Nr. 213. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Rt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Sumänien, Schweden und die Schweiz. Cricheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Probleme der Organisation. Donnerstag, den 13. September 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wilh. Dittmann Frankfurt a. M. Anpassungen handeln, die den Organismus ständig verändern, rungen an ihre Aktionsfähigkeit, die sich spätestens bei den ohne ihn je größeren Erschütterungen auszuseßen. nächsten Reichstagswahlen in ihrer vollen Intensität und Dieser erstrebenswerte Zustand ist für die Partei noch Wucht zu zeigen haben wird. Deshalb können unsere Freunde nicht vorhanden, er ist auch nicht von heute auf morgen zu in der Partei, die sich das Volkserziehungswesen oder die allschaffen. Aber er läßt sich vorbereiten durch planmäßige gemeine politische Agitation als spezielles Arbeitsgebiet erVerbreitung der Erkenntnis des Wesens und der inneren Zu- foren haben, dem Fortschritt auf diesen Gebieten nicht besser Es scheint in der Partei ziemliche Uebereinstimmung sammenhänge aller Organisationsfragen. Es müßte daher die Wege ebnen, als durch nachhaltige Unterstützung der Bedarüber vorhanden zu sein, daß die Verhandlungen über den von der Partei und ihrer obersten Vertretung in diesem strebungen auf Vereinheitlichung und Vervollkommnung Massenstreit und das Volkserziehungswesen dem Mannheimer Sinne gewirkt werden. Das könnte wohl am besten geschehen unserer Organisation, die ja niemals Selbstzweck, sondern Parteitag sein Gepräge verleihen werden. Den zu diesen durch einen herauszugebenden Leitfaden für die Or- immer nur Mittel zum Zweck ist. Möge diese Erkenntnis Fragen gestellten Anträgen wendet sich daher auch das Inter- ganisation, in welchem die Organisationsprayis in auch in Mannheim zum Ausdruck kommen. esse der Parteigenossen in erster Linie zu, während die zu den systematischer und dialektischer Bearbeitung eine grundsätzübrigen Tagesordnungspunkten vorgebrachten Wünsche und liche Darstellung erfahren müßte, wobei aus dem großen Fonds Anregungen weniger Beachtung finden. Vor lezterem Schick der im ganzen Reiche gesammelten praktischen Organisationsfal dürften im allgemeinen wohl nur diejenigen Anträge noch erfahrungen die notwendigen Illustrationsbeispiele zu verbewahrt bleiben, die in einem gewissen inneren Zusammen- wenden wären. Also feine neue Theorie" der Organisation, hange mit den beiden Hauptfragen der Mannheimer Tagung sondern eine theoretische Behandlung der Organisationsstehen. Es sind das außer den Anträgen, welche auf eine fragen unter Zugrundelegung der praktischen Erfahrungen! bessere Fühlung zwischen den Spigen der Partei- und der Ein solcher Leitfaden würde ohne Zweifel vielen Partei- Die Nachrichten, die aus Siedlce bisher eingelaufen sind, Gewerkschaftsbewegung abzielen, die auf innere Kräfti- genossen im Lande, die mit der Leitung einer Parteiorgani- lassen die Größe des Verbrechens, das dort verübt worden ist, gung und Vervollkommnung der Partei- fation betraut worden sind, und aus eigener Erfahrung bis- noch nicht klar erkennen. Die Soldatesta war vorsichtig genug, prganisation gerichteten Anträge. her nicht zu festen Organisationsgrundsäßen gelangen konnten, die unglückliche Stadt von der Außenwelt vollständig abzuDie in dieser letteren Kategorie der Anträge liegenden schätzbare Dienste leisten, und der Partei nicht minder. Die sperren. Aber eins ergibt sich doch schon aus den bisherigen Forderungen und Tendenzen haben sowohl für die gegen- Abhängigkeit der Parteibewegung von einzelnen Personen Berichten; das System des Mordens ist in ein neues Stadium wärtige Situation der Partei, wie für ihre fernere Ent- wäre an manchen Orten wesentlich geringer und die Einsicht getreten. In Siedlce ist zum erstenmale jener Programmwickelung eine große Bedeutung. Da es fraglich erscheint, in Organisationsfragen weit allgemeiner verbreitet. punkt des Schwarzen Hunderts" zur Ausführung gelangt, 11. Die russische Revolution. Siedlce. Die„ Russ. Korresp." schreibt: ob dieselbe in der Partei allgemein genügend erkannt wird, Bei der enormen Entwickelung, die unserem Organi- der da lautet: wenn eine Stadt oder eine Drtschaft die dürfte es angebracht sein, einmal im Zusammenhange auf fationsleben noch bevorsteht, ist aber neben einem allgemeinen Revolutionäre, die es unter den Bürgern gibt, nicht ausliefert, die sich aufdrängenden organisatorischen Forderungen hinzu- Leitfaden für dasselbe weiter ein ständiges Organ zur In- so wird ein Blutbad unter den Einwohnern angerichtet. weisen. formation und Verständigung notwendig, eine Art Mit- Nachdem sich die Polizei, nachdem sich das Militär underUnsere Parteiorganisation ist nach ihrer Entstehung eine teilungs- und Verwaltungsblatt, ähnlich wie mögend erwiesen haben, die Revolution einzudämmen, soll nundurchaus bodenständige, in den lokalen Verhältnissen wur- es sich die Parteiorganisation Groß- Berlins für ihre Zwecke mehr verfahren werden, wie eine Armee in Feindes Land verfährt, zelnde, sie spiegelt diese bis zu einem gewissen Grade wieder geschaffen hat. Die vom Parteivorstand bisher je nach Bedarf wenn dort Zivilisten sich am Kampf beteiligen. In Siedlce ist wirkund weist daher zunächst recht mannigfaltige Formen auf. versendeten Zirkulare genügen nicht mehr, den inneren lich die Aufforderung an die Bevölkerung ergangen, die RevoDas war bedingt durch die vielerlei Hindernisse, gegen welche Sonner zwischen den immer zahlreicher werdenden Partei- lutionäre auszuliefern; als die Bevölkerung hierzu begreifsich die Organisation durchzusehen hatte, vor allem durch die funktionären herzustellen und die stritte Befolgung der aus- licherweise unvermögend war, verfuhr man mit Siedlce, einer Verfolgungen der sozialistengesetzlichen Zeit und das bis an gegebenen Intentionen zu gewährleisten. Durch die Partei- russischen Stadt, als gälte es, für einen Ueberfall in der die Schwelle des zwanzigsten Jahrhunderts aufrechterhaltene presse kann das aus naheliegenden Gründen auch nicht in dem Mandschurei Rache zu nehmen. Daß auch diese Taktik Verbot des Inverbindungtretens für politische Vereine. Erst notwendigen Maße geschehen, so daß sich ganz von selbst die der Reaktion ergebnislos fein wird, ist unzweifelhaft, denn seit diese letztere Schranke gefallen, hat das nie ganz zurück- Forderung eines besonderen, periodisch erscheinenden Organs wenngleich nicht jeder Russe heute Bomben wirft, so ist doch gedämmte Streben nach Zusammenfassung der organi- für diese Zwecke ergibt. fast jeder Russe vom Standpunkte der Reaktion aus ein satorischen Kräfte größere praktische Fortschritte aufzuweisen, Die beiden vorerwähnten Mittel, die Einheitlichkeit im Revolutionär, selbst die Heyden und Llow, die sich weigerten, und jetzt ist die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der praktischen Handeln der Partei zu fördern, müßten dann ihre in ein Ministerium Stolypin einzutreten. Das Verbrechen Vereinheitlichung. und 3entralisation Ergänzung finden in der zum Mannheimer Parteitag von bon Siedlce, das ganz nach dem Programm des Schwarzen unserer Organisation endlich Allgemeingut der verschiedenen Seiten beantragten Abhaltung periodischer Hunderts" verlaufen ist, wird neue Attentate zeitigen und die Partei geworden. Die Zentralisation unseres ganzen sozialen& o'n ferenzen der leitenden Parteikreise des Revolution noch blutiger gestalten; und am Ende kann nur Lebens und das allgemeine Wachstum der Partei haben dazu ganzen Reichs. Der eminente Einfluß der gegenseitigen der gewaltsame Zusammenbruch des jetzigen Regimes stehen, das ihrige beigetragen. Die praktischen Folgerungen, welche persönlichen Fühlungnahme und Einwirkung muß mehr als dessen Politit in nichts besteht, als in der brutalen Gewaltsich aus dieser allgemein gewonnenen Ueberzeugung ergeben, bisher zur Herbeiführung einheitlicher Grundlagen für unsere tätigkeit, in dem Verüben brutalster Greuel. tommen nunmehr zum Teil in jenen Anträgen zum Mann- Aktionen und zur Verständigung über diese selbst benutzt Ueber die Brutalität der„ Helden" von Siedlce gibt folgendes heimer Parteitag zum Ausdruck, nachdem der vorjährige werden. Die eingangs behandelte Frage der Einführung ein- an den Hülfsverein der deutschen Juden gerichtete Telegramm Parteitag in Jena in dieser Richtung gute Vorarbeit ge- heitlicher Parteilegitimationen, die vom Parteitag nur grund- näheren Aufschluß: leistet hat. säßlich beschlossen werden kann, wäre beispielsweise eine derWenn von einer Reihe Parteiorganisationen beantragt jenigen organisatorischen Fragen, die auf einer solchen Konwird, einheitliche Parteilegitimationen zur ferenz ihre praktische Lösung finden könnte. Ebenso wäre es Einführung zu bringen, so liegt in dieser alten Forderung mit der notwendigen Verständigung über einheitliche Perioden mehr als das bloße Verlangen nach technischer Vereinfachung für die im Organisationsstatut vorgeschriebene Berichtund rationellerer Verwaltung, es kommt zugleich der Gedanke erstattung aller Parteikörperschaften, sowie mit der einheitder Einheit der ganzen Parteiorganisation lichen Handhabung derselben. Die notwendige Einheitlichkeit darin zum Ausdruck. Je mehr unsere örtlichen Organi- und Vollständigkeit dieser Berichterstattungen würde sich sehr sationen wachsen, je stärker und lebendiger wird dieser Ge- bald auch auf das Urmaterial derselben ausdehnen, auf das danke in ihnen, und je mehr schwinden für sie die Möglich- in den örtlichen Organisationen benutzte Verwaltungsfeiten lokaler und sektierischer Abgeschlossenheit. Der nivel- material, und somit würden die Grundlagen geschaffen für die lierende Einfluß des Hinauswachsens unserer Parteibewegung bereits zur brennenden Notwendigkeit gewordenen allgeüber die lokalen Grenzen äußert sich naturgemäß schließlich meinen Parteistatistik, deren Vorhandensein eine in praktischen Forderungen zur Vereinheitlichung der Organi- Voraussetzung ist nicht nur für die auch in diesem Jahre zum fation. Als eine solche Forderung erscheint nun die nach einer Parteitag wiederum beantragte Einführung des Proportionaleinheitlichen Parteilegitimation. wahlverfahrens für die Parteitagsdelegationen, sondern ganz allgemein für eine systematische Förderung der gesamten Parteibewegung. " Das Einheitsstreben wird aber dabei nicht Halt machen, denn so verschieden auch die je nach den örtlichen und zeitlichen Verhältnissen anzuwendenden organisatorischen Mittel sein Ob es notwendig und empfehlenswert ist, zur Untermüssen, so einheitlich sind doch die allgemeinen Grund stüßung des Parteivorstandes diese Konferenzen schließlich zu fäße, von denen bei unserer Organisation auszugehen ist. einer Art ständigen Partei ausschuß zu erweitern, Leider herrscht darüber in der Partei noch recht viel Unklar- wie es bereits ein für den Mannheimer Parteitag vorliegender heit, und wer für diesen Gedanken eintritt, der wird nicht Antrag fordert, diese Frage dürfte wohl durch die Erfahrungen felten als Bedant" und" Bureaukrat" verschrien, und es der nächsten Jahre ihre beste Beantwortung finden. Darüber gelingt ihm nicht oft, die Gegenseite davon zu überzeugen, aber dürften kaum weitere Erfahrungen notwendig sein, daß daß in dem scheinbaren Chaos wechselnder organisatorischer die Leitung der Partei eine Erweiterung Formen bestimmte Grundsätze zu bewußter Anwendung zu erfahren muß, und daß innerhalb derselben eine bringen find. Daß es sich bei allen unseren Organisations. fyftematische Arbeitsteilung einzuführen ist, fragen im Grunde nur um die sinn und sachgemäße damit die großen und verschiedenartigen Aufgaben, die fortUebertragung unserer allgemeinen Ver- gesezt anwachsen, in befriedigender Weise gelöst werden fassungs- und Verwaltungsforderungen können. Es sind ja auch nach dieser Richtung hin Anträge auf das Parteileben handelt, und daß deshalb all die für die Mannheimer Tagung gestellt worden, darunter solche, vielen und scheinbar kleinlichen organisatorischen Einzelfragen die eine regelrechte Einteilung in Verwaltungsressorts mit auf bestimmte Grundsäge zurückgeführt oder von ihnen ab- verantwortlichen Chefs und diesen unterstellten Hülfskräften geleitet werden können, diese Einsicht beginnt sich erst lang- fordern, und in der einen oder anderen Form wird man diesen jam Bahn zu brechen. Bisher ist sie, selbst wenn sie theoretisch Gedanken wohl in die Wirklichkeit umsehen. borhanden gewesen sein sollte, praktisch sehr wenig betätigt So ergeben sich aus der gegenwärtigen Situation der worden; das beweisen die vielen inneren Differenzen bei Re- Partei für ihre Organisationsgestaltung eine ganze Reihe organisationen in der Partei. Wo in der Organisation immer wichtiger praktischer Fragen, die ihrer Lösung harren und das dieser Einsicht gemäß gehandelt wird, dort ist eine eigentliche ganze Organisationsgebilde von der untersten Zelle bis zur Reorganisation niemals nötig, weil die Formen und Mittel obersten Spize in seinem inneren Bestande berühren. Die der Organisation fortdauernd bewußt in Einklang gebracht praktische Inangriffnahme des Volfserziehungswesens wird merden mit den wechselnden und wachsenden Bedürfnissen der unseren Organisationen einen neuen geistigen Inhalt geben Agitation und sonstigen Betätigungsgebiete der Partei; es und ihre Aufgaben wesentlich erweitern, der sich immer mehr fann sich dort immer nur um mehr oder minder unmerkliche zuspigende politische Kampf stellt immer größere AnfordeWarschau, 11. September. 5. Uhr 6 Min. Noch immer ist es undurchführbar, nach Siedlce durchzukommen, aber durch Vergleichung der Mitteilungen Flüchtender ist doch folgendes festzustellen: Die Mitteilung, daß wegen eines Schusses auf eine Patrouille am Sonnabend abend der Pogrom begann, scheint wiederum Erfindung zu sein. Schon Freitag befürchtete man in der Stadt Metzeleien. Das arrangierte Blutbad begann in zwei entlegenen und entgegengesetzten Stadtteilen, als auf dem Stadtturm die rote Laterne erschien. So wird mir von mehreren Personen versichert. Zu mir befreundeten Polen, die flüchteten, fagten Soldaten:" Fürchtet nichts; es ist befohlen, nur Juden niederzumezeln." Die Kanonade gegen jüdische Häuser dauerte die ganze Nacht von Sonnabend auf Sonntag. Sobald die Kanonade nachließ, wurde geplündert. Einer Deputation mit dem Rabbiner an der Spitze, die um Beendigung des Blutbades flehte, erklärte der Kommandant, er werde nicht eher Ruhe tommandieren, bis alle Bundisten der Stadt ausgeliefert seien. Da dieses Verlangen unmöglich erfüllt werden konnte, dauerte das Massakre an, auch Geschüße traten in Aktion; durch sie und auch durch Brandlegung sollen ganze Häuserviertel eingeäschert sein. Flüchtlinge, die ich sprach, und die nur den Anfang des Pogroms miterlebt haben, sprechen von 60 jüdischen Leichen auf der Straße und Hunderten von Verwundeten. Die Toten in den Wohnungen und die Verbrannten in den Häusern lassen sich der Zahl nach nicht bestimmen. Die Panik überträgt fich auf Warschau und auf andere große Städte des Königreichs, da man die Durchführung jenes Programmpunktes des„ Schwarzen Hundert" erwartet, das von den Bürgerschaften Auslieferung der Revolutionäre, widrigenfalls Mord und Brand gegen die gesamte Bevölkerung, verlangt.. Zwei andere dem Hülfsverein gesandte Telegramme befagen: Warschau, 12. September. Es ist noch immer unmöglich, nach Siedlce zu kommen. Die Plünderungen scheinen noch anzuhalten; sicher ist, daß die jüdische Bevölkerung gestern furchtbar durch Hunger litt. Petersburg, 12. September. Aus Regierungskreisen in Siedlce wird bekannt, daß das dortige Ostrolensky- Regiment era klärte, es würde auf die Plünderer schießen. Das Regiment wurde daher aus der Stadt entfernt und durch ein Libausches Regiment ersetzt, das schon in Bialystok seine brutale Roheit erwiesen hatte.