Nr. 220. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost 21bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonels geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. 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Sie kann sich also trotz der Unzahl faktischer Beweise Finanzsystems, welches bisher mit seiner ganzen Last auf die dafür, daß den Regierungsanstalten keine Kopeke gefahrlos Schultern der Bauern drückte."*) In Rußland herrscht Hungersnot. Die unermeßlichen anvertraut werden kann, nicht entschließen, die Beziehungen Selbstverständlich wird die Kamarilla derartige Reformen Landgebiete des russischen Reiches sind zum größten Teil dem zu dem Krondiebesneste, welches den Namen„ Rotes Kreuz" nicht vornehmen. Nur eine vom ganzen Volke frei gewählte Elend preisgegeben. Von der Mißernte sind 33 Gouverne- führt, abzubrechen. tonstituierende Versammlung kann den Forderungen der Bauernments betroffen- eine Summe, welche bisher bei keiner jemals Noch weniger kann von einem ernstlichen Beistande schaft gerecht werden. über Rußland hereingebrochenen Mißernte erreicht worden ist. seitens der Regierung, die ja selbst an der entsetzlichen Ver- Das Elend dieses Jahres hat das Tätigkeitsfeld der Die Zahl der Hungerleidenden wurde mit Sicherheit noch nicht armung des Volkes die Schuld trägt, die Rede sein. Nach vor- Sozialdemokratie auf dem Lande wieder wesentlich erweitert. festgestellt, doch ist nicht daran zu zweifeln, daß sie viele läufigen Berechnungen beläuft sich die zur Verproviantierung Die Hungersnot hat in den wildesten Gegenden und in den Millionen beträgt. Im Gouvernement Ufa allein sind der notleidenden Bevölkerung erforderliche Summe auf fast wildesten Gemütern einen Zustand äußerster Gereiztheit 1 200 000 Hungernde registriert, im Gouvernement Wladimir über 150 Millionen Rubel, die gerade ausreichen würden, um das erzeugt. Unsere Aufgabe wird dadurch, daß die Vorstellung eine Million! Herzzerreißende Nachrichten liest man tagtäglich Volf wenigstens nicht Hungers sterben zu lassen. Dabei ist von dem unlöslichen Zusammenhang des Hungers mit der in den Zeitungen. Aus dem Gouvernement Ssamara wird je 1 Bud( 16 Kilogramm) monatlich für Erwachsene und stände- monarchischen Staatsordnung recht populär geworden der Semsto Zentralorganisation telegraphiert: Hungersnot ½ Bud( 8 Kilogramm) für Kinder berechnet, während das ist, bedeutend erleichtert. Die russische Revolution. ist in heftigster Form eingetreten. Viele Bauernfamilien essen Ministerium für alle 33 hungernden Gouvernements nur Eine feste Verschmelzung der städtischen Arbeiter, einer nur alle lebertage." Die begüterten Bauern, welche 50 Millionen anwies.( Tow." Nummer 47.) Dabei hat Selasse, welche gegen die ganze bestehende Staatsordnung über Getreidevorräte verfügen, exportieren diese über das Ministerium noch, indem es die Organisation des revolutionär gestimmt ist, und der Bauernschaft, einer Klasse, die Grenze des Kreiſes aus Furcht vor Plünderung Stampfes gegen die Hungersnot Kommissionen auferlegte, welche den in Rußland noch herrschenden halbfeudalistischen seitens der hungernden Bauern! Aus demselben Gou- welche vorzugsweise aus Beamten bestehen, dafür Sorge Agrarverhältnissen gegenüber revolutionär gestimmt ist, in eine bernement wird der„ Nowaja Myst" telegraphiert, daß getragen, daß auch diese klägliche Gabe zum größten Teil in große, einheitliche Armee- das ist eine der nächsten Aufinfolge der eingetretenen Hungersnot sich in den Kreisen den Händen dieser Beamten fleben bleibe. gaben der Sozialdemokratie."**) dieses Gouvernements der Unterleibstyphus verbreite. Von den Hindernissen, welche die Regierung allen VerIm Gouvernement Woronesch sind auch bereits alle An suchen, gegen die Hungersnot anzufämpfen, entgegenstellt, war zeichen der Hungersnot aufgetaucht: Zahlreiche Erkrankungen, bereits die Rede. Durch das Verbot, Geldsammlungen für Andrang der Bauern in die Städte nach Erwerb. In den die Notleidenden zu veranstalten und zuverlässige Daten über die Dörfern herrscht allgemeine Niedergeschlagenheit und Entsetzen Dimensionen der Not zu veröffentlichen, wird jede Initiative in vor der Zukunft. Die Leiden namentlich der Bauernkinder, dieser Richtung aufs äußerste erschwert. Interessant sind auch Schwindel über Schwindel! welche viele Tage lang teine warmen Speisen zu Gesicht be- die Erklärungen, mit denen sich die Landobrigkeit, Bauern- Petersburg, 20. September. Die Petersburger Telegraphentommen, sind jammererregend; infolge der ungenügenden vorgesetzte und Kreisvögte, an die Bauern wenden und wie Agentur meldet:" Ginige Zeitungen behaupten, die Regierung beErnährung ist die Sterblichkeit unter ihnen eine sehr be- man sie beständig in den Zeitungen lesen kann:„ Bevor Ihr absichtige, eine nachdrückliche Tätigkeit zu entfalten zur Beeinflussung nicht alle Eure Rädelsführer der Unordnungen mir anzeigt med 500 000 Rubel bestimmt. Diesen Kredit von 500 000 Rubel des Ergebnisses der nächsten Dumawahlen, und sie habe für diesen Jm Saratowschen Gouvernement ist die diesjährige Miß- und ausliefert( zum Beispiel solcher Beispiel solcher Unordnungen" hat der Finanzminister in Wirklichkeit nicht für Bwvede der ernte eine so große, daß die Bauern buchstäblich weder Brot mie Verfassung tollettiver Rundgebungen und Ver- Wahlagitation angewiesen, sondern zur Bestreitung der durch die noch auch Getreide zur Aussaat besitzen und somit weder etwas sendung derselben an die Reichsduma!), werde ich Wahlen für die Duma notwendig werdenden Ausgaben, wie das in zu essen noch etwas zu säen haben. Eure Gesuche um Getreide zur Aussaat und zur Pro- den Bestimmungen über die Vornahme der Wahlen vorgesehen ist. Aus dem Gouvernement Jaroslaw wird geschrieben: viantierung nicht weiterbefördern; bis dahin könnt Ihr Die Ausgaben für die Wahlen zur ersten Duma beliefen sich auf ,, Die Dörfer bieten einen fläglichen Anblick. Die Roggenernte Euch ohne Getreide und ohne Brot behelfen!" Oder:" Bevor ist eine äußerst miserable, das Heu ist verdorben, für das Ihr nicht die Rückstände bezahlt habt, wird das Korn in den Vieh ist kein Futter vorhanden. Auf Arbeit ist nirgends zu Vorratskammern liegen bleiben, und Ihr werdet es nicht berechnen, dem ganzen Landkreise steht eine furchtbare Hungers- tommen. Erst zahlt!" All dies gibt ein deutliches Bild davon, wie sehr die Regierung bemüht ist, der Bevölkerung beizustehen". beutende. not bebor." | 600 000 Rubel. Die Schriftstücke und der Schriftwechsel über die borerwähnten Ausgaben in Höhe von 500 000 Rubel enthalten keine Geheimnisse und liegen jedermann zur Einsicht offen." Regierung 600 000 Rubel gekostet haben, so dürfte sie für die Die Lüge ist zu plump. Wenn die ersten Dumawahlen der ateiten nicht weniger, sondern bedeutend mehr gebrauchen; denn da sie schon lange alle Hebel in Bewegung setzt, um die Wahlen zu ihren Gunsten zu lenten, so werden bei der gegenwärtigen Situation 500 000 Rubel zur Bestreitung der durch die genügen. Stolypin lügt doch etwas zu ungeschickt! Trepow. Auch im Uralgebiet ist totale Getreidemißernte zu berzeichnen. An einigen Orten gelang es, eine für die Aussaat Auf einen wichtigen Umstand sei noch hingewiesen, weil genügende Menge zu erhalten, in vielen Gegenden mußte das er für die provokatorische Politik der Regierung in dieser Getreide zu Viehfutter abgemäht werden. Nirgends sind Ge- Frage sehr bezeichnend ist: Im Juni dieses Jahres sandte der Wahlen für die Duma notwendig werdenden Ausgaben" nicht treidevorräte vorhanden. Die noch unlängst wohlhabende Gehülfe des Ministers des Innern, Gurto, an die GouverRosatenbevölkerung ist ruiniert und setzt nun ihre einzige neure eingeheimes" Rundschreiben, in welchem er anordnete, Hoffnung auf staatliche Beihülfe.( Tow." Nr. 47.) Ganz denjenigen Bauernfamilien, deren Mitglieder an der Agraranaloge Mitteilungen laufen aus den anderen Gouver- bewegung teilgenommen hatten, keine Unterstügung zu geMan hat Trepows Ueberreste seziert und gefunden, daß er, an nements ein. währen! Wenn nun in Betracht gezogen wird, daß im letzten einer fettigen Entartung des Herzens" gestorben ist! Bu der Fests Jahre Agrarunruhen im größten Teil unserer Gouvernements ftellung, daß Trepows Herz" entartet war, bedurfte es teiner stattgefunden haben, so tommt man zu dem Schlusse, daß Sektion. Die inneren Organe des Verstorbenen sollen auf äußerst wenige Bauernfamilien übrig bleiben werden, welche Giftspuren untersucht werden. würdig erschienen, vom Hungertode gerettet zu werden. Am Mittwoch wurde des Herrn Generalmajors Trepot sezierter Leichnam in der Beter Pauls- Kathedrale in Neupeterhof feierlich„ beigesetzt". Der Bar war nicht anwesend, ließ aber wenigstens einen Stranz niederlegen! Möge Dir, Trepow, die Erde schwer sein! Schwarzer Terror. * 群 Unter solchen Umständen ist es von größtem Interesse, über folgende Fragen Aufschluß zu gewinnen: Was tut die ,, Gesellschaft" angesichts des drohenden Elends? Wie verhalten sich die Organe der Selbstverwaltung? Welche Maßregeln ergreift die Regierung zur Unterstügung der hungernden Bevölkerung? Die Selbstverwaltungsorgane werden bei uns bekanntlich Wir haben gezeigt, daß weder die freiwilligen„ Spenden" durch die Stadtduma" und die„ Semstwo" repräsentiert. Die philantropischer. Mitbürger, noch die armseligen Beiträge der erstere besteht aus Vertretern der städtischen Bürgergesellschaft, Semstwos und der Regierung imstande sein werden, der Not die letztere aus Agrariern und Vertretern des Adelsstandes. des Voltes ein Ende zu machen. Noch weniger sind natürlich Die städtischen Dumas haben es niemals als ihre Pflicht diese Hülfsmittel ausreichend, um fünftigen Hungersnöten Nicht nur in Warschau oder Odessa, auch in den Städten des erachtet, der Bauernbevölkerung in Hungersnöten beizustehen. vorzubeugen. Eine oberflächliche Bekanntschaft mit den sozial- inneren Rußlands wird die Schwarze Bande immer dreister und Auch auf die„ Spenden" der bürgerlichen Gesellschaft" fann politischen Verhältnissen Rußlands ist schon ausreichend, um herausfordernder. Aus vielen Städten wird gemeldet, daß die die Dorfbevölkerung jetzt in feiner Weise rechnen; denn der mit Bestimmtheit behaupten zu lassen, daß nur radikale Rumpen, welche die Hauptmacht der Schwarzen Bande bilden, fich industrielle Stillstand hat im Verein mit der revolutionären Reformen der landwirtschaftlichen und staatlichen Ordnung offen organisieren und bewaffnen; sie treten aus dem Dunkel heraus. Bewegung den Beutel des russischen Bürgers gründlich geleert. imftande wären, der Bauernschaft ihre unerträgliche Lage zu während das ganze öffentliche Leben unter dem Druck der Reaktion Dazu kommt noch, daß jeder Versuch, der notleidenden Be- erleichtern. Seit dem Jahre 1880 find Mißernten in Rußland stodt, halten die Schwarzen" Meetings ab, veranstalten Gottesvölkerung beizustehen, auf den beharrlichen Widerstand der eine ganz gewöhnliche Erscheinung geworden und gute dienste u. dgl. In Jaroslaw zum Beispiel hält der Verband des Regierung stößt: Junge Leute, die sich in die hungernden Ernten glückliche Ausnahmen. Dabei hat sich im Laufe russischen Volkes die ganze Stadt in Schrecken. Die„ Schwarzen" gehen umher, überfallen und mißhandeln friedliche Menschen nach Gouvernements begeben, um für die Bauern Speisefüchen dieser Zeit das Klima in den ackerbautreibenden Provinzen Belieben. Es gibt bei ihnen große Tage", wo sie massenhaft Veroder Krankenempfangsstätten einzurichten, werden verhaftet keineswegs verschlimmert, sondern die Mißernten werden durch prügelungen der anders gesinnten Arbeiter veranstalten. So z. B. und als Staatsverbrecher ins Gefängnis gesperrt! ganz andere Ursachen erzeugt. Die übermäßige Steuer- am 9. September. An diesem versammelten sich nachmittags die = " " Frechheit! Die Semstwo- Inftitutionen, durch deren Errichtung die last, die Ausbeutung seitens der Gutsherren nötigten Schwarzen" in großer Menge vor der städtischen Lesehalle und Bedürfnisse der Landbevölkerung befriedigt werden sollten, den Bauern, die letzten Säfte" aus seinem Stückchen schlugen auf das friedliche Publikum ein. sind in Wirklichkeit zu einer Klassenorganisation des Adels- Erde auszupressen, um seine Schulden zu be= standes und zu einem Werkzeuge in den Händen der Bureau- zahlen. Der Boden ist völlig ausgesogen," so wird aus tratie zur bequemeren Ausbeutung des Voltes entartet. einer der fruchtbarsten Ortschaften mitgeteilt. Jeder Möglich- Petersburg, 19. September. Das Blatt Rossija" greift in einer Während sie seinerzeit Millionen von ihren Einkünften, deren keit beraubt, Geld zur Anschaffung von brauchbarem Inventar Uebersicht der ausländischen Presse heftig den in gewissen politischen überwiegenden Teil die Lokalabgaben der Bauern zu sammeln, ist der Bauer gezwungen, seine Parzelle in der Kreisen des Westens aufgetauchten Gedanken an, an die frühere Duma eine Adresse zu richten. Das Blatt führt aus: Ausländer bilden, freigebig für das russisch japanische Abenteuer primitivsten Weise zu bearbeiten. Dazu kommt noch die in hätten, da sie von den in einem Lande bestehenden besonderen spendeten", tun die Semstwos jetzt fast nichts für die den letzten zwei Jahren eingetretene politische Lage, welche Umständen nur unvollständige Kenntnis hätten, nicht die nötige Hungernde Bevölkerung. Einige Semstwos gingen sogar die diesjährige Hungersnot wesentlich erschwert und verwickelt. Kompetenz, die repräsentativen Einrichtungen irgend eines Volkes soweit im Verrat an ihrer Sache, daß sie wie z. B. die Der unsinnige auswärtige Krieg, die inneren Egetutions zu loben oder zu tadeln. Die Verfasser der Adresse würfen durch ihr Vorgehen als Richter der streifzüge mit ihren Verheerungen und die massenweisen Ver- sich durch über die russische Semstwo von Jefremow im Gouvernement Tula auf und griffen dadurch, daß sie ihre Regierung Gesuche unterbreiteten: den infolge der Mißernte haftungen, die unter den Bauern vorgenommen worden sind, Volksvertretung notleidenden Bauern teinen Beistand zu leisten! Die haben dem wirtschaftlichen Leben des Volfes tiefe Wunden Meinung über die zukünftige Duma, der sie die von ihr zu Grundbesitzer aller Stände aus dem Jefremowschen Kreise" geschlagen. Die Bauernschaft hat am schwersten zu leiden befolgende Haltung dittierten, äußerten, der Meinung des russischen Volkes vor. Solches Vorgehen sei eine Negierung der Idee der reichten beim Vorsitzenden des Ministerrats eine Deklaration gehabt; hunderttausende von Familien sind an den Bettelstab Boltsvertretung und eine dieser Idee zugefügte Beleidigung. ein, in der sie unverzügliche Einstellung der Tätigkeit der gebracht und jeder Möglichkeit beraubt, sich ihr Brot zu Semstwo Zentralorganisation( Versorgung der Land- erwerben. " bevölkerung mit Nahrungsmitteln) verlangten, da diese Tätig- Der Stillstand in Handel und Industrie, welcher in den keit eine schädliche und für die Ruhe im Kreise gefährliche" Städten die Arbeitslosigkeit erzeugt, äußert seine verderbliche Wirkung auch auf dem Lande. Alles das bestätigt noch mehr Diejenigen Semstwo- Organe, die bereit waren, den Bauern die Notwendigkeit radikaler Reformen zur Hebung des Wohlzu helfen, fanden es nötig, die Verproviantierung im Bunde standes der Bauernschaft, worauf wir bereits hingewiesen wäre. " Die wackere Rossija" wird schon gestatten müssen, daß die politischen Kreise des Auslandes sich trotz dieses frechen Angriffs feine Vorschriften darüber machen lassen, was sie über Rußland zu sagen haben und was nicht. *) Plechanoff.„ Der Ruin Rußlands". **) Iskra" Nr. 68. Deutsche vor die Front: thm die wahre Ursache der Absage mitgeteilt. Nach längeren Ver- brief, der vor Frankreichs Gläubigen an diesem Sonntage in Riga, 19. September. Die in deutscher Sprache erscheinenden handlungen willigte der Direktorgehülfe ein, uns durch ein Gitter allen katholischen Kirchen des Landes verlesen werden soll, Blätter bringen an leitender Stelle einen Aufruf aus Kurland au mit einander sprechen zu lassen, aber bloß fünf Minuten lang. hat im wesentlichen folgenden Wortlaut: die deutsche Landesjugend, in dem diese aufgefordert wird, sich zur Seitdem geschah der Empfang meiner Befucher im Etappengefängnis immer auf solche Weise, wie man ein Tier in einem Käfig dem Publikum vorführt. Sogar zu der geit, als ich, aller Bürger rechte beraubt, Zwangsarbeitssträfling war, habe ich dergleichen nicht erlebt. Abwehr der revolutionären Banden, die von der internationalen Sozialdemokratie geleitet werden, zusammenzuschließen. Die Berteidigung des heimischen Herdes sei die heiligste Pflicht, alles fei fertig zur Selbstwehr, nun sei die Reihe an der Jugend. Der Bund" mit der Russischen sozialdemokratischen Partei vereinigt!! Der VII. Rongreß des Jüdischen Arbeiterbundes hat die Vereinigung mit der Russischen sozialdemokratischen Partei angenommen. Ein bedeutungsvolles Ereignis im russischen Parteileben. Die Einzelheiten fehlen noch; die Grundlagen der Einigung sind auf dem Einigungsparteitage der Russischen sozialdemokratischen Partei festgestellt worden. Eine außerordentlich schwierige Frage war zu lösen. Die Russische sozialdemokratische Partei bekennt sich zu dem Grundsatze der territorialen Organisation des Proletariats, der territorialen Autonomie im Aufbau der Partei, im Gegensatze zu der nationalen Absonderung des Proletariats, welche den reinen Klassentampf verdunkelt und nationale Sonderinteressen erweckt. Im Namen der proletarischen Einheit bekämpft die Russische sozialdemokratische Partei die nationalistischen Tendenzen. Falls das Prinzip der nationalen Organisation des Proletariats zugelassen wird, können zum Beispiel Im Rautafus 40 nationale Sozialdemokratien entstehen. Nach Aufhebung der jüdischen Ansiedelungsgrenze wird sich das jüdische Proletariat in ganz Rußland verbreiten können; das Bestehen von zwei parallelen proletarischen Organisationen in ganz Rußland würde die Parteieinheit beeinträchtigen. Deshalb empfahl der Wilnaer Vertreter der Russischen sozialdemokratischen Partei auf dem Einigungs- Parteitag die völlige Verschmelzung des Bundes mit der Russischen sozialdemokratischen Partei und die Errichtung von Gruppen zum Zwecke der Agitation und der Propaganda im jüdischen Proletariat; diese Gruppen könnten miteinander Konferenzen abhalten und eigene Zentralbehörden wählen. Die ganze Hausordnung im Etappengefängnis ist dem Geschilderten analog. Nicht nur war meine mit Petroleum beleuchtete Belle unglaublich klein, so daß ich buchstäblich nur drei Schritte konnte, auch die Behandlung war herausfordernd roh Etappengefängnis verbrachte, und schikanös. Während Während der drei der drei Wochen, die ich im habe ich mit diesen Leuten tun mehr Konflikte gehabt, als während der 16 Jahre, die ich früher in Sibirien verlebte. Es wird z. B. mit den energischsten Witteln, als ob es ein großes Verbrechen wäre, dagegen gekämpft, daß die Besucher uns Zeitungen übergeben uns administrativ" Verschickten, die ihrer Bürgerrechte nicht beraubt worden sind, und nicht als Strafverbüßende" gelten. Dies ist um so sinnloser, als die Gefangenen durch das eine oder das andere Mittel, mit größeren oder fleineren Opfern, doch immer imftande sind, sich die verbotenen Früchte anzufchaffen.itt Mit jedem neuen Schritt überzeugte ich mich immer mehr, daß meine Vorausseßung, es wäre im Regime der Versicherten ein Fort schritt eingetreten, durchaus falsch war. Wie Sie später erfahren werden, ist unsere Lage im Laufe dieses Vierteljahrhunderts nicht gebessert worden; sie hat sich vielmehr verschlechtert." Politische Ueberficht. Berlin, den 20. September. Ordensdekorationen. " Alle eure Bischöfe sind eng um den heiligen Vater vereinigt inmitten der schmerzlichen Prüfungen der Gegenwart und find mit ihm nur ein Herz und eine Scele, um die Kirche und Frankreich zu lieben. Eure Priester stehen einig zu ihren Bischöfen in der vollständigen und hochherzigen Unterwerfung unter den heiligen Vater und erklären sich offen zu allen Opfern bereit, um sich nach wie vor euren Seelen zu widmen. Der heilige Vater hat, als er an uns eine Enzyklika richtete, die ihm von Gott zugewiesene Aufgabe erfüllt, die Wahrheit und die Verfassung der heiligen katholischen Kirche unverändert zu erhalten. Diese Verfassung hat zur wesentlichen Grundlage die Autorität der in göttlicher Weise von Jesus Christus eingesetzten Hierarchie. Das Trennungsgesetz will der Kirche in Frankreich kraft der