Mr. 216. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland. 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg.. fedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Marxiche Methode. Sonntag, den 16. September 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. „ Die Bulgärökonomie tut in der Tat nichts, als die Vor- forderlich, zunächst die„ reinen" oder„ absoluten" Gesetze zu stellungen der in den bürgerlichen Produktionsverhältnissen be- erfassen. fangenen Agenten dieser Produktion doktrinär zu verdolmetschen. Deshalb erklärt denn auch Marr an verschiedenen zu fyftematisieren und zu apologetifieren. Es darf uns also nicht Stellen seines Kapitals", daß die von ihm dargelegten Gewundernehmen, daß sie gerade in der entfremdeten Erscheinungs- setze im Wirtschaftsleben eine andere Wirkung zeigen, als sie, form der ökonomischen Verhältnisse, worin diese prima facie ab- wenn sie voll zur Geltung fämen, eigentlich müßten; 3. B. geschmackt und vollkommene Widersprüche sind und alle Wissen- sagt er nach seiner Darlegung des Affumulationsgefeges schaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das( 1. Band, 4. Auflage, S. 609):„ Dies ist das absolute allWesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen, wenn gerade gemeine Gesetz der kapitalistischen Affumulation. Es wird hier die Bulgärökonomie sich vollkommen bei sich selbst fühlt, und gleich anderen Gefeßen in seiner Verihr diese Verhältnisse um so selbstverständlicher erscheinen, je mehr wirklichung durch mannigfache Umstände der innere Zusammenhang berborgen ist, sie aber der ordinären modifiziert, deren Analyse nicht hierher Vorstellung geläufig sind." gehört." Noch vor wenigen Jahren forderte ein Teil unserer Parteischriftsteller mit der Begründung, die Marrschen Theorien seien bereits vielfach durch die Tatsachen der neueren Wirtschaftsentwickelung überholt, eine gründliche Revision des theoretischen Vermächtnisses unseres großen Altmeisters und des auf dieses sich stüßenden zweiten Teiles des Erfurter Programms; heute müssen umgekehrt diese Theorien dazu herhalten, denselben Leuten Argumente für ihre Angriffe gegen die sogenannte„ Revolutionsromantik" und die„ einfeitige Betonung" des Klassenkampfcharakters unserer Partei zu liefern. Wurde damals die angebliche geistige„ ErMarr tritt an die Erforschung der Wirtschaftsgesetze ge- Im Grunde genommen, ist die von Mary angewandte starrung" der sozialdemokratischen Bewegung auf das wissermaßen in derselben Weise heran, wie ein Physiker Methode der ganzen englischen klassischen Schule der National strenge Festhalten der„ orthodoxen" Marristen an der ver- en die Feststellung physikalischer Gesetze. ökonomie gemeinsam, nur ist Marr seinen Vorläufern an Abalteten Marrschen Dogmatik zurückgeführt, so lesen wir heute Wie dieser reine grundlegende Gesetze zu gewinnen sucht und straktionskraft und Schärfe der Analyse bei weitem überumgekehrt, daß nicht die eigentliche Marrsche Lehre an dieser an diesem Zwecke von den störenden Einflüssen abstrahiert, legen. Und zu diesen Vorzügen kommt als weiterer seine Erstarrung schuld ist, daß diese selbstverständlich vernünftig die in Wirklichkeit sich oft oder immer einstellen, so sucht auch historisch- evolutionistische Auffassung. Während die Theore ausgelegt sich vielmehr in schönster Harmonie mit den Marr die ökonomischen Geseze„ tein" aus ihren Grund- tiker der Klassischen Schule die ökonomischen Geseze gewisser. revisionistischen Bestrebungen befinde; die Schuld an allem bedingungen analytisch herauszuschälen. Und da bei der maßen als Naturgesetze auffaßten, als ewige Gesetze, die schon llebel trüge lediglich jener sich an toten Formeln flammernde Analyse der ökonomischen Formen weder das Mikroskop noch immer eriſtiert haben, wenn auch ihre Wirkung in früheren Ueber- Marrismus, von dem einst Mary selbst gesagt hätte, chemische Reagentien usw. zu Hülfe genommen werden können, primitiven Verhältnissen nicht deutlich hervortrat, faßt Mary daß er in dessem Sinne kein Marrist sei. so muß die Abstraktionskraft sie erseßen. die ökonomischen Geseze als Gesetze der gesellschaftlichen Be Recht anschaulich schildert in seiner empfehlenswerten ziehungen, als Gesetze des Gesellschaftslebens auf; und da die Schrift über Sarl Marr' ökonomische Lehren" Gesellschaft nicht etwas Gleichbleibendes, sondern etwas fich ( 4. Auflage Seite 24/25) Karl Kautsky diese Methode: Veränderndes ist, so besigt jede Entwidelungs. „ Ein jedes naturwissenschaftliche oder gesellschaftliche Gesek periode auch ihre eigenen, besonderen ist ein Verfuch, Vorgänge in der Natur oder der Gesellschaft zu ökonomischen Gesetze. Die politische erklären. Aber kaum einer dieser Vorgänge wird durch eine Detonomie ist somit im wesentlichen eine einzige Ursache bedingt. Die verschiedensten und verwickeltsten historische Wissenschaft. Sie behandelt einen Ursachen liegen den verschiedenen Vorgängen zugrunde und diese wechselnden Stoff, und ihre Aufgabe kann demnach auch nur Vorgänge selbst spielen sich nicht unabhängig von einander ab, sein, allgemeine, für alle Zeiten und alle Wirtschaftsstufen sondern durchtreuzen sich in den verschiedensten gültige Gesetze zu konstruieren, sondern die Gefeße für die Richtungen. Der Erforscher der Zusammenhänge in der einzelnen aufeinander folgenden Entwickelungsperioden zu Natur oder deaneseüschaft hat daher eine doppelte Aufgabe. finden. Er muß erstens die verschiedenen Vorgänge von einander fondern, Diese Methodik ist vielen Kritikern des Marrschen fie isolieren; er muß zweitens die Ursachen, welche diesen Vor- Systems unverständlich geblieben. Nicht nur erscheinen ihnen gängen zugrunde liegen, von einander sondern, die wesentlichen wie die heutige kapitalistische Warenproduktion, so auch deren von den unwesentlichen, die regelmäßigen von den zufälligen. Geseze als etwas Bleibendes, ein für allemal Gegebenes; fie Beide Arten der Forschung sind nur möglich durch die Abstraktion. verstehen auch nicht, wie ein Dentgenie wie Marr sich darauf Durch die Abstraktion gelangt der Forscher zur Erkenntnis verlegen kann, Wirtschaftsgefeße zu gewinnen, von denen er eines Gesetzes, das den Erscheinungen, die er erklären will, au- selbst sagt, daß ihre Wirksamkeit gewöhnlich durch manniggrunde liegt. Ohne dessen Kenntnis können die betreffenden Er- fache Umstände verändert oder abgelenkt wird. Was, erst erscheinungen nicht erklärt werden; aber keineswegs genügt dies flärt Marr etwas für ein„ absolutes" Gefeß, und dann sucht eine Gesetz allein, um diese Erscheinungen böllig zu erklären. er hinterher nachzuweisen, daß es häufig modifiziert wird Eine Ursache tann durch eine andere geschwächt, und die ihm zugeschriebene Wirksamkeit gar nicht hat? So ein ja in ihrer Wirkung völlig aufgehoben werden; frivoler Unsinn, solch eine Vergeudung geistiger Arbeitskraft! es wäre jedoch falsch, aus einem solchen Fall schließen zu wollen, Professor Lorin hat denn auch tatsächlich entdeckt, daß daß die Ursache überhaupt nicht bestehe. Die Gesetze des Falles Marr bei Niederschrift seines Sapitals" von der boshaften gelten z. B. nur im luftleeren Raum: hier fallen ein Stück Blei Absicht geleitet worden sei, seine Leser zum besten und eine Feder gleich schnell zu Boden. Im mit Luft erfüllten zu haben. Und Böhm- Bawerk schreibt in seiner an den Raum ist das Ergebnis ein anderes, wegen des Widerstandes der Erscheinungen der Oberfläche des Wirtschaftslebens haftenden Luft. Trotzdem ist das Fallgeset richtig." roh- empirischen Auffassung: Zu einem wesentlichen Teil entspringen solche Berufungen auf Marrsche Ausführungen zweifellos dem tattischen Schachzug, die in der intelligenteren Arbeiterschaft noch unerschütterte Autorität eines Marr für die revisionistischen Bestrebungen in Anspruch zu nehmen, noch weit häufiger aber wurzeln sie in der Unkenntnis der Marrschen Methodit, die nicht nur zu jener der heutigen meist auf biologischen Fundamenten aufgebauten Soziologie( Lehre von den gesellschaftlichen Beziehungen und ihrer Entwickelung), sondern auch der modernen Volkswirtschaftslehre in schärfstem Gegensatz steht. Die Methode der heutigen Volkswirtschaftslehre, wie sie an den meisten Universitäten gelehrt und von den Handelskammern praktiziert wird, ist eine rein empirischfombinatorische, meistens sogar eine sehr roh- empirische, d. h. die volkswirtschaftlichen Erscheinungen werden so, wie sie sich äußerlich der Beobachtung darstellen, als gegebene Tatsachen betrachtet und dann zwischen ihnen auf Grund ihres anscheinenden äußerlichen Zusammenhanges, oft sogar nur ihres gleichzeitigen Auftretens ein Kausalnerus herzustellen gesucht. So findet z. B. ein Volkswirtschaftler dieser Gattung, daß regelmäßig vor dem Ausbruch einer Wirtschaftskrise die Nachfrage nach Geld und der Diskontsaz steigt, und folgert einfach daraus, daß die Krise die Folge der ihr voraufgegangenen Geldknappheit ist. Ein anderer bemerkt, daß während der dem Krisenausbruch voraufgegangenen Aufschwungsperiode die Löhne und der Verbrauch der Arbeiter an Mitteln des individuellen Konsums wesentlich gewachsen sind; er schließt daraus, daß die Krise daraus entstanden ist, daß ein zu großer Teil der neugeschaffenen Werte individuell konsumiert und dadurch eine genügend rasche Vermehrung des Produktionstapitals verhindert worden ist. Ein dritter hat im Gegen- Marr leitet denn auch beispielsweise sein Wertgesetz" Die Fundamentalthese, welche Marg seinen Lesern zu teil gefunden, daß zu Beginn der Krise eine Ueberproduktion nicht etwa aus den auf der Oberfläche hervortretenden Preis- glauben vorstellt, ist, daß der Tauschwert der Waren denn nur an derartigen Konjumartikeln vorhanden war; er zieht die erscheinungen ab, sondern vielmehr auf dem Wege der auf diesen, nicht auf den Gebrauchswert ist seine Analyse ge richtet Folgerung, die Krise resultiere aus einer ihr vorauf- logischen Deduktion aus dem Wesen des Grund und Maß in den in den Waren berkörperten gegangenen Unterkonsumtion usw. Nicht selten gehen die Tausches heraus; und sein Gesetz der kapitalistischen Arbeitsmengen findet. Methodiker dieses Schlages sogar noch einige Schritte weiter Affumulation( Kapitalszusammenhäufung) gewinnt er nicht, Statt nun seine These aus der Erfahrung und konstruieren sich, sobald sie bei der Untersuchung früherer indem er von den sich der Beobachtung darbietenden Konoder aus ihren wirkenden Motiven empirisch ähnlicher Wirtschaftsvorgänge auf anscheinende Analogien zentrationserscheinungen ausgeht, sondern durch eine ein- oder psychologisch zu begründen, zieht Marg es vor, stoßen, sofort allerlei schöne Gefeße. gehende Analyse des kapitalistischen Reproduktionsprozesses, einen dritten für einen derartigen Stoff gewiß etwas seltsamen Zu diesem Verfahren steht die Marrsche Methode in der Verwandlung von Mehrwert in Kapital und der im Ver- Beweisgang einzuschlagen: den Wegeines rein logischen schärfstem Gegensatz. Derartige Kausalfolgerungen zu ziehen lauf dieses Prozesses erfolgenden Veränderung des Größen- Beweises, einer dialektischen Deduktion aus dem Wesen des oder gar aus einigen beliebigen Vorgängen auf Grund ihrer verhältnisses der einzelnen Kapitalsteile zu einander. Tausches heraus." äußeren Uebereinstimmung volkswirtschaftliche Gesetze abzu- Solche auf dem Wege der Abstraktion und logischen DeWas tatsächlich eine Stärke der Marrschen Methode ist, leiten, wäre Marr als Blödsinn erschienen. Nach seiner Auf- duktion gewonnenen Gesetze nennt Marr reine" oder gilt Herrn Böhm- Bawerk in seiner Beschränktheit als fassung können solche Gesetze nur auf dem Wege absolute" Geseze absolut nicht im Sinne Schwäche, als methodische Todsünde". logischer Deduktion aus gegebenen allgemeinen von unbeschränkt gültig", sondern im Sinne Aber nicht nur viele Gegner verstehen die Marrsche Grundtatsachen gewonnen werden. Die alltägliche Erfahrung, der Hegelschen Philosophie, d. h. er versteht Methode nicht, auch für manche Revisionisten, welche die sagt er, erfaßt nur den trügerischen Schein der Dinge. Die unter einem absoluten" Gesetz das den mannigfaltig Marrschen Lehren zu revidieren unternehmen, ist sie ein Buch fertige Gestalt der ökonomischen Verhältnisse, wie sie sich an wechselnden Erscheinungen einer bestimmten Art zugrunde mit sieben Siegeln. Das zeigt sich deutlich daran, daß z. B. der Oberfläche unserer Beobachtung zeigt, ist in Wirklich liegende letzte Bewegungsprinzip( immanente Tendenz). Daß nicht selten gegen die Marrsche Akkumulations- und Konfeit ganz verschieden von der inneren, diese reinen" Gesetze bezw. Tendenzen keineswegs im zentrationstheorie der Einwand erhoben wird, sie könnte deswesentlichen, aber verhüllten Kerngest a Ii Wirtschaftsleben in ihrer Reinheit immer zur Geltung halb nicht richtig sein, weil in gewissen Ländern oder auch und dem diesen inneren Wesen entsprechenden Begriff. Dem- tommen, darüber ist sich Marr selbstverständlich vollkommen in gewissen Produktionszweigen, z. B. in der Landwirtschaft, nach ist es denn auch ganz verkehrt, diesen Schein als das klar. Im wirtschaftlichen Leben setzt sich weder ein Gesetz nichts von einer Konzentration zu spüren sei. Wer derartig Wirkliche, das Gegebene anzunehmen und von ihm bei der allein durch, noch hat jedes Gesetz seine eigene besondere argumentiert, beweist damit nur, daß er die Marrsche Folgerung auszugehen. Aufgabe der Wissenschaft ist es viel Geltungs- oder Wirkungssphäre. Das Wirtschaftsleben ist Methodit nicht im geringsten begriffen hat und am besten an mehr, durch den äußeren Schein zum inneren im Gegenteil die Resultante vieler sich gegenseitig beschränken- die Spitze seiner Revisionsbestrebungen das Dantesche Wort Wesen der volfswirtschaftlichen Vorgänge der, einander durchkreuzender oder einander in ihrer Wirkung fegte: Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate"( Laßt und Zusammenhänge vorzubringen. Ber- beeinträchtigender ökonomischer Gesetze. Es kann demnach jede Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet). schiedentlich macht Marr in seinem Kapital" der„ Bulgär- auch, wie Kautsky in dem obigen Zitat sagt, eine Ursache Das Marrsche Affumulationsgesetz und dasselbe gilt ökonomie", d. h. jener Volkswirtschaftslehre, die heute fast durch eine andere geschwächt, ja in ihrer Wirkung völlig auf- von den anderen Gefeßen kann nur dadurch als unrichtig noch mehr als ehemals die staatlichen Lehranstalten und die gehoben" werden. Es kann also auch ein ökonomisches Gesetz erwiesen werden, daß die Basis, die Grundtatsachen, von bürgerliche Presse beherrscht, den Vorwurf, daß sie nur die fast nie rein" zur Geltung gelangen, sondern meist durch denen Marr ausgeht, als unrichtig nachgewiesen werden oder äußeren Erscheinungsformen sieht und durchweg nur die aus Gegenwirkungen anderer Geseze gelähmt oder in mehr oder daß man in seinen logischen Deduktionen Fehler aufzeigt; diesen sich ergebenden kaufmännischen und industriellen Vor- minder bestimmter Richtung abgelenkt werden. Dennoch ist nicht aber, daß irgendwo die Erscheinungen stellungen systematisiert und begrifflich flärt. So heißt es es, sollen die wirtschaftlichen Vorgänge richtig begriffen des Wirtschaftslebens der diesem Gefeß zu3. B. im ersten Band des„ Kapitals" von dieser Art der werden, durchaus nötig, daß alle diese Geseze in ihrer Rein- gefchriebenen Wirkung nicht entsprechen; Nationalökonomie: sie pocht überall auf den Schein gegen heit analytisch bestimmt werden. Wie es zum Verständnis denn, wie Marx selbst sagt, wird im Wirtschaftsgetriebe die das Gesetz der Erscheinung. Daß in der Erscheinung physikalischer Erscheinungen nötig ist, zunächst die physika- Wirksamkeit der„ absoluten" Gesetze mannigfach modidie Dinge sich oft verkehrt darstellen, ist lischen Gesetze in ihrer Reinheit zu kennen, und dann erst die fiziert oder auch ganz gelähmt. ziemlich allen wissenschaften bekannt, Abweichungen, die ihre Wirkung unter dem Einfluß anderer Tatsächlich verwickeln sich denn auch jene Marrkritiker, außer in der politischen Oekonomie." Und Geseze erleiden, so ist es auch nach der Auffassung unseres die auf diese Weise die Unrichtigkeit seiner Lehre nachzuweisen im 3. Band, Teil II, S. 352, führt Marg aus; großen Altmeisters auf ökonomischem Gebiet durchaus er- lunternehmen, in höchst komische Widersprüche. Da gelangt S- B. der eine zu, dem Ergebnis, daß Zwar die Marxsche Kon- zentratwnstheorie für die englische Landwirtschaft bis zur �, vorigen Jahrhunderts gegolten habe, aber nicht mehr heute; em zweiter findet, daß noch bis vor 40 oder 50 jähren in der deutschen Landwirtschaft eine Besitzkonzen- tranon stattgefunden habe, dann erst wäre ein Umschlag er- folgt: em dritter erklärt auf Grund seiner Forschungen, zwar in Deutschland fände keine Konzentration mehr statt, wohl aber m Ungarn, in gewissen Teilen Rußlands oder der Ver- einigten Staaten von Nordamerika usw. Alle derartigen Beweisführungen sind vom Standpunkte der Marxschen Methode Unsinn. Ein Gesetz der kapitalistischen Produttion gilt für das gesamte Gebiet dieser Produktion, nicht nur für , emzelne �.änder und Landesteile; wohl aber kann seine Wirkung in den einzelnen Ländern durch mannigfache Um- stände aufgehoben oder eingeschränkt werden: Z- B. durch die Zollgesetzgebung. Frachttarifgesetze, Erbschafts-, Hypotheken- und Ansiedelungsgesetze, bestimmte Konkurrenzverhältnisse zwischen den Nachbarländern usw. usw. ■ Das Verstehen der Marxschen Methodik ist aber die erste Voraussetzung der Erfassung des großen ökonomischen Werkes unseres Altmeisters� wer seine Methode nicht begreift, der begreift auch seine Beweisführungen nicht, für den ist besten- falls das„Kapital" nur ein Irrgarten feiner logischer Ab- straktionen und scharfsinniger aber größtenteils wertloser Analysen. Die rnsfische Revolution. «e zarischen Massenmörder auf der Mörderwerbung. Immer lauter werden die Hülferufe aus Russisch-Polen, immer bestimmter die Meldungen, die von der Vorbereitung einer ungeheuer- lichen Judenschlächterei in Warschau sprechen. Das gestrige Telegramm unseres Genossen Daszhnsli wird heute durch folgende Meldung, die dem Hlllfsverein der beut» s ch en Juden zuging, bestätigt und bekräftigt. Es erhielt den entsetzlichen Bericht von einer vertrauenswürdigen Personlichleit in Warschau in angesehener Stellung. Er lautet: Warschau, 14. September. „Meine teuren Freunde I ES ist bekannt geworden. daß ein schreckliches Blutbad den Juden in Warschan bereitet wird. Es steht dies fest. Wir haben das von einigen liberal gesinnten russischen und polnischen Offi- zieren erfahren. Auch jüdische Soldaten erzählen dasselbe. Die Chefs der hiesigen Regimenter haben in den Kasernen alle Soldaten sdie Juden ausgeschlossen) versammelt und hielten vor ihnen hef- tige, aufrührerische Reden gegen das Judentum im allgemeinen und insbesondere gegen die Warschauer Juden in bekannter Art und Weise.„Aber nahe sei der große Tag, den der Zar selbst festgesetzt hat, an dem die Abrechnung mit den Gottverhatzten endlich stattfindet, um auS ihren Händen sein Volk, seinen Glauben und sein Land zu retten. So seid denn bereit.".90(XX) Rubel seien von allerhöchster Stelle zur Verteilung unter die in Polen dienenden Soldaten bestimmt, zum Zeichen der allerhöchsten An- erkennung ihres treuen Dienstes." Kurz, es unterliegt keinem Zweifel, daß uns ein schreckliches Blutbad bevor- steht. Wir sind hier ganz machtlos. Alle Türen sind vor uns geschlossen. Unsere einzige Hoffnung sind unsere Brüder und edle zivilisierte Christen im Westen. Das Schwert hängt über unserm Hals, die Todesgefahr schwebt vor unseren Augen. Um Gottes willen rettet, helfet. Lasset die Presse ihre Stimme erheben. Erwecket alle Männer der Schrift und der Tat, alle, die ein Herz besitzen. Redet zu den Großen. Wirket ein auf jedermann, der Einfluß und Macht be- sitzt. Lasset nach Petersburg drahten jvon hier aus ist es un- möglich). Tuet loas Euch möglich ist. Rettet die größte jüdische Gemeinde vor Tod und Verheerung, behüte Gott. Ich unter- zeichne meinen Namen nicht aus selbstverständlichem Grunde, Ihr kennet aber meine Handschrift." Der Hülfsverein der deutschen Juden fügt hinzu: „Wir können leider nach dem, was geschehen, an dem furchtbaren Ernst der Lage nicht zweifeln. Es scheint uns, daß der Augenblick für die Regierungen des zivilisierten Europa gekommen ist, ihre Aufmerksamkeit Vorgängen zuzuwenden, die nicht nur vom mensch- lichen Standpunkt aus entsetzliche sind, sondern die zugleich eine große politische und wirtschaftliche Rückwirkung auf Europa haben müssen." Auch dieser Appell an die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Bourgeoisie, den der letzte Satz enthält, ivird vergebens sein. Die „Rhein.-Weftf. Ztg.", das Organ der Kohlenjunker, hat bereits er- klärt, daß Deutschland, um den Export nach Rußland nicht zu verlieren, die Empfindlichkeit der Herrschenden in Rußland nicht durch überflüssige Entrüstung über gemarterte und getötete Juden (jeglichen Alters und Geschlechts I) verletzen dürfe. Um der Greuel der zarischen Massenmörder aber werden die Regierungen des zivilisierten Europa sich nicht einmal zu ein paar platonischen Woxten des Protestes aufraffen. Ja, wenn es sich um eine Jnter- vention für die Mörder handelte, gegen die Freiheitskämpfer, gegen das russische Volk. Das wäre etwas anderes! Der Schrecken in Warschau. Warschau, 14. September.(Von einem besonderen Korre- spondenten.) Im Verlaufe des heutigen Tages fanden wiederum zahlreiche Haussuchungen statt. Viele Personen wurden verhaftet und in den Kasernen interniert. Notzüchtigung der Wahrheit. Der Gouverneur Sshkalow, der Bluthund, der die Juden- Schlächterei von Siedlce auf dem Gewissen hat, hat die ungeheuer- liche Frechheit, sich vor der Oeffentlichkeit als trauernder Patriot und Menschenfreund zu zeigen, der die unglücklichen Bewohner, die die Opfer der Schlächtereien und Plünderung waren, ermahnt— fürderhin keine Gewalttaten zu begehen und Frieden zu halten. Der Mörder, der seinen Opfern Friedfertigkeit predigt! Dieser Unmensch, dessen Hand noch trieft vom Blute Unschuldiger, vom Blute entsetzlich gefolterter Frauen und Kinder, dieser Schandbube wagt eS, noch bevor sich die Gräber seiner Opfer gewölbt haben, sie zu beschimpfen und die Schuld auf sie abzuwälzen. Und es gibt wirklich deutsche Blätter— die„Nordd. Nllg. Ztg.", die„Kreuzztg." u. a.— die diese schändliche Vergewaltigung der Wahrheit ohne ein Wort der Kennzeichnung, ohne eine Silbe des Protestes ihren Lesern vorzusetzen wagen I Publizistische Zuhälter von Massenmördern und Bestie« l Die Meldung, die" wir gestern schon einem Teil unserer Leser »och unter letzten Depeschen mitteilen konnten, lautet: Siedlce, 14. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) General Ssykalow. der den Posten eines zeit- weiligen Generalgouverneurs des Gouvernements Siedlce ange- treten hat, hat folgenden Aufruf an die Bevölkerung erlassen: Voll Kummer stehe ich vor den Fällen der Gelvalttätigkeit. denen eifrige und ehrliche Träger der Administration zum Opfer ge- fallen sind. Besonders empörend sind die Unruhen der letzten Tage, die so viele Menschenleben gekostet haben; empörend sind die ge- setzwidrigen Anschläge auf die Hüter der öffentlichen Ordnung und auf pflichttreue Trnppcn. Bürger und Einwohner, wo und " wann im Leben der Menschheit sind Beispiele vorgekommen, das Propheten und Lehrer Gewaltakte und Mord augewandt haben, um die verirrte Gesellschaft auf den rechten Weg zurückzuführen. Nicht Gesetzwidrigkeit, so-dern durch ffreuge und furchtlose Aufdeckung deS Lasters» sowie durch das Beispiel strengster Selbstzucht gegenüber Bcrsnchungrn und Zügellosigkeit haben sie die Völker zur Vernunft gebracht und sie auf den Weg wahrhaft mensch- lichen Lebens zurückgeführt. Eine Predigt jedoch mit Waffen in den Händen und Haß im Herzen führt nicht zun» guten, und in die Fußstapfen derjenigen, die verbrecherische polisische Propa- ganda treiben, ireten sich stetig»«ehrende Haufen wahrer Räuber, die das Volk aufreizen, den Volkswohlstand untergraben und de» Untergang deS Werkes vorbereiten, das gesetzwidrig begonnen ist. Bürger, ich rufe Euch zu geineinsamer, einmütiger Arbeit und zur Beruhigung unseres aufgewühlten Lebens auf. Laßt uns der Stimme der Wahrheit unser Ohr leihen, die in jedermanns Seele ertönt, und alles aufbieten, dainit das bisher so friedliche und arbeitssanre Siedlce nicht länger einem bewachten Gefängnisse oder einer feindlichen Position gleiche. Die Mörder von Bialtfftok in Siedlce. Unser Krakauer Parteiorgan, der„Naprzod", erhält von seinem Warschauer Berichterstatter folgende Darstellung vo»» 10. September: „Seit gestern früh kommen schreckliche Nachrichten aus Siedlce. Die ganze Stadt ist einer rasenden Soldateska ausgeliefert und der Feuerschein der Brände ist ain Himinel zu sehen und von den Eisenbahuzügen aus sind die Salven der Karabiner zu hören. Die Stadt ist mit einem Kordon von Soldaten umgeben, die niemand hinauslassen, so daß sich die Unglücklichen nicht retten können. Doch ist es einzelnen gelungen, zu entkommen, von denen mir zahlreiche Einzelheiten»nitgeteilt wurden. Ich kann mit aller Bestiinmtheit erkläre»», daß das offizielle Telegramm, daß gewisse Revolutionäre auf Soldaten g e s ch o s s e u hätten, v o l l st ä n d i g falsch»st. Das erklären »i»ir die beiden Leute aus Siedlce»md es wurde mir auch vom Zentralkomitee der sozialistischen Partei aus das bestimmteste ver- sichert, daß kein Attentat in Siedlce geplant war. Daß das Gemetzel von den Behörden arrangiert war, geht aus folgendem hervor: Vor zwei Wochen wurde aus Siedlce das dort befindliche Infanterie- regiement zurückgezogen und dafür ein Bataillon des Libauer Regiments hinbeordert, das au den Plünderungen und morden in Bialyftok den Hariptanteil hatte. Und am Sonnabend, dein Tage des Pogroins,»var die ganze Stadt schon um 4 U h r n a ch u» i t t a g s von, M i l i t ä r n in z i n g e l t. obivohl die a n g e b l i ch e» S ch ü s s e auf die Soldaten er st um 8 Uhr abends vorgekominen sein solle». Schon»un 3 Uhr nachmittags begannen die Soldaten die Bevölkerung zu provozieren. Sie stießen' die Juden voin Trottoir und befahlen ihnen, mitten in der Straße zu gehen. Als dann um 8 Uhr plötzlich die Soldaten Salven abgaben, flohen die erschreckten Leute in die Häuser und sperrten die Tore und die Ge- schäste. Die Soldaten erbrachen die Tore und drangen in die Häuser, wo sie nicht nur mit Bajonetten und Gewehrschüssen Mordeten, sondern auch die Frauen schändeten und das Vieh wegtrieben. Erst gegen Mitternacht trat Ruhe ein. Aber Sonntag früh begannen die Plünderungen von neuem. In großen Ballen wurden die Waren weggetragen»md auf den großen Platz gebracht, wo dann die Beute versteigert lvurde— unter Assistenz zahlreicher Offiziere. Nieinand durfte die Stadt verlassen. Hier und da wurden Christen gegen einen Bakschisch von einigen Rubeln durchgelassen, Juden»im keinen Preis...." Mobilmachung der Geistlichkeit für die Ordnung. Petersburg, 14. September. Der Metropolit von Petersburg Antonius hat iin Austrage des Synods einen Sendbrief an die Bischöfe erlassen. In diesem heißt es, wenn die vorüber- gehende Verblendung vergangen wäre, dann werde das auf- geregte Meer wieder ruhig sein. Das russische Volk werde fragen, wo seine Hirten in der Zeit der Verwirrung gewesen seien. Zum Kampfe gegen die Feinde der Kirche und des Staate? feien nicht nur äußere Maßnahn, eir erforderlich, sondern mehr noch die moralische christliche Eimvirkung, md diese sei Auf- gäbe der Seelenhirtel». Bei den bevorstehenden Wahlen würden viele Bürger sich an ihren Seelsorger wenden und ihn un» Rat bitten, wen sie wählen sollen. Die Geistlichen sollten sich aber nicht durch Worte, Versprechungen und politische Programme leiten lassen, sondern sich nur nach dem christlichen Gesetz der Liebe und Wahrheit richten und die Sorge für das Wohl der Kirche und deS Baterlandes maßgebend sein lassen. Dann würden sie nicht nur selbst sich nicht irren, sondern auch anderen den richttgen Weg lveisen. Die„sichere" Zarenburg! Petersburg, 16. September. In Peterhof wurden zahlreiche Haussuchungen und Beschlagnahmungen vorgenommen. Eine große Anzahl Personen wnrden verhaftet. Ein bekannter Hoslakai ist schwer kompromittiert. Der„liberale" Kurs. Petersburg, 16. September. Der Partei der Volksfreiheit (Kadetienpartci) und dem Verband vom 30. Oktober ist die behörd- liche Anerkennung ans formalen Gründen versagt worden. Die Konstitutionellen. Moskau, 14. September. In einer Unterredlmg mit dem Kor- respondenten der Petersburger Telegraphenagenttir erklärte der Führer des Oktobervcrbandes Gutschkow, die Verschmelzung mit der Partei der friedlichen Erneuerung sei noch nicht ent- schieden, da die Aeußerungen der Mehrzahl der Provinz- sektionen noch fehtten. Ein Zusammengehen mit den weiter links und rechts stehenden Gruppen, zum Beispiel mit den Kadetten sei unmöglich. Der Oktoberoerbaud und die Partei der friedlichen Er- nelierung gingen den konstitutionellen Weg, die Kadetten hätten durch den Wiborger Aufruf den Weg des Kampfes betreten. politifche Ocberficbt Berlin, den 15. September. Eine gescheiterte Hofkabale. Wir sind in der Lage, einen Brief des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen veröffentlichen zu können, der auf die Art, wie am Hofe und den dem Hofe nahestehenden höfischen Kreisen politische Intrigen gesponnen werden, ein bezeichnendes Licht wirst. Der Brief ist an den Generalleutna'nt von Winterfeld, den Gcneraladjutanten des Kaisers, gerichtet und lautet: Blankenburg, den 9, Mai 1898. Ew. Exzellenz sind sehr beschäftigt und ich fühle die Unbescheidenhcit meines Schrittes, Ihnen in diesen Tagen zu schreiben. Die Sache, die ich erwähnen möchte, ist doch aber von solcher Wichtigkeit, daß ich sie nicht verschieben kann bis ich vielleicht die Ehre habe, Sie hier zu sehen und duldet auch keinen Aufschub.— Einen Entschluß, ob überhaupt und»vie sie zu behandeln, will ich aber nicht fassen ohne Ew. Exzellenz davon in Kenntnis gesetzt zu haben und mir Ihren Rat erbeten zu haben.— Kammerherr von Witzleben, Klosterprobst zu Roßleben, bat mich gestern, es zu übernehmen dahin zu wirken, daß bei der Enthüllung des Monu- mentes des Kaisers, meines Herrn Onkels in G ö r l i tz. — dem, wenn ich recht verstand, iin Getriebe der Gratulation bei mir. die Standbilder Bismarcks und Moltkes zur Seite gestellt werden _ der Fürst Bismarck eingeladen werden könne. Es sei der Versuch gemacht, die Erlaubnis zu erlangen 4en Fürsten zu laden, dieselbe abgelehnt worden, jedoch»n einer Weise, daß der Zweifel blieb, ob dies von Seiner Majestät gewollt, oder nur von anderer Seite ausgehe. Witzlebcn meinte, eine publike Aussöhnung Se. Majestät mit dem Fürsten würde, nach Auslösung des Reichstags usw.. von eminentem wohltätigen Einfluß auf unsere inneren Verhältnisse sein müssen. Ich erwiderte, daß ich im Moment und offiziell ein „Nein" seinem Ersuchen entgegensetzen müßte, daß ich mir aber die Sache nochmals überlegen wolle.