Nr. 225. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Vierteljährl. 3,30 I., monatl. 1,10 I., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1983. An die Leser unseres Blattes! Jufolge der umfangreichen Berichterstattung über die Verhandlungen des Parteitages in Mannheim bitten wir unsere Leser in diesen Tagen um etwas Nachsicht, wenn in der Zustellung des Blattes eine Verzögerung eintreten sollte. Die Expedition. Welchen Zweck Donnerstag, den 27. September 1906. Fragen geschrieben, was in Versammlungen darüber gesagt oder was ihm von Privatpersonen darüber mitgeteilt wird. Die Erfahrung hat bewiesen, daß gerade solche den Abgeordneten auf privatem Wege zugehenden Informationen von großem Werte für die Aufdeckung von allerhand Mißständen sind, die auf andere Weise im Parlament ungerügt und in der Verwaltung ungebessert geblieben wären. Das Recht und die Pflicht der Abgeordneten, die Verwaltung zu kontrollieren und öffentlich zu rügen, bedingt also auch die Möglichkeit, völlig unbehindert Informationen über sie einziehen zu können. Wenn aber gegen den Abgeordneten ein Zeugniszwangsverfahren eingeleitet werden kann, um von ihm Aussagen darüber zu erzwingen, was ihm bestimmte Personen, deren Verkehr mit ihm den Behörden bekannt geworden ist, mithat die Abgeordnetenimmunität? geteilt haben, oder auch darüber, welche den Behörden umbekannt von seiner Der Versuch, Reichstagsabgeordnete durch ihre Vernehmung parlamentarischen Tätigkeit verwertete Angaben gemacht hat, als Zeugen zur Verantwortung zu ziehen für die in Wahr- so wird damit dem Abgeordneten diejenige Tätigkeit unternehmung ihres Abgeordnetenmandats getanen Schritte, be- bunden, deren freier Ausübung wegen ihm das Vorrecht der gegnet nur in der sozialdemokratischen Partei unbedingter Immunität überhaupt verliehen ist. Denn das dürfte klar Zurückweisung. In der bürgerlichen Presse sind Stimmen laut sein: Ein Verfahren, wie es gegenüber den Reichstagsgeworden, welche die Zeugnisverweigerung des Genossen abgeordneten in der Sache gegen Göß und Genossen eingeschlagen Ledebour bemäkeln, indem sie unter Hinweis auf das Ver- wurde, muß, wenn es Erfolg bei den Abgeordneten hat und wenn halten bürgerlicher Abgeordneten bestreiten, daß die ber der Reichstag nicht der Wiederholung solcher Uebergriffe einen Riegel vorschiebt, abschreckend auf alle Personen einwirken, fassungsmäßig gewährleistete Immunität der Abgeordneten die glauben, im Interesse der Gesundung unserer Staatsauch die gerichtliche Inquisition verbiete. nationalliberale Magdeburger Zeitung" eine Buschrift aus einrichtungen den Abgeordneten Mitteilungen machen zu Berlin, in der es heißt: müssen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. unterzeichnete Legitimationskarten vorzeigen, müssen unbedingt arretiert und der Geheimpolizei zur Verfügung gestellt werden." Es wird wohl jeder fragen, für welche Sünden eigentlich fie so harte Strafen getroffen hat, Womit haben denn diese Stüßen des Thrones" ihren Vorgesetzten solchen Kummer bereitet, daß diese sich gezwungen sahen zu einer in der Geschichte der russischen Polizei geradezu unerhörten Maßregel? Es stellt sich heraus, daß die Agenten der hiesigen Geheimpolizei in ihrem Eifer um die Erhaltung der gesellschaftlichen Ordnung" ein flein wenig zu weit gegangen sind! An anderen Orten beschränkten sich die patentierten Erhalter der Ruhe darauf, Waffen unter das Lumpengefindel zu verteilen und schwarze Banden zu bilden, um Juden, Studenten und ähnliche von Natur aus politisch unzuverlässige" Elemente in möglichst großer Zahl unschädlich zu machen. Daß die auf so billige Weise zu Waffen gekommenen Schurken alsbald diese Waffen auch zur Beraubung privater Personen und staatlicher Institutionen verwandten, lag ja nur in der Natur der Sache. Die Geheimpolizisten von Jekaterinoslaw aber zeigten in dieser Hinsicht eine noch höhere Befähigung, indem sie diese staatserhaltende" Arbeit ohne Hinzuziehung fremder Elemente auf eigene Faust bollführten. Alle Raubüberfälle der letzten Zeit wurden in Jea faterinoslaw von den Agenten der Geheimpolizei selbst ver= anstaltet!! Dadurch wird es sonnenklar, weswegen kein einziger ,, Anarchist" eingefangen wurde, obwohl in letzter Zeit Ueberfälle zu jeder Stunde sowohl bei Tag als auch bei Nacht stattfanden. Aber wenn diese braven Leutchen sich nur mit Beraubung von Privatpersonen begnügt hätten, so kann man sicher sein, daß die Obrichkeit sie weiter frei gewähren ließe. Sie ließen sich aber von ihrer Tätigkeit zu sehr hinreißen und wandten ihre Aufmerksamkeit, mehr als es in Rußland erlaubt ist, auf staatliche Instutute. Die auf diese Weise expropriierten" Behörden setzten es in diesem Falle durch, daß gegen die ges nannten Ehrenmänner eingeschritten wurde. Und diesen Menschen wird Glück und Habe, Leben und Freiheit eines jeden russischen Bürgers überantwortet!" Der„ Ruff. Kurier" schreibt: Sale Damit würde aber auch das Vertrauen zu den parlamenDer Reichstag wird sich mit der Frage jedenfalls zu be- tarischen Einrichtungen noch mehr untergraben. Beide Wirschäftigen haben. Herr Ledebour wird sich aber wohl irren, wenn fungen liegen natürlich im Interesse der regierenden Bureauer glaubt, für seine Haltung Deckung durch den Reichstag zu fratie, sowohl die Verhinderung der Aufdeckung von Mißfinden. Abgeordnete des Zentrums und der freisinnigen Parteien, ständen vie die Zerstörung des Vertrauens zum Reichstag; die gleichfalls vernommen worden sind, haben, wenn auch unter es zeugt aber von einer unglaublichen Sturzsichtigkeit, wenn Verwahrung, ihre Aussagen vor dem Richter gemacht, darunter Abgeordnete jene Wirkungen nicht ermessen, wenn sie nicht auch der Abg. Dr. Müller- Meiningen, Landgerichtsrat in Afchaffen einsehen, daß das Recht der Immunität dem eigensten Wesen burg, dessen juristische Auffassung in dieser Frage für die frei- des Parlamentarismus gemäß die Abgeordneten gegen solche finnige Volkspartei maßgebend sein wird. Dieser freisinnige Beeinträchtigungen ihrer pflichtgemäßen Wirksamkeit schützen soll. Parlamentarier läßt bezüglich seiner Vernehmung erklären, daß Daß die borussische Bureaukratie den Versuch macht, die er das Zeugnisverweigerungsrecht als ein Recht des Parlaments Möglichkeit der parlamentarischen Kontrolle ihres Treibens ( nicht des einzelnen Abgeordneten) nur bezüglich der im einzuschränken, ist nur zu begreiflich. In den Augen der Barlament getanen Aeußerungen in Anspruch genommen und Bureaukratie sind alle Mißstände der Verwaltung erträglicher, darum die Fragen des Richters, die sich ausschließlich auf Vor- als die Aufdeckung dieser Mißstände durch die parlamentarische gänge außerhalb des Parlaments bezogen, beantwortet habe. Stontrolle. Und an Hochverrat grenzt es in ihren Augen, wenn gar Diese Auffassung der Immunität" unterscheidet sich wesentlich ein Beamter der parlamentarischen Stontrolle behilflich ist, ihr Ziel von der des Abg. Ledebour, der sich für berechtigt erklärt, die zu erreichen. Daß aber Abgeordnete in schwächlicher NachgiebigZeugenaussage über Mitteilungen zu verweigern, die er in seiner feit der Bureaukratie behülflich find, entgegen der Verfassung hiesiger Blätter hat sich der bereits unter dem 21. d. M. aus entgegen dem Geist des Parlamentarismus, den Reichstag in " 1 Der soeben vom Minister Stolypin empfangene, bringend nach Petersburg berufene Gouverneur von Jekaterinoslaw, Staatsrat Klingenberg, mußte zugeben, daß die sogenannten politischen Patrioten", die sich des weitgehenden Schutzes der dortigen Gendarmerie erfreuen, sehr wohl Pogrome und Plünderungen veranstalten konnten, wogegen er, der Gouverneur, machtlos seil Die Bauern. Moskau, 26. September.( W. Z. B.) Nach Meldung Eine kleine Statistik. Der„ Ticheznomorsky Dnjewnit" teilt folgende auf Grund von Beitungsnachrichten von ihm zusammengestellte Statistik mit, die vom 16. August bis zum 1. September( alten Stils) 1906 reicht also nur 2 Wochen umfaßt: Feuer aufgegangene Ernten 12. Abgebrannte Meiereien 540. GrAgrarunruhen: Geplünderte und angezündete Güter 95. Jn schlagene Großgrundbesitzer 4. Getötete Bauern 15. Verwundete Bauern 159. Außerdem ist oft zu lesen, daß während der Be unruhigungen"„ viele" getötet und verwundet und„ massenhafte" Verhaftungen vorgenommen find, ohne ziffernmäßige Bestimmung der Zahl dieser Zufälle". " Revolutionäre Unruhen: Landwächter 8 getötet, 6 verwundet, Polizeileute 10 bezw. 12. Polizeioffiziere 3 bezw. 4, Gendarmen beam. 2. Gendarmerieoffiziere 2. Soldaten 6 bezw. 12, Offiziere 2 2 bezw. 2, ländliche Polizeileute 2 bezw. 2. Polizeikommissare 2 bezw. 3. Untersuchungsrichter verwundet 1, Gerichtsvorsitzender getötet 1. Eigenschaft als Abgeordneter" empfangen habe." Damit trifft die Magdeburgische Zeitung" allerdings den einer seiner wesentlichsten Funktionen zu lähmen, ist ein neuer jatta gemeldete Bauernaufstand, der gelegentlich der Prüfung fundamentalen Unterschied zwischen dem Standpunkte, den Beweis dafür, wie wenig die bürgerlichen Parbon Reservistenpapieren zum Ausbruch fam, im Streise Genosse Ledebour in der Immunitätsfrage und den der Ab- teien die Rechte des Voltes zu schäzen wissen. Malmysch weiter ausgebreitet und bereits 70 Dörfer ergriffen. geordnete Müller- Meiningen sowie einige andere bürgerliche Denn zur Wahrnehmung der Boltsinteressen, Dorthin entfandte Justizbeamte haben unverrichteter Sache Abgeordnete eingenommen haben. Die letzteren haben die also als ein Voitsrecht ist den Abgeordneten zurückkehren müssen, weil die Bauern alle wichtigen Punkte Immunität in dem engen Sinne aufgefaßt, daß sie nur die die Immunität verliehen, nicht um ihnen ein befeht halten. Von den Amtspersonen des Kreises fehlt Abgeordneten davor bewahren solle, strafrechtlich wegen persönliches Privileg zu verschaffen. jegliche Nachricht, und man fürchtet für ihr Leben. der von ihnen im Parlament getanenen Aeußerungen zur Wie weit die Bureaukratie angesichts der schwächlichen Verantwortung gezogen zu werden. Sie haben aber anstandslos Haltung der bürgerlichen Parteien glaubt das Vorgehen über die Mitteilungen ausgesagt, die ihnen andere Personen gegen die Abgeordneten treiben zu können, geht aus zur Information über Mißstände im Reichstag haben angehen Folgendem hervor: Nachdem Genosse Ledebour es abgelehnt lassen. Sie haben das getan, trotzdem sie wußten, daß diese hatte, darüber auszusagen, was für Mitteilungen ihm zwei Zeugnisaussagen von ihnen gefordert wurden, um Material namhaft gemachte Personen gemacht hätten, von denen es zu strafrechtlicher Verfolgung jener Personen anderweit den Behörden bekannt geworden war, daß sie mit zu gewinnen. ihm private Unterredungen gehabt hatten, wurde er auch Nun kann ohne weiteres zugegeben werden, daß der noch ganz allgemein gefragt, ob nicht noch irgend ein Wortlaut der Verfassung über die Immunität der Abgeord- anderer Beamter des Auswärtigen Amtes zu ihm in Beneten feineswegs völlig flar ist, so daß die betreffenden Para- ziehungen getreten wäre und ihm Mitteilungen gemacht hätte. graphen ohne Berücksichtigung des Zwecks dieses Privilegiums Ledebour verweigerte natürlich gleichfalls die Antwort. Die Frage in dem von der Magdeburgischen Zeitung" dem Abgeordneten geht aber offenbar von der Voraussetzung aus, daß es an sich ein Müller- Meiningen zugeschriebenen einschränkenden Sinne ge- Verdachtsmoment gegen einen Beamten sei, wenn er zu einem deutet werden können. Faßt man aber den Zweck des Vor Abgeordneten oder doch einem Oppositionsmann oder gar rechtes der Immunität ins Auge, so wird es vollkommen Sozialdemokraten in Beziehungen tritt. Dazu kommt es flar, wie ungenügend und dem Sinn der Verfassung direkt jedoch, wenn man es überhaupt für statthaft hält, die Abwiderstreitend jene engere Begrenzung des Immunitäts- geordneten in der Wahrnehmung ihrer Abgeordnetenpflichten rechtes ist. dadurch zu behindern, daß man sie zu Zeugenaussagen über Wenn man fagt: Die Immunität ist den Abgeordneten ihren Informationsverkehr zwingen will. verliehen, damit sie frei und ungehindert ihre Meinung über Die Abgeordneten, soweit sie persönlich davon betroffen alle öffentlichen Angelegenheiten äußern können, ohne sich werden, sind zu entschiedenem Widerstande gegen diese Atten deshalb einer strafrechtlichen Verfolgung irgend welcher Art tate auf die Immunität verpflichtet, und der Reichstag muß auszusetzen, so ist damit nur die halbe Erklärung gegeben. durch eine authentische Interpretation der Verfassung allen Denn damit wurde doch nur den Abgeordneten jene Sicher- ähnlichen Versuchen für die Zukunft einen Riegel vorschieben. stellung vor ihrer Verfolgung wegen solcher kritischen Ausführungen gewährleistet, die sich nach der Praxis unserer Justizbediensteten als Beleidigungen irgend welcher Art klassifizieren laffen. Das unbedingte Recht der freien Meinungsäußerung ist den Abgeordneten aber nötig, damit sie eine ihrer Hauptaufgaben, die Kritik und Kontrolle der gesamten Staatsverwaltung ausüben können. Diese Kritik und Kontrolle der Staatsverwaltung bedingt aber das Einziehen von Informationen. Wollte das Parlament sich bei seiner Stritit und Stontrolle auf die Verwertung und Prüfung derjenigen Tatsachen beschränken, die ihm die Bureaukratie im Budget oder in amtlichen Druckschriften zu unterbreiten für gut befindet, so würde es sich zu einer Art Abrechnungskammer degradieren. Ein Abgeordneter, der seine Pflicht ernst nimmt, muß außer dem amtlichen Material auch zu Rate ziehen, was in Büchern und Zeitungen über die einschlägigen Die russische Revolution. Die Regierungs- Banditen. Die Nachrichten über die ungeheuerliche Polizeiforruption zu Jekaterinoslaw bestätigen sich. Die„ Russ. Korresp." meldet: Außerdem wurden während der Beruhigungen" zirka 500 Personen getötet und verwundet. Verhaftungen: Verhaftete Reichsdumamitglieder 10. Agitaa toren 315. Arbeiter 11. Laboratorien 6. Bomben 25. Flinten 25. Revolver 85. Patronen 4325. Mit Beschlag belegt: Revolutionäre Buchdruckereien und Hinrichtungen: Revolutionäre 7. Zur Todesstrafe bera urteilt 17. Streifs: Einzelne Arbeitseinstellungen 16. Bewilligungen der Arbeiterforderungen 6. Arbeitaufnahme unter den früheren Bedingungen 4. „ Breßfreiheit": Unterdrückte und für eine bestimmte Zeit eingestellte Zeitungen 18. Plünderungen: Privatpersonen( Summe ungefähr 100 000 Rubel) 70. Geschäftshandlungen und Kontors( Summe 375 000 Rubel) 42. Kirchen( Summe ungefähr 80 000 Rubel) 12. Klöster 2. Eisenbahnkassen 5. Bezirksämter 8. Staatliche Branntweinläden 36. Steuereinnehmer( Cumme ungefähr 400 000 Rubel) 7. Eisenbahnzüge 4. Postämter 16. Verhaftete Plünderer 59. Ge tötete während der Plünderungen 35. Verwundete während der Plünderungen 22. Sveaborg! Aus Jekaterinoslaw wird uns geschrieben:" Unter der politi. schen Polizei unserer Stadt wurde in letzter Zeit eine gründliche Reinigung vorgenommen. Alle Beamten ohne Ausnahme, sogar mit Einschluß des Chefs H. Kazari und seines waderen Gehülfen H. Krol, wurden aus dem Dienste Väterchens entlassen. Zu dieser Helsingfors, 25. September. Das Kriegsgericht in Sveaborg schon an sich äußerst strengen Maßregel tam noch folgende rigorose hat heute das Urteil über die Meuterei der Marinekompagnie in Verfügung:„ Die Agenten der Geheimpolizei, die bom gewesenen Sveaborg gefällt. Bon 174 Angeflagten wurden 4 zum Tode dup Chef dieser Polizei H. Nazari oder seinem Gehülfen H. Kroll Grschießen berurteilt, politilcbe Qcberficbr. Berlin, den 26. September. Der Massenstreik auf dem Parteitage. lPrivatdepesche des«Vorwärt s".) Mannheim. 26. Sept., 2, SS nachm. Die heute beginnende Massenstreildebatte hatte die mächtigen Tribünen des Riesensaales mit dichtgedrängten Reihen von Zuhörern gefüllt. Mit größter Spannung lauschte man den Ausführungen der beiden Referenten, Die hinreißende agitatorische Wirkung, die Bebels Referat zu Jena innewohnte, konnte die diesmalige Rede nicht ausüben, galt es doch, durch scharf pointierte Nachweise und zwingende Logik mannigfachen Irrungen und Wirrungen entgegen- zutreten, die in der letzten Massenstreikdiskussion hervorgetreten sind. Nachdem Bebel die Veröffentlichung des Konferenzprotokolls gerecht- fertigt hatte, protestierte er zunächst dagegen, daß man ihm und seinen Vorstandskollegen überhaupt einen Verstoß gegen die Jenner Resolution habe zutrauen können. Seine Ausführungen in derKoufereuz deckten sich durchaus mit seiner Rede in Jena. Dort wie hier hahe er an einen demnächst zu unternehmenden Massenstreik zur Erringung des preußischen Wahlrechts nicht im Traume gedacht. Es wäre ja auch ein Verbrechen gewesen, das Proletariat unter Verkennung aller für Preußen- Deutschland in Frage kommenden, geradezu einzig- artigen Zustände der sicheren Niederlage entgegenzuführen, lieber Ansichten, wie sie S t a m p f e r und Maurenbrecher die doch auf dem Standpunkte des historischen Materialismus stehen wollen, unlängst über Unlust in der Partei und die Notwendigkeit, endlich einmal Taten zu sehen, geäußert, müsse man geradezu den Kopf schütteln. Wo sei Unlust zutage getreten? Wo habe man große Worte gemacht und nichts getan? Seien etwa die gewaltigen organisatorischen und propagandistischen Erfolge nichts? Davids Resolution, durch die Friedfertigkeit des Proletariats gefordert werde, sei ganz überflüssig. Der über alle Zweifel erhabene gute Wille deS Proletariats werde vor eventuellen Konflikten nickt schützen. Das Proletariat werde den Massenstreik nicht leichtsinnig machen. Komme aber das Wahlrecht oder das KoalitionSrccht in Gefahr, so erfordere die Ehre der Partei den Kampf bis zum äußersten. Genosse Legten begann mit einem scharfen Vorstoß gegen die Lokalisten, die sich durch ihr letztes Programm alS Anaichos selbst au» der Partei ausgeschlossen hätten. Der Parteivorstaud habe sich bei der Veröffentlichung des Protokolls von der Redaktion des Zentralorgans und von den Berlinern schieben lassen. Eine einfache Erklärung deS Parteivorstandes, daß im Protokoll nichts Anstoß- erregendes stehe. hätte durchaus zur Beruhigung genügt. Im Grunde genommen sei der Massenstreik nichts anderes als der für Unsinn erklärte alte Generalstreik. An eine erfolgreiche Durch- führung eine? solchen Kampfes sei zurzeit nicht zu denken. Deshalb sei die ganze Debatte überflüssig gewesen. Sie haben den Gegnern nur unsere Sckwäche verraten. Die Gewerkschaften seien bereit, wie die Kölner Resolution beweise, gemeinsam mit der Partei Angriffe auf die Volksrechte abzuwehren: sie würden dabei alle gebotenen Mittel anwenden. Sich schon jetzt auf bestimmte Kampf- mittel festzulegen, sei unklug. Im Grunde seien, das verrate die letzte Massenstreikdebatte, Partei und Gewerkschaften völlig einer Meinung. Deshalb möge man eine Resolution annehmen, die aus- spreche, daß der Parteitag die Jenaer Resolution bestätige, die aber der Kölner Resolution nicht widerspreche. Die Debatte, zu der bereits 40 Redner gemeldet sind, verspricht recht lebhaft zu werden. Das unverkennbar vorhandene EinheitS- streben wird den Austrag gleichwohl vorhandener Meinungsdifferenzen nicht verhindem. Mannheim. 26. Sept., 8,36 nachm. Die Fortsetzung der Massenstreikdebatte gestaltete sich heute nachmittag äußerst lebbaft. Es handelte sich im wesentlichen darum. ob das von K a u t s k h gestellte Amendement, das den GeWerl- schaften die Pflege, sozialdemokratischen Geistes zur Aufgabe macht und betont, daß auch für Parteigenossen, die gewerkschaftliche Aemter bekleiden, Parteitagsbeschlüsse maßgebend sein müßten, angenommen werden soll oder die von Parteivorstaud und Kontrollkommission empfohlene Fassung der Resolution, die- KautSkys Amendement ab- lehnt. Unter lebhaftester Anteilnahme de? Parteitages und deS Tribünenpublikums wechseln die bei aller Sachlichkeit sich häufig zu leidenschaftlichem Pathos erhebenden Kontroversen der zahlreichen Redner. Die Fortsetzung der Massenstreildebatte dürfte auch die morgige Tagung ausfüllen._ Das Urteil von Breslau. Der Handabhacker von Breslau ist noch immer nicht gefunden— aber 50 Monate 49 Wochen und neun Tage Gefängnis und fünf Mark Geldstrafe sind über 37 Angeklagte im Breslauer Krawallprozeß verhängt worden. Der Handabhacker, der den un- glücklichen Biewald zum Krüppel machte, wird nicht ge- sunden, aber der Gerechtigkeit ist Genüge geschehen durch die Bestrafung der Freplcr Wider die Herrlichkeit der Arbeits- willigen und die Gewalt preußischer Schutzleute, die mit blinkendem Schwert und dem Eifer der Gerechtigkeit, die die Binde vor den Augen trägt, aus Beteiligte und Unbeteiligte ohne Ansehen der Person einschlugen. Das Urteil, das in später Nachtstunde, um 2'/« Uhr morgens gefällt wurde, ist folgendes: Tie Angeklagten Schneider und L e u s ch n e r(der elftere soll gegen einen Schutzmann ein Messer gezückt, der zweite einein älteren Arbeitsivilligen ins Gesicht gespuckt haben) werden zu je sechs Monaten Gefänguis verurteilt. E i n Angeklagter wnrde zu fünf Monaten, vier zu je drei Monaten, neun z>l je zwei Monaten, drei zu je einem Monat, vier zu je sechs Wochen, sechs zu je drei Wochen, drei zu je zwei Wochen, einer zu einer Woche, drei zu je drei Tagen verurteilt. Die Hebamme H a a s e erhielt fünf Mark G e l d st r a f e. Sechs Angeklagte wurden freigesprochen. darunter die Frau Feix und der 16jährige Schlosserlehrling S ch i in p f, der nach der Anklage den Ruf ausgestoßen haben sollte:„Die Aester sind wohl heute alle verrückt l" Die Begründung deS Urteils zeigt, daß das Gericht sich in allen Stücken, mit Ausnahme des Strafmaßes, auf den Staudpuiikt des Staatsauwalts gestellt hat. Der Vorsitzeiide, der Landgerichtsdirettor P i U i n g, führte aus: Das Gericht habe sich auf den Standpunkt des Reichsgerichtes vom Oktober 1965 gestellt, wonach der Z tS3 der Gewerbeordnung nicht nur seiner EntsichungSgeschicyte nach, sondern auch dem Sinne nach auszulegen sei. Demzufolge hat das Gericht angenommen, daß die Ausgesperrten, die sick aus dein Striegaller Platz versammelt halten, die Absicht gehabt habe», die Ar'beiiswilligeu ebenfalls zur Nicderleguug der Arbeit zu veranlassen, um dadurch die V e- trieb- lahmzulegen und so ihre eigene Wiedereiuslellung zu veranlassen, schließlich auch, um dadurch den streikenden Formern und Gießern günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ver- schaffen. Ferner hat das Gericht angenommen, daß eine Verabredung unter den Ausgesperrten festgestellt sei(?), und zwar dadurch, daß am Tage vor dem Kra- wall Versammlungen und am Tage des Krawalls eine Kontrolle der Ausgesperrten statt- gefunden habe. Aus dem Verhalten der Angeklagten geht, so führt die Begründung weiter aus, hervor, daß sie«wie auf Kommando"(!) gebandelt haben. Von diesen Erwägungen auff- gehend, bat das Gerichr bei sämtlichen Angeklagten de» Tai- b e st a n d des Streikvergehens<§ 153 der Gewerbeordnung) für erwiesen augenomme». Dagegen bat das Gericht nickt für festgestellt erachtet, daß bei irgendeinem Angeklagten der Tatbestand des Aufruhrs zimifft, sondern in allen diesen Fällen nur Auflauf, beziehimgSweise Beihülfe z u in Huf- lauf(§§ 113 und 116 des Strafgesetzbuches) angenommen. Sieben Strasa n träge wegen Beleidigung waren während der Verhandlung von den Antragstellern zurückgezogen ivorden. so daß deswegen eine Verurteilung nicht mehr erfolgen konnte. Bei denjenigen Angeklagten, die sich seit dem April in Haft befinden, hat das Gericht einen Teil der UntersuchlingShaft auf die Strafen angerechnet. Das Urteil beruht also, soweit es sich auf den§!53 der Gewerbeordnung stützt, auf der für den juristischen Laien (und für zahlreiche Juristen) unfaßbaren Anschauung, daß Arbeiter, die allsgesperrt sind, d. h. vom Unternehmer an freilvilliger Arbeit gehindert werden, zum BeHufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeits- bedingungen handeln, sofern sie die Aussperrung zu beendigen suchen. Noch befremdlicher und unfaßbarer ist die Deduktion, daß die Verabredung behufs Erlangung günstiger Lohn» und Arbeitsbedingungen, die nach dem angezogenen Paragraphen nötig ist, um den strafbaren Tatbestand zu erfüllen, in der Teilnahme an den von den Ausgesperrten veranstalteten Ver- sammlungen und der von den Organisationen eingerichteten Kontrolle gefunden wird. Eine Interpretation, die be- wunderungswürdig ist>vegen ihres Scharfsinnes, die aber gerade deshalb das Ansehen der Justiz in Deutschland nicht heben dürfte. Verschiedene Angeklagte sind verhältnismäßig gelinde davongekommen— nach dem genrteilt, was wir sonst bei ähnlichen Anlässen von der deutschen Justiz gewöhnt sind. Die Breslauer Richter, die nicht gerade wegen ihrer Milde berühmt sind, haben gegen diese Angeklagten nicht die höheren Maße der Strafen anzuwenden vermocht, die ihnen nach dem Gesetzbnche zur Verfügung standen. Der Tatbestand, wie er sich nach der Beweisaufnahme darbot, gab keine Handhabe zu größerer Strenge. Das Gericht hat nicht Aufruhr, nur Auf lauf in dem Verhalten der Angeklagten gefunden. Das Urteil ist eine— gewiß ungewollte— Kritik des Verfahrens der BreSlauer Schutzmannschaft. Das wird im Ausführlicheren noch nachzuweisen sein. Am selbigen Tage, da das Urteil gegen die Angeklagten des Kraivallprozesses gefällt wurde, stand zu Breslau die Zivilklage des unglücklichen Biewald gegen die Stadt Breslau auf Schadenersatz für die ihm ab gehackte Hand an. Der Ternnn hat abermals ergebnislos geendet, er wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Der arme Krüppel muß warten, die verletzte Autorität der Polizei, die verletzte Ehre und Rache der Arbeitswilligen aber ist gesühnt. Und der Handabhacker wird nicht gefunden! Das ist die Gerechtigkeit im Klassenstaate l Veutlches Reich. Kolonialheros und Aufschneider. Eine ans Lächerliche üreifende Eilelkeit und Selbstgefälligkeit ist zwar in gewissen künstlerischen und wissenschaftlichen Berufen etwas Alltägliches. Kaum irgend jemand dürfte jedoch auf dem Gebiete des Selbstkultus und der Miinchhauseniaden gleich Hervorragendes leisten als Herr Dr. Karl Peters, der große geniale Kolonialgründer und Entdecker des alten Goldlandes Ophir. Um seine Verdienste um die Gründung deS ostafrikanischen Schutzgebietes in das rechte Licht zu stellen, hat dieser komische Herr bei C. A. Schtvetschke u. Sohn. Berlin. ein neues Back unter dem Titel«Die Gründung von Deutsch-Ostaftika" erscheinen lassen, in welchem er sich selbst als großen Kolonialgründer eiert, und allerlei«Wichtiges" aus seinem Leben mitteilt. Wie sich von selbst versteht, stellt er sich hoch über die gewöhnlichen„Afrika- reisenden" vom Schlage eines Schweinfurt, Wißmann usw.«In meiner Tätigkeit", sagt er.«hatte der«Afrikareisende" von Anfang an eine sehr untergeordnete, ja ganz beiläufige Rolle gespielt; nur die Tatsache, daß meine Kolonie in Afrika ge- gründet werde ir mußte, hatte mich zum Afrika- reisenden veranlaßt." An anderer Stelle vergleicht sich Peters mit„R e i ch s g ü n d e r n" wie Lord Clive, Warren HastingS, Cecil RhodeS, mit Männern, wie Sir Walther Rakeigh, Francis Drake und Fernando Cortez. Er erklärt, daß Cecil Rhades die Aufgabe in die Hand nahm, die er(Peters) verließ, und er gibt seiner Ucberzcugung Ausdruck,„daß ein Verwaltungssystcm, welches derartige Kräfte(wie einen Peters) sich nicht assimilieren kann, gar wenig Aussicht hat, es im internationalen Wettkampf mit Völkern wie den Angelsachsen aufzunehmen, welche sie nicht nur zu gebrauchen verstehen, sondern sie geradezu aufsuchen." Daneben tischt Herr Dr. Karl PeterS wundersame Anekdoten und Erzählungen aus seinem Leben auf, in denen er erfolgreich mit dem alten Baron Münchhausen konkurriert. Als Probe geben wir folgende grausige Spukgeschichte wieder, die Herrn Peters an- geblich passiert ist, als er 1882 nach London gerufen wurde, um den Nachlaß seines Onkels, der selbst Hand an sich gelegt hatte, zu ordnen. Als mutiger Mann schlief Herr Peters allein in dem großen Londoner Hause bei der Leiche seines Onkels. Dieser freche Uebermut sollte sich jedoch furchtbar rächen, denn in der Nacht be- kam deS Onkels Leiche den nnangebrachten Einfall, zum Zeit- vertreib ein wenig zu spuken. Herr PeterS berichtet über diesen Vorfall: «lieber mir ruhte die Leiche auf meinem früheren Bett. Dichter Nebel schnitt uns von der Außenwelt ab; im Kamin brannte ein helles Feuer. Ein kaltes Souper war auf einem Seitentisch für mich aufgestellt. Ich schrieb bis 16 Uhr Briefe und legte mich dann nieder, nach zwei durchwachten Nächten. Schlaf! Schlaf! Aber die Flamme des Kaminfeuers spielte entlang den Wände», bald diese, bald jene Fratze hervorzaubernd. Ich konnte nicht einschlafen. Um Mitter- nacht hörte ich über mir Geräusch. Ich nahm ganz deutlich wahr, wie jemand sich auf meinem Bette bewegte, dann sich erhob. Ein Schritt, wie auf Fußsohlen, ging über den Fußboden meines früheren Schlafzimmers. Dann öffnete sich oben die Tür, und jemand kam die Treppe herunter, auf die Tür des Salons zu, in welchem ich lag. Ich erhob mich im Bett und ergriff die Feuer- zange neben mir. Mein Haar muß emporgestiegen sein. Dann tappte eine Hand von außen über die Tür zu meinem Zimmer; bis zum Griff; dieser Griff drehte sich und die Tür ging auf. In der- selben stand mein Onkel mit einer Kerze in der Hand, im Schlaftock, in welchem ich ihn am Morgen auf seinem Lager gesehen hatte; ich nahm sogar den roten Streifen um sein Genick wahr, der mich am Morgen entsetzt hatte. Ich war aufgerichtet im Bett, voll Granen; er stand 15—26 Sekunden in der Tür, lächelnd. Dannschloßsich die Tür, ich hörte den Schritt die Treppe zurückschlürfen. Die Tür oben öffnete und schloß sich: der Körper streckte sich wieder auf dem Lager über mir aus, und alles war still.... „Ich selbst glaubte in der Nacht vom Montag zum Dienstag und auch weiterhin sicher, daß ich nicht den Geit, sondern den Körper meines Onkels gesehen habe. Es schien mir am folgenden Morgen, daß die Leiche anders liege, als wie am Tage vorher." Auch zum Geschichtenerzählen gehört Verstand und Talent. Hätte Herr Dr. Karl Peters seinen Stoff den ostafrikanischen Ge- bieten entlehnt und z. B. von wunderbaren Kämpfen mit unzähligen Krokodilen und Löwen oder von überstandenen unerhörten Gefahren berichtet, er hätte unter den Kolonialglänbigen manchen Bewunderer erworben, aber die Londoner Geistsrgeschichte ist doch gar zu albern.—_ Das Recht auf Ausbeutung. Im Schadenersatzprozetz der H a m V u r g- Amerlta- Linie gegen ihre Schauerleute wegen Einstellung der Arbeit ani 1. Mai ist am Dienstag das Endurteil des Hamburger Gewerbegerichts ergangen: Die Arbeiter sind, wie nach dem schon früher gemeldeten Zwischcnurteil feststand, verurteilt worden. Jeder der 127 verklagten Schauerleute soll 18 M. und die auf ihn entfallenden Kosten zahlen. Die Hamburg-Amenka Linie hatte ursprünglich gegen 142 feste Sckauerleule Wege» Ruhenlassens der Arbeit am 1. Mai eine Schadenersatzklage in Höhe von 12 666 M. anhängig gemacht. (Zuerkannt wurden ihr im Endurteil 2286 M., nachdem sie ihre Forderung ans 2546 M ermäßigt hatte.) Durch Zwischenurteil halte das Eewerbegericht den Anspruch der Amerika-Linie dem Grunde nach für berechtigt erklärt. Soweit die Klage jedoch auf Verurteilung der Schauerleute als Gesamtschuldner gerichtet war, ist sie abgelehnt worden. In der Begründung dieses Zwischenurteils befanden sich, wie der.Vorwärts" seinerzeit berichtete, die folgenden charakteristischen Stellen: «Die Behauptung der Beklagten, es sei ihnen durch jahrelange Uebung von der Amerika-Linie freigestellt, jederzeit einen eventuell mehrere Tage ohne weiteres von der Arbeit fortzubleiben, � sei so unglaublich, so absurd, daß eS nicht einmal für angebracht erschienen sei, die angebotene Beweisführung zuzulassen I Das Gericht sei— ohne Beweisaufnahme!— vom Gegenteil überzeugt. Die Einrede, Beklagte hätten bereits 22 Stunden gearbeitet und halten deshalb annehmen dürfen, sie sollten abgelöst werden, sei hinfällig. Beklagte hätten gewußt, daß keine ordentlichen Ersatzleute für sie vorhanden gewesen seien. Der Lohntarif für Schauerleute erkläre, die Arbeitszeit solle 36 lmifciidc Stunden einschließlich der Eßpausen nicht übersteigen. Diese Arbeits- datier sei gerichtsnotorisch im Hamburger Hafen seit vielen Jahren üblich und noch niemals als gegen die guten Sitte» verstoßend erachtet worden.—„Klägerin habe sich die offenbar auf einen gemeinsamen Beschluß der Beklagten zurückzuführendc Arbeitsverweigerung am 1. Mai. die lediglich Demonstrationszwecken diente, nicht gefallen lassen können. Sie mußte also von ihrem Rechte, die Beklagten zu- nächst zu entlassen, Gebranch machen, wenn sie sich nicht der Lächerlichkeit habe Preisgebe» wollen."—„Eine vorsätzliche Schadenzufügung möge hier Wohl als vorhanden angenommen werden können. Die Arbeitsverweigerung lediglich zu Demonstrations- zwecken sei als eine gegen die guten Sitten verstoßende Handlung anzusehen." Das„Prinzip" der Amerika-Linie, ihre Arbeiter nnuntcrvrochcu bis 36 Stunde» ausbeuten zu dürfen, hatte aber gesiegt. Das Ge- Werbegericht hat gegen eine solche rigorose Arbeitsmethode durchaus nichts einzuwenden. Das ist die Quintessenz des Urteils, das die Arbeiter fich tief ins Gedächtnis einprägen werden. Eine Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft bis zu 36 Stunden verstößt nicht gegen die guten Sitten— wohl aber die Einstellung der Arbeit zum Zwecke einer Demonstration für die Verkürzung der Arbeitszeit auf ein menschenwürdiges Maß! Das ist Bourgeois-Rccht in Deutschland!— Unterm Ternburg-Kurs. Die„Köln. Ztg." weiß zu melden: „Der Vertrag des Auswärtigen Amtes mit der Wörmann- Linie über die Transporte nach Wcstafrika läuft schon im nächsten Frühjahr ab. Amtlich wurden die Hamburger und Bremer Firmen, die sich für eine neue Westafrika-Linie interessieren, zur Einreichung von Angeboten aufgefordert. Zweifellos bleibt die Wörmann-Linie an den Transporten beteiligt." Was wird Herr Dernburg dazu sagen? Noch weiß man nicht. welchergestalt die Angebote der Hamburger und der Bremer Firmen,„die sich für eine neue Westafrika-Linie interessieren". sein werden, und schon heißt es— von vornherein—:„Zweifellos bleibt die Wörmann-Linie an den Transporten beteiligt!" Auch wenn sie bedeutend teurer sein sollte als die anderen Firmen?— Komischi Sehr komisch! Was wird Herr Dernburg dazu sagen?— Zcntrumsvolksvertreter. Von der Art und Weise, wie Zentrums- kandidaten für die Parlamente aufgestellt werden, und von der Rolle, die auf diesem Gebiete die katholische Geistlichkeit spielt, weiß die «Voss. Ztg." ein ergötzliches Stücklein zu erzählen, und zwar aus dem Wahlkreise Kempen-Geldern, in dem jüngst der Fabrikant deS „Boonekamp of Maag Bitter", ein Herr Underberg, zum Landtags- abgeordneten gewählt worden ist: «Die Auswahl des Kandidaten hat," heißt es in dem Bericht, „wohl alle Bewohner des Kreises, selbst die Mitglieder des Wahlkomitees überrascht, da diese um ihre Meinung nicht erst bcftagt worden waren. Der Vorsitzende Pfarrer Jotzes hatte sie vor eine fertige Tatsache gestellt. Zuerst harte er bei dem Postrate Bruns- Köln, dann bei den Landwirten Blum und Krefeld angefragt, und als diese beiden ablehnten, war er des Suchens müde und trug die Kandidatur Herrn Underberg an, von dem eine Absage nicht zu er- warten war. Das Wahlkomitee in der Angelegenheit zu befragen, war ja auch ganz unnöttg: es hat einfach„Ja" zu sagen." So wird man Vertreter des„katholischen Volkes". Hamburger Liberalismus. In der„Bürgerschaft", dem Landtage der Elbrepublik, exi- stierten bis 1964 nur drei Fraktionen: Rechte, Zentrum, und Linke. Die Rechte, auch Scnatspartei genannt, setzte sich hauptsächlich aus solchen„Volksvertretern" zusammen, die von den Noiabeln, bestehend aus ehemaligen und jetzigen Mitgliedern der Gerichte und Ver- ivaltungsbehörden, gewählt wurden. Dem Zentrum, nicht zu ver- wechseln mit dem katholischen Zentrum, und der Linken gehören zum größten Teil Hausagrarier schlimtnster Sorte und Mittelstands- rcttcr an. Keine dieser Parteien hatte eine ausgeprägt politische Tendenz. Daneben saßen bis zu dem genannten Jahre die Anti- semiten Sckjack und Raab, von denen letzterer bei den 1964 er- folgten halbschichtigcn Neulvahlcn zur Bürgerschaft hinausgewählt wurde, und als einziger Hecht im Karpfenteiche unser Gcnoffe Stötten. Eine andere Physiognomie erhielt 1964 diese illustre Volksvertretung durch die Neuwahl von zwölf Sozialdemokraten, so daß deren dreizehn im Parlament sitzen. Die Nngliickszahl drei- zehn schlug den zur Hälfte aus Privilegierie»-, zur Hälfte aus„all» gemeinen" Wahlen hervorgegangenen Volksvertretern derart auf die Nerven, daß sie unter Beibehaltung der Notabel»- und Grund- cigcntümerwahlen ein gräuliches Gemisch von Zensus- und Klassen- Wahlen, verschlechtert durch den Proporz, schufen, dessen Schönheiten wir anläßlich des Wahlrechtsraubes eingehend geschildert haben. Von den 72 in der Stadt zu wählenden Abgeordneten— acht werden vom Landgcbiet gewählt— aus der Gruppe der allgemeinen Wähler entfallen 43 auf die Bürger mit über 2566 M. und 24 auf die Bürger mit 1266 bis 2566 M. Einkommen. Damit die Sozialdemokraten nicht alle 24 Sitze der„Armenccke" erobern, hat man noch die Verhältniswahl hinzugefügt, so daß im günstigsten Falle bie Sozialdemokratie mit 16 bis 18 Gigen abgespeist wird. Das nennt man, um mit dem famosen Wahlrechtsausschuß zu reden, eine der Bedeutung der Arbeiterschaft für das Hamburger Staatsivesen enisprechende parlamentarische Vertretung! Der Hamburger Liberalismus, der in wenigen Exemplaren in jeder der drei Bourgeoisfraktionen vertreten ist, hat nur einen recht schwachen Protest gegen die unerhörte Vergewaltigung der un" richtige Lehre der Kirche in der Frage der Bivilehe verteidigt und freiheitlichen Bresse Schwedens über die Behandlung russischer nur in der Form gefehlt habe. Er habe deshalb die zuweit- Flüchtlinge bekannt geworden ist, erscheint die schwedische Polizei gehenden Ausdrücke zurückzunehmen. immer mehr als eine Filiale der russischen Gendarmerie. Die liberale Presse meint: Wenn die Regierung sich mit dieser Lösung zufrieden gebe, sei wenig oder nichts von ihr zu erwarten. hand tüssen, dem Bischof von Zuy und dem von Kordoba gnädig Wir meinen, der gute Alfons wird dem heiligen Bater die verzeihen und sich nach einem neuen Kabinett umsehen. Dänemark. Die Sozialdemokratie im Landsthing. Wie es heißt, soll die Kadettenpartei ihren Kongreß demnächst gierung.(?) in Norwegen abhalten mit Erlaubnis der norwegischen ReAmerika. Trübe Aussichten. Die Hoffnung, daß die Streitigkeiten auf Stuba in Gure beis gelegt würden, scheint sich nun leider doch nicht zu verwirklichen. Gestern( Mittwoch) liefen folgende Depeschen ein: geheueren Mehrheit der Bevölkerung erhoben. Die sich als„ wirklich liberal" gerierenden Elemente sind hinsichtlich der Beschaffenheit des Wahlrechts zur Bürgerschaft sehr bescheidene Leute; sie be gnügen sich damit, für die Wiederherstellung des dem Begriff Liberalismus“ geradezu ins Gesicht schlagenden alten Wahlrechts einzutreten, für ein Wahlrecht, das die privilegierten Wähler beibehält und den allgemeinen" Wählern mit über 1200 M. Ein- demokraten in das dänische Landsthing gewählt worden. Das ist ein Wie wir bereits meldeten, sind vergangenen Freitag vier Sozial kommen bei fünfjähriger Steuerleistung 80 Size von 160 fongediert. Gewinn von 3 Mandaten! Stand Dänemark bisher schon mit seinen Tribune" aus Washington meldet, hat Präsident Roosevelt anNew York, 26. September. Wie ein Telegrmm der New York Aber selbst dieser" Liberalismus“ ist den Wahlrechtsräubern auf 24 Sozialdemokraten unter den 114 Mitgliedern des Folkethings geordnet, daß alle verfügbare Marineinfanterte sofort nach ihrem der Linken und Rechten sowie im Zentrum zu start. Die reinen" prozentual mit an erster Stelle unter allen Ländern, so können sich Eintreffen auf Stuba gelandet werden soll, wozu bereits Befehl an Liberalen scheinen sich in dieser Gesellschaft nicht mehr wohl zu unsere dänischen Genossen nun auch mit ihrer Vertretung in dem die Kreuzer„ Prairie"," Brooklyn" und das Schlachtschiff" Texas" fühlen, denn sie haben eine liberale Bürgerschaftsfraktion ins Leben auf Klassenwahlen beruhenden Oberhaus des Reichstages sehen gerufen, der bisher dreizehn Abgeordnete beigetreten sind, und lassen. Ihre Vertreter im sandsthing ſind jämtlich Genossen, die ergangen ist, die ebenso wie ein in New Orleans gecharterter Staufzivar vier aus der Fraktion der Rechten, acht aus der Fraktion der sich durch langjährige Tätigkeit in der Partei- und Gewerkschafts- Man nimmt an, daß in furzer Zeit eine Streitmacht von fahrer nach Kuba unterwegs sind, um Truppen dorthin zu bringen. Linken und ein Fraktionsloser. In der neuen Fraktion, der ersten bewegung allgemeines Vertrauen in der Arbeiterschaft erworben 12 000 Mann, die teils bereits in Kuba find, teils Marschorder bürgerlichen Parteibildung mit politischem Anstrich in Hamburgs haben: Genosse K. K. Andersen, jezt zum dritten Male wieder- erhalten haben, unter dem Befehl des Oberst Waller, der seinerzeit Parlament, befinden sich die hervorragendsten Köpfe unter den gewählt, gehört bereits seit 16 Jahren dem Landsthing bürgerlichen Abgeordneten. Die neue Partei, über deren Pro- ist einer der 7 Vertreter Kopenhagens, des ersten zanbathingireises. die Marinetruppen auf dem Marsche nach Peking befehligte, auf gramm noch nichts verlautet, hofft bei den Anfang 1907 ftatt- Der andere dort gewählte Sozialdemokrat, Chr. Christiansen, Stuba versammelt sein werden. findenden halbschichtigen Neuwahlen gut abzuschneiden. Ein toter ist Tischlermeister von Beruf. Er ist auch Stadtverordneter, beHavanna, 26. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Körper läßt sich schwer galvaniſteren. Hätte es in Hamburg einen fleidet verschiedene Vertrauensposten in der Partei und hat eben- Präsident Balma hat den Kongreß zu einer außerordentlichen Tagung wirklichen Liberalismus gegeben, dann hätte dieses Scheusal von falls eine rege Tätigkeit in der Gewerkschaftsbewegung entfaltet. auf Donnerstag einberufen und will demselben seinen und des Bize= Wahlgeſetz, geschaffen von„ liberalen" Wahlrechtsräubern, nicht Genosse Chr. Lewinsky, im Roskilde- Wahlkreise auf Seeland präsidenten Rücktritt anheimſtellen, nachdem er persönlich Taft und gewählt, ist ein in der Partei- und Gewerkschaftsbewegung seit vielen Bacon die unbedingte Verwerfung der Friedensbedingungen seitens Die neue Partei hat sich am Dienstag, konstituiert und sich die Jahren eifrig tätiger Mann. Er ist Mitglied des Stadtrates von der Regierung mitgeteilt mitgeteilt hat. Der Vizepräsident hat sich Bezeichnung Vereinigte Liberale" beigelegt. bei einer Unterredung Kallundborg. Genosse Harald Jensen, im Randers- Wahlkreise im Namen der gemäßigten Partei über die unbillige auf Jütland gewählt, war von 1890-1892 und ist nun wieder seit unbillige Behandlung feitens der Kommission und erklärt, 1895 Mitglied des Folkethings und dort einer der tüchtigsten Ver- Roosevelts beklagt daß Taft Bacon treter der Arbeiterschaft. Er wird dieses Mandat niederlegen; sein sich rückhaltlos auf die Seite der Liberalen gestellt hätten im Follethingswahlkreis in Aarhus ist ein sicherer Besitz der Sozial- Gegensatz zu der bestehenden und anerkannten Regierung. Taft demokratie. Der einzige Radikale, der in das Landsthing einzieht, erklärt Palmas Vorgehen für ungerechtfertigt, da er zuerst in Vergewählt in Kopenhagen von den sozialdemokratischen und radikalen handlungen eingetreten sei mit dem freiwilligen Versprechen, sich an Wahlmännern, ist Dr. Eduard Brandes, Bruder des be- die Entscheidung der amerikanischen Abgesandten zu halten, dann rühmten Literaturhistorikers Georg Brandes und früher Haupt- aber gleich den ersten Vorschlag, der gemacht worden ist, abgelehnt redakteur von„ Politiken". habe. Taft hat mit Rücksicht auf die Haltung der Regierung weitere Beratungen mit den Liberalen verschoben. Alle Mitglieder des Kabinetts haben ihre Demission angeboten. das Licht der Welt erblicken können. Das Ende des Chemnißer Bierkrieges. Die Friedens bedingungen zur Beilegung des Bierkrieges, die zwischen den Brauereien einerseits, dem Aktionsausschuß der Konsumenten, den Vertretern der sämtlichen Gast- und Schankwirtevereinigungen der Stadt- und Amtshauptmannschaft Chemnitz und der Flaschenbierhändler andererseits vereinbart wurden, lauten im wesentlichen wie folgt: Der Preisaufschlag für schwere Biere( Lager, Böhmisch und Bayrisch) beträgt eine Marf( 50 Proz. der ursprünglichen Preiserhöhung), für einfach Bier 50 Pf.