz wohl deshalb erschienen, weil jene ganz alte Methode, den Anteil der Säuglinge an der Gesamtsterblichkeit als Maßstab für die Säuglingssterblichkeit zu nehmen, im letzten Monatsheft der Veröffentlichungen des Charlottenburger Statistischen Amtes von Professor Rahts als fehlerhaft bezeichnet und mit Hülfe eines drastisch wirkenden Zahlenmaterials dem Leser in all ihrer längst bekannten Wertlosigkeit gezeigt wird. Rahts stellt da für Berlin und zwanzig Vororte zwei Tabellen nebeneinander, die die Säuglingssterblichkeit des Jahres 1904 beleuchten sollen. Die eine teilt mit, wie stark die Säuglingssterblichkeit an der Gesamtsterblichkeit beteiligt war� die andere weist nach, in welchem Verhältnis die Zahl der Sänglingssterbesälle zurZahl der Geburten stand. Nach Angabe der einen Tabelle waren unter je 1000 Gestorbenen z. B. in Berlin 293 Säuglinge, aber in Plötzensee nur 67, andererseits in Hohen- Schönhausrn 603. So bedeutende Unterschiede— Plötzensee und Hohen-Schönhausen stellen die beiden Extreme dar— erklären sich hauptsächlich aus der Ungleichheit der Geburtenzahl. Auf je 10000 Einwohner kamen nämlich in Berlin 248 Lebendgeburten, aber in Plötzensee nur 47, andererseits in Hohen- Schönhausen 426. Wo wenig Kinder geboren werden, können natürlich(falls nicht viele Säuglinge von außerhalb mitzuziehen) auch nur wenig Säuglinge sterben, so daß der Anteil der Säuglingssterblichkeit an der Gesamtsterblichkeit gering ausfallen wird. Wo aber die Geburtenzahl hoch ist, da ist von vornherein eine hohe Zahl von Säuglingsstcrbefällen zu erwarten und dem- entsprechend auch ein hoher Anteil der Säuglingssterblichkeit an der Gesamtsterblichkeit. Die andere Tabelle ergibt ein durchaus anderes Bild. Auf je 1000 Lebendgcborene kamen z. B. in Berlin 200 Säuglingssterbefälle, aber in Wilmers- dorf nur 101, dagegen in Weißensee 341. Hier sind Wilmersdorf und Weißensee die Extreme. Auf Wilmersdorf folgen Stralau mit 123 Säuglingssterbefällcn auf je 1000 Lebendgeborene, Friedenau mit 130, Schöncberg mit 151, Steglitz mit 163, Tegel mit 164, Pankow niit 166, Charlotten- bürg mit 171, Lichtorfeldc mit 177, Treptow mit 186. Dann kommt Berlin mit, wie oben angegeben. 200 Säuglings- sterbefällen auf je 1000 Lebendgeborene, weiter Nieder- Schönhauscn mit 203, Reinickendorf mit 216, Tempelhof mit 220, Rixdorf mit 222, Lichtenberg mit 246, Friedrichsfelde mit 260, Boxhagen- Rummelsburg mit 274, Hohen- Schönhausen mit 293, Plötzensec mit 294 und schließlich Weißensee mit, wie angegeben, 341. Plötzensee und Hohen- Schönhausen, die nach der ganz alten Methode die Extreme waren, stehen nun— wie man sieht— zufälligerweise dicht nebeneinander. Das Beispiel wirkt sehr überzeugend und ist recht geeignet, die Sinnlosigkeit jener veralteten Methode vor Augen zu führen. Nebenbei bemerkt: auch die andere Methode, die übrigens von Rahts selber mit keiner Silbe als„neu" hingestellt wird, ist selbstverständlich noch lange nicht einwandfrei. Sie ist nur weniger mangelhast, aber ganz ohne Mängel ist auch sie nicht. Einen nahezu richtigen Matzstab für die Höhe der Säugling-Zsterblichkeit kann die Zahl der jeweils lebenden Säuglinge abgeben, aus deren Mitte der Tod sich seine Opfer holt. Dieser Maßstab ist aber sehr viel weniger leicht zu beschaffen; bei Vororten, die kein Statistisches Amt haben, ist das überhaupt nicht möglich. Eine möglichst vollkommene Methode, die Säuglingssterblichkeit zu berechnen, ist unentbehrlich für die Sozialhygiene. Sie würde in vollster Klarheit die Tatsache hervortreten lassen, daß die Höhe der Säuglingssterblichkeit eines Ortes»vesentlich und hauptsächlich ab- äugt von der wirtschaftlichen Lage seiner evölkerung. Schon die Zahlenreihe, die wir oben mit- geteilt haben, läßt das deutlich genug erkennen. Alle West- lichen Vororte stehen in ihr günstiger als Berlin, fast alle übrigen Vororte zeigen ungünstigere Verhältnisse. Im Westen sind eben die Wohlhabenden stark unter der Bevölkerung vertreten— im Osten, im Norden usw. sind sie nur dünn gesät und verschwinden in der Masse der Unbemittelten. Etwas ehrlicher! Ueber die Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz finden wir in der bürgerlichen Presse eine Be- trachtung, die über Wesen und Zweck dieses Unternehmens Aufschluß