— Selbst nun, von der Bedeutung eine? solchen Schrittes— Begegnung von Kaiser und Fürst— durchdrungen, möchte ich doch den Gedanken nicht fallen lassen, ohne ihn Ew. Exzellenz vertraulich mitgeteilt zu haben. Im Herzen kann ich es nicht von der Hand weisen, was ich offiziell zunächst tun zu müssen glaubte, um keine unnützen Hofsnungen zu erwecken.— So teile ich diesen Gedanken von Witzleben Ew. Exzellenz mit für den Fall, Sie irgend Gebrauch von mir für dessen Ausführung glauben machen zu können, oder auch ohne»nich. der ich verbleibe Ew. Exzellenz aufrichtig dankbarer Albrecht von Preußen. Es ist interessant, sich die damalige politische Situation zu vergegenwärtigen. Am 6. Mai 1903 hatte der Reichstag die Mililärvorlage»nit 260 gegen 210 Stimmen abgelehnt. Unmittelbar darauf war der Reichstag ausgelöst worden. Am 9. Mai hielt dainals der Kaiser bei der Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Felde eine Ansprache an die Generäle, in der er sagte: „Eine Minorität patriotisch gesinnter Männer hat gegen die Majorität nichts zu erreichen vermocht;... ich mußte zur Auflösung schreiten und hoffe von einem neuen Reichstag die Zustiinmung zur Militärvorlage. Sollte aber auch diese Hoffnung täuschen, so bin ich gewillt, alles, was ich vermag, an die Erreichung derselben zu setzen, denn ich bin zu sehr von der Notwendigkeit der Militärvorlage... überzeugt." Das Junkertum glaubte, in dieser Situation seinen Scharsmacherweizen blühen zu sehen. Die Junker, von denen damals gerade die Losung ausgegeben war, daß man „schreien" müsse,„daß es bis in die Parlamentssäle und in die Ministerien" dringe,„daß es bis an die Stufen des Thrones vernommen" werde, und die Befürchtungen hegten, daß der Abschluß eines Handelsvertrages mit Rußland zustande kommen könne, hofften offenbar von einer Aussöhnung Bismarcks mit dem Kaiser eine Wendungzu ei n eragrarisch enundscharf- macherischen Politik. Man erwartete, daß bei der Verstimmung, die die Ablehnung der Militärvorlage durch den Reichstag beim Kaiser offenbar hinterlassen hatte, eine Rückkehr zur Bismarckschen Politik der Volksknebelung und der Hochschutzzöllnerei nicht ausgeschlossen sei. Zu diesem Zwecke sollte versucht werden, den Einfluß des alten Junkers und Erzreaktionärs Bismarck auf die Krone nach Möglichkeit wieder herzustellen. Deshalb setzte sich Herr von Witz- leben mit dem sattsam als reaktionär bekannten Prinzen Albrecht in Verbindung, uin eine Einladung Bismarcks zu der am 18. Mai in Görlitz stattfindenden Denkmalsenthüllung durchzusetzen.. � Der Plan scheiterte. Bismarck wurde nrcht geladen. Erst im Jahre darauf erging eine Einladung des Kaisers an Bismarck zu einem Besuche am Hofe, die Bismarck dann auch annahm. Zu einer Aussöhnung, zu einer Wiederherstellung des Einflusses des Exkanzlers kam es freilich auch dann Nicht. Der Brief des Prinzen Albrecht von Preußen, dessen stilistische Eigentümlichkeiten wir nach dem Original wieder- gegeben haben, zeigt aber jedenfalls in nicht uninteressanter Weise, wie Hoffabalen eingefädelt werden.- Ehrengerichtliches Verfahren gegen den Genossen Rechtsanwalt Dr. Herzfeld. Genosse Dr. Herzfeld hatte bei der Reichtagswahl 1903 seinen Wohnfitz in Rostock und in Berlin und war in beiden Städten ordnungsmäßig in die Wählerliste eingetragen. Er wählte bei der Hanptwahl in Rostock und bei der Stichwahl in Berlin. Wegen dieser Wahlausübung wurde er. wie erinnerlich, im Dezeinber 1903 von der Oppermannschen Strafkammer in Berlin zu 14 Tagen Ge- fängnis verurteilt. Das Reichsgericht bestätigte dies Urteil am 7. Februar 1906. Wir haben seinerzeit ausführlich die Methode dieser Verurteilung besprochen. Sie gipfelte darin: das Reichsgericht legte; den§ 108 des Strafgesetzbuches in einer seiner früheren Rechtsprechung, insbesondere der im Urteil des dritten Senats vom 6. April 1391 schnurstracks entgegenstehenden Weise aus. und entzog seine mit dem Wortlaut und dem Zweck des Z 108 Str-G-B. wie mit! dem Wahlverfahren unvereinbare neue Rechtsauffastung der Prüfung der vereinigten Sttaffenate dadurch, daß es die Eni- scheidung über die Herzfeldsche Revision solange verzögerte, bis auf Betrieb der ReichSaMvaltschast der dritte Senat in ähnlich liegenden Sachen seine frühere Ansicht(ohne Angab« zureichender Gründe) um- gestoßen hatte. Es ist seinerzeit von uns und in wissenschaftlichen Zeitschriften dargelegt, daß diese auch der ständigen Judikatur deS preußischen Oberverwaltungsgerichts widersprechende neue Rechts- auslegting des Reichsgerichts in polittscher Beziehung eine Ein- schränkung des allgemeinen Reichstagswahlrechts und eine Verletzung des in Art. 27 niedergelegten Rechts des Reichstages bedeute, über die Legittmation seiner Mitglieder zu entscheiden, sowie eine Gefahr für den Wähler bei allen Wahlen des öffentlichen Rechts herbei- führe. Die sonach lediglich durck polisische Gründe erklärliche straf- gerichtliche Verurteilung des Genoffen Dr. Herzfeld benutzten von der polisische» Polizei bediente Blätter, in erster Linie die„Post". zu einer HetzeaufErösfnung desehrengerichtlichen Verfahrens gegen Genossen Dr. Herzfeld. Und in der Tat beantragte der Generalstaatsanwalt beim Kammcrgericht die Eröffnung des ehrengerichtlichen Verfahrens! Das Ehren- gericht der Anwaltskammer zu Berlin lehnte die Eröffnung des ehrengerichtlichen Verfahrens ab. weil die als Straftat erachtete Handlung des Dr. Herzfeld nach keiner Richtung den Verdacht rechtferttge, daß er die ihm als Anwalt obliegenden Pflichten verletzt habe. Der Generalstaatsanwalt legte Beschwerde ein— und das von dem charakterfesten Kammergerichts- rat Havenstein besteitc Gericht ordnete die Eröffnung des Verfahrens an. Der weitere Verlauf derAngelegcnheit führte zu einer glänzenden Rechtfertigung unseres Ge- nassen. Das Ehrengericht sprach ihn mit folgender Begründung von der Beschuldigung frei, durch sein Verhalten außerhalb des Berufs sich der Achtung nicht würdig gezeigt zu haben, die sein Beruf erfordert oder die ihm als Anwalt obliegenden Pflichten ver- letzt zu haben. Sticht der Umstand, daß der Angeklagte eine rechts- kräftige Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe erlitten habe, sondern die Tat selbst und die ihr zugrunde liegende Gesinnung sei entscheidend. Der im Strafverfahren festgestellte Tatbestand unter- liege nicht der Nachprüfung des Ehrengerichts. Zu prüfen sei, ob der Angeklagte sich der Strafbarkeit seines Tuns bewußt gewesen sei. Diese Frage sei schlechterdings zu verneinen. Die Judikatur de? Reichsgerichts, insbesondere sein Urteil vom 0. April 1891, habe eine Verletzung des materiellen Wahlrechts als nicht unter§ 108 Str.-G.-B. fallend erachtet, das preußische Oberverwaltungsgericht habe Band 14 S. 69, Band 27 S. 18. Band 31 S. 8. Band 38 S. 121 in ständiger Praxis am Grundsatz festgehalten, daß„die rechtskräftige Wählerliste die unabänderliche Grundlage für die Wahl bildet und dem Ein- getragenen, gleichgültig, ob ihre Eintragung zu Recht oder Unrecht> erfolgt ist, das Stimn, recht verleiht". Man könne nicht annehmen, I daß Angeklagter sich der Strafbarkeit seiner Handlung bewußt ge- Wesen ist, die bisher ständig von den höchsten Gerichtshöfen als straflos erachtet wurde. Im Gegenteil sei der Ansicht des Dr. Her�- seid beizutreten, daß er wie ein Wahnsinniger oder wie ein Narr gehandelt haben müßte, wenn er im Bewußtsein dessen, daß er Gefängnis bis zu drei Jahren und den Verlust der bürger- lichen Ehrenrechte verwirken könne, auf den Gedanken gekommen sein sollte, durch Abgabe einer nach der Natur der Sache nur be- deutungsloseu Stimme den politischen Märtyrer zu spielen. Wolle man ferner zuungunsten des Angeklagten unter- stellen, der Angeklagte habe angenommen, er dürfe in Berlin nicht ivählen. nachdem er in Rostock gewählt hatte, so könne es doch keineswegs als ehrengerichtlich zu ahnden erachtet Iverden, wenn Angeklagter sein Tun und Handeln in einer so kontroversen Frage nach der Auffassung einrichtete, die sich dem Parteistandpunkt günstiger und nicht alS Unrecht erwies. Die Frage, ob jemand, der mehrere Wohnsitze habe, mehrere Stimmen abgeben könne, werde vielfach in der Judikatur und wie die Darlegungen des Abgeordneten V. Kardorff in der Reichstagssitzung vom 15. Mai IVOS dartnn, in parlamentarischen und juristischen Kreisen bejaht. Aber selb st wenn man alle diese Fragen zu Ungunsten deS Angeklagten entscheiden würde, so liege doch noch nicht der geringste Anlaß zu einer ehrcngericht- lichen Ahndung vor. Denn nicht jede Verfehlung'eines Anwalts sei ehrengerichtlich zu ahnden. ES habe aber auch der Straftichter an- erkannt, daß dem Angeklagten keineswegs eine ehrlose Gesinnung zum Vorwurf gemacht werden könne, daß er vielmehr sich lediglich durch Parteieifer habe verleiten lassen. Zu einer ehrengerichtlichen Strafe liege umsoweniger Anlaß vor, als Dr. Herzfeld. wie ebenfalls auch der Strafrichter anerkannt habe,„sich bisher tadellos geführt, eine ge- achtete Stellung einnimmt und sich weder in der Ausübung seines Berufs noch in seinem Privatleben irgend eine Blöße gegeben hat." Der Generalstaatsanwalt konnte in der ehrengerichtlichen Ver- Handlung, die am 30. Mai stattfand, nicht verkennen, in welchem Verhältnis die strafgerichtliche Verurteilung des Genossen Herzfeld zu der früheren Rechtsprechung steht, beantragte aber dennoch Bestrafung tnit einem Verweis. Gegen das freisprechende Urteil legte er Be- rufung ein. Wohl die völlige Aussichtslosigkeit, die Gründe des ehrengerichtlichen Urteils mit Erfolg anzufechten, hat ihn dieser Tage veranlaßt, die Berufung zurückzunehmen. DaS den Genossen Herzfeld freisprechende Erkenntnis ist mithin rechts« kräftig geworden. Wenn auch die ihm zuunrecht auferlegte Strafe verbüßt ist und wenn auch formell eine Aufhebung deS unrichtigen Strafurteils nicht möglich ist. so ist durch das Urteil deS Ehrengerichts doch einwandfrei indirekt be- stätigt, daß das gefällte Strafurteil mehr die verurteilt, die es gefällt, als den, der es hat abbüßen müssen. Die„Post" kann als unfreiwilligen Erfolg ihrer Hetze die glänzende Recht- fertigung des Genoffen Dr. Herzfeld und eine herb« Verurteilung der im Strafverfahren gegen ihn betättgten Maßnahmen verzeichnen. Dieser bei der Gesamtsachlage eigentlich selbstverständliche Mißerfolg der Hintermänner der„Post" wird freilich sie nicht abhalten. bei jeder Gelegenheit von neuem zu Rechtsbeugungen an- zureizen. Apropos: warum verrät der„Post"- Schönhusen noch immer nicht, weshalb wegen der im Reichstag bei Besprechung des Verhaltens v. Schöne— Brockhusen aufgedeckten Verbrechen der Urkundenfälschung und der Anstiftung zum Landesverrat Anklage bislang nicht erhoben ist?— Deutfcbes Reich. Ei» Opfer der Tippelskircherei. Der Oberst Ohnesorg, der Chef des Generalstabs des Oberkommandos der Schutztruppen, ist. wie amtlich mitgeteilt wird, seiner Stellung enthoben und in den Ruhestand versetzt worden. An seine Stelle ist der bisher zu seiner Vertretung kommandierte Oberstleutnant Qu ade getreten. Es unterliegt kemem Zweifel, daß Oberst Ohnesorg ein Opfer der Tippelskircherei geworden ist. Ohnesorg hatte eS veranlaßt, daß verschiedenen Offizieren der Kolonialabteilung auS einem von der Firma TippelSkirch gespendeten Fonds Zuwendungen gemacht worden waren. Im Reichstag hatte seinerzeit der Kriegs- minister von Einem erklärt, daß ein Offizier Unterstützungen nur vom„Obersten Kriegsherrn" oder aus staatlichen Fonds an- nehmen dürfe.„Wenn es anders wäre, so würde gegen die Würde deS Offizierkorps verstoßen." Die Situation verschlimmerte sich für den Obersten Ohnesorg noch dadurch, daß inzwischen die ganze TippelSkirch-Korniption. die Uebervorteilung des Reiches bei den Lieferungen, die Subvention des Majors Fischer, die Pumpgeschäfte, die die Firma TippelSkirch mit Offizieren getrieben hatte, usw. ans Tageslicht kam. So mußte denn Ohnesorg fallen. Herr v. P o d b i e l s k i, der im Der- hälinis zu Ohnesorg unendlich schwerer Belastete, be- findet sich freilich! noch immer in Amt und Würden!—_ Ein«euer Kolonialskandalprozeß. Wir hatten vor einigen Tagen die Darstellung eines Kolonial- skandals übernommen, den die„B. Z. am Mittag" aufgedeckt hatte. Nach der Darstellung dieses Blattes hatte der Protegee Jesko v. Puttkamers, der ehemalige Maler und spälere Kameruner Bau- meister und Stationsleiter L e u s ch n e r auf Einreden seiner Frau ein blutiges Mafsakre unter den schwarzen Polizeisoldaten in Buea veranlaßt. Die„B. Z. am Mittag" hatte weiter nntgeteitt. daß sich an die Affäre eine gerichtliche Untersuchung geknüpft habe, die von Dr. S e i tz. dem damals stell- vertretenden Gouverneur von Kamerun, geführt worden sei. Das Ergebnis dieses ProzeffeS sei gewesen, daß gegen Leuschner nichts unternommen worden sei, während zwei von den Polizeisoldaten zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden seien. Geheimrat Dr. Seitz, der bekanntlich zum Nachfolger I e s k o s ernannt worden ist. erklärt nun in einem Berliner Blatt. daß die Darstellung der„B. Z. am Mittag" auf unwahrem Klatsch beruhe. Es habe sich tatsächlich um eine ernsthafte Meuterei der Polizeisoldatcn gehandelt. Die auf diese Meuterer abgegebene Salve, an der sich übrigens auch M i s s i o ü a r e beteiligt hätten. sei ein A k t d e r N o t w e h r gewesen. Die Gefängnisstrafe über die Polizeisoldaten sei redlich verdient gewesen und von Rechts- wegen erfolgt. Die„Nordd. Allg. Ztg." teilt im Anschluß hieran noch mit, daß Seitz Strafantrag gegen die„B. Z. am Mittag" gestellt habe.. Die„B. Z. am Mittag' hält ihre Darstellungen aufrecht und erklärt, daß sie auf Seitz' Darstellung einstweilen nicht näher e,n- gehe, da sich ihr ja vor Gericht Gelegenheit bieten werde, den Beweis der Wahrheit für ihre Schilderung der Vorgänge erbringen zu können.— Herr Müller- Saga» als brafilianischcr Kolonisator. Wie die„Freisinnige Zeitung" mitteilt, ist Herr Müller-Sagan Geschäftsführer einer Firma geworden, die den Er- lverb überseeischer Ländereien bezweckt. Das Unternehmen bezieht sich auf T e r r a i n e r w e r b u n g e n in Zentralbrasilien. Die„Tägliche Rundschau" bemerkt dazu, daß Herr Dr. Her- manu Müller, genannt Müller-Sagan, sich ja nun nach seiner neuen brasilianischen Besitzung ttennen könne, da die Saganer ihm das Recht nicht hätten zugestehen wollen, sich Müller-Sagan zu nennen. Außerdem trage diese überseeische Kolouisationstätigkeit vielleicht dazu bei, dem Chefredakteur der„Freisinnigen Zeitung" ein größeres Verständnis für koloniale Fragen zu ver- schaffen. Die„Tägliche Rundschau" scheint danach die lärmende Kolonialkritik des freisinnigen Parlamentariers bisher ernster ge- nommen zu haben, als sie es verdiente!— Dir baugewcrblichen Scharfmacher. Am letzten Verhandlungstage des baugeiverklichen Jimungs- Verbandstages in Stuttgart ließen die Herren Baugewerksmeister ihrer Arbeiter- und Arbkitersckutzfeindlichkeit völlig die Zügel schießen. Man begann mir einem Referat des Zimmermeisters Albert Rietz- Braimlchweig über die Baukontrolle. Der Redner sang ein überschwengliches Loblied auf die durch die Be- rnfsgenossenschaften selbst ausgeübte Banüberwachung. Fast schien eS, als wenn er die heute bestehenden Kontrolleinrichtungen schon für zu viel hielt. Und nun kommt gar die 11. ReichötagSkommission und will durch ihre Beschlüsse der Forderung der Arbeiter. Kontrolleure auS dem Arbeiter st an de anzustellen. noch entgegenkommen! DaS geht einem so gewaschenen Reakrionär wie Herrn Rieß natürlich an die Nieren. Solchen Kontrolleuren ldie doch schon in einigen Gegenden vorhanden sind, z. B. Württem- berg! D. Berichterst.) mangelt es nach seiner Meinung„am elementarsten Verständnis für die Bauaufficht". Er schlug deshalb folgende Resolution vor: „Der 21. Delegiertentag protestiert gegen die auS Partei- politischen Rücksichten entstandenen Forderungen der 11. NeichStagskommission und ersucht den geschäftS« führenden Ausschuß, diesen Protest mit entsprechender Begründung bei allen Körperschaften und Behörden zur Kenntnis zu bringen. Wir wollen keine neue Einbruch st elle der Sozial- demokratie befördern, denn darauf läuft die ganze Agitation hinaus.' Diese Resolution wurde nach unwesentlicher Ergänzung mit großer Mehrheit angenommen. Ueber Bestimmungen, welche dem Lehrling die Teil» nähme an Streikversammlungen und ähnlichen B eranstaltungen verbieten, referierte Dorn-Laugwitz. Er empfahl, sich gegen die Teilnahme von Lehrlingen an solchen Ver- anstaltungen durch Aufnahme bezüglicher Bestimmungen in den Lehrvertrag zu schützen. Werkmeister Busch-Stuttgart verlangt, daß energisch eingeschritten werden müsse, wenn Lehrlinge„sozialdemo- kratische Versammlungen" besuchen. AuS den.Streikversammlungen und ähnlichen Veranstaltungen", durch die vielleicht nur eine be- scheiden« Besserung im Arbeitsverhältnis angestrebt wird, find bei diesem Redner bereits sozialdemokratische Versainmlungen geworden, um die Betätigung des beruflichen Solidaritätsgefühls durch die in Lehrlingsstellen befindlichen jungen Arbeiter nur ja in recht gruse- ligem Lichte erscheinen lassen zu können. Sin Antrag, den Herzog- Danzig gestellt hatte und der dahin ging, bei den Staats- und Kommunalbehörden immer wieder von neuen dahin zu wirken, daß die S t r e i k k l a u s e I in die Ver« träge für Bauarbeiten und Lieferungsverträge aufgenommen wird, fand natürlich Annahme. Ebenso ein von der Gothaer Innung ge- stellter Antrag, daß au» einem Streikgebiet kommende Arbeiter nicht eingestellt werden dürfen resp. soweit dies schon geschehen, wieder zu entlassen find. Man besprach auch noch kurz, ob fich nicht Mittel und Wege finden lassen, sich die Baumaterialicnhändler gefügiger zu machen, damit man durch ihre Bermittelung unangenehmen Konkurrenten, die sich an den AuSsperrungsgelüsten der Scharfmacher vielleicht nicht beteiligen wollen, das Leben sauer machen könnte. Man sah aber doch ein. daß die Innungen als von Staatswegen ein« gerichtete Körperschaften nicht so nackt und brutal den TerroriSmuS in ein raffiniertes System bringen dürften. Und so überwies inan denn diese heikle Angelegenheit dem Arbeitgeberbunde für das Baugewerbe, der in solchen Dingen ja ungenierter sein kann. Zum Schluß ihrer Verhandlungen wartete der Herren eine Ueber- raschung. die ihnen kaum sehr angenehm gewesen sein dürfte. Es erhob sich der Oberbaurat Findeisen, der den Verhandlungen im Auftrage der württembergischen Regierungen bei- gewohnt hatte und sagte: Der im Lause der Verhandlungen erhobene Vorwurf, daß daS württembergische Ministerium des Innern den Arbeitern in Sachen der Baukontroll« zu weit entgegen- gekommen sei, veranlasse ihn. noch einige Worte zu sagen. Das Ministerium habe den Versuch gemacht, den städtischen, technisch ge- bildeten Baukontrolleuren Gehnlfen beizugeben, die sich aus Arbciter- kreisen rekrutieren. Nach den bisherigen Erfahrungen könne man mit der Einrichtung ganz zufrieden sein. Von den hiesigen Bau- kontrolleuren könne gesagt werden, daß sie ihr Amt gut ausfüllen. Das war für die Herren Scharfmacher eine in der Form sehr höfliche, in der Sache aber sehr peinliche Abfuhr. Noch mehr aber wird sie eine Verfügung deS württembergischen Finanzministeriums geärgert haben, die gerade jetzt erschienen ist. In Stuttgart stehen seit einiger Zeit die Gipser im Streik, ohne daß eine Einigung zu- stände kam. Das Finanzministerium läßt gerade Beamten- Wohnhäuser bauen, deren Fertigstellung dadurch auch unterbrochen wurde. Sine kleine Weile geduldete sich das Ministerium, nun aber hat eS angeordnet, die Fertigstellung der Bauten einem anderen Gipsermeister zu übertragen, der mit feinen Gehülfen keine Differenzen hat. Ob dieser Verfügung entstand ein großes Hallo beim Arbeitgeberbund für daS Baugewerbe. Sein Organ nennt die Verfügung„unbegreiflich",„ein bis heute noch nicht da- gewesener Fall". Das Vorgehen der Behörde werde„in allen bau- gewerbliche» Kreisen bedenklichein Kopfschütteln und entschiedener Mißbilligung begegnen". Das Unternehmertum verlangt also, daß fich die Behörden bei Lohnkämpfen ohne weiteres auf die Seite der Arbeitgeber stellen und diesen auf solche Art helfen, die„unbot- mäßigen" Arbeiter zu besiegen. Daß sie mit solchem Verlangen bei der württembergischen Regierung keine Gegenliebe fanden, wird der Jnnungöverbandstag als keine angenehme Erinnerung an das Schwabenland von seiner diesjährigen Tagung mit sich fort- nehmen.—__ Hauende Schutzleute. Bei den letzten Stratzentumulten in Nürnberg will bekanntlich die Polizei die verfolgte Unschuld gewesen sein und erst gehauen und geschaffen haben, als es für sie galt, sich des eigenen Lebens zu erwehren. Und die bürgerliche Presse bescheinigte in ihrer Ver- logenheit denn auch hundertmal, daß die Polizei zwar energisch. aber rücksichtsvoll aufgetreten sei und eine„tadellose, über jedes Lob erhabene Umsicht" an den Tag gelegt habe. Eine Verhandlung vor dem Landgericht Nürnberg lehrte, wio> rücksichtsvoll und um- fichtig diese Polizei ist. Der streikende Maurer Karl hatte fich utgm tätlichen«nguW«f Schntzimt« und«vcherverletzuug zu verantworten. Es stellte sich aber heraus, daß der Unrechte auf der Anklagebank saß, daß Karl der Geprügelte und die Schutzleute die Prügelhelden waren. Karl befand sich am 3. August auf dem Wege zu seiner Wohnung, der ihn an der Blindenanstalt vorbeiführte, wo gerade an einem Neubau ein kleiner Auflauf stattfand. Die Schutz- leute Reichel und Meier wollten Karl nicht passieren lassen, er stellte ihnen vor, daß er in seine Wohnung müsse. Während er noch sprach, packte ihn der eine Schutzmann und schleuderte ihn über das Fahrrad hinweg, das Karl mit der einen Hand führte, auf den Boden. Karl wollte sich erheben. aber nun schlug der andere Schutzmann mit dem blanken Säbel auf ihn ein. Als der Mann ordentlich verprügelt war. gingen die Schutzleute hin und zeigten ihn wegen obiger Straftaten an. In der Verhandlung wendete sich jedoch das Blatt. Es war gelungen, eine Reihe von Augenzeugen des Vorfalls zur Stelle zu schaffen. die bekundeten, daß Karl nicht das geringste gegen die Schutzleute unternommen und daß diese ihn ohne jeden Anlaß mißhandelt hatten. Der Schutzmann Reichel hielt eS demgegenüber für geraten, zu erklären, daß er sich„geirrt" habe, aber sein Kollege Meier, der nach ihm zum Schwören kam. behauptete bestimmt, Karl habe den Reichel tätlich angegriffen. Als ihn jedoch der Richter darauf auf- merksam machte, daß Reichel selbst erklärt habe, nicht angegriffen worden zu sein, wechselte er die Farbe. Jetzt meinte er, er„könne es nicht auf seinen Eid nehmen". Karl mußte daher freigesprochen werden. Wäre es nicht gelungen, Zeugen zu finden, so hätte er ohne Gnade dran glauben müssen. Hätte aber das Publikum seiner Entrüstung über daS brutale Auftreten der Schutzleute Luft gemacht, so wäre es vielleicht zu Auftritte» gekommen, wie später in der Regensburgerstraße. Der Säbel und der Revolver hätten blutige Orgien feiern können._ Kaiscrtage— Hasttage. Die Jagd nach„Anarchisten", so meldet die Breslauer„Volkswacht", war wieder einmal vergeblich. Auch der Italiener M a t a c c i mußte bereits von der Polizei entlassen werden, da ihm nicht die leise st e strafbare Hand- l u n g nachgewiesen werden konnte. Trotzdem wird er natürlich»ach alter preußischer Polizeipraxis ausgewiesen. Daß die„Anarchisten"jagd auch heitere Szenen zeitigte, davon zeugt folgendes niedliche Geschichtchen. Steht da am Sonntag ein biederes Bäuerlein an der Straße, um sich die Auffahrt des Kaisers zur Einweihung deS Klausewitz-DenkmalS anzusehen. I» der Hand hält er fest gefaßt ein Paketchen. Was mag wohl in der ominösen Umhüllung sein? Doch nicht etwa gar Bomben? DaS muß ver- hütet werden. Schutzleute nehmen den Biederen beiseite und zwingen den sich Sträubende», das Paket zu öffnen. Atemlose, ängstliche Stille. Dann ein herzliches Lache» der Umstehenden. In der Um- hüllung befand sich— Butter! Ter„sprühende" Geist von M.-Gladbach. Der. Volksverein für das katholische Deutschland hat vom 28. August bis 7. September einen„sozialen Ferienkursus" veranstaltet. An diesen zehn Tagen wurden täglich drei Vorträge gehalten, an die sich dann jedesmal eine Diskussion von zwei Stunden anschloß. In der„Tremonia", dem Dortmunder Zcntrumsblatt, schildert ein Teilnehmer den Verlauf und den Nutzen dieser Kurse. Zunächst singt er dem Volksverein ein Loblied: „Belehrt und begeistert tritt das Volksvereinsmitglied auf den Markt des Lebens, um die Fahne seiner Ueberzeugung hoch- zuhalten, und unter seinen Glaubensgenossen für die Ideen, die sein Inneres beleben, zu werben. Die tiefften Wurzeln hat der Volksverein in unserer braven Arbeiterwelt gefaßt, und so erweist der Volksverein sich als ein festgefügter Damm, der den Wogen deS werbenden Sozialismus ein Halt gebietet." Wenn der Mann sich in der Heimat des katholischen Volksvereins etwas genauer umsehen würde, dann müßte er bemerken, daß vor dem„festgesügten Damm" die Sozial- demokratie durchaus nicht Halt macht. Weiter kommt der Verfasser auf die Bezeichnung von M.-Gladbach als Jesuiten- schule zu sprechen, wobei er meint: „Akzeptieren wir für unsere Führer im Volksverein nur ruhig den Namen„Jesuit", er trifft in gewisser Hin- ficht den Nagel wohl auf den Kopf."— Wir werden uns das merken! Sodann beginnt eine lange, begeisterte Aufzählung alles dessen, was die Jesuiten von M.-Gladbach ihren Zöglingen in zehn Tagen zu bieten vermögen: „Es konnten alle Teilnehmer an dem sozialen FerienkurfuS sich überzeugen, daß hier in Gladbach die echte Weisheit ihren Sitz aufgeschlagen hat. Das war ein Sprühen des Geistes! Eine Welt neuer Gedanken und Anregungen stieg vor dem Geiste auf. Unwillkürlich wurden alle zu Schülern, die an der Hand kundiger Lehrer in die Schächte der Wissenschaften eingeführt wurden, jener Wissenschaften, die unser modernes Leben berühren, und von deren richtiger An- Wendung eine Gesundung und Kräftigung der Völker und Stände in volkswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht ab- hängig ist." Im einzelnen schildert der Verfasser nun, was er alles vernommen auf dem Gebiete der Agrar- und der Handwerker- frage; und dann die Arbeiterfrage: „Hier wurden all die Fragen erörtert, die in dieser gewaltigen Erscheinung der Zeit nur irgendwie von Bedeutung sein können: Organisation, Gewerkschaftsfrage, Stellung deS Staates, der Kommune zu diesen Fragen. Die Interessen und die wirtschaftliche Hebung des Beamtentums des Staates und der Gemeinden wurden beleuchtet. Man ging hinein in das HauS unserer Landleute und unserer Arbeiter. Nötiger Raum, an- heimelndeS Aeußere und praktische, haltbare, gefällige Einrich- tung, Licht. Luft. Beseitigung sittlicher WohnungSgefahren und noch mehr bildeten den Gegenstand des Unterrichts. Die Frauen- sragc, die Sorge für Kind und Jugend, das Gesindewesen in Stadt und Dorf in allen einschlägigen Fragen fanden wertvolle Würdigung...." So geht es noch eine ganze Weile fort. Man wird zuge- stehen müssen, der M.-Gladbacher„Geist" sprüht hier einbißchen lebhast. Wir haben wiederholt anerkannt, daß der katholische Volksvcrein in seiner Organisation und seiner Leistungs- fähigkeit ein beachtenswerter Gegner ist, aber wenn er sich vermißt, in zehn Tagen eines Fcrienkursus dessen Teilnehmer in so ziemlich alle Geheimnisse des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Lebens einzuführen, so kann das Ganze doch wohl auf nichts anderes, als' eine Unterhaltung und Spielerei hinauslaufen, selbst dann, wenn zehn gesalbte Doktores der M.-Gladbacher Jesuitenschule sich zu diesem löblichen Werke vereinigen. Der begeisterte Teilnehmer schließt seine Schilderung: „Reife Früchte wurden allen geboten und die 150— 200 Teilnehmer nahmen diese Früchte mit in die Heimat, um sie durch einschlägige Literatur weiter zu hegen und zu pflegen. Dann wird soziale Schulung Patin stehen bei allen Unternehmungen, Belehrungen, Anregungen und Vorschlägen, die von den Teil- nehmern ausgehen, und so wird der soziale Kursus zu einem Senfkörnlein, hineingepflanzt in viele Teile der Welt, um zu einem gesunden und fruchtreifen Baume auszuwachsen, der seinen wohltuenden Schatten über ganz Deutschland ausbreiten wird." Andere Leute verstehen nun auch Bäume zu pflanze», wie die von der sozialdemokratischen Partei und von den freien Gewerkschaften ins Leben gerufenen Veranstaltungen zur Fortbildung ihres geistigen Nachwuchses beweisen. Diese| aufichere. Amerikanische Artillerie in mehreren südlichen Garnisonen seits ständen. Die paritätische Schlichtungskommission nahm nun find nicht gegründet auf der Methode des M.- Gladbacher erhielt Befehl, fich für eine Expedition nach Kuba bereit zuhalten. bei Ausarbeitung des Tarifvertrages für 1906 einen Passus in Massen- und Schnellbetriebes, auch wird dort kein Wert ge- Auch die Insurgenten haben die Hülfe der Union zu gewinnen denselben auf, der die Mitglieder des Poliervereins verpflichtete, legt auf das„ Sprühen des Geistes", wie es die Doktoren des gesucht, wie folgende Meldung zeigt: sich aktiv in der Tarifforporation zu betätigen. Da nun seit Bes Volksvereins zu lieben scheinen. Dafür wird gearbeitet, Savanna fandten zwei weitere Emissäre an den Kommandanten vereins unternommen wurden, dem Tarif in dieser Beziehung Havanna, 14. September. Die Insurgentenführer der Provinz stehen des neuen Tarifes noch keine Schritte von seiten des Polierlange und gründlich, und wir zweifeln nicht, daß die Führer Collwell vom Kreuzer„ Denver" und erboten sich, an Bord des gerecht zu werden, erklärte die paritätische Schlichtungskommission und Kämpfer, die aus diesen Bildungsschulen des klassen- Denver" zu kommen und sich zu ergeben. Der Kommandant ant-( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) diejenigen Firmen als tariffremd, bewußten Proletariats hervorgehen, den M.