Mr. 197. Abonnements- Bedingungen: # Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M. wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bosto Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonnabend, den 25. August 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Diktatur des Proletariats. Mit einem Wort:„ Entwickelung" im geschichtsphilosophischen vor solchen Erscheinungen, gegen die alle volizeilichen Heilmittel, ver( Schluß.) Klasse danach streben muß, ihr diese Macht zu entreißen. Sicherheit wird eine Vergangenheitsmär. Wir stehen Sinne bedeutet den von Menschen geführten Kampf der Klassen stärkter und außerordentlicher Schutz, Kriegs- und BelagerungsDer unbefangene und ungewarnte Leser, der Herrn allerdings nicht willkürlich herbeigeführt werden, wenn es den bas Bild eines so vollständigen Chaos, einer so vollkommenen Entum den Besitz der Macht. Die soziale Umwälzung kann zustand, völlig machtlos sind." Die Mostauer Professorenzeitung Rußlija Wedomosti"( 19. August) schreibt:„ Wir haben vor uns Sombarts Art noch nicht kennt, wird nämlich den ihm ein Führern einer Klasse gerade gut dünkt, sondern sie kann nur feffelung aller elementaren Leidenschaften, daß die weiteren Geschicke geflößten Gedanken notwendigerweise, wenn vielleicht auch eintreten, wenn die Zustände„ reif" dafür sind, d. h. mit Rußlands, wenn alles auf demselben Wege und in demselben Tempo unbewußt denn zu klarem Denfen wird er, wie gesagt, anderen Worten, wenn die Macht zwischen den Klassen so fich fortentwickelt, eine solche Finsternis, einen solchen Schaden bieten durch das Buch nicht angeregt, wie folgt weiterspinnen: verteilt ist, wie es nicht mehr der alten, sondern der werden, wie sie die Geschichte noch nicht tennt.- Volle Straf die Diktatur des Proletariats steht mit der Grundidee des neuen Ordnung der Dinge entspricht. Aber diese losigkeit der Mordtaten, Staubtaten und leberfälle, d. h. volle Marrismus selbst im Widerspruch und ist deshalb falsch. neue Verteilung der Macht kommt nicht von selbst, Machtlosigkeit der Regierung, ihr Bankrott, und gleichzeitig eine Nicht durch einen plöglichen politischen Gewaltakt kann die sondern sie muß von den Menschen der aufstrebenden außerordentlich rege Tätigkeit derfelben Regierung im Unterdrücken sozialistische Gesellschaft herbeigeführt werden, sondern nur Klasse erkämpft werden. Die Tätigkeit der Menschen ist das der Zeitungen, Versammlungen, Verbände, im Auferlegen von Gelddurch langsame, organische Entwickelung. Also ist es wichtigste und unentbehrlichste dabei. und Gefängnisstrafen, von Verschickung, von Todesurteilen diese auch ganz gleichgültig, ob das Proletariat die politische Macht erobert oder nicht. sondern auch um ihre Ausübung. Sein Zweifel, daß z. B. breitet sich die gewerkschaftliche Bewegung über immer größere Es handelt sich nicht nur um den Besitz der Macht, find die Nachrichten, die immer häufiger und gewöhnlicher werden." Die Anarchie wächst, die Agrarunruhen wachsen. Gleichzeitig Die wirtschaftliche Entwickelung geht ihren Gang, im wesent- im heutigen Deutschland die tatsächliche Macht im Besitz der Bevölkerungsmassen aus. Auch in entlegenen Provinzorten reift lichen unabhängig von dem Willen der Menschen. Ist sie Bourgeoisie sich befindet. Aber aus Gründen, die uns hier die Arbeiterschaft schnell in solchen Zeiten. Die revolutionären noch nicht weit genug vorgeschritten, so kann der Besitz der nicht interessieren, überläßt sie die Ausübung der Macht dem Parteien find durch die erlittenen Schläge nicht ihrer Macht beraubt politischen Macht dem Proletariat nichts nüßen; ist aber die Junkertum. Wie schlecht die Bourgeoisie dabei fährt, das worden; im Gegensatz zu der zitternden und tödlich erschrockenen Beit gekommen, so wird die neue Gesellschaft geboren, auch wissen wir. Die Ausübung der Macht nun, das ist die eigent- steigenden Flut steht das Ministerium machtlos gegenüber. Täglich Bourgeoisie fehen fie der Zukunft kampfesmutig entgegen. Der wenn das Proletariat die politische Macht nicht besitzt. liche Aufgabe des Staates und seiner Politik.„ Die politische Ge- steigenden Flut steht das Ministerium machtlos gegenüber. Täglich Wozu dann aber der ganze politische walt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer mit Gutschfow u. a. verhandelt beraten die Minister und Höflinge... ergebnislos. Wieder wird Kampf, den wir führen, und der doch nur die Eroberung Klasse zur Unterdrückung einer anderen", heißt es im Komder politischen Macht zum Zweck hat? munistischen Manifest. Damit ist schon klar und deutlich aus Man sieht, auf diese Weise schließt sich der Ring in Herrn gedrückt, wie wichtig es ist, nicht nur die tatsächliche Macht in Sombarts Anschauungen, der Widerspruch löst sich. Was er den Besitz des Proletariats zu bringen, was hauptsächlich in Breslau mit offenen Worten verfündete, das fucht er in durch die allmähliche ebenfalls von Menschen bewirkte seinem Buch, durch das er sich bei den Sozialdemokraten ein- wirtschaftliche Umänderung geschieht, sondern auch deren zuschmeicheln trachtet, von hinten herum, ohne es mit flaren politische Ausübung an sich zu reißen, mit anderen Worten: Worten zu sagen, dem Leser einzuträufeln. Hier wie dort ist die politische Macht zu erobern. ja seiner Weisheit letzter Schluß, daß die Arbeiterbewegung " " Die Regierung denkt indes ihre zerstörende Tätigkeit noch zu steigern. Der Russ. Kurier" behauptet, daß ein Projekt neuer Unterdrückungsmaßregeln erwogen wird, das etwa folgendes vorsehe: " bevölkerung zur Rechenschaft gezogen werden, in jedem Bolizeirevier, Für die revolutionären Gewaltakte soll in erster Linie die Orts in dem ein Attentat geschehen ist, soll eine Geldstrafe verhängt werden, deren Höhe von Fall zu Fall festzusetzen und im Wiedernichts mit der Weltanschauung zu tun habe, daß sie nicht Staates politischer Natur, so soll sie in Zukunft eine ganz vorzunehmen und Beweise oder Geständnisse mit allen Mitten Dazu kommt noch eins. Ist bisher die Aufgabe des holungsfalle zu verdoppeln ist. Am Tatort und in dessen weitester Umgebung sind Verhaftungen in großem Umfange mit Politit verquidt werden dürfe und daß andere werden. Das Wesentliche am Sozialismus ist be bon den Häftlingen zu erzwingen. Wenn aber, wie mithin die Sozialdemokratie überflüssig, ja sogar schädlich fanntlich, daß er die Produktion, die Herstellung der Güter dies z. B. in Warschau der Fall war, das systematische Ermorden sei. In Breslau hat er's flar ausgesprochen, in als eine öffentliche Angelegenheit, als Aufgabe der Gesellschaft der Bolizeibeamten fortgesetzt wird, so foll auch nicht davor zurückseinem Buch sucht er's durch Gedankenkeime zu erreichen, ansieht und ihr überweisen will. Der„ Staat" im eigentlichen geschreckt werden, aus der Zahl der Nieblagonabjoschnyje"( Unzudie er dem unkritischen, vertrauensseligen Leser einimpft, und Sinne des Wortes ist nicht imstande, eine solche Aufgabe zu verlässigen") der betreffenden Ortsbevölkerung Geifeln zu nehmen von denen er um so eher hoffen mag, daß sie aufgehen erfüllen. Denn nach der heute noch herrschenden Anschauung und sie so zu behandeln, wie dies General Rennenkampf bei der werden, da er in dem Buche durchweg die Miene des überaus ist die Produktion eine Privatangelegenheit, weil sie nur der unterdrückung der revolutionären Umtriebe in den fibirischen Städten sozialistenfreundlichen Biedermannes aufsteckt. Mann das jagt, deffen Wohlwollen für die Sozialdemokratie ist dasjenige Organ, welches die Macht der herrschenden unterziehen eventuell auch solche hinzurichten, und Wenn ein Profiterzeugung dient. Der Staat" in seiner heutigen Form mit Erfolg getan hat, also im Bedarfsfalle einen oder mehrere Geiseln den schärfsten Bestrafungen zu sich überall so deutlich ausspricht, dann muß es doch wohl Klasse ausübt, und seine ganzen Jnstitutionen sind auf war entsprechend richtig sein," das ist ganz offenbar die Stimmung, die Pro- diesen speziell politischen Zweck eingerichtet. der Zahl der ermordeten ( Daß ihm olizeibeamten. In den russischen Regierungskreisen trägt fessor Sombart in dem Leser erzeugen möchte. Und wenn trotzdem schon heute mehr und mehr wirtschaftliche man sich sogar mit dem Gedanken, nötigenfalls mehrere örtdenn einerseits die Weltanschauung, die Politik in der Aufgaben überwiesen werden, daß er tatsächlich schon liche Diftaturen in Rußland zu errichten und die Diktatoren Arbeiterbewegung nichts zu suchen hat, wenn anderer- einen Teil der Produktion hat übernehmen müssen, beweist mit den weitgehendsten Vollmachten auszustatten, um die revolu seits ein großer Teil der deutschen Arbeiter sich eigene nur, daß die Entwicklung nicht still steht. Dank seiner rein tionären Gewaltatte entsprechend zu vergelten. Sonderorganisationen geschaffen haben, bloß weil sie nicht auf das Politische gerichteten Organisation löft er diese Auf- Das Projekt liest sich wie ein Produkt höllischer Phantasie. als Sozialdemokraten gelten wollen, so ist ja klar, daß die gaben ja auch schlecht genug.) Aus dem heutigen„ Staat" Unschuldige sollen büßen für die Taten der Revolutionäre! Sozialdemokratie der eigentliche Störenfried ist, der allein will und muß die Sozialdemokratie ein Organ machen, Es ist das Eingeständnis höchster Hülflosigkeit und absoluter den Zusammenschluß der gesamten Arbeiterschaft und damit das wie unsere französischen Genossen es ausdrücken- Bertierung. Aber wer wollte behaupten, daß die Nachricht ihr wirtschaftliches Fortkommen hindert. So ist der Boden nicht mehr der Regierung" über Personen", sondern lediglich deshalb unglaublich sei! bereitet, auf dem dann nach und nach der Gedanke von der der Verwaltung der Sachen" dient. D. h. ein Organ, welches Die Agrarunruhen. Schädlichkeit der Sozialdemokratie und der Wunsch nach Ab- die Produktion der Güter besorgt. An Stelle der politischen tehr von ihr entsprießen soll. Man sieht, diefer in der Maske Aufgaben soll das Gesellschaftsorgan, das man heute Die Ausbrüche mehren sich aufs neue. Die Ernte der Herren wird Die Agrarbewegung ist jetzt im schnellen Wachsen begriffen eines Freundes verkappte Feind der Sozialdemokratie ist bei Staat" nennt, lediglich wirtschaftliche Aufgaben er von den Bauern geraubt. Die Dbstgärten der Güter werden auss weitem gefährlicher als der brutalste Scharfmacher. füllen, wozu es selbstverständlich einer vollkommenen Umfor- geplündert. An die Wirtschaftsgebäude wird Feuer gelegt. Wieder Was nun den Gegenstand selbst betrifft, so haben wir die mung bedarf. Es ist flar, daß auch zum Zweck dieser mehren sich die Fälle von Ausplündertang und NiederNotwendigkeit der politischen Aktion so oft und so ausführlich Umformung das Proletariat dieses Organ, nämlich den Staat, brennen der Herrensize. Die Unruhen breiten sich über überdies bildet die Frage einen wesentlichen erst in der Hand haben muß, so daß auch von dieser Seite neue Gebiete aus( Wladimir, Wjatka). Die„ Swobodnaja Shijn" Bestandteil der gerade jetzt von neuem aufgenommenen Dis- her die Eroberung der politischen Macht, die„ Diktatur des( 19. August) meldet: Wie uns mitgeteilt wird. erhält kussion über das Verhältnis von Partei und Gewerkschaften Broletariats" eine Aufgabe ist, welcher die Arbeiterbewegung von der stürmischen Erregung der Bauern. Das ganze Wolgagebiet, der Bauernverband täglich immer drohendere Meldungen - daß wir uns eine Wiederholung an dieser Stelle wohl nicht aus dem Wege gehen darf. nachgewiesen -O " " " Die russische Revolution. Anarchische Zustände. " die Ukraine( Kleinrußland), der nördliche Teil Transkaukasiens find von der Gärung ergriffen. In den anderen Gegenden ist die Stimmung eine gehobene." Am ruhigsten geht es dort zu, wo die ländlichen Streits zur Erzielung hoher Arbeitslöhne geführt haben. Die Antwort auf die Unruhen sind neue Repressalien. Es tommen wieder Nachrichten bon blutigen Zusammenstößen.„ Russfija Wjedomosti"( 19. August) bringen ausführliche Meldungen über die Unruhen in Salamatino, Gouvernement Saratow. Zwei Personen wurden von den Soldaten auf der Stelle getötet, ungefähr 30 verwundet. Bisweilen führen die Unruhen zu Organisationsversuchen der Bauern: im Kreise Wetluga, Gouver nement Kostroma, ist das Bestreben vorhanden, einen„ Bauern deputiertenrat" zu wählen. schenken können. Auch sind wir überzeugt, daß es genügt, die geheimen Pfade aufzudecken, auf denen Sombarts Buch wandelt, um ihm jede Gefährlichkeit zu nehmen. Denn kein Arbeiter, der einmal für die Idee des Klassenkampfes gewonnen ist, kann ihr sehenden Auges wieder abspenstig gemacht werden. Dazu fühlt er die Unentbehrlichkeit und den Nugen Wenn der Leser eine russische Zeitung öffnet, so wird er förmder sozialdemokratischen Partei viel zu sehr am eigenen Leibe. Tich überschüttet von massenhaften Nachrichten über Mord, Raub. Es bleibt uns deshalb hier nur noch übrig zu zeigen, daß Plünderung, Einbrüchen, Gewalttätigkeiten jeder Art. In jeder die Eroberung der politischen Macht, die Diktatur des Prole- Beitung find mehrere Spalten mit folchen aus allen Teilen Ruß tariats, auch theoretisch durchaus im Einklang steht mit der lands tommenden Meldungen gefüllt. Eisenbahnzüge, Bostwagen, geschichtsphilosophischen Grundidee des Marrismus. Boten werden überfallen, in Bankhäusern, Monopolläden, Kontoren, Der logische Fehler in der Auffassung dieser Grundidee, Privathäusern wird eingebrochen, auf den Verkehrswegen herrschen ( Jowarisch", 21. Aug.) An Personen vergreifen sich die Bauern dem schon so viele falsche Schlüsse und unfruchtbare Dis- Bustände wie zur Zeit des Faustrechts. Es sind nur wenige revo- gewöhnlich nur dann, wenn sie start provoziert werden. In uscha, putationen entsprungen sind, ist der, daß beim Worte Ent- folchen Raubtaten beteiligt. Im allgemeinen haben alle gemeinen der Besizerin, ein 18jähriger Bögling der Rechtsschule, selbst an lutionäre Organisationen und nur in der Minderzahl der Fälle an Gouvernement Minst, hat der junge Fürst Swiatopolt- Mirsti, Sohn wickelung" ohne weiteres angenommen wird, die Tätigkeit der Räuber und Diebe jetzt ein gutes Operationsfeld. Menschen habe mit dieser Entwickelung nichts zu tun. Der tischen und Agrarunruhen sehen wir dabei ganz ab. Von den poli- der Spitze der Strashnitis die Bauern, Männer und Frauen mit Von der Re Nagaitas durchgepeitscht; in derselben Nacht wurde der Herrenfit Saz:„ die Verhältnisse müssen sich entwickeln", wird vielfach gierung, den Straferpeditionen, den Schwarzen Banden, der Polizei, der Fürstin niedergebrannt und der junge Fürst entfam nur so aufgefaßt, als ob sie sich außerhalb der Menschen den Kosaken geht die Anarchie aus, und alles, was rauben und durch die Flucht dem Bauerngericht.( Dieselbe Zeitung.) Die be entwickeln, während es doch vielmehr gerade die Handlungen plündern will, benügt den von der Regierung geschaffenen Bürger- hördlichen Beruhigungen gestalten sich wieder bisweilen äußerst der Menschen sind, die sie entwickeln. An der bereits frieg, um sich auszutoben. Die schwarzen Banden und Kosaken grausam. In den Kreisen Feodosia und Simpheropol( Krim) erzitierten Stelle( S. 49 seines Buches) fagt Sombart ganz Die Regierung unterdrückt jeden Versuch des Volkes, sich selbst zu stammende Strieger); man sah auf den Wegen Scharen fliehender morden und rauben; darum tun die gemeinen Verbrecher dasselbe. schien eine Strafexpedition von Inguschen( aus dem Kaukasus richtig:„ Die Geschichte ist... der organische Um- organisieren; fie führt eine rein zerstörende Tätigkeit. Die Regierung Frauen, die wie wahnsinnig laut schrien, und galoppierende Fuhren bildungsprozeß der Machtverhältnisse, der im selbst tann aber nichts organisieren. Sie fann nur den Bürger- mit Flüchtlingen, die Unglaubliches von der Grausamkeit der steten Stampfe der entgegengesetten Inter- frieg führen, nur schießen, verhaften, unterdrücken. Die normalen Inguichen erzählten; diese Kriegsmänner der Regierung waren beessen sich vollzieht." Die Macht- ,, Verhältnisse", das ist die Funktionen einer Regierung auszuüben ist sie unfähig geworden. trunken, sie verschonten sogar nicht die Säuglinge, fie vergewaltigten Verteilung der Macht zwischen den verschiedenen Klassen. Sie ist eine kriegführende Partei mitten im Bürgerkrieg; sie ist feine die Frauen, fie verstümmelten die Männer; ins Krankenhaus von Ausgeübt wird diese Macht natürlich von Menschen. Ünd Regierung mehr. Karasubasar wurden eine Frau und ein Mann gebracht, denen der ,, umgebildet" werden diese Verhältnisse durch den steten Kampf Der bekannte Kadett Stilman( der allerdings die anti- Leib aufgeschligt war und die noch andere Wunden aufwiesen, der entgegengesetzten Interessen", der natürlich wiederum von rebolutionäre Stimmung der Kadettenpartei, ihren Wunsch nach einer( Dieselbe Beitung.) Das ist" Pazifizierung". Menschen gekämpft wird. Die Macht, oder sagen wir einmal, bürgerlichen Reformpolitik teilt) schreibt im" Towarisch"( 17. Auguſt): „ Die Tage vergehn, und das durch die Dumaauflösung geschaffene Arbeiterbewegung. die größte Macht befindet sich im Besige einer Klasse, in deren Bild wird immer deutlicher. Die Anarchie hat in drei Wochen In Moskau hat sich ein Verband der Friseure, in PetersAuftrag und Interesse sie ausgeübt wird von einzelnen Personen; denselben Weg durchgemacht wie früher in mehreren Monaten.burg ein Verband der 8eichner gebildet. Ungeachtet der Ver es liegt nun ohne weiteres auf der Hand, daß die andere Die verfönliche und die den Machthabenden so teure Eigentums- folgungen existieren die geschlossenen Verbände faktisch weiter. Itnter den Arbeitern werben viele Verhaftungen vorgenoinmen. Zahlreiche Arbeiter werden ans Petersburg ausgewiesen. In den Fabriken, besonders in den staatlichen, werden Arbeiter entlassen aus politischen Gründen, Jede Nummer des„Tawarisch" ist voll Nach- richten über solche Entlassungen. Die Unternehmer benutzen die Zeit, um die Lohne(besonders Akkordlöhne) zu drücken. � Die Finanznot. Petersburg, 24. August.(„Rufs. Korr.«) Um die Finanznot zu bekämpfen und ausländisches Geld hereinzuziehen, wird in der Negierung der Plan ventiliert, die R e i ch s b a n k in eine Aktien- S a n k uinznwandeln bei Begebung von 600 Millionen Rubel in Aktien. Der Plan, der mit ausländischen Bankiers bereits besprochen worden, erregt den größten Unwillen der intelli- gentcn Kreise, die die AuSliefernng des Nationalgeldinstituts an das Ausland verabscheuen. Zweifellos würde nach dem Urteil hervor- ragender Politiker ein solches Vorgehen die Zustimmung keiner künftigen Duma finden. Ein neuer Mann? Petersburg, 24. August.(„Rufs. Korr.") Von hohen Bureau- kraten wird die S t e l l u n g S t o l y p i n s als schwankend be- zeichnet. Sein Vorschlag, den Wahltermin der neuen Duma festzusetzen,_ wurde vom Zaren zweimal abgelehnt. Stolypin wird wahrscheinlich durch den Ackerbauminister Wassiltschikoff, einen aus- gesprochenen Reaktionär und Antisemiten, sowie Gegner jeder ernst- haften Agrarreforni. ersetzt werden. Noch vor vier Jahren hat Wassiltschikoff öffentlich in einer Versammlung vorgeschlagen, auf Witte einzuwirken, daß die Bauern-Agrarbank kein Land zum Wiederverkauf an Bauern aufkaufe. Eine neue Militärmenterei. Odessa, 24. August.(W. T. B. Von einem besonderen Kor- respondenten.) In dem Sommerlager von Morosowska bei Odessa haben sich Ullrichen ereignet, das 11. und 12. Sappeurbataillon meuterten; sie versammelten sich unter Absingung der Marseillaise zn einem politischen Meeting und faßten den Beschluß, auf Aus- ständige und Revolutionäre nicht zu schießen. Offiziere, die auf An- ordmmg der Militärbehörde in der Versammlung erschienen, wurden mißhandelt. Tatrapenpolitik in der Provinz. Als ein Muster der schamlosen und herausfordernden Politik der örtlichen Satrapen, welche gegenwärtig mit fast unbeschränkten Machtbefugnissen in den meisten Gouvernements, Kreisen, Gebieten Rußlands herrschen(wie Generalgouverneure, Stadthauptmänner usw.), führen wir Auszüge aus dem Erlasse des Odessaer Generalgouver- neurs Karangosow vom 13. August an. 1. Die Streikbewegung wird dadurch gefördert, daß die Unter- nehmer häufig für die Dauer des Streiks die Löhne auszahlen. „Die Unternehmer, bei ivelchen Arbeiter gestreikt haben, werden, falls sie deii Arbeitern für die Dauer des Streiks die Löhne aus- zahlen, administrativen Strafmaßrcgeln unterzogen werden, das Schließen der ihnen gehörenden-Unternehmen einbegriffen. 2. Die Personen, welche von Anarchisten-, Kommunisten und sich auch anders nennenden Räubern überfallen werden, erfüllen bis- weilen die Forderungen dieser Räuber, geben ihnen Geld und unter- lassen es bisweilen auch, der Polizei die Missetäter anzuzeigen. Solche Personen werden künftig im Höchstmaß administrativ be- straft Ivcrden, wie Helfershelfer. Jeder Bürger soll gedenken, daß er das Recht hat, mit bewaffneter Hand sich und andere gegen An- griffe ans Person und Eigentum zu verteidigen. 3. Die Ueberfälle auf Handelshäuser und Druckereien, die Plünderung oder das Drucken verbotener Aufrufe bezwecken, werden bisweilen mit Erfolg gekrönt, indem die Polizei wegen der mangel- haften Signalisierung nicht rechtzeitig verständigt worden war. Alle Besitzer von Handelshäusern und Druckereien werden verpflichtet, genügende Signalisierung einzurichten. 4. Die Presse hat zur Aufreizung der Bevölkerung beigetragen, indem sie durch eine falsche Beleuchtung die Regierungsmatznahmen und auch durch Zusammenkramen von allerlei Gerüchten, falschen Nachrichten und tendenziösen Erfindungen aus der regierungs- feindlichen Presse Unruhe gesät hat. Es sind nur darum nicht alle solche Preßorgane unterdrückt worden, weil sie für unschuldige Setzer und andere Arbeiter als Erwerbsquelle dienen. Ich mache die Drnckereiarbeiter darauf aufmerksam, daß sie, so weit möglich ist, selbst die Leiter der Presse beeinflussen sollen und auch dessen bewußt sein sollen, daß, wenn sie eine tendenziöse Notiz oder Korrespondenz setzen oder drucken, sie sich selbst und ihre Familien der Erwerbsquelle berauben, indem sie die administrative Maßregelung der Zeitung nötig machen. Die Druckereiarbeiter sollen die Presse von revo- lntionären Aeußerungen abhalten, um nicht selbst brotlos zu werden. Soweit Karangosow. Klingt es nicht wie Hohn, daß er, der die Bürger entwaffnete, die sich gegen die Schwarze Bande verteidigten, jetzt von ihnen fordert, sie sollen die Waffen gebrauchen, und daß er, der gegen jeden Streik vorgeht, von den Druckereiarbeitern fordert, fie sollen die Zensur der Zeitungen ausüben? Tragödie im Moskauer Bntyzki-Gefängnis. In den russischen Gefängnissen sind furchtbare, tragische Er- eigniffe, die durch die unmenschliche Behandlung der Gefangenen verursacht werden, eine häufige Erscheinung. Am 16. August spielte sich ini Butyzki-Gefängnis eine derartige Tragödie ab. Die kranken Politischen im Lazarett beklagten sich über die dort herrschenden Zu- stände. Der Gefängnisinipektor kam, es wurde aber bei ihm nichts erreicht, so daß er von den Kranken ausgepfiffen wurde. Als Strafe dafür wurden de» Kranken die Selbstbeköstigung, die Spaziergänge und die Besuche ihrer Angehörigen geraubt; Soldaten wurden im Lazarett aufgestellt. Alle Politischen, die kranken und die gesunden in den Einzelnzellen und in den gemeinsamen Kammern, protestierten, aber ohne Erfolg. Dann griffen sie zur Obstruktion: Sie sangen und klopften. Soldaten wurden darckuf in die Gänge und Höfe des Gefängnisses geführt; der Offizier Senkawski ließ auf die wehrlosen Gefangenen durch die Fenster und Türen feuern. Zwei Politische Vuden getötet.