gibt. Neues wird darin nicht gesagt; es ist ja hin- reichend bekannt, daß das Rote Kreuz im Kriege den Sanitätsdienst ausübt. Die Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz sind zwar nicht formell, aber faktisch eine m i l i t ä- rische Einrichtung und dürfen geradezu als ein Teil der Armee angesehen werden. Hiernach wird mancher meinen, daß alle, die dem Mili- tarismus abhold sind, auch kein Verlangen danach haben werden, diesen Sanitätskolonnen anzugehören und an ihren Uebungen teilzunehmen. Diese Annahme ist aber unzu- treffend. Es gibt immer noch Leute, die da wähnen, auch der schärfste Gegner des Militarismus habe nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, im Kriegsfalle wenigstens zur Pflege der Verwundeten seine Hülfe und Mit- arbeit anzubieten, falls er nicht selber am Totschießen sich be- teiligen muß. Solche Träumer werden nicht ohne Ver- wundcrung vernehmen, was in Lichterfelde der Vorsitzende der dortigen Abteilung der Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz über das Recht der Zugehörigkeit zu den Sanitätskolonnen gesagt haben soll. Der Manu hätte, nach einem Bericht des„Lokalanzeiger", vor ver- sammclter Kolonne„ungefähr folgendes" ausgeführt: „Ein Samariter, der den Bedrängten, Hülfesuchenden Kranken und Verwundeten Hülfe bringen soll, ist nicht befugt auf anders Denkende den ersten Stein zu werfen. Es sei aucy nicht die Pflicht und Aufgabe der Sanitätskolonne, darüber zu streiten, welcher politischen Richtung man angehört. Aber hier in dieser Sanitätskolonne, welche die von Seiner Majestät be- fohlene Uniform mit der schwarz-weiß-rotcn Kokarde trägt, kann ein Anhänger der sozialdemokratischen Richtung nicht aufge- nommen werden. Wir schulden dem Kaiser unseren Respekt und Hochachtung, und die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz kann nur dadurch erstarken, wenn Männer zu derselben gehören, welche voll und ganz beseelt sind von Vaterlandsliebe und Königstreue. Unsere Versammlungen beginnen stets mit einem jubelnden Zuruf auf den Kaiser. Es wäre eine Feigheit, dieses Hoch aus- zubringen und es innerlich nicht zu fühlen. Deshalb werden diejenigen Herren, welche in dieses Hoch auf den Kaiser nicht freudig und gern einstimmen können, gebeten, doch wenigstens ehrlich zu sein und sich nicht in die Kolonne aufnehmen zu lassen." Derselbe Bericht des„Lokalanzeiger" schildert sodann, wie der Vorsitzende den Versammelten den Dienst der Sanitätskolonnen erklärte, sie zu weiterer Mitarbeit auf- forderte und schließlich das K a i s e r h o ch ausbrachte.„Die Begeisterung, die den Redner beseelte, hatte"— so fährt der Bericht fort—„sich auch den Anwesenden mitgeteilt, und jubelnd erklang dieses Hoch durch die gefüllten Räume; manch Auge leuchtete, manch Herz schlug höher, als man den Worten des Vorsitzenden lauschte �und dann einstimmte in das Nationallied Heil dir im Siegerkranz." Sehr schön gesagt! Für nicht minder schön gesagt wird der Herr Vorsitzende die Ausführungen halten, mit denen er — immer unter der Voraussetzung� daß der Bericht zutreffend ist— dieAbweisungvonSozialdemokratenbe- gründete. Wenn er aber ein bißchen über seine Kolonne hin- aus denken will, so kann er leicht zu Schlußfolgerungen ge- langen, die von Leuten seines Schlages gewöhnlich als sehr unpatriotisch bezeichnet werden. Eine„von Seiner Majestät befohlene Uniform mit der schwarz-wciß-roten Kokarde" wird ja wohl auch vom Militär getragen. Auch den Soldaten wird der Grundsatz:„Wir schulden dem Kaiser unseren Respekt und Hochachtung" zur Pflicht gemacht, auch von ihnen wird erwartet, daß sie„voll und ganz beseelt sind von Vater- landsliebe und Königstreue", auch sie werden bei mancherlei Gelegenheiten aufgefordert, in einen„jubelnden Zuruf auf den Kaiser" einzustimmen. Sollen deshalb auch in die Armee fortan„Anhänger der sozialdemokrati- schen Richtung nicht aufgenommen werden"? Will man von ihnen fordern, auch der Armee gegenüber„doch wenigstens ehrlich zu sein" und„sich nicht aufnehmen zu lassen"? Da dürfte am Ende das Aushebungsgeschäft sich ein bißchen sehr schwierig und nicht besonders ertragreich ge- stalten. Die ernste Seite dieser Bekenntnisse eines sozialisten- fürchtigen Ritters vom Roten Kreuz ist die, daß hier einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt wird, wohin die Wünsche und Absichten unserer Gegner gehen.