- Gladbacher wortete heute nachmittag, er sei nicht imstande sich einzumischen, bei welchen noch Mitglieder des Poliervereins beschäftigt werden. Jefuitenzöglingen gewachsen sind. Präsident Balma verhandle in der fraglichen Angelegenheit schon Nun sah sich der Polierverein in seinem Weiterbestehen gefährdet mit der Regierung der Vereinigten Staaten. und wurde in einer Versammlung desselben der Beschluß gefaßt, Die legte Nachricht sagt: das Einigungsamt anzurufen. Das Einigungsamt beschäftigte sich Wortlaut: Eine Massenausweisung polnisch- russischer Arbeiter steht bevor, wie aus einem Zirkular hervorgeht, das die Essener Polizeiverwaltung an die dortigen Unternehmer und Werke hat ergehen lassen. Das wichtige Dokument, welches uns den Bolizeistaat Preußen in seiner ganzen Glorie zeigt, hat folgenden Essen, den..... 1906. Sotveit hier bekannt ist, werden von Ihnen Arbeiter russischer, littauischer resp. ausländisch polnischer Nationalität befchäftigt. " Die Polizeiverwaltung Essen. Der Oberbürgermeister. Es muß Ihnen überlassen bleiben, für geeigneten Ersatz der fraglichen Arbeiter durch inländische Arbeiter oder durch solche Ausländer, die dem Ausweisungszwange nicht unterliegen, zu forgen. Der Beigeordnete: Selbach." Havanna, 15. September. Ein scharfes Gefecht hat bei Alcano, am Mittwoch mit dieser Frage. Die Verhandlungen wurden jedoch Rodriguez ist mit den Regierungstruppen nach hartnäckigem Kampfe sich nochmals darüber klar zu werden, ob es nicht besser ist, ihren zehn Meilen nordwestlich von Havanna, stattgefunden. General mit dem Bemerken vertagt, die Mitglieder des Poliervereins hätten nach Savanna zurückgekehrt. Es heißt, die Aufständischen seien bei Verein aufzulösen und sich den Tariforganisationen anzuschließen. Wajap, zwölf Meilen südlich von Havanna, auseinandergesprengt Am Sonnabend wurden die Verhandlungen im Gewerbegericht wieder aufgenommen. Hier erklärten die Vertreter des Poliervereins, daß der Verein weiter bestehen bleibt. Nach längeren Beratungen tam das Ginigungsamt zu folgendem Beschluß: worden. Die Rückkehr der Truppen nach Havanna spricht gerade nicht für eine Niederlage der Aufständischen. Gewerkschaftliches. Judaslohn. Der Tarifvertrag ist bereinbart zwischen den Arbeitgebern für die Bezirke der Berliner, Steglizer, Potsdamer und Eberss walder Steinjeher- Innungen einerseits und den Steinseßern des Verbandes der Steinseher Deutschlands andererseits; es fann also den Mitgliedern des Poliervereins aus diesem Tarif kein Recht entstehen und stehen demgemäß dieselben außer Genuß des Tarifes." Ein diretter Beschluß konnte in dieser Frage nicht gefaßt Ich setze Sie ergebenst hierdurch in Kenntnis, daß eine Weiterbeschäftigung bezw. weitere Heranziehung dieser Art Aus- Wie wir bereits meldeten, hat das organisierte Kölner länder nach den bestehenden Bestimmungen unter teinen Um- Bauunternehmertum nunmehr nach vielem Hin und ständen geduldet werden kann. Her, Hinausschieben und Vertagen beschlossen, am kommenden Es werden deshalb diejenigen Ausländer dieser Art, welche in Mittwoch eine Gesamtaussperrung der organisierten werden. neuerer Zeit herzugezogen find bezw. noch zuziehen sollten, als- Kölner Maurer, Holzarbeiter, Pflasterer, Steinmegen, bald aus Preußen ausgewiesen, während denen, die schon längere Marmorarbeiter, Bauklempner und Dachdecker vorzunehmen, Korrespondenz: Einen tumultuarischen Verlauf nahm die VerZum Streit in der Konfektion meldet eine bürgerliche Beit sich ungehindert im Inlande aufhalten, zum Verlassen des um auf diese Art die ausständigen Glafer, Bauklempner und fammlung der Zwischenmeister, die vorgestern Nacht in den MuſikerStaatsgebiets noch eine Frist bis zum 20. Dezember 1906 be- Dachdecker zur bedingungslosen Wiederaufnahme der Arbeit jälen zu den Einigungsverhandlungen mit den Konfektionären willigt wird. zu zwingen obwohl die für die Aussperrung bestimmten Stellung nehmen wollte. In gemeinsamer Sibung hatten vorher Berufe den Glasern sowie Bauflempnern und Dachdeckern die Kommissionen der Konfektionsfirmen und der Zwischenmeister weder etwas in ihren Lohnkampf hineinzureden, noch die Macht nach langwierigen Verhandlungen einen Mindesttarif für die von haben, sie zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen. Zwischenmeistern gelieferten Arbeiten vereinbart, der eine Erhöhung Von der Aussperrung sollen auch die christlich organi- nicht weniger als 1,50 m.( bisher 1,20 M.), für Paletots 2,50 M. der Preise um etwa 20 Proz. vorsicht. Für einfache Jacketts darf fierten Bauarbeiter getroffen werden; nur die arbeits-( bisher 2,20 M.) gezahlt werden. Bisher gezahlte höhere Preise Der Polizeistaat Preußen will absolut den Nachweis führen, willigen Unorganisierten und die Mitglieder des dürfen nicht verkürzt werden, ihre Erhöhung bleibt der freien Vers daß er aus der Reihe der europäischen Kulturstaaten gestrichen, christlichen" Holzarbeiter Verbandes sollen einbarung überlassen. In der Nachtversammlung der Zwischenwerden muß. Wir können ihm bezeugen, daß er den Nachweis von dem Gewaltstreich verschont bleiben, die letzteren, meister sollte nun die Frage entschieden werden, ob die Meister längst erbracht hat. Im vorliegenden Fall muß man wirklich wie die Unternehmer ausdrücklich erklärten, weil sie im diesem Tarif zustimmen und bei seiner Einführung den Gesellen staunen, wie die Polizei ihre Liebedienerei gegen das Unternehmer vorigen Jahre dem Unternehmertum durch die zehnstündige Arbeitszeit bewilligen wollen, um so den Streik tum mit ihrer Zuneigung und Hülfsbereitschaft für den Baren und ihre Arbeitswilligkeit zum Siege über die zu beenden. Eine geordnete Abstimmung hierüber konnte aber bei feine Verbrecherclique harmonisch zu verbinden weiß! streitenden Mitglieder des Deutschen Holzwerden. Die Mehrzahl der Erschienenen war mit dem von der der erregten Stimmung der Versammlungsbesucher nicht erreicht arbeiterberbandes verholfen haben. Die Kommission Erreichten unzufrieden; vor allem wollte man eine Mitglieder des Arbeitgeberverbandes für das Tischler- Erhöhung der besseren Preise nicht der freien Vereinbarung gewerbe erklärten sich keinem Beschlusse zu überlassen. Für und wider die Arbeitsaufnahme wurde ohne Be Das gleiche und allgemeine Wahlrecht ist am Freitag im arbeiter aussperren wolle; denn es fügen, der auch die christlich organisierten Holz- achtung der Geschäftsordnung wild durcheinander gesprochen, die es wäre ungerecht, Auseinandersetzungen nahmen äußerst heftige Formen an. Der Wahlreformausschuß des Abgeordnetenhauses beschlossen die Leute zu entlassen, die im vorigen Herbst den Vorstand verließ schließlich die Bühne und die Versammlung ging worden. Das ist ein Schritt vorwärts, der unsere österreichischen Meistern treu zur Seite gestanden hätten im Tumult feststellen ließ, wollen die Zwischenmeister den Mindest resultatlos auseinander. Soweit es sich bei dem herrschenden Genossen mit großer Genugtuung erfüllen kann und fast sichere Aus- Stampfe mit den freigewerkschaftlich organisierten Arbeitern. tarif mit seinen Verbesserungen zwar annehmen, den Gesellen aber sicht auf das Gelingen der Wahlreform eröffnet. Darauf beschloß die Unternehmerversammlung, den Tischler- nicht den Zehnstundentag bewilligen. meistern und Holzindustriellen zu gestatten, ihre„ christlich" organisierten Arbeiter weiter zu beschäftigen. Ausland. Desterreich. Indes setzt die Verschleppungsarbeit schon wieder ein. In der nächsten Sigung wurde von dem Polen v. Sterzynski der Antrag eingebracht, ein Subkomitee einzusehen, welches mit der Aufgabe Der christliche Streitbrecherverband heimst also jetzt den betraut wird, die§§ 11 und 12 des Staatsgrundgesetzes vom Judaslohn ein für seinen schmachvollen Verrat an den 21. Dezember 1867, R. G. Bl. Nr. 141, behufs Abgrenzung der eigenen Arbeitsbrüdern. Kompetenz der Reichs- und Landesgesetzgebung, beziehungsweise Sicherstellung der autonomen Gesetzgebung der Länder zu überprüfen. An die organisierte Arbeiterschaft und an die Kartelle! Das Komitee hat über das Ergebnis der ihm übertragenen Prüfung brei Wochen in einem Streit, welcher von den Kohlengroßhändlern Die Kohlenarbeiter und Kutscher Berlins befinden sich seit über an den Ausschuß Bericht zu erstatten und Anträge zu stellen. Der Ministerpräsident hat diesem Antrage, der lediglich die Verschleppung der Arbeit und die Entzweiung der Parteien bezwedt, feine Sympathie ausgesprochen. Ein Beschluß ist noch nicht gefaßt. Westindien. Die Revolution auf Ruba. Die amerikanische Intervention ist jetzt Tatsache. Es wird gemeldet: in frivolster Weise heraufbeschworen ist. lich sten und die Arbeitsverhälnisse spotten einfach Die Löhne auf den Kohlenplätzen sind die denkbar erbärm jeder Beschreibung. Die Entscheidung über die Fortführung des Streits liegt nun mehr in den Händen der Gesellen. Ein Verband der selbständigen Schneider für Herren- und Knabentonfettion ist als Folge der gegen wärtigen Bewegung von den Zwischenmeistern dieser Branche gegründet worden. Im Nigrolit Werk( Stahlplatten und Isoliermassen) zu Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Borangegangen waren vergebliche weißensee, Langhansstraße, haben gestern vormittag sämtliche Verhandlungen mit der Direttion wegen der Entfernung eines und Walzera ist streng fernzuhalten. Strafparagraphen aus dem Arbeitsvertrage. Zuzug von Bressern Deutfches Reich. Achtung, Brauereiarbeiter! Die Neuruppiner Aktienbrauerei vormals Gebr. Schönbed in Neuruppin ist wegen Maßregelung organisierter Brauereiarbeiter gesperrt. Buzug ist streng fernzuhalten! Die Gauleitung. Husland. So erhielten die Arbeiter einen Lohn von 37 Bf. pro Stunde und die Kutscher einen solchen von 25-27 M. pro Woche, bei einer Arbeitszeit von 14-16 Stunden pro Tag. Für diesen Lohn haben die Arbeiter und Kutscher eine unmenschlich schwere Arbeit zu leisten. Dieselben haben den ganzen Tag, von früh bis spät. 1-2 8entner Washington, 14. September. Der Kreuzer Des Moines" und schwere, mit Kohlen gefüllte Rörbe und Kästen das Lazarettschiff Digie" mit 300 Seefoldaten an Bord find unter- aufchleppen. Dazu kommt noch, daß auf den meisten Plätzen wegs nach Havanna. Der Kreuzer„ Tacoma" wird voraussichtlich keinerlei Vorrichtungen getroffen sind, durch welche den Arbeitern, bei ihnen beschäftigten Arbeiter beschlossen. Die Budapester Baufirmen haben die Aussperrung sämtlicher heute, der Kreuzer Cleveland" morgen nach Kuba in See gehen. Die bie bei ihrer schweren Arbeit oft in Schweiß gebadet, Schutz ihres Streuzer Minneapolis" und" Newark" werden bereit gestellt, um er- Körpers gegen die gesundheitsschädlichen Witterungseinflüsse geboten forderlichenfalls sofort in See zu gehen. Tauten: " " werden könnte. Der Bergarbeiterstreik in Böhmen. Wolffs Telegraphenbureau meldet: Brüg, 15. September. Die Führer der Streifbewegung ers flärten gestern der Bergbehörde, sie wollten ihre Wünsche einschränken und die Forderung des Achtstundentages fallen lassen; sie verlangten aber Generalpardon für alle Ausständigen. Die Verhandlungen hierüber sind noch im Gange. In Brüg und Dug arbeiten 5817 Arbeiter. 4455 befinden sich noch im Ausstande. Washington, 15. September. Kriegssekretär Taft und Unter- Heizbare Räume fehlen fast überall. Wascheinrichtungen, welche staatssekretär Bacon begeben sich nach Havanna in besonderer mit Rücksicht auf die schmußige Kohlenarbeit unbedingt erforderlich Sendung als Vertreter der Regierung der Vereinigten Staaten, um find, fehlen auf den Plätzen ebenfalls. Die Ausständigen forderten die Bedingungen ausfindig zn machen, unter denen jeder irgend deshalb neben einem einigermaßen auskömmlichen Lohn von 45 Pf. mögliche Beistand zur Beruhigung des Landes pro Stunde für Arbeiter und 30 M. pro Woche für Kutscher, auch geleistet werden tann. Der nach Havanna abgegangene Beschaffung von heizbaren Räumen und Waschgelegenheit. Kreuzer Des Moines" hat fünf Schnellfeuergeschüße in Landungs- Diese Forderungen, welche jeder vernünftig Denkende als durch lafetten an Bord. aus bescheiden und berechtigt anerkennen muß, sowie den Wunsch, Aus Havanna selbst kommen Meldungen, wonach der Präsident mit einer Kommission der Arbeiter in der Sache zu verhandeln, Balma selbst die Amerikaner ins Land gerufen hat. Diese Meldungen lehnten die Unternehmer kurzerhand ab. Wer streiken will, fann Havanna, 14. September.( Laffan Meldung.) Bräfident Balma votation legten am Montag, den 20. Auguft, über 1100 Kohlenerklärte in einer Ansprache, die er in seinem Balast an das Kabinett arbeiter und Kutscher einmütig die Arbeit nieder. Wiederholte bei und einer Anzahl Kongreßmitglieder hielt, folgendes: Falls der dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts angebahnte Wien, 15. September.( B. H.) Der„ Neuen Fr. Pr." wird aus Kongreß sich nicht versammelt, um seine volle Pflicht zu tun, kann ich Verhandlungen find bon den Unternehmern ab- Petersburg gemeldet: Der Führer der Stafexpeditionen, Oberst Ricmeine Liebe zu meinem Lande am besten dadurch beweisen, daß ich gelehnt worden, weil sie der Annahme sind, daß die Streifenden mann vom Garderegiment Somenow, welcher bekanntlich viele EisenKuba der großen Nation übergebe, welche die Jusel vom spanischen ohne weitere 8ugeständnisse, des Streifens müde, auf bahuer beim letzten Streit erschießen ließ, ist unmittelbar nach der Joch befreite und Freiheit und Fortschritt auf sie brachte." Diese die Pläße zurüdtehren werden. Die streitenden Arbeiter Ermordung seines Chefs, des Generals Minn, aus seiner Wohnung Worte des Präsidenten erregen in der ganzen Stadt gewaltiges Auf- und Kutscher dagegen sind gewillt, nicht eher die Arbeit in der Nikolwestajastraße verschwunden. Mit ihm sind auch die Ge sehen. Die Gemahlin Palmas, eine Tochter des von politischen Mördern aufzunehmen, bis ihnen seitens der Kohlengroßhändler heimpolizisten und seine Gemahlin verschwunden. Man vermutet, umgebrachten Präsidenten Guardiola von Guatemala, die für ihren menschen würdige Arbeitsverhältnisse und ein daß sich alle im Auslande befinden. Riemann hat in der letzten Zeit Mann wohl ein gleiches Schicksal befürchtet, bittet ihn, sein Amt Lohn gewährt wird, mit dem sie sich selbst und ihre Familie Todesurteile über Todesurteile erhalten und sich der Rache der Reniederzulegen und auf einem amerikanischen Kriegsschiff Zuflucht zu suchen. halbwegs ernähren tönnen. volutionäre nun durch die Flucht entzogen. streiken, war die Antwort der Kohlengroßhändler. Auf diefe Bro- Letzte Nachrichten und Depeschen. Vor den Rächern geflohen. Bom Schlachtfelde der Arbeit. Eisenbahnunfall. Nachmittags gelang es Balma, eine zur Erledigung von Ges Der Streit steht für die Arbeiter und Kutscher günstig. Obgleich schäften genügende Zahl von Senatoren und Boltsvertretern vor dem die Unternehmer alle Anstrengungen machen, Arbeitswillige Barlamentsgebäude zusammenzubringen; doch weigerten sie sich. zu erhalten, ist ihnen dies nur in gana minimaler Weise hineinzugehen, bis Palma, der wußte, daß sein Leben auf dem Spiele gelungen. Selbst Polen und Galizier, die der deutschen Sprache Trencfen) brang in einer Bellulosefabrit aus unbekannter Ursache Budapest, 15. September.( 2. T. B.) In Zsolna( Komitat stand, vor sie hintrat und ihnen zurief: Handelt, ober die Re- nicht mächtig sind, werden eingestellt, um dadurch die Streifenden schwefeliges Gas in die Holzstampfe ein. Von 14 Arbeitern find 10 Trenchen) brang in einer Belluloſefabrik aus unbekannter Ursache publik ist zu Ende!" Der Senat hielt darauf eine geheime wantelmütig zu machen. Da aber alles nichts nügt, haben die Sigung ab! Kohlengroßhändler jest ihre Hoffnung auf die im Herbst zur Ent- erstickt. Unerwarteter Widerstand gegen Palma erhob sich im Re- laffung tommenden Reservisten gefest und hoffen, daß sie durch diese präsentantenhaus, wo der Präsident von mehreren Volksver- ihre Betriebe wieder in Gang bringen können. tretern angegriffen und beschuldigt wurde, die Berfassung ge- Die unterzeichnete Lohnkommission wendet sich deshalb an alle Bilfen, 15. September.( B. H.) In der hiesigen Station stießen brochen zu haben. Die Angreifer forderten die Herstellung des Arbeiter und Kutscher mit der Bitte, die Kohlenarbeiter Berlins in alvei Güterzüge zusammen. Die Lokomotive des einen Zuges wurde Friedens. Die Gemäßigten antworteten auf diese Angriffe nicht, ihrem schweren Kampfe um Erringung besserer Lohn- und Arbeits- zertrümmert und der Lokomotivführer getötet. Ein Zugführer ist sondern nahmen einfach Beschlüsse an, in denen die Handlungen des bedingungen zu unterſtüßen. Insbesondere erwarten die schwer verletzt. Präsidenten Palma mit 20 gegen 17 Stimmen gebilligt wurden. Im Streifenden, daß jeder einzige, welcher in der Lage ist, die Senat wurde dem Vernehmen nach gegen eine amerikanische jungen Reservisten im boraus bon dieser Intervention eine scharfe Sprache geführt, doch gilt es als zweifellos, Situation au unterrichten, dies zu tun und mit dafür zu daß Präsident Balma im Senat ebenso siegen wird wie im sorgen, daß sich dieselben nicht als Verräter an dieser gerechten Sache Repräsentantenhause. gebrauchen laffen. Die beste Unterstützung ist die, daß kein Arbeiter oder Kutscher, so lange der Streit dauert, auf irgend einem Kohlenplay Arbeit anNew York, 15. September. Der amtliche Bericht des Komman- nimmt. danten Collwell vom Kreuzer Denver" über die Landung Hoch die Solidarität und hoch die Einigkeit! amerikanischer Marinesoldaten in Havanna lautet:„ Ich Alle Partei und arbeiterfreundlichen Blätter werden um Ab- internationaler Friedenstongreß der Friedensvereine eröffnet. Ein habe nach Beratung mit Ameritas Vertreter und dem Präsidenten drud gebeten! Balma, besonders auf Wunsch Palmas Truppen gelandet. Balma hat uns informiert, daß er großen Zweifel hegt, ob er amerikanisches Eigentum und Personen werde beschüßen können. Ich bin bereit und in bester Position, um die amerikanischen Jutereffen zu schützen, und habe allen Amerikanern auf der„ Denver" ein Asyl Der Steinsetertarif und die Poliere. angeboten. Die fubanischen Insurgenten wiederholten ihr Anerbieten, Beim Tarifabschluß der Steinseher im Jahre 1905 ftellte sich die Waffen niederzulegen, wenn Amerika ihnen gerechte Behandlung heraus, daß die Poliere der Tariforganisation der Steinsetzer abDie amerikanischen Truppen sind bereits gelandet. Dem„ Tag" wird berichtet: Die Lohntommiffion. J. A.: D. Nitschke. Berlin und Umgegend. Eine Geißel Rußlands weniger. burger Telegraphen- Agentur.) Petersburg, 15. September.( Meldung der PetersGeneral Trepow ist heute abend in Peterhof gestorben. Internationaler Friedenskongreß. Mailand, 15. September.( W. T. B.) Heute wurde hier ein amerikanischer Vertreter verlas folgende Depesche des Präsidenten Roosevelt: Als Dolmetscher der Bestrebungen des amerikanischen Voltes, daß die Sache des Friedens unter den Nationen obsiegen möge, und indem ich den Wunsch und die volle Zuversicht meiner Mitbürger teile, daß die Arbeiten dieser Konferenz für den Frieden einen neuen Schritt vorwärts zur Verwirklichung der Ziele der inwälte des allgemeinen Friedens bedeuten, beglüdwünsche ich den Stongreß und sende ihm meine besten Wünsche. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen, Nr. 216. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 16. September 1906. Die Gewerkschaftspreffe zur Veröffentlichung des Protokolls der Gewerkschaftskonferenz. ( ir geben diese Aeußerungen der Gewerkschaftsblätter zur Protokollveröffentlichung erst jetzt, weil wir einen gewissen Abschluß dieses Themas in der Gewerkschaftspresse abwarten wollten. Eine Kritik erübrigt sich, da wir unsere eigene Auffassung dargelegt und die der Parteipresse im Auszug wiedergegeben haben. Eine Uebersicht der Aeußerungen der Gewerkschaftspresse zum Protokoll selber bezw. zum Thema Partei und Gewerkschaft soll folgen.) Die Metallarbeiter- Zeitung" stellt den ablehnenden Brief der Generalfommission und die Bemerkung des Vorwärts", worin der Entschluß des Parteivorstandes mitgeteilt und begründet wurde, einander gegenüber und bemerkt dazu unter anderem: " Danach scheint der Parteivorstand von vornherein die Absicht gehabt zu haben, Teile des Protokolls zu veröffentlichen, einerlei, ob die Teilnehmer an der Konferenz damit einverstanden sind oder nicht. Wenn dies der Fall ist, warum veranlaßte der Parteivorstand dann noch die Generalkommission zu der Umfrage bei den Teilnehmern an der Konferenz? Dies Verfahren hat nunmehr den Charakter eines Possenspiels erhalten, das unter ernsthaft zu nehmenden Leuten nicht vorkommen sollte! Die Sache wird immer bunter. Um keine Mißdeutungen aufkommen zu lassen, wollen wir ausdrücklich bemerken, daß die Teilnehmer an der Konferenz nach unserer Meinung nicht die geringste Ursache haben, die Veröffentlichung des fraglichen Teiles von dem Protokoll zu fürchten. Die durchaus korrekte Stellungnahme der Mehrheit der Konferenzteilnehmer scheint uns vielmehr diktiert durch die Erwägung, daß die Gesellschaft von Stänkern, die in Berlin unter dem Sammelnamen " Bokalisten" ihr Unwesen treibt, unmöglich in der Arbeiterbewegung den Ton angeben kann. Auf nichts weiteres tommt es doch heraus, daß der Parteivorstand den Anarchos diese Konzession macht. So wie sich die Gewerkschaftstaktik den Umständen entsprechend entwidelt hat, werden solche vertraulichen Zusammenfünfte wie die Konferenz der Gewerkschaftsvorstände im Februar in Zukunft noch öfter stattfinden müssen und es wird nach wie vor notwendig sein, daß deren Verhandlungen und Ergebnisse im Interesse der Arbeiterbewegung nicht an die große Glocke gehängt werden. Aus diesen Gründen konnten die Teilnehmer an der Konferenz mit Fug verlangen, daß man auch diesmal ihren Beschluß respektiere. Die Generalfommission mag sich glücklich schäßen, daß die Situation nicht umgekehrt ist, daß nicht sie sich veranlaßt sieht, eine vertrauliche Kundgebung des Parteivorstandes zu veröffentlichen. Die Entrüstung der Anarchos und deren unparteilerischer Protettoren würde in diesem Falle keine Grenzen kennen. Wie gesagt, soweit es sich lediglich um den Abdruck handelt, fönnen die Konferenzteilnehmer den bevorstehenden Enthüllungen" gelassen entgegensehen. Es wird sich da kein Kapital daraus schlagen lassen. Vor allen Dingen wird man sehen, daß die ganze Entrüstung der Anarchos nur daher rührt, daß sie wegen ihrer absoluten Bedeutungslosigkeit nicht mit zu der Konferenz hinzuEezogen worden sind. Es bleibt aber abzuwarten, wie die„ Enthüllungen"„ weiter behandelt" werden. Es sieht so aus, als ob gewisse Leute auf dem Mannheimer Parteitag, um die Aufmerkfamkeit von eigenen Fehlern abzulenken, wieder einmal eine Seke gegen die Gewerkschaftsbeamten inszenieren wollen. Letztere haben in ihrer großen Mehrheit bisher geglaubt, die gegen sie erhobenen Beschuldigungen durch treue Pflichterfüllung entfräften zu können. Infolge der großen Arbeitsüberhäufung, unter der sie zu leiden haben, finden ja die wenigsten von ihnen genügende Zeit, um sich gegen alle die Anschmußereien zu verteidigen, die zum Teil von Leuten kommen, die erst eben in die Partei hineingerochen haben. Gs fragt sich aber, ob dies so weiter gehen kann. Unbedingt muß dafür gesorgt werden, daß diesem Treiben auf dem Mannheimer Parteitag ein Ende bereitet wird. Zu diesem Zwecke müssen alle Gewerkschafter auf dem Posten sein ,, Der Grundstein"( nach Abdruck der Vorwärts"-Notiz): „ Aus denselben Gründen um auch nicht den schwächsten Schein aufkommen zu lassen, als hätten die Gewerkschaftsführer etwas zu verbergen hätten auch wir gewünscht, daß die Veröffentlichung des Protokolls freigegeben worden wäre. Da aber die übergroße Mehrheit der Gewerkschaftsvorstände in entgegengeseztem Einne entschieden hat, so hatte sich auch der Parteivorstand dieser Entscheidung zu fügen. Sonderbar muß es auch berühren, daß der Parteivorstand von seinem Entschluß nicht einmal der Generalfommission Mitteilung gemacht hat." Der Grundstein" schloß sich zum Schluß dem Protest der Generalkommission„ vollinhaltlich" an. Die Holzarbeiter- Zeitung": lich in den Fingern zu juden, gegen die Gewerkschaften vom Leder der Vertretung der Gewerkschaften, der Generalfommission, a b ziehen zu können. Bei dieser Heze würde man dann den Ausgangs- gebrochen, und er hat die Konferenz der Vorstände behandelt, punkt des Konflikts vollständig vergessen. Das ist ein Verfahren, wie wir unsere Feinde zu behandeln gewohnt sind nach I das wir im Interesse der gemeinsamen Arbeiterbewegung bon Kriegsrecht, indem wir, was uns von ihnen in die Hände der ja die Partei ebenso wie die Gewerkschaft nur ein Teil ist- fällt, veröffentlichen, auch wenn es uns nur infolge eines Vers aufs lebhafteste bedauern. trauensbruches möglich ist. Ein Kriegszustand zwischen Parteiund Gewerkschaftsbewegung ist aber ein Unding. Deshalb wird es Sache der Auftraggeber des Parteivorstandes sein, ihn zu refti fizieren und das gut zu machen, was der Parteivorstand gefehlt hat." Fachzeitung für Schneider": Wir stehen hier vor einem beispiellosen Vorgang in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und unbegreiflich bleibt diese Maßnahme des Parteivorstandes. Das Protokoll ist Eigentum der Gewerkschaftsleitungen und der Generalfommission und es ist ein unberechtigter Schritt des Barteivorstandes, der nach keiner Seite hin eine Entschuldigung finden kann und sollte. Der Parteivorstand ist nicht in dem Proso mußte er andere Mittel zur Verfügung haben, als jenes, in tokoll angegriffen, und wurde er von anderer Seite angegriffen, die Eigentumsrechte anderer überzugreifen. Wir bedauern die Verschärfung des Konflikts um so mehr, Gewerkschaften das Wort redeten und auch weiter die die beiden als wir immer einem innigen Zusammenarbeiten von Partei und Bewegungen einigend en Momente betonen werden. der Partei nicht viel wissen will und dem jeder Anlaß, gegen die Gewiß, wir haben manchen Gewerkschaftsgenossen, der von Partei zu polemisieren, recht ist. Aber eben diese Leute wollen wir erziehen zu Parteigenossen, zu tüchtigen politischen Mitkämpfern. " ,, Bergarbeiter- Zeitung": Man kann auch Gründe dafür erbringen, wonach eine Preisgabe des Protokolls den Gewerkschaften, nachdem die Dinge nun einmal so liegen, nur lieb sein fann. Wenn wir trotzdem eine Veröffentlichung des Protokolls durch die Parteipresse nicht gutheißen können, dann liegt es daran, weil die Gewerkschaftsvorstände und die Generalkommission teine Ursache hatten, ihrerseits intern gepflogene Beratungen der breiten Oeffentlichkeit preiszugeben, auch dann nicht, wenn ein schmutziges Blatt, daß sich leider Arbeiterorgan nennt, jede Diskretion und Anstand brach. Besser hat sich die Sache auch nicht gestaltet, daß der Parteivorstand und ein Teil der politischen Arbeiterpresse hertam und entgegen den Wünschen der beteiligten Gewerkschaften das taten, was sie nun doch einmal nicht lassen wollten. Schon die eine Tatsache, daß auch der Parteivorstand es sich sehr verbitten würde, wenn interne Angelegenheiten, Diskussionen feinerseits, gleiche Behandlung erführen, wie jetzt hier das Protokoll. Wir möchten den Skandal nicht hören, der hier dann folgte... Nicht aber können Organisationen, die mitten im Stampfe stehen, alles und jedes der Oeffentlichkeit preisgeben. Aber durch die Veröffentlichungen der Einigkeit" tam Mißtrauen in die Massen! Wohl, das mag als eine Entschuldigung dienen, aber man wird doch wohl eingestehen müssen, daß die Bedeutung der Preisgabe des Protokolls doch erst in den pompösen Ankündigungen der Parteipresse und des Parteivorstandes liegt. Seit Wochen setzte die„ Einigkeit" ein, aber erst mußten die jetzigen Veröffentlichungen fommen, um unsere Freunde" im gegnerischen Lager sämtlich auf die Beine zu bringen. So hülft man mit! Ein Teil der führenden Personen in der Partei scheint den Einfluß und die Verdrehungskunst der gegnerischen Presse sehr zu unterschätzen... Schmiede- Zeitung". Teile der Parteipresse gutgeheißen werden, wir können ihn nur " Mag auch dieser Schritt des Parteivorstandes vom größten bedauern." » Der Wäsche- Bote": " Es wäre Pflicht des Parteivorstandes gewesen, da derserve nun einmal die Veröffentlichung des Protokolls beschlossen hatte, Sicherlich wäre dadurch verschiedenes Unangenehme vermieden vorher eine Sigung mit der Generalkommission abzuhalten. worden. Hatte nun schon ein Lump Vertrauensbruch begangen, so das gegenseitige Vertrauen? mußte der Parteivorstand anders handeln. Wo bleibt denn sonst Hoffentlich bringt der Mannheimer Parteitag eine befriedigende unter feinen Umständen weiter gehen...." Lösung in dieser strittigen Frage für beide Teile, denn so kann es „ Der Töpfer": 4 „ Der Arbeiterschaft, der ohnehin bedeutend weniger Macht. mittel als ihren Gegnern zur Verfügung stehen, kann es nicht verdacht werden, wenn sie ihre Kampfespläne nicht stets brühwarm den Gegnern auf dem Präsentierteller übermittelt. Durch das vom Parteivorstand eingeschlagene Verfahren muß das Vertrauen erschüttert werden." Die Solidarität"( Buch- und Steindruckereihülfsarbeiter) druckte die beiderseitigen Veröffentlichungen ab und nannte dabei das Vorgehen des Parteivorstandes einen durch nichts zu rechtfertigenden Vertrauensbruch". 17. kommission und die„ Vorwärts"-Notiz ohne eigene Bemerkung ab. „ Der Tabakarbeiter" druckte die Erklärung der General„ Die Gewerkschaft"( Gemeinde- und Staatsarbeiter): Es wäre allerdings bedeutend besser gewesen, wenn die Konferenzteilnehmer die Geheimhaltung des Protokolls sofort, als die Einigkeit" den ersten Auszug brachte, durch Beschluß aufgehoben hätten. Daß dies nicht geschehen ist, haben wir schon einmal unflug genannt. Der Parteivorstand konnte nun nichts anderes mehr tun, als das Protokoll gegen den Willen der Konferenzteilnehmer zu veröffentlichen, und er handelte damit ganz vernünftig. Aber selbst wenn die Einigkeit" von der Geschichte gar nicht angefangen hätte, ist es doch sehr die Frage: ob es nüßlich gewesen wäre, das Protokoll in wenigen Exemplaren im Archiv der Generalfommission verstauben zu lassen. Das Protokoll ist wohl das wichtigste Dokument der neueren deutschen Arbeiterbewegung, und schließlich haben die zirka 1½ Millionen Gewerkschaftsmitglieder ein Recht, zu wissen, wie ihre Borstände in fundamentalen Fragen stehen. Wir können uns von der Veröffentlichung nur sehr viel Gutes für die deutsche Arbeiterbewegung versprechen, und deshalb bedauern wir es aufs tiefste, daß die Mehrheit der Konferenzteilnehmer auch noch den Antrag des Parteivorstandes ablehnte und sich für„ Geheimhaltung" entschied... 44 ,, Schuhmacherfachblatt": Zum Protokoll selbst ist zu bemerken, daß die Gewerkschaften sich nicht au fürchten haben, wenn nun die Ausführungen der einzelnen Redner veröffentlicht werden, obwohl sie in einer vertraulichen Konferenz- allwo man sich doch in der Regel etwas ungenierter ausspricht gemacht wurden... Aber, was ganz entschieden verurteilt werden muß, ist das, daß man sich über die Generalfommission bezw. der Mehrheit der Zentralvorstände, und Die Veröffentlichung geschah ohne die Zustimmung der Entscheidungen der Zentralverbände einfach hinweggefeßt, daß der Barteivorstand erklärt, er werde trohdem das Protokoll veröffent- e fönnte ſo neuen Stonfliktsstoff abgeben. Wir hoffen jedoch, lichen. Wo soll das hinführen, wenn mit den Beschlüssen der Ge- unsere Genossen in den Zentralvorständen werden trotzdem nicht werkschaften so umgesprungen wird, wenn deren Beschlüsse so miß die den Parteivorstand zu seinem Vorgehen veranlaßten. Er wollte fonfliktlüstern sein, namentlich auch nicht im Hinblick auf die Gründe, achtet werden und den Gewerkschaften selbst dadurch jede Achtung mit der Veröffentlichung des Protokolls den Genossen eine sichere versagt wird. Dadurch wird bloß jener Bersplitterergesellschaft in Unterlage für ihr Urteil geben. Berlin, die in der„ Einigkeit" ihre Ablagerungsstätte hat, Vorschub Unterlage für ihr Urteil geben. geleistet.. Es scheint fast, daß der Parteivorstand sich von den Hintermännern der„ Einigkeit" von den„ Anarcho- Sozialisten", hat schieben lassen.. Die Partei soll ihre eigenen Wege gehen und sich nicht nach einem Häuflein Zersplitterer richten. Es hätte sich leicht noch ein anderer Weg finden lassen. Oder wollte man das Protokoll veröffentlichen, um gegen die daran beteiligten Personen Stellung nehmen zu können? Dies wäre ebenso zu verurteilen. Wir stehen nicht auf dem Boden der Nurgewerkschaftler, wir teilen nicht die Ansichten der Gen. Müller, Bringmann usw. über die Partei- und Gewerkschaftsbewegung, welche sie auf der Konferenz borbrachten. Aber mit der Veröffentlichung des Protokolls hat diese Frage nicht das mindeste zu tun... „ Der Textilarbeiter": ... Wir müssen es lebhaft bedauern, daß der Parteivorstand diesen Schritt getan hat. Seine guten Absichten, die ihn dabi unUns scheint vielmehr, der Parteivorstand hatte keinen zweifelhaft leiteten, in allen Ehren, durfte er niemals zu einer Grund, die Freigabe zu verlangen und das Protokoll troß des solchen Veröffentlichung, über die er nicht rechtmäßig zu entscheiden Widerspruches der Zentralvorstände zu veröffentlichen; denn gegen hatte, die Hand bieten. Derartig vertrauliche Aktenstücke wurden die Partei als solche hat sich ja gar kein Redner gewandt, und was in der Parteipresse nur dann veröffentlicht, wenn es sich um solche die kritisierten Aeußerungen einzelner Genossen oder Blätter angegnerischer Parteien handelte, und die Veröffentlichung geschah langt, so werden sie von der Partei nicht voll und ganz vertreten dann meist nur zum Zwecke der Schädigung dieser Parteien. werden können; geschieht dies doch, so wird die von der Partei anWohin soll es führen, wenn einzelne Instanzen der Arbeiterbewe- geblich gesuchte Verständigung mit den Gewerkschaften kaum gegung gegen den Willen anderer Körperschaften derselben Bewegung fördert werden." diefen eigentümliche vertrauliche Attenstücke veröffentlicht. • Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß dieses Protokoll von objektiv denkenden Parteigenossen niemals gegen die Gewerkschaften oder gegen die Teilnehmer dieser Konferenz ausgeschlachtet werden wird, da es nur über Debatten berichtet, die von Parteigenossen und in den besten Absichten für die Partei geführt worden sind, und die selbstverständlich jede und auch die geringste Gegnerschaft gegen die Partei vermissen lasser 11. 