Mr. 223. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Breis pränumerando; Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 wöchentlich 23 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Poste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Nr. 1983. Vorwärts". Wir richten daher an unsere Genossen die dringende Mahnung, nicht nur ihr Abonnement zu erneuern, sondern auch neue Leser, neue Abonnenten für ihr Kampforgan zu werben. Bei der Arbeit in Fabrik und Werkstatt, in Familien- und Freundeskreisen, überall, wo sich Gelegenheit zur Agitation bietet, sollte versucht werden, neue Leser für den ,, Vorwärts" Jeder neue Leser des Vorwärts" bedeutet eine Vermehrung des proletarischen Heeres, eine Stärkung der politischen Macht stellung unserer Partei, einen Verlust für die herrschenden Klassen. " Dienstag, den 25. September 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Herr Oberst von Deimling sich ausdrückte. Der Kriegsplan Die Tatsache steht also fest: Auf die sozialdemokratische ***************** ging also dahin, die Hottentotten allmählich aufzureiben. Das Initiative hin hatte der Reichstag nach völliger Verwerfung war wieder die alte Trothasche Ausrottungsstrategie, wenn der Reichstagspolitik in Südwestafrika der Regierung den Mit dem 1. Oftober beginnt ein neues Abonnements- auch in etwas gemilderter Form, da Gefangene, die sich frei- Weg gewiesen, wie sie dem sogenannten Kriege mit seinem quartal des willig übergeben würden, wenigstens angenommen werden sinnlosen Blutvergießen und der ungeheuerlichen Geldvergeudung sollten. Zur Durchführung eines solchen Planes bedurfte es aber ein Ende machen könne. einer großen Zahl von Truppen, vieler Zeit und beständiger Nach- Bis auf den heutigen Tag verlautet aber noch nicht ein schübe von Kriegsmaterial und Proviant unter den schwierigsten Wort davon, daß die Regierung den ihr vom Reichstag geUmständen. Bisher mußte der Proviant in der Hauptsache wiesenen Weg beschritten habe. Das Blutvergießen und die auf verschiedenen Etappenwegen vom englischen Gebiet aus nach Geldvergeudung nehmen in alter Weise ihren Fortgang, als lägen dem Innern des Hinterlandes geschafft werden. Das berur gar teine Reichstagsbeschlüsse vor. Das deutsche Volk hat aber das sachte enorme Kosten. Außerdem gelang es den Hottentotten, größte Interesse daran, daß jener Weisung Folge geleistet durch Ueberfälle des Provianttransports sich auf deutsche wird. Wie zum Hohn und Trotz gegenüber dem Reichstage Kosten soviel Proviant zu beschaffen, wie sie selbst bedurften. und den zahlreichen Stimmen, die sich in der Presse und in zu gewinnen; vor allem sollte teine Arbeiterversammlung Das würde anders werden, wenn erst eine Bahn von Lüderitz- Versammlungen für die schleunige Beendigung des jammergeschlossen werden, ohne daß zum Abonnement auf den Vorwärts" ort aus, und zwar nicht nur die bereits bewilligten 140 Stilo- vollen Treibens in Südwestafrika ausgesprochen haben, wird aufgefordert wird. meter nach Stubub, sondern noch etwa 220 Kilometer weiter nicht nur die Fortführung des Krieges in alter Weise, sondern nach Keetmannshoop, zur Verfügung stände. Dann könne sogar die Wiederaufnahme des verworfenen Eisenbahnaller Proviant bis dort mit der Bahn geschafft werden und projektes mit der Aussicht auf zwei weitere Striegsjahre würde erst von Keetmannshoop aus den Transport auf betrieben, als lägen keinerlei Beschlüsse des Reichstages Ochsenfarren erfordern. Deshalb mache die Durchführung vor, die dem im Wege ständen. Darüber ist die Regierung des Striegsplanes der Regierung den Weiterbau der Bahn not dem Lande Rechenschaft schuldig. Und da ist es wendig. natürlich völlig nebensächlich, ob ein ehemaliger Prinzregent Diese Deduktion war an sich durchaus logisch unter zwei oder ein ehemaliger Bankdirektor an der Spize des Kolonial Noch immer befizzt die sogenannte parteilose" Preffe Voraussetzungen: erstens daß der Strieg nur vermittelst der amtes steht. einen großen Leserkreis in der Arbeiterschaft Berlins. Diese Streife Deimlingschen Aufreibungsstrategie sich beenden Offenbar spekulieren aber sogenannte maßgebende Kreise gilt es dem Vorwärts" zuzuführen. Jeder Arbeiter, der auf lassen und zweitens daß der Reichstag gewillt war, zu auf Umfallsgelüfte der Reichstagsmehrheit, von der nach Intelligenz Anspruch macht und auf seine Arbeiterehre hält, muß es diesem kostspieligen und blutigen Experiment der Regierung früheren Erfahrungen in Kolonial, Flotten- und Militärfragen als seine Pflicht betrachten, den und ihrer Beauftragten noch einen Spielraum von mehr als erwartet wird, daß sie auch diesmal ihre früheren Beschlüsse ver,, Vorwärts" zwei Jahren zu gewähren. Da aber der Reichstag beide leugnen wird. Die Sozialdemokratie wird natürlich ihren StandVoraussetzungen nicht tonzedieren wollte, lehnte er fonfequenter- punkt behaupten und mit aller Entschiedenheit Rechenschaft für das weise seinerseits die darauf aufgebaute Forderung ab. starrköpfige Festhalten an der Politik des Blutvergießens fordern. Die Ablehnung der Bahn kam also gleichzeitig auf die Aber auch die anderen Parteien, die in den Abstimmungen Verwerfung des Striegsplanes der Regierung hinaus. Was am 26. Mai und am 28. Mai sich auf den nämlichen Standsollte aber nun geschehen? Welches Verfahren sollte die punkt stellten wie die Sozialdemokratie, haben allen Grund, Regierung an Stelle des verworfenen in Südwestafrika ein bei der Stange zu bleiben. Es handelt sich hier um Beschlüsse fchlagen? des Reichstags, die der Mißstimmung nicht nur der SozialVon der Regierung war feine Antwort auf diese Frage, demokratie, sondern weitester Kreise des Volkes über die feine Entwicklung eines neuen Planes zu erwarten. Einmal jammervollen Vorgänge in Südwestafrika entsprachen. ES hatte sie bisher überhaupt noch keine selbständige Politik in dürfte den bürgerlichen Parteien unmöglich sein, einen Umfall Südwestafrita getrieben, sondern sich von einigen Säbelpolitikern selbst in den Augen ihrer eigenen Angehörigen zu rechtfertigen. nur das Zugeständnis zu deren Schneidigkeitsplänen abtrogen Ein Umfall würde umso schmachvoller sein angesichts der lassen, dann aber war sie offenbar durch die Kritik der unerhörten Provokation, die in der jetzt zutage getretenen folonialen Mißwirtschaft und die gleichzeitig mit der Ver- Nichtachtung der Reichstagsbeschlüsse liegt. werfung der Bahn erfolgte Ablehnung des geforderten Postens So handelt es sich denn bei den Auseinandersetzungen, eines Staatssekretärs für die Stolonien derart in Verwirrung denen wir wegen Südwestafrika mit der Regierung und den geraten, daß sofortige flare Entschlüsse von ihr in keiner Weise Kolonialfanatikern entgegengehen, nicht nur darum, frebelzu erwarten waren. Das alles drängte zu einer haftem Blutvergießen und planloser Geldvergeudung Einhalt Willensäußerung des Reichstages in der zu gebieten, es handelt sich auch um Ehre und Frage der südwestafrikanischen Politit. Ansehen des Reichstages selbst. Da haben " zu halten und den schädlichen, die geistige Verflachung und politische Unentschiedenheit fördernden Einfluß der angeblich parteilofen, tasächlich aber auf dem Boden der kapitalistischen Wirtschaftsordnung stehenden Bresse zu brechen. In dem gepaltigen Ringen der Arbeiterklasse um ihre Befreiung aus den Fesseln des Lohnsystems gibt es teine Parteilosigkeit. Sein Arbeiter darf sich abseits halten oder gar durch Unterstügung der„ parteiLosen" Presse die Position seiner Klaffengenossen schwächen, die der Gegner stärken. Das nächste Vierteljahr wird manche wichtigen Ent scheidungen bringen. Die parlamentarischen Verhandlungen beginnen wieder, und verschiedene Gefeßentwürfe, deren Beratung im ersten Sessionsabschnitt nicht beendet worden ist, werden voraussichtlich ihre Erledigung finden. Besonders wird ,, die Kolonialfrage" das Barlament beschäftigen. Zu den vielen Hunderten von Millionen Mark, die in den letzten Jahren die schönen Schuß gebiete" gekostet haben, werden neue Riesensummen für die südwestafrikanischen Sandwüsten und oftafrikanischen Fieber gebiete berlangt werden. Und zu diesen wieder werden sich neue Forderungen für die Vermehrung der Flotte, die Berbreiterung des Nord- Ostseekanals, für die Heeresausrüstung gesellen. In diesen Kämpfen wird es die Aufgabe des ,, Vorwärts" sein, ohne schwächliche Rücksichtnahme energisch die Voltsinteressen zu vertreten. Daneben werden wir uns bestreben, im weitesten Maße Belehrung und Unterhaltung zu bieten. Zu diesem Zwede haben wir das Recht erworben, die vom Verfasser autorisierte Uebersezung des viel genannten Romans des amerikanischen Schriftstellers und Politikers Upton Sinclair „ Der Sumpf“ ( The Jungle) gum Abdruck zu bringen, und zwar wird das Unterhaltungsblatt bereits Anfang Ottober mit dem Abdruck des spannenden Romans beginnen. 33333333333333333333 Damit war aber keine Zeit zu verlieren. Nach der Ab- also die bürgerlichen Parteien einmal eine treffliche Gelegenlehnung der Kolonialforderungen am Sonnabend, 26. Mai, heit, durch die Tat zu zeigen, daß ihnen diese Ehre und dieses war nur noch eine Sigung am Montag, 28. Mai, in Aussicht Ansehen des Reichstages fein leeres Wortgeflingel ist. Die genommen. In dieser Situation wurde seitens der Sozialdemokratie wird nicht versäumen, sie auf die Probe zu Sozialdemokratie die Initiative zu der stellen. G. L. Willenstundgebung dez erforderlichen Reichstages ergriffen. Die russische Revolution. 100 000 russische Genossen. Versöhnlichkeit weit schneller zur Herbeiführung friedlicher Ausgehend von der Erwägung, daß eine Politik der Zustände in Südwestafrika führen müsse, und daß einer der verhängnisvollsten Mißgriffe der Regierung die über die auf des Moskauer Komitees der Russischen sozialdemokratischen Der Proletarij", Organ des Petersburger und ständischen Stämme verhängte Konfiskation ihres gesamten Landeigentums gewesen war, da eine solche Maßnahme die Arbeiterpartei, gibt folgende Zahlen der Mitglieder der betroffenen Stämme zum Verzweiflungskampf aufpeitschen mußte, brachte unsere Frattion folgende Resolution ein: Partei an: Russen 31 000, Polen 26 000, Letten 11 000, Bund über 30 000. Die Partei ist also ungefähr 100 000 Stöpfe start. An der preußischen Grenze. Dem B. T." entnehmen wir folgende Privatmeldung: eine Der Reichstag wolle beschließen: den Herrn Reichskanzler zu erfuchen, er wolle dafür sorgen, daß in der Kolonie Südwestafrika den Eingeborenen ein zu ihrem Lebensunterhalt im selbständigen Wirtschaftsleben ausreichender Landbesiz zugeführt werde, um In Sosnotpice umzingelten Sonntag nachmittag 200 Stosaken auf dieser Grundlage die Rückkehr friedlicher Zustände in den unter Führung des Kosakenobersten Gretoff ein Haus, in dem Kolonien und die schleunige Zurückziehung der dort bisher zu angeblich sozialdemokratische Versammlung triegerischen Operationen erforderlichen Truppen zu ermöglichen." abgehalten wurde. Der Oberst gab den ersten Schuß, die Kosaken drei Salven auf das Haus ab. Zwei Arbeiter der deutschen DrahtVon einer Verknüpfung dieser Forderung mit anderen feilfabrik von Deichsel wurden getötet, sieben schwer verwundet, Streitfragen der füdwestafrikanischen Politik wurde abgesehen, die Wohnungen in dem Hause wurden demoliert. In der Nacht zu um deren Annahme durch die Geltendmachung von Neben- heute fanden in der Vorstadt Sielze plöglich Revisionen statt, forderungen nicht zu erschweren. Es tam darauf an, die wobei viele Wohnungen verwüstet wurden. Der Gendarm Czauli zu führung des Friedens zu nötigen. Stift in Katto wig gebracht. Die Aufregung in Sosnowice ift groß. Der Vorgang wird amtlich entstellt und den Sozialisten die Schuld beigemessen. Diese Kosaten, die nicht in das Haus zu gehen wagen, sondern von draußen einfach mitten in die Versammlung hineinknallen, find wahre Muster soldatischer Tugenden. Wie steht es in Südwestafrika? Regierung au dem neuen grundlegenden Schritt zur Herbei wurde durch drei Schüßße tödlich verwundet und in das ElifabethIndem der Reichstag am 26. Mai die Vorlage der Ne- Der sozialdemokratische Antrag fand denn auch die Zugierung betreffs Verlängerung der Wüstenbahn ablehnte, ftimmung der großen Mehrheit des Reichstages. Ein Redner berwarf er damit gleichzeitig überhaupt der freisinnigen Partei gab dieser Zustimmung mit den Worten den südwestafritanischen Kriegsplan der Ausdruck: Regierung. Es ist wichtig, sowohl zum Verständnis der damaligen Situation, wie der Frage, vor die wir jetzt gestellt sind, sich das völlig klar zu machen. Der Gedankengang, der der Regierungsforderung einer Verlängerung der Linie von Kubub nach Keetmanshoop zugrunde lag, war der folgende gewesen: Nur so weiter! Möge die Regierung nur weiter so wirtschaften. Dann hilft ste ihr eigenes Ende beschleunigen. Entadelt! . Der Zwed, den diese Resolution anstrebt, wird wohl auf allen Seiten dieses Hauses gutgeheißen werden müssen. Ich meine, wie wir auch sonst stehen mögen in bezug auf die Frage der Warschau, 23. September. Aus Lodz ist eine ganze Kompagnie zukünftigen Bewirtschaftung des Schutzgebietes Südwestafrika: wir eines Jekaterinburger Regimentes nach Warschau gebracht und durch werden anerkennen müssen, daß hier einer der Wege vorgezeichnet das hiesige Kriminalgericht zu lebenslänglicher Zwangsarbeit wegen Menterei verurteilt worden. wird, die zu gehen find, um möglichst bald dem Schutzgebiet BeEs hat sich als unmöglich herausgestellt, die Hottentotten ruhigung zu bringen."( Sehr wahr! links und in der Mitte.) in ihrer Gesamtheit zur Uebergabe zu zwingen. In den Die Konservativen und Nationalliberalen stimmten zwar Gefechten erringen unsere Truppen zwar nach langen nicht für die Resolution; sie hüteten sich aber wohl, WiderKämpfen den Sieg, aber sobald die Hottentotten sehen, spruch dagegen zu erheben. Die Regierung schwieg sich völlig abelsversammlung des Gouvernements hat mit 98 gegen 3 Stimmen daß das Gefecht sich zu ihrem Nachteil wendet, zerstreuen sie aus. Auf eigene Faust gegen den Antrag zu sprechen, ge- vier ehemalige Mitglieder der Reichsduma, welche das Wiborger sich in alle Winde, um sich an einem nahe bezeichneten Plaze traute sich fein Regierungskommissar; Bundesratsbeschlüsse, Manifest vom 23. Juli mitunterzeichnet haben, aus der Zahl der wieder zu sammeln. Die Verfolgung ist muglos bei der ge- auf Grund deren eine bessere Politik der in der Resolution Edelleute des Gouvernements ausgeschlossen. Unter den Ausnauen Terrainkenntnis der Verfolgten. Hottentotten fangen geforderten entgegengestellt werden konnte, lagen aber nicht geschlossenen befindet sich der ehemalige Bizepräsident der Reichsduma ist, als wolle man Flöhe in einem Sieb fangen", wie der bor Fürst Dolgorutow. Kurst, 23. September. Eine hier abgehaltene außerordentliche Ganz recht I Die adligen Memmen wollen hübsch unter sich öleiben. Mehr wirklichen Seelenadel haben die russischen Bildhauer bewiesen, die sich— so meldet„Herold"— sämtlich weigerten, den Auftrag für ein Denkmal für den erschossenen General Mmn zu übernehmen, für das von feiten der Reaktionäre bereits große Summen gezeichnet worden sind. „Majestäts"-Beleidigung— Petersburg, 22. September. sMeldung der Petersburger Tele- �raphen-Agcntur.) Während der Leichenfeier für Trepow sind in Peterhof bei der Kathedrale tatsächlich sieben Personen verhaftet worden, doch erfolgten die Verhaftungen nicht wegen eines Attentatsversuches, sondern wegen Aeuszerungen über die Tätig- keit Trepows, die von den Verhafteten öffentlich gemacht worden waren. Auch das noch! Petersburg, 23. September. Der Kassierer der Katharinen- bahn. Arzmowitsch, hat durch falsche Buchungen den Staat um 600000 Rubel geschädigt._______ politifcbe Ocb erficht. Berlin, den 24. September. Die Eröffnung des rote» Parlaments. Mannheim, 23. September 1906. Der Rosengarten, der Stolz Mannheims, ist nun doch durch den #oten Parteitag ent-, oder wie die Mehrheit der Mannheimer Be- völkerung denkt, eingeweiht worden. Wenigstens die Eröffnungsfeier des Parteitages konnte in dem pompösen Nibelungensaal des pracht- vollen städtischen Etablissements stattfinden. Und das muß gesagt werden: in einem prächtigeren und gewaltigeren Saal hat ein sozialdemokratischer Parteitag noch niemals getagt. Der große Saal des Rosengartens— Nibelungensaal genannt, weil der Fries oberhalb des riesigen Podiums mit wundervollen Fresken, Motiven aus der Nibelungensage, geschmückt ist— faßt mit seinem gewaltigen Parterre und den amphitheatralisch ansteigenden Tribünen bequem 7000 Personen, ist also wohl der größte und schönste Saal Deutschlands. Und dieser enorme Raum war bereits eine Stunde vor Eröffnung der Sitzung ist allen seinen Teilen über- füllt, sodaß sich vor den geschlossenen Türen gewaltige Menschen- massen ansammelten, die vergebens ZuWitt zu der Veranstaltung begehrten. Hätte der Saal 10 oder 12000 Menschen gefaßt, er wäre ebenfalls überfüllt worden. Die Eröffnungsfeierlichkeit wurde stimmungsvoll eingeleitet durch einsäe Massenchöre, die, von dem Komponisten Wendelin Weiß- heimer selbst dirigiert, mit Schwung und Verve vorgewogen wurden. Feuriger Schwung charakterisierte auch die Begrüßungsrede des Ge« nnssen Dreesbach. Mit freudigem Stolz konnte dieser Veteran der badischen Sozialdemokratie von dem energischen Wachstum der Mannheimer Parteibewegung sprechen. Das Mannheimer Proletariat habe die Klassenerkenntnis bewiesen, sowohl in den Reichstag wie in den Landtag rote Vertreter zu schicken; im Stadtverordnetenkörper bestehe ein volles Drittel aus Vertretern der Sozialdemokratie. Mit herzlichen Worten hieß Dreesbach die Delegierten in der Stadt willkommen, wo Schiller seinen wildrevolutionären dramatischen Erstling„Die Räuber" einst aufführen konnte, wo die Gräber zahlreicher Freiheitsmärtyrer aus dem tollen Jahre 1348 von dem Freiheitsringen früherer Generationen zeugen. Genosse Bebel, beim Erscheinen von endlosem Jubel um- braust, dankt namens der Delegierten für den überaus warmen und über Erwarten imposanten Empfang, den daS Mannheimer Proletariat dem Parteitage bereitet. In kräftigen Zügen entwarf Bebel ein Bild der ganzen gegenwärtigen Situation, um aus dieser Lage heraus die Aufgaben des Parteitages zu entwickeln. Unter dem Vorsitze Si ngers, den ebenfalls leb- hafter Beifall begrüßte, erfolgte dann die Konstituierung des Parteitages und die definitive Festsetzung der Tagesordnung. Als erster Punkt nach den Geschäftsberichten, als vierter Punkt der TageS- ordnung wurde der Massenstreik bestimmt; Maifeier und Internationaler Arbeiterkongreß, die ihm in der provisoriichen Tagesordnung voraufgingen, mußten vor ihm zurück- treten. Mit dieser Umstellung hat der Parteitag zu erkennen gegeben, daß seine Hauptaufgabe die Klärung der Meinungen über den Massen- streik und der Ausgleich der Differenzen zwischen der Partei und den Gewerkschaften sein wird. Möge er für diese Ihochbedeutsamen Auf- gaben glückliche Lösung finden. Der Parteitag. Mannheim, 24. September. Privatdepesche des„Vorwärts". Die Montagsversammlung begann überaus stimmungsvoll mit den Begrüßungsansprache der ausländischen Delegierten, die dies- mal besonders zahlreich erschienen sind. Begreiflicherweise wird von den vielen Vertretern unserer ausländischen Bruderparteien den Sendboten der russischen Bruderpartei die meiste Aufmerk- samkeit gewidmet. Großen Beifall errang der Vertreter der polnischen sozialistischen Partei durch eine eindrucksvolle Schil- derung der brutalen zaristischen Reaktion und ihrer„Erfolge", die in einem enormen Wachstum der revolutionären Kämpfer ihren Ausdruck fanden. Die Zahl der Agitatoren in den Regimentern sei jetzt nach einem Jahre des Kampfes und des Kriegsrcchts größer als ehedem. Unter lebhaftem Beifall des Parteitags begrüßte Genosse Singer die Vertreterin der Sozialdemokratie Russisch-Polens und Litauens, die Genossin Luxemburg, nach ihrer Rückkehr aus dem zarischen Kerker. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Rede der Vertreterin der russischen Sozialdemokratie, Genossin Balabanoff, die flammende Worte für die Art des russischen Knutenregiments und den Heroismus des russischen Proletariats fand, einen Heroismus, der erhaben sei über alles rednerische Pathos. Das russische Proletariat wirkt sein Los, obwohl es ganz genau weiß, daß der Kampf nicht für die Verwirklichung des End- zieles des Klassenkampfes ist, nicht mit der Erringung der sozialen Republik ende, sondern nur die Schaffung konstitutioneller Zu- stände bringen wird, die den Kampfboden bilden für die Aus- tragung des Entscheidungskampfes zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Die russische Arbeiterklasse dankt der deutschen Sozialdemokratie für die geistige und materielle Unterstützung, die sie dem russischen Proletariat seit jeher geleistet hat, das mit höchster Spannung die Verhandlungen des Mannheimer Partei- tages verfolgt. Der stürmische Beifall hat den Vertretern unserer russischen Kämpfer den erneuten Beweis der Teilnahme gegeben, die das deutsche Proletariat dem erschütternden Drama des russischen Be- frciungskampfcs entgegenbringt. Den allgemeinen Teil des Parteivorstandsberichtes behandelte Genosse Pfannkuch. Er zeigte die Erfolge der neuen Organi- sationSform und ging dann auf das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft ein. Nach seiner Ansicht beruht die Kontroverse zwischen Partei und Gewerkschaft auf hüben wie drüben miß- verständlich gedeuteten Aeußerungen. Er betrachte daß Wort von dem„Beseitigen der herrschenden Richtung in der Partei" als eine bloße Aufforderung an die Gewerkschaftler, innerhalb der Partei eine größere Tätigkeit zu entfalten als bisher. Die Schaffung der neuen Arbeiterhochschule soll dem gegen- wärtig vorhandenen Mangel an ausgebildeten Kräften abhelfen. Nichts sei törichter, so führt Pfannkuch hierzu aus, als von einer geistigen Verarmung der Partei zu sprechen. Habe doch die ge- samte Arbeiterbewegung auf ihren verschiedenen Gebieten in der letzten Zeit eine Unsumme von.Intelligenzen aufgebracht. Was die Erweiterung des Parteivorstandcs anlangt, so schlägt der Parteivorstand selbst vor, ihn durch Anstellung eines neuen Sekretärs in seiner Arbeit zu unterstützen. Genosse G e r i s ch hielt ein außerordentlich instruktives Referat über die Finanzwirtschaft der Partei. Die Fortschritte der Organisation und speziell der Arbeiterpresse bieten die Gewähr, daß die Partei bei der im Jahre 1908 bevorstehenden Feuerprobe einen glänzenden Beweis ihrer Erstarkung abzulegen imstande sein wird. Die danach beginnende Diskussion wird auf morgen vertagt. Von da ab finden die Verhandlungen des Parteitages nun doch im Rosengarten statt._ Eine Wahlparole fürs deutsche Bürgertum. Nach einer zugkräftigen Wahlparole hat das deutsche Bürgertum schon 1903 bänglich geseufzt. Seine Sehnsucht fand keine Erfüllung. Es ließ sich beim besten Willen— und den haben die Bülow und andere Handlanger sicher gehabt— nichts finden, womit die patriotische Philisterseele hätte zum Kochen gebracht werden können. Heeres- und Marinevorlagen ziehen ja nicht mehr. So mußten denn die Parteien der Ordnung mit dem großen Sündenregister des Wucher- tarifs vor die Wähler treten, ohne mit irgend einem packenden. die Gehirne umnebelnden patriotischen Schwindel den Gestank ihrer Gesetzgebungsprodukte übertäuben zu können. Im Jahre 1908 wird es ihnen voraussichtlich nicht besser gehen. Die Miasmendüfte der Kolonialskandale sind keine geeignete Atmosphäre, Begeisterung darin zu züchten für des Reiches Herrlichkeit; die Finanzreform ist zwar nicht das gigantische Ungeheuer, wie der Hungertarif, aber dafür wirkt sie durch ihre Kleinlichkeit, durch die tückische Bosheit kaum minder erbitternd. Zudem werden bis zum Wahljahre die Wirkungen der Hungerzölle selbst den Unempfindlichsten nur allzu deutlich fühlbar werden. Die Situation wird für's Bürgertum alles andere, denn günstig sein. Eine zugkräftige Wahlparole wäre daher von unschätz- barem Werte. Ob die Regierung, die auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik von Blamage zu Blamage taumelt, eine finden wird, ist aber sehr zweifelhaft. Ver- dicnstvoll ist es deshalb, wenn heute schon der Bürger selbst auf die Suche geht. Ein Herr E. Z. hat's getan und in der „Kreuz-Zcitung" packt er aus. An leitender Stelle des Junkerblattes steht sein„Mahnwort an das schwer bedrohte deutsche Bürgertum". Die Quintessenz ist, daß dieses deutsche Bürgertum bei den Wahlen 1908 auf dem Felde der Sozialreform mit voller Lungenkraft„Das Ganze halt!" blasen lassen soll I E. Z. entwirft ein ergreifendes Gemälde der furchtbaren Zustünde, in die Deutschland vom Jahre 1910 ab, da die Witwen- und Waisenversicherung kommen soll, hineingeraten wird. Dennoch hält er eine Reform der Arbeiter-Bersicherungs- gesetzgebung für notwendig— die Zusammenlegung ihrer ver- schiedenen Zweige, daß der Wirrwarr der verschiedenen Organi- sationen beseifigt werde,„ist ein noftvendiges Erfordernis, und Staat und Arbeitern wird gleicherweise gedient sein, wenn die bevorstehende große Reform gleichzeitig die durch nichts gerechtfertigte Herrschast der Sozialdemokratie über eine große Zahl von Krankenkassen beseiftgt, welche der Sozialdemokratie die Möglichkeit gibt, an 4000 ihrer Agitatoren gut zu ver- sorgen..." In der zusammengelegten Organisafion will E. Z. den Arbeitern großmütig ebensoviel Recht auf die Ver- waltung geben, wie den Unternehmern, obgleich die Unternehmer, wenn die Zahlungen der Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung zusammengezählt werden, nach Lohmann über 53 Millionen mehr zahlen als die Arbeiter. Die Großmut wird indes verständlich, wenn man die weitere Forderung hört, daß das Reich nach Maßgabe seiner Zuschüsse an der Verwaltung zu beteiligen sei. Das bedeutet natürlich die Versetzung der Arbeiterschaft in hoffnungslose Minderheit. Das ist das große Reformprojekt, das einzige, das in der Sozialreform ausgeführt werden soll. Sonst soll Grabesstille sein. Die einzige Betätigung auf sozialpolifischem Gebiet soll sein— Entrechtung der Arbeiter. Herr E. Z. versteht sich auf die Interessen des deutschen Bürgertums. Wir können ihm nur lebhaft empfehlen, den Mahnruf dieses getreuen Eckehard zu beherzigen. Wir zweifeln nicht, daß Herr E. Z. eine vorzügliche Wahlparole gefunden hat für die— Sozialdemokratie. #•* Deutfcbcs Reich. Sozialdemokratische Siege im ReichZlande. Auch im zweiten Gange der Bezirkstagswahlen haben unsere Genossen ihre Pflicht wacker erfüllt. Wie der Telegraph meldet, sind bei den Nachwahlen zwei Sozialdemokraten gewählt worden, der Genosse B u ch e r im Kanton Gebweiler und der Genosse Fuchs im Kanton Schiltig heim. In M e tz wurde der Liberale Weißmann mit Unterstützung der Sozialdemokratie gewählt. Er erhielt 973 gegen 907 Stimmen. die auf den Kandidaten der Blockpartei fielen, der Zentrumshütfe genoß. Auch in der Domäne Benzler wird die Sozialdemokratte zum achtunggebietenden Faktor. Eine spätere Meldung besagt, es seien sogar drei Sozial- demokraten gewählt._ Das badische Amnestieche». Die bürgerliche Presse macht viel Aufhebens von einem Dutzend Begnadigungen, durch die der Großherzog von Baden sein Regierungsjubiläum zu verschönern wußte. Sogar zwei zum Tode verurteilte und zu lebenslänglichem Zuchthaus „begnadigte" Mörder sind in die'Amnestte mit einbezogen worden,„nachdem sie sich während einer langen Einschließung in der Strafanstalt gut geführt und den Beweis aufrichtiger Reue und nachhaltiger Besserung(!) an den Tag gelegt haben." Sobald etwas ruchbar wurde von der Absicht des Groß- Herzogs, eine Amnestie zu erlassen, betrachteten unsere Partei- genossen nicht nur. sondern alle fühlenden Menschen in Baden es als selbstverständlich, daß jenes entsetzliche Oberkriegsgerichts- urteil korrigiert werden würde, das vor drei Jahren(am 2. November 1903) vier Soldaten vom Grenadierregiment Nr. 110 zu barbarischen Strafen verdammte. Die vier hatten im trunkenen Zustande gemeinsam mit vier Zivilisten zwei Unteroffiziere mißhandelt. Einer der vier wurde mit sieben Jahren Zuchthaus, die anderen mit sechs Jahren Gefängnis bestraft I Eine Begnadigung der vier Unglücklichen hat nicht stattgefunden. Die zuerst verbreitete Nachricht, daß der Groß- Herzog die Amnestierung dieser Leute beantragt und durch- gesetzt habe, erweist sich also als unzutreffend. So ist es also dem Großherzog versagt geblieben, die vier unglücklichen jungen Männer an seiner Jubiläumssreude teilnehmen zu lassen. Die dreimal geheiligte„Disziplin" geht eben über alles — sogar über Leichen.—_ Aus dem ZentrumSkager. Der Kampf zwischen den„christlichen" Gewerkschaftlern und den Befürwortern katholischer Fachabteilungen hat einen neuen Zwist im Zentrumslagcr hervorgerufen. An der letzteren Richtung steht bekanntlich Bischof Korum von Trier. Dieser hat vor mehreren Tagen eine Rede gehalten, in der er auch den Gewerk» schaftsstreit erwähnte, und infolge deren es zwischen der Bachem- scheu„Kölnischen Volksztg." und der Dasbachschen„Trierischen Landesztg." zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen ist. Bischof Korum hatte in jener Rede mit unverkennbarer Richtung auf die „Kölnische Volksztg." gesagt:«Der Bischof darf nicht zurückweichen, weil ihm Schmach droht, weil er von einigen Zeitungen heruntergerissen wird. Was scheren mich die Zeitungen!" Das Bachemsche Blatt hatte sich dagegen zur Wehr gesetzt, und die Folge ist, daß das Korum-ofsiziöse Trierer Blatt gegen„diese Verunglimpfung des Hochwürdigsten Herrn Bischofs" protestiert. Die„Kölnische Volksztg." teilt mit, daß im Trierer Gebiet ein Komitee von Pfarrern besteht, das der Dasbachschen„Landesztg." auf die Finger zu sehen habe; man habe dem Blatte sogar einen Zensor, einen Oberredakteur ge- geben, weil die Redaktion nicht gefügig genug gewesen sei. Ducken solle sich das Blatt„bis zur Bewußt- losigkeit". Wenn die Richtung der katholischen Fachabteilungs- anhänger, die„Berliner Richtung", Oberwasser bekäme, stehe der Zentrumspresse Meinung sterrorismus, unbedingte Unterwerfung, andernfalls Höherhängen des Brot- k o r b e s bevor. In einem anderen Zentrumsblatte, der„Saarpost", veröffent- licht der katholische Arbeitersekretär Kloos gegen den christlichen Gewerkschaftssekretär Hüskcs— beides Zentrumsgrößen—'eine Berichtigung, worin er erklärt:„Daß mich Herr Hüskes mehrmals„Lump" genannt hat, kann ich mit vier Zeugen beweisen. Er kam an die Rednertribüne heran und rief mir zunächst daS Wort„Lump" zu. Kurze Zeit darauf rief er mir noch wörtlich folgendes zu:„Lump, an Deiner Stelle würde ich mich schämen, katholisch zu sein."— So tobt der christlich-katholische Gewerkschaftsstreit schon seit langer Zeit, ohne daß sich ein Ende absehen ließe. Die Zentrumspresse aber schreibt von Krach bei anderen Leuten.— Der„militärische Erzieher" auf dem Torpedoboot. Daß der Militarismus auf dem Wasser genau dieselben scheuß- lichen Auswüchse zeitigt, wie am Lande, ist aus den vielfachen Miß- Handlungsprozessen der Marinekriegsgerichte nachgerade bekannt ge- worden. Die Legende von dem herrlichen Leben, das unsere„blauen Jungcns" an Bord der„schmucken" Kriegsschiffe führen, stiftet höchstens noch tief unten im Biimcnlande ein kümmerliches Dasein, und mancher unerfahrene junge Mensch in Bayern oder Schwaben, der sich durch die Propaganda des Flottenvereins zum Eintritt in die Marine hat verlocken lassen, hat es später bitter bereut. Ka, man kann sagen, Menschenquälereien und Schindereien nehmen auf See infolge der eigenartigen Verhältnisse an Bord, wo das Opfer seinen Peinigern noch schwerer entgehen kann, als in der Kaserne, in der Regel viel schlimmere Formen an, als beim Landhcer. Das ging auch wieder aus einer Verhandlung hervor, die am Freitag das Oberkriegsgericht der Ostsee st ation in Kiel sechs Stunden lang beschäftigte. Festgestellt wurden folgende empörenden Vorkommnisse. Der Maschinistenanwärter Rückenbrodt aus Berlin war im Februar dieses Jahres auf das Torpedoschubschiff S 32 kommandiert, wo er im Maschinen- und Kesseldienst unterrichtet werden sollte. Auf einer Fahrt nach der Nordsee sollte er, in der Nacht zum 14. Februar,. zum erstenmal praktischen Dienst vor dem Kessel tun. Als dem gänzlich Unerfahrenen dabei die Beschickung des Feuers nicht gleich glücken wollte, fiel sofort der Oberheizer Blonske über ihn her und traktierte ihn mit O h r f e i g e n; außerdem versetzte er ihm heftige Schläge mit einer tauförmigen draht« umsponnenen Asbe st Packung. Infolge der Schläge und der im Heizraum herrschenden Hitze, 60 bis 70 Grad, wurde Rücken- brodt ohnmächtig und fiel gegen den Kessel, wobei er sich schwere Brandwundenam Kopf, Rücken und an den Händen zuzog. Man schaffte ihn an Deck, und hier versetzte Blonske dem Ohnmächtigen weitere Schläge ins Gesicht. Der Oberfcuermeistersmaat Brüning stießmitdemFußnachdcm Bewußtlosen und rief:„Schafft doch den Berliner Hund fort!" Der Umstand, daß der Unglückliche während seiner Ohnmacht unwillkürliche Stuhlentleerungen gehabt hatte, gab seinen Peinigern für die Folgezeit immer neuen Stoff zu Quälereien. Der Ober- fcuermcistersmaat Brüning pflegte ihn mit Schimpfworten von dem gemeinsamen Mittagsfisch wcgzulveisen und warf häufig mit Tellern und Eßbestecken nach ihm. Infolge seiner Brandwunden konnte R. sein schmutziges Zeug nicht selber waschen. Bei solchen Gelegenheiten pflegen sich die Mannschaften untereinander auszuhelfen. Die Quälgeister des Rückenbrodt aber nutzten perfider Weise diese Be- tätigungen der Kameradschaft zu neuen Gemeinheiten aus. Der Obermaschinistcnmaat Mannske beorderte eines Tages acht Heizer von der alten Mannschaft zusammen mit Rückenbrodt nach dem Heizraum. Nachdem alle Ausgänge verschlossen worden, muhten die Heizer die schmutzige Wäsche des Rückenbrodt waschen, dieser aber hatte aus Befehl des Obermaats auf einem Stuhle Platz zu nehmen, mutzte sich eine Zigarre anzünden und der Gesellschaft mis einem Buche unanständige Geschichten vorlesen. Während dieser Szene suchte der Obermaat die„alten" Leute gegen Rückenbrodt aufzuhetzen. indem er ihnen u. a. höhnisch zurief:„Seht, der hat's gut, und Ihr müßt für ihn arbeiten". Weiter zwang er Rückenbrodt, mit der Asbestpackung, mit der er mißhandelt worden war, und die allgemein an Bord„der militärische Erzieher" genannt wurde, den Takt zu schlagen, während die anderen sangen. Beim Fortgehen deutete Mannske den eigentlichen Zweck dieser Veranstaltung noch einmal ausdrücklich in nicht mißzuverstehender Weise mit den Worten an:„daß mir aber keiner den Rückenbrodt schlägt, und daß der„militärische Erzieher" nicht weg- kommt!" Die Heizer ließen den„Wink mit dem Zaunpfahl" denn auch nicht unbeachtet, und kaum hatte Mannske den Rücken gewandt, so fielen sie über ihren unglücklichen Kameraden her, banden ihm ein Handtuch um den Kopf und richteten ihn mit Hülfe des„militärischen Erziehers" bös zu. Nach der Ankunft in Wilhelmshaven kam Rückenbrodt ins Lazarett und lag dort zwei Monate schwer krank da- nieder. Wegen dieser scheußlichen Vorgänge waren die genannten Ober- maate, der Oberheizer, sowie ein weiterer Obermaat, der als Zu- schauer beteiligt gewesen, ferner drei Heizer, die sich bei der wüsten Szene im Heizraum am meisten hervorgetan, im August dieses Jahres von dem Kriegsgericht der 1. Marineinspektion abgeurteilt worden. Die direkt beteiligten Unteroffiziere erhielten vier bis sechs Monate, der vierte sechs Wochen Gefängnis; gegen den Oberfeuermeisters- maat Brüning sowie den Obermaschinistcnmaat Mannske wurde außerdem auf Degradation erkannt. Die Heizer kamen mit einigen Wochen Gefängnis davon. Obwohl diese Strafen in Anbetracht der Schwere der Mißhandlungen, sowie der von den Angeklagten dabei an den Tag gelegten geradezu viehischen Gesinnung gewiß als außer- ordentlich milde zu bezeichnen waren, legten die Obermaate Berufung ein. Das Oberkriegsgericht gab dieser nur insoweit statt, als es die Strafe des nicht direkt an den Mißhandlungen beteiligten Unter- offiziers wegen seiner sonst ausgezeichneten Führung auf vier Wochen Mittelarrest ermäßigte. Die übrigen Berufungen wurden glatt verworfen. Was aus dem Opfer der Schindereien ge- worden ist, wurde in der Verhandlung nicht erwähnt.— Der Polnische Schulstreik zeitigt seltsame Blüten. In einer jüngst in Kosten abgehaltenen polnischen Versammlung ermahnte der Propst� Dr. Jucynski feine fromme» polnischen Schäflein zum energischen Widerstand gegen die Erteilung des Religionsunterrichts in deutscher Sprache und legte dann vor den Versammelten folgendes feierliche Gelöbnis ab: »Ich von meiner Seite gelobe zu Gott dem Allwissenden wnd vor Euch, ihr Eltern, gelobe ich. daß ich niemals erlauben werde, daß meine Kinder an dem deutschen Religionsunter- richt teilnehmen und in deutscher Spracbe das Vaterunser beten werden. Ich glaube, daß ein solches Gelöbnis und ein solcher Eid Gott wohlgefällig ist, und daß der allgütige Gott zur Er- füllung dieses Gelöbnisses und zur Ausführung dieses Eides mir seinen allmächtigen Beistand gewähren wird." Es ist bekanntlich keine Seltenheit, daß trotz des Zölibats Pröpste, ja sogar Bischöfe und Kardinäle Kinder haben. Doch so öffentlich wie Herr Jucynski sprechen sie gewöhnlich von ihren Sprößlingen nicht. Uebrigens befindet sich der Herr in bezug auf fem Erziehungsrecht im Irrtum; außereheliche Erzeuger besitzen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch dieses Recht nicht.— Tie Grenzen auf! Gera, 24. September. Die Regierungen der thüringischen Staaten werden gemeinsam den Reichskanzler zur Ocsfnung der Grenzen zur Linderung der Viehnoi auffordern! Versammlungsrechtskenntnis in Jnsterburg. Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten wurde Genosse Linde aus K önigsberg am 2l. September vom Schöffengericht in Jnsterburg zu einem Monat Ge- f ä n g n i s verurteilt. Am 1. Juli sollte zu Jnsterburg eine öffentliche Partei- Versammlung stattfinden. Als sie eröffnet werden sollte, erklärte der überwachende Polizeiinspektor, die anwesenden Frauen müßten entfernt werden, da sie an politischen Parteiversaminluugen nicht teilnehmen dürften. Genosse Linde, der als Referent erschienen war, machte den Beamten auf seinen Irrtum aufmerksam. Der Beamte schenkte der Belehrung kein Gehör, sondern löste die noch gar nicht eröffnete, stark besuchte Versammlung auf Er ver- langte sogar, daß auch die neben dem Saal liegenden Restaurations- räume geleert würden. Dagegen protestierten natürlich die Genossen. es entstand eine gewisse Ausregung und Genosse Linde gab bei dieser Gelegenheit dem Polizeiinspektor unverblümt zu verstehen, daß er die Gesetze nicht kenne. Darob fühlte sich der Herr beleidigt. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht zu Jnsterburg stellte auch das Gericht sich auf de» Standpunkt, der Polizei- inspektor sei in seinem vollen Recht gewesen, die Ver- sammlung aufzulösen, weil Frauen anwesend waren. Denn wenn auch in der Einladung und in der polizeilichen Anmeldung die Ver- sammlung als eine öffentliche bezeichnet worden fei, so sei sie doch in Wirklichkeit eine Vereinsversammlung gewesen. Denn aus der Tagesordnung gehe hervor, daß die Vcrsammlungsbesuchcr aufgefordert werden sollten, dem sozialdemokratischen Verein beizutreten, da„Aufnahme von Mitgliedern zum sozial- demokratischen Berein Jnsterburgs" vorgesehen worden sei. Der Angeklagte bestand in seiner Verteidigung darauf, daß die Auflösung ungesetzlich war. Durch Aufnahme von Mitgliedern für einen Verein in einer öffentlichen Versammlung werde dieses noch keine Vereinsversammlung. Solche Aufforderung geschehe in fast allen öffentlichen Versamnilungeu. In Vereinsversammlungen, wo fast nur Mitglieder anwesend seien, habe sie ja gar keinen Sinn. In ganz Deiltschland sei solch eine GcsetzeSauSlegung wie in Jnsterburg bisher nicht vorgekommen. Das Gericht ging in seinem Urteil noch über den Antrag des Staatsanwalts, der die angebliche Beleidigung mit zwei Wochen Gefängnis gesühnt wissen wollte, hinaus. Gegen das merkwürdige Urteil wird natürlich Berufung eingelegt. Zweierlei Mast. Wie hoch die Glaubwürdigkeit der zweifelhaften Elemente. wenn es sich um Arbeitswillige handelt, angeschlagen wird, während ehrenwerte Streikende als völlig unglaubwürdig angesehen werden, davon lieferte eine Landgerichtsverhandlung in Dresden wieder einmal einen recht drastischen Beweis. Anläßlich der Metallarbeiter-Aussperrung in Dresden soll der Schleifer B. am 2l. April d. I. dem Arbeitswilligen Grimm gegen- über den Versuch gemacht haben, ihn zur Nicderlegung der Arbeit zu veranlassen. Der Arbeitswillige verließ am genannten Tage die Fabrik, wobei er von B. und zwei Streikposten getroffen wurde. Alle vier gingen nun ein Stück zusammen, und die drei redeten dem Arbeitswilligen zu, sich den Streikenden anzuschließen; sie sagten ihm, daß er nach der Aussperrung ja doch wieder entlassen werden würde. Darauf erfolgte gegen B. eine Anklage, und er wurde vom Schöffengericht zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, und die Sache kam jetzt vor das Landgericht. In der Schöfscngerichtsverhandlung sowohl als auch vor dem Landgericht behauptete nun der Arbeitswillige, B. habe ihm gedroht, er werde dafür sorgen, daß er nach der Aus- spcrrung entlassen und sein Name in der„Metallarbeiter-Zeitung" bekannt gemacht würde! Auch habe B. zu ihm gesagt, daß er(B.) schon vorbestraft sei und es ihm daher auf eine Geldstrafe nicht ankomme. Von dem Angeklagten und von den beiden Zeugen wird all das ganz entschieden bestritten. Sie stellen alle Aeußerungcn des Grimm als erfunden und erlogen hin. Vor allen Dingen ist B. noch gar nicht vorbestraft, folglich die betreffende Aeußcrung purer Unsinn. Der Arbeitswillige blieb bei seinen Behauptungen, mutzte aber schließlich zugeben, daß er es nur so aufgefaßt und es sich so gedacht habe. Grimms Glaubwürdigkeit wird ins rechte Licht gerückt durch die Feststellung, daß er aus drei Betrieben wegen „Unregelmäßigkeiten" hat entlassen werden müssen und wegen eines ähnlichen Vergehens mit zwei Monaten Gefängnis bestraft ist. Der Arbeitswillige wird trotzdem vereidigt, während die beiden anderen Zeugen unvereidigt bleiben, obgleich beide vollständig ein- wandfreie Personen sind und sich noch nichts haben zuschulden kommen lassen! Das Gericht verwarf die Berufung mit der Begründung, daß man die beiden Entlastungszeugen als unglaubwürdig be- trachtet habe, während dem Arbeitswilligen völlige Glaub- Würdigkeit beizumessen sei!