- Sie wollen nicht mit uns Sozialdemokraten zusammen arbeiten, aus keinem Gebiete! Selten bekennen sie das so offen und ehrlich, wie in diesem Falle. Tun sie es mal, so kann man ihnen dafür nur dankbar sein, weil dadurch die Wünschens- werte Klarheit geschaffen wird. Diese Absage der Sanitäts- kolonnen an die Sozialdemokraten wird denen zu denken geben, die da immer noch meinen, daß es„neutrale Gebiete" gebe, auf denen man mit der bürgerlichen Klässe zusammen» gehen könne._ Die BcrkehrSverhältnisse der Linien- nnd Gollnowstraße waren in den achtziger Jahren Gegenstand der Verhandlungen zwischen Polizei und Magistrat. Sie führten dazu, daß im Jahre 1888/89 die Gollnowstraße mit einem erheblichen Kostenauswande von seilen der Stadt verbreitert wurde. Es wurden mehrere Häuser angekauft, abgebrochen und die Rcstparzellen»ach Verbreiterung der Straße wieder verkauft. Nach polizeilichen Zählungen passierten am 11. No» vember 1887 rund 29 909 Personen die Gollnowstraße. Auch der Wagcnvcrkehr war damals schon ganz bedeutend. In den Haupt- verkehrSstunden verkehrten dort danialS 3999 Personen stündlich. Seitdem ist der Verkehr und damit die Schwierigkeiten der Passage an der Ecke der Liuiciistraßc gewachsen. Um von der Gollnowstraße nach der Jostystraße(P r e n z l a ir e r t o r) zu kommen, müsse» die Fuhrwerke vier scharfe Ecken mit Winkel von 99 Grad umfahren. Unfälle aller Art sind die Folgen dieser schwierigen Vorort- Nachrichten. Baffagen, die nur durch eine Verlängerung der Jostystraße oder artikelgeschäftes tönnen große Kartons, Hüte, Handschuhe, Strümpfe,| Gestern früh um 9 1hr brannten in einem Keller in der Warschauerburch die Beseitigung der Eden vermindert werden können. Zunächst Stiefel, Gamaschen in allen Größen und Ausführungen dienen, ebenso straße 25 Brennmaterialien. Ferner liefen noch Feuermeldungen follen neue Baufluchtlinien festgesetzt werden. Krawatten, Fächer, Schleifen, Weißwäsche; ja fogar eine vollständige aus der Schievelbeinerstr. 3, vom Karlsplatz und anderen Stellen Neben dem Kampf um die von den Brauereien beschlossene Brautausstattung barrt dort der Auferstehung. Täglich werden in ein. Der 11. Löschzug hatte außerdem am Hafen am Urban zu Bierpreiserhöhung geht noch ein anderer, und zwar einer der den Wagen bis zu zwanzig Stück Damenhandtäschchen gefunden tun, wo ein Pferd aus dem Landwehrkanal geholt werden mußte, Bigarrenhändler, in dem es sich darum handelt, wer die Zigaretten- und auf die Vergeßlichkeit des schönen Geschlechtes deuten ferner das dort ins Wasser gestürzt war und sich in einer Notlage befand Steuer trägt. Die Berliner Zigarrenhändler find durch das neue Theatergläser, Pompadours und ähnliche Gegenstände. Freilich Bigarettensteuergesetz in eine recht unangenehme Lage gebracht. Die beweisen Haus- und Geldschrankschlüssel, Taschenmesser, Bleistifte Zigarettenfabrikanten haben die Preise ihrer Waren nicht nur um die und Schreibutensilien, daß auch die Herren der Schöpfung Banderolensteuer erhöht, sondern vielfach noch einen Ertraaufschlag recht vergeßlicher Natur find. In den Morgenstunden werden gemacht, so daß in den meisten Preislagen die Steuer nur von den hauptsächlich Schulbücher, ganze Schulranzen, Frühstückstaschen, Nowawes Neuendorf. Händlern getragen wird. Wie die Berliner Gastwirte nicht gewillt Kaffeekannen, Bierflaschen mit und ohne Inhalt gefunden. In find, fich die Erhöhung der Bierpreise allein auferlegen zu lassen, den späteren Vormittagsstunden finden die Schaffner dann in den Die Bereinigung der beiden Gemeinden Nowawes und Neuens das ist das Resultat der am so wollen auch die Bigarrenhändler sich dagegen wehren, daß ihnen Wagen, nach dem Tiergarten und den städtischen Parkanlagen hinaus, borf ist einstimmig beſchloſſen augemutet wird, die Steuer allein zu tragen. Am Freitag, den Svielfachen aller Art, Hauptsächlich Puppen, ja sogar gefüllte Milch Montag im Neuendorfer Rathause stattgefundenen gemeinschaftlichen Als Vertreter des 17. August, findet in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20, eine flaschen, ein Beweis, daß auch die Kinderfräuleins" recht vergeßliche Gemeindevertretersizung beider genannten Orte. Bersammlung