Kr. 219. IfbonnemcntS'Rcdlngungen: Nionncments- PreiZ prünmnerimdo i M-rteljkhrl. Z.30 MI� monatl. l.lo Mü. wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Sinzeine Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt' lv Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post> ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für daS übrige Ausland S Mark pro Mona«. Postabonnements nehmen an: Belgien. Diinemart. Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, —'nien, Schweden und die Schweiz. 33. Jahrg. OHMst tiflllib anBtr dODlagt. * Vevlinev Volksblakk. Die TnfertlonS'GebQDr betrügt für die sechsgespaltene Kolonef. zeile oder deren Raum 50 Pfg. für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs.Anzeigcn 30 Pfg. „Kleine Plnreigen", daS erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf» slellcn-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm. Adresse: ,.Zox>aI Halle" ist der Genosse Felke ausgeschieden, um als zweiter Ärbeitersekretär nach Stuttgart zu gehen. In der Redaktion der Dortmunder„Arbeiter- Zeitung" findet demnächst ein Personenwechsel statt, da Genosse S t ü ck l e n mit Rücksicht auf seine parlamentarische Tätigkeit seine Stelle gekündigt hat. An Stelle Stücklens wird Genosse Haenisch wieder ,n die Redaktion der„Arbeiterzeitung" eintreten, die er vor- dem schon fünf Jahre leitete, bis er am 1. Oktober 1903 nach Leipzig übersiedelte. polizeilich es» gerichtliches ukvv. Vom Straftonto der Presse. Genosse Zander von der Frank- urter. B.o lks sti mm e" wurde zu 60 M. Geldstrase verurteilt, weil er in Nr. 103 der„Volksstimme" am 4. Mai ein Gedicht von Leon Holly, das die Konfiskation der Mainummer der.Breslauer Volkswacht" und die Verhaftung des Redakteurs zur Folge hatte, während der Dauer der Beschlagnahme abdruckte. Die Beschlag- nähme wurde später aufgehoben. Der Abdruck aber während der Dauer der Beschlagnahme war ein Bergehen gegen das Preßgesetz. " Ein bemerkenswerter Freispruch. In der Frankfurtery Zum Streit der Kohlenarbeiter stellen zur Lohnbewegung rüstet bezw. sich bereits in einer folgen. und weil die Kollegenschaft in der Provinz sich bereits in 25 Bahlbefindet, die am 1. Juli eingeführte Extrasteuer vorläufig beſtehen. Da die Sammlung innerhalb der Kollegenkreise durch Sammellisten feinen nenneswerten Beitrag erbrachte, ist die Erhebung der Extradadurch zugute kommt, daß die Lohnbewegungen damit betrieben steuer um so notwendiger. Da sie in nächster Zeit der Provinz auf weiteres allerorten von der Kollegenschaft willig und pünktlich geleistet werden. Volksstimme" vom 15. Mai stand ein Bericht:" Arme Kinder ist zu berichten, daß die Firma GIüdauf in Friedenau sich mit vor preußischen Richtern." Darin war erwähnt, daß die Beuthener der Organisation geeinigt hat und dem Verlangen der Arbeiter Strafkammer einen dreizehnjährigen Knaben und ein zwölfjähriges gerecht geworden ist. Auf Bahnhöfen außerhalb Berlins werden Mädchen, weil sie Steine auf die Gleise einer Straßenbahn gelegt Arbeitern 30 M., Vorarbeitern 33 M., in der Stadt 27 resp. 30 M. hatten, was eine Entgleisung zur Folge hatte, zu je einem Jahr Ge- Wochenlohn bezahlt. fängnis verurteilt habe. Im Anschluß hieran wurden Auslaffungen der bei zehnstündiger Arbeitszeit bewilligt. Ueberzeit wird mit 50 Pf., Für Plazarbeit wird 45 Pf. Stundenlohn drücklich als sehr richtig" bezeichnete. Wegen dieser Ausführungen, Aufenthaltsräume und Waschgelegenheit ist auch gesorgt. Die Arbeit in denen dem Beuthener Gericht und dem Vorwurf der Klassenjustiz und der Gedankenlosigkeit gemacht worden in Frage, und wie es heißt, will die Firma noch weitere Leute Staatsanwalt der wurde bereits aufgenommen; es fommen dort etwa 50-60 Mann sein soll, war Anklage gegen den Redakteur der„ Volksstimme", einstellen. Der Verband ist bemüht, weitere Firmen zum Nachgeben Die Brückenbauten, welche das Eisenwerk in Mühlheim a. Rh. Der Streit im Eisenwerk Kaiserslautern dauert unverändert fort Genossen Wilhelm Zander erhoben worden. In der Verhand- zu bewegen und erwartet auch baldige Erfolge. Das falte regne= lung am Mittwoch beantragte der Staatsanwalt einen Monat Ge- rische Wetter betrachten die Streifenden als guten Bundesgenossen und Mannheim- Nedar au aufführt, sind ebenfalls am Streik fängnis. Nach langer Beratung kam das Gericht zur Frei- in ihrem Kampfe. In ihrer Versammlung am Dienstagmorgen beteiligt. Es wird versucht, Arbeiter an diese Brückenbauten zu sprechung g. Der Artikel, den die" Boltsstimme" mit sehr richtig" kam ein eigenartiger Vorschlag zur Abstimmung. Es handelt sich locken, indem man ihnen erklärt, sie kämen zu einer bezeichnet habe, enthalte allerdings die Tendenz, daß Kinder besserer um eine große Kahnladung Kohlen am Urban- Hafen, die ein Fuhr- anderen Firma. Wir ersuchen hiermit, Zuzug nach obigen Klassen unter günstigeren Verhältnissen bei Gericht verurteilt werden. herr mit Hülfe der Streifenden löschen wollte zum Schaden der Drten streng fern zu halten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden Nicht erwiesen sei aber, daß der Artikelschreiber beabsichtigt habe, Firma Schiebel, die unter Strafe von 2700 M. dazu verpflichtet den Richtern bewußte Parteilichkeit vorzuwerfen. Verfasser wollte Der war, aber ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann. um Abdruck gebeten. nur fagen. fagen. jeder bestimmte Bildungsgrad Kahn liegt schon seit 14 Tagen im Hafen. Die Streitleitung sei der Anschauung unterworfen, die sein Stand mit sich bringe, und überließ es der Versammlung, selbst die Entscheidung darüber zu der Richter trete jedem anderen Stande unwillkürlich anders gegen- treffen. Den Arbeitern schien die Sache aber nicht ganz klar; über. Da auch sonst nicht das Bewußtsein der Beleidigung zu er- sie erklärten sich gegen alle derartigen Winkelzüge und lehnten blicken war, sei der Angeklagte freigesprochen worden. den Vorschlag einstimmig ab. Nach verschiedenen Berichten haben die Unternehmer mit den Arbeitswilligen viel Scherereien und können selbst dringende Aufträge oft nicht erledigen. Firma A. B. Koch, die Arbeitswillige durch Vermittler sucht, aussperrung findet nicht statt. Da die Unternehmer bedeutende wurde gewarnt. Vor dem Kohlenplatz der Firma Pauli kündigt Bugeständnisse machten, beschlossen die Glaser, Bauklempner und ein großes Plakat an, daß Arbeiter gesucht werden; darin sehen die Dachdecker die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Unternehmer zogen auskommen konnte, sondern nach seinem alten Arbeiterstamm verStreifenden ein Zeichen, daß Pauli mit den Arbeitswilligen nicht darauf ihren Aussperrungsbeschluß zurück. langt. Die Streifenden sind nach wie vor fest entschlossen, auszuharren, bis ihre gerechten Forderungen berücksichtigt werden. Die Frankfurter Richter haben erfreuliche Objektivität bewiesen. Leider sind sie nur weiße Raben, wie die harten Ürteile zeigen, die in letter Zeit wider andere Parteiblätter wegen ähnlicher Ausführungen ergingen. Der Vor der Der allzu empfindliche Reichsverband zur Verleumdung der Sozialdemokratie. Unser Banter Parteiblatt, das„ Norddeutsche Boltsblatt", teilt mit, daß die Staatsanwaltschaft zu Oldenburg in ber Straffache wegen Beleidigung des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie das Verfahren zum Teil wegen mangelnden Tatbestandes, zum Teil wegen mangelnden öffentlichen Interesses" eingestellt hat. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins! Die im ZentralUnser Bruderblatt bemerkt dazu:" Wie den Lesern verband der Handels- und Transportarbeiter organisierten Fahrer, noch bekannt sein dürfte, hatte das Haupt des Reichsverbandes zur Mitfahrer und Reservefahrer der Berliner Weißbierbrauereien Abwürgung der Sozialdemokratie, General 3. D. Liebert, für fich haben in ihrer Versammlung am 16. September beschlossen, eine und feine Beamten Klage eingereicht, weil sie sich durch den Leit- Legitimationstarte einzuführen. Dieſelbe ist von brauner artikel:" Deutsche Pogromisten" in Nr. 169 des„ Nordd. Volts- Farbe und hat nur Gültigkeit, wenn sie allmonatlich abblattes" vor den Bauch gestoßen glaubten. Durch die Unhöflichkeit gestempelt ist. Wir ersuchen das konsumierende Publikum, be der Staatsanwaltschaft in Oldenburg Herrn Liebert gegenüber fonders auch die freien Gast- und Schankwirte, darauf kommen wir nun um ein Vergnügen und der Reichsverbandsleiter achten zu wollen, daß diejenigen Fahrer usw., welche ihnen das um seine Rechtfertigung". Geteilter Schmerz ist halber Schmerz." Bier zuführen, auch im Besiz genannter Karte sind. " Gewerkschaftliches. Die Die Branchenleitung. Deutscher Metallarbeiter Verband. A Verwaltung Kaiserslautern. Keine Generalaussperrung in Köln. Ein Privattelegramm meldet uns: Köln, 18. September. Die angekündigte Bauarbeiter- GeneralDer Streit der Kohlenarbeiter in Königsberg dauert fort. Am Montag früh 6 Uhr fand im Felsenkrug eine Versammlung der alle zur Kontrolle rechtzeitig gemeldet. Bis zur Stunde ist noch Ausständigen statt und da konnte bekannt gemacht werden, daß sich nicht e in Arbeiter, der in den Streit trat, arbeitswillig geworden. Neue Verhandlungen sind bisher von feiner Seite angebahnt worden, jedoch steht zu erwarten, daß es im Laufe dieser Woche dazu kommt. Abgeblikt. der Ziegelei in Oberdorf im Allgäu nicht nur veranlaßt, den Der Haß gegen die Arbeiterorganisation hat die Direktion Vorsitzenden der organisierten nichtgewerblichen Arbeiter in der ganzen Stadt brotlos zu machen man ging auch zu dem Hausbesizer und bot ihm eine beliebige Entschädigung, wenn dieser den Heber" aufs Pflaster setze. Der Hausbesizer aber, ein Mann von Ehre, hörte den Herrn ruhig an und warf dann nicht den„ Hezer", hinaus. sondern den Abgesandten der Direktion zum Haus Der Schauplatz einer Revolver- Affäre J. A.: C. Knöner, Engelufer 15, Zimmer 14. Die in der Holzindustrie beschäftigten Hausdiener versammelten Wir Arbeitswilligen können einen totschlagen!" sich am Montagabend im Englischen Garten, vom Transportarbeiter verband zufammengerufen. Beim gegenwärtigen Maurerstreit in Augsburg spielt fation zuzuführen, denn im Holzarbeiterverbande hatte man Es galt, diese Arbeiter der Organider Maurer Benedikt Trieb den Verräter an seinen erfahren müssen, daß die Hausdiener in den Betrieben Mitarbeitern. Als roher und gemeingefährlicher Mensch, der der Holzindustrie gelegentlich zu Streifbrecherdiensten heranschon in den Gefängnissen saß, bekannt, gilt er aber jetzt doch gezogen wurden. Bernhard vom Zentralverband der als äußerst wichtige und nüzliche Staatsstüge und wird als Handels- und Transportarbeiter referierte über das Thema: solche mit allen Ehren behandelt. Nicht zu verwundern ist Dasein". Organisation als beste Waffe im Kampfe ums war gestern abend 7 Uhr das Haus Zionskirchstraße 50. Dort deshalb eine Aeußerung dieses moralisch defekten Menschen: Organisation für den Arbeiter, den Nutzen und die Bedeutung eß durch einen Revolverschuß getötet. Wir erfahren hierüber Er erklärte den Anwesenden die Notwendigkeit der wurde der Portier Wilhelm Ramin von dem Zuhälter& mil Wer mich nur schief anschaut, der wird zu- derselben und forderte sie auf, soweit sie nicht schon Mitglieder folgendes: Heß, ein Mann von 50 Jahren, wohnte mit einer Prosammengeschossen wie ein Hund!" seien, dem Verbande beizutreten. Er nannte es eine Ehrensache für Einige Tage nach dieser Aeußerung brach er in seinem Wohn- ieden Arbeiter, feinen Mitarbeiter bei einem Streit zu unterſtügen, ftituierten im Keller des bezeichneten Hauses und war schon seit hause mit einer alten Frau einen Streit vom Zaune und drohte auf keinen Fall aber die Schande auf sich zu laden und Streitarbeit längerer Zeit mit Ramin, der im ersten Stod mit seiner Familie ihr mit Umbringen. Abends von dem erwachsenen Sohne der zu verrichten. Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen eine Wohnung inne hatte, verfeindet. Der Zuhälter hatte schon alten Frau ob seines Benehmens zur Rede gestellt, schrie der einer Organisation gute Früchte tragen wird, umfomehr als eine Nacht auf dem Hofe des Grundstücks zwei Revolverschüsse ab des Redners einverstanden. Man erwartet, daß dieser erste Versuch wiederholt Hausbewohner bedroht und auch noch in der vorletzten Streifbrecher den Mann an: Was willst denn Du, Blut- Regelung der Arbeitsverhältnisse unter den Hausdienern der Holz- gegeben. Infolgedessen wandte sich gestern mittag der Haushund!", streckte ihn mit einem Fußtritt auf den industrie notwendig geworden ist, wie auch vom Referenten betont verwalter an das zuständige Polizeirebier mit dem Ersuchen, den Unterleib zu Boden und rannte dem Wehr- wurde. losen dann ein im Griffe feststehendes Messer gemeingefährlichen Menschen zu verhaften. Es wurde ihm jedoch zweimal in den Kopf und einmal in den das Vereinigungsbestreben ihrer Arbeiter ein Dorm im Auge. Nicht vorliege, weil eß noch kein unheil angerichtet Den Inhabern der Firma Mag Tack in Straußberg ist erwidert, daß zu einer Verhaftung kein Grund im offenen Kampfe wagt diese Firma ihren organisierten Arbeitern habe. Als nun gestern gegen Abend ein Fremder auf dem Hofe entgegenzutreten, weil sie in ihren eigenen Verkaufsgeschäften in erschien, um bei dem dort wohnenden Fuhrmann Schmidt ErBerlin wie anderen Städten auf Arbeiterfundschaft angewiesen ist. tundigungen über einen Möbeltransport einzuziehen, wurde er Sie versucht deshalb auf diplomatischen Umwegen zu ihrem Ziele von dem Zuhälter in gröblicher Weise belästigt. Der hierbei entzu gelangen. Die Maske der Arbeiterfreundlichkeit vortäuschend, schenkte der neue Chef bei seinem Antritt 3000 M., um einen Unter- stehende Lärm lockte auch den Portier an das Fenster, dem von ftüßungsverein in feiner Fabrik ins Leben zu rufen. Der öffent- Heß zugerufen wurde:" Wenn ich Dich talt machen soll, so komm Schwarze Liften gegen Treppengeländerarbeiter. lichen Agitation in Straußberg selbst war es möglich, die Gründung herunter!" Unvorsichtigerweise tam auch Ramin herunter, ja er dieses Arbeitswilligenvereins im Frühjahr zu verhindern. Damals ergriff sogar eine Futtertiepe und warf sie die Kellertreppe hinIn der am Montag abgehaltenen Versammlung der in der wich die Firma der öffentlichen Meinung gegenüber zurüd, ein- unter, weil sich der Zuhälter in den Keller zurückgezogen hatte. Treppengeländerbranche beschäftigten Arbeiter führte der Referent gedent dessen, daß sie auf Arbeitertundschaft angewiesen ist. Doch Jm selben Augenblic trachte ein Schuß und der Portier fant, Pattloch eine Reihe von Fällen an, aus denen sich ergibt, daß der Plan war gefaßt und die schlechte Konjunktur im Hochsommer in die Brust getroffen, bewußtlos nieder. Er wurde zwar sofort die Treppengeländerfabrikanten schwarze Listen führen, um schien geeignet, die Sache durchzuführen. Die Firmeninhaber selbst auf einem Möbelwagen nach der Unfallstation in der KastanienArbeiter, die sich aus irgend welchen Gründen„ mißliebig" gemacht reisten ins Bad, und dem Vater, Herrn Conrad Tack in Burg, wurde Allee gebracht, doch verstarb er dort bei seiner Einlieferung. Der haben, nicht zu beschäftigen. Es ist öfter vorgekommen, daß diese Aufgabe überwiesen. Die Befähigung zu einem solchen Amte Fabrikanten Arbeitsuchende zurückwiesen, und zwar aus keinem hat der Herr in seiner eigenen Fabrit in Burg bei Magdeburg Erschossene hinterläßt Frau und zwei Kinder. Der Täter wurde anderen Grunde, als dem, daß die betreffenden Arbeiter irgendwie nach dem verlorenen Kampfe 1894 erbracht, indem er das Koalitions- bald darauf in seiner Kellerwohnung festgenommen. Er hat sich gekennzeichnet waren. Zwar wurde das den Arbeitern meistens recht seiner Arbeiter auf dieselbe Weise erdrosselte. Obgleich eine bereits einmal in der Jrrenanstalt Dalldorf befunden. nicht direkt gesagt, aber sie fonnten doch aus den Umständen Fabrikkonferenz sich gegen die Gründung dieses Arbeitswilligenschließen, daß eine schwarze Liste vorhanden ist und auch von den vereins wendete, wurde in einer in der Fabrit selbst veranstalteten Fabrikanten streng beachtet wird. Diese Annahme wurde zur Ge- Konferenz die Gründung beschlossen. In dieser Konferenz wurde Unterleib. Der Schwerverlegte, ein Strüppel, der niemanden etwas zu Leide tun kann, liegt zwischen Tod und Leben darnieder. Der Unmensch aber wurde nach kurzem Polizeigewahrsam auf freien Fuß gesezt! Berlin und Umgegend. wißheit, als ein Fabrikant naiv genug war, einem Arbeitsuchenden Gegnern das Wort nicht gestattet. Go fam bieſer Arbeitswilligen Letzte Nachrichten und Depefchen. 20 000 Heftar Wald zerstört. Requirierung von Munition. zu sagen:" Was haben Sie denn ausgefressen, Sie stehen ja verein unter dem Mißbrauch der wirtschaftlichen auf der schwarzen List e." Natürlich war sich der Arbeiter des Kapitals zustande. Noch sind etliche in der Fabrik, die diesem nicht bewußt, irgend etwas ausgefressen" zu haben. Das aber Drucke widerstanden. Einer dieser Arbeiter wurde vergangene wußte er, daß er an seiner früheren Arbeitsstätte als Ver- Woche nach zweijähriger Tätigkeit bei der Firma Tack entlassen, Cannes, 18. September.( B. H.) Große Waldbrände sind in trauensmann auf die stritte Innehaltung des selbstverständlich nur wegen Arbeitsmangel". Die Firma Tad der Nähe von Gallas ausgebrochen. In einigen Stunden breitete Tarifvertrages geachtet hatte. Aus diesem Grunde ist also darf von der Berliner Arbeiterschaft nicht erwarten, daß sie diese sich das Feuer auf eine Strede von 50 Kilometer aus. Ueber 20 000 der Betreffende, gleich einer Anzahl anderer Kollegen, auf die diplomatische Unterminierungsarbeit des Koalitionsrechtes bei Heftar Waldungen sind zerstört. Die Einwohner mußten die Ort schwarze Liste gekommen und von den Fabrikanten geachtet worden. einer Firma, welche auf Arbeitertundschaft angewiesen ist, ruhig schaften in aller Gile räumen und ihre Habseligkeiten im Stich Die Arbeiter haben nun alle derartigen Fälle der Schlichtungs- hinnehmen wird. laffen. Feuerwehr und Militär bekämpfen das Feuer. fommission vorgetragen. Als die Kommission darüber verhandelte, bestritten die Fabrikanten zwar, daß sie schwarze Listen führen, aber nachdem die Arbeiter ihre Beweise angeführt hatten, wurde auf seiten der Fabrikanten zugegeben, daß sie sich gegenseitig die Namen von Arbeitern, welche sich renitent benommen" hatten, mitgeteilt hatten. Obermeister Rahardt als Vorsitzender der Schlichtungsfommission gab schließlich den Herren die Weisung, daß schwarze Listen nicht geführt werden dürfen, solange der Tarif vertrag besteht. Die Versammlung der Treppengeländerarbeiter nahm zu dieser Angelegenheit folgende Resolution an: " Die Versammelten nehmen mit Entrüstung Kenntnis daoon, daß die Fabrikanten der Treppengeländerbranche, entgegen den Bestimmungen des Vertrages, in einer Reihe von Fällen Kollegen, welche nichts weiter getan haben, als den im Vertrage garantierten Lohn zu verlangen, gemaßregelt und eine schwarze Liste solcher Kollegen eingeführt haben. Die Versammlung steht auf dem Standpunkt, daß, wenn seitens der Arbeitgeber weiter solche Vertragsbrüche begangen werden, mit aller Entschiedenheit dagegen Stellung genommen werden muß." und Explosivstoffen geraubt. Hierauf seien sie mit drei Mann der Wache geflohen. Wie verlautet, sollen sie nach Bibi- Ejbat geflüftet sein. Die übrigen Wachmannschaften wurden verhaftet. Die Angestellten der Paketfahrtgesellschaft haben viel zu flagen über die Behandlung, der sie ausgesetzt sind. Niemand darf in den Petersburg, 18. September.