Nr. S14. Bbonnemenf s-Bcdi ngungcn: twonnements■ Preis prSnumcrando: LierteljShrl. 830 MI., monotl. 1,10 MI, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Ruminer K Psg. Sonntags- nmnmer mit Mustrisrter Sonntags- Vellage.Die Neue Welt» lO Plg. Post. «bonnement: 1.10 Mar! pro Monat. Eingekagen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mar! pro Monat. PostabonncmentS nehmen an: Belgien. Dänemarl. Holland, Italien. Luxemburg. Portugal, kumünien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrg. iritttlnt täglich aaBer ciontaa». jSb* Verlinev Volksklalt. Die Insertion!-Ledohr beträgt sür die sechSgespaltene Nolonel- geile oder deren Raum 60 Psg., sür politische und gewcrlschaftliche Vereins- und VersammIungS-Anzeigen 80 Pfg. „Aletne Anrcigen", das erste lfelt- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte übe, 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer niüjfen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: „Sozialdcniolint Berlin", Zcntralorgan der fozialdetnohratifchen parte! Deutfcblands. Redaktion: SÖQ. 68, Linden Strasse 69. afenifprcriicr: Amt IV, Nr. 1983. � Expedition: 8M. 68, Lindenstrasse 69. Kernsprecher: Amt IV. Nr. 1981. Hlolonialpolitili. Die Ausgaben für unsere Kolonien betragen für das Jahr 1906 rund 1o2 Millionen Mark, einer Ausgabe, der nur Ein- nahmen in der Höhe von rund 11 Millionen Mark gegen- überstehen! Dabei hat der gutunterrichtete Herr Erzberger bereits die Vermutung ausgesprochen, daß dem Reichstage un- mittelbar nach seinem Wiederzusammentritt abermals eine Kolonialsorderung in der Höhe von 100 Millionen Mark präsentiert werden dürfte! Bis zum Jahre 1904, also innerhalb der zwanzig Jahre, seitdem wir Kolonien besitzen, betrug die ganze Ausfuhr Deutschlands nach den Kolonien 318 Millionen Mark, lvährend das Deutsche Reich in. dieser Zeitspanne sür diese Kolonien Ausgaben in Höhe von 750 Millionen Mark machte! Die angeblich wirtschaftlich„zukunftsreichste" unserer Kolonien, K i a u t s ch 0 u, ein Fleckchen Erde von 9 Quadratmeilen Größe, hat uns einschließlich der Ausgaben für den China Kreuzzug bereits 360 Millionen gekostet, während sich die Ausfuhr Deutschlands nach diesem„Platz an der Sonne" im Jahre 1905 auf ganze 8 Millionen belief! Wie mit Kiautschou steht es mit allen Kolonien. Die Gesamtausfuhr Deutschlands nach seinen Kolonien hatte im Jahre 1905 einen Wert von 45 Millionen Mark, also gerade den d r i t t e n T e i l der Summe, die das Reich in jedem der letzten drei Jahre an barem Gelde für diese herrlichen Kolonien aufwenden mußte! Und da die Gesamt ausfuhr Deutschlands im Jahre 1905 einen Wert von 5841 Millionen hatte, beträgt der deutsche Export nach seinen glorreichen Kolonien gerade den 139. Teil der deutschen Gesamtausfuhr! � D e u t s ch- S ü d w e st a f r i k a hat uns bisher nicht weniger als 400 Millionen gekostet. Wenn die Pläne, auch nach Beendigung des Krieges noch eine Schutztruppe in Stärke von 7000 Mann zurückzulassen, ausgeführt werden, werden binnen weiteren zehn Jahren weitere 400 Millionen dazu kommen I Dabei ist ganz Südwestafrika eine ungeheure Ein öde. Selbst Herr R 0 h r b a ch berechnete die Zahl der über Haupt ansässig zu machenden Ansiedler nur auf 20000 Familien, wobei er von der Annahme ausging, daß jede Familie eines Areals von 10000 Hektar zu erfolgreicher Viehzucht benötige. Aber diese Schätzungen Rohr bachs sind noch viel zu optimistisch. Erklärte doch kürzlich ein Landeskundiger in den gewiß unverdächtigen„W i n d h u k e r Nachrichten", daß für den Süden der Kolonie 10000 Hektar für die Existenz einer Farm viel zu wenig seien. 20 000 Hektar seien„als Durchschnittsgröße das mindeste So wisse er aus Erfahrung, daß ein Farmer bei einem Gelände von 10000 Hektar 100 Stück Kleinvieh eben nur kümmerlich durchgebracht habe, fünf Kühe hätten auf einen ftemden Platz gegeben werden müssen, das einzige Pferd sei verhungert! Einem anderen Farmer mit 18000 Hektar seien von 150 Stück Rindvieh 40 Stück eingegangen. Einem dritten sei bei 56 999 Hektar von 400 Stück Großvieh die Hälfte verhungert I Und das auf einem Areal von 560 Quadratkilometer, einem Gebiete also, das doppelt so groß ist, wie das ganze Fürstentum Schaumburg-Lippe I Dies war allerdings während einer Periode der Dürre der Fall. Aber der Verfasser erklärt:„Diese Dürre- Perioden sind stehende Faktoren, mit denen man rechnen muß. Beseitigen lassen sie sich nicht, das einzige wirksame Mittel ist ausreichende Zubemessung des Weidelands." Und für eine solche Wüstenei sind bis jetzt bereits 400 Millionen Mark zum Fenster hinausgeworfen worden, sollen im nächsten Jahrzehnt weitere 400 Millionen Steuergkdschen verpulvert werden! Auch Freisinn und Zentrum haben an dieser aberwitzigen Kolonialivirtschaft schärfste Kritik geübt. Aber eine Ver- Weigerung der Mittel, diese Kolonialpolitik fortzuführen, eine prinzipielle Verneinung dieser sinnlosen Verschwendungspolitik darf man deshalb von diesen Parteien noch lange nicht er- warten. Trotz des Wütens des Herrn Erzberger wird das Zentrum auch die neuen 100 Millionen für Südwestafrika bewilligen! Und Freisinn und Zentrum Iverden nach der Ver- abschiedung des Kolonialprinzen und der Berufung des Herrn Dernburg auch sicher für das unabhängige Reichs- k 0 l 0 n i a l a m t stimmen, das sie vor einigen Monaten noch so heroisch abgelehnt haben! Man wird diesen kläglichen Umfall damit begründen, daß die neue Kolonialexzellenz bei ihrer bekannten Rücksichtslosig- keit ja die Gewähr dafür biete, daß sie mit dem bisherigen bureaukratischen Regiment und der damit verbundenen Kolonialkorruption gründlich aufräumen werde._ Dadurch würden auch die Bedingungen für ein besseres wirtschaftliches Gedeihen gegeben sein. Wenn an die Stelle der bureau- kratischcn Engherzigkeit und Reglementierungssucht der kauf- männischc Wagemut trete, werde die jetzige wirtschaftliche Stagnation einer wachsenden kolonialen Prosperität Platz machen. Wir fürchten sehr, daß diese Illusionen sich nicht erfüllen werden. Für das wirtschaftliche Gedeihen unserer Kolonien fehlen alle ökonomischen Vorbedingungen. Südwestafrika wird. sofern nicht die W ü n s ch e l r u t e enorme unterirdische Wasser- reservoirs und Diamantlagcr erschließt, allezeit eine wertlose Sand- und Felsenwüste bleiben. In Kiautschou wird sich der deutsche Handel infolge der übermächtigen japanischen Kon- kurrenz niemals zu entivickeln vermögen. Aber auch unsere tropischen Kolonien werden niemals durch Produktion von Baumwolle, Kaffee, Tabak, Kautschuk usw. aus dem Welt- markte eine irgend erhebliche Rolle zu spielen vermögen. Aber selbst angenommen, diese Kolonien hätten eine gewisse Zukunft— wäre diese treibhausmäßige Kolonialwirtschaft nicht viel zu teuer erkauft durch die enormen Zuschüsse, die das Deutsche Reich für sie geleistet hat und in Zukunft erst recht wird leisten müssen?! Unsere Kolonialenthusiasten halten freilich die Aufpäppelung der Kolonien auf Kosten der Gesamtheit für etwas ganz Natürliches und Selbstverständliches. So heißt es in einem Artikel im„Ansiedler-Freund", einer Beilage der„ U s a m- b a r a- P 0 st", daß ja auch England selbst heute noch für den Kolonialdienst in seinen neueren Kolonien jährlich 240 Millionen Mark opfere. Und Frankreich, das für Algier nicht weniger als 5000 Millionen Frank geopfert Habe, leiste noch heute für diese Kolonie einen jährlichen Zuschuß von 75 Millionen Frank. Das ist auch ganz richtig. I Wirklichkeit stellen selbst für England und Frankreich die Kolonien volkswirtschaftlich ein zweifelhaftes Geschäft dar, ein, wie wir schon früher ziffernmäßig nachgewiesen haben, sogar noch viel schlechteres Geschäft, als es die von dem Kolonialblatt angegebenen lückenhaften Zahlen charakte risieren. Die Berufung Dernburgs und die Selbständigmachung des Kolonialamts wird todsicher nur ein Ergebnis haben: das enorme Wachstum unserer Kolonialausgaben. Die Eisenbahnen, die das private Kapital zu bauen sich hütet, werden künftig auf Staatskosten gebaut werden. Zugleich wird man neue Landstraßen bauen, zahlreiche neue Stationen anlegen und zu deren Besetzung die Schutztruppen überall erheblich vermehren. Das alles wird ungezählte Millionen kosten. Und mit der durch diese künstlichen Mittel ermöglichten Wirt schaftlichen Exploitation der Kolonien wird sich der auf die Eingeborenen ausgeübte Druck mehren. Die Eingeborenen Mißhandlungen werden sich häufen. Unter der Zahl der Kolonialbestien befinden sich ja nicht nur Beamte und Schutz- truppenoffiziere, sondern auch manche Vertreter der Kauf- Mannschaft und der Faktoreien. Die Eingeborenen sollen ja zur Zwangsarbeit gepreßt werden I Heißt es doch selbst in dem„Handwörterbuch der Staatswissenschaften" unter dem Kapitel„Kolonien und Kolonialwirtschaft":„Mit Rücksicht auf die große Entfernung der Absatzmärkte von den kolonialen Produttionsgebieten müssen die Kolouialprodukte auch billig, also die Arbeitslöhne niedrig sein. Es läßt sich deshalb nicht leugnen, daß die Kolonialwirtschaft als solche zur Zwangsarbeit hindrängt." In dem schon erwähnten„Ansiedler-Freund wird denn auch neben der Annektion des bisherigen Gemeindewaldes Einführung von Fron- d i e n st e n gefordert. Speziell bei der Kautschukproduktion müßten die Eingeborenen in den Dienst der Plantagenkultur gepreßt werden. Bei der Eingeborenenkultur würden sich die Eingeborenen mit dem Anpflanzen und jährlichen Zapfen von 60 Bäumen, das ihnen ihre Existenz garantiere, begnügen. Bei der Plantagenkultur müßten sie aber, um das gleiche Einkommen zu erwerben, fünfmal soviel Arbeit leisten! Das Blatt verhehlt sich allerdings nicht, daß ein solches Versklavungssystem böses Blut setzen müsse: „Es kann einem Zweifel nicht unterliegen, daß unsere träge Bevölkerung, deren Gemütlichkeit nur da aufhört, wo energische und andauernde Arbeit verlangt wird, sich dagegen alSbald erheben würde, bald hier, bald dort und immer wieder von neuem: ein Z u st a» d chronischer Rebellion würde eintreten, der natürlich der Kulturarbeit nicht günstig ist und bedeutende Mittel für die militärische Machtentfaltung verschlingen würde." Man sieht also, die Abkehr vom Bureaukratismus und die kapitalistische Forcierung der Kolonialexploitation würde uns nur vom Regen in die Traufe bringen! Daß die „kaufmännisch" betriebene Kolonialwirtschaft die koloniale Mißwirtschaft nur potenziert, bewies ja hinlänglich die Tätigkeit der Ostindischen Companie in Indien. Kein Ge- ringerer als M a c a u l a y urteilte darüber: „In Kalkutta wurden unermeßliche Vermögen rasch zusammen- gehäuft, während 30 Millionen menschlicher Wesen bis auf die äußerste Stufe des Elends Herabgedriickt wurden.■ Sie waren daran gewöhnt, unter der Herrschaft von Tyrannen zu leben, aber niemals hatten sie eine Tyrannei erfahren wie diese." Und Herbert Spencer, der als Engländer ja das nicht bureaukraftsche englische Kolonialsystem sehr genau kannte, nannte die Kolonialpolitik gleichwohl eine„Beute- Verteilung, eine organisierte Räuberei". Auch Genosse van Kol, selbst langjähriger Kolonialbeamter und einer der besten Kenner der nicht bureaukratischen, sondern kauf- m ä n n i s ch geleiteten holländischen Kolonialpolitik, urteilt:„Die Kolonialgeschichte aller Länder ist nur ein einziger riesenhafter Diebstahl mit einem Gefolge von Greuel und Grausamkeit." Und da wollen uns naive Leutchen erzählen, daß die Aera Dernburg der„Kolonialkorruption" ein Ende bereiten werde I Politische(lebersicbt. Berlin, den 13. September. Toleöanz-Manöver. DaZ Zentrum ist bekanntlich die Partei der unbegrenzten „Toleranz". Dafür bürgt schon die geistige und moralische Ver- Wandtschaft mit der römischen Kirche, die, wie jeder weiß, die Duld- samkeit zu ihren heiligsten Gütern zählt. Wenn man die Toleranz des Klerikalismus auf politischem wie auf religiösem Gebiete nicht durch langjährigeErfahrungen zur Genüge kennen würde, sohätteder Essener Katholikentag die Welt belehren müssen, wie ernst es dem Zentrum und der Kirche mit der Duldsamkeit gegenüber der Heber- zeugung. anderer ist. Der Präsident Gröber wies in der Schluß- rede am vierten Tage der Essener Woche mit Genugtuung darauf hin, nicht weniger als vier Redner hätten den Gedanken betont, „daß wir mit den Andersgläubigen zusammenstehen und zusammen- arbeiten müssen für gerechte gemeinsame Güter. Wahrung des konfessionellen Friedens, Vermeidung der konfessionellen Polemik, positives Zusammenarbeiten— in diesem Sinne haben gesprochen Vertreter des Adelsstandes, des Bürgerstandes, der Laien und des Klerus." Der Toleranz galt auch der Vortrag, den der Zentrums- abgeordnete Oberlandesgerichtsrat Marx auf der Generalver- sammlung des Augustinusvereins der katholischen Presse hielt, die mit dem Katholikentage zugleich abgehalten wurde. In diesem Vortrage, der in der neuesten Nummer des Augustinusblattes ab- gedruckt wird, erörtert Herr Marx zunächst das Wesen der Toleranz im allgemeinen und ihrer verschiedenen Arten: der theoretisch- dogmatischen, der praktisch-bürgerlichen und der staatlich-politischen Toleranz im besonderen. Nur mit der praktisch-bürgerlichen Toleranz beschäftigt sich der Redner eingehend. Er weist auf ihre Notwendigkeit hin, betont besonders die Pflicht der Presse zur Ver- tretung der Toleranz und erörtert dann die Mittel und Wege zur Verbreitung toleranter Gesinnung. Dabei heißt es: „Das erste und Haupterfordernis echter Toleranz ist das Streben nach möglich st vollkommenem Verständnis des Standpunktes und der Auffassung unserer anders denkenden Mitbürger. Wie können wir die Denkweise eines anderen gerecht beurteilen, wenn wir uns nicht in seine Sinnesart, in seinen Gedankengang möglichst tief und vollständig hineinzuversetzen bestrebt sind? Wie soll es uns anders deutlich werden, ob wir mit einem oberflächlich das Gewordene hinnehmenden, oder mit einem die Wahrheit streng prüfenden, aber infolge Mißver- ständnisses irregeleiteten Bruder zu tun haben? Wie sollen wir erkennen, ob nur schuldloser Jrrtuin auf der Seite unseres Gegners vorhanden ist, oder nicht sogar volle, t i e f e i n- gewurzelte Ueberzeugung von der Nichtigkeit seines Standpunktes? Unterschiede, die sicher nicht zu niedrig anzu- schlagen sind, da sie die pflichtschuldige Liebe und Duldung zu Hochachtung und Anerkennung zu steigern imstande sind.... Daher in erster Linie: Ver» ständnis des Standpunktes der Gegenseite!" Das sind recht anerkennenswerte Mahnungen, deren allgemeine Erfüllung gerade wir Sozialdemokraten freudig begrüßen würden. Denn über keine Partei wird so oberflächlich, so ohne Prüfung und Kenntnis ihrer Bestrebungen geurteilt, wie über die unsere— ganz zu schweigen von den absichtlichen Verdrehungen und Fälschungen. die über uns im Umlaufe sind und täglich neu ersonnen werden. Wir stimmen Herrn Marx völlig zu. daß vor allem die Presse be- rufen sei, die von ihm verkündeten Grundsätze zu üben, und mit Recht fragt er:„Wie kann jemand tolerant sein und werden, wenn seine Zeitung ihm tagtäglich nur die krassesten Schilde- rungen von der Verderbtheit und Verworfenheit Andersdenkender vor Augen hält?"— wie es tagtäglich in der bürgerlichen Presse, der klerikalen voran, gegen die Sozial- denwkratie geschieht. Jedoch zeigt sich bald, daß Herr Marx diese Toleranz nicht allgemein, nicht unter allen Umständen und gegen jedermann geübt wissen will, sondern nur in besonderen Fällen und zu einem bestimmten Zwecke. Das beweist der Satz, der gleich nach der oben angeführten Stelle von dem„Streben nach möglichst vollkommenem Verständnis des Standpunktes Andersdenkender" folgt: „Die Presse ist in erster Linie dazu berufen, die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Toleranz in den weitesten Kveisen der katholischen Bevölkerung zu verbreiten. Es muß hingewiesen werden auf die Notwendigkeit des Z u sa m m e n ha l t e n s aller gutgesinnter, noch auf dem Boden des Christentums stehender Kreise gegenüber dem mächtigen Andringen des Unglaubens; es muß klar gemacht werden, daß alle Zersplitterung, aller kleinliche Konfessionszwist nur dazu dient, die Gesamt st eilung des Christentums z u schwächen." Also Toleranz gegen den Gläubigen zum Zwecke der Intoleranz gegen den Ungläubigen. Wie schön hört sich die Mahnung an, die Herr Marx an die Presse richtet:„Nie, auch nicht in Stunden berechtigter Entrüstung, soll uns die Klugheit und vor allem die christliche Liebe verlassen: zu Beschimpfungen Andersdenkender soll sich die katholische Presse niemals hinreißen lassen"— und wie verlogen wird diese Toleranz, wenn aus allem hervorgeht, daß die Andersdenkenden nur die Andersgläubigen im Gegensatz zu den Ungläubigen sein sollen. Wer da glaubt, daß wir Herrn Marx, dem Apostel der Toleranz, Absichten unterstellten, die er nicht hat, dem sei folgendes gesagt: Herr Marx weist im weiteren Verlaufe seines Vortrages darauf hin, ein wie„reiches ersprießliches Feld" sich der Presse eröffne, „namentlich bei der Verbreitung und Behandlung der für die Ge« paltung deS öffentlichen Lebens zu treffenden Maßnahme�. In erster Linie soll bei den staatlichen und kommunalen Wahlen die Presse auf die Betätigung und Verwirk» Eichung toleranter Gesinnung hinwirken". Worauf dann diese„tolerante Gesinnung" hinausläuft, erkennt man, wenn man weiter liest: „Die Pflicht der Gerechtigkeit verlangt, daß jeder Geistesrichtung, soweit sie sich auf dem Boden der Aufrechterhalt ung unserer religiösen, staat- lichen undgesellschaftlichen Ordnung stellt, eine billige und verhältnismäßige Vertretung zuteil werde." Es ist nicht von ungefähr, daß sich gerade die„Kölnische Volks- Heilung" mit besonderer Eilfertigkeit über den Marxschen Vortrag hergemacht und ihn veröffentlicht hat. Der leitende Geist des rheinischen Zentrumsblattes, Justizrat Julius Bachem, war es, der vor kurzem den Ruf erschallen ließ:„Wir müssen heraus aus dem Turm!" Die Ausführungen des Ober- landesgerichtsrates Marx in seinem Toleranzvortrage laufen auf dasselbe hinaus, was damals der Justizrat Bachem in seinem Turmartikcl äußerte. Das Zentrum sucht engeren Anschluß an die übrigen bürgerlichen Parteien. Einmal der Konkurrenz um den Platz an der staatlichen Futterkrippe wegen— dazu muß sich daS Zentrum als„gleichwertig" erweisen und dazu wieder muh eS seine konfessionelle und gesellschaftliche Absonderung aufgeben. Dann aber auch der Bedrängnis durch die Sozial- demokratie wegen, die dem Zentrum Angst macht für die nächsten Wahlen und der gegenüber es rüsten heißt— sei es mit konservativer, mit christlich-sozialer oder liberaler Hülfe! Duldung der Konfessionen untereinander, Zusammenschluß der Konfessionen zur Bekämpfung des„Unglauben s", oder, um das Kind beim rechten Namen zu nennen: der Sozialdemo- kratie. Deshalb fordert auch Herr Marx im Namen der Toleranz, daß seine Partei- und Glaubensgenossen„unter keinen Umständen gegen einen Kandidaten stimmen lediglich und allein wegen seines konfessionellen Bekenntnisses", daß sie aber„unter allen Umständen gegen den Kandidaten stimmen müssen, der den Umsturz der gewordenen staat- lichen und gesellschaftlichen Ordnung zu seinem Programm erhoben hat". Herr Marx deutet schon auf die Möglichkeit hin, dieses Ver- halten nicht nur bei Stichwahlen, sondern auch für den ersten Wahl- gang zu empfehlen.„Es wird," so meint er,„vielleicht die Zeit nicht zu fern sein, wo die harte Notwendigkeit die Wider st redenden auf beiden Seiten zwingt, weiter sich entgegenzukommen, als man jetzt für möglich hält." Das glauben wir auch, und wir wissen, welchen Zweck der in jüngster Zeit so hochgehende Drang des Zentrums nach Toleranz hat: es gilt zu rüsten gegen den Unglauben, d. h. gegen die Sozial- demokratie. Herr Bachem ruft zu diesem Zweck:„Heraus aus dem Turm!", Herr Marx verkündet:„Toleranz über alles!" und Herr Antonius Fischer, der Kölner Erzbischof, ruft seine gläubigen Zeitgenossen auf, daß sie sich vereinigen und„ge- meinsam Front machen gegen die unheimlichen Mächte, die am Marke unseres Volkes nagen und ihm die Errungenschaften der christlichen Kultur zu rauben drohe n". Sie sind tolerant, die klerikalen Biedermänner, weil sie als „moderne Menschen" am Segen der kapitalistischen Staats- und Gesellschaftsordnung teilnehmen wollen. In derselben Nummer, die den Toleranzvortrag des Herrn Marx bringt, veröffentlicht denn auch die„Kölnische Volkszeitung" einen Artikel über„Politische Kleinarbeit". Darin wird auf Grund des Parteivorstandsberichtes nachgewiesen, daß„von jeher die Sozialdemokratie sichaufdiemoderneKleinkriegskunftverstanden und sie von Jahr zu Jahr mit wachsendem Erfolge gc- handhabt hat". Und weiter wird der Sozialdemokratie nach- gerühmt, daß sie verstehe, ihr Gefolge„mit der Klammer einer straffen Organisation zu umschmieden und durchsystematische politische Aufklärung und Schulung zu schlag- fertigen Kämpfern heranzubilden." Scnatsreform in Kanada. ;£er Senat von Kanada wurde in seiner gegenwärtigen Karin durch die im Jahre 1867 gegebene Konstitution (Britisch-Nordamerika-Akte) geschaffen. Neben dem General- gouverneur, der von der englischen Regierung ernannt wird und der die Souveränität Englands repräsentiert, bilden Senat und Unterhaus die gesetzgebenden Körperschaften. Die kanadischen Senatoren sind zwar nicht erblich, aber wenn ein- mal ernannt, behalten sie das Amt auf Lebenszeit. Der Senator muß ein Alter von mindestens 30 Jahren haben und ein unbewegliches Eigentum im Werte von mindestens '12 000 Mark besitzen. Daraus resultiert, daß der Senat für das„gewöhnliche" Volk gesperrt bleibt. Der Senat kann nun zwar keine Gesetze machen, welche Steuern und Abgaben betreffen, aber er kann alle Gesetze, die vom Unterhaus kommen, verwerfen, und in der Regel handelt er als williges Werkzeug derjenigen Partei, die sich in der Macht befindet. In Kanada sind bisher immer nur zwei große Parteien, die Torys und die Liberalen, in Betracht gekommen. Solange die Liberalen in der Opposition waren, konnten sie den Senat nicht genug verurteilen und verlangten dessen Beseitigung oder doch gründliche Reform. Sie brachten den Nachweis, daß sich in den Senat allerhand politisch Schiffbrüchige retten. daß die Vertreter der Regierung die Sitze an ihre Parrei- freunde verschachern, daß in einzelnen Fällen sogar Summen von weit über 100 000 Mark dafür bezahlt worden sind!