44 „ Der Bauhülfsarbeiter": Obwohl wir bei der Umfrage durch die Generalfommission wegen der Beröffentlichung dafür eingetreten sind, so müssen wir uns dennoch entschieden gegen die Veröffentlichung wenden, ,, Korrespondent"( der Sutmacher): und wer in „ Wir bedauern den Schritt des Parteivorstandes, nicht etwa als Konferenzteilnehmer, sondern als Parteigenossen. Als Parteigenossen nehmen wir unter allen Umständen das Recht in Anspruch, vertrauliche Besprechungen abhalten zu können. Dasselbe Recht muß aber auch den Gewerkschaften gewahrt bleiben dem einen oder dem anderen Falle Verrat übt, der mag daran ersticken. Es darf jedoch niemals dem Verrat der Schimmer einer parteiberdienstlichen Handlung gegeben werden, wie es durch die Veröffentlichung des Protokolls über den Punkt Partei und Gewertschaften" geschehen ist. Diese Begründung ist einleuchtend und überzeugend, sie schließt vor allem jede unfreundliche Absicht gegen die Gewerkschaften aus, will im Gegenteil die Wahrung der Interessen der Gewerkschaftsbewegung und der Partei gegenüber dem gemeinschädlichen Treiben disziplinloser und unverantwortlicher anarchistischer Elemente." ,, Der Steinarbeiter": „ Die Erklärung der Generalfommission ist als recht lendenlahm zu bezeichnen. Unsere Gründe für die Veröffentlichung des Protokolls sind in Nr. 33 des Steinarbeiter" veröffentlicht und haben wir denselben nichts mehr hinzuzufügen. Die Publikation des Protokolls durch verschiedene Parteizeitungen wird zweifellos eine große Klärung in der Frage Partei und Gewerkschaft" auf dem Mannheimer Parteitag bringen." " Die Monatsblätter des Lagerhalterverbandes". Diese Veröffentlichung ist nunmehr erfolgt. Generalfommission legt gegen dieses Verfahren die entschiedenste Verwahrung ein. Es muß jedoch immer wieder daran erinnert werden, daß die Verhandlungen längst kein Geheimnis mehr waren, sondern durch die Indiskretion der„ Einigkeit" bereits an die Oeffentlichkeit gelangt sind, und zwar in einer Weise, daß die Veröffentlichung der Verhandlungen im Zusammenhang selbst im Interesse der Beteiligten lag." ,, Dachdecker- Zeitung": Wir halten das Vorgehen des Parteivorstandes, soweit es die Veröffentlichung des Protokolls betrifft, als unvermeidlich. Nachdem die„ Einigkeit" einzelne Teile des Protokolls in die Oeffent lichkeit gebracht hatte, und dadurch Mißtrauen gegen den Parteivorstand und die Vorstände der Zentralverbände hervorgerufen war, hatten nach unserer Meinung die Mitglieder der Partei und der Zentralverbände das Recht, die volle Wahrheit zu erfahren. Wir sehen daher in der Veröffentlichung des Protokolls keine Mißachtung der Gewerkschaften, sondern im Gegenteil die pflichtgemäße Rückfichtnahme auf die große Masse der organisierten Arbeiter. Bes bauerlich ist es nur, daß nicht die Mehrheit der GewerkschaftsAn der Sachlage wird auch nichts geändert, wenn der Fall borstände diese Rücksicht gegen die Mitglieder ihres Verbandes erweil dem Parteivorstand ebenso wenig ein Recht zugestanden werden als eine Ausnahme gelten soll, weil es immer Elemente gibt, die kannt und der Veröffentlichung des Protokolls zugestimmt haben." fann, vertrauliche Schriftstücke zu veröffentlichen, wie dies für selten aus lauteren, aber häufig aus unlauteren Motiven In- ,, Correspondenzblatt" des Verbandes der Tapezierer: irgend eine andere Person oder Körperschaft gilt. Bei dem Partei- distretionen begehen. Leuten mit solchen lagen Begriffen darf auch..Der Kern der Sache ist nicht das Ausschlachten des Protokolls vorstand kommt noch als erschwerender Grund in Betracht, daß er nicht die geringste Konzession gemacht werden. Geschieht es den- gegen Teilnehmer an der Konferenz, sondern die Erörterung wichganz genau wußte, daß das Protokoll Angriffe gegen die Partei noch, dann ist die Folge eine gegenseitige Abschließung, ein Ge- tiger grundsäßlicher Fragen, von denen wir nur wünschen, daß nicht enthält und die von der„ Einigkeit" herausgegriffenen Säße trenntsein, das der Arbeiterbewegung nie nüßlich sein kann. Wir endlich einmal volle Klarheit geschaffen wird. in tendenziöser Weise bearbeitet worden sind. Wollte der Partei- wollen aber vertrauensvolle Verständigung, ein Hand in hand gehen Schon aus diesem Grunde hätten wir gewünscht, daß die vorstand sich absolut gegen die Angriffe der„ Einigkeit" recht- von Partei und Gewerkschaft. Deshalb bedauern wir auch alle 3entralvorstände das Protokoll zur Veröffentlichung freigaben, dafertigen, so hätten ihm doch wohl noch andere Mittel zur Hand ge- Schritte, die nicht zu gegenseitiger Annäherung führen, die den mit eine Verständigung herbeigeführt wird. Nun findet die Ausstanden, als wie der gegen die Absicht der Gewerkschaftsvorstände bitteren Nachgeschmad einer Vergewaltigung der Gewerkschafts- einandersehung unter viel weniger angenehmen Umständen erfolgte Abdruck des Protokolls. Dieses wäre doch um so leichter leiter zurüdlassen." doch statt." möglich gewesen, als tatsächlich mehreren Barteiredaktionen der Inhalt des Protokolls genau bekannt war. Statt dessen kommt der Parteivorstand bei und setzt sich einfach über alle bisher geltenden Regeln hinweg, was unter Umständen recht bedenkliche Konsequenzen auch für die Partei nach sich ziehen kann... 119 Die Ameise"( Verbandsorgan der Porzellanarbeiter): Doch mit dem Fordern der Freigabe des Protokolls verbindet sich scheinbar eine andere Absicht gewisser Parteiblätter. Man möchte das Protokoll nicht darum frei haben, um den Vorstand zu reinigen was ja gar nicht nötig ist sondern man will jene Stellen in dem Protokoll ausnuten, die von Konferenzteilnehmern angeblich gegen die Partei gerichtet wurden. Nicht mehr um Klarstellung der anfänglichen Streitfrage handelt es sich also jetzt, sondern um ein neues Kesseltreiben gegen einzelne Gemertschaftsführer. Dazu soll die Protokollveröffentlichung dienen. Es scheint einigen besonders scharfen Parteiredakteuren wieder ordent 11. Handlungsgehülfenblatt": Wie weit die Mißachtung, ja man tann ruhig sagen, die völlige Nichtachtung der von den Gewerkschaften eingefeßten Ausführungsorgane und damit der Gewerkschaftsbewegung selbst seitens berufener Körperschaften der sozialdemokratischen Partei trop aller Beteuerungen des Gegenteils geht, dafür haben die letzten Wochen einen nicht mehr aus der Welt zu schaffenden Beweis geliefert. Die Generalkommission hat gegen das Vorgehen des Parteivorstandes öffentlich Werwahrung eingelegt. Wir sind der Meinung, daß damit die Sache nicht erledigt sein kann. Der Parteivorstand hat durch sein Vorgehen nicht nur getan, was man von Parteiseite grundloserweise gern den Gewerkschaftsvorständen unterschiebt eine Verlegung der Interessen der Gesamtarbeiter bewegung. Vielmehr hat der Parteivorstand durch die Art und Weise seines Borgehens in offizieller Form die Beziehungen mit Aus der Partei. Partei und Gewerkschaften. In der gemeinschaftlichen Mits gliederversammlung der drei Hamburger Parteibereine am Freitagabend, der zweiten, die sich mit diesem Thema beschäftigte, wurde die Debatte fortgefeßt. Es sind folgende Resolutionen eingelaufen: I. „ Die gemeinschaftliche Mitgliederversammlung der drei sozialdemokratischen Vereine Hamburgs anerkennt die gewerkschaftliche Bewegung im Befreiungskampf der Arbeiterklasse als völlig gleichwertig und deshalb auch gleichberechtigt mit der politischen Bewegung. Die Versammlung erachtet es für notwendig, daß Beschlüsse über vorzubereitende wichtige Aktionen der Arbeiterklasse von dazu bestimmten Vertretern der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse gemeinsam gefaßt werden, um dadurch die für den Kampf gegen eine volksfeindliche Staats- gewalt und die herrschenden Klassen im Interesse der Erringung politischer Freiheit und wirtschaftlicher Macht der Arbeiterklasse so notwendige Einigkeit und Schlagfertigkeit beider Bewegungen zu begründen und dauernd zu befestigen. A. v. Elm." II.» „Die gemeinschaftliche Mitgliederversammlung der drei sozial- demokratischen Vereine Hamburgs betrachtet die Gewerkschafts- belvegung für durchaus notwendig und nützlich, um im Wirtschaft- lichen Kampfe die Lage der Arbeiter innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft nach Möglichkeit zu hebein Bei dieser Aktion bildet die Gewerkschaftsbewegung einen selbständigen Faktor in der Arbeiterbewegung. Aufgabe' der Sozialdemokratie ist es, den wirtschaftlichen Kampf der Gewerkschaften gegen die kapitalistischen Unternehmer überflüssig zu machen durch Umgestaltung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung in eine sozialistische: aber die Sozialdemo- kratie hat auch in der kapitalistischen Gesellschaft die gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Interessen der Arbeiterklasse nach- drücklich zu vertreten. Bei dieser Aktion dient der Sozial- demokratie als Richtschnur die durch den Sozialismus geschaffene wissenschaftliche Erkenntnis und die von der sozialdemokratischen Partei beschlossene Taktik. Emil Fischer." Genosse v. Elm setzte seine in der borigen Versammlung ab- gebrochene Rede fort. Er bestreitet, auf der Gewerkschaftskonferenz von einem„Hinwegfegen der radikalen Rotte" gesprochen zu haben: er gibt zu, daß der Abstand zwischen der Akknmulation des Kapitals und dem Einkommen der Arbeiter ein immer größerer werde, aber trotzdem habe sich durch die gewerkschaftliche Tätigkeit nicht allein die materielle Lage der Arbeiter verbessert. Gewiß absorbiere die Lebenshaltung der Arbeiter durch Verteuerung der notwendigsten Nahrungsmittel usw. einen großen Teil des Mehrverdienstes, doch könne ja einmal ein Sinken der Lebensmittelpreise stattfinden, wie j. B. in England. Von einem Notbehelf der Gewerkschaften inner- halb der kapitalistischen Gesellschaft dürfe man nicht reden, weil die Gewerkschaften stets notwendig sein werden, auch in der sozialistischen Gesellschaft, denn aus dem Chaos lasse sich keine neue Wirtschaftsordnung schaffen. Wie solle denn anders die Produktion geregelt werden? Deshalb könne man von keiner Unterordnung der Gewerkschaften sprechen, wie man von einer Ueberordnung derselben nicht reden dürfe. Gewerkschaften sowohl wie Partei müssen den Emanzipationskainpf gemeinsam führen, müßten daher als gleichberechtigte Faktoren betrachtet werden. In Köln habe er vor einem gewerkschaftlichen Egoismus gewarnt, unter keinen Umständen dürfe die Gewerkschaftsbewegung in das Fahrwasser des Trade- Unionismus geraten. Der feste Zusammenhang zwischen Partei und Gewerkschaften dürfe nicht verloren gehen. Eine Theorie der Gewerkschaften müsse er bekämpfen, er erkenne nur die Theorie des Klassenkampfes an. Auch die Resolution Bömelbnrgs über den Massenstreik habe er energisch bekämpft, weil diese die Propagierung des Massenstreiks als Kampfmittel verbot. In Jena habe sich Bebel gegen die anarchistische Auffassung deS Massenstreiks gewandt, wie dieser nur„gegebenenfalls" zur Anwendung kommen soll. Redner geht ans die Jenaer Resolution ein, behandelt sodann die„RevollltionSromaiitik", die er darin erblickt, daß es Leute gibt, die den Massenstreik zur Eroberung der politischen Macht an- wenden wollen, und wendet sich dann dem„Zickzackkurs" des „Vorwärts" zu, der jetzt wieder vernünftige Artikel bringe. Die Genossen Bömelburg und Legten erblicken in den Reso- lutionen von Köln und Jena keinen Widerspruch, weil die von Köln sich gegen die anarchistische Auffassung vom Massenstreik wende. Nun— so genau stimmt das nicht. Die Propagierung des Massenstreiks dürfe nicht unterbunden werden. Nun werde gesagt, die Beschlüsse der Partei müßten beachtet werden. Sei dies bisher imnicr der Fall gewesen? Er erinnere daran, daß wiederholt Parteitage dahin Beschlüsse gefaßt haben, daß es Pflicht der Genossen sei, sich den Zentralorganisationen anzuschließen. Und trotzdem sehe man noch Ivkalistische Vereinigungen, die in Parteigeschästeu ihre Drucksachen anfertigen lassen. Redner behandelt sodann die Veröffent- lichung des Protokolls der Gewerkschaftskonferenz durch die„Einig- keit", die er einen Schurkenstreich nennt, und tritt für die in seiner Resolution niedergelegten Ansichten ein. Wollen wir vor- tvärts kommen, wollen wir so gekräftigt dastehen, daß wir zum Schlags gegen das preußische Junkertum, zur Erringung des Wahl- rechts in Preußen ausholen können, dann miisscn Partei und Gewerkschaften einig sein. Genossin Zietz meint, man hätte sich in der vorigen Ver- sammlung ganz unnötigerweise an dem Knochen„Sisyphusarbeit" verbissen, während heute v. Elm ebenfalls zugegeben habe, daß die Differenz zwischen der Profitrate der Unternehmer li»d dem Ein- kommen der Arbeiter immer größer werde. Genau dasselbe habe die Genossin Luxemburg ins Auge gefaßt, als sie von der not- lo e n d i g e n Sisyphusarbeit der Gewerkschaften sprach. Des weiteren vertritt Rednerin die von Kautsky in seinen jüngsten Artikeln „Partei und Gewerkschaften" niedergelegten Anschauungen. Genosse v. Elm habe vielfach offene Türen eingerannt und habe Dinge bc- kämpft, die garnicht behauptet worden sind. Genosse L ü t h: Die Verdienste BömelburgS um die Arbeiter- bewegung wolle er nicht verkleinern, aber Tatsache sei, daß Bömel- bürg die Materie nicht beherrscht habe. In Köln sei nicht nur die anarcho-sozialistische Auffassung vom Massenstreik bekämpft worden, sondern der Massenstreik an sich. Wenn man von einer neuen Theorie spreche, so müsse man sich vor allem selbst klar sein über die Theorie vom Klassenkampf. Daran kapere es aber ganz be- denklich. ES gebe viele Gewerkschaftsfunktionäre, die, obwohl sie zur Aufklärung berufen worden sind, noch selbst über unsere Prinzipien aufgeklärt werden müssen. Diese Debatte werde nicht umsonst gehalten worden sein, wenn wir die hier noch nicht politisch organisierten SO Proz. der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter für die Partei schnellstens gewinnen. Genosse Hoffmann vertritt den Standpunkt des Vorredners und führt aus, daß beide Glieder der Arbeiterbeiveguug neben- einander arbeiten müßten, ohne daß Rangstreitigkeiten stattfinden brauchten. In rein politischen Fragen könne sich allerdings die Partei von Leuten nicht dreinreden laffen, die der Partei nicht an- gehören. In seinem Schlußwort geht Fischer auf die im Laufe der Debatte erhobenen Einwände ein und bemerkt, von Elm habe viel- fach Lnfthiebe geführt. Die Eroberung der politischen Macht könne nur erfolgen durch die politische Organisation, womit nicht die gewerkschaftliche Tätigkeit herabgesetzt werden solle. In Hamburg arbeiten Partei und Gewerkschaften friedlich nebeneinander. Bei gememsamen Aktionen haben wir uns noch immer verständigt, und das wird hoffentlich auch so bleiben. Da die Uhr 12 geivorden ist und Genosse von Elm erklärt, auf eine persönliche Bemerkung nicht verzichten zu wollen, wird die Ver- sammlung vertagt. Die nächste Versammlung hat mithin nur noch die persönliche Bemerkung entgegenzunehmen und über die Resolutionen abzustimmen. Zur Mnsscnstreikfragr nahm daS Dortmunder Gewerkschaftskartell in seiner letzten Sitzung Stellung, ferner fand das Verhältnis zwischen Partei n n d G e w e rk s ch a ft Erörterung. Der Arbeitcrsekretär Genosse Scheibe stellte sich in seinem Referat aus den Boden der Kieler Resolution. Die Ver- sammlung stimmte den Ausführungen zu, lehnte die Resolution jedoch als überflüssig ab. Die Einberufung eines außerordentlichen Gewerkschaftskongresses hielt man für überflüssig, da in den Arbeiter- »nassen keine Uneinigkeit über die schwebenden Fragen herrsche. Man war der Meinung, daß man hüben und drüben mehr Rücksicht auf die allgemeine Situation nehmen solle. Bezüglich der Veröffentlichung des bekannten Protokolls durch den Parlcivorstand wurde folgende Resolution angenommen: Zur Frage der Veröffentlichung des Protokollteiles, der sich mit der Barle» und dpn GMklkichaften befaßt, erklärt das Dortmunder Gewerkschastskartell, daß wohl das formale Recht auf feiten der Generalkommission liegt, materiell war aber die Ver- Lffentlichung notwendig. Der Parteivorstand war der angegriffene Teil, und die Massen der Genossen— polisische wie qewerkschaft- liche— hatte»» ein Anrecht, zu erfahren, was in der so wichtigen Frage des Massenstreiks zwischen den beiden obersten Instanzen verhandelt worden war respektive wie sie sich zu den vorliegenden Beschlüssen stellen. Zudem war durch die tendenziösen Ver- öffentlichungen der„Einigkeit" das Protokoll längst kein geheimes inehr und deshalb ist die Stellung der Mehrheit der GeWerk- schaftsvorstände, die sich der Veröffentlichung widersetzten, zu bedauern." Von de» Organisationen. Der Wahlkreis Des sau-Zerb st(Anhalt I), der am 3. September 1303 für unsere Partei 12 715 sozialdemokratische Stimmen aufbrachte, zählte am 1. Juli d. I. außer einer Anzahl Postabonnentcn in 23 Orten des Kreises 5983 Abonnenten auf das „Volksblatt für Anhalt". Organisiert sind im Kreise 1950 Genossen. daneben zahlen 892 freiwillig regelmäßige Beiträge, so daß ins- gesamt 2842 Genossen steuern. Sozialdemokratische Gemeinde- Vertreter zählt der Kreis in 12 Orten 41. Auch die Beteiligung der Frauen am Parteileben hat in letzter Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht. 150 Parteigenossinnen steuern zurzeit. Die Kassen der sünf Mitgliedschaften Dessau, Zerbst, Roßlau, Coswig und Jeßnitz hatten einschließlich 2600 M. vorjährigen Kassenbestandes 10 908 M. Gesamteinnahme. Die Kreiskasse erhielt davon 2680 M., die Zentralkasse in den letzten sechs Monaten 220 M. Der Kassen- bestand war am 30. Juni d. I. 4631 M. Durch die am 9. Scpteinber beschlossene Anstellung eines Parteisekretärs wird ein weiterer Auf- schwung mit Sicherheit erwartet. Auf der Generalversammlrmg des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Minden-Lübbecke wurde eine Mitgliederzahl von 305, eine Einnahme von 1342,93 M. und ein Bestand von 487,33 M. für die Zeit vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1906 festgestellt. An den Parteivorstand wurden 63,32, an die Bezirksorganisasion 52,93 M. gezahlt. Als Reichstagskandidat wurde Genosse Konrad L i tz i n g e r aufgestellt._ B-m Fortschritt der Partcipresse. Die„Tribüne", unser Erfurter Parteiblatt, erscheint jetzt in Rotattonsdruck. Personalien. Als Bibliothekar wurde vom Gewerkschaftskartell in Frankfurt a. M. Genosse Sauer, Metallarbeiter in Frank- furt a. M., gewählt. Er hat seit Jahren nebenamtlich die Funktionen versehen und wird sich nun ganz dem Amte widmen können. Um die ansgeschriebene Stelle hatten sich zirka 250 Bewerber gemeldet, darunter auch solche aus dem Auslände. Bibliothek und Lesezimmer werden in dein zum Gewerkschaftshause in Frankfurt neu hinzu- gekauften Hause im ersten Stock eingerichtet.— poltzeittcbes,©mchtlicheo ufw. Der Boykott ist strafftei— in Bremen. Genosse Kurth- B r e rn e r h a v e n als Vorsitzender der dortigen Boykott- k o m m i s s i o n und als Expedient der„Norddeutschen Volks- stimme" war wegen Aufforderungen zum Lokalboykott vom Schöffen- gericht Bremerhaven zu 18 Tagen Haft verurteilt worden. Dieses Urteil ist vom Landgericht Bremen in der BeruftingSinstanz aufgehoben und Genosse Kurth kostenlos freigesprochen worden. Selbst vom Vertreter der Staatsanwaltschaft war die Freisprechung beantragt worden. Auch eine Beleidigung. Weil er einen Gendarm ui„herab- etzendem" Tone„Polizist" genannt hat, obgleich der GMdarm als Gendarn» angeredet werden wollte, wurde Genosse B r a u n- Königs- berg zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Soziales. Erstattung der Kosten für Behandlung durch einen Nicht- Kassenarzt. Im Februar 1904 wurde die damals in gesegneten Umstände!» befindliche Ehefrau eines in Leipzig wohnhaften Arbeiters F.. welcher der Ortskrankenkasse für Leipzig und Umgebung als Pflichtmitglied an- gehörte, lvegen bei ihr eingetretener Blutungen von einem Kassenarzte behandelt, densie bereits vorher mehrereMale konsultiert hatte. Letzterer stellte damals drohenden Abortus fest. Am 18. Februar wurden nun die Blutungen der Frau imnicr stärker, wozu sich heftige Schmerzen gesellten, weshalb sich der Eheniann in der Nacht zum 19. Februar zu dem Kassenarzte begab und dessen sofortigen Besuch erbat. Dieser wurde aber abgelehnt mit dem Bemerken, die Frau möge sich nur herumlegen, dann würde es besser werden. Am Nachmittage deS nächsten Tages besuchte dann endlich der Kassenarzt die Frau, erwiderte aber auf ihr Drängen, ihr doch zu helfen, daß er doch»ficht helfen könne und die Zeit zuni Eingreifen sei auch noch nicht gekommen. Nach dem Weg- gange des Arztes wurden die Blutungen abermals stärker. F. begab sich deshalb zu einem in seiner Nähe wohnenden Nichtkassenarzt. Der Nichtkassenarzt fand nun den Zustand der Frau für höchst be- denklich und schritt sofort zu der dringend notlvendig erachteten Operation und entfernte die bereits abgestorbene Leibes- frucht. Die Kranke blieb dann auch bis zu ihrer völligen Genesung in seiner Behandlung. Die Kasse zahlte nun zwar die Operationskosten, lehnte aber unter Berufung auf die Bestimmungen ihres Statuts die Zahlung der durch die Nachbehandlung ent- st an denen Kosten in Höhe von 344 Mark ab. Da- gegen erhob der Ehemann der Kranken beim Stadtrat zu Leipzig Beschwerde; diese wurde abgewiesen. Gegen die Entscheidung des Stadtrats zu Leipzig erhob F. Klage bei der dortigen Kreishauptmannschast als Verwaltungsgericht auf Zahlung der 344 M.(In Sachsen, Württemberg und Baden entscheiden über solche Streitigkeiten nicht die ordentlichen Gerichte, sondern die Ver- waltunasgerichte). Er machte gellend, daß er gegen die Zuziehung des Kassenarztes Bedenken gehabt habe, weil seine Ehefrau zu diesem kein Vertraue»» gehabt habe, da unter dessen Händen ihre Schwester bei der Entbindung gestorben sei. Die Ortskrankenkasse zu Leipzig bestritt die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Operatton, und machte geltend, daß sich der Kläger, wenn wieder ärztliche Hülfe gebraucht wurde, an den ersten Kassenarzt hätte wenden müssen, inindestens hätte aber die Nachbehandlung von einem Kassenarzt ausgeführt werden können. Die Kreishauptmannschaft zuLeipzig verurteilte die Kasse zur Zahlung der 344 M. Sie stützte sich auf ein Gutachten des Geh. MedizmalrateS Professor Dr. Hofmann, der die Anschauungen des Kassenarztes und der Vertrauensärzte als irrtümlich und das Verfahren des Operateur? als durchaus sachgemäß bezeichnete. Da es sich uni einen schweren, gefahrdrohenden Zustand mit bereits eingetretenem Kindbettfieber bei einer stark ausgebluteten Frau handelte, so sei die Operation dringend notwendig gewesen. Die Nachbehandlung durch den Operateur müsse als durchaus erforderlich anerkannt werden, da durch die Nachbehandlung seitens eines anderen ArzteS Leben und Gesundheit der Kranken leicht gefährdet werden konnten. Daß der Kläger den von der Kasse bezeichneten Arzt nicht gerufen habe, sei begreiflich, denn bei einem so schweren Fall, wie es der vorliegende war, werdeHeilung und Genesung durch das Vertrauen in den Arzt wesentlich gesördertund bedingt. Das sächsische Oberverwaltungsgerichtbestätigte das Urteil de; Vorinstanz. Die Kasse müsse ,iach den all- gen, einen Grundsätzen deSKrankenversicherungs- g e s e tz e s der Kranken die erforderliche ärzt- liche Behandlung gewähren. Für die Einweisung_ in ein Krankenhaus mangelten die Voraussetzungen. Der Kläger sei daher befugt gewesen, ohne irgend welche Rechts- Nachteile befürchten zu»nüssen, sich an einen in seinem Wohnort be- findlichen geeigneten Arzt zu wenden, der nicht Kassenarzt war. Daß der Operateur ein solcher geeigneter Arzt war, habe er durch die Tat bewiesen. Ebenso berechtigt war derKläger, diesem die Nachbehandlung zu übertragen, weil eben nach dem Grundsatze der Kasse diese den Mit- gliedern und deren Angehörigen ärztliche Behandlung in der für die Genesung der Kranken nötigen Weise gewähren müsse. Dem Interesse der Kranken und dem Sinne des Kranken- versicheruugsgesetzes entspricht diese Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts. Es wäre zu wünschen, daß in gleicher Weise die Spruchpraxis der ordentlichen Gerichte in Preußen sich betätige. Bautätigkeit und Wohnverhältnisse in deutschen Großstädten. Nach dem Ouartalsberichte April— Juni 1906 des Kölner Statistischen Amtes weist wiederum Bremen wie schon früher mit 14,5 aus 10 000 Einwohner den verhältnismäßig stärksten Zugang an Wohngebäuden auf. Es folgen Duisburg mit 7,3, Dortmund und Barmen mit 6,3 und 5,9 usw. Am niedrigsten stehen München, Altona, Braunschweig und Magdeburg mit 0,9, 0,7, 0,2 und 0,1. Der Durchschnitt belief sich auf 2,8. Dabei wurde in Char- lottenburg, Düsseldorf, Essen nur neues Bauland der Be- bauung für Wohnhausneubaute» erschlossen. Diese Städte kennzeichnen sich durch ein amerikanisches Aufivachsen. Auch in Altona, Krefeld, Dresden, Duisburg, Dortmund, Hainburg, Kiel, Köln, Bremen, Leipzig, München wurden weit überwiegend bisher unbebaute Grundstücke bebaut. In Elberfeld und dem durch einen engen Festungsgürtel zernierten und an seiner Ausbreitung völlig gehinderten Königsberg waren die Ersatzbauten für Abbrüche usw. schon sehr häufig(67 bezw. 53 Proz.). Die Neubauten in den einzelnen Städten sind naturgemäß je nach der in den verschiedenen Landesteilen üblichen Bauerei sehr ver- schieden groß. Der Kölner Bericht mißt sie nach der Zahl der in jedem Hause enthaltenen Wohnungen. Danach enthalten die Häuser in Braunschweig 24,7, in Bremen 2,4 Wohnungen, lieber dem Durchschnitt 6,7 stehen 14 Städte, in erster Reihe Charlotten- bürg, Magdeburg, Breslau, Hamburg, Königsberg usw., unter ihm 15, schließend mit Aachen, Duisburg, Essen und Bremen. Dieser Maßstab ist aber ein recht mangel- hafter, denn wo, wie in Charlottenburg, vorwiegend große und luxuriös ausgestattete Wohnungen gebaut werden,� erscheint die Hausgröße geringer als sie wirklich ist; enthalten die Häuser da- gegen viele kleine Wohnungen, so erscheinen die Häuser größer. Ein viel besserer Maßstab wäre schon die Angabe der Räumezahl, ob- wohl auch das nur eine Annäherung ist, da z. B. die neuen großen Charlottenburger Wohnungen oft Einzelräume enthalten, aus denen man eine ganze aus drei Räumen bestehende Arbeiterwohnung machen könnte.— Nach der Zahl der neu entstandenen Wohnungen nehmen daher die Städte eine ganz andere Reihenfolge ein. Barmen mit 39 auf 10 000 Einwohner steht an erster Stelle. Den nächftgrößten Zugang hat Dortmund mit 36, Bremen und Kiel»nit je 35, Ham- bürg mit 34 usw. Am schwächsten stellte sich, auf die Seelenzahl bezogen, die Bruttozunahme der Wohnungen in München mit 6, in Braunschweig mit 5, in Altona mit 4 und in Magdeburg mit 2 auf je 10 000 Einwohner. Der Durchschnitt betrug 19. Im Vergleiche mit dem Wohnungsbestande zu Beginn der Berichtszeit erfreute sich Bremen mit 1,9 Proz. des stärksten Zu- Wachses. Im übrigen weisen namentlich noch Kiel(1,7), Barmen(1,6), Hamburg(1,5), Duisburg(1,5) hohe. Dresden(0,3), München(0,3), Altona(0,2) und Magdeburg(0,06) dagegen sehr niedrige Werte auf. Im Durchschnitt aller Großstädte belief sich der Zuwachs auf 0.7 Proz. Die Bedeutung des Wohnungszuganges für das Wohnungs- angebot richtet sich nach der Höhe des vorhandenen überzähligen Vor- rates von Wohnungen. Nun war der Prozentsatz der leerstehenden Wohnungen nach den letzten Zählungen in Elberfeld mit 7 Proz. am größten. Auch in Dresden, Posen, Breslau und Barmen standen mit 6,8, 6,4, 6,2 und 6,0 Proz. recht beträchtliche Mengen von Wohnungen zur freien Verfügung, während Altona, Bremen, Aachen und besonders Essen mit 2.2, 2,1, 2,0 und 1,2 Proz. nur über eine geringe Zahl verfügten. Nament- lich von Essen ist ja bekannt. daß für Arbeiterwohnungen bei den riesigen Massen zuströmender Arbeiter nur in der unvollkommensten Weise gesorgt ist. Dort blüht infolge- dessen ein sanitären und sittlichen Forderungen widersprechendes Schlafstellenunwescn. Bei der Gegenüberstellung des Wohnungs- zugangcs und des überzähligen Vorrates, bei dem übrigens der Bericht die durch Abbrüche verloren gegangenen Wohnungen un- berücksichtigt läßt, zeigt sich, daß, soweit Angaben nach beiden Richtungen vorliegen, namentlich in Bremen die starke Bautätigkeit in einem beträchtlichen Wohnungsmangel und umgekehrt in Dresden die geringe Bautätigkeit in einen» reichen Angebote von leerstehenden Wohnungen begründet war. Andererseits fällt ein hoher Wohnungszugang bei reichlichem über- zähligen Vorrat in Posen, Barmen und Breslau, und eine schwache Wohnungszunahme bei wenigen leerstehenden Wohnungen in Altona, Aachen, Essen und Straßburg auf. Man steht, daß es durchaus falsch ist, die Fürsorge für eine so wichtige Sache wie die Wohnungs- gelegcnheit privater Tätigkeit zu überlassen. Die privaten Unter- nehmer wollen Gciviune erzielen, die Befriedigung des Bebauungs- bedürfnisseS ist fiir sie Nebensache, nur Mittel zum Zweck. Würde übrigens der Bericht nicht den Vergleich des gesamten Wohnungs- Zuganges mit den leerstehenden Wohnungen im ganzen ausführen, sondern dabei die Größe der Wohnungen unterscheiden, so würde sich wohl für die kleinen Wohnungen ein noch viel ungünstigeres Bild ergeben. Die Behausungsverhältnisse im Deutschen Reiche sind ja auf dem letzten Gesundheitskongreß, über den wir berichteten, gestreift. Eine zuverlässige, ganz Deutschland, insbesondere das platte Land umfassende Darstellung der Wohnungsverhältnisse ist dringend lvünschenswcrt. Amtliche Arbeiten nach dieser Richtimg hin versagen völlig. Sie würden freilich klar erweisen, daß die über- große Anzahl der Einwohner in elenden Behausungsverhältnissen sich befinden und infolge des Privateigentums von Grund und Boden den Besitzern der Haut der Erde von Jahr zu Jahr steigende Mietspreise für die Erlaubnis wohnen zu dürfen zahlen müssen. Eine vorurteilslose, amtliche, unter Mitwirkung aller Teile der Bc- völkernng aufgenommene allgemeine Statisfik über die Wohnungs- Verhältnisse würde die Gemeinschädlichkeit des Privateigentums an Grund und Boden auch dem verbissensten agrarischen Anhänger der Ausbcutungsfreihcit offenbaren. Unterbleibt deshalb eine solche Statistik und die Boricgung eines RcichsgesetzeS, das ein Reichs- Wohnungsamt einsetzt?