(„Towarisch", 19. August.) Die Preßfreiheit. Der sozialdemokratische Schriftsteller Privatdozent R o s ch k o w. der als ehemaliger Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung „Swetotsch" verfolgt wurde, wurde am 21. August in Moskau Pt einem Jahr Festungshaft verurteilt. Das Wüten der Reaktion und die Arbeiter» Aus Riga wird uns geschrieben: Während das Landvolk unter den Folgen des Kriegszustandes unsäglich zu leiden hat und immer von neuem auftauchende Straf- «xpcditionen die Bauern in Schrecken halten, hat man sich in den Städten an die täglichen Haussuchungen, an die Massenarreste und bewaffneten Zusammenstöße so ziemlich gewöhnt. Die Ge- fühle sind so abgestumpft, daß man über den Tod einzelner Personen kaum sich noch aufregt. Wie wenig Eindruck auf die Arbeiterschaft all die bluttriefenden obligatorischen Verordnungen der Generalgouverneure machen, dafür hat die Streikbewegung der letzten Wochen ein sprechendes Beispiel geliefert. Trotz der vermehrten Patrouillen, die Tag und Nacht die Ar- beitcrviertcl durchstreiften, gelang es doch überall eine Unmasse Flugblätter zu verbreiten, und in einigen Quartieren waren die Schutzleute fortwährend damit beschäftigt, die Straßenecken zu „reinigen". Auch der Wiborger Aufruf prangte während der letzten Tage in russischer Sprache an den Straßenecken Rigas und Libaus. Ich sah, wie einige Beamte verhaftet wurden, die ihn abschrieben. — Von den russischen Blättern ist in Riga nur noch die„Nowoje Wrcmja" zum Verkauf ausgestellt. Das Konsortium der vier reaktionären deutschen Blätter mutz sich noch immer mit der ge- m e i n s a m e n Ausgabe eines kleinen Nachrichtenblattcs begnügen. Die Buchdrucker haben die baltischen Provinzen von dem blutigen Geifer der„Düna-Zeitung" befreit. Am 2. August hat die baltische Gejellichaft der deuljche» BuchdruileixibeMex jhMejls no&iimal den früheren Beschluß bestätigt und alle Forderungen der Buch- drucker abgelehnt. Die Forderungen der Straßenbahner, der Brauereiarbeiter und einiger kleineren Fabriken ffind teilweise bewilligt worden und die Arbeit hat in diesen Fabriken wieder be- gönnen. Von neuem sind in den Ausstand getreten: die Bau- arbeiter, die Arbeiterinnen der Kartonnagenfabrik Kaplan und der Schiefertafelfabrik des Herrn Michelsohn. Die Gesamtzahl der Streikenden erreicht noch immer die Zahl 10 000. In L i b a u ist der Streik in der Draht- und Eisengießerei Boecker u. Co., in der Kapselfabrik und auf der elektrischen Straßenbahn von Erfolg ge- krönt gewesen. Ueberhaupt war die Arbeiterschaft der baltischen Städte jeden Augenblick bereit, in den Generalausstand zu treten, wenn nur die Aufforderung dazu erfolgt wäre. Hier und da mußte das örtliche sozialdemokratische Komitee direkt die Streikwut der Arbeiter brechen, um einem vorzeitigen Generalstreik auszuweichen. Aus allem sieht man aber, daß der Kriegszustand, die Straf- expcditionen und die Todesurteile den Kampfesmut des Proletariats nicht gebrochen haben. Nach den Ereignissen in Sveaborg, Kronstadt und Rebal hat man auch in Riga und Liban mit der Säuberung der Flotte be- gönnen.. Am 3. August wurden die Verhandlungen gegen die Matrosen der Festung Dünamünde, die des Versuches der Ueber- gab« der Festung im Dezember an die Revolutionäre angeklagt waren, beendigt. Sechs Untermilitärs wurden zur lebenslänglichen Ansiedelung in Sibirien verurteilt, die 17jährige Chaja Finkelstein und ein weiterer Matrose freigesprochen. In Libau sind außer den 66 Matrosen des Schulschiffes„Riga" noch 30 Matrosen verhaftet worden. Am 3. August wurde daselbst der Revolutionär Purin, den das Mitausche Kriegsgericht zum Tode verurteilt hatte, er- schössen. Sonstige Meldungen. Narwa, 24. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) 6000 Arbeiter der Krenholmer Tuchfabrik sind in den Ausstand getreten, weil die Direktion ihre Forderungen abgeschlagen hatte. Die Fabrik ist geschlossen. Warschan, 24. August.(Von einem besonderen Korrespondenten.) Gestern nacht wurde das Stationsgebäude in Otwozk bei Warschau durch bewaffnete Räuber überfallen. Ein Lokomotivführer wurde getötet. Es gelang, mehrere der Räuber zu verhaften. Warschau, 24. August.(Von einem besonderen Korrespondenten.) Auf einen Transport Gefangener wurde von einer Bande von 60 Mann ein Ueberfall ausgeführt, der jedoch mißlang. Moskau, 23. August. Mehrere bewaffnete junge Leute überfielen heute die Kasse der Güterstation der Kasanbahn und raubten 14 000 Rubel. Bei der Verfolgung der Täter, denen es gelang zu ent- kommen, wurden zwei Personen aus dem Publikum verletzt. Kiew, 23. August. Auf der Station Smjela überfielen fünf mit Revolvern bewaffnete Personen den Stationschef und raubten aus der Güterkasse 1700 Rubel. Der Stationschef und ein Reisender wurden verletzt. Odessa, 23. August.(Von einem besonderen Korrespondenten.) Vertreter der Regierung sowie der Stadt arbeiten Maßnahmen aus, um die Stadt vor bewaffneten Ueberfällen zu schützen. Für Rech- nung der Hausbesitzer werden Tageswachen in den Straßen ein- geführt. Helsingfors, 24. August. Auf der Insel Utterö wurde von Strandwächtern ein großes Lager Gewehre und Munition entdeckt und beschlagnahmt.— AuS dem Gütermagazin der Eisenbahnstation Masaby wurde eine Sendung von für die Bürgerlvehr bestimmten Gewehren gestohlen._ politische(leberlickt. Berlin, den 23. August. Die schwarze Parade. n. Essen, 23. August.(Eig. Ber.) Heute, am letzten Tage, hielt die Katholikcnversammlung großes Aufräumen. In der geschlossenen Generalversammlung wurden im Eilzugstempo einige Dutzend Anträge erledigt, darunter auch die des Ausschusses für die s o z i a l e F r a g e— mit jener Aufmerk- samkeit, die Leuten mit dem Reisckoffer in der Hand eigen zu sein pflegt. Immerhin bot die letzte geschlossene Generalversammlung insofern einiges Interesse, als sich hier zum erstenmal auf einem Katholikentage eine Frau als Rednerin zeigte. Es lag ein Antrag vor auf Schutz der Heimarbeiterinnen, der die Mitunterschrift Von Fräulein Barbara Graß, Sekretärin des Vereins deutscher Arbeiterinnen(München- Gladbach) trug. Die Genannte hatte auch schon im Ausschuß das Wort ergriffen, und heute, in der geschlossenen Versammlung, beantragte der Vorsitzende des sozialen Ausschusses, den Antrag durch Frl. Graß begründen zu lassen. Er fand Widerspruch beim Präsidium, das auf die Statuten des Katholikentages hinwies, die Frauen von der Mitgliedschaft und demzufolge auch von der Teilnahme an den Ver- Handlungen ausschließen. Endlich kam man Lberein, Frl. Graß als „G u t a ch t e r i n" zu hören; in dieser Eigenschaft erhielt die Dame dann auch das Wort. Zum erstenmal! hat) also, wenn auch unter Vorbehalten, eine Frau auf einem Katholikentage gesprochen; nicht lange mehr und wir werden das bis dahin unerhörte Schauspiel er- leben, daß auch in den großen Paradeversammlungen sich ein weib- licher Redner zeigt. Der Klerikalismus ist zu allem fähig— wenn es nicht anders geht! Jung Erzberger, der sich, sichtlich gehoben im Bewußt- sein, der Träger eines vielgenannten NamenS zu sein, an allen Ecken und Enden deS Katholikentages dem bewundernden Volke zeigte, kam ebenfalls heute zu Wort. Er hatte ohne Zweifel das Bedürfnis, zn beweisen, daß er nicht nur Kolonialskandale aufdecken und der Regierung Verlegenheiten bereiten kann, sondern trotz alle- dem ein loyaler Mann ist, und so sprach er denn der Kaiserin den Dank des Katholikentages aus für das Interesse, das sie dem trau- rigen Lose der Heimarbeiterinnen zuwende. Im übrigen meinte Herr Erzberger, daß fiir die Heimarbeiterinnen vor allen Dingen die Hülfsmittel der christlichen Charitas von Bedeutung seien. In seinem Schlußwort wies der Vorsitzende des Ausschusses für soziale Fragen, der Zentrumsagrarier Herold(I), darauf hin. daß heute Beschlüsse gefaßt seien für alle Berufsstände ohne Ausnahme. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hätten zusammen in dem Ausschusse getagt und in voller Harmonie und Einmütigkeit ihre Beratungen gepflogen. Daraus ergebe sich, daß die sozialen Schwierigkeiten an erster Stelle gelöst werden könnten durch die katholische Religion, in Betätigung der Grundsätze der christlichen Nächstenliebe. Die wichtigsten Anregungen seien hier gegeben worden. mit deren Verwirklichung ein großes Stück der sozialen Schwierig- leiten erledigt werden könnte. Man hätte denken sollen, daß der„Arbeitervertreter' GiesbertS, der in der letzten öffentlichen Versammlung über die Betätigung deS Katholiken in der sozialen Bewegung der Gegenwart redete, so diel Ehrlichkeit und Selbständigkeit gehabt hätte, um die Art. in der in Essen die Arbeiterfrage behandelt worden war,»zurückzuweisen, oder daß er, wenn sein Mut dazu nicht langte, nun wenigstens seinerseits die Wünsche und Forderungen der Arbeiter, die selbst im christlichen Lager erhoben werden, gebührend in den Vordergrund gerückt hätte. Aber nichts von alledem. Herr Giesberts trug nicht umsonst den Frack, das Ge- wand der guten Gesinnung und des Wohlverhaltens. Er hielt seine bekannte Rede über die Bedeutung und Notwendigkeit der christ- lichen Arbeiterbewegung, die zwar Gleichberechtigung für den vierten Stand fordere, aber sich freihalten wolle vom Klassenkampf, um mit allen Bernfsständen für das allgemeine Wohl einzutreten und mit allen denjenigen, die sich zu Christo bekennen, die große Kulturmission des Christentums verwirklichen zu helfen. Er sang ein langes Loblied auf die katholischen Arbeitervereine, die zur Pflege der religiös-sittlichen Bestrebungen und zur Aufklärung über die sozialen Irrtümer heute nötiger denn je seien; er feierte den katholischen Volksverein als Vereinigung der Katholiken aller Stände, fand aber nicht den Mut, die christlichen Gewerkschaften gegen die scharfmacherischen Angriffe zu verteidigen. Er stellte fest, daß manche Vorwürfe erhoben würden gegen das Verhalten der christlichen Gewerkschaften—«ob mit Recht oder Unrecht," so sagte er,„will ich hier nicht untersuchen". Nichts hörte man von den Forderungen, die Herr Giesberts. wo er zu Arbeitern spricht, selber zu erheben pflegt; nichts von den Forderungen, die andere Redner am Sonntag vorher in den Arbeiterversammlungcn gestellt hatten. Im Loyalitätsfrack war ihm das bißchen Rückgrat, das ihm die Unterordnung unter die Zentrumspolitik gelassen hat, vollends abhanden gekommen. Der Mann kann es noch weit bringen. Einen angemessenen Abschluß fanden die Verhandlungen des Essener Katholikentages in der Rede des Trierer Seminarpxofessors Einig über Offenbarungsglauben und Wissenschaft. Mit Gründen, die ihr Gewicht mehr aus der Kraft der Lungen als aus der des Geistes erhielten, versuchte er zu beweisen, daß sich Gott und der Offenbarungsglaube mit dem modernen Menschen und seiner Wissenschaft wohl vereinigen lasse. Er polemisierte gegen Nietzsche, Haeckel, Bebel und andere„Apostel des modernen Unglaubens". Bebel beabsichtige die Menschheit durch den Darwinismus zum Sozialismus, durch den Atheismus zum Anarchismus zu führen. Die Kirche fürchte von der Wissenschast nichts für ihren Glauben; wenn eine päpstliche Kongregation Galilei verurteilt habe, so sei das nicht aus Haß gegen die Wissenschaft ge- schehen, sondern aus der Besorgnis, daß die noch nicht völlig erwiesene Lehre Galileis von Uebclwollenden gegen den Glauben ausgebeutet werden könne... Mitten in diese Offenbarungen ultramontanen Geistes fiel der Glockenschlag der Mittagsstunde. Der Präsident unterbrach, die Ver- sammlung erhob sich zum Gebet, Kardinal Fischer sprach von „Engel des Herrn"... Nachdem der Trierer Professor unter dem üblichen minutenlangen Beifall seine Rede beendet hatte, hielt Kardinal Vannutelli noch eine lateinische Ansprache, Herr Gröber redete einig? Schlußworte— und die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ging aus- einander. Der nächste Katholikentag ist in Würzburg, zu dessen Empfehlung Herr Liborius Gerstenberger unter anderem anführte, daß eS dort einen besonders guten Tropfen gede. Auch der Tagungsort des übernächsten Katholikentages ist fest- gesetzt: Düsseldorf, im Herzen des industriellen Rheinlands. Die soziale Frage, die in Essen bereits zu einem guten Stück gelöst worden ist. soll in Düsseldorf ihrer endgültigen Lösung entgegen- geführt werden.—_ Der„Avantl" über die Zusammenkunst in Cronberg- Rom, den 20. August. Im heutigen„ A v a n t i' beschäftigt sich ArturoLabriola an leitender Stelle mit der Zusammenkunft in Cronberg. Der Artikel konstatiert zunächst, daß die alten Gründe des Zwie- spalts zwischen Deutschland und England keineswegs verschwunden sind. Der Jnteressenwiderstreit der beiden Mächte in der Balkan- Halbinsel, in Kleinasien, in Afrika, auf dem ganzen Weltmarkt dauert fort. Auch politisch befinden sich beide Länder in schärsstem Gegensatz: demokratisch das eine, während das andere sich immer mehr zur Militärautokratie.zurückentwickelt". Was bedeutet nun dieser Besuch, nachdem König Eduard so oft und so hartnäckig den Gelegenheiten eines Zusammentreffens mit seinem Neffen aus dem Wege gegangen ist? England hat seit einiger Zeit seine alte Politik, die sich mit den europäischen Verhältnissen nur beschäftigte, soweit die balkanische Frage im Spiel war, aufgegeben. Die Ab- machung mit Frankreich in der Marokkosache war der erste offizielle Schritt auf diesem Wege, die Zusammenkunft in Cronberg ist der zweite. Der Autor forscht dann nach den Ursachen dieses Wandels in der äußeren Politik Englands und findet sie in der doppelten Be- drohung, die die Hegemonie des Jnselreiches durch die Ver- einigten Staaten und durch Deutschland erfährt. Die Vollendung de? Panamakanals sichere Nordamerika das industrielle Monopol auf dem ganzen Stillen Ozean und den östlichen Küsten Südamerikas und wird der englischen Handelsmacht den schwersten Schlag zufügen. Gleichzeitig bedroht Deutschland de» englischen Einfluß in Kleinasten und in Persien. Darum hat England seine isolierte Stellung aufgegeben und bescheiden Platz genommen im Kreise der europäischen Mächte. In dieser neuen Phase hat das Jnselreich zunächst eine auffallend deutschfeindliche Haltung gezeigt. Die„ontentö oordislö" mit Frankreich und das Bünd- nis mit Japan sind besonders als ein Wall zu verstehen, den England dem vordringenden deutschen Jmperia- liSmus entgegenstellt. Daß diese ostentativ deutschfeindliche Haltung der englischen Diplomatie nicht angehalten hat, daran ist nach Labriola der Umschwung der öffentlichen Meinung in England schuld, der im Zusammenhange steht mit dem Siege der Liberalen bei den letzten Wahlen. Eine lebhafte Besorgnis für „Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" hat sich der englischen Bourgeoisie bemächtigt, in offenbarer Reaktion gegen den Chamberlainschen Imperialismus. Dieser Stimmung hat König Eduard Rechnung tragen zu müssen geglaubt und hat es deshalb für gut besimden, nicht noch einmal durch Deutschland zu reisen, ohne eine Zusammenkunst mit seinem Neffen zu haben. Wenn sich so Englands Verhalten erklärt aus dem inneren Zu- stand des Jnfelreichs, so erklärt sich der Umstand, daß mich Wilhelm II. auf die Zusammenkunft einging, aus den Besorgnissen vor Komplikationen an der russischen Grenze. Der deutsche Hof, meint Labriola, blicke mit großer Sorge aus Rußland. Warum soll man, in so drohender Stunde, die Spannung mit England anstecht- erhalten, wenn man sie mit einer friedliebenden Geste»nd Phrase momentan los werden kann, ohne daß Deutschland darum einen Augenblick aufzuhören braucht, in seinen Arsenalen neue Kriegs- Werkzeuge zu schmieden? « �» Veutlckes Reich. Die Probe auf das Exempel. Herr Dr. Theodor Barth redet auch in der neuesten Nummer seiner„Nation" dem Liberalismus wacker zu, sich mit der Sozialdemokratie zu einem Block der Linken zusammen- zuschließen. Er schreibt: „Man mag die Sache drehen und wenden, wie man will, man kommt über die Einsicht nicht hinweg, daß, wie sich die Dinge in Deutschland einmal entwickelt haben, der Liberalismus— selbst bei weitester Auslegung dieses Begriffes— völlig außer stände ist, allein aus eigener Kraft eine Macht zu schaffen, die auch nur die b e s ch e i d e n st e n liberalen Reformen durchzusetzen vermöchte. Wer nicht dauernd darauf verzichten will, ernsthafte liberale Politik zu treiben, der muß dieser unbequemen Wahrheit resolut ins Gesicht sehen und sein politisches Verhalten danach einrichten. So gewiß es nun einerseits ist, daß auch eine Zusammenkassut'-' aller liberalen Kräfte icm LlkerallZmuZ leine Mehrheit zu schaffen vermag, so gewiff ist es andererseits, daß schon heute der Gesamtliberalismus mit der Sozialdemokratie zusammen über eine große Mehrheit in der V e v ö l k e r um g verfügt. Auf die Kandidaten der gesamten Linken, mit Einschluß der National- liberalen und der Sozialdemokratie, entfiel bei den letzten Reichstagsivahlen ungefähr eine Million Stimmen mehr als mif die Kandidaten aller übrigen Parteien zusammengenommen. Wenn jene anderen Parteien trotzdem rund sechzig Mandate mehr besitzen als die gesainte Linke, so ist das eben nur dem Umstände zuzuschreiben, daß die Wahlkreiseinteilung im Reich allmählich zu einer skandalösen Ungerechiigkeit geworden ist. SWan sollte meinen, daß angesichts dieser Konstellation der demokratische Liberalismus den einzigen Weg, der ihn zu politischem Einfluß und realer Macht führen «i'?' irr' a?- borgezeichnet sähe. Er muß den Geiamtliberalismus zu demokratisieren versuchen. Nur ein Liberalismus, der sich sehr energisch demokratisch betätigt, hat eine Existenzberechtigung. Läßt er sich von dem demokratischen Boden verdrängen, so geht die Mission der Demokratisierung Deutsch- l a n d s ausschließlich auf die Sozialdemokratie ho er; die demokratischen Elemente in der liberalen Wählerschaft werden zu bloßen Mitläufern der Sozialdemo- kratie, und der Nest wird genötigt, unter den Fittichen der Reaktion Unterschlupf zu suchen. Sozialistische Heißsporne prophezeien diese Entwickelung und erklären sie für unabwendbar und wünschenswert. Die Reaktionäre aller Schatrierungen arbeiten auch ihrerseits auf dasselbe Ziel los. Das Kartell aller bürgerlichen Parteien, das Kartell der einen reaktionären Masse würde, indem es den Gegensatz zur Sozialdemokratie verschärft, zugleich den Liberalismus für die Reaktion unschädlich machen. Vom reaktionären Jnteresseustandpunkt aus ist die Losung natürlich die denkbar erstrebenswerteste, für den Liberalismus aber bedeutet sie die einfache Ausschaltung aus der realen Politik.... Der Freisinn könnte auf die Zumutung, ihn in ein Kartell aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie ein- zubeziehen, nicht wirksamer antworlen, als wenn er sich an die Spitze eines Kartells der ge- samten Linken gegen das elendeste aller Wahl- s y st e m e stellte." Herr Barth hat die Frage durchaus richtig gestellt. Auch wir wollen keinen Zeifel darüber lassen, daß wir einen Eni- schluß des Liberalismus, gemeinsam mit der Sozialdemokratie gegen die preußische und deutsche Reaktion zu kämpfen, mit Freuden begrüßen und mit aller Kraft unterstützen würden. Der„demokratische" Liberalismus mag also seine Truppen mustern und kundgeben, welche Heerhaufen er zu st e l l e n g e w i l l t ist. An den sozialdemokratischen Truppen soll's nicht fehlen I Es liegt also in den Händen des Libe- ralismus, den gemeinsamen Kampf gegen'die Reaktion zu be- ginnen. Die Sozialdemokratie ist längst zum Angriff formiert l Am Liberalismus ist es ausschließlich, die Probe auf das Exempel zumachen.» Die Agrarier für ihren Pod. Die„Deutsche Tages-Ztg." erlahmt nicht im Kampfe um ihren Pod. So sucht sie heute den Nachweis zu führen, daß Pod Bülows Flucht an die Oeffenllichkeit nicht provoziert habe. Sie schreibt: „Die Erklärung der„Nordd. Allg. Ztg." vom 18. August war vom Landwirtschastsmimster nicht„herausgefordert" worden. Vorher hatte Herr von Podbielski lediglich erklärt, daß der Kaiser ihn nicht aufgefordert habe, ein Eni- lasiungsgesuch einzureichen, und daß er ein solches Ent- lassungsgesuch nicht eingereicht habe. Diese Erklärung entsprach formell den Tatsachen. Ein Zwang, sie irgendwie zu widerlegen, lag nicht vor. Hielt man es aber sür nötig, davon Mitteilung zu machen, daß der Landwirtsschaftsminister in seinem Schreiben an den Reichskanzler diesen ersucht hatte, seinen Wunsch nach Entlassung aus dem Amte dem Kaiser zu unterbreiten, so konnte man mit der Veröffentlichung warten bis zum 2 0. A u g u st und unmittelbar an diese Mitteilung die zweite knüpfen, daß der Kaiser sich seine Entschließung vorbehalten habe. Denn wäre der Landwirtschaftsminister nicht dazu ver- anlaßt worden, der ersten Erklärung die bekannte zweite entgegen zu stellen, dann wäre die unerquickliche Differenz vermieden worden." Die Agrarier nehmen also für ihren Pod gegen den Reichs- kanzler Partei. Bülow wird sich dadurch freilich nicht anfechten lassen. Er besitzt für solche Angriffe die von ihm selbst als staats- männisches Requisit bezeichnete Rhinozeroshaut.— Erzverger kontra Wörmann. Erzberger hat einen erneuten Angriff gegen die Monopolfirma Wörmann unternommen. In einer Zentrumsversammlung in Hagen in Westfalen führte er nach dem Scherl-Blatt aus: „Zwar habe die Firma Wörmann erklärt, sie werde alle die- jenigen Zeitungen verklagen, die sie neben die Firma Tippelskirch stellen; allein die Wörmannsche Empfindlichkeit sei um so auf- fallender, als bekanntlich Tippelskirch in Berlin der Agent der Firma Wörmann sei. Sonst Pflege doch das Verhältnis von Firma und Agent ein derartiges zu sein, daß erstere nicht von letzterem abrücke. Indes könnten die Zeitungen beruhigt sein: Wenn erst einmal über die Firma Wörmann alles bekannt geworden sei, so werde man sehen, daß Tippelskirch ein Waisentaabe gegen Wörmann sei. Das Zentrum sei für die sofortige Lösung solcher Verträge, die sich nicht mit der politischen Moral vertragen." Herr Erzberger will also als geschäftstüchtiger Journalist seine Pfeile erst nach und nach verschießen. Er hofft offenbar, bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages noch Munition genug im Köcher zu behalten! Uebrigens ist das Scherl-Blatt wieder einmal in der Lage, Mit- teilungen über das Ergebnis der Untersuchungen des Falles Tippelskirch liefern zu können. Es schreibt nämlich: „Im Anschluß hieran wollen wir hinzufügen, daß die amt- liche Nachprüfung des„Kontraktes Tippclskirch" seitens der Behörden bereits so iveit gediehen ist, daß die Auflösung dieses Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte." Die Ministerpension des Herrn v. Podbielski wird zwar nur einen mageren, aber doch immerhin noch einen gewissen Ersatz für die durch die Vertragslösung des Reiches mit der Firma Tippelskirch der Frau v. Podbielski erwachsenden Geschäftsverluste darstellen!