( follte 1 M. betragen). Dieselben Bedingungen gelten für Flaschenbiere, doch muß für jede Flasche 2 Pf. Einlage bezahlt werden. Sämtliche Klagen( wegen Beleidigung und Entschädigung von 30 000 M.) der bereinigten Brauereien gegen die" Boltsstimme" und Personen des Aktionsausschusses werden zurückgezogen. Sämtliche Brauereiarbeiter, die während und aus Anlaß des Bierkrieges ausgesperrt bezw. entlassen worden sind, werden zu den bisherigen Arbeitsbedingungen und an ihre alten Pläge wieder eingestellt. Scharfmacher- Duett. Unser Sonntagsartikel:" Die Jungen in Mannheim" hat's der biederen Konservativen Korrespondenz" und die ehrenwerte" Post" haut selbstverständlich sofort in ihre Serbe angetan. Das edle Schwesternpaar schreibt beziehungsweise schreibt a b: Das Landsthing besteht nun aus 29 Konservativen, 10 Freifonservativen, 17 Regierungsliberalen, 3 Moderaten, 2 liberalen Wilden, 1 Radikalen und 4 Sozialdemokraten. Die beiden zuerst genannten Parteien samt den Moderaten haben wieder die gleiche Zahl von Mandaten wie bisher. Aber die Regierungspartei hat 6 verloren. Sie verfügte im alten Landsthing mit Hülfe der Freifonservativen und Moderaten über eine Mehrheit von 36 der 66 Abgeordneten, wogegen sie nun die beiden Wilden mitgerechnet nur 32 Stimmen zusammenbringt. Die Niederlage der Regierungsihren 23 Mandaten zur Wahl standen, sie also gerade die Hälfte partei wird erst recht deutlich, wenn man bedenkt, daß nur 12 von davon eingebüßt hat. Die Wahl von 4 Sozialdemokraten bringt für unsere Genossen den wichtigen Vorteil mit sich, daß sie nun als selbständige Gruppe einen Bertreter in die Ausschüsse des Landsthings senden können. Bei der bekannten Gründlichkeit und SachIm badischen Musterländle darf sich die Sozialdemo- zu fenntnis, mit der unsere Genossen alle parlamentarischen Vorlagen fratie schon etwas erlauben. Dort darf sie getrost, ohne gestört zu prüfen pflegen, wird übrigens der Einfluß jener vier weit stärker sein, als er ihrer Zahl entspricht. werden, die Jugendlichen gegen den Militarismus", d. h. gegen die Dienstpflicht im Heere aufheßen. Ob sich aber das Deutsche Reich diese Unterminierung seiner Grundlagen von Baden aus weiter(!) gefallen lassen darf, ist eine andere Frage. Die Nachgiebigkeit der badischen Postverwaltung gegen die Sozialdemokratie ist ja von Berlin aus bereits forrigiert worden. Mit gleicher Energie sollte auch dem anderweitigen Entgegenkommen der süddeutschen Musterländer Baden und Hessen zu der " Jungen Garde" ein Ende gemacht werden..." -Mancher lernt's nie so heißt ein altes Wort. Konservative Korrespondenz"," Post" und ihre Sippen werden es nie begreifen, daß Kultur bewegungen nicht mit Knüttel und Dreschlegel niedergeschlagen werden können. Vorbereitung von Handelsverträgen. Im Reichsamt des Innern tritt der Köln. 3tg." zufolge ant 1. Oftober der wirtschaftliche Ausschuß zur Vorbereitung von Handelsverträgen zu sammen. Auf der Tagesordnung steht der deutsch- spanische Handelsvertrag. ,, Noch ist Polen nicht verloren!" Schweden. ,, Revolutionäre" Bankplünderer in Stockholm. Am Sonntag meldeten wir nach einem Telegramm aus StockHolm von Dynamitfunden und Verhaftungen von Sozialisten" und finnischen Flüchtlingen. Wie die Polizeiuntersuchungen jetzt ergeben haben, war eine Plünderung von zwei Filialen der„ Mälerproving Privatbank" und der„ Stockholms Diskontobant" geplant angeblich zugunsten russischer Revolutionäre. Bomben sollten dabei als Schreck mittel dienen. Man fand in der Wohnung der Verhafteten auch Bärte, Perücken und andere Verkleidungsmittel. Die Verhafteten Soziales. und Gegen die gewerbliche Stellenvermittelung fämpfen mit viel Energie und Zähigkeit die Arbeiter im Bäcker, die Ausbeutung durch die gewerblichen Stellenvermittler am Schlächter- und Gastwirtsgewerbe. Gerade in diesen Berufen ist schlimmsten. Mit Mißständen dieser Art im Gastwirts gewerbe beschäftigte sich der Ausschuß für Gutachten und Anträge des Gewerbegerichtes vor einiger Zeit und empfahl ein Verbot der Stellenbermittelung gegen Entgelt und Erlaß eines Reichsgefeßes, wodurch die Stellenvermittelung einen öffentlichen rechtlichen Charakter erhalte. Wie Stellenlofe durch die Agenten ausgebeutet werden, ist bekannt; die einträglichsten Stellen in Hotels find fast nur durch die Agenten zu erhalten. Es wurde dem Ausschuß eine Statistik vorgelegt, nach welcher von 514 Hoteldienern 343 Stellungen durch Kommissionäre und 171 durch Von den letzteren hatten 39 Gebühren Vereine vermittelt wurden. bon 3-15 M. zu bezahlen. Die ersteren hatten Gebühren von 3 bis 72 M. zu entrichten. Die Arbeitgeber, die häufig aus diesen Stellenvermittelungsbureaus noch Extraprofite ziehen oder andere Vorteile davon haben, waren weniger geneigt, dem gänzlichen Verbot zuzustimmen, konnten sich aber doch der Einsicht nicht verschließen, daß eine Aenderung der bestehenden Zustände notwendig ist. waren mit zwei Revolvern und einer Pistole bewaffnet. Die Polizei ist bei den Verhaftungen teils recht brutal vorGestern, Mittwoch, beschäftigte sich der genannte Ausschuß des gegangen. Ein schwedischer Buchbindergehülfe wurde so, wie er in der Werkstatt stand und arbeitete. verhaftet und gefesselt nach der Gewerbegerichts mit derselben Materie, es handelte sich um MißWache transportiert. Der Verdacht gegen ihn scheint aber sehr stände im Bäder- und Schlächtergewerbe. Auf Anregung des wenig begründet gewesen zu sein, denn er wurde gleich darauf wieder Magistratsrats v. Schulz befürworteten die Herren Arbeitgeber, freigelassen. daß die Vertreter der Presse sich zurückziehen möchten. Man Auch der jetzige Chef der finnischen Noten Garde", weiß zur Genüge, daß die gewerbliche Stellenvermittelung auch 2urto, Nods Nachfolger, ist am Sonnabend in Stockholm ver- bei den Bäckern und Schlächtern oft zu schamloser Ausbeutung führt. haftet worden. Er hatte sich mit zwei anderen Finnen nach der Es wurde festgestellt, daß bei den Schlächtern für den Nachweis Wohnung der übrigen, bereits verhafteten Finnen begeben, als die einer Stelle meist 10 m., in einem Falle fogar 100 m. bezahlt Polizei dort noch Wacht hielt. werden mußte. Die Schlächtermeister sind noch eher zn einem Entgegenkommen geneigt als die Bäckermeister, die Schwierigkeiten machen. Im allgemeinen herrschte aber die Ansicht vor, daß mit den bestehenden Mißständen aufgeräumt werden muß. Zu einem erhalten. Der verantwortliche Redakteur Anton v. Wolsti vom„ Gornozlazak" aus Kattowig war wieder einmal wegen Aufreizung zum Klassenhaß angeklagt. In einem Artikel, der mit den Worten anfing: Das Deutschtum drängt sich auf allen Linien in unsere Die Schweden unter den Verhafteten gelten als" JungDrte ein", wurden die Elternabende zum Gegenstand längerer sozialisten", und deswegen wurde auch der Führer dieser Gruppe, Ausführungen gemacht. Lehrer mit ganz deutschen Namen" Halten Hinte Bergegren polizeilich vernommen. Er erklärte, daß er nichts die Elternabende ab und lassen sich dafür in klingender Münze ent- mit dem Bankplünderungsplan zu tun und auch keine Kenntnis daschädigen. In dem Artikel wurden die Eltern ferner aufgefordert, von gehabt habe. Wohl wünsche er Revolution, doch sähe er bestimmten Beschluß kam man im Ausschuß noch nicht; eine weitere nicht deutsche Schauvorstellungen der Elternabende zu besuchen, Plünderungen von Banten als ein höchst unpassendes und für die Sigung, die Mitte Oktober stattfinden soll, wurde für notwendig sondern ihre Kinder polnisch lesen und schreiben zu lehren. jungjozialistische Bewegung schädliches Mittel an. Der Staatsanwalt fand in der ganzen Haltung des Artikels Stockholms„ Social- Demokraten" spricht sein Bedauern darüber gehalten. Jedenfalls werden die Arbeiter nicht versäumen, die eine„ Aufreizung der polnischen Bevölkerung gegen erlassene Be- aus, daß einige junge schwedische Revolutionäre" sich für die Pläne Agitation gegen die gewerbliche Stellenvermittelung im Fluß zu stimmungen der föniglichen Regierung" und beantragte eine Ge- der Finnen gewinnen ließen, und schreibt weiter: fängnisstrafe von sechs Wochen!!! Das Gericht gelangte zu Im übrigen tann man daran zweifeln, daß Bankplünderung einem freisprechenden Urteile. Die Elternabende feien wohl eine wirklich eines der von der revolutionären Partei zur Erreichung Internationale Arbeiterschukkonferenz. Anordnung der Regierung, doch bestehe teine Pflicht, diese Abende ihrer Biele gutgeheißenen Mittel ist. Wie leicht kann nicht Die internationale diplomatische Konferenz für Arbeiterschutz in zu besuchen.unter revolutionärem Deckmantel irgend ein Gauner Banks Bern unterzeichnete in der Schlußsigung die Konvention über die plünderungen veranstalten und das Geld zu anderen Zwecken Nachtarbeit von Frauen in industriellen Betrieben. Die Delegierten Eine niedliche Enthüllung macht die bauern bündlerische verwenden? Daß wir uns hierzulande entschieden dafür von Dänemark, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, ,, Neue Bayerische Landeszeitung" des Anton Membedanken, als Objekt für den revolutionären" Eifer der Bank- Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Schweden und der Schweiz minger in Würzburg. Das Blatt führt zurzeit eine heftige plünderer zu dienen, ist selbstverständlich. Mögen sie sich an die reichten einen Antrag ein, wonach die durch die Konvention Fehde mit dem ultramontanen Fränkischen Volksblatt" resp. mit Gelder des russischen Staates halten, wenn sie plündern wollen; im weifel gelaffenen Fragen der Prüfung einer Kommission sollen deffen Verleger und Redakteur, dem Reichs- und Landtagsabgeordneten mögen sie aber nicht dadurch, daß sie unserer Polizei Blut zu tosten unterbreitet werden können, in der jeder Staat durch einen Gerstenberger. Memminger teilt mit, daß der Verlag des Zentrums geben, das Dasein der vielen Flüchtlinge gefährden, die den Delegierten vertreten wäre. blattes mit den Formularen der Forstabteilung der Kreisregierung, Selauen des russischen Adlers entflohen fich hier eine Freistätte ratende Aufgabe haben Die Kommission folle eine rein bedie in der Druckerei des Zentrumsblattes hergestellt wurden, Reklamen gesucht haben." und würde in feinein Falle eine Enquete vornehmen oder sich in die Verwaltung der Staaten und Geschäftsempfehlungen an die Forstämter unter dem AdressenaufSie einmischen können. würde mur über druck„ R. S.", d. h. portofreie Regierungssache" berSie ihr unterbreiteten Fragen einen Bericht zu erstatten haben, der den vertragsendet. Ferner werden dem Bauernbundsblatt zufolge aus dem Geschäfte Es zeigt sich immer deutlicher, daß die schwedische Regierung schließenden Staaten mitgeteilt würde. Gerstenbergers auch Birkulare an die Amtsvorstände als nur zu sehr geneigt ist, dem russischen Zaren und seinen Kreaturen eine Konvention Dieser Antrag wäre in portofreie Dienstsache versendet mit der Einladung, im Zen- Bütteldienste zu leisten und den guten Ruf Schwedens als eines der Konvention ihm beigetreten sind. Bezüglich des Verbots des umzuwandeln, sobald alle sobald alle Signatarmächte trumsblatt die amtlichen Anzeigen zu veröffentlichen; das liege im Landes, das politisch verfolgten Fremdlingen eine Freistätte gewährt, weißen Phosphors in der Zündholzindustrie wurde die Konvention Interesse des Staatsärars. Memminger fragt schließlich bei der zu vernichten. Ueber die Stellung der schwedischen Regierung zur nur von sieben Staaten unterzeichnet, nämlich Deutschland, DäneBostverwaltung an, ob Sie von den Empfängern Anzeige davon Abhaltung des Kongresses der russischen Stadettenpartei" hat letter mart, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Portugal und der erhalten habe, daß der Gerstenbergersche Verlag sich hier einer aus Tage ein Journalist den Minister des Aeußern befragt. Er ant- Schweiz. Das Protokoll der Konvention bleibt für die Staaten gedehnten Portohinterziehung schuldig mache und ob deshalb Straf wortete zunächst, daß eine Anfrage irgend welcher russischen Partei- offen, die ihr später beitreten wollen. antrag gestellt sei. Auf die Antwort kann man gespannt sein. gruppe über Abhaltung eines Kongresses nicht eingegangen sei. Der Militarismus. Aus Mülheim a. Rh. wird der„ Voss." Sollte aber," so sagte er weiter, etwas derartiges in Frage tommen, so wäre es sicher unter allen Umständen unabweisliche 8tg." vom 26. September gemeldet: Auf dem hiesigen KölnMindener Bahnhof stellte ein Unteroffizier, der einen aus Zabern Pflicht der Regierung, darauf zu sehen, daß dabei nichts geplant Die freien Gewerkschaftler in Dortmund erfochten über die wird, was Verschwörungen gegen die bestehende Ordnung in einem kommenden Reservistentransport begleitete, an einen jungen Mann, freundschaftlich gesinnten Staate umfaßt." Gleichsam zur Ent- Christlichen bei der Vertreterwahl zur Ortskrankenkasse einen schönen der mit Reservistenabzeichen geschmückt war, das Anfinnen, auf sein schuldigung führte der Minister an, daß, soweit ihm bekannt sei, Sieg. Bisher schon hatten die freien Gewerkschaftler die Majorität, Gepäck aufzupassen. Ms der junge Mann, der gar kein Reservist eine solche Kontrolle in allen Ländern ausgeübt werde, wo dergleichen von 8 Bezirken gehörten ihnen 5. Nun holten die Christen zum war, der Aufforderung nicht nachfam, schlug ihn der Unteroffizier Kongresse zugelassen würden. Darin ist der Minister wohl nicht gut Sturm aus. Die bekannten Waffen der klerikalen Rüstkammer: nieder. Von den Umstehenden, die für den Ueberfallenen Partei er- unterrichtet. Wenigstens ist nicht bekannt geworden, daß die Lüge, Verleumdung, Verdrehung und Fälschung wurden aufgeboten, griffen, wurde nun der Unteroffizier geohrfeigt, nachdem man ihm französische Regierung vor ein paar Jahren der Konferenz der um den freien Gewerkschaften eine Niederlage zu bereiten. Man scheute Seitengewehr und Patronen abgenommen hatte. Als unter der russischen Oppositionsparteien in Paris solche Hindernisse bereitet sich sogar nicht, in einem Flugblatt die Lüge zu verbreiten, die SozialFührung eines Offiziers eine Patrouille erschien, war der Unter- hätte. demokraten hätten im Reichstage dagegen gestimmt, daß statt 13 26 Wochen offizier bereits nach Köln weitergefahren. Krankengeld gezahlt werden, obwohl die sozialdemokratische Fraktion ein bolles Jahr beantragt hat. Für die Verleumdung ist den Christen denn auch der Lohn geworden. Sie haben, anstatt die Freien zu werfen, noch einen Bezirk verloren, besigen also nur noch zwei Bezirke. Die jezige Niederlage muß die Kirche sehr empfindlich Ausland. Spanien. Die Regierung und das Ashlrecht. Bom Herrgott verlassen. Der Minister wurde weiter befragt über seine Stellung zu dem Zirkular vom 27. April 1906, durch das die Behörden angewiesen wurden, von den zuziehenden Ruffen Anmeldung bei der Polizei zu verlangen. Er antwortete, es sei flar, daß irgend welche Schikanen Der Hirtenbriefschreiber von Tuh wird wie vorauszusehen flar sei es, daß jene Bestimmungen über die Anmeldepflicht unbe- treffen. Der Sieg war ihnen von der" Tremonia", dem bekannten gegen russische Flüchtlinge nicht beabsichtigt wären, aber nicht minder war Som Papste gedeckt. Die Voff. 3tg." erhält folgende dingt befolgt werden müßten. Es wird also jekt, entgegen dem, ultramontanen Heßblatte, in sichere Aussicht gestellt; erst sollten sie Privatdepesche:" was sonst Fremden gegenüber üblich war, jeder Russe, der nach ihrer religiösen Pflicht genügen, also zur Kirche gehen, und dann Madrid, 26. September. Die Antwort des Vatikans ist endlich Schweden kommt, als eine verdächtige Person angesehen, die polizei- sollten sie wählen. Aber es hat alles nichts genügt, weder heßen eingetroffen und soll dahin lauten, daß der Bischof von Tuy die lich überwacht werden muß. Nach allem, was in letzter Zeit in der noch beten. " Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Mannheim. ( Telegraphischer Bericht.) Dritter Verhandlungstag. Mittwoch, den 26. September. Vormittagssigung. 9 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. ist Singer: Es ist noch ein Gast eingetroffen. Der Sekretär des Schweizer Textilarbeiterverbandes aus Zürich, Genoffe Jenni, bom Zentralkomitee des Verbandes als Delegierter hergeschicht. Ich heiße ihn herzlich willkommen. Der Parteitag tritt in die Beratung von Punkt IV der Tagesordnung: Der politische Massenstreit. 145 bor. Stimmung.) gegen meine Person erging. bes Parteivorstandes, das Protokoll zu veröffentlichen, auf das äußerste 1 lungen der Gewerkschaftsvorstände. Dort heißt es: Allerdings hat erbittert war. Aber wir müssen doch auch bitten, daß die Mitglieder Bebel erklärt, daß er das, was er in Jena gesagt, auch heute noch der Generalkommission sich einmal in unsere Lage versetzen und sich Wort für Wort aufrecht erhält. Das steht allerdings im schärfsten die Frage vorlegen, was sie getan haben würden an der Stelle des Widerspruch zu der Mitteilung Silberschmidts auf Seite 7 des Parteivorstandes. Auch die Generaltommission würde in einem solchen Protokolls. Ich erkläre mir diesen Widerspruch, wie gesagt, aus Falle zu teiner anderen Handlungsweise gekommen sein wie der dem angeführten psychologischen Momente heraus. Parteivorstand. Wir haben sehr lange über diese Frage diskutiert, Schon ein Blick auf die bisherige Massenstreifsdebatte zeigt, wir haben alle möglichen Fälle in Erwägung gezogen, aber die daß ohne die Zustimmung der Gewerkschaftsführer und-Mitglieder Gründe für die Veröffentlichung waren so start, daß wir glaubten, an die Ausführbarkeit eines Massenstreiks nicht gedacht werden es wagen zu müssen, im Widerspruch mit der Generalfommission fann. Die bloße Tatsache, daß die Zahl der politisch organisierten die Veröffentlichung vorzunehmen. Und ich glaube, die Veröffent- Genossen nur 400 000 beträgt, muß jeden vernünftigen Mann lichung hat keinen Schaden gestiftet.( Sehr richtig!) Jedenfalls wäre davon überzeugen, daß die Arbeitseinstellung dieser, selbst wenn der Schaden, der ohne die Veröffentlichung eingetreten wäre, man einen gewissen Anhang dazu rechnet, wirkungslos fein muß. ein weit, weit größerer gewesen. Und auch die Generalfommission Es ist geradezu undenkbar, einen Massenstreit durchzuführen, ohne selbst jagt in einer Erklärung, es sei in der legteren nichts ent- daß in den Massen die Gesamtstimmung dazu vorhanden ist.( Lebhalten, was die Gewerkschaftsvertreter vor den Parteigenossen zu hafte Zustimmung.) Massenstreifftimmungen aber lassen sich nicht verheimlichen hätten. Ist das der Fall, so muß umsomehr der fünstlich machen.( Lebhafte Zustimmung.) Das haben wir geSchritt, zu dem wir uns in der äußersten Not von allen Seiten sehen, als Mitte August d. J. die Führer der russischen Sozialin Dabei darf aber nicht verkannt werden, daß die Situation in Rußland mit der in Deutschland nicht zu vergleichen ist. Rußland ist ein ökonomisch und politiſch ſehr rückständiges Land. Rußland wird despotisch regiert, die Bevölkerung hat nicht die geringsten politischen Rechte. Was sie sich erobert hat, ist dem Barat abgerungen, aber noch nicht gefeßlich sanktioniert. Der Kampf in Rußland ist ein revolutionärer Kampf, bei dem es sich darum handelt, die elementarsten Grundbedingungen des staatlichen Lebens erst zu erobern.( Sehr richtig!) ( Fortsetzung in der 1. Beilage.) Verfammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Bankangestellten hatte der Dies Kartell unterzog der Redner einer Hierzu liegt die von dem Antragsteller Bebe I folgendermaßen gedrängt- entschlossen, auch auf billige Berücksichtigung von jener Seite demokratie mit zwei Drittel Mehrheit den Massenstreit beschlossen. abgeänderte Resolution 144, ferner die Anträge 58 bis 71, 136, 143, toßen und die Sache als unumgänglich hingenommen werden, weil Dieser Massenstreik aber scheiterte, weil die große Mehrheit der Singer: Alle diese Anträge betrachte ich als Amendements zu wäre.( Lebhaftes Sehr richtig!) Ich habe bereits erklärt, daß diese mit. Das sollte eine sehr bemerkenswerte Lehre für diejenigen sein, auf andere Weise eine gründliche Aussprache nicht möglich gewesen Arbeiter und Arbeiterorganisationen erklärten, sie machten nicht der Resolution Bebel. Infolgedessen werden die Antragsteller nicht Besprechung, die im Februar dieses Jahres zwischen Generalkommission die da glauben, in jedem Augenblick sei ein Massenstreik zu machen. das Wort zur Begründung, sondern nur bas Wort in der Diskussion erhalten. Ich schlage vor, für alle Anträge auf war, so unverbindlich, daß wir im Parteivorstand, als wir den und Parteivorstand stattgefunden hat, eine durchaus unverbindliche( Sehr richtig!) einmal die Unterſtügungsfrage zu stellen. Die Antragsteller werden Beschluß zu dieser Einladung gefaßt hatten, uns nicht einmal unter bann in der Diskussion über ihre Anträge sprechen können.( 3u- uns verständigt haben, was wir der Generalfommission in der Alle Anträge werden genügend unterstützt. Zusammenkunft sagen wollten. Wir haben es jedem einzelnen BorReferent Bebel: Als wir im vorigen Jahre in Jena aus- standsmitglied überlassen, welche Mitteilungen, Anschauungen und er Aeußerungen einandergingen. hat wohl niemand dieser vertraulichen Besprechung machen geahnt, daß wir in wolle. Es war von vornherein nicht beabsichtigt, nach irgend einer diesem Jahre schon wieder über den politischen Massenstreit Richtung hin bindende Beschlüsse zu fassen. Das finden Sie auch sprechen müssen. Wie das gekommen ist, ist Ihnen allen bekannt. bestätigt in dem Protokoll der Generalfommission auf Seite 6, wo Die Art, wie diese Diskussion provoziert wurde, muß allerdings Legien widerholt erklärt, daß die am Freitag abgehaltene Be= auf das allerentschiedenste verurteilt werden. Sie wissen ja, daß auf sprechung über die Stellung der Generalfommission zu der Frage Grund einer vertraulichen Besprechung durchaus unverbindlicher Art, des politischen Massenstreits eine durchaus unverbindliche die Generalkommission und Parteivorstand im Februar hatten, und übec welche die Generalfommission in der kurz darauf folgenden Kon- nach der einen, noch nach der anderen Seite zu bestimmten Begewesen sei eine Abmachung, die nach feiner Richtung hin, weder ferenz der Zentralvorstände ein Protokoll aufgenommen wurde, das schlüssen drängen sollte. Wir sind zu diesem Beschlusse gekommen, allerdings wie ich nachweisen werde die Verhandlungen vielfach als sich gleichzeitig für uns die Notwendigkeit herausstellte, mit der Bentralverband der Handlungsgehülfen am Montag nach dem unrichtig wiedergibt. Durch die Indiskretion der sogenannten Generalfommission über die oberschlesischen Partei- und Gewerk- Musikersaal einberufen. Als Referent fungierte Georg Bern. Einigkeit" in Berlin ist es dann zu großen Debatten gekommen. fchaftsverhältnisse Rücksprache zu nehmen. hard. Er knüpfte an die kürzlich bekannt gewordene Tatsache an, Ich finde, daß das Wort„ Einigkeit" in diesem Falle der brutalſte Das war die erste Veranlassung zu einer Besprechung, und daß die Großbanken, nach dem Anfangsbuchstaben ihrer Firmen Hohn ist.( Sehr richtig!) Wenn man loyal zu Werke gehen wollte, diese Verhandlungen haben einen Tag völlig ausgefüllt. Dann kam" D- Banken" genannt, ein Kartell geschlossen haben, wonach keine der und wenn die betreffenden Redakteure sich als Parteigenossen die zweite Verhandlung, in der wir in unverbindlicher Weise die betreffenden Banken einen Angestellten engagieren darf, der bei dem Protokoll flar hervorging, daß der Parteivorstand bei unserer Auffassung derart sei, daß unter den bermaligen Verhält- Stellung sich befindet. war es ihre Pflicht und Schuldigkeit, da aus Situation besprachen und unsererseits erklärten, daß die Lage nach einer anderen dem Kartell angehörenden Bank in ungekündigter diesen Verhandlungen nicht vertreten war, zunächst einmal niffen unter feinen Umständen an einen Generalstreit zu denken scharfen Kritik, er kennzeichnete es als eine Vereinbarung, welche bei diesem anzufragen, ob das Protokoll in Wahrheit das wiedergibt, fei, weil er unrettbar mit einer glänzenden Niederlage der Partei die Freizügigkeit der Angestellten unterbindet, und beleuchtete dann was in der vertraulichen Besprechung verhandelt war.( Sehr richtig!) endigen würde.( Sört! hört!) Aus dem Protokoll soll auf Seite die Verhältnisse der Bankangestellten überhaupt. Dann wandte fich Wenn sie dann mit der Antwort nicht zufrieden waren, mochten fie 7 und 8, wo das Referat des Genossen Silberschmidt steht, der Ge- der Redner den Organisationen zu, welche auf die Bankangestellten fun, was sie für gut hielten. Aber auch dann würde ich die Ver- bantengang hervorgehen, den ich in meiner Rede entwidelt habe. als Mitglieder rechnen, er zeigte, daß weder die beſtehenden Banköffentlichung als Treubruch charakterisieren müssen.( Sehr richtig!) Nun habe ich die erste Rede in jener vertraulichen Besprechung beamten- Bereine, noch der deutschnationale Handlungsgehülfen= Es trifft vielleicht auch hier einmal das Wort zu von der Straft, die gehalten, und die Rede hat nach meiner Auffassung sicherlich eine Verband in der Lage sind, die Interessen der Bankangestellten in stets das Böse will und doch das Gute schafft. Stunde gedauert, nach der Auffassung der Genossen im Partei- wirksamer Weise zu vertreten, daß dies vielmehr nur durch den Nach einer Richtung hin muß ich meine lebhafte Verwunderung vorstande war sie von noch längerer Dauer. Jedenfalls war es eine Zentralverband der Handlungsgehülfen geschehen kann, der, im aussprechen, nämlich darüber, daß als jene tendenziöse Entstellung Rede, die mit dem Inhalt einer Druckseite nicht erschöpfend Gegensatz zu den anderen Organisationen, von der Erkenntnis ausdes Protokolls veröffentlicht wurde, ein ganzer Teil der Parteipresse wiedergegeben werden konnte.( Sehr richtig!) geht, daß das wirtschaftliche Verhältnis der Bankangestellten zu den ohne weiteres diese Dinge als wahr und richtig unbesehen hinnahm Also, wenn schon an sich der Rauminhalt in dem Silberschmidt- Unternehmern fein anderes ist, als das der industriellen Arbeiter zu und sich in der schärfsten Kritik gegen Parteivorstand und speziell schen Referate zeigt, daß unmöglich der Inhalt meiner Rede auch ihren Unternehmern, daß es hier wie da also gelte, den KlaffenWie geMan nahm unbesehen an, daß das, nur annähernd wiedergegeben sein kann, so fommt hinzu, daß die kampf zwischen Kapital und Arbeit durchzukämpfen. was da berichtet sei, auf Wahrheit beruht. Ich stehe nicht an, verschiedenen Gedankengänge derart ineinander und aneinander wöhnlich, so gestaltete sich auch in dieser Versammlung die lange zu erklären: Wenn das wahr wäre, was damals durch die Einig geschoben worden sind, daß sie notwendigerweise zu einem durch- Diskussion zu einer Auseinandersehung zwischen Vertretern des keit" veröffentlicht ist und was bis zu einem gewissen Grade im aus falschen Bilde führen mußten. Ich habe in der Konferenz Bentralverbandes auf der einen und Bertretern des Deutsch Protokoll der Generalkommiſſion ſeine Bestätigung findet, dann gäbe meine Anschauung. wie überhaupt ein Massenstreit zu inszenieren nationalen Verbandes auf der anderen Seite, von der zwei leitende es keine Berurteilung scharf genug gegen diejenigen, die sich das er- ist, auseinandergesetzt. Ich habe dabei ausführlich Veranlassung Bersonen in einer unglaublich seichten und oberflächlichen Weise laubt haben, was sie sich nach dem Protokoll erlaubt haben sollen. genommen, die ganze deutsche innere Situation, speziell die des gegen die klaffenbewußte Handlungsgehülfenbewegung polemiſierten. Denn dann wäre unsere Handlungsweise, speziell die meinige, nichts Königreichs Preußen, einer Kritik zu unterziehen. Ich habe nach- Mit etwas mehr Einsicht und Sachlichkeit wie die beiden anti mehr und nichts weniger, als Parteiverrat. Ich kann es mir taum brüdlich darauf hingewiesen. daß darüber kein Zweifel besteht, semitischen Leuchten vertrat der Vorsitzende des deutschen Bankvorstellen, wie eine Behörde wenige Monate nach einem Partei- daß ein Generalstreit in Deutschland beziehungsweise in Preußen beamtenvereins die Grundsätze dieser Organisation. tage, auf dem eine bestimmte Resolution angenommen worden ist, etwas anderes bedeuten würde, als in irgend einem anderen Lande Nach einem Schlußwort des Referenten wurde mit großer die die Nichtschnur für die Parteipolitik bilden sollte, wenn der Welt, daß die Gewalten und die Organisation, die uns da Mehrheit eine Resolution angenommen, welche dem Referenten zu entgegen einer solchen die Parteileitung sich in Verhandlungen gegenüberstehen auf der einen Seite das preußische Königtum stimmt, das Kartell der D- Banken als einen unerhörten Eingriff mit einer Körperschaft einläßt, die bezwecken sollen, einen vom und Juntertum, auf der anderen Seite die stramm organisierten in Freizügigkeit der Angestellten erklärt und als Mittel zur Parteivorstand gefaßten Beschluß nichtig zu machen. Nicht nur, daß Industriebarone-, daß diese jedem Versuch eines Massenstreits mit Abwehr derartiger Eingriffe in die Rechte der Angestellten den Anderselbe Mann, der jene Resolution vertreten und herbeigeführt hatte, derartig brutalen Mitteln entgegentreten könnten, daß, wenn wir schluß an den Zentralverband der Handlungsgehülfen, der auf dem daß dieselbe angenommen worden ist, es sein soll, der das plötzlich zu- zu jenem schreiten wollten, wir weit besser organisiert sein müßten, Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Oraanifating. nichte macht, was er vor der Partei bekundet hat. Man hätte doch erwarten als wir es jetzt und auf lange Zeit hinaus sein tönnen. Es wäre empfiehlt. dürfen, daß wenigstens einige der Parteiblätter sich die Frage vorge- die absolute Unmöglichkeit vorhanden, unter diesen Umständen legt hätten, ob einem Manne, der nunmehr ein Menschenalter lang daran zu denken, einen derartigen Massenstreit in Szene au seben, für die Bartei gefämpft hat, ob einem solchen Manne eine der es ftünde vielmehr zweifellos zu erwarten, daß der Massenstreit artige Felonie und Niedertracht zugetraut werden kann.( Lebhafte fehlgehen würde und daß auch das Scharfmachertum sofort die Ge( Lebhafte fehlgehen würde und daß auch das Scharfmachertum sofort die GeZustimmung.) Wenn ich es auch billige, daß ein Mißtrauen belegenheit ergreifen werde, zu Ausnahmemaßregeln zu schreiten. obachtet wird, daß man scharf alle Behörden der Partei, die eine leitende Dabei sei es ganz sicher zu erwarten, daß diese Ausnahmegesetze Gewalt haben, beobachtet und ich dieses Mißtrauen sogar für einen die nötige Berüdsichtigung an den maßgebenden Stellen im Reichs demokratischen Zug ansehe, so ist doch die Art, wie diesmal das tag und in anderen Körperschaften finden würden.( Sehr richtig!) Mißtrauen in der Partei zum Ausdruck gekommen ist, eine so starkes Ta haben wir uns gesagt, es wäre im höchsten Maße gewissen Stück, wie ich es noch nicht kennen gelernt habe. Wir im Partei- los, wenn wir in einer solchen Situation einen derartigen Schritt loden. Das einzige Mittel, diesem Treiben ein Halt entgegenzuborstand waren mun selbstverständlich in einer sehr unangenehme täten. Wir müssen protestieren gegen die Aeußerung einiger Lage versetzt. Die Verhandlungen hatten in eine Versammlung der Parteigenossen in der Bresse, wir hätten den Massenstreit ristieren Zentralvorstände der Gewerkschaften stattgefunden, man hatte diese müssen, selbst in der sicheren Voraussicht, dabei zu unterliegen. Genosse Janson, als Vertreter der Hafenarbeiter, schilderte Berhandlungen für geheim erklärt, das Protokoll war nur an eine( Sehr richtig!) Freilich gibt es Momente im Leben der Völker, die Entstehung des Kampfes der Stettiner Hafenarbeiter und die beschränkte Zahl von Personen hinausgegeben und allen zur Pflicht wo es heißt: coûte que coûte", to der Kampf bis zum äußersten Rücksichtslosigkeit des Unternehmertums. Er ersuchte die Anwesenden, gemacht worden, den Inhalt desselben streng vertraulich zu behandeln, aufgenommen werden muß, selbst in der Voraussicht einer sicheren alles Mögliche zu tun, um Arbeitswillige vom Kampfplage fern zu und mun erscheint auf einmal durch die Indiskretion eines angeb- Niederlage. Aber ich bestreite auf das entschiedenste, daß im gegen halten. lichen Parteiblattes ein Teil aus diesen Verhandlungen, der sie oben- wärtigen Moment die Situation in Preußen so beschaffen wäre, Hierauf referierte Paul Bergmann über: Sonntagsruhe, brein noch in ein falsches Licht sezen muß. Der Parteivorstand, der daß ein derartiger Kampf aufgenommen werden dürfte. Man Fleischermeister und Polizeibehörde". Redner ging mit dem Berder Hauptangeklagte ist, ist gezwungen, auf Grund der Tatsache, würde jeden General, der seine Armee in eine Schlacht führt, wo halten der Berliner Fleischermeister, welche ihre Gesellen Sonntags Fleiſchermeister und Polizeibehörde". Redner ging mit dem Berdaß jene Verhandlungen für geheim erklärt worden sind, der Untergang des Heeres sicher ist, für wahnsinnig halten, ihn in christlicher Nächstenliebe 6-8 Stunden ausbeuten, scharf ins zu schweigen. Ich glaube niemals, so lange wir eine fofort vor ein Kriegsgericht stellen und innerhalb 24 Stunden erfozialdemokratische Partei in Deutschland haben, ist eine Partei schießen. In einer ganz ähnlichen Situation würde sich der Partei- Gericht. Die Polizei fördere indirekt die Sonntagsarbeit, weil fie leitung in einer so außerordentlich unangenehmen Lage gewesen, wie vorstand befinden. Eine solche Aktion wäre nichts als eine Stopf- fich zu wenig um die Fleischereibetriebe kümmere. Hier könne nur wir damals im Parteivorstand.( Sehr richtig!) Wir mußten da losigkeit und müßte mit einer furchtbaren Niederlage enden. Ich eine starke Organisation Remedur schaffen. Nach einer kurzen Dis mals alle Angriffe über uns ergehen lassen und mußten uns darauf glaube, daß gerade diejenigen, die den Vorstand jezt heftig kriti- fussion wurde eine im Sinne der Referate gehaltene Resolution einbeschränken, einige Richtigstellungen vorzunehmen, auf den Inhalt fieren, die ersten sein würden, um gegen uns vorzugehen.( Leb- stimmig angenommen. selbst aber konnten wir nicht eingehen. Dabei verstand es sich von hafte Zustimmung.) Die Haltung, die ein Teil der Parteipresse einberufenen gut besuchten öffentlichen Protestversammlung referierte Von einer vom Zentralverband der Fleischer und Berufsgenossen Baul Hensel über das Thema:" Der Jnnungs- Arbeitsnachweis als internationales Streitbrecher Vermittelungsbureau". In seinen Ausführungen geißelte Referent scharf das Verhalten des Innungssprechmeisters Hermann Träbert, welcher schon seit Jahren Arbeitswillige nach verschiedenen Orten, wo Streits ausgebrochen waren, gesandt hat. Speziell während des Stettiner Hafenarbeiterstreits habe man mit allen Mitteln versucht, Arbeitswillige nach dort zu rufen, sei eine starte Organisation, und deshalb sei es Pflicht aller Fleischergesellen, dem Verband beizutreten. Fleiſchergeſellen, dem Verband beizutreten. ſelbſt, daß, nachdem einmal die Indiskretion begangen war, sowohl gegen den Parteivorstand bei dieser Gelegenheit eingenommen hat, Letzte Nachrichten und Depefchen unter den Parteigenossen, wie unter den Gewerkschaftsmitgliedern muß mich zu diesem Urteil führen. Landtags- Nachwahl. Hannover, 26. September.( W. T. B.) Bei der heute hier stattgehabten Landtagserfazwahl für den verstorbenen Abgeordneten Dr. Sattler ist Gymnasialdirektor Dr. Ramdohr( natl.) mit sämt lichen abgegebenen Stimmen gewählt worden. Arbeiterlos. Wehlar, 26. September.( B. H.) In der am Bahnhof ges legenen Röhrengießerei erlitten 4 Arbeiter durch feurigflüffiges Eisen lebensgefährliche Verlegungen. Ein Arbeiter ist seinen Wunden Kurze Freude. das dringende Verlangen bestand, nunmehr flar zu sehen, und Es ist nun aber sehr begreiflich, daß die Gewerkschaftsführer, genau zu wissen, was verhandelt worden sei, um ein endgültiges als ich diese Gesichtspunkte entwickelte, hierin nicht nur eine BeUrteil in der Sache zu haben und danach ihre Stellung ein stärkung ihres Standpunktes erblickten, sondern mit innerer Genug nehmen zu fönnen. Es war daher selbstverständlich, daß wir tuung auch noch weitere Schlüffe zogen, als sei ich überhaupt gegen uns an die Generalkommission wandten, sie möge, soweit die Ver- jeden Massenstreik in der Zukunft und gegen jede Massenstreithandlungen über Partei und Gewerkschaft in Frage fämen, das propaganda. Protokoll frei geben, um auf diese Weise der gesamten Partei und der Daß diefe psychologische Erklärung richtig ist, geht daraus DeffentlichkeitEinblick in die Verhandlungen zu ermöglichen. Die General- hervor, daß unmittelbar auf der Konferenz selber derartige Ankommission hat dies abgelehnt und hat sich an den Beschluß der Konferenz schauungen zutage traten, so daß ich genötigt war, auf das entgebunden erachtet. Damit tomten wir uns jedoch nicht einverstanden schiedenste zu erklären, ich stünde nach wie vor auf demselben Standerklären, denn die Kritik in der Presse wurde immer schärfer, die punkt wie in Jena und hätte von meiner Jenaer Rede kein Wort bereits erlegen. Anzufriedenheit der Genossen immer größer und in zahlreichen zurückzunehmen. Es ist eine falsche Auffassung der Jenaer ReBuschriften an den Parteivorstand gaben die Genossen ihrem Un- folution, als verlangte sie, daß wir bei nächster Gelegenheit ohne willen entschiedensten Ausdruck und verlangten unter allen Um weiteres in einen Massenstreit eintreten sollten. Ich will nach- München, 26. September.( B. H.) Der Hülfsarbeiter, der ständen, daß der Parteivorstand dafür einzutreten habe, daß das weisen, daß diejenigen, die da sagen, den großen Worten von Jena Mechaniker und der Soldat Nuf drei Brüder wurden ver Protokoll der Deffentlichkeit übergeben werde. Wir stellten darauf sei gar keine Tat gefolgt, die Jenaer Verhandlungen, wie ich zu haftet, nachdem sie sich des Diebstahls in der Münze dringend veran die Generalfommission das Verlangen, sie möchte die Umfrage ihrer Ehre annehme, vollständig vergessen haben. Von ihrer Gedächtig gemacht hatten. Insbesondere hatte der Soldat so hohe an die Teilnehmer der Konferenz richten, ihnen die Sachlage wissenhaftigkeit hätte ich allerdings erwartet, daß sie, ehe sie ein Ausgaben gemacht, daß der Verdacht der Polizei auf ihn gelentt darlegen und sie ersuchen, die Erlaubnis zur Veröffentlichung solches Urteil fällten, das Protokoll von Jena zur Hand genommen wurde. Man fand bei ihm noch den Betrag von 60 000 m. zu geben. Das Abstimmungsresultat ist so gewesen, daß die große und geprüft hätten, was Bebel und die anderen dort gesagt hatten. Mehrheit der Vertreter auf jener Gewerkschaftskonferenz diese Ver-( Sehr richtig!) Wäre das geschehen, so hätten sie in meiner ganzen Im Kampf für die Freiheit. öffentlichung abgelehnt haben. Wir waren dadurch in eine noch Rede nicht einen Sab, nicht ein Wort gefunden, das so ausgelegt Odessa, 26. September.( B. H.) Der durch das Kriegsgericht schlimmere Lage versezt als vordem. Wir schritten nun schweren Herzens werden tönnte. Ich habe das Protokoll über die Verhandlung über zum Tode verurteilte Revolutionär Demidow aus Malzen wurde zu dem Vorgehen, das allen bekannt ist. Wir find der Meinung ge- den Massenstreit in Jena zweimal Wort für Wort durchgelesen heute hingerichtet. wesen, daß höhere Interessen auf dem Spiele stehen und daß es un- und war überrascht, wie korrekt der Standpunkt war, den wir dort möglich ist, die Sache länger zu vertuschen, weil dann mit jebem eingenommen haben. Daß ich selbst schon auf der Konferenz mich Tag der Unwillen und die Ünzufriedenheit in der Partei und den gegen mißverständliche Aeußerungen von Mitgliedern der General- Boltawa, 25. September.( W. T. B.) In der vergangenen Nacht Gewerkschaften immer größer wird.( Lebhafte Zustimmung.) Doch ver- kommission gewendet habe, erklärt Silberschmidt selbst in einer überfiel eine Bande Bewaffneter das Gutshaus im Dorfe Kanowfa stehen wir sehr wohl, daß die Generalfommission über den Beschluß Bemerkung gegen Geyer auf Seite 47 des Protokolls der Berhand- und raubte den 10 000 Rubel enthaltenden Geldschrank. 10 000 Rubel erbeutet. Berantp. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ch. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Bucher. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 225. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 27. September 1906. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu Mannheim. Telegraphischer Bericht. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatte.) Bebel fortfahrend: " befizen. Nein, das ist die Folge der historischen Entwicklung, der ganz dem Massenstreit ausgesprochen hat; aber daraus kann man eigentümlich anders gearteten ökonomischen und politischen Verhältnisse doch noch nicht schließen, daß die Masse der Genossen für in den süddeutschen Staaten, insbesondere der grundverschiedenenStellung den Generalstreik ist. Der Parteivorstand darf auf keinen Fall der verschiebenen bürgerlichen Parteien untereinander. In keinem dieſer leichtsinnig eine Niederlage herbeiführen: mit der einen iſt es nicht Staaten hat man das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht getan! Das ganze Streben der Gegner geht dann dahin, unsere den Sozialdemokraten gegeben, sondern die Mehrheitsparteien glaubten Kampfesfähigkeit auf alle Zeit zu vernichten.( Lebhafte Bu dadurch die Herrschaft erlangen zu fönnen.( Sehr richtig!) Daß ſtimmung.) Daß man das nicht fertig bringt, das weiß ich auch. die Sozialdemokratie dadurch gewann, war eine sehr unangenehme Das haben wir unter dem Sozialistengesetz bewiesen. Aber Beigabe. Hätten sie das vermeiden können, dann hätten sie es wir wären Toren und Narren, wenn wir uns zum zweitenEs ist natürlich, daß die Arbeiter, die diesen Kampf führen, getan. Man hat auch nach anderer Richtung hin ganz merkwürdige male eine derartige Situation und nunmehr selbst auf den Hals abei auch foziale Verbesserungen ihrer Lage herbeizuführen suchen. Erkurse in der Partei gemacht; man hat die Dinge vollständig auf laden.( Sehr richtig!) Die ganzen Darlegungen Stampfers Selbstverständlich nimmt dieser Kampf Formen an, die wir bisher den Kopf gestellt, als wenn die Agitation Lassalles das all- mögen der ehrlichen Ueberzeugung des Schreibers entsprungen fein, ut teiner Revolution gekannt haben. Die Arbeiterklasse greift gemeine Reichstagswahlrecht herbeigeführt hätte. Zu einer Zeit, aber dann fehlt ihm vollständig der Kontakt mit der großen Mehrnatürlich zu der Waffe des Massenstreits, weil es in Rußland die wo Lassalle mit seiner Forderung noch gar nicht aufgetreten heit der Parteigenossen.( Lebhafte Zustimmung.) Es wird auch beeinzig mögliche Waffe für sie ist.( Sehr richtig! In jedem war, bestand in den konservativen Kreisen Preußens, besonders in mängelt, daß wir unsere Petition an das Abgeordnetenhaus und revolutionären Kampfe werden immer neue Kampfmethoden den Kreisen, die sich damals um Wagener gruppierten, die Idee, Herrenhaus wie üblich mit Hochachtungsvoll ergebenst" unter angewandt, die der ökonomischen Struktur der Länder ent- auf Grund der Erfahrungen, die die Konservativen in der Konflikts- fchrieben haben.( Heiterfeit.) Darüber allgemeines Entfeßen. Das sprechen. Aber auch in Rußland, wo der Massenstreif natur- zeit mit dem Dreiklassenwahlsystem gemacht hatten, das all- war ein Haupt- und Kardinalverbrechen. Nun, wir alle sind ja gemäß eine große Rolle spielen muß, scheitert er, wenn die Massen gemeine Wahlrecht für Preußen zu gewähren, in in einer gegebenen Situation feine Stimmung dazu empfinden. Hoffnung, daß es dadurch möglich wäre, die oppositionelle rationen usw. schreiben zu müssen und da gebrauchen Sie auch die der schon in der Lage gewesen, an höher gestellte Personen, KorpoDas hat die russische Sozialdemokratie erfahren. Ju Rußland Dreitlassenmajorität zu stürzen. Das ist historische Wahrheit, und üblichen Floskeln, die mit dem inneren Gefühl sehr wenig zu tun wird der Kampf um eine neue Staatsordnung geführt, bei uns aber von diesem Gedankengang ist auch Bismarck beeinflußt gewesen. haben. Es ist eine der konventionellen Lügen, an denen die bürgerliche Gesind seit einer Reihe von Jahren die Vorbedingungen, um die man Es gab für Bismarck bei Schaffung des Reichstages des Nord- sellschaft so außerordentlich reich ist. Oder meinen Sie etwa, wir hätten in Rußland noch fämpfen muß, bereits erkämpft.( Sehr richtig!) deutschen Bundes gar keine andere Möglichkeit, als die Einführung des in der Tat diese fürchterlichen Gefühle.( Heiterkeit.) Ich habe Deshalb ist die Situation in Deutschland nicht mit der in Rußland allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts. So sehr manchen der Kritiker in Verdacht, daß er sogar in Briefen an einen zu vergleichen. Soviel wir an der Ordmung der Dinge auch aus- ich bereit bin, unsern Einfluß auf die öffentlichen Dinge nach jeder oder den anderen Parteigenossen am Schluß Flosteln gebraucht hat, zusetzen haben, niemand wird doch behaupten, daß wir in unserem Richtung hin zur Geltung zu bringen, so müßte ich doch auf der die mit seinen inneren Gefühlen gegen denselben sehr wenig zuKampfe in allen Fällen zu ähnlichen Methoden zu greifen hätten anderen Seite sehr nachdrücklich gegen eine derartige Geschichts- sammen trafen.( Große Heiterkeit und Sehr gut!) Daraus dem wie unsere russischen Genossen.( Sehr richtig!) Wir haben im Deutschen fälschung mich wenden, als wären wir damals schon wer weiß wie Parteivorstand einen Strick drehen zu wollen, ist lächerlich fleinlich. Reiche das allgemeine Stimmrecht. Dabei will ich einfügen: Wenn mächtig gewesen.( Sehr richtig!) Genosse Maurenbrecher gegen unsere Taktik auf den Wahlrechts( Sehr wahr!) Was ist denn der Zweck dieser Petition? Wir wollten Nun ist zweifellos durch die Einführung des allgemeinen Wahl- auf diesem Wege erreichen, daß diese Körperschaften noch einmal ihr tampf in Desterreich verweist, so sollte ein Mann, der auf dem Boden der rechts, durch die soziale Gesetzgebung lange Jahre das Interesse der Urteil über diese Frage abgeben sollten. Freilich kam da die somaterialistischen Geschichtsauffassung stehen und tiefe historische Arbeiter für den Reichstag in Anspruch genommen worden, während genannte Wahlkreisreform des Ministers des Innern, und durch deren Studien gemacht haben will, doch wissen, daß die Desterreicher fie für den Landtag kein Interesse hatten. Sagte doch Liebknecht Beratung wurde dann um ein Wahlrecht kämpfen, das bei uns seit fast 40 Jahren ver- noch vor acht Jahren:" Ach, was geht uns der preußische Landtag erklärt, so daß unser die Petition einfach für erledigt Ein wirklicht ist. Zweck nicht erreicht wurde. Den Kampf um das allgemeine Wahlrecht für die an. Den lassen wir verfaulen." Ich selbst habe in Köln eine weit stärkeres Stück wie der Artikel bon Stampfer ist Landtage mit Massenstreiks zu führen, ist den österreichischen donnernde Philippika gegen die Beteiligung an den Landtags- derjenige des Genossen Maurenbrech er. Ich bedauere ganz Arbeitern nicht eingefallen. Sie sagten sich: Was wollen wir an wahlen gehalten. 56 Jahre haben wir uns nicht um den Landtag außerordentlich, daß ich mich mit diesem Genossen auseinandersetzen der Spize arbeiten, ehe die Grundlage geschaffen ist. Der Vergleich gefümmert. Es wäre eine psychologische Ungeheuerlichkeit, wenn muß. Der Artikel der„ Neuen Gesellschaft", Heft 34, ist betitelt: mit Desterreich trifft also in keiner Weise zu. Billigerweise sollte wir bei der langen Tradition, die uns am Beine hängt, plötzlich„ Die nächste Aktion". Ich habe ja schon vorher meine höchste Verman erwarten, daß ein Mann, der sich als Politiker aufspielt, der in den Massen große Begeisterung für den Massenstreit gegen das wunderung über die politische Auffassung Maurenbrechers Historiker sein will, diese Tatsachen im Kopfe hätte, um solche Ver- Dreitlassenwahlrecht verlangen wollten. Wenn sich auch die Gegner ausgesprochen. Ich persönlich habe dazu um so mehr Ursache, als gleiche zu unterlassen.