Nr. 227. d Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis bränumerando; Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 9, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Bort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramımı Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonnabend, den 29. September 1906. Die fozialistische Bewegung in mirjam betätigen und pünktlich thre Beiträge zahlen. Spanien. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. mehr als 10 000 Stämpfer zu scharen, die sich in der Bewegung der Beseitigung von Mißbräuchen aller Art führen. Die wirksam Folge davon dürfte sein, daß bei den nächsten KommunalNun zur gewertschaftlichen Organisation. Die wahlen in Madrid ein heißer Stampf entbrennen wird; denn Unión General de Trabajadores"( Allgemeiner Arbeiter- die Bürgerlichen sind wütend über die kräftige Opposition, die bund) hatte Februar 1905 in 873 Settionen 56 905 Mit ihnen unsere drei Genossen machen. glieder. Die Unión ist der bedeutendste aller spanischen Zum Schlusse dieser gedrängten Uebersicht über den Stand Madrid, 24. September 1906. Arbeiterverbände und auch die einzige Gewerkschaft, die der sozialistischen Bewegung Spaniens sind noch ein paar GegenDas langsame Tempo der industriellen Entwickelung sich sowohl in ihrer Organisation wie in ihrer Propa- Worte nötig über die Mitglieder unserer Partei. Spaniens, der konservative und wenig unternehmungsluftige ganda durch die Prinzipien des Sozialismus leiten wärtig hat ein Sozialdemokrat in Spanien nichts weiter zu Charakter seiner Bourgeoisie, die ständige Arbeitslosigkeit, der läßt. Allerdings sind in der letzten Zeit im Gefolge der erhoffen, als daß er etwa Hiebe bekommt, von den Arbeitschändliche Analphabetismus- all das sind Ursachen, aus außerordentlichen Arbeitslosigkeit und der unaufhörlichen Aus- gebern boykottiert, von den Anarchisten als Verräter bedenen der Entfaltung der Arbeiterpartei, zumal der gewanderung- jene Zahlen start gesunken, aber selbst mit handelt oder von der bürgerlichen Justiz ins Gefängnis gewertschaftlichen Drganisation, ungeheure Schwierigkeiten ihren 36 557 Mitgliedern in 274 Sektionen ist die Unión zur schickt wird. Und das lockt natürlich die Leutchen, die nach erwachsen. Stunde noch immer die gewaltigste Arbeiterorganisation Parfüm duften, nicht gerade an. Man vergegenwärtige sich nur einmal, in welcher Armut Spaniens. Uebrigens tann weder die Zahl der Partei- noch Aber ist auch die Zahl der Intellektuellen in der Partei das spanische Proletariat dahinlebt. Viele Arbeiter beider die der Gewerkschaftsmitglieder einen genauen Maßstab ab- nicht sehr groß, so dürfen wir uns doch rühmen, den Kastilien, besonders solche aus der Landschaft La Mancha, geben für den wirklichen Einfluß, den unsere Jdeen unter den gebildetsten und intelligentesten Teil der spanischen Arbeiterdie sehr wenig verdienen und obendrein nicht einmal das spanischen Arbeitern haben. Viele werden ihrer Gewerkschaft klasse in unseren Reihen zu haben: die Buchdrucker, die stets ganze Jahr Arbeit haben, gehen zu gewissen Zeiten untreu sei es nun, um den Beitrag zu sparen, oder weil an der Spiße der Bewegung standen und noch stehen. Dains nördliche Minenbecken, um dort Arbeit zu suchen. fie ihren Wohnort wechseln. Nichtsdestoweniger verfolgen sie durch ist es möglich, über ein Korps von Propagandisten und Andere z. B. die Arbeiter Galiciens verbringen einen die Bewegung der sozialistischen Partei und suchen sie deren Drganisatoren zu verfügen, die befähigt sind, immer und großen Teil des Sommers fern der Heimat: in Kastilien, Aftionen stets zu fördern. Nur so ist es zu erklären, daß überall nicht nur dem„ gelben" Element und ähnlichen in Aragonien oder sonstwo. Da verdienen sie Geld mit Ernte- während des Feldzuges, den unsere Partei vergangenes Jahr Freunden" des Proletariats die Stirn zu bieten, sondern arbeiten. Wieder andere die Proletarier Andalusiens um die Ausschreibung öffentlicher Arbeiten und um die auch den Schlichen der bürgerlichen Parteien, besonders der. sehen sich genötigt, auf der Suche nach Arbeit zuweilen das Herabsetzung der Lebensmittelpreise führte- daß da auf den jenigen, die Meisterinnen der Demagogie sind. Ruf der Partei zu einem bestimmten Zeitpunkt, am 2. Juli, Nunmehr dürfen wir ganze Land zu durchstreifen. ohne befürchten zu müssen, Um nur eine ungefähre Vorstellung von der schrecklichen über 155 000 Arbeiter die Arbeit ruhen ließen, und zwar irgendwo auf Widerspruch zu stoßenwohl versichern, daß Arbeitslosigkeit in Spanien zu haben, braucht man sich bloß 20 000 in Madrid, 18 000 in Alicante, 33 000 in Biskaya usw. trotz des verhältnismäßig recht geringen Bestandes unserer zu bergegenwärtigen, daß augenblicklich 50 Proz. der Land- Durch die in neuerer Zeit bewirkte Bildung sozialistischer Streitkräfte doch der Einfluß unserer Partei auf die spanische arbeiter und 60 Proz. der Bauarbeiter beschäftigungslos find. Jugendgruppen sind wir auch ein gutes Stück vor- Arbeiterklasse im allgemeinen bedeutend größer ist als der Und um die Bedeutung der Auswanderung in ihrem vollen wärts gekommen. Diese Jugendorganisation bildet bereits Einfluß der anderen Elemente, die mit mehr oder weniger Umfange zu ermessen, braucht man bloß zu berücksichtigen, einen ziemlich starken nationalen Verband, der alle drei Jahre Berechtigung die Sache der Arbeiterschaft zu vertreten bedaß im Jahre 1904 nicht weniger als 15 000 Arbeiter vom einen Kongreß abhält. Ferner haben wir in der Partei eine haupten. Hafen zu Vigo, 28000 vom Hafen La Coruna und 12 000 starte Strömung, die zur Bildung von Gewerkschaften auf Wir sehen große Hoffnung auf die Zukunft. Und zwar, Arbeiter von anderen Häfen abgefahren find! Man muß mehrfacher Grundlage treibt: Streifunterstübung, Arbeits- weil wir wissen und weil alle Genossen es wissen, daß inmitten wie gesagt- diese Tatsachen kennen, um den Mitglieder- lofenunterstüßung, Krankengeld, Sterbegeld. Desgleichen haben der politischen Korruption, inmitten des religiösen Fanatismus, schwund unserer Gewerkschaften( von dem weiter unten noch wir eine Strömung, die zur Bildung von Konsum und inmitten der Oligarchie, die Spanien beherrscht, unsere Partei die Rede sein wird) zu begreifen. Produttivgenossenschaften drängt. Und zwar die einzige ist, die den fortschrittlichen und revolutionären Durch den unaufhörlichen Ortswechsel sowie durch die betrachten unsere Genossen die Genossenschaften nicht etwa als Geist des modernen Europa repräsentiert. ständige Auswanderung nach Amerika erklärt sich von selbst, Endziel, sondern nur als ein Mittel, um die Arbeiterbewegung daß viele unserer Arbeiterorganisationen ihr sieches Leben zu unterstützen. mühselig dahinschleppen oder, kaum daß sie ins Leben gerufen Die Presse spielt bei unserer Propaganda eine ziemlich find, schon wieder dahinsterben. Besonders häufig ist diese große Rolle. Wir verfügen gegenwärtig über 14 wöchentlich Erscheinung in den Ebenen Kastiliens, wo die Landarbeiter und ein vierzehntägig erscheinendes Organ. Wir beabsichtigen, seit einiger Zeit begonnen haben zu agitieren und sich zu eine Tageszeitung herauszugeben, sobald unsere Mittel es er organisieren. lauben sollten. Nach unserer Berechnung sind dazu 50 000 Aber ungeachtet all der ungeheuerlichen Schwierigkeiten Befetas nötig; durch freiwillige Beiträge haben die Gegewinnt die sozialistische und die gewerkschaftliche Propaganda nossen bereits etwas über 18 000 Pesetas zusammengebracht. allenthalben Terrain und die Lebenstraft unserer Partei zeigt Wenn man bedenkt, daß die Löhne in Spanien sehr niedrig fich bei jeder Gelegenheit. Ihren Kampf hat die Sozial- find, so zeugt jene Tatsache von der Aufopferungsfähigkeit demokratie Spaniens nun aber nicht nur gegen die eigent unserer spanischen Genossen. Ist unser Arbeiterheer leider liche Bourgeoisie zu führen, sondern auch gegen andere auch noch nicht sehr groß, so ist es doch zuverlässig und von Elemente, die- obwohl dem Anschein nach fortschrittlich und festem Bestand. Daher können wir allen Gefahren mit Ruhe revolutionär- doch nichts anderes sind als wertvolle Hülfs die Stirn bieten. truppen der Bourgeoisie. Wir meinen damit die anarchistischen und die bürgerlich- republikanischen Elemente. # Und darum, im Interesse der Ehre Spaniens, im Interesse der Ehre unseres Proletariats wird die Partei ihren Kampf ohne Schwächeanwandlungen weiterführen. Sezen wir doch unseren höchsten Stolz darein, dem großen internationalen Arbeiterheer so bald wie möglich auch in Spanien ein Armeeforps zur Verfügung zu stellen, das stets gerüstet sein soll, die Aktion der Genossen in den anderen Ländern zu unterstügen bei dem großen Kampfe für die Befreiung des internationalen Proletariats. Die russische Revolution. Siedlce- Politik. Die Entscheidung über die Erweiterung der Bürgerrechte Die spanische Sozialdemokratie ist mun glücklich so weit, der Juden ist, wie der Petersburger Korespondent das Bureau daß sie beginnen kann, auch ihren nationalen oder inter- Laffan von maßgebender Seite erfährt, in negativem Sinne Bei einem durchgehends unwissenden, zum Teil durch nationalen Solidaritätspflichten nachzukommen. Jüngst haben ausgefallen. Eine Erweiterung ihrer Rechte wird nicht cher Ueberarbeitung berdummten und abgeftumpften, zumeist noch wir Geld für die unglücklichen Opfer des Verbrechens von stattfinden, als bis die jüdische Jugend Rußlands einen mehr unter unsäglichem Elend schmachtenden Proletariat schlagen die Courrières gesandt und die Familien der beim Einsturz eines gefesliebenden Geift beweift". Das ist genau dieselbe hundsföttische Politik, wie der einfältigen Vorstellungen des Anarchismus nur zu leicht Reſervoirs in Madrid verunglückten Arbeiter reichlich unter- Henter von Siedlce sie so raffiniert anzuwenden verstand. Wurzel, und man kann es nicht leugnen, daß die stützt. Augenblicklich suchen wir etwas Geld zusammenAnarchisten bei einem Teile des spanischen Proletariats sich zubringen für die Familien der während der letzten Streits als schwache jüdische Greise, als jüdische Männer, die sich um eines gewissen Einflusses erfreuen. Da er jedoch keine Drgani- im Norden Getöteten oder Verwundeten, desgleichen für die Politik den Teufel kümmern, den Herrn Gouverneur um fation oder richtiger: da er eine chaotische Organisation tapferen russischen Genossen. Für diese hat El Socialista" Schutz anflehten und um Einstellung des entsetzlichen Blutbesitzt, da seine Preffe platt und ungeschickt ist und da er in bis jetzt etwa 5500 Pejetas(= 4500 m.) zusammenbekommen. bades baten, da erhielten sie die höhnische Antwort: Der der letzten Zeit eine ganze Reihe Schlappen erlitt( es sei nur Nach unseren Wahlerfolgen darf weder die Stärke Pogrom werde aufhören, wenn sie, die Bittsteller, die Revoan die beiden großen Streits von Barcelona und von La noch der Fortschritt der Partei beurteilt werden; denn die lutionäre auslieferten. Aber die armen Leute wußten gar nichts Coruna erinnert), so hat der spanische Anarchismus nicht mehr spanische Regierung bedient sich bekanntlich des Mittels der von den Revolutionären, sie tannten sie nicht und wären selbst den Einfluß wie früher und erfaßt er nur noch eine geringe Fälschungen, des Stimmentaufs und aller nur erdenklichen beim besten" Willen nicht imftande gewesen, sie auszuliefern. Und der Gouverneur wußte das, und doch ließ er Kinder und Minorität unserer Arbeiterschaft. Dabei muß natürlich der Betrügereien, um ihre Kandidaten durchzubringen. Trotz Umstand im Auge behalten werden, daß trokalledem der alledem hat Genosse Pablo Iglesias bei den letzten allgemeinen Greise elend ermorden. Genau so verfährt die Regierung. Sie verweigert den Anarchismus in Spanien noch immer eine Gefahr für den Wahlen, obwohl wir gegen ein Startell sämtlicher bürgerlichen Juden die Erweiterung ihrer Bürgerrechte bis solange, als Parteien und gegen die üblichen Fälschungen und den herkömmFortschritt der Arbeiterbewegung bedeutet. Etwas ernster im Augenblick wenigstens ist die lichen Stimmenfauf zu kämpfen hatten, 3110 Stimmen er nicht die jüdische Jugend Rußlands einen mehr gesetzliebenden republikanische Gefahr. Die republikanische Partei be- halten. Auf seinen Gegner einen Republikaner einen Republikaner- entfielen Geist beweist!! Man weiß wirklich nicht, worüber man sich mehr wundern soll: über die Unverschämtheit dieser russischen dient sich des Vorwandes, die bürgerliche Republik werde für 3915 Stimmen. * die spanischen Arbeiter alles tun, was die Regierungen der Bei den Gemeindewahlen find stets wachsende Regierungsgauner oder über die Tatsache, daß es den Revoam weitesten vorgeschrittenen Länder getan haben". Sie Erfolge zu verzeichnen. Das liegt daran, daß bei diesen lutionären bisher noch gelungen ist, den Terrorismus in berkündet, daß die Erklärung zur Republik den ersten Wahlen nach Stadtvierteln gewählt wird und nicht nach Bahnen zu halten, deren Ueberschreitung bei der immer noch notwendigen und unerläßlichen Schritt zur Befreiung des Streifen, wie bei den Stammerwahlen. Infolgedessen haben wachsenden Brutalität und Verlogenheit der Regierung keinen Proletariats