( B. H.) Aus Baku meldet die Geruch kommen, daß er etwa den Transportarbeiterverband be- Kaspi", daß am 10. d. M. um 4 Uhr nachmittags von dem dorgünstigt. Beim Antritt der Stellung muß der Arbeiter einen tigen Pulverturm, welcher in einiger Entfernung sich auf einer Dienstvertrag unterzeichnen, der viel von Pflichten, nichts von Insel befindet, drei Signale gegeben wurden, indem Raketen aufRechten der Angestellten enthält; ein Exemplar des unterschriebenen stiegen. Kosaten und Infanterie, welche sofort dorthin geschickt Vertrages wird dem Arbeiter nicht ausgehändigt. An" Strafen" wurden, erfuhren folgendes: Um 3 Uhr nachmittags hätten unund Ansprüchen der Firma auf Schadenersab" fehlt es nicht. Die bekannte Täter, die mit einem von der Wachmannschaft im EinFirma ist gesichert durch die gestellte Kaution des Arbeiters( oft- verständnis waren, die ganze, 14 Mann zählende Wachmannschaft mals ein Sparkassenbuch). Diese Kaution muß als Deckung dienen entwaffnet und aus den Kellern große Mengen von Pulver, Munition für alle möglichen Fälle von angerichteten Schäden, und das macht besonders viel böses Blut unter den Arbeitern, die sich oft benachteiligt fühlen. Groß ist die Sorge der Firma Starke u. Co. vor einem neuen Streit. Dem soll vorgebeugt werden und darum legt man jetzt den Arbeitern einen Revers zur Unterzeichnung vor, durch welchen sie sich damit einverstanden erklären, daß sie nicht dem Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter angehören dürfen und daß sie bei dem Versuch in einen Streit zu treten, 50 Mart Strafe ber wirkt haben, die ihnen von der Kaution abgezogen werden kann. Bei solchen Maßnahmen muß es schließlich jedem Arbeiter klar werden, daß sein einziger Schutz gerade in der Organisation liegt, die so bitter befehdet wird und vor welcher der Arbeiter so einda Mitglieder werben und finden, wo man ihn als Teufel an die dringlich gewarnt wird. Trotz aller Verbote wird der Verband auch Wand malt. Deutfches Reich. Während eines Sturmes gestrandet. London, 18. September.( W. T. B.) Ein Telegramm, das " Lloyds Agency" aus Hongkong über Unfälle deutscher Dampfer meldet: Dampfer Johann( es?) wurde, um Sinken zu verhindern, während des Taifuns in den chinesischen Gewässern erhalten hat, auf Sand gesetzt; Dampfer Apenrade, der sich in sinkendem Zustande befand, gab Signale und lief auf. Prinz Waldemar erlitt Beschädigungen, über deren Umfang noch nichts bekannt ist. Dampfer leben vernichtet. Eine Depesche aus New York meldet, daß durch Petrarch ist gestrandet, ebenso Dampfer Emma Luyken. Das Unwetter hat außerdem noch eine große Anzahl Menschenden Taifun etwa hundert Menschen ums Leben gekommen seien und ungeheurer Schaden angerichtet worden sei. Die Lage des Drechslerstreiks ist nach den Berichten, welche am Dienstag bei der Streitleitung eingegangen find, folgende: Aufs Zahl der Betriebe, welche bis jetzt bewilligt haben, 55 und die Zahl neue bewilligt haben acht Betriebe mit 23 Arbeitern, so daß die der zu den neuen Bedingungen beschäftigten Arbeiter 170 beträgt. Im Streif befinden sich noch 35 Werkstellen mit 129 Arbeitern. Die Forderungen sind also in der Mehrzahl der Betriebe durchgesetzt. In den übrigen Betrieben schweben zum Teil noch Unter- Opfer des letzten Buchbinderstreiks. Obwohl seit der Beilegung handlungen, die einen befriedigenden Ausgang erwarten lassen. des Streits bereits zwei Monate vergangen find, befinden sich noch Voraussichtlich werden auch mit der Vereinigung der Drechsler- 284 Personen, darunter 113 weibliche außerhalb der Betriebe. meister noch im Laufe dieser Woche Verhandlungen stattfinden. Der Diese werden selbstverständlich vom Deutschen Buchbinderverband New York, 18. September.( W. T. B.) Bei Dover, im Terribisherige Verlauf der Lohnbewegung kann nach alledem als ein unterstüßt. Das sind außerordentliche Ausgaben der Verbandskaffe, torium Oklahoma, stürzte heute ein Zug der Rock- Island- Bahn zum günstiger angesehen werden. die ohnehin durch die lange Dauer des Streifs und die hohe Zahl Teil in den Cimarron- Fluß. Nach den vorliegenden Meldungen der Streifenden tüchtig mitgenommen wurde. Es bleibt deshalb, sollen dabei über hundert Personen ertrunken sein. Ein schweres Eisenbahnunglück. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 218. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Breslauer Polizeischlacht vor Gericht. ( Telegraphischer Bericht. Unber. Nachdr. verb.) Gegen ihn hat der Breslauer Polizeipräsident Dr. Biento Strafantrag wegen Beleidigung der Breslauer Polizei gestellt, weil er auf dem Striegauer Platz gesagt haben soll:„ Die Schuhleute sind heute wohl al le verrückt." Der Junge bestreitet eine solche Aeußerung. Am Nachmittag wurde die Vernehmung der Angeklagten zu Ende geführt. Hervorzuheben wäre noch, daß 12 Angeklagte Verlegungen auf dem Striegauer Platz davongetragen haben. Hierauf begann die Zeugenvernehmung. Hg. Breslau, 18. September. Unter großem Andrang des Publikums, das zu seinem überwiegenden Teile aus Arbeitern besteht, begann heute früh im großen Schwurgerichtssaale die Verhandlung. Den Vorsitz in der Straffammer führt Landgerichtsdirektor Billing, als Referent fungiert Landrichter Flend, die öffentliche Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Dr. Hensel. Die Angeklagten werden, soweit sie im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert sind, von Erster Belastungszeuge ist der Arbeitswillige Niederden Rechtsanwälten Justizrat Mamroth, Simon und gefäß. Ihm soll der Angeklagte köpde an die Bade gespuckt Justizrat Hein verteidigt, die Mitglieder der Hirsch- Dunckerschen haben. Köp de bestreitet das entschieden. Das Verfahren gegen Gewerkvereine von deren Syndikus Weizmann. Die Plazierung ihn wird auf Gerichtsbeschluß vertagt, weil über sein Verhalten der zahlreichen Angeklagten bot nicht geringe Schwierigkeiten. Da neue Zeugen vernommen werden sollen. Vors.: Zeuge, haben Anklagebank und Geschworenenbank nicht genug Platz boten, hat Sie Strafantrag gestellt? 3euge: Nein!- Vors.: Wollen man die vordersten Reihen des schon ohnedies nicht geräumigen Sie, daß Köpce wegen seines Benehmens gegen Sie bestraft wird? Zuhörerraumes als Anklagebant genommen. Zeuge: Nein! Um jedoch eine VerVors.: Warum denn nicht? ständigung der Angeklagten mit ihren als Zuhörern anwesenden Arbeitskollegen zu verhindern, ist zwischen der letzten Reihe der provisorischen Anklagebant und der ersten Zuhörerreihe noch ein Zwischenraum freigemacht worden. Er hat ja Frau und Kinder. Zeuge: Das weitere Zeugenverhör wird auf morgen vertagt. Den Verhandlungen wohnte im Auftrage des Breslauer Polizeipräsidenten Polizeiinspektor Finger bei. Soziales. Mittwoch, 19. September 1906. der Gelder für diese Beschickung zu den aufgewendeten Beträgen als angemessen erscheinen laffen." Es sei ferner an die Entscheidung der bayerischen Re. gierungskammer des Innern zu Speyer vom 1. April 1905 erinnert, in der es wörtlich heißt: ,, Es besteht keine Erinnerung dagegen, wenn durch Beschluß der Generalversammlung die Kosten von 101,40 M., welche durch Entsendung von Abgeordneten zu der in München stattgehabten Jahresversammlung des Zentralverbandes von Ortskrankenkassen Deutschlands sowie zu dem 4. pfälzischen Krankenkassentag in Neustadt a. H. erwachsen sind, auf die Ortskrankenkasse zu Zweibrücken übernommen werden." Auch das Oberlandesgericht in Hamburg hat, wie wir am 13. März im Anschluß an den Bericht über die Jahresversammlung der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrantheiten hervorhoben, unter dem 28. November 1904 die zulässig. keit der Verwendung solcher Ausgaben anerkannt. Selbst wenn man aber der völlig verkehrten Anschauung des Magistrats beitreten wollte, daß Kassen nicht berechtigt seien, wozu sie nach verständiger Ansicht verpflichtet sind, wichtige Kongresse zu beschicken, würde doch eine Klage seitens einer Verwaltung zu unterlassen sein, die noch einen Rest von Achtung für Selbstver waltung sich bewahrt hat. Ein klarerer Schuß der Krankenkassen gegen Eingriffe in ihre Rechte ist dringend erforderlich. 18 Jahre lang Kampf um eine Unfallrente. Jm März 1888 zog sich der damals 29 jährige Zimmerer Wilh. Glagow in Schöneberg beim Abladen von Mastbäumen im Lustgarten in Berlin zu einem schon vorhandenen linksder Krankenkassen. rechtsseitigen Leistenbruch zu. Im April darauf erfolgte Den Magistrat von Berlin scheint der Ruhm verschiedener dann in der Charité eine Operation des linken Bruches. Aufsichtsbehörden nicht schlafen zu lassen, den diese sich in, freilich verklagte Nordöstliche Baugewerks Berufswvies durch Bescheid bont 29. Mai SchiedsgerichtsDie = Ursprünglich wurde wegen Aufruhrs und Landfriedensbruchs gegen nahe an 150 Arbeiter die Vorunterfuchung eingeleitet, die der aus dem Zanderprozeß bekannte Untersuchungsrichter Firle führte. Gegen 95 Beschuldigte mußte aber die Anklage sehr bald gänzlich fallen gelassen werden, weil sich Der Magistrat von Berlin im Kampf gegen die Selbstverwaltung feitigen Leistenschaden unter weiterer Verlegung desselben einen ihre Beteiligung an Ausschreitungen nicht erweisen ließ, und wegen der genannten schweren Delifte ist sie überhaupt nur gegen den Kaiserdelegierten" Hirsch aufrecht erhalten worden, der sich in der nächsten Schwurgerichtsperiode vor den Geschworenen zu verantworten haben wird. Hirsch war bekanntlich der Sprecher der Arbeiterdeputation, die dem Kaiser bei seiner vorlegten Anwesenheit in Breslau vorgestellt wurde und an die er eine viel beachtete und oft zitierte Ansprache hielt. Gegen die 48 Angeklagten, über die heut verhandelt wird, geht die Anklage auf Widerstand gegen die Staatsgewalt, Auflauf, öffentliche Beleidigung, Nötigung und Vergehen gegen den§ 153 der Gewerbeordnung. Unter den vorgeladenen Belastungszeugen befindet sich der Polizeihauptmann Roll, der am 19. April die Breslauer Schußmannschaft befehligte, viele Schußleute und zahlreiche Arbeitswillige. Beim Aufruf der Angeklagten, unter denen sich auch zwei Frauen und zwei Minderjährige befinden, stellt sich heraus, daß zwei der Angeklagten fehlen. Es soll eventuell ihre Vorführung angeordnet werden. Zur Aufrechterhaltung der Ord nung und zur Beobachtung der Angeklagten ist ein Schußmannsaufgebot " vergeblichem Kampfe gegen die Selbstverwaltung der Krantentassen genossenschaft 1888 jeine Ansprüche ab. Durch erworben haben. Der Magistrat hat gegen 18 Vorstandsmitglieder der Berliner Ortstrantentasse der Kaufleute, Handelsleute und entscheidung vom 14. Juli 1888 erhielt der Verletzte die volle Apotheker Klage auf Rüderstattung von Beiträgen angestrengt, ente zugesprochen. Sie wurde aber dann von der Genossenschaft die durch Delegationen zu dem vorbereitenden Ausschuß zum all- nach Lieferung eines passenden Bruchbandes auf 20 Prozent gemeinen deutschen Wohnungskongres in Frankfurt a. M., zu der bera b gefeßt, auf eingelegte Berufung vom Schiedsgericht durch Jahresversammlung des Zentralverbandes von Ortskrankenkassen Urteil vom 20. Oktober 1888 aber auf 40 Prozent festgesetzt im Deutschen Reich, die im August 1905 in Dresden tagte, sowie wurde, zahlbar vom 4. August 1888 bis auf weiteres". Auf Grund eines Gutachtens des Dr. Golebiewski vom zu dem Anfangs Oktober 1905 in Paris abgehaltenen internationalen Tuberkulosetongreß entstanden sind. Der Termin steht am 3. Ot- 14. Januar 1889, in welchem von einer wesentlichen Besserung" Obie tober vor der Ziviltammer des hiesigen Landgerichts an. Die Klage die Rede ist, wurde daraufhin seitens der Genossenschaft am stützt sich auf eine besonders engbrüstige Auslegung des§ 29 des 2. März 1889 die Entschädigung auf 20 Proz. der Vollrente Krantenversicherungsgesetzes. Der Kommissar für die Orts- und herabgefeßt. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde durch Betriebskrankenkassen, Fridel, hat am 16. Dezember 1903 unter Urteil vom 25. Mai 1889 vom Schiedsgericht zurückgewiesen. Hinweis auf Erlasse des Handelsministers vom 24. März 1895 und Die Leidensgeschichte des im Dienste des Kapitals zum Krüppel 14. Oftober 1903 den Orts-, Betriebs- und Innungskrankentassen gewordenen und um seine Rechte tämpfenden Zimmerers nahm die Inanspruchnahme von Kassengeldern für die Kosten von Kon- bolle siebzehn Jahre hindurch nach dem ersten von 1 Wachtmeister und 5 Soubleuten im Gerichtssaal anwesend. Leute, Handelsleute und Apotheker hat trotzdem dem Gesetz ent- hervor. Wer da weiß, welchen Untersuchungen ein Unfallverlegter greffen untersagt. Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Kauf- Unfallsjahre ihren Fortgang. Wir heben nur einige Punkte Hinter dem Richtertisch hat Oberlandesgerichtspräsident Dr. sprechend im Interesse des Zweckes der Kasse und seiner Mit- sich aussetzen muß, vermag den nicht durch neue Bescheide und Vierhaus und Landgerichtspräsident v. Staff Blab geglieder nommen. Die Prozeßatten haben einen so gewaltigen Um- 17. Juli 1905 und vom 30. August 1905 die Bewilligung von Kassenin den Vorstandssitzungen vom 30. November 1903, bom Urteile belegten Belästigungen und Entbehrungen nachzufühlen. Auf erneute Anträge Gl.s um Erhöhung wegen Verschlimmerung fang, daß zu ihrer Unterbringung auf dem Plaz neben dem Vor- mitteln zur Teilnahme an den Kongressen beschlossen. Es handelt seines Leidens hatte unterm 12. Oktober 1891 der oben genannte fibenden ein Schrank mit 29 Fächern aufgestellt werden mußte. sich um insgesamt 526,75 M.; der Jahresetat der Kasse beträgt Dr. Golebieski begutachtet, daß eine wesentliche" Veränderung Die Feststellung der Personalien der Angeklagten nimmt geraume 3 bis 4 Millionen Mart. Der Magistrat hatte zunächst den des Invaliditätsgrades nicht eingetreten sei. Zeit in Anspruch; nur die wenigsten sind vorbestraft, die meisten Vorstand zur Rückzahlung aufgefordert, und als dieser dies feinem schweren Zimmermannsberuf nach, und nur seiner fräftigen AnZehn Jahre hindurch vom leztgenannten Datum ab ging Gl. sinnen zurückwies, der Generalversammlung aufgegeben, die Vorstandsmitglieder event. im Klagewege in An- Körperlonstitution dürfte es zuzuschreiben sein, daß das Leidenspruch zu nehmen. Die Generalversammlung hat unterbrochen von häufigen, damit gewiß in Verbindung stehenden jedoch am 30. April 1906 abgelehnt, einen anderen Krankheitserscheinungen, die ihn oft zum zeitweiligen AusProzeß gegen die Vorstandsmitglieder anzu- feßen der Arbeit veranlaßten sich nicht zur völligen ErwerbsAuf weiteren Antrag Gls mit der strengen, vielmehr das Vorgehen der Vorstandsmitglieder vollumfähigkeit verschlimmerte. tommen gebilligt. Motivierung, daß er in feinem Berufe schwere Arbeiten Der Magistrat glaubt auf Grund des§ 45 Abs. 5 zur An- überhaupt nicht mehr verrichten könne, zurzeit auch nur mit strengung seiner Klage berechtigt zu sein. Der§ 45 Abs. 5 sogenannten Scharwerksarbeiten bei abwechselndem Verdienste bebestimmt: schäftigt sei, hatte das Schiesgericht in seinem Urteil vom „ Solange der Vorstand oder die Generalversammlung nicht 6. Februar 1902, gestützt auf ein Gutachten des Kreisarztes zustande kommt oder die Organe der Kasse die Erfüllung ihrer Dr. Köhler, wiederum eine Erhöhung der Rente abgewiesen. gesetzlichen oder statutenmäßigen Obliegenheiten verweigern, tann Nach dem Befunde des genannten Gutachters, leidet Gl. an einem die Aufsichtsbehörde die Befugnisse und Obliegenheiten der Kassen- doppelseitigen Leistenbruche, und zwar an einem fleinen, noch nicht organe selbst oder durch von ihr zu bestellende Vertreter auf einmal vollständig ausgebildeten rechterseits, während der linke, von Kosten der Kasse wahrnehmen." der Größe einer träftigen Mannes faust, tief in den Hodensack hinabreicht.... Dieser Bruch wird auch zurzeit und int 3 ukunft ebenso wenig wie früher durch ein Bruchband paffendes zurückgehalten werden fönnen, doch ist eine Verschlimmerung nicht sobald zu Reichsver= noch unbescholten. Die Vernehmung der Angeklagten beginnt bei dem Angeklagten Michael Adam, der Mitglied des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins ist. Vos.: Also Sie haben die Arbeit damals auch niedergelegt? Angeti.( zögernd): Wir mußten ja. Vert. Justizrat e in: Es handelte sich ja um teine Arbeitsniederlegung, sondern um eine Aussperrung. Vors.: Also man hat von Ihnen verlangt, daß Sie höheren Lohn beanspruchen sollten?( Heiterfeit bei den Angeklagten und Zuhörern.) Angefl.: Nein, im Gegenteil. Vor f.: Weswegen wurden Sie denn ausgesperrt? Angefl.: Das weiß ich ja felbst nicht. Ich bin ja nur im Gewerkverein. Vors.: Nun, vielleicht weiß der nächste Angeklagte Bescheid. Angekl. 