( Sehr richtig!) darüber freuen, so muß ich doch sagen, es ist gegenwärtig noch nicht ich es gewesen bin, der im Parteivorstand angeregt hat, daß Genosse Lange vor Rußland sind Massenstreits von den Arbeitern in der Moment gekommen, daß wir in den Massenstreit für das all- Maurenbrecher in die neue Parteischule als Lehrer aufBelgien, Holland, Schweden und Italien geführt worden. Diese sind gemeine Wahlrecht in Preußen einzutreten vermöchten. Nun ist ge- genommen wurde und das Fach Geschichte zugewiesen bekam. Ich aber in ihrem Wesen und in ihrem Ziel mit dem russischen Massenstreit nicht fagt worden:" Ihr habt doch anders geredet. In Sachsen und stehe aber gar nicht an zu erklären, daß, wenn ich diesen Artikel zu vergleichen. Dort handelt es sich um einen großen revolutionären Preußen wurde der Massenstreit geplant." Derartige Anschauungen getannt hätte, ich wahrscheinlich anders gehandelt hätte. Nicht, Kampf um die primitivsten Existenzbedingungen, auf der anderen soll auch ich nach Silberschmidt auf jener Konferenz geäußert daß Genosse Maurenbrecher zu dem Parteivorstand in Opposition Seite aber nur um einen Kampf, um ganz bestimmte Ziele und be- haben. Das ist ein totales Mißverständnis. In Hamburg wurden tritt das wäre ja Wahnsinn, wenn ein derartiges Motiv für uns stimmt abgegrenzte Zwecke. 1893 hatte es sich in Belgien um die zum Protest gegen die neue Wahlrechtsvorlage im Mai vorigen maßgebend sein sollte! Er kann so scharf schreiben wie er will Eroberung des allgemeinen Wahlrechts gehandelt. Der Massenstreit Jahres von der Parteileitung eine große Zahl von Protestver- aber was er schreibt, muß Hand und Fuß haben. Es müssen Gründe hatte unzweifelhaft Erfolg, insofern als die Klassenwahl abgeschafft fammlungen arrangiert, die aber zur unangenehmsten Ueberraschung sein und nicht Behauptungen, von denen ich sagen muß, daß wenn und das allgemeine Wahlrecht allerdings mit dem Pluralsystem ge- der dortigen Parteileitung außerordentlich schwach besucht waren. Es ein Quartaner eine derartige historische Auffassung verrät, ich das geben wurde. Im Gegensatz zu früher haben die belgischen Ge- war in der Hamburger Arbeiterschaft gegenüber dem Wahlrechts- begreife, nicht aber von einem 30jährigen Lehrer der Geschichte. noffen jetzt 30 Vertreter in der Kammer. Dagegen ist der zweite attentat des Senats gar keine Stimmung vorhanden. Der Partei- Er schreibt:„ Die Kraftlosigkeit und Aktionslosigkeit der Partei Massenstreit in Belgien im Anfang dieses Jahrhunderts gegen vorstand hat dann nach Hamburg geschrieben, wir wären bereit, mit tontrastiert zu stark mit den großen Worten, die wir im letzten das Pluralsystem mißlungen. Vielleicht deshalb, weil beim den Hamburger Genossen zu beraten, was in der gegebenen Winter an manchen Stellen gehört haben. Es ist das Gefühl vorersten Male die belgische Bourgeoisie überrumpelt wurde und Situation zu tun wäre. Ich habe dabei etwas richtig zu stellen. Es handen, wir wollen endlich einmal einen Fortschritt sehen." Dann fich mächtig ins Bockshorn jagen ließ, das zweite Mal aber nicht. ist in einer Polemit, die wir im Frühjahr hatten, behauptet worden, fommt er auf die historische Auffassung, die ich vorhin bereits ( Lebhafte Zustimmung.) Ganz ähnlich liegt es mit den Massen- daß damals diese Anregung von seiten des Parteivorstandes nach widerlegte, und weiter schreibt er: Es muß ein Erfolg errungen Streits in Holland, Schweden und Italien. In Italien waren die Hamburg gerichtet worden sei, ehe noch überhaupt die Hamburger werden, sonst gräbt sich die Unluft, das Gefühl der Unfruchtbar Massenstreits spontane Ereignisse, die aus dem Naturell des Volkes Genossen daran gedacht hätten, sich weiter ins Benehmen zu setzen, keit, der Sackgasse, der falschen Leitung noch tiefer ein als erklärlich waren. Die Frage liegt bei uns ähnlich wie in diesen was sie nun nach jenem Sonntag tun sollten. Das hat sich als bisher. Wir müssen das Vertrauen der Masse wieder gewinnen, Ländern. Es handelt sich bei uns nicht um die Umgestaltung 3ertum herausgestellt. Am 22. Mai hat die Hamburger indem wir ihnen Ziele zeigen, die zu erreichen heute des ganzen politischen Oberbaues der bürgerlichen Gesell- Parteileitung diese Frage erörtert und beschlossen, die drei sozial- schon möglich sind, und für die es sich lohnt, zu kämpfen." schaft. Zudem ist bei uns der Massenstreit für die Eroberung demokratischen Vertreter von Hamburg im Reichstage, Metzger, Jch fordere Sie hiermit allesamt auf, wenn einer von Ihnen aus politischer Rechte im wesentlichen auf Norddeutschland beschränkt. Dieß und mich, nach Hamburg zu berufen, um in der Sache seiner eigenen Erfahrung imstande ist zu bestätigen, daß das Bild, Es ist doch selbstverständlich, daß, wenn die Norddeutschen als letztes weitere Schritte zu unternehmen. Mittlerweile war allerdings der das hier Maurenbrecher von der Parteistimmung entwirft, Mittel zur Eroberung des Wahlrechts zum Massenstreit greifen, die Brief des Parteivorstandes unterwegs, traf aber erst Dienstag ein. richtig ist, dann will ich pater peccavi fagen. Aber das ist nicht Süddeutschen dabei natürlich nicht mitmachen. Sie können uns Es gebührt also zweifellos den Hamburger Genossen der Vorzug wahr; nirgends ist das vorhanden.( Sehr richtig!) Wie in aller höchstens moralisch und materiell unterstützen. Eine Hoffnung etwa der Initiative. Nun ist in jener Zusammenkunft allerdings Welt fann vor allem ein Historiker sagen:„ Wir müssen einen Erauf einen Sympathiestreit der Süddeutschen wäre auf Sand gebaut. auch der Massenstreik erörtert worden; aber nicht eine folg haben?" Wie kann man einer Partei, die in der Minorität ist, Das müssen wir uns sagen, wenn wir die Situation falt und Stimme hat erklärt, sich auf denselben einlassen zu wollen. die nicht über die Staatsgewalt verfügt wie kann man der zus nüchtern betrachten. Und gerade bei dieser Frage ist eine solche Wir waren fest überzeugt, daß es geradezu wahnsinnig sei, muten: Du mußt einen Erfolg haben? Ich freue mich ja über diesen Betrachtungsweise vor allem angebracht. in diesem Moment an einen Massenstreit zu denken. Es kam hinzu, Durst nach Taten, den Genosse Maurenbrecher zeigt. Er ist Ob es in dem Falle eines Generalstreits zum Blutvergießen daß die Vorlage des Senats nicht beabsichtigte, den Arbeitern über drei Jahre in der Partei das soll kein Vorwurf für ihn sein fommen fönnte, tann ich nicht sagen. Jedenfalls darf man nicht haupt das Wahlrecht zu nehmen, sondern daß sie nur ein anderes wir aber stehen in der Mehrzahl bereits vier, fünf, ja zehnmal fagen, weil in Rußland die Revolution mit dem Massen- System bezweckte, um den, wie sie fürchtete, übermäßigen Einfluß länger in der Partei, und da können Sie wohl glauben, daß wir, streit eingesetzt hat, müssen wir dasselbe tun. Dieser Ge- der Sozialdemokratie nach Möglichkeit zu verhindern. Also weder die wir mit der Zahl der Jahre auch dem Ende unseres Lebens entdanke hat ja neulich die Mainzer Genossen unter Führung des damals noch später war in Hamburg vom Massenstreit die Rede. gegen gehen, allesamt das dringende Verlangen haben, nicht nur Genossen Dr. David veranlaßt zu erklären, daß unter keinen Um- Genau dasselbe war in Sachsen der Fall. Dort ist der Partei- einen Erfolg, sondern hundert Erfolge, ja den ganzen Erfolg ständen an eine blutige Revolution bei uns gedacht werden könne. vorstand wiederholt veranlaßt worden, Konferenzen der fächsischen zu haben.( Lebhafte Zustimmung.) Der Massenstreit tönne zwar einmal als letzte Waffe dienen, aber Parteivertreter über den Wahlrechtskampf beizuwohnen. Ich habe Wir arbeiten alle mit Leibeskräften daran, um ihn zu erzielen; immer nur als friedliches Kampfesmittel. Nun, Parteigenossen, aus verschiedenen Gründen an feiner dieser Konferenzen teil- aber zu fagen: jetzt müffen wir Erfolge haben, oder wir sind verwelche Wirkungen von einer unzufriedenen Masse eventuell ausgehen genommen, fann aber auf Grund von Berichten meiner Vorstands- loren, ist einfach eine findliche Auffassung von den Entwickelungswerden, entzieht sich jeder Berechnung. Wir haben nie erklärt, daß genossen erklären, daß allerdings im Gegensatz zu Hamburg eine möglichkeiten der Geschichte eines Voltes.( Lebhafte Zustimmung.) wir eine Revolution machen; wir haben immer betont, daß Minorität der Vertretung innerhalb der fächsischen Sozialdemokratie Und wo haben wir denn das Vertrauen der Wassen verloren, Revolutionen von oben, von den herrschenden Klassen gemacht werden, für die Inszenierung von Massenstreits war, während die große daß wir es wiedergewinnen müssen, wo denn, wo irgend? Wo? die den Wünschen des Volkes nicht nachkommen. Daß aber, wenn Mehrheit, und darunter auch die Vertretung des Parteivorstandes, Beigt das etwa die gewaltige Zunahme der organisierten Genossen, das Maß der Unzufriedenheit im Volke den höchsten Grad erreicht sich energisch gegen den Massenstreit unter den damaligen Ver- die steigende Abonnentenzahl der Parteipreffe, zeigen das unsere hat, es zu explosiven Ausbrüchen fommen fann, ist hältnissen ausgesprochen hat. Wäre er doch eingetreten, so wäre der Erfolge bei den Gemeindewahlen usw.? Genau das Gegenteil ist niemals ausgeschlossen. Diejenigen, die da meinen, Deutsch- Barteivorstand natürlich der letzte gewesen, der öffentlich dagegen der Fall.( Lebhaftes Sehr richtig!) Land sei infolge des Volkscharakters der Deutschen für aufgetreten wäre. In einem solchen Falle wäre er verpflichtet ge- Genosse Hilferding, der unseren preußischen Verhältnissen alle Ewigkeit gegen derartige Revolutionen gefeit, die wesen, auch gegen seine bessere lleberzeugung dafür einzutreten. vollständig fernsteht, hat ein viel richtigeres Urteil über die ganze irren sich ganz gewaltig.( Sehr richtig!) Ich fann nicht das Gegen- Soviel Solidaritätsgefühl müssen Sie Ihrem Parteivorstand zu- Situation der Partei in Preußen und über den Massenstreit abgegeben teil behaupten. Das hängt von den Verhältnissen und den daraus trauen, sonst täten Sie am besten, ihn lieber heute als morgen als Maurenbrecher. Es denkt niemand von uns daran, die resultierenden Stimmungen ab. Ebensowenig wie man sagen tann, zum Teufel zu jagen.( Heiterkeit und Zustimmung.) Es ist aber Jenenser Beschlüsse aufzuheben oder irgendwie zu bemängeln. es wird zur Revolution tommen, kann man sagen, es wird auf auch nicht wahr, daß in Preußen die Frage des Massenstreits Nicht ein Wort der Jenenser Resolution entspricht der Auffassung, feinen Fall zu gewaltsamen Eruptionen in Deutschland kommen. irgendwo in nennenswerten Kreisen erörtert worden wäre. Die die die Gegner der Taktik des Vorstandes geäußert haben. Ebenso( Sehr richtig!) Für uns kommen nur für die Anwendung des gesamten 78 Abgeordneten waren damals im Reichstag versammelt. wenig nehme ich ein Wort meiner damaligen Rede zurück. Ich möchte Massenstreits bestimmte Voraussetzungen in Frage. In der Jenaer Aber von feiner Seite ist dieser Gedanke zur Debatte gebracht hier nur eine charakteristische Stelle hervorheben. Nachdem ich die verResolution heißt es, daß es im Falle eines Anschlages auf worden. Von der Kontrollkommission ist niemand an uns heran- schiedenen Massenstreits in den verschiedenen Ländern besprochen habe, das allgemeine, direkte, gleiche und geheime Wahlrecht oder das getreten, von seiten feiner Organisation in Preußen, nicht einmal fomme ich auf Deutschland, und da sage ich: Wir Deutschen tun Koalitionsrecht Pflicht der gesamten Arbeiterklasse ist, jedes ein Brief mit diesem Wunsche ist an den Vorstand gekommen. Ich nicht so leicht einen Schritt, den wir uns nicht genau überlegt haben, Mittel anzuwenden und als ein solches Mittel bezeichnen fann weiter erklären, daß alle Schritte, die damals beraten sind, in was uns ja den Vorwurf zugezogen hat, wir wären wie der öfterwir die Massen- Arbeitseinstellung. Nun stehe ich gewiß nicht an, boller Uebereinstimmung mit den Vertretern der Parteileitung reichische Landsturm, der immer hinten nachhinkt. Wir sind der zu erklären, daß wenn ein Attentat auf das allgemeine in Berlin bereinbart worden find. Da ist allerdings Meinung: The wir uns in so große Stämpfe einlassen, müssen wir Wahlrecht geplant iſt, oder tvenn den Arbeitern das auch im Laufe im Laufe der Diskussion das Wort Massenstreit ge erst gründlich organisieren, agitieren, politische und wirtschaftliche Koalitionsrecht genommen werden soll, gar nicht mehr die fallen, aber ernsthaft ist von keiner Seite dieser Gedanke Aufklärung schaffen, die Masse selbstbewußt und widerstandsfähig Frage entstehen kann, ob wir wollen, sondern dann müssen wir. vertreten worden. Nun bin ich im höchsten Grade erstaunt gewesen, machen, fie begeistern für den Moment, wo wir ihr sagen müssen: ( Sehr richtig!) Rechte, die wir befizen, lassen wir uns nicht nehmen. in einigen Breßäußerungen der lezten Wochen die Anschauung zu Du haft Dein Alles einzuseßen, weil eine Lebensfrage für Dich als Dann wären wir erbärmliche, elende Kerle.( Lebhafte Zustimmung.) hören, daß doch in erheblichen Kreisen auch der preußischen Partei Mensch, als Familienvater, als Staatsbürger auf dem Spiele steht. Das ist der Punkt, wo es fein feilschen, kein Handeln und kein der Gedanke des Massenstreits Wurzel gefaßt habe und daß das Wenn ich auch mit großer Begeisterung für den Massenstreif Reden mehr gibt. Dann haben wir allesamt ins Feuer zu gehen, hat man nicht gesagt, aber das lag darin der elende eingetreten bin, so kann man doch aus feinem Worte herausnehmen, und wenn wir auf der Strede bleiben.( Erneute lebhafte Bus Parteivorstand mit seiner Feigheit und Superflugheit das hinter- daß ich bereits im nächsten Jahre für einen Massenstreit eingetreten stimmung.) Wenn die Gegner das versuchen, dann haben sie auch trieben habe. So wird in einem Artikel des Genossen Stampfer fei. Gerade weil es sich für uns nach der ganzen Gestaltung der die Konsequenzen zu tragen. Dann sind wir als Männer und in Nr. 49 der Neuen Zeit" vom 1. September Wahlrechts- politischen Verhältnisse in Deutschland um ganz bestimmte Rechte Frauen, die ihre Menschenrechte verteidigen, Rechte, ohne die kein bewegung und Massenstreit" mit aller Entschiedenheit betont, daß in handelt, für die der Massenstreit inszeniert werden muß, und weil Bolt mehr existieren fann, gezwungen, alles aufzubieten, um ein den Massen der Genossen der Gedanke des Massenstreits tiefe Wurzel wir im eigenen Interesse den Wunsch haben müssen, folches Attentat zurückzuweisen, tofte es, was es wolle.( Sehr geschlagen habe, und daß es nur eines entscheidenden Schrittes folche Demonstration vollständig in der Hand zu haben, verlangen Lichtig!) Ich habe die felferfeste Ueberzeugung, daß dann weit über von seiten der Leitung bedurft hätte. Nebenbei möchte ich den wir, daß in viel höherem Maße jezt agitiert und aufgeklärt den Rahmen der deutschen Sozialdemokratie, weit über den Rahmen Genossen doch raten, zu bedenken, daß wir eine demokratische wird, damit wir im gegebenen Moment unsere disziplinierten der Gewerkschaften hinaus die gesamte Arbeiterffaffe, soweit Bartei sind und sind und nicht eine Regierung haben, die mit Massen, die die undisziplinierten fortreißen sollen, in fie politisch denkt und fühlt, soweit sie überhaupt eine ihrer alles umfassenden Weisheit zu beschließen hat, während Sie der Hand haben, so daß keine Dummheit gemacht wird.( Sehr Idee bon dem ungeheueren Werte Werte dieser Rechte befize, nur als Schachfiguren zu betrachten sind.( Heiterkeit und Zu- richtig!) Jch erkläre Ihnen im Namen des gesamten Parteifich einmütig diesem Kampf anschließen wird.( Sehr richtig!) ſtimmung.) Das erste muß also sein, daß wirklich in den Massen vorstandes und der Kontrollkommission, die wir darüber beraten Ganz anders, wenn es sich um ein Recht handelt, das man erst der Genossen Stimmung für den Massenstreit vorhanden ist, und haben, wir stehen auf dem Boden, daß zwar der Massenstreit noterobern muß. Wir müssen uns flar machen, daß die Kraft für Er- diese Stimmung muß dann ihrerseits den Vorstand vorwärtstreiben. wendig sei, aber wir lassen uns nicht in einen Maffenstreit oberung von Rechten, die in den Einzelstaaten wurzeln, durch Von alledent haben wir nicht das geringste gehört. Da wird Bezug hinein heben, einerlei von welcher Seite das geschieht.( LebGründung des Deutschen Reichs ganz bedeutend geschwächt ist. Ich genommen auf die Versammlungen am 21. Januar, 18. März und hafter Beifall.) Wir betrachten den Wassenstreit als die letzte glaube nicht, daß ein süddeutscher Genosse behaupten wollte, es sei 1. Mai. Es mag ja sein, daß der eine oder der andere Rettung unserer Partei, aber als ein Kampfmittel, das wir mit ausschließlich ihnen zu danken, daß sie das allgemeine Wahlrecht Redner in der Hize des Gefechtes eine Drohung mit aller Kraft und Disziplin und Selbstbeherrschung anwenden müssen, die Singer teilt mit, daß inzwischen zu der Refolution Bebel folgender Abänderungsantrag 158 eingegangen ist: Beantrage, der Resolution Bebel( Nr. 136) im ersten Absatz folgende Fassung zu geben: Der Parteitag bestätigt den Jenaer Parteitagsbeschluß zum politischen Massenstreit, der mit der Resolution des Kölner Gewertschaftstongresses nicht im Widerspruch steht." Korreferent Legien: unter um ihn so zu gestalten, wie wir es im Interesse der Partei| Nieuwenhuis befürwortete allgemeine Streit um den Frieden und bekenne fich zum revolutionären Sozialismus. Und zwar find und des Volkes für notwendig halten.( Sehr richtig!) im Falle des Ausbruchs eines Krieges? Ja, Genossen, die wenigsten auf dem legten Kongreß, der im April 1906 in Berlin stattfand, die Das können wir im Augenblick mit unserer Drganisation noch von Ihnen haben einen großen Krieg erlebt. Sie haben gar keine Statuten infofern modifiziert worden, als man das Wort Sozialgar nicht riskieren. Darüber ist jeder Optimismus falsch. Wir haben Ahmung von der Situation, die 1870 bei Ausbruch des Krieges bestand. demokratie hat fallen lassen und, um den anarchistischen Elementen in nach jeder Nichtung hin unsere Tätigkeit entfaltet, so daß gerade die Mittlerweile sind wir freilich viel stärker geworden; aber auch die der Arbeiterschaft den Eintritt nicht zu erschweren, dafür das BeAnregung in Jena bereits in der furzen Frist von einem Jahre fehr Machtmittel der Gegenfeite find ganz getvaltig gewachsen.( Sehr fenntnis der einzelnen Mitglieder zum Boden des Klaffentampfes Glauben Sie jetzt fchöne Erfolge gebracht hat. Aber die Agitation muß noch ganz richtig!) Vor allem ist die militärische Rüstung ganz anders ge- als conditio sine qua non gefeßt hat. anders geführt werden, und wenn das geschehen ist, wollen wir ein- worden. Wer glaubt denn, daß man in einem Moment, wo eine vielleicht nach diesen Feststellungen noch, daß diefe Gruppe zu uns, mal sehen, was wir weiter tun müssen. Aufregung, ein allgemeines Fieber die Massen bis in die tiefften zur sozialdemokratischen Partei gehört? Sie hat sich selbst außer Mir ist in der gegnerischen Brefie, zuerjt in der Frankfurter Tiefen aufrüttelt, wo die Gefahr eines ungeheuren Krieges mit halb der Partei gestellt.( Sehr richtig!) Sie steht uns gegenüber Zeitung", speziell nachgesagt worden, daß ich hin und her geschwankt feinem entseglichen Elend uns vor Augen stebt, wer glaubt, daß es wie jeder andere Gegner, ja dadurch, daß fie fich auf dem Boden hätte in der Frage des Diassenstreits und daß ich mich in Bremen in solchem Augenblick möglich ist, einen Massenstreit zu inszenieren? des Klassenkampfes zu stehen den Anschein gibt, ist sie uns vielleicht gegen den Massenstreit erklärt hätte und vier Wochen vorher in( Sehr richtig!) Das ist eine ungeheuer lindliche Idee. Bei Ausbruch gefährlicher als diejenigen, die fich offen als unsere Gegner beAmsterdam. In Amsterdam haben wir für die Massenstreit eines solchen Krieges marschieren vom ersten Tage ab in Deutsch kennen. Und wenn nun eine solche Indiskretion begangen wird von Resolution gestimmt. In Bremen habe ich gar nichts über den land 5 000 000 unter den Waffen, darunter vielleicht 400 000 Partei- Leuten, die mit uns nichts zu tun haben, so ist doch deshalb nicht Massenstreit gesagt. genossen. Die ganze Nation unter den Waffen! Furchtbares Elend, irgend eine Instanz in der Partei berechtigt, die ganzen vertrau Es entsteht nun speziell die Frage: Wie stehen unsere Getvert allgemeine Arbeitslosigkeit, Hunger, Zerstörung der Fabriken, Sinten lichen Verhandlungen preiszugeben. Ich glaube nicht, daß sich wenn die Judiskretion von einer fonfchafter zum Massenstreik? Sie wissen alle, daß bei den Debatten, der Wertpapiere glaubt man, man fönne in einem solchen der Parteivorstand, begangen wäre, berwir voriges Jahr in Jena gehabt haben, vielfach auf Moment, wo jeder an etivas anderes denkt, einen Massenstreit fervativen oder einer Zentrumszeitung die Kölner Resolution Bezug genommen worden ist und die inszenieren?( Sehr gut!) Würde eine Parteileitung fo fopflos fein, pflichtet gefühlt hätte, den Teil des Protokolls, den er veröffentlicht Meinung vertreten wurde, daß jene Resolution mit der Jenaer an einem solchen Tage einen Wassenstreif zu inszenieren, so würde hat, zu veröffentlichen. Wohin das führt, sehen wir ja. in einem erheblichen Widerspruch steht. Ich will mich hier über sofort mit der Mobilmachung der Kriegszustand über ganz Deutsch- Der Parteivorstand hält diesen Teil des Protokolls für so wichtig, diese Frage nicht weiter aussprechen. Ich möchte aber doch das land verhängt werden, und dann haben nicht mehr die Zivilgerichte, daß er veröffentlicht werden muß. Die Anarchisten halten einen anderen eine konstatieren, und zivar tue ich es mit Freuden, daß soviel Un sondern die Militärgerichte zu entscheiden. Ich habe schon läuten Teil für wichtig. Sie veröffentlichen die Verhandlungen der Gewerkangenehmes in bezug auf die Partei aus den Reden einzelner hören, und das halte ich für wahrscheinlich, weil man in den entscheidenden schaftsvorstände darüber, ob die Organisationen heute fähig sind, in. Redner auf der Konferenz der Gewerkschaftsvorstände in Berlin Streifen glaubt, die Sozialdemokratie könnte so töricht sein und einen einen Abwehrkampf gegen die Unternehmer eintreten zu können, also ausgesprochen worden ist, die Verhandlung im großen und ganzen solchen Beschluß fassen, daß man sich an maßgebender Stelle schon lange den Teil, der am allerwenigsten den Gegnern bekannt gegeben doch gezeigt hat, daß wir uns troy alledem bedeutend näher ge- mit dem Gedanken trägt, dann allen Führern der Sozialdemokratie werden sollte.( Sehr richtig!) Das hätte sich der Vorstand überkommen sind als das noch in Jena der Fall zu sein schien. dasselbe Schicksal zu bereiten, wie 1870 den Mitgliedern unseres legen sollen; er hätte sich sagen sollen, daß es nicht möglich ist, das im Gegensatz zu denen zu veröffentlichen, bie Darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Und es hat mir ins- Parteiausschusses. Wenn Sie glauben, daß in einem solchen Falle Protokoll besondere eine große Genugtuung bereitet, in der Rede des die Gegner irgend welche Nachsicht üben würden, so irren Sie sich; darüber zu bestimmen haben. Der Parteivorstand wird hoffent Genossen Bömelburg auf jener Stonferenz zu lesen, daß ich würde das auch für ganz unbegreiflich halten. Es ist eben bei lich doch wenigstens vor der Veröffentlichung von dem Inhalt Bömelburg die Ansicht ausspricht, wenn es fich einmal uns anders, als in anderen Ländern. Deutschland ist ein Staats- des Protokolls Kenntnis genommen haben. Lange genug war darum handeln sollte, daß das für die Arbeiter und speziell wesen, wie es zum zweiten Male auf der Welt nicht existiert. Man es ja in feinen Händen. Ich will mit dem Parteivorstand die Gewerkschaften unentbehrliche Koalitionsrecht in Frage gestellt mag das da oben als Stompliment ansehen, es ist aber Wahrheit nicht darüber rechten, warum er von einem Protokoll, dem er werden sollte, dann wieder die Gewerkschaften gar nicht erst die und diese Wahrheit müssen wir uns vor Augen halten und danach unser nachher eine solche Wichtigkeit beimißt, nicht früher Kenntnis nimmt. Initiative der Partei abzuwarten haben, sondern sie müßten dann Handeln einrichten.( Sehr richtig.) Also ich fann Sie nur dringend Jedenfalls mußte er davon Kenntnis haben zu der Zeit, wo dieser selbst auftreten und mit dem Generalftreit ins Zeug gehen. Das bitten, auch die Resolution Mühlhausen abzulehnen. Nehmen Sie Teil des Protokolls durch den„ Vorwärts" veröffentlicht wurde. Er ist eine sehr erfreuliche Uebereinstimmung. Ich habe auch aus einer meine Resolution an, dann ist der Weg gegeben, auf dem die Bartei mußte wissen, daß es zur Klärung der Stellung der Gewerkschaften anderen Bemerkung ersehen, daß selbst ein sehr. ausgesprochener weiter fiegreich ihr Ziel verfolgen kann.( Stürmischer Beifall!) zum Maffenstreit nicht notwendig war, das Protokoll zu veröffentlichen. Erst durch das Vorgehen des Parteivorstandes ist die Gegner des Massenstreits in jener Versammlung ausgesprochen hat: Wäre es bei Ich habe an mir gemerkt, daß man nach und nach anfängt, fich an Spannung in den Parteitreisen hervorgerufen. richtiger Ueberlegung nicht vollständig ausreichend gewesen, den Gedanken des Massenstreits zu gewöhnen." Das beweist, wenn der Parteivorstand erklärt hätte: können den Wir daß durch die Erörterungen in seöln und Jena und nachher Parteigenossen nach Stenntnißnahme nach Kenntnisnahme des Protokolls mitteilen, in der Presse doch eine ganze Anzahl Genossen zu tieferem daß in ihm nichts enthalten ist, was sich gegen die sozial Nachdenken veranlaßt worden ist und daß die Ergebnisse des demokratische Partei richtet.( Sehr gut!) Durch eine solche Nachdenkens erheblich abweichen von ihrem früheren Gedankengang. Daß wir die Gewerkschaften für die Jdee des Massenstreits geErklärung wäre die ganze Frage aus der Welt geschafft.( Bu winnen müssen, erscheint mir ganz zweifellos. Ebenso, daß der stimmung und Widerspruch.) Oder haben Sie nicht das Butrauen Massenstreit ohne Witwirkung der Gewerkschaften nicht durchführbar zu unserem Parteivorstand, daß eine solche Erklärung, wenn er sie ist.( Sehr richtig!) Auf der anderen Seite allerdings ist in den Es mag richtig sein, daß der Parteivorstand sich, als er das Pro- abgibt, wahr ist? Hat man das Butrauen, dann muß man sich mit Gewerkschaftskreisen durch eine Reihe von Aeußerungen in Artikeln tokoll veröffentlichte, in einer sehr unangenehmen Lage befand. Aber einer solchen Erklärung zufrieden geben. Der Weg, den der Vorund Reden und namentlich auch bei den Verhandlungen in diesem man darf nicht übersehen, daß er sich selbst diefe Lage gefchaffen hat. stand hätte einschlagen fönnen, war fehr leicht und einfach. Nach Frühjahr der Gedanke zum Ausdruck gekommen, daß man in der Er hat selbst im gegebenen Moment nicht den richtigen Weg eingeschlagen. meiner Ueberzeugung fehlt es im Vorstand an dem einheitlichen Tat in der sozialdemokratischen Partei geneigt wäre, mit dem Waffen- Ob die Veröffentlichung von seiten der Anarchosozialisten oder vom geschlossenen Willen, und es ist ein übermäßiger Einfluß der Berstreit zu spielen. Wir haben da die Nieder- Barnimer Resolution, Parteivorstand geschah, ist gleichgültig. Es bleibt eine Indiskretion, liner Gruppen und der Redaktion des Vorwärts" vorhanden.( Zudie das wunderbarste leistet, was in dieser Hinsicht geleistet werden ein Weg, der sehr wenig zu empfehlen ist, was vielleicht dem Partei- ftimmung und Widerspruch.) Es ist bedauerlich, das fonstatieren zu fann. Ja, Parteigenossen! Weiß denn der Nieder- Barnimer Wahl vorstand noch einmal recht unangenehm in Erinnerung tommen müssen. Wie wäre es denn sonst möglich, daß in dieser strittigen freis, der mit Mehrheit diese Resolution angenommen hat, dürfte. Ich sage, der Parteivorstand hat selbst zur gegebenen Beit Frage ein Mitglied des Parteivorstandes ganz auf eigene Faust nicht, was der Parteitag über die Straßendemonstrationen nicht den richtigen Weg eingeschlagen und sich so in die unan- vorgehen konnte. Es ist ja bekannt, daß, bevor der Parteivorstand beschlossen hat? Weiß er denn nicht, daß, wenn wir in dieser Weise genehme Lage gebracht. Nicht beim Parteivorstand war die Neigung Stellung nahm, Bebel sofort mit der Erklärung hervortrat, daß Straßendemonstrationen inszenieren, das zu einem Blutbad führt, vorhanden zur Veröffentlichung, sondern die Redaktion des Vor- die Sache nicht stimme mit Silberschmidts Wiedergabe der ohne daß wir die Garantie haben, aus dem Blutbad als Sieger wärts" hat ihn dazu gedrängt. Erst nachdem die Redaktion sich ein Bebelschen Thesen. Bevor man eine solche Behauptung in die Welt hervorzugehen? Es wird nicht bloß von Demonstrationen gesprochen, Protokoll von uns erbeten hatte mit dem ausdrücklichen Bemerken, feßt, hätte sich doch erst einmal der Gesamt- Parteivorstand über die sondern auch vom Massenstreit. Der Massenstreit wird dabei als daß der Inhalt veröffentlicht werden sollte und wir die Erlaubnis Sache flar werden müssen. Als die Insdiskretion der Einigkeit" Agitationsmittel dargestellt: Heute machen wir einen Massenstreit, zur Veröffentlichung verweigerten, hat sich der Parteivorstand mit erschien, hatte die Generalfommission gerade Sigung. Wir sagten morgen machen wir einen Massenstreit, lediglich nur als Agitations- der Frage der Veröffentlichung beschäftigt. Die ganze Art seines uns, es ist überflüssig, mit dem Parteivorstand zu verhandeln, mittel. Derartige Grundsäße muß ich entschieden ablehnen und ich Borgehens war nicht richtig. Es gewinnt den Eindruck, als wenn denn das, was die Einigkeit" veröffentlicht hat, widerspricht ja nur Parteivorstand kann den Parteitag nicht genug bitten, die gesamten Resolutionen, der dem Einfluß der Berliner nicht dem Jenaer Beschluß, insbesondere auch nicht den Ausdie zu diesem Kapitel gestellt sind, abzulehnen und die Resolution Parteigenoffen gehandelt habe.( Zustimmung und Widerspruch.) Hat führungen von Bebel.( Sehr richtig!) Wir dachten uns, der anzunehmen, die wir Ihnen vorschlagen. Ich bemerke dabei, daß doch besonders fannkuch am Montag in seinem Geschäftsbericht Vorstand wird erklären: Selbstverständlich haben die Verhand der übergroße Teil dieser Resolutionen ja schon in diesem Augen erklärt, der Vorstand wäre sich bewußt, daß die Redaktion des Vor- lungen stattgefunden. Und das, was da gesagt ist, deckt sich vollblick erledigt ist. Denn fie verlangen, man solle das Mittel des wärts" bei ihrer Forderung die Breßfommission geschlossen hinter ständig mit der Auffassung, die in Jena zutage getreten und gegen Massenstreits nicht preisgeben. Dazu ist man gekommen durch die fich hatte. Genossen! Ja, was geht benn die Stellungnahme der wärtig in der Partei vorhanden ist. Ganz im Gegensatz zu unserer Mitteilung, im Parteivorstand sei der Gedanke vorhanden, man wolle Breßfommission und ihre Geschlossenheit den Parteivorstand an, wenn Auffassung aber tommt mit einmal die Erklärung von Bebel, die Idee der Jenaer Resolution preisgeben. Es wird weiter ver- es sich darum handelt, in einer so wichtigen Frage eine Entscheidung daß das im Protokoll wiedergegebene Referat bon Silber. langt, man folle eine Broschüre über den Wassenstreit veröffentlichen. zu treffen? Wir haben den Eindruck, als wenn der Parteivorstand fchmidt boller Mißverständnisse ist und daß namentlich die sechs Das ist ja schon in Jena beschlossen worden. Wir haben schon ber sich bei seinen Entscheidungen übermäßig von den Berliner Partei- Thefen, die Silberschmidt dem Sinne nach wiedergegeben hat, anlaßt, daß die gesamten Verhandlungen des Parteitages über den vertretern beeinflussen läßt. Das darf nicht sein. Der Parteivorstand start entstellt seien. Ja, ist denn Bebel nicht zum Bewußt. als er feine Zeilen niederschrieb, daß Massenstreit gedruckt und veröffentlicht werden. Es wird ferner in steht über den Berliner Organisationen; er steht über der fein gekommen, einer Resolution verlangt, wir sollten auch die jetzigen Verhandlungen Redaktion des Vorwärts" und er hat sich von dieser Seite nicht er dadurch unbedingt den Widerspruch der Generalfommission über den Massenstreit veröffentlichen. Ich für meine Person habe drängen zu lassen. Nachdem die Redaktion erklärt hat, die hervorrufen müßte.( BebeI: Selbstverständlich 1) Sier handelt es nicht das geringste dagegen. Und ist das der Fall, dann glaube ich Generalfommission habe ihr zwar ein Protokoll überwiesen, sie habe sich nicht um Meinungsäußerungen von Silberschmidt. Die faum, daß noch jemand in einer Broschüre etwas Neues über den es aber nichtachtend zurückgeschickt, weil ihr nicht das Recht ein von ihm niedergeschriebenen Thesen waren nicht Thesen von ihm Massenstreit sagen könnte. Dann wird es sich nur um eine Broschüre geräumt worden war, es zu veröffentlichen, erst da schrieb der oder Bebet, sondern es waren Thesen, die als richtig anerkannt für jene Kreise handeln, die bisher der Partei fernstanden und das Parteivorstand an die Generalfommission, es sei der Wunsch nach worden sind von den Vertretern, die an der Sigung vom 16. Februar halte ich auch für nützlich. Auch in Stettin hat man sich mit einer Veröffentlichung vorhanden. Und es ist eigentümlich, ehe der Brief teilgenommen haben. Die einstündige Rede gab Silberschmidt nicht Bebel Bebel Veranlassung, die wichtigsten Bunkte ähnlichen Resolution befaßt wie in Niederbarnim. Es wird gefagt, des Parteivorstandes an uns tam, las ich ihn schon gedruckt im und Wir au ffizzieren. follten die Vereinbarung der ich stünde im Parteivorstand allein und bedürfe einer Südenstärtung. Borivärts".( hört! hört 1) War es taftisch richtig, von vornherein fura Silberschmidt Ich kann Ihnen mur sagen: Wir sind im Parteivorstand in durch diese Publitation fich in eine Zwangslage bringen Konferenz der Zentralvorstände vorlegen. Es ist falsch, Tassen, der Frage des Massenstreits eins, so daß ich garnicht notwendig hatte, zu Veröffentlichung vornehmen müffen, hat infolge dessen die Säße stizziert. irgendwie den Dränger und Schieber zu machen, ja daß sogar in gleichviel ob die Generalkommission zustimmte oder nicht? daß uns von dem Parteivorstand oder von Bebel irgend einem Bunkte ich für meine Kollegen zu konservativ gewesen bin, War um richtige Weg, eine Verständigung wie bestimmte Säge oder Thefen vorgelegt sind. Die Säße find ( Hört, hört!) und daß ferner der Parteivorstand einen von mir vor zu erzielen? Die Indiskretion, die sehr richtig von der Redaktion einfach von Silberschmidt niedergeschrieben. Sie sind nach der geschlagenen Bunft nicht in die Resolution aufgenommen hat, wonach bes Vorwärts" als eine Infamie bezeichnet worden ist, ging von Stebe von Bebe I berlesen, von Bebel und anderen fritisiert, fie Ser Parteivorstand, wenn es einmal soweit sei, einen außerordente Gegnern aus, denn diese lokalistischen Gewerkschaften gehören nicht sind abgeändert worden, wurden wieder verlesen und dann ist gesagt: lichen Parteitag einberufen solle, der feinerseits Beschluß faffen solle. zur sozialdemokratischen Partei( Sehr richtig!), sie stebeit zur sozial Schön. Nun wollen wir in den beiderseitigen Körperschaften weiter Im übrigen betone ich noch einmal, ist die Parteileitung in der Auf- demokratischen Partei genau in dem gleichen politischen Gegensage über diese Säge verhandeln. Wenn es so ist, Genosse Bebel, wie fassung einig. Ich habe mich nur noch mit wenigen Worten gegen wie die konservativen oder das Zentrum oder irgend eine andere tönnen Sie da öffentlich erklären, daß die Säße start entstellt wiedereine Resolution zu wenden, die die Mühlhausener Genossen gefaßt politische Partei.( Sehr richtig! Buruf: Redet doch keinen gegeben worden seien? Nein, das sind die Säge, denen Sie am 16. Fe haben. Die Resolution steht unter Nummer 64 c und bezieht Unsinn!) Ich werde Ihnen das sofort beweisen, Genossen aus bruar zugestimmt haben!( Bebel ruft wiederholt: Das ist nicht wahr!) sich darauf, daß Gefahr besteht, daß im großen Parteikampfe Berlin. Diese lokalistischen Organisationen haben auf ihrem ersten Dann bitte ich Sie, uns zu beweisen, daß Sie uns etwas vorgelegt der russischen Genossen die preußische Regierung Gelüfte Kongreß im Jahre 1887 in Halle eine Resolution angenommen, haben. Umbreit als Teilnehmer hatte bei Beginn der Sitzung den bekommen könnte, preußische Truppen nach Rußland einrücken in der es heißt: 3. daß dieser notwendige und unvermeidliche Antrag gestellt, einen Protokollführer zu bestellen. Es wurde von zu lassen, um die Revolution mit Hülfe deutschen Blutes Selassenkampf nur unter engem und bewußtem Anschluß an die Pfannkuch oder von Bebel erklärt: das ist nicht nötig, und uns ist zu ersticken. Auch Genoffe Maurenbrecher hat denselben Ge Grundsäge und Tattit der sozialdemokratischen Partei Deutschlands nichts Schriftliches von Bebel vorgelegt worden. Beweisen Sie doch, danken in einem Artikel geäußert. Auch im Auslande war diese mit Aussicht auf Erfolg geführt werden kann." Weiter wird in daß die Dinge sich anders abgespielt haben! Bebel hätte es sich Meinung weit verbreitet. Aus den verschiedensten Streifen der einer besonderen Resolution gesagt:„ Eine Trennung der gewerk- fehr überlegen müssen, bevor er die Erklärung abgab, daß die Säge russischen Genossen sind Anfragen an mich gestellt worden, ob es schaftlichen Belvegung von der bewußten sozialdemokratischen Bolitik start entstellt sind. Gewiß, die Wiedergabe eines Referates kann wahr sei, daß Deutschland intervenieren wolle und wie sich die deutschen ist unmöglich, ohne ben Kampf um die Verbesserung der Lage der voller Mißverständnisse sein. Darüber streiten wir uns nicht. Wir Sozialdemokraten dabei berhalten würden. Da habe ich geantwortet: Arbeiter auf dem Boden der heutigen Ordnung aussichtslos zu streiten uns nicht darüber, ob Silberschmidt das wiedergegeben hat, Es ist garnicht daran zu denken, daß Deutschland intervenieren wird. machen und zu lähmen." Weiter heißt es, daß die Bemühungen, bon was Bebel in seiner Rede gefagt hat. Wir hatten die Empfindung. Hat man auch noch eine so schlechte Meinung von der Leitung unserer welcher Seite sie auch tommen mögen, die den Zusammenhang ber als ob er das tatsächlich wiedergegeben hat. Aber das ist auch nicht auswärtigen Politit, so muß man doch sagen, eine solche Intervention gewerkschaftlichen Bewegung mit der Sozialdemokratie zu lockern oder bas Entscheidende. Entscheidend ist, daß man uns den Vorwurf ist undenkbar. Der Reichskanzler selbst hat ja auch die erste Gelegen zu durchbrechen bestrebt find, als arbeiterfeindlich zu betrachten sind. gemacht hat, daß die Thesen entstellt sind. War sich Bebet heit wahrgenommen und erklärt, daß alle diese Gerüchte unwahr und was beschloß diese Gruppe auf ihrem legten Stongreß 1906? benn nicht bewußt, was er damit den Vertretern der General feien, daß in Deutschland und in Preußen fein Mensch baran dente, Wenn der wirtschaftliche und politische Stampf mit Erfolg tommission sagte? Entweder ihr seid Schafstöpfe oder Gauner! fich Rußlands anzunehmen. Es ist ja nicht zu leugnen, daß das und Nachdruck von den Arbeitern geführt werden soll, dann ist es Schafstöpfe wären wir dann getvesen, wenn wir das nicht verstanden Herz des deutschen Kaisers, der Regierung und der Bourgeoisie auf notwendig, daß er als Klaffentampf im Sinne des revolutionären hätten, und Gauner, wenn wir zugelassen hätten, daß Silberschmidt feiten des Baren sind. Selbstverständlich wünscht man, daß es ge- Sozialismus geführt wird. Dazu gehört die Bildung und der Aus etwas anderes, als in der Konferenz vorgekommen, berichtet hätte. fingen möge, die russische Revolution nieberzuzwingen; aber bis zur bau solcher Gewerkschaften, die sowohl den auf Berbesserung des Also, so leicht ist die Sache nicht zu nehmen. Der Parteivorstand Tat, deutsche Truppen in Rußland einmarschieren zu laffen, ist noch Lebensunterhaltes und der Arbeitsbedingungen gerichteten Tages hätte sich mit der Generalkommission verständigen müssen, bevor er ein großer Schritt.( Sehr wahr.) Man egemplifizierte dabei auf das tampf führen, wie auch die auf Beseitigung der Klassenherrschaft feine Publikationen veröffentlichte. Aber es fehlt eben im Parteis Jahr 1792. Aber damals war ganz Europa der Feind der fran- gerichteten Bestrebungen unterstützen, die begründet sind in der vorstand an der Einheitlichkeit. Bebel hat nicht das Recht, über zösischen Revolution. Da konnte die europäische Koalition geschaffen sozialistischen Weltanschauung, und ihren Ausdruck finden in der Verhandlungen, die zwischen zwei Körperschaften gepflogen sind, eine werden, da tonute man hoffen, die Nevolution im Blute zu ersticken. Propaganda für die Jdee des Massen- resp. Generalstreits."( ört! Publikation zu erlassen,( Bebel: da hört doch alles auf 1), ohne fich Und doch ist der Versuch mißglückt. Hört 1) Also des anarchistischen Generalstreits! 1897 in Halle und mit dem Parteivorstand vorher zu verständigen. Die Publitation Die Situation von 1792 und 1906 ist eine total verschiedene. Die ganzen Jahre hindurch erklärt die Gruppe, fie stehe auf dem enthielt nur die Unterschrift von Bebel. Nachher in den weiteren Heute gibt es feine europäische Koalition, die gegen Rußland mobil Standpunkt der sozialdemokratischen Partei. 1906 erflärt sie, nicht Publikationen des Parteivorstandes tommt das, was Bebel gesagt Bebel zu machen bereit wäre, heute steht Deutschland infolge feiner une mehr zu ihr zu gehören, sondern daß für fie maßgebend ist hat, nicht mehr in dieser Weise zum Ausdruck. das Protokoll gibt die Verhandlungen nicht richtig geschickten auswärtigen Bolitit ganz isoliert da. Die österreichische der Klassenfampf im Sinne des revolutionären Sozialismus". fagt, Silberschmidt soll sich sich in Widersprüchen ergangen Breffe aller Parteien hat jofort in der energischesten Weise dagegen Unter dieser Bezeichnung segelt bei uns die Gruppe der wieder. protestiert, daß man an ein solches Einschreiten denken tönne. Das Anarchisten. Diese Drganisation hat mit der Sozialdemokratie haben. Ich finde keinen Widerspruch, denn in dem einen Falle Einschreiten Deutschlands in Rußland würde einen europäischen nichts mehr zu tun. Wollen Sie noch ein Urteil hören, ob meine handelte es sich um theoretische Auseinandersetzungen über den Krieg bedeuten.( Sehr wahr!) Da wird man sich in Deutschland Auffassung richtig ist, dann hören Sie einen von denen, die dieser politischen Massenstreit, in dem anderen Falle um Beratungen über verflucht hüten, eine derartige ungeheuere Gefahr hervorzurufen. Gruppe nahestehen. Dr. Michels, der für die Einigkeit" ge- die praktische Durchführung. Bebel behauptet weiter, es sei bei den ( Sehr wahr!) Was ist denn bas, was die Mühlhausener beantragt schrieben hat, sagt in dem neuesten Heft des„ Archivs für Sozial Beratungen im Parteivorstand nicht auf die Stimmung hingewiesen haben, anders, als der auf dem Züricher Kongreß durch wissenschaft", fie( die lokalistische Gruppe) verwerfe die Neutralität worden, die sich in Hamburg, Sachsen und Breußen, besonders in " " das der die 群 " Berlin geltend machte. In der Rebe von Bebel ist das allerdings| Reichstags wurden, da gab die Tatsache, daß wir trotzdem äußerlich die Situation einmal flar! Anders liegt es, wenn wir den nicht gesagt, aber zu Anfang der Sigung meinte Pfannkuch: wir einen sehr geringen Einfluß haben, einem Teile unserer Genoffen politischen Massenstreit als Demonstration benutzen wollen und wenn halten uns für verpflichtet, mit der Generalfommission eine Be- Anlaß zu erklären, so geht es nicht weiter, es müssen andere bann diese Hunderttausende, vielleicht mehr als eine Million Arbeiter ratung zu pflegen. Die Stimmung in Hamburg, Sachfen, Preußen Saiten aufgezogen werden. Dazu kamen die Vorgänge der ruffifchen der genannten Gewerte als Masse zusammentreten und nach außen und besonders in Berlin, wo gedrängt wird, veranlassen uns dazu. Revolution, und all das erklärt, daß man nach neuen Kampfes hin zeigen: hier stehen wir und können nicht anders, diese FordeSilberschmidt hat also durchaus nicht falsch berichtet. Man fann mitteln fuchte. Es ist auf die Erfolge des Massenstreits in ver- rungen stellen wir. Sie bewegen sich auf einer vollständig irrigen Bahn, fehr wohl annehmen, daß auf den politischen Massenstreit hingedrängt schiedenen Ländern hingewiesen worden. In Italien hatte der wenn Sie auf der einen Seite sich bewußt sind: wir können als Bressionswurde, so heißt es z. B. in der Sächsischen Arbeiterzeitung" vom Massenstreit feinen Erfolg, in Holland war er berfehlt. Die Folge mittel den politischen Massenstreit nicht anwenden und auf der anderen 4. Dezember 1905: davon waren Streitgefeße. Und einen Streit, wie wir ihn in Seite fagen, als Demonstrationsmittel wollen wir ihn nicht anwenden, „ Von der Erbitterung, von der Empörung der Arbeiterschaft kann Schweden gehabt haben, können wir in Deutschland alle Tage weil wir da Gefahr laufen, mit den Staatsgewalten in Konflikt zu sich nur der einen Begriff machen, der sie erlebt, der sie mit berbeiführen. Die Zustände in Desterreich vollends find mit kommen. Sie sehen also, daß die Dinge durchaus nicht so einfach empfindet! Vor den blizenden Klingen der Polizei wurde der Ruf denen in Deutschland gar nicht zu vergleichen. Dort herrscht zu entscheiden sind, und daß es mit einem Barteitagsbeschluß in ausgestoßen: Jezt kommt der Massenstreik! Und wer die Stimmung der Nationalitätenhader, die Regierung selbst will dort das dieser Frage noch lange nicht getan ist. Da ist noch sehr viel zu des Proletariats kennt, der weiß, daß dieser Schrei nicht eine leere Wahlrecht ändern, und man fönnte fast fagen, die erwägen und zu prüfen, ehe man zu diesem letzten Mittel greift, Drohung ist! Der weiß, daß Massen von Arbeitern heute auf diesen österreichische Sozialdemokratie handelt mit dem Willen der als welches Bebel den politischen Massenstreit bezeichnet hat und als Ruf warten! Noch hat es die Regierung in der Hand, das äußerste Regierung. Man erblickt in Desterreich in der Arbeiterschaft welches ich ihn auch betrachte. In dieser Beziehung gibt es feine zu verhüten, noch können die Nationalliberalen durch tätiges Eine heute gervdezu den Retter des Staates. Die Arbeiter stehen nicht Differenz zwischen uns. Als letztes Mittel wird uns die allgemeine wirken auf die Regierung die drohende Schädigung, die ihnen die so im Gegensatz zur Regierung und den herrschenden Klassen wie in Arbeitseinstellung dienen, darüber sind wir uns einig. Aber man Arbeitseinstellung verursachen würde, verhindern, vermeiden. Preußen. Troßdem würde Ihnen, wenn Sie unsere österreichischen soll von der Auffassung abgehen, daß man einen solchen Streit als Mögen die Herrschenden handeln, ehe es zu spät ist. Denn das steht Vertreter fragen würden, was eingetreten wäre, wenn es zum Demonstration durchführen könnte, ohne auf die Straße zit fest, das wirft keine Macht um: der Wahlrechtskampf des sächsischen politischen Massenstreit gekommen wäre, genau dieselbe Antwort zu gehen. In einem solchen Falle muß man eben eventuell sich das Boltes geht weiter, geht weiter in verschärfter Form." teil, wie mir:" Blutvergießen!" Wenn man damit schon dort rechnet, Recht auch auf der Straße erkämpfen. Da müssen wir Leben und Wenn man das liest, muß man allerdings zu der Meinung tommen, wo man das Recht auf die Straße befißt, das wir uns erst erkämpfen Blut eventuell preisgeben. Dann handelt es sich nur darum, zu daß es dort nahe beim Massenstreit war.