bedeute. Sie verkündet, daß diese Republik un- wir die Möglichkeit, bei den Gemeindewahlen scharfe Kontrolle denkenden und fühlenden Menschen in Erstaunen setzen dürfte. berzüglich, nächste Woche, allerspätestens in einem Jahre zu üben und Betrügereien unter Umständen mit Gewalt Die reaktionäre Rußkoje Snamja" in Petersburg veröffentlicht proflamirt werden soll. So zieht die republikanische Partei, zu verhindern. Im Jahre 1903 hatten wir erst 50 Stadtobwohl sie aus Mitgliedern besteht, die ganz verschiedene und verordnete in 28 Kommunen. Jetzt haben wir 71 Stadt- einen bezeichnenden Depeschenwechsel zwischen der Elissawetgrader einander entgegengesetzte Ziele verfolgen, und obwohl sie sich verordnete in 30 Städten. Zu diesen 71 muß man eigentlich abteilung des Verbandes des russischen Volkes und dem Truppenchef in Siedlce, Oberst Tichanowsti. Der Verband beglückwünschte als militaristisch erklärt und tein bestimmtes, festes noch 30 Stadtverordnete hinzurechnen, die auch auf das Tichanowski zu der von ihm beim Kampfe mit den Meuterern entProgramm hat, doch die Aufmerksamkeit vieler Arbeiter auf Kommunalprogramm der Sozialdemokratie gewählt sind. Es widelten Schneidigkeit". Der Oberst antwortete:" Laßt es euch sich und lenti sie von ihrem eigentlichen Stampfe ab, um sie handelt sich da um Arbeiter, die mit Hülfe von Gewerk- gut gehen," russische Männer, glaubt, eure Bajonette find höher als einem Heere einzugliedern, das von Bürgerlichen geführt schaften in den Wahlkampf gezogen sind und die zwar aus appen!" Unter Lappen" verstand der Oberst vermutlich die wird und das infolgedessen nur dazu dienen kann, die Herr- diesem oder jenem Grunde der sozialistischen Partei nicht roten Fahnen. Entzückt telegraphierte der Verband zurüd: Hurra russische Bajonette und heldenhafter Oberst." schaft dieser dem Proletariat feindlichen Klasse zu befestigen angehören, aber doch sie und keine andere unterstützen. und zu verlängern. Die letzten Kommunalwahlen erhielten ein ganz besonderes Die Bauernbewegung schwillt. Trotz all dieser Schwierigkeiten macht unsere Partei Fort- Gepräge dadurch, daß zum daß zum erstenmal Sozialisten in Petersburg, 26. September. Jm Kasauschen Gouvernement be schritte und arbeitet sie, stets von einem großen Hoffen beseelt die Verwaltung der Haupt- und Residenzstadt Wiadrid ge- teiligten sich an siebzig Dörfer an den Agrarunruhen. Die und revolutionären Geistes vorwärts drängend. So hat sie wählt wurden, nämlich die drei Genossen Pablo Iglesias, Administrativbeamten wurden getötet und andere Regierungsvertreter es denn fertig gebracht, über 150 Settionen in allen Eden Largo Caballero und Ormaechea, die nun einen energischen flohen. Der Premierminister fragte bei dem dortigen Gouverneur und Winkeln des Landes zu gründen und um ihr Banner Feldzug im Interesse politischer Reinlichkeit und zum Zweck lan, warum nicht rechtzeitig Maßregeln ergriffen wurden. . Das Justizministerium arbeitet einen Gesetzentwurf über Eni- eignung der Majorate und Erbbesitz aus.(I) Wie die Mönche agitiere». Der Mönchspriester Hcliodor, Mitglied der Jaroslawer Ab» teilung des„Verbandes deS russischen Volkes", nähert sich nach Be- endigung des Gottesdienstes dem aus der Kirche strömenden Volke, hält die Leute an und spricht davon, wie dringend nötig es wäre, „sich vom Joche der I u d e n und U n r u h e st i f t e r zu befreien und den C h r i st u s v e r r ä t e rn die erforderliche Abwehr ent- gegcnzusetzen". Die Agitation des Mönches bringt jedoch wenig Früchte. Die meisten kehren sich ab, ohne ein Wort zu sagen. Ein alter Mann sagte:„Geh, Mönch, bete zu Gott, verwirre nicht das Volk i geh weg, wir Ivollen mit dem eigenen Verstände leben; d einen Verstand brauchen wir nicht."(«Nowyj Putj" 21. September.) Geldsammlungen für Pogromheuker. Das Zentralkomitee des„Verbandes des russischen Volkes" hat an die Abteilungen des Verbandes ein Zirkular gerichtet, in dem es empfiehlt, Gcldsaminlungen zugunsten der Garnison von Siedice um ihrer Verdienste im Kampfe gegen die Unruhestifter zu eröffnen. An vielen Orten ist mit den Geldsammlungen bereits begonnen worden. s„Nowyj Putj".) Die guten Freunde der russischen Regierung werden immer drerstcr und frecher. Rätselhaftes Attentat. Man schreibt uns ans Helsingfors vom 23. September: In der vergangenen Nacht explodierte in dem Holzkeller der Neservepolizeikascrne eine Bombe. Der starke Luftdruck drückte viele Fensterscheiben der Kaserne und der benachbarten Häuser ein. Die Erschütterung war so stark, daß die schlafenden Polizisten aus ihren Betten geschleudert wurden. Einer trug dabei Verletzungen an den Händen und am Gesicht davon, die übrigen blieben unverletzt. Das Attentat erregt umso größeres Aufsehen, als vor einigen Tagen bei einer Reparatur an städtischen Wasser- leitungsröhren Dynamit nebst einer erloschenen Zündschnur gefunden wurde. Die Bourgeoisie ist entsetzt und beschuldigt — selbstverständlich— die A r b e i t e r, diese Taten begangen zu haben, obwohl kein begründeter Anlaß zu dieser Ver- dächtigung vorliegt. Die Polizei hat keine Spuren der Täter entdecken können. Aber die bürgerliche Presse gibt sich den Anschein, genug solcher Spuren zu haben, und sie weist darauf hin, daß die Arbeiterschaft sich wegen der Auflösung der Roten Garde und der Vermehrung der Polizei rächen wolle!— Die Arbeiter erklären diese Attentate für plumpe Provokationen, um die Konstabler, die sich mit dem arbeitenden Volke solidarisch fühlen, gegen die Arbeiter aufzuhetzen und um neue Unter- drückungsmaßregeln zu rechtfertigen, welche in den Regierungs- kreisen fortgesetzt geplant werden. politLIcKe Ocbcrftcbt Berlin, den 28. September. Die Massenstreik- Abstimmung.— Anarchosozialismus und Lokalisten. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Mannheim, 28. September, 5,6 Uhr nachmittags. Die Abstimmung über die Anträge zum Punkt Massenstreik er- gab heute morgen das von uns als wahrscheinlich bezeichnete Resultat. Der Antrag des Parteivorstandes und der Kontroll- kommission wurde mit 386 gegen 5 Stimmen angenommen, nachdem er durch einen Teil des Amendements K a u t s k y erweitert worden war. Damit ist nunmehr in Uebereinstimmung mit der Mehrzahl der Gewerkschaftsführer durch Parteitagsbeschluß ausgesprochen: Pflicht jedes Parteigenossen ist, dafür zu wirken, daß die Gewerk- schaftsbewegung allezeit vom Geiste der sozialdemokratischen Ideen- ivelt erfüllt sei. Für den amendierten Antrag stimmten auch die Genossen Legten, von Elm, Bumelburg. dagegen Genosse Hue. Der Rest der Vormittagssitzung wurde ausgefüllt mit der Beratung der Anträge, die sich auf schärfere Bekämpfung der als arnochosozialistisch bezeichneten Lokalisten bezogen. Der Antrag des Partcivorstandes und der Kontrollkommission bedrohte die Verfechter der anarchosozialiskischen Ideen mit dem Ausschluß aus der Partei und forderte die Mitglieder der Lokalorganisationen zum Anschluß an die Zentralverbände auf. Ein Antrag von Elms und von Köln forderte sogar die Erklärung des Parteitages, daß die Angehörigen der Lokalorganisationen künftig überhaupt nicht mehr als Mitglieder in der Partei geduldet würden. Für diese An- träge trat eine Anzahl Gewerkschaftsführer mit allem Nachdruck ein. Anarchosozialistische Quertreiberei und lokalistische Sonderbündelei schädigten sowohl die Partei wie die Gewerkschaften, deshalb müsse endlich einmal ein entscheidender Schritt getan werden. Von der anderen Seite wurde demgegenüber dargelegt, daß der Begriff des Anarchosozialismus schwer zu definieren sei, daß obendrein keines- wegS alle Lokalisten sich zum Anarchosozialismus bekannt hätten. Wegen gewisser Konftlsionen und Meinungsabirrungen könnten links- stehende Genossen umsoweniger ohne weiteres aus der Partei hinaus- geworfen werden, als gerade die Befürworter eines solchen Kaiserschnittes gegenüber ebenso schlimmer Konfusionen von revisionistischer Seite die weitgehendste Toleranz bekundeten. Zu einer Abstimmung über die Anträge kam es nicht, da ein Antrag angenommen wurde, über sämtliche Anträge zu diesem Punkte zur Tagesordnung überzugehen und Parteivorstand und Kontrollkommission zu beauftragen, dem nächsten Parteitage eine Resolution im Sinne der Lübecker Resolution vorzulegen. Die An- nähme dieses Tagesordnungsantrages erfolgte mit großer Mehrheit und wurde lebhaft applaudiert. Bemerkt sei noch, daß durch den frühzeitigen Schluß der Debatte den zum Worte gemeldeten Genossen S t r ö b e l und Stadthagen die Möglichkeit genommen wurde, eine Reihe von Angriffen gegen den„Vorwärts", dem Liebäugeln mit den Anarchosozialisten vorgeworfen wurde, gebührend zurückzu- weisen. - Mannheim, 28. September, 9.20 nachm. Die Verhandlung über die Maifeier beanspruchte nur wenige Minuten. Genosse Richard Fischer präzisierte mit wenigen Worten den Standpunkt, den er im vorigen Jahre in Jena aus- führlich dargelegt hatte. Die Jenaer Resolution wurde darauf dcbattelos mit großer Mehrheit angenommen. Es folgten die Referate über„Sozialdemokratie und Volkserziehung". Genosse Schulz-Bremcn, selbst ehemaliger Volksschullehrer, legte in zweistündigen,, ins kleinste durchgearbcitem Vor- trage den sozialdemokratischen Standpunkt zur Erziehungsfrage dar. Genosse Schulz behandelte im Einverständnis mit der Genossin Zetkin den theoretischen Teil der Frage. Er zeichnete in scharfen Strichen den historischenWerdegang derVollserziehungsfrage vom Stand- Punkt des historischen Materialismus. Mit zwingender Logig entwickelte er, wie das Erzichungswesen, über das die bürgerlichen Philosophen und Pädagogen sich heute noch nicht geeinigt haben, weil sie von der historischen und ökonomischen Bedingtheit der Erziehungsideale nichts wissen sich im Laufe des geschichtlichen Werdeganges entwickelt und gewandelt hat. Dem platonischen Erziehungsideal, das den Staatszweck zur Voraussetzung hatte, folgte das christliche Erziehungsideal der Jen- seitsflucht, das nach der Reformation den Charakter einer Erziehung zur Untertanenknechtsseligkeit annahm. Der große Pädagoge Comenius, mehr noch Rousseau, Pestalozzi, Basedow usw. sahen in der Er- ziehung die Aufgabe zur Ausbildung der harmonischen Persönlichkeit und gesellschaftlichen Glückseligkeit, während neue Pädagogen das soziale Moment ausschalteten und die individuelle Erziehung zum Selbst- �zweckerhoben. Der Kapitalismus kann die Belebung für die Allgemeinheit nicht durchführen, weil die Massenscheidung und die Klassenprivilegien Klassenerziehung bedingen. Erst der Sozialismus vermag das Er- ziehungswesen für alle gleich zu gestalten und mit der Klassenschei- dung auch die Scheidung zwischen Kopfarbeitern und Handarbeitern, von Karrenschiebern einerseits und Architecktcn und Professoren andererseits aufheben. Dem durch durchsichtige Klarheit sich aus- zeichnenden, logisch sich lückenlos gliedernden Vortrage folgte starker Beifall. Klara Zetkin behandelte den praktischen Teil der Frage: die Erziehung in der und durch die Familie und die Er- ziehung des Kindes zum selbstbewußten, aber von sozialem Empfinden beseeltem Menschen. Genossin Zetkin hatte nur eine knappe Disposition skizziert und sprach frei, mit dem glänzenden rhetorischen Pathos, das die brillante Rednerin auszeichnet. Es ist unmöglich, in kurzen Strichen den überreichen Inhalt des Vortrages auch mir anzudeuten. Der enormen geistigen Leistung entsprach der physische Kraftaufwand. Das Bureau ersuchte deshalb die Rednerin, ihr zweistündiges Referat abzubrechen, und im Druck den Rest dem mündlich vorgetragenen Teil an- zufügen. Einem einstimmig angenommenen Antrage entsprechend sollen beide Referate in Massenauflage verbreitet und einem ein- zusetzenden Bildungsausschuß als Material überwiesen werden. Genossin Zetkin verließ unter stürmischen Ovationen die Tribüne. Morgen ist erster Punkt der Tagesordnung das Referat über Straf- recht, Strasteform und Strafvollzug. Legitlmitätsprinzipien. Die braunschweigische Regentschaftsfrage wächst sich zu einer höchst seltsamen Politischen Burleske aus, in der die Vertreter der verschiedenartigsten Legitimitäts- Prinzipien derart gegeneinander argumentieren und polemi- siercn, daß es einem in die Geheimnisse des Gottesgnaden- tums nicht eingedrungenen Sterblichen außerordentlich schwer wird, sich in dem Wirrwarr zurechtzufinden. Zu unserer Be- schämung müssen wir gestehen, daß wir bisher noch nicht ge- wüßt haben, daß es so viele Arten von ganzen und halben Legitimitätsprinzipien gibt, wie die streitenden Parteien zur Geltendmachung ihrer Forderungen und Wünsche aufzuzählen wissen. Da gibt es Legitimisten, die zwar das Legitimitäts- Prinzip im allgemeinen gelten lassen, im besonderen jedoch nur, soweit es sich dem Preußischen Königshause nützlich er- weist und nicht„die Grundlagen der deutschen Reichs- Verfassung" negiert. Eine zweite Legitimistenspezies erkennt zwar das Anrecht des Herzogs von Cumberland auf den braunschweigischen Thron an, hält aber nach ihrem Legi- timitätsprinzip nicht für erforderlich, daß der Herzog selbst den Thron besteigt, sondern begnügt sich mit einem seiner Söhne. Eine dritte Sorte hält, bescheidener als die zweite, bereits dann das Legitimitätsprinzip für gewahrt, wenn ein mit dem Welfenhause entfernt verwandter deutscher Prinz, z. B. einer, der eine lvelfische Urgroßmutter hat, das Thrönchen der braun- schweigischen Lande erhält. Und eine vierte Sorte wieder erklärt, alle derartige Meinungen bedeuteten den Bruch mit dem heiligen Legitimitätsprinzip: der Thron gebühre allein dem Herzog von Cumberland, ganz gleich, ob dieser auf Hannover verzichte oder nicht. Es ist nur allzu erklärlich, daß in diesem kuriosen Prinzipienragout auch der braunschweigische Landtag nicht einzugreifen gewagt, sondern sich in weiser Vorsicht auf die Erklärung beschränkt hat, daß zwar eine endgültige Regelung der braunschweigischen Regierungverhältnisse sehr erwünscht sei, sich aber dennoch nicht die sofortige Wahl eines neuen Regenten empfehle, sondern es dem Reichskanzler als Vor- sitzenden des Bundesrats zu überlassen sei, zur„Beseitigung der gedachten Gegensätze" die geeigneten Schritte zu tun. Wie seltsam sich in manchen dieser legitimistischen Köpfe die Welt malt, zeigt ein in der welfischen„Deutsch. Volksztg." veröffentlichter„Offener Bries" eines Herrn von P l e s s e n auf Reetz in Mecklenburg, eines Legitimisten strengster Observanz aus obotritischer Vorzeit. Nach einer langen Berufung auf die Legitimitätsanschauungen des Herrn L. v. Gerlach, der Grafen Roon und Westfalen, Stolberg- Stolberg usw. schreibt er: „Wer hat denn das Recht, einen Fürsten von Gottes Gnaden zuzulassen oder nicht zuzu- lassen!?" Ist nicht schon dieser bloße Ausdruck „zuzulassen" ein Hohn auf alle Legitimität? Wie, wenn heute die sozialdemokratische Mehrheit im Reich?