Mr. 208. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland Smart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Naum 50 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1983. Wahlrechtsbewegung und Maffenstreik. Freitag, den 7. September 1906. Dache zu kommen." Es müsse die Stimmung zur Aktion geschaffen werden:„ Das kann nur dadurch geschehen, daß die Partei ihre Agitation fortsett und steigert, daß sie jeden Weg, der irgendwie zum Ziele führen kann, durch das Experiment auf seine Gangbarkeit prüft, kurz, daß sie nichts unversucht läßt, wodurch der Krieg vermieden werden kann, nie aber in ihrer Absicht schwankend wird, diesen Strieg, wenn es sein muß, mit dem Aufgebot aller Sträfte wirklich zu führen." Die Frankfurter Volksstimme" brachte fürzlich einen Artikel, in dem, wie sie es selbst ausdrückte, der Versuch unternommen war, die Massenstreifdebatte auf praktische politische Ziele" hinzulenten. Dies praktische politische Der letzte Sag verrät, wenn wir den freilich sehr vielZiel sollte darin bestehen, daß die Beseitigung des preußischen deutigen Phrasen den richtigen Sinn unterlegen, daß wir es Dreitlassenwahlrechts als das nächste und wichtigste Objett zwar mit einer Art anarchosozialistischem Massenstreikeines tonzentrierten politischen Ranipfes anzusehen sei, der utopismus zu tun haben, aber mit einer solchen, die mit allerfich, falls alle anderen Mittel versagten, schließlich auch des hand revisionistischen Kompromißillusionen verquickt ist! Bressionsmittels des politischen Massenstreits zu bedienen habe. Der Artikel unseres Frankfurter Parteiblattes gipfelte in folgender Forderung: 2. sobald diese Mittel erschöpft sind, die Organisierung und Proklamierung des politischen Massenstreits zur unbedingten Notwendigkeit werden wird." Man sieht, an Bestimmtheit läßt dieser Vorschlag nichts zu wünschen übrig. Er legt die Tattit der Partei, sofern wenigstens Worte einen Sinn haben, ganz genau fest, er bestimmt sogar das Jahr des Beginns der Massenstreit attion, die sich dann, wenn nötig, bis zur Des organi sation des Staates" steigern soll! # " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Widerstand gefaßt sein. Denn die herrschenden Klassen Deutschlands vertragen infolge der Entwickelung der ökonomischen Verhältnisse keinen Sieg des Proletariats, und sei es in welcher Frage immer. Die einzelne Frage erscheint ihnen nebensächlich, und wichtig nur, daß die proletarische Machtorganisation aus eigener Kraft und in direkter Weise die bürgerliche Machtorganisation über wunden hat. Der Entscheidung der einen Frage der zugunsten des Proletariats wird, so müssen die Gegner fürchten, die Entscheidung der anderen Fragen nachfolge it. Hat das Proletariat hier gefiegt, so tann es auch dort siegen. Mag die Frage vom Proletariat gestellt sein wie immer, die herrschenden Klassen werden immer nur ihr Sein oder Nichtsein heraushören. Deshalb ist der Massenstreit für Deutschland eine ents scheidende Phase, ein Kampf, der bis zum Ende ausgefochten werden muß, der nur mit dem Siege des Proletariats enden darf, foll er nicht für das Proletariat eine schwere Niederlage werden. Nicht weil das deutsche Proletariat im Massenstreit eine Entscheidungsschlacht schlagen wiII, sondern weil die Gegner in jedem Massenstreit, in jeder und sei es noch so friedlichen und legalen Auflehnung gegen ihre Herrschaft ihr nahendes Ende erblicken und ihm deshalb mit all' ihrer Macht entgegentreten werden, ist der Massenstreit für Deutschland nur ein legtes entscheidendes Mittel in dem Kampfe zwischen Bourgeoisie und Proletariat." Die Massenstreit- Romantifer in der Partei werden mun Die russische Revolution. Der Zar als Banernfänger. Der Massenstreit soll binnen zwei oder drei Jahren inszeniert werden. Nur dann freilich, wenn alle friedlichen Mittel erschöpft sind. Welch e friedlichen Mittel man meint, Beweist der Versuch, der bis zu den nächsten Reichs wird leider nicht verraten. Vielleicht meint man nur eine mit tags- und Landtagswahlen fortgesetzt werden soll, vor Hochdruck betriebene Agitation durch Presse, Flugblätter und aller Deffentlichfeit flar und unwiderleglich, daß der offene oder Versammlungen nach Art der letzten Wahlrechtskampagne. Heimliche Widerstand der Parteien oder Regierungen jede MögVielleicht aber und die Wendungen alle brauchTichleit eines friedlichen Fortschreitens aus- Vielleicht aber schließt, so wird es die Pflicht aller Faktoren der Arbeiter- baren" Mittel, Benutzung je de 3 Wegs, der irgendwie bewegung sein, den politischen Massenstreit au zum Ziele führen kann", Erprobung der Gangbarkeit" organisieren und zu proklamieren. Die all- jedes folchen Weges, durch das Experiment" scheinen diese gemeine Arbeitseinstellung wird dann fo oft unserere Vermutung zu bestätigen denkt man auch nach den notwendigen Erholungspausen in möglichst an die von Maurenbrecher unlängst empfohlene poli- zwar wieder höhnen: Und trotzdem verlangt Ihr die Dissteigendem Umfange zu wiederholen sein, bis die tisch neutrale Wahlrechtsagitation oder jene von kutierung und Propagierung des Massenstreits!" herrschenden Schichten erkennen, daß sie den nächsten Forderungen anderer Seite vorgeschlagene Tattit, bei den nächsten Wahlen Allerdings, und zwar aus den schwerwiegendsten Gründen! eines entschlossen um seine Grundrente kämpfenden Volkes Erfüllung zu gewähren gezwungen sind, wenn sie nicht die unter Verzicht auf sozialdemokratische Wahl- Wir verlangen die Diskutierung des Massenstreifs, um Desorganisation des gesamten Staatswesens erfolge durch Unterstützung des Freisinns dem Ab- die gemeingefährlichen Illusionen der anarchosozialistischen und als Folge ihres unvernünftigen und volts- geordnetenhause eine andere Zusammensetzung zu geben! revisionistischen Massenstreit- Romantiker zu bekämpfen. Und feindlichen Verhaltens berschulden wollen. Das wäre also halb Revisionismus, halb Friedebergsche wir verlangen die Propagierung desselben, um die Diesen Grundfäßen entsprechend, von denen nur unter Massenstreitromantiť! proletarischen Massen, speziell auch die gewertschaftlich dem 8wange nicht vorherzusehender außer Bei dem gesunden politischen Sinn der Massen der Partei organisierten Massen, mit dem Bewußtsein zu erfüllen, daß ordentlicher Ereignisse abgegangen werden find revisionistische Experimente" allerdings völlig ausge- an ein friedlich- idyllisches Hineinwachsen in die sozialistische foll, ist es Pflicht aller Genossen, die Massen fortgesetzt darüber schlossen. Es bliebe also nur die Möglichkeit, durch sozial- Gesellschaft nicht zu denken ist, daß der Arbeiterklasse aufzuklären, daß 1. die sozialdemokratische Partei zum Zwecke der Einführung demokratische Propaganda die Reaktion zu Stonzessionen schwere, opferreiche Kämpfe bevorstehen, die nur dann des allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts zu den zu zwingen. Und da stehen wir allerdings auf dent Stand- erfolgreich durchgefochten werden können, gesetzgebenden Körperschaften der Einzelstaaten alle Mittel einer punkte, daß trok dieser Propaganda auch in zwei Jahren die wenn die Massen vom Geiste des Klassenfriedlichen Bolitit zu erschöpfen bereit ist, daß aber Reaktion nicht zur Nachgiebigkeit geneigt sein dürfte. Die Partei tampfes und des Jdealismus durchdrungen hätte dann, sofern sie das Frankfurter Projekt akzeptierte und sind! Wann die Kämpfe beginnen werden, hängt zum ehrlich interpretierte, nach zwei oder drei Jahren den Massen- guten Teil von unseren Gegnern ab. Wann der Zeitpunkt streit zur Erfämpfung des preußischen Wahlrechts zu in- aber auch eintreten mag: er muß ein gerüstetes, kampfizenieren und diese Kraftprobe bis zum Erliegen begeistertes Geschlecht vorfinden! einer der beiden Parteien fortzusehen. Aber auch da sind wir der Ansicht, daß die gesunde politische Einsicht und die Klassenkampfschulung die Partei abhalten würde, sich auf ein solch mehr als gewagtes Experiment einzulassen! Die anarchosozialistische Schieberkolonne" derer um bildet, daß man seinen Kampf nur auf ein bestimmtes lich das seit vielen Wochen verheißene Reform"- Brogramm Man wiegt sich in argen Illusionen, wenn man sich einNach langen schweren Leiden hat die Regierung nun endFriedeberg tönnte an diesem Vorschlag ihre helle Freude politisches Ziel, das an sich gar nichts Sozialistisches in die Welt gesetzt. Es hat lange gewährt und ist verteufelt haben! Denn während die Partei im politischen Massenstreit enthält, zu beschränken und zu konzentrieren brauche, um einen schlecht geworden. Der russische Regierungsberg hat ein nur ein äußerstes Mittel erblickt, das in einer außer Erfolg erringen zu können. hat in ordentlichen Situation zur Anwendung gelangen proletarische Klassenkampf bereits viel zu ausgeprägte Formen lächerlich winziges Mäuslein geboren. fann, empfiehlt der Vorschlag unferes Frankfurter und viel zu bedrohliche Dimensionen angenommen. Das gestern( Donnerstag) veröffentlichte amtliche ComBruderorgans den politischen Massenstreit gewissermaßen wenn die Partei noch fleiner, wenn die Massen weniger leid erregen: Es will den Revolutionären Furcht einflößen vor Ja, muniqué will- wie die antiken Tragödien- Furcht und Mitals das normale Rampfmittel zur Erringung poli sozialistisch erzogen wären, tönnte und würde die Reaktion den äußersten Maßregeln, mit denen der abwirtschaftende tischer Stonzessionen, von dessen Anwendung nur dann vielleicht den Versuch riskieren, durch eine Stonzessions Barismus droht, und es will Mitleid erwinseln bei denjenigen Abstand genommen werden soll, wenn nicht vorauszusehende politik den Klassenkampf einzudämmen und abzuftumpfen. russischen und nichtrussischen bürgerlichen Schichten, die so außerordentliche Ereignisse" eintreten! Und es soll sich ja Stonzessionen wären vielleicht auch dann noch zu erwarten, verblendet sind, daß sie den mit der Löwenhaut vermummten nicht um einen bloßen Demonstrationsstreit wenn, wie das Rerhäuser dieser Tage wieder in einer Esel handeln, sondern um einen nur durch die„ notwendigen Versammlung in Stiel empfahl, das Proletariat feinen feigen fel nicht für einen Eſel halten! Erholungspausen" unterbrochenen Entscheidungskampf, der schließ- Klassenkampfstandpunkt aufgäbe und die abschüssige Bahn russischen Revolutionäre so weit wir sie zu beurteilen berNun, der Appell an die Furcht wird in den Herzen der lich bis zur„ Desorganisation des ganzen Staatswesens" getrieben einer Stompromiß Politit beträte. Unter werden soll. Einen irgend wesentlichen Unterschied zwischen gegebenen politischen Verhältnissen aber wird die herrschende zweiten Nikolaus alle Mittel der Barbarei bereits derart erden stehen kein Echo finden, zumal da die Kreaturen des diesem Frankfurter Projekt und der Friedebergschen Massen- Klasse um so reaktionärer auftreten, streiftattik vermögen wir wirklich nicht zu entdecken. Denn die Sozialdemokratie äußerlich und innerlich erstarkt. Gewiß meinheiten von ihnen erfunden werden können. je mehr schöpft haben, daß kaum mehr viel neue Torturen und Gewas Friedeberg bewußt verlangt, die Umwandlung wird die Reaktion schließlich dennoch zur Nachgiebigkeit geunferer heutigen, in Kleinarbeit aufgehenden Gewerkschafts- zwungen werden, aber erst dann, wenn die Macht des Schergen mit ihrem Communiqué beinahe gelungen, wenn Aber das Mitleid zu erwecken, wäre den russischen organisationen in Träger der anarchosozialistischen Massen- deutschen Proletariats noch bedeutend größer geworden sie nicht selber durch ihre schändlichen Verbrechen dafür gestreittaftit, das würde sich bei der Brattizierung des ist als heute. Pflicht der Genossen ist es, durch energischen sorgt hätten, daß sie in die Kategorie derjenigen gelangten, Frankfurter Vorschlages aus der Logik der Tatsachen Ausbau der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen die benen gegenüber beim fühlenden Kulturmenschen jede Regung heraus ergeben! Man sieht also, daß die sei es machtsphäre des Proletariats nach Kräften zu erweitern. Es ist des Mitleids nachgerade versagen muß. Sonst allenfalls hätte immerhin unbewußte Hinneigung zu anarchosozialistischen allerdings nicht unmöglich, daß die deutsche Arbeiter man in der Tat Mitleid empfinden können mit der zaristischen Utopistereien nicht bei den Radikalen, sondern ganz im Gegen lasse schon vorher durch einen Gewaltstreich der Reaktion Sippe, die sich jetzt, da alle ihre Mittelchen nicht berfangen teil bei ihrem Gegenpole in der Partei zu suchen ist! zum äußersten Widerstande gezwungen wird. Aber ein haben, auf die Bauernfängerei verlegt und inmitten ihrer Die Thesen der Frankfurter Voltsstimme" haben denn anderes ist es, einen aufgezwungenen Stampf auf Drohungen durch allerlei unbestimmte Verheißungen sogar auch selbst in dem Teil der Parteipresse, der über die Frucht zunehmen, als selbst in ungünstiger Situation zum Anbei Juben und Bauern vor allem bei den Bauern- um Iosigteit einer bloßen Wassenstreit debatte flagte, bei griff überzugehen! Im ersteren Falle wäre auch gutes Wetter bittet. der doch für absehbare Zeit kein praktisches politisches eine Niederlage nur die Schrittmacherin künftiger Siege, im Ergebnis herausspringe, nur wenig Gegenliebe gefunden. Tegteren Falle dagegen würde das Proletariat die schweren Man bekundete eine nur zu begründete Besorgnis, sich so aus Nachwehen eines gescheiterten Massenstreits nur schwer und dem Handgelenk heraus auf ein so ungeheuer verantwortungs- langsam verwinden! volles Projekt festzulegen. Und das Hallesche„ Volts- Diese Situation hat am 16. September 1905 Genosse Es werden aufgezählt die bewaffneten Erhebungen und blatt" z. B. glaubte denn doch betonen zu müssen, daß die Silferding bereits außerordentlich flar beleuchtet, als er Auffassung zu bekämpfen sei, als ob das freie Wahlrecht das damals in der Neuen Zeit" schrieb: einzige Mittel sei, das uns zum Ziele führen könne". 17 Die Replik der Frankfurter Volksstimme" auf diese sehr vernünftigen Einwendungen aber bewegte sich in sehr allgemeinen Rebensarten. So wurde erklärt, wenn irgend eine Veränderung der Verhältnisse eintrete, die die Proflamierung des Massenstreits im ersten Jahre nach den nächsten Landtagswahlen als unpraktisch erscheinen lasse, so werde man ja eine Verschiebung des Zeitpunktes" eintreten lassen können.