8 eeh, Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes, erzählt darauf, daß die Former in der Maschinenbauanstalt um Lohnerhöhung gestreift hätten, und weil sie die Arbeit zu den alten Bedingungen nicht wieder aufnehmen wollten, die Metallindustriellen alle organifierten Arbeiter ausgesperrt hätten, sowohl die Mitglieder des freien Verbandes, wie die Hirsch- Dunderschen und die Christlichen. Bert. Mamroth: Aber mit Ausnahme der Mitglieder des fatholischen Arbeitervereins. Vert. Hein: Ich halte weiter für wichtig, zu fonstatieren, daß die Angeklagten größtenteils gar nicht gewußt haben, weshalb sie ausgesperrt worden sind. Die ihnen zur Last gelegten " Der Refurs und an' das Da ein von den Selbstverwaltungsorganen ordnungsmäßig gefaßter Beschluß zur Verausgabung der Gelder, deren Rückerstattung der Magistrat berlangt, vorliegt, so tann verständigerweise von einer Verweigerung der Erfüllung der gesetzmäßigen oder statutenmäßigen Obliegenheiten der Kasse schlechterdings nicht die Rede befürchten... sein. Der Magistrat dürfte mithin schon formell zur Anstrengung iicherungsamt war zunächst von Erfolg. Nach Untersuchung der Klage nicht legitimiert sein. Die Klageerhebung stellt sich nicht und einer elftägigen Beobachtung in der Charité wurde auf Grund als die Ausübung von Befugnissen einer Aufsichtsbehörde, sondern des Attestes des dirigirenden Arztes der chirurgischen Abteilung als die Anmaßung des Rechts dar, die von den Organen der Professor Dr. Köhler des Assistenzarztes, Stabsarzt Beschimpfungen und Beleidigungen Arbeitswilliger Selbstverwaltung ausgeübten Rechte aufzuheben und die Organe Dr. Graf, der Anspruch auf 50 Prozent erhöht, bedie Angeklagten sollen nach der Anklageschrift die Arbeits- zur Unterlassung ihrer Pflicht zu veranlassen. Wollte der Magistrat ginnend mit dem 30. November 1901. Dieses letztere Gutwilligen Bachulten, Lumpen, Schufte, Schweinehunde, Blausäcke, die durchaus ordnungsmäßigen Beschlüsse, auf Grund deren die achten, das genau ein halbes Jahr später als das legtgenannte Heringsbändiger, Elefanten genannt und einige Angeklagte sie Beschichtung der Kongresse erfolgt ist, anfechten, so stand ihm das erstattet wurde, spricht bereits von einem„ kindstopfgroßen" Bruch, angespuckt haben bestreiten die Angeklagten sämtlich. Bei ihrer und der Kasse sodann das Verwaltungsstreitverfahren frei. Die der durch das in Gebrauch befindliche Bruchband nicht genügend Vernehmung hierüber ergeben sich einige heitere Szenen. Der Beschlüsse sind mit Recht nicht beanstandet, nicht angefochten, die zurückgehalten werden könne..." Jedoch kam auch hierbei trotzdem Angeklagte Gerlach sucht die belastende Aussage eines Arbeits- Bahlung der Kongreßkosten war daher eine Erfüllung gesetz- zum Ausdruck, daß ein neues Bruchband, das den gestellten Anwilligen dadurch abzuschwächen, daß er von ihm behauptet, er sei licher und statutenmäßiger Obliegenheiten der Kasse. Mit Recht forderungen besser genügen würde, immerhin eine nur 20 prozentige immer im Schlamm". Vors.: Was soll denn das heißen? hat der Vorstand und die Generalversammlung es abgelehnt, gegen Rente rechtfertigen würde, jedoch mit Rücksicht auf die Zeit der GeAngefl.: Er pfeift gern einen. Vors: Also Sie meinen, das Gesetz und gegen das Statut die Rückforderung zu verlangen. wöhnung an das jedenfalls sehr fest sigende und die Erwerbsfähigkeit er war betrunken? Angekl: Ja. Auf die Frage, wie er Der Magistrat ist mithin zur Klage nicht legitimiert; die Krüde, momentan beeinträchtigende neu zu beschaffende Band 50 Prozent dazu gekommen sei, einen Arbeitswilligen Elefanten zu nennen, die er seiner Klage aus dem§ 45 Abs. 5 zur Stüße geben will, geboten erscheine. erklärt der Angeklagte Rosch, der Arbeitswillige habe überall ver- hält nicht. breitet, er stehe unter dem Pantoffel und müsse den Kinderwagen Aber nicht die formelle, sondern die materielle Seite ist schieben. Das sei natürlich nicht wahr, versichert Rosch nachdrücklich die Hauptsache, derentwegen der in der Anstrengung der Klage dem Vorsitzenden unter allgemeiner Heiterkeit. Seiterfeit erregt auch die Vernehmung des Angeklagten Heinrich Adam, der in dem Maße stottert, daß er kaum ein Wort herausbringen kann, die Arbeitswilligen aber laut und gröblich beschimpft haben soll. Der Hebeamme Raabe, einer der beiden weiblichen Angeklagten, wird vorgeworfen, das Vorgehen der Schußmannschaft mit blanker Waffe auf dem Striegauer Plaz gemein und roh genannt zu haben. Die Angeklagte gibt an, daß fie gesehen habe, wie 5-6 Schußleute über ein ruhig seines Weges gehendes älteres Ehepaar hergefallen wären und auf den Mann eingeschlagen hätten. Vors.: Wenn sich das wirklich so abgespielt hat, wäre ja Ihre Entrüstung berechtigt gewesen. Sierauf tritt eine längere Pause ein. Der Arbeiter Stumm soll nach der Anklage auf dem Striegauer Platz das Bestreben dokumentiert haben", den Platz nicht zu verlassen. Angel.: Ich hatte Streitposten gestanden und die Aufforderung des Kommandeurs der Schuhmannschaft, den Plaz zu verlassen, überhaupt nicht gehört. Ich soll ja nach der Anklage auch die Hochwohllöbliche Polizei ausgelacht haben. Das fann aber nicht sein, denn ich habe mich von jeher daran gewöhnt, nur eine ernste Miene zur Schau zu tragen.( Heiterkeit.) Der Angeklagte Schneider soll auf einen Schuhmann mit einem gezüdten Meffer losgestürzt sein. Das ist die größte Lüge, die je erdacht worden ist", ruft er entrüstet aus. Ein weiterer Arbeiter Jaschet soll dem Pferde eines Schuhmanns in die Zügel gefallen sein und mit der Faust auf den Hals des Pferdes geschlagen haben. Anget I.: Jch habe ja 5-6 Meter von dem Vorfall weg gestanden und hätte ja über die ganze Menge hinweglangen müssen, um zu dem Pferde des Schuhmanns zu kommen. So lange Arme habe ich nicht.( Heiterkeit.) Der minderjährige Angeflagte Schimpf macht noch einen ganz kinderhaften Eindruck. " Wer nun glaubt, daß mit der in diesem Sinne getroffenen Entscheidung des Reichsversicherungsamts die Sache endlich erledigt und die Genossenschaft zur Einsicht ihrer Entschädigungspflicht geliegende schwere Angriff gegen die Selbstverwaltung langt fei, befindet sich im Irrtum. Ein Jahr lang blieb Gl. im der Krantentassen auf's schärfste zu verurteilen ist. Der Magistrat Genusse diefer 50 Proz. Jnzwischen war dem letzteren von der bersicht die rückständigste Ansicht, die sich überhaupt über den§ 29 Genossenschaft ein neues Bruchband geliefert und damit zugleich des Krankenversicherungsgesezes bilden läßt. Bekanntlich hat das der Antrag auf Herabminderung der Rente auf Oberverwaltungsgericht unter dem 13. April 1905 eine Klage der 20 Broz. gestellt worden. Und wiederum gestützt auf Ortskrankenkasse der Kaufleute abgewiesen, die verlangte, daß ein Zeugnis des bereits erwähnten Kreisarztes statutarisch festgelegt werden solle, der Vorstand solle berechtigt sein, Dr. Köhler, trotzdem festzustellen war, daß der Verletzte für solche Kongreffe und zur Förderung der Wohnungsfrage Auf- auf dem Heimwege nach der Untersuchung durch das Tragen wendungen bis zu 15 000 m. jährlich zu machen. Aber selbst in des neuen Bruchbandes zusammengebrochen und die Hülfe der dieser von uns bereits besprochenen Entscheidung des Ober- Unfallstation hat in Anspruch nehmen müssen, wurde durch Entverwaltungsgerichts wird anerkannt, daß es zur Leistung von Aus- scheidung des Schiedsgerichts vom 16. Dezember 1902 gaben, die als Verwaltungskosten zu beurteilen sind, nicht erst der dem unglücklichen Rentenempfänger die Entschädigung auf zwanzig besonderen statutarischen Ermächtigung bedürfe. Demnach ist selbst Prozent gekürzt. Es beginnt der Kampf um sein gutes Recht nach dieser Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts von Fall zu aufs neue. Nach einer weiteren Untersuchung durch den dem VerFall zu entscheiden, ob solche Ausgaben sich im Rahmen der Ver- letzten zugewiesenen Dr. Rothenburg, welcher eine Verschlechterung waltungskosten halten. Wir dürfen daran erinnern, daß eine Reihe des Bruchleidens nicht zu konstatieren vermochte, wurde vom Reichsvon Behörden und Gerichten als zweifellos im Interesse der Kassen versicherungsamt am 7. April 1903 der Anspruch auf 33% Pro= und dem Gesez entsprechend liegend die Verausgabung von zent erhöht. Und diesmal wurde festgestellt, daß das ärztlicherMitteln für solche Kongresse erachtet hatten. So heißt es, wie er feits empfohlene und gelieferte neue Bruchband nach dem Gutinnernd hervorgehoben sei, in der vom Landgericht Bielefeld unter achten anderer Sachverständiger, unter andern des Dr. Simonjohn dem 22. Mai 1905 bestätigten Entscheidung vom 10. November 1904: und des Dr. Rabnow in Schöneberg, unvollkommen ist. Wie trotzdem ,, Bei der Wichtigkeit, die den Krankenkassen im Gesamtrahmen ein Familienvater mit 276 M. 67 Pf. jährlich bei der Unmöglichkeit unserer Arbeiterschutzgesetzgebung zukommt, ist es von größter einer noch so leichten Beschäftigung existieren könne, da jeder ArbeitBedeutung für die zweckmäßige Tätigkeit der Kaffen, daß das Ver- geber sich hütet, einen mit einem so schweren körperlichen Leiden ständnis für die Zwecke und die Aufgaben der Kassen unter den behafteten Invaliden in Arbeit zu nehmen, bleibt ein Geheimnis. Mitgliedern geweckt und gefördert, sowie daß gerade die Vorstände Da sich Gl. mit dem letzten Urteil nicht zufrieden geben durfte, der einzelnen Kaffen über die Lage der Gesetzgebung und über überdies durch einen am 4. September 1904 erlittenen Sturz von einer andere aktuelle, das Kassenwesen berührende Fragen unterrichtet Leiter sein Zustand sich noch verschlimmert hatte, beantragte er, und auf dem Laufenden erhalten werden. Ohne Zweifel ist aber gestützt auf ein Gutachten des Dr. Nöder in Schöneberg, im Zudie Beschickung wichtiger Kongresse sehr geeignet, hierzu beizu- fammenhang mit dem früheren und dem jezigen Unfall eine tragen. Andererseits ist zu berücksichtigen, ob die Größe der Kaffe Rente von 66% Proz. Bom Reichs- Versicherungsamt nach der Zahl der Mitglieder und dem Umfang ihres Vermögens wurde dieser Rekurs am 3. November 1905 zurückgewiesen; sowie die jedesmalige Vermögenslage der Kaffe die Verwendung maßgebend war ein weiteres Gutachten des Vertrauensarztes des Schiedsgerichts, Dr. Engel, in welchem gongt wurde, daß der linkst fettige Leistenbruch die Größe„etwas über ManneLfaust' besitzt. Auf erneuten Antrag beim Schiedsgericht vom 16. Februar 1906 hat dasselbe in der Sitzung vom 6. Juli 1906 endlich die Genossenschaft verurteilt, dem Kläger vom 17. Februar 1906 ab eine Teilrente von 662la P r o z. zu go währen. Da auf Einlegung eines weiteren Rekurses seitens der Be klagten verzichtet wurde, ,st endlich der volle 18 Jahre dauernde Kampf zum Abschlüsse gelangt. Freilich erhält Glegow mindestens Va weniger, als er seit acht zehn Jahren erhalten hätte, wenn er als Nichtarbeiter durch Der schuldung eines Dritten zu Schaden gekommen wäre. Er kann nun aber hoffen, des Nerven und Gesundheit zerstörenden Kampfes endlich überhoben zu sein._ Zur Trinkgcldfrage. _ Der Verband deutscher Hoteldiener hat sta »istlsche Feststellungen veranlaßt, die das Abhängigkeitsverhältnis der Hoteldiener zu beleuchten geeignet sind. Die Hoteldiener er- halten bekanntlich ebenso wenig oder noch seltener von den Hotel- besitzern eine feste Bezahlung als die Kellner I sie sind tür ihre schwere, oft zwanzigstündige Arbeitszeit lediglich ans die Trinkgelder der Reisenden angewiesen. Ja, viele Hoteldiener müssen sogar an den Hotelbesitzer noch eine Art Pacht für ihre Stellung bezahlen. Es versteht sich ferner am Rande. daß der Hoteldiener seiner„Herrschaft" auch die eigenen Stiefel und Kleider umsonst zu reinigen hat. Um festzustellen, wie weit das Verlangen der Hotelbesitzer in dieser Beziehung gehe, hat der Verband deutscher Hoteldiener Fragebogen an seine Mitglieder versandt. Diesen wurde die Frage gestellt, wie viele Hotelleiter täglich ihre eigenen Sliefel und Kleider reinigen lassen. ob sie dafür überhaupt oder wieviel sie dafür be zahlen. Aus 106 Städten des Deutschen Reiches sind ins- gesamt 689 Fragebogen eingegangen. Danach reinigen täglich 494 Hoteldiener 1129 Paar Stiefel und 63 Hotcldicner 212 Anzüge für den eigenen Bedarf der Unternehmer, und nur 88 Mann erhalten Entschädigung, während 94 von der Arbeit des Reinigens befreit sind. Diese 68 Mann reinigen täglich 187 Paar Stiefel und 32 Anzüge. Es bleiben also 436 Hoteldiener übrig. die täglich 942 Paar Stiefel und 180 Anzüge für den Unter- nehmer reinigen, ohne nur einen Pfennig bares Geld als Entschädigung zu erhalten. Aber sie erhalten nicht nur keine Entschädigung, sondern sie müssen noch ihr Handwerks zeug(Creme und Bürsten) stellen. Nur zwei Hoteldiener erhalten Creme geliefert. Rechnet man diese Ziffern im Jahre, so ergibt das eine Summe von 343 830 Paar Stiefel und 29 200 Anzüge. In einem Falle wird berichtet, daß der Unternehmer seine Sachen selbst reinigt.(Das scheint uns noch einer der Vernünftigsten zu sein.) Diese Zahlen werfen ein grelles Licht auf die große Ab- hängigkeit, in der die Hoteldiener sich befinden. Hier hat die gast- wirtschaftliche Berufsorganisation noch ein ungeheueres Feld für ihre Tätigkeit. Huö Indurtrie und Ftondd. Diskont-Erhöhung. Die Reichsbank hat am Dienstag den Diskont von 4'/, auf -1 Proz. erhöht. Die regelmäßig im Herbst wiederkehrende An« spannung am Geldmarkt hat sich diesmal zu einer bedenklichen Geldklemme ausgewachsen und zwar durch ungewöhnliche Ansprüche in Amerika, zu deren Befriedigung Amerika die Bank von England geradezu plünderte. Die Goldpreise stiegen, der Satz für Geld auf kurze Frist ging in New Uork bis auf 40 Proz. hinauf. Um sich des amerikanischen Ansturmes zu erwehren, setzte die Bank von England am 13. Septeniber den Diskont um'/a Proz. auf 4 Proz. hinauf. Es war selbstverständlich, daß die Reichsbank bald mit einer Diskontheraufsetzung folgen werde. Immerhin überraschte es, daß noch am selben Tage die Sächsische Bank ihren Diskont auf 6 Prozent erhöhte. Für die nächste Zeit tvird wahrscheinlich sowohl die Bank von England als auch die Reichsbank mit einer weiteren Erhöhung vorgehen. Im vorigen Jahre am 11. September wurde der Diskont von 3>/z auf 4 Proz. erhöht, am 3. Oktober erfolgte weitere Erhöhung auf 6 Proz., am 4. November auf ö'/» Proz. und am 11. Dezember aus 6 Proz. Seit sechs Jahren war ein solcher Satz nicht mehr zu verzeichnen. Am 3. Oktober 1899 wurde der Diskont auf 6 Proz. hinaufgesetzt und am 19. Dezember auf 7 Proz. Der Reichsbankpräsident führte zur Begründung der jetzigen Erhöhung u. a. aus: Seit der letzten Sitzung des Ausschusses(Ende August) sei die Gesamtanlage um rund 220 Millionen Mark gestiegen, der Wechsel- bestand allein um rund 160 Millionen Mark, der Effektenbestand um etwa 60 Millionen Mark. Nunmehr sei die Anlage höher als in irgend einem der letzten fünf Jahre. Demgegenüber hat der Metallvorrat einen starken Rückgang erfahren, so daß er jetzt niedriger ist als seit 6 Jahren, während der Notenumlauf gleichfalls für diese Zeit eine Rekordziffer aufweist. Dementsprechend steht es auch um die Deckung der Noten und der fremden Gelder nicht günstig. Dazu kommen die Diskonterhöhung der Bank von England, in welcher sich die internationale Geldknappheit wiederspiegele, des weiteren die Er- höhung des hiesigen Privatdiskonts bis aus 4>/z Proz.(den Reichs- bankdiökont), endlich die Erhöhung des Diskonts der Sächsischen Bank und die Nähe des Ouartalswechsels, um eine Diskonterhöhung geraten erscheinen zu lassen. Es genüge einstweilen eine solche um Va Proz. Der Zentralausschuß war einstimmig derselben Meinung: aus seiner Mitte wurde noch besonders der Auffassung Ausdruck gegeben, daß sich die Spannung am internationalen Geldmarkte etwas erleichtert habe._ Erneute Steigerung der Rindvichprrise. Als Mitte Juni am Schlachtviehmarkt ein Preisrückgang ein- sttzte, da wurde in der landwirtschaftlichen Presse dafür Stimmung gemacht, daß die Landwirte mit ihrem verkaufsfähigen Vieh zurück- halten sollten, da die Preise doch bald wieder hinaufgehen würden. Diese Spekulation aus eine weitere Hausse war auf eine durchaus richtige Kenntnis der Marktlage gegründet: das Angebot an deutschem Vieh war, ist und bleibt vorläufig ganz beträchtlich Hinterbein schon stark eingeschränkten Bedarfe zurück. Ein Beweis für die weitere Ver- schärfung der ungesunden Spannung ist die erneute Steigerung der Rindvichpreise während des September. Verfolgt man nämlich die Preisbewegung an den 17 größeren Schlachtviehmärkten, so er- gibt sich, daß im September gegen August an 4 Plätzen die niedrigsten und höchsten Notierungen für Rindvieh, an 8 die höchste Notierung gestiegen ist. daß an 4 Plätzen die Preise gleich geblieben. und daß nur an einem Markte ein Preisrückgang eingetreten ist. An den vier zuerst genannten Plätzen stellte sich der Rindviehpreis pro 60 Kilogramm in Mark: September August September 1904 1906 1906 1906 Berlin.. 26-46 28—48 27-61 32—66 Dresden.. 28-40 33—46 36—45 37—48 Hannover. 29-44 30-46 29-21 35-66 Stuttgart. 23-46 29—49 36-47 36-47 Die Steigerung im September ist ganz beträchtlich, wenn man ,-ie mit den Preisen im September der beiden Vorjahre ver« gleicht. Die Höchstpreise allein sind in acht Städten gestiegen und zwar in Breslau, Chemnitz. Magdeburg. Hamburg. Elbcr- feld, Köln, München und Nüniberg. Es handelt sich um Stei- gerungen bis zu 3 Mark pro 60 Kilo. Die Mindestpreise blieben meistens gleich; in Hainburg. Nürnberg und München gingen sie sogar um 1 M. herab. Gleich geblieben sind die Rinbviehpreise in Dortmund, Essen, Frankfurt a. M. und Mannheim, während in Düsseldorf eine Ermäßigung zu konstatieren ist. Es ergibt sich aus dem Bilde dieser Preisänderungen, daß die Preissteigenmg an den norb« und süddeutschen Plätzen sich schon entschieden durchgesetzt hat; dagegen ist dies im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk und in einzelnen Teilen Mitteldeutschlands sowie im nördlichen Baden noch nicht ganz möglich gewesen. Jedenfalls ist die Septembersteigerung eine Ursache weiteren Konsumrückganges. Preissteigerung für Kakao. Durch Spekulationsmanöver wurde in den letzten Woche» eine Erhöhung der Preise für Kakaobohnen um 40 M. für 100 Kilogramm erzielt. Von dieser Preissteigerung werde» besonders die billigen Konsiim-Kakaos und Konsnm-Schokoladen betroffen werden. Zufuhren aus neuen Ernten können erst in einigen Monaten in Europa eintreffen. Der„Gordian" in Hamburg be- merkt dazu, daß infolge.des Aufschlages die billigen Sorten Schokolade, die bisher für 70 bis 80 Pf. pro Pfund angeboten worden sind, verschwinden, oder sie würden in ihrer Qualität so verschlechtert, daß sie den Namen Schokolade nicht mehr verdienen. Die billigste Sorte reiner Schokolade wird demnächst im Einzel- verkauf eine Mark tosten. Die Konsumenten werden gut tun, bis auf iveiteres nur solche Schokoladen zu kaufen, die den Namen des Fabrikanten tragen. Dadurch schützen sie sich am besten gegen verschlechterte Qualitäten. Die Preise des Kakaopulvers müssen inindestenS um 26 bis 30 Pfennige fürs Pfund steigen. Wer also seine gewohnte Sorte Kakaopulver weiter beziehen will, nmß diesen höheren Preis anlegen. Die billigsten Sorten, und zwar solche, die mit 80 Pf. bis 1 M. im Einzelhandel sind, müssen verschwinden, oder eS geht hier so wie bei der Schokolade, daß ihre Güte so verschlechtert werden muß, daß von einem Genuß keine Rede mehr fein kann. Auch hier werden die Konsumenten gut tun, nur verpacklen Kakao zu kaufen, bei dem der Name des Fabrikanten eine Bürgschaft für gute Qualität ist.