— Dieses Verfahren des Gerichtshofes spricht für sich selbst und es wird von der gesamten Arbeiterschaft gebührend eingeschätzt werden.-- Her mit katholischen Unterhosen! In einem bayerischen Zentrums- blatt, der„Augsburger Postzeitung", findet sich ein Schmerzensschrei einer durch ein protestantisches Hemd bedrückten katholischen Seele. ES wird darin gejammert, daß die Stadt Speyer trotz der 12 000 Katholiken keinen einzigen katholischen Kaufmann habe, bei dem wirklich katholische Unterhosen und echt katholische Kinder- windeln gekauft werden könnten. Es wird zur Niederlassung eines katholischen Kaufmanns aufgefordert, damit in Zukunft katholische Jungfrauen nicht mehr protestantische Unterröcke zu tragen und echt katholische Männer ihre mit gut katholischem Schnupftabak verschmierten Nasen nicht mehr an protestantischen Schnupftüchern abzuwischen brauchen. Milde Strafe. Der Feldwebel Albert Hohnisch der 4. Kompagnie des Jnfanterie-RegimentS Nr. 16 in Mülheim am Rhein halte sich vor dem Kriegsgericht in Düsseldorf wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behand- lung Untergebener zu verantworten. Durch Zeugen wurde festgestellt, daß der Angeklagte die Soldaten mit der Säbel- scheide gegen die Beine stieß und ins Gesicht schlug. Von seinen Vorgesetzten wurde ihm ein gutes Zeugnis ausgestellt, dabei wurde aber betont, daß der Feldwebel ein ausgeregter Mensch sei. Das Gericht nahm das als Milderungsgrund an nnd verurteilte den Angeklagten zu nur vier Wochen gelinden Arrest. Kuslancl. Schweiz. Absinthverbot. Laiisamie, 23. September. Die Bewohner des Kantons Waadt verwarfen mit 22 530 gegen 15 676 Stimmen einen Initiativantrag auf Beseitigung des erst kürzlich erlassenen Gesetzes, welches den Kleinverkauf von Absinth im Kanton verbietet. Das Absinthverbot bleibt also bestehen. Eine Jnitiativbewegung für die Ausdehnung dieses Verbotes auf die ganze Schweiz ist gegenwärtig im Gange und findet in der deutschen Schweiz lebhaften Anklang. Spanien. Madrid, 24. September.(B. H.) Der Prozeß gegen die Attentäter vom 31. Mai ist auf die erste Januarwoche verschoben worden.— Amerika. Keine Jntevcntion?— Havanna, 24. September.(B. H.) Die amerikanischen Dele- gierten hatten eine Konferenz mit zwanzig Führern der Revolutio- näre, wobei ein Uebcreinkommen getroffen wurde, einen Ausschuß von sieben Mitgliedern zu wählen und diesen mit den nötigen Voll- machten zu versehen, damit er die Insurgenten bei der Konferenz mit den Rcgierungsdelegiertcn vertrete. Die Revolutionäre haben dem amerikanischen Kriegsminister Taft versprochen, sich den Be- schlüssen dieses Ausschusses zu unterwerfen. Man glaubt nunmehr, daß eine bewaffnete amerikanische Intervention sich erübrigen werde. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Mannheim. (Telegraphischer Bericht.) Erster Berhandlungstag. Montag, den 24. September 1906. Vormittagssitzung. Um 9 Uhr eröffnet Singer die Verhandlungen und teilt init, daß als Vertreter ausländischer Bruderparteien folgende Genossen erschienen sind: A. R a p p a p o r t für die Larti socialiste; Georg Mans für die belgische Arbeiterpartei; F r a n z F i s ch e r für die Redaktion des„Peuple"; Eduard An seele für die Redaktion des„Vooruit"; Josef W a u t e r s für die Lütticher Ge- werkschasten; Ca mille Hu ysmans für das Jnter- nationale Sozialistische Bureau; Ernst Söderberg für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei in Schweden; I g n a z R o t t e r, Warschau, für die polnische sozialistische Partei ts.Hmürls" Kerlim KIksM Dievstag. 23. September 1906. Sozialdemokratischer Parteitag. Mannheim, 23. September 1906. Heute abend um 7 Uhr wurde der Parteitag mit einer Be- ftrühungsfeier eröffnet, die in dem grandiosen Nibelungensaal des Rosengartens stattfand. Der herrliche Raum, der fast 7Ü0V Personen faßt, war bis zum letzten Platze gefüllt und doch mußten viele Hunderte, die bei dieser majestätischen Denionstratiou der Mann- heimer Partei nicht fehlen wollten, vor den wegen Ueberfiillung ge- sverrten Türen kehrt machen. Das Parterre des Saales war in seinem vorderen Teil für die Delegierten bestimmt, die, fast 400 an der Zahl, diesen Parteitag zu dem am stärksten besuchten seit Halle machen. Eröffnet wurde die Feier durch Männergesang. Die vereinigten Mtlimyeimer Arbeitergesangvereine trugen das dem Parteitag ge- widmete Lied Robert Seidels:„Deutsches Volk und deutsche Freiheit" vor, das Wendelin Weißheimer in Musik gesetzt hat und selber dirigierte. Ein Lorbeerkranz ehrte außer dem'stiirmischen Bei- fall, der dem Dichter und allen Mitwirkenden galt, den Rom- ponisten. Hierauf nahm zur Begrüßung des Parteitages das Wort DrecSbach- Mannheim: Hochverehrte Festversammlung! Werte Genossen. Delegierte und Delegiertinnen I Im Namen des Lokalkomitees habe ich die Ebre, Sie heute in unserem Rosen- garten, dem Nibelungensaal, auf das allerherzlichste zu begrüßen. Ich freue mich mit meinen Kollegen in Mannheim, daß Sie unserem Rufe so zahlreich gefolgt sind und sich in einer so stattlichen Anzahl hier versammelt haben. Schon lange war es der Wunsch der Mannheimer Genossen, den Deutschen Parteitag.auch einmal hier in ihren Mauern versammelt zu sehen, und als wir nun dieses herrliche Lokal von der Stadt erbaut hatten, da glaubten wir, es sei an der Zeit, daß nun auch Mannheim einmal die Ehre habe, das Deutsche Arbeiterparlament in seiner Mitte beherbergen zu können.(Bravo!) Lange ist der Wunsch wie gesagt gehegt worden, oft haben wir auf Parteitagen um die Gunst nachgesucht, auch Mannheim einmal als Parteitagsort zu erküren. Leider oft vergeblich, bis im letzten Jahre der Jenaer Parteitag mit übergroßer Mehrheit beschlossen hat, den nächsten Parteitag nach Mannheim zu verlegen. Wir sind Ihnen dafür außerordentlich dankbar, wir erkennen darin eine Ehre, die uns zuteil geworden ist, und auch eine Anerkennung für die Arbeit, für llnser Streben dafiir, daß auch hier in der südwestdeutschen Ecke für das allgemeine Prinzip der Menschenrechte gefochten wurde. Wir quittierten dankbar jenen Beschluß und wir haben uns alle Mühe gegeben, unsere werten Gäste so herzlich und gut zu empfangen, wie eS irgend möglich war. Wenn dennoch mancher Wunsch nicht erfüllt wurde, wenn mancher der Delegierten und der Gäste gewünscht hätte, daß ihm ein besserer Platz zuteil wurde und daß noch mehr in das Lokal hineingelassen werden könnten, so scheitert das eben an der Unmöglichkeit, auch im größten Lokal Deutschlands die Gäste zu sammeln, die sich zum Parteitag der sozialdemokratischen Partei zu versammeln pflegen. Immerhin ist es für uns weit ehrenvoller, wenn auch mancher Verdruß, manches harte Wort von jenen, die vor den Toren dieses Lokals stehen und keinen Einlaß finden können, an unser Ohr schallt. daß das Lokal fich als zu klein, als wenn es sich als zu groß er- wiesen hätte. Leider ist es uns nicht möglich, die Parteitags- Verhandlungen ebenfalls im städtischen Rosengarten abzuhalten. Mißliche Verhältnisse, die zu beseitigen wir nicht in der Lage waren, zwingen uns dazu, die Verhandlungen selbst in einem anderen Lokale, nicht in unserem wunderhübschen Musensaale hier nebenan abhalten zu können. Wir befinden uns in einer sehr belvegten, politisch sehr erregten Zeit. Fern im Osten sehen wir ein Volk ringen um Freiheit und Menschentum, sehen»vir ein Volk kämpfen gegen den reak- tionärsten Zarismus, der glaubt, daß er allein zu befehlen und zu herrschen habe, der das große und unermeßliche Reich lediglich als seine Domäne betrachtet. Wir lesen und hören, wie Hunderttausende hingemordel werden, aber wir erfahren auch, daß unsere Genossen dort in Rußland sich nicht zurückschlagen lassen, und wir haben die felsenfeste Ueberzeugung, daß aus dem Kampfe, der nun schon l�/« Jahre dauert, sich die Freiheit des Volkes emporringt.(Leb- hafter Beifall.) Wir sehen ferner in Oesterreich unsere Parteigenossen kämpfen um das allgemeine gleiche direkte und geheime Wahl- recht, um das Recht, ihre Geschicke mitbestimmen zu können. Wir hoffen, daß dieser Kampf kein vergeblicher sein wird, sondern daß unsere Genossen in allernächster Zeit einen großen Erfolg erringen werden.(Bravo l) Wir sehen dann im Westen, wie die französiiche Republik, allerdings eine Bourgcois-Republik, sich aufgerafft hat, um endlich die unwürdige Herrschast des Pfaffentums zu brechen, wie man dort die Trennung des Staates von der Kirche und der Schule von der Kirche durchgeführt hat.(Beifall.) In Deutschland aber wird zu derselben Zeit die Schule an das Pfaffen- tum ausgeliefert.(Pfui I> In derselben Zeit, in der man in Oesterreich um die Erringung des allgemeinen Wahlrechts kämpft, müssen wir in Deutschland fort und fort auf Posten stehen, um das allgemeine Reichstagswahlrecht zu erhalten. Man würde gar zu gern durch einen Staatsstreich uns heute zu Anfang des 20. Jahrhunderts das wieder nehmen, was wir nunmehr seit 36 Jahren besitzen. Angesichts dieser Tatsachen und angesichts des Umstandes, daß unser Bürgertum nicht imstande ist. dem Ansturm der Reaktion erfolgreich Widerstand zu leisten, ist es doppelt notwendig, daß eine große, kraftvolle, mächtige Arbeiterpartei da ist, die für oas eintritt, was wir besitzen, und für die Erringung neuer Volksrechte kämpft. Diese kraftvolle und mächtige Partei ist die Sozialdemokratie, die Sozialdemokratie, die in dieser Woche, der roten Woche, in Mannheim tagt. Ich be- grüße Sie mit dem Wunsche, daß der Mannheimer Parteitag sich den übrigen würdig anreihen und ein Markstein in der Geschichte unserer Bewegung sein möge.(Beifall.) Wir haben wichtige Fragen zu lösen. Unsere Gegner prophezeien immer, wenn sie in unserer Presse Meinungsverschiedenheiten lesen. die Partei werde auseinanderfallen. Wir sind keine Freunde des Vertuschens. wir lieben es nicht, Meinungsdifferenzen geheim zu halten, wir sind gewohnt, offen auszusprechen, was ist. Aber wenn auch die Klingen sich scharf kreuzen, wenn auch Blitz auf Blitz herniedersaust aus die Anhänger einer gegenteiligen Meinung, so wiffen wir doch immer, daß eS sich um die Sache Siandelt und nicht um die Person. Auch diesmal werden wir wahr- cheinlich hitzige Debatten bekommen, eS wird manch scharfes Wort gesprochen werden, aber der Parteitag wird reine Luft schaffen; er wird das Band, das die politische Bewegung mit der gewerkschaft- lichen verknüpft, aufs neue befestigen.(Beifall.) Fürchten wir uns also nicht vor Meinungsdifferenzen I DaS ist eben der Unterschied zwischen unserer Partei und allen übrigen. Wir können die gegen- teiligen Meinungen in unseren eigenen Reihen hören, wir fürchten uns nicht, sie auszusprechen, wir machen nichts hinter verschlossenen Türen, sondern wir sprechen uns offen aus, und wenn die Ver- treter der Partei ihre Beschlüsse gefaßt haben, dann wird danach gehandelt.(Beifall.) Der Streit ist der Vater aller Dinge. Deshalb werden wir Meinungsverschiedenheiten durchfechten, und wenn wir dann vom Parteitag in unsere Heimat zurückkehren, dann werden wir auss neue versuchen, das Evangelium der Menschwerdung. der Befreiung der Menschheit zu predigen. Mit dem Wunsche, daß der Parteitag erfüllen möge, was von ihm erwartet wird, heiße ich Sie nochmals herzlich willkommen.(Lebhafter Beifall.) Das Wort ergreist hierauf Bebel (von stürmischem, minutenlangem Beifall begrüßt): Verehrte An- wesende und Parteigenossen! Wir sind allesamt dem Rufe der Mannheimer Genossen mit Freuden gefolgt, wir wußten, daß uns ein warmer Empfang bereitet werden wird. Aber ich glaube im Namen aller Delegierten sagen zu müssen, daß wir überrascht sind über den glänzenden Empfang.(Sehr richtig!) Zeugnis dafür ist nicht nur diese gewaltige Versammlung, find nicht nur die Tausende und Abertausende, die leider in diesem mächttgen Saale keinen Platz mehr finden konnten, Zeugnis dafür ist vor allem die mächtige, begeisterte Stimmung. Im Namen aller Delegierten danke ich den Mannheimer Parteigenossen für die herzlichen Begrüßungsworte von DreeSbach. Wir alle find davon überzeugt, daß seine guten Wünschen und stohen Hoffnungen in bezug auf den Verlauf des Parteitages ihre volle Bestätigung finden werden. Es mag richtig sein, daß Mannheim für die Sozialdemokratie keine besondere historische Bedeutung hat, aber gleichwohl ist Mannheim eine Stadt, in der sich die Entwicklung der Sozialdemokratie deutlich ausprägt, im Zu- sammenhang mit der Entwicklung der Partei im gesamten Deutfch- land. Im Jahre 1867, also wenige Jahre nach den, Auftreten L a s s a l l e s, ist hier in Mannheim die erste Mitgliedschaft ge- gründet worden, die selbstverständlich verhältnismäßig klein war, aber Mannheim, daS damals eine kleine Mittelstadt mit unentwickelter Industrie war, ist mittlerweile eine be- deutende Großstadt geworden, die Metropole des südwestdeutschen Handels und Verkehrs, eine Stadt in der auch eine gewaltige Industrie entstanden ist. In dem Matze, wie fich diese ökonomische Entwickelung der Dinge vollzog, gewann selbstverständlich die Partei mehr und mehr an Bedeutung und Anhang, so daß heute die sozial- demokratische Partei die stärkste dieser Stadt geworden ist. Wir können nur wünschen, daß die Entwickelung, die Mannheim in den letzten 40 Jahren genommen hat, weiter so fortschreitet, das wird nicht nur dem gesamten Vaterlande, sondern speziell auch der ge- samten Sozialdemokratie zur höchsten Ehre und zum größten Erfolge gereichen. D r e e s b a ch hat auf die Opfer hingewiesen, die vor nahezu 60 Jahren hier in Mannheim geblutet haben im Kanipfe für die deutsche Einheit und Freiheit. Das badische Bürgertum stand in jener Zeit an der Spitze des deutschen Bürgertums, Baden war das- jenige Land, wo bereits in den dreißiger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts die parlamentarischen Kämpfe einen äußerst heftigen Charakter erlangten, wo 1848/49 die revolutionäre Bewegung Deutschlands am meisten aufflammte. Hier war der Boden, wo deutsche Freiheitskämpfer standrechtlich erschossen wurden. Aber noch unendlich viel mehr ließen auf den Schlachtfeldern Badens ihr Leben. Im Gegensatz zu allen übrigen Ländern Deutschlands hat in Baden die revolutionäre Bewegung Erfolge davongetragen. Lange Zeit galt Baden als das liberale Musterländle; mit istolz wiesen seine Bewohner auf die inneren Zustände des Landes, mit Stolz wies man auf das Zusarmnengehen von Volk und Regierung hin, und all- überall strebte das Bürgertum danach, die badischen Zustände auf ganz Deutschland zu übertragen. Das ist freilich in keiner Weise gelungen. Ja. selbst in Baden sind diese Hoffnungen und Wünsche unerfüllt geblieben, hauptsächlich deshalb, weil die Sozialdemokratie durch ihre Entwicklung die Zirkel so mancher Leute gestört hat. Es ist der badische Nationalliberale B a s s e r m a n n, der vor einigen Jahren auf einer Generalversammlung der nationalliberalen Partei in Eisenach den Ausspruch getan hat, das deutsche Volk hungere nach Liberalismus, und derselbe Mann, der diesen charakteristischen Aus- spruch getan hat. war eS, der im deutschen Reichstage mit an der Spitze der Reaktion stand, als es galt, die geringen Rechte und Freiheiten der Verfteter des deutschen Volkes gegen die Uebermacht der Majorität zu verteidigen.(Pfuirufe.) Bassermann war es in erster Linie, der an der Sviße der Zoll- Majorität stand, die verfaffungsmäßigen Rechte mit Füßen trat, der es durchgesetzt, daß es unserer Partei unmöglich gemacht wurde, den Kampf gegen die Aushungerung des Volkes in der Weise zu führen, wie wir es für notwendig erachteten. Heute sehen wir das, was wir damals vorausgesagt haben, im vollsten Maße ein- getreten. Heute leidet die deutsche Bevölkerung, nicht nur die Arbeiter- klaffe, auf das allerschwerste unter der Verteuerung der Lebensmittel, welche jene fluchwürdige Zoll- und Handelspolitik uns gebracht hat, die es dahin gebracht hat, daß heute tatsächlich ein großer Teil des Volkes an Unterernährung leidet.(Sehr richtig.) Wir haben auf diesem Gebiete in Deutschland Zustände, wie sie entsetz. sicher in keinem Lande der Welt existieren. Wir sind zu Verhältnissen gekommen, die, wenn sie weiter fortdauern, das Verderben Deutschlands notwendigerweise mit sich bringen müssen. Man entsetzt sich in bürgerlichen Kreisen über die Lohnkämpfe, über die Kämpfe zur Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse, die im Laufe der letzien Jahre an allen Ecken und Enden Deutschlands aus- gebrochen sind. Ja, ist es denn ein Wunder, daß die deutsche Arbeiterklasse gegen diese dauernde Aussaugung durch das deutsche Agrariertum sich mit Händen und Füßen wehrt? Die deutsche Sozialdemokratie verdiente nicht den Namen, den sie hat, wenn sie nicht alles aufböte, um diesem System mit aller Energie entgegen- zutreten. Und für uns Vertreter der Sozialdemokratie wird es eine der ersten Aufgaben sein, in dem nächstens zusammentretenden Reichstag die Frage auszuwerfen, ob man in den entscheidenden Kreisen gewillt ist, diefes fluchwürdige System aufrecht zu erhalten. Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß, wenn nicht von Grund aus Wandel geschaffen wird, wir nicht nur in einem permanenten Zustande der Teuerung verbleiben, sondern daß dieser Zustand sich fortgesetzt verschlimmert, und damit die soziale Not der großen Massen, und dabei befinden wir uns in diesem Augenblick noch in einer Periode der Prosperität. Aber wenn in dem Gange der Ent- Wickelung der Gesellschaft eine Periode der absteigenden Konjunktur kommt, wenn die Löhne sinken und Arbeitslosigkeit Platz greift, dann werden wir in Deutschland Zuständen entgegengehen, die geradezu ent- setzlich genannt werden müssen und die es den herrschenden Klassen und der Regierung geraten erscheinen lassen sollten, beizeiten zuzu- sehen, ob sie glauben, daß auf die Dauer ein solcher Zustand der Dinge aufrecht erhalten werden kann. Hand in Hand mit diesem materiellen Druck geht der geistige Druck. Das letzte Jahr hat uns wie kein anderes eine ganze Masse von Polizeibrutalitäten der niedrigsten Art gebracht; wir haben Dinge erlebt, die wir in Deutsch- land nicht für möglich gehalten hätten. Vor sechs Jahren wurde einmal der Ausspruch getan:„Schutz den Arbeitswilligen I" Heute müssen wir sagen:„Schutz dem, der es für notwendig hält, im Interesse seiner Person und seiner Angehörigen den Kanipf um eine bessere Lebenshaltung zu führen!"(Sehr richtig!) Stattdessen haben wir gesehen, wie in den letzten Jahren an allen Ecken und Enden Deutschlands Klassenurteile gefällt wurden, wie wir sie kann, in ähnlicher Weise in früheren Jahren erlebt haben. Charakteristisch an diesen Urteilen ist ihre Verschiedenheit. Das zeigt, daß in unseren rechtsprechenden Kreisen ein Geist der Unduldsamkeit, des Mißverständnisses, ein Geist der Feindseligkeit in bezug auf alles herrscht, was sich gegen die bestehende Ordnung wendet, der für die Zukunft Deutschlands die größten Gefahren in sich birgt. Ferner sehen wir ganz im Gegensatz zu unserem Nachbarland Frankreich, daß in unserem größten Bundesstaat, in Preußen, ein Schulgesetzentwurf die ?ustimmung der großen Majorität des DreiklaffenparlamenteS gefunden at, wie ihn ganz ähnlich noch vor 15 Jahren die Regierung angesichts der Unmöglichkeit, ihm zur Annahme zu verhelfen, zurückziehen mußte. Nicht mit Unrecht ist gesagt worden:„Zentrum ist Trumpf", vielleicht etwas weiter ausgedeht:„Pfaffentum ist Trumpf".(Heiter- keit.) Wir haben in Preußen einen Kultusminister namens Studt (Lachen). Wir hatten in Preußen vor vier Jahrzehnten auch einen Kultusminister mit Namen M ü h l e r. M ü h l e r galt damals als Ausbund aller Reaktion, und es erschien damals kein Witzblatt, in dem diesem M ü h l e r nicht in der schauderhaftesten Weise mit- gespielt worden wäre. Aber alles, was M ü h l e r ersttebt hat. aber nicht durchsetzen konnte, hat Studt leicht durchgesetzt und zwar mit Zustimmung jener Partei, deren Vertreter vor vier Jahren den Ausspruch tat, das deutsche Volk hungere nach Liberalismus. Derselbe Studt hat die öffentliche Erklärung abgegeben, als es sich darum handelte, einen Turnlehrer. der die erfteuliche Eigenschaft besaß Sozialdemokrat zu sein, zu be- stätigen, er könne das bei seinen Begriffen von Staatsräson nicht tun, denn dem betreffenden Manne fehle bei seiner Eigenschaft als Sozialdemokrat die nötige sittliche Qualität(Heiterkeit)—, ein Aus- spruch so ungeheuerlich, daß man hätte annehmen müssen, auch die gesamte bürgerliche Presse, soweit sie noch auf Freiheit und Liberalismus Anspruch erhebt, hätte dagegen auf das aller- entschiedenste protestiert. Zum Dank für diese und ähnliche Taten bekam Studt den Schwarzen Adlerorden. Der- selbe Herr v. Studt— denn durch den Schwarzen Adler» orden ist er nunmehr geadelt worden— ist es auch, der der Lehrerschaft in ihrem Bestreben auf Verbesserung der Gehälter entgegentritt, der alles aufbietet, um die Erhöhung der Lehrergehälter in den Städten zu hintertreiben. Das muß mit Notwendigkeit die Wirkung haben, daß die besseren Kräfte sich vom Lehrerstande zurückziehen und daß infolge dessen die Schul- und Bildungsverhältnisse auf das traurigste beeinflußt werden. Wir haben aber keine Ursache, irgendwie freudig der nächsten Zukunft entgegen zu sehen, was uns freilich nicht veranlassen kann, deshalb uns zu den Schwarzsehern zu rechnen.(Große Heiterkeit.) Zu den Schwarzsehern gehören wir nicht; wir malen schwarz dort. wo schwarz vorhanden ist, aber wir haben zugleich das Vertrauen zu der Zukunft des deutschen Volkes, daß es die Mittel finden wird, um diesen schwarzen Zuständen in der einen oder-! anderen Weise früher oder später ein Ende zu machen. (Lebhafter Beifall.) Wir sehen ferner, wie in Preußen die be- rüchtigte Polenpolitik vollständigen Bankrott gemacht hat, wir sehen,' daß alle Maßnahmen, die das Preußentum unternimmt, um dem Polentum entgegenzutreten gescheitert sind, wir sehen, daß die karnickelhafte Vermehrung des Polentums(Heiterkeit)— um mit 1 Bülow zu reden— nach wie vor anhält, wir sehen daS Unerhörte. daß jetzt das Bürgertum, für welches das Eigentum als das heiligste gilt, was es gibt, sich mit um dem Polentum entgegenzutreten, propriation der polnischen Grundbesitzer keine Macht, das zu verhindern; es Falle ein schönes Beispiel dafür, wie wir haben, wenn wir die Macht haben.(Sehr gut! und Heiterkeit.) Wir sehen auch weiter, wie die Reaktionsgelüste das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für den Reichstag in Frage stellen. Es war außerordentlich bemerkenswert zu hören, wie ein hervorragendes Mitglied der Zentrumspartei. Graf S t r a ch w i tz, vor einigen Monaten öffentlich die Ansicht proklamierte, daß das unselige Wahlrecht zum Reichstag auf die Dauer nicht aufrecht er- halten iverden dürfe, wenn nicht der gesamte Kultur» zustand in Frage gestellt werden solle. Wenn irgendwo der Gegensatz zwischen Nord- und Süddeutschland in der eklatantesten Weise hervorgetreten ist im Laufe der letzten Jahre, so darin, daß es verschiedenen süddeutschen Staaten gelungen ist. das gleiche. direfte und geheime Wahlrecht zu erhalten.' Im Gegensatz dazu haben in den norddeutschen Staaten, in erster Linie im verjunkerten Preußen und im industriell hoch entwickelten Sachsen, die herrschenden Klassen unter Führung des Junkertums alles aufgeboten, um dem Volke das allgemeine, gleiche Wahlrecht vorzuenthalten. Es wird in den nächsten Tagen unsere Aufgabe sein zu beraten, ivelche Schritte zu ergreifen sind, um diesen auf die Dauer unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen. Zu allem Ueberfluß aber hat uns der letzte Sommer eine Fülle von Kolonialskandalen gebracht, wie sie selbst die ärgsten Pessimisten nicht für möglich gehalten haben. Ich dem Gedanken trägt, müsse man zur Ex- schreiten. Wir haben gibt uns im höchsten es einstmals zu machen will hier nicht auf die Tatsachen eingehen, daß ein Podbielski haben in Deutschland dafür zu sorgen, daß das böse Beispiel] Zu Schriftführern werden gewählt: Fräulein Baader Berlin, bis heute auf seinem Ministerposten hat aushalten fönnen. Wenn von Rußland nicht zu uns hinüber kommt. Tua res agitur! so Bartels Altona, Schütz Breslau, Schmitt München, die Regierung, wenn die herrschenden Klassen es fertig bringen, so sagen auch wir. Wir haben den dringenden Wunsch, wir haben das Brandes- Magdeburg, Dörnke- Hannover, Ulrich- Offenbach, schwer kompromittierte Leute als leitende Beamte des Staates zu halten, lebhafte Berlangen, daß unseren russischen Brüdern und Schwestern, Fleißner- Dresden und Wollermann- Teltow- Beeskow. so kann uns das nur recht sein, weil es in höchstem Maße zur Dis- die jetzt so folossale Opfer an Gut und Blut gebracht haben, die In die Mandatsprüfungskommission werden delegiert: Frau kreditierung des Systems beitragen muß.( Sehr richtig!) Auf der den furchtbarsten Grausamkeiten ausgesetzt find, ihr Kampf 3iez- Hamburg, Feldmann- Langenbielau, Buhl Leipzig, anderen Seite muß es auffallen, daß, soweit ich die öffentliche gegen den russischen Despotismus gelingen möge, damit endlich Braun- Königsberg, Stengele- Hamburg, Leopold- Zeiz, Meinung verfolgen konnte, eigentlich nirgends Andeutungen gemacht auch im großen großen Dstreich Europas Bustände herbeigeführt Knierim München, Sindermann- Dresden und Welswerden, daß dieser Zustand der Dinge, der durch das System werden, die eines Kulturstaates würdig find.( Lebhafter Beifall.) Berlin. Podbielski sofort der ganzen Welt in bengalischer Beleuchtung Ein seltsamer Widerspruch ist es, daß derselbe Mann, der die faum Auf Vorschlag Singers wird hierauf in der Tagesordnung erschienen ist, in Deutschland, speziell in Preußen durchaus nicht neu ist zusammengetretene Duma durch einen niederträchtigen Staatsstreich der Punkt 4 Maifeier" hinter die Punkte 5( Der politische MassenDasselbe, was man heute Herrn von Pobielsti mit Recht als aufgelöst hat, in diesen Tagen dem finnländischen Volke durch eine streik und 6( Der internationale Kongreß 1907) geſetzt. unmoralisch, als verwerflich, als in Widerspruch stehend zu seiner Proklamation das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Singer: Mit der Tagesordnung des Parteitages beschäftigen Stellung vorwirft, dasselbe hat der große Heros des Deutschen Landtagswahlrecht für alle Staatsbürger ohne Unterschied sich die Anträge 1, 2, 3, 4, 5, 126 und 131 Absatz 4. Ich stelle die Reiches, Fürst Bismard, in der ausgibigsten Weise getrieben. des Geschlechts vom 21. Jahre ab bewilligt hat, so daß Finn- Unterſtügungsfrage. ( Hört! hört!) Als Bismard 1866 das nötige Geld geschenkt be- land augenblicklich in bezug auf das Wahlrecht der vorgeschrittenſte Die Unterstügung zu 1 reicht nicht aus. fam, um Barzin zu kaufen, war das Erste, was er tat, daß er eine Staat ist. Diese Widersprüche lassen sich nur erklären aus dem Vor der Stellung der Unterstügungsfrage zu 2 bemerkt fleine Papierfabrik ins Leben rief und deren Fabrikate an die Reichs- eigenartigen Verhältnis zwischen Finnland und Rußland, das zu Singer: Ich möchte vermeiden, daß aus der eventuellen Ab. postverwaltung zu Monopolpreisen verkaufte. Und als er 1870 den erörtern jest nicht der geeignete Moment ist, aber wie immer die lehnung der Unterstügung irgend welche falsche Schlüsse gezogen großen Sachsenwald geschenkt bekam, da legte er auch dort neue Dinge sich im größten Ostreich Europas gestalten, wie sehr wir alle werden. Die bisherige Parteileitung ist unter voller Würdigung der Fabriken an, er schlug ungeheuere Holzbestände nieder und ver- wünschen, daß es unseren Genossen in ihrem außerordentlich schwerem Bedeutsamkeit der angeregten Frage doch der Ansicht, daß die Einfaufte die Fabrikate wieder zum größten Teil zu Monopolpreisen an Kampfe, der mit bewunderungswürdiger Bähigkeit und Opfer- schiebung eines neuen Punktes in die an sich schon stark belastete die Verwaltungen des Deutschen Reiches.( hört! hört!) Daran hat willigkeit geführt wird, gelingt, den Sieg davonzutragen, uns muß Tagesordnung nicht wünschbar ist. Der Parteitag wird deshalb niemand etwas auszusetzen gehabt. Ich begreife es, daß ein dies Beispiel aufs neue anfeuern, daß wir auch unsererseits doch Gelegenheit finden, seine Sympathie für die russische Revolution Podbielski nach dem glorreichen Beispiel eines Bismarck alles aufbieten, um auch in Deutschland kulturwürdigere auszudrücken.( Beifall.) Der Parteitag konstituiert sich. Zu Vorsitzenden werden einstimmig Singer Berlin und Dreesbach- Mannheim gewählt. Singer: Die Unterstützung zu 3 reicht nicht aus. Antrag 4 wird ohne Debatte abgelehnt. Zu Antrag 5 bemerkt Singer, daß der Parteivorstand mehr fachen Anregungen aus den Kreisen der Parteigenossen folgend sich mit der Generalfommission in Verbindung gesetzt habe. Diese habe erklärt, Genosse Legien sei bereit, falls der Parteitag es beschließe, das zweite Referat zu übernehmen. Antrag 5 wird angenommen, Legien also zum Mitberichterstatter zu dem jezigen Punkt 4: Der politische Massenstreit bestellt. handelt und sich sagt: Ja, was bei dem nicht als Verbrechen an- Zustände zu schaffen.( Beifall!) So werden wir auch Dunter- Dresden: Ich wollte berichtigen, daß nicht der dritte, gesehen wurde, das kannst du auch tun. Wir, die wir jahrzehnte- insbesondere in den nächsten Tagen die Mittel zu prüfen haben sondern der vierte sächsische Wahlkreis beantragt hat," Die russische Yang die einzige Partei waren, die das bekämpft hat, verurteilen für die Aufgaben, die wir in nächster Zukunft lösen müssen. In Revolution und die deutsche Arbeiterbewegung" auf die Tagesselbstverständlich das System Bobbielsti auf das schärffte; aber diesem Sinne erkläre ich den Parteitag für eröffnet.( Lebhafter ordnung zu setzen. Nach Singers Erklärung ziehe ich aber diesen über Korruption brauchen wir uns nicht so sehr aufzuregen, denn Beifall.) Antrag zurück. von Korruption lebt der größte Teil der bürgerlichen Gesellschaft. ( Sehr richtig.) Es versteht sich von selbst, daß alle diese Dinge leb= hafte Erbitterung hervorgerufen haben, und zu allem Ueberfluß hat die Reichstagsmehrheit selbst dafür gesorgt, daß eine Masse von Erbitterung in weite Kreise getragen ist. Wir haben das Steuerbukett, das der letzten Session vorgelegen hat, nach allen Ich spreche Ihnen herzlichen Dank aus für die Ehre, die Sie Richtungen hin auf das entschiedenste bekämpft, wir haben uns erwiesen haben, indem Sie uns mit der Leitung des diesfeine Verwerflichkeit, seine unwahrhaftigkeit, feine volks jährigen Parteitages betraut haben. Wir werden selbstverständlich wirtschaftlichen Schädlichkeiten nachgewiesen, wir haben vor allem alles aufbieten, um die Geschäfte des Parteitages in einer Weise hervorgehoben, daß es wiederum die Arbeiterklasse ist, die vorzugs- zu führen, die mit der Zufriedenheit der Delegierten gleichzeitig weise durch diese neuen Steuern belastet wird, aber zu gleicher Zeit eine geordnete Verhandlung gewährleistet. Wir können das aber - und das ist eben die Jronie der Geschichte wenn wir der Unterstüßung aller Delegierten teilhaftig willigung des Steuerbuketts auch in weiten bürgerlichen Kreisen An- werden. Wir haben eine Tagesordnung, die uns ernsthaft und stoß zur größten Unzufriedenheit gegeben, und es ist ein echt voraussichtlich eingehend beschäftigen wird. Wir sind selbstnationalliberales Blatt, das Leipziger Tageblatt", das auf Grund verständlich alle der Meinung, daß die für die Entwickelung der dieser Mißstimmung den charakteristischen Ausspruch tat: Wenn Partei wichtigen Fragen mit dem Ernste behandelt werden, den sie wir jetzt zu einer Reichstagswahl tämen, so würden die verdienen. Ich habe keinen Zweifel darüber, daß dieser Parteitag Steuerbewilliger finden, daß so mancher, der jegt auf dem sich in der Würde und in dem Ernst seiner Verhandlung angemessen turulischen Sessel fißt, nicht wiederkommt.( Sehr wahr!) Aber es anreihen wird den Parteitagen, die wir bisher gehabt haben. Wie war nicht nur die nationalliberale Partei, deren Führer Bising die prächtigen Chöre diese mächtige Festversammlung begrüßt die Bewilligung des Steuerbuketts als nationale Tat gepriesen hat, haben zu der Arbeit Heil und Frommen", so darf ich die Ueberfondern es waren auch Zentrum und Konservative, die den Steuern zeugung aussprechen, werden auch die Arbeiten des Parteitages auszustimmten. Wir haben alles aufzubieten, um das Volk darüber fallen zu Heil und Frommen für die Sozialdemokratie.( Lebhafter aufzuklären und dafür einzutreten, daß es bei der nächsten Wahl die Beifall.) entsprechende Duittung erteilt.( Lebhafter Beifall.) So wie im Jnnern von Deutschland sind auch die Verhältnisse Deutschlands zum Auslande nichts weniger als erfreulich. Wir haben ja im letzten Frühjahr die Abwickelung der Marokkoangelegenheit durch die Konferenz von Algeciras erlebt. Ich war Zeuge im Reichstage, wie Fürst Bülow durch einen Krankheitsanfall außer stande gesezt wurde, sich zu rechtfertigen, aber wie immer die Recht fertigung hätte ausfallen mögen, heute kann kein Zweifel mehr bestehen, daß die Konferenz von Algeciras gezeigt hat, daß Deutschland in der Welt vollständig isoliert steht, und das hat wesentlich zur Steigerung der allgemeinen Unzufriedenheit in bürgerlichen Kreisen beigetragen. Daran ändern all die Reden und Deflamationen nichts, die wir im Laufe der letzten 15 Jahre zu hören bekommen haben. Dies ist das einzige Resultat der Konferenz, ein Resultat, wie es beschämender und trauriger nicht gedacht werden kann. So also ist das Fazit der Zustände im Innern und Aeußern. Die Anträge 126 und 131, 4 sind damit erledigt. Als definitive Tagesordnung wird aufgestellt: 1. Geschäftsbericht. 2. Bericht der Kontrollkommission. 3. Parlamentarischer Bericht. 4. Der politische Massenstreik. 5. Der internationale Kongreß. 6. Die Maifeier. 7. Sozialdemokratie und Boltserziehung. 8. Strafrecht, Strafprozeß und Strafvollzug. 9. Sonstige Anträge. 10. Wahl des Vorstandes. Singer: Die Anträge 118 und 119 verlangen die Wieders aufnahme zweier früher ausgeschlossener Genossen. Der Parteis vorstand hat die Organisationen geladen, das Material liegt vor. Ich möchte un bitten, daß die Mandatsprüfungskommission die Vorbereitung dieser Angelegenheit übernimmt. Damit ist der Parteitag einverstanden. Wenn wir nun dazu kommen, die Sizungszeit des Parteitages festzusetzen, so habe ich bei dieser Gelegenheit dem Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß wir mit Rücksicht auf gewisse Vorkommnisse unsere gewöhnte Arbeitszeit etwas verlegen müssen. Wir dürfen es mit Fug und Recht bedauern, daß wir dazu ge- Der geschäftliche Teil der Vorversammlung ist erledigt. zwungen sind, da wir nach den Mitteilungen der Mann- Vor Schluß teilt Ginger ein Telegramm mit, das den Sieg heimer Genossen zu der Annahme berechtigt waren, daß wir fest und bei der Stichwahl in Gebweiler zum Bezirksausschuß mit 2100 sicher darauf rechnen könnten, in diesem Hause auch unfere gegen 1600 Stimmen meldet.( Lebhafter Beifall.) Dieser Sieg ist Parteitagsverhandlungen führen zu können. Die zuständige Gemeinde- um so bedeutungsvoller, als es sich um ein neugewonnenes Mandat verwaltung hat anders beschlossen, wir sind nicht in der Lage daran handelt, um das Mandat, das in der letzten Session der frühere etwas ändern zu können, wir müssen uns damit begnügen, unser Landesausschußpräsident Geheimrat v. Schlumberger inne Bedauern darüber auszusprechen, nicht so sehr und nicht allein hatte. Wir danken im Namen des Parteitages den wackeren elsaßdarüber, daß es uns nicht vergönnt ist, in diesem prächtigen Hause Lothringischen Genossen und sehen in der Nachricht ein gutes Omen für die ganze Woche verweilen zu können, sondern mehr noch darüber, den Parteitag und für die weitere Tätigkeit der Partei.( Stürmische daß wir durch die Stadtverwaltung gezwungen wurden, uns nach Beifall.) Unsere heutigen Verhandlungen wollen wir mit unserem einem anderen Lokal umzusehen. Die Abmachungen mit diesem gehen alten Rufe schließen, der der Leitstern unseres Lebens ist: Die nun dahin, daß unsere Berhandlungen jeden Tag so zeitig geschlossen deutsche Sozialdemokratie, sie lebe hoch! werden müssen, daß der Erwerbsbetrieb, also die Vorstellungen nicht gestört werden. Wir müssen infolgedessen die Verhandlungen um 6 Uhr schließen. Daher schlage ich vor, daß wir, um die 8 Stunden Tagesarbeit doch leisten zu können, für diesen Parteitag den Beginn der Verhandlungen auf morgens 82 Uhr anfeßen, bis 122 Uhr tagen, dann 1 Stunden Mittagspause machen und von 2-6 Uhr sich!) Wir regierenden Kreise weiter tagen.( Zustimmung.) Die jetzt bereits ins dritte Jahr gehende russische Revolution nimmt fortdauernd das allgemeine Interesse in Anspruch und liegt zweifellos den herrschenden Klassen schwer im Magen. Es war ein fehr bezeichnendes Wort, das der preußische Justizminister im Reichstage anläßlich unserer Interpellation über den Königsberger Prozeß gesprochen hat, als er fagte:„ Tua res agitur"( Um deine Sache handelt es Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 22. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Hermann Schmidt Rügenerstr. 25. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag 3 Uhr von der Halle des Friedenskirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/19 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß am 22. d. Mts. unser braver Kollege und Mitarbeiter, der Bäcker 1528b Oswald Henske verstorben ist. Sein edler Sinn und biederer Charakter wird uns stets ein Vorbild sein und ihm ein chrendes Andenken sichern. Die Beerdigung findet heute, Dienstagnachmittag Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Die Kollegen der Groß- Bäckerei Eduard Goldacker. Verband der Bäcker u. Berufsgen. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Am 22. September verstarb unser Mitglied Oswald Henske im Alter von 21 Jahren. Ehre seinem Andenken! Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Gatte und Bater, der Gastwirt Ernst Werschke im 55. Lebensjahre nach langem Leiden am 22. d. M. nachmittag& verschieden ist. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 26. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des freireligiösen Friedhofes, PappelAllee, aus statt. 1526b Um stille Teilnahme bitten Weißensee, 24. September 1906. Die trauernden Hinterbliebenen Auguste Werschke geb. Arndt als Gattin, Anna Werschke Martha Werschke Bruno Werschke } als Kinder. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der BauAnschläger Paul Seeger am 22. d. Mts. nach schwerem Krantenlager gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Georgenkirchhofs, Landsberger Allee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 153/14 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Die Delegierten und die Zuhörer erheben sich und stimmen dreimal in das Hoch ein. Die vereinigten Männerchöre Mannheims und Ludwighafens fingen Freiligraths Gruß an die Reaktion: Troß alledem!" " Nach einer Pause beginnt dann das Fest, das unter Leitung des Genossen Dr. Frant- Mannheim steht. Schluß der Versammlung 834 Uhr. Orts- Krankenkaffe Bierlieferung nach Magdeburg. der Arbeiter- Radf.Verein„ Voran" Stadt Schöneberg. Berlin ( Mitgl.d.A.- R.- B. " Freiheit"). Am Donnerstag, den 4. Oktbr, abends 8 Uhr, findet im Obstschen Lokale, hier, Meiningerstr. 8, eine Auf Beschluß einer von über 300 Restaurateuren und Saalbesizern bes suchten öffentlichen Versammlung, welche am 18. d. Mts. tagte, ist unters zeichneter Obmann der Wirtekommission zu Verhandlungen mit Interessenten 15736* beauftragt. außerordentliche Leistungsfähige ringfreie Brauereien, welche in Magdeburg sich me as a General- Versammlung ein dauernd gutes Absatzgebiet sichern wollen, bitten wir um ebgabe Am 22. d. Mts. früh 3 1hr entschlief plötzlich an Herzlähmung unser langjähriges Mitglied Otto Langmeier. Wir verlieren in dem Ver storbenen eines unserer eifrigsten und tatkräftigsten Mitglieder, welcher unserem Verein stets ein reges Intereffe entgegenbrachte. Wir werden sein Andenken stets 1516b in Ehren halten. Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des St. Markus Friedhofes in Wilhelmsberg aus statt. Der Vorstand. J. A. Arnold Dorow. Danksagung. statt. Zages Ordnung: 1. Wahl zweier Vorstandsmitglieder ihrer Offerte an ( Arbeitnehmer). 2. Statutenände rungen. 3. Aenderung des Pensionsregulativs der Beamten. 4. Beschlußfaffung über Hineinziehung des Portiers in das Pensionsregulativ, 5. Beschlußfassung über eine Aenderung der Anstellungsbedingungen der Beamten. 6. Anstellung von Beamten. 7. Berschiedenes.. Der Vorstand. 