(!) Und Wolffs Bureau meldet: Petersburg, 12. September. Aus den in den heutigen Blättern vorliegenden Drahtmeldungen über die Vorgänge int Siedlce ist zu erwähnen, daß nach Ablauf der zur Auslieferung der Revolutionäre gestellten Frist die Artillerie 12 Kanonenschüsse gegen die Häuser abfeuerte. Viele Juden wurden in ihren Wohnungen ermordet. Eine Abordnung der Bürgerschaft gab vor dem Gouverneur die Erklärung ab, daß die ersten Revolverschüsse nicht von Juden, sondern von Offiziersburschen und Reservisten abgegeben wurden. Der russischen Regierung scheint es sehr wider den Strich zu gehen, daß trotz ihrer raffinierten Absperrungsinaßregcln der private Informationsdienst über die Schandtaten von Siedlce doch wenigstens einigermaßen funktioniert. So lautet ein Telegramm aus Petersburg vom 12. Sep- tember: . In hiesigen amtlichen Kreisen werden die Meldungen ans Siedice für stark übertrieben gehalten. Man erklärt, die Kor- refpondenten feien gar nicht in der Lage, irgendwelche Nachrichten von dort zu versenden. Die größenwahnsinnige Verlogenheit dieser amtlichen Auf- fassung wird ohne weiteres widerlegt durch die der Presse zu- gehenden Privatdepeschen. Der„Vorwärts" erhielt gestern (Mittwoch) abend sogar einen längeren Spezialbericht aus Siedlce(betitelt„Die Inquisition in Siedlce"). Wir zitieren aus diesem Berichte das Folgende: „Kaum ist das Bialyftoker Blutbad vorüber, kaum ist das Blut aus den Straßen Warschaus abgewaschen, als eine neue Schreckenskunde die zivilisierte Welt erschüttert: Die Inquisition ist nach Polen übertragen und hat ihren Anfang in der Gouvernementsstadt Siedlce genommen. Zu den gewöhn- lichen Mitteln, die die russische Regierung verwendet, zu Raub und Mord, fügte sie jetzt hier noch das alte Jnquisitions- mittel, den Brand, hinzu! Die Stadt brennt und sie wird mit Flinten und Kanonen beschossen. Wie ein Heuschrecken- schwärm— so bedecken die Hülsen der abgeschossenen Patronen die Straßen.... Der Verlauf der Inquisition ist folgender: Am Sonn- abend, den 8. September, abends 8 Uhr, gingen die patrouillierenden Soldaten die Geschäftslädcn herum und teilten mit, daß von jetzt an die Geschäfte bis 10 Uhr offen sein dürften statt bis 8, wie die Verordnung bisher lautete. Den- jenigen, die ihre Geschäfte trotzdem um 8 Uhr schließen wollten, sagten die Soldaten, es sei B e f e h l, daß am Sonnabend, den 8. September, die Geschäfte bis 10 Uhr offen sein müßten!!— Die Geschäfte blieben also offen. Um 8V2 Uhr wurden auf eine Patrouille von unbekannten Personen ein paar Revolverschüsse abgegeben. Ob die Soldaten wirklich verwundet oder gar getötet sind, das teilt die Petersburger Telegraphen-Agentur, die im Spitzeldienste der russischen Regierung steht, natürlich nicht mit. Kurz nach jenen Schüssen wurde die Stadt, speziell das jüdische Viertel, mit Militär überschüttet. Zur selben Zeit sah man aus dem Magistratsgebäude eine rote Laterne. Kaum bemerkte das Militär diese Laterne, so begann es mit seiner„Arbeit", wie von einem Signal plötzlich begeistert. Zuerst wurden alle Menschen, die sich auf der Straße befanden, niedergeschossen, dann begannen die Soldaten in die Geschäftsläden hineinzuschießen... Dann begann der Raub. Beim Schießen machte das Militär noch Unterschiede zwischen Juden und Christen, aber beim Rauben nicht mehr: Da wurden die zwei größten Geschäfte, die Christen gehören, in aller Seelenruhe mit beraubt. Am Rauben beteiligten sich zumeist soeben entlassene Soldaten, die aus unbekannten Gründen am Freitag in Siedlce angehalten worden waren, statt daß die Bahn sie weiter nach ihrer Heiniat beförderte I! Die niederen Klaffen der Gesell- schaft— Räuber, Taschendiebe und polnische Nationalisten— oder wie sie sich nennen„Volksdeinokraten"(!)— halfen bei der„Arbeit". Als die„Arbeit", die die ganze Nacht dauerte, zu Ende war, zündete man das Stadtviertel hinter dem Gefängnisse an, wo das jüdische Proletariat wohnt.... Die Einwohner liefen auf die Straßen hinaus, um ihr Leben zu retten; aber da wurden sie von Salven empfangen. Diejenigen also, die in den Häusern blieben, wurden ver- brannt, diejenigen, bie auf die Straße liefen, wurden nieder- geschossen oder von den schwarzen Banden ermordet.... Am Sonntag morgen um 10 Uhr ivurde das Schießen seltener: man hörte nur einzelne Schüsse. Am Abend wurde der Marktplatz angezündet, dann die Warschauer-, die Prospektowa- und die Pienknastraße; um Mitternacht wurde die Sokolower Chaussee und die Langestraßc in Brand ge- steckt. Auch begann die Schießerei von neuem, und die Soldaten überfielen jüdische Wohnungen... Auf den Straßen sah man nur Soldaten, Leichen und Verwundete. Von den Soldaten wurde nur ein einziger verwundet und zwar von einem Kameraden, als sie beide ein Geschäft plünderten.... Niemand wird in die Stadt ein- gelassen, private Telegramme werden nicht angenommen, die Telephonverbindung ist absichtlich zerstört! Da auch keine Zufuhr erlaubt ist, so leidet die Bevölkerung Hunger. Für die Soldaten hat man einen Waggon Schweine gebracht, die auf den Straßen abgeschlachtet und gekocht werden: auch Brot bäckt man fürs Militär auf den Straßen in Feldküchen. Die Gerichte und die Banken sind geschlossen. Am Montag hat man das Hotel„Viktoria" bombardiert, das voller Menschen war, desgleichen zwei Privathäuser. Außerdem hat man das jüdische Krankenhaus, in dem viele Verwundete liegen, in Brand gesteckt. Das ist die erste Folge des Kommuniques der russischen Regierung. Wollen die europäischen Regierungen, die reichen Juden und Bourgeois die Inquisition nicht mit einer neuen Anleihe an die russische Regierung beantworten?—" Protest. Der„Voss. Ztg." wird in einem Privattelegromm gemeldet:� Die sozialistische Partei beschloß, für Donnerstag ciilr» ein- tägigen Geiicralausstand als Protest gegen die Vorgänge in Siedlce zu veranstalten. Strenge Herren. Petersburg, 12. September.(W. T. B.) Die Erlaubnis zur Abhaltung des geplanten Kongresses der Kadettenpartei ist nicht erteilt worden. politische üeberficht. Berlin, den 12. September. Die baugewerblichen Scharfmacher an der Arbeit. Stuttgart, 10. September.(Eig. Ber.) In ber schwäbischen Residenz tagte am Sonnabend der 21. Ver- bandstag der deutschen Baugewerksberuss- ge nossenschaften, deren sozialpolitische Tendenz schon durch die Person ihres ersten Vorsitzenden, Herrn Fetisch aus Dresden. zur Genüge gekennzeichnet ist. Herr Felisch selbst ist durch Kranlheit an der Teilnahme am Kongreß verhindert, aber die Verhandlungen werden auch ohne ihn ganz in seinem Geiste geführt. Nach dem Geschäftsbericht, den GenossenschastSdireltor S ch a f f r i n- Berlin vortrug, erörterte der gleiche Redner auch die Frage der Bau- kontrolle und brachte dazu folgende Resolution ein: „Der 21. Verbandstag erkennt dankbar, daß die Staatsbehörden in wirksamer Weise den Banarbciterschutz fordern, derselbe erachtet eine möglich st gute Vau kontrolle für die vor- nehm st e Aufgabe der Baugewersberufsge nossen- schalten und beschließt I. letztere zu ersuchen, für die beste Lösung dieser Aufgabe zu sorgen sowie 2. gegen die in der ReichstagSkommission gefaßte Resolution betreffend Regelung des Bauarbeiterschutzes durch eine Aenderung der Gewerbeordnung und Anstellung von gewählten Vertretern der Arbeiter für die Baukontrolle Stellung zu nehmen und den Reichstag zu bitten, ihr keine Folge zu geben." Es sind wirklich sehr arbeiterschutzfreundliche Herren, diese Bau- gewcrksberufsgenossenschafter I Sie sind so große Freunde des Arbeiterschutzes, daß sie beileibe keine Bestimmungen darüber in die Gewerbeordnung aufgenommen wissen wollen, sondern vor allem die Baukontrolle selbst als ihre„vornehmste Aufgabe" zugewiesen zu bekommen wünschen. Bekämen sie in diesem Punkte ihren Willen, was hoffentlich nicht der Fall sein wird, so wäre das allerdings eine verteufelt„wirksame Förderung des Bauarbeiterschutzes durch die Staatsbehörden", an der jedoch die zu schützenden Bauarbeiter keine besondere Freude zu empfinden Gelegenheit hätten. Nachdem obige Erklärung einstimmig angenommen worden war, berichtete Baiigewerkmeister Herzog- Danzig über die in der Zeit vom lä— 20. Juni d. I. durch technische Aufsichtsbeamte vor- genommenen Baukontrollen. Die Berufsgenosseiischaften und die Untemehmer haben nach der Meinung dieses Herrn vorläufig genug zur Vorbeugung gegen Unfälle getan, nicht aber die Arbeitnehmer, die den größten Teil der Unfälle selbst ver- schuldeten I Von im ganzen 10 ISS revidierten Betrieben waren 6523 in Ordnung, 3667 aber nicht in Ordnung. Die Zahl der zur Meldung gebrachten einzelnen Verstöße betrug 5272, davon 2086 grobe und 3184 leichte. Von diesen„konnten und mußte»" nach der Meinung des Redners 2651 durch die Mitwirkung der Arbeiter vermieden werden. Den Arbeitern waren 775 direkte Verstöße nachzuweisen. Diese Mitteilungen sind natürlich ohne wesentlichen sachlichen Wert, da die Erhebungen ja von den Werk- meistern, denen eine besondere Objektivität nicht zuzumuten ist. selbst vorgenommen wurden. Die Versammlung beauftragte aber dennoch den Vorstand, solche Erhebungen regelmäßig zu veranstalten. Dann sprach Zimmermeister Rieß- Braunschweig über Ver- stöße der Versicherten gegen die Unfallvor- s ch r i f t e n und ob es nicht notwendig sei, natürlich„im Interesse der Arbeiter", auf eine Erhöhung der im Z 112 Abs. 1 Ziffer 2 vorgesehenen Geld st rase hinzuwirken. In seinem Referat wendete sich Herr Rieß lebhaft gegen die von den freien Gewerkschaften veranstalteten Unfallstatistiken, mit denen den Arbeitern nicht geholfen, sondern nur.Agitationsmaterial" be- schafft werden sollte. Der Vorstand sei aber nach reiflicher Er- wägung dazu gekommen, vorläufig noch nicht für Erhöhung der Geldstrafen einzutreten. Dagegen brachte er folgende, dann auch an- genonimene Resolution ein: „Der Verbandstag beschließt im Interesse der versicherten Arbeiterwelt und auf Grund der gewonnenen Ergebnisse der Bau- aufsicht, die Revisionsbeamten anzuweisen, in Zukunft jeden Verstoß der Versicherten direkt fe st zulegen und unter Beweis zu bringen, so daß in den einzelnen Fällen die Begründung von Strafanträgen er- folgen kann. Von den Strafanträgen und deren Ergebnissen ist dem Vorstand des Verbandes direkt Kenntnis zu geben, daß er in den regelmäßigen Versaminlungen Mitteilung darüber machen kann." Darauf referierte Direktor S ch a f f r in- Berlin über die Ber» einfach» ng der Arbeiterversicherung. Natürlich hielt er vor allem die Krankenversicherung für reformbedürftig, während die Unfallversicherung nach seiner Meinung keiner Reform bedürfe. Die von dem Vorstand zur Kranlenversicherungsreform aus- gearbeiteten Vorschläge gehen dahin, daß die Krankenkassen an die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Landesversicherungsanstalten angegliedert, das noch nicht versicherte Handwerk und Kleingewerbe den Landes- Versicherungsanstalten überwiesen und auch die Invaliden- Versicherungen den Berufsgenossenschaften angegliedert werden sollen. An das Referat schloß sich eine Erörterung, die dazu führte, die Beschlußfassung über die Borstandsvorschläge zu vertagen und einen außerordentlichen Genossenschaststag einzuberufen, sobald die Regierungsvorlage erschienen sei. Kennzeichnend für den Geist der Versammlung war noch, daß der Antrag auf Herausgabe eines Merkblattes über die Rechte und Pflichten der Versicherten auf dem ganzen Gebiete der sozialen Versicherung mit großer Mehr- heit abgelehnt wurde. Wie wird man auch dem Versicherten schwarz auf weiß geben wollen, daß er nicht nur Pflichten, sondern sogar Rechte hat!— Urteile über den Trade-Uniinskongreß. L 0 n d 0 n, 9. September.(Eig. Ber.) Der 39. britische Gewerkschaftskongreß nahm gestern sein Ende. Wie gewöhnlich wurde beim Schluß der Verhandlungen ein neues parlamentarisches Komitee gewählt. Zum Komitee gehören auch die Genossen Barnes und T h 0 r n e. Die höchste Stimmenzahl erhielt der Arbciterabgeordnete Shackleton, der zweite Vor- sitzende der Arbeiterfraktion. Er wird demgemäß zum Präsidenten des Komitees bestimmt werden, wenn ihn sonstige Pflichten nicht abhalten, dieses Amt zu bekleiden. Der Arbeitcrabgcordnete Steadman wurde zum Sekretär wiedergewählt. Unter den Kandidaten zum parlamentarischen Komitee befand sich auch Ge- nossin Bondsficld, die Sekretärin der Ladengehülfen, aber die auf sie entfallene Stimmenzahl reichte zur Wahl nicht hin. Der Kongreß nahm einen ruhigen Verlauf, da auf allen Seiten das Bestreben sichtbar war, die Einigkeit zu fördern. Dieses Be- streben war die Folge der Wahlsiege und des neugewonnenen Ein» flusses der Arbeiter im Parlament, die alle Kongreßdelegierten mit Freude und deshalb auch mit dem Geiste der Versöhnung er- füllten. Der Kongreß war eine Siegesfeier. Es handelte sich weniger um Diskussionen als um eine freundliche Annäherung zwischen den selbständigen und liberalen Arbeiterabgeordnetrn. Keir Hardie war nicht Delegierter, aber als er am Freitag in der Kongreßhalle erschien, wurde ihm als Präsidenten der Arbeiter- fraktion eine stürmische Ovation bereitet. Bei den meisten Dele- gierten war der Gedanke der Einigung vorherrschend. Ob indes eine Einigung zustande kommen wird und ob sie schon jetzt rat- sam ist, dürfte sehr fraglich sein. Die Arbeitcrfraktion besteht aus 29 Mitgliedern, davon sind etwa 15 oder vielleicht 18 sozialistisch gesinnt, sodaß sozialistische Anträge und Maßregeln auf eine Mehrheit in der Fraktion rechnen können. Schließen sich aber die 20 liberalen Arbeiterabgeordneten der neuen Partei an, so wird die Fraktion in ihrer selbständigen Haltung geschwächt sein. Die sozialistischen Abgeordneten werden in der Minderheit bleiben. Denn man kann nicht annehmen, daß die Liberal-Labor-Lcute über Nacht Üjren Liberalismus ablegen. Es wäre schon deshalb besser, mit der Einigung zu warten, bis sich die neue Arbeiterpolitik be- festigt. Jetzt, wo die bürgerlichen Parteien die Kraft und die Be- deutung der neuen Arbeiterpartei kennen, werden ohnehin Ver- suche gemacht werden, diesen Faktor zu schwächen oder gar ganz zu beseitigen. Man darf schon jetzt die Voraussage wagen, daß die leitenden bürgerlichen Politiker nächstes Jahr alle sozialpolitischen Fragen in den Hintergrund drängen werden, da die herrschenden Klassen über das Wachsen des Sozialismus sehr unruhig sind. In England wird der Stillstand in den sozialistischen Diskussionen dadurch erzielt, daß man die alte irische Homerulefrage hervorholt, die die politischen Leidenschaften entfesselt. Wir werden bald„heroische" Kämpfe zwischen den Homerulern und Antihome- rulcrn erleben, die aber keinen anderen Zweck haben, als den Auf- schwung der sozialistischen Arbeiterpolitik zu hemmen. Diesen Zu» sammenhang zwischen Sozialismus und Homcrule darf man nicht vergessen. Er gehört zum Testament Gladstones. Es war auch der Geist der neuen Partei, der den Liverpooler Trade- Unionskongreß belebte. Ter vorjährige Kongreß in Hanley war dem allgemeinen Urteil nach ein totaler Mißerfolg. Er war ein Leichenzug der liberalen Arbeiterpolitik. Eine Institution muß ejne wirkliche Aufgabe haben, um leben zu können. Der Trade-Unionskongreß hatte aber in den letzten Jahren keine Auf- gäbe mehr. Direkt in die Politik eingreifen konnte er nicht. Und im Kampfe für ein bestercs Gewerkschaftsrecht erwies er sich als zu schwach. Der Kongreß sank deshalb zu einer Parade, zu einer Schaustellung herab, die niemand ernst nahm. Er wäre auch an Altersschwäche gestorben, wenn die neue Arbeiterpartei nicht die Bewegung belebte. Der diesjährige Kongreß, der im Zeichen der Siege der Arbeiterpartei stand, zeigte deshalb ein anderes Gepräge. Schon der Jahresbericht, der sonst mit liberalen Gemeinplätzen gefüllt war, schlug diesmal einen neuen Ton an. Er zeigte die Tendenz, über die gewöhnlichen Forderungen hinauszugehen. An einer Stelle sagte der Bericht:„Endlich erwachten die organisierten Arbeiter aus ihrer Gleichgültigkeit. Die Bemühungen früherer Jahre wurden durch den Erfolg der letzten Wahlen belohnt. Wir können uns nicht mehr begnügen, für einen zum Leben notwen- digen Lohn(living wage) zu kämpfen,— einen Lohn, der durch das eherne Gesetz