_ Huö Induftne und Handel Kohlcnmangel. Die Behauptungen der Werkspresse, das Kohlensyndikat habe. nm die Kohlennot in Deutschland zu mildern, in größerem Umfange AnslandSkänfe vorgenommen und die Ausfuhr eingeschränkt, stehen mit den Kohlenhandelsziffern nicht im Einklang. ES betrug nämlich von Januar bis Juni die Einfuhr die Ausfuhr 1905 1906 1005 1906 Tonnen... 4 819 006 4 131 808 1 077 929 1 445 478 Demnach ist in» ersten Halbjahr 1906 die Einfuhr gegen das Vorjahr um 687 198 Tonnen zurückgegangen, dagegen stieg die Ausfuhr in derselben Zeit um 367 949 Tonne». Zieht man auch in Betracht, daß im Jahre 1905 infolge des Bergarbeiierstreiks die Einfuhr stark forciert wurde und die Ausfuhr eingeschrünkr werden mußte, dann kann man doch nicht von einer planmäßigen Beeinflussimg der Ein- und Ausfuhr zugunsten des deutschen Marktes reden. Das zeigt sich auch bei einem Vergleich der Juniziffern. Im Juni dieses JahreS stieg die Einfuhr gegenüber Juni 1905 um 140 470 Tonnen, die Ausfuhr aber um 182 622 Tonnen. Die Behauptungen, das Syndikat bc- mühe sich durch Einfuhrsteigenuig und Ausfuhreinschränkung den Kohlenmanael ii» Deutschland zu mildern, sind dreiste, plumpe Ver- suche, die öffentliche Meinung irrezuführen, über die Preispolitik des Kohlenmagnateiitums hinwegzutäuschen. eintreten. Fistus macht mit. Die fönigl. Bergwerksdirektion in Reckling- Idem sie sonst zuweilen neigt; es spiegelte jeden leisen Wechsel| tag: Frau Inger von Deftrot. Freitag: Das Lumpengesinbel. Sonn hausen hat die Winterpreise für die auf den westfälischen Staats- der Empfindungen in klarer Reinheit wieder. Aus dem schönen, abend: Frau Inger von Destrot. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria kohlengruben zur Förderung gelangenden Kohlenforten denen des flugen Antlitz, dessen Augen sich beim Intrigieren so listig Stuart. Abends: Jugend. Montag: Das Lumpengesindel. rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats gleichgestellt. Eine weitere lockend zusammenkniffen, sprach hochmütige, selbstsüchtige Kälte, nachmittag 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. Abends: Bapfenstreich. Montag, Schiller- Theater N.( Friedrich- Wihelmstädtisches Theater.) Sonntag Preiserhöhung wird für dieses Jahr auf diesen Staatsgruben nicht von einem Hauche müder Sehnsucht, einem fernen Schimmer Dienstag: Hasemanns Töchter. Mittwoch: Weh' dem, der lügt. Donnersromantischer Träumerei leise geniildert. Man spürte Heddas Macht, tag: Hasemanns Töchter. Freitag: Jugendliebe. Die Dienstboten. Sonn Der Fiskus ist kein Spielverderber, das Privatkapital hat vom die hinter den Reizen lauernden Gefahren von Anbeginn, und abend: Hasemanns Töchter. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Weh' dem, der Bater Staat teine Preistonkurrenz zu fürchten. meisterhaft gelang das schwerste, die große Szene mit Ejlert Löv- iügt. Abends: Das Lumpengesindel. Montag: Jugendliebe. Die borg im vierten Afte, deren Motivierung der gern in Rätseln Dienstboten. sprechende Dichter zum Teil in dämmerndes Halbdunkel ge= Berliner Theater. Sonntag und die folgenden Tage: Sherlock hüllt hat. Die Triesch machte es glaubhaft, daß Hedda an Holmes. Lustspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Familientag. 2öbborg mit einer krankhaft verkrüppelten egoistischen Phan- Abends: Spakenliebe. Montag bis Donnerstag: Spaßenliebe. Freitag, eines Phantomens willen in den Tod treibt; sie macht es glaub- Familientag. Abends und Montag: Das Friedensdorf. den Geliebten dennoch faltsinnig um Sonnabend: Das Friedens dorf. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der haft durch die geniale Art, wie sie die Steigerung des Pathologischen, hier und da bis zu den Grenzen irrsinniger Verzücktheit darzustellen und Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Carmen. Mittwoch: Komische Oper. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends wußte. Und ein sicheres Empfinden hielt sie zugleich von allem, was Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Carmen. Freitag: Hoffmanns Gr hier peinlich hätte wirken können, zurück. Sehr fein war auch die zählungen. Sonnabend: Carmen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hoffmanns weitere Durchführung der Rolle auf dieser Grundlage Erzählungen. Abends: Carmen. Montag: Unbestimmt. im letzten Atte. Lortzing- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. In den Starrsinn, mit dem sich Hedda Abends: Fra Diavolo. Montag: Der Freischütz. Dienstag: Bar und daran klammert, daß Lövborg in Schönheit gestorben, ließ Zimmermann. Mittwoch: Fra Diavolo. Donnerstag: Der Troubadour. die Darstellerin etwas Rührendes, ein tiefes gläubiges Emp- Freitag: Fra Diavolo. Sonnabend: Der Barbier von Sevilla. Sonntag: finden, mit einfließen, durch welches die Entartete dem menschlichen Der Barbier von Sevilla. Montag: Der Troubadour. Gefühle wieder näherrückt. Die übrigen Gestalten: Grunwalds pedantischer Ehemann, Rittners Lövborg, Sauers ironischer Hausfreund und Margarete Albrechts Tante Juliane reihten sich durch treffsichere intime Nüanzierung dieser großen Leistung würdig an. Nur der Frau Elvstedt, die Clara Gernod gab, hätte sich noch ein übriges abgewinnen lassen. 809.0 Steigerung der Belegschaft. Die Oberschlesische Berg- und Hüttenindustrie hat ihre Belegschaftsziffer im zweiten Quartal 1906 auf 147 852 erhöht. Die Zunahme gegen das zweite Quartal 1905 stellt sich auf 6958 Mann. Die Zahl der weiblichen Belegschaftsmitglieder ist auf 12 263 angewachsen. An der Zunahme sind jämt liche Betriebe beteiligt; der Hauptanteil entfällt ziffernmäßig mit rund 4000 Mann auf die Kohlen- und Erzgruben. Verhältnismäßig sind aber die Hüttenbetriebe mit der Arbeitervermehrung vorauf Für den Bergbau ergibt sich eine Steigerung von 3,7 Prozent, während das Mehr der Hüttenbetriebe 7,7 Prozent ausmacht. Vom Kaffeemarkt. Wie ein Mitarbeiter der Köln. V.- 3tg." schreibt, bemüht sich die Regierung von Sao Paulo, durch anhaltende Käufe den Preis des Kaffees, der unter dem starken Angebot von Brasilien leidet, zu halten. Ein Haus in Sao Paulo, das bisher teine Kaffeegefchäfte machte, habe enorme Mengen zu bisher nicht erzielten Preiſen übernommen, vermutlich im Auftrage der Regierung. Auch in Europa und Nordamerika wurden zu dem genannten Zweck große Mengen aus dem Markt genommen. Bei den Zufuhren von täglich zirka 100 000 Sad sei aber ein Erfolg der Haussebestrebungen nicht zu erwarten. aber en Entſchädigung für San Francisco. Die„ Frankfarter 8tg." melbet aus New York: Das Bundesfreisgericht in San Francisco verurteilte die Transatlantische Feuerversicherungs- Aktien- Gesellschaft Hamburg im ersten Prozeß zur Zahlung der vollen Versicherungssumme. Weitere Prozesse sind in der Schiebe. 20 Theater. Leffingtheater. Hedda Gabler. Schauspiel in vier Aften von Henrik Ibsen. Es war einer jener seltenen Abende, die die unter dem Alltagstrubel unzulänglicher Premieren erstickte Freude an der dramatischen Kunstform und ihrer finnlich anschau lichen Vergegenwärtigung auf der Bühne zu neuer Kraft erwachsen lassen. Bild und Nachbild in innigster Durchdringung vereinigten sich, jene ganz eigenartigen Erregungen, das freudig intensive Gespanntjein und Miterleben, in dem der Zauber höchster dramatischer Wirkung gipfelt, auszulösen und bis zum Schlusse festzuhalten. In den Rahmen der scheinbar so einfachen, geräuschlos fortgleitenden Handlung ist ein erstaunlicher Reichtum innerer Beziehungen gebannt. Die bedeutsame Symbolit, die in den letzten Stücken Jbsens öfters absichtsvoll, die Geschlossenheit naturalistischer Entwicklung durchbrechend, auftritt, wächst hier noch ganz organisch aus natürlich überzeugenden Zusammenhängen hervor. In dem Eindruck, den die Abfolge der Szenen, ihr neinanderübergehen erzeugt, ist etwas, das an das Auf und Ab, das Zurückgreifen, die Verschlingungen, das Ansteigen eines reich instrumentierten Melodiengewebes erinnert. Das tünstlerische Linienspiel wirkt so beherrschend auf den Sinn, daß trotz der abstoßend häßlichen Charakterzüge der Heldin, in dem Grundgefühle, das das Stück bei vollendeter Darstellung hinterläßt, das Deprimierende des Stofflichen nie ausgelöscht ist. Glänzend war Irene Triesch in der früher von der Dumont gespielten Rolle der Hedda. Ihr flangvolles Organ hatte diesmal feine Spur von dem ein wenig monotonen fingenden Tonfall, zu Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Köpenicker Biertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Maurer Wilhelm Kurz wohnhaft Manteuffelstr. 41, Stadtbezirk 95, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr vom Stranten hause am Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhofe statt. Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am Donnerstag, 13. September, verstarb unser altes Mitglied Wilhelm Kurz im 54. Lebensjahre. 147/7 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. September, nachmittags D 4 Uhr, von der Leichenhalle des Urban Krankenhauses nach dem Emmaus Kirchhofe in Brik, Mariendorfer Weg aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 10. d. Mts., verstarb unser Mitglied, der Schuhmacher Wilhelm Wollank Schulstraße 48. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr, bom Krankenhause Moabit aus nach dem neuen Pauls- Kirchhofe in Plöbensee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/17 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Gärtners Max Haere Zentral- Verband der Steinarbeiter. Berlin I. Am Mittwoch, den 12. d. M., starb unser Kollege, der Steinmetz Richard Schulz im Alter von 43 Jahren an der Lungenschwindsucht. Der Verstorbene bekleidete in der Partei sowohl wie in der Gewertschaft in seiner Vaterstadt Magdeburg verschiedentlich Vertrauensposten. Ein braver Kämpfer schied mit ihm! Leicht sei ihm die Erde! Die Beerdigung findet Sonn tag, den 16. b. M., nachmittags 312 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs in der Pappel- Allee aus statt. Eine Massenbeteiligung erwartet Der Vorstand. 180/4 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Mitglied Ferdinand Collin dt. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Dienstag: Carmen. Mittwoch: Manon. Donnerstag: Die Meistersinger Königl. Opernhaus. Sonntag: Der Freischütz. Montag: Geschlossen. von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Carmen. Sonnabend: Der Barbier von Sevilla. Javotte. Sonntag: Romeo und Juliq. Montag: Triſtan und Isolde.( Anfang 7 Uhr.) Klein Dovrit Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Klein Dorrit. Montag: Geschlossen. Dienstag: Othello. Mittwoch: Klein Dorrit. Donnerstag: Ein Sonnabend: Die Duißows. Sonntag: Klein Dorrit. Montag: Gök von Kaisertag in Nürnberg. Der Schwur der Treue. Freitag: Klein Dorrit. Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) lein Dorrit. Montag Leffing- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glocke. Abends: Hedda Gabler. Montag: Fuhrmann Henschel. Dienstag: Hedda Gabler. Mittwoch: Die Wildente.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag: Fuhrmann Henschel. Sonnabend: Rosmersholm. ( Anfang 71, Uhr.) Sonntag nachmittag 3- Uhr: Rosenmontag. Abends: Hedda Gabler. Montag: Nora.( Anfang 72 Uhr.). Deutsches Theater. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Dienstag und Mittwoch: Das Wintermärchen. Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Das Wintermärchen. Sonnabend: Der Kaufmann von Venedig. Sonntag und Montag: Das Bintermärchen. Neues Theater. Sonntag: Eine. Der Stammgast. Montag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Dienstag: Eine. Der Stammgait. Eine. Der Stammgast. Freitag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stamm Mittwoch: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Donnerstag: gast. Sonnabend: Eine. Der Stammgast. Sonntag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Montag: Unbestimmt. Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Undine. Abends und Montag, Dienstag: Der Opernball. Mittwoch: Bar und Sonnabend: Bar und Zimmermann. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Zimmermann. Donnerstag: Der Opernball. Freitag: Die Fledermaus. Troubadour. Abends: Der Zigeunerbaron. Montag: Die Fledermaus. Schiller- Theater 0. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Die Ehre. Montag: Frau Inger von Destrot. Dienstag: Jugendliebe. Die Dienstboten. Mittwoch: Hasemanns Töchter. DonnersDeutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Karl Zeise am 6. September verstorben ist und am 9. September zur letzten Ruhe gebettet wurde. 92/18 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Für die zahlreichen Beweise inniger Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, des Hausdieners Paul Koslowski sagen hiermit Heinrich Franek, Berlin N. 54, Brunnenstr. 185. Umblatt, Java 125 Pf., fehr leicht, flott brennend, groß u. blattig. Achtung! Selten günstige Gelegenheit! Die Naturheilkunde, ihr Wesen und Wirken in gesunden u. kranken Tagen von Max Canitz. Mit viel. Illustration. 4. Aufl. Antiquar, jedoch wie neu. In eleg.Leinenbande. 496Seit. Statt 7 M. für nur 3,25 M. ( Vorrat gering!) 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Carl Weiß- Theater. Adele. Ab Montag geschlossen. Thalia Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Sonntagabend bis Freitag: Wenn die Bombe plant. Sonnabend nach mittag 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Sonntagabend und Montag: Wenn mittag 3 Uhr: Medea. Abends: Wenn die Bombe plakt. Sonntag nach die Bombe platt. Sonntag nachmittag 3 Uhr und Abends: = nachmittag 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Residenz Theater. Kafino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Madame Bonivard. Abends und Montag bis Sonnabend: Alerander der Große. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Arbeit schändet nicht. Abends und Montag: Alexander Allabendlich: Triplepatte. Nächsten Sonntag der Große. Palast- Theater. Der Sommerleutnant. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Metropol- Theater. Auf ins Metropol! Omnibus. Spezialitäten. Apollo- Theater. Sonntag und die folgenden Tage: Berlin im Passage Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Karl Haverland- Theater. Spezialitäten. Folies Caprice. Der Generalkonsul. Sünden der Väter. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Sonntagabend und die folgenden Tage: 3m wilden Westen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Bejuv. Donnerstag: Die Mosellande und ihr Weinbau. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Der jüngste Ausbruch des Anton Boekers Ball- Salon, Weberstraße 17. Empfehle den geehrten Vorständen von Gewerkschaften und Vereinen Englischen Unterricht( Ueber setzungen), französischen, deut schen Unterricht erteilt G. Swienty- Liebknecht. meine Säle zu Versammlungen und Schöneberg, Sedanstr. 57 III. Festlichkeiten jeder Art unter sehr günstigen Bedingungen. Auch sind noch große Vereinszimmer einige Tage in der Woche zu vergeben. 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Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. M., nachmittags 4 Uhr, auf dem Bartho lomäus- Kirchhof in Weißensee, Falkenbergerstraße, statt. Der Vorstand. Danksagung. Sage allen Freunden und Be fagen wir allen Genossen, Freunden und Bekannten sowie Herrn Balded fannten, sowie den Mitgliedern des Die trauernde Wittwe V Manaffe unseren herzlichsten Dank. 4. Berliner Reichstags Wahlkreises für die herzliche Teilnahme und die Mathilde Haere nebst Kindern. reichen Stranzspenden bei dem Begräbnis meines lieben Mannès meineu herzlichsten Dank. 23262 Frau Berta Peters, geb. Neefe, Von der Reise zurück: Dr. W. Kramm, Ackerstraße 79. billiger und besser als im Laden! Rothenburg Berlin aus der Fabrik viel Prenzlauerstr.42 II Hof Lamba, Pobile ben Stofenen er. Stolen Gustav F. Keller, Wollwaren, Strümpfe, Trikotagen. Wer- Stoff- hat lands, Kollegen S. Rosenberg meinen herzlichen Dank. Die trauernde Witwe Franziska Krause. 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Seit zwei Jahren geht der Fleischkonsum in Deutschland zurück. Und das in einer der günstigsten Wirtschastsperiodcn, die wir je erlebten. Mutz das nicht schwarze Gedanken auslösen? Was soll werden, wenn die über- schäumenden Wogen der industriellen Hochkonjunktur wieder zurück- treten? Wenn Arbeitslosigkeit. Fortfall der Ueberstunden, Ein- schränkung der Produktion das Einkommen schmälern? Schon jetzt greifen weite Kreise der Bevölkerung zu Surrogaten. Kämpfen auf dem Arbeitsmarkt große Massen wieder um Einstellung. anstatt wie jetzt gewöhnlich willig und begehrt auf- genommen zu werden, dann wird es mit der Ernährung noch weiter zurückgehen. Dann wird Deutschland erst-recht das Land der Kartoffelesser werden. Und die Junkerpresse bemüht Kartoffelbauern scharf zu machen, daß sie durch Zi Angebots auch die Kartoffelpreise hochgehen lassen.„ solche Leute, die dafür gelten wollen, haben schon' vor Jahr und Tag behauptet, die Lebensmittelpreise würden wieder sinken. Wir hörten die Botschaft, glaubten sie nicht, und d« EÄNbrung gab uns wider bessere hohen Fleischpreise Agrarierpresse über � cpreise voraussagten. ndclsverträge wichen die en. Die Händler hatten zu engen hereingebracht und die leider nicht unrecht. Podbielski der Ueberzeugung baldigen Rückgang der an. jSie stiegen weiter. Im April die Schwarzseher, die ein Steigen' Kurz nach Inkrafttreten der ne»l Preise etwas. Der Markt war ül den niedrigeren Zollsätzen große Junker hielten ihre Speicher geschlossen,"um gleich"nach dem I.März des Segens der neuen Zölle teilhaftig zu werden. Die Spekula- tionen hatten einen Konstruktionsfehler. Das gewalttge Angebot ließ die Preise etwas herabgehen. Nicht unbekannt blieb den Agrariern die Ursache. Trotzdem behauptete ihre Presse, die kleine Preisderonte sei ein Beweis, daß die höheren Zölle nicht verteuernd wirkten. Das war gut gespielte Naivität. Unter der Wirkung der neuen Handelsverträge und der darüber hinausgehenden Maß- nahmen, die den Fleischmangel und die Notstandspreise begünstigten, in Aachen..... Königsberg... Danzig.... Köslin..... Bromberg... �osen..... pfeiwitz.... Breslau.... Görlitz..... Frankfurt a.D.,. Stettin.... Stralsund... Berlin..... Magdeburg... �alle..... kiel..... Hannover.... )snabrück... laderborn... Hassel..... gamu••••• «oblenz.... ceuß..... Trier..... steht fast der ganze Lebensmittelniarkt im Zeichen der Preis- aufschlage. Nach Zusammenstellungen des Kaiserl. Statistischen Amtes er- gaben sich m Berlin folgende Marktpreise: in 1803 resp. 1900 190t 1905 1906 in 1906 mehr in Mark gegen 1900 in Prozent 8.7 « 3 K iJsO- g« »g-® = 1 «I Roggen Weizen Ochsen Bullen Kühe Schweine Kälber Hammel 10 Dz 10„ Hechte in Eis 1 Dz Zander Barsche Karpfen Schleie Bleie Aale Im Juni 1 1 1 1 1 1 sind die 147,7 152,7 124,5 117,3 105,0 90,0 144,6 122,0 105,97 157,98 60,42 96,54 107,46 48,37 151,98 148,6 173,6 142,8 133,2 123,3 128,8 168,9 140,1 123,46 232,84 86,26 114,24 129,25 63,92 164,26 160,6 183,2 147,0 141,8 130,3 129,3 183,7 152,6 20,0 18,0 20,9 24,0 43,6 27,0 25,0 16,5 104,3 41,1 18,3 20,2 30,0 8,0 131,5 174,5 136,9 131,8 121,4 96,6 162,8 135,0 120,93 197,78 71,77 97,04 108,15 47,66 158,08 Getreideprcise gegen den Vormonat aller- dings um ein Geringes gefallen, aber die kleinen Schwankungen für einzelne Wochen oder einen Monat ändern an der allgemeinen Tendenz nichts. Für den Durchschnitt April/Mai sind die Preise kräftig nach oben gerückt und sie stehen auch mit dem Jnnidurchschnitt über den Stand im Anfang April. Bei den Viehprcisen gibt es in der Entwickelung nach oben überhaupt keine Unterbrechung. Sie gehen stetig in die Höhe und das Niveau der Lebenshaltung der breiten Masse sinkt. Die hohen Fleischpreise treiben auch die Preise anderer tierischer Nahrungsmittel aufwärts. Geflügel, Wild, Fische. alles wird teurer. Und die billigen Artikel, die von der ärmeren Bevölkerung gekauft werden, stehen voran im Preiswettlauf. Die Armen werden von den agrarischen Blutegeln am stärksten mit- genommen. Auf fast alle Erzeugnisse der Agrarkultur erstreckt sich die Preistreiberei. Und was von ivcsentlicher Bedeutung ist: auch die Bodcnpreise und damit die Wohnungsmieten schnellen in die Höhe. Aus der schon wiederholt benutzten Arbeit des Tarifamts der deutschen Buchdrucker machen wir für eine Anzahl Marktorte eine Zusammenstellung über de» Stand der Preise verschiedener Waren im Jahre 1905 gegenüber 1901 und ergänzen das Bild teilweise durch Einstellung der Zahlen für August 1906 nach den Angaben der.Stattstischen Korrespondenz". Es kosteten demnach Va Kilo im Kleinhandel:(Preise in Pfennigen.) kBei dieser Zusammenstellung muß in Rückficht gezogen werden, ß die aufgeführten Orte zum großen Teil in den landwirtschaftlich erwiegenden Landesteilen liegen und nicht so scharf von der Ber- erung bettoffen iverden, als z. B. die Konsumenten in den großen lustnczenttcn. Hier tritt zudem noch eine fühlbare Steigerung Mietspreise hinzu. In 1905 mußte, um nur einige Orte an- ihren, für 1 Zimmer. 1 Kammer und Küche gegen 1901 gezahlt werden in Altona 30 M., Wilhelmshaven 4R R., Duisburg 30 M.. Hörde 50 M.. Iserlohn 50 M., Hon..urg(Rhein) 45 M., Oberhausen 50 M., Saarlouis 43 M., Solingen 50 M., Velbert 40 M., Offenbach 50 M., Konstanz 96 M.. Lndwigshafen 45 M., Metz 80 M., Mühlhausen i. E. 24 M., PinnasenS 50 M., Aschaffenburg 72 M., Bamberg 50 M., München 51 M., RegenSburg 50 M., Halle 30 M.. Chemnitz 35 M., i. L. 15 M.. Rixdorf 55 M.. tveuthen(Oberschlesien) 26 M., 24 M. u. s. f. Nicht uncrheb- gestiegen. Wie ungeheuerlich von Fleisch, Butter, Eier zeigen die folgenden ' Köpfen pro Tag 'Eier, Ve Pfund nung, dann Zwickau 30 M.. Cöpenick 20 M., Spandau 30 M., Weitzensee 84 Bromberg 30 M.. Danzig 30 lich sind auch die Brennmate die Belastung allein durch und Wohnungsmiete sich für Angaben. Rechnet man für eine � je v3 Pfund Rindfleisch, Va Pfund Butter und dazu den Mietsaufschlag fi waren im Jahre 1905 gegenüber 1901 t Bromberg. 96 M. Posen.. 76,| Für Magdeburg erscheint die angegebene Mietssteigcrung von 94M. etwas sehr hoch. Mau kann aber auch ruhig die' Hälstp,ft>avon streichen, dann bleibt immer noch eine Mehrbelastung von 124 M. für ein Jahr, und zwar allein für die wenigen angeführten Artikel. Es ist ganz natürlich, daß bei solcher Verteuerung der wichtigsten Lebeusnnttel jetzt schon ein großer Teil der Bevölkerung zu minderwertiger Nahrung greift, sich mit einer kleineren Wohnung begnügt, kurzum auf Kosten von Gesundheit und Leben seine Lebenshaltuug verschlechtert. Und das gleich bei Beginn der neuen Handelsvettragsperiode und bei einer beispiellosen Prosperität in der Industrie. Noch haben die Werke auf Monate hinaus Arbeit, noch ein bis zwei Jahre mag die gute Konjunktur anhalten, dann wird es vorbei sein init dem Stürmen und Drängen. Die Einkommen werden knapper, die Preise weichen nicht in der- selben Weise. Dann erst werden wir die bösen Folgen der neu- deutschen Zollpolitik vollständig zu kosten bekommen, als Stock- schlüge auf den Magen, als Lebenskürzer, als Engelmacher. E». Versammlungen. Die Zentralisation ber Krankenkaflen fland auf der Tagesordnung einer am Freitag abgehaltenen Dele- gicrtenversammlung der Berliner Gewerkschaftskommission. Als Referent war S i m a n o w s k i. Vorsitzender der Zentralkommission der Krankenkassen, bestellt. Er verwies darauf, daß der Plan, die Krankenkassen Berlins und der Vororte zu zentralisieren, schon in den 70er Jahren erörtert worden ist. Während deS Sozialistengesetzes ruhten aus begreiflichen Gründen diese Erörterungen, sie wurden aber Anfang der 90 er Jahre wieder aufgenommen. 1893 setzte der Berliner Arbeitervertreter-Verein eine Kommission ein, welche für die Zentralisation zu wirken hatte. Die Kommission setzte sich in Verbindung mit den in Frage kommenden Kassen- vorständen und arbeitete ein Statut aus für die Zentralisation der Krankenkassen Berlins und der Vororte. Di« Gewerbedeputation als Aufsichtsbehörde der Krankenkassen ersuchte die Kommffsion um eine gemeinsame Beratung der Zentralisationsfrage. Es hieß, die Aufsichtsbehörde stände der Zentralisation sympathisch gegenüber. In der Sitzung, welche die Gowerbcdeputation mit der Kommission abhielt, wurden von der ersteren jedoch viele Einwände gegen das von der Kommission entworfene Statut erhoben. Lange Zeit ver- ging, ohne daß sich die Gewerbedeputation zu der Frage äußerte. Als die Kommission nach einem Jahre wieder bei der Gewerbe- deputation anfragte, erhielt sie den Bescheid, die Sache könne nicht kurzerhand entschieden werden, Magistrat und Stadtverordnete würden sich damit beschäftigen müssen. Wieder verging eine ge- räume Zeit, dann erfuhr die Kommission, daß an eine Zentrali- sation im Sinne ihres Statuts nicht zu denken sei. Während die Kommission an einen Zusammenschluß aller Krankenkassen in Berlin und den Vororten dachte, wollte die Gewcrbedcputation die freien HülfSkassen von der Zentralisation ausschließen und diese nur auf das Gebiet der Stadt Berlin beschränken. Eine so ein- geschränkte Zentralisation konnte nach Ansicht der Kommission nicht die Vorteile bieten, die man von einer allgemeinen Zentralisation erwartet. Im Jahre 1896 wurde die letzt noch bestehende Zentral» kommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte eingesetzt, die nun an Stelle der früheren Kommission die Frage der Zentral!- sation weiter zu betreiben hatte. Während des Kampfes mit den Apothekern, der Ende der 90er Jahre begann, konnte in der Zcntrali- sationsangelegcnheit nichts unternommen werden, weil alle Kräfte der Kassen durch den Apothekenboykott in Anspruch genommen wurden. Nachdem dieser Kampf beendet war, hat die Zentralkom- Mission sich an den Oberpräsidcnten der Provinz Brandenburg gewandt, um zu erfahren, wie sich derselbe zur Zentralisation der Krankenkassen stellt. Nach längerer Zeit und nach wiederholten An- fragen erhielt die Zentralkommission ein Schreiben vom Ober- Präsidenten, worin gesagt wird, es sei zweifelhaft, ob eine so große Kasse, wie sie die Zentralkommission plant, die 6— 700 000 Mitglieder umfassen würde, verwaltungstechnisch möglich sei. Die Zentralkommission sei keine gesetzliche Vertretung der Kranken- lassen. Nach Lage der Gesetze müßte, bevor die Zentralisation in die Wege geleitet weoben könne, erst die Zustimmung aller an der Zentralisation beteiligten Kassen vorliegen. Auch sckMebe ja zurzeit die Frage einer gesetzlichen Zusammenlegung der Zweige der Ar- beiterversicherung.— Dieser Bescheid des Oberpräsidenten ist eine ablehnende Antwort. Die Zentralisation aller Krankenkassen Ber- lins und der Vororte ist damit vereitelt. Zweifellos bringt aber die Zentralisation den Mitgliedern erhebliche Vorteile. Die Ver- waltungskosten werden verringert und es kann für die Erkrankten mehr geleistet werden. Tatsache ist, daß in Städten, wo die Kranken- lassen zentralisiert sind, den Mitgliedern mehr geboten wird, als sie bei den gleichen Beiträgen in Berlin erhalten. Die Zentral- krankenkass« in Leipzig gibt bei einem Wochenbeitrage von 1,05 M. in der ersten Klasse ein Krankengeld von 2,50 M. pro Tag für die Dauer von 34 Wochen, sie gewährt auch den Angehörigen der Mit- glieder freie ärztliche Behandlung und Arznei, auch wird beim Todessalle von Angehörigen die Hälfte des dem Mitgliede zu- stehenden Sterbegeldes gezahlt. Die Leipziger Kasse hat ein eigenes medico-mechanisches Institut, eigene Genesungsheime und ähnliche Einrichtungen, an die jetzt keine der Berliner Kassen denken kann. Solche Borteile bietet eben nur die Zentralisation. Die Zentral- kommission ist der Meinung, daß die Frage der Zentralisation nicht fallen gelassen werden soll. Da den Aufsichtsbehörden die Zentrali- sation wegen der Größe der Kassen nicht durchführbar erscheint, so schlägt die Zentralkommission vor, es nunmehr mit kleineren Jen- tralisationen zu versuchen, derart, daß alle Krankenkassen Berlins zu acht Zentralkassen vereinigt werden, die nach Branchen zu- sammengclegt werden. Die Einteilung würde nach dem Vorschlage der Zentralkommission folgende sein: 1. Allgemeine Ortskasse, 2. Bauberuf, 3. Bekleidungs- und Wäsche-Jndustrie, 4. Buch-, Steindruck- und Papierverarbeitung, 5. Holzbearbeitung, 6. Han- delsgewcrbe und Kaufleute, 7. Metallindustrie, 8. Nahrungs- und Gcnußmittelbranche.