alleinigen Autorität der Zivilgewalt eine neue Organisation aufdrängen. Wenn auch in einem Artikel des Gesetzes der notwendige Grundsatz der katholischen Hierarchie ent halten zu sein scheint, so ist er doch nur in unbestimmten und dunklen Ausdrücken angedeutet, während dieser Grundsatz in einem anderen Artikel des Gesetzes, der im Falle eines Zwistes die oberste Entscheidung dem Staatsrate zuweist, d. H. der Zivilgewalt, dadurch völlig verkannt wird. Der Papst mußte das Gesetz notgedrungen verurteilen und anordnen, daß die Kultusvereinigungen so, wie sie das Gesetz verlangt, nicht gebildet werden können, ohne die geheiligten Rechte, welche mit dem Leben der Kirche selbst innig zusammenhängen, zu verlegen. Wir weisen darauf hin, daß der Papst gegen die Behauptung, er habe die Kultusvereinigungen abgelehnt, weil ihm die Republik verhaßt sei, mit Entrüstung protestiert hat. Wir schließen uns diesem Proteste an. Wir haben keine politischen Interessen im Auge. Seit langen Jahren haben wir den Weisungen des Heiligen Stubles entsprochen, welcher von uns verlangt hat, uns Das heiße Verlangen, mit irgend einem schönen Titel oder Orden zu prunken, findet sich nicht nur in den höheren und niederen in der Verteidigung der katholischen Kirche zu vereinigen, indem wir die Verfassung, welche sich Frankreich gegeben hat, hinnahmen. Sphären des Militärstandes, der Beamtenschaft und des Agraradels. Wir werden euch im entsprechenden Zeitpunkt die nötigen Bis in die äußersten demokratischen Spitzen der Freifinnigkeit hinein Weisungen betreffend die Ausübung des Gottesdienstes zuerstreckt sich dieses Begehren- sei es auch nur auf einen sogenannten fommen lassen entsprechend den Eventualitäten, welche etwa eintreten werden. Wir wollen noch hoffen, daß Frankreich der Chausseewärterorden oder den schönen Titel„ Kommissionsrat". Die Der Bund, der programmatisch mit der Sozialdemokratie völlig Exemplare freisinniger Gernegroße sind durchaus nicht selten, die, religiöse Krieg erspart bleiben wird. Die Katholiken Frankübereinstimmt, erkennt einen anderen organisatorischen Grundsay an: sobald sie sich durch irgend welche Verdienste um das Staatswohl, reichs verlangen, daß man ihnen nicht im Namen eines Gesetzes, Der Klassenkampf des Proletariats nimmt, obwohl er im Rahmen welches vorgibt, die Gewissensfreiheit und die freie Ausübung der z. B. durch Materiallieferung für ein Schloß oder Res eines politischen Organismus geführt wird, doch bei jeder gierungsgebäude, Religion zu gewährleisten, eine ihrem Gewissen zuwiderlaufende einen roten Adlerorden vierter Klasse Kirchenverfaffung aufdrängt. Wir können nicht glauben, daß unsere Nationalität eine eigene Form und ein anderes Tempo an; er wird oder dergleichen erworben haben, diese Auszeichnung da Forderungen ungehört bleiben werden. Einmütigkeit der Herzen, im Rahmen jeder besonderen Nationalität individualisiert. durch der Welt berkünden, daß sie auf ihren neuen findlicher Gehorsam, Hochherzigkeit, Opfermut und Gebet, das ist Die Sozialdemokratie wird desto mächtiger sein, je fester fie sich mit Visitkarten ihren Namen die Worte Ritter des uſtv." hinzufügen das Programm, das der Papst vorzeichnet, und das wir befolgen der Arbeitermasse verknüpft; deshalb muß sie sich auch in den ver- lassen. Es erscheint deshalb auch keineswegs verwunderlich, wenn wollen. Eure Priester sind entschlossen, eher Beraubung und schiedenen Nationalitäten individualisieren. Im Rahmen der einen sich die„ Voss. Ztg." darüber aufregt, daß der Berliner Stadtbaurat Armut zu erdulden, als ihrer Pflicht untreu zu werden." Gesamtpartei muß das Proletariat nach Rationalitäten Ludwig offmann bei Gelegenheit der Eröffnung des Virchow- Bolt hat sich in kindlichem Gehorsam" blind, taub und Rom herrscht. Der Krummstab winkt, und das katholische organisiert werden. Daher sollte erstens der Bund der einzige Krankenhauses nur den Kronenorden dritter Klasse erhalten hat. Die stumm den Befehlen der Kirche zu fügen und wenn die Vertreter des füdischen Proletariats sein, und zweitens stellte der Behörde, meint sie, bekunde eine Nichtachtung damit, daß fie für Staatsgesetze darüber zugrunde gingen. Bund Vereinigungsbedingungen mit der Russischen sozialdemo- einen Künstler ersten Ranges einen Orden für gut genug halte, den kratischen Partei, welche die letztere als„ föderalistisch" bezeichnete fich mancher expedierender Sekretär aus dem Ministerium des Herrn ergebenes französisches Epistopat in diesem Konflitte aber Vielleicht findet der heilige Vater und sein ihm treu v. Studt in das Knopfloch hefte. Eine recht kuriose klage; Auf dem Einigungsparteitag wurde ein kompromiß zwischen denn wir meinen, ob Herr Hoffmann einen Kronenorden dritter doch einmal seinen Meister. So hart ist der Krummstab nicht den beiden Gegensätzen erzielt. Der Mohilewer Vertreter der Klasse erhält oder gar keinen, jeder vernünftige Mensch wird deshalb mehr wie in alten Zeiten. Er fönnte wohl schon an der Russischen sozialdemokratischen Partei fagte:„ Wenn der Vertrag auf seine Leistungen nicht geringer einschägen als die der geheimen oder Energie eines modernen selbstbewußten Volkes zerschellen. reinem Föderalismus gegründet wäre, so würde der Bund die nichtgeheimen Sekretäre des Ministers v. Studt oder auch dieses Partei in seiner Umarmung erwürgen. Wenn umgekehrt alle Spuren geistreichen Herrn selbst. von Föderalismus aus dem Vertrage ausgemerzt wären, so würde Das edle Drgan der Strauchritterepigonen, die„ Kreuz- 3tg.", der Bund in der Umarmung der Partei erwürgt werden. Weder Teistet sich denn auch das Vergnügen, die Freifinnigen wegen ihrer wir noch der Bund wollen Selbstvernichtung. Es bleibt nur übrig, Drdenvorliebe anzuulfen und ihnen nachstehende, für die Denkweise Nach der agrarischen Presse ist die Absperrung der Grenzen beiderseits Zugeständnisse zu machen." der Junkerbureaukratie recht charakteristische Vorlesung über preußische gegen die Vieh- und Fleiſcheinfuhr aus dem Auslande eine sanitäre Würdigkeits- und Rangbegriffe zu halten: Maßregel, die lediglich bezweckt, das angeblich völlig seuchenfreie Es ist uns ganz unzweifelhaft, daß diese Unterstellungen nie- einheimische Vieh vor der Verseuchung und das deutsche Volk vor mandem peinlicher sein werden, als Herrn Hoffmann selber. Er dem Genuß gesundheitsschädlichen Fleisches zu schützen. Wie wenig wird sich im Buntt der Ordensdekorationen nicht ernst diese Begründung gemeint ist, beweist die Tatsache, daß bisher mit Staatsbeamten berglichen sehen wollen, die Agrarier sich noch stets gegen eine gründlichere Schlachtviehda doch auch der um Berlin so hoch verdiente und dem Greisen- und Fleischbeschau selbstverständlich nur, soweit inländisches alter nahe Oberbürgermeister Belle sich mit dem Roten Adler Vieh und Fleisch in Betracht kommen gesträubt haben und orden vierter Klasse begnügte. Uebrigens gibt es genug Räte zweiter Klaffe, die feinen höheren Orden besigen, als jede Gelegenheit ergreifen, die Verluste" und die„ Preisden Kronenorden dritter Klasse, während einzelne Subalternbeamte steigerung", die durch die Fleischbeschau entstehen, zu betonen. 300 So schreibt beispielsweise die Deutsche Tagesztg.": sogar den Roten Adlerorden zweiter Klasse erhalten haben. Wiederholt ist von den verschiedensten Seiten darauf hinDie„ Kreuz- 8tg." stellt also in der Drdens Rangordnung den wesentlich mit durch die zahlreichen Beanstandungen durch die Auch Schlachtvieh- und Fleischbeschau hervorgerufen werde. in der Denkschrift des preußischen Landwirtschaftsministeriums über die Fleischteuerung des Jahres 1905 ist auf die preis. steigernde Wirkung der inländischen Schlacht. vieh- und Fleisch beschau hingewiesen worden. Es ist kein Zweifel, daß nicht allein die Kosten der Auss übung der Fleischbeschau auf die Konsumenten abgewälzt werden, sondern daß auch die oft recht erheblichen Beanstandungen und Verwerfungen, namentlich da längst nicht immer durch genügende Schlachtviehversicherung für deren Dedung gesorgt ist, wesentlich dazu beitragen, die Preise für das gesunde Fleisch zu steigern. und demgemäß verwarf. Der Bund verzichtete darauf, der einzige Vertreter des jüdischen 0 % hibis " Deutfches Reich. Um den Brofit. " # Proletariats zu sein, und setzte seine Ansprüche auf Selbständigkeit herab. Die Nussische sozialdemokratische Partei gestand zu, daß der Bund in die Russische sozialdemokratische Partei eintritt als die sozialdemokratische Organisation des jüdischen Proletariats, die durch die Grenzen eines Gebietes nicht eingeschränkt wird." den Grenzen In den der Resolutionen der Gesamtpartei und der allgemeinen Direktiven des Zentralfomitees bleibt der Bund in den Fragen der Agitation, Organisation und Propaganda selbständig; er hat eigene Kongresie, Lotalorganisationen, Zentralbehörden und führt die Angelegenheiten seiner Organisation felbständig; er beteiligt sich an den Parteitagen der Gesamtpartei Oberbürgermeister einer Weltstadt unter einen Subaltern Staats- gewiesen worden, daß die Steigerung der Fleischpreise auch und wird im Zentralkomitee und in den Delegationen auf beamten untersten Ranges. Wir finden das, trotz des fich darin den internationalen Kongressen vertreten. An die Stelle der früheren spiegelnden lächerlichen Standesdünfels, gar nicht so übel; wir Föderation zwischen den Lokalorganisationen des Bundes und der würden sogar nichts dagegen haben, wenn sie einen jeden Bureauanderen sozialdemokratischen Barteien tritt ein neues Prinzip: Alle Lokal- boten in Staatsdiensten für ordenswürdiger" erachten organisationen der Gesamtpartei an jedem. Drte, die bundistischen und für seine Ausstattung mit roten Adler- und Kronenorden zweiter und die anderen, errichten ein gemeinsames führendes Güte plädieren würde. Besser könnte die Narrheit des OrdensBarteitomitee, das mit einfacher Stimmenmehrheit die gewesens faum illustriert werden: meinsamen Fragen des Orts entscheidet.( Dabei verlangten die Delegierten des Bundes eine proportionelle Bertretung der verschiedenen Organisationen im Komitee, wogegen der EinigungsParteitag der Russischen sozialdemokratischen Partei allgemeine Wahlen ohne Unterschied der Nationalität für das Komitee beschloß.) Der Bund nimmt das Programm der Russischen sozials demokratischen Partei an; die Frage des nationalen Pro gramms wird aber offen gelaffen! Die Russische sozialdemokratische Partei erklärte, daß sie auf ihrem früheren Standpunkte in der Nationalfrage verharrt. Innerhalb der vereinigten Partei wird der Bund die Idee der nationalen Organisation und der national- kultureffen Autonomie propagieren, die Russen aber die Idee der proletarischen Einheitlichkeit. Unterwegs nach Zuruchausk. Leo Deutsch's 2. Brief. Nicht für ihn, den die Götter bedacht, Haben die Fürsten die Drden gemacht, Nur für die arme Blöße dessen, Welchen die spendenden Götter vergessen. Unterm Krummftab. Kritik der Martinschen Broschüre. Wenn durch die lediglich dem Profit der Agrarier dienende Grenzsperrung die Viehpreise um 30 oder 40 Proz. in die Höhe geVor wenigen Wochen hat der spanische Justizminister, trieben werden, so ist es nach Ansicht der Herren patriotische Pflicht Graf von Romanones, einen Erlaß veröffentlicht, in dem ver- des deutschen„ Boltes", diese Preissteigerung ruhig hinzunehmen, fügt wurde, daß die nichtkatholischen Spanier eine Zivilehe werden aber durch die wirklich dem Gesundheitsschutz des Publikums eingehen dürfen, ohne dem Zwange unterworfen zu sein, dienende Vieh- und Fleischbeschau die Preise um 3 bis 4 Proz. ge= irgend eine Erklärung in religiöser Hinsicht abzugeben. Das steigert, dann muß die Beschau, da das deutsche„ Volk" folche Bespanische Episkopat stürzte sich sofort mit wildem Hallo auf laftung feines Fleischkonsums nicht tragen kann, unbedingt eindie ministerielle Verfügung: Die Bischöfe von Saragossa, gefchränkt werden. Der wirkliche Grund ist natürlich, daß die Guadir und Tortosa legten Protest ein. Dem Bischof von Herren Viehzüchter gern freie Hand haben möchten, ihr frankes Vieh Tuy aber blieb es vorbehalten, durch einen von ihm im unterzubringen. So sehr fie in ihrem vaterländischen Herzen um ,, Boletin Dficial" seiner Diözese veröffentlichten Hirten- die Gefährdung der Gesundheit des deutschen„ Volts" durch ausLeo Deutsch beginnt seinen zweiten Brief damit, daß er die brief die Angelegenheit zu einer hochsensationellen zu gestalten. ländisches Fleisch besorgt sind, das gesundheitsschädliche inländische, Eindrücke bei seinem jezigen Aufenthalt in der Peter Pauls- Festung In seinem Schreiben greift der Bischof von Tuy die Regierung meinen sie, kann den deutschen Mägen nicht schaden- Hauptsache er nennt die vom ist, daß die Profite steigen. mit seinen vor 22 Jahren ebendaselbst erlebten Eindrücken vergleicht: und das Kabinett aufs schärfste an; In der Zwischenzeit ist statt Petroleum Elektrizität eingeführt worden Minister von Romanones erlassene Bestimmung eine große ( nachdem die Studentin Wetrowa, die von Gendarmen vergewaltigt Eselei", erklärt, daß die Zivilehe nichts anderes sei, als worden war, sich mit Petroleum übergossen und verbrannt hatte), ein legalisiertes Konkubinat" und sagt zum Schlusse: die- Die verdienstvolle Broschüre, in der der Regierungsrat Rudolf und die übelriechenden Kübel sind durch Waterklosetts neuer Kon struktion ersetzt worden. Solche„ Reformen" im Laufe von 22 Jahren jenigen, die sich nach den Bestimmungen des Herrn von Martin die mißliche Finanzlage Rußlands bespricht, bildete den Romanones richteten, seien der Hölle verfallen! Ausgangspunkt zu einer Privatbeleidigungsflage, über die gestern Da Romanones die Frage der Bestrafung des tecken vor dem Landgericht als Berufungsinstanz verhar elt wurde. Der Mit meiner Ueberführung in das St. Petersburger Etappen Bischofs zu einer Sta binettsfrage machte, so beschloß Autor der Broschüre ist der Privatkläger, Angeklagter der gefängnis( am 2. August) geriet mein Glaube an den Fortschritt ins das Ministerium, gegen den Kirchenfürsten vorzugehen. Ob Herausgeber der Zeitschrift Plutus", Redakteur Schwanken. Einige Tage nach meiner Ankunft wurde ich gerufen, wohl nun aber die gesamte liberale und republikanische Presse Georg Bernhard. Der Klage liegt, wie unsere Lefer fich aus um Besucher zu empfangen. Aber bevor ich in den dafür bestimmten sich redlich Mühe gab, das Ministerium scharf zu machen und der am 18. Juni stattgefundenen Verhandlung vor dem CharlottenRaum geführt wurde, machte der Aufseher eine Bewegung, als ob er mich durchsuchen wollte. Ich protestierte und begann dem Ge- 3ur Strenge gegen den Bischof zu ermuntern, so scheint die burger Schöffengericht entsinnen werden, ein Artikel in Nummer 35 hülfen des Gefängnisdirektors die Sinnlosigkeit dieser Maß- ganze Aktion doch wirkungslos verpuffen zu sollen. Die Macht vom 2. September vorigen Jahres der Zeitschrift" Plutus" zunahme auseinanderzulegen:„ Man hat mich aus einer Kammer des Krummstabs ist eben auch in Spanien noch immer so grunde, der sich mit dem Martinschen Buche beschäftigt. Es heißt gebracht, ivo wo sich gewiß nichts Unerlaubtes befindet, und gewaltig, daß man lieber einen Minister oder gar ein ganzes ba: und gewaltig, daß man lieber einen Minister oder gar ein ganzes ba: Machst du aber den Kommis durch Aeußerungen des Ber Besuch findet in der Anwesenheit von Aufsehern statt, welche Ministerium gehen läßt, ehe man ein Härchen auf dem ge- Zweifels ganz wild, so tischt er dir sicher die schon manch' aufpassen, daß nichts Unerlaubtes übergeben wird". Aber meine falbten Haupte eines Mannes wie des Bischofs von Tuy anderem angehängte Anekdote auf der Herr Regierungsrat Argumente führten zu nichts. Der Gehülfe erklärte kategorisch, daß frümmt. Besuche mir nur in dem Falle gestattet werden können, wenn ich ist das nicht ein bedeutender Fortschritt? Weiter schreibt Deutsch: " Martin habe sich neulich, als er seine Tischdame bei der Suppe fragte, ob sie noch Geschwister habe, zur Antwort sagen lassen jedesmal vor und nach jedem Besuch mich durchsuchen lasse! Auch Frankreichs Episkopat hat soeben wieder der Regie- müssen:„ Ja bei uns geht es in fünf Teile." Jm tveiteren Teil Da ich auf diese demütigende Bedingung nicht einging, wurde ich rung seine scharfen Zähne gezeigt. Es wendet sich an das des Artikels wird ziemlich deutlich darauf hingewiesen, daß der in die Zelle zurüdgeführt. Meinem Besucher aber wurde- wie ich später erfuhr erklärt, daß ich auf den Besuch verzichtet katholische Volk der Republik mit einem Hirtenbrief, der als Regierungsrat Martin wahrscheinlich nur nach Geld heiraten Ergebnis der kürzlich abgehaltenen Bischofskonferenz die Tat wolle. Als der Artikel im April 1906 wiederholt wurde, stellte Er schenkte diefer widerfinnigen Erklärung feinen Glauben fache feststellt, daß Frankreichs Episkopat die leisesten Winkte Martin Strafantrag. In der ersten Justanz hatte Angeklagter und blieb dabei, mich sehen zu wollen. Daraufhin wurde des Papstes über die Gesetze des Staates stellt! Der Hirten- in seiner Berteidigung die Absicht der Beleidigung bestritten, denn hätte. 910 das Heiraten»ach Geld sei nichts Ehren- kränkendes. Den Beweis der Wahrheit für seine Behauptung wollte er in erster Instanz nicht führen. Er behauptete in Wahr- »ehmnng berechtigter Interessen bei der Kritik des Buches gehandelt zu haben, durch das der Kläger den Unwillen des Reichskanzlers und des Kaisers erregt hätte. Trotz dieser von» Standpunkt eines Sozialdemokraten verächtlichen Weise der Verteidigung verurteilte das Schöffengericht den Beklagten zu 1 4 T a g e n G e f ä n g n i s. Es sah von einer Geldstrafe unter anderem deshalb ab, weil neuerdings in der Presse der Unfug sich mehr und mehr zeige, bei Beurteilung wissenschaftlicher und künst- lerischer Leistungen die Person des Autors in hämischer, verächtlicher und beleidigender Weise in die Besprechung hineinzuziehen. Das Urteil zieht Sudernianns Aufsatz über die.Verrohung der Theater- kritik" als Beweis an und führt aus, daß ein solches Vorgehen energische Abwehr erheische, denn sonst könnte es schließlich zum Schaden der Allgemeinheit noch dahin kommen, daß bedeutende Männer sich scheuen, mit ihren Leistungen an die Oeffentlichkeit zu treten, aus Furcht, in jedem Falle persönlich verunglimpft zu werden. In der gestrigen Berufungsinstanz verwahrte sich der Angeklagte dagegen, daß er die Absicht einer Beleidigung gehabt habe. Sein Anwalt, Rechtsanwalt Werthauer, behauptete, der Artikel sei nicht beleidigend; es handle sich nur um eine Sache schriftstellerischen Geschmacks. Der Angeklagte habe jene Anekdote gar nicht als von ihm geglaubt erzählt, sondern klar zu erkennen gegeben, daß nach seiner Meinung der in der Anekdote behauptete Vorgailg den» Privatkläger von der Börse angelogen worden sei. Der erste Richter sei im Irrtum, wenn er annehme, daß der Angeklagte diese Anekdote selb st fürwahr halte. Sollte die Straf- kannncr sich demselben Irrtum hingeben, so müsse der Angeklagte wohl oder übel den Beweis der Wahrheit antreten, er betone aber, daß er nur wider Willen in die Sache hineinsteige. Er stellte eine Reihe von Bcweisanträgen, die auf die Wahrheit des in der Anek- dote behaupteten Vorganges sich bezogen und Tatsachen unter Be- weis stellten, die zeigen sollten, daß der Privatkläger nicht der Mann sei, dessen Kränkung durch einen kleinen Börsenwitz eine so harte Strafe rechtfertige. Rechtsanwalt Martin bezeichnet als Verteidiger des Klägers, seines Bruders, diese Art der Verteidigung als einen „frevelhaften Epzetz der Verteidigung", sprach von „Verleumdungen des Angeklagten und der Verteidigung" und behielt sich vor,«die Angelegenheit gegen den Verteidiger an anderer Stelle zu verfolgen". Er meinte, alles was in den Anträgen behauptet werde, sei„Tratsch und Klatsch und frei erfunden", und bat dringend, die angebotenen Beweise zu erheben und das erste Urteil zu bestätigen, damit nicht der Schein erweckt werde, als sei etwas an dem Privatkläger hängen geblieben.