— Seitdem aber die Liberalen im Jahre 1896 zur Macht ge- langten, sind sie zu den eifrigsten Befürwortern des Senats geworden. Die Entschädigung an die Senatoren ist auf 6000 Mark pro Jahr erhöht und der Unterschied ist nur, daß jetzt die l i b e r a l e n Machthaber ihre Freunde hineinbringen und die Sitze verschachern. Die herrschende Partei treibt also mit den Senatssitzen direkt und indirekt ein elendes Schachergeschäft. Hierzu sind aber in der letzten Zeit noch einige Ereignisse getreten, die den herrschenden Klassen die Nützlichkeit einer so reaktionären Institution recht deutlich vor Augen führten. Vor allem der Ausgang der englischen Wahlen, die Bildung einer un° abhängigen englischen Arbeiterpartei und nicht zum wenigsten der Aufschwung des Sozialismus in Kanada selbst. In Britisch-Kolumbien werden zu den jetzigen zwei sozialistischen Abgeordneten bei den nächsten Wahlen voraussichtlich noch fünf weitere hinzutreten. Alles dies hat die herrschenden Kreise von Kanada stark beeinflußt. Von einer B e s e i t i- gung des Senats ist nicht mehr die Rede, nur„refor- mieren" will man diese unnütze, aber kostspielige Institution. Der der Regierung nahestehende„Globe" schrieb u. a.: Die Erhaltung eines Oberhauses sei notwendig, nament- lich mit Rücksicht aus die große Bewegring, welche in der ganzen Welt vor sich gehe und die nach„extremer Demokratie" hin- dränge. Der Kampf zwischen Arbeit und Kapital, zwischen den Millionären und Trusts und der arbeitenden Klasse werde der furchtbarste sein, den die Welt jemals gesehen. Der Auf- stieg der Arbeiterklasse sei sichtbar und unaufhaltsam, und über kurz oder lang werde sie� überall dominieren. Wenn aber das Volk, veranlaßt durch die Agitatoren und Demagogen. mit übertriebenen Forderungen käme, dann sei ein solches Oberhaus das festeste Bollwerk der Gesellschaft. Angesichts der aufstrebenden Arbeiterklasse vergessen Konservative und Liberale ihre Differenzen und wenden sich gemeinsam gegen das Volk. Der Senat wird bleiben, es wird nur eine kümmerliche„Reform" herbeigeführt werden, nicht, weil das Volk dies so wünscht, sondern weil das Kapital die Arbeiterklasse fürchtet. Veutsckes Rcicb. Ter ReichSverband gegen die Sozialdemokratie erklärt zlvar in feinen Zirkulären, daß er sich allen Ordnungsparteien ohne Unter- schied ihres politischen Glaubensbekenntnisses in ihrem Kampf gegen den„Umsturz" zur Versngnng stellt: doch verbindet er allem An- schein nach mit dem Wort„Ordnnngspartei" einen anderen Begriff, als einzelne der sich selbst zum OrdnungSbrei zählenden Parteien. Be- kannt ist, daß er das Zentrum nicht als„ordnuugspnrteilich" an- sieht und auch einige der liberalen Parteien scheint er in dieser Bc- ziehung nicht für ganz einwandsfrei zu halten: zum mindesten unterscheidet er verschiedene Grade der Ordnungsparteilichkeit. So veröffentlicht z. B. die„Dresdner Zeitung" eine ihr zugegangene Meldung, wonach der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie für die nächsten Reichstagstvahlen in Sachsen ein Abkommen mit der konservativen Partei geschlossen haben soll, dem znfolge einige seiner Agitatoren schon jetzt in den Dienst der mit den Reformern, dem Bund der Landwirte und der Mittelstands- Vereinigung verbündeten konservativen Partei treten sollen. Man spricht von zwei Wahlkreisen, in welchen die Agitation des Reichsverbandes schon jetzt beginnen soll.„Dem Reichs- verband ist sicher bekannt"— so lamentiert dazu die„Dresdner Zeitung"—„daß neben dem genannten Kartell auch andere bürgerliche Parteien in Sachsen vorhanden sind, welche nicht daran denken, mit dem genannten Kartell gemeinsame Sache zu machen. Der Reichsverband wird nicht umhin können, zu erklären, ob er in Zukunft den Charakter einer konservative» Hülfstruppe annehmen will oder nicht. Eine Antwort kann um so mehr gefordert werden, als derselbe Reichsverband sich gegen- wärtig eifrig bemüht, von nationalliberalen Industriellen Mittel für die Zwecke seiner Agitation zu erhalten." Der Reichsverband folgt, wenn er sich lieber in den Dienst der Antisemiten und Konservativen stellt, als in den der liberalen Parteien, mir der inneren Konsequenz seines Charakters. Er ist seiner Organisation und seiner Tendenz nach crzreaktionär, und wenn es ihm— woran nicht zu denken ist— tatsächlich gelänge, die Sozialdemokratie an die Wand zu drücken, würde sich sein An- griff sofort gegen die entschiedeneren liberalen Parteien kehren.— Ein gläubiger Staatsanwalt und ein unglaublicher Bescheid. Die Staatsanwaltschaft zu Naumburg hat zu Ende des vorigen Jahres eine Anzeige des Bcrginvaliden Friedrich Lange zu Z i p s e n d o r f bei Naumburg erhalten. worin der Direktor der Kohlengrube „Bismarck" in Zipsendorf, Haase jr. beschuldigt wurde, er habe an der noch nicht vierzehn Jahre alten Frida Grubolle, der Pflege- tochter des Lange, mehrfach Notzuchtversuche gemacht. In der Anzeige war angegeben, daß Haase diese Tatlachen vor Zeugen deni Lange eingestanden habe. Trotzdem wurde die Anzeige von der«taatsanwaltschast zu Naumburg zurückgewiesen, die Strafverfolgung des Herrn Bergwerksdirektors Haase abgelehnt. Warum? Weil der Herr Bergwerksdirektor vor dem Staats- anwalt das Verbrechen an dem Arbeiterkinde geleugnet, sein Geständnis als ein Produkt momentaner Verwirrung bezeichnet hatte, und weil das Mädchen sich in d r e i st ü n d i g e r Verne h m il u g vor dem Staatsanwalt„in Widersprüche" ver- wickelt habe! Das Erstaunen über die Ablehnung der Strafverfolgung muß sich noch steigern, wenn man die näheren Umstände der Affäre er- fährt, die das„Volksblatt für Halle" in einem längeren Artikel darlegt. Als das genotzüchtigte Mädchen ihrer Pflegemutter auf deren Drängen gebeichtet hatte, schrieb Lange natürlich an Haase, daß er die Sache dem Vormund melden müsse. Darauf ließ der Bergiverksdirektor Lange zu sich bitten. und als dieser den Besuch verweigerte, kam Haase selbst in die Wohnung des Berg- invaliden und gab ihm— der Schwiegersohn Langes hörte diese Redewendung von der Stube aus den Geschlechtsverkehr mit Frida zu und bat in beweglichen Worten, die Sache nicht anzuzeigen. Haase versprach. Lange— ein gebrechlicher alrer Mann— solle Aufseher werden, er solle freie Feuerung bekommen, für Frida solle gesorgt werden, er wolle alles tun, koste es. was es wolle. Lange erividcrte, was er könne, werde er tun.„Ihretwegen nicht, sondern Ihrer lieben Mutter wegen, die mich in meiner Krankheit nicht verlassen hat. und um unsere große Schande zu verdecke n." Lange und seine Familienglieder schwiegen streng über das Vorkommnis, nicht um Haasts willen, sondern weil sie glaubten, die ganze Familie sei geschändet, wenn die Sache ruchbar werde. Lange brachte Frida nach Naumburg zu seinem dort verheirateten Sohne.— Einige Wochen später, etwa am 8. oder 9. November, ließ Haase den alten Lange zu sich rufen und erklärte ihm: „Ich bin beim Staatsanwalt gewesen I Die Frida, das Ferkel, lasse ich in Korrektion bringen, und Sie bringe ich ins Gefängnis, wenn Sie was veröffentlichen."— Jetzt brach bei Lange die langverhaltene Entrüstnng in voller Stärke aus. Er wendete sich zum Gehen, schlug nur der Faust auf die Türklinke und sagte:'„Nun i st' s aus! Noch heute zeige ich Sie an." Lange tat das. Erging»ocki am Abend zum Gendarmen, den er zunächst nicht antraf. Am nächsten Morgen aber erstattete Lange seine Anzeige zu Protokoll, und der Gendarm sandte die Anzeige der Staatsanwalt- schaft zu Naumburg ein. Bald darauf wurde Frida Grubolle in Naumburg zur Ver- nehmung geladen. Langes Schwiegertochter begleitete das Mädchen nach dem Gericht und wollte bei der Vernehmung an- wesend sein. Der Staatsanwalt fragte jedoch, ob die Frau mit- geladen sei, und auf ihre verneinende Antwort, hieß er sie hinaus- gehen. Die Frau hat draußen auf dem Korridor gewartet. Die Vernehmuilg hat drei Stunden gedauert, von 5 bis 8 llhr nachmittags. Frida hat erklärt, der Staats- anloalt habe sie wiederholt und eindringlichst zu bewegen gesucht, die Beschuldigung gegen Haase zurückzunehmen: er habe gesagt, wie sie so etloaS von einem solche» Manne behaupten könne, der ihrem Vater eine Stellung geben und sie als Dienstmädchen habe» wolle. Frida habe aber nur immer wieder bestätigen müssen, Haase habe sie doch gehabt. Einige Zeit darauf forderte Haase den alten Lange vor den Schiedsrichter. In dem Antrag Haasts auf Anberaumung eines Sühnetermins beißt es: Wilhelm Lange beschuldigt mich, mit seiner minderjährigen Stief- tochter Frida in geschlechtlichem Verkehr gestanden zu habe», so daß diese schwanger ist.— Ich will versuchen, mich mit ihm gütlich zu einigen und bitte um einen Termin zur Sühueverhaudlung. Vorgelesen, gcuehinigt und unterschrieben. • Ad. Haase. Obwohl Lange nicht zu dem Termin erschienen ist, hat Haase nicht gellagt. Trotz aller dieser gravierenden Anzeichen für die Schuld Haase» hat die Staatsanwaltschaft am 9. Februar 1996 die Strafverfolgung des Bergwerksdirektors abgelehnt. Dem Staatsanwalt er- scheint eS„nicht unglaubwürdig", wenn Haast ihm erklärt, daß er bei Lange das Verbrechen nur deshalb zugegeben habe, weil er völlig verwirrt gewesen sei und nur zunächst von Lange habe fort- kommen wollen, um sich zu überlegen, wie er solchen Beschuldigungen am besten entgegentreten könne. Das Geständnis hat deshalb„nach Lage der Sache keine entscheidende Bedeutung". Die Staatsanwaltschaft glaubt also dem Haast seine windige AnSrede, läßt alle sonstigen Verdachtsmomente beiseite und erklärt das Mädchen für unglaubwürdig. Eine sofort bei dem Oberstaatsanwalt in Naumburg eingelegte Beschiverde Langes hat denselben negativen Erfolg. Daraufhin wird vom Genossen Rechtsanwalt Dr. Herzfeld- Berlin der Weg der Klage beim Oberlandesgericht Naumburg beschritten. In der Klage wird das ablehnende Verhalten der Staatsanwaltschaft mit den Tatsache» in Vergleich gestellt, die schreienden Wider- spräche gebrandmarkt und das Oberlandesgericht schließlich ersucht, bei der Schwere des Verbrechens die benannten Zeugen Person- lich zu vernehmen. Im Falle der Ablehnung der Älageerhebung gegen Haase ivird aber im Namen des Strafniitragstellers Lange beantragt, ihn wegen wissentlich falscher An- s ch n l d i g u n g unter Anklage zu st e l l e n. Was tut nun das Oberlandesgericht? Unterm 12. Mai dieses Jahres lehnt es die Klageerhebung kostenpflichtig ab, ohne daß es Zeugen vernommen hätte. Es hält ebenfalls wie die Staatsauwaltschasr den Bergwerlsdirektor Haase für glaub- würdig, das Kind aber für unglaubwürdig. Auf den Antrag Langes, im Falle der Ablehnung der Klageerhebung gegen ihn sLange) selbst das Verfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung einzuleiten, auf diesen Antrag schweigt sich das Oberlandesgericht vollkommen aus. Somit ist jede Möglichkeit ab- geschnitten, den Tatbestand aufzuklären und das Verbrechen an dem Verbrecher zu sühnen. Der Bergwerksdirektor Haast ist Leulnant der Reserve und soll kürzlich zum Oberleutnant befördert worden sein. Und ein solcher Mann läßt sich, wie das Hallesche„Volksblatt" hervorhebt, den ihm von dem Bergiuvaliden auch auf offener Straße in Gegenwart von Zeugen ins Gesicht geschleuderten schweren Vorwurf des an seiner Pflegetochter ver- übten Sittlichkcitsverbrechcns ruhig gefallen. Und kein Staatsanwalt findet sich, der den Sittlichkeitsverbrecher unter Anklage stellt. Deutschland ist das Land der vollendetsten Rechtsgarantien. Ertrag der Fahrkartcnsteucr. Im Bezirke der Eisenbahn- direktionen Köln, Essen und Saarbrücken ergab die Fahrkartensteuer im Monat August, wie die„Kölnische Zeitung" berichtet, rund 225 999 Mark. Im Eisenbahndircktionsbezirk Elberfeld betrug sie rund 89999 Mark. Die Steuer wurde hierbei verrechnet für den Jnlandvcrkehr und den Verkehr der Rundreisthefte nach dem Aus- lande. Der Verkehr vom Auslände, und bei einfachen Fahrkarten auch nach dem Auslande, wird erst vom 1. Oktober ab von der Steuer betroffen. Das Gesamtergebnis der Steuer wird nicht vor Mitte dieses Monats feststehen. Man nimmt aber in fachmännischen Kreisen auf Grund der Berechnung, daß der Monat August durchschnittlich 19 Proz. der gesamten Eisenbahneinnahmen aus dem Personenverkehr einbringt, an, daß nach dem Ergebnisse des ersten Monats das etatsmäßige Soll der Fahrkartensteuer im laufenden Jahre schwerlich erreicht werden wird. Im Eisenbahndirektionsbczirke Berlin betrug das Ergebnis der Fahrkartensteuer im August 225 999 M.— Börsensteuer. Neben den Zöllen, die im letzten Rechnungsjahre dem Rcichssäckel 89,6 Millionen Mark mehr eingebracht haben, als im Etat angesetzt worden war, hat die Börsensteuer am meisten zu dem günstigen Endabschluß der ReichShauptkaffe für das Etatsjahr 1995 beigetragen. Die Börsensteuer hat nämlich mehr als 59 Millionen Mark eingebracht und damit den Etat um nicht weniger als 29 Millionen Mark überschritten. Aus dem Finalabschluß der Reichs- hauptkasse für 1995 ist allerdings noch nicht ganz klar zu ersehen, einen wie hohen Ueberschuß über den Etatsanschlag die Börsen- stener abgeworfen hat; es wird nur erwähnt, daß die gesamten den Bundesstaaten zustehenden Reichsstempelabgaben ein Mehr von 14,5 Millionen Mark erbracht haben. Zu diesen Abgaben gehören aber außer der Börsensteuer die Losesteuer und der Schiff- fahrtsstachturkundenstempel. Man wird deshalb erst später genauen Aufschluß über die Einzelergebnisst dieser Steuerquellen erhalten. Nach den berichtigten erstmaligen Nachweisen hat die Börsensteuer ein Ergebnis von 59,4 Millionen, die Losefteuer ein solches von 36,1 Millionen und der Schiffahrtsfrachturkundcnstempcl von 9,9 Millionen Mark, alle drei Stcuerarten zusammen ein solches von 87,4 Millionen Mark gehabt. Da im Reichshaushaltsetat für 1995 der Anschlag der den Einzelstaaten zu überweisenden Stempelabgaben mit 71,9 Millionen Mark angesetzt ist. so hätte demnach der Ueberschuß über den Etat nicht 14,5, sondern 15,5 Millionen Mark betragen müssen. Es müssen also bei der Be- rechnung für den Finalabschluß der Reichshauptkasse Berichtigungen der früheren Feststellungen eingetreten sein. Das ist auffällig, hat doch der erste über die Losestcuer veröffentlichte Nachweis den Er- trag dieser Steuerart auf 32,4 Millionen Mark angegeben, wäh- rend er bald darauf nach der ersten Berichtigung aus 36,1 Mllionen Mark festgestellt wurde. Ein Jahr Gefängnis wegen Majestätsbeleidiguiig! In Elberfeld wurde ani 12. September der Weber Arnold StopS von Haan wegen Majestätsbeleidiguiig und Beleidigung des Kronprinzenpaares, be- gangen gelegentlich des Umzuges der Düsseldorfer Husaren nach Krefeld, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Derselbe Angeklagte stand dann noch wegen Diebstahls unter Anklage, weil er seinem Kostgeber einen alten Ueberzieher und einen kleinen Geldbetrag entwendet hatte. � Da er schon wiederholt bestraft ist, wurde wegen dieser Diebstähle ebenfalls auf 1 Jahr Gefängnis erkannt und beide «trafen wurden danach ans eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis zurückgeführt. Wegen einiger unflätiger Worte, die, gegen einen gewöhn- lichen Sterblichen gebraucht, allenfalls ein paar Wochen Gefängnis einbrächten, muß der Unglückliche ein Jahr lang hinter Kerker- mauern, da er diese Worte gegeiKdie Majestät und gegen kaiserliche Hoheiten ausgesprochen hat! Wohlverdient. Der russische Zar hat den Chefredakteur der „Post" Dr. Wilhelm Kronsbein, wie die„Staatsbürg.-Ztg." meldet. für würdig befunden, ihm den russischen Sankt Stanislausorden zweiter Klasse zu verleihen— wahrscheinlich in Anerkennung der hohen kulturellen Verdiensten, die Herr Kronsbein sich durch die Propaganda für die russische Regiernngsmethode in Deutschland er- tvorben hat.— Vom Hambiirgcr Bicrkricg. In einer von Delegierten der sozialdemolratischeu Landesorganisaticn Hamburg. Vertretern der Parteigenossen der Nachbarorte, Gewerkschaftsvorständen und Kartell- delegierten besuchten Versammlung, die am Mittwochabend in Hamburg tagte, wurde zur Bierfrage Stellung genommen. Wohl haben im Städtekomplcx schon mehrere von Gastwirten ein- berufene Volksversammlungen stattgefunden, deren Beschlüsse aber als bindend nicht anerkannt werden können. Jetzt ist das Aktions- komitee der durch Uneinigkeit auf ein unrichtiges Gleise geratenen Gastwirtevercine an Partei und Gewerkschaften herangetreten zwecks moralischer Unterstützung. Sie wünschen, daß ein Flug- blatt verbreitet werde und der Verkehr des Publikums sich auf solche Wirtschaften beschränke,-wo ringfreieS Bier zum Aus- schank gelangt. Gewerkschaflssekretär Hense empfahl die Ab- lehniing der Anträge, weil die Sache der Wirte verfahren sei. Für die Konsumenten komme es nur darauf an. daß sie das alte Maß Bier—>/« Liter für 19 und'/z Liter für 15 Pf.— zum alten Preise erhalten. Könnten die Wirte daS nicht, so müsse man sich des Biergenusses enthalten. Außerdem hätten Parteileitung und Gewerkschaftskommission vcschlosjen, ein aufklärendes Flugblatt ver« breiten zu lassen-- Den Standpunkt des Aktionskomitees der Wirte vertrat Gast- Wirt Schulz, der die Erhöhung des Bierpreises als eine politische Frage bezeichnete und_ meinte, es sei Pflicht der organisierten Arbeiter, die Gastwirte in ihrem Kampfe gegen das Braukapital zu »mterstützen.— Nach lebhafter Debatte wurden die Anträge der Parteileitung und des Gewerkschastskartells mit großer Mehrheit an- genommen. Danach soll für Bier nur der alte Preis bei altein Maß(wie oben angegeben) bezahlt und von der Parteileitung und dem Gewerkschastskartell ein Flugblatt herausgegeben werden.— Tippelskirch- Conccrn. Zu der unter Vorstehendem Titel in der gestrigen Nummer des„Vorwärts" von uns veröffentlichten Stutt- garter Korrespondenz erhalten wir von der Firma I. D. Riedel Aktiengesellschaft, hier, mit der Bitte um Abdruck folgende an Herrn Reichstagsabgeordneten Erzberger gerichtete Zuschrift: Berlin N. 39, 13. September 1906. Herrn Mathias Erzberger, Mitglied des Reichstages Berlin W., Pariserstr. 10. Es Wird uns soeben die heutige Nummer des„Vorwärts" vor- gelegt, in welcher unter dem Titel„Die Tippelskirch- Concern" aus Stuttgart eine angeblich von Ihnen herrührende Aeußerung wieder- gegeben ist, die uns zu folgender Feststellung Anlaß gibt: 1. ES ist uns unbekannt, daß den von der Berliner Oranien- Apotheke der Kolonialverwaltung gestellten Preisen unsere Preisliste zugrunde gelegt wird, und daß die genannte Apotheke auf dieselbe einen Aufschlag von 10 Proz. erheben darf. 2. Unsere Firma ist wohl seit über 60 Jahren Lieferantin für die Garnisonlazarette mehrerer Armeekorps und zahlreicher staatlicher und städtischer Behörden, hat dagegen niemals Aufträge von der Kolonialverwaltung erhalten. � 3. Die Firma Riedel befindet sich seit dem Jahre 1814 ohne Unterbrechung in dem ausschließlichen Besitz der Familie Riedel. Laut Ausweis der Anlage wurde die Firma im Jahre 190S in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Herr Kommerzienrat Hecht ist nie- mals Inhaber oder Teilhaber der Finna Riedel gewesen; auch unterhält weder Herr Hecht, noch Herr von Tippelskirch. noch Herr von Podbielski irgendwelche Beziehungen zur Firma Riedel. Wir dürfen wohl von Ihrer Ehrenhaftigkeit erwarten, daß Sie in denjenigen Blättern, welche die von Ihnen ausgehende unzu- treffende Nachricht bringen, die entsprechende Richtigstellung auf- nehme» lassen. Der Redaktion des„Vorwärts" sandten wir Abschrist dieser Zeilen. Hochachtungsvoll I. D. Riedel Aktiengesellschaft. Im Dienste der Kolonialpolitik. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Seit 16. August d. I. bei Gamsmund vermißt: Unter- offizicr Friedrich Ehlers, geboren am 25. 2. 81 zu Rocklum, Gefreiter Gustav Stückle, geboren am 21. 10. 82 zu Neckarthailfingen. Außerdem Reiter Karl Schmidt, geboren am 21. 3. 84 zu Ermstedt, am 6. September d. I. im Lazarett KeetmanShop an Nierenentzündung gestorben.— Hiiöland. Oesterreich. Wien, 13. September. Im Wahlreformausschuß beantragte das Ausschußmitglied Kaiser, daß zweijährige Seßhaftigkeit für die Ausübung des Wahlrechtes erforderlich sein solle. Der Minister des Innern sprach sich gegen jede Verlängerung oder Verringerung der in der Borlage festgesetzten einjährigen Seßhaftigkeit aus, ebenso gegen die Anregung der Zucrkennung des Wahlrechtes an Frauen, wofür der gegenwärtige Zeitpunkt ganz ungeeignet sei.— Schweiz. Eine Regierung, die Scharfmachereien ablehnt. Schaffhausen, 11. September.(Eig. Ber.) In der hiesigen Fensterfabrik streiken seit neun Wochen die Glaser, Schreiner und Maschinisten um den Neunstundcntag und Lohnerhöhung. Die Firma wird nun ungeduldig, und obwohl nicht die geringste Störung vor- gekommen ist, forderte der Vorstand des Schreinermeistervereius von der Regierung das Verbot des Streikpostenstehcns, und der Gewerbe- verein seinerseits unterstützte nicht nur dieses Begehren, sondern ging noch weiter und forderte die Uebertragung der Züricher Zucht- hauSvorlage auf den Kanton Schaffhausen. Die Regierung lehnte aber beide Forderungen der gewissenlosen und gewalttätigen Scharf- macher ab und bewies dadurch ungleich mehr Einsicht und Mut, als die Regierung des Kantons Zürich, die den kapitalistischen Scharfmachern zuliebe durch Mißbrauch der Staatsgewalt die Arbeiter vergewaltigte. Bekanntlich war es auch das hiesige Bezirksgericht, das die Bezeichnung.Streikbrecher' als strafstei, also als erlaubt erklärte.