— Nach dieser Einteilung würde die größte der Kassen etwa 100 000 Mitglieder haben, also nicht größer sein wie die Dresdener Zentralkrankenkassc. Der Einwand, daß solche Kassen verwaltungstcchnisch nicht möglich seien, kann diesem Plane gegenüber nicht mehr erhoben werden. Die Gewerkschaften sollten nun, soweit es ihnen möglich ist, unter den Kassenmitgliedern Stimmung machen für die Verwirklichung dieses Planes. Auf die Zusammenlegung der Arbeiterversicherung durch Gesetz werde man noch lange warten können, deshalb solle die Zentralisation in der angeführten Weise verwirklicht werden. Dem Referat folgte eine ausgedehnte Diskussion. Die meisten Redner stimmten dem Gedanken der Zentralisation rückhaltlos zu. Auch der Vorschlag der Zentralkommission fand die Billigung der meisten Redner. Wenn auch dieser Vorschlag den Gedanken der Zentralisation nicht ganz verwirkliche, so sei er doch ein Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustande der Zersplitterung in eine große Anzahl zum Teil kleiner und deshalb nicht leistungsfähiger Kassen. Nur vereinzelt wurden Bedenken gegen den Vorschlag der Zentralkommission erhoben. Dieselben wurden damit begründet, daß der Vorschlag keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustande bedeute und daß die Verwirklichung der Branchen- Zentralisation den Kassen, denen die Redner, welche diese Bedenken geltend machten, angehören, keinen Vorteil brächten. Diese Anschauung bezeichneten andere Redner als eine be- schränkte und engherzige. Das sei der Standpunkt, von dem aus der eigene Vorteil gilt, während die großen Gesichtspunkte, die bei der Zentralisation maßgebend sind, die idealen Bestrebungen, die der Allgemeinheit dienen wollen, ganz unbeachtet bleiben. Ein solcher Standpunkt, der immer nur die eigenen Interessen in den Vordergrund stelle, führe leicht zu einem Kasscnfiskalismus, der das Gegenteil sei von sozialem Geiste, der doch in der Verwaltung der Krankenkassen herrschen sollte. Zu welch unerhörten Aus- wüchsen der Kassenfiskalismus manchmal führt, dafür berief sich Arbeitersekretär Bauer auf einen Fall, der die Ortskrankenkasse der Steindruckcr betrifft. Nach dem Gesetz sind die Krankenkassen wohl berechtigt, aber nicht verpflichtet, ihre Mitglieder in Kranken- hauspflege zu geben. Die Verwaltung der Steindruckerkasse hatte in bezug auf einen erkrankten Lehrling verfügt, daß derselbe aus vier Wochen in ein Krankenhaus aufgenommen werde. Der junge Mann wurde im Krankenhause operiert und als die vier Wochen ahgelaufen waren, verweigerte die Krankenkasse die weitere Be- zahlung der Krankcnhauskosten, obgleich der behandelnde Arzt er- klärte, der Patient könne das Krankenhaus noch nicht verlassen, er sei nicht einmal transportfähig. Nunmehr mußte die Armen- Verwaltung die Kosten der KrankenhausbehandlUng über- nehmen und der Vater des Patienten hatte der Armenverwaltung die Aufwendungen zu erstatten, während die Kasse nur das statuten- mäßige Krankengeld zahlte. Und das konnte geschehen in einer Krankenkasse, deren Vorstand aus organisierten Arbeitern besteht! Solche Fälle sollen nach Angabe Bauers gar nicht selten sein. Eine Klage gegen solche Kassen ist aussichtslos, da sie ja nach dem Gesetz zur Gewährung von Krankenhauspflege nicht verpflichtet sind. Bauer meinte, die Gewerkschaften müßten die Tätigkeit der von ihnen als organisierte Arbeiter vorgeschlagenen Kassenverwaltungs- Mitglieder kontrollieren, damit solche Dinge, welche dem sozialen Empfinden Hohn sprechen, nicht vorkommen können. Wenn derartige Dinge in unseren eigenen Reihen passieren, dann dürften wir uns nicht über die Praxis der Berufsgenossenschaften aufhalten. Nach Schluß der Diskussion wurde die nachstehende vom Re- ferenten eingebrachte Resolution mit allen gegen 27 Stimmen an- genommen: „Die Versammlung nimmt mit Bedauern Kenntnis von dem ablehnenden Standpunkt des königlichen Obcrpräsidentcn zu' Potsdam gegenüber den Plänen, die Mitglieder der Krankenkassen l Berlins und der Vorort« zu einer zentralisierten Krankenlasse zusammenzuschließen. Die Versammlung erklärt nunmehr dahin zu wirken, daß mindestens für Berlin eine Zentralisierung der Krankenkassen in den einzelnen Branchen durchgeführt wird, und spricht die Er- Wartung aus, daß auch die maßgebenden Aufsichtsbehörden hierzu die Genehmigung nicht versagen werden. Die versammelten Gewerkschaftsvorstände erklären weiter, daß sie ihre Mitglieder in den stattzufindenden Gewerkschafts- Versammlungen darauf hinweisen wollen, und daß sie überall dort, wo die gegenwärtigen Krankenkassenvorständc und General- Versammlungen gegen die geplante Zentralisierung sind, in Zu- kunft vermittelnd eingreifen wollen, um das gesteckte Ziel zu er>» reichen, dessen Durchführung als Fortschritt zum Wohle der Versicherten betrachtet werden muß." Zu einer anderen Angelegenheit beantragte Werner (Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter-Vcrband) folgende Resolution: „Die Delegierten der Berliner Gewerkschaftskommission nehmen Kenntnis von dem Verlauf des Streiks der Kutscher, Schaffner und Arbeiter bei der Berliner Paketfahrt-Gesellschaft Starke u. Co. Die Versammelten sprechen ihre Verwunderung darüber aus, wie es möglich ist, daß eine Firma, welche mit den Gewerkschaftsvorständen zwecks Erlangung von Gcschäftsauf- trägen offiziell in Verbindung tritt, die Organisation ihrer eigenen Angestellten, wenn es sich für dieselben um Aufbesserung i ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse handelt, vollständig ignoriert.' Auch sprechen die Versammelten ihre Entrüstung darühcr aus, daß diese Firma ihren angestellten Kutschern und Arbeitern das ihnen gesetzlich zustehende Koalitionsrccht durch Unterschrift eines entsprechenden Reverses zu entziehen sucht, d. h. sie zum Austritt aus der Organisation zu veranlassen. Mit Rücksicht darauf, daß sich die Firma Berliner Paketfahrt-Gesellschaft Starke u. Co. trotz alledem noch um Erlangung von Geschäftsaufträgcn an die Ge- wcrkschaftsvorstände wendet, fehlt den Versammelten der treffende Ausdruck, um dieses Gebaren richtig zu kennzeichnen. Die Dele- gierten beschließen daher, den Vorständen zu empfehlen, der Paketfahrt-Gesellschaft keinerlei Geschäftsaufträgc mehr zu über- tragen und etwaige noch bestehende geschäftliche Verbindungen mit dieser Firma unverzüglich zu lösen." Zur Begründung der Resolution berief sich Werner zunächst darauf, daß der Streik bei der Paketfahrt nicht, wie man in gewerk- schaftlichen Kreisen hier und da glaubte, deshalb ins Werk gesetzt worden sei, weil der Verband die Zeit, wo sich die Paketfahrt wegen geschäftlicher Aufträge an die Gewerkschaften wandte, für angebracht hielt, um für die Angestellten der Paketfahrt etwas herauszuholen. Es liege vielmehr so: Als im vorigen Jahre ein Tarif für die Angestellten im Spcditionsgcwerbc abgeschlossen wurde, trat die Paketfahrt, deren Angestellte damals nicht organisiert waren, dem Vertrage nicht bei. Sie schloß mit ihren Angestellten einen Sonder- vertrag ab, der ungünstiger war als der allgemeine Vertrag. In- zwischen haben sich die Pakctfahrt-Angestellten organisiert und sie forderten nun auch für sich die Vergünstigungen des Vertrages im Speditionsgewerbe. Der Redner schilderte nun den Hergang der Lohnbewegung bei der Paketfahrt, sowie das Verhalten der Direktion den Angestellten gegenüber, denen das Koalitionsrccht tatsächlich genommen wird. hne Diskussion nahm die Versammlung die Resolution ein stimmig an. Bei Verlesung der Präsenzliste waren nicht anwesend die Vertreter der Asphalteure, Bauarbeiter, Schriftgießer, Formenstecher, Gärtner, Glaser, Chemigraphen, Marmorarbeiter, Mühlenarbeiter, Porträtzeichner, Porzellanarbeiter, Schildermaler, Steinseher. Aus der Frauenbewegung. | der Maschinen treibt Kinder jeden Alters in die Fabriken. Zunächst| verboten. Aber der Grlaß stand eigentlich nur auf dem Papier, im Mutterlande der Industrie, in England. Hier mußten Kinder er wurde nicht respektiert. 1853 tam ein neues bon fünf bis neun Jahren oft 14 bis 16 Stunden arbeiten, fie schärferen Bestimmungen. Es verbot, Kinder unter 12 Jahren cues Geſch mit wurden von den Aufsehern und Fabrikanten geschlagen und miß- überhaupt und solche bis zu 14 Jahren länger als sechs Stunden handelt. Ganz dieselben Verhältnisse bürgerten sich mit der Ent- zu beschäftigen. Ernstlicher ging die Regierung dem Uebel erst im wickelung der Industrie in Deutschland ein. Krankheit, Siechtum Jahre 1891 zu Leibe. Die Fabrikarbeit schulpflichtiger Kinder und Verderbtheit fürs ganze Leben sind nicht ausgeblieben. Von wurde ganz verboten und die Arbeitsdauer etwas weiter eineiner Erziehung fonnte in solchen Verhältnissen teine Rede sein. geschränkt. Käte Dunter weist nach, daß die Kinderarbeit trotzdem Schulunterricht genossen die Kinder gar nicht, bis ein rheinischer nicht eingeschränkt worden ist. Man ist nur zu anderen BerufsFabrikant eine Fabrikschule errichtete. Kinder, welche nachts ar- zweigen übergegangen. Da nur die Fabritarbeit gänzlich verboten Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung. beiteten, erhielten täglich zwei Stunden, die Tageskinder eine ist, wurden Kinder in steigendem Maße in der Hausindustrie, in Unter vorstehendem Titel ist im Verlage der„ Gleichheit" eine Stunde Unterricht. Die armen Kleinen mögen da„ biel" gelernt der Landwirtschaft usw. beschäftigt. Broschüre von Käte Dunker erschienen. Die Verfasserin geht bis haben. Bald machten sich die Gefahren in moralischer und gesundheits zu den Anfängen der Kinderarbeit zurück. Sie weist nach, daß mit Allmählich, ganz langsam sezte die Kinderschutzgesetzgebung" licher Beziehung energisch bemerkbar. Es kam zu einer neuen der kapitalistischen Wirtschaftsweise zugleich die Ausbeutung der ein. Trotz der von Kommunalbehörden und anderen Organen er- Gesetzgebungsaktion, die das Kinderschutzgesetz von 1904 gebar. findlichen Arbeitskraft großen Umfang annahm. Wohl seien in statteten Berichte, welche schauderhafte Bustände, speziell in der Die Verfasserin bespricht die einzelnen Bestimmungen. So früherer Zeit die Kinder ebenfalls mit zur Arbeit herangezogen Textilindustrie, aufdeckten, in grellen Farben die physische und mangelhaft dieses Gesetz auch noch ist, einen Fortschritt stellt es worden, doch meist nur für den Bedarf der eigenen Familie. Bu- moralische Degeneration der Fabrikkinder schilderten, fühlte man doch dar. Jede Frau, ob Mutter eigener Kinder oder nicht, sollte erst tauchte die Erwerbsarbeit der Kinder in der Hausindustrie sich an maßgebender Stelle noch lange nicht verpflichtet, das Rad sich mehr wie bisher um die Durchführung des Kinderschutzgesetzes auf. Das Aufblühen des überseeischen Handels belebte auch die der Gesetzgebung zum Schuße der Ausgebeuteten in Bewegung zu fümmern und darum mit den einzelnen Bestimmungen durch Hausindustrie. Um möglichst viel Ware in kurzer Zeit herzustellen, sezen. Damals war es genau so wie heute. Die Interessen der Studium der Broschüre sich vertraut machen. Jeder muß sein Teil wußte es der Handelshere, der zu gleicher Zeit auch als Fabrikant Regierung gingen mit denen der Fabrikanten Hand in Hand. Erst dazu beitragen, daß das, was von Gefeßes wegen garantiert ist, auftrat, so einzurichten, daß neben Mann, Frau und erwachsenen im Jahre 1839 wurde für Preußen ein„ Regulativ über die Be- auch den Kindern zugute kommt. Die Anschaffung der Broschüre Kindern auch die Kleinen, soweit sie irgend dazu imstande waren, schäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken" erlassen. Es verbot kann deshalb nicht dringend genug empfohlen werden. Der Preis mit in den Arbeitsprozeß eintraten. Schlechte Löhne diese die regelmäßige Fabrikarbeit für Kinder unter neun Jahren und beträgt 40 Pf., doch erhalten Gleichheit"-Leserinnen das Werkchen zeichneten von jeher die Heimindustrie aus veranlaßten die beschränkte die Arbeitszeit für jugendliche Arbeiter bis zu 16 Jahren für 25 Pf. und ist es bei den weiblichen Vertrauenspersonen zu Heimarbeiter, ihre Kinder mitarbeiten zu lassen. Die Erfindung auf zehn Stunden täglich. Auch Nacht- und Sonntagsarbeit war haben. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 16. September. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr, 5./6. Abteilung. Berliner Theater: Die Kreuzelschreiber. Neue freie Volksbühne. Nachmittags 2, Uhr: 6. Abteilung im Deutschen Theater: Mutter Landstraße. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Ein Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Ehre. Neues Theater. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Eine. Abends 8 Uhr: Der Stammgast. Montag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Dienstag: Eine Der Stammgast. Mittwoch: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Dienstag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Hierauf: Die Dienstboten. Sonntag, nach m. 3 Uhr, Weh' dem der lügt. Luftspiel in 5 Aufz. v. F. Grillparzer. Urania. Metropol- Theater autod hiring Wissensolfaftliches Theater. Heute inphunter 8 Uhr: Sonntag, abends 8u5r: Der jüngste Ausbruch Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Montag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Dienstag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Friedrichstraße 165. Radium. 3 Libe: 12 bteilung Kleines Theater astans Panopticum Neuen Theater: Eine. Stammgast. im Der Nachm. 3 Uhr: 3. Abteilung im 9 Schiller Theater O.: Maria Stuart. Nachm. 3 Uhr: 9. Abteilung im Schiller Theater N.: Beh dem der lügt. Nachm. 3 Uhr: Extra- Borstellung im Leffing Theater: Die ver4 funkene Glode. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Der Freischütz Montag: Geschlossen. Schauspielhaus. Selein Dorrit. Montag: Geschlossen. Neues Operntheater. Geschlossen. Westen. Der Dpernball. Nachmittags 3 Uhr: Undine Montag: Der Obernball. Lorking. Fra Diavolo. Nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour. Montag: Der Freischütz. Leffing. Hedda Gabler. Nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glode. Montag: Fuhrmann Henschel. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller 0. Die Ehre. Nachmittags Nachtafyl. 3 Uhr: Abends 8 Uhr zum 80. Male: Ein idealer Gatte. Montag, Dienstag, Mittwoch: Ein idealer Gatte. 1389L* Schreckenskammer- Hennig Berliner Allerlei. Volkstümliche Vorträge aller Art. Komische Oper. Schwarzer Sonntag nachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag zu volkstüml. Preisen: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag zum erstenmal: Carmen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Nachm. 3 Uhr: Der Troubadour. Abends 7, Uhr: Fra Diavolo. Abonnements ungültig. Morgen Montag: Der Freischütz. Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Z alming Henry Bender. Josef Giampietro. Fritz Massary. ! Auf- in's Metropol! des Vesu Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund, OOLOGISCHER usik von Viktor Hollaender. CARTEN Seute Sonntag 50 Pf. Eintritt Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Nachmittags ab 4 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Morgen sowie täglich: Militär- Doppelkonzert. Призн Zirkus Alb. Schumann. Hente, Sonntag, den 16. d. M., große brillante nachm. 3%, Uhr u. abbs. 7%, ur: 2 Gala2 Gala- Vorstellungen Nachmittags auf allen ein Kind frei. Plätzen ohne Ausnahme Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Gallerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Das Sensations- Programmn. Sämtl. neuengagierten Spezialitäten. Dir. Alb. Schumanns Diez' Spezialitäten- Theater. neueste Original- Dressuren Landsberger Allee 76/79( Ringbahnstation) und die wunderbar dressierten, Ob Regen! Zentral- Theater. Oh schön! Ab 1. September täglich: ( Operette). Nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends 7, Uhr: einzig dastehenden neues fenfationelles Programm. 10 Königs- Tiger Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. ( Wallner Theater.) Tausend und eine Nacht. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Bf. Jeb. Erwachsene 1 sind unter 10 Jahren frei! Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Frau Inger von Destrot. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Zapfenstreich. Nachmittags 3 Uhr: Weh' dem, der lügt! Montag: Hafemanns Töchter. Neues. Eine. Der Stammgast. Montag: Bürgerlicher Edelmann. Der Stammgast. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Nachmittags 3 Uhr: Figaros Hochgeit. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Residenz. Triplepatte. Montag: Dieselbe Borstellung. Trianon. Der Hausfreund. Rachm. 3 Uhr: Die Notbrüde. Montag: Der Hausfreund. Lustspielhaus. Spaßenliebe. Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Montag: Spatenliebe.( Anfang 72 Uhr.) Zentral. Zausend und eine Nacht. Nachmittags 3 Uhr: Die Fleder maus. Montag: Tausend und eine Nacht. Kleines. Ein idealer Gatte. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Ein idealer Gatte. Carl Weiß. Adele. Nachm. 3 Uhr: Dieselbe Bor. stellung. Montag: Gefchloffen. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Im Nachm. 3 Uhr: Uebern großen Teich. Montag: Jm wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe plakt! Nachm. 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Montag: Wenn die Bombe platt. Luisen. Ein Kind des Glüds. Luisen- Theater Diez' Seeterrasse, Lichtenberg Reichenbergerstr. 34. Nachmittags: Romeo und Julia. Abends: Ein Kind des Glücks. Montag: Der Goldonkel. Dienstag: Der Goldonkel. Mittwoch: Ein Kind des Glücks. Donnerstag: Eine Nacht in Berlin. Freitag zum erstenmal: Jungfrau von Orleans. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. 8 Uhr: bends Spatzenliebe. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. Zum 26. Jm wilden Westen. Male: Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaux. Sonntag, 23. Sept., nachm. 3 Uhr: Nachm. 3 Uhr: Romeo und Julia. Die Höhle des Löwen. Montag: Der Goldonkel. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Auf ins Metropol Montag: Diefelbe Borstellung. Apollo. Berlin im Dmnibus. Spe aialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Kasino. Alexander der Große. Nachm. 4 Uhr: Madame Bonivard. Montag: Alexander der Große. Folies Caprice. Der General Sonful. Sünden der Bäter. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Vassage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Schweizer Garten Am Königstor- Am Friedrichshain. 48. Sommer Saison. Jeden Sonntag: Extravorstellung Röder Straße 6, zwischen Landsberger Allee und Röder- Platz. Größtes u. schönstes Bergnügungs- Etablissement des Ostens mit gr. See. Jeden Sonntag: 20232 Gr. Konzert und Spezialitäten- Theater. Die größte Sensation des 20. Jahrhunderts: Mitr. Beliks Schleifenfahrt außen herum fowie um 6, Uhr: Turmseilkünstler Miß Mary und J. H. Liepelt im Brillant- Feuerwerk. Auftreten d. besten 88 In zwei Sälen: 15 Ruderboote. Riesen- Kaffeeküche. Volksbelustigungen Kavalier- Ball. 4 verdeckte Kegelbahnen. aller Art. Anfang 3 Uhr. Bei ungünstiger Bitterung Schuß für 6000 Personen. A. Diez. Waren Sie schon Ausstellung AFRIKA in Afrika im Schloß Weißensee? Hente Sonntag letzter Tag. Erste Vorstellung vorm. 11, Uhr usw. Großes Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung Künstler ersten Ranges. Entree 50 Pf., Kinder 20 Pf. Sportpark Steglitz. Sonntag, 16. September, nachm. 3, Uhr: Großer Preis von Europa. Klassisches Dauerrennen über 100 Kilometer. Robl, Guignard, Na Butler, Demtke. Gesamtpreise: 10 000 Mark. 1320b neuer Spezialitäten. Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. 2 vorgeführt von Ur. Henricksen.. 2 Zirkus Busch. Sonntag, 16. September 1906: große GalaVorstellungen nachm. 4 Uhr, abds. 72 Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unt. 10 Jahren auf allen Sizpläzen balbe Breife. Sn beiden Vorſtell.: im Ringtampfe m. d. Dompteur Die größte Löwen- u. Tigergruppe Willi Peters. Noch nie gezeigt! In beiden Borstellung: Dranza, Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Der Generalkonsul und Zum 16. Male: Die Sünden der Väter. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf b. Wertheim, u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. 1 Aft. 3 Atten. Der Säugling. Shivant in Gr. Kabarett, erfte Kräfte. Madame Bonivard. Schwank in Direttion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. W. Noacks Theater. Don Cesar. Dr. Rob. Dill in der Titelrolle Schauspiel mit Ges. in 5 Aft.v. Friedrich Anf. 7 Uhr. Entree 30 Bf. bis 1 W Nach der Vorstellung: Familienball Montag zum erstenmal: Maria Magdalene. Bürgerliches Schauspiel in 3 Atten von Hebbel, Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute zum letztenmal: Robert und Bertram. Außerdem Auftreten erftllaffiger Spezialitäten. Im Saale: Gr. Ball Anfang 42 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Morgen Eröffnung der Wintersaison. Dierelegierten Studenten. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkaffe. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Heute Schluß der Sommersaison Große Theater- Vorstellung. Auftreten erstklaffiger Spezialitäten Vermischtes. Posse mit Gesang von Jonas. Anfang 5 Uhr. der sprechende Stopf. In beiden Borst.: Herrn Ernst Schumanns Neudreſsuren. In beiden Vorst.: Die neu engagierten Clowns 4 Fratellini. In beiden Borst. Die neu engagierten Künstlers und Künstlerinnen, ger Theaterkaffe. 15 Gaale: Großer Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an 10 pollo- Theater WIND SARTEN Le mod grupist 845 effe als Jockey. Original Dreffur- Akt. 915 The Seldoms plastische Darstellungen. 1 Dame und 3 Herren. 1000 Berlin im Omnibus. Sonntag, den 30. September: Erste Nachmittagsvorstellung. Das vollständige große SpezialitätenProgramm. Carl Weiß- Theater. ( Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr fleine Preise: Adele. Abends 8 Uhr zum Ichtenmal: 7 Großer Erfolg des Eröffnungs- Programms. Robert Steidl. Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pissiutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. 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In beiden Borstellungen das vollständige Attraktions- Programm. Rauchen überall gestattet!! Nr. 216. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 16. September 1906. Verfammlungen. Deutscher Textilarbeiterverband( Filiale II). In der Teßten Mitgliederversammlung hielt K. Müller einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Militärposamentenbranche. Es sei notwendig, einmal die Löhne und Mißstände an die Oeffentlichkeit zu bringen, unter welchen die Sachen angefertigt werden, mit denen der deutsche Staat seine Soldaten auspußt. Schon öfter sei innerhalb zweier Jahrzehnte eine Bewegung eingeleitet worden. Doch ist dieselbe stets gescheitert an der Gleichgültigkeit der Kollegen und Kolleginnen. Beschäftigt sind in sieben größeren Fabriken zirka 500 männliche und weibliche Arbeiter. Hierzu kommen noch eine stattliche Zahl von Heimarbeiterinnen. Vorherrschend sei das Affordlohnsystem. Die Löhne schwanken zwischen 12-33 M. Doch kommen die höheren Löhne nur für sehr gute Arbeiter in Betracht. Die Preisdifferenz für bestimmte Lißen und Bänder betrage in den verschiedenen Fabriken bis zu 8 Pf. pro Meter. Dies sei ein sehr großer Mißstand. Von den Löhnen der Arbeiterinnen fönne er leider nichts berichten. Die Arbeitszeit beträgt 8-9% Stunden. In den zwei Fabriken, wo die achtstündige Arbeitszeit eingeführt ist, käme dies nicht auf das Konto der Arbeiter. Die Chefs haben herausgefunden, daß durch kürzere Arbeitszeit sich die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten erhöht. In hygienischer Hinsicht entsprechen die Fabriken alle nicht den Forderungen zur Erhaltung der Gesundheit. Ventilation ist nirgends vorhanden. Hensel u. Schumann unterhalten „ Die versammelten Arbeiter und Arbeiterinnen der Militärposamentenbranche erklären sich mit den Ausführungen des Refe= renten einverstanden und verpflichten sich, mit Hand anzulegen, um die vorhandenen Mißstände in der Branche beseitigen zu helfen, darum in eine lebhafte Agitation einzutreten und die Arbeiter und Arbeiterinnen dem Textilarb eiterverband zuzuführen." einen Raum für Arbeiterinnen, welcher im Keller liegt, von dessen von je 3 M. Verdienst. Ferner wurde sehr lebhaft geklagt über Wänden stets die Feuchtigkeit herabrieselt und in dem den ganzen Hensel u. Schumann. Dort herrschen noch patriarchalische" Tag das Licht brennt. Aussicht ist vorhanden, daß dieses Loch Verhältnisse. Die Leitung und der Werkmeister belieben ein sehr bald verschwindet. Bei Engel u. Kubig müssen die Arbeiter militärisches Auftreten. Ferner wurde gerügt, daß in der Heimdie Beleuchtung( Petroleum und Lampe) auf ihre Kosten halten! arbeit viele Beamtenfrauen, darunter sogar die Frau Daselbst haben die Arbeiter einen Stücklohntarif mit festen Säßen eines Offiziers nebst Dienstmädchen(!), den schon eingereicht. Sie fordern für Stuhlvorrichten die Stunde 60 Pf. geringen Lohn durch billiges Angebot noch herunterbringen. Lohn, Abschaffung der Beleuchtung auf Kosten der Arbeiter, Ein- Folgende Resolution wurde angenommen: führung von Gasglühlicht, Abschaffung der Sandspannung, weil sehr gesundheitsschädigend, dafür Eisengewichte, Anbringen von Ventilatoren und größere Reinlichkeit. Diese Forderungen sind anerkannt, bis auf die Entschädigung für Stuhleinrichten und den Tarif. Der Fabrikant versprach, diese Sache noch zu regeln. Der Referent betonte, daß dies wenigstens ein Erfolg sei. Das Stuhleinrichten, das manchmal 8 bis 14 Tage in Anspruch nimmt, wird außer bei Ebel in sehr seltenen Fällen bezahlt. Redner erläuterte noch verschiedene Preissäße. Er betonte zum Schluß, daß an dieser Mißwirtschaft das staatliche Submissionswesen zum Teil mit beitrage. Im Organisationsverhältnis sehe es sehr schlecht aus. Von den zirka 500 Arbeitern und Arbeiterinnen sind bloß 50 organisiert und es ist hier noch ein großes Stück Arbeit zu leisten in der Agitation. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Die meisten Redner betonten, daß man danach trachten sollte, die Affordarbeit abzuschaffen, wie dies bei den Möbelposamentenarbeitern durchgeführt sei. Ein Kollege rügte den Mißstand, daß in der Fabrik von Brederecke die Arbeiter einen Teil der Kosten für den Betrieb des Motors( 1) tragen müßten und zwar 15 Pf. BAER SOHN Spezial- Haus grössten Massstabes. Chausseestrasse 24a/ 25* 11 Brückenstrasse 11 0000 Vornehme, solide Gr. Frankfurterstr. 20. Massanfertigung... 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Deutsche Compagnie Oranienstr. 40/41. Streng feste Preise auf jeden Gegenstand in Zahlen aufgedruckt. RUB Erster Wahlkreis. Dienstag, den 18. September 1906, abends 8½ Uhr: Volksversammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Dr. A. Südekum über: Werdegang der deutschen Kolonialpolitik." 2. Diskussion. Bahlreichen Besuch erwartet il monies knu Der Vorstand des 1. Wahlkreisas. Sozialdemokratischer Wahlverein 236/4 für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 18. September 1906, abends 8% Uhr: Fünf Versammlungen. 1. Jm Lokal: Graymann, Naunynstraße 27. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Stern über:„ Der Befreiungskampf des Proletariats". 2. Diskussion. isbnos 2. Jm Lokal: Drachenburg, Vor dem Schlesischen Tore 1/2. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Prulb über:„ Die göttliche Weltordnung". 2. Diskussion. 3. Jm Lokal: Elysium, Landsberger Allee 40. Tages- Ordnung: 262/8 1. Vortrag des Genossen Bartels über: ,, Terrorismus". 2. Diskussion. 4. Jm Lotal: A. Boeker, Weberstraße 17. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Alwin Körsten. 2. Diskussion. 5. Jm Lotal: P. Litfin, Memerlerstraße 67, Zages Drdnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Dr. Alfred Bernstein. 2. Diskussion. Gäste willkommen! Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 6. Wahlkreis. Achtung! 6. 6. Wahlkreis. Achtung! Dienstag, den 18. September, abends 8 Uhr, finden 3 Volksversammlungen ſtatt. 249/ 16* 1. Bei Peters' Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Emil Kloth über: Die Vorgänge in Breslau und Nürnberg. 2. Diskussion. 2. Bei Wilke, Brunnenstraße 188. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Georg Davidjohn über: Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit. 2. Diskussion. 3. Bei Ballschmieder, Badstraße 16. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Heinrich Ströbel über: Partei und Gewerkschaften. 2. Distuffion. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Sozialdemokratischer Wahlverein Die Einberufer. Rixdorf. Dienstag, 18. September, abends 8 Uhr, in Thiels festfälen, Bergstr. 151: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Referat des Genossen Hans Block: Partei und Gewerkschaft. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist erwünscht. Gäste, auch Frauen, willkommen. 235/7 Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Versammlungen nicht mehr durch Platate, sondern nur noch durch Inserat und Hinweis bekannt gemacht werden. Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlftelle Berlin. Dienstag, 18. September, abends 8 Uhr, in Louis Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Außerordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Die Situation nach der Aussperrung. 2. Zahlung von Gemaßregelten- Unter stügung aus Lokalmitteln an den Kollegen Alfred Hanke. 3. Kündigung einzelner Beamten. 4. Ersatzwahl zur Ortsverwaltung. 25/16 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 16. September 1906, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon Donnerstag, 20. September, abends 8 Uhr, in den„ Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20: ( B. Raabe), Kolbergerstr. 23: Oeffentl. Versammlung 1 für Männer und Frauen. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hans Block über: Unsere Kolonialpolitik". 2. Diskussion. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Charlottenburg! 249/15 Dienstag, den 18. September, abends 8½ Uhr, im Volkshause, Rosinenstraße 3: Mitgliederversammlung des sozialdem. Wahlvereins. Zages Drdnung: Oeffentliche Versammlung aller in Geschäftsbücherfabriken und Liuiier- Anstalten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Prinzipalen. 2. Diskussion und Beschlußfassung über Annahme oder Ablehnung des Tarifvorschlages, 3. Wahl von drei Mitgliedern zum TarifSchiedsgericht sowie drei Stellvertretern desselben. 4. Berschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Die Tariffommission. Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 30. September 1906, mittags 1 Uhr: 7. ordentliche General- Versammlung in Dräsels Festsälen, Rene Friedrichstraße 35. Tages Drdnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. 2. Decharge- Erteilung für den Vorstand. 3. Genehmigung des Verratsmitgliedern und 5 Ersatzpersonen. 7. Anträge, die nach§ 7a des Statuts eingegangen sind. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, da der Saal um/ 26 Uhr geräumt sein muß. Wir laden unsere verehrten Mitglieder zu dieser Versammlung zu recht zahlreichem Besuch ein. Eventuelle Anträge erbitten wir bis 23. September nach Willdenowstraße 30 einzusenden, 206/18 Der Aufsichtsrat. 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genoffen G. Ledebour über: ,, Partei teilungsplanes. 4. Statutenänderung(§ 26). 5. Wahl von zwei Borstandsmitgliedern. 6. Bahl von 5 Aussichtsund Gewerkschaft". 2. Diskussion. 3. Bericht von der letzten Kreis- Generalversammlung. Referent: Genosse M. Kley. 4. Antrag des Borstandes in Sachen der Genossen Lüd, Meyer, Gräfe und Höppner. 5. Vereinsangelegenheiten. 25/3 Die Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen ersucht. Für Gäste und Genossinnen ist die Galerie reserviert. Sozialdemokratischer Wahlverein G Der Vorstand. Achtung! C. Mücke. Achtung! für den 3.Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 19. September, abends 8½ Uhr: Dienstag, den 18. September, abends 8 1hr: Mitglieder- Versammlung im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Zages Ordnung: Partei und Gewerkschaft." Referent: Genoffe Düwell. 2. Diskussion. Gäfte haben Zutritt. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Max Menzel. F. Tutzauer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Volksversammlung Achtung! Drechsler! Achtung! in P. Litfins Gesellschaftshaus„ Offend", Memelerstraße 67. Dienstag, den 18. September 1906, abends 8% Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: Vortrag des Genossen A. Störmer: Branchen- Versammlung Die wirtschaftliche Entwickelung. Der Drechsler Berlins und Vororte. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Parteigenossen ersucht, 241/ 3* dafür zu agitieren. 206/ 16* Der Einberufer. Der Vorstand. Verband der Wäsche- u. Krawattenarbeiter Deutschlands. Mittwoch, den 19. September, abends 8 Uhr, in A. Boekers Festsälen, Weberstr. 17: Mitglieder- Versammlung der Filiale Berlin. Zages Drdnung: Achtung! Ballschuhmacher. Achtung! Montag, den 17. September, vormittags 10 Uhr, in den ,, Residenzfälen", Landsbergerstr. 31: Geffentl. Ballschuhmacher- Versammlung. Zages Ordnung: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Die Antwort der Fabrikanten auf unsere Forderungen. NB. Da in diefer Bersammlung entscheidende Beschlüsse gefaßt werden, ersuchen wir sämtliche Kollegen der Ballschuhbranche zu erscheinen. Der Einberufer. 