von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Wir wollen etwas mehr als das. Wir wollen eine höhere Lebens- Haltung, die uns gestattet, unsere Kinder zu erziehen und uns be- fähigt, an den Genüssen der Kunst und Literatur teilzu- nehmen, um wenigstens die Hälfte der guten Dinge zu genießen, die das Leben verschönen und lebenswert machen." Nicht minder charakteristisch war jene Stelle in der Eröffnungs- rede des Präsidenten Cummings, wo die Siege der Arbeiter an erster Stelle und die der Liberalen an zweiter Stelle erwähnt wurden. Es liegen zahlreiche Urteile über den Kongreß vor, die den belebenden Einfluß der selbständigen Klassenpolitik bezeigen. Der Liverpooler Korrespondent der„Daily News" faßte sein Urteil über den Kongreß dahin zusammen:„Die Kongreßdelegierten machten den Eindruck von Leuten, die sich nach langem Knien er- hoben und eine aufrechte, männliche Haltung einnehmen." Der Korrespondent der„Daily Chronicle" ist überrascht über die plötzliche Ausweitung des Gesichtskreises der Kongreßdelegierten. Der liberale Arbeiterabgeordnete C r e m e r, der die ganze Kon- greßwoche in Liverpool zubrachte, erklärte in„Reynolds Newspaper": „Am meisten aufgefallen ist mir die große Intelligenz der Dele- gierten dieses Kongresies im Vergleiche mit den früheren Kon- gressen.... Die Ansichten, die sie in den Diskussionen über politische und soziale Fragen zum Ausdruck brachten, sind sehr vorgeschritten.... Der Kongreß ist jetzt eine halb-sozialistische Organisation." Crcmer war in den Jahren 1864— 65 Sekretär der„Internationale", aber er hat sich später rein gcwerkschaft- lichen Angelegenheiten und der Agitation für den internationalen Frieden hingegeben. Genosie O'G r a d y gab folgendes Urteil ab: „Im großen ganzen muß ich sagen, daß der Kongreß sehr wichtig war, nicht nur wegen der diskutierten Punkte, sondern wegen des- Bestrebens, alle Kräfte der Arbeiterklasse zusammenzufassen. Dieser Wille, harmonisch miteinander zu arbeiten, wird dazu beitragen, daß der Liverpooler Kongreß als einer der besten betrachtet werden wird." Ben Tillett erklärte:„Der Kongreß war sachlicher als gewöhnlich. Der politische Erfolg bei den Wahlen gab ihm ein größeres Verantwortlichkeitsgefühl, zeigte ihm seine Stärke und seinen Nutzen." Deutfchee Reich. Sparkassen und Masscnwohlstand. Man weiß, daß die besitzende Klasse und ihre Handlanger mit Vorliebe auf das Wachstum der Sparkassenguthaben hin- weisen, das dartun soll, daß die wachsende Produktivität der Arbeit auch ihren goldenen Segen über die nicht besitzen- den Klassen ausschütte. Sieht man sich aber die Ziffern dieser Sparkassenguthaben ein wenig näher an. so zerrinnt sofort das schöne Trugbild, das man den Massen vorzu- gaukeln sucht! Die Gesamteinlagen der Sparkassen im Deutschen Reiche bezifferten sich im Jahre 1901 auf 11V, Milliarden Mark. Dies„Vermögen", das sich auf mehr als 19 Millionen Sparkassenbuchbesitzer verteilt, nimmt sich aber sogleich recht pauvre aus, wenn man bedenkt, daß ca. 1 399 999 zur Ver- mögensstcuer in Preußen allein Herangezogene mit einem Vermögen von 83 Milliarden eingeschätzt waren! Zur Ver- mögenssteuer werden bekanntlich nur Personen herangezogen, die ein Vermögen von mehr als 0000 M. besitzen. Die 11'/, Milliarden Sparkassenguthaben stellen nun aber keineswegs das Vermögen proletarischer Kreise dar. Unter den Besitzern von Sparkassenbüchern befanden sich näm- lich im Jahre 1904 zirka 51000, auf die eine Einlage von mehr als 10000 Mark entfällt. Rechnen wir durch- schnittlich 15 000 M.. so entfällt auf diese Schicht eine Einlage von'U Milliarde I Ebensowenig können die zirka 340000 Sparkassenbücher dem Proletariat angehören, die ein Guthaben von 3000— 10000 M. besitzen. Rechnen wir auf den Kopf dieser Gruppe ein Guthaben von 6000 M., so ergibt das den Gesamtbetrag von mehr als zwei Milliarden. Schließlich ist auch von der Gruppe, die ein Guthaben von 600—3000 M. besitzt, mindestens die Hälfte ebenfalls nicht proletarischen Kreisen zuzurechnen. Von den — bei einem Durchschnitt von 1500 M. pro Guthaben— 3 600000000 M. dieser Gruppe müssen also weitere zwei Milliarden dem Bürgertum gutgeschrieben werden. Wir sehen also, daß von den 11'/, Milliarden nach Abzug von rund 5 Milliarden, die aus das Konto des M i t t e l st a n d e s oder der Besitzenden ent- fallen, nur noch ü'/, Milliarden übrig bleiben! Und diese 6'/, Milliarden repräsentieren den Anteil des Proletariats an dem„Nationalreichtum", während das Vermögen der Be- sitzenden allein in Preußen seit knapp einem Jahrzehnt nach der amtlichen Vermögenssteuerstatistik um 17 Milliarde» zugenommen hat! Die Statistik des deutschen Sparkassenwescns beweist also gerade, wie ungrhenerlich ungerecht die Verteilung des „Nationalvermögens" innerhalb unserer kapitalistischen Gesell- schastsordnung vorgenommen wird! Hrrr Dernburg als Kolonialstaatsftlretär. Die Regierung hält die Liebe sich auf eine Person des anderen Geschlechts konzentriert, so lange wird gerade aus unseren sittlichen Empfindungen heraus auch nur die Ehe mit dieser einen Person als sittlich gelten können. Womit denn schon gesagt ist, daß die Ehe mit jeder anderen Person unsittlich ist und daß die wahre Sittlichkeit deren schleunige Lösung gebietet, so daß also die Sicherungen des bürgerlichen Gesetzes, welche die leichte Lösbarkeit der Ehe verhindern sollen, sich als Hemmungen wahrer Sittlichkeit erweisen. Die Frauen der streikenden Kohlcnarbeiter. Bei einem Streik, wie ihn gegenwärtig die Berliner Kohlcnarbeiter führen, kommt es auch viel darauf an, wie sich die Frauen dazu stellen. Viele Männer sind verheiratet und stehen zum erstenmal im Streik. Murrt die Frau daheim, schimpft sie oder vergießt sie Tränen, so ist es für den Mann doppelt schwer, im Kampfe Seite an Seite mit seinen Arbeitsbrüdern auszuharren. Dagegen kann die Frau für den Mann eine wertvolle Stütze sein, sobald sie sich eins fühlt mit dem Bestreben des Gatten, für die Verbesserung seiner Lebens- bedingungcn einzutreten, wenn sie sich bemüht, mit der Streik- Unterstützung auszukommen und wenn sie mit Rat und Tat in ver Zeit der Not zu helfen weiß. In den Versammlungen der streikenden Kohlcnarbeiter sieht man nicht selten Frauen sitzen, die ihre Männer begleiten und ein reges Interesse an den Vcrhand- lungcn zu nehmen scheinen. An der Einmütigkeit der Streikenden haben sicherlich die Frauen einen nicht geringen Anteil. Das wird leicht übersehen, das stille Mitwirken der Frauen wird wenig beachtet. Als dagegen kürzlich in einer Versammlung be- kannt gemacht wurde, daß acht Arbeiter die Schande auf sich ge- laden haben, aus den Reihen der Kämpfenden zu desertieren und zum Feinde überzugehen, da stand ein Redner auf und rief: „Daran sind die Frauen schuld, die haben ihren Männern keine Ruhe gelassen, bis sie wieder anfangen mußten I"— Ein Gemurmel des Mißfallens ging durch die Reihen der Streikenden, „Ja, ja, die Weiber l" riefen einige, die vielleicht auch zu Hause einen schweren Stand hatten. Nun ist aber bis jetzt— beinahe vier Wochen nach Beginn des Streiks— die Zahl der Abtrünnigen eine sehr kleine, während über 1200 Mann fest zusammenhalten. Wenn man die Frauen für ein paar Abtrünnige gleich verantwort- lich macht, dann sollte man auch gerecht sein und daran denken, wie viele ihre Männer unterstützen, wie viele alle Einschränkungen geduldig aus sich nehmen und ihre Männer ermutigen, fest und treu mit den Streikenden zusammenzuhalten! Daß es auch Frauen gibt, die ihren streikenden Männern„die Hölle heiß machen", wie man zu sagen pflegt, soll damit nicht entschuldigt werden; aber es gibt auch genua Männer, die der Rückenstärkc durch die Frau bedürfen._ 6erlcbt9- Zeitung Junge Mädchen unter Anklage deö Streikvergehens. Die nach den» Gesetze noch jugendlichen Arbeiterinnen Anna Wallmann und Ida Brandt zählten mit zu den Streikenden der Aktien-Gummiwarenfabrik in Hannover. Sie sollten die Arbeiterin Kurz durch Drohungen zur Teilnahme an dein Streik zu veranlassen versucht haben. Am Tage des Streikallsbruches hatten die drei Mädchen zusammen gesprochen. Die eine der Angeklagten sollte ge- sagt haben, solche Leute, die weiter arbeiten, sind in meinen Augen ein Stück Vieh; und die andere: mit solchen Leuten würde sie nicht mehr verkehren oder sprechen. Der Staatsanwalt beantragte Verurteilung zu zwei Wochen bezw. zehn Tagen Gefängnis. Das Gericht erkannte: Erforderlich sei, daß die den Tatbestand des Z 153 der Gewerbeordnung begründende Aeußerung eine ehrverletzcnde sei und daß sie in der Absicht getan werde, den anderen zu bestimmen, am Streik teilzunehmen. Ehrverlctzend seien zwar diese Aeußerungen, aber den Zusainmenhang der Ehrverletzung und der Absicht halte das Gericht nicht für nachgewiesen. Da Strafantrag wegen Be- leidigung nicht gestellt sei, so mußten die streikenden Ärbeiterinnen freigesprochen werden._ „Feilhalten" von Arzneimitteln durch Drogisten. Der Drogist Klahn zu Rixdorf war vom Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er ohne polizeiliche Erlaubnis Gifte feilgeboten und außerdem Arzneien feilgehalten habe, die nach der kaiserlichen Verordnung vom 22. Oktober 1901 nur in Apotheken feilgehalten werden dürfen. Das„Feilhalten" der Arzneien wurde vom Landgericht darin gesehen, daß er die Arz- neien in einem Räume hinter dem Laden und in einem anderen Räume, der durch einen Korridor vom Laden getrennt ist, bereit hielt. Das Landgericht meinte, es genüge für die Annahme eines„Feilhalteus", wenn jemand Waren für das Publikum bereit halte und die Absicht habe, auf Verlangen dem Publikuin die Waren vorzulegen und ailszuhäitdigen.— Das Kammergericht als Revisionsinstanz erklärte jedoch diese Auslegung für irrig, hob das Urteil auf und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Landgericht zurück: DaS Kammergericht gehe zwar nicht so weit, wie neuerdings das Reichsgericht, das für die Er- süllung des Begriffs des FeilhaltenS verlange, daß die Waren in einem Raum bereit gehalten»verden. der dem Publikum zugänglich fei und in dem sie nachher auch den eventuellen Käufern gegeben würden. Indessen verlange doch das Kaminergericht, daß dein Publikum bekannt oder erkennbar sei, daß jene Waren, eventuell in einem anderen Räume, zum Verkauf bereit gehalten würden. Da hierüber bisher nichts feststehe, so müsse die Sache das Landgericht nochmals be- schäftigen. Wenn das Publikum die Waren nicht sehen konnte, dann müsse geprüft werden, ob das Vereithalten der Vorräte dem Publikuin irgendwie bekannt gewesen sei, z. B. durch Plakate, wie eö bei den Winkelapolheken der Fall zu sein Pflege. Werde das nicht festgestellt, so müßte Freisprechung erfolgen. Aus Kolonie Grunewald. Ein literarischer Beleidigungsprozeß beschäftigte gestern zum zweitenmal die 2. Ferienstrafkammer des Landgerichts II in einer bis znin Abend sich hinziehenden Sitzung. Wegen Beleidigung war der Schriflstellcr Julius Karl Fischer am 19. April des vergangenen Jahres von der Strafkanuner zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden, das Vorliegen einer unzüchtigen Schrift hatte der Gerichtshof verneint. Es handelt sich um einen von dein Angeklagten verfaßten, im Verlage von Karl Freund erschienenen Roman„Nervös". Der Roman spielt in der K 0 l 0 n i e Grunewald und schildert das lokale Milieu und gewisse persönliche Eigentümlichkeiten der handelnden Personen mit einer photographischcn Treue, so daß mehrere in der Kolonie Grüne- wald wohnende Personen darin ihre eigene Abbildung erkennen zu müssen glaubten. Insbesondere nimmt der Renter K. an, daß mit den als„Blüthner und Frau" bezeichneten Romanfiguren er selbst und seine Gattin geineint seien, und fühlt sich dadurch beleidigt, daß in dem Roman allerlei Eheirrungen dieser Frau Blüthner und einer heißblütigen Polin, die als Gräfin Buinska auftritt, geschildert werden. Eine große Zahl der in de», Roman geschilderten Borkonmmisse seien in Wirklichkeit passiert, die Lokalbeschreibung passe durchaus auf seine Villa, was aber in dem Roman von ihm»md seiner Frau behauptet werde, sei absolut unwahr und für ihn und insbesondere für seine Frau schwer beleidigend.— Gegen das erste Urteil hatte sowohl der Angeklagte als auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt und das Reichsgericht hatte das Urteil aufgehoben.— Die gestrige Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Wie früher, so verwahrten sich auch diesmal der Angeklagte gegen den Vor- Wurf, daß er ein unsittliches Buch habe schreibe»» oder den Neben- kläger und dessen Frau in seinem Roinan habe zeichnen oder be- leidigen wollen. Die Figuren seines Roinans seien freie dichterische Erfii»dungei», der Roman beschäftige sich in ernster Weise mit Erscheinungen unseres Gesellschaftslebens, wie angesehene Blätter in anerkennenden Kritiken bestätigt hätten.— Nach einer Verlesung des ganze»» Ronians und umfangreicher Beweisausnahme beantragte der Staatsanwalt zwei Jahre Gefängnis. Nach ziveistündiger Beratung kam der Gerichtshof um 7 Uhr abends zu folgendem Urteil: Der Angeklagte Fischer w»lrde»vegen einfacher Beleidigung und Verleumdung nach Matzgabe der§§ 185, 187 des Strafgesetzbuches und ferner wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften nach§ 184,1 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Aus Kindesliebe zum Dieb geworden. Der Schlilknabe Paul Bitter in Crottendorf im sächsischen Erzgebirge mutzte hausiere»» gehen, um eilvas mit zu verdienen. Da beinerkte er bei einer Gutsbesitzersehefrau, die ihn» etwas ab- gekauft hatte, daß sie das Geld im Glasschranke aufbewahrte. Da- heim lag der Vater krank, der einer Krankenkasse nicht angehörte und der Arznei bedurste. Aber es fehlte an Geld. Als die Gutsbesitzers- frau nach dem Felde gegangen war, stieg der Junge in die Wohimng ein und stahl drei Mark. Das Geld wurde durch den Gendarm bald lvieder aus der Wohnung geholt, der Junge aber vor daS Gericht gebracht. Die erste Strafkammer des Cheinnitzer Landgerichts ver- urteilte ihn zu einem Monat Gefängnis. Daß den jugendlichen Dieb nur die Sorge um den kranken Vater zu der Tat getrieben hatte, sah das Gericht als nicht»viderlegt ai». Trotzdem die enorme Strafe gegenüber dem Kindel Nicht daS Kind, soitdern die Verhältnisse, die' das Elend geschaffen, gehörten vor nicht zünftigen Juristen auf die Anklagebank. Versammlungen. Berichtsnachtrag. Aus dem gestern»nitgeteilten Beschluß deS Verbandes der Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter(Zahlstelle Berlin) betreffend die Beitragszahlung der weiblichen Mitglieder ab 1. Oktober ist versehentlich der Beitragssatz fortgeblieben. Er soll wöchent» lich 25 Pf. betragen einschließlich des Ortszuschlages. Verband der Friseurgehülsen Deutschlands. Zwcigverein Rixdorj. Heute Donnerstag, den 13. S. M., abends 10 Uhr, bei Schmidt, Berliner» stratze 14: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Genossen» schaftSwcsen. Referent P. Liere-Bcrlin. Mitgliedsbuch legitimiert.—- Zahlstelle Lichtenberg, Berlin O. Heute abend 9'l2 Uhr im Lokale de? Herrn Hebel, Franksurter-Allee 181: Mitgliederversammlung. Verband deutscher Barbiere, Jriscurc und Perückenmacher- Gehiilfen. Donnerstag, den 13. d.M., abends 10 Uhr, im Lokale Schillmg« slraße 30: Mitgliederversammlung. Eingegangene vruckfckriften. „Kominunalc Praxis» Nr.37. Wochenlchrist sürKommunat- Politik und Gcmeindesozialismus. Herausgeber Dr. Albert S ü d e k u n>. Verlag von Paul Singer, Berlin 81V. 03, Lindensw. 03. Paul Koch. Religion und Veniunst. 178 Seiten. Verlag von Hugo Bermühler, Berlin 1307. Magen- und Darmkrankheite» und ihre phtisikalischdiätetischc Hcilweise. Von Dr. Hans Lungwitz. 1. Hcst: Preis 30 Ps. Verlag von Karl Marhold, Halle a. S. 1300. Levrinittel-Universuui. 1. Heft, 2. Jahrgang, jährlich 12 Hefte. Jahrgang 3 M. Verlag des Lehrmittel-Universum, G. Winkelmann, Berlin SW. 48, Friedrichstr. 6. Die sozialistischen Stziicmc und die wirtschastliche Entwickclung von M. Bourguin, ins Deutsche übertragen von Dr. L. Katzcnstein. 