-_ Zum Bierkric» In Frankfurt a. M.. wo nach unserer letzten Meldung zwischen Grauereien und Wirten eine Verständigung über die Tragung der Brausteuererhöhung zustande zu kommen schien, hat der Bierkrieg jetzt schärfere Formen angenommen, lieber den bisherigen Ver- lauf des dortigen Kampfes wird uns kurz zusammenfassend be- richtet: Die vereinigten Brauereieg von Frankfurt und Umgegend erhöhten mit dem 1. August den Lieferpreis um 1,S0 M. pro Hektoliter und empfahlen den Wirten, die Erhöhung auf das Publikum abzuwälzen. Die Wirte beschlossen darauf, weder den Brauereien mehr zu zahlen, noch vom Publikum mehr zu fordern als bisher. Trotz dieses Beschlusses zahlten aber nach wenigen Tagen die meisten der Wirte den er- höhten Preis an die Brauereien, weil eben die wirtschaftliche Selb- siändigkeit der Wirte in Frankfurt so gut wie anderwärts nur eine BHiim& uab baä WiÄsMvsrke flse uW imstande ist. dem Großkapital der Brauindustrie ernsthaft Widerstand zu leisten. Vom Publikum, dem gegenüber die strikte Befolgung des Be- schlusses behauptet wurde, erwarteten die Wirte die Verhängung des Bohkotts, in der naiven Hoffnung, durch denselben den nnge- mein kapitalkräftigen und durch Rückversicherungen und Boykott- schutzverträge gesicherten Ring der koalierten Großbrauereien i n wenigen Tagen zur Kapitulation zwingen zu können. In sieben großen Versammlungen, die von der sozial- demokratischen Parteileitung einberufen waren, wurde der Stand- Punkt der Konsumenten jedoch dahin präzisiert, daß die Erhöhung des Bierpreises eine von jedem Einsichtigen vorausgesehene Folge der Brausteuererhöhung und der ganzen Politik der indirekten Volksbelastung sei, weshalb vom Publikum lediglich der Versuch zurückzuweisen sei, die beschlossenen Mehrlasten auf die Konsumenten abzuwälzen. In einer Resolution wurde daher empfohlen, ke i n B i e r z u trinken, das nicht zum bisherigen Preise in bisheriger Qualität und Quantität verab- folgt würde. Einige Tage später wurde dann von einer größeren Sitzung von Partei- und Gewerkschaftsfunktionären noch eine Kommission gewählt, mit der Aufgabe, zwischen den Brauereien und den Wirten eine Verständigung anzU- bahnen. Beiderseits wurde der Einladung zu einer Ver- ständigungssitzung Folge geleistet und es hatte, wie schon berichtet, zunächst den Anschein, als sollte es zu einer Verständigung kommen. Seitens der Vermittelungskommission war der Vorschlag gemacht worden, die Erhöhung des Lieferpreises von 1,50 M. auf 0,50 M. zu reduzieren und das Rückvergütungswesen zu reformieren. Beide Parteien versprachen, den Vorschlag in ihren Körperschaften zu beraten und dann wieder mit der Vermittelungskommission zusammenzutreten. Als nun die zweite Vermittelungssitzung statt- fand, erklärten sich die Brauereien bereit, in eine Herabsetzung der Erhöhung auf 1 M. einzuwilligen, die Wirtevertreter dagegen hatten es wider die Abrede versäumt, einen positiven Beschluß ihrer Berufsgenossen herbeizuführen, und so war ein Zustande- kommen der Verständigung� in der Sitzung nicht möglich. Die Brauereien erklärten zum Schlüsse derselben, auch weiterhin noch zu Verhandlungen bereit zu sein. Die Wirte haben nun am Dienstag in einer Versammlung beschlossen, sowohl den um 1,50 M. erhöhten Lieferpreis an die Brauereien zuzahlen, als auch die bisherigen Ausschank- preise zu erhöhen und künftig für 0,3 Liter 11 Pf. statt 10 Pf., für 0,4 Liter 13 Pf. statt 12 Pf. zu fordern. Dieser Beschluß steht in direktem Gegensatz zu dem von den Wirten zuerst gefaßten. Dieses von einem Extrem ins andere Fallen der Wirte ist ein Beweis für ihre wirtschaftliche Ohnmacht und die verzweifelte Lage, in der sich die Mehrzahl von ihnen befindet. Durch ihren letzten Beschluß, vorausgesetzt, daß sie denselben halten, besteht nun faktisch der Boykott. Die Wirke fordern höhere Preise und das Publikum lehnt gemäß den Versammlungs- beschlüssen alles Bier zu höheren Preisen ab. Die unausbleibliche Folge des jetzigen Zustandes wird die Vernichtung zahlreicher Existenzen im Wirtsgewerbe sein, und es gibt kein Mittel, das zu verhindern, so lange breite Müssen des Volkes, und vor allem' des Mittelstandes, noch immer Leute in den Reichstag wählen, die Volks- und mittelstandsfeindlichen Gesetzen, wie der Brau- steuererhöhung und den übrigen neuen Reichssteuern, ihre Zu- stimmung geben.—_ Ein unbegreifliches Urteil! Der frühere Pionier V., der vor Ableistung seiner Dienstzeit zur Disposition der Ersatzbehörden gestellt worden ist, weil er von einem Unterleibsleiden befallen war, wurde kürzlich vom Kriegs- gericht der 18. Division wegen Ungehorsams und Beharrens im Un- gehorsam zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt. Gegen dieses ganz unverständliche Urteil hat V, Berufung eingelegt, mit der sich am Dienstag das Oberkriegsgericht des 9. Armeekorps lAltona) be- schäftigte. Der Anklage liegt folgender Vorfall zugrunde: Am 16. Juli d. I. mußten die Harburger Pioniere baden und V., der Freischwimmer ist, erhielt den Befehl, er solle sich ausziehen und baden. Er litt aber, wie so oft, an großen Unterleibsschmerzen und klagte auch über Seitenstiche, was er dem aufsichtführenden Leutnant mitteilte. Dieser ließ ihn durch einen— Sanitätsgefreiten untersuchen, der nach flüchtiger Untersuchung erklärte. er könne nichts Krankhaftes an dem Mann entdecken. Der Leutnant wiederholte seinen Befehl, ohne daß V. Folge leistete. V. wurde nun zur Wache gebracht, wo er über heftige Schmerzen klagte. Auf Anordnung des Hauptmannes wurde V. ärztlich untersucht und es wurde festgestellt, daß er an einem Unterleibsleide» erkrankt war, das sich zu einem Banchwandbruch verschlimmerte und zur Entlassung ans dem Militärdienst führte. Und trotz dieser Feststellungen soll V. sich gegen das Allerheiligste, gegen die militärische Disziplin, ver- gangen haben! Der Angeklagte erklärt, er sei an dem fraglichen Tage infolge seines Leidens so aufgeregt gewesen, daß er nicht ge« wüßt habe, was er tat. Der Feldwebel habe ihm gedroht, er werde mit dem Zeug ins Wasser fliegen und vor ein Kriegsgericht kommen, und der Leutnant habe trotz aller Vorhalte auf demBefehl bestanden. Der Feldwebel will nicht nur nicht gedroht, sondern dem Soldaten gütlich zu- geredet haben, weil er geglaubt habe, daß der Mann nicht krank, sondern wasserscheu sei. Andere Zeugen bekunden, daß der An- geklagte viel gelitten und oft gezittert habe. Ein als Zeuge ver- nommener Stabsarzt führt aus, die Schmerzen feien wohl nicht so groß gewesen, daß die freie Willensbestimmung ausgeschlossen ge- ivesen sei; der Angeklagte hätte sich, als er Schmerzen verspürte, bei einem Arzte melden müssen. Der Verteidiger hebt hervor, daß von einem Ungehorsam vor versammelter Mannschaft keine Rede sein könne, weil er sich dessen gar nicht bewußt gewesen sei. Der Mann sei un vorschriftsmäßig behandelt worden, denn er hätte sofort zu einem Arzte gebracht werden müssen. Der Angeklagte erklärt noch, er habe den Befehl so aufgefaßt, daß er sich nicht nur ausziehen, sondern auch schwimmen solle, zumal er früher schon, trotz seiner Schmerzen, mit Wasser begossen und gewaltsam ins Wasser gebracht worden sei. Der Ankläger beantragt die Verwerfung der Berufung, Das Ober- kriegSgericht ermäßigt die Strafe auf 3 Wochen Mittelarrest, da kein Ungehorsam vor versammelter Mannschaft vorliege und der Angeklagte unvorschriftsmäßig behandelt worden sei.— Der An- geklagte hätte also auch nach der Auffassung dieses Gerichts den Befehl ausführen müssen; er hätte sich eventuell beschweren können, wenn er noch— lebend aus dem Wasser gekommen wäre. Anders ist das die dreimal geheiligte militärische Disziplin schützende Urteil nicht zu verstehen.— /ZuslanÄ. Frankreich. Partei und Gewerkschaften. Det kommende Gewerkschaftskongreß wird eine Debatte zeitigen über das Verhältnis der Gewerkschaften zur sozialistischen Partei. Bei den französischen Parteigenossen reist je länger je mehr die Erkenntnis, daß ein Ineinandergreifen der beiden Be- wegungen im Interesse des Proletariats dringend notwendig ist. In dieser Beziehung liegen gerade aus jüngster Zeit viele Aeuße- rungen hervorragender Parteiführer vor. Als ein Schritt des Entgegenkommens seitens der Partei ist auch zu betrachten das Anerbieten der Redaktion der„Humanite".(die ja gegenwärtig gewissermaßen als das Zentralorgan der geeinten Sozialisten zu betrachten ist) die bekanntlich die Führer der Gewerkschaften ein- lud, Artikel über gewerkschaftliche Thematas in ihren Spalten zu behandeln. Die andere Seite allerdings verhält sich noch sehr ablehnend; die führenden Geister der Konfederation erklärten, daß ihre Mitarbeit an der„Humanite" durchaus nicht etwa im Sinne eines Entgegenkommens gedeütet werden dürfe, daß sie strikte an ihrer Auffassung festhielten. Nun ist aber in ihren eigenen Reihen ein Ereignis eingetreten, dem sie mehr Beachtung zu schenken gezwungen sind. Der natia- nale Kongreß der Textilarbeiter hat nämlich— und zwar mit 45 gegen 23 Lokalgruppen— beschlossen, eine Verständigung mit dem Zentralkomitee der sozialistischen Partei herbeizuführen, ent- &2£to dmch sias eeMslllllltL ÄLpWrschgst vdei PL» Fall au Lall durch Delegationen. Emil Pouget, der Redakteur des Zentral« orgaus der Konfederation nennt diesen Beschluß bedauerlich, der Keim der Zwietracht werde dadurch in die Organisation verpflanzt. Was bleibe dann noch übrig von einem Syndikat? Er verweist auf Belgien, wo es Gewerkschaften politischer Richtungen gebe. Die Folge sei die Machtlosigkeit und Zersplitterung der Arbeiter. Als ob es in Frankreich nicht auch„gelbe Gewerkschaften" gibt! Und noch von einer anderen Seite droht den anarchistelnden französischen Syndikaten Gefahr: Die Bergleute des Nordens nämlich wollen mit ihren 80 000 Mitgliedern der Konfederation beitreten. Dieser Verband war der Konfederation gerade des- wegen fern geblieben, weil er die Taktik derselben nicht gutheißen und nicht mitmachen wollte. Basly, einer der Führer der Berg» leute, hat sich, wie Pouget mitteilt, dahin geäußert, daß der Ver- band nunmehr eintreten wolle, um mit der Theorie der„Sabotage" und der„Aktion direkt" aufzuräumen, denn diese Theorie sei „nicht bloß unvernünftig, sie sei auch verbrecherisch". Seit 1895, so sagt Pouget weiter, habe ein Aufschwung der französischen Syndikate stattgefunden, und zwar nur dadurch, daß man den Streit der politischen Richtungen vermieden habe. Die Nurgewerkschaftler vergessen nur, daß innerhalb jener Zeit auch eine große Wandlung im französischen Sozialismus vor sich ge- gangen ist. Die frühere Zersplitterung, das Gezänke der vielen kleinen Schulen und Sekten mag gewiß abstoßend gewirkt haben, und man kann wohl anerkennen, daß es notwendig war, alle jene Streitigkeiten aus den Gewerkschaften fern zu halten. Diese Taktik aber und die schlechten Erfahrungen, welche die französischen Arbeiter früher vielfach mit den allerhand Politikern, die sich als „Sozialisten" gebürdeten, gemacht haben, hat die Gewerkschaften allmählich in die antiparlamentarische, anarchistische Strömung getrieben. Wie die Dinge aber jetzt liegen, wird es sicherlich zq Auseinandersetzungen über die zukünftige Taktik kommen und, wenn es auch zunächst erbitterte.Kämpfe gibt, so wjrd doch sicherlich die unpolitische, antiparlamentarische Richtung innerhalb der französischen Gewerkschaften schließlich überwunden werden.— Spanien Neber den Generalstreik in Bilbao wird gemeldet: B i l b a o, 23. August. Heute kam es auf der Grube Montegni zu einem Handgemenge, in dem mehrere Personen Verletzungen erlitten. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Arbeiterklub ist geschlossen worden. S a n t a n d e r, 24. August. Der Ausstand nimmt an Aus- dehnung zu. Die Nacht soll in Bilbao ruhig verlaufen sein. Madrid. 24. August. In Bilbao herrscht scheinbar Ruhe, Drei Kriegsschiffe ankern im Hafen.(„Franks. Ztg.") Der Sozialismus unter den Bauern. Im Gegensatz zu anderen Ländern erhält Spanien einen beträchtlichen Zuwachs für die Partei aus ländlichen Kreisen. Die Ursache dieser Erscheinung liegt in den besonderen agrarischen Verhältnissen; ähnliches finden wir nur noch in Italien und Ungarn. Jede Nummer unseres Madrider Parteiorgans, des„Socialista", bringt zahlreiche Bei- spiele von dem regen Parteileben, das in vielen spanischen Dörfern herrscht. So brachte die letzte Nummer des Blattes u. a. die Mitteilung, daß der sozialistische Arbeiterverein von Villena sein dreijähriges Stiftungsfest unter starker Beteiligung abgehalten habe. Ferner: der Verein sozialistischer Bauern von Albana ist in die allgemeine sozialistische Union der Bauern und Landarbeiter eingetreten und in Lavadores betrieben die Genossen des dortigen Vereins eine lebhafte Propaganda zum Zwecke des allgemeinen Zu* sammenschlusses der bäuerlichen Genossen und Vereine.—. Norwegen. Die Schleifung der Grenzfestnngen. Das im Oktober. vorigen Jahres geschlossene Uebereinkommen, das die Auflösung der schwedisch-norwegische» Union besiegelte, legte den Norwegern bekanntlich auch die Pflicht auf, ihre in der zwischen beiden Ländern geschaffenen neutralen Zone liegenden Grenzfestungen zu schleifen. Zur Untersuchung, ob Norwegen diese Verpflichtung auch getreulich erfüllte, wurde eine aus einem preußischen, einem österreichischen und einem niederländischen Oberst bestehende Kommission gebildet. Diese hat nun am 20. August das Ergebnis ihrer Untersuchung veröffentlicht und erklärt, daß diese Bestimmungen des Uebereinkominens in vollem Maße erfüllt sind. Kurz bevor diese Erklärung veröffentlicht wurde, tauchte in der schwedischen Presse die Nachricht auf, der preußische Oberst habe behauptet, daß die Schleifung bei einem Teile der Festungswerke gänzlich ungenügend durchgeführt sei. Diese Nachricht war offenbar nichts als ein Aus- fluß des Mißtrauens, das noch immer bei gewissen Leuten in Schweden gegen Norwegen herrscht.— Vielleicht wird es zur Besserung des Verhältnisses zwischen den beiden Ländern beitragen, wenn die jetzigen Storthingswahlen zun» Sturze des Ministeriums Michelsen führen, das den Kampf um die Unionsauflösung gegen Schweden geleitet hat.— Amerika. Gesetz zum Schutze der Frauen—- verfassungswidrig! Die Kapitalisten in den Vereinigten Staaten finden in ihrem Kampf gegen unbequeme Arbeiterschutzgesetze sehr häusig die Unterstützung hoher Gerichtshöfe. Schon zu wiederholten Malen sind Gesetze, die zum Schutze der Arbeiterklasse im allgemeinen oder zu dem be- stimmter Schichten erlassen worden waren, deshalb für unkonstitn- tionell erklärt worden, weil sie nur für eine bestimmte Klasse gemacht worden seien, es waren also Klaffengesetze. Bisher hatten die unteren Instanzen die Entscheidung hierüber stets den Appellgerichts- Höfen und schließlich dem Obergericht überlassen. Kürzlich hat aber ein unterer Gerichtshof eine solche schwerwiegende Entscheidung getroffen. Im Staate New Dort wurde im Jahre 1897 ein Gesetz angenommen, durch das die Fabrikarbeit von Frauen und Kindern während der Zeit zwischen 9 Uhr abends und 6 Uhr morgens ver- boten wurde. Um einen Versuchsfall zu schaffen, hatte ein Buch- druckereibesitzer gegen dieses Gesetz verstoßen; er wurde verhaftet und man machte ihm den Prozeß, Der Generalanwalt verlangte Bestrafung. Es sei zwar das Recht eines jeden Bürgers, Arbeiter zu beschäftigen; ein anderes Fundamentalgesetz aber fei, daß durch die Ausübung dieses Rechtes keine andere Person geschädigt werden dürfe. Frauen und Kinder würden aber geschädigt, wenn man sie zur nächtlichen Arbeit zwinge. Der öffentlichen Wohlfahrt werde geschadet, indem man die Gesundheit der Mütter kommender Generationen gefährde. Die Legislatur sei also berechtigt gewesen. ein solches Schutzgesetz zu erlassen. Man sollte meinen, gegen diese klare Auffassung ließe sich nichts einwenden. Der Richter Olmsted aber sprach den Angeklagten frei. Aus der Begründung seien fol- gende sonderbaren Sätze angeführt: Als einzigen Punkt habe der Generalanwalt nur den Schutz künftiger Bürger angeführt, aber auch da beziehe er sich nur auf die Fabrikarbeiterinnen und nicht auf alle Frauen, die daheim arbeiten müssen. Der Staat ertvarte nicht nur von den Fabrikarbeiterinnen Kinder, die später gute Bürger werden sollen und er könne nicht einsehen, warum die Haus- frauen, die zu Hause beschäftigt sind oder die weiblichen Angestellten von Geschäftshäusern oder die Gesellschaftsdamen, die überhaupt nicht arbeiten, nicht in gleichem Maße beschützt werden sollten. Und wo bleiben die Rechte der Frauen, die überhaupt keine Kinder gebären? Hier liege also ein Stück Klassengesetzgebung vor. eine un- zulässige Beschneidung der konstitutionellen und der individuellen Freiheit.— Gegen dieses haarsträubende Urteil hat der'General- anwalt Berufung eingelegt und will bis zur höchsten Instanz gehen.— Westindien. Die Revolution auf Kuba macht ständige Fortschritte. Gleichzeitig werden allerlei Behauptungen verbreitet, daß die Union etikgreifen, ja daß sie Kuba annektieren werde. Behauptungen. denen von New Uork ebenso unbeglaubigte Dementis entgegengesetzt werden. Gelüste zur Verspeisung Kubas werden die Irnikees, richtiger die Bourgeois der Union schon haben, fragt sich nur, ob sie den günstigen Zeitpunkt gekommen erachten. Die wichtigsten Mel« düngen lauten: Havana, 23. August. �Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Aufständischen haben unter Führung von Pino Guerra die Endstation der Wcsteisenbahn San Juan de Martinez genommen. Staatssekretär O'Faml h Chappotin sowie der Minister dcS Innern sind heute von ihren Posten zurückgetreten. Huvnnu, 24. August. Die Revolution nimmt noch weiter zu, und man glaubt nicht, daß es der Regierung gelingen werde, die Bewegung ohne eine Intervention der Unionsregierung zu unter- drücken. Die Verbindungen zwischen Havana und den Provinzen Santa Clara und Cardenas sind unterbrochen. Viele Blätter treten für die Errichtung einer Diktatur ein. New Aork, 24. August. Auf Kuba ist die Lage bedenklicher ge- worden. Der Jnsurgentenführer Guerra steht mit 5000 Mann in Pinar del Rio und erwartet noch 2000 Mann Verstärkung. Die Regierung schickt 5000 Soldaten mit 230 Mann Artillerie dorthin. Senator Morquetti ist zu den Insurgenten übergegangen. Gegen- wartig finden Kämpfe bei Guines, 70 Kilometer von Savana statt. („Frankfurter Zeitung".) New Jork, 24. August.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Man halt es hrer für unwahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten auf Kuba intervenieren werden, und glaubt allgemein. daß die kubanische Regierung imstande sein werde, die Ordnung Wieder herzustellen. Japan. Die Nobbenjngeraffäre. Der Londoner„Daily Telegraph" Weldet aus Tokio: Da der japanische Konsul in Vancouver gc- meldet hat. daß es nicht möglich sei, über die Robbcn-Angelegenheit auf den Aleuten, bei der vier Japaner von amerikanischen Robben- Wächtern getötet wurden, einen befriedigenden erschöpfenden Bericht zu erhalten, hat die japanische Regierung beschlossen, eigene Er- Mittelungen in der Angelegenheit anzustellen. Der Konsul soll .u diesem Zwecke sich nach Pribylow-Eiland begeben, um persönlich ■ea Tatbestand festzustellen.—> I GcwerkfcbaftUcbcs* Der preußische Staat als Streikbrecherlieferant. Die Zahl der Fälle, in welchen den Unternehmern Soldaten als Streikbrecher geliefert worden sind, sind mit der Zeit so zahlreich geworden, daß man sie nur noch registriert, ohne sie gerade als Besonderheit zu würdigen. Der Streik in der Berliner Elektroindustrie bescherte uns die Feuerwehrleute als Streikbrecher, der jetzige Kohlenarbeiterstreik hat die Eisen bahnver waltung zur Kommandierung von bei ihr angestellten Arbeitern als Streikbrecher angeregt. Durch den seit Montag währenden Streik der Kohlen- arbeiter ist vor allem die Verwaltung des Direktions- bezirks Berlin in eine beispiellose Besorgnis um die vollbeladenen Kohlenwagen geraten. Die Nervosität des Kohlenlieferantenverbandes hat sich auch auf diese Behörde übertragen. Regierungsrat W a m j a n z, Vorsitzender der Betriebsinspektion IV. verordnete �gestern morgen, selbstver- ständlich im Einvernehmen mit der Verkehrsinspektion und Güter- Verwaltung des Schlesischen Bahnhofes die Abkommandierung von neun Mann von dem Güterboden zum Kohlenausladen. Die gedrückten und nach allen Regeln der Kunst ausgebeuteten Staatsproletarier mußten von früh 9 Uhr an bis nachmittag 4 Uhr für verschiedene Firmen Kohlen entladen. Für LOO Zentner wurden 6 M. verausgabt. An jeder Lore waren drei Mann beteiligt und so erhielten dieselben pro Mann 2 M. Aber das allerbeste dabei für die Arbeiter ist, daß die Zeit für Kohleentladen vom Staatslohn gekürzt wird. Die Kollegen der Leute auf dem Güterboden müssen dabei selbstverständlich durch U e b e r a n st r e n g u n g die Arbeit ihrer Kollegen, die mittlerweile gezwungenermaßen Streik brechcrdienste leisten, wieder mit herausholen. Daß die Verordnung des Regierungsrats W a m j a n z im staatlichen Interesse liegen soll, wissen wir nicht recht zu fassen. Wir glauben vielmehr, daß diese rücksichtslose Stellung nähme für die Interessen des Unternehmertums auch manchen Bahnproletarier die Augen darüber öffnen wird, wie sehr der moderne Staat sich als Nachtwächter des Kapitals fühlt. Berlin unck Umgegend. Bekanntmachiliig. In Mitgliederkreisen wird für eine Ver sammlung, welche zu Sonntag, den 26. August, im Lokal von Vuggenhage», Moritzplatz, einberufen ist, Propaganda gemacht. Die selbe ist von dem Mitgliede Alfred Hanke als Vereins- Versammlung einberufen und soll der Eintritt gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches gestattet sein. Die Ortsverwaltung stellt auf Grund der Geschäftsordnung fest, daß kein einziges Mitglied berechtigt ist, Vereinsversammlungen einzuberufen, sowie daß nur der Orts- Verwaltung das Recht zusteht, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches den Eintritt zu gestatten. Weiter erhebt sie Protest dagegen, daß unter Verletzung der Geschäftsordnung Quertreibereien gemacht werden, durch welche der Anschein erweckt werden soll, daß die Orts- Verwaltung damit einverstanden ist. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Buchbinderverbandes. Lohnbewegung der Kupferschmiede. Am 1. September d. I. läuft der bisherige Tarif der Kupferschmiede ab. Nach den Be- stimmungen desselben betrug die Arbeitszeit 10 Stunden, der Stundenlohn für Ausgelernte im ersten Jahre 474� Pf., im zweiten Jahre 30 Pf. und ferner 35 Pf.— Seit einiger Zeit schwebten Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Tarifes Mischen den Organisationen der Arbeiter und der Unternehmer. Die Arbeiter forderten gstündige Arbeitszeit und Mindestlöhne von 50 Pf. im ersten Jahre nach der Lehrzeit, 55 Pf. im zweiten Jahre, ferner 65 Pf. Diese Löhne sollen sich bis zum Jahre 1909 in allen drei Gruppen von Jahr zu Jahr um 2lb Pf. pro Stunde erhöhen. — Die Unternehmer erklärten sich bereit, die 9stündige Arbeitszeit zu bewilligen und Stundenlöhne von 47)4, 52% und 62% Pf. zu zahlen, von der jährlichen Steigerung wollten sie nichts wisien. Außer diesen Differenzen über die Hauptpunkte der Forderungen bestanden noch Differenzen zwischen Arbeitern und Unternehmern über die Zulage, welche für Stadtmontagen zu gewähren sind. Während die Arbeiter Entschädigung des Fahrgeldes, sowie der Fahr- bezw. Laufzeit forderten, wollen die Unternehmer statt dessen eine Lohnzulage von 2% Pf. pro Stunde bei Stadtmontagen ge- währen, was die Arbeiter als eine Verschlechterung ansahen.