1. Bortrag des Stollegen Paul Keller über:" Vater Staat, Kapitalist 170/8 and Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Vierteljahrsbericht und Bericht vom Sommerfeft. 4. Stellungnahme zu den Gewerbegerichtswahlen, Normierung Verein für Frauen u. Mädchen der Kandidaten. 5. Ergänzungswahlen zum Borstand( zweiter Kaffierer, zweite Schriftführerin), Ergänzungswahlen zu Kommissionen. 6. Erledigung eingegangener Anträge, Verschiedenes. der Arbeiterklasse. Kommandantenstr. 72: 55/16 Tages Ordnung: 1. Bericht über den Stand unserer Bes wegung. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchen- Angelegenheiten. Kollegen! In dieser Versammlung darf kein Sollege fehlen. Die Kommission. 92/16 Stukkateure! Montag, den 17. September, abends 8 Uhr, Mitglieder- Versammlung bei Franke, Sebaftiauftr. 39. Tages Ordnung: 1. Das Ueberstundenunwesen bei unseren Verbandskollegen. 2. Neuwahl eines Gewerkschaftsdelegierten. 3. Die Gewerbegerichtswahl und Aufstellung von Kandidaten zu derselben. 4. Wie stärken wir die Kampffähigkeit unseres Verbandes? ( Erhebung eines Extrabeitrages.) 5. Zeichenunterricht und Berschiedenes. 181/5 Kollegen und Stolleginnen! Agitiert für guten Versammlungs. Montag, 17. September, abends 8%, Uhr, im Neuen Klubhaus, befuch, erscheint alle, besonders ersuchen wir die Parteigenossen, ihre Frauen Kollegen, erscheint zahlreich in dieser Versammlung; es gilt im und Bekannten auf diese Versammlung hinzuweisen. Mitglieder werden zweiter Vortrag aus dem Vortragszyklus:„ Hundertfünfzig Jahre Punkt 4 wichtige Beschlüsse zu fassen. Wer vorher nicht teilnimmt, darf deutscher Dichtung": Schiller. Referent: Wilhelm Holzamer. nachher nicht unwillig sein über Beschlüsse, die ihm nicht weitgehend genug 55/17 Der Vorstand. I begründet erscheinen. Die Ortsverwaltung. aufgenommen. 252/9 Die Ortsverwaltuna. A: Wilh. Eue. Neue Maniaftr. 7. Gäfte willkommen Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. flatt. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Mittwoch, den 19. September, abends 8 Uhr, finden in den bekannten Lokalen unsere Bezirks- Sitzungen Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen und das Mitgliedsbuch mitzubringen, indem laut Beschluß der letzten Mitgliederversammlung die Anwesenheit durch Abstempelung im Mitgliedsbuch bermerkt wird. 147/6 J. A.: H. Neumann. Tapezierer! Am Montag, den 17. September, abends 8 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstraße 35: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Otto Vesper- Osnabrück. 2. Disfuffion. 3. Verbandsangelegenheiten. 178/19 Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Konsum- Verein Charlottenburg Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Dienstag, den 25. ds., abends 71, Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3 ( fleiner Saal): General- Versammlung. 1. Geschäftsbericht. Tagesordnung: 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Beschlußfassung über die Bilanz.( Berteilung des Reingewinns, Entlastung des Vorstandes.) 4. Anträge der Verwaltung. a) Gehaltsfestseßung des Geschäftsführers. b) Errichtung einer neuen Verkaufsstelle; Statutenänderung. 5. Anträge der Mitglieder.( Dieselben müssen laut Statut Absatz 45 drei Tage vorher bei der Verwaltung eingereicht werden.) 6. Ersazwahl zum Vorstand. 7. Ersazwahl zum Aufsichtsrat. Charlottenburg, den 16. September 1906, Der Aufsichtsrat. 3. A. Ernst Gehrke. A. Schönborn. Eintritt gegen Legitimationstarte. 206/ 17* Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 16. September 1906 im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Vortrag des Schriftstellers M. H. Baege über: 4/ 20* ... Die Abstammungslehre und ihre Beweise" mit 60 Lichtbildern. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Entree 30 Pf. Garderobe frei. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Die Hauptbibliothek wird am Dienstag, den 18. September, wieder eröffnet. Vorort- Bibliotheken: Wedding. Moabit. gabe von Bibliotheksbüchern findet Mittwochs, abends Ausgabe von Bibliotheksbüchern findet Dienstags, abends von 8-9 Uhr, bei Fahrow, Ravenéstr. 6, statt. von 8-9 Uhr, und Sonnabends, abends von 8-10 Uhr, bei Gundla ch ,, Waldenserstr. 24, statt. Charlottenburg. Montags, abends von 8-10 Uhr, bei Spandau. von Bibliothelsbüchern findet Montags und Ausgabe von Bibliotheksbüchern findet Pasche, Potsdamerstr. 24, statt. Donnerstags, abends von 7-9 1hr, bei Gustav Rührmund, Falkenhagenerstr. 63, vorn 2 Treppen, statt. Ober- Schöneweide. Ausgabe von Bibliothersbüchern findet Dienstags und Donnerstags, nachmittags von 5-6 Uhr, bei Vo B, Wilhelminenhofstr. 64, statt. Wusterhausen. Dienstags und Freitags Ausgabe bolt Bibliotheksbüchern findet 153/7 7--9 Uhr, beim Kollegen W. Greyer statt. Berliner Arbeiterabends bon Die Ortsverwaltung. h Keine Cigaretten, die in Qualität ihnen gleich sind, können zu denselben Preisen gefunden werden Keine, die in Aroma, Gehalt, Milde und reinem Geschmack sie übertreffen, zu doppelten Preisen. Die höchst vollendeten und mustergiltigen Mischungen, welche am besten alle Qualitäts- Eigenschaften feiner türkischer Tabake vereinen, werden bei der Herstellung von JOSETTI CIGARETTEN verwendet. Josetti- Cigaretten nehmen in Popularität bei wirklichen Kennern die erste Stelle ein, nicht weil sie so billig verkauft werden, sondern wegen ihrer feinen Qualitäten, ihres Aromas und ihres gehalt+ vollen und doch milden Geschmackes. Josetti- Juno 10 St. 20 Pfg. Josetti- Griseldis 10 St. 30 Pfg. 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In der Ortschaft Poggibonsi wurden gestern früh in der Zeit von 5 Uhr 25 Min. bis 8 Uhr 30 Min. wiederholte Erdstöße verspürt, denen ein unterirdisches Rollen vorherging. Die Einwohnerschaft ist in Schrecken versetzt; es ist aber kein Schaden ent- Fernbeben in etwa 13 500 Kilometer Entfernung an; die Apparate standen. waren bis nach 8 Uhr abends in Bewegung. Palermo, 15. September. Neue Erdstöße wurden gestern hier und in der Umgebung abermals verspürt. Die Einwohner flüchten panikartig. Termini ist fast gänzlich verlassen. In der Stadt sind nur Beamte und Soldaten zurückgeblieben. In Banzina, welches von den Einwohnern gleichfalls verlassen worden ist, verfuchten Diebe zu plündern; Truppen und Polizei griffen aber ein und nahmen eine Anzahl Berhaftungen vor." Lese- und Diskutierklub„ Moabit" am 17. d. Mts. bei Bachstein, Salzwedelerstr. 16: Sizung. Sozialdemokratischer Agitations Verein für den Wahlkreis Arnswalde- Friedeberg. Sonntag, den 16. d. M., nachmittags 4, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Außerordentliche Generalversammlung. Eingegangene Druckschriften. Wien, 15. September. Gestern abend 5 Uhr 24 Minuten Wilhelm Herzberg, Sozialdemokratie und Anarchismus. Ludwigss zeigten die Seismographen der Meteorologischen Zentralanstalt ein hafen a. Rh. 1906. Gerisch u. Cie. Preis 20 Pf. H. Greifenhagen Nachf. Brunnen- Strasse 17-18. Veteranen- Strasse 1-2. Extra- Angebot besonders vorteilhafter Artikel. Konfektion engl. Geschmack... 3.95 M. .. 1.65 M. Damen- Hüte Damen- Handschuhe Glacé, farbig und weiss, mit 2 Druckknöpfen 90 Pt. Glacé, farbig und weiss, mit 2 Druckknöpfen. 1.35 M. Glacé, farbig, mit 2 Druckknöpfen.... 1.65, 1,95 M. Ein Posten fussfreie Kostümröcke 2.85 M. Ungarnierte Filz- Formen, schwarz u. farbig 95 Pt. Glacéhandschuhe, mit unmerklichen Fehlern 58 Pt. Ein Posten Faltenröcke, Ungarn. neueste Homespunformen 1.75 M. Englisch garnierte Hüte, chic u. kleidsam, 1.95, 2.45, 3.25 M. 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An Sonntag, den 23. d. Mts., veranstalten folgende Berliner Mämerchöre in der„Philharmonie" ein Boral- und Jnstruwentalkonzert mit anschließendem Taiiz: „Amicita",„Bäckermäster der zur Verfiigung stehen. Es ist zu beachten, daß dies Lokal dicht a> der Peripherie von Charlottenvura und Schöne- berg gelegen ist ud mit seinem über 2000 Personen fassenden Saal das größte Etabliiement am Orte ist. Auch teilen wir den Genossen mit, daß in genanten„Prachtsälen" das„Volkstheater des Westens" (Leitung Pepi Wiß) domiziliert. Die Lokalkommission. Treptow-Bamschulcnwcg. Dienstag, den 18. er., abends L'/z Uhr findet die regmiäßige Mitgliederversammlnng des Wahlvereins in Speers Festsäla statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsanglegenheiten und Verschiedenes.— Es ist Pflicht jedes Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste sind will- kommen I Der Vorstand. Zchlendof. Am Dienstag, den 18. ds. Mts. findet die Wahl- vereinsversa»mlung im Lokal von B. Mickley, Potsdamerstraße 25 statt. Tageordnung: 1. Bericht von der Kreis-Generalversamin- lung. 2. Bricht von der Brandenburgischen Provinzial-Konferenz. 3. Vortrag„Breslau und Nürnberg." Parteigenossen! Der inter« essanten uv reichhaltigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Genossen, ünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Friednau. Dienstagabend 1/39 Uhr Generalversammlung bi Grube, Kaiser-Allee 85. Tagesordnung: 1. Bericht von der treis-Generalversammlung. 2. Bericht des Vorstandes und sämtliche Funttionäre. 3. Anträge. Einrichtung der Zahl- a b e n de. wie in Groß-Berlin, vom Oktober ab. 4. Versfiedenes. Pflicht der Genossen ist es zahlreich zu erscheinen. Mit(*iedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Oer-Schöneweide. Am Dienstag, den 18. September, abends B1/« lhr findet im Schloßpark Wilhelminenhof die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Die Skandale im Kslonialamt. Referent: Genosse Maurenbrecher. Diskussion. BerÄhedenes. Wir erwarten, daß sich die Parteigenossen recht zahl- reich a, dieser Versammlung beteiligen. De Genossen, welche zum 1. Oktober verziehen, werden ersucht, dem Vorstand davon Mitteilung zu machen; auch diejenigen, welche dem Zerein nicht mehr angehören wollen, mögen.ihren Austritt schriflich erklären. Der Vorstand. Zohannisthal. Der Wahlverein hält am Dienstag, den 18. September im Lokal von Gobin, Roonstr. 2, eine allgemeine Mtgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag de Genossen Schütte über: Robespierre und die Todesstrafe. Bericht ton der Kreitgeneralversammlung und vom Sommersest. Die Ge- wssen werde» ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Adlershif. Am Dienstag, den 18.'September, abends g'/z Uhr. findet in Kiuls Restaurant, Bismarckstraße 16, eine Mitgliederver- lanmlung ies Wahlvereins statt, in welcher Bericht von der Kreis- Generalverfimmlung erstattet werden soll. Da der Massenstreik und bie Maifeiei auf der Generalversammlung besonders behandelt wurden, ist den Pateigenossen Gelegenheit geboten, sich ebenfalls mit dieser ikraae zu leschästigen und erwarten wir deshalb zahlreichen Besuch. Der Vorstand. Ktpeiick. Die nächste Wahlvereinsversammlung findet nicht an, Dienstag den 18. September, sondern erst am Dienstag, den Ai. Septmber, statt. Der Vorstand. Erker. Dienstag, den 18. September, abends'/zS Uhr, findet im Lokce des Genosien Degebrodt unsere Wahlvereinsversammlung Eis ist Pflicht aller Genossen, pünktlich und zahlreich zu er- ,ei damit nicht immer nur ein kleiner Bruchteil anwesend ist. erlich sind diejenigen an ihre Pflicht ermahnt, die schon längere Zeit kme Versammlung besucht haben. ycknau. Am Dienstag, den 18. September, abends 8>/z Uhr, findet in der„Grünen Ecke", Köpenickerstraße 88, die Versammlung des Sahlvereins statt. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. tkewawes-Neuendorf. Mittwoch, den IS. d.M., abends 8>/zUhr: Außrordentliche Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wqlvereius im Lokale des Herrn Schmidt, Wilhelmstr. 3. Tages- orttung: 1. Vorttag des Genosien Miethke-Berlin über:„Partei u>d Gewerkschaft". Diskussion. 2. Verschiedenes. Da in disem Bortrage auch der Massenstreik in ausgiebigem Maße be- hiNdett wird, ist das Erscheinen eines jeden Genossen Pflicht. _ Der Vorstand. Berliner JSachricbten. Zur Landtagsersatzwahl im 3. Berliner LandtagSwahl- Ireise veröffentlicht der Magistrat eine Bekanntmachung der lt. den einzelnen Bezirken stattzufindenden UrWahlen an Ztelle der in dir allgemeinen Wahl ain 12. November 1903 «wählten, inzvischen aber durch Tod, Wegziehen aus dem lirwahlbezirk ooer aus sonstige Weise ausgeschiedenen Wahl- nänner. Daß diese erforderlichen Ersatzwahlen nunmehr doch oekanntgegeber werden, bevor die amtliche Terminfestsetzung bekanntgegeber ist. beweist, wie recht wir hatten, als wir neulich diese Seröffentlichung schon jetzt für zulässig und not- wendig bczechnetcn. Hoffentlich erfolgt nunmehr auch die amtliche Bekmntgabe der Wahltermine, für die Urwahlen so- wohl wie fü die Abgeordnetenwahl. Zur Stadwerordneten-Ersatzwahl im 8. Wahlbezirk. Die bürerliche Presse hat die Nachricht gebracht, die im achten Wahlbezirk ditter Abteilung notwendig gewordene Ersatzwahl iverde am 23. Sepmrber stattfinden. Am Freitag abend hatten„Berliner Tageblatt" nd„Volkszeitung" diese Mitteilung veröffentlicht, und am Sonnabndmorgen sind andere Blätter ihnen gefolgt. Der„Vor- wärtS" hatam Sonnabend gemeldet, daß die Wahl am 23. Oktober vorgenosniru wird, und das ist in der Tat der Termin, den der Magistrat-stgesctzl hat. Daß!e„Meldung„23. September" unrichtig sein mußte, das ging auS etlichen Umständen ohne weiteres hervor. Vom 23. Septmber trennt uns nur noch eine einzige Woche. Die Städteortmng schreibt aber vor, daß die Bekanntgabe des Wahl- termins.iindejtens vierzehn Tage vorher erfolgen muß. Sodann ist der 23. September ein Sonntag. Die Forderung der Sozial- demokratie, Wahlen am Sonntag stattfinden zu lassen, hat bisher weder bei der freisinnigen Mehrheit der Stadtverordnetenversamm- lung noch bei dem Magistrat Gegenliebe gefunden. Kriegten wir in Berlin Sonntagswahlen, so könnte der Berliner Freisinn eine noch ganz andere Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen erleben, als sie ihm bisher beschert worden ist. Es lag auf der Hand, daß unser Magistrat nicht Plötzlich anderen Sinnes gelvorden sein und sich für Sonntagswahlen entschieden haben konnte. Schließlich wollen wir noch auf einen besonderen Umstand hin- weisen. Der 23. September liegt vor, der 23. Oktober nach dem Michaelisumzug. Man lveiß, daß bei diesem Umzug besonders von zahlreichen Arbeiterfamilien die Wohnung gewechselt lvird. Da die Wahl nach dem Umzug stattfindet, so ist wieder mal darauf zu rechnen, daß auch von den Wählern des 8. Wahlbezirks viele aus ihrem Bezirk verzogen sein werden, wenn am 23. Oktober dort die Ersatzwahl vorgenommen werden wird. Für die Arbeiterbevölkerung bedeutet das natürlich eine Erschwerung. Sie fiele weg, wenn die Wahl vor dem Umzug stattfände. Hätte nicht der Wahltermin noch in den September gelegt werden können? Daß unser Genosse Antrick das Mandat des 8. Bezirks niedergelegt hatte, das war im Rathause schon seit Anfang August bekannt. Wenn auch die Stadt- verordnetenversammlung erst in ihrer ersten Sitzung nach den Sommerferien, am 6. September, den Beschluß fassen konnte, den Magistrat um Anordnung einer Ersatzwahl zu ersuchen, so wußte man doch bereits lange vorher im Magistrat, daß diese Ersatz- wähl notwendig sei. Hätte nicht alles Erforderliche so weit vor- bereitet werden können, daß noch vor Ablauf des September die Wahl möglich wurde? Warum ist das nicht geschehen? Wir haben erst kürzlich aus Anlaß der Verzögerung, die wir im dritten Berliner Landtagswahlkreise bei den Vorbereitungen des Magistrats für die dortige Ersatzwahl sehen, die Frage aufgeworfen, ob vielleicht der Magistratsdezernent für Wahlsachen während seines Ferienurlaubes von einem Stadtrat vertteten wird, der von den Dingen keine Ahnung hat und ständig verfügt:„Liegen lassen, bis der Dezernent vom Urlaub kommt". Haben wir uns die Verzöge- rung der Festsetzung des Wahltermins für den 8. Gemeindewahl- bezirk auf dieselbe Art zu erklären? Oder wie sonst?! Am nächsten Donnerstag, den 20. d. M., findet keine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung statt, auch die Fraktionssitzungen am Dienstag fallen aus. Nach zwölf Jahren werden sich anfangs November die Zuchthauspforten für den am 7. November 1394 verurteilten Mechaniker Adolf Schaewe öffnen. Schacwe war damals in der anarchistischen Bewegung tätig und hatte unter der ständigen Observation der politischen Polizei manche Unannehmlichkeiten zu erdulden. Unsere politische Polizei ist be- kanntlich beflissen, immer und immer wieder ihre Notwendigkeit zu erweisen, und sie versucht, wo sie kann, in alle Angelegenheiten ihre Nase hineinzustecken. Ihr größtes Tätigkeitsfeld liegt be- kanntlich in der Bespitzelung von Sozialdemokraten, nicht nur da- mals, sondern auch heute noch. Und da die Polizei auf geradem Wege nicht das erfährt, was sie gern wissen möchte, so kauft sie sich für ihre Zwecke Subjekte, die entweder für einige Silberlinge ihre Genosien verraten oder, wenn das nicht geht, der Polizei den größten Schwindel über angebliche Pläne der sozialdemokratischen Partei erzählen. Das liegt so im System; wenn nichts passiert, muß etwas erfunden werden. Auch die Handvoll unklarer Köpfe, die sich Anarchisten nennen und von denen jeder eine andere Richtung ver- tritt, sind der Polizei wichtig genug, um an ihnen ihre Beobachtungs- und Bespitzelungskunst zu erproben. Zu ihnen gehörte im Jahre 1394 auch Schaewe. Schacwe befand sich am 13. August in einem Lokal in der Blumcnstraße, in dem angeblich Anarchisten verkehren sollten. Als er in der neunten Stunde dasselbe verließ, bemerkte er zwei Kriminalbeamte, Busse und Finke, und als er an Busse, den er kannte, vorüberging, soll er nach der Anklage diesen mit höhnischem Blick fixiert haben. Dann habe er sich umgedreht und in das Kleinausche Lokal hineingerusen:„Seht mal, da gehen Spitzel!" Als er dann wieder das Lokal verließ, soll sich ihm der Mechaniker Albert Dräger angeschlossen haben. Beide sollen abermals die Beamten„höhnisch" fixiert haben, und die Beamten mußten das Entsetzliche wahrnehmen, daß die beiden, als sie in der Richtung nach der Markusstratze weiter gingen, wiederholt mit Fingern nach ihnen hinwiesen. Dräger verließ dann Schaewe noch einmal, ging ins Lokal zurück, folgte dann aber sofort wieder seinem Freunde, hinter welchem die Beamten her gingen. Schacwe hatte einen scharfen Schritt angenommen und sah sich gar nicht um. In der Kaiserstraße kam es zwischen ihm und dem ihm auf den Fersen folgenden Schutzmann Busse zu einem Zusammenstoß. Schaewe, wohl der unausgesetzten Verfolgung müde, drang auf den Beamten ein und gab ihm einen Faustschlag ins Gesicht, daß der Geschlagene zu taumeln begann. Busse packte nun den Schacwe und warf ihn zu Boden. Es entwickelte sich ein Kampf, bei welchem auf der einen Seite der Schutzmann Finke seinem Amtsgenossen zu Hülfe kam, während Dräger auf die Beamten einhicb, indem er ausrief:„Haut die Hunde, es sind Spitzel!" Die Schlägerei wogte längere Zeit hin und her, und die Beamten sollen verschiedene Verletzungen da- von getragen haben. Dann erschien der uniformierte Schutzmann Rühlemann auf der Bildfläche, bei dessen Annäherung Dräger sich aus dem Staube machte. Schaewe wurde festgenommen. Auf dem Transport nach der Wache warf sich Schacwe blitzschnell auf den Schutzmann Rühlemann und entfloh. Als er verfolgt wurde, blieb er plötzlich stehen, griff in die hintere Rocktasche und zog einen ge- ladenen scchsläufigen Revolver hervor. Unmittelbar darauf schoß er auf Rühlemann, so daß diesem— immer nach der Anklage— der Pulvcrdampf ins Gesicht kam. Die Kugel sauste ihm dicht an der Schläfe vorbei. Schaewe floh weiter, drehte sich dann nochmals um und schoß noch einmal, ohne zu treffen. Er floh in die Kurze- stratze, verfolgt von dem Rufe:„Haltet ihn! Haltet ihn!" Um dieselbe Zeit kam der Schlächtergeselle Siebert mit seiner Frau am Arm die Straße entlang und wollte den Flüchtigen am Arm fest- halten. Da zielte Schaewe auch auf ihn und drückte den Revolver ab, ohne ihn zu treffen. Schließlich stellte sich der Schutzmann Zachau dem Fliehenden in den Weg und versuchte ihn nieder- zuschlagen. Da knallte ein vierter Schuß, und als Schaewe zu Boden geworfen war, gab er nach der Anklage noch zwei Schüsse auf Zachau ab. Dieser soll einen Streifschutz am Kopf und an den Nippen erhalten haben, außerdem sei ihm eine Revolverkugel in den Unterarm gedrungen und habe sich während des Krankenlagers des Verwundeten verkapselt. Auch die anderen Beamten sollen einige Zeit dienstunfähig gewesen sein. Tags darauf hat in der Schaewcschen Wohnung eine Haussuchung stattgefunden, die der Polizei die Vermutung nahe legte, es mit einem Propagandisten der Tat zu tun zu haben. Eine nicht geladene Granate und ein Schrapnell fand die Polizei. Die erste benutzte Schaewe als Asch- becher, und das Schrapnell war ein Zigarrenabschneider. Die Ver- Handlung selbst fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Von den Zeugen spielte auch der bekannte Herr Bösel eine Rolle. Die Anklage wurde von dem Staatsanwalt Dr. Benedix vertreten. Das Urteil lautete gegen Schaewe auf zwölf Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit der Stellung unter Polizei- aufficht, gegen Dräger auf fünf Jahre Gefängnis. Dräger hat seine Strafe schon längst verbüßt, und Schacwe vollendet, wie schon mitgeteilt, am 7. November sein zwölftes Jahr. Kollegen von ihm, Mitglieder des Metallarbeiterverbandes, haben sich zusammengetan, um für den durch die lange und harte Straf- Haft körperlich geschwächten Schacwe eine Sammlung zu ver- anstalten. Sind wir auch nicht der politischen Auffassung Schaewes, so wünschen wir doch, daß die Sammlung ein günstiges Ergebnis haben möge. Für uns kommt der Mann nicht als Anarchist, sondern als Mensch in Frage. Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch darauf hinweisen, daß noch ein anderer Metallarbeiter, der früher in der anarchistischen Bewegung tätig war, im Zuchthause schmachtet: der Mechaniker Koschemann. Koschemann wurde im Jahre 1897 zu zehn Jahren einen Monat Zuchthaus verurteilt, weil er durch Absenkung einer Höllenmaschine ein Attentat auf den Polizcioberstcn Krause verübt haben sollte. Viele halten Koschemann für unschuldig, jedenfalls ist ihm das Verbrechen, dessen man ihn beschuldigte, nicht nach- gewiesen worden. Im Zuchthause hat er stets seine Unschuld be- tcuert und wiederholt Versuche um Wiederaufnahme des Verfahrens gemacht, leider immer ohne Erfolg. Auch das Ende seiner Strasc naht heran. Koschemann wird gegen Mitte Mai nächsten Jahres das Zuchthaus verlassen. Die Furcht vor dem Eindringen sozialdemokratischer Arbeit- geber in das Gewerbcgericht als Beisitzer hat die in Betracht kom- wenden Arbeitgebervereinigungen veranlaßt, mit Hochdruck zu arbeiten, um die Wahl sozialdemokratischer Arbeitgeber zu ver- hindern. Zwar arbeiten sie lveniger öffentlich, desto intensiver hinter den Kulissen. So hatte kürzlich der Zentralausschutz hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine Delegierte größerer wirtschaftlicher Verbände zu einer Vorbesprechung über die Organisation der Gewerhcgerichtswahlen eingeladen. Es wurde beschlossen, daß bei den Kaufmannsrichterwahlen ein Zcntralwahl- komitee gebildet werde, bestehend aus den Delegierten des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller, des Zentralausschusses hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine, des Bundes der Industriellen, des Verbandes Berliner Spezialgeschäfte und des Vereins Berliner Getreide- und Produktenhändler. Auch unter sich machen die einzelnen Arbeitgeberverbände mobil. So ver- schickt zurzeit der Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten ein Zirkular folgenden Inhalts: Sehr geehrter Herr! nm 19. Oktober er. finden für die Arbeitgeber die Wahlen der Beisitzer zum Berliner Gewerbcgericht statt. Erfahrung- gemäß ist die Teilnahme der Arbeitgeber an den Wahlen eine sehr geringe. Bei der Bedeutung, die das Gewerbcgericht für das gewerbliche Leben hat, mutz die Zusammensetzung der Beisitzer für jeden Gewerbetreibenden von größtem Interesse sein. Be- kanntlich gehört eine Anzahl kleinerer Arbeitgeber zur sozialdemo- kratischen Partei. Infolge der Indolenz der bürgerlichen Parteien liegt die Gefahr nahe, daß Sozialdemokraten zu Arbeitgeber- beisitzern gewählt werden. Dies muß unter allen Umständen ver- mieden werden. Es ergeht deshalb an alle Baugewerbetreibenden Berlins, welche am 19. Oktober er. zu wählen haben, die dringende Bitte, ihr Wahlrecht auszuüben, damit die Arbeitgeberbeisitzer den bürgerlichen Parteien erhalten bleiben. Für die Arbeitgeber sind vom Magistrat von Amts wegen Wählerlisten aufgestellt. Wahlberechtigt ist nur, wer in der amtlichen Wählerliste verzeichnet ist. Die Wählerlisten liegen in der Zeit vom 11. bis einschließlich 17. September er. an den Wochentagen von morgens 8 bis nachmittags 3 Uhr, am Sonn- tag von vormittag 10 bis mittag 1 Uhr im Wahlbureau, Post- straße 16, II, zur Einsicht öffentlich aus. Prüfe deshalb jeder sofort, ob er in der Wählerliste eingc- tragen ist. Auf Wunsch übernimmt das Geschäftsamt des Ver- bandes(NW., Helgoländer Ufer 1, Fernsprecher Amt II, 628) die Prüfung. Diesem Zirkular ist noch ein gedrucktes Formular beigelegt, das der eventuell nicht in der Wählerliste Verzeichnete nur aus- zufüllen und an den Magistrat abzusenden braucht. Da die Listen nur noch bis Montag ausliegen, dürften auch Arbeitgeber unserer Partei die Mahnung um Einsichtnahme in die Wählerlisten beherzigen. Was der Ordenssrgen alles bringt, dafür diene folgende Meldung einer hiesigen Zeitung:„Die 7. Klasse des Ordens der Aufgehenden Sonne ist dem Abteilungswachtmeister OSkar Schumann verliehen worden." Orden der aufgehenden Sonne! Lieb' Vaterland, kannst ruhig sein! Große Aufregung verursachte am Freitagnachmittag ein Zu- sammenstotz zwischen einem elektrischen Automobilomnibus der Linie Alexanderplatz— Moabit und einem beladenen Brauer- wagen. Der Automobilomnibus fuhr dem Brauerwagen vor dem Hause Alt-Moabit 130 an der Ecke der Werftstraße in die Flanke; beide Wagen wurden beschädigt, Fässer rollten auf den Straßen- dämm und der Chauffeur des Automobils erlitt starke Verletzungen., besonders Quetschungen. Der Kutscher und die Pferde des Brauer- Wagens erhielten nur unbedeutende Verletzungen, auch die Fahr- gästc des Omnibus kamen mit dem Schrecken davon. Der Omnibus mußte außer Dienst gestellt werden. Die Schuld an dem Zusammen» stoß soll nach Aussagen von Augenzeugen sowohl den Chauffeur als auch den Fahrer des Brauerwagens treffen, der dem Omnibus nicht rechtzeitig genug freie Bahn gemacht haben soll Schwere Brandwunden erlitt am Sonnabendnachmittag die. Ehefrau Mettke in der Prenzlauer Allee 210. Sie war dort in ihrer Wohnung im vierten Stock des Ouergcbäudes mit der Zu- bereitung des Mittagessens beschäftigt und ritz dabei den Petroleum- kocher um. Die Flammen erfaßten die Kleider der Frau, die hülfe- rufend zur Treppe stürzte. Hausbewohner erstickten die Flammen Die Feuerwehr brachte die schwer an Armen und Füßen verletzte. Frau nach dem Krankcnhause am Friedrichshain, wo man schwere Verbrennungen feststellte. Mit Lysol vergiftet hat sich am Freitagabend die 28 Jahre alte Emma M., Skalitzerstraße 56, Die M. hatte mit einem gleich- altrigen Kaufmann ein Liebesverhältnis unterhalten, das nicht ohne Folgen geblieben war. Zwischen dem Paare war es in letzter Zeit zu Differenzen gekommen und die M. glaubte, daß es nun mit dem Geliebten aus sei. Sie begab sich nach seiner Wohnung Am Nordfafen 3a und vergiftete sich vor dem Hause mit Lysol. Schutz- lcute brachten die Unglückliche in bewußtlosem Zustande nach der Unfallstation VI und von dort nach der Charite. Das Gift hatte inzwischen bereits so stark gewirkt, daß an ein Aufkommen der Lebensmüden nicht zu denken ist. Bei einer Petrolcumexplosion schwer verbrannt wurde gestern abend der S0jährigc Handelsmann Robert Schamcier aus der Schönhauser Allee 63. Er hat dort allein im vierten Stock des Seitenflügels eine kleine Wohnung inne. Vorgestern abend gegen 9 Uhr kehrte er von einem Ausgange zurück und zündete die Lampe an. Dann versuchte er auf die brennende Lampe noch Petroleum nachzugießen. Hierbei explodierte das Petroleum und � setzte die Kleider des Mannes sowie die Zimmereinrichtung in Brand. Hülferufcnd stürzte der Unglückliche die Treppen hinab auf den Hof, wo andere Hausbewohner durch Aufwerfen von Decken die Flammen an seinem Körper erstickten. Er hatte aber bereits sehr schwere Brandwunden, besonders an der linken Körperseite, davongetragen. Die alarmierte Feuerwehr aus der Odcrbcrgcr- stratze legte ihm Notverbände an und schaffte ihn dann nach dem Krankenhause Am Friedrichshain. Das entstandene Feuer ivurde mit einer Schlauchleitung gelöscht, doch ist die Stube total aus- gebrannt. Ein aufregcnder Borfall spielte sich Freitage gege- 7% Uhr in der Lcipzigerstraße, an der Ecke der Friedrichstraße, a'' Zur genannten Zeit wollte die Jischerbrücke 2 wohnhafte Frau dcS Kaufmanns Hörter mit ihren beiden Kindern, einem Knaben von sieben Jahren und einem fünfjährigen Mädchen an der Haltestelle an der Ecke der Leipziger- und Friedrichstrahe einen Stratzenbahn- wagen besteigen. In dem Moment, als sie das jüngere Kind auf den Perron des Straßenbahnwagens heben wollte, wurde Frau H. von den Rädern eines dicht an dem Straßenbahngleis vorbei- fahrenden Omnibus erfaßt und mit ihren Kindern zu Boden ge- rissen. Dem Kutscher des Gefährtes gelang es zwar, die Pferde sofort zum Stehen zu bringen und zu verhindern, daß die drei Per- fönen unter die Räder des schweren Wagens gerieten, jedoch hatten sie durch den Sturz Verletzungen davongetragen. Wie auf der Unfallstation in der Kronenstraße ärztlicherseits festgestellt wurde, hatten Frau H. und der Knabe nur leichte Kontusionen davon. getragen, während das Mädchen eine stark blutende, fünf Zenti- metcr lange Stirnwunde erlitten hatte. Nach Anlegung von Not- verbänden konnte sich Frau H. mit den Kindern nach ihrer Wohnung begeben. Infolge eines starken Platzregens entstanden am Freitagabend in verschiedenen Stadtgegendcn Uebcrschwemmungen, besonders im Süden wurden Straßen und Höfe unter Wasser gesetzt. In mehreren Fallen wurde die Feuerwehr um Hülfe ersucht und alarmiert. Im Hause Kottbuserdamm 3b stand der Keller voll- ständig unter Wasser, und in der Hascnheide 12, gegenüber der „Neuen Welt", hatte die Wehr noch nachts um 11 Uhr mit dem Auspumpen von eingedrungenem Wasser aus den dortigen großen Kellereien zu tun Ltznchjnstiz wurde am Freitagnachmittag an einem Chauffeur ausgeübt. In rasendem Tempo fuhr ein Privatautomobil durch die Reinickendorferstraße und brachte die Passanten in Gefahr. Als der Schüler Alfred Sturadt, Müllerstraße 12 wohnhaft, den Fahr dämm überschritt, vermochte er sich nicht mehr vor dem dahin eilenden Kraftwagen in Sicherheit zu bringen, wurde zu Boden geschleudert und überfahren. Das Hinterrad ging dem Knaben über den Kopf hinweg und schwerverletzt mußte St. nach der Unfalls station in der Lindowerstraße eingeliefert werden. Der Automobib führer, durch dessen Rücksichtslosigkeit der Unglücksfall herbeigeführt worden war, versuchte sich seiner Feststellung durch die Flucht zu ci'tzlehen; er wurde aber von den empörten Straßenpassanten schleunigst vom Chauffeursitz heruntergeholt und eine derbe Lynch justiz an ihm ausgeübt Die Verhaftung zweier Fernsprcchdrahtmarder ist oer Polizei in Plötzensec gelungen. Bekanntlich waren in letzter Zeit in dem genannten Vorort Fernsprechleitungen durchschnitten und die Bronzedrähte gestohlen worden. Auf die Ermittelung der Täter hatte die kaiserliche Oberpostdirektion eine Belohnung von 300 M ausgesetzt. Es ist jetzt gelungen, die Drahtmarder unschädlich zu machen. Es sind die„Gelegenheitsarbeiter" Römer und Wiens. Die beiden hatten ihre Beute an den Produitenhändler Koch in Reinickendorf verkauft. Aus„Dankbarkeit" dafür, daß K. den Draht in klingende Münze umsetzte, bestahlen ihn die beiden Verhafteten. Ob der Produktenhändler bei den Drahtdiebstählen als Mitschuldiger in Betracht kommt, wird die Untersuchung ergeben Der gemeinnützige Stellennachweis für minderjährige Mädchen. Berlin C, Rückerstraße 9, im Zentralarbeitsnachweisgebäude, bittet die Eltern der zu Oktober die Schule verlassenden Mädchen, ihre Töchter möglichst bald anzumelden, damit die Lehr- oder Anfangs stellen schon zum 1. Oktober besorgt und gleich angetreten werde» können. Auf schriftliche Anfragen wird gern Auskunft erteilt Das Bureau ist von S— 1 Uhr geöffnet; die Besorgung der Stellen ist vollkommen kostenlos 39 000_ Manersteinc gestohlen. Ein„schwerer Diebstahl" im wahrsten Sinne des Wortes ist auf dem Neubau des Eigentümers Julius Statzkowski, an der Ecke der Treptower, und Weserstraße verübt worden. Am hellen Tage wurden von dem Grundstück etwa 30 000 Mauersteine und schwere eiserne Träger, die zum Teil bereits verlegt waren, entwendet. Die Beute wurde auf zweispännige Fuhrwerke aufgeladen, und da man annahm, daß dies auf Ver- anlassung des Unternehmers geschehe, konnten die Ladungen un- gehindert wegtransportiert werden. Der Urheber des„schweren" Diebstahls ist bereits ermittelt wordei Das zweite Stiftungsfest der Berliner freien Jugendorgani sation findet am Sonnabend, den 22. September, in den Gesanil räumen der Brauerei Friedrichshain(am Königstor) statt. Das sehr reichhaltige und gut zusammengestellte Programm und die Namen der Mitwirkenden versprechen einen genußreichen, dem Cha» rakter des Festes würdigen Abend. DaS Konzert wird ausgeführt von dem bekannten Berliner Sinfonieorchester, Dirigent Maxi- milian Fi scher. Max Laurence bringt auserwählte Rezitationen zum Vortrag. Gesangsvorträge, turnerische Auf führungen und Reigen, und Kunstfahren werden zur Verschönerung des Festes beitragen. Dr. Karl Liebknecht hält die Festrede. Billetts a 30 Pf. sind im Bureau des Vereins, Stralauer straße 13/14, I, werktäglich von 12—2 und 5— 8 Uhr zu haben. Arbeiterbildungsschule Berlin. Heute abend 7 Uhr im großen Saale des„Gewerkschaftshauses", Engel-Ufer 16: Vortrag des Schriftstellers M. H. Baege über:„Die Abstammungslehre und ihre Beweise", mit 60 Lichtbildern. Eintritt 30 Pf. Garderobe frei. Zahl reicher Besuch wird erwartet. Zeugen gesucht. Arbeiter, welche in der Seifenfabrik Rud. Herrmann, Zossenerstr. 