— Rechtsanwalt Dr. Werthauer beantragte hieraus wegen der vom Rechtsanwalt Martin gebrauchten Ausdrücke die höchste Ungebührstrafe, damit ihm klar werde, daß es in Berlin nicht gestattet ist, in solcher Weise die Würde des Gerichts zu verletzen I Das Gericht beschloß nach längerer Beratung die Er- Hebung des angebotenen Wahrheitsbeweises nach folgender Richtung: eZ sollen zwei namhaft gemachte Generalkonsuls» Töchter darüber vernommen werden, ob der in der Anekdote be- hauptete Vorgang(bei der Suppe) wahr ist. Ferner solle» Schrift- steller Dr. Leipziger und Redakteur Launinger als Zeugen über die Behauptung gehört werden, daß der Privatlläger ein Mit- giftjäger sei; endlich soll Beweis darüber erhoben werden, daß auf der Berliner Börse schon vor Erscheinen des inkriminierten Artikels jene Anekdote kolportiert worden sei. Gleichviel wie die Beweisauftrahme ausfallen mag: dieser An- geklagte und sein Verteidiger sind nach den vor Gericht erwiesenen abgelegten Proben einander wert. Bernhard, der sich zur Sozial- demokratie rechnet, stellt einen widerlichen Grundsatz über Geld- Heirat auf und beruft sich zu seiner Rechtfertigung aus den Unwillen, den des Klägers verdienstvolle Broschüre bei dem Reichskanzler und Kaiser hervorgerufen habe. Sein Verteidiger glorifiziert die nichts weniger als sachliche Kritik und verlangt— ein in den Annale» der Verteidigungs- geschichte unseres Wissens bisher noch unerhörtes Ansinnen— daß der Verteidiger des Klägers wegen scharfer Kritik, die er dem Vorgehen des Beklagten und seines Verteidigers angedeihen ließ, die höchste Ungebührstrafe erhaltet Ein Ekel müßte den Richter vor der Presse und dem Verteidiger überkommen, wenn diese Art der Verteidigung für die Presse oder für die Advokaten typisch wäre— was sie glücklicherweise nicht ist. Neues vom Kyffhäuserbunde. Die Vertreterversammlung des Kyffhäuserbundes der deutschen Landeskriegerverbände hat sich am Sonntag auch mit der Frage der Benutzung von solchen Sälen durch die Krieger» und Militärvereine beschäftigt, die auch zu sozial- demokratischen Veranstaltungen benutzt werden. Es Ivurden folgende Leitsätze angenommen: „1. Jeder Verbandskamerad und Gastwirt, der seine Lokalitäten der Sozialdemokratie überläßt und auf Vermahnung hiervon nicht abläßt. ist auszuschließen, wenn nicht besondere Gründe ihn entschuldigen. 2. Die Entschuldbarkeit ist von ihn geltend zu machen und von Fall zu Fall zu prüfen. 3. Bestimmte Grund- sätze über Entschuldbarkeit lassen sich nicht aufstellen. Entschuldbarkeit wird in der Regel nicht angenommen werden können, wenn die Sozialdemokratie andere Lokalitäten benutzen kann, die von einem Nichtkameraden bewirtschaftet werden. Entschuldbarkeit kann unter Umständen vorhanden sein, wenn sämtliche geeignete Lokalitäten eines Ortes der Sozialdemokratie zur Verfügung gestellt werden, weil dann von einer besonderen Förderung durch den einzelnen nicht gesprochen werden kann. 4. Zu entscheiden über die E»t- schuldbarkeit hat das dem Verein zunächst übergeordnete Organ. endgültig der Vorstand des Landesverbandes bezw. ein besonderes Schiedsgericht." Den gegen uns gerichteten Ausschluß- Beschlüssen des edlen Bundes stehen wir, um einen Bismarckschen Ausdruck zu ge- brauchen, mit dem Gefühl höchster. Wurstigkeit gegenüber. Unseretwcgen könnte er auch jene seiner lieben Verbands- Mitglieder ausschließen, die uns in solchen Orten, wo uns sämtliche anderen Säle zur Verfügung stehen, ihre Lokali- täten gnädigst überlassen wollen. Eigentlich verlangt schon die Konsequenz, daß auch diese Mitglieder«fliegen". Die Begründung, daß in solchem Falle von einer besonderen Förderung der sozial- demokratischen Bestrebungen nicht gesprochen werden könnte, ist nur eine faule AuSrede; der eigentliche Grund liegt doch darin, daß die Macher des Bundes fürchten, wenn in solchen Orten die Herren Verbandskamcraden vor die Alternative gestellt würden, auszutreten oder auf den Profit aus den bei ihnen abgehaltenen sozialdemo- kratischen Versammlungen zu verzichten, sie leicht das erstere wählen könnten. Erst das Geschäft und dann die Begeisterung für die heiligen Güter des Vaterlandes. Bürgerliche Ehren-Albernheiten. Die„Gernrania" schreibt: «Wir hatten vor einigen Tagen eine Bemerkung gemacht über Sie Berechtigung der„Tgl. Rdsch." zur Verteidigung des Zwei- kampfes. Tarauf sandte gestern abend der verantwortliche Rc- dakteur der„Tgl. Rdsch.", Herr Dr. Stephan Neumann, zwei Ver- treter mit dem Auftrage zu uns, unserem für den innerpolitischen Teil verantwortlichen Redakteur, in der Voraussetzung, daß er eine Herausforderung zum Zweikampfe grundsätzlich ablehnen werde, eine schwere Beleidigung zuzuschleud ern. Nicht dies, sondern das Bedürfnis, ein etwa obwaltendes Miß- Verständnis richtig zu stellen, veranlaßt uns zu folgender Erklärung: Die Berechtigung zur Verteidigung des Zweikampfes müssen wir grundsätzlich jedem, auch Herrn Dr. Neumann, bestreiten. Wenn wir sie in diesem Falle speziell der Redaltion der„Tgl. Rdsch." absprachen, so sind wir überzeugt, daß diese recht wohl weiß, worauf wir hinzielten. Die Person des Herrn Dr. Stephan Neumann hatten wir dabei nicht im Auge." Die Preisfrage ist, wer geschmackvoller gehandelt hat, der Ver- treter des Duellblödsinns, der einem Manne, dessen das Duell grundsätzlich ablehnende Stellung ihm bekannt ist, eine Forderung schickt, oder der Duellgegner, der seinen Widersacher zu diskredi- tieren versucht durch den Hinweis darauf, daß er einmal ein Duell abgelehnt habe.—_ Schönhusen in der„Post". Der polizeiliche Hintermann der„Post" ist darüber ans dem Häuschen, daß die Genossin Luxemburg wieder auf deutschem Boden sich befindet. Das ehrbare Organ des Ordens vom Stanisläuschen gibt ihm reichliche Gelegenheit zum Angeifern der tapferen Genossin und die nimmt das Bürschlein natürlich weidlich wahr. Das Fehlen von Anpöbelungen, Roheiten und Verleumdungen in Organen vom Schlage der„Post" würden wir lebhaft bedauern, jeder Anwarf dieser Ehremnänner ist eine Ehre für die von ihnen Angegriffenen. Bei dem Hintermann der„Post" liegt in diesem Fall noch ein ganz spezieller Anlaß für die Ausbrüche seines wütenden Aergers vor: er ersieht aus der Rückkehr unserer Genossin, daß alle krampfhaften Bemühungen, die von ihm nicht fern stehender Seite russischen Be- Hörden gegenüber aufgewendet sind, die Genossin Luxemburg zur Bestrafung und hernach zu einein unfreiwilligen Spaziergang nach Sibirien zu bringen, mit Erfolg durchkreuzt sind. Bei Gelegenheit mehr darüber. Nebenbei: Vielleicht verrät die„Post" nun endlich durch ihren polizeilichen Hintermann, warum aus Anlaß der im Fall Schöne- v. Brockhusen im Reichstage ausgedeckten Verbrechen noch immer keine Strafverfolgung in Deutschland erfolgt ist. Warum ist die„Post" seit zwei Monaten so völlig schweigsam über diesen Punkt geworden?—_ Schlechtes Gedächtnis. Natürlich haben neben der„Post" auch andere Ordnnngsblätter mehr ober minder pöbelnde oder hämische Bemerkungen zur Rückkehr der Genossin Luxemburg nicht unter- drücken können. Die„Deutsche Tageszeitung" möchte bei der Gelegenheit dem„Vorwärts" eins auswischen und schreibt zu diesem Zwecke mit sachverständiger Miene:„Da wird voraussichtlich wieder etwas mehr Temperament in das neuerdings recht langweilig gewordene Zentral organ kommen." Der Witz bei der Geschichte ist, daß das Blatt Oertels mit dem Scharfblick, der es ziert, das Temperament Rosa Luxemburgs so lange im„Vorwärts" bei jeder Gelegenheit entdeckt hat, bis dieses heimtückische Blatt eines Tages mitteilte, daß seine Mitarbeiterin sich bereits seit einigen Monciten in Rußland befand.— Der ReichSzuschich znr Invalidenversicherung war im Etat für 1905 auf 49,6 Millionen Mark angenommen. Davon sind, wie aus den« Finalabschlnß der Reichshauptkasse hervorgeht, tatsächlich nur 47,4 Millionen Mark verbraucht worden. Eine Erhöhung der Ver- sicherungsbeiträge der Arbeitgeber und Arbeiter in den vorhandenen fünf Lohnklassen braucht deshalb wenigstens vorläufig uicht in Aus- ficht genommen zu werden. Im Jahre 1994 wurden für den gleichen Zweck 4ö,3 Millionen Mark verbraucht, also für 2,1 Millionen weniger. Da im Rcichshaushaltsetat für 1996 der Reichszuschuß auf 59,6 Millionen Mark veranschlagt ist, so ist anzunehmen, daß auch diese Summe nicht ganz verbraucht werden wird.— Eine Begnadigung. Wie erinnerlich, ivurden im Jahre 1993 vom Oberkricgsgericht Karlsruhe vier Grenadiere von Heidelberg zu den hohen Strafen von 6 und 7 Jahren Zuchthaus verurteilt. weil sie gelegentlich des Manövers in dem badischen Dorfe Reichartshausen sich an Vorgesetzten(Unteroffizieren und Gc- freiten) in der Trunkenheit vergriffen hatten. Die Höhe der Strafen rief weit über die Grenzen des„Musterländchens" be- rechtigtes Aufsehen hervor. Anläßlich des 89. Geburtstages des badischen Großherzogs soll, wie gemeldet wird, in diesen Tagen die Begnadigung der bedauernswerten Opfer militärischer Rechts- begriffe erfolgt sein.— Husland« Schweiz. Im Züricher Kantonsrat fand am Dienstag die Schluß- debatte und die Abstinimung über die bekannten sozialdemo- kratischen Interpellationen statt. In der auf Antrag unseres Genossen Dr. Farbstcin namentlich vorgenommenen Ab- stimmung wurden die bürgerlichen Anträge auf Genehmigung der Regierungsmaßnahmen, Anerkennung der militärischen Kosakentatcn und Aufforderung an die Regierung, zum Schutze der Streikbrecher in Zukunft in gleicher Weise zu verfahren, mit 165 bürgerlichen gegen 29 sozialdemokratische Stimmen und eine bürgerliche angenommen und die sozial- demokratischen Anträge abgelehnt. Dieser Ausgang war von vornherein zu erwarten. Die große kompakte bürgerliche Majorität hat„gesiegt".— Frankreich. Der Fall Aubriot. Paris, 18. September.(Eig. Ber.) Die Bonrgeoispresse regt sich außerordentlich auf über die Ent- scheidung, die die sozialistische S e i n e- Fö d er a t i o u in der Affaire Aubriot gefällt hat. Wir haben den Gegenstand seinerzeit besprochen. Genosse Aubriot, der mit dem Radikalen ChautarS in Stichwahl gekommen war, weigerte sich, gemäß dem Föderations- beschluß zu dessen Gunsten zurückzutreten. Trotzdem die Wahl eines Reaktionären nicht in Frage kam, schritt die Föderation gegen die Disziplinwidrigkeit ein, die vom Wahlkomitee Aubriols allerdings gutgeheißen worden war. Das Urteil lautete auf fünfjährige Ab- erkennung des Rechtes, Kandidaturen anzunehmen. Die Diskussion, die sich in der bürgerlichen Presse der ver- schiedenen Schattierungen an diesen Beschluß knüpft, gibt neben einer Charakteristik der polemischen Methoden der Bourgeoisblätter auch einen lehrreichen Beweis von der losen Konstruktion des französischen Partciwesens und damit von den besonderen Schwierigkeiten, die auch der geeinigten Partei aus dieser eigentümliche» politischen Eutwickeluug erwachsen. Selbst Blätter, die ernst ge- nommen werden wollen, wie das„Journal des Döbats", argumen- tieren, daß die„tyrannische" sozialistische Partei ihren Mitgliedern am Ende auch das aktive Wahlrecht konfiszieren werde, und sprechen von einer Aushebung der bürgerlichen Rechte durch die Partei. Natürlich kann kein Mensch— und auch die Seine-Föde- ration— irgend einen Bürger hindern, sich den Wählern als Kandidat zu präsentieren. Sie spricht eben nur aus, daß sie fünf Jahre lang Aubriot nicht als ihren, der sozialistischen Partei, Kandidaten anerkennen will. Es gehört aber nicht zu den staatsbürgerlichen Rechten, als Kandidat oder Mitglied der sozia- listischen Partei anerkannt zu werden. Doch das sind Dinge, die anderswo selbverständlich sind. In der französischen Bourgeoisdemagogie, wo die großen Klasseninteressen mehr als überall in Europa von Cliquenwesen und individuellem Strebertum maskiert werden, rufen sie Erstaunen und Eutrüstungskomödien hervor. � Italien. Giolitti gegen die antimilitaristische Agitation. Rom, 18. September.(Eig. Ber.) Wie der. A v a n t i" mitteilt, hat der Ministerpräsident de» Präfekten ein Rundschreiben zugehen lassen, in dem er sie auffordert, die für vorigen Sonntag einberufenen antimilitaristischen Volks- Versammlungen, sowie alle künftigen verwandten Demonstrattonen zu verhindern! Bemerkenswert an diesem Rundschreiben ist, daß sich das ministerielle Verbot auf die§§ 247 und 257 des Straft gesetzbuchs beruft, gegen die die antimilitaristische Agitatton ver-- stoßen soll. Diese Paragraphen bedrohen den, der zu einer ungesetz- lichen Handlung aufteizt, mit Gefängnis bis zu einem Jahre und bedrohen Verbindungen, die diesem Zwecke dienen, mit Auf- lösung und mit der Verurteilung ihrer Mitglieder zu Freiheitsstrafen bis zu achtzehn Monaten. Giolitti bringt es also fertig, die Agitation gegen den Militarismus als verbrecherisch zu quali- fizieren und die Vereinigung, die sich ihr vor allem widmet— die Organisation der jungen Sozialisten— mit der Auflösung zu be- drohen! Es ist dies ein Eingriff in die Grundrechte jedes er- wachsenen Bürgers, dem die Verfassung freistellt, seine Ansichten offen zu vertreten und Vereinigungen zu ihrer Bertretimg zu bilden, so lange diese Ansichten nicht im Strafgesetz als verbrecherisch be- zeichnet sind. Das Strafgesetz weiß aber von keinem„Verbrechen antimilitaristischer Agitation". Giolitti scheint also eine neue Acra der Ausnahmegesetze vorzubereiten, die er vielleicht mit der Auf- lösung der sozialistischen Jugendorganisation einzuleiten gedenkt. Möge ihm der Versuch gut bekommen! Die für den 16. d. M. einberufenen antimilitaristischcn Ver- sammlungen sind einstweilen in privater Form(mit Einladungs- karten) gehalten worden. Das feierliche Verbot war die beste Reklame für diese Demonstrationen, die sich vor allem an die jungen Leute wenden, die vor dem Antritt ihrer Dienstzeit stehen.— Norwegen. Staatliche Zuschüsse an Arbeitslosenkasscn. Das aus 15 Paragraphen bestehende Gesetz, das am 1. Oktober in Kraft tritt, ist ein auf fünf Jahre berechnetes Experi mental- gesetz. Die Zahl der Arbeitslosen ist stets im Steigen. Die Arbeits- losigkeit m den Vorwegischen Fachvcrbänden mit zirka 12 999 Mit- gliedern belief sich in den letzten Jahren durchschnittlich auf zirka 19 Proz.; die verlorenen Arbeitstage beziffern sich jährlich auf zirka 159 999. Die Austvanderung betrug in den letzten Jahren bei einer Bevölkerung von 2'/� Millionen 29 bis 25 999 Köpfe pro Jahr. An Nationalvermögen verlor Norwegen dadurch zirka 19 Millionen Kronen jährlich und an Arbeitskrast ungefähr das Zehnfache. Die Sozialreform stockt auch vollständig. Die Arbeitslosigkeit unter den organisierten Arbeitern war am schlimmsten bei den Bauhandwerkern, indem z. B. die Maurer in einigen Städten des östlichen Norwegens nach der Ouartalsstatistik März bis Mai 23,7 Proz. Arbeitslose zählten, Zimmerer und Bau- tischler 27,6 Proz., Maler 22,6 Proz., Klempner und Rohrleger 13,9 Proz. Von anderen Berufen zählten Schmiede 19,8 Proz., Tischler 9,8 Proz., Bäcker 9.9 Proz., Schuhmacher 6 Proz. und Buch- dnickcr 6,4 Proz. Die Unterstützungen der letzteren stiegen pro Mitglied von 7,15 Kr. im Jahre 1899 auf 9,34„., ,. 1999 12,59...... 1991 11,89 1992 17,28„„„ 1993 19,18„„„ 1994. Die Bestände derselben Kasse fielen von 14 744,94 Kr. m der- selben Zeit, auf 725,75 Kr.— trotz Extrasteuer. In den anderen Verbänden- ist das Verhältnis noch schlimmer, speziell da, wo die Saisonarbeit die Steuerkraft der Mitglieder erheblich schwächt. Am schlimmsten jedoch ist es mit den unorganisierten Taglohuarbeitern bestellt, die in ihrer Not ihre einzige Rettung in Dcmonstrations- zügen und Adressen an das Storthing erblickten. Vom Storthing wurden auch schwache Versuche gemacht, der Arbeitslosigkeit durch bessere Regulierung der staatlichen Arbeiten entgegenznivirken. Alle radikalen Reformen sind jedoch bisher an der Halsstarrigkeit der konservativen Regierungspartei gescheitert. Die negative Stellung der Regierungspartei bei sozialpolitischen Fragen hat nun endlich znr Erkenntnis der politischen Lage unter der Arbeiterschaft geführt. Die Arbeiter haben den Klassenkanipf aufgenonmicn, und die diesjährigen Wahlen gaben eine beredte A»t- wort— trotzdem mehrere tausend Arbeiter wegen Arbeitslosigkeit der Armenkasse verfielen und damit politisch entrechtet waren. Das erwähnte Gesetz war übrigens die einzige sozialpolitische „Tat" des jüngst aufgelösten Storthiugs, und wäre schließlich noch nicht einmal zustandegekommen, lvenn nicht der Handelsminister Arctander mit Demission gedroht hätte für den Fall, daß das Gesetz nicht angenommen würde. Er sagte bei dieser Gelegenheit a»ch, daß jenes Gesetz das Mindestmaß von Sozialpolitik enthalte, das man der Arbeiterschaft bieten könne; weiter bemerkte er, den Gewerk- schaften müsse Gelegenheit geboten werden, sich möglichst frei zu entwickeln— sozialdemokratisch oder mchtsözialdemokratisch I Der ursprüngliche Entwurf des Gesetzes ist von einem Akade- miker, einem Buchdrnckereibesitzer und dem Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes ausgearbeitet worden. Leider hat das Storthing einige Verschlcchterungsanträge..hineinredigiert". Das Gesetz gewährt Zuschüsse von 25 Prozent der wirkliche» Ausgaben an alle ArbcitSlosenkasse», deren Mitglieder nor- wegische Bürger sind oder aber sich mindestens fünf Jahre im Lande aufgehalten haben. Zur Erhebung dieser Zuschüsse verlangt das Gesetz, daß wenigstens 59 Proz. der Einnahmen durch direkte Beiträge der eigenen Mitglieder aufgebracht werden. Die Statuten der Kassen müssen Bestimmungen enthalten, die eine Be- zngsberechtigung nicht unter 26 Wochen vorsehen. Die Unter- stütziuigen sollen aber nicht mehr als 59 Proz. des Tagelohnes im betreffenden Berufe betragen. Unterstützungen werden nicht unter 3 und nicht über 99 Tage gewährt. Im Falle der Arbeitslosigkeit sind die Mitglieder verpflichtet, die ihnen vom Vorstande über- wiesene passende Arbeit anzunehmen. Extrasteuer kann erhoben werden. Mitgliedschaft bei zwei Kassen ist unstatthaft. Unter- stützungin dürfen nur an Arbeitötüchtige ausgezahlt werden, die „unverschuldet" arbeitslos geworden sind. Als„unverschuldet" be- trachtet»ran nicht Arbeitslosigkeit verursacht durch Streik oder AuS- sperrung! I Die Statuten müssen mit dein Gesetz im Einklang gebracht, Veränderungen können später nicht ohne ministerielle Genehmigung vorgenommen werden.>/, der 25 Proz. trägt der Staat, �/z die betreffenden Kommunen. Sind Arbeitslosenkassen an größere Fach- verbände angeschlossen, so müssen getrennte Kassen geführt werden. Die Arbeitslosenkassen dürfen von Gläubigern des Haupt- Vereins nicht mit Beschlag belegt werden, auch ist Exekution und Pfändung ausgeschlossen. Schulden der Mitglieder können nicht als Forderung an die Kasse geltend gemacht werden. Jede an einen Fachverband angeschlossene Unterstiitzungskasse muß allen Personen desselben Faches Gelegenheit geben, sich zu gleichen Bedingungen zu versichern, ohne die Mitgliedschaft des Hauptvereinö erwerben zu müssen. Diese speziellen Mitglieder haben aber kein Stimmrecht und sind von der Beteiligung an der Leitung aus- geschlossen.(Diese Bestimmung soll verhindern, daß zu- fällige Mitglieder sich der Kassen bemächtigen.) Die Beiträge dieser Mitglieder können bis um 15 Proz. erhöht werden zur Deckung der Verwaltungskosten. So soll einem jeden Arbeiter die Möglichkeit geboten werden, sich— wenn er will— ausschließlich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern.— Die Kontrolle der Kassen steht den Kommunen oder einer speziellen Kom- Mission zu. Da gegenwärtig 16 bis 16 Unterstützungskassen mit zirka 12 999 Mitgliedern vorhanden sind, dürften sich die staatlichen Zuschüsse auf ungefähr 39 999 lumpige Kironen jährlich belaufen. Man ist aller- dings der festen Ueberzeugung, daß die Zahl der Kassen auf Grund des Gesetzes ganz bedeutend wachsen wird, so daß inan schließlich auf einen staatlichen Zuschuß von 25 999 und einen kommunalen Zuschuß von 59 999 Kronen pro Jahr vorbereitet ist. Es ist im übrigen so gut wie ausgeschlossen, daß alle Fach- vereine wegen dieses Linseugerichles ihr SelbstbestimmmigSrecht an den Staat verschachern werden. So haben z. B. die Buchdrucker bereits erklärt, vorläufig leinen Gebrauch von dem Gesetze machen zu wollen. Amerira. Achtstundentag: New York, 20. September. Präsident Roosevelt verfügte, daß her Achtstundentag in allen Rcgieriingswerkstättrn einzuführen sei. Die Friedensverhandlungen. Havanna, 20. September. Vertreter der verschiedenen Parteien unterbreiteten gestern dem amerikanischen Kriogssekretär Taft und dem Unterstaatssckrctär Bacon eine Aufzeichnung ihrer Ansichten. Heute werden sie ihnen die Bedingungen vorlegen, unter denen sie gewillt sind, Frieden zu schlichen. Taft erklärte in einem Interview, seiner Schätzung nach würden zehn Tage nötig sein, bis sein Werk vollendet sein würde. Die Tatsache, daß Vertreter oller Parteien bei ihm und Bacon vorgesprochen hätten, sei ein gutes Vorzeichen für den Erfolg der Mission. GewerK fcbaftUchea. Gewerkschaftliche Bildungsbestrebungen. Am Sonntag waren wir in der Lage, die von dem Fort- schritt in der Organisation und dem Wachsen des BildungZ- dediirfnisses gleicherweise zeugende Tatsache mitzuteilen, daß die Gewerkschaften in Frankfurt am Main einen Bibliothekar angestellt hätten, der sich ganz allein dieser Tätigkeit widmen soll, ohne durch anderweitige Beschäftigungen abgelenkt oder abgehalten zu werden. Dieser„berufsmäßige" Bibliothekar ist nicht der einzige und nicht der erste seiner Art in der Gewerkschaftsbewegung. Man teilt uns mit, daß die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes bereits seitvierJahren einen festangestellten Bibliothekar be- sitzt. Dieser Bibliothekar hat ausschließlich die Biblio- thek zu versehen. Die Bibliothek der Berliner Metallarbeiter ist rund 8000 Bände stark. Ausgeliehen wurden 24 352 Bände im Jahre 1904, 23 875 Bände im Jahre 1905. Die Ausgaben für die Biblio- thek betragen jährlich 5500— 6000 M. Eine äußerst rührige Kommission sorgt dafür, daß der Bibliothek alle Neuerscheinungen auf den für die Arbeiter wichtigen Gebieten einverleibt werden. Ganz begreiflicher- weise wird die Bibliothek im Winter stärker benutzt als im Sommer. Die höchste Frequenz pro Tag war die Ausleihung von 264 Bänden. Was gelesen wird ist aus folgender Zusammenstellung zu ersehen. Es wurden gelesen im Jahre 1905: Interhaltungsliteratur: Romane, Geschichte, Novellen Dramen usw............... 18 266 Geschichte, Kunst, Philosophie nsw......... 1 693 Fachwissenschaft. Handel und Gewerbe...... 