— Am Donnerstag fand eine Versammlung der Kupferschmiede statt, welche zu der Angelegenheit Stellung nahm. Da gleichzeitig auch eine Versammlung der Unternehmer tagte, welche sich mit den letzten Gegenvorschlägen der Arbeiter beschäftigte, so setzte die Ar- beiterversammlung ihre Beschlußfassung so lange aus, bis der Be- scheid über die Beschlüsse der Unternehmerversammlung eintraf. Derselbe ging dahin: Dem letzten Vorschlage der Arbeiter ent- sprechend wird den Stadtmonteuren eine Zulage von 5 Pf. pro Stunde gewilligt, hinsichtlich der allgemeinen Lohnsätze dagegen halten di» Unternehmer an ihren Vorschlägen: 47%, 52% und 62% fest und erklären sich bereit, unter diesen Bedingungen einen neuen Tarifvertrag auf ein Jahr, beginnend am 1. Oktober d. I., abzuschließen. Die Versammlung diskutierte nun darüber, ob sie sich mit diesen Bedingungen einverstanden erklären oder sie ablehnen solle, was gleichbedeutend gewesen wäre mit dem Streik. Die Ansicht der meisten Redner wie auch der Verbandsleitung ging dahin, daß man sich mit dem, was die Unternehmer bieten, zufrieden geben könne. Wenn man bedenke, daß man ohne jeden Kampf die 9stündige Arbeitszeit und eine Erhöhung des Mindestlohnes um 7% Pf. pro Stunde erlangen könne, dann dürfe man mit solchem Erfolg wohl zufrieden sein. Da der Vertrag nur auf ein Jahr abgeschlossen werde, so könne man ja nach Ablauf desselben unter Ausnutzung der Konjunktur eine weitere Verbesserung durchsetzen. Die Versammlung beschloß, den durch die gegenseitigen Ver- einbarungen zustande gekommenen Lohntarif anzunehmen. Zum Streik der Kohlenarbeitcr. Gestern, Freitag, vormittag, war der große Saal des Gewerk- schaftshauses wieder von den streikenden Kohlenarbeitern bis auf den letzten Platz besetzt und mit Aufmerksamkeit lauschte die Versammlung den Ausführungen des Genossen A. W e r n e r. Die Unternehmer, so meinte der Referent, sollten sich eine solche Ver- sammlung der Kohlenarbeitcr einmal ansehen, dann würden sie sich nicht länger über den Stand der Dinge täuschen. Die Behauptung der Großhändler, daß keine Firma die Forderungen des Verbandes bewilligt habe, ist falsch. Es sind und bleiben sieben Firme», die durch Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Verband Frieden geschlossen haben. Wer es nicht glaubt, kann sich durch persönliche Einsicht davon überzeugen. Auf den Bahnhöfen ist die Lage sehr schwierig für die Großhändler; die Kohlen können nicht ausgeladen werden aus Mangel an Arbeitskrästen, und die Verwaltung braucht die Wagen notwendig für andere Transportzwecke. Bei Karlshor: stehen z. B. allein 60 Waggons voll Kohlen; am Schlesischen Bahicho■ werden königliche Eiscnbahnarbeiter den Kohlengroßhändlern zur Verfügung gestellt. Dabei haben die Grubenbesitzer den Groß- Händlern versprochen, mit der Versendung der Kohlen vorläufig ein zuhalten! Werner meinte, daß von 65 Firmen nur drei ar bcitswillige Kutscher bekommen hätten; die neuen, ungeübten Kräfte seien nicht zu fürchten, so lange die alten, eingearbeiteten Leute nicht zu gewinnen sind. Beim Hauptvorstand des Verbandes wurde der Antrag gestellt, daß auch die Streikenden unterstützt werden die nicht Verbandsmitgliedcr sind. Am Montag findet die erste Auszahlung statt. In der Diskussion wurde vielfach über die Polizei und ihre Ucbergriffe gegen Streikposten Klage geführt. Ein Arbeiter er- zählte, daß ein Schutzmann ihn fortwies und ihm auf seine Be schwerde die Antwort gab, daß die Polizei die Streikposten nur eben duldet, daß sie aber nicht auf ein Recht Anspruch machen können und daß er ihm 24 Stunden Zeit geben würde, darüber nach- zudenken, wenn er sich noch einmal blicken ließe.— Die Versamm lung gab ihrer Entrüstung darüber lauten Ausdruck. v Die Kohlenakkordarbeiter resp. Hafenarbeiter von allen WasferauSladestellen, die sich bisher nicht am Streik beteiligt haben, hielten gestern abend im„Englischen Garten" eine Versammlung ab, um Stellung zum Streik ihrer Arbeitsbrüder zu nehmen. Genosse Werner hatte auch hier das Referat über- nommen und erklärte die gegenwärtige Situation. Der Appell an die Solidarität der Akkordarbeiter fand be- geisterte Aufnahme. Die folgende Resolution wurde ein- stimmig angenommen: „Die am 24. August im„Englischen Garten" versammelten Akkordkohlenarbeiter für Kahn- und Eisenbahnladungen nehmen Kenntnis von dem Stand des Streiks ihrer Kollegen(Lohnarbeiter) und sprechen ihre lebhafte Entrüstung über das rigorose Vorgehen der Kohlengroßhändler Berlins aus. Mit Rücksicht darauf, daß durch allerlei Manipulationen, welche die Großhändler namentlich durch das„Abschieben" der notwendigsten Ladungen vornehmen die Akkordarbeiter zur Streikarbeit herangezogen und dadurch ge- zwungen werden, den Streikenden in den Rücken zu fallen, sind die Versammelten fest entschlossen, dieser Situation ein Ende zu machen, sich mit den Streikenden solidarisch zu erklären und die Arbeit bis zur Erledigung deS Streikes ruhen zu lasten! Soweit Kahnladungen in Betracht kommen, sollen angefangene Akkorde fertig gestellt, neue dagegen nicht in Angriff genommen werden Somit ist der Streik der Kohlenarbeiter auf der ganzen Linie erklärt! Heute, Sonnabend vormittag, findet eine Versammlung der Streikenden im Gewcrkschaftshause statt. Der Streik der Gummiarbeiter in der Fabrik von S ch w a n i tz, Groß-Lichterfelde, ist ohne Erfolg beendet worden. Die Strei- kenden mußten die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder auf nehmen. Wie die Direktion verlauten ließ, will sie nachträglich aus„eigener Initiative" eine Lohnaufbesserung zugestehen. Oeiitfetzes Reich. Die Hafenarbeiter Stettins sind gestern in einer Stärke von etwa 1100 Mann in den Ausstand getreten. Da nach dem Scheitern der Lohntarifverhandlungen zwischen dem Hafenarbeiterverband und dem Schutzverband der Reedereien der Streik vorauszusehen war, hatten die Reedereien bereits Vorkehrungen getroffen, so daß heute morgen das Löschen und Laden der Schiffe ohne Störung vor sich ging. Die zu entladenden Schiffe werden so weit als möglich in den Freihasenbezirk gebracht, wo sie von den eigenen Leuten der Schiffe und einer Anzahl bereits in den letzten Tagen angeworbener Streikbrecher weiter entladen werden. Achtung, Feilenhauer und Schleifer! Die Feilenhauer und Schleifer in Offenbach befinden sich in einer Bewegung zur Er- ringung der 9stündigen Arbeitszeit und Festsetzung von Anfangs- löhnen. Die Firma Eon. Lyncr sucht unter der Adresse C. Lyner, Frankfurt a. M., Mainzerlandsttatze 172, Arbeits- willige. Die angegebene Adresse ist die der Niederlage der ge- nannten Firma, Offenbacher Feilenfabrik in Offenbach, und bitten wir, daß keine Arbeit nach dorthin angenommen wird, da es sich um Streikbrechergesuche handelt, ebenso, wenn Arbeiter für Kart Fuhr gefucht werden sollten. Deutscher Metallarbeiterverband. Der Streik der Elberfelder Koufektionsarbeiter hat nach sechs- wöchentlicher Dauer mit einem Erfolg für die Arbeiter geendet. Es wurde ein Tarif für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen, der für die Arbeiter gute Verbesserungen enthält. Der Erfolg ist um so höher anzufchlagen, als bisher ein Tarif in dieser Branche nicht existierte._ Noch ein Mordanschlag gegen einen Streikenden. Am Montag früh ist in N ü r n b e r g das Opfer eines Mord- anschlages von Streikbrecherseite gestorben und. am Dienstagabend zückte in Fürth ein Streikbrecher den Dolch gegen einen Streikende». Auf eine ruhige Anrede hin stieß ein Arbeitswilliger den Streik- Posten in ungewöhnlich roher Weise zurück, worauf sich der Posten von gerechtem Zorn übermannen ließ und dem rohen Kerl einen Schlag auf den Backen versetzte. Darauf gingen beide eine Strecke nebeneinander her. der Arbeitswillige anscheinend ruhig, dabei aber auf einen geeigneten Moment passend, um den Posten kalt" zu machen. Plötzlich riß der Schurke seinen Dolch aus der Tasche und stieß ihn dem ahnungslosen Streikposten in die Brust, glücklicherweise das Herz nicht treffend. Um den Mord- buben vor eventueller Lynchjustiz zu retten, nahm ihn die Polizei in Gewahrsam. ließ ihn aber später wieder laufen. Am anderen Tage rühmte sich der Schurke im WirtLhause: „Nur schade, daß ich ihn net troffen Hab', wohin ich wollte."(DaS Messer war nämlich an einer Rippe abgeglitten und ging deshalb eine Rippe weiter unten in die Brust und traf somit das Herz nicht.) Helle Empörung über diesen zweiten Mord- anschlag innerhalb wenigen Tagen trieb abends die Arbeiter massenhaft an den Schauplatz des Verbrechens. Es kam zum Zusammenstoß mit der Polizei. Ein Schutzmann, der mit einem Säbel wie wild losstürmte, wurde vom Publikum am Blut- vergießen verhindert; man nahm ihm seinen Säbel ab. Nun zog der Schutzmann den Revolver und mit stieren Augen verlangte er seinen Säbel zurück, anderenfalls werde er feuern(II). Damit nicht weitere Menschenleben geopfert würden, gab man den konfiszierten Säbel zurück. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Mordbube aber befindet sich auf freiem Fuße; er kann jeden Tag einen weiteren niederdolchcn I Daß die Streikbrecher direkt zu Mord und Totschlag aufgefordert werden, dafür haben die ausständigen Maurer in Nllrnberg-Fürth nun einen direkten Beweis. Ein Gendarm hat Arbeitswillige aufgefordert, sich Revolver und Backsteinbrocken einzustecken. Ein Gendarmerie- sergcant erklärte, er würde jeden Posten, der ihn aufmunterte, mitzustreiken. auf den Kopf schlagen... und wenn es einmal Fetzen gäbe! ES herrscht Gewitterschwüle. An die Nerven der Ausständigen werden furchtbar hohe Anforderungen gestellt. Wenn die Polizei den von ihr angehäuften Zündstoff zur Explosion bringt, sie allein trägt die Verantwortung!_ Achtung, Wäschearbeiter Deutschlands! In der Glückmannschen Wäschefabrik in B u d a p e st ist am 15. August ein Streik arisgebrochen. Budapest ist bis auf weiteres für alle Wäschearbeiter gesperrt. Verband der Wäschearbeiter Deutschlands. Husland. Sechs Stunden Trambahnerstreik in Rom. Rom, 21. August.(Eig. Ber.) Gestern früh gegen halb neun sah das hiesige Publikum nicht ohne Verwunderung und Mißbehagen, daß alle an den Endstationen angelangten TramS die Schilder, die die Fahrtlinien anzeigen, ein- zogen und dann, ohne neue Fahrgäste aufzunehmen, den Weg ins Depot einschlugen. Um halb zehn Uhr war kein Wagen mehr zu sehen; auch die Omnibuswagen, die zur Tramgesellschaft gehören. hatten den Dienst eingestellt; selbst die an den Endstationen als Wartesäle dienenden Trams waren verschwunden. Was hatte das zu bedeuten? Die Stadtverwaltung hatte, unvernünftig und bock- beinig wie immer, trotz der ausdrücklichen Drohung des Personals. einen Tramwagen auslaufen lassen, auf dem fich 12 Schutz- leute und angehende Schutzleute im Tramdienst üben sollten. Die Trambahner Roms sind aber entschlossen, sich diese Streikbrecherzüchtung unter ihren Augen nicht gefallen zu lassen. Zunächst wollten sie protestieren durchssofortiges Verlassen der Wagen. wo sie sich gerade befanden, aber schließlich überwog die Ansicht derer, die eine mildere und geordnetere Form des Protestes forderten. Man brachte die Wagen ins Depot und ließ dem Publikum als ein- zigen Trost den Schulwagen, der bis 1 Uhr zirkulierte. Um diese Zeit sah die Stadtverwaltung ein. daß sie gegen die Einmütigkeit der Streikenden nichts ausrichten konnte und zog eS vor, das Aergernis zu entfernen, obwohl natürlich ihr formelles Recht, Schutz- leute im Trambahndiesist auszubilden, unbestreitbar ist. Kauin war der Schulwaaen im Depot, so beschlossen auch schon die Trambahner die Wiederaufnahme der Arbeit, die bald nach 3 Uhr ohne Zwischen- fälle erfolgte. Gleichzeitig erklärten sie aber, auf jedes Erscheinen der Streilbrecherschule wieder mit sofortiger Einstellung des Dienstes zu antworten. Die mit imponierender Einmütigkeit vollzogene Protestaktion hat in der Bevölkerung den allertiefsten Eindruck hinter- lassen. Sollte die Stadtverwaltung Lust haben, ein da capa zu provozieren?_ Streiks und Lohnbewegungen in Schweden. Die Angestellten der Straßenbahnen in Göteborg sind am Sonnabend in den Streik getreten. Der ganze Stratzenbahnverkehr liegt danieder. Der Streikbeschluß wurde mit 378 gegen 6 Stimmen gefaßt. Die Straßenbahnen sind städtisches Unternehmen. Verhandlungen mit der Verwaltung haben stattgefunden, scheiterten aber hauptsächlich daran, daß, im Einverständnis mit den Verwaltungen der übrigen städtifchen Werke, ein Kollektivübereinkommen mit der Organisation grund- sätzlich abgelehnt wurde, obwohl in einer großen Anzahl anderer Städte Schwedens derartige Uebereinkommen mit den Organi-. sationen städtischer Arbeiter bestehen.— Die Straßenbahn-. angestellten in Stockholm haben Forderungen auf Lohn- erhöhung und ebenfalls auf Abschluß eines Kollektivüberein, kommens gestellt. Von der bürgerlichen Presse wird behauptet, sie wollten für ihre Göteborger Kollegen in einen Sympathiestreik treten. Die Absicht haben sie jedoch nicht, schon darum nicht, weil es gänzlich zwecklos wäre. Uebrigens handelt es sich bei de» Stockholmer Bahnen um ein Privatunternehmen. Ein Streik der städtischen Arbeiter bon Eskil, t u n a hat am Donnerstag mit dem Abschluß eines Tarifvertrags zwischen der Stadtverwaltung und dem schwedischen Grob- unt» Fabrikarbeiterverband geendet. Die gestellten Forderungen wurden fast sämtlich anerkannt, und alle Streikenden wurden wieder eingestellt. Die Lohnforderungen des Extrapersonals der chwedischen Staatsbahnen sind bei den seit dein iv. August gepflogenen Verhandlungen nur in einem Distrikt so- weit bewilligt worden, daß eine Einigung zwischen den Vertretern der Parteien zustande kam. In den übrigen vier Distrikten kam es über verschiedene mehr oder minder wichtige Forderungen zn keiner Einigung. Die ganze Angelegenheit wird jetzt der Ober- Verwaltung der Stoatsbahnen überwiesen. Letzte JNfacbncbtcn und Dcpcfcbca Eine Antwort an die schwarze Parade.' Essen.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Eine von etwa 1500 Personen besuchte Versammlung protestiert gegen die auf dem Katholikentag fortgesetzt geübte Verunglimpfung der Freidenker und Sozialdemokraten. Hunderte mußten wegen Ueberfüllung des Saales umkehren. Referate hielten die Genossen Reichstagsabg. Hoffmann und Dr. Cramer-Magdeburg. Zwei Bergarbeiter in der Grnbe verbrannt. Weißenfels, 24. August.(B. H.) Auf der Ribeckfchen Grube Nr. 522 bei Theissen entstand in der vergangenen Nacht im Förder- chachte ein Brand, der den ganzen Betrieb lahmgelegt hat. Die Bergarbeiter Erl und Melzer aus Theissen sind dabei umgekommen; ihre Knochenreste wurden heute früh gefunden. Beide waren ver- heiratet und Familienväter. Die Ursache des Brandes ist un- bekannt. 40 Revolutionäre verhaftet. Riga, 2t. August.stündige Arbeitszeit durchgeführt. In Worms setzten die Möbelschreincr in 48 Betrieben die Sstündige Arbeits- zeit durch. Wo Licht ist, fehlt bekanntlich auch der Schatten nicht, und so fehlen in den Berichten auch nicht Beispiele von über- mäßig langer Arbeitszeit. In einem Asphaltwerk des Bezirk? Worms wurden 36stündige Arbeitsschichten festgestellt, was freilich auf das Konto der Arbeiter selbst gesetzt wird, da der weite Weg zum Heimatsorte für diese Arbeitsschichten ausschlaggebend ge- Wesen sei. Im gleichen Bezirke wurde ein Besitzer einer Ring- ofenziegelei deshalb angezeigt, weil er einen Brenner tagtäglich monatelang— selbst Sonntags— 18 Stunden beschäftigte. Recht eigenartige Sprünge machen zuweilen die Unternehmer, wenn es gilt, gesetzliche Bestimmungen zu umgehen. So sagten die Besitzer dreier Steinhauereibetriebc des Bezirks Darmstadt, daß sie nicht nötig hätten, die neunstündige Arbeitszeit einzuführen, weil sie fünf Arbeiter und weniger beschäftigten. Dabei stützten sich diese Herren anscheinend auf§ 3 der Bundesratsverordnung, nach dein einzelne Teile der Verordnung auf Betriebe mit weniger als fünf Arbeiter nicht ohne weiteres anzuwenden seien. Um nun zu dieser reduzierten Arbeiterzahl zu kommen, hatte einfach ein Unternehmer seinen Betrieb mit seinem Sohn geteilt. Dadurch kamen auf jeden nur fünf Arbeiter und man glaubte, der gesetz- lichen Vorschrift ein Schnippchen schlagen zu können. Ja, die „blinden" Hessen können manchmal recht hellsehend sein. Auch um Ausreden bei Gesuchen um Arbeitszeitverlängerungen ist man nicht verlegen.„Notwendige" Arbeiten sollten in einem Falle vor- liegen und dabei stellte sich bei näherer Untersuchung heraus, daß nicht einmal bestimmte Termine für die Fertigstellung der Ar- beiten angegeben waren. Der Gießencr Gewerbeinspektor klagt, daß die Kontrolle der neunstündigen Arbeitszeit in den Stein- metzgeschäften dadurch erschwert werde, wenn die Arbeiter, von dem Geschäftsinhaber instruiert, falsche Aussagen machten. Schlimm genug, wenn derartiges passiert— aber zwingt nicht die Furcht vor dem Brotloswerden den Arbeiter zu derartigen Ge- fälligkeiten dem Unternehmer gegenüber? Denn daß die Arbeiter nicht aus purem Gefallen an solchen Ungesetzlichkeiten die Hand zu solchen bieten, zeigt ja die Feststellung der Tatsache durch den- selben Berichterstatter, daß auf Grund von Mitteilungen aus Arbeiterkreisen einige recht empfindliche Bestrafungen erfolgten, wie die weitere, daß durch die Zunahme der Organisations- bestrebungen unter den Arbeitern solche ungesetzliche Verein- barungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitern immer seltener werden. Ein neues Zeugnis für die alte Beobachtung, daß der Organisationsgedankc der Arbeiter zugleich der Bahnbrecher besserer, gesunderer Verhältnisse ist. In welcher Weise übrigens die Arbeiter„angeleitet" werden, ungesetzliche Arbeitszeiten zu erklären, ergibt sich aus dem Umstand, daß in mehreren kleineren Sandsteinhauereien des Bezirks Gießen die Gehülfen den rem- dierenden Beamten erklärten, als sie noch nach neunstündiger Beschäftigungsdauer in den Betrieben angetroffen wurden, daß sie„Privatarbeiten" ausführten und hierzu von den Meistern die Erlaubnis zur Benutzung der Werkstätte erhalten hätten. Be- sondere Schwierigkeiten bietet die Durchführung der Bundesrats- Vorschriften betreffend den Betrieb von Gast- und Schankwirt- schaften, speziell auch in Bad Nauheim, da dort die„Saisonvcr- Hältnisse" vorgeschoben werden, wenn Verstöße gegen die den An- gestellten zu gewährende Ruhezeit ernnttelt werden. Die vor- schriftsmäßigen Eintragungen in die zu führenden Verzeichnisse werden zwar jetzt, nachdem früher eine Reihe Bestrafungen er- folgte, gemacht,„ob aber der Wahrheit und Wirklichkeit ent- sprechend, ist bei den geschitdcrtcn Verhältnissen äußerst schwer zu ermitteln". Gab doch selbst eine Büffetdame dem Aufsichts- beamten, den sie nicht kannte, gegenüber zu, daß, als ein Schutz- mann nach ihren Ruhepausen und dem Verzeichnis fragte, sie er- klärte, das Verzeichnis sei eingeschlossen und ihr Herr sei nicht zu Hause. Sie wußte aber, daß das Verzeichnis nicht vorschrifts- mäßig geführt wurde. Wie sehr auch die Arbeiterfordcrung auf Vermehrung der Aufsichtsbeamten berechtigt ist, zeigt die Klage des Gießener Beamten, daß sich z. B. jetzt eine wirksame Beanf- sichtigung der Bäckereibetriebe nach wie vor als schwer durchführ- bar erwiesen habe. Was helfen denn da die besten Verordnungen zum Schutze der Arbeiter, wenn sie nicht auf ihre Anwendung kontrolliert werden können. Zum Schluß noch ein Beispiel, wie man den gesetzlichen Vorschriften ein Schnippchen schlagen kann. In einer Mühle des Bezirks Gießen, die einem Konsortium von Bauern gehörte, herrschte ein ununterbrochener Betrieb auch regelmäßig Sonntags, obwohl dort nur ein Mühlbursche angestellt wari Um dies zu ermöglichen, hatten die Eigentümer mit dem Angestellten einen Vertrag abgeschlossen, nach dem der Bursche von Montag früh 6 Uhr bis Sonntag früh 6 Uhr für die Gesellschaft verpflichtet war und für diese Zeit dem Titel.VII der Gewerbe- ordnung unterstellt war. Den Sonntag über hörte diese Unter- stellung auf, denn da markierte der Bursche den„Unternehmer"; er löste sich ein Gewerbepatent und führte dann„Privatarbeiten" aus. Eine Anzeige wegen Uebertretung der Sonntagsruhe gegen die Mühlgenossenschaft mußte daher von der Staatsanwckltschast fallen gelassen werden. Eigentümlich ist nur, daß der betreffende Bursche einige Jahre vorher durchaus kein Freund von Sonntags- arbeit war und als er an anderer Arbeitsstelle mit solcher beglückt wurde. Beschwerde bei der Gewerbeinspektion erhob. Da kann man wohl seinen Schluß ziehen auf die Pfiffigkeit der ober- hessischen Bauern._ Hus Induftne und ftandel. Mehr Fleisch! Die Entwickelung der deutschen Viehzucht hat in den letzten Jahren nicht so zugenommen, wie es der Zunahme der Bevölkerung entsprochen haben würde. Das ist das wichtige Ergebnis der Vieh- Zählung des Jahres 1064. Die Viehbestände sind in dem Zeit- räum 1961—1064 langsamer gewachsen als in der um ein Jahr kürzeren Periode 1898—1366. Verfolgen wir die Entivickelung der Viehzucht an der Hand der Zählungen seit 1892, so läßt sich die? ungünstige Ergebnis mit Händen greifen. Für Rindvieh, das für die Fleischversorgung nächst Schweinen am wichtigsten ist, ergeben ählungen folgende Resultate für das Reich: die 1666 Stück Jährliche Zunahme in 1666 Stück 1892 17 555.7— 1897 18496,8 187,6 1966 18 939,7 149,6 1964 19 331,6 97.9 Die Bestände an Rindvieh wachsen also schon seit 1897 lang- samer an als während der Periode 1892—97. Der jährlicheZuwachs betrug in der letzten Periode nur noch wenig über die Hälfte von dem Zuwachs während der ersten Periode. Noch ungünstiger stellt sich das Verhältnis für Preußen, wo die jährliche Zunahme in der ersten Periode 156.2, in der zweiten 168.1 und in der dritten nur 69,8 Tausend Stück betrug. Man zählte nämlich in Preußen an Rindvieh in 1666 Stück: 7892 1897 7906 1964 9871,4 16 552,7 16 877,6 11 156,1 Es fehlt während der letzten Periode sogar nicht an Provinzen, in denen der Nindviehbestand absolut zurückgegangen ist, so in Schlesien, Sachsen, Westfalen. Hesfen-Nassau und im Rheinland. Bei Schweinen ist die ungenügende Zunahme der Bestände gleichfalls er- heblich. Man zählte nämlich im Reiche Schweine: 1666 Stück Jährliche Zunahme iwu Stuck in 1000 Stück 1892.... 12 174,3— 1897.... 14,274,6 426,6 1966.... 16 867,0 844,1 1964.... 18920,7 522,5 Hier bleibt die Zunahme in der Periode 1961—1964 erheblich hinter der in der Periode 1898—1966 zurück. Wieder stellt sich der Zuwachs in Preuße» am ungünstigsten. Er betrug hier in der ersten Periode 332,9, in der zweiten 525,6, dagegen in der dritten nur 399,2 Tausend Stück. Daß der Bestand an Schafen zurückgeht, ist eine schon lange beobachtete Tatsache. Bemerkenswert ist nur, daß der Grad des Rückganges in der Periode 1961—1964 wieder er- heblich stärker ivar als 1898—1966. Anstatt auf eine Steigerung der Viehbestände bedacht zu sein, sucht man das anormale Preisniveau durch Aufzucht möglichst hoch verwertbaren Schlachtviehs auszunützen, unbekümmert um die Folgen einer solchen Wirtschaftslveise für die gesamte Volkswirtschaft. Mit einer Oeffnung der Grenzen ist es nicht getan, denn die uns benachbarten Länder können nicht entfernt das Defizit in Deutschland decken. Es müßte vielmehr die überseeische Fleisch- und Vieheinfuhr förmlich organisiert werden, um namentlich den Industriezentren ausreichende Fleischmengen zur Verfügung zu stellen. Daß diese Lieferungen zollfrei eingehen müßten, braucht nicht weiter begründet zu werden. Durch diesen Wettbewerb würde der Preis für deutsches Fleisch nicht in dem befürchteten Maße geworfen, vielmehr ein starker Preis- unterschied zwischen überseeischem und deutschem Fleisch bestehen bleiben, wie dies ja auch in England zwischen überseeischem und eng- lischem Fleisch beobachtet wird. Weiter könnte durch Versorgung der Großstädte und Industriezentren mit Seefischen auch in etwas die Fleischknappheit vermindert werden. Der Konsum an Fischfleisch bleibt in Deutschland auch viel zu sehr hinter England und Amerika zurück. Geschieht aber in der Frage der Fleischversorgung nichts, so geht nicht nur der Konsum weiter zurück, auch die Volkskraft leidet unter der unbefriedigenden Ernährung._ Stahlwerksvcrband. In der Generalversammlung des Stahl- Verbandes wurde über die Marktlage folgendes berichtet: Das Geschäft in Halbzeug hat sich im Jnlande sehr günstig ent- wickelt. Da die Nachfrage im ersten Quartal 1966 noch dringender wurde, stellte der Verband seine Verkaufstätigkeit nach dem Aus- lande fast völlig ein. Diese Maßnahme wird sich erst im zweiten und dritten Quartal 1966 bemerkbar machen, und zwar für � den Inlandsmarkt in recht vorteilhafter Weise. Das Auslandsgeschäft in Halbzeug hätte lebhafter sein können, wurde aber durch Zurück- Haltung der Verkäufe künstlich in engem Rahmen gehalten. Das Jnlandsgeschäft in Eisenbahnmaterial_ war bedeutend besser als im Vorjahre. Die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft und die süddeutschen Staatsbahncn haben von dem für sie sehr vorteilhaften Optionsrecht Gebranch gemacht und die Verträge über Lieferung von Schienen, Schwellen und Kleineisenzeug zu den bis- herigen Preisen und Bedingungen für das Jahr 1996/67 verlängert. Ihr Bedarf wird den des Vorjahres erheblich übersteigen. Mit einigen anderen deutschen Staatsbahnen wurden neue Ver- träge geschlossen. Das Auslandsgeschäft in Eiscnbahnmaterial nahm im Laufe des Jahres einen erheblichen Aufschwung. so daß die Preise stiegen. In Formeisen setzte das Jnlandsgeschäft mit Beginn des Geschäftsjahres sehr lebhaft ein. Der Trägerkonsum ist im Jnlande regelmäßig gestiegen. Allerdings entstand später ein Ausfall durch den großen Ausstand der Bau- Handwerker im rbeinisch-westfälischen Fndustriebezirk. Mit Beginn des 2. Quartals 1966 setzte wieder starker Begehr ein. Im Ausland hielt die zu Anfang des Jahres 1965 bestehende günstige Lage nicht an; es trat vielmehr eine Ruhe ein, die fast bis Ende des Jahres anhielt infolge von Ausständen, Wettbewerb usw. Erst in den letzten Monaten begann sich das Ausfuhrgeschäft zu heben. Bei steigenden Preisen herrschte große Kauflust und es konnten beträchtliche Mengen nuS dem Auslande hereingeholt werden. Ver- schiedene Abschlüsse kamen mit Amerika zustande. Der Gesamt- Versand in Produkten A im zweiten Geschäftsjahr beträgt 5 471838 Tonnen, er übertrifft somit die Beteiligiingsziffer für diese Zeit sö 614 621 Tonnen) um 457 817 Tonnen oder 9,13 Proz. Die Beteiligungsziffern konnten mehrfach erhöht werden und zwar die der Produkte A viermal um zusammen lö'/g Proz.. die der Produkte L Stabeisen usw. dreimal um zusammen 14'/z Proz., Walzdraht zweimal um zusammen 15'/» Proz., Grob- und Fein- bleche fünfmal um zusammen 2S>/z Proz., Röhren viermal um zu- sammen IS'/z Proz. und Eisenbahnachsen viermal um zusammen 36 Proz. In der Beiratssitzung des StahlwerkvcrbandeS wurden die Preise für Halbzeug um fünf Mark pro Tonne unter den bis« herigen Bedingungen erhöht und der Verkauf für das erste Quartal 1967 fteigegeben. Ferner tvurde die Freigabe des Verkaufes von Formeisen für das vierte Quartal d. I. zu den bisherigen Preisen und Bedingungen beschlossen. Tietz«. Wanmnaker. Das amerikanische Warenhaus John Wanamaker in New Dork und Philadelphia, das zu den größten Unternehmungen Amerikas dieser Art gehört,� hat dem„Kons." zu- folge mit dem Warenhause Tietz in Berlin eine Vereinbarung dahin getroffen, daß diese Warenhausfirmcn für die Folge sich gegenseitig ihre Einkaufsorganisationen zur Verfügung halten. Ein gutes Jahr. Nach reichlichen Abschreibungen bringt die Heinr. Lapp-Alticngesellschaft für Tiefbohrungcn in Ascherslebcn eine Dividende von 23 Proz.