56-90, am 13. August dieses Jahres und kurz vorher gearbeitet haben, werden gebeten, in Sachen Schiffke, welcher am 13. August dieses Jahres infolge Betriebsunfall tödlich verun glückte, ihre Adresse gelangen zu lassen an Franz Stucke, Koch Hannstraße 2, IV. Vom 17. b. M. ab sind die Räume der Bibliothek und Lesehalle der Korperation der Kaufmannschaft im Börsen� gebäude wieder abends geöffnet. Die Benutzungszeit ist Werl täglich von 9— 3 und von 6— 10 Uhr und Sonntags von 10—1 Uhr. Im wissenschaftlichen Theater der Urania finden am Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch die letzten Wiederholungen des Vortrags:„Der jüngste Ausbruch des Vesuvs" statt. Am Tonners- tag gelangt zum erstenmal der Vortrag:„Die Mosellande und ihr Weinbau, Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart" zur Dar- stellung und wird von da ab allabendlich wiederholt werden. Auf der Teptow-Sternw.arte spricht Herr Dozent Jens Lützen in Vertretung von Herrn Dir. Archenhold, der zur Naturforscher- Versammlung nach Stuttgart gereist ist, am Sonntag, den 16. dieses Monats, nachmittags 5 Uhr, über:„Was erzählt uns die Milch- straße?", abends 7 Uhr über:„Die Erdkatastrophen des Jahres 1906". Das Thema für den Montag-Bortrag, abends 9 Uhr, lautet: „Die Entfernungen im Weltenraume". Alle drei Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet.— Mit dem großen Fern-� rohr wird während der ganzen Woche nachmittags die„Sonne", abends der„Saturn" und vom Freitag, den 21. d. M.. an auch der „Mond" beobachtet. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 8 Uhr wurde der 20. Zug nach der Fischerstraße 16 gerufen. Dort war in Abwesenheit der Eltern in einer Wohnung Feuer ausgekommen, das Gardinen und Kleider ergriffen und großen Qualm verursacht hatte. Zwei Kinder schwebten dabei in Lebensgefahr. Sie wurden noch vor An- kunft der Feuerwehr von einem Schutzmann und Zivilpersonen aus der Wohnung herausgeholt und in Sicherheit gebracht. Der Arbeiter Hermann Kranz zog sich dabei Verletzungen durch Glas- splitter am rechten Handknöchel beim Einschlagen der Fenster- scheiden zu. Die Feuerwehr legte ihm Notverbände an. Die Kinder wurden Nachbarn übergeben. Dem mutigen und ent- schlossenen Vorgehen der Zivilpersonen und des Schutzmannes ist es zu verdanken, daß die Kinder mit dem Schrecken davongekommen sind. Früh um 5 Uhr stand daS Dach Möckernstraße 115 in Flammen, und gleichzeitig brannten Brennmaterialien in der, Lippehnerstratze 28. In der Danzigcrstraße 68 wurden vormittags Fußböden, Decken usw. und in der Pflugstraße 4 Wäsche, Körbe usw. ein Raub der Flammen. Arbeitersamariterkolonne. Montagabend 9 Uhr ordentliche Mitgliederversammlung bei Dase, Brunncnstratze 154. Tages- orduung: 1. Vortrag über die Bestrebungen der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. 2. Mitteilungen des Vor- sitzenden und Kassierers. 3. Vereinsangelcgenheiten. Das Er- scheinen aller Mitglieder wird erwartet. Mitgliedsbuch legitimiert. Wiederbeginn des Kursus: 1. Abteilung 8. Oktober; 2. Abteilung 15. Oktober; 3. Abteilung 11. Oktober; 4. Abteilung 18. Oktober. Lehrpläne sind in der Versammlung zur Agitation zu haben.— Heute nachmittag Ausflug nach Friedrichsfelde. Treffpunkt 3 Uhr im Lindenpark._ Vorort- JVacb richten» Schöueberg. Tie Affäre zwischen dem Brandmeister Maier und dem Jeuer- wehrmann Volt von der Schöneberger Feuerwehr, die seinerzeit großes Aufsehen verursachte, ist jetzt anscheinend aus der Welt ge- schafft worden. Volk hatte den Brandmeister nach jenem unseren Lesern bekannten Vorfall in dem Feuerwehrdepot wegen Körper- Verletzung und Freiheitsberaubung verklagt. Aber sowohl der Staatsanwalt als auch der Oberstaatsanwalt wiesen die Klage zurück. Brandmeister Maier erhob Gegenklage wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs. Aber auch diese Klage fand beim Staats- anwalt und Oberstaatsanwalt eine Zurückweisung. Nun beschritten beide den Weg der Privatklage. Aber noch bevor es vor dem Schöffengericht zum Termin kam, zogen sowohl der Brandmeister als auch der Feuerwehrmann die Klage wieder zurück. Ob die Affäre hiermit ihre endgültige Erledigung gefunden hat, bleibt abzm warten. Rixdorf. Der„stille Teilhaber". Bei dem Eierhändler Hahn in der Berlinerstr. 27 in Rixdorf erschien gestern eine Grünkramhändlerin und bestellte mehrere Schock Eier mit dem Bemerken, sie wünsche solche zu demselben Preise wie bisher. H. kannte jedoch die Kundin gar nicht und er hatte ihr auch vorher noch niemals Waren geliefert. Zu seiner unangenehmen Ueberraschung stellte es sich schließlich heraus, daß die Händlerin bisher stets ihre Ware durch einen An- gestellten, den Handlungsgehülfen Israel Lorbeerbaum, bezogen hatte. Sobald L. frische Eiersendungen vom Bahnhof abholte, er- brach er stets einige Kisten und plünderte sie, um sich auf diese Weise„Schmuhgeld" machen zu können. Eine seiner„Speziak kundinnen" war die Händlerin. Hahn hat durch die betrügerischen Manipulationen seines ungetreuen Angestellten im Laufe der Zeit beträchtlichen Schaden erlitten. L. wurde verhaftet. Lichtenberg. Die Gemeindevertretung hatte am Donnerstag neben 15 Punkten der Tagesordnung die Ersatzwahl für den verstorbenen Gemeinde- schössen Sternstein vorzunehmen. Daß die dritte Wählerklasse im Gemeindevorstande nicht vertreten ist, gehört ja bei einem„Klassen- Parlament", wie als solches sich unsere Gemeindevertretung gleich den übrigen darstellt, zu den Selbstverständlichkeiten. Gewählt wurde Herr Bleckmann mit 17 Stimmen, während auf unseren Genossen Grauer 5 Stimmen fielen. Auch die Wahl zum Ausschuß für den KanalisationSzweckverband gab der„Mehrheit" Gelegenheit, ihre„Abneigung" gegen die Mehrheit der Gemeindewähler zu be- künden; während die„Majorität" für„ihren" Kandidaten Herrn Glaschke 16 Stimmen hatte, entfielen auf den Vertreter der HL Abteilung, Genossen Grauer nur 4 Stimmen. In beiden Körperschaften bleiben die fjerren hübsch unter sich.— Für das Realprogymnasium wurde ein Statut estgesetzt und damit die erste im gewissen Sinne selbständige Deputation in der G emein deVerwaltung geschaffen. Daß auch hier— obwohl drei Gemeindeverordneten neben zwei Schöffen und dem Gemeindevorsteher sowie dem jeweiligen Leiter der Schule dann noch zwei Sachkundige oder besonderes Interesse zeigende Gemeinde- Mitglieder zugesellt werden sollen— die Vertreter der dritten Wählerklasse nichts„to seagen" haben, dafür sorgt neben der„Ein- ficht" der Majorität das famose Bestätignngsrecht der Regierung.— Das Statut betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der Lehrer und Beamten an diesem Gymnasium� fand die Zustimmung der Versammlung. A»s der Gemeindevertretung. Von„ihrem guten Rechte" Ge- brauch machten die„Privilegierten" und beanspruchten eine weitere Abschlagszahlung in Höhe von 5795,49 M. in der Form: Erstattung für aufgeivendete Bürgersteigregillierlingskosten aus dem allgemeinen Steuersückel. Die Vertreter des„Besitzes" stimmten dem Verlangen zu. Eine lehrreiche Debatte, die unsere Genossen schweigend, aber mit Interesse, ganz besonders im Hinblick aus die kommenden Ge- meilidevertreterwahleu anhörten, zeitigte die Festsetzung das Be- bauungSplanes des Dottischen Geländes im alten Dorfe. Es schien als ob die Herren„Sachverständigen" bereit wären, einander ein- mal gründlich in die Suppe zu spucken. Am Ende aber wurde der Vorschlag des Geineindevorftandes angenommen und damit die direkten Interessenten auf den Weg des Einspruches verwiesen. Ein neues Ortsstatut über die Anlegung von Straßen und Plätzen so- wie die dazugehörige Polizeiverordnung fand einstimmige Annahme, obwohl in einer voraufgegangeneii Vertretersitzung dieselbe Vor- läge als nicht nur gegen die Interessen der„ihr Geld" in Terrain anlegenden Gesellschaften, sondern sogar als unmoralisch" bezeichnet warl Nach diesem Ortsstatut werden in Zukunft alle, auch die sogenannten Uiiteriiehmerstraßen. .etzt von der Gemeinde selbst angelegt. Der Ankauf eines größeren Geländes an der Eitelstraße wurde vertagt. Zurückgezogen wurde die Vorlage betreffend die Beschaffung einer Schulbaracke. Es sollen noch möglichst einige fliegende Klassen in anderen Schulhäusern untergebracht werde». Die Vertretung gab ihre Zustimiming zur Vermehrung des Personals im Rechniuigsbureau um einen Sekretär und genehmigte die Ergänzung der Vollmacht des Gemeindevorstehers in Grundbuchsachen. Die Liste der vorgeschlagenen Mitglieder und Stellvertreter für die Voreinschätzungskommission zur Veranlagung der Einkommensteuer pro 1906—1909 wurde ohne Debatte ge- nchmigt. Es sind zum erstenmal auch einige Arbeiter auf dieser Liste zu finden. Dem Amts- und Gemeindevorsteher Bürgermeister Ziethen ist die Bestätigung, auf weitere 12 Jahre in seinem Amte zu bleiben, beginnend mit dem September 1908, erteilt worden. Bekanntlich ist Herr Ziethen, der sich nach einer anderen Vorortsgemeinde ge- meldet hatte, durch eine Wiederwahl vor Ablauf seiner Dienstzeit veranlaßt worden, am Orte zu bleiben. Eine verhängnisvolle Wettfahrt unternähme� zwei Fleischer- gesellen, die gestern morgen gegen 6 Uhr die Frankfurter Allee entlang fuhren. Die beiden Männer, welche zwei je einspännige Wagen führten, versuchten sich gegenseitig zu überholen und trieben die Pferde durch Peitschenhiebe zur schnellsten Gangart an. Als das eine Gefährt an dem Gegner vorbeizujagen suchte, ge- rieten die Räder auf dem feuchten Pflaster ins Schleudern und prallten an die Bordschwelle de? Bürgersteiges mit solcher Gewalt an, daß der Führer, der Fleischergeselle K., vom Sitz ge- chleudert wurde und aus den Fahrdamm stürzte. Hier blieb er besinnungslos liegen. K. wurde auf seinem eigenen Wagen nach der Unfallstation in der Warschauerstraße gebracht, woselbst der an- wesende Arzt bei dem Schwerverletzte» eine Gehirnerschütterung fest- stellte. Der Kutscher, der auch anscheinend innere Verletzuiigen erlitten, wurde, nachdem er einen Notverband erhalten, nach dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt. Pankow. Die Wahlen zum Gewerbegericht finden am 12. November er, katt. Zu wählen find drei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer. Beschäftigung hat. Die Wählerlisten liegen aus ir Rathaufe, Zimmer 35 wochentags von 8 Uhr bormitags bis 3 Uhr nachmittags und Sonntags von 9—2 U h r in der Zeit vom 15. bis inklusive 29. September. Pflicht ines jeden Parteigenossen ist es, dafür zu sorgen, daß alle u Pankow wohnenden oder beschäftigten Arbeiter sich in de Wähler- listen eintragen lassen. Als Legitimationskarte hierzu gerügt eine vom Arbeitgeber unterschriebene und gestempelte Bescheinigmg. Bei größeren Werkstellen empfiehlt es sich, eine Liste der dort besaäftigten Arbeiter anzufertigen, dieselbe vom Arbeitgeber stempeln zr lassen und auf dem Rathause Zimmer 5 zur Eintragung vorzuleger. Der Vorstaid des Wahlvereins. Schildow, Blankenfelde. Am letzten Sonntag hielt der Wahlverein in Mönchsmühle seine regelmäßige Versammlung ab. Genosse Bauu-Berlin referierte über Gewerkschaften und Unternehnrerverbänie. Hierauf berichtete Genosse Rißmann über die Lokalverhältnisse in Schildow und er- mahnte die Anwesenden, sich streng nach der Zokalliste zu richte». Nachdem der Vorsitzende die Lauheit der Blanknfelder Genossen gebührend gekennzeichnet hatte fda nicht ein einzzer von diesen an- wesend war), schloß der Vorsitzende die Verrmmlung mit einem Mahnruf an die Mitglieder, rege zu agitieren ,id zu organisieren. Tegel. Ein dreister Ranbanfall ist vorgestern abnd in dem Hause Treskowstr. 14 in Tegel verübt worden. Als gegn%9 Uhr abends die in dem genannten Hause wohnende Frau Dr.Banto von einem Ausgange heimkehrte, kam ihr auf der Treppe in junger Mensch entgegen, welcher Frau B. ansprach und sie frate, ob nicht drei Treppen ein gewisser Müller wohne. Im nächsten'lugenblick entriß der Bursche Frau Dr. Banto ihr Handtäschchen, egriff die Flucht und entkam, obwohl durch die Hülferufe der Uedrfallencn alarmierte Hausbewohner den Räuber sofort verfolgte. In dem ge- stohlcaen Handtäschchen befand sich ein Silbelchuppen-Porte- monnaie, welches neben verschiedenem Kleingeld auch inen Zwanzigmarkschein enthielt. Der dreiste Räuber ist ein mitilgroßer, etwa 18jähriger Mensch mit bleichem, hagerem Gesicht; r trug einen dunklen Sommerüberzieher und schwarzen, steifen Fi.hut. Spandau. Die Stadtverordnetenversammlung am Freitag wähte mir kurze Zeit; wurde doch der wichtigste Teil der Tagesordnng, die Er- HSHuiig der Gehälter und Löhne der städtischen Barnten und Arbeiter, in geheimer Sitzung verhandelt. Genosse Horm stellte den Geschäftsordnungsantrag. wenigstens die Regelung derLöhne der städtischen Arbeiter in öffentlicher Sitzung zu verhande». Er begründete den Antrag nach ß 11 der Geschäftsordnung, derwohl von Beamten und Lehrern, aber nicht von Arbeitern spreche. Es habe die Bürgerschaft Spandaus überdies das größte Interesse>araii zu erfahren, was in dieser Frage verhandelt wird. Dieser Antrag wurde jedoch gegen die Stimmen unserer Genossen agelehnr. Gegen die Richtigkeit der Wählerlisten ist, ivie Stadtverodneten- Vorsteher Schröder mitteilte, nur von drei Personen Einspach er- hoben worden; dieselben werden im Einverständnis der Versannlung in die Wählerliste aufgenommen. Eine Debatte rief die Vorlag; betr. die Bewilligung einer jährlichen Entschädigung von 200 M. c» den Oberförster Bein für entzogenes Dienstland, hervor. Es wurde zum Teil die Höhe der Forderung bemängelt und der Vrschlag gemacht, dem Oberförster für das entzogene, anderes Dienstlaid an- zuweisen. Auf Antrag des Stadtv. Kurth wurde die Angclexnheit der Oekonomiedeputation überwiesen. Von Interesse ist n'ch die Vorlage auS Titel XI des Hauptetats für 1906 zur Veröffeutlchung von Spandauer Terrainspaziergängen. Dieselbe verlangt Mittl zur Veröffentlichung von Reklameartikeln, wie sie seit einiger Zeit Terraingesellschaften in der„Voss. Ztg." veröffentlichen. Der Be- richterstatter Stadtv. Deutsch empfahl die Vorlage zur Annahte z ebenso Oberbürgermeister Költze und Stadtv. Kurth. Dageg» wandte sich Stadtv. Piek, der in der Vorlage die Anlegung va> Spazierwegen auf Spandauer Gelände erwartet hat. Mittel her zugeben für eine Art Reklame zwecks Ausverkaufs, neint Redner dafür sei er und seine Freunde nicht zu haben. Die Vorlage ge langt nach einigen Erwiderungen gegen die Stimmen der Soznl- demokraten zur Annahme. Die weiteren Verhandlungigeaenstände betrafen Bewilligungen von Bertretungskosten erkrankte städtischer Beamten, die Anstellung eines neuen Lehrers an der 5. Gemeinde- schule, sowie die Einrichtung von Beleuchtung in 2 Klissenräumen der 7. Gemeindeschule. An Stelle des Stadtv. Lüdicke, dr auf den Brandenburgischen Städtetag zur Vertretung gewählt war, jeoch vorhin- dert ist. daran teilzunehmen, wurde Stadtv.Krempf gewählt, der nun folgenden geheimen Sitzung wurde»ach mehrstündiger Beratiig nur ein Teil der Gehalts- und Besoldungsvorlage erledigt. Es sE st, der nächsten geheimen Sitzung die erste Lesung beendet üb, wenn möglich, die zweite Lesung gleich angeschlosien und zu End geführt werden. Mit der Errichtung einer Walderhvlungsstötte für Ä>ani>ait beschäftigte sich eine von Vertreter» sämtlicher Kranknkassen Spandaus besuchte Versammlung am letzten Dienstag. Ai? Vor- chlag der Kommission soll die Walderholungsstätte in einerGröße von 200 Betten mit größerem Terrain im Stadtwalde an einx mit der Straßenbahn leicht erreichbare» Stelle errichtet werden. Die Kosten sind auf l8 000 Mark veranschlagt, wozu sich die Krmken- kafsen 9000 Mark beizutragen verpflichten. Jedoch sollen in« einzelnen Kranlenkassen das einzelne Mitglied nicht höher als mit 50 Pf. belasten. An der Verwaltung nehmen, nach Gutachtendcs Vorsitzenden Beyer, die Krankenkassen mit zwei oder drei beratenen Stimmen teil. Ein Vertreter der Staatswerkstätten erklärte, ,aß seitens der Aufsichtsbehörde dieser Kasse» zweifellos ein Zusouß gewährt werde. Die Vorschläge der Kommission wurden mit 11 gexn 5 Stimmen angenommen. Den Delegierten wurde aufgegeben, ijz zum 15. Oktober die Beschlüsse ihrer Kassen einzuholen und den Kommissionsvorstand mitzuteilen. Gerichts-Deining. Dr. Leo Leipziger in zweiter Instanz alt Kläger. Der Herausgeber des„Roland von Berw", Rechtsanwckl Dr. Leo Leipziger, stellte bekanntlich gege, den Annonzer- expedienten C u n o Strafantrag und Ivar als Nebenkläger ausgetreten. Der Angeklagte hatte früher den Anwnzenvertrieb fifc den„Roland von Berlin", es kam aber zwischen ihm und dei» Privatkläger zu Mißhelligkeiten. Die Spannung zwischen beide, Parteien wurde immer größer. Eines TageS km, es zwischen dem Angeklagten und einem Angestellten des„Roland von Berli"n in einer Weinstube der Potsdamerstras? zu einer auf- geregten Szene. Der Angeklagte rühmte sich daran in einem an den Nebenkläger gerichteten Schreiben, daß er den A, gestellten ge- züchtigt" habe und setzte hinzu:„So wird es jede, ergehen,"der hinter meinen, Rücken meine Ehre aiizutasten ich erfrecht'" Dr. Leipziger reichte alsdann eine Strafanzeig gegen Ciliw ein und bezichtigte ihn des Betriges. der versuchten Erpressung und Unterchlagung Die Eröffnung des Verfahrens ist zwa später in allen Inst'M«— �— Jf G stanzen abg elehnt worden. Als« Angeklagte Cuno auf Grund dieser Strafanzeige am 27. Septemer polizeilich vernommen werden sollte, wurde er über die Beschidigiiiig sehr aufgeregt und erbat sich einige Tage Zeit zu einer Zewiderung. Diese gab er am 30. September ab. An demselben Tge traf er den Dr. Leipziger in der Friedrichstraße und tro mit den Worten:.Von vorne und nicht von hinten wird geschigen!" auf ihn zu. packte ihn an der Gurgel und schlug mit eie», Schirm oder Stock a»f ihn ein, wobei er ihm zurief:„Der Lump hat WWWWWWW mich verleumdet!" Dr. den Angreifer Wahlberechtigt ist, wer das 2o. Lebenchahr am Wahltage> ab und ersuchte einen in der Nähe stehenden Polizeilelnant um vollendet hat und im Bezirk des Gewerbegerichts Wohnung oder l seinen Schutz. Der Borfall hatte einen oroßen Menschengftauf zur " Briefkaften der Redaktion. Folge und der Angeklagte lief in die Menge hinein:" Der Mann| Die 2. Straftammer erkannte nun gestern auf Ein- 1 Stralsunder 3-4,50. Male, groß per Pfd. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,00, hat mich beleidigt, ich habe ihn gezüchtigt, den Schurken!" ziehung und Unbrauchbarmachung der Walzen und Platten. flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Kiste 3-4,50, worauf Dr. L. erwiderte:" Ich habe den Mann dem Staats- Die Preise für Unterhosen in Preußen- Deutschland müssen do. 2 Niste 2, Stabliau, per 100 Pfd. 15-25. Heilbutt 25. Sardellen, 1902er ge= anwalt übergeben!" So weit der Vorfall. Das Schöffenwaltig hohe sein, wenn schon die phonographische Wiedergabe einer nter 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Boltheringe gericht hat den Angeklagten, indem es die Anwendung eines facher polnischer Lieder wie„ Noch ist Polen nicht verloren" Klassen Heringe, neue Matjes, per 2, To. 60-120. Hummern, IIa, 100 Pfd. 0,00. 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. gefährlichen Werkzeuges verneinte, wegen einfacher Körper- der Bevölkerung beunruhigt und den öffentlichen Frieden durch An- Srebse, per Schod, große 0,00, mittel 5-6, fleine 2,50-3,00, unsortiert verlegung und Beleidigung zu je 50 Mark, zusammen also zu reizung zu Gewalttätigkeiten gefährdet. Die Angstbüchsigkeit der 4,50. Galizier, groß 0,00. Eier, Land-, per Schock 3,75-4,40. Butter 100 M. Geldstrafe verurteilt. Hiergegen war von beiden Seiten Schwarzseher" in Leipzig ist geeignet, zum Verlachen der Zunft- per 100 Bid. Ia 124--126, IIa 118-120, IIIa 112-116, abfallende 95-110. Berufung eingelegt worden. Der Staatsanwalt beantragte Ber juristen anzureizen. Saure Gurken Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln per werfung beider Berufungen. Das Gericht erachtete das 100 Pfd. Daberfche 2-2,25, Rosen 1,50-1,75, neue runde 1,75-2,00, neue blaue Urteil des Schöffengerichts für zu milde. Wenn auch der 2,00-2,25. Spinat p. 100 Pfd. 8-12. Starotten p. Schodbund 1,50-2,00. Angeklagte mit Recht durch die Strafanzeige und Sellerie, hiesige, p.Schock 1,50-6,00. 8wiebeln 100 Pfd. 2,75-3,00. Petersilie, grün, Schockbd. 1,00. Stohlrabi p. Schod 0,50-1,00. Rettig, bayr., p. Schock 2,40 ihren objektiv als unberechtigt von den Bobby 1885. Soweit Ihre Darstellung erkennen läßt, haben Sie bis 4,80. Nadieschen p. Schock- Bd. 0,60-0,80. Salat, p. Schock 1,50-1,75. Instanzen erkannten Vorwürfen sich beleidigt teinen Anspruch über den 1. Oftober hinaus, da ausdrücklich zur Probe Bohnen, grüne, per 100 Pfund 6-16. Wachsbohnen 10-20. Schoten per fühlen konnte, so sei der von ihm begangene Erzeß doch ein engagiert ist und zwei Monate noch nicht verstrichen sind. Kündigung. 100 Pfd. 20-25. Pfefferlinge pr. 100 Pfd. 15-20. Mohrrüben pr.100 ẞfd. 3-4. so grober, daß der Gerichtshof für die öffentliche Beleidigung auf Für alle Arbeiter besteht die Bestimmung, daß nach der Kündigung Teltower Rüben per 100 ẞfo. 10-12. Blumenkohl per Mandel 1-2,50. Wirsing 200 M., für die Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges ihnen eine angemessene Zeit zum Aussuchen einer neuen Stellung gegeben fohl per Schock 4,00-8,00. Rotkohl p. Schock 3,00-9,00. Weißkohl p. Schock 2,00 auf 400 M., zusammen also auf 600 m. Geldstrafe eventuell werden müsse. Die Anregung, bestimmte Zeiten im Gesez festzulegen, bis 5,00. Steinpilze p. 100 Bid. 30-40. Gurten, Berbster, Schod 0,00-0,00, 60 Tage Gefängnis erkannt hat. Wegen einer beleidigenden Aeuße- wurde abgelehnt. Es muß also von Fall zu Fall eine Vereinbarung mit do. Einlege-, Schock 1,50-2,00, do. Rothenbg. 1,50-3,00, do. Riegniger 2,00-4,00. rung des Angeklagten im Termin wurde dieser in eine Ordnungs- Entscheidung nachgesucht werden. Kohlrüben, Schock 3-5,50. Tomaten, hiesige dem Chef getroffen und, falls eine solche nicht zustande kommt, gerichtliche do. Einlege( Senj-) 6-18. 5. Epp. Bezw. ist Abkürzung für 100 Pfd. 3-6. Stürbis 2-4. Birnen, ital. per 100 Pfd. 0,00, hiesige 3-20, Tiroler strafe von 15 M. genommen. Hatte Dr. Leipziger es so nötig, beziehungsweise. M. N. 62. 1. Verjährung liegt nicht vor. 2. Sa. 20-35, böhmische 4-16, Rettig- 2,50-5. Alepfel, ungar., per 100 Bfd. 0,00, ital. über den Empfang der Schläge in dieser Weise öffentlich zu 3. Sie müssen zahlen. O.. 111. 1. Wenn Sie nur Inhaber des 0,00, biefige 2-9, Gravensteiner 6-20, Tiroler 15-24. Preißelbeeren quittieren? Wechsels sind, so haften Sie für seine Summe nicht. 2. Der Aussteller und 0,00, schwedische 19-22. Blaubeeren per 100 Pfd. 12-13. Pflaumen, ital. Akzeptant haftet Ihnen..D. 100. Der Pflichtteil besteht in der runde dunkle per 100 Pfd. 0,00, ungarische 0,00, hiesige 3-6, Hälfte der gesetzlichen Portion. Wäre kein Testament vorhanden, so würde, Reineclauden 0,00, Serben 10-13, Badenser 0,00, Böhmische 2-5. soweit ersichtlich, die Mutter 14 des Nachlasses und jedes der fünf Kinder Zitronen, Messina 300 Stüd 20,00-35,00, 360 Stück 18,00-24,00, Mithin beträgt der Pflichtteil/ 40 des Nachlasses 200 Stüd 0,00, 420 Stüd, flein 12,00-15,00. Pfirsiche, Werdersche 20 erben. der Mutter. Die anderen Fragen sind ohne Einsicht in das per 100 Pfd. 10-40, frz. 0,00, italienische Ia Stifte 3,00, do. IIa Siste 2,50, Testament und ohne mündliche Rücksprache nicht zu beantworten. bo. IIIa Stifte 0,00, do. in störben per 100 Bfd. 20-40. Kinderheim 100. Wenden Sie sich an eins der Kinderhorte. Im Nordoften für Senaben: Christburgerstr. 18; für Mädchen: Seibelstr. 32, Christ Witterungsübersicht vom 15. September 1906, morgens 8 Uhr. burgerstr. 18, Friedenstr. 37, Höchstestr. 4. 567. Ja. E. B. Nein. Staatsgefährliche polnische Phonographen. 759 SSW ២៨ Better Stationen 2bedeckt 12 Wetter 2 wolfenl 1 bedeckt Temp. n. T. o Do 18435 Nach aufreizenden Phonographen- Platten und-Walzen fahndete Anfang des vorigen Jahres die Polizeibehörde. Es handelte sich um folche Platten und Walzen, aus deren mechanischem Munde auf reizende polnische Lieder ertönten, die nach Ansicht des Polizeipräsidenten in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten öffentlich anzureizen geeignet find. In mehreren Phonographenwalzenfabriken Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen wurden dann auch mehrere Walzen und Platten beschlagnahmt, die markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 73-78 pr. 100 Bid., Stationen Ha 67-72, IIIa 62-66, IVa 56-60. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, freiheitsdürstende polnische Lieder, wie„ Noch ist Polen nicht verloren" Ia 86-92, IIa 76-85, IIIa 66-75. Hammelfleisch Ia 77-82, IIa 67-76. usw. zum Vortrag zu bringen geeignet waren. Es knüpfte fich Schweinefleisch 68-75. Rehböde Ia per Pfd. 0,70-0,97, IIa 0,60-0,65. daran ein objektives, auf die Einziehung der Platten und Formen Rotwild Ia per Pfund 0,48-0,57, IIa 0,45. Damwild 0,45-0,50. minembe. 759 SSD gerichtetes Verfahren. Die 2. Straftammer des Land Wildschweine per Pfund 0,40. Frischlinge 0,50. Kaninchen per Stüd Hamburg 758 D gerichts I entschied f. 3. dahin, daß die Einziehung nicht aus 0,50-1,00. Wildenten Ia per Stüd 1,40-2,00, IIa 0,00. Rebhühner, junge Ia Berlin zusprechen sei, da an sich die Platten keine geeignete Grundlage zur 1,00-1,33, junge IIa 0,601,10, alte 0,60-0,88, junge fleine 0,30-0,90. Hühner, Frants.a.m. 760 SW Anwendung des§ 130 St.-G.-B. bildeten und nach§ 41 St.-G.-B. alte, per Stüd 1,60-2,90, alte, II a 1,00-1,50, junge, per Stück 0,60-1,75. München Tauben, junge, per Stüd 0,35-0,63, alte 0,27. Enten, junge, per Stüd Bien eine Unbrauchbarmachung von Platten und Formen nur auszusprechen 1,80-2,30, alte, per Stüd 0,00. Hamburger, junge, per Stüď 2,90. sei, wenn der Inhalt einer Schrift, Abbildung oder Gänse, Ia per Pfund 0,50-0,60, IIa 0,45-0,49, Ia per Stüd Darstellung strafbar ist und Phonographenplatten unter 3,00-4,00, IIa 1,00-2,90. Boulets per Stück 1,00-1,46, do. Klein 0,84. diese Begriffe nicht zu subsumieren seien. Das Reichsgericht Hechte per 100 Bfb. 83-108. Bander 0,00. Aland 74-76. Schleie 121-162. hat dies Urteil aufgehoben und, wie wir feinerzeit mitteilten, Bleie 60-61. Alale, groß 104-106, mittel 86-98, flein- mittel 0,00, unfort. 0,00. in längeren Ausführungen dargelegt, daß solche Platten und Walzen lögen, matt 0,00. Starpfen, unsortiert 0,00. Barfe 0,00. Bleifische 0,00. Wasserstand am 15. September. Ibe bei Aussig doch in dieselbe Kategorie fallen, wie die im§ 34 erwähnten Starauschen 81. Wels 0,00. Bunte Fische 37-76, matt 0,00. Amerikanischer Lachs I neuer per 100 Pfd. 110-130, do. II neuer 90-100, Dresden 1,80 Meter, bei Magdeburg+0,61 Meter. Unstrut bei Schriften, Abbildungen oder Darstellungen und daß derartige Platten, bo. III neuer 75. Sprotten, Stieler 0,75-1,50. Flundern, pomm. I, per Schock 9. Straußfurt Meter. Dder bei Statibor+ 2,86 Meter. pomm. II 2-3, Kieler Stiege Ia 4-6, do. mittel per mündung+ 3,23 Meter. Oder bei Brieg+3,26 Meter. wohl geeignet sein können, den Tatbestand des§ 130 zu erfüllen. Stifte 2-3, do. flein per Stifte 0,00. Büdlinge, per Wall Stieler 3-4, bei Breslau Unterpegel 1,22 Meter. 759 WNW 5 bedeckt 745 SSW 1tolfig 758 SSW 3 bedeckt 14 11 15 Haparanda 771 2 balb bb. 12 Petersburg 770D 2 bedeckt 14 Scilly 2 wolkig 12 Aberdeen 762 23 2 wolkig 13 Paris 761 23 1 bedeckt 11 Wetter- Prognose für Sonntag, den 16. September 1906. Zunächst etwas wärmer bei mäßigen südlichen Winden und zunehmender Bewölkung; nachher Regen und wieder etwas kühler. Berliner Wetterbureau. -Meter, bei Neiße Oder Reizende Einsegnungsgeschenke in grösster Auswahl zu bekannt billigen Preisen. Ring. 14kar. Mattgold, i.d.Mittelecht. Saphir und an den Gold. Broches in divers. Mustern Seiten je 1 echter von M. 4. an. Diamant M. 16.Goldene Anker Remont.- Herren- Uhr, mit 15 Rubis, elegantes Ziffer- M. 60 bis M. 350 Silberne Anker- Remontoir- Uhr, blatt, 3 Jahre Garantie Belmonte& Co. Leipziger Str. 35d Königstr. 46 Ecke Charlottenstrasse Ecke Hoher Steinweg. 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