943 Naturwissenschaft, Naturgeschichte......... 822 Geographie, Reisen und Bölkerknnde....... 970 eilkunde................. 483 esetze und Rechtskunde........... 112 Parteischriften und Volkswirtschaft........ 401 Sammel- und Nachschlagewerke......... 118 Verschiedenes............... 62 Summa 23 875 In den neuen Räumen, die der Metallarbeiterverband kin nächsten Frühjahr bezieht, wird die Bibliothek eine weitere Ausdehnung erfahren. Eine Zentralbibliothek einzurichten, beschlossen die Partei- und die gewerkschaftlichen Organisationen auch in Köln. Sie soll im Volkshmise untergebracht werden. Zum Bibliothekar wählte man von 62 Bewerbern den Genossen Honrath, bis jetzt Korrespondent der„Rheinischen Zeitung" in Aachen._ Berlin und klmgegend. Achtung, Metallarbeiter! Der Streik bei der Firma Härtung, Prenzlauer Allee(200 Mann) ist erledigt. Es handelte sich bei diesem Streik um die Einführung der neun- stündigen Arbeitszeit und 10 Prozent Lohnanfschlag. Erzielt wurde die neunstündige Arbeitszeit. Bezahlung der Frühstückspause, T'/a Prozent Lohnaufschlag sofort und weitere 2>/z Prozent Aufschlag am 1. April nächsten Jahres. Der Streik bei der Firma U h l m a n n. bei dem es sich gleich- falls um die neunstündige Arbeitszeit und 10 Prozent Lohnauf- schlag handelte, ist ebenfalls unter Erfüllung der gesamten Forde- rungen beendet. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Für die Bauklempner wurde gestern durch einen Spruch� des Einigung Samtes die wichtige Frage zur Entscheidung ge- bracht: Darf ein Arbeitgeber, der den bestehenden Tarifvertrag für seine Branche prinzipiell nicht anerkennt. Riitglied der Tarif-Schlichtungs- kommission sein oder nicht? Dem Schiedsspruch lag folgender Vorfall zu Grunde: Nach dem Abschluß des neuen Bau- tlempnertarifs hatten die Arbeitgeber den Herrn S e e g e r, Gneisenaustraße 46/47, in die Schlichtuugskommission gewählt. Gegen diese Wahl erhoben die Arbeituehinervcrtreter sofort Einspruch, weil Herr Seeger sowohl bei dem früheren wie auch bei dem jetzigen Vertragsschlusi wiederholt erklärt hatte, er erkenne den Tanf prinzipiell nicht an und halte sich infolgedessen'' an die Tarif- fätze auch nicht gebunden. Zwar zahlte die Firma Seeger die tarif- mäßigen Lohnsätze, weil sie auf Grund der Konjunktur dazu ge- zwungen war, wenn sie überhaupt brauchbare Arbeitskräfte erhalten wollte. Doch kam es in dem Betriebe wegen der Ueberstundcn- bezahlung usw. mehrfach zu Differenzen, wobei dann der Chef den Tarifvertrag als für ihn in keiner Weise bindend bezeichnete. Daß nun ein solcher Arbeitgeber von den Arbeitern nicht als Mitglied der Schlichtungskommission anerkannt werden konnte, dürfte ohne weiteres einleuchten. Anders dachten hierüber jedoch die Herren Arbeitgeber. Sie beriefen sich darauf, daß doch die Beamten des Metall- orbeiter-Verbandcs, Cohen und Weitzel, von den Arbeitnehmern in die Schlichtungskommrssion gewählt worden seien, mithin müsse es auch ihnen freistehen, zu wählen, wen sie wollten. Der ftmda- mentale Unterschied, daß es sich bei den Arbeitnehmern um zwei Organisationsvertreter handelte, die den Tarifvertrag in aller Form anerkannten, schien den Arbeitgebern offenbar nicht klar werde» zu wollen. In den gemeinsamen Sitzungen der Schlichtungskommission konnte über diese Frage keine Einigung erzielt Iverden. Die An- gelegenheit wurde deshalb dem Einigungsamte zur Entscheidung übertragen. Nach mehrmaligen Verhandlungen kam das Einigungs- amt gestern zu dem Spruch, daß Herr S e e g e r unter diesen Uni- ständen nicht b e r e ch t i g t s e i, als Mitglied der Schlichtungs- kommission zu fungieren. In der gleichzeitig zur Entscheidung stehenden Frage, ob denn die beiden Verbandsbeamten fernerhin noch der Kommission angehören dürsten oder nicht, kam das Einigungs- amt zu keinem definitiven Spruch, sondern verwies diesen Punkt zur gegenseitigen Verständigung an die Schlichtungskommission zurück. Den Arbeitgebern liegt es nun ob, sich innerhalb vierzehn Tagen zu erklären, ob sie den Schiedsspruch anerkenne» wollen oder nicht. Verweigern sie die Anerkennung, so wäre das gleichbedeutend Veraytv. Redakteur: Hans Weber» Berlin. Inseratenteil verantw.i mit der Aufhebung der Schlichtungskommission überhaupt. Es be- stände dann keine tarifmäßige Schlichtungskommission mehr und den Bauklempnern bliebe dann völlig freie Hand, in Differenzfällen zu tun. was sie nach Lage der Sache für richtig halten. Ob da« den Arbeitgebern aber allemal angenehm sein würde, dürfte doch sehr zu bezweifeln sein._ Was ist eine Maßregelung? Das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts trat am Mittwoch nachmittag zu einer Sitzung zusammen, die volle acht Stunden in Anspruch nahm. Unter anderem beschäftigte sich das Amt mit der Frage:„Was ist eine Maßregelung?" Nach längerer Beratung und Verhandlung, an der sich Arbeitgeber und Arbeiter sowie Vertreter des Holzarbeiterverbandes beteiligten, verkündete der Vorsitzende, Magistratsrat v. Schulz, folgenden auch die Arbeiterschaft anderer Branchen interessierenden Schiedsspruch: „Nachdem in verschiedenen Schlichtungskommissions-Sitzungen über die Frage:„Was hat als Maßregelung im Sinne des be- stehenden Tarifvertrages zu gelten?" eine Einigung nicht erzielt worden ist, hat das Einigungsmnt auf Grund der heutigen Ver- Handlungen der Parteien, in der einzelne Vorkommnisse an- geführt und als Maßregelungen bezeichnet worden sind, festgestellt, daß unter anderem folgendes als Maßregelung der Arbeiter zu gelten hat: 1. Wenn ein Arbeiter wegen seiner Zugehörigkeit zur Organi- sation entlassen wird. 2. Wenn ein Arbeiter wegen Eintretens für Verbesserung der der Lohn- und Arbeitsverhältnisse entlasten wird. 3. Wenn ein Arbeiter wegen seiner Tätigkeit bei der Schlichtungskommission oder beim Werkstattausschuß entlasten wird. 4. Wenn ein Arbeiter wegen Vorbringung einer Forderung zur strikten Einhaltung der Vertragsbedingungen entlassen wird." Der Konfektionsschneiderstreik ist so gut wie zu Ende. Gegen- wärtig befinden fich noch 42 Personen im Streik. Die Zwischen- meister, bei welchen diese gearbeitet haben, Iv o l l e n nun nur die elf stündige Arbeitszeit bewilligen. Es dürste indes nicht schwer fallen, diese Arbeiter anderweitig unterzubringen, während die Betriebe der Zwischcnmeister gesperrt bleiben. Dann wird den Zwischenmeistern auch klar werden, daß sie den Zehn- stundentag bewilligen müssen._ Achtung! Hrrrenmaßschneider! Der Streik bei der Firma W. R o m a n n. Krausenstr. 4/5, ist beendet und die Sperre hiermit aufgehoben. Bei der stattgehabten Verhandlung verpflichtete sich die Firina, künftig nach Tarif zu zahlen, sowie alle seit dem 14. Mai z u Unrecht gemachten Abzüge nachzuzahlen. Verband der Schneider. Die Ortsverwaltung. Achtung, Schuhmacher! Nunmehr vierzehn Tage dauert der Ausstand in der Filzschuhfabrik von Buller, Brunnenstr. 53. Am Dienstag fand eine Verhandlung in Gegenwart der Kommission des Fabrikantenverbandes statt. Dielelbe scheiterte, weil von dieser Seite das unberechtigte Verlangen gestellt wurde, nicht eher in eine Ver- Handlung einzutreten, als nicht vorher eine bindende Vollmacht seitens der Slrbeiterkommission unterschrieben sei. Dieses Verlangen lourde zurückgewiesen. Herr B u l l e r geht seitdem mit doppeltem Eifer auf die Suche nach Arbeitswilligen, bisher mit schlechtem Er- folge. Wir ersuchen dies weiterhin zu beachten und den Zuzug fern- zuhalten. Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. Bewegung der Isolierer. Eine Versammlung der Isolierer Berlins und Umgegend nahm Mittwoch abend bei Patt, Dragoner- straße, zu der Antwort der Arbeitgeber auf den unterbreiteten neuen Lohntarif Stellung. Der Vorstand machte die Mitteilung, daß der Arbeitgebcrverband einen eigenen Lohntarif aufgestellt und demselben eine umfangreiche Arbeits- ordnungnent"-Verordnung sofort auf die Galerie der Säle. Sie mußten dann aber wieder herunterkommen, weil der Polizeibeamte „sonst die Frauen nicht sehe» könne". In Wcißenfels mußten die Frauen in das anstoßende Garderobezimnicr treten, als aber der Vortrag begann, wurde auf Anordnung des Beamten die Tür zu diesem Zimmer geschlossen." Man sieht da die Polizei in einer Vielseitigkeit, die Staunen erregen muß. Man kann nur annehmen, daß der hohe Zweck zu den hervorragendsten Leistungen befähigt. Und der Zweck ist„uns Deutsche, die wir Gott fürchten und sonst nichts aus der Welt", davor zu bewahren, daß der Staat uns auf die Köpfe fällt, wenn Frauen das„revolutionäre" Tanzbein schwingen oder an Versammlungen teilnehmen, die man formell als polittsche bezeichnen könnte, während das Politisieren in öffentlichen Versammlungen ganz ungefährlich erscheint im Lande der besten Rechtsgarantwn._ Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Montag, den 24. September, abends 8V, Uhr, im Moabiter GesellschaftShause, Wiclesstr. 24/25. Vortrag: Die Entwickeluug der Frauenarbeit. Versammlungen. Zcntralverband der Brauer. Vor Eintritt in die Tagesordnung der letzten Monatsversammlung ehrten die Anwesenden das An- denken der verstorbenen Kollegen Alt m a n n und M ä h r i n g durch Erheben von den Plätzen. Genosse Bauer vom Zentral- Arbeitersekretariat referierte über das Gewerbc-UnfallversichcrungS- gesetz und gab der Versammlung ein anschauliches Bild über die Entstehung, Verwaltung und, besonders auf den Braucrbcruf Bezug nehmend, über die Leistungen der Berufsgenosseuschaften.— Zur geplanten Erhöhung dcS Lokalbeitragcs um S Pf. beschlieht die Versammlung eine Urabstimmung vorzunehmen und die Annahme des Antrages von der �-Mehrheit abhängig zu machen. Die Kam- Mission zur Prüfung der Abstimmung wird sogleich gewählt. Der 1903 mit der Genosscnschaftsbrauerei FricdrichShagen ab- geschlossene Lohutarif hat die Leitung genannten Betriebes zu Maß- nahmen verleitet, die wohl die schärfste Verurteilung der gesamten Arbeiterschaft verdienen. Um die Mehrausgaben an Lohn usw. nicht aus ihrer Tasche decken zu müssen, beschäftigte die Brauerei bei 12 gelernten Brauern nicht weniger als 5 Lehrlinge. Ter Einstellung eines 6. Lehrlings entgegenzutreten, bedurfte cS erst des Einschreitens der Organisation. Daß bei einem forziertett Betrieb, sodaß die Lehrlinge zirka 24 bis sogar 35 Ueberstunden wöchentlich leisten müssen, ohne nennenswert entschädigt zu werden, die Ausbildung keine sachgcmähe sein kann und die Lehrlinge auf ihre Kosten körperlich geschädigt werden, veranlatzte die Versamm- lung, folgende Resolution einstimmig anzunehmen: „Die heute im Gewerkschaftshaus tagende Versammlung der Brauereiarbeiter Sektion I nimmt davon Kenntnis, daß in der Gcnossenschaftsbrauerei der Gast- und Schankwirte Berlins und der Umgebung bei 12 gelernten Brauern 5 Lehrlinge beschäftigt sind. Tie Versammelten sind der Meinung, daß bei einer so großen Zahl von Lehrlingen eine sachgemähe Ausbildung nicht stattfinden kann und sind der Ucberzeugung, daß nur die Sucht, an Arbeitslöhnen zu sparen, die Brauereileitung zur Haltung dieser großen Zahl von Lehrlingen veranlaßt hat. Indem die Versammelten gegen eine derartige Lohnschindcrei und LehrlingSausbeuteroi protcstioren, beauftragen sie ihre» Vorstand, geeignete Schritte zu tun, um in genanntem Betriebe andere Verhältnisse herbeizuführen." Vorgeschrittener Zeit halber beschloß die Versammlung gegen einige Stimmen, die beiden nächsten Punkte der Tagesordnung auf die Oktoberversammlung zu verlegen. Zentralverband der Handlnngsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands.(Bezirk Berlin.) Freitag, den Lt. September, abends 9 Uhr, in den„Slrminhallcn", Koinmandaiitenstr. 20(großer Saal): Vor- trag des Schristftellers Herrn Adols Stern über:„Religion und Kunst". Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub„Vorwärts". Freitag abend 8'/, Uhr: Versammlung bei Knötsch. Hirtenstr. 10. Vortrag des Genossen H. Weise über:„Gibt es einen Gott f" Berliner Marktpreise. Aus dem ainllichen Berich! der städtischen Marlthalleii-Direttioii.(Großhandel) Nindflcilch I» 71-76 pr. 100 Psd., IIa 65-70, lila 60-64, lVa 54-58, Kalbsleilch. Doppelländer 105-115, I» 84-90, Na 74-83, INa 64-73. Hammelfleisch la 77-82, Na 67-76. Schweinefleisch 66—73. Rchböcke la Per Psd. 0,85—1,08, Na 0,65—0,75. Rotwild la per Psund 0,45—0,56, IIa 0,00. Damwild 0,55—0,60. Wildschweine per Psund 0,38—0,43, Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück 0,50—1,00. Wildenten la per Stück 1,25—1,75, IIa 0,00. Rebhühner, junge la 1,20—1,50, junge Na 0,90—1,15, alte 0,80—0,95, junge kleine 0,25. Hühner, alle per Stück 1,60-3.80, alle IIa 1,20-1.50, junge per Stück 0,55-1.56. Tauben, junge p. Stück 0,40—0,54, alte 0,32, Enten, junge per Stück 1,00—2,50, alte per Stück 0,00. Hamburger, junge per Siuck 3,00, Gänse, la per Psb, 0,55—0,60, IIa 0,45—0,54, Hamburger, junge 0,62—0,63, la per Stück 3,00—3,75, IIa 1,50-2,80, Poulets per Stück 1,00-1.50, do. Nein 0,47-0,90, Hechte per 100 Psd, 70-90. Zander 0,00-0,00. Aland 0,00-0,00, Schleie 112-124, Bleie 48-49, Aale, groß 83-100, niiltel 75—85, llein-mittel 70—80, unsortiert 0,00. Plötzen, matt 46,00. Karpfen, unsort. 0,00. Börse, matt 51—52, klein 66—71. Karauschen 0,00. do. klein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 17—55, matt 0,00. Amerikanischer Lachs I neuer per 100 Psd, 110—130, do, N neuer 90—100, do, IN neuer 75. Sprotten, Kieler 0,75—1,50. Flundern, pomm. I, per Schock 9. do, pomm, II 2—4, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel per Kiste 2-3, do. klein Per Kiste 0.00. Bückling«, per Wall Kieler 3-3,50, Stralsunder 2,50—4. Aale, groß per Psd, 1,10—1,50, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60, Heringe per Schock 4—5, Schellfische Kiste 3—4,50, do•/, Kiste 2, Kabliau. per 100 Psd, 20-25. Hellbult 25. Sardellen, 1902er per Anker 95, l004er 95, 1905er 90, 1906er 70, Schottische Bollhering« 1905 0,00. larxs 40-44,{ull. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Heringe, neue Matjcs, per'/, To, 60—120. Hummern. IIa, 100 Psd, 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsortiert 5—6. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,25—5,00, Butier per 100 Psd. la 124-126, Na>18-120, IN» 112-116, absallende 95-110, Saure Gurke» Schock 3,50—4,00. Pscsscrgurken 3,50—4,00, Kartosseln per 100 Psd. Dabersch« 2—2,25, Rosen 1,50—1,75, neuenmde 1,75—2,00, Salalkart. 5-6, Spinat p, 100 Psd, 8,00-12,00, Karotten p, Schockbund 2.00-3.00. Sellerie, hiesige, per Schock 1,50—6,00. do, pommersche 4—6. Zwiebeln große, per lOOPsb, 3,00- 4,50. do, kleine 2,75-3,00. do, hiesige(Perl.) 30—50, Charlotten 50—60. Petersilie, grün, Schockbd. l,00. Kohlrabi per Schock 0,75—1,00. Rettig. bahr,, p. schock 2,40—4,80. Radieschen per Schock-Bd, 0,60—0,80, Salat, p. Schock 1,50—1,75, Bohnen, grüne, per 100 Psund 10—15. Wachsbohncn 10—18, Scholen per 100 Psund 15-17, Pscffcrlinge pr. 100 Psd. 8-13. Mohrrüben pr, 100 Psd, 3-4. Tcltower Rüben p. lOOPsb. 8—12. Blumenkohl p, Mandel 1„50—2,50. do. Erfurter, Kops 0,20—0,30. Wirsingkohl per Schock 4,00—8,00. Rotkohl p. Schock 3,00—7,00. Weihkohl p. Schock 2,00-5,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 30—35. Steinpilze p. 100 Psd. 40—50. Oiurken, Zerbster, Schock 0,00. do. Einlege-, Schock 1,50— 1,75, do, Rothenbg. 1,50—2,00, do. Liegnitzer 1,50—2,00. do. Einlege-(aenj«) 8—18. Kohlrüben, Schock 3—4,00. Tomaten, hiesige IOOP(b. 3— 5. Kürbis 2-3, Bünen, ital. per lOOPsb, 0,00, hiciig-3-20.Ti>oIer 20-35, böhmische 3-16. Reitig- 0,00, Acpscl, ungar,, per 100 Psd, 0,00, iial. 10—15, hiesige 10—15, Graoensteiner 6—16. Tiroler 15—24, Preißelbeeren 0,00, schwedische 19—22, Blaubeeren per 100 Psd, 12—15. Pflaumen, ital. runde dunkle per 100 Psd, 0,00, ungarische 0,00, hiesige 3—5, Reineclauden 0,00, Serbe» 5—9, Badens« 0,00, Böhmische 4—5. Zitronen, Messina 300 Stück 19,00—35,00, 860 Stück 12,50—24,00, 200 Stück 0,00, 420 Stück, klein 12,00—15,00, 500 Stuck, klein 13—15. Pstrfich«, Werdersche per 100 Psd, 20-30, srz. 0,00, stalteiiische la Kiste 0,00, do, IIa Kiste 0,00, do. lila Kiste 0,00, do. in Körben per 100 Psd. 0,00._ suutrriiiineiiherfiitit tmm SO. September IU06, morste»»(t Ith,. Stationen £ 8 ? E c= Ii af »eller Swtncmde Hamburg Berit» Franlsa M München Wie» 765OSO 765 ONO 764 SO 764 SO 765 W 760 W 3 bedeckt 2 bedeckt 2 Regen 2 bedeckt 4 Nebel 3 Regen b V t? H& Stationen w 2 C« 2 1 Bf )abaranda 774 SW leierSburg 778W Scilly Aberdeen Paris 769 R 772O 766 NNW »etle, dt t"■ i» h z> 2 bedeckt 1 Nebel 1 heller 1 halb bd, 1 wölken! 8 8 14 10 10 Wetter-Prostiiofc für Freitag, de» 21. September 1900. Ziemlich kühl, vorwiegend trübe mit Regeiisällen und mäßigen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 20, September. Elbe bei Ausstg— Meter, bei Dresden— 1,36 Meter, bei Magdeburg+ 0,92 Meter,— U n st r u t bei Ttraußsnrt— ,— Meter.— Oder bei Rattbor+ 3,70 Met«.— Reißemündung+ 4,17 Meter.— Oder bei Stieg+ 4,30 Meter.— Oder bei Breslau Niiterpegel ff- 0,76 Meter. Teures Fleisch— billige Seefische!! Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Xührgehalt sich auszeichnend! Tllglich Sendungen lobcndfrlscher, ständig unter Eis gehaltener Seelische in eigenen KBhlwaggfln». Riesenfänge unserer Dampfer ermöglichen billigste Preise. Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Deutsche Dampffischerei-fiesellscliaft„Nordsee" Filiale: Berlin C. 2, Baimbof Börse, Bogen 8—10. ► Zentral-Fernsprecher; Amt III No. 8804.« 8ccfircb-Kochbücbcr gratis. Vevkanf«- Xloderlagyn; 2219b Prinzenstraße i (am Moritzplatz). Madaistraße 22 Landsbergerstraße 52-53 (im Schlesisohen Bahnhof),(der Kurzenstr. gegenüber). Seefische— Volksnahrung! Wir empfehlen besonders: Schollen 25» per Pfund 3 Pfd. 70 Pf. ferner: Schellilach, Cablian, Seclach«, Goldbarsch, Aastornflach sowie die übrigen Sorten Seefische zu bllllsston Tagespreisen. Donnerstag, den 20. September haben wir im Hause Potsdamer Straße 112a, bei der Latzow�straße eine neue Verkaufsstelle eröffnet, worauf wir ein geehrtes Publikum ganz besonders aufmerksam machen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Fabrikmaurer! Heute Freitag, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Sonnabend, den 22. September 1906 13. Stiftungsfest in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29. Konzert. Gesang. Tanz. Billetts sind auf allen Zahlstellen sowie auf dem Bureau zu haben. Im Festlokal werden Billetts nicht verkauft. Achtung! Am Sonnabend, den 22. September, werden wegen des Stiftungsfeftes auf allen Zahlstellen von 7-9 Uhr Beiträge entgegengenommen. Die Ortsverwaltung. Freitag, den 21. September 1906, abends 8% Uhr: Versammlung aller in Fabriken beschäftigten Maurer im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7). Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Werte Kollegen! In dieser Versammlung werden Fragebogen verausgabt zwecks Feststellung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die in Fabriken beschäftigten Maurer. Also Kollegen erscheint alle Mann in der Versammlung. 