508 Seiten. Preis: geh. 8 M,, geb. 10 M. Verlag I. C. B. Mohr(Paul Siebeck), Tübingen. „Die Arbeiterschaft und die Aitoholfrage". Von O. Lang, Zürich. 24 Seiten 8°. Preis 10 Ps. Verlag: Deutscher Arbeiter-Abstinenten-Bimd, I. Michaelis, Berlin 8. 42, Luisen-User 55. Jahresbericht. Deutscher Tabakarbciter-Vcrband für daS Jahr 1305. 04 Seilen. Selbstverlag des Deutschen Tabalarbeiter-Verbaudes.(Sitz Bremen.) DaS Dchulzimincr. 4. Jahrgang. MV. 3.(Joh. Müller, Charlottenbiug.) Plan von-Selgoland(Preis 00 Ps.). Ausgenommen von Festungs- bauwart Wenzel. Gezeichnet von Wallmeistcr Aller und Hahn. Maß« siab 1: 3000., Bericht für das Jahr 1305 der Gremialkrankenkasse der Wiener Kaus» mannschast. 70 Seilen. Verlagsanstalt„Vorwärts". Swoboda u. Co., Wien VI. Dr. Karl Böhme. Pfarrer Naumann ein nationaler Politiker? Druck Liebheit u. Thiesci». Berlin 0. 1900. Dr. nicd. G. Liebe. Werde gesund! Zeillchrist für Volks- gesundheitSpslege. 9. Hess. Preis vierteljährlich 75 Ps. Verlag Th. Krische, Erlangen. Werner Sombart. Warum gibt cS in den Vereinigten Staaten keinen Sozialismus? Preis geheftet 1,50 M., geb. 2,25 M. Verlag I. C. B. Mohr(Paul Sicbeck), Tübingen 1300. Berliner Marktpreise. Aus dem amtllchei, Bericht der städtischen Markihallen-Dircktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 73—78 pr. 100 Pfd., IIa 07-72, AI» 62-00, IV» 56-60. Kalbfleisch, Doppelläudcr 105-115, I» 85—90, IIa 75—82, UTa 05—74. Hammelfleisch la 77—82. IIa 67—70. Schweinefleisch 68-75. Rehböckc la per Psd. 0,70-0,95, IIa 0,40-0,05. Rotwild la per Pfund 0,45—0,55, IIa 0,40. Damwild 0,40—0,55. Wildschweine per Pfund 0,25—0,48. Frischlinge 0,00. Kaninchen per-atück 0,49—1,00. Wildenten la pcrStiick 1,00—1,40, IIa 0,00. Rebhühner, junge la 1,00— 1.28, junge IIa 0,80-1,00, alle 0,75—0,88, junge kleine 0,30-0,75. Hühner. alte, per Stück 1,50— 2, 00, alte, IIa 1,00—1,30, junge, per Stück 0,70—1,00. Tauben, junge, per Stück 0,25—0,52, alte 0,20—0,25. Eule», junge per Stück 1,50—3,25, alte per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Stück 2,30. Gänse, la per Pfund 0,48—0,58, IIa 0,40—0,47, la per Stück 2,75—3,80, IIa 1,50-2,50. PoulctS per Stück 0,30-1,25, do. klein 0.35— 0,70. Hechte per 100 Psd. 72-93. Zander 0.00,' Aland 0,00, Schleie 133—104. Bleie 0,00. Aale, groß 99—102, mittel 86, klein-mittel 82—87, unsort. 56—73. Plötzen 0,00, Karpseu, unsortiert 0,00. Barse, matt 0,00. Bleissschc 0,00. Karauschen 73—73. Wels 0,00. Bunte Fische 43— 03, matt 0,00. Amerikanischer Lachs I neuer per 100 Psd. 110—130, do. II neuer 30—100, do. III»eucr 75. Seelachs 15—20. Flundern, poinm, I, per Schock 9, do. pomm. II 2—3,' Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, do, klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall.Kieler 3—4, Stralsunder 3—4,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1,50,»nittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,00. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4,50, do.'/, Kiste 2, Kabltau, per 100 Psd. 15—20. Heilbutt 25. Sardellen, 1302cr per«Nker 30. 1304cr 30. 1305cr 85, ISOOer 70. Schottische Vollhermge 1905 0,00, largo 40-44, lull. 36-38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per To. 00—120. Hummern, Ha, 100 Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsortiert 0,00. Galizier, groß 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,20—4,40. Butter per 100 Psd. la 124-120. IIa 118-120. Illa 112-110, nbjallende 95-110. Saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pjcsscrgurkcil 3,50—4,00. Kartoffeln per 100 Psd. Dabersche 2—2,25, Roscu 1,50—1,75, neue nmdc 1,75—2.00, neue blaue 2,00—2,25. Spinat p. 100 Psd. 10—12. Karotten p. Schockbund 1,50—2,50. Sellerie, hiesige, p. Schock 1,50—0,00. Zwiebeln lOOPsd. 2,75—3,00. Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,50—1,00. Rettig, bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen P. Schock-Bd. 0,00—0,80. Salat, p. Schock 1,50—2,00. Bohnen, grüne, per 100 Psund 10—20. Wachsbobncu 10—18. Schoten per 100 Psd. 15—20. Pscfferlinge per 100 Psd. 18— 22. Mohrrüben per 100 Pfi». 3— 4.TeIlo»ver Rüben per lOOPsd. 12. Blumenkohl per Mandel 1—2,50. Wirsingkohl ver Schock 4,00-8,00. Rolkohl p. Schock 3,00-9,00. Weißkohl p. Schock 2,00 bis 5,00. Steinpilze p. 100 Psd. 30—40. Gurken, Zcrbstcr, Schock 0,00—0,00, do. Einlege-, Schock 1,50—2,00, do, Rolhcnbg. 1.50—3,00, do. Liegnitzcr2,50— 3,00. do. Einlege-(Senf-) 10—18. Kohlrüben, Schock 3—5,50. Tomaten, hiesige 100 Psd. 3—0. Kürbis 2—5. Birnen, ital. per lOOPsd. 0,00, hiesige 3— 20, Tiroler 20—35, böhmiiche 4— 10, Rettig- 3— 0. Acpsel, Ungar., PcrlOOPsd. 0—11, ital. 0,00, hiesige 2—9, Oiraveiislciner 0—20, Tiroler 15—24. Prcitzelbecrcn 0,00, schwedische 20—21. Blaubeeren per 100 Psd. 13—18. Pflamnen, ital. runde dunkle per lOO Psd. 0,00, ungarische 0,00, hiesige 2—4, Ncineclauden 0,00, Serben 10—13, Badeuscr 0,00, Böhmische 2—11. Zitronen, Mcssina 300 Stück 20,00-35,00, 300 Stück 18.00-24.00, 200 Stück 0,00, 420 Stück.' klein 12—15. Pfirsiche, Werderschc per. 100 Psd. 10—40, französische 0,00, italienische I Kiste 0,00, do. II Kiste 0,00, do. M.Ktfte 0,00, do. in Körben per 100 Pjd. 30-43. A.WERTHEIM GEMÜSE- KONSERVEN Stangenspargel III Dose 78, Dose 45 Pf. Stangenspargel II Dose 1.20, Dose 65 Pf. Stangenspargel extra stark Dose 1.60, Dose 85 Pf. Abschnittspargel Dose 38, Dose 24 Pf. Bruchspargel ohne Köpfe Dose 58, Dose 34 Pf. Bruchspargel Dose 70, Dose 40 Pf. Bruchspargel I Dose 80, Dose 45 Pf. Bruchspargel extra stark Dose 1.20,% Dose 55 P. Riesenbruchspargel Dose 1.35, Dose 73 Pf. Kaiserschoten extra fein Dose 1.25, Dose 68 Pf. Junge Schoten extra fein Dose 90, Dose 50 Pf. Junge Schoten I Stangenspargel I Kaiserschoten Junge Schoten II Dose 50,%, Dose 32 Pt. Junge Schoten III/ Dose 48 Pf. Junge Schoten IV/ Dose 38 PL. Pfefferlinge se 50, ose 30 Pf. Rote Rüben ose 35, ose 23 Pl. Haricots verts fin Dose 70 Pf.,% Dose 40 Pf. Morcheln I, D. 1.30,%, D. 70 Pf. Morcheln II ose 1.10, ose 60 Pt. / Champignons I 1.60, 90 Pf. Dose 80, Dose 45 Pf. Dose 1.35,% Dose 73 Pf. Dose 1.10,% Dose 60 Pf. Brech- u. Schneidebohnen 2 kg 65, 1 kg 40, 1 kg 25 Pf. FRÜCHTE- KONSERVEN Saure Kirschen ohne Steine Dose 95 Pf. Dose 53 Pf. Saure Kirschen mit Steinen 1, Dose 65 Pf.,% Dose 38 Pf. Kaiserkirschen ohne Steine Dose 1 Mk., Dose 55 Pf. Erdbeeren naturell Dose 98 PL., Dose 55 Pf. Erdbeeren in Zucker Dose 1.40, Dose 75 Pf. Dunstfrüchte Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen mit Steinen, Gebrannter Kaffee I Mischung| 83 Pf. Mischung|| 95 Pf. Mischung III 1.10 Mk. Mischung IV 1.35 Mk. 1.50 MK. Mischung V Mischung VI 1.70 Mk. Mischung VII 1.90 Mk. Tee Souchong- Melange Qualität I Pfd. Qualitat II Pfd. 1.20 Mk. 1.80 Mk. Stachelbeeren %, Dose 65 Pf., Dose 38 Pf. Pflaumen / Dose 45 P. Heidelbeeren, Birnen Glas 55 Pf. Dunstfrüchte in Zucker Qualität III Pfd. 2.40 Mk. Kirschen ohne Steinen Himbeeren Glas 72 Pf. Clas 90 Pf. Qualität IV Pfd. 3.20 Mk. Qualität V Pfd. 4 MK. Dose 32 PL. Marke Martell Marke ,, Amieux Frères" Dose 45 Pf.,%, Dose 1.25, Dose 2.20 % Dose 90 Pf., Dose 1.50 Mk. Qualität I Oelsardinen La Rose Ölsardinen Spezialmarke Dose 65 Pf. KOLONIAL- WAREN Italienische Makkaroni stark und fein, leicht gefärbt Pfd. 40 Pf. Globus- Hafermehl / Pfd.- Packet 20 Pf.,/, Pfd.- Packet 38 Pf. Schnittnudeln ungefärbt Pfd. 40 Pf. Globus- Grünkernmehl / Pfd.- Packet 30 Pf.,/, Pfd.- Packet 55 Pl. Schnittnudeln leicht gefärbt Pfd. 36 Pf. Pid. 40 Pf. gefärbt Pid, 40 Pf. Bandnudeln ungefärbt Fadennudeln un Pfd. Nudelgraupen ca. 1 Pfd.- Pak, 38 Pf. Façonnudeln ca. 1 Pid.- Pak. 38 Pf. Nudelhörnchen ca. 1 Pfd.- Pak. 38 Pf. ca. 1 Pfd.- Pak. 38 Pf. Java- Reis Pld. 25, 30, 38 Pf. Rangoon- Reis Pfd. 16, 20 Pt. WEIN Moselwein Obermoseler FL 1/ Pfd. 45 Pl. Packet Globus- Tapioka Globus- Suppentafeln: Kartoffel-, Reis-, Grünkern., Erbsen-, gelb und grün, Linsen-, Tap.- Julienne-, Reis- Julienne-, Bohnen, Gersten., Gries-, Hafergrütz-, Hausmacher-, Körbel-, Rumford- u. Sago. 15 Pf. Suppe Tafel Pid. 18 P. Globus- Suppentafeln: Pfd. 15 Pf. Neue Hülsenfrüchte: Viktoria- Erbsen Grüne Erbsen Grosse Linsen Mittel Linsen Kleine Bohnen Pfd. 45 Pf. Pfd. 38 Pf. Pfd. 16 Pf. Julienne Bouillon-, Tapioca- Bouillon-, Mocturtle. Krebs-, Curry-, Frühlings-, Ochsenschweif., Pilz-, Potage a la Reine, Tomatenund Wildpret- Suppe Erbswurst mit Speck und Schinken Tafel 24 P 28 Pf. Kongo- Tee Pfd. 2.20 Mk. Qualität II Pfd. 2.80 Mk. Qualität III Pfd. 4 Mk. Ceylon- Melange Pfd. 3 Mk. Pecco- Melange Pfd. 4.80 Mk. Bordeauxwein FL Cervelatwurst in Rinddarm Pfd. 1.30 Mk. Salami in Rinddarm Pfd. 1.30 Mk. inkl. Flasche Rheinwein FL 70 Pf. 1901er Pauillac 95 Pf. 1900° St. Vivien 1.10MK. 1902er Crû Privera 55 Pf. 1903 Alsheimer 1904 Wormeldinger 65 PL 1903 Lorcher 1902 Trittenheimer 80 PE. 1901 Niersteiner 1903 Reil. Sorentberger 1 Mk. 1901 Rüdesheimer 1904 1.10MK. 1902er Hochheimer Lieserer Weintrauben Kiste ca. 8 Pfund Alleinverkauf der 80 PL. 95 Pf. 1 Mk. 1.20MK. 1901er Chât. La Tour Carnet 1.20 1.30MK. 1900 Grand Poujeaux 1.40мк. Pfund Gänsebrust. Plockwurst 1.20 Mk. 1.50 Pfund 16 PT. 1.30 M Tiroler Aepfel Schokoladenfabrikate von ( Spickgans) Pfd. Tobler& Co., Bern. Mk. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 213. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donuerstag, 13. September 1906. Vom, sparenden Charlottenburg". Stationen Better Stationen 28etter Temp. n. 6. 67,1 Proz. und für die ersten sechs Monate des Jahres 1906 wohljituierten kinderreichen Familie jedes Kind sein Spar67,4 Proz. Ihre Proportion zu den Einlagen ist also fast kassenbuch mit einem kleinen Betrage, aber in sehr vielen regelmäßig von Jahr zu Jahr gestiegen, und während vor Arbeiterfamilien hat keins ein solches. Die Zahl der SparWie bei der Berliner haben auch bei der Charlotten- 10 Jahren die verlangten Rückzahlungen noch nicht die tassenbücher betrug Ende 1905 69 356, also etwa 72 Proz burger Sparkasse die Einlagen in den letzten Jahren von Hälfte der Einzahlungen betrugen, betrugen sie seit 1905 der Bevölkerung haben überhaupt kein Sparkassenbuch. Die Jahr zu Jahr zugenommen und recht ansehnliche Summen mehr als Zweidrittel der letzteren. Das läßt sich doch nur Summe der Steuerrückstände, die Höhe des Pferdefleischerreicht. Während im Jahre 1896 die Einlagen 3 015 336 dahin erklären, daß wohl nach wie vor noch so viel wie mög- konsums, die Zahl der Leihhausversetzungen, die der EinMark betrugen, beliefen sie sich im Jahre 1905 auf lich Einzahlungen bei der Sparkasse gemacht werden, daß gaben an das Armenamt und eine genaue Morbilitäts11 372 508 M. und in den ersten sechs Monaten 1906 auf aber viele Sparer durch mißliche Verhältnisse bald wieder statistik, die wir aber nicht haben, das wären eher Momente, 7 066 358 M. Gewiß sehr bedeutende und schnell wachsende gezwungen sind, die gemachten Einlagen wieder zurückzu- die das Vorhandensein oder Fehlen eines Notstandes und Summen! Aber wenn der Vertreter des Magistrats gegen- ziehen, und zwar, wie wir gesehen haben, in einem von Jahr seine Stärke erweisen könnten. über den Anträgen auf Gewährung einer Teuerungszulage zu Jahr steigenden Maße. an die unteren städtischen Beamten und Arbeiter auf diese Daß überdies die Einlagen bei der Sparkasse gar keinen witterungsübersicht vom 12. September 1906, morgens 8 Uhr. Millionen hinweist, die doch hauptsächlich von den kleinen Maßstab für die günstige oder ungünstige Lage der Bevölke Leuten bei der Sparkasse eingezahlt seien, und daß man des- rung oder einzelner Schichten derselben geben können, ergibt halb bei uns von einem Notstande nicht sprechen und Teue- sich schon daraus, daß viele Einlagen bei der Sparkasse offenrungszulagen nicht verlangen könne, so übersieht oder ver- bar gar nicht von Sparern gemacht werden, sondern von gißt der Magistratsvertreter dabei nur die gleichzeitig ver- fleinen Kapitalisten usw., denen die Börseneffekten zu unsicher langten Rückzahlungen zu erwähnen. Diese beliefen sich im find, als Kapitalsanlage; so wohl alle Einlagen über 2000 Swinembe. 768 D Jahre 1896 auf 1481 956 m., im Jahre 1905 aber auf Mark, und gerade diese haben in letzter Zeit besonders zu- Berlin Hamburg 77192 769 NNW 7 637 605 M. und im ersten Halbjahr 1906 auf 4 763 543 genommen. Frantj.a.M. 769 ND Mark. Man sieht, die verlangten Rückzahlungen sind, wie in Auch fann gar nicht festgestellt werden und ist wohl München 768 NW Berlin, in einer weit stärkeren Progression gestiegen, als die auch nicht versucht worden festzustellen, in welchem Verhält- ten Einlagen, und wenn sie auch noch lange nicht die Höhe der nisse sich die verschiedenen Bevölkerungsklassen bei den Ein- Wetter- Prognose für Donnerstag, den 13. September 1906. Einlagen erreichten, so ist der Unterschied doch immer fleiner lagen in die Sparkassen beteiligten und von welchen die bei schwachen südöstlichen Winden. Borwiegend heiter und trocken, nachts noch fühl, am Tage wärmer geworden, und zwar von Jahr zu Jahr. Das ist die Rückseite Rückzahlungen verlangt worden sind. Man sagt wohl, die Berliner Betterbureau. der Medaille. Nach den Angaben der Monatsberichte des Bahl der fleinen Sparer rekrutiere sich doch fast nur aus statistischen Amtes der Stadt Charlottenburg betrugen die in der unbemittelten arbeitenden Bevölkerung. Aber auch bei Wasserstand am 12. September. Elbe bei Ausfig Meter, bet den 10 Jahren von 1896 bis 1905 verlangten Rückzahlungen vielen Bessersituierten ist es Sitte, ihren Töchtern bei der - 1,95 Meter, bei Magdeburg+0,56 Meter. Unstrut bei Meter. Dder bei Ratibor+ 0,98 Meter.- Neißes folgende Prozentsätze der gleichzeitig gemachten Einlagen: Einsegnung oder bei ähnlichen Gelegenheiten ein Sparkassen- mündung+ 1,06 Meter.- Dder bei Brieg+1,44 Meter.- Ober Sparkassen- mündung 49,4, 54,9, 52,3, 59,1, 66,5, 60,7, 59,3, 63,8, 64,3 und buch über 5 oder 10 M. zu schenken. So hat in mancher bei Breslau Unterpegel- 1,78 Meter. Für den Juhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 13. September. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. La Traviata.( Bioletta.) Schauspielhaus. Goldfische. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Der Kaufmann bon Venedig. Weften. Der Opernball. Lorking. 8ar und Zimmermann. Anfang 8 Uhr. Leffing. Fuhrmann Henschel. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Frau Inger von Destrot. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches- Theater). Hafemanns Töchter. Neues. Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgaft. Komische Oper. zählungen. Hoffmanns Er Residenz. Die Höhle des Löwen. Trianon. Die Notbrüde. Lustspielhaus. Spazenliebe. Zentral. Die Fledermaus. Kleines. Ein idealer Gatte. Carl Weiß. Adele. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Jm Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Ein Kind des Gluds. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Auf ins Metropol. Apollo. Berlin im Dmnibus. Spe zialitäten. Rafino. Alexander der Große. Folies Caprice. Der General Konful. Sünden der Bäter. Wintergarten. Spezialitäten. Baffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besubs. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abends8 Uhr: Donnerstag, abends8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Hasemanns Töchter. Schauspiel in 5 Auszügen von Volksstück in 4 Aften v. A. L'Arronge. Henrik Ibsen. Freitag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Hierauf: Die Dienstboten. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Deutsch von Wilhelm Lange. Freitag, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Sonnabend, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Dresden Straußfurt 763 N 3 wollig 2 wollig 3Heiter 13 Haparanda 769 S 11 Petersburg 770 DND 12 3 heiter 11 3 Regen Scilly Aberdeen 8 Baris 766 764 SS 770 ND 6beiter 1halb bd. 4 bedeckt 10 9 16 1 Regen 18 1 heiter 10 4 bededt 10 Apollo Theater Der jüngste Ausbruch 845 Der Affe als Jockey. des Vesuvs. COOLOGISCHER 0000000 CARTEN Z Freie Volksbühne. 