- tage für sich in Anspruch nähme, bei einem Thronwechsel in deutschen Ländern allemal erst prüfen zu wollen, ob der Be- treffende auch„zugelassen" werden kann?— Ist denn das Gottesgnadentum des Königs von Preußen besser, wie das des Herzogs von Braun schweig? Sieht man denn nicht, daß man mit solchen Grundsätzen lediglich die Geschäfte der Sozialdemokratie besorgt?! Die Sanktionierung der Revolution von oben muß die Revolution von unten nach sich ziehen! llustitia kuncksmentum regnorum, an der Wiege des Nord- deutschen Bundes habe ich die Justitia nicht gefunden."(Herr v. Mallinckrodt.) Hat nicht König Georg V. in einem Schreiben an den König Wilhelm nach Nikolsburg vom 27. Juli 1866 um die Mitteilung der Friedensbedingungen gebeten? Hat nicht der Herzog von Cumberland und zu Braunschweig-Lüneburg ausdrücklich die Reichsverfassung anerkannt und Preußen um Erweisung bundes- freundlicher Gesinnung ersucht, ohne je eine Antwort von Preußen zu erhalten!? Ist es nicht an Preußen, die Friedeiisbedingungen zu nennen? Warum verweigert Preußen das? Oder gibt etwa Bundesbruch und Einfall in anderer Herren Länder ohne nachfo lg enden Friedens- schluß einen Rechtstitel auf das Land? Wirft man vier legitime Throne um ohne jede Sühne? (Vergl. den preutz. Italien. Vertrag vom 8. April 1866!)— Die preußisch-konservative Partei als solche hat durch Sank- tionierung des Bundesbruchs im Jahre 1866„von der Revolution gegessen"— und wird„daran sterben", sie ist es bereits; eine konservative Partei kann nur wiedererstehen, wenn die„Kon- servativen" sich wieder darauf besinnen, daß die einzige Politik, die Bestand hat, die der unbedingten Achtung vor dem Recht ist, daß die Anerkennung des„Macht vor Recht", Anerkennung des Zieles der Sozialdemokratie ist, und daß das Emporkommen der letzteren in erster Linie dem Bismarckschcn„M a ch t- v o r- Recht" zu verdanken ist. Wie sagte Fürst Bisniarck zuni kur- hessischen Minister v. Baumbach?„D a ß i ch nicht das Recht zur Annektion habe, weiß ich; ich habe aber die Macht dazu, und ich gebrauche sie in meinem Interesse."— Das könnte gerade so gut Bebel oder Singer gesagt haben." Dem Jdeengang des Herrn v. Pkessen haftet der Moder- geruch längst vergangener Jahrhunderte an; aber er ist wenigstens konsequent. Wenn der Rechtstitel des Gottes- gnadentums nur soweit gilt, als er dem Belieben oder An- sprächen fremder Fürstenhäuser nicht widerstreitet, oder er dem Reichs- bezw. Landesinteresse angepaßt ist, oder die Um- stände nicht eine Suspension als tunlich erscheinen lassen, dann ist das ganze Legitimitätsprinzip keinen Pfifferling wert. Allerdings müßte nach der Auffassung dieses Legi- timisten die ganze braunschweigische Regierungsgeschichte bis zum Jahre 1830 rückgängig gemacht werden, denn auch die Regierungsübernahme des von 1831 bis 1881 regierenden Herzogs Wilhelm erfolgte nicht nach dem helligen Prinzip der Legitimität, sondern nach dem Recht der Gewalt. Es ivar bekanntlich die braunschweigische September-Revolution des Jahres 1830, die dadurch daß sie seinen Bruder Karl zur Flucht zwang, den Herzog Wilhelm auf den Thron brachte.—# Deutrehes Reich. Mit einem Gcheimzirkular aiifzuworten, das ihr„auf den Re- daktionstisch geflogen", ist die„Freisinnige Zeitung" auch einmal in der Lage. Indes ist der Fang sehr mager, denn es handelt sich lediglich um ein Zirkular des sozialdemokra- tischen P a r t e i v o r st a n d e s an die Organisationsleiter, worin zu eifriger Arbeit an der Organisation und der Verbreitung der Presse mit Rücksicht auf die nabenden Reichstagswahlen aufgefordert wird. Die Notwendigkeit solcher Arbeit wird an den gesteigerten Anstrengungen der Gegner nackgewiesen. Irgend welche Geheimnisse erfahren die Gegner aus diesem Zirkular nicht. Es dient ihnen denn auch lediglich dazu, um die eigenen Anhänger zur politischen Arbeit anzuregen. Das wird für unsere Genossen ein Ansporn fein, nicht zurückzubleiben. Hochwürdige Abonnenten-Akquisiteure. Zum herannahenden Quartalswechsel sind die Zeitungen aller Parteirichtuugen eistigst bemüht, sich nicht nur ihren Leserkreis zu erhalten, sondern auch möglichst viele neue Abonnenten heranzuziehen. Am bequemsten hat es bei diesem LiebeSwerben die Zentrumspresse. Sie spannt einfach die katholischen Pfarrer, Kapläne und Vikare als Abonnenten-Akqui- siteure ein. Das ultramontane Fraktionsorgan, die Berliner„Ger- mania", versendet unterm 28. August 1906 folgendes als«streng vertraulich" bezeichnete Schreiben an die Pfarrämter: „Sehr geehrter hochwürdiger Herr I Bei Durchsicht der Post- bezugslisten hat sich herausgestellt, daß am dortigen Platze kein einziges Exemplar des Zentralorgans der Zentrumspartei, der „Germania", gehalten wird. Ueber die dringende Notwendigkeit eines einflußreichen Parteiorgans des Zentrums am Sitze der Parlamente sind wohl alle Anhänger desselben einig. Leider geschieht aber vielerseits noch viel zu wenig, um dieses Unter- nehmen in einer Form lebensfähig zu erhalten, die der, Gott sei Dank, noch stärksten Fraktion im deutschen Reichstage würdig ist. Aber gerade die„Germania", welche hier in Berlin, der nordischen Diasporagegend, erscheinen mutz, und der es deshalb naturgemäß an der lokalen Unterstützung, die den Zentrums- blättem in gutkatholischen Gegenden in so reichem Maße zuteil wird, fehlt, bedarf der weitgehendsten Berücksichtigung aller katholischen Kreise Deutschlands, deren Interessen sie vertritt und deren heiligste Güter sie zu wahren berufen ist. Es müßte daher doch nickt schwer fallen, an jedem katholischen Orte wenigstens ein bis zwei Exemplare der Zeitung zu halten, zumal der Bezugspreis für die zweimal täglich erscheinende Zeitung ein außerordentlich billiger ist... Sollten Ew. Hochwürden aber aus irgend welchen Gründen selbst nicht in der Lage sein, die „Germania" noch bestellen zu können, so dürfen wir wohl bitten, einen oder mehrere gutsituierte Einwohner zu einem gemeinsamen oder Einzel-Abonnement zu veranlassen.„Germania", Aktien- gesellschaft für Verlag und Druckerei. Müller." Deutsche„Sozialreform". Das Reichsverflcherungsamt hat an alle deutschen Berufsgenossenschaften Anstagen darüber gerichtet. welche Schritte sie ünternonimen haben, um dem Mißbrauch geistiger Getränke unter den Arbeitern der ihnen unter- stellten Bettiebe entgeaenzutteten. Gleichzeitig werden die Berufs- genossenschaften aufgefordert, dieser Angelegenheit fortgesetzt ihr Augenmerk zu schenken. Durch künstliche Verteuerung der Lebensmittel, durch eifrigste Behinderung der Bestrebungen der Arbeiterorganisationen auf Hebung der Lebenshaltung und Berkürzug der Arbeitszeit wirken die ver- bündeten Regierungen und ihre diversen Behörden mit allen Kräften dahin, der Schnapspest die Tore so weit wie möglich zu öffnen.— Und hinterher erläßt das Reichsversicherungsamt papierene Zirkulare gegen den Mißbrauch geistiger Getränke l Eine wahrhast pralttsche Methode l—__ Fleischnot und Fleischverbrauch. Durch die konservative Preffe käust die aus den„Verl. Pol. Nachr." stammende Behaupttmg, die Ursache der jetzigen Fleischnot sei nicht in der zu geringen deutschen Viehproduktion, sondern darin zu suchen, daß neben der normalen mit der Bevölkerung Hand in Hand gehenden Steigerung des Fleischverbrauchs eine stocke, beinahe sprungweise austretende Vermehrung des Verbrauchs eingetreten sei. Das schöne Verlegenheitsgerede stellt sich sofort als Schwindel heraus, wenn man die neuesten reichsstatistischen Angaben über Bevölkerungs- zuwachs und Fleischverbrauch in Bettacht zieht. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches und des Zollgebiets ist, wie schätzungsweise festgestellt worden ist, von 1965 bis 1906 ge- stiegen' von 66 246 000 aus 61 102000 Personen. Die Zahlen der im 2. Vierteljahr 1905 und 1906 im ganzen Reich beschauten Schlacht« tiere sind hingegen folgende: 1905 1906 Pferde und andere Einhufer 29 224 Stück 28 948 Stück Ochsen. Bullen und Kühe. 675 916„ 662122 ,. Jungrinder und Kälber.. 1 538 106„ 1 476 507„ Schweine....... 3143114„ 2 981888„ Schafe........ 484 033„ 486 138„ Ziegen........ 152 931„ 170 996„ Hunde........ 947„ 1013„ Hiernach ist die Bevölkerung gewachsen um 856 000 Personen innerhalb ei»es Jahres, während im gleicken Zeitraum die Zahl der geschlackteten Pferde usw., des gesamten Rindviehes und der Schweine von 5386390 auf 5149465 Stück, also um 236925 Stück zurückgegangen ist* Nur bei den Schafen, Ziegen und Hunden ist ein Aufschwung, der natürlich nur durch die Fleischnot herbeige- führt ist, zu verzeichnen._ Das Sprembcrger Eisenbahnunglück und die beleidigte preußische Eiscnbahnverwaltung. Vor der Strafkammer IV des Landgerichts Hamburg fand am Donnerstag ein Nachspiel zu dem verhängnisvollen Sprcm- bergcr Eisenbahnunglück statt. Der derzeitige Redakteur des in Hamburg erscheinenden„Weckruf der Eisenbahner", Karl Weiß in Dresden-Löbtau, soll in einem den Unfall behandelnden Artikel den inzwischen verstorbenen Eiscnbahnminister Budde beleidigt haben. Der Minister hat kurz vor seinem Tode gegen W. Straf- antrag gestellt. Der inkriminierte Artikel erschien in der Nummer vom 13. Januar des„Weckruf" und war betitelt:„Die schwere Betriebsbummelei von Sprcmberg vor dem preußischen Abgcord- netenhause und dem Landgericht in Kottbus" und beschäftigte sich unt der Interpellation im Abgcordnetenhause und der Antwort des Ministers Budde. In der sich dran schließenden Kritik wird u. a.[ vor den Engländern einen längeren Vortrag über„ Arbeiter- Nach allem muß man auf den Gedanken kommen, daß auch ausgeführt:„ Es bleibt bei der fluchwürdigen Sparsystem, das verhältnisse und soziale Gesetzgebung Ungarns" zu halten. hier die russischen Regierungs- Banditen ihre unsauberen Hände im dem Militär- und Marinemoloch Millionen über Millionen in den Lauter Potemkinsche Dörfer wurden den Engländern gezeigt, Spiele haben und daß durch jene Machenschaften das Aſhlrecht verRachen wirft auf Kosten der Besundheit und des Lebens von und damit sie die Lügen verdauten, hat man sie von Bankett nichtet werden soll, das die russischen Flüchtlinge in Schweden trotz Beamten, Arbeitern und Publikun!" Der Angeklagte erklärte, eine zu Bankett geschleppt. aller Polizeischikane bis jetzt noch immer genießen. Beleidigung des Ministers Bude habe ihm ferngelegen; den Da unsere ungarischen Genossen das Treiben der Koalition Persien. Artikel habe er auf Grund enes Berichtes des konservativen nur zu gut kennen, so ließen sie unser Bruderorgan ,, Népszava" Auf dem Wege zum Parlament. Teheran, 27. September. " Dresdener Anzeigers" verfaßt und die Kritik der Leipziger in einer englischen Separatausgabe erscheinen, in der die ge-( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Schah ist Volkszeitung" wörtlich entnomma, gegen die kein Strafantrag samten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse bei seiner Rückkehr aus der Sommerresidenz hier enthusiastisch begestelt sei. Nach Verlesung des 70 Seite: langen Urteils des Landgerichts werden. Die Koalition war verblüfft, da die Engländer von bereits begonnen. Die Eröffnung der Abgeordnetenversammlung Ungarns ganz objektiv, der Wahrheit entsprechend dargestellt grüßt worden. Die Stadt war illuminiert. Die Zusammenstellung der Wahllisten zum Parlament hat Rottbus vom 20. Dezember 190 gegen den Eisenbahnassistenten ihr bereits ganz entzückt schienen. erfolgt nach einem Monat. Stullghs und zwei Weichensteller denen die Schuld an der Kata- Doch nicht nur unsere Genossen, sondern auch ein strophe zur Last gelegt wurde, bekundete Geheimer Ober- bürgerliches oppofitionelles Organ, das baurat Piernay, der aus im Kottbuser Prozeß als Sach- Magyar 36" hat mitgewirkt, der Stoalition das Geschäft Parteitag der sozialdemokratischen verständiger fungierte, daß di Echuld an dem Eisenbahnunfall zu verderben, indem einem jeden der englischen Gäste das nicht an irgend welchen Erpamissen noch an einer Ueberbürdung Blatt zugesandt wurde, dessen Leitartikel gleichfalls in der beschuldigten Beamten liege. Auf der Strecke feien feine englischer Sprache verfaßt war und folgenden Wortlaut hatte: Mängel zu ermitteln gewesen, ebenso nicht in den sonstigen EinGentlemen! richtungen und der Besetzung. 