( Sehr richtig!) Also, der müffen, wie will man dann Vergleiche ziehen zwischen den Vor- prüfen: Ist das Objekt die Opfer wert, die wir zu bringen Parteivorstand hat nicht richtig gehandelt, und wenn er fagt, er be- gängen in diesen Ländern und bei uns? Und wenn man nun gar genötigt find? Ist es das Blut und Leben der Arbeitermassen fand sich in einer unangenehmen Lage, so hätte er dafür sorgen mit Rußland kommt und sagt, daß dort zum erstenmal der politische wert? Das ist die einzige Frage. Kommen wir zu einer solchen müssen, daß diese Lage nicht geschaffen wurde. Der Parteivorstand wird Massenstreit als revolutionäres Kampfmittel angewandt ist, so stimmt Entscheidung, dann tönnen wir nicht sagen: seyt Euch in Eure Dachwohl zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß die Generalfommission das nicht. Die ersten Stämpfe in Rußland waren genau folche Lohn tammer, bleibt zu Hause und wartet ruhig ab, bis die Regierung eine verhandlungsfähige und auch vertragsfähige Körperschaft ist. Da tämpfe, wie wir sie in Deutschland mit wechselnden Erfolgen führen. bewilligt, was Ihr fordert. So gehen die Dinge nicht.( Sehr war die Veröffentlichung des Protokolls doch mindestens- um feinen Es wurden Forderungen auf Verbesserung der Lage der Arbeiter ge- richtig.) Um auf die Regierung Breffion auszuüben, brauchen wir schiefen Ausbruck zu gebrauchen eine sehr unfreundliche Hand- stellt. Um diese Forderungen ist gekämpft worden. Später waren auch nicht den Generalstreit, da haben wir noch andere Mittel, die lungsweise, und Sie können es wohl verstehen, wenn ich erkläre, daß es nicht mehr einfache Arbeitseinstellungen zur Erreichung bestimmter wir aber auch in der nächsten Zeit noch nicht anwenden können. Es unter den Mitgliedern der Generalfommission sehr wenig Neigung Forderungen, sondern revolutionäre Ausbrüche. Da setzte das würde vollständig genügen, wenn die Bergarbeiter einmal 10 Wochen für weitere Verhandlungen mit dem Parteivorstand besteht.( hört, russische Bolt für seine Freiheit alles aufs Spiel. Wie kann man oder ein Vierteljahr die Arbeit einstellen. Bei den internationalen hört!) Denn wer weiß, ob wir nicht wieder in dieselbe Situation da sagen, daß sich das, was sich dort vollzogen hat, in gleicher Weise Verbindungen der Bergarbeiter, die sich immer weiter und weiter fommen. Man muß zum mindesten wünschen, daß der Partei- in Deutschland vollziehen kann. Ich stimme mit Bebel vollkommen ausdehnen, würde auch mit der Gefahr nicht zu rechnen sein, daß borstand erklärt: Wir sehen ein, daß die Publikation ein Fehler überein, derjenige iert sich, der da meint, daß es in Deutschland vom Auslande Zufuhr kommt. Wenn wir dann einig und geschlossen war! Erst dann wird das bolle Vertrauen, das die oder Preußen zu einer revolutionären Periode wie in Rußland nicht dastehen und sie materiell unterstützen, dann, Genosse Bebel, brauchen ganzen Jahre hindurch zwischen Parteivorstand und General- fommen kann. Ich bin überzeugt, wir kommen in eine solche wir nicht den politischen Massenstreit, dann führen wir mit dem kommission geherrscht hat, in in ganzem Umfang wiederkehren. Periode hinein. G& wird die Stunde schlagen, wo wir Bergarbeiterstreit die Forderungen durch, die wir an die Regierung Der Parteivorstand follte fich zu dieser Erklärung verstehen, alles einsetzen müssen, um die alten Rechte zu erhalten zu stellen haben. Aber dazu bedarf es auch erst des Ausbaues der dann dürfte die Differenz bald verschwinden. Nun zu der Frage oder neue Nechte zu erwerben. Aber man foll Organisation. Auch die Bergarbeiter beginnen erst wieder ihre Bon des politischen Massenstreiks. Wenn je der Beweis dafür geliefert nicht sagen: wenn die Stunde kommt, dann muß das und das Bataillone zu formieren. Ein solcher allgemeiner Streit der Bergist, baß es unpraktisch ist, für eine rings von Feinden umgebene, geschehen; kommt die Stunde, dann ist die Entscheidung schnell gearbeiter, der gewiß auch dazu führen könnte, einen Teil der Staatsborwärts strebende Partei die Kampfmittel von vornherein zu betroffen, dann werden die Massen, wenn konservative Leute an der betriebe lahm zu legen, ist aber nicht das, was wir unter politischer stimmten, die in einem gegebenen Moment angewandt werden sollen, Spige stehen, einfach über die töpfe der Führer hinweg entscheiden. Massenarbeitseinstellung verstehen, sondern der Stampf einer Drganis dann ist der Beweis dafür durch das geliefert, das wir seit Jena Dann gibt es fein Beschließen über den politischen Massenstreit fationsgruppe zur Erreichung politischer Zwecke. Sie sehen also, daß erlebt haben. Bebel hat dort den politischen Maffenstreit empfohlen. mehr, Sann ist der politische Massenstreit da. Glauben Sie, daß wir uns mit der Frage, was wir als Kampfmittel anwenden können, Mit Begeisterung ist seine Forderung akzeptiert worden und was dann unsere politisch und gewerkschaftlich geschulten Arbeitermassen durchaus beschäftigt haben, daß alle Möglichkeiten schon abhaben wir heute? Nahezu die Hälfte der Rede von Bebel war ge- in der Fabrit stehen bleiben werden?( Lebhafte Zustimmung.) gewogen sind, was geschehen kann, für den Fall, daß die richtet auf die Abwehr der gegen ihn und den Parteivorstand Es ist eben in Deutschland über diesen politischen Massenstreit Situation sich noch schlimmer gestaltet als bisher. Aber um erhobenen Angriffe. Das ist die Folge dessen, daß man sich auf schließlich auch eine ganz andere Auffassung vorhanden, wie das diefe von mir angeführten Mittel anzuwenden, dazu bedarf es ein Kampfmittel festlegt, ohne die Ueberzeugung zu haben, daß es Genosse Bebel jezt in feinem Referate auch wieder zum Ausdruck der politischen Spannung. Dafür müssen die Voraussetzungen ges in allernächster Zeit sich wird durchführen lassen. Vielleicht sieht gebracht hat, nämlich die, daß der politische Massenstreit zur Er geben sein, man muß sich flar darüber sein, daß die Forderungen, Bebel heute ein, daß mein Antrag in Jena auf Streichung dieses reichung bestimmter politischer Ziele in Szene gesezt werden kann, bie gestellt werden, unter allen Umständen durchzuführen sind. Sazes durchaus nicht unbegründet war. Ich erklärte damals, daß ohne daß er den Charakter eines revolutionären Ausbruches erhält. Kommt diese Spannung, dann wird es feinen Streit barüber geben, diefer Satz ein Zugeftändnis an den Anarchosozialismus sei. Wie recht ich Das ist so die allgemein herrschende Auffassung, die allerdings in in welcher Art wir fämpfen und wie das Kampfmittel heißt, das hatte, dürfte Bebel wohl jezt eingesehen haben. Die Anarcho- neuerer Zeit sich zu wenden scheint. Neuerdings finden wir, daß die angewendet werden soll. In gewisser Beziehung betrachte ich die fozialisten haben tatsächlich den Jenenser Beschluß als ein Zugeständnis, Stimmen sich mehren, die den politischen Massenstreit gewissermaßen Diskussion über den politischen Massenstreit für gefährlich, nicht für als eine Abschlagszahlung angesehen auf den von ihnen propagierten als Anfang der Revolution betrachten. Bebel sagte freilich heute, gefährlich etwa nach der Richtung hin, daß ich fürchte, wir könnten Generalstreit. Als sie sahen, daß sich ihre Hoffnungen nicht er ob diese Auffassung richtig sei oder nicht, wolle er dahin durch die Diskussion über den politischen Wassenstreik in nächster füllten, richteten sie ihren Angriff nicht etwa gegen die General- gestellt sein lassen, es sei jedenfalls ungefchickt, solche Auffassungen Beit gegen unseren Willen zu einem solchen Massenstreit gedrängt tommiffion, denn sie hatten die Stommiffion schon vorher als eine auszusprechen. Für noch viel ungeschickter halte ich es aber, wenn werden. Wir glauben doch, daß das Verantwortungsgefühl nichtsnugige Institution und die Führer als jämmerliche feige Sterle man dem Gegner fagt, welches Stampfesmittel man zu gegebener der obersten Instanzen groß genug ist, um im legten bezeichnet, sondern gegen den Parteivorstand, namentlich gegen Bebel. Beit anwenden will. Wenn man es für ungeschickt hält, eine solche Augenblick zu erklären: Nein, zu dem Mittel kann nicht gegriffen In der Publikation der„ Einigkeit", die von sämtlichen Bertretern Meimmg auszusprechen, dann soll man diese Frage nicht erst zur werden, und daß die Disziplin der Massen groß genug ist, um den der Lokalorganisationen unterzeichnet war, heißt es:" Wenn die An- Diskussion stellen, denn Einmütigkeit herrscht doch über die Frage, Weisungen der leitenden Stelle zu folgen. Aber nach einer gaben Silberschmidts in bezug auf die Ausführungen des Genossen ob der Massenstreit antvendbar ist oder nicht, keinesfalls. Wenn man anderen Richtung sehe ich eine Gefahr, wenn wir dieses Kampfmittel Bebel in einer Sizung der Generalkommission mit dem Partei- nun von dem, wie gesagt, heute herrschenden Standpunkt, daß der propagieren, darüber diskutieren. Dann kann es leicht dahin vorstand auf Wahrheit beruhen, so bedeutet das einen Gesinnungs- Massenstreit durchzuführen ist, ohne blutigen Kampf, ihn bes kommen, daß die Massen glauben, es fönnen mit diesem Kampfwechsel Bebels feit dem Jenaer Parteitag, den wir ihm nicht trachtet, so kann man von zwei Voraussetzungen ausgehen: mittel in absehbarer Zeit bestimmte Forderungen durchgedrückt zugetraut hätten. Entweder ist dann die deutsche Arbeiterschaft entweder man sucht durch ben politischen Massenstreit werden und wenn dann in kritischen Situationen, wie sie bei uns auf dem Jenaer Parteitag schon getäuscht worden, oder die Macht der das ganze Getriebe bes Staates lahmzulegen und das am 21. Januar gegeben waren, von oben von der leitenden Stelle Generalfommission, fußend auf dem Kölner Gewerkschaftskongreßbefchluß durch die Herrschenden Klassen zu zwingen, den An erklärt wird: wir können dieses Kampfmittel nicht anwenden, dann betr. den Maffenstreit, ist so groß, daß nachträglich Parteitagsbeschlüsse forderungen des Proletariats nachzugeben, oder man betrachtet einen tritt Enttäuschung bei den Massen ein und es wird schwer sein, die illusorisch gemacht und die deutschen Arbeiter düpiert werden können. folchen politischen Massenstreit als Demonstration nach außen, um Massen wieder für unsere Kampforganisation zu gewinnen. Unterzeichnete Organisationsleiter erklären demgegenüber auf das zu zeigen, welche Massen heute für die Forderungen des Proletariats diesen Gesichtspunkten ging der Kölner Gewerkschaftstongreß bei seinem nachdrüdlichste, unbetümmert jener geheimen Abmachungen, die Pro- eintreten. Daß wir das erstere wenigstens in der gegebenen Beschluß über den Generalstreit aus. Es ist num gefragt worden, paganda des Generalstreits refp. Maffenstreiks, wie dies im Programm Situation nicht können, darüber sind wir uns wohl flar. Um das hatte der Gewerkschaftskongreß überhaupt Ursache zur Beratung des Der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften niedergelegt ist, Getriebe des Staates lahmzulegent, bedürfen wir in erster Linie der politischen Waffenstreits? Es ist ihm vielfach vorgeworfen worden, weiter eifrig zu betreiben, und halten es für ihre Pflicht wie bisher Organisation der Transportarbeiter, und diese, insbesondere die daß er vor der Parteileitung diese Frage verhandelt und entschieden so auch ferner, bas Proletariat bei jeder Gelegenheit auf die Be- Eisenbahner, fehlen uns in der Organisation vollständig. Und hat. Gerade dieser Umstand hat viele Genossen veranlaßt, sich gegen beutung jenes tvirtschaftlichen Kampfmittels hinzuweifen Weiter glaubt man denn wirklich daran möchte ich besonders erinnern den Kölner Beschluß zu wenden, ohne ihn in seinen Einzelheiten heißt es an einer anderen Stelle: Keine Geheimpolitit darf in einer daß, nachdem wir uns Jahrzehnte vergeblich bemüht haben, die zu prüfen. Demgegenüber behaupte ich, daß das Recht zur Befo großen Bariei wie die unserige getrieben werden, sondern offen Eisenbahner zu organisieren, nachdem wir ihnen Jahrzehnte vor ratung des politischen Massenstreits unbedingt dem Gewerkschaftsmilffen wir fämpfen. So Bebel in Jena am 22. September 1905. Augen geführt haben, wie durch die Organisation ihre wirtschaft tongreß zustand. Sie dürfen nicht vergessen: Kommt es zur Und am 16. Februar das diametrale Gegenteil von ein und dem- lichen Interessen gefördert werden, glaubt man wirklich, daß Anwendung dieses Kampfmittels, dann sind die Gewerkschaften felben Bebel. These 1: Der Parteivorstand hat nicht die Absicht, nun diese Leute sich durch die Jdee des politischen Massenstreits für die ausführenden Organe.( Sehr richtig!) Und sie sind es, den politischen Maffenstreit zu propagieren, sondern wird, soweit unsere Belegung gewinnen lassen? Ich glaube es nicht. Es fehlen die auch den größten Teil der Führer zu stellen haben es ihm möglich ist, einen solchen zu verhindern suchen. Am Schluß uns also die Arbeitermassen, die in der Lage wären, das ganze Ges werden.( Sehr richtig!) Denn es wird ganz selbstverständlich heißt es: Hieraus ist zu ersehen, daß mit dem Vertrauen des triebe des Staates lahmzulegen. Andererseits soll als Demonstration bei diesem Kampfesmittel der Zusammenhalt nach Berufen sich als organisierten Proletariats schon seit langer Beit der ärgste Miß der politische Massenstreit nicht benugt werden, das hat ja besonders das allerbeste erweisen. brauch getrieben worden ist, den wir für unsere Pflicht halten Bebel erklärt, indem er sagte:„ Wir dürfen unter feinen Umständen Weiter kommt in Betracht, daß die Erörterung des politischen aufzudecken. So wird es auch verständlich, daß seit geraumer Zeit auf die Straße gehen, wir dürfen uns nicht zeigen." Das war ja Maffenstreits bei uns in Deutschland zuerst von den Lokalisten ausin den sonst radikalen Parteiblättern ein ganz anderer Wind weht, ein besonderer Teil seiner Rede in Jena. Dort sagte er: Nun, in gegangen ist, und gerade deshalb hatte der Kongreß nicht nur das als furz nach dem fölnischen Kongreß. Arbeiter Deutschlands! Wirklichkeit hat der Bergarbeiterstreit nicht die geringste Handhabe Recht, sondern die Pflicht, fich mit dieser Frage zu befaffen. Wenn jemals geflügelte Worte Sinn und Bedeutung haben, zum Einschreiten geboten. Die Bergarbeiter haben einen großen( Sehr richtig!) Denn wir haben die Erfahrung doch in anderen dann dürfte es jetzt mehr denn je am Blaze fein, sich Streit geführt, der bedeutender war als die sogenannten Ländern gemacht und machen sie jetzt auch in Deutschland, des Ausspruchs zu erinnern: Achtet auf Eure Tribunen!" Waffenstreits in allen anderen Ländern je gewefen find, wohin es führt, wenn in Gewerkschaftstreifen der GeneralstreifsDie Anarchosozialisten waren nicht auf ihre Rechnung gekommen, und zwar in bewunderungswürdiger Ruhe. Ich fuhr damals von gedante Wurzel greift bei der Confédération générale. Bei daher die Angriffe. Was der Parteivorstand getan hat, war nichts Brüssel, von einer internationalen Konferenz zurück und erstaunte den Arbeiterkammern in Italien, bei dem nationalen Arbeiteranderes, was Bebel zur Begründung seiner Refolution in Jena aus über bie feierliche Ruhe im Ruhrrevier. Keine Effe dampfte, sekretariat in Holland ist, wie bei den Lokalisten in Deutschland ist der geführt hat. Deshalb konnten die Anarchosozialisten nicht auf ihre während man sonst die Fenster des Waggons wegen Nauches politische Maffenstreit als Stampfmittel anerkannt, und sie werden Rechnung kommen, Aber man sieht, daß sie tatsächlich den Jenenser schließen muß. Das Land war eine grüne, bon der Sonne freundlich mir zugeben, gewerkschaftlich haben diese Organisationen gar nichts Beschluß als Abschlagszahlung auf den anarchistischen Generalfireit befchienene Ebene. Die Dörfer lagen so friedlich da, als wohnte geleistet, haben sie feine Bedeutung und zwar gerade aus dem betrachtet haben. Nun tann man allerdings fagen: Diese fein Mensch darin. Wenn das möglich ist bei einer Arbeiterschicht, Grunde, weil man dort glaubt, im politischen Massenstreit das Leute stehen außerhalb der Partei. Aber auch aus Aeuße die politisch und kulturell rückständiger ist als manche andere, da Kampfmittel gefunden zu haben. Nach diesen Erfahrungen war es rungen unserer Parteipreffe fann man die Auffaffung gewinnen, als muß man doch fragen: Was müssen wir da nicht leisten die verdammte Pflicht und Schuldigkeit des deutschen Gewerkschaftsstände man in furzer Zeit vor der Durchführung eines politischen können bei weit größeren Mitteln einer weit mehr fongresses, die Arbeiter zu warnen vor der Jdee des Generalftreiks. Massenstreiks, als sei es besonders notwendig, zu diesem Mittel zu entwickelten Organisation Disziplin, ohne daß die Die Partei sollte uns dankbar sein, daß wir auf unserem Kongreg greifen, um das allgemeine Wahlrecht in Preußen zu erringen. Auch Folgen eintreten, die Heine voraussieht."( Lebhafte Zustimmung.) es verhindert haben, daß auch bei uns der antiparlamentarische Siefe Breßorgane saben sich in ihren Hoffnungen getäuscht, weil fie Also Bebel bringt hier flipp und flar zum Ausdrud: Demonstrativ Standpunkt unter den Arbeitern sich nicht ausbreitet wie bei den ihre Erwartungen zu hoch gespannt hatten. Wenn man die Jenenfer foll der Waffenstreit nicht wirken, es soll niemand sich auf der Straße Lokalisten und in Italien, Holland und Frankreich.( Sehr gut!) Die Resolution objektiv und rubig durchlieft, so hat man eigentlich die zeigen, ja, was soll uns dann aber dieses Kampfmittel des politischen Partei sollte uns dankbar sein, daß wir die Gewerkschaftsgenossen warnten, Empfindung, daß der Saz bom politischen Massenstreit völlig da Waffenstreits? Was wollen wir dann damit erreichen? Können wir der Idee des anarchistischen Generalstreits zuliebe die notwendige hinein geliebt ist. Entgegen aller Tradition hat man hier ein ihn nicht durchführen, um das Getriebe bes Staates lahm zu legen, Steinarbeit hintanzusetzen. Zur Entschuldigung derjenigen, die sich Kampfmittel von vornherein festgelegt. Bisher pflegten wir ben und wollen wir ihn nicht benugen als Demonstration, was nügt gegen den Beschluß des Gewerkschaftstongreffes gewandt haben, Gegnern nicht zu berraten, was wir im gegebenen Mo- er uns dann noch? Wie liegen denn die Dinge heute? Ich fänn ich nur annehmen, daß sie entweder den Kölner Beschluß nicht ment tun würden. Dies Abweichen von der alten Tra- fann wohl ohne weiteres fagen, in der Metallindustrie und Holz- gelesen haben, oder daß sie nicht begriffen haben, was er bition hat eine ganze Reihe bon Genossen sehr uns industrie, in dem ganzen Baugelverbe und auch in einem in erster Linie bezweckte. Wenn die Parteipresse, anstatt die angenehm berührt. Dazu kam, daß wir mehr als zwei Teile der Bekleidungsindustrie würde eine Massenarbeitseinstellung Führer ber Gewerkschaften und den Kongreß in einer Weise Jahrzehnte in Deutschland zu der Auffassung erzogen sind, die durchgeführt werden können. Bei der Nahrungsmittelindustrie würde anzugreifen, wie es geschehen ist, lieber die Gründe, die Auer so formuliert hat: Generalstreit ist Generalunsinn?" Da die Sache schon schwieriger stehen, da mangelt es an der ausreichenden den Gewerkschaftstongreß zu feiner Stellungnahme geführt follen wir mit einemmal unfere Meinung ändern? Zwischen dem Organisation. Ja aber, Parteigenoffen, was wäre denn nun er haben, geprüft hätte, dann bin ich überzeugt, hätten wir die in Jena vorgeschlagenen Massenstreit und dem Generalstreit, wie er reicht, wenn wirklich die genannten Gewerbe der Parole folgen und heutigen Auseinandersetzungen, die ich am allermeisten vermieden auf internationalen Kongressen, befonders in Frankreich, gepredigt die Arbeit einstellen würden? Glauben Sie denn, daß durch einen gesehen hätte, erspart.( Sehr richtig!) Denn was fommt denn bei wird, besteht doch ein großer Unterschied. Sollen wir solchen Streit das Unternehmertum oder die Regierung sich zu be- biefer Diskussion des politischen Waffenstreits heraus, zu der Sie uns all das, was wir Jahrzehnte lang für richtig gehalten stimmten Zugeständnissen zivingen lassen würde? In einer solchen gezivungen haben? Was heißt denn diskutieren? Diskutieren heißt, fich haben, was uns von unseren ersten Führern gepredigt ist, mit Situation handelt es sich doch fir unser Unternehmertum und für barüber auseinandersetzen, ob ein in Vorschlag gebrachtes Kampfeseinemmal über den Haufen werfen?( Ruf: Warum denn nicht?) die herrschenden Klassen um Sein oder Nichtsein. Da wird ein mittel anwendbar ist oder nicht. Bei einer solchen Diskussion müssen Nicht jeder kann seine Meinung von einem Tag auf den andern Kampf geführt um die Existenz und um die Vorrechte dieser wir dann selbstverständlich auch dazu kommen, unsere Schwächen ändern. Das mag man andern zumuten, uns nicht. Man hat ja Klaffe. Glauben Sie denn, daß diese Selaffe in einer solchen darzulegen.( Sehr richtig!) Das habe ich wohl heute auch getan. auch zehn Jahre hindurch in der Partei gelehrt, daß Revolutionen Situation nicht 14 Tage oder 4 Wochen lang die Betriebe der Metall. Ich habe vor aller Welt gezeigt, wie schwach wir eigentlich sind, im alten Sinne nicht mehr gültig sind. Man hat immer gefagt: industrie, Holzindustrie und des Baugewerbes ruhen lassen würde? wie schwach es mit unserer Organisation noch bestellt ist, wie wenig Auf dem Boden der Gesetzlichkeit gedeihen wir am besten. Man Das tun sie doch heute schon!( Sehr richtig!) Schon heute sperren sie die wir in der gegenwärtigen Situation in der Lage sind, dies Kampfhat immer und immer wieder gesagt: Wir fönnen feinen gewalt- Arbeiter wochenlang aus, um ganz andere, minderwertige Zwecke zu mittel anzulvenden. Ist das der Partei dienlich? Nein. samen Widerstand leisten. Als wir dann bei den Wahlen von 1903 erreichen. Und was werden fie erst tun, wenn es sich darum handelt, Diskussion über den politischen Massenstreit, die uns so sehr empfohlen bie meisten Stimmen aufbrachten und die zweitstärkste Fraktion des die Borreshte, die sie besigen, zu berteibigen? Machen Sie fich doch wird, hat sehr ihre zwei Seiten.( Sehr richtig!) Leider haben sich und und Die 21 das Pflicht eines jeden Parteigenossen, in diesem Sinne in den Gewerk schaften zu wirken und sich bei der gewerkschaftlichen Tätigkeit wie bei jeder anderen öffentlichen Betätigung an die Beschlüsse der Parteitage gebunden zu fühlen. Dies ist geboten im Interesse der gewerkschaftlichen Bewegung selbst, denn die Sozialdemokratie ist die höchste und umfassendste Form des proletarischen Klassentampfes, und feine proletarische Organisation, feine proletarische Bewegung fann ihrer Aufgabe vollständig gerecht werden, die nicht vom Geiste der Sozialdemokratie erfüllt ist." Karl Kautsky mit 32 Genossen. Nunmehr wird die Diskussion eröffnet. Zubeil- Berlin: Kautsky: " die Dinge ja nun so gestaltet, daß jetzt in dieser Diskussion an der Teil der Parteigenossen, insbesondere der Parteiredaktionen so ganzen Sache nichts mehr zu verderben ist. Die Gegner gedeutet worden, als müsse nach dem Jenaer Beschluß nun der wissen jetzt ohnehin unsere Schwäche ganz genau einzuschätzen Waffenstreit propagiert werden.( Sehr gut!) Und Parteigenossen, und wissen, daß sie uns in der gegenwärtigen Situation nicht zu wenn Sie nim den Gewerkschaftsvertretern den Vorwurf machen, fürchten brauchen. Das ist der Erfolg, den diejenigen, die daß sie nach Jena den politischen Massenstreit nicht propagiert hätten, die Diskussion empfohlen haben, herbeigeführt haben. dann mußten Sie diese Vorwürfe auch gegen Bebel erheben, der Aus dem Grunde hatte ich in Jena beantragt, den betreffenden Satz rundweg eine solche Propagierung ablehnte. Was den Befürwortern zu streichen. Er hätte sehr gut herausfallen können, ohne irgend der Aufnahme eines solchen Kampfmittels in die Resolution recht etwas an unserer Stellung zu ändern, und es wäre diese Streichung ist, das ist denen, die diese Aufnahme nicht wollten, jedenfalls billig. sehr erwünscht gewesen, weil dann die Kölner und Jenaer Resolution( Sehr richtig!) Wenn derjenige, der diesen Antrag eingebracht hat, sich vollständig gedeckt hätten. Ich bin genötigt, Ihnen wenigstens erklärt, er halte feine Versammlung ab, in der über den politischen einige Säge der beiden Resolutionen zu zitieren, um die Richtigkeit Massenstreit geredet werden soll, dann bitte sparen Sie sich Ihre dieser meiner Behauptung zu beweisen, die ich aufstelle, um Sie zu Vorwürfe gegenüber den Vertretern der Gewerkschaften. Wenn wir veranlassen, den von mir gemachten Vorschlag auf Aenderung der mm beide Resolutionen von Köln und Jena vergleichen, so müssen Resolution Bebel zu akzeptieren. Es heißt in der Kölner wir zu der Ueberzeugung kommen, daß zwischen Partei und GewerkLegien hat sich darüber beklagt, daß das Protokoll vom VorResolution: Der fünfte deutsche Gewerkschaftstongreß erachtet es als schaft eine vollständige lebereinstimmung besteht. Es wäre töricht, stand veröffentlicht worden sei infolge des Einflusses von Großeine unabweisbare Pflicht der Gewerkschaften, daß sie die Ver- heute zu sagen, wir wollen dieses Kampfmittel aus der Refolution Berlin. Ich weiß nicht, ob dieser Einfluß auf den Vorstand so groß befferung aller Gefeße, auf denen ihre Existenz beruht, und ohne die wieder herausnehmen. Das ist gar nicht notwendig, denn die ist. War er aber so groß, so können sich alle Genossen nur darüber fie nicht in der Lage find, ihre Aufgaben zu erfüllen, nach besten Diskussion, wie sie sich jetzt über den politischen Massenstreit ge- freuen, daß das Protokoll infolgedessen veröffentlicht worden ist, Kräften fördern und alle Versuche, die bestehenden Volksrechte zu staltet hat, die überaus vernünftige Haltung, die besonders der denn diese Veröffentlichung war notwendig.( Zustimmung und Widerbeschneiden, mit aller Entschiedenheit bekämpfen." Damit deckt sich Vorwärts" in seinen jezigen Artikeln eingenommen hat, beweist, spruch.) wir tun alle unsere Schuldigkeit für die Gewerkschaften, alle ein Teil der Jenaer Resolution. Da heißt es:" Demgemäß erklärt daß wir in der Auffassung über die Anwendbarkeit dieses Kampf- in Groß- Berlin Tätigen lassen es au Gifer nicht fehlen, dein Verder Parteitag, daß es namentlich im Falle eines Anschlages auf das mittels vollständig einig sind.( Sehr richtig.) Wir wenden uns ja nur trauen, auch selbst das kleinste nicht, wird einen Manne übertragen, allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht oder das dagegen, daß man es so hinstellt, als sollte dies Kampfmittel der nicht gewerkschaftlich organisiert ist. Würden die Gewerkschaften Koalitionsrecht die Pflicht der gesamten Arbeiterklasse ist, jedes ge- in den nächsten vier Wochen zur Anwendung kommen.( Zurufe.) ebenso handeln, dann stände es besser um die Partei.( Sehr richtig!) signet erscheinende Mittel zur Abwehr nachdrücklich anzuwenden." Ja, wenn Sie die„ Leipziger Volkszeitung" nach Jena lesen, dann in Berlin ist im Buchdruckerverband ein Mann in hervorragender Diese beiden Sätze lassen die Frage, was im entscheidenden Moment sah es tatsächlich so aus, als wenn es gleich losginge. Was soll ich weise tätig, der nicht politisch organisiert ist.( Hört! hört!) Und zu geschehen hat, offen.( Sehr richtig!) In beiden herrscht der Ge- da viel zitieren. Wenn ich ganze Leitartikel aus der„ Leipziger solche Leute sollen auch entscheiden über das Schicksal der deutschen danke vor: Kommt es zu der entscheidenden Stunde, dann werden Volkszeitung" vorlesen sollte, da würde man einfach sagen: morgen Sozialdemokratie!( Sehr richtig!) Die Aeußerung des Seemanns wir jedenfalls das Kampfmittel des politischen Massenstreits anwenden. hat da etwas ganz anderes gestanden.( Heiterkeit.) Sie müssen doch Müller auf der Konferenz von den Genossen zweiter Güte" ist Nun kommt aber der Sap, von dem ich erst sagte, daß entgegen aller Tra- mit unserem Verständnis und unserem Empfinden auch rechnen, und wirklich nicht dazu angetan, ein gutes" Verhältnis zwischen Partei dition der Partei in die Resolution ein Kampfmittel von vornherein, wie das ging eben dahin, als wenn die Geschichte nun sofort losgehen und Gewerkschaften herzustellen. Ich glaube, manchem Redner ich meine, nahezu hineingequält ist. Wäre er nicht hineingekommen, so sollte. Etwas anderes aber muß geschehen. Ich will auf dem ist die Schamröte ins Gesicht gestiegen, als er seine Ausgäbe es gar keine Meinungsverschiedenheit zwischen den Vertretern der Parteitage zum Ausdruck gebracht haben, daß tatsächlich diese führungen auf der Konferenz protokollarisch festgehalten las. Partei und der Gewerkschaften. Denn es fommt ja nicht allein auf einheitliche Auffassung über die Anwendung des politischen Massen( Oho!) Was soll man dazu sagen, wenn Bömelburg über die den Wortlaut der Resolution an, sondern auch auf ihre Begründung. streits vorhanden ist. Man fönnte ja sagen: warum habt ihr nicht Demonstrationsversammlungen vom 21. Januar seine Gloffen reißt. Und nun hören Sie einmal, was Bömelburg als Referent über früher flargelegt, daß diese llebereinstimmung besteht? Das haben( Rufe: Stimmt ja gar nicht! Lies doch einmal das Protokoll!) Ich diese Frage ausgeführt hat. Er sagte: Einer Erörterung der Frage wir einfach aus dem Grunde nicht getan, weil wir die Diskussion lese die Stelle vor:„ Ein Wort über die Protestbewegung des politischen Massenstreiks zur Erweiterung oder Erhaltung der über den politischen Massenstreit für nicht nußbringend erachteten,( Rufe: Welche? Vorsitzender Singer bittet die Zwischenrufe zu unterBoltsrechte braucht man nicht aus dem Wege zu gehen. Aber ich weil sie doch nur unsere Schwäche vor aller Welt dokumentieren lassen.)" Wie habe ich doch gelacht, als ich von diesem Protest würde es für einen entschiedenen Fehler halten, wollte man den muß. Nachdem aber nun von anderer Seite durch die Diskussion rummel hörte". Wenn man über so ernste Fragen lacht, dann kann politischen Massenstreit als ein neues Kampfmittel gegen die Re- zur Genüge festgestellt ist, wie schwach wir sind, haben wir heute man sich nicht wundern, wenn der Spieß umgedreht wird. Auf aktion im voraus bestimmen. Die Taftit in Kampfe gegen Unter- leine Veranlassung mehr, mit dieser offenen Erklärung nicht hervor- dieser Konferenz wurde auch erklärt, daß die Gewerkschaften sich nehmertum und Reaktion kann man nicht ganz beliebig im voraus zutreten. Und so meine ich, können wir durch die Annahme des von mir nicht den Beschlüssen der Gesamtpartei unterordnen tönnten. bestimmen, sondern sie hat sich nach den Verhältnissen zu richten. gestellten Amendements, von dem ich hoffe, daß auch Genosse Bebel, der Aber auf der anderen Seite berlangt man, daß sich ( Sehr richtig!) Ich habe in meiner Resolution ausgesprochen, daß die Parteivorstand und die Kontrollkommission nach meiner Begründung die Partei den Beschlüssen des Gewerkschaftskongresses unterGewerkschaften die Pflicht haben, jeden Versuch der Reaktion, die ihm zustimmen werden, nach außen hin dokumentieren, daß Partei ordnen soll.( Sehr wahr!) Man hätte bor Köln sich Volksrechte zu beschneiden, mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen; und Gewerkschaften vollständig einig sind. Ich sage, nach außen hin mit der Partei über die Maifeier und den Massen aber welche Mittel zu diesem Kampfe angewandt werden sollen, dokumentieren, denn innerlich gibt es doch zwischen uns keine streik verständigen sollen.( Sehr wahr!) Wenn Legien auf das können wir ruhig der Zukunft überlassen. Es wäre ein Differenzen. Die Differenzen, die sich zeigen, find fleinlicher Natur. einen Bergarbeiterstreit hinweist, so darf nicht übersehen werden, Fehler, wollten wir irgendwelche Grundsäge für Kämpfe der Streit um Worte, weiter ist es nichts. Ich habe schon einmal ge- daß ein solcher auch Hunderttausende in anderen Berufen zum Feiern Zukunft festlegen. Denn einmal kann man die Taktik nicht im fagt: Lieber Ilmbreit, schreibe Du doch ruhig 7 Artikel und laß bringen würde.( Die Redezeit ist abgelaufen.) voraus bestimmen und zweitens ist der politische Massenstreit ein Stautsky 10 Artikel dagegen schreiben, es bleibt doch alles beim alten. Kampfmittel, bei dessen Anwendung man sehr vorsichtig sein soll."( Heiterfeit und Sehr richtig!) Partei und Gewerkschaften gehören An einer anderen Stelle heißt es: Trotzdem haben wir heute keine zusammen, weil dieselben Personen die Träger der Bewegung sind. Ursache zu sagen, solche Mittel sollen nicht angewandt werden. In( Sehr richtig!) Wie sollen wir uns denn teilen. Ich kann doch Zunächst habe ich zwei Tatsachen zu konstatieren. Bebel hat solchen Fragen entscheidet man von Fall zu Fall." Und an einer nicht mit einem Teile meiner Person für die Partei und mit bedauert, daß ihm unser Antrag nicht vorgelegt worden ist. Daran weiteren Stelle: Die Arbeiter wissen, was sie für Menschenrechte dem andern dagegen sein. Ich habe doch nur einen Mund, find wir vollkommen unschuldig. Die Resolution war vorgestern haben, und keine Reaktion ist mehr imstande, diesen Gedanken aus einen Verstand, eine leberzeugung. Es handelt sich lediglich um nachmittag 4 Uhr bereits in Händen des Bureaus. Zweitens der Bevölkerung herauszubringen. Wenn man uns auf diese Weise Literatenstreitigkeiten. Da findet einer den Satz, der andere den konstatiere ich: Genosse Bebel hat mitgeteilt, daß Parteivorstand und niedertreten wollte, dann würden wir andere Mittel finden, um den und dann wird darauf losgehauen. Es werden Artikel in die Welt Kontrollkommission einen Teil und zwar den wichtigsten unseres AnKampf erfolgreicher gegen die Reaktion zu führen.( Sehr richtig!) gesetzt, daß einem die Haare zu Berge stehen.( Heiterkeit.) Diffe- trages ablehnen. Ich muß fonstatieren, daß sie dies getan haben, ohne die Wenn wir dafür sorgen, daß die Arbeiterorganisationen stärker und renzen zwischen Partei und Gewerkschaften bestehen nicht, auch in Gründe zu fennen, die uns veranlaßt haben, unseren Antrag einzubringen. stärker werden, daß die Arbeiter zu klassenbewußten Kämpfern er- dieser speziellen Frage nicht. Wir sind uns einig darüber, daß im( Sehr richtig!) Ich kenne aber leider auch nicht die Gründe, welche zogen werden, dann können wir ruhigen Mutes der Zukunft entgegen gegebenen Moment alle Mittel angewandt werden müssen, die zur den Parteivorstand veranlaßt haben, unsere Resolution abzulehnen. sehen, wir werden dann, wenn es einmal zu fämpfen gilt, am Verfügung stehen. Kommt es wirklich zum Massenstreit, dann stehen Ich muß also versuchen, auf gut Glück sie zu begründen. Ob es Blaze fein und die Arbeiterschaft wird feiner die Gewerkschaften an erster Stelle.( Bravo!) Es wäre ja Unsinn, mir gelingt, das zu entfräften, was der Parteivorstand dagegen einverhindern können sie wird wird fiegen, sie das wenn wir dann erklären wollten: Nein, wir sind gegen den gewendet hat, weiß ich nicht. Am leichtesten wird es mir sein, Ziel erreichen, das sie sich gesteckt hat." In diesen politischen Massenstreik. Daß man auf uns in einem solchen Falle den ersten Teil des Antrages zu begründen, den der Parteivorstand Ausführungen liegt nicht eine Spur von Peffimismus mit aller Bestimmtheit rechnen soll, das haben wir in den selber eingebracht hat. Der Antrag lautet, daß an Stelle der„ Wichoder Mißtrauen auf die eigene Kraft. So reden die Gewerkschafts- engeren Beratungen mit dem Parteivorstande und auch sonst wieder tigkeit" die große Notwendigkeit" der Gewerkschaften betont werden führer, von denen sich Parteigenossen erlaubt haben als von bornierten holt erklärt. Ge fommt jetzt schließlich nur noch darauf an, nach soll. Auch in der ersten Form hat der Antrag Bebel seine Berech Leuten zu sprechen. Das sind Worte, die sich diejenigen, welche außen hin diese Einheitlichkeit zu dokumentieren, und das soll durch tigung. Man tann sagen, daß die Gewerkschaften ebenso wichtig folche Angriffe gegen die Gewerkschaftsführer gerichtet haben, hinter Annahme meines Amendements geschehen. Dann wird die Neso- find wie die sozialdemokratische Partei, aber der Begriff der Partei die Ohren schreiben sollen. Dann sagte Bömelburg im Schlußwort: lution Bebel voraussichtlich einstimmig angenommen werden und ist ein engerer und ein weiterer, und je nach der Auffassung tann Davon, daß der Kongreß sich ein für allemal gegen den politischen der Parteitag wird damit dokumentieren: Handelt es sich um die der Satz richtig oder falsch sein. Man kann die Sozialdemokratie Massenstreit erklärt, steht nichts in der Resolution. Es ist nur gejagt, heiligsten Rechte der Arbeiterklasse, dann sind wir einig, den Kampf auffassen als politischen Apparat zur Leistung gegenwärtiger parladaß wir uns nicht auf eine bestimmte Taftit festlegen wollen. Die mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu führen und dann werden mentarischer Arbeit, als politischen Apparat zur Eroberung von Frage, ob man event. von dem politischen Maffenstreit Gebrauch wir auch zum Siege gelangen.( Lebhafter Beifall.) Mandaten und zur Benügung der Mandate im Parlament, zur Vermachen will, läßt die Resolution offen. Sie steht also Hierauf werden die Verhandlungen mit Rücksicht darauf, daß tretung der gegenwärtigen Interessen des Proletariats. Faẞt man nicht im Widerspruch zu der Amsterdamer Resolution". Diese Ausführungen zeigen klipp und klar, daß der Kölner Kongreß sich ordnung noch zu besprechen wünschen, auf 13 Uhr nachmittags ver- sagen, daß die Gewerkschaften von gleicher Bedeutung sind wie die eine Anzahl Genoffen sich über den vorliegenden Punkt der Tages die Sozialdemokratie in diesem engen Sinne auf, dann kann man nicht gegen den politischen Massenstreit richten wollte. Weiter sagte Sozialdemokratie, faßt man aber den Begriff Sozialdemokratie in Bömelburg in Jena:" Soweit es sich um Maßnahmen gegen die tagt. Es sind noch einige Begrüßungstelegramme eingelaufen. einem weiteren Sinne, als Vertreterin der gesamten EmanzipationsVerschlechterung des Wahlrechts oder des Koalitionsrechts oder Verfämpfe des Proletariats, als Vertreterin des Programms, das eine teidigung anderer politischer Freiheiten handelt, besteht Einigkeit in Erneuerung der Gesellschaft anstrebt, dann sind von diesem Standder Gesamtpartei und zur Gesamtpartei gehören auch wohl die Mits punkte aus Parlament und Gewerkschaften nur Mittel zum Zweck, glieder der freien Gewerkschaften. Ich habe die Ueberzeugung, daß und deshalb sind wir dafür, daß nicht die gleiche Wichtigkeit, aber die in den freien Gewerkschaften wenig Berfonen organisiert sind, die gleiche Notwendigkeit der Gewerkschaften betont wird, und daß das völlig sich nicht auch zur sozialdemokratischen Partei bekennen. Die Gesamtgenügt. Nun aber zu unserem Zusatz, den der Parteivorstand abgelehnt hat. partei also ist sich darüber einig, daß in einem solchen Fall Ich muß gestehen, daß mich das sehr verschnupft hat. Ich dachte, die Arbeiterklasse selbst vor den äußersten Mitteln nicht daß wir in diesem Zusatz nichts anderes sagen, als was jedem zurückschreckt. Nur darüber gehen die Meinungen auseinander, ob Parteigenossen selbstverständlich sein müßte( Widerspruch), und daß man von vornherein die Kampfmittel des näheren bestimmen soll. man Selbstverständliches auch nicht ablehnen kann. Ich glaube, daß In der gleichen Weise habe ich in Jena in einer persönlichen Bedie Resolution notwendig ist als Konsequenz der Resolution, die merkung am Schlusse der Verhandlungen erklärt, daß ich nicht die Bebel begründet hat.( Sehr richtig!) Ich halte diese Resolution Auffassung habe, daß die Jenaer Resolution irgendwie im Widerspruch für unvollständig. Wenn unser Zusaß nicht angenommen wird, was zu der Resolution des Kölner Gewerkschaftskongresses steht. Mit dem Parteigenossen! Die Resolution, die mit meinem Namen dem fagt die Resolution Bebels? Sie erkennt an, daß es notwendig ist, einem Unterschied, daß die Jenaer Resolution ein Kampfmittel festlegt, Parteitag zur Annahme vorgeschlagen wird, ist eine Resolution, die daß von Zeit zu Zeit gemeinsame Aftionen zwischen Partei und während in der Kölner Resolution die Frage vollständig offen ge- Parteivorstand und Generalkommission gemeinsam beraten haben. Gewerkschaften durchgeführt werden. Ich bin fest überzeugt, daß die lassen wird. Ich kann Ihnen des weiteren noch erklären, daß bei Nachdem nun heute der zweite Referent, Genosse Legien eine gemeinsame Aftion zwischen Partei und Gewerkschaften die zukünftige den Vorberatungen mit der Generalfommission dem Genossen Resolution begründet hat, die als Amendement der von uns Attionsform sein muß. Bebel erkennt auch an, daß die Form der Bebel ausdrücklich erklärt worden ist, daß wir nicht die Absicht vorgeschlagenen Resolution angehängt werden soll, und nachdem Bukunftsaktion nun die ist, daß die Funktionäre der Gewerkschaften haben, mit dieser Resolution uns gegen den politischen Genosse Kautsky und 31 Genossen ebenfalls ein Amendement zu untereinander von Fall zu Fall sich verständigen.( Sehr richtig!) Massenstreit zu wenden. Der dritte Teil unserer Resolution, der dieser Resolution eingebracht haben, die mir heute morgen bei Be- Hier hört aber die Resolution auf. Hier beginnt erst die Schwierigvon dem anarchistischen Generalstreit handelt und von dem ich ginn des Referates im Wortlaut noch nicht bekannt sein feit. Dann entsteht die Frage, was geschieht dann, wenn es zu sagte, daß für seine Annahme uns die Partei eigentlich dankbar fein konnte, so hat sich der Parteivorstand und die Kontrollkommission dieser Verständigung nicht kommt? Die Antwort ist eine sehr einsollte, ist in seinem Wortlaut nahezu der Amsterdamer Refolution veranlaßt gesehen, heute nachmittag in einer gemeinsamen Sitzung fache. Wenn es zu einer Verständigung nicht kommt, dann kommt entnommen. In Köln hieß es:" Der Kongreß warnt die Arbeiter zusammenzutreten, um ihrerseits Beschluß darüber zu fassen, welche es auch nicht zur Aftion. Wie soll man denn zur Aftion kommen? schaft, sich durch die Vertretung solcher Ideen von der täglichen Stellung sie diesen neuen Amendements gegenüber einnehmen Unsere eigene Partei ist, je größer fie geworden ist, in gewissem Kleinarbeit abhalten zu lassen", und in Amsterdam warnte der Kon- wollen, bin ich beauftragt namens der Parteiförperschaften zu Sinne ein etwas schwerfälliger Apparat geworden. Es ist nicht so greß die Arbeiter davor, fich durch die von anarchistischer Seite be- erklären, daß Parteivorstand und Kontrollkommission bereit sind, leicht, neue Ideen in den Apparat zu bringen. Sollte es nun der triebene Propaganda für den Generalstreit in der Absicht, fie davon ab- das Amendement des Genossen Legien zu atzetieren unter der Fall sein, daß die Gewerkschaften der Ruhe bedürftig werden, zuhalten, den bedeutungsvollen täglichen Kleinkampf durch Voraussetzung, daß in der zweiten Beile statt:„ Der Parteitag welche Perspektive eröffnet sich uns damit, wenn die Gewerkschaften die gewerkschaftliche, politische und genossenschaftliche Attion zu bestätigt den Jenaer Parteitagsbeschluß zum politischen Massenstreif, dem ohnehin so schwerfälligen Parteikörper als Bremse an führen, nicht ins Schlepptau nehmen zu lassen." Wenn die Kölner der mit der Resolution des Kölner Gewerkschaftsfongreffes nicht in gehängt werden. Gerade dadurch, daß wir anerkennen, daß wir von Resolution die Frage der Anivendung des Generalstreits vollständig Widerspruch steht", gesetzt wird: mit dem die Kölner Gewerkschafts Fall zu Fall mit den Gewerkschaften agieren müssen, gerade offen ließ, so steht sie damit auf dem Boden des internationalen tongreßrejolution nicht in Widerspruch steht."