5. und 6. Abteilung Sonntag, den 16. September, 3 Uhr nachmittags im Berliner Theater, Ludwig Anzengruber: Die Kreuzelschreiber. Bauernkomödie in 5 Bildern. Artistische Leitung: A. Steinert. II. Serie: Im Neuen Schauspielhause: William Shakespeare: Der Sturm. Romantisches Schauspiel in fünf Aufzügen. Sonntag, den 21. Oktober, Premiere: 8./9. Abteilung. Dann folgen: 10./11., 12./13., 14./15., 16./17., 18., 1., 2./3., 4./5., 6./7. Abteilung. Artistische Leitung: Direktor Alfred Halm. Dirigenten: Hofkapellmeister Prill und Karl Vach. Sonnabend, den 6. Oktober, abends 8%, Uhr: 17. Kunst- Abend im Rathause. Henrik Ibsen Frau Lili Braun. Vortrag und Rezitation Lieder von Grieg, gesungen von Frl. Elsa Daut. Pianist G • Kapellmeister Gehrke. können sich noch in allen Sherlock Holmes. Neue Mitglieder Zahlstellen melden. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Freitag: Eine. Der Stammgast. Sonnabend: Frost im Frühling. Sonntag: Eine. Der Stammgast. Kleines Theater. Abends 8 Uhr zum 77. Male: Ein idealer Gatte. Freitag, Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Donnerstag, den 13. Sept., 7%, Uhr: Die neuen Mitgliedskarten der alten Mitglieder müssen aus den Zahlstellen abgeholt werden, da sie sonst an neue Mitglieder weiter vergeben werden. Die Mitglieder werden ersucht, die laut Beschluß der Juli- Generalversammlung verbreiteten Flugblätter betreffend das Freie Kunstheim aus den Zahlstellen abzuholen und zu verbreiten und die Antwortkarten ausgefüllt in den Zahlstellen abzugeben. 229/14 Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. XII. Saison Zirkus Busch XII. Saison Sonnabend, den 15. September 1906: Gala- Premiere Bisher noch egg Wilde Tigergruppe nie gezeigt! im Ringkampf mit dem Bisher noch nie gezeigt! Dompteur Herrn W. Deters! Völlig neue Dressuren der Herren Georg BurckhardtFoottit und Ernst Schumann sowie das neu engagierte Künstler- und Künstlerinnen- Personal. Logensitz 5 M., Parkett 3 M., Balkon 2 M., 153/8 Zar und Zimmermann. Preise der Plätze: 1. Platz 1,50 M., 2. Platz 1 M., Galerie 50 Pf. Abonnements gültig. Morgen, Freitag: Der Troubadour. Sonnabend, 15. Sept., nachm. 3 Uhr, bei sehr kl. Pr. 1. SchülerKlassikervorst.: Nathan der Weise. Die Zirkuskassen sind täglich von 10 Uhr an geöffnet. Billetts sind ferner zu haben beim Invalidendank, Unter den Linden 24, und in der Billettabteilung des Warenhauses A. Wertheim, Leipzigerstr. 132/133. Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Die Fledermaus. Operette in 3 Atten. Freitag: Geschlossen. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Heute: Ein Kind des Glücks. Anfang 8 Uhr. Freitag: Eine Nacht in Berlin. Sonnabend: Ein Kind des Glücks. Sonntag nachm.: Romeo und Julia. Abends: Ein Kind des Glüds. Lustspielhaus. Abends Spatzenliebe. 8 Uhr: Täglich: Original Dreffur- Att. The Seldoms plastische Darstellungen. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Nächste Vorstellung Sonntag, den 16. September 1906. Montag, den 17. September: Eröffnung der Winter Saison. Die relegierten Studenten. Lustspiel in 4 Aufzügen von Benedir. Die Verteilung der Abonnementspläge hat begonnen und können die 10 Uhr! Abonnementstarten im Theaterbureau 1 Dame und 3 Herren. 10 Uhr! Berlin im Omnibus. bon 10-1 Uhr abgeholt werden. Stadt- Theater Moabit Erste Nachmittagsvorst. Sonntag, den 30. September, nachm. 3 Uhr. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipps: Alt- Moabit 47/49. Heute Donnerstag, 13. September: Lezte Wochentagsvorstellung der Sommerfaison: Die weiße Dame. Posse mit Gesang von D. Richter. Außerdem: Jm wilden Westen. Die Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute bis Freitag Anfang 8 Uhr: Die Höhle des Löwen. Schwant in 3 Atten b. M. Hennequin und P. Bilhaud. Die großartigen Spezialitäten. Julius Wilms, Charakterkomiter. Mr. Robin, Handstandkünstler. Florus Raponet, Kunstpfeifer. Mile. Thara, Sandschattensilhuette. Sevillo und Pifo, eine Szene im Kriegshafen. Jm Saale: Gr. Ball. Anf. 5 Uhr. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Zum 13. Male: Gaston Chalindrey: Rich. Merander. Der Generalkonsul und Sonnabend, den 15. September, zum erstenmal: Triplepatte. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterftr. 132. Letzte Woche abends 8 Uhr: Adele. Die Sünden der Väter. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf b. Wertheim u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Freitag, den 14. Gept.: Benefis für Heute Schluß der Sommer. Herrn Stüntet Im Garten: Spezialitäten Vorstellung. Anfang 6 Uhr. a Spielzeit. Abschieds- Vorstellung des ges. erfolgt. Künstlerpersonales. Großer Freitanz. Anfang 4%, Uhr. X Eintritt 30 Pf. Ehren- und Vorzugsfarten gültig. Metropol- Theater W. Noacks Theater. Kasino- Theater Henry Bender. Josef Giampietro. Fritz Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr Die Notbrücke. Freitag z. erstenmal: Der Hausfreund. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 15. September er. Eröffnung der Winter Spielzeit! Don Cesar. Dir. Rob. Dit Billetts zu dieser Borstellung sind täglich bon 11 Uhr ab im Theater zu haben. in der Titelrolle. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Borher. das Eröffnungsprogramm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Madame Bonivard. Rixdorfer Theater Volksgarten- Theater. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Eröffnungs- Vorstellung Mittwoch, den 19. September er. Beginn der Volksvorstellungen Sonntag, den 7. Oktober. Zirkus Schumann. Sonnabend, 15. September, 28 Uhr abends: GalaEröffnungs- Vorstellung. Mr. Hendricksen mit seinen 12 Königs- Tigern direkt aus Amerika. Direktor Alb. Schumann mit seinen neuen Schul- u. Freiheitspferden. Schulreiter Mr. Guichinett, einziger Schüler vom Altmeister M. James Fillis. Sämtliche neu engagierten Künstler. Kassa ist geöffnet von 10 Uhr vormittags an ununterbrochen. Sonntag, den 16. September 1906: 2 große Vorstellungen 2 Nachmittags 1,4 Uhr und abends 2 8 Uhr. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Konzert, Theater u. Spezialitäten. Das neue September- Programm. Gebr. Marconi, Henry Sago, Monte Christo, der Reifenschlüpfer; Kascha Rusalka. ' s Sieserle. Liederspiel in 1 Akt von J. Kneiff. W 3 ****** ie follen wir unire Kinder ohne Prügel erziehen? Von J. Borchardt Preis 30 Pfennig 回 Der Berfaffer geht von dem Gebanken aus, daß das Prügeln in der Schule zu 165/ 3* verwerfen set, daß aber auch das Prügeln Diez'. Spezialitäten- Theater. Ob schön! der Kinder im Bause für die körperliche und geistige Entwickelung des Kindes verderblich ist. Er gibt vielfache AnLandsberger Allee 76/79( Ringbahnstation). regungen, wie die Eltern thre Kinder ohne Prügel erziehen können. Ab 1. September täglich: Oh Regen! neues fenfationelles Programm. Buchhandlung Vorwärts Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. njang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Jed. Erwachsene 1 Kind unter 10 Jahren frei! Berlin SW. 68. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 16. September 1906, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon ( B. Naabe), Kolbergerstr. 23: Achtung! Fliesenleger! Achtung! Freitag, den 14. September 1906, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung Oeffentl. Versammlung der Fliesenleger und Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend KF für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Hans Block über: Unsere KolonialZu zahlreichem Besuch ladet ein politik". 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Colo olosseum Dresdenerstr. 97. 15 erstklassige 15 Spezialitäten Täglich: Konzert- u. VolksKabarett. ( Ohne Weinzwang.) Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. WalhallaVarieté Theater Weinbergsweg 19/20 am Rosenthaler Tor. Das erstklassige SpezialitätenProgramm. Chevalier Thorn ,, Im Traumlande". Adele Marow, Soubr. Diva. Hauser, Humorist. 8 Germanias, Damenensemble. 4 Georgettys, Gymnastiker. Verdier, Pistonvirtuosin. Rigolettos, Gymnast. Pauli, Soubrette. Almado, ikar. Spiele. Honeysuckles, Jongleure. Parney u. Jenkins, Exzentriker. Vitascope. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 r. Entree 50 Pf. Das Riesen- September- Programm. Vendaro, Dressur- Att. The Daymlers, Akrobaten. Carmanelli Duo. Franz Gorré. Mandita. Salero Leopard. Stee and Shee somie 8 erstkl. Nummern. 8 Dazu: Der Sommerleutnant. Schwank vom M. Reichardt. Berliner Prater- Theater Kaftanien- Allee 7/9. Täglich: Zwischen Himmel n. Erde Großes Ausstattungsstüd. The three Spoons, Jongleur- Pantomime. In der Küche. Spezialitäten. X Ball. Anf. 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kottbuser Sanssouci.Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntg., Montg. Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Neu! Der Nachtwächter. Boffe. Tante Hopfenrats Erben. Luftspiel. Sonnt.Beg. 5, Wochent. 8U. Buggenhagen Moritzplatz. Täglich! Gustav Gottschalk's humoristische Konzerte. im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße 72. Tages Drdnung: 1. Inwieweit ist dem Beschluß der letzten öffentlichen Versammlung Rechnung getragen Der Einberufer. worden? 2. Diskussion. Organisationsbuch legitimiert. Der Einberufer: H. Pufahl. 249/15 Neue Freie Volksbühne. Die Kunft dem Volke! Die Neue Freie Volksbühne hat mit Beginn dieser Spielzeit ihr 17. Vereinsjahr angetreten. Zur Veranschaulichung des Wachstums des Vereins innerhalb der letzten sechs Jahre dienen die folgenden Zahlen: 900= 1 Abt.( Jahreshaushalt: 10 021,00 M.) 1700 = = 2 Abt. " 24 108,00 M.) 3 Abt. 33 123,00 M.) " 5 Abt. 99 58 247,00 M.) 7 Abt. Spieljahr 1900/01: Mitgliederzahl Spieljahr 1901/02: Mitgliederzahl Spieljahr 1902/03: Mitgliederzahl 2600 Spieljahr 1903/04: Mitgliederzahl 4300 Spieljahr 1904/05: Mitgliederzahl 6000 Spieljahr 1905/06: Mitgliederzahl 10200 Für das soeben begonnene Spieljahr sind die Mitgliederanmeldungen so zahlreich eingegangen, daß der Verein zurzeit bereits 14 Abteilungen mit rund 12000 Mitglieder stark ist. = 12 Abt. 99 80 998,00 M.) 156 400,00 M.) Dieses rasche Wachsen des Vereins spricht deutlich dafür, daß sein Programmzweck, der arbeitenden Bevölkerungsklasse den Genuß dramatischer Kunstwerke in möglichst guter Darbietung zu niedrigen Preisen zu ermöglichen, einem immer stärkeren Bedürfnis weiterer Volkskreise nach künstlerischer Unterhaltung und Erhebung entspricht. Um diesem unerwartet raschen Zuwachs Rechnung zu tragen, hat der Verein ein fünftes Theater, nämlich das am 1. Januar 1907 zu eröffnende, neuerbaute Schiller- Theater Charlottenburg zu einer Serie Vereinsvorstellungen gepachtet und sind Vorkehrungen dahin getroffen, daß die Zahl der Abteilungen auf 16, die der Mitglieder auf 14 000 steigen kann. Zu den Vorstellungen des Spieljahres 190607 stehen nunmehr dem Verein folgende Theater zur Verfügung: Deutsches Theater Schumannstr. 13/14. Neues Theater Schiffbauerdamm 4/5. Schiller- Theater O. Schiller- Theater N. Wallnertheaterstr. 35. Chaussestr. 26. am Knie). Schiller- Theater Charlottenburg( Bismarckstraße Außerdem finden eine Anzahl Extravorstellungen im Lessing- Theater, Friedrich Karl- Ufer 1, statt. Konzerte, Chorwerke. Kunstabende finden statt in der Singakademie, Philharmonie, Kgl. Hochschule für Musik, Mozartsaal des neuen Schauspielhauses, Bürgersaal des Rathauses und im großen Saale der Brauerei Friedrichshain.. Die Vereinsschrift ,, Neue Freie Volksbühne", die belehrende und unterhaltende Artikel sowie alle Vereins- Bekanntmachungen enthält, wird den Mitgliedern gratis durch die Post zugesandt. Mitglieder- Anmeldungen zur 15. und 16. Abteilung werden an allen Zahlstellen entgegengenommen. Das einmalige Einschreibegeld beträgt 1 M., der jeweilige Vorstellungsbeitrag 90 Pf.( inkl. Garderobe). Zahlstellen! N.: H. Fischer, Veteranenstr. 6. A. Knapp, Grünthalerstr. 5. C. Schöngalla, Weißenburgerstr. 60. R. Kannapke, Brunnenstr. 122. G. Blume, Chausseestr. 26. 8. Kleinau, Gerichtstr. 4. R. Kischkat, Graunstr. 12, II. M. Strehlau, Oudenarderstr. 3, III. H. Buhk, Malplaquetstr. 14. NO.: P. Schrolle, Landwehrstr. 3. M. Probst, Linienstr. 8. G. Pollack, Immanuelkirchstr. 21. NW.: H. Becker, Gotzkowskystr. 9. W. Wendscheck, Schiffbauerdamm 6. E. Volkmann, Lehrterstr. 48a. S.: H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. C. Bielefeld, Gräfestr. 35. J. Schindler, Neue Jakobstr. 8. SO.: A. Mielewski, Naunynstr. 83. H. Kaufhold, Wrangelstr. 52, v. III. A. Strangfeld, Britzerstr. 24a. U. Stangenberg, Köpenickerstr. 20a. SW.: H. Landgraf, Bergmannstr. 101. J. Pech, Teltowerstr. 87. O. Martienzen, Bellealliancestraße 7. C. Martienzen, Friedrichstr. 204. 0.: R. Tabert, Markusstr. 14. H. Hirsch, Littauerstraße 22, Hof III. A. Gorn, Boxhagenerstr. 2. M. Gräbke, Fruchtstr. 55. O. Elsholz, Schreinerstr. 56. L. Neiß, Wallnertheaterstr. 36. W.: E. Neumann, Joachimsthalerstr. 17. C. Martienzen, Potsdamerstr. 43. C.: E. Neumann, Weinmeisterstr. 18. Charlottenburg: E. Schäfer I, Schillerstr. 102. E. Schäfer II, Potsdamerstr. 5a. Friedenau: O. Danz, Kirchstraße 15, Stflg. III. Friedrichshagen: W. Stegemann, Seestr. 107. Rixdorf: C. Heinrich, Münchenerstr. 19. Rummelsburg: Fr. Rosen, Schillerstr. 3. Schöneberg: P. Arendt, Kolonnenstraße 43/44, B. Spittel, Merseburgerstr. 5. Steglitz: Kl. Hielscher, Berlinickestr. 15. Wilmersdorf: A. Gieseler, Gasteinerstr. 28, I. Weißensee: H. Karow, Königchausse 47c. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich Berlin NW., Bremerstr. 59, vorn II. Fernsprecher: Amt II, No. 4241. 150/14 Der Vorstand. I. A.: Heinrich Neft. 127/4 WINTER CARTEN Großer Erfolg des Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks Die Pissiutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Der Biograph. Schweizer Garten Am Königstor Am Friedrichshain. 48. Sommer- Saison. Jeden Sonntag: Extravorstellung neuer Spezialitäten. Ball u. Volksbeluftigungen. Anfang 4, Uhr. Entree 30 Pf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu bergeben. Passage- Theater. Josefine Dora Gastspiel in der Komödie ,, Riecke" mit dem Schlager Außerdem „ Emil du bist eene Pflanze". 14 erstklassige Spezialitäten! Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Gustay Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Kolossaler Erfolg des sensationellen neuen September- Programms. 22 Nummern. Anfang 7, Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Hygienische Deutscher Holzarbeiter- Verband. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. 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Wie nüßer wir die gegenwärtige Konjunktur in der Branche aus? 3. Verbands- und Branchen- Angelegenheiten. Die Kommission. Achtung! Bautischler. Sonntag, den 16. September, vormittags 10 Uhr, Germania- Säte", Chauffeestr. 108: Versammlung der Bautischler Berlins und Vororte. Tages Drbnung: 1. Stellung der Bautischler zur Kündigung des Vertrages. 2. Dis Iussion. 3. Berschiedenes. 92/12 Kollegen! Wir erwarten zu dieser Versammlung recht zahlreichen Besuch und ersuchen alle Kollegen, für diefen rege zu agitieren. Die Vertreter der Vororte Charlottenburg, Rigdorf, Schöneberg, Adlershof, Stegliz, Groß- Lichterfelde und Weißensee werden gebeten, an dieser Ber sammlung teilzunehmen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenkommission. mit 60 Lichtbildern. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Entree 30 Pf. Garderobe frei. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz, Möbel eventuell auf Teilzahlung Oranienstraße 73. Danksagung. Für die Beweise innigster Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben 2278L Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Mannes Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Albert Krause am 11. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 14.September, nachmittags 5 Uhr, von der Zeichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 170/7 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Edmund Riedel gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 153/14 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Kollegen die traurige Nachricht, daß unser Kollege Hermann Degen plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 13. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Briß aus statt. Die Kollegen der Pianofabrik von R. Görs& Kallmann. Todes- Anzeige. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unsere Schwester und Schwägerin, Frau Emilie Beschnitt verw. Zeitungsspediteur Kirsch geb. Jäkel verstorben ist. 12185 Die Beerdigung findet Freitag, den 14. September, nachmittags 4 Uhr, auf dem Begräbnisplate der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee statt. Die Hinterbliebenen. Am 11. September, nachmittags 52 Uhr, verschied nach kurzem, schwerem Krankenlager meine inniggeliebte Frau Anna Teske geb. Ladewig. Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. September, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf aus statt. 2297L Dieses zeigen ganz betrübt an Die trauernden Hinterbliebenen S Otto Teske. Georg Teske. teppdecken Ersatz für Deckbett 2191L 285 Gelegenheitskauf! 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Der Plan der Doberitzcr Heerstraße ist nunmehr im großen Ganzen vom Kaiser genehmigt worden; nur bezüglich der Linien- führung am Grimnitzsee sim Norden von Pichelsdorf), der Ans- bildung der großen Eisenbahnbrücke über den Stvßensee und einem monumentalen Portalbau unweit der Unterförsterei Pichelsberg ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Bis zu dem letzterwähnten Punkte verläuft die in der Verlängerung der Bismarck- strotze geplante.Heerstraße" in gerader Linie. Kurz vor der Unter- försterei Pichelsberg lvendet sie sich etwas nach Nordwesten, überschreitet den Stößensee und die Havel, um dann die Potsdamer Vorstadt von Spandau zu durchschneiden. Ob sie hier noch etwas nördlicher, durch den Grimnitzsee gelegt werden oder sich südlich derselben halten wird, steht, wie oben an- gedeutet, endgültig noch nicht fest. Auf Spandauer Gebiet wird dann die Heerstraße die angegebene Richtung weiter verfolgen und im S_W. von Staaken in die Staaken-Dallgow-Döberitzer Chaussee einmünden. Die vorerwähnte Chaussee wird in die Trace der neuen Straße verlegt und auf eine Breite von 24 Meter gebracht werden, so daß sie, einschließlich der Vor- gärten(zu je acht Meter) 49 Meter breit sein wird. Die gerade Fortführung der Trace im Zuge der verlängerten Bismarckstraße verbot sich einmal, weil inan auf unergründliche Moore stieß und auch die Charlottenburger Rieselfelder hätten durch- schnitten werden müssen, das andere Mal, weil die Heerstraße dann zu weit südlich von Döberitz ausgemündet haben würde. An dem erwähnten Knickpunkte sUnterförsterei Pichelsberg) soll sich nun eine ornamentale Dekoration, eine Art Triumphbogen oder dergleichen, erheben, über dessen Anlage und Ausbildung der Kaiser noch befinden will. Die Brücke, welche hinter der Unter- försterei den Stötzensee überspannen soll, wird eine Breite von 24 Meter und eine Höhe über dem Wasserspiegel von nahe- zu 29 Meter erhalten i ihre Fundierung wird nicht leicht sein, da der Moorboden hier schon in eine Tiefe von 18 Meter hinabreicht. Der Brückenbau soll durch eine Dammschüttung erleichtert werden, zu welcher die im Einschnitt liegende anstoßende Strecke reichliches Material liefern wird. Die ausgebaggerten Moormassen werde» zur Aufhöhung der nördlich anstoßenden Wiesen benutzt werden. Auch die weiter lvestlich folgende Havelbrücke soll so hoch gelegt werden, daß sie die Schiffahrt nicht behindert. Die Havelufcrstraßen, welche etwa 18 Meter tiefer liegen, als die nene Heerstratze, werden mittels Ranipen am Knickpunlt in die letztere eingeführt. Das umfangreiche Forstgeländc nördlich der Heeresstraße, das von der Ringbahn und der Lehrter Bahn eingeschlossen wird, soll der Bebauung erschlossen werden; inmitten der hier geplanten Villen kolonie wird eine neue, etwa 55 Hektar große, elliptische Trabrennbahn angelegt werden. Der Platz für dieselbe ist so gewählt worden, daß die vorhandenen Erhebungen des Geländes für den Bau der Zuschauer- tribünen ausgenutzt werden können. Die Bahn soll an eine Gesellschaft verpachtet werden. Die S ch i e ß st ä n d e des Elisabeth- Regiments und der Jnfanterieschule, welche die Umgebung natürlich stören würden, dürften verlegt werden, wenigstens sind diesbezüg- liche Verhandlungen mit dem Militärfiskus bereits eingeleitet worden. Südlich der Heerstraße wird ein etwa 399 Meter breiter Terrainstreifen der Bebauung erschlossen werden, zwischen den Bau- blocks werden sich zwei Parallelstraßen hinziehen. Die Nivellierungs- arbeiten sind bereits im Gange, auf Grund derselben soll demnächst der Bebauungsplan aufgestellt werden. Da dürfte wieder der Weizen der Terrainspekulanten blühen. Keine„Musierwerkstätte"! Wozu haben wir eine Geioerbeinspektion? Und wozu eine Feuerpolizei? So möchte man sich manchmal fragen, wenn man in gewisse Werkstätten und Fabriksäle hineinkommt. Die Arbeits- räume, in denen die Arbeiter den Tag über hausen müssen und für ihren„Brotherrn" zu fronden haben, sind mitunter so mangel- jjaft, daß es selbst einem ganz Bedürfnislosen zu arg werden muß. Nun kann ja freilich kein Mensch alles wissen und keiner alles bc- merken, auch der nicht, der das Amt hat, auf diese Dinge zu sehen und sie zu beachten. Wenn aber Arbeiter eines Betriebes sich ent- schließen, selber gegen unerträgliche Mißstände die Hülfe der Behörden anzurufen, und selbst bann noch nicht die schleunigste Beseitigung der gerügten Mängel erreicht wird, dann weiß man in der Tat nicht, was man sagen soll. Einen Fall dieser Art wollen wir hier mitteilen. Da ist auf dem Grundstück Petersburgerstr. 77 in dem am zweiten Hofe bc- legenen Fabrikgebäude die Möbelfabrik von Weise und Naumann untergebracht. Die Poliererei befindet sich im fünften Stock unmittelbar unter dem Dach; die nackten Balken des Dach- stuhls sind an allen Ecken und Enden des Arbeitsraumes zu sehen. Eigentlich sollte dieser Boden nur als Lagerraum benutzt werden, aber als Werkstätte bringt er wahrscheinlich mehr ein. Welche Temperatur an heißen Tagen auf solchem Boden herrscht und welche Dünste im übrigen sich in einer Poliererei entwickeln, das weiß jeder. Da könnte man erwarten, daß dieser Arbeitsraum wenigstens mit ganz besonders guten Ventilationseinvichtungen ausgerüstet iväre, zumal da er die durchaus ungenügende Höhe von nur 3 Metern hat. Aber bei Weise u. Naumann muß in der Möbelpoliererei die allcrprimitivste Form der Ventilation genügen. Die in der Regel mit 29 und mehr Mann, gelegentlich bis zu 26 Mann besetzte Werkstätte hat in den schräg abfallenden Teilen des Daches sechs feste Fenster, und in jedem Fenster ist eine beweg- liche Klappe von etwa 59 Zentimeter Länge und 26 Zentimeter Breite angebracht. Außerdem ist durch den annähernd wagerechten Teil des DacheS, der als Decke dient, noch eine Luke gebrochen, die sich öffnen läßt. Diese VentilationSmittel können aber nur bei trockenem Wetter voll benutzt werden. Wenn'S regnet, tut man gut, möglichst weder die Lukenklappe noch die Fensterklappe zu öffnen, weil sonst leicht das himmlische Naß auf die Arbeit herab- strömt und sie verdirbt. Will man wiffen, warum wir von Arbeitern deS Betriebes Weise u. Naumann gebeten worden sind, diesen Zustand ö f f e n t- lich zu besprechen? Weil sie. trotz wiederholter Anrufung deS zuständigen GewcrbeinspektorS und trotz Beschwerde an das Polizeipräsidium, bisher nicht gefunden haben, daß etwas geändert worden wäre Die Gewerbeinspektion wurde bereits vor Monaten, das Polizeipräsidium vor Wochen in Kenntnis gesetzt— und noch immer wird auf Abhülfe gewartet. Auch die Feuerpolizei hätte unseres Erachtcns allen Grund, sich diese Wcrkstätte, die in mehr als einer Beziehung keine„Musterwerkstätte" ist, sehr genau anzusehen. Wir sagten schon, daß sie im fünften Stock liegt. Wie können die Arbeiter sich retten, wenn Feuer ausbricht? Der Arbeits- räum hat einen einzigen benutzbaren Ausgang, der 1 Meter breit ist. Eine zweite Tür, die in einen Lagerraum führt, wird stets verschlossen gehalten. Eine dritte Tüt gehört zu dem an der Hof- front augebrachten Fahrstuhl und läßt sich nicht öffnen, wenn der Fahrstuhl unten steht. Wenli ein plötzlich ausbrechende», rasch um sich greifendes Feuer den Weg nach jenem einzigen Ausgang ab- schneidet, so bleibt nur übrig, durch Luke und Fensterklappe auf das Dach hinauszuklettern und auf den Hof hinabzuspringcn. Man weiß, wie leicht in solchem Betriebe ein Feuer aus- brechen kann. Ueberall liegen große Mengen von Hölzern umher, überall stehen Kannen und Flaschen, Näpfe und Becher mit schnell entflammbaren oder explosiblen Stoffen, die zum Polieren gebraucht werden, wie Spiritus, Terpentin, Benzin, Salmiak usw. Gerade am Ausgange find die reichlichsten tzolzvorräte angehäuft. Das Tollste aber ist, daß draußen auf dem Treppenpodest, der vor dem Ausgange liegt, ein Lager von Tonnen, Ballons und Kannen mit den oben erwähnten feuergefährlichen Flüssigkeiten auf- gestapelt ist. Auch in diesem Punkte hatten die Arbeiter, denen das zu arg war, ihre Hoffnung auf die Behörden gesetzt, aber einstweilen warten sie noch, wie gesagt. Vor etlichen Wochen waren ein paar Beamte da, ein Polizeiwachtmeister und anscheinend ein Feuerwehroffizier. Sie sahen sich die Werkstätte an und gingen wieder. Zweifellös werden sie über das Ergebnis ihrer Be- sichtigungstour berichtet haben, aber so ein Bericht mutz natürlich erst mancherlei Instanzen durchlaufen und verschiedene Schreib- pulte passieren. Auf welchem Schreibpult mag er jetzt liegen und der Erledigung harren? Over sind die Behörden weniger anspruchs- voll als die Arbeiter? Am Ende finden sie an dieser Wcrkstätte nichts auszusetzen? Mit der Durchführung der Steuerkontrolle in denjenigen Ge- schäftslotalitäten, welche als Verkaufsstellen für Zigaretten und Zigarettentabake angemeldet sind, wird in den nächsten Tagen be- gönnen werden. Die Durchführung der sofortigen Kontrolle erwies sich als unmöglich, weil die Abfertigung der Zigarettenhändler an den Steuerstellen nicht rechtzeitig erfolgen konnte und die gesetzlich vorgeschriebenen Nachversteuerungen demgemäß nicht am 1. Sep- tember allgemein stattfanden.— Seitens der Steuerverwaltung ist in Aussicht genommen, das jetzt gebräuchliche Verkaufssystem für Zigaretten aufzuheben und mit Genehmigung des Bundesrates eine veränderte Reorganisation des Zigarettenverkaufes durchzuführen. Die Flußbadeanstalt an der Fruchtstraße, die im Jahre 199ö von der Stadtgemeinde Berlin für 8399 M. angekauft worden ist, hat 23 399 M. Reparaturkosten für die Wiederinstandsetzung der Prähme, der Bassinsenke, der Dachkonstruktion der Anstalt, für den Neuanstrich sowie die Ergänzung des Inventars erfordert. Da nur ein Teil dieser Kosten bewilligt worden ist, müssen nachträglich noch 16 999 M. von der Stadtverordneten-Versammlung bewilligt werden. Die Umsatzsteuer, die bekanntlich im Jahre 199S verdoppelt worden ist, hat im vorigen Jahre(1995/96) einen ungewöhnlich hohen Betrag ergeben. Während in ftüheren Jahren diese Steuer nur 3 Millionen Mark ergab, hat sie im vergangenen Etatsjahre Berlin allein 6l/3 Millionen Mark erbracht. Was hindert nach polizeilicher Anficht den Berkehr und was nicht? Ueber dieses Kapitel erhalten wir aus dem Osten folgende Zuschrift: Die Wagenbaufirma Lange u. Gutzeit. Frankfurter Allee 22/23, untelnimmt soeben einen beschränkten Neubau im Innern des Gehöfts. Weil es an Platz mangelt, werden die fertiggestellten und auch noch nicht fertiggestellten Wagen auf die Straßenbreite gefahren. Selbstverständlich hindert das den Verkehr in äußerst gefährlichein Maßstabe, da zuweilen in doppelter Reihenfolge die Straße besetzt ist.— Die Polizei scheint anderer Anficht zu sein. Ein anderes Bild I Im Mai— nach der Maifeier meiner Er- innerung nach— hatte dieselbe Firma eine Anzahl Arbeiter aus- gesperrt Um sich vor unlauterer Konkurrenz zu wahren, hatte die Arbeiterorganisation Posten ausgestellt. Rur ein Kenner konnte die 3 oder 4 Verbandsfunktionäre herausfinden, welche da getreulich ihrer Aufgabe oblagen. Niemand störten sie. Aber hier war die Polizei in aufregender Dienstbeflissenheit. Ein Doppelposten mit geladenen! Revolver beschützte die Fußgängersteige und das Heilig- tum des Kapitalismus. Die Polizei fand in diesem Falle, daß die Arbeiter den Verkehr behinderten. Es ist eben ein Unterschied, ob eS sich um Arbeiter oder Arbeitgeber handelt. Je nachdem ändert sich die Ansicht der Polizei über Verkehrshindernisse. Seinen Berletzungen erlegen ist im Krankenhause am Friedrichs- Hain der achtjährige Knabe Walter Zielke, Thaerstr. 31b, der sich am Freitag auf der Straße mit Anzünden von Streichhölzern vergnügte. Damit ihm der Wind die Hölzer nicht ausblasen sollte, hielt der Kleine dieselben dicht an das Jackett, das im Nu Feuer fing. Einer Feuersäule gleich rannte der Knabe umher, bis einige Erwachsene hinzuspraiigen und das Feuer erstickten. Unter gräßlichen Schmerzen wurde der Knabe ins Krankenhaus gebracht, wo er am Dienstag seinen Onalen erlegen ist. Dieser Vorfall sollte zur Warnung dienen. Bon seinem eigenen Wagen überfahren wurde Dienstag nach- mittag in der Schönhauser Allee der Kutscher Mehl, der einen Arbeitswagen führte. Das Brett, welches M. als Kutschersitz be- nutzte, lockerte sich plötzlich und der Wagenführer stürzte auf den Straßendamm hinab. Die Räder des schweren Fuhrwerkes gingen dem Unglücklichen über die Beine hinweg. M., der nach dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt wurde, hatte außer inneren Verletzungen einen Bruch des rechten Unterschenkels und schwere Quetschungen des linken Unterschenkels erlitten. Zwei Kinder durch herabstürzende Blumentöpfe verletzt. Von einem verhängnisvollen Unglücksfall wurden Dienstag nachmittag zwei Geschwister in der Swinemündcrstraße betroffen. Die elf- jährige Schülerin Frieda Weinert und ihr neunjähriger Bruder Max, Swinemünderstr. 67 wohnhaft, hatten sich auf dem Heimwege befunden und als sie an dem Hause Swinemünderstr. 79 vorüber- gingen, stürzten aus der zweiten Etage vom Balkon plötzlich mehrere Blumentöpfe infolge eines Windstoßes herab und trafen die Kinder auf den Kopf. Das Mädchen brach bewußtlos zusammen. Es hatte eine Gehirnerschütterung erlitten. Auch der Knabe war er- heblich verletzt worden. Ein Arzt aus der Nachbarschaft leistete den Verunglückten die erste Hülfe. Eine schwere Brandkatastrophe ereignete sich Dienstag abend 19 Uhr in dem Hause Reinickendorferstr. 