— Es dürfte bald ein Meisterstück sein, noch ein Nahrungs- oder Genußmittel ausfindig zu machen, das von der Verteuerung nicht betroffen wird. Bodenspekulation in New Aork. Die„New Dorker Handels- zeitung" schreibt: Zur Kennzeichnung des„Boom" im Groß-New Yorker Grnndeigentnmsmarkt wird von wohlinformierter Seite an- gegeben, es habe während der beiden letzten Jahre hiesiges Grund- eigentum im Steuerwerte von 2 500 000 000 Dollar den Besitzer ge- wechselt, von Bauunternehmern seien für Neuban 500 000 000 Dollar verausgabt und auf Hypotheken seien Gelder in Höhe von 1 500 000 000 Dollar aufgenommen worden. Somit hätten die Grofr New Dorker Grundeigentiims-Transaktionen während zweier Jahre ein Total von 4 500 000 000 Dollar involviert. Huö der frauenbewegung* Arbeiterinnen, nehmt die Unternehmer beim Wort! Aus dem Nürnberg-Fünher Jndustriebezirke wird dem Berliner.Offertenblatt wieder geschrieben:„Daß lvir uns in der Mitte der Geschäftszeit befinden, geht am deutlichsten daraus hervor, daß auffallend viel Arbeitskräfte gesucht werden. Vorwiegend erstreckt sich die Suche auf Arbeiterinnen, da männliche Arbeitskräfte in sehr vielen Fällen zu teuer kommen und auch nicht wesentlich mehr leisten als weibliche. Es kann dies auch als ein Zeichen gelten, wohin die fortwährenden Lohnerhöhungen führen. Die Industrie, will sie ihre Konkurrenzfähigkeit nicht verlieren, kann °ür die Dauer die zu hohen Löhne der Arbeiter nicht bezahlen und ieht sich gezwungen, nach billigerem Ersätze zu suche». Das Zunächst liegende in diesem Falle sind die Arbeiterinnen, die denn auch in vielen Sparten die Männerarbeit bereits vollständig verdrängt haben. Löten, Metallpolieren und die sonstigen Arbeiten, die früher aus chlicßlich von Männern ausgeführt wurden. werden heute von Arbeiterinnen erledigt. Uebrigens hat sich gezeigt, daß die weiblichen Kräfte sorgfältiger und solider arbeiten, und zu feinen zierlichen Arbeiten besser zu gebrauchen sind als Männer. Leider herrscht an Arbeiterinnen aber fast ständig ein großer Mangel und zur Jetztzeit sind tüchtige, brauchbare weibliche Kräfte schwer auf- zutreiben." Die Arbeiterinnen seien darauf aufmerksam gemacht, daß man ihnen nachrühmt, sie seien besser zu brauchen als die Männer, weil ie angeblich sorgfältiger und solider arbeiten und daß ast ständig ein großer Mangel an weiblichen Kräften herrscht. Entsprechen die Lohnverhältnisse der Arbeiterinnen der für sie so günstigen Gestaltung des Arbeitsmarktes? Verstehen es die Arbeiterinnen, ihre ihnen nachgerühmte Brauchbarkeit bei der starken Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften entsprechend bezahlen zu lassen? Verstehen die Arbeiterinnen die günstige Geschästskonjunktur für sich auszunützen? Leider wird das nicht bejaht werden können. Zur sozialdemokratischen Frauenkonfrrenz nach Mannheim wurde von Lechhausen die Genossin Zeh. Textilarbeiterin, gewählt. Versammlungen— Veranstaltungen. Treptow-Banmschulenwcg. Mittwoch, den 19. d- MtS., bei Christ, Marienthalerstraße. Ecke Ernststraße: Bortrag. Frau M. Zeetze. Reinickendorf-Ost. Mittwoch. 19. September, bei Gründer, Hoppe« straße 24: Generalversammlung. Vorstandswahl. Vortrag„Die Bibel nur Menschenwerk". Sericbts- Leitung. Justiz und Gerechtigkeit ist nicht immer dasselbe. Wir schaffen's Eisen, Sie schmieden Ketten. Uns loszureißen Ist noch nicht zeitig. Drum seid geschmeidig. Es ist schon aus Raumrücksichten ganz unmöglich, auch nur an- nähernd alle Fälle ans unsere», Vaterlande zu registrieren, in denen die Ergebnisse der Strafjustiz mit den Forderungen der Ge- rechtigkeit in schroffem Widerspruch stehen. Solche Fälle sind gerade deshalb geeignet, dem Arbeiter klarzumachen, daß die Slrafjustiz in dem Klassenkampf als Instrument gegen die Arbeiterklasse benutzt wird, weil in allen solchen Fällen die Richter. die das falsche Urteil fällen, glauben, den Forderungen des Gesetzes zu entsprechen, und durch ihre Rechtsprechung bei dem Teil der Unternehmer Beifall finden, die das Recht auf Gleichberechtigung der Arbeiter bekämpfen, weil sie die Arbeiter lediglich als Arbeits- instruniente zur Erzeugung von Mehrwert gesetzlich behandelt wissen wollen. Nachfolgend registrieren wir einige dieser Urteile, die in letzter Woche in dem industriereichen Westen gefällt worden find. 1. Wenn bei Beerdigungen Kränze mit roten Schleifen getragen werden, so wird dadurch das betreffende Leichenbegängnis ohne weiteres zu einem außergewöhnlichen—„besonders in hiesiger Gegend"— so entschied am Donnerstag das Schöffengericht in Ruhr ort! Drei Genossen, welche bei einer Be- erdigung Kränze mit roten Schleifen getragen, erhielten dieserhalb unter obiger Begründung jeder 20 M. Strafe zudiktiert. 2. Weil er während des Hafenarbeiterstreiks in Duisburg einer Streikbrecherkolonne, die von einem Kordon Polizisten um- geben zum Arbeitsplätze geführt wurde, zugerufen hatte:„Na. Ihr Streikbrecher, Ihr werdet ja von der Polizei tvie die Zuchthäusler geführt", erhielt der Hafenarbeiter H. K. vom Schöffengericht in Duisburg— sechs Wochen Gefängnis aufgebrummt. 3. In Mülheim(Ruhr) standen am Freitag nicht weniger wie 24 Angeklagte vor dem Schöffengerichte, um sich wegen Teil- nahnre an einen, polizeilich nicht gen eh n, igten Aufzuge zu verantworten. Sieben Angeklagte tvaren als Ordner und Leiter der„Sffeiitlichen Demonstration" beschuldigt. Die Sache bildete ein Nachspiel d e r M a i f e i e r in A l st a d e n, bei der die Geduld der Arbeiterschaft einer starken Belastung unterworfen war. Der Alstadener Polizeikommissar Bunse hatte die Frühversammlnng am 1. Mai dadurch zu vereiteln gesucht, daß er das Versammlungslokal schließen ließ und bor dem Lokale fünf Polizisten und drei berittene Gendanne auf und ab patrouillierten. Viele Hunderte von Menschen sammelten sich dann auf der Straße an. Sein ungesetzliches Vorgehe» rechtfertigte der Kommissar mit einem Hinweise auf das Landratsamt. in dessen Auftrage er angeblich handeln wollte. Eine sofortige An- frage beim Landrat ergab jedoch, daß dieser von der ganzen Sache nichts wußte! Nach dieser Auskunft wurde das gesperrte Lokal gewaltsam aufgerissen und die Alstadener Arbeiter hielten ihre Demo»- strarionsversammlung ab, an der dann auch Herr Bunse als— „Ueberwachender" teilnahm. Bei einem Nachmittagsspaziergange, an dem die Arbeiter sich in zwanglosen Gruppen zu vier, fünf oder sechs Personen, je nachdem sich die Bekannten zusammenfanden, be- teiligten, hatte Polizeikommissar Bunse eine neue Ueber« r a s ch u n g in Bereitschaft, indem er plötzlich mit etwa einem Dutzend Polizisten den Spaziergängern den Weg versperrte. Auch aus Oberhausen hatte er sich noch telephonisch einen Kommissar mit zehn Polizisten als„Hülfe" erbeten! Die Polizei fand aber trotzdem keine andere Arbeit, als die Absperrung des Weges durch die- Schutzmannskette, durch die die Spazier- gänger dann einzeln passieren mußten. Obwohl sich das Ganze wie eine schikanöse Provokation ausnahm, bewahrten die Arbeiter ihre Ruhe und faßten vernünftigerweise die Sache von der humoristischen Seite auf. Jetzt, nach einem halben Jahre, erfolgt die Sühne für das ungesetzliche Vorgehen nicht etwa des Polizei-KommissarL Bunse, sondern der Arbeiter, die einen„geschlossenen Aufzug" ver- anstaltet haben sollen, wozu sie keine Genehmigung hatten.— Charakteristisch für die Behandlung der Sache war, daß der Richter die Erörterung des Verhaltens des Polizeikommissars Bunse aus der Vormittagsversammlung rundweg verweigerte als„nicht zur Sache gehörig", selbst in der Form einer Fragestellung nicht. Trotz- dem der Zeuge Bunse selbst zugeben mußte, daß die Spaziergänger in kleinen Gruppen und mit A b st ä n d e n bis zu 20 Meter und mehr hinter einander hergegangen sind, hat er doch das„Ge- fühl" gehabt, es handele sich»m einen„geschlossenen Zug", zwar um keinen militärischen, sondern nach„Art einer Prozession"!— Während der Polizeikommissar aus Oberhausen die Zahl der Teilnehmer auf etwa 300 schätzt, will Herr Bunse 800 bis 1060 Personen ge- sehen haben! Während der Herr Kommissar aus Oberhausen bekundete, daß seines Wissens die Spaziergänger nicht besonders darauf aufmerksam gemacht seien, daß sie sich durch die Teilnahme an dem „Auszuge" st r a f b a r machten, will Herr Bunse dies„wohl 1 0 0 m a l" gesagt haben! Während Herr Bunse behauptet, von einem der Angeklagten vor die Brust gestoßen zu sein, so daß er getaumelt habe, hat Herr Kommissar Sch. nichts davon bemerkt, wohl aber, daß umgekehrt Bunse den Angeklagten D. vor die Brust gefaßt und geschüttelt hat, wobei diesem ein paar Knöpfe von der Weste abgerissen sind. Während einer der An- geklagten an dem Spaziergange gar nicht teil- genommen hat, behauptet der Kommissar Bunse, derselbe An- geklagte sei sogar als„Ordner" tätig gewesen. Als der An- geklagte die Behauptung des„wahrheitsliebenden" Kommissars proto- kollieren lasten will, meint dieser, er könne sich vielleicht doch irren!— Wie„gewissenhaft" bei Feststellung der„Straftaten" verfahren ist, läßt sich an der Tatsache ermessen, daß drei Angeklagte den Spazier- gang überhaupt nicht mitgemacht hatten und deshalb frei- gesprochen wurden. Die übrigen 21 wurdenmitje20M. bedacht. Sechs Wochen Gefängnis und 470 M. Geldstrafe für Handlungen, die einem vom Herrentum und von Buchstabentüftelei nicht angefressenen Rechtsgefühl nimmer als Straftaten erscheinen können. Solche Justiz hat trotz all der Unbill, die durch sie der einzelne Arbeiter erleidet, das Gute, die Gemeinschädlichkeit des bestehenden Strafsystems klar zu machen. Störung des Rachbargrundstücks durch Motorbewieb. Die Victoria, Cafebetriebs- und Hotel- Aktiengesellschaft zu Berlin, hatte in einein ihrer Etablissements in der Mittelstraße einen Gasmotor aufgestellt, und zwar grenzt der Motorraum an die Lokalitäten des Hotels„Stadt London" in der Friedrich- straße. Infolge des Geräusches und der Erschütterungen, die der Motor verursacht, fühlte sich der Besitzer des Hotels „Stadt London" geschädigt, und machte er geltend, daß seine Gäste zum größten Teile infolge des großen Lärms fort- blieben. Er erwirkte deshalb beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung dahin, daß alle Erschütterungen von dem Betriebe des Motors zu unterlassen seien. Der beklagte Grundstücksbesitzer und die genannte Gesellschaft legten Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil ein. DaS Kammergericht erkannte auf Zurückweisung der Berufung. Gegen dies Urteil, das bei strenger wörtlicher Auslegung jeden Motorbetrieb untersagt und die Victoria Cafe- und Hotel-Aktiengesellschaft gänzlich zur Einstellung des besagten Betriebes gezwungen hätte, hatte der Beklagte und die genannte Aktiengesellschaft als Nebenintervenientin Revision beim Reichsgericht eingelegt-. Die Re- Vision berief sich auf Z 906 B. G-B., nach dem nur alle störenden Ein- Wirkungen, soweit sie daS Maß des Erträglichen überschreiten, unter- sagt werden könnten, nicht aber, wie in diesem Falle es den An- schein habe, ein vollständiger Betrieb ohne Unterschied. Das Reichsgericht erkannte auf Z u r ü ck w e i s u n g der R e v i- s i o n e n, änderte jedoch den Wortlaut des Urteiltenors, um Miß- deutungen vorzubeugen. Es gelangte zu folgendem Urteilstenor: Die Revision wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß in der einstweiligen Verfügung nach den Worten„von dem Betriebe des MotorS" einzuschalten ist:„soweit Erschütterungen und Geräusche das im§ 906 Bürgerlichen Gesetzbuches bezeichnete Maß über- schreiten."_ Rechtsanwalt und Amtsrichter. Wegen versuchter Nötigung gegenüber dem AmtsgerichtSrat Sternberg in Köpenick hatte sich der seit sieben Jahren daselbst amtierende Rechtsanwalt und Notar Dr. Schulze gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts ll zu verantworten. Zwischen den beiden Parteien hatte sich ein Konflikt auf amtlicher Basis entwickelt, der auch im gesellschaftlichen Verkehr zum Ausdruck kam und schließlich dahin führte, daß der AmtsgerichtSrat Sternberg, als er dem Rechtsanwalt Dr. Sch. in der Nähe von Sadowa begegnete, weder ihn noch dessen Eheftau grüßte. Darauf schrieb der Angeklagte an den Amtsgerichts- rat einen Brief, der sehr scharfe Ausdrücke enthielt und mit olgendem PassuS schloß:„Wenn es noch einmal vorkommt, daß Sie die Regeln des Anstandes in dieser Weise ver- letzen, so werde ich Ihnen sofort klar machen, wie man ich zu benehmen hat, und werde Ihnen Anstand bei- bringen." Der Angeklagte stellte eine Abschrift dieses Briefes auch dem aufsichtführenden Amtsrichter, AmtsgerichtSrat Bernstein zu.— Auf Grund dieses Briefes ist eine Anklage wegen versuchter Nötigung erhoben, ein Strafantrag wegen Beleidigung ist nicht gestellt worden.— Der Angeklagte bestritt, daß daS Vergehen der versuchten Nötigung vorliege. Für ihn habe eS sich nur um die Abwehr einer Taktlosigkeit gehandelt. Nachdem in der Verhandlung einige gesellschaftliche Vorkommnisse, die zu MißHelligkeiten geführt haben, erörtert worden waren, be- antragte der Staatsanwalt das Schuldig im Sinne der An- klage. Er wolle nicht erörtern, welche Partei den Konflikt ver« 'chuldet habe. Der Inhalt des Briefes stelle die Straftat der versuchten Nötigung dar, denn der Adressat werde mit dem Vergehen der Körperverletzung bezw. der-tätlichen oder wörtlichen Beleidigung bedroht. Trotz der Schwere des Vergehens, daß hier ein preußischer Richter mit einem solchen Briefe bedacht und eine Abschrift deS Brieses auch noch dem Aufsichtsrichler zugestellt wurde. empfehle sich mit Rücksicht auf die Gespanntheit der Verhältnisse doch nur eine Geldstrafe, die in Höhe von 300 M. beantragt werde.— DaS Gericht schloß sich diesen AuSsührungen an und erkannte aus 300 Mark Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis.— Daß die an einen Richter gerichtete„Drohung", ihm Anstand beizubringen, als eine strafbare Bedrohung mit einem Vergehen zu der Unterlassung von Taktlosigkeit erachtet wurde, entbehrt nicht des unfreiivilligen Humors. Versammlungen. Der Zentralverband der Schmiede hielt am Donnerstag in den »Musikcrsälen" eine nur mäßig besuchte Mitgliederversammlung ab, woselbst der Genosse Ströbel über„Partei und Gc- werkschaften" sprach. Redner behandelte diese Frage von den bereits bekannten Gesichtspunkten aus und erntete für seinen Vor- trag allgemeinen Beifall. In der Diskussion erklärte sich der Vorsitzende Sie ring zwar im großen und ganzen mit den Aus- fuhrungen des Referenten einverstanden, nur in einigen„kleineren und. unwesentlichen" Punkten sei er anderer Meinung. So zum Beispiel halte er die Maifeierklausel der Partei, wonach die Arbeits- ruhe am 1. Mai nur dort zu erfolgen brauche, wo dies ohne Wirt- schaftliche. Schädigung der betreffenden Arbeiter geschehen könne, für mkonsequent und zu unbestimmt. Das beste wäre seines Er- achtens, wenn jeder Parteigenosse zur Arbeitsruhe direkt verpflichtet würde, dann könnten nicht wieder solche unliebsamen Vorkommnisse eintreten, wie bei der diesjährigen Maifeier. Was nun die gegen- wärtige Spannung zwischen den Partei- und Gewerkschaftsführern anbelange, so rühre diese zum guten Teil von den übertriebenen Angriffen her, die einige Parteiblätter gegen die Gewerkschafts- führer gerichtet hätten..Hier sei in der Kritik häufig viel zu weit gegangen worden. Bezüglich des politischen Massenstreiks ist Redner der Ansicht, daß. wenn diese Frage„täglich" in den Gewerkschaften diskutiert werden solle, dann die eigentlicbcn Aufgaben der Gewerk- fchaften darunter leiden würden. Die Disziplin der Gewerkschafts Mitglieder sei ja ohnehin eine gute, so daß sie bei autzergewöhn- llchen Ereignissen auch so ihre Schuldigkeit tun würden, ohne daß es deswegen einer ständigen Diskussion über den Massenstreik be° dürfe. Uebrigens glaube er, daß wenn die moderne Arbeiterbewegung erst die von Ströbel als erforderlich bezeichneten sechs bis acht Millionen Anhänger hat, dann der Massenstreik gar nicht mehr nötig sei, um den herrschenden Klassen Volksrechte abzn- ringen. Zu bedauern sei ja das Mißverhältnis in der Zahl der gewerkschaftlich und politisch organisierten Arbeiter. Hier einen gesunden Ausgleich herbeizuführen, sei jedoch in erster Linie Aus- gäbe der Partei. Bei den Schmieden sei es beispielsweise von den leitenden Personen niemals unterlassen worden, auch auf die Not- wendigkeit der politischen Organisation hinzuweisen, und trotzdem dürften wohl nur höchstens 25 Prozent der Schmiede politisch organisiert sein. Tie Gewerkschaftsführer könnten eben vielfach selbst nicht so an die Mitglieder heran, wie sie es in dieser Hinsicht wünschten. Ein Fehler sei eben die Aufstellung des Neutralitäts- Prinzips gewesen, was tatsächlich zur Neutralitätsdusclei geführt habe. Er, Redner, könne sich die Gewerkschaftsbewegung gar nicht anders denken, als vom sozialistischen Geiste beseelt. Alles in allem betrachtet habe er die Ueberzcugung, daß auf beiden Seiten gesündigt worden sei. Deshalb könne eine gründliche Aussprache in Mann- heim auch nicht schaden, denn dadurch würde am besten gezeigt, wo die bessernde Hand anzulegen sei.— Es sprachen dann Schlinsky, Basner und Schubert im Sinne des Re- ferentcn, wobei sie teilweise scharf gegen Siering polemisierten und vor allem dem Gedanken Ausdruck gaben, daß die Hauptschuld an dem Mißverhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften auf der Seite der Gewerkschaftsführer liege.— Ströbel wandte sich in seinem Schlußwort ebenfalls gegen verschiedene Ausführungen S i e r i n g s. Wohl wolle er zugeben, daß, was Schärfe des Aus- drucks anbelange, auch von der Partcipresse in der Polemik hin und wieder gesündigt worden sei. Doch müsse man auch bedenken, wie die Partcipresse provoziert worden ist. Er erinnere nur an die Schreibweise des„Zimmerer". Wenn Sie ring speziell auf die „Leipziger Volkszeitung" verwiesen habe, so könne er, Redner. sagen, daß auch er sich schon häufig über die scharfe Tonart der „Leipziger Volkszeitung" geärgert habe, weil durch deren schroffe Ausdrucksweise die gute und gesunde Ansicht des radikalen Flügels der Partei direkt diskreditiert wurde. Doch da er mehrfach selbst erfahren habe, in wie illoyaler Weise in der Gcwerkschaftsprcssc polemisiert werde, so urteile er über die Schreibweise der„Leipziger Voltszeitung" jetzt auch wesentlich milder. Etwas eigentümlich berühre ihn auch der Ausspruch Sierings, daß die Gewerkschafts- führer gar nicht so an die Mitglieder herankönnten, wie sie wohl möchten.