— im Vorjahre 26 Proz.— zur Verteilung. — Die Aktiengesellschaft Reichelbräu-Kulmbach kann nach hoch be- messenen Abschreibungen 16 Proz. ausschütten. Em der fraucnbewcgung* Einwirkung des Berufes auf die Gesundheit von Männern und Frauen. „Zur Gesundheitsstatistik der Berufe." Unter diesem Titel schreibt Dr. Siegfried Rosenfeld- Wien in der Wochenschrift „Medizinische Reform" einen Artikel, in welchem er u. a. auch unter- sucht(nach statistischen Darlegungen von Wiener Kranleukassen), wb der Beruf aus Männer und Weiber in gleicher Weise einwirkt. Er kommt zu dem Schlüsse,„daß die schädigende Einwirkung des Berufes auf die Gesamwrorbidität sich bei beiden Geschlechtern so ziemlich die Wag schale hält und daß wir demnach im all- gemeinen von einer geringeren Widerstandskrast des einen oder anderen Geschlechts gegenüber der Berufseinwirkung nicht reden können". Die Untersuchungen erstrecken sich auf folgende Berufe: Bäcker, Buchbinder, Buchdrucker. Dachdecker. Drechsler, Gürtler, Handschuhmacher, Hutn, acher, Juweliere, Kleidermacher, Litho- graphen, Posamentiere, Schuhmacher, Seidenfärber, Webwaren- zurichter. Zuckerbäcker. Das ist für diejenigen, die den Frauen bestimmte Berufe ver- schließen möchten und dabei vorgeben, daß nur die Sorge über die Gesundheit der Frau sie dazu veranlaßt, eine un- bequeme Feststellung. Es war stets ein sehr beliebter Grund, wenn man die Konkurrenz der Frauen fernhalten wollte, daß man erklärte, die Konstitntion der Frauen sei nicht geeignet, diesen oder jenen Beruf auszuüben, den sie sich selbst ausgewählt hatten. Die Männer nahmen gewöhnlich daS Recht in Anspruch, den Frauen bestimmte Berufe zuzuweisen— z. B. Zündholzfabrikation—, für sich selbst aber jeden Beruf zu wählen, der er- reichbar war. Dr. Rosenfeld kommt nach weiteren Untersuchungen -u den, genaueren Resultat,„daß bis zum 25. Jahre die Morbidität Für die ausgesperrten Buchbinder Deutschlands find eingegangen: 1903 3,60. der Männer häufig größer als die der Frauen desselben Berufes| 19,55. Liste 364 Kollegen der Firma Welf u. Sohn 3,- Kollegen der Brauerei, Moabit 8,90. Liste 2346 6,10. Lifte 2347 12,80. Riste 2348 ist, daß aber die Morbidität der Frauen vom 26. Jahre an, ins- Möbelfabrik Hinze, Beher u. Co., 5. Rate 7,50. Lifte 3826 Kollegen der Siemens 11. Halste Wernerwerk, Abteilung Siegmund 22, besondere aber zwischen dem 26. und 30. Jahre, zumeist größer als Firma Nürnberg Nachf. 9, Liste 15 3,50. Zentralverband der Stein- Listen 2911 7,65. 2912 3,70. 2914 4,20. 2915 5,25. 2916 8,05. 2918 6,05. die der Männer ist." Er sagt ferner, daß auch ungefähr vom 30. Lebens- arbeiter Berlin II 50,- Lifte 3186 durch R. Dudczak 5,10. Liſte 554 2930 5,25 von den Bohrern der Firma Ernst Jakob. Listen 2932 5,50. Kollegen der Firma Hartung, Tempelhof 19,75. jahr an die Frauen eine geringere Sterblichkeit als die Männer Firma Flade 8,75. Liste 4041 Kollegen der Firma Betsch, Zwietusch u. Co., 12,05. 2949 1,- 2950 10,75. 2951 9,70. 2954 5, 2956 8,40. 2957 Liste 3037 Kollegen der 2938 2,50. 2939 7,80. 2940 8,-. 2942 6,50. 2943 5,85. 2944 1,-. 2947 haben und sieht die Ursache dafür in der stärkeren Berufstätigkeit der Saal 4 Tr. 21,-. Liste 629 2,70. Liste 630 11,55. Bahlstelle Teichmann 1,50. 2958 5,10. 2959 26,70 von den Arbeitern der Schuhfabrik Rosenberg. Männer. Dann macht er darauf aufmerksam,„ daß die Frauen 13,15. Listen 205 u. 215 Verband der Steinfeger 18,05. Kollegen und Listen 2961 6,75. 2969 2,30. 2970 1,70. 2971 9,-. 2972 2, 2973 7,55. neben ihrer Berufstätigkeit auch noch der Schwangerschaft ausgesetzt Kolleginnen Mix u. Genest, Liste 4735 Saal Beinde 12,85, Liste 4741 Saal Roll 2974 4,85. 2975 10,10. 2977 11,20. 2978 7,40. 2979 1,15. 2986 6, find, wodurch das häufiger vorkommende geringe Morbiditätsplus 24,25, Liste 4733 Saal Bühlte 11,45, Liste 4732 Saal Weift 2,85, Summa 51,40. 2989 2,25. 2990 27,92 aus dem Flaschenkeller Babenhofer Nordost durch zuungunsten der Frauen wohl erklärt werden kann." Liste 3206 Arbeiter der Albumfabrik Löper u. Kunze 12,95. Genosse Mauren- Guß. Liſten 2991 9,50. 2992 4,35. 2993 9,70. 2994 1,40. 2995 Lotterieverein Norden 2996 24,30. 2997 10,25. 2998 2,-. 2999 8,40. 3000 5,65. Dieser natürliche Beruf der Frau, Mutter zu werden, ist zu- brecher für ein Referat in Rigdorf 10. 8. 06, 6,-. gleich der schwerste und gefährlichste, so schwer und gefährlich auch Bezirk 179c 6,45. Liste 3208 Kollegen der Firma Hagelberg 8,85. Stollegen schläger, Gneisenaustr. 41. 4816 4,40 durch Streich. 4819 9,85 Treppen Verband der Portefeuiller auf Listen 51,45. Sechser- Kasse Liste 4802 3,50 durch Richard Marts. 4811 2,70. 4813 13,40 Tischlerei Dehlalle anderen Berufe in unserem Kulturleben sein mögen, die gerade und Kolleginnen vom Werner- Wert auf Listen 2255 7,30, 56 7,15, 57 5,50, geländerfabrit, Boppstraße. 2310 3,90. 2311 5,55. 2576 8, 2580 13,80. für die Arbeiter und Arbeiterinnen durch die steigende Ausbeutung 59 7,35, 61 9,20, 63 14,60, 64 6,25, 65 8,10, 66 12,75, 67 14,-, 68 12,50, 2582 11,45. 2584 53,45 Turbinenfabrik, Abt. Urich u. Rackow. 2585 1, und geringen Schutzmaßnahmen immer erhöhte Gefahr für Leben 69 11,75, 70 11,36, 71 4,35, 72 10,45, 73 8,35, 74 15,80, 77 29,25, 79 6,- 2586 4,65. 2589 2,40. 2595 11,15. 2613 6,20. 2617 3,60. 2618 21,75. und Gesundheit bedeuten. 80 6,60, 81 4,-, 82 12,35, 83 9,75, 84 7,60, 85 8,75, 86 12,35, 88 8,95, 2619 6,50. 2620 9,80. 5038 4,20. 5039 14,50. 5043 15,70. 5050 1,-. 89 5,-, 90 6,-, 91 4,35, 93 28,25, 95 13,-, 97 9,25, 98 6,05, Ga. 344,26. 5053 6,40. 5054 4,50. 5057 5,30. 2621 10,80. 2631 9,95. 2635 9,80. Hamb. Speicher durch Enders 15,-. Liste 4719 Heimschutz 14,55. Liste 4053 2644 14,70. 2645 5,60. 2652 7,10. 2665 5,90. 2669 8,-. 2670 28,40 Frau Zimmer 6,25. Lifte 146/47 Herr Rennert 4,60. Sol. Rübezahl d. Schulz 27,50. Tischlerei, Turbinenfabrik. 5077 10,-. 5080 4,80. 2412 2,65. 2416 2,75 Liste 4629 Neubau Friedrich Karl- Ufer, darunter 26,- Bierprozente, 40,25. 2417 5,90. 2418 6,-. 2419 10,50. 2421 34,25. 2422 13,45. 2423 26,60 Liste 4637 Neubau Aschinger, darunter 25,10 Bierprozente, 38,40. 8entral- gesammelt durch W. Banset. 2424 11,20. 2427 14,95. 2432 2,20. 2434 Listen 3162/6 11,55. Bochumer Gewerkschaftskartell 1. Nate 46, verband der Maurer, Sektion der Gips- und Bementbranche, auf Liften 13,20. 2436 13,30. 2438 13,30. 2441 11,35. 2442 23,40 vom Werk Wildau Zentralverband der Bildhauer: Liste 317 Simbel u. Friedrichsen 11,80, 25,90. Lifte 652 A. E.-G., Turbinenfabrit, 15,95. Liste 80 4,25. Lifte 648 durch Otto, Otto. 2443 2,55. 2444 6,10. 2448 7,15. 2450 15,10 Liste 319 Feuerhahn 11,50, Liste 320 Dochann 4,-, Liste 321 Rohde 7,- 7,10. Liste 422 durch Heine 5, ifte 3043 Wagner 1,20. Kollegen und durch A. Kussin, Wollinerstraße 27. 4893 11,95. 4894 12,30. Liste 322 Lange 3,50, Lifte 323 Pfaff 12,10, Summa 49,90. Juliusturm Kolleginnen der deutschen Telephon- Werke auf Listen 147,10. Verband der 4895 9,55. 4902 21,25. 4903 8,30. 4907 2,55. 4908 3,65. 5. Bez. Treptow 20,- Liste 2043 Ernst Walter 10,05. Verband der Ber- Sattler( Ditsverwaltung Berlin) auf Listen 229,80, darunter 26,40 von den 4910 10,65. 4915 25,60 Firma Grauert, Stralau, Abteilung Gießerei. waltungsbeamten auf Risten 2224, 29, 48, 50 14,-. Liste 641 Forstreuter Militärsattlern der Firma Tippelskirch. Vom Arbeiter- Raucherbund 240, 2831 10,35. 2834 33,40. 2848 14,65. 2850 15,25( Bezirk 545). 2851 2,20. Lifte 699 9,40. Liste 689 A. Bock 13,05. Verband der Bäcker, Mit- Bom Verband der Töpfer auf Listen: 287 7,10, 286 10,25, 285 14,25 17,80 G. 2. 2859 11,75. 2861 17,40 Präzisions- Werkzeugmaschinenfabrik. gliedschaft Berlin 100,- Invalidensache gewonnen A. B. durch E. B. 1,-. 284 8,45, 283 10,50, 254 7,70, 4702 6,95, 273 4,85, 4678 0,50, 77 7,50 2865 5,- 2867 11,40. 2886 2,60 Bezirk 716. 2887 9,70 Fengler. 2890 Verband der Töpfer auf Listen: 4681 1,50, 301 13,75, 4697 2,80, 4696 4,10, 76 9, 3840 8,55, 4700 7,15, 252 3,30, 259 5,50, zusammen 111,55. 25,75 Fabrik Bergmann Abteilung Schwarz. 2892 7,70. 2893 17,75. 4682 2,30, 3849 7,60, 247 8,85, 251 10,60, 3862 5,25, 4704 9,10, 3858 7,90, Vom Aftionsausschuß auf Listen 1731,57, welche in der Einnahme schon 2894 9,65 Wollin. 2895 2,10 Fri Mahs. 5286 17,95 Von den Arbeitern 237 9,-, 4698 5,50, 4699 7,-, 4684 12,10, Bau Königsweg 4,05, Schlie 1,80, verrechnet sind. Liste 752 Steinmetzen d. F. Nigge 14,95. Liste 753 Former der Gießerei Gebr. Arnoldt, Fennstraße. 5287 26,05 Von den Arbeitern Summa 113,20. Angestellte der Innungskrankenkasse der Tischler 13,- Hartung, Moabit 14,-. Liste 754 12,15. Lifte 757 15,05. Liste 759 Bau der Firma Bolzani. 5290 11,-. 5301 11,60 Von den Arbeitern der Firma Liste 22 Karl Herrmann 7,64. Lifte 3143 4,35. Liste 3009 2,20. Liste 4097 fischler v. Ernst Mittag 21,95. Liste 769 5,15. Liste 829 9,85. Liste 841 Bolzani. 4,50. A. E.-G. Turbinenfabrik: Liste 3833 Nestmann 19,20, 3834 12.80. Liste 842 13,65. Liste 851 23,20. Liste 852 Tischlerei Hischer u. Sm ganzen 2346,75 M. Bereits quittiert 24 134,01 M. Summa öhe 14, 3836 Gießerei 20,20, 3832 Schreibmaschinenbau 34,95, Conrads, Wilmersdorf 23,80. Lifte 859 19,-. Lifte 863 2,35. Lifte 867 26 480,76. 3835 Signalfabrik 21,65, 3827 22,85, 3828 9,30, 3829 9,75, 11,30. Liste 866 8,15. Liste 869 3,85. Liste 871 4,20. Liste 872 7,80. Weitere Gelder sind zu richten an Alwin Körsten, 3830 11,35, 3831 2,65, Summa 165,90.. Liste 3091 4,30. Lifte 877 Arbeiter d. Firma Paul Neye, Brandenburgstr. 75 9,75. Liste 876 Berlin SO., Engel- Ufer 15. Liste 45 durch Winkler 9,45. Liste 71 Dorik 6,50. Verband Berliner Tanz- 3,55. Lifte 2301 durch Salemon 7,55. Liste 2303 17,70. Lifte 2305 5,-. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. lehrer 10,- Liste 528 8,-. Lifte 3045 1,50. Lifte 686 R. Fabig 4,55.| Liste 2307 2, Liste 2312 5,05. Liste 2318 durch Streich 3,40. Liste 2319 Verband der Holzbearbeitungsmaschinenarbeiter, auf Listen: 2175 10,-, 9,10. Liste 2321 4,- Liste 2323 durch Frigge 15,55. Liste 2329 Maurer Es werden alle Genoffen und Vertrauensleute höflichst ersucht, 2178 16,50, 2179 9,60 Summa 36,20. Liste 3160 3,35. Liste 402 6,75. u. Bauarbeiter am Kriminalgericht Moabit 18,05. Lifte 2331 Bentral- so bald als möglich die noch ausstehenden Listen abzurechnen. Liste 615 1,25. Von Buchbinderei der Geschäftsbücherfabrik Ashelm 65,-. organis. Bimmerer, 12. Bezirk 2,70. Liste 2339 desgleichen 16, Liste 3001 Tischler, Polierer und Maschinenarbeiter der Firma M. H. Wegner Lifte 2341 14,25. Liste 2342 7,45. Liste 2345 Bau Bazenhofer Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Im Lande Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwitz- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Bum leptenmal: Die Afrikanerin. Große Oper in 5 Aften v. Giacomo Meyerbeer. Sonnabend, den 25. Auguft. der Mitternachtsonne. Sonntag, nach m. 3 Uhr, Anfang 7, Uhr. Opernhaus. Fra Diavolo. Schauspielhaus. Othello. Neues Operntheater. Die Fleder maus. Deutsches. Ein Sommernachts traum. Anfang 8 Uhr. Leffing. Traumulus. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0. B ( Wallner Theater.) Morwig Oper. Die Afrikanerin. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- Theater). Geschlossen. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Weften. Die lustige Witwe. Residenz. Die Höhle des Löwen. Zentral. Der Rastelbinder. Trianon. Die Notbrücke. Lustspielhaus. Spazenliebe OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 f. Sinder unter 10 Jahren die Hälfte. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Raffelbinder.en. Raffelbinder. Operette in Kleines. Mimenfiege. Diplomatic Luisen- Theater in der Ehe. roulant. Carl Weiß. Adele. Das Trottoir Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Im Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Omnibus. Das blaue Bild. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Paffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Reichenbergerstr. 34. Eröffnungs- Vorstellung Die Hochzeit von Valeni bei halben Preisen: Die Zauberflöte. Sonntag, abends 8 Uhr: Carmen. Montag, abends 8 Uhr, Das Nachtlager in Granada. Morwitz- Oper. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, abends 8 Ubr: Leyte Opernvorstellung und Abschied Heinrich Bötel: Der Troubadour. Montag, abends 8 Uhr: Eröffnung der Schauspiel Saison. Weh' dem der lügt. Im Garten tägl. gr. Militär- Konzert. astans Panoptikum Friedrichstraße 165. Dreyfus Esterhazy Oberst Picquard Schreckenskammer 1389L* Hennig Landes- Ausstellungs- Park. Neu erbaut: Festsäle, Café u. Konditorei, gedeckte Gartenhallen, Fontaine lumineuse. Dejeuners von 2,50 Mark an bis 2 Uhr nachmittags. Diners von 3,50 Mark, Soupers von 4 Mark an. Täglich: Doppel- Konzert. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Schloß Weißensee. Ahnfrau. Abends 8 Uhr: Die Hochzeit von Valeni. Urania. Taubenstraße 48/49. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Sonnabend und folgende Tage: Täglich 8 Uhr: Spaßenliebe. Deutsch- Amerikanisches .THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden abend Uhr: Gastspiel Adolf Philipp: Sherlock Holmes. Jm wilden Westen. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Mimensiege. Hille Bobbe. Die Schlangendame. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Montag: Ein idealer Gatte. Neues kgl. Operntheater ( Kroll). Anfang 7 Uhr. Sonnabend, den 25. August: Sondervorstellung. Die Fledermaus mit Konzerteinlage. Mitwirkende: L. Godowski, Fr. Prevosti, Ludwig Wüllner. Vorverkauf im kgl. Opernhaus, Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Die Höhle des Löwen. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Gaston Chalindrey: Rich. Alexander. ,, Zum Sternecker". Ausstellung AFRIKA Entree 50 Pf. Inhaber C. Koch. Sonntag, 26. August. Große Sehenswürdigkeit, nur kurze Zeit: Afrika. Dorf mit 53 Eingeborenen, zahlreiche Tiere. Fantasia, geritten vor dem deutschen Kaiser in Tanger. Erste Vorstellung Sonntags 11, Uhr, zweite Vorstellung 4 Uhr usw. Gr. Militär- Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. Künstler ersten Ranges. Kinder 20 Pfennig.. Max Kliems Sommer- Theater. Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Apollo- Theater Talth: Gr. Konzert, Theater Spezialitätenvorstellung 10 Uhr! Novität! 10 Uhr! Schalter II, A. Wertheim und In- Berlin im Omnibus. validendank. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Im zweiten Bilde: Der Omnibus- Trick. Borher: Gute Spezialitäten! und Jeden Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. beliebten Metropol- Theater Carl Weiß- Theater. 2b 7%, Uhr: Garten- Konzert. Henry Bender. Josef Giampietro. Anfang 8 Uhr. Fritz Massary. Hoffmanns Erzählungen. Trianon- Theater. Auf- in's Metropol! Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Montag zu volkstümlichen Pr.: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich: Das Sensations- AugustSpezialitäten Programm. u. a.: Paul Coradini. Neiß Troupe. Steffen Bros. Außerdem 15 Attraktionen. Jm Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Anfang 8 Uhr. Die Notbrücke. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Zwischen Himmel u. Erde Milardo, Humorist. Borussia- Sextett. Sands Sportakt. " Der grüne Teufel große Pantomime. Konzert. Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Volksgarten- Theater. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Konzert, Theater u. Spezialitäten. Das neue August- Programm! Monte Christo, The Barret, Henry Sago, Verona de Fonseca, Verwandlungs- Schauspielerin. Hierzu: ,, Auf fremder Erde". Große Ausstattungsstüd mit Gefang. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Theater: Täglich 8 Uhr: Adele. Sonntag, den 26. Auguft, nachmittags 3 Uhr, zu II. Preisen: Adele. Im Sommergarten täglich: Große Spezialitäten Vorstellung. Anfang 5 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. WINDSTARTEN 765 Großer Erfolg des Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Paul Conchas, Kraftjongleur. Campbell und Johnstone, Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Der Biograph. komische Radfahrer. Mia Werber, Sängerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pisslutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Klown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Anfang 8 Uhr. Nur noch 5 Tage! 1. Deutsch- Amerikanischer Cirkus bon Norton B. Smith. Direktor Nat. Behrens. Berlin, Memelerstraße, am Comeniusplatz. Sonnabend, den 25. August cr., nachmittags 4 Uhr: Einzige Familien-, Fremden- und Kinder- Vorstellung bei billigen Eintrittspreisen. In dieser Nachm.- Vorstell. bezahlen Groß u. Klein für Logensiz 1,50 M., Sperrfit 1 M., 1. Platz 60 Pf., 2. Play 40 Pf., Galerie 20 f. Fröbels Allerlei- Theater Sonnabend, 25. Aug., abds. 8 Uhr: Schönhauser Allee 148. Klown Dolly ist da! Taglionis Ballett- Ensemble. The Regahs musikalischer Aft. Das Bild des Vaters. Volksstück in 2 Aften. Anf. 4, Uhr. Tanz. Entree 30 Pf. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Premiere Sonnabend, den 1. 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Nach außerhalb sende Muster und Maßanleitung. Potsdam, Nauenerstr. 23. Verwaltungsstelle Berlin Engel- Ufer 15. Hauptbureau: Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Die Branchen- Versammlung der Werkzeugmacher findet am Montag, den 27. August nicht statt. Zur gefälligen Beachtung! Die Auszahlung der Erwerbslosen Unterstützung für Krante sowie die diesbezüglichen Meldungen finden nicht mehr Engel- Ufer 15, Bimmer 34, sondern 152/11 Engel- Ufer 19, parterre statt. Die Bureaustunden bleiben dieselben, von vormittags 9 Uhr bis mittags 2 Uhr. Die Ortsverwaltung. A.&-G.- Arbeiter( BrunnenStraße.) Sonntag, 26. August, vormittags 9%, Uhr, im Swinemünder Festsaal, Swinemünderstraße 42: MF Versammlung 1 aller derjenigen Kollegen, die in diesem Werk beschäftigt gewesen find und den 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert haben. 0 Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem Beschluß der Drts. verwaltung des Deutschen Metallarbeiter Verbandes betreffs der Maifeier in der A. E.-G., Brunnenstraße. 2. Diskussion. Alle Kollegen, welche den 1. Mai durch Arbeitsruhe gefeiert haben und Jeder Arbeiter Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhoje Herkules tragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen granen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stüd gearbeitet Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Fliden umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Std 26 mt.4 Mt. 50 Stück Mr. Manchester- Hose Marke Gambrinus, Zwirnkette 5 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Sackett 14,50, 8,75 Echtblaues Monteur Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur Hose 1 M. 50 Echtblaues Monteur Jackett, prima Köper- Gewebe 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose, .. 2 M. 10 prima Köper- Gewebe Weiße Friseur Sadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jaden, 2reihig 4 M. 50 Maler- Kittel 3,-, 2,50, 2 M. 25 Mechaniler- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jadetts, 2reihig Weiße Lederhosen... 4,50, 2 m. 90 7,50, 3. 75 Kesselreiniger Anzüge, blau, nach Borschrift. 5 M. 50 Die Preise gelten für normale Größen. 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Am 22. August verstarb nach dreitägigem schwerem Magenleiden unser alter Bundes- Angestellte, der Steindruder Karl Schulz im 68. Lebensjahre. am Dem treuen, pflichteifrigen Beamten werden alle Stollegen ein ehrendes Andenken bewahren! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 25. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Elisabeth- Friedhofes, Pankow, 267/5 Bollantstraße, aus statt. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. am Die Beerdigung des 22. August verstorbenen Steindruckers Karl Schulz findet statt am Sonnabend, den 25. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des ElisabethKirchhofes in Pankow, Wollantstr. 7406 Das Komitee. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Richard Last am 22. Auguft verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 25. August, nachmittags 5 Uhr, vom Moabiter Krankenhause, Eingang Birkenstraße, aus nach dem HeilandsKirchhof in Plögensee statt. Um rege Beteiligung ersucht 91/13 Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Hugo Ackermann, Mitfahrer( Deutsche Bierbrauerei), am 22. August verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. August, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes, Westend, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 42/3 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Nathan Wand Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. 129 faliterstr. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere [ 2008L* Herren- Garderobe Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Todes Anzeige. Am 22. Auguft cr. verstarb das Mitglied, Kollege Ludwig Danowski. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Bions- Kirchhofes, Nieder- Schönhausen, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 139/11 Die Ortsverwaltung. Invalidenunterstützungskasse Julius Fabian, Steindrucker u. Lithographen Schneidermeister, Große Frankfurterstraße 37, II, Eingang Straußberger Platz.* ArbeiterBerufs- Kleidung. Trikotagen Herren Artikel jetzt Brunnenstraße 158, zweites Haus von d. Anklamerstr. Gelber Laden. d. Die Beerdigung des am 23. 3. M. verstorbenen Steindruders R. Blume findet am Sonntag, den 26. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des heiligen KreuzFriedhofes, Mariendorf, aus statt. 7605 Das Komitee. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 137/13 Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Pianino, Prachtstüd! Enorm billig! per Kasse, frankheitsh., bis 9, Sonntag 6 zu bert. Gerichtstr. 32, Dittrich. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 197. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonbend, 25. August 1906. Ueber das Erdbeben in Chile Find heute folgende Nachrichten zu verzeichnen: Santiago de Chile, 24. August. Gestern vormittag ereigneten fich neuerdings Erdstöße, denen am Abend ein schwächerer Erdstoß folgte. hold einen Lichtbildervortrag halten wird. Nachdem Beobachtung sich durch Befürwortung oder gar Gewährung einer Unterstützung an durch das Riesenfernrohr. Da der Eintrittspreis hierfür bedeutend Hülfsbedürftige die Unterstüßten verpflichten. Das kann aber unsere ermäßigt ist, liegt es im Interesse der Mitglieder, wenn sie sich mit Anschauung über das Wesen der Kirche und ihre Rolle im heutigen ihren Angehörigen daran beteiligen. Der Vorstand. Staatsleben in feiner Weise berühren. Und das war der springende Punkt unserer Darlegungen. Daß die beiden Blätter an unserer Darstellung über das Verhalten des in unserem Falle in Frage kommenden Gefängnisgeistlichen mit der Bemerkung von fehlerhafter, wenig taktvoller Gefängnisseelsorge hinweggleiten, soll nur nebenbei gefagt werden. Berliner Nachrichten. Kirche über" wird. In einem solchen Artikel der„ Christlichen Welt" heißt es: " " Santiago de Chile, 23. August. Nach Meldungen aus Valparaiso werden dort energische Maßregeln ergriffen, um die Ordnung aufGegen den Byzantinismus auf der Kanzel recht zu erhalten; über 150 Leute seien erschossen worden. Noch wird in einem Organ der firchlichen Mittelpartei, der„ Christlichen immer würden Leichen geborgen. 1500 Tote seien behördlich be- Welt", Klage geführt. So wenig es uns interessiert, wie es bie Vom Schutzmann, der daneben greift, ist wieder mal eine nied erdigt. Eine Epidemie erscheine nahezu unausbleiblich. frommen Herrschaften mit den überhandnehmenden Fürbitten der liche Leistung zu berichten. Diesmal handelt es sich nicht um eine In Santiago wird durch die andauernden Erderschütterungen Kirche für hohe und höchste Herrschaften halten mögen, so ist doch jener Jagden auf Raubmörder und andere Verbrecher, bei denen der bauliche Zustand der Gebäude mit jeder Stunde schlechter. auch nicht ganz uninteressant, zu sehen, daß selbst unter diesen schon so manches Mal statt des gesuchten Täters ein ganz un Santiago, 24. Auguft. Die Aufräumungsarbeiten schreiten schnell Leuten es noch solche gibt, denen der„ Ueber" byzantinismus der gefährlicher Staatsbürger zur Strecke gebracht wurde, sondern um eine Jagd auf Streitposten. Vor dem Grunds borwärts. Es ist festgestellt worden, daß mindestens 3000 Gebäude stücke Huffitenstraße 40, auf dem der Lagerplaz der Kohlenniedergerissen werden müssen, da sie einzustürzen drohen. Die Ge„ Es handelt sich um die üblichen Fürbitten und Dank- handlung von August Grimberger sich befindet, hatte ein meindebehörden haben Verkaufspreise für Lebensmittel festgesetzt, um fagungen bei geschehenen und bevorstehenden Schußmann zu Lauern, die etwa irgendwen zu verhindern, daß die Händler die Lage ausbeuten. Die Gemeinde- Personenstandsveränderungen in den regierenden belästigen" würden. Richtig entdeckte er morgens um behörden werden selber das Fleisch verkaufen. Der Bahnbetrieb muß Familien. Sie werden bekanntlich vorgeschrieben in Form von 7 im Torweg einen Mann, der dort stand und offenbar auf noch unterbrochen bleiben, weil es an Kohlen fehlt. Einschiebseln in das allgemeine Kirchengebet, das so wie so mit ein- iemand wartete. Im Hinblick auf den Streit der Kohlen. Valparaiso, 24. August. Von 40 Angestellten des Telegraphen- gefügten Bitten schon überladen ist und gar nicht den Eindruck eines arbeiter, an dem auch der Betrieb der Firma Grimberger be amtes sind 38 umgekommen. Beim Einsturz eines Hauses befand unseren Herrgott macht. Die Kirchenleute lassen sich des- Polizist an den Wartenden heran und kommandierte, er solle wegSomit trat der Gebetes, sondern den einer Nachrichtensammlung für teiligt ist, war das natürlich sehr verdächtig. fich die Frau eines Generals auf dem Balkon, von welchem sie auf halb diese formulierte Vorlesung meistens nur mit passiver gehen. Der Mann erwiderte, er wohne in diesem Hause, dürfe die Straße herabstürzte. Während sie verwundet dalag. wurden ihr Geduld gefallen und nehmen mit ganz richtigem Takte die mithin hier stehen und verbitte sich jede weitere Belästigung. Plötzvon Leichenschändern Finger und Ohrlappen abgeschnitten, um die Gebetshaltung erst beim Vaterinser ein. Am intensivsten aber lich griff der Polizist zu und führte den Frebler zur benachbarten daran befestigten Juwelen zu rauben. In bedenklichem Zustande äußert sich die Abneigung der„ Untertanen gegen die Gebete, die Wache. Dort machten die Beamten nicht die flügsten Gesichter, wurde die Frau des Generals später an Bord eines im Hafen be- sich mit den Familiennachrichten aus den herrschaft als sich herausstellte, daß der Sistierte gar nicht Kohlenfindlichen Kriegsschiffes gebracht. lichen Häusern beschäftigen. Ist mun gar bei einer Prinzessin arbeiter, sondern Metallarbeiter ist.( Es handelt sich um Karl der Storch unterwegs, fo gibt es sehr viele Leute nicht nur solche, unseren Genossen Metallarbeiter Start Neumann, der im Hause welche den Blaukoller haben anhören, unter Umständen mit ihren Kindern dem Gottesdienste fern mann das gehört, so eilte er hinaus mit den Worten:„ Na, dann die diese Fürbitten mit Widerstreben Hussitenstraße 40 wohnt.) Saum hatte der danebengreifende Schutzbleiben. Und das kann, wenn die weisen Frauen und Männer sich werde ich mal den anderen holen!" und alsbald erwischte er vor gar verrechnet haben, wochen- und monatelang währen. Der Unnut demselben Hause einen anderen Mann, der dort stand. Das war richtet sich zunächst gegen diese ewige Wiederholung derselben Für nun allerdings ein Kohlenarbeiter, aber auch er wohnte im Hause bitte, und dann gegen die Fassung der Fürbitte selbst. Ja, es gibt Hussitenstraße 40. Da beide Arrestanten absolut nichts verbrochen nicht wenige, die der Meinung sind, solche allerhöchste Personalien hatten, so mußte man sie wieder gehen lassen. Doch hatten sie das möchten überhaupt aus dem Kirchengebete ver Vergnügen, erst noch bis 349 auf der Wache zu fizzen, weil der schwinden. Herr Leutnant nicht gleich zur Stelle war. New Yort, 24. August. Nach Meldungen aus Valparaiso geht dort jetzt ein schwerer Regen nieder, durch welchen die herrschende Not noch verschlimmert wird. Santiago, 24. August. Ein Dampfer mit zahlreichen Flücht lingen aus Balparaiso ist hier eingetroffen. Es sind Küchen zur unentgeltlichen Speisung des Volkes eingerichtet worden. Die Vorräte an Chlorkalt zur Desinfektion sind erschöpft. Eine Epidemie droht mszubrechen. Etwa 500 Leichen sind noch nicht beerdigt. Partei- Angelegenheiten. " Zur Lokalliste! Das Lokal Flora" in Biesenthal ist in der Liste zu streichen, da uns dasselbe nicht mehr zur Verfügung steht. In Hoppegarten bei Müncheberg, Kreis Lebus, steht der Gasthof Wilder Mann" der Arbeiterschaft zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. " Bitte auszuschneiden und der Lokalliste bei zufügen. Am Montag, den 27. August cr., feiert der Verein Berliner Tanzlehrer( 1876) fein 30. Stiftungsfest in Diesners Festsälen", Kronprinzen- Belt( Belt I), und wird versucht, hierzu Billetts umzusetzen. Genanntes Lokal steht der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung, man weise daher etwa angebotene Billetts entschieden zurüd. Ein mir bekannter höherer süddeutscher Beamter, der Geheimrat A., der in seinem langen Leben für zwei Fürstenhäuser die gesamte Vermögensverwaltung geleitet hatte, flagte mir einmal, so gnädig die Herrschaften auch bisweilen feien, so meinten sie doch, die„ Untertanen" seien lediglich um der Fürsten willen da. Diese vormärz lichen absolutistischen Ansichten seien trotz des modernen Aufzuges in unserem heutigen Staatsleben noch gar nicht in den Köpfen der Herrschaften ausgerottet. Und Bismarck war es ja wohl, der von seinem alten Herrn einmal sagte, er behandele ihn bisweilen wie der patrimoniale Gutsherr seinen Hofinspektor. So scheint auch in unseren regierenden Kreisen die Ansicht zu herrschen, als ob bei bevorstehenden Familienfreuden die Leute nichts lieber täten, als mit innigster Andacht sich in die Stunde der Gefahr" und den fröhlichen Anblick eines gesunden Kindes" zu verfenken. Es wird Beit, daß diejenigen, welche in diesen Fragen als Ratgeber fungieren, mit aller Ehrerbietung, aber in Berücksichtigung der veränderten Lage der Dinge auf eine zeitgemäße Aenderung der fraglichen Fürbitten aufmerksam machen. " 1 " Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht unterlassen darauf hinAlso wenn sich solche Gebete" nicht ganz vermeiden lassen, zuweisen, daß in einer ganzen Anzahl uns nicht zur Verfügung dann wäre es doch richtig, sie nur einmal in das Kirchengebet tehender Lokale Tanzunterricht stattfindet. Für die betreffenden einzuschieben und dann in einer Form, die auch fritischen Untertanen Wirte hat dies unter anderem auch den Vorteil, daß sich nach und durchaus einwandsfrei erscheint. Eine völlige Beseitigung zu ernach ein sogenanntes Stammpublikum bildet. Wir richten deshalb hoffen, dazu find unsere stark servil- byzantinisch infizierten Zeiten zu Beginn der Saison an alle in Betracht kommenden Parteigenossen allerdings nicht angetan." das dringende Ersuchen, auch in diesem Falle die Lokalliste genau Einen Orden wird sich der Pastor, der das geschrieben hat, zu beachten und nur die uns zur Verfügung stehenden Lokale zu sicher nicht verdienen. benuzen. Wir haben es hier speziell mit Wirten zu tun, die sich trop wiederholtem Ersuchen bisher hartnäckig geweigert haben, uns ihre Säle zu Versammlungen freizugeben, wie z. B. der Inhaber des Lokals Dresdenerstr. 10, Preuß, und Jäger, Admiralstr. 38. Zu den üblichen Paradeferien kommen auch noch Sedanferien. Herr v. Studt hat das so beschlossen, so daß es in der nächsten Woche drei schulfreie Tage hintereinander in den Schulen von GroßDie Lokalkommission. Berlin geben wird. Nach der Verfügung des Ministers soll in den Jahren, in denen Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für Teltow- der 2. September auf einen Sonntag fällt, der Unterricht am Beeskow Storkow: Charlottenburg. Sonnabend ausfallen und an diesem Tage die Sedanfeier stattfinden. Dies ist in diesem Jahre der Fall. Für den weiteren Sonntag, den 26. August 1906, mittags 12 Uhr, in Fall, daß die Herbstparade der Garde auf den 1. September fällt Baumschulen weg, Restaurant Speers Festsäle( Inhaber und an diesem Tage deshalb der Unterricht ruht, hat die Regierung Frizz Zabang), Baumschulenstraße 78: in Potsdam, Abteilung für Kirchen und Schulwesen, angeordnet, daß die Sedanfeier schon am Freitag, 31. August, unter Ausfall des gesamten Schulunterrichts stattfindet. Vom Donnerstag bis Montag ist also dann feine Schule. Die Verfügung gilt für die Schulen in Charlottenburg, Grunewald, Deutsch Wilmersdorf, Schöneberg, Grünau, Steglitz, Groß- Lichterfelde, Nixdorf, Briz, Mariendorf, Borhagen- Rummelsburg, Treptow, Schmargendorf, Stralau, Lant wis, Tempelhof, Pankov, Reinickendorf, Weißensee, Lichtenberg und Behlendorf. General- Versammlung. 1. Die Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Branden burg. Referent Genosse Hermann Fischer- Schöneberg. Anträge und Wahl der Delegierten zu derselben.. 2. Der Mannheimer Parteitag. Referent Genosse Karl Wollermann- Schöneberg. Massenstreit und Maifeier. Referent Genosse Frit 8ubeil- Berlin. Anträge und Wahl der Delegierten zu demselben. 3. Sonstige Anträge. 4. Verschiedenes. Die General- Versammlung wird pünktlich eröffnet. Laut Statut ist jeder Wahlverein berechtigt, drei Delegierte zu entsenden. Die Delegierten müssen mit Mandat versehen sein. Parteigenossen haben als Gäste Zutritt. Bahnverbindungen: Görlizer Bahnhof 10.10, 10.25, 1038, 11.10, 11.25, 1140, 11.55. Stadtbahn alle 10 Minuten. Der Wahlverein Baumschulenweg teilt uns mit, daß er für die Delegierten den Besuch der Sternwarte für Sonntag abend 7% Uhr festgesetzt habe. Der Zentral- Vorstand. J. A.: W. Eberhardt. Sozialdemokratischer Wahlverein für den ReichstagsWahlkreis Nieder- Barnim. Sonntag, den 26. August, nachmittags 2 Uhr, im Lokale Zum Prälaten", Weißensee, Lehderstr. 122: Kreis- Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Der Provinzial- Parteitag für die Provinz Brandenburg. 2. Anträge zu demselben und Wahl von Delegierten. 3. Der Parteitag in Mannheim. 4. Anträge zu demselben und Wahl von Delegierten. 5. Kreisangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: Georg Freiwaldt. Mariendorf, Marieufelde, Lichtenrade. Am Sonntag früh 7 Uhr findet von den bekannten Bezirkslokalen aus eine Flugblattverbreitung zu der am 28. August stattfindenden Volksversammlung statt. Die Beteiligung aller Parteigenossen wird erwartet. Für Berlin wird wohl dasselbe angeordnet werden. 8war sei der Schuldeputation noch nichts davon bekannt, wird gemeldet; was aber nichts dagegen beweisen würde. Wir wissen ja, daß schon Schulschluß erfolgte über den Kopf der Schuldeputation hinweg. Die Schuljugend wird es Studt Dant wissen! Die Affäre eines Kriminalschutzmannes wird in den Räumen des Polizeipräsidiums viel besprochen. Das Vorkommnis liegt etwas abseits von dem Tätigkeitsgebiet der Bolizei: es handelt sich um eine Liebschaft mit einem erst fünfzehnjährigen Mädchen- und um die Folgen dieses Verhältnisses. Das Mädchen ist die Tochter eines Angestellten der Polizei, der im Gebäude des Polizeipräsidiums wohnt. Und der Mann, der da beschuldigt wird, zu dem halbwüchsigen Mädchen Beziehungen angeknüpft zu haben und nun für die Folgen verantwortlich zu sein, ist ein beim Polizeipräsidium beschäftigter Kriminal. schutzmann Pflügge. Will man wissen, wie dieser Kriminalschutzmann Pflügge, der schon beträchtlich über das vierzigste Lebensjahr hinaus ist, in solchen Verdacht kam? Er hatte zu der Familie Zutritt gefunden, was ihm nicht schwer werden konnte, da sie, wie gesagt, Wohnung im Polizeipräsidium hat. Bald hatte er sich dann der Tochter genähert, was wiederum ohne große Mühe zustande kam, da das Mädchen sozus fagen unter den Augen der Beamten aufgewachsen war und von allen gekannt wurde. Almählich begann Schußmann Pflügge das Mädchen auszuführen, fie mit in den Birtus zu nehmen, Spaziergänge mit ihr zu machen usw. Die Eltern mögen es für unbedenklich gehalten haben, dem Manne ihre Tochter anzubertrauen. Vermutlich haben sie sich gesagt, daß ein Kriminalschußmann über jedem 3 weifel erhaben sei. Der Gedanke, daß hier ein Schutz auch vor Schußleuten nötig sein könnte, darf ja nicht wahr?- einem. Angestellten der Polizei zu allerletzt kommen. Doch anderen Sinnes wurden die Eltern, als das Mädchen als schwanger erkannt wurde und nun den väterlichen Freund dafür verantwortlich machte. Der liebenswürdige Herr Pflügge wurde zur Rede gestellt berfiehe da, da geschah das Unerwartete, daß Pfl. jede Verantwortung ablehnte und den Verdacht auf andere Beamte der Polizei lenkte. Wer war der Vater des werdenden Kindes? Herr Pflügge, der Kriminalschußmann, wies höher hinauf. Ganz offen nannte er zwei beim Polizeipräsidium beschäftigte Leutnants mit Namen und ließ durchmerken, daß diese eher in Betracht kommen könnten. Den Eltern erschien das keineswegs als eine Ehre für ihre Tochter. Sie erblickten in Pflügges Behauptung, daß das Mädchen auch mit anderen zu tun gehabt haben könnte, eine Beleidigung und brachten die Sache vor Gericht. Die Beleidigungsttage ist fürzlich verhandelt worden, leider unter Ausschluß der Deffentlichkeit. Das Ergebnis war, daß Kriminalschutzmann Pflügge zu einer Geldstrafe von 50 Mart verurteilt wurde. Zur Frage der Bierverteuerung schickt uns der Verband der freien Gast- und Schantwirte Deutschlands folgende Zuschrift: Weiß man jetzt, wer der Vater ist? Die jugendliche Mutter soll in der Universitätsklinik, wo sie entbunden wurde, fiebernd ges In Nr. 195 des„ Vorwärts" vom 23. August bringen Sie unter der Ueberschrift Die Bierkonsumenten müssen zahlen!" einen Bericht jammert haben: Er hat immer gesagt, das schade nichts, das machten alle Mädchen so und nun hat es doch geschadet!" über eine in den Industrie- Festsälen abgehaltene Versammlung des machten alle Mädchen so Vereins Berliner Gastwirte, welche sich mit der Frage der Abwälzung Mancher wird das komisch finden. Mancher andere aber wird aus der Bierpreiserhöhung auf das Publikum beschäftigte. Sie sagen in diesen Worten den Schluß ziehen wollen, daß der geheimnisvolle dem Bericht: Als Ehrengäste waren anwesend die Mit- Unbekannte, der das Mädchen geschwängert hat, ein unerglieder der Saalbefizer und der anderen Gastwirtebereinigungen". fahrenes Kind mit den Künsten eines Routiniers Da diese Bemerkung den Schein ertecken fönnte, als umgarnt habe. " hätten auch wir an dieser Berfammlung teilgenommen Herr Pflügge, der Kriminalschußmann, ist vor Gericht der Be und uns mit den dort gefaßten Beschlüssen einverstanden erklärt, bitte ich Sie, davon Notiz nehmen zu wollen, daß dies nicht der leidigung schuldig befunden worden, aber auch dort dürfte er die Fall ist. Wir sind vielmehr der Meinung, daß die Brauereien in Baterschaft sehr entschieden bestritten haben. Seine Vorgesetzten der Lage und verpflichtet sind( die Aktionäre und Direktoren als halten ihn offenbar für schuldlos. Anderenfalls wäre es unverHurrapatrioten) die Steuer selbst zu tragen. Soweit es uns möglich, ständlich, daß man ihn nach wie vor Dienst tun läßt. Er werden wir bemüht sein, ringfreies Bier zu beschaffen, um so den ist sogar Drdonnanz eines Kriminalkommissars, der in dem Ruf Bierberteuerern einen möglichst großen Schaden zuzufügen. Wir eines besonders sittenstrengen und frommen Mannes steht und gehören also nicht zu den Gastwirte- Vereinigungen, welche mutig( nebenbei bemerkt) die Strafverfolgung von Fruchtabtreibungen zu bor den Brauereien zurückweichen, sondern werden den Kampf mit bearbeiten hat. aller Energie führen. Für den Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands: Ferdinand Ewald. Gefängnisseelsorge. Neugierig wird mancher sein, was denn nun zugunsten der Beutnants, die von Pflügge beschuldigt worden sind, gegen diesen unternommen werden wird. Ja, das sind wir ebenfalls. Vorläufig, wie gesagt, bedient er noch immer seinen Kriminalfommissar. Ueber dieses Thenta hatten wir uns fürzlich anläßlich der Befprechung über den vom Superintendenten Fädrich erstatteten Ephoral- Es bleibt bei Rietemal. Die Petition der bei Friedrichshagen bericht über die geistliche Tätigkeit mit einigen Worten verbreitet belegenen Kolonie Kiekemal, die den Namen ihres Dorfes mit der und schließlich auf Anzapfung der„ Staatsbürger- Zeitung" bezw. des geschmackvolleren Benennung Königstal" vertauschen möchte, ist aber " Reich" vor gut acht Tagen die Erfahrungen eines unserer Kollegen mals in dieser von ihr hartnädig verfolgten Angelegenheit abüber Seelsorgertätigkeit zum besten gegeben. Die„ Staatsbürgerin" schlägig beschieden worden. In einer fürzlich abgehaltenen Ver versprach damals auf die Sache zurückzukommen und bringt nun jamunlung gelangte ein Schreiben des Regierungspräsidenten zu Potsdam zur Berlesung, in welchem sich derselbe zur Verleihung Stiekemaler den Mut nicht sinken. Sie haben nochmals eine umfangreiche Petition an den Oberpräsidenten der Mark Brandenburg Im übrigen haben die Kiefemaler eine Enquete angestellt verfaßt. darüber, welches Ergebnis der der Kolonie von der Muttergemeinde morgen Sonntag, nachmittags von 12 Uhr an recht zahlreich zu der in in ihrer gestrigen Nummer einen längeren Artikel über diesen Gegens des Namens Königstal" ablehnend verhielt. Trogdem lassen die Speers Festsälen, Baumschulenstr. 78 stattfindenden Kreisversammlung stand, in welchem darzutun versucht wird, daß Geistliche sich in zu erscheinen. Es find genügend Plätze für die Mitglieder als Gäste manchen Fällen Anerkennung und Dank verschiedener Gefangenen verreserviert. Im Anschluß an die Versammlung findet eine gemeinsame schafft haben. Das hat aber niemand bezweifelt und wir wollen zum Besichtigung der Treptower Sternivarte statt, wo Direttor Archen- Troft der Stöckerblätter noch hinzufügen, daß auch sonst Geistliche Wahisours vergelegte Name Mahlsdorf- Süd auf die Postbestellung noch rückwärts konnte. Alle Versuche zur Befreiung scheiterten aber, haben würde. Da nun alle mit dieser Adresse versehenen Post- und so wurden zwei Feuerwehrleute gerufen, die das Tier mit vieler sendungen erst nach Mahlsdorf gelangen, die Kolonie aber postalisch Mühe befreiten. zu Friedrichshagen gehört, so konnten dieselben erst nach erfolgter Rückbeförderung über Berlin den Empfängern nur mit erheblicher Verspätung zugestellt werden. Und von Berlin wollen die Riefemaler gegenwärtig nicht viel wissen, seitdem der allerneueſte Gaffenhauer der Reichshauptstädter den Refrain trägt:" Geh'n wir nach Riekemal, da piept die Nachtigall". " Zur Kreisgeneralversammlung am Sonntag, den 26. Auguf werden 17 Mitglieder delegiert. Zur Aufnahme in den Wahlverein hatten sich 48 neue Mit glieder gemeldet; nach Berlesung wurden dieselben ohne Widerspruch aufgenommen. Hermsdorf. " Das Winterhalbjahr der städtischen Kochschule in der Dunder straße 65/66 beginnt am Mittwoch, den 10. Oftober 1906 und schließt am Sonntag, den 24. März 1907. Der Unterricht findet wöchent lich an zwei Vormittagen von 8 bis 1½ Uhr statt. Die Ferien zeiten stimmen mit denen der städtischen Fortbildungsschulen über- Dr. Freund als Bertreter des„ Gutsbezirks Hermsdorf" sowie der In der letzten Gemeindevertretersizung wurde der Antrag ein. Das Schulgeld beträgt für das halbe Jahr 4 M. Nähere Hermsdorfer Boden- Aktiengesellschaft zu Berlin" auf Eingemeindung Das Gespenst des Hungers machte sich gestern vormittag in dem Auskunft wird ausschließlich der Ferien Montags, Mittwochs, in den Gemeindebezirk Hermsdorf gegen einzelne Stimmen begroßen Lesesaal der tönigl. Bibliothek in frasser Weise be- Donnerstags und Sonnabends von 2 bis 3 Uhr in der städtischen schlossen. Damit fällt auch die Hermsdorfer Heide der Bauspekulation merkbar. Der anscheinend obdachlose F. F., der selbst zum Bettel- Kochschule Dunderstr. 65/66 erteilt. Zu gleichen Zeiten werden dort zum Opfer; allerdings wäre dieses auch nach Ablehnung des Anverteilen greifen mußte, um sich durchzuschlagen und der den Be- Anmeldungen entgegengenommen. trags Dr. Freund geschehen. Die eingemeindete Fläche, welche eine suchern schon lange als ein Bild des Jammers aufgefallen war, Das Deutsch- Amerikanische Theater brachte am Donnerstag eine Größe von 163 Heftar, 8 Ar, 78 Quadratmeter hat, liegt rechts und taumelte schreiend von seinem Stuhl, mühsam von einem Nachbarn neue Schöpfung feines Leiters zur Aufführung. Im wilden links von der Bahn und es sind bereits die projektierten Straßen davor bewahrt, einen schweren Fall zu tun. Entsetzt und fassungs- e sten" betitelt sich das Stück, das vier Bilder mit Gefang und abgeholzt. Als Entgelt für die Eingemeindung erhält die Gemeinde los sprangen die Besucher von ihren Stühlen, als der Bedauerns- Tanz bringt und ein deutsch- amerikanisches Volksstück" sein soll. Grundstücke im Werte von 100 000 m. werte laut stöhnend und röchelnd sich am Boden wälzte, und es war Der erste Att spielt in Cillis( Nebraska), wo der Cowboy Billy während der allgemeinen Kopflosigkeit einem unserer Grün die Nachricht erhält, daß sein Onkel in Berlin, Mulackstr. 