24. Die an Krämpfen leidende 32jährige Ehefrau des Schlossers Stabie bekam auch vorgestern wieder einen solchen Anfall, als sie mit der Pettoleum- lampe durch die Stube ging. Hierbei entglitt die Lanipe ihren Händen und setzte ein Bett in Brand. Zugleich fingen die Kleider der armen Frau Feuer. Sich in Schmerzen windend, kam sie nach wenigen Augenblicken wieder zu voller Besinnnung und stürzte nun. lichterloh brennend, aus ihrer im zweiten Stock deS Ouergebäudes belegenen Wohnung auf den Hof hinab, Ivo sie wiederum bewußtlos zusammenbrach. Hausbewohner eilten herbei und erstickten die Flammen durch Auswerfen von Tüchern. Die arme Frau war schrecklich zugerichtet. Alle Kleider waren total verbrannt und ihr ganzer Körper war über und über von Brandwunden bedeckt. Man schaffte sie zunächst nach der llnfallstation VI in der Lindowerstraße und von da nach der Charitö, wo sie bald nach der Einlieferung v e r st a r b. Die in der brennenden Wohnung in ihren Betten sich befindenden Kinder konnten noch rechtzeittg in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer selbst wurde von der herbeigerufenen Feuerwehr leicht gelöscht. DaS bis auf die Knochen königstreu gesinnte Bürgertum muckt auf. Es tvird berichtet: Gegen die zuweitgehende Ab- sperrung beiParaden hat der Tempelhofer Bürger» verein in seiner letzten Versammlung Stellung genommen. Es wurde darüber Klage geführt, daß bei Absperrungen weit über das erforderliche Maß sowohl in bezug auf die Ausdehnung, als auch auf die Dauer der polizeilichen Absperrungen hinausgegangen und auf die Verkehrsbedürfnisse der gewerbetreibenden und arbeitenden Bevölkerung gar keine Rücksicht genommen werde. So tvurde bei der letzten Parade aus dem Teinpelhofer Felde die Berliner« stratze, einer der wichtigsten Verkehrswege des Ortes, schon um 6 Uhr 29 Minuten früh gesperrt. Ein Uebelstand ist auch die ungenügende, meist viel zu späte Bekannt» gäbe der Absperrungen in Tempelhof selbst, durch welche, wenn sie rechtzeitig und in ausreichendem Maße erfolgen würde, den Bewohnern unnütze, zeitraubende Laufereien erspart werden könnten. Der Verein beschloß, die Gemeindebehörden von Tempelhof, gestützt auf reiches Beschwerdematerial, darum zu ersuchen, eine Milderung der jetzt üblichen rücksichtslosen Absperrungsmaßnahmen bei Paraden auf dem Tempelhofer Felde durch eine Eingabe an die Militärverwaltung und Verhandlungen mit den zuständigen Polizeibehörden anzustreben. Der Protest wird nicht viel helfen. Die guten Tempelhofer Bürger müssen den durch die Absperrungen bei Paraden entstehenden Schaden schon in Kauf nehmen für den Vorzug, daß in ihrer un- mittelbaren Nähe alljährlich regelmäßig zweimal militärische Schau- spiele veranstaltet werden. Ueber Massenvergistunge» durch Schabefleisch wird aus der Nähe des Zentralviehhofes in der Schreiner- und Samariterstraße berichtet. Eine große Anzahl Personen sollen infolge Genusses von Schabe- fleisch, das aus der S.schen Schlächterei in der Samariterstraße stammte, nicht unbedenklich erkrankt sein. Die Polizei hat auf Grund einer bei ihr erstatteten Anzeige eine Untersuchung eingeleitet. Bon einem Stadtbahnzuge zerstückelt. Zwischen den Stattonen Tiergarten und Zoologischer Garten hat sich gestern vormittag gegen 11 Uhr ein entsetzlicher Unglücksfall zugettagen. Eine Anzahl Arbeiter, darunter auch der 43 jährige Gustav Teichmann, waren auf der betreffenden Zwischenstrecke mit Gleisarbeiten beschäftigt. Beim Herannahen von Zügen wurden die Leute stets durch Signale ge- warnt, damit sie zurücktraten. T., der wohl im Eifer der Arbeit eines der Signale überhört haben mußte, entfernte sich beim Ein- treffen eines Südringzuges nicht schnell genug vom Gleis, wurde von der Lokomotive erfaßt und unter den Zug gerissen. Die Arbeitskollegen, die dem Unglücksfall entsetzt zusehen mußten, zogen T. später als völlig zerstückelten Leichnam hervor. Arme und Beine waren vom Körper abgetrennt und der Kopf vollständig zermalmt. Die Leichenteile wurden beschlagnahmt und in das SchauhauS gebracht. Zwei folgenschwere Petroleumexplosionen. Die alte Unsitte, beim Anzünden von Herdfeuer Petroleum anzuwenden, hat gestern wieder einen verhängnisvollen Unglücksfall herbeigeführt. Das 19jährige Dienstmädchen Agnes Kolbe, � das bei dem Schankwirt Ritsche in der Teupitzerstraße 199 in Stellung war, goß, um das Feuer schneller anzufachen, auf das glimmende Holz im Küchen- Herd Petroleum. Im nächsten Augenblick erfolgte die unvermcid- liche Explosion, und die Stichflamme traf das junge Mädchen. Die Unvorsichtige zog sich am Oberkörper, im Gesicht und am Kopf schreckliche Brandwunden zu und wurde in bedenklichem Zustande in das städtische Krankenhaus eingeliefert.— Bei der Explosion einer Petroleumlampe kam der 17jährige Arbeiter Richard Stelzer. Hohenzollernplatz 15, schwer zu Schaden. St. hatte während der Arbeit in einer Linoleumfabrik versehentlich eine brennende Lampe umgestoßen, und als er sie wieder hochrichten wollte, explodierte sie, und das brennende Oel ergoß sich über den bedauernswerten jungen Mann. Die rechte Körpcrseite war über und über mit schweren Brandwunden bedeckt. St. fand im Britzer Krankenhause Aufnahme. Wieder eingefangen wurde der Artist Paul Bogan, der. wie wir kürzlich berichteten, die verwegene Flucht aus dem Straßen- bahnwagen unternommen hatte. B. war in der Bergstraße in Rixdorf seinem Transporteur, der ihn in das Moabiter Kriminal- geeicht bringen sollte, während der Fahrt durch das offenstehende Stratzenbahnfenster entsprungen und nach einer wilden Jagd auch entkommen. Trotz aller Bemühungen der Kriminalpolizei konnte der Flüchtling zunächst nicht wieder gefaßt werden. Ein Beamter hatte inzwischen ermittelt, daß Bogan eine„Braut" besaß, die in der Jägerstraßc wohnt. Das betreffende Haus wurde nun ständig beobachtet, und gestern ging der Artist in die ihm gestellte Falle. In dem Augenblick, als er die Wohnung der„Braut" betreten wollte, wurde er verhaftet und unter den nötigen Sicherheit?- maßregeln wieder dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Opfer des Verkehrs. Ueberfahrcn und schwerverletzt wurde gestern nachmittag der zehnjährige Schüler Hermann Deetz aus der Neuen Hochstraße 16. Der Knabe hatte für die Mutter eingeholt, und als er den Straßendamm kreuzend auf das Elternhaus zu- schritt, vermochte er einem vorübereilenden Geschäftsfuhrwerk nicht mehr auszuweichen und wurde über Kopf und A.me gefahren. Beide Schläfen wurden dem Kinde eingequetscht und ihm der rechte Oberarm gebrochen. D. wurde in das Kinderkrankenhaus in der Reinickendorferstratze gebracht; an seinem Auskommen wird ge- zweifelt. Die Liste zum Parteitag Nr. 3367 ist verloren gegangen. Ge- zeichnet war noch nichts auf derselben. Abzugeben bei P. Mielicki, Cadinerstr. 8. Eiu Jackett ist auf dem Volksfeste im II. Kreise abhanden ge- kommen. Der Finder wird um Ahgabe desselben in der Partei- spedition, Mittenwalderstr. 39, gebeten. Im ZirkuS A. Schumann ist am Dienstag die au» 12 Riefen- tigern bestehende Hendricksensche Gruppe eingetroffen. Die mäch- tigen Raubtiere kamen direkt von Coney Island mittels des Doppelschraubendampfers„Pennsylvania" in Hamburg an, wo sie sogleich nach Berlin verladen wurden. Zirkus Schumann selbst trifft noch heute, Donnerstag nacht, aus Scheveningen hier ein und beginnt seine Vorstellungen am Sonnabend mit einer Gckla- Premiere. Der Zoologisch« Garten hat seine Sammlung ausländischer Ziegen- und Schafrassen um eine ebenso eigenartige als hübsche Form aus dem Somalilande vermehrt. Die Schwarzkops-Schafe entbehren, wie ihre Verwandten aus Kamerun, des VließeS, d. h. eS fehlt ihnen die Wolle, und sie tragen einfaches, kurzes Haar, dabei deutet ihre schlanke Figur auf Beweglichkeit hin. An der Schwanzwurzel findet sich die für die Fettsteißschafe charakteristische Fettansammlung, die jedoch bei diesen Afrikanern nicht sehr stark wird. Bis auf den schwarzen Kopf sind diese Schafe reinweiß und von einer hübschen Zeichnung, die das ganze Tier zu einer sehr eigenartigen und ansprechenden Erscheinung macht. Feuerwehrbcricht. In der letzten Nacht kam aus noch nicht er- mittelter Ursache in der Wilhelmstr. 31/32 Feuer aus. BIS die erst spät alarmierte Feuerwehr an der Brandstelle eintraf, standen im linken Seitenflügel die Werkstätten der Möbelttschlerei von Berthold Jsmer schon in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten an dem Inhalt des 2. Stocks, besonders an fertigen Tischlerwaren, Holzvorräten und den Holzbearbeitungsmaschinen, Regalen, Türen, Fenstern usw. reiche Nahrung gefunden. Bereits brannte der Fuß- boden und die Balkenlagen im 2. und 3. Stock. Brandmeister Düwer ließ sofort vom 19. Zug mehrere Schlauchleitungen anlegen und kräftig Wasser geben. Es gelang, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten und um 3*/, Uhr die Flammen zu löschen. Der Schaden ist ganz erheblich. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der AlvenS« lebenstraße 6 und Lothringerstr. 23 zu tun, wo Holzkisten, Papier usw. im Schantlokal u. a. brannten. Um Mitternacht brannten auf dem Anhalter Außenbahnhof Stiften, Stroh, Zaun und Verpadungsmaterial. Ferner wurde die Wehr nach der Köpenickerstr. 21 gerufen, wo Müll brannte, und nach der Allensteinerstr. 18, wo in einem Keller Speck usw. in Brand geraten war. Am Königs graben 14a wurden Gardinen und Möbel ein Raub der Flammen. Weitere Alarme liefen aus der Gerichtstraße 47 und anderen Stellen ein. Nixdorf. Pankow. Vorort- Nachrichten. # Ein Vorschlag des Vorstandes, im November einen Kunstabend abzuhalten, bestehend aus einem Künstlerkonzert nur erster Kräfte und Rezitationen, mit anschließendem Tanz, wurde einstimmig angenommen. Zur Lokalfrage sei wiederholt, daß uns hier außer, 2uisenpart" fein Lokal zur Verfügung steht und sind alle anderen Pokale gesperrt. Steglitz. Spandau. " Neue Erbstöße. In Valparaiso wurden vorgestern abend und gestern morgen starte Erdstöße verspürt. Die in Schrecken versetzte Bevölkerung floh auf die benachbarten Hügel. Mailand, 12. September. Seit drei Tagen werden in verschiedenen Provinzen Italiens neue Erdstöße verspürt. Dieselben waren besonders heftig bei den Ortschaften Terni und Trabis. Buenos Ayres, 12. September. Das Blatt„ Nacion" teilt mit, daß trotz der optimistischen Auskünfte seitens der Sternwarte die Bevölkerung noch immer von heftiger Panik ergriffen ist. Zahlreiche Einwohner von Santiago verbringen nach wie vor die Nächte auf öffentlichen Blägen. Valparaiso, 12. September. Gestern nachmittag 5 Uhr 10 Minuten ereignete sich abermals ein heftiger Erdstok, dem später zwei noch heftigere folgten. Kanton Wallis errichtet worden war, ist vorgestern abend, gerade Eine Brücke eingestürzt. Eine Notbrücke, welche bei Monte im als ein Zug darüber fuhr, eingestürzt. Ein Teil des Zuges wurde zertrümmert, der Heizer getötet, der Maschinist verwundet. Der Verkehr ist unterbrochen. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9% Uhr 00. D. 15 bis 25 M. monatlich B. Unverzeihlicher Leichtfiun verursachte gestern vormittag einen Unfall, dem leicht ein Menschenleben hätte zum Opfer fallen fönnen. Um diese Zeit passierte die Frau unseres Genossen D. den Neubau in der Schloßstr. 108, ihre beiden jüngsten Kinder an der Hand, während das 41/ jährige Söhnchen ihr folgte. Plöglich stürzte ein Teil des Bauzaunes, welcher nur angelehnt war, auf das Trottoir Berkehrsfragen zwischen Berlin und Rigdorf. Im Grundbefizer- und begrub den Kleinen unter sich. Hierbei trig das Kind neben verein zu Rigdorf hielt Dienstagabend der Magistratsdezernent für und mußte in ärztliche Behandlung genommen werden. Von der einer blutenden Kopfwunde noch andere leichtere Kontusionen davon das Rirdorfer Verkehrswesen, Bürgermeister Voigt, einen Vortrag, Bauleitung sollte man doch erwarten dürfen, daß sie an einer so worin er die Wünsche der in rapider Weise sich entwickelnden jungen verkehrsreichen Stelle mit etwas mehr Umsicht ihres Amtes waltet. Großstadt hinsichtlich ihres Verkehrswesens präzisierte. Ve= sonders müsse Nixdorf, so führte der Redner aus, wegen Französisch- Buchholz( Bezirk Pankow). seiner innigen Verschmelzung mit der Reichshauptstadt an den Berliner Schnellverkehr angeschlossen werden. bei dem hiesigen Zigarrenfabrikanten R. Lißmar. Genosse Kiesel Eine öffentliche Versammlung beschäftigte sich mit dem Streik Das könne am besten durch Errichtung einer Zweiglinie referierte über die Lage der Tabakarbeiter im allgemeinen wie über vom Hochbahnhof Hallesches Tor nach Rirdorf geschehen. Sodann die Verhältnisse in der Tißmarschen Fabrit. Den Arbeitern der ge- abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um sei es eine Lebensfrage Rigdorfs, daß man es an den Fern nannten Fabrit waren nach bekannter Unternehmermanier die so: 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen verkehr angliedere, was leider immer noch nicht der Fall sei, wieso schon mehr wie färglich bemessenen Löhne um ein weiteres beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. obwohl es auch im Interesse des Eisenbahnfiskus liege. Vor allen( auf 1000 Bigarren 50 Bf.) gekürzt. Mit den Vertretern des Deutschen Dingen erhofft Redner auch von der in Aussicht genommenen Tabatarbeiterverbandes zu verhandeln weigerte sich Herr Tißmar. und die Jahreseinnahme unter 1500 M. beträgt, so ist Gewerbesteuer nicht Rigdorf 77. 1. Ja. 2. Wenn das Betriebskapital weniger als 3000 Elektrisierung der Berliner Stadt- und Ringbahn eine Berbesserung Die Arbeiter traten infolgedessen in den Streik ein, welcher zu zahlen. 3. Das ist möglich.- Russe 200. Nein. des Rigdorfer Verkehrswesens. Auch. empfehle es sich, schon bereits sechs Wochen währt. Die Hauptabnehmer der Tißmarschen hagen. Sie sind rechtlich zur Unterſtügung nicht gezwungen und können M. 100, Nenenjetzt auf den Zeitpunkt das Jahr 1919 hinzu Fabritate sind Gastwirte aus Schönerlinde, Schönwalde, Basdorf, es auf eine Klage ankommen lassen. weisen, wo die Konzession der Großen Berliner Straßen- Bandlig, Klosterfelde, Blankenfelde, Schildow, Schönfließ, Herms- werden vom Gericht als angemessene Alimente für ein Kind erachtet. bahn erlösche und die Stadt Berlin die Straßenbahn selber dorf, Birkenwerder, Hohen- Neuendorf, Velten und Vehlefanz. Die M. R. 22. Baumschule 202. übernehmen wolle. Ja, falls Ihre Mutter nicht Die Vororte müßten dann diesem Beispiel Arbeiter dieser Drte werden um Unterstützung ersucht. Folgende den Mietsbetrag hinterlegt. H. W. 61. Das von Ihnen unter folgen und einen 3 weckverband gründen. Jeder Vorort müßte Resolution wurde angenommen: die auf sein Gebiet fallenden Linien der Straßenbahn an dem be- berurteilt das Vorgehen des Herrn Tigmar gegen seine Arbeiter. den Magistrat oder an einen der Stadtverordneten wenden. Stempel ist zur Gültigkeit feines Die öffentliche Versammlung riebene Schriftstück ist gültig. wegs erforderlich. Bruno E. Sie müßten sich eventuell an treffenden Zeitpunkt in eigene Regie nehmen. Daß der Die Teilnehmer verpflichten sich, nicht eher Tißmarsche Bigarren zu 101. Ja, stellen Sie den Antrag auf Bewilligung einer Unfallrente. städtische Betrieb der Straßenbahnen sich lohne, lehrten beispiels- faufen, bis derselbe den Deutschen Tabatarbeiterverband als den weise die hohen Ueberschüsse der städtischen Straßenbahnen von berufenen Vertreter der Arbeiter anerkennt und die erfolgte Lohn- trägt die Versicherungspflicht. A. 3. 16. 1. Nein. 2. Derjenige, der zuerst in der Woche beschäftigt, Frankfurt a. M.( 800 000 m.) und Köln( 400 000 m.). Ueber die reduktion rückgängig macht“. B. S., Steglitz. 1. Der Inhalt der uns nicht befannten Bolice ist entscheidend. Eine Zurüdbezahlung erfolgt projektierte Schwebebahn Gesundbrunnen- Nigdorf hat sich Herr nicht, in der Regel ist der Versicherte auch nicht berechtigt, einseitig zurüdVoigt nicht ausgelassen. zutreten. 2. Fordern Sie die Reinigung der Wohnung innerhalb einer beDie Arbeiter der Firma Orenstein u. Koppel beschäftigten sich in lassen würden, führen Sie die Drohung aus und verlangen von dem Wirt stimmten Zeit, drohen Sie, daß Sie eventuell die Reinigung vornehmen einer am Montag stattgefundenen öffentlichen Versammlung mit die Kosten. Ein Recht zum Rüdtritt vom Vertrage steht Ihnen leider nicht Die Gemeindevertretung vollzog in ihrer lezten Sigung die Lohn- und Arbeitsverhältnissen des Betriebes. Der Kollege Wicke E. Hekich. Seinen". Neuwahl der Mitglieder der Voreinschägungskommission. Die durch vom Metallarbeiterverband kennzeichnete in seinem Referat die im ablehnen. M. 101. Uebersetzungen müssen wir Helgoland. Vor einer derartigen Anwerbung ist dringend den Gemeindevorsteher aufgestellte Liste wurde einstimmig ans Betriebe Herrschende Arbeitsweise und zeigte auch, wie Abhülfe zu warnen. R. 30. 1892. A. 2. 74. Sie können selbstzahlendes genommen. Zustimmung fand auch der Antrag auf Kündigung der möglich sei. Nur durch Eintritt in die gewerkschaftliche Organisation Mitglied bleiben. 2. 122. 1. Berjährung liegt nicht vor. 2. Ja. auf dem von der Gemeinde angekauften Grundstücke in der Breitens fönne eine Befferung der gegenwärtigen Zustände eintreten. Kollege des Magistrats( Rathaus) unter Darlegung der Berhältnisse zu wenden. P. A. 29. Sie tun am besten, sich direkt an die Stiftungsdeputation straße lastenden Hypotheken. Für das im Oktober in Betrieb zu Siering vom Schmiedeberband ergänzte die Darlegungen Wickes. J. F., Lippehnerstr. 