276/3 E. Flamme, F. Geist, Vorsitzender. Schriftführer. Fey's Gesellschaftshaus Brunnenstraße 184. Hierdurch sagen wir allen Stollegen, Kolleginnen, Freunden und Bekannten Der erste Weihnachts- Feiertag ist sowie allen Vereinen für die schönen Beweise herzlicher Teilnahme beim noch zu vergeben. Auch find noch einige Sonnabende Hinscheiden unseres lieben Sohnes und Bruders, meines lieben Bräutigams, frei. des Buchbinders Hermann Engel, 15346 unseren innigsten Dank. Familie Engel. Minna Helbich. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Vaters und Großvaters, des Pußers 23882 und Hermann Koerber sagen wir allen Bekannten Freunden sowie den Genossen des 682. Bezirks und dem Zentralverband der Maurer Deutschlands( Zweigverein Berlin) unseren herzlichsten Dank. Frau Marie Koerber nebst Kindern. Armin- Hallen ,, Für die in so reichem Maße erwiesene Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Freunden und Bekannten sowie dem Beerdigungsverein der Berliner Zimmerleute und dem Verein der Seifenhändler meinen herzlichsten Emma Brosowsky, Kommandantenstr. 20, Rigdorf, Münchenerstr. 1. Gr.u.kl. Feftfäle mt, Prinzen- dieses und nächstes Jahr an SonnDie Beerdigung findet Dienstag, Dank. 151965 den 25. Septbr., nachm. 4 Uhr, 5 8985 8985 15296 Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4, I. Stola, uffen, Kolliers in allen Pelzgattungen sowie alle sonstigen Pelzwaren. Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Ferdin. Kalman Dresdenerstr. 75 von der Friedhofs= Zeichenhale Dr. Simmel, grin, abenden und Sonntagen noch frei. Kein Reisemuster- V. Thalia- Theater. Schönhausen- Nordend, aus statt. der 40/1 Der Vorstand. 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Unterstügt werden nur folgende Anträge: Magdeburg und Bochum:„ Daß der Vorstand um zwei Sekretäre verstärkt wird", und Kassel Melsungen: Der Parteivorstand ist angesichts der Tatsache, daß die Aufgaben der Partei fortgesetzt größere werden und namentlich auch im Hinblick auf die 1908 bevorstehenden Reichstagswahlen um zwei Sekretäre zu verstärken. Das Wort erhält der Berichterstatter Pfannkuch: fo zu Dann wird die geschlachtet wird. Ich betone diesen Umstand, um den Vorwurf der auch eine ordentliche Unterlage für derartige Dinge vorhanden sein. Generalfommission zurückzuweisen, daß sie auf die Mitteilung hin, Um aber nichts zu versäumen, nahm der Parteivorstand Verdaß die Zentralvorstände der Gewerkschaften unser Verlangen ab- anlassung, bei unseren Nürnberger Genossen, die sich ganz ruhig gelehnt hätten, keine Antwort mehr erhalten habe. Dazu war keine berhielten, indem sie vernünftigerweise mit den Tatsachen rechneten, Zeit mehr. Die Redaktion war so in Verlegenheit, daß sie nicht anzufragen, und wir erhielten die Auskunft, daß unsere Taktik die mehr warten konnte. Genosse v. Elm hat selbst neulich in einem richtige sei. Andere Genossen waren der Ansicht, man könne den ähnlichen Falle erklärt, es gibt Momente, wo man sich entscheiden Sterbetag Lassalles zum Anlaß einer erneuten Demonstration zu muß, wo man handeln muß. In dieser Situation befanden wir Gunsten des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts uns damals, als wir die Einwendungen der Redaktion als berechtigt machen. Auch dieser Anregung hat der Parteivorstand nicht Folge anerkennen mußten, die sagte: Der Teil muß veröffentlicht werden, geleistet, und es hat sich gezeigt, daß er recht hatte. Es wird weiter um den Gegnern die Angriffswaffen aus der Hand zu schlagen. dem Parteivorstand vorgeworfen, daß er in der WahlrechtsIch will noch weiter betonen, und das wird die Sache in noch frage gebremst hat. Aber man muß doch die reellen Fakmilderem Lichte erscheinen lassen und den Parteivorstand völlig ent- toren Rechnung ziehen. Es ist ja jetzt Gepflogenheit lasten, die Redaktion hätte bei einem ablehnenden Botum des Partei- geworden, auf der einen Seite die schärfsten Mittel vorstandes die Preßkommission des" Vorwärts" vollzählig auf ihrer fordern, um zu beweisen, daß die, welche sie früher forderten, uns Seite gehabt. Ich glaube, ich begehe keine Indiskretion, wenn ich das recht haben, daß sie sie heute nicht mehr fordern. Das ist keine sage. Der Parteivorstand wäre damit in Gegensatz zu ihr geraten, und da Art und Weise, wie man Parteiagitation betreibt. Man sollte sagten wir uns doch, auf einen Kompetenzkonflikt, der schließlich noch immer die Zukunft im Auge haben und das tun, was möglich ist. der Kontrollkommission zur Entscheidung zu unterbreiten gewesen Für die agitatorisch tätigen Genossen hat der Vorstand die Genosse Huysmans hat der deutschen Sozialdemokratie wäre, wollten wir es im gegenwärtigen Augenblick nicht ankommen Herausgabe eines Leitfadens beschlossen, der alles enthält, was für bezüglich ihrer Organisation ein besonderes Lob ausgesprochen. Dies lassen. Dazu drängte die Entscheidung zu sehr. Dazu kam, daß wir die Agitation wichtig ist. Der Auftrag ist noch in Arbeit. Genoffe ist umso bemerkenswerter, als er als Sekretär des Internationalen die Diskussion über dies Thema in dem Rahmen halten konnten, den David, der damit betraut ist, wird sich seiner Aufgabe in Bureaus auch die Organisationen aller anderen Länder kennt. Uns wir für den angemessenen erachteten. Die fünf Artikel, die der zufriedenstellender Weise entledigen. wird dieses Lob nicht in den Kopf steigen. Wir sind durchaus nicht Vorwärts" unter Zustimmung des Parteivorstandes zu der Sache Wir haben noch ein weiteres getan und eine Zusammenstellung der Meinung, daß unsere Organisation mustergültig sei. Gerade der brachte, haben wohl, glaube ich, wegen ihrer Gründlichkeit und aller von der Sozialdemokratie im Reichstage eingebrachten Anträge Streit zwischen der mehr politischen und mehr gewerkschaftlichen Sachlichkeit allgemeine Zustimmung gefunden. Wenn also auch die und deren Schicksal in Auftrag gegeben. Genosse Sagenstein, Richtung hat seine Grundlage in Mängeln der Organisation. Generalkommission formell im Rechte war, so hat doch der Partei- der damit betraut ist, wird diese Arbeit zum Heil und Nußen der In Jena haben wir ja der Partei eine festere Organisation gegeben. vorstand unter zwingenden Verhältnissen gehandelt, wie er nicht partei erfüllen. Dadurch ist es möglich geworden, die Kräfte der Partei mehr und anders handeln konnte, und ich glaube, daß der Effekt seiner HandNoch einige Worte zu den Anträgen auf Aenderung der mehr zusammenzufassen und wir können nach der bisherigen halb- lung ein derartiger ist, daß er sich der Zustimmung aller ParteiEs Organisation. jährigen Praxis nur sagen, daß wir gute Erfahrungen mit der genoffen erfreut und daß Befriedigung innerhalb der Parteikreise dieser Anträge nicht unterſtügt find. hat mich gefreut, meisten gefreut, daß die Das beweist, daß neuen Organisationsform gemacht haben. Der vermeintliche Gegen- darüber besteht. die Delegierten nicht deshalb Anträge einbringen, fatz zwischen Partei und Gewerkschaft ist meistenteils nur ein ein- Verschiedene Anträge bringen alle zum Ausdruck, daß der gebildeter. Einzelne Aeußerungen werden mißverstanden und Parteivorstand im letzten Jahre nicht alles getan habe, was im das Wort zu ihrer Begründung ergreifen zu können, sondern daß sie praktische Arbeit zu leisten gesonnen sind. Es ist unnötig, über rufen dann noch zugespiztere Aeußerungen von der Gegen- Intereffe der Agitation notwendig gewesen wäre. Eine Uebersicht die Anträge noch etwas zu sagen. Nur einige Worte zu den seite hervor. Der Genosse v. Elm wird in der Debatte über das Schicksal aller angenommenen und dem Vorstand zur Erimmer als derjenige aufgeführt, der der Meinung Ausdrud wägung überwiesenen Anträge, wie ihn ein Antrag wünscht, ist be- genügend unterſtüßten Anträgen auf Vermehrung der Zahl der auf gegeben habe, man brauche nur seitens der Gewerkschaften reits in diesem Berichte gegeben und wird von jetzt ab eine ständige Kontrollkommission schlagen ihnen nach gründlicher Erwägung einDer Parteivorstand und die dem Parteibureau tätigen Sekretäre. ernstlich zu wollen und es wäre möglich, die Auffassungen der Rubrik im Vorstandsberichte bilden. Gewerkschaften auf die Partei zu übertragen, ja, die Parteileitung Der uns in Jena erteilte Auftrag, einen erneuten Ver- mehren. Außerdem erbitten wir die Sanktion zur Anstellung von stimmig vor, den Parteivorstand um einen weiteren Sekretär zu verselbst nach der Richtung hin zu reformieren. Ich habe das nicht ständigungsversuch mit den polnischen Genossen zu unternehmen, aus seiner Aeußerung herauslesen tönnen. Ich bin im Gegenteil ist ausgeführt und hat zu einem erfreulichen Stefultat geführt. Hülfskräften. Wir wollen vorläufig zwei intelligente Parteigenossen zur Erledigung der mechanischen Arbeiten anstellen, die der Meinung, Genosse Elm wollte damit nur alle Gewerkschafts- Die Verhandlungen zwischen der P. P. S. und dem Partei- naturgemäß einen immer größeren Umfang annehmen. mitglieder anspornen, auch ihrerseits sich mehr um die Sozial- vorstand haben sich zuerst ziemlich lange hingezogen. Erst demokratie, um die politische Organisation zu bekümmern; dann würden als drei polnische Delegierte nach Berlin kamen, wurde die Ver- Ich glaube, der Parteitag wird dem einmütigen Wunsche des Vorall die Klagen, welche die Gewerkschaften heute der Partei gegenüber ständigung schnell erreicht. Die Grundlage der Einigung finden Sie deutsche Sozialdemokratie in ihrer Leitung die Organisation haben, standes und der Kontrollkommission zustimmen. vorbringen, auf ein Mindestmaß reduziert. Genosse Elm nicht mir zu; es in dem Vorstandsbericht( Seite 27). Ich erwähne das hier nur, um die allen Aufgaben gerecht werden kann. Wir dürfen uns nicht freut mich, daß ich ihn richtig verstanden habe. In derselben De- einem Wunsche der polnischen Genossen nachzukommen, damit auch dadurch beirren lassen, daß hier und da der Vorwurf erhoben wird, batte, wo Genosse Elm den ihm so viel verdachten Ausdruck ge- der Parteitag diesen Abmachungen seine Sanktion erteilt. Weiter braucht hat, hat Genosse Silberschmidt dem Genossen Simon wünschen die Genossen dann eine nochmalige Veröffentlichung der ist begreiflich, wenn er von außerhalb Stehenden erhoben wird. Aber die deutsche Sozialdemokratie sei bedeutungslos. Ein solcher Vorwurf von Nürnberg den Vorwurf gemacht, er sei einer derjenigen, die Einigungsgrundsäße mit den Unterschriften des deutschen und pol es gibt auch Genossen in den eigenen Reihen, die das behaupten. Um noch die altväterliche Ansicht vertreten, die Gewerkschaften sollten nischen Borstandes. Das wäre zwar überflüssig, aber wir können es so mehr hat es mich gefreut, daß heute morgen die fremdländiund müßten nur Rekrutenschulen der Sozialdemokratie sein. Ich ja tun, um zu beweisen, daß wir selbstverständlich alles Vergangene schen Delegierten einer nach dem anderen das Lob der deutschen nehme an, daß der Genosse Silberschmidt dieses" nur" nicht so traß vergessen haben und bereit sind, gemeinsam zu arbeiten. gemeint hat, und daß Genosse Simon nur dem Gedanken hat Aus- Der Parteivorstand erhält ja aus den Kreisen der Genossen nicht nur Höflichkeitsphrasen; das Lob kam aus dem Herzen, es Sozialdemokratie aussprachen. Nach meiner Meinung waren das bruck geben wollen, daß die Gewerkschaften neben der Erfüllung recht viele Anregungen, dies und jenes zu tun. Das ist gewiß sehr war der Ausdruck der in den betreffenden Ländern herrschenden Anihrer Aufgaben im heutigen wirtschaftlichen Leben auch die andere rühmlich, aber man darf nicht glauben, wenn diesen Anregungen schauungen. Wenn dem aber so ist, dann können wir auf die Aufgabe erfüllen müßten, Kräfte für die Sozialdemokratie zu einmal nicht nachgegeben werden kann, daraus das Recht herleiten werben und auszubilden und daß das ein Stück ihrer Aufgabe sei, zu können, nun auf den Parteivorstand loszuschlagen. Das ist kein Leistungen des verflossenen Jahres mit Stolz blicken. Wir können dem sie sich nicht entziehen sollten und wollten. Ein Streit darüber, parteigenössisches Verhalten. Von einer Pfennigfuchserei des Partei- getrost in die Zukunft schauen, wir sind stark genug, um unser Ziel ob der Partei oder den Gewerkschaften der Vorrang gebühre, oder vorstandes, die ihm sogar vorgeworfen wird, ist nicht die Rede. Wir wir es erreichen, ist eine andere Frage, die jetzt nicht zur Diskussion mit gewohnter Energie weiter zu berfolgen. Db, wann und wie ob sie gleichberechtigt seien, sollte unter Parteigenossen eigentlich haben so viel wie irgend möglich für die Agitation getan. steht. Wir sind bis jetzt immer fampfbereit gewesen, wir werden es überhaupt nicht geführt werden. Es ist selbstverständlich, daß jeder Snickerig zu sein, ist weder Parteiintention noch Gepflogenheit. Es Genosse die Einheit der Gewerkschaftsbewegung und der politischen ist freilich das Wort besonders deswegen geprägt worden, weil die auch in Zukunft sein.( Lebhafter Beifall.) Partei will. Wenn aber eines bei der ganzen Diskussion Parteipresse und besonders die Provinzpreffe in ihrer gegenwärtigen Gerisch über diese Frage fruchtbringend geworden ist, der Verfassung nicht den Aufgaben in dem Maße gewachsen ist, wie es erstattet den Kassenbericht. In dem gedruckten Berichte find Hinweis darauf, daß für die Zusammenfassung beider Be- wünschenswert erscheint. Niemand ist mehr von dieser mißlichen die Einnahmen nach Provinzen und Staaten geordnet. Das Gegenwegungen mehr als bisher zu geschehen hat. Ich kann Lage überzeugt, wie der Parteivorstand und aus diesem Grunde, stück zu dieser Tabelle, eine Uebersicht, was aus der Zentraltasse in erklären, daß die Gewerkschaftsbewegung innerhalb der Parteileitung daß bisher nicht die Möglichkeit vorlag, gründliche Abhülfe zu schaffen, die einzelnen Provinzen und Staaten gefloffen ist, konnte nicht mehr jede möglichste Förderung jederzeit erfahren wird, erfahren muß und ist die Entschließung des Parteivorstandes hervorgegangen, für die aufgenommen werden. Ich teile sie deshalb an dieser Stelle mit. erfahren soll. Speziell hat im Parteivorstand auch nicht einen Leute, die Parteipropaganda und Agitation betreiben wollen, sowie für die Allerdings schicke ich voraus, daß sie naturgemäß nicht ganz erAugenblid eine Meinungsverschiedenheit darüber bestanden, wie die Redakteure, die wir für unsere Parteipreffe heranbilden wollen, Kurse schöpfend sein kann. Oft tommt das, was der einen Provinz Form der Organisation der Gewerkschaften beschaffen sein müsse. Ich einzurichten, in denen fähige Parteigenossen herangebildet werden überwiesen wird, auch einer anderen Provinz zugute. Eine fomme darauf, weil in der letzten Zeit der Kampf zwischen den sollen. Wir alle sind der Meinung, daß unsere Provinzpresse einer Man darf auch Gewerkschaften eine Form angenommen hat, die die Partei und die Gewerkschaften in gleicher Weise in Mitleidenschaft gezogen hat. Aber arbeitung von Gebieten, die bisher brach lagen oder nicht in dem schöpfendes Bild gibt. Die Bedürfnisse der einzelnen Landesteile nicht etwa erst das Eintreten dieser Kampfesart hat die Auf- Maße ausgebeutet werden konnten, wie es wünschenswert wäre, ist sind in den einzelnen Jahren sehr verschieden. Erst eine auf Grund faffung der Parteileitung beeinflußt, nein, diese Auffassung ist bereits erst möglich, wenn eben die Kräfte aus dem in Vorbereitung be- wiederholter Aufstellungen gewonnene Uebersicht kann zu einem wiederholt auf den verschiedensten Parteitagen ausgesprochen worden. findlichen Institute hervorgegangen sind. Ich kann dabei nicht unterlassen abschließenden Urteil darüber führen, ob die Verwendung der Gelder Es ist betont worden, daß im Parteivorstand nicht ein einziger den Vorwurf zurückzuweisen, als ob die Partei geistig verarme. Welche zweckmäßig und gerecht war. Genosse sitzt, der nicht ein Anhänger der Organisationsform der Unsumme von geistiger Kraft hat die deutsche Sozialdemokratie herbas Verhältnis zwischen den Beitragsleistungen der einzelnen Jm Im einzelnen stellt sich Zentral- Verbände der deutschen Gewerkschaften wäre. Wir beklagen vorgebracht, die sich heute auf den vier großen Gebieten der modernen Provinzen und Bundesstaaten an die Zentralkasse und den Zues auf das tiefste, daß Zersplitterungsversuche unternommen sind, Arbeiterbewegung, der Parteipolitik, den Gewerkschaften, den Krankenunter denen die deutsche Gewerkschaftsbewegung heute noch zu leiden fassen und den Genossenschaften betätigt. Ich behaupte, feine andere vendungen aus der letzteren an die Landesteile folgendermaßen: hat. Schon vor zwei Jahren hat sich der Parteivorstand der Auf- Bewegung, die erst mehr als vier Dezennien eristiert, hat dieselbe Beiträge Zuwendungen gabe unterzogen, zu versuchen, eine Einigung zwischen den Zentral- Summe von Intelligenz hervorgebracht wie die sozialdemokratische. Ostpreußen 652, berbänden und den sogenannten Lokalisten herbeizuführen. Der Ich bin der festen Ueberzeugung, die Partei verfügt über einen Westpreußen Versuch ist damals gescheitert. Eine gleiche Anregung ist jetzt wieder großen Fonds von geistigen Kräften, der in ausgedehnten Gebieten Brandenburg( darunter in Form v. an den Parteivorstand herangetreten; aber sowohl er wie auch die Verwendung findet. Wegen dieser Ausdehnung aber entsteht ein Darlehen 10 000,-, Unterstügung Gewerkschaftsorgane, mit denen er Rücksprache genommen hat, sind Mangel in der Bearbeitung der immer größer werdenden Aufgaben. Maiausgesperrter 90 000,-) einmütig der Auffassung, daß ein derartiger Verfuch heute ein voll- Um diesem Bedürfnisse zu genügen, hat sich der Parteivorstand ent- Pommern tommen verfehltes Unternehmen wäre. Wenn aber etwas dazu bei- schlossen, die Kurse einzurichten, in denen in sechsmonatlicher Dauer Bosen. tragen fönnte, eine solche Verschmelzung möglichst bald herbei den Parteigenossen die Grundlagen gegeben werden sollen, die sie Schlesien. zuführen, dann will ich aussprechen, daß entgegen anderen Auf- dann durch Selbststudium bez. durch Bolontieren in großen Partei- Sachsen( darunter in Form eines faffungen, denen auch öffentlich Ausdruck gegeben worden ist, in der Redaktionen erweitern können. Wir hoffen, daß unsere Erwartungen Darlehens 20 000,-) deutschen Parteileitung bisher nichts unternommen worden ist, nicht getäuscht werden. Dem Parteivorstand sind bei Gründung des Schleswig- Holstein was irgendwie der Auffassung Vorschub leisten könnte, seitens der Instituts Vorwürfe gemacht worden, er habe sich in der einen oder Hannover( darunter in Form von deutschen Parteileitung würden die Lokalisten noch in ihren Bestrebungen anderen Form vergriffen. Das kann möglich sein; aber ein Beweis Darlehen 55 000,-) unterstützt. Im Gegenteil, ich fann nur betonen: der Parteivorstand dafür liegt nicht vor. Alle jene, die alles besser wissen wollen, Westfalen ist der einmütigen Auffassung, daß eine erfolgreiche Führung der haben auf die Frage, wie es anders zu machen sei, die Antwort Hessen- Nassau wirtschaftlichen Kämpfe mit der geschlossen dastehenden Unternehmer- nicht geben können, und so lange diese Antwort nicht gegeben werden Klasse nur denkbar ist mit einer geschlossenen starken einheitlichen kann, sollte man abwarten, was die nächste Zukunft bringt. Durch Gewerkschaftsorganisation( Sehr richtig!) und das tönnen, mögen die Kritik wird höchstens erreicht, daß derartige Einrichtungen schon auch über einzelnen Einrichtungen in den Gewerkschaften Meinungs- von vornherein beeinflußt werden. verschiedenheiten bestehen, die innerhalb der Organisation aus- Die Parteileitung hat auch die Parteikorrespondenz errichtet, von gefochten werden können, das können nur die Zentralverbände sein. der Ihnen bereits neum Blatt vorliegen. Sie ist ein wesentliches ( Sehr richtig!) Unterstügungsmittel für die Genossen, die agitatorisch tätig Was nun die Veröffentlichung eines Teiles des Protokolls der sein sollen. Wenn daran Kritik geübt worden ist, so ist dies das bekannten Gewerkschaftskonferenz durch den Parteivorstand gegen den gute Recht der Genossen. Auch wir in der Parteileitung haben bisWillen der Generalfommission anbetrifft, so erkenne ich rückhaltlos an, her selbstredend noch nicht in dem Blatte eigentlich gefunden, was es daß die Generalkommission formell durchaus im Rechte war, dem Wunsche nach unseren Erwartungen sein soll.( Buruf: Sehr richtig.) Es fällt der Parteileitung nicht stattzugeben. Der Parteivorstand hat des- eben ein Baum nicht auf den ersten Hieb. Verbesserungen werden halb auch zum zweiten Male an die Generalkommission das Er- Schritt für Schritt, so es sich notwendig erweist, vorgenommen Großh. Heffen. fuchen auf Freigabe dieses Teiles des Protokolls gestellt in so werden. Das Blatt soll eine Fundgrube darstellen, aus der Großh. Mecklenburg. dringlicher Weise, daß die Generalkommission sich veranlaßt die agitatorisch tätigen Genossen das Material schöpfen können, um Großh. Sachsen- Weimar fah, da sie glaubte aus eigener Machtvollkommenheit nicht unseren Geguern in der öffentlichen Diskussion entgegentreten zu Großh. Oldenburg handeln zu fönnen, die Vorstände der Zentralverbände fönnen und selber angriffsweise vorzugehen. Wir hoffen, daß wir Großh. Braunschweig zu fragen. Auch hier kam ein ablehnendes Votum zu stande. Der das Blatt so gestalten werden, daß es unsere Hoffnungen und Herzogtum Sachsen- Meiningen Parteivorstand hat das bedauert. Er ist selbstverständlich nicht in Wünsche erfüllt. Herzogtum Sachsen- Altenburg leichtfertiger Weise etwa, wie man das auch hingestellt hat, dazu ge Wir haben auch anderweitig zur Förderung der Agitation den( Zuwendungen für die thüringische kommen, trotz dieses Votums den betreffenden Teil des Protokolls Genossen Material an die Hand gegeben, um die Wahlrechtsbewegung Staatengruppe: Sachsen- Weimar, zu veröffentlichen. Wie lagen denn die Dinge? Ein Teil der Ge- zu betreiben, um die März- und Maifeier einheitlich zu gestalten und S.- Meiningen, die beiden Schwarzwerkschaftspresse, geführt durch das leitende Organ der unter dem die entsprechenden Reden halten zu können. Wir haben selbst- burg sowie die beiden Neuß und System der Vertrauensmänner organisierten Gewerkschaften, die verständlich dabei uns nicht von denen leiten lassen; die heute S.- Altenburg insgesamt 4116,-) " Einigkeit", hatte die gravierenden Bruchstücke aus diesem Protokoll noch der Meinung sind, eine derartige Bewegung müsse mit den Herzogtum Sachsen- Coburg- Gotha beröffentlicht. Es lag nichts näher, als daß das Zentralorgan der stärksten Mitteln fortwährend gesteigert werden. Man ist im Irrtum, darunter in Form von Darlehen Partei, der Vorwärts", dazu nicht schweigen konnte. Die Redaktion wenn man der Auffassung huldigt, es bedürfe nur von der einen 2000,-, die bereits zurückdes Vorwärts" trat an den Parteivorstand mit der Frage heran: oder anderen Richtung her irgend einer Anregung und der Partei- gezahlt sind) Was sollen wir tun? Wir können nicht einen Tag mehr vorstand müsse der Anregung Folge geben. So wurde beispiels- Herzogtum Anhalt( Zuwendung Länger warten; jeder Tag, den wir schweigen, vermehrt weise an uns die Forderung gestellt, wir sollten aus Anlaß der nicht erhalten) die peinliche Verlegenheit, in der wir uns befinden, in der wir uns befinden, und Nürnberger Vorkommnisse Protestversammlungen gegen die Polizei- Fürstentum Schwarzb. Rudolstadi die von den Gegnern in der rücksichtslosesten Weise aus- willtür entrieren. Das ist nicht schwierig; aber es muß doch Fürstentum Reuß j. 2. besseren Ausstattung ihrer Redaktionen notwendig bedürfe. Die Be- ganz scharfe Trennung ist nicht möglich. nicht vergessen, daß eine solche Tabelle noch kein er Rheinprovinz( darunter in Form v. Darlehen 90 000,-) 102 528,80 15 314,20 2 049,40 29 700,35 47,60 2 873,40 160 124,24 1 132,22 51,85 4 980,58 25 051,42 3 584,86 24 666,55 6 179,96 16 000, 2 939,51 58 972, 3 196,01 41 054,75 4 305,84 20 841,40 5 542,63 141 614,96 . 485 667,23 16 780, 50 781,60 860,47 12 400, 2 500, 6 171,10 1 523,48 425, 128,86 Königreich Preußen insgesamt ( dar. in Form v. Darl. 175 000,-) 192 737,29 Königreich Bayern( dar. in Form v. Darlehen 6000,-) 3 975,41 Königreich Sachsen( dar. in Form von Darlehen 46 000,-) 39 400, Königreich Württemberg 1 389, Großh. Baden( dar. in Form von Darlehen 5000,-) 400, 349, 1000, 100, 9 020,30 4060, 1 544,40 432, 300, 358,16 2791,65 518,42 153,26 600, Freie und Hansastadt Lübeck(Zu» Wendung nicht erhalten).-. Freie und Hansastadt Bremen Bei Beratung unseres Organisationsstatuts haben gerade darüber die längsten Verhandlungen stattgefunden, welchen Anteil wohl die einzelnen Genossenschaften an die Zentralkasse abzuliefern hätten. Ursprünglich wurde ein Drittel vorgesehen, das aber heftig bekänipft wurde. Als ini» ein Viertel festgesetzt wurde, wurde ebenfalls noch geschrien, die Last ist zu groß nnd das Ende der Verhandlungen war. daß ein Fünftel festgesetzt wurde. Nun wird aber dieses Fünftel. das durch die Rcichsgesetzgcbung festgesetzt war, auch noch anf dem Wege der Landcsgesetzgebnng eliminiert.(Zurufe: Bayern!) Unsere bayerischen Parteigenossen haben in ihr Organisationsstatut eine Bestinnnnng aufgenommen, die im Effekt darauf hinausgeht, daß die leistungsfähigen Organisationen zwar 30 Pf. Beiträge zahlen, daß davon aber 15 Pf. als Lokalzuschlag erklärt wird, während 15 Pf. als wirklicher Parteibeitrag gelten.(Hört! hört!) Dadurch ist erreicht, daß der Beitrag der bayerischen Genossen von 6 auf 3 Pf. pro Monat hernbgedrückt worden ist.(Hört! hört!) Wenn wir es bei Beratung unseres neuen Organisations- statutS auch nur für denkbar gehalten hätten, daß Parteigenossen anf solche Tricks verfallen könnten, dann wäre eine Bestimmung hineingekommen, daß Lokalzuschläge erst von einer gewissen Beitragshöhe, etwa 25 Proz. an, erhoben werden könnten. Denn es war doch der Gedanke des Organisations- statuts, daß die Partei mit regelmäßigen Beiträgen versehen werden sollte.(Sehr richtig!) Die Partei wird es sich überlegen müssen, ob sie nicht noch nachträglich eine solche Bestimmung in das Statut aufnehmen solle.(Sehr richtig!) Die Anhalter Genossen haben es unter Führung des Genossen Peus noch kecker gemacht. Schlechte Beispiele verderben eben die guten Sitten. Nachdem einmal dieser Weg beschritten ist, wird es noch schlimmere Leute geben, die die Bayern überbaycrn und den Peus noch über- Pensen.(Große Heiterkeit.) Das wird das Ende der Eutwickelung fein. Nun glaube ich ja, daß sich' die Genossen, speziell die bayerischen, wie ich zu ihrer Ehre annehmen mutz, die außer- ordentlich ernsten Folgen gar nicht überlegt haben. In unserem Organisationsstatnt ist es mit vollster Ucberlegnng vermieden worden, eine bestimmte Beitragshöhe anzusetzen. Die Parteigenossen der einzelnen Provinzen und Städte sollten selbst einschätzen, was sie nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse leisten könnten. Deswegen stehen die Parteigenossen in ärmeren Gegenden, die nur 20 Pf. zahlen, also nur 4 Pf. an die Parteikasse abliefern, nicht hinter den Genossen zurück, die 40 Pf. Beitrag zahlen, also 8 Pf. an die Partcikasse abliefern, denn die 4 Pf. haben sich die ärmeren Genossen oft viel schwerer an, Munde absparen müssen, als die. welche 3 Pf. zahlen. Gerade in diesem entscheidendsten Punkte haben die bayerischen Genossen dem Grundgedanken unseres Organisationsstatuts ividcrfprochen. Hier müssen wir den bayerischen Genossen und auch den anderen den Vorwurf machen, daß sie sich in schwerster Weise gegen die Intentionen des Organisationsstatutes Zuwendungen vergangen haben. Nun kommt es nach den Bestimmungen im bayerischen Organisationsstatut gar nicht mehr darauf an, was die Parteigenossen tatsächlich leisten. Es kann sich da um eine Organ» sation handeln, die wirtschaftlich vorzüglich dasteht, und die Gesamt 12 800,— Partei bekommt doch nur 3 Pf. Dadurch ist für die Partei ein geradezu unmöglicher Zustand geschaffen worden, denn wenn er 6 000,— aufrecht erhallen wird, wird die Gleichheit der Pflichten und darum auch die gleiche Berechtigung in der Partei aufgehoben, und eS tritt 74273,47 notwendigerweise an Stelle der Gleichberechtigung die Klassifizierung. Wenn wir neben Organisationen, die dauernd hohe Beiträge zahlen auch solche haben, die dauernd niedrige Beiträge leisten, eben weil sie keine höheren zahlen wollen, nicht weil sie nicht können, dann ist es gar nicht anders möglich, als daß auch bei der Geld bewilligung von der Gesamtpartei nach dem Grundsatz verfahren werden muß:„Mit dem Maße, mit den, Ihr meßt, werdet Ihr auch wieder gemessen werden."(Sehr richtig!> Die Partei käme in die wenig angenehme Lage, bei jedem Gesuch erst nachschlagen zu müssen, in welcher Servisklasse der betreffende Ort rangiert, um darnach die Entscheidung zu treffen. Das wäre ein Hohn und Spott auf unsere obersten Grundsätze, Ivie er schlimmer nicht gedacht werden kann.(Lebhafte Zustimmung.) Nachdem eben eine große Organisation, wie die bayerische, die übet 48 Wahlkreise verfügt, uns in eine so böse Lage gebracht hat, gibt es nur drei Möglichkeiten, um ans ihr herauszukommen. Entweder die unqualifizierbaren Bestimmungen verschwinden wieder aus dem bayerischen Statut, und ebenso ans den anderen Statuten, in die sie in gleicher Weise hineingekommen sind, oder die gesamte Partei akzeptiert einen festen Beitrag von 3 Pf. für den Monat und Mitglied, oder aber die Gesamtpartei läßt es bei dem bis- herigen Instand bewenden, revidiert aber wieder das Statut und stellt gleiches Recht für Deutschland— zwangsweise— her.(Sehr richtig I) Wenn wir uns über die Nützlichkeit der zweiten Maßregel klar werden wollen, d. h. ob die Einführung eines Einheitssatzes von 3 Pf. im Interesse der Partei gelegen ist, müssen wir uns über die finanzielle Wirkung klar werden. Erheben Ivir einen festen Ein- heitssatz, dann haben wir für die Zentralkasse nach dem bisherigen Stand der Organisation ans den Mitgliederbciträgen auf einen Zufluß von 133 240 Mark zu rechnen; aber n u r dann, wenn jede Organisation prompt ablieferte, bliebe es bei den bisherigen Maximen, dann könnten wir von Glück sagen, wenn wir 80 000 M. ans Parteibeiträgen bekämen. Ob es möglich sein wird mit einer solchen Summe all den Aufgaben gerecht zu werden, die täglich an unsere Partei herantreten, muß wirklich sehr bezweifelt werden. Es ist wirklich kein schöner Zustand, daß die Gcsamtpartei von den einzelnen Parteigenossenschasten abhängt. Wenn jede Partei- gcnossenschaft nur den Pflichtteil abliefert, können wir garnichts dagegen machen. Darum können wir auch nur den Pflichtteil unserer Kalkulation zugrunde legen. Es liegt also nicht die Möglichkeit vor, daß wir für ganz Deutschland mit einem Einheitssatz von 3 Pf. auskommen können und es bleibt nur bei der Möglichkeit, die betreffenden Landesorganisationen ändern frei- willig ihre Statutcir oder die Gesamtpartei muß die ihrigen änderii. Natürlich müssen wir den Landesorganisationen dazu Zeit lassen, aber wenn die Gesanitpartei in die Lage gebracht wird, ihre Statuten zu revidieren, dann fällt die Revision gründlich aus. (Sehr richtig!) Wir sind auch mit unseren Leistungen außer- ordentlich hinter denen der Gewerkschaften zurückgeblieben; teilweise liegt das in der Natur der Sache, aber doch ist der Abstand nach und nach zu groß geworden. Nach der soeben geniachten Rechnung würde die Partei eine Jahreseinnahme von 138 000 M. haben. Zum Vergleich will ich von 84 Gewerk- schasten nur eine Zablstelle anführen. Da hat diese eine Verwaltung einer einzigen Gewerkschaft 165 700 M. an reinen Mitgliederbeiträgen eingenommen. Wir haben im letzten Jahr laut der vorliegenden Rechnung an Beiträgen der Organisationen, Einzelbciträge und reiwillige Sammlungen, eingenommen 297 341 M.(Seite 47 a). Die gleiche Gewerkschaft, die ich zum Vergleiche heran- gezogen habe, hat im letzten Vierteljahre 386 000 M. ein- genommen. Nun weiß ich sehr gut, daß ganz andere Motive die Mitglieder an die Gewerkschaft fesseln, daß es stark materielle Interessen sind, ist zweifellos(Sehr richtig!), aber trotzdem ist der Kontrast immer noch recht bedenklich. Wir hätten alle Veranlassung dafür zu sorgen, daß der Grundgedanke, der die Partei beseelte bei der Aufstellung des Organisationsstatuts, nämlich die Schaffung größerer Einnahmen für die Parteikassen, zur Wirk- lichkeit wird.(Lebhafte Zustimmung.) Redner bricht hier seine Rede ab.— Die Weiterberatung wird auf nachmittags 2 Uhr vertagt. Vorsitzender Singer teilt noch einige BegrüßungStelegramme mit, ferner einen zu diesem Gegenstande der Tagesordnung eben eingegangenen Antrag von Adelung(Mainz) und Genossen: Der Parteivorstand soll künftig alljährlich den Bericht des Vorstandes, der weiblichen Vertrauensperson und der ReichStagsfraktion samt- lichen Parteiblättern als Beilage beigeben. Schluß der Sitzung Vil Uhr. Nach mittagssitzung, 2 Uhr. Den Vorsitz führt Dreesbach. Seitens des sozialdemokratischen Vereins Ingolstadt, der Genossen des 21. sächsischen Wahlkreises und des sozialdemokratischen Vereins Rothenburg a. d. Tauber sind Glückwunschtelegramme eingegangen. Gcrisch setzt seinen ani Vormittag abgebrochenen Bericht fort. Seit Jahren wünschen die Parteigenossen einen Ueberblick über die Stärke der Parteiorganisationen. Daher waren sie enttäuscht, daß im Bericht erklärt wurde, sie könne erst im Laufe de? nächsten JahreS gegeben werden. Inzwischen sind die Hanptresultate doch zusammen- i estellt worden. Nur einige Vorbemerkungen. � Die lose, lockere !-ornr der Organisation, die früher allein bestand, hatte sich so it die Parteikrcise eingelebt, daß die große Menge der Parteigenossen ich nur sehr schwer davon trennen konnte. Die Vorstellung, daß diese alte Organisationsform die allein richtige sei, saß so fest, daß eS in Berlin z. B. beim Uebergang zu der neuen, straffen Organi- ätion zu den ernstesten Konflikten kam. Noch heute steht Berlin in bezug auf die Organisation durchaus nicht auf der Höhe. ES bleibt mit einem Zehntel unter dem ReichSdurchschnitt zurück. Die Berliner werden ja sonst immer so viel gelobt, daß man auch diesen Tadel ruhig aussprechen kann, sie werden sonst zu übermütig.(Heiterkeit.) Nur mit dem psychologischen Moment der Anhänglichkeit an das Alte, waS so lange bestanden hat. ist diese Rückständigkeit der Berliner in bezug auf die Organisation zu erklären. Draußen im Reiche kommen za dazu die Schwierigkeiten politischer Art. Die Vereinslisten kommen leicht in die Hände der Unternehmer. In öffentlichen Stellungen befindliche Parteigenossen können sich überhaupt nicht offen als Mitglieder bekennen usw. Auch die schlechte materielle Lage der Arbeiter, die ihrer Gewerk- chaft ohnehin angehören müssen, kommt dazu. Sie hängen vielleicht mit allen Fasern an der Partei, aber die verschiedensten Gründe hindern sie doch, eingeschriebene Mitglieder der Wahlvcreine zu werden. Wir haben zurzeit in Deutschland 33 Wahlkreise, in jenen die Organisation noch sozusagen auf dem Nullpunkte steht, aber selbst in diesen Kreisen sind bis auf 3 bereits sozialdemokratische Stimmen abgegeben und zwar im ganzen 16 249 Stimmen. Die Zahl schwankt zwischen 31 und 1353. In 48 Wahlkreisen haben wir noch das VertrauenSniännersystem. In einem davon sind noch leine ozialdcmokratischcn Stimmen abgegeben. In den 47 anderen 85427 Stimmen. Die geringste Zahl betrug 67, die höchste, 13 393, ist in Mecklenburg abgegeben. Sie wissen ja, daß unser- Ge- nassen in Mecklenburg infolge der gesetzlichen Bestimmungen gezwungen sind, das Vertrauensmännersystem beizubehalten. Dann kommen 38 Wahlkreise, in denen bereits Vereine vorhanden sind, wo aber aus irgend welchen Gründen noch kein Znsammenschluß zu einer Kreisorganisation im Sinne des Statuts stattgefunden hat. Darunter befinden sich zwei schlesische Kreise, von denen der eine 1264, der andere 2200 organisierte Genossen hat. Von zwei Kreisen am Rhein hat der eine 2351, der andere 888 organisierte Genossen, Dieser Kreis ist augenblicklich dabei, die Kreisorganisation ein- zuführen. Im allgemeinen sind natürlich die Kreise, wo nur Vereins- organisationen bestehen, schwächer als die mit Kreisoxganisationen. Es befindet sich darunter sogar einer, in dem 1903 noch keine sozial« demokratischen Stimmen abgegeben sind, in den» aber gegenwärtig 108 organisierte Genossen sind. Nach diesen Kreisen kommen diejenigen, welche wirklich zur Kreisorganisation übergegangen sind, davon lassen sich hier die Zahlen nicht feststellen, weil in Bayern die Umwandlung noch nicht ganz vollzogen ist. Unter der Voraussetzung, daß mindestens 30 von den 48 bayrischen Kreisen die Kreisorganisation durchführen, würden wir im ganzen Deutschen Reiche 273 Wahlkreise haben, die die Kreisorganisation durchgeführt haben. Darunter sind aller- dings 15, die nur 20—50 Mitglieder haben, 21 haben zwischen 50 und 100 Mitglieder, 24 zwischen 100 und 200, 53 zwischen 200 und 500 und 44 zwischen 500 und 1000. Es zählen aber 113 Wahlkreise unter 500 Mitglieder, 157 unler 1000 Mitglieder. In den einzelnen Provinzen ist die Stärke unserer Organisation im Verhältnisse zu den bei der letzten Reichstagsivahl abgegebenen Stimnien folgende: Provinz Ostpreußen 3575 Organisierte, 6.4 Proz. der bei der letzten Wahl abgegebenen Stimmen, Provinz Westprenßen 706 Organisierte— 3,5 Proz., Provinz Brandenburg 57 833 Orga- nisierte— 12,5 Proz., Provinz Pommern 5051 Organisierte — 9,1 Proz., Provinz Posen 255 Organisierte— 3,1 Proz., Provinz Schlesien 17 203 Organisierte— 9,8 Proz., Provinz Sachs«,» 20 575 Organisierte— 10,5 Proz., Provinz Schleswig-Holstein 23 567 Organisierte— 21,4 Proz., Provinz Hannover 20 665 Or- ganisierte= 15,8 Proz., Provinz Westfalen 13 150 Organisierte— 9,4 Proz., Provinz Hessen- Nassau 11960 Orga- nisierte— 13,2 Proz., Nheinprovinz 20 315 Organisierte = 9,9 Proz. Das macht für das ganze Königreich Preußen 194 910 Organisierte— 11,2 Proz. Weiter hat Königreich Bayern 35 000 Organisierte— 16,4 Proz., Königreich Sachsen 58305--- 13,1 Proz,, Königreich Württemberg 13 400— 13,4 Proz., Großherzogtum Baden 10 608 Organisierte= 14,6 Proz., Großherzogtum Hessen 14 404 Organisierte— 20,9 Proz.. Großh. Sachsen-Weimar 3756 Organisierte— 10,5 Proz., Großh. Oldenburg 3594 Organi- sierte— 20 Proz., Herzogtnm Brannschweig 2679 Organisierte— 7,3 Proz., Herzogtum Sachsen-Meiningen 1822 Organisierte— 10,9 Proz., Herzogtum Sachsen-Altenbnrg 3500 Organisierte— 18,7 Proz., Herzogtnm Sachsen-Äoburg-Gothn 2097 Organisierte— 10,8 Proz., Herzogtum Anhalt 3420 Organisierte— 12,3 Proz., Fürstentum Schwarzburg- Sonderöhansen 668 Organisierte— 12,7 Proz,, Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt 800 Organisierte— 10,0 Proz., Fürstentum Waldeck 66 Organisierte— 3,6 Proz., Fürstentum Reuß ä. L. 832 Organisierte— 12,1 Proz., Fürstentum Reuß j. L. 2732 Organisierte= 20,6 Proz., Fürstentum Lippe 385 Organisierte — 10,3 Proz., Hansastadt Lübeck 2064 Organisierte— 18,5 Proz., Hnnsastadt Bremen 5420 Organisierte— 21,6 Proz., Hansastadt Hainburg 21 902 Organisierte— 21,8 Proz., Elsaß-Lothringen 1963 Organisierte— 2,9 Proz. Für ganz Deutschland machtdas334 327 Organisierte— 12,76 Proz. Bei einigen süddeutschen Staaten habe ich freilich die Vermutung, daß sie eine ganze Anzahl Restanten mitgeschleppt haben.(Lebhafter Widerspruch bei den Süddeutschen.) Ich habe ja diesen Widerspruch erwartet, und da ich keine Beweise hatte, habe ich mich tvohlweislich gehütet, an den Zahlen etwas zu ändern. Zum Beispiel Hessen stände dann allerdings mit 20 Proz. außerordentlich hoch da.(Zu- ruf bei den Hessen: Wir haben ja auch die höchsten Beiträge!) Für Schwarzburg-Rudolstadt lagen keine Angaben vor. Ich habe aber die Zabl von 800 Organisierten nicht zu hoch gegriffen, da bei den letzten Reichstagswahlen dort über 8000 Stimmen abgegeben worden sind. Nun ist keine Frage, daß, wenn alle die Parteigenossen, die jetzt durch die Landesgesetzgebung, wie z. B, in Mecklen- bürg und Schanmburg- Lippe verhindert sind, die Kreis- organisatioir durchzuführen, sich organisieren könnten, wie sie wollten, wir ziemlich an 400 000 organisierte Parteigenossen herankommen würden. Die Reihenfolge der Einzelstaaten nach der Stärke der Organisation im Verhältnis zur abgegebenen Stimmenzahl ist folgende: Obenan steht Hamburg nnt 21,8 Proz.(Es ist kein Zu- 'all, daß überall dorr, wo kein Zwang zur polizeilichen Anmeldung vorhanden ist, die höchste Zahl der Organisierten vorhanden ist). Es folgen Bremen mit 21,6 Proz., Hessen mit 20,1 Proz., Reuß mit 20,6 Proz., Oldenburg mit 20,0 Proz., Sachsen-Altenburg mit 13,7 Proz., Lübeck mit 18,5 Proz., Württeniberg mit 13,4 Proz., Sachsen mit 13,1 Proz., Schwarzbnrg-Sondershausen mit 12,7 Proz., Anhalt mit 12,3 Proz., Reuß mit 12,1 Proz., Preußen mit 11,2 Proz., Sachsen- Mciningen mit 10,9 Proz., Coburg-Gotha mit 10,8 Proz., Sachsen-Weimar mit 10,5 Proz.. Lippe- Detmold mit 10,3 Proz.. Schwarzburg- Rudolstadt mit 10,0 Proz., Braunschweig mit 7,3 Proz., Waldeck mit 3,6 Proz., Elsaß-Lothringen mit 2,9 Proz. Für Deutschland insgesamt ist die Zahl also 12,76 Proz. Ich glaube nickt fehlzugehen in der An- nähme, daß diese Zahlen Sie nicht voll befriedigen; sie sind auch nickt befriedigend. Um so erfreulicher ist der Stand unserer Partei- presse. Im letzten Jahre hat kein Parteiblatt Verluste an Abonnenten erlitten; alle haben zugenommen.(Bravo!) Por zwei Jahren betrug die Zunahme im ganzen 47 330, vor einem Jahre 53 370, im abgelaufenen Jahre 158 638.