„ Es handelt sich nur darum, die Reihenfolge der zu unternehmenden Aktionen taktisch richtig zu ordnen, und den Hausbau von unten anzufangen mit der festen Absicht, auch bis zum " # " In Deutschland und in Desterreich steht der politische Massenstreit auf der Tagesordnung der Parteitage. P Und doch handelt es sich in den beiden Ländern um politisch ganz verschiedene Dinge. Der politische Massenstreit, angewandt von der weitaus stärksten Partei Deutschlands gegen die stärkste Regierung und geschlossenste Herr schafts Organisation der Welt, ist ein ganz anderes Ding als der politische Massenstreit in Desterreich, angewandt von einer kleineren Partei, der eine schwache Regierung und ein Haufe stets miteinander hadernder bürgerlicher Parteien gegenüberstehen. In Deutschland muß der Massenstreit, mag er entstehen wie er wolle, auf den allerschärfsten! Das amtliche Machwerk beginnt mit einer Winselei über das Anwachsen der revolutionären Bewegung seit zwei Jahren: Meutereien von Sewastopol, Sveaborg, Reval, Kronstadt. Es werden aufgezählt die Attentate auf Tschufnin( den Kommandanten der Schwarzmeerflotte), Block( den Gouverneur von Samara), Voljarljarsky( den Generalgouverneur von Warschau), General Margkrafsky, General Minn. „ Diese Verbrechen zeigen deutlich, daß die revolutionären Drganisationen darauf hinarbeiten, das ruhige(!!) Wert der Negierung zu hindern, durch Gewalttaten Verwirrung in die Reihen Ser Regierung zu bringen und der Möglichkeit eines schöpferischen Staatslebens ein Ende zu machen. Die Regierung hält es für nötig, zu erklären, daß die Revolutionäre schon vor der Auflösung der Duma einerseits eine bewaffnete, von dem Heer und der Flotte unterstützte Erhebung, andererseits eine allgemeine Agrarbewegung vorbereiteten, die das ganze Land mit sich fort um " bon wie reißen follte. Die revolutionäre Bewegung sollte unterstüßt| zusammengefaßt und daß die Vorarbeiten für die Einberufung die Sache in Wirklichkeit so, daß das Reich das gesamte Risiko werden von den Anhängern der äußersten Parteien, die in die eines nationalen Kirchentonzils gemäß dem kaiserlichen Utas bei ungünstigen Konjunkturen trägt, Tippelstirch aber die Duma gelangten und ihre Bestrebungen dahin richteten, die aus fortgesetzt" werden sollen! ganzen Vorteile bei günstigen Konjunkturen einheimst. Es führende Gewalt an sich zu reißen und die Duma in eine Konstituierende Bersammlung umzuwandeln. Nach Ansicht der An diese nichtssagenden Verheißungen reihen sich die ist zwar in dem§ 3 auch von Preisermäßigungen die Rede, aber in einer Form, die Tippelskirch im Grunde Revolutionäre war der Erfolg gesichert durch die von den Mit Schlußphrasen des Communiqués würdig an, in denen die zu nichts verpflichtet, während er schon im eigenen gliedern der Duma, die persönliche Unverleglichkeit genießen(?!) ber ständigen Gruppen der Gesellschaft" noch einmal Intereſſe mit Breiserhöhungen nicht sparsam zu in die Dörfer unternommenen Reifen und durch ihre Propaganda. um ihre Sympathien angebettelt werden und in verlogener ein braucht. Das hat er ja auch verschiedentlich bewiesen. Bu gleicher Zeit wollte man das wirtschaftliche Leben des Landes Weise erzählt wird, daß die Regierung es für ihre Pflicht Auch in diesem Falle hätte der mit Heinrich Jordan kontrahierte durch den allgemeinen Ausstand unterbinden. halte, die in der Presse oder in öffentlichen Versammlungen Vertrag als Vorbild dienen können, wenn eben die Kolonialabteilung Nach der Auflösung der Duma, nach der schnellen Unter- frei ausgesprochene Meinung nicht zu unterdrücken. Wenn das ernste Bestreben gehabt hätte, das Reich vor Ueberteuerungen brückung der Meutereien von Kronstadt und Sveaborg, nach dem diese Mittel zum Ausdruck der öffentlichen Meinung aber(!) zu bewahren. Ganz klar ergibt sich aus der Gegenüberſtellung Mißlingen des allgemeinen Ausstandes, und nachdem verschiedene Maßregeln gegen die Agrarunruhen ergriffen worden waren, be- gebraucht werden, um revolutionäre Ideen in Umlauf des Jordan- Vertrages mit dem Tippelskirch- Vertrage, die Regierung nicht zögern, schlecht bei dem letzteren der Vertreter des Reichsschlossen die extremen revolutionären Gruppen, um den Eindruck, zu setzen, wird die Regierung tanzlers die Sache des Reichs wahrgenommen hat. den das Scheitern ihrer Projekte hervorgerufen hatte, abzuschwächen ihren Organen die Anwendung aller gesetzlichen(!) Maßregeln Dort präzise und das wahre Interesse beider Zeile berücksichtigende und um das schöpferische( 1) Werf der Regierung zu verhindern, zu verlangen, um eine Umwandlung der Mittel des Fortschritts Bestimmungen, hier verschwommene Redensarten, die nur einseitigen durch die Ermordung von hohen Beamten auf das Land zu wirken in solche der Propaganda der Zerstörung und der Gewalt- Wert haben. Und dabei muß immer wieder betont werden, daß und die Regierung zu erschrecken. Obgleich folche Gewalitaten die tätigkeit zu verhindern." Dr. Stübel den so ungünstigen Vertragsabschluß nicht mit Schwäche der Revolution hinsichtlich der Verwirklichung einer all- So endet das Gewäsch dieses tragikomischen ,, Communiqués", mangelhafter Geschäftskunde entschuldigen kann; denn der von gemeinen Erhebung beweisen,( Anm. d. Redakt.: Das Communiqué dieses Dokuments einer verrotteten Regierung, die in ihrer Dr. Kaiser mit Heinrich Jordan abgeschlossene Vertrag lag ihm verfällt hier in den Agent provocateur- Jargon), ruft doch die yor und hätte von ihm nur topiert zu werden Grausamkeit der begangenen Verbrechen Erregung in der Be- eigenen Lüge erstickt. MASO braugen. völkerung und sogar größeren Schrecken hervor als eine länger Ueber die im Communiqué erwähnten außerordentlichen zustande kommen konnte, so ist die Vorgeschichte noch bezeich= anhaltende revolutionäre Bewegung. Was ist nun die Pflicht Ist es nun schon ungeheuerlich, daß ein solcher Vertrag der Regierung in solcher Lage Hierauf gibt es nur eine einzige Machtvollkommenheiten, die den„ Feldgerichten" eingeräumt nender für die Kolonialverwaltung. Zugleich mit der Uebermittelung Antwort: Die Ziele der Regierung können wegen verbrecherischer werden sollen, besagt eine besondere Meldung das folgende: des Tippelskirch- Vertrages an die Budgetfommission ist auch eine Anschläge nicht geändert werden. Man kann die eine oder die andere Petersburg, 6. September.( Meldung der Petersburger Tele- Aufzeichnung über die Entwickelung der Geschäftsverbindung der Person ermorden, man kann aber die Idee nicht töten, von der graphen- Agentur".) Der Kaiser hat den Beschluß des Ministerrats Kolonialverwaltung mit der Firma von Tippelskirch u. Co. überdie Regierung erfüllt ist. Es iſt numöglich, den auf Wieder- über die Errichtung von Feldkriegsgerichten genehmigt. Hiernach geben worden, ein Altenstück, das sich natürlich krampfhaft bemüht, Herstellung der Möglichkeit zu leben und in Freiheit(!!) zu können die Generalgouverneure oder andere mit den Funktionen den Vertrag zu rechtfertigen. Dieser Nachweis gelingt aber nicht arbeiten gerichteten Willen der Regierung zu brechen. Die Ver- folcher betraute Behörden in solchen Bezirken, die unter dem Kriegs- im geringsten. Vielmehr ergibt sich ganz klar selbst aus brechen machen die Erreichung des Endzieles schwierig; da aber recht stehen oder sich im Zustande des außerordentlichen Schußes dieser tendenziösen Darstellung, daß die Firma Tippersdie Erreichung dieses Zieles nicht von Zufälligkeiten abhängen befinden, Angeklagte vor ein Feldkriegsgericht verweisen. Falls es tirch den a it sie gestellten Anforderungen darf, ist es durch das Staatsinteresse geboten, die Hindernisse zu sich um ein offenkundiges Verbrechen handelt, ist keine Untersuchung gar nicht gewachsen war, und daß die Kolonialverwaltung beseitigen und mit allen Kräften der Lösung der gestellten Auf- notwendig. Ein Feldkriegsgericht wird auf den Antrag der jenes Unternehmen erst durch den Abschluß von langs gabe zuzustreben. Die Verbrechen müssen ohne Zögern Generalgouverneure oder der mit ihren Funktionen betrauten fristigen Lieferungsverträgen existenz und unterdrückt werden; tvenu der Staat sie nicht unter- Behörden durch die Kommandanten der Garnisonen oder lieferungsfähig machte. Man sollte es kaum für möglich drückt, hat die Existenz des Staates jeden Sinn verloren. Die die Oberbefehlshaber von Detachements und die Hafenkommandanten halten, aber es ist Tatsache, daß zweimal die Firma fromm und Regierung wird infolgedessen der Gewalttätigkeit die Macht ent- eingesetzt und besteht aus dem Vorsitzenden und vier Offizieren des frei an die Kolonialverwaltung herantrat und erklärte:„ Wir brauchen gegenstellen. Pflicht des Staates ist es, der gewalttätigen Re- Landheeres oder der Flotte. Der Befehl zur Errichtung ergeht durch zur Fortführung unseres Unternehmens eine Vergrößerung volution Halt zu gebieten, die dahinstrebt, die Wacht an sich zu den Generalgouverneur binnen vierundzwanzig Stunden nach Ber unserer Räume und sonstigen Anlagen; bewillige uns einen langreißen und als neue Herren gesellschaftsfeindliche Elemente auf übung eines Verbrechens. Das Feldkriegsgericht tritt sofort jährigen Kontrakt, damit wir unsere Absichten durch zustellen, die alles vernichten wollen.(?) ns einzelne gehende zusammen und entscheidet über die Angelegenheit in 18 Stunden führen können." Welches andere Privatgeschäft in DeutschAnweisungen werden den örtlichen Behörden für den Kampf bei verschlossenen Türen. Der Spruch hat sofort Rechtstraft und land fönnte sich erkühnen, irgend einer staatlichen Verwaltung mit gegen dieje Elemente erteilt werden. Schwere Verantwortlichkeit wird nicht später als nach 24 Stunden auf Befehl der obengenannten einem derartigen Verlangen zu kommen! Aber die Firma Tippelstrifft diejenigen, welche es an Entschlossenheit werden fehlen militärischen Behörden vollstreckt. firch u. Co. tat es, und fie hatte Erfolg. Und so wurde, laffen gegen solche, die dem kaiserlichen Willen ungehorsam sind. nachdem 1896 ein fünfjähriger Lieferungsvertrag abgeschlossen, Die Verwaltung wird mit allen Kräften alle gefeßmäßigen(!) Mittel in Anwendung bringen, um der Propaganda der Gewalt bereits 1899 der Vertrag lange Zeit vor seinem Ablauf auf weitere Warschau, 6. September. Der Direktor des Festungsgefängnisses fünf Jahre verlängert. Ebenso wurde schon im Jahre 1903 ohne tätigkeit ein Ende zu bereiten, und wenn es dieser Propaganda wurde lezte Nacht von sechs wachehabenden Soldaten erschossen und weiteres ein neuer Vertrag bis 1911 geschlossen." gelingen sollte, unter den unwissenden Elementen Agrarunruhen der Eingang zu den Kasematten gesprengt. Sämtliche Nachtaufseher hervorzurufen, so werden diese Unruhen mit Waffengewalt wurden gefnebelt. 56 Mitglieder des revolutionären Komitees unterdrückt werden. Die Verantwortung für die Opfer wird wurden befreit. Die meuternden Soldaten sind mit den Befreiten den Agitatoren zufallen. Die Regierung ist der Ansicht, geflüchtet. daß das gewöhnliche Gerichtsverfahren den gegenwärtigen Umständen nicht genügend entspricht und hat es deshalb für nötig gehalten, provisorische Bestimmungen zu veröffentlichen über Feldkriegsgerichte für schwere, in den Gegenden begangene Verbrechen, die unter dem Kriegsgerichte stehen oder sich im Zustande des außerordentlichen Schußes befinden. Nach diesen Bestimmungen folgen das gerichtliche Verfahren und die usführung des Urteils dem Verbrechen auf dem Fuße. Helden! Politifche Ueberlicht. Berlin, den 6. September. Der Tippelskirch- Vertrag. Die Freis. 3tg." veröffentlicht heute die wichtigsten Paragraphen des famosen Monopolisierungsvertrages der Firma Tippels Provisorische Bestimmungen werden auch getroffen über Ver- kirch. schärfung der Strafen für Propaganda unter den Truppen. Der Vertrag der Kolonialverwaltung mit der Firma TippelsEs wäre aber ein großer Fehler, die Unterdrückung der ver- firch u. Co. Anfang Februar d. J. ist einem kleinen Kreise von brecherischen Anschläge an das einzige Ziel des Staates an Reichstagsabgeordneten, nämlich den Mitgliedern der Budgetzusehen und die Ursachen zu vergessen, welche zu diesen Un tommission, zugänglich gemacht worden. Allerdings hat man dabei ordnungen geführt haben. Die Regierung kann nicht, wie es einige Gruppen wünschen, ihre Aufmertjamkeit auf die Unter- gerade wichtige Anlagen, die die Tragweite der kontraktlichen Bedrückung der Revolution beschränken. Ebenso würde ſtimmungen vielfach erst erkennen lassen, gleichfalls mitzuteilen es nicht den Umständen und den Interessen Rußlandsbergessen". " Kaum Pfarrertag und Sozialdemokratie. In Dresden tagt zurzeit ein Verbandstag der deutsch- evangelischen Pfarrervereine, der sich gestern mit dem Fall Storell beschäftigte, da eines der Mitglieder, der Herr Arper- Weimar, den Antrag gestellt hatte, der Verbandstag möge erflären, daß die evangelischen Pfarrer für ihre amtliche Wirksamkeit Freiheit in politischer und fozialer Beziehung" beanspruchen und jede Beschränkung dieser Freiheit ihre amtliche Tätigkeit beeinträchtige. Der Antrag gelangte jedoch nicht zur Annahme, sondern, wie sich in Anbetracht der Geistesverfassung der versammelten evangelischen Seelenhirten von selbst versteht, ein gegenteiliger Antrag, der gewissermaßen das Verfahren der hessischen Kirchenbehörde gegen Storell sanktioniert, indem er es als unvereinbar mit den Amtspflichten eines evangelischen Geistlichen bezeichnet, die politische Macht oder das Machtbewußtsein der sozialdemokratischen Arbeiterpartei irgendwie zu stärken. hatte Herr Arper Arper feinen Antrag befürwortet, als auch schon einer feiner Brüder in Christo, Herr entsprechen, sich nur mit der Verwirklichung liberaler Zu dem Juhalt der Paragraphen macht die Freis. 3tg." folgende Pfarrer Deißmann( Cubach) folgenden Gegenantrag stellte: Neformen gu befassen in der Annahme, daß die Ne- Bemerkungen: Die Abgeordnetenversammlung des Verbandes deutscher evangelivolution in diesem Falle jeden Sinn verlieren würde.(!!) Die Schon eine flüchtige Durchsicht des Vertrages ergibt, daß er fcher Pfarrervereine verzichtet auf eine Besprechung des Falles Revolution fämpft nicht für Reformen, deren Einführung von der nicht ungünstiger für die Reichsregierung und nicht Korell wegen Mangels an genauerer Information, sieht sich aber Regierung selbst für notwendig erachtet wird, sondern fie fämpft günstiger für die Firma Tippelstirah u. Co. ab- veranlaßt zu folgender prinzipieller Erklärung: 1. Wir beanspruchen für die Vernichtung des Staates und der Monarchie und für die geschlossen werden konnte. Dr. Stübel hat damit seine Verwaltung in politischer Beziehung die volle Freiheit, welche jedem Staatsbürger Einführung des sozialistischen Regimes. Der Plan der Regierung Herrn b. Tippelskirch mit gebundenen Händen übergeben, während der ist deshalb flar: Die Ordnung( 1) aufrechterhalten, durch ent- letztere soviel Hintertüren offen hat, daß es in der Tat als schwierig gewährleistet ist, und protestieren gegen jede Art von Bevormundung, schloffene Maßregeln das Bolt gegen revolutionäre Ausschreitungen bezeichnet werden muß, eine vorzeitige Lösung des Stontratts herbei welche die Aufgaben, Rechte und Pflichten unseres Standes beeinschützen und zu gleicher Zeit mit allen Kräften dahin streben, eine zuführen. Abgesehen von den Fällen des Konkurses und des Todes, trächtigt. 2. Insbesondere fühlen wir uns berechtigt und verpflichtet, neue, auf Gefeß und vernünftige Freiheit"(!) gegründete Drd- oder einer Mobilmachung des deutschen Heeres beziehungsweise an den sozialen Aufgaben unserer Zeit in Gemeinde und Staat nung( zu schaffen. der Marine, die hier nicht in Betracht kommen, bietet der Bertrag mitzuarbeiten und die materielle Besserstellung einzelner Volksklassen Die Regierung weiß, daß sie Fragen verschiedenen Charakters nur an zwei Stellen eine Handhabe zur Nichtigkeitserklärung. Ein- und Schichten nach Kräften zu fördern, wenn und soweit nicht die gegenübersteht, von denen die einen durch die Duma und den mal in§ 10 bei Mängeln in der Lieferung. Hier ist aber fittlich- religiöse Entwickelung und das Allgemeinwohl dadurch geReichsrat, die anderen aber, die dringend find, sofort entschieden der Rücktritt von dem Vertrage an so viele Klauseln und schieds- hemmt und gefährdet werden. 