( Rufe: Einverstanden!) daraus entspringt die Notwendigkeit, dahin zu trachten, daß einen Des weiteren habe ich zu erklären: Daß Parteivorstand und die Gewerkschaften Kongresses in London 1896 wie auch des internationalen Kongresses folchen Inhalt haben, daß es in Baris 1900. Offen gelassen ist die Frage auch in der in Jena Kontrollkommission mit dem ersten Teil des Antrages Kautsky ein- unmöglich ist, daß sie jemals als Bremse fungieren können. zitierten Resolution, die dem Züricher Kongreß 1893 unterbreitet verstanden sind, weil es sich hier um eine formelle Aenderung( Sehr richtig!) und deshalb ist es die Pflicht der Partei, in einer worden ist. Also gegen den Kölner Beschluß ist absolut nichts ein handelt. Was den zweiten Teil der Resolution anlangt, haben wir Weise mit den Gewerkschaften zu agieren, daß sie die Partei nicht zuwenden. Aber eins steht fest: weder in Amsterdam noch in beschlossen, demselben unsere Zustimmung nicht zu geben. Eine hemmen. Daß das im Interesse der Partei liegt, bedarf gar keiner Jena ist in den Resolutionen irgend etwas davon gefagt, daß Begründung fann ich jetzt an dieser Stelle nicht geben. Ich behalte Auseinandersetzung. Es kann sich bloß fragen, und ich glaube das nach ihrer Annahme nun der politische Massenstreit propagiert sie mir für das Schlußwort vor. ist der Grund, warum man dagegen aufgetreten ist, ob nicht die werden solle. Wo ſteht denn das? Es heißt in der Gewerkschaften durch diese Tätigkeit geschädigt werden, ob nicht die Resolution Bebels: Damit die Anwendung dieses Kampfmittels fozialistische Propaganda die Gewerkschaften beeinträchtigen fann? ermöglicht und möglichst wirksam wird, ist die größte Ausdehnung der Die Unterzeichneten beantragen: 1. In der Refolution Bebel Ich bin der Anschauung, daß die Gewerkschaften dadurch nichts berpolitischen und gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterklasse und im zweiten Teil, dritte Zeile von oben, statt:„ Diefelben stehen an lieren, sondern mur gewinnen, sie dadurch beffer in den Stand gebie unausgefegte Belehrung und Aufklärung der Wassen durch die Wichtigkeit hinter der sozialdemokratischen Partei nicht zurück", zu setzt werden, ihren großen Aufgaben gerecht zu werden. Ich komme Arbeiterpresse und die mündliche und schriftliche Agitation unum- sagen:„ Sie sind nicht minder notwendig als die sozialdemokratische jetzt erst zur Sache, die ich eigentlich begründen wollte. Indes gänglich notwendig." Aufklärung der Arbeitermassen, aber nicht Partei". 2. An den Schluß der Resolution folgenden Baffus an meine Zeit ist um. Propagierung des Massenstreiks! Und so kann ich auch Bebel bon- zuschließen: Um aber jene Einheitlichkeit des Dentens und ständig begreifen, wenn er uns damals in der Sitzung vom Handelns von Partei und von Partei und Gewerkschaft zu sichern, die 16. Februar erklärte: Ich habe alle die zahlreichen Aufforderungen, ein unentbehrliches Erfordernis für den siegreichen Fortdie nach Jena an mich herangetreten sind, über den politischen Massengang des proletarischen Stassentampfes bildet, ist es streik zu reden, ihn zu propagieren, rundweg von der Hand gewiesen, unbedingt nottvendig, daß die Gewerkschaften von dem ( Hört! hört 1) Die Jenaer Beschlüsse sind eben nur bon einem Geifte der Sozialdemokratie beherrscht werden. Es ist daher Singer: Es wird für den Parteitag von Interesse sein, das Urteil im Breslauer Prozeß zu erfahren. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen, darunter Frau Feist. Die Hebamme Hase hat 15 M. Geldstrafe erhalten, Leuschner und Schneider jeder 6 und 5 Monate ( Entrüstungsrufe), alle anderen Angeklagten Gefängnis, bis zu 3 Tagen herabgehend. Schluß 12 Uhr. Nachmittagssitung. Die Diskussion über Punkt 4 der Tagesordnung wird eröffnet Bor Eintritt in die Diskussion wird dem ersten Berichterstatter Bebel das Wort gegeben zu folgender Erkärung: Antrag Kautsky: ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW r. 25. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 27. September 1906. Parteitag der sozialdemokratischen Gin Partei Deutschlands zu Mannheim. russischen Vorgängen Schlüsse auf die Taftit gezogen, die wir in Stindlichkeit geblieben ist.( Lachen.) Er sagte, wir hätten durch die Robert Schmidt- Berlin: heiß wünscht, daß in Rußland der Kampf damit endet, daß dieses gelegt gegen die herrschenden Klassen.( Lebhafter Beifall.) Schandregime in den Abgrund geschleudert wird. Aber man hat letztes Argument von Regien war so beschaffen, daß es beweist, in Jena nicht nur diese Sympathie begründet, sondern auch aus den daß Legien wirklich in manchen Beziehungen in den Begriffen der Deutschland befolgen sollten.( Sehr wahr!) Da lag es sehr nahe, Annahme der Jenaer Resolution eine unvorsichtige Handlung ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) daß der Massenstreikbeschluß die Einleitung zu dieser Taktik sein begangen; wir hätten den Feinden unsere Pläne verraten. Vorsitzender Singer: Das Bureau ist der Anschauung, daß es Man hat dort unter anderem gesagt, wir seien jegt Seit wann werden denn große geschichtliche Bewegungen, große 6te Interessen der Gesamtheit der Partei wahren muß.( Sehr gut.) auf dem Buntte angekommen, wo die Evolution in Boltsbewegungen auf dem Wege heimlicher Abmachungen in ge= Ich bin der Meinung, daß wir keinerlei Vorzug getvähren können die Revolution umschlägt. Später hatte man den Eindruck, schlossenem Zimmer abgewickelt?( Sehr gut!) Das ist eine findliche und daß diejenigen, die in zehn Minuten nicht fertig werden, sich jetzt wird zurückgeblasen. Heute erklärt Bebel, nach seiner Vorstellung vom Generalstreit, wenn man glaubt, sein Schicksal an die Bestimmungen der Geschäftsordnung halten und sich noch Meinung brauche der Massenstreit nicht der Anfang von Straßen- hänge davon ab, was die Generalfommission sogar mit dem Parteiein zweites Mal zum Wort melden müssen. Wenn ich auch gerne fämpfen zu sein. Das habe ich in Jena auch betont. Der eigentlich vorstand in stiller Kammer beschließen.( Lebhafte Zustimmung und zu längerer Rede einer einzelnen Person, deren Ausführungen so springende Punkt ist: Was haben wir zu tun, um zu verhindern, Lachen.) Ich wollte noch ein paar Worte zur Rede Bebels äußern, wichtig sind, wie die vorliegenden, das Wort erteilen möchte, so wäre dies daß, wenn wir das Mitte! der Arbeitsverteigerung anwenden, es nur bin ich nicht sicher, daß ich sie richtig erfaßt habe, denn ich saß doch eine nicht zu rechtfertigende Bevorzugung und schließlich leidet das nicht in einen Straßenkampf ausartet.( Sehr richtig!) Denn in auf der linken Seite, und er hat heute immer nach rechts gesprochen. Gros der Genossen darunter, weil doch der Parteitag zu einer bestimmten dem Moment, wo wir dem Gegner Gelegenheit geben, die Kriegs-( Große Heiterkeit.) Einen markanten Widerspruch habe ich aber doch Zeit mit dem Gegenstand fertig sein soll. Deshalb bin ich ent- maschine gegen uns operieren zu lassen, ist der Massenstreit verloren. entdeckt. Er fagte einmal: es bleibt selbstverständlich bei der schlossen, soweit der Parteitag keine andere Entscheidung fällt, jeden Wir setzen doch immer voraus, daß wir ihn unternehmen, so lange Jenaer Resolution. Wenn uns das allgemeine Wahlrecht genommen der Genossen an die vorgeschlagene Redezeit zu binden.( Beifall.) wir die Minderheit sind. Bebel hat die Mainzer Resolution an- werden sollte, dann müßten wir es selbstverständlich mit allen Wels( zur Geschäftsordnung): Ich möchte Sie bitten, aus- gemeint, es sei selbstverständlich, daß die Sozialdemokratie unter Worte habe ich mir gemerkt, sie haben mein Herz erquickt und ergezogen, er hat sich nicht in Gegensatz dazu gestellt, aber Mitteln verteidigen und sollten wir auf der Strecke bleiben. Die nahmsweise dem Vorschlag des Genossen Singer nicht Folge zu Revolution nicht die Straßenrevolution, sondern die allmähliche frischt, dann aber zum Schluß kann das, was in Deutschland gegeben. Wir haben im Parteitag immer den Gebrauch gehabt, für Durchsetzung eines neuen Wirtschaftsprinzips versteht. Er hat mit schehen könnte und müßte, wenn wir durch eine Intervention Begründung von Anträgen 20 Minuten Redezeit zu geben, besonders, wenn es sich wie hier, um eine Resolution von fundamentaler echt erklärt, daß wir stets betont haben, daß wir, was an uns liegt, Preußens in einen Krieg mit Rußland gebracht würden. Ich bin Wichtigkeit handelt. Ich bitte, dem Genossen Kautsky die Redezeit ernstlich den Weg der Reformen zu gehen versuchen wollen. Die mir nicht sicher, ob ich Bebel da richtig verstanden habe, und ich um 10 Minuten zu verlängern. Mainzer Resolution setzt sich ja auch zusammen aus Erklärungen würde es für gut halten, wenn er im Schlußwort allen MißDieser Geschäftsordnungsantrag wird angenommen. von Bebel. Ich hielt es aber für nötig, das geradezu in einer deutungen vorbeugen würde. Soviel ich ihn verstehen konnte, war Zeit auszusprechen, wo man den Massenstreit diskutiert. der Sinn der, falls wir vor den Krieg gebracht werden, können wir Kautsky( fortfahrend): Durch diesen Beschluß hat man nicht mir Ich habe in der Resolution feineswegs mit apodiktischer nichts machen. Unsere Freunde in Frankreich wären in schöner Verpersönlich einen Gefallen getan, sondern nur dem vorliegenden Punkt Gewißheit sagen wollen, es wird nicht zu einer gewaltsamen Ent- legenheit, wenn die Bebelsche Rede so gedeutet werden könnte, denn der Tagesordnung. Es handelt sich darum, ob die Gewerkschaften wickelung kommen. Auch ich übernehme feine Zusage für die Zukunft. Dort haben unsere tapferen und mutigen Genossen durch Vaillant geschädigt werden, wenn sie in sozialdemokratischem Geiste wirken Wir wollen nur aussprechen, daß wir unter Revolution jene erklärt: wenn es zum Krieg mit Rußland käme, dann würden sie ihr werden. Das besteitete ich auf das lebhafteste. Worauf beruht denn organische Entwickelung verstehen( Sehr gut!), daß wir, Veto einlegen. Von unseren Freunden ist das geflügelte Wort eigentlich die Werbekraft der Gewerkschaften? Erstens auf dem was an uns liegt, teine Gewalt provozieren wollen. Kautsky ver geprägt: plutôt l'insurrection que la guerre. Lieber einen VolksUnterstüßungswesen und zweitens auf dem Charakter als Stampf- spottet die Genossen, die glauben, daß es auf dem Wege der aufstand als den Krieg. Das war die männliche Sprache des organisation. Nun ist das Unterstützungswesen ein solches, daß es organischen Entwickelung mit dem Mittel der gewerkschaftlichen und französischen Proletariats und ich hoffe, auch das deutsche wird Mut die Werbekraft der Gewerkschaften sehr enge begrenzt. Durch das parlamentarischen Stampfweise gehen könne; er meint, wir fommen genug finden, zu sagen:" Es darf nichts gegen unseren Willen geUnterſtügungswesen können die Gewerkschaften keine allzu großen nicht darum herum, und deshalb muß das der maßgebende Gesichts- schehen."( Lebhafter Beifall.) Bebel hat gesagt:" Denkt Ihr, der Kreise erobern. Das beweist das Beispiel Englands. Die Unter- punkt für unsere Taktik sein. Das ist jene Auffassung, gegen die ich Waffenstreit fönne vom Parteivorstand gemacht werden? Nein, der stügung der Gewerkschaften, die Höhe der Leistungen und der Bei- mich wende. Wir müssen daran festhalten, daß es nur auf Parteivorstand muß von der Masse geschoben werden." Nun, wenn trag hängt ab von den Löhnen. Je höher die Leistung, desto mehr friedlichem Wege möglich ist, wenn nur unsere Gegner ernstlich ent- der Parteivorstand seine Rolle nicht anders auffaßt, soll und wird berengert sich der Kreis der Gewerkschaften auf die, welche hohe schlossen sind, den Weg der Reformen zu betreten. Aber jeder, der er geschoben werden und ich bitte Sie, in diesem Sinne die AbLöhne bekommen. Das beweisen die Gewerkschaften Eng- nicht der Auffassung von Kautsky ist, wurde ja kaum noch als echter machungen des Vorstandes mit der Generalfommission, die hinter lands, die seit zehn Jahren in einer Stagnation sind, während Parteigenoffe betrachtet. Ganz in Konsequenz dieser Auffassung hat unserm Rücken getroffen sind, abzulehnen und dem Antrag Kautsky sich die Mitglieder der deutschen Gewerkschaften sprungweise man das getrieben, was man mit Recht Revolutionsromantik nannte. zuzustimmen.( Lebhafter Beifall.) vermehrt haben.( Hört! hört!) Worauf beruht das? Die eng- Heute will es feiner mehr getan haben.( Heiterkeit.) So finde ich lischen Arbeiter haben das selbst erkannt. Sie haben selbst gesagt, z. B. im Vorwärts" vom 28. Januar 1906 einen Artikel gezeichnet daß die englischen Gewerkschaften versumpfen, weil ihnen eine K. K.( hört! hört!) Das ist Kautsky. Da wird über die Lehren Wenn Bebel nach Ansicht der Vorrednerin so sehr nach rechts Sozialdemokratie fehlt, welche die Gewerkschaften mit sozialistischem der russischen Revolution gesprochen und gesagt, daß die Moskauer gesprochen hat, so wird es wohl gut sein, wenn ich etwas mehr nach Geiste erfüllt. Wodurch unterscheidet sich die englische Arbeiter- Barrikadenfämpfe uns zwingen, unsere Lattik zu revidieren. Das ist links spreche.( Heiterkeit.) Bebel hat mit Recht betont, daß es sich bewegung von der deutschen? Die englische Arbeiterbewegung hat der revolutionäre Revisionismus.( Große Heiterfeit.) Kautsky nimmt in der letzten Zeit in der Massenstreitdebatte gezeigt hat, daß wir das Unterstützungswesen viel besser organisiert wie die deutschen Bezug auf Engels, der 1895 schrieb, die Zeit der Barrikadenkämpfe sei einander näher gerückt sind, und ich glaube, es verlohnt sich, die Arbeiter, weil die Versicherungsgesetzgebung in England fehlt, und vorbei, mit den gesetzlichen Mitteln fahren wir besser als mit dem Frage zu stellen ,: Woher kommt es, daß gewisse Differenzen, die trotz der berbesserten Unterstüßung sind die englischen Gewerkschaften ungesetzlichen Umsturz. Dann sagt Sautefy im Hinblick auf die anscheinend schwer überbrückbar waren, mehr und mehr zurüc stagnierend. In England haben wir eben die Neutralität der Gewerk- Barrikadenkämpfe in Mostau, und insofern haben wir die An- weichen und nicht mehr so scharf in die Erscheinung treten? Das schaften. Es fehlt ihnen die Sozialdemokratie, und damit ist der schauung zu revidieren, die Friedrich Engels in seinem Vorwort zu kommt daher, daß beide Korporationen von verschiedenen StandBeweis erbracht, daß die Sozialdemokratie es ist, welche den den Marrschen Klassenkämpfen niedergelegt hat, die Anschauung, als punkten aus ihre Argumente für und gegen den Generalstreit geltend deutschen Gewerkschaften ihren Aufschwung verschafft hat.( Zustimmung.) sei die Zeit der Barrikadenkämpfe endgültig vorbei:„ Nur die Zeit machten; Bebel auf dem Parteitage in Jena mit seiner glänzenden Sozialdemokraten waren es, die die deutschen Gewerkschaften ge- der alten Barritadentattik ist vorbei."( Sehr richtig!) Ja, Zeichnung der politischen Lage und, daran anknüpfend, als einziges gründet haben, Sozialdemokraten sind es, die die deutschen Gewerk- wenn man das glaubt, dann muß man allerdings ein hoffnungs- wirksames Mittel in entscheidenden schwierigen Situationen den schaften leiten, die Sozialdemokratie ist es, die den Gewerkschaften loser Illusionist sein, dann muß man niemals die Wirkung der Ma- Massenstreit empfehlend. Auf der anderen Seite Gewerkschaftsführer, ihre Kraft verleiht. Keine Partei Deutschlands hat ein solches An- schinengewehre erfahren haben.( Die Redezeit ist abgelaufen.) Ich die die Frage erörtern, wie weit es möglich ist, den Streit durchfehen wie die Sozialdemokratie. Die deutsche Sozialdemokratie ist möchte das Ausnahmerecht einer verlängerten Redezeit für mich nicht re- zuführen. Der eine empfiehlt mit Begeisterung für den ents die Vertreterin aller Ausgebeuteten, aller, welche sich gegen die bes flamieren.( Sehr gut!) Deshal zum Schluß nur noch eins, die Beweis- cheidenden Augenblick die Anwendung diefes Kampfmittels, der stehenden Ausbeutungsverhältnisse erheben. Und die freien Gewerk- führung, die Gewerkschaften seien nur Mittel und die Sozialdemokratie audere warnt vor der Gefahr seiner gegenwärtigen Anwendung. schaften, sie mögen sich noch so frei, noch so neutral geben, werden 3wed ist ganz hinfällig.( Sehr richtig!) Die Sozialdemokratie als heute, wo Bebel sich mehr als in Jena mit der Frage der praktischen von der Volksmasse als sozialdemokratisch betrachtet.( Sehr richtig!) politische Partei ist auch nur ein Mittel. Daß die Gewerkschaften Durchführung beschäftigt, klingt seine Rede etwas anders, daher Das ist ein Glück für die Gewerkschaften, denn das ganze Ver- mit sozialistischem Geist erfüllt werden müssen, ist selbstverständlich. trat auch heute ein gemeinsamer Klang außerordents trauen, welches die Voltsmasse der Sozialdemokratie entgegen Die Tendenz, die sich zugleich mit diesem revolutionären Revisionismus lich stark in die Erscheinung. tommt hinzu, daß die bringt, bringt sie darum auch den Gewerkschaften entgegen, und fundgetan hat, die Tendenz, die Partei zu verengen, gewissermaßen nur Gewerkschaften sich in ihrer Presse biel weniger mit darin beruht die Hauptstärke der Gewerkschaften.( Sehr richtig!) den Lohnarbeiter als den eigentlichen Arbeiter und Kämpfer hinzustellen, dieser Frage befaßt haben, während die politische Partei Wenn wir das mehr in den Vordergrund stellen, werden wir die wirkt aufs allerschädlichste und verhindert die erfolgreiche Durchführung fortgesezt hin und her schwankte. Bebel hat richtig darauf Werbekraft der Gewerkschaften nur vermehren. Mit der Werbekraft eines Waffenstreifs. Lassen Sie mich schließen mit dem Wort von hingewiesen, daß Bömelburg schon auf der Konferenz der Vorstände hängt aber die Frage der Parteidisziplin auf das engste zusammen. Liebknecht:" Auf die Lohnarbeiter beschränkt, wäre die Sozialdemo- mit aller Entschiedenheit betont hat, daß im entscheidenden AugenWenn wir eine Klasse von Genossen schaffen, für die die Disziplin fratie unfällig zu siegen; von dem gesamten arbeitenden Volt und blick eventuell auch von diesem Kampfmittel Gebrauch gemacht wird. nicht gilt, dann schwächen wir das, was die größte Triebfraft des den Edelsten der Nation begriffen und umfaßt, hat sie gefiegt. Wenn heute eine gewisse Uebereinstimmung vorhanden ist, wenn der proletarischen Klaffenkampfes, was die beste Hülfe der Gewerkschaften( Beifall). Parteivorstand den Antrag Legien unterstützt, so deshalb, weil im selbst ist. Auf Parteidisziplin müssen wir unter allen Umständen Rosa Luxemburg: Prinzip der Massenstreik ja weder von der Partei noch von der Gebringen. Die Gewerkschaften werden dabei nicht schlecht fahren.( Sehr Die Rede von Legien war geradezu ein Klassisches, typisches werkschaft abgelehnt ist, auch nicht in Köln. Es handelt sich nur richtig!) Die Sozialdemokratie hat noch nie einen Beschluß gefaßt, Mufter für die Haltung, die gewiffe Gewerkschaftsführer in der letzten um eine Nuance in der Beurteilung. Wir sagen, wir wollen der die Gewerkschaften verlegt oder ihre Agitation erschwert hätte. Beit gegenüber der Sozialdemokratie und gegenüber den wichtigsten uns nicht festlegen, während die Partei sagt: wenn das Es handelt sich doch nur um Fragen, die sowohl das Gebiet der Parteifragen eingenommen haben. Erst hat er eine ganze Stunde und das geschieht, dann wollen Ivir schließlich auch dies Gewerkschaften, als auch das der Partei berühren. Wenn aber lang die Jenaer Resolution aufs schärfste fritisiert und die Unmög- Kampfmittel anwenden und unseren Mann stellen. Es ist einmal der Fall eintreten sollte, daß die Gewerkschaften sich durch lichkeit und die Verderblichkeit der Idee des Massenstreits nach- nicht zu bestreiten, daß nach Jena in der Parteipreffe in überaus einen Beschluß der Partei auf diesem Gebiete verlegt fühlen, so gewiesen, uns davor gewarnt, und am Schlusse tam dann überschwenglicher Weise für den Generalstreit und den Massenstreik könnte es nur dann sein, wenn die Gewerkschaften die Sonder natürlich die herzerquidende und beruhigende Versicherung: eingetreten wurde und daß tatsächlich eine Waffenstreitsromantik in interessen ihrer eigenen Mitglieder höher stellen, als die Gesamt- Wir sind ja alle ein Herz und eine Seele! Also Erscheinung trat. Wie ist es sonst zu erklären, daß nach der Verinteressen, und dann müßte die Partei erst recht darauf bestehen, wir haben gar nicht nötig, irgendwie Streitigkeiten aus- öffentlichung der Thesen ein großes Hallo entstand und von Verrat daß die Gesamtintereffen höher gestellt werden und zum Siege ge- zutragen; wir können uns vereinigen auf eine Refolution. durch den Parteivorstand gesprochen wurde. Da zeigt sich eben die langen.( Lebhafte Zustimmung.) Ich weise auf Frankreich hin, wo und diese Einigkeit wird in der merkwürdigen Weise hergestellt, daß Rückwirkung. Es gab viele Genossen, die glaubten, daß tatsächlich auch eine Zeitlang eine Reihe von Genossen von der man die Kölner Resolution, die schon die bloße Diskussion des von diesem Kampfmittel schon hätte Gebrauch gemacht werden Parteidisziplin befreit waren. Als Millerand Minister wurde, Massenstreits als verderblich hinstellt, mit der Resolution von Jena müssen. Daher auch die Entrüstung in der Parteipresse und in wurde erklärt: Ein Minister wirkt unter eigen für identisch erklären soll. Als ich hörte, daß Legien diesen An- Versammlungen über die Ablehnung des anarchistischen Massenstreiks artigen Verhältnissen, er steht außerhalb der Parteidisziplin. trag gestellt hat, sagte ich mir, es gehört eine gehörige Portion in Köln. Als dann der Parteivorstand sagte: Wir wollen gegenwurde die Kategorie eines Genossen auf Urlaub Mut und Dreiftigkeit dazu, uns zuzumuten, wir hätten dem Antrag wärtig den Massenstreit nicht proklamieren, da erklärte eine ganze ( Heiterkeit) geschaffen, für den die Parteidisziplin nicht gilt. zuzustimmen. Und ich war nicht wenig erstaunt zu hören, daß Anzahl von Genossen: Das ist ganz vernünftig, das ist ja das, Bald fanden auch die Parlamentsmitglieder Freude daran. der Parteivorstand darauf eingegangen ist.( Sört! hört! Sehr was wir auch wollen. Wenn das aber der Fall ist, dann Auch sie wollten nicht mehr der Parteidisziplin unterliegen. Dann richtig!) Einige Worte über die Kritik von Legien an besteht eben fein Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaften. erklärten ihre Wähler, dann brauchen auch wir uns nicht zu fügen, dem Jenaer Beschluß! Charakteristisch ist sein Appell an die Genau so wie der Parteivorstand hielt auch die Generalkommission und so kam es, daß die Geschlossenheit der Partei nur mit Mühe Tradition: Wir seien alle in dem Begriff aufgewachsen, daß der einen Massenstreit in Sachsen nicht für angebracht. Wäre er aber und Not durch verschiedene Amputationen, durch den Ausschluß von Generalstreit, den er ohne weiteres mit dem Massenstreit identifiziert, ausgebrochen, so hätten auch wir ihn nicht verhindert. Wenn man 11 Dußend Abgeordneten wieder hergestellt werden konnte. Dies Generalunsinn sei. Ja, wir wären schöne Sozialdemokraten, wenn uns gefragt hätte, dann hätten wir gemeinsam mit dem ParteiBeispiel sollte warnen. Wir dürfen auf keinen Fall zugeben, daß wir es nicht verständen, uns von Ideen zu emanzipieren, die man vorstand gewarnt, dies Mittel gegenwärtig anzuwenden. Wir hätten eine besondere Klasse von Genossen mit eigener Disziplin geschaffen als fleines Kind hat. Wir sind doch dazu eine Partei der die Verantwortung dafür nicht tragen können. Aber in ernſten wird. Ich gebe zu, daß ein Genosse, der gleichzeitig Gewerkschaftler historischen Entwickelung, damit wir aus der Geschichte lernen. Beiten heißt es auch einmal entgegen seiner Ueberzeugung, entgegen ist, dadurch in einen argen Gewissenskonflikt kommen kann, aber wir( Sehr richtig!) Wenn man heute angesichts der großartigen feinen eigenen Wünschen, entgegen seiner eigenen Entscheidung etwas wollen das ja dadurch unmöglich machen, daß wir darauf hin- russischen Revolution, die auf Jahrzehnte hinaus die Lehr- durchführen, damit wir nicht noch größeren Schaden anrichten wirken, daß Partei und Gewerkschaften, daß Parteitag und meisterin der revolutionären Bewegungen des Proletariats fein tönnen. Ich begrüße es mit Freuden, daß der Parteivorstand dem Gewerkschaftskongresse von demselben Geiste erfüllt sind.( Zustimmung.) wird, das Problem des Massenstreits hauptsächlich an der Hand Antrag Legien zugestimmt hat. Ich betrachte das als gute Aussicht, Was mein Zusagantrag fordert, wird in Deutschland schon in einer der Vorgänge in Italien und Frankreich studiert, so beweist man daß wir auch für die Zukunft auf den gemeinsamen Boden der Reihe von Städten geübt. In einer Reihe von Städten sind die damit, was eben Legien mit seinem Appell an die Tradition Verständigung treten werden.( Beifall.) Ich betrachte das auch als Parteigenossen aufs eifrigste in den Gewerkschaften tätig z. B. in bewiesen hat, daß man nichts zu lernen und nichts zu vergessen gutes Omen, daß in Zukunft nicht mehr so bedauerfiche Differenzen Hamburg, und gerade dort besteht das harmonischste Verhältnis. Dort versteht.( Unruhe. Zustimmung.) Jawohl, Sie verstehen nichts zu vorkommen.( Lebhafter Beifall.) gedeihen Partei und Gewerkschaften am besten. Der Zufazantrag ist lernen aus der russischen Revolution.( Legien: Sehr richtig!) nicht etwa eine Kriegserklärung an die Gewerkschaften, im Gegenteil, Sonst würden Sie nicht den Mut haben zu behaupten, die Massener will erst die Basis schaffen, auf der allein ein fruchtbares und streitbewegung wäre die äußerste Gefahr für den Bestand der Geeinheitliches Wirken zwischen Partei und Gewerkschaft möglich ist. ( Lebhafter Beifall.) Dr. David- Mainz: Kolb- Karlsruhe: fo Ich habe in Jena gegen die Resolution Bebel gestimmt. Wenn vertschaften. Sie haben offenbar keine Ahnung davon, daß die ge- ich heute für feinen Antrag bin, so ist daran in der Hauptsache der waltige russische Gewerkschaftsbewegung ein Kind der Revolution ist. Vorwärts" mit seinen Artikeln nach der Veröffentlichung des Pro( Sehr richtig! und Widerspruch.) Das russische Proletariat ist in tokolls schuld.( Sehr gut!) Der Vorwärts" hat einen wesentlichen Ich habe felten eine Rede von Bebel gehört, der ich in allen wefent- die Revolution ohne die Spur einer Organisation eingetreten und Teil des Verdienstes, daß die Revolutionsromantik vertrieben ist. lichen Teilen zustimmen fann, wie der von heute morgen. Ich bin heute ist das ganze Land mit kräftigen Organisationen bedeckt. Das In der Diskussion der lezten Monate hatte ich das Gefühl, daß die auch mit ihm der Meinung, daß kein Widerspruch besteht zwischen ist eben die alte verknöcherte englische Auffassung, daß die Gewert Dinge auf den Kopf gestellt sind, als ob die Revisionisten von früher feinen Ausführungen in Jena und seiner späteren Haltung. Troßdem fchaften nur bei ruhiger Entividelung gedeihen können. Die ruffische auf einmal die größten Revolutionsromantiker und die Revolutionshat man innerhalb und wohl auch außerhalb die Empfindung Revolution hat bewiesen, daß vielfach aus dem Kampf die kräftigsten romantiker von ehemals die ausgewachsensten Revisionisten wären. gehabt, daß Jena in bezug auf den Massenstreik eine Fanfare war, proletarischen Organisationen geboren werden und gedeihen können.( Heiterkeit.) Daß wir heute und in absehbarer Zeit in Deutschland keinen und daß die Thesen eine Schamade genannt werden müssen.( Sehr David hat wiederum von seinem speziellen Mainzer gesetzlichen Massenstreit inszenieren können, darüber sind wir uns einig. Frau Rosa richtig!) Das lag nicht an der Begründung der Resolution durch Standpunkt aus an der Jdee des Massenstreits Kritik geübt. Er Luxemburg hat allerdings eine andere Auffassung, die meint naiv, daß man Bebel, sondern an den Nebenumständen, die in der Debatte hindurch hat uns als Popanz die Maschinengewehre vorgeführt. Auch er hat vor den Maschinengewehren feine große Angst zu haben brauche, flangen und der Musik den Charafter gaben.( Sehr richtig!) Heute feine Ahnung davon, was in Rußland vorgeht( Lachen), er bergißt, denn man brauche sie ja mur umzudrehen, gegebenenfalls natürlich. hat sich Bebel sehr scharf dagegen gewandt, daß man Deutschland daß die Maschinengewehre von lebendigen Leuten, von Soldaten( Heiterfeit.) Ja, wenn wir erst so start sind, daß wir uns auf das mit Rußland verwechselt und das, was dort gut und taktisch wirksam bedient werden, und daß sie, wenn die Zeit reif ist, ihre Wirksam- Militär verlassen können, dann haben wir das nicht mehr nötig. ist, auf uns überträgt. Es ist niemand in diesem Saale, der nicht feit nicht verlieren. Sie bleiben ebenso tödlich, sie werden nur an-( Sehr gut.) In Dresden hat Kautsky betont, daß die Gegensätze " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. die fich immer mehr zuspißen und daß wir um den legten entscheidenden| Gewerkschaften rein politische Organisationen, dann darf ihnen feine Kampf doch nicht herumkommen. Wer diese Ueberzeugung hat, der Frau angehören. In Sachsen darf kein jugendlicher Arbeiter einer müßte auch den Mut haben, die letzte Konsequenz zu ziehen und zu politischen Organisation angehören, oder auch nur eine Versammlung fagen, dann bereiten wir uns auf diesen Kampf vor.( 8uruf: Das besuchen, in der politische Gegenstände erörtert werden. Ich stehe tun wir ja!) Dann dürften wir auch unsere Zeit nicht mehr im noch heute auf dem Standpunkt der Neutralität, den Bebel in seiner Die Beendigung des Schneiderstreiks. Der Verband der Parlament und in Kommissionen bertrödeln.( Zustimmung Broschüre Gewerkschaftsbewegung und politische Parteien nieder- Schneider hielt am 24. September eine gutbesuchte Konfektionsund lebhafter Widerspruch.) Ich stehe auf dem Standpunkt gelegt hat. Ein Bergarbeiterstreit wäre noch lange nicht ein schneiderversammlung ab, in welcher über den Streik Beschluß von Engels: Solange wir die Möglichkeit der gesetzlichen Aktion politischer Massenstreit, wie 8ubeil meinte. Die Reaktion gefaßt wurde. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: haben, dürfen wir den Weg der Gewalt nicht beschreiten. Gewiß, möchte den Bergarbeitern überhaupt das Koalitionsrecht rauben. Die heute, am 24. September, tagende Mitgliederversammlung die Gegensätze spitzen fich zu. Aber damit ist doch nicht gefagt, Meint Bebel, daß der Massenstreit eintreten soll, wenn das erklärt den Streik wegen Verkürzung der Arbeitszeit für be= daß sich auch die Formen zuspizen. Das Gegenteil ist der Fall. Stoalitionsrecht überhaupt bedroht ist, oder genügt es, wenn das endet und verhängt über die Werkstätten von Hillel, Dra( Buruf: Breslau!) Daß hin und wieder andere Dinge vorkommen, Koalitionsrecht schon den Bergarbeitern geraubt werden soll? Ich gonerstraße 8, und Hettmann, Dragonerstraße 12, ändert an der allgemeinen Entwickelung nichts. Genau so wie die denke, daß wir dann schon den äußersten Widerstand leisten Sperre, weil diese Herren, obwohl am ersten in der Lage, die Nationen fich gegenseitig immer mehr rüften, wie sie aber, je mehr müßten. Selbst christliche Arbeiterkreise würden sich, wie ein Bewilligung der verkürzten Arbeitszeit am rücksichtslosesten verfie gerüstet sind, desto weniger Courage haben, davon Gebrauch zu Artikel im„ Bergknappen" beweist, einem solchen Streit anschließen. weigert haben. Die Versammlung erklärt es als Ehrenpflicht machen, genau so ist es auch sonst. Je größer die Arbeiter( Bravo!) eines jeden Kollegen, unter keinen Umständen länger als organisation ist, desto weniger wird es die Gesellschaft darauf an 10% Stunden pro Tag zu arbeiten und jeden Versuch, die Arbeitskommen lassen, einen gewaltsamen Kampf zu provozieren, bei dem fie unter Umständen den Kürzeren ziehen muß. Die ganze Taktik Mannheim nicht zu. Nach einem furzen resumierenden TeleDer Rest des telegraphischen Berichtes ging uns leider aus zeit darüber hinaus auszudehnen, energisch zurückzuweisen. der Scharfmacher läuft darauf hinaus, uns zu provozieren, so lange gramm sprachen noch: Quessel- Stettin, Freiwald- Pankow, fte die Macht haben, damit sie uns niederwerfen können. werden diesen Provokationen feine Folge leisten. Wir Frau Bie, Stelling- Lübeck, Duard, Kiefel, Ströbel, Wir würden Grunow- Niederbarnim, unsere Position gefährden in dem Augenblick, wo wir fort und fort Wels, Gradnauer, Dunder und Liepmann. Hoffmann Hamburg, Gewehr, den Massenstreit propagieren würden, denn die Folge davon wäre, Dann wurde die Debatte auf Donnerstag vertagt. daß die Massen dann auch einmal von diesem Mittel Gebrauch machen wollen. Nach der Rede von Bebel, nach den Artikeln des„ Vorwärts" find wir vollständig einig über den Massenstreit, daß e3 eigentlich gar nicht nötig wäre, darüber zu diskutieren. Daß wir gegebenen Falles davon Gebrauch machen, ist selbstverständlich. Aber heute ist dieser Fall noch nicht . = Hus der Partei. Von den Organisationen. Feine Firma! Nachdem der Zentralverband deutscher Kürschner, Filiale Berlin, sich der Sperre, die der Verein selbständiger Kürschner( Belzbranche) über die Firma Joka u. Co., Rosenthalerstr. 40/42, verhängt, an geschlossen, hörte ain Sonnabend pflichtgemäß der letzte organisierte Arbeiter auf. Nachdem ihm von seiten des Werkführers und des Chefs darüber Vorhaltungen gemacht wurden, daß es von ihm doch unrecht wäre, da seine Leute, das heißt die unorganisierten, mit der Sperre gar nicht einverstanden wären, bestand derselbe auf Aushändigung von Buch und Karte. Diese wurden ihm gegeben. Auf gegeben. Wir in Süddeutschland haben das allergrößte Jutereffe wege Witzenhausen- Schmalkalden zu Reichenfachsen gung wurde ihm nachstehendes Zeugnis ausgestellt: Der Generalversammlung des Wahlkreises Eschseinen Wunsch nach einem Zeugnis über die Dauer seiner Beschäftidaran, daß unsere preußischen Genossen endlich ein besseres Wahl- wurde für das erste Halbjahr 1906 eine Einnahme von 310,33 M. recht bekommen. Denn unser Wahlrecht müßt uns verdammt wenig, und ein Kassenbestand von 216,55 M. berichtet. Lebhaft trat der Hierdurch bescheinigen wir dem Kürschner, daß er so lange in Preußen die Junkerherrschaft am Ruder ist. Wir wunsch nach einer Verbesserung der Preßverhältnisse auf. Genosse bei uns vom 1. August 1901 bis heute tätig war und verläßt er würden alle Aktionen unterstützen, die geeignet sind, den Zuständen Hauschildt. Cassel erklärte dazu, der Wunsch der Schmalkaldener feine Stellung wegen Streits. Folgt Stempel. in Preußen ein Ende zu machen. Aber wenn wir in dem Augen- Genossen nach Herausgabe eines Kopsblattes für Schmalkalden sei J. Joka u. Co., Berlin C 54, Hackescher Hof. blick, wo wir den Wahlrechtskampf in Preußen begannen, die Frage bereits in Erwägung gezogen worden. Drei Projekte jeien ausdes Generalstreiks hineingeworfen hätten, dann würden wir die gearbeitet, deren Verwirklichung aber nicht so einfach sei. Selbst Situation nur verschlechtert haben. Ich hoffe, daß die Resolution bei dem sich am billigsten stellenden Projekt würde eine VerwirkBebel mit dem Amendement Regien angenommen und die Re- lichung zurzeit nur dann angängig sein, wenn der Parteivorstand in folution se a utsty abgelehnt wird. Der Antrag Kautsky würde Berlin einen Zuschuß leiste. nur die Ursache neuer Konflikte sein.( Beifall.) Molkenbuhr: Schließlich wurde folgender Antrag angenommen: " Der Kreisvorstand wird beauftragt, sich sofort mit dem Agitationskomitee, der Breßkommission und der Redaktion des Boltsblattes" in Verbindung zu setzen zwecks Beratung des Zeitungsprojektes in Schmalkalden. hat auch rednerisch, agitatorisch und organisatorisch die Bartei- wie Der nach Zustandekommen des Projektes anzustellende Genosse Gewerkschaftsinteressen zu fördern. Der Parteivorstand ist um Besoldung des anzustellenden Genossen zu ersuchen." könne. Einige Aeußerungen Regiens haben meine Wortmeldung verursacht. Er sagt, der Parteivorstand solle erklären, daß er mit der Veröffentlichung des Protokolls ein Unrecht begangen habe, er solle also gewissermaßen Abbitte leisten. Ich persönlich kann mich nicht zu einer solchen Erklärung entschließen. Es ist eine sonderbare Zumutung, irgend jemand solle erklären, er habe bewußt Unrecht getan. Wie würde es denn die Generalfommission empfinden, wenn man ihr zumuten wollte, zu erklären, sie habe dumm gehandelt, als sie Begründend wurde zu diesem Antrag, von dessen Verwirklichung auf dem Verbot der Veröffentlichung bestand. Die Nicht= Ver- alle Redner sich gute Erfolge versprachen, auf die eigenartigen Veröffentlichung hätte ja nur den Anarchosozialisten oder richtiger hältnisse besonders im Kreise Schmalkalden mit seiner ausgedehnten Anarchisten Vorschub geleistet, die ihr Partei und Gewerkschaft Heimindustrie hingewiesen, unter deren Angehörigen ein intelligenter schädigendes Treiben dadurch ermöglichten, daß sie nur Bruchstücke Parteibeamter, der ständig im Kreise zugegen sei, erfolgreich wirken aus dem Protokoll veröffentlichten und sagten: Was wir nicht veröffentlichen, das ist noch viel schlimmer! Damit mußten sie einen Zum Thema Massenstreit wurde eine Resolution angewissen Eindruck machen. Ich stelle eine solche Forderung nicht an genommen, die von den Gewerkschaftsmitgliedern mehr politische, die Generalkommission, muß aber auch meinerseits die verlangte von den Parteigenossen mehr gewerkschaftliche Tätigkeit forderte. Erklärung ablehnen. Die zweite Aeußerung Legiens, mit der ich Weiter heißt es:.. Mit dem Jenaer Parteitag erachtet die Vernicht einverstanden bin, ist die wir dürften die Mittel nicht nennen, ſammlung als diese schärfste Waffe den politischen Massenstreit, der die wir gegebenenfalls in Anwendung bringen. Das tun die Gewerk- aber nur dann einmal erfolgreich angewandt werden kann, wenn die schaften doch alle Tage. Die Kapitalisten wissen, daß ihnen Streit Arbeiterschaft in umfassendem Maße politisch und gewerkschaftlich und Boykott drohen. Daß die Gewerkschaften diese Mittel organisiert ist..." vorher nennen und nennen können, ist ein Beweis ihrer Stärke. In derselben Lage ist die Partei. Totenliste. In Mannheim starb am Sonntag ein alter Propagierung des Massenstreits für ein Erfolg zu erwarten! Das fang der 70er Jahre hat er für die Partei gewirkt. Was ist von der Kämpe, Genosse Valentin Müller, 60 Jahre alt. Schon zu Aneine tönt doch nur aus dieser Propaganda heraus: Rüftet euch, laßt euch nicht von Phrafen berauschen, sondern schafft starke fahren und Unbilden trogend, immer seine Pflicht erfüllend, in den Vor, während und nach dem Ausnahmegesetze hat er, allen GeOrganisationen.( Lebhafte Zustimmung.) Ich bin der festen Ueber- vordersten Reihen gestanden, und er wurde auch wiederholt durch zeugung, ob wir nun vom Massenstreik reden oder nicht, um den das Vertrauen seiner Genossen zu den verschiedensten Ehrenstellen Massenstreit kommen wir nicht herum, sei es der politische, sei es berufen. 1890-93 hatte er das Amt eines Stadtverordneten der der wirtschaftliche. Die starken Unternehmerfartelle werden ver fuchen, wenn es nicht auf dem Wege der Gesetzgebung geht, durch Stadt Mannheim, lange Jahre war er auch an hervorragender Stelle in der Schuhmacherorganisation tätig. ihre Macht den Gewerkschaften das Koalitionsrecht zu nehmen. Dann kommt der Massenstreit, um zu erzwingen, daß das Koalitionsrecht Grabe getragen. Ein Veteran der Arbeiterbewegung starb in ihm. In Gera wurde am Montag der Genosse Adolf Uhlig zu den Arbeitern gefeßlich sichergestellt wird. Der Redner wendet Schon als Soldat in den sechziger Jahren hat er, weil er in die Arbeiter der Pianofabrik von Bell u. Co., Andreasstraße 32, Achtung, Klavierarbeiter, Tischler! In der 13. Woche stehen im Streif, um horrende, durch nichts gerechtfertigte Lohnabzüge, welche bei den Umbaumachern geplant waren, abzuwehren. Troz aller Bemühungen der Fabrikanten, Arbeitswillige heranzuziehen, und der sich ja immer in den Dienst des Unternehmertums stellenden trotz aller Hindernisse, welche den Streifenden von den Fabrikanten Polizei bereitet wurden, ist es bis heute nicht gelungen, den Betrieb auch nur einigermaßen aufrecht zu erhalten. Die Streikenden jind den Fabrikanten bei den vor Beginn des Streits gepflogenen Verfolg. Auch bei den in der letzten Zeit von den Arbeitern an handlungen im weitesten Maße entgegengekommen, jedoch ohne Ergebahnten Verhandlungen, in welchen dieselben wiederum die Hand zum Frieden boten, waren keinerlei Zugeständnisse zu erreichen. Jetzt folportieren die Herren Bell u. Co. überall das Gerücht, sie hätten den in Betracht kommenden Umbaumachern den bisher verdienten Lohn garantiert. Das ist eine direkte unwahrheit. Weiter verlangen die Streifenden nichts, und wäre dies wirklich der Fall, so wäre der Kampf beigelegt. Auf unverbindliche Redensarten hin wird der Streit nicht aufgehoben. Fast scheint es, als ob die Herren Bell u. Co. überhaupt nicht mehr produzieren wollen. Je doch nach wie vor stehen die Streifenden fest zusammen, und nach der Stimmung in den letzten Sizungen ist gar nicht daran zu denken, daß die Streifenden und die dahinter stehenden Organifationen in diesem Kampfe nachgeben. Und das wird um so weniger geschehen, als jetzt im Berufe eine äußerst günstige Konjunktur eingejezt hat, so daß Arbeitslose nicht vorhanden sind. Sollte es sich vielleicht in einigen Wochen aus taktischen Gründen, um den Unternehmern nicht ihre bisherigen tüchtigen Arbeitskräfte weiter zu erhalten, empfehlen, den Streit abzubrechen, so wird keiner der Streifenden den Betrieb wieder betreten, sondern derselbe wird dann von den Organisationen dauernd gesperrt werden. Die streifenden Arbeiter der Firma Bell ut. Co. Achtung, Tabakarbeiter! Bei der Firma Reinhold Tismar in Französisch- Buchholz sind trotz der schlechten Löhne und teuren Lebensmittelpreise ohnabzüge gemacht worden. Die organisierten Kollegen legten deshalb einmütig die Arbeit nieder. Die Zigarrenfabrik Reinhold Tismar ist für jeden Tabatarbeiter gesperrt und Zuzug nach Französisch- Buchholz streng fernzuhalten. Deutscher Tabatarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. fich gegen die pommersche Resolution 142. Ein künstlich uniform sozialistische Versammlungen besuchte, eine, wenn auch Warnung! Im Rummelsburger Anzeiger" solvie im„ Berhervorgerufener Streif hat feinen Wert. Das deutsche Volk leidet geringe Strafe erlitten. Heute würde sie wohl höher ausfallen. liner Tageblatt" werden von der Firma Schiffmann u. am meisten unter der Junker- und Prozenpolitik, die im Deutschen wie unterm Sozialistengesez und in allen späteren Kämpfen, so kleiner Tuchweber nach Euskirchen gesucht, denen 22 bis Reiche herrscht. Hätten wir nach dem Vorschlage Stampfers hielt Uhlig auch bei dem 90er Weberstreit und der letzten großen 25 M. Wochenverdienst versprochen werden. Bisher ist nur ein und der pommerschen Resolution gehandelt, dann hätten wir aussperrung tapfer aus und jahrelang noch wurde er gleich vielen einziger Arbeiter darauf hereingefallen, dem die Firma noch brieflich die Aufmerksamkeit des Volkes bon den Steuergesetzen abgelenkt. Ich bin der Ansicht, auf dem Gebiete der Reichsgesetz hezt. In allen Lebenslagen aber hat er treu zur Partei gehalten Euskirchener Verhältnisse sofort wieder abreiste. anderen Kollegen durch schwarze Listen von Fabrit zu Fabrik ge- von 25 M. Wochenverdienst erzählte, der indes nach Einsicht in die gebung wird derartig viel gefündigt, daß das Volk über turz bis an fein Ende, ein Beispiel ehrlicher Pstichterfüllung für die weiterer Arbeiter darauf eingehe, folgendes: In Euskirchen stehen Zur Illustrierung dieser Schwindelinserate und damit kein oder lang eine Reichstagsmehrheit wählen wird, die damit auf- jüngere Generation. räumt. Dann tritt die Reichspolitik mit der preußischen und fächin 17 Militärtuchfabriken etwa 500 Arbeiter und Arbeiterinnen fischen Politik in Gegensatz und der Augenblick ist gekommen, die Ein sozialistisches Blatt in Nord- Afrika. In nächster Zeit wird feit 12 Wochen im Streit, weil ihre bescheidenen Forderungen, die Wahlvorrechte dort zu stürzen. Wir sollen den Gegner dort auch der Norden des„ dunklen Erdteils" eine sozialistische Zeitung in ihrer vollen Höhe nur 2,25 M. die Woche betragen, abgewiesen angreifen, wo er am schwächsten ist. Die Junkerpolitik ist aber dort besitzen. Die algerische Föderation der sozialistischen wurden, obgleich die Fabrikanten bei der letzten Submission der am schwächsten, wo ihre traffe Ausbeutung am deutlichsten zum Partei Frankreich's hat die Herausgabe eines monatlich er- Militärtuche Preiserhöhungen von 65 Pf. pro Meter erzielten. Wie Ausdruck kommt und das ist im Reichstage.( Lebhafte Zustimmung.) scheinenden Organs" Der nordafrikanische Sozialist" grenzenlos elend die Lage dieser Arbeiter ist, geht daraus hervor, Ausdruck kommt und das ist im Reichstage.( Lebhafte Zustimmung.) beschlossen. Die erste" Nummer wird am 1. Oktober erscheinen. Die baß dieselben bereits im vorigen Jahre um minimale LohnDißmann- Frankfurt a. M.: opfermutigen Pioniere des Sozialismus im französischen Nordafrika erhöhungen wochenlange Kämpfe führen mußten, obwohl der daLegiens Ausführungen kranken an dem Widerspruch, daß er haben eine schwere Arbeit vor sich. Unternehmerwilltür und Miß malige Durchschnittsverdienst der Weber nur 14 M. und der der den Massenstreit im ersten Teile seiner Rede lebhaft bekämpft bräuche der Verwaltung finden dort noch weniger Hemmungen als Spinner nur 12 M. betrug. Vor Ausbruch der jetzigen Bewegung und am Schluß gesagt hat, wir sind uns ja einig. Das be- im Mutterlande. Darum wird das neue Blatt den Arbeitenden der wurde der Durchschnittsverdienst von sehr guten Webern auf 17 M. greife ich nicht recht, wir haben alle Ursache, den Massen- weißen wie der schwarzen Rasse ein wertvoller Helfer sein. ermittelt; die Lebensmittelpreise dagegen sind in Euskirchen so hoch streit zu diskutieren, um seine Wirkung vorher beurteilen zu Polizeiliches, Gerichtliches ufw. wie in den rheinischen Großstädten. können. Nach dem klipp und klaren Wortlaut der Jenaer Resolution verstehe ich nicht, wie man den Antrag Legien vertreten will, wo- Preußisches Polizeiregiment. Aus Güste biese in der Neunach die Kölner Resolution nicht im Widerspruch zu Jena stehe. mart, wo sich die Genossen des Wahlkreises Königsberg in der NeuAber dieser Widerspruch ist doch da, denn in Köln wurde die mark bekanntlich ein eigenes Versammlungslokal gebaut haben, wird Propagiering des politischen Massenstreits abgelehnt. Legien be- uns geschrieben: hauptete, daß die Leipziger Volkszeitung" wenige Wochen nach Trotzdem versteifen sich die reich gewordenen Fabrikanten, die zum Teil in der Zentrumspartei und in religiösen Vereinen eine angesehene Rolle spielen, auf den hochmütigsten Unternehmerstandpunkt. Sie lehnten jede Verhandlung mit den VerbandsGewerberates ab, trieben dagegen den Streifenden die Arbeit nach bertretern, fogar die Vermittelung des Bürgermeisters und des auswärts ab, drohen eine ganze Anzahl Streifender nicht mehr einder Arbeiter und die Ausrottung der Organisation hinaus. Allem zustellen und spielen den Kampf auf die vollständige Ünterjochung Anschein nach werden sie hierin von den Militärbehörden durch Stundung der Aufträge unterstützt. Die Arbeiterschaft, von der ein großer Teil die Spuren lebenslänglicher Entbehrungen trägt, ist zu weiterem rückhaltlosen Kampfe bereit und hofft mit Bestimmtheit auf einen Sieg. Die Streifenden sind je zur einen Hälfte im Deutschen und zur anderen im Christlichen Verband organisiert. So steht die Situation und dürfte sich kein ehrenhafter Arbeiter zu Arbeitswilligendiensten in diesen Betrieben hergeben. Bor einiger Zeit haben wir schon über Vorkommnisse berichten Jena den sofortigen Massenstreit empfohlen habe. Ich lese doch auch fönnen, die start an russische Zustände erinnerten. die„ Leipziger Volkszeitung", habe aber nichts derartiges darin gefunden. Male find bekanntlich in unserem Vereinshaus Biergläser und Der Frankfurter Vorschlag geht nicht von der Gesamtheit der Partei- Schankgerätschaften durch die Ortsbehörde im trauten Verein mit genossen, sondern von der Frankfurter, Voltsstimme" aus. So gut den Gendarmen der Umgegend und im Einverständnis mit dem die Absicht ist, so halte ich sie doch nicht für durchführbar. Wir Landrat konfisziert worden. Am letzten Sonntag war mun eine würden die Massen durch diese Tattit top ficheu machen. Ich be- neue behördliche Maßregel zu verzeichnen. Die Genossen hatten für grüße es, daß der Vorstand das Protokoll veröffentlicht hat. Auch die Räume des Vereinshauses eine Tanzlustbarkeit des MaurerSie gewerkschaftlichen Massen verstehen die Weigerung der Vorstände zweigvereins, die unter Teilnahme geladener Gäste, also als Vernicht; es ist nicht richtig, daß die Schuld an den Streitigkeiten anstaltung einer geschlossenen Gesellschaft stattfinden sollte, bei der zivischen Partei und Gewerkschaft bei einigen 2iteraten liege; ein Drtsbehörde rechtzeitig angemeldet. Am Sonntag, als fich alle gewisser Teil der Gewerkschaftsführer trägt die Schuld! Teilnehmer fast vollzählig eingefunden hatten, erschienen zivei Der Geist des Sozialismus soll in den Gewerkschaften Gendarme und erklärten, daß fie per Telegramm die Order beherrschen, dann werden die Beschlüsse des Parteitags auch den kommen hätten, die Tanzlustbarkeit unter allen Umständen nötigen Respekt bei den Gewerkschaften finden.