— Frankreich. Reimes, 13. September. Therese Humbert, deren bedingungs« weise Freilassung angeordnet worden ist, hat heute mittag die Straf- anstatt verlassen. Italien. Los von Rom. Rom» 13. September. Der Kongreß römischer Professoren nahm mit 228 gegen 11 Stimmen einen Antrag an, die Schulen zu ver- weltlichen. Dem katholischen Frankreich wird das katholische Italien, werden andere katholische Länder die Trennung des Staates von der Kirche nachmachen, nur das„protestantische" Preußen-Deutschland wird katholischer bleiben als der Papst.— England. „Made in Germany". London, 12. September.(W. T. B.) Durch eine heute abend veröffentlichte Armeeordcr wird der Gcncralstab offiziell eingeführt. Er wird in den den allgemeinen Berrieb der Armee leitenden Großen Generalstab und den bei einzelnen Kommandostellen wirkenden Generalstab eingeteilt. Die Angehörigen des letzteren sollen die Kommandeure, denen sie beigegeben sind, besonders bei der Ausbildung der Offiziere und Truppen unterstützen. In einer der Armceorder beigcgcbenen Denkschrift betont Kriegsminister Hat- danc, daß es Pflicht des Generalstabes ist. dafür zu sorgen, daß das Militärsystem auf moderner Höhe steht und die Militärwissen- schaft in all' ihren Zweigen gebührende Berücksichtigung findet. Hal- dane nimmt Bezug auf den Erfolg des deutschen Generalstabes und führt Stellen aus den Schriften Bronsart v. Schellcudorffs an.— Kommunalem Stadtverordneten-Bersammlung. 27. Sitzung vom Donnerstag, den 13. September, nachmittags b Uhr. Der Vorsteher Dr. Langcrhans eröffnet die Sitzung um bMi Uhr. Zum Zeichen des Beileids aus Anlaß des Todes des Prinzen A l b r e ch t. Regenten von Braunschweig, erheben sich die bürgerlichen Mitglieder von den Sitzen. In die gemischte Deputation zur Beratung über die ander- wcitige Festsetzung der B e s o l d u n g s v e r h ä l t n i s s e des Lehrpcrsonals an den Gemeinde schulen sind u a. auch die Stadtvv. Arons. Borgmann und Singer(Soz.) gewählt worden. An erster Stelle steht heute die schon mehrmals von der Tages- ordnung abgesetzte, vom Magistrat zur Kenntnisnahme vorgelegte Denkschrift über den Ucbcrgang einzelner Zweige der Wohlfahrtspolizei auf die S t a d t g c m e i n d e Berlin zur Beratung.(Vgl. den Artikel in der Mittwochnummer:„Soll die Berliner Polizei staatlich oder städtisch sein?") Hierzu ist ein Antrag Dr. Preuß eingegangen:„Indem die Versammlung von der Denkschrift Kenntnis nimmt, ersucht sie den Magistrat, mit den Behörden um Uebertragung aller Zweige der Polizeiverwaltung in Verhandlung zu treten, die nach Lage der .Gesetzgebung der Stadtgemeinde zu übertragen sind." Stadtv. Stadthagen(Soz.): Die Denkschrift ist von der Ver- sammlung 1896 erbeten worden. Es hat etwas lange gedauert, bis der Magistrat dieser Bitte entsprach. Welche Schlüsse sind nun aus der Denkschrift zu ziehen? Daß wir von vornherein absehen sollen von der Uebertragung der Sicherheitspolizei, kann ich im Gegensatz zum Magsstrat nicht für richtig halten; es kann sich doch nur darum handeln, was im Interesse der städtischen Verwaltung das Beste ist, und eventuell müßte die Gesetzgebung einem Zustand, wonach nur ein Teil der Polizeigcwalten auf die Stadt übertragen werden könnte, ein Ende machen. Es ist z. B. ein unzweifelhaftes Recht der Bürger, die Straße zu benutzen; bekanntlich aber macht die Polizei durch ihr Verfahren gegen Streikposten dieses Recht illu- sorisch. Wie in diesen Fällen, wird in einer Reihe von anderen durch die Polizei in die Rechte der Bürger widerrechtlich ein- gegriffen. Solchen Zuständen gegenüber hätte die Denkschrift nicht über die Frage der Uebertragung der Sicherheitspolizei so einfach hinweg gehen sollen. Der Begriff„Polizei" läßt sich in dieser Weise überhaupt in Wohlfahrts- und Sicherheitspolizei nicht scheiden; zu der Wohlfahrt der Bürger gehört eben auch ihre Sicher- heit. Bei solcher Zaghaftigkeit der Denkschrift fürchte ich, daß die Sache nicht allzu schnell vom Fleck kommen wird; man erkennt aus ihr, namentlich aus der historischen Darlegung, wie das Bürgertum immer weiter zurückgewichen ist von seinem eigenen früheren Standpunkt, daß es immer beflissen war, sich als artiges Kind zu zeigen. Auf dem Gebiet der Wasser-, Bau-, Gesundheits-, Gewerbe- Polizei hat die Stadt so gut wie nichts zu sagen, und diese trostlose Lage entstammt lediglich dem Mangel an Festigkeit bei den städti- schcn Behörden.— Unzweifelhaft würde bei der Verwaltung der Polizei durch die Stadt weit mehr für die Sicherheit der Bürger- schaft getan werden als es heute durch die staatliche Polizei- Verwaltung geschieht. Bei dieser Lage der Dinge sehen wir unserer- seits von besonderen Anträgen ab. Stadtv. Dr. Preuß(Soz.-Fortschr.): Die Denkschrift gelangt schließlich allerdings auf den negativen Standpunkt, daß z. B. etwas auf diesem Gebiete zu unternehmen nicht angezeigt sei. Am schwer- wiegendsten scheint mir der Nachweis in der Denkschrift, daß die Uebernahme weiterer Polizeiverwaltungszweige die Abhängigkeit der städtischen Verwaltung von staatlichen Aufsichtsorganen noch weiter ausdehnen würde. Trotz dieser Gefahr halte ich es für äußerst wichtig, daß die Stadt mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dem unnatürlichen Dualismus ein Ende zu machen sucht, daß die polizeiliche Verwaltung eines Zweiges so scharf von der städtischen Verwaltung desselben Zweiges geschieden ist. Die Grenzlinie zwischen Sichcrhcits- und Wohlfahrtspolizei ist ja sehr schwer zu ziehen; prinzipiell hat die ganze Ortspolizei auch nach ineiner Meinung der Gemeinde zuzufallen; aber viel schlimmer ist die jetzt bestehende weitere Trennung zwischen Verwaltung und Verwaltungspolizei auf demselben Gebiete. Hier hat schon die erste Städtcordnung den Grundfehler gemacht. Ob es praktisch ist, unsererseits einen Katalog der Polizeifunktionen aufzustellen, die wir haben wollen, lasse ich dahingestellt; richtiger wäre, wenn wir den Magistrat ersuchen, bei der Regierung die Uebertragung aller Zweige der Polizeiverwaltung zu beantragen, deren Uebertragung nach dem Polizeikostengesetz und nach den sonstigen Gesetzen zu- lässig ist. Kommt nichts zustande, so würde dann das Hindernis unh die Verantwortung dafür auf feiten der Regierung liegen. Stadtv. Cassel(A. L.): Die Denkschrift ist eine sehr fleißige, sorgfältige und umsichtige Arbeit, deren Verfasser unseren vollen Dank verdient. Zur Sache selbst stehe ich im allgemeinen auf dem Standpunkt des Kollegen Preuß. Der Behauptung Stadthagens, daß das Bürgertum immer mehr zurückgewichen wäre, kann ich keine Berechtigung zuerkennen. Vielfach haben wir verlangt, daß uns auch die Sicherheitspolizei übertragen werde; wenn aber gar keine Aussicht dazu vorhanden ist, so kann man uns doch daraus keinen Vorwurf machen, daß wir wenigstens das andere zu erlangen suchen, was nach Maßgabe der Gesetze und städtischen Verhältnisse uns übertragen werden könnti� Die Resolution Preuß halte ich für völlig überflüssig, weil wir immer auf diesem Standpunkt gestanden haben und der Magistrat tatsächlich darüber verhandelt. Aus- zusetzen wäre an der Denkschrift nur, daß sie sich fast ganz aus- schweigt über die weiteren. Absichten des Magistrats. Jedenfalls erfahren wir nicht, welche weiteren Schritte der Magistrat seit 1898 getan hat. �Die Regierung wäre auf ihre eigenen früheren Zu- sagen und Stellungnahmen hinzuweisen; hat sie doch noch 1892 für angängig erachtet, auch die Gcsundheitspolizei den Kommunen zu eigener Verwaltung zu übertragen. Berlin wird ja bedauerlicher- weise in dieser Beziehung schlechter behandelt als dte kleinsten Städte; einmal muß doch aber die Zeit der Erfüllung dieses Ver- sprcchens von 1892 kommen. Die Schuld daran, daß nichts erreicht ist, liegt nicht in der Schwäche des Bürgertums. Stadtv, Mommsen(Fr, Fr,): Auch wir werden der Resolution Preuß zustimmen, die ja nur unseren bisherigen Standpunkt von neuem präzisiert. Gegenwärtig allerdings schweben meines Wissens zwischen dem Magistrat und den Behörden keine direkten VerHand- lunge». Natürlich hat die Uebernahme der Polizei durch die Stadt auch gewisse Bedenken, denn nicht die Stadt als solche erhält die Polizei, sondern der Oberbürgermeister als Organ der Staats- Verwaltung. Stadtv, Rosenow(N. L): Wir hätten unsererseits gern gesehen, daß der Magistrat etwas energischer auf diesem Gebiete vorgegangen wäre. Die Resolution Preuß tollten wir annehmen, nicht bloß, weil sie einmal eingebracht ist, sondern loeil sie den Magistrat anspornen soll, etwas mehr Energie zu entwickeln. Für die Uebernahme der Feuerwehr, die auch ein Teil der Sicherheitspolizei ist, wäre Berlin doch wirklich reif genug. Ob die Stadt oder der Oberbürgermeister die Polizeigewalt erhält, hat für uns kein Bedenken; auch der Oberbürgermeister wird die Polizei im Sinne der Bürgerschaft handhaben. Bekanntlich streben die Regierung und maßgebende Parteien im Abgeordnetenhause nach einer Erhöhung der Polizei- tosten für die großen Städte; es wird also auch da die Möglichkeit gegeben sein, unseren Wünschen zum energischen Ausdruck zu verhelfen, Stadtv. Cassel: Wenn zurzeit tatsächlich keine Verhandlungen mit der Regierung schweben, so nmß ich allerdings die Annahme des Antrages Preuß auch für zlveckmäßig erklären, Oberbürgermeister Kirschncr: Die Resolution bringt nur erneut zum Ausdruck, was aus den früheren Verhandlungen und Beschlüssen der Versammlung klar erkennbar geworden ist, daß nämlich bei der Stadt die Bereitwilligkeit und der lebhafte Wunsch zur Uebernahme weiterer Zweige der Polizeiverwaltung vorhanden ist. Dagegen ist nichts zu erinnern; auch der Magistrat wird ihr inhaltlich völlig bei- stimmen. Daß augenblicklich Verhandlungen mit den Behörden nicht schweben, ergibt die Denkschrift, und auch die Versammlung hat sich 1897 von weiteren Verhandlungen mit den Staatsbehörden keinen Erfolg versprochen, was ausdrücklich in ihrem damaligen Be- schlusse gesagt ist. Nichtsdestoweniger sind inzwischen einige Ver- besserungen erfolgt; die Schulpolizei z. B. ist uns übertragen worden. Vgn einem Antrag an die Regierung, jetzt womöglich die ganze Poli. Die Einführung einer anderen besoldeten Magistratsstelle ist allerdings nicht tunlich, denn die Arbeit ist so gewachsen, daß die Kräfte dafür kaum noch ausreichen. Stadtv. Kreitling teilen zu fönnen, daß die Empfangsfeier des Parteitages am Abend des Sonntag, 23. September, nun doch im Nibelungensaal des Rosengarten" stattfindet. Damit ist die Garantie ge boten, daß dem zu erwartenden großen Andrang in vollem Umfang genügt werden kann. Die eigentlichen Verhandlungen vom Montag, den 24., bis eins schließlich 29. September finden im Theatersaal des" Apollo" statt. Die kaiserliche Post- und Telegraphenverwaltung wird, den Wünschen des Parteitagsfomitees in dankenswerter Weise entgegenkommend, im Apollotheater für die Verhandlungswoche eine eigene Post, Telegraphen- und Telephonstelle " H. Moltenbuhr. Der Heidelberger Stadtrat überließ dem Komitee zur hat, vermindert sich die Zahl der Zeugen des Genossen Eisner um Verteilung an die Delegierten 500 Stück des Schriftchens Acht so viel als Besucher in diesen Versammlungen waren. Tage in Heidelberg" zu bedeutend ermäßigtem Preis. Alle Berlin, den 13. September. diese Drucksachen werden noch Ende dieser Woche an die bis dahin angemeldeten Delegierten zum Versand gelangen. Mannheim, 12. September. " . Das Parteitagskomitee. Die Neue Welt" hat eine hübsch ausgestattete Fest Aummer herausgebracht. In Wort und Bild wird den Lesern die Stadt vorgeführt, in der in der letzten Septemberwoche das deutsche Arbeiterparlament zusammentreten wird. Neben dem geschichtlichen Werden und Wachsen der Rhein- Neckar- Stadt erfahren wir aus einer anregend geschriebenen Plauderei des Genossen F. J. Ehrhart auch manches Ernste und Heitere aus der engeren Parteigeschichte Mannheims. Die gut ausgewählten Illustrationen zeigen uns die Stadt in ihren schönsten und sehenswertesten Bauten, Plägen und Anlagen und geben so auch dem, der den Verhandlungen in Mannheim nicht beiwohnen kann, ein Bild von dem Drt des diesjährigen Parteitages. Die Quellen der Parteifinanzen. " Postproletarier" ist eine Beleidigung, gegen die die PoftunterBeamten geschützt werden müssen. Dieser Meinung ist die Staatsanwaltschaft zu Kassel, und deshalb will sie Anklage gegen den Genossen Kilian vom Volksblatt" zu Kassel erheben, da Parteiliteratur. er einer ganz objektiven Notiz, die die Dienstalterszulagen der Post„ Ziele und Wege". Erläuterungen der sozialdemokratischen boten bespricht, die Stichmarke: Fürstliche Zulagen für die BostGegenwartsforderungen. Unter Mitarbeit von Hugo Lindemann, proletarier" gegeben hat. Wenn die Meinung der Kasseler StaatsMar Süßheim, Friedrich Stampfer und Klara Zetkin herausgegeben anwaltschaft von Belang wäre, so hätten sämtliche Proletarier Vervon Adolf Braun. anlassung, sich durch solche Meinung dieser Behörde beleidigt zu fühlen. Die unter dem genannten Titel soeben erschienene Schrift be leuchtet und erläutert in flarer, leicht faßlicher Weise alle Punkte des zweiten Teiles unseres Parteiprogramms in einzelnen Kapiteln: Freies Wahlrecht- Alles durch das Volk- Blut und Eisen? Freies Wort! Die soziale Gleichstellung der Geschlechter und die Kirche Die Volksbildung Gleichheit für Recht! Wir Soziales. Der Herr im eigenen Hause und die gesicherte Existenz des Arbeiters. Kranke und Tote Steuerpolitik Gegen die schrankenlose Aus- Als eine brutale Maßregelung stellt sich die Entlassung zweier beutung und einem Nachwort: Was sollen wir lesen? Der Preis Scherer der Firma C. G. Hoffmann in Neugersdorf in der der Schrift ist 20 Pf., für die Gratisverbreitung durch Wahl- Arbeiter hatten die Scherer der Fabrit die Empfindung, daß es sich unt Lausitz dar. Schon bei der Kündigung der beiden organisierten bereine usw. Hat der Verlag eine billige Agitationsausgabe herstellen eine Maßregelung handele. Mit vollständiger Einigkeit traten die Scherer lassen. Die Broschüre kann bezogen werden durch alle Partei- dieser Kündigung entgegen und eine Kommission wurde beim Chef Die Berichte des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion buchhandlungen, Parteispeditionen, Kolporteure und gegen Ein- deshalb vorstellig. Dieser aber erklärte, er könne die Kündigung nicht an den Mannheimer Parteitag find nunmehr versandt worden. Dem sendung von 23 Pf. direkt vom Verlag, Buchhandlung Vorwärts, zurücknehmen, denn nicht von ihm, sondern vom Fabrikanten Vorstandsbericht ist noch eine Tabelle beigegeben worden, die der in Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. verein sei die Kündigung erfolgt. Gegen die beder Presse veröffentlichte Text nicht enthielt. Es ist eine tabellarische ,, Das Vereins- und Versammlungsrecht in Deutschland." Mit troffenen Arbeiter war nichts einzuwenden, im Gegenteil, sie haben Uebersicht der Herkunft der Parteibeiträge. Eine solche tabellarische einem alphabetischen Sachregister. Die lebhafte Nachfragn nach Leistungen erhalten! Diese eben geschilderten Tatsachen find be von ihrem Arbeitgeber schmeichelhafte Beugnisse bezüglich ihrer Uebersicht ist schon seit langen Jahren gegeben worden. Diesmal ist einem guten, erläuternden Werke über das Vereinsrecht benutzt die zeichnend für den Herrn im eignen Hause" und für die gesicherte aber eine bedeutsame Verbesserung vorgenommen worden. Während Buchhandlung Vorwärts, Berlin, um auf das in ihrem Verlage Eristenz des Arbeiters." Dieser Terrorismus der Arbeitgeber ist bislang die Drte, die Gelder gesandt hatten, einfach in alphabetischer unter obigem Titel erschienene fleine Bändchen hinzuweisen. Das rechtswidrig und für dieje rechtswidrige Beraubung der Arbeitskraft Reihenfolge angeführt wurden, sind diesmal zwei Tabellen, eine für Büchelchen bringt ausführliche Erläuterungen zum preußischen der Terrorismus- Verband selbst nach Ansicht des Reichsgerichts die Beiträge der Organisationen, eine für sonstige Beiträge her- Vereinsgesetz vom 11. März 1850 und eine lebersicht des Vereins- schadenersatzpflichtig. Von einer strafrechtlichen Verfolgung gestellt worden. Die Organisationen sind nach der amtlichen Reihen- und Versammlungsrechts nach den reichsgesetzlichen und landesrecht der Terroristen wegen Nötigung und Erpressung verlautet noch folge der Reichstagswahlkreise geordnet und für jede preußische lichen Vorschriften. Ein soeben ausgegebener Nachtrag behandelt die nichts. Provinz und jeden Bundesstaat sind die Summen zusammengefaßt. feit dem Erscheinen des Buches vorgenommenen Aenderungen: Das Es wird so ein sehr anschauliches Bild der Leistungen der einzelnen Vereins- und Versammlungsrecht in Elsaß- Lothringen, in Reuß ältere Landesteile für die Parteihauptkasse gegeben. Die Hauptposten der Linie und in Sachsen- Weimar. Der Preis beträgt elegant gebunden 1,50 M. Gewerkschaften, Vereinen, Bibliotheken sowie allen, die mit der Leitung von Versammlungen und Vereinen betraut werden, sei das Büchlein bestens empfohlen. Tabelle lauten: Provinz Ostpreußen Westpreußen. Brandenburg " • . • 652, . 47,60 160 124,23 O ( davon Groß- Berlin 156 526,39) Provinz Pommern Hannover. Rheinprovinz 1 132,22 51,85 Bosen " Schlesien 4 980,58 " Sachsen 3 584,86 " " Schleswig- Holstein 6 179,96 · 2 939,51 " " Westfalen 3 196,01 " Hessen- Nassau 4 305,84 5 542,63 Preußen insgesamt Bayern Sachsen 192 737,29 3 975,41 39 400, Württemberg Baden Heffen. 2 500, 400, Sachsen Weimar 349, Oldenburg 1 523,48 Braunschweig 425, Sachsen- Meiningen 128,86 Altenburg 1000, Koburg- Gotha Anhalt. Mecklenburg- Schwerin " " Schwarzburg- Rudolstadt Reuß i. 2. Lübeck Bremen Hamburg Elsaß- Lothringen 1 389, 860,47 358,16 518,42 153,26 600, 1400, 2 000, 35 000,-103,64 Unter den sonstigen Beiträgen ist Berlin noch mit 8350,09 m. angeführt, Hamburg mit 1910,48 M. Von den 297 341,85 M., die die allgemeinen Einnahmen im Berichtsjahre betragen haben, hat also die Provinz Branden burg allein 160 124,23 M., und davon wieder Groß- Berlin 156 526,39 M. an Leistungen der Organisationen, und letzteres außerdem noch 8350,09 M. an diversen Beiträgen aufgebracht. Das Volkshaus zu Chemnik. Vor 2½ Jahren erwarb in Chemnitz der als Gegenmittel gegen die Saalabtreibung gegründete Verein Volkshaus das Balletablissement„ Kolosseum", das dann in Voltshaus umgenannt wurde. Soeben hat der Vorstand den Bericht über das zweite Geschäftsjahr des Volkshauses herausgegeben. Er fonstatiert einen schönen Fortschritt. Leider gehören indes von den 14 000 gewerkschaftlich Organisierten in Chemnik noch nicht einmal 800(!) dem Verein an. Es soll jetzt eine intensive Agitation für den Verein unter den Gewerkschaften betrieben werden. Eine Konferenz der Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagswahlkreisvereine in Baden mit dem Landesvorstand findet am 23. September, vormittags 10 Uhr, in Mannheim statt. Kaufmannsgerichte in Sachsen waren am Schlusse des Jahres 1905 fünfzehn vorhanden, die sämtlich den schon bestehenden Gewerbegerichten angeschlossen worden sind. Davon sind drei für die Bezirke mehrerer Gemeinden, zwölf für Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern örtlich zuständig. Bei diefen fünfzehn Kaufmannsgerichten wurden im Berichtsjahre insgesamt 1761 lagen angebracht. Davon entfallen 149 auf von Kaufleuten gegen Gehülfen und Lehrlinge und 1612 von diesen gegen Kaufleute gerichtete. Durch Vergleich erledigt wurden davon 937, durch Versäumnisurteil 140, durch Endurteile 145 und der Nest durch Rücknahme oder Liegenlassen. Weniger als 20 M. betrug der Streitgegenstand in 175 Fällen, über diesen Betrag bis zu 100 M. in 555 Fällen und in 272 Fällen überstieg der Streitgegenstand den Wert von 300 M. Als Einigungsamt find die Gerichte nicht an gerufen worden. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9% 1lbs abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. -der Betreffende heraus geben. Gewerkschaft. Der Kassenabschluß zeigt in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 131 144,78 M. Die reine Einnahme aus dem Gewerbebetriebe betrug mit 122 000 M. 16 000 M. mehr als im Vorjahre. Trok fostspieliger Anschaffungen, Neueinrichtungen, Reparaturen, Brandschaden, Abschreibungen u. a., die hohe Ausgabeposten enthalten, ist doch ein Reingewinn von über 8000 M. zu berzeichnen. Durch Schenkungen der Gewerkschaften ist ein Herbergs- W. B. 500. Die Abonnements quittung ist Ihrer Anfrage nicht beifonds geschaffen worden. Die Herbergsverhältnisse liegen in gefügt.-F. 97. Drei Monate nach der Fälligkeit darf frühestens der Chemnitz jehr im argen. Es soll daher möglichst schon im nächsten| Berkaufstermin anberaumt werden. Einen etwaigen Ueberschuß muß Ihnen R. H. 30. Wenden Sie sich an Ihre Jahre auf dem Grundstück des Voltshauses eine allen Anforderungen Frau R. 3530. Eine bestimmte Zeit ist dafür nicht vor entsprechende moderne Herberge errichtet werden. geschrieben, der Klient muß sich an seinen Anwalt wenden.