statt, in der die Zigarrenhändler Berlins und Um- Damen sind. Die Wagen der Linien, die nach den Vororten führen, Landrats wohnte Streisdirektor Hannemann der Sizung bei und gegend zu dieser Frage Stellung nehmen werden. liefern Spaten, Sägen und anderes Handwertszeug in die Fundleitete dieselbe. Derselbe erläuterte die Verhältnisse, die die VerDie Beschwerden der Anwohner des Bichhofes über den Gestant, fammer. So mancher Rechtsanwalt kommt wohl in Verlegenheit einigung notwendig machen, und betonte, daß die Streisverwaltung ber dort herricht, sollen radikal" beseitigt werden. Aus dem Rats durch vergessene Aftenmappen, welche in den nach den Gerichts- den dringenden Wunsch habe, daß sich die kleinen Gemeinden zu hause wird nämlich berichtet:„ Die Gerüche, die an heißen Tagen gebäuden führenden Linien verloren gehen und später in der Fund großen, leistungsfähigen zusammenschließen. Demgemäß haben auch bei ungünstigem Winde der Peptonfabrik an der Eldenaerstraße ent- kammer der„ Großen" ein beschauliches Dasein führen. Auch Trau- in den legten Jahren mehrere Zusammenlegungen von Gemeinden, strömen und zu wiederholten Beschwerden Veranlassung gegeben ringe sind in den Straßenbahnwagen gefunden worden. Kolonien und Gutsbezirken des Streises stattgefunden; alle diefe berhundert derartiger„ Ehefesseln". die zurzeit am einigten Gemeinden haben den Zusammenschluß als einen Segen Platz lagern, find sind schon Vorkehrungen zur Verbrennung der Ausdünstungen saison verloren und gehören zum größten Teile dem schwächeren gegründete Kolonie, die noch nicht mit einer anderen Gemeinde ver zumeist in der Winter empfunden. Nowawes sei noch die einzige von Friedrich dem Großen Zu Es werden bezwv. haben, sollen nunmehr radikal beseitigt werden. getroffen; außerdem wird noch eine ganz besondere Einrichtung zur werden, d. h. für die Nachbarschaft nicht mehr lästig werden." bersuchen bleibt! Opfer der Hitze. Ueber werden Bon Beseitigung der Uebelstände geschaffen. Sie besteht im wesentlichen und schwere goldene Uhrfetten, fostbare Brillantringe und Arm- gejezten Kommissionen einstimmig fich für die Vereinigung ausin einer fogenannten Regenvorrichtung, wodurch etwaige nach der bänder, Portemonnaies mit Inhalt bis zu 300 M.; ja selbst ein gesprochen hätten, seien in letzter Zeit in der Bürgerschaft und Berbrennung der Ausdünstung noch entſtehende Gerüche gebannt Balet mit Wertpapieren in Höhe von 12000 m. wurde in einem Preſſe doch Stimmen laut geworden, die sich gegen eine sofortige Wenn's nur wahr wird, und nicht immer bei Beschwichtigungs- Straßenbahnwagen verloren, welches der Verlierer merkwürdiger Vereinigung erklären; demgegenüber müsse er betonen, daß weise erst eine Woche später reklamierte. Das Fundbureau erhält nur durch die Zusammenlegung das Schul-, Armen-, Straßenbauwesen, Kanalisation usw. durch die Vergeßlichkeit der Fahrgäste Kenntnis von allen neu er fönnen; auch lassen sich dadurch bedeutende Ersparnisse an fortschrittlich ausgebaut Ueber den neuen Droschkentarif wird jetzt gemeldet, daß in schienenen Werken des Buchhandels. Die Musikalienabteilung ist neueren Konferenzen zwischen Magistrat und Polizeipräsidium eine reich aſſortiert durch Noten, Trompeten, Geigen und andere Musit Berwaltungskosten herbeiführen; er ersuche daher, dem vorgelegten Berständigung dahingehend erfolgt sei, daß lediglich die Grundtage instrumente, ja jogar der Notenständer fehlt nicht. Das Drogen- und Vertragsentwurfe die Zustimmung zu geben. Die hierauf folgende höht wird, die Verschiebung der Tagen( Fortfall der Tare 1), die Barfüms, Farben, gauze Ballons Dele, deſtilliertem Waſſer zc. Am stärksten Vereinigungsvertrages zeitigte eine recht lebhafte Debatte. Von eine weitere Fahrpreisberteuerung bedeutet, aber unterbleibt. Bei ift die Bergeßlichkeit der Fahrgäste in den Morgenstunden. Die Neuendorfer Seite wurde verlangt, daß die definitive Beschlußfaſſung ben elektriſchen Droschkent, deren Grundtage jetzt schon 80 Pf. be- Verlierer der Gegenstände find Schüler und Arbeiter. In auffälliger über die Bereinigung noch vertagt werden möge, damit die Bürgertrast, et überhaupt feine Tarifänderung vorgenommen werden. Weise aber nimmt die Vergeßlichkeit des Publikums mit der Aus- schaft erst noch über die