3. Eben deshalb und unter denselben werden müssen. Die ersteren werden in der Zeit ausgearbeitet gerichtliche Urteile geknüpft, daß er schwerlich praktisch werden kann. Bedingungen werden wir auch sozialdemokratischen Mitgliedern werden, die der Einberufung der Duma vorangeht, die anderen Außerdem handelt es sich hierbei immer nur um Mängel, die sich Bedingungen werden wir auch sozialdemokratischen Mitgliedern sind diejenigen, die sich aus den in den kaiserlichen Manifesten an- sogleich bei der Abnahme herausstellen. Hat das Ober- unserer Gemeinde gern in jeder Weise dienen, so lange sie zur gegebenen Grundfäßen ergeben und deren teilweise Lösung die kommando die Waren abgenommen, dann ist Tippelskirch Religion und Kirche sich bekennen, erklären aber jegliche Unterstützung gesetzgeberische Tätigkeit der Duma nicht schädigen kann.. taum noch regreßpflichtig zu machen. Es existiert der sozialdemokratischen Partei als solcher durch einen evangelischen allerdings auch eine Bestimmung, die die Firma auch dann noch Geistlichen wegen deren antireligiöser Tendenz für unbedingt aushaftbar machen könnte; sie ist im§ 11 enthalten und lautet: Es folgt mun in der fattsam bekannten bauernfängerischen Manier die Aufzählung der geplanten Reformen". Zuerst foll die Agrarfrage geregelt werden. Aber wie? Man will ,, örtliche Agrarfommissionen" schaffen und der Duma für die Lösung dieser außerordentlich komplizierten Frage reiches Material zur Verfügung stellen." Bauernfängerei! geschlossen." Falls sich nach der Abnahme von Waren noch Meinungs- Pfarrer Arper bemerkte darauf: Er glaube faum nötig zu verschiedenheiten ergeben, unterwerfen sich beide Parteien der Ent- haben, den Antrag noch zu befürworten, daß die Geistlichen vollscheidung eines Schiedsgerichtes, wegen dessen Zusammensetzung ständiger Freiheit bedürfen. Er halte es für verfehlt, einen Beschluß nähere Vereinbarung vorbehalten bleibt. Das ist aber so unbestimmt und nichtssagend wie gegen die Sozialdemokratie zu faffen. Er fenne teinen evangelischen möglich. Nicht einmal die Zusammensetzung des Schiedsgerichts ist Geistlichen, der mit den Sozialdemokraten liebäugle, es liege also Sodann follen einige(!) dringende Maßregeln hinsichtlich festgelegt, so daß, wenn wirklich einmal der Fall eintritt, daß von der für die deutsch- evangelischen Pfarrer teinerlei Anlaß vor, die der bürgerlichen Gleichheit und der Religionsfreiheit"( be- Kolonialabteilung noch nachträglich Reklamationen wegen der ab- Sozialdemokraten von ihren Rockschößen abzuschütteln. Er halte sonders für die altgläubigen" Bauern) zur Ausführung genommenen Waren erhoben werden, Tippelskirch die Entscheidung durch es aber auch aus taktischen Gründen für falsch, einen Beschluß gelangen. die Verhandlungen über die Zusammenfegung des Schiedsgerichts in gegen die Sozialdemokratie zu fassen. Vorläufig stehe noch immer Bauernfängerei! Unendliche verschleppen tann. Es ist ganz klar, daß Hinsichtlich der Judenfrage soll erwogen werden, welche dieser Paragraph mit Absicht dergestalt abgefaßt ist, nicht auf dem Programm der Sozialdemokratie:" Religion ist PrivatSache." don den in dieser Hinsicht bestehenden Bestimmungen, die nur von der Kolonialabteilung. Denn ganz anders lauten etwa aus bloßer Geschäftsuntenntnis der Leute Pastor Wahl( Hessen- Darmstadt): Er müsse dem Vorredner aufreizend wirken, sofort aufgehoben werden können; das die Bestimmungen in dem Vertrage, der bereits am 12. Juni 1896 ganz entschieden widersprechen. Die Sozialdemokraten würden es gleiche soll hinsichtlich der Bestimmungen geschehen, die die mit der Firma Heinrich Jordan abgeschlossen wurde. Hier als Mutlosigkeit, wenn nicht als Feigheit bezeichnen, wenn die Beziehungen zwischen den Jnden und der russischen Nation(!) wird ausdrücklich in§ 8 vorgeschrieben: evangelischen deutschen Pfarrer nicht entschieden in dieser Angelegen regeln und die als solche Gegenstand des nationalen Gewissens Sollten in den abgenommenen Gegenständen bei späterer Jn heit Stellung nehmen wollten. Es wäre grundfalsch, ja die Deffentbilden, deren vorzeitige Lösung aber das Werk der gesetz- gebrauchnahme an der Gebrauchsstelle Mängel zutage treten, welche lichkeit würde es nicht verstehen, wenn die evangelischen Pfarrer bei der Abnahe nicht bemerkt worden sind, die jedoch auf Verschulden nicht offen Farbe bekennen wollten. Vor den Folgen geberischen Einrichtung stören würde." der Firma Heinrich Jordan zurückzuführen sind, so hat die Firma der Beschlußfassung dürfe man eben nicht scheuen.( Beifall.) Heinrich Jordan für die bemängelten Gegenstände, welche ihr zur Er ersuche, folgendem Antrage zuzustimmen:„ Wir halten es Verfügung stehen, Ersatz zu leisten. Es wird weiter versprochen: Vermehrung der Volksschulen, Einführung der allgemeinen Schulpflicht, Verbesserung der materiellen Lage der Volksschullehrer. Dann ist die Rede Von der Aufnahme dieser oder ähnlicher Bestimmungen in den im allgemeinen für Pflicht des Verbandes deutscher Pfarrervon Gesezen über das Vereins- und Versammlungsrecht und Kontrakt mit Tippelskirch hat man Abstand genommen, sehr zum vereine, bei Beurteilung der Verhältnisse in den einzelnen Landesüber die Presse, Unverletzlichkeit der Person, bürgerliche Gleich Schaden der Reichsverwaltung, wie die massenhaften Klagen über firchen die sorgfältigste Burückhaltung zu beobachten. Darum lehnen heit, Verbesserung der Lage der Arbeiter, staatliche Ver- die geringe Dauerhaftigkeit der Tippelskirchschen Fabrikate beweisen. wir es ab, zu dem Falle Korell klar und deutlich Stellung zu ficherung".(?) Ein Rüdtritt vom Vertrage ist sodann noch möglich auf Grund nehmen, da er für die öffentliche Meinung nicht genügend geklärt Dort wird nämlich auf eine ist und innerhalb der hessischen Landeskirche selbst gegensägliche BeAuch die Balten und die Polen werden in die allgemeine des zweiten Absatzes von§ 15. Anlage D Bezug, genommen, welche die Gegenstände aufführt, Bauernfängerei mit hineingezogen, indem ihnen Einführung die Tippelskirch im Julande und im eigenen Betriebe urteilung erfährt. Die Tatsache indes, daß eine deutsch- evangeliſche der Semstwos und Munizipalitäten" in Aussicht gestellt wird. herstellen muß. In bezug auf alle übrigen hat sich Kirchenbehörde die politische Haltung eines Geistlichen zum GegenIn dem funterbunten Versprechungsragout tommt dann Tippelsfirch laut§ 2 Abfaz 2 völlig freie Hand behalten: stande behördlicher Korrektur machte, veranlaßt uns, grundsätzlich zu noch einmal das Schul neben dem Steuer- und Polizeiwesen er fam sie selbst herstellen, er fann sie von anderen erklären: 1. Wir fordern für das politische und soziale Wirken des an die Reihe: die höheren und mittleren Schulen sollen deutschen Fabrikanten, er fann fie schließlich sogar im Auslande Geistlichen die Freiheit, wie sie ihm als Staatsbürger zukommt und ,, reformiert und eine Einkommensteuer soll eingeführt werden. herstellen lassen. Nur die Gegenstände in Anlage D muß er in wie sie eine Bedingung für die Ausrichtung seiner Amtsaufgaben im öffentEiner ,, Reform" soll auch die liebliche russische Polizei unter seinem eigenen Betriebe produzieren. Welches sind aber diese Gegenlichen Leben ist. Das Eintreten für die Aufrechterhaltung der zogen werden, und zwar soll es eine„ Reform" bedeuten, daß ſtände? Ja, darüber schweigt des Sängers Höflich bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung insbesondere kann teit. Die Kolonialabteilung hat sich nicht veranlaßt gesehen, diese diese Polizei mit der Gendarmerie verschmolzen wird! Bauernfängerei über Bauernfängerei! äußerst bedeutsame Anlage den Mitgliedern der Budgetkommission dem Geistlichen nicht zu einer aus dem Ante der Wortverkündigung fließenden Pflicht gemacht werden. 2. Wir halten es für selbstDas Communiqué schließt mit der beruhigenden Ver- gleichfalls mitzuteilen, so daß man hier völlig im Dunkeln tappt. Noch ellatanter tritt die Tatsache, daß der Vertrag nur einverständlich, daß jeder evangelische Geistliche den gesunden Zielen sicherung, daß die Ausnahmemaßregeln zur Aufrechterhaltung feitig die Interessen Tippelstirchs wahrnimmt sozialer Reformen, vor allem der Hebung und Sicherung der Lage der Ordnung und öffentlichen Sicherheit" in ein einziges Gesetz in den Bestimmungen über die Preise zutage(§ 3). Hier stellt sich des Arbeiterstandes, das tatkräftigste Interesse entgegenbrine+: des4 gleichen daß er allen Gliedern seiner Gemeinde, ohne Rücksicht auf Der Reichstagsabgeordnete Fusangel, der ungeratene Sprößling| ganze Anzahl von Gesezen zum Wohle der Mehrheit des Landes ihre politische Parteistellung, in seelsorgerischer Liebe dient. Aber des Zentrums, stellt den Langmut der frommen Väter seiner Fraktion erlassen sein werden." wir halten es mit gleicher Gewißheit für unvers auf eine harte Probe. Er ist zurzeit, wie der Frankf. 3tg." aus Die erste Arbeit des Kongresses galt einer Sympathieresolution einbar mit den Amispflichten eines Geistlichen, Essen berichtet wird, in nicht weniger als vierzig Prozessen ver- mit dem russischen Volke, die der Vorsitzende verlas und begründete. die politische Macht und das Machtbewußtsein einer wickelt und zwar größtenteils mit Redakteuren gesinnungs- Sie lautet: folchen Partei bewußt zu stärken, die, so wie die genössischer Zeitungen. Da Herr Fusangel sich auf seine parlamen heutige Sozialdemokratie, sowohl die religiösen tarische Immunität beruft, so wird bis zur Erledigung der Prozesse wie fittlichen Grundlagen unseres christlichen noch recht viel Zeit vergehen. In Essen hat fürzlich sogar eine VerVoltslebens tatsächlich zu zerstören sucht."( Leb- sammlung von Zentrums- Redakteuren, die sich mit ihm in Slage hafter Beifall.) befinden, stattgehabt, um über ein gleichmäßiges Vorgehen zu bePastor Lic. Schäfer( Remscheid): Er könne dem Vorredner raten. Die Zentrumsfraktion des Reichstags hat sich bereits mit nur in jeder Beziehung zustimmen. Der Geistliche sei verpflichtet, einem direkten Antrag auf Ausschließung Fusangels zu beschäftigen das Zukunftsparadies der Sozialdemokraten als Unsinn, das gehabt. Sie glaubt ihm aber nicht stattgeben zu fönnen, weil es es doch sei, zu bezeichnen. Auch sei es notwendig, die an Bestimmungen über den Ausschluß aus Partei und Fraktion fehlt. antinationalen und antireligiösen Tendenzen Zum Glück für die Greise der Zentrumsfraktion besigt Herr der Sozialdemokratie zu bekämpfen. Fusangel zwar den Ehrgeiz, seinem Namen das M. d. R." hinzuzufügen, nicht aber sich an den parlamentarischen Arbeiten zu beteiligen. montanismus erklären.( Beifall und Widerspruch.) Schließlich gelangte der Antrag Wahl mit großer Mehrheit zur Annahme. Die Herren Pfarrer haben ihre Wirksamkeit im Dienſte der heutigen Wirtſchaftsordnung und des modernen Klassenstaats treffend gekennzeichnet. Diefer Kongreß, der die organisierten Arbeiter Großbritanniens und Irlands vertritt, drückt seine herzliche Sympathie mit dem russischen Volte aus in seinem tapferen Kampfe für politische und wirtschaftliche Freiheit. Wir bedauern tief den schrecklichen Verlust an Leben und die schrecklichen Leiden jenes unglücklichen Landes und hoffen, daß der Zar dem gegenwärtigen Zustande ein rasches Ende bereiten werde durch die Bewilligung der Forderungen des Volkes und durch die Getoährung eines auf dem Grundsatze der repräsentativen Regierung beruhenden Parlaments." Attentaten -O 14 Zur Begründung der Resolution sagte Cummings:... Wir find alle der Ansicht, daß eine solche Resolution des britischen GePastor 3 immer( Rheinland): Er halte es für sehr bedenklich, werkschaftskongresses nötig ist. Obwohl uns die schrecklichen Stämpfe daß der Pfarrer sich in politische Parteistreitigkeiten mische. Er sei jenes unglücklichen Landes nicht überraschen, so gibt es keinen unter von seiner Behörde zur Verantwortung gezogen worden, weil er in der engeren Wahl gegen den ultramontanen Kandidaten Stellung( Schlesien) berichtet die Breslauer„ Volkswacht“: Glühend brannte Krieg im Frieden. Von den Manövern bei Hirschberg uns, der mit den dort angewendeten Methoden- Bomben und sympathisieren könnte. genommen habe. den ganzen Tag( Sonnabend) die Sonne vom wolfenlosen Himmel Die Rede fand nicht den Beifall des Kongresses. Pastor Riehm( Rheinland): Er könne fich auch nicht und verursachte schon am frühen Morgen eine tropische Hize. Unterstügt wurde die Resolution durch Serton, den Führer für den Antrag Wahl erklären. Dann müßte man sich doch Diese Hize und dabei der Marsch mit dem schweren Kriegsgepäd. der Liverpooler Dodarbeiter. Er sagte: Bor unferen Augen tonfequenterweise auch gegen die destruktiven Tendenzen des Ultra- int ungewohnten bergigen Terrain, hatten zur Folge, daß schon wiederholt sich die alte Geschichte vom Befreiungskampfe Gefecht schlapp" machten. eine große Anzahl eines in Sklavenketten schmachtenden Volkes.( Beifall.) Nach einem Soldaten auf dem Wege zum bon Vom 154. Infanterie- Regiment, das Langen und opferreichen Stampfe haben sich die Russen das Geburts Uhr auf die stapelle zu ausrückte, fielen die ersten schon vor Aber plötzlich wurde dieser Sonnenstrahl, der den dunkelen Pfad des um sechs Uhr, und vom Königs- Grenadier- Regiment, das um acht recht jedes freien Bürgers erworben: sich selbst regieren zu dürfen. Berbisdorf um. Später lagen die Soldaten als Opfer der Hige russischen Volkes beleuchtete, in rauher Weise von den regierenden Mächten Rußlands ausgelöscht. Unter solchen Umständen kann es Mann an Mann in Gehöften und Gärten, wie im Mächten Rußlands ausgelöscht. Unter solchen Umständen kann es Schatten der Bäume an der Straße. Die Aerzte und nicht meine Aufgabe sein, nach Entschuldigungen für die BombenSanitätssoldaten vermochten mur unter der größten Mühe allen ge- Bureaukratie.( Beifall.) Die Arbeiter Englands würden eine ihrer attentate zu suchen. Das vergossene Blut fällt auf das Haupt der fallenen Opfern Hülfe zu leisten. Die Schwerkranken wurden mittels während die leicht Erkrankten, nachdem sie sich etwas erholt hatten, Stinime dem russischen Volke ihre aus tiefstem Herzen kommende Krankenwagen nach dem Hirschberger Garnisonlazarett gefahren, heiligsten Pflichten vernachlässigen, wollten sie nicht mit unzweideutiger abteilungsweise in ihre Quartiere geschickt wurden. Todesfälle sind Sympathie aussprechen. Es lebe die Duma!"( Großer Beifall.) bisher zum Glück noch nicht zu verzeichnen gewesen, aber die An- Die Delegierten erheben sich von den Sigen, um ihre einstimmige ſtrengungen wachsen noch während der nächsten Tage und es bleibt Billigung der Reſolution zu bezeigen. abzuwarten, welche Opfer die Theorie von der„ Gewöhnung an Strapazen" noch erfordern wird. Strapazen" noch erfordern wird. Deutsches Reich. Freifinnige Wahllügen. Die Freifinnige Zeitung" regt sich über ein sozialdemokratisches Flugblatt auf, das aus Anlaß der bevorstehenden Reichstagswahl im Wahlkreise Stade- Bremervörde verbreitet wird und, wie das ehrsame Blatt behauptet, an Verleumdungen der Freisimmigen Volks partei wieder einmal das Menschenmögliche leistet. Die„ Freis. 3tg." erklärt es nämlich für eine Verleumdung, daß in dem Flugblatt gefagt wird, die Freifinnigen hätten in den Stadtgemeinden meistens die reaktionären Wahlrechte unterstützt. Damit hat sie ihrem eigenen Kandidaten im Wahlkreise, Herrn Lehrer Otto, den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Herr Otto ist Mitglied der liberalen Stadtverordnetenfraktion in Charlottenburg und hat sich als deren Sprecher in der Sigung vom 7. September 1904, also vor genau zwei Jahren, als Gegner des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die Kommunalwahlen bekannt. Die Sozialdemokraten hatten einen Antrag eingebracht, worin der Magistrat aufgefordert wurde, mit anderen Kommunen gemeinsame Schritte zur lebertragung des Reichstagswahlrechts auf die Wahlen zu den Gemeindevertretungen zu unternehmen. Der Ausschuß, dem der Antrag zur Vorberatung überwiesen war, beschloß, den Magistrat zu ersuchen, mit den Vertretern anderer Kommunen in Verbindung zu treten, um gemeinsam geeignete Schritte bei den gefeßgebenden Faktoren behufs Erseßung des Dreiklassenwahlsystems durch das geheime, gleiche, allgemeine, nur an die Bedingung eines cinjährigen Aufenthalts geknüpfte Wahlrecht unter Aufhebung des Privilegs der Hausbesitzer bei den Wahlen zur Gemeindevertretung zu unternehmen." " Zu dem Straßentumult in Frankfurt a. M., über den wir bereits gestern nach der Frantf. 