- Lehrling 10. Nein. A. B. Der und den" Klot ist richtig, nicht„ das". Küter. Sie können von dem Wirt die Gewährung der vermieteten Sachen in dem verabredeten Zustand verlangen, ihm eine Zeit zur Lieferung seben, widrigenfalls Sie auf seine Stosten den Zustand herstellen lassen würden. Eine Konferenz der sozialistischen Jugendorganisationen Sie fönnen aber auch sofort auf Erfüllung der Verabredungen und auf Italiens wurde dieser Tage in Mailand abgehalten; vertreten Schadenersatz oder auf Stürzung der Miete um einen entsprechenden Zuständig ist das Amtsgericht. waren 5 Provinzialföderationen und 24 Sektionen von Oberitalien, Betrag flagen. D. H. Nein. S. 40. 1. Sie können den Antrag auf Üleberweisung wegen Gemeindie zusammen 2500 Mitglieder umfassen. Vor Eintritt in die gefährlichkeit zusammen mit Ihrem Strafantrag bei der Polizei stellen. Tagesordnung wurde eine Sympathie- Erklärung für das russische 2. Das Ermessen des Gerichts entscheidet. Alter Abonnent, ElisabethProletariat angenommen. Als ersten Punkt der Tagesordnung straße 8/9. Für den von dem über sieben Jahre alten Rinde in der behandelte Bonfanti die Tendenz der sozialistischen Schule angerichteten Schaden haftet der Bater des Kindes nicht, da ihn Jugendbewegung. Diese müsse begründet sein auf der ja keinerlei Vernachlässigung der Aufsichtspflicht hifft. Wohl aber kann der Theorie des Klassentampfes und ihre politische Direktive in den Lehrer, vielleicht auch die Gemeinde, haftpflichtig gemacht werden. Wenden Grenzen der Marrschen Doktrinen finden. Gine in diesem Sinne Sie sich mit einem Gesuch um Erstattung der Stoften an den Magistrat, gehaltene Resolution fand Annahme. Ueber den Antimili- betonen Sie in Ihrem Gesuch weniger die Rechtspflicht als die Billigkeit, farismus referierte Roberto. Mariani referierte über nicht verlaufen, sondern können nur Ihre Forderung( eventuell im Wege daß die Stadt die Kosten trage. F. W. 22. Sie dürfen das Kleid Antifleritalismus. In der von ihm vorgelegten Resolution der öffentlichen Zustellung) einklagen und dann zwangsvollstreďung in das wird das antiklerikale Programm der sozialistischen Jugend ent- Kleid vornehmen. H. B. Hohenzollern. wickelt, das begrnüdet sei auf der Negation der Dogmen. Der Marie 51. Die finderlose Bilme, ebenso der finderlose Witwer erbt Die Liste ist sehr lehrreich. Ein Vergleich unter den einzelnen Kampf müsse besonders geführt werden gegen den Einfluß des die Hälfte des Nachlaffes. Die andere Hälfte erben die Eltern, Geschwister, Teilen des Reichs ist freilich mißlich, da die Größe der Gebiete tein Aleritalismus in der Schule und die Invasion und die Vermehrung Geschwisterkinder usw., aber der Ehegatte erhält als voraus alle GegenMaßstab der Parteiſtärke ist: Immerhin lassen sich doch gewisse der geistlichen Ordensgesellschaften. Sodann folgte ein Referat über stände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben, sowie die HochzeitsSchlüsse ziehen. Hoffentlich hat die Neuerung die vom Partei- das Verhältnis zwischen der sozialistischen Jugendbewegung und den gatten nicht, es sei denn, der Verstorbene hat das Kind als das jeinige angeschenke. Das außereheliche Seind der Witwe beerbt den verstorbenen Ehetassierer gewünschte Wirkung, einen edlen Wettstreit in den Zahlungen Berufsorganisationen. Es wird den Mitgliedern des sozialistischen erkannt. H. S. M. Fordern Sie die Firma zur Herausgabe auf und zur Parteihauptlasse unter den verschiedenen Reichsgebieten zu Jugendbundes zur Pflicht gemacht, sich ihren Gewerkschaften anzu- verflagen Sie sie event. beim Amtsgericht. R. B. 20. Innerhalb eines entzünden! schließen. Jahres nach Auflösung einer Berlobung können die Geschenke zurückverlangt Polizeiliches, Gerichtliches ufw. werden. Nicht jedes Liebesverhältnis ist eine Verlobung. Nur auf Ver lobungen trifft das Rüdforderungsrecht zu. M. S. 100. Invalidenbeiträge werden nicht zurüderstattet. Sie fönnen aber dadurch, daß Sie für je zwei Jahre mindestens 20 Marken weiter fleben, Ihre Ansprüche auf Snvaliditätsrente und Altersrente aufrechterhalten. Müller. 1. Sie fönnen fede Auskunft verweigern. 2. Nein. 3. In der Regel vergehen mehrere Monate. Ausnahme zu machen ist unmöglich. Der betreffende Arbeiter sollte sich an O. St. Ja, wenden Sie sich an die Münze. Moabit 1875. Eine das Arbeitersekretariat, Engel- Ufer 15, wenden. M. 19. Der außer eheliche Erzeuger ist der Mutter des Kindes gegenüber verpflichtet, die Entbindungs- und Sechswochenkosten zu ersetzen. Außerdem fann die Mutter auch diejenigen Aufwendungen erfekt verlangen, die etwa infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung überdies notwendig waren. Schon vor der Geburt des Kindes kann auf Antrag der Mutter durch einstweilige der Entbindungs- und Sechswochenkosten sowie Stinderalimente für die Verfügung angeordnet werden, daß der Vater den gewöhnlichen Betrag ersten drei Monate nach der Geburt des Kindes hinterlegt. Dem Stinde gegenüber ist der Erzeuger zum Unterhalt bis zum. vollendeten 16. Jahre verpflichtet. Ob die Mutter oder deren Verwandte den Vater auf seine Pflicht mündlich oder schriftlich aufmerksam machen oder ihn verklagen wollen, steht bei ihnen. W. M., Wilmersdorf. Sie haben unrecht. " Erklärung. In einem Teil der Parteipresse wird die Erklärung Auch geistiges Eigentum". Eine ganz merkwürdige Anklage hat abgedruckt, die Genosse Eisner dem Vorwärts" zugesandt hat, die die Staatsanwaltschaft von Halle gegen den Genossen Molkenbuhr von diesem aber abgelehnt wurde. Die Erklärung beginnt mit vom Volksblatt für Halle" erhoben. Am 15. Juni veröffentlichte einem Phantasiestück des Genossen Eisner. Um aber sicher zu sein, das" Volksblatt" den Bericht über eine Sigung des Arbeitgeberdaß dieses Gebilde nicht zerstört wird, erklärt er jeden für einen verbandes im Baugewerbe. In dieser Sigung hatte der MaurerLügner, der ihm nicht zustimmt. Genosse Eisner schreibt: meister Lummert aus Hamburg, ein bekannter Scharfmacher, einen " Genosse Frohme beruft sich mit Recht auf mein Zeugnis, Vortrag gehalten über die Aufgaben eines zu gründen daß man in Berlin die preußische Wahlrechtsbewegung mit der den Unternehmerverbandes. Es war dem„ Volksblatt für Ankündigung des Massenstreiks verbunden hat. Das ist durch ebenso Halle" das bom Schriftführer jener Versammlung auf viel Zeugen zu befunden, wie in den Demonstrationsversammlungen genommene Protokoll über Lummerts Vortrag zugestellt worden, bom 21. Januar, 18. März und noch am 1. Mai Referenten und und es veröffentlichte es. Darin erblickte nun Lummert eine Zuhörer anwesend waren. Wer das Gegenteil behauptet, redet be- Berlegung des Urheberrechts. Er hält seinen Vortrag wußt die Unwahrheit." für sein geistiges Eigentum", das dem Schuße des Gesetzes Trotz des abschreckenden Schlußsages müssen ich und eine große unterſteht und ohne seine Einwilligung nicht veröffentlicht werden Anzahl Bersammlungsbesucher es ablehnen, hier als Zeuge auf dürfte. Staatsanwalt und Landgericht haben sich auf denselben zutreten. Ich habe am 21. Januar in Barmen und Elberfeld und Standpunkt gestellt, und so soll sich Moltenbuhr vor dem Landam 18. März und 1. Mai im großen Saale der Berliner Bock- gericht wegen Verlegung des Urheberrechts verantworten!! brauerei gesprochen. In feiner der vier Versammlungen habe ich Kommt wirklich eine Verurteilung auf diese Anklage hin zustande, den Massenstreit angekündigt, und da außer mir in feiner der er fo ist die deutsche Rechtspflege um eine neue Fußangel für oppowähnten Versammlungen ein anderer Redner das Wort ergriffen fitionelle Zeitungen bereichert! Sunlicht Seife M. 3. 99. leistet am Reinmachetag die denkbar besten Dienste. Zum Schenern von Badewannen aus Email, Zink oder aus Porzellan, von Röhrenleitungen, Wasserhähnen, Fliesenbekleidung der Wände und der Fussböden mache man sich eine reichliche Sunlichs Selfenlauge. Bei leichter Arbeit ist die Wirkung eine wunderbare! Sunlicht Seife enthält weder scharfe Bestandteile noch freie oder überschüssige Soda, welche den Anstrich angreifen. Sie löst nur den Schmutz und lässt die ursprünglichen Farben wie neu erglänzen. Beim Einkauf achte man genan auf die Originalpackung und den gesetzlich geschiltzten Damen: Sunlicht Seife, da sich viele Nachahmungen im Handel befinden. SUNLICHT SEIFE Gas gesch Fabrikmarks. 20,000 Mark Belohnung LIGHT SEIFE GROSSE MEUBLBLIC Alle Wiederverkäufer Nein. Achtung! Fliesenleger! Achtung Freitag, den 14. September 1906, abends 8½ thr: Oeffentliche Versammlung der Fliesenleger und Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße 72. Lages Ordnung: 1. Juwieweit ist dem Beschluß der letzten öffentlichen Versammlung Rechnung getragen worden? 2. Diskussion. Organisationsbuch legitimiert. Der Einberufer: H. Pufahl. Bekanntmachung. 127/4 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Ortskrankenkasse der Gürtler. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Zementierer. Sonntag, den 16. September, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 1), Engel- llfer 15: Mitglieder- Versammlung. Sages Drdnung: 3 1. Vortrag des Genoffen Wilh. Miethke über: ,, Kapital und Kirche". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. DF Des interessanten Vortrages wegen ersuchen wir alle Kollegen, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 147/5 Der Gruppenvorstand. Vergolder! Filiale Berlin. Montag, den 17. September, abends präz. 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen, Stommandantenstr. 20( gr. Saal). Tages Drdnung: 1. linsere Pflichten und Nechte im Holzarbeiter- Verbande. 2. Abrechnung vom Sabarett- Abend. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet HB. Der Vorstand. Die erste Abänderung des Statuts vom Dezember 1903 ist durch Beschluß vom 6. Juli 1906 genehmigt. Der Abjazz 2 des§ 55 wird gestrichen. 1225b Berlin, den 13. September 1906. Der Vorstand. G. Kneiff, Vorsitzender. M. Teske, Schriftführer. Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Touren zum Sonntag, den 16. Septbr.: 1. Abt. früh 7 11hr nach Nedlitz, nachmittags 1 Uhr nach Bichelswerder ( Freund), Starts Bülowstr. 59. 2. Abf. früh 8 1hr und nachm. 1, Uhr nach Finkenkrug( Hofmeister), Starts Urbanstr. 7. 3. Abt. früh 5 Uhr nach dem Werbellinjee( 65 Stilometer), nachmittags 1½ Uhr nach dem Teufelssee, Starts Mariannenplag. 4. Abt. früh 6 Uhr nach Müncheberg, nachm. 1%, Uhr nach Neuenhagen( Wünsch), Starts Küstrinerplay. 5. Abt. nachm. 2 Uhr Familientour nach Wilhelmsruh( Schneider), Start Elysium. 6. Abt. früh 6 Uhr nach Budom, nachm. 3 Uhr nach Pankow( SeurDie diesjährige Matinee findet am 14. Oktober fürsten, Berlinerstraße 102), Starts in der ,, Alhambra statt und sind Billetts an den bekannten Stellen zu haben. [ 225/16] D. 0. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsg. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Sonntag, den 16. September, vorm. 10%, Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Berbandsangelegenheiten, Wahl des Bergnügungs- Komitees. 2. Verschiedenes, Ausnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch ersucht Oderbergerstr. 30( Genossenschaft). 7. Abt. borm. 10 Uhr nach der Obstbaukolonie Eden bei Oranienburg, Start Kösliner Hof. 8. Abt. früh 7 Uhr nach Biesenthal ( Schüzenhaus), nachm. 1%, Uhr nach Buch, Starts Stephanplay. Budow 9. Abt. nachmittags 1%, Uhr nach ( Schweizerhaus), Start Schillingstr. 22. Dienstag, 18. September: Sitzung Agitationskommission der Ostrowski, Schillingstr. 24. bei Sonnabend, den 22. September, in 19/7 den Gesamträumen der Neuen Welt", Hasenbeide 108/114: Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin Zimmer 34, Amt 4, 3353. Sauptbureau: Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonntag, den 16. September, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Verfammlung der Robrleger und Helfer Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Südekum über: Arbeitsverträge. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Zur Beachtung! 153/15 Die bisher im Restaurant Strauß, Bödikerstr. 6, belegene Zahlstelle wurde in das Restaurant von Halwaß, Stralauer Allee 17E verlegt. Neu errichtet wurde eine Zahlstelle beim Restaurateur Fleig, Sprengelstr. 12. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Dachdecker. Verwaltungsstelle Berlin. " Zweites Stiftungsfest. Großartige Aufführungen. Reigen fahren usw. Siehe Sonntagsannonce. Billetts in den Abteilungsversamm lungen sowie in der Genossenschaft Oderbergerstr. 30. 27/14 Arbeiter- Radfahrer- Verein Pankow- N.- Schönhausen. Sonntag, den 16. September, findet im Restaurant zum Kurfürsten", Bankow, Berlinerstr. 102, miser 1. Stiftungsfest statt. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Fahrräder! Billig!. 48, 58, 60, 10, Laudecken Laftsabläsebe Funspumper Pedale 0 90, Waterräder 0 68 bis 180 Mk. p.St. Freilauf 3 M. mehr. 5 Jahre Garantia. .4.95, 265, 4.-, 4.50 1.80, 2-, 3.50, 30.80, 1.15 Sättel 1.6, 2.50 190, 259, 376, 458, 580 Zündkerzen 030 Motortecken CEPARATURE billigst, neboell, baltbar. Rahanenbrüche a 40 Emailleren 350 Fahradkatalog 127 Meterradkatalog 197 Gli od franke. Wiedarverkäufer Rabatt. Willi Haussherr Berlin 127 Alto Jaesbstrasse 93. Carmen pro Pfund M. 1-1,20. Berlin N., Brunnenstr. 190. P= E = Einsegnungs- Anzüge. Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden und Webarten, Kammgarnen, Satins, Cheviots, Drapés, Meltons, Tuchen usw. 33.- 30.- 27.24,- 2220.- 18.50 16.- 14. 12- M. Jeder Käuter eines Ein segnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. Wäsche, Hüte, Handschuhe usw. zur Einsegnung zu sehr niedrigen Preisen. 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Oftober, ist der große Saal frei geworden. Der Heine Saal ist noch mehrere Sonnabende sowie Sonntage zu vergeben. 22902* Hochachtend W. Möhring, Admiralstr. 18c. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Die nächsten Branchen- Versammlungen finden an nachfolgenden Tagen statt: Geschirrbranche: Mittwoch, den 19. September. Treibriemenbranche: Sonnabend, den 15. September. Zentral- Krankenkasse der Maureraden, Stoffer- und Galanteriebranche: Dommerstag, ,, Grundstein zur Einigkeit". Sonntag, den 16. September, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Hülfskaffierer. 2. Vortrag des Herrn Dr. Davidsohn. 3. Berschiedenes. 149/14 Mitgliedsbuch legitimiert. Die örtliche Verwaltung. 20. September. Militärbranche: Sonnabend, den 15. September. Linoleumleger und Teppichnäher: Donnerstag, 20. Septbr. Wagenbranche: Mittwoch, den 19. September.. Eisenmöbel Brauche: Mittwoch, den 19. September. Seftion Charlottenburg: Montag, den 17. September. Bahlreichen Besuch dieser Branchenversammlungen erivartet Die Ortsverwaltung. 157/15 menen Telephon: Amt III, 169. 22861 Fabrikräumen. 1 Zimmer und 1 Küche 300 Mark Echt Nußbaum fourniert. Kleiderschrank mit Pilaster 45 M. Cifchler- Verein,( E. D. 89.) Sonnabend, den 15. September, abends 8 Uhr, Meliorftr. 15: Versammlun GEB Tages Ordnung: Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billetts zum 35. Stiftungsfest in„ Sanssouci" am 20. Ottober cr. 199/4 Diesen Sonntag, den 16. September: Herrenpartie nach Ralfverge Rüdersdorf. Abfahrt: Schlesischer Bahnhof früh 7,20 Uhr bis Wilhelmshagen. Nachzügler werden im Schloß Woltersdorf bis 9 Uhr erwartet. Gäste willkommen. Der Vorstand. Kaffeepreise steigen! Begründet 1873. Spezial1274/ 11* Größte Auswahl Hut Engros- Lager inFilzhüten, Jagdhüten, Zylinderhüten, Chap.- claques u. Strohhüten. Sinzelverkauf billigen außergewöhnlich Neueste Moden. billigen Preisen. Neue Königstr. 48, 1 Treppe, drittes Haus vom Alexanderplatz( Sonntags geöffnet) Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 214. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 14. September 1906. " Der Lokalboykott in Wilmersdorf übel Sugeständnisse machen müssen. Daß die Bergleute machtlos da-| Kleinhandel in Verbindung mit den Produzentenorganisationen Jiehen, ist Schuld der christlichen Arbeiterzersplitterer. Die Bergleute müßte auf dem Warenmarkt wenigstens eine gewisse Einheitlichkeit beschäftigte gestern die dritte Ferienstraffammer des Land- wollen Einigkeit, aber die christlichen Führer verhalten sich ablehnend herbeigeführt haben. Das ist aber nicht der Fall. Tatsächlich gerichts III, Berlin. unter dem Jubel der Unternehmer- und Scharfmacherpresse. Es ist herrscht im oder durch den Kleinhandel eine wilde Preisverbrecherisch, sich der notwendigen Einigung zu widersetzen! Es ist Der Tischler Robert God dä u z war vom Amtsvorsteher Berrat an der Arbeiterfache! Wie lange werden sich die Berglente anarchie. Und im Interesse der Konsumenten, wie der deutschen zu Wilmersdorf mit einer Strafverfügung von 10 M. oder das noch gefallen lassen? Es ist bekannt, daß nicht nur Berbändler, Volkswirtschaft im allgemeinen, wäre eine große planmäßige drei Tagen Haft bedacht worden, weil er am 20. Mai d. I. sondern auch Ortsverwaltungen des christlichen und Hirsch- Dunderschen Organisation im Kleinverschleiß aller waren sehr zu begrüßen. Boykottflugblätter der Lokale Luisenpark" und" Viktoria- Gewerkvereins auf Einigung dringen. Sie haben sich an Effert, Es wird oft über die Zurücksetzung des im modernen Wirtschaftsgarten" in Wilmersdorf verteilt haben sollte. den Vorsitzenden der Siebenerkommission, gewandt zwecks Einleitung leben so notwendigen und nüzlichen Kaufmannsstandes geredet und Er hatte hiergegen auf gerichtliche Entscheidung an- von Einigungsverhandlungen. Herr Effert hat die Eingabe ein geschrieben. Besonders das Wort von dem„ notwendigen Uebel" getragen, aber das Schöffengerichtzu Charlotten fach beiseite gelegt! Die Einigung entspricht allerdings den ist und wir sagen, nicht unberechtigterweise, übel aufgestoßen. Das burg, unter Vorsitz des Amtsrichters Dr. Scholz, verurteilte Intereffen der Bergleute, aber sie widerspricht den Inter- schließt aber die Tatsache nicht aus, daß es im Handelsstande sogar ihn zu 75 M. eventuell 15 Tagen Haft. Das Schöffengericht essen mancher Aucharbeiterführer im christlichen Lager, und das schließt aber die Tatsache nicht aus, daß es im Handelsstande sogar erflärt alles. Darum der Widerstand gegen die Einigungsbestrebungen. überflüssige und ausmerzbare Uebel und Schäden gibt. Es ist das begründete die ungewöhnlich hohe Strafe damit, daß es die Gerade bei diesem Bericht hielten wir es für angezeigt, auf die überflüssige Schmarozertum, das in ganz unverhältnismäßiger Weise Verteilung der Boykottflugblätter als eine gröbliche Störung Notwendigkeit der Einigung hinzuweisen. Wer( will sich noch der die waren verteuert, das einen Händlergewinn einstreicht, der mit der des sozialen Friedens und eine vorsäßliche, böswillige Kredit- eindringlichen Sprache der Tatsachen verschließen?! " geleisteten und notwendigen Arbeit in gar keinem Verhältnis steht. und Vermögensschädigung, die in hohem Maße gegen die guten Kehren wir zu unserem Bericht zurück. Gine merkwürdige Hier ist noch ein Feld für den Kaufmannsstand, auf dem er, nicht Sitten verstoße, erachtete. Von erlaubter Selbsthülfe könne Tatsache ist, daß der Sonnabend die meisten Unfälle die meisten Unfälle auf nach alter Schablone, sondern durch Anpassung an die Bedürfnisse feine Rede sein, die Schädigung der boykottierten Wirte sei weist. Das ist kein Zufall, sondern auf die Abrackerung der der Zeit, durch großzügige Organisation Hervorragendes leisten, ein unfittlich. Wenn trotzdem das Gericht von der Verhängung Bergleute zurückzuführen, die am Samstag ihren Höhepunkt er- Förderer des Kulturfortschrittes werden könnte. Bündler und Mitteleiner Haftstrafe abgesehen habe, so sei dies deshalb geschehen, reicht, das die Bergleute zu abgeſpannt sind, um die Gefahren ständler jammern gern und viel über die vernichtende Konkurrenz gebührend beachten zu können. Der Sonnabend wies 13 952 Unfälle weil Goddäus offenbar fein entwickeltes Empfinden von der auf, an Montagen verunglückten 12 955 Personen. Freilich weist der der Warenhäuser. Nicht aus Allgemeininteresse, sondern aus traffem Unsittlichkeit seiner Handlungsweise gehabt habe. zwölfjährige Durchschnitt auf den Dienstag, als den Tag, an welchem Eigennut. Wie unberechtigt die Lamentationen find, wie notwendig In der gestrigen Verhandlung vor der Straffkammer die meisten Unfälle vorkommen. Da nun die Statistik das beliebte eine gründliche Reform des Kleinhandels ist, lehrt ein Blick auf das wies Goddäus durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Märchen zerstört hat, am Montag verunglückten die meisten Berg- buntscheckige Bild der Warenpreise. Schon gelegentlich der HeimDr. Herzfeld, darauf hin, daß nicht die Sozialdemokratie leute wegen der am Sonntag stattfindenden Saufereien, so fommt arbeiterausstellung wiesen wir hin auf die Disharmonie zwischen mit der Verrufserklärung begonnen habe, sondern der Verein man zu einer neuen Verdächtigung. Allerdings etwas vorsichtig heißt Arbeitslöhnen und Handelsgewinnen. Bei manchen Artikeln macht der Gastwirte in Wilmersdorf. es: Diese hätten der dortigen Der Grund für die hohe Unfallziffer an diesem Tage läßt sich der Preisaufschlag im Kleinhandel ein Vielfaches des Arbeitslohnes Arbeiterschaft sämtliche Lokale gesperrt und ihnen die Aus- nicht feststellen, es dürfte aber die schon früher ausgesprochene Ber- aus. Ist das vernünftig und gerecht? Der Aufschlag im Kleinübung ihres verfassungsmäßigen Versammlungsrechtes auf mutung zutreffen, daß dieselbe durch das Feiern vieler Arbeiter am Handel, von dem Grundrentner und Hausagrarier mitzehren, ist aber wirtschaftlichem und politischem Gebiete unmöglich gemacht. Wir meinen, wenn man nicht Feststellungen machen kann, soll nicht gleichmäßig hoch, er schwankt ganz außerordentlich je nach Nur gegen diesen Boykott der Wirte habe sich verteidigungs- man auch nicht haltlose Bermutungen, die Verdächtigungen gleich Ortslage. Ganz interessante Einblicke in das Chaos gewährt die weise der Boykott der Arbeiterschaft gegen die Wirte gewandt. kommen, auftischen. Wenn das Feiern schuld wäre, müßten am an dieser Stelle bereits erwähnte Arbeit des Tarifamts der deutschen Sobald der Boykott gegen die Arbeiterschaft aufgehoben, sei Montag die meisten Unfälle vorkommen, weil doch am Sonntag fast Buchdrucker. Wir finden darin, daß z. B. 2 Kilo Rindfleisch im auch der Boykott der Arbeiterschaft gegen die Wirte eingestellt alle Bergleute feiern. Damit ist die Unsinnigkeit der Vermutung" Jahre 1905 tostete: in Lübeck 60 Pf., in Delmenhorst 90 Pf., in worden. Wenn man von Unsittlichkeit reden wolle und von bewiesen. Wir weisen daher die Verdächtigung der Bergleute Blankenburg 100 Pf., in Güstrow 63 Pf., in Stellingen Störung des sozialen Friedens, so haben die bontottierten ganz entschieden zurück. In den letzten Jahren hat man in der Unternehmerpreise Langenfelde 105 Pf., in Koblenz 60 Pf.; in Wiesloch wurde Wirte diese betätigt, indem sie die Arbeiterschaft um eines so gern hervorgehoben, wenn ein Arbeiter angeblich durch Buder mit 46 Pf. bezahlt, in Aachen mit 14 Pf.; Kaffee toſtete in ihrer gesetzlichen Grundrechte brachten und durch die Er Selbstschuld verunglückte. Auch klärung, daß sie auf die Kundschaft der Arbeiterschaft ver- eine Statistik darüber aufgetan. die Berufsgenossenschaft hat Aachen 175 Pf., in Wilhelmshaven 100 Pf., in Bilster 90 Pf., in Und das Resultat? Die Zahl Dortmund 170 Pf. Für Schweinefleisch wurden 1905 verlangt: in zichten, diese als minderwertige Menschen kennzeichneten. derjenigen, die durch Selbstschuld" verunglückten, ist gefunken, die Essen 89 Pf., in Hamm 87 Pf., in Hagen 100 Bf., in Bochum Uebrigens habe auch das Reichsgericht jüngst erkannt, Baht derjenigen aber, die infolge Gefährlichkeit des Betriebes ver- 80 Pf., in Andernach 75 Pf. Butter tostete in Hörter 114 Pf., in daß der Boykott in den wirtschaftlichen und politischen unglückten, ist in gleicher Weise gestiegen. Die Statistit weist nach: Lengerich 100 Pf., in Stollberg 135 Pf. In Sterkrade mußten für Kämpfen ein erlaubtes Kampfmittel sei und nicht gegen die Von 100 Verunglückten verunglückten durch Selbstschuld Kartoffeln pro 8tr. 500 Pf. bezahlt werden, in Wermelskirchen 280 f. guten Sitten verstoße. 