( Bravo!) zu verhindern. Sie gingen davon auch dann nicht ab, als der Die Former und Gießereiarbeiter im Siemens- Werk zu Genosse, der am betreffenden Tage Geburtstag hatte, erklärte, er würde Pankow befinden sich gegenwärtig im Streit. Der Ausstand hat Sachse: unter diesen Umständen alle Erschienenen als seine Gäste betrachten folgende Ursachen: Vor zirka drei Wochen fam es wegen einer anFrau Luxemburg hat über das Bimmerchen gehöhnt, in dem und bewirten. Es blieb kein Zweifel darüber, daß die Gendarmen geblichen Ausschußarbeit mehrerer Former zu Differenzen, Parteivorstand und Generalkommission fünftig zusammen beschließen eventuell selbst durch Anwendung von Gewalt das Tanzen verhindern die jedoch durch Vermittelung eines Organisationsvertreters beiwürden. Ich hätte garnichts dagegen einzuwenden, wenn sollten. gelegt wurden. Es war damals vereinbart worden, daß die beFrau Luxemburg mit in diesem Zimmer wäre; ich Da der Amtsvorsteher am Sonnabendnachmittag schon ein der- treffenden Former nicht entlassen werden sollten, ehe vom Gehoffe, daß sie da die nötige Besonnenheit lernen würde, artiges Verbot gesandt hatte, hatten die Genossen sofort tele- werbegericht festgestellt sei, ob es sich in diesen Fällen wirklich um wenn es gilt, wichtige Entscheidungen zu treffen.( Sehr gut!) graphisch beim Regierungspräsidenten die Zurücknahme des Verbots Ausschußarbeit handelte oder nicht. Weiter ging die VereinKautskys Amendement tönnen die Gewerkschaften unmöglich ihre beantragt. Sie sind aber heute noch ohne Bescheid. barung dahin, daß bei späteren Differenzen teine Arbeitseinstellung Bustimmung geben. Alle Gewerkschaftsführer haben einmütig er- Die Arbeiter würgten schließlich ihren gerechten Zorn hinunter eher erfolgen solle, bevor nicht ein Vertreter des Metallarbeiterflärt: Wenn eine wirkliche Veranlassung zum Massenstreit da ist, und fanden sich, so gut es ging, mit der Sachlage ab. Bier und verbandes zur Prüfung und Vermittelung hinzugezogen sei. Diese werden auch fie feine Opposition machen. Kautsky meinte Speisen wurden an gemeinschaftlicher Tafel unter Abfingen Abmachungen hat die Werksleitung jedoch nicht innegehalten. weiter, die Gewerkschaften müßten sich unter allen Um stimmungsvoller Lieder des Arbeitergesangvereins Wachauf" ver- Vielmehr wurden die in Betracht kommenden Former fürzlich entständen der Partei fügen. Ja, dann sollte man doch noch gehrt. Als dann die anwesende Mufitkapelle dem Geburtstagskinde lassen, ehe noch das Pankower Gewerbegericht gutachtlich die Auseinen Schritt weiter gehen und sagen, daß die Getvert ein Ständchen brachte, nahm die Feier auch ohne Tanz schönen Fort- schußangelegenheit entschieden hatte. Angeblich sollten sie sich abschaften ganz überflüssig sind( Sehr richtig!) und nur eine Partei gang und in später Stunde ein recht vergnügtes Ende. fällig über einen mit der Prüfung der Ausschußfache betrauten Sachbilden, die die Getvertschaftsfragen mitregelt. Wo führt uns die Daß der Landrat durch solche Maßregeln für die Sozial- verständigen geäußert und diesen beleidigt haben, was sie jedoch Resolution Kautsky hin? Zur Vernichtung der Arbeiterinnen- demokratie wirkt, wird er spätestens bei den nächsten Reichstags- energisch bestreiten. Als darauf die übrigen Former, den AbOrganisationen in Preußen!( Widerspruch und Lachen.) Sind die wahlen erfahren. machungen entsprechend, ihren Organisationsvertreter telephonisch " Die Sperre auf den Ruhrgruben. Da es dem Vorsitzenden nicht möglich war, die sich immer mehr steigende Unruhe zu verhindern und um einer Auflösung vorzubeugen, schloß derselbe die Versammlung, ohne zu einem Resultat gekommen zu sein. Ist für das Frühjahr ein Kampf im Berliner Bädergewerbe in Sicht? zur Vermittelung herbeirufen wollten, wurde ihnen dies von der Organisation, so fönnten solche unnötigen Opfer vermieden werden. I zweierlei Beitrag ein Beweis, daß man nur erst den Anschluß Werksleitung furzerhand untersagt mit dem Bemerken, niemand Metallarbeiter, lernt daraus die Notwendigkeit einer einheitlichen herbeiführen will, nachher wird man uns schon über den Löffel von ihnen dürfe deswegen den Betrieb verlassen. Darauf Organisation erkennen, die Euch im Deutschen Metallarbeiter- barbieren. Meier ist im Prinzip dafür, nur in der Beitragslegten die zirka 100 Former und Gießerei verbande gegeben ist. arbeiter der Abteilung einmütig die Arbeit! nieder, weil sie in dem Verhalten der Werksleitung einen flagranten Bruch der vorher getroffenen Vereinbarungen erblicken mußten. Gestern fand nun vor dem Pankower Gewerbegericht die Sachverständigenverhandlung in der vorerwähnten Ausschußangelegenheit statt, und zwar mit dem Ergebnis, daß den entlassenen Formern völlig Recht gegeben wurde, indem ihre Arbeit nicht als Ausschuß be zeichnet werden konnte. Somit hat die Leitung des Pantoiver Siemens- Wertes nachgeiviesenermaßen ein doppeltes Unrecht begangen. Die Erregung und Arbeitseinstellung der übrigen Former und Gießereiarbeiter ist deshalb nur zu begreiflich und durchaus berechtigt. Trotz ihres Unrechtes stellt sich die Direktion jetzt aber auf den krassen Herrenstandpunkt und sucht Streifbrecher anzuwverben. Zu diesem Zweck schickte sie einen Ingenieur nach Stattowitz, der denn auch glücklich sieben Arbeitswillige hierher gebracht hat. Da mit diesen paar nützlichen Elementen einem dertigsten artigen Betriebe naturgemäß so gut wie nichts gedient ist, wurde dann noch der Meister Borchhardt nach Oberschlesien auf die Streitbrechersuche entsandt mit der freundlichen Ermahnung, jest seinen Rucksack zurecht zu machen und abzudampfen. Der Betrieb ist für former und Gießereiarbeiter selbstverständlich bis auf weiteres gesperrt. Deutfches Reich. Kühnemänner in Kiel. " Innungsehrenwort oder Innungsfrage nimmt er eine skeptische Stellung ein, er befürwortet nur einen einheitlichen Beitrag von 30 Pf. pro Woche. Loose ist gegen den Anschluß, gleichviel unter welchen Bedingungen. Der Verein habe 23 Jahre ohne den Verband bestanden und wird auch fernerhin Wie schon mitgeteilt, hat die Siebenerkommission der Ruhr- imstande sein, seine alten Traditionen hochzuhalten. bergleute sich außer mit der Lohnfrage auch mit der Sperre befaßt. Noch ist es nicht vergessen, welche Erbitterung es hervorrief, als nach dem Streit im Jahre 1905 die Grubenbarone nach der provokabe= torischen torischen Maßregel der Sperre griffen. Und diese Maßregel wird jezt von vielen Zechen abermals zur Anwendung gebracht. Durch tie Sperre wird es den Bergleuten unmöglich gemacht, von einer Rehren sie dennoch ab, dann müssen sie erst nichtbergmännische Beche zur anderen zu gehen, sie sind an eine Zeche gebunden. Arbeit in einem anderen Betriebe verrichten, ehe sie auf einer Zeche Diese Frage erscheint berechtigt nach den Verhandlungen in wieder in Arbeit genommen werden. Die Sperre bedeutet die einer gutbesuchten Bäderversammlung, die am Dienstag Aufhebung der Freizügigkeit für die Bergleute, sie werden durch im großen Saale von Keller, Stoppenstraße, stattfand und deren tigsten Staatsbürgerrechte beraubt. Das Recht", die Freizügig heuchelei; die neuesten Enthüllungen aus dem Reiche des Sprechdie Willtürherrschaft der Grubenbarone tatsächlich eines der wich- Tagesordnung lautete: Der Vorsitzende der Sprech- und Herbergs= keit für die Bergleute aufzuheben, ist ja auch bei der letzten Sperre meisters Vogel." von den Vertretern des Grubentapitals ausdrücklich reklamiert tommiffion, Rau, war zu der Versammlung schriftlich eingeladen worden, wir erinnern nur an die bekannte Rede des General- worden, hatte aber sein Kommen abgelehnt mit dem Hinweis direktors Kirdorf. Um aber im Herbst 1905 feinen neuen Streit zu darauf, daß eine fachliche Aussprache in der Schlichtungskommission ristieren, sah sich der Bergbauliche Verein veranlaßt, die damalige besser möglich sei, wie in einer öffentlichen Versammlung. Der Sperre aufzuheben. Die Bergleute konnten wieder von einer Grube Verbandsbevollmächtigte Schneider referierte: Man wende sich zur anderen gehen. Und je schlechter der Lohn, je schlimmer die jetzt an die Oeffentlichkeit, gerade weil Rügen über das FortMißstände auf einer Zeche waren, desto mehr wanderten sie. Die bestehen von Mißständen in der Innungs- Arbeitsvermittelung, die Statistik weist nach, daß der Belegschaftswechsel im zweiten Quartal in der Schlichtungskommission vorgebracht seien, nicht nur gar 1906 einen ungeheuren Umfang angenommen hat. Auf manchen nichts genußt hätten, sondern es noch viel schlimmer geworden sei. Zechen ist der Abgang bedeutend größer gewesen als der Zugang. Redner erinnert an den bestehenden Vertrag zwischend den Die Ursachen dieser Erscheinung liegen auf der Hand. Ging das Innungen und den Berliner Bäckereiarbeitern und an sein zuaber so weiter, dann hätte es passieren können, daß einige der ver- standekommen. Damals hätten die Innungsvertreter die heilige rufensten Zechen Gefahr laufen würden, ihren Betrieb wegen Ar- Versicherung abgegeben, daß sie nunmehr ehrlich bestrebt sein beitermangel kaum noch aufrecht erhalten zu können. Sicherlich würden, die Abmachungen zu halten und sie auch rücksichtslos denwirkt der starke Belegschaftswechsel nicht günstig auf den Unter- jenigen Meistern gegenüber durchzuführen, die noch widerstrebten. nehmergewinn, denn die längere Vertrautheit eines Arbeiters mit Besonders sei aber auch versprochen worden, alle Uebelſtände in der den Flöß- und Gebirgsverhältnissen hat starken Einfluß auf seine Arbeitsvermittelung der sogenannten Sprechmeister der Innung Leistung. Alles dies haben die Grubenproken wohl erwogen zu verhindern. Man habe annehmen müssen, daß das Wort auch und dann furz entschlossen abermals die Sperre verhängt. Die gehalten werde; heute müsse man aber zugeben, daß man sich geSperre garantiert den einzelnen Zechen ihren Belegschaftsbestand, täuscht habe. Redner geht des näheren auf die damals in bezug fie beugt auch der Zahlung höherer Löhne vor und liefert die Berg- auf Kost und Logis getroffenen Vereinbarungen ein und kennleute auf Gnade und Ungnade den unteren Beamten aus, von denen zeichnet die Art, wie die Vereinbarungen jebt seitens der Meister manche nichts mehr sind als moderne Sklaventreiber im wahrsten ausgelegt werden. Dann aber sei man noch dahinter Sinne des Wortes. Durch die Sperre wird der Bergmann in der gekommen, daß die Sprechmeister bor allem Tat zum Sklaven erniedrigt, der alle Unbill über sich ergehen lassen bie " gelben" Bezirksvereinsmitglieder, die muß. Durch die Sperre soll verhindert werden, daß die Bergleute meist ertreuen" Gesellen, und besonders die an dem Segen der Hochkonjunktur einen bescheidenen Anteil er- Reiter der Gelben", bei der Arbeitsvermitte halten. Den Bergleuten das Schuften und die Gefahr und oben- lung in stärkstem Maße bevorzugten. Wenn ein brein Entbehrung, dem Unternehmertum der unermeßliche Gold- Meister einen Gesellen brauche und der" gelbe" Verein komme da= strom. Eo liegen die Dinge. Und wer diese Dinge in der Deffent- hinter, dann schide er einen Bettel an den Sprechmeister, der also lichkeit bespricht, kann mit Sicherheit darauf rechnen, von einer laute:" Der Meister N. N. in( Straße usw.) wünscht den Gefeilen, käuflichen Preise als Hetzer verschrien zu werden. Wir er- fellen J. J.( natürlich ein„ Meistertreuer") heute in Arbeit zu warten dies. Wir wollen nicht heben, sondern warnen; denn daß nehmen und bittet, letteren dorthin zu sprechen."( Es folgt die die Bergleute die Maßregel der Sperre ruhig hinnnehmen werden, unterschrift der betreffenden Bezirksvereinigung der Gelben" und darf niemand erwarten. Die verbrecherischen Pläne des Grubenihres Vorsitzenden.) Wie feststehe, fei vom Sprechmeister tapitals öffentlich darzulegen, ist Pflicht der Arbeiterpresse. Vogel, und auch vom verstorbenen Sprechmeister Bolte, ohne weiteres derartigen Anweisungen der Gelben" Folge ge= geben worden. Es sei nun sogar ermittelt worden, daß Vogel wiederholt bessere Stellen der öffentlichen Vermittelung entzogen und fie in seiner Privatwohnung ausgegeben habe. Es komme aber noch besser. Redner legte der Versammlung ein Plakat der gelben„ Vereinigung der Bäcker- und Konditorgesellen des Vereins Zentrum und Dorotheenstadt" vor, worauf dieser seinen Stellennachweis ankündigt und unter anderem sagt, daß die fremdwerdenden Gesellen, die sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Inzwischen ist den Arbeitern auch bekannt geworden, worauf im Lokal melden, nach Möglichkeit beim Stellen= die oben wiedergegebene, verblümte Drohung der Unternehmer abwechsel bevorzugt werden. Weiter heißt es:„ Die zielt. Der Vorsißende des Verbandes deutscher Seeschiffswerften, Uebertritt der Hausdiener in den Transportarbeiterverband. Meister sind verpflichtet, bei Veränderungen dies im Direttor Baur von der Flensburger Schiffswerft, hat sich nämlich Am Sonntag hielt der Verein Berliner Hausdiener im Feen- obigen Vereinslokal zu melden. Durch den Vorsitzenden der Gedem Gauvorfihenden der Metallarbeiter gegenüber dahin geäußert, palast eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, in der fellenvereinigung werden passende Vereinsgesellen nachgewieſen wenn in Kiel nicht Ruhe werde, würden sämtliche Bericht erstattet wurde über die gepflogenen Verhandlungen des und mit Hülfe des Innungs- Sprech bureaus in Metallarbeiter und Werftarbeiter in Flens- Bereins und Verbandes unter Leitung des Ausschusses der Berliner Arbeit geschickt." Unterzeichnet ist das Plakat vom Borburg, Riel, Hamburg und Bremen ausgesperrt werden. Auch diese ungeheuerliche Drohung hat auf die ewerkschaftskommission betreffend die Anschlußbedingungen an den fitzenden Dowideit, einem der Führer der„ Gelben". Schneider Zentralverband. führte im Verlaufe seines Referates noch eine große Anzahl Fälle Streifenden in Kiel teinen Eindruck gemacht. Sie haben sich in Wappler teilte mit, daß der Vorstand des Vereins drei Ver- an, in denen zum Vorteil der meistertreuen Gelben" vertragseiner Versammlung mit dem Vorgehen ihrer Organisationsleiter treter mit eingeladen habe, die an den Beratungen mit teilgenommen widrig gehandelt ist. Nach allem scheine es, als ob die Meistervollständig einverstanden erklärt und es abgelehnt, die Sperre über haben, ferner sei anwesend ein Vertreter der Berliner Gewerkschaft Vorbereitungen zu einem neuen Stampfe treffen wolle. die Werft von Stocks u. Kolbe aufzuheben. Wie ehrlich es anderer- schaftskommission. Die Ladung des Zentralverbandsvorsitzenden Auch die Gesellen hätten deshalb bereit zu fein. Caffe es die seits den Streikenden um eine gütliche Beilegung des Konfliktes Schumann sei erfolgt, damit die Mitglieder von ihm selbst hören, Jnnung dazu kommen, dann hätte man als Antwort die Forderung zu tun ist, geht daraus hervor, daß die Versammlung, nachdem die daß der Verband bereit sei, in jeder Weise die getroffenen Ver- des freien Tages in der Woche zu erheben( Stürmischer Verhandlung von Organisation zu Organisation seitens der Scharf- einbarungen zu halten. macherverbände zurückgewiesen worden, ihr Streiffomitee aufs neue beauftragte, mit der Firma Stocks u. Kolbe in Verbindung zu treten. Bis jetzt ist auf dieses Angebot noch keine Antwort erfolgt und auch darüber, wie es die Industriellenverbände mit ihrer Generalaussperrungsdrohung weiter halten wollen, ist den Arbeitern noch nichts weiter bekannt geworden. Auf der Schiffswerft von Stocks u. Kolbe in Wellingdorf bei Kiel streiken seit Wochen die Schiffszimmerer wegen Nichtbewilligung geringfügiger Lohnforderungen. Dieser Tage nun erhielt das Streiffomitee ein vom Vorstand des Arbeitgeberverbandes der Eisen- und Metallindustrie Stiels sowie vom Vorsitzenden des Verbandes deutscher Seeschiffswerften unterzeichnetes, in hochfahrenden Wendungen abgefaßtes Schreiben mit der Aufforderung, mit den genannten Arbeitgeberbereinigungen in Unterhandlung zu treten und unverzüglich die Sperre über die Firma Stocks u. Kolbe aufzuheben, widrigenfalls von den genannten Unternehmerverbänden gemeinsame Maßregeln zur Unterstübung ihres Mitgliedes" ergriffen werden sollten. Trokdem aus dem To: des Schreibens unverkennbar hervorging, daß es den Unternehmern wenig darum zu tun war, den Streitfall in objektiver Aussprache mit den Arbeitern zu behandeln, erklärten sich die Streifenden durch die Vorstände der beteiligten Organisationen, des Metallarbeiter- und des Schiffszimmererverbandes, sofort bereit, mit den Arbeitgeberverbänden zu unterhandeln. Die Arbeitgeber- Organisationen aber, die solchermaßen für ihr Mitglied, die Firma Stocks u. Stolbe, eintraten, hatten die Stirn, den Arbeiterorganisationen das Recht, für ihre Mitglieder zu verhandeln, abzusprechen und wiesen die Verhandlung von Verband zu Verband schroff zurück. Die auffällige Tatsache, daß jekt auf einmal die Arbeitgeberverbände auf dem Plan erschienen waren, obwohl der Streit bei Stocks u. Kolbe schon seit längerer Zeit andauert und die Arbeit geberverbände, wie den Streifenden genau bekannt, wiederholt vergebens von der Firma um ihr Eingreifen aufgefordert worden diese auffällige Wendung findet darin ihre Erklärung, daß seit kurzem auf den Howaldtswerten in Dietrichsdorf die Former in den Ausstand getreten sind. Herr Howaldi aber ist der Vorsitzende des Kieler Eisen- und Metallindustriellenverbandes, und der Hauptscharfmacher der Metallindustriellen, Herr Lawis, ist Direktor bei Howaldt. Vordem fümmerten sich die Arbeitgeberverbände den Teufel um die Firma Stocks u. Kolbe, jetzt Berlin. aber, wo Herr Howaldt in Nöten, soll die Firma Stocks u. Kolbe die Veranlassung bieten, gegen die Arbeiterorganisationen vorzugehen. waren 100 Klavierarbeiter sind in Braunschweig in den Streit getreten. Man versucht von auswärts, auch von Berlin, Streitbrecher heranzulocken. Es wird vor Arbeitsangeboten nach Braunschweig gewarnt. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen Veranstaltungen. Montag, 1. Oktober, 8% Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 72: Vortrag. Die Nomantiker", Herr Holzamer. Verfammlungen. Beifall) und mit aller Entschiedenheit wäre dann der paritätische Arbeitsnachweis zu fordern.( Lebhafte Zustimmung.) Er erkläre nochmals: Wir wollen den Frieden und auf der geschaffenen Grundlage weiter arbeiten, aber Ehrlichkeit müsse dann auf beiden Seiten herrschen. Wenn man aber den Kampf wolle, dann solle man ihn haben. Auf alle Fälle müsse man sich vorbereiten durch Stärkung der Organisation.( Lebhafter Beifall.) Nach den Worten Wapplers erhob sich ein solcher Tumult, daß die Versammlung vertagt werden mußte. Nach Wiedereröffnung versuchte Ritter von der Berliner Gewerkschaftskommission die hochgehenden Wogen der Erregung zu glätten. Die Leidenschaft sei ein schlechter Berater, man solle die Person ganz aus dem Bereich der Beratung stellen und fich nur Savon leiten lassen, daß nur durch einheitliches Kämpfen eine Alle Diskussionsredner, so Barth, Gädte und HezBefferung der Verhältnisse im Handelsgewerbe Blaz greifen kann. fchold, sprachen im Sinne des Referenten. ( Großer Beifall.) Priebe und Grabow( zur Geschäfts- Einstimmig wurde eine lange Resolution angenommen, in ordnung) beantragten, die Vertreter des Verbandes nicht an den der die Versammlung zunächst ihre Entrüstung über das Treiben Beratungen mit teilnehmen zu lassen. Schulze versucht den An- der Innungssprechmeister ausdrückt und dann erklärt, daß der Verwesenden klar zu machen, daß sie trotz der Anwesenheit der Vertrag mit der Innung von den Berliner Bäckern nur gebilligt sei in bandsvertreter tun und lassen könnten was sie wollten, gerade bei der Erwartung, daß die Versprechungen der Innung, ihn strikte deren Anwesenheit könnten sie ihre Beschwerden vorbringen. zu halten usw., auch ehrlich erfüllt würden. Die Resolution wendet chumann vom Zentrualverband erklärte, daß er auf Wunsch des sich dann gegen die Gelben" und sagt weiter:" Die Vorgänge der Vereins Berliner Hausdiener den Saal verlassen werde. Die Ablegten Zeit, besonders die Hintergehungen und Schiebungen in ftimmung ergab, daß die Majorität für die Anwesenheit war, was der Arbeitsvermittelung, die heute zur Evidenz bewiesen wurden, aber von der Minderheit angezweifelt wurde. Schumann versuchte nunmehr sich verständlich zu machen, der Tumult, welcher hauptsächlich von einer bestimmten Gruppe inszeniert wurde, nahm aber solche Dimensionen an, daß Schumann von seinem Vorhaben Abstand nehmen mußte und den Saal verließ. Der Metallarbeiterstreik in Eisenach beendet. Die Versammlung der streitenden Arbeiter der Fahrzeugfabrit Eisenach in Eisenach hat am Sonntag, den 23. d. Mts., beschlossen, die zwischen Direktion und Arbeiterkommission vereinbarten Einigungsbedingungen anzuerkennen und am Montag, den 24. d. Mts., früh die Arbeit anzufangen. Nach den Einigungsbesonders aber die Hinweise auf dem vom Meister- Gesellen- Verein bedingungen treten sämtliche streitende Arbeiter in ihre alten AbBentrum herausgegebenen Plakat, welches eine Bevorzugung der teilungen wieder an. Die abgezogenen Schadenersatzbeträge für Gelben" bei der Arbeitsvermittelung beweist, lassen aber nur den die Arbeitseinstellung ohne Innehaltung der Kündigungszeit Schluß zu, daß man seitens der größten Innung nicht daran denkt, werden zurückgezahlt. Alle Stundenlöhne unter 40 Pf. werden den Vertrag einzuhalten, sondern mit allen Mitteln danach strebt, um 2 Pf. erhöht. Der Stundenlohn soll für Professionisten bis Wappler übernahm es nun, der Versammlung die Gründe die Gesellenschaft zu hintergehen. Die Versammlung erwartet, zu 18 Jahren nicht unter 28 Pf., bis zu 21 Jahren nicht unter darzulegen, welche zu dem Schritt führten, aus dem damaligen daß nunmehr die Innung„ Germania" offen Farbe bekennt. Will 34 Pf. und für ältere nicht unter 38 Pf., für Maschinenarbeiter unterstützungsverein eine moderne Kampforganisation zu machen. sie den abgeschlossenen Vertrag wirklich halten, so müssen sofort und Zuschläger in der Schmiede bis zu 18 Jahren nicht unter Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab der Redner eine Maßregeln getroffen werden, solche Vorgänge( wie heute ge26 Pf., bis 21 Jahren nicht unter 31 Pf. und für ältere nicht unter uebersicht über die Verhandlungen mit dem Verbande sowie mit der Maßregeln getroffen werden, solche Vorgänge( wie heute ge34 Pf. betragen. Ueberzeitarbeit wird bis 8 Uhr abends mit Berliner Gewerkschaftskommission, die zum Anschlusse an lettere schildert) für alle Zeit unmöglich zu machen. Tut die Innung das 15 Proz. vom Stundenlohn, Nacht, Sonn- und Feiertagsarbeit führten, jedoch unter der Voraussetzung, daß der Verein Berliner nicht, dann bleibt dem Gesellenausschuß nur der Glaube übrig, wird mit 25 Proz. vom Stundenlohn als Zuschlag entschädigt. Hausdiener innerhalb zweier Jahre seinen Anschluß an den Verband daß man seitens der Innung nur auf den günstigen Zeitpunkt wartet, um den Vertrag auch offiziell zu brechen. Angesichts aller Nachtarbeit beginnt abends 8 Uhr. Wenn Akkordarbeiten durch der Transportarbeiter vollziehe. In einer früheren Versammlung dieser Tatsachen erwartet die Versammlung, daß der Deutsche hervortretende Fehler nicht fertiggestellt werden können, wird die stimmten unsere Mitglieder dieser Forderung zu. verwendete Arbeitszeit mit dem um 25 Proz. erhöhten Stunden- des Vereins und des Verbandes sind nun der Einladung des Aus- Bäckerverband alle Borbereitungen trifft, um derartigen Innungsstreichen gerüstet entgegentreten zu können." Zum Schluß berJohn entschädigt. Dasselbe geschieht bei den Arbeiten, wobei ein schusses gefolgt und haben die Bedingungen festgesetzt. Affordpreis nicht vereinbart werden kann; ebenso bei Re- In der Diskussion sprach als erster Bewig gegen den Anschluß, pflichtet die Resolution alle noch nicht organisierten Kollegen zum paraturen. Abschlag auf Affordarbeiten fann bis zu 30 Pro3. er ist der Ansicht, daß es den Beamten und Vorstandsmitgliedern Anschluß an den Deutschen Bäckerverband. über den Stundenlohn ausgezahlt werden, wenn der Betrag ver- nur darum zu tun ist, eine Lebensstellung zu erhalten. Schmahl dient ist. Akkordpreisverzeichnisse werden mit Tinte oder Schreib- weist dies entschieden zurück, man solle nicht die Person in den maschine geschrieben und zur Einsichtnahme ausgelegt. Vordergrund stellen, die Sache selbst müßte jedem höher stehen. Die Firma tam erst nach neun Wochen und zwei Tagen Durch die Hinausweisung der Verbandsvertreter hätte man doku Streik dazu, diefe Forderungen der Arbeiter zu erfüllen. Der Ver- mentiert, daß man befürchte, die Vernunft könne in die Köpfe lust der Firma beträgt Hunderttausende von Mart. Dieser Schaden hineinziehen, wenn dieselben zu Worte fämen. George ist eben hätte ihr erspart werden können, wenn sie nicht die Arbeiter vorher falls gegen den Anschluß; man habe den Verein bei der Krankenjahrelang mit Ausreden hingehalten und anstatt dessen die obigen tassenwahl mit den schofelsten Mitteln bekämpft. Zugeständnisse angeboten hätte. Das Resultat wäre aber auch für die Metallarbeiter leichter zu haben gewesen, wenn nicht die Zersplitterung in der Organisation vorhanden gewesen wäre. Die Gewerkvereinsleitung des Gewerkvereins deutscher Maschinenbau- und Metallarbeiter H.-D. weigerte sich, in einen Abteilungsstreit auf dem Werke einzutreten und provozierte dadurch, daß alle Abteilungen in den Streik eintraten, wodurch die Ausdehnung des Streits auf eine längere Zeit hervorgerufen wurde. Die Gewerkvereinsleitung befürchtete durch einen Abteilungsstreit Schaden für ihren Mitgliederstand und für ihre Standhaftigkeit. Wären die Metallarbeiter alle in einer Die Vertreter Schulte tritt für den Anschluß ein, er weist darauf hin, daß die Unternehmer sich immer enger zusammenschließen; es kann der Fall eintreten, daß uns das Koalitionsrecht und allgemeine Wahlrecht genommen wird. Redner weist ferner auf die Vorgänge in Breslau und Nürnberg. Auf Antrag Vergens wird die Nedezeit auf 10 Minuten festgesetzt. Schmidt ist gegen den Anschluß. Er kann nicht begreifen, daß die Führer früher so start gegen den Anschluß gefämpft haben, jebt sich eben so warm dafür ins Zeug legen, er vermutet, daß es denselben nur um gute Stellen zu tun ist. Wenn wir erst angeschlossen sind, dann wird man die Henne totschlagen, die die goldenen Eier legt. Vor allen Dingen ist der Der Verein der Zimmerer nahm in seiner MitgliederversammTung am Sonntag einen Vortrag des Genossen Rieger entgegen. Der Redner besprach die bekannten Polizeitaten in Breslau, und Nürnberg und zeigte im Hinblick auf diese und andere Vorkommnisse der letzten Zeit, wie rechtlos die Arbeiter in der heutigen Gesellschaft sind. Zum Schluß bemerkte der Redner, auf die Handlungsweise der Polizei in Breslau und Nürnberg hätten die Arbeiter mit einem lofalen Generalstreit antworten müssen. Wenn Handel und Industrie völlig zum Stillstand gebracht würde, dann käme der Bourgeoisie zum Bewußtsein, daß sie ein Interesse daran habe, daß die Wiederholung solcher Gewalttaten verhindert werden müsse. In Nürnberg würde sich ein Generalstreit leicht haben durchführen lassen, denn auch die Sympathie der bürgerlichen Kreise würde demselben zur Seite gestanden haben, da sich ja die Angriffe der Polizei Die auch gegen Angehörige des Bürgertums gerichtet hätten. Diskussionsredner stimmten in der scharfen Berurteilung des preußisch- deutschen Polizeiregiments mit dem Referenten volle kommen überein. Vermischtes. Das Drama im Tanzsaal. Einen jähen Abschluß fand ein fröhliches Tanzvergnügen, das im großen Saale der„ Walhalla" in Rathenow stattgefunden hatte. Während sich die Paare in einem flotten Walzer bewegten, trachte plötzlich ein Schuß und einer der Teilnehmer stürzte leblos zu Boden. Es war der 18jährige Tischler Ernst Peters, der sich eine Revolverkugel in die Schläfe gejagt hatte. Noch während man den jungen Mann aus dem Saale trug, starb er. Liebesgram und Eifersucht hatte den Unglücklichen zu der Tat veranlaßt. Nene Aufgaben in der Bauordnungs- und Ansiedlungsfrage. Eine Eingabe des Deutschen Vereins für Wohnungsreform. Preis 1 M. Verlag Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1906. Eine riesige Korruption wurde im Mannheimer Arbeiterfortbildungsverein aufgedeckt, der bekanntlich nicht von Arbeitern, sondern von einem bürgerlichen Stadtrat und Landtagsabgeordneten W. Breitenbach in Brackwede i. W. 1906. präsidiert wird. Etwa 10 000 m.( 4000 m. der Sparkasse und 6000 Mark des Vereinsvermögens) sind durch den Kassierer, Schneidermeister Peter Kramer( G 7, 32), unterschlagen worden; nur ein Pfandschein im Betrage von 500 m. und etwa 30 M. bares Geld sind noch vorhanden. Die Unterschlagungen sollen seit etwa 10 Jahren her datieren. Am Sonnabendabend wurden die Hauptgeschädigten der Sparkasse( ein Sattlermeister einer Mannheimer Fabrik soll etwa 1400 M. einbüßen) zu einer Besprechung eingeladen, wo man diese Leute beschwichtigen wollte. Der Kassierer Kramer ist verhaftet worden. Ernst Haeckel, Monismus und Naturgeset. Erstes Heft der Flugschriften des Deutschen Monistenbundes". Preis 80 Pf. Verlag von Dr. IIa 67-76. G. Tschirn. Die Moral ohne Gott. Vortrag zur Jubiläumsfeier des| Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 4,25-4,50. Butter deutschen Freidenker- Bundes 1906. Neuer Frankfurter Verlag, G. m. 6. H. per 100 Bjd. Ia 124--126, IIa 118-120, IIIa 112-116, abfallende 95-110. Frankfurt a. M. Sauve Gurten Schock 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln Rechenschaftsbericht und Rechnungsabschlüsse. Zentralverband der per 100 Bjund magnum bonum 2-2,25, Dabersche 2-2,25, Glasarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Für die Zeit vom 1. April Rosen 1,50-1,75, neue runde 4-5. 1,75-2,00, Salatkartoffeln 1905 bis zum 1. Juli 1906. Drud Janiszewski, Berlin SO. Spinat per 100 Pfd. 5,00-10,00. Starotten per Schodbund 2,00-3,00. Neunter Jahresbericht des Arbeiterfekretariats nebst Bericht der Sellerie, hiesige, per Schod 1,50-6,00. do. pommersche 4-6,00. Zwiebeln do. Kleine 2,75-3,25. do. hiesige( Berl) Bereinigten Gewerkschaften Stuttgarts 35 Seiten. Selbstverlag der Ver- große, per 100 Pfd. 3,25-4,50. 30-50. Charlotten 50-60. Beterfilie, grün, Schockbd. 1,25. Kohlrabi per einigten Gewerkschaften Stuttgarts. Norddeutscher Bolts- Kalender für das Jahr 1907. Verlag von Schock 0,75-1,00. Rettig, bayr., pr. Schod 2,40-4,80. Radieschen per Chr. Haase u. Co., Stiel. Schock- Bd. 0,60-0,80. Salat, pr. Schock 1,50-1,75. Bohnen, grüne, per 100 Pfund 8-12. Wachsbohnen 8-15. Schoten per 100 Pfund 00-00. Pfefferlinge pr. 100 Pfd. 10-12. Mohrrüben pr. 100 Bfd. 2-3. Teltower Rüben p. 100 Pfd. 8-12. Blumenkohl p. Mandel 1,50-2,50. do. Rotkohl Erfurter, Kopf 0,25-0,30. Wirsingkohl per Schock 4,00-7,00. pr. Schock 3,00-7,00. Weißkohl pr. Schock 2,00-5,00. Rosenkohl pr. 100 Bfd. 30-35. Steinpilze p. 100 Pfd. 0,00. Gurken, Zerbster, Schock 0,00. do. Einleges, Schock 1,50-1,75, do. Rothenburger 1,50-2,00, do. Liegniter 0,00. do. Einlege-( Senf-) 8-18. Kohlrüben, Schock 3-4,00. Tomaten, hiesige 100 Pfd. 10-15. Kürbis 3. Birnen, ital. per 100% fd. 0,00, hiesige 3-20, Tiroler Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen 20-35, böhmische 4-18, Rettig- 0,00. Aepfel, ungar., per 100 Pfd. 0,00, ital. Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 71-76 pr. 100 Bid., 10-15, hiesige 7-15, Gravensteiner 12-18, Tiroler 15-30. Breißelbeeren a 65-70, IIIa 60-64, IVa 54-58. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, 0,00, schwedische 18-23. Wallnüsse per Schod 1,00-1,50. Pflaumen, per la 82-88, IIa 72-81, IIIa 62-71, boll. 55-60. Hammelfleisch la 77-82 100 Bid., hiesige 3-5, Serben 4-8, Badenser 0,00, Böhmische 4-6. IIa 0,60-0,75. Rotwild Ia 0,48-0,59, IIa 0,00-0,00. Damwild 0,55-0,63. 200 Stüd 0,00, 420 Stüd, flein 12,00-15,00, 500 Stüd, flein 13-15. Schweinefleisch 67-74. Nebböcke Ia per Pfd. 0,80-1,07, Zitronen, Messina 300 Stüd 19,00-25,00, 360 Stüd 12,50-22,00, Wildschweine per Pfund 0,44. Frischlinge 0,00. Kaninchen per Stück Pfirsiche, Werdersche per 100 Pfd. 10-35, Tiroler 50, frz. 0,00, italien. 0,60-1,00. Wildenten per Stüd 1,30-1,65. Rebhühner, junge Ia 1,20--1,40, Ia Stifte 0,00, do. IIa Stifte 0,00, do. IIIa Stifte 0,00, do. in Körben junge IIa 0,90-1,15, alte 0,50-0,90, junge fleine 0,50-0,70. Hübner, alte per Stüd 1,60-2,45, alte II a 0,90-1,50, junge per Stüd 0,80-1,80. per 100 Pfd. 50-55. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin Tauben, junge per Stück 0,40-0,48, alte 0,00. Enten, junge per Stüd und Vororte. Versammlung am Donnerstag, den 27. d. Mts., abends 1,60-2,25, alte per Stüd 0,00. Hamburger, junge per Stüd 3,00. Bänie, 92 Uhr, Rosenthalerstr. 11/12. Ia per Pfund 0,52-0,62, IIa 0,45-0,51, Hamburger, junge 0,65, Zweigvercin Rirdorf. Donnerstag, den 27. September, abends 9%, Uhr, Ia per Stüd 3,00-4,00, IIa 1,30-2,80. Boulets per Stüd 1,30-1,60, 29itterungsübersicht vom 26. September 1906, morgens 8 Ilhe. bei Schmidt, Berlinerstr. 14: Mitgliederversammlung. 86-90. Hechte per 100 ẞfd. Bander 00-00. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmacher- Alland 00-00. Schleie 124-131. Male, groß 81-84, mittel Blößen, matt 00,00. Gehülfen. Donnerstag, den 27. d. M., abends 10 Uhr, im Lofale Schilling- 00-00, flein mittel 00-00, unfortiert 67-70. 55er Galizier 00-00, 50er Laufiber 00-00, Stationen Starpfen, 30er 0,00, straße 36: Mitgliederversammlung. 45er Schlesische 75-77. Barse, matt 56-67, flein 00-00. Starauschen 00-00. do. flein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 41-50, matt 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer per 100 Pfd. 110-130, do. IIa neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,50, Danziger, Wall Swinemde 770 NNW 3 Regen 0,70-0,90. Flundern, pommersche Ia, per Schock 9,00, do. pommersche Hamburg 775 WSW IIa 2-4, Kieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Siste Berlin Bücklinge, per Ball Kieler 3-3,50, Franfj.a. M. 776 DSD 2-3, do. flein per Rifte 0,00. 776 Stralsunder 3,50-4. Aale, groß per Bid. 1,10-1,50, mittelgroß 0,80-1,00, München flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Kifte 3,00, Bien 774 NW do.%, Kifte 2. Stabliau, per 100 Pfd. 20-30. Heilbutt 00. Sardellen, 1902er Wetter- Prognose für Donnerstag, den 27. September 1906. per Anker 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Vollberinge 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Ein wenig wärmer, ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und Heringe, neue Matjes, per 2 To. 60-120. Hummern, fl., per Pfd. 0,00-0,00. mäßigen westlichen Winden. Krebse, per Schock, große 14, mittel 0,00, fleine 0,00, unjort. 4,50-5,00. Eingegangene Druckfchriften. Von der„ Neuen Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift, Heraus geber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun( Verlag: Berlin W. 15. Preis für das Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M.) ist foeben das 39. Hest erschienen. Sammlung Straube. Heft 3. Kalfberge- Rüdersdorf. Bearbeitet von Dr. Gustav Albrecht, Verlag Julius Straube, Berlin SW. 13. Geschäftsbericht der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend für das 7. Geschäftsjahr 1905/1906. Berlagsanstalt Paul Singer u. 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Doch nicht nur die einzelnen Frauen leiden unter diesem Zustand, auch die Gesundheit wird dadurch aufs schwerste bedroht. Ueberall da, wo die produttive Arbeit, besonders die in Fabriken und die in der Hausindustrie, große Scharen von verheirateten Frauen und Müttern in ihre Getriebe gezogen hat, zeigt nicht nur die Kindersterblichkeit erschreckend hohe Zahlen, sondern, was fast noch schlimmer ist, die Mehrzahl der überlebenden Kinder ist schwächlich, ja oft genug zu lebenslänglichem Siechtum berurteilt. In Sachsen z. B. steht die Kindersterblichkeit, nach Bezirken betrachtet, in geradem Verhältnis zum Umfang der Frauenarbeit in den Fabriken. Die Amtshauptmannschaft Chemnitz mit ihrer stark induſtriellen Bevölkerung und sehr ausgebreiteten Frauenarbeit steht hoch obenan. Von 100 Kindern im ersten Lebensjahre starben in Dresden 20,7, in Leipzig 23,7, in der Stadt Chemnitz 34,2, in der Amtshauptmannschaft Chemniz 39,2. Chemnitz steht mit Bezug auf die Kindersterblichkeit an zweiter Stelle in ganz Europa. Und wer mit offenem Auge sächsischthüringische Tertilfabrikations- und Hausindustriebezirke bereist hat, der vergißt die rhachitischen Kindergestalten, die graugelben Gefichtchen, die ihm dort überall begegnen, nie wieder. Die Einsicht in die schweren degenerativen Wirkungen der Erwerbsarbeit solcher Frauen, die zugleich Hausfrauen und Mütter sind, hat Politiker der verschiedensten Parteirichtungen dazu veranlaßt, ein Serbot der eheweiblichen Fabrikarbeit zu verlangen. Kürzlich ist von anderer Seite der Vorschlag einer Halbtagsbeschäftigung der verheirateten Frauen gemacht worden. sehen in der immer weiter um sich greifenden Frauenarbeit nur Wir können uns diesen Vorschlägen nicht anschließen. Wir den Ausdruck eines Gesezes, das allem Fortschritt in Natur- und Menschenwelt zugrunde liegt, des Gesetzes der Arbeitsteilung. Durch fie ist der Frau von ihrer früheren produktiven Arbeit im Hause ein Gebiet nach dem anderen entrissen worden, so daß die Hausarbeit allmählich ihren früheren wirtschaftlichen Wert verloren hat, und die Frau gezwungen wurde, außer dem Hause produktiv tätig zu sein. Es ist deshalb ein ebenso vergebliches wie unvernünftiges Bemühen, die Frauen durch irgend welche Verbote in die ungeteilte Hleinbetriebliche Hausarbeit zurückbannen zu wollen. Die Frauenarbeit ist zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit geworden, und ein Verbot der Frauenarbeit in der Fabrikindustrie würde nur eine vermehrte Abwanderung in die ungeschüßten Gebiete der Heimarbeit zur Folge haben. Daß eine solche Einschränkung der Frauen arbeit auch aus anderen Gründen nicht wünschenswert wäre, darauf fann ich hier nicht näher eingehen. Lasten der Mutterschaft erleichtern. billig Fleisch und Blu Ides Betriebes oder in der Arbeitsmethode liegt. Nach dem Wortlaut Viertel des Lohnes und eine Schwangerinnenunterstüßung. Dades Fraktionsbeschlusses müßte das Arbeiten an der Nähmaschine für muß mehr wie bisher in den Kreisen der weiblichen Kassenfür die Frau überhaupt verboten werden. Alle Aerzte sind sich dar- mitglieder agitiert werden. Hier haben sie einmal das Wahlrecht, über einig, daß das Maschinennähen, selbst wenn es nicht lange an- leider nußen sie es heute biel zu wenig aus.( Sehr richtig!) dauert, schädigend für die Frau ist. Abgesehen davon, daß es aus. Sie könnten sonst gegen manche Unfitte bei den Krankenkassen vora geschlossen ist, die Frau völlig von der Nähmaschine abzuschließen, gehen. So dagegen, daß den Vätern unehelicher Kinder die Unterist es flar, daß die Schädigung im Fußbetrieb der Nähmaschine liegt. ftüßung, die den Mädchen gegeben ist, abgezogen wird. Das ist Das Unternehmertum halt an den Kukbetriebsmaschinen nur fest, eine ganz unsinnige Praxis. Von seiten der Moralpfaffen wird weil Dampftraft teuer ist und fie natürlich damit begründet, daß, wenn das nicht geschieht, darin ein Ansporn zu unehelichen Geburten liege.( Lachen.) Bei den Forderungen an die Kommunen brauche ich mich nicht lange aufzuhalten: Mit den Säuglingsheimen, wie wir sie unter anderem verlangen, sind auch von privater Seite schon Anfänge gemacht. So gibt es bei Dresden eine sehr gute solche Einrichtung, von einem Arzt begründet, in das auch die Krankenkassen Säuglinge schicken. Die Stillprämie habe ich schon gestreift. Prämie von 25 M. nach einem halben Jahre, wie Mayet sie fordert, Mit der Fußnähmaschine sind die gefährlichen Arbeitsmethoden ist allerdings viel zu gering. Am besten ist, wie gesagt, die Einnicht erschöpft. Nach Dr. Leppmann ist die Liegedruckpresse, die beziehung der Prämien in die Krankenversicherung. Ganz beBuchbindereien und Luruspapierfabriken gebraucht wird, gleichfalls sonders im argen liegt die Milchbeschaffung für die Kleinen. besonders gefährlich. Selbst die sogenannte teure Kindermilch" ist manchmal im Sommer ganz verdorben. In Leipzig hat ein Gerichtschemiker bei einer Gerichtsverhandlung erklärt, der verdorbene Zustand einer Milch sei nicht strafbare Schuld des Milchlieferanten, da er nur herbeigeführt sei infolge des in Mitteldeutschland üblichen Zufazes von Kuhmist.( Hört! hört!) ( Sehr wahr!) Hier muß die Gesetzgebung die rückständige Arbeitsmethode verbieten. Auch die geierfschaftliche Agitation müßte diese Forderung mehr hervorheben. Ich verhehle mir nicht, daß die Durch führung einer solchen Bestimmung die Heimarbeit wieder begünstigen würde. Aber um so energischer müßten die Gewerkschaften die Einführung von Betriebsterfstätten fordern. weisen. mit Preisen bedacht. Eine Diese Forderungen stellen wir für alle Frauen, ob sie Mutter sind oder nicht. Sie sind vorbeugender Mutterschuh. Gerade die heranwachsenden Mädchen, die aus der Schule entlassen sind, müssen vor leberarbeit geschützt werden. Für sie sind acht Stunden Arbeit noch zu viel. Gerade im Entwickelungsalter werden die Keime zu Unterleibskrankheiten gelegt. Vom Staate verlangen wir außer den genannten Beiträgen Wenden wir uns nun zu den Forderungen, die wir speziell für Aufklärungsarbeit: Obligatorischen Unterricht in der SäuglingsSchwangere und Wöchnerinnen erheben. Wir wünschen als Ston- pflege in den obligatorischen Fortbildungsschulen und die Versequenz der Krankenkassennovelle von 1903, die eine Wöchnerinnen- breitung von Merkblättern. Denn in der Säuglingspflege wird unterstüßung von sechs Wochen vorsieht, ein absolutes Arbeite ja nicht durch Armut, sondern auch durch Unwissenheit gefündigt. verbot von sechs Wochen für die Wöchnerinnen. Wir verlangen Ammenmärchen und Großmutterweisheiten richten viel Schaden weiter, daß das Recht der fündigungslosen Einstellung der Arbeit an und können durch diese vom Standesbeamten zu verbreitenden von vier Wochen auf acht Wochen vor der Niederkunft ausgedehnt Merkblätter bekämpft werden. wird. Von der Krankenversicherung verlangen wir die obligatorische Wenn wir zum Schlusse unsere Forderungen zugunsten eines Gewährung einer Schwangerenunterstüßung, die das Kranken- vernünftigen Mutterschutzes überblicken, so müssen wir doch ge= versicherungsgesetz bis jetzt in das freie Ermessen der Kassen stellt stehen, daß sie nur den Wert von Mindestforderungen. im Falle der durch die Schwangerschaft verursachten Erwerbs- haben. Die Erfüllung dieser Forderungen räumt nur die losigkeit auf die Dauer von acht Wochen, falls die Schwangere ge- schlimmsten Schäden weg und sucht nur die drückendsten Lasten willt ist, die Arbeit aufzugeben. Am liebsten wünschte ich das Ver- zu erleichtern. Trotzdem ist uns wohl allen klar, daß selbst diese bot der Arbeit Schwangerer während der letzten zwei Monate.( Sehr Mindestforderungen heute auf große Schwierigkeiten und Widerrichtig!) Wenn ich nur wüßte, wie die Kontrolle durchzuführen stände stoßen werden. Es ist eine fennzeichnende Eigenschaft ist, da der Zeitpunkt der Geburt nicht vorher genau festzustellen ist unserer tapitalistischen Gesellschaftsordnung, daß sie die Sachen und wesentliche Verrechnungen vorkommen. Eine Enquete franzöQualität der Nachkommenschaft die Arbeit in den letzten Monaten chemie angewendet, denn da macht sich die angewandte Sorgfalt fischer Aerzte hat ergeben, welchen ungünstigen Einfluß auf die höher wertet als die Personen. Für die Viehzucht werden die meisten Errungenschaften der Hygiene und der Nahrungsmittelder Schwangerschaft ausübt. Die zweite Forderung, die wir stellen, in flingender Münze bezahlt. Die Heranziehung einer kraftvollen ist die freier Hebammendienste und freier Gewährung der Arzt Generation bringt aber nichts ein, wozu also daran arbeiten? pflege bei Echivangerschaftsbeschwerden. Wir verlangen das als obligatorische gesetzliche Leistung und nicht wie bisher als eine, die die schnellsten Pferde, die milchreichsten Kühe, die schönsten und im freien Belieben der Stranfenfassen steht. Mayet ist der An- tüchtigsten Hunde gezüchtet werden, werden sie gerühmt und schauung, daß durch Anstellung von Sassenhebammen günstige hygienische Erfolge erzielt werden könnten, da jetzt die Hebammen, wo aber ist der Stolz geblieben, den die Völker des Altertums von den Nährpräparatfabrikanten gewonnen, vielfach vom Stillen barein feßten, einen schönen und träftigen Volksnachwuchs zu er abrieten. ziehen? Heute redet man viel von der Züchtung des UeberWas die Wöchnerinnenunterstübung angeht, so bin ich zunächst menschen, aber die Menschen läßt man verkommen. Es ist auch nicht über die Münchener Beschlüsse hinausgegangen. Nur wünsche hier notwendig, fich klar zu machen und es auch in der Agitation ich, daß die Krankenkassen die Unterstützungsfrist für stillende Mütter auf 13 Wochen verlängern. Uebt das eine hygienisch günstige au bekennen, daß ein wirklich umfassender und gründlicher MutterWirkung aus, so gehen die Kassen vielleicht weiter, und die Ktom- schuß erst auf dem Boden einer Gesellschaftsordnung wachsen kann, munen sehen vielleicht Stillprämien aus. Das wäre um so not- in der die Menschen über den Sachen stehen, in einer GesellschaftsEs gilt den Uebergangszustand, in dem wir uns heute befinden, wendiger, als das Stillen der Kinder immer mehr abfommt. 