3tg." berichteten, wird uns von dort geschrieben: Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 26. Sigung vom Donnerstag, den 6. September 1906, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um 1/6 Uhr mit freundlichen Begrüßungsworfen an die erschienenen Witglieder. Auf seinen Vorschlag setzt die Versammlung die Beratung der beiden erwähnten Restanten auch heute von der Tagesordnung ab. eines Busammenstoßes zwischen Bolizeimannschaften und größeren Die Frankfurter Altstadt war am Dienstagabend der Schauplak Menschenmassen, wobei der Säbel, ähnlich wie in Breslau und Bürgerschaft ihre durch zwei Monate Sommerferien unterbrochen Mit der heutigen Sigung nimmt die Vertretung der Berliner Nürnberg, eine traurige Rolle spielte. Der Anlaß dazu war ein gewesene Tätigkeit wieder auf. Die Tagesordnung ist eine ganz geringfügiger. Aus der Waltuchschen Eierhandlung in der Schnur außerordentlich umfangreiche, sie weist nicht weniger als 93 Nummern gasse war ein älterer Hausierer wegen angeblicher Trunkenheit auf, darunter 71 in öffentlicher Sigung zu verhandelnde. An der und Renitenz so unsanft auf die Straße gesezt worden, daß er Spige stehen die schon vor den Ferien wiederholt vertagten Restanten: sich am Bordstein eine Schädelverlegung zuzog und sich die Zunge 1. die Dentschrift betr. ben llebergang einzelner Zweige durchbiß. Passanten, die sich um den blutend am Boden Liegenden der Wohlfahrtspolizei auf die Stadtgemeinde Berwünschungen gegen den Eierhändler aus, der es schließlich und einer ustbarkeitssteuer.. fammelten, nahmen für ihn Bartei und stießen Drohungen und Berlin, 2. die Magistratsvorlage wegen Erhebung einer Billettvorzog, seinen Laden zu schließen. Die Menschenansammlung nahm rasch einen größeren Umfang an, da die Schnurgaffe als Hauptverkehrsader der inneren Altstadt in den Abendstunden stets sehr belebt ist. Die zunächst vereinzelt hinzugekommenen Schutzleute vermochten die Menge nicht zu beruhigen, und als der Verletzte durch einen Krankenwagen fortgeschafft worden war, entwickelten sich Reibereien zwischen den Schußleuten und den Umstehenden, die der Weisung zum Weitergehen nicht ohne weiteres Diesen Antrag bekämpfte in besonders scharfer Weise und als nachtamen. Inzwischen waren aus den zahlreichen engen Neben erster Diskussionsredner Herr Dtto, der freisinnige Kandidat von straßen und Gäßchen der Altstadt auch allerlei zweifelhafte Elemente Stade- Bremervörde. Er erkannte zivar die Reformbedürftigkeit beiderlei Geschlechts herbeigeströmt. Diese Elemente begannen des Gemeindewahlrechts an, erklärte sich aber gegen das all- nun, die Polizisten zu höhnen und zu beschimpfen; es wurde gegemeine Wahlrecht und für Beibehaltung, wenn iohlt und gepfiffen; angeblich soll auch mit Steinen geworfen auch Einschränkung des Hausbesizerprivilegs. worden sein. Die Schußlente telephonierten um Hülfe, die bald In den Gemeindeverwaltungen dürfe nur mitraten, wer mittatet, vom 1. und vom 3. Revier ankam. Das starte Polizeiaufgebot 30g d. h. wer etwas zu den Gemeinde lasten beiträgt. Bezüglich des der Zeil und dem Main dicht besetzt. noch mehr Neugierige an, und bald waren alle Straßen zwischen Hausbesitzerprivilegs meinte der freisinnige Redner, daß seine Freunde zwar dessen Reformbedürftigkeit in seiner jezigen Ausdehnung anerkennen, aber der Abschaffung dieses Privilegs nicht zustimmen fönnen. Herr Otto setzte es dann durch, daß der Ausschußantrag zu Falle gebracht und an seiner Stelle ein ganz verschwommener und nichtssagender Antrag angenommen wurde. Die Beschlüsse der Versammlung zur andertveitigen Festsetzung der Besoldungsverhältnisse des Lehrpersonals. an den Gemeindeschulen( Festsetzung des Grundgehalts der Lehrer auf 1350 M. unter fast unveränderter Beibehaltung des bisherigen Altersstalensystems, während der Magistrat nach dem Muster der meisten Kommunen 1450 M. gewähren, aber dafür die Alterszulagen ermäßigen wollte) hat der Magistrat abgelehnt. Zur neuerlichen Erörterung der Angelegenheit schlägt er die Einsetzung einer gemischten Deputation vor. Der Magistratsantrag gelangt darauf zur Annahme. Das Gehalt für die zu befeßende Stelle eines StadtschulKenntnisnahme mitteilt. Stadtv. Caffel( A. L.) hält für selbstverständlich, daß die Ver Die Polizei verstand es aber nicht, mit dem nötigen Taft wichtige Sache sobald als möglich endgültig zu ordnen. Er hebt sammlung einstimmig dem Magistratsvorschlag beitritt, um diese so vorzugehen. Nach übereinstimmenden Berichten soll besonders der aber hervor, daß der Magistrat in der Begründung seines VorKommissar vom 3. Revier durch sein überschneidiges Auftreten schlages unterläßt, auf die von der Versammlung gewünschte Beizur Verschärfung der Situation beigetragen haben. Er ließ die behaltung des bisherigen günstigeren Systems der Alterszulagen Schutzleute sofort blank ziehen und erbitterte dadurch die Menge hinzuweisen( Bustimmung des Stadtv. Singer); auch würden selbst nur noch mehr. Vom Polizeipräsidium war unterdes nach allen Natürlich wird die" Freis. Ztg." ihrer Gewohnheit gemäß diese die verfügbaren Polizeimannschaften zur Altstadt, so daß dort in gehalt übrig bleiben. Er schließt aber mit dem Ausdruck der HoffRevieren telephoniert worden und alle Straßenbahnen beförderten nach dem Magistratsvorschlage noch Städte mit höherem Grundaltenmäßige Feststellung wieder als Verleumdung, gemeine Lüge furzer Zeit an 150 Schußleute, darunter 8 Berittene, zufammen- ung, daß in der Deputation eine Verständigung zustande kommen und dergleichen bezeichnen. Wir raten ihr deshalb, bevor sie das gezogen waren, die von 8 Wachtmeistern, 4 Kommissaren und wird. tut, den stenographischen Bericht der hier erwähnten Verhandlungen einem Polizeiinspektor fommandiert wurden. der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung zu lesen, der Nun ging die Polizei daran, Straßenabsperrungen und unsere Ausführungen vollinhaltlich bestätigt. Herr Otto aber möge Säuberungen vorzunehmen, was bei den nach Tausenden zählenden tats foll auf 12000 m. normiert werden, wie der Magistrat zur sich bei der Redaktion des Hauptorgans feiner eigenen Partei be- Menschenmassen und den vielen engen Gassen notwendig zu blutigen Zusammenstößen führen mußte. Leider waren es, wie fast Hierzu ist von den Stadtvv. Singer u. Gen.( Soz.) ein Ans danken, wenn er nun in der Deffentlichkeit als das erscheint, was er immer bei solchen Grzessen, völlig unbeteiligte, die von den Schuh- trag eingebracht worden, in gemischter Deputation über eine in Wirklichkeit ist, als Gegner des allgemeinen Wahlmannssäbeln übel zugerichtet wurden. Es sind eine ganze Anzahl und Fortbildungsschulwesens zu beraten. an der weite Organisation des städtischen Fachrechts für die Gemeindebertreterwahlen. schwerer Verlegungen vorgekommen. Der 25jährige Maurer Maurer Möller, der auf dem Domplatz vor den mit gezogenem Säbel nächsten Sigung zu vertagen und bittet die Versammlung, heute auch Stadtv. Caffel wünscht diesen sehr wichtigen Antrag bis zur einherstürmenden Schußleuten nicht schnell genug fliehen konnte, dessen Begründung nicht entgegenzunehmen. Der Antrag betreffe Das Scherlblatt hatte vor einigen Tagen eine Auslassung ge- erhielt einen Stich in den Rücken, und als er sich umwandte, eine sehr wichtige Materie, er werde wohl auch vielfach Entgegen bracht, nach der nicht nur der Major Fischer, sondern auch noch einen zweiten Stich in den Leib. Dem 42jährigen Fuhrmann tommen finden, bedürfe aber vorheriger Erörterung und Prüfung eine Reihe anderer Offiziere in einem Stipendiaten- Greiner, der in der Kannengießergasse vor seiner Haustür stand, verhältnis zur Firma Tippelskirch gestanden hätten. Die„ Tägliche wurde von einem Schußmann mit einem Säbelhieb die linke Sand sowohl in den Fraktionen als im Wagistrat. bis auf den Knochen durchgehauen. Auch der Maurer Mad erRundschan" hatte auf diesen Angriff dadurch quittiert, daß sie be- hielt einen Säbelhieb über die linke Hand, der Arbeiter Seib eine hauptete, der Leiter des Oberkommandos der Schutzlaffende Wunde im Rücken, der Arbeiter Roth einen Säbelhieb truppen Oberstleutnant Quade selbst sei der Inspirator über den Kopf, ein 20jähriger Mann, namens Brenner, einen dieser Notiz gewesen. Herr Quade sandte daraufhin der Täglichen 10 Zentimeter langen und 3 Zentimeter tiefen Stich in den Rundschau" eine Richtigstellung zu, wonach er nicht der Veranlasser rechten Oberarm. der Notiz gewesen ist. Diese Erklärung wird in der heutigen Nummer der Nordd. Allgem. Ztg." ebenfalls an leitender Stelle wiedergegeben, und zwar mit dem Vermerk, daß Oberstleutnant Quade die Tägl. Rundschau" verklagen lassen werde. Die Stipendiaten der Firma Tippelskirch. Verhaftet wurden insgesamt 30 Personen, die bereits wieder freigelassen worden sind; wie gemeldet wird, soll gegen sie nur wegen groben Unfungs vorgegangen werden. Wenn sich das lettere bewahrheitet, d. h., wenn davon abgesehen wird, den Tumult zu einem Landfriedensbruch aufzubauschen, so wird das in der Frankfurter Bevölkerung iedenfalls allgemeine Zuftimmung finden. England. Der Trade- Unionstongreß. Stadtv. Singer( Soz.): Ich bitte, den Antrag begründen zu dürfen und die Versammlung, danach ihren Beschluß zu fassen. Ich bestreite das geschäftsordnungsmäßige Recht, vor der Begründung die Absetzung des Antrages zu verlangen, nicht, aber dann hätte auf die Sache selbst nicht eingegangen werden müssen, wie es Herr Herr Cassel doch getan hat. Die dringende Notwendigkeit einer enderung der betreffenden Organisation ist schon wiederholt, zuletzt im Ausschuß für die Besetzung der Stadtschulratsstelle betont worden. Auch wir verkennen nicht, daß das Fach- und Fortbildungsschulwesen die Fortsetzung des städtischen Volksschulbildungswesens darstellen soll, aber es muß doch auch ausgesprochen werden: die Entwickelung In der Erklärung des Oberstleutnant Quade wird bestätigt, des ersteren hat jetzt so enorme Dimensionen angenommen, es hat daß ein Offizier nicht unbedeutende Schuldverpflichtungen für gejetzt so unendlich große Aufgaben zu erfüllen, daß es nachgerade zur lieferte Gegenstände bei der Firma Tippelskirch und mehrfach Unmöglichkeit geworden ist, beide Aufgaben durch einen Mann auch Bardarlehen von der Firma beziehungsweise töjen zu lassen. Vielleicht ist der Verlust, den die Stadt durch den einem Teilhaber derselben erhalten habe. Der Tod des Schulrats Gerstenberg erlitten hat, zum Teil auf die leberbürdung zurückzuführen, die er in diesem Doppelamt auf sich nehmen betreffende Offizier habe sein Verhältnis zur Kolonialfirma damit London, 4. September.( Eig. Ber.) Der 39. Kongreß der mußte. Nachdem wir die Pflichtfortbildungsschule bekommen haben, muß begründet, daß die Firma für ihn wie andere Offiziere Trade- Unions wurde gestern in Liverpool eröffnet. Es sind das Fach- und Fortbildungsschulwesen einem besonderen Leiter der Schußtruppe, die von früher mit von Tippelskirch befreundet 491 Delegierte anwesend. Zum Vorsitzenden wurde einer der alten unterstellt werden. Gegen die Einsetzung eines dritten Stadtwaren, den Tharatter einer Bank gehabt habe, bei Gewerkschaftsführer, Cummings, der Sekretär der Sesselschmiede, schulrats sprechen gewichtige Gründe; ob der andere Vorschlag, einen der auf dem laufenden Konto bald ein Guthaben, bald ein Schuld- bestimmt. besonderen, Dezernenten ohne die sonstigen Befugnisse eines Schulbetrag gestanden habe. Die äußerst vielseitige Geschäftspraxis dieser Der erste Tag nahm folgenden Verlauf: rats anzustellen, praktisch ist, lasse ich dahingestellt. Jedenfalls muß Firma erfährt durch diese Erklärung eine interessante Bereiche- Der Oberbürgermeister von Liverpool begrüßte den Kongreß in Einsetzung einer gemischten Deputation; gerade jetzt scheint uns der die Frage gründlich geprüft werden, und dazu beantragen wir die rung! längerer Rede, in der er für ein friedliches Zusammengehen der Zeitpunkt dazu gegeben zu sein. Wir wollen in dieser Frage auch Das Scherlblatt bemerkt zu der Angelegenheit, die Behauptungen Unternehmer und der Arbeiter plädierte. Dann sprach der Bürger- von Anfang an mit dem Magistrat gemeinsam arbeiten. Gegen die der„ Tägl. Rundschau" seien von Anfang bis zu Ende eine dreiste meister von Birkenhead und machte folgende interessante Bemerkung: Absetzung des Antrages von der heutigen Sizung haben wir, nachUnwahrheit, für die es keine andere Erklärung gibt es gab eine Zeit, wo die Macht des Landes beim Grundadel lag. dem mir die Begründung vorzutragen gestattet worden ist, nichts als die Angst und den brennenden Rachedur st Dann wurde sie in die Hände der Mittelklasse, der Fabrikanten und einzuwenden. ihrer durch die Kolonialskandale bedrohten oder Staufleute, gelegt. Jept geht die Macht des Landes in die Hände Stadtb. Gaffel will im Interesse der Geschäfte der Versammlung bereits belasteten Hintermänner". der Arbeiter über. Ich glaube, das Land wird dabei nicht schlecht der Versuchung widerstehen, auf diese Begründung sofort näher Jch Schoße des Kolonialstandals muß also noch manches fahren; denn je größer die Zahl der Bürger, die sich um das Wohl einzugehen, und wiederholt einfach den Antrag auf Abjegung des Geheimnis schlummern, das wirklich aus Tageslicht ge- des Landes fümmern, desto besser für alle. Der Bürgermeister von Antrages Singer von der heutigen Tagesordnung. Die Bersammlung beschließt demigemäß. zogen zu werden verdiente. Ob Erzellenz Dernburg der Mann sein Bootle meinte, England stehe kaum beim Beginn des regierenden Eine große Anzahl Nummern, die mehr formale oder sonst wird, den Schleier von diesen Geheimnissen rücksichtslos hinweg- Einflusses der Arbeiterklasse. Ich bin überzeugt, daß in der Zeit prinzipieller Bedeutung entbehrende Angelegenheiten betreffen, passiert zuziehen?! zwischen dem jezigen und dem nächsten Liverpooler Kongreß eine ohne jede Debatte. " Die Vorlage wegen Festfegung von Fluchtlinien für eine barität von Kirche, Unternehmertum und Polizei im Klaffen- und Kohlen die Forderungen der Arbeiter bereits anerkannt hat, Verbindungsstraße zwischen der Neuen Königstraße staat den Arbeitern immer wieder ad oculus demonstriert allerdings noch nicht schriftlich. und Mendelssohnstraße im Zuge der Gollnows und Jofth- wird. straße geht an einen Ausschuß. Die Rigdorf- Treptower Gemeindebezirksgrenze hemmt durch ihre außerordentlich unregelmäßig verlaufende Richtung die Entwickelung der beiden Gemeinden und beeinflußt diese vielfach und Berlin und Umgegend. Die streifenden Kohlenarbeiter er bon dem Einen sehr schönen Erfolg haben die Königsberger Tapezierer und Dekorateure errungen. Der gesamte Lohntarif ist sowohl vom Arbeitgeber- Schußverband als auch von der Tapezierer- Innung angenommen worden. Der Tarif, der ungünstig. Da in der Gemarkung Treptow auch Berlin umfang fahen in ihrer Versammlung am Donnerstagmorgen einen ihrer den Stundenlohn von 40 auf 45 Pf. festiebt, ist auf 2 Jahre, eine Erhöhung der einzelnen Positionen bis 20 Proz. aufweist und reichen Grundbesitz hat und vertragsmäßig die Gas- und Waffer- Kollegen mit einem schwer verbundenen Kopfe, das Opfer eines b. h. bis zum 1. April 1909 torporativ abgeschlossen. Außerdem versorgung Treptows übernommen hat, sind seit 1900 Grenzregu- Revolverhelden bei der Firma Stevenson an der Wiener enthält er bei Affordarbeit eine Lohnsicherung von 65 Pf. lierungsverhandlungen zwischen den drei Gemeinden gepflogen Brücke. Ein Streifbrecher hatte zwei scharfe Schüsse auf ihn pro Stunde. Nur vier kleine Unternehmer wollten durchaus die worden, die zu einem borläufigen Vertragsabschluß geführt haben. als abgefeuert, Der Auseinanderseßungsvertrag wird der Versammlung Streifenden angesprochen Herren im Hause" weiter spielen; über ihre Kunsttempel mußte zur Beschlußfassung vorgelegt. wurde, nut einem glücklichen Zufall ibar es Zu die Lohnkommission der Tapezierer die Sperre verhängen. Stadtv. Borgmann( Soz.): Nach der Vorlage kommt Berlin mit danken, daß man nicht einen neuen Fall à la Nürnberg zu Nachwehen von der Aussperrung der Lithographen und Steineinem blauen Auge davon, denn es ging doch f. 8. das Gerede, daß berzeichnen hat. Als Täter wird der Arbeitswillige Jung, der drucker. Der Abschluß des großen Kampfes, den der Senefelder Rigdorf ganz Treptow eingemeinden wollte, auch den städtischen fürzlich aus Hannover gekommen ist, bezeichnet. Jene Firma hat Bund um das Koalitionsrecht zu führen hatte, hat ohne Frage, soPlänterwald und den Treptower Park. Gewisse Bedenken sind uns Lagerstätten auf ihrem Arbeitsplatze herrichten lassen, wo die Streit weit die Allgemeinheit dieser Berufsangehörigen in Betracht kommt, aber auch gegen die Vorlage aufgestoßen. Die unregelmäßig verbrecher übernachten können. Der„ Berl. Lokal- Anzeiger", mit einem Erfolge der Arbeiterorganisation geendet. Soweit Laufende Entivickelung der Grenzen ist nicht bloß bei Rigdorf und dem natürlich in seinem Bestreben, Streits auf alle Fälle zu dis- aber Leipzig in Betracht zu ziehen ist, will die Sache nur sehr Treptow ein Hindernis und eine Schwierigkeit für Berlin, sondern trebitieren, jedes schofle Mittel recht ist, lügt diese„ Heldentat" eines schwer ins Reine kommen. Bei der Einstellung der Ausgesperrten dieser Mißstand erstreckt sich über bie ganze Berliner Weichbildgrenze. Arbeitswilligen in ein Attentat auf einen Arbeitswilligen um. Nach diese Gelegenheit, um langgehegte Wünsche, als da sind: Abmachen einige Firmen ungeheure Schwierigkeiten. Sie benutzen Auch hier ist die bisherige mangelhafte Lösung der Eingemeindungsfrage die Quelle des Uebels. Es war der Darstellung des Lokal Anzeiger" ist der Arbeitswillige aus fchaffung der Lithographie im Hause und Einführung doch auch von der Eingemeindung von Blößensee die Rede, die dem Hinterhalt von einem Streifenden angeschossen worden. Die der Privatlithographie( eine Art Zwischenmeistersystem) und auf Veranlassung der Regierung selbst erfolgen sollte, aber man Firma Schiebel hat die Koffer von drei Leuten einbehalten, die auch die Abschiebung der alten Arbeiter" durchhört nichts mehr davon; das vorhandene Elend besteht fort, ins- fie als Arbeitswillige engagiert hatte; als die Leute aber von dem zuführen. Drei Wochen nach dem Friedensschluß liegen noch hundert besondere auch im Norden Berlins, wie ganz neuerdings aufgetretene Streit hörten, weigerten sie sich, an die Arbeit ausgesperrte Lithographen und Steindrucker Leipzigs( also Vorkommnisse wieder beweisen. Man hört vielmehr, daß die Ne gehen. Um ihre Stoffer zu Um ihre Koffer zu erhalten, wandten sie sich an erhalten, wandten sie sich an 12 Broz.) auf