� Dazu habe man doch die obligatorisch eingeführte Ge- wcrtschaftspresse. Wenn der Raum, der zu polemischen Artikeln gegen die Partei gebraucht werde, zur sozialistischen Aufklärung der Gewerkschaftsmitglieder verwandt würde, dann könne man dadurch schon sehr wohl an diese„heran". Es würde dann nur ein geringer Prozentsatz solcher Mitglieder übrig bleiben, die aus Jndifferentismus nur wenig oder nichts lesen. Die große Mehr- zahl aber könne ungleich mehr mit den sozialistischen Ideen vertraut gemacht werden, als wie das bisher geschehe. Was die Maifeier- klausel der Partei betreffe, so sei dieselbe ja gerade auf Anraten der Gewerkschaftsführer beschlossen worden, und sie werde sich mit Rücksicht auf die allgemeinen Verhältnisse vorläufig auch wohl nicht ändern lassen. Bei der Maifeier komme es eben in erster Linie auf den guten Willen an. Sei der vorhanden, dann werde der Ge- danke der Arbeitsruhe zweifellos auch mit der Klausel besser an Boden gewinnen. Nachdem Redner noch der Ansicht Sierings über den Massenstreik entgegengetreten war, schloß er mit einem Appell an die Äersamnielten, in der Pflege des sozialistischen Geistes unter den Gewerkschaftsangehörigen nicht zu erlahmen, damit dereinst der große historische Moment kein kleines Geschlecht finde.(Beifall.) Es wurden sodann noch einige Verbandsangelegenheiten er- lcdigt. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Theodor Hilde- brandt u. Sohn(Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik) waren vom Zentralverband der Konditoren und verwandten Berufe, sowie von sechs weiteren in Betracht kommenden Verbänden zu einer öffent- lichcn Versammlung eingeladen worden, die am Donnerstag in Raabcs Fcstsälen, Kolbergerstraße 23, stattfand. Sie waren der Einladung zahlreich gefolgt, galt es doch, die Arbeitsverhältnisse zu besprechen, die schon so oft zur Kritik Anlaß gegeben hatten. Zunächst hielt Fräulein Emilie Heidemann einen Vortrag über das Thema:„Der Wert der Männer- und Frauenarbeit im modernen Fabritbetriebe". Ihre Ausführungen, welche das Wesen der modernen Industrie enthüllten und ein treffendes Bild von der Stellung der Arbeiterschaft darin gaben, gipfelten in dem Nach- weis der Notwendigkeit der Organisation. Sie fanden lebhaften Betfe?. F. W e i d l e r vom Zcntralverband der Konditoren und ver- wandten Berufe sowie deren Hülfsarbeiter und Hülfsarbeiterinnen nahm dann zu folgenden Ausführungen das Wort: Der Ruf der Firma Theodor Hildebrandt u. Sohn in bezug auf die Arbeits- Verhältnisse sei innerhalb der Kollcgenschaft nicht nur Berlins. sondern ganz Deutschlands ein feststehender, aber durchaus kein guter. Deshalb nicht, weil diese zu den ersten ihrer Art zählende Firma, die eines Weltrufes genieße, soweit ihre Fabrikate in Bc- tracht kämen, und die jährlich Hunderttausende an Gewinn erziele, immer noch mit Arbeitsverhältnissen aufwarte, wie sie sonst nur in den kleinsten, kapitalschwächstcn Betrieben der Branche vorlägen. Es sei das beschämend. Die Lohnverhältnisse stagnierten seit vielen Jahren, mit Ausnahme der der Arbeiterinnen, deren Löhne namcnt- lich infolge des Druckes der Oefsentlichkcit in den letzten Jahren eine kleine Aufbesserung erfahren hätten. Während die Minimalsätze bei den Arbeiterinnen vor 5 Jahren noch 7 M. betrugen, würden heute Arbeiterinnen mit 9 und 9,59 M. eingestellt. Das bedeute aber nur nominell einen Fortschritt, sei aber in Wirklichkeit keine Verbesserung ihrer Lebenslage, wenn man die inzwischen erfolgte große Steigerung der Lebensmittel- und Mietspreise in Betracht ziehe. Junge männliche gelernte Arbeiter würden heute mit 19. 29 und 21 M. Lohn eingestellt. Löhne von 24 M.. die in anderen Betrieben ungelernte Arbeiter hätten, gehörten bei den gelernten Arbeitern Hildcbrandts u. Sohn schon zu den guten. Es würden allerdings auch höhere Löhne gezahlt, die bekämen abcr� die„Ver- trauenspersonen", Werkmeister usw. In der Pfefferküchlerei sei ein gelernter Pfefferküchler schon 7 Jahre und müsse sich trotzdem heute noch mit 23 M. Lohn zufrieden geben. Als Hülfskräfte stelle man gern ausgelernte junge Bäcker an mit 19. 17 und 18 M. Ein Krebsschaden sei das Ueberstundenwesen. Die Firma sei nicht dem Beispiel kleinerer Betriebe gefolgt, in denen verschiedentlich eine Regelung habe erzielt werden können, durch Beschränkung der Ueberstunden oder doch wenigstens durch Festsetzung von Lohn- zuschlagen zu dem gewöhnlichen Lohnsatz. Bei Hildebranvi sei nicht einmal während der gewöhnlichen Saison eine Beschränkung der Ueberstunden erfolgt und es gebe für Ueberstunden bei der Firma nur den gewöhnlichen Stundensatz. Bei größeren Schokolade lieferungen, wie sie die Firma für die Kolonien, für die Schutz- truppen hatte, seien Ueberstunden bis ins Unmögliche hinein ge leistet, ja sogar Nächte und Sonntags gearbeitet worden, ohne eine Erhöhung der Lohnsätze. Daran, daß die ganzen Berufsverhältnisse in Berlin noch so daniederlägen, trügen wesentlich d i e Arbeite- rinnen und Arbeiter von Hildebrandt die Schuld, welche immer noch nicht begriffen hätten, daß sie in ihre Organisationen hinein- gehörten und so vereint eine Besserung erzielen könnten und müßten. Im vorigen Herbst hätten verschiedene Arbeitgeber, an die man wegen Verbesserungen herangetreten sei, auf Hildebrandt verwiesen. Wenn es dort vorwärts gehe, wolle man auch folgen Daraus erwachse den Arbeitern und Arbeiterinnen von Hildebrandt geradezu die Pflicht, etwas für die Verbesserung ihrer Lage zu tun, vor allem einzutreten in den Verband der Konditoren, den Holz- arbeiterverband, den Fabrikarbeiterverband, den Buchbinderver band usw., wohin jeder gehöre. Auf die Arbeiterinnen, von denen 89 Proz. im Betriebe seien, während die gelernten Arbeiter keine 19 Proz. ausmachten, komme es sehr wesentlich an. Das sollten sich auch die Gelernten gesagt sein lassen. Vor allem könnten die Pralinebezieherinncn, die jetzt sehr verlangt würden, ihr Gewicht in die Wagschale werfen und der Kollegcnschaft einen großen Dienst erweisen, wenn sie sich organisierten. Die Durchschnittsverdienste von 11, 12, 13 M. ließen sich leicht erhöhen. Man möge daran denken, daß Arbeiterinnen in anderen Berufen durch die Macht der Organisation Minimallöhne von 14 und 15 M. gewonnen hätten und es gelungen sei, auch für Arbeiter höhere Minimallöhne zu erringen. Die Ausführungen des Redners wie der nachfolgenden Ver- treter der Verbände der Holzarbeiter, Fabrikarbeiter und Buch- bindcr fanden lebhafte Zustimmung. Von diesen Rednern wurde festgestellt, daß auch die Angehörigen ihrer Berufe, die im Hilde- brandtschen Betriebe stehen, unter schlechteren Bedingungen arbeiten als es sonst im Berufe der Fall sei. W e i d l e r kritisierte noch unter Beifall verschiedene Punkte der Fabrikordnung der Firma und stellte in Aussicht, daß b e i günstigem Organisations stände zunächst daran gedacht werde, für die Arbeiter und Arbeiterinnen von Hildebrandt u. Sohn eine Herabsetzung der Arbeitszeit auf QV? Stunden, Er höhung der Minimallöhnc und Extrazuschläge für die Ueberstunden zu fordern. Nach einem Schlußwort der Neferentin trennten sich die Versammelten. f Lese- und Diskntiertliib„Süd. Ost". Heute abend 8'/, Uhr bei TolkSdorf,(Sörlitzerstr. 58: Versammlung. Sozialdemorratischee Zentral-Wahlverei» für den Reichstags- Wahlkreis Kalau-Luckau. Ortsverein Berlin. Donnerstag, den 20. September, abends 81/, Uhr: Versammlung bei Weihnacht, Grün stratze 21._ Für die ausgesperrten Lithographen und Steiudrucker gingen bei der Charlottenburger Gewerkschaftskommission folgende Bei träge ein: Lifte 6 Otto Flemming 5,40. Liste 7 Otto FIcmming 3.10. Liste 32 Wilh. Böhla l.—. Liste 33 desgl. 2,40. Liste 37 Hans Pagel 1,50. Durch August Gebert: Liste 41 5,05, 43 2.85. 45 I,—, 48 11,80, 47 2,80, 48 18,20, 50 2,95, Summa 44,85. Liste 58 Paul Griese 1.—. List- 80 Karl Mclchert 2,70. Liste 87 Albert Wild- 1,30. Lifte 90 desgl. 6,45. Liste 31 Wilh Böhla 4,20. Liste 52 Hermann Neubauer 7,45. Lift- 101 Emil Wudte 2,70. Liste 103 desgl. 5,75. List- 107 desgl. 7,85. Liste 108 desgl. 2,75. List- III Gustav Schillmann 8,35. Liste 112 desgl. 1,75. Liste 113 desgl. 1,20. Liste 116 Oswald Straß 5,30. Liste 119 desgl. 1,—. Liste 120 desgl. 3,20. Liste 133 Hermann Hähne! 2,—. Liste 134 desgl. 0,50, Liste 146 Jalob Paul 0,75. Liste 147 desgl. 4,80. Liste 148 desgl. 2,70. Liste 149 desgl. 0,50. Lifte 150 desgl. 0,95. Liste 151 Emil Müller 6,70. Liste 162 desgl. 3,70. List- 154 desgl. 9,35. Liste 155 desgl. 11,—. Liste 156 desgl. 5,45. List- 191 Gustav Bol, 8,30. Liste 164 SiemenS-Schulkert-Kabclwerke, Slbt. 35 11,05. Liste 165 desgl., Abt. 14 15,70. Liste 166 d-Sgl. 11.20. List- 170 desgl. 9,70. Liste 216 Karl "res- 7,15. Liste 217 Wilh. Kopitz 3,25, Sa. 235,95. Bereits quittiert 594,35. esamteinnahme 830,30 M. G-samteinnahme für die ausgesperrten Lithographen und Sleindrucker aus Listen«30,SV M. Für die ausgesperrten Buchbinder gingen noch ein: Lille 1 Schwartlopfs, Werlzeugmachere, und Schleiferei 11,60. Liste 2 d-S-l., Schlosserei 12,60. List- 3 desgl., Kesselschmiede 10,95. Liste 7 Gas- messersabril Aron» 12,25. Liste 11 Otto Flemming 3,70. Liste 12 d-Sgl. 2,75. Liste 16 Schweizer 2,65. List- 23 August Gebert 2,50. List- 28 desgl. 4,45. Liste 29 d-Sgl. 1,10. List- 30 desgl. 1,60. List- 51 Wilh. Zapcl 2.60. List- 53 deSgl. 1,25. List- 54 desgl. 6,70. List- 58 d-Sgl. 2,15. Liste 60 d-Sgl. 4,80. List- 61 Karl Doos- 6,25. List- 62 August Hilgenbach 6,05. List- 60 Wilh.«ick- 0,50. List- 62 Emil Wudte 3,55. List- 87 deSgl. 1,60. Liste89 desgl. 0,80. List- 91 Oswald Straß 3,15. List- 92 deSgl.-.50. Liste 93 desgl. 5,45. Liste 94 desgl. 4,15. Liste 95 deSgl. 1,—. Liste 96 Albert Wilde 4,50. Liste 112 Wilh. Eichncr 2,70. Liste 114 d-Sgl. 6,20. Liste 115 deSgl. 1,55. Liste 141 Hermann Hähnel 6,75. Liste 142 desgl. 5,20. Liste 153 deSgl. 1,05. Durch August Pohl: Lifte 171 13,15, 172 6.85. 173 10,40, 174 12,15, 175 2,05, 176 5,60, 177 6,55, 178 3,65, 179 5,25, 180 1,50, Summa 67,15. Zusammen 211,75 M. Bereits quittiert 239,80 M. Gesamteinnahme 451,55 M. Gesamte Einnahme für die ausgesperrten Buchbinder aus Listen 451,88 Mark. Der Ausschuß der Eharlottenburger GewerkschastSkommisfion. Otto Flemming, Schlüterstraße 68. Johann Scheible, Bismarckstraße 35. Vermilektes. Was in Deutschland unmöglich wäre. Dieser Tage wird der italienische Kriegsminister, General B i g a n 6 in den heiligen Stand der Ehe treten. Das ist kein Ereignis, über das es zu berichten verlohnte. Merkwürdig mag es aber dem deutschen Leser vor- kommen, daß der General und Minister eine Lehrerin heiratet und daß keine kirchliche Trauung stattfindet. In Ftalien wird die Sache als so alltäglich betrachtet, daß keiner Zeitung in den Sinn kommt, sie zu kommentieren. Wie lvürden die deutschen Schmocks sich zu einem so entsetzlichen Fall stellen? Ein neues Erdbeben. S ch e m a ch a(TranSkaulasien), 17. Septbr. Heute nachmittag 3 Uhr wurde hier ein zehn Sekunden andauerndes wellenförmiges Erdbeben verspürt. Mit dem Beben, das sich in der Richtung von Nordwest nach Südost bewegte, waren zwei Erd- 'töße verbunden. Tot aufgefunden. Genf, 13. September. Der seit einem Monat vermißte Reinwald wurde gestern früh in einem Abgrunde des Jorasse bei Mer de Glace tot aufgefunden. Die in Hannover 'cßhafte Familie des Verunglückten wurde telegraphisch benachrichtigt. Taifun aus Hongkong. Wie den,„Reuterschen Bureau" über Manila gemeldet wird, wurde Hongkong gestern vornnttag von einem Taifun heimgesucht. Es verlautet, daß mehrere Schiffe, darunter ein deutscher Dampfer, gesunken und andere beschädigt worden seien. 700 Gulden veruntreut. In Rotterdam ist gestern der Notar und Direktor der Südholländischen Hypothekenbank, Bland- vandenberg. unter dem Verdacht, 799999 Gulden veruntreut zu haben, verhaftet worden. Die Aktien der Hypothekenbank notierten an der Börse um 199 Prozent niedriger. Eine FeuerSbrunst zerstörte, wie aus Murat gemeldet wird. gestern einen Teil des Dorfes TraissebaS. Drei Menschen wurden dabei verbrannt. Waldbrand. Cannes, 18. September. Ein heftiger Waldbrand kam heute im Bois Callas zum Ausbruch! daS Feuer sprang auf weitere Waldbestände über und vernichtete etwa 29 999 Hektar Wald.' Es droht sich noch weiter auszubreiten. In Bagnol kamen zwei Frauen in den Flammen um. Berliner Marktpreise. Aus dem amillchen Bericht der städtischen Mnrkihnllen-Direltion.(Großhandel.) Rindfleifch la 71—76 pr. 100 Pfd., IIa 65-70, lila 60-64, IVa 64—58. Kalbfleisch, DoppellSildcr 105—115, la 84—90, Da 74—83, lila 64—73. Hammelfleisch la 77—82, IIa 67—76. Schweinefleisch 66-73. Rehböcke la per Pfd. 0,70-1,00, IIa 0,65. Roiwild la per Pfund 0,45—0,57, IIa 0,00. Damwild 0,55—0,56. Wildschweine per Pfund 0,25—0,45. Frischlinge 0,35—0,65. Kaninchen per Stück 0,50—0,90. Wildenic» la per Siück 1,30, IIa 0,00. Rebhühner, junge la 1,00— 1,45, junge IIa 0,70—0,95, alte0,75— 0,90,junge lleine 0,30—0,70. Hühner. olle, per Stück 1,50-2,60, alte, IIa 1,30-1,40, junge, per Stück 0,85—1,30. Taube», junge, p. Stück 0,30—0,52, alte 0,30—0,33. Enten, junge, per Stück 1,50—2,40, alte, per Stück 0,00. Hamburger, junge, per Siück 3,00—3,25. Gänse, la per Pfund 0,50—0,60, IIa 0,45— 0,48, la per Siück 3,00-3,80, IIa 2,00-2,90. Ponlcts per Stück 1,20—1,45, do. klein 0,65—1,00. Hechte per 100 Pfd. 80—112. Zander 0,00. Aland 73. Schleie 117—126. Bleie 0,00. Aale, groß 94—100,»Uttel 0,00, klein-mittel 0,00, unsort. 69—72. Plötzen, matt 0,00. Karpfen, unsort. 81—86. Bars- 0,00. Bleisische 29. Karauschen 87. Wels 0,00. Bunte Fische 30—66, matt 0,00. Amerikanischer Lachs I neuer per 100 Pfd. 110—130, do. II neuer 90—100, do. III neuer 75. Sprotten, Kieler 0,75—1,50. Flundern, pomm. I, Per Schock 9. do. pomm. II 2—3, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, do. klein Per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 3—4, Stralsunder 3—4,50. Aale, groß per Psd. 1,10—1,50, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4,50, do>/, Kiste 2, Kablian, per IM Psd. 15-25. Heilbutt 25. Sardellen. 1902cr per Anker 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Vollheringe 1905 0,M, large 40-44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Maises, per'/, To. 60—120. Hummern. IIa, 100 Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, lleine 0,00, unsortiert 0,00. Galizier, groß 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,25—4,75. Butter per>M Psd. la 124-126, IIa 118-120, Hla 112-116, abfallende 95-110. Saure Gurken Schock 3,50— 4,M. Psessergurken 3,50—4,00. Kartossein per 100 Psd. Dabersche 2—2,25, Rosen 1,50—1,75, neue runde 1,75—2.00, neue blaue 0,M. Spinat p. 100 Psd. 8,00—12,00. Karotten p. Schockbund 2,00—3,00. Sellerie, hiesige, P.Schock 1,50— 6, M. Zwiebeln IMPsd. 3, M— 4,00. Petersilie. grün, Schvckbd. 1,00. Kohlrabi p. Schock 0,75—1,00. Rettig, bahr., P. Schock 2,40 bis 4,80. Radieschen p. Schock-Bd. 0,60—0.80. Salat, p. Schock 1,50—1,75. Bohnen, grüne, per IM Pfund 10—20. Wachsbohncn 15—25. Schoten per IM Psd. 15-20. Psefieriinge pr. IM Psd. 10-20. Mohrrüben pr.lMPsd.3— 4. Tcltower Rüben p. IMPsd. 10—12. Blumenlohi p. Mandel 1,50— 2,50. Wirfing- kohl per Schock 4,M— 8,M. Rotkohl p. Schock 3,M— 9,M. Weißkohl p.«chock 2,M bis 5,00. Steinpilze p. 100 Psd. 40—50. Gurken, Zerbster, Schock 0,00—0,00, do. Einlege-, Schock 1,50—1,75, do. Rothenbg. 1,50— 2,M, do. Liegnitze r 2,00—3.00. do. Einlege-(«ens-j 8—16. Kohlrüben, Schock 3—5,50. Tomaten, hiesige IM Psd. 3— 6. Kürbis 2— 3. Birnen, ital. per 100Psd. 0,00, hiesige 3— 20, Tiroler 20—35, böhmische 4—16, Rettig- 0,M. Aepsel, ungar., per IM Psd. 0,M, ital. 10—15, hiesige 2—9, Gravensteiner 6— 16, Tiroler 15—24. Preißelbeeren 0,00, schwedische 20—21. Blaubeeren per 100 Psd. 12—14. Pflaumen, ital. runde dunkle per IM Psd. 0,M, ungarische 0,00, hiesige 4—6, Reineclaudens 0,00, Serben 6—13, Badenser 0,00, Böhmische 4,50—10. Zitronen. Messina 300 Stück 19,00—35,00, 360 Stück 12,50-24,00, 200 Stück 0,00, 420 Stück, klein 12,00—15,00, 500 Stück, klein 13-15. Pfirsiche, Werdersche per IM Psd. 20—40, srz. 0,00, italiciüsche la Kiste 3,00, do. na Kiste 2,50, do. lila Kiste 0,00, do. in Körben per IM Psd. 20—40._ WttternngSübersscht vom 18. September 1906, morgeu»» Nh». t»« *il .~- ® wa Slallonen swinemde. erlin Franks.a.M München Wien LS LS 1- C= e>— 3 3 S e s Bellet 768NO 768 NNW 766 NNO 766 O 765 SO 765 WNW c B 4 heiter 2 Regen 2 Regen 5wolkenl 1 heiter 2 wolkig s 5- » II - Slattonen a a 11 es Haparanda 1 7753323 !6 Petersburg 786SO Scillh ilberdeen Paris 769 N 775NW 764 S SeUei 4 heiter IsNebel 4heitcx Iwollenl 1 bedeckt 10 6 14 7 9 Wetter-Prognoic für Mittwoch, den IS. September ISNS. Langsam ausNarcnd, um Mittag clwaS wärmer bei mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 18. September. Elb- bei«lässig— Meier, bei Dresden— 1,57 Meter, bei Magdeburg-f 0,84 Meter.— II n st r u t bei straußsnrt— Meier.— Oder bei Ratibor-s- 3,76 Meter.— Neiße» mündung+ 2,28 Meter.— Oder bei Brieg-ff 2,63 Meter.— Oder bei Breslau Unierpcgel— 0,34 Meter. Wir empfehlen 234/19« Parteitags- Protokolle die ein reiches Material zur Geschichte der Partei, ihrer Kämpfe, ihrer Grund» sätze, ihrer Taktik bieten. Nachstehend heben wir die Hauptpunkte der Ber» Handlungen aus der jeweiligen Tagesordnung in summarischer Inhaltsangabe hervor: 1890. Neuorganisation: Programmrede Liebknechts; Stellung zu Streiks und Boykotts z Auseinandersetzung mit den.Unabhängigen". M.—.50 1891. Festsetzung des Programms; Programmentwürse; «lusschtuß der„Unabhängigen"; Taktik der Partei. M.-,50 1892. Bergriffeu. 1893. Gewerkschasisbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. M.—,40 üvAnbfiivt 1894. Budgetbewilligungssrage in den Landtagen: Agrar» FlllllnfUll frage: Trusts, Ringe und Kartelle. gllkölfttf 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. Erfurt Kerlin Köln Glltha 1896. Vergriffe». HambN! Stuttgart M.-,25 M.—.30, geb. M.—.50 Artttibtirit 1897. Preußische Landtagslvahlen: Militarismus. NuIIIVIIlg Broschiert M.—,35 1893. Koalitionsrecht: Beraarbeiterschutz: Preußische Land- tagSwahIcn: Zoll- und Handelspolitik. Broschiert M.—.35, gebunden M.—.60 Kannooer 1899-»ergriffen. 1900. Weltpolitik: Verkehrs- und Handelspolitik: Taktik bet MstlUj den Landtagswahlcn: Anhang: Bericht über die Frauenkonscrcnz. Broschiert M.—,50 1901. Vergriffe». 1902. Arbeitervcrsicherung: Kommunalpolitik: Frauen. konsercnz. St.— Dresden 1903 Bergriffen. ürontoN 19Ö4. Maiseier: Amsterdamer Kongreß: OrganisationSftage: Nil Uli II Faß Schippet: dritte Frauenkonscrcnz. Broschiert M.-,70, geh. M. 1.- Drotodolle der Juternatlonnlen Arbeiter- Kongresse. 1839. Mit einem Vorwort von W. Liebknecht. Berichte der Delegierten der einzelnen Länder: Ab- schassung der stehenden Heere: Maiseier. M.—,25 1393. Stellung der Partei im Kriegsfälle; Agrarfrage; Generalstreik. M.—,50 1896. Pollttsche Aktion: wirlschastlichc Zlktion: Erziehung und körperliche EntWickelung. M.