147/9 Die Verbandsleitung. J. A.: E. Thöns. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, Hof I. Ortskrankenkasse d. Kürschner und verw. Gewerbe zu Berlin. Montag, den 24. September 1906, in der Brauerei Böhow, Prenz lauer Allee 247: Ordentl. General- Versammlung der Delegierten. In getrennter Versammlung abends Punkt 8 Uhr: Versammlung der Arbeitgeber. Tages- Ordnung: Wahl eines Vorstandsmitgliedes auf 3 Jahre. Um 8, Uhr: Versammlung der Arbeitnehmen Tages- Ordnung: 1. Erfahwahl von 2 Vorstandsmits gliedern bis Ende 1906. 2. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern auf 3 Jahre. Um 9 Uhr: Gemeinschaftliche Versammlung m.folgenden Punkten: 1. Berlesung des Protokolls. Fernsprecher: Amt III Nr. 5028. 2. Sestiegung des Gehalts für einen Beamten. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, den 23. September 1906, vormittags 10 Uhr, in den Industriesälen, Beuthstraße 20: 3. Wahl von 3 Rebiforen zur Prüfung Montag, den 24. September, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Branchen- Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Eugen Simanowski über:" Die Zentrali fation der Krankenkassen". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Vertrauensleute werden ersucht, für regen Besuch dieser Versamm Yung zu agitieren. 93/5 Mitgliedsbuch legitimiert. N Die Branchenleitung. Zentralverband des techn. Bühnen- Personals Sitz Berlin. Sonnabend, den 22. September 1906, abends 11, 1hr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause( Saal 7), Engel- Ufer 15. Zages- Ordnung: 190/8 1. Vortrag über ,, Die Kämpfe der Gewerkschaften in der Gegenwart". Referent: Arbeitersekretär Genosse G. Link. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktlicher Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Blitz- Schnell tommt man mit der Hochbahn zu Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren paffend. Dieselben sind von seinen Kavalieren und Reisenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 5352* Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pig.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Bettenlagerei, Gardinenverkauj, Steppdecken, spottbillig Pfandleibhaus Weidenweg neunzehn. Bettenverkauf Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: des Jahresabschlusses. 4. Sonstige Kassenangelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird dringend ersucht. Die zugesandte Karte dient als Legitimation und wird am Eingang des 1. Bereinsangelegenheiten. 2. Die Vorgänge in Breslan und Nürnberg und die deutsche Arbeiter: Bersammlungssaales abgenommen. fchaft. Referent: Genosse Ernst Rieger. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 258/3 Der Vorstand. 3. A.: A. Juppenlay. Einfetzer Charlottenburgs! Sonntag, den 23. September, vormittags 10 Uhr, findet im ,, Volkshause", Rosinenstraße 3, eine statt. außerordentliche Bezirkssitzung Der Bezirksleiter. Zuckerpreise steigen rapid Beranlaßt durch die in letzter Zeit sehr oft vor. kommenden Klagen über ganz minderwertige Nachahmung des 22962* Dänischen Kapitän- Kautabak weise ich darauf hin, daß derselbe nur echt ist, wenn in jedem Stück( 5 u. 10 Pf.- Nollen oder Schleifen) der Zettel liegt mit Aufschrift: Dänischer Kapitän-Kantabak( gefejl. geschützt). Gen. Vertr.: C. Röcker, Berlin O., Grüner Weg 112. Amt 7, 3861. Zu haben in den meisten Zigarrengeschäften. 93/6 Spezial- Möbel- Halle Harry Goldschmidt 59 Moritzplatz 59 Ecke Stallschreiberstraße. 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Dtglieder, diese Wertstelle ſtreng zu meiden, da selbige ebenfalls die tober sucht Konsum- Verein Siemens- Sperre verhängt hat über die Firma. Schuckert- Werke, Kleinbau- NonnenDie Ortsverwaltung. damm. Offerten schriftlich an den Borstand des Konsum- Bereins.[ 13886 Achtung! Putz- Lehrmädchen mit Vergütung verlangt. Oppermann, Reichenbergerstraße 72a. 13895 13765 Achtung! Schildermaler! Geübte Arbeiterin für Toilette- Sämtliche Firmen der Schilderseifen und Parfümerie verlangt Dan branche, welche nicht bewilligt ziger, Alte Jakobstraße 9. haben, sind für alle Kollegen geLehrmädchen für Parfümerie versperrt! Kollegen! laßt Euch nur langt Danziger, Alte Jakobstraße 9. durch den Arbeitsnachweis, WallLehrmädchen, Schneiderei, Reichens straße 36, Amt IV, 4475, vermitteln. bergerstraße 38, parferre rechts.+18 Botenfrauen finden sehr lohnende und dauernde Beschäftigung Altmoabit 138. 159/18 Die Verwaltung. Achtung! 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Hinterher hat sie ihre Mitteilungen dahin ergänzt, daß muß naturgemäß ein Erwachen des Solidaritätsgefühls, eine er sogar sehr liebenswürdig zu ihr gewesen sei liebenswürdiger, Am Sonntag, den 23. d. Mis., veranstalten außer durch den Verfasser, Winterfeldtstraße 24, auch durch die als sie es sich wünschte. Jetzt bescheinigt ihr der Hausherr, sie sei 11 Philharmonie ein Bur Lokallifte! folgende Berliner Männerchöre in der Vokal und Instrumentalfonzert mit Vorwärts- Buchhandlung zu beziehen ist, bildet für zufünftige anschließendem Tanz: Stadtverordnetenwahlen gutes Agitationsmaterial, nicht nur für Amicitia"," Bäckermeister der S.-D. Luisenstadt“,„ Edelweiß die städtischen Arbeiter, sondern für alle die, die an der materiellen " Immerfroh"," Lobelia"," Sängerfranz"," Silberflänge",„ Männerquartett Slesvigia" und" Teutonia" unter Leitung des Dirigenten und geistigen Hebung der Arbeiterklasse tätigen Anteil nehmen. Herrn Chr. Blaufus. Am gleichen Tage veranstaltet ebenfalls in der Philharmonie" #T Ueber Waldschulen " gänzlich unbrauchbar" befunden worden. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordneten- Bersammlung hat nachstehenden Antrag eingebracht: " Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Magistrat, die Verfügung vom 17. August 1906 betreffend die Beschränkung der Urlaubsberechtigten unter den städtischen Arbeitern schleunigst aufzuheben." der Männerchor„ Schildhorn" ein Konzert mit anschließendem Tanz. schreibt der„ Reichsanzeiger":" In Charlottenburg, dessen StadtDa versucht wird, hauptsächlich auch in Arbeiterkreisen Billetts bertretung mit mustergültigen sozialen Einrichtungen einen zu obigen Bergnügen umzusetzen, verweisen wir die organisierte führenden Rang einnimmt, soll eine zweite Waldschule errichtet Aufgedruckte Briefmarken auf Privatdrucksachen. Postkarten, Arbeiterschaft auf die in der Philharmonic" Frage werden, nachdem die erste nicht nur die an sic geknüpften Erwiederholt gefaßten Beschlüsse, nach denen das wartungen voll erfüllt, sondern auch zu ähnlichen Einrichtungen Drucksachen, Umschläge usw., die von der Privatindustrie hergestellt genannte Lokal seitens der Parteigenossen streng zu meiden ist. anderwärts Anregung gegeben hat. So ist fürzlich auch von der sind, werden bekanntlich auf Wunsch von der Reichsdruckerei mit Wir ersuchen die Parteigenossen, vorstehendes Stadt Mülhausen i. E. eine Waldschule für schwächliche und arme dem Stempel der Postwertzeichen bedruckt. Außer dem Nennwert zu beachten. Kinder eingerichtet worden, deren Einrichtungskosten sich auf 7500 der Wertzeichen ist eine kleine Gebühr für den Aufdruck zu entAm Sonnabend, den 22. d. M., veranstaltet der Kraft- und Mark belaufen, während die laufenden Ausgaben etwa 15 000 m. richten. Für die Ausführung dieser Abstempelung hat das ReichsArtistenklub„ Du Nord" im Lokale von Thiele, Nieder- jährlich betragen. Die von den Schulärzten ausgesuchten Kinder Postamt ergänzende Bestimmungen getroffen. Die abzustempelnden Schönhausen, Bismarckfiraße 44, einen fog. Refrutenabschieds- werden morgens 8 Uhr von ihren Lehrern in die Waldschule ge- Gegenstände müssen ihrer Beschaffenheit nach zur Abstempelung geball. Wir bemerken hierbei, daß dies feit kurzem bereits das zweite leitet und bleiben dort bis 6 Uhr abends. Der Tagesunterricht eignet sein. Das Papier darf nicht derart gefärbt sein, daß die Bergnügen ist, welches genannter Verein in einem der Arbeiterschaft verteilt sich auf 2 Stunden, nach jeder halben Stunde sind Pausen. Farbe der aufzudruckenden Wertstempel wesentlich verändert wird nicht zur Verfügung stehenden Lokale abhält. Die übrige Zeit ist der Ruhe und Bewegungsspielen vorbehalten. oder der Wertstempel an Deutlichkeit verliert; gemustertes oder an Ebenfalls am 22. d. M. hält der Rauchklub Zur goldenen Bei ungünstiger Witterung stehen luftige Klassenzimmer zur Ver- der abzustempelnden Stelle verschieden gefärbtes Papier ist unSonne", Mitglied des Arbeiter Raucherbundes, im fügung. Die Waldschule zählt 100 Kinder, die von zwei Lehrern geeignet. Bei Postkarten und offenen Drucksachenkarten, gebrauchsCharlottenburger Kasino, Berlinerstraße, sein Stiftungs- und einer Lehrerin in den elementaren Kenntnissen unterrichtet fertigen Kartenbriefen und Briefumschlägen wird der Wertstempel fest ab. werden. Vier reichliche Mahlzeiten, bestehend abwechselnd aus 6 Millimeter vom oberen und 8 Millimeter vom rechten seitlichen Alle genannten Lokale stehen der Arbeiterschaft nicht zur Ver- Milch, Suppe, Fleisch, Gemüse und Brot, unterstützen wirksam die Rand entfernt abgedruckt. Die Stelle, an welcher das Wertzeichen fügung. Wir ersuchen daher die Parteigenossen, alle etwa Freiluftkur. Die Waldschule wurde von zahlreichen Vertretern hiernach anzubringen ist, darf nicht anderweit bedruckt sein, insgebotenen Billetts zu obigen Vergnügungen entschieden zurück der Regierung und der Stadt, Aerzten, Lehrern usw. besichtigt. besondere auch nicht mit einer den Stand des Wertzeichens anDie Stelle darf auch nicht durch zuweisen. Die Lofalfommission. Fachmänner sprachen sich äußerst lobend über die hygienischen und deutenden punktierten Linie. leber die pädagogischen Ergebnisse aus. Erstrebenswert seien neben der darunter liegende starke Klebestellen uneben sein. Waldschule auch Schulsanatorien, namentlich für Lungenkranke technische Ausführbarkeit der Abstempelung entscheidet die ReichsKinder. Man hofft, daß es bald möglich sein werde, die erste Wald- druckerei. In zweifelhaften Fällen werden ihr Proben von dem schule im Elsaß zu erweitern und sie auch den Zöglingen höherer abzustempelnden Gegenstande eingeschickt. Lehranstalten erforderlichenfalls gegen Vergütung zugänglich zu machen." alt= Alt- Glienicke. Am Sonnabend, den 22. d. M., abends 8 Uhr, hält der Wahlverein seine Mitgliederversammlung bei Saß, Grünauerstraße, ab. Da eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen ist, ist es Pflicht aller Mitglieder, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Friedersdorf( Mark). Am Sonntag, den 23. September, nachm. 2 Uhr, findet im Lotale von F. Pätel eine Mitgliederversammlung des hiesigen Wahlvereins statt. Da wichtige Punkte auf der Tages ordnung stehen, wird pünktliches Erscheinen aller Genossen erwartet. Der Vorstand. Bernau. Der sozialdemokratische Wahlverein von Bernau und Umgegend hält am Sonnabend, den 22. September cr., abends 9 Uhr, im Lokale von Friedrich, Bürgermeisterstr. 225, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Genossen von Buch, Röntgental und Schönow werden besonders dazu eingeladen, da das Thema: Was wollen die Sozialdemokraten?" auf der Tagesordnung steht. " Berliner Nachrichten. Die Stadt Berlin und ihre Arbeiter. Für Errichtung von Waldschulen ist in Berlin vor Jahr und Tag bereits die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion ein getreten; diesbezügliche Anträge fanden aber bei der freisinnigen Mehrheit keine Gegenliebe, man wollte es mit Walderholungsstätten versuchen. Aber auch in lepterer Beziehung ist nichts geschehen; man hat sich bisher auf die Erholungsstätten des Roten Kreuzes verlassen und nur eine kleine Beihülfe für eine Lehrkraft geleistet. Auf diesem Gebiete läßt sich Berlin von den kleinsten deutschen Städten beschämen. Dienstmädchen- Los. In bürgerlichen Blättern finden wir wieder einmal einen Notschrei über die Dienstboten not" nicht über die Not, die die Dienstboten mit gewissen Herrschaften" haben, sondern über die Not, in der viele Herrschaften" sich befinden, weil sie nur schwer einen„ passenden" Dienstboten triegen. Der" Mangel an Dienstmädchen" soll jetzt so groß sein, daß auf den Vermittelungsbureaus die" Herrschaften" um jedes nur einigermaßen brauchbar scheinende Mädchen sich beinahe schlagen und nicht selten den schlauen Verfuch machen, die nach dem Bureau fommenden Mädchen wo möglich schon vor der Tür abzufangen. Wir hatten fürzlich Gelegenheit, die Unterhaltung einiger Mädchen anzuhören, die einander ihre auf dem Bureau gemachten Erfahrungen mitteilten. Ihre Schilderung des„ Kampfes ums Mädchen", den die„ Gnädigen" dort gegeneinander zu bestehen hatten, war reich an erheiternden Einzelheiten. Bezüglich der Umzugstermine beim Wohnungswechsel wird daran erinnert, daß der am 1. Oktober d. J. beginnende Umzug bei kleinen, aus höchstens zwei Zimmern nebst Zubehör bestehenden Wohnungen an demselben Tage, bei mittleren, aus drei oder vier Zimmern nebst Zubehör bestehenden Wohnungen am 2. Oktober, mittags 12 Uhr, und bei großen, mehr als vier Wohnzimmer umfassenden Wohnungen am 3. Oktober, mittags 12 Uhr, beendet sein muß. den Wochentagen, mit Ausnahme der Montage- die NationalDie Museen find während der Monate Oktober bis März an galerie mit Ausnahme der Dienstage von 10 bis 3 Uhr ge= öffnet, Sonntags und an den zweiten Feiertagen während der Monate Oftober und März von 12 bis 5 Uhr, November und Februar von 12 bis 4 Uhr, Dezember und Januar von 12 bis 3 Uhr. Mädchenhändler an der Arbeit. Wie aus Stockholm gemeldet wird, warnen schwedische und norwegische Vereine zur Bekämpfung der weißen Sklaverei junge Mädchen vor der Anstellung in einer in Berlin geplanten skandinavischen Hausfleißausstellung" mit Restaurant. In Berlin ist an amtlicher Stelle von einer solchen Ausstellung nichts bekannt. Es handelt sich vielleicht um eine falsche Vorspiegelung von Mädchenhändlern. Falsche Fünfmarkstücke mit dem Münzzeichen A, der Jahres zahl 1902 und dem Bildnise des Kaisers befinden sich zurzeit in Berlin und Umgebung im Umlauf. Die Falsifikate sind ziemlich plump gearbeitet. Die Schrift ist stumpf und die Linien des Kopfes des Kaisers wie auch des Reichsadlers find breit und wenig scharf markiert. Der Mang der ungeschickten Fälschung ist dumpf, ähnlich demjenigen einer gesprungenen Münze. Der Sekretär der städtischen Arbeiter, Genosse Emil Ditt. mer, hat soeben im Auftrage der Verwaltung der Filiale GroßBerlin gewissermaßen als Beitrag zur Sozialpolitif der größten deutschen Gemeinde eine Darstellung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter Berlins für 1906/07 erscheinen lassen. Nachdem der Verfasser einleitend die allgemeine Lage der Berliner städtischen Arbeiter besprochen hat, schildert er die Verhältnisse in den einzelnen Verwaltungszweigen, um sodann die fozialpolitischen Leistungen der Reichshauptstadt einer Kritik zu unterziehen. Dieser Abschnitt scheint uns der wichtigste des Buches Ja, es ist in der Tat„ berkehrte Welt", daß hier nicht der zu sein. Die mit großem Fleiß zusammengestellten Lohntabellen Die Jungfernheide als Stadtpark. Der Teil der Jungfern fowie die statistischen Aufnahmen über die Arbeitszeit und der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber nachlaufen muß, sondern der Arbeitgleichen veralten naturgemäß sehr bald, schon im nächsten Jahre geber dem Arbeitnehmer! Aber zu verwundern ist's wirklich nicht, heide, der sich westlich des alten Försterhauses Königsdamm zwischen Mädchen dafür danken, Dienst- den Nonnenwiesen und dem Spandauer Schiffahrtskanal hinzieht, dürfte sich wieder ein ganz anderes Bild ergeben. Die allgemeinen daß so viele fozialpolitischen Grundsäße dagegen werden noch auf Jahre hinaus mädchen zu spielen, und es borziehen, in die Fabrik zu wird jezt zu seiner zufünftigen Gestaltung als Charlottenburger Geltung haben, selbst wenn diese oder jene Bestimmung abgeändert gehen. Gewiß, ein Dienstmädchen kann-wenn das Glück ihm Stadtpart geführt und landschaftlich durchgearbeitet. Die dazu wird. Hinsichtlich der sozialpolitischen Leistungen steht Berlin noch hold ist es sehr viel besser haben als eine Fabritarbeiterin. notwendigen Arbeiten sind recht umfangreich, da erhebliche Streden lange nicht an erster Stelle unter den deutschen Gemeinden. Es Doch selbst die beste„ Herrschaft" erwartet von einem Dienstmädchen dieses. Gehölzes sehr fumpfig sind und außer einer größeren Teichist zwar eine Ruhegeld- und Hinterbliebenenversorgung eingeführt, ein solches Maß von Selbstentäußerung, einen so weitgehenden Ver- anlage lange Abzugsgräben und Legung von Drainröhren erforderaber ein flagbares Recht darauf stehe teinem Arbeiter zu. Auch lich werden. Bei der stellenweise notwendig werdenden Ausholzung die Magistratsverfügung vom 17. September 1902 über Fortbezahlung zicht auf persönliche Freiheit, daß schon deshalb das Los einer foll möglichst der ältere Baumbestand geschont werden, soweit dies des Lohnes bei Krankheit oder Beurlaubung läßt noch recht viel zu Fabritarbeiterin trotz aller Mühen ihrer Arbeit und trotz aller Er- die in Aussicht zu nehmenden landwirtschaftlichen Verschönerungen wünschen übrig, und ebenso entsprechen die Bestimmungen über die bärmlichkeit der Entlohnung vielen Mädchen gegenüber dem Dienst- und Wirkungen zulaffen. Außer ausgedehnten Spiel- und SportGewährung eines Sommerurlaubs noch lange nicht den Forderungen mädchenlos als das minder schlimme erscheinen muß. Wenn aber pläßen werden Erholungsstätten, wie eine solche vom Roten Kreuz der organisierten Arbeiter. Die Arbeiterausschüsse sind so zu ein Dienstmädchen erst mal an eine jener„ Herrschaften" geraten dort bereits existiert, Selterwasser- und Milchausschänke sowie eine sammengefeßt, daß von einer Wahrnehmung der Interessen ber ist, die man als„ nicht die besten" zu bezeichnen pflegt, dann gegen die jetzt bestehende bedeutend vergrößerte Waldschule dort Arbeiter durch fie nur in den seltensten Fällen die Rede sein kann, schwindet leicht der letzte Rest von Lust, Dienstmädchen zu bleiben. angelegt werden. Auch das alte Forsthaus Königsdamm, das früher sie sind völlig unzulänglich, und die Statuten lassen feinen Zweifel zahlreichen Berliner Ausflüglern als Erholungsstätte diente, und Wir haben erst fürzlich( in Nr. 207) wieder zu berichten ge- feine Umgebung werden einen ganz anderen Charakter erhalten, darüber aufkommen, daß sie nur eingeführt sind, damit es so aushabt, daß ein achtzehnjähriges Dienstmädchen, das bei dem Kauf- dorthin wird die städtische Gärtnerei von Charlottenburg verlegt. fieht, als ob etwas geschieht. Mit Recht fordert der Verfaffer mann Joachim in Schöneberg, in Schöneberg, Rosenheimerentsprechend dem Programm des Gemeindearbeiterverbandes Durch den Unfall eines Liebespaares geriet vorgestern abend der neben Arbeiterausschüssen, die aus freien Wahlen aller großjährigen straße 36, in Stellung war, die Behandlung durch die„ Gnädige" in den betr. Betrieben beschäftigten Arbeitern hervorgegangen sind als so unerträglich empfand, daß es einen Selbstmordversuch machte. Kaufmann Macht in ernste Lebensgefahr. Er hatte mit einem die Bildung eines Generalarbeiterausschusses, welcher in Fragen Inzwischen sind uns über diesen Fall noch mancherlei Einzelheiten Kollegen, dem Kaufmann Hummel aus Pankow eine Bootsfahrt allgemeiner Natur mit der obersten Gemeindebehörde zu verhandeln mitgeteilt worden. Heute wollen wir hiervon nur einiges wieder auf dem Tegeler See unternommen und legte mit seinem Fahrzeug an der Rohrinsel an. hat. Ebenso berechtigt ist das Verlangen, daß zu den Sibungen geben, was die Frage der Entlohnung der Dienstmädchen be- fonen, ein Herr und eine Dame, zweifellos ein Liebespaar, in einen In diesem Augenblick sprangen zwei Berder Ausschüsse auch Gewerkschaftsvertreter hinzugezogen werden leuchtet. Wir deuteten oben an, daß ein Dienstmädchen sich anderen am Ufer liegenden Kahn und stießen schleunigst vom Lande können. Die sozialpolitischen Kommissionen, wie sie in manchen wenigstens petuniär besser steht als viele Fabritarbeiterinnen. ab. Hierbei verlor der Mann das Gleichgewicht, das Boot legte Gemeinden bestehen, wären dann vielleicht überflüssig. Dem Arbeitsnachweis wird ein besonderes Kapitel ge- Nun gibt es aber Herrschaften", die sogar darüber bestimmen, sich zur Seite und bei dem Bemühen, sich festzuhalten, riß der Herr widmet. Auch hier sind die Forderungen der städtischen Arbeiter wie der bare Lohn, den sie dem Mädchen zahlen, verwendet werden auch die Dame mit in das Wasser. Der Kaufmann Macht eilte noch lange nicht erfüllt. Laut Programmi soll ein städtischer soll. Es ist wahr, daß einem unerfahrenen Mädchen genüßt werden sofort den mit den Wellen Kämpfenden zu Hülfe, sprang mit voller Arbeitsnachweis eingerichtet werden, an dessen Verwaltung die tann, wenn die Herrschaft" sich hierum ein bißchen fümmert und Kleidung in die Fluten, und es gelang ihm auch, das Pärchen zu retten. Die beiden bestiegen, ohne sich um ihren Retter zu be= Arbeiter mit beteiligt sind. Die Verwaltungen, welche wegen Ar- Ratschläge gibt. Aber man fann seine Fürsorge auch zu weit fümmern, wiederum ihr Boot und fuhren davon. Der Kaufmann beitsmangel Arbeiter entlassen, haben rechtzeitig den Arbeitsnach- treiben. Die erwähnte Frau Joachim streitet sich mit dem von ihr geriet nun in ernste Lebensgefahr. Seine Meidung hatte sich mit weis davon zu unterrichten, damit die Betreffenden eventuell in anderen städiischen Ressorts Arbeit erhalten. Sämtliche städtische weggegangenen Mädchen herum, ob sie noch baren Lohn zu zahlen Wasser vollgesogen, und da er fein sicherer Schwimmer war, gelang oder selber von dem Mädchen noch bar Geld zu kriegen hat. Das es ihm nicht, wieder das Ufer zu erreichen. Glücklicherweise traf Verwaltungen haben ihre Arbeiter durch den Arbeitsnachweis zu beziehen. Bei der Einstellung sind in allererster Linie Leute zu Mädchen war Anfang Mai eingetreten und behauptet jeßt, es habe Hummel rechtzeitig mit dem Boot an der Unfallstelle ein und es geBei dem berücksichtigen, die in der betreffenden Stadt oder in Vororten für Mai, Juni, Juli je 14 M., für August, September aslo. je lang ihm, Wacht in das Fahrzeug hineinzuziehen. derselben wohnen und bereits in städtischen Diensten standen. Aber 15 M. in bar friegen sollen, tatsächlich sei aber in der ganzen Dienst- Rettungswert hatte sich der silberne Gürtel der Dame, an dem sich wie ist es in Berlin? Die Stadt zahlt nur einen Zuschuß an den zeit nur 1 M.