4 Treptow- Baumschulenweg. dort arbeitenden Parteigenossen vorbehalten, nach einem Arzt zu ihm eine Millionenerbschaft vermacht habe. Kurz entschlossen geht Der fozialdemokratische Wahlverein hielt am 21. d. M. feine eilen, der zehn Minuten später zur Stelle war. In dem Befinden die Reise nach Berlin, um die Erbschaft zu heben. In der Mulack regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Genosse Ernst Rieger des Unglücklichen trat nach einiger Zeit Besserung ein. straße macht er die Bekanntschaft einer Familie, die miterbt und die sprach über den Parteitag in Mannheim". Die rote er mit sich nach dem wilden Westen nimmt. Ein gefährlicher ,, Gruß" von oben. Durch eine herabstürzende Dort wird schließlich Woche", so führte der Redner etwa aus, errege nicht nur unsere Fensterscheibe ist heute morgen die 17jährige Frieda B. aus der festgestellt, daß das Papiergeld gefälscht ist, aber große Freude Kreise, auch die bürgerliche Welt beschäftige sich damit und nehme Unsere Genossen fehrt schließlich ein, als die Mitteilung der Regierung eintrifft, daß daran Anteil, allerdings in ihrem Sinne. Stargarderstr. 1 schwer verletzt worden. Das junge Mädchen über sie für jeden falschen Schein 10 Dollar eintauscht. Gespickt ist die müßten aber diesen wichtigen Verhandlungen, welche in diesem schritt den Zionskirchplatz und als es an die Kreuzung der Fehrbellinerstraße fam, wurde es plöglich von Glasscherben überschüttet. Aufführung mit einer Reihe von Gesangsvorträgen, so daß das Jahre auf der Tagesordnung stehen, ein viel größeres Interesse In einer Wohnung der dritten Etage des Eckhauses hatte man das ganze Stück start an eine Operette erinnert. Großen Beifall beim entgegenbringen. Redner greift die einzelnen Punkte der provisoPublikum fand unter anderem die„ Dde an Tippelskirch". Der rischen Tagesordnung des Parteitages heraus und verbreitet sich Fenster nicht geschloffen und bei einem Windstop wurde es nach Direktor Philipp, der neben seiner Eigenschaft als Theaterdirektor eingehend über die aktuelle Frage Politischer Massenstreik" und die außen aufgeschlagen und zertrümmert. Von den herabstürzenden sein eigener Autor sowie der Hauptdarsteller ist, wurde ein halbes Stellung der Partei und Gewerkschaft dazu. Er entwickelt, wie Scherben wurde die B. getroffen und am Rücken schwer verletzt. Dugend mal gerufen und war schließlich in einer Ansprache an das diese Idee in Deutschland endlich in die Reihe unserer Kampfmittel Die erste Hülfe erhielt das junge Mädchen auf der Rettungswache III. Publikum bescheiden genug, für das Stück keinen literarischen Wert aufgenommen wurde und wie nach dem Jenaer Parteitage die Sprung in die Freiheit. Zeugen eines aufregenden Vorfalles zu beanspruchen. Das hat es auch nicht, es unterhält aber ganz Gewerkschaftsführer auf ihrer Konferenz im Februar d. J. hiergegen Sturm gelaufen sind und der Partei ein Bein stellen wollten. waren gestern vormittag die Jusaffen eines Straßenbahnwagens der hübsch. Referent bespricht das Geheimprotokoll", das er mit beißendem Linie 15( Moabit- Rigdorf). In Rigdorf bestieg diesen Wagen der Gesperrt. Die Charlottenstraße von der Leipzigerstraße( aus- Spott glossiert. Er verlangt, daß der Jenaer Beschluß eine schärfere Transporteur Kirste mit einem Gefangenen, dem fünfundzwanzig- schließlich des Kreuzdammes) bis zur Schüßenstraße( einschließlich des und präzisere Fassung erfahre. Auch müsse dahin gewirkt werden, jährigen Artisten Paul Bogan, der aus dem Rirdorfer Gerichts- Streuzdammes) ist behufs Asphaltierung vom 23. d. M. ab bis daß der Parteivorstand verjüngt werde. Pflicht aller Parteigefängnis in das Moabiter Untersuchungsgefängnis übergeführt auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. genossen wäre es aber, in ihren Gewerkschaften streng darauf zu werden sollte. Bogan war wegen Zuhälterei eingeliefert worden und wurde auch von der Berliner Staatsanwaltschaft II zur Ver- Berliner Aquarium. Der Eintrittspreis beträgt heute am letzten achten, daß der sozialistische Geist mehr gepflegt werde und jenen Herrschaften mit ihrer Zweiseelentheorie" ordentlich auf die Finger büßung einer einjährigen Gefängnisstrafe gesucht, die ihm wegen Sonntag im Monat nur 25 Pf. pro Person. geflopft werde. Nach eingehender Kennzeichnung, wie brutal schwerer Körperverlegung zudiftiert worden war. Als der Transporteur Feuerwehrbericht. Gestern früh um 5 Uhr fam in der Stargarder- man die Arbeiterklaffe bei Streits usw. behandele und wie unsere mit dem Artisten, den er auf der Straße an der Kette führte, im straße 25 in einer Schuhfabrik Feuer aus. Regale, Papier u. a. Justiz beschaffen sei, meinte Redner, wäre es nicht zu verstehen, Straßenbahnwagen saß, riß sich Bogan in der Berlinerstraße zu brannten dort. Der Brand konnte durch kräftiges Waffergeben auf daß die Arbeiterschaft sich dies so ruhig gefallen lasse. Deshalb Rigdorf plöglich von dem Transporteur los und schwang sich, die Fabrikräume beschränkt werden. In der Köpenickerstraße 145 war müsse man unermüdlich die Idee des Massenstreiks diskutieren, dawährend der Wagen in voller Fahrt war, blizschnell mit einem in einer Bilderrahmenfabrik Feuer ausgekommen, das bald gelöscht mit im gegebenen Moment auch große Kämpfer da wären. Die tollfühnen Hechtsprung durch ein offenes Fenster des Wagens auf werden konnte. Auf dem Ostbahnhof in der Brombergerstraße hatte Arbeiter mögen daran denten: sie haben nichts zu verlieren als die Straße hinab, wo er auf das Pflaster niederfiel. Schnell die Wehr längere Zeit mit der Löschung eines Preßfohlenbrandes ihre Ketten, aber eine Welt zu gewinnen. aber raffte der Springer sich wieder auf und floh zu tun, der einen Eisenbahnzug gefährdete. Der 16. Zug hatte in auf den alten Jakobi- Kirchhof, verfolgt von dem laut" Haltet ihn!" der Pantstraße 25 in einer Bäckerei zu tun, wo Fett in Brand gerufenden Transporteur und einer großen Menschenmenge. Der raten hat. Teer brannte in der Linienstraße 144; Möbel, Gardinen, Artist wäre aber trotz seiner Schnellfüßigkeit wohl kaum der Masse Betten usw. gingen in der Invalidenstraße 88, Friedrichstraße 106, der Verfolger entkommen, wenn er nicht, nachdem er den Kirchhof Sorauerstraße 2 und an anderen Stellen in Flammen auf. Ferner in seiner ganzen Ausdehnung durchmessen hatte, die drei Meter hohe wurde die Wehr noch nach der Kurfürstenstraße 34, Neue Hochstraße 40, Kirchhofsmauer erflommen und sich hinübergeschwungen hätte. Die Flensburgerstraße 10 und anderen Orten gerufen. unmittelbar darauf an der Mauer anlangenden Verfolger hatten, da niemand dem Artisten das Kunststück nachzumachen vermochte, das Nachsehen. Die Polizei fucht jetzt eifrig den Flüchtling. Vorort- Nachrichten. In Flammen. Ein schweres Brandunglück ist wieder durch das unvorsichtige Spielen mit Streichhölzern hervorgerufen worden. Hinter der Ringbahnbrücke an der Ebersstraße hatten Schulkinder Rixdorf. mit Zündhölzern herumhantiert, wobei plöglich eines der Hölzer in Feuer aufging und die Kleidung der vierjährigen Tochter des GastDie Rigdorfer Genossen legen Wert darauf, mitzuteilen, daß es wirts C. aus der Ebersstraße in Brand steckte. Im nächsten Augen- im dritten Antrag, der in der letzten Wahlvereinsversammlung zum blick stand die Kleine in hellen Flammen. Der Photograph Schmuchler Parteitag angenommen wurde, heißen muß: Diejenigen Genossen, aus Friedenau hatte vom Straßenbahnwagen aus den Vorfall be- welche trotz eines regelrecht gefaßten Gewerkschaftsbeschlusses, am merkt und eilte dem Kinde zu Hülfe. Die Kleine hatte aber so 1. Mai" arbeiten usw. schwere Brandwunden erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt Rummelsburg. wird. Ein trauriger Unglücksfall hat sich in der Zionskirchstraße ereignet. Der Kutscher Hermann Krüger lenkte einen Wagen der Firma Syl und hatte neben sich auf dem Bock seinen neun Jahre alten Sohn figen. Beim Einbiegen in die Zionstirchstraße verlor der Knabe plötzlich das Gleichgewicht und stürzte vor den Augen des Vaters unter den Wagen. Die Räder gingen dem verunglückten Kinde über beide Unterschenkel hinweg, von denen der eine zer schmettert wurde. Der Vater brachte seinen schwerverletzten Sohn nach der Rettungswache in der Kastanien- Allee und von dort in das Krankenhaus am Friedrichshain. Bon einem Hammer zerschmettert. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern nachmittag in der königlichen Eisenbahnwerkstätte an der Anhalter Bahn ereignet. In der Eisenrichterei war der 25jährige Schlosser Gustav Bood, Möckernstraße 135 wohnhaft, am Fallhammer beschäftigt. In dem Augenblick, als er die rechte Hand auf den Block legte, wurde der Hammer plößlich abwärtsgelassen, und er traf mit solcher Gewalt die Hand, daß sie vollständig zerschmettert wurde. Nachdem der Bahnarzt dem Verunglückten die ersten Notverbände angelegt hatte, wurde B. in das Krankenhaus am Urban eingeliefert. Der Tod als Erlöser. Selbstmord verübt hat gestern der 26 jährige Postbote B. aus der Gleditschstr. 8. B. litt seit längerer Beit an einer schmerzvollen Krankheit, und da er kürzlich erfahren hatte, daß eine Heilung nicht mehr eintreten werde, zog er es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Der Bedauernswerte jagte fich gestern eine Revolverfugel in die Brust und war auf der Stelle tot. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt worden. Durch Messerstiche tödlich verlegt wurde gestern abend auf offener Straße der 29jährige Arbeiter Paul März aus der Langestraße 90 von dem Eisenbahnbeamten Johann Nowesti. M. hatte gestern seinen 29jährigen Geburtstag begangen. Als er abends gegen 8 Uhr von der Arbeit heimkehrte, begegnete ihm vor dem Hause Langestraße 87 die Ehefrau des Eisenbahnbeamten Nowesti. In ihrer Begleitung befanden sich ihre beiden Kinder. Zwischen diesen und den vier Kindern des März war es wiederholt zu Streitigkeiten gekommen. Die Ursache hierfür scheint auf frühere Vorfälle zurückzuführen zu sein. Als März an der Frau vorüberging, rief er ihr zu, daß die Zänkereien zwischen den Kindern in Bukunft aufhören möchten, und hier fam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf die Frau N. dem Arbeiter eine Ohrfeige versette. Nun schlug der Mißhandelte mit der Kaffeekanne, die er von der Arbeit mitgebracht hatte, auf Frau N. los; diese rief darauf ihren Kindern zu:„ Ruft mal schnell den Water!" Nach wenigen Minuten erschien der Beamte auf der Bildfläche und schritt, ohne ein Wort zu sagen, auf März los. In diesem Augenblid hatte die Ehefrau des Noweski den Arbeiter oben am Rock festgehalten. Nun zog der Beamte ein großes Taschenmesser hervor und stieß es dem Arbeiter mit aller Kraft in das Genic. Außerdem brachte er ihm einen tiefen Stich in den Kopf bei. Getroffen brach März zusammen. Mit der größten Seelenruhe machte N. das Taschenmesser zu und zertre seine Frau mit nach Hause. März wurde nach der Unfallstation VIII am Grünen Weg gebracht und von dort in das Krankenhaus Am Friedrichshain. Er starb bereits auf dem Transport dort hin. Noweski wurde gleich darauf in seiner Wohnung Langestr. 92 durch die Polizei verhaftet.: Das Mädchen für alles. Ein schwieriges Rettungswert vollbrachten gestern die beiden Feuermänner Mörchel und Schwabe in der Simeonstraße 22. Dort war eine Katze vor mehreren Tagen. unter das Dach des Vorderhauses geklettert und war dabei in einen Winkel gekrochen. Dieser war so klein, daß die Katze weder vor Eine gut besuchte Wahlvereinsversammlung tagte am Dienstag im Saale de Ww. Weigel. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: " Der Mannheimer Parteitag" hatte Genosse Wilhelm Miethke das Referat übernommen. Redner verbreitete sich hauptsächlich über drei Punkte des Parteitages: Maifeier, Massenstreit und Volts erziehung. Daß der 1. Mai noch immer nicht genügend durch Arbeitsruhe gefeiert werde, trotzdem die Arbeiterschaft selbst immer mehr zur Arbeitsruhe am 1. Mai dränge, sei hauptsächlich auf die Abgeneigtheit der Gewerkschaftsführer für die Maifeier zurückzuführen. So ist es z. B. den Arbeitern in den größeren Betrieben in der Metallindustrie durch die Leipziger Resolution zur Unmöglichkeit gemacht worden, sich durch Arbeitsruhe an der Feier des 1. Mai beteiligen zu können. Die Vorkommnisse bei der diesjährigen Mai feier der Berliner Metallarbeiter haben hierfür einen schlagenden Beweis erbracht. " Beim Punkt Massenstreit behandelt Redner eingehend die Frage Partei und Gewerkschaften". Von einer Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse durch die Gewerkschaften könne nur sehr bedingt die Rede sein. Alle Lohnaufbesserungen in den letzten Jahrzehnten brachten gleichzeitig eine Preiserhöhung fast sämtlicher Bedarfs artifel mit sich, wodurch der Mehrverdienst wieder verloren ging. Auch in der Erziehung ihrer Mitglieder leisten die Gewerkschaften nicht das, was ihre Leiter so gern behaupten. Finden wir doch noch allgemein, daß der gelernte Arbeiter den ungelernten Arbeiter über die Schulter ansieht. Es bestehe gewissermaßen eine Kluft azwischen dem Handwerker und dem Hülfsarbeiter. In der Partei dagegen finden wir nichts von dieser Kluft, da haben wir nur Klassentämpfer, welche nach einem gemeinsamen Ziel streben. Die Ausführungen von Bömelburg, Bringmann und anderen Gewerkschaftsführern auf der Vorständekonferenz zeigten deutlich, daß, wenn die Partei nicht ganz entschieden Stellung zu den dort vertretenen Anschauungen nehme, der Charakter des Klaffentampfes in den Gewerkschaften immer mehr verloren gehe. " In der Diskussion nahm zuerst Genosse Karow das Wort. Auch er verstehe jene Gewerkschaftsführer nicht, denn die Mitglieder stehen auf einem anderen Standpunkt. Es sei eine Utopie, zu glauben, wir könnten alle Arbeiter organisieren und erst dann den großen Kampf aufnehmen. Nach diesem Rezept kämen wir nie ans Ziel. In der Tat sei die Gewerkschaftsarbeit Sisyphusarbeit, wenn nicht gleichzeitig auf die Abschaffung der Lohnknechtschaft hingearbeitet werde. Genosse Julian Borchardt sagt, er hätte im voraus gesehen, daß anläßlich der Wahlrechtskampagne die Arbeiterschaft sich nicht in einen Massenstreit einlassen werde. Er halte auch ferner an seiner Auffassung fest, daß wir den Massenstreit eventuell nur anwenden, wenn wir dazu gezwungen find. Bezüglich des Protokolls sagte er, nach der Idee Bringmanns tann nur Zersplitterung in die Arbeiterbewegung kommen, das sei aber wohl Bringmanns Privatmeinung. Dagegen seien die Aeußerungen Bömelburgs die schlimmste Doppelzüngigkeit, die Genosse Hensel, welcher an der man sich denken könne. Geheimfonferenz" mit teilgenommen, sagt, man solle wegen der Aeußerungen einiger Genossen auf der Konferenz nun nicht alle angreifen. Er und eine ganze Anzahl sei gar nicht mehr zu Wort gekommen, auch seien die fünf Thesen bei vielen Stimm enthaltungen angenommen worden. Die Mitglieder hätten doch selbst schuld, wenn sie sich solch eführer wählten, sie sollten deshalb nachher nicht immer über sie herfallen. Er behaupte, fie alle werden das nächste Mal wiedergewählt. Genosse Bößelt greift in längeren Darlegungen die Gewerkschaftsführer und die Gewerkschaften als solche an, bei denen von sozialistischem Geist feine Spur vorhanden sei und von einer sozialistischen Erziehung der Jugend keine Rede sein könne. Genosse Spieß findet die Reden auf der Vorständekonferenz ebenfalls unerhört. Genosse 2üdke erblickt in den Ausführungen Borchardts selbst einen Widerspruch. Da feine( Lüdkes) Stellung in dieser Frage schon bekannt, begründet Redner nur die Anträge des Vorstandes zum Parteitag betr. des Militärantrages vom vorigen Jahr, worin der Barteivorstand noch nichts getan habe, und einen Antrag, nach dem der Parteivorstand eine Broschüre zum Massenvertrieb über den Generalstreik herausgeben soll. Nach einer Richtigstellung des Genossen Borchardt nahm Genosse Rieger das Schlußwort. Er stimmte den Ausführungen Lüdkes zu, Borchardt hätte sich widersprochen. Fuchs und ersucht um Nichtaufnahme, wie der Vorstand bereits Genoffe König unterbreitet ein Aufnahmegesuch eines Herrn beschlossen habe. Die Versammlung stimmt zu. Die Anträge des Vorstandes zum Parteitag werden einstimmig angenommen. Zu Delegierten zur Kreisgeneralversammlung werden König. Lüdke und Mickley gewählt. Nach Bekanntgabe, daß unser Stiftungsfest am 3. November stattfindet, wurde die Versammlung um 1 Uhr geschlossen. Weißenfee. Der Verband der Friedhofsbeamten Deutschlands beschäftigte sich am giveiten Tage seiner Hauptversammlung in Dresden mit der Kündigung des hiesigen Friedhofsinspektors Kühn, indem er glaubt, daß Der politische Massenstreit sei nicht zu propagieren, sondern dieser zu unrecht vom Gemeindevorstand gekündigt sei. Als Vertreter nur zu diskutieren. Die Parteigenossen müßten darauf vorbereitet der Gemeinde Weißensee war der besoldete Schöffe Dr. Pape zuwerden, daß unter gegebenen Berhältnissen der Massenstreit un- gegen. Da die Gemeindevertretung die Kosten für die offizielle bedingt zur Anwendung tommen müsse. Der Erfolg des Massen- Bertretung nicht bewilligt, auch ein solcher Antrag nicht vorgelegen streits hänge ganz besonders von der Beteiligung der Verkehrs- hat, so kann die Anwesenheit Dr. Papes nur rein privater Natur fein. und Hafenarbeiter ab. Dieselben zu organisieren und für die Idee Die Aufklärung, die Herr Dr. Pape den anwesenden Vertretern des des Massenstreits zu gewinnen, müsse unsere Hauptaufgabe sein. Verbandes über die Kündigungsangelegenheit gab, ist nach einem Zu dem Punkt: Sozialdemokratie und Voltserziehung meint Bericht folgende:" Der Vertreter der Gemeinde Weißensee, Dr. Pape, Redner, daß die Erziehung ein wesentlicher Faktor sei, den wir an erklärte, daß für die Abänderung des Friedhofsbetriebes die Ansicht erste Stelle zu setzen haben, auch der Jugenderziehung müßte in der sozialdemokratischen Gemeindevertreter maßgebend gewesen ist, alle Gemeindebetriebe wirklich in den Betrieb der Gemeinde zu Bukunft größere Beachtung geschenkt werden. Die Gemeindevertreter In der sehr regen Diskussion tam beim Punkt Partei und nehmen. fozialdemokratischen hätten Gewerkschaften teilweise eine vom Referenten abweichende Meinung die bürgerlichen Gemeindevertreter überzeugt, daß die Ueberzur Geltung. Die Genossen Kaßler und Ebert vertraten gegenübernahme des Friedhofsbetriebes durch die Gemeinde für dies dem Referenten den Standpunkt, daß eine Sebung der Lage der felbe vorteilhaft sein würde. Deshalb sei die Kündigung erfolgt. Arbeiterklasse durch die Gewerkschaften unbedingt erreicht werde, Es sei der Gemeinde sehr schwer gefallen, einem Mann zu fündigen, auch eine erzieherische Tätigkeit sei den Gewerkschaften nicht abzu der zweifellos früher schwere Beiten durchgemacht hat und dem es sprechen. Eine Kluft zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern erst in neuerer Zeit mit feinen Einnahmen besser geht. Dienstliche bestehe nur noch zum geringen Teil. Ganz unzweifelhaft habe aber Vergehen oder persönliche Momente fämen bei den Kündigungsdurch die Erstarkung der Gewerkschaften auch die Verbrüderung gründen nicht in Frage. Um Härten zu vermeiden, sei es dem Beder Arbeiterschaft in dieser Beziehung große Fortschritte gemacht. amten anheimgegeben worden, sich um die neue Stelle zu bewerben Genosse Ebert wies noch besonders darauf hin, daß man die Aus- und außerdem werde die Gemeinde alle von ihm geschaffenen Einsprüche einzelner Gewerkschaftsführer doch nicht als Prinzip der richtungen, unter denen sich eine große Bewässerungsanlage beGewerkschaften selbst ansehen könne, es sei deshalb auch unangebracht, findet. übernehmen. Der einschlagende Vertrag fei auf diese Art Gegenfäße zwischen Partei und Gewerkschaften zu solcher, der stillschweigend von Jahr zu Jahr berlängert Дав worden ist. konstruieren Genoffen Otto Schulz begründeter Antrag, welcher des Gesetzes ist, müsse die Gemeinde entschieden bestreiten; er ſei vom nur im zivilrechtlichen Dienstverhältnis angestellt. Die Gemeinde werde durch ein loyales Vorgehen einen Prozeß zu vermeiden suchen." Unseren Gemeindevertretern fann es zur Ehre gereichen, aus dem Munde ihres ärgsten Feindes zu hören, die bürgerlichen Bertreter überzeugt zu haben, daß die Regiearbeit nur zum Vorteil der Gemeinde sei; auch Dr. Pape hat sich überzeugen lassen, denn er hat weder in der Etatskommission noch in der Plenumjigung gegen die Verbilligung des Vorwärts" erstrebt, wird abgelehnt. Dagegen wird der Antrag des Genossen Frenzel, welcher berlangt, die Alkoholfrage auf die Tagesordnung des nächstjährigen Parteitages zu sehen, angenommen. Einstimmige Annahme fand eine Resolution, welche besagt, daß die Mitglieder des hiesigen Wahlvereins nach wie vor an den Beschlüssen des Jenaer Parteitages betreffa Maffenstreit festhalten. ein der Mann ein Beamter im Sinne Blumenverkauf, Gießgelder uſtv., hierüber fehlte der GemeindeDekonomen Kastenmüller erhielt alte Auflage gut. Die Sachen Ihres Sohnes sind nicht pfändbar. E. R. 999. 1. Es biefen Antrag gesprochen noch gestimmt. Aber die Gründe der Regienahme Grell beleuchtet dieses Urteil die Strenge des Gesetzes, das 2. R. 100. Düsseldorf. Zahlen Sie etwa 10 Mart. Da Ihnen des Friedhofes find doch wesentlich andere, als Herr Dr. Pape in den Richter zwingt, bei solcher agatelle ein ganzes Jahr aus aber dann der Teil 1857 bis jetzt fehlt, wäre es vielleicht beffer, Sie Dresden erwähnte. Der Inspektor ist gegen Gebühren angestellt dem Leben eines Menschen zu streichen. Aber das Eigentum ist nehmen die Volksausgabe: 20 Bände à 2 Mark. Jedenfalls aber ist die und hatte in den letzten Jahren( seit 1904) ein Einkommen von heilig! 2800 M.( von 1901--1904 2650 M.) nebst freier Wohnung. Zu K. J. 10. Drohen Sie dem Hauswirt unter Segung bestimmter Frist diesem Einkommen aus den Gebühren hat er die im Friedhofs- Stedermaier von Radolsberg sollte sich vor dem Land- auf seine Stoſten vornehmen lassen, und klagen Sie später bie stoffen ein Ein Geisteskranker auf der Anklagebant. Der Maurer Konrad an, daß Sie, falls die Reparatur nicht innerhalb dieser Frist geschieht, sie betriebe sich ergebenden Einnahmen durch das Belegen der Gräber, gerichte München II wegen Sachbeschädigung und Tierquälerei Berwaltungsbehörde. 2. Solche gesetzlichen Beſtimmungen sind z. B. die über O. S. 43. 1. Ihr Fall ist sehr zweifelhaft. Wenden Sie sich an die vertretung jede Kontrolle. Ferner hat der Inspektor unberechtigter- berantworten. Es ist ein eigentümliches Delikt, wegen dessen er nun- die Beugnispflicht vor Gericht. R. F. in R. Nach der neuen Krankenweise ein Terrain von mehreren Morgen zu Gärtnereizwecken im mehr bereits zum viertenmal aus der Untersuchungshaft zur Ab- laffengesegnovelle unzweifelhaft. E. H. 68. Jm Falle Ihrer Weigerung Gebrauche und zwar nicht nur zum Friedhofsgebrauche, sondern urteilung vorgeführt war. Das erstemal erhielt er acht Monate würde der Arbeitgeber nicht das Recht haben, Sie ohne Kündigung zu ent mit eigenem Gespanne bringt er die gärtnerischen Produkte Gefängnis, weil er drei jungen Stieren die Hodensäcke laffen. m. 2. 102. 1. Falls das Kind nach dem 1. Januar 1900 gebis heutigen Tage zum im abgeschnitten hatte; auf noch den Markt, Jahre 1904 er boren ist, nein. 2. Im Falle der Erhöhung der Bedürfnisse des Kindes und zwar fann er bedeutend konkurrieren, da ein Pachtszins von ein Jahr Gefängnis, weil er einen über das gewöhnliche Maß erhöhen sich auch die Ansprüche gegen den Vater. Biegen 3. Polizeipräsidium. R. H. 1436. Lassen Sie durch den Notar die ihm bisher nicht verlangt wurde. Alle Welt schäzt diesen Mann bod tastrierte, und im vorigen Jahre wurde er abermals abAuseinandersehung vornehmen. 5. S. 48. Eine gesetzliche Höchstgrenze mit einem jährlichen Einkommen bis zu 5000 M. und mehr ein. gestraft, weil er einem zweijährigen Stier den Hodensack ab- gibt es für diese Arbeitszeit nicht. Gine die Gesundheit gefährdende AusSchon zu Feldtmanns Zeiten wurde eine Kommission eingesetzt, schnitt. Und nun sollte sich Steckermaier zum viertenmal wegen des dehnung gibt einen Grund, ohne Kündigungsfrist die Stellung aufzugeben. natürlich auf Antrag unserer Genossen, welche die Friedhofsangelegen gleichen Reats vor Gericht verantworten. Nach der Anklage stieg er E. 5. 1000. Bei Jahresverdienst bis 350 M. 14 Pf.- Marken, bis D. N. Nein. heit prüfen sollte; dieje Kommission hatte einmal getagt und nach am 21. April nachts in den Stall seines Mietgebers, des 550 M. 20 Bf.