Nr. 196. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando; Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Boste Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die" st- Zeitungs. Preisliste. Unter zband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwürts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Naum 50 Pig, für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes meitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Diktatur des Proletariats. Freitag, den 24. August 1906. das, was er über die Diktatur des Proletariats zu sagen weiß, einer Betrachtung unterziehen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Die russische Revolution. das mißverstehen kann, troßdem er wie er auf S. 53 mitzuteilen für wichtig genug hält das Manifest„ hundertMit reichlichem Aufwand von schmaßenden Lobes- und aberhundertmal gelesen" hat. erhebungen über den„ ans Märchenhafte grenzenden" Reich- Durch diesen kurzen Hinweis find Sombarts Schmerzen ,, Vierundzwanzigstes bis dreiunddreißigstes Tausend" tum von Ideen, den über alles Maß genialen Jugend- um die Widersprüche, die er durchaus bei Marr und Engels diese stolze Reklamenotiz kann Professor Sombart entwurf", den Marr und Engels im Kommunistischen finden will, ganz und gar erledigt. Indessen ist ja schließlich der kürzlich erschienenen fünften Auflage seines Buches Manifest der Welt geschenkt" haben usw. usw., stellt Sombart wenig daran gelegen, ob Mary und Engels auch einmal Fehler gemacht haben. Wir haben sie nie für unfehlbar erklärt, und " Sozialismus und Soziale Bewegung" mit als Grundidee des Marrismus- im wesentlichen richtig auf den Weg geben. Mehr als 24 000 Leser hat das Buch dessen Geschichtsphilosophie dar, d. h. mit anderen obwohl Herr Sombart uns jetzt sicherlich auch zu den„ Gralsbereits gefunden. Grund genug, daß die sozialdemokratische Worten: seine Lehre über die treibenden Kräfte der Mensch- wächtern" werfen wird, denen seine Ausführungen als der Bresse nicht achtlos an ihm vorübergehen kann. Allerdings heitsgeschichte. Wir glauben, die Kenntnis derselben bei Gipfel der Gotteslästerung" erscheinen, so können wir ihm ist das auch so ziemlich der einzige Grund. Greift man näm- unseren Lejern im großen und ganzen voraussetzen zu doch die beruhigende Versicherung geben, daß wir uns nicht lich nach dem Buch, überzeugt, daß der Mann, dessen Worte dürfen, und begnügen uns deshalb mit kurzen Andeutungen. im geringsten bemüht hätten, wenn es sich nur um Widerbei so vielen Tausenden Eingang gefunden haben, uns doch Entgegen der zum Teil auch heute noch herrschenden Ansicht, legung dieses seines Mißverständnisses handelte. Schon desbei so vielen Tausenden Eingang gefunden haben, uns doch daß die Geschichte von den an führender Stelle stehenden halb nicht, weil ja jeder, der das Kommunistische Manifest ficher etwas Außerordentliches sagen müsse, so wird man arg Bersonen„ gemacht" wird und folglich in letter Linie das aufmerksam liest, den richtigen Sachverhalt von selbst erenttäuscht. Nicht etwa, daß sich darin nicht manches Richtige enttäuscht. Nicht etwa, daß sich darin nicht manches Richtige und Treffende fände. Auch haben wir selbstverständlich nichts Resultat ihres Willens ist, hat Mary festgestellt, daß sie viel fennen muß. Und wenn selbst Sombarts 24-30 000 Leser dagegen, daß der Verfasser die Dinge von seinem Stand- mehr das Ergebnis einer natürlichen Entwickelung ist. In das Manifest nicht lesen, sondern schon auf Sombarts punft aus beleuchtet. Wir verlangen von Herrn Sombart der Verfolgung und Verteidigung ihrer Interessen schließen Autorität hin dessen Verfasser für sterbliche, irrende Menschen nicht, daß er ein sozialdemokratisches Buch schreibe. Aber sich die Menschen, soweit sie gleiche Interessen haben, zu halten sollten, so würde uns das auch noch fühl lassen. Nicht was sich uns bei der Lektüre immer und immer wieder auf- lassen zusammen, und die Geschichte besteht aus nichts um Marr und Engels heilig zu sprechen, beschäftigen wir uns was sich uns bei der Lektüre immer und immer wieder auf anderem, als den Kämpfen, welche diese Klassen gegen mit Herrn Sombart, sondern um den weiteren Zusammendrängte, das war die Frage: was ist denn nun eigentlich einander führen. Sie ist( sagt Sombart ganz richtig S. 49) hang, um die Konsequenzen dieses Mißverständnisses an diesem Buche außerordentliches? was hat ihm einen so das Ergebnis nicht etwa des Irrtums, sondern sehr flarer aufzudecken. großen Leserkreis verschafft? Es steht nämlich nichts darin, Interessen derjenigen Elemente im Staate, die die Macht ( Schluß folgt.) aber auch gar nichts, was nicht jeder regelmäßige Leser einer besitzen. Die Geschichte ist deshalb auch nicht eine Anhäufung sozialdemokratischen Zeitung schon längst aus seiner Tages von Irrungen und Wirrungen, sondern der organische lektüre wüßte! Also rekrutiert sich der Leserkreis fast aus- umbildungsprozeß der Machtverhältnisse, leftüre wüßte! Also rekrutiert sich der Leserkreis fast aus. schließlich aus der Bourgeoisie? Das wäre allerdings eine Erklärung, denn bei der Loddrigkeit, mit der selbst die beſt- der im steten Stampfe der entgegengesetzten Interessen sich präsident u. a. erklärt: redigierten bürgerlichen Tagesblätter den Sozialismus und vollzieht." Da somit in der Geschichte gerade wie in der Die revolutionäre Bewegung steht ausschließlich im Zusammendie soziale Bewegung behandeln, mögen auf ihre Leser die Natur nichts künstlich gemacht" wird, vielmehr alles sich hange mit der Agrarfrage. Die Bauern fümmern sich wenig Mitteilungen des Herrn Sombart in der Tat wie Offen- Revolutionen nicht gemacht" werden können. Gewiß fann unmöglich. Es ist nötig, einen Uebergang zu suchen. Unfere lokalen entwickeln und reifen muß, so liegt es auf der Hand, daß auch um die politische Freiheit. Die sofortige Lösung der Agrarfrage ist barungen wirken. Was sich jeder Leser des„ Vorwärts", ja ia selbst der mit den ärmsten Mitteln arbeitenden sozialdemo- durch einen Butsch die Staatsgewalt erobert und die Staats- Agrarfommiffionen arbeiten Löfungen für die einzelnen Gegenden fratischen Provinzzeitung in längstens einem Jahre an den form geändert werden. Aber bei dem Uebergang des aus. Das Ministerium hat die Expropriation des privaten und Schuhfohlen abgelaufen hat, das sind für die ältesten Leser Kapitalismus in den Sozialismus handelt es sich nicht um flöſterlichen Grundeigentums noch nicht organisiert. Es wird dies des„ Berl. Tageblatts", des Hannoverschen Couriers", der die Aenderung einer Staatsform, sondern um eine Um- plünderung. Der Kaiser ist ihr unumwunden feindlich gesinnt. Man auch nicht tun, denn es betrachtet eine solche Enteignung als " Schlesischen Zeitung" und wie sie alle heißen, nie geahnte der Entwickelung sein kann. Demgemäß sind Marx und die asiatischen Kolonistengebiete scheinen zu genügen. Schlesischen Zeitung" und wie sie alle heißen, nie geahnte wälzung sämtlicher Lebensverhältnisse, die nur das Resultat hat den Landmangel übertrieben. Die Staatsdomänen und Neuigkeiten. Aber trotzdem glauben wir, daß auch gar Engels die entschiedensten Gegner alles Butschismus". Die Die Frage der Apana genländereien bleibt der Entscheidung mancher Arbeiter und Parteigenosse zu den Lefern des Buches Zeit der Ueberrumpelungen, der von kleinen Minoritäten an des Staisers vorbehalten, welcher auf dieſe Prärogative ſehr eifergehört, denn wir haben es in verschiedenen Arbeiterbibliotheken bemerkt. Und es ist ja auch erklärlich, daß der Spike bewußtloser Massen durchgeführter Revolutionen, füchtig ist. manch einer wünscht, das, was er in der Zeitung bald hier, ist vorbei. Wo es sich um eine vollständige Umgestaltung fünf bis sechs Wochen vor der Eröffnung der Session stattfinden. bald da, bald heute, bald morgen zerstreut findet, in einem der gesellschaftlichen Organisation handelt, da müssen die Der Wille des Kaisers ist unerschütterlich. Es ist unmöglich, zusammenhängenden Bande zu besitzen. Diesem Bedürfnis Massen selbst mit dabei sein, selbst schon begriffen haben, wieder rückwärts zu gehen. Rußland ist nicht wie die hilft Sombart scheinbar ab. Allerdings gibt es auch andere worum es sich handelt, für was sie eintreten sollen."( Engels Türkei, welche eine Stonstitution gab und sie dann durch einen Bücher, die denselben Zwed erfüllen; wir nennen nur in der Einleitung zu den Klassenkämpfen in Frankreich".) Ferman wieder abschaffte. Den Ausfall der Wahlen voraus Kautskys Erfurter Programm". Vor diesen hat aber Die Bedingungen der neuen Gesellschaft müssen im Schoß zusehen, Sombart einen Vorzug voraus, der ihm zu um so größerem der alten heranwachsen, dann erst kann die neue aus der abhängen. Erfolg verhilft, ie weiter der Leser noch vom Kern sozial- alten gleichsam geboren werden. demokratischen Denkens entfernt steht: er ist leichter verständlich", er stellt weniger Ansprüche an des Lesers eigenes Denken. " Stolypins Ansichten. Einem Mitarbeiter des Pariser Temps" hat der MinisterDie Wahlen zur neuen Duma werden im Januar oder Februar, Das ist unmöglich. wird von den Umständen Die letzten Wahlen wären anders ausgefallen, wenn sie im Dezember stattgefunden hätten. Hoffentlich wird Mit dieser grundlegenden Theorie nun, so behauptet die fünftige Duma eine Rechte haben und ein genaueres Sombart, steht die gleichfalls im Kommunistischen Manifest Abbild des Landes geben. Die alte Duma hatte nur eine Linke. Das ist eine bisher noch nicht dagewesene historische Tatsache. Die aufgestellte Lehre von der Diktatur des Proletariats in un- Lage ist schwierig. Die Regierung, welche wider ihren Indessen, was auf den ersten Blick ein Vorzug scheint, vereinbarem Widerspruch. Sie ist, nach Sombart( S. 71) willen reaktion är ist, tämpft gegen die tätige Revolution. ist in Wahrheit ein gefährlicher Fallstrick. Sombart erkauft „ die Idee, daß die Ueberführung der kapitalistischen in die Die Presse hat seit dem Kriege ungeheuren Einfluß gewonnen. nämlich die leichte Verständlichkeit, die Flüssigkeit seiner sozialistische Gesellschaft durch einen Gewaltakt vor sich gehen Das russische Volt liest und glaubt das Gelesene wie das Evangelium. Sprache und Darstellung durch eine unglaubliche Obermüsse in der Weise, daß das Proletariat die politische Macht an Franzosen, Deutsche und andere Völker sind mit kritischem Geist sich reißt und diejenigen Geseze dekretiert und Verwaltungsmaß- begabt, die Russen nicht. Dbgleich ich also Anhänger des Prinzips flächlichkeit. Kautskys genanntes Werk ist uns von jeher regeln durchführt, die die neue Gesellschaft begründen." der Preßfreiheit bin, so muß ich Präservativmaßregeln ers als ein Muster dessen erschienen, wie ein leicht verständliches Buch aussehen soll. Um gerecht zu sein, darf man allerdings Man könnte dem leicht begegnen mit dem Hinweis auf greifen. So haben wir beim legten Generalstreit, um rascher zum nicht behaupten, daß Sombart den Gipfel des Gegenteils das Manifest selbst. Bei deffen aufmerksamer Lektüre fann Biel zu kommen, die Blätter unterdrüden müssen, die ihn unterstützt erreicht hat. Er wird darin durch einige Tagesschriftsteller einem nämlich nicht entgehen, daß es sich bei der Diktatur des hätten. Heute, da die Gefahr vorüber ist, gestatten wir diesent Blättern, wieder zu erscheinen. übertroffen, die ihren ganzen Ehrgeiz darein sezen, Proletariats um ein Attionsprogramm handelt und Es ist mir gleichgültig, ob man mich einen Reaktionär blendend", geistreich"," geschmackvoll" zu schreiben, ledig nicht um eine soziale Theorie. Es sind Vorschläge, oder einen 2iberalen nennt. Praktisch handeln und Erfolg lich, weil es ihnen nicht gegeben ist, gehaltvoll zu schreiben. was unmittelbar zu tun sei, einerseits bei der damaligen haben, darauf fommt es einzig und allein an. Alles in allem ist aber Sombarts Schrift weit eher ge- Lage der Dinge, andererseits in dem( als furz bevorstehend einem liberalen Mittel, um gegen die Revolution zu fämpfen; Alles in allem ist aber Sombarts Schrift weit eher ge- gedachten) Augenblick des Zusammenbruches der bürgerlichen ich finde aber nur die Gewalt. Geſtern früh sind 26 Personen eignet, des Lesers eigenes Denken einzulullen, als es zu eignet, des Lesers eigenes Denken einzulullen, als es zu Gesellschaft. Marx und Engels wußten im Jahre 1847! wecken und anzuregen. Ja, es kann in gewisser Hinsicht gefährlich werden, weil der Verfasser sich durchweg auf einen daß große Ereignisse bevorständen. Und sie rieten dem Prole- von Bomben, und niemand will etwas davon gewußt haben. Es gibt nur ein Mittel: die Gewalt. Also Belagerungsso sozialisten freundlichen Standpunkt stellt, daß tariat, dieselben auszunuzen und mit kecker Hand die politische zu stand, administrative Maßregeln. Aber wir beeilen ber unbefangene Leser leicht zu dem Wahn verführt werden Macht an sich zu reißen. Selbstverständlich mußten sie dann uns, von dem Ausnahmezustand zum gesetzlichen Zustand auch weitere Vorschläge machen, welche Maßnahmen die zu gelangen und wir bereiten ihn vor. Man macht uns fann, was ihm hier geboten werde, jei die Lehre der Sozial- Staatsmacht in den Händen des Proletariats zu ergreifen zum Vorwurf, daß wir das Datum der Wahlen hinaus. demokratie. Wir haben schon neulich Gelegenheit genommen, auf den krassen Widerspruch hinzuweisen zwischen dem, was habe. Das steht keineswegs im Widerspruch mit ihrer grund- fchieben. Aber wir nehmen uns nur die Zeit, welche zur der legislativen Arbeit unbedingt notwendig Herr Sombart in diesem Buche sagt, und dem, was er z. B. legenden geschichtsphilosophischen Theorie, es enthält vielmehr Vorbereitung auf dem letzten christlichen Gewerkschaftskongreß zu Breslau nur den Frrtum, daß sie damals bereits die Bedingungen ist. Wir werden der Duma sieben Gesezentwürfe bore Sombart seine Worte nach seinen Hörern richtet und weiter der sozialen Umwälzung für gekommen hielten. Zu allem über die Rechtsgleichheit tritt die Judenfrage in den Borders bon fich gegeben hat. Das legt den Verdacht nahe, daß der sozialistischen Gesellschaft für vorhanden, den Augenblick legen: Ueber die Religionsfelten, über den Zivilstand, über die 8ivilehe, über die e ch'ts gleichheit usw. Bei dem Gesetz fein Ziel fennt, als diejenigen für sich einzunehmen, an die Ueberfluß haben Marr und Engels das in einer 1872 ge- grund. Ich bin feineswegs Antifemit, glaube aber, daß man den er sich gerade wendet. In dem Buch wirft er dem Sozialismus schriebenen Vorrede zum Manifest ausdrücklich gesagt. Es Juden einen schlechten Dienst erweisen würde, wollte man diese und auch der Sozialdemokratie Frage gemäß der absoluten Gerechtigkeit mit einem Federzuge abgesehen natürlich von heißt dort: den orthodoxen Altmargisten" fortgesezt Schmeicheleien„ Die in diesem Manifest entwidelten allgemeinen löfen, und die Juden selbst müssen über die Lösung auch befragt an den Kopf, bezeichnet er ziemlich unverblümt die DurchGrundsäße behalten im ganzen und großen auch heute noch werden. tränkung der Arbeiterbewegung mit Sozialismus als ein Jch resümiere mich dahin: Angesichts der drohenden Revolution ihre volle Richtigkeit. Einzelnes wäre hier und da zu bessern. großes Verdienst; in Breslau, wo er zu den Christlichen redet, Die praktische Anwendung dieser Grundsäße, erklärt schaffen wir Ordnung, aber wir sind keine Reaktionäre. das Manifest selbst, wird überall und jederzeit von den geschichtlich Wir werden die durchführbaren und notwendigen Reformen ins bedauert er die Zersplitterung der Arbeiterbewegung und vorliegenden Umständen abhängen, und wird deshalb auch ein Leben rufen." bezeichnet als Störenfriede die Sozialdemokraten, weil sie besonderes Gewicht auf die am Ende bon Auf die Frage des Korrespondenten in bezug auf eine durchaus nicht ihre Weltanschauung draußen lassen! Wer Abschnitt II vorgeschlagenen revolutionären fünftige auswärtige Staatsanleihe erklärte dann so den Mantel nach dem Winde trägt, darf sich nicht wundern, Maßregeln gelegt.( Das ist gerade die Stelle, um die Stolypin noch: wenn man mißtrauisch wird. Dies veranlaßt uns, die Ge- fich's hier handelt.) Dieser Passus würde heute in vieler Benoffen geradezu zu warnen. Mögen sie das Buch lesen, gewiß, ziehung anders lauten." aber mit doppelter und dreifacher Vorsicht, mit schonungsloser Kritik, um sich ja nicht von einschmeichelnden Gedankenspielereien gefangen nehmen zu lassen. Um die gefährliche, einschmeichelnde Art Sombarts zu fennzeichnen und zu zeigen, wie leicht man von ihm zu ganz falschen Schlußfolgerungen verführt werden kann, wollen wir „ Es wird sicherlich keine russische Anleihe vor dem Wiederzusammentritt der Duma geben und sogar für später sehe ich die Ich bin kein Mit einem Wort: die Diktatur des Proletariats ist im Notwendigkeit einer Anleihe noch nicht voraus. Kommunistischen Manifest keineswegs eine Methode, die Finanztechnifer, aber ich begreife, daß bei dem gegenwärtigen Uebersoziale Umwälzung herbeizuführen, sondern eine Erörterung eine Anleihe eine Ursache der Demütigung vor Europa und eine schuß bon 100 Millionen gegenüber dem budgetmäßigen Voranschlage dessen, was zu tun sei, wenn der Moment der sozialen Um- wirtschaftliche Torheit sein würde. Die Frage ist nicht im Ministerwälzung gekommen ist. Im Zusammenhang der Schrift ist tonseil debattiert worden und wird dort auch nicht debattiert das so klar, das man sich nur wundern muß, wie Sombart werden." Stolypin ist also nach seiner Versicherung nicht Reaktionär — aus Prinzip, fondern bloß der Gelegenheit. Für das russische Volk ist dieser Unterschied doch furchbar gleichgültig. Die Reformen, die der Minister verspricht, sind für die Katz', nur die heikelsten Probleme geht er herum. Und wie ehrlich seine Erklärungen sind, das zeigt zum Greifen deutlich seine Behauptung über die Entbehrlichkeit einer neuen Anleihe. wenn man folgende Mitteilung des„Russischen Kuriers" damit vergleicht: «Die Ausgaben Rußlands werden am Ende d. I. mindestens KM Millionen Rubel mefir betragen, als die Einnahmen. Dazu in etwa 30 Gouvernements M i tz e r n t e und s ch r e ck l i ch e Hungers- not. Einerseits wird also weniger Getreide inS Anstand trans- portiert werden, andererseits aber mehr russisches Gold ins Ausland stießen müssen, um die laufenden Verpflichtungen und Zinsen rechtzeitig zu begleichen. Woher aber dieses Geld nehmen? Der Eingang der dioekten Steuern nimmt erschreckend ab, das Defizit der letzten Anleihe beträgt 149 Millionen Rubel, die seit Ende vorigen Jahres eingegangenen kurzfristigen' Ver- pflichtungen betragen zirka L36 Millionen Rubel, für die Hungernden mußten 50 Millionen Rubel bewilligt werden, sodaß sich mit den unentbehrlichen Ausgaben für die Bekämpfung der Revolution am Schluß 1906 insgesamt ein Minus von iniudcstcns LölZ Millionen Rubel ergeben wird. Eine baldige Anleihe ist also unumgänglich, pm das schlimmste zu verhüten." Die Lage der Verschickten in Sibirien. Zur selben Zeit, da die Genossen ParvuS und Deutsch auf dem Wege nach den Eisfeldern Sibiriens sind, kommen Nachrichten, daß die nach Sibirien Verschickten in wilden, von einer primitiven Be- völkerung bewohnten Gegenden, wo die nötigen Lebensmittel sogar für teures Geld schwer zu beschaffen sind, entsetzlichen Leiden und Entbehrungen, Hunger und langsamem Tode preisgegeben sind. Das„XX. Jahrhundert"(11. August) teilt mit:„Aus den ent- ferntesten Gegenden Sibiriens� die als Verschickungsorte für die Politischen dienen, kommen fürchterliche Nachrichten. Hunger, Skorbut. Cholerine und andere epidemische Krankheiten, die auf der Grundlage des mangelhaften Essens und der systematischen Unter- ernährung entstehen, reißen zahlreiche dem sicheren Untergange ge- weihte Menschen ins Grab fort. Aus dem Dorfe Nishneje Cumpa- kolskoje Kreis Surgut, Gouvernement Tobolsk, schreiben die Politischen, deren 50 da sind: „Wir sind gezwungen, in den ekelhaft schmutzigen Erdhütten der mit der fürchterlichen Syphiliskrankheit infizierten Ostjaks zn leben. Abstoßende, durch Krankheit entstellte Gesichter erinnern uns fort- während daran, daß wir auch, wenn wir hier leben, zu solchen Nasenlosen und Lippenloscn werden können; diese Krankheit herrscht überall im Dorfe und cS scheint, als ob ihre Bazillen die ganze Luft füllen." Die Verschickten baten, ihnen eine kalte Wachtbude, wo die zur Obduktion bestimmten Leichen gelassen wurden, als Wohnung zu überlassen. Der Jöprawnik des Bezirkes lehnte ab mit den, Hin- weise darauf, daß„eine Lelchenkammer kein geeigneter Raum für Lebende" sei. Viele hungern dabei im buchstäblichen Sinne, weil fünf Kopeken täglich als„Unterstützung" seitens der Regierung eher ein Hohn ist als ein Mittel gegen den Hungertod. Für Feldarbeiten während eines ganzen Tages bezahlen die Ostjaks die Verschickten mit einem Stück Schwarzbrot und einer schmutzigen Flüssigkeit, die hier Kulaga genannt wird. Die Verschickten aus dem Dorfe Nowoje (im Norden des Kreises Tobolsk) haben buchstäblich den Versuch gemacht, ins Gefängnisgcbäude gewaltsam einzudringen und flehten, sie im Gefängnis aufzunehmen/ es hatte aber diese eigentümliche Bitte keinen Erfolg. In solcher entsetzlichen Lage befinden sich viele Tausende und ihre Reihen füllen sich fast wöchentlich aufs neue. Im Gouvernement Tobolsk allein sind jetzt 1025 politische Verschickte." lieber den Ort, der den Genossen ParvuS Und Deutsch zum Aufenthalt angewiesen ist, wurde der„Leipziger Volkszeitung" noch geschrieben: � Turuchansk(nicht Turuschansk) liegt am Jenissei in einem flachen und öden Gebiete, wo es nur spärliche Birkenwälder gibt. Nicht einmal Gerste kann dort gedeihen und so leben die Einwohner, von Jagd, Fischerei und Viehzucht— in letzter Hinsicht kommen die Renntiere in Betracht. Natürlich gibt es dort viel Pelztiere, aber in der letzten Zeit wird den administrativ Verbannren nur sehr ungern gestattet, eine Flinte zu haben. DaS Klima ist außer- ordentlich rauh: die mittlere Temperatur im Januar betragt 30 Grad Kälte. Infolge der einförmigen Nahrung wütet hier der Skorbut, eine Krankheit, die darin besteht, daß zuerst das Zahnfleisch anschwillt, dann zu bluten anfängt und schließlich die Zähne aus- fallen. Die Verkehrsmittel sind mangelhast. Im Sommer auf dein Jenissei mit ärmlichen Böten, im Winter mittels Nenntieren und Schlittenhunden. Der Weg der beiden— Parvus und Deutsch— geht bis KraSnojarsk— der Hauptstadt des Gouvernements Jenissei— per Eisenbahn und dann zu Wasser bis Turuchansk in einem Boot. Diese schreckliche Art der Beförderung der Verbannten ist in Kennans Sibirien sehr gut geschildert. Jetzt sangen dort schon bald die Fröste an? hoffentlich koinmen die beiden bis dahin an Ort und Stelle an und die schreckliche Fahrt mit Renntieren oder Hunden wird ihnen erspart sein. Eine Soldatenmeuterei in Zentralasien. Petersburg, 23. August. Ein Regiment der Garnison S am ar- kand meuterte. Die Truppen verhafteten ihre Offiziere und ersetzten sie durch von ihnen gewählte Offiziere. Der Play- kommandant ließ die Meuterer ansfordcr», sich sofort zu ergeben, und ließ vor der Kaserne Artillerie ausfahren. Hier bricht die Meldung ab. Der Ausgang der Meuterei wird picht berichtet. Die Eisenbahner und der Generalstreiksplan. Die Eisenbahner haben auf finnischem Boden eine Dele- giertenversammlung abgehalten, ivorüber jetzt gemeldet wird: Petersburg, 23. August. 142 Delegierte der russischen Eisen- bahnen haben ihre Arbeiten in Finnland beendet. Es wurde fest- gestellt, daß ein Gcneralausstand nach de», Eintreffen der Antworten an die Verbände organisiert werden könne. Sonstige Meldungen. Petersburg, 23. August. In der Pcterhofer Burg wurde ein junger Mann und eine junge Dame erschossen aufgefunden. Auf den Leichen fand man das Todesurteil der Petersburgerg sozial- revolutionären Kamvforganisation gegen General Trcpow. Riga, 23. August. Der Chefredakteur der baltischen„Post" Sawitzky erhielt wegen eines abfälligen Artikels bezüglich des TramivaystreikS von den Revolutionären das Todesurteil zugestellt. Petersburg, 23. August. Der Ministerrat beschloß dw Er- richtung zahlreicher neuer Schulen im ganzen Reiche und die Erhöhung der Lehrergehälter auf mindestens 360 Rubel pro Jahr. Lodz, 23. August. Der Gasthofbesitzer Michel Ivurde auf dem Rückwege von einen, Bankinstitut, wo er 1400 Rubel erhoben hatte. ermordet und beraubt. Odessa, 23. August. DaS vom Kriegsgericht gegen den Matrosen Rimscha gefällte Todesurteil wurde von General Kaulbarö zu zehn Jahre» Zwangsarbeit umgewandelt...„ Odessa, 23. August. Der Anarchist Mühlmann warf in daS Gc- bäude der Galanteriefirma Hefzig eine Bombe, die jedoch niemand perletzte. Mühlmann wurde verhaftet. poUtffebe Oebcrftcbt, Berlin, den 23. August. Wilhelm II. und Kavallerieattacken. Wie die„Deutsche Tageszeitung" zu berichten iveiß, hat der Kaiser bei den letzten großen Kavallerieübuitgen in sehr bestimmten Tone darauf hingclviescn, daß d« Tage der Schlachtentätigkeit der Kavallerie noch lange nicht vorüber seien, obgleich gewisse Leute meinten, das sei der Fall. Er, der Kaiser, werde sich den Glauben nicht nehmen lassen, daß die schlachten- entscheidende Rolle der Reiterei Friedrichs des Großen noch heute möglich sei, und die deutsche Kavallerie werde niemals auf ihre Schlachtentätigkeit verzichten trotz der Vervollkommnung der modernen Feuer- Waffen. Ist dann, sagte der Kaiser, der Augenblick günstig, namentlich bei einer Ueberraschung oder wenn der Feind sich verschossen(alle Munition verschossen) hat, so soll die Kavallerie wie ein Waldstrom urplötzlich hervor- hervorbrechen und alles, was sie im Wege findet, niederstürzen und zertrümmern. Daß der Kaiser mit dieser seiner Ansicht auch in Fach- kreisen schon auf Widerstand gestoßen ist, beweist die Rede- Wendung von„den gewissen Leuten". Die natürliche Konsequenz dieser Kaiserworte wäre, daß in der Bekleidung der Kavallerie eine gründliche Aenderung, eine Vereinfachung der Uniform eintreten müßte. Falls die maßgebenden Stellen im Heere von der Richtigkeit der kaiscr- lichcn Ausführungen überzeugt sind, wäre man jetzt gezwungen, sämtliche bunte und weit sichtbare Besätze, Biesen, blanke Knöpfe und Schnallen an Uniform und Sattelzeug verschivinden zu lassen, man müßte der Brigade der schwarzen Husaren ihre Schimmel, auf denen sie so furchtbar und unheilvoll ausschauen, nehmen und dieselben durch simple Braune ersetzen. Mit kurzen Worten: man müßte allen den auf dem Tcmpelhofcr Felde und anderswo so blitzschneidig aussehenden Reitern einfache grau-grüne Kittel anziehen und auf jeden Tand verzichten, da sie sonst eben wegen der schönen weithin sichtbaren Uniform nie in die Ver- lcgenheit kommen würden, den Feind zu überraschen! Selbst die Vervollkommnung der Feuer- >v a f f e n, von deren Grad der Kaiser doch bestimmt unter- richtet ist, soll die Kavallerie nicht abhalten, sich in einen offenen Kampf mit der Infanterie einzulassen. Sehen wir uns diese Feuerwaffen und ihre Wirksamkeit etwas näher an: Eine amtliche Statistik der Schießschule gibt an, daß auf 800 Meter Entfernung unter günstigen Bedingungen auf ge- schlosscne Kavallerie 40 Proz. an Treffern zu erwarten sind, ein Prozentsatz, der sich mit jeder Verringerung der Ent- fcrnung bedeutend erhöht. Nehmen wir nun an, eine Kavalleriebrigade(zirka 1000 Reiter) bringe es fertig, sich bis auf die verhältnismäßig kurze Entfernung von 800 Metern ungesehen heranzuschleichen und es trete ihr nur eine einzige Kompagnie In- fanterie(zirka 225 Mann Gefechtsstärke) entgegen. Zum Zurücklegen der 800 Meter braucht die Kavallerie zwei Minuten. Jeder Infanterist ist laut Schießvorschrift in der Lage, zehn einigermaßen gut gezielte Schüsse in der Minute abzugeben. Das macht auf die ganze Kompagnie in zwei Minuten 20 X 225= 4500 Schuß. Nehmen wir unter Berücksichtigung der infolge der Gefahr sich bei jedem Soldaten naturgemäß einstellenden Nervosi- tat, aber auch unter Heranziehung des Umstandes, daß die Entfernung mit jedem Augenblick kleiner, die Treffsicher- h e i t aber größer wird, an, daß nicht, wie die Statistik sagt, 40, sondern nur Ät> Trcffer-Prozente zu-verzeichnen sein werden, so fallen beim Ueberreiten der 800 Meter in die 1000 Reiter starke Abteilung zirka 900 Treffer ein, ganz abgesehen davon, daß bei Gefechten in größeren Verbänden fast immer mehrere Bataillone(a 1000 Mann) der Kavallerie ent- gegentreten werden I Das neueste Exerzierreglement, das am 29. Mai 1906 erst vom Kaiser unterzeichnet ivorden ist, sieht dem zufolge derartige Todesritte auch nur an einer einzigen Stelle vor. Es sagt im Artikel 428:„Die Kavallerie muß sich, um(beim Rückzug geschlagener Truppen) der Infanterie das Loslösen vom Feinde zu ermöglichen, auch dann opfern, wenn ihr als Siegespreis nur kurzer Zettgewinn zufallen kann." Den praktischen Beweis von dem höchst zweifelhasten Gefechtswcrt der Kavallerie hat der russisch-japanische Krieg geliefert, in dem das mit minderwertiger und schwacher Kavallerie versehene japanische Heer die russische Infanterie fortgesetzt zurückwarf, ohne die Reitermassen unter General Rennenkampf zum Angriff kommen zu lassen. Trotzdem werden wir in absehbarer Zeit nicht darauf rechnen können, daß eine Verminderung der teueren und zwecklosen Kavallerie eintreten wird, eher dürfte eine Kavallerie Vermehrung zu erwarten sein! Mit Hülfe der bereits bewilligten und der noch kommenden Steuern iverden neue Regimenter geschaffen werden und die Steuerzahler können sich mit dem Worte Casimir Periers trösten:„Eine Reform wird in den Augen der- jenigen, deren Gewohnheiten durch sie gestört werden, immer als eine Utopie gelten."