Nr. 224. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Bost- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Marf, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: 2mt IV. Nr. 1983. Die ganze zivilisierte Weltihren abzwingt. Stoßkraft, der beispiellose Opfermut des deutschen Proletariats sie sind sprichwörtlich bei Freund und Feind. muß immer mehr und mehr Eingang finden bei denen, deren Interessen die Sozialdemokratie so tapfer vertritt. Soeben hat Genosse Gerisch auf dem Parteitage berichtet, daß unsere Presse in den letzten drei Jahren 264 888 Abonnenten gewann! Und daß wir augenblicklich in Deutschland über einen Abonnentenstand quittieren können, der durch die Zahl 837790 Mittwoch, den 26. September 1906. Teuerung. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Mr. 1984. Mietspreise während der letzten Jahre beträchtlich emporgeschnellt ist. Eine genaue Statistit dieser Mietssteigerung gibt es natürlich nicht; einen gewissen Anhalt gibt aber immerDie Preise der Lebensmittel steigen immer höher. Mit bei deutschen Kommunalbehörden aufgenommene Statistik der hin die jüngst vom Tarifamt der Buchdrucker durch Umfrage der Aera besseren Geschäftsganges, die vor drei Jahren nach Mietspreisveränderung seit dem Jahre 1901. Nach dieser einer mehrjährigen Wirtschaftskrisis einsetzte, hat zugleich ein Zusammenstellung sind in den letzten 5 Jahren die Mieten für erneuter Aufstieg der Lebensmittelpreise begonnen, der die ge- fleine, aus Stube, Rammer und Küche bestehende Wohnungen ringen Lohnaufbesserungen, die während der letzten Jahre in 352 Drten gestiegen, in 238 Drten ziemlich unverändert geblieben Freund wie Feind folgt den Verhandlungen unseres Mannheimer einzelne Arbeiterschichten in schweren Stämpfen errungen haben, und in nur 11 Drteu gefallen, und zwar beträgt die Steigerung in Parteitages mit hochgespanntem Interesse. Warum? Weil die nicht nur völlig ausgleicht, sondern darüber hinaus die Lebens- Altona 30 Mart, Wilhelmshaven 45 Mart, Saarlouis 48 Mart, deutsche Sozialdemokratie, die deutsche Klassenbewußte Arbeiterschaft haltung der deutschen Arbeiterschaft unter das Niveau herab- Hörde, Iserlohn, Solingen, Offenbach, Bamberg und Pires verstanden hat, sich eine Machtstellung zu erkämpfen, die selbst zudrücken droht, das diese in der Aufschwungsperiode der Jahre masens 50 Mart, München 51 Mart, Riydorf 55 Mark, hämischsten Gegnern Anerkennung, Neid und Staunen 1896/1900 erreicht hatte. Aschaffenburg 72 Mart, Mez 80 Mart, Konstanz 96 Mark. Zu einem gewissen Teil ist es sicherlich der durch die Selbst in den Städten des wirtschaftlichen Ostens stiegen die Unsere organisatorischen Erfolge, unsere agitatorische Besserung der Geschäftslage geweckte und vermehrte Bedarf. Wohnungsmieten in den wenigen Jahren: in Forst um Unsere organisatorischen Erfolge, unsere agitatorische der zu den Preiserhöhungen beiträgt, doch ist die Bedarfs- 15 Mart, in Zabrze um 24 Mart, in Beuthen um 26 Mart, steigerung nur eines der in Betracht kommenden Momente. Noch in Bromberg und Danzig um 30 Mart usw. weniger läßt sich das Emporschnellen der Preise auf MißIn einer Hinsicht aber könnte es bei uns doch weit beffer ernten und Mißwachs zurückführen, die in früheren Beiten Haushalts in den letzten Jahren etwas im Preise gefallen Dafür sind zwar einige andere Bedarfsartikel des kleinen bestellt sein: meist die Ursachen einer Lebensmittelteuerung waren. Deutsch 3. B. Zucker und Reis; aber dieser Rückgang kommt gegenUnsere Presse land hat in den letzten Jahren verhältnismäßig gute Ernten über der starken Verteuerung der vorgenannten Lebensmittel gehabt. Zwar ist im Jahre 1904 die Kartoffel- und Futter- und der Steigerung der Mieten kaum in Betracht. Tatsache mittelernte unter dem Durchschnittsergebnis des vorauf bleibt, daß heute der verheiratete städtische gegangenen Jahrfünfts zurückgeblieben; dafür aber stellte sich Arbeiter für die nötigsten Lebensbedürfnisse der Roggenertrag höher als jemals vorher in Deutschland, eine um 15 bis 20 Proz. größere Geldsumme und der vorjährige Weizenertrag ist seit Jahrzehnten nur drei- ahlen muß, als noch vor wenigen Jahren. 1900 und 1902. mal um ein Geringes übertroffen worden, in den Jahren 1899, Sind in gleichem Maße auch die Löhne gegute Weizen- und Roggenernte, wenn auch nicht eine so es infolge des besseren Geschäftsganges, wenn auch meist erst Auch das Jahr 1905 hatte eine relativ stiegen? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Wohl ist günstige, wie im voraufgegangenen Jahre; und die Kartoffel- durch schwere gewerkschaftliche Stämpfe, den meisten Arbeiterund Heuernte lieferte einen Ertrag, wie ihn die deutsche Land- kategorien gelungen, den fast allgemeinen Rückgang der wirtschaft noch niemals gesehen. Der Ertrag an Kartoffeln Löhne in den beiden Krisenjahren 1901 und 1902 wieder ausstellte sich auf mehr als 48,3 Millionen Tonnen, über zugleichen; einzelne Berufe haben auch den Durchschnitts12 Millionen Tonnen mehr als im Jahre 1904, und die Heu lohn noch etwas über den Lohnstand der Jahre 1899/1900 ernte ergab 26,3 Millionen Tonnen, 4,8 Millionen Tonnen hinaus zu steigern vermocht; aber Lohnerhöhungen von Sine Million Abonnenten und eine halbe mehr als im voraufgegangenen Jahre. Und dieses Resultat 15 und 20 Proz. sind höchst seltene Ausnahmen. Rascher wurde nicht etwa durch eine starke Vergrößerung der Anbau- als die Löhne sind in den letzten Jahren die Preise Million Organisierter! fläche erzielt, sondern durch die Ertragssteigerung pro Heftar, der notwendigen Lebensunterhaltungsmittel gestiegen. die bei Kartoffeln von 110 auf 145 Doppelzentner, beim deutsche Arbeiterklasse sieht sich in ihrer Lebenshaltung Wiesenheu von 36 auf 44 Doppelzentner pro Hektar stieg. bedroht. Die Lohnerhöhungen, die sie während der letzten Auch die diesjährige, noch nicht abgeschlossene Ernte ver- Jahre in schweren wirtschaftlichen Kämpfen errungen hat, gehen spricht nach den Saatenstandsberichten einen beträchtlich ihr nicht nur durch die fortgesetzte Steigerung der Lebensüber den Durchschnitt des letzten Jahrfünfts stehenden Ertrag. mittel- und Mietspreise völlig wieder verloren, sondern die zualso nicht die Rede sein. Was ist aber dann die Ur Lebenshaltung zurückzudrängen, die sie seit mehr als einem Von einer durch Mißernten verschuldeten Teuerung fann nehmende Teuerung droht sie sogar auf eine Stufe der fache der jetzigen teuren Zeit? In der Haupt- Jahrzehnt überholt zu haben schien. Die stetige Teuerung ist sache die dem Profitinteresse der ländlichen bereits zu einer ernsten Gefahr für die Voltsernährung, für Großgrundbesizer dienende offizielle 3oll das Eristenzniveau der Arbeiterschaft geworden; und diese und Wirtschaftspolitik. Deutschlands Bevölkerung Steigerung ist ist keineswegs eine natürliche, wie die steigt durchschnittlich in jedem Jahre um anderthalb Prozent, agrarische Presse behauptet, sondern in der Hauptsache und zugleich entwickelt sich das Deutsche Reich mehr und mehr die Folge einer Zoll- und Wirtschaftspolitik, die es als ihre zum Industriestaat. Die Folge ist eine steigende Nachfrage Aufgabe betrachtet, zugunsten des Profits der ländlichen Großnach gewissen landwirtschaftlichen Produkten nicht nur für grundbesitzer die Lebensmittelzufuhr aus dem Auslande mögden unmittelbaren einheimischen Verbrauch, sondern auch zur in- lichst zu erschweren und einzuschränken. Damit die Junkerdustriellen Verarbeitung, z. B. zur Herstellung von Bier, Schnaps, taste, die sich gegen jede Verbesserung der Lebenslage der Likör, Konserven, Cafes, Delen usw. und deren Export nach dem Arbeiterklasse stemmt, die bei jedem Streit sich heßend auf die Auslande. Diesen Bedarf vermag die einheimische landwirt Seite der Unternehmer stellt, höhere Profite einzustreichen müssen wir endlich niederzwingen. Wir müssen es um so eher schaftliche Produktion nicht mehr zu decken, und da die Zufuhr vermag, deshalb wird durch zoll- und wirtschaftspolitische erreichen, als wir ja ganz abgesehen davon, daß für Arbeiter derartiger Bodenprodukte aus fremden Agrarstaaten durch Maßnahmen die Lebenshaltung der Arbeiterschaft fünstlich nnd Arbeiterinnen überhaupt kein anderes Blatt Groß- Berlins in Grenzsperren, Einfuhrbeschränkungen und hohe Zölle teils ver- heruntergedrückt. Das nennt man christliche Sozialpolitik! Betracht kommen dürfte auch im allgemeinen in bezug auf hindert, teils erschwert wird, so entsteht ganz naturgemäß Aktualität, Promptheit und Schnelligkeit des Nachrichten- und ein Mißverhältnis zwischen dem künstlich verDepeschendienstes es allmählich mit den größten und teuersten minderten Angebot und der steigenden Nachbürgerlichen Preß- Organen aufnehmen können. ausgedrückt wird! Unser Parteikassierer schloß seine Ausführungen mit der programmatischen Forderung, daß wir es bis 1908, bis zu den nächsten Reichstagswahlen, bringen müssen auf: Eine Million Abonnenten! Ein halbes Dutzend bürger Iicher Breßorgane Deutschlands kann mit einer Million Abon nenten aufwarten. Und wir sollten unser halbes Hundert Parteizeitungen nicht bald so weit wenigstens bringen? Parteigenofien Groß- Berlins! Der Vorwärts", das Zentralorgan unserer Partei, muß mit dem besten Beispiele vorangehen, erste Million wenn wir bis 1908 die " Abonnenten auf unsere Parteipresse voll haben sollen. Er muß vorangehen, und er wird vorangehen, wenn Ihr den festen Vorsatz faßt und mit gewohnter Energie ausführt: Zu den unserer Partei presse an der ersten Million noch fehlenden 162 210 Abonnenten nicht den geringsten Teil heranzuschaffen. Die indifferente Presse in und um Berlin, die Presse der Lauen, der Halben, der Gleichgültigen, der Arbeiterfeinde Wir haben uns Mühe gegeben, dem Gange der großen russischen Revolution auf Schritt und Tritt zu folgen, vor den Augen unserer Leser ein Bild zu entrollen von diesem gewaltigen Stück Zeitgeschichte, das mitzuerleben uns vergönnt ist. Wir werden uns bemühen, diesen Teil unseres Blattes immer sorgfältiger auszu bauen, damit unsere Leser noch besser informiert werden über die Leiden, die Rußlands Bolt jetzt zu erdulden hat, über die heroischen Kämpfe, die unsere heldenhaften Genossen und Freunde im Osten gegen den verruchten, verbrecherischen Zarismus führen. Unter nicht geringen Opfern haben wir Upton Sinclairs schnell berühmt gewordenen Roman The Jungle („ Der Sumpf") frage, das zu einer allgemeinen Preissteigerung der betreffenden Erzeugnisse auf den einheimischen Märkten führt. Wie hoch bereits die Preise für die wichtigsten Lebensmittel, Brot- Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Butter gestiegen sind, zeigt folgender Vergleich. Es betrug in Berlin der Großhandelspreis für: Im Durchschnitt d. Jabre 1900/04 139 M. Pro Tonne Roggen, guter Weizen, guter Speisekartoffeln, mittel zur Zeit: 1905 157. 152 M. 135 175 53 53 163 " 11 44 17 11 Butter, II. Qual. pr. Doppelztr. 240 227 Pro Doppelzentner Schlachtgewicht 212 17 " IP Dchsen, II. Qualität Kälber, II. Qualität 164 M. 137 M. 168 147 132 " 1 19 " Hammel, I. Qualität 173 139 121 • 4 11 71 17 Schweine, II. Qualität 139 128 105 " 17 D Lebendgewicht mit 20 Proz. Tara. 123 M. = " 1 Die russische Revolution. Diktator Stolypin. Die Sibirskijftrjelok" besuchte Minister Stolypin den Zaren in Auf dem ihm zur Verfügung gestellten Minenkreuzer Sen finnländischen Schären und hatte dort Gelegenheit, mit dem Zaren, vertraulich" zu konferieren. Selbst der Hofmeister, Baron Frederiks, suchte einen Vorwand, um der etwa anderthalb Stunden dauernden Besprechung zwischen dem Zaren und dem Minister Stolypin nicht beizuwohnen! Das Ergebnis der Reife Stolypins ist in mancher Beziehung von großer Bedeutung. So hat der Zar unter anderem die bisherigen Vollmachten Stolypins dahin erweitert, daß alle wichtigen Verfügungen nur unmittelbar von diesem zu erteilen sind. Auch werden von jetzt ab alle Minister, ausgenommen der Kriegs-, der Marine- und der Hofminister, ihre Verfügungen unmittelbar von Stolypin erhalten und auch diesem Rede und Antwort stehen müssen. Regierungs- Banditen. Demnach stehen zurzeit die Großhandelspreise in Berlin erworben, mit dessen Abdruck wir im Oktober beginnen werden. und die Kleinhandelspreise richten sich nach diesen- für BrotNach allen Richtungen hin denken wir das Zentralorgan der getreide um ungefähr 10 Proz., für Kartoffeln um 20 Proz., In der Presse liest man tagtäglich von Raubanfällen, Morden, deutschen Sozialdemokratie so auszubauen, daß unsere Genossen die für Butter um 10 Proz. und für Schlachtvieh um 30-43 Proz. Diebstählen, die als Begleiterscheinungen der russischen Revolution Propaganda für ihren Vorwärts" mit immer größerem Stolze auf- höher als im Durchschnitt der Jahre 1900/04. Und diese registriert und den Revolutionären zugeschrieben werden. nehmen dürfen. Preissteigerung beschränkt sich keineswegs auf die vorgenannten Wir haben diesen Nachrichten stets sehr skeptisch gegenüberDer September geht zu Ende. Der 1. Oktober, das neue notwendigsten Lebensmittel; die Preise einer Reihe anderer, gestanden; denn es versteht sich von selbst, daß Rußlands RegierungsQuartal, steht vor der Tür. Es ist höchste Zeit zu werben, zu ebenfalls im fleinen Haushalt ständig gebrauchter Bedarfs- fippe ihren Informationsapparat so spielen läßt, daß all' jene Vorsammeln, zu agitieren. artifel als z. B. Kaffee, Heringe, Schmalz, Eier usw. befinden kommnisse- wenn sie nicht überhaupt erlogen sind so dargestellt fich ebenfalls in der Aufwärtsbewegung. Daraus ergibt sich, werden, daß ein ungünstiges Licht auf die Revolutionäre fallen soll. daß heute der Arbeiter wenigstens gilt das für Erst fürzlich brachten wir eine offizielle Erklärung ruffischer Sozialden Berliner Arbeiter einen u m 15 bis demokraten, aus der hervorging, daß diese von allem unnüßen 20 Prozent höheren Geldbetrag für die Blutvergießen sowie von den sogenannten„ Konfistationen" privaten Anschaffung der nötigen Lebensmittel auf Eigentums dringend abraten. wenden muß, als im Jahr fünft 1900/1904. Dazu Eine Privatmeldung, die dem„ B. T." zugeht, beweist, daß man tommt, daß durchweg in allen Groß- und Industriestädten die in der Registrierung, vor allem aber in der Beurteilung „ Vorwärts"! - fener täglichen Borkommnisse noch viel vorsichtiger sein muß als bisher; denn nicht nur daß die Regierung nach wie vor innige Freundschaft hält mit den„ Schwarzen Banden" nein, russische Polizisten selber haben sich eifriger als je auf das Diebs- und heißt es: bürgerlichen Gesellschaft. Dieselben stehen an Wichtigkeit hinter der Dann wehrt sich Erzberger gegen den Vorwurf, daß er nicht sozialdemokratischen Partei nicht zurück, die den Kampf für die vorsichtig genug gewesen und unzuverlässiges oder unsicheres ebung der Arbeiterklasse und ihre Gleichberechtigung mit den Material veröffentlicht habe. Er bestreitet dies entschieden und anderen Klassen der Gesellschaft auf politischem Gebiet zu führen führt eine Anzahl von Umständen an, die vielmehr erweisen sollen, hat, im weiteren aber über diese ihre nächste Aufgabe hinaus die Mörderhandwerk verlegt. In dem erwähnten Privattelegramm Befreiung der Arbeiterklasse von jeder Unterdrückung und Aus daß er im Gegenteil alle nur denkbare Vorsicht bei Entgegennahme un= beutung durch Aufhebung des Lohnsystems und die Organisation und Sichtung des ihm zuströmender Materials geübt habe. Immer Der Lemberger„ Slovo Polskie" berichtet aus etate einer auf der sozialen Gleichheit aller beruhenden Erzeugungs- und wieder trete aber neues Material hervor, und so gäbe es teinen rinoslaw: Der neuernannte Polizeimeister Mojzewsky Austauschtweise, also der sozialistischen Gesellschaft, erstrebt. Ein anderen Ausweg, um die Erörterungen sachgemäß abzuschließen, als Löfte sein ganzes Detektivkorps auf und ließ die Ziel, das auch der Klassenbewußte Arbeiter der Gewerkschaft not- die Einsehung einer parlamentarischen UnterBureaus desselben schließen. Er suspendierte den Chef wendig erstreben muß. Beide Organisationen sind also öfters in suchungskommission mit dem Recht der der geheimen Polizeiagenten Kazari und ordnete an, daß ihren Stämpfen auf gegenseitige Verständigung und Zusammenwirken beschränkten Zeugenvernehmung. Werde diefer Weg jeder Geheimagent, der eine Legitimation von Kazari oder dessen angewiesen. Stellvertreter vorweist, verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis Um bei Attionen, die die Interessen der Gewerkschaften und nicht beschritten, so sei bei den Erörterungen kein Ende abzusehen. Um bei Aktionen, die die Interessen der Gewerkschaften und gebracht wird. Anlaß zu dieser Verfügung, gab die Entdeckung der Partei gleichmäßig berühren, ein einheitliches Vorgehen herbei Darum empfehle er dem Reichskanzler, damit schließt Herr Erzdes Polizeimeisters, daß die Urheber aller in der legten Zeit in zuführen, sollen die Zentralleitungen der beiden Organisationen sich berger seine Erklärung, sich diesen Erwägungen nicht zu verschließen Jekaterinoslaw verübten Morde und Raubtaten Agenten der ge- zu verständigen suchen. und sofort beim Zusammentritt des Reichstages einen hierauf beheimen Bolizei gewesen sind. Diese Entdeckung geschah durch einen Die Einladung zu einer solchen Beratung hat diejenige züglichen Gefeßentwurf vorzulegen. Postbeamten, welcher selbst das Opfer der Raubattentate der Zentralleitung ergehen zu lassen, von der die Anregung zu der BeGeheimpolizisten geworden war. ratung ausgeht. Die Regierung wird es dem Polizeimeister Mojzewsky Saum Dank wissen, daß er den braven Kazari samt den anderen Banditen zum Teufel jagte. " Noch immer Folterungen in Riga. Vor dem provisorischen Kriegsgericht in Riga wird der Prozeß Der Kampfesorganisation der sozialdemokratischen Partei verhandelt. Er bildet die Fortsetzung des früheren Prozesses der 36." Die Anflage ist ausschließlich auf den„ Geſtändnissen" aufgebaut, die die Angeklagten im Polizeirevier ablegten. Aber vor Gericht leugneten fie ihre Schuld. Offiziell ist nun folgende Tatsache feſtgeſtellt worden: Der Offizier Kosloff, unter dessen Eskorte einige Angeklagte in das Bolizeirevier gebracht worden waren, wurde als Zeuge vernommen und bekundete, daß die Angeklagten im Polizeirevier sofort in den ſogen.„ Gerichtssaal" geführt wurden. Bald ertönte ein herzzerreißendes Schmerzensgefchrei; Stosloff konnte dies nicht lange ertragen, er drang in den Saal und sah, daß der Pristaw Sobeyti einen dicken Gummiſtock in der Hand hielt, vor ihm aber ein Angeklagter festgehalten wurde, dessen Gesicht blutüberströmt und mit Wunden bedeckt war. Der Pristaw hielt inne, Kosloff aber wurde gezwungen, sich aus dem Folterzimmer zu entfernen. So tamen die„ Geständnisse" zustande! ( Towarisch" und" Nowyi Putj" vom 21. September.) Revolutions- Waffen? Stockholm, 24. September. Wie„ Aftonbladet" meldet, wurde Jei Bornholm der Dampfer" Skandinavien" von zwei russischen Kriegsschiffen angehalten und die Ladung untersucht. Es wurden 3000 Gewehre und eine Menge Munition gefunden. Sowohl der Dampfer wie die Ladung wurden beschlagnahmt. Wie„ Aftonbladet" erfährt, gibt es einen norwegischen Dampfer mit obigem Namen. Kristiania, 24. September. Auf Anfrage bei der Reederei des Dampfers Skandinavien" wird mitgeteilt, daß dieser Dampfer seit dem 5. September in Kronstadt lag und auf Ladung wartete. Die Reederei erhielt von dem Schiffe vor einigen Tagen das letzte Telegramm und erklärt es deshalb für unmöglich, daß der bei Bornholm beschlagnahmte Dampfer der der Reederei gehörige ist. Politifche Uebersicht. Arbeit leisten wird. Berlin, den 25. September. Der Parteitag. " " " gelegt: Bebel. Deutfches Reich. Agrarischer Schwindel. Außerdem wird die folgende Resolution dem Parteitage vorWir haben erst neulich wieder der Deutschen TagesWeil die unter gewerkschaftlicher Firma auftretenden politi- zeitung" bei ihrem Bemühen, die Zentrumspresse bei. der schen Zwitterorganisationen, genannt Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften", sich immer bewußter in den Dienst anarcho- soziali- Fleischwucherstange zu halten, auf die Finger flopfen müssen, ihre sogenannte Beweisführung für die schwindelhafte Bestischer Propaganda gestellt haben, weil ferner diese Organisationen entgegen den Beschlüssen der Hauptung, die Aufhebung der Viehsperren werde keinerlei VerParteitage der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, welche der billigung, sondern indirekt eine noch stärkere Verteuerung des Arbeiterschaft die gewerkschaftliche Organisation in Zentral Fleisches bewirken, auf ihren Unwert hin kennzeichnen müſſen. verbänden empfehlen, die gewerkschaftlichen Zentralverbände fort- In dieser Beweisführung" des Dertel- Blattes marschierte gesetzt in der gehässigsten Weise bekämpfen, auch die Behauptung auf, daß die Länder, die für eine Vie hgesetzt in der gehässigsten Weise bekämpfen, weil ferner diese Organisationen im offenen Gegensatz zu den einfuhr in Betracht kommen könnten, selbst teuere den anarchistischen Generalstreik propagieren und überdies durch eine besondere Alen- Bichpreise hätten. An der Hand der Statistik weist nun berung ihres Organisationsprogramms die anarchistische Agitation der Reichstagsabgeordnete Gothein in der„ Lib. Storr." direkt gefördert haben, nach, daß die Marktpreise der Schweine im Auslande Beratungen zwischen Parteivorstand und Generalfommission über fährt er fort: und weil die Vorstände dieser Freien Vereinigungen" interne wesentlich niedriger notiert werden als bei uns. Sodann das Verhaften bei politischen Massenstreits die schon aus Gründen der Parteiſtrategie geheim bleiben mußten Wenn die Einfuhr von Schweinen aus Dänemark oder Holland in der erlaubt würde, so würde es ein sehr lohnendes Geschäft " Einigkeit" veröffentlicht und dadurch die Partei zum Gegenstand sein, Schweine von dort zu importieren, was gewiß zu einem Druck allgemeiner Angriffe gemacht haben, auf unsere enormen Schweinepreise führen müßte. Beide Länder sind auch in der Lage, ganz beträchtliche Posten erklärt der Mannheimer Parteitag: daß diese anarcho- sozialistischen Vereinigungen keinerlei Gemein- Schweine an Deutschland abzugeben, die sie jetzt meist auf den schaft mit der modernen Arbeiterbewegung haben und daß jede englischen Markt bringen; und sie würden ihre Zucht wesentlich verMitarbeit von Parteigenossen in diesen Vereinen, Versamm- stärken, wenn sie die Sicherheit hätten, ihre Schweine auf dent lungen und Preßorganen unvereinbar mit der Förderung der deutschen Markt loszuwerden. Die andauernde deutsche GrenzPartei ist. Den anarcho- sozialistischen Freien Vereinigungen" perre hat aber zur Einschränkung der Zucht in diesen Ländern ist der redaktionelle Teil der Parteipresse zu verschließen und wie in noch weit höherem Maße in Rußland und Desterreichsind die Redaktionen verpflichtet, der anarcho- sozialistischen Pro- 435 594 Schweine und ist jetzt kaum in der Lage, das geringfügige Ungarn geführt. Lezteres lieferte uns 1894 nicht weniger als paganda und Organisation mit aller Entschiedenheit entgegen Kontingent auszumuzen, das ihm im neuen Handelsvertrag zuA. v. Elm und 27 Genossen. zutreten. gebilligt ist; das ist die Wirkung unserer zwölfjährigen Grenzsperre. Genau ebenso liegt es mit Rußland. Frankreich hat ebenfalls viel niedrigere Preise als Deutschland. Die Pariser Notierungen, wie sie die amtliche deutsche Statistik wiedergibt mit 135,8, Der Abg. Erzberger sieht sich veranlaßt, auf verschiedene 132,4 und 128 M. pro Doppelzentner, scheinen allerdings nur Preßangriffe, die er infolge mündlicher und schriftlicher" Ent- wenig niedriger als die von Köln und Mannheim, aber hüllungen" in letzter Zeit erfahren hat, zu antworten. Er tut dies sie beziehen sich auf" Fleischgewicht", nicht nicht auf„ Schlachtin einer vier Spalten umfassenden und mit Namensunterschrift ver- gewicht", und außerdem sind die Preise im Osten Frankreichs sehenen Erklärung im Stuttgarter Zentrumsorgan, aus der im wesentlich niedriger; es vermöchte ebenfalls wenn auch nur folgenden das Wesentliche wiedergegeben sei. in beschränktem Umfang- Schiveine an Deutschland abgeben, Erzbergers Verteidigung. " Veterinärkontrolle in Galizien, in der Bukowina und in vielen Gebieten der Stephans krone sehr weit zurücksteht hinter der der genannten Staaten, denen es gelungen ist, die Tierseuchen ganz oder nahezu ganz zu unterdrücken. Die Einfuhr von Rindern aus den Vereinigten Staaten ist verboten worden, weil vor dreizehn Jahren in einer Schiffsladung amerikanischer Ochsen zwei am Terasfieber erkrankte Tiere gefunden wurden; nun ist diese Krankheit aber in unserem Klima gar nicht übertragbar; seitdem dürfen aber auch geschlachtete Rinder von dort nicht mehr bei uns eingeführt werden. Diese sachverständige Darlegung wird natürlich die agrarische Presse nicht hindern, nach wie vor die alten Lügen Zunächst beklagt er sich, daß ihn„ National- Zeitung"," Tägliche Immerhin muß zugegeben werden, daß der Mangel an Schweinen Rundschau" usw. gewaltsam zu einem prinzipiellen Gegner in Deutschland durch die Zulassung der Einfuhr aus diesen Ländern ( Privatdepesche des Vorwärts".) der Kolonialpolitik machen, während andererum Deutschland einigermaßen mit dem benötigten Fleisch zu ver wohl gemildert, aber nicht beseitigt werden könnte; Mannheim, 25. September. seits der„ Vorwärts" ihm wiederum vorwerfe, forgen, müßte eben die Einfuhr gekühlten und gefrorenen Die heutige Fortsetzung der Debatte über den Vorstandsbericht daß er kein prinzipieller Gegner der Kolonialpolitik leisches, namentlich auch von Rindfleisch und Hammelfleisch dürfte unsere Gegner bitter enttäuscht haben. Die Aufrollung des fei. Diese Frage, meint Herr Erzberger, stehe heute gar nicht aus den Vereinigten Staaten, Australien und Argentinien ge,, Vorwärts"-Konflikts, von der sich manche Blätter ein besonderes mehr zur Debatte, sie sei vielmehr schon 1884 entschieden worden. stattet werden; England ermöglicht dadurch seinen weniger bes Gaudium versprochen hatten, blieb völlig aus, Zwar kam es zu Rein akademische Erörterungen" über die Zweckmäßigkeit der Er- mittelten Klassen eine ausreichende Fleischnahrung. Ebenso müßte mancher lebhaften Episode, als der Artikel des Vorwärts" gegen werbung oder Veräußerung von Schutzgebieten stelle aber ein die Einfuhr amerikanischen Rindviehes zur sodie bon dänischem und Stampfer erörtert wurde, doch sprach sich die Mehrheit der Redner Mann der praktischen Politik" nicht an. Das überläßt Herr Erz- fortigen Abschlachtung und schwedischem ohne die blödsinnige Tuberkulinprobe gestattet werden. unter Zustimmung der Majorität des Parteitags und auch Pfannkuch berger, wie er sagt, Illusionspolitikern a la Naumann und Bebel" Unendlich oft ist dargelegt worden, daß wir die meisten Schweine namens des Parteivorstands dahin aus, daß Stampfer die scharfe Form Das Zentrum stelle sich auf den Boden der Tatsachen und suche hier aus dem am meisten verseuchten Rußland mit der mangelhaftesten der Abwehr durch seine Zitiermethode selbst provoziert habe. Wolle zu beffern. Die Schwierigkeiten der letzten Reichsfinanzreform Sanitätskontrolle hereinlassen, und daß wir mit Desterreich- Ungarn man Frieden und sachliche Diskussion, so müsse man sich bei partei- hätten gezeigt, wie nötig es sei, die bessernde Hand anzulegen. Nur eine Viehseuchenkonvention abgeschlossen haben, obgleich es viel fritischen Erörterungen zuerst selbst die nötige Reserve auferlegen. diejenige Kolonialpolitik ist eine gesunde und fortdauernde, die mehr Viehseuchenfälle aufweist als die Schweiz, Frankreich, Belgien, Die prinzipielle Haltung des Vorwärts" wurde von der Mehrheit Mutterland und Schutzgebiet im Auge behält; wer nur letteres Holland, Dänemark, Schweden und Norwegen, und obgleich die der Redner als durchaus korrekt und konsequent anerkannt. Die hegen will auf Kosten des ersteren, der wird bald Schiffbruch leiden." Aussprache entbehrte wie gesagt nicht der polemischen Schärfe, Weite Kreise sähen es daher als eine Hauptaufgabe des Parlaments aber die große heißersehnte Sensation brachte sie nicht. Der ganze an, daß es öffentliche Mißstände auch öffentlich rügt, nur daß bisherige Verlauf des Parteitags zeugt dafür, daß er fruchtbringende man diese berechtigte Kritik nicht der Sozialdemokratie überläßt, damit die Schar der Mitläufer derselben mit einer gewissen BeZur Debatte über den Vorstandsbericht wurde von verschiedenen rechtigung sagen könnte: man braucht eben doch SozialDelegierten Süddeutschlands der Rüge des Parteivorstandes wegen demokraten, um die Fäulnis zu beseitigen". mangelnder Unterstützung der Zentralkasse damit begegnet ,, daß Damit hat Herr Erzberger allzu offenherzig eingestanden, was Mittel für agitatorische Aufgaben in dem betreffenden Landes- das Zentrum veranlaßt, einerseits sich als Stüße des ganzen teile selbst gebraucht würden; auch sei bei Normierung der Bei- kolonialpolitischen Systems aufzuspielen, das ohne die Mitwirkung tragshöhe auf sozial rüdständige Bezirke Rücksicht zu nehmen. des Zentrums ja zusammenfallen müßte, andererseits aber doch Gerisch verteidigte in humorvoller Schlußrede wirksam die Finanz- Herrn Erzberger die Ausführung seiner radikalen Kritik und rollen- zu verbreiten. Dazu ist sie ja da. politik des Parteivorstandes. An das von Schöpflin in knapper Form widrigen Seitensprünge zu gestatten: Wahlsped für die Die Bezirtstagsnachwahlen im Reichslande haben uns wirklicherstattete Referat über die Tätigkeit der Fraktion fnüpfte sich eine fozialdemokratischen Mitläufer, die man gern wie wir gestern andeuteten- noch einen dritten Sieg gebracht. rege Debatte, in der namentlich die Nichtanwesenheit eines Teiles einfangen möchte das ist des Pudels Kern. der Fraktion bei der Abstimmung über die Borussia"- Affäre Im weiteren verteidigt sich Herr Graberger gegen den Vor- Im Kanton Geis polsheim nämlich wurde Genosse Hoff. mann, Gemeinderat, mit 1630 Stimmen gewählt. Von seinen sowie die Teilnahme an der parlamentarischen Weinprobe ge- turf, daß er als Abgeordneter zur Abstellung der Mißstände nicht beiden Gegnern erhielten: Keck( 3.) 920 und Mars( lib.) 1019 tadelt wurde. Bebel ergänzte in großen Zügen den Bericht den Weg vorgezogen habe, der Regierung sein Material zum Zweck Stimmen! Während unsere Partei also in den Nachwahlen drei Schöpflins und legte namentlich die Motive der Fraktionspolitik in einer objektiven Untersuchung zu übergeben. Niemals aber habe Mandate eroberte, mußten sich die Liberalen und die Parteilofen die Regierung einen derartigen Wunsch geäußert, vielmehr habe sie mit je einem Sige begnügen. Wir haben in den Nachwahlen der Frage der Steuer- und Sozialpolitik dar. Nachdem Singer die Aufgaben des internationalen Kongresses gleich das schwerste Geschütz gegen ihn aufgefahren." Ja, man ging allen drei Gegenparteien ein Mandat abgewonnen: Geispolsheim gewürdigt hatte, wurde ohne Debatte die vom Parteivorstand noch weiter: als schon im Reichstage feststand, daß in der Angelegen dem Zentrum, Schiltigheim den Liberalen und Gebweiler dem vorgeschlagene Resolution angenommen, die empfiehlt, die Beschichung heit der Kameruner" Provisionsbahn" nicht alles stimmte, da sind„ parteilosen" Schlumberger! Die Sozialdemokratie hat nunmehr des Kongresses durch Partei und Gewerkschaften paritätisch zu zwei Kolonialgeheimräte in ganz auffallender Weise im Dezember im Elsaß sechs Bezirkstagssige inne und wird fortan in mehr als regeln. Den Schluß der heutigen Sigung füllte eine Diskussion 1905 ausgezeichnet worden." Das könne kein Vertrauen erwecken. einer Frage ein gewichtiges Wörtlein mitzureden wissen. über die Tagesordnung des nächsten Parteitages. Der weinfrohe 3um ueberfluß hätten er und noch andere Zentrumsabgeordnete Ueber Verletzung des Briefgeheimnisses hat bei der in Hannover Pfalzgraf bei Rheine" Ehrhart überraschte durch eine warme aus früheren Verhandlungen mit der Kolonialabteilung erfahren, Empfehlung des Antrages, die Alkoholfrage auf die Tagesordnung daß einem unter vier Augen alies Erforderliche bon den Welfen am Geburtstage des Herzogs von Cumberland veranstalteten Feier der Reichstagsabgeordnete Freiherr v. Hodenberg 1907 zu setzen. Der Parteitag überwies den Antrag dem Partei- zugesagt worden ist..., daß aber nachher diese geklagt. Er sagte in seiner Rebe unter anderem: 3usagen nicht gehalten wurden. Weiter wäre es " Ja, wir leben in einer wichtigen, bedeutungsvollen Zeit, in Die gute und rasche Art, in der der Parteitag bisher arbeitete, durchaus nicht vertrauenerweckend gewesen, daß ein sehr er einer Beit, die sogar die lebhafte Neugierde der deutschen Reichspost hat es so ermöglicht, den„ Massenstreit" den morgigen Tag heblicher Teil des Belastungsmaterials schon erregt hat! Haben wir doch allen Grund, anzunehmen, daß die feit teilweise mehr als zwei Jahren der Re- deutsche Reichspost sehr neugierig in manche Briefe hineinüber gründlich zu diskutieren. gierung vorlag, daß aber keine Anstalten zur gudt, die von Hannover nach Braunschweig gehen!" Untersuchung der Fehlgriffe getroffen wurden. Allerdings" so meinte der Redner weiter fönnen wir uns Und trotz alledem sei schließlich doch noch der Versuch gemacht ja mur darüber freuen, wenn derartige Briefe maßgebender welfischer worden, die ganzen Angelegenheiten in einer befriedigenden Weise Persönlichkeiten beschlagnahmt werden, da dieselben ja weiter nichts ohne viel Aufhebens zu regeln. In einer Angelegenheit, die fehr Deutschen sind und nicht nur einseitig das Wohl des angestammten beweisen können, als daß die soviel geschmähten Welfen" die besten Der Parteitag bestätigt die Beschlüsse des Jenaer Parteitages viel Staub aufwirbelte, habe Erzberger den Chef der Reichskanzlei Herrscherhauses, sondern des gesamten deutschen Vaterlandes im den politischen Massenstreit betreffend. Der Parteitag empfiehlt nochmals besonders nachdrücklich die aufgesucht, um einen befriedigenden Abschluß zustande zu bringen. Huge haben." Beschlüsse zur Nachachtung, die die Stärkung und Ausbreitung der Zu Beginn der Amtstätigkeit des Prinzen Hohenlohe seien ähnliche Die Reichspostverwaltung wird nicht umhin können, sich zu Parteiorganisation, die Verbreitung der Parteipresse und den Bei- Versuche auch von anderen Abgeordneten gemacht worden. Aber dieser außerordentlich schweren Anklage zu äußern. tritt der Parteigenossen zu den Gewerkschaften und der Gewerk alles vergebens; da tam nur die Antwort: Meine Buttkamers Nachfolger. Einzelne bürgerliche Blätter haben, schaftsmitglieder zur Parteiorganisation fordern. Geheimräte versichern, daß alle Anklagen un- als Bankdirektor Dernburg die Leitung des Kolonialamtes überSobald der Parteivorstand die Notwendigkeit eines politischen berechtigt seien." nahm, die Hoffnung ausgesprochen, er werde die Berufung des GeMassenstreits für gegeben erachtet, hat derselbe sich mit der General-„ Es waren dies selbstverständlich jene Geheimräte, die durch heimrats Dr. Seiß zum Gouverneur rückgängig machen. Diese kommission der Gewerkschaften in Verbindung zu sehen und alle eine andere Aussage sich selbst schwer belastet hätten." Alle diese Erwartungen scheinen gründlich enttäuscht werden zu sollen; denn, Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind, um die Aktion er- Momente zeigen, wie Erzberger sagt, daß die Regierung die Er- wie die Frankf. 3tg." zu melden weiß, wird Herr Geheimrat Seiz folgreich durchzuführen. örterung all der nicht erfreulichen Dinge in der Oeffentlichkeit den Gouverneurposten schon im November übernehmen, nachdem Die Gewerkschaften sind unumgänglich notwendige Organi- förmlich herausforderte, so daß ihn also fein Vorwurf für die von er im Stolonialamt abkömmlich geworden sein wird, was zurzeit fationen für die Hebung der Klassenlage der Arbeiter innerhalb der ihm ausgegangenen Veröffentlichungen treffe infolge des Personalwechsels noch nicht der Fall sein soll. " vorstande zur Berücksichtigung. * Die Resolution Bebel zum Thema" Massenstreit" Yautet: I. II. 71 " Reichspost 27 werden. Die Fleischnot. Auslana. Norwegen. Die Storthingswahlen. Kristiania, 20. September 1906. Die populäre Regierung des Diftators Michelsen hat mit der Der Geschäftsbericht des Vorstandes und der Kontrollkommission in Verbindung mit den dazu vorliegenden Anträgen fortgesetzt. Ulrich Offenbach: Schikane. Von der geistreichen" Maßnahme der deutschen Reichspostverwaltung, die uns das Telegraphieren und Telephonieren bon und nach Mannheim zu erschweren gedachte, haben wir berichtet. Jene Maßregel erhält ein niedliches Relief dadurch, daß jetzt bekannt wird, daß erst ganz kürzlich wieder auf dem Ratholifentage nicht nur alle Hülfsmittel des modernen Postverkehrs voll und ganz" in In dem Bericht des Parteivorstandes ist es besonders bekämpft den Dienst der schwarzen Sache gestellt wurden, sondern die deutsche gesamten Rechten eine furchtbare Niederlage erlitten. Nach der worden, wie die einzelnen Landesorganisationen die Frage der der Konzession herbeiließ, den Beitragszahlung reguliert haben. Das ist vom Standpunkte Ratholitentag" dem offiziellen Poststempel einzuverleiben! nationalen Wiedererrichtung Norwegens stand an der Spize des des Finanzministers aus vollständig erklärlich erklärlich und in ge Der frätige Herr Kraette sieht übrigens, daß wir trog aller Regierungsprogramms die Abschaffung der Parteipolitik und die wissem Sinne auch berechtigt; aber er hat eine Beurteilung Schikane auch ohne seine gütige Protektion ganz gut fertig Durchführung der Spar- und Steuerpolitik. Der erste Punkt bezog unterfließen lassen, die mit den Tatsachen gar zu wenig übereinsich jedoch nur auf die bürgerlichen Parteien, indem nämlich stimmt, die gar zu wenig berücksichtigt, was die einzelnen Landesalle Minister mit ihren Leiborganen zum Sammeln bliesen, um gewappnet zu sein beim Anmarsche der Sozialdemokraten, die im organisationen tun müssen. Nachdem der Jenaer Beschluß fertig war, war für die Bezirksorganisationen die Frage erwachsen, ihrerDie Arbeiter der Stadt Köln, die sich in großer Zahl den demokratischen Norwegen teine Eriſtenzberechtigung hätten. gewerkschaftlichen Verbänden, insbesondere dem Gemeindearbeiter zweite Punkt bezieht sich hingegen auf die Arbeiterbe vöfferung, die feits die Höhe der Beiträge zu bestimmen. Bei uns in Hessen ist ausschlaggebend gewesen die Rücksicht auf die allgemeine wirtverbande wie auch der christlichen“ Organisation der Hülfs- und ausschließlich das Objekt neuer Steuerprojekte fein soll. Die anderen schaftliche Situation der in Frage kommenden ärmeren Landesteile. Transportarbeiter, angeschlossen haben, fordern seit lange eine Programmpunkte der Regierung: Krankenversicherung, Fischergründliche Verbesserung ihrer Arbeitsverhältnisse, besonders der versicherung und hauptsächlich die volksversicherung, die wir eine ganze Anzahl zahlende Parteimitglieder haben, deren VerWir haben Bezirke wie den Odenwald und den Vogelsberg, in denen Löhne. Gegenwärtig befindet sich eine Rathauskommission, in der alte Hauptforderung der radikalen Fortschrittspartei, sollen in Erdie Zentrumsleute den Ton angeben, im Zustande der„ Erwägung gezogen" werden, da vorläufig die Mittel zur Realisation hältnisse es bedingen, daß die Beiträge nicht in derselben Weise erhoben werden wie bisher". Wir mußten also im Rahmen wägungen", und zwar so gründlich", daß zwar so gründlich", daß es selbst den fehlen. des Gegebenen die Beitragszahlung regulieren. Und diese Regulierung geduldigen christlich" organisierten Arbeitern zu lange dauert. Für die sozialdemokratische Partei bedeuten die Wahlen jeden ist so ausgefallen, daß nicht etwa der Parteivorstand um sein In einer Sigung des Arbeiterausschusses der Gas-, Elektri- falls einen Triumph. Im Vorjahre bei der Republikbewegung und Einkommen gebracht werden sollte, sondern derartig, daß wir an Stelle dies Jahr vor den Wahlen versicherten die Regierung und die der in diesem Jahre an Beiträgen abgelieferten 2500 M. in der Tage ein dem genannten„ christlichen" Verbande angehörendes bürgerlichen Parteien, daß die Idee des Sozialismus in Norwegen Lage sind, bei derselben Anzahl Mitglieder auf 4000-4500 m. 31 Ausschußmitglied: Es sei unbedingt nötig, daß die Lohnforderungen an dem gefunden Verstande der alten Wickinger scheitere. Und heute tommen. Ich wollte mit diesen Ausführungen nur die vom Berichtalsbald bewilligt würden; er komme als Familienvater mit seinem nach den Wahlen hat derselbe gesunde Verstand die rote Gefahr erstatter geäußerten Ansichten zurückweisen. Was die allgemeine Lohne nicht aus. Genötigt durch die hohen Fleischpreise, aus dem Boden gestampft. Von den zirka 270 000 abgegebenen Situation anlangt, so kann man mit Recht sagen, daß von einem habe er zum Gebrauch des Pferdefleisches gegriffen; aber Stimmen sind etwa 50 000 ſozialdemokratische. Gewählt find elf Bericht bis zum anderen eine ganz auffällige Besserung unserer auch dazu habe das Geld nicht gelangt, und so habe er mit seiner Parteigenossen. Familie Freibantfleisch genossen. Infolgedessen aber feien seine Familienangehörigen ertranft. zitäts- und Wasserwerke der Stadt Köln erklärte dieser Der Mann mag sich bei seiner eigenen Partei, dem Zentrum, Bedanien, ohne dessen bahnbrechende Tätigkeit auf dem Gebiete des Lebensmittelzollivuchers und der Grenzsperre die heutige Fleischnot nicht vorhanden wäre. Zur Reichstagserfahwahl Bremervörde- Stade. = Die Partei hat sich in allen Verhältnisse eingetreten ist. Allianz mit anderen Parteien verbietet, großartig gewirkt und Re- fönnen, die Parteifunktionäre in den einzelnen Bezirken können die Im allgemeinen hat der vorjährige Parteibeschluß, der jedwede Bezirken in einer Weise entwickelt, daß wir wohl sagen fann. In Norwegen herrscht heute das rote Fieber, überall auf abend erledigen, und es steht zu befürchten, daß die Bewegung sultate gezeitigt, auf die die norwegische Arbeiterpartei stolz sein ihnen zufallenden Arbeiten nicht mehr im Ehrenamt über den FeierBerg und Tal, an der langen Küste und auf dem Hinterlande, in den Städten, an der Nordsee und am Eismeer zeigen fich feuerrote Sas Bedürfnis geltend, Funktionäre zu erhalten, die ihre ganze Zeit zurückgeht. In den fortgeschrittenen Wahlkreisen macht sich Flecke. Die Morgenröte des Sozialismus! Das zukünftige Storthing wird aus 35 Mitgliedern der so- darauf verwenden, die Geschäfte der Partei zu besorgen. Nur durch genannten Sammlungspartei bestehen( Konservative, Moderate und die Anstellung solcher Funktionäre in den einzelnen Landesteilen Am Sonntagabend, den 23. September, hat sich in der von der Liberale). Die gesamte Rechte, die in der vorigen Seffion aus fönnen wir unsere Pflicht der Partei gegenüber erfüllen.( Sehr freisinnigen Volkspartei in Bremervörde einberufenen Wählerver- 47 Konservativen und 11 Moderaten bestand, hat nun 23 Plätze richtig!) Auch ich stand im Anfang der Einrichtung der bezahlten fammlung ein Vorfall ereignet, der einen hübschen Beitrag zur verloren! Die radikale Fortschrittspartei wird aus 67 Abgeordneten Funktionäre sehr steptisch gegenüber. Allein im Laufe dieses Charakteristik der freifinnigen Volkspartei liefert. Nachdem deren bestehen, darunter 48 oppositionell Radikalen und 19 re- daß die Anstellung solcher Funktionäre notwendig ist. Daher bit Jahres habe ich aus der Entwickelung der einzelnen Bezirke gesehen, Kandidat Herr Reinhold Otto ſein Programm entwickelt und die überall im Kreise zum Vortrag gebrachte Kandidatenrede Wort für 7 Bläge und die Sozialdemokraten 11 gierungsfreundlichen. Die radikalen Arbeiterdemokraten haben ich der Meinung, daß wir das Institut der Bezirks- bezw. LandesWort phonographenartig heruntergeleiert hatte, meldete sich der Ge- Storthing erhalten, und zwar eroberten wir acht neue Kreise oder Kreissekretäre ausbilden müssen. Was aber den Antrag gegen 4 im letzten nosse Peine Bremerhaven zum Wort. Doch der Vorsitzende und verloren einen. Im weiteren ist ein Wilder gewählt( Demokrat). so bitte ich denselben abzulehnen, weil durch diese Vermehrung die auf Vermehrung des Parteivorstandes und zwei Sekretäre betrifft, Bigarrenfabrikant Roelicke- Scharmbeck erklärte:„ Wir haben uns zum Prinzip genommen, feinen Redner zuzulassen, der nicht Diese Einteilung ist aber noch nicht ganz sicher. Wähler des 18. Wahlkreises ist. Troydem mir Herr Peine Die Mandatsprüfungskommission ist bereits zusammengetreten. Sie fommen/ die Beschlüsse zu stande, die dann trotzdem nicht besser werden. Das neue Storthing wird am 10. oder 11. Oktober eröffnet. richtig!) Je mehr Leute im Parteivorstande sind, desto langsamer Aktionsfähigkeit des Parteivorstandes nicht gebessert wird.( Sehr persönlich bekannt ist, und ich anerkennen muß, daß er in fachlicher Weise polemisiert, fann ich muß bei der Eröffnung die Reſultate ihrer Prüfungen vorlegen; was die Beilegung der Berichte des Vorstandes usw. in der Provinzpreſſe doch unser Prinzip nicht brechen, so leib es mir diese werden dann in einer der ersten Sizungen erledigt. betrifft, so sollte man diesen Antrag annehmen, schon deshalb, um tut." Als Genosse Peine den Borsigenden in ruhiger Form erAmerika. das in der Masse der Parteigenossen vorhandene Interesse für die suchte, doch die Versammlung entscheiden zu lassen, fand der„ ent- Waffenstillstand? Gerade eine große Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Berichte zu befriedigen und auszudehnen. schieden liberale Mann" nicht den Mut, das Veto der Versammlung New York, am Montag sei auf Kuba Waffenstillstand verkündet Anzahl der Parteigenossen, die am notwendigsten die Berichte einzuholen, sondern bestand auf sein echt freisinniges Prinzip" worden! Jede Kundgebung der Partei Mit den Worten:„ Ich überlasse Ihre Handlungsweise lichen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen und der amerikanischen wird von der gegnerischen Presse sofort bearbeitet, aber went Die Revolutionäre erklärten, daß nunmehr keine ernst- lesen sollte, können sie nicht lesen. dem Urteil der Versammlung!" verließ Genosse Peine die Mission beständen und daß sie den Entwurf eines Friedens- unsere Leute die Berichte nicht lesen, dann sind sie auch nicht programms am Dienstag in Empfang nehmen würden. in der Lage, die Bedeutung der gegnerischen Artikel beurteilen zu können. Was die Frage anlangt, ob es opportun gewesen, die Protokolle über die Gewerkschaftskonferenz zu veröffentlichen, so sage ich kurz und bündig: Nachdem der Alarmschuß durch die Veröffentlichung in der„ Einigkeit" gefallen war, mußte das Protokoll veröffentlicht werden.( Sehr richtig! Beifall.) ,, liberale" Versammlung. " Die Legitimitätsschmerzen der Braunschweiger Bourgeoisie sind am Dienstag in einer Resolution zum Ausdruck gekommen, die der sozialistenreine Landtag einstimmig angenommen hat. Sie fordert den Regentschaftsrat auf, den Reichskanzler zu ersuchen, ge- Parteitag der sozialdemokratischen eignete Schritte zur Beseitigung der Gegensäge zwischen der Krone Preußens und dem Haus Cumberland zu tun. Der Regentschaftsrat hat sich durch den Mund des Staatsministers Otto bereit erklärt, den Auftrag auszuführen. Darauf hat sich der Landtag vertagt. Partei Deutschlands zu Mannheim. ( Telegraphischer Bericht.) Zweiter Verhandlungstag. Dienstag, den 25. September 1906. Vormittagssigung. Baul Hoffmann- Hamburg: Auf dem vorigen Parteitag erhoben die Süddeutschen Widerspruch gegen die Bestimmungen des Organisationsstatuts über die Beitragszahlung. Aber niemand hätte wohl geglaubt, Aus München erfährt das Berl. Tagebl." In Kreisen, die daß nach Inkrafttreten des Statuts so sehr dagegen verüber die Vorgänge in Braunschweig und Gmunden unterrichtet sind, stoßen werden würde. Wenn mant es billigt, daß die berlautet gerüchtweise, daß die maßgebenden Persönlichkeiten in Beiträge so herabgesetzt werden, wie es vielfach geschieht, dann Berlin und anderen Bundesstaaten von Braunschweig dahin vertönnte schließlich eine Organisation den Beitrag auch auf fünf ständigt wurden, daß die jetzige Regentschaftserledigung unbedingt zur endgültigen Lösung der braunschweigischen Erbfolgefrage führen Frage der Einführung eines Minimalbeitrages näher gut werde. Für den Fall einer Unentschiedenheit des Herzogs von treten.( Sehr gut!) Solche juristischen Kniffe, daß man sagt, wir Cumberland und seiner Söhne werde der Landtag zur Wahl eines Es sind im ganzen 313 Delegierte mit 335 Mandaten an- brauchen den Parteivorstand nicht, deshalb brauchen wir auch nichts neuen Herrschers schreiten und diese zunächst auf den zweit- wesend, außerdem 52 Bertreter der Partei im Reichstag, 20 Partei- abzuliefern, sollte man lieber unterlassen. Ich kann die Entrüstung berechtigten Agnaten, den Herzog Karl Borwin von Mecklenburg- funktionäre und 19 Gäste, die ebenfalls mit Mandaten versehen sind, des Genossen Gerisch verstehen, wir haben das Organi Strelitz, den zweiten Sohn des Großherzogs Adolf Friedrich, das macht zusammen 404 Teilnehmer des Parteitages. sationsstatut nicht geschaffen, um es zu umgehen, sondern Die Kommission hatte über drei eingelaufene Proteste zu be- um es durchzuführen.( Sehr wahr!) In dem Fall Töteberg Dieser Herr ist, nebenbei bemerkt, am 10. Oftober 1888 geboren, finden. Der erste Protest richtete sich gegen das Mandat des Ge- fann ich mich der Entscheidung der Stontrollkommission nicht wird also am 10. Oftober 1906 18 Jahre alt. Dann wird er voll- nossen Krohn in Constanz. Es wurde betont, daß die Bezirkskonferenz, anschließen, es handelt sich nicht um die Person des jährig und zum Negieren des Herzogtums Braunschweig fähig. die sich mit dieser Wahl beschäftigt hätte, nicht auf ordnungs- Töteberg, sondern um ein Prinzip. Sollen wir deshalb, Beginn 8 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Zunächst erstattet die Mandatsprüfungskommission ihren Bericht. Pfennige herabseßen. Da wäre es wohl angebracht, der Berichterstatter Sindermann- Dresden: lenken. Ein Landfriedensbruch- und Aufruhrprozeß wird Ende dieser mäßigem Wege zustande gekommen wäre, weil das Statut des Wahl- weil der Metallarbeiterverband die Sache als erledigt be= Woche vor dem Schwurgericht in Magdeburg zur Verhandlung freises nicht in Uebereinstimmung stände mit dem allgemeinen trachtet und weil weil der Fall schon lange zurückliegt, von Wir konnten uns durch Auskunfts- einem Ausschluß Abstand nehmen? kommen. Nicht weniger als 23 Angeklagte, größtenteils Parteiorganisationsstatut. Es handelt sich um eine Kutscher, haben vor den Schranken des Gerichts zu erscheinen. Die erteilung der Leitung der badischen Landesorganisation davon über- ehrlose Handlung, und die wird dadurch nicht besser, daß sie Straftaten, die zur Erhebung der Anklage führten, sollen anläßlich zeugen, daß das Statut Statut des ersten badischen Reichstags längere Zeit zurückliegt. Gewiß, man kann einen Ausgeschlossenen des Magdeburger Kutscherstreits im Frühjahr dieses Jahres begangen wahlkreises sich in voller Uebereinstimmung mit dem allgemeinen wieder aufnehmen, aber doch nur, wenn man sich durch sein späteres sein. Als„ Rädelsführer" sizzen zwei der Angeklagten bereits seit Organisationsstatut befindet. Die anderen Protestpunkte waren mehr Verhalten dessen würdig erwiesen hat. Ein solcher Fall liegt aber April in Untersuchungshaft. Für den Prozeß sind zwei Verhandlungs- persönlicher Natur und konnten gar nicht berücksichtigt werden, weil hier nicht vor.( Die Redezeit ist abgelaufen.) tage vorgesehen. Die Verteidigung des Angeklagten führen die auch ein Schiedsgericht in dieser Angelegenheit eingefegt wird. Da parteigenössischen Rechtsanwälte Wolfgang Heine- Berlin und Otto her ging die Kommission über diese Punkte zur Tagesordnung über Landsberg- Magdeburg. und beschloß die Gültigkeitserklärung der Wahl. = Bom Hamburger Bierkrieg. Hamburg, 25. September. ( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Die Wirte haben in ihrem Kampfe gegen die Brauereien durch Uneinigkeit in den eigenen Reihen verloren. Ihr Aktionskomitee soll indes die Frage der Gründung einer Genossenschaftsbrauerei erwägen. Die Wirte zahlen den verlangten Preis von 18 Mark pro Hektoliter. Die Leipziger Gastwirte gegen die Brauereien. Grimpe- Düsseldorf: Ich muß Sie bitten, meine Beschwerde an die KontrollIn dem zweiten Protest gegen die Wahl des Genossen Hamm- fommission zurück oder der Neunerkommission zu überweisen. Ich Saarbrücken wurde behauptet, daß an der Kreiskonferenz, die von habe nicht die Parteikasse in Anspruch nehmen wollen, sondern nur drei Wahlkreisen beschickt war, auch Vertreter von anderen die Unterstützung des Parteivorstandes zur Regelung einiger ge= Wahlkreisen teilgenommen haben. Es wurde festgestellt, daß schäftlicher Angelegenheiten nachgesucht. Da Genosse Kaden von diese anderen Vertreter aus dem Oldenburger Wahlkreise ein Recht einer Entschädigung“ und„ Abfindung" sprach, so muß ich anzur Teilnahme an dieser Konferenz hatten. Die Kommission be- nehmen, daß die Kontrollkommission falsch unterrichtet gewesen ist antragt also, auch diese Wahl für gültig zu erklären. und bitte ich Sie daher, meinem Antrag stattzugeben. Beirotes- Straßburg: " Der 3. Protest richtete sich gegen die Wahl der Genossin Niendorf in Kiel. Eine Frauenversammlung in Gaarden bei Kiel hatte Unser Antrag, der nicht die genügende Unterstützung gefunden beschlossen, daß der Parteitag der Genössin das Mandat aberkennen solle, zunächst, weil die Bezirkskonferenz der Frauen im 7. Schles- hat, ist doch sehr wohl überlegt, und irgend etwas wird sicher in der Genosse Pfannkuch sollte sich Aus Leipzig wird uns geschrieben: Endlich haben sich auch die wig- Holsteiner Reichstagswahlkreis nicht ordnungsgemäßig zustande Richtung desselben geschehen. Leipziger Gastwirte zum Kampfe gegen die Brauereien aufgerafft. gekommen fei. Das Gegenteil wurde festgestellt. Weiter war behauptet nicht allzu absprechend über die kleineren Orte äußern; auch ein er getreten wird. Für die Wie am Montagnachmittag in der von 1000 Leipziger Gast- worden wäre, und daß der Punkt:„ Delegiertenwahl" nicht auf der Tages- 74 000 M., die wir bekommen haben, ist auch eine Gegenleistung worden, daß die Delegiertenkonferenz nicht öffentlich bekannt gemacht Provinziourm frümmt sich, wenn wirten besuchten Versammlung mitgeteilt wurde, steht ein großer ordnung gestanden hätte. Festgestellt wurde, daß die Konferenz be- erfolgt, denn der größte Teil der Summe wurde verwandt für den Teil der Gastwirte vor dem Ruin. Durch den Bierboykott haben reits drei Wochen vor ihrem Stattfinden durch Inserat in der Ankauf des Preßunternehmens. Also die Gelder sind nicht nur für viele von ihnen nur noch einen Tagesumsatz von 6-3 Mark, bei Schlesw.- Holst. Volkszeitung" angekündigt war, und der zweite Ein- die Agitation ausgegeben worden. Ich möchte Sie bitten, uns in dem nicht einmal mehr die Unkosten gedeckt werden können. Man wand wurde deswegen für unbeachtlich erklärt, weil als fünfter und Elsaß- Lothringen etwas fräftiger zu unterstützen, als bisher. Wir kann sagen, daß das nachgerade einen Zustand der Verzweiflung sechster Punkt die Frauenkonferenz in Mannheim und der deutsche Parter- haben bekanntlich unter besonders schwierigen Verhältnissen zu erzeugt hat, bei dem sich eine große Anzahl von Gastwirten jagt: Nun ist's egal, auf welchem Wege wir zu Grunde gehen. Wie furchtbar tag auf der Tagesordnung gestanden hatten. Die Kommission tam arbeiten. Ich erinnere daran, daß man erst vor wenigen. Wochen die Abhängigkeit von der Brauerei auf vielen Birten lastet, dafür umſomehr zur Ablehnung auch dieses Protestes, weil dieselben Frauen, seitens der Eisenbahnverwaltung eine blühende Organisation mit hat einer von ihnen gestern einen Beweis erbracht, indem er fagte: treffende Frauenkonferenz gekommen, aber mit ihren Vorschlägen die den Protest erhoben haben, auch mit Vorschlägen an die be- mehreren tausend Mitgliedern vernichtet hat. " Ich stehe mit einer Ringbraueret im Pachtverhältnis, ich kann ihr das Bier nicht kündigen, sonst drückt sie mir nicht durchgedrungen waren. die Kehle zu!" Troydem also mehrere Gastwirte. alle diese Abhängigen mahnten, bei der Abstimmung genau zu wägen, ob auch durchgeführt werden könne, was beschlossen werde, nahm die Versammlung eine Resolution an, wonach die Gastwirte von Leipzig und Umgegend, wenn die Brauereien von ihrem unerhörten Preis aufschlag von 2 M. pro Hektoliter nicht auf eine Mart herabgehen, vom 1. Oktober ab die Ningbiere ab- und ringfreie Biere neu bestellt würden. Die Mandatsprüfungskommission empfiehlt Ihnen daher, sämtliche Mandate für gültig zu erklären. Hoch- Hanau: Ich möchte den Parteivorstand ersuchen, seine Aufmerksamkeit besonders dem Teil des Vorwärts" zu widmen, der die Parteinachrichten bringt. Gewiß ist dieser Teil in der letzten Zeit verGrüning- Kiel bittet das Mandat der Genossin Niendorf für bessert; aber er genügt noch lange nicht. Wiederholt find „ Vorwärts" nicht er= ungültig zu erflären. Die Konferenz, in der sie gewählt sei, tönne Anregungen in der Parteipresse im nicht als eine Versammlung angesehen werden, wie sie das wähnt. Natürlich müssen die Berichte objektiv und ruhig gehalten Organisationsstatut vorschreibt. Er sei von den Frauen in Gaarden werden. Dazu ist aber nötig, daß auch genug Personen für diese ausgedehnte Arbeit angestellt werden, und daß ihnen die nötigen bei Stiel beauftragt, gegen das Mandat Protest zu erheben. Rindfleisch- Kiel: Ich ersuche, das Mandat für gültig zu Ferien gewährt werden. Wie sehr Nuhe und Selbstbeherrschung erklären. Der Protest dagegen beruht auf rein persönlichen Momenten, bei dieser Arbeit notwendig ist und wie leicht dabei Anstoß erregt Gefallen als Opfer der Kolonialerwerbspolitit. Ein Telegramm die Wahl der Genossin Niendorf ist ordnungsmäßig erfolgt, aber die werden kann, hat uns die Rede des Genossen Thiele gestern beaus Windhut meldet: Am 7. September d. J. auf Pferdewache bei Genossinnen aus Gaarden glaubten, daß ihnen auf Grund ihrer wiesen. Er hat sich darüber beschwert, daß der Vorwärts" in Groendorn südlich der Kleinen Karasberge gefallen: Gefreiter Zahl das Mandat zusteht. Die Konferenz ist regelrecht einberufen einer Bolemik mit dem Genossen Friedrich Stampfer von Wilhelm Bade, geboren am 11. 12. 83 zu Liegniger Vorwerk, und öffentlich abgehalten worden. Infolgedessen ist das Mandat einer„ täppischen Büberei" geschrieben hat. Nun ist das ja noch Gefreiter Eusis Jonauschat, geboren am 14. 9. 80 zu Großpelfen. gültig. gar nicht das schlimmste, was in diesem Artikel gesagt ist. Ich Am 11. September d. J. südlich Warmbaties verwundet: Gefreiter erinnere Sie an die Schlußworte, in denen Stampfer für ein Emil Quetschte, geboren am 29. 4. 79 zu Dresden, Schuß rechten Fälschergenie und einen dunklen Ehrenmann erklärt wird. Es Unterarm. ist überaus bedauerlich, daß es zu derartigen Auseinandersetzungen Hiermit schließt die Debatte. Sämtliche Mandate werden als gültig anerkannt. Hierauf wird die am Montag abgebrochene Debatte über den " zu Menden. die Vereinigte Königs- und Laurahütte. Das letzte Jahr brachte 8245 256,50 M. Betriebsüberschuß, 4 201 158,22 M. werden zu Abfchreibungen usw. verwendet. Aus dem Reingewinn von 4 044 098,28 m. werden 12 Proz. Dividende verteilt. in unserer Presse wieder einmal gekommen ist, aber ich halte es wird.( Lebhafter Widerspruch und Beifall.) Dividenden. Die Düsseldorfer Röhrenindustrie- Gesellschaft will denn doch für sehr ungerecht, wenn man nur diese Ausdrücke des unerhört ist, daß von einer Instanz, die in feiner Weise dazu be- für das letzte Jahr 12 Proz. ausschütten gegen 8 Proz. im VorArtikels anführt und nicht eingeht auf den Umstand, der den rechtigt ist, einem Parteigenossen der Ehrentitel„ Genosse" abge- jahre. Von 6 auf 6 Proz. steigt die Dividende der Stettiner ,, Vorwärts" zu einem solchen Vorgehen veranlaßt hat.( Lebhafte sprochen wird. So lange wir an dieser Bezeichnung festhalten, Elektrizitätswerke. Vereinigte chemische Werke A.-G. in CharZustimmung.) Wie liegt nun die Sache? Stampfer hat einen und ich denke, das wird für immer sein, so lange, meine ich, hat lottenburg brachten für das letzte Jahr 13 Proz., 12 Proz. im VorArtikel veröffentlicht, der nicht etwa eine sachliche Meinungs- erst dann diese Bezeichnung aberkannt zu werden, wenn der Be- jahre. Um 100 Prozent, auf 14 Proz., steigt die Dividende der verschiedenheit zwischen ihm und anderen Parteigenoffen zum treffende von der Partei durch die maßgebenden Instanzen aus- Rosniger Braunkohlenwerke. Die Maschinenfabrik Deutschland in Austrag bringt, sondern sich bemüht, den Nachweis zu erbringen, geschlossen worden ist. Vor kurzem hat der Parteivorstand an uns Dortmund schüttet 12 Proz. aus gegen 8 Prozent im Vorjahre. daß die jetzige Redaktion des Vorwärts" nicht recht wisse, was die Aufforderung gerichtet, in Vorbereitung zu treten für die Reichs- Die Aktionäre der„ Concordia", chemische Fabriken A. G. in Leopoldssie schreibe, oder, wenn sie es wisse, dann bald so, bald so schreiben tagswahlen. Wir Bayern folgen allen Anregungen, die von seiten hall, die im Vorjahre mit nur 8 Prozent abgespeist wurden, erhalten könne, wie es ihr in den Kram passe. Das sucht Genosse des Parteivorstandes kommen, sofort, und wir haben diese Vor- für das legte Jahr 16 Proz. 18 Proz. sollen wiederum Von 2 auf Stampfer dadurch zu beweisen, daß er einige Stellen des Vor- bereitung auf die kommenden Wahlen vor allen Dingen darin auf- Aktionäre der Lindener Aftien- Brauerei erhalten. wärts" einander gegenüberstellt. So sollte man nicht vorgehen, gefaßt, daß wir mit allen Mitteln dahin wirken, daß dieser höchst 6 Proz. stieg die Dividende für die Aktieninhaber der Eiseninduſtrie wenn man nicht die Absicht hat, zu stänkern.( Lebhafte Zu- überflüssige und der Partei schädliche und unglaubliche Ton in der stimmung.) Es ist überhaupt sehr mißlich mit einem derartigen Polemik unserer Parteipresse unterbleibt. Ich kann nur das eine Artikel, deshalb, weil die allermeisten Leser gar nicht in der Lage sagen und weiß mich eins mit der ganzen überwältigenden Mehrheit find, zu kontrollieren, ob die Zitate auch richtig sind. Sie müssen sich der bayerischen Parteigenossen, daß geradezu eine Sehnsucht besteht, darauf verlassen, daß der Parteigenosse, der das geschrieben hat, so daß endlich einmal sachliche Debatten geführt werden, wie es im ehrlich ist, auch die Wahrheit zu schreiben. Nun hat aber der Interesse der Parteigenossen notwendig ist.( Widerspruch und " Vorwärts" in dem Artikel, über dessen Ueberschrift Genosse Thiele Beifall.) Gefälschte Anteilscheine. Ein in Handelskreisen Aufsehen erQueffel- Stettin: sich so sehr entrüstet hat, klipp und klar und für mich in durchaus regender Prozeß wurde vor der ersten Straffammer des durchschlagender Weise zweierlei nachgewiesen. Einmal, daß die Die Parteibeschlüsse müssen unter allen Umständen respektiert hiesigen Landgerichts verhandelt. Aus der Haft vorgeführt wurde Zitate dem Sinne nach gefälscht sind, daß sie so abgebrochen sind, werden. Wiederholt haben Parteitage erklärt, daß solche Aus- der Bankier Rudolf Brandstätter von hier, Inhaber der daß aus ihnen ganz etwas anders herausgelesen werden mußte, drücke, wie sie der Artikel des" Vorwärts" gegen Stampfer weltbekannten Firma„ Brandstätter u. Co.". Die Anklageschrift wirft als was wirklich aus den Artikeln im vollen Zusammenhange bei enthält, in der Bolemit gegen Genossen nicht fallen ihm vor, als Borstandsvorsitzender der Kalibohrgesellschaft Hattorf" ehrlicher Lektüre herauszulesen ist.( Sehr richtig!) Aber es geht dürfen. Nun werden Sie vielleicht sagen, daß die Redaktion sich der Urkundenfälschung, des Betruges und der Untreue dadurch noch weiter. Der„ Vorwärts" hat sogar eine böswillige, absicht- schußlos den Fälschungen gegenüberstand. Aber das trifft nicht zu. schuldig gemacht zu haben, daß er bei Umwandlung der Bohrgeſellliche Fälschung auch des Wortlautes nachgewiesen. Böswillig des- Mit jemand, der absichtlich meine Ausführungen fälscht, diskutiere schaft in eine Gewerkschaft im Jahre 1904 über 1000 Anteilscheine halb, weil es kein Versehen sein kann.( Stampfer: Oh! oh oh!) ich nicht, sondern ich unterbreite die Fälschung einem Schiedsgericht. in Umlauf gefeßt hat. Es mußten zu gleicher Zeit auf je einen Es dreht sich um folgende Stelle:" In diesem Augenblick heißt es Jch überhäufe aber nicht meinen Gegner mit ungehörigen Ausdrücken. Anteil 200 M. Zubuße geleistet werden. In der damaligen Generalfür das klassenbewußte Proletariat im Zarenreiche wie für das Soviel darüber. Es ist beantragt, die Zahl der Beamten des Partei- verjanımlung der Gewerkschaft kam es zu scharfen Auftritten. Die tämpfende Proletariat überall: Das Pulver trocken, das Schwert vorstandes zu vermehren. Ehe wir diese Frage entscheiden, müssen wir untersuchung der Geschäftsbücher ergab, daß Brandstätter von 1903 geschliffen." So wie sie Stampfer verwertet hat, sollte die Stelle wissen, ob die jetzigen Beamten bei treuer Pflichterfüllung ihre Aufgaben bis 1905 421 Kuren und Anteilscheine in Verkehr brachte, die ihm besagen, der„ Vorwärts" habe geschrieben, jetzt müsse eine ganz nicht mehr zu erfüllen imstande sind. Auf dem Bureau trifft man einen Erlös von 77 000 M. einbrachten. Die Gewerkschaft erwirkte besondere Taktik eingeschlagen werden und auf den sofortigen oft statt der fünf nur zwei Sekretäre. Woher kommt das? Auch daraufhin in: März d. J. einen Haftbefehl gegen den Angeklagten. Massenstreit hingearbeitet werden. Das ist ja das ganze, was er die Korrespondenz mit den Parteigenossen wird nicht so er- Der Angeklagte gibt bei seiner Vernehmung an, daß er seit beweisen will. Wenn Sie aber die Stelle so lesen, wie sie im ledigt, wie es sein sollte, ebenso verschaffen sich die fünf Beamten 1898 die Geschäfte der Gewerkschaft Hattorf führe. Er will bei " Vorwärts" steht, sehen Sie, daß der ganze Artikel das mit keinem nicht die nötigen Informationen. Der Parteivorstand be- Uebernahme der Geschäfte eine derartige Unordnung in der Geschäftseinzigen Tone gesagt hat. Auch aus diesem Zitat hätte man es willigt den zurückgebliebenen Provinzen Agitationsgelder, aber führung vorgefunden haben, daß er sich nicht zurechtfinden konnte. nicht herauslesen fönnen, wenn das Zitat vollständig gebracht worden wie die Gelder verwendet werden, darum fümmert er Er konnte nicht einmal aus den Büchern ersehen, wer überhaupt an wäre. Vollständig heißt es: In diesem Augenblick heißt es für das sich nicht; auf dem Stettiner Provinzialparteitag erschien trop des Gewerkschaft beteiligt war. Auf Vorhalt des Vorsitzenden be= flaffenbewußte Proletariat im Zarenreiche wie für das kämpfende unserer wiederholten Bitten fein Vertreter des Parteivorstandes. Diese merkt er, daß er die 421 gefälschten Anteilscheine deshalb verausgabt Proletariat stets und überall uſw." Es wird also gesagt, was Mißstände kommen daher, daß unsere Sekretäre im Hauptberuf Parlamen habe, um Irrtümer zu vermeiden und ins Klare zu kommen. Er wir immer tun, haben auch unsere russischen Parteigenossen tarier und nur im Rebenberuf Parteisekretäre sind; das Parlament habe diese Doppelscheine nicht in seinem Interesse verwandt. Die zu fun. Wenn Stampfer den ganzen Wortlaut zitiert nimmt ihre Arbeitskraft zu sehr in Anspruch. Die Beamten, die wir Buchung der Anteilscheine ließ er von seinen Angestellten vornehmen. hätte, hätte jeder Leser sich sagen müssen, δα steht neu anstellen, dürfen nicht Parlamentarier sein, sondern müssen Sachverständiger Sekretär Ernst hat 438 falsche Scheine fest= etwas ganz anderes drin. Er fonnte den Sab ihre Arbeitskraft voll ihrem Amt als Parteisekretär widmen. Wir gestellt. Nach seinen genauen Prüfungen sei der wissentliche Betrug nur verwerten, wenn er ihn so fürzte. Deshalb muß jeder sagen: tönnen doch nicht besoldete Parlamentarier anstellen. Mit der An- erwiesen. Auch die verlangten Zubußen seien nicht alle eindas ist eine beabsichtigte böswillige Fälschung des Wortlautes. stellung von Schreibkräften, wie sie von anderer Seite empfohlen ist, gegangen und die dahingehenden Klagen abgewiesen. Die ( Lebhafte Zustimmung.) Wenn so etwas geschieht, und das weitere, ist es nicht getan. früheren Angestellten des Angeklagten fagen nichts Belastendes was der Vorwärts" anführt, entspricht nur der Probe, die ich aus, allerseits werden ihm ihm gute Leumundszeugnisse auszitiert habe, so müssen wir uns doch fragen: Wogegen haben wir gestellt. Der Staatsanwalt hält den Angeklagten im Sinne der uns in erster Linie zu wenden? Ich will nicht untersuchen, ob der Anflage für überführt und beantragt eine Zuchthausstrafe von Vorwärts" andere Ausdrücke hätte wählen fönnen. Ich bin aber Wir dürfen den Mitgliedern des Parteivorstandes nicht das zwei Jahren. Verteidiger Rechtsanwalt Eck hard tritt für der Ansicht, das schärfste Wort war noch gar nicht scharf genug, um Recht beschneiden, Mandate für den Reichstag anzunehmen. Ich Freisprechung ein. Im Höchstfalle fönne einfache Urkundenfälschung solche Unehrlichkeit und Gewiffenlosigkeit zu geißeln.( Lebhafte Zu- bin für die Bestellung weiterer Sekretäre, die Befürchtungen wegen der Doppelscheine in Betracht kommen. Nach längerer stimmung und Widerspruch.) Dazu kommt, daß wir in der letten von Ulrich, daß darunter die Aktionsfähigkeit leidet, teile ich nicht. Beratung verkündet der Gerichtshof folgendes Urteil: Der AnZeit wohl zu unserer aller Freude die Beobachtung gemacht haben, Die Veröffentlichung des Gewerkschaftsprotokolls war unter allen geflagte fei überführt, die 438 Scheine in seinem Interesse in daß der Wille der großen Masse der Parteigenossen endlich mehr zur Umständen notwendig, der Parteivorstand war dazu verpflichtet. Verkehr gebracht zu haben mit dem Zweck, sich Geld zu beschaffen. Geltung tommt, daß nämlich die persönlichen Gehässigkeiten aus Die Genossen hatten ein Recht, zu erfahren, was die Unter Berücksichtigung der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten den Preßerörterungen fortbleiben. Das ist durch das Eingreifen Gewerkschaftsvorstände besprochen. Die Zentralvorstände waren ja erkennt das Gericht auf ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte erder Preßkommissionen erreicht. Es ist nun bezeichnend, daß dieser gegen die Veröffentlichung; aber ich bin überzeugt, hätte klärte sich bei dem Urteil beruhigen zu wollen. Artifel in einem Blatt erschienen ist, das nicht der Kontrolle der man die Gewerkschaftsmitglieder gefragt, sie hätten sich einParteigenossen unterſtellt ist. In einem anderen Blatte, meine ich, stimmig für die Veröffentlichung erklärt.( Sehr richtig!) Ein Rekordjahr der Kohlenproduktion. Nach einer jüngst verhätte er auch gar nicht erscheinen können.( Sehr richtig!) Er ist hierin geht die Meinung der Mitglieder der Gewerkschaften aus- öffentlichten amtlichen Statistik in Washington, betrug erschienen im Blatte des Genossen Dr. Heinrich Braun. Dieser einander von der der Generalkommission. Der Anregung, daß der Jahre 1905 die gesamte Koblenproduktion in den Vereinigten Staaten hat den Artikel uns gestern verteilen lassen, zugleich aber auch die Parteivorstand die Funktionäre vor der ersten Wahldemonstration 392 919 341 Tonnen, deren Wert an den Gruben 1910 000 000 7. neueste Nummer. Man konnte vielleicht annehmen, er habe ungeprüft jenen Artikel übernommen, und würde nun, da klipp und zu einer gemeinsamen Versammlung einberufe, ist leider nicht berechnet wird. Verglichen mit dem Jahre 1904 ist die Produktion stattgegeben worden. Ich möchte wünschen, daß in Zukunft bei der Meng nach um 11,7 Proz., 7,3 Proz. dem Werte nach gestiegen. flar die Beweise der böswilligen Fälschung in dem Artikel vorliegen, ähnlichen Angelegenheiten man dazu übergehen möchte, um den ein- In den Kohlengruben arbeiteten 626 174 Männer und Knaben, gegen in der neuesten Nummer seine Pflicht und Schuldigkeit tun, diese heitlichen Schritt der Bewegung im ganzen Reiche herbeizuführen. 593 693 im vorhergehenden Jahre. Fälschungen zu berichtigen und um Entschuldigung bitten, daß er Darum bedauere ich es, daß Sie den Antrag Frankfurt Amerikanisches Kapital in Kuba. Die Geschäftsleute auf Kuba fich eine solche Störung der Parteiinteressen geleistet hat. Er nicht genügend unterstützt haben. Was die Frage betrifft, die follen eifrig bemüht sein, Onkel Sam zu einer energischen" Interschreibt aber, daß der Vorwärts" den Feststellungen Stampfers Genosse Thiele angeschnitten hat, so unterschreibe ich Wort für Wort, vention zu bewegen, denn die kaum eingetretene Beruhigung könne nichts als leere Ausreden und törichte Schimpfworte entgegengestellt was Genosse Hoch gefagt hat. Es gibt Erscheinungen in der Arbeiter mit Leichtigkeit wieder großen Unruhen das Feld räumen, wenn die habe. Das ist eine schamlose Täuschung der Parteigenossen.( Beb- bewegung, wo es nicht anders geht, als nach dem Sprichwort zu Amerikaner nicht für Ordnung sorgen". Diese halten aber hafte Zustimmung.) Ich erwarte, daß der Parteivorstand diese handeln: Auf einen groben Kloz gehört ein grober Keil.( Sehr richtig!) ihre Zeit noch nicht für gekommen, sie wollen auf den Philippinen Sache gründlich untersucht und uns Auskunft gibt. Sollte alles so wenn ich auch bedauere, daß solche scharfe Ausführungen gemacht dem alten Mißtrauen nicht neue Nahrung geben. Kuba muß ihnen liegen, wie es bis jetzt den Anschein hat, daß Stampfer und Heinrich werden, so gibt es doch Momente, die diese Art von Berkehr not- doch als reife Frucht in den Schoß fallen. Wie amerikanische Braun wider besseres Wissen mit Fälschungen sich bemüht haben, wendig machen, und deshalb muß man dem zustimmen, was der Kapitalisten heute schon Kuba in Besitz nehmen, erkennt man an dein persönliche Stänkereien hineinzubringen in die Mannheimer Ver-" Vorwärts" geschrieben hat. Ich bin der Meinung, daß es den Gegnern wachsenden Umfang der Geschäfte, die mit amerikanischem Kapital handlungen, dann haben sie eine ehrlose Handlung begangen, und gerade gepaßt hätte, wenn der Vorwärts" nicht geantwortet hätte. auf der Insel gemacht werden. Der Vizepräsident der Nationalbank dann gehören sie nicht mehr in die Partei.( Lebhafte Zustimmung.)( Sehr richtig!) Der Stampfer- Artikel war auf den Parteitag zu für Stuba machte vor einiger Zeit Angaben, nach welchen dort geschnitten, und wir mußten sagen, was gesagt werden mußte. Che 109 000 000 Dollar von Amerikanern angelegt find, davon Sie dem„ Vorwärts" diesen Ton vorwerfen, müssen Sie 27 000 000 Dollar in Straßenbahnen und sonstigen Bahnen, sich an die Seite wenden, die stets gegen den Vorwärts" 54000 000 in Zucker- und Tabatpflanzungen, 11 000 000 Dollar in ausfällt.( Sehr richtig!) Wenn dies geschieht, dann wird die Zu- Grundeigentum, der Rest in Obstzucht, Bergbau und Fabriken. funft lehren, daß solch scharfe Ausführungen nicht mehr notwendig sind; es ist notwendig, daß nicht die Vorwärts"-Redaktion die Grenzen zieht, sondern die andere Seite.( Lebhafter Beifall.) Berten- Düsseldorf: Dr. Alberty- Ingolstadt: " Hug- Bant verzichtet aufs Wort. Dittmann- Frankfurt a. M.: " int Letzte Nachrichten und Depefchen. Ich habe zunächst an den Parteitag die Beschwerde zu richten, daß die im Auftrage des Parteivorstandes erschienene Bernsteinſche Broschüre über die Reichsfinanzreform zu spät erschienen ist. Da durch setzte die Agitation über diese wichtige Frage viel zu spät ein. Für die agitatorisch tätigen Genossen, denen es nicht möglich ist, Einsicht in die Protokolle der Kommissionen zu erhalten, ist es fast eine Unmöglichkeit, in die schwierige Materie der Reichsfinanzreform sich vollständig einzuarbeiten. Ich möchte noch weiter darauf Mit der Zustellung der Parteiforrespondenz" wird sehr sparUnternehmerrache. hinweisen, daß von nationalliberaler Seite, vom Redakteur der sam umgegangen.( Sehr richtig.) Wenn den Gewerkschaftsbeamten Narwa, 25. September.( W. T. B.) In sämtlichen Kren" Köln. 3tg.", Brunnhuber, schon vorher vor dem Erscheinen der die Parteiforrespondenz" zugestellt werden soll, so müßte sie besser Ich meine ferner auch, daß wir in holmer Tuchfabriken ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Bernsteinschen Broschüre ein Buch über die Finanzreform er- ausgestaltet werden. Zukunft dazu übergehen müssen, mehr Mittel für schienen ist. die Die Verwaltung der Fabriken hat die Wiederaufnahme von bereit zu haben. Wenn die Dann möchte ich mir erlauben, eine Anregung an die Redaktion Agitation Anregung des 260 Arbeitern abgelehnt. der„ Neuen Zeit" zu geben. Durch das bedauerliche Eingehen der 10 Pfennig- Beitrages gerade aus dem Westen kommt, so tommt daher, weil wir gerade im Westen mit einem sehr Bernsteinschen" Dokumente des Sozialismus" ist zweifellos eine es tun haben, mit dem Lücke entstanden, die besonders von den an der Parteigeschichte beachtenswerten mächtigen Gegner zu Odessa, 25. September.( W. T. B.) Jm Bezirk Kriuliarg in ( Sehr richtig!) Eben der Nähe von Kischinem haben die Bauern sämtlicher Dörfer auf interessierten Genossen unangenehm empfunden wird. Ich möchte auch die Behörden sympathisieren. also anregen, daß die„ Neue Zeit" mit einer gewissen Regelmäßig- weil wir mit solchen Schwierigkeiten zu fämpfen haben, haben die Weigerung der Gutsbesizer hin, ihnen Land zu verpachten, feit wichtige Zeitdokumente publiziert. wir diese Anregung gegeben, desgleichen haben wir den Antrag durch Anzünden von Strohschobern einen gewaltigen Brand verauf Verstärkung des Parteivorstandes zu unterſtüßen. Wir sind ursacht, der sich infolge gewaltsamer Verhinderung von Löschnicht. der Meinung, daß dadurch der Parteivorstand schwerfälliger versuchen seitens der Bauern über den ganzen Distrikt verbreitet wird. Mit der Einführung von Bureaupersonal für den Partei- hat. Die Bauern haben die Gutsbesitzer verjagt und sich bevorstand kann ich mich aber nicht befreunden. waffnet, um den anrückenden Truppen Widerstand zu leisten. Die sozialdemokratische Partei- Correspondenz ist an sich zu begrüßen, aber ich möchte wünschen, daß sie allen agitatorisch tätigen Genossen in größerer Masse zur Verfügung gestellt wird, und daß sie mehr die bayerischen Verhältnisse berücksichtigt. Räuber und Mörder. ( Fortsehung in der 1. Beilage.) Aus Industrie und Handel. Exquisite Löhne. Selbsthülfe. Die Hungersnot. Petersburg, 25. September.( B. H.) Aus den Gouvernements Samara und Oral kommen immer schlimmere Meldungen über die dort ausgebrochene Hungersnot. Der Bischof von Orel Serifan fordert deshalb in den Blättern zu Sammlungen für die Notleidenden auf. Salvenfeuer. Noch einige Worte zu den Angriffen Gerisch's auf die bayerischen Genossen. Wir Südbayern stehen auf dem Standpunkt Ehrhardt's. Unsere Bedenken gegen das zentralistische Organisationsstatut bestehen nach wie vor. Wir haben uns gefügt, aber nun soll man uns Zeit lassen. Gerisch möge erst das erste Jahr des neuen Statuts abwarten, ehe er uns so heftige Vorwürfe macht. Die norddeutschen Genossen können die bayerischen Verhältnisse nicht Anständig bezahlt werden die Angestellten der Internationalen beurteilen. Juteressant war der Gegensatz von Gerisch und Simon. Gerisch meinte, es sollten 30 Pf., Simon, daß 20 Pf. zugrunde Bohrgesellschaft. Wir berichteten, daß die Aktionäre für das abgeBaku, 25. September.( W. T. B.) Heute abend wurde aus gelegt werden sollen. Das bayerische Statut hat 15 Bf. zugrunde laufene Geschäftsjahr 500 Prozent Dividende einstreichen. Die Gegelegt. Also wegen einem Unterschied von 5 Bf.- nach Simon- rechtigkeit verlangt, mitzuteilen, daß auch die Angestellten sehr zu mehreren' Wirtshäusern auf Polizeibeamte geschoffen; Polizeifriedenstellend entlohnt werden. So erhalten außer ihrem Gehalt, patrouillen erwiderten das Feuer und gaben eine halbe Stunde Solche leeren Drohungen, wie sie Genosse Gerisch vorgebracht das nicht klein sein soll, die Direktoren die Kleinigkeit von lang auf die Wirtshäuser, aus denen geschossen worden war, hat, unterblieben besser. Thiele hat ganz recht, ihre Verwirklichung 1 083 402 Mart Gewinnanteile und die fünf Aufsichtsratsmitglieder Salven ab. Eine Person wurde getötet, mehrere wurden verwürde die Zugehörigkeit zum Parteitag von einem Zensuswahlrecht bekommen ein Taschengeld von durchschnittlich 24 000 Mart. Die wundet. Den Personen, die auf die Polizei oefchoffen hatten, geabhängig machen. Das ist gegen unsere Prinzipien. Ich stimme auch Rheinischen Stahlwerke, die in ihrem Geschäftsbericht zum Stein lang es, zu entkommen. Thiele in seiner Beurteilung des jüngsten„ Vorwärts"-Artikels gegen erweichen über die Begehrlichkeit der Arbeiter und über die verGenossen Stampfer völlig bei, in direttem Gegensatz zu Genossen Hoch. Darüber sollten wir überhaupt nicht diskutieren, daß, so lange flirten fremden, aufwiegelnden Elemente jammern, lassen etwas Lodz, 25. Septbr. W. T. B. Von einem betrunkenen Dragoner noch irgend ein Parteigenosse in der Partei ist, Ausdrücke wie lindernden Balsam auf die Wunden der Aktionäre träufeln durch ,, dunkler Ehrenmann" und dergleichen unter gar feinen Umständen Ausschüttung einer Dividende von 12 Prozent. Das ist gegen das sind heute 4 Personen, darunter 3 Kinder, erschossen worden. geduldet werden dürfen.( Buruf: Da sollte die Münchener Boft" Vorjahr eine Lohnsteigerung um 33% Prozent, und die acht Auf3 erst mit gutem Beispiel vorangehen!) In der Münchener Post" ist sichtsräte erhalten als Präfent 75 000 Mart. Die meisten der während des Vorwärts"-Konflikts nur sachlich gefämpft worden " Auch ein Beschützer des Zaren. Rassen- Fanatismus. Atlanta, 25. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.)] und in einer Weise, daß die Ehre eines Parteigenossen niemals Herren Holen sich bei mehreren, einige bei 20-30 Gesellschaften In der Vorstadt Brownsville sind 2 Neger getötet und 257 verhaftet Mit einer worden. Am Morgen wurden noch zwei Neger in den äußeren Stadt. irgend wie angegriffen worden ist. Ich will hier jedes scharfe Wort solche und mit noch mehr Nullen gezierte Bonifikation. gegen die Redaktion des„ Vorwärts" unterlassen, aber ich will nur Dotation von nur 322958 Mart müssen sich die Empfangs- teilen durch die Polizei getötet. Die berittene Garde des Gouver sagen, daß der Parteitag energisch dagegen protestieren müßte, daß berechtigten von Gewinnanteilen bei der Harpener Bergbaugesellschaft in dieser Weise mit der Ehre eines Parteigenossen herumgesprungen begnügen. neurs und die reitende Polizei wollen durchaus den Tod des er mordeten Polizeioffiziers rächen. Die Neger sind in großer Angst. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 224. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. littwoch, 26. September 1906. Parteitag der sozialdemokratischen Telegraphischer Bericht. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Heinrich Brann- Berlin: 1 " 11 österreichischen Verhältnissen handelte. Nachdem die besonderen Ver- Männer von Bernau auffordern sollte, mit Flinte und Säbel gegen Ihältnisse Desterreichs gewürdigt waren, hieß es:„ Das ist eine Staat und Gendarmerie vorzugehen, wird ihr niemand zu Situation, in der ein Massenstreik vollen Erfolg verspricht. Damit trauen.( Große Heiterkeit.) Selbst das Gericht traute ihr das Partei Deutschlands zu Mannheim. foll nicht gefagt sein, daß es ihm gelingen muß, auf den ersten Hieb nicht zu. Es ſagte aber, der Gendarm hat das so aufgefaßt, und das Wahlunrecht zu fällen." Dann hieß es zum Schluß:„ Das da er ungefähr auf demselben Bildungsniveau steht wie die Volks alles sind aber nur die Anfänge des Zeitalters der Revolutionen, das versammlung, so kann auch die Volksversammlung das so aufgefaßt nunmehr begonnen hat". Ja, ist das vielleicht nicht richtig? Existiert haben, und deshalb wurde Genossin Baader berurteilt. Genosse in Rußland keine Revolution? Ist in Desterreich nicht der Wahlrechts- Stampfer hat nun genau die Methode jenes Gendarmen einIch bedauere, daß auf dem Parteitag sich ein Ton geltend lampf geschürt worden? Sind das nicht die Anfänge einer revolutionären geschlagen( Heiterkeit), nur wird ein Parteitag fich nicht auf den Ich bedauere, daß auf dem Parteitag sich ein Ton geltend Bewegung? Oder glauben wir vielleicht, daß in Deutschland die Standpunkt des betreffenden Landgerichts stellen, und unser Literaturs gemacht hat, der in jeder Beziehung als unziemlich betrachtet werden muß.( Vorsitzender Singer: Es muß dent Bureau überlassen Zustände ewig so bleiben werden wie jetzt? Kein Mensch glaubt das. gendarm( Heiterkeit) Stampfer wird deshalb in diesem Falle werden, zu befinden, ob der Ton unziemlich ist!). Ich überlasse es( Sehr richtig!) Es stimmt auch nicht, daß der„ Vorwärts" früher nicht seinen Zweck erreichen. Die Befürchtungen, die der Genosse anders geschrieben hat. Wir haben von jeher auf dem Standpunkt Ulrich bei einer Vermehrung des Parteivorstandes hegt, teile dem Parteitag, zu befinden, ob das der Ton ist, der in der Polemik gestanden, daß wir in Deutschland zu Revolutionen, natürlich im ich nicht. Der beste Beurteiler ist hierüber zweifellos der Parteizwischen Parteigenossen der angemessene war, der Ton, den Genosse marristischen Sinne, nicht im Heugabelsinne, tommen werden, daß vorstand selbst, und wenn er eine Vermehrung um einen och gegen mich und Stampfer angeschlagen hat. Genosse aber gegenwärtig in Deutschland ein Massenstreit, namentlich zur Sekretär und zwei Hülfskräfte für notwendig hält, so könnte oh hat sich auf ein einziges Wörtchen bezogen oder genauer ge- Erreichung des preußischen Wahlrechts, unmöglich sei. Das war von sich auch Genosse Ulrich damit einverstanden erklären. Daß fagt auf drei Wörtchen, die die schamlose Fälschung des Genossen je die Meinung der Redaktion. Aber Stampfer will durch seine diese in den Vorstand gewählten Genossen nicht nebenbei noch ein Stampfer beweisen sollen, drei Wörtchen an einer bestimmten aus dem Zusammenhang gerissenen und den Sinn der Artifet parlamentarisches Mandat erhalten, das liegt ja in ihrer Hand; aber Stelle. die in einem Artifel des„ Vorwärts" feblen. entstellenden Zitate beweisen, daß die Meinung des Vorwärts" sich eine strifte Vorschrift nach der Richtung können wir hier nicht erUnd er hat mir gegenüber behauptet, daß er diese schamlofe Fälschung wiederholt begangen habe, indem ich in geändert habe, daß seine Anschauungen hin und her schwanken; teilen.( Bravo!) dem auf den Artikel Stampfers folgenden Artikel in der nächsten führen. Die Meinung könnte Stampfer ja haben, daß kann ihm Geißler: daß der Vorwärts" unfähig sei, seine Rolle als Zentralorgan zu Nummer der„ Neuen Gesellschaft" erklärt habe, daß die Redaktion niemand verargen. Wäre in sachlicher Weise gegen den„ Vorwärts" noch ein Jahr warten müssen. Genosse Gerisch hätte mit seinen Anklagen gegen die Bayern der„ Neuen Gesellschaft" sich mit dem Inhalt des Artikel Stampfers polemisiert worden, so hätte dieser fachlich geantwortet, wie auch widelung in Bayern in bezug auf die Organisation noch nicht weiter Wir bedauern selbst, daß die Ent einverstanden erkläre. Wie steht es mi damit. Parteigenossen! sonst. Denn das wird man nicht sagen können, daß der Vorwärts" fortgeschritten ist. Im Gegensatz zu Ehrhart halte ich einen Es handelt sich um eine Stelle, in der der„ Vorwärts" gesagt hat: in der Polemik mit der Parteipresse über die Stränge geschlagen einheitlichen Beitrag für angebracht, damit folche Schiebungen wie In diesem Augenblick heißt es für das klassenbewußte Proletariat überall: Das Pulver trocken und das Schwert geschliffen. Es fehlen hat. Meinungsverschiedenheiten müssen in ruhiger, ehrlicher und in Deſſau nicht vorkommen. Wir waren auch gegen die Schiebungen hier nicht drei Worte, sondern nur zwei. Es hat nämlich derjenige, einem System gefälschter Bitate fämpft in einer Weise, wogegen der hat mich die Erklärung Ehrharts, daß Bebel seine MachtWenn man aber mit in Bayern, aber wir mußten uns der Majorität fügen. Gewundert der für Genossen Stampfer die Zitate abgeschrieben hat, oder auch Stampfer selbst vergessen hinzuzufügen„ itets" und„ überall". felige Buttkamer mit seinem Bitatensack nur ein Waisenknabe stellung nicht genug ausnutt. Das war sehr undemokratisch. Es mußte heißen: stets und überall: Das Pulver trocken und ist, so muß das aufs schärfste gebrandmarkt werden.( Sehr Ten Ton des Borwärts" bedauern auch wir, aber wenn man die wahr!) Das ist eine Art, die das Schwert geschliffen". Es ist behauptet worden vom Genossen jede Polemik vergiften Ursachen des Tones betrachtet, tann man es den Genossen nicht vermuß. Einer solchen unehrlichen, von Grund aus unehrlichen übeln, wenn sie sich auch mal als Menschen fühlen und den AnHoch, der grundstürzende Sinn der Auslassung dieser Methode des Kampfes muß mit aller Energie entgegengetreten greifern in ihrem Tone antworten. Worte bestehe darin, daß es sich in den Worten des„ Vorwärts" werden.( Sehr richtig! Sie wissen ja, aus welchem Grunde der Parteikorrespondenz" halte ich auch für sehr notwendig. Den ParteiEine Ausgestaltung der darum handle, etwas zu konstatieren, was unserer Klassenkampftaktit Artikel gerade vor dem Parteitage erschien.( Sehr gut!) Das war genossen, die agitatorisch tätig sind, muß auch durch Lieferung alles eigentlich entspreche. Der von Stampfer gefälschte Sinn diefer Worte natürlich derselbe Zufall, der bei dem Nichtbringen des Wörtchens nötigen Materials die Arbeit erleichtert werden. Für die Erweiterung bestehe darin, daß dem„ Vorwärts" damit zugemutet worden ist, daß er gefordert hat, daß das Proletariat jetzt das Pulver trocken stets vorhanden war. Man weiß ja, daß in der„ Neuen Gesell- des Parteivorstandes bin auch ich. und das Schwert geschliffen halten solle und daß das einen ganz richtet sind, auf welche dieser meist gar nicht reagiert hat. Wenn anderen Sinn gäbe, als was der„ Vorwärts" ausgeführt habe. Ich ihm gelegentlich vorgeworfen ward, daß die Redakteure Schwach sein. Bei der Erteilung des Wortes an Nichtdelegierte hat der ParteiVorsitzender Singer: Der nächste Redner würde Genosse Stampfer bestreite das.( Lebhafter Widerspruch.) Ich lasse ganz dahingestellt, töpfe feien, wenn es da beispielsweise heißt:„ Unsere Partei- tag die Entscheidung zu treffen. Ich meinesteils empfehle Ihnen, ob dieses einzelne Zitat dadurch irgendwie verändert wird. Ich schriftsteller, die, tvie es der Zufall der lasse das dahingestellt, weil es darauf nicht im allermin tapitalistischen dem Genossen Stampfer das Wort zu geben, damit nicht desten ankommt, und weil der„ Vorwärts" und Hoch lediglich dürfen", ja, ist Welt fügt, gelegentlich auch von höherer Warte reden aus der Verweigerung des Wortes Schlüsse gezogen werden das nicht ein schlimmerer Ton, als fönnen, in der Verlegenheit, gegen diesen Artikel etwas einzuwenden, sich wenn ich fage: Das ist eine unehrliche Handlung, das ist vielleicht unangenehm wären.( Bustimmung.) die der Parteitag nicht wünscht und nicht wünscht und die ihm auf die Weglaffung dieser vollkommen harmlosen, den Sinn gar eine Fälschung?( Sehr richtig!) Diefer hämische, herabsetzende nicht verändernden Wörtchen stützen.( Widerspruch.) Wenn Sie die Ton tönnte erbittern; wir haben ihn aber ignoriert. Wir wußten „ Neue Gesellschaft" zur Hand nehmen und den Artikel Stampfers lesen, werden Sie finden, daß das, was in dem Zitat des„ Vorwärts" ja, woher er kam.( Lebhafte Zustimmung.) Ich führe das nur an, Parteigenossen! Ich sehe mich in die ganz sonderbare und gesagt ist und nach der Behauptung Hochs gefälscht ist, daß dies um zu zeigen, wie von gewisser Seite gegen den Vorwärts" merkwürdige Lage versetzt, die gegenwärtige Redaktion des nicht einmal, sondern öfters in den folgenden Zitaten des Ge- Gesellschaft“:„ Ist es da angebracht, zur Erklärung der Erscheinung zu müssen.( Lachen.) Gerisch hat gemeint, wie immer die Dinge polemisiert wird. Es heißt weiter in einem Artikel der„ Neuen „ Vorwärts" gegen den Genossen och ernstlich in Schutz nehmen nossen Stampfer aus dem„ Vorwärts" zu finden ist. Es war am die unsinnigen Marotten einer 2. November, als der„ Vorwärts" das vom Genossen och angefochtene Literatengruppe auch nur einen Augenblick zu dulden?" Ja, wenn man follen. Das sage ich durchaus nicht, sondern ich sage: Wenn der verantwortungslosen unklaren liegen, so hätte doch der„ Vorwärts" diesen Ton nicht anschlagen Zitat gebracht hat. Tags darauf heißt es im Vorwärts":" Unsere in diesem schönen Ton redet, darf man sich nicht wundern, daß es aus" Vorwärts" fachlich recht hat, sterreichischen Brüder werden sich von den russischen Helden nicht dem Walde etwas kräftig herausschallt!( Sehr richtig!) Darauf haben gefälscht habe, wenn ich ohne sachliche Absicht aus persön went ich wirklich hetvußt beschämen lassen: das alles aber sind nur die Anfänge des Zeit wir aber gar nicht geantwortet. Wir haben gesagt: Laßt den Leuten ficher Rankine auf die Vorwärts"-Redaktion einen Ueberfall alters der Revolution, das nunmehr begonnen hat."( Sehr richtig! doch das harmlose Bergnügen. Wenn man aber unmittelbar vor verübt hätte, Ich sage ja gar nichts dagegen und auch Stampfer hat nichts dem Parteitag zur Fälschung der Meinung der Delegierten einen schrieben hat, vollkommen am Blaze. Für den Fall, daß er recht dann wäre das, was der Vorwärts" ges gegen die Stelle des Vorwärts". Hoch hat eben in sehr ehren- Artikel veröffentlicht, der von Fälschungen stroßzt, und ich will vor hat, erkläre ich, daß ich ganz gewiß ein Fälschergenie" und ein Holler Weise verschwiegen, daß Stampfer in der Erlärung des Vorwärts" jeder Kommission und vor jedem Ehrengericht nachweisen, daß dunkler Ehrenmann" bin. Und das Schiedsgericht an dem wird ,, Vorwärts" gesagt hat, er ſtimme überein alle 3itate gefälscht sind, wenn man in der Weise vores ja nicht fehlen mit der Aeußerung des Damit ist doch behätte vollständig recht, wenn es mich mit wiesen, daß der„ Vorwärts" has pure Gegenteil deſſen gesagt hat. geht, so bleibt weiter nichts übrig, als diese infame Methode des Schimpf und Schande aus der Partei hinausjagte: denn bewußte Das, was Stampfer behauptet hat, hat sich wiederholt im Stampfes zu brandmarken und das Ding beim richtigen Namen zu Fälscher und dunkle Ehrenmänner gehören nicht in die Partei. D6 nennen.( Lebhaftes Sehr richtig!) Wenn eine Fälschung vorliegt der Vorwärts" damit, daß er diese Kennzeichnung gebraucht hat, Vorwärts" gefunden, genau in diesem Sinne.( Widerspruch, Lachen.) und sie liegt bor Am 24. November heißt es im Vorwärts":" Man dürfe weit dann muß man den Fälscher auch recht gehabt hat, wird allerdings erst die ruhige und fachliche Fest zurückgehen in der Geschichte, um ein Jahr zu finden, das so auf Fälscher nennen! Wir sind herzlich gern bereit, einen guten Ton ftellung des Schiedsgerichts entscheiden. Aber nehmen wir einmal Gerade zu pflegen. die neue Redaktion hat Sturm deutet, wie das Jahr 1905". Also immer ist von diesem Jahr empfunden, daß vielfach die Parteipolemiken persönlich es peinlich den Fall an, das Schiedsgericht würde finden, vielleicht ich hätte die Rede. Und der Zusammenhang der Artikel, die in diesen Tagen führt wurden. gerecht, vielleicht ich wäre in gutem Glauben gewesen, wie liegt Wir haben immer versucht, im„ Borwärts" veröffentlicht worden sind, beweist ,, daß auch diese herauszuschälen und das Persönliche fortzulassen. Aber wir können das Sachliche die Situation dann? Dann bin ich Parteigenosse, und der Stelle des„ Vorwärts", die verleugnet wird, den Sinn hat, der ihr den Kampf nicht in dem ruhigen Tone führen, wie es gewünscht Chrenmann" erklärt. Wie geht nun die Geschichte weiter: Ich Vorwärts" hat mich für ein Fälschergenie" und einen„ dunklen zukommt. Ich könnte Ihnen noch eine ganze Reihe von solchen wird, wenn die Angriffe der anderen Seite einen so infamen schreibe einmal eine Broschüre Stellen anführen. Wir brauchen nur die zweite Spalte Charakter tragen. sie wissen, ich schreibe ziemlich von Stampfers Artikel zu lesen, dann finden Sie ganz daß fünftig die Polemiken in ruhiger, sachlicher und anständiger Broschüren geschrieben. Vielleicht werde ich dann nach einiger Zeit, Ich hoffe aber, daß die Worte von Braun, fleiüig und habe auch im Auftrage des Vorwärts"-Verlages genau, was von Hoch bestritten worden ist, daß dies sich dort Form geführt werden, auch von ihm selbst und seinen Freunden wenn sich der Groll wieder gelegt hat, wieder einmal beauftragt, wiederfindet. Gegen dieses Bitat polemisiert Stampfer gar nicht; das ist eine Fälschung der Ansicht Stampfer&. Er beherzigt werden!( Lebhafter Beifall.) polemisiert gegen den Widerspruch, in den sich der„ Vorwärts" verwickelt. Gegen den Mangel an Einheitlichkeit der Redaktion des „ Vorwärts" und gegen den Mangel an Konsequenz hat er sich ge- Den Bemerkungen des Genossen Ströbel in bezug auf den wendet. Das ist für eine Partei wie die unserige äußerst verderblich, Stampferschen Artikel habe ich nur wenige Worte hinzuzufügen. daß das Zentralorgan, das der Partei Direktiven geben soll, selbst Genojie Heinrich Braun hat sich ebenso wie Genosse Thiele vollkommen direktionslos ist.( Widerspruch.) Das war zu beweisen, über den Ton des" Vorwärts" Artikels beschwert. Aber sie haben das, was der Mann sagt, ist nicht das mindeste zu geben. In und das ist in diesem Artikel bewiesen worden in zirka den sachlichen Inhalt der Stampferschen Artikel in keiner Weise diesem Falle wird sich dann zeigen, daß der Vorwärts" nicht recht 40 Zitaten. Und darauf wird ein einziges herausgegriffen zu rechtfertigen gewußt. Es war ganz zweifellos für jeden, der gehabt hat, dieje Bezeichnungen zu gebrauchen, daß er dadurch etwas und darin ein einziges Wort bemängelt, das fehlt. Und Dresden mit erlebt hat, daß, als der Stampfer sche Artikel un- getan hat, was der Partei in keiner Weise nützlich sein kann. Ich das soll den Beweis liefern, daß der" Vorwärts" nicht mittelbar vor dem Parteitage erschien, damit geplant war, sage, wenn der Vorwärts" recht hat, hat er auch mit allen Be" Borwärts". Ströbel( in Vertretung des Vorwärts"): " " Unter " Ledebour Berlin: " " Stampfer- Berlin: " 1 D eine solche Broschüre zu schreiben. Ich schreibe gegen die Gegner, ich zitiere da, was die Freie deutsche Presse", was die„ Germania" schrieb. Ja, fagen die Leute, der Stampfer kommt uns da, der Mann, den sein eigenes Zentralorgan für ein„ Fälschergenie" und einen„ dunklen Ehrenmann" erklärt hat; natürlich hat er gegen uns genau so gehandelt, wie damals gegen den Vorwärts" und auf so haltlos und direktionslos ist, wie er es tatsächlich ist. Genossen! Stimmung gegen den Vorwärts" zu machen, um der Redaktion zeichnungen gegen mich recht. Auf einen groben Klotz gehört Der Vorwurf, der gegen den Genossen Stampfer erhoben des Vorwärts" ein ähnliches Schicksal zu bereiten, wie es ver- ein grober Keil. Man soll immer die Wahrheit sagen; man soll worden ist, ist ein ganz und gar falscher; ebenso der Vorwurf gegen geblich bei früheren Gelegenheiten von Braun und seinen aber nicht nur schimpfen. Wir wissen ja, wohin das in der Partei mich. Hoch hat übersehen, daß Stampfer tags darauf, nach Genossen anderen Parteigenossen gegenüber versucht worden geführt hat. Ich erinnere daran, wie Genossen als„ Lauscher au dem, was och hier vorgebracht hat, eine Erwiderung im Vor- war. solchen Umständen der mußte " Vortpärts" der Wand" und mit ähnlichen Ausdrücken bezeichnet sind. Eine wärts" veröffentlicht hat, die klipp und Klar beweist, daß die Vor- mit aller Entschiedenheit darauf antworten und ich finde es unglaub- Menge Leute sind in diesem Saale, die nach Meinungen, die in der würfe gegen ihn ungerechtfertigt find. Ich sage nur noch eins: Ich lich kleinlich, daß man dann hierher tommt und sich über den Ton Partei ausgesprochen worden sind, die schurtischsten Handlungen bebedaure auf das tiefste, daß es möglich geworden ist, eine Polemit dieser Antwort auf einen so durch und durch gehässigen Angriff, gangen haben, und die alle sitzen in unserer Partei, sind uns ficb= gegen Parteigenossen zu führen, wie sie Hoch geführt hat.( Leb- wie er von Stampfer versucht worden ist, beschwert. Die ganze werte Freunde und Mitkämpfer, wir decken sie selbstverständlich, wie hafter Widerspruch.) Wir haben uns in der Neuen Gesellschaft" Methode Stampfers in seinem Artikel ist von Ströbel hin- wir einander immer gegen die Gegner decken. Wir haben nicht den stets fachlich in der Diskussion bewegt.( Große Heiterkeit.) Für die länglich gekennzeichnet worden. Ich weise nur darauf hin, daß die einzelnen Parteigenossen dadurch geschadet, die bleiben, die behaupten Aeußerungen, die och gebraucht hat, habe ich nicht einmal ein Schleswig- Holsteinische Volkszeitung" ganz richtig bemerkt hat, daß, sich, die haben angesehene Stellungen; aber wir haben der Partei Wort der Verachtung.( Lachen und Unruhe.) wenn man so verfährt, wie Stampfer mit den Artikeln des geschadet. Nun wird, wie gesagt, erst das Schiedsgericht nach sach„ Vorwärts" verfahren ist, man jeder Zeitung, jedem Partei- licher Prüfung entscheiden können, wie die Dinge wirklich liegen, was genossen scheinbare Widersprüche nachweisen kann( Sehr richtig!), meine Absichten waren, was meine Methoden waren, ob mich irgend Die Behauptung von Braun, daß die Weglassung des weil ja die einzelnen Artikel von verschiedenen Personen welche Vorwürfe treffen oder gar der schwere Vorwurf, daß ich bewußt Börtchens stets" nur auf Zufall beruht, könnte glaubhaft flingen, mit verschiedenem Temperament bei verschiedenen Veranlassungen, unwahr gewesen sei. Die Frage, ob ich fachliche Absichten verfolgt wenn nicht der ganze Inhalt des Artikels bewiese, daß es auf be- bald in der Polemit mit einem Reaktionär, bald in der habe, können sie in einem großen Teil der Parteipresse beantwortet. wußte Fälschung abgesehen war.( Sehr richtig!) Nachdem alle Polemik gegen einen Anarchisten, bald zur Anfeuerung von finden. Es wird ihnen wohl bekannt sein, daß ich zu denen gehöre, Artikel des„ Borwärts" systematisch durch willkürliche Herausreißung Parteigenossen, bald zur Mahnung in einer anderen Richtung ge- die von allem Anfang, noch ehe die erste Parole ausgegeben worden von Zitaten entstellt waren, nachdem man das ganze System kennen schrieben sind. Jeder Artikel muß aus sich heraus und aus der ist, in der Parteipreffe, ich kann wohl sagen mit einem gewissen gelernt hatte, mußte man zu dem Resultat gelangen, daß die Weg- Situation heraus als Ganzes beurteilt werden. Und daß die Fanatismus, mit einer großen Leidenschaftlichkeit darauf gedrungen habe: lassung des Wörtchens stets" kein Zufall war, sondern eine Korrektur Redaktion des Vorwärts", daß alle Redakteure und Mitarbeiter so Wahlrechtsbewegung! Wahlrechtsbeweging! Wir müssen Wahlrechtsder Wahrheit sein sollte. Wer den Artikel im Vorwärts" gelesen unfehlbar und treffsicher im Ausdruck sein sollten, daß niemals auch bewegung haben! Das ist eine wichtige Entscheidung für Deutschland, das hat, fann gar nicht im Zweifel darüber sein, daß alle Zitate nur ein Ausdruck, eine Wendung in einem einzelnen ist die politische Weltwende für Deutschland, um die es sich handelt; wir den Sinn der verschiedenen Artikel vollständig entstellen.( 3u- Artikel sich etwas bemängeln ließe, wäre etwas Uebermenschliches. müssen die Agitation steigern und es schließlich soweit bringen, daß stimmung und Widerspruch.) Wenn man das Zitat ohne das Das wird auch die Redaktion des Vorwärts" gar nicht beanspruchen. wir auch zu den letzten Mitteln schreiten." Ich bin, weil ich das Wort„ stets" lieft, so erscheint es als eine Anfeuerung auch an die Aber wenn man objektiv als Ganzes die Haltung des Vorwärts" tat, von einem Mann, um ein Scherzwort Ledebours zu ge deutsche Arbeiterschaft im Sinne einer Revolutionsromantik.( Sehr betrachtet, so sind die Vorwürfe Stampfers durchaus ungerecht brauchen, von einem Parteigendarmen, beim Genick gepackt worden, richtig!) Wenn man aber das Wörtchen„ stets" hinzunimmt, dann fertigt, und die Methode, wie sie vorgebracht werden, verdient aller der sagte:„ Du bist ja ein Butschist, du willst mit dem Kopfe durch flingt aus dem Ganzen lediglich eine Proklamierung des Klassen- dings eine solche Bezeichnung, wie die, die der Vorwärts" gewählt die Wand, du bringst die Partei dadurch um, du bist ein Most und tampfstandpuntes heraus.( Sehr wahr!) Es kommt hinzu, daß hat. Das Verfahren Stampfers hat mir ein Ereignis in ein Hasselmann." Dieser Parteigendarm war, wie sie wissen, der Artikel des„ Vorwärts" von der russischen Revolution handelt die Erinnerung gebracht, das gewissermaßen als Parallele dazu an- der Genosse Sautsky. So standen die Dinge. Aber es begab und sich speziell gegen das„ Berliner Tageblatt" wandte, worin geführt werden kann, wie Stampfer sich bemüht, die Drohungen mit sich noch etwas anderes. Als ich mich auf den Standpunkt des in erklärt war, Rußland brauche jetzt nach der Berufung von Witte der Revolution aus einzelnen herausgeriffenen Säßen herauszulesen. Der Frankfurter Volksstimme" entwickelten Planes stellte, über die vor allem Ruhe. Gegen diese liberale Jämmerlichkeit hat sich der Vor einigen Jahren wurde die Parteigenoffin Ottilie Ba a der an- noch bei einer anderen Debatte gesprochen werden wird, wurde mir Artikel des„ Borwärts" gewandt und die Notwendigkeit des Klaffen- geklagt, weil sie in Bernau in einer Volksversammlung die Männer gefagt:„ Du bist ein verworrener Kopf, ein konfuser Mensch, du tampfes betont. Dem Inhalte des ganzen Artikels entsprach auch zum Ergreifen der Waffen aufgefordert habe. Der Gendarm sagte schwankit zwischen Anarcho- Sozialismus und Revisionismus der letzte Sazz. Genau so verhält es sich mit folgendem aus, sie hätte ausgerufen:" Auf, ihr Männer, zu den Waffen!" haltlos hin und her." Da fagte ich mir, das geht Zitat: Unsere österreichischen Brüder werden sich von Er hätte sich dadurch sehr beunruhigt gefühlt und geglaubt, es werde doch über die Hutschnur; das ist nicht richtig. Ich bin den russischen Helden nicht beschämen lassen. Das alles nun gleich losgehen.( Heiterkeit.) Genossin Baader erklärte ganz immer meinen geraden Weg gegangen. Ich habe immer dieselbe find aber nur die Anfänge des Zeitalters der Revolutionen, glaubhaft: Ich habe vom Kampfe mit geistigen Waffen geredet. Wer Linie eingehalten. Wie kommt nun der Vorwärts" zu seiner Aufdas nunmehr begonnen hat." Was stand denn in dem Artikel? Es war fie fennt, wird ihr ja alle möglichen Schandtaten zutrauen( Große fassung? Wollen mal nachsehen. So nahm ich meine Vorwärts" ein durchaus ruhig und objektiv gehaltener Artikel, der von den Heiterkeit), aber daß sie nach Bernau geht und da plötzlich die Einbände her ich lasse den„ Vorwärts" seit Anfang dieses Jahr" " " " " Kolb- Karlsruhe: " angenommen. Unter Wir hunderts binden und nicht etwa erst seit der Zeit der neuen Re-| beinahe meinen, er sei eine Korrespondenz aus der München- den Stampfer ausgeschlossen wissen, sondern nur den Stein ins daktion( Heiterkeit) und sah nach, wie es damals war, was er Gladbacher Jesuitenschule, eigens zu dem Zweck geschrieben, Rollen bringen, damit auf einem Schiedsgericht die Sache genau damals schrieb und was er ein paar Tage darauf schrieb. Ich saß um die Partei zu bekämpfen.( Lebhafte Zustimmung.) Zum untersucht wird. Wenn Stampfer ein Fälscher ist, gehört er nicht von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens daran, und mein Erstaunen Beweis dafür, daß es nicht wahr ist, daß der Vorwärts" hin mehr in die Partei hinein.( Stampfer: Was ist aber, wenn es wuchs von Augenblick zu Augenblick, und als ich dann fertig war, und her schwankt, führe ich folgendes an: Stampfer schreibt: umgekehrt ist? Glocke des Präsidenten.) Braun erklärte, er hätte war es mir ganz klar, wie der Vorwärts" dazu kam zu glauben,„ Einstweilen war die Erkenntnis des beginnenden Wahlrechtstampfes noch nicht einmal ein Wort der Verachtung gegen mich. Aber ich daß ich schwankte. Sein eigenes Schwanken hatte er eben nicht auch dem Zentralorgan aufgegangen. Schon mitten im Massenstreik werde mich niemals durch das zarte ethische Gefühl Brauns abbemerkt, und darum glaubte er, ich sei es.( Lachen,) Wenn man sturm des deutschen Revolutionsjahres 1905 leuchtete ein erstes halten lassen, auszusprechen, was ich sagen muß.( Beifall.) in dieser Situation nun einem solche Vorwürfe macht, während Morgenrot voll rosigstem Optimismus: Hieß es doch am 14. Noman doch nur aus fachlichen Interessen den Kampf um das all- vember:" Noch ist die innere Politik Deutschlands in einem Stadium, Braunschweig dafür und Braun- Königsberg dagegen gesprochen, Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird, nachdem Jasper gemeine Wahlrecht vertritt, da soll man nicht schließlich mal in dem die Regierung durch rechtzeitiges Entgegenkommen dem anmit der Hand auf den Tisch hauen? Ich heiße nicht schwellenden Strom ein ruhiges Bett anweisen kann. Eine proletarierAugust Bebel, aber mir kann doch auch einmal eine Laus freundliche Zollpolitik, ein Aufgeben der Polenhetẞze, ein weitPfannkuch( Schlußwort): über die Leber laufen( Heiterkeit; Sehr gut!), und so gehendes Arbeiterschutzgesetz, das zum geseglichen Achtstundentage Der Wunsch, den Bericht des Vorstandes, der weiblichen Verglaube ich auch meiner jezigen Auffassung, daß ich in meinem Artifel führt, das Stoalitionsrecht für die Landarbeiter, und endlich trauensperson und der Fraktion den Parteiblättern zur Verfügung Klipp und klar nachgewiesen habe, daß der Vorwärts" in der Wahl- und nicht zum mindesten das gleiche und geheime Wahlrecht zu stellen, kann erfüllt werden. Allerdings wird es nicht möglich rechtsbewegung ganz haltlos und inkonsequent gehandelt hat, zum zu den Landtagen, das sind Maßregeln, durch deren Ge- fein, die ganze Auflage in Berlin drucken zu lassen. Die Art und großen Schaden für die Sache. Hätte ich mich auf den Standpunkt währung die Regierungen sehr wohl bewirken können, daß die Weise, wie Quessel den Klagen der Pommern Ausdruck gegeben gestellt, wie es in der Leipziger Volkszeitung" früher hieß: Der verschärften Klaffengegensäge in Deutschland in weniger erregten hat, verdient den schärfiten Widerspruch; seine Vorwürfe gegen die Vorwärts" schwankt haltlos hin und her, da muß Ordnung ge- Formen ausgekämpft werden als in unseren Nachbarstaaten." Nun, Parteisekretäre sind nicht begründet. Es ist nicht wahr, daß schaffen werden; weg mit diesen Leuten," so hätte man gejagt, ich schon am 14. November schreibt der„ Vorwärts" in demselben die Sefretäre sich ihrer Pflicht nicht bewußt sind oder sei ein Strafeeler, ich verleumde beweislos, und vielleicht nicht ganz Artikel, daß die Art und Weise, wie der Kampf in Deutschland fich daß sie ihre Aufgabe vernachlässigen.( Queffel: Zugunsten des mit unrecht.( Sehr gut.) Das durfte ich nicht. Es hätte damn ge- abspielen wird, nicht von uns abhängt, daß darüber noch kein Urteil Parlamentarismus!) Auch das bestreite ich. Daß kein Mitglied des heißen:" Beweise, beweise!" Nun, Parteigenossen, ich begreife es gefällt werden könne. Ich zitiere den Satz vom 14. November, auf Parteivorstandes auf den pommerschen Parteitag ging, kam daher, ja, wenn Sie das Bedürfnis haben, das Zentralorgan zu decken. den es ankommt:„ Je länger sie( die Bewegung) aber dauert, desto weil ich damals von allen Sekretären allein in Berlin war. Die Daß aber diese Beweise so ganz haltlos wären, das werden Sie nicht mehr muß sie auch das übrige Europa in Bewegung versetzen. Vor anderen waren durch Parteiarbeiten gehindert, in Berlin zu bleiben. behaupten können. Man sagt, ich hätte abgerissen zitiert; allem die Nachbarländer. Desterreich, innerlich völlig zerflüftet, mit Ich gebe gern zu, ein Parteisekretär braucht nicht Abgeordneter oder wer zitiert denn nicht abgerissen.( Sehr richtig!) Zitiert der einer haltlosen Regierung und einem feurigen Proletariat, kam zuerst Stadtverordneter zu sein. Aber es liegt in der Hand der Genossen, „ Vorwärts" nicht auch abgerissen? durch Das ist ja etwas ganz dran. Wird aber die Bewegung vor Deutschland Halt machen? Sicher dem abzuhelfen. der Belastung der Sekretäre Selbstverständliches, daß man eben die wichtigsten Säße nicht: So ungeheure Umwälzungen wie in Rußland fönnen im Zeitalter Mandate ist jedoch bisher noch keine einzige Parteiarbeit unterzitiert. Was müßte das für eine Redaktion sein, die des Weltverkehrs nicht spurlos an Nationen vorübergehen, in denen die blieben.( Quessel: Oho!) Ich bitte um Beweise. Solange die nicht hinter solchen Säßen, wie ich sie zitiert, direkt andere Säße stellen Klassengegensätze ohnehin schon aufs höchste gespannt sind. Daß vorliegen, bestreite ich das. Wir erledigen alles, wozu es feines würde, wodurch das erste Zitat wieder ins Gegenteil verkehrt wird. auch Deutschland sich regt, ist unausbleiblich. Aber damit ist noch Beschlusses des Parteivorstandes bedarf, umgehend. Aber wir müssen Was die Auslassung des Wortes„ stets" anlangt, so bitte ich Sie, nichts darüber gefagt, welche Formen die Bewegung annehmen sehr oft auf Antwort der Genossen warten. Die Wünsche auf das Wort„ stets" in meinen Artikel hineinzuschreiben und dann den wird. Nicht von uns hängt das ab, sondern von zahlreichen Ver- bessere Ausgestaltung der Parteiforrespondenz" teilen wir. Artikel nochmals zu lesen. Wenn Sie meinen, daß ich wegen des hältnissen, die wir nicht beherrschen." Ich bin der Ueberzengung, haben selbst das Bedürfnis, Abhülfe zu schaffen. Die Broschüre über zufällig ausgelassenen Wortes stets" ein Fälscher bin, dann in daß das der Gedankengang war, der auch gegenwärtig in der die Reichsfinanzreform war rechtzeitig in Auftrag gegeben. BernGottes Namen, werfen Sie mich aus der Partei heraus. Stellung des Vorwärts" sich ausdrückt, daß aber von einer it ein, der sie ausarbeitete, hatte unter den Folgen einer Schwenkung des Vorwärts" nicht die Nede sein fann. Darüber Gasvergiftung mehrere Wochen zu leiden und auch seine will ich nicht sprechen, ob nicht in Berlin unter einigen Partei Frau war aufs Krankenlager geworfen. Daher die Verspätung. Wir wünschen, daß Süddeutschland in der Parteikorrespondenz genossen die Ansicht vorhanden war, daß der Wahlrechtskampf Stampfer, Braun und Thiele haben sich über die Tonart twas mehr berücksichtigt werden möge. Gerisch hätte bei seinen vielleicht in anderer Art und Weise noch hätte fruftifiziert werden des„ Vorwärts" beklagt. Braun hat sich als unschuldiges Vorwürfen gegen die Süddeutschen die ganz besonderen Verhältnisse fönnen. Man muß doch in Süddeutschland berücksichtigen müssen. Wenn bei der Organisation des Vorwärts" zu beachten und die ist Allein, das gehört nicht hierher: hier ist die Stellung Lämmlein hingestellt, das kein Wässerchen trübt. ich bin als die Leute kennen und wissen, welch eifrige Betriebsamkeit sie entetwas herauskommen soll, dann müssen die Leiter von Agitations- Borsigender der Preßkommission verpflichtet, ihn besonders auf- wickeln und danach ihre Tätigkeit würdigen. Wäre das rein zu bezirken vor allem nicht mit Mandaten überlastet werden. Die merksam zu lesen, nach meiner Meinung immer die gleiche ge- fällig gewesen, hätte Stampfer den Artikel zu einer anderen Empfindung, daß der„ Vorwärts" in der Generalstreitsfrage und in geblieben. Wenn Heinrich Braun mit der sittlichen Gutrüstung, Beit geschrieben, so hätte man sich selbstredend sehr ruhig darüber anderen Fragen eine schwankende Haltung eingenommen hat, ist sie ihn so ausgezeichnet fleidet, sich zum Hohenpriester der Partei auseinandergesetzt, aber so wie ich die Personen und die Umstände draußen im Reich sehr weit verbreitet. Ich bin nicht der Meinung, sittlichkeit aufwirft, so ist wohl durch die Lachsalve, die seinem Ab- lenne, nehme ich an, daß der Artikel kollektivarbeit ist.( Stampfer: daß Stampfer absichtlich gefälscht hat. Auch wenn man die Zitate gehen folgte, die wichtigkeit, die er sich selbst beilegte, als Nein!) Ich glaube gern, daß kein anderer Genosse auch nur eine im Zusammenhang liest, muß man zu der Ueberzeugung kommen, daß er den Genossen hoch nicht einmal des Ausdrucks der Beile daran geschrieben hat. Braun ist nach der Richtung hin der Vorwärts" eine ganz verschiedene Haltung zu einer und der Verachtung für würdig hielt, hielt, doch beleuchtet ein ausgezeichneter Redakteur, der sehr gut weiß, was er für seine doch genügend selben Frage zu verschiedenen Zeiten eingenommen hat. Etwas worden.( Sehr richtig!) Wenn Braun dem„ Vorwärts" vor- Zeitschrift braucht.( Sehr wahr!) Er weiß sehr gut, woher er die anderes ist es, ob es gerade notwendig war, direkt vor dem Partei- wirst, er sei direktionslos, so kann man das von der Artikel, die er für seinen Zweck notwendig hat, bekommt, er kennt tag, nachdem der Vorwärts" es verstanden hatte, so schon einzuNenen Gesellschaft" allerdings nicht sagen. Sie hat eine bestimmte sehr gut die Leute, die sie schreiben können, und weiß auch zu lenken, diese Dinge aufzuwärmen, so daß sie hier zur Sprache Direktion. Aber diese dient nicht dazu, die Partei zu stärken, sondern beurteilen, wer sie schreiben will.( Sehr wahr!) Dies Zusammen kommen mußten. Es wäre viel besser gewesen, man hätte, nachdem nur Parteigegensätze hervorzurufen, die Parteidisziplin zu unter- wirken ist es, was ich als Kollektivarbeit bezeichnet habe. Da muß einmal der Vorwärts" einen Anlauf genommen hatte, fachlich zu araben.( Lebhafte Zustimmung.) Die„ Neue Gesellschaft" ist ein man sich doch vergegenwärtigen, warum das geschehen ist gerade diskutieren, die Geschichte auf sich beruhen lassen und den Streit Organ, dem wir nimmer mehr Heimatsrechte in unserer Partei, vor dem Parteitage. Es geschah, um die Verlegenheit auf dem vermieden. Welches die Absichten Stampfers waren, weiß jedenfalls nicht unter der Direktion, wie sie sie jetzt hat, einräumen Parteitage wenn nicht zu schaffen, so doch zu vergrößern. Das ist ich nicht. Jedenfalls steht ihm das Recht zu, wenn er der können.( Sehr richtig!) es, wogegen sich die Genossen auflehnen; das ist es, wogegen sie Meinung ist, daß diese Dinge zur Sprache gebracht werden Daß im Vorwärts" einmal grob zugehauen wird, darüber zu sich sträuben, womit sie nicht mehr behelligt werden wollen.( Bus müssen, das zu tun. Aber in der Partei liegt es so, daß es flagen, fällt uns nicht ein. Wir freuen uns, wenn wir mal einen Stimmung.) Aus dem Grunde heraus hat auch Hoch in der Art. gar nicht mehr darauf ankommt, was einer schreibt, sondern recht fräftigen Artikel sehen. Es geht uns so wie Ihnen in der wie es ihm richtig erschien, seiner Meinung Ausdruck gegeben. Db vor allem, wer es schreibt.( Zustimmung und Widerspruch.) Provinz, die sich wohl entrüsten, wenn der„ Vorwärts" kräftig zu der Vorschlag, die Sache vor ein Schiedsgericht zu bringen, ein Die Art, wie hervorragende Genossen behandelt werden, gereicht der haut, die aber ein Schmunzeln nicht unterdrücken könnien, wenn dem glücklicher Ausweg ist, ist mir außerordentlich zweifelhaft. Ich Partei zweifellos nicht zum Nutzen. Wenn Leuten in hervorragender" Vorwärts" in Ihren Blättern einmal gehörig übers Ohr gehauen weiß überhaupt nicht, ob ein Schiedsgericht wirklich zustande Stellung Unkenntnis der elementarsten Prinzipien vorgeworfen wird, wird. Wir haben uns nicht zu entrüsten über den Ton. Auf dem kommen würde; denn nach unserem Organisationsstatut dann werden sich die einfachen Genossen fragen, wie man solche Münchener Parteitage hat se a utsty unter dem lebhaften Beifall fann das nicht von einem einzelnen, sondern nur bon Leute jahrelang auf ihren Posten belassen konnte. Das erleben wir der Parteigenossen ausgeführt, daß eine gewisse Greisenhaftigkeit einer Organisation beantragt werden. Mir ist es auch sehr aber jeden Augenblick, daß ein Genosse, der an hervorragender Stelle dazu gehört, immer wieder über den Ton zu jammern. Als der zweifelhaft, ob bei einem schiedsgerichtlichen Verfahren etwas steht, geschildert wird als jemand, der noch nicht einmal etwas von Liberalismus noch jung und lebenskräftig war, legte legte er anderes herauskommt, als das verschiedene Sigungen abgehalten der materialistischen Geschichtsauffassung versteht. Ich habe mich auch auf den guten Ton wenig Wert und da hatte er werden.( Sehr richtig!) Stampfer fragt, ja was wird dent schon gefragt, wer versteht denn noch etwas davon. Wenn man noch Anklang beim Publikum. Wir sind die Partei des nun, wenn das Schiedsgericht nicht zu einem Ausschluß kommt und Mehring, Kautsty und ihren Anhang abzieht, dann verstehen Klassenkampfes, die sich zusammensetzt aus den Tiefen des Volkes ich soll dann nachher wieder eine für die Partei nügliche Tätigkeit alle übrigen nichts davon.( Sehr gut und Heiterkeit.) Haben und unser Organ muß in einer Sprache geschrieben sein, die das entfalten? Würde mir dann nicht vorgeworfen werden, daß ich mir wir es doch erleben müssen, daß ein Mann, den der Volk versteht. Ueberfeinerte Sitten und verzuckerte Redensarten die Belegung mit allerhand Titulaturen habe gefallen lassen müssen? Parteivorstand zum Vorsteher der Parteischule ausersehen dringen nicht in das Herz des Volfes.( Lebhafter Beifall.) Man soll Ja, Stampfer, wenn man sich in solche Verlegenheiten nicht hat, hingestellt wird als einer, der die elementarsten Kenntnisse der aussprechen, was auszusprechen ist. Die politische Arena ist kein feyzen will...( Stampfer: Nicht ich komme in Verlegenheiten, materialistischen Geschichtsauffassung noch nicht babe! Wenn sich Altjungfernfpital, wo man jedes Wort auf die Goldwage legen fondern die Partei!) Die Partei täme um die Verlegenheit, Ihnen solche Dinge fortwährend wiederholen, so entstehen Stimmungen, muß. Ich fann erklären, daß der„ Vorwärts" gegenwärtig prinzipiell einen Auftrag zu geben, herum. Ich glaube, auch der Parteivorstand die sehr dazu angetan sind, die Vergiftung in der Partei zu fördern, io redigiert wird, daß er voll und ganz der Ueberzeugung der Ber- hat Ihnen in den letzten Monaten überhaupt keinen Auftrag mehr anstatt sie zu beseitigen! Die Redaktion des" Vorwärts" hatte gar liner Parteigenossen entspricht. Daran wird auch nichts geändert, gegeben; die Aufträge haben Sie von der Buchhandlung Vorwärts keine Ursache in den Ton zu verfallen. Sie konnte ganz ruhig und wenn irgend ein Bäckerdugend in der Provinz anderer Meinung ist. erhalten. Selbstverständlich wäre es möglich, daß sich der Parteifachlich debattieren und gegen Stampfer einen Ausschlußantrag( Lebhafter Beifall.) stellen; aber sie durfte nicht diesen Ton anschlagen, welcher in der je nach dem der Spruch des Schiedsgerichts ausfällt, noch bürgerlichen Bresse ausgeschlachtet wird. Wir in Süddeutschland, mit Arbeiten für den Verlag betraut werden könnten, ebenso die wir mit den katholischen Geistlichen zu kämpfen haben, spüren was einer schreibt, sondern wer etwas schreibt, nicht zutreffen, denn ich oder aus beleidigtem Chrgefühl heraus ablehnen wollen. Aber Auf mich kann der Eindruck Kolbs, als ob es nicht darauf ankommt, wie Sie darüber zu befinden hätten, ob Sie einen Auftrag ausführen das am allermeisten. Das sind Dinge, die man ganz gut vermeiden fann. Jit einer ein„ bunteler Ehrenmann", dann darf er nicht habe mit Stampfer niemals etwas, weder im günstigen noch im un wenn man folche Situationen nicht schaffen will, dann darf man die Barteigenosse sein, dann heraus mit ihm, dann hat man es aber günſtigen Sinne, zu tun gehabt.( Sehr richtig! Widerspruch.) Ich Borbedingungen dazu nicht provozieren. Darin liegt das Gefährauch gar nicht nötig, gegen einen derartigen Mann in solchem Tone bin nicht eingeschworen auf diese oder jene Auffassung. Ich habe liche der Handlungsweise. Das ist gefährlicher als die Tatsache der mir die vollständigste Unabhängigkeit in meiner Stellung gewahrt. vorzugehen!( Bravo!) Handlung selbst. Es war eine Provokation und sollte eine Deshalb kann es bei mir auch nur darauf ankommen, wie etwas Provokation sein.( Sehr richtig!) mich persönlich läßt es ganz gefagt worden ist, und das habe ich mit der nötigen Deutlichkeit falt, ob die Zitate vollständig zutreffen, ob ein Wort ausgelassen, In den westlichen Bezirken haben wir vor allem unter den ausgedrückt. Nun wirft man die Frage auf, war es notwendig, und damit der Sinn entstellt ist oder nicht. Mit Zitaten kann man Streitigkeiten innerhalb der Partei zu leiden. Die„ Sozialistischen diese Angelegenheit überhaupt ins Rollen zu bringen? Da soll sich bekanntlich alles anfangen.( Sehr richtig!) Sollen die Genossen Monatshefte" und die„ Neue Gesellschaft" werden uns von den Gegnern Stampfer bei seinem Freunde Thiele erkundigen. Denn dieser in die Lage versetzt werden, solche Vorgänge richtig zu beurteilen, fast jeden Tag vor die Nase gehalten; in der nächsten Woche wird hat durch sein ungerechtes Vorgehen uns dazu gezwungen, dagegen dann muß ihnen das gesamte Material vorgelegt werden. So aber uns vielleicht wieder der„ Vorwärts" vor die Nase gesetzt werden, Stellung zu nehmen. Nun sagt Stampfer, es soll ein Schieds" " Hourath- Aachen: Wels- Berlin: Hoch- Hanau: vorstand einmal mit der Frage befassen müßte, ob Sie, Aber das Verhältnis steht wie 10: 1. Ich habe in der letzten Zeit gericht darüber urteilen, ob Fälschungen vorliegen, und wenn Stampfer geht es nach dem Grundjazz: Gebt mir drei Worte, und ich bringe jeden an die prinzipielle Haltung des Vorwärts" geradezu bewundert. Das ein Fälscher ist, dann soll er aus der Partei hinaus und dann ist die Ihnen: Sie haben die Zitate mit dem Ihnen angeborenen Geschick zuSchwergewicht sollten die Parteischriftsteller nicht darauf legen, immer Sache erledigt. Aber, frägt Stampfer weiter, wie ist es mum fimm lieber gegen die Gegner richten.( Sehr richtig!) Ich habe in eine böse Lage durch die Geschichte. Ja, das hat Stampfer jich ordnungsmäßigen Instanzenweg beschreiten können. Ich glaube, ich innerhalb der Partei zu kritisieren, sondern sie sollten ihren Scharf- wenn sich herausstellt, daß er kein Fälscher sei. Dann kommen wir fammengestellt. Es war Ihre Absicht, den Effekt zu erzielen, der erzielt ist. ( Zustimmung.) Das hätten Sie vermeiden können, Sie hätten den mich gewundert, wie Stampfer feine jüngste Leistung verteidigen selbst zuzuschreiben, meine ich.( Sehr richtig!) wäre Stampfer habe nicht falsch gehört; als diese Meinung von einem anderen Ge konnte. Er wohnt doch in Verlin und könnte sich mit seinen Be- mur im Intereffe der Partei vorgegangen, dann hätte er diesen Weg noffen geäußert wurde, haben Sie dazwischen gerufen: Leipziger schwerden über die Haltungslosigkeit an die Preßkommission, an den nicht einschlagen dürfen. So unschuldig, meine ich, ist Stampfer Volkszeitung". Die Leipziger Boltszeitung" glaubt allerdings, ihr Parteivorstand wenden, damit die Remedur schaffen. Er hätte aber nicht, daß er dies nicht selber gewußt hätte, und daß er sich nicht stehe ein Aufsichtsrecht zu. Aber sie ist kein Aufsicht führendes nicht gleich an die Deffentlichkeit gehen brauchen. Man scheint sich genau feiner Handlung bewußt sein mußte. Wenn er vermeiden wollte, Organ der Partei. Das Recht, das sie beansprucht, kann jedes in Berlin nicht mehr anders interessant machen zu können, als daß daß wir in eine so unangenehme Diskussion hineinkommen, dann wäre man die Partei in dieser pfäffischen Art und Weise angreift. Unsere der Weg, den Genosse honrath vorgeschlagen hat, der richtige Formen annehmen, die das Parteigefühl und die parteigenössische andere Parteiblatt für sich beanspruchen. Wenn solche Diskussionen Agitation in der Provinz leidet am meisten darunter. Darum bitte gewesen, nämlich, daß der Preßkommission und dem Parteivorstand ich sie, dafür zu sorgen, daß denen der Mund mehr gestopft wird, das Material unterbreitet worden wäre. Und wenn diese dann zu Ehrlichkeit verlegen, dann machen unsere Genossen jedesmal dadie den Beruf fühlen, immer an der Partei herumzudoktern.( Leb- einem Resultat gekommen wären, das ihm, Stampfer, nicht be- gegen Front. Mag das auch noch so sehr von dem guten Willen hafte Zustimmung.) hagte, dann hätte er weiter gehen können. Dieser Weg, der den diftiert sein, der Partei zu dienen, die Genossen empfinden das Schädliche eines solchen Vorgehens, sie sind der Meinung, es Parteigenossen vorgeschrieben ist, gilt ebenso für die Schriftsteller. Genosse Kolb hat gesagt, es komme nicht mehr darauf an,( Lebhaftes: Sehr richtig!) Wir haben keine Parteigenossen, die ist besser, wenn mal ein Parteischriftsteller ein vermeintliches oder wirkliches Unrecht verkneift, als daß er die ganze was gesagt werde, sondern wer etwas sage. Allerdings ist es über dem Organisationsstatut stehen.( Erneute Zustimmung.) Partei zum leidenden Teil macht.( Sehr gut!) Wenn nach dieser ganz gleich, was der„ Vorwärts" fagt. Wenn es nur der„ Vor- Braun hat gemeint, ich hätte dem Genossen Stampfer Richtung die Debatte über den Vorstandsbericht eine gute und heilmärts" sagt, so wird es sicher nicht den Beifall, des Karlsruher bitter unrecht getan und es wäre auch eine Fälschung gefame Wirkung ausübt, so ist sie nicht umsonst gewesen. Hoffen wir, Bollsfreund" und Kolb 8 finden.( Schr richtig!) Genosse Kolb müßte wesen, daß ich nicht vorgebracht hätte, daß Stampfer daß der Streit nicht nach dem Parteitag mit ungeschwächten Kräften doch wissen, daß die Zahl der Parteigenossen nicht gering ist, die mit der ersten Stelle des" Vorwärts" einverstanden gewesen weitergeführt wird, sondern daß Ruhe eintritt, damit wir unsere gerade ihm und dem Starlsruher Volksfreund" eine ganz un fei. Ich bin ja nicht der berufene Interpret der Anschauung Tätigkeit den Gegnern gegenüber in voller Straft zu entfalten verbestimmte Haltung in der wichtigen Frage des Massenstreiks vor- Stampfers, doch habe ich ausdrücklich erklärt, daß der sachliche mögen.( Lebhafter Beifall.) werfen. Die Haltung Kolbs in dieser Frage nach dem Amsterdamer Standpunkt Stampfers nicht hierher gehöre; das, worauf es Kongreß und seine gegenwärtige Haltung vertragen sich ganz und ankam, waren Fälschungen, die gemacht worden sind, und deshalb führungen zu machen hat und daß die Mittagspause bevorsteht, erst gar nicht miteinander. Ueber das Auftreten des Genossen Alberti mußte ich mich einzig und allein darauf beschränken. Num fagt habe ich mich gewundert. Als er vor zwei Jahren in Berlin tätig Braun und das ist dasselbe, was Stampfer dem Vor- am Nachmittag das Schlußwort ergreifen. war, hat man von seiner oppositionellen Stellung gegen den Vor- wärts" erwidert hat- Mein Artikel enthält so und so viel Zitate Zu einer persönlichen Bemerkung erhält sodann Stampfer das wärts" nichts gemerkt. Wenn er sagte, uns, die wir draußen in der aus dem Vorwärts", und Ihr habt nur einen Teil derselben Wort: Agitation stehen, wird das Leben so außerordentlich schwer gemacht erledigt. Ich kann mich nicht in den Gedankengang Brauns Zunächst möchte ich feststellen, daß dieser Artikel in feiner Weise durch den Vorwärts", so mag es ja sein, daß er das vor zwei hineinversetzen. Als ob die vorgenommenen Fälschungen dadurch Kollektivarbeit ist. Er entsprang völlig meiner eigenen Initiative. Jahren noch nicht merken konnte. Damals war feine Haupt- abgeschwächt werden, daß auch andere ehrliche Stellen vorkommen! Weiter will ich sagen, daß der Weg, der mir angegeben wurde, zu den tätigkeit das Auftreten in Kunſtabenden und seine wirksamste Rolle war( Sehr richtig!) Der„ Vorwärts" hatte damals eine ganze Seite darauf Instanzen zu gehen, für mich nicht gangbar ist, weil ich als Journaliſt die Vorführung von Mag und Moris.( Heiterkeit.) Wenn man sagt, verwendet, um nur einen Teil der Fälschungen nachzuweisen und ich freie Stritik üben muß. Ich hätte wie ein Revolverjournalist gehandelt, der„ Vorwärts" liefere Material für die Pfaffen, so sage ich, daß bin deshalb hier so vorgegangen, weil ich aus dem Material, das wäre ich vor den Parteivorstand getreten und hätte gesagt:" Ich habe gerade der Stampfersche Artikel vom Reichsverband und von den der Vorwärts" vorgelegt hat, die Ueberzeugung gewonnen habe, Material und werde es veröffentlichen, wenn ihr meinen Willen Pfaffen genügend ausgenügt wird.( Sehr richtig!) Man sollte daß hier eine Absicht in der Fälschung vorliegt. Ich wollte nicht nicht tut." " " Gerisch wird mit Rücksicht darauf, daß er längere Aus Maden den Parteiblättern zur Verfügung stellt. Die Anträge 8, 131,1 und| kann, daß sie sich die Hände binden läßt, wenn es auf die Abführt hierauf in seinem Schlußwort zu dem Bericht der Kontroll- 139, die die Vermehrung des Parteivorstandes um zwei Sekretäre ſtimmung ankommt. Ferner hätte im Fraktionsbericht die verschiedene tommission aus: Der Genosse Hofmann hätte gewünscht, daß die wünschen, werden abgelehnt. Dagegen wird beschlossen, Stellungnahme der Fraktion zur Tantiemensteuer motiviert iverden Kontrollkommission zu einer prinzipiellen Festlegung der Streitfälle, daß der Parteivorstand Sekretär vermehrt wird. müssen. Fuchs- Straßburg: um einen = die zwischen Partei und Gewerkschaften vorgekommen sind, gekommen Das Anfangsgehalt soll 3600 Mark betragen, es sei denn wäre. Uns wäre das auch recht gewesen, aber die Kontroll- daß der Gewählte in seiner bisherigen Stellung schon ein gleiches Es wäre erwünscht, daß die Fraktion die elsaß- lothringischen kommission hat diese Fälle nur nach den vorgelegten Akten zu prüfen Gehalt hatte, in welchem Falle die Höhe des Anfangsgehalts mit Berhältnisse etwas mehr berücksichtigen möchte, so lange wir und danach zu entscheiden. Grimpe hat gemeint, daß die Kontroll- dem Parteivorstand und der Kontrollkommission vereinbart wird. feinen eigenen Vertreter von Elsaß Lothringen im Reichstage tommission wohl andere Motive gehabt habe bei Prüfung seiner Singer: Ich bemerke, daß es zur Austellung von Hülfskräften haben. Speziell sollten die Arbeitsverhältnisse der dortigen EisenbahnAngelegenheit. Wir haben, nachdem uns das Material vorgelegt eines Beschlusses des Parteitages nicht bedarf, da der Parteivorstand arbeiter, deren Koalitionsrecht so brutal unterdrückt wird, mehr bes worden war, die Sachlage geprüft und nur das eine mag diese Befugnis bereits hat. Wir haben nur geglaubt, die Sache sei rücksichtigt werden. Für den Antrag 50, der den Tadel wegen Teilmir unterlaufen sein, daß ich gesagt habe, daß er das Geld wichtig genug, um sie dem Parteitage zur Kenntnisnahme zu unter- nahme an der Weinprobe ausspricht, sind wir ja nicht( Heiterkeit), nicht von der Parteikasse, sondern von den jetzigen Blättern in breiten; da sich kein Widerspruch erhoben hat, ist ein besonderer Be- wir wünschten nur, daß man nicht nur für die elsässischen Weine, Dortmund und Köln verlangt habe. Darin habe ich mich aber so- schluß darüber nicht nötig.( Zustimmung.) sondern auch für andere elsässische Verhältnisse Interesse beweist. fort auf den Zwischenruf des Genossen Gerisch hin korrigiert. Die Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. ( Sehr gut!) Kontrollkommission wird sich damit einverstanden erklären, daß zu- Dreesbach übernimmt den Vorsitz. Es folgt Punkt 3 der TagesHoch- Hanau: nächst diese Angelegenheit or Sie Neunerkommission überwiesen wird. Hierauf wird die Weiterberatung vertagt auf nachmittags Uhr. Eine Reihe von Begrüßungstelegrammen kommt noch zur VerYesung, darunter ein solches vom allrussischen Bauernbund im Namen der revolutionären russischen Bauern.( Bravo!) Schluß der Vormittagssigung 12½ Uhr. Nachmittagssigung. Den Vorsitz führt Singer. Gerisch erhält das Schlußwort sum Kassenbericht: " ordnung: Bericht der parlamentarischen Frattion. Dazu liegen folgende Anträge vor: Auch ich war der Ansicht wie der Referent, daß unsere Fraktion gegen das Hülfstassengesetz stimmen werde. Nun hat aber Genosse Fräßdorf eine Erklärung abgegeben, welche darauf schließen läßt, 47. Heidenheim: Die Reichstagsfraktion soll im Reichs- daß die Fraktion unter gewissen Umständen für den Gefeßentwurf tage einen Antrag einbringen, wonach die Mannschaften des stimmen werde. Dies begründete er damit, daß die dem neuen Beurlaubtenstandes für den Tag der Kontrollversammlung, nach- Gesetz entgegengebrachten Befürchtungen teilweise zerstreut seien. dem sie sich für den ganzen Tag als Soldat zu betrachten haben, es jei nicht zu erwarten, daß die Behörden die Hülfskassen zu Tode Anspruch auf Löhnung, volle Verpflegung und etwaige Marsch- rechnen würden. Nun ist dies aber durchaus nicht das wesentliche kompetenzen zu beanspruchen haben. Bedenken gegen den Entwurf. Entscheidend ist vielmehr, daß die 48. Hamburg II: Der Parteitag möge beschließen: Der Rassen unter die unbeschränkte Vormundschaft der Behördon gestellt Parteitag mißbilligt entschieden die schlechte Besetzung der Fraktion werden. So lange diese Bestimmungen in dem Entivurf bleiben, anläßlich der Besprechung der Interpellation des" Borussia"- muß die Fraktion gegen den Entwurf stimmen. Das wichtigste ist Unglücks im Reichstage, wodurch die erstmalige Besprechung ver- eben, daß die Fraktion vor den Sommerferien zu diesen und anderen hindert wurde. Ferner weist der Parteitag auch darauf hin, daß wichtigen Entwürfen gar feine Stellung genommen hat. Ebenso die Anwesenheit der Fraktionsmitglieder in vielen Fällen, auch bei steht es in bezug auf den Entwurf für das Baugewerbe, bei dem der Beratung des„ Etats des Jnnern" sehr viel zu wünschen übrig es sich um eine wichtige Aktion für den Bauarbeiterschutz handelt. ließ, was bei der Wichtigkeit dieses Etats für die Arbeiterschaft Hier mußte durch eine Massenaktion das Zentrum gezwungen werden, entschieden zum Nachteil ist. sein Versprechen, die Vornahme der Bautenkontrolle durch Beamte aus den Reihen der Arbeiter einzuführen, endlich erfüllen. Fraktion schließt sich zu sehr im Parlamente ab und hält nicht die nötige Fühlung mit der großen Masse der Arbeiter aufGerade in der Sozialpolitik ( Sehr richtig!) räche und Partei genügend sich, daß nicht Gewerkschaften und zusammenarbeiten. 4 Auch beim Heimabeiterschutz hätte Die man 49. Berlin III. Der Parteitag bedauert auf das lebhasteste die schwache Besetzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion anläßlich der" Borussia"-Interpellation, durch die eine Es wird erwartet, daß recht. sofortige Besprechung unmöglich wurde. bei späteren Zuterpellationen unsere Fraktion so vertreten sein es wird, daß ein ähnliches Vorkommnis ausgeschloffen bleibt. 50. 3. Hamburger Wahlkreis( Distrikt Hamm). Die die durch die Heimarbeiterausstellung herbeigeführte besonders Genossen ersuchen den Parteitag, Stellung zu nehmen zu der günstige Situation für einen praktischen Fortschritt ausnitzen müssen. Teilnahme von Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion an Ich habe das Empfinden, daß das richtige Zusammenarbeiten in der der Weinprobe im Reichstage. Sie erachten es als nicht der Fraktion nicht mehr vorhanden ist. Ich bin der Ansicht, daß es gut Würde und den Aufgaben unserer Abgeordneten entsprechend, wenn war, dies hier zur Sprache zu bringen, um unserer Fraktion ein diese sich zu Reklamezwecken mißbrauchen lassen. wenig das Gewissen zu schärfen. Ich hatte die Absicht, mich über den ungenügenden Juhalt des Berichtes zu beschweren. Da ich aber gehört habe, daß der Berichterstatter durch Krankheit behindert gewesen sei, den Bericht weiter auszuführen ,, so sage ich kein Wort weiter. Indes hoffe ich, daß meine Worte den Anstoß geben werden, daß der Bericht beim nächsten Male reichhaltiger wird. Scheibe- Dortmund: 51. Genosse och hanau. Die Reichstagsfraktion auf zufordern, ihre Zustimmung zu dem Entwurf gegen die freien Hülfskaffen nicht zu geben. Steuern zu beseitigen; aber Daß die Es sind verschiedene Wünsche vorgebracht, auf die ich eingehen muß. Eine Reihe von Genossen war durch die Statistik nicht befriedigt, aber allzu sehr können wir dabei nicht spezialisieren. Peirotes meinte sogar, ich hätte nicht die volle Wahrheit gesagt. Die Darlehen habe ich natürlich überall mit angegeben, denn sonst wäre mir wieder vorgeworfen, daß der Bericht nicht vollständig sei. Leinert hat den Parteivorstand sogar als so eine Art Wucherinstitut hingestellt. Er meinte, wir nehmen gepfefferte Zinsen.( Heiterfeit.) Nein, wir sagen den Genossen immer: Wenn ihr Zinsen bezahlen könnt, müßt ihr es tum, sonst laßt es bleiben."( Leinert: Das ist uns nicht gejagt!) Das ist doch ganz selbstverständlich. Es ist doch nicht unbillig, wenn wir von den Parteigenossen, die dazu in der Lage sind, Zinsen verlangen.( Sehr wahr!) Ein Klassenparlament wollen wir nicht werden; im Gegenteil, ich will verhindern, daß die Dinge einen solchen Verlauf nehmen, daß wir zur Klassifizierung kommen. Wenn wir verlangen, daß die einzelnen Genossen die Partei dauernd finanziell unterstützen, so müssen wir das Gleiche auch von den Organisationen fordern. Auf allen Provinzialparteitagen kann der Vorstand nicht vertreten sein, das ist einfach unmöglich; aber überall, wo es sich um wichtige Dinge handelt, informieren wir uns sehr genau. Ich selbst bin voriges Jahr zu diesem Zweck Alle diese Anträge werden ausreichend unterstützt. 5 Wochen von Ort zu Ort gezogen und habe dem Vorstand sehr Große Heiterfeit erweckt die Unterstützung des Antrages 50. genauen Bericht erstattet. Alle Wünsche kann man selbstverständlich Berichterstatter Schöpflin: Die Tätigkeit der Fraktion wurde vor nicht befriedigen. Denn Hallensern kann ich es nachfühlen, wie sie allem in Anspruch genommen durch die Reichsfinanzreform, die Mit Recht hat Schöpflin gesagt, daß es den bürgerlichen Parteien empört waren, daß sie einmal vor die Klinge genommen wurden. Kolonialforderungen und die Militärpensionsgesetze. Bei der Neichs- zu verdanken sei, daß unsere Sozialreform auf den Hund gekommen Ich habe aber gesagt, dajz es an anderen Drten finanzreform hat die Partei versucht, durch Anträge auf Reichs- ist. Das dürfte die Ursache mit sein, daß gerade jezt über die ebenso ist wie in Halle. Ich habe früher keine Namen vermögenssteuern usw. die Finanzen des Reiches auf eine Versäumnisse der Fraktion bei der" Borussia"-Affäre so heftige angeführt. Das hat nichts genutzt. Dann bin ich deutlicher gesunde Basis zu stellen, bor auch die in Worte gefallen sind. Es ist lediglich der Entschuldigung Schöpflins geworden, die Wirkung war wieder gleich Null. Da mußte ich end- direkten Zolltarifmehr zu verdanken, daß hier nicht noch erheblicher über die Fraktion zu lich Namen nennen. Die Hallenser müssen sich damit trösten, daß heit setzte allen unseren Verbesserungsanträgen ein Nein" Gericht gesessen worden ist. Tatsächlich handelte es sich darum, daß sie das Opferiamm gewesen sind, das für die ganze Partei bluten entgegen. Die Fraktion hat dann versucht, wenigstens die übrigen die Fraktion nicht stark genug anwesend war, um die Besprechung mußte.( Heiterkeit.) Ich habe absichtlich die Hallenser genannt, den Massenkonsum belastenden Steuern wie die Brauftener zu Fall der Interpellation durchzusetzen. Bedauerlich ist es, daß unsere weil die sich noch am ehesten wehren können. Ich habe mir schon zu bringen. Es ist ihr nicht gelungen. Die Folge ist wieder eine Fraktion es nicht für notwendig gehalten hat, dafür Sorge zu tragen, vorgenommen, einmal alle die Orte, die nicht zahlen, obwohl sie große Belastung der breiten Vollsmassen, Bei der Kolonialpolitik daß bei der Besprechung unsere Leute auf ihrem Plage waren. Wenn es fönnen, in die Liste aufzunehmen und lauter Nullen dahinter haben wir nicht mir die ungeheuerlichen Mißstände, die zutage ge- man aber die Entschuldigungsgründe hört, muß man zu einem anderen zu sehen, damit sie für alle Zeiten protokollarisch festgelegt sind. treten sind, gegeißelt, sondern auch unsere prinzipielle Stellung Urteil kommen, als es sonst der Fall gewesen wäre. Aber ich muß doch Ich habe aber Gewissensbisse bekommen und es wieder gelassen. nahme zu der Kolonialpolitik überhaupt wieder betont. Die fragen, ob es denn der Fraktion so ganz unerwartet gekommen ist, Ehrhart hat mich mißverstanden. Es ist mir nicht in den Gründe, die uns veranlaßten, gegen das Offizierspensionsgesetz wie die Sache hier hingestellt wird. Es wäre vielleicht die MöglichSinn gekommen, jemals in bezug auf die Finanzen Konzessionen zu zu stimmen, sind im Berichte näher dargelegt. Das Mannschafts- feit vorhanden gewesen, wenn man etwas mehr auf dem Posten machen, das widerstreitet der innersten Natur jedes Kassenmenschen. pensionsgesetz haben wir vergebens versucht, wesentlich zu verbessern. gewesen wäre und nicht so viel Vertrauen in die Regierung und in ( Heiterkeit.) Nun hat sich Ehrhart gewundert, was mich denn lleberhaupt ist auf dem Gebiete der Sozialpolitik so gut wie nichts die bürgerlichen Parteien gefeßt hätte. Man mußte sich von vorneigentlich veranlaßt hat zu meinem Vorgehen gegen die Bayern. geleistet. Die bürgerlichen Parteien sind der Meinung, die Kompott- herein darüber klar sein, daß die bürgerlichen Parteien bei dieser Das ist außerordentlich einfach zu erklären. In dem Hefte der schüssel fei geffillt, und diesem Widerwillen der bürgerlichen Parteien Gelegenheit unsere Fraktion im Stich lassen würden. Neuen Gesellschaft", das gestern hier verbreitet worden ist und gegenüber, weiter ernsthafte Sozialpolitik zu treiben, haben wir uns Fraktion trotz alledem so lag gewesen ist, verdient entschieden unseren das nebenbei gesagt die bösartigsten Angriffe gegen Partei und darauf beschränken müssen, beim Etat des Reichsamt des Innern Tadel, und wir Dortmunder haben in der Richtung Stellung geParteivorstand enthält, steht ein so schöner Artikel über die ver- auf das entschiedenste die wichtigsten sozialpolitischen Forderungen nommen, daß wir unsere Stimmung in einer Protestresolution zum schiedensten Arten der Zuneigung, daß ich es schöner gar nicht der Arbeiter zu vertreten. Im übrigen verweise ich auf den Ausdruck gebracht haben. Schöpflin hätte diese Resolution in seinem fagen tönnte: Die eine Liebe will die Fehler des Bericht. Die Fraktion hat ihre Aufgabe, für des Volkes Berichte mit erörtern können. Wer die Westfälische Volkszeitung" und die Interessen der Arbeiter Freundes verkleistern, das ist die falsche Liebe; die andere, richtige Wohl Reichstage gelesen und gesehen hat, wie unerhört über die Fraktion hergezogen Liebe sucht die Fehler nur auf, um sie abzustellen, damit die zu wirken, voll und ganz erfüllt. Den Antrag 47 bitte ich worden ist, der weiß, wie man gerade diesen Anlaß dazu benutzt Tugend sich desto besser entfalten kann. Nun, aus dieser Liebe Sie der Fraktion zu überweisen. Was den Antrag 48 be hat, zu zeigen, daß da wo es sich darum handelt, solch heraus habe ich mir die Bayern einmal vorgenommen.( Heiterfeit.) trifft, so ist jener Vorgang bei der" Borussia"-Interpellation von erschütternde Dinge zu besprechen, unsere Fraktion nicht am Daß diese Zuneigung ganz ehrlich gemeint ist, kann ich dem Genossen niemand mehr bedauert worden als von der Fraktion. Aber ich Blaze ist. Daß man dem Zentrum im Rheinland diese Franz damit beweisen, daß ich ihm die Entrüstung verzeihe, in der bitte Sie, den Antrag nicht anzunehmen. Das Vorkommnis ist Waffe in die Hand gegeben hat, hat unserer Parteitasse er mir die schofelsten Motive für mein Vorgehen unterschoben hat, verursacht worden durch eine Reihe von Zufällen; ein auch nur 12 000 M. gekostet, und ich hätte gute Lust, diese 12000 M. der als er gemeint hat, daß der Vorstand selber ein großes Schuld- fahrlässiges Versehen der Fraktion liegt nicht vor. Lassen Sie es Fraktion aufzubürden.( Heiterkeit.) Ich möchte doch an die Fraktion register habe und nur deswegen so um sich haue. Im übrigen aber genug sein mit den Angriffen in der Presse und mit den Anträgen die Frage stellen, ob unsere Fraktion bei der Weinprobe ebenso lay sieht es mit der Ludwigshafener Geschäftserrichtung durch die selbst.( Bebel: Sagen Sie es doch, wie es kam!) Es tagten gewesen ist wie hier.( Heiterteit.) Für uns im Ruhrbecken ist die bayerischen Genossen genau so, wie Ehrhart gestern ausgeführt hat, an jenem Tage viele Kommissionen, die bis zum Beginn des Frage heute erledigt, weil die Sache eine andere Wendung genommen und ich stehe nicht an zu erklären, daß der bayerische Geschäfts- Reichstags dauern. Bis zum Beginn des Referats des Genossen hat, hauptsächlich durch die Reden unserer Fraktionscedner im Reichsanteil, den ich trage, mir immer der liebste gewesen ist, Bömelburg waren die meisten Essen gegangen, und als nun tage und durch die lare Stellung des Zentrums im Landtag, sodaß weil ich vor der Gesamtpartei dabei nichts zu verantworten ganz unerwartet die Beantwortung der Interpellation abgelehnt die Frage für uns nicht mehr brennend ist. Aber in Zukunft müssen habe. In den anderen Fällen, wo ich Firmeninhaber oder wurde, waren noch nicht genug Abgeordnete unserer Fraktion derartige Dinge verhindert werden, und wenn notwendig, muß der Mitinhaber bin, ist es nicht so geweien; da hat der anivefend.( Sue: Die Nationalliberalen haben dagegen ge- Parteitag nach dieser Richtung hin sein Votum abgeben. Der An Firmenträger und Buchdruckereibesizer Gerisch beim Kassierer Gerisch stimmt; sonst wäre die Besprechung trotzdem beschlossen!) trag 48 bedeutet eine etwas zu große Härte, wenn man die ganzen manchmal bös in der Kreide gestanden.( Hört! hört! und Heiterfeit.) Danach bitte ich Sie also, die Anträge 48 und 49 abzulehnen. Den Umstände ins Auge faßt, aber wenn Sie Antrag 48 annehmen Aber was wollten wir denn machen, das Parteiinteresse erforderte Antrag 50 kann man nicht ernst nehmen. Bisher hat die Fraktion wollen, dann nehmen Sie auch Antrag 49 an. Genosse Hue wird es, daß wir uns der Bewegung in den großen Industriezentren an- noch immer selbst gewußt, was der Würde der Partei entspricht. Ich zwar dann sagen, die Sache sei von uns zu schwarz angesehen nahmen. Die Schwierigkeiten der Entwickelung waren für die Presse balte es für selbstverständlich, daß diefer Antrag abgelehnt wird. worden, aber die Dinge liegen so, daß diejenigen, die Sonntag für immens, die inneren Parteiverhältnisse an manchen Orten trostios, Bu Antrag 51 fann ich nur erklären, daß, soviel ich weiß, die Fraktion Sonntag in den Dörfern draußen agitieren, die Stimmung im Volfe da konnte nur die Gesamtpartei mit ihren starken Mitteln die Sache gegen das Hülfstassengesetz stimmen wird. besser kennen. Hue kennt die Stimmung im Ruhrbecken nicht. vorwärts bringen; allerdings die Verantwortung dafür, daß die Die Diskussion wird eröffnet. ( Lachen.) Ich wollte mit diesen Ausführungen ihm im vornherein vielen Zehntausende, die hingegeben wurden, im Interesse der Partei die Waffe aus der Hand schlagen und bitte Sie nochmals, den AnSegen stiften würden, mußte ich persönlich tragen. Diese VerHoffmann- Hamburg trag 49 anzunehmen. Die Fraktion aber bitte ich, etwas mehr unter antwortung hat mir manchmal bittere Stunden und schlaflose spricht zu den Anträgen 48 und 49. Der Genosse Schöpflin hat das Volt zu gehen.( Beifall.) Nächte bereitet. Diese Sorgen haben mir die Ludwigshafener den Zufall als Entschuldigungsgrund angeführt. Das war aber nicht gemacht.( Heiterkeit.) So sehr ich bereit bin, die gerade das Tadeluswerte, daß die Genossen bei einer so wichtigen übrigen Geschäftslasten, nachdem alles sich so gut Angelegenheit nicht früher anivesend waren. Sie kennen doch die Wenn Scheibe fagt, die schwache Besetzung der Fraktion bei der entwickelt hat, abzulegen, bayerischer Firmenträger werde ich trotz Gegner und mußten erwarten, daß die Besprechung abgelehnt wurde. Beratung der Borussia"-Interpellation habe uns 12 000 m. ge alledem noch bleiben, wenn die Bayern mich noch haben wollen. Von den Gegnern werden solche Vorgänge natürlich noch verdreht kostet, die eigentlich die Fraktion bezahlen müßte, so möchte ich ihn ( Große Heiterkeit. Lebhafter Beifall.) Ich habe wiederholt anderen und uns in der Agitation alle Augenblicke vorgehalten. Ich darf zuerst einmal bitten, das, was er uns durch seine Rede verdorben Genossen die Pfälzer als Muster hingestellt, die erst das nötige erwarten, daß sich ein solcher Vorgang nicht wiederholt. hat, aus seiner Tasche zu zahlen.( Sehr gut.) Scheibe hätte sich Geld zur Gründung eines Blattes aufgebracht haben. Nachdem ich mit der fachlichen Darstellung von Schöpflin zufrieden geben sollen, die bayerischen Genossen so oft hinter ihrem Rücken gelobt habe, umsomehr, als er auf einer Stonferenz von Parteifunktionären anglaube ich, ihnen auch mal ins Gesicht einen Tadel aussprechen zu In der Borussia"-Affaire hat Schöpflin um mildernde Um- wesend war, wo man sich mit Rücksicht auf die Lage im Ruhrrevier Dürfen.( Heiterfeit.) Es ist nicht richtig, daß Halle niemals die Hülfe wohl zubilligen. Aber bei der Steuerdebatte haben wir den nötigen Scheibe stände gebeten. Die können wir in diesem Falle der Fraktion geeinigt hat, über diese Sache nicht mehr zu sprechen.( Hört! hört!) der Partei in Anspruch genommen hat; allerdings ist alles zurück- Schwung vermißt. fagte, ich fenne die Stimmung im Nuhrrevier Außerdem herrschte eine unverständliche nicht, während er selbst anscheinend nicht einmal die gezahlt. Ich hoffe, daß die gestrige Aussprache der Partei zum Vorteil unsicherheit in der Haltung der Fraktion bei der Stellung zur Stimmung derer kennt, Sch hoffe, daß die gestrige Aussprache der Partei zum Vorteil Tantiemesteuer. Man hat nicht den Grundsatz eingehalten: diesem Streise zusammengesessen hat. mit denen er im vertrauten gereicht. Wir mußten einmal zu diesen Dingen prinzipiell Stellung System feinen Mann und keinen Groschen. Die Freifinnigen waren annehmen, daß die Regierung die Interpellation beantworten würde, hat.( Sehr richtig!) Wir mußten nehmen, damit uns nicht hinterher Vorwürfe gemacht werden. In der„ Neuen Gesellschaft" wird ja schon gesagt, daß der Vorstand es uns manchmal voraus; so blieb es ihnen vorbehalten, einen Antrag zumal, da ein Vertreter des preußischen Handelsministers anwesend so darstellt, als ob alles in bester Dronung ist. Wir Männer der auf Reichseinkommensteuer einzubringen. Ganz unverständlich war war. Die Sigung wurde sehr pünktlich eröffnet. Das Haus war Neuen Gesellschaft" mit der zoitigen Mannesbrust( Heiterkeit.) vir sondern sich auf ein Stompromiß mit den bürgerlichen Parteien ein- plöglich entschlossen haben, die Interpellation nicht zu beantworten. es mir, daß die Frattion feine Anträge zum Mannschaftsgefey stellte, schwach besetzt, und infolgedessen wird die Regierung sich wohl find die wirklichen Genossen, die Kritik üben. Da bin ich ihnen doch lieber einen Positag zuvorgekommen. Besser ich seye mich mit gelassen hat. Wenn derartige Abmachungen getroffen werden, ver- Gs stimmt nicht, daß unsere Frattion an dem Tage überhaupt nicht den Genossen auseinander, als andere. Wir verständigen uns nachher liert die Tribüne des Reichstages ihre Bedeutung, die sie jetzt für start vertreten war. Eine Stunde nach Eröffnung der Sitzung schon wieder, und ich zweifle nicht, daß die Aussprache gute Früchte uns hat. In Zukunft gibt es im Reichstag Diäten. Da steht zu waren genug sozialdemokratische Abgeordnete da. Daß die Interzeitigen wird.( Beifall.) erwarten, daß die bürgerlichen Parteien Sonnabend und Montag pellation nicht besprochen wurde, verdanken wir in erster Linie den immer sigungsfrei haben wollen und, daß es dann nicht Nationalliberalen, die den Antrag auf Besprechung nicht unterstützten, Es wird zur Abstimmung geschritten. Zunächst wird dem Vor- ausgeschlossen sein wird, daß Abmachungen getroffen werden, um obwohl unter ihnen Leute sind, die Bergindustriegebiete vertreten. stand und der Kontrollfommission Decharge erteilt. Der Antrag die Partei zu verhindern, Anträge zu den Gesezen einzubringen. Das Zentrum brauchen wir ja nur an die Mitteilung der Grimpe, seinen Fall zur nochmaligen Prüfung einer Kommission zu Da muß vom Parteitage ganz entschieden ausgesprochen werden, Kölnischen Volkszeitung" zu erinnern, wonach diese Fraktion in überweisen, wird abgelehnt. daß solche Abmachungen von unseren Parteigenossen nicht gebilligt der Regel so schwach vertreten sei, daß nicht einmal ein formeller Der Antrag Mainz, daß der Bericht des Parteivorstandes, der werden. Ich will ja zugeben, daß wir draußen die parlamentarische Fraktionsbeschluß zustande kommen könne. Ich stelle das fest weiblichen Vertrauensperson und der Reichstagsfraktion in Zukunft Bragis zu wenig fennen, sonst würde uns vielleicht das eine oder angesichts der Verdächtigungen, die vom Zentrum gegen uns gesämtlichen Parteiblättern beigelegt wird, gelangt mit der Ein- andere in anderem Lichte erschienen sein. Aber das muß verlangt schleudert werden, als ob wir unsere parlamentarischen Pflichten schränkung zur Annahme, daß der Parteivorstand nur die Matern werden, daß unserer Fraktion nicht der Vorwurf gemacht werden schlecht erfüllen. Nachträglich, im Anschluß an die Courrières- Affäre, Leinert- Hannover: " Hue- Bochum: Zur Borussia"-Affäre nur einige Worte. Schon der Referent hat erklärt, daß die gesamte Fraktion die unglückseligen Umstände, die er schilderte, bedauert. Die Fraktivn hat auch in ihrer nächsten Sigung diesen Gegenstand zum Anlaß einer Debatte gemacht. Es ist in der schärfsten Weise das Fehlen so vieler Genossen gerügt worden und es ist der Beschluß gefaßt, daß, wenn fünftig ähnliche Vorgänge zu erwarten sind, der Fraktionsvorstand die fehlenden Fraktionsmitglieder telegraphisch einzuladen habe. Danach baben Sie wohl die Gewähr, daß fünftig derartige Vorgänge nicht mehr vor Tommen werden. Wollen Sie Ihr Bedauern über das Vorkommnis aussprechen, so stimme ich auch dafür, aber zur Mißbilligung liegt fein Grund vor. Stadthagen- Berlin: an Der internationale Kongreß 1907. Hierzu liegt außer der Resolution 144 mur der Antrag 115 vor, aber nicht genügend unterstützt wird. Die Resolution 144 lautet: Der Parteitag fordert die Parteigenossen auf, den im Jayre 1907 zum erstenmal in Deutschland stattfindenden internationalen sozialistischen Arbeiterfongreß zur Befundung ihrer Solidarität mit den Arbeitern aller Länder zu beschicken. Um eine Ueberfüllung des Kongresses deutscherseits zu vermeiden, beschließt der Parteitag, die Höchstzahl der deutschen Delegierten auf 150 Personen festzusetzen, überläßt dem Parteivorstand gemeinsam mit der Kontrollkommission die Verteilung der Mandatszahl auf die Landes- beziehungsweise Provinzialorganisationen und ersucht die Generalkommission der Gewerkschaften, dafür zu wirken, daß die Gewerkschaften auch keine höhere Anzahl Delegierte nach Stuttgart entfenden. Singer. Referent Singer: haten wir übrigens die reichsgesetzliche Regelung der Grubenkontrolle im Plenum keine Anträge mehr zum Pensionsgesetz gestellt tverden Hue: Der Vorredner meint, ich hätte nicht genügend politisch beantragt und dieser Antrag, der der Stimmung aller Bergarbeiter dürften. Die Sache lag so, wir waren am Ende unserer Beratungen, agitiert. Ich stelle fest, daß es im Wahlkreise Bochum nicht einmal entspricht, wurde durch das Zentrum unter Führung von Giesberts die Pensionsgesetze waren Jahr und Tag verschoben worden, das im dritten Teil der Orte möglich ist, Versammlungen abzuhalten, durchkreuzt.( Hört! hört!) Auf den Vorwurf, daß ich die Stimmung Mannschaftspensionsgesetz war eine dringende Notwendigkeit bei den weil das tolerante Zentrum uns systematisch die Säle abtreibt. im Ruhrrevier nicht kenne, brauche ich nicht zu antworten. Aus elenden Pensionsverhältnissen, unter denen Zehntausende und( hört! hört!) meinem Wahlkreise ist mir noch nie vorgeworfen, daß ich meine Aberzehntausende unserer Parteigenossen leiden, die ihr Blut Schöpflin( Schlußwort): Ich habe keineswegs eine Schuld der Pflichten in der Agitation vernachlässige. Von einer großen Er- für das Vaterland haben versprigen müssen, oder im Militärdienst Fraktion zugegeben und um mildernde Umstände gebeten. Das Lob, regung gegen die Fraktion ist im Ruhrrevier nichts zu merken, invalide geworden sind; die Verabschiedung des Gesetzes war also das Leinert den Freisinnigen gezollt hat, trifft nicht zu. Die Freieine solche Animosität zu entdecken, ist das Verdienst von Scheibe auch von unserem Standpunkt aus wünschenswert. Nun sind die sinnigen beantragten zwar eine Bermögenssteuer, aber zur Deckung gewesen. Die Arbeiterschaft im Ruhrrevier, ist mit der Tätigkeit der beiden Gesetze ein so außerordentlich kompliziertes Machwerk, daß der Kosten der Flottenvorlage. Bei den Militärpensionsgesetzen Fraktion durchaus einverstanden.( Sehr richtig.) Auch die Arbeiter, es gar nicht denkbar ist, an irgend einer Stelle einen Stein heraus- haben wir wichtige Aenderungen durchgefeßt. Daß die Fraktion fich die dem Zentrum angehören, haben uns wiederholt ihre Anerkennung zunehmen, ohne daß eine ganze Reihe anderer Bestimmungen im zu sehr abschließt, weise ich zurück. Wir müssen sogar in ganz über unser zielbewußtes Vorgehen im Interesse der Arbeiter aus Gefeß ebenfalls geändert werden muß. Da sagte man sich von außerordentlichem Maße agitatorisch tätig sein, so daß unsere Arbeit gesprochen.( Beifall.) diesem Gesichtspunkt aus betrachtet wollen wir übereinstimmen, im Parlament oft darunter leidet. Die Fraktion hat ihre Schuldig Vebel: feine bestimmten Anträge mehr zu stellen; aber es bleibt jeder feit in vollem Maße getan. Die Debatte hat ja auch gezeigt, daß Partei selbstverständlich überlassen, ihren prinzipiellen Standpunki der Parteitag im allgemeinen damit zufrieden war. Der Antrag 47 wird der Fraktion zur Erledigung überwiesen, dem Gesetze gegenüber flarzustellen, alle die Mängel hervorzuheben, die sie an dem Gesetze sieht, zu proflamieren, welche Verbesserungs- Antrag 48 abgelehnt, Antrag 49 angenommen, Antrag 50 unter anträge sie gestellt hat und überhaupt der breiten Deffentlichkeit ihre großer Heiterfeit einstimmig abgelehnt, Antrag 51 gleichfalls abStellung zu dem Geiez darzulegen. Das ist geschehen. Sollte es nicht in gelehnt. Auf Vorschlag des Bureaus tritt der Parteitag in die Begenügendem Maße nach Meinung der Genossen geschehen sein, dann ratung von Punkt 6 der Tagesordnung ein: bedauere ich das. Aber auf der einen Seite war an eine Aenderung nicht zu denken, auf der anderen Seite sind zur Genüge und in scharfpointierter Weise die Gesichtspunkte entwickelt worden, die wir für der maßgebend erachteten. Den Genossen aus Elias- Lothringen möchte ich erwidern, daß uns jahrelang in der Budgetkommission Dußende von Petitionen aus Elsaß- Lothringen, auch aus der Staatsaber ist ein einziger Wenn Genosse Scheibe ausgeführt hat, die Fraktion habe die verwaltung, zugegangen sind, niemals uns herangetreten. Ausgabe von 12 000 m. verschuldet, so ist diese Anklage von dieser der elsa- lothringischen Bahnarbeiter Stelle aus vor der weiten Deffentlichkeit ausgesprochen doch etwas Wir können jedoch in der Kommission nicht für Dinge von der wir nichts tvissen. Ich kann also ganz unerhörtes.( Sehr richtig!) Es ist beschlossen worden auf eintreten, daß sie dafür Antrag der Parteigenossen des Nuhrreviers, daß der Verhandlungs- uur die elfaß- lothringischen Genossen bitten, bericht über diese Interpellation, die nachher beim Etat des Reichs- forgen, daß die Bahnarbeiter ihre Beschwerden formulieren und an amts des Innern in ausführlichster Weise erörtert worden ist, in uns bringen, und dann können sie versichert sein, daß wir dieselben möglichster Massenhaftigkeit im Ruhrrevier verteilt werden sollte, wahrnehmen werden.( Bravo!) und als wir uns wehrten, die kolossalen Ausgaben, die die Massenherstellung verursacht, allein aus der Parteikasse zu zahlen, haben sich Gewerkschaftsorganisationen bereit erklärt, die Kosten zu tragen, die baß innerhalb der Fraktion niemals eine Weinungsverschiedenheit Nur einige Worte zum Antrag 51. Schöpffin hat bereits erklärt, nachher, ich weiß nicht aus welchen Vorwänden, sich geweigert haben, darüber bestand, daß in der Tat auf das allerschärfste gegen dieses Ich glaube, ich werde mit meinem Referat den Parteitag nicht das zu tun. Daß die Parteikasse die ganzen 12000 M. zu tragen hatte, wäre noch nicht so schlimm, wenn auch bei der Verteilung Gesetz Stellung genommen werden müsse. Ich bedauere, daß fräßdorf übermäßig in Anspruch nehmen. Ich habe die Ueberzeugung, daß ich weiß nicht wodurch verhindert ist, anwesend zu sein. Mit seiner durch meinen Antrag, den Internationalen Kongreß zu beschicken, dieser ungeheueren Masse von Broschüren mit der nötigen Sorgfalt Ebenso vorgegangen worden wäre. Genosse Hoch hat gefordert, daß wir von Schöpflin erwähnten Aeußerung kann er nur gemeint haben, daß absolut keine Meinungsverschiedenheit herbeigeführt wird. namentlich beim Befähigungsnachweis im Baugewerbe eine Massen- einige Bedenken auf rein pefuniärem, finanziellem, bureaukratischem wenig wird darüber eine Meinungsverschiedenheit herrschen, daß, agitation hätten betreiben müssen. Wenn wir bei jeder derartigen Gebiet weggeräumt sind, keineswegs fann er gemeint haben, daß seitdem der Internationale Stongreß beschlossen hat, ein interparlamentarischen Forderung Massenagitation betreiben wollten, irgend welche Hauptbedenken weggeräumt find. Fräßdorf war mit nationales Bureau zu schaffen, um die der Arbeiterklasse aller dann tämen wir gar nicht aus ihnen heraus.( Sehr richtig!) Das mir in der ersten Kommission und hat dort mit aller Energie den Länder gemeinsamen Aufgaben auch international zu behandeln, daschlimme ist, daß, wenn wir einmal Anregungen zu einer solchen Standpunkt vertreten, daß das Gesetz untannehmbar ist. Es handelt durch der Arbeiterklasse aller Länder wesentliche Dienste geleistet Das internationale Bureau hat Massenagitation geben, die Antwort ist:„ Kommt Ihr Ab- sich um ein Gesetz, das die Arbeiterklasse aufs allertiefste berührt. worden sind.( Zustimmung.) geordneten vor ersten Jahre benugen müssen, die Organisation von allem als Redner hin". So sollen wir Angeblich soll es gegen die Schwindelkassen eine Handhabe bieten. die aber keine Rede sein. Den Schwindelkaffen Land Land vereinbaren zu und Bu und zu stärken, während des Reichstages in Berlin unsere Schuldigkeit tun, würde im Gegenteil bei Annahme Gefezes freieste wenn bei Eröffnung des Parteitages mit Freude darauf hingewiesen und zu gleicher Zeit kommt von Hunderten von Orten aus dem ganzen Reiche die Aufforderung an uns, Versammlungen abzuhalten. Bahn geschaffen, und ferner würden die Arbeiter zurückgedrängt werden konnte, daß es gelungen ist, die französischen Genossen zu Das sind zwei Pflichten, die sich nicht mit einander vereinbaren sein auf die Lage, in der sie sich vor 1868 befunden haben. einer Einigung zu veranlassen, wenn ferner in Aussicht gestellt lassen. Außerdem find wir uns in bezug auf die Forderung des Ein ähnlicher Antrag wie der unserige ist früher einmal vom werden konnte, daß auch, die englischen Genossen die Einigung vollBefähigungsnachweises für das Baugewerbe vollständig llar. Wir Zentrum unterstützt worden; jetzt wendeten sich alle übrigen ziehen, und wenn wir zu unserer besonderen Genugtuung gehört haben ein ungeheueres Material darüber, haben bereits genügend Parteien dagegen, erklärten, die Forderung sei eigentlich selbstver- haben, daß auch in Rußland die verschiedenen Gruppen sich zuStellung genommen, und es find bereits die Redner bestimmt, die ständlich, indessen müsse man zu der Regierung Vertrauen haben. fammengeschlossen haben,( Beifall.) dann müssen wir der Tätigkeit dazu zu reden haben. Wie ich betonen will, gibt es keinen einzigen Ich bezweifle aber nicht im geringsten, daß das Hülfskaſſengesetz des internationalen Bureaus und des Erekutivkomitees und seiner sozialreformatorischen Vorschlag, für den nicht zwei und drei Redner nicht nur den Zweck hat, den Krankenkassen die Selbstverwaltung zu Sekretäre den Hauptanteil an diesen erfreulichen Erfolgen zuschreiben, von der Fraktion bereits vorgemerkt sind, die sich also darauf vornehmen, sondern auch den Gewerkschaften, denen Sozialdemokraten und wir können nur dankbar diese Tätigkeit hinnehmen, weil auch bereiten fönnen. Speziell der Heimarbeiterschußentwurf tommt, wie angehören, Schwierigkeiten zu bereiten, sie als nicht gestattete Ver- wir gewillt sind, die internationale Solidarität, die Brüderlichkeit der Präsident versprochen hat, im Winter in erster Linie an die ſicherungsvereine zu erklären usw. Ich würde es dankbar begrüßen, der Arbeiterklasse der ganzen Welt nachdrücklich zu unterstützen und fann wenn Sie erklären, daß ein derartiges Ausnahmegesetz selbst zu fördern. Das Proletariat hat die Gründung des interReihe. Es ist unrecht, wenn Genosse Hoch- er es ja nicht wissen behauptet, es sei auch in der Heim- verständlich abzulehnen ist.( Bravo!) Ich will nur auf einige Punkte nationalen Bureaus nicht nur nicht zu bedauern, sondern wir erfreulicherweise von Erfolgen berichten.( Beifall.) arbeiterfache von seiten der Fraktion ungenügendes geschehen. eingehen, die Ihnen zeigen, von welchem antifozialem Geiste diese können Wenn je der Fraktion ein ungerechter Vorwurf gemacht Novelle durchdrungen ist. Es soll den Krankenkassen danach nicht Die Tätigkeit des internationalen Bureaus wird ja auf dem Stutt worden ist, dann durch diese Behauptung. Die Heimarbeiterfache gestattet sein, Versammlungen zu beschicken, die über Prophylage be- garter Internationalen Kongreß zur Kenntnis aller Beteiligten gehat die Fraktion seit zwei Jahren beschäftigt. Wir haben nicht raten; bei Gewährung der erforderlichen Hebammendienste soll keine bracht werden. Soweit es möglich war, hat ja auch unsere Parteiweniger wie drei Gefeßentwürfe beraten. Wir haben Kommissionen freie ärztliche Behandlung, Familienunterstützung usw. gewährt presse von den Tagungen des internationalen Bureaus Mitteilung niedergesetzt. Wir haben die Gewerkschaften eingeladen. Wir haben werden können. Ausdrücklich abgelehnt worden ist, daß§ 29 in der gemacht, und ich kann es mir ersparen, heute im einzelnen darauf uns mit den Heimarbeitern in ganz Deutschland in Verbindung ge- Art ausgelegt werden soll, daß es einzelnen Kassen gestattet ist, an einzugehen. Als in Amsterdam auf dem letzten Kongreß beschlossen setzt, und es ist nach vielen Mühen der Gesetzentwurf zustande ge- Strankenkassentongressen und hygienischen Kongressen und dergleichen wurde, den nächsten Kongreß in Deutschland abzuhalten, da war teilzunehmen. Außerdem geht das Gesetz nicht nur gegen die die deutsche Partei davon auf das höchste erfreut. Es könnte ja tommen, der nun dem Reichstag vorliegt. Wenn über ein mangelhaftes Zusammengehen der Fraktion mit Strankenkassen, sondern es ist auch direkt gegen die Berufsvereine verwunderlich erscheinen, daß Deutschland so spät an die Reihe wie die Gewerkschaften gerichtet. Das ersehen Sie daraus, daß tommt, aber ich brauche ja hier keine Erörterung darüber zu pflegen, den Gewerkschaften gesprochen wird, so haben wir doch eine ganze Berufsvereine als Versicherungsunternehmungen im Sinne dieses aus welchen Gründen man bisher davon abgesehen hat. Nun aber, Anzahl Leiter großer Gewerkschaften in der Fraktion. Besser wie die sozialdemokratische Fraktion ist keine andere Fraktion in bezug Gesezes nicht gelten sollen, die ihren Mitgliedern gegen Zahlung nachdem der Kongreß diesen Beschluß unter der warmen Befürwortung der auf die Personenverhältnisse für sozialreformerische Fragen ausbon Beiträgen Zuschüsse zum gesetzlichen Krankengeld sowie Inva- deutschen Vertreter gefaßt hat, bin ich überzeugt, daß die deutsche gestattet. Wir haben auch wiederholt selbst von seiten der Gegner liden, Witwen, Waisen- und Arbeitslosenunterstützung gewähren. Partei alles aufbieten wird, um den zum erstenmal in Deutschland tagenden Internationalen Sozialisten- und Arbeiterkongreß zu die Anerkennung zu hören bekommen, daß, wenn es sich um derHoch- Hanau: fann Davon fördern und seine Arbeit nach Möglichkeit zu unterstützen.( Beifall.) tommen wird. artige Fragen handelt, wir immer die besten Fachleute ins Feld Die Gründe, die Bebel gegen meine Ausführungen vorgebracht wenn der nächste Internationale Kongreß in Stuttgart stattfindet, fchicken können. Einige Worte zur Steuerfrage. Es ist mit Recht hat, sind nicht durchschlagend. Wir hätten auf Grund der Vor- werden die Vertreter der Arbeiter aller Länder sich einfinden, um hervorgehoben worden, daß sich da zum Teil eine schwankende Haltung arbeiten der Kommission für Bauarbeiterschutz sehr wohl unter den hier auf deutschem Boden darzutun, daß die Arbeiterklasse der bemerkbar gemacht habe. Kommission für die Beratung der Pensionsgeseze konstatiert lichen Partein fie mit einer bloßen Resolutien abspeisen. Auch für fall.) Ich glaube, daß der Kongreß in Stuttgart eine Tätigkeit entwurde, daß das Offizierspensionsgefeß einstimmig angenommen den Heimarbeiterschutz hätte die Situation besser ausgenügt werden falten wird, die flar aller Welt den Beweis liefert, daß der große worden sei. Wir haben uns bei den Kommissionsmitgliedern ich Arbeiterklasse aller Länder auch in Deutsch habe nicht dazu gehört erkundigt, ob das wahr fei, und da wurde önnen, ich habe ja entſprechende Anregungen in der Presse gemacht. Bund der uns gesagt, es sei ähnlich verfahren worden, wie so vielfach in unsere Fraktion hätte die bürgerlichen Parteien festnageln und sie land zur vollen Wirkung und zum Ausdruck anstoßen müssen, wirklich etwas für die Heimarbeiter zu tun. Hier( Bravo.) Darüber also, daß dieser Kongreß von Deutschland anderen Fällen. Daß am Schlusse der Beratung der Vorsitzende tönnten Partei und Gewerkschaften gemeinsam arbeiten. Ich wollte beschickt wird, herrscht kein Zweifel, und daß es notwendig ist, daß sagt:" Ich darf wohl annehmen, daß das Gesetz angenommen der Fraktion nur mal den Kopf waschen, hoffentlich wird es mußen. Die internationale Solidarität von Zeit zu Zeit durch die Aussprache worden ist", daß also eine formale Abstimmung nicht stattgefunden ( Heiterkeit.) der Vertreter der verschiedenen Länder gefördert wird und daß es hat, das ist eine Art der Abstimmung, die sehr häufig vorkommit, Adolf Hoffmann ruft: Du kommst ja das nächste Mal wieder! dazu teine bessere Gelegenheit gibt als die Internationalen Kongresse, sogar auch im Plenum, wobei es feinem einfällt, weil der Antrag auch darüber besteht unter uns keine Meinungsverschiedenheit.( Sehr in dieser Form angenommen, daß damit ausgesprochen sei, das ganze( Große Heiterkeit.) Pfannkuch: richtig!) Wenn ich Ihnen also empfehle, daß der Parteitag die Haus habe ihm seine Zustimmung erteilt. Natürlich war es unsere Aufgabe, die Sache im Plenum klarzustellen. Es wurden Kommissions- Banarbeiterschutz und Heimarbeiterschutz sind bekanntlich Soezialis Genossen auffordert, den 1907 zum erstenmal in Deutschland statte mitglieder beauftragt, bei der Generaldebatte klipp und flar den täten von Hoch. Hoch hat aber nicht das entfräftet, was Bebel findenden sozialistischen Arbeiterkongreß zur Bekundung der mit den Arbeitern aller Länder zu beschicken, ablehnenden Standpunkt der Fraktion gegenüber diesem Offizier gesagt hat, daß nämlich für eine umfassende Agitation doch wieder Solidarität pensionsgesetz flarzulegen. Ich möchte hierbei noch eins bemerken, zum größten Teil die Reichstagskollegen in Anspruch genommen wird der Parteitag einmütig diesem Vorschlag zustimmen.( Lebhafter das namentlich auch für die Tantiemensteuer gilt. Wir haben ein wären. Hoch weiß doch aus seiner Tätigkeit als Abgeordneter, daß Beifall.) Jch wende mich nun dem zweiten Teil der Resolution zu. für allemal in der Fraktion festgestellt, daß es nicht möglich ist, die auch er oft aus triftigen Gründen den Anforderungen nicht entsprechen Es ist ganz erklärlich, daß die Tatsache, daß im nächsten Jahre zum Detailberatung eines Gesetzes in der Fraktion vorzunehmen, bevor konnte. Wird hier aber so etwas mit unzureichenden Kräften entriert erstenmal ein Internationaler Kongreß auf deutschem Boden tagen die Kommission beraten hat. Wir sagen deshalb unseren Kom- und tritt ein Fehlschlag ein, dann setzt die Kritik erst recht ein. wird, die Neigung zur Beschickung dieses Kongresses in Deutschland missionsmitgliedern: Seid unabhängig, wir nehmen an, daß Ihr Bebel hatte dem Genossen Fuchs aus Elsaß- Lothringen den Rat wesentlich stärken wird. Ich glaube nicht irre zu gehen, wenn ich wißt, was Ihr zu tun habt; Ihr dürft durch Eure Abstimmung die gegeben, fein Material einzusenden. Tatsächlich hatte Fuchs mich annehme, daß Deutschland mit großem Interesse diesem Kongresse Fraltion in feiner Form binden.( Sehr richtig!) Nach Beendigung gebeten, im Reichstag die Elsaß- Lothringischen Angelegenheiten im entgegenficht, und daß die deutschen Arbeiter, sowohl die politisch wie der Kommissionsberatung berät dann die Fraktion das Gesetz und allgemeinen und besonders die der Eisenbahnarbeiter zur Sprache die gewerkschaftlich organisierten, sehr geneigt sein werden, die fällt ihre Entscheidung, ohne Rücksicht auf die Stellung der Kom- zu bringen. Er hat auch das Material rechtzeitig an das Partei- deutsche Partei und die deutschen Gewerkschaften dort möglichst stark missionsmitglieder. Nun muß ich aber zur Entschuldigung der Genossen, Bureau gesandt. Ich persönlich hatte mich verpflichtet, es im Reichs- vertreten zu sehen.( Sehr richtig!) Nun aber glaube ich, daß wir die in der Kommission gegen die Tantiemensteuer stimmten, hervorheben, tag vorzubringen: aber man ist nicht immer Herr seines Geschickes. durch eine zu große Zahl der deutschen Delegierten die Arbeit des daß anfangs in der Frattion allgemein die Meinung vorhanden war, wir Ich schleppte mich, trotzdem ich sterbensfrank war, bis vor den Reichs- Kongresses eher beeinträchtigen, als fördern würden.( Sehr richtig!) hätten gegen diefe Steuer zu stimmen, weil dieser ganze Gefeßentwurf ein tag, mußte mich aber wieder ins Bett legen, weil ich mich nicht Wir müssen deshalb zum Beweis, daß wir dafür sorgen, daß der wollte. Ich fonnte den Kongreß alle Arbeit erfüllen kann, die Wünsche auf Beschickung Ungetüm, ein Unsinn sei, da er aus den befizenden Klassen eine aufrechthalten konnte, so gern ich in einem gewissen Umfang einschränken. war an die Grenze meiner des Kongresses ganz fleine Schicht in willkürlicher Weise herausnehme, die man im Auftrag nicht ausführen, ich Ich verspreche aber ( Fortsetzung in der 2. Beilage.), Interesse der sogenannten Mittelstandspolitik auf dem Altar des physischen Leistungsfähigkeit gekommen. was Genossen Fuchs, daß das, Baterlandes etwas zerrupfen wolle, indem man nur die verhaßten dem in der vorigen Aufsichtsräte der Aktiengesellschaften heranziehen wollte, während Session nicht möglich war, in der nächsten Session nicht nachgeholt man die große Masse der besigenden Klassen mit ihren Millionen- wird. Noch ein Wort über die Ausgabe von 12 000 m. anläßlich einkommen steuerfrei ließ. Da haben unsere Kommissions- der Borussia"-Affäre. Die Ausgabe war nicht deshalb nötig, weil mitglieder die Anschauung vertreten, dieser Gesetzentwurf ist die Interpellation nicht zur Besprechung gekommen ist, sondern weil ein Nonsens: Wenn ihr die befizenden Klassen heranziehen sollt, die beteiligten Verbände, der Metallarbeiterverband und der Berg dann dürftet ihr nicht derartige Ausnahmen machen, denn unter den arbeiterverband, die Veröffentlichung des gesamten Materials im 8-10 000 Repräsentanten der Aktiengesellschaften, die ja besteuert vollen Umfange verlangten. Die Organisationen erklärten sich bereit, werden, sind eine ganze Anzahl die jährlich 500, 1000, 3000 m. als je ein Drittel der Kosten zu übernehmen. So war also nur ein Aufsichtsrat beziehen, und wieder andere, die 30 000, 40 000 und Drittel auf die Parteikasse gefallen. Der Metallarbeiterverband hat 100 000 m. beziehen, aber die ganze Bourgeoisklasse mit ihren sich von der Verpflichtung zurückgezogen, indem er selbständig das Millioneneinkommen wird davon absolut nicht getroffen. Diese Material veröffentlichte; der Bergarbeiterverband wird sich hoffent Stellungnahme war also ganz begreiflich. Nachher haben wir uns lich seiner Verpflichtung, zu zahlen, nicht entziehen. Der Parteis gefagt: die ganze Tantiemensteuervorlage ist ein verpfuschtes Ding; aber vorstand ist also auch da mit aller Vorsicht vorgegangen. Aber da sie ist doch das erste Keilchen in die bestehende Steuerordnung. Sie ist das Dortmunder Geschäft auf Realisierung seiner Forderung drang, ein Schritt auf dem Wege der direkten Besteuerung und von diesem hat der Vorstand das Geld vorläufig verauslagt. Das Dortmunder Gesichtspunkt aus hat sich nachher die Fraktion entschlossen, für Geschäft ist also nicht zu furz gekommen. biefe Steuer zu stimmen, obwohl der Steuerertrag höchstens 6 bis Die Debatte wird geschlossen. Persönlich bemerkt Scheibe: Es hat mir vollständig ferngelegen, Hue vorzuwerfen, 8 Millionen Mark beträgt. Was das Pensionsgesetz betrifft, so hat man der Fraktion einen Vorwurf daraus gemacht, daß ihre Ver- daß er agitatorisch nicht tätig sei, ich wollte das nur gesagt haben treter im Seniorenkonvent den Abmachungen zugestimmt haben, daß mit Bezug auf seine politische Betätigung. Lefe: und Diskutierklub„ Süd Oft". Heute abend 8%, Uhr bei Tolksdorf, Görligerstr. 58.( Gäste willkommen. Lese: und Diskutierklub Mehr Licht". Heute abend 82 Uhr, bei Stnapp, Grünthalerstr. 5: Vortrag des Genossen Weise. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutiertlub„ Eintracht". Mittwoch, den 26. September cr., abends 82 Uhr, Sigung bei Halwaß, Stralauer Allee 17: Vortrag. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub Motteler" tagt heute Mittwoch, den 26. September, abends 9 Uhr bei Unbehaun, StolpischeEingegangene Druckfchriften. Oskar Klein- Hattingen. Napoleon der Erste. Eine Schilderung des Mannes und seiner Welt. 2 Bände in 6-7 bierteljährlich erscheinenden Teilen a 3 M Verlag Ferd. Dümmler, Berlin. Reclam Universum. Heft 51 ersch. Preis 30 Pf. Verlag Reclam Universum", Leipzig. Programm. Freie Hochschule Berlin. Oftober bis Dezember 1906. 23 Seiten. Drud Maurer u. Dimmid, Berlin S., Louisen- Ufer 11. Rerantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 224. 28. Jahrgang. 2. KkilW Ks Jotroirtg" Krlim iloiy Intt. Mittnioch, 26. Septklnber 1906. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Mannheim. (Fortsetzung aus der 1. Beilage.) Referent Singer(fortfahrend): Ich glaube daher, daß die Parteileitung, welche durch mich diesen Torschlag machen läszt, in Ihrem Sinne handelt, wenn sie vor- schlägt, die Zahl der deutschen Delegierten auf eine bestimmte Höchstziffer festzulegen. Dieser Vorgang ist nicht neu in der Ge- schichte der Internationalen Kongresse. Ich weise darauf hin, daß die Schweizer Genossen, als der Internationale Kongreß in Zürich tagte, in derselben Weise verfahren sind, ebenso die französischen Genossen in Paris, und die belgischen m Prüssel. Ich glaube, die Zahl, welche wir gegriffen haben, ist hoch genug, uin auch das höhere Interesse, welches der Kongreß bei den deutschen Genossen erregen wird, zu he- friedigen. Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß bei den bisherigen inter- nationaleir Kongressen die Deutschen gewöhnlich, Gewerkschaft und Partei zusammen, etwa 70—80 Personen waren, so glaube ich, daß wir mit der Gesamtzahl von 300, die wir Ihnen vorschlagen, auch höhere Ansprüche zu befriedigen imstande sind.(Lebhafte Zustimmung.) Es wird also kaum jemand, der von seinen Genossen für würdig erachtet wird, auf den internationalen Kongreß geschickt zu werden, Einbuße zu erleiden brauchen.(Sehr richtig'!) Aber selbst wenn das der Fall wäre, würde es unsere Pflicht als Vertreter des Landes, in dem der Kongreß tagt, sein, uns eine gewisse Einschränkung und Bescheidenheit aufzuerlegen, weil wir den ausländischen Delegierten in keiner Weise irgendwelche Unbequenilichkeiten machen wollen. Dasselbe Interesse, welches wir an der Einschränkung haben, wird auch bei den Ge- werkschaften vorhanden sein, und sie werden begreisen, daß wir den Wunsch haben, auch auf diesem Boden mit den Gewerkschaften ge- meinsame Sache zu machen und hoffen wir, daß die Gewerk- schaften sich ebenfalls dieser Kontingentierung anschließen. Wir sind selbstverständlich nicht in der Lage, einen die Gewerkschaften verpflichtenden Beschluß zu fassen. Es fällt uns auch gar nicht ein, so anmaßend zu sein, daß wir den Gewerk- schaften vorschreiben wollen, was sie zu tun haben; davon kann gar keine Rede fein. Aber ich glaube den Wunsch aussprechen zu dürfen, daß die Generalkommission bei den Verhändcn unseren Vorschlag befürwortet. Das ist unser gutes Recht und in dem vorliegenden Falle unsere Pflicht und lvir dürfen uns umsomehr der Hoffnung hingeben, daß auch die Gewerkschaften dieser Auffassung beitrete», als ich mitteilen kann, daß die Generalkommission, an die wir uns gewendet haben, prinzipiell dem von uns vertretenen Standpunkt beitritt, aber noch nicht in der Lage ist, einen definitiven Be- schluß zu fassen, weil sie den Vorständen der Verbände diese Frage zur endgültigen Entscheidung vorlegen muß. Wir müssen uns für heute damit begnügen, den Wunsch auszusprechen, daß auch die Generalkommission unserer Auffassung beitritt, ihrerseits die Schritte zu tun, die notwendig sind, um einen solchen Beschlutz der Ge- werkschaftsverbände herbeizuführen. Ich empfehle Ihnen also auch den zweiten Teil der Resolution zur Annahme. Ich habe nur noch hinzuzufügen, daß ich das feste Vertrauen habe, daß die deutsche Arbeiterklasse, die im nächsten Jahre zum erstenmal einen inter« nationalen Sozialisten- und Arbeiterkongreß im Reiche sehen wird, alles aufbieten wird, unseren ausländischen Brüdern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.(Lebhafte Zustimmung.) Wir find nun in der glücklichen Lage, an dem Ort, Ivo der Kongreß tagt, eine Parteivertrctung zu haben, die schon oft bewiesen hat, daß sie es versteht, solche Dinge zu arrangieren. DaS internationale Bureau wird selbstverständlich noch in diesem Jahre eine Sitzung abhalten, in der die Einzelheiten für den Kongreß vor- bereitet werden, es wird die provisorische Tagesordnung festgestellt werden und � dafür Sorge getragen werden, daß die Berichte der einzelnen Länder zeitig genug eingehen, damit die Delegierten bereits Kenntnis von dem Inhalt dieser Berichte haben und dann un, so fruchtbarer diese Fragen bearbeiten können. Der Partei- vorstand in Verbindung mit dem internationalen Bureau und den Genossen Stuttgarts wird alle Vorbereitungen treffen, um ein glückliches Gedeihen des Kongresses zu ermöglichen. Wir wollen aber auch an dieser Stelle bekunden, daß wir die Wichtigkeit der internationalen Kongresse als ein Mittel zur Stärkung der Brüder- lichkeit und Solidarität der Arbeiterklassen aller Länder für durchaus notwendig erachten. Wie Sie aus den Ansprachen der Genossen aus dem Auslande gesehen haben, haben dieselben unseren Genossen sehr hohe Anerkennung gezollt.(Beifall.) Und die Anerkennung hat nicht zum geringsten dazu beigetragen, unsere Arbeiten zu fördern, da sie uns doch gezeigt hat, mit welchem Interesse die Bewegung unserer Partei von feiten des Auslandes verfolgt wird.(Sehr richtig!> Zeigen wir uns daher dankbar, indem wir auch dazu beitragen, daß der nächste internationale Kongreß erfolgreich arbeiten kann imd versprechen Sie, daß jeder fein möglichstes tut, damit der Kongreß in Stuttgart sich würdig seinen Vorgängern anreihen kann.(Lebhafter Beifall.) Hierauf wird die von Singer vorgeschlagene Resolution ohne Debatte einstimmig angenommen. Auf Vorschlag von Singer berät der Parteitag nunmehr die Anträge, die sich mit der Tagesordnung des nächsten Parteitages beschästigen, Es sind die folgenden: 120. Teltow-Beeskow-Storkow- Charlotten- bürg:.Die Landarbeitersrage ist auf dem nächsten Parteitage zu behandeln." 121. O b e r-L a n g e n b i e l a u, Teltow-Veeskow, Frankfurt am Main, Nieder- Bar»im, H a m- bürg II, D r e s d c n- A l t st a d t, Pfungstadt, München, F r e t st a d t i. B., Waltershausen, Kiel. Guben, Hannover, Jena, Breslau, Apcnrade, Kiel- Gaarden, 8. und 10. s ch l e s w i g- h o l st e i n i s ch e r Wahl- kreis, Hahn, Berlin III und Berlin IV, lg Partei- genossen in Erfurt, 9 in Ilversgehofen, 33 in Husum, 6 in Pfungstadt, 20 in Görlitz, 12 in Schöneberg, 31 in Berlin VI, 6 in Berlin III, 38 in Leipzig-Stadt: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages 1907 ist„Die Alkoholfrage" zu setzen. 122. Berlin IH: Der Parteitag beantragt, aus die Tages- ordnung des Parteitages 1907„Das Wahlrecht in den Einzelstaaten" zu setzen. 123. Neumünster, Kiel, Schleswig, Itzehoe, Chemnitz, Hannover und 13 Parteigenossen in Mann- heim beantragen, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages „Die Altoholfrage" zu setzen. Den Antrag 120 begründet Zubeil-Berlin: Es gibt wohl kaum eine wichtigere Frage, als die Landarbeiter- frage, diese Frage muß auf dem nächsten Parteitag ausgiebig er- örtert werden, damit die Genossen, die auf dem Lande agitieren, einheitlich vorgehen können. Ich habe mich gefreut, daß die Frage auf der Frauenkonferenz eingehend behandelt ist. DaS sollte auch der Parteitag tun, um Mittel und Wege zu finden, wie wir die Land- arbeiter zu Sozialdemokraten erziehen können. Die Verhältnisse in den einzelnen Landesteilcn sind verschieden, um so notwendiger ist eS, daß wir gegenseitig unsere Erfahrungen austauschen. Deshalb bitte ich, den Antrag anzunehmen.(Brävo I) Pfannkuch: Es tut mir leid, daß ich gegen den Antrag sprechen muß, aber tch halte es nicht für ratsam, schon jetzt die Tagesordnung des nächsten Parteitages festzulegen. Der Parteivorstand könnte dadurch in eine Zwickmühle geraten, er müßte sich unter Umständen über den Beschlutz hinwegsetzen. Es ist ratsamer, solche Anträge dem Vor- stand zu überweisen. Ich kann konstatieren, daß diesmal die provi- sorische Tagesordnung allgemeine Zustimmung fand. Schreiben Sie dem Parteivorstand keine Marschroute vor, sondern überweisen sie ihm diesen und ähnliche Anträge. Auf dem nächsten Parteitag müssen vor allem die Reichstagswahlen behandelt werden. Wir werden es uns sehr überlegen müssen, ob wir da die Tagesordnung noch mit anderen Dingen bepacken dürfen. Z u b e i l beantragt nunmehr im Einverständnis mit den Antrag- stellern, den Antrag dem Parteivorstande zur Berücksichtigung zu überweisen. Molkenbnhr: Ob wir den Antrag annehmen oder zur Berücksichtigung über- weisen, kommt schließlich auf dasselbe hinaus. Wir werden uns au dem nächsten Parteitage außer mit den laufenden Angelegenheiten und den Reichstagswahlen auch mit den Beschlüssen des Inter- nationalen Kongresses zu befassen haben. Das für die Landarbeiter erforderliche Agitationsmaterial kann nicht der Parteitag liefern. Das müssen die Genossen sich selbst verschaffen unter Berücksichtigung der Verhältnisse der verschiedenen Landesteile. Worauf es ankommt, das sind unsere Forderungen. Bisher haben wir für die Landarbeiter das gleiche gefordert, wie für die Industriearbeiter. So brennend ist die Frage nicht, obwohl es ganz gut wäre, wenn einmal das Elend der Landarbeiter in der breiten Oeffentlichkeit geschildert würde. Hierauf wird der Antrag 120 angenommen Den Antrag 121 begründet Schultz- Bremen: Die Vertreter deS Parteivorstandes werden wohl auch diesem Antrag widersprechen, aber trotzdem können wir davon nicht absehen. Wenn' Sie den Antrag annehmen, so führen Sie damit lediglich einen Beschlutz des Bremer Parteitags aus, daß die Presse sich mehr mit der Alkoholfrage beschäftigen und auf die Schäden des Alkohol- genusses hinweisen soll. Das ist nicht in genügendem Matze geschehen. Wenn Sie dem Antrag zustimmen, so verpflichten Sie sich damit doch nicht etwa, Abstinenzler zu werden. Wir sollen nur die Massen auf die Gefahren des Alkohols hinweisen, und das kann am besten durch ein Referat ge- schehen. Veröffentlicht der Referent vorher seine Resolution, so wird sich daran eine lebhafte Diskussion in der Presse anknüpfen und das ist von hoher Bedeutung. Ich bitte Sie, es mit dem Antrag nicht wieder so zu machen, wie im Vorjahre, wo Sie diesen Antrag in Verbindung mit dem Antrag, die Erziehuugsfrage auf die Tages- ordnung zu setzen, angenommen haben. Bruns-Kattowitz: Als ich mich vor fünf Jahren zuerst ernstlich mit der Alkoholfrage beschäftigte— sie ist wirklich nicht mit einigen trivialen Redensarten und mehr oder minder schlechten Witzen zu erledigen— habe ich, wie bei allen Fragen des öffentlichen Lebens, mich gefragt: Kann dabei für die Arbeiterbewegung ein Vorteil herauskommen? Und ich bin nach reiflichster Ueberlegung zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Alkoholismus ein gewaltiges Hindernis der Aufklärungs arbeit ist und unserer organisatorischen Bestrebungen und daher von den Parteigenossen entschieden bekämpft werden muß. Daß ich dann, einmal entschlossen diesen gefährlichen Schädiger der Arbeiterbewegung zu bekämpfen, selbst Alkoholabstinent wurde, ist selbstverständlich. Wenn mich irgend etwas in meiner Ueberzeugung festigen konnte, so waren das die Erfahrungen, die ich in den nun zwei Jahren meiner Tätigkeit im oberschlesischen Jnduftriebezirk gemacht habe. Dort feiert der Alkoholismus seine furchtbarsten Triumphe, insbesondere an Lohn- und Vorschußtagen,— Die Gruben- und Hüttenbarone zahlen ihren Arbeitern am Ersten des neuen Monats gnädigst einen Teil des im vorhergehenden Monat verdienten Lohnes und nennen das— Vorschuß— geben. Den Rest zahlen sie dann am 15. des anderen Monats. Da sieht man jeder Beschreibung spottende Szenen. In den zahllosen Schnapsspelunken stehen die Armen dicht- gedrängt bis in die fernsten Ecken der schmutzigen Räume— Tische und Stühle gibt es meist nicht— und trinken den entsetzlichen Fusel oft bis sie sinnlos zusammensinken. Weiber und Kinder zerren und schleppen die Männer unter Schimpfen und Heulen aus den Kneipen und von den Straßen nach Hause, um wenigstens einen kleinen Teil des ohnehin jämmerlichen Lohnes für die kommenden zwei Wochen elendesten Lebens zu retten. Die Polizei hat alle Hände voll zu tun. Es ist nicht möglich, all' das Elend und Unglück in wenigen Worten zu schildern. ES ist so groß, daß in Oberschlesicn ein großer Teil der katholischen Geistlichen, daß auch die Polenpartei durch Förderung der Abstinenz bewegung demselben entgegenzuwirken sucht. Auch Staat und Ge ineindcn suchen neuerdings zu wirken, allerdings nur mit rohen mechanischen, nur erbitternd wirkenden Polizeimaßregcln. Wie unter solchen Verhältnissen die Arbeiterbewegung steht, kann man sich denken. Wir kommen sehr viel langsamer fort, wie anderswo. Es liegt mir nun fern, zu sagen, daß hier eine Agitation für Alkohol- abstinenz das erste Httlfsmittel wäre, nein, zunächst wäre das ein Grund, die Leute noch schwerer zu gewinnen. Erst wenn der Organi- satiousgedanke in seinen einfachsten Formen in die Köpfe gebracht ist, sollten durch die Aufklärung über den furchtbaren Feind der Ar- beitec die Gewonnenen rascher und sicherer wie heut, zu brauchbaren. klaren und opferwilligen Mitkämpfern gemacht werden. Und noch eins kommt hier in Betracht, wir gewinnen durch Bekämpftmg des Alkoholismus die Frauen, die willigen Werkzeuge der Pfaffen, die gerade in Oberschlesicn unsere zähesten Gegner sind, viel leichter für die Bewegung. Die Frauen leiden am schwersten unter dem Alkoholismus der Männer und sie werden um so sicherer Freunde einer Bewegung, die ihnen bessere Männer gibt. Auch das habe ich in Oberschlesien erfahren. In unseren oberschlesischen Versammlungs- lokalen gibt es nur ein Getränk: Waffer. Hunderte von Frauen aber haben den zunächst heftigen Widerstand gegen den Besuch des Lokals durch ihre Männer aufgegeben, lediglich mit der Begründung,„von dort kommt der Mann nicht betrunken nach Hause." Wir werden Sorge tragen, daß auch in den weiter zu errichtenden Versammlungs- lokalen dort keine alkoholischen Getränke zu haben sind und hoffen dabei auf Verständnis bei der beteiligten Gcneralkonnnission der Gewerkschaften. Ich bin aus meinen eindringlichen Erfahrungen heraus zu der Erkenntnis gekommen, daß cS von großem Nutzen ist, die Alkoholfrage von Partei wogen einmal gründlich zu er- örtern und bitte daher um Annahme des Antrages.(Lebhafter Beifall.) Euglcr-Freiburg: Ich weiß aus eigener Erfahrung bei der Kleinagitation, welchen Schaden der Alkohol anrichtet und wie er unser Vorwärts- dringen hemmt. Den Satz eines Oesterreichers, daß der Alkohol der beste-und zuverlässigste Bundesgenosse des Kapitals ist, kann ich nur unterschreiben. Jetzt trinken sogar schon Kinder Alkohol. Hier müssen wir aufklärend wirken. Mir Polizei- gesetzen werden wir da nichts machen, sondern nur durch Aufklärung. Ich halte es für nötig, daß wir die Frage auf dem nächsten Partei- tag erörtern. Allzulange Zeit werden wir dazu nicht brauchen. Die vorausgehende Diskussion in der Presse wird ihre Wirkungen nicht verfehlen. Sie haben ja die Bilder gehört, die ihnen B r u h n s vorführte. Nicht nur in Oberschlesien, sondern auch in Süd- deutschland zeigen sich die üblen Folgen des Alkoholismus.(Zu- stimmung.) Pfannkuch: Wenn ich gegen den Antrag spreche, so geschieht es, obwohl der Parteivorstand die Schäden des Sllkoholismus vollkommen anerkennt. Von dem, was die Mitglieder des Parteivorstandes das Jahr über für Getränke ausgeben, kann ein Wirt nicht einmal eine Woche lang leben.(Hört I hört!) Der Erörterung der schädlichen Wirkung des Alkohols in der Presse steht nichts im Wege. Es ist durchaus nicht nötig, daß hierzu ein Parteitags- beschluß vorliegt, bevor eine solche Erörterung herbeigestihrt werden darf. Die erzieherische Tätigkeit der Partei in bezug auf den Alkoholismus äußert sich jetzt schon. An Orten, wo die Sozial- demokratie einen erzieherischen Einfluß ausübt, ist die Kriminalität bedeutend zurückgegangen. Ich habe ja nichts dagegen, daß der Parteitag sich einmal mit der Frage des Alkoholismus beschäftigt, wenn er Zeit dazu hat. Aber im nächsten Jahre wird es nicht möglich sein. Ich warne davor, dem Parteivorstand einen strikten Auftrag zu erteilen, den er unter Umständen gar nicht ausführen kann. Die diesjährige Tagesordnung beweist ja, wie wenig wir die Tagesordnung eines Parteitages im voraus feststellen können. Wir glaubten, im vorige» Jahre die Frage des Massenstreiks erledigt zw haben; aber es hat sich gezeigt, daß wir verpflichtet sind, diese Frage heute nochmals zu behandeln, und wer weiß, was uns das nächste Jahr bringt. Man soll sich auch nicht fortwährend drängen und treiben lassen von einzelnen Leuten an diesen oder an jenen Orten, die humane Bestrebungen fördern, so sehr ich ihnen dazu Erfolg wünsche. Mit demselben Recht könnte auch einmal ver- langt werden, die Folgen der Kaffeetrinkerci auf die Tagesordnung zu setzen.(Widerspruch.) Ich kenne Parteigenossen, die Abstinenzler sind und Kaffee in Qualitäten und Quantitäten verzehren, daß die Wirkung noch schlimmer ist, als die des Alkohols. Dagegen, daß sie den Antrag dem Parteivorstande zur Erledigung über- weisen, wäre nichts einzuwenden, aber wenn man den Partei- vorstand zwingen will, so sträube ich mich mit Händen und Füßen dagegen, solange ich Mitglied des Parteivorstandcs bin. Ich bitte, die Anträge abzulehnen.(Beifall.) Ehrhart- Ludwigs Hafen: Ich gebe ohne weiteres zu, daß ich weder selbst zu den Anti- alkoholikern gehöre, noch eine Verbindung mit ihnen unterhalte. (Heiterkeit.) Ich schätze des Sonntags ein gesundes Glas Wein, be- sonders wenn es ein Pfälzer ist.(Große Heiterkeit.) In richtigem Maße genossen, ist das gut(Erneute Heiterkeit); ich bedauere, daß auf so viele Abstinenten das Wort paßt:„Junge...." (Stürmische Heiterkeit), ich will lieber sagen, daß so viele, die früher im Trünke etwas zu viel getan haben, später glauben Buße tun zu müsse»(Heiterkeit), die die Erfahrung, die sie an sich ge- niacht haben, anderen ersparen wollen.(Erneute Heiterkeit.) Es ist hier nicht der Platz, auf die Frage selbst einzugehen, Sie wissen ja, daß die Glocke des Präsidenten und die Beschränkung der Redezeit einen zwingen, immer dann aufzuhören, wenn es an, schönsten ist. (Große Heiterkeit.) Wir müssen zu der Frage einmal Stellung nehmen. Im Ansang war es nur ein kleiner Kreis, der das verlangt hat; er wurde immer größer und mir wurde ganz bange, als in diesem Jahre aus allen Ecken und Kanten Deutschlands die dringende Aufforderung kam, die Frage zu besprechen. Wenn wir das tun, so ist damit noch lange nicht gesagt, daß wir nun stets nur Mineralwasser trinken dürfen.(Große Heiterkeit.) Jedenfalls ist eS von Vorteil, die Frage zu erörtern. ES ist sehr gut, ivenn Pfannkuch sagt, die Frage kann in der Presse diskutiert werden, auch ohne daß be- schloffen wird, sie auf die Tagesordnung eines Parteitages zu setzen. Aber Sie sollten stolz darauf sein, daß die Antialkoholiker so viel Wert auf einen ParteitagSbeschluß legen. Ich ziehe die Konsequenzen, die Ihr zieht. nicht, denn ich brauche noch kein Kuratel, ich weiß zur rechten Zeit beim Trinke» aufzuhören.(Heiterkeit.) Ich gebe zu, es ist beschämend, wenn Arbeiter trinken, bis es oben herauskommt, und wenn sie dann in ihrem Dunst die Marseillaise singen.(Lebhafte Zustimmung.) Wenn wir dagegen etwas tun können, so leisten wir der Partei einen großen Dienst.(Sehr richtig!) Wir werden die Frage nicht so lösen, wie es K a tz e n st e i n will. Dann müßten wir erst Ersatz für das Bier haben. Das Mineralwasser ist viel zu teuer. Es müßte verbilligt werden.(Sehr richtig!) Wir können sehr wohl die Frage auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages setzen. Wir wollen den Parteivorstand aber nicht vergewaltigen. Wenn zwingende Gründe da find, gut, dann setzt die Frage als letzten Punkt auf die Tagesordnung!(Große Heiterkeit.) Sie brauchen darüber nicht zu lachen. Wenn der Punkt erst einmal auf der Tagesordnung steht, dann kommt er, wenn er nicht mehr erledigt werden kann, das nächste Mal ganz gewiß heran. Vielleicht konnten wir den An- trag dem Vorstand zur Berücksichtigung überweisen.(Lebhafter Beifall.) Albcrt-Jngolstadt: Ich muß meinem Erstaunen darüber Ausdruck geben, daß von so autoritativer Stelle wie Pfannkuch Anschauungen geäußert werden, die wissenschastlicki nicht haltbar sind und deshalb entschieden zurückgewiesen werden müssen. Pfannkuch zog einen Vergleich zwischen der Schädlichkeit des Alkohols und des Kaffees. Man sollte sich doch hüten, über eine solche Sache mit einem solchen Mangel an Sachkenntnis zu reden. Ich möchte Sie bitten, den Antrag an- zunehmen, vielleicht in dem Sinne, wie es sich Ehrhart ge- dacht hat. Bebel: Ich bin kein Gegner der Antialkoholbewcgung und wenn etwa der Glaube� herrschen sollte, daß der Vorstand äuS irgend welcher Animosität gegen diese Bewegung den Gegenstand nicht auf die Tages- ordnung setzen will, so müßte ich das auf das allerentschiedenste bekämpfen. Ich erkenne an, daß wir um die Erörterung der Frage früher oder später auf einem Parteitage nicht herumkommen. Ich erkenne weiter an, daß es bei dem Umfange, den die Bewegung angenommen hat, dringend notwendig ist, die Frage einmal zu erörtern.(Sehr rickitig!) Aber ich wehre mich allen Ernstes und zwar im eigenen Interesse der Partei dagegen, daß sie den Antrag in der Form annehmen, wie er gestellt ist,'das heißt, mit der Ver- pflichrung, die Frage im nächsten Jahre zu erörtern. Schulz hat vorhin darauf aufmerksam gemacht, daß in Bremen der Antrag gleichfalls dem Vorstände überwiesen, aber dennoch nicht auf die Tagesordnung gesetzt ist. Glaubt Schulz, daß irgend ein Punkt der diesmaligen Tagesordnung zurückgestellt werden konnte. Wir sind diesmal so belastet, daß wir froh sein können, wenn wir die Tagesordnung erledigen. Das war voriges Mal auch der Fall. Auch voriges Mal sind verschiedene Anträge auf Erweiterung der Tagesordnung gestellt, aber von der großen Mehrheit des Partei- tages abgelehnt worden« und die Erörterungen haben bewiesen, daß das ein guter und vernünftiger Beschluß war. Wir leben in einer Zeit, Ivo wir keinen Tag wissen, was der nächste Tag an großen Ereignissen bringen wird.(Sehr richtig!) Wir wissen daher nicht, was für außerordentlich wichtige Fragen im nächsten Jahre auf die Tagesordnung gesetzt werden müssen. Wenn Ihr uns aber jetzt die Verpflichtung auferlegt, diesen Punkt auf die nächste Tagesordnung zu setzen, fo wird der neue Parteivorstand dem wohl oder übel nachkommen müssen und das Ende vom Liebe wird sein, daß Euer Antrag an den Schluß kommt oder gar nicht erörtert wird und dann ist die Mißstimmung größer wie je.(Widerspruch.) Es herrscht im Vorstände keine Animosität gegen den Antrag. Sind die Zeitläufte im nächsten Jahre noch so, daß wir den Punkt auf die Tagesordnung setzen können, so erkläre ich für meine Person, daß ich dafür eintreten werde.(Bravo!) Liegen aber die Ereignisse fo, daß eine Reihe anderer wichtiger Fragen erörtert werden muß, so- daß dieser Punkt zurückgesetzt werden muß, so müssen wir in der Lage sein, das zu tun, ohne gegen einen Parteitagsbeschluß zu ver- top, en. Denn es ist immer unangenehm, wenn Parteitagsbeschlüffe nicht befolgt werden können. Als vernünftige Leute follten wir uns in eine derartige Lage nicht bringen. Ich bitte Sie, hier eine ähnliche Entscheidung wie in der Landarbeiterfrage zu treffen. Lehmann-Altona: Ich bin erfreut, daß Bebel den nötigen Ernst bei der Be- Handlung dieser Frage gefunden hat im Gegensatz zu einigen anderen Rednern, Wenn aber wirklich im nächsten Jahre besonders wichtige Fragen aufgetaucht sind, wird man sicher auch bei den Freunden ihre Vergehen Anwendung förperlichen Zwanges gegen die dieses Antrages verstehen, daß die Frage noch zurückgestellt wird. weiter Arbeitenden Die bisherige Haltung des Parteivorstandes, insbesondere des eine Ehrverletzung, wenn man zu einem, der weiterarbeitet, sagt, fallen unter die Gewerbeordnung. Es ist Genossen Pfannkuch, war freilich eine so unfach er solle sich dessen schämen. Zu ganz anderen Beleidigungen aber gemäße, daß wir auf Entgegenkommen des Parteivorstandes haben sich die Angeklagten verstiegen. Ich beantrage deshalb gegen nicht rechnen fonnten. Genosse Pfannkuch wies auf den Kaffee- die 32 Angeklagten, die wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbegenuß und das Rauchen hin. Der Raucher, der Kaffeetrinker schädigt ordnung angeklagt sind, nur sich selbst, der Alkoholist dagegen auch die Gesellschaft. Der Säufer ersticht Menschen, es dürfte aber noch nicht vorgekommen fein, daß einer, weil er zu viel Staffee getrunken hat, einen Menschen erstochen hat.( Heiterfeit.) Damit schließ die Debatte. Der Antrag 133,2, auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages ist das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften zu jezzen, wird zurückgezogen. Sämtliche von mir für die Hedwigs- Hütte James Stevenson stehenden Streit unterrichtet worden. angenommenen Arbeiter sind vorher hier genau über den dort be= Bureau in Gegenwart einwandfreier Zeugen gemacht. Jedem einzelnen wurden die bezüglichen Angaben in meinem Darauf hat jeder hier den von Ihnen veröffentlichten Schein unterschrieben und davon sofort eine gleichlautende Abschrift empfangen. gegen die Angeklagten, die außerdem noch wegen Beleidigung sich den Kontraft unterschreiben müsse; jeder tat es freiwillig und Es ist auch auf niemand ein Druck ausgeübt worden, daß er zu verantworten haben, eine Zusatzstrafe von zwei Monaten. Von den trat. die Höchststrafe von drei Monaten Gefängnis, Verteidigern gern. Theodor Niebenstahl, Stellenvermittler. Große Hamburgerstr. 16. sprach an erster Stelle Rechtsanwalt Weizmann, der als Anwalt der Mitglieder des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins für Der Inhalt des Schreibens läßt flar erkennen, daß Herr NiebenDie Anträge 123, 135, 137 werden mit großer Mehrheit dem Freisprechung bezw. mildernde Umstände für seine Klienten ein- stahl sich das nach Auffassung des übergroßen Teiles der Arbeiter Vorstand zur Berücksichtigung überwiesen. - Ausführungen allgemeiner Natur auf die Rede des Staats- wenig rühmenswerte Ziel gesetzt hat, in bewußter Weise den UnterHierauf werden die Anträge 122 und 138,2 beraten. anwalts machte Justizrat Hein: Der Staatsanwalt hat geglaubt, nehmern Streitbrecher zu vermitteln. Wenn Herr Riebenstahl in Gehrmann- Berlin: Wir haben unseren Antrag eingebracht, da- der Polizei ein Leumundszeugnis ausstellen zu müssen. Meine seiner Zuschrift erklärt, daß die betreffenden Arbeiter gern die mit auf dem nächsten Parteitag die Stellung der Partei zu den bürger- Ansicht geht dahin, daß, wenn die Feuerwehr in Funktion getreten Mensch, daß es sich hier nur um teils minderwertige, teils inStreifbrecherarbeit angenommen haben, so weiß jeder denkende lichen Parteien einheitlich festgelegt wird. Der Parteitag muß end- wäre und einen kalten Wasserstrahl abgegeben hätte, das ganze Differente Arbeitsfräfte handeln kann. lich einmal sein Veto einlegen gegen die Bündnisse mit den schwarzen Blutbad hätte vermieden werden können. Wenn der Staatsanwalt Arbeiter sieht in der Herstellung von Streifarbeit etwas verächt Ein jeder organisierte Raben und den Freifinnigen in einzelnen Bundesstaaten. Wir sind objektiv geblieben wäre, dann hätte er zugestehen müssen, daß die liches, jeder aufgeklärte Arbeiter hält die privaten Arbeitsnachweise daher bereit, unseren Antrag insoweit zu ändern, als wir den Polizei sich ganz erhebliche Ueberschreitungen ihrer Befugnisse für das, was sie auch in den meisten Fällen sind: für Märkte von Antrag auf Ueberweisung zur Berücksichtigung unseres Antrages hat zufchulden kommen lassen, nicht nur im Fall Biewald, sondern billigem und willigem Menschenfleisch! stellen. in fast allen Fällen, in denen Personen auf dem Rücken verletzt Dieser Antrag wird ohne Diskussion angenommen. sind. Wenn man auf diesem Standpunkt steht, so muß man auch Hierauf werden die Verhandlungen auf Mittwoch 8 Uhr das Vorgehen der Angeklagten ganz anders beurteilen. Sie haben sich dann in gerechtfertigter Erregung befunden und einer gesunden Entrüstung Luft gemacht. Redner bespricht dann die Bertagt. Die Breslauer Polizeischlacht vor Gericht. ( Telegraphischer Bericht. Nachdruck verboten.) Breslau, den 25. September. Am heutigen siebenten Tage wurden zunächst noch einige von der Berteidigung geladenen Entlastungszeugen vernommen und sodann die Beweis aufnahme endgültig geschlossen. Staatsanwalt Dr. Hensel ,, teueste Auslegung des§ 153" durch den Staatsanwalt und schließt mit langen juristischen Auseinandersehungen, die darauf hinauslaufen, daß der§ 153 hier feine Anwendung finden könne. In später Abendstunde ergriff dann Staatsanwalt Simon das Wort. anwalt ganz ungeheuerlich sei und suchte sie in längeren AusEr führte aus, daß die Auslegung des§ 153 durch den Staatsführungen zu widerlegen. Weiter vertrat er den Standpunkt, daß in den Fällen, in denen die Staatsanwaltschaft Anklage wegen führte in seinem Blaidoyer aus, daß die Angeklagten in zwei Aufruhrs erhoben hat, nur eine Uebertretung der StraßenpolizeiKategorien zerfielen, von denen sich die eine wegen Aufruhrs, verordnung vorliege. Widerstandes und Auflaufs, die andere wegen VerUnter großer Spannung besprach dann als letter Verteidiger gebens gegen die Gewerbeordnung und Beleidi- Justizrat Mamroth die Vorgeschichte des Prozesses. Er könne gung zu verantworten habe. Gegen die letteren sind eine An- es nicht verstehen, wie die Staatsanwaltschaft während des ganzen zahl Strafanträge wegen Beleidigung zurückgezogen worden, so Prozesses ihre Aufgabe darin erblickt habe, als daß sie deshalb nicht mehr bestraft werden fönnen. Auf Schußengel der Schubmannschaft dem Striegauer Platz handelte es sich von dem Augenblicke aufzutreten. Wo doch festgestellt sei, daß die Schußleute in einer ab, als dem Verlangen des Hauptmanns Roll, sich zu entfernen, ganzen Anzahl Fälle sich die schwersten Uebergriffe haben zuschulden nicht Folge geleistet wurde, um einen Aufruhr, der seinen An- kommen lassen. Am skandalösesten sei der Fall Biewald. Es gefang in der Poſenerstraße nahnt, wo Feuerwerkskörper, Kanonen- reiche ihm zur besonderen Genugtuung, daß der Staatsanwalt in schläge zur Explosion gebracht und harte Gegenstände gegen die seinem Plaidoyer und auch die Richter die Glaubwürdigkeit des Beamten geschleudert wurden. Die Wirkung dieser Kanonenschläge Beugen Biewald nicht bezweifelt haben, wodurch bewiesen sei, daß auf die Menge war eine so gewaltige, daß die Polizei trotz er- Biewald an jenen Strawallen nicht beteiligt sei. Der Redner schloß folgter Verstärkung mit blanker Waffe vorgehen mußte. Es fiel mit der Bitte an das Gericht, ein Urteil zu fällen, das dem Volksdann ein Schuß in der Hildebrandstraße und von einem Neubau empfinden entspreche. wurde die Polizei mit einem Hagel von Ziegelsteinen überschüttet. Hierauf zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück Mit vereinten Kräften leisteten die Tumultuanten Widerstand und wurden dabei von den Bewohnern unterstützt. Der Aufruhr kam erst zum Stillstand, nachdem die Beamten sich zurückgezogen hatteit. Die Verantwortung für alles, der Fall Bicwald Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Polierer im Streit. Agenten von dort suchen in Berlin ArbeitsAchtung, Holzarbeiter! In Schwerin stehen die Tischler und willige anzuwerben und nehmen dieselben Meldungen bei Haß, Schadowstraße 1b und im Nationalhotel entgegen. Die Kollegen werden ersucht, die Arbeitslosen hiervon in Kenntnis zu sehen sowie 3uzug nach Schwerin fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. was vorgekommen ist, insbesondere für die schweren Verwundungen tragen die Personen, die die Kanonenschläge losgelassen haben. Gegen 127 Uhr kam es dann auf dem Striegauer Play, wohin sich die Menge aus den Straßen begab, zu einen Aufruhr, an dem sich Tausende beteiligten. Der Aufruhr war auch nicht mehr zu lokalisieren, obwohl Beamte in großer Zahl anwesend waren. Sie konnten in ihrer Minderheit nichts ausrichten und wirksame Verhaftungen nicht durchführen. Ohne Gefahr konnten sie sich auch nicht zersplittern, denn einzelne Schuhleute waren geradezu machtlos. Die Verteidigung hat uns nun hier eine Reihe von Ueber den Streik der Ballschuhmacher wurde in einer am Fällen vorgeführt, in denen Schuyleute auf Unschuldige Montag bormittag abgehaltenen Versammlung der Streikenden losgeschlagen haben sollen. Das größte Aufsehen hat in dieser berichtet, daß durch die Arbeitsniederlegung, die vor acht Tagen Beziehung erfolgte, die Ballschuhindustrie Berlins tatsächlich zum Stillstand gebracht worden ist. Acht kleinere Fabrikanten, die zusammen erregt. Es ist aber nirgend bewiesen worden, daß ein Schußmann 50 Arbeiter beschäftigen, haben die Forderungen der Streifenden sich einer vorsätzlichen Ueberschreitung seiner Amtspflichten schuldig noch ablehnend. Es streifen infolgedessen 320 Arbeiter bei 14 Fabribewilligt, dagegen verhalten sich die größeren Fabrikanten immer gemacht hat. Ich bedauere selbst, daß der Schutzmann sich nicht ge- kanten. Es hieß, die Fabrikanten wollten eine Kommission einmeldet hat, der dem Viewald die Hand abgeschlagen hat. Wer aber kann wissen, ob er sich nicht geirrt hat, ob er eine Handbewegung sehen, welche mit den Arbeitern verhandeln soll, jedoch sollten Verdes Biewald nicht irrtümlich als einen Widerstand auffaßte und handlungen nur dann angeknüpft werden, wenn die Arbeiter drei glaubte, von der Waffe Gebrauch machen zu müssen. Dann hat er Forderungen zurückziehen, nämlich die: Bezahlung einer Plaßmiete sich keine strafbare Handlung zu schulden kommen lassen. Man kann von 1 M. pro Woche, Vergütung der Furnituren mit 35 Pf. pro nun einwenden, daß sich der Beamte ja hätte melden können, Dußend und ein Aufschlag von 5 Pf. pro Paar bei Kommissionen wenn ihn keine Schuld trifft. Aber da ist doch zu betonen, daß von weniger als 5 Baar. Die Arbeiter denken nicht an die ihn sowohl die Furcht vor einer strafrechtlichen Verfolgung zurückziehung dieser Forderungen, Verhandlungen mit den beals auch von einem Disziplinarverfahren davon abhalten fonnte treffenden Fabrikanten haben auch noch nicht stattgefunden und die und schließlich konnte er auch annehmen, daß Biewald Streikenden verharren einmütig im Ausstande. Folgende Reso ihn zivilrechtlich zur Verantwortung ziehen würde. Es ist lution wurde einstimmig angenommen:" Die Versammlung erklärt bekannt, daß Biewald Tausende von Mark Entschädigung verlangt sich jederzeit bereit, mit einer Kommission der Fabrikanten zu verbekannt, daß Bietvald Taufende von Mark Entschädigung verlangt handeln, jie lehnt es aber ab, Verhandlungen aufzunehmen, solange hat und der Schutzmann konnte deshalb mit Recht befürchten, regreß- handeln, sie lehnt es aber ab, Berhandlungen aufzunehmen, solange pflichtig gemacht zu werden. Wo so viele Gründe vorliegen, braucht die Fabrikanten Bedingungen an die Aufnahme von Verhandlungen es nicht allein das Schuldbetvußtsein zu sein, was den Schußmann fnüpfen." von der Meldung abhielt. Aber alles zugegeben können sich denn die Angeklagten als Entschuldigung für ihre Ausschreitungen auf die Uebergriffe einzelner Beamter berufen, die sie garnicht gesehen haben. Kein einziger der Angeklagten hat z. B. den Fall Biewald gesehen. Nachdem sodann der Staatsanwalt die Vergehen der ersten Kategorie der Angeklagten durchgesprochen hatte, beantragte er gegen den Angeklagten Schneider, der nach einem Schuhmann mit einem gezückten Messer gestochen haben soll, 11 Jahr Gefängnis, gegen einen weiteren Angeklagten ebenfalls 1 Jahr Gefängnis, und gegen weitere 10 Angeklagte Gefängnisstrafen von 10 bis 2 Monaten. Den jugendlichen Arbeiter Schimpf beantragt er frei zusprechen. Zur zweiten Kategorie der Angeklagten wöchentlicher Dauer Der Streif der Königsberger Kohlenarbeiter ist nach fast vier Streifenden beendet und am Montag, den 24. September, am letzten Sonntag zugunsten der ist die Arbeit auf fast allen Kohlenplägen im vollen Umfange wieder aufgenommen worden. Wie bereits mitgeteilt, hatten die Kohlenfirmen der Lohnkommission der Arbeiter neue Tarifverträge vorgelegt, diese wurden aber von den Streifenden als unannehmbar wieder zurückgesandt. Die Ausständigen legten nun ihrerseits den Arbeitgebern wieder neue Forderungen vor, und diese wurden nun für diesmal noch nicht errungen werden, die Streifenden hatten endlich, ohne nennenswerte Herabsetzung einzelner Positionen, angenommen. Die Anerkennung der Organisation fonnte allerdings noch zu wenig gewerkschaftliche Schulung, waren doch erst in den letzten sechs Wochen vor Beginn des Ausstandes ein Drittel der nun organisierten Arbeiter Mitglieder des Verbandes geworden. denn einen Tag nach Beginn desselben nahmen die Speicherleute Der Streik nahm unter trüben Begleiterscheinungen seinen Anfang, bedingungslos die Arbeit wieder auf, und nach zwei Tagen folgten die Getreideträger dem gleichen Beispiele. Es ist erklärlich, daß durch diese Mißerfolge der Kamm den Kohlenhändlern gehörig schwoll. Da ist es um so anerkennenswerter, daß die zum erstenmal im Rohnkampfe stehenden Proletarier die Feuertaufe so würdig be= standen. Bemerkt sei noch, daß im Laufe des Ausstandes nur zwei Streifbrecher sich aus ihren Reihen lösten, trotzdem die Kohlenfirmen für diese Stüßen der Gesellschaft" zweifach höhere Löhne zahlen wollten als die Ausständigen verlangten. Wie unsinnig verhaßt und kleinlich die Unternehmer der Organisation gegenüberstehen, beweist u. a. auch die Königsberger Kohlenfirma Heinrich Lilienthal, die es in ihrem Begleitschreiben zum neuen Tarif nochmals betonen mußte, daß sie die Organisation ausgeschaltet wissen wolle, und der Herr Prinzipal hatte dem Begleitschreiben die " geschmackvolle" Anrede gegeben:" An meine Arbeiter!" Gleichsam als wenn ein kleiner Souverän in angestammter Herrscherwürde einen Aufruf an sein" Volf erläßt. Es ist ja nun überhaupt einfältig genug von den Arbeitgebern, die Organisation nicht anerkennen zu wollen. Die von ihnen beschäftigten Arbeiter sind organisiert, und mit diesen Arbeitern haben sie doch auch die neuen TarifForderungen der Arbeiter durchzudrücken, so sind doch die Lohnjähe berträge abgeschlossen. War es auch nicht möglich, alle berechtigten bei Afford und Stundenlohn um 20 bis 25 Proz. erhöht, gewiß ein achtenswerter Erfolg. Die Hamburger Getreidearbeiter beschlossen in einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung, die Benußung des Arbeitsnachweises der Hamburger Reeder zu verweigern. Infolgedessen ruht heute auf zahlreichen Getreideschiffen die Arbeit. Zur Lohnbewegung der erzgebirgischen Wirker. In Burkhardtsdorf bei Chemnitz tagte eine Textile arbeiterkonferenz, die sich mit den Antworten der Fabrikanten beForderungen eingegangen waren. Von einigen Fabrikanten lagen schäftigte, die bis zum 17. September auf die eingereichten namhafte Bewilligungen vor; auch hatte der Verband der Textilindustriellen geantwortet. In diesem Bescheid wird darauf hingewiesen, daß eine Verhandlung mit dem Agitationskomitee nach den Verbandssaßungen ausgeschlossen ist, daß vielmehr jeder Arbeitgeber mit seinen Arbeitern bezw. den von diesen gewählten Arbeiterausschüssen zu verhandeln habe. Die Konferenz beschloß, an den gestellten Forderungen festzuhalten. Ferner wurde beschlossen, daß die Arbeiterausschüsse sämtlicher in Betracht kommenden Fabrikbetriebe am Donnerstag, den 27. September, die Forderungen bei den Fabrikanten einreichen sollen, um Einheitlichkeit in die Aktion zu bringen. Ueber die Verhandlungen soll in einer später einzuberufenden Konferenz Bericht erstattet werden und diese Konferenz 36 Orten waren 169 Delegierte erschienen. Die Organisation hat soll dann in der Angelegenheit weitere Beschlüsse fassen. Aus 36 Orten waren 169 Delegierte erschienen. Die Organisation hat in den meisten erzgebirgischen Ortschaften mit Textilarbeiterbevölkerung in den letzten Monaten große Fortschritte zu verDie Stuhlpolierer, Beizer und Hülfsarbeiter, die in Möbel- zeichnen. tischlereien und Fabriken Berlins und Umgegend beschäftigt sind, waren Montag abend in großer Zahl im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße, bersammelt, um über die Verbesserung ihrer LohnGewerkschaftskartelle als politische Vereine", Am 1. Juli 1905 wurde in Kulmbach ein Gewerkschaftskartell nahmen beträgt die fürzeste Arbeitszeit 51 Stunden, die höchste gegründet, zu dessen Vorsitzenden Genosse Goller gewählt wurde. und Arbeitsverhältnisse zu beraten. Nach den statistischen Auf60 Stunden, jedoch unter Hinzurechnung der Ueberstunden bis 70, Die Behörde erblickte in dem Kartell einen„ Verein“ und Genosse und die durchschnittliche 57 Stunden in der Woche. Der Lohn der Goller erhielt einen Strafbefehl auf 10 Mart, weil er den„ VerBeizer bewegt sich zwischen 18 und 35 Mark und der Durchschnitts- ein" nicht angemeldet hatte. Das Schöffengericht Kulmbach gab John beträgt 25,60 Mart die Woche. Der Lohn der Stuhlpolierer dem hiergegen erhobenen Einspruch Folge, hob das Urteil auf und gestaltete sich bedeutend günstiger und beträgt im Durchschnitt erklärte, das Kartell fei kein politischer Verein, noch ein Verein 36,60 Mart. Ueberstunden sollen vielfach freiwillig geleistet werden. überhaupt. Hiergegen erhob der Amtsanwalt Berufung. 3n einer einstimmig angenommenen Resolution werden die noch Landgericht Bayreuth war nun wieder der Meinung, daß das Das nicht Organisierten verpflichtet, sich in den Holzarbeiterverband auf- Startell ein politischer Verein sei, daher seine Gründung und die nehmen zu lassen, um sodann geschlossen an die Verbesserung ihrer Lage herantreten zu können. Eine Kommission wurde gewählt und Wahl der Vorstandschaft anzumelden gewesen wären. Goller wurde beauftragt, einen Einheitstarif auszuarbeiten, der in allen in Be- zu 5 Mark Geldstrafe eventuell 1 Tag Haft verurteilt. tracht kommenden Betrieben zur Durchführung gebracht werden soll. Husland. Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter. Der Betrieb Näherei Ka phun, Lindenstraße 101-102, ist für alle Näherinnen, besonders auch Heimarbeiterinnen, bis auf weiteres gesperrt, weil allen dort Beschäftigten gekündigt worden ist, die dem Verband als Mitglieder angehören. Die Ortsverwaltung. Bureau Neue Königstr. 7. Vergehen gegen dieGewerbeordnung führte der Staatsanwalt aus: Etwa 200 Former und. Gießer traten im Februar in den Streik, nachdem ein von ihnen an die Metallindustriellen ge= richtetes Schreiben ohne Antwort geblieben war. Die Mitglieder der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine erklärten sich mit dem Vorgehen der Mitglieder des Metallarbeiterverbandes solidarisch. Es folgte dann bekanntlich die Generalaussperrung. Es ist den Ausgesperrten durchaus zu glauben, daß sie lieber weiter gearbeitet hätten, auch zu den alten Bedingungen. Aber nachdem einmal der Lohnkampf ausgebrochen war, drehte es sich darum, wer ihn länger aushalten konnte: die Streifenden mit ihren Kassen oder die An die organisierte Arbeiterschaft! Vielfachen Anfragen entUnternehmer. Für die Organisierten bedeutete es einen Gewinn, sprechend teilen wir mit, daß die vom unterzeichneten Verband wenn möglichst viele Arbeitswillige die Arbeit niederlegten. Je herausgegebenen Plakate nunmehr eingezogen werden. Als Ausfrüher die Betriebe lahmgelegt waren, desto früher hörte die Aus- weis dafür, daß die Forderungen der Gehülfen bewilligt find, sperrung auf. Von diesem Gedanken waren alle diejenigen be- gelten nur noch die weißen mit roten Streifen versehenen Kontrollseelt, die sich allabendlich auf dem Striegauer Plaz versammelten farten, gültig, wenn laufend gestempelt. und in so unerhörter Weise gegen die Arbeitswilligen borgingen. Ohne daß ein Beschluß Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. J. A.: Paul Liere, Bureau Rosenthalerstr. 57 Deutfches Reich. oder eine Anweisung vorlag, handelte die Menge in stillschweigender Uebereinstimmung. Das geht aus den gleichartigen Zurufen hervor, die den Arbeitswilligen zugerufen wurden. Es Zu unserer Notiz über den Stettiner Kohlenarbeiterstreik in handelte sich nun auch nicht mehr nur um die Sache der Nr. 219 vom 20. September sendet uns der in der Notiz genannte 200 Former, sondern um die Sache aller Ausgesperrten. Die Be- Stellenvermittler Riebenstahl folgende endigung der Aussperrung war ein materieller Gewinn für sie alle, denn die Unterstübung während der Aussperrung war nicht Der Stettiner Kohlenarbeiterstreit bei der Firma Stevenson. so hoch wie der Arbeitslohn. Es handelte sich also für die Aus- Die vom Vorwärts" am 20. September unter dieser Ueberschrift gesperrten um einen Kampf für die Besserung ihrer Existenz und aufgestellten Behauptungen entsprechen nicht den Tatsachen. " Berichtigung. Rom, 20. September.( Eig. Ber.) Ein Riesenstreik für den Zehnstundentag. Lago Maggiore haben die Arbeiter die Arbeit eingestellt und In den zahlreichen Seiden- und Baumwollfabriken um den fordern die Einführung des Zehnstundentages. Die Unternehmer, die gleichfalls organisiert sind, erklären sich bereit, den Zehnstundentag zu bewilligen, sobald die Arbeiter den Beweis erbringen, daß in der Mehrheit der italienischen Textilfabriken nicht länger als 10% Stunden gearbeitet wird. Natürlich können die Arbeiter nicht im Handumdrehen eine Enquete über die Arbeitszeit in einer der größten Industrien des Landes organisieren und durchführen. Inzwischen weigern sich die Unternehmer, zu unterhandeln. Der Streit, von der Arbeitskammer von Intra geleitet, greift von Tag zu Tag auf neue Ortschaften über. Nach einem Spezialbericht des Corriere della Sera" streiten zurzeit 20 000 Arbeiter und Arbeiterinnen. In vielen Orten haben auch die anderen Gewerbe aus Solidarität die Arbeit niedergelegt. Die Streifenden bewahren musterhafte Disziplin und Ruhe, so daß ihnen sogar die konservative Presse ihre Sympathie ausspricht. Die ganze Gegend wird mit Militär überschwemmt. Seit dem Jahre 1900 hat Stalien nicht eine derartig große Streitbewegung gesehen wie in diesem Jahre. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 26. September. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Ein Kaisertag zu Nürnberg. Der Schwur der Treue. Westen. Der Zigeunerbaron. Lorking. Der Waffenschmied. Deutsches. Das Wintermärchen. Anfang 8 Uhr. Leffing. Fuhrmann Henschel. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Frau Inger von Destrot. Schiller N.( Friedrich Wilhelm4 Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Ubr: Frau Inger von Oestrot. Schauspiel in 5 Aufzügen von Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Donna Diana. OOLOCISCHER Freitag, abends 8 Uhr: Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., b. 6 Uhr ab 50 1. Donna Diana. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Schiffer Drama in 4 Bildern von Deutscher Holzarbeiter- Verband. Die Hoffnung auf Segen. Heute Mittwoch, den 26. September, abends 8% Uhr, bri Keller, Koppenstraße 29: Außerordentliche General- Versammlung. Hermann Heijermans jun. Uebersetzt und für die deutsche Bühne bearbeitet v. S. Heine u. Helene Richers. Donnerstag, abends 8 11 b 1: Die Hoffnung auf Segen. Freitag, abends 8 Ulbr: Die Hoffnung auf Segen. Zirkus Alb. Schumann. Zirkus Busch. Heute Mittwoch, den 26. September, abends präzise 7%, Uhr: Grande Soirée equestre. Gala- Programm. U. a.: Die größte Novität! Stinder unter 10 Jahren die Hälfte. Die fliegenden Menschen. ftädtliches Theater). Hoffnung Lustspielhaus. auf Segen. Neues. Der Jubiläumsbrunnen. Komische Oper. Hoffmanns Ers zählungen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Das Friedensdorf. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe platt! Luisen. Ein Kind des Glücks. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Donnerstag: Die von Hochsattel. Les Rixfords Mr. Henricksens einzig dastehende Das Friedensdorf. größte Tiger- Gruppe. Apollo- Theater Hier noch nie gesehen Wilde Dressur Emir, bas muital. Bunderpferd, dressiert von Signor Luigi Rossi. 815 Der Affe als Jockey. Auf der Pukta, Original- Dreffurakt. borgej. v. Dir. Alb. Schumann. Metropol. Der Teufel lacht dazu. 930 Die Seldoms Mons. Guichenet, berbereiter Seiner Apollo. Berlin im Dmnibus. Spezialitäten. Kasino. Alerander der Große., Folies Caprice. Der General Konsul. Sünden der Väter. Wintergarten. Spezialitäten. Vajsage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns plastische Darstellungen 1 Dame und 3 Herren. 1000 Berlin im Omnibus. Sonntag, 30. Sept., nachm. 3% lhr: Halbe Preise. Gr. Vorstellung mit dem vollständigen Spezialitäten- Programm. Metropol- Theater Heute zum 4. Male: Berliner Theater. Phila Wolff a. D. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große humoristische Jahresrevue in 8 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 1. Bild: Die Sünde von Berlin. 2. Bild: Des Teufels Autofahrt Der Jubiläumsbrunnen.( Kinematographische Roise). Donnerstag: Der Jubiläumsbrunnen. 3. Bild: Im sündigen Berlin. Freitag: Der bürgerliche Edelmann. 4. Bild: Am Potsdamerplatz. Der Stammgast. 5. Bild: Des jungen Zollern- Prinzen Bilderbuch. Sonnabend: Der Jubiläumsbrunnen. Kleines Theater. Abends 8 Uhr zum 88. Male: Ein idealer Gatte. Donnerstaa: Man kann nie wissen. ( Der verlorene Bater.) Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Man kann nie wissen. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Carmen. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Mittwoch, den 26. Sept., 7 Uhr: Der Waffenschmied. Abonnements gültig. Morgen, Donnerstag: Zar und Zimmermann. Rixdorfer Theater Bergstr. 147. Bürgerfäte. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Mittwoch, den 26. September: 3. Vorstellung. Zapfenstreich. Drama in 4 Aften von Franz Adam Beyerlein. Anfang 8 Uhr. 6. Bild: Nach Algeciras. 7. Bild: Von der Marokkokonferenz. 8. Die Tageszeiten( Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen in allen Räumen gest. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaux. Sonntag, 30. Sept., nachm. 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Majestät des Baren. WINTER CARTEN 65 Letzte Vorstellungen des glänzenden Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pissiutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Der Biograph. Mittwoch, den 26. September, abends 72 Uhr zum 5. Male: Aus der Pußta. Original- Pantomime des Zirkus Busch. Die größte Tiger- and Löwengruppe mit dem bisher noch nie gezeigten Ringkampf zwischen dem Dompteur Willy Peters und zwei wilden Tigern. Mlle. Léris Loyal. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters Die Rose von Avignon. Romant. Schauspiel in 4 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Vorverkauf von 10 bis 1 Uhr im Etablissement. Tages- Ordnung: 1. Der Anschluß des Maschinenarbeiter und Vergolderverbandes am 1. Oktober. 2. Stichwahl für den zweiten Vermittler bei Differenzen. 3. Wahl des zweiten Kassierers an Stelle des zum Hauptkassierer gewählten Kollegen König. 4. Beschlußfassung über die Kündigung des Vertrages, 5. Bericht über den Streik der Drechsler. 6. Anträge. 7. Verbandsangelegen heiten. 93/10 Gintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Cadentischler. Achtung! Freitag, den 28. September, abends 8 Uhr, im Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Vertrauensmänner- Versammlung der Ladentischler für Groß- Berlin. Tages Drdnupg: ,, Unsere Tarifberatungen." Es ist Pflicht, daß jede Werkstatt vertreten ist. Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf.= Mittwoch, den 26. September, abends 8%, Uhr: Berliner Prater- Theater Vertrauensmänner- Sikung der Möbeltischler u. Polierer. Kastanien- Allee 7/9. Heute Mittwoch, 26. September, abends 72 Uhr: Preciosa. 93/11 Donnerstag, den 27. September, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Sihung der Bautischler im Verkehrslokal von Preil, Rosenstr. 24. Die Ortsverwaltung. Palast Theater. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- September- Programm. Vendaro, Dreffur. Daymlers, Afrob Franz Gorrè. Leopard Truppe. Mandita. Hee und See. Carmanelli Passage- Theater. erstkl. Nummern 8 Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Riecke" mit dem Schlager Emil du bist eene Pflanze" Außerdem 14 erstklassige Spezialitäten! Volks- Theater des Westens. Bernhard Rose- Theater Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. früher Carl Weiß- Theater. ( Broße Frankfurterstr. 132. Boranzeige: Sonnabend, 29. Septbr.: Große Eröffnungs- Vorstellung. Der Millionenbauer. Volksstück in 4 Aften von Streßer. Billettvorverkauf täglich b. 10-1 Uhr und von 3-7 Uhr an der Theatertaffe. W. Noacks Theater. Direffion Rob. Dill Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Anfang 8 Uhr. Ein Abenteuer im Witwenverein. Hierauf: Madame Bonivard. Schwank in 3 Aften. Colosseum Dresdenerstr. 97. 15 erstklassige 15 Spezialitäten Maria Magdalene. Täglich: Konzert- u. VolksBürgerl. Schausp. in 3 Att. v. Hebbel. Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Bf. Donnerstag: Lockere Zeisige. Ehren- und Vorzugskarten an allen Wochentagen gültig. Sonntag, 30. Sept. Gastspiel von Kasino- Theater Fr. Adele Verra: Heimat. Zentral- Theater. ( Operette). Täglich 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Ein Kind des Glücks, Donnerstag: Jungfrau von Orleans. Freitag: Goldonkel. Sonnabend: Die Hochzeit v. Valeni. Sonntag nachm.: Jungfrau v.Orleans. Abends: Goldonkel. Montag: Jungfrau von Drleans. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Zum Gastspiel Ad. Philipp. 36. Jm wilden Westen. Male: Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Loulou. Lothringerſtr. 37. Täglich 8 116 Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Kabarett. ( Ohne Weinzwang.) 8 Der Sommerleutnant. Familienfarten, zum halben Staffenpreis gültig, in Barbier, Friseur- und Bigarrengeschäften gratis zu haben. Reichshallen. Täglich: Stettiner Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679 Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Achtung! Gürtler! Achtung! Donnerstag, den 27. September, abends 129 Uhr: Versammlung der Gürtler und aller in Gürtlereien beschäftigten Kollegen und Kolleginnen im Lokal von Graumann, Naunynstr. 27. Tages Ordnung: 1. Industriekonzentration und Gewerkschaftszersplitterung. Referent: Kollege Cohen. 2. Diskussion. 3. Ersatwahl der Branchenfommission. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Rege Beteiligung erwartet 153/15 Die Ortsverwaltung. Sänger Verband der Isolierer, Steinholzleyer u. verw. Berufsgenossen Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Gustav Behrens Deutschlands. 286/18 Bureau und Arbeitsnachweis vom 1. Oktober Berlin C. 54, Alte Schönhauserstraße 20, Aufgang Steinstraße. Abt. 1: Isolierer! Mittwoch, den 26. September, abends 8 Uhr, bei Patt, Dragonerstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zu den Zugeständnissen der Arbeitgeber Theater, unseren Forderungen gegenüber? 2. Verschiedenes. Berlin O., Frankfurter Allee 85. Kollegen, seid alle Mann zur Stelle! Kolossaler Erfolg Schwarzer des sensationellen neuen September- Programms. 22 Nummern. Fröbels Allerlei- Theater anfang 7%, br. Sonntags 5%, Uhr. Seben Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Schönhauser Allee 148. Stets erstklassige Niesenspielfolge.. Tanzleitung: B. Sachse. Nach der Borstellung: Gr. Tanz. Vorher das Eröffnungsprogramm. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. 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Butterdosen mit Teller Kaffeekannen Kaffeekannen dekoriert 35, 42, 60 Pf. ca. 18 1.35 20 cm 1.75 Wasserkessel mit Sack 75, 85, 95 Pf. Wasserkessel dekoriert mit Sack 2.25, 2.45 Wasserkessel dekoriert ohne Sack 1.75, 1.95 Kasserollen ohne Ring 28, 33, 42 Pf. Schmortöpfe ohne Ring 35, 48, 60Pf. Sand-, Seife-, Soda- Garnitur dek.1.95 Holz- und Bürsten waren Leitern komplet mit Stufe 40 Pr. Quirlgarnituren Nudelrolle 1.65 Fleischbretter Kohlenkasten 1.75, 2.25, 2.75 Küchenrahmen 2.95, 3.95, 4.90 Küchentische 6.75 Handtuchhalter 85, 1.25, 1.75 Putzkomoden mit 3 Schubladen 1.95 Wichs- oder Putzkasten Fussbänke Borstenbesen 10, 15, 25 PL. Küchenbänke gestr. 1.45, 1.65, 1.85 Küchenschemel gestr. 95, 1.15, 1.30 Plättbretter Holz- Kaffeemühlen 42 Pt. Verdichtungsstränge 42 Pt. Besen- oder Handtuchhalter 25 Pf 95 PL. 1.95 Pack 42 PL 9, 12, 15 Pf. Paket 16 Pf.. Bohnerwachs gelb oder weiss Ausklopfer Möbelbürsten Federwedel Dose 50Pf. 28, 38 P 35, 45 P 25, 38, 48Pf. 6,75 7, 10, 15 Pf. 48, 70, 90Pf.| Scheuertücher Borstenhandfeger 30, 42, 48 Pf. Stahlspähne Rosshaarbesen 95, 1.35, 1,65 Rosshaar- Handfeger 48, 75, 85Pf. Teppichhandfeger 30, 35, 38Pt. Klosetbürsten 30, 38, 45P. 18, 25, 30P. Teppichkehrmaschinen 8, 12, 15 Pf. Cylinder- Putzer Blech- und Eisenwaren Kuchenteller mit 6 Desserttellern Zuckerschalen mit Fuss 13, 18 P. Salz- und Pfeffergefässe gepresst 5 Pf. Teebecher mit Bordüre 10P. 23 Pf. 33 Pf. Butterdosen olivenmuster 55 P. Käseglocken olivenmuster Zuckerschalen muster 12, 15, Sturzflaschen 12, farbig 22, Goldrand Bierbecher mit starkem Boden Schrubber 35P. Scheuerbürsten 48PL 20 PL Pf. 28 Pi. 15 Pf. Wirtschaftswagen mit emaill. Zifferbl. 1.95 Reibemaschinen Porzellan weiss verschiedene und Goldrand dekoriert Dessertteller Formen 8Pf. massiv 15 Pf. Kaffeebecher hohe Form Eiserne ca. 100 120 140 160 180 cm 95 P. Gardinenstangen 9, 12, 15, 18, 20Pf. Messerputzmaschinen auf Brett 6.25 Scheibengardinenstangen 8 Pf. Messerputzschmirgel Dose Briefkasten zum Ausziehen, complet mit Ringen und Oesen com22Pf. Zuggardinen- Einrichtungen plet 48 Pf. 28, 38, 48 P. Gallerie- Eisen 95 Pf. Rollenkasten 3.95,4.95 Porzellanringe 45, 75, 95 Pf. Waschtische 1.95, 2.50, 3.25 Waschtoiletten geschlossen. mit com- 16.50 9PL Frühstückskasten Speiseteller massiv, tief oder flach Kaffeetassen mit Untertassen Kompottschalen Rokokoform Salatschüsseln gerippt 15, 23, Bratenplatten 25, 35, 45, Saucièren verschiedene Formen Terrinen verschiedene Formen 20 Pf. Kaffeetassen Veilchenmutser 18 Pf. Brotschneidemaschinen mit spitzem Messer 9 Pf. 25 Pf. 30 Pt. Kaffeekannen Veilchenmuster Kuchenteller mit Henkel Butterdosen/ Pfand 75 Pf. Dessertteller 42Pf. Kompottschalen, 1.45 Speiseteller 85 Pf Waschständer Rokokoform 35 Pf. 38, 48 Pf. 15 Pf. 45 Pf. 28 Pf. 58 PL dekoriert, 4 teilig Teeservice Kaffeeservice Tafelservice für 6 Personen, 9teilig für 6 Personen, Veilchenmuster 12.75 2.25, 2.95, 3.95 Steingut Rosenmuster 15.00 Vorratstonnen blau Zwiebelmuster 33 Pf. Deckelnäpfe blau Zwiebelmuster 45 Pf. Salz- od. Mehlmesten zwieb must. 85 Pf. Kaffeebecher blau Zwiebelmuster 10, 12 Pf. Batz 7 Stück 1.55 Kaffeetassen blau Zwiebelmuster 15 Pf. Satz 7 Stück 98Pf. Milchtöpfe blau Zwiebelmuster od. mit Salatièren Fond Salatièren weiss Waschgarnituren Satz 6 Stück 1.65 pleter Einrichtung Fleischhackmaschinen 2.85 4.25 Wasch- Zober Zink mit 9.25, 11.75 Waschfässer Zink, mit 8.75, 10.50 Waschfässer Zink, m. Holz- 9.50, 11.50 Holzboden u. Wulst Porzellanquasten Schnurführer Teppichnägel Bildernägel Paar 5 Pf. Paar 12 Pf. 1, 2Pf. 4PL. 4PL Dutzend 15, 18Pt. Dutzend 3, 4, 5, 7 Pf. Konsolhaken Dutzend 8, 10, 12, 15 Pt. Haushaltnägel sortiert im Karton 25Pf. Türpuffer mit Schraube Bettstellen Drellbezug 12PL. 12.75 Polsterbettstellen mit buntem Bezug 5.95| Ruhebett mit Sprungfedern, Polsterbettstellen mit bunten mit und Spiralboden 6.75 Eisen- Bettstellen tem Spiralboden 6.85 Polsterbettstellen mit Drellbezug, rein Seegras mit 9.85 Eisen- Bettstellen mit doppeltem Eisen- Bettstellen schwarz lackiert mit hübschen Verzierungen Verstrebung und Spiralboden und doppeltem Spiralboden Spiralbod., schwarz Jackiert 8.50 13.75 Kinderbettstellen in grösster Auswahl 3.25 Matratzen Matratzen Seegras, rot od. rot- rosa Drell 6.95 Matratzen Indiafaser, rot od. rot- rosa Drell 9.50 ganzer 2.65, 3.50 Fertige Betten esser Bland Bettfedern grau, Pfd. 60, 1.00, 1.50 Halbdaunen grau Halbdaunen extra füllkräftig Chinesische Daunen Pfd. 2.00 Pfd. 2.80 Pfd. 2.75 11.50, 16.00, 21.00, 28.75 Halbweisse Gänsedaunen Prd. 4.25 A. JANDORF& C Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm 1/2 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inieratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin 130 Br. 224. 23. Jahrgang. 3. Beilage des 3. Beilage des„ Vorwärts“ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 26. September 1906. Konferenz der sozialdemokratischen Frauen. Zweiter Verhandlungstag. notwendig, weil diese Verpflichtung nur besteht auf Grund der sich die Dinge aber so entwickelt, daß seit einem Jahre etwa der Gesindeordnung und wenn diese aufgehoben wird, so ist eigentlich Verein der Hausangestellten ganz in unsere Hände gekommen ist. | diese Verpflichtung auch aufgehoben. Der Zusatz wäre also eigentlich Eine Genossin ist die Redakteurin des Vereinsorgans, und auch überhaupt überflüssig, aber aus agitatorischen Gründen befürworte die Geschäftsführung wird von einer Genossin übernommen werden. ich doch, ihn beizubehalten. Die Dienstboten selber waren es, die verlangten, daß die Bewegung ganz und gar in unsere Hände übergehe. Die Herrschaften im bürgerliche Damen, die im Vorstand saßen, haben ihr Amt niederVerein haben auch bereits die Fahnenflucht ergriffen. Zwei veröffentlicht wurde, rührt vom Verein der Hausangestellten her; gelegt. Der Musterdienstvertrag, der jüngst in der Gleichheit" Braun irrt sich also, der Berliner Dienstbotenverein ist nicht mehr Genosse Stadthagen hat ihn dann durchgearbeitet. Frau Lilh in bürgerlichen Händen.( Beifall.) Was die in Punkt 3 geforderte sinngemäße Anwendung der möchte ich erklären, daß ich darunter verstehe, daß für die Dienstboten auch eine Mittagspause verlangt wird. Bestimmungen über Arbeitszeit und Arbeitsdauer" anlangt, so Gerade das müssen wir vor allem verurteilen, daß die Dienstboten ( Eehr richtig!) Die Zeit der Mittagspause muß sich natürlich nach den Gepflogenvon morgens früh bis abends spät im Haushalt arbeiten müssen. heiten des betreffenden Haushalts richten, jedenfalls muß sie aber im Anschluß an das Mittagsbrot eintreten. Wenn man behauptet, das sei heute undurchführbar, so weise ich darauf hin, daß so gut wie die wirtschaftlichen Grundlagen des Gesellschaftslebens einer fortwährenden Revolutionierung unterworfen sind, auch die Umgestaltung des Hauswesens fortschreitet. In anderen Ländern, wie in Amerika und Australien, sind unsere Forderungen längst durch geführt und allgemeine Praris. So wie die Dienstmädchen heute in bezug auf ihre Rechte nicht mehr Hausgenossinnen sind, sondern Arbeiterinnen, so wollen wir, daß sie auch in bezug auf ihre Pflichten mehr und mehr gewerbliche Arbeiterinnen werden.( Sehr richtig!) Ich hoffe, daß Sie alle mit mir einverstanden sind, daß die Resolution so gemeint ist.( Zustimmung.) was die Genossin Grünberg in ihrem Schlußsat als Pflicht für die Die Kölner Genoffinnen könnten sich damit zufrieden geben, Genossinnen im allgemeinen ausgesprochen hat und sollten ihren Antrag zurückziehen. Wenn wir in Bildungsvereinen unsere For derungen vertreten, wird es den Behörden leicht werden, die Vereine zu politischen zu stempeln und zu verbieten.( Sehr wahr!) Ebenso bitte ich den Antrag aus Bremen zurückzuziehen. Die Regelung der Stellenvermittelung muß nach den örtlichen Verhältnissen geregelt werden. Das läßt sich nicht generalisieren. Es muß der Initiative der Genofsinnen an den einzelnen Orten überlassen bleiben, in bestmöglichster Weise in dem Sinne zu wirken, wie cs hier ausgesprochen ist. " wie es sich mit unseren politischen und gewerkschaftlichen AufFrau Lily Braun fragt in einer persönlichen Bemerkung an, fassungen vereinbaren lasse, daß eine Parteigenossin sich in einen Vorstand hincindelegieren laffe, in dem bürgerliche Damen fäßen. es wäre nüßlich, zu wissen, ob überhaupt noch Herrschaften dem Berliner Verein der Hausangestellten angehörten. In einem nach gewerkschaftlichen Grundsätzen geleiteten Verein seien Herrschaften überhaupt nicht zu brauchen.( Zustimmung.) lich alle.( Sehr richtig!) Seitdem die Leitung des Berliner BerFrau Zieg: Auf diesem Standpunkt stehen wir selbstverständeins in unseren Händen liegt, wird auf dieses Ziel hingearbeitet. Weil die Bewegung ursprünglich in bürgerlichen Händen lag, ist es aber auf dem besten Wege, und gewerkschaftliche Grundsätze werden nicht möglich, alles mit einem Schlage umzumodeln. Wir sind in der Praxis und auch im Statut des Berliner Vereins ihren Ausdruck finden.( Bravo!) Das Schlußwort erhält die Referentin Um 9 Uhr eröffnet Genossin 3ettin die Verhandlungen wieder mit der Mitteilung, daß als Vertreterin der Schweizer Parteigenossinnen die Arbeitersekretärin in Bern, Genossin Margarete Faas- Hardegger, eingetroffen ist. Genossin& a as: Ich überbringe Euch die Grüße der schweizerischen gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und besonders des schweizerischen Arbeiterinnenverbandes. Ich komme aus dem Lande der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, wo in den Straßen die Polizei die Leute schlägt und in den Gefängnissen geprügelt wird. Ich komme aus dem Lande der Preßzfreiheit, aus dem man die Redakteure ausweist. Ich komme aus dem Lande, wo man bei aller Meinungsfreiheit die Genossen verhaftet, die wir als Referenten bestellen, so wie man die Genossin Ballabanoff verhaftet und ausgewiesen hat. Ich komme aus dem Lande, wo man die Genossinnen einsperrt, die Flugblätter verteilen. Ich komme aus dem Lande, wo wir in dem vortrefflichen 9jährigen Schulunterricht noch Ruhm und Macht des Vaterlandes von Herzen lieben können, weil wir noch große Illusionen haben. Aber ich komme aus diesem Lande, Genossinnen, um Euch zu sagen, daß wir im Begriff sind, diese Illusionen zu verlieren.( Bravo!) Und gerade die Arbeiterinnenbewegung in der Schweiz blüht auf. Vor zwei Jahren haben wir unseren vor mehr denn zwei Jahrzehnten von der Genossin Zetkin gegründeten Verband reorganisiert und die Organisation hat seitdem ständig zugenommen. Wir haben mit Sprachschwierigkeiten zu kämpfen, die Ihr in diesem Maße lebhafte Interesse der Genoffinnen an dieser Frage und den Wunsch Fräulein Grünberg Nürnberg: Die reiche Diskussion hat das nicht kennt, wir haben französische, italienische und deutsche gezeigt, noch viel Praktisches für diese wichtige Aufgabe zu lernen. Sektionen und wollen jetzt unsere junge Zeitung auch französisch mit dem Antrage auf Ginsegung einer Kommission machen sich die Herausgeben. So sind die Schweizer Arbeiterinnen im Begriff zu Kölner Genojjinnen die Sache zu schwer. In der ersten öffentlichen erkennen, in welch große Lüge man sie bisher verstrickt hat. Kein Dienstbotenversammlung wird aus den Dienstboten selbst eine KomLand in Europa hat mehr ein Recht auf die Illusion, am wenigsten aber hat irgendwo die Frau das Recht. Und darum wird wahrmission gewählt, die dann nach Gründung des Vereins auch die Ich weise noch darauf hin, daß demnächst von der„ Gleichheit" Vorstandsgeschäfte übernimmt. In München haben die Mitglieder scheinlich die Frau auch am vaterlandslosesten sein, wenn sie erst ein Vertrag veröffentlicht werden wird, der das ausspricht, was wir des Frauen und Mädchenbildungsvereins die ganze Agitationseinmal zu erkennen angefangen hat. Deshalb bitte ich Euch, den Dienstboten nur empfehlen fönnen, bet Abschließung von Ver- arbeit für die Diensibotenbewegung geleistet. So kann es auch an unseren Gruß entgegenzunehmen. Wir haben uns Euch zu Vorträgen mit den Herrschaften als Minimum zu verlangen. Der anderen Orten geschehen, im einzelnen aber können wir den bildern genommen und sind hierhergekommen, um viel von Euch zu Vertrag ist von dem Genossen Stadthagen entworfen, rechtlich un- Bildungsvereinen feine Vorschriften machen. Die Arbeitsverlernen in den großen Fragen, die uns allen gemeinsam sind. Ist anfechtbar und enthält alles, was die Dienstboten auf Grund der mittelung müssen die organisierten Dienstboten selbst in die Hand doch vor allem auch die Frage der Versicherung der Wöchnerinnen rechtlichen Verhältnisse hente verlangen können.( Bravo!) für uns brennend. So will ich denn Euren Verhandlungen zunehmen. Auch in Nürnberg hat nicht etwa das Arbeitersekretariat Frau Lily Braun- Berlin: In dem ausgezeichneten Referat der die Stellenvermittelung für die Dienstboten in die Hand genommen, hören und nachher meinen Schweizer Genossinnen alles sagen, Genossin Grünberg hat es uns wahrscheinlich am besten gefallen, sondern der befreundete Gastwirtsgehülfenverband. Wir müssen was ich Gutes, Großes, Fröhliches und Arbeitsfreudiges bei Euch wie einheitlich in Nürnberg Partei und Gewerkschaften an die alles tun, um die Dienstmädchen von ihren Blutsaugern loszugefunden habe.( Lebhafter Beifall.) Organisierung der Dienstboten herangegangen sind. In Berlin bekommen. Das liegt selbst im Interesse der Herrschaften. fand, als vor einigen Jahren eine starke Dienstbotenorganisation Vorwurf der Genossin Braun trifft mich nicht. Ich habe wörtlich im Entstehen war, diese leider bei der Partei nicht die nötige Unter- gesagt: Die mittelalterlichen Gesindeordnungen mögen Platz machen stützung und geriet daher ganz in bürgerliche Hände, und es entstand dem freien Arbeitsvertrage, der den Dienenden Lust am Leben und Jetzt dürfte es schwer sein, die Berliner Dienstbotenbewegung zur Resolution möchte ich bitten, nicht allzuviel Einzelheiten cin Unding, ein Verein der Dienstboten und Dienstherrschaften. Straft zum Arbeiten läßt. Von Lust am Dienen" kein Wort. wieder in unsere Hände zu bringen, zumal die Dienstboten sich noch hineinschreiben zu wollen. immer für etwas Besseres halten als die bloßen Fabrikarbeite- boten eine Mittagspause, Arbeitsschluß nicht nach 8 Uhr abends Gewiß verlangen wir für die Dienstsie stehen, auch auf die Dienenden abfärbt. Erfreulicherweise ent- Dienstmädchen, jedes unjittliche Attentat des Dienstherrn oder rinnen und etwas von dem Hochmut der Herrschaften, unter denen und Arbeitsanfang nicht vor 7 Uhr morgens. Gewiß raten wir den wickelt sich die Wirtschaft in der Richtung der Umwandlung des Sohnes der Dienstherrschaft zur Anzeige zu bringen und nicht aus Dienst in ein gewerbliches Arbeitsverhältnis. Ich glaube, es ist falscher Scham zu verschweigen. Aber in die Resolution gehören unsere Aufgabe, diese wirtschaftliche Bewegung, die vorhanden ist diese Forderungen nicht. Unsere Bewegung ist noch zu jung, fie Frau Boffe- Bremen: Es ist nicht das erste Mal, daß wir uns und die Auflösung der Einzelhaushalts zum Ziel hat, auf alle Weise, muß zart angefaßt werden, wenn sie gedeihen soll. Es wird langmit der Dienstbotenfrage in Bremen beschäftigt haben. Bereits auch durch genossenschaftliche Gründungen zu unterstützen. Auch in den achtziger Jahren machten wir den Versuch einer Agitation eine andere Entwickelungstendenz ist sehr bemerkenswert. Die ſam vorwärts gehen, denn erst gilt es, die Dienstboten allgemein aufzurütteln, auch sie von dem tatsächlich vorhandenen Klassenunter den Dienstboten, der aber scheiterte. Erst die Bewegung in Zahl der Aufwartefrauen nimmt ständig zu; das beweist schon die aufzurütteln, auch sie von dem tatsächlich vorhandenen Klassendünkel zu befreien. Die Dienstboten sehen den Reichtum um sich, Nürnberg hat uns neue Anregung gegeben. Wir halten unentgelt- wachsende Zahl dieser verderblichen, ekelhaften Arbeitsvermittler, um so grausiger erscheint ihnen das Elend der Arbeiterinnen. Wie liche Stellennachweise für ein gutes Agitationsmittel, da die Dienst- die sich ausschließlich mit der Vermittelung von solchen Frauen be: weit sie aber selbst zurück sind, wissen sie nicht. Die Arbeiterin boten ohnehin daran gewöhnt sind, die Stellenbermittelung zu beschäftigen und sich 50 Pf. pro Tag für den Nachweis einer Arbeit hat wenigstens den Abend und den Sonntag für sich. Das Dienst nuten. Wir würden mit den Dienstboten in persönliche Bemädchen darf bei uns in Nürnberg nur alle 14 Tage zwei bis drei rührung kommen und würden ein gutes Agitationsmaterial daStunden als Mensch leben, die Natur, die Freiheit genießen. durch erlangen. Die Genofsin, die zur Leitung des ArbeitsDarum haben auch die organisierten Arbeiter ein großes Interesse nachweises bestellt würde, könnte auch sonst die Agitation für die an der Organisierung der Dienstboten genommen, ihnen voran die Gewerkschaften und die Partei im weitesten Maße betreiben. Wir Generalkommission. In Nürnberg hat das Gewerkschaftsfartell 150, wollen jetzt in Bremen aufs neue den Versuch machen, die Dienst in München 200 M. zur Gründung unseres Vereins hergegeben. boten aufzuklären, damit sie sich aus ihrer versklavten Lage, die So gründen wir denn überall im Reiche ebenso Dienstboteneine verftlabte Gesinnung mit sich bringen muß, herausringen. ( Bravo!) organisationen und lassen wir die Christlichen nicht uns zuvorlichen Absplitterungsversuchen schon gezeigt, daß sie es wissen, daß fommen. In München haben die Dienstboten gegenüber den christihr Heil nur von der allgemeinen Arbeiterklasse herkommen kann. Der Funken der Unzufriedenheit frißt langsam unter den Dienstboten fort. Tragen Sie ihn hinaus in alle Lande, er wird überall zünden und mit unserer Bewegung wird es vorwärts gehen.( Lebhafter Beifall.) Hierauf wird in die Diskussion über das Referat zur Dienstbotenbewegung eingetreten. Hierzu liegen folgende Anträge vor: 1. Die Konferenz macht es den Leiterinnen der Bildungsbereine zur Pflicht, mit Hülfe der örtlichen Kartelle sich der Dienstbotenbewegung anzunehmen. Wo Bildungsvereine nicht bestehen, sind besondere Kommissionen zu wählen.( Köln.) 2. Unentgeltliche Stellennachweise für weibliche Personen einzuführen, deren Verwaltung in den Händen der Genossinnen liegt. ( Bremen.) Zunächst erhält das Wort: = Der Vor der Abstimmung werden die Anträge Köln und Bremen zurückgezogen. Die Resolution der Referentin wird mit dem redaktionellen Antrage Zieß angenommen. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ist Frauenstimmrecht. Als Referentin erhält das Wort zahlen lassen. Protestieren möchte ich zum Schluß gegen die Redewendung der Genossin Grünberg, die Dienstmädchen müßten so geschützt werden, daß sie auch gern dienen. Gern dienen sollen sie nie, gern arbeiten ja. Sie sollen sich als Arbeiterinnen fühlen und entwickeln, niemals als Dienende. Mit dem ganzen Prinzip der Dienstbarkeit müssen wir gründlich aufräumen.( Lebhafter Beifall.) Frau Fahrenwald Hamburg: Wir haben unser Hauptaugenmerk auf die Abschaffung der Gefindeordnung zu richten. Das muß Frau Müller- Köln: Die Referentin hat uns gestern das Elend die präzise Forderung der sozialdemokratischen Partei ſein.( Ruf: der Dienstboten so ausführlich geschildert, daß ich darauf nicht näher Ist sie ja!) In Deutschland haben wir 19 oder mehr Gesinde einzugehen brauche. Ich hoffe, Sie werden alle ihrer Schluß- ordnungen, von denen einige aus dem 17. Jahrhundert datieren. aufforderung folgen, jest energisch in die Agitation für die Dienst- In dem Augenblick, in dem die Gesindeordnung abgeschafft ist, und boten einzutreten. Diesen Zweck verfolgt auch unser Antrag. die Dienstboten unter die Gewerbeordnung fallen, ist für sie die Gerade die Bildungsvereine find als neutrale Organisationen am Arbeitszeit als gewerbliche Arbeiterinnen festgesetzt. Daß die besten dazu geeignet, sich der Dienstbotenbewegung anzunehmen. geeignete Zeit für die Mittagspause in den einzelnen Haushalten ( Beifall.) nicht auf eine bestimmte Zeit festgelegt werden kann, ist selbstGenosse Hoffmann- Mannheim: Ueber Dienstbotenelend kann verständlich; aber die Bestimmung müßte getroffen werden, daß die gar nicht genug gesprochen werden. Speziell in Mannheim sind Pause nach vollendetem Mittagsmahl der Herrschaft einzutreten wir von seiten der Dienstboten darauf aufmerksam gemacht worden. hat. Wir müssen die Mädchen aufklären, daß sie auch ihre Rechte Wir treten für eine geregelte Arbeitszeit aller Branchen ein; und beanspruchen. Nun zu den Arbeitsnachweisen. Auch in Hamburg wie steht es bei den Dienstboten? Selbst die Frauen, die aus liegt der Arbeitsnachweis in bürgerlichen Händen. Wenn ich auch Dienstbotenkreisen hervorgegangen und Beamtenfrauen geworden den bürgerlichen Damen, die den Arbeitsnachweis in Händen haben, Frau Klara Zetkin- Stuttgart: Genossinnen und Genossen! sind, behandeln die Dienstboten schlecht, fast noch schlechter als die den guten Willen nicht absprechen will, so muß ich es ihnen doch der Beschluß, die Frage des Frauenstimmrechts auf dieser Kon= Bourgeois.( Lebhafte Zustimmung.) Selbst das Wenige, was den zum Vorwurf machen, daß sie sich nicht darum kümmern, wenn eine ferenz zu behandeln, ist nicht dittiert worden von dem theoreDienstboten zum Essen vorgesetzt wird, wird ihnen verekelt durch Dame alle 14 Tage ein neues Dienstmädchen braucht. So kam eine tischen Bedürfnis, eine prinzipielle Klärung über die Frage selbst die Gnädige. Die Kost spottet in der Regel jeder Beschreibung; Mutter zu mir, die ihr 14jähriges Kind zu einem Kaufmann in zu schaffen. Diese Klärung ist innerhalb der Sozialdemokratie sie ist in den seltensten Fällen reichlich oder anständig. Auch die Stellung gab, wo es den Haushalt erlernen sollte. Schon nach ein und der proletarischen Frauenbewegung längst vorhanden. Uns Lohnverhältnisse und die Arbeitszeit sind ähnliche. Dabei muß paar Tagen mußte das Mädchen mit ansehen, wie der Kaufmann hat vielmehr bestimmt dazu die Tatsache, daß infolge bestimmter das Dienstmädchen immer proper beisammen sein. Die Organi- in sehr indezenter Weise seine Frau durchprügelte.( Sört! hört! geschichtlicher Umstände, auf die ich noch zu sprechen komme, im sation der Dienstboten ist daher wohl berechtigt. Dies wurde uns Pfui!) Statt daß das Mädchen bei seiner Herrschaft Sittlichkeit, gegenwärtigen Augenblid je länger je mehr die Frage des Frauenauch bei unseren Organisationsbestrebungen in Nürnberg offenbar. Moral und gutes Benehmen erlernte, mußte es solches mit ansehen. stimmrechts aus einer bloß prinzipiellen programmatischen ForGenossin Grünberg hat das Stellenvermittelungswesen so treffend Um 4 Uhr morgens mußte es aufstehen und bis nachts 12 Uhr derung eine Forderung unseres praktischen Aktionsprogramms gezeichnet. Nirgends ist es so groß, nirgends werden die Dienst- arbeiten, bis das Mädchen nach 6 Wochen so bleich und elend war, werden muß. Es handelt sich deshalb für uns darum, uns über boten so ausgebeutet, wie in Mannheim. Deshalb wollen wir in daß es nicht mehr weiter arbeiten konnte. Solche Stellen ver- pie Richtlinien klar zu werden, darüber, unter welchen Umständen Mannheim uns energisch mit der Dienstbotenfrage beschäftigen mitteln die Hamburger Damen. Darum haben auch wir in Ham- und in welcher Weise wir die Agitation, die Aktion, den Kampf und es wird uns auch hier gelingen, diesen Mädchen ein menschen- burg Stellung zur Dienstbotenfrage genommen. Leider konnten für das Frauenstimmrecht in den Kreis unserer allgemeinen würdiges Dasein zu verschaffen. Wir haben hier mit einer wir vor der Frauenkonferenz keine Versammlung mehr einberufen; praktischen Augenblicksarbeit einbeziehen wollen. Aber wir wären neutralen Stellenvermittelung bei der Ortskrankenkasse Mannheim aber nach der Konferenz werden auch wir energisch in die Be- nicht, die wir sind, wir wären nicht die proletarische FrauenWir werden dafür sorgen, daß die Stellen- bewegung, die entschieden auf der Grundlage einer sozialistischen ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Darum auf zum Kampf wegung eintreten. gegen die Stellenvermittlerinnen, jene Seelenverkäuferinnen! nachweise in unsere Hände kommen und werden es uns angelegen Weltanschauung steht, wenn wir nicht bei dem Suchen nach diesen sein lassen, auch das letzte rückständige Dienstmädchen aufzuklären Richtlinien mit aller Schärfe das betonen würden, was unserer ( Anhaltender Beifall.) Frau Ziek: Zwischen den Ausführungen der Genoffin Grün- und unserer Partei zuzuführen. Wenn auch Sie, Genoffinnen, an- Begründung der Auffassung von der Notwendigkeit des Frauenberg und den meinigen ist ein scheinbarer Widerspruch vorhanden fangen, an Orten, wo Sie delegieri sind, in die Dienstbotenbewegung stimmrechts zugrunde liegt und was uns in reinlicher Scheidung in bezug auf die Darstellung der rechtlichen Verhältnisse der Dienst- einzutreten, dann wird und muß es anders werden, dann werden schon in Rücksicht auf die Begründung von der bürgerlichen boten. Ich habe ausgeführt, daß es dem Bürgerlichen Gesetzbuch auch die Dienstboten die unserigen sein und werden ein gewerblich Frauenbewegung trennt. Wir stehen auf dem Boden der Aufvorbehalten gewesen sei, ausdrücklich den lebenslänglichen Vertrag tätiges Arbeiterleben führen können.( Lebhafter Beifall.) fassung, daß die Forderung des Frauenstimmrechts in erster Linie Frau Zieh: Wir in Hamburg empfinden es nicht als eine auftritt als Ergebnis der kapitalistischen Produktionsweise. zwischen Dienenden und Herrschaften zu sanktionieren, während Genoffin Grünberg ausführte, baß heute ein solcher Vertrag nicht Kontrolle über uns, sondern wir arbeiten mit den gewerkschaftlichen erscheint vielleicht manchem unwesentlich, das so stark zu betonen, mehr gelte. Ich möchte in bezug hierauf folgendes erklären: Ein Genossen Hand in Hand. Darum iſt es selbstverständlich, wenn uns aber nicht, weil die bürgerliche Frauenbewegung bis heute lebenslänglicher Vertrag gilt heute, denn es heißt im Bürgerlichen wir etwas gemeinsam unternehmen, daß wir auch gemeinsam über in ihrer Begründung dieser Forderung noch überwiegend auf dem Gesetzbuch: Bei einem lebenslänglichen Vertrag ist es gestattet, ihn die zu unternehmenden Schritte beraten und die Genossen über Boden der alten naturrechtlichen Rechtsauffassung steht. nach fünf Jahren zu lösen unter gewissen Bedingungen. Es ist also solche unterrichten. bürgerlichen Frauenrechtlerei fordert noch heute das Frauenstimm= nicht davon die Rede, daß kein lebenslänglicher Vertrag abgeschlossen Frau Kähler begründet einen von ihr gestellten Antrag auf recht als ein Naturrecht genau so wie die spekulative Philosophie werden darf, sondern nur daß ein solcher Vertrag nicht erzwungen Schluß der Debatte. am Ausgang des 18. und im 19. Jahrhundert. Wir dagegen fordern auf der Grundlage der Ergebnisse der forschenden Nationalökonomie und Geschichte das Frauenstimmrecht als soziales Recht, dessen Begründung nicht beruht auf irgend welchen naturrechtlichen Umständen, sondern in den sozialen wandelbaren Bedingungen. Gewiß, auch im frauenrechtlichen Lager wird nebenbei betont, daß die Umwälzung, welche die kapitalistische Produktionsweise für das Bewußtsein der Frauen geschaffen hat, von wesentlicher Bedeutung ist für die Rechtfertigung der erhobenen Forderungen. Aber dieser Grund wird nicht als stüßender, als tragender in den Vordergrund geschoben und ich berufe mich zum Beweise dafür auf die Prinzipienerklärung, welche der bürgerliche Weltbund zur Erringung werden darf, daß er gelöst werden kann. Wenn aber davon ge= sprochen wird, daß er gelöst werden darf, so ist dadurch ausdrücklich bekundet, daß er abgeschlossen werden darf. Wir haben also eigentlich in einem gewissen Sinne beide recht. Ich wollte das nur feststellen, damit nach außen hin nicht der Eindruck erweckt wird, als ob wir bei etwas ganz Entgegengesettes behauptet hätten. Ferner möchte ich eine redaktionelle Aenderung in der Resolution beantragen dahingehend, daß der Schlußsaz des Punktes 2: Aufhebung der Verpflichtung, Hausangehörige, die mit ansteckender Strantheit behaftet sind zu pflegen" den Punkt 1:„ Abschaffung der Gesindeordnung und Gesindedienstbücher" angefügt wird. Das ist Frau Schulze bittet um Ablehnung dieses Antrages, da man hierher gekommen sei, um über die so wichtige Frage der Dienstbotenbewegung ausführliche Informationen zu erhalten. Der Schlußantrag wird angenommen. In einer sachlichen Richtigstellung erflärt Frau Wengels- Berlin, daß sich die Berliner Dienstbotenbewegung vor fünf Jahren in der Form entwickelt habe, daß die Herrschaften mit in den Verein eintraten. Von Anfang an war aber eine Genossin mit in den Vorstand delegiert. Immerhin waren wir damals der Ueberzeugung, daß wir von Parteiwegen nichts direkt für die Dienstbotenbewegung tun könnten. Inzwischen haben Die Für die bes Frauenstimmrechts auf seinem ersten Kongreß bei seiner die Verfassung unter den Schutz der Frauen und Mütter. 1793 als völlig ausgeschlossen erscheinen, daß jemals zwischen uns sozia Fonftituierung im Juni 1904 in Berlin angenommen hat. In aber löste der Sicherheitsausschuß auf Antrag von Amas die politi- listischen Proletarierinnen und den bürgerlichen Frauenrecht. dieser Prinzipienerklärung stehen an erster, zweiter und dritter schen Frauenorganisationen auf und verbot ihre Neubildung. Dann lerinnen Gemeinsamkeit des Zieles bestehen könnte. Stelle rein naturrechtliche Erwägungen, die im Grunde sentimen ließ die Bourgeoisie in Frankreich den Kampf für das Frauen- Frauen hat das Wahlrecht praktisch eine ganz verschiedene Betaler Natur, aus ideologischen Erwägungen heraus geboren, ebenso- stimmrecht ruhen und erst die ersten großen Sozialisten, die Uto- deutung, je nach dem Besitz, über den sie verfügen oder der Besitzleicht durch andere Gefühlsgründe, andere Gefühlswerte, durch pisten Saint- Simon und Fourier und ihre Schüler nahmen sie losigkeit, unter der sie leiden. Und zwar steht der Wert des Wahleine andere Jdeologie über den Haufen geworfen werden können. wieder auf. 1848 war es Viktor Considérant, 1851 Pierre Leroux, rechtes für sie gewöhnlich im umgekehrten Verhältnis zur Größe Erst an vierter Stelle wird nebenbei auch der wirtschaftlichen Um- der den Antrag auf Einführung des Frauenstimmrechts stellte. ihres Besizes. Je mehr die Frauen die privatrechtliche Verfügungswälzung der Gesellschaft, da wird auch der gewerblichen Tätigkeit Aber sie fanden keine Zustimmung, sondern begegneten nur Hohn möglichkeit über ein großes Vermögen besitzen, um so eher können der Frau gedacht. Aber in welchem Zusammenhang? Da heißt und Geringschäßung. Im englischen Parlament wurde zuerst sie politischer Rechte entraten, da sie ihre persönlichen Interessen es, das Frauenstimmrecht ist begründet in der steigenden Wohl- namens einer größeren Gruppe von Frauen 1867 von einem der schon auf Grund ihres Geldbeutels im ausgiebigsten Maße wahren habenheit, welche durch die Erwerbstätigkeit der Frauen unter das erlauchtesten Geister der bürgerlichen Demokratie John Stuart Mill und pflegen können. Höhere Bedeutung hat der Besit schon für weibliche Geschlecht gekommen ist. Genossinnen und Genossen! Wir der Antrag auf Einführung des Frauenstimmrechts gestellt. die mittleren Schichten der bürgerlichen Frauen. Ein großer Teil stehen auf dem Standpunkt, daß wir sagen, nicht in der WohlWohl haben diese Vorkämpfer für Frauenemanzipation einzelne von ihnen ist nicht in der angenehmen Lage, wie ihre reichen habenheit einer dünnen Echicht des weiblichen Geschlechts liegt Konzessionen errungen, manche Abschlagszahlungen erhalten, aber Schwestern sich auf Grund ererbten Vermögens eine Lebensdie tiefste, die stärkste Begründung der Forderung des Frauen- die politische Emanzipation des weiblichen Geschlechts ist bis heute betätigung zu verschaffen, welche ihren persönlichen Neigungen entftimmrechts nein, in der Armut, in der Not, in der Aus- in den meisten, und gerade in den industriell entwickeltsten Ländern, spricht. Meist müssen sie sich durch die eigene Arbeit nicht nur beutung, der die große Masse des weiblichen Geschlechts preis- noch nicht zur Entwicklung gelangt, weil gerade während des stärksten einen neuen Lebensinhalt, sondern auch einen Erwerb schaffen. gegeben ist.( Sehr richtig!) Wir weisen diese Begründung der Kampfes der Bourgeoisie für die Verwirklichung des vollen demo- Nur denken sie natürlich ihrer Klassenzugehörigkeit und ihrem bürgerlichen Frauenbewegung, die nichts ist als die Wiederholung fratischen Prinzips schon im Schoße, in den Reihen der Frauenwelt Bildungsgange nach nicht an die allen freistehende Möglichkeit, des alten Gemeinplatzes vom Nationalreichtum, mit aller Ent- selbst die Kräfte vorhanden waren, die das Frauenwahlrecht als gewerbliche oder landwirtschaftliche Arbeiterin zu werden, sondern schiedenheit zurück. Wollte man sich rein auf den naturrechtlichen soziale Notwendigkeit für sich fordern mußten. Die Vorbedingung suchen sich ihr Brot in den sogenannten freien oder liberalen BeStandpunkt stellen, dann könnten wir uns ja damit begnügen, dazu ist erst geschaffen worden durch die größere Reife der kapi- rufen. Die gleiche Bildungsgelegenheit mit dem Manne und die allen Vorurteilen gegen das Frauenstimmrecht jenen leidenschaft- talistischen Produktion. Sie steht im engsten Zusammenhange mit Möglichkeit zur Ausübung dieser Berufe wird vielfach den Frauen lichen Gefühlsschrei aller Unterdrückten wie Geknechteten entgegen Großindustrie, die die Naturalwirtschaft aus der Familie vertrieb, bedürfen die Frauen der mittelbürgerlichen Klassen, die Frauen der Revolutionierung des Haushalts. Mit der Entwickelung der noch durch juristische oder soziale Bestimmungen verwehrt. Daher zusetzen, den Shakespeare Shylock in den Mund gelegt hat. Wir welche die Familie umwertete aus einer wirtschaftlichen Einheit, aus der bürgerlichen Eristenz, in hohem Maße des Besizes des Wahlfönnten sagen: Hat nicht ein Weib Hände, Gliedmaßen, Sinne, einer wirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft in eine nur sittliche rechts, um die gesetzlichen Schranken niederzureißen, welche ihren Leidenschaften wie der Mann, mit denselben Speisen genährt, mit Einheit, ist nicht nur der Grund zur Emanzpation der Frau von Bildungsbedürfnis und ihrer Berufstätigkeit entgegenstehen. Diese denselben Waffen verwundet, mit denselben Mitteln geheilt, von der Familie und dem Haushalt gelegt, fordern als Korrelat Mittelschicht will aber das Wahlrecht nicht nur in den Dienſt dieſer demselben Winter gekühlt, von demselben Sommer gewärmt. auch die Berechtigung, ja die Notwendigkeit des politischen Wahlrechts Wenn ihr uns tibelt lachen wir nicht, wenn ihr uns verwundet der Frau geschaffen worden. Dieſelben treibenden Motoren, welche engeren Intereſſen ſtellen, dieses Kampfes gegen die Vorrechte des bluten wir nicht und wenn ihr uns vergiftet sterben wir nicht?! die Naturalwirtschaft mit starker Faust aus der Familie hinaus- sozialen Reform mitarbeiten und die gesetzgeberischen Aufgaben männlichen Geschlechts, sondern sie wollen auch an der ganzen Aber Genossen, so wirksam derartige Erklärungen und Gefühls- trieben, haben die Möglichkeit beseitigt, daß die Frau als produttive ausbrüche momentan wirken mögen, im Kampfe um soziale Rechte Unversalarbeiterin im Haushalt tätig sein konnte, und der Frau auf diesem Gebiete lösen helfen. Aber so sehr auch wir uns danach erweisen sie sich als eine Waffe, die sofort zersplittert, sobald draußen auf dem wirtschaftlichen Markte einen neuen ökonomischen, drängen, auf diesem Gebiet durch unsere politische Macht mitsie der Wirklichkeit entgegengestellt wird. einen neuen sozialen Wirkungsfreis gefchaffen. Die Zerstörung schiedenheit der Auffassungen. Die bürgerlichen Frauen wollen wirken zu können, so zeigt sich hier sofort doch die ganze Verder alten bürgerlichen Frauenwelt hat die Notwendigkeit geschaffen, die soziale Reform im letzten Grunde deshalb herbeiführen, weil dem Frauenleben einen Das Frauenstimmrecht findet für uns seine Begründung in dem Wechsel des sozialen Lebens, der durch die kapitalistische Produktionsweise geschaffen worden ist und der hauptsächlich durch die Erwerbsarbeit der Frauen und im höchsten Maße durch die Eingliederung der Proletarierinnen in das Heer der Industriearbeiterinnen seinen stärksten Anstoß empfangen hat. neuen sittlichen Inhalt fie die bürgerliche Gesellschaftsordnung stüßen und erhalten wollen. ( Sehr richtig!) Die Proletarierin bedarf des Wahlrechts nicht nur, zu geben oder auch nur den wirtschaftlichen Unterhalt zu sichern. um ihre ökonomischen und kulturellen Lebensinteressen zu ver= So wurde für die bürgerliche Frauenwelt zugleich die Notwendig- teidigen, bedarf des Wahlrechts nicht etwa zum Kampfe gegen die Ich gebe zu, daß es bestimmte Tatsachen gibt, die dieser Auf- keit geschaffen, das politische Frauenstimmrecht als ein unschätzbares Männerwelt ihrer Klasse, sondern vor allem zum Kampfe gegen die fassung zu widersprechen scheinen. Es ist eine Tatsache, daß das und unentbehrliches Mittel zu erobern und mit seiner Hülfe auf die Kapitalistenklasse.( Lebhafte Zustimmung.) Und so fordert sie nicht Frauenstimmrecht, wenn auch in beschränktem Umfange, in manchen Gesetzgebung genügenden Einfluß zu gewinnen, um alle juristischen die soziale Reform, um die bürgerliche Gesellschaft, die kapitalistische Ländern schon in Zeiten bestand, ehe die kapitalistische Produktion Bestimmungen hinwegzuräumen, welche dem Manne eine Monopol- Wirtschaftsordnung zu stützen, nein! Wir verlangen gleiche politische auftrat, vor allen Dingen, ehe sie jenen reifen Grad der Ent- stellung einräumen und die Lebensbetätigung des Weibes lähmen. Rechte mit dem Manne, um ungehemmt durch gesetzliche Schranken widelung erlangt hatte, welche ihren Ausdruck findet in der Er- In der proletarischen Frauenwelt ist nicht minder, ja in noch mitarbeiten zu können, um diese Gesellschaft zu stürzen, zu zerwerbsarbeit der Frauen. In Rußland, in der bäuerlichen Dorf- höherem Maße das Bedürfnis nach dem Besitz des politischen Wahl- schmettern.( Stürmischer Beifall.) Diese Ausführungen erklären gemeinde, dürfen Frauen unter Umständen unter den gleichen rechts, nach der vollen politischen Gleichberechtigung wach geworden. uns, weshalb die bürgerliche Frauenbewegung bis zum heutigen Rechtsbestimmungen wie die Männer an den Beschlüssen der Dorf- underttausende, ja Millionen von Proletarierinnen sind durch die Tage nicht so einheitlich geschlossen den Kampf für das allgemeine, Rechtsbestimmungen wie die Männer an den Beschlüssen der Dorf kapitalistische Entwickelung hinausgestoßen worden in das Erwerbs- gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für alle Staatsangehörigen gemeinde teilnehmen. Dies ist eine alte Gewohnheit, die auch leben. Die Statistik beweist schlagend für alle kapitalistisch ent- ohne Unterschied des Geschlechts fämpft, warum, sobald man über durch die russische Gesetzgebung anerkannt ist. Aber dieses Recht wickelten Länder, in welchem Umfang sich die Auflösung der alten das bloße Prinzip des Frauenwahlrechts hinaus zur Art des Wahlergibt sich daraus, daß in Rußland die alte, auf mutterrechtlicher Wirtschaftsordnung und damit der Uebergang der Fau in die Be- rechts, zum allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht Grundlage beruhende Großfamilie" länger fortbestand als in West- rufstätigkeit vollzieht. In Deutschland zählte man immer nach europa und daß die Frauen nicht das Recht ausüben als Per- der letzten Berufszählung gelangt, das schöne Lirum- Larum von der Schwesternschaft sofort sönlichkeit, als Individualität, sondern als Vertreterin des Haus- 6 578 350, davon waren Proletarierinnen nicht weniger als 5 293 277, hat es sogar zu Wege gebracht, daß nicht einmal die bürgerliche 1895: erwerbstätige Frauen in die Brüche geht. Die Verschiedenheit der sozialen Schichtung haltes überhaupt, der Wirtschaftsgemeinschaft, die derselbe früher in Osterreich 1890: erwerbstätige Frauen 6245 073, davon Ar- Frauenbewegung als einheitliche, geschlossene Macht hinter der For dargestellt hat. In einer ganzen Reihe von anderen Staaten, so- beiterinnen 5310 639, in Frankreich 1890: 5191 084 und 3 584 518, berung des Frauenwahlrechts steht, weil die oberen Zehntausend gar in vielen Provinzen Preußens besteht ebenfalls in den Vereinigten Staaten 1890: 3914 571 und 2 864 818, in gar nicht das Bedürfnis nach politischer Gleichberechtigung mit dem England und Wales 1891: 4 016 571 und 3 113 256. Mann haben. Noch viel weniger ist es richtig, daß die bürgerliche Frauenbewegung ungeteilt und unteilbar in den Wolfen thront hoch über dem Schmutz der Parteifämpfe in den lichten Höhen tadelloser Gerechtigkeit und Unparteilichkeit. Erst der Weltkongreß für Frauenstimmrecht hat dafür den Beweis geliefert. Sorgfältig ist man der Verlegenheit aus dem Wege gegangen, klipp und klar auszusprechen, welche Art von Frauenstimmrecht man verlangt. vereins hat sich da sogar radifaler gezeigt als die bürgerlichen Die Vorsitzende des gemäßigten allgemeinen deutschen Frauenradikalen Frauen, indem sie wenigstens für ihre Person sich dahin aussprach, daß ihrer Auffassung nach nur ein Stimmrecht, das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für Männer und Frauen, in Betracht komme. Von den anderen bürgerlichen Frauengruppen hat sich nicht eine einzige über diesen ein Frauenwahlrecht. In den 7 östlichen Provinzen sowie in Westfalen und Schleswig- Dies zur Illustration nicht nur dafür, in welchem Umfange Holstein besitzen die Frauen in ländlichen Gemeinden ebenfalls ein nicht nur das weibliche Geschlecht des Wahlrechts bedarf, sondern Wahlrecht zu den Gemeindeverwaltungen. Aber unter welchen Be- zugleich dafür, welchen Umfang die proletarische Frauenarbeit andingungen? Die Frauen besigen das Wahlrecht nicht im allgemeinen, genommen hat. Die proletarische Erwerbsarbeit muß deshalb die sondern nur die grundbesitzenden und steuerzahlenden Frauen, Das teibende Kraft in dem Kampfe um das Frauenwahlrecht sein. Dazu Gleiche gilt von den Wahlrechten zu den Gemeinderäten nicht nur fommt noch eins. Hunderttausende von Proletarierinnen der Stopfauf dem Land, sondern auch in den Städten in einem Teile der arbeit leiden zwar nicht direkt durch die Ausbeutung von Kapital Pfalz und anderwärts. Auch in Oesterreich besißen die Frauen in und Unternehmertum, aber doch infolge der ganzen gesellschaftlichen ländlichen Gemeinden das Wahlrecht zur Gemeindebehörde, aber zusammenhänge der kapitalistischen Produktion ebenso gut hungernd ebenfalls nur insoweit als sie Grundbesitzer sind und inwieweit sie mit dem Hirne pflügen müssen wie die Proletarierinnen mit der zu den Steuerleistungen herangezogen werden; darauf baute sich auch Hand. Durch diese ökonomische Umwälzung sind die Frauen auch bis vor kurzem das Landtags- und Reichstagswahlrecht auf. Die in ihrem Bewußtsein, in ihrem Denten und Empfinden großjährig, Folge davon ist, daß noch in vielen österreichischen Kronländern selbständig geworden. Und nun bedürfen sie des allgemeinen WahlSie grundbesitzenden Frauen und in manchen Kronländern auch in- rechts als einer sozialen Lebensnotwendigkeit zu dem Zwecke, den soweit sie dem Steuerzensus genügen, auch Wählerinnen zu den Machtanteil, den ihnen der Stimmzettel gibt, zur Verteidigung und Einzellandtagen sind. Ferner daß auch an den Wahlen zum Reichs- Wahrung ihrer ökonomischen und kulturellen Interessen in die Wagrat die Grundbesitzerinnen entsprechend den festgelegten Bestim- schale werfen zu können.( Sehr richtig!) Aber wenn wir auch die mungen teilnehmen. In Schweden bestehen ähnliche Bestimmungen Forderung des Frauenstimmrechts in erster Linie als eine soziale betreffs des Gemeindewahlrechts der Frauen. Wenn wir aber die Notwendigkeit erkennen, so empfinden wir sie doch auch als Fordemeisten Bestimmungen, die hier in Frage kommen, ansehen, so tritt rung der selbstverständlichen Gerechtigkeit.( Vielfaches Sehr richtig!) zunächst in die Erscheinung, daß das Frauenwahlrecht an Grundbesitz Die Frau ist nicht nur wirtschaftlich von der Familie und dem und Steuerleistung geknüpft und daß die Frauen nicht direkt, nicht Haushalt unabhängig geworden, jie wertet nicht nur ihre produktive persönlich das Wahlrecht ausüben dürfen, sondern daß das Wahlrecht Tätigkeit auf den Gebieten der Hand- und Kopfarbeit in ihrer Beausgeübt werden muß durch irgend einen männlichen Anverwandten. deutung für die materielle und kulturelle Entwicklung gleich der des Das ist durchaus nicht das Stimmrecht, das wir fordern; es ist Mannes( Bravo!) gerade der helle Schein, den die Feuer in den nicht das Stimmrecht, das wir der Frau als Persönlichkeit, als großen Fabriketablissements auf die Lage der Frau geworfen haben, Staatsbürgerin geben wollen, es ist ein Vorrecht des Besizes. In hat in den Frauen auch das Bewußtsein für den sozialen Wert Wahrheit sind deshalb auch alle einschlägigen Bedingungen in ihrem ihrer Tätigkeit auf einem anderen Gebiete erweckt. Er hat ihnen Wesen in schroffem Gegensatz zu der Auffassung des Frauenstimm- das Bewußtsein geweckt von der großen sozialen. Bedeutung und rechts, wie wir sie vertreten. In England allerdings finden wir dem sozialen Werte ihres Hausmütterlichen und erzieherischen Walbetreffs der Anteilnahme der Frauen an den lokalen Bezirksverwaltens. Denn in dem Maße wie die Zahl der Frauen in der Fabrik tung andere Formen. Hier finden wir ein Kompromiß zwischen dem Recht des Besizes, das seine Vertretung finden soll in den Gemeinden, auch wenn es zufälligerweise nicht durch den Mann, sondern durch die Frau getragen wird, dem Grundsaß entsprechend, daß den Besiz auch das niedrigere soziale Gefäß heilige( Heiterkeit) und ein Kompromiß mit der Auffassung, daß der Frau das Stmmrecht gewährt wird, denn wenn in verschiedenen Körperschaften der eng lischen Selbstverwaltungen die Ausübung des Frauenwahlrechts nach verschiedenen Grundsäßen, auf den Zensus begründet ist, so übt doch die englische Frau persönlich ihr Wahlrecht zu den Körperschaften in der Selbstverwaltung aus. Aber wenn wir die Forderung des Frauenstimmrechts erheben, jo können wir es nur unter dem Gesichtswinkel, daß sie weder dem Besitz noch dem bürgerlich- gewerblichen Eigentum gewährt wird, sondern lediglich der Person. Und diese Auffassung von dem Rechte der Frau als Persönlichkeit auf den ihr gebührenden Einfluß in Gemeinde und Staat hat seine treibende Kraft von der wirtschaft lichen Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise erhalten. Sie alle wissen, daß schon in den Anfängen der kapitalistischen Entwicklung dieser Gedanke in der bürgerlichen Demokratie seinen ersten Borlämpfer gefunden hat. Es ist wahrlich teine Tatsache, der sich die Bourgeoisie zu schämen hätte, daß sie in den Zeiten ihrer Jugend, als sie noch einen Traum träumte, ihre erlauchtesten Köpfe als Vorfämpfer für das Frauenstimmrecht gehabt hat. Wir sehen ferner das Frauenwahlrecht als Recht der Persönlichkeit auftauchen in Eng land als Niederschlag jener glorreichen Revision. Wir sehen sie wieder auftauchen, als die französische Bourgeofie über Louis Capets Leiche hinweg zu ihrer politischen Gmanzipation gefommen ist. zunimmt, in dem Maße, in dem Hunderttausende mehr und mehr unbekümmert um die Verpflichtung gegen das keimende Leben. in ihrem Schoße, um das, was sie den neugeborenen Kindern an Pflege, der Heranwachsenden Jugend als Mütter und Erzieherinnen schuldig sind, wurde es klarer, daß das Walten der Frau als Hausmutter fein Privatdienst ist, den sie dem Manne leistet, sondern eine Tätig feit von höchster sozialer Bedeutung.( Stürmischer Beifall.) Dadurch, daß Millionen gezwungen worden sind, nicht durch ihren eigenen Leichtsinn, nicht durch das Verstummen ihrer mütterlichen Herzensschläge, sondern durch den Zwang der tapitalistischen Ausbeutung, sich gegen das förperliche, geistige und sittliche Wohl ihrer eigenen Nachkommen zu vergehen, haben die steigenden Zahlen der Kindersterblichkeit, der sittlich verkommenen kleinen, der jugendlichen Verbrecher und Fürsorgeerziehungsbedürftigen den hohen sozialen Wert der Arbeit demonstriert, die die Frau innerhalb ihrer vier Pfähle für die Aufzucht ihrer Nachkommenschaft leistet. Die Forderung nach dem Frauenstimmrecht ist nur die Forderung nach der Anerkennung ihrer hohen sozialen Wirksamkeit. Aber sie fordern dieses Recht noch auf Grund des demokratischen Prinzips in seiner weitesten Fassung. Nicht nur in dem Sinne, daß gleichen Pflichten gleiche Rechte entsprechen sollen: Wir glauben es auch der Entwicklung der Demokratie schuldig zu sein, alle die eigenen Sträfte unseres Geistes- und Seelenlebens, die wir als Frauen haben, auch unserer Eigenart entsprechend in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.( Stürmischer Beifall.) Kardinalpunkt der Wahlrechtsfrage ausgelassen.( Hört, hört!) Denn während von jenen Damen keine einzige die Frage des allgemeinen Wahlrechts angeschnitten hat, hat die Vorsitzende der gemäßigten Organisation für ihre Person erklärt, daß es ihrer Auffassung nach nur ein Stimmrecht geben fönne, das allgemeine und gleiche für Frauen und Männer. Diese Erklärung ehrt gewiß diejenige, die sie abgegeben hat, aber sie tann nichts ändern an unserer Stellung zur bürgerlichen Frauenbewegung als ganzes. Es hat sich gezeigt, daß auch von den Frauenrechtlerinnen, die ihrer Meinung nach äußerst radikal für das Frauenwahlrecht eintreten, nicht immer dafür gekämpft wird, daß das Frauenwahlrecht nur als ein allgemeines zur Einführung gelangen soll. Ich erinnere daran, daß im Winter 1901 der radikale Verein Frauenwohl", an den preußischen Landtag eine Eingabe richtete, in welcher er für die Frauen das Gemeindewahlrecht verlangte, aber nur für die Frauen, die mindestens ein Jahr am Orte seßhaft wären und die eine, wenn auch geringe direkte Abgabe zahlten. Das heißt nichts anderes, als daß auch hier im großen und ganzen das Wahlrecht nur für die Damen und nicht auch für die proletarischen Habenichtse gefordert werde, denn es ist eine bekannte Tatsache, daß, sowie der Begriff der Seßhaftigkeit zu einer Vorbedingung der Berechtigung zur Wahl gemacht wird, dann ein großer Teil des männlichen wie des weiblichen Proletariats des Wahlrechts beraubt sein wird( Sehr wahr!), und das Wahlrecht abhängig machen von der Entrichtung einer Steuer heißt nichts anderes, als zweierlei Recht für Besitzende und Nichtbesitzende schaffen.( Sehr richtig!) Ein solcher Unterschied ist um so unberechtigter, wenn wir die Frage aufwerfen: wer zahlt wirklich die Steuern auch der besibenden Klassen? Das sind die aus gebeuteten Klassen des Proletariats, die erst den Besitz schaffen. ( Lebhafte Zustimmung.) Die nämlichen radikalen Frauenrechtlerinnen haben dann weiter bestätigt, daß sie nicht für das Frauenwahlrecht in unserem Sinne find, indem sie 1903 bei den Reichstagswahlen in den verschiedensten Städten für die Wahl von bürgerlichen Freisinnigen und sonstigen Liberalen aufgefordert haben, und zwar zu ihrer Wahl im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Kandidaten. Ich will hier die Frage nicht weiter erörtern die Tatsache ist, von bürgerlicher Seite bestritten worden, ob tatsächlich die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen sich der Schmach schuldig gemacht haben, in Hamburg sich für den bürgerlichen Kandidaten zu erklären, trotzdem sein Gegenkandidat Bebel war, einer der erston und verdienstWir huldigen nicht der Auffassung gewisser frauenrechtlicher vollsten Vorfämpfer für volle Gleichberechtigung der Frauen. Es Kreise, daß Männer und Frauen deshalb gleiche Rechte haben wird, wie gesagt, bestritten, aber wenn auch dieser äußerste Fall Wir sehen sie mit besonderer Energie verfochten während des müßten, weil sie gleich seien. Nein, ich bin der Auffassung, daß der Schmach und des Verrates ausscheidet, dann bleibt noch die Kampfes und des Krieges um die Abschaffung der Sklaverei in so wie wir förperlich, so wir auch seelisch und geistig grundver- Tatsache bestehen, daß sie anderen sozialdemokratischen Kandidaten Nordamerika. Kurz, in allen jenen Perioden, in denen das Bürger- schieden in unserer Art sind. Aber anders sein heißt nicht niedriger gegenüber die Kandidaten der bürgerlichen Linten unterstützt haben. tum noch eingetreten ist für die volle Verwirklichung des demokrati- sein, und wenn wir auch auf Grund eines anderen psychischen Was das bedeutet, werde ich Ihnen dann ausführen. Wir stehen schen Prinzips als eine Vorbedingung zu ihrer eigenen politischen Lebens denten, handeln und fühlen, so empfinden wir gerade dieses desgleichen der Tatsache gegenüber, daß bei der letzten bayerischen Emanzipation und Herrschaft zu gelangen, hat es auch die Forde- Anders- Sein als einen Vorzug im Hinblick auf die Ergänzung der Landtagswahl die Frauenrechtlerinnen nationalliberale Kandidaten rung der Gleichberechtigung der Frauen verfochten. Aber mit soviel Männer und die Bereicherung der Gesellschaft.( Stürmischer Beifall.) unterstützt haben, obgleich diese ausgesprochene Feinde und Gegner Glut und soviel Leidenschaft und soviel Tatkraft auch diese Forderung Von diesen Gesichtspunkten aus fordern wir die politische des Frauenstimmrechts früher vom Bürgertum vertreten worden der Ausdehnung des Wahlrechts auf die Frauen waren, die in ist, so hat doch, nachdem sie es im ersten Ansturm nicht erreicht hat, Gleichberechtigung der FrauBayern von der Sozialdemokratie und auch vom Zentrum er es den Vorkämpfern des Sozialismus überlassen, sie zuerst wieder und das Frauenwahlrecht als die staatsrechtliche Mündigkeits- fämpft wird. Erst kürzlich hat in Kopenhagen Anfang August aufzustellen. Schon 1792 hat Mary Wolstonecraft in ihrem be- erklärung unseres Geschlechts.( Bravo!) Aber in bezug auf die Konferenz des internationalen Weltbundes getagt. Auf diesent rühmten Werle:" Forderungen der Frau", schon 1787 Condorcet in diese allgemeine Auffassung der Bedeutung des Frauenwahlrechts Stongreß hat man nicht nur Organisationsfragen, Fragen der den Briefen eines Bürgers von Newhaven, die Forderung nach der besteht innerhalb des gesamten weiblichen Geschlechts kein Unter- Propaganda diskutiert, sondern auch die welterschütternde Frage Gleichberechtigung der Frau aufgestellt. Lebhaft genug war der schied. Alle Frauen ohne Unterschied der Klasse betrachten die gelöst, welches Abzeichen die Mitglieder der Vereine für FrauenWiederhall, den sie in der französischen Revolution fand. 1789 politische Gleichberechtigung als ein Mittel freierer Lebensent- stimmrecht tragen sollen.( Große Heiterkeit.) Dagegen hat die wurde das Frauenstimmrecht sowohl in Flugschriften wie in einer widelung und reicherer Betätigung innerhalb der Gesellschaft. Im Konferenz auch nicht mit einem Worte die Frage des allgemeinen Eingabe an die fonstituierende Nationalversammlung gefordert. Aber übrigen aber herrscht in der Frauenwelt genau wie in der Männer- Wahlrechts gestreift, um flipp und klar zu erklären, wie sie dazu Diese begnügte sich mit der platonischen Liebeserklärung, sie stelle welt der Klassengegensatz und der Klassenkampf und sie laffen es steht. Dies wäre um so angezeigter gewesen, als die Vertreterinnen werden, wie der Ueberall und " -Damenrecht, anerkennen: vom Standpunkt der vollen sozialen und politischen Gleichberechtigung aus hat das weibliche Geschlecht in Deutschland nur eine wirklich zuverlässige Stüße in der Sozialdemokratie.( Sehr richtig!) Aber um diese Erklärung drücken sie sich herum, wenn sie auch gelegentlich einmal nebenbei eine Anerkennung unserer Haltung aussprechen. für die ( Lebhafte bon Finnland und Ungarn erklärt haben, daß der Kampf für die, Entwickelung fordert die Sozialdemokratie das Frauenwahlrecht, Jahre in Schweden wiederholt. Unter dem Druck der Agitation der politische Gleichberechtigung der Frauen die meisten Fortschritte als eine soziale Notwendigkeit für die Frauen auf Grund ihrer sozialistischen Partei wurde die Regierung dahin gebracht, eine zu verzeichnen hat dort, wo er im Anschluß und in Verbindung gänzlich revolutionierten Existenzbedingungen und endlich als Wahlrechtsvorlage einzubringen, sie hatte aber von vornherein den mit dem Kampfe für das allgemeine Wahlrecht geführt werden Konsequenz der sozialen Gerechtigkeit, als konsequenteste Ver- bürgerlichen Frauenrechtlerinnen erklärt, daß sie jede Berquickung konnte, wo die Geister an und für sich erregt waren durch den treterin des demokratischen Prinzips. Aber wenn infolge dieser der Wahlrechtsvorlage mit dem Frauenstimmrecht ablehne. Die Wahlrechtskampf, den das Proletariat führte. Also auch hier, wo Umstände die Sozialdemokratie in ihrem Programm wie in ihrer sozialdemokratische Fraktion beschloß nun, das Frauenstimmrecht nicht gleichsam mit den Händen zu greifen der Zusammenhang gegeben Aktion für das Frauenstimmrecht eintritt, so müssen wir noch zu beantragen, aber dafür zu stimmen, wenn der Antrag von anderer war, auf Grund dessen man zur Forderung des allgemeinen Wahl- eines besonders hervorheben. Mit der Zuspigung der Klassengegen- Seite gestellt würde. Der Wahlrechtsreformantrag gelangte auch rechts kommen mußte, hat man sich wieder feige, sage ich fäße, mit der Verschärfung des Klassentampfes entstehen geschicht- in der Zweiten Kammer zur Annahme, aber in der Ersten Kammer um eine flipp und flare Stellungnahme herumgedrückt. Weiter liche Situationen, welche der Frage des Frauenstimmrechts eine scheiterte er. Obwohl die Proletarier ihre Forderung auf das bebehaupten die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen immer, die Sozial- ganz neue praktische Bedeutung verleihen. Die Frage des Frauen- scheidenste Maß reduziert hatten, wurden die Sozialisten trotzdem demokratie sei ein unzuverlässiger Vorkämpfer für das Frauen- ftimmrechts fängt an, nicht nur für das Proletariat, sondern auch von den bürgerlichen Parteien im Stich gelassen. Das Verzichtleiſten stimmrecht, die Freisinnigen aber und die Nationalliberalen seien auf die prinzipielle Forderung ist also nicht von praktischem Nußen die besten Vorfämpfer für die politische Gleichberechtigung des reaktionären Parteien gewesen. Genosse Branting erflärte auch jüngst, daß man nun in weiblichen Geschlechts. Bei dieser Beschuldigung gegen die Sozial- eine große praktische Bedeutung zu gewinnen.( Sehr richtig!) In der Ersten Kammer und er schließt mit der Erklärung, daß dieser eine neue Phase des Kampfes eintreten werde, für eine Beseitigung demokratie stüßen sie sich darauf, daß im Auslande einzelne sozial- allen Fällen, wo das Proletariat zielbewußt kämpfend auf dem Kampf ein so bedeutsamer sei um die Macht zwischen den besiben= demokratische Führerinnen sich abfällig oder wenigstens fritisch zur Plan steht, sehen wir, daß mehr und mehr auch die reaktionären den und nicht besibenden Klassen, daß das Proletariat an alle Mittel Frage des Frauenstimmrechts geäußert hätten und daß aus tat- Parteien unter dem Einfluß der Situation das Frauenstimmrecht des Kampfes denten müsse. Ein Kampf aber, der so weittragend ischen Ermägungen heraus in einzelnen Ländern der Kampf für fordern als eine letzte Rechnung darauf, vermittels desselben ihre ist in seiner Bedeutung und seinen Opfern. kann nicht bestimmt vas Frauenstimmrecht etwas in den Hintergrund getreten sei. politische Machtstellung schüßen zu können, zunächst dadurch, daß werden durch fleinliche Opportunitätsrüdfichten, er muß prinzipiell Aber gegen die Haltung, gegen die Aktion der deutschen Sozial- sie daran gehen, das allgemeine Männerwahlrecht, wo sie es nicht durchgefochten werden, er wird ein Kampf fein für das allgemeine, demokratie haben sie auch nicht den Schatten eines Beweises zur länger vorenthalten können, mit einem beschränkten Zensusfrauen- gleiche Wahlrecht, für die Männer wie für die Frauen. Begründung ihrer Angriffe vorbringen können.( Sehr richtig!) wahlrecht zu verquicken. Das ist z. B. in Norwegen im Jahre 1902 Bustimmung.) Eine ähnliche Situation hat sich auch in Oesterreich Die deutsche Sozialdemokratie ist es gewesen, die 1895 zum ersten geschehen. Die gleichen Tendenzen haben sich auch in Belgien abgespielt. Doch ist es dem Proletariat nach jahrzehntelangem, Male im Reichstag die Forderung des allgemeinen Frauenwahl- gezeigt und teilweise bei uns in Deutschland innerhalb des zähem Kampfe endlich gelungen, die Regierung zu zwingen, an rechts erhoben hat, indem sie den Antrag stellte, daß in allen Bentrums. Auf dem vorjährigen Katholikentage in Straßburg eine gründliche Reform des Wahlrechts zu gehen, das allgemeine Bundesstaaten die Parlamente zusammenzusehen wären auf Grund hat sich innerhalb des Zentrums ein Frontwechsel zur Frage des gleiche und direkte Wahlrecht zu den Reichsratswahlen einzuführen des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts ohne Frauenwahlrechts vollzogen. In jener Tagung hat der Pater und mit dem Kuriensystem aufzuräumen, das die politische Macht Unterschied des Geschlechts. Unsere Genossen in Sachsen haben Auracher in seinem Referat mit Gründen, wie sie fein Sozial- des Proletariats im Parlament völlig erdrückt. Die Wahlrechtsdort einen entsprechenden Antrag wiederholt. Ich rede nicht weiter demokrat treffender entwideln könnte, einer veränderten Stellung reform ist hochbedeutend, entspricht aber durchaus nicht den Forvon den Anträgen unserer Genossen im bayerischen und in anderen der Frau besonders in bezug auf ihre Erwerbstätigkeit das Wort derungen der Sozialdemokratie. In dieser Situation haben die Randtagen, ich verweise nur noch auf die Tatsache, daß erst in geredet und hat, wenn auch nur schüchtern, angedeutet, daß den österreichischen Genossen entschieden, daß es zunächst gelte, das Wahldiesem Jahre unsere Partei, als sie die Forderung für Demokra- Frauen politische Rechte gegeben werden müßten. Bald darauf ist recht den Männern zu sichern und da ihnen diese Sicherung gefährdet tisierung des Wahlrechts im allgemeinen erhob, auch die Forderung das Zentrum im bayerischen Landtag viel weiter gegangen. Eine erschien durch die Verquickung des Frauenstimmrechts mit der des Frauenwahlrechts mit allem Nachdruck vertreten hat, daß diese Petition des bürgerlichen Vereins Frauenwohl" ist dort von Forderung des Männerstimmrechts, so haben sie beschlossen, diese Forderung in der Agitation, in der Presse verfochten und von 23 Zentrümlern unterstützt worden. Dr. Heim hat die Stellung lettere Forderung zurückzustellen. Die österreichische Sozialdemo= Taufenden und Tausenden von Rednern und Rednerinnen in den motiviert in einer Weise, die seiner geschichtlichen Einsicht nur fratie hat sich darauf beschränkt, ihre volle Macht für den WahlVersammlungen verteidigt wurde, ferner daß im Reichstag diese Ehre macht.( Heiterkeit.) Geehrte Anwesende! In diesen Ten- rechtsentwurf der Regierung einzusetzen, sich dabei bemühend, durch Forderung istallisiert worden ist in einem Antrag, der im benzen zeigt sich aber nicht etwa, daß das Zentrum von heut auf den parlamentarischen Kampf weitgehende Berbesserungen herbeiwesentlichen den früheren Antrag wiederholte. Auch bei dieser morgen dazu übergehen wird, als begeisterter Verfechter des zuführen. Ich verstehe durchaus, aus welchen Erwägungen die AufGelegenheit haben alle bürgerlichen Parteien versagt.( Sehr Frauenwahlrechts auf den Plan zu treten. Wie es mit dem fassung, daß das allgemeine Männerwahlrecht durch die Forderung richtig!). Alle bürgerlichen Parteien haben gegen den sozialdemo- Gegensatz von Theorie und Praris aussieht, dafür ist ein sehr des Frauenstimmrechts gefährdet werden könne, herrührt. Es ist kratischen Antrag gestimmt, selbst Vertreter solcher Parteien, die bezeichnender Beleg vorhanden. Als die belgischen Genossen 1902 eine Wahlrechtsreform überhaupt zustande zu bringen, die in gelegentlich von den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen als ganz die Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Gemeinden und Desterreich die Vorbedingung dazu ist, daß das Proletariat seine besonders verdienstvolle und zuverlässige Vorfämpfer gefeiert Provinzialräten beantragt hatten, da hatten die Klerikalen zu- bolle Macht zu entfalten vermag und die notwendige Voraussetzung Nirgends Herr v. Gerlach, erst erklärt, sie würden für das Frauenwahlrecht stimmen und zwar für den Bestand des Staates selbst geworden ist. Aber ich bin der der auch erklärte, aus zweckmäßigkeitsgründen" gegen den sozial zu dem Zweck, nur die Liberalen zu veranlassen, dagegen zu Ueberzeugung, daß trotz alledem die Forderung der Einführung des demokratischen Antrag stimmen zu wollen. Angesichts dieser Tat- stimmen. Als es aber zur Abstimmung kam, hat von sämtlichen Frauenstimmrechts von Anfang an hätte aufrecht erhalten werden sachen müßten auch die Frauenrechtlerinnen, wenn sie konsequent lerifalen fein einziger für den Antrag der belgischen Genossen sollen. Wir erkennen die Disziplin der österreichischen Genoſſinnen Frauen recht vertreten wollten und nicht gestimmt und nur einer hat den Mut gehabt, sich der Abstimmung und ihr Solidaritätsgefühl durchaus an, indem sie sich der zu enthalten. Immerhin sind die Tatsachen, die ich hervorgehoben Entscheidung der Partei habe, charakteristisch, da sie zeigen, daß für das Zentrum bei seiner gefügt haben, es fragt sich aber doch, ob diese Entsagung notwendig Stellungnahme zum Frauenstimmrecht im letzten Grunde nicht gewesen wäre. prinzipielle Gesichtspunkte ausschlaggebend sind, sondern die Ab- Niemand von uns ist so töricht zu verlangen, daß die Forsicht, die Herrschaft der Kirche und der besitzenden Klassen zu sichern. derung des Frauenwahlrechts zu einem ausschlaggebenden Punkt ( Sehr richtig!) Genau so, wie die Klerikalen sich offiziell zu dem des Aktionsprogramms der österreichischen Genossen hätte gemacht Grundsatz bekennen, die Frau schweige in der Gemeinde, so lange werden müssen. Das wäre ein Verbrechen gewesen. Aber ein Als besonders charakteristisch, wie man glaubt das Eintreten es im Interesse ihrer Herrschaftsstellung gelegen ist, so werden sie anderes ist es, wenn eine Forderung von Anfang an ganz ausdes bürgerlichen Radikalismus für das Frauenwahlrecht den auch bereit sein, den Frauen die Zunge in der Gemeinde zu lösen, geschieden wird im Kampfe um das Wahlrecht.