—,20 1900. Der Kamps um das allgemeine Stimmrecht; die Eroberung der politischen Macht: Koloniaipolint: der Sozialismus in de» Gemeinden. M.—.20 1904. Internationale Regelung der sozialistischen Politik (Taktik), Kolonialpoliiik. Auswanderung und Ein- Wanderung, Generalstreik, Sozialpolitik und Arbeiter- Versicherung, Der Achtstundentag, Trusts undlArbeits- losigkeit. M. 1,—, Agitationsausgabe M.—.40 expcdltion des Vorwärts ßerltn 8 AI. 68, Lindcnstr. 69(Laden). Mich London Poris Vereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher. Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Donnerstag, 20. September, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Berliner Gewerkschaftskommission. 2. Neuwahl derselben. 3. Vereinsangelegenheit. Bezirks- Verfammlungen: 126/1 am Montag, den 24. September 1906, abends 8%, Uhr: Bezirk Moabit bei Pielicke, Waldstraße S. Bezirk Nixdorf bei Gellert, Steinmetzstraße 113. Donnerstag, den 27. September, abends 8%, Uhr: Bezirk Often bei Merkowski, Andreasstraße 26. Die Ortsverwaltung.. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verband d. baugewerblichen Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amit IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Donnerstag, 20. September, abends 8 Uhr, in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39: Branchen- Versammlung der Elektromonteure u. Hülfsmonteure Berlins n. Umgeg. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Maurenbrecher über: Achtzehn hundertsech 3". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 5. Aufnahme neuer Mitglieder. Achtung! Uhrmacher! Achtung! Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk 9. Schönhauser Vorstadt. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Mitglied Wilhelm Stephan am Montag, den 17. d. Mts., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. d. Mts., vom Trauerhause Schönhauser Allee 141 aus, nach dem Gethsemane- Kirchhof in Nordend statt. Der Zweigvereins- Vorstand. 37/11 Donnerstag, den 20. September 1906, abends pünktlich 7½ 6 Tischler- Verein zu Berlin in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Allgemeine Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Pätzel über:„ Die neuen Steuern und ihre Berwendung." 2. Diskussion. 3. Wie agitieren wir unter den Kollegen? 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 153/9 Donnerstag, den 20. September, abends 81/2 Uhr, im Volkshause, Charlottenburg, Rosinenstr. 3: Bezirks- Verfammlung für Charlottenburg und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Die Berufskrankheiten der Metallarbeiter und ihre Verhitung. Referent: Genosse Dr. Zadek. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Gewerkschaft der Maler Berlins und Umgegend. Bureau: Stralanerstraße 48. -T.-A. 1, 7779. Donnerstag, 20. September, abends 81%, Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jakob str. 75: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen F. Kniestädt. 2. Diskussion. 3. Ge werkschaftliches. NB. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es in dieser Bersammlung zu erscheinen. 155/7 Der Vorstand. J. A.: W. Berndt. Der Arbeitsnachweis für Maler, Lackierer und Anstreicher be sindet sich nach wie vor Stralauerstr. 48, Tel.: Amt 1, 7779 und ist bormittags von 7-11 Uhr geöffnet. Die Bermittelung ist unentgeltlich. Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands ( Ortsverein Berlin, Abt. I). E. H. No. 89. Unser Mitglied, Herr Viktor Nowak Münchebergerstr. 22 ist am 16.September im 67. Lebensjahre gestorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt hente Mittwoch, den 19. September, nachmittags 2 Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde von der Halle aus. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Viktor Nowack am 16. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. September, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 93/3 Der Vorstand. Danksagung. Für die uns anläßlich der Beerdigung meines lieben Bruders, Schwagers und Onkels bewiesene Teilnahme fagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Mitgliedern des jozialdemokratischen Wahlvereins für Donnerstag, 20. September, abends 8 Uhr, im Neuen Klubhause, den 4. Berliner Wahlkreis( Köpenicker Kommandantenstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Paul Bernstein über: Die erste Hülfe bei Unglücksfällen. 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch, auch der Frauen, erwartet 268/12 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, 20. September, abends 8 Uhr, int Gewerkschaftshause ( Saal 8), Engel- Ufer 15: Branchen- Versammlung aller in der Telephon- Branche und für Viertel), dem Zentralverband der Maurer Berlins unseren besten Dant. 23412 Familie Hennig und Rutsch. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung micines lieben Mannes, des Bierbraueis Valentin Möhring sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Verbande der Bierbrauer meinen tiefgefühlten Dank. 13586 Die trauernde Witwe. teppdeden billigst direkt in der Fabrik 72. Wallstr. 72, photographische u. chirurgische Apparate befchäft. Tischler. wo auch atte Steppdeden aufgearbeitet Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. werden. Bernhard Strohmandel, Berlin Ks. Justr. Natalog gratis. Loden- Pelerinen. Wetterfeste praktische Loden. 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Verlaasanftalt Raul Gina& Co., Berlin SW 2. 5tilnof iitü ,|otirirl6" Kerlim DolWliilt. Partei- Hnofcleflienbciten» 8«« Lokalliste. Folgende Lokale stehen der Arbeiterschaft zu »en bekannten Bedingungen zur Verfügung: Im sechsten Kreis: Schwantkes Festsäle, Chausseestr. 96 und in Nieder- Schonhausen„Hotel Wi l h e lm s h o f". Kaiser Wilhelm- straße 64. Bitte auszuschneiden und der Lokalliste beizufügen. Die L o k a l k o ni in i s s i o n. Berliner JVachrichten. Schema F im Krankenhause. Slus Charlottenburgs Krankenhaus auf Westend hatten wir ein Vorkommnis berichtet(in Nr. 206), das uns zeigte, wie leicht in einer solchen Anstalt das Personal bei gedankenlos- mechanischer Erfüllung der vorgeschriebenen Pflicht dazu gelangen kann, einen Hülfesuchenden um die erwartete Hülse zu bringen. Der Zimmerer B. wurde mit einer Fußverletzung nach dem Kranken- hause Westend geschafft und rechnete dort auf sofortige Gewährung erster ärztlicher Hülfe. Das Personal nahm aber an, er solle im Krankenhause verpflegt werden, und so wurde entschieden, zu- nächst habe er sich in die Badewanne stecken zu lassen und dann werde man ihm helfen. Da seine Widerrede nicht beachtet wurde, so verließ der von Schmerzen gequälte Mann die Anstalt, ohne die erforderliche Hülfe erhalten zu haben, und suchte dann eine llnfall- statton auf. Der M a g i st r a t von Charlottenburg nieint, in unserer Darstellung sei das Krankenhaus zu schlecht weggekommen, und er schickt uns jetzt eine Rechtfertigung. Er schreibt:„B. ist bei seiner Ankunft in unserem Krankenhanse sofort zwecks stationärer Behandlung zur Aufnahme in das Krankenhaus bestimmt und ohne jeden Aufenthalt nach dem Ausnahmebad der chirurgischen Abteilung gebracht worden. Herr Ober- arzt Dr. Neupert sah den B. in dem Badezimnier unnrittelbar nach dessen Ankunft auf einem Stuhl sitzen, überzeugte sich davon, daß eine augenblickliche Gefahr nicht vorlag, und ordnete die in solchen Fällen vor dem ärztlichen Eingriff notlvendige Reinigung des Patienten an. Der Auftrahmewärter, der den B. vorher noch mit einem erneuten Verbände versehen hatte, verließ darauf auf kurze Zeit das Badezimmer, um die erforderliche Wäsche und Kleidung zu besorgen. Bei seiner Rückkehr erhob sich B. und verließ, trotz mehrfacher Ermahnung, das Badezimmer, weil er nicht länger warten wollte.* Wer unseren Artikel kennt, dem wird sofort auffalle», daß seine Angaben mit diescrDarstellung desMagistrats über- einstimmen smit Ausnahme einer Einzelheit, auf die wir noch zurückkommen werden). Eben das bemängelten lvir ja, daß B. sofort zur Aufnahme in das Krankenhaus bestimmt wurde, ehe man die Wunde gesehen hatte. Wer hat eigentlich auf Westend darüber zu entscheiden, ob jemand zur Verpflegung aufgenommen werden muß oder nur erste Hülfe nötig hat oder ganz abgewiesen werden kann? Ein Arzt sah sich den Verletzten erst an, als er schon im Badezimmer abgeliefert war. Aber auch der besah nicht die Wunde, sondern prüfte mit kurzem Blick nur das Allgemeinbefinden. Daß der Mann im Krankenhause bleiben wolle und müsse, stand auch für den Arzt sogleich fest. Und so blieb's dabei, daß B. erst in die Wanne hinein müsse und dann ärztliche Hülfe kriege. Der Magistrat schreibt, jener„Vor>värtS*-Artikel sei„geeignet*, im Publikum eine falsche Auffassung von dem Drenstbetrieb in unserem Krankenhause hervorzurufen.* Wenn das, was der Magistrat er- zählt(und was wir genau ebenso mitgeteilt haben), ihm als das Richtige gilt und im Krankenhaus Westend Regel ist, dann werden wir allerdings unsere Auffassung vom Dienstbetrieb dieser Anstalt ändern müssen. Der Magistrat behauptet übrigens, noch dort sei B. mit neuem Verband versehen worden. Das ist der einzige Punkt, in dem sein Schreiben unsere Angaben nicht bestätigt. Wir stellen aber fest, daß wir B. gerade hierüber sehr eindringlich beftagt haben. Er blieb dabei, der Wärter habe nur den aus dem Bau notdürftig um« {lelegten Verband mit Watte und Binde überdeckt, weil Blut durch- ickerte. Die Rechtfertigung des Magistrats bringt noch ein paar Zusätze. die an dieser verwunderlichen Stilübung das Verwunderlichste sind. Er erzählt, dem B. sei„von keiner Seite gesagt" worden, er solle sich nach ciner Unfallstation begeben, auch habe er im Bade- räum höchstens zehn Minuten verweilt. Ja, was soll uns das? I „W i r haben keine Zeitdauer angegeben, w i r haben aucht nicht be- hauptet, dem B. sei„gesagt* worden, er möge eine Unfallstation aufsuchen. Dieser Teil der Rechtfertigung richtet sich wohl gegen ein Montags- blatt, das gleichfalls über das Vorkonimnis berichtete, aber manches Falsche wiedergab. Will der Magistrat das korrigieren, so wende er sich dorthin. Es ist eine Keckheit, sich uns gegenüber flir eine solche„Berichtigung" auch noch auf das Preßgesetz zu berufen, wie er eS tat. Schlimmer noch treibt es sein Publikationsorgan, die Char- lotteuburger„N e u e Zeit*. Das liberale Blatt bringt die Selbst- Verteidigung des Magistrats, schickt ihr eine Einleitung vor- aus, nennt darin jenes Montagsblatt und den„Vorwärts" nebeneinander und sagt dreist über beide, sie hätten„einen Artikel veröffentlicht, wonach dem Zimmerer B. im Krankenhause Westend nicht die gewünschte Hülfe zuteil geworden sei, so daß er gezwungen gewesen sei, eine Unfallstation aufzusuchen*. Die„Neue Zeit* weiß sehr wohl, daß der„Vorwärts* einen ganz anderen Artikel als jenes Montagsblatt brachte und in wichtige» Punkten eine entgegengesetzte Darstellung gab. Wie gefällt dem Charlotten- burger Magistrat diese seine Bundesgenossin? Zwischenpächter-Wirtschaft in Laubenkolonien. Der Sommer ist vorbei, der Herbst zieht ins Land, schon schüttelt der Wind die Blätter von Strauch und Baum. Wie sieht's jetzt in den Laubenkolonien aus? Die Beete der Pflanzer haben hergegeben, was Geschick und Fleiß ihnen abzuringen vermochten, noch sind die letzten Garten- und Ackerfrüchte hereinzubringen. Aber so mancher Pflanzer, der das Frühjahr und den Sommer hindurch sich gemüht hat, ist dennoch bis zum Herbst nur knapp auf seine Rechnung gekommen. Er erhofft nun vom nächsten Jahr einen besseren Ertrag seiner Arbeit. Am 30. September erlischt sein diesjähriger Pachtvertrag, vom 1. Oktober will er ihn auf ein weiteres Jahr erneuern— tvenn er darf. Ob er darf, das hängt ab von dem Manne, der zwischen dem Besitzer des Pachtlandes und die pachtlustigen Pflanzer sich als Zwischenpächter hineingeschoben hat. Gibt's in Groß-Berlin Landbesitzer, die selber ihren Boden als Laubenland parzellieren und die Parzellen direkt an die Pflanzer verpachten? Wir wissen keinen. Wohl jede Laubenkolonie wird als Ganzes an eine Zwischen- pcrson verpachtet, weil das dem Besitzer bequemer ist und gewöhnlich auch mehr Gewinn verspricht. Bequemer ist es, weil er so für die ganze Kolonie nur mit einem einzigen Pächter zu tun hat und sich um nichts weiter zu kümmern braucht. Mehr Gewinn verspricht es ihm, weil als Zwischenpächtcr m c i st In- haber von Schankwirt schaffen auftreten, die um so mehr bieten, je mehr sie auf dem erpachteten Lande mit ihrem Ausschank zu verdienen hoffen. Das System der Zwischenpacht wird der direkten Verpachtung nicht nur von privaten Besitzern vorgezogen, sondern auch von Gemeinden, vor allem auch von der Stadt Berlin, die in Vororten große Ländereien besitzt und viel Laubenland verpachtet. Lift genug schieben sich sogar zg>e i Zwischenpersonen hinein: der Spekulant, der das einträgliche Ge- werbe betreibt, überall Laubcnland zu pachten, und der Schankwirt, der erst vom Laubcnland-Spekulanten eine Kolonie in Zwischenpacht nimmt. Diese Zwischenpächter-Wirtschaft wird nur zu oft eine Geißel für den Pflanzer. Es ist schon schlimm, daß sie ihm die Pacht verteuert. Sie bringt ihn aber leicht auch in eine Abhängigkeit von dein Schankwirt, der als Zwischenpächtcr auftritt. Geschäftskundige Zwischenpächtcr bestimmen in den Verträgen mit den Pflanzern, in der Kolonie sei der Bedarf an Bier usw. vom Zwischenpächtcr zu beziehen. Aber auch wer nicht diese Bedingung stellt, rechnet doch auf die Kundschaft seiner Pflanzer. Jeder Schank- wirt will möglichst viel verdienen, das wird ihm niemand verdenken. Da werden aber dem aussckstinkenden Zwischenpächter die Pflanzer, die wenig bei ihm verzehren, wahrscheinlich nicht halb so lieb sein wie die anderen, die er als gute Kunden schätzen darf. Wird er zaudern, zum Herbst einem schlechten Kunden den Lauf- paß zu geben und die Parzelle an einen Nachfolger verpachten, der vielleicht fleißiger trinken will? Für den Pflanzer, dem aus solchem Anlaß oder auch aus anderen Gründen die Erneuerung des Vertrages verweigert wird, ist das meist sehr bitter. Was er an Mühe und Geld in die Parzelle hineinsteckte, kann manchmal erst nach Jahren sich voll rentieren. Das Land hat er fleißig bearbeitet und zweckmäßig gedüngt, um es überhaupt ertragfähig zu machen. Mit vieler Mühe hat er selber sich einen Brunnen gegraben, um das unentbehrliche Wasser zu kriegen. Sträucher hat er gepflanzt und Bäume, die erst lohnen sollen, was er auf sie verwendete. Eine neue feste Laube hat er als Ersatz für ihre primitivere Vorgängerin erbaut, weil er noch auf Jahre hinaus hier bleiben zu können meinte. Unter solchen Umständen zieht mancher es vor, vor dem Zwischenpächter zu Kreuze zu kriechen und sich sein Wohlwollen zu sichern. Selbstverständlich haben aber die Pflanzer nicht immer sich ohne Gegenwehr den Zwischenpächtern ausgeliefert. Ucberall in den Laubenkolonien bestehen Pflanzervereine, die durch ihren Zusammnschluß versuchen, den Willkürgelüstcn eines Zwischen- Pächters zu begegnen. Schon mancher Zwischenpächter, der zu fchr sich als„Herr im Hause" fühlte, hat es zu spüren gekriegt, daß mit dem Pflanzervcrein seiner Kolonie nicht zu spaßen war; schon mancher hat es erleben müssen, daß sein Ausschank boykottiert wurde. Kann man sich wundern, wenn der Zwischenpächter einen solchen Pflanzerverein grimmig haßt? Dazu kommt, daß einzelne Pflanzervercinc geradezu darauf ausgehen, sich von dem Zwischenpächter-System zu befreien. Sie suchen Laubenland direkt vom Besitzer zu pachten, damit die Parzellen ohne Profit an die Mitglieder abgegeben werden können. Das schließt nicht aus, daß die Kolonie deshalb doch ihren Ausschank kriegt; denn auch in solcher Kolonie wollen die Trinker, die alkoholfreund- lichen samt den alkoholfeindlichen, nicht trocken sitzen. Aber der Schankwirt steht dann nicht über, sondern neben den Pflanzern und kann nicht den schikanieren, der ihm wenig zu verdienen gibt. Der „Bund der Pflanzervercinc Berlins und Umgegend* nennt unter seinen Aufgaben sogar an erster Stelle die,„geeignetes Pachtland zu erwerben resp. Laubenkolonien zu gründen". An den Berliner Magistrat, der bisher die Laubenland-Spciulanten begünstigte, hat der Bund jetzt eine Eingabe um direkte Ueber- lassung von Laubenland gerichtet. Zu welchen Zuständen die Zwischenpächter- Wirtschaft führen kann, dafür wollen wir ein Beispiel mitteilen. Der Gegensatz zwischen den Pflanzervereinen jbezw. ihrem Bund) und den Zwischenpächtern hat in Kolonie„Ostend" an der Landsberger Chaussee sich bis zu offenem Kampfe gesteigert. Der Restauratur K i e b u r g, der dort Zwischenpächter ist, hatte sich mit dem zum Bund gehörigen Pflanzerverein überwarfen, weil der Bund eine Kampforganisation gegen die Zwischenpächter sei. Der Unfriede hatte begonnen, als im vorigen Jahre eine Kommission des Bundes beim Besitzer des Terrains der Kolonie„Ostend" um direkte Ver- Pachtung von Laubenland vorstellig geworden war. Der Besitzer lehnte das ab. Herr Kieburg wollte dann im Herbst 190S einem seiner Pflanzer, der mit beim Besitzer gewesen war, kein Land mehr geben, aber er lenkte ein, als der Verein sich ins Mittel legte. Als K. darauf im Sommer 1906 dem Vereinsvorsitzenden ohne Angabe eines Grundes das Pachtverhältnis aufsagte, wurde sein Ausschank boykottiert. Er antwortete damit, daß er zunächst an noch sechs andere Mitglieder die Aufsage ergehen ließ. Die Einzelheiten dieses Streites sind für Unbeteiligte minder wichtig, aber eine Episode daraus verdient allgemeiner bekannt zu werden. Als in einer der letzten Nächte ein dem Verein an- gehörender Pflanzer mit fünf anderen Mitgliedern seine Laube abbrach, um am anderen Tage in der Frühe mit dem Umzüge be- ginnen zu können, erschien eine Schaar von etwa 25 Männern, in der sich der Zwischenpächter befand, und lieferte ihnen eine regel- rechte Schlacht. Drei der Angegriffenen entflohen, drei andere wurden so zugerichtet, daß sie ärztliche Hülfe suchen mußten. Uns will scheinen, daß dieser Beitrag zur Zwischenpächter-Wirtschaft in Laubenkolonien weit über den Kreis des betroffenen Vereins hinaus von Interesse ist._ Das Kuratorium der Stadtbibliothek und der städtischen Volks- leihbibliotheken und Lesehallen hat gestern unter dem Vorsitz des Stadtrats Geh. Reg.