Frage aufgeklärt werden könne. Eine Preiserhöhung soll hier nur bei den Gebühren für die Warte- dehnung des Nachtbetriebes und der Verlängerung der einzelnen Rowaweser Seite hingegen wurde geltend gemacht, daß die grage zeit eintreten, die auf drei Mark pro Stunde, oder 75 Pf. pro Linien zu. Bemerkenswert ist übrigens, daß auch die Banart der so lange in der Schwebe jei, daß man behaupten könne, wer heute Diertelstunde feſtgeſetzt werden soll. Eine Deputation des Verbandes Wagen für die Nachlässigkeit des Publikums von Bedeutung ist über die Sache noch nicht klar ſei, würde es auch in zehn Jahren der Fuhrwerksbejizervereine Berlins und Umgegend, die dieser In den Wagen mit langen Sigbänken werden verhältnismäßig viel beide Gemeindeverwaltungen auf einen toten Strang geraten, wo nicht werden. Bei einer Vertagung der Beschlußfassung würden Tage beim Berliner Magistrat wegen der Tariffrage vorstellig wurde, weniger Gegenstände gefunden, als in den bequemen Wechselwagen, fie weder rückwärts noch vorwärts fönnten: die Kanalisation würde erhielt vom Stadtrat Bohm die Auskunft, daß der Magistrat sich in denen die Bänke mit Polsterfigen versehen sind. neuerdings für die vorstehende Form der Tariferhöhung entschieden schwer darunter leiden, da sie ohne den Bau eines Elektrizitätshabe. Aus dem Fenster gestürzt. Dienstag abend nach 9 Uhr fiel die werkes nicht in Betrieb genommen werden könnte. Auch die Frage, Die vorläufige Beschlagnahme von fünf Faß Pferdefleisch in der 11jährige Tochter Viola der Blätterin Witwe Büttner aus dem im ob die Regierung nach der Vereinigung der erweiterten Gemeinde Wurstfabrit von H. Schwarz, Swinemünderstraße, auf deren Rechtveiten Stockwerk des Hauses Admiralstr. 32 belegenen, zur mütter- den bisher an Nowawes gezahlten außerordentlichen Zuschuß von nungen sich der Vermerk befindet, daß sie ihre Wurstfabrikate mur lichen Wohnung gehörenden Klosettfenster aus unbekannter Ursache 21 000 m. jährlich zu den Schullasten weitergewähren würde, aus reinem Rind- und Schweinefleisch herstellt, ist, wie die„ Allg. auf den asphaltierten Hof hinab. Ein herbeigerufener Arzt legte der wurde aufgeworfen und angeregt, ob diese Subvention Fleischer- 8tg." berichtet, nunmehr bestätigt worden, nachdem die Schwerverletzten einen Notverband an und ließ sie nach dem Kranken- nicht der Regierung zur Bedingung gemacht werden inzwischen erfolgte amtliche chemische Untersuchung ergeben hat, hause am Urban schaffen, wo man einen komplizierten Bruch des fönne. Direktor Hannemann erklärte, daß sich die Regierung über daß das Fleisch in der Tat Pferdefleisch ist. Die gerichtliche linken Unterschenkels sowie eine erhebliche Verlegung am Gesäß fest- die Weitergewährung des Zuschusses teine Vorschriften machen lassen Untersuchung ist bereits eingeleitet und man darf hoffen, daß stelte. fönne; er dürfe aber versichern, daß der Landrat die Weiterzahlung es gelingt, Licht in dieses dunkle, die reelle Wurstfabrikation Die Opfer der Brandkatastrophe in der Eisermannschen Sprit- der Schulsubvention warm befürworten werde, und es sei alle Ausschwer schädigende Treiben zu bringen. Es handelt sich dabei um fabrit sind gestern unter allgemeiner Teilnahme beerdigt worden, sicht vorhanden, daß, wenn die neue Gemeinde nicht in eine bes sehr bedeutende Umjäge, denn der Fleischlieferant der Firma Schwarz betrautert von ihren Familienangehörigen, denen ein grausames deutend günstigere finanzielle Lage gelange wie Nowawes, die Unter berbraucht wöchentlich 150 Zentner Pferdefleisch. Sogar die Roß- Geschick den Ernährer raubte. Ein grausames Geschick? Nun, wie fügung weitergezahlt werde. Auch die Frage der Kirchensteuer, die ſchlächter beginnen schon über diese Konkurrenz zu klagen, die ihnen man's nimmt. Von den Arbeitern, die jenen Betrieb kennen, wird in Neuendorf im Betrage von 20 Broz, erhoben wird, während in die Pferde wegkauft und verteuert. Fast die gesamten Fabrikate der der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß dieser betrübende Berlust Nowawes eine solche nicht eingeführt ist, sondern die Kirchenverwal Firma Schwarz werden von der hiesigen„ Union- Gesellschaft" ge- von Menschenleben höchstwahrscheinlich nicht zu beflagen gewesen tung aus den Mitteln der politischen Gemeinde Zuschüsse