(Bravo I) Das bedeutet gegen das Vorjahr ein Mehr von rund 100 000. Hieran bat allerdings auch die unerniüdliche fleißige Agitation unserer sozialistischen Frauen einen großen Anteil, denn dadurch ist die Auflage der„Gleichheit" gewaltig gestiegen. Die„Neue Zeit" und einzelne kleine Wochenblätter, die der Agitation dienen, fehlen in diesen Zahlen. Der jetzige Abonnentenstand unserer Parteipresse beträgt insgesamt 837 790. Die Einnahmen ans Abonnements sind von 4151000 M. im Vorjahre auf 4 833 460 M. im abgelaufenen Jahre gestiegen, also eine Zunahme von 682 460. Die Einnahmen auS Inseraten sind gestiegen von 2 537 000 auf 2 871076, das heißt um 334 076 M. Insgesamt hatte unsere Partcipresse eine Mehreinnahme aus Abonnements und Inseraten von 1 016 536,98 M.(Bravo!) Dieser Erfolg zeigt, was durch rastlose Arbeit geleistet werden kann. Diese Zahlen zeigen uns aber auch, welche Arbeit noch zu leisten ist. Was»nS bei der Presse gelungen ist, muß uns auch bei der Parteiorganisation gelingen.(Sehr richtig!> Das eine Jahr, das wir noch bis zu dem heftigsten Wahlkampf, den wir je gehabt haben, vor uns haben, müssen wir nnt aller Kraft verwenden. ES kann für uns nur eine Parole geben: Eine Million Abonnetrten und eine halbe Million Organisierter.(Lebhafter Beifall.) Hieraus erstattet Kaden-DreSden den Bericht der Kontrollkommission und führt anS: Der Bericht der Kontrollkommission fällt diesmal etwaS größer aus als rllher, wenn er auch nicht so groß werden wird wie der des Ge- Nossen Gerisch. Das liegt zum Teil an der Organisation und teils daran, daß durch verniehrte Ausschlüsse mehr Rekurse an die Kontrollkommission eingelaufen sind. Zu- nächst haben wir die Berufung des Vorstandes des Lübecker 'ozialdemokratischen Vereins gegen das Urteil deö Schiedsgerichts vom 18. Januar 1906, weil das Schiedsgericht den Ausschluß der Genossen Kleber und Detlow aus der Partei wegen Streikbruchs abgelehnt hat. Beide führten während eines Streiks den Umbau eines Ladens ans. Als Mitglieder des Zcntralverbandes der Maurer Deutschlands hätten sie, weil sie nicht in den Streik eingetreten sind, die bei Streiks erhöhten Beiträge zu zahlen gehabt, was für Lübeck pro Tag 60 Pf. betragen hätte. Nun erklärten jene, daß sie den erhöhten Beitrag nicht zahlen könnten, weil sie unter der Material- sperre litten. Sie würden denselben aber gerne bezahlen, wenn ihnen die Streikleitung das Material liefere. Weil nun jene den Beitrag nicht zahlten, mußten sie aus dem Verband ausgeschlossen werden. Zum Streikbruch wegen Umbau des Ladens erklärten sie, sie seien vom Inhaber dieses Ladens aufgefordert worden, einen Anschlag einzu- reichen, toorin sie 400 M. gefordert hätten. Daraufhin hättensicdieArbeit erhalten, aber»ach dem Zuschlag sei ihnen vom Bauherrn mitgeteilt worden, da er sie wenig kenne und er deshalb nicht wisse, ob sie die Arbeit richtig ausführten, so wäre er gezwungen, ihre Arbeit überwachen zu müssen und diese Ueberwachung iverde durch den Bau- Unternehmer Kurz in Lübeck ausgeübt.'Ihrem Einwand dagegen, daß dieS nicht ginge, da sie ja dann der Leitung des Baumeisters Kurz unterstünden, wurde entgegengehalten, es handele sich nur um eine " " W " Bestimmte Arbeit, deren Ausführung jener überwachen müsse. Ihre in Dortmund. Er ist vor Jahren aus dem Dortmunder Verein durch öftere Fühlungnahme aus der Welt geschafft werden. Ich Behauptung, daß sie die 400 m. von dem Bauherrn selbst aus ausgeschlossen worden, wurde dann wieder aufgenommen, brachte möchte auch darauf hinweisen, daß in dieser Beziehung die Vorgezahlt erhalten hätten, konnte nicht widerlegt werden. Nun er aber bei Gelegenheit eines Vortrages die alten Streitigkeiten wieder stände der Gewerkschaften manches erledigen fönnten, was uns hier blickt der sozialdemokratische Verein von Lübeck darin, daß zur Sprache, worauf er aufs neue ausgeschlossen wurde. Es wurde Anlaß zur Kritik geben könnte. Was die Zahl von zwei Personen sie diese Arbeit ausgeführt hätten, einen Streifbruch und be- ihm auch vorgehalten, daß er wiederholt die gegnerische Presse zu anlangt, so haben wir keineswegs die Absicht, daran festzuhalten. hauptet, daß die beiden nur Mittelspersonen zwischen Kurz und Angriffen auf die Partei benutzt habe. Die Kontrollkommission, die Das mag dem Parteitag überlassen sein und es mag vielleicht auch dem Ladeninhaber gewesen seien; in Wirklichkeit hätte Kurz die sich schon vorigesmal mit Siebel beschäftigt hatte, legte ihm anheim, die Anregung des Vorstandes angenommen werden. Uns geht es Arbeit ausgeführt, und sie hätten als Arbeiter des Kurz den Lohn feine Wiederaufnahme bei dem Parteitag zu beantragen. Auch die lediglich darum, daß der Parteivorstand vermehrt wird, damit es bezahlt erhalten. Man konnte nun aber auch die Behauptung Klebers alte Angelegenheit Mülhausen im Elsaß beschäftigte wiederum die einmal möglich ist, bessere Fühlung mit den Genossen zu nehmen. und Detlows, sie hätten am Anfang der Arbeit 100 M. und am Kontrollkommission. Der Beschluß, der in dieser Sache gefaßt wurde, Es wird vielleicht auch der Wunsch des Parteitages sein, mehr Ende 300 M. erhalten, nicht widerlegen. Kleber mmd Detlow hätten ist ja im Vorwärts" veröffentlicht worden. Die Angelegenheit ist Fühlung zwischen Partei und Gewerkschaften herzustellen( Zuruf: wissen müssen, so sagte der sozialdemokratische Verein, daß es sich damit erledigt. Es ist anerkannt, daß dem Genossen Emmel die Fähigkeit Geschieht ja schon!) und daß deshalb die Sekretäre aus den Reihen hier um eine Schiebung handle, denn daß Kurz der zur Bekleidung von Parteiämtern nicht abzusprechen ist. Als achter der aktiven Gewerkschaftler genommen werden. Unternehmer gewesen sei, gehe daraus hervor, daß derselbe Beschwerdeführer erscheint der Genosse Druckereibesiger Günther in Zur Begründung des Antrages, daß die Berichte der weiblichen nach Beendigung des Streits die Arbeit hätte fertig machen lassen. Braunschweig. Er hat es den Genossen verübelt, daß sie seine Vertrauensperson, des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion Dazu komme, daß Kleber und Detlow die Arbeit als Affordarbeit Druckerei nicht übernommen, sondern eine eigene gegründet haben. als Beilagen vom Parteivorstande der Provinzpreffe geliefert werden unternommen hätten. Diese Arbeit sei bei den Maurern und Er verlangte 21 000 m. für seine Druckerei, die Genossen wollten möchten, führt Zimmerleuten in Norddeutschland verboten. Kleber und Detlow nur 15 000 M. zahlen. Jetzt verlangt er 6000 m. als Ersatz für Adelung Mainz aus: Wir wissen, wie schwer es den kleinen bestreiten alles, was von dem Sozialdemokratischen Verein Lübeck einen früher von ihm selbst übernommenen Fehlbetrag bei dem Parteiblättern gemacht wird, drei Wochen lang in ständiger Reihenvorgebracht wurde. Sie behaupten, daß sie den Lohn nicht in Lohn Braunschweiger Volksfreund". Der Vorstand hat das abgelehnt, folge die Berichte des Parteivorstandes abzudrucken, und wir wissen, düten alle Wochen empfangen hätten, sondern daß sie in versiegeltem und auch die Kontrollkommission hat die Ablehnung ausgesprochen, daß im Augenblick, wo die Berichte erscheinen, die bürgerlichen Papier am Anfang der Arbeit 100 m. und am Ende derselben weil Günther vor zehn Jahren selbst auf die 6000 Mark Blätter bereits in die Polemik eingetreten sind, so daß es den Lesern 300 m. erhalten hätten. Ferner bestreiten sie, den Ausspruch getan verzichtet hatte, um die Druckerei„ Bolksfreund" noch zehn der Provinzpresse schwer wird, die Sache zu beurteilen, weil sie die zu haben, der ihnen zum Vorwurf gemacht wird: Jagt doch die Jahre zu behalten. In Heidelberg sind zwei Genossen Brecht und Berichte nicht gelesen haben. Es könnten diese Berichte mit geringen Bande zum Teufel. Die Sache bleibt auch unaufgeklärt, da Springer ausgeschlossen worden, weil sie an das dortige Zentrumsblatt Kosten den kleinen Blättern als Beilage zur Verfügung gestellt Behauptung gegen Behauptung steht, und der Beweis natür- Artikel gefandt hatten, die interne Parteizustände geißelten. Der werden. lich nicht erbracht werden konnte. Darum stellte sich Genosse Brecht gibt zu, das getan zu haben, behauptet aber, das Hierauf wird in die Diskussion über Punkt 1 und 2 der Tagesauch die Kontrollkommission auf den Standpunkt, daß der sei geschehen, um die verrotteten Parteizustände in Heidelberg zu ordnung und die obengenannten Anträge eingetreten. Nachweis einer ehrlosen Handlung nicht erbracht sei, und beseitigen. Genosse Springer hat dies Vorgehen ausdrücklich ge- Konrad- Aachen( Stadt): Jm äußersten Westen haben wir selten daß die Vermutung, daß eine ehrlose Handlung vorliege, zum Aus- billigt. Die Kontrollkommission ist dem Beschluß auf Ausschluß einen Bericht des Parteivorstandes mit einer solchen Genugtuung schluß nicht genüge. Auf Grund dessen verwarf die Kontroll beigetreten. Die letzte Beschwerde, welche uns beschäftigte, ging aus begrüßt wie den diesjährigen, und zwar deswegen, weil er die kommission die Berufung des Sozialdemokratischen Vereins Lübeck. von den Genossen. Wiesenthal und Cords in Berlin. Sie richtete wichtigen Fragen der Rednerschule, der Parteikorrespondenz und der Wegen des Verstoßes gegen die Affordarbeit hatte die Kontroll- fich gegen den Parteivorstand und die Berliner Preßkommission Sammlung der von der Fraktion im Laufe der Jahrzehnte gefommission gar keine Ursache einzuschreiten, weil damals schon die wegen Verweigerung der Aufnahme von Sperre- und Streifannoncen stelten Anträge enthält. Ich bin der Meinung, daß mit diesen beiden Meurer nicht mehr im Verband waren, als sie die Arbeit im Vorwärts". Es wurde behauptet, daß der Vorwärts" z. B. Arbeiten namentlich uns in den westlichen Bezirken, wo wir in der ausführten. Eine andere Beschwerde ging von Grimpe- Elberfeld dem Hirsch Dunckerschen Gewerkverein der Maschinenbauer seine Hauptsache noch einen sehr erbitterten Kampf gegen unsere aus. Sie richtete sich gegen den Parteivorstand. Im August 1888 Spalten geöffnet habe und es wurde eine solche Annonce vor- eigenen Klassengenossen zu führen haben, sehr wesentliche hatte Grimpe die„ Dortmunder Arbeiterzeinung" gegründet. Sein gelegt. Es wurde festgestellt, daß diese Annonce nur aus Dienste geleistet werden. Ich bin ja freilich mit der AbBerleger löfte die Geschäftsverbindung mit ihm und blieb ihm versehen in dem„ Vorwärts" aufgenommen worden ist, ebenso wie sicht hierher gegangen, ganz energisch den Parteitag zu bitten, 887 M. schuldig. Aehnlich war das Berhältnis in Köln, wo der auch eine Annonce betr. den„ Allgemeinen Metallarbeiterverband". für uns im äußersten Westen noch ein Uebriges zu tun. Rest 624 M. beträgt. Diese Summen wollte Grimpe von der Der Allgemeine Metallarbeiterverband" ist bekanntlich eine Ab- Ich bin der Meinung, daß die Endschlacht zwischen Kapitalismus Partei erstattet haben. Der Parteivorstand hat das abgelehnt. splitterung des Deutschen Metallarbeiterverbandes". Um eine ge- und Arbeitern in den westlichen Industriegebieten geschlagen werden Die Kontrollkommission hat sich auf denselben Standpunkt gestellt. nauere Kenntnis von dieser Angelegenheit zu erhalten und weil wird, darum müssen wir uns darauf verlegen, besonders kräftig dort Grimpe hatte früher zunächst seine Einkünfte als Drucker des Blattes. Wiesenthal und Cords nach Mannheim gekommen waren, um hier einzugreifen, um eben diese Bewegung möglichst zu beschleunigen. Er hat die Ueberschüsse nicht an die Partei abgeliefert, obwohl die ihre Sache zu vertreten, zog die Kontrollkommission zu der Be- Nachdem aber Genosse Gerisch in seinem Berichte die Rheinproving Blätter eigentlich Barteizeitungen waren. Jegt, wo die Partei die sprechung mit ihnen auch ein Mitglied des Parteivorstandes fowie die als das teuerste Kind hingestellt hat, müssen wir unsere AnZeitungen übernommen hat, möchte er die genannten Summen Genossen Wels und Grauer von der Berliner Preßkommission hinzu. forderungen etwas tiefer herabsetzen.( Rufe: Sehr richtig!) gern erhalten. Für ein persönliches Unternehmen könne doch nach Die Kontrollkommission hat schließlich die Beschwerde des Allgemeinen Aber die Tatsachen an sich reden eine so deutliche Sprache, 16-18 Jahren die Partei in ihrer Allgemeinheit absolut nicht auf- Metallarbeiterverbandes, Siß Berlin, zurückgewiesen und zwar mit daß man auch dann noch nicht unverschämt wäre, tenn tommen, namentlich nicht, da Grimpe als die Partei seinerzeit folgender Motivierung: Die Partei fann sich in gewerkschaftliche wir auf der Forderung bestünden und sagten, man möge die Blätter übernahm, genügend abgefunden ist. Deshalb Streitfälle nicht einmischen, solange nicht allgemeine Parteiinteressen den westlichen Provinzen unter die Arme greifen.( Heiterfeit.) Jit hat die Kontrollkommission die Beschwerde zurückgewiesen. dabei berührt werden. Sie kann daher auch ein Urteil über den bezug auf die Parteiforrespondenz hätte ich den Wunsch, daß diese Die dritte Angelegenheit betrifft Saarbrücken. Hier war unter Streit des Allgemeinen Metallarbeiterverbandes resp. des Genossen namentlich auch den in der gewerkschaftlichen Organisation tätigen den Genossen ein heftiger Streit entbrannt. Es war gegen die Wiesenthal mit dem Deutschen Metallarbeiterverband( Sitz Genossen zugängig gemacht wird( Buruf: Geschieht ja!), es wird Genossen Osterroth, Seel und Berg der Ausschluß beantragt. Stuttgart) nicht abgeben, umsoweniger, als die früheren Mitglieder mitunter lebhaft beklagt, daß imfere gewertschaftlich tätigen Leute Das Schiedsgericht hat die Ausschlußanträge abgelehnt und statt des Deutschen Metallarbeiterverbandes ihr Beschwerderecht nicht aus- mit der Zeit die richtige Fühlung mit der Partei verlieren. dessen dem einen Genossen eine Rüge, dem anderen einen scharfen genutzt haben. Die Partei nuß aber jeden Abiplitterungsversuch in Namentlich die in den Ortsgruppen angestellten Beamten sind derTadel ausgesprochen. Hiergegen ist Berufung an die Kontroll- der modernen Arbeiterorganisation, als welchen sich die Gründung artig mit Arbeit überlastet, daß es ihnen an der notwendigen Zeit tommission ergangen und diese ist dem Urteil des Schiedsgerichtes des Allgemeinen Metallarbeiterverbandes darstellt, entschieden zurück fehlt für ihre weitere geistige Ausbildung. Wenn man diesen durch beigetreten. Die Berufungsschrift bot auch nicht eine neue Tat- weisen. In dem angenommenen Antrag 102 des Partei- die Zustellung der Korrespondenz unter die Armte greifen würde, würden fache; es zeigte sich deutlich, in wie fahrlässiger Weise An- tages zu Lübeck ist die Stellung der Partei auch die Referate und das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften viel flagen erhoben werden. Der ganze Streit stellte fich flar nnd unzweideutig zum Ausdruck gekommen. Die besser werden, weil diesen Beamten dann leichter Agitationsmaterial zur als Klatsch heraus. Ich will den Parteitag damit nicht Kontrollkommission ist in Üebereinstimmung mit dem Parteivorstand Verfügung steht. Wenn wir dies tun, würde manche Versammlung ein belästigen. Dann hat sich die Kontrollkommission mit den und der Preßkommission der Meinung, daß dem Absplitterungs- anderes Geficht bekommen, wie es heute der Fall ist. Ferner sollte die Streitigkeiten in Forst zu befassen gehabt. Markwald versuche Vorschub geleistet würde, wenn der Vorwärts" für Korrespondenz eine Statistit darüber enthalten, welche Parteien wandte sich an die Kontrollkommission, weil das Schiedsgericht Publikationen des neu gegründeten Verbandes geöffnet ist. Die regelmäßig die Anträge der sozialdemokratischen Fraktion im ReichsPerner und Rubendunst nicht ausgeschlossen hatte. Die Kon- Spruchpraris des Parteivorstandes und der Breßkommission, den tage zu Fall bringen, und zwar hätten wir deshalb diesen Wunsch, trollkommission ist nach genauer Prüfung der Aften zu der Ueber- Vorwärts" nur den Organisationen zur Verfügung zu stellen, welche weil wir es vornehmlich mit der Zentrumspartei zu tun haben, die zeugung gelangt, daß absolut kein Grund zum Ausschluß vorlag, sie bei der Berliner Gewerkschaftskommission oder dem Kartell an- es mitunter so schlau versteht, Anträge zu stellen. weil sie weiß, die ist einstimmig dem Urteil des Schiedsgerichts beigetreten. Die Ur geschlossen sind, hat sich als praktisch und zutreffend bewährt und Anträge werden nicht Gesetz werden. Bei anderen Gelegenheiten fache zu dem Streit war die Aufstellung eines Kandidaten für die kann sich die Kontrollkommission dem nur anschließen. Die( versehentliche) wiederum, wo es ihr möglich wäre, solche Anträge zu stellen, nächste Reichstagswahl. Im September 1905 war vom Bentral- Aufnahme eines Inserats des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins der tut sie es nicht, um so zu verhindern, daß der Arbeiterborstand des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Maschinenbauer und Metallarbeiter fann diese unsere Auffassung schutz weiter ausgedehnt wird. Wenn wir also in Sorau- Forst und bon den Ortsvorständen eine dreigliedrige nicht beeinträchtigen. Unberührt bleibt durch diesen Urteilsspruch einem Quellentverte eine solche Zusammenstellung hätten, dann Kommission gewählt, die Vorschläge für die Besetzung des die persönliche Auffassung der einzelnen Genossen über den Streitfall fönnte man diese sehr gut in der Agitation gegen die ZentrumsPostens machen sollte. Bevor die Kommission zu einem Resultat selbst, wie er sich zwischen dem Allgemeinen und dem Deutschen partei verwenden. Genosse Gerisch ist der Meinung, daß es nicht gelangte, wurde die Kandidatenfrage in einigen Bezirksvereinen des Metallarbeiterverband abgespielt hat. angängig erscheine, einen einheitlichen Parteibeitrag festzulegen, wir sind Forster Wahlvereins erörtert, und einer davon beantragte, Markwald Wir haben auch die uns überwiesenen Revisionen eingehend vor- aber zu einer anderen Ueberzeugung gekommen. Wir haben bei uns sicherin Aussicht zu nehmen. Dieser Antrag sollte sofort in einer Ver- genommen: ich kann erklären, daß wir nicht das geringste auszusetzen lich nicht goldene Gefilde für die Arbeiter, aber seitdem wir im rheinischen fammlung am 12. Mai 1906 zur Verhandlung kommen. Die Kom- haben. Organisationsbezirk beschlossen haben, 10 Pf. Parteibeitrag zu zahlen, hat mission hatte aber noch nicht berichtet; ihr Vorsitzender saß im Ges Auch im Geschäft in Stuttgart haben wir alles in bester Ord- sich unsere Organisation in Stadt und Land um das Dreifache gehoben. fängnis, und infolgedessen wurde die Versammlung vertagt. Am nung befunden, und daher beantrage ich im Namen der Kontroll- Ich meine, wenn die Gewerkschaften so hohe Beiträge bezahlen, 7. Juli fand eine neue Versammlung statt. Die Kommission batte fommission, dem gesamten Vorstand für seine Tätigkeit nach allen fönnen auch wir dazu kommen, 10 Pfennig als Beitrag festzusetzen. ihre Arbeit beendet und schlug als Kandidaten den Genossen Richtungen hin Decharge zu erteilen. Aber bei dieser Gelegenheit Es muß schließlich den Organisationen am Ort überlassen bleiben, Koblenzer vor. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen will ich nicht unterlassen, auch hier auf dem Parteitag auszusprechen, ob sie noch höhere Beiträge nehmen wollen. An der Höhe der Beizwischen Berner und Markwald. Markwald beschuldigte daß wir in der Kontrollkommission in diesem Jahre wiederum einen träge scheitert die Organisation nicht. Dafür haben wir den Berner, er habe über ihn unwahre Behauptungen aufgestellt, und schweren Verlust zu beklagen haben: Heinrich Meister ist uns lebendigsten Beweis in der Gewerkschaftsorganisation. Durch höhere auf Zuruf aus der Versammlung antwortete Perner: Nun, wenn durch den Tod entrissen worden.( Die Anwesenden erheben sich von Beiträge wird die Organisation leistungsfähiger werden. Ferner bin das Mandat käuflich ist, brauche ich nichts mehr zu sagen." Perner den Sigen.) Wir verlieren in Meister einen unserer besten und ich der Meinung, daß der Anregung etwas mehr Nachdruck gegeben teilte am 9. Juli der Preßkommission mit, daß er auf Grund dieses tätigsten Genossen. Heinrich Meister war einer von der alten wird, daß die einzelnen Parteiorte auch dem nachkommen, was der Zusammenstoßes feine Tätigkeit in der Redaktion bis auf weiteres Garde. Seit mehr denn vierzig Jahren hat er unter der Fahne des Parteitag beschließt, denn sonst können wir uns die Kosten für den einstelle. Markwald legte der Breßkommission seine Stellung Broletariats politisch und gewerkschaftlich in den ersten Reihen ge- Parteitag sparen. Wofür fassen wir denn die Beschlüsse, wenn zum Konflikt dar. In dem Brief schrieb er:„ Sollte ich in den kämpft. Seit dem Berliner Parteitag war er Vorsitzender der sie nicht ausgeführt werden?( Sehr richtig! Beifall). Reichstag gewählt werden, so hätte ich auch während der parla- Kontrollkommission. Wir können am besten ermessen, was wir an mentarischen Session nach Möglichkeit für das Blatt zu arbeiten, Heinrich Me i ster verloren haben. Sein Name hatte einen guten aber fein Gehalt zu beziehen. Hätte ich ein Mandat be- Selang in der Partei wie auch in der Gewerkschaft. Denn wo der Kampf am kommen, so würde ich durchschnittlich nur mein halbes stärksten tobte, da fanden wir seit Jahrzehnten unseren Heinrich Gehalt beziehen und trotzdem mindestens quantitativ für die Meister mit an der Spize, wo er mit frohem Kampfesmut, ber Märkische Boltsstimme" täglich soviel leisten, wie Mehring für bunden mit einem freundschaftlichen und kameradschaftlichen Wesen, die Leipziger Volkszeitung". Ueber Berner schreibt er:" Ich sich die Herzen und die Freundschaft aller erwarb, die mit ihm zu persönlich bin bereit, ob ich mun bleibe oder ob ich gehe, ihm, soweit fammentamen. Er war der Kämpfer und Proletarier im besten es mit meiner Ehre irgend zu vereinbaren ist, goldene Brücken zu Sinne. Als Proletarier geboren ist er auch als Proletarier gebauen, wenn er Brot braucht."( Lachen). Infolge dieses Briefes beschloß storben. Sein Leben war ein Leben des Kampfes und der Arbeit. Der Antrag wird mit großer Majorität angenommen und in die Preßkommission am 12. Juli Markwald unter Fortbezahlung Nichts hatte er errungen, was ihm in seinen alten Tagen ein sorgen der Diskussion fortgefahren. feines Gehaltes bis zum Ablauf der Kündigungsfrist sofort feines freies Leben gestattet hätte. Aber was er errungen, das ist die Peus- Anhalt: Genosse Gerisch hat uns Anhalter Genossen als Amtes als Redakteur zu entfegen. Aber Markwald hatte schon Liebe des Proletariats und das war das Höchste und Schönste recht große Sünder hingestellt.( Sehr richtig! Heiterkeit.) Sehr borher erklärt, daß er unter den obwaltenden Verhältnissen aus- für ihn. In Hannover zeigten es Partei und Gewerkschaften unrichtig, wie ich Ihnen nachweisen werde. Wir haben uns nur scheiden werde und auch die weitere Verfolgung seiner Kandidatur an seinem Begräbnistage, was ihnen Heinrich Meister war, erlaubt, das gesetzliche Minimum an den Parteivorstand zu aufgebe. Der Beschluß der Preßkommission wurde in der und so hoffe auch ich, daß die Gesamtpartri das Andenken unseres zahlen.( Buruf: Sehr nobel!) Es heißt im Parteistatut: Die Festnächsten Nummer der„ Märkischen Volksstimme" bekannt ge- Meister stets in Ehren halten wird, denn er war einer unserer fegung der Beiträge ist den Bezirksorganisationen überlassen. Wenn geben; in dieser Bekanntmachung fehlte vor dem Namen Mart- Besten.( Stürmischer Beifall.) Sie dies nicht gewollt hätten, dann hätten Sie diesen Satz überwald das Wort Genosse. Markwald fühlte sich hierdurch Borsigender Singer: Der soeben eingelaufene Antrag 139, der Haupt nicht beschließen dürfen.( Sehr richtig!) Wir stehen also durchin den Augen der Parteigenossen herabgesetzt. Die Erklärung war zu dem Bericht des Vorstandes gehört, berührt eine Materie, die aus auf dem Boden des Parteistatuts.( Buruf: Das hat niemand von Rubendunst als Vorsigenden der Preßkommission unterzeichnet. bereits in Anträgen behandelt ist. Ich glaube deshalb annehmen bestritten.) Darum weiß ich nicht, warum wir überhaupt getadelt Markwald sagte, daß darin wissentlich unwahre Behauptungen auf zu dürfen, daß er genügend unterstützt ist. Der Antrag lautet: werden. Durch die Gründung eines Wahlkreisvereins wurden wir gestellt seien, die geeignet wären, ihn in seiner Ehre und in seinem Der Parteivorstand ist angesichts der Tatsache, daß die Aufgaben vor die Frage gestellt, welche Beiträge der Wahlkreisverein erhält, Ansehen in der Partei zu schädigen. Hierbei fomme Rubendunst der Partei fortgefeßt größer werden, namentlich auch im Hinblid wenn die Bezirksorganisationen beibehalten werden. Wir haben nun als Verfasser und Berner insofern in Betracht, als er die Notiz und auf die im Jahre 1908 bevorstehende Reichstagswahl, um zwei für den Wahlkreis 10 Pfennig erhoben und den Ortsvereinen die Erklärung aufgenommen habe. Darin erblickt Markwald eine Sekretäre zu verstärken. überlassen, die örtlichen Beiträge zu erhöhen. Dabei haben ehrlose Handlung im Sinne des Statuts und stellte den Antrag auf Zur Diskussion werden gestellt und begründet, die Anträge 8, wir garnicht garnicht die Absicht gehabt, bei dem Minimum zu Ausschluß von Berner und Rubendunst. Das Schiedsgericht sprach 131,1, 139 und der Handschriftliche Antrag auf Rieferung des bleiben. Wenn im ganzen Reich so viel bezahlt würde, als wir die Genoffen frei. Markwald wandte sich an die Kontrollkommission, Vorstands, des parlamentarischen und des Frauenberichtes an alle in Anhalt zahlen, so würde man nicht 130 000 M. für die Zentral diese aber hat seinen Einspruch verworfen, da auch nicht das geringste Parteiblätter. faffe einnehmen, sondern 200 000 M. Ich bedauere aber bei der nene Material vorgebracht war. In Hamburg hat der 2. Wahlkreis Runge- Bochum( zur Begründung der Anträge 8, 131 und 139): Gelegenheit besonders, daß das, was Genosse Gerisch uns vorden Ausschluß von Töteberg wegen Streilbruch beantragt. Er hatte Ich glaube mir eine längere Begründung der Anträge ersparen zu getragen hat, nicht schon vorher vorgetragen worden ist, wir hätten vom Mai bis August 1905 in einem durch den Metallarbeiterverband können und bin der Ueberzeugung, daß aus den Ausführungen des dann Stritit daran üben können.( Sehr richtig, Widerspruch.) Wir hätten gesperrten Betrieb Arbeit angenommen. Er war nicht gewerkschaftlich, Borstandes hervorgeht, daß eine Ueberlastung des Vorstandes vor- ebenfalls das Bedürfnis nach Zuschüssen von der Bentralfaffe gehabt, sondern nur politisch organisiert. Bis zum April 1906 hatte man handen ist. Wenn Genosse Pfannfuch heute morgen sagte, der Vor- aber wir haben die 60000 m., die wir für unsere Druckerei benötigten, sich mit der Sache garnicht befaßt, da auf einmal wirft man ihm eine stand habe nicht überall seine Pflicht erfüllt, so ist das zum Teil aus eigenen Mitteln aufgebracht, und darauf sind wir stolz. Wir ehrlose Handlung vor. Ein Schiedsgericht sprach ihm nur einen zutreffend. Aber man fann nicht ein böswilliges Verschulden an- behalten das Geld für uns und liefern nur das Minimum ab, weil scharfen Tadel aus. Der Wahlkreis legte Berufung ein. Die Kontroll- nehmen. Wir sind eben der Meinung, daß innerhalb des Partei- wir es für die nächste Reichstagswahl notwendig brauchen und weil fommission wies die Berufung zurück, da tein neues Material vorlag, vorstandes zu wenig Personen vorhanden sind. Sie können die wir dann auch nicht um einen Parteizuschuß einzukommen brauchen. der Sperrbruch lange zurück lag und der Metallarbeiterverband sich durch die festere Drganisation vermehrte Arbeit nicht bewältigen. Ich meine, das ist doch vernünftig.( Sehr richtig! Heiterkeit.) bereit erklärt hatte, Töteberg aufzunehmen. Außerdem hatte Töte- Wir halten es für notwendig, daß die Mitglieder des Parteivorstandes Auf diese Weise wird der Parteivorstand erheblich mehr berg ein volles Jahr gearbeitet, bis man gegen ihn vorging. Der des öfteren hinausgehen und gewiffe Situationsreifen vornehmen Geld erhalten als er sonst bekommen würde. Wir haben Metallarbeiterverband sieht die Sache als verjährt an, da kann doch( Buruf: Revisionsreisen), um draußen in der Provinz manche Aende- auch einen Gefretär für unferen Wahlkreis angestellt. die Kontrollkommission nicht zu einer schärferen Maßnahme greifen. rungen zu treffen. Ich bin überzeugt, die bitteren Klagen des Genossen Wir sind der Meinung, daß es viel zweckmäßiger ist, wenn in einem Eine andere Beschwerde ist die des ehemaligen Mitgliedes Siebel Gerisch, daß in puncto Finanzen nicht alles in Ordnung ist, könnten Wahlkreise ein Sekretär eine intensive Agitation besorgt, als wenn Scheibe Dortmund: Es ist ein Geschäftsordnungsantrag Scheibe- Dortmund eingelaufen, wonach neben der Resolution des Jenaer Parteitages, auch die des Kölner Gewerkschaftskongresses über den Massenstreit, den Delegierteu vorgelegt wird. Eine nähere Begründung des Antrages fönnte ich mir ersparen.( Sehr richtig!) Ich halte es für selbstverständlich, daß die Kölner Resolution gleichzeitig mit der Jenaer vorgelegt wird." Gerade im Punkte des Massenstreits wird fie eine gewichtige Rolle in der Debatte spielen. # ein Dutzend Wahlkreise durch einen Parteisekretär versorgt werden.| Seiterkeit), daß gerade Vollmar uns am am allerentschiedensten bekämpft.| Wir sind nicht so pflichtvergessen, wie es scheinen könnte. Halle Da fehe ich nicht ein, warum die Anhaltiner, die doch ihre Pflicht Die eigentlichen Urheber der Sagungen sind die Pfälzer. Du kennst sie arbeitet für die zurückgebliebenen Streise des Regierungsbezirks etan haben, hier lächerlich gemacht werden. Ich protestiere ent- doch, mein lieber Gerisch.( Heiterkeit.) Bei uns besteht keine Merseburg. Wir tragen die Kosten für den Bezirkssekretär, ohne schieden dagegen. Wir müssen auch die ganz überflüssige Angst und Animosität gegen den Parteivorstand. Wir haben, um das Rentamt ihn in Anspruch zu nehmen. Das„ Volksblatt" wird zum größten Gorge der Genossen bekämpfen. Es können sehr viel mehr Genossen, an unserer Presse teilnehmen zu lassen, einen vom Rentamt mit Teil von Genossen aus Halle unterhalten. Die anderen Kreise vie fich abhängig fühlen, für die Organisation gewonnen werden. einbezogen als Teilhaber. Seht, Ihr habt keinen Pfennig geopfert arbeiten mit Unterbilanz, die wir Hallenser decken. Unser„ VolksJe stärker die Organisationen sind, desto geringer wird die Angst und seid zu einem Fünftel sogar Teilhaber.( Große Heiter- blatt" hat noch nie Zuschüsse aus den Parteikassen gebraucht. Der bor Maßregelungen sein.( Sehr wahr!) feit.) Wie kann man δα bon Versumpfung reden und Kreis Halle wird niemals wieder zu so scharfen Vorwürfen Anlaß Groth- Stettin: Ich begrüße mit Freuden den Antrag 8. Es ist davon, daß niemand seine Pflicht tut. Für die Aeuße- geben, dafür werden wir sorgen. nötig, mehr Sekretäre für das Parteibureau anzustellen. Die rung von Gerisch habe ich nur eine einzige Erklärung. Schmitt- München: Wenn Gerisch sich darauf beschränkt hätte, Korrespondenz war in der letzten Zeit etwas saumselig. Unserer er weiß, der Parteivorstand hat seine Pflicht und Schuldigkeit nicht seiner Unzufriedenheit über die Bayern formell Ausdruck zu geben, Ansicht nach sind die Sekretäre mit Arbeiten überlastet. Man dürfte in dem Maße getan, wie er es hätte tun sollen; er erwartet große fo hätte er vielleicht bei manchem Bayern Widerhall gefunden. So oeshalb den anzustellenden Sekretären feine Reichstagskandidaturen Vorwürfe und als geschickter Taktiker denkt er: Du drehst den Spieß aber ist es leider notwendig, daß wir mit allem Nachdruck gegen die übertragen. Zu unserem Provinzialparteitage hatte der Partei- um, nimmst einen Sündenbock und leitest die ganze Diskussion auf Absichten protestieren, die Gerisch uns unterschoben hat. Gerade borstand einen Vertreter zugesagt, aber nachher hat er geschrieben, den ab. Wen soll er nehmen als die guten bescheidenen Bayern. Gerisch hat in Jena die Genossen zu beschwichtigen gesucht, indem daß, niemand abkommen kann. Wir bedauern das, denn der Partei-( Große Heiterkeit.) Sie haben ja schon gesehen, alles wirft sich er sagte, es fomme nicht auf die Höhedes Beitrages an, sondern darauf, oorstand hätte sich auf diese Weise leicht informieren können. Unser darauf und darüber werden die anderen Dinge vergessen, aber daß überhaupt etwas abgeführt wird. Wir dürfen auch nicht verWunsch geht dahin, daß der Parteivorstand auf den Provinzial zehn Minuten habe ich ja nur; somit werde ich gleich den Anfang geffen, daß die Neuorganisation in Bayern erst in diesem Sommer parteitagen vertreten ist. Den Wünschen des Vorredners über die machen und dort hineinbohren, wo hineingebohrt werden muß. in Kraft treten konnte. Die Beiträge, die im Bereicht angegeben Parteikorrespondenz kann ich mich nur anschließen. Die BerichtSinger: Ich habe mit Rücksicht auf die Unterbrechungen drei sind, stammen noch von der alten Organisation. In Zu erstattung der Landesjekretäre läßt zu wünschen übrig. Es hätte Minuten zugegeben( Heiterkeit), bitte aber nun zum Schluß zu funft wird wird es besser werden. Es hat sich gezeigt, daß darüber im Vorstandsbericht mehr mitgeteilt werden müssen. Die kommen. die Befürchtungen derjenigen richtig waren, die es als falsch Masse der Parteigenossen müsse informiert werden, wie die von der Gesamtheit bezahlten Sekretäre arbeiten. Wir haben in Ehrhart( fortfahrend): Sie sehen also, wie unglücklich ich bin. bezeichneten, daß man auf der einen Seite etwas gibt und ( Große Heiterkeit.) Da unten rufen Sie mir„ Auspacken 1" zu, und auf der anderen Seite es wieder nimmt. da oben ruft man, ich soll ruhig sein.( Heiterfeit.) Nur das eine München unsere Pflicht erfüllt; wir sind auch in der Provinz unnoch: Gerisch schmeichelt den preußischen Genossen. Er hat gewiß unterbrochen tätig gewesen. Auch die Gemeindewahl in München alle Ursache, das zu tun; aber er soll es nicht tun auf Kosten der hat Taufende verschlungen und die Landtagswahlen des nächsten Frühjahrs stellen wieder große Anforderungen an uns. Es lag also Bayern.( Große Heiterkeit und lebhafter Beifall.) fein Grund vor, so über die Bayern zu reden. Ich glaube, Gerisch ist nur die Zunge durchgegangen. Gewehr- Elberfeld: an Scheibe- Dortmund: Ich möchte die Kontrollkommission dringend ersuchen, dem früheren Genossen Siebel aus Dortmund überhaupt nicht mehr zu antworten. Er und Lütgenau haben uns bei der Leuten gebührt überhaupt keine Antwort mehr.( Sehr richtig!) Es ist wahr, daß wir zu den Leuten gehören, die wenig an die Zentrale abliefern, aber viel erhalten. Das meiste Geld haben wir für das Nach der Sarkastit unseres Pfalzgrafen muß ich das trockene Leinert- Hannover: Genosse Gerisch hat darauf hingewiesen, daß. Ruhrbeden gebraucht. Die Agitation ist da sehr teuer. Die Fluktuation Gebiet wieder beschreiten. Den Vorwurf der Pfennigfuchserei die Kosten für die Nachwahlen nur in 5 Kreisen gering waren, ist groß. Um diese Kreise zu erhalten, bedarf es großer Arbeit. dem Vorstand gegenüber halte ich für nicht berechtigt. während für 12 Kreise außerordentliche Aufwendungen, im DurchWir haben infolge der Anstellung von Sekretären bereits erhebliche Wenn der Vorstand nicht alles bewilligt, ist das ein schnitt 6000 M. erforderlich waren. Ich finde es nicht gerecht, daß Fortschritte gemacht, allein in den legten zwei Monaten hatten wir Stachel für die einzelnen Orte, selbst mehr zu tun. Die Gerisch dabei nicht erwähnt hat, daß dem Parteivorstande die Nachüber 500 neue Aufnahmen.( Sehr wahr!) Sie dürfen auch nicht Statistit, die uns Genosse Gerisch über die Stärke der wahl in Hannover feinen Pfennig gekostet hat.( Bravo!) vergessen, daß wir in Hagen und Zierlohn Nachwahlen hatten, die Organisationen brachte, ist sehr zu begrüßen. Damit immer mehr Pfannkuch: Ich bestätige das lieber Genosse Leinert.] Leinert viel Geld fofteten. Dazu kommt, daß infolge des Boruffiaunglücks folcher statistischen Arbeiten gemacht werden können, ist es notwendig, fortfahrend: Auch mit der Statistik, die Gerisch über Parteidie Reichstagsreden von Hue und Sachse gedruckt verbreitet wurden. daß der Parteivorstand verstärkt wird. In bezug auf die weitere beiträge und Aufwendungen der Zentraltasse vorgetragen Das foſtete 12 000 Mark. Zu bedauern ist die schwache Entwickelung der Organisation hat sich leider der Parteivorstand bat, bin ich, soweit dabei Hannover in Frage kommt, Besetzung der Fraktion bei der Besprechung der Interpellation. immer zu fehr schieben lassen. Ich halte die Anstellung von nicht einverstanden. Hannover figuriert darin mit einer Das erregte Unwillen im Ruhrrevier und da mußte der Partei- zwei neuen Sekretären für durchaus geboten. Arbeit ist in Leistung von 2900 M. und mit einer Zuwendung von 58 972 M. borstand ein Pflästerchen von 12 000 M. auf die Wunde legen. Maffe vorhanden. Was die Vorwürfe Ehrharts gegen Gerisch anbe- Aber diese 2900 M. beziehen sich nur auf ein halbes Jahr und ver ( Heiterkeit.) Sie können sicher sein, daß das Geld wieder einkommt. langt, so mag Gerisch in der Form etwas zu traß gewesen sein. Das schiedene Beiträge sind auch nach dem 31. Juli, wo die Hauptkasse Das Ruhrbecken wird schließlich ebenso rot werden, wie das König- macht sein Amt als Kassierer; aber in der Sache ist wohl die Mehr- abschließt, eingegangen. Die Zahlen, die Gerisch vorgetragen. reich Sachsen.( Bravo!) Einige Worte über die Veröffentlichung heit des Parteitages auf seiten von Gerisch.( Sehr richtig!) Ich fönnten in Hannover irrtümliche Ansichten über unser Wachstum erdes Protokolls der Zentralvorstände. Wir haben uns in unseren weiß, wie die Süddeutschen sich gegen das neue Organisations- wecken. Unsere Mitgliederzahl steht wesentlich über dem Durchschnitt Kreisen formell mit der Generalfommission einverstanden erklärt, statut gewandt haben, offenbar aus Besorgnis, abhängig von des Reiches und Preußens. Wir haben ein außerordentliches aber materiell dem Parteivorstand recht gegeben. Die Veröffent- Berlin zu werden. Eine Abänderung des Organisationsstatuts Wachstum zu verzeichnen. Zu Anfang der Neuorganisation hatten lichung war notwendig. Ich erinnere nur daran, daß vor wird sich sicher bald notwendig machen. Die Einführung wir 3500 Mitglieder, jetzt haben wir 10 000( Lebhaftes Bravo!) und Veröffentlichung der Maurer Gehl Maurer Gehl aus Berlin in öffent eines einheitlichen Beitrages halte ich durchaus für durchführbar. es find zahlende Mitglieder( Erneutes Bravo 1), die nicht nur auf lichen Versammlungen unseres Kreises behauptete, Bömel Die Parteiforrespondenz" sollte uns vor allem auch das Material dem Papiere stehen. Auch gegen die Aeußerungen des Genossen burg habe die Demonstration bom 21. Januar als aus den Reichstagskommissionen übermitteln.( Sehr richtig.) Gerisch muß ich mich wenden, daß die Wahlkreise, die keine Beiträge Protestrummel bezeichnet, über den er gelacht habe. Wir waren zahlen, das Recht der Delegation zu den Parteitagen verlieren. baff darüber, daß unser Abgeordneter so etwas sagen konnte; wir Thiele- Halle: ( Widerspruch von Gerisch.) Das wäre ja die Einführung des Klassenhaben ihn sofort zur Rechenschaft gezogen und da hat er bewiesen, Daß Gerisch im heiligen Kassiererzorn uns fündigen wahlrechts nach dem Geldsack, nach preußischem Muster. Wenn davon was wir heute alle wissen, daß er damit die Protestbewegung im Hallensern mit der Posaune etwas träftig angeblafen hat, müssen gesprochen wird, daß wir Hannoveraner 58 972 M. von der ZentralAnschluß an den Kölner Gewerkschaftskongreß gemeint habe. In wir uns gefallen lassen. Daß er uns aber auch die Posaune kasse entliehen hätten, so darf dabei nicht übersehen werden, daß dieser Weise einzelne Genossen, die im Vordergrunde stehen, an- wiederholt gründlich den Kopf geschlagen hat, dazu 55 000 M. davon Darlehen waren. Diese Darlehen mußten ganz greifen, das heißt, die Partei auf das infamste schädigen.( Sehr lag fein Grund vor. Auch andere Großstädter haben nichts aus den Leistungen der Zentralkasse für die Wahlfreise ausscheiden, richtig!) Als wir das zurückwiesen, da erklärte das Organ der abgeliefert. Lieber Erzengel Gabriel- Gerisch, was Halle recht ist, ist weil der Vorstand sein Geld ja zu einem hohen Zinsjuße verliehen Anarcho- Sozialisten, Ihr könnt ja wegen ehrlofer Handlungsweise Karlsruhe billig. Wir haben stets unfere Pflicht der Partei gegen hat.( Heiterkeit.) Das ist keine Leistung. Wir hätten das Geld auch wo einen Anschlußantrag stellen.( Lachen.) Auf diese Weise ist gearbeitet über erfüllt; wir haben noch niemals Mittel der Allgemeinheit anders her borgen können( Heiterkeit), daß wir es vom Parteivorstande worden vor der Veröffentlichung des Protokolls. Wir können dem gebraucht und werden sie auch in Zukunft nicht brauchen. Der Auf- nahmen, ist ein besonderes Entgegenkommen von unserer Seite. Parteivorstand nur dankbar sein, daß er durch die Veröffentlichung schwung unserer Presse ist erfreulich, aber leider verfügen die Partei-( Große Heiterkeit.) Wir haben in Hannover ein Geschäft errichtet, Selarheit geschaffen hat.