—_ Die schwarze Parade. -q. Essen, 22. August.(Eig.©er.) Der heutige, vorletzte Tag der ultramontanen Woche brachte den Katholikentag auf seine Höhe. Eine Fülle von Glanz und Gnade ließ sich auf das in Essen versammelte katholische Volk hernieder. Zunächst wallfahrtcte die gläubige Christenheit zum Grabe des hl. Ludgerus in Werden a. d. Ruhr. So vorbereitet trat der Katholikentag die dritte geschlossene Generalversammlung an. Während Herr Roercn gegen die Unsittlichkeit in Schrift und Bild wetterte, erschien in der Begleitung des ErzbischofS von Köln und des Bischofs von Münster als Ab- gesandter des Papstes der Kardinal Vannutelli. Minuten- langer Beifall, so daß Herr Roeren seine Rede unterbrechen mußte. Der italienische Kirchenfürst hielt eine Rede in seiner Muttersprache; übersetzt wurde die Rede nicht, was auch nicht nötig war; da es aus einem Katholikentag nicht darauf ankommt, was geredet wird. so fand auch die fremdländische Ansprache den einmütigen und minutenlangen Beifall der Anwesenden. Darauf erteilte die rote Eminenz der Versammlung den Segen des Papstes und Herr Rocren fuhr fort, gegen die Unsittlichkeit der Zeit zu reden. In der öffentlichen Versammlung, die in der heißen Stickluft unter dem Dach der großen Festhalle eine dichtgedrängte Menge ver- einigte, redete zunächst ein Mitglied der überfrommen Grafenfamilie von Galen über die christliche Charitas, sodann der Ab- geordnete de Witt über den Katholiken im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben. Die Rede des ultra- montanen Abgeordneten war eine Lobpreisung des Zentrums als narionale, patriotische, staatserhaltende und umsturzabwendende Partei, wobei es amüsant war, wie der Redner das Wort Zentrum vermied. Die„politische Vertretung des katholischen Volksteiles" nannte er seine Partei— wodurch der unpolitische Charakter des Katholikentages und die UnWahrhaftigkeit der bösen Gegner, die die Katholikenversammlungen als die Parteitage des Zentrums bezeichnen,' zur Genüge erwiesen ist. Interessant war daS Geständnis des Redners, daß die kirchenpolitischen Verhältnisse in Deutschland besser geordnet sind, als in manchen katholischen Ländern. Mit donnerndem Beifall empfing die Versammlung, genügend vorbereitet durch eine einleitende Ansprache des Präsidenten Gröber, den Jesuitenpater Seiler aus Feldkirch. Aber der Mann, der über die Kirche und die soziale Frage redete, hiell nicht, was die Versammlung von ihm als Jesuiten erwartete. Eine predigerhafte Rede, bestehend aus langen gekünstelten Perioden, durchsetzt mit saftlosen Schlagworten und altweiberfrommcm Ge- salbe, verlesen mit schwacher unangenehmer Stimme— ließ selbst die sonst so beifallswillige und kritiklose Menge der Versammlung kalt. Die Bierzelte draußen vor der Feslhalle füllten sich... Die flaue Stimmung erwärmte sich erst wieder, als die römische Eminenz sich am Rednerpult zeigte. Minutenlanger Beifall, der sich wiederholte als der Abgesandte des Papstes nach seiner Ansprache und nach Erteilung des Segens, den die Versammlung kniend empfing, sich zurückzog. Die italienische Rede bedurfte auch diesmal nicht der.Uebersetzung, um des Verständnisses seitens des katholischen Volkes sicher zu sein. Morgen ist der Schluß des Katholikentages, der dann nur bis zum Miitag dauert. Es zeugt für die Wertschätzung, die das Zentrum für die Arbeiter hegt, daß in der einen Stunde der letzten geschlossenen Versammlung neben einem sonstigen reichlichen Arbeits- rest auch noch die zahlreichen Anträge zur sozialen Frage verhandelt werden sollen I Herr Giesberts, der Arbeitervertreter im Frack des Vizepräsidenten, kommt mit seiner Rede über die soziale Frage in der letzten öffentlichen Versammlung zn Wort, kurz vor der Suppe des Festmahls, das den Essener Katholikentag abschließt.— Freisinn und Bierkrieg. Die Organe des Liberalismus haben seit geraumer Zeit die Manier angenommen, sich in Worten höchst arbeiterfrenndlich zn gebärden. Liest man in ihren Spalten allgemeine Abhandlungen zur Arbeiterfrage, so wimmelt es von Redensarten des Inhalts, daß die Arbeiter durchaus das gleiche Recht hätten, wie die Unternehmer, daß man es ihnen nicht verdenken könne, nach höheren Löhnen zu streben, daß sie zu diesem Zweck unbedenklich streiken dürften, und so weiter mit Grazie. So wie aber ein bestimmter Fall eintritt, fallen diese selben liberalen Zeitungen über den Arbeiter her, als wäre er der größte Verbrecher. Das Recht zu streiken hat er wohl; aber sobald er's anwendet, suchen seine liberalen„Gönner" ihn mit allen Kräften daran zu hindern. Genau das gleiche Spiel zeigt sich jetzt auf einem anderen Ge- biet, nämlich bei der Abwälzung der B i e r st e u e r. Vor 14 Tagen haben wir darauf hingewiesen, daß demnächst auch in Berlin der Bierkrieg losgehen werde, weil die Großbrauereien nicht nur die Steuer abzuwälzen, sondern noch einen Extra- Profit herauszuschinden versuchen würden. Jetzt ist es so weit. Gestern haben wir erfahren, daß die Konsumenten bluten sollen. Und sofort erscheint ein liberales Blatt auf dem Plan, um eiüe Lanze für die Brauereien zu brechen. Die.Vossische Zeitung" weiß im gegenwärtigen Augenblick nichts Besseres zu tun, als den „Vorwärts" anzurempeln, weil er„gegen die Brauereien geeifert habe, die nicht so freundlich sein wollen, die Steuer aus ihrer Tasche zu zahlen, obwohl doch die natürliche Folge einer solchen Mehrausgabe wäre, daß sie die Löhne der Brauereiarbeiter herab- setzen müßten." Uebcr die nationalökonomische Weisheit des letzten Satzes zu streiten, lohnt nicht mehr der Mühe. Tiefer kann ein liberales Hirn nicht in die Zusammenhänge der Volkswirtschaft ein- dringen. Es sieht alles durch die kapitalistische Brille, und so scheint ihm die Höhe des Profits ein„Naturgesetz" zu sein, an dem nicht zu rütteln ist. Doch davon abgesehen, will es uns scheinen, als ob ein Blatt, das angeblich die Interessen der Konsumenten ver- teidigt, jetzt etwas Besseres zn tun haben sollte, als einen Widerspruch zu konstruieren, der gar nicht existiert. Die.Vossische Ztg." tut so, als wundere sie sich darüber, daß der„Vorwärts" erregt sei über Dinge, die von unseren Fraktionsrednern im Reichs- tage vorausgesagt worden sind. Bekanntlich hatten aber im Reichs« tage die Verteidiger der Biersteuer mit gesuchter Harmlosigkeit be- hauptet, die Steuer werde nicht abgewälzt werden. Demgegenüber wiesen unsere Genossen Südekmn und Stolle nach, daß die Steuer notwendigerweise eine heftige wirtschaftliche Er- schütterung in Gestalt eines Kampfes zwischen Konsumenten und Brauereien nach sich ziehen müsse. Aber es ist doch ganz etwas anderes, ob man diesen Kampf voraussieht oder ob man sich in dem Kampfe auf die Seite des Brauereikapitals stellt. Weil wir voraussahen, daß die Brauereien die Ab- wälznng versuchen würden, folgt daraus doch noch nicht, daß wir sie dabei u n t e r si ii tz e n müssen l DaS aber tut die„Voss. Ztg.", indem sie es geradezu als Pflicht der Kon« s u ni e n t e n hinstellt, den höheren Bierpreis zu zahlen und dazu noch geflissentlich verschweigt, daß darin nicht nur die Steuer, sondern außerdem noch ein Extraprofit liegt. Es ist also ganz klar, daß daS liberale Blatt das Publikum im Interesse des Brauereikapitals irreführen will. Ob's ihm gelingen wird, bleibt abzuwarten. Hoffentlich werden die Berliner Kon« sumenten sich ebenso energisch zur Wehr setzen, wie die Biertrinker in den anderen Städten, aus denen wir berichtet haben.— . Dcutfcbeo Reich. Der Anteil der Arveiter an de» Tippelskirch-Profiten. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Die Firma Tippelskirch hat bekanntlich eine Monopolstellung für die Lieferunge» der AusrüstungSgegenstände für die Schutztruppe inne. Was diese Firma für das Kolonialamt bei einer ganzen Reihe von Ausrüstungsgegenständen bedeutet, nämlich den Zwischen» Händler, bedeuten wiederum die Z w i s ch e n m e i st e r dieser Firma für dieselbe. Die Uniformen werden nicht in den Betriebs» räumen der Firma hergestellt, sondern in der Heimindustrie. Wir wollen hier einmal die Arbeitsverhältnisse bei einem Zwischenmeister von Tippelskirch u. Co. der Oeffentlichkeit zur Be- gutachtung unterbreiten. Ein gewisser S ch a u m a n n hat im Osten eine Werkstätte, auf der er 10—12 Personen beschäftigt. Außerdem beschäftigt er noch vier Heimarbeiter, die ihrerseits zum Teil mit Gesellen arbeiten oder doch die Hülfe der Frau bei ihrer Arbeitsleistung in Anspruch nehmen. Also Heimarbeit in ihrer widerlichsten Art. Bei einem derartigen Arbeiterstab mutet es nicht mehr seltsam an, wenn man erfährt, daß Sch. wöchentlich 200 Röcke und 45 bis 50 Mäntel zu liefern im« stände ist. Die Firma zahlt für einen Rock 6,75 M., für einen Mantel 5,75 M. Schaumann zahlt an die Arbeiter den Betrag von 3,25 Mark für einen Rock und für einen Mantel 3,40 M. Bei einer wöchentlichen Lieferung von 200 Röcken und 45—50 Mänteln erzielt Sch. eine Gesamteinnahme von ungefähr 1646 M. Mehr als 20 Arbeiter, die ihrerseits die Nähzutaten zu den einzelnen Stücken noch zu liefern haben, ein Teil sogar Werkstätten und Arbeits- gerate, teilen sich den Lohn von 826 M. Den übrigen Teil be- ansprucht der Z w i s ch e n m e i st e r dafür, daß er die Arbeiten von der Firma abholt und wieder liefert. In einem Falle, als noch 50 Mäntel mit Achselklappen verschep werden sollten, erhielt Sch. für das Paar 75 Pf. Einem Arbeiter | „ Herren". übergab er diefelben zum Preise von 25 Pf. Diese Arbeit führte erklärte, daß er auf Grund dieses Gutachtens die Anklage nicht Es ist ja auch Euer Feind, gegen den sie ankämpfen. Viele ein Arbeiter mit Hülfe seiner Frau im Zeitraum von zwei Tagen aufrecht erhalte. Und die Straffammer? Diese erkannte nicht etwa von Euch arbeiten selbst in Fabriken, andere unter Guch senden aus, dabei erzielte er einen Arbeitsverdienst von 12,50 M. Dem auf Freisprechung, sondern nahm das Gutachten des Pfarrers ihre Frauen hinein. Kann nicht eines Tages auch in Guch der Zwischenmeister blieben für seine Tätigkeit, die, wenn sie viel Zeit zur Grundlage ihres Urteils und verurteilte den Buben zu 14 Tagen Born über das Unwürdige Eurer Lage emporlodern? Könnte es beansprucht, in einer Stunde geleistet wird- 25 M., sage und schreibe Gefängnis! dann nicht der Regierung, die stets dem Geldsacke hilft, am Ende fünfundzwanzig Mark! Daß bei solchen Zwischenmeistern eine un- Ein königlicher Beamter. Der 30 Jahre alte Tagelöhner Johann einfallen, auch gegen Euch Truppen aufzubieten! Und Tu, Bauernsohn, bedenke, um wie viel besser Dein Los, gemein lange Arbeitszeit die Regel bildet, brauchen Kröfch war als Wagenpußer im Dienste der bayerischen als das unserer Arbeiter. Du mußt arbeiten, streng und schwer, wir wohl nicht erst zu erwähnen. Die reguläre Arbeitszeit dauert Staatseisenbahn. Er war verpflichtet und hatte somit die Quali- wie fie, gewiß. Aber Du arbeitest für Dich, Du beſtellſt Deinen fikation eines königlich bayerischen Beamten. Seine Einnahmen bon 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends ohne bestimmte Pausen. standen allerdings im umgekehrten Verhältnis zu diesem Hochtönenden Acker, was Du gewinnst, ist Dein. Der Arbeiter jedoch ist ein Sehr oft aber wird dieselbe bis 11 Uhr abends ausgedehnt. Titel, denn mit einem Tagelohn von sage und schreibe 2,40 m. kann necht, ein Unfreier, sein Leben lang, was er erringt, gehört den ein föniglich Bayerischer Wagenpußer nicht einmal seinen Hunger stillen, geschweige denn seine notwendigsten sonstigen Bedürfnisse bestreiten. Er war somit zum Stehlen gezwungen. Verschiedene von ihm in den Waggons gefundene Gegenstände hatte er nicht an das Fundbureau abgeliefert, sondern verkauft und mit dem Erlös das ersetzt, was ihm an Lohn abging. Wegen eines Vergehens im Amte zur Verant wortung gezogen, wurde der kgl. bayer. Beamte vom Landgericht München I zum Strafminimum von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der fgl. bayer. Verkehrsminister, der für ein derartiges HungerDie Anklagebank war leider nicht komplett. system die Verantwortung zu tragen hat, hätte eigentlich neben dem Angeklagten Platz nehmen müssen. Während dieser riesigen Arbeitszeit verdient ein Arbeiter im ZeitLohn pro Woche 24 M. Gewiß ein horrender Verdienst in Anbetracht der Tatsache, daß Sch." nur" 820 M. pro Woche einheimst. Der Raum, in welchem sich die Werkstätte befindet, hat eine Bodenfläche von 7X5 Meter, die Höhe entspricht der Zimmerhöhe im allgemeinen. Ein Fenster, das niemals geöffnet wird, ist die einzige Ventilation. Wenn in einem solchen Raum 10-12 Personen ohne Unterbrechung vom frühen Morgen bis zum späten Abend arbeiten und zur Beleuchtung des Raumes acht Gasflammen benötigt werden, kann man sich ein Bild machen von der Atmosphäre, die in diesem Raume herrscht. Unter solchen Umständen werden Arbeiten auf Staatskosten in ben schmutzigsten Löchern der Heimarbeit hergestellt. Zu dem übrigen Kolonialjumpf paßt es aber zweifellos. Ostpreußische Junkermanieren. 9 Industriearbeiter! Bauernsöhne! Gehorsam, wenn man Euch gegen die Streikenden führt! Als man Laßt Euch nicht aufheben gegen die Streifenden, verweigert den Euch das eidgenössische Ehrenkleid, als man Euch die Waffen in die Hand gab, sagte man, es gelte der Verteidigung unserer Landesgrenze. Jetzt sollt Ihr gewillt sein, gegen Gure Landsleute, gegen Eure Brüder zu marschieren? Nimmermehr! Die entscheidende Stelle ist in fetter Schrift. hervorgehoben. Mädchen vor das Kriegsgericht schleppt, nachdem es erst drei Tage Schmachvoll für die Demokratie ist, daß sie sogar ein junges in Haft gehalten und von 6 Soldaten mit aufgepflanztem Gewehr transportiert worden war. Ob man auch den traurigen Mut haben wird, sie zu verurteilen und ins Gefängnis zu stecken? modernen Geßlern und Junkern ist freilich alles zuzutrauen. Aus der Kosakenzeit. Den rat hat den Verfuch gemacht, die Kosten des Militäraufgebotes auf den Bund abzuwälzen, und richtete daher ein diesbezügliches Gesuch an den Bundesrat. Der Bundesrat hat dieses Gesuch aber abschlägig beschieden. Spanien. Das dicke Ende vom Fall Preysing. Der Ehrenrat des 1. bayerischen schweren Reiterregiments in München hatte dieser Tage recht heifle Ehrensachen zu„ regeln". Es handelte sich um einige Mitglieder des adligen Klubs der Harmlosen, unter dem Protektorat des preußischen Gesandtschaftsattachés Herrn v. Websky. Der Zürich, 22. August.( Eig. Ber.) Ehrenrat fällte bei einem der Beteiligten, dem Rittmeister d. R. Wie vorauszusehen war, sind in der Montagssigung Baron Stefan b. Griesen bed, seine Entscheidung dahin, daß des Kantonsrates die drei sozialdemokratischen So wie viele feinesgleichen, war auch der Gutsbesitzer Herr v. Griesenbed fernerhin fatisfattionsunfähig Interpellationen nicht behandelt worden. Es Albat aus Klein- Striepstienen im Kreise Insterburg genötigt, sei. Graf Preyfing steckte bei Baron v. Griesenbed mit über wird das erst am folgenden Montag geschehen, und zwar in Vers polnische Landarbeiter zu beschäftigen, weil sich heimische 300 000 m. Spielschulden in der Kreide. Graf Preyfing stellte bindung mit der Behandlung des Berichtes, den die Regierung dem Landarbeiter von ihm der schlechten Behandlung wegen los hierfür Wechsel aus, wobei sich v. Griesenbeck ehrenwörtlich ver- Kantonsrat über die Streitbewegung und über ihre Gewaltmaß gesagt hatten. Am 19. Juni war Albat nach Königsberg ge- pflichtete, diese Wechsel nicht in Umlauf zu setzen. v. Griesenbeck nahmen vorgelegt hat, die nun gutgeheißen werden sollen und es fahren, um einen Trupp für ihn angeworbener polnischer soll nichtsdestoweniger diese Wechsel doch in Umlauf gesezt haben. von der kompakten bürgerlichen Majorität natürlich auch werden. Landarbeiter in Empfang zu nehmen. In der Nähe des Herr v. Griesenbeck, der in Zukunft den Rittmeister d. N. auf seiner Unsere Genossen forderten, daß der Bericht der Regierung einer Bahnhofes bat er einen Arbeiter, er möchte ihn doch nach Er verstand es, feine zirka 15 000 m. betragende Jahresrente durch legenheit gehabt hätten, die Polizeirapporte und ähnliches kennen Visitenkarte zu streichen hat, gilt als verwegener Hasardspieler. Kommission überwiesen werde, in der auch unsere Genossen Ge dem betreffenden Gasthof führen, wo die polnischen Arbeiter geschickte Spielchen auf 50 000 m., im verflossenen„ Geschäftsjahre" zu lernen, die der Regierung angeblich als Grundlage für ihr Vorauf ihn warteten. Das tat dieser. Und später begleitete fogar auf 150 000 m. zu erhöhen. Seine Lebensführung zeichnet gehen dienten. Das verhinderten aber die Reaktionäre, indem sie derselbe Arbeiter den in der Stadt unbekannten sich durch großen Lurus aus, in seinem Junggesellenheim ließ er mit 160 gegen 56 Stimmen die Kommissionsberatung ablehnten. Besitzer auch wieder nach dem Ostbahnhofe. Hier an- durch einen eigenen Stoch für die kulinarischen Bedürfnisse seiner Es muß ein elendes Material sein, das vor der sozialdemokratischen gekommen revanchierte sich der Besizer für diese Gefälligkeit Spielgenoffen sorgen. Jezt hat auch die Staatsanwaltschaft gegen Stritit geheim gehalten werden muß. dem Arbeiter gegenüber dadurch, daß er ihn mit einem Baron v. Griesenbeck ein Verfahren wegen gewerbsmäßigen der Streifunruhen" in der Zeit vom 15. Juli bis 29. Juli„ wegen Aus dem Bericht des Regierungsrats ergibt sich, daß während Glücksspiels eingeleitet, feine ganze Korrespondenz wurde beGummischlauch in ganz unbarmherziger Weiſe verprügelte, so daß der Gemißhandelte acht Tage lang arbeitsunfähig war. schlagnahmt und finden täglich Verhöre statt. Auch gegen den Ober- Bedrohung von Arbeitswilligen, Beschimpfung des Militärs, antileutnant Grafen Franz Pocci ist ein ehrengerichtliches Ber- militaristischer Propaganda, Widerseßlichkeit uſw. 165 Personen Dieser Roheit wegen hatte sich der edle ostpreußische fahren wegen Betruges im Gange. Auch er soll das Vertrauen des verhaftet worden sind. Die Kosten der Truppenaufgebote betragen, Junker nun am 18. August vor dem Königsberger Schöffen Grafen Breysing mißbraucht und diesen um große Beträge gerupft soweit bis jetzt festgestellt, bereits 75 000 Frank. Der Regierungsgericht zu verantworten. Aus seiner Verteidigung war nicht haben. Der Fall Mühe war also erst der Anfang vom Ende. recht flug zu werden. Ob der Besizer diesen Zahlungsmodus für geleistete Dienste aus alter lieber Gewohnheit auch hier Ein netter ,, Stellvertreter Gottes". bei einem städtischen Arbeiter glaubte anwenden zu Jahrelang mit Mädchenherzen gespielt hat der Feldwebel Emil können, oder ob er aus reiner Wollust am Prügeln fast mar Mautsch von der 12. Kompagnie des 5. Infanterie- Regiments Der Generalstreif in Bilbao hat schon zu blutigen Zafammenscheint es so, da er einen Gummischlauch bei sich hatte feinen Führer durch die Stadt derartig entlohnte, wurde in Nr. 104( Stronprinz) in Chemnitz, der sich vor dem dortigen Kriegs- stößen geführt. Es wird gemeldet: der Gerichtsverhandlung nicht aufgeklärt. Bilbao, 22. August. Die Zeitungen haben ihr Erscheinen eins Wohl aber wurde gericht wegen Unterschlagung und Erstattung falscher Meldungen hier festgestellt, daß dieser Agrarier schon siebenmal au verantworten hatte. Er ist früherer Unteroffizierschüler, 32 Jahre gestellt. Heute kam es zwischen Ausständigen und Truppen zu einem wegen derartiger Roheiten vorbestraft war. Jedoch immer alt, unverheiratet und Vater von 10 Kindern; mit vier" Bräuten" Busammenstoß, bei dem viele Personen verwundet wurden. Der wegen derartiger Roheiten vorbestraft war. Jedoch immer nur mit Geldstrafen. Deshalb glaubte der Amtsanwalt dies- unterhielt er Beziehungen, die zu den unerwünschten Folgen Marineminister ist hier eingetroffen. Seit heute ist der Belagerungsführten. Einigen hatte er die Heirat versprochen. Eine davon, die zustand erklärt. mal eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten beantragen zu vier Kinder von ihm hatte, besorgte die Kaution von 600 M. für San Sebastian, 23. August. Die Behörden üben eine sehr müssen. Das Gericht verurteilte den prügellustigen Guts- die Heirat und drängte zu dieser. M. machte aber keine Anstalten strenge Bensur über die Telegramme aus, welche die Ereignisse in befizer aber nur zu einem Monat Gefängnis und da dem Mädchen die Sache auffällig wurde, rückte sie M. auf Bilbao betreffen. Indessen ist es den Behörden unmöglich, die wegen Körperverlegung. sein Zimmer, wo sie im Tischkasten das von ihr ihm übergebene Wichtigkeit dieser Ereignisse zu verschweigen. Ländliche Arbeiterwohnungen in Preußen. Sparkassenbuch fand; von der Summe hatte M. ohne ihr Wissen Westindien. Daß nicht nur in Cadinen, sondern auch in anderen Orten und Willen über 100 m. abgehoben. Da sie mittlerweile auch Die Revolution auf Kuba. Preußens die ländlichen Arbeiterwohnungen oft schlechter sind als erfahren hatte, daß M. mit einem anderen Mädchen die Ehe Die heutigen Meldungen lauten: Schweineställe, ist mehr als einmal nachgewiesen. Auch die neueste eingehen wolle, hat sie ihn in ihrer Erregung mit dem Havanna, 22. August. Die Revolution greift mit reißender amtliche Veröffentlichung der Medizinalabteilung des Kultus- Regenschirm geschlagen. Dann ging fie und erstattete Anzeige Schnelligkeit um sich. Die Besorgnis der Regierung wächst infolge ministeriums läßt, so sehr die Geheimräte sich auch bemühen, die gegen den ungetreuen Geliebten, mit dem sie ziemlich zehn Jahre des Mangels an Waffen und Munition. Sehr beunruhigende Verhältnisse in etwas rosigerem Bichte erscheinen zu lassen, doch verkehrt war. Daß es M. mit der Heirat der jüngsten Meldungen fommen aus Pinar del Rio, wo sich der Revolutionsführer Leinen Zweifel darüber, daß die ländlichen Arbeiter oft schlechter Geliebten so eilig hatte, daran war die Polizei schuld, die erfahren Guerra mit seinen Streitkräften verschanzt hat, die durch Zuzug von als das Vieh wohnen. So befanden sich z. B. im Kreise Goldap, Regierungsbezirk Gumbinnen, in nicht weniger als 66 Wohn- hatte, daß M. mit dieser im Stonkubinat lebte. Zur Heirat bedurfte Tansenden, welche jeden Zollbreit des Landes kennen, beständig verhäusern Wohnung und Stall unter einem Dache. er der Genehmigung des Regimentskommandeurs. Dem machte er stärkt werden. Guerra nahm heute die Stadt St. Luis in der Umgegend von Pinar del Rio ein. Die Verhaftung der revolutionären Generale Auch in den Kreisen mit masurischer und littauischer Bevölkerung nun bezüglich seiner Schulden und seiner Alimentationspflicht falsche Castillo und Gomez, von der man eine Schwächung der aufständischen liegen die Wohnungsverhältnisse bezüglich des Raumes, der Be- Angaben und erreichte dadurch die Genehmigung. Falsche Angaben Bewegung erwartete, ist wirkungslos geblieben. Die nächsten Verlichtung und Lüftung noch recht im Argen. Ebenso werden die länd- machte er auch, als festgestellt werden sollte, wie viel Unteroffiziere wandten der Verhafteten übernahmen sofort deren Kommandofichen Wohnungen im Regierungsbezirk Danzig als hygienisch außereheliche Kinder haben und in welcher Höhe sie zu stellen. meist dürftig bezeichnet. Im Regierungsbezirk Potsdam Alimenten verpflichtet sind. Schließlich befreite M. zwei New York, 23. Auguft. Die Jusurgenten auf Kuba machten gaben die Wohnungen gleichfalls zu zahlreichen Beanstandungen Gefreite, die zur Uebung eingezogen waren, eigenmächtig 50 Landgendarmen zu Gefangenen. Ferner besetzten sie St. Luis. Anlaß. Jm Regierungsbezirk Röslin verraten namentlich in den Dienst. Beurteilt wurde der Angeklagte äußerst südlichen Kreifen die ländlichen Wohnungen eine große Besserungs- bom Von bedürftigkeit. Am schlimmsten scheint es im Regierungsbezirk günstig. Dienstlich habe sich sehr gut geführt. Bromberg zu sein. Hier werden sogar von der Regierung die Woh- feiner außerdienstlichen schlechten Führung hat der Hauptmann nungen in den polnischen Ortschaften vielfach menschen- erst jetzt Kenntnis erhalten. Bezüglich zweier Mädchen ist er geunwürdig genannt; in den an den Wohnraum an richtlich zur Bezahlung von 924 M. und 356 m. verpflichtet worden. gestaltete sich am Mittwoch nachmittag in Nürnberg die toßenden Kammern werden häufig Schweine und M. bestritt, daß er ohne Wissen der Eigentümerin des Sparkassen- Beerdigung des Genossen Fleischmann, der Federvieh untergebracht. Im Kreise Reichenbach gab die Unterbringung des Gesindes oft zu Beanstandungen Anlaß. Im buches Geld erhoben, jedenfalls habe er es ihr in Gestalt von am letzten Freitag durch Mörderhand, durch die Stugel eines Westen sieht es nicht viel besser aus als im Osten. So hatten im Alimenten zurückgegeben. Bezüglich der anderen Delikte war er ge- Streitbrechers gefallen war, als er in seiner Eigenschaft als Regierungsbezirk Hannover die ländlichen Wohnungen vielfach ständig. Er wurde wegen Erstattung einer falschen Meldung in Streitleiter einen Zusammenstoß mit den Streitbrechern niedrige Räume, mangelhaft zu öffnende Fenster, zwei Fällen und wegen Anmaßung einer Befehlsbefugnis zu sechs verhindern wollte. als Schlafstellen die berüchtigten Schlafbußen", schlechte Aborte und Wochen gelindem Arreft verurteilt, von der Anklage wegen Untreue andere Mißstände. Im Regierungsbezirk Hildesheim müssen die mangels Beweises aber freigesprochen, da er bei dem schlechten Dünger- und Abortgruben und Brunnen immer wieder intimen Verhältnis, in dem er zu dem Mädchen stand, annehmen getadelt werden, im Regierungsbezirk Lüneburg gaben die Gemeindearmenhäuser und die Mietshäuser ländlicher Arbeiter vielfach durfte, daß diese mit der Abhebung des Geldes einverstanden sei. " er Ausland. Schweiz. Vor dem Kriegsgericht. zu Beanstandungen Anlaß, im Regierungsbezirk Minden bestehen im Kreise Paderborn noch die schmußigen, engen, mit den Kellern in diretter Verbindung stehenden Wohnräume der sogenannten " Hauerlingshäuser" für die ländlichen Arbeiter fort. Im Regierungsbezirk Trier konstatiert der amtliche Bericht noch oft Zürich, 23. August.