15 Eier waren in Ochtrup für 90 Pf. zu haben, in Jülich fosteten sie 160 Pf. Jn St. Johann kostete 1/2 Kilo Reis 30 Bf., in Schwelm 15 Pf. Und so geht's weiter. Auf dem Gebiete der Warenpreise sehen wir eine Mannigfaltigkeit, wie sie fein Kaleidoskop bietet. Es ist ein wildes Auf und Ab, ein regelloses Durcheinander, ein Drauf und Zahlen reden eine deutliche Sprache, und die Statistik zerstört Drüber wie in einem Ameisenhaufen. Das zeigt anschaulich die alle Märchen. Wenn man auch amtlich keine Mißstände zugeben folgende Zusammenstellung verschiedener Artikel. Um die Kontraste will, fie sind doch vorhanden. Die Statistit beweist es. Was heißt besser hervortreten zu lassen, sind in jeder Warenreihe die höchsten Die Anklage brach gleich nach der Zeugenvernehmung das übrigens: Die Arbeiter sind durch Selbstschuld verunglückt? Ses Mannes, der den Boykottzettel von Goddäus erhalten Niemand begibt sich mit bewußter Absicht in eine Gefahr, damit und niedrigsten Preise durch Fettdrud hervorgehoben. Die Städte haben wollte, zusammen. Dieser Zeuge erklärte, daß er die einmal verleumdet worden sind, fie freuten sich, er verunglückt. Das tun die Bergleute nicht, wenn sie auch find wahllos herausgegriffen, es ließen sich noch größere Kontraste wenn sie zusammenbringen. Wir glauben aber, die Stichprobe genügt für betreffende Person, welche ihm den Zettel gegeben, nur einen„ Snar" erhielten, erhielten, damit sie hinterm Ofen in Be- unseren Zwed. Die Kommunalbehörden gaben für 1905 folgende flüchtig von der Seite gesehen habe und nicht mit Bestimmt- quemlichkeit ihre Rente verzehren fönnten. In den weitaus Durchschnittspreise an: heit sagen könne, daß es der Angeklagte gewesen sei. Es meisten Fällen, wo„ Selbstmord" konstatiert wird, mag mun wurde darauf von weiterer Beweisaufnahme Abstand genommen, und nach kurzer Beratung erfolgte die Freisprechung des Angeklagten. Die Kosten wurden der Staatstasse auferlegt. Auf alles dies fomme es aber im vorliegenden Falle gar nicht an, da Goddäus, wenn er überhaupt die Flugblätter verteilt habe, was er bestreite, dies gegen Entgelt getan habe. Nach dem Reichspreßgeset unterliege die entgeltliche Verteilung von Druckschriften den Landesgesetzen nicht, also auch nicht dem preußischen Preßgesetz, welches die Genehmi gung für dergleichen Verteilungen vorschreibe. im Jahre 1895: 37,24, im Jahre 1905: 26,86; durch Gefährlichkeit des Betriebes: im Jahre 1895: 57,78, im Jahre 1905: 68,51. allerdings eine lebertretung irgend einer bergpolizeilichen Bestimmung vorliegen. Aber hat man denn auch schon untersucht, ob die Verunglückten sie überhaupt befolgen konnten? Bei der Gedingesetzung wird keine Rücksicht darauf genommen, daß der Bergmann behindert ist, wenn er die bergpolizeilichen Bestimmungen befolgen will und Saarfeld muß. Das Gedinge wird meistens so gesetzt, daß die Nebertretung Langermünde direkte Notwendigkeit wird, wenn anders der Bergmann nicht mit Wittenberg. Vom Schlachtfeld des deutschen Berg- einem Hungerlohne nach Hause gehen will. Und vielfach wird ſogar Döbeln baues. zu Uebertretungen aufgefordert! Man ahnt gar nicht, wie sehr in Wernigerode dieser Beziehung gesündigt wird. Also eigentliche Selbstschuld bei Markranstädt Berunglückten fönnen wir nicht anerkennen. Delsnitz. Soeben ist der Verwaltungsbericht der Knappschaftsberufsgenossenschaft für das Jahr 1905 erschienen; er zeigt im wesentlichen Immer wieder müssen es die Bergleute hören, daß durch Berlin dasselbe Bild, wie der vor etwa zwei Monaten besprochene Bericht die Sozialgesetzgebung den Unternehmern Lasten aufgebürdet Rirdorf. der Sektion II: Das Blutmeer ist weiter gestiegen. Im Vorjahre worden sind, daß das Unternehmertum Millionen opfert und Braunsberg Mit Recht kann dem gegen- München gelangten 80 204, im Berichtsjahre 81 871 Unfälle zur Anmeldung. die Arbeiter so wenig dankbar sind. Diese Steigerung ist um so bemerkensiverter, als im Berichtsjahre über gehalten werden, daß nur der Arbeiter der Schöpfer aller Landshut Daß er auch die Millionen erschusten mußte, welche Stuttgart der große Bergarbeiterstreit fiel. Die Unfälle verteilen sich auf die Werte ist. die Unternehmer für ihn opfern"." Opfern" tun sie nichts, Sulzburg einzelnen Sektionen folgendermaßen: immer an ihren Arbeitern halten sie sich wieder schadlos. Bonndorf Namentlich die Bergwerksunternehmer sorgen dafür, daß sie dafür, daß fie Saarbrücken mit 10, 15, 20, 25, 30 und mehr Prozent Dividende anständig Köln durch den Winter tommen. Allerdings haben die Unternehmer Pinneberg für die Unfallversicherung im legten Jahre 21 544 694,58 M. im Hattingen Umlageverfahren aufgebracht, eine große Summe, die aber ver- Aachen schwindet, neben den Milliarden, die von Arbeitern erschuftet und Andernach vom Unternehmertum eingefact wurden. Und was weist zuguterlegt Hamburg die Statistik nach? Daß die an Verlegte gezahlte Unfallrente im Harburg Durchschnitt um 4 Proz. gefallen ist, und zwar von 36 auf 32 Proz. Fehrbellin I Bonn. II Bochum • 12 685 41 096 . III Clausthal a. H. 1 249 IV Halle a. S. 7.221 V Waldenburg i. Schl. 4 389 VI Zarnowig i. Oberschl. 9411 VII 3widau( Sachsen) 4 195 1 661 Summa 81 871 O VIII München 1 Liter Kilo Milch Buder 1 8tr. 1 Mandel 1 Ztr. Stein- Eier Kartoffeln tohlen( 15 Stüd) 23f. f. Pf. f. Pf. 18 20 130 105 245 16 22 65 130 200 18 25 68 130 220 18 26 200 105 300 20 25 150 130 400 19 36 70 100 230 20 18 180 120 260 22 23 97 372 18 20 96 323 14 35 120 125 250 20 26 130 90 275 16 28 140 88 300 20 24 171 104 475 20 34 120 105 150 18 14 105 320 20 20 65 108 840 18 26 124 147 362 15 20 250 105 350 18 26 70 90 425 20 14 87 174 415 19 17 120 100 250 20 24 125 90 300 17 110 162 310 15 45 80 100 150 16 30 105 142 198 2000 Da die Zahl der Versicherten im Jahre 1905 647 458 betrug, Man weiß ja, wie scharf die Ueberwachung der Verletzten Frankfurt a. D.. entfallen auf 1000 Versicherte 126 Unfälle. Die Steigerung der ist und wie schnell man bei der Hand ist, die Rente den Die Preisunterschiede sind so außerordentlich, daß demgegenüber Unfälle erscheint erst im rechten Licht, wenn man auf das Jahr 1886 Wermsten der Armen zu fürzen. Die, die die das Lob der der Einwand geringer Qualitätsunterschiede nicht ins Gewicht fallen zurückgreift, welches bekanntlich zuerst für die Versicherung in Frage Unfallversicherung in begeisterten Tönen fingen, würden sehr tann. Und auch die zu berücksichtigenden Frachtunterschiede, fam. Im genannten Jahre betrug die Zahl der Versicherten 343 709, ernüchtert sein, wenn fie einmal die Leiden der Un die Zahl der angemeldeten Unfälle 22 497, auf 1000 Versicherte ent- glüdlichen mit eigenen Augen sehen und eigenen Ohren hören wollten. fielen mithin 65. Die Steigerung beträgt also fast 100 Prozent, och mancher, der da guten Willens wäre, würde bekehrt und womit erwiesen ist, daß die Gefahren des Bergbaues in erschreckender anderen Sinnes werden. Weise gestiegen sind. Noch deutlicher tritt dies in die Erscheinung bei den tödlichen und schweren Unfällen. Es wurden gezählt: im Jahre 1886 2265 gleich 6,59 pro 1000 Versicherte, im Jahre 1905 10 066 gleich 15,55 pro 1000 Versicherte. Die Steigerung der Unfälle seit 1894 zeigt sich auch in folgenden Zahlen. Es gelangten Unfälle zur Anmeldung im Jahre: 1894 1895 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 . 38 241 40 616 44105 46 034 48 204 52 357 58 471 68 898 67 786 74 433 80 204 81 871 Schwierigkeiten des Transportes usw. können nicht als Rechtfertigung und Erklärung der starken Differenzen gelten. Solche Einwände und Erklärung der starken Differenzen gelten. Solche Einwände sind schon widerlegt durch die Ungleichheiten, die sich bei zusammenDer Bericht beweist, wie groß das Risiko der Bergarbeiter ist, hängenden Orten wie z. B. Berlin und Rigdorf- ergeben, die wie es immer größer wird und wie schutzlos die Bergleute noch verkehrstechnisch als nur ein Gebilde betrachtet werden können. Wir immer dastehen. Alle schönen arbeiterfreundlichen" Reden können möchten das noch genauer zeigen durch die folgende Zusammendie furchtbare Anklage nicht entkräften, welche die Statistik der Re- stellung. Sie umfaßt fünf zusammenhängende Orte mit ziemlich gierung dem Unternehmertum, der herrschenden Klasse überhaupt, gleicher Bevölkerung und gleichen Verkehrsmitteln. Es sind für 1905 ins Gesicht schleudert. folgende Preise ermittelt worden: In Aus Induftrie und Handel. Anarchie im Handel. für Wohnungsmiete: 1 Stube, 1 Kammer, 1 Küche. Wir leben im Zeichen der Neu- und Umbildungen im Wirts schaftsleben. Durch Organisation in der Erzeugung und Verteilung der Güter soll dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit Rechnung getragen 1 Rubikmeter Brennholz werden. Im allgemeinen aber nur zugunsten der Produzenten. 1 8tr. Steinkohlen Manche Organisation dient der Verbilligung der Produktion, indem 100 Briketts. diese auf breite Grundlage gestellt wird und dadurch für sie eine bolle Pension verbesserte Technik dienstbar gemacht werden kann. Solche Arten Man sieht, der deutsche Bergbau ist ein Schlachtfeld, so blut- der Umbildungen stellen eine höhere Produktionsstufe dar, die als yetränkt, wie noch keines auf der Welt, auf welchem auch die voll- Fortschritt begrüßt werden muß. Die meisten Umbildungen im fommensten Mordwaffen der modernen Kriegstechnik zur Anwendung Wirtschaftsleben dienen aber einem anderen oder mindestens noch gelangten. Aber auch kein Vergbau der europäischen Kulturstaaten einem anderen Zwecke. Sie sollen die Konkurrenz der Produzenten weist soviel Unfälle, soviel Blut und Krüppel auf wie der deutsche. unter einander ausschließen und das Preisniveau heben.„ Regelung/ In England, Frankreich usw. sind die Unfälle bis zu 50 Prozent der Produktion" sagt man und ein Hinauftreiben der Preise ist Abniedriger als in Deutschland. In jenen Ländern hat man sich aller- ficht und Zweck. Einschränkung der Produktion, tünstliche Steigedings auch schon zur Einführung von Arbeiterkontrolleuren bequemt, während in Deutschland das Unternehmertum, die Regierung und die rung der Nachfrage, das sind die Instrumente, mit denen½" Buder Lütgen Dortmund Hörde dortmund Bochum Hattingen 9. 902. M. 1 . A. 262,00 250,00 180,00 270,00 140,00 • 7,00 0,90 7,50 5,00 10,00 6,00 1,00 0,60 0,80 0,70 1,10 0,40 0,75 0,60 640,00 720,00 660,00 600,00 612,00 Kilo Rindfleisch 0,75 " 2 Schweinefleisch 0,82 " 2 Kalbfleisch " " Hammelfleisch. Butter 0,82 0,80 0,72 0,75 0,95 1,00 0,85 0,90 0,75 0,70 0.80 0,85 0,85 0,80 0,80 0,75 0,70 1,18 1,30 1,20 1,45 1,30 " Schweinefett 0,80 0,90 0,90 0,85 0,80 " Weizenmehl 0,13 0,20 0,15 0,16 0,15 " Roggenbrot 0,12 0,10 0,12 0,15 0,11 " Reis 0,20 1 mittl. 0,25 0,18 0,20 0,20 Staffee 1,70 1/ Qual. 1,00 1,00 1,30 1,00 0,26 0,35 0,21 0,22 0,26 1,10 1,20 1,00 0,80 0,90 3,70 3,00 3,50 0,18 0,20 0,18 0,25 0,25 0,30 3,00 4,25 0,20 0,18 0,25 0,80 höhere Preise, das heißt größeren Profit erlangt. 15 St. Gier bürgerlichen Parteien vereint der Forderung der Bergleute auf Ein- man führung der Arbeiterfontrolleure den heftigsten Widerstand entgegen- Organisationen mit solchen Zielen haben wir in fast allen 1 8tr. Startoffeli fegen. Wie lange noch? So lange, als die Bergleute sich uneinig Industrien, sie machen sich für den Konsumenten oft sehr un- 1 tr. Milch find Wären sich die Bergleute einig, würde man ihnen wohl oder angenehm bemerkbar. Man sollte nun glauben, die Konkurrenz im 1 „ Lagerbier Wir haben auch hier wieder in jeder Reihe die höchsten und niedrigsten Preise durch Fettdruck hervorgehoben. Es ergeben sich, wie schon angeführt, in einem wirtschaftlich, sozial und verkchrs- technisch zusammengehörigen Komplex ganz exzeptionelle Unterschiede. Dag das ein idealer, unabänderlicher Zustand ist, wird niemand behaupten wollen. Hier kann der Handel tatsächlich sich verdienstlich betätigen. Er mag es sich zur Aufgabe machen, mit dieser Anarchie aufzuräumen. Daß innerhalb verschiedener Orte, die als eine einzige Stadt betrachtet werden können, die Preise der täglich gang- baren, zur Lebenshaltung unentbehrlichen Waren um 50 und mehr , Prozent differieren, ist ein Hohn auf den Fortschritt im Zeichen der Organisation. Man wird auch gegenüber der vorstehende» Zusammenstellung, in dem Bestreben zu beschönigen, das Moment der vielleicht vorliegenden OiialitätSuuterschicde ins Feld führen. Wir geben deshalb noch eine Aufmachung, welche zeigt, wie die Preise in einem Orte fallen, während sie am anderen Platze stabil bleiben oder in die Höhe gehen. Die Angaben sind für beide Jahre für die einzelnen Orte von derselben Behörde gemacht, es ist nicht gut an- zunehmen, daß die Organe für verschiedene Jahre Preise ver schiedener Qualitäten ermitteln und veröffentlichen lassen. Diese Zusammenstellung kann daher als ein ziemlich ungetrübtes Bild der herrschenden Anarchie betrachtet werden. Im Jahre lövö war der Preis gegenüber 190.1 niedriger oder höher für Zucker Eier Kartoffeln jn niedr. höher niedr. höher niedr. höher " V Pf- Pf. Pf- Pf. Pf. Pf- Lutgendortmund... 0———— 100 Hörde......——— 20 60— Dortmund....— 5— 5— 62 Düffeldorf..... 6—— 3 21— Duisburg..... 8—— 6— 100 Solingen..... 23———— 50 Vohwinkel.....— 3——— 50 Wald.......— 4——— 65 Gladbach.....— 2— 15— 130 Stade......— 3— 5—— Norden...... 8—— 10 117— Schleswig..... 2—— 17—— In Dortmund steigt der Zuckerpreis, im angrenzenden Lütgen- dortmund geht er zurück, hier werden die Kartoffeln teurer, in Hörde sinkt der Preis, während er für diesen Artikel in dem mit Hörde eng verbundenen Dortmund nach oben geht. In einem Ort gehen die Preise für Eier in die Höhe, in nächster Nachbarschaft halten sie sich auf dem alten Niveau. Man könnte beinahe sagen: Die Negellosig- leit ist die Regel.— Im Kleinhandel herrscht heute»och, trotz des entwickelten Verkehrs und trotz der vielen Organisationen Anarchie und Systemlosigkeit. Bon der industriellen Ernte. Mit einer Dividende von 15 Proz. sollen diesmal die Aktionäre der Westfälischen Drahtindustrie in Hanun beglückt werden.— Auf 20 Proz. gegen 13 Proz. im Vor- jähre wird die Dividende des Gußstahlwerks Witten geschätzt.— Die Voigtländische Maschinenfabrik A.-G. in Planen gibt für 1905/06 7 Proz. mehr als im Vorjahre, nämlich 16 Proz.— Die Aktionäre der Humboldtmühle A.-G. Berlin genehmigten sich 7 Proz. Papier- arbeiterlohn.— Wiederum 9 Proz. sollen die Aktieninhaber der Klavierspiegelfabril Hnpfeld A.-G. in Leipzig erhalten.— Die Schuhfabrik vormals Otto Herz u. Co. in Frankfurt bringt wieder 8 Proz. heraus.— Auf 7>/z Proz. 15 Proz. im Borjahre) erhöht sich die Dividende der A.-G..Archiinedes" in Berlin.— Die Zeitzer Eisengießerei und Maschinenbau A.-G. erklärt eine Dividende von 10 Proz. gegen 7 Proz. für 1904/06.— Die Maschinenfabrik Kappel in Chemnitz klagt im Geschäftsbericht über niedrige Verkaufspreise und wesentlich erhöhte Löhne, aber sie schüttet 16 Proz. Dividende aus, 4 Proz. mehr alS im Vorjahre und die Tantiemensunnue ist um 15 000 M. gegen das Vorjahr gestiegen. Lerne zu klagen, ohne zu leiden, heißt es hier.— Die Sarotti Schokoladen- und Kakao-Jndustrie-A.-G., die im vorigen Jahre 10 Proz. gab, läßt eine kleine Versüßung eintreten, diesmal gibt es 11 Proz. Goldgewinnung in Transvaal. Die Goldausbeute, die im Jahre 1904 rund 16 Millionen Pfund Sterling Wert darstellte, im Jahre 1906 rund 204/6 Millionen, hat für die acht Monate dieses Jahres schon eine» Wert von rund 15>/z Millionen Pfund Sterling erreicht. Ena der Frauenbewegung. Vorwärts! Die bevorstehende Konferenz sozialistischer Frauen veranlaßt r-as, einen Rückblick über die Fortschritte der Frauenbewegung zu halten. Besonders macht sich seit der Bremer Tagung- ein erfreu- licheS Aufblühen derselben bemerkbar. Die sozialistischen Ideen sind zu den Frauen durch Wort und Schrift in die entlegensten Gegenden getragen worden. Die Zahl der Vortrauenspersonen hat sich von 105 auf 325 erhöht, die Auflage der„Gleichheit" ist von 12 000 auf 46 000 gestiegen, und auch der Frauenbildungs- vereine sind der Zahl nach mehr geworden, so daß man nach fluch- tigem Urteil recht befriedigt sein könnte. Doch in die Freude über das, was geschaffen ist, mischt sich ein bitterer Tropfen, wenn man all der Hindernisse gedenkt, die der noch zahlreicheren Gewinnung der Frauen entgegenstehen und die nicht nur in den reaktionären gesetzlichen Bestimmungen oder in den Sitten, Vorurteilen und Gebräuchen, denen die Frauen sich meist allzu willig unterordnen, zu suchen sind, sondern auch zu einem großen Teile in der Gleich- gültigkeit beruhen, die ein Teil der Genossen der Frauenbewegung entgegenbringt. Diese Gleichgültigkeit, recht oft Feindseligkeit, wirkt vielfach geradezu lähmend auf die wenigen tätigen Genossinnen. Mehr als einmal wird uns gesagt:„Ach, geht doch, unsere Männer wollen ja gar keine aufgeklärten Frauen." Allzu recht hat Kautsky, der hierüber schreibt:„Viele Genossen betrachten die sozialistische Propaganda unter den Frauen als eine Art Sport oder Luxus, den sich die Partei gestatten darf, wo sie Ueberfluh an Kräften hat, nicht als eine Lebensbedingung, der um jeden Preis zu genügen ist." Daß Männer gar leicht da�u neigen, die Frauenbewegung an sich als etwas minder Notwendiges zu betrachten, ist bei der voll- ständigen Rechtlosigkeit, unter der die Frauen leben, sehr ver- ständllch, da die sozialistische Propaganda unter den Frauen zurzeit keine greifbaren politischen Erfolge bringt. Die besondere Agita- tion und Aufklärung bei den Frauen deshalb aber einstellen oder lässig zu betreiben, wäre verkehrt und würde sich einmal schwer rächen. Zunächst also gilt es, den Männern, die die Frauenbewegung als einen Sport betrachten, zu beweisen, daß die Frauen gleich- berechtigt sind und daß die Rückständigkeit unserer Frauen nicht daran liegt, daß sie überhaupt nicht bildungsfähig sind, sondern daran, daß ihnen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt woroen ist. Vergegenwärtige man sich all die Opfer, die finanziell und per- sönlich zur Gewinnung der Männer gebracht sind und auch heute noch gebracht werden, so sollte man denken, daß daZ männliche Pro- letariat, das dock im Besitze der politischen Rechte ist, alle aus- nahmslos Sozialdemokraten seien. Wie sieht es aber damit aus; wieviel Aufklärung tut noch unter den Männern not, unter den Männern, die durch die Verfassung in den Besitz des freien, gleichen und allgemeinen Wahlrechts ge- langten und doch den Stimmzettel nicht so gebrauchen, wie es»m Interesse des proletarischen Befreiungskampfes notwendig ist? Je. doch keinem Genossen wird eS einfallen, deshalb die Agitation unter diesen rückständigen Elementen als Sport zu bezeichnen. Warum wird nun die Frauenbewegung ohne jede Berechtigung von einem Teil der Genossen anders bewertet? � Unter den Frauen, die durch ein buntscheckiges Vereins- und Versammlungsgesetz in ihrer Betätigung und freien Entfaltung gehemmt und in ihrer Mehrzahl kaum ahnen, daß auch sie politische Rechte verlangen können, ist eben eine ganz besondere Art der Agitation notwendig. Während man den Mann nur auf die Ausübung und den richtigen Gebrauch des Stimmzettels verweist, gilt es bei einem großen Teil der Frauen, zunächst das Interesse für die Ausübung des Wahl- rechts zu wecken und den Wunsch, selbst im Besitze dieses Rechts zu sein, zu fördern. Nichts dürfte wohl geeigneter sein, die Auf- klärung der Frauen zu fördern, als die Verleihung des Stimm- rechts, denn durch Teilnahme an politischen Kundgebungen kann das Interesse der rechtlosen Frauenwelt für die Politik am besten geweckt und entfacht werden. Aber allem Anschein nach wird sich in unseren alten Kulturländern nicht sobald die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Frauenstimmrcchts Bahn brechen. Soll nun deshalb die Agitation und Aufklärungsarbeit unter den Frauen minder eifrig betrieben werden? O nein! Wenn auch das Frauenwahlrccht als hehres Ziel unserer Bestrebungen leuchtet, so gilt es doch schon jetzt, die Frauen zur Betätigung ihrer Kräfte im Interesse unserer Bewegung anzu- spornen, schon deshalb, weil die Frauen einen großen Einfluß auf ihre Männer auszuüben vermögen. Wie mancher Parteigenosse wird nicht durch den offenen oder stillen Widerstand seiner Frau in seiner Parteiarbeit gelähmt und an seiner vollen Kraft- cntfaliung in> Interesse unserer Bewegung verhindert. Wie leidet das Familienleben durch eine unaufgeklärte Frau, die dem Geistes- leben ihres Mannes kein Verständnis entgegenbringt, und wie arg ist es um die Erziehung der Kinder im sozialistischen Geiste bestellt, wo eine selbst nicht aufgeklärte Frau die Erziehung leitet?