erhält, fauft, die sie an Kolonialwarenhändler usw. vertreiben läßt. wäre, wenn der Aetherraum, in welchem die folgen wurde erörtert, und erklärte Direktor Hannemann, daß nach der schwere Explosion erfolgte, Notausgänge gehabt hätte. Verschmelzung wohl eine Kirchensteuer für den neuen Ort eingeführt Es existierte dort aber nur ein einziger Ausgang, wodurch werden müsse, da sich die politische Gemeinde kaum entschließen Die nachteiligen Begleiterscheinungen, die bei der vergangenen es auch unmöglich wurde, daß die auf der Galerie tätigen würde, alle Ausgaben zu decken, die die Stirchenverwaltung beschließt. Sigeperiode auftraten, zeigen sich auch wieder seit Dienstag. beiden Arbeiter sich zut reiten vermochten. Wären hier Nach einigen weiteren Ausführungen wurde der vorgelegte Vertragss Menschen und Bugtiere haben unter den Einwirkungen der hohen Notausgänge vorhanden gewesen, so war diesen Arbeitern zum entivurf mit einigen Abänderungen angenommen. Derselbe besagt Temperatur, die gestern mittag im Schatten weit über 30 Grab be- mindesten die Möglichkeit gegeben, den Aetherraum zu verlassen,. a., daß die neue Gemeinde am 1. April 1907 ins Leben treten trug, ganz außerordentlich zu leiden und leider sind auch bereits ehe die explodierenden Ballons ihre vernichtende Wirkung ausüben soll; die Vertretungen beschließen, beim Könige zu beantragen, der wieder eine Reihe von Higschlägen zu verzeichnen. Der Mitfahrer konnten. Schon bei der Lohnbewegung der Eisermannschen Fabrit- neuen Gemeinde den Namen Babelsberg zu verleihen. Dalar Wind, Ackerstr. 33 wohnhaft, wurde Dienstagnachmittag während arbeiter im Februar d. J. war in den Forderungen der Bassus Da in lezter Zeit in Neuendorf die Lehrergehälter erhöht der Fahrt nach dem Stettiner Bahnhof plöglich von einem Hig- enthalten: Schaffung besserer hygienischer Ein- wurden und somit höher als in Nowawes find, verbleibt letterer schlage getroffen und fiel besinnungslos vom Wagen auf die Straße richtungen im besonderen sinblid auf die Lebens- Gemeinde das Recht, ihre Lehrergehälter mit rückwirkender Kraft ab hinab. Bei dem Sturze zog er sich einen schweren Unterarm- und gefährlichkeit des Betriebes. Wäre es damals zu Ver- 1. April 1906 nach dem Neuendorfer Besoldungsplan zu regeln. Rafenbeinbruch zu und auf der Unfallstation in der Eichen handlungen mit der Organisationsleitung gekommen, so würde der und Schöffen von Neuendorf und Nowatves, die Gemeinde Die Mitglieder des Gemeindevorstandes- Gemeindevorsteher dorffstraße erhielt er die erste ärztliche Hülfe. Mangel an Notausgängen im Aetherraum zweifellos zur Sprache Einen tödlichen Ausgang nahm ein Hizschlag, bon dem gebracht worden sein. Herr Eisermann lehnte jedoch verordneten dieser Gemeinden sowie der Amtsvorsteher des Amtsder Kutscher Hermann Schütte in Rummelsburg getroffen wurde. a Ile Verhandlungen brüst a b. Die Folge war, bezirks Nowawes- Neuendorf legen ihre Aemter mit dem 1. April Als Sch. beim Passieren der Neuen Prinz Albertstraße die Fischer- daß die damaligen Arbeiter straße treuzte, fant er plötzlich bewußtlos nieder und starb nach Beschäftigung suchten und dem Betriebe den Rücken kehrten. Nowawes soll bestehen aus a) 1 besoldeten Gemeindevorsteher, die damaligen Arbeiter der Aetherabteilung sich andere 1907 nieder. Die Gemeindevertretung der neuen Gemeinde Neuendorf. wenigen Minuten an den Folgen eines Higschlages. Die Leiche wurde Man kann sagen: zu ihrem Glück. Vielleicht lägen fie nach der Halle des Begräbnisplages in Rummelsburg übergeführt. sonst heute als Opfer der Sparsamkeit des Herrn Eisermann ver- b) 6 Schöffen und c) 24 Gemeindeverordneten. Auf dem Nettelbeckplatz wurde eine ältere unbekannte, anscheinend brannt und verstümmelt im Grabe. Außer dem Vorarbeiter, der Die Neuwahlen find so frühzeitig vorzunehmen, daß die neue dem Arbeiterstande angehörende Frau vom Hizschlage getroffen und sich an jener Lohnbewegung von vornherein nicht beteiligte, war Vertretung die Beratungen über den Etat 1907 und über die damit in bewußtlosem Zustande in das städtische Krankenhaus eingeliefert. einer der Verunglückten tatsächlich ein Arbeitswilliger vom Februar- in Verbindung stehenden Vorlagen vor Ablauf des Etatsjahres 1900 Auch unter den Pferden macht sich die