1890 ordnung, in der der Nationalreichtum nicht nach Einfuhr und nicht aufzuhalten, sondern eher zu beschleunigen, um seine Leiden wurden in Berlin noch 590 von 1000, 1895 nur noch 446 und 1900 Ausfuhr, nach Kapitalbesiz und Einkommensteuer berechnet wird, für die Frauen abzukürzen und seine Gefahren für die kommende gar nur 332 Stinder von 1000 gestift. Aehnlich liegt es nach der sondern nach der förperlichen und geistigen Beschaffenheit ihrer Generation zu verringern. Bürger.( Lebhafter Beifall.) In einer solchen GesellschaftsStatistit in Baden. In Leipzig wurden nach einer Enquete von Es gilt erstens: Die Frauenarbeit auf gefeßlichem und ge- 1904 12 Broz. der Kinder, die ursprünglich gestillt wurden, später hinter der Produktion toter Waren zurückstehen und unter ihr verordnung wird die Produktion lebendiger Menschen nicht mehr werkschaftlichem Wege so zu gestalten, daß sie Arbeiterinnen nicht fünstlich genährt, weil die Mütter zur Arbeit zurückkehren mußten. kümmern, sie wird vielmehr als die höchste gesellschaftliche Leistung förperlich und geistig schädigt und sie daran hindert, gesunde Mütter leber die hygienisch sehr bedenklichen Folgen dieser Entwickelung gewertet werden. Der Sozialismus, sagt Bebel, ist die mit klarem gesunder Kinder zu werden. find sich alle Aerzte einig. Die Brustkinder zeigen gegen Tod und Zweitens: Mit daran zu arbeiten, daß den Frauen durch Krankheit eine vielfach größere Widerstandskraft, Auf die Brust- Bewußtsein und voller Erkenntnis auf allen Gebieten menschlicher weiter fortschreitende Arbeitsteilung noch zahlreiche Arbeiten in gestillten entfiel in Berlin nach der letzten Zählung etwa ein Drittel. Tätigkeit angewandte Wissenschaft. Der Sozialismus allein wird Haus und Familie abgenommen werden. Unter den Todesfällen aber machten sie nur 3 bis 5 Proz. aus. auch die Möglichkeit schaffen, daß alle Errungenschaften und ErDrittens: Einrichtungen zu schaffen, die den Frauen die Selbst im späteren Leben bis hinauf zur Diensttauglichkeit ließ sich fahrungen der Wissenschaft Anwendung finden auf die wichtigste Die Ablösung hauswirtschaftlicher und mütterlicher Tätigkeit die gesundheitliche Ueberlegenheit der Brustfinder zwingend nach- menschliche Tätigkeit, die Hervorbringung und Heranziehung eines förperlich gefunden und schönen und geistig leistungsfähigen burch Verselbständigung und durch kommunale oder genossenschaftliche Einrichtungen erwähne ich hier nur der Vollständigkeit halber. Mindern eine größere. Die Einbeziehung einer Unterstützung für Sogar die Leistungsfähigkeit in der Schule sei bei diesen Menschengeschlechts.( Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Die Rednerin schlägt folgende Resolution vor: Was zunächst die Beeinflussung der Arbeitsverhältnisse der Arbeiterinnen anlangt, so halte ich die Fassung des Frattions. Stillende in die Krankenversicherung ist also jedenfalls gerechtantrages bon 1901 nicht für ganz glüdlich:" Arbeiterinnen dürfen fertigt. Eine Erhöhung der Unterstüßungsfäße ist selbstverständnicht beschäftigt werden bei solchen Arbeiten, die besonders dem ich auf die volle Höhe des Lohnes geboten. Ebenso verlangen wir weiblichen Organismus schädlich sind." Das ist sehr unbestimmt. seit langem die obligatorische Ausdehnung der Unterstützung auf Nur wenige Arbeiten sind an sich ungesund, meist werden sie es die Frauen der Mitglieder. Leider ist in bezug auf diese Bes erst durch ihre Dauer oder das Verfahren. Da müssen Unter- ftiminung in das Gesetz durch die Bummelei der Abgeordneten bei der letzten Novelle der Krankenversicherung eine Verschlechterung schiede gemacht werden. hineingekommen, so daß die Kaffen jetzt nicht mehr das Recht haben, den Frauen der Mitglieder Wöchnerinnenunterstüßung zu gewähren. Sie dürfen nur noch Schwangerenunterstüßung leisten. Forderung des Achtstundentages gestellt. Denn auch an fich ungefährliche Arbeiten wirken gefährlich Diese Tatsache ist wieder ein flarer Beweis für die Notwendigkeit des Frauenstimmrechts.( Sehr wahr!) Wären Frauen in der burch ihre Dauer. Die einseitige Körperhaltung, die langsame In- Kommission gewesen, wäre ein solches Versehen nicht möglich ge= anspruchnahme derselben Muskelpartien ruft Erkrankungen hervor. Das Siten ruft Tuberkulose und Blutarmut hervor und Blut- wesen. Eine weitere selbstverständliche Forderung ist die Ausdehnung stodungen in den Unterleibsorganen. Davon bedroht find die der Krankenversicherung auf alle Lohnarbeiterinnen, also auch Näherinnen, Stickerinnen, Blumenarbeiterinnen und Kontoristinnen. Das anhaltende Stehen wieder ist besonders bei noch un- auf die in der Landwirtschaft tätigen Frauen, sowie auf die Heimvollendetem Wachstum gefährlich: plattes Beden, Birkulations arbeiterinnen. Eine Dresdener Genoffin, Heimarbeiterin, störungen, geschwollene Füße können die Folge sein. Andererseits gibt es Arbeiten, die an und für sich schädlich sind, deren Schäd lichkeit aber bei furzer Tauer noch zu ertragen ist, zum Beispiel von denen 5 noch leben, erzählte mir, daß, wenn die Hebamme Arbeiten in geschlossenen, mit Dunst und Staub erfüllten Räumen. Das Haus verlassen hatte, die Mutter ihr den Arbeitsschemel ( Bewegung.) Bekannt ist ja auch das Kinderelend Eine zehn bis elfstündige Erwerbsarbeit führt unter allen Um- unterschob. ständen zu leberanstrengungen, auch wenn sie leicht ist, falls für der Dienstboten, wie es besonders von Klara Viebig geschildert ist. Wir denken uns die Mutterschaftsversicherung nicht als bedie Arbeitenden noch Mutterpflichten hinzutreten. So ist der Achtsonderen Versicherungszweig, sondern als Teil der Krankenstundentag die Kardinalforderung des Mutterschutzes. Ein Verbot der Frauenarbeit würde ich nur für solche Be- versicherung. Von einer ungerechten Belastung der Krankenkassenschäftigungen fordern, die ihrer ganzen Natur nach für Mutter und mitglieder durch die Einfügung der Mutterschaftsversicherung kann Kind schädlich sind, so die Verarbeitung giftiger Stoffe und Arbeiten, feine Rede sein. Hat doch jedes Kind wie seine Mutter so auch die mit besonderer Störperanstrengung verbunden sind, wie Mörtel- seinen Bater; daher ist es ganz berechtigt, wenn auch die Männer und Ziegeltragen. Von gewerblichen Giften kommen besonders Blei, in ihrer Gesamtheit zu den Lasten dieser Versicherung herangezogen werden. Durch eine besondere Versicherung würde man die Quedsilber, Kupfer, Schwefelfohlenstoff, Anilin in Betracht. Lepp: mann nennt 111 Industriezweige, in denen Bleivergiftungen vor- Leistung gerade denen aufbürden, die sie nicht tragen können, einem kommen. Auch das ungeborene Kind wird durch das Blei, das die kleinen Kreis von Frauen. Es wären einfach Sparpfennige oder Mutter aufnimmt, aufs schwerste geschädigt. Man hat Blei in der das System der bürgerlichen Lebensversicherung, das übrigens sehr Blagenta und in der Milch der Frauen nachgewiesen; Fehlgeburien fomplizierte Geburtenfrequenz- Berechnungen notwendig macht. find häufig. Das Quecksilber scheint ebenso gefährlich zu sein, doch Gliedert man dagegen die Mutterschaftsversicherung den Krankenwird es lange nicht in dem Maße wie das Blei verwendet. Nach tassen an, so genügt die ganz einfache Berechnung von Molkenbuhr Hirt beträgt die Kindersterblichkeit 65 Proz. Ueber die Schädigung in der" Gleichheit", daß je 18 Beitragszahler für einen GeburtenDie fall aufzukommen haben. Das würde feine allzu erhebliche durch den Tabak ist man sich noch nicht ganz im flaren. Jedenfalls Fabrikinspektoren haben eine enorme Kindersterblichkeit in Fa. Steigerung der Kassenbeiträge notwendig machen. milien, die Tabat verarbeiten, festgestellt. Leppmann aber meint fönnte man durch eine Verwaltungsreform der Krankenkassen diese Erscheinung darauf zurüdführen zu können, daß befenders Busammenlegung der Versicherungszweige, Zentralisation und häufig schwächliche Personen die Tabalarbeit wählen, daß also hier zwangsweise allgemeine Einführung der Ortsfrankenkassen, stärkere Eine Heranziehung der Unfallversicherung zu den durch sie entstehenden bereits eine ungünstige Auswahl der Eltern vorliegt. viel mehr sparen, als die Mutterschaftsversicherung Dresdener Tabatarbeiterin meinte zu mir, daß die Tabakgefahr Soften usw. übertrieben sei. Jedenfalls wage ich nicht zu entscheiden, ob es foftet. Auch verlangen wir einen Staatszuschuß, da der Staat richtig ist, hier ein Verbot der Frauenarbeit zu verlangen, eine sehr ein natürliches Interesse an der Gesundheit seiner Bürger hat. einschneidende Maßregel, da wir schon 1895 70 000 Zabaf. Schließlich würden die Krankenkassen auch an anderen Krantenarbeiterinnen hatten. In den Gummifabriken ist die Verwendung ausgaben sparen können. Die Unterleibskrankheiten der Frauen von Schwefelfohlenstoff die Ursache von Fehlgeburten, von Blut- würden gewiß seltener werden und was man an das Kind in verlusten, von der Unmöglichkeit, zu stillen. Das alles sind Arbeiten, seinem ersten Lebensjahre wendet, das hat sich noch stets im ganzen die ihrer Natur nach den weiblichen Organismus schädigen. Hier Leben ausgemünzt. Das ist alles, das müssen wir uns gestehen, Zukunftsmusik. ist das Verbot der Frauenarbeit zu verlangen. Es muß weiter An die Spike unserer Forderungen habe ich in meine Resolution die Mutter von 20 Kindern, unterschieden werden, ob die Gefahr für die Frau in der Natur Das nächstliegende ist die Erhöhung des Krankengeldes auf drei Schwangeren- und Wöchnerinnenschuh! Je mehr die Teilnahme der Frau am Berufsleben wächst, desto dringender wird die Frage: Wie vereinigt sich die Frauenerwerbsarbeit mit der Mutterschaft? Besonders die proletarische Frau und ihre Kinder leiden schwer durch diese Doppelbelastung; Unterleibserkrankungen, Erschwerung der Schwangerschaften und Entbindungen, Fehl- und Frühgeburten, frühe Sterblichkeit und Siechtum der Kinder haben häufig ihre Ursache in den ungünstigen Einflüssen der Frauenarbeit. Der Weg einer Einschränkung( Halbtagsschicht) oder gar eines Verbots der Arbeit verheirateter Frauen ist für uns nicht gangbar. Die Arbeiterfrauen greifen nicht zum Vergnügen zur Lohnarbeit, sondern aus wirtschaftlicher Not, und eine Erschwerung oder ein Verbot der Arbeit außer dem Hause würde die Frau nur noch viel mehr in die ungeschütten Gebiete der Heimarbeit treiben. Ferner aber würden die unehelichen Mütter und Kinder, die den genannten Gefahren ohnehin schon in erhöhtem Grade ausgesetzt sind, ohne Schuß bleiben. Und schließlich sind wir überhaupt nicht für eine solche Einschränkung der Frauenarbeit, weil wir in der letzteren den einzigen Weg zur Frauenbefreiung sehen. Für uns kommt nur in Frage: 1. Die Frauenarbeit so zu gestalten, daß sie die Frauen nicht daran hindert, gesunde Mütter gesunder Kinder zu werden, und 2. Einrichtungen zu schaffen, die den Frauen die Last der Mutterschaft erleichtern. Bu 1 fordern wir: I. Einführung des Achtstundentages für alle Arbeiterinnen über 18 Jahre( des Sechsstundentages für die 14 bis 18jährigen), der durch eine stufenweise Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit auf 10, bezw. 9 Stunden für eine turze, gesetzlich bestimmte Uebergangszeit vorbereitet werden kann. Denn jede einseitige Arbeit ist gesundheits. schädlich, wenn sie zu lange dauert. II. Verbot der Beschäftigung von Frauen mit solchen Arbeiten, die ihrer ganzen Beschaffenheit nach die Gesundheit von Mutter und Kind ganz besonders schädigen. Wir denken hier vor allem an Arbeiten, die Vergiftungsgefahren mit sich bringen, an Industriezweige, in denen Blei, Quecksilber, Phosphor, Schwefelfohlenstoff und sonstige Gifte verwendet werden; ferner an Heben und Tragen schwerer Gegenstände und andere speziell den weibe lichen Organismus und die Gesundheit der Nachkommen. schaft gefährdende Arbeiten. III. Berbot folcher Arbeitsmethoden, die den weiblichen Organis mus gefährden, vor allem Ersehung der Maschinen mit Fußbetrieb( Pressen, Heftmaschinen, Näh- und Etid. maschinen) durch solche mit mechanischer Kraft. Wo diese Forderung zu einer Begünstigung der Heimarbeit führen fönnte, wie z. B. in der Konfektionsindustrie, muß dem durch Einrichtung von Betriebswerkstätten vorgebeugt werden. Bu 2 fordern wir: Von der Arbeitsschutzgesetzgebung: I. Das Recht der kündigungslosen Einstellung der Arbeit 8 Wochen vor der Niederkunft. II. Ausdehnung des Arbeitsverbots für Wöchnerinnen auf 8 Wochen, wenn das Kind lebt,- auf 6 Wochen nach Fehlund Lotgeburten, oder falls das Kind innerhalb dieser Frist stirbt. lagen noch nicht geschaffen. Ohne biel statistische Künfte aber könnte man schon jetzt die Hauspflege an Stelle einer Wohltat zu einer gesetzlichen Leistung der Kommunen oder Krankenkassen ausa gebaut werden.( Zustimmung.), schaffen und diese dem kindlichen Wesen gemäß zur Selbständig keit heranbilden soll. Die Konferenz erwartet von den Arbeiter. bertretern in allen öffentlichen Körperschaften, daß sie ständig und planmäßig den Kampf führen auch für diesen Schuß der Kinder gegen Verwahrlosung und Mißhandlung." Es folgt als letter Punkt die Proletarierfrauen leidet an Unterernährung und ist infolge deſſen gar Frau Lehmann- Dresden: Die große Mehrzahl unserer heutigen nicht in der Lage, die Kinder selbst zu stillen. Die Hauptsache ist Beschaffung guter Milch. Wahl einer Zentralvertrauensperson, Das attive Stimmrecht haben die Frauen zwar zur Kranken- Fräulein Baader wird einstimmig wiedergewählt. Kranken- Fräulein versicherung, aber nicht das passive, und das ist die Hauptjache, wodurch die Frauen sich wirklichen Einfluß in den Verwaltungen sichern können. Damit wird die Debatte geschlossen. Frau Zetkin: Wir sind am Schluß unserer Verhandlungen angelangt. Ich danke zunächst unseren ausländischen Gästen und dann den Mannheimer Genossen besonders herzlich für ihre freudige Bereitwilligkeit, mit der sie die Vorbereitungen für unsere Konferenz getroffen haben. Wir können mit Befriedigung auf den Besuch der Konferenz Von der Krankenversicherung: T. Obligatorische Gewährung einer Schwangerenunterstüßung ( die das K.-V.-G. bis jetzt in das freie Ermessen der Kasse stellt) im Fall der durch die Schwangerschaft verursachten Erwerbslosigkeit auf die Dauer von 8 Wochen. II. Freie Gewährung der Hebammendienste und freie arztliche Dunker gegen den Antrag der Genossin Braun, ein direktes VerIn ihrem Schlußwort wendet sich die Referentin Frau Behandlung der Schwangerschaftsbeschwerden. bot der Arbeit schwangerer Arbeiterinnen zu verlangen. Ein III. Ausdehnung der Wöchnerinnenunterſtüßung von 6 auf solches Berbot würde eine Strafe bedingen, falls es nicht eingehalten zurückblicken. Sie hat nicht nur bewiesen, daß unsere Bewegung 8. Wochen, falls das Kind lebt, und, wenn die Mutter wird. Wer soll die Strafe zahlen? Der Unternehmer? Dann an Ausdehnung und Kraft gewonnen hat, nein, auch daß wir unſere fähig und willens ist, ihr Kind selbst zu stillen, auf die würde er die Arbeiterin noch früher entlassen als es nötig wäre, Aufgaben immer besser zu erledigen wissen, daß wir unser ArbeitsDauer von mindestens 13 Wochen; Ausdehnung der und daß etwa die Arbeiterin die Strafe zahlen soll ist ganz unge- feld ganz bedeutend erweitert haben, daß wir uns neue Ziele steden, Krankenkontrolle auf die Zeit von der 8. Woche ab. IV. Erhöhung des Pflegegeldes an Schwangere, Wöchnerinnen stimmen ist. recht, da der Zeitpunkt der Entbindung nicht ganz genau zu be- die alten in besserer und wohlbegründeter Weise wie früher in Was die Aufbringung der Mittel anlangt, so hat Angriff nehmen. Aber, werte Genossinnen, aus dieser Freude über und Stillende für die Dauer der Schußfrist auf die volle Genosin Fürth uns auch keinen besseren Weg mit ihrer Mutter- unsere Fortschritte wollen wir nicht die Berechtigung herleiten, Höhe des durchschnittlichen Tagesverdienstes. schaftsversicherung gezeigt. Ich bleibe dabei, daß es besser ist, die ſtill zu stehen, zu rasten und zu rosten, sondern die Ueberzeugung, V. Obligatorische Ausdehnung der unter I- III angeführten Mutterschaftsversicherung in die Krankenversicherung einzubeziehen. daß wir mit immer größerer Energie unter Einsatz immer größerer Bestimmungen auf die Frauen der Kassenmitglieder. Aufgebracht müssen die Kosten auf jeden Fall werden. Das„ wie" Opferfreudigkeit weiter arbeiten müssen.( Sehr richtig!) Wir VI. Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf alle lohn- der Kostenausbringung gehört in unsere Resolution nicht, das ist gehören nicht umsonst zur Partei der Begehrlichen und wir wollen arbeitenden Frauen, auch die landwirtschaftlichen Arbeite- Sache des Staates. Sehr sympathisch ist mir die Anregung der diese Begehrlichkeit betätigen, indem wir zuerst anfangen, an rinnen, Heimarbeiterinnen und Dienstboten, sowie über- Genossin Fürth, in das Merkblatt die Zurückweisung des Ammen- unserer Bewegung, an uns selbst begehrlich zu sein, indem wir haupt auf alle Frauen, deren jährliches Familieneinkommen märchens aufzunehmen, daß das Stillen durch Alkoholgenuß beffer immer höhere Leistungen von jedem einzelnen von uns, von uns 3000 Mart nicht übersteigt. werde. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Schließlich muß ich selbst und von unserer Bewegung fordern. Das ist ganz besonders noch den Irrtum der Genossin Lehmann richtig stellen, als ob die notwendig im Hinblick auf die Tatsache, daß der Klassenkampf der Frauen nur das aktive Wahlrecht in den Krankenkassen haben. Sie Ausbeuter gegen die Ausgebeuteten sich immer mehr zuspitzt, das haben in der Tat auch das passive Wahlrecht. bedeutet, daß uns immer schwerere Opfer auferlegt werden, immer In der Abstimmung wird hierauf die Resolution unter Ab- beißere, hartnäckigere Kämpfe uns aufgezwungen werden. Diese lehnung aller Abänderungsanträge einstimmig angenommen. können wir nur bestehen, indem wir unablässig bemüht sind zu Der Antrag, das Referat in Broschürenform herauszugeben, agitieren, zu studieren, zu organisieren, wie unser alter Liebknecht wird angenommen. sagte, unsere theoretische Bildung zu vertiefen, unseren Jdealismus, unsere Opferfreudigkeit immer weiter zu steigern und soweit wir Mütter find oder sonst einen Einfluß als Verwandte und Freunde darauf haben, dahin zu wirken, daß in der proletarischen Jugend ein Geschlecht heranwächst, das unsere Arbeit, das Wert, das wir begonnen haben, weiter fortführt.( Rebhafter Beifall.) Die 4. Frauenkonferenz ist geschlossen. Schluß 6 Uhr. Von der Gemeinde: Errichtung von Entbindungsanstalten, Schwangeren-, Wöchnerinnen und Säuglingsheimen, Organisation der Wöchnerinnenhauspflege, Beschaffung guter feimfreier Kindermilch, sowie Gewährung von Stillprämien, so lange diese Periode noch nicht in die Unterstützungsfrist einbezogen ist. Vom Staate: Gewährung von Zuschüssen sowohl an die Krankenkassen als auch an die Gemeinden, damit diese den genannten Mutterschutzforderungen gerecht werden können. Aufklärung der Frauen über die richtige Erfüllung ihrer Mutterpflichten durch Aufnahme der Säuglingspflege in den Schulplan der obligatorischen Fortbildungsschulen. Verteilung von Merkblättern mit Regeln für die Pflege und Ernährung des Säuglings und die Pflege der Wöchne= rinnen seitens der Standesbeamten. In der Diskussion erhält zunächst das Wort werden. Frau Lily Braun- Berlin: Ich halte ein Verbot der Arbeit schwangerer Arbeiterinnen für durchaus geboten. Hätten die Arbeiterinnen nur das Recht", 8 Wochen vor der Entbindung die Arbeit zu verlassen, so würden sie unter den heutigen kapitalistischen Zuständen von diesem Rechte nur wenig Gebrauch machen. Ich bitte Sie daher, in die Resolution die Forderung aufzunehmen: Verbot der Arbeit schwangerer Arbeiterinnen 8 Wochen vor der Entbindung. Eine ungefähre Bestimmung des Zeitpunktes der Entbindung ist möglich, wenn eine Verrechnung vorkommt, was ja häufig passiert, muß die Kasse natürlich verpflichtet sein, für die ganze Zeit der Schwangerschaft Unterstüßung zu zahlen. Die Bestimmung, daß die Kassen nur bei Arbeitslosigkeit der Schwangeren verpflichtet wären, die Unterstüßung zu zahlen, müßte demgemäß gestrichen Ferner bitte ich Sie, nach der 6. Forderung folgendes einzufügen: Die Möglichkeit dieser Leistungen ist zu schaffen durch Vereinheitlichung der Krankenversicherung, Zusammenschluß der Rassen zu fapitalfräftigen Verbänden. Selbstverwaltungsrecht der Versicherten und Zuschüsse vom Staate." Diese Staatszuschüsse find an anderer Stelle erwähnt, gehören aber besser hierher. Ein entsprechender Antrag ist bereits auf der Münchener Konferenz beschlossen worden. Ich bitte Sie, die ausgezeichnete Resolution der Referentin mit meinen Abänderungsanträgen anzunehmen. Auch die Reichstagsfraktion sollte dazu verpflichtet sein, unsere Forderungen zu den ihrigen zu machen. Ihre bisherigen Anträge zeigen sich angesichts dieser Resolution, die alles enthält, was der Gegen= wartsstaat durchführen kann, als durchaus unzureichend.( Lebhafter Beifall.) Frau Webmann- Leipzig führt als weitere ungesunde Tätigfeit für Frauen die Tätigkeit in Gummifabriken an, wo der Schwefelfohlenstoff sehr schädlich auf ihre Konstitution einwirkt. Für ein Verbot der Arbeit Schwangerer bin ich nicht. Leider verHeimlichen heute noch die meisten Arbeiterinnen solange wie möglich den Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft, um möglichst kurze Zeit ohne Arbeit zu sein. Das würde auch bei einem Verbot nicht anders werden. Die Hauptsache ist, daß die Arbeiterinnen aufgeklärter werden, dann werden sie von ihrem Rechte, acht Wochen vor der Entbindung ohne Kündigung die Arbeit zu verlassen, auch Gebrauch machen. Frau Mahn- Magdeburg bedauert, daß die Krankenkassen noch nicht alles leisten fönnen, was sie gerne möchten. Bei der Säug lingspflege durch Frauen, die zur Arbeit gingen, berginge oft die Milch, weil sie nicht rechtzeitig schenken fönnen. Erfreulicherweise sei die ärztliche Säuglingspflege in Magdeburg durchgeführt. Aber Zum letzten Puntt Verschiedenes begründet Frau Lehmann- Dresden folgende Resolution der Dresdener Genoffinnen: In Erwägung, daß die Erwerbsarbeit der Kinder unbedingt zu verwerfen ist, daß aber der körperlichen Arbeit als solcher ein hoher erzieherischer Wert innewohnt, macht die Konferenz fozialdemokratischer Frauen unseren Gemeindevertretern zur zur Pflicht: 1. Darüber zu wachen, daß nicht in öffentlichen oder privaten Wohltätigkeits-, Erziehungs- oder Fürsorgeanstalten unter dem Vorwande pädagogischer 3wede von schulpflichtigen Kindern gewerbliche Arbeit ge. leistet wird; Aus Induftrie und Handel. Agrarische Frechheit. Die agrarische Presse hat schon seit einiger Zeit Anregungen 2. nach Kräften dafür einzutreten, daß ein obligato- gegeben, um den agrarischen Beutehunger immer weiter anzureizen. rischer und unentgeltlicher Handfertigkeits- Die hohen Fleischpreise genügen nicht, alle Agrarprodukte sollen noch unterricht in allen Volksschulen eingeführt wird. Dresden wird der Antrag angenommen. Nach kurzer Befürwortung des Antrages durch Frau DunderOhne Debatte einstimmig angenommen wird folgende Resolution: Die Frauenkonferenz wolle beschließen, dem Parteitag for gende Resolution zu unterbreiten:" Der Parteitag begrüßt mit Freuden die aus der Jugend herausgewachsenen Bestrebungen, die darauf hinauslaufen, die Arbeiterjugend in Organisationen zusammenzufassen, die die wirtschaftlichen Interessen der Jugend wahrnehmen, das Solidaritätsgefühl in den jungen Herzen wecken und fördern und die Aufklärung und Weiterbildung im Sinne der modernen Arbeiterbewegung betreiben." Weiter liegt folgende Resolution vor: Heimarbeit. mehr im Preise gesteigert werden. Zu diesem Zwecke soll in allen Artikeln eine systematisch durchgeführte Einschränkung des Angebots stattfinden. Aber die agrarische Presse entblödet sich auch nicht, für die organisierte Beutejägerei eine moralische Berechtigung nachweisen genügt nicht, es wird der agrarische Beutehunger weiter angeftachelt zu wollen. Daß man schwindelt, der Fleischkonsum habe sich gehoben, durch augenscheinlich tendenziöse Angaben über Lohnsteigerungen. So schreibt zum Beispiel die Deutsche Tageszeitung" in ihrer Nr. 444 vom 22. September cr.: " Die Industrielöhne steigen immer weiter. Nach den jüngsten amtlichen Nachweisen hat das laufende Jahr im Montangewerbe eine besonders starte Lohnsteigerung gebracht, beträchtliche Aufbesserungen sind aber auch in allen anderen Industrien zu verzeichnen. Die durch schnittliche industrielle Lohnsteigerung im laufenden Jahrzehnt beläuft sich auf rund 30 Proz. gegen das vorige und auf 50 Proz gegen das achtziger Jahrzehnt. Das ist wahrlich grober Unfug wenn die Pfennige bemängelt werden, die der Bauer hie und da für das eine oder andere Produkt seiner Arbeit gelegentlich jezt mehr erlöst. Zwischen der Aufbesserung der Industriearbeiterlöhne und der Aufbesserung des Arbeitsertrages des Bauern flafft noch immer derselbe große Unterschied, wie zwischen dem Anwachsen der Kurse und Dividende der Industriegesellschaften und dem Preise und Zinsertrage der Landgüter. Angesichts des vielseitigen und tieffressenden Uebels der Heimarbeit, welche seit vielen Jahren durch wissenschaftliche Forschungen wie Erfahrungstatsachen erwiesen sind und in diesem Jahre durch die Heimarbeiterausstellung zu Berlin aufs neue bestätigt worden: erklärt es die 4. Konferenz sozialistischer Frauen zu Mannheim als eine grobe Pflichtvergessenheit, daß die gesetzgebenden Gewalten noch nicht einen energischen systematischen Kampf gegen das Heimarbeiterelend aufgenommen. Sie fordert vom Reichstage eine schleunige Beratung und Beschlußfassung über den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, den Heimarbeiterschutz betreffend, der die wichtigsten Forderungen enthält, Was das Blatt hier von den Lohnsteigerungen sagt, ist einfach welche die Vertreter der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen Unsinn. In einem Jahrzehnt schwankten die Löhne oft mehr als selbst in Gemeinschaft mit dem gewerkschaftlich und politisch um 50 Proz. Im Jahre 1892 betrug z. B. der Jahreslohn der organisierten Fabritproletariat und einsichtigen Sozialpolitikern Ruhrbergleute 976 M., im Jahre 1900 1332 M. Bon 1067 M. im erheben. Frau Zieh empfiehlt kurz diese Resolution, mit der nur beabsichtigt sei, die Frage der Heimarbeit mehr in den Mittelpunkt der Agitation zu stellen, damit ein größerer Druck auf die gefeßgebenden Faktoren ausgeübt wird und sie die von unserer Fraktion formulierten Forderungen nicht erst am St. Nimmerleinstag erfüllen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Wagner- Chemnitz beteiligen, folgende von Frau Dunder gestellte, von Genossen Kabenstein begründete Resolution: Jahre 1890 fiel der Durchschnittslohn auf 946 M. im Jahre 1893. Jm laufenden Jahrzehnt ist der Satz des Jahres 1900 noch nie wieder erreicht worden, ebenso wenig der Satz von 1255 M. im Jahre 1899. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre gegenüber der Beit von 1896 bis 1900 ergibt eine Steigehung von sage und schreibe 9 M. gleich 0,76 Proz. Daß die Arbeiter zurzeit durch Ueberstunden und Sonntagsarbeit ein paar Pfennige mehr verdienen, die ihnen aber von dem modernen Strauchrittertum in höheren Lebensmittelauch hier hätten die arbeitenden Mütter wieder keine Zeit, in die fussion, an der sich die Genoffinnen Ged- Offenburg und preisen wieder wegstibizt werden, gibt anscheinend dem agrarischen Sprechstunde des Arztes zu gehen. So werde auch das Pausieren vor und nach der Entbindung illusorisch gemacht werden. Helfen könnte nur, wenn die Männer durch gemeinsamen Kampf soviel Lohn verdienten, daß die Frauen gar nicht mehr zu arbeiten brauchten.( Beifall.) " Fräulein Fürth- Nürnberg: Selbst die„ Mindestforderungen" dieser Resolution haben verzweifelte Aehnlichkeit mit den„ idealen Forderungen" in Ibsens Wildente". Wir müssen aber neben diesen für heut und morgen doch nicht durchführbaren Forderungen an Staat und Gemeinde auch an praktische Gegenwartsarbeit denken. Durchführbar ist heute aber die Wöchnerinnenversicherung. Freilich nicht unmittelbar durch die Krankenkassen, deren Beiträge zu diesem 3wed um 13-26 M. pro Jahr gesteigert werden müßten. Möglich aber seien Mutterschaftsversicherungskassen, zu denen Versicherungsnehmer, Krankenkassen, Unternehmer, Kommunen und Staat beitragen könnten. Freilich feien die statistischen UnterNeid und Haß gegen die Arbeiterschaft erneut Nahrung und reizt die Raffgier an, den Konsumenten noch mehr Blutegel anzusetzen. " Die Frauenkonferenz lenkt die Aufmerksamkeit der Genossen Das wird eine ganz besonders heilsame Lehre für die katholischen und der Genossinnen auf die erschreckend hohe Zahl von Fällen Arbeiter sein, die sich leider verführen ließen, pfäffischen Bus entsetzlicher Mißhandlung, Verwahrlosung und Ausbeutung von ficherungen zu glauben. Jetzt müssen sie erkennen, daß jede KonKindern durch die eigenen Eltern, Pfleger oder Erzieher. Sie zession an die Brottucherer deren Gier nur noch weiter anstachelt. fordert alle Parteiangehörigen und alle Arbeiterorganisationen Nebenbei wollen wir noch bemerken, daß auch für den, der auf dem auf, solchen Unmenschlichkeiten aufs fräftigfte entgegenzutreten Boden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung steht, der Vergleich und durch die Organe der Arbeiterschaft( Arbeiterpresse, Gewerk- bezüglich der Kapitalverzinsung so allgemein, wie ihn die„ Deutsche schaften, Krankenkassen) auf deren Verhütung planmäßig hinzuarbeiten. Die Konferenz protestiert ferner gegen die heute herr- Tageszeitung" aufstellt, garnicht zulässig ist. Doch darüber wollen schende Ausgestaltung der Zwangserziehung, die das verwahrlofte wir uns mit dem Blatt nicht auseinandersetzen, es genügt, die Kind der planmäßigen Vermuderung und oft der schmählichsten schamlose Demagogie gekennzeichnet zu haben, die dem edlen Zwecke Ausbeutung überliefert. Sie fordert eine wirkliche Fürsorge- dient, die Plünderung der Konsumen munter und verschärft forts erziehung, die eine wahrhafte Zuflucht für mißhandelte Kinder feßen zu können. Sunlight Seife ist gleich vorteilhaft für alle Wasch- und Reinigungszwecke zu verwenden. Es ist deshalb eine falsche Sparsamkeit, wenn Hausfrauen, welche die hervorragenden Eigen. schaften der Sunlicht Seife erkannten, dieselbe wohl für die feineren Stücke verwenden, die soge nannte grobe Wäsche dagegen mit geringeren Seifen behandeln. Sunlicht Selfe verleiht aber nicht aur der feineren Wäsche jene entzückende Weisse and Zartheit, frischt die Farben auf, schont Spitzen, Woll- und Seidenstoffe, sondern sie erweist sich auch für die allgemeine Wäsche, bel richtiger and zweckmässiger Anwendung, als sparsam und ausgiebig. Ein Versuch überzeugt! Sunlicht Seife ist in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Schiller- Theater. Für den Inhalt der Inserate Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 27. Septbr. Anfang 7, Uhr. Opernhaus. Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Schauspielhaus. Klein Dorrit. Westen. Die Fledermaus. Lorking. Zar und Zimmermann. Deutsches. Das Wintermärchen. Anjang 8 Uhr. Leffing. Hedda Gabler. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wauner Theater.) Danna Diana. o Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches- Theater). Die Hoffnung auf Segen. Neues. Der Jubiläumsbrunnen. Komische Oper. Carmen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Die von Hochfattel. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Man kann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Die Jungfrau von Orleans. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Omnibus. Spe zialitäten. Kajino. Alerander der Große. Folies Caprice. Der GeneralKonsul. Sünden der Bäter. Wintergarten. Spezialitäten. Bassage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Abends 8 Uhr: Der Jubiläumsbrunnen. Freitag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Sonnabend, Sonntag: Der Jubiläumsbrunnen. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Man kann nie wiffen. ( Der verlorene Vater.) Harry Walden. Dr. Valentine Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Man kann nie wissen. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Carmen. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Carmen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Donna Diana. Luftspiel in 3 Aufzügen von Moreto. Freitag, abends 8 Uhr: Donna Diana. Sonnabend, abends 811br: Das Lumpengesindel. Donnerstag, abends8ubr: Die Hoffnung auf Segen. Schiffer Drama in 4 Bildern von Hermann Heijermans jun. 0 Ueberfest und für die deutsche Bühne bearbeitet v. S. Heine u. Helene Richers. Freitag, abends 8 Ubr: Die Hoffnung auf Segen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Urania. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Wissenschaftliches Theater. Sonntag, den 30. September 1906, abends 7 Uhr im„ Königstadt- Kajing", Heute im Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. 2 OOLOCISCHER COCO CARTEN Freie Volksbühne Sonntag, den 30. September, 3 Uhr nachmittags im Berliner Theater: 9. und 10. Abteilung: Die Kreuzelschreiber von L. Anzengruber. Artistische Leitung: A. Steinert, II. Serie: Im Neuen Schauspielhause: Der Sturm Romantisches Schauspiel mit Musik von Shakespeare. Sonntag, den 21. Oktober, Premiere. 8.19. Abteilung. Sonnabend, den 6. Oktober, abends 82 Uhr: 17. Kunst- Abend im Rathause. Henrik Ibsen Mitwirkende: Frau Lili Braun und Fräulein Elsa Sant. Kapellmeister Gerke. Neue Mitglieder können sich noch in den Zahlstellen melden. Die Mitglieder werden ersucht, die laut Beschluß der Juli- Generalversammlung verbreiteten Flugblätter betreffend das Freie Kunstheim aus den Zahlstellen abzuholen und zu verbreiten und die Antwortkarten ausgefüllt in den Zahlstellen abzugeben. 229/16 Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. Zirkus Alb. Schumann. Zirkus Busch. Heute Donnerstag, 27. September, abends präzise 7, Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. U. a.: Mons. Fontana, phänomen. Reitfünftl. Die größte Novität! Die fliegenden Menschen. Les Rixfords Mr. Henricksens einzig dastehende größte Tiger- Gruppe Hier noch nie gesehen! Wilde Dressur Emir, pferd, dreffiert von das musikal. WunderSignor Luigi Rossi. Donnerstag, den 27. September, abends 7 Uhr zum 6. Male: Aus der Pukta. Driginal- Pantomime des Zirkus Busch. Die größte Tiger- und Löwengruppe mit dem bisher noch nie gezeigten Ringkampf zwischen dem Dompteur Willy Peters und zwei wilden Tigern. Mlle. Léris Loyal. Apollo- Theater Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Holzmarktstr. 72 Vortrag des Genoffen Maurenbrecher über 5/2 Religion und Priester in der Geschichte. Nach dem Vortrag: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große Militär- Doppel- Konzert von Emil Thomas und Adolf Selig. Eintritt 1 M., v. 6 Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. WINTER CARTEN Letzte Vorstellungen des glänzenden Eröffnungs- Programms. Robert Steidl, Humorist. Das Erntefest, engl. Ballettszene. Bonhair Gregory, Akrobat.- Truppe. Mia Werber, Sängerin. Ida Fuller, Fantasie- Tänzerin. Chung Ling Soo, chin. Zauberkünstl. De Witt Burns und Torrance, amerikanische Exzentriks. Die Pissiutti, Reitakt. Ferry Corwey, musikal. Clown. Price u. Toledo, Kontorsionisten. Der Biograph. Passage- Theater. Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Riecke66 mit dem Schlager du Vorher das Eröffnungsprogramm. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- September- Programm Vendaro, Dressur. Daymlers, Afrob Franz Gorrè. Leopard Truppe. Mandita. Hee und See. Carmanelli Duo sowie 8 erstkl. Nummern 8 Der Sommerleutnant. Familienkarten, zum halben Kassenpreis gültig, in Barbier, Friseur- und Bigarrengeschäften gratis zu haben. Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntg., Montg. Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger Stets neues hochintereffantes Programm. Sonntags Beginn 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Jed.Dienst.: Theaterabend ( Löwe- Ensemble.) Buggenhagen Moritzplatz. Täglich: Populäres Konzert unter perf. Leitung des Herrn ustav ottschalk. Eintritt 10 Bi. Bons gelten. Mittwoch, 26. Sept.: 1. humor. Abend Donnerstag, 27. 9.: Operetten- Abend. Emil da hist eene Pilanze Fey's Gesellschaftshaus Außerdem 14 erstklassige Spezialitäten! Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Der Generalkonsul und Die Sünden der Väter. Ludwig Mertens im Soloteil. Vorverkauf b. Wertheim u. an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Heute Donnerstag, 27. Sept., abends 7 Uhr: Die junge Garde. Lortzing Theater Auf der Pußta, 8 Der Affe als Jockey. Fröbels Allerlei- Theater Bellealliancestr. 7/8. Donnerstag, den 27. Sept., 7%, Uhr Zar und Zimmermann. Abonnements gültig. Morgen, Freitag: Fra Diavolo. borgef. v. Dir. Alb. Schumann. Driginal- Dreffuralt. Mons. Guichenet, Oberbereiter Seiner 930 Die Seldoms Majestät des Baren. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Wiederauftreten von Franz Schönfeld. Die von Hochsattel. Rixdorfer Theater Bernhard Rose- Theater File: Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Sonntag, den 30. September: 4. Borstellung. Gastspiel des Fräulein Adele Werra: Heimat. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Kaffeneröffnung 62, Anfang 7%, Uhr. Zentral- Theater. Tausend und eine Nacht. ( Operette). Täglich 8 Uhr: Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Jungfrau von Orleans. Freitag: Goldonkel. Sonnabend: Die Hochzeit v. Baleni. Sonntagnachm.: Jungfrau v.Drleans. Abends: Goldonkel. Montag: Jungfrau von Orleans. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Zum plastische Darstellungen 1 Dame und 3 Herren. 1000 Berlin im Omnibus. Sonntag, 30. Sept., nachm. 3%, Uhr: Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. ach ber Borstellung: Gr. Tanz. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Tanzleitung: B. Sachse. Halbe Preise. Gr. Vorstellung mit dem Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. vollständigen Spezialitäten- Programm. Volks- Theater des Westens. Co Comets Weten- Thentor: Volks- Theater des Westens. Colosseum früher Carl Weiß- Theater. ( Broße Frankfurterstr. 132. Boranzeige: Sonnabend, 29. Septbr.: Große Eröffnungs- Vorstellung. Der Millionenbauer. Boltsstück in 4 Aften von Kreter. Billettvorverkauf täglich v. 10-1 Uhr und von 3-7 Uhr an der Theatertaffe. Residenz- Theater. Direttion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaur. Sonntag, 30. Sept., nachm. 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Metropol- Theater Heute zum 5. Male; Phila Wolff a. D. Der Teufel lacht dazu. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. Donnerstag: 15 erstklassige 15 Spezialitäten Die Waise aus Lowood. Täglich: Konzert- u. VolksSonntag: Einakter, Kabarett. Hasemanns Töchter. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Loulou. Kabarett. ( Ohne Weinzwang.) Walhalla Varieté-Theater Weinbergsweg 19/20 am Rosenthaler Tor. Täglich: Große Vorstellung. Stadt- Theater Moabit Chevalier Thorn Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Im Traumlande. Das fesche Damen- Regiment. 8 Germanias. Adele Moraw, Hans Hauser Bernh. Rose- Theaters bieluftig. Saiferin mit ſein. neueft. Zur Aufführung gelangt: Die Rofe von Avignon. Nach der Vorstellung: Ball. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf bei Krüger& OberGastspiel Ad. Philipp. Große humoristische Jahresrevue beck, Thurm- u. Beuffelstraßen- Ede 37. Jm wilden in 8 Bildern von Julius Freund. Male: Westen. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Lockere Zeisige. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Autofahrt 1. Bild: Die Sünde von Berlin. 2. Bild: Des Teufels ( Kinematographische Reise). 3. Bild: Im sündigen Berlin. 4. Bild: Am Potsdamerplatz. 5. Bild: Des jungen Zollern- Prinzen Bilderbuch. 6. Bild: Nach Algeciras. Boltsst. m. Gef. i. 3 ft. v. Jacobson. 7. Bild: Von der Marokkokonferenz. Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Pi. Freitag: Maria Magdalene. Ehren und Vorzugsfarten an allen Wochentagen gültig. 8. Bild: Die Tageszeiten( Ballett). Anfang 8 Uhr. Rauchen in allen Räumen gost. unb Bw. Töpel, Alt- Moabit 47/49. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. der Sahara, Schlagern, u. die übrig. interess. Attraktionen. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gest. Gustay Brunnenstraße 184. Der erste Weihnachts- Feiertag ist noch zu vergeben. Auch sind noch einige Sonnabende frei. 1529 b Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Garderobe frei. Herren- Konfektion kaufe bei Blitz 1. Chausseestr. 80 1. Rosenthalerstr. 9 II. Gr. Frankfurterstr.137 Kaufe bei Blitz Knaben- Konfektion Rosenthalerstr. 9 1. Chausseestr. 80 16. III. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Peues Klub- Haus 72. Kommandantenstr. 72. Sonnabende noch zu vergeben. Vorstenland- Einlage p. Pid. 85 Bf. Berlin N., Brunnenstr. 190. Gr. Frankfurter str. 137 Kaufe het Blitz! 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S Es giebt andere Cigaretten derselben Qualität 17 Es giebt andere Cigaretten zum gleichen Preise Aber es giebt keine derselben Qualität zum gleichen Preise wie JOSETTI CIGARETTEN Dies ist der Grund warum sich Josetti- Cigaretten unter wirk. lichen Kennern der grössten Popularität erfreuen. Cigaretten, die ihnen in Aroma und gehaltvollem, vollsaftigem und doch mildem Geschmack gleichkommen, kosten zweimal so viel oder mehr. Josetti Josetti- Juno 10 St. 20 Pfg. Josetti- Griseldis 10 St. 30 Pfg. 8 ١١١١١٠٧ Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 30. September 1906, mittags 1 Uhr: teppdecken ordentliche General- Versammlung 2309 L* Gelegenheitskauf! Bunt Kattun Ersatz für in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße 35. Zages Drdnung: VI. Wahlkreis. Sonntag, den 30. September 1906, bei Fritz Wilke, Brunnenstr. 188: Versammlung. Tages- Ordnung: Vortrag des Genossen Davidsohn über: Ursprung u. Ziele der Arbeiterbewegung Anfang 6 Uhr. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Ladentischler. Achtung! Freitag, den 28. September, abends 81, Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Vertrauensmänner- Versammlung der Ladentischler für Groß- Berlin. Tages- Ordnung: ,, Unsere Tarifberatungen." Es ist Pflicht, daß jede Werkstatt vertreten ist. 93/12 Deutscher Holzarbeiter- Verband. 93/13 Zahlstelle Charlottenburg. Donnerstag, den 27. September, abends 8½ Uhr: Versammlung im Volkshause, Rosinenstr. 3. Tages- Ordnung: 1. Unfallversicherungsgeseh. Referent: Genosse Link. 2. Bericht über die Tätigkeit des Gewerbegerichts. 3. Warum fündigen wir den Vertrag. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Freitag, den 28. September, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Branchen- Mitgliederversammlung der in den Berliner Geschäftsbücher- fabriken beschäftigten Buchbinder u. Buchbinderei- Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Die Antwort der Fabrikanten auf den Beschluß der letzten Versammlung. 2. Diskussion. 25/19 Der wichtigen Tagesordnung halber erwartet zahlreichen Besuch Die Ortsverwaltung und Tariffommission. Zentral- Verband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Freitag, den 28. September 1906, abends 8 Uhr: Versammlung sämtlicher Glasschleifer, Polierer und Beleger in„ Boekers Festsälen", Weberstr. 17. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. 2. Decharge- Erteilung für den Borstand. 3. Genehmigung des Verteilungsplanes. 4. Statutenänderung(§ 26). 5. Wahl von zwei Borstandsmitgliedern. 6. Wahl von 5 Aufsichts- 1. Bericht der Lohnkommission. 2. Diskussion und weitere Stellungnahme. ratsmitgliedern und 5 Ersatpersonen. 7. Antrag des Aufsichtsrates: die eventuelle Uebernahme des Konsum, Produttiv- und Sparvereins Zehlendorf und Umgegend zu genehmigen. Zu Punkt 4 wird beantragt, den§ 26 wie folgt abzuändern: Der Vorstand besteht aus 5 Mitgliedern, 1 Geschäftsführer, 1 Staffierer, 1 Schriftführer, 1 Kontrolleur und 1 Beisitzer. Deckbett 285 in rot, blau, Similiseide) Farben( 485 675 Wollatlas 525 750 Schlafdecken 150 250 350 Bunte Normaloliv Wolldecken fehlerhaft& ganz dick 200 400 Spezial- Emil Lefèvre Haus Oranienstraße 158, Berlin S. Alle Wanzen Der Geschäftsführer wird usw. Die 4 anderen Borstandsmitglieder uſtv. Alljährlich scheidet ein Drittel aus usw. soll ganz gestrichen werden. 206/19 Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet, da der Saal um 16 Uhr geräumt sein muß.- Wir laden unsere verehrten Mitglieder zu dieser Bersammlung zu recht zahlreichem Besuch ein. Der Aufsichtsrat. C. Mücke. Stola, Muffen, Kolliers in allen Pelzgattungen sowie alle sonstigen Pelzwaren. Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Der Vorstand. Max Menzel. F. Tutzauer. Die Ortsverwaltung. J. A.: P. Welkisch. Berlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung u. Tabakfabrik. Fabrik- Lager sämtlicher gangbaren Kau- u. Schnupftabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer Ratiborer Schnupftahake: Egger, Kownoer, Kardinal, Karotten usw. ( E. H. Nr. 2 Hamburg. Dertliche Verwaltung Berlin.) Freitag, den 28. Sept., abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus", Engel- fer 15( Saal IV): Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Wahl der örtlichen Verwaltung. Ferdin. Kalman 259/17 Dresdenerstr. 