8 sei ein weitverbreiteter " Partei Deutschlands zu Mannheim. Beginn 81%, Uhr. ( Telegraphischer Bericht.) Mannheim, 28. September. Fünfter Verhandlungstag. Vormittagssigung. Den Vorsitz führt Singer. ,, Sie haben die ungarische Regierungspartei mit Ihrem Irrtum, wenn behauptet werde, daß zweigleisige Besuch beehrt. Wissen Sie, zu wem Sie gekommen sind? Streden mehr Sicherheit böten für die Ver- Wissen Sie, daß diese Partei zur Regierung gelangte, indem fehrssicherheit. Richtig sei freilich, daß ein Zufammen- sie sich bei allem beteiligte, was sie zu der Zeit, als froß zweier von entgegengesetzen Richtungen kommender Züge, sie in der Opposition war, als Vaterlandsverrat brand- Zunächst wird folgende Erklärung Adolf Hoffmann- Bedin wie es hier der Fall war, ausgeschlossen sei.( Na also!) Zur Ver- markte? Daß sie all dies unternahm, um die im Zuge beverleien: hinderung solcher Unfälle auf ingleisigen Strecken seien aber be- findliche Volksbefreiung, das allgemeine, geheime Wahlrecht, wies, daß die deutsche Regierung, wenn sie in die russische Als Genosse Bebel in seiner gestrigen Schlußrede darauf hin währte Vorrichtungen vorhanden, deren aufmerksame Bedienung die zur Zurückhaltung der Auswanderung von Bauern Revolution militärisch eingreifen will, die Zustimmung Sache der damit beauftragten Beamten sei. ( deren jährlich 300 000 das Land verlassen) geplante Bar- des Reichstages brauchen und den Reichstag einberufen Vorsitzender Landschter Dr. Peine:" Ist Ihnen zellierung zu verhindern? Und sie hat dies unter- würde, machte ich den Zwischenruf:" Die macht's auch etwas von einer lleberbürdung der Beamten auf preußischen nommen, um die Feudalherrschaft wieder aufzurichten. ohne das!" worauf Bebel erwiderte:„ Das sagt ein ReichstagsEisenbahnen bekannt?"- Sccheerständiger:" Davon fann Wissen Sie, daß diese Partei die Preßfreiheit, die Freiheit abgeordneter!" Um jeder falschen Auslegung des Zwischenrufes vorzukeine Rede sein. Es sind von erfahrenen Sachverständigen Grund- der Meinungsäußerung, die Versammlungsfreiheit mit beugen, erkläre ich, daß gerade meine Erfahrung als Abgeordneter fäße über die Dienstdauer der Beamten festgestellt, die von den Füßen tritt? Wissen Sie, daß diese Partei in Ungarn die( Truppenfendungen nach Südwestafrika usw.) die Veranlassung zu dieſem Eisenbahnverwaltungen samtlicher Bundesstaaten anerkannt worden Unabhängigkeit der Gerichte sistierte? Wissen Sie, daß diese Blöglichkeit es nicht nur für möglich, sondern sogar für wahrscheinlich Zwischenruf gab, da ich bei dem persönlichen Regiment und seiner find. In keinem einzigen Falle bei irgend einer Regierung das Schwarze Kabinett" einführte? Wissen Sie, halte, daß die jezige Majorität des Reichtages die später nachgesuchte Beamtenkategorie ist die Grenze der Leistungs. daß diese Leute Ludwig Kossuth verleugnen? Wenn Sie, Indemnität erteilt, wenn der Vertreter der Regierung selbst. fähigkeit überschritten Im Gegenteil ist man bestrebt. Die Mitglieder der liberalen Partei Englands, all dies wissen: verständlich erklärt: es war zum Schutze deutscher Interessen und den Beamten das weitestgehinde Wohlwollen zu erweisen. warum sind Sie hergekommen unter diese Leute? Wenn Sie deutschen Kapitals notwendig. Mirgends werden auf Kosten der Beamten dem es aber nicht wußten, dann kehren Sie um und reisen Sie Staat irgend welche Vorteile verschafft.( Dem heim, beschämt, daß man sie so irreführen konnte! Daheim Herrn Sachverständigen scheinen mithin die unterschiedlichen aber erzählen Sie, daß Sie in dem schönsten, gesegnetsten Gerichtsurteile, in denen von der langen Arbeitszeit und Ueber- Lande der Welt waren, aus dem jedoch dank der Rücksichtsmüdung der Eisenbahnbeamten und den hierdurch verursachten Be- losigkeit und dem Egoismus seiner Führer jährlich triebsunfällen die Rede ist, unbekannt geblieben zu sein.) 300 000 Menschen flüchten müssen!" Der Staatsanwalt hielt bei der sozialdemokratischen Tendenz des„ Weckruf" den Angeklagten für schuldig. Es sei ihm darum zu tun gewesen, Staatseinrichtungen verächtlich zu machen. Der Antrag lautet auf 300 M. Geldstrafe. Der Verteidiger Dr. Bliss erwidert, der Minister hätte sich gar nicht beleidigt fühlen können, da nicht er, sondern das von ihm übernommene System kritisiert worden sei. Dem angeklagten müsse der Schutz des§ 193 zu gebilligt werden. Nach mehrstündiger Beratung des Gerichts wurde der Angeklagte kostenlos freigesprochen. Begründend wurde ausgeführt, " Sind nun die bürgerlichen Redakteure des„ Magyar Szó" auch„ vaterlandslose Gesellen"? Nach Ansicht der Koalitionssippe ganz gewiß! Die Doppellektion, die den Herrschaften hier erteilt worden ist, würde allen weniger dickhäutigen Politikern zu denken geben. Aber diese Bande läßt sich so leicht nicht verblüffen. Es wird weiter gelogen werden! Belgien. Die Kongofrage in der Kammer. daß die Kritik des Ministers hinsichtlich des von ihm angeblich hat die Regierung die Absicht, das seit Jahren schlummernde Gesetzes Wie das flerifale XX. Siècle"( 20. Jahrhundert") mitteilt, beliebten Sparsystems objektiv unrichtig sei, weil das projekt über die fünftige Verwaltung des Kongostaates zu Beginn Spremberger Unglüd, wie das Rottbuser Urteil in Verbindung der kommenden Session der Kammer zur Beratung vorzulegen, mit der Aussage des Sachverständigen ergebe, nicht auf verkehrte wozu sich übrigens das Haus durch die derzeitige Annahme der Re Einrichtungen, sondern auf Verschulden mehrerer Personen zurück- solution Beernaert verpflichtet hat. Die Meinung allerdings, die zuführen sei. Wenn jemand ein System angreife, es ein fluch- das klerikale Blatt daran knüpft, daß am Ende eine Annettion würdiges nenne, so enthalte das eine schwere Beleidigung des des Kongostaates in einem nicht allzu fernen Zeitpunkte, vielleicht. als obersten Repräsentanten des Systems. Doch müsse dem An-„ früher vorauszusehen war", bevorstände, ist geklagten der Schuh des§ 193 zugebilligt werden, da es jedem nach den letzten absolutistischen Erklärungen des Königs etwas naiv. Staatsbürger freistehe, Kritik an Einrichtungen zu üben. Der Uebrigens ist die Diskussion des in Rede ſtehenden Verwaltungsgesetzes durch die Intrigen des Königs jahrelang hintertrieben Angeklagte habe als Redakteur eines gewerkschaftlichen Blattes worden, trotzdem es in seiner derzeitigen realtionären Fassung von das seiner Meinung nach ungerechtfertigte Sparsystem der Eisen- einer durchgreifenden Reform sehr weit entfernt ist. Wie immer bahnverwaltung treffen wollen, mithin müsse angenommen werden, die Haltung der Regierung sein wird, jedenfalls wird das Haus daß es ihm nur um die Kritik dieses Systems zu tun war. Ob- eine gründliche Debatte über die sogenannten Reformdekrete und wohl er sich in der Form vergriffen habe, müsse nach den dar- die absolutistische Erklärung des Königs zu bestehen haben. gelegten Gründen auf Freisprechung erkannt werden. Die Kammer wird am 13. November eröffnet. Schweden. Die Bankplünderungs- Revolutionäre". Herr Erzberger hat neulich die Behauptung aufgestellt, zwei Berliner Blätter seien von der Kongo- Regierung bestochen worden. Nach dem Bericht der Stockholmer Polizei über die BankDie bürgerlichen Zeitungen drängten auf Namennennung weniger plünderungspläne soll der Student der Pharmazie Nymann, der aus Reinlichkeitsgründen natürlich als in der Hoffnung, unter den als der Hauptmacher gilt, geäußert haben:„ Ich war niemals für zwei Blättern könnte sich vielleicht auch das eine oder das andere Bankplünderungen eingenommen, aber was soll man machen ihrer Konkurrenzorgane befinden. man die Aufforderung dazu vom Zentralkomitee erhalten hat?" Herr Erzberger stellt mun aber etwas zu große Anforderungen an die Naivität seiner Mitmenschen; denn er sucht sich aus der Affäre zu ziehen durch die Behauptung: nach den Namen der beiden Blätter habe er seinen Gewährsmann nicht gefragt!? Wenn man nicht wüßte, daß Herr Erzberger der Zentrumspartei angehört nach dieser Leistung allein tönnte es feinem Zweifel unterliegen. wenn In seiner Mittwochnummer veröffentlicht„ Social- Demokraten" eine Erklärung inte Bergegrens zu der Angelegenheit. Darin wird ausdrücklich hervorgehoben, daß sowohl das russische sozialdemokratische wie das sozialrevolutionäre Zentralfomitee sich entschieden gegen Bankplünderungen, auch gegen solche in Rußland selbst, gewandt haben; dann heißt es weiter: Also nicht die mangelnde Kenntnis der Verfassung sondern das mangelnde Vertrauen zur Regierung und zur Majorität des Reichstages war die Ursache des Zwischenrufes.( Lebhafter Beifall). Hierauf tritt der Parteitag in die Tagesordnung ein. Singer: Wir fämen zunächst zur Abstimmung über die zum Punkt schlage Ihnen vor, die Resolution 136 als Grundlage für die Abstimmung Massenstreit gestellten Resolutionen und Amendements. Ich zu nehmen, zu deren ersten und zweiten Teil die Amendements gestellt sind. Ich schlage weiter vor, daß diese Resolution 136 durch Borabstimmung über die Amendements den Wortlaut erhält, den der Parteitag für richtig befindet. Zum ersten Teil der Resolution liegen vor: das Amendement Legien Bebel 171; es lautet: der Parteitag bestätigt den Jenaer Parteitagsbeschluß zum politischen Massenstreit und hält nach der Feststellung, daß der Beschluß des Kölner Gewerkschaftskongresses nicht im Widerspruch steht mit dem Jenaer Beschluß, allen Streit der Antrag 170( autsky) und der Antrag 163( Quarck u. Gen.). über den Sinn des Kölner Beschlusses für erledigt; um zweiten Teil Die Unterzeichneten beantragen: 1. In der Resolution Bebel im zweiten Teil, dritte Zeile von oben statt: Dieselben stehen an Wichtigkeit hinter der sozialdemokratischen Partei nicht zurück zu sagen: Sie sind nicht minder notwendig wie die sozialdemokratische Partei. 2. An den Schluß der Resolution folgenden Passus anzus schließen: Üm aber jene Einheitlichkeit des Denkens und Handelns von Partei und Gewerkschaft zu sichern, die ein unentbehrliches Erfordernis für den siegreichen Fortgang des proletarischen Klassenkampfes bildet, ist es unbedingt notwendig, daß die gewerkschaftliche Bewegung von dem Geiste der Sozialdemokratie beherrscht werde. Es ist daher Pflicht eines jeden Parteigenossen, in diesem Sinne zu wirken und sich bei der gewerkschaftlichen Tätigkeit tvie bei jeder anderen öffentlichen Betätigung ant die Beschlüsse der Parteitage gebunden zu fühlen in dem Sinne, wie es Genosse Bömelburg definiert hat. Dies ist geboten im Interesse der gewerkschaftlichen Bewegung selbst, denn die Sozialdemokratie ist die höchste und umfassendste Form des proletarischen Klassenkampfes, und keine proletarische Organisation, leine proletarische Bewegung tann ihrer Aufgabe vollständig gerecht werden, die nicht vom Geiste der Sozialdemokratie erfüllt ist. Karl Kautsky mit 32 Genossen. Wenn die Resolution in der Form, wie sie durch die Vorabstimmung sich ergeben wird, angenommen wird, würde ich sämt liche dazu sonst noch vorliegenden Anträge( 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 142, 145, 149, 157) für erledigt anderen erklären. Im würde Falle der Reihe nach über sie abgestimmt werden. Auf Grund genügend unterstützter Anträge würde die Abſtimmung über das Amendement Legien- Bebel( 171), über das Amendement Kautsky( 170) und über die Gesamtresolution eine namentliche sein. ,, Vor anderthalb Wochen war ein Mitglied des Zentralkomitees der russischen sozialdemokratischen Partei hier in Stockholm, und bei einem Besuch, den er mir abstattete, machte er mich darauf aufBeleidigte Bückler- Richter. In der" Frf. 3tg." vom 16. Auguſt merksam, daß, wenn irgend welche Flüchtlinge hierher fämen und vorigen Jahres erschien ein Artikel über die Verhandlung gegen den sagten, sie hätten an Bankplünderung teilgenommen, wir uns nicht einGrafen Büdler- Klein- Tschirne wegen Nötigung und Be- bilden sollten, daß derartiges im Namen oder mit Billigung der leidigung vor der Glogauer Straffammer. Wegen dieses Artikels Partei unternommen worden wäre.