verheerende Wirkung, die streit. Hoffentlich werden jetzt bei der erforderlich gewordenen Re- zu Ende führen kann. durch die hohe Temperatur hervorgerufen wird, wieder recht start novierung der Fabrik die so dringend notwendigen Einrichtungen Da die Steuerzuschläge in beiden Orten nicht die gleichen sind, bemerkbar und eine ganze Reihe vom Hitschlag getroffene Tiere zum Schutz von Leben und Gesundheit der Arbeiter geschaffen. erfolgt die Aufstellung der Wählerlisten nach einem Sage von mußten bereits der Abdeckerei überwiesen werden. Wenn damit Unglücksfälle obiger Art auch nicht mit absoluter 120 Proz. Zuschlag zur Staatseinkommensteuer, 160 Broz. Gewerbes Sicherheit verhindert werden können, so läßt sich ihnen doch immerhin steuer, 3 vom Tausend Grundwertsteuer, 50 Prog. Betriebssteuer. Inhaber von Fahrrädern werden auf die sich mehrenden Fahrrad- bis zum gewissen Grade vorbeugen. Da die einzelnen Positionen des Vertrages einstimmig an diebstähle aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, auf ihre genommen wurden, gaben auch die Neuendorfer Vertreter ihren treuen Begleiter" zu achten. Ein zusammengebrochener Kartoffelwagen verursachte Dienstag Widerstand gegen die sofortige Schlußabstimmung auf, und so wurde Ein gefährlicher Fahrradmarder hat sich feit einiger Zeit in den westlichen Vororten mit abend in der Gegend der Bad- und Hochstraße eine längere Ver- der ganze Vertrag einstimmig angenommen, was von der Vertretung großem Erfolg Erfolg etabliert". Fast tagtäglich werden bort, fehrsstörung. Eine Achse des schwer beladenen Arbeitswagens war und den zahlreich anwesenden Zuhörern mit Händeklatschen begrüßt peziell in Charlottenburg, Diebstähle an Fahrrädern verübt auf den Gleisen der Straßenbahn gebrochen, und es bedurfte wurde. Direktor Hannemann beglückwünschte die Gemeindevertreter und die Art und Weise, in der sie zur Ausführung gelangen, deutet längere Zeit, ehe das Verkehrshindernis beseitigt werden konnte. zu dieser Abstimmung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die darauf hin, daß der Urheber immer dieselbe Person ist. Mit Kenner- Als die Wagen der Straßenbahn, die sich zu einem mächtigen Wagen Bereinigung den beiden Gemeinden zum Segen gereichen möge. blick sucht sich der Marder, der übrigens ein äußerst geschickter part angesammelt hatten, ihre Fahrt fortsetzen wollte, stellte sich Nachdem die beiden Gemeindevorsteher Herrn Hannemann für seine Fahrer sein muß, wertvolle Räder aus, die für furze Zeit unbeauf ihnen ein neues Hindernis entgegen. In den Schienen hatten fich Mitwirkung gedankt, wurde die denkwürdige Sigung geschlossen. fichtigt auf der Straße stehen und in dem Augenblick weniger Ge- die Kartoffeln festgeklemmt und eine breiartige Waste gebildet. die funden ist dann der Diebstahl verübt. So gelangen dem dreisten das Vorwärtskommen der Bahnen hemmte. Mit Hilfe von Sand Lichtenberg. Burschen Fahrraddiebstähle vor dem Hause Potsdamerstr. 38, wurde num dieses zweite Hindernis überwunden und dann konnte Der als vermißt gemeldete vierjährige Sohn des Restaurateurs Schlüterstr. 65, am Eingangsportal des Bahnhofs Zoologischer endlich, nach fast einer Stunde, der Betrieb nach und nach wieder Worlizer aus der Gürtelstraße in Lichtenberg konnte am gestrigen Garten, in der Kant, Schloß-, Niebuhrstraße usw. vonstatten gehen. Tage den Eltern wieder zugeführt werden. Der Kleine hatte mit Der Vorfall hatte viele Hunderte von Menschen angelodt und junge anderen Kindern an einem Laubenfeste teilgenommen und war auf Zwischen den Puffern. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich Burschen machten sich das Privatvergnügen mit den umberliegenden dem Festplaße ausgeblasen" worden, ohne daß sich die Eltern gegestern nachmittag auf dem Lagerplatz der Eisenhandlung von Kartoffeln ein regelrechtes Bombardement zu eröffnen, während meldet hatten. Eine Frau nahm sich des Kindes an und gewährte Schweizer u. Oppler in der Rittergutstr. 