— Aus allem Gesagten dürfte der Beweis erbracht sein, daß keine Mittel gespart werden dürfen, um die Agitation und Organisation der Frauen zu fördern. Leider sind die Erfolge nicht durch Zahlen zu beweisen, aber der günstige Einfluß der Frauen dürfte sich bald an dem Fortschritt der modernen Arbeiterbewegung zeigen. Man bringe daher der Frauenbewegung nur annähernd die- selben finanziellen und persönlichen Opfer, man treffe nur an- nähernd die gleichen Einrichtungen, wie sie zur Gewinnung des männlichen Proletariats getroffen sind, und wir geben die Ver- sicherung, daß sich die Bildungsfähigkeit des weiblichen Proletariats glänzend bewahrheiten wird. Möge die Frauenkonferenz daher nicht nur rückwärts blicken auf das, was geschaffen ist, sondern vorwärts schauen, u�neue Mittel und Wege zu finden, um das bereits Errungene zu halten und zu befestigen und neues Terrain dazu zu gewinnen. Glückauf zu ernster Arbeit! ' Versanlmlitngen— Veranstaltungen. Berlin. Montag, 17. September, 8'/, Uhr, im Klubhans, Komman- dantenstraße 72, Vortrag. Herr Holzamer:„Schiller". Lichtenberg. Montag, 17. September, bei Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 5. Vortrag. Dr. Max Sorecht:.Ursache und Be- kämpfnng der Schwindiucht". Charlottcnbnrg. Mittwoch, 19. September, 8'/, Uhr, im VolkShause, Rosinenstraße 3, Vortrag. Auguste Kadeit:„Volksschule und Kindererziehung". SerieKts-TeiUmg» Ungebühr vor Gericht. Eine grobe AchtnngSvcrletzung gegen einen preußischen Gerichts- Hof beging gestern vor deni Schöffengericht Berlin-Tempelhof— eine Schwalbe. Während der Verhandlung einer Diebstahlssache flatterte plötzlich durch ein offenstehendes Fenster eine Schwalbe. Das Tierchen fühlte sich unter dem Schutze der Göttin Justitia anscheinend ganz wohl, denn fröhlich zwitschernd flog eS im GerichtSsnal umher. Versuche, das Tierchen zu entfernen, blieben erfolglos. Schließlich setzte sich die Schwalbe auf den über dem Richtertische hängenden Beleuchtung?- körper. Nach geraumer Zeit kam aus der Gegend, in welcher sich der Vogel häuslich niedergelassen hatte, plötzlich ein gewisses Etwas geflogen, das mit klatschendem Geräusch auf den Richtertisch nieder- fiel. Erst nach dieser geradezu unerhörten Ungebühr vor Gericht lvurde der Uebeltäter zum Fenster hinausgejagt. Wäre die Schwalbe kein Vogel, so wäre ihr wohl die Freiheit genommen worden. Der AmtSgrrichtssekretär Richard Weisthnhn war wegen Unter- schlagung vor der Ferienstraskammer deS Landgerichts III angeklagt. W. hatte eine Anstellung bei dem Amtsgericht in Kalkberge-RüderSdorf als Sekretär. An Gehalt bezog der Angeklagte zuletzt ein monatliches Einkommen von 145 M. Er geriet aus Anlaß von Ausgaben an seine Braut in Schulden, Als er schließlich nicht mehr auS und ein wußte, weihte er einen guten Freund, der sich in ähnlicher Lage wie er befand, in die mißlichen pekuniären Verhältnisse ein. Kurz vor dem 1. April d. I, befand sich W, in großer Geldnot, die ihn schließlich zu der Handlung verleitete, die ihn auf die Anklagebank führte. Er bezog unter Berufung auf seinen Freund, den HülfS« arbeiter L. im Statistischen Amt, von einer Goldwarenfabrik in Breslau eine wertvolle goldene Uhr auf Kredit. Schon am Tage der Ankunft der Uhr übergab sie der Angeklagte seinem Freunde, der bereitwilligst den Versatz übernahm. AIS W, auch den Erlös verpraßt hatte. packte ihn die Reue. Er verließ eines Tage« feine Stellung und hielt sich längere Zeit verborgen, so daß ein Steck- brief hinter ihm erlassen wurde. Schließlich wurde W. in Berlin verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, in dem er früher selbst amtlich tätig war. Er bestritt von Anfang an, sich der Unterschlagung schuldig gemacht zu haben, gab aber in der gestrigen Verhandlung unter Tränen seine Verfehlung zu. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß erkannte die Strafkammer auf drei Monate Gefängnis, da der Angeklagte gerade in seiner Eigenschaft als Gerichtsbeamter in hohem Grade verwerflich ge- handelt habe. Wegen Uebcrtretnng der Borschriftc» über die Sonntagsruhe im Bäckergrwcrbc hatte der Inhaber der bekannten Firma K e m p i n S k i u. C o., Herr U n g e r sich gester» zu verantworten. Die genannte Firma hat schon seit geraumer Zeit in ihrem GeschäftShause Leipziger- straße 25 eine eigene große Bäckerei zur Herstellung ihres enormen Bedarfs an Backware eingerichtet. In dieser Bäckerei läßt sie auch an Sonn« und Festtagen während derjenigen Stunden, während welcher im Bäckereibetriebe die Sonntagsruhe eingeführt ist, Backware herstellen. Auf einen deswegen gegen sie erlassenen Strafbefehl beantragte die Firma Kempiuski u. Co. gerichtliche Entscheidung, In der Verhandlung vor dem Schöffengericht»lachten die Verteidiger geltend: Die Bäckerei der genamitcn Firma liefere lediglich die Backware für ihren eigenen Restaurationsbetrieb. An dritte Personen werde keinerlei Backware abgegeben. Der Betrieb unterstehe der Aufsicht des Küchenmeisters. In der Bäckerei würden auch Puddings. Schinken in Brotteig und andere Speisen für daS Restaurant zubereitet. Die Bäckerei sei also lediglich als integrierender Bestandteil des KempinSkifchen RestanrationSbetriebeS anzusehen und nicht als ein selbständiger Betrieb, unterliege somit den Vorschriften über die Soiuitagsnihe nicht, da der Gast- und Schankwtrtsbetrieb nach der Gewerbeordnung unter diese, nickt falle. In einer Entscheidung des KammergerichtS und einer jüngst ergangenen Entscheidung deS Reichsgerichts fei festgestellt, daß die von großen Hotels ein- gerichtcicn Dampfwäschereien nicht unter die sonst für Dampf- iväschcreien bestehenden Vorschriften der Sonntagsruhe fallen, weil sie lediglich ein Bestandteil deS gesamten HotelbetriebcS seien. DaS Reichsgericht habe dies sogar angenommen, obwohl in dem von ihm entschiedenen Falle die betreffende Dampf- Wäscherei die Wäsche nicht bloß für da» Hotel, sondern gegen Eni- gelt auch für die Gäste gereinigt habe. Hier liege der Fall noch günstiger», indem die Backware nur zur Verwendung in dem Nestmirationöbetnebe hergestellt werde.— DaS Schöffengericht schloß sich diesen Ausfiihrnnge« in allen Punkten an und sprach die Firma KempinSki u. Co. von der Anklage des Vergehens gegen die Vorschriften über die Sonntagsruhe im BSckergewerbe frei.— Diese Entscheidung widerspricht der Tendenz der Sonntags- ruhevorschriften._ „Sand ist Gold diese Worte hat sich die Leipziger Zemeniiiidustrie Dr. Gasparh u. Co. in Markranstädt als Warenzeichen schützen lassen. Sie liefert Maschinen, mit welchen aus Sand Bausteine gefertigt werden. Eine Aktiengesellschaft in Friedenau, welche ähnliche Maschinen her- stellt, verwendete die Worte„Sand bringt Geld" als Warenzeichen. Ihr Direktor wurde vom Landgerichte Dortmund am 25. Januar wegen Vergehens gegen das Warenzeichengesetz zu 200 M. Geld- strafe verurteilt. Seine Revision ist vom Reichsgerichte am Mittwoch verworfen worden. Vermischtes. Durch das leidige Spielen unbeaufsichtigter Kinder mit Streich- hölzern wäre in Gr.-Schauen im Kreise Becskow-Storkow beinahe ein großes Unglück hervorgerufen worden. Ein fünfjähriger Knabe spielte mit mehreren Kameraden auf einem großen Reisig- Haufen eines benachbarten Grundstückes und entzündete mehrere Streichhölzer. Dadurch geriet das Reisig plötzlich in Brand und wurde völlig eingeäschert. Auf das Angstgeschrei der Knaben stürzten die Nachbarn herbei, die große Mühe hatten, die in der Nähe liegenden Gebäude vor dem Feuer zu verschonen und den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Der kleine Uebeltäter ist wiederholt beobachtet worden, wie er einen riesigen Nüsterstubben anzünden wollte. Hochofen geplatzt. In vergangener Nacht gegen 1�12 Uhr ist in Mülheim auf der Friedrich Wilhelmshütte ein Hochofen geplatzt! Das donnerähnliche Getöse wurde selbst in Duisburg gehört. Der Hochofen ist völlig unbrauchbar, der Schaden an Material erheblich. Ein Arbeiter ist schwer verletzt. Eine Blatternseuche ist, wie gemeldet wird, in Granada ausgebrochen, von der 150 arme Familien befallen sind. Sieben Personen sind innerhalb der letzten 26 Stunden gestorben. Der Stadwernialtnng fehlen die erforderlichen Hiilfouiittel, es mangelt au Medikamenten. Man befürchtet Unruhen. Eisrnbahn-Unsälle. Wie aus Breslau gemeldet wird, stieß auf dem Bahnhof Mach« bern in vergangener Nackt der Güterzug Nr. 9401 mit dem ein- fahrenden Güterzug Nr. 9483 zusammen. Der Zugführer Süßmanu ist tot, zwei Hilfsbremser schwer verletzt. Der Materialschaden ist gering; eine Verkehrsstockung ist nicht eingetreten. London, 13. September.„Morning Lcader" meldet ans Montreal vom gestrigen Tage: Bei einem mit Schnittern besetzten Zuge der Canadian-Pacific-Eisenbahn, der nach Westen abging, ver- lagte, als er in der Nähe von Azilda angekommen war, die Bremse. Der Zug fuhr da»» einige Meilen mit großer Geschwindigkeit und stieß nül einem anderen Zuge bei Wiunipeg zusammen. Die beiden ersten Wagen wurden vollständig zertrümmert, 12 Schnitter aus England wurden getötet und 10 verletzt. Heftige Gewitter sind, wie auS Rom gemeldet wird, in Mittel- und Süditalien niedergegangen. In der Nähe von Neapel bildeten sich reißende Ströme, Zahlreiche Bäume wurden ent- wurzelt und vom Wasser mitgeführt. Bei O t t a j a n o stürzte eine Brücke ein, wobei fünf Personen getötet wurden. Turin, 13. September. DaS Blatt„Momento" berichtet, daß 200 Sträflinge aus dem Zentralgefängnisse ausgebrochen seien. Ein« FeuerSbrunst wütet, wie der„Ostdeutschen Bolkszeitung" au? Etzdtk uhnen gemeldet wird, in dem an der Grenze ge- legenen Städtchen Kalwarja,8g,jilngi Nein« 0.55-0,60. Hühner, alte, per Stück 1,40-2,90, alte, IIa 1,00—1,30, junge, per Stück 0,65-1,25. Tauben, junge, per Stück 0,30—0,50, alte 0,00. iintc», junge per Stück 1,10—2,25, alte per Stück 0,00. Haniburger, junge, per Slück 2,80—3,00, Gänse, la per Psimd 0,50—0,60, IIa 0,40—0,49, la per Stück 2,75-3,90, IIa t. 00— 2,60, PouletS per Stück 0,70-1,15, do. klein 0.35-0,60. Hechte per 100 Psd, 79-97. Zaiider 0,00, Aland 67-69. Schleie 136—143. Hleie 0,00, Aale, groß 94-95, mittel 86. klein-mitlel 79-85, unsort, 0,00. Plötze» 47, Karpsen, unjorttert 0,00. Barsc 69-70. Vlcifisch«. matt 16-21. Karauschen 65—69, Wels 0,00. Bunte Fische 47— 73, matt 0,00. ilmerikanischer Lach» 1 neuer per 100 Pfd. 110—130, do. II neuer 90—100, do, III neuer 75. Seelachs 15—20. Flundern, Pomm. I, per Schock 9, do, pomm, II 2—8, Kieler, Stiege la 4—6, do, mittel per Kiste 2—3, do, klein per Kiste 0,00, Bücklinge, per Wall Kieler 3—4, Strallunder 3—4,50, Aal«, groß per Psd. I,l0— 1,50, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5, Schellflsche Kille 3—4,50, do.'I, Kiste 2, Kabliau, per 100 Psd. 16—25. Heilbutt 25. Sardellen, 1902er per Anker 90, 1904er 90, 1905er 85, 1906er 70. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, fnll. 86—38, med. 35—42, deutsche 87—44. teringe, neue MatjeS, per To. 60—120. Hummern, IIa, 100 Psd. 0,00. rebsc, per Schock, große 14—15, mittel 0,00, kleine 3,50, unsortiert 4,50—8,00. Galizicr, groß 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,20— 4,40, Butter per 100 Psd. la 124-126, IIa 118-120, III» 112-116, absallende 95-110. saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pjeflergurken 3,50—4,00, Karlostclii per 100 Psd. Dabersche 2—2,25, Rosen 1,60—1,75, neue runde 1,75—2,00, neue blaue 2,00-2,25. Spinal p, 100 Pfd. 10-12. Karotten p. Schockbuild 1.50-2.50. Sellerie, hiesige, p. Schock 1,50—6,00, Zwiebeln lOOPsd. 2,75—3,00, Petersilie, arlin, Schockbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,50—1,00. Retlig. bahr., p. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen P. Schock-Bd, 0,60—0.80, Salat, p. Schock 1,50—2,00. Bohnen, grüne, per 100 Psunb 10—16. Wachsbohncn 10—20. Scholen Per 100 Psd. 15—20, Psefferlinge per 100 Psd. 18— 20. Mohrrüben per lOOPsd. 3— 4.TeIlower Rüben per lOOPsd. 12, Blumenkohl per Mandel 1—2,50. Wirfing- kohl per Schock 4,00—8,00. Rotkohl p. Schock 3,00—9,00. Weißkohl p. Schock 2,00 bl» 5,00, Steinpilze p, 100 Psd, 30-40. Gurken, gcrbster. Schock 0.00-0,00, do. Einlege-, Schock 1,50—2,00, do, Rothenbg. 2,00- 3,00, do, Liegnitzer 3,00—4,00. do Einlege»(sens») 12— IS, Kohlrübe», Schock 3—5,50. Tomaten, hiesige 100 Psd. 3-6, Kürbis 2—5. Birnen, ital. pei lOOPsd. 0.00, HIcsigc3-20.Tiroler 20— 35, böhmische 4—16, Retlig- 3—6, Acpsel, ungar,, perlOOPsd, 6— II, tlal. 0,00. hiesige 2-9. Gravenstelner 6—20, Tiroler 16-24. Prelßelbeeren 0,00, schweblsche 20—22. Blaubeeren per 100 Psd, 18—18. Pflaumen, tlal. runde dunlle per 100 Psd. 0,00, ungarische 0,00, hiesige 2—6. Reineclauden 0.00, Serben 10—13, Badens« 0,00, Böbmische 2—6. Zitronen, Meisina 300 Stück 20,00-35,00, 360 Slück 18,00-24,00, 200 Stück 0,00, 420 Stück. Nein 12-15. Pfirsiche, Werdersche per lOOPsd. 10-40. frz. 0,00, italienische la Ksste 3.00. do. Ha Kiste 1,80-2,00. do. lila Kiste 0,00, do. in Körben per 100 Psd, 30-43, Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 14. September. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Der Waffenschmied. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Erdgeist. Westen. Der Dpernball. Lorking. Der Troubadour. Leffing. Hedda Gabler. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Das Lumpengesindel. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- beater). Jugendliebe. Die Dienstboten. Neues. Eine. Der Stammgast. Komische Oper. Figaros Hochzeit. Residenz. Die Höhle des Löwen. Trianon. Der Hausfreund. Luftspielhaus. Spazenliebe. Zentral. Geschlossen. Kleines. Ein idealer Gatte. Garl Weiß. Adele. Deutsch: Amerikanisches. wilden Westen. Im Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Eine Nacht in Berlin. Walhalla. 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Driginal- Dreffur- Aft. The Seldoms plastische Darstellungen. 1 Dame und 3 Herren. 10 Uhr! 10 Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Tragikomödie in 3 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Fran Inger von Oestrot. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Ehre. Freitag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Lustspiel von Adolf Wilbrandt. Hierauf: Die Dienstboten. Lustspiel von Roderich Benedir. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Sonntag, nach m. 3 Ubr, Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 Uhr: Zapfenstreich. Zirkus Schumann. Sonnabend, 15. September, 28 Uhr abends: GalaEröffnungs- Vorstellung. Mr. Hendricksen mit seinen Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 2, am Nürnbergerplatz. Leitung: Pepi Weih. II. Moderner Kabarett- Abend. 2 Einafter und bunter Teil. Anfang 8 Uhr. Kottbuser Sanssouci.Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntg., Montg.Donnerst. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Hermann Degen am 3. September plößlich verstorben ist und am 13. September zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! Hoffmanns Nordd. Sänger 92/14 und Tanzkränzchen. Neu! Der Nachtwächter. Posse. Die Ortsverwaltung. Tante Hopfenrats Erben. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse d. deutschen Wagenhauer( E. H.) Lustspiel. Sonnt. Beg.5, Wochent. 8U. 12 Königs- Tigern Buggenhagen direkt aus Amerika. Direktor Alb. Schumann mit seinen neuen Schul- u. Freiheitspferden. Schulreiter Mr. Guichinett, einziger Schüler vom Altmeister M. James Fillis. Sämtliche neu engagierten Künstler. Kassa ist geöffnet von 10 Uhr vormittags an ununterbrochen. Sonntag, den 16. September 1906: 2 große Vorstellungen 2 Nachmittags 1,4 Uhr und abends 2 8 Uhr. GROSSE 165/ 3* Horitzplatz. Täglich! Gustav Gottschalk's humoristische Konzerte. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Berlin im Omnibus. Dahlien-( Georginen)-Ausstellung Kolossaler Erfolg Erste Nachmittagsvorst. Sonntag, den 30. September, nachm. 32 Uhr. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute Freitag Anfang 8 Uhr: Die Höhle des Löwen. Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Morgen Sonnabend, den 15. Sept., zum erstenmal: Triplepatte. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß- Theater. Br. Frankfurterstr. 132. Nur noch 4 Aufführungen. Adele. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Adele. vom 14. bis 23. September in der Westhalle des Landes- Ausstellungsparkes Eingänge sowohl von der Kunst- Ausstellung als auch von der Invalidenstraße. 2284L* Eintritt 50 Pfennig Deutsche Dahlien- Gesellschaft. Trianon- Theater. Rixdorfer Theater Bum erstenmal: Kleine Preiſe. Sonntag im Garten: Der Hausfreund. Kinematographifche Vorstellung. Spezialitäten u. Konzert. Anf. 4 Uhr. Entree 25 Pf. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunenftr. 16. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 15. September cr.: Eröffnung der Winter Spielzeit Don Cesar. Dir. Rob. Di in der Titelrolle. Billetts zu dieser Vorstellung find täglich von 11 Uhr ab im Theater zu Ein idealer Gatte. haben. Komische Oper. Bernhard Rose- Theater Heute abend 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachm.: Figaros Hochzeit Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Nächste Vorstellung Sonntag, den 16. September 1906. Montag, den 17. September: Gröffnung der Winter- Saison. Anfang 8 Uhr. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Borher das Eröffnungsprogramm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Madame Bonivard. WINTER BARTEN Großer Erfolg des Abends: Hoffmanns Erzählungen. Die relegierten Studenten. Eröffnungs- Programms. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Freitag, den 14. Sept., 7, Uhr: Der Troubadour. Abonnements gültig. Sonnabend, den 15. Sept., nachm. 8 Uhr, bei sehr kl. Preisen 1. 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Friedrichstraße. Zum 14. Male: Sonntag nachm.: Romeo und Julia. Der Generalkonsul und Abends: Ein Kind des Glüds. Lustspielhaus. Abends Spatzenliebe. 8 Uhr: Gastspiel: Harry Walden. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68 Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipps: Jm wilden Westen. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Metropol- Theater Henry Bender. Josef Giampietro. Fritz Massary. ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Die Sünden der Väter. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf b. Wertheim u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Badstr. 8( Behm- u. Bellermannstr.) Täglich: Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Eröffnungs- Vorstellung Mittwoch, den 19. Sept., 8 1hr: Rabale und Liebe. Trauersp. in 5 Atten v. Fr. v. Schiller. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- September- Programm. 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Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 71/16 Die Ortsverwaltung. Am Dienstagabend um 11 Uhr verschied nach langem schweren Leiden unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter Witwe Anna Lüdecke im Alter von 72 Jahren. Dies zeigen betrübt an am Die Familien Lüdecke. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 15. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom ElisabethKirchhof in der Prinzen Allee aus ftatt. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/ 13* Hant- and Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Infolge meines kolossalen großen Umsatzes bin ich imstande mit dem kleinsten Nutzen zu verkauf. Tadellose Herrenund Knaben Garderoben. Monats- Anzüge, MonatsPaletots, Abonnements- Anzüge und Paletots, Konfirmanden- Anzüge, GehrockAnzüge, Joppen in großer Auswahl. Anzüge und Baletots, Ersatz für Maß, alles, auch für forpulente Figuren. Straßenbahn- Vergütung. Bitte achten N Zentral- Keller, Berlin, Neanderstr. an ber Stöpeniderſtr. 35 3Min.v.Stadtb.Jannowitbr. 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September, abends 9 Uhr, im Restaurant Wilhelmsbad, Seestraße 45: Monatsversamm Tung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Maurenbrecher über: Das sozialdemokratische Schulprogramm." 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegierten von der Kreisgeneralversammlung und der Provinzialkonferenz. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Gäste, auch Frauen sind willtommen. " " Berliner Nachrichten. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. " 1 Die freisinnige Mehrheit der Stadtberordnetenversammlung hatte sich bisher für diese Forderung nicht erwärmen können. Gestern stimmte sie einer von Herrn Preuß( Soz. Fortschr.) beantragten Resolution zu, die für Ueberfragung aller Zweige der Polizeiverwaltung, die nach Lage der Gesetzgebung übertragbar sind, sich ausspricht. Aber Herr Cassel hielt es für nötig, zu betonen, daß man die Sicherheitspolizei nicht zu fordern brauche, weil man sie ja doch nicht kriege. Oberbürgermeister Kirschner konstatierte, daß bezüglich der Uebernahme einzelner Zweige der Polizeiverwaltung( wobei er natürlich gleichfalls nur die Wohlfahrtspolizei" im Sinne hatte) schon seit langem nicht mehr verhandelt worden ist. Der Magistrat halte es für richtig, auf eine passende Gelegenheit zu warten. Die Resolution, die ihn jetzt aufmuntern soll, wurde ein- fo stimmig angenommen. Sie bemerkt dazu: Freitag, 14. September 1906. Die Berlin, den 17. August 06. Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 9. Januar 1904, wonach allen städtischen Arbeitern, welche sich fünf Jahre lang im städtischen Dienst befinden, jährlich ein Urlaub von einer Woche unter Fortzahlung des Lohnes zu gewähren ist, bestimmen wir hiermit, daß denjenigen Arbeitern, welche in der laufenden Urlaubperiode bereits wegen Krankheit längere Zeit beurlaubt doppelschule an der Müllerstraße, die Gemeindedoppelschule an der gewesen sind, noch ein besonderer Erholungsurlaub nicht zu gewähren ist, wenn die Art der Krankheit, welche die Dienstberfäumnis veranlaßte, eine Schwächung des törperlichen Gesamtbefindens nicht zur Folge hatte, sondern wie bei geringeren förperlichen Verlegungen, bei Katarrhen, Abszessen, Ausschlägen tariums seiner Abteilung zu bestimmen. Dr. Hartmann hat dieses das Märkische Provinzialmuseum, dessen Aeußere Instrumentarium dem Medizinischen Warenhause in in allen Zeilen vollendet ist. Ferner ist die Auftrag gegeben, trozdem er der Hauptteilhaber dieses Geschäfts Pflasterung und Bepflanzung des Borgeländes mit den ist und darin neben seiner Stellung in der Schuldeputation und Zufahrten fertig. Im Innern sind alle Buzarbeiten und als leitender Arzt regelmäßig tätig ist. Dr. Hartmann war früher die Aufstellung aller massiven Treppen zu Ende geführt in Berlin ein gesuchter und viel beschäftigter Arzt, er hat mit der worden. Die massiven Fußböden sind vergeben. Die HeizungsPragis viel Geld verdient, man schätzt ihn auch als einen sehr anlage, alle Leitungen für die Be- und Entwässerungen, für die Betüchtigen Arzt, er hat jedoch die große Praris schon längst auf leuchtung, für die Klingel- und Telephonanlagen find ausgeführt gegeben, um sich mehr den verschiedensten Geschäftszweigen zu und verpuzt. Die Fenster mit Glasmalereien sind eingesetzt, deswidmen." gleichen die schmiedeeisernen Fenstervergitterungen und die Holzfenster sind eingesetzt und vermauert. Die Verteilung, Aufstellung und BeWir zweifeln nicht daran, daß Herr Professor Dr. Hartmann festigung der Ausstellungsstücke ist in Arbeit. So sind in der kunstnach seinem besten Wissen und Gewissen dem„ Medizinischen Waren historischen und in der kirchlichen Abteilung, ebenso im Rittersaal hause" die Aufträge erteilt, die es für die Stadt auszuführen die Kartuschen, Grabplatten, Kruzifire, Wandbilder usw. schon eine hat. Das Medizinische Warenhaus ist gewiß so leistungsfähig gemauert. Die prähistorische Abteilung ist versuchsweise gewie manche andere Firma dieser Branche. Allein, was im Falle ordnet und aufgestellt. Am neuen Rathause sind die Podbielski gesagt worden ist, muß hier mit doppelter Schärfe Dächer der Frontbauten, mit Ausnahme der Mittelteile an betont werden. Die Verquickung einer derartigen geschäftlichen der Jüden- und Klosterstraße, fertig eingedeckt. An diesen Tätigkeit mit einer amtlichen Stellung muß in allen Kreisen der Stellen hat ein seit Mai dieses Jahres dauernder und noch Bevölkerung, nicht bloß in denen der zunächst in Betracht nicht behobener Streik in den Steinbrüchen die Fortführung kommenden Gewerbetreibenden, Unmut und Widerspruch hervor der Arbeiten unterbrochen. Durch Streit aufgehalten sind die bereits rufen. Wir erneuern heute den Ausdruck unserer bestimmten vergebenen Steinmezarbeiten des Turmes, der großen Halle und Erwartung, daß man nicht in der Kommunalverwaltung Berlins des Vestibüls in der Klosterstraße; das Vestibül in der Jüdenstraße etwas aufkommen lasse, was soeben von allen Seiten in der ist fertiggestellt. Zurzeit werden die bildhauerischen Arbeiten der Staatsverwaltung als im höchsten Maße bedenklich und als unzu- Fassaden in Stein ausgeführt. Im Innern sind die massiven GeDie vom Magistrat vorgelegte Denkschrift betreffend die lässig befunden worden ist." wölbe und Horizontaldecken, ebenso die Fundamente für die Heizlefsel debertragung einzelner Zweige der Wohl- Unsere Stellung zu dieser Angelegenheit deckt sich mit den An- und die Zisternenanlage hergestellt. Das neue Hospital in Buch fahrtspolizei auf die Stadtgemeinde beschauungen, die von unseren Genossen im Rathause stets geltend mit seinen 20 Gebäuden ist in den wesentlichsten Teilen im Rohbau fertig, schäftigte gestern die Stadtverordneten. Unser Genosse Stadt gemacht wurden, wenn es sich um Lieferungen von Mitgliedern der die Buzarbeiten haben begonnen, die Heizungsanlagen werden hagen eröffnete die Besprechung mit einer eindringenden städtischen Verwaltung für die Gemeinde handelte. Wir haben immer montiert. Die Bauarbeiten für den die Baulichkeiten verbindenden Kritik dieser Arbeit des Magistrats. Er stellte fest, zum Ausdruck gebracht und wiederholen es: es vereinbart sich nicht unterirdischen Rundkanal sind nahezu vollendet. Die Terraindaß auch aus dieser Denkschrift deutlich genug die geradezu gleich Lieferant für die Stadt. Anträge auf Beseitigung diefes Bus wird bei Eintritt geeigneter Witterung begonnen werden. miteinander, Mitglied der städtischen Verwaltung zu sein und zu regulierungen find in großen Zügen fertig. Mit der Bepflanzung trostlose Lage zu ersehen ist, in der die Stadt Berlin standes sind von der Mehrheit im Noten Hause stets abgelehnt Voltsbadeanstalt in der Gerichtstraße ist im Rohbau bis zur sich bezüglich der Polizeiverwaltung befindet, und er kenn- worden und so erleben wir heute das Schauspiel, daß eine ganze Mitte des ersten Stodes gediehen. Noch in diesem Jahre sollen die zeichnete die Baghaftigkeit, mit der auf diesem Gebiet das Anzahl Mitglieder der städtischen Körperschaften mit der Stadt direkt Dachstühle gerichtet werden. Für die Gemeindedoppelschule in der liberale Bürgertum vor der Staatsgewalt zurückgewichen ist. und indirekt Geschäfte machen. Daß fie dabei nicht schlecht Eckertstraße steht die am 9. Juni d. J. nachgesuchte baupolizeiDer Magistrat hat in der Denkschrift die Frage der Ueber- fahren, versteht sich am Rande. liche Genehmigung noch aus. Die baupolizeiliche Genehmigung nahme auch der Sicherheitspolizei unerörtert gelassen, er befür die Gemeindedoppelschule in der Frankfurter Allee ist am schränkt seine Darstellung auf die sogenannte WohlfahrtsSozialpolitik unserer Stadtverwaltung. 11. Auguſt eingegangen und mit der Fundamentierung begonnen polizei. Stadthagen leistete sich die kleine Bosheit, die sinn- Ueber dieses Kapitel wird uns aus Kreisen städtischer Arbeiter worden. Auch für die Gemeindedoppelschulen in der Senefelder- und widrige Unterscheidung zwischen Sicherheitspolizei" geschrieben: Nachdem in verschiedenen Verwaltungszweigen bereits der Litthauerstraße sind die Genehmigungen eingegangen und und Wohlfahrtspolizei" als eine Beleidigung Ferien für städtische Arbeiter eingeführt waren, trat am 9. Januar werden die Erdarbeiten ausgeführt. Die Fundamente für die neue der Polizei зи denunzieren. Wer so 1904 der Berliner Magistrat einem diesbezüglichen Beschlusse der Feuerwache in der Schönlanterstraße sind in der Ausführung beunterscheide, Stadtverordnetenversammlung bei, wonach generell für alle städti- griffen. Die Ausführung folgender Neubauten wird zurzeit vorder bringe die Sicherheitspolizei in den Verdacht, daß schen Betriebe bei Ablauf einer fünfjährigen Dienstzeit ein Er- bereitet: Friedrich Werderfches Gymnasium und in Verbindung mit sie der Wohlfahrt nicht diene. An dem einen Beispiel holungsurlaub von einer Woche an alle städtischen Arbeiter zu ge- diesem die Gemeindedoppelschule an der Bochumerstraße, fünf Geder Behandlung von Streitposten zeigte unser Redner, daß währen ist. Nachdem diese Verfügung 2½ Jahre zu Recht besteht, meindedoppelschulen in der Bößowstraße, Chriſtburger, Sonnenschon hierin für einen sehr großen Teil der Bevölkerung hat der Magistrat, just nach den Sommerferien, folgende neue burger-, Greifenhagener- und Driesenerstraße, ferner der 2. Bauteil Berlins ein Anlaß liegt, die Uebernahme auch der Sicherheits- Verfügung ausgebrütet: des Waisenhauses an der Alten Jakobstraße, die neue Heimstätte i polizei zu fordern. Blankenburg, die Erfrischungshalle im Treptower Part, das Kramhändler" Magistrat. J. Nr. 1891 G.-B. I 06. haus mit Schweinestall und der Wasserturm auf dem Vieh- und Schlachthof. Für nachstehende Bauten werden zurzeit die besonderen Pläne bearbeitet: die Turnhalle für die 31. Gemeindeschule an der Straße Alt- Moabit, die Fleischvernichtungsanstalt in Rüdniß, die Erweiterung der Infektionsabteilung beim Strankenhause im Friedrichshain, die technische Mittelschule, die XIV. Realschule und eine GemeindeBrombergerstraße, der Umbau des Kaiser und Kaiserin FriedrichKinderkrankenhauses. Fertig ist das Projekt zum Erweiterungsbau der Volksbadeanstalt an der Schillingsbrücke. Außerdem bau der Volksbadeanstalt an bearbeitet die städtische Hochbauverwaltung noch die Projekte Artilleriestraße, für ein Bierfamilienhaus, zugleich mit zwei für ein Straßenreinigungsdepot nebst Wohnhaus an der An sämtl. Verwaltungsstellen. Wohnungen für Assistenzärzte in Wuhlgarten, Nach dieser Verfügung, die die Sozialpolitik unseres Magistrats der Erziehungsanstalt in Rummelsburg, die vierte Jrrenrecht tennzeichnet, ist denn auch bereits in verschiedenen Be- anstalt in Buch usw. Bei der Erörterung wurde trieben zum Schaden der beteiligten Arbeiter gehandelt worden. von Stadtverordneten darauf hingewiesen, daß noch niemals von Die Beratung des Antrages der sozialdemokratischen Anstatt den Sommerurlaub bereits nach einem Jahre zu ge- der städtischen Verwaltung eine ähnlich große Zahl von Neubauten Fraktion, der für das Fach- und Fortbildungs- währen, wie es die Arbeiter seit Jahren fordern und wie es in ver- gleichzeitig bearbeitet worden sei. Genehmigt wurden dann noch schiedenen Städten und privaten Unternehmungen durchgeführt ist, die speziellen Entwürfe und Kostenanschläge in Höhe von schulwesen eine besondere Leitung vorschlägt, anstatt die etwas unzulängliche Ferienwoche auf 10 resp. 14 Tage 1918 000 M. für das neue an der Waiſenbrücke zu errichtende war in der vorigen Situng vertagt worden, nachdem Genosse auszudehnen, wird hier eine Maßregel vorgenommen, welche die Verwaltungsgebäude der städtischen Gaswerke, mit dessen Bau bald Singer den Antrag begründet hatte. Gestern erklärten größte Unzufriedenheit unter den Arbeitern hervorrufen muß. Wer begonnen werden soll. sämtliche Fraktionen ihr ihr grundsägliches Einverständnis die Arbeit auf den Gasanstalten sowie in verschiedenen anderen Zum Schuße des Viktoria- Parks hat der Polizeipräsident von mit diesem Gedanken und stimmten auch der Einſegung Betrieben tennt, weiß, daß hier Unfälle überaus zahlreich sind, des- Berlin mit Zustimmung des Magistrats folgende Polizeiverordnung einer gemischten Deputation zu. Für die„ Alte Linke" gleichen Affektionskrankheiten wie Katarrh u. dergl. In allen erlassen:" In den Gebieten der Stadtgemeinde Berlin, welche bewies Herr Cassel mit überzeugenden Gründen nach, daß diesen Fällen wird also in Zukunft der Urlaub nicht mehr gewährt grenzt werden von der Kreuzbergstraße, Kleinen Bartstraße und dem der besondere Leiter des Fach- und Fortbildungsschulwesens Bittoria- Bark einerseits und der Kleinen Parkstraße, Kreuzbergstraße, Von einer so einschneidenden Maßregel hätte unseres Erachtens Lichterfelderstraße und dem Vittoria- Bark andererseits, dürfen Fabriknur ein Mitglied des Magistrats fein könne und daß im übrigen auch zubor der Stadtverordnetenversammlung Mit- und Speichergebäude nicht errichtet werden; auch ist die Errichtung somit die Stelle eines dritten Schulrats zu schaffen sei. Hinterher teilung gemacht werden müssen. Wieder einmal ist der Beweis er neuer und die Erweiterung bestehender Anlagen, welche bei ihren erklärte er aber, wenn der Magistrat anders dente, so wolle bracht, daß die Berliner Stadtgemeinde des sozialen Einschlags" Betriebe durch Verbreitung schädlicher oder übler Dünste, starten er eventuell seine Ueberzeugung ändern. Das war ein Trost für recht sehr bedarf und eine sozialpolitische Kommission Rauches oder durch Erregung ungewöhnlichen Geräusches Gefahren Herrn Kirschner, der ja für die Jdee einer Vermehrung eine dringende Notwendigkeit ist, welche alle die Arbeiter betreffen- für das Leben und die Gesundheit des Publikums zur Folge haben, der Magistratsmitglieder bisher nicht zu haben war. Diesmal den Verfügungen, Beschlüsse und Einrichtungen vorzuberaten hat. verboten." Nunmehr ist dem Vorhaben mehrerer Grundbesizer, dort äußerte Herr Kirschner sich etwas reservierter, aber man Die Ausgaben für die Sommerferien der städtischen Arbeiter in unmittelbarer Nähe des schönen Parks Betriebe zu etablieren, merkte doch heraus, daß er vorläufig keine Lust hat, find ohnehin geringe. Auf den Gasanstalten wird durch die Ferien wodurch das Erholung suchende Publikum belästigt würde, ein Riegel die Arbeit entschieden besser geregelt, in anderen Betrieben vorgeschoben. ,, eventuell seine Ueberzeugung zu ändern". In einem Schluß( Straßenreinigung) wird gar die Arbeit der Feiernden mitgeleistet, worte stellte Genosse Singer die Forderung auf, daß der so daß hier überhaupt keine besonderen Ausgaben entstehen. Viel dritte Schulrat, trok seinem Titel, fein Schulmann zu sein leicht hatte man eine Parallele mit städtischen Beamtenkategorien in seiner Mittwoch- Sitzung mit zwei vom Genossen Dr. Weyl gebrauche; für dieses Amit sei ein Techniker sehr viel geeigneter. im Auge, bei denen unseres Wissens eine ähnliche Bestimmung be- stellten Anträgen. Der erste Antrag forderte für die Heimstätten steht. Die bereits weiter oben befundete Unfalls- und Krankheits- Heinersdorf und Blankenburg, die für die Aufnahme nichtlungenUeber geschäftliche Beziehungen eines Mitgliedes der städtischen Schul- häufigkeit infolge der schweren und ungefunden Arbeit läßt in- franter Pfleglinge bestimmt sind, einen notwendigen Ausbau der deputation zur Stadtgemeinde brachte vor kurzem" Das Schul, dessen solche Parallele durchaus nicht zu. Vielmehr wird durch die vorhandenen Einrichtungen. Aus früheren Veröffentlichungen ist zimmer", ein in ein wissenschaftliches Gewand gehülltes Reklameheft in aller Stille eingeführte Magistratsverfügung den städtischen bekannt, daß auf Beschluß der städtischen Behörden die beiden geeine Mitteilung folgenden Inhalts: Arbeitern zum Bewußtsein gebracht, daß sie auf eine wohlwollende nannten Heimstätten nicht mehr der Aufnahme von Rekonvaleszenten " Der Bericht über die Tätigkeit der Berliner Schulärzte im und soziale Beurteilung ihrer Lage nicht rechnen dürfen. Es Genesenden ausschließlich dienen sollen; entsprechend der Jahre 1904/05 ist erschienen; Verfasser ist der Dhrenarzt Professor werden ihnen seitens der Verwaltung die Augen geöffnet, und sie modernen Entwickelung der Heilkunde werden vielmehr jetzt auch Dr. Artur Hartmann, Mitglied der städtischen Schuldeputation fommen um so schneller zur notwendigen Selbsthülfe. Größer wie Stranke dort verpflegt, von denen durch eine entsprechende Abzu Berlin. Dr. Hartmann ist, wie nicht allgemein bekannt die Herren im Magistrat glauben, ist der Groll und Unwille, und härtungsfur schwerere Leiden und drohendes Siechtum ferngehalten sein dürfte, finanziell an der Medizinischen Warenhaus schneller, als es hätte auf andere Weise geschehen können, wird so die Aufnahme erheischt neue Einrichtungen, die den behandelnden werden kann. Diese anderweite Festsetzung der Bestimmungen für Aktiengesellschaft Berlin สิน und beteiligt stiller Teil das Klaffenbewußtsein auch dieser Arbeitergruppe geweckt. haber der Lehrmittelhandlung von G. Winckelmann in Berlin. Für die Berliner Stadtverwaltung aber bleibt es ein be- Aerzten die Möglichkeit gewähren, insbesondere die mannigfachen Es liegt uns fern, gegen den Vorsitzenden der Vereinigung schämender Zustand, daß sie in puncto Sozialpolitik vielen deutschen waschungen, Sool-, Fichtennadelbäder, sowie diätetische Maßnahmen Fermen hydropathischer Anordnungen, wie morgendliche AbBerliner Schulärzte einen Vorwurf zu erheben, aber die Tatsache, und den meisten großen Gemeinwesen des Auslandes nachsteht.- Ernährungsvorschriften für Blutarme, Magenleidende usw. daß ein Teilhaber derartiger Geschäfte sich in so einflußreicher Stellung befindet, ist zweifellos imstande, die beteiligte Industrie Ueber den Stand der städtischen Bauarbeiten berichtete in der den einzelnen Kranten zu teil werden zu lassen. Im Prinzip zu beunruhigen, soweit sie gewöhnt ist, ohne Zwischenhändler letzten Sitzung der Hochbaudeputation der Stadtbaurat Hoffmann. wurden diese Forderungen gutgeheißen und die leitenden Aerzte direkt an die Verwaltungen zu liefern und daher bereits ohne Danach wurden während des letzten Jahres vom 1. September aufgefordert, sich gutachtlich zu äußern über die Kosten, die bei Einrechnung eines Zwischenhändlergewinnes niedrigste Preife 1905 bis 1. September 1906 folgende größere Bauaufgaben Durchführung des Antrages in den Etat einzustellen sind. Der festgesezt hat. in der Ausführung betriebsfähig fertiggestellt: Das Andreas- Real- zweite Antrag des Genossen Dr. Wehl beschäftigte sich mit den MaßDa die Schulärzte zu der Brauchbarkeit von Schuleinrichtungs- gymnafium an der Koppenstraße, das Friedrichsche Realgymnasium nahmen, die getroffen werden müssen, um den der Stadt Berlin gegenständen, Schulbänken, Lehrmitteln usw. vielfach Stellung zu in der Mittenwalderstraße, die 7. höhere Töchterschule an der Bank- unwürdigen Zuständen schleunigst abzuhelfen, die in den beiden nehmen haben, so ist zweds Sicherung einwandsfreier Objektivität ſtraße, die vier Gemeindedoppelschulen in der Bappelallee, Pasteur- Malchow, die Zahl der Vorgemeldeten noch jetzt im September auf Heimstätten für Lungenkranke Frauen, in Blankenfelde und der Wunsch gerechtfertigt, daß der Leiter der reichshauptstädtischen straße, Hausburgstraße und der Böttgerstraße, die beiden schulärztlichen Angelegenheiten und Verfasser der betreffenden Gemeindeschulen am Koppenplatz und 250 und die Wartezeit auf 50 Tage gesteigert haben. Die Eran der Butbuserstraße, Berichte an feinem einschlägigen Geschäftsunternehmen irgendwie die Turnhalle an der Steinstraße, die Schulbaraden an der örterung wurde jedoch nicht zu Ende geführt, sondern aus Rücksicht beteiligt ist." Knieperode- und Bremerstraße, das Verwaltungsgebäude des auf die vorgeschrittene Zeit auf die nächste Sitzung vertagt. " usw. noch eine Erholung gestattet. werden. Reide." Anbauten bei Das Kuratorium der städtischen Heimstätten beschäftigte sich Bu dieser anscheinend aus Konkurrenzneid gemachten Mitteilung Krantenhauses Moabit, das Beamtenwohnhaus der Erziehungs- Ueber das Rieselgras beschweren sich die Berliner Molkereiwird von angeblich gut unterrichteter Seite bemerkt, daß die Teil- anstalt zu Lichtenberg, der Neubau der Kochküche und die befizer. Dieser Verein hat für seine Mitglieder Verträge auf haberschaft des Bürger deputierten und jetzigen Spezialarztes für Umbauten des städtischen Obdachs an der Fröbelstraße. der erste Lieferung des Grases von bestimmten Rieselgutsflächen abgeschlossen. Ohren- und Nasenleiden des Virchow- Krankenhauses, Herrn Dr. Hart- Teil des Waisenhauses an der Jakobstraße, die Zentralbäckerei in In der gestrigen Versammlung des Vereins wurde angedroht, daß manns bei der Firma Winckelmann im März d. Js. gelöscht worden Buch, die Zentralwäscherei in Buch, das Rudolf Virchow- Kranken- man diese Lieferungsverträge nicht erneuern werde, wenn das sei. Anders scheint es mit den Beziehungen des Herrn Dr. Hart- baus mit 57 Gebäuden und die 3. städtische Frrenanstalt in Buch Rieselgras nicht in besserer Qualität geliefert werde. Der Rieselmann zum Medizinischen Warenhause zu liegen. Die„ Boltszeitung" mit 35 Gebäuden, insgesamt 20 Bauten mit 126 Gebäude n. gutsverwaltung wurde der Vorwurf gemacht, daß sie sich bei der erfährt: In den nächsten Monaten bis zum Schlusse des laufenden Auswahl des Grassamens zu sehr von Sparsamkeitsrücksichten Herr Professor Dr. Artur Hartmann ist fürzlich zum Leiter Jahres werden fertiggestellt und dem Betriebe übergeben: die leiten laffe und daß infolgedessen nicht nur der Ertrag der ge der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten des neuen Zentraldispensieranſtalt in Buch, das Röntgenhaus mit Liegehalle pachteten Flächen, sondern auch die Qualität des Futtergrases Virchow- Krankenhauses gewählt worden. Als solcher hat er über im Krankenhause am Urban und das Nahrungsmitteluntersuchungs- ständig zurügegangen sei. Wenn hierin nicht bald eine Besserung die Anschaffung des viele tausend Mark betragenden