-Rat Friede! den Etat für 1907 beraten. Es wurden, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindebehörden, die Summen in den Etat eingestellt, welche erforderlich sind, um bei der S t a d t b i b l i o t h e k in der Zimmerstraße im linken Erd- geschoß eine Ausgabestelle für das Publikum und im rechten Erdgeschoß eine große öffentliche Lesehalle ein- richten zu können. Ferner beschäftigte sich das Kuratorium mit einem Testamentsvollstrecker des verstorbenen Buchhändler Albert Cohn, der der Stadtgemeinde Berlin ein Vermächtnis zugunsten der städtischen Bibliotheken usw. in Höhe von rund einer halben Million Mark hinterlassen hat. Die Testamentsvollstrecker hegen den Wunsch, ans Pietät für den Verstorbenen dessen mit vieler Mühe und großem Fleiß während langer Jahre gesammelten annähernd 30 000 Nummern umfassenden Katalog von Shakespeareschen Schriften, Biographien usw. herauszugeben, bezw. dem Publikum zugängig zu machen, wozu jährlich 6000 M. erforderlich sind. Ein schwieriges Rettungswerk vollbrachte gestern vormittag die Feuerwehr an der Moltkebrücke. Dort war ein Brauereiwagen der Firma Gregory samt den beiden Pferden von dem Ouaiufer des Packhofes in die Spree gestürzt. Als die alarmierte Feuer- wehr mit dem 16. Zuge anrückte, waren die Tiere mit dem Wagen schon untergegangen. Es mußte nun erst festgestellt werden, wo die Pferde lagen. Mit einem Rettungsboot fuhren mehrere Feuer- männer das Ufer entlang und suchten mit Stangen die Spree ab. Als sie die Stelle fanden, wo die Pferde lagen, wurde mit großen Rettungstauen die schwierige Arbeit des Heransholens begonnen. Es dauerte über eine Stunde, bevor man die Tiere an Seile ge- Kunden hatte. Mit einem Krahn wurden sie dann aus den Fluten gezogen. Beide Pferde waren tot. Der Wagen konnte bisher noch nicht herausgeholt werden. Die neu erbaute Oranienbrücke ist gestern abend zum erstenmal für den Wagen« und Fußgängerverkehr freigegeben worden. Die Straßenbahnwagen durften die neue Brücke schon seit mehreren Togen benutzen. Die während des Brückenbaues dienende Holz- brücke ist abgesperrt, mit ihrem Abriß soll begonnen werden. Athens Bürgermeister weilt gegenwärtig in Berlin, um die städtischen� Einrichtungen zu studieren und dann die städtischen Institute seiner Vaterstadt nach deutschem Muster zu gestalten. Zwei schwere Betriebsunfälle werden vom gestrigen Nach- mittag gemeldet. In einer Geldschrankfabrik in der Badstraßc stürzten mehrere schlpepe Panzerplatten um und sielen unglücklicher- weise auf den 21jährigen Fabrikarbeiter Ludwig Dobercwski, Prinzenallce 12, der in diesem Augenblick an der betreffenden stelle vorüberging. Der junge Man» wurde in bewußtlosem Zu- stände wieder hervorgezogen. Dem Bedauernswerten war der Brustkasten eingedrückt und außerdem hatte er sich innere Ver- letzungcn zugezogen. D. kam ins Moabiter Krankenhaus.— Auch der 19jährige Schmied Alwin Nimridt aus der Koloniestraße 148 wurde schwerverletzt dorthin eingeliefert. N. ist in ciner Auto- mobilsabrik in der Koloniestraße beschäftigt und hatte gestern nach- mittag das Unglück, von einem herabstürzenden Automobilkasten getroffen zu werden. Ter rechte Unterschenkel wurde dem Aermsten vollständig zerschmeitert. Lebensgefährlich verunglückt ist gestern abend beim Verlassen des Bahnhofs Wedding ein unbekannter Arbeiter. Er war im Begriff gewesen, den nach der Müllerstraße zu führenden Ausgang zu verlassen und als er die hohe Treppe hinunterstieg, stürzte er plötzlich kopfüber in die Tiefe. Passanten trugen den Perunglückten in bewußtlosem Zustande nach der Unfallstation 6 in der Lindower- straße, wo der Arzt einen schweren Schädelbruch feststellte. Alsdann wurde er nach der Charite gebracht. Unglücksfälle im Straßenverkehr. Vom Straßenbahnwagen abgestürzt ist gestern nachmittag eine unbekannte, etwa 45jährige Frau, welche einen Straßcnbahnzug der Linie 1 benutzte und sich auf die Vorderplatt- form des Anhängewagens gestellt hatte. Vor dem Hause Frieden- straße 10 stürzte die Frau plötzlich seitlich von dem Straßenbahn« wagen herab uird blieb besinnungslos neben dem Wagen liegen. Die Verunglückte, die einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht.— Unter einen Straßenbahnwagen geriet gestern nachmittag gegen M-b Uhr der obdachlose, 70jährige Arbeiter Ludwig Görne. Der Greis wollte zur genannten Zeit die Kottbuserstraße in der Nähe des Kottbuser Tors überschreiten und betrat unmittelbar vor einem Stratzenbahnzuge der Linie 29 das Gleis. Obwohl der Wagenführer die Gefahrbremse zur Anwendung brachte, konnte er doch nicht verhindern, daß G. unter die Plattform geriet und vor dem Schutzrahmen liegen blieb. Görne, der eine schwere Brust- quetschung erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause am Urban übergeführt. Von einem Zweiradfahrer niedergerannt und schwer verletzt wurde gestern nachmittag in der See- straße der 11jährige Schüler Karl Schulz, als er auf dem Wege nach der elterlichen Wohnung den Fahrdamm des genannten Stratzenzugcs in der Nähe der Marchstraße überschritt. Der Rad- fahrer fuhr an der linken Seite des Fahrdamms entlang und Sch., der den Radier nicht sah, wurde von dem Vorderrade der Maschine erfaßt und zu Boden geschleudert. Er fiel so unglücklich, daß er eine schwere Schädelverletzung, Bruch des rechten Unterarmes und anscheinend auch innere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte wurde nach dem Paul Gerhardt-Stift in der Müllerstraße über- geführt._ Auf schreckliche Weise hat gestern nachmittag der 5jährige Sohn Artur des Metalldrehers Zerning, Pankstt. 5, sein Leben verloren. Während die Mutter zum Einkaufen ausgegangen war, befand sich der Knabe ohne Aufsicht in der in der dritten Etage belegenen Wohnung und kletterte auf die Brüstung des offenen Fensters. Als die Mutter wieder in das Zimmer eintrat, erschrak das Kind, verlor das Gleichgelvicht und stürzte in die Tiefe hinab. Mit zer- schmettertet» Schädel wurde der Kleine nach dem städtischen Kinder- Krankenhause gebracht, doch starb er bereits auf dem Transport dorthin. Ein Verbrecher, der auch die Berliner Kriminalpolizei längere Zeit beschäftigt hat. ist jetzt zu Felsoekahd in Ungarn ergriffen worden. Es handelt sich um den 36 Jahre alten Müllergesellen August Sternickel, der eines furchtbaren Verbrechens wegen verfolgt wurde. Wie wir seinerzeit berichteten, wurde die Mühle von Ragwitz bei Löwenberg in der Nacht zum Pfingstsonnabend vorigen Jahres ein Raub der Flammen. Der alte Mühlenbesitzer Knappe, der auf dem historischen Besitztum geboren und groß geworden war, kam in den Flammen um, ebenso sein Hund und fein Pferd. Der Verdacht, daß Verbrecher den Brand angelegt hatten, bestätigte sich. Ein Berliner Kriminalkommissar, ddr mit den Ermittelungen betraut wurde, kam durch die Aeußerung eines Schlossers, den er in Bunzlau fand, auf die Spur der Brandstifter und nahm zwei von ihnen, die Maurer Wilhelm und Reinhold Pietsch, fest. Diese gestanden, mit Sternickel das Verbrechen verübt zu habe». Die Brandstifter und Mörder waren nachts in das Gehöft eingestiegen, hatten den alten Müller in seiner im Ober- geschoß gelegenen Schlafkammer umgebracht und beraubt und dann das Anwesen in Brand gesteckt. Sternickel, der auch in Berlin ge- Wesen war, wußte sich allen Nachforschungen zu entziehen. Der Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose, bestehend aus ehemaligen Patienten der Lungenheilstätten hält eine Reihe von Vorträgen ini Bürgcrsaale des Rathauses ab. Der erste beginnt am heutigen Mittwoch, abends 8 Uhr, und spricht Chefarzt Dr. Land- graff-Belzig über:„Was können Patienten von der Heilstätten- behandlung für ihr späteres Leben lernen?" Ein Orgelkonzert veranstaltet heute abend IVt Uhr der König!. Musikdirektor Bernh. Jrrgang in der S t. M a r i e n k i r ch e unter Mitwirkung von Frl. Willi Kewitsch(Sopran), Frl. Hilda Ellger (Alt>, Herrn Georg Dieburtz lVioline) iund Herrn Heinrich Scholz(Orgel). Der Eintritt ist frei. Arbeiter- Samariterkolonne. Donnerstagabend 9 Uhr: 4. Ab- teilung für Lichtenberg und Umgegend: Letzter Uebungsabend des Sommcrkursus. Bortrag über:„Krankenpflege und Transport Verunglückter und Erkrankter*. Daran anschließend praktische Uebungen. Der Winterkursus in dieser Abteilung beginnt am 18. Oktober, wozu die neuen Lehrpläne zu haben sind. Um zahl- reiche Beteiligung wird ersucht. Nach dem Vortrage gemütliches Beisammensein. TaS Radrennen in Steglitz findet heute abend 6� Uhr statt. In Betracht kommt der Große Preis von Europa. Der Zoologische Garten ist neuerdings in den Besitz eines Paares Sandwichgänse gelangt, ciner Vogelform, die wegen der Einbürgerung der Katzen auf dem Hawaiarchipcl ihrem Aussterben nahe und daher äußerst schwer lebend zu beschaffen sind. Diese zierliche Wildgans, die im wesentlichen gelbgrau erscheint und an dem schwarzen LängSstrich über Kopf, Nacken und Hals im Verein mit dem ebenso gefärbten Schnabel und den Füßen leicht kenntlich ist, ist durch die besonders ausgebildeten Längsfurchen im Hals- gcfiedcr und durch die tief ausgeschnittenen Schwimmhäute aus- gezeichnet. Das seltene und kostbare Paar ist auf dem oberen Teich an der Waldschänke untergebracht. Im Berliner Aquarium findet der Besucher gleich nach Betreten des Schlangenganges einige soeben Neuangekommene Gäste. Der an Kopf- und Artenzahl überaus reichen und speziell aus allen Fauncngebieten der alten und neuen Welt enthaltenden Sammlung von Giftschlangen find wieder zwei Exemplare aus der Gattung der Schildotter(Naja) zugeführt worden, die in der Tracht zwar den ungefährlichen Nattern gleichen oder ähneln, durch den Besitz von Giftzähucu und Giftdrüsen aber zu den gefährlichsten unter ihres- gleichen zählen. Die neuen Ankömmlinge zeichnen sich durch ein bronzeglänzendes Rot ihres oberseitigen Schuppenkleides aus und bilden somit eine Varietät jener über fast ganz Aftika südlich des AtlaSgebirgeS verbreiteten Aspis- oder Urausschlange, die schon in der Geschichte Moses und der alten Acgypter eine Rolle spielt und bisher hier im Aquanum nur durch eine ganz dunkele Spielart ver- " treten war, die jedoch nicht mit der schwarzköpfigen Hutschlange ver- aufzuklären. Den Frauen kam die Sache verdächtig vor und gehöriger dreistöckiger Neubau ist im Rohbaut hochgeführt und wird wechselt werden darf. Dem Namen nach am bekanntesten von diesen einige drängten sich bor, um das heiß begehrte gegenwärtig abgeputzt, zu welchem 3wed ein Stangengerüst aufNajas ist die wegen einer brillenähnlichen Nackenzeichnung Brillen- Fleisch zu besichtigen. Jetzt wurde ihnen flar, warum der gestellt ist. Von dem Gerüst sollte gestern nachmittag, nachdem der schlange" benannte indische Cobra, deren im Aquarium befindliche Mann zögerte. Offenbar waren ihm schwere Bedenken auf- Abpuzz unter dem Dachfims fertiggestellt war, die oberste StufenVertreter eine sandgelbe Grundfärbung zeigen, während andere gestiegen, derartiges Fleisch abzugeben. Wie man uns glaub- lage entfernt werden. Hierbei brach eine der längs geschwarz, grau oder braun erscheinen. würdig versichert, schillerte dasselbe in allen Regenbogenfarben und bundenen Rüststangen durch und das Gerüst brach zusammen, Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Zu unserer gestrigen Notiz teilt uns Herr Brandt mit, daß Walterstr. 19 vor seinem Lokal wohl ein junger Bursche mit dem Revolver geschossen habe, eine Schlägerei aber nicht statt gefunden hat. Nieder- Schöneweide. Eine größere Verkehrsstörung gab es gestern nachmittag 4 Uhr war außerdem von zahllosen Lebewesen bevölkert. Voller Ekel und die auf demselben stehenden drei Arbeiter mit sich in die Tiefe in der Potsdamerstraße. Unmittelbar unter der Hochbahnüberführung Abscheu wendeten sich die in ihren Erwartungen getäuschten reißend. Es waren dies die Butzer Richard Dietrich, Karl Buckow an der Bülowstraße sprang ein Straßenbahnwagen aus dem Gleise. Frauen ab und verzichteten auf dieses Fleisch, das zivar und Karl Voigt, welche von den übrigen Bauarbeitern aus ihrer Bevor er wieder eingehoben werden konnte, verliefen fast 20 Minuten. als minderwertig, aber doch zur menschlichen Nahrung ge- entseglichen Lage befreit wurden. Alle drei Personen hatten nicht Während dieser Zeit stockte der gesamte Straßenbahnverkehr im eignet annonciert worden war. Auch dem Schlächter scheint unerhebliche Verlegungen erlitten. Dietrich hat einen Armbruch und Westen. der Appetit vergangen zu sein, denn wie berichtet wird, schwere innere Kontusionen davongetragen, Buckow eine SchädelFeuerwehrbericht. In der letzten Nacht wurde die 4. Kom- rettete er sich mit seiner Frühstücksstulle ins Freie. Was aus fontufion und Voigt außer verschiedenen äußeren Verlegungen inneren Stom- rettete pagnie nach der Borsigstraße 5 gerufen. Dort war um 5 Uhr eine dem verschmähten„ Voltsnahrungsmittel" schließlich geworden ist, Bluterguß erlitten. Die drei Verunglückten wurden nach der HeilSpiritusflasche in der Küche explodiert und hatten, außer Ein- fonnten wir nicht in Erfahrung bringen. Wenn sich alles so ver- anstalt in Wilhelmshagen übergeführt. an unsere Gemeindebehörde richtungsgegenständen, die Kleider der Wohnungsinhaberin Feuer hält, wie oben berichtet, muß man gefangen. Es gelang die Flammen schnell zu löschen. Der Woh- denn doch die Frage richten: Wie ist so etwas möglich, tros amt Spandau. mingsinhaberin, die Brandwunden an den Beinen erlitten hatte, licher Kontrolle? Wir bezweifeln nicht, daß das Fleisch vorher tier- Gehälter und Löhne der städtischen Beamten und Arbeiter. Durch legte die Feuerwehr Notverbände an. Nachts um 3 Uhr wurde ärztlich untersucht und als genießbar bezeichnet wurde. Es ist aber die mehr als eigentümliche Art der Spandauer Stadtväter, die die Feuerwehr böswilligerweise nach dem Gesundbrunnen alarmiert. Doch wohl flar, daß minderwertiges" Fleisch viel weniger haltbar Gehalts- und Lohnverhältnisse der städtischen Beamten und Arbeiter Als die Wehr an dem Melder in der Soldinerstraße nahe der ist wie gesundes, und daß es, wie dieser Fall beweist, schon nach in geheimer Sizung zu verhandeln, wird den Bewohnern Spandaus Weichbildgrenze von Pankow ankam, war der Täter längst über alle einem oder zwei Tagen völlig verdorben sein kann. Da wäre es die Möglichkeit genommen, Kenntnis von der Gehalts- und LohnBerge. Wegen einer Gasexplosion wurde der Moabiter Löschzug doch wohl Pflicht, am Morgen vor dem Verkauf noch eine Unter- höhe der Beamten und Arbeiter überhaupt zu erhalten. Wir nehmen nach der Berlebergerstraße 34, Ede Birken- und Lübeckerstraße, ge- uchung vornehmen zu lassen, nicht nur, um die unbedingte unschädlichkeit deshalb Gelegenheit, an der Hand der Magistratsvorlage die bisher rufen. Die Gefahr konnte schnell beseitigt werden. Derselbe Zug festzustellen, sondern auch um zu verhindern, daß derartig ver- geltenden und von jetzt in Vorschlag gebrachten Gehälter und Löhne hatte bald darauf in der Paulstraße 20c zu tun, wo ein Ballon dorbenes Fleisch überhaupt dem Publikum zu Gesicht kommt. Oder unseren Lesern so weit als möglich zu unterbreiten. Daß die Gasäther explodiert war. Eine Wagenremise brannte nachts in man sollte wenigstens in solchem Falle dem mit dem Ausschnitt Gehalts- und Lohnausbesserungen der niedrigen Beamten und der Frankfurter Allee 128 und Gardinen usw. in der Oranien- Beauftragten die Befugnis zugestehen oder besser noch, es ihm zur Arbeiter eine recht bescheidene Rolle auf der Vorlage spielen, sei straße 2a. Im Keller des Seitenflügels Immanueltirchstraße 10 Pflicht machen, den Reflektanten von dem Sachverhalt Kenntnis zu vorweg erwähnt. An der Spitze der Gehaltsaufbefferungen marschieren und Cubrystraße 45 hatte die Wehr gleichzeitig zu tun. An beiden geben mit dem Bemerken, daß er derartige Ware nicht verkaufen außer dem Oberbürgermeister Kölge, Bürgermeister Wolf, StadtbauStellen brannten Fett, Gardinen, Schaldecken u. a. fönne. Es ist dringend zu wünschen, daß die zuständige Behörde rat Paul, Stadtrat Weber, die der Reihenfolge pensionsberechtigte den Fall untersucht und den Schuldigen zur Rechenschaft zieht, um Bulagen in Höhe von 3000 m., 1000 m., 1000 m. und 500 M. erderartige Ungehörigkeiten in Zukunft zu verhindern. halten, der Schlachthofdirektor mit einem Anfangsgehalt von 3600 M. Rixdorf. ( 3300*) und einem Endgehalt von 5100( 4500) bei Alterszulagen bon 5 a 300( 4 a 300). Wasserwerksdirektor und der Stadtgeometer, deren Anfangsgehalt In diefelbe Gehaltsklasse gehören der bisher 3600 M. und Endgehalt 4800 m. betrug. Es folgen alsdann Die Stadtverordnetenversammlung stimmte in ihrer letzten der Bureaudirektor und Rechnungsrevisor mit einem Anfangsgehalt Sigung dem Antrage des Magistrats zu, dem Verein zur Förderung der Kunst eine Aula und einen Geldbetrag zur Veranstaltung von von 3300 M., Endgehalt 4800.( 4500) bei vier Alterszulagen Boltsunterhaltungsabenden zur Verfügung zu stellen. a 400 M. und 1 a 100 M., der Rendant der Hauptkasse und der Ohne wesentliche Debatte wurde dann dem Magistrat für eine Die Ermittelungen betreffend die verhängnisvolle Sparkasse, deren Endgehalt gleichfalls 4800 M. beträgt. Der StadtReihe von Jahresrechnungen die Entlastung erteilt. Gemäß dem Gas explosion in der ersten Gemeindeschule in Nieder- Schöne- Endgehalt( 4200), der Stadtbauführer 2200 M. Anfangs( 2160) und sekretär und Polizeiinspektor erhalten 2800 M. Anfangs-, 4700 M. Antrage des Rechnungsausschusses beschließt die Versammlung, um weide sind jetzt zum Abschluß gelangt. Die Schuld an dem Unglück, 4500 M. Endgehalt( 4000). eine Verschleuderung der Altmaterialien zu verhindern, eine Bentral- bei dem bekanntlich der Schuldiener und dessen Frau schwer verletzt Bolizeikommissare, Schlachthoftassierer techn. Revisor mit 2200 m. Es folgen dann Sekretäre, Buchhalter, stelle für die Sammlung und den Verkauf derselben einzurichten. wurden, trifft einen Malergehülfen, der im Schulgebäude beschäftigt Anfangsgehalt( 2100) und 4000 m. Endgehalt( 3500). Der in der Bei der Jahresrechnung der Feuerlöschverwaltung kam der war. Der junge Mensch machte Kraftübungen an einem Kriminalabteilung beschäftigte Polizeikommissar erhält monatlich Stadtv. Lulay auf den vor einiger Zeit erfolgten Unfall der Gasarm, der unter seinem Gewichte abbrach, so daß das Gas 30( 10) M. Dienstaufwandgelder. Registratoren und Assistenten erSchöneberger Feuerwehr zu sprechen. Er protestierte gegen die vom ungehindert ausströmen konnte. Der Malergehülfe ging dann heim, halten 1900 M. Anfangs- und 3350( 3000) M. бeziv. 