75 werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. l. 50 Bf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Ruffen, Kein Reisemuster- vorn II, 2. Haus Franzosen, Blattläufe uſtv. 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Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Br. 25. 23. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 27. September 1906. Partei- Angelegenheiten. Zentralwahlverein für Teltow- Beeskow- Stordow- Charlottenburg. Wie ersuchen die Wahlvereine betrffs der Berichterstattung vom Mannheimer Parteitag sich rechtzeitig an die Delegierten zu wenden, da laut Beschluß Groß- Berlins die Berichterstattung am 16. Oftober 1906 in den Kreisen erfolgt und dann die Wahlvereine des Kreises sich damit beschäftigen können. Der Zentralvorstand. J. A.: W. Eberhardt. Wannsee. Am Sonnabend, abends 8 Uhr, findet die Mitglieder versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Schenkendorf. Am Sonnabend, den 29. September, abends 8 Uhr, findet bei Pätsch die Wahlvereinsversammlung statt. Die Genossen werden ersucht, zahlreich und pinklich zu erscheinen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die Abonnenten unseres Blattes, bie am 1. Oftober umziehen, werden gebeten, möglichst umgehend ihrem Spediteur die neue Wohnung mitzuteilen, damit Gorge getragen werden kann, daß in der Zustellung des Blattes feine Unterbrechung eintritt. Bei diesen Mitteilungen wolle man genau angeben, wieviel Treppen, ob rechts oder links, ob Seitenflügel oder Quergebäude sich die neue Wohnung befindet. Auch die Abonnenten, die in Schlafstelle wohnen und verziehen, wollen unverzüglich ihre Meldungen beim Spediteur machen. cei So stand unter Mitteilungen auf dem einen Postabschnitt. Frau am Rosenthaler Tor befand, wurde es von einem zirka dreißig Draeger glänzte denn auch durch Abwesenheit. Die Klägerinnen, die ja nun ihr Geld hatten, nahmen die Klagen zurück. Der Gewerberichter gab ihnen noch den guten Rat mit auf den Weg: " Fallen Sie ein andermal auf solchen Unsinn nicht herein; Sie lernen dabei doch nichts." Vormündernot und Frauenhülfe. Ueber Mangel an Vormündern" wird in Berlin feit langem geklagt. Waisenräte, die z. B. für uneheliche Kinder die Vormünder zu beschaffen haben, wissen ein Lied davon zu fingen, wie schwer ihnen das gemacht wird. Sie veranstalten förmliche Jagden nach solchen Personen, die zu Vormündern vorgeschlagen werden könnten und auch zur Uebernahme dieses Amtes geeignet scheinen. Dabei fällt dann aber nur zu oft die Wahl auf Berfonen, die hinterher sich als gänzlich ungeeignet erweisen, weil ihnen entweder das Verständnis für ihre Aufgabe oder leider auch das Pflichtgefühl fehlt. jährigen Manne angesprochen, der die Kleine mit einem Brief zu dem Maler Thiel, Brunnenstr. 196, 4 Treppen schickte. Er gab dem Mädchen 10 Pf. und nahm das Paket in Aufbewahrung. As die fleine H., die natürlich vergeblich nach Thiel gesucht hatte, zurückfehrte, war der Betrüger verschwunden. In dem Briefumschlage befand sich nur ein leeres Blatt Papier. die 35 Jahre alte Witwe Adele 3. aus der Schliemannstr. 3 einen Aus Gram über den Tod ihres Mannes hat gestern abend Selbstmordversuch unternommen. Vor längerer Zeit starb der Ehemann der 3. und seitdem trug die Witwe ein äußerst befümmertes Wesen zur Schau. Sie vermochte den schweren Schicksalsschlag, der sie betroffen, nicht zu überwinden. lieber ihrem Mann in den Tod folgen, als ohne ihn weiter leben. Die Unglückliche wollte Als gestern abend der 16jährige Sohn von seiner Arbeitsstätte heimkehrte, fand er die Mutter in röchelndem Zustande auf. Frau beimkehrte, fand er die Mutter in röchelndem Zustande auf. Frau 3. hatte Lysol getrunken und wurde in das Lazarus- Krankenhaus gebracht, wo sie hoffnungslos daniederliegt. Ein volkstümlicher Vortragsabend von Maria Holgers findet am Sonntag in Dräsels Festsälen statt, in welchem die Vortragende Ibsens„ Nora" lesen wird. Als das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft trat, gab mancher sich der Hoffnung hin, daß der Mangel an Vormündern sich mildern werde. Das Bürgerliche Gesetzbuch läßt auch Frauen im allgemeinen als Vormünderinnen und Pflegerinnen zu, mithin ist der Kreis derjenigen Personen, die für die lebernahme einer VorIm Arbeiterinnenheim II, Usedom str. 7, beginnt jetzt der mundschaft in Betracht kommen, sehr viel größer geworden. Aber jene Hoffnung hat nur zu einem geringen Teile sich erfüllt. Trok bend- och fursus, welcher zweimal wöchentlich von 8 bis aller Agitation, die die Frauen zur Uebernahme von Vormund 210 Uhr stattfinden wird. Monat 1 M. Anmeldungen im Heim. schaften aufforderten, ist bisher nicht viel erreicht Arbeiter Bildungsschule. Diejenigen Mitglieder, welche noch im worden. Damen aus der besitzenden Klasse haben nur selten Luft, Vesize von Bibliothek büchern sind, werden gebeten, dieselben hätten die Frauen hierzu schwerlich Zeit, auch wenn an den maß- ehrpläne werden ebenfalls heute ausgegeben und wollen sich sich diese Last aufzupacken, in der unbemittelten Bevölkerung aber heute abend abzuliefern, da die Bibliothek geschlossen wird. gebenden Stellen viel Neigung vorhanden wäre, ein solches Amt die Mitglieder zwecks Entnahme derselben in die Bibliothek be3. B. einer Arbeiterfrau zu übertragen. mühen. Rege Beteiligung der Mitglieder bei der Agitation ist uns bedingt erforderlich. Sonntag, den 30. September, abends 7 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72: Vortrag des Genossen Maurenbrecher über„ Religion und Priester in der Geschichte". Da sind zue Der Zoologische Garten hat unter den Bewohnern des neuen nächst ein Baar merikanische Zwerghafen, eine fleine, zierliche, hier Nagetierhauses internationalen Zuwachs bekommen. nächst ein Paar merikanische Zwerghafen, eine kleine, zierliche, hier noch nie ausgestellte Hasenart, die in der Gesamterscheinung bis auf die verhältnismäßig fürzeren Ohren ihrem deutschen Verwandten ähnelt, aber um vieles kleiner ist. Ferner sind diefer Lage zwei allerliebste Baumratten geboren worden, die von beiden Eltern treulich beschützt werden. Wie viele junge Nager, kommen auch diese fommen. " In Berlin bildete sich im Herbst 1904 ein Verband für weibliche Vormundschaft", der sich das Ziel stedte, armen Minderjährigen Berlins und der Vororte gute Vormünderinnen und Pflegerinnen zu verschaffen. Er beschränkte sich nicht darauf, Der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung der Magistrats- Frauen zur Uebernahme von Vormundschaften vorlage über die Erhöhung der städtischen Beihülfe an den Verein zu bewegen, sondern veranstaltete für sie auch unentgeltliche Berlin- Treptow- Sternwarte" hat gestern unter dem Vorsiz des Kurse über Rechte und Pflichten des Vormundes und schuf eine Stadtverordneten Kreitling und in Gegenwart des Magistrats- ständige Auskunftsstelle zur Erteilung von Rat. Unter seinen Mit vertreters Namslau beschlossen, der Stadtverordnetenversammlung gliedern find jetzt 130 attive, die rund 200 Vormundschaften verdie Annahme der Vorlage, wonach dem Verein für 1907 zur Er- walten. Das ist ein Fortschritt gegenüber dem früheren Zustand, haltung der Treptower Sternwarte eine Beihülfe von 12 000 M. be- aber gegenüber dem vorhandenen Bedürfnis bedeutet auch das nicht willigt wird, vorzuschlagen und gleichzeitig zu empfehlen, den mehr als der Tropfen, der auf einen heißen Stein fällt. Magistrat zu ersuchen, mit dem Verein ein Abkommen zu treffen, Die Vorsitzende dieses Verbandes, Frl. Dr. jur. Dünsing, in einem sehr entwickelten Zustande zur Welt, ihr Haarkleid ist nur wonach diesem das Gelände im Treptower Part gegen eine mäßige warb für ihn in einem Vortrag über„ Vormündernot mehr gelblich und die Schwanzspitze dunkler als bei den Alten, Anerkennungsgebühr auf 30 Jahre in Pacht oder Erbpacht überlassen und Frauenhülfe", den sie am Montag vor dem„ Verband sonst gleichen sie dieser bis auf die Größe. Die Heimat der Baumwird, wenn der Verein sich verpflichtet, den Berliner Gemeinde- der Waisenpflegerinnen" hielt. Frl. Dünsing wies hin auf das ratte ist Kuba, und da die Tiere in ihrer Heimat um ihres Fleisches schülern freien Eintritt zur Sternwarte zu gewähren. Zum Refe- arge Mizverhältnis zwischen dem gewaltigen Heer der Minder- willen eifrig gejagt werden, so ist ihr Bestand bereits so zusammenrenten wurde der Stadtverordnete Dr. Ritter gewählt. jährigen Groß- Berlins, die zu bevormunden sind, und dem winzigen gefchrimpft, daß sie nur äußerst selten lebend nach Europa So büßt man sein Wahlrecht ein! Die Liste der Ge- Häuflein derjenigen Personen, die eine Vormundschaft zu übermeindewähler war, wie alljährlich, im Juli öffentlich aus- nehmen bereit und geeignet sind. Sie schäße die Zahl dieser Durch die im Berliner Aquarium jüngst eingetroffenen Sendungen gelegt worden, sie wurde aber diesmal nur von 2650 Wählern Minderjährigen Groß- Berlins auf 150-200 000. Was bedeutet ist die Sammlung der Saurier oder Echsen um eine bislang hier geprüft. Nur zu viele beruhigten sich dabei, daß ja in diesem da die freie Hülfstätigkeit! Fel. D. ist der Ansicht, daß in einer fehlende ausländische Gattung bereichert worden. Sie ist ein Glied Jahre gar keine Wahl von Stadtverordneten bevorstehe. Bei der Großstadt wie Berlin nebst Bororten mindestens die Bevor- jener artenreichen, über die warmen und heißen Gebiete aller ErdErsakwahl, die im 8. Wahlbezirk am 23. Oftober mundung der unehelichen und der gefährdeten Kinder überhaupt teile verbreiteten Familie, deren Spezies die Fertigkeit besitzen, vorzunehmen ist, wird vielleicht wieder mancher Wähler erkennen, nicht von privater Seite geleistet werden kann, sondern Sache unter der Oberfläche des Sand- und Erdbodens, in den sie sich daß er sehr unrecht daran getan hat, sich nicht um die Wählerliste Stommune sich zur Uebernahme dieser Pflicht bereitfinden läßt, zu Schnelligkeit sich fortzubewegen, so daß man diese Wühlechsen" der Kommune ist. Sie fordert, daß auch da, wo etwa eine mühelos einwühlen, mit außerordentlicher Gewandtheit und zu fümmern. Gegen die Liste erhoben diesmal 32 Personen Einspruch. allererst Frauen zur Mitarbeit herangezogen werden. Diese Frauen oder Stinke die Maulwürfe unter den Schsen nennen kann. Diese 32 hatten bei der Prüfung der Liste gefunden, daß sie nicht Verwaltungsstelle das Amt einer Vormünderin oder Pflegerin aus- würdigen würden dann im Auftrage der von der Kommune zu schaffenden Die neuangekommene, den hier bereits befindlichen merkmit aufgenommen worden waren. Ueber ihren Antrag auf nach- üben. Dabei wird auch an Berufsvormünderinnen gedacht, die Gattung ist der Riefenstint( Macroscincus), Stinten, Dhrstinken und Stuzzechsen verwandte trägliche Aufnahme hat nun die Stadtverordnetenversammlung zu mit Gehalt angestellt würden und eine größere Zahl von Vor- den Inseln am Grünen Vorgebirge zu leben scheint; er erreicht eine der nur auf entscheiden. Der Magistrat hatte den Stadtverordneten mitgeteilt, daß fünf der nicht Aufgenommenen als in Preußen nicht staats- mundschaften zu übernehmen hätten. Länge von weit über 1 Meter und ist recht stark gebaut, aber durchangehörig" und sechzehn als„ Schlafburschen" gemeldet seien, aus gutmütig und harmlos und auch hinsichtlich seiner Nahrung andurch Krankenhausvflege unterstüßt und einer ertra unterstützt sei, Neue Unterrichtskurse an den beiden Handwerkerschulen. Die spruchslos, denn er beköstigt sich mit Pflanzenblättern( Salat), einer mit Entrichtung seiner Steuer im Rückstand geblieben, einer erste Handwerkerschule, Lindenstr. 97-98, beginnt ihre neuen Unter- Früchten und nimmt als Pflanzenfresser auch dadurch eine Aussteuerfrei veranlagt sei und nur fünf irrtümlich nicht aufgenommen richtsturse im Wintersemester am Mittwoch, den 10. Oktober d. J.nahmestellung gegenüber den Insekten, Gewüärm uſtv. verzehrenden seien. Doch der Stadtverordnetenausschuß, dem die Prüfung der Anmeldungen von Teilnehmern am Unterricht werden in der Zeit Familiengenoffen ein. Einsprüche oblag, ist zu dem Beschluß gelangt, daß 30 dieser 32 vom 3. bis 8. Oktober, abends von 6 bis 8 Uhr im Schulhause entnachträglich aufgenommen werden müssen. Es gegengenommen. Unterrichtsprogramme sind dort ebenfalls zu haben. hat sich nämlich herausgestellt, daß die Gründe, die da für die Nicht- Außer den Abend- und Sonntagskursen bestehen an dieser Schule aufnahme angeführt wurden, hinfällig sind. So kann einer fein noch besondere Tagesklassen für Elektrotechnik, Mechaniker, Maler, Wahlrecht einbüßen, wenn er sich die Prüfung der Liste spart! Tischler und für den Unterricht im Modellieren. 30 berechtigte Einsprüche auf 2650 Personen, die die Liste prüften, Unterricht im Winterhalbjahr ebenfalls am Mittwoch, den 10. Oktober. Die zweite Handwerkerschule, Andreasstraße 1-2, beginnt den das macht einen berechtigten Einspruch auf rund 90 Personen. Hiernach wäre zu erwarten, daß auf einen Wahlbezirk mit 9000 nmeldungen von Teilnehmern am Unterricht werden an den WerkWählern etwa 100 berechtigte Einsprüche entfallen fönnten, wenn tagen von 1. bis einschließlich 5. Oktober, abends von 6 bis 8 Uhr alle Wähler ihre Pflicht, die Liste zu prüfen, erfüllten. Die Ge- im Schulhause entgegengenommen. An dieser Schule bestehen außer samtzahl der Wähler stellt sich für alle 48 Bezirke dritter Ab- den Abend- und Sonntagskursen noch besondere Tagesklassen für teilung jebi auf etwa 350 000. Da tann jeder sich ausrechnen, Ausbau) und verwandte gewerbliche Fächer sowie für Anfänger Gürtler, Kunstschmiede, Innendeforateure( Möbel- und innerer wieviel Lüden in den Listen sein mögen. Saumfeligteit ist nur zu oft der Anlaß, das Wahlrecht ein- diesen Tagesklassen beginnt am 8. Oftober d. Js. Ferner besteht und diesen kunstgewerblicher Baufächer. Der Unterricht in zubüßen. Es gibt aber bekanntlich noch mancherlei andere Anlässe. Jeder kann ohne eigene Schuld um sein Wahlrecht eine Tagesklasse für Maler, welche ihren Unterrichtskursus am 1. NoDie Straßenbeleuchtung unseres Ortes hat der Gemeindever. fommen, wenn er z. B. Armenunterstübung für sich in seinen Sprechstunden am Montag, Mittwoch und Freitag von elektrischen" wird genörgelt. Erst dauerte die Herstellung vember beginnt. Nähere Auskunft erteilt der Direktor der Schule tretung schon schweren Kummer bereitet; seit Einführung des oder die Geinen angenommen hat. Als Armenunterstüßung" bucht man ihm sogar die Kosten für Verpflegung in einem 6 bis 7 Uhr abends. der Anlage zu lange, so daß die Einwohner die ausführende Firma Krankenhause, wenn er sie in Raten abzahlt. Von den 32 Re- Das Rudolf Birchow- Krankenhaus am Augustenburgerplaz, nahe Lahmeyer in Lahm- Meier umtauften. Dann war man mit der flamanten, die oben erwähnt wurden, sollen zwei mit ihrem Gin- der Seestraße, wird am Freitag, den 28. September, von Farbe des Lichts unzufrieden und jetzt sollen jahrzehntealte Bäume, spruch zurückgewiesen werden, der eine, weil er tatsächlich Schlaf- den unbefoldeten Gemeindebeamten, welche sich als Hauptsächlich Kastanien, verstümmelt werden, damit das„ elek. bursche" sei, der andere, weil er aus öffentlichen Mitteln unter- solche auf Erfordern zu legitimieren haben, und ihren Damen, frische" auch das Trottoir bescheint. 700 M. bewilligte die Gestützt worden sei. Dieser andere gilt als unterstützt, weil seine sowie am Sonnabend, den 29. September und Sonn- meindevertretung zur Beseitigung läftiger Aeste. Um Kosten zu Frau im Januar und Februar auf Kosten der Armenpflege zwei- tag, den 30. September, von jedermann besichtigt sparen, können sich arme Leute dieselben unentgeltlich abholen. Wir mal je 15 Liter Milch a 20 Bf. bekommen hat und im Februar werden können. Die Besichtigungen finden in der Zeit von 9 bis gestatten uns zu dem Beschluß folgende Frage:" War es nicht einen Tag lang im Krankenhause gewesen ist. Die Milch hat 6 M. 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr statt. Der Eintritt ins Krankenhaus fann möglich, die großen Bogenlampen durch eine größere Anzahl gekostet, für die Krankenhauspflege sind 2,50 M. angesetzt, macht nur in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 3 bis 5 Uhr erfolgen. fleinerer Lampen zu ersehen und abwechselnd seitlich der Straße zusammen 8,50 M. Für diese 8,50 M. soll nun der Ehemann sein Von den Gebäuden können im Innern ein Krankenpavillon, das anzubringen?" Wahlrecht einbüßen. Er hat sich verpflichtet, das Geld in Raten Kessel- und Maschinenhaus, das Badehaus und die Kapelle, sowie abzuzahlen, 3 M. sind auch bisher bezahlt worden. Aber das rettet in der Beit von 3 bis 4 Uhr auch die Waschküche und die Stochküche ihn nicht. Er verliert fein Wahlrecht, ob er weiter- besichtigt werden. Der Zugang zum Krankenhaus geschieht nur vom zahlt oder nicht so will es das Recht". Augustenburgerplatz aus. " Ausbeutung des Elends durch Annoncen. Unter dieser Spitzmarte warnten wir in Nr. 212 arbeitsuchende Frauen vor den sogenannten unentgeltlichen Lehrstellen, wie sie eine Frau Draeger in der Morgenpost" folgendermaßen angepriesen hatte: Krawattenausbildung kostenlos, sofortige Heimarbeit, Brenzlauer Allee 23. Ueber die Hohenneuendorfer Schießaffäre fei in Ergänzung unserer gestrigen Notiz darauf hingewiesen, daß sich die Beamten an dem Borgfeldschen, nicht Bergmannschen Lokale aufgestellt hatten. Der Weg, den die heimkehrenden Arbeiter nehmen mußten, liegt zwischen dem Restaurant und einem dort stehenden Brunnen. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 7 1hr wurde die Wehr nach dem Luisenufer 24 gerufen, wo vor dem Haufe Teer auf offener Straße unter großer Qualmentwidelung brannte. Gleichzeitig entstand in der Müllerstr. 182 in einer Badestube ein Brand. Verlängerung der Schönstädterstraße zu tun, wo ebenfalls Teer in Ferner hatte die Wehr auf der Pankebrücke an der Uferstraße in Brand geraten war. Außerdem liefen noch Alarme aus der Dres denerstraße 107/108 und anderen Stellen ein. Friedenau. Vorort- Nachrichten. Für die Gemeindearbeiter von großer Wichtigkeit war ein Antrag des Gemeindevorstandes. Nach dem Muster von Nachbara gemeinden sollen Arbeiter für die Zeit militärischer Uebungen bollen Lohn erhalten. Dieser Antrag wurde zurückgezogen, während ein mission eine neue erweiterte Borlage zur Regelung der Anstellung anderer zur Annahme gelangte, wonach eine dreigliedrige Komvon Gemeindearbeitern ausarbeiten soll. Vorlage mitzuhelfen. Obwohl die Arbeiter am berufensten zu An den Gemeindearbeitern liegt es nun, bei Ausarbeitung der solchen Arbeiten sind, hat man sie bisher nie gefragt. Eine sofortige Zwei von den Frauen, die durch die Annonce der Frau Draeger osten der Stadt und den angrenzenden Vororten ihr Unwesen. Die würden auch die Herren Gemeindevertreter fofort einsehen, wenn Eine gefährliche Einkaufsschwindlerin treibt gegenwärtig im Süd- Lohnerhöhung wäre wohl eine unabweisbare Notwendigkeit. Dies angelockt wurden, hatten dort ungefähr fünf Lehrstunden durch. gemacht, nachdem fie, angeblich für Auslagen, je 4 M. hatten zahlen Betrügerin, ein hübsches, junges Mädchen, fucht alle möglichen Ge- fie mit 3,50 M. oder 4,30 M. pro Tag bei zehnstündiger Arbeitszeit müssen. Damit sollte der Unterricht beendet sein. Natürlich kann schäfte auf, behauptet den Verkäufern gegenüber, sie sei bei einem existieren sollten. Bei Nachtarbeit werden für neun gearbeitete man sich nicht in fünf Stunden im Krawattennähen„ ausbilden", in der Nähe wohnenden Arzte in Stellung und von ihm geschickt Stunden zehn bezahlt. Wie nobel! Und wie steht es mit den daß man, wie die Annonce andeutete, zur Heimarbeit", das heißt worden, um Waren zur Ansicht zu holen. Die Gaunerin verschwindet Ferien? Wer fünf Jahre beschäftigt ist, erhält eine Woche Urlaub zur selbständigen Krawattenherstellung fähig ist. Auf die Vor- Einem Rigdorfer Arzt wurde gestern durch das Auftreten der Schwindlerin Organisation gehören die hiesigen Gemeindearbeiter leider nicht zur selbständigen Strawattenherstellung fähig ist. Auf die Vor- dann mit den ihr ausgehändigten Sachen auf Nimmerwiedersehen. bei Fortzahlung des Lohnes. Auch nobel! Einer gewerkschaftlichen stellungen der einen Frau war ja die" Lehrerin" Draeger gar nicht eine seltsame lleberraschung bereitet. Aus den verschiedensten Geschäften an; so wird denn auch die neue erweiterte Vorlage besondere Vorabgeneigt, fie weiter auszubilden", aber neue 4 Mark für„ Auslagen" wären zu zahlen gewesen. Ein gutes Geschäft, das mit den wurden ihm Waren zur Auswahl übersandt. Da der Arzt über- teile für die Arbeiter nicht bringen. Auslagen! Denn nach unserer Feststellung in unserer Notiz in haupt nichts bestellt hatte, tam ihm die Sache verdächtig vor und Zehlendorf. Nr. 212 kosteten die Auslagen bei einem Kurfus von fünf Stunden es stellte sich heraus, daß die Schwindlerin auch seinen Namen mißDie letzte Gemeindevertretersitung beschäftigte sich abermals mit der Frau Draeger noch nicht einmal den zehnten Teil der gezahlten braucht hatte. Diesmal waren aber die Geschäftsleute vorsichtig 4 Mart. Die erwähnten beiden Frauen, die viele Leidens- gewesen und hatten die Sachen nach der angegebenen Adresse selbst der Bewilligung von Mitteln eines für die Rudervereinigung der gefährtinnen haben dürften, klagten nun beim Berliner Gewerbe- hingeschickt. Die Betrügerin ist etwa 16 Jahre alt, hat dunkles westlichen Vororte zu errichtenden Bootshauses. Wie wir vor einigen gericht gegen Frau Draeger, Prenzlauer Allee 23, auf Heraus: Haar, frisches Gesicht und ist mit schwarzem Kleid und blauweißer Monaten bereits darauf hinwiesen, fommen für Zehlendorf etwa Heraus- Haar, 25 Schüler der oberen Klassen des Gymnasiums in Betracht, für zahlung bon je 4 Mark oder Beschaffung von Arbeit, indem sie Hausschürze bekleidet. die eine Ruderabteilung gegründet werden soll und die alsdann sich geltend machten, daß sie durch die Annoncen irregeführt worden Ein alter Schwindel wurde gestern abend mit gutem Erfolge der Rudervereinigung angliedern will. Für das zu errichtende Bootsfeien. Sonnabend stand Termin an vor dem Gewerbegericht. Es am Rosenthaler Tor durchgeführt. Die achtjährige Tochter der in haus am Griebniß- oder Wannsee soll aus dem allgemeinen Zehlen kam aber erst gar nicht zur Verhandlung, denn Frau Draeger hatte, der Prinz Eugenstr. 9 wohnenden Witwe H. hatte für ihre Mutter dorfer Steuersäckel ein Zuschuß von 7000 M. und ein laufender jähr= wohl böser Ahnungen voll, den Klägerinnen das Geld schon geschickt. ein Balet mit 25 Jaden in einem Konfektionsgeschäfte in der licher Beitrag von 1400 M. gezahlt werden. Die Väter dieser Schüler " Denten Sie, ich werde mich mit Ihnen vor Gericht hinstellen!" Rosenthalerstraße abzuliefern. Als sich das Kind gegen 48 Uhr sind also bermessen genug, um von der Gemeinde ein Almojen au fordern. Die Versammlung berhielt sich diesmal, und stvar bereits dieselbe heftiges Jucken verursachte, faßte er sich ab und zu, während zum dritten Male, dem eigenartigen Anfinnen ablehnend gegenüber, er das Essen zu den Kranken trug, mit den Fingern an die Wunde wenngleich die Zahl der Opponenten erheblich zusammengeschmolzen und berührte kurz darauf das Essen der Kranten. Schwer geklagt war. Hoffentlich wird die Gemeindevertretung nicht zum vierten wird auch in der Zuschrift über mangelhafte Sauberkeit des EBMal mit dieser Angelegenheit behelligt. Weniger begeistert waren und Trinkgeschirrs. Befchiverden hierüber beim Pflegepersonal sollen die Herren in der Beratung über das neue Schulhaus, was bis zum eine durchgreifende Befferung noch nicht zur Folge gehabt haben. Auch Herbst 1907 die Gemeinde erhalten soll. Als nämlich Herr Hammer, wird der Zustand der Klosetts, insbesondere desjenigen in der Baracke um der Sozialdemokratie Zehlendorfs ein wichtiges Agitationsmittel Nr. 63 als einem Krankenhause unwürdig bezeichnet. Hinzu kommt, zu entziehen, die Einrichtung von Schulbädern empfahl, wurde ihm daß das Klosett von dem Kopfende eines Krantenbettes nur durch bom Gemeindevertreter Dr. Pasewaldt erwidert, daß dies so lange eine dünne Barackenwand getrennt ist, wodurch namentlich nicht geschehen könne, so lange die Kanalisation noch nicht fertig sei. im Sommer ein übler Geruch entsteht. Und gerade in Die Gemeinde könne unmöglich die Kosten der Abfuhr der großen dieser Baracke befinden sich Kerante, die den ganzen Tag über Wassermengen tragen, die bei Schulbädern verbraucht würden. Dies im Bett liegen müssen. Daß für das Seelenheil der Kranken eine sagte derselbe Herr, der mit größter Freude bereit ist, für 25 Gym- größere Fürsorge besteht, als für das leibliche Wohl, auch wenn ein najiaften 8400 M. zu bewilligen. Die übrigen Gemeindevertreter befonderes Bedürfnis nicht vorhanden ist, wird am Schluß der Zumachten sich die Erklärung dieses Herrn zu eigen, weshalb die Bäder schrift zum Ausdruck gebracht. Wir haben die uns mitgeteilten Benicht eingerichtet werden. schwerden veröffentlicht in der Hoffnung, daß die Leitung des Oberlinhauses von diesen Zuständen bisher wenig oder gar keine Kenntnis hatte und durch diese Publikation Veranlassung nehmen wird, eine gründliche Aenderung der Verhältnisse anzubahnen. Welten. Die letzte Wahlvereinsversammlung nahm sowohl den Bericht von der Kreisgeneralversammlung sowie auch von der Bandenburger Brovinzialfonferenz entgegen. Genosse Scheler hielt hierauf einen Bortrag über Breslau und Nürnberg. Die Diskussion, an welcher fich die Genossen Weber und Göhre beteiligten, bewegte sich im Sinne des Referats. Zum Schluß machte Genosse Göhre darauf aufmerksam, daß die Absicht besteht, für die größeren westlichen Vororte eine Arbeiterbildungsschule ins Leben zu rufen, die der Schule in Berlin angegliedert werden soll. Die Aufforderung, daran lebhaften Anteil zu nehmen, hatte sofort eine größere Anzahl Anmeldungen meist jüngerer Genossen zur Folge. Steglit. Einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen ist der 62jährige Major a. D. Arthur Hickmann in der Holsteinischenstraße 55 in Steglit. Als die Ehefrau vormittags von einem Ausgang heimkehrte, schlug ihr aus dem Schlafzimmer ein verdächtiger Gasgeruch ent gegen. Nichts Gutes ahnend, betrat sie das Zimmer und fand vort ihren Mann regungslos im Bette vor. Um den giftigen Gasen Abzug zu verschaffen, öffnete Frau H. sofort alle Türen und Fenster und rief einen Arzt zu Hülfe. Aber vergeblich bemühte sich dieser, den Major wieder ins Leben zurückzurufen. S. war der Gasvergiftung bereits erlegen. Auf welche Weise der bedauerliche Unfall herbeigeführt worden ist, konnte noch nicht bestimmt festgestellt werden. Es wird angenommen, daß der Gashahn nicht vollständig verschlossen war. Ober- Schöneweide. In gut besuchter Boltsversammlung referierte am Freitag Genoffe Maurenbrecher über:„ Die immer drückender werdende Lebensmittelverteuerung und die Mittel der Abhülfe hierzu." Redner forderte am Schlusse seines fesselnden Vortrags zu intensiver Agitation für die politische und gewerkschaftliche Organisation und zu genossenschaftlichem Zusammenschluß auf. Um in genossenfchaftlicher Beziehung einen Schritt vorwärts zu tun, wurde vom Genossen Hildebrand- Adlershof( Geschäftsführer der Adlershofer Konsum- Genossenschaft) der Zusammenschluß der Konsumvereine an der Oberspree empfohlen. Die Versammlung stimmte dem zu. Der Anschluß der Konsumverein- Berkaufsstelle in Ober- Schöneweide an die Verkaufsstellen Adlershof, Grünau und Glienicke foll in kürzester Zeit erfolgen. Mitglieder werden während der Geschäftszeit von 8 bis 8 Uhr im Laden, Edisonstraße 48, aufgenommen. Teltow. Klaffenkampf und Klassenbewußtsein" lautete das Thema eines Vortrages, den Genosse Küter in der legten Mitgliederversammlung des Wahlvereins hielt. In fesselnder Weise entwarf Redner ein Bild von der entrechteten Stellung des Proletariats, dabei die Breslauer und Nürnberger Polizeitaten in den Bereich fritischer Betrachtung ziehend. Mit dem Hinweis auf die umwälzenden Vorgänge in Rußland schloß Referent unter reichem Beifall feinen eineinhalbstündigen Vortrag. Den Bericht von der Kreis- General versammlung erstattete Genosse Haupt. Dem Parteitage wurde zum Schluß der Versammlung ein Begrüßungstelegrammi gefandt. Bernau. leber: Was wollen die Sozialdemokraten?" referierte in der Letzten Wahlvereinsversammlung Genoffe Selbig. Die Diskussion hierüber war eine sehr rege. Den Bericht von der Kreis- Generalversammlung erstatteten die Genossen Siemund- Bernau und SchulzRöntgenthal. Die Wahl eines Bezirksführers und Zeitungsrevisors entfiel auf den Genossen Löwenstein. Reinickendorf- Weft. Gegen die Rechtsgültigkeit der Wahl unseres Genossen Franke als Gewerbegerichtsbeisiger haben die Arbeitgeber Beschwerde er hoben. Ueber die Beschwerde hat der Bezirksausschuß in Potsdam Entscheidung zu treffen. Da sich unsere Genossen hier am Drte das erste Mal an der Wahl der Arbeitgeber beteiligten, so ist die Aufregung der übrigen Herren Beifizer, Fabrikdirektoren und Kleinmeister, die bekanntlich mit einem Sozialdemokraten nichts gemein haben wollen, wohl erflärlich. Hoffentlich gelingt es den Machenschaften der Herren nicht, die Wahl illusorisch zu machen. Französisch- Buchholz( Bezirk Bankow). Die letzte Mitgliederversammlung des Wahlvereins diskutierte, da ein Referent nicht zur Stelle war, darüber, welche Pflichten einem Genossen mit dem Eintritt in die politische Organisation erwachsen. Genosse Neumann meinte, daß es die vornehmste Pflicht der Genossen sein muß, die Leitsäge des Programms zu befolgen; wer das nicht kann, der gehöre nicht in unsere Reihen. Die längste Zeit der Versammlung nahm die Lokalfrage in Anspruch. Lebhafte Klage wurde besonders über nicht stritte Durchführung der Lokalliste geführt. Ein Antrag, der die Genossen zur strengen Durchführung gefaßter Beschlüsse verpflichtet, wurde angenommen. Des weiteren wurde der Streit in der Bigarrenfabrik von Tismar erörtert und erwähnt, daß der Gastwirt Climas, der übrigens Parteigenosse ist, troß der angenommenen Protestresolution Bigarren von Tismar entnimmt. Die Arbeiterschaft von Französisch- Buchholz und Umgegend wird ersucht, nach wie vor Tismarsche Bigarren zurückzutveisen. Nowawes Neuendorf. dem Zu dem Spandauer Generalversammlungsbericht erhalten wir vom Vorstand des Sozialdemokratischen Kreiswahlvereins für Potsdam- Spandau- Osthavelland folgende Berichtigung: Nach Generalversammlungsbericht des Spandauer Wahlvereins fritisierte Genosse Reibeholz namentlich die Stellung des Kreises dem seiner zeit angenommenen Antrag gegenüber, wonach für Spandau eine Extrabeilage im„ Borwärts geschaffen werden sollte. Redner betonte, die ganze Tätigkeit habe darin bestanden, daß kurz vor der Kreisversammlung eine Anfrage an die Redaktion gerichtet worden fei, was eine Extrabeilage für Spandau fosten würde." Kläger Anzeige. Die Verhandlung, die an heftigen Debatten und an Zwischenfällen reich war, endete mit der Verurteilung des 3. wegen formaler Beleidigung zu einer Geldstrafe von 20 M. Dummejungenstreiche lagen zwei Anklagesachen zugrunde, die gestern vor dem Moabiter Strafgericht zur Berhandlung famen. Welche gefährlichen Dimensionen der Erfindungsgeist der Berliner Rangen" annehmen kann, bewies ein Prozeß, der sich vor der dritten Straffammer des Landgerichts I abspielte. Wegen vor= sätzlicher Brandstiftung und Diebstahls waren der 14jährige Arbeitsbursche Anton St wasniewsky und der gleichaltrige Schüler Willi Selbiger angeklagt. Die beiden Dreitäsehochs waren gute Freunde ,. Awasniewsky, ein Knirps, der knapp über die Schranke der Anklagebant hinwegsehen konnte, war zuletzt „ Bollejunge" gewesen. Das Frühaufstehen hatte ihm jedoch nicht gepaßt, so daß er schon nach wenigen Tagen sich mit Selbiger herumtrieb. Eines Tages im Juli schlenderten beide durch die Prenzlauer Allee und überlegten, wie sie zu Geld kommen könnten, um sich Zigaretten und Süßigkeiten zu kaufen. K. hatte plöblich eine geniale Idee. Er veranlaßte den S., von dem Fenster einer Barterrewohnung eine Flasche zu stehlen. In dieser kauften sich die Beiden in einem Seifengeschäft für 10 Pf. Brennspiritus und für 1 Pf. eine Schachter Streichhölzer. Die geniale Idee des kleinen st. bestand nämlich aus nichts geringerem, als ein Haus an. zuzünden und dann durch die Feuermeldung die Meldeprämie von 3 M. zu verdienen! Ungesehen schlichen sich die viel= versprechenden Bürschchen in den Steller des Hauses Linienstr. 247. S. begoß hier die Wände und den hölzernen Lattenverschlag mit Spiritus, N. zertrümmerte schließlich noch die Spiritusflasche über einem Haufen von altem Gerümpel, damit et en bißten besser brennt," wie er vor Gericht erklärte. Die beiden jugendlichen Brandstifter zündeten dann den Spiritus an und liefen, was das Beug halten wollte, zu dem nächsten Feuermelder und setzten diesen in Tätigkeit. Bald erschien auch die Feuerwehr, die die beiden Jungen gleich mit auf die„ Brandstätte" nahm. Hier war glüdlicherweise nur der Spiritus berbrannt, während die anderen Sachen kein Feuer gefangen hatten. In dem dunklen Keller wurden den beiden Attentätern von den über die böswillige Tat erbitterten Feuerwehrleuten erst noch ein wenig die Höschen stramm gezogen, che man sie der Polizei übergab. In der gestrigen Verhandlung machten Rechtsanwalt Dr. Foßmann und der von Amis wegen als Verteidiger gestellte Referendar Dr. Adam 3 geltend, daß die Angeklagten infolge ihrer großen Jugendlichkeit doch wohl nicht die volle Erkenntnis von der Strafwürdigkeit ihrer Handlungsweise gehabt haben mögen, so daß eine milde Strafe am Blaze erscheine. Der Staatsanwalt hatte je 7 Monate Gefängnis beantragt. Der Gerichtshof erkannte gegen Kwasniewsky auf 5 Monate und 1 Tag, gegen Selbiger auf 5 Monate und 1 Woche Gefängnis. Polizei, öffentliche Sconung und weitgliederverzetajuis eines vorsteher unter Androhung einer Zwangsstrafe dem Vorsitzenden der " Freien Turnerschaft von Peterswaldau" die Einreichung eines der Staatswerkstättenarbeiter. Zu der Arbeiterausschußwahl, die am desselben besser kontrollieren könne, ob nicht im Vereinslokal ber Das„ Spandauer Tageblatt" forgt ganz besonders für das Wohl Mitgliederverzeichnisses aufgegeben hatte, damit er an der Hand 1. Oktober auf drei weitere Jahre erfolgt, ruft das Blatt folgender- Turnerschaft unter dem Deckmantel der Anwesenheit einer gemaßen auf:„ Wählt Euch den richtigen Mann aus Eurer Mitte, schlossenen Gesellschaft( auf die die Polizeistunde nit Anwendung gebt Eure Stimme nur einem Kollegen, der das Herz auf dem findet) die Polizeistunde übertreten werde. Das Oberverwaltungs richtigen Fleck hat, der bereit ist. Eure Interessen zu vertreten, der gericht steht auf dem Standpunkt, daß die Polizei durch ihre allalso Euer Vertrauen, aber auch das Vertrauen Eurer gemeine Befugnis, für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Vorgesezten genießt, was vor allen Dingen notwendig Ordnung zu sorgen, auch das Recht erlange, in Statuten und Mitist, wenn die Wünsche, welche von Euch durch den Arbeiters gliederverzeichnisse auch solcher Vereine, welche keine Einwirkung ausschuß der Direktion vorgetragen werden, Erfolg haben auf öffentliche Angelegenheiten im Sinne des Vereinsgesetzes be= sollen." zivecken, Einsicht zu nehmen, um sich zur Ueberwachung der öffentlichen Ordnung in den Stand zu sehen. Das sei hier der Zived gewesen, also sei die Verfügung rechtmäßig. Ob das von der Bolizei gewählte Mittel angemessen und zweckmäßig sei, habe das Gericht nicht nachzuprüfen. Die vom Vereinsvorsitzenden angestrengte Klage habe somit abgewiesen werden müssen. " Wahr ist, daß kurz nach der Generalversammlung vom 14. Januar sich der unterzeichnete Vorstand an die Preßkommission des Vorwärts" mit diesem Antrag schriftlich gewandt hat. Die Breßlommission hat dann im März oder April eine Konferenz mit den Berichterstattern der Vororte abgehalten, gleichfalls waren auch die Vorsitzenden der örtlichen Wahlvereine eingeladen. Das Zu sammentreten der Konfernz erfolgte auf Grund obigen Antrags. Bom Spandauer Wahlverein war der Vorsitzende, Genosse Pieser, in dieser Sigung anwesend, leider hat derselbe den Spandauer Antrag nicht befürwortet, den er in der Kreisgeneralversammlung so eifrig vertreten hat. Der unterzeichnete Vorstand bat erst am 17. April etwas von dieser Sizung durch den Genossen Staab- Potsdam erfahren, denn eine Einladung zur Sizung war nicht ergangen. Nachdem nun also der Antrag selbst vom Genossen Pieser nicht befürwortet war, wurde Erkundigung über den Kostenpunkt beim„ Vorwärts" ein= geholt. Ferner ist unwahr, daß den Spandauer Genossen jede selb ständige Freiheit in bezug auf Herausgabe von Flugblättern ge- Vereins. Das Oberverwaltungsgericht billigte es, daß der Amtsnommen ist. Spandan. Mit den vom„ Sp. T." empfohlenen Zweiseelenmenschen wird den Staatswerkstättenarbeitern herzlich wenig gedient sein. Das Organ des Vereins königstrener Männer betreibt eine zu auffällige Bevormundung. Potsdam. mittag in Potsdam Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am Montagnach Das 6jährige Söhnchen des Rentiers Wolff spielte in dem Garten des hart an der Havel in der Neuen SönigStraße gelegenen väterlichen Grundstücks. Hierbei fletterte er in das am Ufer befindliche Boot. Dieses geriet ins Schaukeln und dadurch stürzte der Kleine topfüber ins Wasser. Die auf einem nahen Lagerplay befindlichen Arbeiter gewahrten den Vorgang und eilten mit Stangen in einem Kahn zu Hülfe. Allein es war zu spät; fie fonnten nur die Leiche des Knaben aus dem Wasser holen und den bedauerns, werten Eltern bringen. Feuer in der Potsdamerstraße 126 verursachte gestern abend einen großen Menschenauflauf. In einem Dachboden des linken Seitenflügels hatte gegen 8 Uhr aus nicht ermittelter Ursache Pelzwerk Feuer gefangen, das sich schnell ausbreitete. Brandmeister b. Borch, der mit dem 9. Löschzuge alsbald eintraf, ließ von der Straße aus mit Hülfe einer großen mechanischen Leiter über das Borderhaus und ebenso vom Hofe aus mit drei Schlauchleitungen borgehen und brachte nach einstündiger Arbeit das Feuer zum stehen. Mehrere Bodenkammern mit Inhalt brannten total aus. Ebenso wurde ein großer Teil des Dchstuhls zerstört. Giner Familie verbrannte Belzwerk im Werte von über 1000 Mar Gerichts- Zeitung. Nachflänge zu der 7. Kochkunst- und fachgewerblichen Ausftellung des Deutschen Gastwirteverbandes beschäftigten gestern in einer mehrstündigen Sigung das Schöffengericht Berlin- Mitte. Wegen Beleidigung war der Fabrikant Karl Zehnpfund angeflagt, dem als Verteidiger Justizrat Wreschner zur Seite stand. Als Kläger traten der Kaufmann Erich Forkel, der Kaufmann Hartmann Nichter und der Fabrikant Eduard Sorge auf. Im Januar d. J. wurde von dem Deutschen Gastwirteberband in einem hiesigen Etablissement eine Kochkunst- und fachgewerbliche Ausstellung veranstaltet, durch welche dem Publikum nicht nur die technischen Einrichtungen großer Hotelfüchen vom Standpunkt der Hygiene und Sauberfeit aus betrachtet vorgeführt werden sollten, sondern auch die Leistungsfähigkeit der deutschen Küche bis zu Aus dem Oberlin Krankenhause geht uns ein Schreiben zu, ben feinsten Delikatessen hinauf in einen Wettbewerb mit der franworin über die Behandlung durch den Arzt sowie das Pflegepersonal aösischen Küche gestellt werden sollte, die immer noch in der Welt der lebhaft Klage geführt wird. Der sich an uns Wendende ist ein Genüsse den ersten Blaz einnimmt. Diese appetitliche Sache, die dortiger Kranker, der an einem offenen Leistenbruch leidet. Am unter dem Protektorat des Oberbürgermeisters Kirschner stand, Sonntagvormittag gegen 10 Uhr ist ihm anläßlich der ärztlichen sollte jedoch ein sehr unappetitliches Nachspiel vor Gericht haben. Morgenvisite der Verband abgenommen, ohne daß derselbe sofort Anläßlich dieser Ausstellung fand eine Prämiierung der besten erneuert wurde. Der Kranke soll, troz verschiedentlichen Bittens, Erzeugnisse der Aussteller statt. Eine große Anzahl der Aussteller wohl bis nachmittags ohne Berband gewesen sein. Ein anderer konnte natürlich nicht in Frage kommen. Unter Siefen stellte sich Stranker befindet sich seit dem 11. Juli im Oberlinhaus; derselbe allmählich eine Mißstimmung gegen den Arbeitsausschuß der Aushatte sich wegen rheumatischer Schmerzen aufnehmen lassen. Man stellung ein, welchem die Herren Ringel, Vogel und der Angeschulhat ihn, wie er uns angibt, bis vor kurzem ohne jede Untersuchung, digte Behnpfund angehörten. Von den Richtprämiterten wurde nur auf seine Angabe hin, mit Warmwasser und Aspirin behandelt. unter Zeitung der Kläger einer Protestversammlung einberufen, Den Arzt hat der Betreffende auf eine frühere Geschlechtskrankheit die sich mit der angeblichen unrechten Prämiierung verschiedener aufmertfam gemacht und darauf hingewiesen, daß sein jetziges Aussteller beschäftigen sollte. Es wurde unter anderem zur Sprache Leiden davon herrühren könne: trotzdem wurde eine Untersuchung gebracht, daß ein von dem bekannten Defonom Vogel ausgestelltes bertpeigert. Als nun der Krante merkte, daß sein früheres Leiden faltes Büfett prämiiert worden sei, obwohl es gar nicht zur Bewieder akut wurde, wurde die frühere Behandlung des Rheuma- werbung hätte gelangen können, da es bereits bei der Eröffnung tismus eingestellt. An dessen Stelle erhielt er eine Sprite und eine aufgezehrt worden sei. Ferner sollten innerhalb der Preisrichter Flasche mit einer rotbräunlichen Flüssigkeit mit der Anweisung, Ein allerlei Schiebungen" vorgekommen sein. Dies führte zu einer sprigungen zu machen. Der Kranke befindet sich also nach seinen scharfen Fehde zwischen der Ausstellungsleitung und den mißAngaben seit dem 11. Juli im Oberlinhause mit einem schweren vergnügten Unprämiierten. Als Antwort hierauf erschien in der Leiden und ist noch nicht einmal gründlich untersucht worden. Die Fachzeitschrift„ Das Gasthaus" ein Artikel, der sich gegen die Unfitte, Patienten mit dem Servieren von Essen und Trinken für Protestbewegung wendete; unter anderem wurde auch ein von dem andere Stranke zu beauftragen, soll auch im Oberlinhause start Angeschuldigten Zehnpfund herrührender Brief veröffentlicht, in graffieren. So befindet sich dort ein mit Lungenspißenfatarrh be- welchem dem Protestkomitee der Vorwurf gemacht wurde, daß es hafteter Stranker, der noch heute Milch in unbedeckten Tassen serviert, aus Neid sowie Standal- und Prahlsucht gegen die Kochkunsttrozdem die Schwestern von Kranken darauf aufmerksam gemacht sein ausstellung agitierte. Es hieß ferner, durch das schamlose Vorfollen, daß der Mann über die Tassen hinweg hustet. Ein anderer gehen des Protestfomitees müsse man sich angeefelt fühlen. Wegen Patient, der jetzt entlassen ist, hatte eine Drüseneiterung am Halse; da dieser Aeußerungen erstatteten die dem Komitee angehörenden Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlizer Biertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Arbeiter Wilhelm Mitschke wohnhaft Reichenbergerstr. 96a, Stadtbezirk 113b, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4%, Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 262/10 Der Vorstand. Verband der Fahrik-, Land-, Hulfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ( Bahlstelle Berlin.) Am Sonnabend, 22. Septbr., schied unser Mitglied Wilhelm Mitschke freiwillig aus dem Leben. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. d. M., nachmittags 15 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Briz, aus statt. 4 Zahlreiche Beteiligung erwartet 188/1 Die Ortsverwaltung. Todesanzeige. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß gestern mein lieber Mann, der Schneidermeister Hermann Andrecht nach furzer, schwerer Strankheit im 37. Lebensjahr verschieden ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. September, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des neuen Jakobi- Kirchhofs, Hermannstraße, aus statt. 15795 Die trauernde Witwe Anna Andrecht geb. Jahn. Danksagung. lichen Kranzspenden bei der Beerdigung Für die rege Teilnahme und herrmeines lieben Mannes, des Rohrlegers Wilhelm Dittberner sage allen Freunden und Bekannten, den Betriebsleitern des Gas- und Wasserwerks Lichtenberg, den Kollegen des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter der Filiale Groß- Berlin, dem Chef und den Kolleginnen des Berliner Lofal- Anzeiger"( Filiale riedrichsberg), und dem Arbeiter Gesangverein Hoffnung III" meinen aufrichtigsten Dank. 1592b Dem Genossen August Henkel nebst Frau zu ihrem 25jährigen Ehejubiläum die besten Glückwünsche. Die Genossen 23992 des 170. Stadtbezirks. Allen Bekannten, Freunden und Verwandten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Sohn, Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der Maschinist Johann Dronski bei Ausübung seines Berufs in Brandenburg tödlich verunglückt ist. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachm. 3 Uhr, vom Krankenhaus in der Hochstraße in Brandenburg aus statt. Lichtenberg, 26. Septбr. 1906. Die trauernden Hinterbliebenen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Am 24. September erlitt in Ausübung feines Berufes den Tod durch Ertrinken unser altes Mitglied Johann Dronski in Brandenburg a. H. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 27. September, nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause in der Hochstraße in Brandenburg a. H. aus statt. 14/13 Der Vorstand. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am 24. September verstarb in Brandenburg a.. infolge eines Unglücksfalles das Mitglied, Kollege Johann Dronski. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 27. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom neuen Kranten hause in Brandenburg a. H. aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 139/16 Die Ortsverwaltung. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Serlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Anna Dittberner, geb. Grunwald. Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,