( Beifall.). blätter der Provinz über einen zu kleinen Etat. Unsere Redakteure das 250 000 M. gekostet hat. Der wesentlichste Teil der Summe ist Ehrhart- Ludwigshafen. müssen weit mehr arbeiten, als die an bürgerlichen Blättern, aber von Hannover allein aufgebracht, der Rest ist entliehen worden. leider stehen ihnen nicht die genügenden Mittel zur Verfügung. So Nicht einverstanden bin ich mit der Ausführung, die der Parteivorstand Ich liebe es sonst nicht, zu reden, aber Genosse Gerisch hat heute erfreulich die Entwicklung der Parteipresse ist, so gibt es doch viel dem Bremer Beschluß über das Gehalt der Landessekretäre gegeben morgen Angriffe gemacht auf Bayern, die ich zurückweisen muß. Ich unangenehme und höchst verwerfliche Vorkommnisse. Ich will hat. In Bremen wurde das Anfangsgehalt auf 2000 M. festgesezt, weiß nicht, was unserm Finanzminister in die Krone gefahren ist, nicht auf alles eingehen, sondern nur hinweisen auf die Art aber Genosse Hoffmann sagte unter allgemeiner Zustimmung: wenn daß er hier eine solche Sprache führt.( Heiterkeit.) Er hat ganz wie der Vorwärts" noch in voriger Woche einen unserer Kollegen die Genoffen aus einer anderen Stellung kommen, wo sie mehr unverantwortliche Angriffe gegen die Bayern gerichtet. Er sagte, behandelt hat. Ich meine den Artikel gegen Stampfer„ Eine Gehalt bezogen haben, sollen sie natürlich dieses Gehalt weiter beBayern hätte einen Treubruch begangen durch die Art, wie es das täppifche Büberei".( Sehr richtig! und Widerspruch.) Dazu lag ziehen. Der Parteivorstand sagt nun, das soll auch geschehen. deutsche Gesetz in seinen Landesgefegen ausgelegt habe. In Jena fein sachlicher Grund vor.( Buruf; Nanu?) Der Vorwärts" ch zahle 2000 m. und was in der anderen Stellung darüber aber hat Genosse Gerisch den Bayern selbst gesagt:" Seid ruhig, brauchte sich nur der verschiedenen Parteitagsbeschlüsse zu erinnern, hinaus gezahlt worden ist, das muß aus der Provinz, aus der der seid ruhig; es geht ja doch seinen Gang. Es ist aber doch höchst unEs wird nicht so daß in Polemiken zwischen Parteigenossen ein anständiger Ton Landessekretär stammt, gedeckt werden. gehandhabt werden." Hast Du es nicht gesagt; Du fannst herrschen soll. Was würde der" Vorwärts" sagen, wenn die angenehm, daß man sich mit solchen Forderungen an die alte ca nicht abstreiten.( Große Heiterkeit.) Daraufhin haben Provinzpresse, die er in diesem Falle nur zum ganz geringen Teile Stellung wieder wenden muß. Redner hebt zum Schluß den außerwir flein beigegeben und haben gefagt: Wir machen auf seiner Seite hat, ihm die Ueberschrift als Journalistische ordentlichen Nutzen, den die Landessekretäre gebracht haben hervor, feine Opposition". Es wird auch Wasser in den der zu Peus, Wein Flegelei" heimgezahlt hätte! Mit Recht würde er sich darüber im Gegensatz zu da gemeint hat, daß gegossen.( Bebel: Mußbachwasser! Große Heiterkeit.) Gerisch hat beschweren. Aber dann hat er vor allen Dingen als Bentralorgan Parteisekretär, der ein Dutzend Wahlkreise besorgt, völlig auf die versumpften Bayern hingewiesen. Er hätte vielmehr Ursache die Pflicht, Preßpolemiken nicht in einem Ton zu führen, der jedem zwecklos ist. Das sage er wohl nur, weil Anhalt nicht ein Dugend gehabt, in Preußen an verschiedenen Ecken und Kanten seine Stimme Anstand Hohn spricht. Ich mag nicht, daß die Redaktion geschul- Wahlkreise habe.( Heiterkeit.) recht kräftig zu erheben. Er verweist auf Berlin und schmeichelt und meistert wird, aber hier wäre es Aufgabe des Parteivorstandes Hierauf werden die Verhandlungen auf Dienstag 8 Uhr lobt unsere Berliner( Mit Recht!). Ich kann mir ja denken, welche gewesen, zu erklären, daß er sich nicht identifizieren mag mit diesen vertagt. Absicht er dabei hat.( Große Heiterfeit.) Ich will bemerken: wir Ausschreitungen des Vorwärts", die nicht bloß in diesem einen Falle Es sind viele Begrüßungstelegramme eingegangen. alle in Süddeutschland sind einer Stimme des Lobes über die vorgekommen sind. Wie sind andere Genossen im Laufe des Jahres Singer: Ich habe Ihnen noch folgende Mitteilung zu machen. Berliner mit ihrer mustergültigen Opferwilligkeit. Darin sind wir behandelt worden! Das gehört jezt geradezu zum Ton Der Parteivorstand und das Lokalkomitee sind zu der Ueberganz einig, aber die Berliner Genossen haben davon auch großen des Vorwärts". Das muß anders werden. Das sind wir zeugung gekommen, daß die räumlichen Verhältnisse dieses Borteil. Zunächst hat das Rentamt bei ihren feinen Sig. Alle unserer Partei, das sind wir uns selbst schuldig. Den Lokals die weitere Abhaltung des Parteitages wenn nicht Parteianstalten tommen nach Berlin. Alle unsere Sträfte, die wir Borschlag des Parteivorstandes, nur einen neuen Sekretär zur Unmöglichkeit machen, so so doch so erschweren, daß die herangebildet haben, ziehen nach Berlin; alle Agitatoren sucht und im übrigen Hülfskräfte anzustellen, halte ich für richtig. Mit Verhandlungen außerordentlich beeinträchtigt werden. Ich bemerke, man möglichst nach Berlin zu ziehen.( Bebel: bewahre!) einer Vermehrung der Zahl der Sekretäre wird nichts erreicht, so daß diese Auffassung, nicht etwa entstanden ist aus irgend einer UnDu sagst: bewahre 1" Du bist ja selbst nach Berlin gegangen. lange wir nicht ein Verbindungsglied zwischen Parteivorstand und zufriedenheit mit den Leistungen der Inhaber dieses Lokals, sondern ( Stürmische Heiterkeit.) Für ihre Opferwilligkeit erhalten die der großen Masse der Parteigenossen haben. Lehnen Sie deshalb einfach die tatsächlichen Verhältnisse haben uns zu der Ueberzeugung Berliner auch Gegenleistungen. Es darf Maifeier oder sonst etwas die Anträge auf Anstellung weiterer Sekretäre ab und nehmen sie bringen müssen, daß die Größe der Säle überschätzt worden fein, bei ihrer Zahlungsfähigkeit können die Berliner viel zuversicht- den Antrag 98 an!( Singer macht darauf aufmerksam, daß dieser ist. Daher sind Verhandlungen eingeleitet worden, die zu licher mit ihren Forderungen an das Rentamt treten, als wir arme Antrag nicht zur Debatte steht.) Der dort vorgeschlagene Weg dem Resultat geführt haben, daß dem Parteitag von morgen ab der Teufel in der Provinz. Das dürft Ihr nicht vergessen. Man hat führt eher zum Ziel als der Vorschlag auf Vermehrung der Bahl Nibelungensaal, in dem wir neulich tagten, zur Verfügung steht. gesagt, wir Bayern seien der Peus- Schule gefolgt. Ich muß der Sekretäre. ( Lebhaftes Bravo 1) Ich entnehme aus ihren Beifallsäußerungen, wiederholen, daß wir bereits in Jena ausgesprochen haben, was für daß wir die Empfindungen des Parteitages richtig tagiert haben. " Verfammlungen. ein Berlin, für Leipzig, für Hamburg und andere große Städte praktisch Simon- Nürnberg: Ehrhart hat die Angriffe von Gerisch Ich spreche den Herren, die bisher den Parteitag behauft haben, den ist, ist noch lange nicht auf alle Bezirke im Deutschen Reiche an bezüglich der Beitragsleistung einzelner Bezirke, darunter auch bayrische, Dank des Parteitages aus. Wir bedauern, daß es uns nicht wendbar. Mit der Uniformierung richtet man nur Schaden an. Ich halte das zurückgewiesen. Ich kann feine Gründe nicht voll anerkennen. Ich möglich ist, diese Räume weiter zu benutzen. Also morgen im Zentralifieren für ein Unglück und bekämpfe es auf das allerentschiedenste, stehe auf dem Standpunkt, und mit mir ein sehr großer Teil der Rosengarten!( Bravo!) Schluß 6 Uhr. jedenfalls werden Sie es auf dem Wege, wie Gerisch hier auf- Bayern wie der Parteitag bewiesen hat, die Hälfte der bayerischen Rosengarten!( Bravo!) Schluß 6 Uhr. getreten ist, nicht erreichen. Wir haben die Gesetze nicht umgangen; Genossen daß wir nicht auf solche Art und Weise, wie es in wir find nicht der Schule von Peus gefolgt, obwohl ich zugeben Dessau und wie es auch in Bayern geschehen ist, handeln sollen. muß, auch Beus hat zu Zeiten ganz gute Gedanken, welche von( Sehr richtig!) Wir sind vielmehr der Ansicht, daß die kräftigen anderen zu befolgen sind.( Heiterkeit.) Wir verlangen, daß unser Kreise die schwächeren zu unterstüßen haben, daß aber ein SammelParteivorstand fein Rentamt sei, sondern ein Parteivorstand; aber punkt da sein muß, wohin die Gelder der stärkeren Streise fließen mit dem System, das Ihr verlangt, stempelt Ihr den ganzen Partei- und von wo aus sie an die ärmeren verteilt werden.( Sehr richtig!) In einer öffentlichen Versammlung der Fliesenleger, die von Ehrhart borstand zum Nentamt. Ich bedaure es, daß sich Bebel so wenig um sprach davon, in daß Wasser den Wein der Sektion der Fliesenleger des Zentralverbandes der Maurer die Organisation fümmert, oder wenigstens von seiner Macht- gegoffen würde, das sind wir von den Pfälzern ja gewöhnt.( Heiter einberufen war, referierte der Vorsitzende der Sektion, Bu fahl, stellung so wenig Gebrauch macht.( hört! hört!) Würde er das keit.) Auf dem bayrischen Parteitag haben Sie uns etwas viel über: Jnwieweit ist den Beschlüssen der letzten öffentlichen Vertun, so würde er im Vorstand längst dafür gesorgt haben, Wasser in den Wein gegoffen. Die Hälfte der Delegierten war sammlung Rechnung getragen?" Redner erläutert die unseren daß man nicht so einseitig vorgeht und daß man nicht mit dem dafür, daß der Grundbeitrag unter allen Umständen 20 Pf. betragen Lesern schon bekannten Verhandlungen der Branche vor dem GeGeldsad droht, wie das Gerisch getan hat. Wir dürfen auch keinen muß und daß davon ein entsprechender Prozentjazz nach Berlin ab- werbegericht resp. der Schlichtungskommission. In der Diskussion Funken von Kapitalismus in unserem inneren Parteiwesen dulden. zuführen ist, die andere Hälfte stand auf dem gegenteiligen Stand- nahm neben anderen der Vorsitzende der Freien Vereinigung der ( Widerspruch.) Unterbrecht mich doch nicht; währenddessen gehen punkt. Wir mußten versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Wir Fliesenleger, Buttlik, das Wort, um einzelne unrichtigkeiten meine zehn Minuten hin.( Heiterkeit.) Bayern ist durchaus nicht haben uns gefügt, aber die Erklärung abgegeben, daß wir alles des Referenten richtig zu stellen. Um das Uebel des Subunterversumpft. Denken Sie daran, welche Schwierigkeiten wir bei den daranfeßen werden, um auf dem nächsten bayrischen Parteitag eine nehmerwesens auszurotten, sei es notwendig, daß gemeinsam an der Landtagswahlen haben. Ich weise auch auf die letzten Reichstags- Aenderung dieses Zustandes herbeizuführen.( Beifall.) Wir hatten in Abschaffung dieses Mißstandes gearbeitet werde. Folgender Anwahlen hin, wo wir ungemein hohe Ausgaben hatten. Wir haben der letzten Zeit sehr große Ausgaben. Nun fagen wir uns aber, trag fand die Zustimmung der Versammelten: sie selbst gedeckt. Wir stehen auf dem Standpunkte: wenn die weil wir infolge des Beschlusses des bayerischen Parteitages nicht" In Erwägung, daß das seit einer Reihe von Jahren in Bartei Geld braucht, dann soll und kann sie es holen. Sie wissen, den Prozentsaz abführen können, den wir für richtig halten, wollen unserem Berufe bestehende Subunternehmerwesen unter den schon seit vielen Jahren hatten wir toloffale Ausgaben für unsere wir auch nicht ohne zwingende Notwendigkeit mit Forderungen an jeßigen Verhältnissen nicht mit einem Schlage zu beseitigen ist, Parteipreffe. Wir sind dafür, daß der Zehnte eingeführt wird für die Parteikasse herantreten. Ein erheblicher Teil der bayerischen erklärt sich die Versammlung mit den Abmachungen der die gesamte Preffe. Für diese Unternehmungen ist die Abgabe Genossen gibt Gerisch sachlich recht. Wir hoffen, daß es gelingen Schlichtungskommission in der Sitzung vom 22. Auguſt einleichter erträglich. Wenn wir alle Ausgaben decken wollen wird, eine Aenderung in Bayern herbeizuführen.( Beifall.) verstanden. Jedoch verpflichten wir uns, der Ausbreitung des bon dem Geld, das wir bon Berlin beziehen, wird Dauweg- Halle: Gerisch hat den Kreis Halle als abschreckendes Subunternehmerwesens ständig entgegenzuwirken und die Affordnicht viel gemacht werden. Gerisch ist auch illoyal, indem Beispiel von Pflichtvergessenheit hingestellt. Gewiß, Halle hat feine arbeit in jeder Form zu bekämpfen. Jeder Kollege ist verpflichtet, er auf die Bayern lospauft. Er weiß ganz gut, daß das so- Beiträge abgeführt, aber die Ursachen sind auf verschiedene Vorgänge auf die genaue Innehaltung des bestehenden Tarifs sein ganzes genannte Reichsgesetz für Bayern erst mit dem 1. Juli in Kraft ge- zurückzuführen, die sich in Halle abgespielt haben. Wir sind im Augenmerk zu richten und alle Abweichungen davon sofort dem freten ist.( Sehr richtig!) Die meisten werden glauben, was aus Begriff, einen Saal zu 2 Million zu bauen, ohne daß wir dazu Bureau zu melden." Bayern kommt, ist ein Werk des Genossen Vollmar. Nein, ich kann Mittel der Allgemeinheit verwenden wollen. Es kommt hinzu, daß Dann wurde noch, einem weiteren Antrage entsprechend, die Ihnen mitteilen, allerdings sehr vertraulich will ich das sagen( Große infolge eines Personenivechiels das Geld erst heute abgesandt ist. Schlichtungskommission aufgelöst. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Str. 23. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 25. September 1906. Die Breslauer Polizeischlacht vor Gericht. ( Telegraphischer Bericht. Nachdruck verboten.) Breslau, 24. September. Am heutigen sechsten Verhandlungstage wurden die Beratungen Im fleinen Straffammersaale fortgesetzt, der sich als viel zu klein erweist. Mit allgemeiner Spannung sah man dem Plädoyer des öffentlichen Anflägers entgegen. Richtern wie Zuhörern jedoch wurde eine Ueberraschung bereitet, da die Verteidigung einen Antrag auf Wiedereintritt in die Beweisaufnahme stellte. Es soll die noch nicht genügend aufgeklärte Anklage gegen die Hebamme Haase noch mals geprüft werden. Frau Haase will bekanntlich gesehen haben, daß auf dem Striegauer Platz mehrere Schuhleute gleichzeitig auf eine Person losgeschlagen haben. Es wurde zu diesem Punkt heute nun noch ein Bäckergeselle Isner vernommen, der sich erst nach träglich gemeldet hatte. Er sagte aus, daß er mit seiner Frau am Abend des 19. April über den Striegauer Platz tam, um nach Hause zu gehen. Als sie beide die vielen Schußleute sahen, bat seine Frau ihn, umzukehren. Ehe er dieser Bitte nachkommen fonnte, tamen plötzlich mehrere Schuhleute hinter ihm her gelaufen und versetten ihm Säbelhiebe über den Kopf und Rücken. Ein Schuhmann verfolgte ihn und versetzte ihm noch Säbelhiebe über das Gesäß, so daß er glaubte, nun seien die Osterbrote fertig!" ( Seiterkeit.) Die Verteidigung nimmt an, daß die Angeklagte Haase dieses Vorkommnis gesehen und darüber ihrer Entrüstung Luft gemacht hat. Schneider soll mit einem gezüdten Messer nach den Schuhleuten gestochen haben sollten noch Zeugen vernommen werden. Da sie jedoch heute nicht herbei zu schaffen waren, erfolgte Bertagung auf Dienstag. Auch zum Fall Schneider lautet: Aus der Partei. Zur Stampfer- Fälschung. Jm foeben erschienenen Heft 52 der Neuen Zeit" wird die Bolemit tautsty- Stampfer über Massenstreit und Wahlrechtsbewegung durch zwei Artikel( Grundfäße und Pläne von Fr. Stampfer und Mein Verrat an der russischen Revolution von St. Stautsty) fortgefeßt. Es fehlt uns in der Parteitagswoche leider der Raum, eingehender darauf einzugehen und die instruktiven Ausführungen Kautskys wiederzugeben. Eine Stelle feines Artikels geht auf die Anwürfe Stampfers gegen den„ Vorwärts" ein. Sie " Stampfer freilich wird mich auf das Zitatenragout verweisen, das er in der„ Neuen Gesellschaft" serviert, und erklären: hier habt ihr meine Beweise. Aber es beweist bloß, daß er unmittelbar nach der Trennung der Sechs vom Vorwärts" begonnen hatte, Anklages material gegen ihn zu sammeln und diese Tätigkeit bis heute fortfegte. Trotz dieses beharrlichen Eifers ist es so dürftig ausgefallen, daß erhebliche Nachhülfe und, wie der Vorwärts nachwies, direkte Fälschungen notwendig waren, um ihm wenigstens einigermaßen den Anschein von Beweismaterial zu geben. Es beweist sehr viel Rachedurst, aber sehr geringes politisches Verständnis." Im Parteitagsartikel der Bremer Bürgerzeitung" heißt es: Zwar sind einzelne häßliche Erscheinungen, wie sie besonders in einigen außerhalb des Barteirahmens stehenden Beitschriften zum Gaudium der Gegner in wöchentlichen und monatlichen Raten dargeboten werden, nichts weniger als erhebender Natur, aber daß sie den gesunden Instinkt und den in erfreulichster Weise wieder fräftig zutage tretenden theoretischen Sinn der deutschen Arbeiter endgültig zu verwirren vermöchten, das glauben wir nicht..." Die Arbeiterzeitung"( Dortmund) sagt in ihrem Barteitagsartikel: " " " das Resumee seiner Anwürfe enthalten, zustimmend abgedruckt, aber derjenige, der einen solchen Menschen mit ehrlicher Grobheit so ohne seinen Lesern auch nur eines der Stampferschen Zitate, seiner benennt, wie er es verdient. angeblichen Beweise, vorzusetzen. Bezt kommt es auf die Sache zurück, ohne seinen Lesern etwas von dem Beweismaterial des Bortvärts" zu verraten. Er verweist sie auf den„ Vorwärts" selbst und schreibt zum Schluß: " " Wir können aber nicht finden, daß die Proben beweisen, was der Vorwärts" Stampfer nachfagt. Eine Stelle allerdings begründet den Verdacht der Fälschung( Stampfer hat zwei Worte ausgelassen), aber auch hier ist noch lange fein Veweis geliefert. Wir fassen den Stampferschen Artikel so auf, daß er dartun joll: der alten " Vorwärts"-Redaktion wurde der Vorwurf gemacht, sie habe keine einheitliche zielflare Haltung eingenommen, sie habe geschwankt; nun seht an, was die neue Redaktion leistete, sie trifft der Vorwurf. Diesen Vorwurf zu eutkräften, sollte der„ Vorwärts“ oder der Parteivorstand einen Sonderabdruck der unverkürzten Artikel veranlassen, aus denen Stampfer Auszüge brachte. Nachdem der Vorwärts" Stampfer der Schamlosigkeit geziehen hat, nachdem er ihn ein Fälschergenie und einen dunklen Ehrenmann genannt hat, gibt vielleicht jemand, der die Meinung des Vorwärts" teilt, der Partei offizielle Gelegenheit, die Anschuldigungen auf ihren Wert zu untersuchen. Es geht nicht, daß Stampfer für viele Parteiblätter( und für viel mehr Leser wie der„ Vorwärts" hat, schreibt, wenn er wirklich das ist, als was der Vorwärts" ihn hinstellt. Es sei noch bemerkt, daß Stampfer jüngst in der„ Neuen Zeit" Pläne entwickelt hat über methodische Anwendung des Massenstreiks bis zur Erkämpfung des gleichen Wahlrechts in Breußen. falsche Meinung auffommen zu lassen, sei hervorgehoben, daß wir darin Stampfers Ansicht nicht teilen. Solche Ansichten muten uns an, wie wenn jemand ein Programm für die soziale Revolution entwerfen, ihren Ausbruch auf Tag und Stunde festiegen will." eine Wenn der Parteivorstand der Angelegenheit die Bedeutung beimessen wollte, daß er den Sonderabdruck der besagten Artikel für nötig hält, so wird der„ Vorwärts" sicherlich nichts dagegen einzuwenden haben. Selbst die Initiative zu solcher Veröffentlichung zu ergreifen, dazu fühlen wir uns nicht genötigt. " " Der Voltswille" Hannover stöhnt in seinem Parteitagsartikel über den vom Zaun gebrochenen Literaten= trafeel", meint:" Ob dadurch nun, daß diese Zitate aus längeren Artikeln entnommen, ihr Sinn entstellt worden, entzieht sich meiner Nachprüfung", gibt eine Blütenlese der scharfen Ausdrücke und des„ Borwärts" schreibt weiter: ges Zur Massenstreitdebatte. Die Frankfurter Boltsstimme" schreibt: Zur Wahlrechts und Massenstreitdebatte erhalten wir heute im Laufe des Vormittags ganz unerwartet folgende Erklärung: Die unterzeichneten Parteiförperschaften nehmen Veranlassung, als berufene Vertretungen der Parteigenossenschaft des Ver breitungsbezirks der Frankfurter Volksstimme" zu erklären, daß sie sich mit den in Nr. 194 der„ Volksstimme" veröffentlichten und in späteren Nummern des Blattes weiter entwickelten Vorschlägen zum Thema„ Wahlrechtsbewegung und Massenstreit" in feiner Weise identifizieren. Frankfurt a. M., 22. Sept. 1906. Die Preßkommission der Frankfurter Voltsstimme" J. A.: M. Bernhard, Vors. Der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Frankfurt a. M. J. A. H. Hüttmann, Bors. Das sozialdemokratische Agitationskomitee für den Bezirk Frankfurt a. M. und Landeskomitee für Hessen- Nassau. J. A.: Wilh. Dittmann, Vors. Sigung der Breßlommission beschlossen wurde, der zwei Mitglieder der politischen Redaktion nicht beiwohnen fonnten und die ihr drittes Mitglied bother verlassen hatte. Die drei Körperschaften hätten nach einer Mitteilung an die Redaktion die Erklärung in legter Stunde beschlossen, um noch vor dem Parteitag ihre Stellung zu präzisieren. Die„ Volksstimme" feßt hinzu, daß diese Erklärung in einer Zum Parteitag. Genosse H. Guttmann schreibt uns: In dem Sonntagsartikel„ Die Jungen in Mannheim" Absatz 2 ist unter den Orten, die zum Punkt 7 der Parteitags- Tagesordnung Anträge und Resolutionen angenommen haben, auch Berlin V genannt. Das ist ein Irrtum, der bereits bei der Zusammenstellung aller Anträge und Resolutionen unterlaufen war, ohne daß von den beteiligten Organisationsleitungen eine Richtigstellung herbeigeführt worden ist. Die betreffende Resolution lautet: Die Generalversammlung des Wahlvereins für den VI. Berliner Reichstagswahlkreis beauftragt ihre Delegierten zum Mannheimer Barteitage, beim Punkt 7 der Tagesordnung„ Sozialdemokratie und Bolfserziehung" ihre Stimme im Einklang mit den bereits veröffentlichten Resolutionsgrundsägen der Genossen Zetkin und Schulz abzugeben." Selbst wenn Genosse Stampfer den Vorwärts" flisfentlich mißverstanden, wofür die Beweise fehlen, durfte der Vorwärts" einer solchen Sprache sich nicht bedienen. Eine furze scharfe, aber fachliche Zurückweisung hätte ihren Zweck weit eher erreicht. Wozu nun aber um alles in der Welt dieser unqualifizierbare Ausfall gegen Heinrich Braun? Gewiß, ohne die Einwilligung Brauns hätte der Stampfersche Artikel vielleicht niemals das Licht der Deffentlichkeit erblickt; aber da der Artikel als von Stampfer herrührend bezeichnet Personalien. An Stelle des Genossen Redakteur Fette, der ist, sollte billigerweise die Kritik ausschließlich gegen diesen sich in Stuttgart zum Arbeiterfekretär gewählt worden ist, trat Genosse richten. Wohin soll es denn führen, wenn die führenden Genoffen, Redakteur Fröhlich, früher an der Voltestimme" in Chemniß, die mit einem guten Beispiel vorangehen sollen, in dieser Häßlichen dann am Frankfurter Parteiorgan tätig, in die Redaktion des Weise einander in die Haare geraten und fuderweise für unsere alleschen, Volksblatts" ein. Gegner das Material herbeischleppen, womit diese die Kleinagitation Polizeiliches, Gerichtliches ufw. nach Möglichkeit erschweren? Es besteht also die Gefahr, daß die„ blöde persönliche Redakteurfreuden. In die preußische Reichsfreiheit zurückgekehrt Rauferei" etwelcher parteigenössischer Literaten auf dem Parteitage ist am Sonnabendnachmittag der Genosse Redakteur Moltenbuhr Leutchen hoffentlich in nicht mißzuverstehender Weise bedeutet werden, Beleidigung eines Gutsbesigers vier Wochen verbüßen mußte. " fortzusehen versucht wird. In diesem Falle wird den erregbaren vom Halleschen„ Voltsblatt", der im Provinzialgefängnis wegen daß die Parteitage doch nicht lediglich ihretwegen, nicht zur Austragung persönlichen Bantes, persönlicher Rivalität stattfinden, sondern daß sie ausschließlich einberufen worden zu einer ernsten und fachlichen Aussprache, um die Kampfesfreudigkeit und Sieges zubersicht der Genossen zu erhöhen... " Straffonto der Preffe. In Solingen wurde der Genosse Hans Deifel von der Bergischen Arbeiterstimme zu drei Mark Geldstrafe verurteilt wegen Nachdrucktes des am 8. Juni in der Rhein- Westf. 3tg.", dem Organe der westfälischen Kohlenbarone, erschienenen Artikels„ Der geflickte Dreibund" während der Wir stimmen mit dem„ Volkswillen" in seiner Auffassung über geit, da dieser Artikel beschlagnahmt war. Der Artikel, der nach die Aufgabe der Parteitage völlig überein. Der Vorwärts" hat Ansicht der Effener Staatsanwaltschaft eine Majestätsbeleidigung aber den Literatenkrakeel nicht vom Zaune gebrochen und hat auch enthielt, ist später wieder freigegeben und außer Verfolgung gesezt gar nicht das Bedürfnis, den Parteitag damit zu behelligen. Er worden. Unter den sogenannten inneren Fragen" dürfte es der hat aber wohl noch das Recht, sich gegen die Stampferschen An- Der Angeklagte konnte darauf hinweisen, daß auch noch " Vorwärts"-Konflikt sein, der noch ein Nachspiel auf dem Partei- würfe zu wehren und Fälschungen, über die sich der„ Volkswille" andere Beitungen den Artikel, nachdem schon zwei Tage nach tage haben wird. Die Braun- Clique, in diesem Falle Friedrich bei aufmerksamer Lektüre des„ Vorwärts"-Artikels immerhin ein der Beschlagnahme berflossen gewesen seien, zum Abdruck brachten, Stampfer, fühlte den Beruf in sich, Del in das Feuer zu gießen, urteil hätte bilden können, Fälschungen zu nennen. Das Recht worden sei. Der Amtsanwalt beantragte, da die Anklage nun in der Hoffnung, einen Standal heraufzubeschwören, welcher der wird sich der Vorwärts" nicht nehmen lassen, und wenn auf dem einmal da sei", die Bestrafung, die denn auch erfolgte. Partei unbedingt von Nachteil sein müßte. Die Neue Gesell" " " " " " " Soziales. Hus Induftrie und Dandel. 500 Proz. Dividende. schaft", ein Privatunternehmen von Heinrich und Lily Braun, Parteitage diese Fälschungen wider ihn gebraucht werden sollten, so das außerhalb jeder Parteikontrolle steht, ein Organ, das sich muß seinen Vertretern schon die Antwort verstattet sein. auch der geschäßten Mitarbeit des Herrn Georg Bernhard ers Das Voltsblatt für Halle" ist mit Stampfer einfreut, brachte vorige Woche eine Reihe Zitate, an deren Hand verstanden, behauptet, ohne aus seinem noch aus dem„ Vorwärts" der Beweis erbracht werden sollte, daß der Vorwärts" Artikel etwas abzudrucken, daß Stampfer den Nachweis" erRevolutionsromantik getrieben und namentlich in wichtigen Fragen bracht habe, wie unsicher, wandelbar, ja direkt gegensätzlich in Unterschlagung von Krankenkaffenbeiträgen. Die Straffammer in eine sich mitunter widersprechende Haltung eingenommen habe. Lieft wichtigen prinzipiellen oder taktischen Fragen die Meinungen der Düsseldorf hatte sich wieder mit einem solchen Bauunternehmer zu man die Zitate, dann ist Stampfer seine Beweisführung scheinbar neuen Vorwärts"-Redaktion gewesen seien. Diese Wahrnehmung beschäftigen, der die Krankenkassenbeiträge seiner Arbeiter in seine geglückt. Aber nur scheinbar. Denn der Vorwärts" ist in der habe nicht nur Genosse Stampfer gemacht, sondern sie sei sehr vielen eigene Tasche abführte. Der Bauunternehmer H. Schiffer hatte Lage, sofort nachweisen zu können, daß es sich bei diesen Zitaten anderen Parteigenossen gleichfalls aufgefallen. Das Boltsblatt" 153,16 M. Krankenkassenbeiträge unterschlagen. Bestraft wurde er um Säße handelt, die aus langen Artikeln herausgerissen und teil- legt sodann entschiedenen Protest" ein gegen die Beschimpfung zu nur 30 M. Geldstrafe. In der Wirkung ist das eine Prämie für weise sogar absichtlich entstellt worden sind. Man fragt sich: von Stampfers durch den Vorwärts" und fährt fort: die Unterschlagung, denn er hat noch 123,16 m. bei der Geschichte welchem Kaliber sind diese Parteigenoffen, die zu dem perfiden Der Vorwärts" fucht ja schon seit der vollzogenen verdient. Mittel der Entstellung greifen, nur um der Redaktion eines Partei- Reinigung" der Redaktion stets in rohem Beschimpfen ihm nicht blattes eins anhängen zu können! Wenn es die bekannte genehmer Parteigenossen die letzte Zuflucht. Dadurch wird sein AnClique so weiter treibt, dann soll man sich nicht wundern, fehen als Zentralorgan der Partei sicher nicht erhöht und der Vorwenn der Parteitag mit dieſen Leuten einmal ein wärts" hat nicht mehr allzu viel Ansehen zuzusetzen. Die VorWort redet, das nicht mißverstanden werden kann. Dieser Ueberfall wärts"-Redaktion ist genau in demselben Maße wie jede andere unmittelbar vor dem Parteitage tann feinen anderen Zweck haben, Parteiredaktion verpflichtet, in den Polemiken gegen Partei- Für die Bergarbeiter, die als Aktionäre der Internationalen als zum Gaudium der Gegner den persönlichen Stank zu fördern, genossen diejenige Richtlinie einzuhalten, die auf verschiedenen Bohrgesellschaft sich schwer sorgen müssen, sind die Löhne nicht unum dann hintennach Klagelieder darüber anzustimmen, wie durch Barteitagen, zuletzt wieder in Jena, festgelegt worden ist. erheblich gestiegen. solche Diskussionen den Genossen im Lande draußen die Agitation Freilich scheint der Vorwärts" zu meinen, für ihn bestehe die Der jetzt vorliegende Abschluß über das Geschäftsjahr 1905/06 erschwert wird. Was zum Vorwärts" Konflikt zu sagen war, das Berpflichtung, anständige Bolemiten mit den Parteiblättern zu wäre auch gesagt worden ohne die Mithilfe der Neuen Gesellschaft", führen, nicht; denn gerade er verlegt fortgefeßt und gröblich die weist einschließlich des Vortrages einen Rohgewinn von 18 338 114,15 die mit ihrem Ueberfall neue Erbitterung gefchaffen, die Sache un einschlägigen Parteitagsbeschlüsse. Die neueste Beschimpfung des Mart auf. Der sich nach Abschreibungen in Höhe von 3 834 850,69 m. nötigerweise verschärft und damit gerade ihren Freunden den Genossen Stampfer durch den Vorwärts" es ist bei weitem nicht ergebende Reingewinn von 14 503 263,46 M. foll wie folgt vers schlechtesten Dienst erwiesen hat." die erste überschreitet alles Maß und ist zum Ueberdruß auch sach- wandt werden: 5 000 000 M. auf 500 Proz. Dividende. Ein nach lich nicht gerechtfertigt. Der Vorwärts" findet eine Fälschung verschiedenen Zuwendungen verbleibender Rest von 6149 861,16 m. " Seit längerer Zeit erscheint eine Zeitschrift, die wir bisher darin, daß Stampfer nicht in allen Fällen genau wörtlich zitiert und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. feiner Beachtung gewürdigt haben. Sie wird herausgegeben von die zitierten Säße aus dem Zusammenhange herausgerissen habe. Würde der gesamte Reingewinn als Dividende ausgeschüttet, dem seit Dresden unrühmlich bekannten Genoffen Dr. Heinrich Braun. Aber niemand wird im Ernſte behaupten wollen, Stampfer habe dann tämen 1450 Broz. Dividende heraus. Da sie außerhalb jeder Kontrolle der organisierten Arbeiter durch das Weglassen des einen oder anderen Wortes den Sinn schaft steht, hat die Partei nichts mir ihr zu schaffen wesentlich geändert oder durch das Bitieren einzelner Säße- er fonnte und mag fie ihre Spezialwege wandeln laffen. Nur doch nicht die Artikel ganz abbruden- eine Fälschung begangen. Db- Harpener Bergbau- Aktiengesellschaft. Der Geschäftsabschluß wo die Absicht hervortritt, von dem Winkel ihrer bürger- wohl wir ohne weiteres erklären, daß wir mit Stampfers dee, die für 1905/06 weist aus: Robgewinn auf Kohlen 11 488 662 W., auf lichen Beschaffenheit aus in der Partei Verwirrung zu Frage des Massenstreits mit der des Landtagswahlrechts verquicken Stofs 5 560 984 W., auf Briketts 488 607 M., Schiffahrt 1241 509 M., stiften, erwächst uns die Pflicht, sofern ein solcher Artikel Beachtung zu wollen, nicht einverstanden sind, müssen wir doch sagen, daß die Nebenprodukte 1769 071 M., Gesamtrohgewinn 22 020 041 M. Hierverdient, dem entgegenzutreten. Die legte Nummer jener Zeitschrift anmaßende Ueberhebung des" Vorwärts" über andere Parteigenossen von gehen ab Generalfoften 4 139 329 W., außergewöhnliche Kosten bringt einen Artikel aus der Feder Friedrich Stampfers, der offenbar nachgerade abgeschmackt wird; innerlich berechtigt ist sie nicht. Im 308 455 M., Rücklage für Bergschäden 500 000 m., Abschreibungen den Zwed verfolgt, auf dem Barteitage eine„ Vorwärts"-Debatte nicht Vorwärts" wird das Protokoll über den Parteitag in Gotha 1896 8 422 930 m., gemeinnügige Zuwendungen 150 000 m., ftatutarische nur wieder aufleben zu lassen, sondern sie von vornherein gegen die vorhanden sein. Darin findet sich ein Wort Liebknechts, das der Gewinnanteile 822 958 W. Der Aufsichtsrat beschloß, der zum Haltung der Partei in der Wahlrechtsbewegung, zumal in der Vorwärts" bei seinen Polemiken gegen Parteigenossen beherzigen 27. Oktober einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung preußischen auszuspielen. Auf den näheren Inhalt des Artikels möchte. Das Wort lautet: ,, cacatum non ist pictum". einer Dividende von 11 Prozent gleich 7 942 000 M. vorzuschlagen. brauchen wir umsoweniger einzugehen, als er durchweg aus furzen Wir gestatten uns, die Behauptung, daß der„ Vorwärts" ftets auf neue Rechnung sollen 234 369 M. vorgetragen werden. Bitaten von wenigen Zeilen besteht, die der„ Vorwärts" inzwischen in rohem Beschimpfen ihm nicht genehmer Parteigenossen die letzte als Berdrehungen und teilweise als Fälschungen nachgewiesen hat. Zuflucht fucht", für eine grobe unwahrheit zu erklären. Eigenartig berührt nur, daß man bei derartigen mert Einen Fälscher werden wir allerdings stets einen Fälscher nennen. würdigen Gelegenheiten fich jedesmal ben freien Gewerkschaften durch Abonnementsbewerbungen in erhöhtem Daß das Boltsblatt" Fälschungen, die gegen den Vorwärts" geMaße aufzudrängen versucht. Wir haben zu den Gewerk- richtet sind, nicht zu erkennen vermag, ist seine Sache. fchaften, insbesondere unseres Verbreitungsbezirkes das Vertrauen, der Ansicht, daß derjenige gegen die einschlägigen Parteitags- Treptow. daß sie solche Manipulationen gebührend einschäßen und sich nicht beschlüsse verstößt, wonach die Polemiken gegen Parteigenossen anzum Verbreitungs- und Reflameboden derselben hergeben." ständig zu führen sind, der, während er äußerlich die anständige Das Offenbacher Abendblatt" hatte die Schluß- Form" wahrt, durch möglichst hämische Wendungen zu verletzen absätze des Stampferschen Artikels in der Neuen Gesellschaft", die sucht und dabei mit der vergifteten Waffe der Fälschung ficht. Nicht! Die Volkszeitung"( Düsseldorf) erklärt: " " Wir sind Hus der frauenbewegung. Versammlungen- Veranstaltungen. Donnerstag, 27. September, abends 81 Uhr, bei Mohlau: Vortrag Frau Störmer:" Säuglingspflege". Tempelhof, Mariendorf und Umgegend. Mittwoch, den 26. September, bei M. Müller, Tempelhof, Berlinerstr. 41-42: Generalversammluna Konferenz der sozialdemokratischen Frauen. Gegör. Ehrerbietung und Bescheidenheit von Arbeitern der Staatsbetriebe während der Erntezeit; sogar Herren, die Staatsgewalt gegen sie mobil zu machen. Unterstühi wurden sie darin von dem frommen Gottesmann Luther, sowie von annehmen.( Hört! hört!) Nach der Gefindeordnung von Frankdem Prediger Glaser aus Dresden. Der Augsburger Reichstag von furt a. M. fann das Gesinde ohne Kündigung entlassen werden, 1530 führte Dienstzeugnisse ein, aus denen sich später die Dienst- wenn es einen übermäßigen Aufwand an Geld und Kleidung Vom ersten Verhandlungstag ist noch nachzutragen das Referat Lücher entwidelten. Da für die Tagelöhner diese Dienstbücher nicht macht, wenn es durch Verabredung das Nebengesinde zum Aufber Genossin Zietz über: erforderlich, schieden sie aus dem Gesindestand aus. Feste Lohn- kündigen des Dienstes„ berleiten" will. Außerdem trifft den„ Urtlassen wurden eingeführt. Mit Gefängnis bei Wasser und bei Brot heber" noch eine 3-6tägige Arreststrafe! Man sieht, das Wort Agitation unter den Landarbeiterinnen". und im 17. Jahrhundert in Preußen mit Zuchthaus wird bestraft, von der Gesindesklaverei ist nur zu berechtigt. Trotz dieser rechtFrau Ziez- Hamburg: Der Fanfarenruf des Kommunistischen wer mehr zahlt. Der Zwangsgesindedienst wird eingeführt. Das Manifeſtes:" Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" ist lange Ergreifen eines anderen Handwerks verboten, desgleichen die Ab- losen Stellung der Landarbeiter und des Gesindes schreit das Beit unbeachtet und ungehört am Broletariat der Agrifultur vor- wanderung. Das Vorgehen der Gutsherren mit Hülfe der Staats- feitigung der Freizügigkeit, nach Bestrafung des Kontraktbruchs. Agrariertum unausgeseht nach neuen Knebelungsgesehen, Beübergerauscht. Kein Wunder! Zur Zeit, da der Ruf des Mani- gewalt war so butal, daß z. B. die Durchführung der kursächsischen Dabei haben zahlreiche Landarbeiter infolge ihrer Armut und festes hinausging in die Lande, um zu wecken und zu scharen um Gesindeordnung aus Furcht vor einem Aufstand des zur Verzweif- infolge der hohen Personentarife der Eisenbahnen faktisch keine das Panier des Klassenkampfes alle, die da mühselig und beladen lung getriebenen Voltes unterblieb. Verzweifelt focht das Gesinde Freizügigkeit. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde 1899 im find, war das Landproletariat kaum befreit von den alten feudalen um sein Recht und seine soziale Stellung. Aber wenngleich ihm auch Anschluß an die Besprechung eines Antrages Gamp über die Fesseln der Leibeigenschaft und Hörigkeit. Und bevor diese alten die Städte, die ordentlichen Gerichte und selbst Universitäten wie die Leutenot" ein Antrag angenommen, der ein wunderbares Bukett Fesseln gefallen, waren in Form von Gesindeordnungen, Ausnahme zu Wittenberg und Leipzig zur Seite standen, sie unterlagen im gesehen und Polizeiverordnungen bereits neue für sie geschmiedet. Kampf mit dem skrupellosen Grundherren. Was wunder, daß die heben wir nur folgende hervor: Erschwerung des Kontraktbruches, junkerlicher Unverschämtheiten darstellte. Aus den 12 Punkten die sie an Unterwürfigkeit, Gehorsam und feudale Bwangsarbeit ge- drohten. So bestimmte z. B. die pommersche Gesindeordnung vom größte Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse bei deſtſebung wöhnt, in Unwissenheit, Armut, in Bucht und Ehrfurcht vor dem Jahre 1746, daß Name und Geburtsort entlaufener Mannes- und der Schulzeiten auf dem Lande, Verminderung der Beschäftigung Grundherrn und der Obrigkeit erzogen, fonnte das Landproletariat Weibsbilder öffentlich an den Galgen zu schlagen und sie unehrlich der Strafvollzug soll sich nach der Erntezeit richten; ferner wurde aus sich heraus unmöglich zum Klassenbewußtsein erwachen, wenn zu machen seien; falls sie ertappt würden, sollte der Scharfrichter auch der Klaſſengegensatz zwischen„ freien" Proletariern und mäch- hnen ein Brandmal auf die Backen brennen. Auch erhielt eine gefordert Einschränkung der Arbeiterfahrkarten auf den Eisentigen Besitzenden, zwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern, längst ränne von 6 Talern, wer einen entlaufenen Mann, eine solche von Bahnen. Junge Leute unter 18 Jahren sollen nicht ohne Geneh aufs Land verpflanzt war. Im Mittelalter bildete die bäuerliche 3 Talern, wer eine Frau oder einen Burschen zurückbrachte. migung der Eltern oder des Vormundes von der Heimat fortziehen Familie innerhalb der Markgenossenschaft eine wirtschaftliche Einheit, es wurden durch die landwirtschaftliche Tätigkeit, verbunden mit mit dem Feudalsystem au, sondern schwemmte, soweit ihre Wellen gelassen werden, auch zum Gesindedienst, und Soldaten und KorDie französische Revolution räumte dann nicht nur in Frankreich dürfen. Dafür sollen aber Ausländer in größerem Umfange, zu der bäuerlichen, hausindustriellen, alle Bedürfnisse der Familie nach Deutschland hinüberschlugen, auch hier den feudalen Schutt, rigenden sollen zur Landarbeit beurlaubt werden. befriedigt durch eigene Arbeit, Tagelöhner, Knechte und Mägde Berbegeschaft, Hörigkeit und Gesindesklaverei fort. Und als dann Unsere Junker sezen alles daran, die teilweise faktische Aufgab es nur selten. Nicht nur wurden die Nahrungsmittel produziert, im Jahre 1806 in der Schlacht bei Jena der preußische Junkerstaat hebung der Freizügigkeit zu einer allgemeinen geſetzlichen zu gedas Haus gebaut, Fußzeug, Wäsche und Kleider verfertigt, wozu das in Stücke zerschlagen war, der Abel, der nach Friedrich dem Großen stalten, um so der fortgesetzten Abwanderung der Landarbeiter in Vieh und der Bodenertrag die Rohstoffe lieferten, sondern es allein Chr im Leibe" hatte, gewinnsüchtig und feige das Water- die Städte Einhalt zu tun. Für Preußen brachte dieses Bestreben wurden auch sämtliche Hausgeräte, Schmuck und Werkzeuge her- land verraten hatte, fanden die Reformvorschläge v. Steins endlich, die berüchtigte Vorlage zur Bestrafung des Kontraktbruches, für gestellt; in der Familie des Bauern durch die eigenen FamilienReuß j. L., Braunschweig und Anhalt schufen die Landtage ähnliche angehörigen, auf den Gutshöfen des Adels, der Kirche, den Domänen der Fürsten von den Familienangehörigen sämtlicher Erb- und Am 9. Oktober 1807 erschien in Preußen ein königliches Edikt Knebelungsgesetze, trotzdem sie damit gegen die Reichsverfassung Schußuntertänigen. folgenden Inhalts:" Nach dem Datum dieser Verordnung besteht verstoßen. Verschlimmert wird diese rechtlose Stellung der Landdann jene Kräfte, die berufen waren, diese Verhältnisse von Grund durch Heirat, noch durch Uebernehmung einer untertänigen Stellung Arbeiterinnen in ihrer Unwissenheit und Armut machtlos sind. Aus dem Schoße der Landwirtschaft heraus entwickelten sich fernerhin fein untertäniges Verhältnis, weder durch Geburt noch arbeiterschaft noch durch die Willkür, mit der die Herrschaften das wenige geltende Recht beugen, wogegen die Arbeiter und auf zu revolutionieren. Das städtische Handwerk, die Entwickelung noch durch Vertrag. Mit dem Martini 1810 hört alle Gutsunter- Namentlich in Ostelbien, wo noch Gutsbezirke bestehen, in denen des Handels, die Verdrängung der Naturals durch die Geldwirt- tänigkeit auf; nach dem Martinitag 1810 gibt es in unseren der Gutsherr als Obrigkeit die Polizeigewalt ausübt, oft auch als schaft, sie begannen bereits das Wert, welches die Kapitalisierung sämtlichen Staaten nur freie Leute."