( eine Mark) bar gezahlt worden, im übrigen habe einne Handtasche befand, gelöst und an der Kleidung des M. festZentralverein für Arbeitsnachweis, entlassene Arbeiter werden nur Frau Joachim mit Kleidern, Schürzen, Schuhen, geklemmt. Der Gürtel mit Tasche, in welch letzterem sich auch ein felten in dem alten oder einem neuen Betriebe wieder eingestellt, Strümpfen usw. bezahlt. Frau Joachim selber behauptet, gelegt und kann dort von der Eigentümerin in Empfang genommen Portemonnaie befand, ist auf dem Tegeler Gemeindeamt niederder Willfür untergeordneter Beamten ist Tür und Tor geöffnet. Die wichtige Frage der Arbeitsordnung wird von der sie habe 8 M. bar gezahlt, die Kleider usw. seien aber soviel wert, Sie hatte dem Gemeindeverwaltung Berlin völlig verkannt. Es ist erinnerlich, wie daß sie jetzt noch 4 M. herauszukriegen habe. Durch einen Hund gerettet wurde vorgestern die siebenjährige erst vor kurzem die Stadtverordneten die von der sozialdemokra Mädchen, das einstweilen bei dem im Hause wohnenden Gastwirt Tochter des Schiffers Treptowo aus Marienwerder, welcher mit tischen Frattion beantragte allgemeine Arbeitsordnung durch Ueber- Aufnahme gefunden hat, anfangs die Sachen nicht ausliefern einer Stohlenladung die Spree befuhr. Als sich das Fahrzeug an ein Bercis, wie wenig wollen. Erst als ein Schußmann herbeigeholt wurde, gab sie einen der Eisenbahnbrücke am Rummelsburger Plat befand, glitt die gang zur Tagesordnung erledigt haben Wert die Vertreter des Geldsads den Forderungen der Arbeiter bei- Teil davon her. fiebenjährige Tochter des Schiffseigners aus und stürzte in das messen. Und dabei enthielt diese Arbeitsordnung absolut nicht, Man sieht, einem Dienstmädchen können die merkwürdigsten Wasser, ohne daß der Unfall von dem Bedienungspersonal bemerkt was nicht bei einigem guten Willen ohne weiteres hätte bewilligt Dinge passieren. Das Bild vom Dienstmädchenlos wäre aber nicht worden war. Dagegen hatte der kleine Hund des Schiffers die Den Schluß der Schrift, der das Programm des Verbandes der vollständig, wenn wir nicht zum Schluß auch noch das Zeugnis Gefahr erkannt, in welcher die Tochter seines Herrn schwebte und erregte durch Bellen und Winseln die Aufmerksamkeit der SchifferGemeinde- und Staatsarbeiter als Anhang beigegeben ist, bildet erwähnten, das der Herr Gemahl dem Mädchen ins Buch gefnechte. Dann sprang der Hund in das Wasser und schwamm der eine lehrreiche Betrachtung über das Koalitionsrecht. Von schrieben hat. Nachdem die„ Gnädige" vier volle Monate hindurch Stelle zu, an welcher der Körper des Mädchens trieb. Die fofort einem wirklich freien Koalitionsrecht für die städtischen Arbeiter das Mädchen gehabt und im vierten Monat sogar den Lohn auf angestellten Rettungsversuche waren glücklicherweise von Erfolg. find wir noch weit entfernt; gewiß, auf dem Papier haben die 15 M. erhöht hatte( die aber, wie gesagt, nur in Kleidern usw. gewerden können. " werden. Eine Wechselfallen- Schwindlerin treibt gegenwärtig in den Arbeiter das Koalitionsrecht, aber seiner Ausübung werden in der zahlt sein sollen), kam im fünften Monat der Selbstmordversuch nördlichen Vororten ihr Unwesen. Die jugendliche Betrügerin, ein Pragis die größten Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Die Arbeit von Dittmer liefert einen neuen Beweis dafür, und die Flucht des Mädchens. Und, siehe da, jetzt schreibt Herr hübsches, etiva 20jähriges Mädchen, besucht hauptsächlich kleinere wie vortreffliche Waffen sich die organisierten Arbeiter zu schmieden Joachim ins Dieuſtbuch:" Frida ließ an Sauberkeit und Wahrheits- Geschäfte, in denen sich nur ein Verkäufer befindet und kauft dort wissen. An der Hand von Tatsachen und Zahlen die wir allerdings liebe zu wünschen übrig. War für meinen Haushalt gänzlich eine Kleinigkeit. Hierbei läßt sie sich mit dem Verkäufer in ein auf ihre Richtigkeit im einzelnen nicht nachzuprüfen vermögen, un brauchbar." Ueber diesen Herrn Joachim hatte übrigens Gespräch ein, um dessen Aufmerksamkeit abzulenten und legt dann Geheimnisvolles Dunkel schwebt über einen Selbstmörder, der gestern vormittag seinem Leben ein Ziel gesezt hat. Bei dem Mattier des Hauses Zoffenerstraße 24 erſchien ein etwa 40jähriger Mann, der mit zitternder Stimme um ein Glas Waſſer bat. Aber noch bevor sein Wunsch erfüllt werden konnte, brach der Unbekannte plötzlich leblos zusammen. Er wurde nach der Unfallstation am Tempelhofer Ufer gebracht, wo der Arzt den Tod feststellte und konstatierte, daß der Fremde Gift genommen hatte. In der Tasche des Toten fand man eine ganze Anzahl von Paketklebezetteln und eine Medizinschachtel, auf welcher der Name Otto Seiffert stand. Die Leiche des unbekannten Selbstmörders wurde in das Schauhaus eingeliefert. ein Zehnmarkstück auf den Ladentisch, welches der Verkäufer dann, so wären Lohnkämpfe illusorisch gemacht. Hier sei es alsdann die 14 M., nach dem„ Sp. T." aber von 4-5 m. Wir rechnen nun mit ohne es näher anzusehen, in die Ladenkasse wirft. Erst zu spät Bartei, die in Bresse, in Versammlungen und im Reichstage der Annahme, daß im Lande der„ Gottesfurcht und frommen Sitte" bemerkt er, daß ihm die Schwindlerin eine Spielmarke mit dem den Kampf eröffnet. Im weiteren Verlaufe charakterisiert die Stadt Spandau den Arbeitern auch einen Ruhetag gönnt; es Bildnis Kaiser Wilhelms II. in Zahlung gegeben hat. der Referent das Bestreben des Unternehmertums, das die würde demnach der Wochenverdienst 24 M. und der Jahresverdienst in günstiger Konjunktur gemachten Errungenschaften der Ar- unter Hinzurechnung der Festtage in den ersten 3 Jahren 1248 M. beiter in weniger günstiger Zeit durch allerlei Mittel wieder betragen. Nach 12 Jahren steigt nun der Lohn um 10 Pf. pro bunichte zu machen ſucht. Auch würden die Bestrebungen der Brot- Stunde oder um 1 M. pro Tag. Das macht 6 M. die Woche und 1 bem famoſen Rechner beträgt die Zulage nach verteuerer durchkreuzt, wenn die Arbeiterschaft nicht noch ihre Feinde 312 M. das Jahr ins Barlament wählte. Ein einheitliches Zusammenarbeiten zwischen aber 450-600 M. Dieſe Summe wird nicht erreicht, ſelbſt wenn Bartei und Gewerkschaften, jei schon von diesem Gesichtspunkt ge- den Arbeitern die Sonntage bezahlt werden. Wenn wir nun bes boten. Das Proletariat kann nur siegen, wenn Gewerkschaft und haupten, daß nach der ungeheueren Steigerung der Lebensmittel und Bartei gemeinschaftlich arbeiten, beide ein gleiches Ziel erstreben. Wohnungsmieten die Lohnzulage als dürftig zu bezeichnen ist, so Redner wünscht zum Schluß, daß die Debatten auf dem Parteitage find wir sicher, innerlich selbst die bisher noch nicht zu uns ges in Mannheim für beide Teile fördernd wirken mögen. Dem mit hörenden Arbeiter auf unserer Seite zu haben. Auch haben wir großem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine Diskussion, in nicht nötig, ohne Gründe zu„ hezen"; die Spandauer Arbeiter werden trotzdem sie von den Pauli und Konsorten eifrig welcher man sich im wesentlichen mit dem Referenten übereinstimmend mit der Zeit äußerte. umgarnt werden durch die Verhältnisse in Scharen der SozialZur Neuaufnahme in den Wahlverein verlas Genosse Müller demokratie zugeführt. an 70 Meldungen, von denen auf Anregung des Vorstandes die Versammlung die Aufnahme eines wegen Streitbruch Beschuldigten Der mutige Reichstagsabgeordnete Pauli- Potsdam hat ablehnte. Desgleichen wurde beschlossen, gegen die Mitglieder Lücke, Mittwochabend hinter verschlossenen Türen wieder einmal weidlich Meyer und Hüppner das Ausschlußverfahren einzuleiten. Den Bericht auf die Sozialdemokraten geschimpft. Der konservative Neue_Wahlvon der Kreis- Generalversammlung gab Genosse Kley, der die verein hatte eine öffentliche(?) Versammlung einberufen, zu immer die Sozialdemokraten teinen Zutritt Debatte über die Maifeier streifte, sowie die zum Parteitag gestellten Pauli wollte sprechen über„ Unsere wirtschaftliche Anträge erwähnte. Genosse Müller ergänzte den Bericht teilweise hatten. Rückblick und Ausblick", tatsächlich sprach er aber und nahm im besonderen Bezug auf die die Kreis- Generalversammage, lung schon zu wiederholten Malen beschäftigte Frage der proporwas er angeblich für die Staatsarbeiter getan, tionellen Vertretung. Unter Vereinsangelegenheiten machte der Vor- vertröstete die noch etwa Unzufriedenen und empfahl ihnen, daß sie fizende noch auf den am 19. Oktober beginnenden Vortragszyklus ihm Vertrauen schenken mögen, er werde schon noch ein Uebriges sowie auf das am Sonntag arrangierte Vergnügen aufmerksam und tun, die Arbeiter mögen nur warten, das ginge alles nicht so ermahnte zu reger Beteiligung. Während der Arbeit tödlich verunglückt ist der Dachdeckermeister Karl Book, Brauerstr. 14. Book hatte auf dem Neubau CäcilienStraße in Lankwiz Dachdeckerarbeiten ausgeführt und als er vom Giebel, an dem er angefeilt war, wieder losgeschnürt wurde, wurde er plötzlich schwindelig, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Kurz darauf erlag der Bedauernswerte den schweren Verlegungen, die er sich bei dem verhängnisvollen Unglücksfall zu gezogen hatte. Beim Absturz aus der dritten Etage hat sich gestern abend die 5jährige Toni Schulz, Prinz Eugenstr. 29, lebensgefährliche Verlegungen zugezogen. Die Kleine war im Schlafzimmer auf das Fensterbrett geklettert, hatte einen Fensterflügel geöffnet und stürzte kopfüber in den Hof hinab. Mit schweren inneren Verlegungen und einem fomplizierten Schenkelbruch wurde sie in das städtische KreisKrankenhaus eingeliefert. Gesperrt. Der Platz auf der Südseite des Alten Museums wird behufs Umpflasterung vom 20. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Im Kleinen Theater muß die für heute Freitag angekündigte Erstaufführung der Komödie, Man kann nie wissen"(" Der berlorene Vater") von Shaw technischer Schwierigkeiten wegen auf Montag, den 24. d. M., verschoben werden. Die zur Premiere gelösten Billetts behalten für Montag ihre Gültigkeit. Im Zirkus Busch wird eine Pantomime:" Auf der Bußta" vorbereitet. wie welcher über das, schnell. Also warten und mit 3 M. 40 Pf. Tagelohn den das waren Schmachtriemen anziehen, seine Versprechungen. In der gestrigen Sitzung des Charlottenburger Magistrats wurde Auch die Tippelskircherei berührte er und meinte, das jei ja der bekannte Prozeß mit den hiesigen Wasserwerken durch gütlichen zwar nicht schön, täme aber auch anderswo vor, auch bei den Vergleich beigelegt und noch in später Nachmittagsstunde durch die Sozialdemokraten. So setzte er sein Gerede fort. Die Diskussion, Unterschriften beider Parteien bestätigt. Nach dem Vergleich ver- zu der nur Gesinnungsgenossen zugelassen wurden, bewegte sich in orderung, die Gesamtanlagen der Wasserwerke zu übernehmen, er darauf hin, daß viele der Anwesenden doch nicht mit dem vorgesetzten zichtet die Stadt Charlottenburg endgültig auf ihre ursprüngliche demselben Gleis. Die verschiedenen Zwischenrufe deuteten aber hält dagegen das Teilwert, das Charlottenburg mit Wasser versorgt, Stohl einverstanden waren. für den Preis von rund 15 Millionen Mark. Außerdem erwirbt die Stadt von den Wasserwerken ettva 100 Morgen Terrain am Nonnendamm zur Erweiterung jenes Teilwerks und zahlt hierfür die Summe von 1/2 Millionen Mark. Beide Parteien ziehen ihre anhängig gemachten Feststellungsklagen zurüd und teilen sich in die bisher entstandenen Prozeßtosten. Die Stadtverordnetenversammlung braucht zu diesem Vergleich nicht mehr Stellung zu nehmen, da die von ihr geforderten Bedingungen für den Ausgleich gestern akzeptiert worden sind. 0 Gerichts- Zeitung. Gerichtlicher Schutz von Verträgen zur Untergrabung der Grundlagen der heute bestehenden Gesellschaftsordnung. Für den Goethe- Abend des Zentralverbandes der Stuttateure, Filiale Berlin, am Sonntag, den 23. September, mit dessen künstlerischer Leitung der Verein zur Förderung der Kunst betraut wurde, haben erlesene Künstler die Mitwirkung übernommen. Das Koalitionsrecht der Arbeiter ist, wie selbst nationalliberale Für den Vortrag ist verpflichtet worden Dr. Kurt Walter Briz. und konservative Abgeordnete anerkannt haben, eine der„ GrundGoldschmidt, für die Deklamation Johanna Meyer und Dr. Gustav Manz. Für den Gesang wurden Kräfte von geachtete Genoffe Friedrich Weniger zur letzten Ruhe bestattet. buftionsweise. Wer Arbeiter hindert oder zu hindern sucht, einer Unter zahlreicher Beteiligung wurde am Mittwoch der allgemein lagen der heute bestehenden Gesellschaftsordnung". Wer dies Recht antastet, verstößt also gegen eine der Grundlagen der heutigen ProWeltruf, die fönigl. Hofopernsängerin Marie Knüpfer( Berlin) Heber 400 Genossen und Genossinnen gaben dem Dahingeschiedenen und der bekannte amerikanische Konzertfänger Sydney Biden das Trauergeleit, darunter auch der Abgeordnete des Kreises, Genoffe Arbeitervereinigung beizutreten, und den Arbeiter hindert, in der gewonnen. Alles Nähere siehe Annonce. Zubeil. Die Wahlvereine Britz, Rigdorf, der Zentral- Wahlverein Vereinigung die Kraft zu suchen, welche dem Einzelnen abgeht, und Im Sportpark Steglit konnte der Große Preis von Teltow Beeston Charlottenburg, Arbeiter- Gesangverein Brig, die durch die Androhung gemeinschaftlicher Arbeitseinstellung ein Europa infolge des fortgesetzten Regens nicht zum Austrag ge- fozialdemokratische Gemeindevertreter- Fraktion, deren Mitglied der richtigeres Verhältnis in der Berechnung des Lohnes zum Unterbracht werden. Es soll dies im Laufe der nächsten Woche an einem Verstorbene war, sowie die proletarischen Frauen von Briz legten nehmergewinn herbeizuführen, seine Lebenslage zu bessern und bei von der Direktion noch später bekannt zu gebenden Tage geschehen. Kränze am Grabe des Entschlafenen nieder. Die Brizer Polizei der Berdingung der Ware„ Arbeitskraft" mindestens die Regeln walten Die bereits gelösten Billetts, soweit solche noch nicht zurückgegeben konnte es sich nicht versagen, dem Leichenbegängnis durch ihr zahl find, behalten ihre Gültigkeit bis zum nächsten Renntage. reiches Erscheinen ein eigenartiges Gepräge zu verleihen. Genoffe Feuerwehrbericht. Es vergeht jetzt keine Nacht, in der die Böste, welcher einen Stranz niederlegte, wurde polizeilich fest Feuerwehr nicht mindestens einmal böswilligerweise nach dem Norden gestellt", aus welchem Grunde war nicht ersichtlich. Leidtragende und Zuschauer, welch letztere von den Fenstern der anliegenden Fabriken von Berlin alarmiert wird. In der letzten Nacht mußte die Wehr der Zeichenbestattung zusahen, werden einen Begriff von der außer straße) ausrücken. Als die Feuerwehr um 12 Uhr dort antam, Die Teilnehmer verließen den Friedhof mit dem Bewußtsein, einem infolge eines solchen Alarms nach der Schulstraße( Ecke der Müller- ordentlichen Aufmerksamkeit der Brizer Polizeibehörde bekommen haben. war der Täter bereits verschwunden. Gleichzeitig hatte die Feuer- braven Genossen die letzte Ehre erwiesen zu haben, in dessem Sinne wehr in der Görlitzerstraße zu tun, wo auf dem Bahnhofs- Kohlenplatz fie weiter wirken werden. Kohlen brannten. Auch in der Urbanstr. 187 mußte ein Kohlenbrand gelöscht werden. Lumpen waren in der Kurfürstenstr. 4 und Dall- Rummelsburg. Sorferstraße 37 in Brand geraten. An der Ecke der Gleim- und Schwedterstraße hatte der 3. Zug längere Zeit mit dem Auspumpen von Wasser zu tun, und in der Stromstraße brachte der 15. Bug mit der Rettung eines Pferdes einige Zeit zu. Vorort- Nachrichten. und zu lassen, welche bei dem Kauf und Verkauf jeder anderen Ware heute maßgebend find, verstößt gegen das nach langem Ringen im Gesetz zum Ausdrud gelangte Prinzip der Koalitionsfreiheit. Berträge, die das Vereinigungsrecht des Arbeiters zu beschränken oder zu vereiteln suchen, insbesondere Vereinbarungen, durch welche von Arbeitgebern die Verpflichtung auferlegt wird, bestimmten gehören oder aus politischen oder gewerkschaftlichen Vereinigungen nicht anzu ngriffe auf das Koalitionsrecht und Beschränkungen der persön denselben auszutreten, sind rechtswidrige Wuchers Solche Verträge sind una lichen Freiheit des Arbeiters. gültig. Das ist von allen Parteien und von der Re= gierung wiederholt und feierlich anerkannt. Danach müßte bei Die gestrige Wahl eines unbesoldeten Gemeindeschöffen brachte Hochhaltung der gegen Arbeiter angewendeten Grundsätze der der Borhagener Grundbesitzerpartei den längst erhofften Sieg über heutigen Rechtspflege ein Arbeitgeber, der Austritt aus einem die Rummelsburger Grundbesizerpartei. Von 25 gültigen Stimmen Verein unter Androhung der Entlassung verlangt, wegen ver erhielten der Vorsitzende des Borhagener Grundbefizervereins, Lehrer fuchter Nötigung, Erpressung und In der Praxis sehen wir Leppelt, 13 Stimmen, der Vorsigende des Rummelsburger Grund- angetlagt werden. befizervereins, Gemeindevertreter Carlin, drei Stimmen und das Gegenteil. In offensichtlichem Widerspruch mit den Gesezen werden nicht solche Arbeitgeber unter unser Genosse Tempel acht Stimmen. Lehrer Leppelt ist bestehenden Gesezen gestellt, sondern die Beleidigungsparagraphen, die mithin gewählt. Diese beschämende Niederlage muß Herrn Anklage Carlin um so schmerzlicher berühren, als selbst seine eigenen Bartei- Baragraphen über Nötigung, Erpressung usw. gegen die ArRixdorf. gänger in größerer Zahl für den Kandidaten des Borhagener Grund- beiter angewendet, die ihr Recht verteidigen. Dies Auf- den- KopfDas Rigdorfer Theater eröffnete am Mittwochabend seinen besigervereins stimmten. Die Wahl selbst war eine Folge des im Stellen aller Rechtsbegriffe und der bestehenden Gesetze bezeugt Winterspielplan mit Schillers Kabale und Liebe", eine Wahl, die letzten Frühjahr von unseren Vertretern gestellten Antrages: sonnenklar der heutigen Justiz, daß sie eine Klassenjustiz ist, die, zwar von dem hohen Streben der Direktion zeugt, aber troß der Gemeindearbeiten sowie Lieferungen für die Gemeinde sollen an weit entfernt, die Grundlagen der bestehenden Gesellschaftsordnung Aus zu schützen, durch das Klasseninteresse der zur Rechtspflege berufenen bedeutenden Wirkung, der dieses revolutionär- bürgerliche" Trauer- feinen Gemeindevertreter und Schöffen vergeben werden. spiel auch noch heute auf ein empfängliches Publikum sicher ist, Berechnung in der Selbsterkenntnis, daß bürgerlichen Organe so verblendet ist, daß fie gar nicht bemerkt, wie fie der nicht gerade als glücklich bezeichnet werden kann, da das Stüd so Vertretern der Profit über die allgemeinen Interessen geht, ordnung gewissermaßen prämiiert. Das tut fie, wenn sie die rechts bedeutende Anforderungen an das schauspielerische können stellt, daß stellten die des Kleine Bühnen ihnen nur sehr selten zu genügen vermögen. Obgleich velche seinerzeit keinen Vertreter im Gemeindevorstand hatten, widrigen Anfinnen von Arbeitgebern unverfolgt läßt und die der Stoff keines anderen Schillerschen Dramas in gleichem Maße den Gegenantrag, nur die Mitglieder des Gemeindevorstandes von Arbeiter, die zur Abwehr des Unrechts aufrufen, auf die Dieser Antlagebant zieht. aus des Dichters eigenem Leben und Leiden erwachsen ist, fehlt doch Arbeiten und Lieferungen für die Gemeinde auszuschließen. den meisten Charakteren des Stücks die psychologische Begründung. durchsichtige Gegenantrag kam dann auch zur Annahme. Der Erfolg Sie sind über die Wirklichkeit hinausgefchraubte redende Demon- ist nun auch nicht ausgeblieben, denn bereits zwei Tage nach dieser ftrationsobjekte. Daraus erwächst den Darstellern die Aufgabe, hier Beschlußfassung legte der Gemeindeschöffe Buchbindermeister Riedel und dort zu mildern, dem hohlen Pathos Leben einzuhauchen, und fein Amt als Schöffe nieder. die Lösung dieser Aufgabe erfordert erste Sträfte. Um so mehr ist an Ober- Schöneweide. zuerkennen, daß die unter der Regie des Herrn Türk vereinte Künstler,, Die immer drückender werdende Lebensmittelteuerung und die schar im ganzen eine recht gute Leistung bot. Einzelne Rollen wurden fogar so gut gespielt, daß man sie auch an ersten Bühnen Mittel der Abhülfe dazu" ist die Tagesordnung einer heute, Freitag abend 82 Uhr, im Wilhelminenhof" stattfindenden Volksversammfaum besser sieht. Vor allem gilt das von dem Spiel des Herrn Hans Billich in der Rolle des Präsidenten und von Herrn lung. Genosse Dr. Maurenbrecher hat das Referat übernommen. Andresen als Stadtmusikant Miller. Auch einzelne Nebenrollen Reger Besuch, hauptsächlich auch der Frauen, wird erwartet. wie die des Hofmarschall v. Kalb und des fürstlichen Kammer- Halensee. Vertreter " dieners waren in guten Händen. Ebenso wurde Fräulein Ein Baunnfall ereignete sich gestern nachmittag auf dem Bau Raoul als Lady Milford ihrer Rolle im ganzen gerecht, wenn auch der elektrischen Droschkengesellschaft, Georg Wilhelmstr. 