Instrumen- amt an der Fischerbrücke. In der Bauausführung befinden sich: eintrete, werde man die Lieferungsverträge nicht erneuern. Das„Bahnzeit- Signal". Wie Minister Breitenbach in einem Erlasse vom 6. b, M. bemerkt, ist dem Empfange und der Weitergabe des„Bahnzeit-SignalS" auf den Stationen nicht immer die Sorgfalt zugewendet worden, welche diese für den Eisenbahn Betriebsdienst sowie für das gewerbliche und geschäftliche Leben wichtige Einrichtung erheischt; dies hat zu Unregelmäßigkeiten ßn der Bahnzeit- Uebermittelung geführt. Abgesehen von einzelnen Nnregelmätzigkeiten in den betreffende» Telearaphenleitungcn ist die Ursache dieses Mißstandes darin zu suchen, daß die telegraphierenden Beamten entweder die vorgeschriebenen Vorbereitungen zum Empfange des Bahnzeit-SignalS überhaupt nicht getroffen oder die Apparate mangelhaft eingestellt und nicht sachgemäß behandelt haben. Dies trifft auch in den Fällen zu, in denen das Signal von Privaten mitbenutzt und von Stationen nach diesen übertragen wird. Die hierzu vorhandenen Uebertragungseinrichtungen sind entweder nicht sorgfältig r'"--..... unterhalten oder nicht für die Uebertragung ein- Der Minister nimmt daraus Anlaß, den dazu be- rufenen Beamten die besondere Hingebung für diesen Zweig des Telegraphendienstes zur Pflicht zu machen und die Bctriebsinspcklionen daran jju erinnern, daß die Beamten bei jeder sich darbietenden Ge legenheit erneut über die sachgemäße Bedienung und Behandlung der Apparate belehrt werden. Aufhebung eines Fernsprechamtes. Die Zahl der Fernsprech- ämter von Groß-Bcrlin wird im Laufe des Monats November um eins verringert werden. Es besteht die Absicht, das Amt Nummcls bürg aufzuheben und mit dem neuen Amt 7 in der Palisadenstraße zu vereinigen. Sämtliche Anschlüsse des bisherigen Amtes Rummelsburg werden dann von dem Amte Berlin 7 hergestellt. Das Amt Rummelsburg ist verhältnismäßig klein. Nach der letzten Aufnahme zählt eS 822 Anschlüsse, von denen 198 Haupt- und 126 Nebenanschlüsse sind. Der Zuwachs, den das Amt 7 dadurch erfährt, ist also verhältnismäßig gering. Auch nach der Vereinigung mit RummelSburg wird es nicht viel mehr als 12 000 Teilnehmer. sowohl Haupt- als Nebenanschlüsse, zählen. Die Teilnehmer von RummelSburg müssen dabei natürlich neue Nummern erhalten. ES geschieht dies voraussichtlich gleichzeitig mit dem Erscheinen des neuen Teilnehmerverzeichnisses nach dem Stande Anfang Oktober, das gewöhnlich Mitte November zur Ausgabe zu gelangen pflegt. Der Borgang, daß da« Fernsprechamt eines Berliner Vororts auf gehoben und mit einem Berliner Amte vereinigt wird, ist schon einmal borgekommen. Noch vor 10 Jahren bestand ein besonderes Fernsprechamt Schöneberg. Dies wurde damals mit dem Fern- sprechamt 8 in der Lützowstraße vereinigt, so daß eS im Tcilnehmev Verzeichnis von Groh-Berlin längst kein Schäneberg mehr gibt. Schier unerschwinglich sind schon jetzt die Fleischpreise für die breite Masse und wieder wird eine weitere Erhöhung derselben angekündigt. In der letzten Monatsversammlung der Berliner Fleischer-Jnnung wurde, wie die„Allg. Fleischer-Zcitung" meldet, folgende Erklärung angenommen:„Die letzten Berliner Viehmärkte haben habei, eine Steigerung der Viehprcise ergeben, die naturgemäß auch eine Erhöhung oer Fleischpreise zur Folge haben muß.'Gegenüber den ungeheueren Opfern, welche das Fleischergcwerbe oishcr bereits gebracht hat, ist es jetzt im Interesse der Selbsterhaltung dringend erforderlick, diese Erhöhung eintreten zu lassen und die Fleisch. preise den Viehcinkaufspreisen anzupassen. Da es unseren Bemühungen trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, die Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr von Schlachtvieh zu erzielen, und da nach einer fast zehnjährigen Schließung der Grenzen die Landwirtschaft immer noch nicht in der Lage ist, Deutschland genügend mit Schlachtvieh zu versorgen, mutz es nun Aufgabe der gesamten Bevölkerung sein, bei den maßgebenden Körperschaften die Oeffnung der Grenzen für d�e Einfuhr von Schlachtvieh durchzusetzen, ivelche leider unter Aufrcchterhaltung von Scheingrllnden unberechtigterweise noch immer verschlossen ge- halten werden." Ein Opfer des Straßenverkehr» wurde am Mittwoch der Tischler tzaldetzki aus Köpenick, der sich geschäftlich in Berlin auf- gehalten hatte. H. wollte gegen 8 Uhr nachmittags sich nach dem Bahnhof Börse begeben und geriet, als er in der Nähe des Hacke- scheu Marktes den Fahrdamm der Rosenthalerstraße überschreiten wollte, gegen eine Droschke. Der Tischler wurde zurückgeschleudert, fiel rücklings zu Boden und stürzte mit dem Kopf auf die Kante der Bordschwelle, wobei er sich eine schwere Schädelverletzung zuzog. Der Verunglückte wurde nach der Unfallstation in der Brüderstraße gebracht und von dort nach einem Krankenhause übergeführt. Ein schwerer Bauunfall alarmierte gestern nachmittag»im 4 Uhr die Berliner Feuerwehr nach der Oudenarderstr. 4. Dort wird jetzt nahe der Reinickendorferstrahe ein großer Neubau ausgeführt, der schon weit vorgeschritten ist. Gestern waren auf dem Bau zahlreiche Handwerker beschäftigt, als plötzlich die Treppen einzustürzen drohten. Noch bevor die Gefahr richtig erkannt wurde, stürzten die Treppen ein und begruben mehrere Arbeiter unter sich. Die meisten kamen mit dem Schrecken davon, einer wurde leicht und zwei schwer verletzt. Alle drei wurden noch vor Ankimft der Feuerwehr unter den Trümmern hervorgeholt und dann von dieser nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht. Der Zustand der schwerverletzten Arbeiter läßt Hoffnung auf Wieder- Herstellung zu. Der Bau wurde polizeilich gesperrt. Angeblich sollen die noch neuen Treppen mit Baumaterialien überlastet gewesen sein und als dann die Arbeiter mit neuen Lasten die Treppen be- stiegen, erfolgte der Einsturz. Wegen Freigabe des Milchverkaufs an Sonntagabenden be- absichtigt der Verein Berliner Molkereibesitzer bei dem Polizei- Präsidium vorstellig zu werden. In der von dem Verein ab. gehaltenen Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß die an Sonn- und Feiertagen nachmittags produzierte Milch, weil sie nicht verkauft werden dürfe, bis zum folgenden Tage an Qualität ver- liere und besonders in den heißen Sommermonaten leicht dem Ver- derben ausgesetzt sei. Von hervorragender Bedeutung aber sei die Freigabe des Milchverkaufs an Sonntagen für die Säuglingspflege, da es von außerordentlicher Wichtigkeit sei, den Kindern stets ganz frische Milch zu geben, was natürlich nicht möglich ist, wenn die Konsumenten genötigt sind, an Sonntagen schon vormittags Milch- Vorrat für den ganzen Tag zu kaufen. Falsche Zwanzigmarkscheine sind in letzter Zeit in den nörd- lichen Vororten in Umsatz gebracht worden. Ein gefährlicher Schwindler versucht die Falsifikate dadurch an den Mann zu bringen, daß er in Geschäften Kleinigkeiten kauft, Zwanzigmarkscheine in Zahlung gibt und sich mit dem herausgegebenen Gelde schleunigst entfernt. Da die falschen Scheine täuschend ähnlich nachgeahmt sind, so erfahren, die Geschädigten stets zu spät, daß sie einem ge- riebenen Gauner in die Hände gefallen sind. Vor der Annahme der Falsifikate mag daher dringend gewarnt sein. B»n Einbrechern heimgesucht wurde die Familie des Schloffers Werner in der Stettincrstraße 3. Die Diebe hatten„ausbaldowert". daß W. mit seinen Angehörigen nachmittags zu einer Kindtaufe ge- gangen war. Sie benutzten die günstige Gelegenheit, brachen in die Wohnung ein und raubten sämtliche Ersparnisse des Schlossers. Die Einbrecher hatten es zweifellos nur aus bares Geld abgesehen, denn die Schmuckgcgenstände ließen sie unberührt. Als die W.schc Familie spät abends von der Taufe heimkehrte, mußte sie die un- angenehme Entdeckung machen, daß in der Zwischenzeit„un- angemeldeter Besuch" in der Wohnung arg gehaust hatte. Aus Schwermut Selbstmord verübt hat gestern die 38 Jahre alte Ehefrau Erna Wolf aus der Bahnstraße 48. Frau W. hatte gemeinsam mit ihrem Mann seit Jahren ein recht gut gehendes Wasch- und Plättgeschäst betrieben. Vor mehreren Monaten wurde der Mann plötzlich geisteskrank und mußte in der Irrenanstalt Herzberge interniert werden. Frau W.. die sich in gesegneten Um- ständen befand, nahm sich das Schicksal ihres Ehemannes so sehr zu Herzen, daß sie sich in der Verzweiflung das Leben nahm; die Unglückliche erhängte sich in ihrer Wohnung. Kurz vor der un- seligen Tat hatte sie von ihren kleinen Kindern Abschied genommen. »erantwörtlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Der Polizeipräsident teilt mit: Am 10. d. M. wurde an der Ladestraße des Hamburger Jnnenbahnhofes. hinter den Häusern Jnvalidenstr. 80/61, die Leiche des Gelegenheitsarbeiters Ernst Zöllner. 20. 3. 65 zu Dittersbach. Kr. Lübau, geboren, welche einige Tage im Wasser gelegen hat. aus dem Spandauer Schiffahrtskanal gelandet; die Leiche befindet sich im Leichenschauhause. Etivaige An- gehörige, welche bisher nicht zu ermitteln waren, mögen sich an das Leichenschauhaus oder die Kriminalpolizei zu Nr. 7877 IV. 80/06 wenden. „In Freien Stunden". Von dieser illustrierten Wochenschrift, die in Heften zu je 10 Pf.(14 Heller in Oesterreich) erscheint, liegt der 1. Band des Jahrganges 1906 nunmehr gebunden vor. Aus dem Inhalt nennen wir:„Der verlorene Sohn", Noman von Hall Caine.—„Der Flüchtling", Novelle von Moritz Hartmann.— „Zum Bleibergwerk verurteilt", Briefe von Wassili Jakszakow.— „Die Narrenburg", Erzählung von Adalbert Stifter. Ein„Kleines Feuilleton" sorgt daneben für unterhaltende und belehrende Notizen. Der Band kostet elegant in Leinen gebunden 3,80 M., in Halbfranz-Einband 4 M. Wir empfehlen den Band jedem Liebhaber guter Unterhaltungs- lektüre, besonders machen wir Arbeiter-, Gewerkschafts- und sonstige Bibliotheken darauf aufmerksam. Di« Pnrtcitagsliste Nr. 1051 zum Mannheimer Parteitag ist ver- loren gegangen. Auf derselben waren 5,70 M. gezeichnet. Es wird gebeten, dieselbe eventuell anzuhalten und an R. Simon, Plan- Ufer 92o IV abzugeben. Feucrwehrbericht. In der letzten Nacht kam in der Admiral- straße 26 durch Unvorsichtigkeit ein Feuer aus, das auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Gleichzeitig mußte in der Tieckstr. 19 ein Brand gelöscht werden, der in einem Schuppen ausgekommen war und an Kohlen reiche Nahrung gesunde» hatte. In der Zorndorfer- straße 31 brannten in einem Keller Preßkohlen u. a. und in der Behmstraße ohne Nummer Teer auf einem Lagerplatz- Ferner liefen noch Alarme ans der Schnlstr. 7, Frtedelstr. 34 und vom Maybach- Ufer ein._ Vorort- JMacb richten, Charlottenbnrg. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung hielt am Mittwoch ihre erste Sitzung nach den Ferien ab. Zum ordent- lichen Brandenburgischen Städtetag am 24. und 25. dieses AtonatS in Küstrin wurde unter anderen Stadtverordneter Dr. B o r ch a r d t delegiert. Eine Magistratsvorlage betreffend Gewährung einer Beihülfe an den Verein zur Füriorge für die weibliche Jugend zugunsten des Erholungsheims in Havelverg lehnte die Versammlung mit der Be sei. da ab. daß keine genügende die Angehörigen aller Konfessionen ge P Sicherheit dafür gegeben in gleicher Weise in dem Erholungsheim berücksichtigt werden. Eine Reihe von Etatsüberschreitungen sowie die Vorlage, betreffend Anlage einer maschinellen Kohlentransport-Einrichtung aus Gas« anstalt II wurde debattelos genehmigt. Eine kurze Diskussion rief die Mitteilung des Magistrats betreffend die Teuerung«- Zulage hervor. Bekanntlich ist in der gemeinschaftlichen Kommission ein Emverständnis erzielt worden. Alle Redner geben dem Be- dauern darüber Ausdruck. Von Bedeutung war die Erklärung des Oberbürgermeisters SchustehruS, der die Notlage zugab und sich im Prinzip für eine Beseitigung der größten Härten bereit erklärte. Ein sozialdemokratischer Antrag aus sofortige Revision des Normaletats wird in der nächsten Sitzung zur Beratung kommen. Ein Antrag auf Einrichtung eines Stadtschuldbuchs wurde ab elehnt, eine Reihe von Magistratsvorlagen, darunter die betr. die Errichtung von Arbeitsstunden für Kinder der Gemeindeschulen während oer Wintermonate gelangte» zur Annahme. Die Einsprüche eaen die Richtigkeit der Wählerliste wurden dem Ausschuß zur rufung von Stadtverordnetenwahlen überwiesen. In der geheimen Sitzung beschäftigten sich die Stadt- verordneten hauptsächlich mir dem Vergleichsvorschlage mit den Charlottenburger Wasserwerken. Nach Borprüfung durch einen Aus 'chuß wird die Angelegenheit in einer außerordentlichen Sitzung er- ledigt werden. Seitens der sozialdemokratischen Fraktion ist ein Antrag und eine Interpellation eingebracht, die voraussichtlich in der nächsten Sitzung beraten werden. Der Antrag wünscht, daß Techniker und [jygiemker mit der Wohnungsinspektion betraut werden ollen, die Interpellation bezieht sich auf den Gerüsteinsturz am Bau des Schiller-TheaterS. Schöneberg. Die Wahl von sechs Stadträten wird in der am Montag statt- indenden Stadtverordnetenversammlung vorgenommen werden und zwar abends um 7 Uhr. Außer dem Herrn T e m o r. der bereits am 1. Juli d. I. seine Tätigkeit im Magistratskollegium aufgegeben hat, scheiden mit dem 31. März n. I. aus die Herren Nord- hausen, Stauß, Leonhard, Kloß und R ä t h e r. Die drei letzteren gehören dem Magistratskollegium schon seit der Stadt werdung Schönebergs an. Herr Stadtrat Räther, der bisher dein Armenwesen vorstand, hat eine Wiederwahl abgelehnt. Die Lesehalle der städtischen Volksbücherei ist von jetzt ab auch wieder an de» Sonntagen von 3—4 Uhr nachmittags geöffnet. Die- elbe befindet sich Eisenacherstr. 78 und ist die Benutzung für jeder mann unentgeltlich. Wilmersdorf. Die Stadtwerdung Wilmersdorfs ist nunmehr vom Kaiser gr nehmigt. Damit ist das 75 000 Einwohner zählende Dorf mit seinem 'chon längst angenommenen städtischen Eharakter in die Reihe der deutschen Städte aufgenommen. Während Wilmersdorf erst am 1. April 1907 aus dem Kreisverbande ausscheidet, sollen die Stadt- verordnetenwahlen bereits im November stattfinden. Bei seinem Ausscheiden aus dem Kreisverbande erhält WilmerS- dorf 25 Prozent des vorhandenen Aktivvermögens des Kreises und beteiligt sich dafür mit dem gleichen Prozentsatze an der Tilgung und Verzinsung der Kreisschulden. Auch muß Wilmersdorf bis zum Jahre 1913 bis zu 25 Prozent, bis 1920 zu IN/, Prozent und bis 925 zu 12'/, Prozent die Unterhaltung der bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt vom Kreise erbauten Verkehrsanlagen tragen helfen. Die Unterhaltungskosten der Kreiskrankenhäuser bis zur Fertigstellung von 550 Betten Hilst es bis zu einem Betrage, der 130 Betten ent- spricht, tragen. Es hat dafür freilich das Recht, in Lichterselde und Britz, den beiden Kreislrankenanstalten. dauernd 130 Betten zu beanspruchen. Ober-Schöneweide. Gemeinde« ertreterfitzung. Vom Vorsteher wird mitgeteilt, daß die Regierung dem einstimmigen Beschlüsse der Vertretung auf Vermehrung der Zahl oer Vertreter ihre Zustimmung versagt habe; er empfiehlt, vor den Ersatzwahlen im Jahre 1908 diesen Antrag zu erneuern. Zu de» Baukosten der Trcsckowbriicke sind nachträglich seitens der A. E.-G. 8000 M. gestiftet worden. Einer Einladung zum Städtetag wird Folge gegeben und mit der Vertretung der Gemeindevorsteher betraut. Zu der Vorlage: Beitritt zum Waldschutzverein wird beschloffen, besagtem Verein vorläufig eine einmalige Zuwendung von 50 M. zu machen, im übrigen aber zur Selbsthülfe zu greifen und 1000 M. bereitzustellen zu dem Zweck, den angrenzenden Wald rein zu halieu. Bei dieser Frage beantragt Genosse Grunow, in Anbetracht der zunehmenden Vernichtung des Waldes geeignete Spielplätze fürKinder herzurichten. Beschloffen wird, einen, in, neuen Ortsteil hinter der Edisonstraße der Gemeinde zu- gewiesen«, Krankenhausplatz zu diesem Zweck anzupflanzen und zu umzäunen.— Von, neuen Gemeindebanrat sind zwei Projekte für Umgestaltung der Wilhelminenhofstraße aufgestellt, die einen Kosten« aufwand von 270 000 und 320000 M. erfordern. Befürwortet wird von ihm eine vorläufige UmPflasterung. Genosse Grunow trat den» Gedanken solcher Flickarbeit entgegen und kritisierte bei dieser Ge- legenheit die Rücksichtslosigkeiten der Slraßenbahngesellschaft, wobei er ein energisches Eingreifen der Behörde forderte.— In die S ch„ l k o m in i s s i o n wurden gewählt die Ber« treter Peierls. Hegewaldt, Lehmann, Herwig, Whrzick. Genosse Grunow lehnte eine Wahl ab. In Zukunft gehört»ach dem neuen Ortsstatut dem Schulvorstande neben dem evangelischen— auch der katholische Geistliche an.(Welcher Fortschritt für die aufblühende Gemeinde.) Anläßlich eines Gerüchtes über drohende Baukosten- Überschreitungen beim Ba» der dritten Schule be- antragt Vertreter Nollenberg eine geheime Sitzung. In nicht en Gerüchte als derselben werden vom Baurat diese zulreffend bezeichnet, wenn von einigen Mehrkosten nach Aenderunae im Projekt abgesehen würde. Unsere Genossen erhoben Protest va- gegen, daß die Balikommission selbständig solche Aenderung anordnet. 'Beschlossen wird, der nächsten Sitzung eine genaue Kostenrechnung des Baues vorzulege» und das Ergebnis der geheimen Sitzung zu veröffentlichen.— Bei de», auf der Gemeindekläranlage errichleten neuen Klärt,, rm sind die Fundamentmauern eingestürzt. Nach einem Gutachten soll eine Erneuerung möglich sein und muß der Unternehmer dieselben herstellen. Spandau. In geradezu auffallender Weise mehren sich die Unfälle bei der Firma Orenstein u. Koppel. Vor einigen Tagen, als mit einer neu erbauten Feldbahn Fahrversuche angestellt wurden, ist ein Arbeiter gegen den Prellbock geschleudert worden, wobei er schwere Kontusionen am rechten Bein erlitt. Es wäre sehr erwünscht, wenn über die Ursachen der in letzter Zeit erfolgten Unfälle einmal nähere Unter- suchungen angestellt würden. Ein wahrer Auswandcrerort russischer Emigranten ist der eine halbe Stunde von Spandau entiernt liegende Bahnhof Ruh leben. Täglich zeigt sich hier ei» Bild des Elends und die Folgeerscheinung russischer Barbarei. An 2000 Personen treffen täglich aus dem Reiche Väterchens ein, um von hjA: ihre Reise fortsetzend sich jenseits des großen Wassers eine neue Heiniai zu suchen. Im Sonderzuge werden sie von hier nach den Hafenstädten befördert. Nur allzu oft sind es Familien, deren Ernährer im Strudel der Revolution ver- schwunden Ferne, ihre ist. Wetter.Prognosc für Freitag, den 14. September 1908. Kühl und vorwiegend trübe mit Rcgensällen und ziemlich starken nordlichen Winden. Berliner W e t t e r b u r e a u. Sturmwarnung. Wegen eines in Oesterreich-Ungarn befindlichen barometrischen Minimums, das mit starken nordöstlichen Winden„ordwestwärts vorzurücken scheint, ist heute vormittag der ö st l i ch e T e i l d e r O st s e e k ü st e von M e in e l bis D a r> s e r o r t seitens der See- ____________ warte gewarnt worden.__ Für big Inseratenteil verantw.: Xtz. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer L- Co.. Berlin LW- Aufs Geratewohl geht's nun in die unbekannte D. Habe am Ort schmachvollster Barbarei im Stich lassend. Blicke größter Sympathie begleiten sie auf ihrer Reise. Mit der Lokalfragc beschäftigte sich am Dienstag in dem erst der Partei freigegebenen Lokal von Borchhardt, Seeburgerstr. 26, eine außerordentliche Generalversammlniig des Wahlvereiiis. Genosse Linz verbreitete sich in längeren Ausführnngen über dieselbe und rügte namentlich das pflichtwidrige Verhalten eines Teiles der gewerkichastlicb organisierten Arbeiter in der Beachtung und Be- solgung der Lolalliste. Nach langer Debatte, in der namentlich Genosse Scholz den Standpunkt vertrat, daß man beim Sperren von Lokalen zunächst erst das von den Arbeitern am meisten besuchte herausgreifen möge, wurde folgende von Linz gestellte Resolution mit großer Majorität angenommen: „Angesichts der kommenden Reichstagswahl ist es die vornehmste Pflicht eine« jeden Parteigenossen, die Lokalliste genau zu beachten, ganz besonders ist das Lokal„Roter Adler" auch bei Theater. Konzerten und sonstigen Vergnügungen zu meiden. Ferner erklärt die heutige Generalversammlung, in den Gewerkschaftslreisen energisch für eine wirksamere Lokalsperre einzutreten und des weiteren dafür zu sorgen, daß nur in den Gastwirtschaften verkehrt wird, wo die Arbeiterpresse ausliegt." Angenommen wurde auch ein Vorschlag von Golz. die Lokalkommission um vier Mitglieder zu verstärken. Die Wahl entfiel auf die Genossen Golz, Rllhrmund, Strucks und Bessin. Die Abrechnung über die am 12. August abgehaltene Parteifeier zeigt eine Einnahme von 836,85 M. und eine Ausgabe von 793,81 M.; es ist somit ein Defizit von 106,98 M. entstanden. Wegen vorgeschrittener Zeit wurde die Versammlung auf Dienstag, den 13. Septeniber, vertagt. Diese Versammlung findet im„Fürstenhof" bei Schwabe, Sege- sclderstraße, statt. Zur Verhandlung stehen die unerledigten Punkte: Berickfi von der Kreis-Generalversammlung und Bericht von der Provmzialkonferenz. In der Geiitralversammlung wurde wohl aus Versehen ein Schirm mitgenommen; derselbe ist abzugeben beim Genossen Behrend. Metzerstt. 18, Ouergebäudc. Potsdam. Die letzte diesjährige Schwurgerichtsperiode am hiesigen Land- g e r i ch t soll am 8. Oktober beginnen. Den Vorsitz wird Land- gerichtsdirektor H e y e r führen. Voraussichtlich werden acht Sitzungs- tage notwendig sein. Die Auslosung der hierfür nötigen dreißig Geschworenen hat bereits stattgefunden. Die Allgemeine Antomobil-Omiiibusgesellschaftarandllj770SW Petersburg 775 NO Scilly Werdee» Pari» 761 SSW 758 SSO 766 ONO «eller 4 heiter INebel 4 bedeckt 4wolrig Iwolkenl »N eü -4 II ß? 10 7 16 13 7