( Eig. Ber.) höchst ungünstige gesundheitliche Verhältnisse in den Wohnungen auf dem Lande in acerbautreibenden Am Freitag wird den Leistungen der Kosatenzeit die Krone Streifen. Schmu außen und innen bildet die Regel, aufgefeßt durch das Walten des Kriegsgerichts. Die Genossen wodurch die Bekämpfung des Typhus erschwert wird. Vielfach fehlt igg, Rieder, Christ, Kunz und Reutemann und die Die Unterfellerung und die Isolierschicht gegen aufsteigende Grund- Genoffin Herzog müssen vor ihm erscheinen. Die Verteidigung feuchtigkeit, so daß die Wände naß sind. Jm Regierungsbezirf haben unsere Genossen Dr. Farbstein- Zürich, Dr. Studer- WinterSigmaringen gibt es auf dem Lande gleichfalls oft noch recht thur und Albisser- Luzern übernommen. Die Grundlage der auf Meuterei" bezw. der Anst if schlechte Wohnungen, besonderes arg sind die Zustände im Kreise Gammertingen. tung dazu lautenden Anklage bildet ein antimilitaristisches FlugDiese wenigen Beispiele, die nicht etwa den Schriften sozialblatt, das unter dem Titel der„ Friebensglode", die ein in Zürich demokratischer Heber", sondern einer amtlichen Dentschrift ent- regelmäßig erscheinendes religiöses Blatt ist, hergestellt und von nommen sind, beweisen zur Genüge, was es mit der Arbeiterfürsorge den Angeklagten unter dem gegen die streikenden Arbeiter in auf sich hat, deren sich unsere Agrarier nicht genug rühmen können. Zürich aufgebotenen Militär verbreitet wurde. Es heißt in diesem Hätten wir in Preußen eine wirkliche Wohnungsinspektion, so Flugblatt: würden wohl zweifellos noch ganz andere Zustände ans Licht fommen. Das Gutachten des Herrn Pfarrers. Vor der dritten Ferienstraftammer des Landgerichts München I hatte sich ein 15jähriger Sonntagsschüler wegen dreier Verbrechen wider die Sittlichkeit zu verantworten. Der Junge, der einen ganz stupiden Eindruck machte, war geständig, sich in drei Fällen an einem Schulmädchen vergangen zu haben. Während der als Sachverständiger vernommene Pfarrer und Lokalschulinspektor deponierte, daß der Bube die erforderliche Einsicht der Strafbarfeit seiner Handlungsweise besessen habe, weil er der intelligenteste und beste Schüler" seiner Klasse sei, deponierte der Universitätsprofessor Dr. Gudden, daß der Junge für seine Handlungsweise nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Nervensystem des Jungen sei infolge seiner Ausschweisungen vollständig zerrüttet, so daß er in einigen Jahren voll ftändig zum retin werden dürfte. Der Staatsanwalt " Industriearbeiter! Bauernföhne! Aus voller Arbeit hinweg hat man Euch in die Kantonshauptstadt gerufen, angeblich um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, in Wahrheit um die Streits unserer Arbeiter niederzuwerfen. Wißt Ihr, weshalb die Arbeiter streiken, weshalb sie wochenlang hungern und darben? Sie wollen, weil hier in Zürich alles unerschwinglich teuer geworden ist, weil für die elendeste Wohnung 500 Frant und mehr Mietszins bezahlt werden müssen, ein paar Rappen mehr Lohn haben und sie wollen ihre vom Elend ausgemergelten Leiber denen, die Geld daraus pressen, nur noch neun Stunden am Tage zur Verfügung stellen. Seht die schönen Villen an den Hängen des Zürichberges, an den Ufern des Sees, es sind die Häuser der Kapitalisten, Fabritanten und modernen Geßler, erbaut aus dem den Arbeitern abgestohlenen Gelde; blidt nun auch in die Mietstasernen der Arbeiterquartiere, seht wie unsere Arbeiter leben"- könnt Ihr dann noch sagen, sie handeln unrecht, wenn sie streiken? Gewerkschaftliches. Zu einer Demonstration von ungeheurem Umfang 20 000-25 000 Menschen folgten der Witwe des Ermordeten mit ihren vier verwaisten Kindern zum Grabe und Berge von Kränzen mit roten Schleifen von faſt allen Filialen der Zentralverbände und einzelnen Freunden und Genossen türmten sich an der Gruft auf. Durch alle Grabreden klang tiefe Erbitterung ob der ruchlosen Tat jenes verblendeten Verbrechers, aber auch das Gelöbnis, im Sinne des Verstorbenen weiter zu kämpfen, und die nächsten Kollegen, die mit dem Gefallenen soeben im Kampfe standen, gaben der Witwe den besten Trost, der ihr zu teil werden konnte: das Versprechen, für sie und die ihres Vaters beraubten Kinder zu sorgen. Nachdem der Chor der Arbeiterfänger:„ Ein Sohn des Volkes wollt er sein..." berflungen war, zog die riesige Menschenmenge unter dem dumpfen Klang der von Arbeiterturnern gerührten Trommeln an der Fabrik vorbei, dessen Direktor den Mord mit auf dem Gewissen hat. Das vieltausendstimmige Pfui!" wird jenem ſein ganzes Leben in den Dhren gellen. " Berlin und Umgegend. Kündigung des Vertrages der Holzarbeiter. Das Ergebnis des großen Kampfes, den die Berliner Holze arbeiter gegen Ende des Jahres 1904 zu bestehen hatten, war betanntlich der Abschluß eines Tarifvertrages, durch den die Haupts sächlichsten Forderungen der Arbeiter anerkannt wurden. Der Ver trag läuft bis zum 15. Januar 1907. Falls feine Verlängerung in der vorliegenden Form nicht gewünscht wird, muß er bis 15. Dftober 1906 gekündigt werden. Mit der Frage, ob die Arbeiter den Vers trag fündigen wollen oder nicht, beschäftigte sich am Mittwoch eine Der Vertrauensmännerversammlung des Holzarbeiterverbandes. Ortsvorsißende Glocke, der das Referat über diesen Punkt erstattete, beleuchtete eingehend die Gründe, welche sowohl für als auch gegen ein Vertragsverhältnis überhaupt geltend gemacht die Einwände, welche werden können, ebenso besprach er den gegenwärtigen Vertrag erhoben werden. Die gegen über die Frage der Kündigung stellte der Entscheidung Die Diskussion war eine Referent der Versammlung anheim. sehr rege. Das Für und Wider wurde reiflich erwogen. Schließlich gelangte folgender Antrag zur Annahme: Die Vertrauensmännerversammlung beauftragt die Drts- Ginigungsamtes war nämlich gesagt, die neunstündige Arbeitszeit Aussperrung mehrere Wochen dauerte, waren die Unternehmer verwaltung, den Vertrag mit den Unternehmern bis zum solle eine Verkürzung erfahren, falls eine solche zwischen dem Ver- selbstverständlich nicht in der Lage, ihre Abnehmer zu befriedigen 15. Oktober zu kündigen. Die Vertrauensleute halten im Prinzip band der Baugeschäfte und den Organisationen der Maurer, und kamen mit der Lieferung in Verzug. Eine Firma in Mül die Erneuerung des Vertrages für wünschenswert, sie machen Zimmerer und Bauarbeiter vereinbart werde, und zwar solle hausen verzichtete, als die Lieferungsfrist nicht innegehalten aber den Abschluß eines neuen Vertrages davon abhängig, daß sie dann erst ein Vierteljahr nachher für die Glaser in wurde, auf bei der Firma Werner u. Bardach bestellten Eisschränke für die Arbeiter günstigere Bedingungen, namentlich in bezug Straft treten. Diese vierteljährliche Frist wünschten die Ge- und Gistiften. Mit diesem Vorgehen war letztere nicht einvers auf Arbeitszeit und Lohngarantie vorgesehen werden. hülfen beseitigt zu fehen. Bei den gestrigen Verhandlungen standen und verklagte die Mülhauser Firma auf Abnahme. Sie wurde nun bereinbart, daß die Arbeitszeitverkürzung fechsbegründete die Klage mit der Behauptung, daß ein größerer Streit Zur Aussperrung im Lithographiegewerbe. Wochen später zur Einführung kommen soll als wie dies bei ausgebrochen sei und sie infolgedessen nicht in der Lage war zu Den Bericht über die Wiederaufnahme der Arbeit in den Aus- den Maurern usw. nach eventuell erfolgtem neuen Tarifabschlusse zu liefern. Für diese Behauptung berief sie sich auf das Zeugnis Sperrfirmen nahm am Mittwochabend eine Versammlung der geschehen hätte. Gleichzeitig damit soll dann auch der Stundenlohn des Geschäftsführers der Düsseldorfer Filiale des Deutschen Holz Lithographen und Steindrucker Berlins entgegen, die den großen entsprechend erhöht werden und zwar nach oben abgerundet auf arbeiterverbandes, den Genossen Otte. Tatsächlich verfügte das Eaal des Gewerkschaftshauses bis auf den letzten Platz füllte. Der 75 Pf. Amtsgericht in Mülhausen die eidliche Vernehmung unseres GeReferent Haß konnte mitteilen, daß sich die Arbeitswiederauf- Erreicht haben die Glaser mithin eine sofortige Lohn- nossen, doch verlor auf Grund der Aussagen Ottes die Firma nahme nach Beendigung des Kampfes im allgemeinen schnell und erhöhung von 65 auf 70 Pf. pro Stunde, die im Falle eines Werner u. Bardach den Prozeß. Genosse Otte sagte der Wahrheit glatt vollzogen habe, so daß am Tage der Versammlung, also genau neuen Vertragsabschlusses für das Baugewerbe auf 75 Pf. steigt gemäß, daß es sich um keinen Streik, sondern um eine Aussperrung eine Woche nach der Wiederaufnahme der Arbeit, von zirka 800 und dann auch eine Verkürzung der Arbeitszeit von 9 auf 8 Stunden gehandelt habe. Ob die Firma nicht habe liefern können, stehe für Ausgesperrten nur noch gegen 10 Proz. nicht wieder eingestellt zur Folge hat. Ferner wurde durchgesetzt die gänzliche Abihn nicht fest, dieselbe habe sich sehr um Heranziehung von Arbeitsfind, welche Zahl sich bis zum Ende der Woche auf 30( 5 Litho- fchaffung der Akkordarbeit sowie die Beseitigung willigen bemüht und außerdem habe sie einige Kleinmeister bes graphen und 25 Steindrucker) verringern wird. Am Beginn der des Innungs- Arbeitsnachweises. Vergleicht man schäftigt. nächsten Woche werden auch diese mit ganz wenigen Ausnahmen damit das ebenso törichte wie provozierende Lohnangebot", Aus Rache zeigten die Scharfmacher unter den Holzindustris wieder eingestellt sein. Nennenswerte Schwierigkeiten stellten sich welches die Unternehmer dem Glaserverband vor der Aussperrung ellen Otte wegen Meineids an und beschäftigte sich der Staatsnur bei Heymann u. Schmidt ein, weil die Freie Vereinigung machten, so läßt sich mit Fug und Recht sagen: Die Herren Groß- anwalt wirklich mit der schäbigein Denunziation. Nach einer hochs der Steindrucker Berlins" gerade diese Anstalt zur Unterbringung Glasermeister sind in diesem, den Gehülfen direkt aufgezwungenen notpeinlichen Untersuchung erhielt unser Genosse jetzt die Mitihrer arbeitswilligen Mitglieder in die Plätze der Ausgesperrten Lohnkampf ziemlich derb zur Räson gebracht worden. Sie werden teilung, daß er außer Verfolgung gesetzt sei und die Kosten des ausgewählt hatte. Da aber nach den noch nicht wieder eingestellten es sich in Zukunft wohl noch sehr überlegen, che sie wieder eine Verfahrens der Staatskasse auferlegt worden sind. Ausgesperrten dieser Firma am Arbeitsnachweis regste Nachfrage Aussperrung so leichthin vom Baune brechen. Auch ohne Aussperrung ist, werden auch die wenigen Uebriggebliebenen bald anderweitig und ohne Tarifbruch wäre es möglich gewesen, mit der Glaser untergebracht sein, wodurch die Firma ihre erstklassigen Kräfte organisation eine Verständigung zu erzielen und den alten Tarif durch eigene Schuld verloren haben würde. In bezug auf die entsprechend aufzubessern. Bei vernünftiger Beurteilung der Sachungeheuerlichen Gerüchte, die über die von den Ausgesperrten ver- lage konnten die Arbeitgeber im Ernst doch unmöglich annehmen, anstaltete Dampferpartie in Umlauf gesezt worden sind, stellte daß sich die Gehülfen ihren Lohn verschlechtern und ihre Organider Referent fest, daß für die Partie feinerlei Mittel aus der fation zerstören lassen würden. Durch diesen achtwöchentlichen LohnHauptkaffe oder Erträgnisse der öffentlichen Sammlungen ver- fampf dürften die Herren jetzt wohl von ihren Kühnemänner- Allüren wendet worden find, sondern daß für diesen Zweck der Ueberschuß ziemlich gründlich turiert worden sein. Die Arbeit wird am heutigen vom letzten Sommerfest und private Zuwendungen der Wirte der Freitag früh wieder aufgenommen. Streitlokale usw. verwendet worden sind. Die Versammlung Bekannt gemacht wird noch, daß sämtliche nicht in Arbeit gebrückte in der regen, teilweise etwas heftigen Diskussion die Ertretenen Glaser sich vor ihrer Eintragung in den paritätischen wartung aus, daß bei den örtlichen Verhandlungen über die Lohn- Arbeitsnachweis, Kleine Frankfurterstraße 11, im Streitbureau Engelregulierungen alles versucht werden möchte, auch den Berliner Ufer 15 zu melden haben. Gehülfen zu einer wesentlichen Verbesserung der Lohnverhältnisse Die zu Vertragsbedingungen Arbeitenden erhalten grüne zu verhelfen. Sie erflärte sich außerdem bereit, eventuell mit Arbeitsberechtigungskarten. Den ursprünglich bei bewilligten Firmen allem Nachdruck für diese Verbesserungen eintreten zu wollen. Beschäftigten werden diese Karten am Sonnabend zwischen 4 bis 8 Uhr ausgestellt. Günstige Beendigung der Siebenstundenbewegung der Steinbildhauer. Es entstehen nun wieder die Fragen, wer entschädigt unseren Genossen für die Aufregung und den Zeitverlust und warum werden die Kosten nicht den Denunzianten auferlegt; auf eine Antwort wird man wohl lange warten. Ein unhaltbares Urteil gegen einen organisierten Arbeiter fällte das Schöffengericht in Dresden. Unter der Anklage der Be leidigung, der gefährlichen Körperverleßung und des Vergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung standen der Aufwärter bei der Staatsbahn, Hunger, und der Lackierer Bernhardt. Der Schmied und Arbeitswillige Kilian Ridel, der bei der Metallarbeiteraussperrung in Dresden bei der Firma Seidel u. Naumann seinen kämpfenden Kollegen in den Rücken fiel, erzählt selbst, er sei am 25. Mai in ein Lofal gekommen, um sich einen Schnaps zu kaufen. Hunger, mit dem er seit längerer Zeit bekannt war und mit dem er auf freundschaftlichem Fuße stand, habe ihm zugeredet, nicht mehr in das Lokal zu kommen, in dem die Ausgesperrten verDie streifenden Kohlenarbeiter hatten gestern vormittag eine tehrten, es sehe gerade aus, als ob er fie provozieren Die Steinbildhauer fanden sich am Donnerstag wieder voll- fchr start besuchte Versammlung im großen Saal des Gewerk vollte. Er setzte die als Beleidigung unter Anklage gestellte zählig im Gewerkschaftshaus zusammen, um den Bericht über die schaftshauses. Genoffe Werner referierte über die gegenwärtige Motivierung hinzu:" Schämst Du Dich denn gar nicht?" Weiter lebten Verhandlungen ihrer Kommission mit den Arbeitgebern ent- Streitlage und erklärte, daß die Streifenden mit dem Stand der erzählt er, Bernhardt habe ihm am Buffet einen Schlag ins Ge gegen zu nehmen und Entscheidung zu treffen über Beendigung Dinge zufrieden sein können. 10 Stunden Tagesarbeit und 45 sicht bersetzt, dann sei er von den übrigen hinausgedrängt worden oder Fortgang des Streiks. Die in Betracht kommenden Arbeit Pfennig Stundenlohn, daran müsse jetzt unter allen Umständen und als er draußen mit seinem Rad fortfahren wollte, habe man geber, nämlich, wie sie sich nennen, die„ Meisterschaft der Berliner festgehalten werden. Schon haben sechs Firmen bewilligt und von allen Seiten auf ihn eingeschlagen, in erster Linie wieder Steinmesinnung sowie die dieser Innung angeschlossenen Stein- weitere werden folgen, wenn die bis jetzt gezeigte Einigkeit allen Bernhardt. Die Aussagen der übrigen Zeugen, die völlig unbildhauermeister Berlins", machten von vornherein in der gemein- Angriffen und Versuchungen gegenüber standhält. Unter den beteiligt dabei waren und zum größten Teil als Belastungszeugen famen Sizung mit der Kommission jedes weitere Verhandeln Kohlengroßhändlern herrsche viel Uneinigkeit, wodurch von ihm angegeben waren, straften seine Darstellung Lügen. Ein ftritte davon abhängig, daß bis zum 1. November d. J. noch ihre Position natürlich auch geschwächt würde. Nur mit Mühe Kunstmaler Wehnert, ein gut tonservativer Mann, der gerade die „ Dresdner Nachrichten" las und den Vorgang von Anfang an mit 7½ Stunden gearbeitet werde. Nach einer Sonderberatung der können sie Arbeitswillige heranziehen; in vielen Fällen muß das Gehülfenkommission erklärte diese sich bereit, vor ihren Auftrag Kontorpersonal Streitarbeit leisten, tommt aber mit der beobachtet hatte, sagte, der Arbeitswillige habe, bevor ihn irgend gebern dies zu vertreten, wenn im übrigen ein Ausgleich möglich ungewohnten und schweren Arbeit nur schlecht zurecht. Die einer angriff, an der Tür einen Dolch gezogen mit der fei. Nach längeren eingehenden Verhandlungen einigte man sich Streitposten werden von den Arbeitswilligen oft mit Revolvern Drohung:" Ihr Hunde, ich steche jeden nieder, der mir in die auf einen Vertragsentwurf, dessen Hauptpunkte sind: Fort- bedroht und die alte Erfahrung bestätigt sich auch hier wieder, daß Nähe kommt!" Erst dann seien Rufe laut geworden, wie:„ Nehmt setzung der 7½stündigen Arbeitszeit bis zum 1. November b.. die Polizei sich bei jeder Gelegenheit auf Seite der Unternehmer ihm den Dolch weg!" Mit dieser Darstellung und der ausdrückBom 1. November bis zum 28. Februar jeden Jahres beträgt dann stellt. Den Streifposten wird es von der Organisation zur Pflicht lichen Erklärung, daß im Lokal kein Schlag gegen ihn geführt die Arbeitszeit 6½ Stunden bei einem Minimallohn von 7 M., gemacht, in Ruhe und nach den gesetzlichen Vorschriften thres worden sei, stimmen die Aussagen aller übrigen Zeugen des Vorbom 1. März bis zum 31. Oktober jeden Jahres 7 Stunden bei Amtes zu walten; sie werden aber oft auf unerhörte Weise pro- falls überein, ebenso in der Darstellung des weiteren Verlaufs des einem Minimallohn von 7,50 M. Bessere Kräfte erhalten ent- voziert, so daß außerordentlich anerkennenswert ist, wenn sie bis- Auftritts, nach der der Arbeitswillige vor der Tür mit seinem fprechend höhere Löhne. Sommer und Winter ist Sonnabends her nicht die Geduld verloren haben. Die Affordarbeiter auf den Rad gegen die Brust Bernhardts einen Stoß ausführte, den dieser um 4 Uhr Schluß.( Das bedeutet, daß in den 8 Sommermonaten afenpläßen wie auch auf anderen Kohlenplätzen haben sich bereit aber mit der einen Hand aufhielt, während er ihm mit der anderent 1. März bis 31. Oktober an Sonnabenden der Feierabend erklärt, solidarisch mit in den Streit einzutreten. Eine Versamm Hand dafür einen Schlag ins Gesicht versezte. Der Arbeits½ Stunde früher eintritt, als an anderen Werktagen.) Ueber- lung der Affordarbeiter, die diesbezügliche Beschlüsse fassen soll, willige hatte erneut dein Dolch gezogen. Das Gericht schenkte den sechs vereideten Zeugen des Vorfalls keinen Glauben. Der stunden werden, bis zu zwei Stunden über die normale Arbeits- findet heute, Freitagabend, statt. zeit hinaus, mit einem Zuschlag von 25 Proz. bezahlt. Darüber In der dem Referat folgenden sehr regen Diskussion wurde Arbeitswillige, der sich unmittelbar vor der Eidesleistung auf die hinaus gelten sie als Nachtarbeit und der Zuschlag beträgt die Lage eifrig besprochen. Die Vertrauensleute aus den ver- nochmalige Ermahnung des Vorsitzenden unter dem offenbaren 50 Proz. Für Arbeit außerhalb Berlins und der unmittel- schiedenen Kohlenplägen berichteten durchweg günstig. Mancher Bewußtsein seiner ungerechten Sache wand und dem die Angst bar mit ihm zusammenhängenden Orte werden Zuschläge gezahlt. erzählte, wie Arbeitswillige gewonnen wurden, wie die Buchhalter deutlich auf dem Gesicht geschrieben stand, wurde dennoch bereidigt Die Höhe unterliegt der freien Vereinbarung zwischen den be- und zuweilen die Unternehmer selbst sich schwer mit Kohlenschippen und auf seine Aussage hin wurde Bernhardt wegen schwerer treffenden Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ob Reisezeit als plagten. Dabei sind die Unternehmer gegenseitig sehr mißtrauisch, Körperverlegung in zwei Fällen zu 2 Monaten und 8 Tagen Gefängnis verurteilt, Arbeitszeit vergütet wird, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. wie aus manchen Unterhandlungen hervorging. Der Vertrag tritt sofort in Kraft und hat Gültigkeit bis zum Der Vorsitzende machte bekannt, daß wieder eine Firma, 1. März 1909. Es wird eine Kommission gewählt, drei Arbeitgeber Schad in Halensee, die Forderungen des Verbandes vollständig Der italienische Gewerkschaftskongreß wird vom 29. September und drei Arbeitnehmer, welche Streitigkeiten aus dem Vertrage bewilligt habe. Manche Unternehmer versuchen etwas abzu- bis 1. Oktober in Mailand abgehalten. Auf der Tagesordnung steht au schlichten hat. handeln; sie bieten 40 Pf. für 11stündige Arbeitszeit. Die ArEs entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, in der sich die beiter wurden davor gewarnt, sich darauf einzulassen. Wer unter.a.: Die ökonomische und politische Aktion der Arbeiterorganimeisten Redner für Annahme des Vertrages aussprachen. Dis- folchen Bedingungen die Arbeit aufnimmt, muß als Streifbrecher fationen; das Verhältnis zwischen den Gewerkschaften( Widerstandskussionsredner hoben hervor, daß Ueberstunden möglichst vermieden bezeichnet und behandelt werden. Am Freitag- und Sonnabend- vereinigungen), Unterſtüßungsvereinigungen und Genossenschaften, werden müßten, denn prinzipiell sei man ja gegen Ueberstunden aus vormittag finden weitere Versammlungen der Streifenden statt. allgemeiner Arbeiterbund; Agitation und Organisation unter den denselben sanitären Gründen, die zum Kampfe um den Sieben Gestern hielten auch die Kohlengroßhändler eine Versammlung ab. Arbeitern Süditaliens. stundentag führten. Der Verband der Berliner Kohlen- Großhändler hat einstimmig Die Bäckereiarbeiter der Provinz Madrid haben in einer start In geheimer Abstimmung wurde gegen 29 Stimmen be- beschlossen: An den vom Verband bewilligten Lohnerhöhungen besuchten Versammlung beschlossen, den Meistern folgende Forderungen schlossen, den Vertrag anzunehmen und unter deffen Bedingungen für Stohlenarbeiter und Kutscher unbedingt festzuhalten. Zu den vorzulegen: Die Arbeit am Sonntag hat von morgens 7 Uhr bis die Arbeit aufzunehmen. Die Arbeitsaufnahme erfolgt noch in einem Teil der Tagespresse erschienenen Notizen, daß die um Mitternacht zu ruhen. Die Stunden, die Sonntags gearbeitet nicht am Freitag. Ein Teil beginnt am Sonnabend. zu Streiffrage vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts ihre werden müssen, find während der Woche frei zu geben. Die zu arbeiten, der Rest Montag. Die Direktiven sind bei der Lösung finden soll, wird bemerkt, daß ein solcher Antrag dem stimmenden Erklärungen der Meister sind an das Arbeitersekretariat Kommission einzuholen. Die Streifenden finden Verbande bisher nicht unterbreitet worden ist. Derselbe würde sich zu richten, welches auch den Bäckereiarbeitern in ihrer Bewegung sich Freitag nachmittag 4 Uhr im Gewertschafts- auch erübrigen, da auf einem großen Teil der Berliner Kohlen helfend zur Seite steht. hause zusammen zur Regelung der Arbeitspläße die Arbeit zu den seitens des Verbandes festgesetzten Löhnen aufnahme. wieder aufgenommen worden ist. Die gleichfalls in einem Teil Ausland. Grörtert wurde noch die Frage, wie sich die Kollegen, die bereits der Preſſe erſchienene Nachricht, daß ſeitens einiger Firmen bie Letzte Nachrichten und Depeschen. Beendigung des Glaserstreiks. " Deutfches Reich. 150 Personen im Theater vom Feuer verlegt. Sostenblatt ereignete sich bei einer Vorstellung in einem elektrischen Teplit, 23. August.( W. T. B.) In der nahen Sommerfrische Theater ein schwerer Unglücksfall. Bei der Vorführung des Kines matographen fingen die Kleider eines Mädchens, welches denselben bediente, Feuer. Es entstand eine Panik und das Publikum stürzte in wilder Flucht dem Ausgange zu. In dem Gedränge erlitten fast sämtliche Besucher, ungefähr 150 Personen, leichtere oder schwerere Verlegungen. bei anderen Unternehmern sieben Stunden arbeiten, zu verhalten durch den Transportarbeiterverband gestellten Forderungen behaben, wenn diese Unternehmer mit dem Verlangen hervorträten, willigt worden sind, entspricht nach den Feststellungen des VerNeberfall auf eine russische Post. daß auch bei ihnen noch bis zum 1. November 72 Stunden ge- bandes der Berliner Kohlengroßhändler nicht den Tatsachen. arbeitet werde. Darüber soll der Branchenabend a m Zu dem Streit der Teppichweber bei der Firma Proben u. boot" aus Nimmersatt gemeldet wird, wurde heute vormittag die Memel, 23. August.( W. T. B.) Wie dem„ Memeler Dampf nächsten Dienstag entscheiden. Sohn in Stralau ist zu berichten, daß die Firma eine Anzahl zwischen Libau und Polangen verkehrende russische Post, als sie eiserne Bettstellen nebst Matraßen in die Fabrik gebracht hat. Der einen Wald passierte, von sechs bis sieben jungen Leuten über Der Lohnkampf der Berliner Glasergehülfen ist gestern durch Schlaffaal für Arbeitswillige" wird auf dem Boden hergerichtet. fallen. Dem Postillion gelang es, mit der Post zu entkommen, formellen Vertragsabschluß vor dem Einigungsamt beendet worden, Es bleibt abzuwarten, ob die Arbeitswilligen ein solches Heim( mit obgleich er durch mehrere Schüsse verletzt wurde. nachdem er fast acht Wochen lang mit zäher Energie geführt wurde. den Ratten als Gesellschaftern!) angenehm finden werden. Bis jetzt Um es gleich vortveg zu sagen, haben die Streifenden und Aus- find noch keine Streifbrecher zu verzeichnen, die in der Fabrik gesperrten durch ihr gutes Zusammenhalten einen nicht zu unter- nächtigen. Es besteht aber die Vermutung, daß die Firma solche fchaßenden Erfolg erzielt, wenn die Forderungen in ihrer von Reichenberg in Böhmen oder Schlesien heranzu ursprünglichen Höhe auch nicht ganz durchgesetzt werden konnten. Wir wollen hoffen, daß dieser Versuch am Wie bereits mitgeteilt, war dem Abschluß der gestrigen Ver- ziehen versuchen wird. handlungen eine Einigungsamts- Sizung am Montag vorauf Solidaritätsgefühl der dortigen Textilarbeiter scheitert. gegangen, deren Vorschläge von den Glasergehülfen jedoch abgelehnt worden waren, weil ihnen die Zugeständnisse der Unternehmer als zu gering erschienen. Auch die erneuten Verhandlungen am Zu den Lohnbewegungen in Königsberg. Die Speicher Dienstag führten zu feinem Resultat, denn die Unternehmer er- eute und Getreideträger hielten borgestern nachmittag flärten bort, ein weiteres Entgegenkommen nicht zeigen zu können. in Ludwigshof vor dem Königstor eine Versammlung ab, in der So stand denn ein Schiedsspruch des Einigungsamts in Aussicht. mitgeteilt wurde, daß das Vorsteheramt der Kaufmannschaft sich Mehrere Häuser vom Wirbelsturm zerstört! Dieser wurde jedoch überflüssig, weil die Unternehmer fich gestern für nicht kompetent erklärt habe, einen korporativen Arbeitsvertrag noch zu einer Modifikation ihrer bisherigen Zugeständnisse bequemten, abzuschließen. Dieser Bescheid war schriftlich in letzter Stunde, Paris, 23. August.( W. T. B.) Wie aus Dschibuti gemeldet wird, wodurch dann der Friedensschluß ermöglicht wurde. Anfangs zeigten nachdem die Arbeiter schon in den Streif getreten, bei der Lohn ist diese Stadt von einem Wirbelsturm heimgesucht worden, mehrere fich die Herren zwar abermals bodbeinig, da durch eine un fommission der Arbeiter eingegangen. Das Schreiben empfiehit zichtige Breßnotiz, die leider auch im„ Vorwärts" Auf- ferner Anbahnung einer Verständigung mit den einzelnen Unter- Säufer wurden zerstört. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. nahme gefunden hatte, die Nachricht verbreitet war, als hätten nehmern. Die Versammlung beschließt, den einmal aufdie Gehülfen nachträglich das Angebot der Arbeitgeber akzeptiert genommenen Streit weiter fortzusehen und die Arbeit nicht früher und gegen eine starte Minorität beschlossen, den Kampf zu aufzunehmen, bevor die Tarife für Speicherleute und Getreidebeenden und die Arbeit am Freitagmorgen wieder aufzunehmen. träger nicht überall Annahme gefunden haben. Ferner foll sofort Erst als der Organisationsleiter Jahn auf das bestimmteste er mit den einzelnen Firmen der Kaufmannschaft in Verhandlungen Ilärte, die Arbeitsaufnahme zum Freitagmorgen fei nur unter der eingetreten werden. Die Firmen sollen eine Bedenkzeit von drei Voraussetzung beschlossen, daß von den Unternehmern wenigstens Tagen erhalten. Im Streit stehen augenblicklich zirka 600 Mann. noch einige Bugeständnisse gemacht würden, kam es zu der Ergänzung des vorigen Tarifangebots und damit zum Vertrags- Nachspiel zu der Düsseldorfer Holzarbeiteraussperrung. Die Düsseldorfer Holzindustriellen wollten im Juli vorigen Verlangt hatten die Gehülfen noch eine Abänderung des§ 1 Jahres ihren Arbeitern einen Tarif aufzwingen und als sie auf bes Angebots, die die Arbeitszeit anbetrifft. In dem Vorschlage des Widerstand stießen, sperrten sie sämtliche Gehülfen aus. Da die Verantw. Rebatt.: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Inferate verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlags aftalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltunasblats abschluß. Zur Erdbebenkatastrophe in Chile. New York, 23. August.( W. T. B.) Nachrichten aus Lima zu folge befindet sich unter den in Valparaiso umgekommenen Per fonen der bekannte Kapitalist und Politiker Frederico Varella. In Lima herrscht Besorgnis darüber, daß keine Bufuhren von Lebens mitteln aus Chile eintreffen, da die heimische Produktion für den Bedarf der Stadt nicht ausreicht. Br. 196. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Parteipreffe zum Protokoll der Gewerkschaftskonferenz. ,, Sächsische Arbeiterzeitung": Freitag, 24. Auguft 1906. Freundschaftsverhältnis mit der Partei zu unterhalten. Die Aus- Arbeiterbewegung unberechenbarer Schaden erwachsen. Wenn er führungen mancher Redner leiten die Gedanken des beobachtenden für die Abwehr dieser drohenden Schädigung, die ihm völlig gelungen Parteigenossen übrigens in die gleiche Richtung, was an sich nicht ist, von der Generalfommission vermöbelt wird, so lassen sich daraus tragisch genommen zu werden braucht, da das immer gewisse Per- Schlüsse ziehen auf die Art, wie sich fünftig das Selbstbewußtsein sonen sind, die umgekehrt ja auch in bezug auf Parteigenossen das der Gewerkschaften zu äußern gedenkt, das in der Konferenz wiedergleiche behaupten. Immerhin trägt dies alles nicht dazu bei, das holt gegen die aus der Partei kommenden Uebergriffe" aufgerufen unlösbare Verhältnis zwischen beiden Organisationen erträglicher wurde. In der Protokollfrage standen höhere Interessen auf dem zu machen. Spiel, als man auf der anderen Seite anzunehmen scheini." ( 3. Artikel: Der politische Massenstreit II.) Eine gänzlich ablehnende Haltung nahm nur Rerhäuser ein. Er glaubt durch die Berufung auf das Liebknechtsche Wort Im übrigen sehen wir die Situation zwischen beiden Zweigen vom Hineinwachsen in den Zukunftsstaat jede Notwendigkeit für der Arbeiterbewegung nicht allzu tragisch an. Ein wirklich ernsteine Aktion wie den politischen Streit ablehnen zu können. Er haftes Zerwürfnis, geschweige denn ein Bruderkampf ist eine im fieht lediglich, daß den Gewerkschaften durch die Aufwerfung dieser Wesen unserer ganzen Lage unmögliche Erscheinung. Eine BeFrage Schwierigkeiten bereitet werden, und er erklärt deshalb: wegung ohne die Hülfe der andern ist undenkbar. Es kommt nur " Ich kann mich auf den Standpunkt des politischen Massenstreiks darauf an, die Reibungsflächen zu vermindern, nicht sowohl durch nicht stellen, im Hinblick auf die gesamten Verhältnisse in Deutsch Vertuschung, sondern durch fachliche Aufklärung und Verständigung. land." Reghäuser versagt sich also überhaupt der Vorfrage für Ein großer Fortschritt würde schon zu verzeichnen sein, wenn die die ganze Erörterung über den politischen Streit, der Frage, ob gewissen Gewerkschaftsführer, mit denen immerwährend Miß in Preußen- Deutschland nicht zahlreiche Zeichen lehren, daß die verständnisse" herrschen, der Partei theoretisch und praktisch einen Reaktion dem Anwachsen der Arbeiterbewegung durch Gewalt- bedeutenden Schritt näher treten würden. Ihre Gegenwartsarbeit streiche entgegenzutreten versuchen wird, näher zu treten. Wer würde dadurch keinen Schaden leiden, im Gegenteil: sie würde noch hiermit nicht mindestens als mit einer Möglichkeit rechnet, braucht bedeutend fruchtbringender sein. fich allerdings um das ganze Problem nicht zu kümmern, aber er hat seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. teineswegs. " Die Parteipreffe zur letzten Erklärung der Generalkommission. Fränkische Tagespost": ,, Märkische Volksstimme"( Forst): „ So sehr die Generalfommission formell im Rechte sein mag, so verkehrt und töricht ist ihr Standpunkt aus sachlichen Gründen. Nachdem das von der Einigkeit" veröffentlichte Bruchstück des Protokolls in so sensationeller Weise ausgeschlachtet worden war, konnte nur die vollständige Veröffentlichung zur Klärung Soweit das Protokoll und Schlichtung des Streites führen. Aeußerungen enthält, die nur ausgesprochen wurden unter der Voraussetzung, daß sie nicht in die Oeffentlichkeit gelangen, wird es an dem Tattgefühl der dabei Beteiligten liegen, nicht neue Debatten persönlicher Natur heraufzubeschwören, unter denen die sehr wünschenswerte fachliche Diskussion nur leiden könnte. Auf keinen Fall darf dieser ganz eigenartige Vorgang als Präzedenz für die ferneren Beziehungen zwischen Partei- und Gewerkschaftsleitung hingestellt werden." ,, Bremer Bürgerzeitung":" Wir können diese Zimperlichkeit der Generalfommission nicht verstehen. Wenn in dem Protokoll nichts enthalten ist, was die Gewerkschaftsvertreter vor den Parteigenossen zu verheimlichen hätten", warum dann diese Geheimnistuerei? Eine fernere Verheimlichung dieser Verhandlungen hätte gerade Anlaß zu allerlei Deutungen gegeben, die nicht im Interesse einer Klärung der Sache gewesen wären. Wir freuen uns aufrichtig, daß der Parteivorstand das Protokoll veröffentlicht hat, und soweit wir die Parteipresse übersehen können, ist sie mit dem Vorgehen des Vorstandes durchaus einverstanden." ,, Volksblatt für Harburg": Recht ablehnend verhält sich aber auch Genosse Päplow. Er meinte zwar:„ Wir haben auf dem Kölner Kongreß nicht gefagt, daß wir das Kampfmittel des Massenstreits überhaupt nicht wollen."„ Aber," fügte er hinzu, wir haben erklärt,"... Wir zweifeln nicht, daß die Gewerkschaftsvorstände und daß wir auf lange Zeit hinaus nicht daran denken können, von die Generalfommission auch zur Erkenntnis gelangen werden, daß diesem Kampfmittel in Deutschland Gebrauch zu machen." Zur die Veröffentlichung nicht unterbleiben konnte, ja, daß sie notBegründung hierfür beruft sich Päplow auf die ungeheure Waffen- wendig war. Das Protokoll war auf schwer erklärlichem Wege in ausrüstung Preußen- Deutschlands, so daß jeder Massenstreit, jede die Hände der geschworenen Gegner der Zentralverbände, in die Vorbereitung zur Revolution niedergeschlagen würde". Um der Redaktion der Einigkeit" gelangt, die aus demselben einige diefe Meinung Päplows zu begreifen, muß man beachten, daß er Stellen veröffentlichte und weitere abzudrucken beabsichtigte, die den Massenstreit und die Vorbereitung zur Revolution" ohne gegen die Partei und die zentralorganisierten Gewerkschaften ausweiteres einander gleichstellt. Dies ist aber ein fundamentaler genügt werden könnten. Die bürgerliche Presse nüßte dieses einIrrtum. Der politische Streit kann, wie Rußland zeigt, mit feitige Material gegen die gesamte Arbeiterbewegung aus und die Die leßte Bemerkung der Generalfommission ist ziemlich gewaltsamen Aufständen in Verbindung stehen, aber er muß es Parteipreffe mußte sich ein einseitiges Bild über den Gang der schleierhaft. Wir möchten ihr nicht gerne die Deutung geben, daß Verhandlungen machen. Dem„ Vorwärts", dem Parteivorstande, schleierhaft. Wir möchten ihr nicht gerne die Deutung geben, daß Bon besonderer Bedeutung sind die Ausführungen Böm el- einer Reihe von Gewerkschaftsführern, die in der politischen Be- die Generalkommission in Zukunft bei vertraulichen Parteiburgs... So weit nähert sich also Bömelburg der Auffassung wegung eifrig mitwirften, war der Inhalt des Protokolls bekannt, tonferenzen dieselbe unschöne Rolle spielen will, die die„ Einigkeit". Paplows, als sei„ auf lange Beit hinaus" nicht an die wirkliche ohne daß sie die Möglichkeit besaßen, die Angriffe der bürgerlichen das Organ der Berliner Lokalorganisierten, in der Protokollaffäre Anwendung der Jenenser Resolution zu denken. Dann jedoch fährt Presse zurückzuweisen. Auch in den Kreisen der gewerkschaftlich gespielt hat. Einer so unfairen Handlungsweise halten wir die Bömelburg in erfreulichem Gegensatz zu seinen vorherigen Worten organisierten Arbeiter entstand ein bedenkliches Gefühl der Be- Generalfommission nicht für fähig. mit Ausführungen fort, die ein ernstes und starkes Be- unruhigung, so daß man es als ganz selbstverständlich ansehen Protokoll erst veröffentlichte, nachdem die„ Einigkeit" bereits BruchMan sollte doch nicht vergessen, daß der Parteivorstand das tenntnis zur Kampfes bereitschaft enthalten. Er mußte, daß die Gewerkschaftsvorstände in dieser Lage ihre zu stüde bieſes Brotokolls veröffentlicht hatte, die die ganze Konferenz sagt zu der zweiten Bebelschen These: " Es kann Momente geben, wo die politische Partei die Führung diese Ablehnung nicht.... Wenn sich nun wider alles Erwarten in einem ganz anderen Lichte erscheinen ließen. Unseres Erachtens haben muß, aber wenn wir es wieder mit einer Zuchthausvorlage die Verbandsvorstände gegen die Veröffentlichung des Protokolls war die Veröffentlichung des Protokolls geradezu eine absolute Notzu tun hätten, wenn man das Koalitionsrecht verschlechtern wollte, aussprachen, blieb dem Parteivorstande wohl kaum etwas anderes wendigkeit. Dadurch sind unseres Erachtens die Teilnehmer der würden wir dann die ganze Führung der Bewegung in die Hand übrig, als sich im schweren Pflichtenstreit für die Veröffentlichung Konferenz mehr ent- als belastet worden. Und die Hauptsache ist, der politischen Partei legen? Nein, das würden wir nicht tun, wir des Protokolls zu entscheiden. Mag dies auch vielleicht dem einen daß jetzt jeder Parteigenosse klar sehen kann, wo die beffernde Hand würden uns in diesem Kampfe mit an die Spike stellen. oder dem anderen. Teilnehmer an der Konferenz ungelegen kommen, angelegt werden muß, um ein besseres Verhältnis zwischen den ( Sehr richtig!) Wir sind es der Eristenz der Gewert so wird wohl die Diskussion über das Protokoll lehren, das die Führern der Partei und den Führern der Gewerkschaften herbeizuschaften schuldig, dann an erster Stelle zu Veröffentlichung in letter Linie zum Vorteile der Parteis und führen. Je eher das geschieht, desto besser für beide Teile." stehen. Es kann sogar aus rein zwedmäßigen Gründen notwendig Gewerkschaftsbewegung ausschlagen wird. Mit dieser Erkenntnis ,, Norddeutsche Volksstimme"( Geestemünde- Bremerhaven): sein, daß oie Partei auf die Führung des Kampfes wird auch die Bitterkeit, die der ungewöhnliche, aber notwendige„ Wir können diese Haltung der Generalfommission nicht vera berzichtet, und wir übernehmen sie, während in Aft des Barteivorstandes bei der Generalkommission erzeugt hat, stehen. Wenn in dem Protokoll nichts enthalten ist, was die Ges anderen Fällen, z. B. in der Wahlrechtsfrage, die Partei zweckmäßig verschwinden." wertschaftsvertreter vor den Parteigenossen zu verheimlichen hätten", die Führung erhält." warum dann diese Geheimnistuerei? Eine fernere Verheimlichung Das ist das Beste und Wichtigste, was seitens eines Gewerk-.. Die Schlußwendung ist recht boshaft. Aber mache sich dieser Verhandlungen hätte gerade Anlaß zu allerlei Deutungen schaftsführers in dieser Frage gesagt worden ist. Damit ist die doch die Generalfommission keine Illusionen, daß die Gewerkschafts: gegeben, die nicht im Interesse einer Klärung der Sache gewesen Notwendigkeit des 3usammenwirkens in der mitglieder durch die Veröffentlichung sich gefräntt fühlen. Die wären." Frage des politischen Streits zwischen Partei und Gewerkschaften haben, wie die Redner von der Konferenz noch verspüren werden, ,, Lübecker Volksbote": glänzend bewiesen. Damit ist der berechtigte Anspruch ganz andere Empfindungen!" erhoben, daß die Gewerkschaften auch auf diesem Gebiete poll und gleichberechtigt sind mit der Partei. ,, Offenbacher Abendblatt": ,, Münchener Post". Schließlich ist die Stellungnahme Legiens zu beachten. Auch Wir bestreiten nicht, daß die Generalfommission formell er hat ein Einerseits Andrerseits. Die Vertreter der General- im Recht ist; sachlich indessen kann das Ergebnis der VeröffentKommission, fagt er, hätten den Thesen Bebels in der Hauptsache lichung nur begrüßt werden. Es stellt sich dar als eine ruhige zugestimmt, weil doch für absehbare Zeit mit einem politischen Aussprache über die schwebenden wirklichen oder vermeintlichen Massenstreit nicht zu rechnen ist". Dann aber erklärte er, kommt Differenzen und somit als die Gewähr einer leidenschaftslosen und es zu einem politischen Massenstreit, dann wird auch von dieser fachlichen Debatte in Mannheim. Das aber liegt ebenso im Interesse Seite alles getan werden, um den Erfolg ber der Partei wie der Gewerkschaften." Arbeiterschaft zu sichern". ,, Volkswacht"( Breslau): ,, Sächsische Arbeiterzeitung": " .. Es wäre zwvedmäßiger gewesen, wenn die Gewerkschaftsvorstände sich der Veröffentlichung des Protokolls nicht widersetzt hätten." Aus der Partei. 1898 Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung. Im Verlage von J. H. W. Dietz Nachf. in Stuttgart ist soeben diese Schrift von Säte Dunder erschienen.( Herausgegeben von der Redaktion der .. Ziehen wir das Ergebnis aus diesen Aeußerungen, so zeigt sich: Es gibt unter den Gewerkschaftsführern keinen ein- Willen der Verbandsvorstände der Achtung entsprach, welche die 40 Pf. " Es mag dahingestellt bleiben, ob die Veröffentlichung ohne den Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen.) Preis zigen, der etwa die ungestörte Verfolgung nächstliegender gewerk Gewerkschaften vom Parteivorstande zu fordern das Recht haben, In einer kurzen historischen Einleitung bespricht die Verfasserin schaftlicher Aufgaben um den Preis der Verringerung von Bolts- das eine wird sich aber die Generalfommission sagen lassen müssen, die Stinderarbeit als Begleiterscheinung der kapitalistischen Wirtrechten oder langwährender politischer Stagnation cinzutauschen geneigt wäre.... Aber andrerseits ist ihnen, in Rücksicht daß ihre Weigerung eine durch nichts motivierte Eigensinnigkeit schaftsweise und anschließend daran die Kinderschutzgesetzgebung bont die Erhebungen auf die Eigenart ihrer Organisationen, der Gedanke an solche war, da die entscheidenden Stellen durch die„ Einigkeit" der Deffent- in Deutschland bis 1891, und Kämpfe unbequem. Sie wünschen, daß es dazu nicht komme. lichkeit so wie so schon zugänglich gemacht worden waren." endlich das Kinderschutzgesetz von 1903. In einem In einem SchlußSie erklären die Anwendung des politischen Streits in Preußentapitel wird der bisherige Erfolg des Kinderschutzgesetzes Deutschland für sehr schwierig und sind höchst befriedigt, daß der Aus dieser Erklärung ist zu ersehen, daß die Generalfommission beurteilt und ein vortrefflicher Ausblick auf Kinderarbeit und KinderBarteivorstand den preußischen Wahlrechtskampf nicht für einen fich durch das Vorgehen des Parteivorstandes verletzt fühlt. Und erziehung, wie beides sein sollte, gegeben. Im Anhang findet die durch die Jenenser Resolution gegebenen Fall" ansah. Sie hoffen, dazu hat sie formell durchaus ein Recht, was ja auch wir schon be- Leserin das Gesetz selbst und ein Verzeichnis derjenigen Werkstätten, daß der gegebene Fall" auf lange Zeit hinaus" sich nicht ein- kundeten. Aber wie wir ebenfalls äußerten, sind die Schuldigen in deren Betrieb Kinder nicht beschäftigt werden dürfen. Schließlich stellen wird. Sie laffen die Dinge gehen, wie sie gehen. Sie berück- die Lokalisten mit ihrer Einigkeit", die durch ihre herausgeriffenen ist auch die Bekanntmachung hinzugefügt betreffend Ausnahmen von fichtigen dabei nicht, ob nicht die Feinde der Arbeiter Bruchstücke Partei und Zentralgewerkschaften zu verheten suchten. laise uns eher, als wir es denten, zu ernsteren Diesem Vorgehen ist zweifellos durch die Veröffentlichung des dem Verbot der Beschäftigung eigener Stinder unter 10 Jahren. Kämpfen nötigen werden! Kommt Zeit, kommt Rat", sagt Genosse ganzen Protokolls ein Riegel vorgeschoben. Aber wir wieder Das Büchlein sollte in feinem Arbeiterhaushalt fehlen; jede Bömelburg. Doch wie lange wird eine rücksichtslose Scharfmacherei holen noch einmal formell ist die Generalfommission im Recht Mutter muß Kenntnis haben von dem derzeitigen Stand der Kinderuns Beit lassen? Wir haben die kommunalen Wahlentrech- und der letzte Satz ihrer Erklärung besonders zeigt die Gefahren schutzgesetzgebung in Deutschland, damit sie der Ausbeutung ihrer tungen Jahr aus Jahr ein ertragen. Wir haben Lübeck und Ham eines derartigen einseitigen Vorgehens, sowie seine Konsequenzen." eigenen Kinder zielbewußt entgegentreten, fie mildern und womöglich burg hingehen lassen. Wir haben die Befestigung des preußischen Dreiflassenwahlsystems geschehen lassen. In Leipzig und anderen „ Volksblatt"( Bochum): hindern kann. Städten werden neue Entrechtungsmaßnahmen ins Werk gesetzt. Was alles noch sollen wir dulden, bis wir die Arbeiterklasse zu ernstem Widerstand rufen? Das Protokoll der Februarkonferenz der Zentralverbands borstände macht vollends offenbar, daß in der Massenstreiffrage ein befriedigender Zustand noch nicht erreicht ist. ... Es ist die überaus dringende Aufgabe der deutscher Arbeiter bewegung, aus den Unklarheiten und Widersprüchen, die in dieser Frage noch bestehen, zur Klarheit und Einigkeit zu gelangen, wodurch allein die Möglichkeit eines erfolgreichen Kampfes erzielt wird." „ Tribüne"( Erfurt): . Die Gewerkschaftsvorstände werden durch diese Vorgänge gewarnt sein und in Zukunft wohl derartige umfangreiche Erörterungen über das Verhältnis der Gewerkschaften zur Partei nicht mehr mit ewiger Heimlichkeit erledigen. it natürlich aus Es " „ Der Parteivorstand war nicht gut beraten, als er es zu den gegenseitigen, einander widersprechenden Erklärungen zwischen sich und der Generalfommission fontmen ließ, anstatt gegenüber der Einigkeit" eine gemeinschaftliche Erklärung der beiden obersten Instanzen der gewerkschaftlichen und der politischen Arbeiterbewegung herbeizuführen, er war aber noch schlechter beraten, als er sich zur Veröffentlichung dieses Protokolls gegen den Willen der Berechtigten drängen ließ." ,, Bergische Arbeiterstimme": Wir müssen offen gestehen, daß uns dieser Versuch des Vorwärts", die Veröffentlichung des Protokolls gegenüber der General fommission zu rechtfertigen, nicht recht gefällt. Vorwärts" und Parteivorstand mußten wiffen so etwas läßt sich doch an den daß, nachdem die Generalkommission fünf Fingern abzählen und die Gewerkschaftsvorstände einmal die Genehmigung zur Ver: hatten, bieſe Störperschaften es als einen hervorragens unfreundlichen Att von seiten der Parteileitung empfinden mußten, wenn die Veröffentlichung dennoch ins Werk gesetzt wurde. Nach einem solchen unfreundlichen Akt kann man billigerweise an Generalkommission und Gewerkschaftsvorstände nicht die Zumutung stellen, hinterher gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Und erst Die Bufunft muß lehren, ob durch die auf diese Weise herbeigeführte Verschärfung des Gegensatzes zwischen Partei- und Gewerkschaftsleitungen, die sich wie gesagt im voraus an den fünf Fingern einer Hand berechnen ließ, das lebel nicht schlimmer geworden ist als zubor." machen wollte, unter sich über die Partei zu verhandeln; allein, wenn man derartig umfangreiche tagelange Debatten über die Partei pflegt, und persönliche und fachliche Anschuldigungen schweren Kalibers erhebt und auf Dußenden engbedruckten Seiten niederlegt, so ist es eben nicht angängig, dieses Protokoll wohl in alle Gewerkschaftsarchive und in die Hände der führenden Gewerk. schafter zu legen, der Partei aber, die„ vertraulich" davon Kennt nis erhielt und bei der Anzahl der Eremplare auch überdies auf Umwegen erhalten muß, die Hände für eine Stellungnahme und Abwehr zu binden. Daß das geschah und später ausdrücklich auf recht erhalten wurde, beweist, daß sich unter den beteiligten Gewerta schaftlern nur eine verschwindende Minderzahl auf den Standpunkt" Diese Erklärung dürfte kaum dazu beitragen, daß die borber Mehrzahl der Parteigenossen zu stellen vermochte. Auch handenen Differenzpunkte sich mindern. Der Parteivorstand hatte dazu haben die Beteiligten naiürlich ein Recht, nur wird bei solchem zu wählen zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder er veröffentlichte Verhalten mancher an der Meinung irre werden, diese Gewerk- das Protokoll trotz der Ablehnung der Vorstände und zog sich da schaftsführer mäßen der Partei als gleichberechtigten Faktor" eine durch deren Mißfallen zu oder er überließ es der„ Einigkeit", der gleiche wichtige Bedeutung bei, und es wäre ihnen nur eifrig und Welt in verdrehter Weise weiter zu unterrichten über die in der ernsthaft darum zu tun, eine enge Verbindung und ein ungetrübtes Vorständekonferenz gehaltenen Reden. Daraus mußte aber der ,, Mainzer Volkszeitung": Zum Parteitage. " Die Resolution zum Massenstreit. Die Sächs. Arbeiterzeitung" bemerkt zur Veröffentlichung der Leitfäße zum Thema„ Voltserziehung und Sozialdemokratie":" Wir möchten bei dieser Gelegenheit den Wunsch ausdrücken, daß auch die Resolution zum Massenstreit, die der Referent Genosse Bebel zu dem Punkte dem Parteitag zu unterbreiten gedenkt, bald veröffentlicht wird, damit die jetzt fchon zahlreich stattfindenden Parteiversammlungen, die sich mit dem Barteitag beschäftigen, Stellung dazu nehmen können. Es ist zweifellos ein lebelstand, wenn solche wichtigen Resolutionen erst während des Parteitages bekannt werden." Die erste Generalversammlung des Sozialdemokratischen Bera eins des Wahlkreises Bochum- Hattingen a. d. Ruhr fand am Sonntag in Bochum statt. Vertreten waren 12 Distrikte, die zuGammen to Delegierte entfants batter are Salle des borger 50 hatten. Am Schlusse vorigen Genossen 1500. Der Mitgliederbestand am 1. Juli beträgt 2552. Außerdem gehören noch 52 Genossen der losen Organisation an. Der Staffenbericht zeigt 10 424,32 M. Einnahmen; 6337,40 M. Ausgaben; 4 086,92 M. Bestand. Mit Hülfe des Parteivorstandes ist es möglich gewesen, das Parteiorgan statt vierseitig, actseitig erscheinen zu lassen. Die Preßkommission ist mit der Haltung des Blattes einverstanden gewesen. In der Diskussion fielen u. a. folgende Ausführungen: Lückel: Mit der Haltung des Blattes bin ich einverstanden. Aber mit seiner Haltung gegenüber Massenstreit und Parteivorstand nicht. Wehter hat früher im Vorwärts" anders ge= schrieben. Er brauche nicht am Dogma zu hängen, aber Wekker sollte nicht, wie er es getan hat, so gegen den Parteivorstand schreiben. Wolf: Wenn Wekkers Artikel über das Weitere nach der Wahlrechtsbewegung dahin verstanden sein sollte, daß der Generalstreit proklamiert werden sollte, so stehe ich auf dem Standpunkte von Jena, daß daran nicht zu denken ist. Kehl er wendet sich gegen die an die Auslassungen des„Vor- warts", soweit sie im„Volksblatt" wiedergegeben worden sind, an- gehängten Schwänze. W e tz k e r: Genosse Kehler hat mir einen Vorwurf gemacht wegen� der an den Bericht über eine Versammlung der Berliner Lokalisten angehängten Bemerkung, die Erstaunen darüber aus- druckt, das; es noch immer nicht gelungen sei, die theoretisch ver- irrten Schäfchen zur rechten historisch-ökonomischen„Vorwärts". einsieht zu bekehren. Als im vorigen Jahre Friedeberg auftrat und 3000 Berliner Arbeiter ihm zustimmten, habe ich im„Vor- warts" gegen Friedeberg Stellung genommen. Da sind Genossen. die jetzt in der Redaktion des„Vorwärts" sitzen, gekommen und haben gesagt, daran sei die damalige Redaktion des„Vorwärts" schuld, die habe die theoretische Aufklärung der Genossen versäumt. Wenn nun jetzt, nachdem die neue Redaktion des„Vorwärts" f a st ein ganzes Jahr Zeit gehabt habe zur theoretischen Auf- klarung der„Verirrten", noch schlimmeres passiert, da ist der Spott vollauf berechtigt. Lückel hat mir vorgehalten, ich wäre jetzt entgegen meiner früheren Haltung mit Verve für den Massenstreik eingetreten. Das habe ich nicht getan. Mir kommt es nur darauf an, denen, die im vorigen Jahre die aufgeregte Massenstreiksdiskussion hervor- gerufen haben und jeden, der nicht mitmachte, am liebsten zum Parteiverräter hätten stempeln mögen, den ungeheuren Wider- spruch vorzuhalten, der zwischen ihrer damaligen und ihrer jetzigen Haltung klafft. Ich freie für eine Politik ein, bei der Reden und Handeln übereinstimmt. Eine Politik der großen Worte ohne In- halt bekämpfe ich. Wenn wir einsehen, daß wir den Massenstreik jetzt nicht machen können, dann sollen wir die unfruchtbare Dis- kussion einstellen und uns den Fragen der aktuellen Politik zu- wenden. So war auch meine Haltung zur Wahlrechtsdemonstration. Die große Demonstration im Zeichen der Jenaer Resolution mußte den Glauben erwecken, daß mehr geplant war, als bloße Ver- sammlungsreden und Resolutionen.. Das war ihr Mangel. In diesem Sinne will ich das..Volksblatt" weiter redigieren. Hof-Werne: Ich bin heute mit der Haltung des„Volks- blattes" gegenüber früher sehr zufrieden. Die Genossen sind damit besser zufrieden als mit der„Arbeiter-Zeitung". H u e wendet sich gegen Ketzler und hebt hervor, daß er in der Gewerkschaftsfrage keinen anderen Standpunkt einnehme, wie der Parteivorstaud in seinem offiziellen Aufruf, den er nach Jena erlassen hat. Auch in der Getverkschaftskonferenz habe ich die ideelle Einheit zwisckien Partei und Gewerkschaft festgestellt. Ueber den Massenstreik wolle er sich vorläufig nicht auslassen. Wolle man praktisch Kampf führen, so verrate man den Gegnern nicht vorher die Taktik. Wenn es eines Tages im Interesse des Volkswohls ge- boten erscheine, werde auch er zum Massenstreik auffordern. Es könne dahin kommen, daß die Bergarbeiter Deutschlands allein berufen sein würden, den politischen Verhältnissen mit einem Schlage eine andere Richtung zu geben. Das sei doch wohl deut- lich genug. Mehr wolle er nicht sagen. Ein Antrag, der die Diskussion des Massen st reiks in den Distriktsversammlungen fordert und ein anderer, die Generalversammlung möge sich darüber klar werden, ob der politische Massenstreik von der Partei oder den Gewerkschaften eingeleitet bezw. geführt wird, fanden nicht die nötige Unter- stützung. Tie KreiSkonfcrenz des Wahlkreises Offc, ibach-Dieburg tagte am Sonntag in Lämerspiel. 82 Delegierte vertraten 41 Orte. Der Kreis hat jetzt über liOlX) organisierte Genossen. Neu gegründet wurden im Berichtsjahre 8 Organisationen. Die Einnahmen stiegen von 5587,40 M. auf 8096,23 M. Beim Posten Ausgaben sind 6150 M. Beiträge an dgS Landeskomitee verbucht, auch wurden für zwei Kreise beinahe 1200 M. für LandtagSwahlkosten ausgegeben. Der der Agitation dienende„Volksbote", ein für den Dieburger Kreis bestimmtes Monatöblatt, hat den gehegten Erwartungen nicht entsprochen, was hauptsächlich mit in der Lässig- keit zu suchen ist, mit der seine Verbreitung betrieben ivurde. ES wird deshalb die Anstellung eines Parteisekretärs für den Kreis in Vorschlag gebracht und der Wegfall des „Volksboten" gefordert. Die Aussprache über den Vorstandsbericht drehte sich um gleichfalls im Berichte erwähnte unliebsame Er- scheinungen bei Kommunalwahlen und die Anstellung des Kreis- sekretärs. Schließlich wurde die Anstellung des Sekretärs beschlossen. Im Zusammenhange damit wurde zugleich einer anderen Regelung der Beitragszahlung zugestimmt; eS werden nach diesem Beschlüsse alle vier Wochen 26 Pf. erhoben und entfallen da- von 3 Pf. auf die Parteikasse. 4 Pf. für die Landesorganisation. 12 Pf. für die KreiLoraanifation und 7 Pf. für die Lokalvereine. Für eine Anzahl der Lolalvereine, die bisher noch keine besondereii Zuschläge für lokale Bedürfnisse erhoben, bedeutet dieser Beschluß eine Beitragserhöhung. Der Bericht der Preßkommission deS„Offenbacher Abendblattes" zeigt, daß der Jahresabschluß des Kreisorgans ein recht günstiger war. Mehrfach wurde eine weitere Ausgestaltung des Blattes ge- fordert; auch wurde dem Kreisvorstande zur Erwägung anHeim- gegeben, dem Ankauf der Druckerei des BlalteS näherzutreten. In einem Referat über die nächstjährigen Kom- munalwahle n ging Genosse R i n k» Urberach auf die mancherlei Mißstände ein, die sich bei den ländlichen Wahlen infolge der Stichtbefolgung prinzipieller Grundsätze ergeben haben, und stellte in einer Resolution die Forderung auf, in Zukunft die größte Vorsicht bei der KandidatenauSwahl zu beobachten und vor allem als Norm festzuhalten, daß die Kandidaten in der Regel ein Jahr politisch organisiert und Abonnent des Parteiorgans fein müssen. Die Konferenz stimmte dem zu. Personalien. Genosse F r a n z K l ü h s ist am Dienstag end- gültig aus der Redaktion der Breslauer„Volksmacht" aus- geschieden, um seine Stellung als Redakteur der Förster„M ä r k i- fchen Volks st imme" anzutreten. Eine außerordentliche Generalversammlung deS Sozialdemokratischen Vereins Breslau be- schäftigte sich u. a. mit dem Konflikt A l b er t— K l ü h s. Die Sache hat ihre Erledigung in der Weise gefunden, daß die Preß- kommission die ausgesprochene Kündigung zurücknehme, daß aber Genosse Albert sich um den Posten'des neu zu schaffenden Partei- sekretärs für Mittelschlesien bewirbt und am 1. Oktober aus der Redaktion austritt. Genosse O. P o l l e n d e r ist von der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Merseburg- O u e r f u r t als Kandidat für die nächste Reichstagswahl auf- gestellt worden. polueUicbes�(Jenchtlicbeo utw, Freisprüche. Aus Mannheim wird uns vom 23. August telegraphiert: Genosse OSkar G e ck von der„Volks st imme" wurde von der Anklage wegen des Scholzschen„Blumenidylls" aus der„Welt am Montag" von der Strafkammer freigesprochen, da das Gericht keine Geführdung der Sittlichkeit in dem Feuilleton finden konnte. Für die Verhandlung wurde die Oeffentlichleit aus» geschlossen, selbst für die Vertreter der Presse. Die Staatsanwaltschaft zu Mannheim hatte seinerzeit einen un- geheuren Eifer entfaltet, um kein Exemplar der Nummer mit dem „unsittlichen" Feuilleton unbeschlagnahmt zu lassen. Und jetzt der Freispruch! Vor der Strafkammer in Schweidnitz hatten sich am Dienstag der Prediger T s ch i r n von der freien Neligionsgemeinde in Breslau und Genosse F e l d m a n n- Langenbielau vom »Proletarier aus dem Eulen gebirge" gemeinsam zu verantworten. Sie sollten die christliche Kirche beschimpft haben in einem Aufruf«zum Austritt aus der Landeskirche", der in dem Lange»- bielauer Parteiblaite zum Abdruck kam. Tschirn hatte den Aufruf unter- schrieben. Das Landgericht in Schweidnitz hatte die Strafverfolgimg gbaelebnt. auf staatsanwaltliche Beschwerde wurde indes die Er» öffnung des Hauptverfahrens vom Oberlandesgericht Breslau an- geordnet. In der Verhandlung beantragte der Staatsanwalt j e einen Monat Gefängnis, das Gericht erkannte aber nicht nur auf Freisprechung, es legte auch alle Kosten einschließ- lich der baren Auslagen der Angeklagten der Staatskasse auf. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß der Inhalt des Aufrufes auf kirchlich gesinnte Kreise wohl ver- letzend wirken könne, eine Beschimpfung der Kirche sei darin jedoch nicht enthalten. Strafkonto der Presse. Ans Halle a. S. wird uns geschrieben: In einem früheren Prozeß gegen einen hiesigen Privatsekretär war zur Sprache gekommen, daß die Polizei vor dem Verkehr mit dem Manne gewarnt habe. Der Mensch richtete in jener Verhandlung an den Polizeioberinspektor die Frage, ob vielleicht deshalb vor ihm gewarnt worden sei, weil er sich zur Zeit einmal zur Sozial- demokratie bekannt habe. Oberinspektor Weydemann verneinte dies und sagte ans, er habe vor dem Privatsekretär wegen seiner erheblichen Vorstrafen und deshalb geivarnt, weil er sich in unangenehmer Weise an die Polizei herangemacht habe. Wegen dieser Darstellung, die wiederholt in Gerichtsverhandlungen wiederkehrte, hat nun der Privatsekretär eine ganze Reihe Prozesse gegen den Redakteur Genossen M o l k e n b u h r vom„Volksblatt für Halle" anhängig gemacht. Das Schöffengericht bestrafte Genossen Molken- buhr mit 150 M., da die Presse kein Recht habe, anderen Personen die Vorstrafen vorzuhalten. In einem früheren Prozeß, in dem Genosse Molkenbuhr für ein Dienstmädchen, das ein Häubchen weggenommen hatte, Partei ergriff, wurde ihm besonders s ch w e r angerechnet, daß er die Borstrafen des Mädchens nicht genannt hatte. Wie soll man es der Justiz recht machen? Aduiiilistrative Bestrafung. Der Genosse Eskuchen- Düsseldorf hatte sich beim Präsidenten des Kölner Oberlandesgerichts vergeblich gegen die Verfügung des dortigen Landgerichtspräsidenten beschwert, die dem Genossen die Berichterstatterkarte entzog, weil sich die Düsseldorfer Justiz über einen nicht von Eskuchen geschriebenen Gerichtsbericht der„Volkszeitung" geärgert hat. Der Gemäß- regelte bat sich darauf beim Jnstizminister Dr. Befeler beschwert. Die höchste Instanz hat ihm antworten lassen: Nach Prüfung des Sachverhalts hat der Jnstizininister keinen Anlaß gefunden, die Verfügungen des Landgerichtspräsidenten in Düsseldorf vom 2. Juni d. I. und des Oberlandesgerichtspräsidenten zu Köln vom 27. Juni d. I. im AnisichtSwege abzuändern. Es ist also preußisches Recht, daß ein preußischer Richter einem Manne, der an einem Blatte arbeitet, das sich eine Kritik richterlicher Handlungen erlaubt, die Arbeit untersagen darf. Das Blatt hat zwar nichts Strafbares geschrieben, man kann es daher nicht mit dem Gesetz packen, aber gerade deshalb muß der Bericht- erstatter büßen, denn— Strafe muß sein! Der Fall zeigt kraß, wozu sich die Bureaukratie gegen den Bürger berechtigt glaubt— wie weit wir in Preußen-Deutschland noch von der Anerkennung der Mündigkeit des Bürgers ent- fernt sind._ Soziales» Abermals ein Krankenkasseilkonflikt. In der Berliner Ortskrankenkasse der Töpfer ist jüngst ein eigenartiger Abschub von Vorstandsmitgliedern erfolgt. Natürlich handelt es sich auch hier wieder um eine Maßregel gegen Arbeitnehmer. So erhielt der Vorsitzende der Kasse, Genosse John, kürzlich folgendes Schreiben vom Magistrat„hiesiger könig- sicher Haupt- imd Siesidenzstadt": Mit der Leitung der Vorstandsgeschäfte der hiesigen Orts- krankenkasse des Töpsergewerbes ist der stellvertretende Vorsitzende P r i l l w i tz beauftragt worden, da Sie nach den amtlichen Fest- stelllingen nicht mehr Mitglied dieser Kasse sind. Bis zur' endgültigen Erledigung dieser Angelegenheit wollen Sie sich jeder Beteiligung bei der Verwaltung der Kasse enthalten. sUilterschrift.) Wenige Tage darauf ging den Vorstandsmitgliedern Huhn, Wolfs und Hinz dami nachstehende Mitteilung zu: Laut Verfügung des Magistrats sind Sie Ihres Amtes als (Schriftführer resp. Vorstandsmitglieder) der Ortskrankenkasse der Töpfer enthoben, weil Sie nicht mehr Mitglieder der Kasse sind.... Julius Prillwitz, stellvertr. Vorsitzender. Dieses Vorgehen ist auf eine Denunziation des Rendanten der Kasse zurückzuführen, der, wie auch der stellvertretende Vorsitzende, Arbeitgeber ist und den Arbeitnehmern im Vorstand aus „höheren Interessen" jetzt einen Streich zu spielen gedenkt. Die vier geschaßten Vorstandsmitglieder gehören nämlich momentan tat- sächlich der Kasse nicht an. Das rührt daher, daß sie gegenwärtig bei Meistern arbeiten, die ihre Geschäfte in Vororte» haben und des- halb ihre Arbeiter bei den Vorortskrankenkassen versichern. Im Töpferbernf herrscht bekanntlich eine permanente Fluktuation, so daß ein Geselle bald mal in Berlin, bald mal in einem Vorort arbeitet. So ist es aber schon seit Jahren gewesen und niemand hat Anstoß daran genommen. Ganz vernünftigerweise hat man sich bisher in der Berliner Ortskrankenkasse immer gesagt, daß wenn bei jedesmaligem Arbeitswechsel eines 5iassenvorstandsmitgliedes und dem damit ver- bundenen Uebertritt von einer Kasse in die andere immer sogleich eine neue Vorstandswahl vorgenommen werden solle, so kämen die Kassenmitglieder ans dem Wählen gar nicht wieder heraus. Alle Augenblicke müßten dann derartige Neuwahlen stattfinden, und die Gei'chäfte der Kasse würden notwendigerweise vernachlässigt, ivenn nicht ganz brach gelegt werden. Man wußte, daß solch ein Arbeits- Wechsel nicht zu lauge andauert, umsowcuiger. als jeder Berliner Töpfer ohiiehiii bestrebt ist, so bald wie möglich wieder in Berlin Arbeit zu nehmen, ivodurch er dann natürlich auch wieder Mitglied der Berliner Kasse wird. AnS diesen Gründen ist bisher denn auch niemals gegen den Verbleib der Arbeitizehmer-VorstandSmitglieder im Amt je etwas eingeivendct worden, bis es jetzt den Arbeitgebern einer persönlichen Schrulle wegen beliebt, auf diese Art die Beseitigung der Arbeitnehmer aus dem Vorstand zu betreiben. Uebrigens sehen die Vorstandsmitglieder Huhn, Wolff und Hinz den ihnen zu- gegangenen Bescheid des stellvertretenden Vorsitzenden als un� gültig an, weil sie ihres Amtes mir durch eine ihnen direkt zu- gestellte formelle Verfügung der Aufsichtsbehörde, nicht aber durch einen Bescheid des stellvertretenden Vorsitzenden enthoben werden können. Freilich ist Huhn, als er unter Berufung auf das formale Recht seine Ämtstäligkeit weiter ausüben wollte, mit Hin- weis auf den Hausfriedensbruch-Paragrapheii aus dem Kassen- lokal gewiesen worden. Gegen die Magistratsverfügung haben die»Exmittierten" einstweilen den ordentlichen Klageweg beschritten. Herren-Proleturier! Theorien über das Wesen des Kapitalismus haben die„Herren"- Proletarier nicht aufgeklärt. Im Gegenteil.» sie bedürfen dringend der Aufklärung, damit das, was unbewußt in ihnen schlummert, was unter dem Gestrüpp eines bornierten StandesbewubtseinS an der EntWickelung gehindert wird, klar zum Bewußtsein kommt und das Handeln bestimmt. Aber daß es nichts ist mit dem sozialen Auf- stieg der ums tägliche Brot sich Sorgenden, das fühlen auch die Herren-Proletarier, die Lohusklaven im Stehkragen. Sie fühlen es> Stockschläge auf den Magen bewirken das. Die Jubelberichte über die glänzende Lage der Industrie und das Getue über Lohn- steigerungeil geben Reformern und Verbesserern der heutigen Gesell- schaftsordnung Veranlassung, in tiessinnigen Betrachtungen von dem sozialen Aufstieg der unteren Klassen zu fabulieren. Für die meisten Lohnarbeiter bleibt die Einkonimeuerhöhnug aber hinter der Ver- telierung der Lebensmittel zurück. Wohl hat sich die große Masse an einige Kulturbedürfuisse gewöhnt, die den Vorfahren noch un- bekannt waren, aber die eigentliche Lebensführung, die Ernährung, ist nicht besser geworden, weite Kreise der erwerbstätigen Bevölke- rung leben heute schlechter als in früherer Zeit. Das Elend packt auch die Bureaubeamten, Kaufleute usw. beim Kragen, wie uns dit in großer Zahl eingehenden Zuschriften aus diesen Kreisen belehren. Zur Beleuchtung der Rückständigkeit in den Kreisen der Herren-Pro- letarier und deren wenig rosige Lage lassen wir nachfolgend zwei Einsender zu Worte kommen. Ein Handlungsgchülfe schreibt: „In dem Hause, in welchem ich zurzeit beschäftigt bin, herrschen für die kaufmännischen Angestellten in pekuniärer Beziehung wie auch im Punkt Arbeitszeit sehr schlechte Zustände. Die selbstver- ständliche Folge davon ist, daß, sobald der Chef resp. der Prokurist den Rücken gewandt hat, die Herren ihre Unzufriedenheit in den bittersten Worten laut werden lassen. Trotzdem sie alle so unzu- frieden mit ihrer Lage sind, machten sie doch, als ich in das Geschäft eintrat und zum Frühstück ständig den„Vorwärts" las, geraume Zeit hindurch hämische Bemerkungen:„Ach, Sie sind Sozial- demokrat?"„Sie sind wohl ein ganz Scharfer!"„Den„Vorwärts" lesen Sie?"„Getrauen Sie sich auch Bomben zu schmeißen?" Solche und ähnliche Aeußerungen der lieben Herren Kollegen sind über mich ergangen. Kürzlich klagte mir ein Kollege, daß er für monatlich 90 M. viel zu viel leisten müsse. In den beweglichsten Worten schilderte er mir, daß er für Ueberstunden keine Bezahlung erhalte, im Verhältnis zum gewerblichen Arbeiter werde er schlechter bezahlt, müsse aber bedeutend besser gekleidet gehen. Dem Herrn hielt ich darauf einen längeren Vortrag über Zweck und Vorteil der Organisation, erläuterte ihm, daß es doch lediglich nur unsere eigene Schuld ist, wenn wir hinter den gewerblichen Arbeitern zurückstehen, und wies ihn auf die Pflicht des gemeinsamen Zu- sammeuschlusses der Angestellten gegenüber dem' Prinzipal hin. Aber schon während meiner Ausführungen blickte mich der Herr Kollege verständnislos an und brach dann, nachdem ich geendigt hatte, in die Worte aus:„Streiken sollen wir, aber wir sind doch keine Arbeiter!" Sprach's und ließ mich mit verächtlichem Achsel- zucken stehen. Solchem Standesdünkel gegenüber bin ich vollkommen machtlos. Dieser Dünkel hat absolut keine feste Ueberzeugung hinter sich und ist dagegen mit Vernunftgründen nichts zu machen. Nicht besser erging es mir in anderer Beziehung. Ich ließ z. B. die Broschüre gegen Volksverdummung von Hand zu Hand gehen. Obgleich fast alle Handlungsgehülsen ihre Kinder in die Gemeindeschulen schicken müssen, gelang es mir trotz eifriger Be- mühungen nicht, von neun Kollegen mehr als einen einzigen zum Austritt aus der Kirche zu bewegen. Daß die Herren sich zu religiös fühlten, ist ausgeschlossen, über den Schöpfungsrummel waren wir alle einig, aber das„Standesbewußtsein" erfordert nicht nur materielle, sondern auch intellektuelle Opfer. Wenn die Handlungsgehülsen erklären, keine Arbeiter zu sein und dies bei allen möglickien Gelegenheiten versichern, so vergessen manche von ihnen solche Meinung, nämlich wenn— die Arbeiter streiken. Dann wissen manche Herrchen gar nicht, wo sie sich vor Eifer lassen und auf welche Art sie ihr Geschäftsinteresse bekunden sollen. Jn's Gesicht spucken möchte man solchen Gesellen ob ihrer Heldentat." Ein Versicherungsbeamter schreibt uns folgendes: „Aus einem Vertrage, wie ihn der„A l l g e m e i n e deutsche Versicherungsverein zu Stuttgart" in Berlin. Anhaltstraße 12, mit seinen Angestellten abschließt, möchte ich Ihnen einige Paragraphen illustrieren. Bei einer ununterbrochenen Arbeitszeit von 8V2 Stunden täglich„gewährt" die Direktion ihren An- gestellten um 10 Uhr sogar eine einhalbstündige Paus e. Jedoch kann diese 8l4stündige Dienstzeit von der Direktion nach Belieben nach Lage des Geschäftsganges verlängert werden. Daß das nichtgeschäftliche Sprechen laut Dienstvorschrift verboten ist, erscheint als selbstverständlich. Da die Angestellten an Stehpulten arbeiten, hegt die Direktion scheinbar die Ansicht, daß es sich hier trefflich an Sitzgelegenheiten sparen ließe. So benutzen denn auch 2— 3 Beamte einen„Drehschemel". In normalem Zustande ist, wenn auch keine Handels- gesetzliche, so doch noch eine vierwöchentliche Kündigungsfrist vor- behalten. Aber auch schon wegen„unbotmäßigen" Benehmens den Vorgesetzten gegenüber kann unter anderem so ein Unglücksmensch sofort entlassen werden. Die Herren„Vorgesetzten" dürfen jedoch ihre„Untergebenen" im preußischen Kasernenhofjargon mit„Ihr" und„Euch" anreden. Im Falle einer Krankheit mit Erwerbs- Unfähigkeit erhält der Beamte nur das halbe Gehalt. Die Direk- tion gewährt ihren Beamten auch einen 4— l3tägigen Urlaub, jedoch mit der Bestimmung, daß. wenn ein Angestellter vor Ablauf von 6 Wochen nach Beendigung des Urlaubs kündigt, er sich den nach- träglichen Abzug der Hälfte des resp. Gehaltes gefallen lassen muß. Auch eine„Wohlfahrtseinrichtung" ist vorhanden; sie führt den stolzen Namen„Beamtenhülsökasse". Die Beiträge werden zwangsweise auf dem Wege des Gehaltsabzuges zusammengebracht. Die Zinsen der Beamtenkautionen— jeder Beamte muß eine solche von 60 M. leisten— sowie Strafgelder usw. fließen in diese Sammelkasse. Aber ein„gewöhnlicher" Beamter hat über den Verbleib der Gelder bisher noch nichts erfahren, geschweige denn die„Wohlfahrt" selbst gespürt. Wie sehen nun aber die„Gehälter" auS? Die Bezüge der ältesten Beamten, die bereits längere Jahre im Dienste dieser Ge- sellschaft sind, und die durchaus selbständig arbeiten müssen, illustriert diese Zusammenstellung: Dies sind schon die besseren Stellen mit den„gehobenen" Ge- hältern, doch daneben gibt es auch Monatsgehälter von 75 M. bis 85 M. Hierzu kommen noch die„Monatsgehälter" von 35 M. bis 55 M. der ja so billigen Damen. Die Frage einer Gehaltserhöhung wird eben nur von der Direktion geprüft, ein Recht auf Zulage hat niemand. Von diesem fürstlichen Einkommen geht noch ab: Invaliden- geld, Krankcnkassengeld, Beiträge zur Beamten-„1Iuterstützungs"- Kasse, und soweit die erforderliche Kaution von 60 M. nicht bar hinterlegt wurde, werden noch 5 M. monatlich hierfür in Abzug gebracht. Bei dem Massenelend, � das gerade unter dem„gehobenen" Stande der Kaufleute herrscht, wird eS der Gesellschaft ja stets möglich sein, Leute zu finden, die in ihrem Dünkel, mehr wie Arbeiter zu sein, gewillt sind, sich für ein paar Mark zu verkaufen." Die Gesellschaft, die solche horrenden Gehälter bezahlt, zählt Staaten, Prinzen, Fürsten, große ErwerbSgesellschasten, gemeinnützige Vereine usw. zu ihren Kunden und Mitgliedern. Im Jahre 190" Aus Induftrie und Handel. Die anderen. " erzielte sie bei einem Unkostenkonto von rund 5 Millionen Mark| Arbeitsörter mit sich bringt. Die Unfallgefahr wird da- beweisen die gelegentlich ans Tageslicht gezogenen skandalösen für Steuern und Verwaltung einen Ueberschuß von annähernd durch aber auch in ganz erheblichem Maße beein Verhältnisse. Häufig werden Kinder bis zu drei Jahren herab 3 Millionen Mark, genau 2859 965,30 M. Bei einer solchen Gewinn- flußt! Das Streben, eine möglichst günstige Note bei den Vor- bei verhältnismäßig schwerer Arbeit beschäftigt. Lang ausgedehnte rate erscheint die erbärmliche Besoldung besonders skandalös. gesezten zu erhaschen und durch billiges Arbeiten" die Prämien Arbeitszeiten, oft an gefährlichen Maschinen, in schlechter Luft, und sonstige Bezüge möglichst hoch zu schrauben, läßt es dahin neben färglicher Nahrung, sind gang und gäbe. Trotz der Schwierigfommen, daß an allen Ecken und Kanten mit Holz und anderen keit der Kontrolle ließen sich immerhin Einrichtungen schaffen, Materialien gespart, daß ferner an Lohn und Gedinge geknappst wird. welche der übergroßen Ausbeutung der Kinder in der Heimarbeit Die Art der Tätigkeit der behördlich beauftragten Aufsichts- Einhalt geböten, zum Beispiel Anstellung von Inspektorinnen aus organe ist bekannt; die Ausübung der Grubenkontrolle durch die den Reihen der Gewerkschaften. Aber auch die Kinder, welche allEiner Lohnerhöhung um rund 100 Proz. erfreuen sich die staatlich angestellten Beamten ist lay und unvollständig. Die Arbeiter- morgentlich treppauf und treppab rennen müssen zum Austragen Arbeiter der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft. Um schutzbestimmungen für den Bergbau lassen viel zu wünschen übrig, von Beitungen, Backwaren und Milch, bedürfen dringend größeren 33 Proz. wuchs das Einkommen bei den Westfälischen Kupfer- so daß die Einführung von Arbeiterkontrolleuren eine unbedingte Schutz. Auf diesem Gebiete müssen die Beamten tatsächlich 33½ Proz. wuchs das Einkommen bei den Weſtfälischen Kupfer- Notwendigkeit ist. Der" Boruffia"-Prozeß hat dies auch dem Laien beide Augen zumachen, um nicht zu sehen, wenn kleine Kinder, und Messingwerken A.-G. in Lüdenscheid. Natürlich meinen wir die so deutlich wie möglich vor Augen geführt. die sicher nicht das gefeßlich zulässige Alter erreicht haben, so früh Papierarbeiter, die in der Produktion gar nichts leisten. Bei den Wenn wieder Katastrophen im Bergbau eintreten, Massengräber dem Verdienste nachgehen. Unsere Behörden, die in allen anderen wirklichen Produzenten gibt es solche Lohnsteigerungen nicht. sich auftun, Leichenhügel sich fürmen; wenn die empörten Massen sich Welchen Wert ein einziger Arbeiter für die Dividenden- wie in den ersten Tagen des verflossenen Jahres gegen das verschlucker haben kann, darüber belehrt eine Mitteilung des haßte Joch der Ausbeuter wehren, so denke man daran, daß ein gut Grubenvorstandes der Gewerkschaft Wildberg, Blei- und Silbererz- Teil mit schuldig ist an all' den unwürdigen Zuständen im Bergbergwerk in Bonn an die Presse. Sie lautet: Betriebsergebnisse bau: das infame„ Soll!" seit Wiederaufnahme des Betriebes am 10. Januar 1906. Januar Betriebsverlust 14 804 M., Februar Betriebsüberschuß 19 108 M., März dto. 22 657 M., April dto. 17 760 M., Mai dto. 27 895 M., Juni dto. 27 858 M. Durch den Arbeitermangel fehlen noch zirka 40 Arbeiter, die Gewerkschaft ist deshalb vorläufig nicht in der Lage, in volle Förderung zu treten. Wenn es gelingt, die fehlenden Arbeiter zu bekommen, so wird man einen monatlichen Betriebsüberschuß von 40-45 000 M. erzielen. Seht man eine weitere Konzentration in der Erdölindustrie. Auch die junge deutsche reguläre Steigerung des Ueberschusses voraus, vielleicht bis auf Erdölindustrie wird bereits von den Fängen des Großkapitals um 30 000 m. pro Monat, dann bleibt den noch einzustellenden sponnen. Im Wießer Bezirke sind schon seit einiger Zeit größere 40 Arbeitern immer noch ein Sümmchen von 10-15 000. Ueber- Gesellschaften am Werke, einen größeren Teil der Produktion und des Vereins Deutscher Eisen- und Stahl- Industrieller betrug die Deutschlands Roheisenproduktion im Juli. Nach Ermittelungen Erzeugung von Roheisen im Juli 1906 insgesamt 1041 447 Tonnen gegen 1009 015 Tonnen im Bormonat und 942 905 Tonnen im Juli des Vorjahres. In den ersten sieben Monaten belief sich die Produktion auf 71 143 383 Tonnen im Jahre 1906 gegen 6 041 393 resp. 5 845 740 Tonnen in den beiden Vorjahren. Sachen sehr findig und schneidig sind, lassen in dieser Beziehung eine Lauheit walten, die dem Ausbeuter hochwillkommen ist nicht im Interesse der Kinder. Vielen Eltern tut nach dieser Richtung eine Gewissensschärfung sehr nötig. Es gibt Eltern, die auf die paar Pfennige, die die Kinder verdienen, wohl verzichten können, aber ihre Kinder müssen verdienen. Solche Eltern Kinder verfündigen, wenn sie diese so frühzeitig in das Joch der haben noch nicht einsehen gelernt, wie schwer sie sich gegen ihre Arbeit spannen. Hier Aufklärung zu schaffen, liegt im Intereſſe der ganzen Menschheit. Die jammererregenden, krüppelhaften Gestalten, die den Proletarier schon von weitem erkennen lassen, sind oft Folgen allzu früher Arbeit. Die Ausbeutung der Wehrloſeſten wird ihr völliges Ende allerdings erst dann finden, wenn die kapitalistische Gesellschaftsordnung der sozialistischen Platz macht, aber im Rahmen der gegenwärtigen Verhältnisse können doch die trasfesten Mißbräuche schon beseitigt werden. find weiter eingegangen: Deutschlands schuß zu erarbeiten übrig. Rechnen wir mit der Minimal- Delfelder in Besitz zu nehmen. Wie nun die" Franki. 3tg." erfährt, Für die ausgesperrten Lithographen und Steindrucker summe, dann ergibt sich ein Ueberschuß von 120 000 m. pro beabsichtigt die Internationale Bohrgesellschaft die Gründung einer Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 18 Millionen Mark. Jahr oder pro Kopf der Arbeiter 3000 M. Daß die Metallbergwerke zurzeit glänzend prosperieren, läßt der Geschäftsabschluß der Mansfelder Gesellschaft deutlich erkennen. Im ersten Halbjahr 1906 wurde ein Ueberschuß von 7 350 000 Mark erzielt gegen 4 250 000 Mart in der forrespondierenden Zeit 1905. Das Mehr beträgt 73 Proz., dabei war die Produktion um nur 168 Tonnen Kupfer Aus der Frauenbewegung. Kinderarbeit. Verband der Vergolder auf Listen, 4. Rate 100,-. Verband der Bilds hauer, Werkstatt Renner 6,-, Steinbildhauer, Bautschinger 7,45, zusammen 13,45. Möbelpolierer der Firma Hülsenbeck, Kroll u. Co., Warschauerstr. 59 11,-. Liste 1143/5 Kollegen der Möbelfabrik Heim u. Gehrken 18,75. Liste Der Grad der Wehrlosigkeit der Menschen bestimmt ihren Gärtner 12,15. Verein der Gärtner, Bez. Grunewald 10,00. Verband der 2896 Verband der Verwaltungsbeamten 10,25. Lifte 1906 Verein der und 922 Kilogramm Feinsilber gestiegen. Die Preise hoben sich bei Ausbeutungsgrad. Dem profitheischenden Unternehmertum ist Bauarbeiter, Sektion der Rohrer 13,25. Arbeiter und Maurer Bau LaubenRaffinadkupfer von 1376,50 Mark auf 1645,40 Mark pro Tonne und nichts heilig, es macht nicht einmal Front vor der schwachen straße 16,70. Verband der Bäcker auf Listen und Mitgliedschaft Berlin für Silber von 80,25 Mark auf 89,75 Mark pro Kilogramm. Nach Arbeitskraft des Kindes. Die erwerbsmäßige Kinderarbeit ist dem 200,-. Bentralverband der Töpfer, Filiale Berlin 500,- Liste 735 Bentralden ausgewiesenen Absatzmengen ergibt sich für Kupfer und Silber Kapitalismus entsprungen und mit ihm groß geworden. Lange verband der Töpfer 14,50. Angestellte der Innungskrankenkasse d. Tischler 13,-. zusammen eine Einnahme von 18,866 Millionen Mark gegen Beit kannte die Ausbeutung der Kinder überhaupt keine Grenzen, Lifte 1513 Tapeziererwerkstatt Markiewicz 17,30. Liste 3661 Kollegen von Liste 3662 Bau Charlottenburg, Gieses 17,701 Millionen Mark im Vorjahre. Die Zunahme beläuft sich erst durch die Gewerbeordnung vom Jahre 1869 und die Novellen Moldenhauer u. Mezdorf 10,80. brechtstraße 13,75. Kollegen der Kofferfabrik Lange, Merker u. Co. 9,90. mithin auf 6,6 Prozent. Nimmt man an, daß auch die Neben von 1878 und 1891 wurde der übermäßigen Ausdehnung der Liste 3668 Kollegen der Firma Schober 6,05. Liste 1512 Tapezierer der erzeugnisse ein ansehnliches Mehr erbracht haben, dann bleibt zwischen aber immer noch nicht verboten, überhaupt Kinder zu beschäftigen. 2862 Kerber 28,65, 2863 Schmiede 17,55,.. II 2854 10,50, 2855 29,65, Kinderarbeit in den Fabrikien etwas die Zügel angelegt. Es ist Möbelfabrik Ditimar 20,-. Kollegen der A. E.-G., Turbinenfabrik: Listen der Einnahme und der Ueberschußsteigerung doch eine so erhebliche Weil Kinderarbeit in Fabriken untersagt ist, flüchten sich die 2857 22,-, 2858 23,80, 2859 7,-, 2860 31,40, 2861 28,40, zuſammen 220,10. Differenz, daß auf jeden Fall von einer Steigerung der Produktions- Ausbeuter der Kinder in die Heimarbeit usw. Ein weiterer Liste 1151 Personal der Firma Thomas, Adalbertſtr 17,75. Liste 1781 kosten nicht die Rede sein kann. Wie schon bemerkt, erhalten die Schritt zur Eindämmung der Kinderarbeit ist das Kinderschutz- Berband der Mühlenarbeiter Victoria 8,40, Schlosser der Firma Scherbel Kureninhaber eine um 100 Proz. erhöhte Ausbeute. Ob bei den gesetz vom 30. März 1903, welches unbeschränkt am 1. Januar 1905 26,80. Ueberschuß einer Kranzspende, Waffenfabrik 15,10. Kollegen der Werkstatt Lübnitz u. Reese 7,25. Lifte 1155 7,80. Arbeitern von dem Segen des Bergbaues auch wohl etwas ab- in Kraft trat. Bis dahin galten seit dem 1. Januar 1904 mildere gefärbt hat? Auch der Georg Marien- Bergwerks- und Hüttenverein Uebergangsbestimmungen. Und auch dieses Gesez stroht von erzielte für das abgelaufene Geschäftsjahr einen ansehnlichen Mehr- Fehlern und Mängeln. Es macht in erster Linie einen Unterüberschuß: 3 275 256 m. gegen 2 945 913 M. im Vorjahre. Eine fchied zwischen eigenen und fremden Kindern. Die eigenen Kinder Dividende gelangt jedoch nicht zur Verteilung; der Gewinn soll Kinder sollen des Morgens vor der Schulzeit nicht Frühstück, können wie bisher nach Herzenslust beschäftigt werden. Fremde zum Ausgleich der auf Zeche Werne entstandenen Schäden ver- Milch oder Zeitungen austragen. Da dieser Vorschrift jedoch sehr wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird, die Behörden nicht kontrollieren, ob es eigene oder fremde Kinder der Auftraggeber sind, welche allmorgentlich auf der Straße umherlaufen, sind Ueber tretungen in Hülle und Fülle an der Tagesordnung. wendet werden. Die Westfälischen Kupfer- und Messingwerke schließen ab mit einem Betriebsgewinn von 357 880 M.; im Vorjahre 245 656 M. Die Dividende erhöht sich von 6 auf 8 Proz. Das„ Soll" im Bergbau. Bei der gegenwärtigen Anspannung des Montanmarktes und ber intensiven Ausnutzung der Werksanlagen spielt das„ Soll" wieder eine große Rolle. Es dürfte deshalb angebracht sein, die Bedeutung des„ Soll" etwas zu erläutern. Jm Bergbau versteht man darunter jenes Quantum Kohle, Erz, Eisenstein, welches auf Grund von Berechnungen und Beobachtungen von den einzelnen Beamten und ihren Untergebenen als TagesLeistung verlangt wird. Mittels des" Soll" ist es möglich, jeden Beamten auf seine Leistungsfähigkeit zu prüfen; zu kontrollieren, wie teuer der Gesellschaft die von ihm beschaffte Fördermenge zu stehen kommt. 100,-. Liste 2927 Kollegen der Bautischlerei Gustav Meyer, Neue Jakobstr., III. Rate 24,65. Berein der Formstecher( Riften 2916 34,50, 2535 12,50. 2537 11,-) 58,-. Töpfer, Bau Schulz, Gürtelstr. 12 5,70. Rifte 3744 Stollegen der Firma Bander 6,75. Liste 3664 Kollegen der Firma Bartsch 22,70. Liste 3752 Beyer u. Co., 5. Rate 7,50. Liste 3743 Kollegen der Firma Schulz, SchöneKollegen d. Möbelfabrik Niseel u. Kämmer, Borhagenerstraße 22,90. Lifte 3750 Kollegen der Schlosserei Gerfis 21,90. Stollegen der Möbelfabrik Heinz, berg 6,15. Liste 3756 Kollegen der Möbelfabrik A. S. Ball 17,30. Stollegen der Möbelfabrit Jtes u. Co. 12, 2ifte 3704 Bauarbeiter Kirchenbau Marheinefeplatz 4,45. Lifte 3703 Maurer Kirchenbau Marheinekeplak 10,25. Liste 3262 Maurer 5,70. Verband der Hutmacher Radfahrerverein Frisch auf" 10,-. Sechsertasse der Anders ist es mit den in Fabriken beschäftigten Kindern. Möbelfabrik Schubert, Beißensee 10,-. Gewerkschaftskartell Belten 110,-. Hier obliegt die Kontrolle den Gewerbeaufsichtsbeamten, deren Organisierte Brunnenbauer 5,-. Ueberschuß einer Stranzspende A. E.-G., Ober- Schöneweide 57,- Verband der Schuhmacher auf Liſten 266,35. jährliche Berichte Aufschluß über die Zahl der beschäftigten Listen 604/6 von Anschlägern der Firma Blum, Charlottenburg durch Kinder geben. Für das Berichtsjahr 1905 liegt nun der Bericht Eckardt 23,20. Liste 3749 Tagschneider der Firma Beek u. Cloppenburg, der bayerischen Beamten vor. Gerade in Bayern werden Kinder 4. Etage 14,25. Lifte 1150 Kollegen der Möbelfabrit Stern, Seliger u. Co. in verhältnismäßig hoher Anzahl erwerbstätig beschäftigt. So Go 19,95. Liste 178 Kollegen der Firma Flohr 9,25. Lifte 1148 Kollegen der betrug im Jahre 1904 die Zahl der in Fabriken tätigen Kinder Knopffabrit Beckmann 4,20. Lifte 3746 Kollegen der Firma Wernice, für Breußen 2430, für Sachsen 1826, für Württemberg 846, für Dieffenbachstr. 36 6,20. Ueberschuß einer Herrenpartie, Verbandsmitglieder Bayern dagegen 2727 oder, im Verhältnis zur Gesamtzahl aller der Firma Bügenstein 2,20. Liste 3763 gesammelt beim Erntefest Kolonie Neu- Seeland 2,90. Berband der Photographen auf Listen 16,10. Fabrikarbeiter ausgedrückt, für Preußen 0,09, für Sachsen 0,3, iste Kollegen der Möbelfabrik Gurisch, 5. Rate 15,15. für Württemberg 0,5, für Bayern aber 0,7 Pros. Diese Zählen Stollegen der Bautischlerei Grundner u. Löscher, darunter 3 M. Sadau, 8,30. beweisen deutlich, daß gerade in Bayern ausnahmsweise viel Lifte 3667 Rothe 4,15. Kollegen der Firma Schwarzkopff, Scheringstraße Kinder in Fabriken arbeiten. Man kann hieraus wohl den Schluß 59,40. Liste 3376 Verband der Steinfeger 3,60. Kollegen der Firma Gebr. Nehmen wir an, der unterirdische Betrieb einer Grube ist in ziehen, daß auch in anderen Beschäftigungen, hauptsächlich in der Krüger, Köpenick 29,65. Lifte 3755 Bau Lubig 10,05. Stollegen der Firma eine Anzahl von Revieren eingeteilt. Jedem Revier steht ein Heimarbeit, die Kinderarbeit stark verbreitet ist. Mix u. Genest, Liste 632 Saal Jahn 9,10, Liste 633 Militärabteilung 18,75, Beamter, der sogenannte Reviersteiger, vor, welcher seinerseits Nach den Berichten waren in den Fabriken des Landes im Summa 27,85. Liste 3754 Kollegen der Firma Lindström 29,90. Liste 617 wieder über die benötigte Anzahl von Unterbeamten und Arbeitern Jahre 1905 3350 tinder beschäftigt, gegen 3158 im Jahre 1900. Stollegen W. Berndt, Kottbuser Ufer 11,05. Lifte 614 Kollegen Gebrüder Krull, Brandenburgstraße 9,70. Drgan. Musikinstrumentenmacher B. H. 4,05. verfügt. Ueber alle zum Ausbau, der Erhaltung und Förderung Dem Geschlechte nach waren die Mädchen am stärksten an der Hochzeitsfeier Räker 4,00. Bochumer Gewerkschaftskartell, erste Rate 343,00. benötigten Materialien hat er genaue Aufzeichnungen zu machen. Kinderbeschäftigung beteiligt; ihre Zahl ist in den letzten fünf Tellersammlung( Protest Versammlung) Tegel durch Drescher 48,80. Diese Materialien können sein Holz, Eisenteile, Zement, Mauer- Jahren absolut um 320 gestiegen, während die Zahl der beschäf- Verband der Portefeuiller auf Listen 5,15. Sechserkasse Bezirk 179c 6,40. steine usw. Von der Verwaltung wird der Beamte für den Ver- tigten Knaben etwas gesunken ist. Nach den Angaben der Ge- Kollegen u. Kolleginnen Werner- Wert auf Listen: 520 24,75, 522 5,-, 523 brauch der Materialien zu dem Selbstkostenpreise belastet. Dazu werbeinspektoren sind in der Industrie der Steine und Erden am 6,40, 528 5,50, 529 14,50, 336 7,537 8,80, 539 6, 540 9,-; Sa. 83,95. kommen die Arbeitslöhne und sonstigen Auslagen. Danach werden meisten Kinder tätig. Dann folgt die Textilindustrie. Dem Ge- Liste 961 Kollegen der Firma Pfaff, 4. Etage 8,50. Liften 3663/4 Verbandsmitglieder der Firma Daimler, Abt. Nürnberg 37,50. Lifte 3607 Stollegen die Gestehungskosten pro Tonne berechnet. In jahrelanger Praxis hat schlechte nach waren am meisten Knaben in der Industrie der der Firma Hartmann, Köpeniderstraße, Gießerei 12,50. Lifte 1902 1, sich herausgestellt, wieviel pro Mann und Schicht ver- Steine und Erden, am meisten Mädchen in der Textilindustrie Liste 1157 Kollegen der Bilderrahmenfabrik der Firma Karl Raschig 13,50. langt werden kann. Auf Grund dieser Berechnungen wird beschäftigt. Im Gegensatz zu der Vermehrung der erwerbstätigen| Stofferwerkstube Müller 1,25. Lifte 3762 Kollegen der Kofferfabrik Lange, das, was täglich in jedem Revier gefördert werden kann, Kinder sind die Uebertretungen der gesetzlichen Vorschriften ge- Merker u. Co. 4,75. V. Genossen Content, Weißensee, Gewerkschaftskartell 58,35. als Norm aufgestellt für das, was gefördert werden soll. ringer geworden. Nur aus wenigen Bezirken wird von einer Liste 2491 Herrn Bunkowsky 4,55. Von Herrn Ramponat auf Listen 3369, Die bisherige Höchst leistung wird dadurch immer zur Durch- Zunahme, aus den meisten von Abnahme der Zuwiderhandlungen 3370, 3371, 3372 21,90. Berband der Borzellanarbeiter auf Listen 821 bis schnittsleistung der Zukunft. berichtet. Als unzulässig ist die Kinderarbeit beanstandet worden 824 32,65. Kollegen der Werkstatt Eichhorn, Blumenstr. 30 6,20. Liste 3609 Bon Zeit zu Zeit, in der Regel monatlich, finden Konferenzen in 52 Fällen, welche 61 Kinder umfassen. Häufiger als im Vor- Kollegen der Firma Möring, Mauerstr. 13,95. Liste 3765 Stollegen ber Möbelfabrik Niesel u. Kämmer 16,35. Listen 1152-54 Sollegen der Möbel. mit den Betriebsleitern und Inspektoren in den Verwaltungsgebäuden jahre war übermäßig lange Beschäftigung festzustellen. fabrik Heim u. Gerken 19,10. Liste 1124 Kollegen der Knopffabrik Grinot der Bechen statt, in denen das von jedem einzelnen Reviersteiger Soweit die Geseze besser beachtet werden, geschieht es nicht 4,65. Kollegen und Kolleginnen der deutschen Telephonwerke auf Listen, erzielte Resultat durchgesprochen und festgestellt wird, ob der Beamte 3. Rate 25,75. Liste 1650 Personal der Schriftgießerei Tech 10,40. " gut" oder" schlecht", d. h. billig oder teuer gearbeitet hat. Lob Liften 3691/2 von Spezialarbeitern und Arbeiterinnen der Schriftgießerei oder Tadel sorgen dafür, daß eine gewisse Rivalität zwischen den wöllmer 21,30. Verband der Sattler, Ortsverwaltung Berlin, auf Liſten Beamten Plaz greift. Dazu kommt, daß für besonders tüchtige" 6,65. Listen 3599-3600 Koll. von Dewitt u. Herz 35,35. Vom Arbeitergesammelt 54,45. Liste 3597 Koll. der Firma Brotrecht, Stallschreiberstr. Leistungen Gratifitation, Prämie und Tantieme in Aussicht gestellt Raucherbund 240,- Liste 3669 Stoll. von Chestätt ut. Robert 8,85. Gewehr wird, obendrein winkt die ersehnte Beförderung bei ganz hervorfabrit, Abt. Müller- Bülow 1,-. Berband der Töpfer auf Listen 720, 3716, ragenden" Leistungen. Vor allen Dingen soll der Beamte jeden Tag 3711, 3717 42,80. Liste 479 durch Seifert 6,90. wenigstens sein„ Soll" liefern.( In Zuchthäusern, Gefängnissen und anderen Staatspensionen sagt man Pensum.) Es dürfte ohne weiteres einleuchten, daß das geschilderte System die größten Gefahren für die Sicherheit der Baue, Strecken und Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 24. August. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Neues Operntheater. Das Heimchen am Herd. Anjang 8 Uhr. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Leffing. Die Weber. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner-Theater.) Mortiz- Oper. Der Postillion von Longjumeau. Westen. Die lustige Witwe. Residenz. Die Höhle des Löwen. Zentral. Der Zigeunerbaron. Trianon. Die Notbrücke. Lustspielhaus. Spazenliebe. Kleines. Die Kinder der Sonne. Carl Weiss. Adele. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Baffage. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besub. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. aus Menschlichkeitsrücksichten, sondern wegen der Scherereien, die aus den Zuwiderhandlungen entstehen. Daß die Kinderarbeit an Umfang gewonnen hat, ist jedenfalls kein erfreuliches Zeichen, es zeugt von dem zunehmenden Glend der Arbeiterklasse. vast gar keiner Schranke gesezt ist die ungefeßliche Beschäftigung der Kinder in der Heimindustrie. Die Beamten wissen gar nicht, wo heimarbeitende Kinder zu finden sind, da eine Anmeldung der selben nicht verlangt wird. Hier ist der Ausbeutung ohne jegliche Störung Tür und Tor geöffnet und sie wird gefördert durch die schlechten Löhne, die in der Heimindustrie üblich sind. Wie notwendig es ist, daß Kinder aus der Heimarbeit entfernt werden, Ferdinand Bonns Berliner Theater. Freitag und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7%, Uhr. Freitag, den 24. August 1906: Das Heimchen am Herd. Sonnabend, 25. August: Sondervorstellung: Fledermaus mit Konzerteinlage. Mitwirkende: L. Godowski, Fr. Prevosti, Ludwig Wüllner. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Schalter II, A. Wertheim und InKinder der Sonne. validendank. Sonnabend: Mimensiege. Hille Bobbe. Die Schlangendame. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Urania. Luisen- Theater Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Reichenbergerstr. 34. Sonnabend, den 25. August, 8 Uhr: Eröffnungs- Vorstellung Schiller N.( Friedrich Bilhelm Der jüngste Ausbruch Die Hochzeit von Valeni städtisches- Theater). Undine. Romische Oper. Hoffmanns Er zählungen. des Vesuvs. Bolkstümliche Eintrittspreise. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. intritt 1 M., D. 6 ur de Salſte. v. Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Jm ganzen 3610,90. Bereits quittiert 25 221,76. Summa 28 832,66, Weitere Gelder sind zu richten an A. Körsten, Berlin SO., Engel- Ufer 15. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. ( Operette). 8 Uhr: 3 Atten. Zentral- Theater. Zigeunerbaron. Operette in Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp: 3m wilden Westen. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Residenz- Theater. Direktion Richard Alerander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Montag zu volkstümlichen Pr. Die Höhle des Löwen. Hoffmanns Erzählungen. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die neue Herrin. Lebensbild von Kalisch. Fredo Seyband, Verwandlungss Schauspieler. Dazu die andern Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche von 3 Uhr. Bei schlecht. Wett.: Borstell. im Saale. Schwank in 3 Aften v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Gaston Chalindrey: Rich. Alerander. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Jm Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Sonntag, den 26. August, nach mittags 3 Uhr, zu fl. Preisen: Adele. Im Sommergarten täglich: Große Spezialitäten Vorstellung. Anfang 5 Uhr. Lustspielhaus. Trianon- Theater. Täglich 8 Uhr: Spatzenliebe. Anfang 8 Uhr. Die Notbrücke. Folies Caprice. WW BARTEN Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Premiere Sonnabend, den 1. September Vorverkauf bei Wertheim und an der Theaterkaffe. MEK Apollo- Theater 10 The! Novität! 10 Uhr! Berlin im Omnibus. Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Vorher: Gute Spezialitäten! 216 7 Uhr: Garten- Konzert. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater Henry Bender. Josef Giampietro. Fritz Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Schweizer Garten Au Königstor Am Friedrichshain. Täglich: Theater und Spezialitäten. Sonnabend, den 25. August er.: Extra- Vorstellung. Straulaner Fischzugs= Left. Großer humoristischer Umzug. Fadelpolonäje. Auf der Feitwiese: Boltsbelustigungen. Im Saale: Krabben und Backfisch- Ball. Arm und reich. Volksstück mit Gesang in 2 Aften. Entree 30 Pf., reserv. Bl. 40 u. 55 Pf. Alle Sommerfarten yab. Gültigkeit. Bernhard Rose- Theater Heute: Gesundbrunnen, Badstraße 58. Große Extra- Benefizvorstellung für Käthe Willé Barch: Busch- Lies'l oder: Die Mühle im Edelgrund. Driginal Boltsstück mit Gesang in 4 Aften von Willhardt. Außerdem die großartigen August- Spezialitäten. Jm Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Eröffnung 2 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr. 8 16 5 Großer Erfolg des Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Paul Conchas, Kraftjongleur. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Campbell und Johnstone, Der Biograph. komische Radfahrer. Mia Werber, Sängerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pisslutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Klown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 1hr. Sanssouci. Kottbuser -Straße 4a. Sonntg., Montg.Donnerst. und Sonnabend: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Zum erstenmal: Gute Nacht, Karoline. Jeiteles als Einbrecher Entr. 30 Pf., num. I. 50 Bf. Somnt.Beg. 5, Wochent. 8 11. Sm Borgart.: Freikonzert. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Zwischen Himmel u. Erde Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufeï" große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 1hr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pi. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im Garten bezi. in den unteren Sälen Fröbels Allerlei Theater Gottschalk Freikonzert Schönhauser Allee 148. Klown Dolly ist da! Taglionis Ballelt- Ensemble. The Regahs musikalischer Akt. Das Bild des Vaters. Volksstück in 2 Alten. Unf. 4, Uhr. Tanz. Entree 30 Bi. Volksgarten- Theater. Badstr.&( Behm u. Bellermannstr.) Täglich: Weittwoch ut. Sonnabend: Freitanz. Ostbahn- Park Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.17 Hermann Imbs. Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Gr. Konzert, Theater- und Das neue Auguft- Program Monto Christo, The Barret, Henry Sago, Verona de Fonseca, Verwandlungs- Schouspielerin. Hierzu: ,, Auf fremder Erde". Große Ausstattungsstüd mit Gesang. Nur noch 6 Tage! 1. Deutsch- Amerikanischer Cirkus Berlin, Memelerstraße. 10 zagl. abends 8 11hr: russischDebüt von fibirische Mile. Nata Anastusia. Bindhunde 10 • russischJeden Abend: Norton B. Smith mit seiner ganzen fibirische Künstlergesellschaft. Mindhunde 10 ruffischSonnabd., d. 25. Aug., nachm. 4 Uhr: Große ruid Extra- Vorstellung sibirische Spezialitäten- Vorstellung. Der Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwitz- Oper. Freitag, abends 8 1hr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Postillion von Lonjumeau. Komische Oper in 3 Att. v. Adolf Adam. Sonnabend, abends 8 Uhr: Bum legtenmal: Die Afrikanerin. Sonntag, nach m. 3 11 br, bei halben Preisen: Die Zauberflöte. Sonntag, abends 8 Uhr: Carmen. Morwik- Oper. Freitag, abends 8 Uhr, bei halben Preisen: Undine. Romantisch- komische Oper in 3 Atten von A. Lorking. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, abends 8 11 br: Regte Opernvorstellung und Abschied Heinrich Bötel: Getverbegericht zu Berlin. J.-Nr. 532 Getv.- Ger. 06. Bekanntmachung. Bei der Firma Schmalisch ut. Below, hier, hatten am 8. Juni 1906 zirka 70 Fliesenleger ohne Angabe von Gründen und ohne Anrufung der Schlichtungskommission die Arbeit niedergelegt, darunter 40 in der " Freien Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands, Ortsverein Berlin" organisierte. Durch Beschluß der Schlichtungskommission vom 21. Juni 1906 sind diese 40 Mann für tarifIm Garten tägl. gr. Militär- Konzert. Beschluß hat im Austrage der Bebrüchig erklärt worden. Gegen diesen Der Troubadour. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich Gr. Konzert, Theater und Spezialitätenvorstellung Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/77, direkt Ringbahnstation. Nur noch bis 30. August 1906. 16 Löwen treten der mit noch nie gesehenen Tricks! ..: uf englischen Tänzerin Miß Viola i Löwenkäfig. 4 neugeborene Löwen werben im Bublitum herumgereicht! Dazu das beste Programm Berlins! Nur Sensations- Afte! Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorzugsk. gültig. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Nyssima internation. Couplet- Sängerin. Auf der diesjährigen SchönheitsKonkurrenz in Karlsbad mit dem ersten Preise gekrönt. 14 erstklassige Nummern! A Gustay teiligten die Organisation der Arbeitnehmer Einspruch erhoben und das Einigungsamt zur Entscheidung an: gerufen. Dieses hat in der Sigung vom 27. Juli 1906 in der Sache den nachstehenden Schiedsspruch gefällt: Schiedsspruch. Nach kurzen, mit großer( Geduld ertragenen Leiden einer schweren Gesichtsrose verschied am 21. d. M. im 33. Lebensjahre meine inniggeliebte Frau, unsere liebe, gute Mutter, Schwester und Schwägerin Anna Maschkewitz, geb. Schwarz, im Krankenhause Bethanien. In tiefem Schmerz zeigt dies hierdurch an [ 20612 Max Maschkewitz nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 25. d. M., nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Für die zahlreichen Beweise der Teilnahme an dem Verlust meines lieben Mannes dankt herzlich im Namen der Hinterbliebenen Das Einigungsamt bestätigt den Frau Dorothea Seibt, Beschluß der Schlichtungskommission 7316 Reichenbergerstr. 153. vom 21. Juli 1906. Die 40 bei der Firma Schmalisch Dr. Simmel, 1. Below beschäftigt gewesenen Fliesenleger hatten, bevor sie die Arbeit niederlegten, nach§ 7 des TarifPrinzenSpezialarzt für 137/13 Hant- und Harnleiden. vertrages zunächst die Schlichtungs- 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. tommission anzurufen. Da sie dieses nicht getan, haben sie die obengenannte Bestimmung des Tarifvertrages verlegt. Im übrigen findet§ 7 des Tarifvertrages seine Anwendung sowohl bei drohenden Streits, wie auch bei drohenden Aussperrungen. b. g. gez. von Schulz. 11. gez. Paul Lucht. Hugo Brandt. gez. Theodor Fischer. Heinrich Metzke. Borstehendem Schiedsspruche haben sich beide Parteien unterworfen. Berlin, den 21. August 1906. Der Vorsitzende des Einigungsamtes. gez. von Schulz. Glänzende Existenz. Wirklich foliden und nüchternen Schlossern und Monteuren 2c. geben wir schon bei geringer Anzahlung Motordroschten, erstklassige Marken. Am besten übernehmen 2 Reflektanten Behrens einen Bagen. * Berliner Automobilhaus- u. IndustrieTheater, Gesellschaft m. b. H. 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Gast- und Schankwirte Berlins", dem mehr als zwanzig in der Heide nach einem längeren Spaziergange an einen WiesenBerliner Gastwirtsvereine angehören, ist beispielsweise für eine rand gesetzt, um eine Weile auszuruhen. Nach einiger Erhöhung des Bierverkaufspreises nicht zu haben. Er will Zeit bemerkte der Herr, daß dicht hinter ihm unter einem den Kampf gegen die Tenerungsabfichten der Ringbrauereien nicht Baume sich ein Mensch zu schaffen machte und nachdem sich dieser aufgeben und glaubt Mittel zu haben, wie beim Weißbier so auch entdeckt sah, trat er mit der Behauptung hervor, die beiden am beim Lagerbier die Beschaffung billigeren Bieres erreichen zu Rande Sißenden hätten Handlungen begangen, die hier nicht näher können. Auch der Verband der freien Gast- und Schankwirte" charakterisiert werden sollen und behelligte außerdem die Leute mit wird voraussichtlich die Bierpreise nicht erhöhen. den gemeinsten Schmähworten. Das Pärchen mußte bei dem in der Nähe weilenden Publikum Schuß suchen und sahen sich, während der Strolch festgehalten wurde, nach einem Beamten um. aber keiner zu entdecken und so mußte man den Burschen laufen laffen, der num wohl weiter sein Unwesen treiben dürfte. Es dürfte gut fein, wenn sich in solchen Fällen ein jeder auf Selbsthülfe einrichtete. Die Berliner Malzbierbrauereien haben gestern ebenfalls den Gastwirten durch Rundschreiben mitgeteilt, daß sie infolge der Brausteuer genötigt seien, das Malzbier um 1,44 M. pro Hettoliter im Preise zu steigern. Die Preiserhöhung tritt am 1. September in Kraft." In einer anderen Notiz heißt es: der " " Es war " Ob der Beschluß des Vereins Berliner Gastwirte" von allen Mitgliedern gehalten wird, steht noch dahin, aber wenn auch das lischen Geistlichen hat ein Polenprozeß, der dieser Tage das TempelZu einem neuen Kouflikt zwischen den Berliner Polen und kathoder Fall fein sollte, find die Chancen der Biertrinker in hofer Schöffengericht beschäftigte, geführt. Vor längerer Zeit machte diesem Kampfe doch so günstig, daß höchst wahrscheinlich ein Herr Wilhelmi den Versuch, in Tempelhof einen polnisch- katho die Bierberteuerung glatt abgelehnt wird. Der Verein " der Berliner Gastwirte" umfaßt noch nicht lischen Arbeiterverein ins Leben zu rufen. Er stieß aber bei den umfaßt noch nicht ein Zehntel fatholischen Ortsgeistlichen auf heftigen Widerspruch. Da auch die Wirte in Berlin, und da bestimmte Anzeichen vor- Amtsbehörde verschiedene Schwierigkeiten machte, veranstaltete handen sind, daß die anderen Wirtevereine sich nicht ohne weiteres der Einberufer eine„ Besprechung" an Stelle einer Versammseinem Beispiele anschließen werden, so kann der gestrige Beschluß lung". Das Gericht erblickte auf die allgemeine Preislage im Bier auch keine Wirkung ausüben. eine Umgehung des Gesetzes und in dem Vorgehen Wilhelmis Nun haben freilich die Saalbefizer angekündigt, daß sie auf die Gastwirtin, in deren Lokal die Besprechung stattgefunden hatte, verurteilte ihn sowie die Brauereien einwirken wollen, damit diese die Dekonomen beseitigen und in den Ausschanklokalen den Bierpreis erhöhen. Das wird aber, wie gestellt, daß der eine Tempelhofer Geistliche, Pfarrer Czartowski, zu je 15 M. Geldstrafe. In der Gerichtsverhandlung wurde festwir von unterrichteter Seite erfahren, nicht eintreten. Die Brauereien von der Kanzel herab erklärt hatte, einen katholischen Verein ohne find gar nicht in der Lage, diesem Verlangen zu willfahren. Sie Bewilligung der Geistlichkeit zu gründen sei verboten, während werden das Vertragsverhältnis mit ihren Dekonomen beibehalten, der zweite Geistliche, uratus v. Strombed, folgendes und zu den alten Preisen verkaufen. Die Einbuße, die der Schreiben an die Polizeibehörde in Tempelhof gerichtet hat: Pächter am Getränk erleidet, wird eventuell durch eine Erhöhung Wohllöbliche Polizei! Das polnische politische Komitee ladet des Speisezuschusses" wett gemacht werden. Wahrscheinlich werden zum Sonntag, 10. d. M., zu einer Versammlung im Restaurant auch die Aschinger Stehbierhallen und die 10- Ausschanklokale Niedergefäß ein. Da ich mich in keiner Hinsicht mit diesen polnischen eine Preiserhöhung nicht eintreten lassen. Der in der gestrigen Agitationen einverstanden erflären kann, bitte ich ergebenst, diese Versammlung erwähnte Verein der 10 Ausschantlokale umfaßt Bersammlung nicht als katholisch ansehen zu wollen, auch wenn nur einen geringen Brozensatz der 4/ 10- Wirte. London, 23. August. Von einem Augenzeugen erhält„ Daily Mail" eine lange Schilderung des Erdbebens von Valparaiso. In der ersten Nacht flammte während der Erdstöße der Himmel ununterbrochen von elektrischen Entladungen, weshalb vermutet wird, daß biele Feuersbrünste durch Blitzschlag entstanden seien. Die Nacht war entsetzlich. Gewaltige Gebäude stürzten wie Kartenhäuser ein. Das Opernhaus fiel beim zweiten Stoß zusammen. Das Almendral biertel ist dem Erdboden gleichgemacht. Die Feuersbrunst vollendete die Verwüstung. Es sollen 3000 Personen umgekommen sein, die Zahl der Verwundeten und der Sachschäden ist unberechenbar. Der Regierungspalast, die Polizeiämter, das Feuerwehrgebäude sind eingestürzt oder verbrannt. Die Hauptbanken sind gerettet. Die Wasseranstalt, die Klubhäuser, alle Theater sind vernichtet, alle Städte und Dörfer im Umkreis von 100 Meilen zerstört. Sonderausschüsse schützen die Siedelungen der Ausländer. Kriegsschiffe mit Vorräten find angekommen. Die Banken waren Dienstag eine Stunde geöffnet. Die Bahn nach Santiago wurde Montag ausgebessert. Die Feuersbrunst ist am Dienstag in der Brazilavenue von neuem ausgebrochen. Sie wird durch Dynamitsprengungen bekämpft. Montag fanden elf Erdstöße statt. Die meisten wohlhabenden Familien sind zugrunde gerichtet, alle großen Häuser eingestürzt, viele Werften beschädigt, manche eingefunken, die Bojen im Hafen losgerissen. Ein funkenes Schiff wurde vom Erdbeben gehoben und ist teilweise wieder sichtbar geworden. Anderen Blättern über Newhork wurde gemeldet, daß nur 10 Proz. der beschädigten Gebäude wieder bewohnbar gemacht werden können. Die Luft ist durch zahlreiche Leichen verpestet. In einem Hause wurden 50 Kinder mit bezeichnet, ob der Beschluß des Vereins Berliner Gastwirte" Nach diesen Mitteilungen wird es als sehr zweifelhaft drei Nonnen von den Trümmern begraben. In der Bucht von Val- auch zur Ausführung gelangt und ob sich die übrigen Gast paraiso entstanden Kleine Inseln. Die Küste ist an vielen Orten wirte dem anschließen. In Kürze wird sich das ja zeigen eingesunken. Wegen der Zunahme der Plünderer, von denen über und eine Klarheit über die Situation herbeigeführt werden hundert erschossen wurden, hat man die Wachen bei den Banken müssen. Einfullen werden sich die Konsumenten auf keinen verstärkt. Die Behörden haben große Schwierigkeiten, die Not- Fall lassen, sie werden auf der Hut sein. leidenden zu ernähren. Die Obdachlosen erhalten beschränkte 600 ber" " Erregung hervorgerufen, das Vorgehen des Geistlichen wird als diese unter dem Namen„ katholisch" tagt. gez. v. Strombed." Das Bekanntwerden dieses Schreibens hat in Polenkreisen große Denunziation" bezeichnet. Das Berliner Polenorgan greift den Geistlichen aufs schärfste an. Es droht:„ Diese Denunziation soll ihm( dem Herrn v. Strombeck) nicht geschenkt werden!" " Dieser fromme Herr muß tatsächlich glauben, allmächtig zu sein, denn sein Schreiben an die Polizei ist von einem unglaublichen Hochmut diftiert. Uns„ Ungläubige" kommt das Verfahren des Herrn Kuratus gar nicht ungelegen. Er möge nur so fortfahren, vielleicht gehen noch manchem Gläubigen die Augen auf. Bei der Ueberfahrt nach der Abtei in Treptow ertrunken ist ein Hausdiener dieses Restaurants namens Müller. Er war mit mehreren Kollegen nach Treptow hinübergefahren und als die jungen suchen wollten, fiel M. während der Fahrt in das Wasser und er Leute zwischen 12 und 1 Uhr nachts ihre Arbeitsstellen wieder auftrant vor den Augen seiner Gefährten. Dem religiösen Wahnsinn verfallen. Von einem beklagenswerten Schicksal ist das 19jährige DienstRationen. Es herrscht indes noch kein Mangel. Die Geschäftslage Eine neue Stiftung. Das am 11. Juni d. J. zu Halensee verist kritisch. Nach Santiago tamen 30 000 Flüchtlinge aus Bal- storbene Fräulein Emilie Mente hat in ihrem Testament die Stadt paraiso und den zerstörten Dörfern; sie wurden im Hippodrom Berlin als Universalerbii: eingefeßt. Der Magistrat hat dies Ver- Mittels Leuchtgas vergiftet hat sich der in der Osnabrüderuntergebracht. mächtnis angenommen. Der gesamte Nachlaß, der nach Angaben straße 1 wohnhafte 56 jährige Schankwirt Karl Nize, der in seinem In einem Spezialberichte aus Santiago heißt es: Die Be- des Testamentsvollstreckers 200 000-300 000. betragen soll, ist Lokal, auf dem Stuhle sigend, tot aufgefunden wurde. Der Grund deutung des Erdbebens kann jetzt erst gewürdigt werden. Der Tierschußitiftung Deutscher Lehrer und 20 000 2. einem hiesigen er noch für ein ihm früher gehöriges Schankgeschäft in der Emdenermit einigen Legaten usw. belastet, u. a. follen 26 000 m. der zu diesem Selbstmord ist darin zu suchen, daß N. 500 M., welche größte Teil der modernen Häuser ist nicht mehr bewohnbar. In Einwohner überwiesen werden. Die Zinsen des Vermächtnisses sollen straße zu erhalten hatte, auf dem Klagewege nicht erlangen konnte. den meisten Straßen ist das Umhergehen wegen der stürzenden zu laufenden Unterstützungen für hülfsbedürftige Einwohner Berlins Ein weiterer Selbstmord trug sich in der Berlinerstr. 97 in Trümmer gefährlich. Die öffentlichen Plätze und die großen Alleen verwandt werden. Bewerbungen und Gesuche um Unterstügungen Rigdorf zu. Als eine Aftermieterin der in dem genannten Hause in Santiago find voll von Leuten, die im Freien kampieren. aus diesem Vermächtnis sind vorläufig wedlos, weil der Nachlaß wohnenden Arbeiterin Auguste Fenselau abends von der Arbeit Wagen aller Art werden zum Schlafen benutzt. Die erste Nacht erst geregelt werden muß und nach erfolgter Zustimmung der Stadt- heimkehrte, fand sie ihre Wirtin, Frau F., am Bettpfosten erhängt wurde schreckenerregend gestaltet durch Blize und Regengüsse. verordnetenversammlung noch die landesherrliche Genehmigung zur bor. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Dabei rissen die telegraphischen Leitungen infolge der ununter- Annahme des Vermächtuisses erforderlich ist. Tod feststellen. Die Leichen der beiden Lebensmüden wurden nach brochenen Stöße und dazwischen erflang das Läuten der Die Zahl der Pflegekinder, für deren Pflege die Stadtgemeinde dem Schauhause geschafft. Brandglocke. Jedem Stoße folgte das Wehrlagen und das Beten Unterstützungen zahlte, betrug Ende Mai dieses Jahres 11 400. An ber in Regen und Schmut knieenden Volksmengen. In den laufenden Unterstüßungen wurden dafür im Mai dieses Jahres Slachthäusern von Santiago brachen infolge der Preis- 90 284 m. gezahlt oder im Durchschnitt pro Kind 7,92 M. Außer erhöhung des Fleisches Unruhen aus, die militärisch beigelegt werden Gesamtbetrage von 4570 M. gezahlt. Bon den Pflegekindern tamen dem wurden an 519 Pflegegeldempfänger Extraunterſtügungen im mußten. Das Volt hat beschlossen, die von den Metzgern verlangten 12 in ein Krantenhaus und 16 in andere Anstalten. Preise nicht zu zahlen. Der Bürgermeister erklärte unverschämte Breisforderungen für strafbar und begann mit der Errichtung worden. In der Nacht vom 20. zum 21. August find am HohenEin Diebstahl von Fernsprechdraht ist jetzt schon wieder entdeckt bon Fleischdepots. Ein großer Teil der Bewohner von San Schönhausen- Weißenseer Verbindungsweg zwischen den Stangen 13 tiago schläft unter freiem Himmel. Bis zum 20. Auguſt mittags bis 17 die Drähte von 2-6 Ferniprechleitungen durchschnitten und mädchen Elsbeth M., das bei einem Pfarrer in der Gleditschstr. 34 waren 600 Zotenscheine ausgestellt worden, und dabei hatte gestohlen worden. Das Gewicht der 1,5 und 2 Millimeter starken in Stellung war, ereilt worden. Das junge Mädchen war eine man taum mit der Säuberung der Ruinen begonnen. Die Bronzedrähte beträgt rund 20 Kilogramm, der Wert rund 25 m. eifrige Anhängerin der Baptistengemeinde und besuchte fleißig die Beerdigungen sind wegen Mangels an Arbeitskräften erschwert. Für die Ermittelung der Täter hat der faiserliche Ober- Postdirektor Versammlungen der Sekte. Es währte nicht lange, so machte sich 25 Diebe wurden kurzer Hand erschossen. Sämtliche Theater Geheimer Ober- Postrat Vorbeck wieder eine Belohnung von 300 M. bei der M. ein seltsames Gebaren geltend. Als der eigenartige Santiagos und alle Kirchen bis auf zwei sind zerstört worden. Der ausgesetzt. Bustand immer mehr zunahm und der Dienstherr die Ursache erfuhr, berbot er dem Mädchen die weiteren Besuche der Versammlungen. Feuersbrunst wurde durch Isolierung der brennenden Gebände ver Kein Cholerafall. Wie wir berichteten, starb die acht Jahre alte Das Dienstmädchen ließ jedoch nicht mehr hiervon ab. Als es nun mittelst Dynamit ein Ende gemacht. In Santiago und in anderen Tochter des Zimmermanns Weimann, Köpenickerstraße 23 unter vorgestern mittag auf dem Wochenmarkt am Winterfeldtplaz Einkäufe Drten tamen infolge des Erdbebens Fälle von Geistesstörungen vor. choleraverdächtigen Erscheinungen. Die bisherigen bakteriologischen besorgte, wurde es plöglich von religiösem Wahnsinn befallen. Es Ein Bauer, der ganz in rot gekleidet war, lief durch die Straßen Untersuchungen in dem hygienischen Institut für Jufektionstrant- rief die Namen der Heiligen an und als einige Männer die Bea Santiagos, erklärte, Gottes Sohn zu sein, und prophezeite den heiten lassen es so gut wie ausgeschlossen erscheinen, daß es sich in dauernswerte entfernen wollten, hielt sie diese für Petrus, Paulus, Untergang der Welt. Die Polizei vermochte nur mit Mühe, den diesem Falle um Cholera handelte. Im übrigen ist zu bemerken, ja auch für Chriftus. Die Unglückliche wurde einstweilen nach der daß alle Jahre um diese Zeit Krankheitserscheinungen auftreten, Rettungswache in der Eisenacherstraße gebracht und von dort nach Unglüdlichen den Händen des erregten Volles zu entreißen. die eine gewisse Aehnlichkeit mit Cholera haben. Die Fälle der Irrenanstalt in Dalldorf übergeführt. Ein neuer starker Erdstoß wurde in Abancay in Peru verspürt. erweisen sich schließlich, selbst wenn sie hier und da bei geschwächten Personen tödlich verliefen, nicht als Choleraerscheinung. Beim Zusammenbrechen eines Schaufensterrahmens schwer verZum Entstehen der Cholera ist nowendig, daß Cholerakeime vor unglückt ist gestern nachmittag der 34 jährige Arbeiter Albert Bogenhanden sind. Daß sich etwa vom vorigen Jahre noch Cholerakeime schneider aus der Wriezenerstr. 