12. Dort in der Szene mit Ferdinand das selbstbewußte, leidenschaftliche Weib selbst stürzte beim Abdecken eines Oberlichts der Zimmerer Frig Otto zu wenig zum Durchbruch fam. Dagegen genügten Fräulein Huch in einer Höhe von 9 Metern in die Tiefe. Der Berunglückte zog als Luise und Herr Dysing als Ferdinand nur bescheidenen Anforderungen, und Herr John als Sekretär Wurm gefiel sich darin, sich zwei Rippenbrüche und eine Kopfwunde zu und mußte in das Krankenhaus Westend eingeliefert werden. das Diabolische dieser Phantasiefigur derart zu übertreiben, daß Krankenhaus Westend eingeliefert werden. nichts herausfam als eine Karikatur. Spandau. Jm ganzen muß jedoch die Darstellung als eine recht gute an erkannt werden. Die Regie wie die Darsteller ließen das ernste Streben erkennen, ihr Bestes zu geben, und ist deshalb darauf zu rechnen, daß das Rigdorfer Theater fich in der neuen Saison bald viele Freunde erwerben wird. " Diese Prämiierung der Verbrecher und Verfolgung der Ausüber ihres Rechtes ist bei fast jedem Streit zu beobachten. Sie zeigt, gerade weil die Vertreter der Rechtspflege glauben, das Gesetz richtig anzuwenden, wie dringend erforderlich ein Schuß des Koalitionsrechts durch Strafbestimmungen ist, die gegen Antasten der Koalitionsrechtsausübung gerichtet sind, und durch Ersatz gelehrter Anfläger und Richter durch Richter ist, die aus und von allen Teilen der Bevölkerung gewählt werden. Berhandlungen, die derartige Betrachtungen auslösen, werden von uns fast täglich registriert. Wir registrieren heute einen solchen Fall, der als Nachtlang zum Streit der Brauerei arbeiter der Brauerei Schönbeck in Neuruppin bezeichnet werden kann. " Am 2. Juni legten in der Neuruppiner Aktienbrauerei vormals Gebr. Schönbeck in Neuruppin 13 organisierte Brauereiarbeiter die Arbeit nieder, weil an dieselben seitens des Betriebs= leiters das Ansinnen gestellt wurde, aus dem Verband der Brauereiarbeiter auszutreten. In einem von dem Genossen Hodapp als Vertreter des Gauleiters verfaßten Flugblatt wurde diese Handlungsweise des Betriebsleiters, Braumeisters Garbsch in Neuruppin, in scharfer Weise kritisiert. Dadurch fühlte sich der BetriebsDie Veröffentlichung der Magistratsvorlage betreffend die Rege- leiter beleidigt und stellte bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag lung der Gehälter und Löhne der städtischen Beamten und Arbeiter wegen Beleidigung. Die Staatsanwaltschaft erhob hierauf und die von uns daran geknüpften fritischen Bemerkungen hat das im öffentlichen Interesse" Anklage. In dem " Spandauer Tageblatt" zu einer ebenso tölpelhaften wie lächerlichen Termin am Dienstag bor dem Schöffengericht in Neu Entgegnung veranlaßt. Soweit die Form der Entgegnung in Frage ruppin beantragte der Staatsanwalt 50 Staatsanwalt 50 Mark Geldstrafe. kommt, wollen wir mit dem Organ des„ Neuen Wahlvereins" und Der Angeklagte legte dar, daß er in Wahrnehmung berechtigter des Vereins fönigstrener Männer" nicht rechten; uns tommt es Interessen gehandelt habe, und daß in einem wirtschaftlichen Kampfe, lediglich darauf an, festzustellen, daß der Artikelschreiber weder richtig in dem auf beiden Seiten scharfe Worte fielen, nicht jedes Wort auf lesen noch rechnen fann. In unserer Bemerkung haben wir zum Ausdrud die Goldwage des Beleidigungsparagraphen gelegt werden könne. gebracht, daß zwischen der Gehaltserhöhung der höheren Beamten Das Gericht ging jedoch noch weit über den staatsanwaltlichen und der Lohnerhöhung der unteren Beamten und Arbeiter ein Antrag hinaus, es erkannte auf 300 Mart Geldstrafe, im öffentlich schwer zu rechtfertigender Kontrast besteht. Das„ Sp. T." Unvermögensfalle auf 100 Tage Gefängnis. Es ist gegen das Urteil Berufung eingelegt. Weniger dagegen hält uns nun das Höchstgehalt der Elementarlehrer und Sekretäre entgegen, die nach 21 jähriger Dienstzeit eine Zulage von 500 M. wendet sich das öffentliche Interesse und Rechtsbewußtsein, daß erhalten, während die Zulage der Arbeiter nach 12 Jahren 450 bis Genosse Hodapp für ein etwaiges Ausgleiten im Ausdruck 600 M. betrüge. Zunächst möchten wir dem genialen Kritiker be- bei Wahrnehmung berechtigter Interessen in die jegliche Kritik merken, daß die Sekretäre und Elementarlehrer bei uns nicht als umschließenden Maschen des Beleidigungsparagraphen verstrickt eine ehrenvolle Narbe mehr im Stampfe um die Ueber Partei und Gewerkschaft referierte am Dienstag Genosse höhere" Beamte gelten und wir deren Besoldung als biel ist In zu niedrig halten, fie mit den Löhnen der Ar- Rechte der Arbeiter als dagegen, daß die StaatsantvaltLedebour in der Mitgliederversammlung des Wahlvereins. als stehend großen Zügen besprach der Referent die gegenwärtig in Partei und beiter in großem Kontrast zu bezeichnen. fchaft glaubte, mit gekreuzten Armen dem rechtswidrigen Angriff Gewerkschaften vorhandenen Meinungsverschiedenheiten, dabei die Unsere Genossen dürften sicher nicht verfehlen, auch für diese Beamten- gegen das Koalitionsrecht zuzuschauen und sogar im öffentlichen eigenartigen Verhältnisse Deutschlands in den Rahmen enger Be- gruppe einer höheren Zulage das Wort zu reden. Was aber be- Jutereffe" gegen eine Kennzeichnung des rechtswidrigen Angriffs trachtung ziehend. Redner erwähnt die rasche Entwickelung der fonders interessant ist, ist das furiose Rechencrempel, das sich der Anklage erheben zu müssen, und daß das Gericht auf eine exorbitant deutschen Gewerkschaften und geht eingehend auf die schweren Stämpfe Artikelschreiber erlaubt. Nach der neuen Lohnstala beträgt der hohe Strafe erkannte. Das Neuruppiner Urteil hebt sich nicht als derselben mit dem Unternehmertum ein, das bereits dahin gelangt Stundenlohn der ungelernten Arbeiter 40 Pf. in den ersten 3 Jahren besonders ausgezeichneter Einzelfall von der im wachsenden Maße fei, den Streit als Mittel der Erpressung hinzustellen. Händen sich steigend in 12 Jahren bis auf 50 Pf. Das macht, wenn wir mit gegen die Rechte der Arbeiter gerichteten Strafrechtspflege heraus. Gerichte, die diesen Standpunkt als zu Recht bestehend erachteten, einer zehnstündigen Arbeitszeit rechnen, einen Tagesverdienst von Das Signifilante in dem Verfahren gegen den Genossen Hodapp Ein schwerer Automobilunfall hat sich gestern vor dem Hause Berlinerstr. 87 zugetragen. Als der 45 jährige Dachdecker Ignaz Kie, Berlinerstr. 21 wohnhaft, mit einer Matratze auf dem Rücken den Fahrdamm überschritt, stieß ein vorübersausendes Automobil, das von dem Bildhauer Rauch aus der Henningstr. 8 geführt wurde an die Matrage, wodurch K. mitsamt dem Möbelstück auf die Straße geschleudert wurde. Er schlug mit dem Kopf gegen das Automobil und zog sich einen schweren Schädelbruch zu. In bedenklichem Zustande wurde der Verunglückte in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Charlottenburg. " unt fiegt gerade darin, daß diese Art des Verteilens von Licht und Schatten Wenn in§ 6i des Gesetzes über die Polizeiverwaltung als Gegens London, 20. September. Es ist jetzt festgestellt, daß bei dem für unsere Justizpflege typisch ist: - ſtand der ortspolizeilichen Vorschriften aufgezählt ist: alles andere, Eisenbahnunfall von Grantham zehn Personen getötet und sechszehn was im besonderen Interesse der Gemeinden und ihrer Angehörigen verlegt wurden. polizeilich geordnet werden muß", so ist schlechterdings unverständDas Tiefe hoch, das Hohe tief, Das Schiefe grad, das Grade schief! Recht nicht für Dockbrand in Buenos Aires. Neue Erdstöße. Aus Villavercia wird unterm 20. September gemeldet: Gestern Die von der Staatsanwaltschaft beherrschte, von den Interessen lich, weshalb die Polizei, wenn sie überhaupt ein Regulativ für ber Unternehmerklasse regierte Strafjustiz will und vermag dem Teppichklopferei in Gemeinden sollte erlassen dürfen, dies Wie die Blätter meldeten, enthielten die Docks, in denen Feuer einzelnen Kämpfer für die Rechte der Arbeiter Wunden zu schlagen, gehörige infolge der lebhaften Tätigkeit und des lebhaften Der Verlust werde auf 5 Millionen Biafter Papier geschäßt. Die Gemeinden haben sollte, beren An- ausgebrochen war, 30 000 Tonnen Waren meist deutscher Herkunft. wider Willen schlägt sie durch ihre Tätigkeit in das Gegenteil um: Geräusches ein besonders lebhaftes Ruhebedürfnis haben. Die Entstehungsursache des Feuers sei noch nicht bekannt, 5 Beamte fte vernichtet auch bei den im Klassentampf leider noch auf feiten fie vernichtet auch bei den im Klassenkampf leider noch auf ſeiten der herrschenden Klasse Stehenden den Glauben an die Möglichkeit einer Entscheidung ist um so auffallender, als nach der freilich völlig seien verhaftet. Das Depot, welches 2 Millionen Frank kostete, verkehrten Ansicht des Kammergerichts die Polizei für Königsberg ist vollständig zerstört. unparteiischen, den Forderungen der Gerechtigkeit entsprechenden Justiz, hängt durch ihre Taten in die noch mit Autoritätsduseleien und und andere große Städte das Recht, im Interesse der Ordnung, Märchen von unabhängigen, über einer den Interessen der Herr- Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs" Verordnungen zu erlassen, schenden Klasse stehenden vollgepfropften Köpfe die Laterne der Auf- die das reichs- und landesgesetzlich gewährleistete Recht gefährden, die Straßen zwecks Streifpostenstehens zu benutzen. Im übrigen flärung und impft Millionen Indifferenten, vom Leitſeil det herr- kann freilich auch jene Polizeiverordnung( Teppichklopfen) unter Umschenden Klasse bislang noch mitgezogenen Arbeitern die Empörung über die in Deutschland bestehenden Zustände und das Bewußtsein ständen unter die Strafbestimmung des§ 360 Biffer 11 Strafein, daß lediglich durch engsten Zusammenschluß der Arbeiter, gesetzbuch( wer ungebührlicherweise ruhestörenden Lärm erregt) ber unterdrückten Klaffe, eine Beschleunigung des Sieges der fallen. Gerechtigkeit möglich ist. Heute ist die Macht noch Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit wird um so schneller zur Macht werden, je klarer dem Unterdrückten, der Arbeiterklasse, die Notwendigkeit der Befeitigung der Ursachen der heutigen Ungerechtigkeit wird. Daß jedes der tausend und abertausend als ungerechtigkeit empfundenen Urteile der heutigen Strafjustiz zu dieser Erkenntnis noch abseits der Sozialdemokratie Stehende aufpeitscht, ist das allein Tröstliche gegenüber den Verheerungen persönlichen Glücks, die der Hammer der Klassen justiz anrichtet. apallo Reinhalten des Bürgersteiges. 019 lus Unterschlagungen in einer Betriebskrankenkasse. wurden hier neue Eröstöße verspürt. Der Fluß Rossa da Toera ist aus den Ufern getreten und hat die Stadt überschwemmt. Mehrere Personen, darunter der Bürgermeister, sind ertrunken. Palermo, 20. September. Gestern abend und heute nacht er eigneten sich hier neue Erdstöße, ebenso auch in Trabia und Termini, wo sie nicht mit besonderer Heftigkeit auftraten. Die meisten Häuser zeigen große Risse und sind unbewohnbar geworden. Die Bevölkerung beider Orte lagert auf offenem Felde. Die Behörden beider Orte haben die Regierung dringend um die Zusendung von Belten und Lebensmitteln ersucht. wurden im Ampezzotale in vergangener Nacht vier leichte Erdstöße Wien, 10. September. Wie hiesige Blätter aus Toblach melden, verspürt. Ein Beamter einer Betriebskrankenkasse, der Buchhalter Gnaud, hatte sich vor dem Landgericht Chemnitz dieser Tage zu verantworten. Innerhalb eines Jahres hat er 1577,35 Mart unterschlagen. Die Unterschlagungen wurden ihm leicht gemacht, weil schon bei der Sergabe des Geldes, das G. in jedem einzelnen Falle verlangen mußte, lässig verfahren wurde. So konnte er Rechnungen zweimal in verschiedenem Zeitraum vorlegen und er erhielt das Geld. Bei den Abrechnungen fälschte er dann die Addierungen und Uebertragungen. Der Beamte der Aufsichtsbehörde und der JeromBei dem letzten Taifun in Hongkong Vorstand der Kaffe haben sich auf die addierten und übertragenen sind, wie ein gestern mittag eingelaufenes Telegramm berichtet, Endzahlen verlassen und sich so täuschen lassen. Es ist Ersatz ge- 5000 Chinesen ums Leben gekommen. Der insgesamt angerichtete leistet worden und die Firma hatte von einer Strafanzeige abgesehen. Schaden beläuft sich nach vorsichtiger Schätzung auf 20 Millionen Durch Denunziation gelangte die Sache zur Kenntnis der Strafbehörde. Gnauck wurde mit acht Monaten Gefängnis in Strafe genommen. Arm und Reich. Siebzig Jahre hindurd Dollar. Weiter wird telegraphiert: Die Berliner Straßenpolizeiverordnung vom 31. Dezember 1899 jollte Baumgarten übertreten haben, weil er es unterließ, vor einem Hause der Linienstraße am 24. Januar den beschneiten Bürgersteig vom Schnee zu befreien beziehungsweise die glatten Stellen mit einem abstumpfenden Material zu bestreuen. Die Verordnung schreibt dies den Hausbefizern sowie deren Vertretern für den Fall des Eintritts von Winterglätte bor. Der Angeflagte wurde Hongkong, 20. September. Die Mehrzahl der Eingeborenen von vom Landgerichte I zu einer Geldstrafe verurteilt. Sanpangs ist bei dem Taifun umgekommen. Polizei und ZivilAuf seine Revision hob aber der erste Straffenat des Siebzig Jahre hindurch straffrei gehalten hatte sich der jetzt personen retteten Hunderte von Eingeborenen. Ein japanisches Schiff tent battl fth or foot Kammergerichts das Urteil auf und verwies die Sache mit drei undfiebzigjährige Handarbeiter Jahn aus Hartha, allein 66 Personen. Die Chinesen belagern die Polizeiwachen, unt folgender Begründung an das Landgericht zurück: Jene Vorschriften bis er vor drei Jahren wegen Unzucht mit Kindern sich straffällig die Toten zu rekognoszieren. Es herrscht jedoch vollständige Ruhe. der Polizeiverordnung, die den Hausbesitzern hinsichtlich der Reini- machte. Wegen desselben Deliktes stand er jetzt abermals vor den Die öffentliche Meinung ist sehr aufgebracht gegen die Leitung des gung usw. des Bürgersteiges gewisse Pflichten auferlegen, wären Richtern des Chemnizer Landgerichts, die ihn in geheimer Ber- Oberservatoriums, welches den Taifun nicht rechtzeitig angekündigt nur dann rechtsgültig, wenn sie auf einem Rechtsfazz- Gesez, handlung zuwei Jahren Gefängnis verurteilten. Dem hat. Der englische Kreuzer Terrible" ist hier eingetroffen, ohne Drtsstatut oder Observanz beruhten. Mangels eines Orts- alten Wanne, bei dem der förperliche und geistige Verfall offen zu etwas von dem Cyklon bemerkt zu haben. statuts oder besonderen Gesetzes fönne in Berlin nur tage trat, stand ein ärztliches Sachverständigengutachten nicht eine Observanz in Frage kommen. Das Landgericht müsse deshalb zur Seite, das vielleicht bezüglich der Verantwortlichkeit London, 20. September. König Eduard beauftragte den Kolonialnachprüfen, ob sich in Berlin eine Observanz gebildet habe, wonach seines Tuns entlastet hätte. Vor ihm hatte der minister, der Bevölkerung von Hongkong telegraphisch seine Teildie Hauseigentümer berpflichtet seien, den Bürgersteig vor ihren frühere Zollamtsatzessiſt Kappauf, der Sohn bernahme an der Katastrophe auszudrücken. Grundstücken ganz zu reinigen oder doch wenigstens ihn bei Schnee mögender Eltern, auf der Anklagebank gesessen. Das und Glätte von Schnee und Eis zu befreien beziehungsweise in zweiundzwanzigjährige Herrchen hatte ein lustiges Leben einem passablen Zustand zu erhalten. Eine Polizeiberord- geführt und sich dabei an amtlichen Geldern vergriffen, die er bei nung fönne eine solche Verpflichtung nicht schaffen, sondern nur der Boſt einzuzahlen hatte. Als der Vorgesezte den Posteinlieferungspatte. als der Vorgesezte den Poſteinlieferungsregeln. schein begehrte, war K. ins Gedränge gekommen, hatte das Geld Das Kammergericht hat durch diese den Hausbesizern scheinbar fich perschafft und nachträglich eingezahlt. Da der Postbeamte ihm besonders günstige Entscheidung, die wiederum in auffallendem nicht zu Willen war, ein früheres Datum zu schreiben, nahm er die Gegensaße zu der Ansicht des Kammergerichts über auf Behinderung Aenderung selbst vor. Das wurde aber entdeckt und K. wurde nun... von Streifpoften abzielende Polizeiverordnung besteht, die alte in eine Nervenheilanstalt gesteckt. In der Verhandlung, in der Streitfrage aufgerollt, ob nicht in Berlin die Hausbesizer sogar zum er sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten hatte, standen ihm Unterhalt und zur Reinigung des Bürgersteigs und der zwei ärztliche Gutachten zur Seite. Ein gerichtlicher ärztihren Häusern zugewendeten Seite des Dammes verpflichtet licher Sachverständiger fungierte als Obergutachter. Diese bestätigten find. Ueber das Ergebnis des für die Sicherheit des Publifums die Behauptung des Angeklagten, daß dieser psychopathisch belastet und die Rechte der Hausbesitzer sehr wichtigen Rechtsfalls werden sei und an epileptischen Dämmerzuständen leide; träten diese ein, so wir berichten. uldasei die freie Willensbestimmung ausgeschlossen. Gestützt auf diese Gutachten erkannte das Gericht auf Freisprechung. Ist eine Regelung der Teppichklopferei durch Polizeiverordnung zulässig? Ein eigentümliches Glück, daß die Verrücktheit von Angehörigen der herrschenden Klasse oft erst erkannt wird, wenn sie vor dem Strafrichter stehen. slate sgnulara Vermischtes. .net Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7% bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 1hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen be iznfügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. antworten. P. H. 101. Ein Verzeichnis der gerichtlichen Sachverständigen finden Sie im zweiten Teil des Adreßkalenders.- S. S. 100. Eine Forderung für gelieferte Waren verjährt in zwei Jahren und, falls die Waren zum gerechnet, in dem die Forderung fällig wurde. Jede Anerkennung unterGewerbebetrieb geliefert waren, in vier Jahren, vom Ablauf des Jahres ab bricht die Verjährung. Tischler. Wenn Sie volljährig( über 21 Jahre alt) sind, so ist der Vertrag nur rückgängig zu machen, wenn Sie die von Ihnen behauptete Irrtumserregung beweifen. F. D. 100. Aus einem Stück. R.. 100. 1. Ja. 2. Bier Wochen, Abmeldung braucht nicht zu erfolgen. Halleschestr. 