( Lachen.) Aber ehe der der Produktionsweise weiterführen und vollenden sollte: die bäuer Martinitag des Jahres 1810 herantam, hatte das Junfertum, Amtsvorsteher figuriert. Und am Gericht sind die Schöffen meist liche Hausindustrie für den Selbstgebrauch zu zertrümmern und den welches vorzüglich verstand, die Aufhebung der Leibeigenschaft, die feine Kollegen. Wie da„ Recht" gesprochen wird, ist begreiflich. Bauern zum" Nurlandmann" zu machen, ihn damit aber gleich- Bauernbefreiung in ein großes Bauernlegen umzuwandeln, es Ginige Beispiele mögen dies beleuchten. Bei dem Besizer Reimer zeitig in die Abhängigkeit von der Industrie zu bringen. Die durchgesezt trop des Protestes des Ministers v. Stein, daß in einer in Falkenau, Kreis Friedland, hatte sich das Dienstmädchen Siebert selben Kräfte, die an der Arbeit gewesen waren, diese ökonomische neuen Gesindeordnung vom 8. November 1810 die alten Bestim- auf ein Jahr vermietet. Es mußte mit einem anderen, an BettRevolution auf dem Lande zu vollziehen, schufen auch einen felb- mungen der Gesindeordnung von 1794 nicht nur wieder auflebten, andere Liegestatt wurde ihm auf Verlangen nicht gegeben, bis nässen leidenden Dienstmädchen im gleichen Bette nächtigen. Eine ständigen Gesinde- und Tagelöhnerstand, aber auch gleichzeitig jene sondern auch auf wirtschaftliche Dienste ausgedehnt wurde, um die es dann den Dienst verließ. Das Mädchen erhielt sodann eine übrigen revolutionären Kräfte, die gleichfalls die politische und von ihrer Scholle vertriebenen Bauern in der Gesindesklaverei fest- Vorladung für einen am anderen Tage stattfindenden Termin nach juristische Revolution auf das Land trugen, jene Revolution, durch zuhalten. Das die das Feudalsystem zertrümmert und der Rest der urwüchsigen einem weit entfernten Orte. Da es dem Mädchen nicht möglich fummunistischen Landbebauung beseitigt wurde. Damit war der geholt. Dort erhielt es einen Strafbefehl über 3 M. oder 3 Tage war zu erscheinen, wurde es einige Tage später vom Amtsdiener Weg frei für die kapitalistische Landwirtschaft. Haft wegen Versäumung des Termins. Gleichzeitig wurde ihr Von nun an vollzog sich mit ungeahnter Schnelligkeit und erklärt, ein Dienstmädchen habe keinen gesetzlichen Grund, den im gewaltigen Umfange die Entwicklung der Agrikultur, die den Dienst zu verlassen.( Hört! hört!) Sie werde gestraft, wenn sie Anstoß und die unausgesetzte Befruchtung von der Industrie erhielt. nicht mehr in den Dienst zurückkehre. Als sie sich über ein zweites Die Landwirtschaft, ehedem das konservativste Gewerbe, ist zum Strafmandat beim Landrat beschwerte, wurde sie abgewiesen. Nun revolutionärsten geworden. Den Bedürfnissen des Marktes entjagte ein Strafbefehl den anderen. Die Eltern gerieten in begreifsprechend, wurde eine rationelle Viehzucht eingeführt, neue Kulturliche Angst und Aufregung. Am 2. Juni erhielt denn auch tatgewächse in großer Zahl angepflanzt. In Gestalt der Mechanit, der sächlich der Vater des Mädchens, der Amtsdiener war, vom VerChemie, der Pflanzen- und Tierphysiologie hielt die moderne Naturtreter des Amtsvorstehers den Befehl, seine Tochter während der wissenschaft ihren Einzug aufs Land. Damit war die Agrikultur Pfingstfeiertage in die kluse" des Dorfes, einen ungesunden eine Wissenschaft oder richtiger ein Kompler von Wssenschaften geRaum mit einem Häuflein Stroh als Lager einzusperren. Die Vater weigerte sich, sein Kind in die Kluse zu sperren. Die Folge. Familie geriet über diesen Befehl in helle Verzweiflung und der war, daß der alte Mann seiner Aemter als Amtsdiener, Kirchendiener und Glöckner entsetzt wurde, die er 23 Jahre berwaltet hatte. Das Mädchen aber sperrte der Gendarm trotz allen der Tochter täglich das Essen dorthin zu bringen. So geschehen Ein anderes Bild. Ein 17jähriges Mädchen entlief vor Schimpfworten und Schlägen des Gutsbesizers, eines schneidigen Leutnants. Da schickte dieser seinen Kämmerer zu Pferde nach: er solle das Mädchen mit Striden an sein Pferd binden und nach dem Gute zurüdbringen.( Laute Pfuirufe.) Nur ein Zufall rettete das Mädchen vor dieser Brutalität und Grausamkeit. Aber ihre Wäschekiste raubte ihr der freche Patron, und erst der Landrat schaffte fie ihr zurück. Der Lohn für 3 Monate aber blieb bis auf einen fleinen Teil verloren. Den Gutsaufseher Haupt von dem Gute Cuckelwitz bei Breslau, der einen 16jährigen Arbeiter mit einem Beitschenstock mißhandelte und ihn am Halse gewürgt hatte, daß Blut floß, in Anklagezustand zu versetzen, lehnte der Staatsanwalt ab, weil ein Peitschenstock tein gefährliches Werkzeug sei. worden. tolle" Jahr 1848 brachte endlich die Aufhebung der gutsherrlich- bäuerlichen Feudallasten. Dabei setten cs die„ Edelsten und Besten" unserer Nation, die bezeichnenderweise fast alle ein Raubtier in ihrem Wappen führen, durch, daß ihre feudalen Vorrechte in bürgerliches Eigentum umgewandelt wurde, daß abgesehen von dem Länderraub die Milliarde Mark voll wurde, welche die Bauern als Ablösungsgelder zu zahlen hatten, um einen kleinen Teil des Landes als freies Eigentum zu erhalten, welches ihre Vorfahren als freie Leute besaßen und bestellt hatten. Aber gleichzeitig erzwangen die Junker das Ausnahmegesetz vom 24. April 1854 gegen die Landproletarier, zu denen jetzt auch viele der Bauern durch das Bauernlegen und das Ablösen der Fronden degradiert waren. Würden unsere Dieser ganze Entwickelungsgang, den im einzelnen zu schildern, flein wenig mehr an diesen großen Raubzug gegen ihre VorBauern ein klein wenig mehr historischen Sinn haben, sich ein in allen seinen Verästelungen, mit all seinen oft sich widerstreitenden Tendenzen, in all seinen Konsequenzen, natürlich außerhalb des fahren erinnern nimmermehr könnten sie den Kanißen und Rahmens unserer Betrachtung liegt, er war ein permanentes Söderigen Schleppenträgerdienste leisten.( Sehr wahr!) Golgatha für den Kleinbauer, den Tagelöhner, sowie für das Ge- Das erwähnte Ausnahmegesetz bedroht das Gesinde, welches sinde. Und dieser Leidensgang hörte auch dann nicht auf, als auf sich hartnäckigen Ungehorsam oder Widerspenstigkeit zuschulden Sträubens in die Kluse. Und die Mutter wurde noch gezwungen, einer weit höheren Stufenleiter der Produktion sich wiederum die kommen läßt oder ohne gefeßmäßigen Grund den Dienst versagt Vereinigung der Landwirtschaft und Industrie oder verläßt, mit Geldstrafe bis zu 15 M. oder mit Gefängnis im Jahre des Heils 1906.( Große Bewegung.) bollzog. Für den Großgrundbesig in Gestalt von landwirtschaft- bis zu drei Tagen. Mit Gefängnis bis zu einem Jahr bedroht lichen Nebengewerben, für den Kleinbauer, der schon zum Teil da es die Landarbeiter, wenn sie gemeinsam höhere Löhne verlangen neben Gutstaglöhner geworden, indem er mit seiner Familie wieder oder gemeinsam die Arbeit niederlegen, um Zugeständnisse zu erhausindustriell tätig ward, diesmal aber in der kapitalistisch langen. Dieses Gesetz wurde 1868 auch auf Hessen- Nassau und ausgebeuteten Hausindustrie oder indem spetula Schleswig- Holstein ausgedehnt. 1900 schuf Anhalt ein gleiches tive Unternehmer ihre Fabriken aufs Land verlegten, wo der Klein Gesez. In Ost- und Westpreußen unterliegen die Instleute, im Fauer Arbeit nahm. Der Besitz des Kleinbauern, der so ge- Regierungsbezirk Stralsund die Einlieger und Käthner besonderen zivungen ist, seine Arbeitskraft zu verkaufen, schafft ihm nicht Er- Ausnahmebestimmungen, indem sie durch Polizeigewalt zum Anleichterung, sondern ist ihm eine Quelle der Ueberarbeitung, der tritt und zur Rückkehr zum Dienst gezwungen werden konnten. In Entbehrung und der Abhängigkeit. Und wie steht es mit dem Ge- Bayern bestimmt das Polizeistrafgesetzbuch, daß Gefinde und auf finde und den Tagelöhnern? Wir sehen, daß die Entwickelung eine längere Zeit beschäftigte Tagelöhner, wenn sie zur Zeit der AusKlasse des Gesindes und der Tagelöhner schuf. Denn die Ber- faat und Ernte ohne gesetzlichen Grund die Arbeit verlassen, bis trümmerung der bäuerlichen Hausindustrie hatte nicht nur die Ab- zu 14 Tagen mit haft bestraft, von der Polizei zur Arbeit zurückhängigkeit des Bauern von der städtischen Industrie, nicht nur die geführt und im Wiederholungsfall mit Haft bis zu 3 Wochen belegt Abhängigkeit vom Markte gebracht, dem er Agrikulturprodukte zu werden können. Für Mecklenburg ward 1892 noch ein Gesetz führen mußte, um Industrieprodukte dafür einzutauschen und seine geschaffen, das Hoftagelöhner und Hofgänger mit Geldstrafen bis Geldbedürfnisse ชิน befriedigen. Sie hatte damit auch zu 30 M. oder mit Haft bis zu 14 Tagen bedroht, wenn sie ohne die Unsicherheit der Gristenz in die bäuerliche Familie Rechtsgrund den Dienst verlassen oder die Arbeit niederlegen oder getragen. Für den Bauern selbst, der den Wechselfällen des den schuldigen Gehorsam berweigern. Das Bürgerliche Gesetzbuch Marktes preisgegeben, für seine Söhne und Töchter, deren Arbeits- hebt diese Ausnahmebestimmungen gegen ländliche Arbeiter auf, kräfte für die Wintermonate frei geworden waren und die jetzt als aber das Ausnahmegesetz von 1854 besteht weiter und§ 95 des Gesinde, Tagelöhner sich verdingten, meistens jedoch in die Städte Einführungsgesetzes zum B. G. B. besagt, daß alle landesgesetzwanderten, um sich den städtischen Gewerben zuzuwenden oder Soldat zu werden, für die Freien war diese Unsicherheit ohnehin Die Freisinnsmannen nehmen neben den übrigen bürgerlichen lichen Bestimmungen über das Gesinderecht unberührt bleiben. gegeben. Den Hörigen und Leibeigenen war damit die Möglichkeit Barteien für sich den Ruhmestitel in Anspruch, die Erhaltung gegeben, sich vollends frei zu machen. Denn Stadtluft machte frei der mittelalterlichen Gesindeordnungen bei Beratung des B. G. B. und der Verdienst ermöglichte auch den Freikauf. Damit wurden mit verschuldet zu haben.( Lebhafte Zustimmung.) aber der Landwirtschaft Kräfte entzogen zu derselben Zeit, wo diese, namentlich während der Sommermonate, deren in erhöhtem Maße Und in ihrem neugeschaffenen Hamburger Aktionsprogramm bedurfte. Denn nicht nur der Bauer, auch der grundbesitzende Adel der vereinigten Liberalen treten sie für eine Reform nicht etwa hatte begonnen, für den Markt zu produzieren. Daher galt es für für die Beseitigung der Gesindeordnungen ein. Für das Gesinde macht, ferner wenn unverheiratete Mädchen schwanger werden, fie jest, das Gesinde an die Scholle zu fesseln. Und so wie die gelten also nach wie vor all die vielen Gesindeordnungen, deren selbst wenn der Arbeitgeber selbst der Schwängerer war. Grundherren, Adel und Geistlichkeit es vorzüglich verstanden hatten, Deutschland fast 100 zählt, und die fast alle oder wenigstens zum in ihrer Unwissenheit sehen diese armen Lohnsflavinnen im Gutsvermöge der Anwendung und Auslegung des römischen Rechts, durch größten Teile den Geist des finstersten Mittelalters atmen. Da- befizer und Ortsvorsteher den Inbegriff einer solchen Machtfülle, Betrug. List oder rohe Gewalt, die ehedem freien Bauern zu Hörigen neben existieren zahlreiche Polizeiberordnungen, ministerielle und daß sie es gar nicht wagen, sich Recht zu suchen. Ein Musterund Leibeigenen zu degradieren, so verstanden sie es ebenfalls vor- statutarische Bestimmungen. Selbst für Baden und die Rhein- kontrakt aus Mecklenburg, dem Lande des Ochsenkopfes, zwischen züglich, einmal die Abgaben und Fronden der Erb- und Schutz- lande, wo der Code civil galt oder demselben nachgebildete Be- dem millionenreichen Gutsbesitzer Hörmann auf der Komtorey untertänigen zu schier ungemessener Höhe zu steigern, wobei ihnen stimmungen, sind in den sechziger Jahren neue Gesindeordnungen Strelik und seinen Arbeitern enthält folgende Bestimmungen: die inzwischen entstandenen stehenden Heere, auf Anordnung ober erlassen worden. Lediglich in Elsaß- Lothringen regelt der Code mit Zustimmung der Fürsten, Hentersdienst leisteten, Napoleon den Dienstvertrag wie alle Verträge. falls die Bauern revoltierten, ondererseits aber auch Gesetzesbestimmungen zu schaffen oder Polizei. verordnungen durchzusehen, die das Gesinde in immer ärgere Sklaverei brachte. Im dreizehnten Jahrhundert finden wir in den Landrechten auerst Bestimmungen über Gesindeverhältnisse. So im Lübecker Stadtrecht 1158, im Hamburger 1270, im Stader 1279, im Münche ncr 1347, im Passauer Rechtsbrief 1281 usw. in seinen Adern hat, der muß angesichts solch' skandalöser, allem Wahrlich, Genossinnen, ich meine, wer rotes, warmes Blut Rechts- und Menschenbewußtsein Sohn sprechenden Verhältnisse aufgepeitscht werden zu einem leidenschaftlichen Kampfe gegen diese Gesellschaftsordnung.( Lebhafte Zustimmung.) Vollends in Knechtschaft verkauft sich ein großer Teil der Landarbeiterschaft durch das unbesehene Unterschreiben von Kontrakten, wie sie die Landwirtschaftskammern für ganze Provinzen ausarbeiten. Sie gestatten durch die Bestimmung, daß nur bei werden muß, den Arbeiter häufig genug um seinen Lohn zu prellen. ordnungsmäßigem Abgang der zurückgehaltene Lohn ausgezahlt Denn als nicht ordnungsmäßiger Abgang gilt auch die sofortige Entlassung durch den Arbeitgeber, die fast immer zulässig ist, 3. B. wenn sich der Arbeiter des Aufwiegelns schuldig Und § 1. Der Arbeiter ist verpflichtet, alle ihm vom Arbeitgeber oder dessen Vertreter übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß, gewissenhaft und fleißig nach Vorschrift ohne Widerrede und Bemerfungen zu verrichten. §2. Vernotwendigt sich ein Ausbleiben, so ist am Vorabend die Erlaubnis einzuholen. Falls die auf dem Gute getroffenen Dispositionen es nicht gestatten, daß dem Wunsche des Arbeiters Rechnung getragen wird, so hat sich derselbe unter allen und jeden Umständen zur Arbeit einzufinden. Bezeichnend für das heutige Gesinde- und Landarbeiterrecht ist vor allem, daß es diese unserer ganzen historischen und wirtschaftlichen Entwickelung Hohn sprechende Ueberbleibsel eines Rechtsverhältnisses aus einer weit hinter uns liegenden Rechtsund Wirtschaftsperiode in unsere Zeit hineinträgt und aufrechterhält, daß es die Bestimmungen der Gesindeordnung konserviert, die in der Zeit der vollsten Erbuntertänigkeit und der feudalen Gliederung der Gesellschaft wurzeln. Was die einstigen patriar-§ 3. Auch die Frau hat auf Erfordern zur Arbeit zu kommen. Das Gesiadeverhältnis beruhte aber damals im Gegensatz zu chalischen Verhältnisse Angenehmes für das Gesinde boten, daß es§ 4. Dieselbe muß außerdem auf Bestellung regelmäßig und dem feudalen Verhältnis auf einem völlig freien Vertrag. Ein wirklich Hausgenosse war und den Schuß und Verkehr der Familie pünktlich das Melken der Kühe mit übernehmen, auch an SonnSwang zum Dienstantritt bestand nicht. Das Gesinde fonnte auch genoß, ist geschwunden; dagegen sind die Pflichten und Bürden und Festtagen. vor Ablauf des Vertrages den Dienst verlassen. Ein Vertrag auf des Gefindes erheblich vermehrt worden.( Sehr richtig!) Dabei§ 6. Die gewöhnliche Arbeitszeit dauert während der Monate Lebensdauer war ungültig. Es ist unserem Bürgerlichen Gesetzbuch wird faktisch das Büchtigungsrecht trop feines ausdrücklichen Ver- April bis Oktober von morgens 6 bis abends 7 Uhr, vom 1. Oktober vorbehalten, diesen gesetzlich zu sanktionieren. Da das Gesinde zur bots ungeniert gehandhabt. Und den Rechtsweg gegen diese Ge- bis April von morgens 7 bis abends 6 Uhr inklusive je 2 Stunde Hausgemeinschaft gehörte, so hatte der Hausherr gegenüber dem walttätigkeiten hat man dem Gesinde auf alle mögliche Weise er- Frühstück und Vesper und eine Stunde Mittag. Nach§ 5 fst Gesinde ein mäßiges Züchtigungsrecht, aber auch die Pflicht, es schwert. Aus den buntfchedigen Bestimmungen der Gesinde- der Arbeiter gegen vom Gutsbesitzer festzusehende Entschädigung vor Angriffen Dritter zu schüßen, sowie für sein leibliches und ordnungen wollen wir nur einige hervorheben.§ 51 der preußischen verpflichtet, vor wie nach der gewöhnlichen Arbeitszeit Ueberstunden geistiges Wohl Sorge zu tragen. Die Landrechte vom 13. bis Gesindeordnung bestimmt: falls sich das Gesinde weigert, den Dienst zu machen. 15. Jahrhundert enthalten eine Unmenge von Bestimmungen, die anzutreten, hat die Obrigkeit Zwangsmittel anzuwenden. Bleiben§ 7. Der Arbeiter erhält pro Tag an barem Gelde 0,60 M. dartun, daß die Züchtigung nur eine leichte sein und maßvoll an- diese fruchtlos und muß deshalb ein anderer Dienstbote gemietet im Winter, 0,75 M. im Sommer; feine Ehefrau 0,10 m. po gewendet werden soll. Einige Landrechte enthalten auch ein Verbot werden, so muß das Gesinde nicht allein den Schaden ersehen, son- Stunde.( Hört! hört!) Für zweimaliges Melten am Tage pro Der Züchtigung.. Am Ende des 15. Jahrhunderts nach der Nieder- dern es verfällt in eine Strafe von 2-5 Talern oder eine ent- Woche 1 M. An Materialien werden verabfolgt: 2 Zentner Winterwerfung der aufständischen Bauern beginnt die polizeiliche Aufsicht sprechende Gefängnisstrafe.§ 76 besagt und ähnliche Be- torn pro Monat, ein Stüd Gartenland, 150 Quadratruten ge= des Gesindes; aber noch wehren sie sich erfolgreich. Der 30jährige Krieg ftimmungen enthalten die meisten Gesindeordnungen die Be- düngtes Kartoffelland, eine Fläche Wiese oder Heu für 2 Ziegen. brachte, da er einen Mangel an Arbeitsfräften hervorrief, sogar fehle dieser Ausdruck ist sehr bezeichnend der Herrschaft und An Feuerung werden 2 Fuder Holz und 6000 Torf geliefert.eine Berbesserung ihrer Lage, um so mehr Ursache für die Grund- ihre Verweise muß das Gesinde mij Das Holz muß sich der Arbeiter aber felbst schlagen. Ferner erhält der Arbeiter eine Wohnung, bestehend aus Stube, Kammern, § 8. Die Arbeiter und alle Familienglieder haben sich stets gesittet, ruhig und anständig zu betragen. Vom Gutsherrn oder dessen Vertreter werden von Zeit zu Zeit Besichtigungen der Wohnung und der Stallräume vorgenommen, eine Beit ist nicht festgesetzt, das heißt also: jederzeit kann die Besichtigung vorgenommen werden. Einfach skandalös ist die folgende Bestimmung dieses Paragraphen, daß Verwandte höchstens 3 Wochen Aufnahme in der Wohnung finden würden. Dadurch wird dem Arbeiter selbst die Möglichkeit genommen, Nächstenliebe an einem hülfsbedürftigen oder gar franken Verwandten zu üben. Küche und Keller unter der Küche. " " unsere Elbinger Genossen mard seitens des Regierungspräsidenten 17 Jahren sind die Buben steif und mit 40 Jahren sind sie Greis, erklärt, daß, da überall Leutenot", der Mann täglich 70 Pf. ver- schrieb kürzlich in heller Entrüstung ein Lehrer aus dem Schwarzdienen könne. Eine Erhöhung der Rente wurde abgelehnt.( hört, wald, weil sie von morgens 2½ Uhr bis abends 10% Uhr bei der hört!) Ernte beschäftigt sind. Auf die Eltern, die ihre Kinder diesem dege= Eine 67jährige Arbeiterin Voigt aus Neudorf wurde mit ihrem nerierenden Ginfluß der Erwerbsarbeit preisgeben, wollen wir geAnspruch auf Invalidenrente abgewiesen, weil der Arzt erklärte, ihre wiß feinen Stein werfen. Sie sind es erstens nicht andere gewohnt Leiden also Leiden wurden doch anerkannt seien nur Alters- und zudem ist die Not der Autokrat, der dies befiehlt. Das beweisen leiden. Auf dem Gute Wargenau in Oftvreußen waren ein paar aufs schlagendste die Löhne der Landarbeiter und Arbeiterinnen. alte, frante Invaliden in einem verfeuchten Viehstalle untergebracht, Auf Grund amtlichen, statistischen Materials hat Dr. Sauce den Lo jie elend hätten verkommen müssen, wäre nicht eine Kritik im jährlichen Arbeitsverdienst der erwachsenen Landarbeiter in fünf Oftbreußischen Landboten" erfolet. worauf dann der Amtsvorsteher Klassen eingeteilt. einschritt. Beginnen die Landarbeiter alt zu werden, so sucht jede 5. Klasse: Löhne von 300-420 m. 4. Klasse: Löhne von § 9. Wer durch eigenes Verschulden seinen Wohnsiß aufgeben Gemeinde sie abzuschieben, bevor sie den Unterstüßungswohnfiß er- 420-540. 3. Klasse: Löhne von 540-660 M. 2. Klasse: Löhne mur, verliert alle Anrechte auf die Naturalleistungen. Nach langt haben, von allen verlassen, enden die Landarbeiter vielfach von 660-780 m. 1. Klasse: Löhne von 780-900 M. Ferner § 10 uß bei Kündigung wegen Pflichtwidrigkeiten" in 4 Wochen kließlich ihr fümmerliches Dasein auf der Landstraße oder, was fonstatierte Dr. Saude, daß annähernd drei Viertel aller Arbeiter auch die Wohnung geräumt werden und maßlos ungerecht ist die nicht viel besser ist, im Armenhause. Die Fälle werden noch in in die beiden untersten Lohnklassen gehörte. Wir haben außerdem Bestimmung des§ 11, wonach dem Gutsbesißer eine vierteljähr- aller Gedächtnis brennen, wo an verschiedenen Orten, in Preußen mit den halbproletarischen Existenzen zu tun, den Kleinbauern, liche, dem Arbeiter nur eine halbjährliche, die am 1. April er- und Bayern, vor einigen Jahren Landarme tot im Armenhause ge- deren Besitz nicht hinreicht zu ihrer Ernährung. Sie radern sich folgen muß, eingeräumt ist; der Abzug muß also zum Winter funden wurden, bei denen der Arzt den Hungertod feststellte; in selbst, ihre Frauen und Kinder ab bei der Bearbeitung des Bodens. erfolgen. Das ist eine mächtige Kette, den Arbeiter an das Gut einem Falle war die Leiche zum Teil schon ein Fraß der Ratten Sie strömen in Scharen zur Industriearbeit in die nahen Städte. zu fesseln bei der verminderten Arbeitsgelegenheit im Winter. Auf geworden.( hört, hört!) Und einer dieser Landarmen war noch Ihr Besit tettet sie nicht nur an den Ort, gibt sie nicht nur mehr dem preußischen Parteitag 1904 betonte denn auch der Schnitter dazu Kriegsveteran. Des Vaterlandes Dant war ihm in großartiger der tapitalistischen Ausbeutung preis, sondern ist auch für die Schmidt- Sonnenburg: Man sagt uns, unterschreibt nicht die Kon- Weise zuteil geworden. Dabei wagten es 1899 bei Beratung des Aufklärung und Agitation ein großes Hindernis. Beim Mitteltrafte, aber wir müssen jeglichen Kontrakt unterzeichnen, um Invaliditätsgefeßes Konservative und fromme Zentrumsmänner zu grundbesitz sind im allgemeinen die Löhne höher als beim KleinArbeit zu bekommen und leben zu können. Die durch ihre Armut behaupten, eines Schubes im Alter und im Falle der Erwerbs- und Großgrundbesitz. v. d. Golz teilt die Landarbeiter in drei bedingte Abhängigkeit der Landarbeiter ist mindestens so schlimm unfähigkeit benötigten die Landarbeiter nicht, für die werde in aus- Kategorien, die der Gutstagelöhner und Instleute, der Käthner wie ihre Abhängigkeit infolge ihrer Rechtlosigkeit, eins wächst aus Minister Bötticher mußten sie sich sagen lassen, er kenne ganze Land- und die Wanderarbeiter. Unter den letzteren haben wir die Einreichender Weise durch Gutsbesitzer und Gemeinden gesorgt. Vom oder Häusler, und der Einlieger. Dazu kommt dann das Gesinde firiche, wo es zur Gewohnheit geworden, für den landwirtschaftlichen heimischen und die Ausländer. Die Einheimischen, meist" SachsenDamit sind wir schon mitten in der Schilderung der wirt- Arbeiter absolut nichts zu tun, sobald er aufgehört habe, zu arbeiten. gänger" genannt, bilden zweifellos schaftlichen und sozialen Lage der Landarbeiterschaft angelangt. Es gebe fogar Arbeitgeber, die soweit gingen, daß sie, während sie Bei dem Landproletariat, diesem Paria unter der Arbeiterschaft, ihre Arbeiter in der Woche an ihren Tischen verpflegen, ihnen ( Sehr richtig!) vereinigen sich alle Qualen, um sein Leben aller Sonntags nichts zu essen Lebenswerte zu entkleiden.( Lebhafte Zustimmung.) dem andern hervor. Rudimenten der das revolutionärste Element unter den Landarbeitern. Ueberwiegend sind es jugendliche, weibliche Arbeiterinnen. In großen Trupps werden sie gleich dem Vieh auf den Eisenbahnen befördert. feit nur aufrecht erhalten kann, indem er selbst entbehrt, sich grausame Praris in allen Teilen Deutschlands obwaltet. 1891 Sehen wir beim Kleinbauern, daß er seine Scheinselbständig geben, weil sie nicht arbeiten.( Hört, hört!) In den Schriften des Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit ist bestätigt, daß diese Aber den Umstand, daß sie hinauskommen aus der Enge ihrer überarbeitet, Weib und Kinder nach Kräften schindet, so müssen führte der konservative Abgeordnete Meyer- Arnswalde, gewiß ein Heimat, daß sie während des Sommers mit sozial und intellektuell wir in bezug auf die Landarbeiter, ob es Tagelöhner, Instleute, unverdächtiger Zeuge, im preußischen Abgeordnetenhause aus, wie höher stehenden Arbeitern zuſammenkommen, weiten ihren Blick, Scharwerfer, Hofgänger, Deputanten, Käthner, Schnitter oder ein Gut und eine Gemeinde, oder zwei Gemeinden, die nebenein- macht sie empfänglicher für die Ideen des Klassenkampfes. Dr. Sachſengänger, Einlieger, Heuerlinge, oder ob es das Gesinde, ander liegen, durch Abschieben der Lagelöhner von dem einen zum Kärger schätzt die Zahl der Sachsengänger für 1890 auf 75 000. Knechte und Mägde, Hirten usw. sind, erklären, daß sie unter den anderen, den Landarmenverband mit der Armenpflege belasten. Aber außer diesen haben wir auch in anderen Gegenden WanderJa, der christlich- germanische Adel ist es so sehr gewohnt, seine arbeiter. So hier im Süden die zur Wein-, Hopfen- und KarHörigkeit und Leibeigenschaft, Hände in die Taschen anderer zu stecken, daß er es selbst nicht ver- toffel-, Korn- und Heuernte von den Höhen in die fruchtbareren verbunden mit der schlimmsten Ausbeutung, leiden.( Lebhafte Zu- schmäht, die Altersrentner um ihre paar Pfennige zu prellen. So Täler ziehen zur vorübergehenden Lohnarbeit. Wird der seßhafte stimmung.) Trotz der von den agrarischen Schreiern so oft be- quittierte der Gutsbesizer Ehlers in Zickhausen ein Jahr lang auf Landarbeiter ausgebeutet, so der Wanderarbeiter erst recht. Die tonten„ Leutenot" ist es den Ochsengrafen und Schnapsbrennern dem Postamte über die Altersrente für den Invaliden Voß mit Ausdehnung der Arbeitszeit findet meist nur ihre Grenze in der nie eingefallen, ihren Arbeitern auch nur die nackte physische dessen Namen. Der Staatsanwalt lehnte es ab, die Anklage zu vollständigen Erschöpfung der Arbeiterschaft oder durch das EinEristenz zu gewährleisten, geschweige denn ein menschenwürdiges erheben, weil„ Ehlers des Glaubens gewesen sei, Voß sei, da er brechen der Dunkelheit. Eine Rücksicht auf den Menschen braucht Dasein. für ihn zu sorgen hatte und gejorgt hat, damit einverstanden, daß absolut nicht genommen werden. Die Heimat hat ja für ihn zu Wir finden in der Landwirtschaft neben überlanger Arbeits- die Quittungen durch Ehlers für Voß vollzogen würden." Und sorgen, nicht der Arbeitgeber. Um die Löhne werden die Wanderzeit die große Unsicherheit der Existenz. Denn infolge der tech- da sage noch einer, daß wir nicht milde Staatsanwälte haben. arbeiter zum Teil noch geprellt durch die Vermittler, die für die nischen Entwickelung der Anwendung zahlreicher landwirtschaft-( Große Heiterkeit.) Und welch fürstliche Begräbnisse werden toten Arbeitsvermittelung einen Monatslohn und mehr beanspruchen. licher Maschinen ist die Landarbeit zum großen Teil zur Saison- Landarbeitern bereitet. Rednerin erzählt einen Fall, wo die Leiche Zu Lohndrückern und zu einer Ursache der Landflucht werden die arbeit geworden. Wurden doch 1895 in Deutschland 1696 landwirt- des Landarbeiters August Regessti auf dem Gute Kistigehmen Ausländer, die alljährlich in großen Scharen( über 500 000) durch schaftliche Betriebe gezählt, die Dampfpflüge, 20 673 die Säe- auf einem Dungwagen zur letzten Ruhe gebracht wurde. Wahrlich, die Landwirtschaftskammern und Agenten vermittelt. Die Ausbeutung dieser Aermsten ist eine so große, daß sie, insbesondere maschinen, 35 014 die Mähmaschinen, 259 069 die Dampfdresch= eine herrliche göttliche Weltordnung! maschinen und 596 869, die andere Dreschmaschinen verwendeten. Doch die maßlose Ausbeutung führt nicht nur zur Krankheit russische und italienische, von ihren Regierungen gewarnt werden, Wir finden des weiteren die ausgedehnteste Frauen- und und zur frühzeitigen Invalidität, sondern ihr, sowie den mangel- in Deutschland Stellung zu nehmen. Kinderarbeit. Das Niederhalten der Löhne wird erleichtert durch die Bandproletarier geschuldet. Die Unfallstatistik für die landhaften Schuhvorrichtungen ist auch die hohe Unfallziffer für die Konkurrenz der Ausländer, der Soldaten und Korrigenden. die Konkurrenz der Ausländer, der Soldaten und Korrigenden. wirtschaftliche Berufsgenossenschaft beweist, daß in grausamer Weise Erbärmliche, den geringsten sittlichen und hygienischen AnErbärmliche, den geringsten sittlichen und hygienischen Anforderungen hohnsprechende Wohnungen, die traurigsten Schulver- die Zahl der Opfer auf dem Schlachtfelde der Landarbeit sich mehren. forderungen hohnsprechende Wohnungen, die traurigsten Schulver- Seit 1889 ist eine Verzehnfachung der schweren Unfälle und mehr hältnisse, das Fehlen von Anregungen, erhebender Vergnügungen, denn eine Berdoppelung der tödlichen eingetreten. Vielleicht wird sozialer und staatsbürgerlicher Betätigung, das alles bedingt, daß die Bandarbeiter nicht nur rechtlos sind und körperlich ausgebeutet werden, sondern daß sie auch geistig vereinsamen und abstumpfen, daß sie das elendeste, freudeloseste, licht- und sonnenärmste Dasein führen. Man muß das grause Elend der Landproletarier geschaut haben, um es ermessen zu können. Wenn Voltaire von den Leibeigenen des Mittelalters fagt, daß fie Sklaven sind mit ihren Gütern und Personen, bei ihrem Tode fällt ihr Hab und Gut dem Adel und den Mönchen zu. Werden sie krant, wagt kein Metzger ihnen Fleisch zu geben und der Apotheker verweigert ihnen die Medizin, die ihnen das Leben retten könnte. Wenn sie sterben, nehmen sie die Gewißheit mit ins Grab, daß es ihren Kindern nicht besser, geht oder wenn La Brujère die hörigen Bauern mit menschenscheuen Tieren vergleicht, bei denen man erst, wenn sie sich aufrichten, sieht, daß sie Menschen sind, so fönnte das ebensogut auf moderne Landarbeiter geschrieben sein. 5 445 924 Landproletarier wurden 1895 gezählt. Von 1882 bis 1895 ist die Zahl der weiblichen Arbeiter von 2 224 901 auf 2 734 398 gestiegen. Die Zahl des männlichen Gefindes betrug 1882: 42 510, 1895: 25 359; die Zahl des weiblichen Gesindes 1882: 1282 414, 1895: 1313 956. man einwenden, daß früher viele Unfälle nicht zur Anzeige kamen. Aber tödliche Fälle sind doch stets gemeldet worden, und schließlich wäre es doch keine Aufhellung der Gegenwart, sondern nur eine Vers dunkelung des Bildes der jüngsten Bergangenheit. Wie viele Arbeiter müssen da um ihre Rechte betrogen worden sein. Schon 1890 sprach der Kaiser Wilhelm II. auf einer Sigung des Landesökonomiekollegiums seine Verwunderung darüber aus, daß so mert würdig viele Fälle von Tötung und Verwundung von Arbeiterinnen in der Landwirtschaft vorkämen. Er werde die dafür verantwortlichen Unternehmer nicht mehr so leicht begnadigen. Die Besizer zeigten eine große Gleichgültigkeit gegen das Leben der von ihnen beschäftigten Arbeiterinnen. Diese und nicht der Leichtsinn der Arbeiterinnen selbst sei für die Unfälle verantwortlich zu machen. So der Kaiser 1890. 1900 aber fetten es Schlot- und Krautjunker durch, daß den Berufsgenossenschaften eine Art Begnadigungsrecht eingeräumt ward, nämlich das Recht, dem Besitzer die Rückvergütung der Rente an die Genossenschaft zu erlassen. Dies Begnadigungsrecht wird seitdem fleißig geübt. Und das Blutmeer steigt. Den Verlebten und Vertrüppelten aber neiden die Grundherren noch die paar Pfennige Rente. Im Landtag erhob der nationalliberale Dr. Schröder- Kassel die Forderung, verlebten Kindern feine Renten zu geben und Renten von 25 Prozent und weniger nicht mehr auszuzahlen. Der Zentrümler Schmedding unterstützte den Antrag und Podbielski versprach, in diesem Sinne wirken zu wollen, wobei Schmedding hinzufügte, daß Renten unter 25 Prozent Schnapsrenten seien und daß es ein Skandal sei, daß den Kindern Renten bewilligt werden. Wir sind der Anschauung, daß es ein himmel schreiender Standal ist, daß Kinder kapitalistisch ausgebeutet werden und Gefahr laufen müssen, ihre gesunden Glieder zu verlieren, bevor dieselben vollständig entwickelt sind! Aber die agrarische Unverschämtheit Man sieht, die Zahl der weiblichen Landarbeiter und Dienstboten hat bedeutend zugenommen, die der männlichen abgenommen. Der größere Unternehmungsgeist, der Militärdienst usw. veranlassen die intelligenten männlichen Arbeiter zum Auswandern in die Städte; ist das doch der einzige Weg, um dem Elend daheim zu entrinnen. Die weiblichen Arbeiter entschließen sich schwerer zum Abwandern und aus diesen psychologischen Gründen sehr schwer zum Rückwandern. Aber auch durch die Abwanderung wird das Höllenleben der Zurückgebliebenen nicht besser, da zahllose Ausländer als Ersaz importiert werden. Da dem Landproletariat nicht nur das Koalitionsrecht, sondern, abgesehen von ging noch weiter. Auf der 20. Jahresversammlung des ostpreußiden armseligen Unfallverhütungsvorschriften auch jeglicher Ar- schen landwirtschaftlichen Zentralvereins wurde der Antrag angebeiterschutz fehlt, ist die Ausbeutung von Männern, Kindern und nommen, daß die Unfallrente nur dann gewährt wird, wenn der BeFrauen grenzenlos, uneingeschränkt. Während der Sommer- schädigte weniger Lohn bezieht als der Unbeschädigte derselben Kate monate, namentlich zur Zeit der Ernte, sind Arbeitszeiten von gorie. Gelänge dieser Anschlag, wäre das ein vollständiger Bruch 12-16, mitunter 18 Stunden die Regel. Das schlimmste Arbeits- mit dem bisher geltenden Recht. Statt der Verstümmelung der Artier ist natürlich die Frau. Gerädert, mit schmerzenden Gliedern beiterschaft, die so unendlich viel Leid, Not und Elend über die Befchrt sie von der Feldarbeit oder der Arbeit im Herrschaftshause nach Hause zurück, dann muß sie noch ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter erfüllen. Im Nebenamte ist ferner das eigene Vieh, das eigene Land zu besorgen. Ich habe in der Gegend des Zuckerrübenbaues in der Provinz Sachsen gesehen, wie des Morgens, wenn der Tag graute, die Frauen ihre Kinder aus den Betten reißen mußten und auf Milieu der gesamten Arbeiterschaft jener Gegenden, in die sie Daß diese kulturarmen und bedürfnislosen Arbeiter das soziale fommen, gewaltig herabdrücken, liegt auf der Hand. Aber außerdem bilden sie eine eminente Gefahr in gesundheitlicher Beziehung für die Seßhaften durch die Einschleppung von Krankheiten. So find die Wanderarbeiter auf dem Lande die alleinigen Träger der Syphilis. Troßdem schreien wir nicht nach Grenzsperren und Ginfuhrverboten für die Ausländer. Aber nicht minderen Rechts sollen die Ausländer sein, sondern freies Koalitionsrecht soll ihnen ge= währt werden und die Praxis beseitigt werden, daß, wenn sie es ausüben, ausgewiesen werden. Ist das erreicht, dann werden wir sie durch unsere Agitation schon zu Klassenfämpfern heranziehen. Ihre Importation bedingt unter dieser Voraussetzung eine Beschleunigung des siegreichen Ausganges unseres Emanzipationstampfes. Die Gutstagelöhner vermieten sich gewöhnlich kontraktlich auf ein Jahr. Triumphierend weist nun von der Golb deren Lohnsteigerung nach, die, man höre und staune, 60, 80, mitunter sogar 100 M. pro Jahr ausmache. Kätner oder Häusler besigen, wenn oft auch nur nominell, ein Häuschen und ein Stück Land und gehen gegen Taglohn aufs Gut oder zum Bauern. Wie die Gutstaglöhner durch den Kontrakt, so sind sie durch den Besitz gebunden. Völlig freie Arbeiter sind die Einlieger, die zur Miete wohnen und gegen Barlohn als Tagelöhner. gehen. 1 Sie haben aber auch unter der Unsicherheit ihrer Gristenz schwer zu leiden. Ihnen ähnlich sind die Deputanten, die ebenfalls gegen Bar und Naturalien für Tage und Wochen sich verdingen. In die häusliche Gemeinschaft aufgenommen ist das Gesinde, welches sich gewöhnlich gleichfalls auf ein Jahr vermietet, nebst Soft und Logis einen Jahreslohn erhält und zweifellos am unfreiesten ist. Sowohl v. d. Golz als auch Weber kommen zu dem Resultat, daß die Barlöhne der Landarbeiter seit 1873 mehr ausgeglichen, sich aber wenig gehoben haben, zum Teil sogar heruntergegangen sind, daß aber überall die Naturallöhnung geringer geworden ist. Ein bedeutender Rückgang in der Viehhaltung läuft nebenher. Anstatt daß der Instmann zwei oder wenigstens eine Kuh weiden durfte, erhält er jezt meist nur noch Futter für eine Ziege oder ein festes Milchdeputat. Daß die Ernährung durch die Verringerung des Milchkonsums und durch die Verdrängung des nahrhafteren Brotes durch die Kartoffel eine viel schlechtere geworden ist, versteht sich am Rande. Bei starter Familie reicht zudem nirgends das Deputat. v. d. Goltz der die materielle Lage der Gutstagelöhner eine gesicherte", wenn auch dürftige nennt, gibt selbst zu, daß dies gesicherte" Einkommen davon abhängt, wie die Kartoffel- und Kornernte ausfällt, daß keine Krankheit die Familie heimsucht und die Kinderzahl keine große ist. Bezeichnend für die Lage der Landarbeiter war die Aeußerung, mit welcher der Abg. Gamp sich gegen die Beschäftigung von Gefangenen auf dem Lande wandte: Ich habe darauf hingewiesen, daß der Grundbesizer gar nicht, Gefangene beschäftigen kann, ohne sich seine Arbeiter wesentlich zu verschlechtern, bei den jetzigen Bedingungen, die gestellt werden, daß die Gefangenen nur 10 Stunden im Sommer beschäftigt werden dürfen, daß sie drei- oder viermal in was den freien Arbeitern der Woche Fleisch bekommen müſſenfurz, daß sie in bezug auf die nicht einmal überall möglich ist Unterbringung und Verpflegung besser behandelt werden müssen, wie dieses bei den Sachsengängern vielfach geschieht. Wenn andere Landwirte behaupten, daß ihre Leute" jeden Tag Fleisch, dreimal die Woche Braten, täglich Gemüse und Kompott erhalten, so würden die Arbeiter, wenn man sie fragte, wohl mit dem bekannten Friz Reuterschen Knecht antworten, der auf die Frage: Jit Rindfleesch und Blummen nicht en schön Gericht?" sagte:„ Ja, Herr, aber man friegt se man nicht!"( heiterteit.) Um die Lage der Einlieger au verbessern, die im Winter arbeitslos find, schlägt v. d. Goltz allen Enstes vor, die Anwendung der Dreschmaschine einzuschränken, um durch den Handdrusch Beschäftigung für den Winter zu schaffen. Die Herren wissen also teinen anderen Rat, als die Entwickelung rückwärts zu schrauben. troffenen bringt, Einhalt zu tun, statt den Anregungen des Reichsversicherungsamtes zu folgen, und dessen Schußvorschriften in Wirkfamkeit zu sehen, wird also überlegt, wie die Folgen der Unfälle gänzlich auf die Arbeiter abgewälzt werden können.( Hört, hört!) Den Verstümmelten noch die Hungerpeitsche!( hört!) Wir wüßten schon einen Weg, die Berufsgenossenschaften vor der Bezahlung der Kinderrenten zu bewahren; man erfülle unsere Programmforderung, die Straße schickten, Verbot aller Kindererwerbsarbeit, vor allem auch in der Landwirt weil sie fürchteten, die kleinen würden allein in der Wohnung schaft und bei häuslichen Diensten.( Sehr wahr!) Heute besteht Unheil stiften. Da saßen dann die Kinder fröstelnd vor den Haus- nicht einmal eine gefeßliche Beschränkung, geschweige denn ein Verbot. 1895 waren nach der Berufs- und Gewerbezählung in der türen oder schliefen auf der Steintreppe hockend wieder ein. deutschen Landwirtschaft 135 175 und als häusliche Dienstboten v. d. Goltz, der die Lage der Landarbeiter lediglich unter dem 35 001 Kinder im Hauptberuf" tätig. In Wahrheit ist ihre Zahl Gejic swinkel behandelt: wie erhält oder verschafft man dem Grund eine weit größere. Ihre Zahl wird auf 1 bis 2 Millionen geschätzt. besitz Arbeitskräfte?, er muß, gezwungen durch die Tatsachen, oft Dieser große Umfang der Kinderarbeit auf dem Lande ist eine Folge genug scharfe Kritik üben. So betont er, daß die ungewöhnlich hohe der Not der Landarbeiter und wird im dialektischen Verlauf der Stechlichkeit der Kinder der Landarbeiter in erster Linie der Geschehnisse wieder zu einer Ursache derselben. Nicht nur weil die mangenden Pflege derselben zuzuschreiben sei, eine Folge des Um Kleinen die Schmußkonkurrenten der Eltern werden, sondern weil flandes, daß die Beschäftigung die Mutter außer dem Hause hält durch die Erwerbsarbeit neben der sittlichen auch die körperliche und sie zwingt, zu frühzeitig nach dem überstandenen Wochenbett Schädigung der Kinder erfolgt und ihre geistige Entwidelung bintan schwere Arbeit zu leisten, wodurch auch das Leben der Mutter ge- gestellt wird, ja, mehr noch intellektuell veröden.