dem Straßenpflaster. Soviel find in ganz Deutschgierung den Vorortsgemeinden verboten habe, mit Berlin in Ein- bie Polizei, wurden aber abgewiesen. Jetzt hat sich der Bentral- and vom Senefelderbund nicht auf der Strecke geblieben, als in gemeindungsverhandlungen zu treten. Es ist wahrlich an der Zeit, Leipzig. Bei der Firma Kupfer find daß auch der Magistrat sich eifriger dafür einlegt, daß die große verband der Sache angenommen. Auch die Verhandlungen der Lohnkommissionen, die die örtlichen Eingemeindung der Vororte in Berlin endlich zur Durchführung zehn Galizier angekommen, dort streiten 50-60 Mann. Ueberall Verhältnisse regeln sollen, haben noch nicht stattgefunden. Die gelangt. halten die Streitposten gute Wacht und die Berichte lauten günstig Unternehmer verlangten noch anderes statistisches Material, als das für die Streikenden. Es verlautet, daß eine entscheidende Wendung ihnen vorgelegte. So werden also erst in der nächsten( vierten) im Kampfe vor der Tür steht. Woche nach dem Friedensschluß diese Verhandlungen ihren Anfang nehmen. Die Mehlfutscher haben einen neuen Tarif mit den Fuhrherren abgeschlossen, der vom 1. Oktober ab in Kraft tritt Streit der Buchbinder ausgebrochen, an dem zirfa 300 Arbeiter und Die Polizei als Streitbrecherschutzgarde. In Erlangen ist ein und manche Verbesserungen gegen den alten, der schon am 1. Sep- Arbeiterinnen beteiligt find. Obwohl alles friedlich zugeht, macht tember abgelaufen war, aufweist. In einer Versammlung am Mittwoch abend wurden die Vorschläge noch einmal diskutiert; der sich die Polizei in der aufdringlichsten Weise bemerkbar. Mit den Tarif wurde angenommen und von der Lohnkommission unter- Streitposten ziehen zugleich Schußleute auf und nehmen gegenüber zeichnet. Die Unternehmer haben sich ebenfalls mit den Bes 12 Schußleute, denen man noch einen Offizianten als Kommandeur den ersteren Stellung. Vor größeren Betrieben erscheinen bis zu dingungen einverstanden erklärt. Die Mehltutscher erhalten einen Lohn von 36 M. pro Woche und Ertragebühren. Außerdem heißt leicht erklärlich. Es scheint, als begreife man nicht, daß man da beigibt. Daß diese Maßregel allgemeine Aufmerksamkeit erregt, ist eine neue und wichtige Bestimmung: durch systematisch Ansammlungen und Aufläufe provoziert, die dann nach dem Muster Nürnbergs dem Polizeifäbel und Revolver weitere Arbeit schaffen. Die Vorlage wird angenommen. Die Vorlage, welche die diesmal gegen die Richtigkeit der Gemeinde Wählerliste erhobenen Einsprüche mit den borläufigen amtlichen Bemerkungen enthält, wird auf Vorschlag des Vorstehers dem Ausschuß für Unbefoldete überwiesen. Zur Kenntnisnahme legt der Magistrat die allvierteljährliche Uebersicht über die für Erwerbung von Straßen land oder Baubeschränkungen auf Grund von Entschädigungsbeschlüssen oder richterlichen Entscheidungen gezahlten Beträge vor. In der Uebersicht handelt es sich diesmal um 5 Grundstücke im Scheunenbiertel. Stadtv. Borgmann: Wir haben stets dafür plaidiert, daß die Enteignung der freien Vereinbarung vorgezogen werde, die dies maligeBorlage beweist, daß die Einleitung des Enteignungsverfahrens für die Stadt tatsächlich das vorteilhafteste ist.( Leb hafter Widerspruch.) Stadtv. Kyllmann( Fr. Fr.): Kollege Borgmann geht doch bon unrichtigen Voraussetzungen aus. Jm Enteignungsverfahren muß die von der Polizei festgesette Summe hinterlegt werden und dann folgt der Enteignungsprozeß. Was der Magistratsrat Franz ausgesprochen hat, daß die gerichtlichen Aussprüche dem zu Enteignenden außerordentlich günstig sind, ist durchaus zutreffend. Es handelt sich diesmal vorwiegend um solche Häuser aus dem Scheunenviertel, deren Besitzer ganz besonders hohe Forderungen gestellt hatten, die im Enteignungsverfahren herabgedrückt werden fonnten. Stadtv. Haberland( N. 2.) schließt sich diesen Ausführungen an. zu Für das Abtragen des Mehls bei den Bäckereibefizern haben lettere den Kutschern ein Abtragegeld zu gewähren. Dasselbe beträgt bis zur Kellerlute auf der Straße oder auf dem ersten Hof per Sad 2 Bf., nach dem. Keller oder Boden per Sad 5 Pf. Die Arbeitszeit dauert von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends; jeder zweite Sonntag ist frei. Jeder Kutscher, welcher mindestens ein Jahr in einem Betriebe tätig ist und sich während dieser Zeit nichts hat zuschulden kommen laffen, erhält einen Sommerurlaub von 8 Tagen unter Fortzahlung des Gehalts. Mitfahrer dürfen sich die Kutscher nur nach voraufgegangener Verständigung mit den Arbeitgebern halten, im anderen Falle ist eine Strafe von 5 M. zu bezahlen. Der Vertrag ist auf zwei Jahre abgeschlossen. Deutfches Reich. Der Stettiner Hafenarbeiterstreit beschäftigte am Donnerstag wiederum eine stark besuchte Versammlung der Ausständigen. Namens der Rohnfommission unterbreitete ihr Vorsitzender Marg folgende Einigungsvorschläge der 1. Der bisherige Tarif bleibt in Kraft, unter Abänderung Die Bäckergehülfen Würzburgs beauftragten den Gesellenausschuß, mit dem Vorstand der Bäckerinnung zwecks Regelung der Lohnverhältnisse in Unterhandlung zu treten. Es werden 20 Proz. Lohnerhöhung sowie die Abschaffung des Kost- und Logiewesens verlangt; für Kost und Logis sollen täglich 1,30 m. vergütet werden. Eingegangene Druckschriften. Herausgeber: Dr. R. Lennhoff. Erscheint Donnerstags. Preis: viertel. Medizinische Reform. Wochenschrift für Soziale Medizin. Nr. 36. fährlich 1,50 M., Einzelnummer 30 Pf. Verlag:" Gutenberg" A.-G., Berlin W. 35. Brockhaus Kleines Konverfatians Lexikon. Fünfte vollständig neubearbeitete Auflage. Mit zahlreichen Abbildungen und Karten. Zwei Bände in 66 Hesten a 30 Pf. Bisher Heft 1-45 erschienen. Berlag: F. A. Brockhaus in Leipzig. Bericht der t. t. Gewerbe Inspektoren Oesterreichs über ihre Amtstätigkeit im Jahre 1905. 8 Abbildungen im Text. 512 Seiten.' Berlag: t. t. Staatsdruckerei, Wien. die Stadtgemeinde um Ueberweisung seines Terrains in Treptow einiger Bofitionen frie fenarbeiter haben en, biefe er Letzte Nachrichten und Depeschen. auf 12 000 m. eintreten lassen. Schluß 8 Uhr. Gewerkschaftliches. Freundnachbarliche Hülfe. Königsberg i. Br., 6. September.( Privatdepesche des„ Vorsollte. Berunglückte Landproletarier. Gasarbeiterstreif. Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen. Zur Abst um pfung der Ede Garten- und Inva Itdenstraße sollen neue Fluchtlinien festgesetzt und soll das Grundstück Gartenstraße 93 von der Stadt erworben werden. Auf Antrag Rast( A. L.), der auch den Erwerb von Gartenstraße 92 verlangt, welches Grundstück sonst als Eisbod stehen bleiben würde, wird Einsetzung eines Ausschusses beschlossen. Reeder: Der Verein Berlin- Treptow- Sternwarte" hat als Eigentum und um eine größere Summe zum massiven Neu- angestellten Arbeitern friedlich zusammen zu schaffen, diese weder bau der Sternwarte, ev. um eine höhere Beihülfe, für längere Zeit durch Worte noch Handlungen zu belästigen und sich den Anunwiderruflich, gebeten. Der Magistrat will lediglich für 1907 ordnungen der Aufsichtsbeamten zu fügen. 3. Die Hafenarbeiter eine Erhöhung der 3. 3. 8000 m. betragenden jährlichen Beihülfe arbeiten, Die festen Leute sollen für sich auf einem Schiffe arbeiten. wärts".) Die hiesige Bolizei verbot eine Bersammlung, in der ein sind nicht verpflichtet, mit den festen Leuten der Reeder zu Stadtv. Realschuldirektor Sellwig( A. 2.) bebauert lebhaft. 4. Die Dauer des neuen Tarifes erstreckt sich bis zum 31. März Lichtbildervortrag über die Freiheitskämpfe in Rußland stattfinden daß der Magistrat dem eigentlichen Wunsch und Antrag des Vereins 1909. Wenn drei Monate vorher nicht gekündigt wird, läuft er nicht näher getreten ist, und beantragt Ausschußberatung. ein Jahr weiter. Kommt innerhalb eines Monats nach der Kündi Die Versammlung gibt diesem Antrage statt. gung ein neuer Tarif nicht zustande, so hat diejenige Partei, die geDie Vorlage betr. die Verwendung des der Stadt aus der fündigt hat, das Einigungsamt des Gewerbegerichts anzurufen. Jagow- Stiftung zustehenden Zehntels der Stiftungsein- 5. Maßregelungen finden beiderseits nicht statt. 6. Die Arbeit wird, Rastenburg, 6. September.( W. T. B.) Heute vormittag ent fünfte aus 1905 wird auf Antrag des Stadtv. Arons( Soz.) soweit die Stellen offen sind, sofort am Freitag bezw. stand in einem von sechs Familien bewohnten Insthause eines Gutsbis zur nächsten Sizung ausgesetzt, um Zeit zur Erwägung ander- am Montag wieder aufgenommen. 7. Die Reeder, Matler und befibers in Seehesten im Kreise Sensburg eine Feuersbrunst, bei weiter Verwendungsvorschläge zu gewinnen. Agenten werden die Stauer, die von ihnen angestellt sind, verander 2 Personen verbrannten und mehrere andere verlegt wurden. Für den Empfang der Internationalen Law laffen, diesen Tarif zu unterzeichnen. Den übrigen Stauern wird Assoziation durch die Stadt in der ersten Oktoberwoche, die Lohntommission den Tarif zur Anerkennung unterbreiten. werden 5000 M. bewilligt. Erläuternd/ fügte der Referent hinzu, daß der neue Tarif im wesentlichen mit dem alten übereinstimme. Nur einzelne PosiStettin, 6. September. Stettin ohne Licht, das ist die neueste tionen hätten eine Lohnaufbesserung erfahren. Der Hauptstreit- Phase der sich hier abspielenden Lohntämpfe. Seit heute früh punkt bilde die Entladung von Zementschiffen, Früher sei pro stehen die Gasarbeiter im Generalstreit. Veranlassung hierzu gab Tonne in Fässern 35 Pf. und in Säden 40 Bf. gezahlt worden. die Maßregelung von acht Arbeitern, die sich gestern nachmittag Kirche, Polizei und Klaffenstaat. Die Reeder verlangten aber eine Reduktion auf 30 bez. 35 Pf. weigerten, ein Kohlenschiff zu entladen. Ihre sofortige Entlassung In der Diskussion ermahnte Janson, reiflich zu überlegen, Den Crimmitschauer Verkünder der christlichen Nächsten ob man den neuen Tarif anerkenne oder weiterstreiten wolle. beantworteten die übrigen Kollegen mit der gemeinsamen Arbeitsliebe werden die Crimmitschauer Textilarbeiter und das Stadtverordneter Herbert führte aus, es sei schwer, hier einen einstellung. In Frage kommen 70 Mann. Die Verwaltung der deutsche Proletariat nicht vergessen. Er war es, der damals, guten Rat zu geben. Er wolle die Streitenden nicht beeinflussen, Gasanstalt gab heute den Vorfall öffentlich bekannt mit dem Beals die deutsche Arbeiterschaft den Kindern ihrer ausgesperrten fie möchten selbst entscheiden und wenigstens heute abend bestimmen, merken, daß wohl der Betrieb mit Hülfe von schnell anzuwerbenden Brüder und Schwestern den Weihnachtstisch deckte, Worte ver- unter welchen Bedingungen sie zu einer Ginigung bereit seien. Leuten aufrecht erhalten werden könne, daß aber einstweilen eine nehmen ließ, die von allem anderen, nur nicht von„ christ- Mary mahnt ebenfalls zu reiflicher Ueberlegung, damit man, Beschränkung der Nachtbeleuchtung eintreten müsse. licher Barmherzigkeit" überflossen. Dieser Pastor hat sich wenn die Sache etwa scheitere, später der Lohntommission nicht In Aussicht genommen sei, die Straßenbeleuchtung während der damals den Dank der Crimmitschauer Zertilbarone verdient. etwa den Vorwurf mache, sie habe die Situation nicht beherrscht. Nachtstunden zeitlich zu verkürzen. Auf dem Festabend zu Ehren von Arbeiter Jubilaren sprochen hatten, brachte Janson folgenden Antrag ein: Wir des Spinner und Fabrikanten Vereins" feierte der nehmen den Tarif an, wenn folgende fünf Punkte von den Reedern ,, Diener des Herrn" den Abend als ein Familien-, Sieges, anerkannt werden: Erntedank- und Gebetsfest". Es beweise, daß Arbeiter und Unternehmer in Crimmitschau in Freud und Leid zusammengehörten. Die Arbeitsverhältnisse seien hier so geregelt, daß die meisten der nach auswärts gegangenen Arbeiter zu den 4. Wollen die Reeder den Afford durchaus erst von 75 Tonnen Fleischtöpfen Crimmitschaus zurückgekehrt seien". Es fei eine ab zulassen, dann ist auch an Stelle eines Etundenlohnes von Erntedantfeier; es fönne auch in diesem Jahre die In- 60 3f.( bisher) ein solcher bon 65 Pf. zu zahlen. dustrie sich einer gesegneten Ernte erfreuen". 5. Die Arbeitswilligen müssen sofort gekündigt werden, Das Fest solle aber auch eine Gebetsfeier sein. Wir bitten so daß sie nach 14 Tagen verschwinden. Gott, daß in Crimmitschau immer ein guter Geist herrsche, Gehen die Reeder auf diese Vorschläge ein, so wird die Komder das„ Bete und arbeite" hochhält, daß in unserer In- mission ermächtigt, den Tarif zu unterzeichnen. Anderenfalls dustrie immer eine gute Erute gehalten werden kann." Die Versammlung erklärte sich schließlich mit diesem Antrage einverstanden. " M " " Nachdem dann noch verschiedene Redner gegen diesen Tarif ge= 1. Alle Mann kommen wieder auf ihren alten Blab 2. Zement wird zum alten Preise weiter entladen. von 75 Tonnen ab.) 3. Afford wird von 50 Tonnen ab bergeben.( Reeder wollen erst von 75 Tonnen ab.) erst geht der Streit weiter. Ein schweres Bootsunglück. Frankfurt a. M., 6. September. Wie die" Frankfurter 8tg." aus Konstanza( Rumänien) meldet, bestiegen ein Leutnant und dreizehn Matrofen von der Kriegsmarine einen requirierten Kahn, der mit zu furzem Strick an einen Schlepper angebunden wurde. Der Kahn schlug um und alle Insassen ertranken. Die beleidigte Majestät. Duisburg, 6. September.( B. H.) Die Ferienstraffammer verurteilte den Hülfsbauarbeiter Jakob Groß aus Duisburg wegen befand sich seit 19. August in Untersuchungshaft und wurde heute Majestätsbeleidigung zu zwei Monaten Gefängnis. Der Bestrafte vorgeführt. Er hat nach Aussage des Polizeibeamten die betreffenden Aeußerungen in betrunkenem Zustande getan. Das Verhalten dieses Pastors geißelte am Abend des 5. September der Genosse Bartels aus Leipzig in einer Ein Lex- Heinze- Mann. öffentlichen Tertilarbeiterversammlung zu Crimmitschau. Da- Aus Anlaß des Kohlenarbeiterstreits zu Königsberg sollte Würzburg, 6. September.( B. H.) Der politische Redakteur des bei kam es zu folgender charakteristischen Episode: Unser am Dienstag vor dem Gewerbegericht eine private Besprechung Fränkischen Boltsblattes" namens Wothe wurde wegen eines Genosse führte aus, daß wir in einem Stlassenstaate leben und stattfinden, in welcher über die Beilegung des Streits verhandelt Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. Das Fränkische Boltsblatt" ist ein daß so wie heute die offizielle Kirche zu allen Zeiten der Ge- werden sollte. Die Arbeitgeber aber waren nicht erschienen. In in Würzburg erscheinendes Zentrumsorgan. einem Schreiben, das beim Gewerbegericht eingelaufen war, erschichte auf der Seite der herrschenden Klassen gestanden habe. flärten sie, daß es eine Unmöglichkeit sei, für die Holz- und KohlenAusdehnung des böhmischen Bergarbeiterstreita. Auch der Pastor Schink sei Angehöriger dieser Stirche. Er pläge einheitliche Lohntarife anzunehmen, weil dies die Ver- Brüg, 6. September. Der Ausstand der Grubenarbeiter gehöre mit seinem Einkommen von 12000 m. sowie durch schiedenheit der örtlichen Verhältnisse einfach nicht zulaffe. Die nimmt stetig zu. Von 36 Schächten sind 28 im Ausstande. Bei der feinen ganzen Entwickelungsgang zur Bourgeoisie. Daraus Lohntommission der Kohlenarbeiter stellte darum beim Einigungs- gestrigen Nachtschicht arbeiteten von 479 Obertagssteigern 200, bon erkläre sich sein Standpunkt, deshalb vertrete er nur amt des Königsberger Gewerbegerichts den Antrag, eine gemein- 1510 Grubenarbeitern 311, von Obertagsarbeitern 290. Bei der die Anschauungen seiner Stlasse, zu der nicht die Arbeiter, fame Sibung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzuberufen, die heutigen Frühschicht arbeiteten bon 1897 Obertagsarbeitern 1329, sondern die Unternehmer gehörIch entziehe möglichst schon Donnerstag, den 6. d. Mts., stattfinden soll. Die und 2958 Grubenarbeitern 755 Mann. Die nächst Brüg gelegenen Arbeiter beschlossen in einer am Dienstag nachmittag abgehaltenen Schächte Mathilde"," Annahilf" und" Richard", von denen die dem Redner das Wort," platzte der Ueberwachende Versammlung, nachdem sie von dem resultatlosen Verlauf der Ge- beiden letzteren den Lokalbedarf von Brüg decken, haben sich dem plöglich mitten in den Satz unseres Genossen hinein. werbegerichts- Vorbesprechung unterrichtet worden waren, weiter Ausstande angeschlossen. Auch in Dug ist der Ausstand im ZuNicht in Sachsen nur und in Crimmitschau ist so etwas im Streit zu verbleiben und die Arbeit nicht bedingungslos auf- nehmen begriffen. Heute feierten 328 mehr als bei der gestrigen möglich. Uns aber kann es nur recht sein, wenn die Soli- zunehmen. Bemerkt sei noch, daß eine bedeutende Firma für Holz Frühschicht. " Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltuna8blatt Ilr. 208. 