10. In solchem Streitfall hätte das VorM. B. Ja. E. B. 765. Nein. mundschaftsgericht zu entscheiden. Für Königsberg i. Pr. war eine Polizeiverordnung erlassen C. B. Wenden Sie sich schleunigst an einen Arzt; je früher Sie feinen Rat erhalten, desto schneller kann die Plage beseitigt werden. 2. 100. worden, welche das Klopfen der Teppiche nur an bestimmten Tagen Die nach dem 27. April aufgewendeten Kosten müssen Sie nach dem Verund zu bestimmten Stunden zuläßt. Frau Grunenberg, die vom trage bezahlen. V. R. 666. Rein. G. M. 4. 1. Nein. 2. und Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, weil sie 3. Ja. Schirrmacher. Ohne Einsicht in den Vertrag nicht zu bedie Verordnung übertreten habe, wurde auf ihre Revision vom 23. K. 100. Wenden Sie sich an einen Schuhmacher. Rammergericht freigesprochen. Zur Begründung wurde Ein furchtbares Eisenbahnunglück ereignete sich gestern früh Wir lebnen es grundsätzlich ab, derartige Fragen zu beantworten. ausgeführt: Die Verordnung sei ungültig. Sie lasse sich nicht auf§ 6 in der Nähe von Grantham auf der Great Northern Linie. Der$. 100. 1. Der Schwager soll den Antrag auf sofortige Freilassung des Polizeiverwaltungsgesetzes stüßen. Allerdings habe das Kammer- Expreßzug nach Schottland, der die Kins- Crew- Station in London an die Anstalt und an das Amtsgericht richten und sich eventuell der Hülje eines Anwalts bedienen. 2. Bruns und Dr. Weyl. H. R. 76. Sterbe gericht zweimal- Wiesbaden und Boppot betreffend- gleichartige Ver- gestern abend vollbesetzt verlassen hatte, entgleiste in unmittelbarer geld ist zu zahlen, Witwen- Unfallrente nur dann, wenn der Tod nachweisordnungen für rechtsgültig erklärt. Da lagen die Verhältnisse aber Nähe der Station Grantham, und die Lokomotive sowie einige lich in ursächlichem Zusammenhang mit der Unfallrente steht. 3. K. 100. anders. Wiesbaden und Boppot seien Kurorte, wo Leute Genesung Waggons fielen über eine Brücke auf die Straße etwa zehn Meter 1. Leider nein. 2. Benden Sie sich an einen Anwalt, zu dem Sie Vertrauen und Erholung suchten. Da sei die Gültigkeit insbesondere im Inter- hinab. Innerhalb eines Augenblicks war von dem ganzen Expreß- haben. Wir lehnen grundsäßlich die Empfehlung bestimmter Anwälte, Aerzte zc. ab. esse der Orte selbst mit Rücksicht auf§ 6i des Polizeiverwaltungs- zug, der eine sehr große Geschwindigkeit gehabt hatte, nichts als H. H. 6. Ja; Sie tönnen beim Amtsgericht auf Abholung und gesezes ausgesprochen, ausgesprochen, weil Heilungsuchende vom Besuche ein Trümmerhaufen übrig geblieben. Die Trümmer fingen sofort Zahlung flagen. P. A. 112. 1-3. Nein. 4. Schwerlich. Sie müssen dieser Kurorte durch die ständige Möglichkeit einer Belästigung zu brennen an, und bald stiegen Flammen hoch auf der Unglücks- Rückkehr und Herausgabe des Kindes verlangen, eventuell flagen. D. R. 300. Sämtliche Waren müssen erst bezahlt sein, ehe Sie EigenMit Königsberg sei das etwas stelle. Viele Passagiere waren unter den Trümmern festgeklemmt, tümer werden. angeres. Es sei eine große Stadt, da müſſe man sich fiberhaupt und ihre Hülferufe waren erschütternd. Man befürchtete eine zeit- Heilmittel- Ampreiſungen zu warnen. Nüglich find sie nur für den Verkäufer. Kidd 53. Wir vermögen nur vor diesen und ähnlichen ein bißchen mehr in bezug auf Geräusche gefallen lassen. lang, daß alle Personen, welche unter den Trümmern lagen, K. V. 14. Ja, ist nach§ 173 des Strafgesetzbuchs mit Gefängnis Um die Abwehr von Bazillen, also um einen Schutz von Leben und lebendig verbrennen würden, doch gelang es, biele Passagiere zu bis zu zwei Jahren strafbar. Dachschaden. Die Polizei Gesundheit handele es sich auch nicht bei der Verordnung, denn retten. Aerzte wurden schleunigst aus der Stadt geholt, um den hat Samit nichts zu schaffen. Klagen Sie auf Beseitigung dann wäre ja nicht abzusehen, warum das Klopfen nur an einigen furchtbar Verletzten die erste Sülfe zu leisten. Die Eisenbahn- des Mangels und auf Schadenersatz beim Amtsgericht.- A. Nein. Tagen unterbleiben solle. Das Bürsten erwähne die Verordnung beamten und einige herbeigeeilte Herren arbeiteten mit vernicht. Nach allem wäre anzunehmen, daß die Verordnung nur den Lärm, den das Klopfen verursache, auf beſtimmte Zeiten beschränken wolle. Das lasse sich aber nicht durch eine Polizei verordnung machen, denn sonst fönnte man so ja auch gegen das Klavierspiel vorgehen. Die Materie des ruheftörenden Lärmns werde erschöpfend durch§ 360 des Strafgesetzbuches geregelt. Der Unterschied, den das Kammergericht zwischen Orten macht, in denen weniger oder mehr gearbeitet wird, dürfte nicht zutreffen. Kajino. Alexander der Große. Der General Für den Inhalt der Inserate Folies Caprice. Konful. Sünden der Bäter. übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Wintergarten. Spezialitäten. Verantwortung. Passage. Spezialitäten. Theater.o Freitag, 21. September. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Westen. Das Wintermärchen. Lorking. Fra Diavolo. Deutsches. Das Wintermärchen. Anfang 8 Uhr. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Das Lumpengefinder. T Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Jugendliebe. Die Dienstboten. Leffing. Fuhrmann Henschel. Neues. Bürgerlicher Edelmann. Der Stammgaft. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Residenz. Triplepatte. Trianon. Der Hausfreund. Reichshallen. Stettiner Sänger. Irania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. 180 Abends 8 Uhr: Der bürgerliche Edelmann. 98 Der Stammgast. zweifelten Anstrengungen, um die Verwundeten aus ihrer furchtbaren Lage zu befreien. Bier Personen, welche aus den Trümmern hervorgezogen wurden, starben auf der Strecke innerhalb einiger Minuten. Die Erchange Telegraph Company meldet, daß zehn Personen getötet und sechzehn verletzt wurden. Ueber die Ursache Der Katastrophe sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Man glaubt, daß der zug auf ein Nebengleis geraten war und die Bremsborrichtung bersagte. 1998 Briefkaften der Expedition. die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, wollen uns wegen der Ueberweisung von Freiexemplaren sofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen wonats von der Boſt nicht geliefert werden. Alle Adreſſen müſſen jeden Monat neu eingesandt werden. Patienten in Beelitz, Buch usw. Diejenigen unserer Abonnenten, Komische Oper. Urania. Metropol- Theater Bernhard Rose- Theater Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachmittag und abends: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Freitag, den 21. Sept., 72 Uhr: Fra Diavolo. Abonnements gültig. Morgen nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Abends 72 Uhr: Der Waffenschmied. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. JOOLOGISCHER ZCARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Heute Freitag, 21. September: Geschlossen. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonnabend, den 22. September, Die relegierten Studenten. zum erstenmal: Der Teufel lacht dazu. Apollo- Theater 845 Luftspiel in 4 Akten v. Roderich Benedig. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 11-1 Uhr an der Theaterkasse. Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. Wegen der jüdischen Feiertage geschlossen. Nächste Vorstellung Sonntag, den 23. September 1906. Rixdorfer Theater Militär- Doppel- Konzert 8 Der Affe als Jockey. 3 Einakter und Kaharettprogramm. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Sonntag, den 23. September: Othello. Sonnabend, Sonntag, Montag: Trauerspiei in 5 Aften von William Dieselbe Vorstellung. Shakespeare. 72 M. sixe Kleines Theater. Snfang 74, bartett 1 9. Lustspielhaus. Das Friedensdorf. Abends 8 Uhr zum 85. Male: Zentral. Tausend und eine Nacht. Ein idealer Gatte. Kleines. Man tann nie wissen. Carl Weiß. Adele. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Die Jungfrau von Orleans. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Geschlossen. Montag zum erstenmal: Man kann nie wissen.( Der verlorene Bater.) Komödie in 4 Aften v. Bernard Shaw. Dienstag: Man kann nie wissen. Zentral- Theater. ( Operette). Abends 8 Uhr: Apollo. Berlin im Omnibus. Spe Causend und eine Nacht. zialitäten. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Jungfrau von Orleans. Sonntag nachmittag: Gin Stind des Sonnabend: Eine Nacht in Berlin Glüds. Montag: Eine Nacht in Berlin. Abends: Jungfrau von Orleans. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. Zum 31. Jm wilden Male: Westen. 915 The Seldoms Folies Caprice plastische Darstellungen. 1 Dame und 3 Herren. Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Zum 21. Male: 1000 Berlin im Omnibus. Der Generalkonsul und Erste Nachmittagsvorstellung Sonntag, den 30. September, nachni. 312 Uhr, mit dem vollständig großen Spezialitäten- Programm. W. Noacks Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Direktion: Rob. Dill. Britnnenstr. 16. Preise: ,, Uebern großen Teich." Lustspielhaus. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Das Friedensdorf. Morgen: Das Friedensdorf. Maria Magdalenė. Berl. Schauſp. in 4 Aften v. Hebbel. Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Pf. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Sonnabend: Extravorstellung. Lockere Zeifige. Gesangspoffe. Die Sünden der Väter. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf b. Wertheim u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Freitag, den 21. September: Der Hüttenbesiker. Anjang 8 Uhr. Zirkus Alb. Schumann. Zirkus Busch. Heute Freitag, den 21. September cr., abends präzise 71, Uhr: Das anerkannte Sensations- Progr. Jede Nummer neu u. ein Schlager! Ferner: Wirklich phänomen. Leistung. Hier noch nie gesehene Wilde Dressur der Größten Tiger- Gruppe direkt von Amerifa angeführt von Mr. Henricksen. Außerdem zum erstenmal: Neu! Les Rixfords ausgezeichnete Luftgymnastiker. Demnächst Auftreten von Wladimir Durow, Rußlands bester Clown und Satirifer. Sonntag 2 Borst., nachm. 32 Uhr ein Kind frei und abends 7/2 Uhr. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godsernaux. Sonntag, 23. Sept., nachm. 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Freitag, den 21. September cr., abends 7%, Uhr: Komischer Galaabend Die größte Tiger- und Löwengruppe im Ringtampfe m. d. Dompteur Willi Peters. Noch nie gezeigt! Herr Ernst Schumann m. j. phänomenalen Neudreſsuren. Mlle. Léris Loyal, Demimondaine- Reiterin. Herr Burkhardt- Foottit, Schule. Ein Rendevouz i. d. American Bar sowie Auftreten jämtlicher neu engag. Künstler u. Künstlerinnen P WINTER CARTEN 6.5 76 Großer Erfolg des Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pissiutti, Reitakt. Kasino- Theater Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Lothringerstr. 37. Täglich 8 1hr Der Biograph. Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Vorher das Eröffnungsprogramm. Schweizer Garten Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Tragikomödie in 3 Auszügen von Ernst v. Wolzogen. Sonnabend, abends 8 Ubr: Frau Inger von Oestrot. Sonntag, nach m. 3 Uhr, Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Jugend. Freitag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Lustspiel von Adolf Bilbrandt. Hierauf: Die Dienstboten. Lustspiel von Roderich Benedir. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 ll br: Das Lumpengesindel. Zentral- Verband der Stukkateure. Filiale Berlin. Sonntag, den 23. September, nachmittags 5 Uhr: = Goethe- Abend= unter künstlerischer Leitung des Vereins zur Förderung der Kunst in den Musikersälen, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Mitwirkende: Kgl. Hofopernsängerin Maria Knüpfer Johanna Meyer Sydney Biden, amerikanischer Konzertsänger Dr. Kurt Walter Goldschmidt und Dr. Gustav Manz. Abendkasse findet nicht statt. Ein laßkarten à 40 Pf. nur bei den Hülfskassierern des Verbandes und im Verbandsbureau, Straßburgerstr. 17. Telephon Amt III, 1447. Kollegen, Freunde und Bekannte ladet ergebenst ein Das Festkomitee. 181/6 Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität". Sonnabend, den 22. September 1906: Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Georg Berg am 18. September verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Bruder, mein lieber Bräutigam, der Buchbinder Hermann Engel nach langem, schwerem Leiden am 20. Sept. früh 1 Uhr verstorben iſt. Familie Engel. Minna Helbich. Beerdigung wird noch bekannt gegeben. Freitag, den 21. September, Dr. Simmel, $ nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Hermannstraße, Rigdorf, aus statt. 134/17 J. A.: H. Neumann. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Zahlstelle Charlottenburg. Den Kollegen zur Nachricht, daß der Kollege Paul Prophet am 18. September gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Moabit, Birkenstraße, aus statt. Rege Beteiligung der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 18. d. M. starb nach langem Krankenlager im Alter von 60 Jahren der unser Mitglied, Sonntag nachm. 4 Uhr: Madame Am Königstor- Am Friedrichshain Großer Ausflug zur Werderschen Baumblüte Bimmerer Bonivard. Passage- Theater. Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Riecke" mit dem Schlager Emil du bist eene Pflanze". Außerdem 14 erstklassige Spezialitäten! Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hausfreund. WalhallaW Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20 am Rosenthaler Tor. Täglich abends 8 Uhr: Chevalier Thorn ,, Im Traumlande." Das fesche Damen- Regiment 8 Germanias. Hans Hanser mit neuen aktuellen Schlagern u. die übrigen glänzenden Spezialitäten Rauchen überall gestattet! 48. Sommer- Saison. Jeden Sonntag: veranstaltet zur Feier des Extravorstellung 2. Stiftungs- Festes neuer Spezialitäten. Ball. Volksbeluftigungen. Anjang 4 Uhr. Entree 30 Bf. An Wochentagen ist Saal u. Garten an Vereine zu bergeben. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7. 11hr. Gustay Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. in den Gesamträumen der Neuen Welt", Hasenheide 108/114.( Größtes Lokal Berlins.) Großartige Blütendekoration, herrliche Blütenlauben mit Obstweinausschant. In den drei Sälen bei vier Kapellen Tanz. Kunst- und Reigenfahren verschiedener Vereine. Auftreten einer Hererotruppe in ihren Gesang, Musik und radsportlichen Vorführungen. Auftreten der Kleinsten Schuhplattler der Welt vom Starnberger See. Auftreten der Volkshumoristen Meinert und Balzé. Im Speisesaale( Bauernschänke), humoristisches Konzert einer oberbayerischen Bierkapelle, Bauernwirt mit historischen Raritäten. Humoristische Gesezesparagraphen und Liederterte, Polizei wache, Rutschbahn, Dudelsackpfeifer, Schalmeibläser, Leierlasten usw. Die Aufführungen werden durch farbige Scheinwerfer beleuchtet. Anfang 9 Uhr. Eintritt 50 Pf. Karl Brosowsky. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet mittags 3, 1hr, von der Leichen: halle des neuen Luisen- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Sonntag, den 23. d. M., nad Um zahlreiche Beteiligung erfuht 13936 Der Vorstand. Wir empfehlen 1385b PrinzenSpezialarzt für 137/13 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Glänzende Existenz. Wirklich soliden und nüchternen Schlossern und Monteuren 2c. geben wir hon bei geringer Anzahlung Motordroschten, erstklassige Marken. am besten übernehmen 2 Reflettanten einen Wagen. Berliner Automobilhaus- u. IndustrieGesellschaft m. b. H. W., Uhlandstr.170. Fahrräder! Billig!, 48, 58, 60, 70, Lauldooken Luftschläuche Fusepumpen Pedalo 90, 1: 0 Naterräder. Zündkerzen 050 es bis 180 Mk. p.B Freilauf SM. mohr. 6 Jahre Garantie. 1.96, 2 60, 8, 4.50 4.80, 2, 2.50, 50.80, 1.16 Sättel 1.60, 2.50 190, 250, 375, 450, 550 Moterdesken 9.BEPARATUREN bliget, schnell, kalibar. Rahmenbrüche 8.50 Emaillieren 3.50 Fahrradkatalog 127 Motorradkatalog 127 gratis end franke. 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Mitglieder erhalten Billetts in den Abteilungsversammlungen sowie Erfurt in der Genossenschaft Dderbergerstr. 30. Sonntag, den 23. September: Pichelswerder( Freund). Start! nachmittags bteilungsstarts. GROSSE Berlin Sämtliche Abteilungen nach 1%, Uhr an den bekannten Köln 14/12 Frankfurt 1894. Budgetbewilligungsfrage in den Landtagen; Agrar1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. Breslau Gotha frage; Trusts, Ringe und Kartelle. M., 25 M. 30, geb. M.-, 50 1896. Vergriffen. 1 Hamburg 1897. Preußische Landtagswahlen; Militarismus. Broschiert M.-, 35 Kolossaler Erfolg Dahlien-( Georginen)-Ausstellung Stuttgart 1898. Redlighet das Bulge anb des sensationellen neuen September- Programms. 22 Nummern. Anfang 7, Uhr. Sonntags 5 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater Buggenhagen Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Moritzplatz. Täglich! Gustav Gottschalk's Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Ubr. humoristische Konzerte. Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pj. Das Riesen- September- Programm. Vendaro, Dreffur. Daymlers, Afrob. Franz Gorrè. Leopard Truppe. Mandita. Hee und See. Carmanelli Duo sowie 8 erstkl. Nummern 8 Der Sommerleutnant. Familienkarten, zum halben Kaffenpreis gültig, in Barbier, Friseur- und Bigarrengeschäften gratis zu haben. Polosseum tolo Dresdenerstr. 97. 15 erstklassige 15 Spezialitäten Täglich: Konzert- u. VolksKabarett. ( Ohne Weinzwang.)" Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Direftion Wilhelm Reimer. Sonntg., Montg. Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Stets neues hochinteressant. Programm. Count. Beg.5, Wochent. 81. vom 14. bis 23. September in der Westhalle des Landes- Ausstellungsparkes Eingänge sowohl von der Kunst- Ausstellung als auch von der Invalidenstraße. Roalitionsrecht; Bergarbeiterschuk; Preußische Landtagswahlen; Boll- und Handelspolitik. Hannover 1899. Bergriffen. Mainz Lübeck München Broschiert M.-, 35, gebunden M.-, 60 1900. Weltpolitik; Verkehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. Broschiert M.-, 50 Kommunalpolitik; FrauenM.-, 60 1901. Bergriffen. 1902. Arbeiterversicherung; fonferenz. Dresden 1903. Bergriffen. 2284L* Eintritt 50 Pfennig Deutsche Dahlien- Gesellschaft. Bremen 1904. Maifeier; Amsterdamer Kongreß; Organisationsfrage; Fall Schippel; dritte Frauenkonferenz. Broschiert M.-, 70, geb. M. 1, Protokolle der Internationalen Arbeiter- Kongreffe. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Baris Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 22. September 1906, abends 8, Uhr, in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain( am Königstor): ee 2. Stiftungs- Fest. e Musikdir. Maximilian Fischer, ,, Jugend". Konzert: Berliner Sinfonie- Orchester, Festrede: Dr. Karl Liebknecht. Rezitationen: Max Laurence. Gesangsvorträge: Gesangverein Turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Vereins. Reigenfahren von Mitgliedern des Tanz. Herren, die am Tanz teilA.- R.- B. ,, Solidarität". nehmen, zahlen 30 Pf. nach Eintrittskarten a 30 Pf. sind im Bureau des Vereins, Berlin C., Stralauer268/ 10* straße 13/14, I, von 11-1 und 5-8 Uhr, zu haben. Das Festkomitee. Um regen Zuspruch bittet Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Jed. Dienst. Theaterabend. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. ( Loewe- Ensemble.) H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. · Billigste Preise. 16691* Zürich 1889. Mit einem Vorwort von B. Liebknecht. Berichte der Delegierten der einzelnen Länder; Abschaffung der stehenden Heere; Maifeier. M.-, 25 1893. Stellung der Partei im Kriegsfalle; Agrarfrage; Generalstreit. M.-, 50 1896. Politische Aktion; wirtschaftliche Aktion; Erziehung und förperliche Entwidelung. M.-, 20 Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht; die Eroberung der politischen Macht; Kolonialpolitik; der Sozialismus in den Gemeinden. M.- 20 London 1900. Paris Amfterdam 1904. tentionale Regelung der sozialistischen Politit ( Tattit), Kolonialpolitit, Auswanderung und Einwanderung, Generalstreit, Sozialpolitik und Arbeiterversicherung, Der Achtstundentag. Trusts und ArbeitsTofigkeit. M. 1, Agitationsausgabe M.-, 40 Expedition des Vorwärts Berlin S. 68, Lindenstr. 69( Laden). Neueste Moden. Begründet 1878. SpezialHut- Engros- Lager Größte Auswahl inFilzhüten, Jagdhüten, Zylinderhüten, Chap.- claques u. Strohhüten. zu anßergewöhnlich Sinzelverkauf billigen Neue Königstr. 48, 1 Treppe, Preisen. drittes Haus vom Alexanderplatz( Sonntags geöffnet) Berantwortlicher Medakteur: Hans Weber, Berlin. 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