( Sehr wahr!) fährdet wird. Das erbarmungswürdigste Geschöpf ist aber eine kranke Dies wird noch durch die Schulversäumnisse gefördert. Und nach Landarbeiterin und ein kranker Landarbeiter. Gine obligatorische einer weiteren Beschränkung des Schulzwanges schreien dieselben Sirantenversicherung gibt es nicht. Durch Landesgesetz oder Ortseiner In Mecklenburg haben Frauen und Männer mir weinend erstatut kann der Versicherungszwang ausgeübt werden. Aber die Herren, die unaufhörlich über den Mangel an intelligenten und zählt, sie müßten im Winter stehlen, um leben zu können. Tannenbeiden größten Bundesstaaten, Preußen und Bayern, besitzen sie düchtigen Arbeitern flagen. nicht. Tritt dr Arbeiter der Gemeindekrankenkasse bei, so muß er In junterlicher Variation lautet daher der bekannte Ausspruch reiser und Wurzeln aus fremdem Walde müßten während der Nacht die vollen Beiträge vezahlen, ohne den geringsten einfluß auf die von Christus: Lasset die Kindlein zu mir fommen und wehret ihnen gestohlen werden, um dann für die daraus fabrizierten Besen und Gemeindeverwaltung zu haben. In der Folge unterbleibt meistens nicht beim Viehhüten, beim Rübenziehen, bei der Kartoffelernte und Körbe Brot zu kaufen. Einen Begriff von dem Faulenzerleben der die Versicherung. Siechtum oder das größte Glend während der dee Kornernte!" Katholische Geistliche vermitteln sogar den Verkauf Landleute geben folgende Mitteilungen. Auf dem Gute Eichwalde Krankheit, Mangel an ärztlicher Hülfe sind die Folgen. Etwas findlicher Arbeitskräfte nach Württemberg und Baden von Tirol. bei Elbing, das 48 Milchkühe, 20 Pferde und 12 Stück Jungvich bosser in dieser Beziehung steht es mit dem Gesinde. Die Herr- Man muß es gesehen haben, wie die Kinder in Gegenden des Zucker- neben vielen Schweinen aufweist, sind zwei Dienstleute und zwei schaft hat ihnen im Falle der Erkrankung sechs Wochen Verpflegung rübenbaues mit frummen Rücken beim Rübenziehen und Rüben- Dienstmädchen zur Besorgung all der Arbeiten beschäftigt. Bei und ärztliche Behandlung zu gewähren. Ist aber Invalidität ein- hacken im glühenden Sonnenbrand oder bei Sturm und Regen tätig dieser Arbeit verdienen Mann und Frau 469 M. jährlich, aber die getreten, dann wehe den Armen! Der 68jährige Invalide Specht sind, wie die Kleinen beim Kartoffelroden über den feuchten freie Wohnung! v. d. Golz hat darüber sehr interessantes Material levt mit seiner gleichfalls 63jagrigen Frau im Armenhaus zu Boden kriechend die Schollen aufwühlen und die Kartoffeln heraus- zusammengetragen. Auf einem Gute in der Nähe von Ragnit stürzte einem Arbeiter die Kunzendorf bei Marienburg und erhält monatlich 10,55 M. In- flauben, um die Größe des Verbrechens ermessen zu können, das da es gehört einem Herrn v. Bonin balidenrente, Auf eine Beschwerde beim Ortsarmenverband durch täglich an der heranwachsenden Jugend begangen wird. Mit Decke über dem Kopf zusammen, was er schon mehrfach befürchtet imb dem Inspektor prophezeit hatte. Als er darauf Gut und Arbeit verlieh, erhielt er noch eine Anklage wegen Kontraktbruchs. In den Veröffentlichungen über das Gesundheitswesen des Staates Preuhcn, herausgegeben von der Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern, werden die Wohnungen im Bezirk Bromberg als„viel- fach menschenunwürdig" bezeichnet. Auch in den anderen Bezirken geben sie„zu vielfachen Beanstandungen Anlah", zeigen eine„große Verbesserungsbedürftigkeit" oder sind„hygienisch uw befriedigend". In der Zentrumsdomäne Trier bilden Schmutz und Verfall innen und auhen die Regel, wodurch die Bekämpfung des Typhus sehr erschwert wird. Schließlich sei in diesem Zusammen hange noch an das Wort des Kaisers erinnert, daß in Kadinen die Arbeiterwohnungen schlechter seien als die Schweineställe. Oft genug müssen Knechte und Mägde im Kuh st all schlafen. Die Hütekindcr schlafen mit den Erwachsenen zusammen und sehen da Dinge, die ihren Charakter verderben. Am schlechtesten aber sind die Unterkunftsräume für die Wanderarbeiter. Feste Wohnungen lohnen sich nicht, weil sie 7 bis 8 Monate leerstehen müssen. Aber selbst in den erst jüngst aufgeführten massiven Bauten hat die Trennung der Schlafräume nach Geschlechtern erst durch Polizei- Verordnung erzwungen werden müssen. In Ostelbien ist dies nicht einmal durchgeführt. Als Wohnungen dienen ihnen Baracken, Ställe und Scheunen, in welchen die Arbeiter zu zehn und mehr zusammenliegen. Ob die Trennung der Geschlechter durchgeführt ist, ist nicht ersichtlich. Als Lagerstatt wird ihnen kurzes Pretzstroh mit einer Wolldecke darüber dazu angewiesen, obgleich getrennte Schlafräume vorgeschrieben, schliefen Männer und Frauen bunt durcheinander. Welche Verstöße gegen Sitte und Anstand, welche Versündigung gegen die Gesundheit, welche Verhöhnung der Mensch lichkeit spiegelt sich nicht in diesen Berichte»! Und zu all dem noch die so vielfach menschenunwürdige Behandlung. Wie oft die Reit peitsche oder der Gummischlauch als„Erziehungsmittel" seitens der gnädigen Herren angewandt wird, beweisen die vielen Gerichts- Verhandlungen. Daß unter solchen Zuständen die sittlichen Äer- Hältnisse auf dem Lande nicht die besten sind, liegt auf der Hand. Sie stehen im Durchschnitt weit unter dem der Städte. Umsomehr als den Landarbeitern das fehlt, was zur intellektuellen und sitt- lichen Wiedergeburt und zur Hebung der Stadtarbeiter führt, die Beteiligung an der Arbeiterbewegung, die Betätigung der Soli- darttät, die EntWickelung von Bürgertugenden. Es vereinigt sich alles in diesem trostlosen Dasein, um die Arbeiterschaft dem Schnaps� teufel in die Arme zu treiben. Und unser christlich-germanischer Adel fördert den Schnapstonsum noch, um die Arbeiter zur Arbeit anzufeuern. Diese Verhältnisse bedingen auch, daß die sexuelle Moral eine tiefstehende ist. Der Prozentsatz unserer großstädtischen, vom Lande zw gezogenen Ammen, die Mütter junkerlicher Bastarde sind, ist sicherlich nicht klein. Wenn man zudem Arbeiter und Ar- beiterinnen Lasttieren gleich am Tage plagt und sie schlimmer denn Lasttiere in der Nacht in Baracken und Ställen hausen läßt, was soll da anderes gedeihen, als tierische Brutalität und Schamlosig- keit!(Sehr gut!) Wer unter gleichen Verhältnissen ausgewachsen und lebend rein an Seele und Charakter bleiben würde, der werfe den ersten Stein aus diese Aermsten. Schuldig aber sind diejenigen, die solche Zustände aufrechterhalten und verewigen wollen.(Sehr wahr!) Nicht über die Landflucht, darüber daß sie nicht noch größer ist. sollte man sich wundern. Dagegen helfen alle die un gesetzlichen Mittel nichts, die auf den Arbcitsvermittelungs- konferenzen von den Vertretern der Landwirtschastskammern vor geschlagen werden. Da rät der eine Belehrung durch Klerus und Lehrer über die Vorzüge der Landarbeit an, der andere wünscht eine Instruktion im Heer und der dritte Ablehnung der Arbeits. vermittelung für alle Kontraktbrüchigen. Aber solange die traurigen Verhältnisse auf dem Lande herrschen, wird der Erfolg dieser Bestrebungen stets gleich Null sein.— Von bürgerlicher Seite, unter.anderem von Frau Elisabeth v. Oertzen in der „Deutschen Monatsschrift", sind verschiedene Mittel vorgeschlagen Worden, durch die den Landarbeitern suggeriert werden soll, sie seien gar nicht die rechtlosen, ökonomisch und sozial tiefstehenden Parias, sondern bedeuteten etwas. Durch einen Anteil an der Allmende, durch Weckung des„Gemeinschaftssinns", durch Segmentbeteiligung an der Gemeindevertretung, durch Erhöhung des Standesbewußt- seins will man sie sozial heben. Die gute Absicht in Ehren— soweit sie nicht nur darauf hinausgeht, den Landprolctarier an das Land zu fesseln—, aber alle diese Vorschläge der bürgerlichen Ideologen verkennen, wie diese immer, die Ursache deS Uebels und kurieren Smptome statt Krankheiten. Sie schrecken vor den Kon» scquenzen ihrer Einsicht zurück, weil sie sonst den Bestand der heutigen„göttlichen Weltordnung" gefährden müßten. Aber die Lohnarbeiterschaft wird ihr Erstgeburtsrecht nicht um ein Linsen- gericht verkaufen. Nicht Wohltaten heischt sie und Scheinreformen, sondern ihr ganzes Recht.(Stürmischer Beifall.) In diesem Sinne schlagen wir Ihnen die folgende Resolution vor: Resolution zur Landarbeiterinnenfrage. In Anerkennung des Grundsatzes, daß die Befreiung der Arbeiterklasse aus den Fesseln des Kapitalismus nur das Werk der Arbeiter selbst sein muß, wird es zur zwingenden Notwendig- keit, neben dem Proletariat der Industrie auch das der Agri- kultur dem Heer der Klassenkämpfer einzureihen. Die Tatsache, daß das Landproletariat in rechtlicher, sozialer, ökonomischer und daraus folgernd im Durchschnitt auch in intellektueller Hin- ficht tief unter dem Proletariat der Industrie steht, bedingt, daß die Agitation unter und für die Landwirtschaft einen doppelten Charakter tragen muß. Sie muß erstens sein ein wuchtiger Kampf um die Gleich. stcllung der Landarbeiterschaft mit der Arbeiterschaft der In- dustrie, in juristischer und sozialpolitischer Beziehung sowie in puncto Bildungsmöglichkeit. Wir fordern daher für die Landarbeiter: 1. Beseitigung der Gesindeordnungen und ländlichen Aus- nahmcgesetze. 2. Rechtliche Gleichstellung der Landarbeiter und des Ge» sindes mit der Jndustriearbeiterschaft. 3. Arbeiterschutz durch Reichsgesetz für die Landarbeiterschaft und das Gesinde, vor allem ein volles, gesichertes Koalitionsrecht. 4. Verbot der Kindererwerbsarbeit in der Landwirtschaft und bei häuslichen Diensten bis zum 14. Lebensjahre. Jj. Ausgestaltung der Volksschulen auf dem Lande im Sinne des sozialdemokratischen Programms und Schulzwang für Elementarschule bis zu 14 Jahren. 6. Obligatorischer Fortbildungsunterricht für Knaben und Mädchen. Unterstellung der Landarbeiterschaft und des Gesindes unter sämtliche Arbeiterversicherungsgesetze. Errichtung von landwirtschaftlichen Gewerbegerichten. S. Festellung der im Interesse der Gesundheit und Sitt- lichkeit unerläßlichen Bedingungen für die Landarbeiter- Wohnungen, sowie eine energische Wohnungspolizei. Die Agitation muß zweitens sein eine planmäßige, energische, unermüdliche Aufklärungsarbeit unter der Land- arbeiterschaft selbst, damit diese den Organisationen der Ar- beiterklasse zugeführt, Solidarität übend den Segen der Solidarität kennen lernen. Damit sie, für heute sich eine hellere Gegenwart erringend, gleichzeitig kampffähiger werden und über die Erringung von Gcgenwartsforderungen hinaus sich am Emanzipationskampfe der Arbeiter beteiligen. Diese Agitationsarbeit ist nach Ansicht der Konferenz nicht nur Sache der Genossinnen, sondern der Gesamtarbeiter- bewegung. Die Konferenz verpflichtet daher die Ge- nossinnen, bei dieser Agitationsarbcit überall nach besten Kräften mit Hand anzulegen, ferner solche Agitation anzuregen und ge- gebenenfalls selbst zu inszenieren. 7. 8. Die Konferenz empfiehlt des ferneren ein eingehendes Studium der einschlägigen Verhältnisse zum Zwecke der wirk sameren Durchführung der Agitations- und Organisationsarbeit unter dem Landproletariat. Louise Z i e tz, Zur Begründung der darin enthaltenen Forderungen, die ich als das mindeste, wofür wir mit ganzer Macht eintreten müßten, ansehe, bedarf es nicht vieler Worte. Mein ganzes Referat ist die Begründung.(Sehr richtig!) Wenn ich von Arbeiterschutz in der Resolution spreche, so meine ich damit, daß es selbstverständlich ist, daß alles, was für die Jndustriearbeiterschaft besteht und erstrebt wird, in sinngemäßer Weise auf die Landarbeiterschaft ausgedehnt werden soll. Also z. B. Bestimmungen über„helle, geräumige, gut gelüftete Arbeitsräume" bedarf es in der Landwirtschaft nicht, wohl aber einen Normalarbeitstag, der nicht länger zu sein braucht als in der Industrie. Heute schon haben zahlreiche Landarbeiter und Arbeiterinnen sich einen Rückhalt gegen Ausbeutung und Unter- drückung durch ihre Mitgliedschaft im Verbände der Fabrik- und Landarbeiter geschaffen. Vielen ist durch Unterstützung des Vcr bandes der Lohn erhöht, die Arbeitszeit verkürzt, durch Gewährung von Rechtsschutz sind sie vor dem Gefängnis und vor Ucbervorteilung seitens des Arbeitgebers bewahrt. Nicht umsonst ist daher dieser Verband der bestgehaßte bei den Agrariern. In Mitteldeutschland bestehen reine Landarbeiterzahlstellen. In einer derselben versieht eine sehr tüchtige Frau, die gleichzeitig eine gute Genossin ist, seit Jahren den Posten des Kassierers. Das ist etwas ganz anderes, als was vor kurzem die„Soziale Praxis" mich sagen läßt. Ihr Berichterstatter muß in Leipzig nicht haben hören können. Auf seinem letzten Verbandstage hat der Verband eine energischere und planvollere Agitation unter den Landarbeitern beschlossen. Diese gilt es nach besten Kräften zu unterstützen. Dasselbe gilt für die im Norden und Osten namentlich mit vorzüglichem Erfolg begonnene politische Agitations- und Organisationsarbeit; diese muß in allen Teilen Deutschland» inszeniert werden. Im Osten sind besonders die Königsberger und Elbinger Genossen mit be- wundernswerter Energie uns mit gutem Beispiel vorangegangen, wobei ihnen der„Ostpreutzische Landbote" vorzügliche Dienste leistet. Und wie viel Not haben sie durch ihr Eingreifen gelindert, wie viel Tränen getrocknet, wie viel Unrecht verhütet. Das Wort Sozialdemokratie" ist dort für die Landarbeiter gleichbedeutend mit„Helfer" und„Retter". Meilenweit wandern die Aermsten, um sich Rat und Hülfe zu holen- Sie, die abgestumpft, in voll- ständiger Apathie dahinleben, erwachen zu neuem Lebensmut, wenn in den Lehren des Sozialismus ihnen ein Ausweg aus ihrem Elend gezeigt wird. Noch ein großes Feld harrt hier wie überall der Beackerung, der Bearbeitung zu einem Felde deS Klassenkampfes. Indem wir bei unseren Schwestern und Brüdern auf dem Lande die heiße, brennende Sehnsucht nach Freiheit und Glück, nach Lebensfreude und Menschenwürde entfachen, gewinnen wir ihr Vertrauen, daß ihnen Hülfe und Erlösung nur von der Sozial- demokratie kommt. Im Interesse der Landarbeiterschaft, im Interesse der gesamten Arbeiterklasse und ihrer Befreiung, im Hinblick auf ein großes herrliches Menschheitsideal lasset uns daher heute geloben, was an uns liegt, ihr Vertrauen nicht zuschanden werden zu lassen. Lasset uns heute geloben, daß wir noch mehr wie bisher hinausgehen wollen in die Lande und, allen Änfein- düngen und Verfolgungen zum Trotz, das Landproletariat scharen wollen um die Fahne der Sozialdemokratie. Trifft doch für sie noch mehr als für irgend ein anderes Glied der Arbeiterklasse das Wort unseres großen Lehrers Marx zu, daß sie nichts zu verlieren haben als ihre Ketten, aber eine Welt zu gewinnen.(Stürmischer, mehrfach wiederholter Beifall.) Auf Antrag der Genossin Kühler wird beschlossen, in Anbetracht des ausführlichen, erschöpfenden Referates von einer Debat'tc abzusehen. E i tz r o t h° Krefeld hatte diesem Antrabe gerade mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Materie widersprochen. Ein- stimmig schließt sich die Versammlung der Resolution der Re- ferentin an und beschließt, ihr Referat als Aufklärungsbroschüre drucken zu lassen. Ein Antrag der Genossin Lily Braun, in die Resolutibn der Genossin Zietz als Forderung für die Land- arbeiter einzufügen:„10. Ausbau des Eisenbahnwesens, ins- besondere der Kleinbahnen", wird mit großer Mehrheit abgelehnt. "ierauf erstattet die Mandatsprüfungskommission Bericht. .rau Fahrenwald- Hamburg: Anwesend sind SO Delegierte, darunter 10 männliche, mit S4 Stimmen, ferner Genossin Zetkin als Redakteurin der„Gleichheit" und Genossin Duncker als Re- erentin. Die Gäste sind bereits genannt. DaS einzige angefochtene Mandat, das der Genossin Niendorf-Kiel, hat die Kommission ein- stimmig für gültig erklärt. Die Konferenz tritt diesem Beschlüsse bei. Der nächste Punkt der Tagesordnung lautet: Die Dienstbotenbewegung. Fräulein Grünberg- Nürnberg als Referentin führt aus: Die Dienstbotenbewegung in Nürnberg hat wieder die Frage der Be- eitigung der mittelalterlichen Gesindcordnungen kräftig ins Rollen gebracht. Kurz vor Weihnachten erschienen bei mir auf dem Arbeitersekretariat zahlreiche Dienstboten, die klagten, daß die „gnädige Frau" sich gerade jetzt besonders viele Unverschämtheiten herausnehme, um dann mit Hülfe irgend eines Streites das übliche Weihnachtsgeschenk zu sparen. Es möchte doch in der Zeitung auch darüber einmal ein Artikel erscheinen. Das geschah denn auch in der„Fränkischen Tagespost", und zugleich beriefen wir eine Ver- ammlung auf einen Sonntagnachmittag ein. Wir hatten einen Saal für 100 Personen genommen, aber es kamen mehr denn 1000. Schon in der zweiten Versammlung am 18. Februar wurde ein Verein gegründet, zu dem auch die Waschfrauen, Zugeherinnen und Putzfrauen Zutritt haben. Von 200 Mitgliedern, die er ursprüng- lich hatte, hat er sich jetzt auf 400 gehoben. Fünf Versammlungen stnd abgehalten worden, und es war nicht eine, in der nicht schwere Mißstände zur Sprache kamen. In allen diesen Versammlungen kamen empörende Mißstände zutage. In den Teeabenden der Gnädigen wurde wochenlang über nichts anderes gesprochen als über die Revolution in der Küche", die Aufregung war eine kolossale und man versuchte alles, die Dienstmädchen dem Verein abspenstig zu machen. Eine große Anzahl von Dienstmädchen erklärte aber, sie wollten lieber zeitweise stellungslos sein, als aus dem Verein auS- chciden.(Bravo!) Die Presse hat uns wesentlich unterstützt, von der bürgerlichen Presse begnügt sich ein Teil damit, die Tatsachen zu referieren, ein anderer verhält sich indifferent, während ein dritter in schmutziger Art und Weise über uns herfällt. Diese An- griffe werden uns natürlich nicht in unserer Arbeit aufhalten. Nach den Versammlungen wurden die Mißstände vielfach in den Zeitungen besprochen, besonders häufig wurden Fälle von unsitt- lichen Anträgen an Dienstboten festgestellt und es wurde auf die Ueberlebtheit des Zcugniswesens hingewiesen. Viele Herrschaften ehen auch heute nicht mehr auf Zeugnisse, sondern nur nach der Länge der Dienstzeit.— Die ganzen Mißstände im Dienstboten- Wesen beruhen auf der Gesindeordnung. Solche Gesindeordnungen gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Rednerin geht auf ein- zelne dieser mittelalterlichen Bestimmungen ein. Damals wurde >em Gesinde sogar die Kleidung und Lebensführung vorgeschrieben. Luther nannte das Gesinde„lauter Unflat" und empfahl die Prügelstrafe gegen Dienstboten, die noch heute in Preußen fort- lebt. Im Jahre 1848 wurde die erste Dienstbotenversammlung abgehalten, in der die Dienstboten Klage führten über zu große Ausnutzung ihrer Arbeitskraft, über schlechtes Essen und schlechte Behandlung. Leider hat man damals diese Bewegung nicht weiter verfolgt, sondern die Dienstbotenbewegung links liegen gelassen. Brachte das„tolle Jahr" in seiner Konsequenz für die gewerb- lichen Arbeiter mehr Ellbogenfreihert. so sind die Dienstboten Sklaven geblieben, denen man das Recht vorenthalten hat, ihre Lage durch die Arbeitseinstellung zu verbessern. Dabei hat die wirtschaftliche Revolution auch den Hausstand revolutioniert. Man braucht gar nicht mehr das Dienstmädchen von früher. Das Dienstmädchen könnte heute ohne jeden Schaden für den Haushalt dem gewerblichen Arbeiter gleichgestellt werden. Aber die Gesindeordnung mit ihren unwürdigen Ungleichheiten bleibt be- stehen und ist erst ISOO neu sanktioniert worden. Mit Recht ver- gleicht Merkel in seinen Fragmenten zur Sozialwissenschast die Ge- sindeordnung mit einer alten vor hundert Jahren vergessenen Schild- wache, die ohne Sinn und Grund immer noch bezogen wird. Und was enthalten nun die Gesindeordnungen? Zunächst die Verpflichtung, alle Befehle der Herrschaft mit Achtung und Ehrerbietung entgegenzunehmen. Alle— auch die, die die ausgedehnteste Arbeitszeit fordern. So arbeiten denn nach Dr. Stillichs trefflichem Buche über die Berliner Dienschoten diese dort durchschnittlich 18 bis 20, nach unserer jüngsten Nürnberger Statistik 17 bis 19 Stunden täglich..Eine so unsinnig lange Arbeits- zeit muß abgeschafft werden im Interesse der gesamten Menschheit. (Beifall.) Kranke, auch ansteckend kranke Familienmitglieder, muß der Dienstbote bei der Strafe der Gesindeordnung pflegen. Aber wenn er selbst krank wird, wird er aus dem Hause gejagt und ge- mieden wie ein räudiger Hund. Aber einen Vorteil hat die Gesinde- ordnung doch: sie setzt die Kündigungsfristen nicht fest; schon sind die früheren einjährigen Kontrakte auf monatliche reduziert worden; die eintägige Kündigungsfrist wird die Dienstboten vielfach un- abhängiger machen.— Die Klagen der Dienstboten unterstehen nach den Gesindeordnungen nicht dem Gewerbcgericht, sondern der ver- schleppenden Entscheidung des Amtsgerichts. Die Dienstboten unter- stehen auch nicht der Zwangsvcrsicherung. Welches Elend entsteht da, wenn zum Beispiel eine Waschfrau am Gelenkrheumatismus erkrankt? Die Herrschaft der Gesindeordnung erstreckt sich auf alle Mädchen von 7— sieben— Jahr aufwärts. Dk„Herrschaften" klagen auch über die besönders ungenügende Bildung der Dienstmädchen. Sie haben daher mir Hülfe bürgerlicher Herrschaftsvereine einen Haus- Haltungsunterricht eingerichtet, der darin besteht, daß das Mädchen von 14 bis 16 Jahren unter dem Vortvemd der Ausbildung einer der Vereinsdamen den Haushalt umsonst oder gegen ganz geringes Geschenk führen muß. Eine schamlose Ausbeutung, die des Gedankens der Organisation geradezu spottet.(Sehr wahr!) Von der mangelhaften Ernährung der Dienstboten habe ich schon gesprochen. Rednerin führt einige derartige Fälle an. Ein Schul- diener, früherer Schutzmann und Sozialistensresser, gab feinem Dienst- mädchen die Brocken, welche die Schulkinder liegen liehen. Dabei sind die Löhne miserabel. Der Durchschnittslohn beträgt in Berlin 200 M., Kost pro Tag 1 M.. gleich 365 M., Logis gleich Schlafstelle a 6 M. macht 72 M., nehmen wir noch ein Weihnachtsgeschenk von 30 M.— mir hat ein Dienstmädchen einmal ein Weihnachtsgeschenk von 1 M. aufs Bureau gebracht— so macht das im ganzen 667 M. Das ist noch sehr gut gerechnet, denn manche Herrschaften geben, wenn sie verreisen, ihren Mädchen nur ein Kostgeld von 65 Pf. Besser als die Fabrikarbeiterinnen, wie die Herrschaften immer behaupten, stehen die Dienstmädchen also keineswegs da, vor allem auch nicht in sittlicher Hinsicht. Dr. Stillich hat festgestellt, daß von 168g unter polizeilicher Sittcnkontrolle stehenden Mädchen in Berlin 1026, also 60 Proz., Dienstmädchen oder früher Dienstmädchen waren.(Hört! hört!) Wie kommt es nun, daß die Mädchen auf diese Bahn kommen? Ter erste Schritt kommt immer von den Belästigungen im eigenen Hause. Dr. Stillich hatte die Frage nach solchen Belästigungen gar nicht in seine Fragebogen aufMnommen, aber trotzdem haben die Mädchen doch fast in allen Fällen darüber Ausführungen gemacht. Da wird immer wieder darauf hingewiesen, der Sohn has mir keine Ruhe gelassen, anfangs habe ich ihn abgewiesen, dann ist er des Nachts zu mir gekommen. Da ich kein verschließbares Zimmer hatte, konnte ich mich nicht dagegen wehren. Und tvenn es nicht der Sohn ist, ist es der Vater. Darüber heißt es in den Fragenbozen: Nur wenn man dem Hausherrn zu Gefallen ist, hat man es im Dienste gut. In Nürnberg ist felbst eine Frau zu mir aufs Bureau gekommen und hat geweint, ihr Mann hätte es mit jeder, selbst das ISjährige junge Ding, das sie jetzt hätte, hätte er nachts besucht.(Pfuirufe.)� In Wunsiedel in Bayern hat das Gericht einen 29jährigen Wüstling, der am ISjährigen Dienstmädchen wiederholt NotzucktSversuche ge- macht hatte, wegen tätlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe ver- urteilt. Das Dienstmädchen aber, das schwanger geworden ist, ist rettungslos verloren. Es bekommt keinen anderen Dienst, und nichts bleibt ihr übrig, als tatsächlich auf die Straße zu gehen. Aber wenn wir fordern wollten, das Dienstmädchen sollte nicht mehr im Hause wohnen, damit es nicht schutzlos den Schweincpelzen preisgegeben sei — man würde uns auslachen. Wie groß ist jetzt für das schwangere Dienstmädchen die Versuchung, das Kind im Mutterleibe oder nach der Geburt zu töten, zumal wenn der Vater sie im Stiche läßt. In grenzenloser Not sucht sie sich von der Last zu befreien— wer könnte es nicht trotz der unendlichen Grausamkeit verstehen. Wir haben gar keine Ahnung von dem Umfang der Kindermordc. In Frankenthal mn Rhein hatte man ein Dienstmädchen im— gerechtfertigten— Verpackst de» Kindesmordes. Man suchte im Rhein nach der Kinderleiche und fand deren 38.(Große Bewegung.) Wer ein Mensch ist. Iver einen Funken Gefühl in sich hat, muß sich gegen diese schmachvollen Zustände auflehnen. Unsere Resolution fordert nur bescheiden, wogegen auch keine bürgerliche Dienstherr- fchast mit Gerechtigkeitsgefühl etwas einnxnden kann. Aber auch unsere junge und kleine Organisation hat schon Besserung«geschaffen. Schon fürchten die Herrschaften in Nürnberg, am nächsten Tage in der„Sozipresse" zu stehen und dann auch durch die ganzen Herr- fchaftshäuser gezerrt zu werden. Sorgen Sie dafür, daß bald allerorten, wo es irgend möglich ist. Dien st« botenorganisationen gegründet werden. Schon sind dem Nürnberger Beispiel München— 200 Mitglieder in der ersten Versammlung— Köln und Fürth gefolgt. Wenn wir so fort- schreiten, gelangen wir vielleicht bald zu einem Zentralverband. In München haben die Christlichen versucht, uns das Wasser abzugraben: aber dort sind die Herrschasten mit in der Organisation, und so dumm sind die Dienstmädchen nicht mehr, daß sie dort hinein- gehen. Versuchen Sie es also überall mit der Organisation. Ich habe Zirkulare für die Agitation unter den Dienstboten ausgearbeitet, die ich Ihnen gern zur Verfügung stelle. Sorgen Sie dafür, daß die Dienstboten zum mindesten gleichgeftellt werden mit den geivcrblichen Arbeitern, daß sie Lust und Liebe zum Leben bekommen. Haben wir erst all das durchgeführt, was wir für die Dienschoten erstreben, dann sind wir auch mit unserer Gesamchcwegung ein gut Stück vor- wärts gekommen.(Stürmischer Beifall.) (Schluß in der 4. Beilage.' vZltt«r»n«vaverNcht vom»4. September l»vv. morgen»« ttyr. Slottonen Sivlnmidi. Hambnro ««rltn FnmB.o.R München Wien E 3 u B= 772N 756 ANO 77397 77, NO 769 AW 767NW Bella 4bedeckt 2 halb bd. Zivvlkig 4 halb od. 1 bedeckt 3 bedeckt v m c'- » n L» *3 10 7 9 11 9 12 Stattonen -- 5 8« avaranda' 776 Still etersburg 769 N Scillh Nberdecn Paris 772 O 770 SW 771 NO 8 Bella — wölken! I'wolkig 4wolkig 1 heiter 2 wölken! 9» £ ai h a -o 8 13 4 10 Wetter-Prognose für Dienstag, den 25. September 1906. Nachts sehr kühl; am Tage etwas wärmer, vielsach heiter bei mäßigen nordöstlichen Winden: leine erheblichen Niederschläge. Berliner Witte rbureau. Waflerstand am 24. September. Elbe bei Aussig Meier, bei DreZde»+ 1,94 Meier, bei Magdeburg-i- 1,95 Meter.— U n st r u t bei Sttaujjturl— Meter.- Oder bei Raiibor st- 3,64 Meter.— Neiße- Mündung st- 4,36 Meter.— O d e r bei Brieg st- 4,92 Meter.— Oder bei Breslau Unterpegel st- 1,94 Meter. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. VcrlagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. B. 223. 23. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Konferenz der sozialdemokratischen Frauen. ( Schluß aus der 3. Beilage.) Die Referentin unterbreitet folgende Resolution. Dienstag, 25. September 1906. deshalb eine den erledigt. In der zweiten Sigung wurde sie gar nicht auf die war auch bereits das zweite Quergebäude von den Flammen ere Tagesordnung gefeßt, angeblich weil der städtische Finanz- griffen. Durch die große Qualmentwickelung war das Vorminister verreist war, dessen Anwesenheit aber notwendig ge- dringen über die Treppen sehr erschwert. Branddirektor auf mechanische Leiter halten wird. Vorige Woche fand überhaupt keine Sigung statt Reichel ließ Hof auffahren und das Schieferdach an einigen Stellen und auf der Tagesordnung der Sitzung am nächsten Donners durchschlagen und mit fünf Schlauchleitungen von Dampfspritzen tag ist die Beratung der Vorlage wieder nicht zn finden, fräftig Waffer geben. Nach zweistündiger Tätigkeit war die Macht obwohl dieser Tage gemeldet wurde, daß der Kämmerer von des Feuers gebrochen. Der Dachstuhl des Quergebäudes und seinem Urlaub zurück sei. linten Seitenflügels konnte nicht mehr gerettet werden. Schaden ist ganz bedeutend; mehreren Firmen find große Vorräte an Pappen, Spazierstöcken, Bronzen, Majoliken, Salz, Salpeter, Salpetersäure und Schwefelsäure usw. und Heftmaschinen usw. vernichtet. Der Schaden ist bei verschiedenen Die Aufräumungsarbeiten beersicherungsgesellschaften gedeckt. schäftigten die 5. Kompagnie noch längere Zeit. Angesichts dieser Sachlage muß doch die Frage auf geworfen werden, wie lange soll denn die Bürgerschaft Berlins noch warten, bis dieser Wechselbalg endlich die Stadtberordneten- Versammlung beschäftigt und Klarheit über die neuerliche Situation geschaffen wird? Zeit wird es und die Bürgerschaft verlangt endlich eine Entscheidung. Hoffentlich wird diesem steuerlichen Monstrum das verdiente Begräbnis bereitet! Der Das angeblich patriarchalische" Verhältnis zwischen den Dienstboten und den Dienstherrschaften ist heutzutage zu einem Deckmantel amd einer Quelle schlimmster Mißstände geworden, unter denen die Dienenden weit über das Maß der gewerblichen Arbeiter hinaus leiden. Das traurige Los derselben erhellt nicht bloß aus den zahlLosen Klagen und Beschwerden, welche in die Oeffentlichkeit dringen, sondern es ist auch durch Gerichtsverhandlungen einwandsfrei fest gestellt worden, daß im allgemeinen den Dienstboten weder die kulturwerden. Dort brannten Betten, Gardinen u. a. Ferner hatte die Gleichzeitig mußte in der Großgörschenstr. 38 ein Brand gelöscht mäßige Lebenshaltung, noch die gerechte soziale Würdigung zuteil wird, auf die sie kraft ihrer Arbeitsleistungen einen Anspruch haben. Wehr in der Gollnowstr. 13 zu tun, wo in einer Waschküche Feuer Das materielle und moralische Elend der Dienenden wird ausgekommen war und die Schaldecke erfaßt hatte. In der AnklamerDie Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am Donners- straße 53 brannten Balken u. a. in einer Küche und in der Palisadenwesentlich dadurch verschärft, daß sie nicht unter dem gleichen Recht tag, den 27. September, umfaßt u. a. folgende Punkte: Bericht- ftraße 77 Sägespäne in einem Maschinenhause. Außerdem liefen wie die gewerblichen Arbeiter stehen, nicht Anspruch auf die sozialen erstattung über die Vorlage betreffend Abänderung der Fluchtlinien noch Alarme aus der Stralauerstr. 44, Köpenickerstr. 8a, KastanienInstitutionen haben, die deren Schutz dienen, sondern einem mittel- zur Abstumpfung der Ecke Garten- und Invalidenstraße sowie den Allee 49, Reinickendorferstr. 36, Barnimstr. 50 u. a. Stellen ein. alterlichen Ausnahmerecht unterworfen sind. Die 1 339 316 Dienst- Erwerb des Grundstücks Gartenstr. 93 und der vor dem Grundstücke Kurzschluß im elektrischen Kabel unter dem Bürgersteig veranlaßte boten, welche die Berufszählung von 1895 im Deutschen Reiche er- Invalidenstr. 18 zur Straßenfreilegung erforderlichen Fläche; Be- das Ausrücken der Wehr nach der Brunnenstr. 15. Die Gefahr mittelt hat, sind durch die Gesindeordnungen gefnebelt und ermangeln richterstattung über die Vorlage betreffend die gegen die Richtig wurde beseitigt und die Feuerwehr benachrichtigt. der Koalitionsfreiheit, mittels deren die gewerblichen Arbeiter und feit der Gemeindewählerliste erhobenen Einwendungen; BerichtArbeiterinnen für eine Verbesserung ihrer Lage kämpfen. erstattung über die Vorlagen betreffend a) die Festsetzung der Fluchtlinien Ueber eine Schießaffäre in Hohen- Neuendorf lesen wir in einer Die vierte Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands ist für eine neue Straße 69d in Abteilung X2 nördlich der Zechlinerstraße hiesigen Zeitung folgendes:" In die Charité ist vorgestern der 33 der Auffassung, daß die dringend nötige gründliche Reform der zwischen Kolonie- und Stockholmerstraße, b) den Ankauf eines Schul- Jahre alte Zimmermann Adolf Herrmann aus Hohen- Neuendorf mit Dienstbotenverhältnisse nur das Werk der organisierten und kämpfen- grundstückes an der Zechlinerstraße; Vorlage betreffend die Frei- einer lebensgefährlichen Schußwunde im Unterleib eingeliefert den Arbeiterklasse sein wird, in deren Reihen die Dienstboten selbst legung des städtischen Grundstückes an der Ecke der Jostystraße und worden. H. war am Sonnabendabend nach einer sozialdemokratischen mit für die Verbesserung ihres Roses kämpfen müssen. Prenzlauer Allee, sowie die Ueberlassung eines Teiles dieses Grund- Wählerversammlung in Stolpe gegangen. Da sich die Versammlung Als wichtigste Grundlage dieser Reform und als unerläßliche ftüdes zur Errichtung eines Wohngebäudes für den Kirchhofsverwalter; bis zur Mitternacht hinzog, erschienen gegen 12 Uhr zwei Gendarmen Boraussetzung dafür, daß die Dienstboten ſelbſt an der Hebung ihrer Vorlage betreffend die Enteignung einer Barzelle des Grundstückes der in Sivil im Saal und geboten Schluß zu machen. Auf ihr energiſcheres Lage mitwirken, erachtet die Konferenz die Aufhebung aller gefez- Attienbrauerei Friedrichshöhe vormals Bazenhofer, Turmstraße, Vorgehen hin wurde das Versammlungslokal geräumt. Die Beamten lichen Ausnahmebestimmungen für das Gefinde und ihre volle recht- Ecke Stromstraße zur Freilegung des Bürgersteiges in der Turmstraße; entfernten sich wieder und begaben sich nach ihrem Wohnort nach liche Gleichstellung mit den gewerblichen Arbeitern. Sie fordert Antrag Arons und Genossen, den Magistrat zu ersuchen, die Ver: Hohen- Neuendorf. Sie behaupten nun, daß sie auf der Chaussee fügung vom 17. August 1906 betreffend die Beschränkung der plöglich von etwa zehn Männern, die der Versammlung beigewohnt 1. Abschaffung der Gesindeordnungen und Gesindedienstbücher. Urlaubsberechtigten unter den städtischen Arbeitern schleunigst aufzu- hatten ,, überfallen worden seien. Mit Stöcken und ſtumpfen Instru2. Unterstellung der Dienenden unter die Gewerbeordnung. heben; Vorlage betreffend den Erwerb einer zur bebauungsmäßigen menten sollen diese auf die Beiden eingeschlagen haben. Einer der Ausdehnung aller Versicherungsgesetze auf sie, Gewährung Anlegung des Nordufers erforderlichen Fläche; Vorlage betreffend Beamten feuerte seinen Revolver ab. Die Kugel traf H. in den eines gefeßlich gesicherten vollen Koalitionsrechts und Auf- den speziellen Entwurf zu einem Verwaltungsgebäude für die Unterleib. Während die übrigen Männer die Flucht ergriffen, mußte hebung der Verpflichtung, Hausangehörige mit ansteckender städtischen Gaswerte sowie eine Reihe Kleinerer Vorlagen. H. besinnungslos davongetragen werden. Er liegt jetzt in bedenkKrankheit behaftet zu pflegen. lichem Zustande danieder." daher: Aus der Armenverwaltung. 3. Sinngemäße Anwendung der Bestimmungen über Arbeitszeit und Arbeitsdauer, Sonntags- und Nachtarbeit usw. auf die Dienenden; im besonderen und zunächst als Mindestmaß den Ferien ab. Die Armendirektion hielt am Montag ihre erste Sigung nach an gefeßlichem Schuh, Einführung eines gefehlich geregelten Arbeitstages, eines vollen freien Sonntagnachmittags alle mitteilung so nannte sie derselbe Herr Stadtrat Münsterberg machte in derselben die erfreuliche 8 Tage und alle 14 Tage einen vollen freien Tag. Für im Jahre 1905 erhebliche Ersparnisse gemacht habe. daß die Armenverwaltung außergewöhnliche Arbeiten sind Hülfskräfte anzustellen. Der Abschluß gegen den Etatsanschlag ergebe 60 000 m. an 4. Geſetzliche Vorschriften, gesunde, den hygienischen Verhält- Mehreinnahmen und 560 000 W. an Wenigerausgaben, so daß rund nissen entsprechende Schlafräume, welche von innen ver- 620 000 M. weniger für Armenzwecke verausgabt wurden als wie schließbar sein müssen, und ständige Kontrolle derselben durch in Ansatz gebracht sind. die Behörden. 5. Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts auch für die Dienenden bis zum 18. Lebensjahre. 6. Abschaffung der privaten Stellenbermittelungsbureaus und Einführung von paritätischen Stellennachweisen. Die Konferenz spricht des weiteren ihre lleberzeugung aus, daß bie Interessen der Dienenden nicht in dem nötigen Umfange und nicht mit der erforderlichen Energie von Organisationen vertreten werden fönnen, welche Dienstboten und Herrschaften als Mitglieder in der Annahme umschließen, daß eine Harmonie der Interessen zwischen beiden besteht. Auch die Arbeits- und Eristenzverhältnisse der Dienenden werden wie die aller Lohnarbeiter von dem Massengesetz zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten beherrscht. Daraus ergibt sich, daß sich die Dienstboten in Organisationen zusammenschließen müſſen, welche den freien Gewerkschaften gleich auf dem Boden des Klaſſengesetzes und Klaſſenkampfes stehen und nur die Interessen der Dienenden vertreten. Die Konferenz erachtet es für die Pflicht der Genossinnen, die Dienstboten über ihre Lage aufzuklären, in Organisation der letzteren Art zusammenzuschließen und für die oben bezeichneten Reformen mit allem Nachdruck einzutreten, damit die Hunderttausende dienender Töchter des werktätigen Volkes zu einer kulturwürdigen Lebenshaltung gelangen und zu tätigen Mitfämpferinnen werden. Hierauf werden die Verhandlungen auf Sonntag 9 Uhr vertagt. Begrüßungstelegramme sind eingegangen aus Halberstadt, Minden, Gera( Reuß), Kalk und aus dem zweiten Berliner WahlSchluß 8 Uhr. freis. Partei- Angelegenheiten. " worden. Ein anderer Bericht besagt:„ Das Opfer eines räuberischen Ueberfalles ist nach seiner Darstellung der 33 Jahre alte Zimmermann Adolf Herrmann aus Hohen- Neuendorf geworden. Auf dem Wege von Hermsdorf nach seiner Wohnung wurde er in der Nacht zum Sonntag überfallen und erhielt einen Schuß in den Unterleib. Mit Mühe schleppte er sich nach seiner Wohnung in der Stolpe= straße 6, und von dort brachten ihn seine Angehörigen mit dem ersten Zuge nach Berlin, wo er in der Charité Aufnahme fand. Seine Verlegung ist schwer. Die Vorgänge, bei denen er zu ihr kam, sind noch nicht näher aufgeklärt, weil der Verwundete der Schonung beDie hiesige darf und noch nicht vernommen werden konnte. Kriminalpolizei ist von dem Ueberfall benachrichtigt worden. Danach gewinnt der Vorfall ein geradezu mysteriöses Ansehen." Uns sind über den Vorfall keine direkten Nachrichten zugegangen. Angelegenheit. Troydem 80 000 M. für Heimstättenpflege verausgabt sind, sind an Krankenhauskosten noch rund 43 000 Wt. weniger verbraucht Wieviel Armentränen an dieser erfreulichen Ersparnis" hängen, wurde nicht gesagt. Denn in der Verbefferung der allgemeinen Beilleicht äußern sich die dortigen Genossen über die etwas dunkle wirtschaftlichen Verhältnisse ist dieselbe allein nicht zu finden; es ist vielmehr mit Sicherheit anzunehmen, daß troß der großen Teuerung ein Teil der Armenorgane nur in ungenügendem Maße Unterstützungen an Bedürftige gewährt haben. Es wird dies auch durch die zahlreichen Beschwerden wegen ungenügender Unterstützung bewiesen. tagt. Herr Stadtverordnneter Sachs tat hierbei den ihn charakteriDie Beratung über die Heimstättenpflege wurde abermals versierenden Ausspruch: daß die Kinder, für die Kurverlängerung berlangt werde, ja nicht durch einen Arzt untersucht zu werden brauchen. Dieser Herr scheint der Meinung zu sein, daß die Aerzte zu liberal in dieser Frage seien; er als Laie würde jedenfalls im Interesse des Stadtjädels manche Strankheit übersehen. Der bereits vor den Ferien von unserem Genoffen Hinze gestellte Anirag:„ Den Armenkommissionen die Genehmigung zu er teilen, daß sie für einzelne Personen bis 25 M. Unterſtüßung gewähren können", war vom Armenamt 12 erneut gestellt; auch heute fand derfelbe leider nicht die genügende Unterſtüßung. verstorbenen Stadtrat Heller einen ehrenvollen Nachruf und verBei Beginn der Sizung hielt Herr Stadtrat Münsterberg dem pflichtete eine große Zahl, neuer Vorsteher; er legte diesen besonders ans Herz, ihr Amt in Barmherzigkeit und Menschenliebe auszuüben. Ob diese Aufforderung nut? Die Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend hat in diesem Jahre, nachdem am 27. Mai und 5. August je 3 Personen vom Ertrinfungstode gerettet wurden, jetzt seit ihrer Begründung 45 Personen gerettet, eine Bahl, welche beweist, daß die Errichtung der Station am Müggelsee einem dringenden Bedürfnis entsprochen hat. Das Geständnis des Zopfabschneiders. Der Kassierer Alfred Lange, der, wie gemeldet, am Sonnabend verhaftet wurde, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und ist vorgestern mittag dem Unterſuchungsrichter vorgeführt worden. Seine Angaben, daß er von den neunzehn in seiner Wohnung gefundenen Zöpfen nur zivei jungen nach den bisherigen Ermittelungen nicht unglaubhaft. Einer der Mädchen abgeschnitten, die anderen dagegen gekauft habe, erscheint litt schon als Schüler an der krankhaften Neigung. Es scheint, daß getauften Zöpfe scheint von einem Chinesen herzurühren. Lange die Taten des Studenten, der vor einiger Zeit festgenommen wurde, seinen Trieb wieder geweckt oder beeinflußt haben. führung, nunmehr endgültig festgesetzt. Für die Straßenbahnstrecke nach Rummelsburg ist die LinienHiernach gelangt das Projekt einer Bahnverbindung durch Rummelsburg nach Wuhlhaide und Karlshorst nicht zur Durchführung, vielmehr ist der erste Plan, nach welchem als Endstation Friedrichsfelde in Aussicht genommen Die Urwahlen im dritten Berliner Landtags- Wahlbezirk finden wurde, beibehalten. Die neue Straßenbahn wird im Anschluß an am Dienstag, den 6. November d. J., und die Wahl eines Ab- die bereits vorhandenen Gleise in der Frankfurter Allee durch die geordneten an Stelle des verstorbenen Abg. Schulrat Dr. 8 wid Borhagenerstraße, Borhagener Chauffee, Alt- Borhagen, Markt-, am Dienstag, den 27. November d. J., statt. Bei den Urwahlen Sadowa-, Türrschmidt-, Nathaus-, Prinz Albert- und Neue Prinz sind 1062 Wahlmänner zu wählen. Es soll nach Gruppen gewählt Albertstraße bis zum Weichbilde von Friedrichsfelde führen. Be werden, weil bei Fristwahlen die Wahl mehrere Tage in Anspruch züglich des Gröffnungstermins dieser wichtigen Straßenbahnlinie nehmen würde. Bei der Wahl des Abgeordneten am 27. November in der Markt- und Sadowastraße anläßlich der dort stattfindenden fönnen noch keine Bestimmungen getroffen werden. Zwar werden wird gleichzeitig in fünf großen Lokalen gewählt werden. Die Umpflasterungsarbeiten die Schienen bereits eingelegt, doch kann Wählerlisten werden nächsten Sonntag, Montag und Dienstag aus- mit dem Bau im allgemeinen nicht begonnen werden, weil die liegen und können dann im Wahlbureau, Boststr. 16 II, eingesehen Genehmigung zur Herstellung der Gleisanlage auf Berliner Schöneberg. Heute Dienstag, den 25. d. M., abends 8%, Uhr, findet bei E. Obst, Meiningerstr. 8, die Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag: Deutsche Kulturbilder". Referent: Arbeiterfekretär Genosse Ad. Ritter. 2. Disfuffion. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vorstand. Köpenid. Heute abend 8 Uhr Versammlung des Wahlvereins im Kaiserhof", Grünstraße. Vortrag des Genossen Pagels- Nixdorf. werden. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Bantow. Heute abend 812 Uhr findet im Gesellschaftshaus des Berri Roczydki, Kreuzstr. 