-Russische Bankplünderungen" Kautsky( zur Geschäftsordnung): Ich habe Ihnen eine Mitwar Anklage erhoben gegen den verantwortlichen Redakteur des ge- wie einige Zeitungen schreiben- ist ein ganz irreführender Ausdruck. teilung zu der Abstimmung zu machen. Wir haben unsere Resolution nannten Blattes Albert Büching wegen Beleidigung des Kein Russe war hier je daran beteiligt. Und die russischen Revo- eingebracht den Schlußsak weil wir es für notwendig hielten, Glogauer Gerichts. In der Verhandlung am Mittwoch zu lutionäre haben sich, wie gesagt, gegen eine solche Taftit in ihrem daß diese Grundsätze klipp und klar von dem Parteitag angenommen Frankfurt a. M. bestritt der Angeklagte, daß der Artikel den Heimatland erklärt. Sie müssen selbstverständlich umsomehr dagegen würden. Nun hat sich aber im Laufe der Diskussion das Sonderdaraus hergeleiteten Vorwurf der Parteilichkeit gegen die Richter sein in einem Lande, wo sie in den Tagen der Verfolgung eine bare herausgestellt, daß sich eine ganze Reihe von Rednern, darunter enthalte. Das Gericht hielt aber die Beleidigung für vorliegend Freistätte gefunden haben und finden können. Es verdient in diesem und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe bon Busammenhang erwähnt zu werden, daß von Schweden noch kein russischer Revolutionär an Rußland ausgeliefert worden ist und daß auch feiner wegen seiner Ansichten oder wegen Teilnahme an der Revolution ausgewiesen worden ist. Möge das auch nie geschehen!" Der„ Chef" der„ Roten Garde", Luoto, der offenbar mit dem Bankplünderungsplan zu tun hatte und ja auch mit verhaftet worden ist, wird in der sozialdemokratischen Preffe als eine Berjon geschildert, bie in feiner Weise auf Vertrauen in der Arbeiterschaft Anspruch er heben kann. In Social- Demokraten" wird seine Handlungsweise u. a. wie folgt geschildert: 100 Mart. Es handelte sich um einen Bericht, der allzu respektvolle, von der sonst Angeklagten zuteil werdenden erheblich abweichende Be handlung des angeklagten Dreschgrafen behauptete. Wegen Nachdruck dieses Berichts wurde bereits der Genosse Riem- Dresden von der Sächsischen Arbeiterzeitung" als Verantwortlicher des Kopfblatts Der Görlizer Voltszeitung" vom Görliger Landgericht mit einer höheren Geldstrafe belegt. " Ausland. Ungarn. Es wird weiter gelogen! der Referent selbst, erklärt haben, diese Grundsäße seien selbstverständlich, sie müßten aber abgelehnt werden aus gewissen opportunistisch- taktischen Rücksichten. Wenn wir nun jetzt über unseren Antrag abstimmen, so stimmen wir nicht darüber ab, ob diese Grundsätze richtig sind, sondern ob diese opportunistischen Gründe maßgebend sind.( Unruhe und Zurufe. Glocke des Vorsitzenden.) Singer: Ich habe mit dem Genossen Kautsky ausdrücklich verabredet, als er mir mitteilte, er wolle den Antrag zurückziehen und verlange das Wort dazu, daß er auf eine Begründung seines Antrages auf Zurückziehung nicht eingehen könne. Ich habe ihn einige Säge sprechen lassen, um den Sinn der Zurückziehung Während der finnischen Revolutionswoche gelang es ihm, fich flarzulegen aber ich möchte bitten, keine längeren Ausführungen mit Hülfe seiner Anhänger zu einem wichtigen Vertrauensamt in zu machen. " Singer: Damit würden wohl auch selbstverständlich die zu diesem Teile der Resolution gestellten Amendements( 164 und 165) zurückgezogen fein. Auch Antrag 166 ist zurückgezogen. der damals neu gegründeten Roten Garde aufzuschwingen. Gr Kautsky: Ich glaube, der Sinn ist ganz klar. Nach den voraufnennt sich nun„ Chef der Roten Garde"; aber dazu hat er fein gegangenen Ausführungen wäre die Abstimmung gefälscht gewesen Der Kossuthpartei gelang es, den Londoner Eigthy- Recht; denn die Garde ist bekanntlich aufgelöst, und was davon und hätte nicht die richtige Stimmung des Parteitages wiedergegeben. Elub zu einem Besuche in Budapest zu bewegen. Es soll übrig geblieben ist, das ist lediglich Luotos Schar, die den Namen Um dem zu entgehen und eine einstimmige Annahme der Resolution zu ermöglichen, ziehen wir unseren Antrag, das heißt den Schluß nämlich heißen, daß Liberale zu Liberalen" gekommen sind. der Roten Garde annahm und Luoto zum„ Chef" erkor. Wie es aber mit dem Liberalismus in Ungarn bestellt ist, schwendete zunächst einige tausend Mart aus der Kasse der Garde. Wie er dies Vertrauen mißbrauchte, ist allbekannt. Er ver- desselben zurück.( Bravo!) das beweist zur Genüge der Umstand, daß die Anhänger der was die Mitglieder mit Mühe und Schweiß gesammelt, das wurde " Unabhängigkeitspartei" Kossuth, Apponyi und Polónyi mit von Luoto und seinen nächsten Vertrauten verpraßt, und viel wäre Sem ausgesprochen reaktionären Zichy in einem Kabinett Platz zu berichten über die wilden Sauforgien, die die werten Herren vernahmen. Ganz abgesehen davon aber wäre es auch sonst der anstalteten. größte Unfinn, den edlen Grafen Apponyi und den Handels- Gewiß suchte er das Verschwinden der Kasse damit zu erklären, agenten Polónyi je für liberal zu halten. daß das Geld zu geheimen Waffeneinkäufen" gebraucht worden sei, aber Die Engländer also wollten die magyarischen„ liberalen" bis jetzt hat keiner irgend etwas auch nur von einem Messerstiel Institutionen tennen lernen. Woher solche genommen werden gesehen, und die Garde wartet noch immer auf den Rechenschaftssollen, darauf war man wahrlich sehr neugierig. Doch nicht bericht! - auf unerklärliche Nach Vergeudung der Kasse verschwand so die ehrbare Roalition. Sie fommt niemals in Verlegen- Weise der Kassierer der Noten Garde. Wie er aus dem heit! Es mußte daher gelogen werden, und da das Lügen Wege geräumt wurde, das weiß keiner; vielleicht weiß es aber bei dieser Interessengruppe bereits zur Tugend geworden ist, Quoto, der einige Papiere brauchte, die der verschwundene Kassierer so wurde der Handelsminister Kossuth die Ehre zu teil, in Verwahrung gehabt hat." " " Antrag Adolf Braun mit 19 Genossen zu Antrag 136: Der erste Satz ist folgendermaßen zu formulieren: Der Parteitag beharrt auf der Ueberzeugung, daß der Massenstreit ein wichtiges und unter Voraussetzungen, zu denen die Reaktion führen kann, unentbehrliches Kampfmittel nicht nur der politischen, sondern auch der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung ist." Stadthagen: Darf ich fragen, von wo an die Nummer zurückgezogen sein soll? Hier wird angenommen, lediglich von den Worten Dies ist geboten" an( Widerspruch). " Singer: Ich habe die Erklärung nicht anders auffassen können, als daß Kautsky seine Resolution aufrechterhält bis zu den Worten: Vom Geiste der Sozialdemokratie beherrscht werden". Kautsky: Nein, wir halten die Resolution aufrecht bis zu den Worten„In diesem Sinne zu wirken". Singer: Danach bleiben doch die zu der Resolution Kautsky gestellten Amendements zurückgezogen. Ich möchte nun meinen, daß der Antrag auf namentliche Abstimmung über die früher bestandene Resolution Kautsky nur den Sinn hatte, die jetzt zurückgezogenen Sätze zur besonderen Abstimmung zu bringen, während ja über die ersten Sätze Einmütigkeit in der Dis- kussion geherrscht hat. Wenn das der Fall ist, würde sich diese namentliche Abstimmung erübrigen(Zustimmung der Antragsteller). Wir kommen nun zu Nr. 1 der Resolution 136, hierzu liegt vor das Amendement 171(Legien-Bebel). Die Abstimmung über dieses Amendement 171 wird namentlich sein. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist die An- nähme des Amendements Legien-Bebel mit 323 gegen 82 Stimmen. Mit Nein stimmen Baumert- Lahr; O t r o Braun-Königsberg) E ck a r d t- Salzungen; Eichh orn-Dur- lach; Hermann von Elm- Bramfeld) Ewald- Berlin: F a a s-Pforzheim; Marie Geck-Offenburg) Gewehr-Elberfeld) Geyer-Leipzig; G o l d st e i n-Zwickau; Grauer-Lichtenberg: G r e n z-Leipzig; G r un o w- Ober- Schöneweide: Grünig- Kiel-Gaarden: G ü n d e l- Johanngeorgenstadt: Haberland- Barmen: Hagen-Leipzig: Häuser-Steinberg: Heinrichs- Rixdorf; Henning-Erfurt: H o f fm a n n-Hamburg: Kahle- Altona: Kautsky- Berlin; Ä i m m e l- Hamburg; Kitz- Greiz: Knauf-- Meerane: K r o h n- Konstanz; Ledebour- Berlin: L i p i n s k i- Leipzig: Lehmann- Mannheim; Lohmann- Einbeck; Rosa Luxemburg- Bromberg; M a a tz- Berlin: M a r t i n- Mülhausen: Mucker- Würzen: Müller- Zwickau: Niendorf- Kiel: Pollender- Leipzig: Raute- Eilenbung: R e i tz h a u S- Erfurt: R i n d f l e i s ch-Kiel: R ö n n a u- Schleswig: S ch n e i d e r- Berlin: Schulz- Bremen: Schulz- Berlin; Schwarz- Lübeck; Sasse- Schwelm; S e i g e- Pötzneck; S eikel- Lichtenberg; Steng ele- Haniburg; Stolle- Gesau; S t ö r tz- Speyer; S tu b b e- Hainburg; S ü tzki n d- Mannheim; Thiel- Tempelhof; Winter- Ostenburg; W i m m e r- Wolfenbüttel; Wollermann- Schöneberg; Wartig- Neuenhagen; Zietz- Hamburg und Z u b e i l- Berlin. Nunmehr wird die Abstimmung über das Amendement Kautsky Nr. 176 vorgenommen: Zum-ersten Teile dieses Amendements sind Abändcrungsanträge nicht gestellt, zum zweiten Teile erster Satz liegt das Amendement Quarck Nr. 163 vor: 163. Im Amendement Kautsky zur Resolution Bebel im 1. Absatz am Schlutz des ersten Satzes an Stelle:„beherrscht Verden",„erfüllt werden" zu setzen. Quarck mit 26 Genossen. Dieses Amendement wird angenommen. In der Ab- stimmung über die so gestaltete Resolution Kautsky wird Nr. 1 angenommen und ebenso Nr. 2, deren Text bis zu dem Worte: „wirken" reicht. Damit hat der Antrag Bebel(Nr. 136) folgende Gestalt er- halten: l. Der Parteitag bestätigt den Jenaer Parteitagsbeschlutz zum politischen Massenstreik und hält nach der Feststellung, dah der Beschlutz des Kölner Gewerkschaftskongresses nicht im Widerspruch steht mit dem Jenaer Beschluß, allen Streit über den Sinn des Kölner Beschlusses für erledigt. Der Parteitag empfiehlt nochmals besonders nachdrücklich die Beschlüsse zur Nachachtung, die die Stärkung und Ausbreitung der Parteiorganisation, die Verbreitung der Parteipresse und den Beitritt der Parteigenossen zu den Gewerkschaften und der Ge- Werkschaftsmitglieder zur Parteiorganisation fordern. Sobald der Parteivorstand die Notwendigkeit eines politischen Massenstreiks für gegeben erachtet, hat derselbe sich mit der Generalkommission der Gewerkschaften in Verbindung zu setzen und alle Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind, um die Aktion erfolgreich durchzuführen. II. Die Gewerkschaften sind unumgänglich notwendig für die Hebung der Klassenlage der Arbeiter innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft; sie sind nicht minder notwen- dig wie die sozialdemokratische Partei, die den Kampf für die Hebung der Arbeiterklaste und ihre Gleich- bercchtigung mit den anderen Klassen der Gesellschaft auf poli- tischem Gebiet zu führen hat, im weiteren aber über diese ihre nächste Aufgabe hinaus die Befreiung der Arbeiterklasse von jeder Unterdrückung und Ausbeutung durch Aufhebung des Lohnsystems und die Organisation einer auf der sozialen Gleichheit aller be- ruhenden Erzeugungs- und Austauschweise, also der sozialistischen Gesellschaft, erstrebt, ein Ziel, das auch der klassenbewußte Ar- beiter der Gewerkschaft notwendig erstreben muß. Beide Orga- nisationen sind also in ihren Kämpfen auf gegenseitige Ver- stündigung und Zusammenwirken angewiesen. Um bei Aktionen, die die Interessen der Gewerkschaften und der Partei gleichmäßig berühren, ein einheitliches Vorgehen herbeizuführen, sollen die Zentralleitungen der beiden Organi- satioucn sich zu verständigen suchen. Um aber jene Einheitlichkeit des Denkens und Handelns von Partei und Gewerkschaft zu sichern, die ein unentbehrliches Erfordernis für den siegreichen Fortgang des proletarischen Klassenkampfes bildet, ist es unbedingt notwendig, daß die ge- werkfchaftliche Bewegung von dem Geiste der Sozialdemokratie beherrscht werde. Es ist daher Pflicht eines jeden Partei- genossen, in diesem Sinne zu wirken. Die so geänderte Resolution wird in namentlicher Abstimmung mit 386 gegen 5 Stimmen angenommen. Dagegen stimmen nur Dr. A l b e r t y- Ingolstadt, E ck a r d t- Salzungen, Hermann von Elm- Braunfeld, G r u n o w- Nieder-Barnim und H u e- Essen. Das Resultat der Abstimmung wird mit Beifall begrüßt. Damit ist dieser Punkt der Tagesordnung erledigt. Singer: Es ist wünschenswert und würde zur Abkürzung der Verhandlungen beitragen, wenn wir im Anschluß an diese Dis- kussion die Anträge verhandeln würden, die sich noch auf das Ver- hältnis der Gewerkschaften zur Partei beziehen. Eine Behandlung dieser Anträge unter dem Eindruck der vorher- gehenden Diskussion würde sehr nützlich sein. Der Parteitag ist mit diesem Vorschlage einverstanden. Es handelt sich um den Antrag 166, der an Stelle des früher eingereichten Antrages 147 steht, ferner um die Anträge 162, 163 und 167, die sämtlich genügend unterstützt werden. Nicht genügend unterstützt werden die Anträge 164, 165, 126, 133, 1 und 146. Außerdem liegt vor ein genügend unterstütztes Amendement Dunckcr-Dresden, dem Antrag 162 hinzuzufügen:„und erwartet, daß ihrem Eintritt dort nichts in den Weg gelegt wird". Gleichfalls genügend unterstützt ist folgende Resolution Zubeil, die an Stelle der Anträge 166 und 162 treten soll: „Es treten bedauerlicherweise immer bewußter Tendenzen hervor, die die gewerkschaftlichen Organisationen in den Dienst anderer, die deutsche Sozialdemokratie geflissentlich bekämpfenden Bewegungen stellen und eine Agitation gegen die Partei fördern wollen. Da durch dieses Treiben die Ausbreitung der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen aufs schwerste geschädigt wird, erklärt der Parteitag: Die anarchosozialistischen Bestrebungen sind mit den Zielen und Interessen der Sozialdemokratie ebensowenig vereinbar, wie die politischen Bestrebungen anderer Parteien. Die Parteipresse hat daher die Pflicht, die anarcho-sozialistische Bewegung wie jede der Sozialdemokratie feindliche Bestrebung aufs entschiedenste zu bekämpfen. Die Parteigenossen haben die Aufgabe, Personen, welche für diese anarcho-sozialistischen Bestrebungen eintreten und für sie agitieren, ebensowenig wie die Anhänger anderer Parteien in ihren Reihen zu dulden. Diejenigen Parteigenossen, welche in den lokalen Gewerkschaften organisiert sind, ersucht der Partei- tag in lkcbcrcinstimmung mit der Resolution des Lübecker Partei- tags, sich den zcntralorganisicrtcn Gewerkschaften anzuschließen." Singer: Ich nehme an, daß das Amendement Duncker auch für diese Resolution gelten soll.