23. IahrMg. 1. KtilM des.Arnrls" Knlim KlkMM Freitag. 7. Septenilier M. Hus der Partei. Parteilitcratur. Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie von Franz Mehring wird, wie der Verlag D i e tz N a ch f. in Stuttgart mitteilt, demnächst in dritter Auflage erscheinen. Der Preis des gut gebundenen Bandes wird 5 M. betragen. Der Verlag sagt in seiner Ankündigung: Für die zweite Auflage, deren unveränderter Abdruck als dritte Auflage jetzt vorliegt, ist das ganze Werk einer eingehenden Durchsicht und Revision unterzogen worden. Neben stilistischen Besserungen, die sich über, alle Kapitel erstrecken, ist eine Anzahl von Versehen berichtigt, eine Reihe von Lücken ausgefüllt, und namentlich alles, ivas inzwischen an neuen Forschungen über die Geschichte der Sozialdemokratie erschienen ist, in dein Text verarbeitet worden. Um de» Gebrauch des Buches für praktische und wiflenschaftliche Zwecke zu erleichtern, ist die innere Gliederung des Stoffes übersichtlicher gestaltet und in sechs Bücher geteilt worden, die den modernen wissenschastlichen Kommunismus, die Märzrevolution und ihre Folgen, die Agitation Lassalles, den Streit der Fraktionen, die Einigung der Partei und ihre Geschichte uuter der Herrschaft des Sozialistengesetzes behandeln. Ein Blick auf die neueste EntWickelung der deutschen Sozialdemokratie schlieft das Werl, das auch noch um ein Personenregister vermehrt worden ist. Brandenburger Krciskonferenzen. Auf der Generalversammlung des Reichstags- Wahlkreises Sorau-Forst zu Gassen waren 19 stimm- berechtigte Delegierte, davon 11 aus Forst. 3 aus Sora», je einer aus Koyne, Eulo, Sacro, Gassen und Notzdorf anwesend, außerdem der Zentralvorstand, der Vertreter der Agitationskommission Genosse Schuster und Genosse Lucht von der Organisation Grost-Berlins und Genosse K l ü h s von der„Märkischen Volksstimme". Die Ver- Handlungen begannen mit unerquicklichen Debatten darüber, ob der Zentralvorstand auf der Konferenz beschließende und beratende Stimme haben solle. Die Forster Delegierten, die die Mehrheit hatten und dem Zentralvorstand, dem Genosse Ander vorsteht, wegen seiner Stellung in den letzten Streitigkeiten grollen, setzten es durch, daß ihm nur beratende Stimme gewährt wurde, worauf der Zentralvorstand erklärte, daß er nur seinen Bericht erstatten und dann die Versammlung verlassen werde, was denn auch geschah. Der Wahlkreis hat nach dem Vorstandsbericht 1420 organi- sierte Genossen, aber nur 841 Abonnenten der.Volksstimme". 11 des„Vorwärts" und 10 der„Neuen Zeit". Gewerkschaftlich organisiert sind 699 Arbeiter. Die Einnahme der Zentralkasse be- trug vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1906 3375,79 M., der Kassen- bestand am 30. Juni 1906 223,62 M. An den Parteivorstand wurden 991,20 M. gezahlt. Auf der Sparkasse befinden sich 1293,36 M. Die Ortsvereine hatten eine Gesamteinnahme von 5840,53 M., wo- von 2691,91 M. der Zentralkasse zuflössen; sie hatten insgesamt 852,93 M. Kassenbestand am 30. Juni. Genosse Düwell sprach über den Parteitag. Genosse Schuster von der Agitationskomniission empfahl die Entsendung von drei Delegierten. Es sei nicht unmöglich, daß sonst die Süddeutschen, die Gegner des Massenstreiks wären, in Mannheim die Mehrheit bekämen. Bei den Vorschägen für die Parteitagsdelegation bezeichnete es der Vorsitzende der Konferenz, Genosse K a h r a- Forst, als Schmach und Schande, daß als Delegierte sür Forstes Jotiuärtö" Ictlintt Partei- Angelegenheiten. Rudow. Die nächste Mitgliederversauimlung des Wahlvereiiis findet Sonnabend, den 8. d. Mts., abends 8 Uhr. bei Palm statt. Tagesordnung: 1. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 2. Bereinsangelegenheit. 3. Verschiedenes.— Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Genossen ersucht Der Vorstand. Blankenfelde- Schildow(Bezirk Nieder-Schönhausen). Die fällige Vereinsversammlnng findet am Sonntag, den g. Sep- tember, nachmitlagS 3 llhr. bei Knappe in MönchSmiihle statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Vortrag des Genossen Braun über„Gewerkschaften und Unternehmerverbände". Um rege Beteiligung wird dringend gebeten.— Abmarsch der Nieder-Schönhausener Genosien: mittags 1 Uhr vom Dükerschcn Lokale, Eichenstr. 70, aus.— Berliner JVacbncbten. Anö der Stadtverordncten-Bcrsammlnng. Für die erste Sitzung nach den Sonnnerfericn lag den Ätadtöerordneten eine Tagesordnung vor, die ein recht reichlich bemessenes Quantum Arbeit verhieß. Doch die wichtigsten Stücke wurden von vornherein abgesetzt und einer späteren Sitzung vorbehalten: die Erörterung der Denkschrift des Magistrats über die viel umstrittene Frage der Ucbernahme einzelner Zweige der Wohlfahrtspolizei durch die Stadtgemeinde und die erste Lesung der Vorlage über die Einführung einer Billett- und Lust- barkeitssteuer. Was dann noch übrig blieb, war größtenteils von sehr diel geringerem Interesse als diese beiden Angelegenheiten. Für die Vorbereitung der Wahl eines Stadtschul- rats an Stelle des verstorbenen Gerstenberg hatte die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, dem neu zu wählenden Stadtschulrat nicht mehr neben dem Volksschulwesen auch das Fort- bildungs- und Fachschulwesen zu übertragen. Vor- geschlagen wird die Einsetzung einer gemischten Deputation, die diese Frage zu prüfen hätte. Auch über diesen Antrag kam es gestern noch nicht zu einer Beschlußfassung. Genosse Singer begründete ihn mit dem Hinweise auf den wachsenden Umfang des Fortbildungs- und Fachschulwesens und erinnerte an die aufreibende Tätigkeit, die dem Stadtschulrat Gerstenberg zugemutet worden war. Die Debatte über den Antrag wurde vertagt, weil die frei- sinnigen Fraktionen erst Stellung zu ihm nehmen wollen. Ziemlich flott wurde dann die lange Reihe der übrigen Verhandlungsgegenstände erledigt, das meiste davon ohne bemerkenswerte Debatten._ Bon den Gemeindeschulen, die zur Auflösung bestimmt find, kommen als die nächsten heran die 42. Schule(Naiinynslraße), die 55. Schule(Thorinerstraße) und die 53. Schule(Kurfürstenstratze). Diese drei Schulen hören schon zum Oktober dieses Jahres auf, als selbständige Schulen zu bestehen. Die paar Klassen, die man ihnen zunächst noch lassen muß, werden als„Filialen" an- gegliedert an die 68. Schule(Reichenbergerstraße), an die 171. Schule(Kastanien-Alleej und an die 167. Schule(Genthiner- straße). DaS ist dann das UebcrgangSstadiuin, das zu ihrer endlichen Auflösung hinleitet. Die frei werdenden Schulräume 42, 65 und 53 werden an andere, neu entstehende Schulen vergeben: eine neue ,55. Schule" wird schon im Oktober auf dem Wedding in der Guineastraße eröffnet. Ueber die 42. Schule(N a u n y n st r a ß e) hatten wir bereits im März gemeldet, daß sie dem Untergänge geweiht sei, und da- malS wurde auch von keiner Seite versucht, das zu bestreiten. Es ivird da im Südosten eii� Schulhaus gebraucht, weil die Pflicht- fortbildungsschulen, die ja noch nicht voll entwickelt sind, noch immer an Ausdehnung zunehmen. Mithin muß im Südosten eine Gemeinde- schule als überflüssig angesehen werden, auf daß man ein Schulhaus frei bekomme. Anfänglich hieß es, die 46, Schule(Lausitzer Platz) solle eingehen. Als aber die Eltern sich kräftig dagegen wehrten, tourde Gegenordcr gegeben, und nun brach dafür über die 42. Schule das Unglück herein. Gleich zum April nahm man ihr die Hälfte ihrer Klassen. Der Rest wird wohl bald nachfolgen, ungeachtet der Petition, die hier leider erst im Sommer von Eltern eingereicht worden ist. Dasselbe Schicksal prophezeiten wir schon damals im März der 55. Schule(Choriner straße), deren Räume von der neu eröffnete» dritten Oberrealschule als provisorisches Heim beansprucht werden. Es war ein böses Vor- zeichen, daß nicht lange nachher, im Juni, als den Sladtverordneten die halbjährliche Uebersicht über die Gemeindeschulfrequenz vom Magistrat vorgelegt wurde, die 55. Schule in dieser Zusammen« stellung schon nicht mehr zu finden war. Ein sozialdemokratischer Stadtverordneter fragte, wo sie denn geblieben sei. Ter Stadtsckulrat wußte zunächst keine rechte Antwort. Nach- her teilte er dann brieflich mit, die Schule sei doch in der Zusammenstellung mit ausgeführt, aber allerdings nicht als „55. Schule", sondern als Filiale der 171. Schule. Damals mutzte man annehmen, daß das ein Versehen sei. Heute wissen wir. daß die bisherige 55. Schule vom Oktober ab tatsächlich nur noch Filiale der 171. Schule sein wird. Da war also der Mann, der die Frequenzübcrsicht zusammenstellte und dabei jenes Versehen beging. den Ereignissen nur um ein Geringes vorausgeeilt. Von der 53. Schule(Kurfür st en straße) war uns bisher nicht be- kannt gewesen, daß sie gleichfalls„überflüssig" sei. aber jetzt ist auch sie zur baldigen Auflösung bestimmt ivorden. Man wird ja wohl nächsten« hören, wozu da im Westen das frei werdende Schulhaus gebraucht wird. Diese Schulenauflösungen häufen sich jetzt in bedenklicher Weise. Gewiß. eS gibt Stadtteile, deren Bevölkerung fortgesetzt abnimmt. sodaß in den dort bestehenden Gemeindeschulen die Schülerzahl immer geringer wird. Wir finden aber, daß die Schulverwaltung doch ein bißchen sehr schnell zur Auflösung von Schulen schreitet. Muß denn eine Gemeindeschule durchaus ihre 700, 800, 900, 1000 und mehr Schüler haben? Soll vielleicht eine Gemeindeschule, deren Schlllerzahl auf 600, 500, 400 herabgegangen ist. schon als„Zwergschule" gelten, die keinen selb« ständigen Schulorganismus mehr bilden können? Man könnte sich nur freuen, lvenn in Berlin Gemeindeschnlen auch mit geringen Frequenzen in größerer Zahl vorhanden wären oder gar die Regel bildeten. Bei höheren Lehranstalten werden solche Frequenzen als wünschenswert angesehen, bei Volksschulen aber will man das für Luxus und Verschwendung erklären. Bei Volksschulen handelt eS sich ja allerdings nur um den Nachwuchs der Ar- beiterbevölkerung. Daher der Unterschied! Berkehrsverbesserungen auf dem Bahnhof Gesundbrunnen. Von der königlichen Eisenbahndirektion Berlin ist jetzt ein Pro- j e k t zur Regelung der Verkehrsverhältnisse auf dem Bahnhof De- sundbrunnen hergestellt worden, welches demnächst auch dem Ber- liner Magistrat zugehen wird. Nach dem Projekt wird unter der sogenannten„Millionenbrücke", welche eine Verbindung zwischen der Swinemünder- und Bellermannstrahe herstellt, eine zweite lieber« brückung der vier Bahnsteige der Station Gesundbrunnen erfolgen. Von dieser Brücke aus sollen dann besondere Zugänge zu den Stadt«, Ring- und Vorortbahnfteigen geschaffen werden. An der Bellermannstrahe ist die Einrichtung einer Fahrscheinverkaufs- Halle geplant, durch welche die Schalter an der Brunncnstrahe und am Ausgang zur Hochstraße entlastet werden sollen. Für den Fernverkehr werden nach wie vor nur die alten Eingänge zum Bahnhof Gesundbrunnen in Betracht kommen, weil sich von dem neuen Zugang aus eine Güterbeförderung zum Bahnhof nicht er- möglichen läßt. Die Kosten des Bahnsteigprojektes sind noch nicht endgültig festgestellt, werden aber sehr bedeutende sein. Diebstähle von Fernsprechdraht häufen sich jetzt in der Unt- gebung von Berlin in immer schnellerer Folge. Nachdem in der vorletzten Nacht ein solcher entdeckt worden ist, liegen uns von gestern gleichzeitig zwei Meldungen auf einmal über solche Störungen des Verkehrs vor. In der Nacht vom 2. zum 3. Sep- tember sind etwa 600 Meter nördlich der Wegkreuzung Tegeler Weg— Königsdamm zwischen den Holzstangen 11 und 12 zehn An- schluhleitungen durchschnitten und gestohlen worden. Das Gewicht des entwendeten IVv Millimeter starken Bronzedrahts beträgt rund 10 Kilogramm, der Wert rund 20 M. In der folgenden Nacht vom 3. zum 4. September sind dann aus der vom Strafgefängnis Plötzcnsee nach den Petroleumwerkcn führenden Fernsprech- Anschluhlinie zwischen den Stangen 8, 1 und 2 in der Nähe von Riedemanns Privatwcg 18 Leitungen gestohlen worden. Das Ge- wicht des 1V6 Millimeter starken Bronzcdrahts beträgt rund 36 Kilogramm, der Wert 70 M. Zur Frage der Bierpreiserhöhung ivird berichtet, daß dcr Weihbier-Ring bereits kapituliert habe. In der Versammlung des Vereins Berliner Weißbier- wirte, die Mittwochabend im Ludwigschen Restaurant in Treptow tagte, wurde ein Schreiben verlesen, das der Vorstand des Vereins Berliner Weißbierbrauereien(der Ring), gez. A. Richter und Ulrich, an den Vorsitzenden des Weißbierwirteverems, Stadtv. Zacharias, ge- richtet hat. ES heißt darin: „Wir machen Ihnen hiermit die ergebene Mitteilung, daß wir den Preis für die halbe Tonne Weißbier mit dem heutigen Tage auf 7 Mark reduziert haben. Zu unserem Bedanern war es nicht möglich, mit unserer Absicht, durch die Herstellung eines stärkeren Gebräus die Berliner Weißbierindnstrie zu heben, die Unter- ftützung der Gastwirte zu finden. Wir haben deshalb mit schwerem Herzen die Durchführung unserer Pläne nach dieser Richtung hin aufgegeben." Bei den Verhandlungen mit den Wirten hatte der Weitzbierring eS bekanntlich abgelehnt, sich mit einem Preis von 7 M. zu be- gnügen, er setzte den Preis auf 7.50 M. fest. Durch daS Abkommen der Wirte mit den obergärigen Brauereien, die den Liter für 9 Pf. liefern, ist dem Ring die Durchsetzung der Preiserhöhung unmöglich gemacht worden und er geht deshalb auf 10 Pf. pro Liter zurück. Jetzt dürfte der Rückzug aber zu spät sein. In der vorgestrigen Versammlung erklärte der Vorsitzende, daß eine Vorstandssitzung demnächst zu dem Schreiben des Weißbierringes Stellung nehmen werde. Bis dahin bleibe eS den Mtgliedern überlassen, von wo sie ihr Weißbier beziehen wollen. Damit solle aber nicht gesagt sein, daß man nun den Neun-Pfennig-Vrauereien untreu werde. Von den Versammlungsrednern wurde dringend davor gewamt, auf daS Angebot des WeißbierringeS einzugehen. DaS Bier der ringfreien Brauereien fei sehr gut und wenn der Ring die unbequeme Konkurrenz beseitigt habe, werde er doch wieder die Preise erhöhen. Wie weiter mitgeteilt wurde, hat der Vorstand des Weißbier- Wirtevereins beschlossen, eine neue Brauerei anzukaufen, um sie genossenschaftlich zu betreiben. Die Versammlung stimmte diesem Vorschlage zu. Die schon bestehende GenossenschastSbrauerei des Vereins ist mit Aufträgen so überhäuft, daß sie baulich ver- größert werden muß. Am 15. November wird der Neubau vollendet sein und die Bierproduktion in vergrößertem Umfang geschehen.— In der außerordentlichen Hauptversammlung des Vereins der Weiß- bierwirte. die im Anschluß an die Vereinsversammlung stattfand, wurde beschlossen, den Verein eintragen zu lassen. Was die Preiserhöhung für Bayrifch-Bier betrifft, so ist die Sache noch auf dem alten Fleck. Der Brauereiring hat erneute Unterhandlungen abgelehnt und zahlreiche Gastwirte sind dabei, dem Ring durch Einführung von ringfreiem Bier schweren Schaden zuzufügen. Die Gastwirte selbst liegen sich bei diesem Hin und Her in den Haaren, wie nachstehende Erklärung des Vorstandes des Verbandes der Gast« und Schankwirte Berlins erkennen läßt. I» dieser Erklärung heißt eS:„Nachdem bereits der Berein Berliner Gastwirte den Versuch gemacht hat, durch eine Resolution selbständig ohne Fühlungnahme mit den anderen Berliner Verbänden und Vereinen den zukünftigen Bierverkaufspreis in Verlin zu bestimmen, ist jetzt seitens der Zone Berlin deS Deutschen Gastwirteverbandes neuerdings der Versuch gemacht worden, einseitig Verhandlungen mit den Brauereien anzuknüpfen.... Wir sehen uns angesichts dieses einseitigen Vor- gehens der in Frage kommenden drei Vereine zu der Erklärung genötigt, daß dieselben nur eine sehr bescheidene Minderheit der Gastwirte in und um Berlin repräsentieren und daher keinerlei Recht und Vollmacht haben, im Namen der Berliner Gastwirte oder gar in deren Vollmacht mit den Brauereien Verhandlungen zu pflegen oder Vereinbarungen zu treffen." Opfer deS Verkehrs. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Break und einem ArbeitSfuhrwerk erfolgte gestern in der Friedenauerstraße. Der Buchhalter Gcrbich aus Wilmersdorf war mit einem Break durch die Friedenauerstraße gefahren. In der Nähe der Ringbahn- brücke scheute plötzlich das Pferd vor einem herannahenden Stadt- bahnzug und ging durch. Vergeblich versuchten G. und auch der Kutscher das wilde Tier zum Stehen zu bringen. Mit voller Wucht wurde das leichte Gefährt gegen einen Arbeitswagen ge- schleudert. G. und der Kutscher fielen bei der Karambolage auf die Straße und der erstere geriet mit dem Fuß so unglücklich zwischen die Radspeichen deS Arbeissfuhrwerks, daß er ihm bis zum Knöchel vollständig abgedreht wurde und nur noch lose am Beine hing. Der Kutscher hatte äußere Verletzungen erlitten.— Zwischen zwei Automobile geraten und schwer verletzt wurde gestern vormittag der Chauffeur Wilhelm Werner aus der Reichenberger- straße, der bei der Bedag-Gesellschaft angestellt ist. W. wurde beim Ausfahren eines Bedag-Wagens zwischen diesen und einen anderen Kraftwagen gequetscht und schwer verletzt nach der Unfallstation in der Eichendorffstraße eingeliefert.— Furchtbar zugerichtet wurde gestern abend der fünfjährige Paul Arommcit, dessen Eltern Putbuserstraße 31 wohnen. Der Kleine befand sich, mit seinem siebenjährigen Bruder vom Humboldthain kommend, auf dem Heim- wege, und als die beiden die Brunnenstraßc überschritten, ge- rieten sie zwischen einen im vollen Trabe herankommenden Stein« wagen und einen Straßenbahnwagen. Während eS dem älteren Knaben glückte, sich auf den Bürgersteig zu retten, wurde der kleine A. von den Pferden deS Lastwagens niedergerissen und über- fahren. Das bedauernswerte Kind hatte schreckliche Verletzungen erlitten. Das linke Ohr war vollständig abgerissen und das rechte zermalmt. Außerdem hatte der Knabe einen komplizierten Schädel- bruch, einen Nasenbeinbruch und schwere innere Verletzungen davon- getragen. In hoffnungslosem Zustande wurde er in das Kinder- krankenhaus eingeliefert.— Bei einem weiteren schweren Unglücks- fall in der Brunnenstraße kam das dreijährige Töchtcrchcn de» Kaufmanns Wolfs aus der Putbuserstraße 40 zu Schaden. In einem unbewachten Augenblick riß sich das Kind von der Hand der Mutter los und lief blindlings in eine Droschke hinein. An der rechten Hand wurden dem Mädchen zwei Finger abgefahren und auch schwere innere Kopfverletzungen wurden festgestellt. 1 0{{(Jl(Ii jj J Freitag, 7. September tOOO. Ein schwerer Straßenbahnunfall, der nicht nur den Unfall- habenden für immer zum Krüppel gemacht, sondern auch das Leben eines gänzlich Unbeteiligten gefordert hat, passierte gestern nachmittag in Nixdorf. Gegen>/j2 Uhr versuchte der fünfjährige Sohn Willi des in der Warthestr. 7 des genannten Vororts wohnenden Schlossers Nitschke vor dem Hause Hermannstr. 94 unmittelbar vor einem heran- nahenden Straßenbahnwagen der Linie 94 über den Straßendainm zu laufen. Obwohl der Führer des Kraftwagens. dieGefahr erkennend, sofort Gegenstrom gab und nach Kräften bremste, konnte er das Unglück doch nicht verhüten. Der Kleine wurde umgestoßen und geriet mit dem Oberkörper unter den Schutzrahmen des Vorderperrons. Durch hinzukommende Passanten wurde der Wage» angehoben und der Knabe aus seiner entsetzlichen Lage befreit. Er hatte einen Becken-' bruch erlitten und wurde, nachdem er die erste Hülfe auf der Unfallstation erhalten, nach dem Kinderkrankenhause in der Hasenheide geschafft. DaS Geschrei der entsetzten Zu- schauer des bedauerlichen Unfalles hatte auch zwei Männer, die in einem gegenüberliegenden Restaurant Billard spielten, herbeigelockt. Sie traten neugierig hinzu und sahen das Känd in seiner entsetz- lichen Lage. Der eine der Männer, der Putzer Hugo Äröbel, Hermannstr. 95/96 in Nixdorf wohnhaft, stieß einen Schrei aus und sank dann leblos in die Arme seines Begleiters. Ein durch den Schreck hervorgerufener Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet. Ein AbzahlungSschwinbler auf Kreidezeichnungen brandschatzt seit einiger Zeit die Einwohner der nördlichen Vororte. Als Opfer sucht sich der Gauner vorwiegend Dienstmädchen aus, da er die» selben leichter für seine betrügerischen Zwecke zu gewinnen ver- mag. Der Schwindler tritt äußerst dreist und mit großer Rede- gewandthcit auf. Er legt seinen Opfern tadellos ausgeführte Probe-Kreidczeichnungen vor, die von Photographien abgemalt sind und ersucht dann um geneigten Auftrag. Natürlich mutz, wie dies überall der Fall ist, eine Anzahlung geleistet werden, und sobald der Schwindler im Besitze des Geldes und der Photographie ist» empfiehlt er sich auf Nimmerwiedersehen. Eine ganze Gesellschaft beslohlen. Erheblich geschädigt wurde eine größere Anzahl junger Mädchen, die gestern einen gemeinsamen Vereinsausflug nach dem Grunewald unternommen hatten. In Wannsee kehrten sie in dem Müllerschen Gartenlokal ein und während nebenan im Walde ein Spiel veranstaltet wurde, blieb eines der Mädchen zurück, um die Sachen ihrer Freundinnen zu beaufsichtigen. Die Portemonnaies hatte man sämtlich mit dem Gelde in einem großen Pompadour untergebracht, damit das wert- volle Gut um so leichter beobachtet worden konnte. Als die Wächterin, die sich nur auf kurze Zeit von ihrem Standplatz ent- fernt hatte, wieder zurückkam, war der Pompadour mit samt den Geldern verschwunden. Ein dreister Dieb, der wohl' beobachtet haben mußte, daß der Pompadour mit den Portemonnaies an- gefüllt worden war, hatte die kurze Abwesenheit des jungen Mädchens dazu benutzt, den wertvollen Beutel zu rauben. Mehrere der Ausflüglerinnen haben dadurch erhebliche Geldsummen ein- gebüßt. Ein schwerer Bauunfall hat sich auf dem Grundstück der Munitions- und Waffenfabrik von Ludwig Löwe ereignet. Dort wird zurzeit ein Neubau errichtet und als der Maurer Ernst Brahtz, Prinzenstraße 42. an der Mauer vorüberschritt, stürzte plötzlich von der dritten Etage eine Mulde mit Backsteinen herab und traf B. so, daß er bewußtlos zusammenbrach. Der Bedauerns. werte hatte einen schweren Schädelbruch erlitten und wurde in das Paul Gerhardt-Stift eingeliefert. Unsere Warnung vor einem sich Professor'nennenden Herr» G. Keith-Harvey, London, der in den Zeitungen ein Gratisbuch über Schwerhörigkeit anpreist und betont, daß eS möglich sei.„vermittelst der heutigen Wissenschaft in wenigen Wochen Gehörstörunge» zu Hause zu kurieren, ohne hohe Aerztehonorare zu zahlen", hat uns aus unserem Leserkreise eine ganze Anzahl Zuschriften ein- getragen, nach welchen sich die Einsender von dem Herrn Professor betrogen glauben. Das Verfahren, das der Herr anwendet, ist mit geringen Abweichungen immer dasselbe: Wer sich an den Herrn Professor um Zusendung des angekündigten Gratisbuches wendet, erhält in der Hauptsache ein ganzes Paket Danksagungen zugestellt. Reagiert er nicht darauf. so wird er bald mit neuen Schreibebriefen bombardiert, die neue Danksagungen enthalten und natürlich darauf abzielen, einen Apparat zu bestellen, der das Gehör wiedergeben soll. Vielfach wird gar nicht erst auf die Bestellung gewartet, sondern der„Gehör- apparat" trifft unter Nachnahme ein. Mancher, der glaubt, durch dieses Mittel doch sein Gehör wieder zu erlangen, erlegt die dreißig Mark, die gefordert werden, andere wieder verweigern die Annahme. Die meisten fallen auf Grund der zu- gesandten Danksagungen hinein, auf Danksagungen, die oft auf sehr zweifelhafte Weise zustande kommen. Auf diese Danksagungen scheint sich das ganze Geschäft des„Herrn Professors" aufzubauen. denn der Herr ist sehr dahinter her, solche Danksagungen zu be- kommen. Jedem, dem ein solcher Apparat zugeht, geht entweder gleich oder bald nach Enipfang desselben ein Schreiben zu um weitere Empfehlung. So mancher, der sich anfangs einbildete, etwas besser zu hören,.chickt in der ersten Freude über den„Erfolg" die ver- langte Danksagung ab, um bald zu sehen, daß er sich selbst getäuscht hat. Uns liegen diesbezügliche Aeußerungen von solchen Leuten vor. Herr G. Keith-Harvey-London ist auch„großmütig", wie er in einem Schreiben an eine Frau erklärt, der die 30 M. un- erschwinglich waren. Er bemerkt in einem solchen Schreiben, wenn der Adressatin die 30 M. zu hoch seien, so sei er gar nicht so und mache mit ihr eine Ausnahme und liefere auch für 15 M., also für die Hälft«: ihm sei eS doch in der Hauptsache darum zutun, daß die Bedauernswerte ihr Gehör wiedererhalte. Dieser Wohltäter der Mensch- heit scheint nur sehr verkannt zu werden, denn es gibt Leute, die in diese Versicherungen starken Zweifel setzen. Wir möchten an diese Darlegungen die Mahnung knüpfen, die wir schon so oft aus- gesprochen haben: in solchen Fällen sich lieber an einen tüchtigen Spezialarzt zu wenden, als auf diese Weise daS Geld zum Fenster hinauszuwerfen. Vermißt wird der 18 Jahre alte Willi Schmidt, ber Bergmann- straße III bei seinen Eltern wohnte. Er ging Mittwoch früh von Hause fort, ist aber von der Arbeitsstelle nicht zurückgekehrt. Im Laufe des Tages traf bei den Eltern ein Brief ein. in dem der junge Mann seine Ansicht kundgab, aus dem Leben zu scheiden. Die Eltern befürchten das schlimmste und bitten um Nachricht über den Verbleib ihres Sohnes. Ein Bolks-Kabqrett-Adend findet am Sonntag, den 9. September, abends 7>/z Uhr. im GewcrkschaftShause. Engel-Ufer 15, großer Saal, statt. Das Programm ist ein sehr ausgewähltes. Es wirken mit: Herr Arthur Teuber vom Lessing< Theater: Herr Georg Wolf vom Thalia-Theater: Herr Gyghi, BiolinvirtuoS: Herr Prof. Schiermann. Kkaviervirtuos: Herr Emil Walkotte, Rezitator; Frl. Mara Seidlitz, Konzertsängerin, und Frl. Marg. Walkotte, Vortragskünstlerin. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Im Luisen- Theater ging am Mittwoch die Posse:„Eine Nacht in Berlin" über die Bretter. Das tüchtige Spiel, in dem sich vor allem Käthe Wille-Bach und Heinrich Bach hervor« taten, sorgte dafür, daß das Publikum auf seine Kostet» kam. Gesperrt werden behufs Un, Pflasterung für Fuhrwerke und Reiter bis auf weiteres: Das Bethanien-Ufer vom Mariannenplatz bis zur Adalbertstraße vom 10. d. M. ab, das Elisabeth-Ufer von der Oranienbrücke bis zur Verbindungsstraße zwischen Elisabeth-Ufer und Naunuitstraße vom 18. d. M. ab, das Luffen-Ufer von der Oranienbrücke bis zur VerbuidungSstraße zwischen Luisen-Ufer und Das gesamte Terrain der Gesellschaft meist hinter der die Straßenpflasterung auf Kosten der Gesellschaft von Gemeinde Kadettenanstalt gelegen soll bis zum Jahre 1920 aufgeschlossen, wegen ausgeführt werden. des südlichen Ortsteiles nunmehr fanalisiert werden kann. Bisher Der Vertrag ist insofern noch von Wichtigkeit, als ein Stück war dies nicht möglich, da die Terraingesellschaft die Durchlegung Der Dresdenerstraße einschließlich der provisorischen Zufahrtsstraße zur Nur aus dem vorhergehenden allgemeinen Referat des Schöffen Verteidiger, Rechtsanwalt Broh, hatte zum gestrigen Termin bisherigen Notbrücke vom 13. d. M. ab, die Greifswalderstraße von Dr. Zeugner ging hervor, daß mit den zerfahrenen und un- eine Reihe von Entlastungszeugen geladen, die bekunden sollten, der Danzigerstraße( öftlicher Damm) bis zum definitiven Pflaster sicheren Rechtsverhältnissen zwischen Gemeinde und Terraingesell- daß der Angeklagte in Notwehr gehandelt hätte. Die eingehende des westlichen Dammes vom 6. d. M. ab und das Schleswiger Ufer schaft durch den vorgelegten Vertrag aufgeräumt werden solle. Be- Beweisaufnahme ergab in der Tat, daß der Gestochene kurz vorvon der Achenbachbrücke bis zur Flotowstraße vom 10. d. M. ab. kanntlich hat die Gemeinde den gegen die genannte Gesellschaft an- her einen Revolver abgeschossen hatte, freilich ohne zu treffen und Feuerbericht. Gestern früh hatte die Feuerwehr bereits den loren, und der Berichterstatter ließ deutlich genug durchblicken, in der Hand, losgesprungen war. Der Angeklagte, der erst einige geftrengten Prozeß wegen Regulierung verschiedener Straßen ver- dann noch auf den Angeklagten, mit dem abgeschossenen Revolver hundertsten Alarm in diesem Monat zu verzeichnen. In der daß die Terraingesellschaft unter den früheren Verhältnissen Tage vorher nach Berlin gekommen war, hatte, wie sich ergab, inChristinenstraße 9 brannten Preßkohlen u. a. Wegen eines Brandes in der Glühlampenfabrik des Zirkon- Glühlampenwerkes auf dem zum Schaden der Gemeinde sich sehr wohl gefühlt habe", d. h. auf folge der damals gerade herrschenden Hennig- Furcht bei der " Elektrischen Hof", Müllerstraße 30, rückte ein großes Lösch- Kosten der Gemeinde bedeutende Profite eingeheimst hat. Revolverschießerei des ihm unbekannten Angreifers sein Leben für aufgebot nach der Brandstelle aus, dem es durch kräftiges Waffer- eine 20prozentige Landabgabe bewilligen, ferner zu den Kosten der Der Verteidiger führte auf Grund der Beweisaufnahme aus, daß Nach dem neuen Vertrage soll nunmehr die Terraingesellschaft bedroht gehalten und in Furcht und Schrecken darauf losgestochen. geben gelang, die Flammen auf die Glühlampenfabrik zu be- Regulierung der sogenannten„ alten" Straßen, an denen die Ge- der Angeklagte in berechtigter Notwehr gehandelt habe. Die schränken. Die übrigen elektrischen Betriebe blieben verschont. Gleichzeitig hatte die Wehr am Kottbuser Ufer 62 zu tun. Dort sellschaft kein Gelände mehr besitzt, einen Beitrag von 50 000 M. Straftammer schloß sich dem an, hob das erste Urteil auf stand das Dach mit den Bodenverschlägen in Flammen. Wegen leisten. und sprach den Angeklagten frei. der großen Berqualmung ließ der Brandmeister v. Borch eine Straßen eine geringere Dammbreite erhalten sollen, als ursprüngDagegen hat die Gemeinde eingewilligt, daß verschiedene Schlauchleitung über eine große mechanische Schiebeleiter vor lich bestimmt worden war. Arbeiter oder selbständiger Unternehmer? nehmen und Sappeure mit Giersbergschen Rauchapparaten ausDer Fliesenleger Coblig flagte beim Gewerbegericht gegen gerüstet bis zum Brandherd vorrücken. die Gesellschaft Christalonis auf Zahlung eines Affordrestes und Es gelang eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Bei einem Brande, der Vertreter der Beklagten wandte ein, Kläger ſei ſelbſtändiger einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. nachts in der Schlegelstraße 14 ausfam, erlitt die dort arbeitende Schneiderin Elisabeth Christall, Ackerstraße 22, Brandwunden an Unternehmer gewesen. Nach einer Beweiserhebung wies die der Hand. Gleichzeitig mußte in der Alexandrinenstraße 32 ein gerichts mit folgender Begründung ab: Der Kläger, der für die Kammer 3 die Klage wegen Unzuständigkeit des GewerbeWohnungsbrand gelöscht werden. Betten und Möbel waren dort in Beklagte Arbeiten zu dem Akkordsaße von 3 M. übernahm, habe Brand geraten. Wegen eines Gardinenbrandes in der alten Zentral- Markthalle wurde die Wehr abends um 8% Uhr alarmiert. der Druckrohre durch ihr Gelände einfach verweigerte! verschiedene Leute beschäftigt, teilweise zu einem geringeren Ferner hatte die Feuerwehr auf mehreren Bahnhöfen Kohlenbrände Aber wir möchten noch auf den Inhalt eines Paragraphen auf- Bauschquantum der Invaliden- und Krankenversicherungsbeiträge Dies sind im wesentlichen die Bestimmungen des Vertrages. Sa se, nämlich 2,50 M. Dann habe er sich vom Verdienst das zu löschen. In der Leipzigerstraße 19 hatte der Zug 19 zu tun. merksam machen, der die Arbeiterschaft besonders inter- für die von ihm beschäftigen Leute abziehen lassen, habe also die Dort war der Anker am Fahrstuhlmotor durchgebrannt. Ein Kellerbrand, verursacht durch Selbstentzündung von Zumpen, bessieren dürfte und daher auch von der hiesigen bürger- Pflichten des Arbeitgebers übernommen, die Beklagte nur auf sein schäftigte den 3. Zug in der Stralsunderstraße 51. Nicht weitlichen Preſſe mit feinem Instinkt unterschlagen worden ist. Es iſt konto für ihn vorläufig erfüllt habe. Ein Zeuge habe bekundet, davon, Brunnenstraße 26, mußte ein Wohnungsbrand gelöscht schlossenen Terrains zu pflastern find. nämlich bestimmt, daß alle zwei Jahre zirka 400 Meter des er- daß er von E. angenommen worden sei, nachdem ihn der Gewerden. Ein Ladenbrand, veranlaßt durch Selbstentzündung von schäftsführer Blumenfeld der Gesellschaft Christolanis an C. mit den Breßtohlen, beschäftigte den 15. 