108/9 zugetragen. Der andere die Gelegenheit benutzten, um zu billigen Kartoffeln zu ihm in ihrer Wohnung Unterkunft. leider jedoch, ohne der Polizei Schlosser Ernst Dhl war mit mehreren Kollegen damit beschäftigt, kommen. fofort Mitteilung zu machen. Erst die polizeiliche Bekanntmachung eiserne Lowren wegzutransportieren. Infolge einer unvorsichtigen Bewegung geriet D. zwischen die Buffer zweier Wagen. Er wurde Durch einen herabstürzenden Mauerstein lebensgefährlich verletzt von dem Verschwinden des kleinen W. veranlaßte die Frau, fich zu an der Brust eingequetscht und mußte, nachdem er auf der Unfall- wurde Dienstagnachmittag der 26jährige. Arbeiter Baul Schlingen- melden und den Eltern das Kind zu überbringen. station in der Warschauerstraße die erste Hülfe erhalten, in bedenk- dorf, Aderstr. 51. Sch. war auf dem Neubau Leipzigerstr. 66 mit lichem Zustande dem Krankenhause Am Friedrichshain zugeführt of schritt, stürzte plöglich aus der Höhe der dritten Etage ein dem Abladen von Baumaterialien beschäftigt und als er über den Mauerstein herab und traf den Arbeiter mit solcher Gewalt auf den Ein großer Metalldiebstahl ist gestern in der Mühlenstraße ber Stopf, daß ein Schädelbruch herbeigeführt wurde. Sch. brach be- Stationen übt worden. Es werden dort gegenwärtig elektrische Kabel verlegt, mußilos zusammen und wurde nach der Unfallstation in der Kronenund ein großer Posten Messingtabelverschlüsse war vor dem Grund- straße gebracht, von wo seine leberführung in das Krankenhaus stücke Mühlenstr. 24 aufgelagert. Eine Diebesbande hat sich diese Moabit erfolgte. Gelegenheit zunuze gemacht und den größten Teil der Verschlüsse Feuerbericht. In der letzten Nacht um 2 Uhr, wurde die Feuers Damburg 757 23 4 bebedt 5 heiter im Werte von etwa 500 m. gestohlen. Die dreisten Burschen konnten ganz ungestört am hellen Tage arbeiten, da jedermann glaubte, sie wehr nach der Johannisstr. 22, Waldemarstr. 29 und Klosterstr. 37 Berlin 758 GD gerufen. In der Klosterstraße, Ede der Sieberstraße, standen Boden- Frantj.a.M. 760 S feien zur Fortfchaffung" der schweren Gegenstände befugt. verschläge mit dem Dachstuhl in Flammen. Die Feuerwehr eröffnete München 763 SW Was alles vergessen wird. Ueber 26 000 Gegenstände find in den Angriff über eine große mechanische Leiter und es gelang, die Bien 761 Still. wollen! 19 der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli in den Wagen der Großen Flammen auf den Dachstuhl zu beschränken. An den anderen beiden Wetter Prognose für Donnerstag, den 16. August 1906. Berliner Straßenbahn und den mit dieser vereinigten Gesellschaften Stellen brannte ein Keller und Müll usw. auf dem Hofe. Um Ein wenig fühler, zeitweise heiter, vorwiegend wolkig mit etwas Regen gefunden worden und haben zur Aufspeicherung eines förmlichen 1 Uhr nachts brannte in der Friedrichstr. 127 Papier usw. und mäßigen füdwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Warenhauslagers in den Kellerräumen des Verwaltungsgebäudes am und in der Perlebergerstr. 15 ein Bauzaun u. a. Gardinen, Leipziger Plaz geführt. Was alles von Fahrgästen bergessen" wird, Wäsche, Papiergewinde und anderes wurden in der Blumenthal- Wasserstand am 14. Auguft. Elbe bei Ausfig 0,40 Meter, bei barüber gibt ein Rundgang durch die Fundkammer einen intereffanten straße 18, Uferstr. 4, Linienstr. 151 und anderen Stellen ein Dresden-1,73 Meter, bei Wagdeburg+0,99 Meter. Inftrut bei Aufschluß. Zumeist sind es Schirme und Stöcke, die in den Wagen Raub der Flammen. Der 19. Löschzug hatte längere Zeit in der Straußjurt+1,40 Meter. Der bei Ratibor+1,12 Meter. bei Breslau Oberpegel+4,80 Meter, bei Breslau Unterpegel stehen gelaffen werden, von denen etwa zurzeit 6000 Stück daselbst Krouenstr. 26 zu tun, wo ein Bäderfeller in Flammen stand. Durch Frankfurt+ 0,88 Meter. 1,62 Meter, bei Beichiel bei Brahemünde+2,42 Meter. aufgestapelt find. Zur Vervollständigung eines Herren- und Damen- fräftiges Waffergeben wurde der Brand auf den Keller beschränkt. Barthe bei Bofen-0,02 Meter. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rirdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. werden. " Witterungsübersicht vom 15. August 1906, morgens 8 Uhr. Barometer. stand mm Binde Swinembe. 758 GD Bunzipp Winbstacle 2Better Temp. n.. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm 20 Haparanda 760 19 Petersburg 4 beiter 21 Scilly 3 bedeckt 17 2lberdeen 4 bedeckt 17 Paris Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. E. 50.4° R. I 4 bededt 15 767 WSW 1wollen! 15 756 23 4 mollig 15 751 SS 1 heiter 762 S 13 3 bededt 15