35. 1. Die unentbehrlichen Sachen sind unpfändnehmende Bankower Krankenhaus wurden die Preise für die Die Arbeiter müssen es sich zur Pflicht machen, teine leberstunden bar. Welche Sachen unentbehrlich sind, ist im Gesetz nicht ausgedrüdt, vielKrankenhausbehandlung wie folgt festgesetzt: Für Krankenkassen- mehr zu leisten. In der Diskussion sprachen sich alle Redner für mehr von Fall zu Fall zu entscheiden. 2. Ginem Parkwächter steht solches frante pro Tag 2,50 M., für andere Strante 3,00 M. In der zweiten den Neunstundentag aus. In einer Resolution stimmten alle an- Recht nicht zu. A. it. 9. Handelt es sich um die dem Gegner zu er Klasse werden erhoben für einheimische( Pankower) Stranke 4,50 M., wesenden Arbeiter der Firma( zirka 500) dafür, den neunstündigen stattenden Stoften, so liegt Verjährung nicht vor. Sonst besteht Berjährung, für auswärtige 6,00 m.; für Krante erster Klasse: einheimische Arbeitstag allgemein zur Durchführung zu bringen. da in Preußen Gerichtstoften in vier Jahren verfähren. E. M. 100. 10,00 M. und für auswärtige 12,00 W. Stranfenfassentrante, welche Der zweite Punkt der Tagesordnung bezog sich auf die un- Sie müßten sich an den Vormund und an das Vormundschaftsgericht eventuell in der zweiten Stlaffe untergebracht zu werden gerechtfertigte Bereitelung der zu Donnerstag geplanten Werkstatt- wenden. Ohne genauere Kenntnis des Sachverhalts ist Ihre Frage nicht wünschen, haben die Differenz nachzuzahlen. Für die Kranken- besprechung durch die Polizei. Genosse Richter geißelte das polizei- Sie könnten nur einer Kaffe freiwillig beitreten, z. B. der Offenbacher zu beantworten. J. K. 1. Krankenversicherungspflichtig sind Sie nicht, pflege im Krankenhause soll ein Vertrag mit dem Roten liche Verfahren unter Hinweis auf die gefeßlichen Bestimmungen Strantentasse, Prinzenstraße 66. 2. Ausnahmen sind nicht zulässig. Kreuz gefchloffen werden, nach welchem der Verein allein den ge- und gerichtlichen Entscheidungen. Es scheine System in dem Ver- 2. M. 21. a) Scheidungsgründe sind: Ghebruch, Bigamie, widernativ famten Krankenpflegedienst in der Gemeinde Pankow übernimmt, halten der Spandauer Polizei in Versammlungsvereitelungen zu liche Unzucht, Trachten nach dem Leben, böswillige Verlassung, Geistesgleichzeitig soll eine fogenannte Schwesterschule zur Ausbildung von liegen. frankheit, Berfehlung durch ehrloses oder unsittliches Berhalten, das eine Krankenschwestern errichtet werden. Nach längerer Debatte wird die Berichtet wird uns noch, daß Genosse Richter von seinem Berrüttung des ehelichen Verhältnisses verschuldet. Die einzelnen Gründe Beschlußfaffung ausgesetzt und beschlossen, jedem Gemeindevertreter Arbeitgeber wegen seiner agitatorischen Tätigkeit entlassen worden ist. finden Sie in den§§ 1564 bis 1584 Bürgerlichen Geſetzbuches. b) Alle. einen Vertragsentwurf zuzusenden. Die Mittel zur Einstellung eines c) Wenn der Mann nicht der Ehemann ist: ja.- G. 26. 1. Verjährung Wächters für das Krankenhaus werden bewilligt. Nach den Eintragungen des Einwohner- Meldeamtes gestaltete träte in fünf Jahren ein, aber jeder Steckbrief und jede gerichtliche gegen Das neuerbaute Arbeiterwohnhaus auf Riefelgut Mühlenbeck ist sich die Bevölkerungsbewegung des Stadtbezirkes im Monat August den Täter gerichtete Handlung unterbricht die Verjährung. 2. Was Sie anführen, genügt nicht zur Ehefcheidung. folgendermaßen: Ge fanden 21 Eheschließungen und 169 Geburten Eewahrungspflicht besteht nicht. Sie können durch öffentliche Zustellung bereits so bewohnt, daß es den Ansprüchen nicht mehr genügt; außer statt. Gestorben find 132 Personen, davon waren 76 unter 1 Jahr flagen, ein Urteil erwirken und nachher wegen Ihrer Forderung nebft F. H. Eine Frist für die Aufdem führt das Zusammenwohnen der Schnitter mit den übrigen Gutsarbeitern zu Mighelligkeiten. Es soll das alte Arbeiterwohnhaus alt, 18 bon 1 bis 5, 3 von 5 bis 10, 1 von 10 bis 20, 6 von 20 Stoften Zwangsvollstreckung in die zurückgelassenen Gegenstände vornehmen. nur für die Schnitterfamilien eingerichtet werden. Zum Ausbau bis 30, 8 bon 30 bis 40, 7 bon 40 bis 50, 6 bon 50 bis 60, 7 von desselben werden 1800 m. bewilligt. Zu Schulzwecken wird ein 60 bis 70, 5 bon 70 bis 80, 5 über 80 Jahre alt. Bon außerhalb Grundstück gebraucht; eine Reihe von Grundstücken sind der Ge- zugezogen find 865 und nach außerhalb verzogen 834 Personen. meinde angeboten worden. Die Vertretung beschloß den Anlauf des Mithin stellt sich die Bevölkerungszahl am 1. b. M. auf 71 967 dem Gemeindevertreter Görsch gehörigen Terrains in der Görschstraße, da berselbe die billigste Offerte( für die Quadratrute 250 W.) abgegeben hat. Ein Antrag des Gemeindekirchenrats auf Ueberlaffung eines Gemeindegrundstücks zur Erbauung einer Spielschule und zur Abhaltung von Konfirmandenunterricht wird abgelehnt, da das in Frage kommende Grundstück in der Kaiser Friedrichstraße( Wasserwerksgrundstück) fich nicht dazu eignet. Weißensee. gegen 71 899 im vorhergehenden Monat. Auffallen dürfte in diefer Statistik die große Zahl der Sterbefälle der Kinder unter 1 Jahr, Monat Geborenen beträgt. Diese Zahlen sollten unsere Hygieniker welche rund 582 Prozent aller Gestorbenen und 44 Prozent der im und Stadtväter zum Nachdenken veranlassen. väter scheuen sich, ihren Standpunkt in der Deffentlichkeit zu vertreten. Gegen dieses Verfahren kann gar nicht scharf genug Protest eingelegt werden. ZU. A. 3. Nein. B.. 100. 1. Jn 5 bis 10 Jahren. 2. Der Ehemann haftet nicht für die vorehelichen Schulden seiner Frau. Wettstreit 9. 1. Nur to ortsstatutarische, provinzielle oder Kreisstatuten das vorschreiben, sind in Preußen die ländlichen Arbeiter frankenberficherungspflichtig. 2. und 3. Ja, auf die Dauer von sechs Wochen. 4. Nein. C. R. 1. Von der Aufforderung ab ja. 2. Nein. 3. Nein. . Wendt. 1. Wenn ihn ein Verschulden trifft ja. 2. Auf die Dauer dehnung der Anklage widerspricht dem Gesetz nicht. Sie täten gut, fich an von sechs Wochen. E. 2. 11. 1. Die Möglichkeit einer solchen Auseinen Verteidiger zu wenden. Recht 500. 1. Zur Ablehnung der VorIn der heutigen Stadtverordnetenfitung soll die Vorlage, die fich zwei Gegenvormundschaften führt. In Ihrem Falle tönnen Sie geltend mundschaft ist berechtigt, wer mehr als eine Vormundschaft oder mehr als mit der anderweitigen Regelung der Gehälter der Beamten und machen, daß Sie durch Krankheit oder Gebrechen an ordmungsmäßiger Lehrer sowie den Löhnen für die städtischen Arbeiter beschäftigt, in Führung der Vormundschaft verhindert sind. 2. Ja. 3. Pflegschaften fönnen sich auch auf andere Dinge beziehen. E. R. 100. Sie Herr Dr. Pape versucht sich wieder auf seinem Spezialgebiete. Scheimer Sigung beraten werden. Ein solcher Vorgang steht so tönnen ben Sachverhalt schildern und Strafantrag ſtellen und Schriftstück der Staatsanwaltschaft überreichen. Lehnt die Er inszeniert einen neuen Streit mit der Krankenkasse, indem mun ziemlich einzig da. Nicht nur die direkt Beteiligten, sondern weite bas mehr die Verträge der Kaffenbeamten angefochten werden. Seit Kreise der Spandauer Bevölkerung haben ein Interesse daran, zu Staatsanwaltschaft die Erhebung der Anklage ab, weil fein öffentSie Privattlage einreichen. dem 1. Juli 1904 besteht laut Vertrag zwischen den Beamten und erfahren, wie sich die Vertreter der Bürgerschaft zu der Entlohnung liches Intereffe vorliege, so könnten Bigarrengeschäft 49. Portiers sind nicht frankenkassenversicherungsdem Vorstande die Gehaltsregelung nach Beamtenkategorien. Nach der im Dienste der Stadt stehenden Beamten und Arbeiter stellen. pflichtig. B. 5. 100. 1. Gefängnis. 2. Die Staatsanwaltschaft und demselben werden die Beiträge zur Juvaliden- und Krankenversiche Es liegt nicht der geringste Grund vor, diese Angelegenheit hinter die Polizeibehörde find die Behörden zur Entgegennahme von Straf rung für Angestellte unter 2000 M. von der Kaffe gezahlt. Ebenso verschlossenen Türen zu erledigen; es sei denn, die Herren Stadt- antragen. Wäscherei- Ausstellung. Bestimmungen über die Dewird in Stranfheitsfällen für sämtliche Angestellte das Gehalt drei das Anbringen solcher Medaille nur dann einzuschreiten, wenn etwa durch forierung von Schaufenstern bestehen nicht. So weit ersichtlich ist gegen Monats iveiter gezahlt. Diese Bestimmungen werden munmehr von dieselbe ein falscher Schein erweckt werden kann. Schuldschein 160. Herrn Dr. Pape als rechtsgültig nicht anerkannt und laut Verfügung 1. Sie können fofort tlagen. 2. Das Amtsgericht ist zuständig. Erbwurde dies den Beamten bekannt gemacht. Ja, Herr Dr. Pape geht recht 9. 1. Der Anspruch tönnte höchstens auf die legten 10 Jahre erstrect noch weiter, er macht die Vorstandsmitglieder für die feit dem werden, erscheint auch für diese aussichtslos. 2. Ja. 99 O. A. Die Jahre 1904 von der Kasse gezahlten Beiträge regreßpflichtig. SelbstBirtin ist im Recht, wenn der Mietsvertrag bereits mündlich ge verständlich haben die Beamten gegen diese Maßregel einstimmig schloffen war und nicht etwa verabredet wurde, daß er erst als Protest erhoben und man kann auf den Ausgang der Sache gegefchloffen gelten solle, wenn der schriftliche Bertrag unterschrieben ist. Gulaneck. Wenden Sie sich an einen Anwalt zur Vertretung der Rechte Ihrer Schwester. Von der Verhandlung werden wir nach Möglich. teit Kenntnis nehmen. A. G. 1. Uns nicht bekannt. D. Die Wahrnehmung des Termins ist durchaus zu empfehlen. Zahlen Sie in Der Wahlverein hielt am Dienstag, den 4. d. M., seine Generaldem Termin, legen Sie die Sachlage dar, beantragen die Abweisung und für den Fall einer Verurteilung Ihnen nachzulassen, erst am Ende des bersammlung ab, in der die Genoffen Schäffer und Silbig Bericht Monats zu ziehen. W. E. 10. Auf der Erfüllung. 7. G. 37. von der Generalversammlung des Kreises erstatteten. In der darauf Wenden Sie sich an einen Vogelhändler oder an einen Aquariumhändler. folgenden Diskussion zeitigte der Punkt Maifeier eine sehr rege Ueber ein schweres Grubenunglüd auf der Zeche" General" in 2. V. Leider ist, nach dem was Sie vortragen, der ablehnende Debatte. Genoffe Köpping führte aus, daß er es wohl verstehen Bochum hatten wir in unserer Nummer vom 14. Auguft nach einem Bescheid zutreffend. 2. 27. Die Möglichkeit eines neuen Vers könne, wenn sich die Gewerkschaften dagegen sträubten, die Arbeits- Bochumer Blatte berichtet. Jezt, nach Verlauf eines Monats, erfahrens auf Grund des jetzt erst beschafften Attestes liegt vor. ruhe am 1. Mai zur Durchführung zu bringen, zumal durch halten wir von der Gewerkschaft General" eine Berichtigung beiden einander ehelichen wollen, nicht. Die Ehe wird durch das StandesA. 3. Ein Chehindernis zwischen Cousine und Cousin besteht, falls die die Maifeier eine Reihe Stämpfe veranlaßt würden, auf welche folgenden Inhalts: sich das Unternehmertum ein ganzes Jahr vorbereiten fönne und die in verschiedenen Berufen in die Zeit der ungünstigen Konjunktur fielen. Da andererseits die Maifeier doch auch den Zweck habe, immer mehr Arbeiter zu uns heranzuziehen, so wäre er mit einer Verlegung der Feier auf den ersten Sonntag im Mai einverstanden. spannt sein. Wilmersdorf. Sämtliche weiteren Redner traten diesen Ausführungen sehr entschieden entgegen und meinten, man tönne dann auch ebenso gut am 27. Januar feiern, denn eine Veranstaltung am Sonntag oder gar am Abend, wie vorgeschlagen worden sei, vielleicht mit komischen Vorträgen und dergleichen, sei eben keine Feier des Weltfeiertages. Das fönne nie eine Demonstration werden, mit der man der Bourgeoisie imponieren fönne. Wenn man fich nun in Köln gegen die Arbeitsruhe am 1. Mai erflärt habe, so habe eben die diesjährige Maifeier bewiesen, daß dort nicht die Gewerkschaften, sondern die Gewertschaftsführer diese Stellung eingenommen haben. Im übrigen müsse man auch bereit sein, für seine Jdeale Opfer zu bringen. In dem Bericht des Vorstandes hebt der Vorsitzende hervor, daß der Verfammlungsbefuch sowie der der Zahlabende ein äußerst minimaler fet, der zu der Mitgliederzahl von nunmehr girta 500 in gar Es müsse ba unbedingt mehr teinem Berhältnis stehe. getan werden, wenn wir zu den bevorstehenden Stadtverordneten wahlen schlagfertig sein wollen. Dem Raffierer, welcher den Kassenbericht des zweiten Quartals gab, wurde einstimmig Entlastung erteilt. Potsdam. Kein Bierkrieg. Die Einigungsverhandlungen, die hier zwischen den Brauereien und den Gastwirten geführt wurden, find heute unter dem Vorfiz des Stadtrates Dr. Over zum befriedigenden Abschluß gelangt. In einer voraussichtlich am Freitag stattfindenden öffentlichen Gastwirteversammlung sollen die Abmachungen fanttioniert werden. Vermischtes. R Mit Berufung auf§ 11 des Reichspreßgesetzes fordern wir ant geschlossen; gegen die spätere tirchliche Zeremonie hat die Stirche in Ihrem Fall nichts einzuwenden. Werkführer. 1. Ja, aber abzüglich Sie auf, den Artikel in Nr. 187 des Vorwärts" vom 14. August des Krankengeldes. 2. u. 3. Nein, aber während der Strankheit ist Ent dieses Jahres, der sich mit dem Unfall auf Beche" General" in laffung möglich. 21. 17. Wenden Sie sich an die Ihnen zunächst Weitmar bei Bochum am 10. August beschäftigte, wie folgt zu liegende Fortbildungsschule... 100. 1. Nein. 2. Durch 1 erledigt. berichtigen:„ Es ist nicht richtig, daß bei dem Unfall auf Beche Ein Anerkenntnis ist rücksichtlich der Alimente stets wünschenswert. 3. Ja. " General" am 10. August elf Bergleute schwer verlegt wurden; verboten. Von Fall zu Fall hat das Gericht auf Antrag zu entscheiden, ob A. 2. Derartige Spiele find weder behördlich erlaubt noch behördlich es erlitten vier schwere und fünf leichte Verlegungen. Es ist ein gewerbsmäßiges Glüdsspiel vorliegt, und entscheidet mal so, mal so. nicht richtig, daß mangelhafte Konstruktion der neuen Förder- A. 33. 10. In einigen Anstalten besteht allerdings noch das Prügeln als maschine Ursache des Unglücksfalles war. Die Maschine wurde sogenannte Disziplinarstrafe. 2. Sch. 31. 1. Ein Beispiel für ein sofort nach dem Unfall in Gegenwart des töniglichen Bergrebier- wechselseitiges Testament finderloser Eheleute und eine Anleitung zu einem beamten und eines maschinentechnischen Sachverständigen einer solchen finden Sie Seite 238 Nr. 55 und 56 des dem Arbeitereingehenden Revision unterzogen. Diese ergab, daß die Förder- recht beigefügten Führers. 2. und 4. Nein. 3. Ja. N. R. Ja. maschine, die übrigens vor wie nach dem Unfalle ohne Anstand S. H., Schöneberg. Die Unfallrente für die Witwe und Kinder bes funktionierte, in allen Teilen durchaus intatt und betriebssicher trägt je 20 Proz. des Jahresarbeitsverdienstes, jedoch insgesamt nicht mehr war. Es ist nicht richtig, daß die Zeche" General" ein Schacht als 60 Proz. Im Falle der Wiederverheiratung erhält die Witwe 60 Proz des Jahresarbeitsverdienstes ihres Ehemannes als Abfindung. ist, auf dem sich alle Augenblicke irgend ein mehr oder minder Nach zutreffender Ansicht fa. Die Höhe des Schadenersages hängt von den schwerer Unfall ereignet." einzelnen Umständen ab." J. W. Der Hoflieferantentitel bleibt auch Hochachtend dem Verurteilten. 8. S. 888. Nein, man fann aber unter Darlegung der Verhältnisse Steuerfreiheit beantragen. Müller 28. Gegen die Beigerung des Standesbeamten könnten Sie sich mit Erfolg an das Gericht wenden. Wegen der Schreibweise des Namens wenden Sie sich an die 2. Der Name stammt aus den Bauernkriegen. Regierung. 999. 1. Der Vertrag ist durch das Gesez nicht geändert. E. R. 72. Eine Klage auf Scheidung erscheint in Ihrem Falle nicht erfolglos. Der Klage mus ein Sühnetermin vorangehen. Gewerkschaft General". ( Name unleserlich.) Aus diesem Schriftstück geht so viel hervor, daß nicht 11, sondern nur 9 Bergleute bei dem Unglüd verlegt wurden. Was aber überhaupt die Ursache des Grubenunglüds war, darüber er halten wir aus dem Schreiben auch keine Auskunft, es sei denn, man betrachtet die Feststellung, daß alles in Ordnung war, als eine solche. 9. G. F. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW