Nr. 361. fefäelnt lügltch aus« Montag». «et» pränumerando; iZIirlel- .'i? 3',() Mark, monatlich Mo Ml, wöchentlich as Psg frei w'i Hau». Sin, eine Nummer «i,"®onnta85' Nummer mit «»ftr. Sonntag»=«Beilage.Neue «Seit* 1» Psg. Post-Abonnement: Mo Ml�pro QuaNal. Unter Kreuz- band! Deutschland u. Oesterreich- Ungarn, Ml., sür da» übrige »utland Z Mk.pr.Monat. Singetr. »der Post- Zeitung»- Preisliste wc 1893 unter Nr. etil. S. Jahrg. ZuserlionS-Sebühr beträgt für die sünsgespaltene Petitzeile oder deren Raum«o Psg., sür BereinS- und «ersammlungS- Anzeigen 20 Psg Inserate für die nächste Numm.er müssen bis« Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen biS 7 Uhr Abend», an Sonn- und Festlagen bi» a Uhr Bor- mittag» geöffnet. �»rnfprrch AnfchlnA Amt I. Up. 418«. Verll«er Volksblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: LV.lS. Aeuth-Straße 2. Sonntag» den 6. November 1892. ß Expedition: 8V.!9. Bcuty-Straße 3. «u Znm Parteitag! Das unterzeichnete Komitee richtet an die zum Parteitag Zewählten Delegirten das dringende Ersuchen, ihre auf die Ahnung während ihres hiesigen Aufenthalts bezüglichen Dünsche bis spätestens Freitag. 11. November, an Fritz Znbeil, Berlin SO., N a u n y n st r. 80, gelange,, zu lassen. Es stehen billige und angemessene Privatlogis und Logis in g°.,§ in genügender Zahl zur Verfügung; um aber jede oning bei der Unterbringung der auswärtigen Genossen ermeiden, ist die rechtzeitige Anmeldung dringend geboten. Da die Bahnhöfe erst vom Montag, 14. November, früh "ou uns besetzt werden, so werden jene Telegirte. welche schon �rher hier eintreffen sollten, ersucht, sich sofort nach der N au- �dnstrnßxgg zu begeben, um dort ihre Wohnungskarte in Empfang zu nehmen. ( SUe an den Bahnhöfen postirten Empfangs- �»ite es sind an rothen Schleifen, welche am "�getragen werden, erkenntlich. ... �genossen, welche von auswärts nach hier kommen und we h �Cn �Qrte'ta9 besuchen wollen, ohne Telegirte zu sein, tra � sich mit einer Legitimation seitens des Ver- .�"�mannes ihres Wohnortes zu versehen. Nur gegen Vor- der solchen Legitimation ist den betreffenden Genossen Zutritt unentgeltlich gestattet. �irlin. s. November 1892. Das Lokalkomitee. f q l in! 61 !» lub te*! eii'j in«; iM'j W 62' 7; Zl u Äuv Eidessrnge f�wibt man uns: Herr Staatsanwalt Romen und Herr Landgerichts- alind' ��'dt die sozialdemokratische Partei der Be- trieb � � Meineides l?ezichtigten,«lögen sie dazu äuge« 5j,.nei' worden sein von dem instiilktiven Drange diensteifriger ibr?«:-' durch Befehdung einer umstürzlerischen Partei dem ps�iahigung zu staatserhaltenden Aemtern und Würden zu stiick"' �/kichzeitig machten sie sich aber auch zum Mund- At,?. Cl"ci in juristischen Kreisen assgemeiner verbreiteten �.ichanung, daß es schlimm stehe mit der Bolksmoral. So tu den letzten Jahren die kriminalstatistischen Err der Erörterung unterzogen wurden, stimmte» Kren' Anbm 1 Ut den letzten Jahren die kriminalstatistischen Ermitte- omtr] r Erörterung unterzogen wurden, stimmten die a.e. uchett Sittlichkeitshüter ein Klagelied au, dasi die der neuen Zeit der Unterthanenschaft die der frommen Denkungsart vergiftet hätten. x..,..«-tdere suchte man die Häufigkeit der Meineids Kirck-"ut der Abwendung weiter V Ksti|ch�rc�en''�uerdings auch mit der Ausbreitung Volksmassen vom ......—,........ Ausbreitung sozia- jdeen in Verbindung zu bringen. IsenMefo». «irdot«».) l« v e I» I m I. Roman von Guy de Maupassant. fW �ie dankte ihm mit einem Blick, mit einen» bis ins ) dringenden Frauenblicke.. ei den Kops wandte, begegnete er den Augen der v» I°restier. Sie sahen»hu"°ch immer wohlivolleud n/>.�der er glaubte in ihnen etwas vo»» Uebermuth, Cpoel Ermuthigung zugleich zu lesen. Männer sprachen jetzt alle zu gleicher � tÄn8«n wurden lebhafter und die Sliuimen lauter, e wo!» das große Stadtbahn-Proiekt. Der Gegenstand ln»."�ischöpflich, das Dessert»var schon hcrumgerelcht. Ax.-�der hotte noch unendlich viel über die uuzurelchen Ei» i»gen in Paris, die Mangelhastlgke»t dcr Pfcrde- h."'bahnen, die Langsamkeit der Oinmbusse und die Grob- d°r Droschkenkutscher zu sagen._. SQr �"dlich verließ man den Speisesaal und ging ln cn ,, b»"- um den Kaffee dort-inzunehmen. Zum SpaI �daiK'roy seiner klei.len Nachbarin den Arm an. S.c Um'hm ernsthast und stellte sich auf die ZeheilsPltzcn, H�nd m seinen Arm legen zu können. it(Eijls er in bei» Salon trat, hatte er von neuem den Ii sei er in einem Geivachshaiis. �n de» � des Zimmers breiteten große, bis an die Decke sx-...... & 5 Es ist zwar diesen Zionswächtern nie beigcfallen, einen Beiveis sür ihre Behauptung zu erbringen, was dilrch eine vergleichende Statistik der kolifessionelleu Zugehörigkeit der des Meineids Ueberführten»venigstens annähernd hätte erreicht werden können. Jndeß, Beiveis oder nicht— es bleibt ja immer etivas hängen. Ist nl»n auch dieser Versuch, die Glaubwürdigkeit von Milliouei» Rechtssuchender zu bezweifeln,»nit gebührender Deutlichkeit zurückgewiesen worden, so lohnt es sich doch, auch darüber hinaus einmal zu»»»»tcr- suche»», ob»»»cht gerade die amtliche Haildhabnng des Eides in unserer Rechtspflege dazu angethai» ist, den Eid in Miß- achtung zu bringen. Der Eid ist ein Rechtsmittel, das dazu dienen soll, eine»vahrheitsgetreue Aussage zur Ermittlung eines der gerichtlichen Entscheidniig unterbreiteten Thatbestandes zu erzwingen. Der Charakter eines Zwangsmittels wird dein fcJis*------:— r-: it.—...e. n--- y.r.rx w..... t Eid durch zweierlei Umstände aufgedrückt: Zunächst durch die Androhung einer eiltehrenden Freiheitsstrafe sür den Fall einer wissentlich falschen Aussage»»»»d der einfachen Haft für den Fall der Eidveriveigerung. Derartige Straf- aildrohungeu entsprechen dem Wesen eines staatlichen Zwaiigsinittels. Sic smd in allen Staaten in Brauch, nur »st die Höhe der Strafe und die Häufigkeit ihrer Anwendmig in verschiedenen Ländern ganz verschieden beiliessen. Anders verhält es sich mit den» ziveiten Hilfsmittel,»vclches die Staatsorgane bei der Eidcsabnahme zur Aiiiveiidnng zu bringen haben. Das ist die Zuhilfenahme einer nichtstaat- lichen Eiilrichtung, der Religion,»»»»d zivar merkivürdiger Weise nicht einer bestimmten Rcligwi», einer Konfession, sondern eilier nur den sogenannten geossenbarten Religionen genieinsainen religiöse»» Anschaniinq, der Anscha»lung von» Dasein el>»cs persönlichen, die_■ ischeiihano..mgen nach individtlellem Ermessen belohnenden oder be','rasend«!»>'e. Zu dieser religiösen Eidesfonncl, zu der Bekräftigung, daß»ilan die Wahrheit sagen»volle,„so»vahr niir Gott helfe", »verde»» Ii»»»» nicht nur Gottgläubige, sondern auch Atheisten, Leute, die nicht an einen persönlichen Gott glauben, ge- zwllngei». Weigern sie sich, diese für sie ganz sinnlose Formel iiachzusprechen, alich iveni» sie sich sonst bereit erklären, die richterlichen Fragen wahrheitsgemäß nach bestein Wissen und Geivissen zu beantivorten, so werden sie mit einer Strafe belegt, die bis zu sechs Monat Gcsängniß ausgedehnt werden kann. Für Lente, ans deren Geivissen ein derartiger Zivang ausgeübt»vird, rann der Eid durch seine Berquicknng mit der religiösen Formel nnr an Achtung einbüßen, nie ge- »Vinnen. Sagen sie trotz dieser anillichen Entiverthung des Eides die Wahrheit, so geschieht es ans eigene»» innerein Drang, ans Verachtung der Lüge, vielleicht auch aus Fnrcht vot»veltlicher Strafe, sicher aber nicht, iveil sie der Hoffinma sind, daß ihnen„Gott helfe", der Gott, dessen Dasein sie bestreiten. Es zeugt für die periön- liche Ehrenhaftigkeit und für die Einsicht der Atheisten, »venu sie sich nicht dadurch irre»»lachen lasicii, daß sie ihre Absicht die Wahrheit zu sagen durch eine ihnen aus- reichende Palmen ihre schönen Blätter aus und ließen ihre Wedel dann»vie ein Wasserspiel breit herunterhängen. An den beiden Seiten des Kamins erhoben sich mäch- tige Gummibäume mit Stämmen so rund»vie Säulen und breiteten das ernste Grün ihrer langen Blätter über ei»»- ander ans. Auf dem Pianino standen zwei fremdartige runde, blattreiche Topfgeivächse, eins ganz roth, das andere ganz»veiß. Sie sahen so sonderbar ans, daß sie an künstliche Pflanzen erinnerten und waren fast zu schön, um als natülich zu gelten. Tie Luft war frisch, und ein unbestimmter, süßer Duft lag in ihr, der sich nicht näher bezeichnen ließ. Der junge Mann, der wieder Herr seiner selbst war, betrachtete aufmerksani das Gemach. Es war nicht groß, und außer den beiden Topsgeivächsen- lenkte nichts in ihm den Blick auf sich. Keine Farbe trat lebhaft hervor, aber Behaglichkeit war in ihm verbreitet; man fühlte sich sofort ruhig und geborgen. Es nahin sanst gefangen, gefiel und wirkte wie eine Liebkosung. Die Wände»vare>l mit einem alten, dunkel violetten Stoff bedeckt, in den gelbe Seidenblüinche», so groß»vie Fliegen, gewebt waren. Portieren ans granblanein Soldatentuch,»vorin Nelken ans rother Seide gestickt»varcn, hingen über den Thüren. Uebcrall standen Sessel umher, Sessel in allen Forinen»ind Größen, Chaiselonguen, große und kleine Lehnstühle, Puffs und Tabourets. Sie waren niit Seide im Geschmack Ludwig's XVI. oder niit cremefarbenen,»vürfelartig ge- preßtem Plüsch, schönein Utrechter Seide», plttsch, überzogen. „Trinken Sie Kaffee, Herr Dllroy?" Frau Foresticr hielt ihin mit dein freundlichen Lächeln, das immer auf ihren Lippen schivebte, eine Tasse hin. »Ja, gnädige Frau. Danke sehr." Gezwungene und ihres Erachtens eilie Umvahrheit enthaltende vrmel bekräftigen müssen. Doch sind dem» wohl die Anhänger der verschiedenen gottgläubigen Koilfessionei» besser daran»nit der theistischen Eidesforinel? Wenn man über eins einverstanden ist unter allen Parteien, so ist es doch»vohl darüber, daß der Wortlaut einer auf gesetzgeberischem Wege erlassenen Bor- schrist für jedermann das nämliche zu bedeuten habe, nicht für den einen dies und für den andern das, je iiach der Auslegung, die er den Worten nach seiner allgemeinen religiösen oder sonstigen Anschauungsiveise giebt. Nun beruht es offenbar ans cinein Trugschluß oder einer absichtlichen Selbstverbleildnug,»venn niaii annimmt, die des speziell konfessionellen Charakters entkleidete Eides- formcl bedeute auch nnr für die Anhänger der verschiedenen theistischen Konfessioilen das iiäniliche. Der Gott, den Christen und Inden in der Eidesforinel anrufen, ist für jede dieser beiden Religionsrichtungen ein anderer. Denn ma» kann doch»»»»nöglich behaupten»vollen, daß die ein- heitliche Person des jüdischen Jehovah identisch sei»nit der Dreieinigkeit des Christengottes. Aber auch allen Christen bedeutet das Wort Gott nicht das Nämliche. Katholiken und Protestanten legen sich den Gottesbegriff ganz ver- schieden zurecht, und mit der Anslegling der orthodoren protestantischen Geistlichkeit stimmt»vicdcrnn» so mancher Protestant keinesivegs übereil». So ist denn thatsächlich die Uingestaltung des konfessionelleii Eides zu einein theistischen nur auf eine Verschleierung der konfessionellen Gegensätze beim Schlvur hinausgekommen. Meint der Schwörende es ernst mit der religiösen Eidesformel, so versteht er etivas anderes dar- unter, alsscin gleichfalls schwörender andersgläubiger Nachbar oder als ein andersgläubiger die Eidesforinel vorsprechender Richter. Der katholische, prolestm»tische oder jüdische Rechtgläubige»vird also unter lunständen genau dem näinlichen, »venn auch einem verschleierten Geivissenszwang nnterworfcii wie der Nichtgläubige. Sagt man: das hat nichts zu bedeuten, die Formel ist eben nur eine leere Formel, so»nacht man sie überflüssig und entivcrthet den Eid durch leeren Formelkram. Sagt man dagegen: es kann sich eben ein jeder je nach seinen Anschauungen unter der Eidesformel denken, was er »vill, so sanktionirt man die reservatio mentalis, den Ans- legungsvorbehalt im Rechtsleben, indem dann ein jeder»nit dein»»äiiilichen Recht stillschiveigcnd auch den» Wortlaut seiiler Aussagen eine» ganz anderen Sinn beimessen kann, als seiner Ueberzengung nach der Richter ihm beimißt. Er »»acht sich in solchem Fall eben so wenig einer subjektiven Umvahrheit schuldig, als wenn er die vom Richter vor- gesprochene Eidesformel in anderen» Sinne»»achsprlcht. Bon diesem Gesichtspunkt a»S haben deshalb die Anti- semiten ganz recht, wenn sie sich darüber beschweren, daß sie als Christen gezwungen»verde», einem anders- gläubigen Richter eine Eidesformel nachzusprechen, die für beide eine ganz verschiedene Bedeutung hat. N>lr gehen»vir Er nahm die Tasse, und als er sich ängstlich ver- beugte, uin sich init der silbernen Zange ein Stück Zucker aus der Dose zu nehuicn, welche das kleine Mädchen trug, sagte die junge Frau halblaut zu ihn»: „Machen Sie doch Frau Walter den Hof." Ehe er noch ein Wort erividern konnte, war sie schon»veg. Er trank erst seinen Kaffee, iveil er fürchtete, ihn ans den Tcppich zu gießen, dann suchte er nach einem Mittel, um sich der Frau seines neuen Direktors zu nähern und eine Unterhaltung mit ihr anznspinnen. Seine Schüchtemheit »var verflogen. Plötzlich bcincrkte er, daß sie ihre leere Tasse in der Hand hielt, uild, da kein Tisch in der Nähe war,»»»cht »vußte, wo sie sie hinsetzen sollte. Er trat herai». „Gestatten Sie, gnädige Frau?" „Danke sehr." Er trug die Tasse fort»»nd kam wieder:„Eie ahnen »»icht, gnädige Frau, ivelch' glückliche Stunden ich der „Vie Franyaisc" da»inten in der Wüste zu verdanken hatte. Es ist»virklich die einzige Zeitung, die man außer- halb lesen kam», iveil sie viel geistreicher, viel literarischer und nicht so eintönig»st, als alle anderen. Man findet eben alles in ihr." Sie lächelte mit liebenswürdiger Gleichgiltigkeit nnd erividerte ernsthaft: „Herrn Walter hat es auch sehr viel Mühe gekostet, die Zeitnilg einzusühren. Es»var ja ein gailz neuer Blatt- typns, der ein ganz neues Bedürfniß befriedigen sollte. Sie begannen zu plaudern. Er verstand es glatt»»nd herkönunlich zu sprechen. Wärme lag in seiner Stimme und mehr noch Liebenswürdigkeit in seinem Blick. Das Ver- sührerischste an ihm aber»var sein Schnurrbart. Hübsch mit den Antisemiten in der Schlußfolgerung weit auseinander. Die Antisemiten bringen dieses Argument nur vor, nm auf die Beseitigung der jüdischen Richter hinzuarbeiten. Was aber dem Antisemiten gegenüber dem Inden recht, ist dem Juden gegenüber dem Christen billig und wiederum auch dem Katholiken gegenüber dem Protestanten oder umgekehrt und doch wohl auch dem Atheisten ihnen allen gegenüber. Man würde deshalb im folgerichtigen Ausbau dieses antisemitischen Agitationsgedankens zur Zerlegung eines jeden Gerichtshofes in konfessionelle Curien gelangen oder doch zur Anstellung besonderer konfesssoneller Eidesabnehmer, die bei jeder Gerichtssitzung anwesend zu sein hätten, um nach Bedarf in Funktion zu treten. Diese Möglichkeit braucht man nur zu formuliren, damit ihre Undurchführbarkeit klar zu Tage tritt. Während wir aber anerkennen und zwar in viel weiterem und schärferem Sinne als die Antisemiten, daß die Abnahme eines unklaren religiösen EideS durch einen andersgläubigen Richter einen Gewissenszivang auf den Schwörenden ausüben und damit die Achtung vor dem Eide und daA Ansehen der Rechtspflege überhaupt schmälern muß, kommen wir imfererseits zu oem Ergebniß, daß sich der bestehende Zustand nur bessern läßt, wenn der Eid jedweden religiösen Aufputzes entkleidet wird. Gestaltet man die gegenwärtig verschwommene religiöse Eidesformel um zn einen, einfachen Gelöbmß, die Wahrheit zu sagen, so w,rd sich dasselbe als ein viel wirksamerer Appell an die Ehrenhaftigkeit und Aufrichtigkeit der Schwörenden erweisen als der bestehende Eid, und eine be- deutliche Ursache der Mißachtung des Eides wird bc- seitigt fein. Doch es ist nicht allein die heutige religiöse Eides- formel, welche aus eine Verringerung der Achtung por den, Eide hinwirkt; über sonstige Uebclstände unserer Rechts- pflege, die gleichfalls dazu beitragen, werden wir uns in einem besonderen Artikel auszulassen haben. Gl. L, VolMfrhe ItclrcvlMjt. Berlin, den 5. November. Dem Bnndesrath ist eine N e b e r s i ch t d e r m u t h- maßlichen Einnahmen des Deutschen Re ichs an Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen für 1398/94 zu- gegangen. Die Einnahuien aus Zöllen und Steuern für das nächste Etatsjahr sind mit 602 859 000 M. veranschlagt. Das Etatsoll für das laufende Rechnungsjahr beträgt 603 770 000 M. Dazu kommen Einnahmen aus Aversen für Zölle und Verbrauchssteuern, so daß die Einnahme- Ansätze überhaupt sich belausen ans 602 919 840 M. Das Etatsoll für 1892/93 beträgt 603 333 960 M.. somit für das nächste Etatsjahr weniger 914 120 M.— Die Tölpel des Cnprivi'schen Reptilbüreaus verstehen das Einseisungsgeschäft sehr schlecht, und sie bringen sogar das unglaubliche Kunststück fertig, nicht den Kunden, die sie einseifen sollen, ins Fleisch zu schneiden, sondern ihren nngliicklichen Brotgebern. In ihren. Eiser, die Rothwendigkeit der neuen Militäroorlage zu erweisen, stellen sie die militärische Lage Deutschlands als so er- bärmlich hin, daß der Kriegsminister mit sammt allen Mit- gliedern des Generalstabes u. s. w. wegen gröblicher Pflichtvergesscnheit vor ein Kriegsgericht komme» müßte. Sogar die„Kreiiz-Zeitung" sieht sich gezwungen, die plumpen Gesellen auf die bedenkliche Konsequenz aufmerksam zu„lachen. Doch genug von diesen Orgien des Uebcreifers, und kein Wort über den Stand des Schachcrgeschäfts um die Militärvorlage. In keinem Fall dürfen unsere Leser sich durch die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer Regie- rungsmajorität behindern lassen, die Eventualität der Auflösung des Reichstags ins Auge zu fassen. Darum: das Pulver trocken gehalten!— Das Jesuitengcsetz wird den Reichstag gleich nach seinem Zusammentritt beschäftigen. Das Zentrum will den Antrag auf Abschaffung dieses Ausnahmegesetzes, den es in voriger Session aus bekannten Schachergeschäfts-Rücksichten zurückzog, wieder einbringen und der Regierung den Puls fühlen, ob„nichts zu handeln" ist in puncto der Militärvorlage. Die siiationalliberalen staffiren für die Gelegen- und wohlgepflegt kräuselte er sich über seinen Lippen, seine als Spitzen ziisammeiigezwirbelten Ende,, waren um einen Ton Heller, als das Blond der Mitte, das einen leichten, röthlichen Schimmer besaß. Sie sprachen von Paris, von der Unwegend, von den Ufern der Seine, von den Städten am Waffer, von den Vergni'lgunacn im Sommer, kurz von all den herkömmlichen Dingen, über die man, ohne sich gerade zn langweilen, endlos plaudern kann. Doch als Norbert von Daren, w mit einem Likör- gläschen in der Hand herantrat, entfernte sich Duroy diskret. Frau von Marelle, die eben mit Frau Forcstier sprach, rief ihn heran.„Sie wollen sich also als Journalist ver- such.n?" fragte sie ohne weitere Einleitung. In unbestimmten Ausdrücken sprach er nun von seinen Plänen und begann dann mit ihr dieselbe Unterhaltung, die er eben mit Frau Walter geführt hatte. Nur be- herrschte er jetzt den Gegenstand besser, war der Ueberlegenerc und wiederholte als eigene Einfälle, was er eben gehört hatte. Unaufhörlich blickte er dabei in die Augen seiner Nachbarin, als wollte et damit allem, was er sagte, einen tieferen Sinn geben. Sie plauderte ihrerseits in der flüssigen Sprache einer Frau, die weiß, daß sie geistreich ist, und die etwas darin sucht, immer munter und lebhast zu sein. Vertraulich legte sie ihre Hand aus seinen Arm und dämpfte die Stimme, um ihm Nichtigkeiten zn sage», die so wie Vertraulichkeiten klangen. Sosort wäre er bereit gewesen, sich für sie zu opfern, sie zu verthcidigen und ihr seinen Werth zn be- weisen, und die stockenden Antworten, die er ihr gab, ver- riethen, womit sich seine Gedanken beschäftigten. „Lanrine l" rief Frau von Marelle plötzlich ohne weiteren Grund, nnd das kleine Mädchen trat heran. „Setz Dich hierher, mein Kind, am Fenster kannst Du Dich erkälten." � � t Duroy fühlte das heftigste Verlangen, das Kind zu küssen. als wenn die Mutter von diesem Kuß etwas ab bekommen könnte. In väterlich-verliebtem Tone fragte er: Gestatten Sie mir einen Kuß, Fräulein?" heit schon den alten Jesuiten-Wauwau aus— um dein Rcichsphilister bange zu machen. Dabei liegt dieses„libe- rale" Henchlervolk vor dem Fälscher der Emser Depesche ans dem Bauch und bekennt sich damit zu weit Schlimmerem als der schlimmsten Jesuitenmoral— zur richtigen Räuber- und Spiegelbergmoral. Die Sozialdemokraten werden selbst- verständlich für den Antrag stimmen und unentwegt fort- fahren, auf protestantische, indische und heidnische Jesuiten ebenso lustig losz,»trommeln, wie auf die katholischen. Diese sind beiläufig noch die anständigsten und obendrein die ge- scheitesten. Den nationalliberalen Jesuiten insbesondere wäre sehr zu wünschen, wenn sie in dieser Beziehung ihren katholischen Lehrern ein ivenig ähnlicher wären. Aber wie die französische Dirne der ältlichen Tugendheldin zurief: nicht jede kann Dirne sein.— Gegen ei« behördliches Normalstatut für Betriebs- Krankenkafsen, das den rheinischen Fabrikanten auS Anlaß des neuen Krankenversicherungs-Gesetzes oktroyirt werden soll, legt sich die„Köln. Ztg." ganz fürchterlich iu's Zeug. Mit de», stolzen„Bewußtsein, n, ein Wespennest zu greifen," faßt das Ünternehmerblatt seine Rathschläge an die Betriebs-Krankenkassen nochmals kurz dahin zusammen: I. Man nehme, wenn man nicht seine eigenen Gründe hat, das Normalstatut anzunehmen, die durch das Gesetz vor- geschriebene» Aenderungen in» Wege des„Nachtrags" zn de» bisherigen Statuten vor. 2. Man reiche dieses Statut der Behörde zur Genehmigung ein. Erlheilt die Behörde die Ge. „ehrniaung nickt, so fordere man(„ach§ 24), daß die Gründe der Nichtgenehmiaung mitgetheill werden. Erscheinen die letzteren nicht stichhaltig, so beschreit« man den Weg des Ver- ivaliungs. StreitverfahrenS. 8. Auf keinen Fall laste man sich das„Normalstatut" im Wege des Zivanges aufdrängen. Es handelt sich in diesem Fall um eine grundsätzliche Sache. Wir wollen nicht, daß die Betriebsunteruehmer, die ein Kraiikenkassenstatut errichtet haben, daS auf die Bedürfnisse des betreffenden Werkes be- rechnet ist und in das die Arbeiter sich eingelebt haben, nun durch Schematisirung und Schablonisirung um die ihnen gesetzlich gewährleistete Freiheit gebracht werden. Das ist ein Verlangen der betreffenden Behörden, für das, wenn wir nicht lieber einen Jrrthum annähmen, nur der Ausdruck Anmaßung zutreff'en würde. Diesem Irr- thum oder— im ui, günstigere» Falle— dieser A n. m a ß u n a trete man entgegen, und das wird auch in betreff anderweitiger. Verfüg ungs" gelüste sein Gutes habe». Punktum!" Hinter dieser ganz ungewöhnlich großmäuligen Sprache des rheinischen Gossenvlattes Behörden gegeniiber steckt ver- muthlich etwas anderes. BetriebS-Krankenka ffen für einzelne Werke sind die zurückgebliebenstenBerstcherungsorganisationen, die es giebt. Sie sind„auf die Bedürfniffe des betreffenden Werks berechnet", wie die„Kölnische Zeitung" so schön sagt, statt fiir die Bedürfnisse der Arbeiter. Will nun etiva das neue behördliche Normalstatut mit den ärgsten Mißständen solcher Betriebskassen ausrälimeii? Dann wäre die großmäulige Entrüstung der„Kölnischen Zeitung" ver- ständlich. Vielleicht überzeugen sich die rheinischen Genoffen davon und berichten darüber. Die Verbohrtheit der liberalen Bourgeoisie in sozialpolitischen Dingen wies die königliche„Leipz. Ztg." vieser Tage ganz anschaulich in einem Artikel nach, dem wir solgende Sätze entnehmen:„Unausgesetzt sind die preu- fischen Blätter seit der Veröffentlichung der jüngsten preußi- chen Einkonimensteuer-Ergebinsse bemüht, dieses Material e nach dein Parteistaudpunkte zn verarbeiten. Insbesondere ist es die Manchesterpresse, in dieser Woche die„Kölnische" und„Weser-Ztg.", die aus diesen Zahlen die beruhigende Ueberzeugimg gewonnen hat, und sie nrbi et orbi verkündet, daß die Klagen„über die Schwindsucht des Mittelstandes" unbegründet sind und„von einer zuliehmenden Koiizen- trirung der Einnahuien in wenigen Händen" in Wahrheit keine Rede sein könne. Ganz besonders erfreut zeigt sich insbesondere die„Weser-Zeitung" über dieses„äußerst werthvolle Material, wie es bisher in Deutschland nicht existirt hat." ES sei nun aber ganz unhaltbar, mit den Rechnungsergebnissen einer ersten Einschätzung derartig zu krebsen. Wenn erst mehrere Jahresergebnisse vorlägen, werde die Statistik wahrscheinlich den Rückgang des Mittelstandes genau so zeigen, ivie die sächsische Statistik. Die sächsische Eiilkommeilsstatistik, die den prozentualen Rückgang des Mittelstandes lehrt,„zeigt uns diesen Rück- gang noch nicht einmal in seinem vollen Umfange. Denn Das Kind schliig überrascht die Augen zn ihm auf, und Frau von Marelle sagte lachend:„Erividere: Für hent bin ich damit cinverstandeil. aber für immer nicht." Duroy setzte sich sofort, nahm Laurine auf seine Knie und berührte mit seinen Lippen ihre seinen, welligen Stirn- haare. Die Mutter war erstaunt:„Sie ist nicht weggelaufen? Das ist aber„»erkwürdig. Sonst läßt sie sich nur von Frauen küssen. Sie sind wirklich unwiderstehlich, Herr Duroy." Er erröthete, schwieg und wiegte das kleine Mädchen aus seineui Knie. Frau Forcsticr kam heran und rief überrascht aus: „Laurine ist so zutraulich? Welch' ein Wunder!" Auch Jacques Rival näherte sich, die Zigarre im Muilde. Nun erhob sich Duroy, um Abschied zu nehmen. Er hatte Furcht, durch irgend ein ungeschicktes Wort wieder zu verderben, was er gewonnen hatte. Er verbeugte sich u»id drückte sanft die kleinen Fronen- Hände, die sich ihm eiltgegenstreckten, während er die der Mälmer kräftig schüttelte. Cr merkte, daß die Hand von Jacques Rival trocken und ivarm war und seinen Druck herzlich erwiderte, während die feuchte und kalte Hand Norberts von Varenue ihm zu entgleiten suchte. Die Hand des Herrn Walter war kalt und weich, ohne Energie und Ausdruck, die Forestier's fett und schlaff. Halblaut sagte sei» Freund zu ihm. „Also morgen, um drei Uhr, vergiß nicht!" „Oh, sei unbesorgt!" Als er wieder auf der Treppe war, hatte er Lust binabzulaufen, so groß war seine Freude. Und er sprang, inimer zwei Stufen auf einmal nehmend, hinunter. Aber plötzlich sah er in dem großen Spiegel der zweite» Etage einen spruigenden Herrn in aller Eile ihm entgegeiikoimnen, und beschämt blieb er stehen, als wenn er eben bei einem Versehen ertappt wor- den wäre. Dann betrachtete er sich lange und bewunderte sich. Cr war wirklich ein hübscher Kerl. Wohlgefällig lächelte von der Aufsaugung dieser selbständigen Kleinbetriebe dU' den Großbetrieb" sagt sie nichts und kann sie nichts sccs Dessenungeachtet wird man diesen Aussaugungsprozeß n» unberücksichtigt lassen dürfen, wenn man über die„Schwir sucht des Mittelstandes" sprechen will." Soweit war der„Leipz. Ztg." alles in bester Ordnung und Richtigst Nun wollte es aber das Redaktionspech, daß in derselb! Nummer folgende andere Notiz paradirte: „Plauen i. B., 28. Oktober. Ungefähr 500 Männer war heule Abend im Saale der Gesellschaft der Freundschaft» sammelt, un, einem öffentlichen Vortrage deS ReichstagS>> ! �ordneten Herrn Oberstaatsauwalt Dr. Hartmann im ervativen Verein über das Jnnungswesen beizuwohnen., geivohnter fließender Rede, die eine packende Schilderung- alten und neuen Jnnungswesens in sich schloß, gab der& Reichstags-Abgeordnete die von allen warm empfunden« W nung. auf dem Boden des Jnnungswesens weiter zu arbei» wie er durch das Reichsgesetz von 1831 geebnet worden' damit das Handwerk erstarke,„denn das Handwe' werde sein, so lange es«in deutsches Vl» g i e b t". Die Ausführungen des Herrn Redners wurden« lautem Beifall begrüßt und es wurde ihm mündlich und di» Erheben von den Sitzen besonderer Dank zu Theil." Im Leitartikel der Nachweis, daß der Mittelstal kaput gebt, in der politischen Notiz die Verherrlichung' der Rede eines bornirten ZünftlerS, die das Handirk „ewig" bestehen läßt— damit hat die kal.„Leipziger ZeituaS jedenfalls den Nachweis liefern wollen, daß die soz»'' politische Verbohrth»t der Konservativen würdig neben di jenigen der„liberalen Manchestermänner" steht. Ueber zweierlei Recht gegenüber Offizieren und Ziff Personen beklagt sich die„Posener Zeitung". Auf � dortigen Zentralbahnhofe werde den Zivilpersonen, w- sie nicht im Besitz einer Fahrkarte sind, das Betreten � Fahrsteige verwehrt, den Offizieren dagegen ohne weite»' gestattet. Das Posener Blatt wendet sich dagegen, daß* Rock des Bürgers anders behandelt werde als die Unifot des Offiziers, sonst aber hat das Bourgeoisblatt nichts i gegen, daß der seine Rock des Bourgeois anders behau!» wird als die Blouse des Arbeiters. Daß der Offizier in»! ist als ein gewöhnlicher Bürger, darüber sollte die geoisie, die den Militärdünkel künstlich gezüchtet, sich?' wenigsten beklagen. In einer Zeit, wo ein jgreiser Muiifl es als eine besondere Auszeichnung empfindet, zum jün�s» Lieutenant befördert zu werden, ist allerdings der ein Wesen höherer Gattung.— Ob Hamburgs Bürgermeister, Senat und„Bür)» schaft" daran Anstoß nehmen, daß sie nur einen kle»» Bruchtheil der Bevölkerung vertreten? Deutlich genug* die überwiegende, aber politisch rechtlose Mehrheit der 1 vülkerung ihre Stimme erhoben. In neun Bolksversai»» lunacii, die von mehr als 30 000 Personen besucht wa>» wuroe übereil, stilnmeud und einstimmig eine Resolution s saßt, in ivelcher ans Grund des Umstandes, daß die b« herige Gestaltung des Hamburger Staatswesens sich als Interessen der Gesammtbevölkerimg durchaus schädlich' wiesen, weil die in Gesetzgebung nnd Verwaltung all» maßgebende Minderheit weder Willen noch Fähigkeit ha» auch nur den schlimmsten, das Volk bedrückenden Mißstände wie der Cholera-Epidemie, zu steuern, und des ferneren fi- standcs, daß die politische Rechtlosigkeit der großen Ml allen berechtigten Rechtsanschauungen widerspricht und d ferner eben diese große Masse einer schädlichen Ber»' iilundung der Minderheit unterstellt ist, vor allem die de.' kratische Neugestaltung des ganzen Staatswesens auf Grus des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrev für alle mindestens 20 Jahre alten Staatsangehörigen£' fordert wird. Außerdem wurden noch sieben fernere auf 1 Gestaltung der Regierungsform und elf auf vie Berhütu' des Umsichgreifens der Roth und des Wohuungselendes l< zügliche Forderungen gestellt. Sie haben ihren Baare wieder— nämlich b jenigen, welche ihn verdienen! Auf der 38. ordentlw Generalversammlung des Bochumer Vereins. die s 29. v. M. zu Bochum stattfand, richtete nach einem Btt» der„Rhein. Wests. Ztg."„Herr Bankier Gustav Haus eine»nehr persönliche Anfrage an Herrn Geheimrath Ba»»' dahingehend, ivelche Bewandtniß es mit den vor einü Zeit und auch jetzt wieder an der Börse verbreiteten � rüchten von der angeblichen Absicht des Herrn er sich an, nahm Abschied von seinem Bilde und vernc». sich tief und sörmlich vor sich selber, so wie mgn bedeutt» Persönlichkeiten zu grüßen pflegt. IN. Als Georges Duroy auf der Straße stand, wußte nicht, was er thun sollte. Er hatte Lust noch heru»» lausen und zu träume«, vor sich hinzugehen, an seine l kmlst zu denken und die milde Nachtlust eiuzuathmen; aber Gedanke an die Artikelserie, die ihm Herr Walter übertrai hatte, verfolgte ihn, und er beschloß sofort nach Hans gehen und sich an die Arbeit zu setzen. Er schritt aus, gelangte ans den äußeren Boule� und verfolgte ihn bis zur Rue Bourfault, wo er ivoh' Sern Haus war eine sechsstöckige Miethskaserne. Zwa» Hs;, �„llu� Kleiiiburgerfamilien wohnten darin,>»'»- ji'ijltc, während er beim Schein eines Wachsstreichhölzl�! oie schmutzigen Treppenstufcn emporstieg, auf denen P-»?' fetzen, Zigaretteiistummel und Kücheiikehricht lagen. Heft»» Ekel rn sich aussteigen. Wenn er nur erst fort von» iväre, wem» er nur erst wohnte, wie die Reichen, in saubZ teppichbclegteii Zimmern! Ein dumpfer Geruch nach 6' »ud Menschen, eine muffige Ausdüilftuilg vo» Schmutz" alter Mauer, wahre Kloakenluft füllte das Gebäude- unten bis oben, und kein Lnftzug konnte sie vertreiben. ...®a3 Ztmmet, das der junge Mann bewohnte, lag funfteil Älock und sah wie in einen tiefen Abgrund aus' mächtigen Einschnitt der Westbahn dem Tminelausgan� der Nähe des Bahnhofs von Batignollcs gerade gegen»' h'nab. Duroy öffnete ein Fenster und lehnte sich aus rostige Eisellbrustung. Tort unten im Hintergrunde der finster» Höhle V teteu dm rothe Signallich t« wie große Thieraugen»'s rocgtich herüber, und dort, etwas weiter, andere, und f' etwas weiter, wieder andere. (Fortsetzung folgt.) habe, da« oon der Leitung des Bochumer Verein? surUSzulreten gedenke. Diese Gerüchte hätten wenigstens das Gute gehabt, zu zeigen, welchen Werth auch die außerhalb des Bochumer Vereins stehenden Kreise aus die Persönlichkeit des Herrn Baare legten, msofern die Börse dieselben mit einer Baisse der Kurse des Bochumer Vereins begrüßt hätte, gewiß eine sehr s ch meichel haste Anerkennung für den Herrn Generaldirektor. Herr Geheimrath Baare erwiderte darauf, daß auch ihm diese Gerüchte zu Ohren gekommen, dag ihm dieselben aber gerade so neu seien, wie dem Herrn Vorredner, daß er niemandem eine Andeutung über eine derartige Absicht seinerseits geniacht habe. Er müsse gestehen, daß die Leute, welche diese Gerüchte ver- breitet hätten, die reinen Entenzüchter seien.(Bravo!) So lange es seine Kräfte gestatteten, werde er auch ferner die- selben dem Bochumer Verein zur Verfügung stellen:„Ich seße diesen Gerüchten das allerbestimmtestc Dementi e»l- gegeii. Wenn die Herren mich wollen, ich verlasse Sie nicht."(Lebbafter Beifall.)" Damit ist entschieden eine historische Szene dokumentarisch festgelegt. Denn die blutigste Kritik des ganzen heutigen Kapitalistensystems liegt in der offenen Feststellung, daß die Börse den Abgang eines Mannes wie Baare mit einer Baisse begleiten würde— ohne solche Leute kann also die kapitalistische Klique nicht gedeihen! Es war deshalb wirklich mehr als überflüssige Bescheidenheit, daß Herr Baare sagte:„wenn die Herren mich wollen... Herr Baare brauchte den subjektiven Zweifel an seinem„Werth", der ihm offenbar doch ausgedämmert ist, nicht so durchblicken zu lassen. Sie wollen ihn, sie brauchen ihn, und— sie sind semer würdig!— Zur gefälschten Emser Depesche schreibt der natio- Ualliberale„Hannos. Courier" möglichst versteckt unter »Vermischtem": „Fürst Bismarck muß thatsächlich seinem eigenen Geständ- niß zufolge einMeisterstückverDepeschenkorreltur geleistet haben, wenn der graue Heeresfürst vierund- zwanzig Stunden nach der ersten Lesung das Lapitulaiions- anerbieten Frankreichs in ein Slurmkommando gegen Deutschland verwandelt sah. So ward durch des damaligen nord- deutschen Bundeskanzlers Grafen Bismarck Kunst die Cha- made zur Fanfare. Auch aus seinem jüngsten Jntervierv klingt wehr die Fansar« wie die Chamade heraus." Mail weiß nicht, was nichtswürdiger an diesen Zeilen ist: die Drückebergerei, die sich kein Wort ehrlicher Kritik getraut, oder das Spiel mit Worten, wie„Kunst" und «Meisterstück", das am Ende die nnverbefferlichen Bewuu- derer des„großen Mannes" befriedigen soll!— � Boulanger kommt in dem Hans Blum- Bismarck- Interview schlecht weg. Nun, durch Dankbarkeit hat die -°ite Raketenkiste sich niemals ausgezeichnet; sie weiß doch sehr wohl, daß ohne Boulanger, der die rothklecksigen »aschingswahlen von 1887 machen half, die Entfernung des schon drei Jahre früher erfolgt iväre. Jndeß Undankbarkeit spielt hier vielleicht weniger, als Konkurrenz- ueid und das fatale Beivußtscin der Aehnlichkeit.„Die stvej B.« haben in der That eine frappante Aehnlichkeit wstejnander: beide gleich eitel, gleich falsch, auf gleich ge- lpanntem Fuß mit der Wahrheit, gleich rücksichtslos, gleich psrsöistich, gleich bereit dem Ausland zu dienen, wenn die Legierung des Inlands' ihre Grüße nicht anerkannte. Ganz s? wie das deutsche B. jetzt alle Feinde der deutschen Re Lserung um sich zu schaaren sucht, so weiland das fran zosischx B. alle Feinde der französischen Republik. Und vor Ausstand lagen die beiden B. in wettkriecherischer Inbrunst auf den Knien,— und das deutsche B. thut's noch. Es gab seiner Zeit den„Reichsfemden" den Rath, doch auszuwandern. Warum wandert der deutsche Bonlanger ulch! nach Rußland? Väterchen würde ihn vielleicht zum Aelchskänzler machen— ihn, der 1878 auf dem Berliner Kongreß„russischer war als wir Russen". Auch in Frankreich fände er eine ganz gute Ans- nähme— bei den Bonlangisten, die einen Chef brauchen. würde den alten vortrefflich ersetzen-- ist er ihm doch zum Verwechseln ähnlich.— Schweiz. Der Parteitag der schweizerischen Sozialdemokratie ist, wie uns ein Telegramm an w-u„Vorwärts" meldet, heute im GroßraihSsaale zu Solo- thurn durch Genossen Wullfchleger- Bafel eröffnet worden. uwesend 45 Delegirte aus 25 Orten. Der Initiative zu einer Agitation für die direkte Wahl °cs Bundesraths durch das Volk wurde nach einem Referat ocz Genossen Brandt-St. Gallen zugestimmt. Ebenso soll n"l Antrag des Genossen Stcck-Bern die Agitation für Recht ans Arbeit" in verbesserter Formulirung in schlier Zeit wieder aufgenommen werden. Weitere Berichte folgen. . �Tie Vorbereitung der Revolution"— um in ." Sprache der Staatsanwälte zu reden— wird von den „X' i s ch e n Reaktionären, klerikaler und liberaler Färbung, i it einem Eifer und einer Geschicklichkeit betrieben, die� den Mgeflcifchtesteu Umstürzler mit ingrimmiger Freude erfüllen uuisen. Dem Scnats-Ausschuß, der sich für die Verweige- s des allgemeinen Stimmrechts erklärte,. ist der Aus- '■ro t 1 zweiten Kammer gefolgt, indem er sich für das �vhnutigs- oder Haushalt-Stimmrecht erklärte. In diesem «>nne werden auch Senat und Kammer im Plenum be- l?neßen, das nächsten Dienstag zusaunneutreten wird. Durch til Kaushalt-Klausel, die nur den. im Besitz einer selbst- 'laubigen Wohnung befindlichen SlaatSbürgern von über .�Jahren das Stimmrecht gewährt, wird die Hälfte j�w u�t l i ch e r bei allgemeinem Wahlrecht wahlberech- hl?4*ee Staatsbürger vom Wählen ausgeschlossen, und mtw °ss'kus zwei Drittel der Arbeiter. Tie Erbitte- Jw.g in Arbeiterkreisen ist unbeschreiblich.- Werden überall im Lande und namentlich in Brüssel Jiasscu ktsammlungen stattfinden, um den zusammentretenden Gejetz Sebern den Willen des Volkes kundzuthun. Die Regierung Nelt ein gewagtes und ein hohes Spiel. Auf die Armee fein Verlaß; die Rekruten sind, wie sich.dieser Tage in ktiier öffentlichen Rekrutenversammlung heraus_ stellte, von Ivz'aldcmokratischeni Geiste erfüllt, und ivenn die Regimmg . � zum Aeußerstcn kommen läßt, so bildet die Monarchie Einsatz.— ....I» Jtnlien wird morgen die Wahlkomödie ab- �spielt. Giolitti, der gestern eine Wahlrede hlelt so 'uhaltSloS. daß selbst der Telegraph fast nichts darüber zu !»S°n weiß I, wird eine.große Äiajorität� bekommen. Am Dienstag und■— gelegentlich in die Versenkung fallen, aus der Crispi schon den Kopf hervorftreckt. Und Italien ist und bleibt bankrott.— Spanien. Der Schleier, mit welchem die Vorgange in Spanien geflissentlich verhüllt wurden, ist zerrissen: in Granada hat das Volk sich erhoben— blutige Kämpfe haben stattgefunden— vielleicht ist's die Revolution. Ein Telegramm des Herold-Bureau meldet heute Mittag: Granada. S. November. Die Stadt ist in vollem Auf- rühr. Eine wüthende Volksmenge stürmte die Zollhäuser und brannte mehrere derselben nieder. Polizei und Gendarmerie wurden von den Tuumltuanten zurückgeworfen, der Gouverneur wurde bedroht, das Stadthaus und der Regierungspalast um- zingelt. Die Menge fordert Herabsetzung des Brot- vreises und Arbeit. Berittene Gendarmerie und zwei Kavallerie- Regimenler, welche telegraphisch von Sevilla und Malaga berufen wurden, zerstreuten spät Abends die Volks- menge und besetzten mit der Infanterie und Artillerie die Hauptplätze, Straßen»nd öffentlichen Gebäude. Fortgesetzt finden blutige Z u s a nm e n st ö ß e statt. Kavallerie- patronillen durchziehen die Stadt, die Kaufläden sind ge- schloffen. Weitere Truppenverstärkungen sind unterwegs. Also eine richtige Hunger-Emente. Und da in Spanien ein entsetzliches Elend herrscht, so werden die Vorgänge von Granada sich an anderen Orten wiederholen. Und die Republikaner und Carlisten werden sicherlich nicht ver- säumen, die Gelegenheit zu benutzen.— Der kleine König soll wieder gesund sein; das Königthnm ist aber schwer krank, wahrscheinlich im Sterben.— ParkeUmckmdjken. Die Redaktionen der Partei- und Gewerkschaftsblätter, sowie die betr. Kommissionen it., welche noch Arbeitsordnungen in Händen haben, werden um deren schleunige Uebcrsendung an uns' ersucht, da nunmehr die Bearbeitung der Arbeitsordnungen beginnen soll. Es ist nöthig, daß mit Ablauf dieser Woche daS gesammte Material i« unsere» Händen ist. Redaktion des„Vorwärts", Berlin SW, Beuthstr. L. Delegirtenwahle» zum Parteitage. Bant: Pauk Hug. Burscheid: Georg Schumacher-Solingen. Frankfurt a. O.: Emil Fader. Göppingen: Hildebrand- Stuttgart. Mülhausen i. E.: B u e b. Spremderg: K r a h l. Altona: Hein- rich, Stüven und Efstinge. Heidelberg: Dr. Rüdt. 8. hannöverscher Wahlkreis(Hannover): Sitlich-Hannover und W e y r ich- Linden; Ersatzmann D öhrin g. Wahlkreis Hanau Gelnhausen: Math. Daßbach. Die deutschenGenossen in Paris haben beschloffen, zu dem diesjährigen Parteitag einen eigenen Delegirten zu senden. Die österreichischen Genossen werden durch zwei Delegirte vertrete» sein, und zwar durch die Genossen Dr. Viltor Adler und P o p p e. � � Gegen die Militärvorlage und den Militarismus er- klärten sich ferner Versammlungen in Bant und Heppens (Referent Grillen berger- Nürnberg), Spremberg(Re- ferent Alfons Beyer- Kotibus), Bramsche(Referent W u r m- Hannover). Altona(Referent E. Fischer-Ham- bürg), O e b e r a n i. S..(Referent Albert- Chemnitz). ' Die Parteigenossen der Rheinpfalz werden vom Agitationsloniitee ersucht, so schnell wie möglich die Einberufung von Protestversammlungen zu veranlassen. Briefe in dieser An- gelegenheit sind zu richten an H. Beck, Ludwigshasen, Kaiser WUhelmstr. 1ö. In Hannover erklärte sich eine Volksversammlung, in welcher Abgeordneter Meister Bericht über die Thätigkeit des Reichstags erstattet halte, in einer einstimmig angenommenen Resolution mit dessen Anssllhrungen einverstanden, gab ihrer Zu- friedenheit über die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion Ausdruck und hoffte,„daß die Fraktion in Zukunft wie bisher die Interessen der Gesainmtheit vertreten und insbesondere allen, die ärmeren Bolksklaffe» treffenden neuen Steuern, insofern die- selben nicht zu ivirklichen Wohlfahrtseinrichtungen verwandt werden sollen, ihre Zustimmung versagen, insbesondere aber gegen die zu erivartende Militärvorlage stimmen wird." m» Polizeiliches, Gerichtliches re. Reichstags-Abgeordneter Auer hatte im August 1391 in der Umgegend Harburgs an einem Spaziergang nach der sogenamilcn Haake theilgcnommen. Um dabei auch einmal aus- ruhen und stühstücken zu können, war etwas Bier und Butter- brot nach dem Walde hinausgebracht worden. Als man sich's nun bei Bier und Butterbrot recht gemüthlich gemacht hatte, tauchten plötzlich aus dem Gebüsch zwei Gendarme auf. Die Hüter des Gesetzes witterten sofort eine geheime Versammlung.' Die Ge- nossen Auer aus Berlin, K o o n e n aus Hamburg und Baerer aus Harburg wurde» notirt. Gegen die leytcren fand schon vor längerer Zeit Termin statt, in welchem die Jreiiprechung Beider erfolgte. Auch Auer wurde dieser Tage freigesprochen.— Eben falls mit Freisprechung endete eine Anklage, welche gegen Ge- nossen Baerer wegen angeblicher Veranstaltung eines öffeut- lichen Aufzuges erhoben war. Es handelte sich um eine gewöhnliche Vergnügungstour. Da an dem„Aufzug" auch Frauen und Kinder theilgenommen und sogar Kinderwagea nicht gefehlt hatte», erkannte das Amtsgericht, daß ein Aufzug im Sinne des Gesetzes nicht vorliege. — Wegen Beleidigung des Bahnhofsverwalters La Roche in Wildbad hat der Redakteur der„Schwäbischen Tagwacht", I. Geiger, 60 M. Strafe zu zahlen. Das Vergehen wurde in einer Notiz der„Tagwacht" gefunden, in welcher u. a. be- hauptet war, der Bahuhofsverwalter sei eines Nachts beim Herannahen eines Zuges nicht zur Stelle gewesen, hätte viel- mehr erst aus dem Wirthshaus geholt werden müssen. Infolge dessen habe der Zug zum großen Aerger der Reisenden etwa zehn Minuten laug vor der Einfahrt warten müssen, bis endlich der Herr Verwalter erschiene» sei, und der Zug habe einfahren können. Das Verschulden siel aber nicht dem BahnhosLvcrivalter, sondern dessen Stellverireter zur Last. Der Staatsanwalt, der übrigens nur Lu M. Strafe beantragt hatte, meinte u. a., ein Preßorgan könne nicht ohne weiteres berechtigt sein, eine der- artige Verfehlung, selbst auf die Versicherung des betreffenden Einsenders hin, daß sie wirklich geschehen, sofort zur Sprache zu bringen, vielmehr hätte sich der Beklagte fragen sollen, ob es nicht angezeigt erscheine, zunächst einmal der vorgesetzten Dienstbehörde Anzeige zu erstatten. Tie Redakteure Schwabens werden sich für die Rolle bedanken, die ihnen der Staatsanwalt zumuthete. — Der wegen MajestätSbeleidigung zu 9 Monaten ver- urlheilte Redaktnir T h r e l von der Breslaucr„Volkswachl", welchen daS Gericht auf freiem Fuß belassen hatte, ist am Donners- tag verhaftet worden. — Gegen die E l b e r f e l d e r„F r e i e P r e ss e" ist wegen deS Berichts über das Benehmen, welches die Polizei beim Pfingst- ausflog der Cresclder Genossen nach den Suchtelner Höhen zur Schau trug, Anklage erhoben. Vornehmlich fühlte sich durch den Bericht der Burgermeister von Süchteln beleidigt. Als Zeugen werden eine ganze Anzahl Polizetbeamte sungiren. Sazisle ItcDci'lickjf. Achtung, Metallarbeiter! Die Sperre über die Firma Gradenwitz. Dresdener- straße 33 ist aufgehoben. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Der Magistrat zu Halle hat den Arbeitslosen die G e- nehmig ung zu dem geplant geivesenen Umzüge versagt. Der Umzug lasse Gefahr für die öffentliche Sicherheit befürchten, zumal ihn die Gesuchsteller selber als Demonstration bezeichnet hätten.— Da unsere Halleschen Parteigenossen den Umzug ge- leitet haben würden, ist die Befürchtung des Magistrats nicht begründet. Die Bourgeoisie will einfach das Elend mcht in seiner ganzen Größe und vor aller Welt konstatirt sehen, das durch ihre verkehrte Wirthschastsweise erzeugt wird. Ueber die Frage selbst, ob Umzüge re. den Arbeitslosen etwas nützen, ist den Ge- nossen unsere Meinung bekannt, sodaß eine iiochmalige Erörterung überflüssig. Die Zeutral-Jnvalideukasse deutscher Buchdrucker(Sitz Stuttgart) ist in folgenden Rechtsstreit verwickelt worden. Im Auftrage deS deutschen Buchdrucker-UnternehmerthumS hat Rechtsanwalt Dr. Paul Schmidt in Leipzig geklagt daraus, daß die Gesellschaft für erloschen erklärt werde und das Vermögen unter die Mitglieder zu vcrtheilen sei. Ee wird, gestützt aus das Gut- achten des Dr. Paul Gaupp. Rechtslehrers an der Universität in Tübingen, ausgeführt, daß die Zentral-Jnvalidenkasse in Verbindung mit dem Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker in Stuttgart bis zum Jahre 1383 eine Versicherungssozietät im Sinne des ae- meinen in Württemberg geltenden Rechts war und seit dieser Zeit infolge der Uebersiedelung des UnterstiitzungsvereinS Deutscher Buchdrucker nach Berlin und der Umwandlung vesselben in eine sogenannte„erlaubte Privatgesellschaft" von Rechts wegen erloscheil ist, daß mithin all« Beschlüsse und Verwaltungshand- lungen der Organe des Unterstützungsvereins Deutscher Buch- drucker, welche sich seit dem I.September 1338 auf die Verwaltung der Zentral-Jnvalidenkasse bezogen, nur äo facto Zustände, aber keine rechtlichen Wirkungen haben erzeugen können, daß vor allem auch das von der letzten Generalversammlung in Stuttgart beschlossene Statut»ngiltig ist und die Mitglieder ded Kassen- Vorstandes nicht als solche, fondern nur als Geschäktsführsr ohne Ailftrag zu gelten haben, daß endlich auch die frühere Be- sttmmung des Kassenftatuts, wonach ein Mitglied ivegen Aus- tritts oder Ausschlusses aus dem UnterMtzungsverein Deutscher Buchdrucker aus der Kasse ausgeschlossen iverben konnte, keme Giltigkeit mehr hat.— Nach den Ausführungen des„Korre- spondent", Organ des Unterstützungsverems deutscher Buch- drucker, ist die Rechtslage die, daß, nachdem die Mitglieder seit der Uebersiedelung des Unterstützungsvereins deutscher Buch- drucker nach Berlin die neue Ordnung durch jahrelange Beitrags- zahlung bestätigt haben, ein Zweifel über die Rechtmäßigkeit der- selben gar nicht mehr aufkommen kann. Die Widernatürlichkeit des Schmidt'sche» Anspruchs ergiebt sich weiter aus dem Umstände, daß das Recht auf Herauszahlung der Beiträge im Streitfälle nicht nur den Schmidt'sche» Klienten, sonder» auch jedem an- deren Mitgliede zustünde. Sollte daher ein Prozeß zu Gunsten der eventuell Klagenden entschieden werde», so sei es ganz selbst- verständlich, daß sämnitliche Mitglieder von diesem Rechte Ge- brauch machen ivürden. Die unausbleibliche Folge wäre die Liquidation der Kasse, wobei in erster Linie die vorhandenen Invaliden sichergestellt werden müßten. Ortsübliche Taaelöhne. GemeindebezirkMr.gde- bürg: erwachsene mannliche Arbeiter 2 M., weibliche 1,40 M, jugendliche männliche 1,20 M., weibliche IM. Rudolstadt, Blankenburg und die Gemeinden Volkstedt, Schwarza, Schaala, Cumbach, Kirchhasel, Eichfeld und Pflanzwirbach: er- wachsen« männliche Arveiter 1,80, weibliche 1,10; jugendliche 1,10, weibliche 0,80 M.; für alle übrigen Orte und Gursbezirke deS Landraths-Amts: erwachsene männliche Arbeiter 1,V0, weibliche 1 M.; jugendliche männliche 1 M., weibliche 70 Ps. Der Wiener HolzdrechSlerstreik wird nach dein Bericht der Wiener„Arbeiterzeitung" in kurzer Zeit beendet sein. Be- reits ist in 210 Werkstätten die lOstunhge Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von 4 bis IS pCt. errungen. Als der Streik aus- brach, zählte man ISO organisirte Hol-drechslerardoiter gegen 450 unorganistrte. Die gesammten Arbeiter hielten sich jedoch wacker, angeeifert durch das Beispiel der ccganisirten Genossen. Heute zählt die Organisation bereits 300 Holzdrcchsler, und es ist zu erwarten, daß weitere 100 Mann dec Gewerlschaft beitreten wer- den. Der Streik kostete bis jetzt ra. 1000 Gulden. Die Polizei, diese„Stütze der Ordnung", gab sich viele Mühe, den Unter- nehmern durch Zuführung von Streikbrechern zu Helsen.— Der Streik der Rohrdrechsler dauert fort. Es streiken IS!» Mann; ebenso ist der Streik der Arbeiter von Striegel und Sohn und Josef Hvllanik noch nicht beendet. Der Bnchbinder-Fachverein zu Bern, sowie die übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen der Papierbranche beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten und ersuchen deshalb um Fernhaltung des Zuzug-. In Wien findet am 23. und 26. Dezember der zweite Kon- greß der F e i l e n h a u e r Oesterreich-Ungarns statt. Ziterarisches. Sozialpolitisches Zen'ralblatt(herausgegeben oon Dr. Heinrich Braun, Verlag von I. Guttentag\n Berlin). Die soeben erschienene Nummer 6 hat folgenden Inhalt: Gesetz- aebcrische Maßnahmen gegenüber dem städtische» Grundbesitz. Von Privaldozent Dr. Leo Arons.— Di« Perbrauchsbesteuerung in den deutschen Gemeinden. Von Dr. Rudolf Grätzer.— Staatshilfe oder Wohlthätigkeit. Verbesserung im gewerblichen Forlbildungsschulwesen.— Prohibitivmaßregeln gegen europäische Einwanderer nach'Amerika.— Die Quittungskarte der Alters- »ud Jnvaliditätsversicherimg als Zählkarte einer Arbeitslosen- Statistik. Bon Dr. Adolf Braun.— Die Lage der holländischen Zigarren arbeiter.— Der Verband der deutschen Porzellan- und verwandten Arbeiter.— Ter Streik von Carmaux.— Enquete über die Stellcnlosigkeit der Handlungsgehilsen.— Arbeits- Verhältnisse kaufmännischer Angestellter.— Dringlichkeit des Jnkrasttretens der industriellen Sonntagsruhe in Deutschland.— Jugendliche Arbeiter auf deutschen Walz- und Hammerwerken.— Lohnfestsetzung und Berggesetz in Preußen.--'Das neue fran- zösische Arbeiterschutz-Gesetz.— Die englische Fabrikinspektion im Jahre 1890/91. Von Max Ncnstädter.— Nusallversichernng der Handwerker in Deutschland.— Krankenversicherung der Hand- lungs-Gchilfen. Abdruck sämmtlichcr Artikel ist Zeitungen und Ztstschrisien gestattet, jedoch nur mit Angabe der Quelle. Dviefkttpkett dev Expedition. Arwed Träger. Rest 0,30 M R. 10V. 2ö M. an den Jfojfuei Ambach abgesichri Für den Inhalt der Inserate über- nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, K. November. Vpernhans. OavaUerla rustioana (Baiicrnehre). Zar und Zimmer- mann. Montag: Alessandro Stradella.— Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Faust. Montag: Was ihr wollt. Kesstng- Theater. Die Orientreise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kerliner Theater. Krieg im Frieden. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Maliner-Theater. Die Großstadtluft. Montag: Sodom's Ende. Deutsches Theater. Lolo's Vater. Montag: Götz von Berlichingen. Kroll'« Theater. Oberon, König der Elfen. Montag: Die lustigen Weiber von Windfor. ZUstdeus- Theater. Im Pavillon. (Le Parfüm). Vorher: Der neue Ganymed. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich-Milhelmjtädt. Theater. Pariser Leben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas-Theater. Onkel Bräsig. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Grust- Theater. Die wilde Madonna. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alerauderplatz-Theater. Berliner Gigerln. Montag: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Dorj und Stadt. Montag: Vorstellung. Kelleallianr«- Theater. Verlorene Ehre. Apollo- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Theater derP.eichshallen. Epezia- litäten-Vorftellung. Winter-Garten. Spezialitäten-Vor» stellung. Kansmau»'» Uarietö. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Dichter'» Uaristö. Spe- zialitäten-Vorstellung._ Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Gesangsposse in 3 Akten von li-freptov. Couplets von V. Görss. Musik von 8. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Ultlcemexer in Coburg. In Scene gesetzt von Adolph Emst. WW Ansang 7'/, Uhr."W Morgen: Dieselbe Vorstellung. AlWi>tt-W-!hk«t». Heute: Berlinep Gigerln. Posse mit Gesang in 3 Akten und 4 Bildern. Bearbeitet von R. Sybel. Kasseneröffn. 6>/s Uhr. Ans. 71/i Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. SV Sonntag, den 6. d. M.,"HWU Nachmittags 3>/z Uhr, bei ermäßigten Preisen: MBttspreWkttt'mHeerij. Hierauf: D er Mo r d m der Kohlmessergasse. American-Theater. Neu! Die Trolkenlvohner, oder„Das Kind in der Kommode", parodistisch- realistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hof aus, von Oskar Wagner. Hauptrolle: Drr nrbomische Sendir. Jeden Abend jubelnder Beifall. Der seiie Reis»». Berliner Lokalposse von O. Wagner. t Die Wiener Original- yCtU! Soubrette Clotilde Kowala. Anfang 7'/, Uhr. Entree 72 Pf. Sonntags 6 Uhr. kamov- Panopticum. 9 Fuß!! ein Riesen- Kind:;: »'4 Ohne Extra- EnU'ee. von 11—1 und 4—9|(Hr. „ZW Mßthlilheü Siffen' Görlitzerstr. hl, Ecke Lübbenerstraße. Für dürft. Seelen b. 1'M Nachts geöffn. LS7Sd Miz-l. Sonntsg, L. Aiiov. IST2, yormittags 10 Uhr: Eröffnung unseres neuerbauten rauerei- Ausschanks Schönhauser Allee 36139 Ecke Fransecki-Strasse. Schuitheiss' Brauerei, Actien-Gesellschaft. 42/2 Conwrdia Festsäle Attdreasstr. 64. c. Saeger. Krautstr. BS. •'Ä'Ä.Sr" Grosses Concert. 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Böhme, unter Benutzung der neuen großen Kcnrert-Orgel._ _ Anfang 44/e U h r. 4M1 Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. s3240E Kauf man n's Variete Am Stadt bahnhof Alezanderplatz. Vollständig neues sens. Programm. Familie Lars-Larscn. Brooks et Ouncan» Brothers Barett. Charles Liffton,(3221L sowie Austreten sämmtlicher an- derer Spezialitäten/ leden Abend stiirmischer Erfolg. Philipp'sFestsäle�n) Rosenthalerstr. 33. Fernspr.A.3Nr. 130 Sih-QAejllifjltitt» (Hochzeit, Ball, Kommers w.) mit u. ohne Bühne. Gleichzeitig empfehle meinen vorzügl. Mittagtifch zu kleinen Preisen Vorzügliche Abendkarte. K.merl�'ieäi'iehs-GriU'teu R i x d o rff. Knesebeckstr. 77. Herrmanuftr. 37. Jeden Sonntag von4Uhr ab: GvoKev Vntt. Die Kaffeehnche steht den geehrten Damen zu jeder TaaeSzeitzur Verfügung. S renovirte verdeckte Kegelbahnen. Hierzu ladet ergebenst ein Eduard Wiersing, R. Kröslhe's keseWilstshass Lichteste. SO. 3220L Mein kl. Saal, ca. 80—100 Personen fassend, ist noch Sonnabends zu Vereins- festlichkeiten zu vergeben. Ebenso Vereinszimmer von 20 bis 100 Personen fassend mit Piano. I Restaurant& Cafö. HB. Lnestenmalderstr. IIB. Vorzügl. Biere, Weine:c. Vereinszimmer zn ca. 15 Personen. Flora Wittner Siegmund Kohu Verlobte. 2947b Dem Restaurateur H. Langer, Oppelnerstr. 44, ein dreimal donnern- des Lebehoch zu seinem Wiegenfeste. Häng' der uf. 2936b B. B. B. Unserm Freund und Budiker Nichter zu seinem heutigen Geburtstage ein donnerndes Hoch. 2943b Die durstigen Seelen anS der Mantenffelstraste. XoMertparKVictom Frankfurter Allee 72. (Inhaber Fritz Rosche.) Neu Neu! Zu Versammlungen und Festlichkeiten auch Kountags.(31761. Vereinszimmer, neu eingerichtet, für ca. 45 Personen ist zu vergeben. 2932b Richter, Bernauerstr. 13. vinvus ften*» (Karlstraße.) Sonntag, den 6. November 1892, um 4 und 7'/2 Uhr: 2 Gr. Ertra-VorMungen. Uachm. 4 Uhr: Komiker-Vor- stellnng, in welcher besonders die Klowns durch allerlei komische Entrees. Intermezzos-c. bemüht sein werden, die Kinderivelt auf's Amüsanteste zu unterhalten; szu dieser Vorstellung hat jeder Erwachsene das Recht, aus das von ihm gelöste Billet 1 Kind frei einzuführen. Abends 7Vs Uhr: Gr. Festvor- steUung unter Mitwirkung sämmtlicher Kunstspezialiläten. Auftreten des weit- bekannten Schulreiters Mr. James FlUi«. 8 zu gleicher Zeit in Freiheit dressirte Schimmelhengste vorgef. v. Dir. Frans Renz. Das Schulpserd„Salon" ger. von Frl. Glotilde Hager rc._ UW Auf Aelgolaud oder: Ebbe und Flnth. Gr. Land-, Wasser- und Feuer-Schauspiel mit Nationaltänzen von 70 Damen, neu arrangirc vom Direktor Franz Renz. Neue Tanz- Einlagen: 1. Garderegiment in Parade-Uniforw a. d. Zeit Friedrichs d. Großen:c. Montag, den 7. November, Abends 7V« Uhr: Brillante Vorstellung mit neuem Programm und Helgoland. _ Fr. Renz, Direktor., Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich Kurt- Ufer Ecke Karlstraße. Sonntag, den 6. November: Nachm. 4 Uhr(l Kind frei). In dieser Vorstellung u. A. Miß Em» und Mr. Valten mit ihrer drcss. Hunde-, Affen- und Pony- gruppe. Die fröhliche Kchul- fugend, kl. kom. Pantomime. 2. Voch. Ab. 7l/e Uhr: 2. Auftreten der Luftgymnastiker The threo Hanions, sowie d. musikal. Klowns Alfons und Estio. 55 Hengste, vorgef. vom Dir. Althoff. Außerd. Austr. sämmtl. Spezialitäten. Montag 71/a Uhr: Gr Vorstellung mit neuem Programm. Näheres die Plakate. Allen Freunden und Parteigenenoss empfehle mein Weiß- und Bairisch' Bier-Lokal. Vereinszimmer m. Pianim» zu vergeben. goggL Fritz Fröhlich, Naunynstr. 43. I 44 Verlag des„Voenaävks Berliner Volksblatt Berlin Sißf», Beuthstrasse Ho. 2. Denjenigen Genossen, welche sich über die Geschichte unserer Partei orientiren wollen, empfehlen wir für den bevorstehenden Parteitag die älteren Kongreßprotokolle: Itf affolmU des Kongresses der Deutschen Sozialdemokratie. Hiroivttvu Abgehalten auf Hchlost Myden in der Preis 20 Pf. Schweiz vom 20'— 23. August 1880.U51 m über den Kongreß der Deutschen Sozialdemo- kratie tn Kopenhagen. Abgehalten vom 29. März bis 2. April 1383. 33 Seiten. Preis 20 Pf. Nerhandlungeu gehalten vom 2.-6. Oktober 1887. 50 Seiten. Preis 25 Pf. fttf rttitbrtfl üb" die Verhandlungen des Parteitags der VAimVJA Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ab- gehalten zu KaUe a. K. vom 12.— 18. Oktober 1890 313 Seiten. Preis 50 Pf. ttf rt-frtbrtli über die Verhandlungen de? Parteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ab- gehalten zu Erfurt vom 14.— 20. Oktober 1891. 363 Seiten. _ Preis 50 Pf. Itviffitlmll des Internationalen Arbeiter- Kongresses zu Pari». Abgehalten vom 14.— 20. Juli 1889. Deutsche Uebersetzung. Mit einem Vorwort von Wilhelm Liebknecht. 133 Seiten. Preis 25 Pf. Sfff rtö-itlAitll der Verhandlungen des ersten Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands. Abgehalten zu Sulbrrstndt vom 14.— 18. März 1392. 96 Seiten. Preis 20 Pf. Nerhandlmige« 30. Dezember 1333 bis 1. Januar 1889. 112 Seiten. Preis 20 Pf. iterbrnthlnngen halten zu Wien vom 28.-30. Juni 1891. Abge- 134 Seiten. Preis 30 Pf. Nerhandlungen ZLsÄ'Ä? � halten zu Wie» vom 5.-9. Juni 1892. Abge- 176 Seiten. Preis 30 Pf. M WickmMsn!ti«I(tii SS«ktt. . � Buchhandlungen. Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von auswärts bitten wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages(Porto extra). Berartwortlicher Redakteur: August EnderS in Berlin. Druck und Verlag von Max Boving in Berlin. SW. Beuthstraße 2. vierz» zwei«kilstgx» 1 Beilage zum„Vorwärts" Berliner VolkMtt. Nr. 361. Souutag. dr» 6. November 18SI. 9. Jahrg. Pavtciuoiifmrfitcu. ft,,,®e'. den Stadtverordneten> Wahlen in Halbcrstadt � t der dritten Klasse für die sozialdemokratischen Kan- »j?? �r- meä. Crohn 161. Hutfabrikant A. Heine 128, .y�ruuister G e r l a ch und Zigarrenfabrikant Hebbel je Irf& ,llmen abgegeben, während die Gegner unter rücksichts- Ausnutzung ihres wirthschastlichen Einflusses für ihre andidaten SLS— 863 Wähler auf die Beine brachten. ** «>. �'�Sozialdemokraten in Uetersen stellten zu den Stadt- �ordneten-Wahlen zwei Kandidaten auf. *« in fi'le®ec den bisherigen LandtagS-Abgcordneten Schnitger enfJ m.? 0' der jüngst zur sozialdemokratischen Partei über- Landtag die„Lippische Post" in einem Artikel„Zur v..��.a>n 26. v. M. erfolgte formelle Uebertritt deS bisherigen demnr. aeordneteu Leopold Schnitger in Lemgo zur Sozial- di?t--<5"�d nicht verfehlen, in Lippe und über die Grenzen �>-3 hmaus Aussehen zu errege». Lebe» t" Schnitger hat lange Jahre hindurch im öffentlichen beit-"'stner, Vaterstadt und auch in lippischen Landesangelegen- er Inn hervorragende Rolle gespielt, ja man kann sagen, daß klaiien Snhre hindurch nicht allein unter den unteren Volks- Bürae■ntln auch un'cr einem großen Theil der wohlhabende» abM,,, inm. 3" als anerkannter Führer in vielen Fragen ein in'ei ne Regiment führte. Er beherrschte früher seinen Anhang sagt- �anz auffälligen Weise und bestimmte, was geschehen in doi- iw bekleidete nacheinander die verschiedensten Ehrenämter initnk!--. Vcrivaltung und übte sowohl als Magistrats- sy.3. wie als Stadtverordneter so großen Einfluß, daß sich Und»J�h�liestellte Beamte um seine Freundschaft bewarben fcfier m 3el nach von seinem Verhalten die Anstellung städti- bis etwa zum Jahre 1880 abhing. Er ivar un- batt» oi- ber geistige Führer der großen Blasse Lemgo's und in wVwonöter Volksredner einen selten versagenden Erfolg " vssentlichen Verhandlungen und Versammlungen. sche�'"? Jo»rnalisteil?onfcrenz der czecho-slavi- Tanon»bzialistischen Parteipresse wurde in den Sie fliTu01" Oktober bis 1. November in Brünn abgehalten. Uber d! ursprünglich in Böhmisch- Trubau stattfinden, konnte von abgehalten werden, weil der Bezirkshauptmaun r.andskron dem Gesetz und Recht zum Hohn die dortigen unter Androhung der Konzessionsentziehung veranlaßt SßutiT" rim®efe9 und Recht zum Hohn die dortigen hotte•f,Un,et Androhung der Konzessionsentziehung veranlaßt tion!-. Lokale nicht herzugeben. Er halte weiter gedroht, die gewa,» mit®£U,aIt iu hintertreibe». Angesichts dieser Ver- reiseu �ung beschlossen die Konferenzmitglieder, nach Brünn zu der«�ud die Konserenz dort abzuhalten. Vertreten waren aus N,.,.,.°uferenz alle politischen und mehrere Fachblätter. Zur 'hang gelangten Parteifragen. «> g.�uhtenliste der Partei. Am 31. Oktober starb in R a t he- gen«»,, Optikus Max Wiesenthal, ei» treuer Partei- Ratben' namentlich unler dem Ausnahmegesetz, als in Bewegung entstand, stets und tüchtig aus dem „, Uoksles. «0«. i'. Berliner Lohuverhältniffe liegt wieder eine Äaait»,� vor, welche durch die Gewerbe-Deputation des besonn- o veranlaßt worden ist. Es ist diesen Stalistiken kein hoher Werth beizumesse», da dieselben die thatsachlichc» «rsSi-ine'� Vicht zur Anschauung bringen, was sehr erklärlich ftatiftifi' �enn man die Quellen sich betrachtet, aus denen diese Stalift e• Angaben fließen und auch bei der vorliegenden vers.-,, ,?'£berum geflossen sind. Dieselbe bezieht sich auf die Lohn« über i»'v' September 1391 und umfaßt 36 531 Personen. vkr-i„'che von 60 Innungen, 47 Ortskrankenkasse», 8 Gewerk- 3ba n.(Hirsch-Duncker), 23 anderen(?) Arbeitervereinen und Jnfoloe ne�m?rn Bericht erstattet worden ist. Es erübrigt dem- £in»ei„' die berechneten Durchschnittslöhne der Arbeiter der vielmön Berussarten in der Statistik näher einzugehen, es dürfte So fiok üenügen, nur Einzelheiten aus der Statistik herauszugreifen. sonen 1 dieselbe u. 31.: Von den(oben erwähnten) 36 534 Per- >vhn o?v��.£ken 7179 nur im Akkord, 7602 empfingen»eben Zeit- Lebrii» � Stücklohn. Unter den Akkordarbeitern befinden sich auch zwis�ll». Der Zeitloh» schwankt bei den Gesellen und Gehilfen per wi i und 60 M., bei den Arbeitern zwischen 8 und 41 M. ���voche; der Stücklohn zwischen 5 und 110 M. bei den ist � 0. Von Max Bcwer, dem ersten Bismarckschilderer, Ez von Lcuienburg auf Hans Blum gekomiilen. ßiltia'Vehr als menschlick)er Scharfsiiill dazu, eine end- der®utscheidung darüber zu treffen, ob der Exkanzler in !chlccht� �iner Anekdotenvertreiber sich verbessert oder ver- ä'qct a die neue Erwerbung, die er an dem Lcip- kxu,.„stwalt gemacht hat, dazu angethan ist, seiuem Ruhmes- K � neues Blatt einzufügen. öttoei tme Durchlaucht macht sich das billige Vergnügen, Wtd jf uns seinem Leben zu erzählen. Was Herr fllom.- �drig ließ, kehrt Herr Blum zusammen, und die räus Menge lauscht and—"'—" �-----'•-m— clJ- Mus! und wie er spuckt. ??d>»" lauscht andachtsvoll darauf: ivie er sich Und mit dem göttlichen Zynis- genialen Menschen auszuzeichnen scheint, Und" n"5 ullcrticssten Staatsgeheimnisse ausgeplaudert �eish � findet bestätigt, mit wie wenig dfich selbst in sogenannten entscheidenden Augen- Lkstniei-i" Weltgeschichte doch unser geliebtes Gemeinwesen welch.- � uitrd. Es ist fürwahr ein gefährliches Spiel, de», �ükularmcnsch in Varzin treibt, und es tväre Nicht �-�usten Uilterthanenverstaud fast unbegreiflich, wenn .Nnch üwße Mann stets nach dem rabiaten Grliudsatz starke». 5 Sintfluth" gelebt und gehandelt hätte. Mit t Hand entfernt er den Nimbus der Glorie und den �ltbcliJc�em' k" die Heldengestalten in den Augen der �chtsloi»» verklärte, und da er,„der erste Vasall", in ruck- chi N»? Rachedurst aus der Schule plaudert, ficht auch Utit den»»5' es nur Thcatcrflitter und Truggold ist, dekoiii-e Großen dieser Welt von ihren Liebedienern neuxe, werden.„Indiskretion ist Ehrensache", scheint der Gek�l.?�� des grllndsatzreichen Maniics zu sein, und l"hl des Grauens und des Schreckens muß jedes- ersteren, bei den letzteren zwischen 7,50 und 60 M. per Woche. Nur 5 M. ist der?Nindestverdienst der Webergesellen, 110 M. verdiente ein Kunstformer und Kunstgicßer in einer Platin-, Gold- und Silberwaaren-Fabrik, 100 M. überschritten zuweilen auch einzelne Rohrrichter in einer Präzisionszieherei und Steinmetz- gesellen Jin der Marmor- und Granitindustrie. Bei den 3lr- beiterinnen schwanken die Zeitlöhne zwischen 3 M. 50 Pf. und 27 M. 20 Pf, eine Arbeiterin in einem Weißwaaren- Konfektionsgeschäst verdiente sogar 75 M. Wochenlohn. Die niedrigsten und höchsten Löhne für jugendliche Arbeiter betrugen 1,50 M. und 15 M., für jugendliche Arbeiterinnen 2 M. und 13,50 M., für Lehrlinge 2,50 M. und 18 M., für 3lrbcitsburschen 6 und 12 M. Werkmeister verdienten 20—100 M., Direktricen 24—40 M., Vorarbeiterinnen 16—30 M. Wie schon gesagt, haben diese Statistiken der Gewerbedeputation wenig werth, da sie nur die ungeheuren Verschiedenheiten der Lohnsätze erkennen lassen, in ihrer Allgemeinheit aber geeignet sind, die thatsächlichen Verhältnisse in einem falschen Lichte erscheinen zu lassen. Die gewerkschaftlichen Organisationen müssen sich daher die Pflege der Statistik ganz besonders angelegen sein lassen, um eine bessere Einsicht in die herrschenden wirthschastlichen Verhältnisse der einzelnen Briese zu ermöglichen. Die vierte Klasse hat auf den preußischen Staatsbahnen, wie ein Artikel in der Wochenschrift„Nation" ausführt, im Laufe der letzten Jahre die größte Bedeutung erlangt. Während die drei ersten Klaffen trotz absoluter Steigerung des Verkehrs und der Einnahmen doch relativ von Jahr zu Jahr an Be- deutung eingebüßt haben, ist die vierte Klaffe immer gewichtiger in den Vordergrund getreten. Im Jahre 1890/91 entfielen auf die vierte Klasse von den Einnahmen ans dem gekämmten Per- soneuverkehr bereits 26 pCt., von der Zahl der beförderten Per- sonen 33 pCt. und von dem gesammteu Verkehr, d. h. der Zahl der von fämmtlichen Reisenden zusammen zurückgelegten Kilo- mcter sogar 39l/z pCt. Mit anderen Worten: von" dem ge- sammten Personenverkehr der preußischen Staatsbahnen fallen allein Vs auf die vierte Klaffe. Die Erklärung dafür sucht die „Ration" in den„Erleichterungen", welche die Bahuverwaltung in den letzten Jahren für die Reisenden der vierten Klasse ein- geführt haben soll. Mag sein, daß die Aufstellung einiger höchst primitiver und niederträchtig unbequemer Bänke das Reisen in der vierten Klasse manchem jetzt angenehmer erscheine» laßt, als früher. Aber selbst bei normaler Besetzung eines Wagens viertertklaffe muß auch heute noch mindestens die Hälfte, in vielen Wagen noch weit mehr als die Hälfte der Insassen stehen.„17 Stehplätze' 8 Sitzplätze" kann man auch heute noch in einer großen Anzahl dieser Wagen angeschrieben finden. Der Einfluß der Bänke und ähnlicher„Erleichteruiigen" kann die auffällige Bevorzugung der 4. Klasse nicht allein erklären. Für gewöhnlich greift man doch nur dann nach dem Minderwerthigen, wenn man zu dem Besseren kein Geld hat. Es ist gar keine Frage, daß die fortschreitende Proletarisirung der Massen sich auch bei der Benutzung der Eisenbahnen bemerkbar macht. Die höchst verdächtige Beliebtheit der 4. Klasse hat genau in demselben Maße zugenommen, wie die Verarmung der Arbeiter- bevötkerung. Die unaufhaltsam fortschreitende Proletarisirung, die sich überall und in jeder Forin dem Beobachter aufdrängt, sodaß eigentlich nur noch Bornirtheit oder Böswilligkeit sich da- gegen verschließen kann, wird voranssichtlich eines Tags auch de» Staatsbahnen eine empfindliche Verininderung der Einnahmen bringen, wie im Handel und in der Industrie ja schon heute die mangelnde Kaufkraft der Massen das Geschäft von Zeit zu Zeit völlig lahm legt. Es ist eben doch eine gefähr- lichc Sache mit der allzu weit gehenden Ausbeutung des Proletariates.„Allzu straff gespannt, zerreißt der Bogen, und ans den Schützen prallt der Pfeil zurück." Nrbeiter-Bilduugsschule. Heute, Sonntag, den 6. No- vcmber, Vormittags 10 Uhr, findet seitens der Schüler und Mit- glieder der Schule eine Besichtigung der städtischen Wasserwerke vor dem Stralauer Thor statt. Die Theiluehmer versammeln sich vor dem Eingang daselbst. Die Cholera-Kollekte ist auch uuter den Mannschaften der städtischen Straße nreinigungs-Ver waltung um- gegangen. Im ganzen sind 223 D!. für die Stothleidenden Ham- burgs von den Berliner Straßenfegern aufgebracht und durch den Direktor Schlosky an die Haupl-Stistungskaffc des Magistrats abgeführt worden. Daß dieses Opfer für die Spender in dop- pcllem Sinne ein Opfer war, wird demjenigen ohne weiteres klar sein, der die geringen Gehälter und die gedrückte Lage der Berliner Straßenfeger kennt. 3Äem> es schon kläglich genug ist, daß man für die Nothleidenden Hamburgs überhaupt den Klingel- beute! umgehen läßt, statt ihnen von Staalswegen zu helfen, so ist es noch kläglicher, daß man sogar Beiträge aus Kreisen an- nimmt, denen es so schlecht geht, daß sie beinahe für sich selber den Beltelsack schwingen müssen. Natürlich ist diese Sammlung eine„ganz freiwillige" gewesen. In der Notiz, der wir die mal die jetzigen Staatsstützen Überkommen, so oft ein neuer Reporter sich dem Heim des Herzogs nähert. Der schleichende Tod geht um in den Reihen der Geheinmißträger, aber auch die große Masse erfährt wenig- stens, wie überaus frivol bisivciien mit ihrem Geschick gespielt wird. Der Exkanzler spielt mit dem Feuer. Und dieses Feuer erhellt blitzartig Situatioueu und Personell, und wenn Jemand Demagogie zu treiben versteht, so kann er es wie kein Anderer. Aber nicht ihm wird der Lohn seiner jüng- ftcn Thaten, sondern die Früchte seiner jetzigen Thätigkeit werden Denjenigen zu gute kommen, an die der Kanzler wahrscheinlich zu allerletzt denkt. Möge er noch recht oft an dem unschuldigen Herzen des Herrn Hans Blum ruhen und möge er ihm, so oft ihn der Kummer drückt, seine Schmerzen klagen, die Welt kann nur prositircn, und keine Kritik kann die sogenannte„hohe Politik" schärfer geißeln, als es die lieblichen Enthüllungen thnn. Leute vom Schlage des Herrn Hans Blum werden sich immer finden, die ihre geist- volle Feder dazu hergeben, dem Spießbürger die erleuchtete Weisheit des chemaltgcn Kanzlers zu übermitteln, und die Geschwätzigkeit des Alters kommt in diesem Falle wenigstens deil Leuten zu gute, die ein Interesse daran haben, zu er- fahren, wie im gegebenen Falle mit ihnen gewaltet und ge- schaltet wird. Es ist ohne Frage nicht allzu schwer, ans eitier„Chaiuade" eines„Fansare" zu machen, aber schwer sollte es eigentlich sein, darüber zu witzeln und zu spötteln und bei einer langen Pfeife und Spatenbicr, ivelches alle die Interviewer lobend hervorheben, angenehm sein sollende Glossen zu machen. Und die Eltern, welche altersgrau noch heute ihre Söhne betrauern, die mit durchschossener Brust auf den blutgetränkten Schlachtfeldern begraben liegen, Männer, die ihre Väter in den Massengräbern wissen,— sie mögen Trost suchen und finden in den reizvollen Be- obige Mitthcilung entnehmen, wird es wenigstens ausdrücklich"i1* sichert. Und warum sollte sie das auch nicht gewesen sein? S16 wird sicherlich ebenso„freiwillig" gewesen sein, wie die Samnl' lung der schlecht bezahlten Post» Unlerbcamten zu dem gleichen Zweck oder die einstmalige Schnorrerei unter den armen schlestschen Bergarbeitern für die Bismarckspende. Solche Sammlungen sind überhaupt immer„freiwillig". Können die obersten Leiter der betreffenden Betriebe dafür, daß der erste Gedanke dazu in der Regel nicht in dem Kopfe eines der untersten, fchlechtest bezahlten und meist gedrückten Arbeiter, sondern eines mehr oder weniger subalternen Beamten entsteht? Anders aber liegt es mit der Frage, ob auch die B e t h e i l i g u n g an der Samm- lung bei allen ebenso„freiwillig" gewesen ist, wie die Anregung dazu bei dem, der den ersten Gedanken hatte. Von den Straßen- fegern wird versichert, es habe sich kein einziger ausgeschlossen. Von den Postbeamten wurde beinahe ebenso günstiges berichtet. Dort hatte sich sogar Herr v. Stephan betheiligt, mit 20 M. Ob und eventuell wie viel Herr SchloSky beigetragen hat, wird nicht verrathen. Aber natürlich wird auch er sich nicht aus- geschlossen haben. Trotz alledem stehen wir dieser seltenen Ein- inüthigkeit von Vorgesetzten und Untergebenen etwas mißtrauisch gegenüber. So lange solche Kollekten in der jetzt üblichen Weise, d. h. durch Einzeichnung in eine Liste, gemacht werden, ist die Gefahr nicht ausgeschlossen, daß nicht doch am Ende einige un- freiwillige Beiträge darunter sind. Wenn man eine Sammelbüchse aufstellen würde, in die jeder sein Scherflein unbemerkt legen könnte,— wie viel da wohl manchmal zusammen kommen würde? Wir sind nicht neugierig darauf. Wir müssen bei allen diesen Kollekten immer an eine Kollekte denken, die im Früh» jähr 1833 oder 1889 aus den Kontrottversammlungen hier in Berlin zum Besten eines Kaiserdenkmals, wenn wir nicht irren, stattfand. Ein uniformirter Gefreiter mit einer leeren, deckellosen Zigarrenkiste und neben ihm ein Feldwebel mit Argusaugen schritten die Reihen ab und sammelten die Beiträge. So lange man sich noch außer Gehör- und Gesichtsweite der beiden, sowie der zuschauenden Lieutenants und des Hauptmanns befand, konnte man allerlei hören, ivaS gar nicht nach„Freiwilligkeit" aussah. Nachher zahlte aber jeder ohne Ausnahme. Die Samm- kungen wurden, nachdem sie einige Tage hindurch fortgesetzt wor- den waren, plötzlich eingestellt. Es wird Zeit, daß den„frei- willigen" Cholera-Kolleklen unter schlecht bezahlten Beamten vald ebenso ein Ende gemacht wird. Die Geschichte einer Fälschung. Vor kurzem wurde der Tischlermeister Anton G r e h l zu einigen Jahren Gesängniß verurtheilt, weil er eine Reihe von Wechselfälschungen verübt hatte. Interessant ist es, zu verfolgen, w i e Grehl Fälscher und damit Aechter der heiligen bürgerlichen Ordnung wurde. Er ivar weder Revolutionär, noch besaß er einen„angeborenen" schlechten Charakter, Eigenschaften, die gewöhnlich dem Spieß- dnrger die Haare vor Angst zu Berge treiben und in ihm die Vorstellung der Zerstörung von Recht, Moral und Tugend er- wecken. Im Gegentheil, G. war der Besten einer, so recht nach dem Wunsche der Bourgeoisie. Als Tischlergeselle hätte er, nach zuverlässigen Mittheilungen, am liebsten den Tag in 24 A r b e i t s- stunden eingetheill. Natürlich sparte er auch, wie es sich für solch einen Mann gehört. Nach jahrelanger angestrengter 3lrbeit, nach vielem Knuffen und Knausern, pardon— Sparen hatte er es zu einem kleinen Kapitälchen gebracht, das sich durch eine hinzlikommende Erbschaft noch vergrößerte. Es langte jetzt, um damit„etwas" anfangen zu können. er etablirte sich, wenn auch vorläufig in kleinem Rahmen. Man konnte sich' als„selbständiger Meister" durchstümpern. Da er billig und gut arbeitete, erhielt Meister G. Kundschaft, deren Llnsturm er nachgeben und sich vergrößern mußte. Dazu kam, daß die Geschästskonjunktur eine aussteigende wurde. Er be- schäftigte bald 12 Gesellen. Trotzdem halte er keinen besonderen Verdienst, da viel Geld für Neuanschaffung von Werkzeugen-c. ausgegeben werden mußte, so daß er nicht dazu kam. ein größeres Kapital für schlechtere Zeiten anzusammeln. Der wirthschastliche Aufschwung war nur ein vorübergehender, die Bestellungen blieben aus und es mußte„ans Lager" gearbeitet werden. Bald fehlte G. das Geld, um allen seinen Verpflichtungen gerecht werden zu können. Die nächste Folge war die Verschleuderung der auf Lager befindlichen Gebrauchsartikel; die dringendsten Bedürfnisse mußten eben besriedigt werden. Wie immer in solchen Fällen, wurde dadurch der Konflikt zwischen Ein- nahmen und Zlusgaben noch viel mehr vergrößert. Die Gläubiger lassen nun nicht mehr ab von ihm, ihr Drängen wird immer ungestümer; wo einen Ausweg finden? Einen Llusweg, der ihn nicht gleich mit dem Strasrichter in Verbindung brachte? Ein falscher Wechsel half aus der Noth; vielleicht ließ er sich einlösen, bevor jemand dahinter kam; die Zeiten mußten ja wieder bessere werden. Sie wurden's nicht, im Gegentheil, sie wurden noch schlechter. Neue Ver- pflichtungen sollten erfüllt werden, der Wechsel harrte der Aus- lösuug, was jetzt thun? Gefälscht hatte man ja nun doch schon. merkuilgen, die der Llltreichskanzler bei Bier und Tabaks- dunst darüber veröffentlichen läßt. Wein dieser Trost genügt, der mag die höhere Einsicht der jeweiligen Machthaber preisen, und ein erhebendes Bewußtsein soll es für ihn sein, sein Herzblut verspritzen zu dürfen:„so lang ein Tropfen Blut noch glüht und eine Faust den Degen zieht!" So dient ein jeder der Kultur. Die Herren Blum»nd Harden mögen vielleicht nicht gewußt haben, welchen Dienst sie der Menschheit leisteten, als sie sich zum Sprachrohr Seiner Durchlaucht hergaben. Der schwarze Cremer lebte Jahre lang in konservativen Burgervereinen davon, daß er den steifleinenen Stützen von Thron und Altar erzählen konnte, er hätte einmal in einem Nachthemd des Fürsten von Bis- inarck geschlafen. Immer und immer wieder ertönte brausender Jubel, wenn diese Heldenthat dem andächtigen Zuhörer- f reise verkündet wurde, aber heute ist mau anspruchsvoller geworden. Man will mehr wissen, und unersättlich ist die Neugier. Der nächste Reporter muß sich anstrengen, wenn er lllenes berichten will, und pikant würde es vielleicht werden, wenn man Näheres über die Gcheimgcschichte der Bismarckspenden und noch einiger anderer Dinge erfahren könnte. Seine Durchlaucht hat sich hierüber bisher ans- geschiviegen, und gerade dieses geheiinnißvolle Schweigen reizt die Wißbegierde. Herr Blum hat nicht danach ge- fragt, auch Herr Harden hielt es für überflüssig, sich nach solchen Kleinigkeiten zu erkundigen. Auch das ist sehr merkwürdig— aber die Bourgeoisie interesstrt sich eben mehr für Tyras und die anderen Reichshunde, deren Wedeln sie unter Umständen beseligt. Wenn aber wieder ein wackerer Mann seine Lenden gürtet, um nach Varzin zu gehen, so möchten wir ihm gern einen Fragebogen mitgeben, die wahrheitsgemäßen Antworten wurden gewiß weite Kreise interessiren.--- TOiwim mdjt n einen fälschen, und noch»inen? Es half nichts, e» wußte geicv e�n! Und so hing cS so lange, bis der Straf- m a m' eißigen, sparsamen Arbeiter lind den unbescholtenen .yielster is. iiber onä Ungesetzliche seines Thuns belehrte und zur ��"erung i„z Gefängniß schickte. So enden Fleiß, Sparsaulkeit und Muhe.� wenn— ohne Kapital. » verhängnisvoller Brief muß eZ gewesen sein, den 5�cnVjec 20 Jahre alte Student Ephraini Gratz aus Rußland erhalter, h�i. G. wohnte Hannoverscheflraße läb und war an �?.efigen Universität erst feit dem l. Oktober er. immatrikulirt. M6, nämlich um vier Uhr Nachmittags ein Postbote einen ein- Wchriebenen Brief dem Studenten abgegeben hatte, knallten �Äbald kurz hintereinander drei Schüsse. Die Wirthin. Frau Asche, eilte erschreckt hinzu und fand den jungen Mann in einer Blutlache am Fußboden liegen. Gratz hatte sich drei Kugeln in die linke Brnstseite gejagt, ohne aber de» gesuchten Tod gleich zu finden. In sehr bedenklichem Zustande rvurde er nach der Eharitee befördert, wo er bewußtlos darniederlicgt. Da er den betreffenden Brief vor der Thal anscheinend vernichtet hat. so lassen sich die Beweggründe zu dem Selbstmordversuche bisher nicht feststellen. Eine Checkfälschung, welcher die Dresdener Bank zum .Opfer gefallen, beschäftigt zur Zeit die hiesige Kriminalpolizei. Am IL. v. M. ttberreichle ein junger Mann auf der Dresdener Bank einen Brief. Inhalts dessen die mit der Bank in Check- verkehr stehende Konsektionsfirma Behrens u. Baumann um die Aushändigung eines neuen Checkbuches ersucht«. Da der Brief- bogen am Kopfe die gedruckte Finna und die den Bankbeamten wohlbekannte Unterschrist des Herrn Baumann trug, so wurde das Checkbuch dem'jungen Manne ausgehändigt, und dieser guittirte über den Empfang unter dem Namen Leo Meyer. Einige Tage darauf wurde alsdann eine Checkanweisung über 0000 Mark bei der Bank präsentirt lind auch ausbezahlt, da dieselbe wiederum die bekannte Handschrist des Herrn Baumann— freilich mir die gewöhnliche Korrespondenz- und nicht die abweichende Bankverkehr- Unterschrift trug. Die Unterschrift ivar aber gesälscht. und die ganze Sache wäre jedenfalls erst im Januar bei der Abrechnung der Bank mit ihren Häusern herausgekommen, wenn nicht ein Zufall den Thatbestanb früher ans Tageslicht gebracht hätte. Es erschien nämlich aus der Dresdener Bank ei» Mann, welcher er- klärte, daß er eine Mittheilung inachen müsse, dessen längeres Verschweigen ihm keine Ruhe lasse. Er sei Mitte Oktober in einer Nestauration Zeuge einer Unterhaltung gewesen, in welcher sein Neffe in Verbindung mit drei anderen jungen Männern eine Checkfälschung gegen vre Dresdener Bank besprochen habe. Er wisse, daß dabei die Firma Behrens u. Baumann vorgekommen sei, und daß keinem Neffen für den Fall des Gelingens LSO M. versprochen seien. Aus Nachfrage bei der Finna Behrens u. Baumann erklärte der Inhaber derselben sofort, daß sowohl der erste Brief als auch der Check selbst gefälscht sei. Die Fälschung geht von einem früheren Lehrling der Firma, dem seitdem aus der Wohnung seiner Eltern in der Auglistraße verschwundenen Siegfried Grüuthal, aus. Derselbe ist seiner Zeit aus dein Geschäft entlassen ivorden. hatte dann bei der Firma S. Joseph ,n der Kurstraße Stellung gefunden und ist im September aus derselben wegen Diebstahls entlassen ivorden. Offenbar hat derselbe das Führungsattest, welches ihm seinerzeit von der Firma B. u. B. ausgestellt worden war, dazu benutzt, um die Uuterschrisl mit außerordentlicher Geschicklichkeit nachzuzeichnen. Die drei jungen Leute, mir denen Grüuthal den Koiip verabredet hatte, sind als ein gewisser Priewcrt, Knappe und Levy festgestellt worden. Den Firmenstempel, welcher dem Check ausgedrückt war, haben die jungen Leute sich offenbar neu anfertigen lassen. Ei» negatives Resultat hat die am Freitag Nachmittag auf dem städtischen Kirchhofe in Friedrichsfelde vargenomniene Obduktion der exhumirten Leiche des 11jährigen Schulmädchens Marie Herbst ergeben, von welchem angcnominen wurde, daß es das Opfer eines jugendlichen Wüstlings geworden sei. Die am 11. August an der Gertraudtenbrücke angeschwemmte, und— weil es anscheinend die einer Selbstmörderin war— anstandslos beerdigte Leiche war bereiis in solch hochgradige Verwesung übergegangen, daß es den Obducente» umiiöglich war, zu konsta- tire», ob"ein Verbrechen an dem Kinde begangen worden ist oder nicht. Die Untersuchung der Sache muß daher als resultat' los eingestellt ivertm. In Sachen der Firma Th. Sildcbrand u. Sohn schreibt uns Herr H. Koch, welcher in der Versammlung der Konditor- und Pfesserküchlergehilfen gegen dieselbe ausgetreten war, daß diese Woche eine Volksversauimluna stattfinden werde, um über die bekannte Angelegenheit volle 5Aarheit zu schaffen. Marktpreise in Berlin am 4. November, nach Ermitte- lungen des Polizeiprästdinms. Weizen per 100 Kg. guter von 16,20— lS, SO M., inittlerer von IS,40— 14,30 M., geringer von 14,70— 14,00 M. Roggen per 100 Kg. guter von 14,40— 14,10 M., mittlerer von 14,00—13,80 M„ geringer von 13,70—13,40 M. Gerste per 100 Kg. gute von 18,00—16,70 M., mittlere von Die Waffen nieder! l«* Eine LebcnSgeschichte von Bertha von Suttner. Tie kleinen Beilchenkarren, welche um diese Jahreszeit in den Straßen von Paris herumgerollt werden, füllten die Luft mit tausend Fnihlingsversprechungeit? die Sonnenstrahlen funkelten und spielten regenbogenfarbig in den Spring- brtlnnen des Rundplatzes und hefteten kleine Fünkchen an die Wageulaternen und das Pferdegeschirr der zahl- reichen Gefährte. Unter anderen fuhr auch die schone Kaiserin in einem ä tu Diuiwont bespannten Wagen an uns vorbei und winkte, mich erkennend, einen Gruß mit der Hand. Es giebt so einzelne Bilder und Szenen, die sich in das Gedächtniß einphotographireil und-phonographiren, sanunt den sie begleitenden Empfind, ingeu nnd einigen gleichzeitig gesprochenen Worten.„Schön ist doch dieses Paris!" r/ s dauials Friedrich ans,— und meine Empfin- dung war r.!. kindisches„Sichfreuen" ans den kommenden Aufenthalt. Hätte ich gewußt, was mir, was dieser ganzen in Glanz»ud Heiterkeit getauchten Stadt bevorstand--- Diesmal vermieden wir es, inis, ivie im verflossenen Jahre, in den Strudel weltlicher Vergnügungen zu werfen. Wir erklärten, keine Ballchiladungen annehmen zu wollen und hielten uns von den große» Empfculge» fern. Auch das Theater besuchten wir nicht mehr so häufig— nur wenn irgend ein Stück besonderes Aufsehen machte— und so kam es, daß wir die meisten Abende allein oder in Gesellschaft weniger Freunde, in unserem Heim ver- brachten. Was unsere Pläne in bezug auf des Kaisers Abrüstungs- idee betraf, so kamen wir eigentlich schlecht damit an. Napoleon III. hatte zwar seine Idee nicht ganz auf- gegeben, aber der jetzige Moment— hieß es— sei zu deren Anssuhrmig durchaus ungeeignet. In der Umgebung des Thrones war man sich beivußt, daß dieser Thron nicht auf gar festen F-ßen stand; eine große Unzufriedenheit kochte und gährte im Volk, 16,60— 15,40 M., geringe von 15,80—14,00 M. Hafer per 100 Kg. guter von 16,50—15,30 M.,»utllerer von 15,70—15,10 M., geringer von 15,00—14,40 M. Stroh. Richk- per 100 Kg. von 4,50—4,00 M. Heu per 100 Kg. von 6,60—5,00 M. Erbsen per 100 Kg. von 40,00—25,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 6.00— 4,00 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Ka. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per l Kg. von 1,40—0,00 M. Schwemefleifch per I Kg. von 1,50—1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60—1,00 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50—0,80 M. Butter per 1 Kg. von 3,00 bis 2.00 M. Eier per 60 Stück von 4,80—2,60 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 2,80—1,00 M. Zander von 2,40—1,00 M. Hechts von 1,80—1,00 M. Barsche von 1,60—0,30 M. Schleie von 2,40—1,20 M. Bleie von 1,40 bis 0,70 M. Krebse per 60 Stück von 12,00—2,00 M. Polizeibericht. Am 4. d. M. Vormittags fiel ein HandlungS- aehilfr in dem Geschäft von Jakob, AndreaSstr. 35, von einer Trittleiter in die Schaufensterscheibe und erlitt durch die Scherben bedeutende Schnittwunden an der Hand, so daß er nach dein Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Mittags erschoß sich ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Dalldorserstraße.— Ein Student versuchte Nachmittags in seiner Wohnung, in der Hannoverschenstraße, sich durch eine» Schuß in die Brust zu tödten. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Abends wurde ein Schuhmacher in seiner Wohnung, in der Prenzlauer Allee, erhängt vorgesunden.— Am 5. d. Dt. Morgens stieß sich ein Silberformer in seiner Wohnung, Am Arkonaplatz, nachdem er vorher den Versuch gemacht hatte, sich zu erhängen, ein Brotmeffer in die Brust und verstarb bald darauf. Gericktks-Beikmrg. Der Kellner Karl Christel» der gestern vor der 122. Ab- theilung des Schöffengerichts stand, hat mit einem nnermittelt gebliebenen Helfershelfer einen alten, schlau angelegten Schwindel ausgeführt. Der Hausdiener K. wurde eines Avends von dem ihm unbekannten Angeklagten in der Oranienstraße angesprochen. Christel erzählte ihm, daß er soeben von Hannover zugereist, in Berlin fremd und nun in Verlegenheit sei, ein Nachrlogis zu finden. K. rieth ihm, die Herberge zur Heimath aufzusuchen. Nun klagte Christel aber, daß er kein Geld befitze, er zog einen Siegelring vom Finger, versicherte, daß derselbe echt sei und 25 M. gekostet habe und bot ihn für 10 M. dem K. zum Kauf an. Sie traten an eine Laterne, um ds» Ring zu besichtigen. In diesem Augenblicke blieb ein vorübergehender Mann stehen und mischte sich ins Gespräch. Nachdem er ge- hört, iun lwaL es sich handelte, erbat er sich den Ring zur Besichtigung. Er prüfte ihn lange mit ltenner- miene nnd gab ihn dann dem Eigenthümer zurück. Dann nahm er den Hausdiener bei Seite, flüstert« ihm zu, daß der Ring echt und mindestens 15 Mark wsrth sei, er sei Uhrmacher, kenne Gold- fachen und ivolle ihm 12 M. für den Ring wiedergeben, wenn er ihn in seinem Geschästslokale, dessen Lage er angab, aus- suchen wolle. Damit ging der Fremde weiter. Im nächsten Augenblicke hatte K. den Ring für iO M. gekauft. Es stellte sich heran?, daß derselbe unecht und nur eine Mark werth war. der angebliche Uhrmacher, der mit Christel unter einer Decke gesteckt, war nicht zu finden. Der Angeklagte wurde wegen dieses Be- trngs zu einem Monat Gesäugniß verurtheilt. Wege» Aufforderung zur Falschmünzerei stand geüern der Geldarbciter Jakob Knapp vor der I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte ist, nachdem er hier mehrfach, u. a. auch schon zu vier Jahren Zuchthaus verurtheilt worden war, nach illinerika gegangen und von dort anfangs dieses Jahres vorübergehend nach Berlin zurückgekehrt. Bon hier aus hatte er einen Abstecher nach Lüdenscheid gemacht und den dort wohn- yaften Graveur Schneider, der als tüchtiger Meister in seinem Fach weit und breit bekannt ist, aufgesuchr. Er näherte sich dem- lelbeu mit einem sonderbaren geschäsllichen Anerbieten. Er fragte ihn nämlich, ob er iin Stande fei, genau nach dem Muster von ganzen und halben Tollarstücken Matrizen herziistellen. Er gab an, daß er beabsichtige, diese Gepräge mit nach Amerika zu nehmen ii»d geschäftlich zu verwerthen, indem er daraus Schmnckgegenstände formen und Andenken an die Präsidenteiiivahl herstellen wolle. Herr Schneider, welchem die Sache bis dahin unverdächtig vorgekommen war, erklärte sich der ihm gestellten Aufgabe als gewachsen und behielt sich nähere Abmachungen mit dem Angeklagten vor. Dieser kehrte»ach Berlin zunick, schickte aber am 2. September von hier aus einen Brief nach Lüdenscheid, der Herrn Schneider außerordentlich stutzig und bedenklich»nachte. Der Angeklagte wiederholt« darin seinen Austrag mit der Betonung, daß es daraus ankomme, ein den Dollarstücken völlig gleiches Gepräge zu erhalten und erweiterte den Anslrag noch dahin, auch Druckplatten herzustellen, welche den 20- und 50-Franksnoten genau gleichen. Da der Bricsschreiber auch noch hinzlifügte, daß die ganze Sache streng geheim ge- und um diese niederzuhalten, wurden alle Polizei- und Zensurmaßregcln verschärft, was nur um so größere Un- zufriedenheit zur Folge hatte. Das einzige, so sagten gc- ivisse Leute, was der Dynastie neuen Glanz und Bestand geben könnte, wäre ein glücklicher Feldzug... Dazu lag freilich keine nahe Aussicht vor, aber von Abrüstung sprechen, wäre ganz und gar gefehlt; dadurch würde ja der ganze Nimbus der Bonaparte zerstört, welcher ja auf dem Ruhmeserbe des großen Napoleon beruhte. Außerdem ivar uns auch auf unsere Anfragen ans Preußen und Oesterreich kein ermunternder Bescheid geworden. Man war da in die Aera der Vergrößerung der Wehrmacht(das Wort:„Armee" begann ans der Mode zu kommen) getreten und da fiele das Wort Abrüstung als grober Mißton hinern. Im Gegentheil, um die Segnungen des Friedens zu erhalten, mußte man die„Wehrkraft" nur recht steigern — den Franzosen war nicht zu trauen.... den Russen auch nicht... den Italienern schon gar nicht; die fiele» gleich über Trieft und Trient her. wenn sich Gelegenheit dazu böte— kurz, nur schön fleißig das Landwehrsystem pflegen. „Die Zeit ist nicht reif," sagte Friedrich, wenn wir solche Mittheilungen erhielten.„Und die Hoffnung, daß ich in Person das Reife» der Zeit beschleunige» könne oder gar die ersehnte» Früchte daran sprießen sehe— die muß ich veruüuf- tiger Weise wohl ausgeben... Was ich beitrage» kann, ist gar winzig. Aber von der Stunde an, da ich dieses Winzige als eine Pflicht erkannt, ist es mir doch zun» Größten geworden— also harre ich aus." Wenn auch vorläufig das Entwaffnungsprojekt ms Wasser gefallen war, eine Beruhigung hatte ich doch: es war kein Krieg in Sicht. Die der Hofe und auch in der Bevölkerung vorhandene Kriegspartei, welche da ineinte, daß die„Dynastie in Blut aufgefrischt" werden sollte und daß dem Lande wieder ein Portiönchen Ruhm erwachsen müsse, die mußte auf Angriffspläne und auf den verlockenden „kleinen Feldzug um die Rheingrenze" verzichten. Denn Frankreich besaß keine Verbündeten; im Lande herrschte große Trockenheit, Futtermangel war voranszusehen, man halten und der Brief sofort nach Empfang vernichtet w«' müsse, so wurde Herrn Schneider doch etwas unheimlich Muthe und er brachte diese seltsame Geschäftsofferte zur Ka niß der Polizei. Knapp ivurds in Haft gcnouimey> unter Anklage gestellt Er behauptete auch vor Gericht, da? lediglich ein für Amerika bestimmtes geschäftliches Uiiternefoj geplant gehabt habe. Mit Rücksicht auf die begleitenden t! stände und das bedenkliche Vorleben des Angeklagten gl»-- aber der Gerichtshof demselben nicht, sondern verurtheilte ib« 1 Jahr Gefängniß, 5 Jahren Ehrverlust und Zulä! keit von Polizei-Ailfsicht. Der Angeklagte beruhigte sich■ diesem Erkenntniß. Eine salomonfsche verfügnug traf gestern ein Riä- beim Amtsgericht 1. Es handelte sich in einer Zivilklage uw' paar Stiefel. Der Lieferant hatte den Besteller verklagt, derselbe Ausstellungen machte und die Stiefel nicht beza� ivollte. Zum gestrigen Tage waren die Stiefel zur Stelle.» Amtsrichter sah ein, daß die Ladung eines Sachverstände nölhig sein würde und vertagte deshalb den Termin.* wollte keine der Parteien der anderen die Stiefel bis V nächsten Termine überlassen; Kläger sprach die Befürchiung daß der Beklagte etwas daran vornehmen könne, um sie zu iverthcn; Beklagter meinte dagegen: daß der Kläger die SM in der Zwischenzeit passend machen werde.„Nun gut"' schlichtete der Amtsrichter de» Streit,—„dann nehme Jeder ei- Stiefel mit". So geschah's. Abg. Freiherr v. Münch ist von der Stuttgarter SM kämm er wegen Beleidigung des Hofraths Colin, des Direkt der Württembergischen Vereinsbcmr, zu 2 Monaten GcsäNl und 300 M. Geldbuße verurtheilt worden. Vorsciiirnilungen. Die Filiale Berlin» deö Zentral-Verbandes deuts«-' Maurer er. hielt am 2. d. M. ihre ordentliche Mitglied Versammlung ab, in welcher Herr Wolter über„Die soziale reserirle. Von einer Diskussion über den lehrreichen und � Beifall ansgenommenen Vortrag wurde auf Aulrag Klingen b«/ Abstand genommen. Im Verschiedenen wurde ein And- S ch i g o l s k i, den Hilfskassirer im Norden, Otto Schulz, � seinem Posten zu entbinden, angenommen und an dessen'£'<■ der Kollege Ernst Schulz gewählt. Derselbe wohnt Jnvalits straße 02 bei König und kassirl ebenfalls in der bekannten 3, stelle Kastanien- Zlllee 35 bei S t r i tz l o w s k i. NaM Kerstan noch bekannt gegeben hatte, daß am Sonntag, � 20. November, eine öffentliche Maurerversammlung statrfins in welcher ein Delegitter vom Parteitag rescriren wird,«ft- Schluß der Versammlung. Die Zeutral-Krankeu- und Sterbekasse der Zimmtd (E. H. 2, Filiale Berlin) hielt am Dienstag, den 1. Novew� ihr« ordentliche Geiieralversammlung ab, welche gut besucht M Zum erste» Punkt der Tagesordnung: Abrechnung vom 3. Qua»' 1802 wurde den 4 Kassirern nacheumuder das Wort zur lesung der Abrechnung ertheilt, die Abrechnungen wurden sss der Bersammliing für richtig befnnden, worauf den Kassius seitens des Vorsitzenden Grnse Decharge ertheilt ivii--; Die Abrechnungen ergaben ein recht erfrenlicheZ*1 über de» Stand der Kaste; da im 2. CWä'l die Mitglieder sich um 05 vermehrt hatten..1 3. Ouartal sogar um 1U. so ist anzunehmen, daß die Berl»� Zimmerer nun bald einsehen, verde», welchen Nutzen für sie � Hilsskasse bietet. Die Kassenverhältnisse im vorigen QuaJ waren ebenfalls günstig. Einer Einnahme von 6165.83 M. eine Ausgabe von 4804,46 M. gegenüber, sodap ein tHeingoBJ1"; von 1361,37 M. erzielt wurde. Ein weiteres erfreuliches Zei� für die freie Hilfskasse ist außerdem, daß viele der bezopst Meister aus naheliegendeii Gründen ihr Vorurtheil gegen freie Hilfskasse haben fallen lassen und jetzt auch Geselle», wk? diesen' Kassen angehören, in Arbeit stellen. Hierauf sp'� Herr Dr. C h r i st e l l e r über die erste Behandlung von Uiigl''e chllen; derselbe erläuterte in sehr faßlicher Weise, wie bei W»11? und Knochenbrüchen der erste Verband aus der Uuglucksst� wenn nicht gleich ein Arzt anwesend ist, anzulegen ist. In? Diskussion hierüber tadelte Kamerad Geffrois in schärfster 30" daß wohl auf keinem Berliner Zimmerplahe resp. Bau' Berbaiidskasten existirt, was doch, da der Zimmerer täglW Gefahren ausgesetzt ist, unbedingt nöthig ist. Dietrich gelte, daß sich so wenig Zimnierer an dein Lehrkursus für<• Hilfe bei Unglücksfällen betheiligten und ermunterte die Ka-s raden zu regerem Interesse. Hilgenfelvt erklärte, in dielt Kursus gelernt zu haben, wie jede Äerivundung zu behandeln? Der Vorsitzende Gruse verlas zum Schluß ein Dankschreiben e'Z unterstützten Kameraden und hob hervor, daß leioer die U# stützmigsmarken nur spärlich gekaust werden. fr»ir»liaiiifc Ärme,,,»-. eounlaz, den«. Novembzr, vorwlsR loj Uhr. Thema i Hai der Mensch freien Willen? mußte die Militärpferde verkaufen, nirgends eine schwebe� „Frage", das Rekru tenkoutingent ward vom gesetzgebend Körper herabgesetzt, kurz— so erklärte bei dieser Gelegt' heit von der Tribüne herab Oflivier: der Friede Euroi� ist gesichert. Gesichert. Ich freute mich über dieses Wort.< allen Zeitungen ward es wiederholt nnd viele Tauft!'' freuten sich mit mir. Was kann es denn für die jneir Menschen Besseres geben, als gesicherten Frieden? Wie viel diese Sicherheit aber werth war, die da"■ 30. Juni 1870 von einem Staatsmann verkündet worden, � wissen wir heute alle. Und das hätte» ivtr auch schon daw-' wisten können, daß derlei staatsluännische Versicherungen' welchen das Publikum immer wieder mit gleich naivss Vertrauen lauscht— doch keine, gar keine Bürgschaft 41,1 halten. Die europäische Lage weist keine„schwebende Frag' auf, d a r» m ist der Friede gesichert:— welche schwa-l Logik! Die Fragen können ja jeden Augenblick herangeschw�! kommen;— erst wenn man für diesen Fall ein andsss Mittel in Berciischaft hielte, als den Krieg, erst dann man gegen Krieg gesichert. *• Wieder zerstreute sich die Pariser Gesellschaft nach all' Windrichtungen. Wir aber blieben— Geschäfte halber � zurück. Es hatte sich uns nämlich ein außerordentlich theilhafter Ankauf geboten. Durch die plötzliche Abreise cü:: Amerikaners war ein kleines erst halbvollendetes Hotel' der Avenue de l'Jmperatrice seil geworden, und zwar& einen Preis, der nicht viel mehr betrug, als die zur � schmückung und Einrichtung des Objekts bereits verweil� Summe. Da wir nun einmal die Absicht hatten, auch. Zukunft einige Monate des Jahres in Paris zu verbring und da der betreffende Kauf zugleich em vortreffliches® schüft war so schloffen wir den Handel ab. Die Fe-"! slellnng wollten wir selber überwachen und zu diesem Äelr biteben trnr in Paris. Die Ausschmückung eines«ig®1« Nestes ist zudem eine so genußreiche Arbeit, daß wir daft' die Unannehmlichkeit, bei» Sommer in der Stadt zu blei� gern aus uns nahmen. �-------(Fortsetzung folgt) f r(%. P-rsamviIu«« für{MSnntr und grant«.«enn- MW, den«. d«. M., Nachmittags*% Uhr, im Lokal»um.Landhaus'(ffilttme Muller), Shaukseeftr, b».«orlrag über.Die Entstehung der Religion". AUgemei»«» Arbeiterinnen- Perein Kcrii»» und Zlingegend. tilial» ZAnadit. Srotze Versammlung am Sonntag, den 6. November, »bends«i Uhr, bei Herrntrschmidt, Perlevergeisir. z«. Tagesordnung: llZorlrag beb Herrn. Tr. Joel über„Tie Frau und die Wiffenschafl". K»rg»i>aun,»-Per»in„Kaeussta" bei Rosche, Konzertpark WMoria, Frankfurter Allee TZ. Sonntag, den e. Nooeuiber, Nachmittags 6 Uhr: Sitzung • mit Tomen. Privat-SheatergeseUfchakt und ZirtilieilKlud„Humor". Sitzung am Sonntag, den«. November, Nachmittags>, Uhr. Blumen» und Putzfederdeanch». Heute, Tonntag, den o. November, Nachmittag«»K Uhr: i. ZykluSvortrog de« Herrn Dr. Pinn. Nachdem »eselliges«etfammensein und Tan» in den Armtn-Hallen,«ommandanten- ftrahe zu. „Freier HioKutirveretn". Sitzung heute. Sonnlag, den«. November, Nachmittag«« Uhr, bei Leopold, Markgrafenstr.»8: Seneralversammlung. Herein der Maschinifte»»nd Heiler Berit»». Sonntag, den s. No- Mmoer, NachmiuagS 5 Uhr, Schultheiß' Brauerei Ausschank, Neue Jakob- ltraße ze/zz:«ersammlunä. Bortrag den Herrn Ingenieur Schoepp. zUuchKlud..Klane girft". Montag, den 7. November, Abend«» Uhr, bei Breblow, Stetnmetzstr. Z«a. Freie Hrrriniguna der«raoenr»«nd Ziseleur». Montag, den f. November cr., Versammlung im Dresdener Karten, DreSdenerstr.«e, und gesellige« Beisammensein. Pationat, kaufmännisch» Kranke«,«nd Sterdekals«. Montag, den 7. November. Abend« Bit Uhr, im Restaurant Vodenburg, Kommandanten- straßs io/i:. vorliandSfitzung. Arbeit, r-vesanaverein„Mord". Montag, den 7. November, Abend« b Uhr. bei Nicolav,«lisadethkirchftr. u: Monatisttzung. Gesangverein„Rreu und feil". Montag, den 7. November, Abends von B bis 10 Uhr bei Böldtcke, S trabe eea am Weidenweg. t Hrrei» der Arbeiter und Arbeiterinnen der Knch-, Papier» und »derwaarrn-zlndnttri». Montag, den 7. Raoember, AbcndS Bj Uhr. Alte «kohstr. 7», bei Boltz: Versammlung, l. Bortrag. 7. Wahl etner Arbeiterin »ur ArbeitsnachweiS-Kommtsston.». Abrechnung der LiquidattonSkoinuiisston de« Fachvereino. «rse»„nd Niakutirklub M, inier!i. Jeden Montag, AbenbS to Uhr. tn der Restauration Zahn, Hochsir. 4Z. Saiialdeniakratischer Herein„Hariviirt»", Dienstag, den 8. No- vemder. Abend««X Uhr: V-rsannnluug im Lokale des Her,» Hostmann, Bergstr. tzz. Vortrag:„Der christlich-soitale Staat und die Jesuiten tn Paraguay". Referent Genosse Sassen. Arbeiter» Kildnngdschul». Sonntag Bormittag 10— 1« Uhr! Süd- schule, Hageltdergerltr.«!>: Unterricht tn: ReSinen sunt): vst-Schul«, Markuzstr. z>: Unterricht in Buchführung und oberes Rechnen. Ar,»inhallen, ttommandantenftr. io: Unterricht t» der Nalionaliikonoinic.— Montag, Abend««x— loX Uhr: Sud- Schule, HagelSbcrgerstr. 43, Unterricht W «hystologie. S u d» O st s ch« l e, Retchendergerbr. iZi: Unterrtcht tn Buch suhrung und obere« Rechnen. O si> S ch u l e, Markusstr. Bi: Deutsch(obere«) «Jg«. Nord-Schule, Miillerslraße I70a: Rechne» sunt.): Deutsch(obere«) Zu alle Lehrfächern, mit Ausnahm« der Buchltihrung, lönnen noch «chuler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe de« Semester«,«inireten. KeflaldrinoKratischr tese» UN» Kivkntirklub«. A-nutag». Mar «sShser. vormittag« iox Uhr im Restaurant Schümann, Heimstr. 16. , Ardeit»r.Kä»li»rb«nd Kerti»« n»> Amgrgend. Montag, Abend« > Uhr: UcbungSstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.— Rorddeulsche «chleife, Naunynstr.» B« bei gubetl.— Liedertafel der Maler und venvandten Berufdgenosten Annenstraße t« bei Ehreitberg.— Moabtter Liedertafel, ArmintuShaLe».— Harmonie i Land«- dergerstraße si bei Musehold.— Do ndlllwe,«orligerstraße SB bei Toll«- darf.— Blüthe, Prenzlauer-Alle« i« bei Riedel.— Sting erchor der Chirurgische» Branche, Alle Schünhauserstraße Nr. 4» bei Retmann.— Froh' Hoffnung der Zimmerer Berlin West.— «ieichheit. Pappel-AUee 3—4 bei Kruse.— Sängerhain, Reichen- dergerstr. U bei Pätzhvlb.— LiebeSfre thetill, Slraußberg, im Restaurant »ruger.— Myrihenblätter, Belforierftrab« 13, bei Schnetder.— iJ ,Ve" 6 urg. Koppenslraße 43c.— Brüder sch ast(Hausdiener), Stall- Metberstrahe Z»,»um Eichenen Stab.— S ü d- O si 3, lllaununstr. 43 bei -w» Fröhlich.— Sangesblüthe», Koppenstraß« 3s, bei Keller.— Arbeilcr- Gesangverein Freiheit t, Adler» Hof, bei Aldrechi— Tesang- verein Lieder» weta, HermSdorf, bei Gast, vtrth Sicverl tu W-idmannslust. ~ Eefangveretn„Berliner Bildhauer, Ornament." Zeughofstraße B.— 'HB e u und ff, st",»— lo Uhr Weidenwcg lo bel Eölbeke.— Ee'anzv-reln --»«llegta Manteuffelstr. s bei Nowaik». an tfunt, der gesellige», Arbeitervereine Kerlin» und«mgegend »lle Zuschriften, den Bund der geselligen Arbeileroeretnc betrestend, stnd»u Mchten an«. Schröder, Nosti»stlab« Nr. 3 Treppen.) Ko,„>tag! uheaierveretn Borussia bei Herrn Schot», Wctdcnweg«3—34.— Dyeaicr- veretn Bar»antrta bei Harlmann, Danziger-»nd Hagenanersir.-Elke.— -theatrr- und BeranügunaSverein„Elmenhorst" bei tiruger, Dresdener- üraßc 105. � Dhealer-Berein„Maiglöckchen", Englischer Hof, Reue Roßstraße 3. Turnverein„Fichte", Lichtenberg. Scholz, l'« Sieschlößchen. Tambourvereiti„Ruf bei Sperling, Jnselstr.>. Kunb der grseUigr» Arbeitervereine Kerlin»«nd tzlnigegend »««iitvg: Thcaiervereni Louisen st ädttscherHu>nor, Manteustelstr. 0 °et Schröder.— Rauchklub Blaue Quaste, dei Mücke, Wohls: Istr. 3.— Rauchklub„Frisch aus" bei Schulze, Fürstenivalderfir.>3.— Vergnügung»- verein Alpenveilchen. Stroußbergerstr. 3 bei Birk«. Erlang», Korn» uud geseUigr Hrreinr. Konutag. Privat-Theater- äeseUschasl Walhalla, jeden Sonntag Nachmittag s Uhr Restaurant �dteuvach, Euvrystraße 77.— Privat-ThealergeseUlchaft Prectosa jeden d-onntag» Uhr bei Foge, stöpentckerstr. l»l.— Theater- und BergnügungS verein Harlekin, heule Nachmittag» Ubr bei«ade, Zeughofstraße«.— Theaterverein Eencordta Zeughofstraße 8 bei Koch. Vergnügungsverein Nord, Itachmittag« s Uhr Fennftr. e bei Krüger.— Vergnügungsverew Germania, alle t4 Tage Berjammlung Linien- straße is». Tambour- und BergnügungSverein Sut Heil, alle it Tage bei Seystert, Oranienstr. itl. von 4 Uhr an. BergnügungSverein Etni gkeit isso. Jeden Montag Titznng bei Roll, Adaldcrlstr. m. Abend» s Uhr. Alle 14 Tage Tanz. vrsang» iknr»- n»d gesrlligr tzierri»». lilontag. Geselliger verein Zwiebelfische, Rudorf, Abend« X9 Uhr In Baria'S Lokal, Berliner- straße 120.— BergnügungSverein Freunde? treue, jeden Montag bei Möring, Admiralstr. ik.— Geselliger Klub Namenlo«, jeden Montag im Restaurant zum ZukunflSstaal, Kastanien-Wee 35. BergnügungSverein«Uf Helgoland Sitzung jeden Monlag» Uhr bei Linke. Bergstr. 5». FidelilaS. BergnügungSverein„E n l a l i a" bei Herrn Regzentin, Barnim str.«— s. Sitzung o Nhr. Bfeifcnllub Felsenfest, Abends» Uhr, KönigSbergerstr. so bei Schabrodl. — Rauchllub Weibe Wolke, Abends von e—ll Uhr, Bernauerstr. l«. — Rauchklub Elvira. Abend»» Uhr bei Lehmann, FriedrichSfelder- straße«7. Dermtsthkes. Ei» Nuben-Eltcruvaar hatt« sich dieser Tage in Zwickau vor dem Landgericht zu verantworten. Die Angeklagten hatte» ihr itind, ein 10 j ä h r i g e s M ä d ch e n. vollständig entblößt, S Stunden lang in den sogenannten spanische» Bock ge- spannt und dabei mit einem Stock schwer mißhandelt. Das Kind wurde in bewußtlosem Zustande von einem Schutzmann aufgefunden und ans seiner schrecklichen Lage befreit; sei» Lebe» war lange Zeit hindurch gefährdet. Der grausame Vater wurde zu zwei Jahren, die Mutter zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt. Maffenvergiftnna. Petersburg. Ein Fall von Massen- Vergiftung durch den Genuß kranken Fleisches wird von einem Gute in der Nähe von Groitzy, Polen, gemeldet. Zwanzig Per- sonen, welche von dem Fleische einer Kuh, die an der sibirischen Biehseuche zu Grunde gegangen war, gegessen hatten, erkrankten bald darauf unter allen Symptomen akuter Vergistung. Zehn von den Personen starben noch an demselben Tage und die übrigen werden kaum am Leben bleiben. 'Radikalmittel? Zur Bertreibimg der Hühnerläuse hat die Ehefrau des Händlers I. Fürst in Walteuheim mit einem Strohwisch das Hühnerhans ausgebrannt, wodurch ihr gesammtes An- ivesen, sowie die Nachbargebände in Flammen aufgingen. Der Schaden belänft sich ans nahezu 10 000 M. Die Strafkammer hal die Thürichte wegen fahrlässiger Brandstiftung in eine Geld- strafe von S0 M. genommen. Vepcfzhen. tWolff's Telcgraphcn-ivnrean.) Wie», 5. November. Abgeordnetenhaus. In der hentigen Sitzung wurden mehrere Interpellationen eingebracht, darunter eine solche über die Auflösung des Stadtverordneten-Kollegiums von Rcichenberg. Tie Abgeordneten Barenlher und Genossen stellten den dringlichen Antrag, daß die von dem Statthalter von Böhmen verfügte Auflösung aufgehoben und dem Stadtverord- netcn- Kollegium die Gcmeindevcrwaltuug wieder übertragen werde. Der Antrag solle einem Ausschüsse von 18 Mitgliedern überwiesen werden. Im Verlause der Sitzung bemerkte der Ministerpräsident Graf Taaffe, er werde die Interpellation des Abgeordneten von Plencr beantworten. sobald die ang-stelllen Erhebmigeu ciklemnäßig abgeschlossen seien. Er könne aber schon heute erklären, daß die Verfügung des Statthalters ron Böhmen weder gegen die Autonomie der Eemeinde noch gegen den deutschen Charakter NeichenbergS gerichtet gewesen sei. Er glaube daher, daß die diesbezüglich lautgewordenen Besorgnisse unbegründet seien.. Kopenhagen, S. November. FoLething, Der Marine- minister Rnvn hat heute eine Vorlage eingebracht, in welcher die Vermehrung der Befehlshaberstellen"im Seeminen- und Maschi- nistenkorps sowie eine Vermehrung der Beamten im Aerzte- und Jntendanturwesen und die Errichtung von vier neuen Komman- deur-Kapitän-Posten beantragt wird. Die jährliche Mehrausgabe hierfür stellt sich auf 344 000 Kronen. London, S. November. Der schon Mitte Oktober als beab- sichtigt angekündigte große Ausstand der Bauniwollei.'-Jndustrie- Arbeiter von Laneashire hat heute seinen Anfang g enommen; es sind nahezu ö0 000 Arbeiter,»velche die Arbei.k nieder- legen. London, 6. November. Heute Nachmittag fand diel erste Versammlung auf Trafalgar' Square nach Aufhebung des früheren Verbots statt. Etwa 300 beschäftigungslose Arbel.ter, durch den Sozialistenbund organisirt, trafen iin Zuge, Musik«.'.n der Spitze, mir rothen Fahnen und die Marseillaise singend, aus dein Square ein. Gine große Menge von Neugierigen, viel zahl- reicher, als die Manifestanten, wohnte der Berjammlung bei; alle Fenster und Ballone, die auf dem Square hlnausgehen, waren dicht besetzt. Die Reden waren im allgemeinen maßvoll; es wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Regierung ersucht ivird, die lokalen Behörden zu ermächtigen, den Beschäftigungslosen Arbeit zu geben. Die Menge zerstreute sich darauf; irgend welche Ordnungsstörung fand dabei nicht statt. Die Polizeiverwaltung hatte alle Maßregeln zur Ausrechterhaltnng der Ordnung getroffen. (Depeschen deö Bnreau Herold.) Lübeck, 5. November. Ein aus Hamburg hierher ge- kommener Handwerksbursche ist im Rrankenhause an Cholera ge- storben. Angöbnrg, 5. November. Die Handelskammer Schwabens sprach gegenüber dem Ministerium den Wunsch aus, daß die Abzahlungsgeschäfte, vornehmlich Bazare, gänzlich verboten würden. Wien, S. November. Bei Vorlage des Budgets kündigte der Finanzminister eine weitere Steigerung des KriegSdudgets an. Große Maßhaltung sei bei den Auslagen nöthig, andern- falls sei ein neues Defizit unausbleiblich. Betreffs der Valuta- regierung bestehe vollständige Fühlung mit dem ungarischen Finanzminister Weckerle. Die österreichische Bank erfülle bei der Goldbeschaffimg völlig ihre Aufgabe. Rom, ö. November. Acht Banditen griffen in Villasor auf Sardinien das Stadthaus an und erschossen den Bürgermeister und den Brigadier der Earabinieri. Belgrad, 5. November. Die Gemeindevertretung erließ ein Manifest, worin sie sich sehr heftig gegen die Staatspolizei aus- spricht, welche sich in kommunal« Angelegenheiten menge. Sie appellirt an die Bürgerschaft um Unterstützung. Belgrad, S. November. In der staattichen Kohlengrube von Ssenny ist ein großer Streik ausgebrochen. Vvieflmpkett vev tElettaRHott* a- Arbeiter Bilduugöschnle. Empfangen durch Herrn manu 1,34 M., von I. T. 1 M., von Herrn Schlopper 6 von Herrn P. S. 20 M., von mehreren Sängern 3 M., von Herrn Römer 1 M., vom 6.-Wahlverein 150 M., in Summa 182,34 M. Besten Dank H. Gumpel, Barnimstr. 42. A. L., Deutsch- Wilmersdorf. Ihre Frage muß bereits beantwortet sein. Sollten Sie dieselbe übersehe» haben, so wollen Sie sie sremidlichst wiederholen. H. P. 100. Derartige Verhältnisse lösen den Kontrakt nicht. E. D. 100. Wenden Sie sich direkt an die Direktion der betreffenden Werke. E. S., Britz. Soviel wir wissen, existirt der Rechtsschutz- Verein überhaupt nicht mehr. 323/7 Ltttiü zur Regelmg kt gembW« FerWMe her � Töpfer Berlins mii) llmgegend. Mittwoch, den 9. November 1892, Abends 6 Uhr: Versammlung in Philipp s Talon, Roscnthalerstr. 38. Tages-Ordnung: Krricht über die Lage des Lrnsterftreik». ahlreiches Erscheinen der Kollegen ist nvthwendig. D«« Vorstand, Oeffentliche Versammlung uei* Gold- und Silberarbeitep und verw. Berufsgenossen und Genossinnen Wi Dienstag, den 8. November 1892, Abends S'/s Uhr, im großen Saale des „Dresdener Gartens". DreSdcnerstraße 45. 2S43b . Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Die Freiheit und ihre Rolle in J* sozialen und geistigen Entwicklung der Menschheit." Referent: Herr wUgiBnan. 2. Diskussion. 8. Bericht des Delegirten der Streik-Kontroll- Kommission. 4. Jahresbericht der Berliner Älgitations-Kommission und Neu- wähl derselben. 8. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht zahlreiches Erscheinen aller in der Gold- und Silberwaaren- �Industrie Beschäftigten ersucht Die Agitationv-Kommissta«. Gthtschr Gesellschaft. �»tintag, den 6, November, Abende 7 Uhr, finden zwei Versammlungen ®'e t. Versammlung: Kommandantenstr. 79 in Gratweil's 5 vOUen, Vortrag des Herrn RoUnck über:„Aus einer unsichtbaren Welt." ep..-. Ä. Uersamminng bei Seokelttt, Grenadierstr. 33, Vortrag des u tau Irin Ottilie Baader über;„Utopie und Wirklichkeit." Nach den Vorträgen:(Yemiithliches Keisainmrnfein und Tanz. Herren und Damen als Gäste stets willkommen. 140/7 Bier- Fachverein der Marmor- u. Gramtarbeiter. Sonnabend, de» 12. Uovember, in Deigmülier'» Salon, Alte Jaliobstra�e 18 a» ramilien-Kranzchen. NOe Mitglieder, Freunde und Genossen sind freundlichst eingeladen. 260'2 ü Ter Vorstand. . Billets sind noch zu haben bei P. Schrot, Greisswalderstraße 24a; Ztckert. Saarbrückerstraße 33; A. Wolf, Fichtestraße 82, sowie bei Amtlichen Vorstandsmitgliedern. Doppelte Buchführung, FranzöllUch, Italleniscli. f rf, bui}Stn zu neuen Kursen erbitte ' N n e l l m ö g l i ch st mit Angabe, ob 3ui.tfira&en""ch Anfänger, per Fritz 291% Mourant. Aaunynstr. 8U. K. Lippmann. Empfehle in reicher Auswahl Loziaüstisclie Bilder und Sinnsprüche, mit u. ohne Rahmen. Wiederverkäufern hohen Rabatt. Th. Mayhofer Stachst Sozialdemokr. Buchhandlung, Berlin dl. Weinbergsweg lS b. LSi4d zur bevorstehenden Saison empsiehlt gratis 2803L Vederstr. 17. B. Nieft, Weberstr. 17, «7. Weberstrasie 67. am Straußberget Platz Brauerei-AnSschank. 1 große Weiße 15 Pf., 1 Großen S Pf. Branntwein und L'.queure billigst. SV5Kb Der Verwalter. Allen Freunden und Bekannten theile mit, daß ich das LülSb LellünkAeiieliittt, WülSewiirstr. 18, itbernommen habe und bitte um gütigen Zuspruch.[2919b) H. Rachfahl. Qeschäfts-Eröffnung. Allen Freunden und Bekannten die Nachricht, daß ich das Kchantzgcfchäft des Herrn O s iv. S ch c n s ch, früher Werschke, Adaldertstr. 18, käuflich er- worden habe. Es wird mein Bestreben sein, alle mich Besuchende gut und reell zu bedienen.- Um gefälligen Zuspruch ersucht WiNirim Schmidt. Parteigenossen empfehle»nein schön eingerichtetes Lokal zum gefälligen Besuch. Bereinszinnner als Zahlstelle für 40 Personen. Jeden Dienstag Schlacht- fest; Abends Würste- Ausspielen ans dem Billard. Edmund Renter, 32442 Swinemünderstr. 45. Bestes Weißbier ohne Wasserznsatz. 16 Große oder SÄ Kleine für 3 Mark Emil Böhl, 19878 Frankfurter Allee 74. Fernsprech- Anschluß Amt Vli 1511 0. Baafz, Frnchtstr.Sl. Vereins- ziuuner unentgeltlich zu haben.„Vor- wärts" und„Sozialist" liegt ans. ?on,naor»c:he Küche, Biischingftr. 15, am Play, empf. ihren anerkannt vorzügl. Mittagstisch, Port. 40 Pf. mit Bier: Suppe mit Braten und Kartoffeln, oder Gemüse mit Fleisch. Kompot 5 Pf. Jeden Sonnabend, Sonntag und Montag: Gänsebraten k 60 Pf. Reichhaltige Abendkarte von 30 Pf. an. Abends bis 12 Nhr geöffnet. W. Runge, Buschingstt. lö.- 2940b jGlegmite Herren- j Auziig», Paletot«, sowie vameublelder nur navb Maase, billiget, anob gegen rbeilealllnug.[325 II. Di'snisnsti'.(26, B.l Hamburger Laben Linicnstr. LS5, a. d. Grenadierstraße. ärbeits-�urüge(festeste Näharbeit). Killigstr Preise! 1. Weiser. Unübertroffen Herren-». Knaben- Garderobe alt u. neu, spottbillig, rvthe 6, Mariannenstr. 6, im Keller. 1 Hur I Mark. � Klagen, Eingaben, Reklamationen. Rath im Zivil- und Strafprozeß. Ein- ziehung von Forderungen. pollaK, jetzt glwmcn tlr.lO II v. Auch Sonntags Milch- Kalle, Niederlage der Gen.- Bäckerei Berlins und Unigeg. Allen Genosse», spez. m. werlh. Knudschaft empf. täglich früh t/25 Uhr, frisch gekochte Milchen, Glas 5 u. 10 Pf., sowie märkisches Schwarz- brot, a St. 50 Pf., Hochs. Petroleum, k Ltr. 17 Pf., Salonöl, iv Ltr. 20 Pf. Um gütigen Zuspruch bittend A. Krause, Naun'.)nstr. IIa, pt. /tchtung 1 Kein Uaden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. 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Zeisige, Hänflinge 80 Pf., Meisen 50 Pf. Schnelle, Gr. Franksurterstr. 12. 400 Mk. zu 5 pCt. sucht zum Gewerbebetrieb ein Genosse auf sein Grundstück zur II. Hypothek. Offerten unter Z. 24 im„Vorwärts". Beuthstr. 3. 2333b Ein Kohlen- Geschäft ist sofort zu verkaufen Chorinerftr. 29. 2935b Betten, feiner Stand, sof. 22 M. zu verk. Britzerstr. 10, v. pari. 2g27b Möbel werden aufpolirt u. reparirt bei Decker, Schwedterstr. 245.[2330b Frdl. Schläfst, f. 2 Mädchen b. Frau Kurowski, Köpeiiickerstr. 47a, Hof 3 Tr. Möbl. Schläfst. Lausitzerstr. 41 b. Pick. Gut möbl. Schläfst, b. Zander Kraut- straße 39, Hof 3 Tr._ 2954b Schläfst, f. e. onst. Mädch., sep. Eingang, Krautstr. 16, v. 4 Dr., r. 2952b Möbl. Schläfst, f. e. Herrn. Scharte- Gormannftr. 21, 2 Tr., r. 53/10 ZihmtOsft ISSlIP' In der Pfandleihe Gerichtstr. 3S I, iverden verfallene Winter-Paletots, sowie andere Sachen täglich unter Taxe verkauft. 5 Einsetzer verl. Wageuknecht, Rummelsburg, Neue Prinz Albertstr. 15. Fraiser und Hobler«erlangen Leb ach». Co., Ende Müllerstraße, Tegeler Landstraße. Plätterinnen auf geschweifte Kragen in und außer dem Hanse gesucht von M. Treppe, Lothringerstr. 16, Quer- gcbäude 4 Tr._—-- 2938b Sozialdemokratischer Wahwerew snr den 1. Herl. Reichstags-Mahlkreis. M Versammlung � am Dieuftag, den 8. November 18SS, Abends 8� Uhr, bei Norbert, Beuthstraße SS, I Treppe. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Genossen l'imn,. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 'Um zahlreiches Erscheinen der Genossen des ersten Wahlkreises ersucht. 970/2, Der Vorstand. sozialdemokratischer Mahwerew für den dritten Kerliner Reichstags- Wahlkreis. Vimssss Versammlung MF* am Dienstag, den 8. Zlovemder. Abendo 8 Uhr, im �Märkischen Hof". Admiralstr. ISv: Tagesordnung: I. Vortrag. Referent Genosse pofesek. 2. Disknsflon. , 374/2 Der Vorstand. LomläenioKralisdier Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags-Wahlkreis. MT VerfÄnrmlrrng IM Dienstag, 8. November, Abends 8'/s Uhr, im Lokale Uratiia, Wrangelstr. 9—10. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Genossen Vr Pinn. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. st. Bericht des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. 376/3 Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Fachverein der Tischler (S ii d- O ft). h PÜr Versammlung am Dienstag, den 8. Uooember 18SS, Abendo 8'/s Uhr, im Lokale „Süd-Gst", Waldemarstratze Ur. 7». Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Liitgenau über:„Nie Freiheit und ihre Rolle in der sozialen und geistigen Enlwickelung der Menschheit". 2. Diskussion. 3. Vorschlag zu einem Beitragsammler und eines Schriftführers. 4. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes.(Zu diesem Punkt sind die Delegirten eingeladen).— Die Kollegen der Werkstatt Bartsch. Admiralstraße Nr. 20, werden ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen.— Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bei der wichtigen Ange- legenheit, welche zur Verhandlung steht, erwartet zahlreichen Besuch 608/8 Der KrvoUmächtigte. Deutscher Tischler-Verband (Zahlstelle Berlin). ttontag, den 7. November, Ab. 8 Uhr, in Klein's Festsälen, Oranienstr. 160: WA" U e r f o m m l n n g. Tagesordnung: l. Vortrag. Referent Herr rroäor(Lehrer). 2. Diskussion. 3. Werk- stattangelegenheir, wozu die Kollegen der Passauer'schen Fabrik, Dieffenbach- straße 33, besonders zu erscheinen verpflichtet sind.— Gäste haben freien Zu- tritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 316/5 ____ Die Grtsvrrwaltung. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin. Mitglieder-Versammlung am Mittwoch, den 9. November, Abends 8>/s Uhr, bei Salt» (früher Peuerstoin), Alte Jakobstra»« Ur. 75. it Tages-Ordnung: 1. Vortrag über Organisationsfrage. Referent: Genosse Otto 7hierbaok. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1892. 3. Stellungnahme zum diesjährigen Sylvester-Vergnügen. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet 360/2 Oer Vorstaitst. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands (Gauverein Berlin). Am Dienstag, den 8. November, Abends pünktlich 8'/, Uhr, im _ Restaurant Keßnrr» Aunrnstr. 16:_____ WM" Versammlung. UW T.-O.: Vortrag des Herrn vr. stessen über:„Was heipt Karok und Rokoko?"* cn n s. 116/5 Der Vorstand. Kranken- u. Sterbeunterstützungskasse der Uergoider u. Berufsgenossen.(E. H. 19.) Sonntag, den SO. November» Norm. 10Vs Uhr: Außerordentliche General-Versammlung im Lokale des Herrn P. Reckelberg, Wasserthorstr. 54. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Delegirten über Unterhandlung niit der Hilfskasse Nr. 42. 2. Auflösung der Kasse behufs Gr> dung der Zuschußkasse. 3. Wahl einer Kommission. 4. Verschiedenes. 294Sb Um zahlreiches Erscheinen ersucht dringend Oer Vorstand. W. Bebrend, Vorsitzender. 6. Schälker, Kassirer. H. Borchert, Schriftführer. Graveure und Ciselenre. Versammlung am M o n t a g, den 7. November, Abends 8Vz Uhr, im Dresdener Garten. Dresdenerstraße 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Geselliges Bei sammensein. 167/4 Der Vorstand. Lese- und Diskutirklub„Gesundbrunnen". MF Sonntag, den 6. November. Nachmittags 5 Uhr:"WfB Große öffentliche NrsMinlW fir Frliueil und Miiuuer in pape's(früher Knebel's) Salon, Badstr. 58. Cr~~ n P,.O v X™ 1 1 ti<-»• 198/7 Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3, Verschiedenes. Oer Vorstand. Volks-Versammlttitg zu Gunsten der UvveikcvVilduttgssltrule am Dienstag den 8. d. M., Abends 8 Uhr, im„E i s k e II e r(<, Chausseestr. 88. Tagesordnung: 1. Der Marfeiller Kongreß Referent Genosse Ri. t.iel»lrneOl»t. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Ginberufer. Ls!- und Große öffentliche Versammlung am Sonntag, den 6. November, in.loki's Gesellschafts-Sälen, Andreasstr. 21. Tages-Orbnung: " I. Vortrag des Genossen Fr. R i e s o p, über: Die Frauenfrage und der Sozialismus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Die Agitationskommisisto«. Achtung! Achtung! Große Versammlung der Mäntelnäherinnen, Bügler und Stepper am Montag, den 7. November, Abends B'/s Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Oranienstrasse 180. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Regierungs-Baumeister a. D. Kessler über„Die Para- graphen der Gewerbe-Orduung belreffend Akkordlohn und Stücklohn. 2. Dis- kussion. 3. Die Zustände in den Mäntelstuben. 4. Verschiedenes.— Pflicht aller in der Mäntelbranche Beschästigten ist es. zu erscheinen. 272/3 Die Agitations-Kommifston. Fachverein der Tapezirer Berlins nnd Umgegend. Am Montag, den 7. November, Abends 8�2 Uhr, im Kokale des Kerr» Eh. Kolss, Alte Jakobstrasse 7S: WM" Versammlung Tages-Ordnung: l. Vortrag des Herrn vr. Pinn«„Aus älterer und neuerer Zeit." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. 311/3 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 138/4 Freie Vereinigung der Knnfiente. Große Versammlung am Dienstag, de» 8. November, Abends SVe Uhr, im Saal« des Herr» Stein, Kosenthalerstrasse Ur. 88. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn vr. Zladek über: OrtS- Krankenkaffe oder freie HilfSkaffe für die Handln» gsgehilfe«? 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Am 1. Januar tritt das neue Krankenkassengesetz in Kraft; wir müssen uns für die eine oder andere Kasse entscheiden, daher ist zahlreiches Erscheinen aller Interessenten dringend erwünscht. Oer Vorstand. Posarnentenhranchea Große öffentliche Versammlung am Dirnstag, 8. November, Abends 3l/z Uhr, bei Koltz, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. Vortrag: Die Bedeutung der Gewerkschaften nnd die Taktik des Proletariats. Referent Genosse P e t e r s d 0 r f. 2. Diskussion. 3. Bericht über den Verlauf der Delcgirtensitzung. 4. Wahlen. 253/1 vie Agitationskommission« Malery Lackirer, Anstreicher der Filiale III Gst. Versammlung am Dirnstag, drn 8. Uovrmbrr 189S, Abend» 8 Uhr, bei Henke, Blumenstraße 38. Tagesordnung: I. Vortrag. 2. Filialangelegenheit. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Oer Vorstand. 332/3 Charlottenburg. Sonnabrnd, dr« IS. Uovrmbrr. im„Mrstrndrr Volksgartrn", Kastanien-Allee Nr. 1: III. Stiftungsfest des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow-Beeskow- Storkow-Charlotteuburg bestehend in Konzert, Ball und deklamatorischen Vorträgen. Anfang 7 Uhr. Entrrr 30 pf. Kindrr frri. Genossen von Nah und fern laden hierzu ein Der Vorstand und das Komitee. H PF*- Rixdorf."WW Versanmlllng des sozillldemokratislhell Vereilis„ am Dirnstag, drn 8. Uovrmbrr, Abrnds 8�, Uhr, im Lokale des Herr» Hoffmaun, Bergstraße ISS. Tages-Ordnung: I. Vortrag über:„Ter christlich-soziale Staat und die Jesuiten in Paraguay." Referent Genosse Sassen. 2. Disknsston. 3. Vereinsangelegen- Helten. 365/2 Verband aller in der Metallindnstrie beslhastigten Arbeiter Krrlino und Umgegend. Kresse Versammlung in Rixdorf am Dienstag, den 8. November er., Abends 8'/, Uhr, in Hoftmanu's Festsälen. Bergstr. 133. Tages-Ordnung: I. Die wirthschaftlichen Krisen, ihre Ursachen und ihre Folgen. Ref.: Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbands- Angelegenherten und Verschiedenes. � 227/13 Die Mitglieder werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Nichtmiiglieder als Gäste willkommen. Der Vorstand. Tödes-Anzeige. Am 2. d. M verstarb unser Kollege. der Kupferschmied 195/1 Ludwig Rosenat, im Aller von 43 Jahren, an der Schwindsucht. Die Beerdigung findet heute. Nach- mittag 3 Uhr, vom Trauerhause Ber« nauerstr. 28, nach dem Kirchhofe der Friedensgemeinde, Weißensee, statt. Um rege Betheiligung ersucht Der Filialvorstand. Verna der Arb. n. Arbeiterinnen der Buch-, Papier o- Leder- waaren-Industrie. Montag, den 7, d. M., 8'/s Uhr, Abends, Alte Jakobstr. 75: Versammlung 1. Vortrag des Herrn Räder über: „K u l t n r- E n t w i ck l u nsg". 2. Wahl einer Arbeiterin zur Ar- beitsnachweis-Kommission. 3. Abrechnung der Liquidations-Kom- Mission des Fachvereins. 4. Verschiedenes. 118/8 Der Vorstand. Orts-Krankcnkasse der Tabak-Fabrikarbeiter. Am Dienstag, den 15. November er., Abends präz. 8 Uhr, im Kassealokal, Landsbergerstr. 31, bei M u s�e h 0 l d: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Rechenschafts- berichl über die Kassenverivaltung. 2. Wahl von drei Vorstandsmitgliedern und drei Revisoren. 3. Berechnung über das von der Aussichtsbehörde an- geordnete neue Statut. 43M Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen bittet Der Borstand. Orts-Krankenkasse der Messerscbmiede, Scbwerh'eger u. Verfertig, chirg. Instrumente. WttttbHeilerulveckMlvW am Montag, den 14. November, Abends 8 Uhr, bei Müller, Dorotheenstr. 3. T.-O.: Vorlage nnd Beschlußfassung des neuen Statuts.(Arbeitgeber, die zuzahlen, sind hiermit eingeladen. 2944b_ Der Vorstand. Buss' Salon, Grosse Frankfurierstr. 85. Konnabend, den IS. November i II. Stiftungsfest des Gesangvereins Sängerchor der Töpfer Berlins. (Mttglied d. Arbeiter- Sängerbundes.) Hierzu sind Freunde und Gönner des Vereins eingeladen. 2362b Oer Vorstand. M-KMeMe für das TaMer-Gembe zu Berlin. General- Versammlung Donnerstag, 10.(Nov., Abds. 8'/s Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Rcchnungsbericht. 2. Bekannt- machung der Beschlüsse d. Borstandes. 3. Wahl von 6 Vorstandsmitgliedern (4 Kassenmitglieder u. 2 Arbettgeber). 4. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung. 5. Berathung des revidirten Kassenstatuts nach der Nu- oelle zum Krankenversicherungs- Gesetz vom 10. April 1892. 2026b_ Der Vorstand. Verhüll der iu ßchbearbeit.- Fubrikeu und aus AolDlajeu beschält. Arbeiter und Arbeiterinnei Deutschlands. Grtsverwaltnng Lierlin I. Mitglieder-Versammlung Montag, den 7. Nov., Abds. 81/, Uhr Grüner Weg Nr. 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Nehfiscs über Infektion und Desinfektion. 2. Gewerkschaftliches. 3. Fragekasten. 173': Um zahlreiches und pünktliches Er scheinen ersucht Die Frauen und gmiz�esimder, zu diesem Vortrag eingeladen. New Mitglieder werden aufgenommen. Achtung! Ich fordere den Vorstand des? Vereins von Rummelsburg hiermit die Beleidigung in Nr. 255 d. zurückzunehmen, da nicht ich. son Andere schuldiger Theil sind. 2! _ Jnliuö WaloSzek, Berli Empfehle all. Freunden u. Genossen meia Sfij-J. BM-BittlM. Kleiner Saal für 156 Personen(auch als Vereinsziminer) sowie 2 Kegelbahnen sind noch einige Tage in der Woche zN vergeben. Daselbst Zahlstelleu des soz. Wahlvereins für den 2.Berl. Reichstags- Wahlkreis, Verband der Metallarbeiters Deutscher Tischler-Verband, Arbeiter- Bildungsschule, Genossenschaftsbäckerei- Otto Klein, Schönleinstr. 6. Verantwortlicher Redakteur: August Enderö in Berlin Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SV., Beuthstraße 2. & Beilage zum„Vomärts" Berliner Bolksblatt. Kr. 361. Sonntag, den 6. Uovemder 1893. 9. Jahrg. Arbeiter-SanitatsKommisston. � Am Mittwoch Abend fand im„Rofenthaler Garten" eine �cttere Besprechung der Aerzte und Kontrolleure Natr, die sehr zahlreich besucht war, auch von solchen, die der Arbeit der Kommission bisher ferngeblieben waren und sich nun »um ersten Male als Kontrolleure anboten. Ten Vortrag des Slbends hielt Herr Dr. F r i e d l ä n d e r «bcr«B e s e i t i g u n g der A b s a I l st o f f e". Die Beseitigung rer Abiall stoffe überhaupt, führte'cr aus, und der menschlichen Exkre- wente(Koth) insbesondere ist eine der wichtigsten FragenderHygiene. «>e ist n o t h w e n d i g; denn die Exkremente oder Fäkalien Und gesundheitsgefährlich. Sie verpesten einmal bei langcrem Lagern die Luft, entweder direkt durch eigene Aus- vunstung oder indirekt durch Ausdünstung der beim Fallen des �irundwasserstandes trocken werdenden, mit faulenden Fäkalien .".�chl�hten. oberen Erdschichten. Sie verunreinigen ferner auch as chj a f f e r, indem sie den Erdboden verjauchen, allmälig bis ">! das Grundwasser durchsickern und durch dieses, besonders I*™11 ks im Steigen ist, in die Brunnen ge- myen. Ob Lust und Wasser verpestet sind, ist nicht wf.,n't. der Nase zu entscheiden, da eS riechende no Nicht tiechenbe Gase gicbt. Luft z. B., die riecht, ist selbst- "'Uindlich gesundheitsschädlich, aber solche, die nicht riecht, deshalb noch nicht ungefährlich zn sein. Zur Beseitigung . i?'�Iieii und ihrer schädlichen Einflüsse geschah aus der uucrstcn Kulturstufe nichts; dieCxkrenieute blieben ans dem Erd- 0 o ei, liegen. Später legte man Gruben an, die aber ebenso „gnueingefährlich" sind, weil der Erdboden die Fäkalien einsaugt ch i■■■•n)el,n et ban"t gtsättigt ist, die Fähigkeit, diese zu des- s'Uien(geruchlos machen) und zu desinsiziren(keimfrei machen), tor,|r Vilich gemauerte Senkgruben sind nicht empfehlenswerth. di ���s�uben haben das Neble, daß sie den Aborten durch v �teTl die stinkenden Gase wieder zuführen. Unter den vcr- lAUdeneii Niiiteln zur Verhinderung dieses Uebelslandes sind londers die Syphons zu erwähnen, d. h. I7-sörmig nach unten « �cgene Rohrslücke, in denen das nachgegossene Wasser stehen ndr. so poß es den Gasen das Zurücktreten verwehrt. Dieser ilil» leistet jedoch bei zu großer Spannung der Gase in» t Lknügeiiden Widerstand. Schnellere Beseitigung der Exkre- inlü-"Abglicht das Tonnens ystem. Die Tonnen oder Eimer, in A> t � � direkt aus den Abtritten fällt, müssen aber, um den ,'PJ"Kruiigen der Hygiene zu eiitsprechen, sehr oft entleert Ileli, undicht sein und beim Transport nicht überlaufen, lnk,' denen die Berliner Miethskasernen mit Tonnen- � zählen irissen. Das verhältnißmäßig vollkommenste � mein ist bis jetzt die Forlschaffung vuf nassem Wege durch die iw�'c�. M a t i o n.— Der Redner giebt nun eine anschanliche d°r m mteressante Schilderung des Baues und der Einrichtung des w i" � � Kanalisa t i o n, sowie besonders der Reinigung betn ,�hte»nehes, indeni er überall die Forderungen der Hygiene innin""k blumige Uebelstände, zum Beispiel die Ver- �chung des Grundwassers und damit der Brunnen Berlins Iv.ge von Undichtigkeit der Röhren, eingehend beleuchtet. Die In». 5- m Pkn Straßen läßt der Magistrat, die in den Häusern de»«ul6.�"lhe legen, die Anschlüsse läßt derMagistrat auf Kosten 12!> �e machen. Die Reinigung der Röhren geschieht alle trmi*9*' großen Kanäle alle Lü Tage, wobei die damit be- Um»"v ��eiler von 7 Uhr Morgens bis etwa VlS Uhr Abends ouf l- verweilen müssen. Die Fäkalien gelangen zuletzt Nerd.vbßerhalb Berlins gelegenen Rieselfelder. Tort Slerf':e.'n dem durch Wasser verdünnten Zustande über die aelinf! geleitet, werden, nachdem die Erde die festen Stoffe zurück- Wn n!- Filter gedient) hat, in Kanälen gesammelt und den Niii V�M zugeführt.— Die Frage, ob die Kanalisation alle der �itigung der Abfallstoffe verbundenen Uebelstände aus trniri'U schaffen vermocht hat, wie man erwartete und ivam deantworlete der Redner mit Verlesung einer Aus- nu»? � 6f0e" hundert durch Recherchen als begründet er- cfn. 11 �bsch werden über diesen Punkt, die sich besonders » 6°» mangelnde Spülung und Reinhaltung ter Klosets, eine �.»ge Anzahl von 5tlosets und gegen Klosets ohne Thür(!) �i., der D is k u s si o n wurde darauf hingewiesen, daß in Arb; �.�dttheilen, und zwar merkwürdigerweise gerade in Uub-n' rtt�i' überhaupt noch nicht kanalisirt sei, und daß die Knfu J�it namentlich bei den in den Häusern liegenden, auf tirt sej Lkizigen Wirthe hergestellten Röhren vielfach konsta- svi?r°" durch den Vortragenden angeführten Bei- einia. n� unzureichender Closetan lagen setzen wir schilt kann an ihnen noch heute den oben ge- stoff. n Entwicklungsgang, welchen die Beseitigung der Abfall- vollk Pkr untersten Kullurstufe an bis zu dem„verhältnißmäßig nn.' �suensteu" System der Kanalisation genommen hat, in seineu Einzelheiten verfolgen. lichst» glaubt, daß man heutzutage in Berlin, der„rein- Leibes in dt der Well", nirgends mehr gezwungen ist, seines oder � lhdurst einfach da zu verrichte», wo man gerade steht Erdli �""P die Exkremente paradiesisch unschuldig auf den völk.n° d � u äu lagerm, der kennt die Lage der arbeitenden Be- Lam. s S�lecht. In der Miltwochs-Zusaiiiinciikunft wurde im dfn', Diskussion darauf hingewiesen, daß die Bauarbeiter durch K l n??�s �üen Neubauten nachzuweisenden Mangel an süllim � genöthigt sind, ihr Geschäft in die Zivischendeck- var hinein zu verrichten.„Davon wissen die Micther nun Mid.r t' de merkte nachdenklich einer der Zuhörer, und ein hcr,,.' s'hte mit Galgenhumor hinzu:„Aber sie ricchen's nach- J �* IVä.________ ri—rr... � u s � »ud die daraus sich ergebende iiothgedrungcue Ver- � remigung der Teckeufülluiigen sich bei den Neubauten aller sin». 1-ile oder bloö bei den Miethskasernen der Arbeitervrcrtel Wir niöchten das letztere annehmen, da bekannllich vorwiegend ve schnell und lüderlich ausgeklecksten Mielhskaseriien mit Nn, Eelde gespart wird. Und der Äliangel an KiosetS für die Wichten'1" ist doch nur auf den Geiz der Unternehmer zurück- to., Es sind jedoch nicht blos Privatunternehmer, welche ihren ,.,.��kn nicht immer zn einer dein Anstand und den werden daselbst täglich circa 100 Fuhren abgeladen. Die damit beschäftigte» Arbeiter verrichten ihre Nolhdurst, wo es ihnen gerade paßt. Zu bemerken ist noch, dast vie Leute(Männer) vor den Frauen, die daselbft gleichfalls thätig si,� sehr genirt sind. Zwischen den daselbst befindlich-» Röhren l> e g e n m a i s en- Haft Exkremente." �'PWie ist bisher nicht verlangt worden; wer von den Ar- soll das auch riskire»? Die Polizei, die bei Au. ladung sä-� Knochensendung zur Kontrolle erschien, ha* 1 4 w nnlh»och nichts bemerkt; denn wenn sie es be" irkt �*te, würde sie— das bilden wrr uns wenigstens Es wäre intereffaiit, festzustellen, ob der Mangel an ein— gegen die Arbeiter, welche ihre Nothdurst unbekümmert um ihre iiiämilichen und weiblichen Arbeitsgenoffen ü f f e n t- lich verrichten oder vielmehr verrichten müssen, genau so eingeschritten sein, wie sie das gegebenenfalls in der Friedrich- straße oder Unter den Linden thiit. Liegt Station„Friedrichsberg" auch nicht im Zentrum von Berlin, wo Auge und Nase empfindlicher und leichter zu beleidigen sind als anderwärts, so liegt sie doch auch noch nicht gerade im Hinterlande von Kamerun. Doch seien wir nicht ungerecht, auch beim„Zug nach dem Westen" finden wir ganz analoge Verhältnisse, und merkwürdig, auch hier handelt es sich—„nur" uin Arbeiter. Ueber die Zustände in der Umgebung der Alfen- und Moltke-Vrücke wird uns geschrieben: Die Ihnen gemeldeten Mißstände beschränken sich nicht blos auf die Durchgänge unter der Alsen-Brücke, sonder» sind in der Nähe der an der Spree und am Humboldts- Hafen befindlichen Löschplätze an den dem Auge der Passanten weniger zugänglichen Stellen, überall in den Ecken und besonders unter den von den anliegende» Straßen zum Ufer hinabführenden steinernen Treppen zu finden. Einen Mann traf ich unter der Treppe dicht bei der Alfen- brücke bei Verrichtung seines Bedürfnisses an. Ich erfuhr, daß die siteinigimg dieser Stätten regelmäßig erfolge, nämlich jedes mal, wenn die Kolonne der städtischen Straßenreinigung das Revier reinigt. Ein Brückendurchgang schien kurz zuvor einer Reinigung unterzogen zu sein, der Geruch zeigte indessen sehr deutlich, daß hier reichliche Mengen von Urin und Kolh abgelagert zu werden pflege». Man scheint sich behördlicherseits übrigens vollkommen mit diesen Zuständen abgesunden zu haben. Unter den Steintreppen fand ich nämlich die hier sehr zahlreichen Haufen(Koch) sanft gebettet auf einer übermäßig starken Schichl von Desiiifektionspulver, auch Kalkmilch war reichlich an- geivendet. Auf diese Weise richtet die städtische Verwaltung billige Abtritte und Pissoirs ein. Was in diesein Falle zu rügen ist, das ist der Mangel an guten, ordnungsmäßigen Bcdürfnißanstalten an diesen Orten, wo zahlreiche Arbeiter tagtäglich arbeiten, die sich natürlich nicht sehr weil von ihrer Arbeitsstelle zur Verrichtung von Bedürfnissen entfernen könne». Wo der Mensch um eine Stufe höher in der Kultur steht als in Kamerun, in Fricdrichsberg und am Humboldtshafeii, da baut er Abtritte und legt Gruben an. Ans dieser Stufe sind in Verlin die Hausbesitzer aller derjenigen Stadttheile stehen ge- blieben, die noch nicht an die Kanalisation an- geschlossen sind. Das sind, wie bereits bemerkt, vorwiegend die Arbeiterviertel von Berlin N. Von dort a-is strömt uns daher auch eine unuiiterbrochene Fluth von Beschwerden zu. So wird uns über das Haus Müller st r. 114 berichtet: „Das Haus ist ein zweistöckiges, fast schon an der Tegeler Chaussee belegenes. Vorn wird Schank- und Soiumerwirthschaft betrieben. Das übrige ist kasernen- artig für eine ganze Anzahl Familien eingerichtet. Sonst sind die Verhältnisse durchaus ländliche. Der Holzplatz ist groß und geräumig. Ter Brunne» liegt, man sollte fast sagen: iutor fhtcos et uriuas(auf gut deutsch, wenn auch nicht Calendeutsch: zwischen Dreck und Jauche). Rechts davon drei Klosets mit Gruben und eine Dung- grübe, links eine Rinne für schmutziges Wasser, aus der ein beträchtlicher Tümpel zum Himmel stinkt. Der Schank- wirth benutzt das Brunnenwasser zum Bierabziehen und Eläserspüteii, die Aeivohner zum Haushalt." Eine dem Bericht beigefügte Zeichnung des Grundrisses zeigt hinter den» Hof noch einen Garte», in dem„Familien Kaffee kochen können". Er wird durch einen Misthaufen, einen Aus- guß für unreines Wasser, eine mit Müll angefüllte Grube und cin Pissoir verschönt. Ein Glück, daß das Kaffeekochengehen nur bei Arbeiterfrauen und nicht bei Kommerzienrathssrauen üblich ist. Ein anderes Bild! Ueber Pappel- Allee Nr. 107 wird berichtet: „Dieses ländliche Grundstück besteht aus einem Komplex von 4 einstöckigen Gebäude», diversen Stallnngen u. s.>v., wird von öl Personen bewohnt, hat 2 Klosets iiiit nicht ausgemauerteil Grube» und ohne Spülung. Dicht dabei ist ein Platz, aus dein sämmtlicher Mist ans den Stallungen angesamiiielt wird; eine Dunggrube giebt's nicht. Der Mist ist erst abgefahren worden, nachdem sich die Nach- barn über den Gestank beschwert hallen. Die Bewohner genießen das Wasser des Hosbrunnens, da Wasserleitung nicht vorhanden ist. Eigenrhümerin und Verwalter wohnen beide nicht in diesein Hause." Daß die Senkgrube dieses Grundstückes nur mit losen Brettern bedeckt ist, sei besonders hervorgehoben angesichts des aus Britz gemeldeten Falles, daß wieder einmal — zum wievielten Mal!— ein Kind in einer solchen Grube ertrunken ist. Pappel-Zlll ee 34 ensprachen Haus nnd Hof den sanitären Vorschriften. Aber auf dein hinter dem Hof belegene», zum Grundstück gehörigen Trockenplatz befindet sich ein Pissoir, das, dem Bericht der Rechercheure zufolge, „nothdürslig ans Brettern zusamiiieiigebailt ist und eine Tonne aufiveist, deren überströmender Inhalt das Erd- reich tränkt." Hinter den Kulissen können Auge und Nase überhaupt manches ciitdecken, was die hochlöblichen Mitglieder der osfizleUen Sanitätskomiilissionen niemals bemerken. Ueber die Häuser R u.h e p l a tz st r. 20 u. 27 wird uns berichtet.ßdaß man dort den Gestank sogar schon von der Straße aus und beim bloßen Vorbeigehen merken müsse. Das auf dem Hose ausgeschültete unreine Wasser läuft nämlich von Nummer 27 ans»ach dem Straßeiirrnustein und verschwindet vor dein Nachbarhause unter der Erde. Nicht ganz so schlimm als die Gruben, deren sofortige Beseiti- guug im sanitären Interesse unbedingt verlangt werden»ruß, deren Vorhandensein geradezu ein Standal für die„reinlichste Großitadt der Welt" ist, nicht entlernt so gesundheitsgefährlich ist das leider auch in den kanatisirten Bezirken noch polizeilich zugelassene T o n n e n s y st e m. Auch hierüber klagen zahlreiche Eingänge. Aus dein Hause Waldstr. 30(Eigeulhümer: Herr Wolff, Wasserlhorslr. 47) wird berichtet: � Die Reinigung der 5 Tonnen geschieht meistens vor Sonntags. Die Entleerung der Exkremente geivöhnlich erst, wenn die Gefäße schon überlausen. Dabei liegt dicht vor dem Aborte eine sogenannte„Parterre"- besser-Keller- wohnung. die dumpsig und feucht ist. Haben die Miether diese Ränme den begreiflichen Wunsch, einmal die Fenster zu öffnen, so haben sie den Gestank und die aus den über« sülllen Fässern herausströmende Jauche„frisch vom Faß". Erhöhl wird der Zieiz noch durch das neben dem Thorweg liegende Pissoir, welches häusig Betrunkenen dazu dient, um an diesem idyllischen Orte ungestört ihren Magen von den überschüssigen Quantitäten Alkohols zu befreien. Und diese primitiven Einrichtungen in einem Hause, das von mehr als 100 Miethern nebst Familie und Schlafleuten bewohnt wird. In dem Hause Muskauerstrahe 12� hat matt die Klosels aus Brettern in primitiver Weise zusamnieil- geschlagen. An Stelle von Tonnen befinden sich dasel'bft Eimer, die, wenn sie voll sind, einfach ii» die daneben be- sindliche, nothdürslig mit Brettern zugedeckte Dunggrube alisgegossen iverden. 1—2 Meter von dieser Stelle ent- scriit befindet sich der Brunnen. Das Wasser � dieses Brunnens wird von den Miethern als Trinkwasser be- nutzt! Wohl bekoiinn's! P a l l i s a d e n st r. 75: Die Klosets verbreiten einen ekel- hasten Geruch und einzelne Tonnen sollen sogar ihren Inhalt tn sreigiebigsier Weise über den Hof ergießen. Das sind die Freuden und Leiden in den an die Kanalisation noch nicht aiigeschloffenen oder trotz des Anschlusses mit rück- ständigen Absuhreinrichtungen versehenen Häusern—.Einrich- tungen, wie sie sich eben nur die Besitzlosen gefallen lassen muffen. Man glaube aber nicht, daß der Anschlich an die Kanal!- s a t i o ii deswegen schon alle Uebelstände beseitigt und den Besuch eines Klosets beinahe zu einem Gemch macht. Beweis vom Gegentheil: über 100 Beschwerden. Ritterstr. 74:„Drei KlosetS werden benutzt von 5 Familien mit 12 Erwachsene» und 8 Kinder», ferner von dem Personal einer Fabrik mit ca. 2S männlichen und ca. 6 weiblichen(in der„Saison" gelegentlich auch bis ca. so weiblichen) Personen, weiter von dem Personal zweier Geschäfte mit 0 Arbeitern beziv. 2 Arbeiterinnen, endlich von vorübergehenden Personen." Eine spätere Revision ergab zwar, daß inzwischen Manches hinsichtlich der Sauberkeit und der Desinfektion gebessert worden war, was bei der ersten Besichtigung be- mängelt werden mußte. Aber bei den gemeinschaftlichen, ans dem Hofe befindlichen Klosets lautet die Klage im allgemeinen immer gleich: nach vorübergehender Befferung, die oft erst durch die Polizei erzwungen werden muhte, trat nachher bald ein um so schlimmerer Rückfall ein. K r a u t st r a ß e 35» im ganzen 3 Klosets, nämlich je eins für das Vorderhaus, für den Seiteuflügel und das Quergebäude. Benutzt wurde« diese 3 5klosets von 30 kinderreichen Familien und den Gästen einer im Hause gelegenen Restauration. C h a r l o t t e n st r. S3(Wirth Herr Horstmann, Frobenstr. 36) 2 Klvsets. Damit sollen sich beHelsen 22 Arbeiter und Arbeilerinnen einer Konfiserie, ca. 20 Ar- beiter einer Stockfabrik, 3 Bäcker, 11 Tapezirer, 3 Schlosser. die Gäste einer Destillation und die Dienstmädchen der im Vorderhause wohnenden Miether. Im Hause Brandenburgstr. 74 sind 12 Familien und die Gäste einer Restauration angewiesen auf 2 Klosets und ein Pissoir. Zu den gerügten Uebelstände» gesellt sich fast durchgängig noch eine mitunter geradezu beispiellose Unsauberkeit. Idyllische Zustände scheinen zu herrschen in dem Hause M a r i a n n e n st r a ß e 24, Wirthin Frau Brodhan. Aus dem Hose daselbst befindet sich ein Pferdestall, eine Dung- grübe, zwei Müllkafte» nnd eine Schaar von etwa zwanziz Hühner». Außerdem liegen auf dem Hose in unmittel- bärster Nachbarschaft der'Dunggrube und des Pferdestalls zwei Klosets für die 96 Bewohner des Hauses. W a l d e u, a r st r a ß e 27: Sechs offene Klosets für ca. hundert Personen, abgesehen von Besuchern von der Straße. Seitdem die Angst der Besitzenden vor der Cholera geschwunden, ist der Zustand der Klosets wieder ein ekel- erregender. Alle Montag werden sie mit einem Besen gefegt, gescheuert anscheineiid überhaupt nie. Seit längerer Zeil ist die Spülung mangelhaft. Recht appetitlich muß es übrigens sein in der La» ge n- st r a ß e 40. Dort liegt ein Mehlboden direkt über den Klosets neben dem Hühnerstall. Wie es mit der Desinjektion steht, erfahren wir aus einer Beschwerde über das Haus Willibald- Alexis st r. 40. Es wurde allerdings Desinfektion-- pulver gestreut, jedoch nur ein einziges Mal. Auch eine schöne Aussicht sollen die Miether dieses Hauses haben. Von ihren Fensler» aus erblicken sie Hausen von Müll und Kehricht, welche ein Herr Semuiler, Willibald-Alexis- straße ö wohnhaft, hinter dem Hause Nr. 41 aufstapelt, ohne von der Polizei daran gehindert zu werden. ** Zn unserem Bericht über die Wasserklosets ohne Scheidewände in den städtischen Gas- a n st a l t e ii— wie wir erfahren, existiren dieselben nicht blos in der Anstalt des Nordens— tragen wir noch folgendes»ach: Auch Frauen sind gezwungen, dieselben zu benutzen, da andere nicht existiren. Das gilt sowohl von den Frauen, die ihren Männern das Essen bringen, wie denjenigen, welche dort größere Posten Koak» kaufen und dem Verladen persönlich bei- wohnen, wie denjenigen, welche mit ihren Fuhrwerken dort halten, um den Käufern den Koaks zu fahren. Bedenkt man, daß ostmals Stunden vergehen, ehe die Leute abgefertigt iverde», so wird man sich nicht wundern, daß sich die Fälle, daß Frauen die dortigen Aborte aufsuchen, täglich wieder- holen! Vielleicht, setzt unser Kontrolleur hinzu, könnte der Magistrat die Koakspreise steigern oder den Arbeitern etwas von ihrem Lohn abziehen, um die Mittel zu erlangen, eine Bedürsnißanstalt für Frauen dort errichten zu können; den» die Gasbereiiiniz. scheint nicht soviel abzuwerfc».— Ueber ungewöhnlich reiche Geldspende»» sind wir dicsnial in der Lage zu quittiren: 10 M. von dem Verein der Stockarbeiler durch Dr. R. 7,50 M. von Berliner und Hamburger Genossen durch Fräulein L. 7,75 M. durch Dr. Bl. 5 M. von der Kcaiikenkasse der Zimmerer(Hilfskasse, Filiale Berlin) durch Dr. Chr. 10 M. durch Herrn Schiedsmann Wiese(in Sachen Groß gegen Keyling). 150 M. vom sozialdemokratischen Wahlverein des VI. Berliner Reichstags-Wahlkreises. Bei diesein Opsermulh dieser begeisterten Antheilnahme an unserer Thätigkeil— einer Theilnahnie, die unsere kühnsten Er- ivartungen übersteigt— hat die Soinmissio» geglaubt, nicht länger zögern zu dürfen, n n s e r A r b e i ts g e b i e t zu er- weiter n. Die außerordentliche eifrige und innsichtige Art und Weise, in welcher unsere Kontrolleure fast durchgängig ar- beiten und einzelne von ihnen schon bei selbständigen' In- spizirungen von Fabriken und Wohiunige», Häusern nnd Hosen uns mit massenhaftem Material versahen, zeigen uns deutlich den Weg, den wir weiter zu gehen habe». Wir werden nicht nur 1. nach wie vor die bei der Kdm- Mission an die Adresse von Dr. Zadel, Annenstr. 46, eingehenden Beschwerden aus der Arbeiterschaft aus das gewissenhafteste. rscherchiren, durch mündlich« Rücksprache, evtnt� schonungslos« Veröffentlichung auf Abhilfe dringen— mir fordern Aerzte, Hebammen und wer sonst noch durch seinen Beruf in die Lage kommt, die Wohnungsmifere der ärmeren Bevölkerung kennen zu kernen, auf, uns über sanitäre Mi hstände zu berichten, wir fordern ie Arbeiter auf, aus ihren Werkstätten uns Meldungen zugehen gu lassen und werden durch Agitation in Fach- und Wahlvereinen hygienisches Bedurfnijj und Wissen zu verbreiten suchen, wir werden aber außerdem es uns angelegen sein lasse», 2. unsere Kontrolleure, die Arbeiter Berlins. zu„G e s n n d h e i t s- « u f s e h e r n' heranzubilden, die in ihren Mußestunden, an Sonn- tagen, regelmäßig Häuser und Straßen, Wohn- und Arbeitsräume inspizireu und uns über jede sanitäre Nnzuträglichkeit Meldung erstakten. Wir werden endlich 3. baldmöglichst an die E r l e d i- KU n. g f y st e m a t i s ch e r für die Hygiene w i e die Sozialpolitik hochwichtiger Aufgaben heran- geh eil, statistische Erhebungen über Wohnungszustände U. a. in Angriff nehmen. Wir wissen, daß wir die klaffen- und zielbewußte Arbeiter- schast Berlins hinter uns haben»nd glauben daher des Erfolges im voraus sicher zu sein. Wir erwarten, daß uns ans allen Wahlkreisen neue Hundertc von befähigten Mitarbeitern zu- strömen werde», um diese neuen großen Ausgabe« bewältigen zu können. Glück auf, Genossen! Wie bekaunt, ist die Verbreitung der Eholera in Hamburg wesentlich mit bedingt worden durch die dort allgemein ver- breiteten Bassins(Zisternen) in den Häusern, die durch die Wasser- leitung gespeist, bei mangelnder Reinigung reichliche Gelegenheit zur Cchinutzonsrnninlung und rapiden Vermehrung etwa mit dem Leitungswasser hineingelangter Jnsektionskeime bieten. Wie von städtischer Seite behauptet wird, existiren bei uns in Berlin solche Zisternen nur in sehr geringer Zahl. Wir haben nach den bisherigen Eingängen Grund zu der entgegengesetzte» Annahme, wir glauben, daß eine überaus große Anzahl vonHaus-nndFabrik-Privat- wasierleitimgen in Berlin bestehen und funktioniren, bei denen Waffer aus dem Brunnen i» Bassins unter das Tach gepumpt "und von dort in das Haus resp. die Fabrik geleitet wird. Diese Privatleitungen werden vom Hauswirth resp. Fabrikbesitzer bei- behalten resp. vor der städtischen Wasserleitung bevorzugt, weil dies Wasser nichts kostet, gebe» aber, wie es den Anschein hat, durchweg ein gesundheitsschädigendes Trink- und Gebrauchs- waffer, was sich schon aus der Natur unserer meisten Brunnen als Kesselbrunuen vennuthen läßt. In einzelnen Fällen(Dieffen- dachstr. 33 und Hollmannstr. 22) haben wir diesen Beweis durch die chemische und bakteriologische Wassernntersuchung erbracht. Es liegt»ns daran, möglich st genaue und zu- verlässige Zahlen über diese hier noch im Betrieb befind- lichen Zisternen zu erhalten und richten w i r daher an die Arbeiter Berlins die Älufsorderung, uns einen jeden solche» Fall zur Anzeige zu bringen. Wenn möglich, bitten wir auch um die Angabe, ob städtisches Leitungs- oder Brnnnenwasser ans dem Zieservoir entnommen wird. Wir bitten, namentlich jede größere Fabrik daraufhin zu untersuchen, vb solche Wasserbassins existiren und in Gebrauch sind. Vepftmrmlmtgeu. Eine gut besuchte ösfeutliche Versammlung von Pferde- bahu-, Oniuibus- und Packetfahrt-Bedienfteteü tagte Freitag Nacht im Feenpalast, um einen Vortrag deS Abgeordneten Liebknecht über„Die Ziele der Gewerlschastsbeivegung" zu hören. T' Bewegung der Berlehrsbedienfteten, so führte Redner aus, ist in Frankreich, Oesterreich und England innner von der Sympathie des Publikums unterstützt und getragen worden, weil das die Verkehrsinstitute benutzende Publiknin mit den Angestellle» in direkte Verbindung kommt und ans diese Weise alle die Leiden und Mühen des Betriebes kennen lernt. Wie das Publi- kum nun in Marseille, Paris, Lyon, London und Wien auf feiten der Bediensteten gewesen ist. als es galt, den Angestellten der Verkehrsbetriebe günstigere Existenz- und Lebensbediiigmigen zu verschaffen, so ist dasselbe in Berlin auch der Fall; auch hier hat sich, seit Bekanntwerden der höchst nnbesriedigenden Znslände in den großen Berliner VerkrhrSbetrieben,' die öffentliche Meiiilmg sofort auf die Seite der Angestellten gestellt. Redner geht dann näher ans die schlechten Aibeitsverhällnisse der Angestellten ein und meint, die Ausnutzung in diesem Gewerbe sei eine ganz besondere, die Arbeiter hätten, nberangestrengt durch die lange Arbeitszeit und den niedrigen Lohn, kaum mehr die Fähigkeit, über ihre schlechte Lage nachzudenken, besonders sei dies bei den Arbeitern der Omnibusgcsellschaften der Fall. Ferner erwähnt Redner der Trinkgelder. Tie Direktionen wiesen ihre Angestellten daraus an, sich durch Trinkgelder ein etwas höheres Einkommen zu verschaffen; in Amerika kenne man eine derartige Bezahlungsweise nicht. Böte man dort einem Be- dienstelen ein sogen. Trinkgeld an. so würde das als ein Almosen ausgefaßt werden. Hier hätten jedoch die Direktionen ihre Tanlieincn »i»d die Aktionäre ihre Dividenden dadurch zu steigern gesucht, daß sie die Bezahlung ihrer Angestellten znmTheil dein Publikum mit überlasten. Ferner würden bei jeder Gelegenheit Geld- frrasen verhängt. Niemand werde bestreiten, daß in große» Betrieben«ine bestimmte Disziplin und Pünktlichkeit herrschen müsse, jedoch bei dem geringsten Versehen mit hohen Geldstrafen(bis zu 10 Mark) die An- gestellten an ihrem sauer verdienten Lohn zu schmälern, sei aufs allerschffrsstc zu vernrtheilen. Die Einrichtung eine? solchen Verkehrsinstituts sei nun nicht dazu da, daß sich einzelne Personen bereichern auf Kosten der Angestellten und des Publikum?, der artige Cinrichtungen hätten vielmehr dem öffentlichen Berkcbr zu dienen und nicht der Bereichcrungswuth. ZIber, so fährt Redner fort, die Gesellschaften wolle» das ja eben nicht einsehen, deshalb drückc» sie die Löhne herab, verlängern die Arbeits- zeit und verhängen Geldstrafen, damit die Tantiemen und Dividenden möglichst hochgeschraubt werden. Bei den Pferden sind die Gesillschasten ängstlich besorgt, «ine Ueberarbeit zu vermeiden, weil die Pferde eine be- stimmte Kapitalanlage repräsentircn, wogegen, wenn der Angestellte unbrauchbar geivordcn, ohne«ine besondere Ausgabe so- >forl Ersatz zu schaffen ist; man kann in bezng ans die Arbeits- zeit hier sagen:„Die Pferde haben eine Menschennatur, und die Menschen haben eine Pferdenatur."(Beifall.) Ans die Gewerk- schaflsbcwegung eingehend, führt Redner an, daß die Gewerk- schasten sich zum Ziel gesetzt haben, de» Arbeiter wider- slandssähiger zu machen gegen die Ausbeutung seitens der Niiternehiner; das könne nur dadurch ges chtheii, daß die Arbeiter bestimmter Berufe sich organisirten, u:n gegen ein» Verschlechterung ihres Lohne?, eins Verlängerung der Arbeitszeit Front zu inachen; um ilebel stände in ihrem Gewerbe abzuschaffen und eine Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen; um Maßregelungen, welche iusolge dieser Bestrebungen eintretsn, abzuwenden; denn, sei eine Gewerkschaft gut organisirt, so werde das Unternehmerthmn nicht wagen zu maßregeln. Tanu habe die Gewerkschaftsbewegnng für Aufklärung»nd Bildung aller Belheiligten zu sorgen; ferner habe sie die berufliche Statistik zri pflegen, und gerade hierin sei ein vorzügliches Agilations- mittel gegeben. Zum Streik kommend, führt Redner an, daß derselbe, zumal in heutiger Zeit und bei nicht genügend gekräftigt«! Organifalion, eine zweischneidige Waffe sei; die große Zahl der Arbeitslosen sei dem Unternehmerthum immer als Slrerlvrecher «villkommen und könne jeden Streik erfolglos machen. Hier handele cs sich in erster Linie darum, die Organisation zu starken, unablässig Niitglieder zu werben; erst wenn die Orgamfatron die Hälfte oder zivei Drittel der Beschäftigten zu Mitgliedern zahle, wäre Aussicht, daß Forderungen mit Erfolg gestellt werden könnten. In jedem Fall sei der Streik eine Machtsrage. Redner erklärte serner.wiedas Zerstörungssystemdes Kapitals immer mehrProletarier schaffe. Wervernichte dasKleinhandwerk,d«nKleinbauernstand?Das Kapital! Wer drücke den Arbeiter in seiner Lebenshaltung immer tiefer? Das Kapital! Wer schaffe mit der Kraft seiner Arme und dem Geiste seines Hirns den Reichthum? Der Arbeiter! Und wer genieß« diesen Reichthum? Diejenigen, die ihn nicht schassen! Die Sozialdemokratie jedoch erstrebe Gleich- bercchtiguug aller Mensche»; sie wolle den natürlichen Zustand des„gleichen Rechtes für Alle", der sich wohl sehr schön m dem Passus der Verfassung ausnehme: Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich, der jedoch wegen der Uebcrniacht des Kapitals in der Praxis keine Bedeutung habe. Redner schloß seinen Vortrag mit den Worten: Zusammenfassung der Kräfte und Organisation kann Sie allein zmn Siege führe».(Rauschender Beifall.) In der Diskussion lheilte Klein mit, daß die Stallleute, nachdem sie bereits von 5 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends ohne Pause gearbeitet hätten, von 6—7 Uhr Abends Mittagspause machen könnten, dann halten dieselben jedoch noch6Ueberstu»den zu arbeiten. von 7—4 Uhr Nachts, wofür sie pro Stunde s Pfennig— schreibe acht Pfennig erhielte».(Erregte Rufe: Ja- wohl! und Pfui!) Redner legte dar, daß nicht eine 12>/zstnndige, sondern ein« weit längere Arbeitszeit bestehe. W e g e r t führte an, daß in allen VersammUmgen sich die Anklagen gegen die großen Gesellschaften häuften. Derselbe kritisirte die Verhältnisse bei den OmiubiiSgescllfchafte» und bedauerte, daß die Omnibus- bediensteten sich ans Furcht vor Entlassung nicht in die Bersamin- hingen wagten. In die Berliner Strerk-Konlroll-Kommission dele- gute die Versammlung die Pferdebahn bediensteten Rudolph und Wieseinann. Unter Verschiedenem gab F a b e r die Forderungen der Bcdienstenten bekannt.(Wir werden darüber Näheres an an- derer Stelle bringen. Die Red.) welche von der Versa», mlung ohne Widerspruch für gerechte beslinden wurden. Nachdem Thierbach noch etliche Anssührungc» über das Wesen des Klassenkampfes gemacht hatte, wofür ihm reicher Beifall gezollt wurde, schloß die Versaminlnng Nachts 3 Uhr mit einem drei- fach brausenden Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung. Ju der Mitgliederversammlung derFiliale Berlin des allgemeinen deutschen Tapezirer Vereins an, 31. Oktober wurde die Frage ventilirt, welche Mittel zur Besserstellung„unserer Lage in der nächste» Saison" zu ergreifen seien. Der Bevollniächtigte Engel führte aus, daß die ver- slossene Saison von sehr kurzer Dauer gewesen und daß es schon jetzt an der Zeit sei, uns mit der nächsten Periode etwas näher zu beschäftigen. Haube war der Meinung. daß cs vor allen Dingen die Pflicht der organisirten Kollege» sei, die U e b e r st n n d eu- A rb e i t abzuschaffen oder für deren möglichste Einschränkung zu sorgen. So würde bei der Firma Pfaff, wo doch auch organisirte Kollegen be- schästigt seien, jetzt schon wochenlang Abends bis 10 Uhr und länger, sowie auch Sonntags gearbeitet, obschon die dort beschäfligleu Kollegen genau wüßte», daß um die jetzige Zeit schon eine große Anzahl Kollegen anfs Pflaster gesetzt sei. Di« Mehrzahl der Anwesenden mißbilligte derartige Zustände und erwartete von den bei der genannten Firma beschäftigten Kollegen deren Abhilfe. Ueßem war der Ansicht, daß wir vor allen Dingen eine umfassende Statistik ans unserem Gewerbe ausarbeiten müssen, da eine solche am besten geeignet sei, dieschreienden Mißstände in unserem Fach ans Tageslichtzu ziehen. Der Bevollmächtigte Engel verlas einen Aufruf der Hamburger Kollegen, wonach diese um unsere Unterstützung ersuchten, da sie durch die Eholera und die daraus folgende Arbeitslosigkeit in die denkbar größte Noth gerathen seien. Nach einer längeren De- balte wurde eine Resolution angenommen, laut welcher sich die Anwesenden verpflichteten, nach Kräften für die Unter- stützung der Hamburger 5kollegen einzutreten und ferner die Bettelsackpolitik der Hamburger Bourgeoisie gegenüber der herrschenden Roth verurthciltcn. Nachdem noch ein Antrag an- genommen war, die nächste Vereinsoersammlung ausfallen zu lassen und dafür eine öffentliche Tapezirerversammlung einzu- berusen, erfolgte Schluß der Versammlung. Eine kombinirte Mitaliederversniumlung der Maler, Lackirer und ülustreichcr Berlins und Umgegend fand ani 3. November unter Borsitz deS Kollegen Grcetz statt, in welcher Kollege Wenlker zum 1. Punkt der Tagesordnung: Unser Arbeitsnachweis, etwa folgendes ausführte: Von April bis September 1892 waren im Zentral-Arbeits- nachweis der Maler 24ö7 Gehilsen und 528 Anstreicher eingeschrieben. Verlangt wurden für Berlin 1513 Gehilfen und 350 Anstreicher, nach außerhalb 73 Gehilfen und 8 Anstreicher. Außerdem wurden noch 123 Personen zur Aushilfe ver- langt und auch zu den betreffenden Meistern hin- geschickt. Unerledigte Adressen waren in diesem Zeitraum 70 vorhanden, wovon' 33 ans Berlin und 32 auf außerhalb kommen. Der Grund, weshalb diese unerledigt blieben, ist der, daß ver- schiedene Arbeitgeber schon unter den Kollegen als unregelmäßige Lohnzahler bekannt sind und in der sogenannten guten Zeit auch niemand nach auswärts geben will. Bon der Liste der Arbeit- suchenden wurden 1013 Gehilfen und 180 Anstreicher gestrichen, weil dieselben an zwei hintereinander folgenden Tagen fehllen. Ferner unterzog Redner die Kollegen einer scharfen Kritik, welche beim Meister um Arbeit betieln und den JnnungSnachiveis be- nutzen. Außerdem wäre es, so bemerkte der Redner, auch nicht schön, daß man guten Freunden Arbeit zuschmuggle, anstatt die Leute vom Nachweis zu holen. Ebenfalls sei es vorgekommen, daß Gehilsen von der Hilfskaffe der Maler in Moabit' oder voni Wirth de? betreffenden Lokals vermittelt wurden, anstatt Meister wie Gehilsen nach dem Nachweis zu schicken. Außerdem wären in der Nitterslraße(Marquard it. Rasch) zwei Lokale, welche das Adressenvermitteln schon als Geschäft betrieben; diese sollten überhaupt gemieden werden. In der sehr lebhaften Diskussion, welche hierauf folgte, sprachen die Kollegen Schröder, Hohlwegler, Raschle, Bnscbold, A. Kube und Grcetz, sämintlich im Sinne des Referenten. Hierauf gelangten folgende Resolutionen zur An- nähme: 1. Die Versammlung erkennt an, daß der Arbeitsnachweis in Händen der Arbeitnehmer eine mächtige Waffe gegen das Unternehmerthum ist. Sie beschließt daher, mit aller Macht für unsere» Nachweis zu agitiren und verlangt von sänniillichen organisirten Kollegen, diejenigen Lokale, in welchen Adressen von unserem Gewerbe vermittelt werden, zu meiden. 2. Da die Malerinnnng beschlossen hat, in ihrem Arbeits- Nachweis durch sogenannte schwarze Listen besondere Kontrolle z» üben, stellt cs die Versammlung jedem Vereinsmitgliede an- heim, ob er cs als organisirter Arbeiter mit seiner Ehre ver- einbar hält, diesen Nachweis zu benutzen. Ferner kani ein Antrag zur Annahme, nur Mittwochs und Sonnabends um 10 Uhr zu verlesen und alle fehlenden zu streichen, welche nicht beweisen können, daß sie durch Termine oder Krankheiten verhindert waren. Zum 2. Punkt der Tagesordnung erhielt Kollege G r a m en z das Wort, welcher namens der Revisoren die Abrechnung vom Svmnierfest« der Maler verlas. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, diesen Punkt zur nächsten Versammlung auf die Tagesordnung zu setzen, um Filiale 5 Nord und Filiale 4 der Lackircr Gelegenheit zu geben, die noch in ihren Händen befind- lichen Billels oder das Geld dafür abzuliefern. Im 3. Punkt, Verschiedenes, wurde die Sache Schelle kontra Filiale Friedenau, von Friedenauer Kollegen mit grobem Eiser vorgebracht, weShalb eine Kommission von 7 Mann mit Hinzn- ziehnng der Friedenauer Kollegen gewählt wurde, um dar- über'schlüssig zu werden, od die Fachschul-Koniimsston, welche übrigens ganz selbständig zu handeln hat, berechtigt war, ihren langjährigen tüchtigen Lehrer im Holz- und Marmormalen wiederzuwählen oder nicht. Betreffs der Reise-Unterstützung kam es noch zu einer kleine« Debatte, in welcher für und gegen Erhöhung gesprochen wurde. Die Reise-Unterstützung wurde schließlich ans 1 M. baar und«in freies Nachtquartier festgesetzt. Hierauf wurde folgende Rcso- lution angenommen:„Die Versammlung erklärt sich im Gegensatz zu den Einwendungen einiger Filialen der Ver- einigung mit dem Regelement der Reise-Unterstützung ein- verstanden und erblickt in der Vereinigung eine Organisation, welche hauptsächlich die materielle, sowie geistige Lage zu heben bestrebt sein muß. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen. Strausberg. Am 23. Oktober tagte hier eine öffentliche Schuhmacher-Versammluna, in welcher Kollege Fischer- Frank- furt a./O. über Zweck und Nutzen der gewerkschaftlichen Organi» sation sprach. Redner entledigte sich seiner Aufgabe in leicht ver- ständlicher Weise. Nach dem Vortrage wurde eine Resolution 'einstimmig angenommen, die sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte und den Wunsch aussprach, daß alle Schuhmacher Strausbergs dem Verein Deutscher Schuh- wacher beitreten möchten, um so mitzuarbeiten an der Ver« befferung ihrer Lage. Der Einsender dieses Berichts fügt dem- selben noch hinzu: So wie die Dinge hier liegen, wird jener Wunsch wohl noch eine Zeit lang ein frommer bleiben. Ist doch die gewerkschaftliche Organisation hierorts das Stiefkind der Arbeiterbewegung. Es existiren hier nur die Organisationen der Maurer und Zimmerleute und der Verein Deutscher Schuh« wacher. Die größte Branche hier, die Textilbranche, hat keine Organisation! Warum? Leben die Textilarbeiter etwa in guten Verhältnissen, oder haben sie nur noch nichl ihre Klassenlage erkannt? O nein, sie sind neben dm Schuh- wacher» die schlechtest gestellten Arbeiter. Und am mangelnden Klassenbewußtsein liegt'S auch nicht. Denn wir haben gerade unter den Textilarbeitern hervorragende Genossen. Aber gerade von vielen„politisch aufgeklärten" Arbeitern wird die gewerk- schaftliche Organisation links liegen gelassen und mit den Worten verpönt:„Es nützt ja doch nichts!" Nach dem schönen Verst „Ihr habt die Macht in Händen, wenn Ihr nur einig seid", den man doch hundertmal singt, handelt man nicht, obwohl wenn die Einigkeit auch in gcwerlschastlicher Beziehung gepflegt würde, könnte man sich Vortheile erringen, wie das der Rixdorscr Weber- streik bewies. Mindestens würde dadurch einer weiteren Ver- schlechterung unserer Lage vorgebeugt. Aber dazu gehörte Aus- dancr und deni Arbeiter freilich schwer fallende Opfer. Zieht man aber die Voxtheile, die wir uns durch eine stramme Organi- sation erringen konnten, in Betracht, so sind auch die Opfer nur klein. Und wie mancher Groschen wird nicht für Vereine, die für den Arbeiter gar keinen Werth haben, ausgegeben! Ich weine, ein klassenbewußter Arbeiter habe vor allem die Pflicht, sowohl einem politischen wie einem gewerkschaftlichen Verein an- »«gehören. Und kann er sich dann noch ein paar Groschen ab- darben, so ist es ihm ja unbenommen, auch Mitglied eines anderen Vereins zu sei». Taruni Genossen, tretet der gewerk- schaftlichen Organisation bei, und wo keine besteht, gründet solche, damit, wenn einst eine günstige Periode für uns kommt, wir sie voll ausnützen können. VviefTkafton vev NedalMom Berichtigung. Im vorgestrigen Aufruf an die Sattler Berlins muß die Unterschrist lauten: P. Blum, Ackerstr. 144 (statt 112). L. Eopalle. Angekommen. Wurde an A. abgegeben. Das im Bericht vorhanden gewesene Thatsächliche ist im„Vorwärts" unter Parteinachrichten kurz, aber genügend erwähnt worden- Gruß! 17. Zithting der 4. Ksasse 187. Königl. Preuß. Lotterie. RkhlU'z«ein 5 n«»emtkr ISSi. Schniß Nur tl« Vvuiime über 210 Mark find de.i bdcejftiiitn Jluiiimtta >» bfiafii'ßt. (Oftite(SeiraSv.) 62 742 Ml 73 76 1297 3(3 313 S 39 217 39t 700 391 991 904« 92 III 33t 473 9*35 4213 331 133001 416 326«59 5071 117 I30o; 229 69 611 16 93 922«113 432?074 137 217 6.9 353«159 73 362 409 813«151 182.... 1,8143 61«0 1 978 11619 13001 80 123 382 796 1 1175 9)5 509 047 705 972 1.1312 24 745 1428! 3it 91 412 73 543 610 92 II 0)1 759 9.1 814 130601 9o7 1I0 000 86 15077 IUI 264 374 4)5 36 518 621 772 9 8 46 11(127 406 2 53 720 83 17263 757 1-4666 80 177 31 663 823 24 I«233>6 166 »«.>83 613 37 715 55 910«1451 653«3112 15601 63 278 533 677 750 91«!.>:! 05 141«1 235 457 523 6 46 78) 922 15061 61 1500) 21-14 392 412 25 934«3093 714 871 938'40:.'3S 373 424 534 115 61 12 47 805 4,3 teiüUiS 13*006) S71 91 493 535 833 975 93327 669 39 889 9» 14 424 862 978 30026 130061 237 445 549 69 621 877.9104 4 43 07 114 298 S3D t« 1566 74 13 01 77 863 901 39120 97 338 6-4 13*061 757 6 4 8o4 937 33057 140 269 758 87 921 35132 32 211 87 390 011 64 832» HOl 453 34 13661 52? 28 659 67»96 3.000 261 503 66 s 38059 67 11500) 75 193 541 57 615 373 9.15 53 31) JOS 714 32 13*01 35 96 945 40011 102 9» 221 1.30*1 344 4o9 99 5>>2 631 37 88 998 41426 513 ,30 0 0 0 733 814 8 942 4*36> 7b 41' 1560) 711 49637 154 89 1 13601 7**7 3.0 44)84 453 77 555 612 1,06) 976 45635 7t 714 2' 835 4 0 4017 I 535 85 5.>6, 965 471 4 521 13,0) 687 942 43)55 322 56 69 3 9 40131 66 251 455 13*40) 50.28 293 437 41 813 51*79 161 433 631 867 87 52316 85 41» 57-, 934 59614 591 1300] 811 910 61*461 150 63 242 90 367 498 603 23 877 5 504 13*00) 403 647 873 904 115.06) 13(3601 50339 73»6« 57037 246 370- 61 1)4*06) 96 1 80 58202 98 502 97 803«53 5 906« 25 148 2.-6 327«23 739 91 941 79 „ i*. 087 6*763 849 63034 237 712 13666) 23 1.566) 91 S.«9 90? 64165 237 3*7 792 5 8 851 918 05136 238 456 97 596 8)1 <* 93 SU.3 0 7*42 73 15061 101 76 403 628 43 826 987«-3.84 553 SjI COJi 1 124 355 701 9,9 75 ?!)674 123 28 ,15061 56 83 460 61 182 697 827 71141[1500] 3'*6 *27 7*642 794 93|3o*)0J 803 73167 383 1, 0) 86 425 781 74**58 411 »'2«43 892 61 62 70063 199 514 541 59 1360) 669 8*01 7») 61 7J2oi 28 411 617<3ji8 ou 70062 624 37 1151*0) l*3«4016 139 493 837«1119 2,. 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