35. B. ist in der Geldschrankfabrik irgendwo in Deutschland erhalten haben können, ist absolut aus von Arnheim beschäftigt und als er beim Transport eines Geldgeschlossen. In Berlin jolie in den Vororten werden alle Fälle, die schrankes war, stürzte plößlich ein schwerer eiserner Fensterrahmen irgendwie choleraähnliche Erscheinungen bieten, eingehend bakterio- ein und fiel auf den Arbeiter. Der Verunglückte mußte schwerverlett logisch untersucht. Die Untersuchung der Leiche des Schneidermeisters in das Lazarus- Krankenhaus eingeliefert werden. Friedrich Prant, Nostizstr. 48, der ebenfalls unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben ist, hat bisher gleichfalls nichts Verdächtiges ergeben. Partei- Angelegenheiten. Marieudorf. Einen Familienausflug veranstaltet der Wahlverein für Mariendorf und Umgegend am Sonntag, den 26. August. Abfahrt: Mariendorf vormittage 10,50, Marienfelde 10,56, bis Mahlow. Treffpunkt vormittags 10 Uhr in Mariendorf, Dorf und Rathausstraßen- Ecke. Für Nachzügler ist der Treffpunkt in Blankenfelde im Restaurant von Schröder. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Stralan. Die Wahlvereinsversammlung, welche am 26. b. M. stattfinden sollte, muß wegen der Kreisgeneralversammlung auf den folgenden Sonntag berschoben werden. Wir bitten die Genossen hiervon Notiz zu nehmen. erwartet Der Vorstand. dabei Durch die Decke durchgebrochen. Ein verhängnisvoller Unglüdsfan hat sich Mittwoch nachmittag auf einem Neubau in der Prinzenallee zugetragen. Der 43 Jahre alte Bauarbeiter Gottfried Matschte, Rostoderstr. 33 wohnhaft, hatte in der zweiten Etage die Dede bes treten, obwohl sie erst kurz vorher verschalt worden war. Er brach infolgedessen durch und stürzte in die erste Etage hinab. Arbeitsfollegen brachten M. nach der Unfallstation in der Badstraße, wo außer schweren Rückenquetschungen auch andere erhebliche Verlegungen festgestellt wurden. Einbruch bei einer Bersicherungsgesellschaft. In der letzten Nacht haben Geldschranktnader der Schweizerischen Versicherungsgesellschaft " Helvetia" in der Jeruſalemerstr. 3/4 einen Besuch abgestattet und gegen 10 000 Mart bares Geld erbeutet. Die Räume der Gesellschaft liegen im ersten Stock. Als gestern früh das Personal den Dienst antreten wollte, fand es feinen Einlaß zu den Geschäftsräumen. Die Korridortür war von innen verriegelt und Groß- Besten und Umgegend. Sonntag, den 26. August 1906, durch die vorgelegte Sicherheitskette gesperrt. Nachdem die Tür Durch einen umftürzenden Bauzaun schwer verunglückt ist Mits nachmittags 2 Uhr, Volksversammlung für Frauen und durch einen Schlosser gewaltsam geöffnet worden war, machte man woch nachmittag der zehnjährige Sohn des Schlossers Winicke aus Männer im Lokal des Gastwirts Meinecke in Groß- Besten. Tages- die Beobachtung, daß hier nächtlicher Besuch gehauft hatte. Im der Warthestr. 6. Der Kleine hat vor dem Hause Warthestr. 72 ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Dr. B. Borchardt- Char- Kassenzimmer war der Geldschrank durch Anbohren der Schlösser er mit anderen Knaben gespielt, als plößlich ein Teil des Bauzaunes lottenburg: Biel und Zweck der politischen und gewerkschaftlichen brochen und feines Inhaltes an barem Gelde beraubt worden. umstürzte und W. unter sich begrub. Auf die Schmerzensschreie des Organisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch Es wurde sofort festgestellt, daß gegen 10 000 m. den Einbrechern in verunglückten Kindes eilten Arbeiter hinzu und befreiten es aus Der Einberufer. die Hände gefallen waren. Bei näherer Untersuchung wurde ermittelt, daß feiner qualvollen Lage. Schwer verlegt mußte W. in das Elisabethdie Einbrecher von der Treppe aus durch ein Treppenfenster auf ein Kinderhospital eingeliefert werden. breites Fenstersims gestiegen sind, ein eisernes Gitter überflettert Aus Furcht vor Strafe verschwunden ist der 18jährige Schüler haben und dann durch ein zweites Fenster fich Eingang zu den Räumen der Versicherungsgesellschaft verschafft haben. Um vor Hans W., dessen Eltern in der Hafenheide 88 wohnen. Der Knabe Ueberraschungen sicher zu sein, verriegelten sie dann die Eingangstür batte bei einem Bäcker in der Nachbarschaft auf den Namen seiner die nach dem am Mittwoch gefaßten Beschluß des Vereins von innen. Ein weit größerer Geldbetrag ist von den Dieben glück- Eltern nach und nach für einige Mark Kuchen geborgt und als er Berliner Gastwirte" nun auch in Berlin in Kraft treten soll, licherweise nicht gefunden worden. Sie ließen am Tatorte einen merkte, daß die Mutter hiervon erfahren hatte, verschwand er plötzlich werden nachträglich verschiedene Mitteilungen verbreitet, die Meißel und einen Schraubenzieher zurück, sonst aber fehlt von ihnen die Bierkonsumenten beschwichtigen sollen. So heißt es in einer jede Spur. Vor 14 Tagen haben übrigens unmittelbar über diesen derselben! Die gestern vom„ Verein Berliner Gastwirte" beschlossene ohnung des Hausbesizers Neumann. Während sich dieser in der Abwälzung der Biersteuer auf die Konsumenten durch Erhöhung Sommerfrische befand, wurde er in seiner Wohnung nicht nur bedes Bierpreises in den Gastwirtschaften wird schwerlich zur all- stohlen, sondern die nächtlichen Einbrecher demolierten auch alle gemeinen Durchführung gelangen. Die allgemeine Preiserhöhung Berliner Nachrichten. Ueber die Biervertenerung, Möbel. bleib waren vergeblich. Es wird vermutet, daß sich der Vermißte am vergangenen Sonntag. Die Nachforschungen nach seinem Vers ein Leid angetan hat. 2. hat blondes Haar, blaffes Geficht und war mit blauem Cheviotanzug, gelben Schnallenschuhen und grauer Jodeimüze bekleidet. Ein Paket, Beinkleider und Werkzeug enthaltend, ist auf der Station Gesundbrummen am 21. August zwischen 7 und 8 Uhr wäre nur denkbar, wenn die Wirte in dieser Frage einig wären. Wenn man einen Ausfing unternimmt, kann man manchmal auch Bitte abzugeben abends im Bollring III. Klasse vergessen worden. Das ist aber keineswegs der Fall. Schon in der gestrigen Ver- recht unangenehme Erfahrungen machen, denn in den Forsten tauchen bei Alb. Gensch, Zimmerer, Ruppinerstr. 14, Hof part. sammlung äußerten viele Mitglieder, sie würden die Preise nur hin und wieder Gestalten auf, die eine Gefahr für Erholungsuchende Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht wurde der 7. Löschzug erhöhen, wenn die Gäste damit einverstanden seien. Sehr fraglich werden können. Einer unserer Leser hat nach dieser Richtung Er- nach der Rüdersdorferstr. 26 gerufen, wo in einem Maschinenhause ist es aber, ob sich die übrigen großen Gastwirtsverbände, die in fahrungen gemacht, die er uns bittet zu Nutz und Frommen anderer Feuer ausgekommen war und das Dach bereits bei Ankunft der Berlin neben dem Verein Berliner Gastwirte" bestehen, dem weiteren Streisen zur Kenntnis zu bringen. Ein junges Pärchen Feuerwehr in Flammen stand. Durch sofortiges Wassergeben konnte Vorgehen dieses Vereins anschließen. Der große Verband der hatte nach Friedrichshagen eine Partie unternommen und sich dort die Gefahr auf das Maschinenhaus beschränkt werden. Gleichzeit erfolgten von mehreren Seiten Alarme nach der Dauzigerstr. 84. den Jugend seine Sympathie aussprechen, während die andere Dort war Papier in Brand geraten und verursachte großen Qualm. analog dem Grundsatz im Parteiprogramm, wonach der Kampf In der Dragonerstr. 49a mußte nachts ein Brand gelöscht werden, gegen die herrschenden Klassen einheitlich gestaltet werden soll, den der in einer Schneiderwerkstatt ausgefommen war. Um Mitternacht Parteivorstand beauftragt, die Initiative zu ergreifen, um erneut machte sich in dem Haufe Zimmerstr. 52 Gasgeruch bemerkbar. Die einer Einigung der Zentral- und Lokalgewerkschaften die Wege alarmierte Feuerwehr beseitigte die Gefahr durch Lüften und Ab- zu ebnen. stellen der Leitung. Heute früh brannte es zum zweitenmal in der Rüdersdorferstr. 26. Holzstaub in einem Exhaustorrohr hatte sich entzündet. Die Gefahr konnte bald beseitigt werden. Ferner mußten noch Preßkohlenbrände auf mehreren Bahnhöfen geLöscht werden. Rigdorf. Vorort- Nachrichten. Des weiteren beschloß die Versammlung der Kreis- Generalversammlung den Genossen Heinrichs als Parteitagsdelegierten in Vorschlag zu bringen. Als Delegierte zu der am Sonntag stattfindenden Kreis- Generalversammlung wurden die Genossen Heinrichs, Hoffmeister und Zirkel gewählt. Zum Schluß berichtigt der Vorsitzende noch einen Irrtum, wonach die Wählerlisten nicht im Rathause, sondern Jsarstr. 5/6 III ausliegen und fordert zur regen Durchsicht auf In der Generalversammlung des Wahlvereins am Dienstag teilte zunächst der 2. Vorsitzende Genosse Kley mit, daß die Genossen Neye( Schankwirt) und Petersen( Schneider) aus dem Leben geschieden seien; die Versammlung ehrte das Andenken an die Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen. Dann verlas der Kassierer Müller einige 50 Eintrittsmeldungen. Bis auf einen Fall, der dem Vorstand zur näheren Untersuchung überwiesen wurde, wurden sämtliche Aufnahmen vollzogen. Nunmehr hielt Gen. Schütte einen Vortrag zum Mannheimer Parteitag; er besprach die Tagesordnung des Parteitages, deffen Verhandlungen sich zweifellos auf der Höhe der vergangenen Parteitage halten werden. Berkrachtes Warenhaus. Das Rigdorfer Warenhaus von Robert Blumenreich ist in Konkurs geraten. Die Passiven betragen weit In zwei aufeinander folgenden Versammlungen beschäftigten über eine halbe Million Mart. Der Konkurs ist nicht auf schlechten sich die Nixdorfer Parteigenossen mit den Anträgen zum Mann- Geschäftsgang, sondern auf Mangel an dem erforderlichen Betriebsheimer Parteitage. In der ersten Versammlung hielt Genoffe tapital zurückzuführen. Albrecht Fülle das einleitende Referat. Zum Geschäftsbericht bemerkte der Referent, daß durch die in Jena ins Leben Charlottenburg. gerufene Zentralisation die Arbeit im Reiche fruchtbringender und für die Gesamtpartei von Vorteil gewesen sei, was der demnächst borliegende Kassenbericht am besten beweisen werde. Bei Besprechung der Hochschule wendet sich Redner scharf gegen Mißgriffe in der Besetzung der einzelnen Lehrfächer. Als einen solchen bezeichnet er die Berufung des Genossen Maurenbrecher, der noch zu jung in der Bewegung sei, um über Parteigeschichte lehren zu önnen. Sierher gehörten alte, befähigte, durch jahrzehntelange Arbeit erprobt: Genossen. Auch bei der Anstellung des Genossen Schröder( einer der Sechs") als Redakteur des Correspondenzblattes" habe der Vorstand die Berliner Genossen nicht gefragt, sondern Schröder quasi wieder die Treppe hinaufgemaßregelt. Beim Parlamentsbericht bespricht der Referent die Schädlichkeit der Doppelmandate. Es sei den einzelnen Genossen unmöglich, ihre volle Kraft in den Dienst der Partei zu stellen, wenn sie durch Reichstags- und Landtagsmandate ( füddeutsche und thüringische Staaten), zu denen vielfach noch kommunale Ehrenamter hinzukommen, überlastet seien. Beim Punkt Massenstreit kritisierte Redner 1. a. die eigenartige Stellungnahme einiger Gewerkschaftsführer bezw.-Blätter, wie sie auch jetzt wieder anläßlich der Veröffentlichung des Protokolls flar zutage getreten fei. Gerade in jenen Kreifen gefalle man sich darin, stets zu betonen, daß ein Zwiespalt zwischen Partei und Gewerkschaften bestehe, während das Gros der Arbeiterschaft längst erkannt habe, daß Partei und Gewerkschaft eins sei. " In der Diskussion wendet sich Genosse Conrad gegen einzelne Ausführungen des Referenten. Conrad verwahrt die Gewerkschaften gegen einen Ausspruch des Referenten, wonach die selben Sisyphusarbeit verrichteten; ferner erklärt er, mit der abfälligen Bemerkung des Referenten über die Berufung des Genoffen Maurenbrecher als Lehrer der Hochschule nicht einverstanden zu sein. Man könne nicht einen Parteigenossen, der, so lange er bis jetzt zur Partei gehört, seine volle Schuldigkeit getan und die Befähigung zur Bekleidung eines derartigen Postens besize, einfach ad acta legen. Genosse Boeste erwartet vom diesjährigen Parteitag, daß in der Frage" Partei und Gewerkschaft" endlich einmal Klarheit geschaffen werde, es müsse frei und offen aus gesprochen werden, wohin gezielt wird, man müsse zu dem Resultat kommen, daß Partei und Gewerkschaft eins sei. Boeste wendet sich im weiteren gegen die Darlegungen des Referenten, soweit die Genossen Maurenbrecher und Schröder in Frage kommen. In beiden Fällen habe es sich der Parteivorstand wohl überlegt, ehe er diese Schritte unternahm. Aber auch betreff der Lehrer heiße es: Woher nehmen und nicht stehlen?" Bezüglich der Anstellung des Genossen Schröder vertritt Redner den Standpunkt, daß man doch endlich einmal die alten Sünden vergessen möge. Wir sollten uns davor hüten, in die Praktiken des Unternehmertums zu verfallen, die bei Differenzen oder Streiks die Arbeiter auf die schwarze Liste sehen, wogegen wir uns mit Recht wehrten. Nachdem noch einige Redner von ihnen eingebrachte Resolutionen begründet hatten, wurde ein Bertagungsantrag an= genommen. Genosse Fülle machte darauf aufmerksam, daß er der neuen Versammlung wegen beruflicher Schwierigkeiten kaum werde beiwohnen tönnen und bittet um ein Schlußwort, was ihm ohne weiteres zugestanden wird. Er konstatiert sodann, daß ihm Genosse Conrad vielfach recht derb mißverstanden habe. Seine Bemänge lungen an den kritisierten Maßnahmen des Parteivorstandes müsse er aufrechterhalten, ein persönlicher Vorwurf habe ihm fern gelegen, feine Ausstellungen seien in der Sache begründet. Mit dem Ausdruck Sisyphusarbeit" sei von manchen Gewerkschaftsführern und-Blättern einfach grober Unfug getrieben worden. Keinem denkenden Barteigenossen falle es ein, die gewerkschaftliche Aktion mit Sisyphusarbeit zu vergleichen, aber diese Aktion mrüsse ein Ziel haben und dieses Ziel müsse das sozialistische Endziel sein: Beseitigung der Klassenherrschaft Errichtung der Demotratie; Beseitigung des privatkapitalistischen Ausbeutungssystems und seine Erfeßung durch die genossenschaftliche Organisation der Arbeit, d. h. den Sozialismus. In der anschließenden Generaldiskussion griff Gen. Bernhard heftig den Parteivorstand wegen der Beröffentlichung des Gewerkschaftsprotokolls an. Durch den damit begangenen groben Vertrauensmißbrauch werde der Zwiespalt zwischen Partei und Gewerkschaften vergrößert, während das Bestreben der Partei auf eine Beseitigung des Zwiespaltes gerichtet sein müsse. Daß in Köln und Jena über den Massenstreit ganz verschiedene Beschlüsse gefaßt werden konnten, zeige einen Mangel an Zusammenarbeiten, der nicht wieder vorkommen dürfe; der Parteitag müßte eine Instanz zwischen Parteivorstand und Generalfommission schaffen. Die Genossen Ehrlich, Krause und Rosenfeld ber= teidigten nachdrücklich die Veröffentlichung des Protokolls, das nach dem Vorgehen der„ Einigkeit" nicht mehr geheim war; die Veröffentlichung sei angesichts der entstellten Teilveröffentlichung durch die„ Einigkeit" im Interesse der Partei und der Gewerkschaften geradezu notwendig gewesen. Gen. Dr. Borchardt teilt über die Veröffentlichung die Auffassung Bernhards; wichtiger sei jedoch die Frage, wie der Parteitag sich zum Massenstreit stellen werde. Der Kölner Gewerkschaftskongreß habe der anarcho- sozialistischen Agitation durch seinen Beschluß eine glatte Absage erteilt; in der Partei dagegen berauschte man sich an großen Worten und Geberden. Der Beschluß in Jena sei ja mit hinreichenden Wenn und Aber verklausuliert, aber die ihm vorangehenden Verhandlungen bedeuteten eine Blamage für die Partei.( Lebhafter Widerspruch.) Glücklicherweise habe der Parteivorstand bald wieder fühles Blut bekommen, das sich jetzt auch in der Partei mehr und mehr verbreite; daher sei zu hoffen, daß in Mannheim Kölner, nicht Jenenser Töne angeschlagen würden. Es folgten Anträge zum Parteitag. Gen. Ha bi ch begründete den Antrag: " Der Parteitag verpflichtet die örtlichen Wahlvereinsvorstände, zweds Durchführung und Regelung der Arbeitsruhe am 1. Mai mit den örtlichen Gewerkschaftskommissionen rechtzeitig in Verbindung zu treten. Zur Unterstüßung der durch den 1. Mai Ausgesperrten und Gemaßregelten sind von den am 1. Mai arbeitenden Parteigenossen Gelder aufzubringen. Zu diesem Zwecke wird der Parteivorstand beauftragt, Maimarken herauszugeben." Für den Antrag tritt auch Gen. Dr. Borchardt ein, während die Genossen Kley, Schade, Viert den zweiten Absah lebhaft bekämpfen, weil dadurch einem Lostaufen von der Arbeitsruhe Borschub geleistet und die Arbeitsruhe nicht ausgedehnt, sondern eingeschränkt werden würde. säte werden abgelehnt. Absatz 1 wird einstimmig angenommen, die anderen AbDie Versammlung erwartet, daß der Parteitag bei Punkt 4 der Tagesordnung zum Ausdruck bringt, daß die deutsche Sozia! demokratie an der durch den internationalen Arbeiterkongreß 1889 zu Paris beschlossenen Form der Maifeier festhält und energisch Propaganda für die Maifeier zu machen hat. Ferner soll jeder Parteigenosse verpflichtet sein, solchen Bestrebungen, wie sie in dem Antrage( 51a) des Genossen Robert Schmidt auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß gekennzeichnet sind, auf das entschiedenste entgegen zu treten. Gegen diese Resolution wandte sich Kubig, da sie etwas Selbstverständliches enthalte und an der Maifeier vor dem nächsten internationalen Kongreß nichts zu ändern sei. Lebhafter gestaltete sich die Diskussion über die Frage des Massenstreifs. Neumann bedauerte, daß seit der Jenaer Resolution keine Fortschritte in dieser Beziehung zu verzeichnen seien und das Jahr nuß- und zwecklos verstrichen sei. Kronfeldt wies diese Ausführungen zurück und empfahl, intensivere Agitation und Stärkung der Or ganisationen als nächstes Ziel im Auge zu behalten. Nach weiteren Ausführungen der Genossen Glüer, Hanisch, Neumann und Meisner wurde die Diskussion geschlossen. In einem schneidigen Schlußwort faßte der Referent die Ergebnisse der Disa fussion zusammen. Vor der Abstimmung der Resolution be treffend die Maifeier machte Freiwaldt darauf aufmerksam, daß die Kreisgeneralversammlung ebenfalls über die Resolution zu bes schließen habe, damit sie durch die Delegierten des Kreiſes auf dem Parteitage vertreten werden könne. Es erfolgte alsdann die Annahme der Resolution, sowie des Antrages, für den Fall der Ablehnung durch die Kreisversammlung die Resolution als solche der Ortsgruppe Pankow dem Parteitag vorzulegen. Ferner wurde der Antrag auf Ausschluß des Mitgliedes Koch, Brehmestr. 49, angenommen. Nach der Bekanntgabe der neuen Mitglieder begründete Freiwaldt noch nachstehende Resolution: Die Versammlung nimmt von den Verhandlungen über den Pankower Wochenmarkt, die in der Gemeindevertretera fizung am 21. d. M. gepflogen wurden, Kentnis und bestätigt, daß in Pankow ein erhebliches Bedürfnis dafür vorhanden ist, daß außer den Lebensmitteln auch andere Waren auf dem Wochenmarkte feilgeboten werden. Die Versammlung ist ferner davon überzeugt, daß infolge einer Einschränkung des Martt handels der Einkauf in Berliner Markthallen und Kaufhäusern borgezogen werden wird, was weder im Interesse der hiesigen Geschäftsinhaber noch der Konsumenten liegen kann. Da aber das Interesse der Gesamtheit der Konsumenten über demjenigen einzelner Geschäftsinhaber stehen muß, die vielleicht gegen die Marktkonkurrenz nicht aufkommen können, wird die Gemeindevertretung ersucht, alle Anträge auf Einschränkung des Wochenmarktes abzulehnen. Kronfeldt wandte sich gegen diese Resolution, da der Kleinhandel durch eine derartige Unterstüßung doch nicht vor dem Untergange, der infolge der kapitalistischen Wirtschaftsweise unvermeidlich ist, bewahrt werden kann. Tobler ist deshalb das gegen, weil bei der Rücksichtnahme auf den Kleinhandel die Konsumgenossenschaftsbewegung vergessen wird. Für die Resolus tion traten Kop, Röber und Kubig ein und nach einem kurzen Schlußwort des Antragstellers wurde sie alsdann einstimmig angenommen. Die Amtsniederlegung des früheren Amtsvorstehers Gottschalk führte in der letzten Sizung der Vertretung zu einer vorläufigen Erklärung durch den derzeitigen Amtsvorsteher Kuhr. Es kann als abgeschlossen gelten, daß Gottschalk nur wegen der Rohbauabnahme- Bescheinigung sein Amt niedergelegt hat, wodurch er dent bom Landrat angedrohten Disziplinarberfahren aus dem Wege gehen wollte. Die seit Jahren im Orte verbreiteten Gerüchte von Zuwendungen, welche dem Amtsvorsteher aus Anlaß des Verkaufs des Gutes Mühlenbeck an die Gemeinde gemacht worden seien, sind nach einem Ermittelungsverfahren hinfällig. Dagegen ist als festgestellt zu betrachten, daß bei der Entgegennahme der Auflassung des Gutes beim Amtsgericht Oranienburg im Bahnhofsrestaurant von dem früheren Befizer auf die Schwierigkeit der Unterbringung des Kapitals hingewiesen worden war, worauf der bei der Auflaffung zugegen gewesene Gemeindeschöffe Hehn er wähnte, daß ihm eine Hypothet gekündigt sei, und er den Mehl= hausen um die Hergabe einer solchen ersuchte, die ihm auch in der Höhe von 125 000 M. zu 4½ Proz. gewährt wurde. Desgleichen hat auch Gottschalt einige Zeit später ebenfalls um eine Hypothet gebeten und dieselbe in der Höhe von 150 000 m. zu 4 Proz. ers halten. Da die„ Aufklärungskommission" noch weiter tagt, so war die Ein Antrag des Vorstandes, das Monatsabonnement für Angelegenheit vorläufig erledigt und wurde eine Debatte nicht beden Vorwärts" auf 1 M. herabzusehen, wird angenommen, liebt. abgelehnt dagegen wird ein Antrag Löwenberg, auch ein Eine interessante Klage wird die Gemeinde gegen die königs Wochenabonnement des" Borwärts" einzurichten. Der 7. Bezirk liche Charité anstrengen wegen einer Forderung von 112 M. beantragt, daß Geschäftsannoncen und Reklamen im Arbeiternotiz- Patient ist in Berlin heimatberechtigt; die Charité liquidiert kalender in Zukunft teine Aufnahme finden sollen. Der Antrag 4 M. pro Tag, während die Gemeinde nur 1 M. pro Tag eventuell wird angenommen. Ein Antrag Langhein: zu zahlen hätte. Pankow ist aber nicht benachrichtigt worden, daß der Patient dort auf Kosten Bantows untergebracht ist. Wäre letzteres der Fall gewesen, so hätte Pankow den Patienten, welcher geistestrank geworden, kostenfrei in der Provinzial- Jrrenanstalt Eberswalde unterbringen können. Die Charité beruft sich auf Kostenanforderung zustehe, Pankow beruft sich auf das vom Jahre eine Kabinettsordre vom Jahre 1830, daß ihr das Recht der direkten 1871 gegebene Unterstützungswohnsißgefeß, wonach die Heimatsgemeinde aufgefordert werden muß, zu zahlen. Schöneberg. " Der Parteitag möge beschließen, daß jeder Parteigenosse der Gewerkschaft seines Berufs, die an die Generalfommission angeschlossen ist, anzugehören hat. Die Sonderbündelei der Lokalorganisierten hat heute keine Berechtigung mehr, ste trägt nicht wird von dem Antragsteller begründet. Das schädigende Treiben zur Stärkung, sondern zur Schwächung der Arbeiterbewegung bei" der Gewerkschaftszersplitterer sei in den letzten Vorgängen besonders fraß zutage getreten; die Partei müsse zwischen sich und diesen Beuten reinen Tisch machen. In der am 21. d. M. stattgehabten zweiten Versammlung er= folgte die Weiterberatung der gestellten Anträge resp. Diskussion über den gehörten Vortrag. Vielfach wurde bedauert, daß Genosse Fülle am Erscheinen verhindert sei, da verschiedene Redner mit dessen Ausführungen über die Gewerkschaften nicht einverstanden waren, oder aber sie als zu weit gegangen bezeichneten. Fast alle Redner aber waren sich darin einig, daß nichts Partei und Gen. Dr. Borchardt tritt für den Antrag ein, weil die Gewerkschaft trennen dürfe und daß die Arbeiterschaft jeden zwie angeregte Frage einer eingehenden Diskussion in Mannheim bespaltversuch zurückweisen müsse und es wird erwartet, daß der dürfe. Dagegen wird der Antrag von den Genossen Hader, Mannheimer Parteitag endlich eine klare Richtschnur gebe. Ginig- Bollentin und Kley bekämpft; selbst Zentralverbändler, halten keit in den eigenen Reihen, nicht Zwiespalt müsse die Parole sein. fie es im Interesse der Verbände für nötig, daß diese aus eigener Geschlossen müsse die gesamte organisierte Arbeiterschaft dem ge- Kraft die Lokalisten aufsaugen; außerdem dürfe auch, wie Kley meinsamen Feind gegenüberstehen, dann sei sie auch reif, allen Machinationen zum Troz unsere schärfste Waffe, den Massenstreit, betont, die Partei nicht selbst einen Keil zwischen ihre Mitglieder in die Rüstkammer aufzunehmen. Nach lebhafte: Diskussion wurden alsdann folgende Anträge, die nach Zustimmung der Kreis- Generalversammlung dem Partei1. Der Parteitag zu Mannheim möge zu dem Referat über den Massenstreit einen Korreferenten bestellen und damit einen Genossen aus der Generaltcmmission betrauen, damit auf Grund gegenseitiger Aussprache der Parteitag eine Resolution annimmt, welche klar und unzweideutig den Standpunkt des Parteitages zur Frage des politischen Massenstreits erkennen läßt. 2. Der Parteitag zu Mannheim möge erneut beschließen, daß der politische Massenstreit als Waffe des Proletariats anerkannt wird und allen Barteigencffen zur Pflicht zu machen, für Bartei und Gewerkschaft unablässig zu agitieren, weil eine große und gut disziplinierte Organisation die erste Borbedingung für das GeLingen des politischen Wassenstreifz ist. tag vorgelegt werden sollen, angenommen: 3. Analog des Mehrheitsbeschlusses der letzten Generalversammlung des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine von Groß- Berlin ist dem§ 2 des Organisationsstatuts folgender Paffus als Absah 2 einzufügen: " Diejenigen Genossen, welche troß eines regelrecht gefaßten Gewerkschaftsbeschlusses arbeiten, sind aus der Partei auszuschließen." 4.§ 3( Parteiangehörigkeit) ist hinzuzufügen: Während des gegen einen Parteigenossen schwebenden Ausschlußverfahrens ruhen dessen sämtliche Rechte und Pflichten." treiben. Der Antrag wird angenommen. Agitation im Heere zu beschäftigen, wird abgelehnt; abEin Antrag Krause, auf dem Parteitage sich mit der gelehnt wird auch ein Antrag Löwenberg, in sämtlichen größeren Städten Bildungsschulen zu errichten, in den größten Städten besondere in den verschiedenen Bezirken. Zur Generalversammlung des Kreises liegen Anträge nicht vor. Auf eine Anfrage des Gen. Dr. Borchardt wegen der proportionalen Vertretung im Kreise erwidert Gen. Kley, daß eine gemeinsame Sibung der Vorstände von Charlottenburg, Rigdorf und Schöneberg noch nicht stattgefunden habe, doch werde die Angelegenheit nicht von der Tagesordnung verschwinden. Der Bericht von der Generalversammlung des Verbandes von Groß- Berlin wird wegen der vorgerückten Zeit von der Tagesordnung abgesezt. Gen. Bernhard fragt, wie dort die Charlottenburger Delegierten bei dem Antrag auf Ausschluß derer, die entgegen einem Mehrheitsbeschluß am 1. Mai gearbeitet hätten, gestimmt haben. Gen. I eh erwidert, daß die Abstimmung geteilt war, einige sich der Stimme auch ganz enthalten haben. Gen. Bernhard erflärt, die Frage sei von den einzelnen Wahlvereinen zu entscheiden, nicht vom Verbande, der hier seine Kompetenz überschritten habe. Dieser Auffassung wird aus der schon stark gelichteten Verfammlung widersprochen. Pankow. Der Wahlverein hielt am 21. August feine Mitgliederversamm lung im Obsischen Lokale ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorfißende mit warmen Worten unseres verstorbenen alten Parteigenossen Samuel Sir ste; die Versammlung ehrte das Andenken des Dahingeschiedenen durch Erheben von den Pläßen. Bum ersten Punkte der Tagesordnung wurde sodann der Bericht bon der letzten Kreisgeneralversammlung vom Genossen Kubik ergeneralversammlungen ein. Er übte Kritik an dem bestehenden Zustande, ſtattet. In der Diskussion über denselben ging Genosse Wölfling auf die schon des öfteren ventilierte Frage der Delegierten zu unseren Kreisben er für unhaltbar erklärte, und unterbreitete einen Antrag, der die Einführung des Proportionalwahlsystems fordert. Dieser Antrag wurde von den Genossen Fischer, Däumig und Küter aus taktischen Rücksichten bekämpft und darauf in der Abstimmung abgelehnt. Alsdann wurden zur bevorstehenden Kreisgeneralversammlung am 26. Auguft die Genossen Däumig, Herrmann und Rethfeld belegiert. Der übrige Teil der Versammlung wurde ausgefüllt durch Stellungnahme zum Parteitag und Beratung von Anträgen zu demselben. Genosse Küter gab einleitend kurz einen Ueberblick über die Mannheimer Tagesordnung, mit deren Zusammen stellung er sich einverstanden erklärte. Gine ganze Reihe von Anträgen, darunter einige auf Umänderung der Tagesordnung abzielende, lag aus den Bezirken zur Beschlußfassung vor. Der 2. Bezirk beantragte, für den„ Borwärts" Wochenabonnements einzuführen und den Bortvärts" zu verbilligen; der Antrag wurde abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurden zwei Anträge aus dem 4a und 5b Bezirke, die die Punkte„ Strafrecht usw." und„ Volkserziehung" vor den Bunkten" Massenstreit" und" Maifeier" behandelt wissen wollten. Ein weiterer Antrag aus 27 dem 5. Bezirk fordert, daß als Korreferent zum Punkt„ Massenstreik" der Genosse Legien bestellt werde; auch er wurde abgelehnt. Dagegen gelangte ein Antrag des 8b- Bezirks, zu demselben Punkte einen Kor5. Der Parteitag möge beschließen: Den Arbeiter- Notizkalender Zum Barteitage in Mannheim nahmen am 21. d. M. die referenten aus der Generalkommission der Gewerkschaften deren gleich den meisten Gewertschaften für 50 Pf. zum Verkauf zu Bantower Genossen Stellung. Ueber 100 Mitglieder des Wahl- Stellungnahme zu der Massenstreitangelegenheit entwickeln zu lassen, bringen; ferner in denselben keine Inserate mehr aufzunehmen. bereins hatten sich eingefunden und folgten aufmerksam dem Vor- zur Annahme. Ferner wurde zum Punkt„ Massenstreit" eine vom Sollten dieselben der Rentabilität wegen nicht entbehrt werden trage des Reichstagsabgeordneten Genoffen Kunert. Der Referent 10. Bezirk unterbreitete Resolution angenommen. Dieselbe bezeichnet fönnen, dann sind sie als ein besonderer Teil( nicht getrennt) am besprach die vorläufige Tagesordnung des Parteitags und äußerte den politischen Massenstreit als die Waffe, die die Arbeiterschaft Schlusse des Kalenders zu bringen. sich in knapper, beredter Weise über dessen Aufgaben. Den mit ihrem Ziele, der Eroberung der politischen Macht, als Hebel zur Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte cine lebhafte Dis- Umgestaltung der kapitalistischen in eine sozialistische Gesellschaft tussion. Folgende Resolution, die mehrere Mitglieder voraelegt näher bringen kann"; fie fordert den Parteitag zur Klärung der hatten, wurde ebenfalls in die Besprechung einbezogen: Meinungsdifferenzen zwischen Partei und Gewerkschaften in dieser Ferner gelangten zwei Resolutionen zur Annahme, die ebenfalls dem Parteitag vorgelegt werden sollen. Nach der einen wolle der Parteitag der Organisation und den Bestrebungen der arbeiten Frage auf. um dieses Kampfmittel zu einem wirksamen werden zu lassen. Zum Punkte„Maifeier" beantragte der 6. Bezirk, der Parteivorstand solle sich mit der Generalkommission ins Einvernehmen setzen, um in Zukunft Vorkommnisse wie die in der„A. E.