3ug in der Wicleffstraße 31. denn sie hätte C. die Arbeit zur selbständigen Ausführung überWorten verwiesen habe, die Firma fönnte ihn nicht beschäftigen, Außerdem wurde die Wehr nach der Lothringerstraße 73 gerufen, wo Betten, Gardinen, Möbel usiv. in Flammen standen, und hatte geben. Der Chef habe auch mehrfach betont, daß er mit den dann noch in der Trebbinerstraße 7, Gaudystraße, Karlstraße 38, hätte in der Verhandlung erklärt, Herr Blumenfeld habe ihm geBeuten nichts zu tun hätte, sondern nur mit C. Und C. selbst Seidestraße 15/16, Reichenbergerstraße, Borsigstraße 15 und anderen Stellen zu tun. sagt, er sollte sich nur billige Leute suchen, damit er einen schönen Verdienst erziele. Nach alledem sei bewiesen, daß C. als Unternehmer nicht als Arbeiter der Gesellschaft gegenüberstehe. Als solcher könne er aber nicht gegen einen anderen Unternehmer vor dem Gewerbegericht klagen. Fälle wie der vorliegende, in denen die Entscheidung, ob Gruppenafford oder Werkmeisterfelten. Die Entscheidung ist deshalb nur von Fall zu Fall mögstellung oder Zwischenmeistertum vorliegt, zweifelhaft ist, sind nicht lich, weil die formalrechtliche, mangelhafte und unklare Gestaltung des Werkvertrages und der Akkordarbeit mit den dem Arbeitsvertrage zugrunde liegenden wirtschaftlichen Elementen nicht übereinstimmt. Vorort- Nachrichten. Die Sterblichkeit in Rigdorf hat in den Monaten Juli und August wiederum die Aufwärts bewegung gehabt, durch die diese Monate alljährlich gekennzeichnet werden. Besonders hoch war die Zahl der Sterbefälle in dem sechswöchigen Zeitraum vom 8. Juli bis zum 19. August: sie stellte sich da in den einzelnen Wochen( wir benutzen die Angaben der Wochentabellen des Reichs- Gesundheitsamts) auf 53, 53, 54, 62, 76, 63. Die Woche vom 5. bis 11. August brachte mit 76 Sterbefällen das Maximum, worauf dann in der folgenden Woche wieder die Abwärtsbewegung einsetzte. In den ersten Wochen dieses sechswöchigen Zeitraums war die Sterblichkeit nur erst so hoch, daß die Berechnung aufs Jahr 17,1 Sterbefälle pro 1000 Einwohner ergab. Zur Zeit des Maximums dagegen ergab die Berechnung aufs Jahr 24,6 Sterbefälle pro 1000 Einwohner. abwendbaren Naturereignissen und höherer Gewalt, bei Frost Eine Verlängerung dieser Frist finde nur statt bei unund Streits!" stätigen, daß diese Bestimmung generell in allen Verträgen Herr Schöffe Lange hatte noch die Freundlichkeit, zu beder Gemeinde aufgenommen ist. Die Streits also gehören zu den„ unabwendbaren höheren Gewalten" beileibe nicht die Ursachen zu den Streiks. Damit ist endlich einmal auch öffentlich festgestellt, was Ein geweihte allerdings schon lange wußten, daß Gemeindeborstand und Gemeindevertretung auch hierorts Soffentlich ziehen die Arbeiter von Groß- Lichterfelde die KonPartei für das Unternehmertum ergreifen. sequenzen daraus. Der Vertrag wurde einstimmig angenommen. Zur späteren Anlage eines Friedhofes wurde der Ankauf von 33 Morgen Land von der Terraingesellschaft, gegenüber den Schießständen der Kadettenanstalt und an der Schönower Chauffee ge= legen, beschlossen. Der Preis beträgt 50 M. pro Quadratrute. Gegen die Konzessionierung einer neuen Privat- 3rrenanstalt für reiche Patienten in der Manteuffelstraße, soll Einspruch er hoben und mangels gefeßlicher Gründe für einen solchen Einspruch soll auf den Villencharakter des Ortes hingewiesen werden, obwohl Schöffe Lange betonte, daß auch in Villen Verrückte vorGegen diese Behauptung wurde fein Einspruch erhoben, jener gegen die Erteilung der Konzession jedoch aufrecht erhalten. tommen". Beim Spielen ertrunken ist an der steilen Uferböschung an der Treskombrücke der fünfjährige Sohn des Schuhmachers Karnat. Zeuge des bedauerlichen Vorfalles war nur ein neunjähriger Knabe, der ihm leider nicht helfen konnte. Schon längst wäre es notwendig gewesen, daß die Amtsbehörde an dieser gefährlichen Stelle VorWie sehr die Höhe der Gesamtsterblichkeit durch den Anteil der Säuglingssterbefälle beeinflußt wurde, das zeigen die folgenden Zahlen. Von Kindern des ersten Lebensjahres starben in Ober: Schöneweide. den sechs Wochen 26, 31, 34, 48, 50, 45. Diese starke Aufwärtsbewegung der Gesamtzahl der Sterbefälle ist, wie man sieht, lediglich durch die rapide Zunahme der Säuglingssterblichkeit bewirkt worden. Die Säuglingssterblichkeit zeigt diese Zunahme, wie bekannt, in jedem Sommer. Die Erkrankungen an Brech durch fall Darmtatarrh, Magentatarrh, die alljährlich in den fichtsmaßregeln getroffen hätte. heißesten Monaten in großer Zahl auftreten, enden bei Säuglingen Reinickendorf. nur zu leicht mit dem Tode. In den sechs Wochen vom 8. Juli bis zum 19. August starben in Rirdorf an Brechdurchfall, Darmkatarrh, Magentatarrh zusammen 17, 18, 21, 36, 42, 35 Personen, und unter diesen waren 14, 13, 17, 34, 40, 34 Kinder des ersten Lebensjahres. Beide Zahlenreihen verlaufen ziemlich parallel den oben mitgeteilten Zahlenreihen der Gesamtsterblichkeit und des Anteils der Säuglichkeitssterblichkeit. Die Stadt Nirdorf gehört zu denjenigen Nachbargemeinden Berlins, die durch eine hohe Sterblichkeit und namentlich auch durch eine hohe Säuglingssterblichkeit einen traurigen Ruhm erlangt haben. Uebertroffen wird Rigdorf in dieser Beziehung von nicht sehr vielen der anderen Vororte. Man begreift ohne weiteres, auf welche Ursachen es zurückzuführen ist, daß die Stadt Rigdorf mit in der ersten Reihe der sogenannten„ ungefunden Orte" steht: sie ist eben eine Arbeiterstadt. Rixdorf. melden. Mit einem Pfeile das Auge ausgeschossen. Allen Eltern möge ein verhängnisvoller Unglücksfall zur Warnung dienen, der sich gestern in dem Hause Reuterstr. 36 zugetragen hat. Häufig fann man jetzt Kinder mit Fligbögen" spielen sehen, wobei in den meisten Fällen zugespiste Pfeile benutzt werden. So vertrieben sich auch gestern in dem Flur des erwähnten Hauses mehrere Knaben die Zeit mit dem Fligbogen". Als der 11jährige Schülec Eckart den Pfeil abschoß, traf er den 5jährigen Sohn des Bahnschaffners Michaelis in das rechte Auge. Das Kind wurde zwar fofort in eine hiesige Klinik gebracht, doch war das Auge nicht mehr zu retten. Nieder- Schönhausen. Eine von Antisemiten einberufene Volksversammlung tagte am Dienstag im Schnoffenegerschen Lokal. Referent war der Reichstagsabgeordnete Bruhn, der über„ Kapital und Arbeit" referierte. Daß diese Rede nichts anderes als eine Kanonade gegen jener Richtung fennt, selbstverständlich. Besondere Erfolge dürften das Judentum war, ist wohl für jeden, der die Geistesprodukte die antisemitischen Ergüsse in dem sozialdemokratischen Reinidendorf wohl sicher nicht gehabt haben. Spandau. Der Ländlich, fittlich. Eine Gemeindevertretersizung mit anschließender Rauferei beschäftigte gestern die erste Ferienstraffammer des Landgerichts II in einer Antlagesache, die sich gegen den Bauerngutsbesitzer und Gemeindefchöffen Albert Wollschläger aus Klein- Beeren richtete. In dem im Kreise Teltow liegenden Dörfchen Klein- Beeren war die Majorität gegen die Erbauung eines Weges; die andere Partei vertrat die Ansicht, ..gebaut wird er doch!" Es kam zu einem heftigen Wortgepläntel. Der Bäder Thieme rief mit Stentorstimme einem seiner Gegner zu:" Da bist Du zu dämlich zu, um so etwas zu verstehen!" Als Antwort riefen ihm sofort mehrere Personen zu:„ Back man lieber Deine Schrippen größer, vielleicht wirst Du davon schlau." Kosjäth Dorzheimer, ein Herr von 60 Jahren, rief, vor Aufregung ganz blaurot im Gesicht, dem Gemeindeſchöffen und jetzigen Ange= flagten Wollschläger wiederholt das schöne Wort zu:" Du oller Duffel, quatsch nich' so dämlich!" Wollschläger drohte darauf, er werde ihm, wenn er nicht sofort das Maul halte, in die Fresse schlagen!" Wie der Angeklagte behauptet, habe er hierauf von Dorzheimer eine Ohrfeige bekommen. Dieser behauptet jedoch wiederum, Wollschläger habe sofort seiner Drohung die Tat folgen laffen. Gegen den schlagfertigen Angeklagten wurde das jetzige Strafverfahren eingeleitet, welches in erster Instanz das Schöffen gericht Groß- Lichterfelde beschäftigte. Wollschläger wurde wegen Körperverlegung zu 25 M. Geldstrafe verurteilt. Hiergegen legte kammer gelang es dem Angeklagten den Nachweis zu führen, daß er Berufung ein. In der gestrigen Verhandlung vor der Straf er tatsächlich von Dorzheimer zuerst geschlagen worden sei. Das Gericht kompensierte deshalb die gegenseitigen Körperverletzungen und erkannte auf kostenlose Freisprechung. Briefkaften der Redaktion. Eine Bulverexplosion ereignete fich in der Nacht zum Mittwoch in der Spandauer fönigl. Pulverfabrik. Gegen 11 Uhr erfolgte Feuerſchein den Himmel in weitem Umkreiſe. Auf dem Gelände wenn sie mit dem Bater ihres Stindes verlobt war und diefer ohne, bitte plöglich eine heftige Detonation und gleichzeitig erhellte ein starker A. B. 50. 1. Das Kind hat Anspruch auf Unterhalt. Die Mutter fann, der tönigl. Pulverfabrik war ein Trockengebäude in die Luft ge- Grund das Berlöbnis aufhebt, Ersatz der Aufwendungen verlangen, die fie flogen. Menschenleben waren bei der Explosion nicht gefährdet, in Erwartung der Ehe gemacht hat, soweit solche angemessen waren. Die ebenso ist auch kein weiterer Materialschaden entstanden, da diese unbescholtene Verlobte tann im gleichen Falle für die Gestattung der Bei leicht gebauten Trockenschuppen ganz isoliert liegen und außerdem wohnung eine Entschädigung in Geld verlangen. Höhe derselben je nach auch noch von Wällen umgeben sind, so daß bei eventuellen Umständen. 2. Am Wohnsiz des Mannes. 3. Es gibt deutsche Konsulate Explosionen andere Baulichkeiten kaum in Mitleidenschaft gezogen sendung erforderlich gewesenen baren Kosteu fönnen Sie erstattet verin mehreren Städten Australiens. F. W. 100. Die durch die Nüdwerden können. Die Ursache des Unfalles ist nicht bekannt. langen. Wenn Ihre Angaben vollständig sind, sind Sie verpflichtet, die fällig gewordenen Raten zu zahlen, aber nur gegen Lieferung der fällig gewordenen Fortsetzungen. Schreiben Sie das dem Lieferanten. M. H. 77. 1., 2., 3. Ja. E. K. 100. Wenden Sie sich direkt an den Verband. Domsch. Die Stadt kann die Renten sich überweisen lassen. M. S. 16. Ihren Wunsch vermögen wir nicht zu erfüllen. K. 2 Gloganerstr. 1. Gar nicht. 2. Leider ja. 3. Eine Regelung hierfür fehlt. 5. B. 28. 1. Die Söhne würden schwerlich zur Zahlung verurteilt werden. 2. Legen Sie das Geld in der Sparkaſſe in Schöneberg an, 3. Ja. H. S. 29. Unseres Erachtens ja: in derartigen Zweifelfällen ist es ratsam, die VersicherungsFrih J. N. 58. Wenden Sie sich an einen Arzt. Endrich. 6064. E. Sch., Rixdorf. 1. Sie sind für vorehelichen Schulden Ihrer Frau teineswegs verhaftet. Sie leben überdies außer Gütergemeinschaft. 2. Ja. W. G. 20. 1. Ja, am ersten. 2. Sie leben, soweit ersichtlich, außer Gütergemeinschaft. Aber der Diebstahl zwischen Eheleuten ist straflos. Gerichts- Zeitung. Chikane. Ein mishandelter Knabe wird von der Rigdorfer Kriminalpolizei gesucht. Vor einigen Tagen hatte ein Mann in der Reuterstraße einen etwa elfjährigen Knaben durch einen Fußtritt in den Unterleib derartig mißhandelt, daß dieser bewußtlos zu Boden stürzte. Augenzeugen des Vorfalles ließen die Persönlichkeit des rohen Patrons feststellen, während der mißhandelte Knabe sich, nachdem er sich wieder erholt hatte, in der Richtung nach Berlin zu entfernte, so daß seine Personalien nicht ermittelt werden konnten. Damit die Sache weiter verfolgt werden kann, ist es nun notwendig, Ein interessanter Streifall zwischen einem Mieter und seinem daß sich der betreffende Knabe resp. dessen Eltern bei der Rir- Hauswirt hat fürzlich durch die 21. Ziviltammer des Landgerichts I dorfer Kriminalpolizei, Kaiser Friedrichstraße 194, Zimmer 61, seine Entscheidung gefunden. Der zwischen den Parteien abge- anstalt direkt zu befragen. schlossene Mietsvertrag sollte sich stets auf ein Jahr verlängern, wenn nicht sechs Wochen vor Ablauf die Kündigung durch eingeschriebenen Brief erfolgte. Der Beklagte hatte nun rechtzeitig, aber in einem gewöhnlichen Briefe gefündigt, darauf hatte ihm der Kläger sofort mitgeteilt, daß er die Fr. Kr. 96. Ihre Frage ist bereits in Nr. 190 beantwortet. Genügt Kündigung nicht annehme. Das Amtsgericht hatte auffallenderweise trok der offensichtlichen Chikane die Kündigung Ihnen die Antwort nicht, so stellen wir Ihnen anheim, das Gesez vom wegen des Formmangels nicht für ausreichend erklärt, das Land- 3. Auguſt 1893 S. 233 bis 235 des Reichsgesetzblattes in einer öffentlichen Bibliothek einzusehen. 25. 1. Jm Jahre 1890: 637, im Jahre 1903 gericht stellte sich aber mit Recht auf den entgegengesetten 3297 Stimmen. 2. 2660 Stimmen. n. p. 100. 1. Leider nein. Standpunkt. Die von den„ BI. f. Rechtspfl." mitgeteilten aus- 2. Dort erhält er nur vollen Unterhalt. 3. Ein Bersuch mit einem Gesuch führlichen Gründe des Landgerichts kommen zu folgendem Schluß: an die Stiftungsdeputation könnte gemacht werden. 16. 5. 2. Nein. Das ganze Interesse des Kündigungsempfängers an der verein- D. J. 100. Dann würden Sie schadenersazpflichtig sein. W. K. 99. barten Uebersendungsform geht dahin, daß er äußerlich auf die Eine Untersagung wäre unzulässig. Wolland. Wenden Sie sich an den Wichtigkeit des Briefes hingewiesen und daß ihm eine größere Borstand Ihrer Gewerkschaft. Gewähr für die tatsächliche alsbaldige Kenntnisnahme des BriefWitterungsübersicht vom 6. September 1906, morgens 8 Uhr. inhalts gegeben wird. Schickt daher der Kündigende der Vereinbarung zuwider das Kündigungsschreiben in einem gewöhn= lichen Briefe oder durch besonderen Boten oder auf anderem Wege dem anderen Teile zu, so hat er zu beweisen, daß der andere rechtzeitig von der Kündigung tatsächlich kenntnis erhalten hat; der Nachweis, daß ihm das Schreiben rechtzeitig zugegangen ist, genügte dagegen nicht. hat aber einmal der andere von der abredewidrig übersandten Kündigung rechtzeitig en n t nis erhalten, so ist sein Interesse an der Uebersendungsform gegenstandslos geworden und er fann sich nicht mehr auf sein formales Vertragsrecht, an dessen Erfüllung er fein Interesse mehr hat, berufen. Im vorliegenden Falle war daher die Kündigung gültig und das ablehnende Schreiben des Klägers ohne Bedeutung. Beim letzten Sommernachtsball ist im Lokal von Ulig ein Schirm gefunden worden. Derfelbe ist abzuholen beim Genossen Päzold, Eichenstr. 70. Groß- Lichterfelde. Die erste Gemeindevertreter- Sigung nach den Sommerferien übte keine besondere Anziehungskraft auf unsere Gemeindeväter aus. Es waren gerade sobiel Förderer des Gemeindewohls anwesend, als zur Beschlußfähigkeit der Versammlung notwendig waren. Auf der Tagesordnung stand der für die Gemeinde wichtige Vertrag mit der Terraingesellschaft Groß- Lichterfelde bezüglich der finanziellen Leistungen bei der Regulierung der in ihrem Besiz befindlichen oder auf deren Terrain anzulegenden Straßen. Hennigophobie. Stationen Stinemde. 757 SB Better Stationen 3 bededt 4 wolfig Better Temp. n. C. 15° C.R.I 2heiter -bedeďt 4 bedeckt 21volfig 13 765 SSW 2 bedeckt 14 765 78834 111 16 17 Haparanda 753 SGD Hamburg 757 S 15 Petersburg 753 Still Berlin 758 NB 2 bedeckt 17 Scilly Frantj.a. M. 762 S23 3 bededt 18 Aberdeen 753 23 München 762 SW 4 heiter 19 Baris 761 Still halb bd. 20 Wien Wetter Prognose für Freitag, den 7. September 1906. Etwas fühler, teilweise heiter, aber sehr veränderlich mit Regenschauern und ziemlich starken westlichen Winden. Sturmwarnung. Leider ist es nicht möglich, über den Wortlaut dieser für die Gemeinde- Interessen und Finanzen immerhin beachtenswerten Vereinbarungen zwischen den beiden Kontrahenten die Deffentlichkeit zu orientieren, da altem Lichterfelder Brauch zufolge die bekannte„ Kommission" sich mit der Angelegenheit eingehend be- Die seinerzeit grassierende Furcht vor dem Mörder Hennig schäftigt hat und eine nochmalige sachgemäße gründliche Prüfung spielte in eine Messer- und Revolveraffäre hinein, die gestern bor Wegen eines auf dem europäischen Nordmeer befindlichen, fehr und Aussprache im Plenum zu den abwendbaren Uebeln gerechnet der Berufungsstraftammer des Landgerichts I verhandelt wurde. tiefen barometrischen Minimums, das mit stürmischen westlichen wird. So lernten wir denn von diesem Vertrage weiter nichts Der Angeklagte, Arbeiter Liebing, war in erster Instanz zu Winden oftwärts fortzuschreiten scheint, ist heute vormittag die kennen, als die Ueberschriften der einzelnen Abschnitte, die vor- 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er in der Nacht zum ganze deutsche Küste von Borkum bis Memel gelesen wurden und wohl an sich auch für eine Diskussion nicht 13. Februar d. I. am Friedrichshain den jugendlichen Tischler seitens der Seewarte gewarnt worden. besonders einladend gewesen sein mögen. Link mit einem Messer in die Schulter gestochen hatte. Sein Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantwv.; Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin S Berliner Wetterbureau.