( Sehr richtig!) bürgerlichen Frauen mundgerecht machen zu können, nur ein kleines wenn sie meinen, daß sie dadurch die Stellung der Kirche und Wir bedauern deshalb, daß weder in der Agitation noch im ParlaBeispiel. Im bayerischen Landtag stimmten für Ueberweisung diejenige der besitzenden Klasse, welche sie in erster Linie ver- ment die Forderung des Frauenstimmrechts von unseren öftereiner Petition auf Einführung des Frauenwahlrechts zur Berücktreten, stüßen können. Die reaktionären Klassen fangen aber nicht reichischen Genossen mit dem Nachdruck erhoben worden ist, die ihrer fichtigung auch drei, sage und schreibe drei nationalliberale Ab- nur an, sich mit dem Gedanken des Frauenstimmrechts insofern Bedeutung zufommt.. Trotzdem ist man nicht darum herumgeordnete. Fräulein Anita Augspurg aber erfreute die bürger zu befreunden, daß sie meinen, mit deſſen Hülfe das Männer- gekommen, sich im Wahlrechtsausschuß mit dem Frauenſtimmrecht lichen Frauen daraufhin durch die Mitteilung, im bayerischen Land- wahlrecht durchkreuzen zu können, und sie sind unter Umständen zu beschäftigen. Der Demofrat Hock hat das Frauenstimmrecht dort tag seien 50 Proz. der Nationalliberalen für das Frauenwahlrecht für diese Forderung auch aus folgenden Gründen zu haben: Sie beantragt, zwei Reaktionäre. Hrubi und Kaiser das Damenwahleingetreten.( Große Heiterkeit.) Da kann ich den bürgerlichen meinen, daß ihre Herrschaft über die Geister im großen Teil der recht. Genosse Dr. Adler hat denn dort auch in trefflicher Weise Frauen nur wünschen, daß recht bald nur noch ein einziger Frauenwelt, leider auch des weiblichen Proletariats, noch stark zu der Frage Stellung genommen. Es wäre aber nach jeder HinNationalliberaler im bayerischen Landtag existiert, damit sie genug ist, daß sie die unaufgeklärten Frauen gegen die aufgeflärten sicht wirksam gewesen, wenn die Sozialdemokratie von Anfang an triumphierend verkünden können: 100 Proz. der Nationalliberalen Männer auszuspielen vermögen. Sie treten so für das Frauen- für diese Forderung mit gehörigem Nachdruck eingetreten wäre. haben für das allgemeine Frauenwahlrecht gestimmt.( Sehr gut! wahlrecht ein als ein Korrektiv gegen den steigenden Einfluß der Wenn man von seiten der Gegner Verschleppungsanträge, die an und große Hitterkeit.) Aufklärung der Männer und den steigenden Abmarsch der fleritalen diese Forderung anknüpften, befürchtete, so stand es ja durchaus in Wenn ich diese Tatsachen hier angeführt habe, so gewiß nicht ein Grund, warum in manchen Ländern hin und wieder nicht zuziehen.( Sehr richtig!) Der springende Punkt ist aber der, Arbeiter in das Lager der Sozialdemokratie. Diese Erwägung ist der Macht der Fraktion, den Antrag nach der Begründung zurüdzu dem Zwecke, um den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen einen Vorwurf aus ihrer Stellungnahme zu machen. Das fällt mir nicht nur in den Kreisen des Bürgertums, sondern auch der Sozial- daß die Haltung der Sozialdemokratie diftiert sein muß von einer demokratie Bedenken geltend gemacht werden gegen die Einführung prinzipiellen Auffassung, nicht von Zweckmäßigteitsrüdjichten, von ein; ich extenne fie als historisch durchaus berechtigt, als sozial des Frauenstimmrechts. So hat in Holland Troelstra erklärt, wenn einer prinzipiellen Auffassung, nicht eines orthovoren Buchstabendurchaus begründet in ihrer eigenen bürgerlichen Klassenlage. Aber diese Stellungnahme zeigt uns jedenfalls, daß diese Damen nicht in jetzt die Einführung des Frauenstimmrechts beantragt würde, er glaubens wegen, sondern weil im letzten Grunde jede prinzipielle erster Linie Frauen-, sondern Damenrechte verfolgen; sie fämpfen dagegen stimmen würde, weil das eine Verstärkung der Reaktion Politik auch die praktischste und zweckmäßigste ist.( Stürmische Zustimmung.) Ueberall im Wahlrechtstampfe muß von diefer nicht für die politische Emanzipation des weiblichen Geschlechts bedeuten würde, da die Frauen noch zu unaufgeklärt seien. Da wo der Klerikalismus vorherrscht, werden Bestrebungen prinzipiellen Auffassung ausgegangen werden. Dann ist der Wahlüberhaupt, sondern als Vertreterinnen der ganz kommunen bürger- geltend gemacht gegen Einführung des Frauenwahlrechts überhaupt, rechtstampf ein Kampf um die Groberung der politischen Macht lichen Klaffeninteressen. Das ist gewiß ihr gutes Recht; wogegen weil man in der Einführung desselben eine Gefahr sieht, indem durch das Proletariat. So fassen ihn auch die bürgerlichen Klassen ich mich wehre ist die Konfusion, die Heuchelei, mit welcher sie erklären, daß ihre Stellungnahme im Interesse des gesamten weib- man meint, die Klerikalen würden durch die Einführung desselben auf, und deshalb widersehen sie sich mit solcher Zähigkeit, solcher eine solche Stärkung erfahren, daß dem politischen Klassenkampf des Energie, solcher Bösartigkeit jeder Erweiterung des Wahlrechts. Sie lichen Geschlechts erfolge. In der Tat führt sie nur zur Stärkung Proletariats auf lange Zeit hinaus Gefahren erwachsen würden. fürchten die wachsende Macht des Proletariats.( Sehr richtig!) des politischen, des sozialen Einflusses der herrschenden Klassen; Es wäre töricht zu leugnen, daß von dem Augenblick an, wo das Und so werden sie unsere Wahlrechtsanträge nicht. nach Maßgabe das ist ihr Zweck. Frauenstimmrecht eingeführt wird, eine Reihe von Frauen das unserer Bescheidenheit verhandeln( Heiterkeit), sondern nach dem Wenn ich so lange bei diesem Teile meiner Ausführungen ver- Wahlrecht ausüben werden, welche ihren Stimmzettel zur Stärkung Maße ihrer Furcht vor uns. Und da entsteht die Frage: Ist der weilt habe, so zu dem Zwecke, um flar zu stellen, daß die proleta- der Realtion benußen. Das ist aber kein Grund, das Stimmrecht Verzicht auf einzelne, oder die Aufrollung aller unserer Forderungen rischen Frauen unter. teinen Umständen darauf zählen dürfen, in den Frauen vorzuenthalten. Dann dürfte das Proletariat über- das beste Mittel, um unsere Macht zu stärken? Auf möglichst breiter ihrem Kampfe um politische Gleichberechtigung in jenen bürger- haupt nie für eine weitere Demokratisierung des Wahlrechts ein- Basis müssen wir unsere Forderungen erheben, um die Massen in lichen Frauen konsequente, zuverlässige Genossinnen zur Seite zu treten. Denn jede weitere Demokratisierung des Wahlrechts bringt Bewegung zu sehen.( Lebhafte Zustimmung.) haben. Nein, sie müssen sich zu der Ueberzeugung durchringen, zunächst wieder Massen auf den Kampfplay, welche politisch noch. Noch ein anderer Gesichtspunkt kommt dabei in Betracht. In daß sie in ihrem Kampfe um volle soziale Emanzipation auf ihre nicht geschult sind und noch nicht zum richtigen Gebrauch des Wahl- dem Maze, als wir die Forderung des Frauenwahlrechts erheben, eigene Kraft angewiesen sind und auf die ihrer Klasse. rechts erzogen find. Wir fordern aber das allgemeine Wahlrecht schwächen wir die Gegner, tragen wir Verwirrung und Zersplitterung Genossen, es vollziehen sich vor unseren Augen zwei charat nicht als Belohnung für politische Reife, sondern als wirkjames Gegensätze in Bewegung, die zwischen Mann und Frau vorhanden in ihre Reihen.( Lebhafte Zustimmung.) Wir sehen damit alle teristische Erscheinungen. Zunächst hat das Bürgertum, wie ich Mittel, die Massen politisch zu erziehen und zu organisieren.( Leb- find, wir zwingen alle bürgerlichen Parteien, auch in der Frage des nachwies, je länger je mehr die demokratischen Prinzipien, für die hafter Beifall.) Wollten wir diesen Mißstand geltend machen, Frauenwahlrechts Farbe zu bekennen. es einst geschwärmt hatte, preisgegeben und zieht nicht die Kon- dann müßte man einer ganzen Anzahl von proletarischen Genossen fequenz jener Prinzipien, für die volle politische( leichberechtigung das Wahlrecht aberkennen.( Beifall.) In einer Enquete der Unter allen Umständen muß deshalb die Forderung des Frauendes weiblichen Geschlechts einzutreten. Das wird durch die Tat- Revue Socialiste", in der eine Reihe von führenden Sozialisten wahlrechts mit allen unseren Wahlrechtskämpfen verbunden werden. Das ist bei uns in Deutschland stets geschehen. fache bestätigt, daß z. B. in Holland die bürgerliche Demokratie der verschiedenen Länder über ihre Stellung zum Frauenwahlrecht Wahlrechtskampf geführt als Kampf für die gleichen Rechte von Wir haben den einen Antrag in der Kammer eingebracht hat, der wohl die Ein- befragt wurden, stimmten alle darin überein, daß der Hinweis auf Mann und Frau und werden ihn weiterführen. Wir sehen ab von führung des Frauenstimmrechts fordert, aber gleichzeitig festgelegt die politische Rückständigkeit der Frauen kein Grund sein dürfe, den wissen will, unter welchen Bedingungen das Frauenwahlrecht Frauen das Wahlrecht vorzuenthalten, weil eben das Recht die nicht in furzer Zeit der Sieg des Frauenwahlrechts zu erreichen sein jeder Eigenbrödelei.( Lebhafte Zustimmung.) Wir wissen, daß gewährt werden soll, mit anderen Worten, daß das Frauenwahl- Korrektur der Gefahr in sich schließt. In diesem Sinne hat sich wird, aber wir schaffen die wichtigste Vorbedingung dazu, indem wir recht nicht als allgemeines, sondern als Zensuswahlrecht, als Wahl- Allemand für die französische Sozialdemokratie ausgesprochen, Ferri Sundertausende von Köpfen revolutionieren.( Lebhafte Zustimmung.) recht der Besitzenden, der Damen, zu gewähren. Aber während für die italienische, Keir Hardie und Mac Donald für die englische wir führen unseren Stampf nicht als unsere Bourgeoisie unter dem Andrang des aufwärts strebenden und Kautsky und Bernstein für die deutschen Sozialisten. Es liegt Ramp zwischen Geschlechtern, Proletariats weniger und weniger wagte, die Konsequenzen ihrer in dieser Gefahr des Frauenstimmrechts für das Proletariat kein demokratischen Prinzipien zu vertreten, sehen wir, daß auf der Grund für eine Aenderung der Stellungnahme der Sozialdemokratie fondern als Kampf gegen die politische Uebermacht der besitzenden anderen Seite das Proletariat durch seine ureigensten Klassen. 3 dieser Frage. Klassen, als Kampf, den wir im Bunde führen mit allen AusgeAber nun kommt noch etwas anderes hier in Betracht, das die beuteten, allen Entrechteten ohne Unterschied des Geschlechts, einen interessen gezwungen wird, der kräftigste Vorkämpfer für die Aktion der Sozialdemokratie zugunsten des Frauenwahlrechts immer Kampf, dessen letztes Ziel und dessen Bedeutung sich darin ausdrücken politische Gleichberechtigung der Frau zu sein, in dem Maße, als energischer und wuchtiger gestalten muß, das ist die Erwägung, wird, daß er in den breitesten Massen des Proletariats die Erdie Frauenarbeit immer mehr an Umfang gewinnt, ein ausschlag daß wir der Gefahr der Einführung eines beschränkten Frauen- fenntnis heranreifen läßt, daß, wenn eines Tages die geschichtliche gebender Faktor im wirtschaftlichen Leben wird, in dem Maße wird auch das Proletariat bei der Durchführung seiner ökono- wahlrechts am besten begegnen, indem wir die Agitation für das Entwickelung objektiv weit genug fortgeschritten ist, dann das Prolemischen Kämpfe auf die disziplinierte, geschulte und organisierte wir durch intensive Aufklärung und Organisation der proletarischen fapitalistischen Gesellschaftsordnung zurufen kann:" Es liegt an allgemeine Frauenwahlrecht ihr entgegenstellen. Des weiteren, daß tariat in seiner Gesamtheit ohne Unterschied des Geschlechts der Mitarbeit der Frauen angewiesen. Die wirtschaftliche Organisation Frauen den Grad der politischen Erkenntnis und Reife dieser Frauen mir, ein Ruck von mir, ein Schlag von mir, zu dieser Frist, der Frauen ist aber nur ungehindert möglich, wenn sie gleichzeitig so heben, daß es der Realtion unmöglich wird, in nennenswertem und siche, das Gebäude stürzt, von welchem Du die Spitze bist!" politische Rechte besitzen, sonst wird ihre wirtschaftliche Betätigung Umfange auf die Frauenstimmer rechnen zu können.( Sehr richtig!)( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) wie die der Männer fortwährend illusorisch gemacht durch politische Aber wenn auch die Situation nach dieser Richtung hin gelläri ist, Bedrückungen, denen sie unterliegen. Das gesamte Proletariat so sind in manchen Ländern von Parteigenossen Zweckmäßigkeitsmuß deshalb die Forderung erheben:„ Nieder mit allen politischen gründe dafür geltend gemacht worden, im Augenblick wo für die Bestimmungen, welche der Frau die volle politische Gleichberech Einführung des allgemeinen Männerwahlrechts gekämpft wird, auf tigung vorenthalten." Es muß die Forderung erhoben werden, die Forderng des Frauenwahlrechts zu verzichten. Das haben wir ihr alle staatsbürgerlichen Rechte zuzuerkennen, damit die Frauen 1902 in Belgien gesehen, wo die Arbeiterpartei in ihrem Kampfe sowohl am wirtschaftlichen wie am politischen Kampfe wohl gerüstet für das gleiche Wahlrecht auf das Frauenstimmrecht verzichtet hat, wie der Mann feilnehmen können. So ist es das praktische Lebens- und zwar aus Rücksicht darauf, daß die Liberalen erklärten, sie interesse des Proletariats selbst, welches es dazu zwingt, als ener- würden für eine Reform des Wahlrechts nicht eintreten, wenn die gische Verfechter des Frauenstimmrechts aufzutreten. Die Sozial- Sozialisten auf das Frauenstimmrecht nicht verzichten würden. Was demokratie, die die politische Kampforganisation des Proletariats hat sich nun gezeigt? Die Arbeiterpartei wurde in ihren parlaist, hat deshalb aus praktischen Erwägungen heraus, aus Ver- mentarischen und außerparlamentarischen Kämpfen für die Einständnis für die Existenzbedingungen des Proletariats, die For- führung des allgemeinen Wahlrechts in der schmählichsten Weise von derung des Frauenstimmrechts in ihr Programm aufgenommen den Liberalen in Stich gelassen. Es hat also keine praktische Beund sie vertreten sie in ihrer Aktion. Aber auch aus geschichtlicher deutung gehabt, daß die Forderung des Frauenwahlrechts zurüdEinsicht in die Tendenz der gesamten ökonomischen und sozialen gestellt worden war. Eine ähnliche Erscheinung hat sich in diesem| Die Referentin legt folgende Resolution vor: Frauenstimmrecht.. Die Forderung des Frauenwahlrechts ist das Ergebnis der durch die kapitalistische Produktionsweise gezeitigten wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen, insbesondere aber der Revolu tionierung der Arbeit, der Stellung und des Bewußtseins der Frau. Sie ist ihrem Wesen nach eine Konsequenz des bürgerlichdemokratischen Prinzips, welches die Beseitigung aller sozialen Unterschiede heischt, die nicht auf dem Besitz beruhen, und auf dem Gebiete des privaten wie des öffentlichen Lebens die volle juristische Gleichberechtigung aller Großjährigen als Recht der Persönlichkeit proklamiert. Das Frauenwahlrecht ist daher von Anfang an von einzelnen Denkern in Verbindung mit allen Stämpfen gefordert worden, in denen die Bourgeoisie für die Demokratisierung politischer Rechte eingetreten ist, als für eine Hus der Partei. Voraussetzung ihrer politischen Emanzipation und Herrschaft für die Richtigkeit dieser Auffassung liefert gerade die Erfahrung Das Zentrum als Klasse. Die treibende und tragende Kraft als Massen- der Frauenbewegung in den letzten 15 Jahren. forderung hat es jedoch erst durch die steigende Erwerbstätigkeit sträubte sich anfangs der 90er Jahre mit aller Kraft gegen unsere Bildungsbestrebungen. Der Arbeiterbildungsausschuß des weiblichen Geschlechts erhalten, vor allem aber durch die Forderung, dem weiblichen Geschlecht die ihm damals noch verEinbeziehung der Proletarierinnen in die moderne Industrie schlossene Bahn geistiger Betätigung zu öffnen. Vor zwei Jahren zu Frankfurt a. M. beginnt seine Tätigkeit in diesem Winter Das Frauenwahlrecht ist das Vorrecht der wirtschaftlichen Gman- erklärte zur allgemeinen Ueberraschung einer der konservativsten mit der Veranstaltung einer Rezitation. Frau Regina Rubenzipation der Frau vom Haushalt und ihrer ökonomischen Unab- Herren des Zentrums, Freiherr v. Hertling, sich mit aller Vehemenz Berlin wird das mehrfach von Aufführungsverboten betroffene Am Vorabend" von Leopold Kampf hängigkeit von der Familie auf Grund ihrer Berufsarbeit. für die Zulassung der Frauen zu allen Studienziveigen, einen solchen Revolutionsdrama Prinzipiell bedeutet das aktive und passive Wahlrecht für das völligen Wechsel in der Auffassung, eine solch völlige Umwandlung vorlesen. An literarischen Abenden werden veranstaltet: ein weibliche Geschlecht in seiner Gesamtheit die soziale Mündig- in den Ueberzeugungen kann nur durch den beständigen Druck erkeitserklärung; praktisch bedeutet es das Mittel, politische Macht zeugt worden sein, den die Schichten ausgeübt haben, die an einer bsen- Abend, ein 3ola- Abend, ein Dostojewski- Abend und ein Bernard Shaw- Abend. Im Dezember wird ein zu erlangen, um die gesetzlichen und sozialen Schranken zu be- solchen Umwandlung sozial interessiert waren. seitigen, welche die Lebensentwickelung und Lebensbetätigung des Eine andere Frage ist die des Vereins- und Versammlungs- humoristisch- satirischer Abend veranstaltet werden und im Weibes hemmen. Aber die in der Frauenwelt ebenso wie in rechtes. In manchen Staaten, sogar im reaktionären Sachsen, sind Februar soll der Stimmung dieses Monats angepakt ein Schelmender Männerwelt wirksamen Klaffengegensätze bedingen, daß der Männer und Frauen in dieser Beziehung ganz gleichgestellt. In abend die feineren Lachmuskeln in Bewegung setzen. Die künstWert und der Hauptzweck des Wahlrechts für die Frauen der anderen Staaten aber und Preußen marschiert natürlich überall lerische Leitung hat der Bildungsausschuß seinem Mitgliede, dem verschiedenen Klassen verschieden ist. Der Wert des Wahlrechts der Reaktion voran hat man den Frauen das Vereinsrecht in Genossen S. Grumba ch übertragen. Die Rezitationen sollen in als soziales Stampfmittel steht in umgekehrtem Verhältnis zu großem Umfange beschränkt. Einem Fortschritt auf diesem Gebiete diesem Jahre ausschließlich durch Künstler erfolgen. Mitteilungen der Größe des Besitzes und der durch ihn verliehenen sozialen ist auch das Zentrum stets entgegengetreten. Jetzt hat übrigens über die musikalischen Veranstaltungen und über die wissenMacht. Sein Hauptzwed ist je nach der Klassenlage die volle teilweise auch unter dem Druck der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen fchaftlichen Vorträge erfolgen demnächst. rechtliche Gleichstellung des Geschlechtes oder aber die soziale das Zentrum in wiederholten Erklärungen anerkennen müssen, zwar Emanzipation des Proletariats durch die Eroberung der nicht, daß die Frauen Freiheit der politischen Vereinsbetätigung politischen Macht zum Zweck der Aufhebung der Klassenherrschaft haben müssen, aber doch zugeben müssen, daß man angesichts der und der Herbeiführung der sozialistischen Gesellschaft, die allein gewaltigen sozialen Umwandlung, die Millionen und Abermillionen die volle menschliche Emanzipation des Weibes verbürgt. von Frauen in den Eristenzkampf hinausgetrieben habe, die ihnen Den Klaffengegenfäßen innerhalb des weiblichen Geschlechts notwendige Freiheit des Vereins- und Versammlungsrechtes und zufolge tritt die bürgerliche Frauenbewegung nicht einheitlich der Koalition nicht länger verweigern dürfe. Diese Fortschritte begeschlossen und mit höchster Kraftentfaltung für das allgemeine weisen doch, in welcher Weise wir weiter arbeiten müssen, um zu Frauenwahlrecht ein. Die Proletarierinnen sind deshalb für die einem vollen Erfolge zu gelangen. Der Frage der Einführung des Eroberung ihres vollen Bürgerrechts auf ihre eigene Straft an- allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechtes für die gewiesen und auf die ihrer Klasse. Die proletischen Bedürfnisse Frauen stehen ja bisher die bürgerlichen Parteien sehr ablehnend feines Emanzipationskampfes zusammen mit historischer Einsicht gegenüber. Darüber brauchen wir uns um so weniger zu wundern, und Gerechtigkeitssinn erheben das Proletariat zum konsequen- als in weiten bürgerlichen Kreisen noch die Abneigung gegen das testen Vorfämpfer für die volle politische Gleichberechtigung des allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht überhaupt beweiblichen Geschlechts. Die Sozialdemokratie, die politische steht, und sehr einflußreiche Streise bis auf den heutigen Tag daran Kampfesorganisation des Klassenbewußten Proletariats, tritt pa- denten, dieses Wahlrecht bei der ersten besten Gelegenheit zu be= her prinzipiell wie praktisch für das Frauenivahlrecht ein. seitigen oder zu beschränken. Diese Leute sind natürlich auch nicht Die Frage des Frauenstimmrechts gewinnt mit der Ver- geneigt, das Wahlrecht auf die Frauen auszudehnen. Gleichwohl schärfung des Klassentampfes erhöhte Bedeutung. Auf feiten wage ich die Behauptung, daß wir in Deutschland Aussicht haben, der herrschenden reaktionären Klassen wächst die Tendenz, durch weit eher das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Frauen die Einführung eines beschränkten Frauenwahlrechts die politische wahlrecht zu bekommen, als daß das allgemeine, gleiche, geheime Macht des Besitzes zu stärken. Auf seiten des Proletariats und direkte Wahlrecht überhaupt abgeschafft wird.( Große Besteigt die Notwendigkeit, die Köpfe zu revolutionieren und seine wegung.) Das letztere ist wohl überhaupt nicht gut möglich, denn erwachsenen Glieder ohne Unterschied des Geschlechts wohl ich bin überzeugt, es wäre ja schauerlich, sich darin zu täuschen, daß gerüstet in die Kampfesfront zu stellen. Der Kampf für das in diesem Falle alle stimmfähigen und stimmberechtigten Männer, allgemeine Frauenstimmrecht ist das zweckmäßigste Mittel, die die durch eine Abänderung des Gesetzes geschädigt werden würden, Situation im Interesse des proletarischen Befreiungskampfes sich zu einem Proteste und Kampfe erheben würden, wie ihn zu nutzen. Diesen Gesichtspunkten entsprechend erklärt die 4. Konferenz sozialistischer Frauen zu Mannheim: Bei den Kämpfen, welche das Proletariat für die Eroberung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts in Staat und Gemeinde führt, muß das Frauenwahlrecht gefordert und in der Agitation grundsätzlich festgehalten und mit allem Nachdruck vertreten werden. Die Frauenkonferenz erklärt es des weiteren als Pflicht der Genofsinnen, sich mit aller Energie an den politischen Wahlrechtsfämpfen zu beteiligen und ihnen die Massen der Proletarierinnen als Mitstreiterinnen zuzuführen, aber andererseits auch mit der nämlichen Energie dafür zu wirken, daß in diesen Kämpfen die Forderung des Frauenwahlrechts allgemein mit dem gebührenden Nachdruck vertreten wird. In der Diskussion erhält zunächst das Wort Deutschland noch nicht gesehen Da Einigung in Forst. In einer Versammlung des sozialdemo fratischen Ortsvereins Forst am Donnerstag machte der Vorsigende Genosse Bonad zunächst Mitteilung von dem Entscheid der Kontrollkommission, die als Berufungsinstanz in der Schiedsgerichtsfrage angerufen worden war. Das Urteil der Kontrollkommission ist einstimmig dahin gefaßt, daß an dem Schiedsgerichtsspruch nichts geändert werden folle. Anträge hierzu aus der Versammlung nicht gestellt wurden, ist der Spruch des Schiedsgerichts rechtskräftig geworden. erstattete Genosse Richter einen längeren Bericht über die Verhandlungen der Kreisgeneralversammlung in Gassen. schloß sich eine lange und lebhafte Debatte. Zum Schluß der Dis fussion wurde folgende vom Genossen Klühs vorgeschlagene Resolution mit 79 gegen 68 Stimmen angenommen: Dann An ihn „ Die Versammlung des Ortsvereins Forst hat von dem Bericht der Delegierten über die Generalversammlung in Gassen Kenntnis Sie kann den Beschluß nicht billigen, daß dem genommen. Bentralvorstande das Stimmrecht aberkannt wurde, und bedauert, daß Genosse Kara als Vorsitzender der Generalversammlung sich zu einer Aeußerung hinreißen ließ, die nicht geeignet war, dem notwendigen Frieden zu dienen." Im Anschluß an den Bericht über diese Versammlung veröffentlichte die Märkische Voltsstimme" folgende Erklärung: Nachdem gestern abend der Ortsverein Forst durch Annahme der Resolution Klühs einen wesentlichen Grund unseres an den Mannheimer Parteitag zu richtenden Protestes gegen die Gültigkeit der Mandate unseres Kreises aufgehoben hat, sehen wir uns im Interesse des örtlichen Parteifriedens veranlaßt, diesen Protest nicht abzusenden, und bitten die übrigen 61 Unterzeichneten, sich dieser Erklärung anzuschließen. Im Auftrage von 17 Unterzeichneten: Karl Delor. organ, J " hat. Und genau so wie vor der Empörung seiner eigenen Arbeiter 1898 das Zentrum davor zurückschreckte, das Zuchthausgesetz in irgend einer Form anzunehmen, so hat es noch in viel höherem Maße alle Veranlassung, am Prinzip unseres Reichstagswahlrechtes nicht Aber auf der anderen Seite, in dem zu rütteln.( Sehr wahr!) Der Verein Arbeiterpresse, der zurzeit 44 Arbeiterfefretäce, Maße, als die Unzufriedenheit der Masse wächst und die sozialistische Stimmenzahl sich steigert, wird man bei dieser Lage der Dinge stait 15 Parteiangestellte, 33 Berichterstatter, 25 Gewerkschaftsredakteure, das Reichstagswahlrecht zu beschränken, darauf kommen müssen, es 165 politische Redakteure, 35 Schriftsteller, 20 Kontorangestellte, auf die Frauen auszudehnen, weil man unter ihnen eine ungeheuere 96 Expedienten, 42 Geschäftsführer, 107 Gewerkschaftsangestellte, Anzahl von Personen findet, die vorläufig noch der sozialdemo- 5 Krantentassenangestellte zu Mitgliedern hat insgesamt 587fratischen Organisation fremd sind. Mit dieser Tatsache rechnend, hielt am Sonntag zu Mannheim seine Generalversammlung die man nicht bestreiten kann, denn warum es so sein muß, darüber ab. Der Vorsitzende Genosse Thiele Halle erstattete den Jahreswill ich mich hier nicht auslassen die Frauen sind immer in- bericht. Er wünschte, daß die Generalversammlung fünftig aus ge= different und, soweit sie einer Führung folgen, folgen sie mehr der wählten Delegierten zusammengesetzt werde, die Mittel des Vereins fonservativen und der Geistlichkeit mit dieser Tatsache also würden dazu ausreichen. Bedauerlich sei, daß das Vereinsdas durchschnittlich einmal im Monat in fleinem Frau Mensing- Holland: Die Genoffin Zetkin hat bereits auf rechnend, wird die Majorität durch die Einführung des Frauendie Erklärung des Genossen Troelstra erwähnt, daß er sich augenblick- stimmrechts die Sozialdemokratie auf einige Zeit zurückzudrängen Format erscheine, nur wenige Beiträge von den Mitgliedern erhalte, lich für die Gewährung der Wahlrechts an die Frauen nicht erklären in der Lage sein. Das ist unzweifelhaft richtig. Aber trotzdem ist nicht minder bedauerlich sei, daß der Verein im Vorwärts"-Konflikt könne. Diese Erklärung hat für unsere Frauenbewegung in es der allergrößte Fehler, wenn wir uns gegen die Ausdehnung des versagte, weil selbst im Vorstand die Meinungen geteilt waren. In Holland einen schweren Schlag bedeutet. Wir hatten den Wunsch, Wahlrechtes auf die Frauen erklären wollten. Alle die Gründe, die den Verein müsse ein regeres Leben kommen, wobei allerdings der daß auf dem letzten Kongreß der holländischen Genossen Stellung heute gegen das Stimmrecht der Frauen geltend gemacht werden, Eindruck vermieden werden müsse, als ob er eine Gruppe zur Vergenommen werden möchte zur Frage des Frauenwahlrechts. Leider wurden seinerzeit gegen das Stimmrecht der Männer vorgebracht. tretung besonderer Berufsinteressen in der Partei bilden solle. In blieb dazu infolge der Auseinandersetzungen zwischen Marristen Jch selbst habe mich vor 43 Jahren als Mitglied des Arbeiter der Debatte fand der Vorschlag, die Generalversammlung aus Deleund Opportunisten teine Zeit übrig. Wir haben aber die Absicht, bildungsvereins gegen das allgemeine Stimmrecht ausgesprochen, gierten zusammenzusetzen, nicht viel Gegenliebe. Ein Antrag Schulzzu verlangen, daß der nächste Kongreß es als Pflicht der Partei weil die Arbeiter politisch noch nicht genug gebildet seien. Das hat Bremen, der ihn vertrat, wurde dem Vorstand zur Erwägung übererklärt, eine Revision der Verfassung in dem Sinne zu fordern, sich auch als sehr richtig erwiesen; denn noch jetzt nach 40 Jahren wiesen; er soll in den„ Mitteilungen", dem Organ des Vereins, erörtert daß das allgemeine Frauenstimmrecht eingeführt wird.( Lebhafter stimmen in Deutschland noch 7½ Millionen Wähler gegen uns. werden. Die Erörterung des Vorwärts"-Konflikts, zu dem ein Beifall.) Es ist kein Zweifel, daß die große Mehrheit von ihnen aus Arbeitern Redner bemerkt hatte, daß die ausgeschiedenen Redakteure gegen das besteht, die gegen ihre eigenen Klasseninteressen stimmen. Aber das Statut gehandelt hätten, wurde durch einen Geschäftsordnungshat wohl niemand von uns veranlaßt, sich gegen das allgemeine beschluß abgeschnitten, da die Frage aus der Debatte ausschied, Stimmrecht auszusprechen, sondern wir haben nachdrücklich agitiert, weil sie die Partei in ihrer Gesamtheit und nicht den Verein indem wir immer größere Kreise zu der Erkenntnis gebracht haben, Arbeiterpresse im besonderen angehe. in der Sozialdemokratie das heil für ihre Zukunft zu erblicken. Schon haben wir 3 Millionen, und ich hoffe, daß wir 4, 5 und 6 Millionen und schließlich die Majorität gewinnen werden. Denn wenn die Reaktionäre als letzte Zuflucht für ihre Herrschaft die Frauen anrufen, so werden wir auch gezwungen sein, nicht nur die Frauen, sondern auch wir Männer, innerhalb der Frauenweit zu arbeiten, und dann wird bald der letzte Anker der Gesellschaft gebrochen, an den sie sich noch anklammern kann. Genosse Bebel( mit stürmischem, langanhaltendem Händeflatschen begrüßt): Parteigenossen und Genossinnen! Nach dem stürmischen Beifall zu urteilen, den Sie dem Referat der Genossin Zetkin gespendet haben, glaubte ich annehmen zu müssen, daß Sie nach allen Richtungen so befriedigt wären, daß aus Ihrer Mitte fofort ein Antrag auf Schluß der Debatte fommen würde. Ich gebe ja zu, daß die Genossin Mensink als Gast ein besonderes Anrecht darauf hatte, noch das Wort zu erhalten; aber warum auch ich das Wort noch nehmen soll, kann ich in diesem Augenblick noch nicht verstehen.( Heiterkeit.) Ich muß Ihnen offen erklären, daß ich nicht dem eigenen Triebe gefolgt, sondern der Not, dem Druck, der auf mich ausgeübt worden ist vom Bureau, unter allen Umständen bei dieser Gelegenheit ein paar Worte zu Ihnen zu sprechen. Mein moralischer Widerstand hat nichts geholfen, ich bin dem Druce er Tegen, und so stehe ich nun in diesem Augenblick vor Ihnen.( Große Heiterkeit.) Da habe ich wieder gesehen, was es bedeuten würde, wenn die Frauen nach allen Seiten hin gleichberechtigt würden. ( Anhaltende Heiterkeit.) Auf diese Weise bin ich aufs neue bestärkt worden in der Auffassung, daß diese Frage des Frauenstimmrechts einzig und allein prinzipiell und zwar Den Genossen in Belgien, Oesterreich und Schweden ist ja auzugeben, daß die kulturellen Zustände zum Teil dort noch tiefer sind als bei uns. Wer die ungeheuere Gewalt der Kirche über die Frauenwelt in den katholischen Gegenden Deutschlands kennt, wird verstehen, aus welchen Gründen die Genossen dort geglaubt haben, daß die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Frauen die Reaktion stärken würde. Zunächst halte ich es ja für eine Täuschung, daß die Reaktion jetzt schon bereit war, nicht nur den Männern, sondern auch den Frauen das allgemeine Wahlrecht zu gewähren. Auf der anderen Seite aber wäre es von eminentem agitatorischem Werte bom radikalsten Standpunkte gewesen, wenn die Genossen selbst diese Forderung aufgestellt und aus behandelt werden kann und behandelt werden darf. Die damit die Unzufriedenheit in die gegnerischen Kreise hineingetragen Sozialdemokratie kann keine andere Politik als die prinzipielle hätten. Und wenn dann später die Frage ernsthaft aktuell geworden treiben. Sie darf sich auf keinem Gebiet von irgend einer anderen wäre, hätten sie sagen können: Wir sind in erster Linie für dieses Partei übertrumpfen lassen( Lebhafte Zustimmung.), was im Pro- Frauenrecht eingetreten. Ich will hier keine Polemik mit den aus gramm zum Ausdruck kommt. Die Freiheit und Gleichheit alles ländischen Genossen führen, ich habe mich nur für verpflichtet geWir deffen, was menschliches Antlig trägt, muß auch in allen unseren halten, Gründe und Gegengründe hier kurz anzugeben. Forderungen im Parlament, in der Agitation und in der Presse werden ja auf dem nächsten internationalen Kongreß, der hoffentlich zum Ausdruck kommen und danach müssen wir tun und handeln. in Stuttgart stattfinden wird, sowieso ausführlich über diese Fragen ( Erneute Zustimmung.) Nur dadurch können wir die Massen des sprechen. Boltes für uns gewinnen und einen gewaltigen Drud ausüben, Für mich ist es ganz zweifellos: wenn wir Erfolge erringen der endlich unsern Forderungen zum Siege zu verhelfen vermag. wollen und Erfolge müssen wir erringen-, so können wir sie ( Vielfaches Bravo!) Gewiß tritt sehr oft im Parlament an uns nicht erringen, wenn wir von vornherein auf unsere die Frage heran, ob wir die prinzipiellen Forderungen in ihrem prinzipiellen Forderungen verzichten ganzen Umfange und ihrer ganzen Schärfe aufstellen sollen, obFrau Wengels- Berlin begründet einen Schlußantray. Frau Braun- Berlin bittet, ihr als Vertreterin der englischen Frauen noch das Wort zu berstatten. wohl wir nicht die geringste Aussicht haben sie durchzusehen und und erklären, daß wir nur auf Konzessionen rechnen. Ich halte die opportunistische Stellungnahme findet da immer eine gute das für eine durchaus verfehlte Taktik und darum freue ich mich, Wurzel. Man glaubt, wenn wir weniger fordern würden, würden daß die Frauenstimmrechtsfrage hier rein und klar behandelt worden wir leichter das Wenige bekommen. Aber ich habe in meinem jetzt ist und bitte Sie, die vorgeschlagene Resolution einstimmig anzunahezu 40jährigen parlamentarischen Leben die Entdeckung gemacht, nehmen. Sie verpflichten damit auch die Partei, ebenfalls für sie daß auch im politischen Leben das Wort gilt, das auch im bürger einzutreten und ihr früher oder später zum Siege zu verhelfen. lichen Leben so vielfach zitiert wird: Bescheidenheit ist eine Zier,( Lebhafter, langanhaltender Beifall.) doch weiter kommt man ohne ihr!"( Stürmische Heiterfeit.) Wir können die bescheidensten Forderungen stellen, und sie werden uns nicht erfüllt, wenn nicht der Druck der Verhältnisse hinter uns steht. Hinter der prinzipiellen Forderung steht an sich der Druck des Prinzips, der Druck, den die Gründe ausüben, die man für ein Prinzip anzuführen vermag. Da kommen uns unsere Gegner wenigstens ein Stück entgegen. Vielleicht erreichen wir, gestatten Sie den Ausdruck, mit Unverschämtheit, was wir mit Bescheidenheit nie erreicht hätten. In den letzten Wochen und Monaten ist so oft gesprochen worden von der Machtlosigkeit der Sozialdemokratie. ( Lachen.) Kein falscheres Wort als das.( Lebhafter Beifall.) Jch behaupte geradezu, daß im Deutschen Reich keine mächtigere Partei existiert wie die unsere. Die Sozialdemokratie ist es, die unser ganzes politisches und soziales Leben im Inneren und Aeußeren beherrscht. Ohne ihre Eristenz würden wir noch weit hinter dem zurückstehen, was wir heute erreicht haben.( Beifall.) Einen Beweis Der Schlußantrag wird angenommen. Auf eine Beschwerde, daß dadurch auch der Genoffin PoppDesterreich das Wort abgeschnitten worden sei, erwidert Vorsitzende Genossin Ziet: So hat nicht das Bureau, sondern die Versammlung entschieden. Die Resolution Zetkin findet einstimmige Annahme. Auch wird beschlossen, das Referat als Broschüre drucken zu lassen. Hierauf tritt die Mittagspause ein. In der weiteren Debatte kam es zu interessanten Auseinander. setzungen über den Wert der vervielfältigten Korrespondenzen im Vergleich mit den Originalarbeiten. Es wurde beschlossen, der Verein möge nach Kräften für die Ausdehnung des Mitarbeiterwesens in der Parteipresse eintreten. = In den Vorstand wurden gewählt Thiele, Rob. Schmidt, Lipinsti, Schulz Bremen und Eisner. Der Sig des Ausschusses bleibt in Hamburg; seine Mitglieder sind von der dortigen Mitgliedschaft zu wählen. Ueber die vom Verein gegründete Unterstützungsvereinigung der in der modernen Arbeiterbewegung Angestellten wurde vom Verwalter Genossen Rob. Schmidt- Berlin mitgeteilt, daß am Schlusse dieses Jahres voraussichtlich die Mitgliederzahl 1350, das Vermögen zirka 250 000 m. betragen werde. Gewährt wird Witwen- und( vom nächsten Jahre ab) Invalidenunterstützung. Doch soll die letztere nur in dringenden Fällen gewährt und eher die erstere erhöht werden. Zurzeit sind bereits 17 Wittwen zu unterstützen. Vom Fortschritt der Presse. Ein neues Parteiorgan haben sich die Genossen in Nordhausen geschaffen. Die erste so lautet Nummer der Nordhäuser Volkszeitung" - ist uns soeben zugestellt worden. Die der Titel des Blattes Beitung wird in einer zu diesem Zwecke gegründeten Druckereigenossenschaft hergestellt. Die Redaktion des politischen Teils liegt in den Händen des Genossen B. Schildbach, während der lokale Teil vom Genossen W. Apel redigiert wird. Eine Gesellschaftsfahrt Stuttgart Heidelberg arrangiert der fozialdemokratische Verein Stuttgart für Donnerstag, den 27. September, an welchem Tage der sozialdemokratische Parteitag von Mannheim einen Ausflug nach Heidelberg macht. Voraussetzung des Unternehmens ist genügend Beteiligung. Sozialdemokratischer Jugendverband für Dänemark. 32 Delegierte der sozialdemokratischen Jugendvereine Dänemarks haben am Sonntag in Vejle auf Jütland einen Kongreß abgehalten und beschlossen, einen sozialdemokratischen Jugendverband zu gründen. Der Verband umfaßt borläufig 14 Ortsgruppen mit 720 Mitgliedern. Als Verbandsvorsitzender wurde Zigarrenmacher Chr. Höher, Kopenhagen, gewählt. Das Land wurde in drei Agitationsbezirke: Fütland, Fünen und Seeland eingeteilt. Eine Zeitschrift für die sozialdemokratische Jugendbewegung Dänemarks soll im nächsten Jahre gegründet werden. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonto der Presse. Wegen Beleidigung der Bromberger Polizei- begangen durch eine Stritif der bekannten Behandlung, die am 21. Januar zu Bromberg mehreren verhafteten Flugblattverbreitern und-Verbreiterinnen widerfuhr- wurde Genoffse Däumig vom„ Volksblatt für Halle" am 18. Mai zu 300 Mart Geldstrafe verurteilt. Seine Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. B. 224. 23. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bitto, 26. September 1906. Mittwoch, Köln. Fischmarkt event. Weiterführung bis zum Prenzlauer Tor, 42 Zentner schweren Dampflesjel nach dem Kellerschacht zu trans4. Generalversammlung des Zentralvereins der Bildhauer. Schöneberg Viktoria Luiseplatz bis Strausbergerſtraße, Hansaplay portieren. Blöblich kam der Koloß ins Rutschen, stürzte die Treppe 6: 3 Schlesisches Tor, Stettiner Bahn bis Kreuzberg, Weddingplay hinab und fiel auf den 40jährigen Arbeiter Karl Rußbold aus der bis Rirdorf. Die Länge diefer Linien schwankt zwischen 7 bis Granoldstr. 11. Die Kollegen machten sich sofort an die Befreiung 9,5 Kilometer. Die Gesellschaft hat einen Tarif vorgelegt, nach des Verunglückten und brachten ihn dann in das Elisabeth- Krankenwelchem sie Strecken bis 5 Kilometer für 10 Pf., bis 7 Kilometer haus. R. Hatte schwere innere Verlegungen, sowie Arm- und Beinfür 15 Pf., darüber hinaus für 20 Pf. zu fahren hätte. Der Polizei- brüche erlitten, und es ist wenig Hoffnung vorhanden, ihn am präsident ist geneigt den Tarif zu genehmigen. Leben zu erhalten. Bon Charlottenburg und Schöneberg waren Schreiben ein- j gegangen, in denen der vorgelegte Tarif ale zu hoch beanstandet| bau an der Prinz Heinrichstraße verübt worden. In dem Gebäude Ein großer Zink- und Bleidiebstahl ist gestern auf einem Neuwurde. Nach langer und eingehender Debatte, in welcher alle An- werden augenblicklich die Klempnerarbeiten ausgeführt, zu welchem wesenden wiederholt das Wort ergriffen, wurde dem vorgeschlagenen Zwecke erhebliche Vorräte an Zink und Blei angefahren worden Tarif die Zustimmung versagt. Die vor einiger Zeit ins Auge gefaßte Revision des Urban- sind. Einbrecher hatten dies ausbaldowert" und in der gestrigen Hafentarifs wurde verworfen und der Etatsentwurf für den Urban- Nacht drangen sie in den Neubau ein und stahlen den größten Teil des Metalls. Sie entfamen unbemerkt mit ihrer schweren" Beute. Hafen für 1907 nach der Vorlage genehmigt. der Bildhauerei Deutschlands. Der Zentralverein der Bildhauer Deutschlands hält in der Zeit bom 23. bis 28. September in Frankfurt a. M. seine vierte ordentliche Generalversammlung ab. Für die Generalversammlung hat der Vorstand einen detaillierten Rechenschaftsbericht über den Stand der Organisation in den einzelnen Bezirken herausgegeben, dem auf zirka 100 Seiten die Resultate der im Jahre 1905 veranstalteten berufsstatistischen Erhebungen angefügt sind. Diese Statistik zeugt von vielem Fleiß und gibt ein ziemlich genaues Bild von der wirtschaftlichen Lage Was zunächst die Entwickelung des Verbandes betrifft, so zeigen die Zahlen, daß auch die Bildhauerorganisation gute Fortschritte gemacht hat, besonders seit der Zeit, wo der Verein sich zu einer Kampforganisation entwickelt hat. Von 2908 Mitgliedern im Jahre 1893 ist der Verband gestiegen auf 4875 im Jahre 1905, wobei zu berücksichtigen ist, daß im Bildhauergewerbe die Fluktuation wie statistisch nachgewiesen wird eine außerordentlich große ist. Der Vermögensstand des Verbandes betrug im Jahre 1905 88 574 M. Die Leistungsfähigkeit des Verbandes wird am besten durch folgende Zahlen veranschaulicht: In der Zeit, wo der Verband als eigentliche Kampforganisation seine Tätigkeit entfaltete, also bon 1893 bis 1905, wurden an Beiträgen bezahlt: 1363 596 M., an Eintritts geldern 7022 M., die Gesamteinnahmen betrugen also 1 451 410 Mart. An Unterstützungen bei Streits usw. wurden in diesem Beitraum bezahlt 158 399 M.( 1905 allein 28 779 M.), an Arbeitslosenunterstützung am Orte 584 749 2.( 1905 54 677 M.), an Unterstübung auf der Reise 114 467 M.( 1905 8162 M.), an Unterstützung in Krankheitsfällen 131 637 M.( 1905 10 988.), an Unterstützung in Sterbefällen 9750 M.( 1905 515 M.), an Unterstützung in besonderen Notfällen 13 452 M.( 1905 25 62 M.), an Unterstützung von Streiks anderer Gewerkschaften 17 073 M.( 1905 1200 M.). Die Gesamtausgaben beziffern sich demnach auf 1423 551 M. Das sind für einen so kleinen Verband ganz respetWie groß die Fluktuation in der Organisation ist, zeigen folgende Zahlen: Von 1903 bis 1905 waren in den Verband eingetreten 5293, ausgetreten 383, ausgeschlossen wurden 2631, es starben 94, ins Ausland gingen 444, zum Militär 333 und zur Schule 226. Von den 4875 Mitgliedern im Jahre 1905 waren 2974 Holzbildhauer, 594 Steinbildhauer, 750 Modell- und Gipsbildhauer, 204 Holz- und Steinbildhauer, 224 Holz-, Modell und Gipsbildhauer, 58 Stein-, Modell- und Gipsbildhauer und 62 Holz-, Stein-, Modell- und Gipsbildhauer. table Leistungen. Lohnbewungen wurden 1903 insgesamt 18 inszeniert und zwar in 65 Betrieben mit 201 Beteiligten. Dabei drehte es fich in 14 Fällen nur um sogenannte Werkstattstreiks. Größere Lohntämpfe wurden 1904 und 1905 ausgefochten. 1904 wurden 30 Angriffsstreits in 294 Betrieben inszeniert, davon 18 mit Er folg, 9 mit teilweisem Erfolg und 3 ohne Erfolg. Dazu kamen 10 Abwehrstreiks in 10 Betrieben mit 74 Beteiligten. Davon waren 2 mit, 4 ohne und 4 mit teilweisem Erfolg begleitet. Lohnbewegungen ohne Streits wurden 21 in 299 Betrieben mit 912 Beteiligten durchgeführt. Für 650 Beteiligte wurde dabei eine Rohn erhöhung von 3,10 M. pro Kopf und für 415 Beteiligte eine Arbeitszeitverkürzung von 1,83 Stunde pro Kopf erzielt. 1905 wurden insgesamt 26 Angriffsstreits in 91 Betrieben mit 322 Beteiligten durchgeführt, davon 14 mit, 8 ohne und 3 mit teilweiſem Erfolg. Abwehrstreiks fanden statt 9 in 22 Betrieben mit 64 Beteiligten; davon waren 2 mit und 6 ohne Erfolg. Aussperrungen wurden borgenommen 10 in 29 Betrieben mit 123 Beteiligten; 5 davon wurden mit, 2 ohne und 1 mit teilweisem Erfolg abgewehrt. Dazu tamen noch 42 Angriffsbewegungen ohne Streits in 142 Betrieben mit 463 Beteiligten und 6 Abwehrbewegungen ohne Streits in 6 Betrieben mit 39 Beteiligten. Auch diese waren zum großen Teil von gutem Erfolg begleitet. Der Vertragsentwurf zwischen dem Fiskus und der Stadt- Bei einem Sturz in den Keller ist gestern abend der Kaufmann gemeinde betreffend die Verpachtung von Ladestellen vor dem zu Heinrich Eizel aus der Pallasstr. 35 schwer verletzt worden. G. hatte errichtenden Lagerichuppen am Humboldthafen wurde mit einer Ab- in einem Geschäft in der Chausseestraße zu tun gehabt und als er änderung genehmigt und beschlossen, schleunigst in dieser Sache eine die Treppe nach dem Kellergeschoß hinunterstieg, glitt er plöblich Vorlage an die Stadtverordneten- Versammlung zu bringen, damit aus und stürzte ab. Schwerverletzt wurde der Verunglückte in die mit dem Bau des geplanten Speichers unverzüglich begonnen werden Königl. Klinik in der Ziegelstraße eingeliefert. könne. Die Allgemeine Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft ersucht um Genehmigung zur Aufstellung fester Haltetafeln an den Haltestellen ihrer Straftomnibusse. " Von einem Auto- Omnibus überfahren wurde gestern vormittag die 76 Jahre alte Witwe Klara Meier, Hochstädterstr. 9 wohnhaft. Die Greisin war im Begriff gewesen, an der Ecke der Invalidenund Chausseestraße einen Pferde- Omnibus der Linie 4 zu besteigen Die Mehrheit der Deputation hielt es für das richtigste, solche und dabei wurde sie von einem vorüberkommenden AutomobilTafeln an den Gaslaternen anzubringen und beschloß, den Antrag Omnibus umgerissen und überfahren. Ein Schuhmann brachte der Gesellschaft der Gasverwaltung mit dem Ersuchen zu überweisen, Frau M. schwerverletzt nach der Unfallstation in der Eichendorffgegen eine entsprechende Anerkennungsgebühr das Nötige zu verstraße, wo sie die erste Hülfe erhielt. alaffen. Ein weiterer schwerer Unglücksfa II im StraßenDie Große Berliner" und die Vororte. Der Generaldirektor berkehr hat sich gestern abend in der Friedrichstraße zugetragen. der Großen Berliner", Ministerialdirektor a. D. Mice wohnte der Der 10jährige Schüler Baul Rentner aus der Zwinglistr. 10 war letzten Sigung der Reinickendorfer Gemeindevertretung bei, die sich mit seinem 13jährigen Bruder über den Fahrdamm der Friedrichmit der Straßenbahnfrage beschäftigte. Namens der Direktion der Straße gegangen, wurde dabei von einer Droschte gestreift, zu Boden Großen Berliner erklärte Herr Micke, daß diese es zwar als ihre geschleudert und vor den Augen des Bruders überfahren. In bemoralische Pflicht betrachte, dem gesteigerten Verkehrsbedürfnis wußtlosem Zustande wurde der Knabe, der anscheinend schwere Rechnung zu tragen und den Berliner Vororten tunlichst entgegen- innere Verlegungen erlitten hat, dem Krankenhause Moabit zufommen wolle, man dürfe aber von der Straßenbahn nicht vergeführt. langen, daß sie unrentable Linien errichte. Der Errichtung neuer Ein schwerer Unfall hat sich gestern im Betriebe der Aktienoder verlängerter Straßenbahnlinien könne die Große Berliner" gesellschaft von Panzer in der Badstraße ereignet. Der 35 jährige nur nähertreten, wenn sich die Gemeinden zu einer Garantie von Schlosser Richard Günther, Lychenerstraße wohnhaft, verunglückte 35 Pf. pro Wagenkilometer verpflichten und in die Verlängerung dadurch, daß die herabhängenden Ketten eines Lauftrahnes, die über des Vertrages auf 90 Jahre willigen. Die Gemeindevertretung war die Arbeiter und deren Arbeit hinwegschleifen, eine aufgeklappte von diesen Mitteilungen wenig befriedigt, verschiedentlich wurde ein Trefortür von zirka 12 Zentner, an der Günther beschäftigt war, gemeinsames Vorgehen mit der Stadt Berlin angeregt, die Beschluß- erfaßten, sodaß dieselbe derart zuklappte, daß dem Günther die fassung jedoch vertagt. Wirbelsäule durchschlagen und der Brustkasten zerquetscht wurde. Zwei herbeigerufene Aerzte ordneten die sofortige Ueberführung ins Krankenhaus an. 11 Dieser Unfall, der seit kurzem der dritte in diesem Betriebe ist, soll nach unseren Informationen mur auf eine leichtsinnige Benutzung des Krahnes zurückzuführen sein, wie überhaupt in diesem Betriebe die Unfallgefahr dadurch erhöht wird, daß nur ein einziger Gang vorhanden ist, der mit Mühe und Not ohne Unfall passiert werden Person vorhanden, jeder, ob Lehrling oder Gefelle, kann den Krahn tann. Für die Benutzung des Krahns ist keine verantwortliche Es benutzen. Ein verantwortlicher Krahnführer ist jedenfalls zu teuer. der eine Gendarm aus Birkenwerder war und der andere aus Ueber die Schießaffäre in Hohen- Neuendorf, über die wir gestern nach einem hiesigen Montageblatte berichteten und bei der ein Zimmermann schwer verwundet wurde, erhalten wir heute Mitteilungen, die das ganze Vorkommnis in einem wesentlich anderen Lichte erscheinen lassen. Unsere Genossen hatten am Sonnabend im Bergemannschen Lokale in Stolpe einen Zahl Es war etwas spät geworden und die von Hohen- Neuendorf geabend für die Genossen von Stolpe und Hohen- Neuendorf abgehalten. fommenen Genossen traten gemeinschaftlich den Heimweg an. waren ihrer 9 und die Uhr zwischen 13 bis 3 Uhr. Als sie an das Bergmannsche Lotal tamen, mußten sie den Weg zwischen dem In aller Stille, wie er es gewünscht, wurde gestern nachmittag Restaurant und einem der dort stehenden Bäume passieren. Da hier auf dem katholischen Kirchhof in Weißensee unser Kollege und Gegroße Bäume stehen, war es etwas dunkel und Personen nicht gleich nosse Nicolaus Krauß zu Grabe getragen. An der Gruft zu erkennen. Da stieß einer der Genossen an einen Mann an, wie legten Beauftragte des Parteivorstandes, der Berliner Genossen, der sich herausstellte, an einen Beamten in Zivil, der mit noch einem Redaktion und des Verlages und des Setzer- Personals des„ VorKollegen hier Boito gefaßt hatte. Der Genosse entschuldigte sich, wärts" Kränze nieder, dem Dahingeschiedenen den letzten Abschiedswährend ein anderer ein Streichholz anzündete, wobei sich ergab, daß gruß nachrufend. Vor dem Eingang zum Kirchhof wurden die KranzAuffallend groß ist die Arbeitslosigkeit der Hohen- Neuendorf. Man ließ aber die Leute unbehelligt und setzte träger belehrt, daß es mit der vom Zentrum so sehr betonten Toleranz Bildhauer im Vergleich zu den anderen Berufen. Nach der auf den Heimweg fort. Man hatte aber gleich den Eindruck, als ob die nicht weit her ist, denn ein Mann in Hemdsärmeln erklärte, unter Veranlassung des Reichsstatistischen Amtes vorgenommenen Er- Beamten irgend etwas im Schilde führten, sonst hätten sie sich doch keinen Umständen den Einlaß zum Kirchhof zu gestatten, wenn nicht die hebung waren arbeitslos 1903 4003 Mitglieder in 2078 Fällen, nicht in der Dunkelheit an der bezeichneten Stelle aufgestellt. Als roten Schleifen entfernt würden. Gefragt, wer er denn sei und 1904 4693 Mitglieder in 2537 Fällen und 1905 4875 Mitglieder in die Arbeiter, sich unterhaltend aber nicht übermäßig laut, etwa woher er die Legitimation zu einem solchen Verbot nähme, er2314 Fällen. Prozentual stehen die Bildhauer nach den statistischen hundert Schritte gegangen und bis zum Ende der Kirchhofsmauer ge- widerte der Mann ganz in seiner Würde, er sei Kirchhofsauffeher Feststellungen des Reichsarbeitsblattes" mit an erster Stelle. langt waren, müssen wohl die Beamten unter dem Schutze der und habe auch die Polizeigewalt auf dem Kirchhofe, Funktionen, die Daraus erklären sich die hohen Ausgaben für Arbeitslosenunter- Dunkelheit unbemerkt gefolgt sein, denn plöglich bekamen mehrere er schon viele Jahre ausübe;„ er habe alles unter sich." Oft mag der Gesellschaft mit Stöcken Schläge auf Köpfe imd Arme, so daß Was nun die wirtschaftliche Lage der Bildhauer betrifft, so atvei der Getroffenen sofort zu Boden stürzten, sich aber bald wieder es ja nicht vorkommen, daß der Mann in solche Situationen kommt, ist diese nach den berufsstatistischen Erhebungen im Jahre 1905 erhoben. Dabei wollen einige die Worte gehört haben: Jetzt haben Kränze mit roten Schleifen auf dem Kirchhofe zu sehen, und wäre feineswegs so glänzend wie man im allgemeinen wir Euch Schweine! Damit war aber der Ueberfall noch nicht zu der Verstorbene nicht Desterreicher gewesen, so hätten wir dem Aufglaubt. In der Holzbranche z. B. waren nicht weniger wie Ende. Der eine Gendarm erhob seinen Stock wiederum, um auf seher den Anblick der roten Schleifen sicher erspart. Soviel uns be1495 Bildhauer 70 813 Tage arbeitslos wegen Mangel an Arbeit. einen anderen Wehrlosen einzuschlagen, kam aber nicht dazu, denn fannt, besteht nicht auf allen katholischen Kirchhöfen das Verbot der Der Wochendurchschnittsverdienst nach dem Jahreseinkommen betrug der Stock wurde ihm entrissen. Während dieser zweiten Attacke roten Schleifen. 