-G." unmöglich zu machen und die Maifeier zu einer einheitlichen auszugestalten. Dieser Antrag wurde nach einiger Dis- knsfion angenommen. Ebenso ein weiterer aus dem 6. Bezirk, betreffend die Propaganda unter der proletarischen Jugend. ES soll eine Jugend- Zeitschrift herausgegeben werden, die sämtlichen Parteiblätter» gratis oder zum Selbstkostenpreise als Beilage eingefügt werden solle.— Auffcrdem wurde noch ein Antrag des 8. Bezirks akzeptiert, die Unterhaltungsbeilage des„Vorwärts" täglich erscheinen zu lassen.— Die Genossen Dornbusch und Böhm beantragten, auf die Tages- ordnung des nächstjährigen Parteitages die„Alkoholfrage" zu setzen; dieser Antrag wurde nach längerer Debatte mit knapper Majorität abgelehnt. Ebenso der letzte vorliegende, vom Genossen Wölfling gestellte Antrag, aus dem Programm die„Erklärung der Religion zur Privatsache" zu streichen. Unter Vereinsangelcgenheiten wurde dem Vorschlage des Vor- standes entsprechend einstimmig beschlossen, gegen den Genossen Putzer Gustav Albrecht das Ausschlnßverfahren wegen einer Streik- bruch gleich zu achtenden Handlung einzuleiten. Weiter forderte der Vvrsitzeiide auf, die bis zum 30. August im Rathause zur Einsicht ausliegenden Wählerlisten einzusehen: ferner wies er auf die am Donnerstag stattfindende Frauen Versammlung hin.— Zum Schluß der Versammlung besprach noch Genosse Rettfeld die unter den Zeitungsfrauen der„Morgenpost" sich bcnierkbar machende Bewegung zum Anschluß an die Organisation; Redner kritisierte scharf das scharfmacherische Auftreten des in Betracht kommenden Geschäfts- Führers der Schöneberger Filiale. Lichtenberg. Am Dienstag, den 21. August, wurde in der Mitgliederversamm- lung des sozialdemokratischen Wahlvereins die Debatte über die Tagesordnung des Parteitages in Mannheim fortgesetzt. Beim Punkt 7 Sozialdemokratie und Jugenderziehung schilderte Genosse Karl Schulze in recht drastischer Weise die heutige Erziehung der Kinder in zahlreichen Arbeiterfamilien, besonders hervorhebend, daß der unselige Einfluß des Alkohols eine besondere Schädigung herbei- führe. Die Debatte hierüber war eine besonders lebhafte. Folgende Anträge wurden nach längerer Aussprache angenommen: Der Parteitag wolle beschließen: „Der„Vorwärts" wird den Abonnenten von Groß-Berlin im Wochenabonnement für 25 Pf. abgegeben." Ferner:„Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages wird der Punkt„Die Alkoholfrage" gesetzt". Zur Kreis- Generalversammlung wurde ein Antrag des er- weiterten BezirkswahlvereinS-Vorstandes mit großer Majorität an- genommen: „Die Delegierten zur Kreis-Generalversnmmlung werden beauftragt, gegen die Aufstellung eines Lichtenberger Genossen als Delegierter zum Parteitag Protest zu erheben, weit derselbe nicht von der Bczirksorganisation in Vorschlag gebracht ist." Vor Eintritt in die Tagesordnung'machte der Vorsitzende von dem Ableben des Mitgliedes Albert Wachs Mitteilung und ehrte die Versammlung den Toten in der üblichen Weise. Friedrichsberg. Im Bette verbrannt. Jener Unsitte, Schauerromane nachts im Bett bei offenem Licht zu lesen, ist am Mittwoch in der dritten Morgensttmte die bei dem Fnhrherrn Winkler in Friedrichsberg dienende unverehelichte 18jährige Klara Mertens ans Frankfurt a. O. zum Opfer gefallen. Das junge Mädchen hatte trotz der wiederholten Warnungen seitens der Frau W. in der Nacht wieder, heinzlich im Bett bei einem offenen Stearinlicht, das sie neben sich auf einen: Stuhl zu stehen gehabt hatte, einen Schauerroman gelesen, war aber gegen 3 Uhr eingeschlafen und hatte das noch brennende Licht mit dem Arme umgestoßen, wobei das Bett Feuer fing und sofort in Flammen stand. Auf das Hülfegeschrei eilte sofort Frau W. herbei, fand aber die ganze Kammer verqualmt, so daß sie erst Luft machen mußte und dann das Feuer durch Aufwerfen von Decken und Säcken erstickte. Das junge Mädchen hatte aber so schwere Brandwunden erlitten, daß es sofort nach den: Krankenhanse geschafft werden mußte, woselbst es gestern vormittag seinen Qualen erlag. Tegel. Wegen Bornahme unzüchtiger Handlungen wurde gestern der Zyjährige, zu Kublitz geborene Arbeiter Hermann Durbel in Tegel polizeilich festgenommen. D. hatte einen zehnjährigen Knaben unter dem Versprechen, ihm etwas Schönes zu zeigen, in den Wald hinter Schloß Tegel gelockt, woselbst er an dem Kleinen strafbare Handlungen vornahm. Dann schlief der angetrunkene Unhold ein, und so gelang es dem Knaben nach dem Kaiscrpavillon zu flüchten. Hier erzählte er weinend, was ihm geschehen, und es gelang einem Gendarmen, D. im Walde zu fassen und zu der- haften. Derartige Attentate nehmen in letzter Zeit derartig über- Hand, daß an Eltern und Erzieher nicht oft genug die Warnung gerichtet werden kann, ihre.Kinder und Pflegebefohlenen vor dem Mitgehen mit fremden Männern zu warnen. Trebbin(Kreis Teltow). .Die letzte Wahlvereinsvcrsammlung hatte sich mit der Neuwahl des ersten Vorsitzenden zu befassen. Der frühere Vorsitzende, Zimmerer Nöthe hatte an einer K i r ch e n e i n w e i h u n g teilgenommen und weil er von einigen Genossen deshalb heftig angegriffen wurde, er- klärte er seinen Austritt aus dem Wahlverein. An seine Stelle wurde Genosse Staman gewählt. Derselbe gab auch den Bericht von der Verbandsversammlung Groß-Berlins. Als Delegierte zur Generalversammlung wurden die Genossen Trebus, Richter und Staman gewählt. Unter Verschiedenes wurde auch die Berichterstattung an den„Vorwärts" gestreift. Einige Genossen beklagten sich, daß Trebbin so wenig im„Vorwärts" berücksichtigt werde. Hierauf wurde erwidert, daß die Redaktion de? „Vorwärts" zu sehr st reiche, oder gar nicht aufnehme; der Berichte! st atter habe des- halb die Lust verloren und sein Amt niedergelegt. Zum Schluß wurden noch einige örtliche Angelegenheiten erledigt. Anmerkung der Redaktion: Die erhobenen Klagen gegen d:e Redaktion sind völlig haltlos. Soweit die wenigen uns aus Trebbin zugegangenen Berichte fiir die Oeffentlichkeit Interesse hatten, ist auch deren Aufnahme erfolgt. Wenn das nicht immer in dem Umfange geschieht, wie dies manche Genossen wünschen, so wollen sie bedenken, daß man unter Umständen mit wenig Worten dasselbe sagen kann wie mit vielen. Haben aber die Genossen wirklich Ur- fache zu berechtigten Klagen gegen die Redaktion, so steht ihnen jederzeit eine Beschwerde an die Preßkomnnssion frei. Köpenick. Dienstag, den 28. Angust, avendS 8l/s Uhr, findet im Lokale von Moll, Grllnauerstraße(Ecke Schönerlinderstraße) eine Ver- sammlung zum Zweck der Gründung einer„Freireligiösen Gemeinde für Köpenick und Umgegend" statt. Pflicht eines jeden aus der Kirche Ausgeschiedenen ist eS, zu erscheinen. Johannisthal. Am Dienstag, den 21. d. M.. hielt der Wahlverein seine Mit- gliedcrversammlung ab. Zunächst referierte der Vorsitzende Genosse DieSner über den Parteitag in Mannheim. Derselbe ging auf die vornehmsten Punkte der Tagesordnung desselben, die Maifeier und den politischen Massenstreik, ein und kritisierte scharf das Verhalten eines großen Teiles der Gewerkschaftsführer. Sodann sprach der Genosse Tost über den politischen Massenstreik und die Sozialdemo- kratte. Seine beifällig aufgenommenen Ausftihrungen klangen dahin aus, daß der Massenstreik als eines der wichtigsten KampfeSmittel des Proletariates anzusehen und demnach zn propagieren sei. Alle Redner in der Diskussion stellten sich auf denselben Standpunkt der beiden Referenten. Weiter befchlotz die Versammlung, daß die Zahlabende Groß-BerliuS auch für uns Geltung haben sollen. Beschlossen wurde serner, am 13. Oktober das Stiftungsfest des Wahlvereins im Lokale des Genossen Krüger abzuhalten. Zur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Diesner, Dcgenhardt und Hühnold gewählt. Den Partrigellossci: zur Kenntnis, daß die Freie Turnerschaft Johannisthals am Sonnabend, den 25. August, im Lokale von Senft- leben ihr 9. Stiftungsfest feiert. Da dieselbe bei allen Veraustal- tungen der Partei nntgewirkt hat, ersuchen wir um zahlreiche Be- teiligung.' Der Vorstand. Spandau. Die Milch wird teurer. Die hiesigen Molkereibesitzer und Milch- Händler, von denen einige im Laufe des JahreS vom Schöffengericht wegen Milchpantfchcrei zn ziemlich hohen Geldstrafen verurteilt wurden, haben eine Vereinbarung dahin getroffen, daß der Preis für einen Liter Milch von 20 auf 22 Pf. erhöht wird. Begründet wird diese Erhöhung, trotzdem die Futterpreise in diesem Jahre billiger als im vorigen Jahre sind, n:it den hohen Viehpreisen; also auch eine Segnung der Grenzsperre. Am meisten wird von dieser Verteuerung natürlich lvieder der Arbeiter getroffen. Wenn diese dann höhere Löhne verlangen, schreit alles über die Begehrlich- keit derselben. Ei» anscheinend„wichtiger weihevoller Akt" wurde am ver- gangenen Sonnabend vorgenommen, die Wichtigkeit ist wenigstens daraus zu schließen, daß Magistrat unter Führung des Ober- bürgermeisters, Stadtverordnete(unsere Genossen natürlich aus- geschlossen), Vertreter der Presse usw. geladen und auch erschienen waren. Es handelte sich nämlich um die Einweihung eines von der Deutschen Bierbrauerei- Aktiengesellschaft eingerichteten Bier- P a l a st e s, genannt die Havel-Terrafse. Spaltenlange Artikel brachte die hiesige bürgerliche Presse über die Pracht des Lokals, über die zahlreiche Beteiligung seitens des Magistrats und der Stadtverordneten und namentlich über die Vorzüglichkeit der Speisen und Getränke, die natürlich gratis verabfolgt wurden. Dem Vertreter des„Spandauer Tageblatts" muß es namentlich sehr vorzüglich gemundet haben, denn er veröffentlicht unter einem großen Schwall von Lobhudelungen die ganze Speisekarte. Als im Mai d. I. der hiesige Naturheilverein auf einem von der Stadt ge- pachteten Platze sein Luftbad und seinen fiir Kinder eingerichteten Spielplatz eröffnete, da glänzte der Magistrat, der auch dazu geladen war, durch Abwesenheit. Von den Stadtverordneten hatten sich zwei Herren eingefunden. Hier aber, wo es sich um die Eröffnung eines Trinkhauscs handelt, erscheinen die städtischen Körperschaften fast in corpors. Man darf nun mal neugierig sein, ob für dies neue Lokal auch die Polizeistunde anfangs auf 11 Uhr abends festgesetzt ist, wie dies bei allen anderen neueröffneten oder in andere Hände übergegangenen Restaurants der Fall ist. Vorderhand scheint es nicht so, denn das Lokal ist noch nach 12 Uhr nachts offen; allerdings waren auch die Gründer der Brauerei zwei Spaudauer Stadträte und der Erbauer des neuen Hauses ist ebenfalls Stadtrat. Gerichts-Leitung. Elf weibliche Personen befänden sich gestern auf der Anklage bank der ersten Strafiammer des Landgerichts I, um sich wegen Verbrechen gegen keimendes Leben zu verantworten. Die beiden Hauptangeklagten waren die„Masseusen" Anna Nicola ns und Marie S ch a r n a. Beide Frauen hatten sich im Gefängnis kennen gelernt und sich dann znsammengetan, um die„Massage" gemeinschaftlich zu betreiben, d. h. unter diesem Aushängeschild Frauen und Mädchen ihre das Licht der Sonne scheuenden Dienste, die nach § 218 Str.-G.-B. mit harter Strafe bedroht sind, zu leihen. Sie hatten ihren Geschäftsbetrieb im Osten Berlins und priesen ihre Künste in Reklamezetteln an, die sie auf der Straße verteilen ließen. Mit ihnen teilten nun Frauen und Mädchen, die sich in bedrängter Lage an sie gewandt hatten, die Anklagebank. Eine der An- geklagten war noch nicht 18 Jahre alt. Die Verhandlnng fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der Gerichtshof verurteilte die Nicolaus zn I Jahr 6 Monaten Gefängnis, die Frau Scharna zu 2 Jahren 1 Monat Zuchthaus. Die mit- angeklagten Frauen erhielten— mit Ausnahme von einer einzigen, die freigesprochen wurde— Gefängnisstrafen von 8 Wochen bis herab zu 1 Woche. Der angeblich rechtlich noch in Kraft befindliche, von den Ge- richten jedenfalls angewandte ß 9 des alten preußischen Prcßgcsetzcs vom 12. Mai 1851 besagt:„Anschlagzettel und Plakate, welche einen anderen Inhalt haben, als Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Versa:nmlungen, über öffentliche Vergnügungen, über ge- stohlene, verlorene und gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nachrichten für den gewerblichen Verkehr, dürfen nicht angeschlagen, angehestet oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden. Auf die amtlichen Bekanntmachungen öffentlicher BeHorden sind die vor- stehenden Bestimmungen nicht anwendbar." Auf Grund dieser Vor- schrift des alten preußischen Preßgesetzes, die nach§ 30 des Reichspreßgesetzes durch das letztere nicht berührt worden ist, war gegen den Zigarrenhändler Gust. M e n z ein Strafbefehl in Höhe von 5 M. er- gangen. Die von ihm begangene Uebertretung wurde darin erblickt, daß er im Schaufenster seines Geschäftsraumes, Wilhelmshavener- straße 61 folgendes Plakat ausgestellt hatte:„Hier werden die ge- richtlichen Formulare für den Austritt aus der Kirche unentgeltlich ausgegeben und auf Wunsch ausgefüllt. Der Agitations- ausschuß der freireligiösen Gemeinde." Herr Menz beantragte ge- richtliche Entscheidung, das Schöffengericht erkannte aber zu seinen Ungunsten. Auf die vom Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht eingelegte Berufung hatte sich gestern die 8. Ferienstrafkammer mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen. Sie erkannte auf Verwerfung der Berufung. Verfamlnlungen. Als Delegierte zum Mannheimer Parteitag wurden im vierten Kreis die Genossen Otto Büchner, Paul H o�f mann und Richard Ha ck e l b u s ch gewählt. Erwiderung. Nach dem Bericht im„Vorwärts", Nr. 195, 1. Beilage, hat der Genosse L i e p m a n n in der Versammlung des fünften Wahlkreises unter anderem folgendes ausgeführt: Die Gewerkschaftsmitglieder haben sich die von vielen ihrer Führer geplante Abschwächung der Maifeier nicht gefallen lassen. Einen drastischen Beweis hierfür habe u. a. erst jüngst der Verbandstag der Schneider geliefert. Wenn die Delegierten dieses Verbands- tages schließlich auch alles gebilligt haben, was ihr Hauptvorstand unternommen und angeordnet hat— seine Haltung zur Maifeier aber haben sie entschieden gcmißbilligt.— Um der Weiter- vcrbrcitung einer etwaigen Lcgcndenbildung vorzubeugen, möchte ich demgegenüber bemerken, daß über die Form der Maifeier, ob Arbeitsruhe oder nicht, weder auf diesem noch auf einem der vor- hergehenden Verbandstage eine Debatte zwischen Vorstand und Verbandstagsdelegiertcn stattgefunden hat, die zu einer Miß- b i l l i g u n g der Haltung des Vorstandes führen konnte. Das erklärt sich einfach daher, daß unser Verband bisher von Kämpfen um die Arbeitsruhe am 1. Mai verschont geblieben ist und voraussichtlich auch noch in den nächsten Jahren verschont bleiben wird. Hätten andere Gewerkschaften, wie beispielsweise die Metallarbeiter, bei ihren Arbeitgebern auch keinen größeren Widerstand gefunden, dann wäre der Gedanke, in bezug auf die Arbeitsruhe am 1. Mai einen anderen Beschluß herbeizuführen, in Gcwerkschaftskrcisen jedenfalls gar nicht entstanden. Wenn trotzdem verhältnismäßig wenig Schneider den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, so ist das nicht der Haltung des Verbands- Vorstandes zuzuschreiben, sondern den stets wiederholten dehn- baren Parteitagsbeschlüssen, daß jeder, der ohne Wirt- jchaftliche.Schädigung den 1. Msi durch Arbeitsruhe feiern kann, dies zu tun hak. Gerade diese Beschlüsse, die nie« wanden bestimmte Verpflichtungen auferlegen, sondern es jedem einzelnen überlassen, darüber zu befinden, ob er durch die Ar- beitsruhe wirtschaftlich geschädigt wird oder nicht,' tragen Schuld daran, daß wir nicht zur Klarheit kommen. Die Halbheit ist es, die der Maifeier seit 1890 bis zum heutigen Tage noch anhaftet. Anstatt dies klipp und klar einzugestehen, wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus die Gewerkschaftsführer losgehauen und diese der Masse als minderwertige Parteigenossen de- nunziert; dabei war es doch die sozialdemokratische Reichstags- fraktion von 1390, die gerade diese Aktion von: ersten Tage an gelähmt hat. Ich habe damals trotz des Verbots als noch im Beruf beschäftigter Gewerkschaftsführer den 1. Mai durch Arbcitsruhe gefeiert, wären wir damals so fortgefahren, so stände: es heute anders darum. Ich bemerke also nochmals, daß besondere Anweisungen unseres Vorstandes in bezug auf die Maifeier, so lange der Verband besteht, nicht ergangen sind, und anders ist in den letzten Jahren auch nicht verfahren. Bestimmte Beschlüsse zu fassen in bezug auf die Arbcitsruhe wurde stets den einzelne? Filialen des Verbandes überlassen./ H. S t ü h m e r. Erklärung. Nach dem Bericht des„Vorwärts" hat der Ge- nosse Liepmann in der Versammlung des fünften Wahlkreises der Meinung Ausdruck gegeben, daß ich in der Generalversammlung von Groß-Berlin erklärt habe, bezüglich der vielumstrittenen These 1 der„enthüllten" Masscnstreikssitzung des PartcivorstandeS und der Gcneralkommission habe nicht Silbcrschmidt, sondern Bebel recht. Diese Behauptung ist unwahr; ich habe erklärt, mir scheint die Differenz beider Thesen sehr gering. Ich konnte schon deshalb nicht zu der von Liepmann mir unterstellten Behauptung kommen, weil ich an jener Konferenz gar nicht teilgenommen habe. Robert Schmidt. Zu dem gestrigen Bersammlungsbericht im fünften Kreis ist erläuternd hinzuzusetzen: Der Partcivorstand hat zur Unter- stützung aller Maiausgespcrrtcn 90 000 M. hergegeben, und zwar erfolgte die Zahlung der verlangten ersten Rate, wie auch in dem Berichte bemerkt, innerhalb vier Tagen. Wir wären auch, so führte ich weiter aus, sicher mit noch mehr beigcsprungcn, was ja durch die offizielle Uebcrnahme der Buchbindcrlisten seitens der Berliner Partei bewiesen wird. Um irgend welchen Reklamationen, auf welche ich aufmerksam gemacht wurde, vorzubeugen, bitte ich, die kleine Berichtigung zu veröffentlichen. Ebenso habe ich nicht von der Haltung dcS H a u p t v o r st a n d e s der Schneider gesprochen, sondern vom Kölner Kongreß und der Haltung der Verbandsgeneralversamm« lung zu diesem. Leopold Liepmann. Vermischtes. Klassenhaß. Vor einigen Jahren fand in Paterson, New Jersey, Vereinige Staaten voi: Amerika, ein Seidenweberstreik statt. Die Streiker, meistens Italiener, ließen sich zu Gewalttätigkeiten hin- reißen, für die u. a. auch ein Anarchist, Mac Queen, verantwortlich gemacht wurde. Dieser war zur Zeit der ausgebrochenen Straßen- kämpfe gar nicht in der Stadt, wurde aber als Urheber angeklagt und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er entfloh erst und stellte sich dann freiwillig in dem Glauben, daß er bald begnadigt werden würde. Wie die„New Dorker Volkszeitung" berichtet, trat kürzlich die zuständige Behörde, welche die Begnadigungen empfiehlt, zusannnen, aber Mac Queens Fall wurde zurückgestellt.„Einem Mörder", sagt die„Volkszeitung",„wurden zehn Jahre Zuchthaus, die Hälfte seiner Strafe, geschenkt; der Anarchist, der tatsachlich un- schuldig im Kerker sitzt, niag weiter sitzen." Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallcn-Dnektton.(Großhandel.) Rindfleisch Io 69-73 pr. 100 Pfd., Ua 63-68, lila 57-62, IV» 52-56, englische Bullen- 0,00, dänische Bullen- 0,00, holländische Bullen- 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 100-110, la 80-85, IIa 70-78, Ula 60-68. Hammelfleisch la 77-82, IIa 67-75. Schweinefleisch 68—74. Rehböcke la per Psd. 0,60—0,70, IIa 0,40 bis 0,58. Rotwild la per Psund 0,40—0,50, IIa 0,35—0,39. Damwild 0,43 bis 0,44. Wildschweine pr. Psd. 0,35—0,40. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,40—0,75. Wildenten la per Stück 1,00, IIa 0,00, Rebhühner, junge la 0,80—1,05, junge Keine 0,40—0,75, alte 0,60—0,70. Hühner, alte, per Stück 1,30—2,75, alle, IIa 0,00, junge, per Stück 0,50—1,30. Tauben, junge, per Stück 0,30—0,52, alte 0,00. Enten, junge per Stück 1,35—2,50, alte per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,80. Gänse, la per Psund 0,60—0,66, IIa 0,55—0,59, la per Stück 3,00 bis 5,00, IIa 1,50-3,00. PouletS per Stück 0,90-1,45, do. klein 0,60-0,80. Hechte pr. 100 Psd. 80-97. Zander 0,00. Schleie 113—114. Bleie 0,00. Aale, groß 105, mittel 83—87, klein 0,00, unsorliett 59—74. Plötzen 0,00, Karpfen 82—88, Barse 0,00, matt 0,00. Bleifische 0,00. Karauschen 78, matt 0,00. Wels 40. Bunte Fische 56. Amerik. LachS I neuer per 100 Psd. 110—130, do. n neuer 90—100, do. HI neuer 50—75. Seelachs 20—25, Flundern, pomm. I, per Schock 9. do. pomm. n 2—3, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. klein per Kiste 0.00. Bücklinge, per Wall Kieler 4—5, Stralsunder 5—6. Aale, groß per Pfd. 1,10—1,50, nüttelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4, do. Kiste 2— 3. Kabliau, per 100 Psd. 10—13. Heilbutt 25. Sardellen, 1902er, per Anker 90, ISOIcr 90, 1905cr 82, 1906er 65. Schottische Vollhcringe 1905 0,00, large 40-44, lull. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per To. 60—120. Hummern, na, 100 Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 16,50, mittel 6,00, kleine 0,00, unsortiert 3,50—5, Galizier 0,00. Eier, Land-, per Schock 2,60—3,30. Butler per 100 Psd. la 122—124, na 118-120, Ina 112-116, absallende 95-110. Saure Gurken Schock 2,60—3,00, Psestcrgurkcn 2,60— 3, M, Kartoffeln per 100 Psd. Rosen 1,50—1,75, neue runde 2,00—2,25, neue blaue 2,25—2,50, neue Zcrbstcr 2,25-2,50. Spinat p. IM Psd. 12-18. Karotten p. Schock 2.M-2.50. Sellerie, hiesige, P.Schvck 1,25—5,00. Zwiebeln IM Psd. 3—3,50 Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,50—1,00. Rettig, bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen P. schock-Bd. 0,60—0,70. Salat, p. Schock 1,00—1.40. Bohnen, grüne, per IM Pfund 6—12. Wachsbohncn 8—16. Schoten per IM Psd. 10—20. Pseflerlinge per IM Psd. 12—20. Mohrrübe» per IM Psd. 4—5. Blumenkohl per Mandel 1,00—2,20. Wirsingkohl per Mandel 1,M— 2,M. Rotkohl p. Mandel 2—2,50. Weißkohl p. Mandel 1,50 bis 2,M. Steinpilze p. IM Psd. 25—30. Gurken, Zerbster, Schock 0,75—1,00, do. Einlege-, Schock 1,25—2, do. Rothenbg. 3—4, do. Liegnitzer 3—4. do. Einlege-(Sens-) 10—14. Kohlrüben, Mandel 0,75—1,25. Tomaten, hiesige 100 Psd. 8—12. Birnen, ital. per 100 Psd. 14—20, hiesige 5—14, Tirolcrl4— 30, böhmische?— 16, Stettig- 3—6, Aepfel, Ungar., pcrIMPfd. 8—14, ilalicnische 8—15, hiesige 6—12, Preißelbccren 15—18, schwedische 17—20. Kirschen, sauere 0,00. Blaubeeren per IM Psd. 8—12. Pflaumen, ital. runde dunkle per IM Psd. 10—25, ital. lange gelbe 10—12, ital. runde 8—10, ungarische 10—12, hiesige 5—7, Reineclauden 10—18. Zitronen, Mcssina 300 Stück 18,00-22,00, 360 Stück 12,00-16,00, 200 Stuck 7,00—12,00, 420 Stück, klein 7,00. Pfirsiche, Werderschc per IM Pfd. 15—25, sranzöstsche 20—40, italienische I Kiste 1,50— 2, M, do. II Kiste 0,80—1,60, do. in Kiste 1,M— 1,20, do. in Körben per IM Psd. 20—45. WttterniigStiberstcht vom SZ. August IVOS, morgen» 8 Ith». Stationen Swwemde. Hamburg Berlin Franks.a.M München Wien Ii ie »= Aclttt 757 SM 758®» 759 S 761 SW 764 SW 765 Still 2he!ter 3 wolkig 1 heiter 3 wolkig 4 wölken! iDunst «s -i II i» M& Slotionen t. C 5� -§ Ii baporanda 752N Petersburg 754 WSW Scill, Aberdeen Paris 761 SW 764 NW 762 S Wellei 2 wolkig 2 hall) bd. 1 bedeckt 2 wolkig 1 wolkenl öS öS. » II ß? M fii 10 11 16 8 18 Wetter-Prognose für Freitag, de» 84. August 10VK. Kühler, vorwiegend wolkig mit leichten Regensällen und schwachen süd- westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstand an: 22. August. Elbe bei Aulstg— 0,34 Meier, be l Dresden— 1,73 Meter, bei Magdeburg+ 0,88 Meier.— 11» st r u 1 bei Straußsurt+ 1,30 Meter.— Oder bei Ratibor-s- 1,44 Meter, bei Breslau Oberpegel-si 5,06 Meter, bei Breslau UnterPegel— 0,58 Meter, bei Frankfurt+ 0,79 Meter.— Weichsel bei Brahemünde+ 2,62 Meter. Warthe bei Pojen-ff 0,16 Meter. Deutscher Metallarbeiter- Verhand fusikinstrumenten- Arbeiter Berlins. Arbeitsnachweis: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonntag, den 26. August, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Branchen- Versammlung aller in der Metall- u. Eisen- Industrie beschäftigten Hobler, Bohrer, Stoßer u. Fräser. Tages- Ordnung: 1. Bortrag:„ Gewerkschaftliche Quertreibereien." Referent: Genosse Rockmann. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Branchenvertreters. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet 152/10 Die Ortsverwaltung. Zur gefälligen Beachtung! Die Auszahlung der Erwerbslosen Unterstützung für Kranke sowie die diesbezüglichen Meldungen finden nicht mehr Engel- Ufer 15, Zimmer 34, sondern statt. Engel- Ufer 19, parterre Die Bureaustunden bleiben dieselben, von vormittags 9 Uhr bis mittags 2 Uhr. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- User Nr. 15: * Montag, den 27. August 1906, abends 6% Uhr: Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes „ Solidarität“. Sonntag, den 26. August: Oeffentliche Versammlung Vereins- Tour in den Andreas- festsälen, Andreasstr. 21. Tages Drdnung: 1. Der Streit bei Bell u. Co. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Kollegen. Branchenkommission der Musikinstrumenten- Arbeiter des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Freie Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Feldschloß- Brauerei Berlin: Telephon: Amt II 196, Für G. m. b. H. Gr.- Lichterfelde: Telephon No. 9, empfiehlt ihre mehrfach prämiierten Tafelbiere in Fässern und Flaschen. Lichtenberg u. Umgegend Sitzung der Ortsverwaltung. mache ich hierdurch bekannt, daß ich mich Achtung! Sitzmöbel- Tischler! Montag, den 27. August, abends 8 Achtung! 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Vertranensmänner- Versammlung. Die Möbelfabriken haben auch einen Vertrauensmann zu entsenden. Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Vom Tode überrascht wird jede Wanze bei Anwendung b. Reichel's verstärktem Wanzenfluid". Vernichtet jede Brut vollständig. Sicherstes Spezialmittel der Welt! Fl. 50 Pf., 1-, 2-, 3,-, Liter 5,-. Der Teufel holt alle Schwaben mit der Brut bei Berührung mit Reichels Schwabenpulver ,, Poudre Martial" 50 P., M. 1,-, 2, Pfd. 4, Sprühapparate 50 Pf. Man nehme in den Drogerien nur die echten Originalpackungen mit Marte, Tod und Teufel! Die einzige Garantie für Erfolg! Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstraße 4. 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