(Zustimmung.) Endlich steht noch das Amendement 169 zur Debatte. Im zweiten Absatz zweite Zeile des Amendements 162 sind die Worte:„den Zielen und" zu streichen. Das Wert zur Begründung der Resolution 166 erhält v. Elm: Wenn es auf meine Person allein ankäme, würde ich den Antrag 166 zurückziehen. Dazu bin ich aber nicht in der Lage, da der Antrag von einer größeren Zahl von Genossen unterschrieben ist. Der Unterschied zwischen unserem Antrage und dem Antrag 162 des Parteivorstandcs ist kurz folgender: Zunächst wird in unserem Antrage die Veröffentlichung von Teilen des Protokolls der Gewerk- schaftslonferenz verurteilt. Nachdem dies bei den vorausgegangenen Debatten von allen Seiten auch vom Parteivorstand mit aller Eni- schiedenheit geschehen ist, könnten wir uns damit vollständig genügen lassen. � Tann Ivird in dem Antrag 166 verlangt, daß die Anarcho- Sozialisten aus unseren Reihen ausgeschlossen werden. Ich will das so erklären, daß ein Teil der Antragsteller, als wir die Resolu- tion berieten, sich für einen direkten Ausschluß nicht ohne weiteres erklären konnten. Die neueste Nummer der„Einigkeit" erklärt nun aber folgendes:„Unser Weg ist vorgezeichnet. Allen revolu- tionären Geistern innerhalb der deutschen Proletarierklasse sind die Türen unserer Organisation geöffnet. Wir werden trotz Parteitags- beschlüssen als gewerkschaftliche Klassenkampforganisation den Be- schlüssen folgen, die auf unseren Kongressen gefaßt werden.(Hört, hört!)Als Gewerkschaft gelten für uns die Beschlüsse des siebenten Kongresses der vereinigten deutschen Gewerkschaften." Nachdem so die„Einigkeit" erklärt hat, daß ihre Anhänger unter keinen Um- ständen Parteitagsbeschlüssen Rechnung tragen wollen, glaube ich, muß die notwendige Konsequenz unsererseits sein, daß wir er- klären: Wir haben keine Gemeinschaft mehr mit den Leuten, sie haben sich selbst außerhalb des Rahmens der Parteiorganisation gestellt.(Sehr richtig!) Wenn sie trotzdem innerhalb derselben bleiben wollen, so nur deshalb, um unsere Organisationen zu ihren Zwecken auszunutzen. Um das unmöglich zu machen, müssen wir heute für den Ausschluß eintreten. Die Resolution ihres letzten Kongresses, die nun für sie für maßgebend erklärt wird, sagt, daß der Klassenkampf im Sinne des revolutionären Sozialismus ge- führt werden muß. Revolutionärer Sozialismus ist aber in ihren: Sinne etwas anderes, als im Sinne der Sozialdemokratie. Das kommt ausdrücklich in dem zweiten Passus der Resolution zum Ausdruck, wo es heißt, daß dieser revolutionäre Sozialismus zum Ausdruck gebracht werden muß in der Propaganda für die Idee des Massen- und Generalstreiks. Das sind anarchistische Tendenzen, wie sie bei den Lokalisten schon früher zutage getreten sind. So in der Versammlung der Lokalisten im August 1664, in der Dr. Friedcberg über Parlamentarismus und Generalstreik referierte. Seine Ausführungen, die allseitige Zustimmung fanden, gingen dahin: wir werden dem allgemeinen Wahlrecht keine Träne nach- weinen. Der Parlamentarismus ist ein Instrument der Herr- schenken Klassen und hat uns keinen Vorteil gebracht. Der Ge- neralstreik ist das einzige Mittel, womit man den Klassenstaat tödlich treffen kann. Die damals angenommene Resolution lautete in dem gleichen Sinne, daß mit dem Parlamentarismus eine Ver- ichleierung der Ziele des Sozialismus verknüpft sei. Ebenso wurde im September 1965 in der bekannten Feenpalastversammlung eine Resolution angenommen, nach welcher der Generalstreik das ein- zige Mittel zum Sturz des Kapitalismus sei. Während nun die Gewerkschaften von vornherein die anarcho- sozialistische Bewegung im Interesse der Partei bekämpft haben, hat leider dieselbe energische Abschüttelung in den Kreisen der Parteigenossen in Berlin nicht stattgefunden. Der„Vor- wärts" brachte damals einen geharnischten Artikel gegen die Anarchosozialisten. Damals aber war es Stadthagen, der indirekt im„Vorwärts" das Vorgehen der Anarchosozialisten entschuldigte und die Hauptschuld auf die nicht genügende prinzipielle Aufklärung durch die Redaktion des„Vorwärts" schob. Auch die„Leipziger Volkszeitung" hat damals das Vorgehen ent- chuldigt, sie schrieb:„Die weltpolitische Krisis und die gesamten Verhältnisse Europas erstrecken sich auch auf die deutschen Arbeiter- klassen. Man fühlt instinktiv, daß man grotzen ivelthistvrischen Konflikten und Entscheidungen entgegengeht, daß aber die bis dahin gebrauchten Waffen in den bevorstehenden Kämpfen nicht genügen. In solchen Perioden klappt nicht alles wie auf dem Exerzierplatz. Das schadet auch schließlich nicht so viel. Das Schwergewicht der Massen- bewegung bringt alles in Ordnung. ES ist auch eine be- kannte Tatsache, daß noch im letzten Jahre drei„Vor- wärts"- Redaktcure die Anarcho- Sozialisten indirekt dadurch unterstützten, daß sie bei ihnen die Mairede hielten. Noch ist einer von den Lokalisten heute Stadtverordneter in Berlin. Bei diesen Konfusionsräten ist eben alles möglich. Während Friedeberg es für richtig hielt, sein Mandat niederzulegen, hat eS dieser Genosse nicht getan. Bezeichnend ist dabei nur, daß die Berliner Parteigenossen die anarchosozialistischen Bestrebungen dadurch indirekt fördern, daß sie solche Leute zu ihren Ver- trauensmännern machten.(Lebhaftes Sehr richtig!) Bezeichnend ist auch, daß sämtliche Drucksachen dieser Leute vom Partei- Verlag gedruckt werden. Erst kürzlich hat die bekannte Absplitterung vom Metallarbeiter-Verband stattgefunden. In der ersten Nummer des Organs der neuen Organftation hieß es:„So sieht der grötzte deutsche Verband— der Metallarbeiter-Verband— aus, ein hohler in sich kranker Kolotz auf tönernen Fützen, vor dem zurzeit niemand Respekt hat.(Heiterkeit.) Wird die Organisation gesund, so könnte sie mit 366 666 Kämpfern unter kluger Leitung ganz Deutschland in die Schranken rufen.(Heiterkeit.) Jede Ans- Sperrung, ja die Androhung einer solchen mutz mit Massenstreiks beantwortet werden."(Heiterkeit.) Mit derartig konfusen Ideen ist das ganze Organ gedüngt, und diese Zeitung wird gedruckt in der Vorwärtsdruckerei.(Hört! Hört!) Ebenso die hier verteilte Broschüre: Wo sitzen die Verräter an der Arbeiterklasse? (Hört! Hört!) Singer: Ich möchte nur gleich bemerken, daß diese Broschüre von Parteitags wegen nicht verteilt worden ist. v. Elm: Nein, aber sie ist am Eingang verteilt. Wenn solche Broschüren in Parteidruckereieu gedruckt werden, so wird ihnen da- durch der Stempel der Partei aufgedrückt, und sie erscheinen der Masse weniger gefährlich, als wenn sie anderswo gedruckt werden. Die Leute werden natürlich auch über die Knebelung der Meinungs- -reiheit schreien, aber wenn sie sich direkt autzerhalb der Partei stellen, haben wir keine Veranlassung, ihnen unsere Institutionen, die von den Geldern der organisierten Arbeiter erhallen werden, Verfügung zu stellen.(Sehr richtig!> ParteitagSbeschlüsse , diese Leute nie respektiert.(Hört! hört!) Der Haller Partei- tag hat erklärt, daß sich die Arbeiter gewerkschaftlich in Zentral- verbänden organisieren sollen, auch die Lübecker Resolution hat sich nach dieser Richtung geäußert. Aber jeder Appell an ihre Genossenehre ist bisher vergeblich gewesen. Und alle Einigungs- versuche sind nichts weiter als Zeitvergeudung. Als direktes Verbrechen an der Arbeiterbewegung mutz ich es bezeichnen, wenn diese Leute nicht nur ihre Tätigkeit auf die Großstädte beschränken, sondern nach Oberschlesien, Rheinland und Westfalen gehen und die rüdeste Agitation gegen die Parteileitung betreiben. In Ober- 'chlesien hat die Generalkoinmission mit grotzen Kosten Stütz- punkte für die Arbeiterorganisafton geschaffen. Dorthin konimen nun diese Leute und suchen gerade jetzt, wo der Kampf für die Gewerkschaften ohnehin schwer ist, Zersplitterung hervorzurufen. Und wenn man ihre Agitafton ansieht, so ist sie nicht weiter als ein Schimpfen auf die Zentralverbände. Da kann man hören: „Wenn es Ihnen ernst ist niit Ihren Bestrebungen dann wenden Sie sich ab von den Zentralverbänden. Eure Führer haben das eigenste Interesse daran, mit den Unternehmern in Harmonie zu leben, um ihr ruhiges, beschauliches Leben weiter führen zu können. Sie bieten alles auf, um Euch in das alte Elend zurückzuführen." Damit >t die Agitationsweise dieser Leute genugsam bewiesen. DaS beweisen auch die Wahlen in Beuthen und Äattowitz, wo durch die Zer- splitterung die Polen an Stimmenzahl ganz erheblich gewonnen haben. Weiter haben diese Herrhasten indirekt und direkt Verrat an der Arbeitersache geübt, indem e den Kapitalisten direkt Material geliefert haben. So hat die„Einigkeit", als-inerzeit der Maurer Machate zu Breslau im Oftober 1963 zu!/„ Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er zwei Kollegen zunEintritt in die Organisation auf- gefordert und sie dabei auf die Zhen getreten, die Strafe gebilligt und gemeint, wenn man sich de Zentralverbände absolut nicht er- wehren könne, müsse man sich an den Staatsanwalt wenden. (Hört! hört!) Ueber die Veröffentlichung des Protokolls will ich werter nicht reden. Aber doch noch ersl Auf der Konferenz, die hier besprochen worden ist, ist von den Gewerkschaftsführern beraten worden über Abwehrmatzregeln gegen die Aussperrungstoktik der Arbeitgeber. Die„Einigkeit" ht diesen Teil des Protokolls nicht veröffentlicht. Das anarchistische Llatt der„Freie Arbeiter" brachte diesen Teil des Protokolls, und was drs bedeutet, weiß jeder von Ihnen. (Sehr richtig.) Denn wenn man das, wrs in internen Kreisen beraten wird, den Unternehmern verrät, so ist das>be*so gemein, daß kein Wort zu scharf genug ist. um ein solches V>rgHen zu verurteilen.(Sehr richtig!! Woher hat nun der„Freie Arbei'.r" das Material genommen? Die Protokolle sind nur in wenigen Exemplaren verteilt worden. Ausgeschlossen ist. daß außer dem eineir Exemplar, daß man der „Einigkeit" übergab, auch dem„Frien Arbeiter" eines übergeben worden ist. Daraus sehen Sie, wie die Anarchisten mit den Anarchosozialisten Hand in Hand arbeiten und direkt Verrat an der Arbeitersache üben. Darum ist es notwendig, daß wir diese Gesellschaft von unseren bockschötzen abschütteln. Ihre Auffassung über den Massentreik kennen wir ja. Aus den wenigen Proben, die ich gegeben habe, ersehen Sie ja, daß sie den Massenstreik und den General- streik nicht nur anwenden wollen, um politische Volksrechte zu erobern oder zu verteidigen, son.ern sie wollen ihn bei jeder Gelegenheit anwenden, um den Achstundentag zu bekommen, zur Desorganisation der heutigen Geselschaft und stellen sich damit vollständig auf den Boden des Anarchsmus. Deshalb bin ich der Meinung, daß es notwendig ist, Stllung dazu zu nehmen, daß wir uns das nicht mehr gefallen ftssen. Die Leute haben sich durch ihre Agitation und ihre Beschüsse längst außerhalb der Partei gestellt.(Sehr richtig!) Nahdem wir jetzt die Einigkeit zwischen Partei und Gewerkschaft ftst begründet haben, wo wir Stellung genommen haben zu den Massenstreik, haben wir mit den Anarchisten und Anarchosozulisten nichts gemein. Diese sind die zersetzenden Elemente in der gewerkschaftlichen und politischen Bewegung, und darum müssen wir einmütig gegen sie Stellung nehmen. Ich ersuche Sie deshalb, die Resolution des Parteivorstandes und der Kortrollkommisfion anzunehmen.(Leb- hafter Beifall.)__ Versammlungen. Die Zentralkommission der Srankenkasse» hatte am Donnerstag die Kassenvorständc und Verwaltungsbeamten zu einer Versammlung einberufen. Ueber den verflossenen Verbandstag der Ortskranken- lassen Deutschlands erstatteten die Delegierten Koblenzer und S y d o w Bericht, der ohne wesentliche TA!'>ission entgegengenommen wurde.— Hierauf referierte Simon owsk- über die Stellung der Apotheker in den Vororten zu dem VerlaiUjM, den Kranken- lassen einen Rabatt zu gewähren. Schon seit längerer Zeit wird darüber geklagt, daß die Vorortsapotheken in der Rabattgewähruna sich sehr verschieden verhalten. Die Zentralkommission ist deshalb beauftragt worden, mit den Vorortsapotheken in Verbindung zu treten, um einen Vertrag, lvie er in Berlin besteht, zustande zu bringen. Die Zenttalkommission hat sich bemüht, diesen Auftrag auszuführen; es ist ihr aber nicht gelungen, ein Resultat zu er- langen. Auf die Anftage der Kommission hat nur ein Teil der Apotheker geantwortet. Nur einige derselben sind bereit, einen Rezepturrabatt von 16 Prozent zu gewähren. Das erscheint als ein so geringes Zugeständnis, daß es unannehmbar ist, umsomehr, als die Preise für Handverkaufsarftkel in den Vorortsapotheken er- heblich teurer sind, als in den Berliner Apotheken. Verhandlungen mit dem Verein der Vorortsapotheker sind der Kommission zwar zu- gesagt worden, eS scheint aber auf seiten der Apotheker keine Neigung zu Verhandlungen vorhanden zu sein, denn bis jetzt hat die Kom- Mission vergebens darauf gewartet, daß der Verein der Vororts- apotheker die in Aussicht gestellten Verhandlungen anknüpfen soll. Auf Vorschlag des Referenten beschloß die Versammlung, in der 78 Krankenkassen vertteten waren, einstimmig: Die Zentralkommission ist ermächtigt, nach eigenem Ermessen zu veranlassen, datz in Bor- orten, wo die Apotheker die Rabattforderungen der Krankenkassen nicht bewilligen und auch mit der Zenttalkommission nicht verhandeln wollen, die Arzneilieferung für die Krankenkassen nur einzelnen be- stimmten Apotheken überttagen wird, die anderen Apotheken aber gänzlich gemieden werden.