21,80 M., nach Wochenlöhnen in Lohn und Akkord 26,20 M. In der hatte sich der andere Gendarm hinter der Kirchhofsmauer versteckt, Sei es wie es sei! Genosse Krauß ist auch so in die Erde gebettet Modellbranche waren 518 Bildhauer 33 129 Tage arbeitslos megen fam aber bald wieder hervor und als er etwa bis auf drei Schritte Mangel an Arbeit und in der Steinbranche waren es 400 mit 22 404 herangetommen war, zog er feinen Revolver und schoß dem vor ihm Tagen. In der Modellbranche betrug der Durchschnittswochenlohn stehenden Zimmerer Adolf Hermann eine Kugel in den Unterleib. nach dem Jahreseintammen 32,59 M., nach Wochenlöhnen 43,39 Während Hermann in die Arme seiner Begleiter sant, verschwanden Mark, und in der Steinbranche pro Woche im Afford 46,59 M., im die Gendarmen. Der Schwerverletzte mußte nach seiner Wohnung Lohn 41,95 M. und im Lohn und Akkord 43 M. Dabei muß be- nach Hohen- Neuendorf getragen werden, wo ein herbeigerufener Arzt achtet werden, daß die Ueberstundenarbeit in der Bildhauerei noch seine leberführung nach Berlin anordnete. In der Charité sehr im Schwung ist. liegt Hermann schiver danieder und es wird für sein Leben gefürchtet. stüßungen. Dem Bericht sind einige Haushaltsbudgets von Bildhauern angefügt, aus denen ersichtlich ist, daß das Einkommen der Arbeiter im allgemeinen nicht ausreicht, selbst bei einer verhältnismäßig guten Konjunktur eine Familie zu ernähren, nicht einmal bei den bescheidensten Ansprüchen". Partei- Angelegenheiten. Tempelhof. Morgen Donnerstag, abends 8 Uhr, bei M. Müller, Berlinerstr. 41/42, hält Genosse Grunwald feinen dritten Vortrag über das Erfurter Parteiprogramm. Die Genossen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die städtische Verkehrsdeputation Die Sache selbst ist so ungeheuerlich, daß eine strenge Unterfuchung gegen die Beamten sofort angeordnet werden muß. Sozialdemokraten sind auch im heutigen Staate noch nicht ohne weiteres als Freiwild zu betrachten, das man ohne viel Federlesens einfach niederknallen kann. Militärischen Schneid bei den städtischen Arbeitern zur Geltung zu bringen, scheint das erstrebenswerteste Ziel aller jener Leute zu sein, Sie etwas zu sagen" haben. Wie dem Ortsbureau des Verbandes der in Gemeindebetrieben beschäftigten Arbeiter mit geteilt wird, haben die Straßenreiniger Berlins sehr unter der Manie einzelner Vorgesetzter zu leiden, die aus jedem Arbeiter ein willenloses Werkzeug machen wollen. Ein bei der Straßenreinigung beschäftigter Arbeiter, dessen Müze während der letzten Regentage durch und durch naß wurde, fezte sich seine neue Stopfbedeckung auf, was den Aufseher veranlaßte, nach der alten Müße zu fragen. Als der Gestrenge sogar sagte:„ Nun, Sie sind doch Soldat gewesen," antwortete ihm der Untergebene" ganz richtig, daß man im städtischen Straßenreinigungsbetriebe nicht Soldat, sondern Arbeiter sei. Der betreffende Arbeiter erhielt dann eine dreistündige Strafarbeit zudiftiert! Gern wird geschen, wenn das Aus der umfangreichen Tagesordnung sei hervorgehoben, daß Personal vor dem Aufseher usw. stramm steht und eine militärische der Polizeipräsident unter Uebersendung weiterer Ausführungen der Wiene und Haltung einnimmt. Viel Klage wird auch über das Großen Berliner Straßenbahn betreffend die Schleifenanlage Wohnzahlungssystem geführt. Die dienstfreien Mannschaften müssen Dresdenerstraße Prinzenstraße um Aeußerung ersuchte, ob seitens der sich zu den Zahlstellen begeben und dort ihren hohen Lohn" fassen". Berkehrsdeputation noch an dem früheren ablehnenden Standpunkte Es wäre auch an der Zeit, mit der 14tägigen Lohnzahlung zu brechen. festgehelten wird. Den Etraßenreinigern ist zu empfehlen, sich ihrer Organisation Es handelt sich hier um die Linien 27, 28, 29 und 30. Die anzuschließen, und das ist der Verband der Gemeindearbeiter, dessen Genehmigung zu der gewünschten Schleifenanlage war früher ver- Ortsbureau fich Alte Jafobstr. 145 befindet. sagt worden, weil es wünschenswert erschien, alle Wagen der Linien in das Stadtinnere hineinlaufen zu lassen. Die Deputation be= schloß nunmehr nach längerer Debatte, die Schleifenanlage unter der Bedingung zu gestatten, daß keine Einschränkung des bisherigen Verkehrs durch die Stadt erfolge. Mitbestimmend für diesen geänderten Beschluß war der Wunsch, für Nixdorf beffere Verkehrsjielt gestern ihre erste Sigung nach den Ferien ab. berhältnisse zu schaffen. worden. Wir werden seiner gedenken! Das Anhängen der Kinder an Wagen hat gestern wiederum zu einem schweren Unglücksfall Veranlassung gegeben. Der 9jährige Schüler Frizz Silinski hatte in der Seestraße sich an der Hinterachse eines den genannten Straßenzug passierenden Leiterwagens angeklammert und ließ sich so eine Strecke mitschleifen. In der Nähe der Provinzstraße versuchte der Knabe, von seinem Siz abzuspringen, stürzte hierbei und geriet unter die Räder eines in entgegengesetzter Nichtung fahrenden Arbeitswagens. Der Kutscher desselben hatte von dem Vorfall nichts bemerkt und so ging dent Knaben das linke Hinterrad des schweren Gefährtes über beide Beine hinweg. Der kleine S. erlitt einen doppelten Unterschenkelbruch und wurde nach dem Paul Gerhardt- Stift übergeführt. Entsetzliche Folgen hatte ein Unglücksfall, der sich gestern nach mittag in der Fennstraße ereignete und dem ein junges Menschen leben zum Opfer fallen wird. Die zehnjährige Tochter des Kaufmanns Werner aus der Fennstraße 31 hatte mit anderen Kindern vor dem Elternhause auf der Straße gespielt. Im Eifer des Spiels bemerkte die Kleine nicht das Herannahen eines Geschäftswagens, rannte seitlich gegen das Fuhrwerk und wurde niedergerissen. Die Räder des Gefährts gingen dem Mädchen so unglücklich über den Stopf, daß ein komplizierter Schädelbruch herbeigeführt wurde. Die Augen waren dem bedauernswerten Geschöpf bei dem Unglücksfall vollständig herausgerissen worden. Sterbend wurde die Kleine dem Augusta- Hospital zugeführt. " 1 Beschwerden über Erlangung und Benutzung von Arbeiterwochenfarten gehen uns wieder einige zu, sie sind aber nicht so erheblich, wie die kürzlich von uns veröffentlichte, wo eine Beamtin erklärte: Buchbinder friegen keine Wochenkarte!" Diesmal ist's ein Schlosser, dem am Montag auf dem Bahnhof Wedding eine Arbeiterwochentarte verweigert wurde. Der Schlosser, der mit Kragen und Krawatte erschienen war, verlangte eine Wochenkarte nach Bankow.„ Was für ein Pankow?" frug der Beamte. Bankow- Nordbahn" lautete die Antwort. Weitere Frage des Beamten: Sind Sie denn überhaupt Arbeiter?" Na selbstverständlich, zum Beamten habe ich es Genicstarre. Außer den drei in voriger Woche erkrankten das erste Mal war, daß diese Frage an ihn gestellt Eisenbahnern sind gestern abermals drei Soldaten unter dem noch nicht gebracht", antwortete der Gefragte schlagfertig, da es nicht Berdacht der Genickstarre nach dem Garnisonlazareth in Tempelhof wurde. Als der Arbeiter mun fragte, ob es nicht angängig sei, daß gebracht worden. Die Krankheit stellte sich bei den Leuten auf dem ein Arbeiter mit Kragen und Krawatte nach seiner Arbeitsstelle uebungsplatz an der Militärbahn ein, von wo sie mit dem nächsten fahren kann, wurde ihm der kurze Bescheid, daß er eine Bescheinigung Zuge nach Berlin befördert wurden. Zur Abwendung der Krant- bringen müsse, welche besagt, daß er eben Arbeiter" fei. Es wird heit sind die umfassendsten Vorbereitungen getroffen worden. ihm nun weiter nichts übrig bleiben, als dieser Aufforderung nachzukommen. Sodann ersuchte der Polizeipräsident um Aeußerung, ob dem Tarife für die von der Großen Berliner Straßenbahn ge= Ein schwerer Betriebsunfall hat sich gestern nachmittag auf dem planten fünf Kraftomnibuslinien zugestimmt wird. Grundstück Tempelhoferstr. 18 ereignet. Auf dem dortigen FabrikDie Große Straßenbahn- Gesellschaft hat die Absicht, folgende fünf neubau wird gegenwärtig eine Tampfheizungsanlage hergestellt; Automobil- Omnibuslinien einzurichten: Schöneberg- Hauptstraße bis gestern nachmittag waren mehrere Arbeiter damit beschäftigt, einen " Wenn allen Arbeitern, welche sich mit Kragen und Krawatten zur Arbeit begeben können, diese Bescheinigung abverlangt wird, und, wie es gewöhnlich am Wedding der Fall, nur ein Schalter ge Eine andere Beschwerde richtet sich dagegen, daß einem Arbeiter mit feiner Wochenkarte, die falsch abgestempelt und obendrein von einem Schaffner versehentlich falsch durchlocht wurde, ganz erhebliche Schwierigkeiten bereitet wurden. Von Pontius zu Pilatus wurde er geschickt, um nur seine rechtmäßig gelöste Karte abfahren zu dürfen. Der Arbeiter teilt uns in einem längeren Schreiben seine Scherereien mit, die er gehabt hat, und ersucht, daß jeder Arbeiter auf die korrekte Abstempelung achten möge, damit es andern nicht so gehe wie ihm. Ohne Debatte wurde die Kanalisationsgebühr, welche nach dem Gebäudesteuernußungswerte bemessen wird, auf Antrag des Berichterstatters auf 21% Proz. festgesetzt. Dieser niedrige Sat er gibt sich aus dem hohen Nutzungswert der Anilinfabrik, welcher 71 350 M. beträgt. Die Wassermenge, welche sie in die Kanalisation führt, beträgt mehr als die Hälfte des ganzen Ortes. öffnet ift, muß man sich hauptsächlich des Montags, wo der größte Teil eine Gemeindeboppelschule. Durch die steigende Bevölkerungs- Gewicht gelegt, wofür verschiedene Tatsachen Zeugnis ablegen. der Arbeiterschaft seine Wochenkarten löst, eine halbe Stunde früher zunahme in Baumschulenweg wird sich in kurzer Zeit auch diese als So haben des öfteren die hiesigen Maler in ihren öffentlichen sowie aus den Federn machen. Denn im wahren Sinne des Wortes zu klein erweisen, es sind deshalb vom Gemeindevorsteher Ver- in ihren von der Polizei überwachten Mitgliederversammlungen stehen da die Arbeiter und Arbeiterinnen bis auf die Reinickendorfer- handlungen über den Erwerb eines größeren Grundstücks eingeleitet. Klage darüber geführt, daß die Vorschriften die Bleiweißverordnung Straße und der zweite Schalter ruht im tiefen Frieden. Die Gemeindevertretung stimmt dem zu. betreffend von den Arbeitgebern nicht beachtet würden. In einer öffentlichen Versammlung wurden sogar die Namen der be= treffenden Arbeitgeber genannt und dem überwachenden Polizeibeamten übergeben mit der Motivierung, seiner vorgesetzten Behörde hiervon Mitteilung zu machen. Das einzige Ergebnis war, daß eine einzige Revision stattfand, daß es aber nach der Revision genau so aussah wie vorher. Der revidierende Kommissar soll Eine Polizeiverordnung, welche besagt, daß zur Spülung an sogar dem Meister gesagt haben, wenn er fein Bleiweiß verarbeite, Klosetts nur Wasserfästen angebracht werden dürfen, wurde auf brauche er auch nicht die geforderten Einrichtungen zu schaffen. Grund einer Petition des Grundbesitzervereins aufgehoben mit der Der Kommissar hatte aber fein Bleiweiß gesehen, obwohl ein Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahn- Bestimmung, daß Rohrunterbrecher genügen. Die bei Regenwetter aufgemachtes Faß von 6 Zentnern in der Werkstatt stand, ganz abwagen und einem Automobil fand gestern nachmittag auf dem vorhandenen Ueberschwemmungen verursachen der Gemeinde durch gesehen von den vielen bleihaltigen Farben, die vorhanden waren. Auguste Viktoriaplay statt. Der Direktor der Tivolibrauerei in das Fortschaffen des Wassers bedeutende Kosten; nach längerer Bei anderen Meistern geschah gar nichts. Diese antworteten Bremen, Julius Alvares, der sich gegenwärtig geschäftlich in Berlin Debatte hierüber wurde dem Bauamte die Beschleunigung des Ent- höchstens den in dieser Sache vorstellig werdenden Gesellen in recht aufhielt, fuhr gestern in dem Droschtenautomobil Nr. 9852 den Kur- wurfes zur Regenwasserkanalisation empfohlen. Wenig Entgegen höhnischer Weise, und in den Sihungen der Innung, zu denen der fürstendamm hinunter, und als der Kraftwagen nach dem Auguste kommen zeigt die Gesellschaft der Siemens- Bahn, die die auf den Gehülfenausschuß geladen war, machte man cs nicht besser. Viktoriaplay einbog, stieß er mit einem entgegenkommenden Schienen sich sammelnden Wassermengen auf den Damm schüttet und Schließlich wandten sich die Arbeiter beschwerdeführend an den Straßenbahnwagen der Linie 93 zusammen. Das Automobil wurde der Gemeinde alles weitere überläßt. Hiergegen sollen Schritte Regierungspräsidenten. Darauf wurden wohl einige Arbeitstotal zertrümmert und Direktor A. erlitt durch umherfliegende Glas- unternommen werden. Der Schlammweg Elsenstraße genannt, stellen revidiert und die Unternehmer veranlaßt, der Bleiweißsplitter im ganzen Gesicht schwere Schnittwunden. Der Chauffeur in welcher Berlin die Unterhaltung hat, spottet bei najiem Wetter verordnung nachzukommen, aber diese Revisionen erstreckten sich wurde auf die Straße geschleudert und zog sich Quetschungen zu. jeder Beschreibung. Genosse Gramenz brachte diesen Zustand zur nur auf solche Geschäfte, die von Konkurrenten bei der Polizei Auf der Unfallstation am Zoologischen Garten erhielten die beiden Sprache und beantragte, Berlin zu veranlassen, wenigstens denunziert worden waren. Notwendig ist es, daß sämtliche Verunglückten die erste Hülfe. eine Kiesschüttung vorzunehmen. Der Gemeindevorsteher ver- Malergeschäfte einer eingehenden Kontrolle unterzogen werden Die Parteitagsliste 5024 aus dem fünften Kreis ist verloren ge- insicht etwas langsam sei, denn schon im Frühjahre sei eine verurteilen ist es auch, daß bei Schluß des Arbeitsverhältnisses sprach dem nachzukommen, bemerkte jedoch, daß Berlin in dieser hinsichtlich der Durchführung der Arbeiterschutzvorschriften. Zu gangen, gezeichnet waren darauf 5,- bis 5,50 M. Bitte dieselbe abzugeben an Fahrensohn, Marienburgerstr. 30, oder an den juristische und eine technische Person nach Treptow gekommen, um 25 Pf. abgezogen werden für das Bleiweißmerkblatt. Raffierer Karl Kirste, NO 43, Reibelstr. 9a. sich davon zu informen, weiter sei noch nichts geschen. Ueber die Uns will scheinen, als ob hier der Polizei Aufgaben übertragen tannt war, interpellierte Genosse Gramenz. Der Gemeindevorstand mit der Ueberwachung von Arbeiterversammlungen, wie der Ar11/ 2jährige Tätigkeit der Schulärzte, wovon bisher noch nichts be- worden sind, denen sie nicht gewachsen ist, andererseits hat sie auch bestätigte nur den Empfang der Verichte und glaubte mit der beiterbewegung überhaupt soviel zu tun, daß sie zu solcher gemeinWeitergabe an die Regierung seiner Pflicht genügt zu haben. Ihm nüßigen Tätigkeit feine Zeit übrig hat. Das beste wäre schon, wenn wurde aber erwidert, daß vor allen Dingen die Vertretung Kenntnis für die Durchführung dieser Arbeiterschutzvorschriften Kon= davon erhalten müsse. Diesem wird nachgekommen werden und sollen trolleure aus den Kreisen der Arbeiter entdie Berichte bei den Gemeindeverordneten zirkulieren. nommen würden, dann kann man sicher sein, daß die Vorschriften Brit. auch erfüllt werden. Potsdam. Gerichts- Zeitung. Beschlagnahmung eines unverstenerten Zigarettenlagers. Zur Warnung sollte allen Zigarettenhändlern ein Vorfall dienen, der uns aus Rigdorf gemeldet wird. Ein dort wohnhafter Vertreter einer ausländischen Zigarettenfabrik unterhielt in seiner Wohnung ein großes Lager von Zigaretten, hatte dieselben bisher aber nicht versteuert, da er in dem Glauben war, daß nur solche Zigaretten steuerpflichtig seien, die nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes eingeführt werden. Durch einen Zufall hatte die Behörde von dem unversteuerten Zigarettenlager Kenntnis erhalten und so erschienen dieser Tage eine Anzahl Steuerbeamte, um das gesamte Lager zu lung das Andenken des verstorbenen Genossen Weniger. Durch Aus der Gemeindevertretung. Zunächst ehrte die Versammbeschlagnahmen. Vergeblich protestierte der Vertreter gegen diese die Kassenrevision wurde festgestellt, daß die Einnahme Ende versammlung im Restaurant La de nthin statt. Am heutigen Mittwoch findet abends 81 Uhr eine BoltsMaßnahme; nachdem auch Polizeibeamte hinzugezogen waren, mußte August 960 530.betrugen, denen eine Ausgabe von 499 018 M. ordnung: Arbeiterbildung. Tageser den ganzen Zigarettenbestand herausgeben. Referent: Genosse Georg gegenübersteht. Für den Erweiterungsbau der Gemeindeschule Bernhard Charlottenburg. Alle Bildungsfreunde sind hierzu Zeugen gesucht. Passanten, die in der Nacht tom Sonnabend find 140 000 m. verausgabt worden, hinzukommen noch 45 000 22. freundlichst eingeladen. Der Vorstand der Arbeiterbildungsschule für zum Sonntag an der Kreuzung Biesenthaler- und Wriezenerstraße für die Turnhalle und einige Nebenausgaben, so daß die Gesamt- Potsdam und Ümgegend. gesehen haben, wie der Arbeiter Reichfert überfallen und miß- ausgaben 190 000 m. betragen. Zur Regelung der Rudowerstraße, handelt wurde, werden gebeten, ihre Adresse bei Obigem, Stettiner- zwischen Teltowkanal und Buschkrug, hat die Kommission beschlossen, straße 12, abzugeben. den Fahrdamm 15 Meter breit anzulegen, und zwar derart, daß Arbeitervertreter- Verein. Am Donnerstag abend hält Herr die Geleise der Straßenbahn höher liegen sollen. Neben kleinen Dr. Leibholz im Gewerkschaftshause einen Vortrag über„ Trau- Einwendungen wurde der Regulierung der Rudowerstraße zumatische Neurose". gestimmt. Gleichfalls zugestimmt wurde der Errichtung eines sich unser verantwortlicher Redakteur Genosse Weber gestern vor Wegen Beleidigung eines oberschlesischen Polizeibeamten hatte Wie die Rechtsprechung beim Reichsversicherungsamt und bei Brunnens zum Tränken der Tiere. Auch soll für eine bessere Gericht zu verantworten. Beleidigt fühlt sich der Kriminalbeamte den Schiedsgerichten zeigt, ist die traumatische Neurofe eine häufige Beleuchtung Sorge getragen werden. Beschlossen wurde die Er- Wenzlawiat aus Bogutschütz- Zawodzie, einem Nachbarorte von Foige ven Unfallverletzungen. Es ist daher für die Beisitzer der richtung eines Stotterheilkurfus, an welchem etiva 20 Kinder teil- Stattowiz. beiden Körperschaften äußerst wichtig, sich hierüber gute Kenntnisse nehmen sollen. Dem Ansuchen, für bauliche Veränderungen im zu verschaffen. Pfarrhause die Hälfte der 4200 M. betragenden Kosten tragen zu leberschrift Oberschlesische Polizeizustände" einen Artikel gebracht, In der Nr. 88 vom 15. April d. J. Hatten wir unter der Gäste sind willkommen. Der Vorstand. helfen, traten unsere Genossen und ein Teil der bürgerlichen Ver- der sich in der Hauptsache mit Verfehlungen des Amts- und Getreter entgegen und vertraten den Standpunkt, überhaupt nichts meindevorstehers Hintner in Bogutschüß- Bawodzie befaßte. Es zu bewilligen. Der Gemeindevorsteher meinte, selbst wenn alle wurde in dem Artikel mitgeteilt, daß dieser Amts- und GemeindeGemeindevertreter dagegen stimmen, müßte die Gemeinde doch vorsteher auf Grund eines Gemeindebeschlusses gegen eine Abzahlen; die Landgemeinde- Ordnung schreibe vor, daß der Patron das Material zu liefern und die politische Gemeinde die Ausführungskosten zu tragen habe. Es werde demnach auch die nicht unbeträchtliche Anzahl der Dissidenten gezwungen, für eine Institution Opfer zu bringen, mit der sie innerlich schon längst gebrochen haben. Marienfelde. Vorort- Nachrichten. Friedrichsfelde. zu Aus der Gemeindevertretung. Der Bebauungsplan für das im Ortsteil Karlshorst gelegene Terrain lag zur Genehmigung vor. Derselbe Plan stand schon in einer früheren Sigung zur Beratung, wurde aber an die Wegebankommission verwiesen, weil öffentliche Bläge nicht genügend vorgesehen waren. Die Wegebankommission schlug nun der Gemeindevertretung vor, von der Gesellschaft an Stelle der fleinen Plätzchen, einen Ein schwerer Betriebsunfall creignete sich vor einigen Tagen im zusammenhängenden Block von zirka sieben Morgen für öffentliche Zwecke Daimlerwerk. Dortselbst wollte der in Lichtenrade wohnhafte Arverlangen. Alle Redner, mit Ausnahme des Gemeindevorstehers, beiter Carl Schulz mit dem rechten Fuß ein Stück Eisen vom Ambos sprachen sich für den Vorschlag der Wegebaufommission aus. Diese schieben, als in demselben Augenblick das Ventil des etwa 20 Zentner Parteinahme des Gemeindevorstehers zugunsten einer Privatgesell- schweren Dampfhammers sich löste und der Hammer dem Aermisten schaft wurde durch den Genossen Pinseler gleich festgenagelt. Der auf den rechten Fuß herabsauste. Der Fuß wurde vollständig zerVorschlag der Kommission wurde zum Beschluß erhoben und der schmettert. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verunglückte Bebauungsplan in dieser Form genehmigt. Die Stellungnahme nach dem Krankenhaus geschafft. des Gemeindevorstehers berührt eigentümlich. Erst fürzlich als der Bankow. Bebauungsplan für das Terrain des Schaffhausener Bankvereins ge nehmigt werden sollte, erklärte er: Es würden der Gesellschaft Die Wahlen zum Gewerbegericht finden am 12. November statt. durch die geforderte Tieferlegung unerschwingliche Lasten auferlegt, zu wählen find brei Arbeitgeber und drei Arbeitnehmer. Wahlsodaß das ganze Geschäft unrentabel würde. Diese Erklärung lieg berechtigt ist, wer das 25. Lebensjahr am Tage der Wahl vollendet den Gemeindevorsteher geradezu als Freund und Gönner der Grund- hat und im Bezirk des Gewerbegerichts Wohnung oder Beschäftigung stücksspekulation erscheinen. Den größten Teil der Sizung nahm hat. Die Wählerlisten liegen aus im Rathause, Zimmer 35, von die Abänderung des Gasvertrages mit der Imperial- Continental 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und zwar nur bis zum Gas- Assoziation ein. Wie wir schon früher berichteten, läuft der 29. September einschließlich. Es werden insbesondere die Vertrauensjetzige Bertrag noch bis 1912. Der Gemeindevorsteher versucht nun leute der Werkstätten aufgefordert, für das Eintragen ihrer Kollegen mit allen Mitteln, den Vertrag um 50 Jahre zu verlängern; diese in die Wählerlisten Sorge zu tragen. Wer nicht in der WählerVertragsverlängerung wurde vor kurzem von der Gemeinde- liste steht, darf nicht wählen. vertretung abgelehnt. Unsere Genossen wandten sich damals mit Der Vorstand des Wahlvereins. aller Entschiedenheit gegen eine erneute Auslieferung von öffent- Tegel. lichen Anlagen an Privatgesellschaften. Man gewinnt den schule der Gemeinde kommt. Spandau. = findung von 5000 m. seinen Posten aufgegeben hat. Der Grund, daß dieser Amtsvorsteher auf so eigenartige Weise seinen Posten verließ, lag darin, daß in einer Gerichtsverhandlung verschiedene Fälle groben Amismißbrauches aufgedeckt worden waren, die sich Herr Hingner hatte zu schulden kommen lassen, und die auch ein Disziplinarverfahren gegen den Amtsvorsteher zur Folge hatten, in dem noch weitere schwere Verfehlungen desselben zur Sprache famen. Nebenher war in unserem Artikel auch die Rede von dem Polizeibeamten Wenzlawiak. Es wurde gesagt, dieser Beamte, die rechte Hand des gegangenen Amtsvorstehers, gehe ebenso wie dieser mit Beleidigungsflagen gegen Personen vor, durch die er sich fühle. So habe er einen Steffelwärter wegen Beleidigung verklagt, vor dem Schöffengericht sei jedoch festgestellt worden, daß Wenzlawiak der Verwaltung des Krankenhauses, wo der Kesselwärter provisorisch angestellt war, Angaben machte, auf Grund deren der Kesselivärter seine Stellung aufgeben mußte. Ferner sagte der Artikel, in einem anderen von Wenglawiat angestrengten Mädchen gegenüber, welches er amtlich zu vernehmen hatte, nicht Beleidigungsprozeß sei festgestellt worden, daß derselbe sich einem forreft verhalten habe. Troh alledem sei Herr Wenzlawiak noch im Amte. erleşt 2. Straffammer des Landgerichts I unter dem Vorsitz des LandDie Verhandlung gegen Weber fand am Dienstag vor der gerichtsdirektors Quast statt. Die Anflage ist aus§ 185 des Strafgesetzbuches erhoben, die Staatsanwaltschaft steht also, wie auch der Erste Staatsanwalt Steinbrecht in der Verhandlung fagte, auf dem Standpunkt, daß der Artikel nicht unwahre Tatsachen behauptet, sondern daß nur durch einen gewissen höhnischen Ton, sowie durch einzelne Ausdrücke der Polizeibeamte Wenzlawiat in seiner Würde und Ehre als Beamter getränkt ist. Auf Anschein, als ob der Gesellschaft die Vertragsverlängerung bildungsschule hat die Regierung 1880 M. geivährt. Der Kreis Mädchen, mit dem er sich vergangen haben soll, als Zeugen geladen. Gemeindevertretersitzung. Als Beihülfe zur Gemeinde- Fort- Betreiben der Staatsanwaltschaft waren Wenglawiak und das auf dem Präsentierteller entgegengebracht werden soll. In der Debatte traten für Vertragsverlängerung nur der Gemeinde- iederbarnim gab 300 M. Zuschuß zu den Anschaffungskosten der Außer auf die Vernehmung dieser beiden erstreckte sich die Beweisvorsteher Löchert sowie der Schöffe Reschke ein, während Einrichtung. Da sowohl Reinickendorf wie Wittenau mit dem Ge- erhebung, die vier Stunden in Anspruch nahm, auch auf die Feststellung dessen, was in den beiden erwähnten Beleidigungsprozessen die übrigen Redner zahlenmäßig nachwiesen, welchen immenſen Offerten der in Frage tommenden Firmen seitens Tegels eingeholt über das Verhalten des Wenzlawiat im Falle des effelwärters Vorteil die Gemeinde habe, wenn sie die Gaserzeugung worden. Diese lagen jetzt vor. Als Grundlage der Kalkulation ergab, daß alles, was im Falle des Nesselwärters über Wenzlawiat in eigene Regie übernehme. Die Beweisaufnahme Troydem diese Zahlen durch diente meist der für die Stadt Berlin bestehende Vertrag. Im in unserem Artikel gesagt ist, durchaus dem Urteil des Kattowißer ist. gedruckte Etats anderer Gemeinden mit eigenen Gasanstalten belegt wurden, wurde doch die Richtigkeit derfelben durch den Ge- Prinzip erflärte sich die Gemeindeverivaltung mit der Asphaltierung in unserem Artikel gesagt ist, durchaus dem Urteil des Kattowißer belegt wurden, wurde doch die Richtigkeit derfelben durch den Ge- von Straßen in der Nähe von Schulen und Kirchen einverstanden. Schöffengerichts entspricht, welches noch erheblich schärfer, als es meindevorsteher und seinem Anhang bestritten. Ein Kompromiß- Ein bestimmter Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt. Dieser wurde in dem Artikel zum Ausdruck kommt, über Wenzlawiak geurteilt antrag, die Nachprüfung dieser Berechnungen einer demnächst au vertagt, bis Gewißheit vorhanden ist, wohin die zu erbauende Real- fällte, ist allerdings erheblich günstiger für Wenzlawiat ausgefallen. zu hat. Das Urteil, welches die Berufungsinstanz in dieser Sache wählenden Kommission zu übertragen, wurde angenommen. Treptow- Baumschulenweg. Dies Urteil ist jedoch durch die Bresse nicht bekannt geworden, Die Gemeindevertretung nahm in ihrer letzten Sigung Kenntnis während das Schöffengerichtsurteil in der Rattorizer Zeitung" von einem Schreiben der Regierung, wonach die Abnahme der Mit der Entlassung des Vorstandes des„ Vereins der König- veröffentlicht wurde, von da den Weg in andere Zeitungen fand Kanalisation erfolgt und die Einrichtungen für die Arbeiter in der lichen Institute" beschäftigte sich am vergangenen Sonnabend eine und auch zu unserem Artikel die Grundlage abgab. Nach der Bumpstation als modern und mustergültig bezeichnet werden. wies nochmals auf die Gründe hin, die die Direktion zum Gegen- Strafkammer steht immerhin so viel feft, daß Wenglawiak aus den öffentliche Versammlung. Der frühere Vorsitzende, Herr Weber, Beweisaufnahme in dem gegenwärtigen Prozeß vor der Berliner In die Voreinschätzungskommission zur Staatseinkommensteuer wurde stand seiner Entlassung gemacht habe. Die Unterstellung, er habe Aften der Staatsanwaltschaft, die ihm gerade vorlagen, Mitunter anderen auch Genoffe Gramenz gewählt. Ohne wesentliche von Herrn Dr. Karl Liebknecht 3000 m. erhalten, um den Verein teilungen über Vorstrafen des Nesselwärters an den KrankenhausDebatte wurde der Bericht über die Etatsüberschreitungen entgegen ins sozialdemokratische Fahrwasser zu bringen, wies er mit aller verwalter gemacht hat, ja, daß schon am Tage vorher ein junger genommen und die Prüfung dem Rechnungsausschuß überwiesen. Schärfe zurück. Auf die an die Feldzeugmeisterei gerichteten Bitt- Mann von 16 Jahren, der als Gehülfe auf dem Amtsbureau beFür die, für ein ausscheidendes Mitglied erforderliche Ersatz gesuche habe er zur Antwort erhalten, daß die Kündigung zu Recht schäftigt war, derartige Mitteilungen an die Krankenhauswahl wurde von uns Genosse Karow in Vorschlag gebracht mit der Begründung, daß die übergroße Mehrheit der Be- erfolgt sei, da er durch sein Verhalten im Vorstand oder als Mit- verwaltung gelangen ließ, auf Grund deren der Kesselwärter ge= völkerung an diesen Rechnungslegungen auch interessiert sei. glied des Vereins namentlich in der Versammlung am 27. Juni fündigt wurde. In dem anderen Falle, der den Umgang mit dem Mädchen Der Vorschlag fand jedoch nicht den Beifall der bürgerlichen Ber- an das mit lebhaftem Beifall aufgenommene Referat anschließenden betrifft, bestreitet Wenzlawiat, daß er sich etwas Derartiges habe sozialdemokratischen Bestrebungen Vorschub geleistet habe. In der treter; gewählt wurde ein Gemeindevorstandsmitglied. Die wesent- Diskussion sprach als erster Nedner Dr. Karl Liebknecht, der seinem zuschulden kommen lassen. Auch das als Zeugin vernommene lichsten Ueberschreitungen sehen sich wie folgt zusammen: Grund- Bedauern darüber Ausdruck gab, daß durch seine Mitschuld vier Mädchen konnte in dieser Hinsicht nichts Belastendes bekunden. Es eigentum 8000 M, Schulverwaltung 5445 W., Feuerwehr 8000 M., Familienväter außer Lohn und Brot gekommen seien. Des wurde in dieser Hinsicht festgestellt, daß das Kattowißer SchöffenStraßenverwaltung 7515 M. usw. Andererseits sind auch Mehreinnahmen zu verzeichnen, worunter 22 000 M. Gemeindeeinkommen weiteren rief er die Vorgänge der damaligen Bersammlung noch gericht einen Mann freigesprochen hat, der angeklagt war, den steuer, 9000 M. Gewerbesteuer, 35 000 m. Umsatzsteuer, 4000 m. mals in Erinnerung und meinte, daß hier nur von einer falschen Wenzlawiak dadurch beleidigt zu haben, daß er ihm vorwarf, er Biersteuer, 1500 M. Polizeistrafen usw. vorhanden sind. Es verbleibt Denunziation die Rede sein könne. Die Arbeiterinteressen werden habe das betreffende Mädchen abends an einen bestimmten Ort ein Ueberschuß von etwas mehr als 17 000 M. Zur Polizeiftrafe Herrn Pauli. Wenn dem so wäre, hätte man nicht Ursache, Sozial- auch die Tatsache eines solchen Verkehrs nicht erwiesen werdert auch nicht vom Neuen Wahlverein vertreten, ebensowenig von bestellt, um mit demselben unzüchtigen Verkehr zu treiben. Wenn bemerkte der Gemeindevorsteher, daß er als Amtsvorsteher an der demokraten in ihren Versammlungen das Wort vorzuenthalten. konnte, jo nahm das Kattowißer Schöffengericht doch an, daß der Mehreinnahme unschuldig fei. Einem vom Gemeideverordneten Gramenz Es sei der Gipfel der Feigheit, wenn man selbst die Hinaus- angebliche Beleidiger den Umständen nach habe annehmen können, ( Soz.) gestellten Antrag, die Etatsüberschreitungen den Vertretern gedruckt vorzulegen, soll entsprochen werden, wenn die Prüfungen geworfenen nicht sprechen lasse. Durch derartige Maßnamen fönne Wenglawiat habe einen derartigen Verkehr beabsichtigt. erfolgt sind. Der Erste Staatsanwalt plaidierte auf Bestrafung aus§ 185, nur die Sozialdemokratie profitieren. Die nachfolgenden Disder Artikel lasse die Absicht der Beleidigung erkennen. An sich Die Kosten für das von Berlin erivorbene Grundstück zur Er- fussionsredner sprachen im Sinne des Referats. stehe er, der Staatsanwalt, auf dem Standpunkt, daß solche Beweiterung des Schulhauses in der Kiefholzstraße wurden bewilligt Der Durchführung der Arbeiterschutzvorschriften werden nicht leidigung eines Beamten mit einer Gefängnisstrafe gefühnt werden und betragen 15 M. pro Quadratmeter; vor einigen Jahren kostete nur von den Unternehmern große Schwierigkeiten in den Weg ge- müsse, aber da der Angeklagte noch nicht vorbestraft sei, die Ander Quadratmeter nur 3 M. Der Bau soll zum April seiner Be- legt, auch von der Polizei, die mit der Kontrolle beauftragt ist, gaben des Artikels sich auch zum Teil mit dem Urteil erster Instanz stimmung übergeben werden und bildet dann mit der alten Schule I wird auf die Innehaltung dieser Vorschriften so gut wie gar kein decken, beantrage er eine Geldstrafe von 100 M Nach eineinhalbstündiger Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, der Angeklagte sei zu einer Geldstrafe von 30 M. verurteilt und dem Kriminalbeamten Benzlawiak die Befugnis zugesprochen, das Urteil im Vorwärts" und im Kattotiger Kreisblatt" auf Kosten des Angeklagten bekannt machen zu laffen. Die Verurteilung sei erfolgt aus§ 185, der höhnische Ton des Artikels lasse auf die Absicht der Beleidigung schließen. Strebje, per Schod, große 14,50-17,50, mittel 0,00, fleine 0,00, uns. 8,50. Der Verteidiger Rechtsanwalt Rosenfeld beantragte Frei-| größte Aufsehen erregt, gewinnt auch für Berlin tit 1,25-2,30, alte per Stüd 0,00. Hamburger, junge per Stüd 3,00. Gänse, sprechung. Der Artikel stelle in der Hauptsache unter Heranziehung Interesse, da der Direktor eines Berliner Vergnügungsetablissements Ia per Bjund 0,55-0,65, IIa 0,47-0,54, Hamburger, junge 0,63, der Handlungen des Amtsvorstehers Hintner eine Kennzeichnung mit seinem Sekretär in die Affäre verwickelt zu sein schein Ia per Stid 3,00-4,00, IIa 2,00-2,90. Boulets per Stück 1,35--1,55, der oberschlesischen Polizeizustände dar. Was von Wenzlawiat be- Der Direktor S. fam erst jüngst mit feinem Sekretär nach Berlin, do. Ilcin 0,51-0,90. Hechte per 100 jb. 82-100. 3ander 138. hauptet werde, sei doch, wenn man sich auf die unter dem un- nachdem er sechs Jahre lang in Graz dem dortigen Orpheum als 74-82, flein mittel 00-00, unfortiert 00,00. Alland 68-72. Schleie 114. Bleie 0,00. Aale, groß 79-85, mittel Blöten, matt 00,00. mittelbaren Eindruck der Tatsachen gefällten Urteile des Katto- Direitor vorgestanden hatte. Ju Graz selbst wurden in dieser Starpfen, 30er 0,00, 55er Galizier 71-81, 50er Lausiber 00-00, viber Schöffengerichts stütze, durchaus zutreffend, und die Be- schmuzigen Geschichte bisher neunzehn Verhaftungen vor- 45er Schlesische 00-00. Barfe, matt 00-00, tlein 00-00. Starauschen 00-00. zeichnungen, die der Artikel auf Grund dieser Urteile auf den genommen. Weitere stehen bevor. An der Spitze des Vereins, der do. Klein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 49-65, matt 0,00. Amerikanischer Beamten anwandte, seien nicht beleidigend. regelrecht nach Statuten geleitet wurde und über große Barmittel 2achs Ia neuer per 100 fb. 110-130, do. Ila neiter 90-100, verfügt haben soll, stand ein dreißigjähriger Engroshändler do. Ila neuter 75. Sprotten, Stieler, Wall 0,75-1,50, Danziger, Wall B. jun. Unter denen, die bereits im Grazer Landesgerichte hinter 0,70-0,00. Flundern, pommersche la, per Schock 9,00, do. pommersche Schloß und Riegel sigen, ist eine ganze Anzahl von Leuten, die im 2-3, do. Klein per Kiste, 0,00. Büdlinge, per Wall Stieler 3-3,50, IIa 2-4, Kieler, Stiege Ia 4-6, mittel ber gesellschaftlichen Leben von Graz bisher eine Rolle gespielt hatten. Stralsunder 2,50-4. Qale, groß per Bfd. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,00, Zwei der Verhafteten, die Herren Freund und Zarsel, hatten im ver- flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Kiste 3,00, flossenen Frühjahr im Grazer Stadtparke wegen eines Mädchens ein do 4 Kifte 2. Stabliau, per 100 Pfd. 20-30. Heilbutt 25. Sardellen. 1902er Renkonter mit dem Artillerieleutnant v. Liebe; dieser wurde während per unter 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Vollheringe Der wüste Erzeß, dem der Schankwirt Mar Brosy in Plöhen- eines Promenadenkonzerts im Stadtparke von den beiden ge- 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. fee in der Nacht zum 26. März zum Opfer gefallen ist, sollte in der nannten derart provoziert, daß er sich veranlaßt sah, seinen Seringe, neue Watjes, ver To. 60-120. Summern, II., per Bfd. 0,00-0,00. heutigen Sitzung des Schurgerichts am Landgericht II zur Ver- Säbel zu ziehen und gegen die beiden vorzugehen; das Publikum Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land, per Schock 4,25-5,00. Butter handlung kommen. Angeklagt sind die Kutscher Emil Grabow 3 fi, ergriff aber die Partei der Herren Freund und Barsel und verfolgte per 100 fo. Ia 124--126, Ila 118-120, IIIa 112-116, abfallende 95-110. Walter Hampel, Hans Hampel, Richard Krüger und den Offizier, der sich den Insulten der Menge nur durch die Flucht Sauve Gurken Schock 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln 100 fund Die Entdeckung der ganzen ver magnum bonum 2-2,25, Dabersche 2-2,25, Wilhelm Silber, denen Rechtsanwalt dermann, die Re- in ein Kaffeehaus entziehen konnte. Nosen 1,50-1,75, neue runde 1,75-2,00, Salatkartoffeln 4-5. ferendare Sternberg, Manthey, v. Mosch und Rechts, Standalgeschichte, die sogar zur Verhaftung minderjähriger Gymnafial Spinat per 100 ẞid. 5,00-10,00. Karotten per Schodbund 2,00-3,00. anwalt Dr. Schwindt als Verteidiger zur Seite stehen. Gra- schüler führte, erregt nicht nur im Hinblick auf die soziale Stellung Sellerie, hiesige, per Schock 1,50-6,00. do. pommeriche 5-5,50. Zwiebeln bowski ist der wiederholten vorsätzlichen Körperverletzung mittels der Beteiligten so großes Aufsehen, sondern auch schon deshalb, weil große, per 100 Bid. 3,00-4,50. do. Teine 2,75-3,00. do. hiesige( Perl-) eines Messers und in einem Falle mit Todeserfolg beschuldigt, die sich herausstellte, daß diese weitverzweigte Gesellschaft schon seit 30-50. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schockbd. 1,25. Stohlrabi per übrigen Angeklagten haben sich wegen Beteiligung an einer vielen Monaten ihr Unwesen ungestört treiben konnte, und das Schock 0,75-1,00. Settig, bayr., pr. Schod 2,40-4,80. Radieschen per Schlägerei, bei der ein Mensch ums Leben gekommen, zu verant- alles überdies noch im Zentrum der Stadt. In dem großen Restaurant Schod- Bd. 0,60-0,80. Salat, pr. Schock 1,50-1,75. Bohnen, grüne, Wachsbohnen 8-15. Schoten per 100 Pfund worten. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsrat He II- 3um Königstiger" hatte jener Bund feine Residenz aufgeschlagen. per 100 Pfund 6-12. wig, die Anklage vertritt Staatsanwaltschaftsrat Schmidt. Unter dem Titel einer Schönheitskonkurrenz wurden in dem schönen 00-00. Pfefferlinge pr. 100 Pid. 10-12. Mohrrüben pr. 100 Pfd. 2-3. Unter den vorgeladenen 15 Zeugen befinden sich die Witwe und der Garten dieses Restaurants Festlichkeiten abgehalten, die dann als Teltower Rüben p. 100 Bid. 8-12. Blumenkohl p. Mandel 1,50-2,50. do. Erfurter, Kopf 0,20-0,30. Wirsingkohl ver Schock 4,00-7,00. Rotkohl Sohn des Erschlagenen. Ale Sachverständige sind Gefängnisarzt Orgien hinter verschlossenen Türen ihren Abschluß fanden. Auch pr. Schock 3,00-7,00. Weißtohl pr. Schod 2,00-5,00. Rosenkohl pr. 100 Pid. Dr. Marx und Dr. med. Koebrich anwesend. Der Haupt- die prachtvollen Anlagen des Schloßberges waren der Schauplatz 30-35. Steinpilze p. 100 Bfd. 0,00. Gurken, Zerbster, Schock 0,00. angeklagte Grabowski sitzt noch in Untersuchungshaft, die übrigen mancher Vereinsszenen. Was den Berliner Direktor und dessen do. Einlege, Schock 1,50-1,75, do. Rothenburger 1,50-2,00, do. Liegniter 0,00. Angeklagten sind nach mehrmonatiger Haft auf freien Fuß gesetzt Sekretär anlangt, so find beide, wie wir hören, deutsche Staats- do. Einlege( Senj-) 8-18. Kohlrüben, Schock 3-4,00. Tomaten, hiesige worden, der Angeklagte Silber erst gegen Stellung einer Kaution angehörige. Da Reichsangehörige, die im Auslande strafbare Hand- 100 Pid. 8-10. Kürbis 2. Birnen, ital. per 100 Bfd. 0,00, hiesige 3-20, Tiroler von 5000 Mart. Der Hauptbelastungszeuge gegen Silber ist der lungen begehen, im Inlande nur in besonderen Fällen unter An- 20-35, böhmische 3-16, Rettig- 0,00. Aepfel, ungar., per 100 Pid. 0,00, ital. Kellner Brüske, der bei dem unter Anklage stehenden Erzez gleich- flage gestellt werden, erscheint es noch fraglich, ob die hiesige 10-15, hiesige 7-15, Gravensteiner 12-18, Tiroler 15-30. Breißelbeeren falls Verlegungen davongetragen hat. Er fehlt beim Zeugenaufruf Staatsanwaltschaft überhaupt gegen die Angeschuldigten einschreiten 0,00, schwedische 18-25. Wallnüsse per Schock 1,00-1,50. Pflaumen, üal. und es wird festgestellt, daß er sich in der städtischen Anstalt Wuhlgarten befindet. Der Staatsanwalt erklärt, ohne weiteres auf diesen Augenzeugen des ganzen Vorfalles nicht verzichten zu können, während Rechtsanwalt Dr. Schwindt beantragt, auf jeden Fall ohne diesen Zeugen zu verhandeln, da dessen Bekundungen doch kein großer Wert beizulegen sei und er auch nicht mehr aussagen fönne als andere an Gerichtsstelle befindliche Zeugen. Nach längerer Beratung beschloß der Gerichtshof, da eine Verhandlung ohne den Zeugen Brüste feinen Zwed habe, telephonisch in Wuhlgarten anzufragen, ob dieser Zeuge rechtzeitig zum Termin herangeschafft werden könnte. Die Versuche, telephonische Verbindung mit Wuhlgarten zu erlangen, blieben erfolglos, auch nachdem die Vermittelung des Magistrats angerufen worden war. Der Staatsanwalt erklärte nochmals, daß er auf den Zeugen nicht verzichten fönne, solange nicht festgestellt sei, ob er wirklich geistestrant sei oder wie von einer Zeugin behauptet werde simuliere. Der Gerichtshof beschloß hiernach die Verhandlung zu vertagen. aber Vermischtes. Ueber eine Standalaffäre aus der steierischen Hauptstadt wird sem Berliner Tageblatt" aus Graz geschrieben: In der Hauptstadt der schönen grünen Steiermark deckte vor einigen Tagen die Polizei einen Geheimbund zu unfittlichen Zwecken" auf. Die Standal affäre, die in den weitesten Kreisen der Grazer Bevölkerung das " Zentralverhand der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin!. Hierdurch diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Hermann Gensch Mülltutscher verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 71/18 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen und Kolleginnen zur Nachricht, daß unser Mitglied, Die Arbeiterin Auguste Grimm im Alter von 17 Jahren verstorben ist. am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmauskirchhofs, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 153/6 Die Ortsverwaltung Spar- u. Kreditverein Solidaria". Hiermit die Nachricht, daß das Mitglied Ernst Werschke, Gastwirt, Weißensee, verschieden ist. Beerdigung heute nachmittag 5 ihr von der Halle des Friedhofs der Freieligiösen Gemeinde, Bappel- Allee. 1539b Sage J. A.: Ferger. Danksagung. hiermit allen Verwandten tebst Bekannten, insbesondere dem Berbande der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands und den Arbeitern der Siemens- Schudert- Werte am Ronnendamm meinen Dank für die rege Be teiligung und die Strangspenden bei der Beerdigung meines Mannes. Die trauernden Hinterbliebenen: Sozialdemokratischer Wahlvorein für den Bezirk Weißensee. Am Sonnabend, den 22. September, verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Mitglied, der Schankwirt Ernst Werschke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 26. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhojes, Bappel- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 18/12 Der Borstand. Zentral- Kranken- und SterbeKasse der Tischler u. anderer gewerblicher Arbeiter. Verwaltungsstelle Beißensee. Am Sonnabend, den 22. September, verstarb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied Ernst Werschke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 26. Ceptember, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes in Berlin, Pappel- Allee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 184/17 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen. ( E. H. 86) Hamburg. Verwaltung B. Am 23. d. M. starb unser Mitglied, der Drechsler Max Ruprecht. ani Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. d. M., nachmittags 4%, 1hr, auf dem ThomasSeirchhofe, Hermannstraße, statt. 269/1 Die Ortsverwaltung. öbel M wird." Rassen- Fanatismus. Der Rassentrieg zwischen Weißen und Farbigen in Atlanta Hat das Leben von 12 Negern und 2 Weißen gefordert. Gegen 100 Reger und 50 Weiße erlitten Verwundungen. Das Lynchgericht fand am Sonntagnachmittag statt. Ueber die Stadt ist der Kriegszustand verhängt worden. 170 Menschen ertrunken. London, 25. September. Ein furchtbares Unglück, bei dem etwa 170 Personen umfamen, ereignete sich nach Blättermeldungen bei Campbellpore( Britisch- Indien). Gin mit 200 Personen besetztes Fahrzeug, das bei hohem Wasserstande den Indus kreuzen wollte, fenterte in der Mitte des Stromes und alle Insassen bis auf 30 ertranfen. 3-5, runde dunkle per 100 fd. 0,00, ungarische 0,00, hiesige Reineclauden 0,00, Serben 5-8, Badenser 0,00, Böhmische 4-6. Zitronen, Messina 300 Stüd 19,00-35,00, 360 Stück 12,50-24,00, 200 Stück 0,00, 420 Stück, flein 12,00-15,00, 500 Stüd, flein 13-15. Pfirsiche, Berderfche per 100 Pfd. 10-25, Tiroler 50, fr3. 0,00, italien. Ja Stifte 0,00, do. IIa Stifte 0,00, do. IIIa stifte 0,00, do. in Körben per 100 Pid. 50-55. 231tterungsübersicht vom 25. September 1906, morgens 8 Uhr. Elationen Barometer fland mm 28ind Bumpa Bindstacle Welter 1 wolfig 2 halb bd. Zeep. n. 6. 5°.= 4º R. Stationen Barometer. fland mm Wind. richtung Windstärke 8 Haparanda 769 SW Welter 4 mollig 2 bedeckt Temp. n. G. 1816.4.1 6 Petersburg 772 MM 2 heiter 6 Scilly 773 DND 3 wolfen! 5 Aberdeen 2 Paris 775 Still 772 ND 3 halb bd. -bedeckt 13 3 wolfen! 5 Stinemde 771 DED Hamburg 7569 Berlin 774 925 Frants a M. 774 ND München 773 ND 2 wolfenl Wien 771 NA 3 heiter Wetter- Prognose für Mittwoch, den 26. September 1906. Ziemlich heiter, ein wenig wärmer bei mäßigen nördlichen Winden; Damwild 0,52-60. teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Stindfleisch Ia 71-76 pr. 100 Bid., IIa 65-70, IIIa 60-64, IVa 54-58. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, Ia 82-88, IIa 72-81, IIIa 62-71, holl. 55-60. Sammelfleisch Ia 77-82, IIa 67-76. Schweinefleisch 67-74. Rehböde Ia per id. 0,80-1,12, IIa 0,60-0,75. Stotwild Ia 0,48-0,57, IIa 0,40-0,45. 0,48-0,90. 2ildenten per Stud 1,30-1,65. Rebhühner, junge Ia 1,20--1,40, Wildschweine per Pfund 0,40-0,43. Frischlinge 0,00. Staninchen per Stück junge IIa 0,90-1,15, alte 0,68-0,90, junge fleine 0,50-0,70. Hübner, alte per Stüd 1,70-2,80, alle II a 1,20-1,50, junge per Stück 0,55-1,18. Tauben, junge per Etüd 0,32-0,47, alte 0,00. Enten, junge per Stück New! In Neu! Verband der freies Gast- und Bildungs- Verein für Hohen- Neuendorf Cast- uni Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Weißensee. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, 22. September, verstarb nach langem Leiden unjer Mitglied 7012 Ernst Werschke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hertte Mittwoch, den 26. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenballe des Freireligiösen Friedhojes, Pappel- Allee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Verein der Zimmerer Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 20. d. M., verstarb durch Absturz unser langjähriges trenes Mitglied Gustav Bolz Dom ( Zahlstelle Moabit). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 26. September, 31/2 nachmittags Uhr, Krankenhause am Urban, Urbanstraße, aus auf dem Johannis: Stirchhof in Plößensee statt. Siege Beteiligung erwartet 258/4 Der Vorstand. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Gattin undLebensgefährtin, unsere Tochter, Schwester und Tante Marie Eigenbrod geb. Donat am Sonntag, den 23. September, nachmittags 5%, Uhr, nach furzem aber schwerem Leiden verstorben ist. Um stille Teilnahme bittet Der trauernde Gatte Karl Eigenbrod. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer hause in Wilhelmsruh, Viktoriastraße 26, aus statt. 1540b Billige Kaufgelegenheit wegen Abbruch und Aufgabe des Ladens. Neue u. gemoderne brauchte Spindlen Spiegel Kitcheneinrichtungen selbstgefertigte Plüsch- u. Bettstellen mit Taschensofas, Dampfbettfedern- Reinigungs- Anstall. Frauen und Mädchen Wilhelmsruh. Am Sonntag, den 23. September, verstarb plöglich unsere liebe Genossin, Frau ( Nordbahn) 15356 Nur 100 Parzellen, zumeist schönster Hochwald Orts Krankenkasse für Ober- Schöneweide. Eine außerordentliche General- Versammlung mit Wassergrenze, dir. a. fönigl. Forst und Briese- Fließ, nahe Schüßenhaus der Vertreter der ArbeitM.Eigenbrodt. Rute 12 Mart. Wir werden ihr Andenken in Chren halten! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer hause aus statt. 268/19 Der Vorstand. Am 23. September verschied sanit mein lieber Mann, unfer guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Kutscher Friedrich Suckel im Alter von 66 Jahren. am Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Emmause Stirchhofes aus statt. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Große Betten H. 10,50 bestehend in Deckbett, Unterbett, 2 Stiffen. Bessere Ausführung: 12, 15, 18, 22, 24, 27 M. Daunen- Betten 30, 33, 36, 42, 45 M. Füllkräftige Bettfedern pro Pfund 37 Pfennig. 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