3200( 2850) M. Leiter der Wehr in die Deffentlichkeit getragene Ansicht, daß an dem ohne zu ahnen, welches Unheil er angerichtet. Unglücksfall die Straßeneinteilung schuld wäre. Er habe die Adlershof. Straßenanlagen vieler Städte studiert und habe dabei gefunden, Das Gehalt der Straßenreinigungsinspektoren, Botenmeister daß es dort genau ebenso aussehe. Eine derartige Verteidigung Die Konsumgenossenschaft von Adlershof und Umgegend hat auch und Polizeiwachtmeister beträgt 1800 M. Anfang und 3200 бezw. des Leiters könne nur Kopfschütteln hervorrufen. Am Magistrats in ihrem legten Geschäftsjahr eine gute Entwickelung gezeitigt. Ihr 2700 M. Endgehalt. Bolizeisergeanten erhalten 1500( 1400) M. tisch schwieg man diesen Aeußerungen gegenüber. Umsatz, welcher im Vorjahre 172 691 M. betrug, hat sich in diesem Anfang und 2500( 2000) M. Endgehalt. Das Grundgehalt des Erregte Debatten brachte dann die zum Schluß der öffentlichen Jahre in den drei Verkaufsstellen auf 202 756 m. erhöht. In Rathauskastellan, Armenhausverwalter, Schlachthaushallenmeister, Sigung vorgenommene Wahl von sechs unbefoldeten Stadträten. Adlershof wurden umgesetzt für 89 744 M.( im Vorjahre 77 599 M.), Schlachthauspförtner, Materialienverwalter der Gasanstalt, ForstDa zwei von diesen ihr Amt sofort nach erfolgter Bestätigung zu Alt- Glienicke für 48 547 W.( 45 319 M.) und in Grünau 58 672 M. aufseher und Bureauhülfsarbeiter beträgt 1800( 1600) 2., 1800 übernehmen haben, während die Amtsperiode der übrigen bier( 49 772 M.). Die Mitgliederzahl stieg von 600 auf 767. Unter( 1100) M., 1800( 1400) M., 1500( 1400) 2., 1800( 1600) M., Herren erst am 1. April 1907 beginnt, so beantragten die Liberalen, legteren befinden sich zirka sechzig Mitglieder der Arbeiter- 1320( 1200) M. und 1440( 1200) M. Die Techniker werden mit entgegen dem Vorschlage des Vorstehers, zunächst die Wahl der Baugenossenschaft Paradies", welchen auf ihrem Laubengelände einer Probebesoldung angestellt und bei Bewährung nach halbbeiden Erstgenannten vorzunehmen. Hiervon wollten nun aber die bei Bohnsdorf in den Monaten April bis August für 6500 M. an jähriger Probedienstzeit mit einer von der zuständigen Deputation Herren der Hausbesizerfrattion absolut nichts wissen, da ihre Taktik Waren geliefert wurden. Von der Großeinkaufsgesellschaft in Ham- festzusetzenden Anfangsbesoldung von mindestens 1650 M. weiter auf dem Vorschlage des Vorstehers aufgebaut war. Die Debatte, burg, der Konzentration des genossenschaftlichen Einkaufes, wurden beschäftigt. Diese Anfangsbesoldung steigt von drei zu drei Jahren die zum großen Teil auf das persönliche Gebiet hinüber- für 47 300 M. Waren bezogen; das sind 29 Proz. des gesamten Waren- einmal um 150 M. und von da ab alle drei Jahre um 200 M. bis ging, brachte recht widerliche Szenen. Der Hausbefizerfraktion einkaufes, welcher 163 379 m. betrug. Trotz der bedeutenden Ab- zum Beig von 2800 M. Die älteren Techniker, d. H. diejenigen, wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie sich von antisemitischen schreibungen für Inventar und Rücklagen für den Reservefonds und welche das 27. Lebensjahr vollendet haben und drei Jahre im Strömungen leiten lasse und aus diesem Grunde die vom Wahl- anderen Fonds wird auch in diesem Jahre die Genossenschaft ihren hiesigen Dienst sind, beziehen dasselbe Diensteinkommen wie die ausschuß einstimmig empfohlene Wahl des liberalen Stadtverordneten Mitgliedern 5 Proz. des Umfages als Rückvergütung zuwenden Sekretäre; diesen Technikern kann das Einkommen der Sekretäre Kaufmann zum Stadtrat zu verhindern suche. Auch der Vor- können. Der Bericht zeigt wiederum, daß der Gedanke der konsum- auch dann zugebilligt werden, wenn sie die für ihre technische Aussteher spielte sich wieder als Schußgeist der Hausbesiẞerfraktion auf genossenschaftlichen Zusammengehörigkeit immer tiefer in die Massen bildung geforderten drei Jahre nicht im hiesigen, sondern in einem gleichwertigen auswärtigen Dienstverhältnis zugebracht haben. und glaubte dem Stadtv. Rheinbacher Belehrungen über die parla- bringt. mentarischen Anstandsregeln erteilen zu müssen. Durch die treffen Persönliche Zulagen erhalten ab 1. April 1906: Erster Krankenhausarzt Dr. Rabig 500 M., zweiter Krankenhausarzt Dr. Zapel den Zwischenrufe verloc er aber das Konzept zu seiner Rede und 500 M., der königliche Standesbeamte Bischof 200 M., der Architekt brach dann plötzlich ab. Stadtv. Hoffmann( Soz.) benugte die Gelegenheit, die Ausführungen der bürgerlichen Redner einer Stritif Heinert erhält eine Besoldungsskala wie die Stadtbauführer. zu unterziehen, dabei betonend, daß für die Sozialdemokratie die Wahl der Stadträte mehr gleichgültiger Natur sei, da ja von der Wahl eines Sozialdemokraten in den Magistrat doch nicht die Rede sein kann. && Der Stadtverordnete v. Frankenberg hat sein Mandat aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Er gehörte der zweiten Abteilung an und war das älteste Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Seine äußerst reaktionären Ansichten gaben unseren Parteigenossen oftmals Veranlaffung zu besonderen Auseinandersetzungen mit ihm. Auch ließ er selten eine Gelegenheit vorübergehen, um nicht dabei die Sozialdemokratie anzurempeln. Pankow. Endgebalt. Das Grundgehalt der Lehrer in den Elementarschulen beträgt 1250( 1200) M., das der Rettoren 1850( 1700) M. und das der Lehrerinnen 1080( 1000) M. Lehrer, die noch nicht 4 Jahre im öffentlichen Schuldienst gestenden haben, erhalten ein Jahresgehalt von 1000( 960) M., und Lehrerinnen von 840( 800) w. Die Annahme der Wertzuwachssteuer durch die Gemeindebertretung hat nunmehr den Grundbesigerverein zu Protestaktionen Der Gemeindevertretung soll eine Resolution unterberanlaßt. breitet werden, in der um eine Abänderung resp. Beseitigung der Steuerordnung ersucht wird. Gleichzeitig soll an den Minister des Innern, den Oberpräsidenten und Landrat das Ersuchen gerichtet Nach Ablehnung des Vorschlages der Liberalen erfolgte dann werden, der Wertzuwachssteuer die Genehmigung zu versagen. Daß die Wahl der Stadträte, wobei die Liste der Hausbesigerfraktion, der Bekämpfung der Steuerordnung die schäbigsten und lächer zum Teil mit einer kleinen Majorität, den Sieg davontrug. Die Alterszulagen betragen für Lehrer und Rektoren 250 lichsten Gründe herhalten müssen, versteht sich ohne weiteres. Da Die Mietsentschädigung wurden wiedergewählt die Herren Kloß, Stauß. Leonhardt, Nord- muß die arme Witwe mit ihren Kindern, welche das Grundstück( 200) M. und für Lehrerinnen 150 M. hausen und neugewählt die Herren Fabritbesizer Selmeyer und unter den größten Entbehrungen gehalten haben und, um nicht zu beträgt für Lehrer mit eigenem Hausstand 500 M., für Lehrer und verhungern, das Grundstück von Jahr zu Jahr mehr belasten. Es Lehrerinnen ohne eigenen Hausstand 333,33 M.; für Rektoren mit Sanitätsrat Dr. Wagner. wird dann ausgerechnet, daß bei dem Verkauf 12 140 M. Steuer zu eigenem Hausstand 700 M., ohne eigenen Hausstand 466,67 m. zahlen find, während das Guthaben im günstigsten Falle 10 000 M. Das Grundgehalt der an den städtischen Mittelschulen angestellten Auch bei Lehrer beträgt für Elementarlehrer 1400( 1350) M., Mittelschullehrer beträgt, so daß die Witwe mit den Kindern ruiniert ist. Terraingeschäften werden ähnliche Berechnungen angeführt um zu 1600( 1500)., wissenschaftliche Lehrerinnen 1200( 1150) M. und beweisen, wie hart und ungerecht diese Steuer sei. Daß in der Rektoren 2350( 2200). Die Alterszulagen betragen je 9 a 250 Pragis die Dinge nicht so liegen, steht ohne weiteres fest, wird aber( 200) M. Für die Lehrer an der städtischen höheren Mädchenschule besonders an einem interessanten Prozeß bewiesen, den die Gemeinde ist ein Grundgehalt von 1600( 1500) M. für ordentliche und 1400 Bankow zu führen gezwungen wird. Der Besizer eines Grund-( 1350) M. für Elementarlehrer festgesetzt. Oberlehrerinnen erhalten Die Bautätigkeit in Schöneberg im Jahre 1905 ist nach den tüces muß nach dem bestehenden Fluchtlinienplan von einem 1500( 1450) M., ordentliche Lehrerinnen 1200( 1150) M. Für erstere jetzt veröffentlichten Feststellungen des Statistischen Amtes eine 2000 Quadratmeter großen Grundstüc 1000 Quadratmeter abtreten beträgt die Mietsentschädigung 500 M. und für lettere 333,33 M. größere gewesen als im vorhergehenden Jahre. Es sind 159 Häuser und will den entstehenden Schaden ersetzt haben, wozu er auch be- Die Alterszulagen betragen für Lehrer 9 a 250( 200) M. nnd für mit 3092 Wohnungen entstanden, während im Jahre 1904 nur rechtigt ist. Im vorigen Jahre hat er gegen die Ein- Lehrerinnen 9 a 150 M. Das Grundgehalt des Direktors Schulz 124 Häuser mit 2527 Wohnungen zu verzeichnen waren. Am fchäßung zur Grundwertsteuer mit Erfolg Einspruch er beträgt 3800 M., die Mietsentschädigung 900 M. und Alterszulagen stärksten war die Bautätigkeit im zweiten Stadtbezirk, der allein hoben, weil das Grundstück nicht 50 000 m., sondern 7 a 250 M. Das der Oberlehrer Apel und Grube 2250 resp. 61 Neubauten aufzuweisen hat. Die Durchschnittszahl der Wohnur 35 000 m. wert sei. Jetzt nach faum Jahresfrist 2850 M. mit einer Mietsentschädigung von 700 M. und Altersnungen in jedem Hause ist von 20 im Jahre 1904 auf 19 herunter verlangt der Herr für die Abtretung eine Entschädigung von zulagen 7 a 200 refp. 7 a 250 M. gegangen. Weniger als 10 Wohnungen haben 8 Häuser, 10-20 250 000 m., also das Vierzehnfache des Wertes vom vorigen Jahre. Mit den Lebensverhältnissen nicht gleichen Schritt hält die Lohn Wohnungen 84, 20-30 Wohnungen 54 und über 30 Wohnungen Desgleichen hat ein Maurermeister für ein vor drei Jahren für den zulage der ungelernten Arbeiter sowohl als auch die der gelernten. 13 Häuser. Unter den 3092 neu entstandenen Wohnungen find am Breis von 40 000 m. erworbenes, in der Schönholzerstraße gelegenes Bei ersteren ist ein Stundenlohn von 40 Pf. in den ersten drei meisten vertreten diejenigen mit zwei Zimmern, nämlich 999, gleich Grundstück den respektablen Preis von 180 000 m. erzielt. Die Jahren vorgesehen, steigend nach 3 Jahren um 3 Pf., nach 6 Jahren 32% Proz.; 426 Wohnungen haben nur ein Zimmer, 580 brei Haus- und Grundstücksagrarier haben dieselbe Natur wie die Land- um 5 Pf., nach 9 Jahren um 7 Pf. und nach 12 Jahren um 10 Pf. Zimmer, 446 vier Zimmer, 360 fünf Zimmer, 189 fechs 3immer, agrarier; auch sie verstehen nur einzuheimsen, sich aber vor Lasten pro Stunde! Die Feststellung des Lohnes für gelernte und quali72 sieben und nur 4 Wohnungen acht Zimmer. Selbstverständlich fizierte Arbeiter und die Feststellung der Qualifikation der Arbeiter hat man die Wohnungen mit den höchsten Zimmerzahlen in den bleibt den Deputationen unter Zustimmung des Magistrats überStadtteilen der Reichen zu suchen. Auch sind diese Wohnungen lassen. Die Zulagen find jedoch die gleichen wie die der ungelernten mit allen möglichen Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten ausUeber den Mannheimer Parteitag referierte in der letzten Mit Arbeiter. Die Altenhefter und die bei der Straßenreinigung begestattet. So können z. B. 73 Häuser Zentralheizungen, 35 Häuser gliederversammlung des Wahlvereins Genoffe Böste Rigdorf. schäftigten Arbeiter erhalten einen Monatslohn von 100 M., steigend Bersonenfahrstühle und 80 Häuser elektrische Beleuchtung der Bei den Punkten Maifeier und Massenstreit, betonte in 12 Jahren ununterbrochener Tätigkeit bis 120 m. Kolonnen Wohnungen aufweisen. Ein Badezimmer haben 2203 Wohnungen Redner, werde der Parteitag auf das Verhältnis zwischen Partei führer erhalten monatlich 10 m. mehr. und ein sogenanntes Mädchenzimmer 1707 Wohnungen. In den und Gewerkschaft eingehen müssen und seine Stellung dazu festzu159 neu erbauten Häusern befinden sich 227 Läden. Die gesamte legen haben. durch die Bebauung des Jahres 1905 in Anspruch genommene An Stelle des Genossen Cani, der fein Amt als Bericht Fläche beläuft sich auf 143 161 Quadratmeter, und zwar fallen auf die Vorgärten 13 916, auf die Sofräume 41 068 und auf die eigentliche Bebauung 88 177 Quadratmeter. Auch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 1906 ist abermals eine Steigerung der Bautätigkeit eingetreten, es sind entstanden 73 Neubauten aeaen 59 Neubauten im ersten Halbjahr 1905. Steglitz. zu drücken. Trebbin( Kreis Teltow). = erstatter für die Parteipreffe niedergelegt hat, wurde Genosse Ma a hr gewählt und an Stelle des in voriger Versammlung zum Vorfigenden gewählten Genoffen Stamann Genosse Heim mit dem Amte eines Revisors betraut. Die Lohnstala der niedrigen Beamten und Arbeiter läßt die Haltung der Stadtverordnetenmajorität erklärlich erscheinen. Der ungeheuere Kontrast, der zwischen der Gehaltserhöhung der höheren Beamten und der Lohnerhöhung der unteren Beamten und Arbeiter besteht, läßt sich öffentlich schwer rechtfertigen. Das, was die Arbeiter als Lohnzulage nach so langer Beit erhalten, wird durch die Mietssteigerung und Lebensmittelverteuerung bei weitem überholt. Die Unter Vereinsmitteilungen wurde der Eingang des Entwurfes minimale Lohnsteigerung ist um so weniger zu begreifen, als der des preußischen Organisationsstatuts zur Kenntnis gebracht; Magistrat für 1906 außerordentlich günstige Einkommensverhältnisse die eingehende Besprechung desselben soll Gegenstand der nächsten in Aussicht stellt und eine Mehrbelastung der Steuerzahler nicht zu Versammlung sein. Ferner bemerkte der Borsigende, daß es leider erwarten sein soll. Wenn eine Gehalts- und Lohnaufbesserung im Appetitliches von der Freibank. Schon seit längerer Zeit hat nicht gelungen sei, vom Parteivorstand ein Exemplar der Partei- allgemeinen vorgenommen wird, so sollte bei den Vertretern einer auch Steglitz die„ foziale Einrichtung" einer Freibant. Da bei den forrespondenz" für den Verein zu erhalten. Der Bericht der Dele- Stommune auch die nötige Rücksicht für die den heutigen Verhält jezt herrschenden ungeheuerlichen Fleischpreifen eine immer größere Bahl von Arbeitern mit ihren Familien zum Zwange- gierten zur Streis Generalversammlung wurde ohne Debatte entnissen entsprechend am schlechtest bezahlten Beamten und Arbeiter gegengenommen. Unter Verschiedenes wurden einzelne Mißstände vorhanden sein. vegetarismus berurteilt werden, ist es begreiflich, wenn wenn Bierpreiserhöhung usw.) in den Parteilokalen zur Sprache gebracht der Andrang zur Freibant immer größer wird. Mitteilenswert ist eine Neuerung, welche in den Spandauer Vorige und ein Antrag angenommen, wonach Vorstand und Lokalkommiffion Musterbetrieben geschaffen worden ist. Woche erschien eine amtliche Bekanntmachung des Gemeinde- gemeinsam mit dem Gewerkschaftskartell die Angelegenheit weiter gelegen fein lassen den Arbeitern die schon längst fehlenden UmkleideDie Direktion hat sich ans vorstehers, daß auf der Freibank das Fleisch einer Kuh in rohem verfolgen sollen. In den Wahlverein wurden acht Genossen aufräume zu schaffen. Zu diesem Zweck sind einige ausrangierte ViehBuftande zum Preise von 40 Pf. das Pfund verkauft werden solle. Wie immer hatten sich zahlreiche Frauen eingefunden und erwarteten wagen zur Verfügung gestellt. Hoffentlich sind die Arbeiter jezt mit den Einrichtungen zufrieden. den Beginn des Verkaufes. Der Fleischer schien jedoch keine Luft Erkner. zu haben, mit dem Ausschnitt zu beginnen, hielt es aber auch nicht Ein schweres Bauunglück ereignete sich gestern nachmittag in der für nötig, die Wartenden über den Grund seiner Untätigkeit Kolonie Neu- Seeland bei Ertner. Ein dem Eigentümer Stähnert | genommen. *) Die eingellammerten Zahlen bedeuten die jetzigen Gehälter uft Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt, Wanda. Wenden Sie sich an das Polizeipräsidium. Lassen Sie sich von einem Lotteriehändler einen Prospekt geben und be: G. 99. rechnen Sie dann das von Ihnen Gewünschte. Junker, Stahnsdorf. Die Klage ist beim Amtsgericht anhängig zu machen, nicht beim Gewerbegericht. A. 2. Aufwartefrauen find nicht tranfenversicherungspflichtig, aber Invalidenversicherungspflichtig. Auf ihren Antrag ist Ihre Aufwartefrau von der Versicherungspflicht zu befreien, weil sie das 70. Lebensjahr vollendet hat. Der Antrag ist an den Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Köllnischer Park, zu richten. H. v. 2. 01. Die Eisenbahn und das Kursbuch erteilt Ihnen Auskunft. E. 100. Falls nichts anderes verFür den Inhalt der Injerate übernimmt die Rebaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 19. September. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Manon. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Westen. Zar und Zimmermann. Lorking. Fra Diavolo. Deutsches. Das Wintermärchen. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlod Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Hafemanns Töchter. 4 Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Weh' dem, ber lügt! Leffing. Die Wildente. Neues. Bürgerlicher Edelmann. Der Stammgast. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Residenz. Triplepatte. Trianon. 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Der Antrag ist an den Magistrat, Abteilung sich vom Kaufmannsgericht eine vollstreckbare Urteilsausfertigung erteilen. 3. Der Wirt. J. W. N. Laffen Sie für Versicherung, Köllnischer Park, zu richten... 34. 1. und 2. Ja. P. P. 100. Bom Konfirmationsunterricht ja, nicht aber Schwachsinnig, Pretoria. Nein. E. 2. 28. Sie tönnten von bom Religionsunterricht. 111. 1. Nein. 2. Nur für Kinder unter Uebermittelung der Urteile den Fall zur Veröffentlichung mit. dem Blatte eine Berichtigung verlangen. Vielleicht teilen Sie uns unter 7 Jahren. E. 15. Sie müssen sich an den Magistrat wenden. Arm 16. W. S. Urban. Leider nein. 5. B. 16. Beispiele und Anweisung zur Der Wirt kann Bezahlung der Miete verlangen. 2. Nein. 2. 999. 1. Ja. Anfertigung von Testamenten finden Sie auf den letzten Blättern des dem validenrente stellen oder bei der Versicherungsanstalt beantragen, sie einer Bibliotheken aus. R. S. 73. Die Betreffende könnte einen Antrag auf In- Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Heimstätte zu überweisen. A. B. Chg. 1. Die Invalidenrente wird auch nach wissenschaft. G. S. 101. Zeitschrift für Versicherungs- der Heirat weiter gezahlt. 2. Sie leben außer Gütergemeinschaft, R. G. 25. Sie könnten sich an den Landrat wenden, viel können Erfolg können wir uns nicht versprechen.- W. R. 4. Soweit ersichtlich aber bor der Ehe einen notariellen Vertrag schließen. ist mit Erfolg nichts zu machen. 2. D. 1. 1. und 2. Wenden Sie sich an die betreffenden Vereine. 3. Uns nicht bekannt. 4. Möglicherweise Mittwoch. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 1 Gr: Mittwoch, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Weh' dem der lügt. Volksstück in 4 Aften v. A. L'Arronge. Austspiel in 5 Aufz. v. F. Grillparzer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Freitag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Hierauf: Die Dienstboten. 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