3-4, die Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag über Konsumgenossenschaften. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. " 9 Gebiet, nämlich in der Borhagenerstraße, noch aussteht. Die Ver beschäftigen fönnen, doch dürfte dies in nächster Zeit der Fall sein, tehrsdeputation hat sich mit dem Genehmigungsantrag noch nicht und wird die Vorlage der Stadtverordnetenversammlung vorausfichtlich schon im nächsten Monat zugehen. Sobald der Magistrat seine Zustimmung zu dem Bau der Linie gegeben hat, werden die Arbeiten gleichzeitig an mehreren Stellen in Angriff genommen. Die Deputation für die städtischen Krankenanstalten beschäftigte sich in ihrer Sonnabendsizung unter anderem mit einer Verfügung des Magistrats betreffend die Einziehung erhöhter Stur und Verpflegungskosten von Kranken, die wegen an steckender Krankheiten in den städtischen Krankenhäusern abgesondert untergebracht sind. Es sollen hierbei angeblich nur solche wohlhabenden Personen in Betracht kommen, deren Isolierung in einer Der Zirkus Busch hat seit Sonnabend eine Pantomime in das öffentlichen Anstalt nach den Bestimmungen des Reichsfeuchengefeßes ohnehin sehr reichhaltige Programm des Abends eingeflochten. Reinickendorf- Ost. Heute abend 82 Uhr findet die Versammlung von der Polizeibehörde gefordert wird. Die Krankenhausdeputation Auf der Pußta" ist sie betitelt und sie führt uns in das Land des Wahlvereins im Lokal des Genossen Ramlow, Schön sollte ihre gutachtliche Zustimmung zu dieser Verfügung geben, die der Magyaren: nach Ungarn. Anläßlich einer Bauernhochzeit holz Nr. 14, statt. Genosse Fendel spricht über: Das natürlich, bevor sie in Straft treten tann, erst noch von der Stadt- werden uns die Sitten und Gebräuche, die in diesem Lande herrschen, tommunistische Manifest". Pünktliches und zahlreiches Er- verordnetenversammlung gutgeheißen werden muß. Genosse Dr. Weyl vorgeführt. Neben vornehmen Hochzeitsgästen, die auf feurigen Der Vorstand. fcheinen erwartet beantragte, die Deputation möge ihre Zustimmung verjagen, indem Roffen angesprengt fommen, findet sich auch eine fahrende Zigeunerer in längeren Ausführungen darauf hinwies, daß die Einweisung truppe ein, die das durch fröhliches Spiel und flotten Tanz lebhafte schwerkranker Personen, die mit ansteckenden Leiden behaftet sind, Hochzeitstreiben durch ihre Lieder vergrößert. Diesem lauten Jubel wird in die Krankenhäuser nicht so sehr diesen Kranken und ihre unmittel- aber ein plögliches Ende bereitet durch einen Diebstahl wertvoller bare Umgebung als vielmehr der Allgemeinheit Schuß vor Ueber- Rosse, den die Zigeuner begehen. Alles bricht zur Ver Die Billett- und Luftbarkeitsstener, und tragung der Ansteckungsstoffe biete. Dieses Interesse der Allgemein folgung der Spiẞbuben auf beginnt eine tolle werden Alle verfügbaren Rosse beit finde eben seinen gebührenden Ausdruck in der Zubuße, die die Jagd. zusammengebracht vie in Berlin eingeführt werden soll, beschäftigt seit Monaten Stadt zu den üblichen Verpflegungsfäßen zu leisten habe. Außerdem und die Verfolgung aufgenommen. Dabei geht es über Stock und in hohem Maße die Kreise, die von dieser kulturfeindlichen dürfen Klassenunterschiede in den öffentlichen Heilanstalten nicht ge- Stein, über Berg und Tal und schließlich von einer beträchtlichen Maßnahme betroffen werden. Zahlreiche Vereinigungen und macht werden, wenn nicht die Interessen der ärmeren Bevölkerung Höhe in den Fluß, bis endlich die Räuber gefaßt find und Versammlungen haben gegen diese Steuer Protest eingelegt bedenklich leiden sollen. Die Gefahr, daß die Bewohner der Tier- ihre Strafe erhalten. Der zweite Aft war reich an aufs und sich an den Magistrat und die Stadtverorduetenbersammlung gartenvillen auf den Lotterbetten der Stadt Berlin sich streden regenden Momenten. Großen Wert hatte, wie immer, auch diesmal gewendet mit der Bitte, von der Einführung dieser Steuer- würden, sei wohl ausgeschlossen. Die folgenden Redner schlossen sich die Direktion auf die glänzende Ausstattung gelegt. Das zahlreich ordnung abzusehen. Seit Monaten warten die Interessentenkreise im wesentlichen diesen Ausführungen an. Der Antrag des Genossen anwesende Publikum klatschte denn auch stürmisch Beifall. und es find weite Streise, die in Frage tommen auf eine auf eine Dr. Weyl wurde gegen wenige Stimmen zum Beschluß erhoben und Das Metropoltheater bringt etwa alle Jahre eine Novität heraus Antwort und eine Entscheidung. Umsonst! Bevor die Stadt- oder Verfügung des Magistrats die gutachtliche Zustimmung und es war deshalb kein Wunder, daß dieser Tage eine wahre Jagd bersagt. berordnetenversammlung Ende Juni in Ferien ging, stand die und eine Hetze nach einem Billett zur Premiere des Metropoltheaters Beratung der Magistratsvorlage auf der Tagesordnung. Die Großfeuer tam gestern früh um 7 Uhr aus noch nicht ermittelter einfegte. Die Kreise, die hier in Frage kommen, rekrutieren sich Ursache in der Ritterstraße 71, wo die 5. Kompagnie erst fürzlich natürlich nicht aus Arbeitern, sondern aus Leuten, denen nach AbErledigung wurde bis nach den Ferien verschoben. Aber auch einen großen Brand in einer Stockfabrit zu löschen hatte, zum Auswechselung gelüftet, nach einem prickelnden Stoff, der auf den Sinnesjetzt werden die Interessenten wochenlang hingehalten. In bruch. Das Feuer wurde erst bemerkt, als die Flammien schon aus tigel hinausläuft; es sind die feinen Kavaliere und die Damen der der ersten Sigung nach den Ferien stand die Vorlage dem Dache des linken Seitenflügels auf dem zweiten Hofe empor- hohen Galanterie, die Stammgäste des Metropols, des Wintergartens wieder auf der Tagesordnung, sie wurde aber nicht foderten. Als die Züge 17 und 18 en der Brandstelle antamen, und der vielen in lezter Zeit wie Pilze aus dem Erdboden " " 13 Niederträchtigkeit vielfach gewachsenes Nachttabaretts. Fein geschniegelt und gebügelt, die Thema. In der Diskussion erklärte Genosse Hannack bis auf einige| zu führen und ihn dann seinem Schicksal zu überlassen. Am Tage Herren im tadellosen Gesellschaftsanzuge mit der weit ausgeschnittenen Punkte sein Einverständnis mit dem Referenten. Mit der vom Ge- darauf traten bei dem Knaben Krämpfe auf, der Angeklagte schlug schwarzen oder weißen Weste, die Damen schleppenbeschwert in Samt nossen Fülle vertretenen Anschauung könne er sich jedoch nicht ein- ihn trotzdem mit dem Gummischlauch, um auf diese Weise ihn zur und Seide gehüllt, bildeten denn auch diese Kreise im Verein mit verstanden erklären. Der Vorwurf der gewerkschaftlichen Sisyphus- Besinnung zurückzubringen. Vier Tage flagte der Knabe über der Theaterwelt am Sonntag das Publikum der humoristischen arbeit sei nicht am Blake. Keine auf dem Boden der modernen Kopfschmerzen und ist dann gestorben, nachdem am Tage vor seinem Jahresrevue: Der Teufel lacht dazu!" Diese Jahres- Arbeiterbewegung stehende Gewerkschaft habe ihren Klassenkampf- Tode noch einmal mit dem Gummischlauch geschlagen worden war. revuen des Metropoltheaters von Julius Freund haben die charakter verleugnet; fast alle haben errungene Vorteile behauptet, Der Angeklagte gibt zu, sein elterliches Büchtigungsrecht überTendenz, die verschiedensten Tagesereignisse des vergangenen insbesondere soweit es sich um die Verkürzung der Arbeitszeit handelt. schritten zu haben, behauptet aber, daß der Knabe eine sehr böse Jahres in humoristische und satirische Formen zu gießen Viele Gewerkschaftsführer seien allerdings der Meinung, daß die Mit- Angewohnheit hatte, sich außerdem aus Niederträchtigkeit vielfach und durch Aneinanderreihung zu einer großen Revue zu gestalten. glieder für einen Massenstreit noch nicht reif seien. Redner glaubt, daß ekelhaft beschmußt und sehr eigensinnig war. Die Frau bestätigt Von diesem Gedanken ist auch die Jahresrevue: Der Teufel der Mannheimer Parteitag die zwischen Gewerkschaften und Partei diese Behauptungen ihres Ehemannes und bestreitet, ihrerseits das lacht dazu" getragen. Acht Bilder mit zahlreichen Einzelheiten vorhandenen Meinungsverschiedenheiten nicht beseitigen werde, da die Züchtigungsrecht überschritten zu haben. Die Affäre mit dem sind in derselben aneinandergefügt. Im ersten Bilde werden wir Wege zu verschieden seien. Genosse Stuhr meinte, es sei teinem Hering will sie dahin aufklären, daß der Junge sich stets geweigert in die Hölle versetzt, wo der Teufel herrscht. Satanas läßt sich Gewerkschaftsführer eingefallen, die Parteibewegung zu diskreditieren, habe, liebe Mutter" zu sagen. Da habe sie ihm denn den Hering von seinen Gesandten aus den verschiedensten Ländern berichten, wie dasselbe gelte auch von der Partei. Jeder wisse, welche Opfer es zu essen gegeben, damit er Durst bekommen sollte. Sie habe ihn es um die sündhaften Menschen bestellt ist. Dabei erfährt er, daß gekostet habe, ehe die Gewerkschaften von dem Unternehmertum als dadurch zwingen wollen, zu sagen:" Liebe Mutter, gib mir Berlin moralische Anwandlungen bekommt, die ihm durch die Polizei gleichberechtigt anerkannt wurden. Ein Widerspruch zwischen Partei Wasser." Die Beweisaufnahme brachte nicht viel Neues. Mehrere vorgeschrieben werden, und er beschließt, sich durch eigenen Augen- und Gewerkschaft dürfe nicht bestehen, ein solcher sei jedoch vorhanden Nachbarinnen der Angeklagten bekundeten, daß sie vielfach den schein von den Zuständen in der Oberwelt zu überführen. in den Kölner und Jenaer Beschlüssen. Es müsse versucht werden, fleinen Jungen herzzerreißend schreien gehört und klatschende Im zweiten Bilde stürzt der Teufel aus dem Krater und saust alle Beschlüsse nach gegenseitigem Uebereinkommen zu fassen, Schläge wahrgenomen haben, die darauf hindeuteten, daß der mit seinem Auto über Berge, Täler, Abhänge, bis er in der um das Gesamtwohl der Arbeiterschaft zu fördern. Ge- Knabe mit irgend einem Instrument geschlagen oder sein Körper Silvesternacht in Berlin„ Unter den Linden" landet und hier nun nosse Franke ist der Meinung, daß durch den Bwie gegen Möbelstücke bezw. gegen die Wand gestoßen wurde. Die Andie verschiedensten Erfahrungen über Berlin und die Berliner spalt bei der Führung die Kleinarbeit zu leiden habe. geklagte bestritt nicht, auch ihrerseits den Knaben gezüchtigt zu sammelt. Die politischen wie lokalen Ereignisse der letzten Zeit Er erkläre sich für den Massenstreit im gegebenen Falle. Die Masse haben, um ihn von seiner schlechten Angewohnheit abzubringen, werden nun Gegenstand des Spottes und des Hohnes. Fast nichts müsse jedoch für den Streit organisiert und vorbereitet sein; leugnete aber die über die Grenzen des Erlaubten gehende Mißist da vergessen, nur die Hennigjagd, die vom Zenfor gestrichen momentane Erregung nüße nichts. Es müssen Mittel und Wege ge- handlungen ab und wenn die Nachbarsleute bei ihr erschienen und worden ist. Neue Steuern, Tanzhusaren, Pompadurräuber, Zopf- funden werden, einen Massenstreit zu inszenieren, ohne daß er durch sie fragten, was denn das Kindergeschrei in der Nacht zu bedeuten abschneider, Volkszählung, Kolonialstandale, in denen Tippelskirch, Militär- und Polizeigewalt niedergedrückt wird. Hier sei es ein habe, pflegte sie zu sagen, daß der ältere ihrer Söhne des Nachts König Aqua und die Buttkamersche Cousine nicht fehlen dürfen, alles Haupterfordernis, daß die Gewerkschaftsführer mehr mit sozialistischem lebhaft träume und im Schlafe weine. Der nach dem Tode des wird gesungen, getanzt und und beleuchtet. Schließlich gehts Geiste durchdrungen seien, der sei aber leider schon bei vielen be- Knaben herbeigeholte Dr. Finkenstein hat an dessen Körper noch nach Algeciras zur Marokkokonferenz, deren Ergebnis ist, deutend geschwunden. Daß der Arbeiterschaft der Klassenkampf verschiedene große Beulen vorgefunden, ferner blutrünstige Striemen daß wir den schwarzen Schellenbaumträger behalten dürfen. charakter eigen sei, zeige fich bei jedem gewerkschaftlichen Kampfe. an Händen und Füßen. Medizinalrat Dr. Pfleger und KreisDen Schluß bildet das Ballett; die Tageszeiten: der Morgen, der Genosse Lehmann tritt dem Genossen Franke in dem Vorwurf ent- arzt Dr. Schulz bestätigten, daß zahlreiche Spuren von VerMittag, der Abend und die Nacht. Dabei wird zwar nicht gesungen, gegen, daß die Gewerkschaften verflachten; wenn dies bei einzelnen legungen sich zeigten, die dem Knaben mit einem stumpfen Werkaber wo Menschen schweigen, werden Beine reden. Schließlich Gewerkschaftsführern zutreffe, so hätten es die Mitglieder in der zeuge beigebracht sein müssen. Die Todesursache ist ein Bluterguß wird es selbst dem Teufel zu viel und um die Mitternachtstunde Hand, dem einen Riegel vorzuschieben. Redner wendet sich des weiteren in die Schädelhöhle gewesen und dieser ist wieder auf einen Gewaltkehrt er wieder in sein Reich zurück mit den Worten:" Die Berliner gegen die sogenannten Revolutionsromantiker. Vieles wäre nicht att zurückzuführen. Auf Grund der Ergebnisse der Beweisfind nicht Sünder, sondern Bummler." Eine Pracht und ein Glanz wurde geschrieben, wenn die betreffenden Schriftsteller nur einen fleinen aufnahme und in Gemäßheit des Spruches der Geschworenen verentfaltet in der Ausstattung, der Beleuchtung und den Kostümen, wie Kampf geführt hätten. Auch Genosse Lehmann ist der Ansicht, daß urteilte der Gerichtshof unter Zubilligung mildernder Umstände er taum zu übertreffen sein kann. Nicht weniger denn 500 ver- in Mannheim die bestehenden Differenzen nicht endgültig beseitigt den Angeklagten Römer zu zwei Jahren Gefängnis schiedene Kostüme kommen zur Entfaltung, die einen Kostenpunkt werden. Genosse Block wandte sich in seinem Schlußwort gegen( vier Monate als verbüßt abgerechnet), die Ehefrau zu neun bon 150 000 m. verursacht haben. Die Musik ist wieder von Herrn einzelne Ausführungen. Vor allem verwahrte er die Vorwärts"- Monaten Gefängnis. Holländer geliefert. Der Direktor Schulz hat am Sonntag wieder Redaktion gegen den Vorwurf, daß sie ihre Ansicht in der Frage des einen großen Erfolg errungen, denn das Publikum war vor Be- Massenstreiks geändert habe. Der Vorwärts" habe stets eine konsegeisterung gar nicht zu beruhigen und rief Verfasser und die übrigen quente Haltung eingenommen. Auch bestehe feine Neigung in der Mitwirkenden zum Schluß wohl ein halbes Dugend Mal. Redaktion, die Lokalorganisationen zu propagieren. Zum Schluß Radrennen zu Treptow. Großer Abschiedspreis", so lautete der feine Strömung sich geltend machen könne, wenn beide Körper- 52. eft des 24. Jahrganges erschienen. bemerkt der Referent, daß in Partei sowohl wie in Gewerkschaft Titel des 50 Kilometerrennens, das am Sonntag zum Austrag kam und in überlegener Weise von Przyrembel gewonnen wurde. Schaften gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Unter Fast schien es, als ob auch dieses Rennen dem Schicksal des Ver- Vereinsangelegenheiten macht der Vorsitzende auf die am 7. Oktober stattfindende Üraniavorstellung aufmerksam, ebenso auf das regnens anheimfallen sollte, hingen doch schwarze Wolken genug am 27. Oftover stattfindende Herbstfest. Zu beiden Veranstaltungen find am Himmel, jeden Augenblick bereit, ihren Inhalt auf die Erde auszu- Billets bei den Bezirksführern zu haben. Nach dem noch der vorabgewickelt werden. In dem Dauerrennen starteten außer genommenen Bezirkseinteilung Ertvähnung getan, erfolgte Schlub Literarische Rundschau: Dr. Robert Bilbrandt, Die Frauenarbeit ein Ser Versammlung. " Przyrembel noch Vanderstuift und Contenet, welch letzterer jedoch feine rühmliche Rolle spielte und weit zurück als Dritter endete. Zu Einhundertvierzehn Diebstähle werden den Arbeitern Nöder und Beginn des Rennens lieferten sich der Berliner und der Belgier, der Brunge zur Last gelegt, welche wegen Messingdiebstählen von der an zweiter Stelle lag, scharfe Stämpfe, bis endlich in der 18. Runde Rirdorfer Polizei festgenommen wurden. Die beiden Verbrecher Vanderstuift die Führung an sich riß. Bald darauf versagte haben 32 Straftaten zugestanden, die zum Teil bei der KriminalPrzyrembels Motor und da seine Ersatzmaschine auch nicht gut lief, polizei nicht gemeldet worden waren. Röder und Brunge haben so verlor er in furzer Zeit drei Runden. In der 82. Runde ereilte nicht nur in Rigdorf und Umgebung gestohlen, sondern wie erwiesen aber auch Vanderstuift das Geschick; sein Rad erlitt Reifenschaden ist, ihre Streifen über Berlin und die westlichen Vororte ausund ehe er wieder ins Rennen eingreifen konnte, war sein Vorsprung gedehnt. dahin und er marschierte beim 30. Kilometer 110 Meter zurück als 3weiter, Contenet 2670 Meter zurück als Dritter. Przyrembel, Charlottenburg. der wieder von Geppert geführt wurde, ließ sich nun nicht Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das Es hat folgenden Inhalt: Bom legitimen Prinzip. Grundsäge und Pläne. Von Friedrich Stampfer. Mein Verrat an der russischen Revolution. Von K. Kautsky. Der Von der deutsch- österreichischen Parteipreffe. Kampf um das Gewerkschaftsrecht in England. Von Th. Rothstein. Von Richard Bernstein ( Gablonz a. N.). Die Internationale über die Gewerkschaften. Von K. K. Mitteilungen des Internationalen Sozialistischen Bureaus zu Brüssel. Problem des Kapitalismus. Von Therese Schlesinger- Edstein. Heinebriefe. Notizen: Der Bericht der Brauerei- und Bon Hermann Wendel. Mälzereiberufsgenossenschaft. Von E. G. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Bf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Süddeutscher Postillon. Nr. 20 des fünfundzwanzigsten Jahrganges beginnt ihren Tert mit einem Sang: Die Nürnberger Bombenfabrik. Aus dem Tertinhalt heben wir hervor: Der Graf als Streikposten.( Ged.) Die Sozialdemokratie in der Armee. Im Wald, ein Dreistrophler Der Holzknecht, eine packende Schilderung aus den bayerischen von 2. R. In der Waldstraße wurde gestern abend der Kutscher eines Fuhrmehr die Spize nehmen, obschon Vanderstuift verschiedene Angriffe werkes der Firma Reinlinger, Charlottenburg, vom eigenen Gefährt Bergen.- Kunstbegeisterung( Ged.). auf ihn unternahm, die feinen Erfolg hatten überfahren. Wie uns ein Augenzeuge des Unfalles mitteilt, hat Ser aber und als gar zum Schluß der Belgier von seiner Führung man den Verunglückten etwa 34 Stunden auf der Straße liegen abfiel, büßte er noch zwei Runden ein. Das Ergebnis war: lassen, ohne für seine Ueberführung nach einer Unfallstation oder 1. H. Przyrembel, 41 Min. 46% Set., 2. Vanderstuift, einem Krankenhause zu sorgen. Erst durch das energische Eingreifen 630 Meter; 3. Contenet, 3990 Meter. Die Fliegerrennen brachten von Bassanten wurde nach dieser Zeit der Verletzte dem Charlottenwie stets starte Felder an den Start, so daß zahlreiche Vorläufe burger Krankenhause zugeführt. notwendig waren. Im Hauptfahren siegte Hellemann Das Koalitionsrecht der deutschen Arbeiter in Theorie und mit nur Reifenstärke gegen Stabe, denen eine Länge zurüd Hausen Treptow- Baumschulenweg. folgte. Eine Ueberraschung brachte das 5 Kilometer= Prämienfahren. In der 8. Runde entfernte sich Cammans so weit von dem Felde, daß er bis zum Schlusse alle Prämien an fich brachte und die anderen Fahrer an 100 Meter zurückließ. Das Vorgabefahren gewann Bern( 200 Meter Vorgabe) gegen Mühlbach( 220), Vierd( 190) und Burdajewiz( 220). Die besseren Fahrer tamen nicht an die führende Gruppe heran und endeten unplaziert. Ein eingelegtes Motorrennen wurde Achtung! Rohrer Achtung! und aller in diesem Berufe beschäft. Arbeiter Mittwoch, den 26. September 1906, abends 8 Uhr: Oeffentl. Versammlung im Lokal„ Englischer Garten", Meranderstr. 27c. Tages- Ordnung: 46/ 8* 1. Unsere wirtschaftliche Lage. Referent:. Kribow. 2. Die Ant wort der Unternehmer auf unsere Lohnforderung und wie stellen wir uns dazu? 3. Diskussion. Braris lautete das Thema eines Vortrages, den Gen. Wermuth in der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins hielt. Redner legte in kurzen Zügen die kulturelle Bedeutung dieses Gewerbeordnung ausgelegt und gehandhabt werden. wichtigsten Rechtes dar und zeigte, wie die§§ 152 und 153 der Unter besonderer Berücksichtigung der Vorgänge in Breslau und Nürnberg übte er eindringliche Kritik an dem Vorgehen der Polizei bei Lohnvon Puhlmann gegen Arndt gewonnen. Geppert, der bis zur bewegungen und Aussperrungen. Eine Diskussion über den VorKollegen! Da diese Versammlung eine wichtige für uns 12. Runde die Führung hatte, schied wegen Maschinenschadens aus trag wurde nicht geführt. Genosse Luz gab hierauf die Abrechnung ist, so erwarten wir sämtliche Arbeiter, welche in dem obendem Rennen. Die Rennen waren wie immer in Treptow ſehr vom Volksfest. Es betrugen die Einnahmen 478,90 M. und die genannten Berufe beschäftigt sind, mit ihren Frauen in dieser gut besucht und verliefen ohne Unfälle. Ausgaben 304,73 m., mithin verbleibt ein Ueberschuß von 174,17 M. Versammlung. Orgelfonzert. Mittwoch, den 26. September, abends 712 Uhr, Sieben Neuaufnahmen bestätigte die Versammlung. Zum veranstaltet der kgl. Musikdirektor Bernh. Irrgang in der Marien- Schluß forderte der Vorsitzende Genosse Hofmann zur regen firche ein Bachkonzert unter Mitwirkung von Frl. Hedwig Agitation für die Partei auf und empfahl, mehr für die AusKaufmann( Sopran), Frl. Julia Michaëls( Alt), Herrn Aler. Altmann breitung des Vorwärts" und der sozialistischen Literatur Sorge und Herrn Paul Sager( Violine). Es kommen nur Kompositionen zu tragen. von Seb. Bach zum Vortrag. Der Eintritt ist frei. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der neue Vortrag Die Mosellande und ihr Weinbau", welcher Bilder aus Vergangenheit und Gegenwart in reicher Fülle am Zuschauer vorüberziehen und in Wort und Bild all jene malerischen Orte an der Mosel vor dem Auge erstehen läßt, in dieser Woche allabendlich zur Darstellung gelangen. Gerichts- Zeitung. Zu Tode gemartert. Der Einberufer. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Gruppe der Putzerträger. Donnerstag, den 27. September, abends 8 Uhr, in der Beuthstr. 19/20( Industrie- Festsäle): Versammlung für sämtliche Pukerträger Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: Das Martyrium eines Kindes wurde in einer Verhandlung entrollt, mit welcher am Montag eine neue Tagung des Schwurgerichts am Landgericht II begann. Auf der Anklagebank sizzen Das 2. Stiftungsfest der freien Jugendorganisation Berlins und der 36jährige Tischler Johann Röwer und dessen 40jährige 1. Unsere früheren Beschlüsse und wie bringen wir dieselben zur Durch Umgegend fand am Sonnabend, den 22. in den Gesamträumen der Ehefrau Emma geb. Böhm, beide in Schmargendorf wohnhaft. Brauerei Friedrichshain statt. Aus dem anregenden Programm ver- Der Ehemann sißt seit sechs Monaten in Untersuchungshaft. Beide führung. 2. Diskussion. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämt dient die Festrede, gehalten von Dr. Karl Liebknecht besonders Eheleute, die aus einem kleinen Ort in der Nähe von Stallupönen hervorgehoben zu werden. Aus den fleinsten Anfängen heraus hat stammen, sind beschuldigt, ihren 4jährigen Sohn Bruno miß- licher Buzerträger in dieser Bersammlung dringend notwendig. Der Einberufer. sich die Organisation der Jugendlichen zur jetzigen Größe entwickelt, handelt zu haben, und zwar mittels einer das Leben gefährdenden trotz der zahlreichen Anfeindungen von seiten bekannter Jugend- Behandlung und mit der Folge, daß durch die Körperverlegung der freunde". Die erwachsene Arbeiterschaft hat nunmehr den Wert der Jugendorganisation erkannt, die diese als berufene Vertreterin der Interessen der proletarischen Jugend besitzt. Rigdorf. Vorort- Nachrichten. 46/9 Tod des Kindes erfolgt ist. Den Vorsitz führt Landgerichtsrat Mittwoch, den 26. September, abends 8 Uhr, ell mig, die Anklage vertritt Staatsanwalt Tolki, die Verteidigung des Angeklagten führt Rechtsanwalt Mag Kantoro= wicz, der angeklagten Ehefrau ist Referendar Manthey als Verteidiger beigegeben worden. Als medizinische Sachverständige in Wilke's Festsälen, Brunnenstraße 188: Oeffentliche Versammlung find Dr. Fintenstein, Medizinalrat Dr. Pfleger und für alle in der Hutbranche beschäftigten Arbeiterinnen. Kreisarzt Dr. Schulz geladen. Tages- Ordnung: 1. Der Wert der gewerkschaftlichen Organisation. Referentin: Frau Emma Jhrer. 2. Diskussion und Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. 294/14 Der Vorstand. Da die Tagesordnung eine sehr wichtige ist, so ist es Pflicht aller Männer haben Zutritt. Kolleginnen zahlreich zu erscheinen. Die organisierten Arbeiter, deren Angehörige in den Hutfabriken be merksam zu machen. schäftigt find, werden ersucht, die betreffenden auf obige Bersammlung auf Arbeitervertreter- Verein Berlin. Die Angeklagten haben in ihrer Ehe acht Kinder erzeugt, von denen jetzt noch vier am Leben sind. Der Knabe Bruno war 1901 geboren und ist im Alter von 4 Jahren gestorben; es wird behauptet, daß die fortgesetzten Mißhandlungen Ein recht eigenartiges Licht auf unsere sozialen Verhältnisse des Kindes, dessen Geschrei und Gestöhne vielfach von den Nachbars= wirft folgender Vorgang: In dem städtischen Waisenhause am leuten gehört worden ist, den Tod verursacht hat. Wie der AnMariendorfer Weg erschien am Sonntag eine Frau mit einem verdeckten Kinderwagen und übergab dem Pförtner einen verschlossenen geklagte im allgemeinen zugibt, sind dem Kinde oft des Nachts die Hände auf der Brust zusammengebunden worden, der Mann hat Brief. Während der Mann noch dabei war, die recht undeutlich ge- es mit einem Gummischlauch geschlagen, ohne zu achten, wohin er schriebene Adreſſe auf dem Kouvert zu lesen, wandte sich die Frau traf, der Knabe ist auch öfter am Bett festgebunden und mit einem plöglich um und eilte schleunigst davon. Den Kinderwagen ließ fingerdicken Stock gehauen worden. An einem kalten Wintertage fie zurück. Als man das Verdeck zurückschlug, fand man zwei ist der Junge in eine Wanne mit faltem Wasser, wie es eben aus Kinder im Alter von ettva Iteun Monaten. Nach den in der Wasserleitung tam, gesetzt worden und der Angeklagte hat ihn dem Briefe enthaltenen Angaben handelt es sich um ein Zwillings- dann mit einer scharfen Scheuerbürste abgescheuert. Eines Tages pärchen. In dem Schreiben gibt die Mutter an, sie habe ihre beiden hat der Knabe einen Salzhering zu essen bekommen, damit er Kinder nicht mehr ernähren können und um sie nicht dem Hunger- burstig werden sollte, und dann nichts zu trinken bekommen. Als tode preiszugeben, habe sie sich entschlossen, die Knaben in einem er trotzdem noch keinen Durst zeigte, hat er noch einen halben Waisenhause auszusehen. Es blieb nun natürlich nichts weiter Hering verzehren müssen. Am Tage vor dem Tode ist der Anübrig, als die Kleinen in der Anstalt aufzunehmen. Die Polizei ist geklagte mit dem Knaben und einem anderen Sohne tief in den nun bemüht, die unbekannte Mutter zu ermitteln. Grunewald in eine Fichtenschonung gegangen und hat ihn dort 1. Bortrag des Herrn Dr. Leibholz über: Traumatische Nen Neber Partei und Gewerkschaft referierte in der letzten Mitglieder mit kurzen Unterbrechungen etwa eine Stunde lang mit einem rose. 2. Verschiedene Angelegenheiten, bersammlung des Wahlvereins Genosse Hans Block. Der Referent Gummischlauch auf das entblößte Gesäß geschlagen. Bei dieser Gäste willkommen. entwickelte in flaren Zügen unter lebhaftem Beifall den schon Prozedur soll der andere Knabe Wache gestanden und der Vater wiederholt vom Vorwärts" vertretenen Standpunkt über dieses die Absicht geäußert haben, den kleinen Bruno weit in den Wald Donnerstag, den 27. September, abends 82 Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3. Zages Drdnung: Um zahlreichen Besuch, besonders der Beisitzer des Schiedsgerichts ersuch Der Vorstand. I. A. Bernh. Jost, Vorsitzender. Schiller- Theater. Für den Inhalt der Inserate Schiller- Theater O.( Ballner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 25. September. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Hänsel und Gretel. Phantasien im Bremer Ratsfeller. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Westen. Die Fledermaus. Lorking. Der Troubadour. Deutsches. Das Wintermärchen. Anfang 8 Uhr. Leffing. Hedda Gabler. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Jugendliebe. Die Dienstboten. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- Theater). Hafemanns Töchter. Neues. Der Jubiläumsbrunnen. Komische Oper. Carmen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Das Friedensdorf. Dienstag, abends 8 Uhr: Jugendliebe. Austspiel von Adolf Wilbrandt. Hierauf: Die Dienstboten. Lustspiel von Roderich Benedir. Mittwoch, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Donnerstag, abends8 Uhr: Zum erstenmal: Donna Diana. Dienstag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Volksstück in 4 Aften v. A. L'Arronge. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Ortsverein Berlin. Mittwoch, abends 8 us: Mittwoch, den 26. Sept., abends 82 Uhr, in Borkers Gesellschaftshaus, Weberstr. 17: Zum erstenmal: Hoffnung auf Segen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hoffnung auf Segen. Urania. Zirkus Busch. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Zentral. Tausend und eine Nacht. MilitärKleines. Man kann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe platt! Luisen. Die Jungfrau von Orleans. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Kasino. Alerander der Große. Folies Caprice. Der GeneralKonsul. Sünden der Väter. Wintergarten. Spezialitäten. Baffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 Bf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater Dienstag, den 25. September, abends 7, Uhr: Aus der Pukta. Original- Pantomime des Zirkus Busch. Die größte Tiger- und Löwengruppe mit dem bisher noch nie gezeigten Ringkampf zwischen dem Dompteur Willy Peters und zwei wilden Tigern. Jette, Irish Park Hack, geritten von Herrn Burkhardt- Foottit. Außerdem: Mlle. Léris Loyal, Demimondaine- Reiterin. Herr Ernst Schumann mit seinen Neudreſsuren sowie sämtliche neuengagierten Künstler und Künstlerinnen. heater Virkus Alb. Schumann. 845 Der Affe als Jockey. Seute Dienstag, den 25. September, Driginal- Dreffuraft. 930 Die Seldoms plastische Darstellungen 1 Dame und 3 Herren. 1000 Berlin im Omnibus. Sonntag, 32 Halbe Preise. Vorstellung mit dem vollständigen Spezialitäten- Programm. Sameie, 30. Gept., nadm. 3%, b: abends präzise 7½ Uhr: Riesen- Programm. 11. a.: Eine neue Sensation! Die fliegenden Menschen Les Rixfords Signor Luigi Rossi m. seinem musikalischen Wunderpferd Emir. Auf der Pukta, Sherlock Holmes. Metropol- Theater vorgef. v. Dir. Alb. Schumann. Anfang 8 Uhr. Heute zum 3. Male: Neues Theater. Phila Wolff a. D. Zum erstenmal: Der Inbiliäumsbrunnen. Drama in 4 Aften v. Walter Bloem Anfang 8 Uhr. Mittwoch, Donnerstag: Der Jubiläumsbrunnen. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Man kann nie wiffen. ( Der verlorene Vater.) Harry Walden. Dr. Valentine Mittwoch: Ein idealer Gatte. Donnerstaa: Man kann nie wissen. Komische Oper. Dienstag, den 25. September cr., abends 8 Uhr zum erstenmal: Carmen. Der Teufel lacht dazu. Große humoristische Jahresrevue in 8 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 1. Bild: Die Sünde von Berlin. 2. Bild: Des Teufels Autofahrt ( Kinematographische Roise). 3. Bild: im sündigen Berlin. 4. Bild: Am Potsdamerplatz. 5. Bild: Des jungen Zollern- Prinzen Bilderbuch. 6. Bild: Nach Algeciras. 7. Bild: Von der Marokkokonferenz. 8. Die Tageszeiten( Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen in allen Räumen gest. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Donnerstag: Carmen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Dienstag, den 25. Sept., 7 Uhr: Der Troubadour. Abonnements gültig. Morgen, Mittwoch: Der Waffenschmied. Rixdorfer Theater Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Mittwoch, den 26. September: 8. Borstellung. Zapfenstreich. Drama in 4 Aften von Franz Adam Beherlein. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 30. Sept. Gastspiel von I. Adele Verra: Heimat. Zentral- Theater. ( Operette). Täglich 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Triplepatte. Schwant in 5 Allten v. Triſtan Bernard Sonntag, 30. Sept., nachm. 3 uhr: und André Godfernaux. Seine Kammerzofe. Bernhard Rose- Theater früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Boranzeige: Sonnabend, 29. Septbr.: Große Eröffnungs- Vorstellung. Der Millionenbauer. Volksstück in 4 Aften von Krezer. Billettvorverkauf täglich v. 10-1 Uhr und von 3-7 Uhr an der Theaterkasse. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Lockere Zeisige. Volksst. m. Gef. t. 3 Att. v. Jacobson. Mr. Henricksen mit seiner größten Tiger- Gruppe Wilde Dreffur zehn Pracht Exemplare, worunter Tammany, der wilde kämpfende Riesentiger. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Das Friedensdorf. Donnerstag: Die von Hochsattel. Passage- Theater. Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Riecke" mit dem Schlager „ Emil da hist eene Pflanze". du Außerdem 14 erstklassige Spezialitäten! Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters Zur Aufführung gelangt: Die Rose von Avignon. Romant. Schauspiel in 4 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Welches sind die nächsten und notwendigsten Forderungen der Berliner Maurer?" Ref.: Kollege Julius Gehl. 2. Diskussion. 3. Anträge des Ausschusses. 4. Abrechnung vom 25. Stiftungsfest. 130/ 9* Der Vorstand. NB. Der einschneidenden Bedeutung halber, die vorstehende Tagesordnung in sich schließt, ist es Ehrenpflicht jedes einzelnen, für guten Besuch der Versammlung zu agitieren bezw. bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Keiner darf fehlen! Am Donnerstag, den 27. September, bleibt das Bureau geschlossen. Dasselbe befindet sich vom Freitag, den 28. September 1906: Steinstraße 38, I. Etage. 11 WINTER CARTEN Letzte Vorstellungen des glänzenden Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pissiutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Der Biograph. Colosseum Dresdenerstr. 97. 15 erstklassige 15 Spezialitäten Täglich: Konzert- u. VolksKabarett. ( Ohne Weinzwang.) ValhallaW Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20 am Rosenthaler Tor. Täglich Große Vorstellung. Chevalier Thorn Im Traumlande. Das fesche Damen- Regiment. 8 Germanias. Adele Moraw, Hans Hauser die lustig. Kaiserin mit sein. neuest. der Sahara, Schlagern, ut. die übrig. interess. Attraktionen. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gest. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. D. O. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Mittwoch, den 26. September 1906, abends 8 Uhr Allgemeine Versammlung der Klempner in den Musikersälen, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genssen K. A. Stripp über: Heinrich Heine", mit Rezitation. 2. Verbandsangelegenheiten. NB. Jn Anbetracht der wichtigen Tages- Ordnung erwarten wir das Erscheinen aller Kollegen. Die Billetts zum Vergnügen werden ausgegeben. Die Kollegen nachfolgender Werkstellen werden besonders ersucht, die Versammlung zu besuchen: Bogler, Brinzenstraße. Falksohn, Preuk, Steinbach, Standtke, Markus, Rirdorf. Winkler, Große Frankfurterstraße. Weiß n. Samek, Hirschhorn, Kindermann, Feist u. Co., Köthe, Charlottenburg. Aronade, Laabs, Michalski, Fander u. Bade, Schweichler. Schmieder, Nieder- Schönhausen. Schulz u. Thiele, Schlachtensee. Eckel u. Glienicke, Englische Gasanstalt, Wormu. Schüler.Meden, Bisgupski, Groß- Lichterfelde. Salomon u. Sohn. Siemens u. Schuckert, Nonnendamm. Winkelstein, Hoffmann u. Grübler. Klemens, Gleimſtraße. Walther u. Hermann, Weißensee. Kicko, Bertuch, Lichtenberg. Kunik, Mariannenplay. Heinrich, Lüzowstraße. Mittwoch, den 26. September 1906, abends 8%, Uhr Versammlung der chirurgischen Branche im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11-12. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die aufgenommene Statistik der Chirurgischen Branche. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Mittwoch, den 26. September 1906, abends 8%, Uhr Versammlung 153/13 der Gold- und Silberarbeiter und verwandten " Berufsgenossen im Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Die Lohnbewegungen unserer süddeutschen Kollegen und deren Einfluß auf die hiesigen Verhältnisse unserer Branche 2. Diskussion.- 3. Verbandsangelegenheiten. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt in der Versammlung. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. NB. Sonntag, den 14. Oktober, findet eine Besichtigung der Arbeiter Bohlfahrtsausstellung statt. Treffpunkt: Mittags 1 Uhr, Charlotten burg, Knie. Die Kollegen werden ersucht, sich recht zahlreich zu beteiligen. Kolossaler Erfolg Achtung! Graveure- Ziseleure Achtung des sensationellen neuen September- Programms. 22 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Mittwoch, den 26. September cr., abends 29 Uhr, im Graphischen Vereinshause, Alexandrinenstr. 44 Branchen- Versammlung Zages Ordnung: 1. Partei und Gewerkschaft. Referent: Kollege Groger. 2. Diskussion Da unter Bunft 3 der Tagesordnung wichtige Angelegenheiten zu ers Welt- Ausstellungs- 3. Branchenangelegenheiten. Biograph-( St. Louis) lebigen sind, ist pünktliches Erscheinen dringend nötig. Theater lebender Photographien mit, abwechselndem Mitwoch, den 26. September 1906, abends 8 Whe Bezirks- Verfammlung Abnormitäten- Progr. für Steglitz, Groß- Lichterfelde u. Umgegend Borverkaufsstellen: Ronj. un Verbindung mit größter Films für werker, Schönhauser Allee 152/153, Fabrik Frankreichs, daher täglich Krüger& Oberbeck, Rastanienallee 1. Den ganzen Tag Vorstellung. neueste Bilder. bei„ Reisen", Groß- Lichterfelde, Chauffeeftr. 104. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Eggert:" Gewerkschaften und Arbein Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Volks- Theater des Westens. Otto Pritzkow. Münzstr. 16. seberverbände. 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Berſchiedenes. Mittwoch: Maria Magdalene. Pf. Ehren- und Vorzugskarten an allen Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. Wochentagen gültig. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große Emil Thomas und Adolf Selig. Anfang 8 Uhr. Ein Abenteuer im Witwenverein. Sierauf: Madame Benivard. Schwank in 3 Akten. Jungfrau von Orleans.orher das Eröffnungsprogramm. Berliner Prater- Theater Mittwoch: Ein Kind des Glücks. Donnerstag: Jungfrau von Drleans. Freitag: Goldonkel. Sonnabend: Die Hochzeit v. Baleni. Sonntag nachm.: Jungfrau v.Drleans. Abends: Goldonkel. Montag: Jungfrau von Drleans. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Zum Gastspiel Ad. Philipp. 35. Jm wilden Westen. Male: Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Loulou. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Der Generalkonsul und Die Sünden der Väter. Ludwig Mertens im Soloteil. Vorverkauf b. Wertheim u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Kastanien- Allee 7/9. Heute Dienstag, 25. September, abends 72 Uhr: Der Hüttenbesiker. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- September- Programm. Sanssouci. Straße 4a. Kottbuser Direktion Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Die Hochzeitsreise. Eine Nacht in Berlin. Sonntg., Montg. Donnerst. Ohne Buch kein Zutritt! Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Hoffmanns Hordd. Sänger Morgen Mittwoch, den 26. September, abends 8% Uhr, Jed. Dienst.: Theaterabend bei Keller, Koppenstraße, 29: Außerordentliche General- Versammlung. Sonntags Beginn 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz. Tages Ordnung: 1. Der Anschluß des Maschinenarbeiter- und Vergolderverbandes am 1. Dktober. 2. Stichwahl für den zweiten Bermittler bei Differenzen. 3. Wahl des zweiten Staffierers an Stelle des zum Hauptkassierer gewählten Kollegen König. 4. Beschlußfassung über die Kündigung des Vertrages. 93/10 Täglich: Populäres Konzert unter perf. Leitung Gottschalk. 5. Anträge. 6. Verbandsangelegenheiten. Lustav des Herrn Eintritt 10 Pf. Bons gelten. Mittwoch, 26. Sept.: 1. humor. Abend Donnerstag, 27. 9.: Operetten- Abend. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Vendaro, Dreffut. Daymlers, Eltrob. Eine Brotstelle. Orts- Krankenkasse Weißensee. Franz Gorrè. Leopard Truppe. Mandita. Hee und See. Carmanelli Duo sowie 8 erstkl. Nummern 8 Der Sommerleutnant. halben Wegen Zurruhejebung des Inhabers ist eine Tischlerwerkzeug- Fabrik billig zu verk. Off. erb. u. G. L., Postamt 27. Ringfreies Bekanntmachung. Die Geschäftsräume der Ortskrankenkasse befinden sich vom 1. Oftober 1906 ab 278/19 Weißensee, Sedanstr. 48. Wegen des Umzuges bleibt das Kassenlokal am Sonnabend, den preis gültig, in Barbier», grifeum Weißbier, Bayerischbier! 29. September 1906 geschlossen. Bigarrengeschäften gratis zu haben. Bierkellerei Adalbertstr. 22. Dr. Albert, fommissarischer Verwalter. EMMLER S Möbel- Fabrik mit elektr. Betrieb S. Kottbuser- Damm- 25-26. Neu eröffnet: 150 Muster- Zimmer in 7 Etagen. 5000 qm Fabrik- und Lager- Räume. Eigene Tischlerei und Tapezierer- Werkstätten Solideste Ausführung in allen Stilarten und Preis lagen. Täglich bis 9 Uhr abends Abteilungen für Herrenzimmer Speisezimmer Salons Komplette Betten Metall- Bettstellen Teppiche Küchenmöbel Schlafzimmer Bettfedern Eigene Fabrikation. Sonntags bis 2 Uhr geöffnet. 2188L Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. 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