— Wie Simanowski nach mitteifte. kann in allen Fällen, wo es nötig werden sollte, Arznei ous Berliner Apotheken nach den Vororten geliefert werden. Durch die Ausführung des Beschlusses werde es möglich sein, die Vorortsapotheken zum Abschluß eines Vertrages mit den Krankenkassen zu bewegen. Letzte JVachncbten und Dcpcfchen. Ter Magdeburger Aufrnhrprozeß. Magdeburg, 28. September.(Privatdepesche des„Vor- wärts".) Seitens der Geschworenen wurde die Sch»uldfrage bei fünf Angeklagten bejaht, während die Schuldfrage bei 18 Angeklagten verneint wurde. Es erhielten dire Änge- klagten B u h e 6 Monate, Bayer 9 Monate, B ü r g a m. G i r t und A p p el je 3 Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen.(Ueber die Ursachen des Prozesses berichten wir an anderer Stelle der heutigen Nunimer. D. R.)_ Lohnbewegung in der Hofoper. Budapest, 28. September.(W. T. B.) DaS Orchester, der Chor und daS technische Personal der Hofoper hat korporativ der Direktion erklärt, daß, falls bezüglich der seit längerer Zeit an- gcstrebten Gehaltsaufbesserung nicht bis zum 39. September die bindende Zusage gegeben wird, das, die Gehaltsaufbesserung am 1. Januar ins Leben tritt, sie ihre Mitwirkung einstellen werden. Die Direktion verharrt auf dem Standpunkt, daß die Gehalts- erhöhung erst am 1. Juni in Kraft treten kann, da vcirher ihre Bewilligung im Abgeordnetenhausc notwendig ist. Falls das Per- sonal diesen Standpunkt nicht akzeptiert, soll die Direktion, wie gerüchtweise verlautet, entschlossen sein, die Oper am iL Oktober zu schließen._ Ein Bluturteil. Stockholm» 23. September.(B. H.) Wegen Aufreizung von Wehrpflichtigen wurde gestern der Sozialist Sundström ii, Gefle zu 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. Mehrere ausreizende Schriften wurden beschlagnahmt._ Verhaftung von Dumamitgliedcrn. Petersburg, 23. September.(B. H.) Ans Anorkinung der politischen Polizei Ivurdeir heute morgen der Geistliche und ehe» malige Abgeordnete Affanasiew sowie der ehemalige Dumaabgeordnete Michailitschenko verhaftet. Gründe für die Verhaftung werden nicht angegeben._ Zwei neue Opfer. Riga, 28. September.(B. H.) Die Revolutionäre AdamuS und Dubalski, die vom Feldgericht wegen deS Attentates auf die Straßen- bahn znm Tode verurteilt worden sind, wurden heute morgen er- schösse». Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantv.: Tt- Glocke. Berlin. Druck U.Verlag: BorwärtiBuchdr.u.VerlagSanstaltZßaulSi»gerLiCo..BerlinLVV. HierzulBeilagenu.UnterbaltunqSblatt Ur. B. 227. 23. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. September 1906. Parteitag der sozialdemokratischen aus. Partei Deutschlands zu Mannheim. Telegraphischer Bericht. ( Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Molkenbuhr: *) Resolution des Parteivorstandes. Der Parteitag beschließi: politischen Bewegung. Der Parteitag soll über Dinge beschließen, Da sich kein Widerspruch erhebt, gilt die Resolution 160 über die die Gewerkschaften selbst ein völlig freies Bestimmungs- und damit auch die dazu vorliegenden Amendements als zurückrecht haben und haben müssen. Wir können doch nicht ohne gezogen. weiteres bestimmen, daß Mitglieder des Parteivorstandes zur Dr. Liebknecht- Berlin " Den Antrag 107 begründet Fröhlich- Köln: Zubeil- Berlin Genossen! Ich bin zu langen Ausführungen zu diesem Punkt Generalfommission hinzugezogen werden sollen oder daß gemeinschaftliche Sitzungen zwischen Parteivorstand und Generalfommission abgehalten werden und dergleichen. Alles das liegt außerhalb Dieser Antrag bezweckt, endlich den Quertreibereien ein Ende der Kompetenz des Parteitages. Und was will man tun, wenn zu machen. So wie bisher kann es nicht weiter gehen. Die Nachdem Elm unsere Resolution*) selbst zur Annahme empfohlen neralfommission wählen und diese es ablehnen würde, daß die Vorwärts" man wirklich einige Mitglieder des Parteivorstandes in die Ge- Waffen der Partei sind den Lokalisten zur Verfügung gestellt. Der hat diesen Zwitterorganisationen seine Spalten hat, brauche ich auf den Unterschied zwischen seiner**) und unserer Mitglieder des Parteivorstandes an ihren Sitzungen teilnehmen geöffnet, Hervorragende Parteigenossen haben in ihren BerResolution nicht mehr einzugehen. Aber wir können nicht, wie es oder umgekehrt? Meiner Ansicht nach haben Partei und Gewerk- jammlungen Reden gehalten.( Sehr gut!) Das ist eine inElm durchblicken ließ, ohne weiteres alle Leute ausschließen, die schaften ganz getrennte Gebiete in der Arbeiterbewegung, auf denen direkte Förderung jener Organisationen.( Sehr wahr.) Der Kampf Mitglieder einer solchen Organisation sind. Wir sind durch das sie vorgehen. Organisationsstatut gebunden. Siernach kann zur Partei nicht gemacht, die Lage der Arbeiterklasse innerhalb der heutigen Gesondern gegen die eigenen Stlaſſengenossen und dem muß ein Ziel Die Gewerkschaften haben es sich zur Aufgabe der Lokalorganisationen richtet sich nicht gegen den Kapitalismus, gehören, wer sich einen groben Verstoß gegen die Grundsätze des sellschaft zu verbessern. Die Partei hat auf politischem Gebiete gesetzt werden.( Lebhafte Zustimmung.) Wir dürfen uns nicht Parteiprogramms oder einer ehrlosen Handlung schuldig macht. alles das zu erringen, was durch die Gesetzgebung errungen gegenseitig zerfleischen, sondern die Arbeiter müssen sich einmütig Zweifellos bildet die Agitation für die anarchosozialistischen werden muß, um gleichzeitig die Sozialisierung der Gesellschaft gegen den Kapitalismus zur Wehr seßen.( Erneute lebhafte zuGrundfäße einen groben Verstoß gegen das Parteiprogramm.( Schr anzustreben. Das Arbeitsgebiet ist geteilt, und es ist dringend immung.) Sehen Sie nun, wie sogenannte Genossen nach dem richtig!) Die Lokalistenorganisationen an sich sind ja genau ge- notwendig, daß die Organisationen sich dem anpassen. Die Ge- Rheinland kommen und dort unsere Gewerkschaften mit Koth be= nommen Rudimente aus früherer Zeit, deren Gründung wesentlich wertschaften haben infolgedessen die Organisation nach Berufs. werfen! Dagegen müssen wir einschreiten.( Sehr wahr!) Ich bitte veranlaßt ist durch die früheren vereinsgesetzlichen Bestimmungen. Klassen eingeteilt. Würden wir aber Partei und Gewerkschaften Sie deshalb, unseren Antrag anzunehmen. Der Antrag wird den Das Inverbindungtreten politischer Vereine war verboten. Gewerkschaften waren durch die bekannten von Tessendorf zersplittern und ihre Aftionsfähigkeit schwächen. In der Partei reichen.( Lebhafter Beifall.) Die verschmelzen, dann würden wir auch die Partei in Berufsgruppen Gewerkschaften und nicht in letzter Linie der Partei zum Segen ge= eingeleiteten Prozesse als politische Vereine erklärt worden. Daher haben wir alle zusammenzuwirken; cine Trennung nach Berufen mußten selbstverständlich die Lokalorganisationen entstehen. Aber wäre schädlich. Wir dürfen nicht den Gewerkschaften über ihre führt zur Begründung seiner Resolution aus: Nachdem& I'm seinen es gibt auch andere Lokalorganisationen, die durch die örtlichen Köpfe hinweg Vorschriften machen; denn dann könnten schließlich Antrag zurückgezogen hat, braucht man auf diesen Antrag nicht mehr Verhältnisse bedingt find, z. B. den Schleiferverband in Solingen. auch die Gewerkschaftstongreffe der Partei die Marschroute vor- einzugehen. Ich persönlich hätte gewünscht, daß auch der Vorstand Ich glaube nicht, daß wir soweit gehen können, auch darüber ganz schreiben wollen. Man hat darauf zu achten, daß die Kompetenzen feine Resolution zurückgezogen hätte.( Sehr richtig!) Dann hätten bestimmte Vorschriften zu machen. Wenn aber diese Organi- nicht überschritten werden. Da auch die erste Nesolution von fationen zu einer direkten Agitation gegen die Partei benut I'm gewissermaßen eingreift in die mehr internen Angelegen- auch wir die Refolution zurückgezogen. Eine Frage von so hochwerden, wie es ja zum Teil in Berlin geschehen ist, wo man einfach heiten der Gewerkschaften, haben wir uns veranlaßt gesehen, die wichtiger Bedeutung wie die vorliegende, die vor allen uns in Berlin das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht als voll- Resolution 162 einzubringen, die nach unserer Ansicht vollkommen eine ungeheuere Flut von Mißhelligkeiten und Streitigkeiten bringt kommen wertlos für die Arbeiterschaft erklärte, jo liegt darin ausreicht. Daß in der Parteipreffe die anarchosozialistischen Be-( Sehr richtig!), eine Frage, die uns zwingen würde, einen Teil zweifellos ein grober Berstoß gegen die Grundsätze des Partei- strebungen bekämpft werden, halte ich für ganz selbstverständlich. Teil auf einer anderen gewerkschaftlichen Basis stehen, hätte man unserer besten Parteigenossen in Berlin auszuschließen, da sie zum programms und in diesen Fällen reicht unser Organisationsstatut Die Parteipresse hat selbstredend immer den Standpunkt der Sozial- uns nicht so unvorbereitet auf dem Parteitag bringen dürfen.( Sehr Die Veröffentlichung des Protokolls durch die Einigkeit" demokratie zu vertreten. Dazu brauchen wir keine besonderen richtig!) Solche tiefeinschneidenden Fragen sollte man so rechtzeitig und die sich daran schließende Diskussion war doch viel weniger Refolutionen. Sowie die Parteipresse die anarchosozialistischen darauf berechnet, für die Lokalorganisationen, die ja an ständigem Bestrebungen unterstüben würde, wäre es Aufgabe des Parteis zur Debatte stellen, und die Resolution so frühzeitig fassen, daß die Mitgliederschwund leiden, neue Mitglieder zu werben, als viel vorstandes, die betreffenden Breßkommissionen darauf aufmerksam fönnen.( Sehr wahr!) Wir haben unsere Resolution gestellt, weil Barteigenossen in den einzelnen Orten zu ihr Stellung nehmen mehr einen Vorstoß gegen Partei und Gewerkschaften zu unter- zu machen. Was sich von selbst versteht, braucht man nicht erst wir nicht nur nach links treffen wollen, sondern auch nach rechts. nehmen.( Sehr richtig!) Also: soweit die Lokalorganisationen da besonders zu beschließen, sondern das kann man ruhig dem Gange( Lebhafte Zustimmung.) Ein Teil der Parteigenossen ist jeden Augenzu übergehen, die Grundsätze des Parteiprogramms als wertlos der Dinge überlassen. Ich möchte Sie also bitten, alle Anträge blick bereit, Lente von rechts mit vollen Armen aufzunehmen, nach zu bezeichnen, die Partei anzugreifen, Zersplitterung in die Reihen bis auf die Resolution 162 abzulehnen.( Beifall.) der Arbeiter hineinzutragen, liegen zweifellos die Voraussetzungen links aber mit der größten Strenge vorzugehen. Wir haben daher für einen Ausschluß vor. Und wenn er bisher nicht erfolgt ist, diese Form gewählt. Wir sind nicht einverstanden mit der Refofo deshalb, weil noch keine Organisation einen Antrag gestellt begründet den Antrag 103. Die Polemik von Molkenbuhr lution des Parteivorstandes, die auch nur eine Seite trifft, die hat. Nun bin ich keineswegs der Meinung, daß wir ohne weiteres ist nur deshalb möglich gewesen, weil er den klaren Wortlaut andere aber unbehelligt läßt. Wir haben es im Wahlkampfe 1903 in der Allgemeinheit erklären sollen, jedes Mitglied einer freien des Antrages nicht berücksichtigt hat. Es hieße Gulen nach Athen erlebt, daß Leute, die in der Gewerkschaftskommission standen, aber Vereinigung soll ausgeschlossen werden, sondern wir haben uns tragen, wollte ich näher darlegen, daß ein Bedürfnis nach Herbei unserer Partei nicht zugehörten, die Sozialdemokratie auf das darauf zu stüßen, daß gegen die Personen, welche im anarcho- führung einer engeren Fühlung zwischen Partei und Gewerkscharffte bekämpft haben, aber in der Gewerkschaftskommission in sozialistischen Sinne agitieren und dadurch die Partei schädigen, schaften zum Zwecke eines besseren Einvernehmens besteht; es Berlin über tief einschneidende Fragen urteilen, die auch die mit dem Ausschlußverfahren vorgegangen wird. fragt sich nur, in welcher Weise das geschehen kann. Es ist nicht Sozialdemokratie betreffen.