- Marten. Strantentaffe nicht notwendig. dem Tode Feldtmanns wurde diese Angelegenheit von Dr. Pape mit üller in Gölmühle, Gemeinde Steinhöring, 2. F. 18. Hat der Hauswirt 5-6 Tage bereits den Vertrag in Händen ein und schnitt abermals einem 350 M. werten Stier gehabt, ohne zu widersprechen, so ist daraus sein Einverständnis mit Ihnen einer Friedhofsordnung abgetan, was aber durchaus nicht der Zweck ben Hodensack ab, so daß das Tier getötet werden mußte. Um den zu entnehmen. Die nachträgliche Erklärung ist dann gegenstandslog, zuma der Kommission war, sondern der Etat der Friedhofs einnahmen er den Vertrag in Händen behalten hat. B. 23. 1. richtet sich follte in geregelte Bahnen geleitet werden, die Friedhofs a usgaben Verdacht von fich abzuwälzen, hatte sich Steckermaier selbst verletzt. nach der Lebensstellung der Mutter. 2. Nein. 3. Mindestens 60 M. waren geregelt. Nachdem in der letzten Etatsberatung diese Angelegenheit Hälfte eine Schnittwunde auf, so daß Steckmaier in das Kranken- General Bapeſtraße. Die Hälfte seines Hodenjackes zeigte eine Quetschung, die andere militärpflichtiger. Fragen Sie das Bezirkskommando, Schöneberg, nochmals gründlich besprochen wurde, ist die Kündigung des FriedHermann B. 34. Berlin hat eine eigne Provin hofsinspektors ausgesprochen worden, in der festen Voraussicht, daß der Angeklagte, det mit seinem Mietgeber Kastenmüller im in Betracht. Führen Sie bei dem Vorsitzenden der Veranlagungskommission haus aufgenommen werden mußte. In der Verhandlung stellte zialverwaltung für sich. E. 129. Auch das erst laufende Jahr kommt er mit den nunmehr einzurichtenden Verhältnissen nicht einverstanden fein würde, wie er sich auch einzelnen Mitgliedern der Kommission besten Einvernehmen lebte, entschieden in Abrede, den Beschwerde. 200 A. S. Unverständlich. Kommen Sie in die juristische H. Sch. B. 10. Wenn Sie es nicht selbst eingeschleppt Stier tastriert zu haben; gegenüber äußerte. Ueber die Verpflichtungen der Gemeinde dem er wollte vielmehr glaubhaft Sprechstunde. Gefündigten gegenüber wird sich ja in der Gemeindevertretung reden machen, daß in der gleichen Nacht, in der der Stier be- haben, der Hauswirt, anderenfalls haben Sie es zu beseitigen.- u. 600. lassen. In der weiteren Debatte auf der Hauptversammlung wurde schädigt wurde, eine fremde Mannsperson auch in sein Zimmer ein- fommt nur bei dem Kommunalwahlrecht in Frage. 2. Die Verweigerung gefagt: Mit den Sozialdemokraten hat der Beamte Konflikte durch gedrungen sei und ihm die oben geschilderten Verlegungen beigebracht des Hausschlüssels ist unberechtigt, im übrigen Tatfrage. R. 999. Es machen müssen, bei denen er im Rechte war. Der Grund zu dem habe. Steckermaier, der ohne Zweifel geistig nicht normal ist, wurde gibt keine gejegliche Grenze für diese Arbeitszeit, auch teine vorgeschriebene fozialdemokratischen Antrage auf Umänderung des Friedhofsbetriebes zur Beobachtung feines Geisteszustandes der Irrenanstalt Sonntagsruhezeit. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen, scheint also auch mit persönlicher Natur zu sein. Hierzu fei bemerkt, ggelfing überwiesen und die Verhandlung gegen ihn Neue Friedrichstr. 20. wie aus dem ganzen Bericht zu ersehen ist, daß der Friedhof Eigentum ausgesett. der politischen Gemeinde ist; trotzdem hat sich der Inspektor die Gepflogenheiten zu eigen gemacht, die auf den Friedhöfen der Kirchengemeinden üblich sind. Sobald ein Geistlicher zugegen war, erging das Verbot der roten Schleifen; Grabreden durften nur mit Der Wahlverein des sechsten Kreises hielt am Dienstag eine Erlaubnis des Amtsvorstehers gehalten werden, was dann aber auch Agitationsversammlung im Saale der Bockbrauerei, von ihm der vorgesezten Behörde gemeldet wurde. Es sei daran Chausseestraße, ab. Ueber das Thema" Ist Religion erinnert, daß er den Amtsvorsteher Feldtmann bei der Re- Privatsache?" sprach der Genosse Störmer. Der Verein gierung anschwärzte, weil er die Erlaubnis erteilte, daß hatte Tausende von Handzetteln verteilt und der große Saal war Genosse Stadthagen dem verstorbenen Genossen Gerstenberger bicht gefüllt troz drückender Sommerschwüle; auch viele Frauen einige ehrende Worte am Grabe sprechen durfte. Bor waren anwesend. Ueber das alte, vielerörterte Thema sprach Genoch nicht allzulanger Zeit hatte er sich sogar den Spaß erlaubt, noffe Störmer in so origineller und fesselnder Weise, daß die Verdie Unterschrift des jetzigen Amtsvorstehers unter einer solchen Ersammlung dem Vortrage mit der größten Aufmerksamkeit und laubnis nicht anzuerkennen, bis ihm durch einen Amtsdiener die Spannung folgte. In der Diskussion traten zwei fromme Christen. K. 87. Besorgen Sie fich ein Armutsattest vom Armenvorsteher Ihres Echtheit der Unterschrift bestätigt wurde.. Daß solche kleinliche Rantünen bei den feierlichen Alten der Beerdigung die größte Er- auf. Sie taten sehr gescheit, sprachen von Philosophen und Bezirks und lassen Sie auf der Anmeldestelle des Amtsgerichts die Ladung 5. G. 32. Kommen Sie in bitterung hervorriefen, ist auch schon von nicht sozialdemokratischer Seite frommen Professoren und vom Strafgericht Gottes, der sich nicht zum Sühnetermin zu Protokoll nehmen. die juristische Sprechstunde. kritisiert worden und muß der Herr fich schon damit abfinden. Mit berſpotten ließe, aber sie riefen bei den vielen anwesenden G. W. 83. Sie müssen bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirt der Ihre Angaben sind unvollständig. der Uebernahme des Friedhofes in eigene Verwaltung haben diese auch der Vorsitzende in einer kurzen Ansprache, forderten energisch Berlin. Sündern nur Heiterkeit, feine Furcht hervor. Andere Redner, wie Schuldner wohnt, flagen. E. H. Wenden Sie sich an den Magistrat D. D. 100. Ja, mindestens 10-15 Pf. pro Tag. D. N. Vorkommnisse aber nichts zu tun. zum Austritt aus der Landeskirche auf. Austrittsformulare Nach Ihren Angaben sind die Kinder sämtlich Erben geworden und haften Spandau. wurden zahlreich verteilt. den Grundstücksgläubigern mit ihrem ganzen Vermögen. 2p. Js. 100. Sie haben die Begräbniskosten zu tragen. Der Umfang richtet sich nach der Lebensstellung der Mutter.-100. 2. Beranlassen Sie zunächst, daß die Sparkassenguthaben gesperrt werden und flagen Sie dann auf Herausgabe der Bücher und Feststellung, daß das Geld Ihr Eigentum ist. G. S. 100. Am besten zu erfahren durch die königl. Eisenbahndirektion Berlin. M. H. 100. Sehen Sie im Berliner Adreßbuch nach, auf Empfehlung privater Geschäfte lassen wir uns nicht ein. P. 15. Julius Meyer, Urbanstraße 131, Vorsitzender des Arbeiter Sängerbundes. Dort erfahren Sie alles Nähere. T. 2. 25. Bu gleichen Zeilen. Erhältlich in Drogerien und Apotheken. æ. Ja. . Morgen Sonntag, den 26. August, vormittags 10 Uhr, Hei Böhle, Neumeisterstr. 5: Vortrag der Freien Gemeinde". Gäste sind willkommen. Gerichts- Zeitung. Verfammlungen. Erklärung. Im Anschluß an die gestrigen Erklärungen betr. die Berichte über die Parteiversammlungen am Dienstag muß ich für den Bericht aus dem zweiten Wahlkreise erklären, daß derselbe mich in einer Reihe von Punkten das gerade Gegenteil von dem sprechen läßt, was ich gesagt habe, und andere Ausführungen so zusammengewürfelt und so schief wiedergibt, daß ich deren AnRichard Fischer. erkennung rundweg ablehnen muß. Vermischtes. Kulturbildchen. Ein nächtlicher Zusammenstoß eines Automobils mit einem Eisenbahnzug, bei welchem nur durch die Geistesgegenwart eines Lokomotivführers schwere Folgen verhindert wurden, bildete gestern den Gegenstand eines Strafprozesses, der unter Vorsiz des Landgerichtsrats Binutta vor der 2. Ferienstraffammer des Landgerichts II zur Verhandlung kam. Wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes war der Automobilführer Karl Kraft angeklagt. Der Refselexplosion einer Zuglokomotive. Stenbal, 24. Auguft. Schauplatz des der Anklage zugrunde liegenden Unglücksfalles ist die Amtliche Meldung. Nach Ausfahrt des Personenzuges 466 aus Bahn Berlin- Potsdamer Chaussee an der Kreuzung der Weglarer Bahn. hof Stendal ist heute vormittag um 11 Uhr zwischen Kilometer 1,7 Hier befindet sich auf der Strecke zwischen Paulsborn und Jagdschloß und 1,8 der Strecke Stendal- Uelzen, der Kessel der Zuglokomotive Grunewald an der Bahnkreuzung die Wärterbude 2. Am explodiert. Bersonen sind nicht verlegt, Entgleisungen sind nicht vor 20. März dieses Jahres hatte der Bahnwärter Krüger in dem Wärter- gekommen, fodaß Gleise nicht gesperrt sind. Der Zug wurde durch häuschen Nachtdienst. Da turz nach 3 Uhr morgens der von eine Hülfslokomotive in den Bahnhof zurückgeholt und fuhr mit Magdeburg fällige Güterzug Nr. 7887 die Chauffeekreuzung passieren 40 Minuten Verspätung ab. Die Ursache der Explosion ist mit mußte, hatte Strüger die großen von je zwei Laternen hellerleuchteten Sicherheit noch nicht festgestellt. Wegeschranken vorschriftsmäßig geschlossen und sich, um den Zug zu erwarten, vor der Wärterbude aufpostiert. Als die Laternen des Güterzuges bereits in der Ferne sichtbar wurden, vernahm der Be- In dem westfälischen Städtchen B. beabsichtigte der katholische amte auf der Chauffee das Geräusch eines herannahenden Automobils, Kirchenchor das von einem geistlichen Herrn komponierte Dratorium welches sich in rasendem Tempo dem Bahnübergange näherte. Gehet zu Joseph" aufzuführen. Als aber der Herr Dechant hörte, Infolge der äußerst kritischen Situation verließ der Bahnwärter seinen daß bei der Aufführung eine Dame mitwirken müsse, da wurde Posten und versuchte den Führer des heranbrausenden Autos durch ihm so übel und weh', da bleichten die rosigen Wangen zu Schnee", lautes Rufen aufmerksam zu machen. Als dies mißglückte, lief er und in aller Strenge untersagte er die Aufführung, da er für die wieder zurück auf die Bahngleise und gab mit der Laterne das Jugend und Sittlichkeit der ihm anvertrauten Herde bangte. Um Warnungssignal. As der in voller Fahrt befindliche Zug auf etwa den anscheinend sehr perversen Bewohnern des Städtchens doch den 50 Meter herangekommen war, bemerkte der Lokomotivführer die Genuß der Aufführung zu verschaffen, ohne daß ihr Schamgefühl gefahrvolle Situation und gab sofort Konterdampf. Während der dabei verletzt wird, dürfte sich ein Stompromiß empfehlen. Wie half Eisenbahnzug seine Geschwindigkeit bedeutend verminderte, fuhr das man sich doch früher im Vatikan in solchen Fällen? Nun, die für Automobil in dem bisherigen rasenden Tempo weiter auf die weibliche Stimmen geschriebenen Partien wurden einfach von Schranke los. Im nächsten Augenblick ertönte ein furchtbares Rastraten gesungen. Will man in B. nicht auch diesen Brauch einKrachen. Die Insassen des Automobils waren erst im legten führen? Die Wirkung eines solchen Gesanges soll, wie Heine in Augenblick der furchtbaren Gefahr, in der sie schwebten, ansichtig einem Liede behauptet, eine vorzügliche sein. Die Damen schwammen geworden und schleunigst herausgesprungen, während das Fahrzeug in Tränen bei solchem Kunstgenuß." weiterfauste und unter Bertrümmerung der Schranke auf das Gleis gelangte. In demselben Moment war der Zug an der Ein Waldbrand mit schweren Folgen. Toulon, 23. Auguft. Kreuzung angelangt und hatte das Automobil erfaßt und Bei einer heftigen Feuersbrunst, die in den hiesigen Fichtendie Böschung hinabgeschleudert, wo es völlig demoliert waldungen ausgebrochen war, tamen 3 Soldaten in den Flammen liegen blieb. Auch die Lokomotive hatte verschiedene Be- um. Sechs Soldaten werden vermißt, mehrere Soldaten erlitten schädigungen erlitten. Gegen den Führer des Auto- Verlegungen. mobils, den Angeklagten raft wurde ein Strafverfahren wegen Transportgefährdung anhängig gemacht, welches im Mai dieses Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher BeJahres das Schöffengericht I beschäftigte. Da festgestellt wurde, nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von daß der Angeklagte in übermäßig schnellem Tempo gefahren war, 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. hielt der Gerichtshof eine empfindlichere Ahudung für angebracht. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art Mit Rücksicht, daß K. gegen alle ihm durch Gesetz, Gewissen und und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 26. August cr., vormittags Rücksicht auf das Leben seiner Mitmenschen gebotene Pflichten außer 8 Uhr im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Versammlung. acht gelassen hatte, erkannte das Schöffengericht auf einen Monat Freireligiöse Borlesung. Bormittags 10%, Uhr in der Schulaula, Kleine Gefängnis. In der Berufungsinstanz machte Rechtsanwalt Frankfurterstr. 6: Vortrag des Herrn Baege über: Die Grenzen der Dr. Coßmann als Verteidiger geltend, daß der Angeklagte Naturerkenntnis". Herren und Damen als Gäste sehr willkommen. der sonst als sehr ruhig und besonnen geschildert wird, doch nicht mit offenen Augen ins Verderben gerast wäre, wenn nicht eine gewisse optische Täuschung ihn zum Weiterfahren verleitet hätte. Es müsse sich eventuell bei einem Lokaltermin herausstellen, daß bei den dortigen lokalen Verhältnissen eine Täuschung möglich sei. Der Gerichtshof beschloß, die Sache zu vertagen, von der Eisenbahnbehörde Auskunft über diese lokalen Verhältnisse und über die Behauptung einzuholen, daß an jener Stelle schon öfter Unfälle vor gekommen feien. Verein der Buchdrucker und Schriftgicher für Rigdorf- Brin. Sonntag, den 26. August, nachmittags: Familienausflug nach Störners wäldchen am Buschkrug in Briz. Treffpunkt am Hohenzollernplatz, nachmittags 1 Uhr. Im Walde Kaffeekochen, Kinderbeluftigungen, Berlosung. Abends Fadelzug. Nächste Bereinsversammlung: Sonntag, den 2. Sep. tember bei Vollmer. Ausgabe der Billetts zum Stiftungsfest. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub Karl Marr". Heute abend 9 Uhr, bei Globig, Koloniestr. 15: Diskussion über Partei und Gewerkschaft. Wäfte willkommen. Sozialdemokratischer Diskutierklub Freie Zusammenkunft". Heute Sonnabend pünktlich 10 Uhr: Sigung im Gewerkschaftshause, Zimmer 16. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Kreplin über: Die Anfänge des Zentrums". 2. Diskussion. Gäste willkommen. Briefkaften der Redaktion. Die Strenge des Gesetzes" tam bei einem Urteil gegen den Landwirtschaftlichen Arbeiter Sch. voll zum Ausdruck. Dieser tvar in seinen jungen Jahren schon dreimal wegen Diebstahls bestraft worden, hatte sich aber die letzten sechs Jahre straffrei gehalten. Er war zuletzt bis Mitte Juni auf dem Rittergut Taubenheim bei Rochlik beschäftigt gewesen. Dort hatte er für etwa 4 M. Dünge mittel aus dem Schuppen gestohlen, in den er eingestiegen war, und Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7%, bie 9% Uhr diese sowie zwei Bretter von geringem Werte in seinem Nutzen ver- abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um wertet. Nußen hatte er feinen von diesem Diebstahl, denn er ver- 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen ließ bald die Arbeiterwohnung, zu dem der Garten gehörte, dem beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. M. N. 10. Fragen 1-6: Ueber Hebammenprüfung alles Nähere der gestohlene Dünger zugute gekommen war. Ein Wohnungs- und Gartennachbar, ein Arbeitskollege von ihm, brachte die Sache zur auf dem Polizeibureau oder Polizeipräsidium.- 100. Entbindung 10 M., Anzeige. Auf schweren, im Rückfalle verübten Diebstahl steht als außerdem 1 M. für jeden Besuch. E. S. Fragen Sie einen Bogelhändler. Karl Hennig. Wenden Mindeststrafe( bei Annahme mildernder Umstände) ein Jahr Sie sich mit Ihrer Frage an W. Börner. Ritterstr. 15. Georg. Finden Gefängnis. Auf diese erkannte das Chemniger Land- Sie im Adreßbuch. Auf Empfehlung privater Anstalten tönnen wir uns nicht cinlassen gericht M. S. 1. Gegenwärtig gegenstandslos. 2. Ja. 3. D. 50. 1. Nein. 2. Lohnbeschlagnahme dann nur zulässig, wenn es sich um Unterhaltungsansprüche von Frau und Kindern handelt. 3. Nein. H. Christiansen. Ein Grund zur sofortigen Entlassung ist nach Ihrer Angabe nicht vorhanden. Die Bestimmung der Arbeitsordnung ist gültig, wenn Ihnen die Arbeitsordnung bei Dienstantritt bekannt gegeben war. E. P. 17. 1. Binnen zwei Wochen Beschwerde bei dem Rechtsanwalt in Frankfurt, falls Sie der durch die strafbare Handlung Berlekte sind. 2. Der Abfindungsvertrag ist nur gültig mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. Falls diese nicht erfolgt ist, ist Müller, anderenfalls Lehmann unterhaltspflichtig. N. D. 1. Nein. 2. Erkundigen Sie sich beim alt und 18 Jahre älter als der Adoptierte sein; von den beiden lezten Magistrat Berlin. 3. Ihre Ehe muß kinderlos, der Adoptierende 50 Jahre Borschriften werden auf Antrag Ausnahmen gestattet. Paul 1884. Lehnen Sie den Abzug des Steuerbetrages ab, solange der Arbeiter nicht damit einverstanden ist. M. W., Brit. Mit dem 31. Dezember d. J. Schoter und Heider. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. W Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-73 pr. 100 ẞjd., Ila 63-68, IIIa 57-62, IVa 52-56, englische Bullen- 0,00, dänische Bullen 0,00, holländische Bullen- 0,00. Stalbfleisch, Doppelländer 100-110, Ta 80-85, IIa 70-78, IIIa 60-68. Hammelfleisch Ia 77-82, IIa 67-75. Schweinefleisch 68-74. Rehböde Ia per Pfd. 0,60-0,70, IIa 0,25 bis 0,50. Rotwild Ia per Pfund 0,39-0,48, IIa 0,35-0,37. Damwild 0,40 bis Frischlinge 0,00. Kaninchen per 0,45. Wildschweine pr. Bfd. 0,35-0,40. Stüd 0,20-0,74. Wildenten Ia per Stüd 1-1,25, Ila 0,60-0,80. Rebhühner, junge la 0,70--1,00, junge fleine 0,30-0,65, alte 0,60-0,70. Hühner, alte, per Stüd 1,60-3,05, alte, IIa 1-1,50, junge, per Stüd 0,50-1,40. Tauben, junge, per Stüd 0,25-0,38, alte 0,00. Enten, junge per Stüd 1,20-3,50, alte per Stüd 0,00. Hamburger, junge, per Stüd 2,80. Gäuse, Ia per Pfund 0,60-0,66, IIa 0,55-0,59, Ia per Stück 3,00 bis 5,00, IIa 1,50-2,90. Boulets per Stück 0,90-2,05, do. flein 0,47-0,57, Hechte pr. 100 Bfd. 78-97. 8ander 0,00. Schleie 105-115. Bleie 52-64. Aale, groß 103-108, mittel 90-97, flein 0,00, unsortiert 60-80. Blößen 0,00. Starpfen 78-83. Barje 0,00, matt 0,00. Bleifische 0,00. Karauschen 78-80, matt 0,72. Wels 00. Bunte Fische 54-75. Amerit. Lachs I neuer per 100 Bfd. 110-130, do. II neuer 90-100, do. III neuer 50-75. Seelachs 20-25. Flundern, pomm. I, per Schock 9. Kieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber do. pomm. II 2-3, Stifte 2-3, do. Klein per stifte 0,00. Büdlinge, per Ball Kieler 4-5, Stralsunder 5-6. Male, groß per Bfd. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 3-4, do. Stifte 2-3. Stabliau, per 100 Bib. 10-13. Heilbutt 25. Sardellen, 1902er, per Anter 90, 1904er 90, 1905er 82, 1906er 65. Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Heringe, neue Matjes, per ½, To. 60-120. Hummern, IIa, 100 Bid. 0,00. Krebse, per Schod, große 00,00, mittel 8,00, fleine 3,50, unsortiert 5,50. Galizier, groß 7,50-8,50. Gier, Land-, per Schod 2,60-3,30. Butter per 100 jb. Ia 122--124, IIa 118-120, IIIa 112-116, abfallende 95-110. Saure Gurken Schod 2,60-3,00, Pfeffergurfen 2,60-3,00. Startoffeln per 100 Bid. Roſen 1,50-1,75, neue runde 2,00-2,25, neue blaue 2,25-2,50, neue Berbster 2,25-2,50. Spinat p. 100 Bfb. 12-18. Karotten p. Schock 2,00-2,50. Sellerie, hiesige, p.Schod 1,25-5,00. 3wiebeln 100 Bfd. 3-3,50 Peterfilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,50-1,00. Rettig, bayr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen p. Schod- Bd. 0,60-0,70. Salat, p. Schod 1,00-1,40. Bohnen, grüne, per 100 Pfund 5-12. Wachsbohnen 7-16. Schoten per 100 fb. 10-20. Pfefferlinge per 100 Bid. 12-20. per 100 Pfd. 4-5. Blumenkohl per Mandel 1,00-2,20. Wirsingfohl per Mandel 1,00-2,00. Rotkohl p. Mandel 2-2,50. Weißtohl p. Mandel 1,50 bis 2,00. Steinpilze p. 100 Pfd. 25-30. Gurken, Zerbster, Schod 0,75-1,00, do. Einleges, Schod 1,25-1,50, do. Rothenbg. 3, do. Liegnizer 3-4. do. Einlege-( Senj-) 10-14. Stohlrüben, Mandel 0,75-1,25. Tomaten, hiesige Birnen, ital. per 100 Pfd. 14-20, hiesige 5-14, Tiroler 100 Bfd. 8-12. 14-30, böhmische 7-16, Rettig- 3-6. Aepfel, ungar., per 100 Bfd. 8-14, ital. 8-15, biefige 6-12, Gravensteiner 12-14, Tiroler 25-42. Preißelbeeren 15-18, fchwedische 17-20. Blaubeeren per 100 Bfd. 8-12. Pflaumen, ital. runde dunkle per 100 Pfd. 10-25, ital. lange gelbe 7-12, ital. runde 8-10, ungarische 8-12 hiesige 5-7 Reineclauden Zitronen, Messina 300 Stüd 18,00-22,00, 360 Stüd 14,00-18,00, 200 Stüd 10,00-18,00, 420 Stüd, flein 7,00. Pfirsiche, Werdersche per 100 Pfd. 15-25, franzöfifche 20-40, italienische I Stifte 1,50-2,00, do. II Stifte 0,80-1,60, do. III Stifte 1,00-1,20, do. in Sörben per 100 Bid. 20-45, Witterungsübersicht vom 24. August 1906, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Windrichtung Bindstärke 2Better Letup. n. T. 5° G.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm Bind. Bunj Bindstärke Mohrrüben 10-18. Beller Temp. n. T. 2bedeckt 8 1 bedeckt 2 bededt 1 bedeckt 11 16 12 1 balb bd. 16 Swinemde. 76323N2 1heiter 15 Haparanda 757 Hamburg 764 SSW 2halb bb. 13 Petersburg 748DND Berlin 764 28NB 2 wollen! 13 Scilly 763 23 3 bededt Frantj.a.M. 763 ND 17 Aberdeen 761 SD München 763 G 1 wolfig 19 Baris 763D Wien 763 Still halb bd. 20 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 25. August 1906. Ein wenig wärmer, troden und vorwiegend heiter mit schwachen süd. westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 23. August. Elbe bei Ausfig 0,35 Meter, bei Dresden 1,71 Meter, bei Magdeburg+0,80 Meter. Instrut bei Straußfurt+1,25 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,26 Meter, bei Breslat Oberpegel+5,10 Meter, bei Breslau Unterpegel 0,92 Meter, bei Frankfurt 0,79 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,52 Meter. 23 arthe bei Bosen+0,18 Meter. Warenhaus Wilhelm Stein □ Berlin N. 39, Chausseestr. 65-66 □ Vorzugs- Preise für Hausfrauen und Restaurateure Colonialwaren Einmache- Zucker in Broden, bisheriger Preis 23 Pf. jetzt Pfd. 20 Pf. Einmache- Zucker in Spitzen, bisheriger Preis 24 Pf. jetzt Pfd. 22 Pf. Tafel- Reis Rangoon Tafel- Reis Java Tafel- Reis Carolina- Art. Weizengries. Hartgries bisheriger Preis 18 Pf. jetzt Pfd. 14 Pf. bisheriger Preis 23 Pf. jetzt Pfd. 19 Pf. bisheriger Preis 28 Pf. jetzt Pfd. 23 Pf. bisheriger Preis 18 Pf. jetzt Pfd. 14 PÍ bisheriger Preis 20 Pf. jetzt Pfd. 17 Pf. ZUCKERI Pa. Zucker- Honig in Tonnen Pfund 19 Pf. 5 Pfd. 90 Pf. solange Vorrat. Fleischwaren Pommersche Rotwurst. Pommersche Zwiebelleberwurst Harte Mettwurst. Polnische Bratwurst Pa. Jagdwurst • Braunschweiger Mettwurst. Thüringer Fleischwurst. Pf. Holsteiner Schlackwurst ca. 2 Pid. bisheriger Preis 85 Pf. jetzt 70 Pf. Essbirnen... 2 Pfund 15 Pf. Tafel- Aepfel.. Pfund 10 Pf. Tomaten.. Pfund 10 Pf. * Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Ital, Weintrauben Pfund 22 Pf. Ital. Weintrauben Kiste ca. 88 Pf. Ital. Weintrauben Kiste ca. 4% Pfd. 8 Pfund 1.48 M. Holsteiner Salami Feine Leberwurst Pa. Landleberwurst. Westfälische Bratwurst Pommersche Bratwurst Cösliner Schlackwurst Pfund 0.50 M. Pfund 0.50 M, Pfund 0.70 M. . Pfund 0.85 M. . Pfund 1.00 M. 4 · Pfund 0.90 M. • . Pfund 0.90 M. Pfund 1.40 M. Pfund 1.40 M. Pfund 1.00 M. Pfund 0.90 M. • Pfund 0.95 M. . Pfund 1.05 M. Pfund 1.40 M. Thüringer Delicatess- Fleischwurst.. Pfund 1.10 M. Thüringer Delicatess- Landleberwurst Pfund 1.10 M. Sülzwurst. Corned Beef Talg in Tafeln Westfälische Schinkenwurst • .. Pfund 0.70 M. 2 Pfund- Dose 1.85 M. Pfund 0.50 M. ... Pfund 1.30 M. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gar Räumungs Ausverkauf! dinen, Stores, 10 Pro3. Rabatt, Fenster 1,15, 1,65, 1,85, 2,45, 2,95; 3,85, 4,75, 5,75 usw. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125, nahe Stoppenstraße. Kleine Anzeigen Geschäftsdreirad, äußerst stabil, 50,00. 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