( Sehr wahr!) Wenn etwas geschieht, Die Resolution 103 will nichts mehr und nichts weniger, als etwa von mir oder von den Osthavelländern entdeckt worden, daß muß es nach beiden Seiten geschehen. Dann würde eine Vergewissermaßen eine Verschmelzung der gewerkschaftlichen und der man einen Aktionsausschuß schaffen kann und dergleichen, sondern ständigung in der Zukunft zu erzielen sein, die heute, nach meiner die Vorschläge unseres Antrages sind nichts weiter, als was von Ueberzeugung nicht erzielt werden kann, weil kein Delegierter, Richard Fischer, von Elm, von Poetsch und anderen in ohne seine Parteigenossen zu hören, endgültig über diese zahlreichen Versammlungen bereits in Vorschlag gebracht worden Frage entscheiden kann. Deshalb bitte ich Sie, über die gestellten In den in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften ist. Das einzig Neue in dem Antrag sind die Puntte d und e; Resolutionen und Amendements, auch über die des Parteivorstandes, berbundenen Organisationen treten bedauerlicherweise immer be- d eigentlich auch nicht recht, denn der Sinn dieses Teiles ist auch zur Tagesordnung überzugehen.( Lebhafter Beifall.) wußter Tendenzen hervor, die diese Organisationen in den Dienst bereits tausendfältig von den Genossen akzeptiert worden. Butli- Berlin hat sich als Vertreter der„ Einigkeit" zum Worte der anarcho- sozialistischen, die deutsche Sozialdemokratie geflissentlich Der Gedanke einer organisatorischen Verbindung zwischen gemeldet. Der Parteitag beschließt, ihm vor Eintritt in die Disbekämpfenden und schmähenden Bewegung stellen, ja die eine Partei und Gewerkschaft ist nicht nur ein Ziel, aufs innigste zu fussion das Wort zu gewähren. anarchistische Agitation gegen die Partei fördern wollen. Und da wünschen, sondern auch in anderen Ländern bereits realisiert. Ich durch dieses Treiben auch die Ausbreitung der gewerkschaftlichen weise nur hin auf Dänemark, Oesterreich, Belgien, Holland, Butlit: Schweden. Da sind Partei und Gewerkschaften in enger Weise der Tagesordnung nicht vorbereitet und habe auch nicht die Absicht, organisatorisch verbunden, und zwar ohne daß dadurch die Beweglichkeit einer der beiden Organisationsformen gestört wäre. Ihre Geduld sehr lange in Anspruch zu nehmen. Ich spreche Ihnen Davon, daß die eine Organisation zugunsten der anderen gebunden vor allen Dingen meinen Dant aus, daß Sie mir als Nichtdelegierten und gefnebelt wird, kann natürlich nicht die Rede sein. Selbst in gestatten, mich zu äußern. Es ist von seiten des Genossen Elm Frankreich ist eine solche Fühlung zwischen Partei und Gewert unsere Drganisation, die Organisation der Freien Vereinigung fchaften herbeigeführt. Wir sehen also die Realisierungsmöglichkeit Deutschlands, in unverantwortlicher Weise angegriffen worden. Ge vor uns. Wir dürfen es nicht bei allgemeinen Sympathie- noffe Elm hat alle Gewerkschaften, die sich der Freien Vereinigung fundgebungen bewenden lassen, sondern müssen den Gedanken der angeschlossen haben, ohne weiteres in einen Topf mit den Anarchisten Einheit zwischen Partei und Gewerkschaften verwirklichen. Das geworfen. Wir sind damit nicht ganz einverstanden( Hört, hört! ist aber nur möglich durch die Anerkennung der Gleichberechtigung Widerspruch), daß man uns ohne weiters aus den Reihen der beider Organisationen. Diese Gleichberechtigung, die gegenwärtig Parteigenossen zu streichen sucht. Als Redakteur der„ Einigkeit" ein Dogma in der sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist, muß nehme ich nach wie vor das Recht für mich in Anspruch, als demozu der Konsequenz führen, daß eine Verbindung in der Form eines fratischer Sozialist zu gelten( Hört! hört! Lachen), weil ich davon Startellverhältnisses hergestellt wird. Natürlich bleiben hierbei so durchdrungen bin, daß der Sozialismus in der nächsten Etappe die wohl die Gewerkschaften als auch die Partei selbständig. Sie dürfen sich fapitalistische Gesellschaftsordnung ablösen wird. Die Momente, die Weil die unter gewerkschaftlicher Firma auftretenden poli- und Gewerkschaften verbinden, wären ein Aftionsausschuß, regelmäßige ich auch nicht so ohne weiteres durchgehen lassen. Er zitiert die nicht gegenseitig verschlucken. Die ständigen Einrichtungen, die Partei Genosse Elm zur Begründung seines Antrages angeführt hat, kann tischen Zwitterorganisatione, genannt" Freie Vereinigung deut- Konferenzen zwischen beiden Zentralleitungen und dann schließlich von einer lepthin gegründeten Arbeiter organisation herausgegebene scher Gewerkschaften", sich immer bewußter in den Dienst anarcho- eine Art Personalunion. Wenn wir das nicht beschließen, dann Broschüre:" Wo sigen die Verräter an der Arbeiterschaft?". Diese fozialistischer Propaganda und Ziele gestellt haben, laufen wir einfach auseinander und unsere ganzen Debatten über Broschüre hat mit unserer Organisation oder die„ Einigkeit" hat mit weil ferner diese Organisationen entgegen den Beschlüssen der das Verhältnis von Partei und Gewerkschaften haben keinen Zweck. dieser Broschüre absolut nichts zu tun.( Hört! hört!) Diese Sache Parteitage der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, welche der Pamentlich in fritischen Zeiten besteht eine Stonfliftsmöglichkeit. wurde in solchem Zusammenhange gebracht, daß man auf den GeArbeiterschaft die gewerkschaftliche Organisation in Zentralver- Und wenn dann der Gewerkschaftskongreß hier und dort den Partei- danten kommen konnte, wir stünden hinter dieser Broschüre. bänden empfehlen, die gewerkschaftlichen Zentralverbände fort- tag festseyt, dann weiß niemand, wohin er laufen soll. Wir müssen Weiter ist von dem Genossen Elm gesagt gesezt in der gehässigsten Weise bekämpfen, worden, daß weil ferner diese Organisationen im offenen Gegensatz zu den ben Mut haben, die Konsequenzen aus der gegenwärtigen Lage zu die Einigkeit" harte Urteile, die über lämpfende Proletarier ziehen. Es bestehen gegen unseren Vorschlag, wie die inter- gefällt worden sind, gutgeheißen hätte oder damit einverstanden Beschlüssen sozialdemokratischer Kongresse den anarchistischen nationalen Kongresse beweisen, weder juristische noch praktische Be- gewesen wäre. Das muß ich ganz entschieden zurückweisen. Wie Generalstreik propagieren und überdies durch eine besondere denken. Daß zweckmäßigkeitsgründe dafür sprechen, ist selbst- kann denn ein Arbeiterblatt dazu kommen, wenn in einem Lohnkampf Aenderung ihres Organisationsprogramms die anarchistische Agi- verständlich. Jedes Argument, das man etwa gegen die von uns jemand denunziert wird und wenn ein Urteil über diesen Genossen tation dirett gefördert haben, vorgeschlagenen gemeinschaftlichen Partei- und Gewerkschaftskongresse gefällt wird, das gutzuheißen. Das ist in unserer Zeitung niemals ge= und weil die Vorstände dieser Freien Vereinigungen" interne vorbringen könnte, könnte sofort totgeschlagen werden mit dem HinBeratungen zwischen Parteivorstand und Generalkommission über weis auf die internationalen Kongresse.( Sehr richtig!) Molten- unsere Agitation bedeutet geradezu ein Verbrechen an der Arbeiter( Dho! hört! hört!) Wenn nun weiter gesagt wird, das Verhalten bei politischen Massenstreits die schon aus buhr meinte: Ja, Ihr wollt über den Kopf der Gewerkschaften organisation( Sehr richtig), so ist gewiß, daß wir unsere Agitation Gründen der Parteiftrategie geheim bleiben mußten in der hinweg resolvieren, daß Organisationen geschaffen werden, die doch für unsere Ansichten betreiben und daß wir dahin gehen, wo wir Einigkeit" veröffentlicht und dadurch die Partei zum Gegenstand nur unter Mitwirkung der Gewerkschaften geschaffen werden können. Anhaltspunkte für unsere Agitation finden. Wird es nicht von allgemeiner Angriffe gemacht haben, wiederholt der Parteitag die Das stimmt nicht. In der Einleitung unseres Antrages ist aus anderer Seite gerade so gemacht? Auch der Vorhalt, daß wir in Resolution des Lübeder Parteitages: drücklich davon die Nede, daß der Parteivorstand mit der General irgend einer Weise in der Agitation von dem Parteivorstand NachDer Kampf der Arbeiterklasse auf politischem und wirt- fommission in Verbindung treten soll. Ebenso hinfällig sind die hülfe bekommen hätten, ist schon von Bebel und Liepmann schaftlichem Gebiete erfordert einheitliche Zusammenfassung aller anderen Einwände von Moltenbuhr. Er hat Punkt d nicht zurückgewiesen worden. Wenn wir ohne die Hülfe des ParteiSträfte in den betreffenden Organisationen. Er hat zur Grund- acuigend beachtet. Nur in Fragen, in denen sich ihre Zuständigkeit vorstandes und trotz der Bekämpfung durch alle Zentralverbände bedingung die Ausübung strenger Disziplin in der Aktion, die kreuzt, sollen beide Organisationen nicht selbständig vorgehen. Dies nicht verschwunden sind, so zeigt dies doch von einer inneren Berechtigung Respettierung der Beschlüsse der Mehrheit durch die Minderheit zweite und lebte Argument von Moltenbuhr erledigt sich ein- unserer Organisation.( Lachen, Widerspruch.) Glauben Sie denn, daß in gemäß den Grundsäßen der Demokratie. fach dadurch, daß es etwas trifft, was gar nicht in dem Antrage Berlin 2000 Mitglieder aus dem Metallarbeiterverband ausgetreten Wer der Partei oder seiner Berufsorganisation in einem steht. Ich wiege mich keineswegs in dem Köhlerglauben, daß man find bloß um der schönen Augen Wiesenthals willen und gegen von ihnen geführten Kampf durch Taten entgegenwirkt oder durch organisatorische Bestimmungen alles machen kann. Solche die schönen Augen Cohens? Da müssen Gründe vorhanden sein, und Sonderbündelei zur Führung solcher Gegenagitation betreibt, Einrichtungen können ebenso wertlos, sein wie Beschlüsse; aber der die liegen in den inneren Einrichtungen der Verbände. Selbstverstößt wider das vorentwickelte Lebensprinzip der Arbeiter- titt zur Verbindung zwischen Partei und Gewerkschaften ist dann verständlich sind bei uns ebensogut Anarchisten wie bei den Zentralbewegung. Es find daher die örtlichen Organisationen der doch vorhanden, es ist nur nötig, ihn richtig anzuwenden. Wir Bartei berechtigt, solche Mitglieder so lange aus ihrer Mitte aus- müssen dem unerträglichen Uebergangsstadium, in dem sich augenberg das Wort von den Anarchosozialisten geprägt hat, so verlangt verbänden. Dies tut auch gar nichts zur Sache. Wenn Friede auschließen, als sie in diesem Verhalten verharren lich ein Ende machen. Alle Beschlüsse, die wir bisher auf diesem auch Friedeberg nicht, daß jeder, der der Freien Vereinigung daß diese anarcho- sozialistischen Vereinigungen keinerlei Gemein- Gebiet gefaßt haben, werden ein Schlag ins Wasser sein, wenn wir der deutschen Gewerkschaften angehört, sich mit seinen Grundsäßen schaft mit der modernen Arbeiterbewegung haben, und daß jede nicht die Konsequenzen ziehen, wie sie der Antrag 103 zieht. Nehmen identifiziert. Friedeberg hat das Recht, bei uns seine Meinung Mitarbeit von Parteigenossen in diesen Vereinen, Versamm- Sie den Antrag an; er bietet die beste Grundlage zur Herbei- zu äußern, so gut wie jeder andere. Wir wollen selbstverständlich Jungen und Preßorganen unvereinbar mit der Förderung der führung der Einigkeit zwischen Partei und Gewerkschaft, die wir alle alle revolutionären Elemente, die mit den heutigen Zuständen nicht einverstanden sind, in unserer Organisation vereinigen. Wir wollen Parter ist. Den anarcho- sozialistischen Freien Vereinigungen" die Anarchisten so wenig von uns abstoßen, wie es bisher die ist die Parteipresse zu verschließen und sind die Redaktionen berZentralverbände getan haben. Wenn sie Schulter an Schulter mit pflichtet, der anarcho- sozialistischen Propaganda und Organisauns fämpfen wollen, dann nehmen wir sie auf. Wenn es nun als tion mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. unerhört bezeichnet wurde, daß einem Lokalisten in Berlin ein Stadtverordnetenmandat übertragen wurde, so muß nach meiner Ansicht den Berliner Genossen das Recht zustehen, darüber zu ent tag: Organisationen aufs schwerste geschädigt wird, erklärt der Partei" Die anarcho- sozialistischen Bestrebungen, wie sie in den lokalorganisierten Gewerkschaften sich geltend machen, find unvereinbar mit den Zielen und Interessen der Sozialdemokratie. Die Parteipreffe hat daher die Pflicht, die anarcho- sozialistische Bewegung auf das entschiedenste zu bekämpfen und die Parteigenossen haben die Aufgabe, Personen, die für diese anarchosozialistischen Bestrebungen eintreten und für sie agitieren, soweit diese Personen Parteigenossen sind, aus ihren Reihen auszuschließen. Diejenigen Parteigenossen, die in den lokalen Gewert schaften organisiert sind, ersucht die Parteileitung, in Uebereinstimmung mit der Resolution des Lübecker Parteitages, sich den zentralorganisierten Gewerkschaften anzuschließen." Parteivorstand und Kontrollkommission. **) Resolution b. Elm: 15 erklärt Die Antragsteller: erstreben. Singer teilt mit, daß zu der Resolution 162 noch ein Amendement Scheibe- Dortmund eingegangen ist, im letzten Abjazz an Stelle der Worte„ ersucht die Parteileitung" zu sehen:" haben die Pflicht". fchehen. A. von Elm; Th. Bömelburg; Jul. Koch; Wilh. Fritsch; Eugen Zur Geschäftsordnung erklärt Brüdner; A. Körsten; J. Efftinge; Mattutat; Fr. Fischer; v. Elm: Nach Beendigung meiner Ausführungen haben mir eine scheiden, ob sie ihn für würdig halten oder nicht. Ich glaube, daß C. Winkelmann; August Beck; Peus; Heinrich Marr; F. Bellin; Reihe von Genossen, die meinen Antrag mit unterschrieben haben, Sie unsere Organisationen einseitig beurteilen. Wenn Sie sich von Sidow; H. Sachse; D. Hue; W. Nüßler; Limberb; Paul Runge; ihr Einverständnis damit fundgetan, daß ich denselben zurück- unseren grundlegenden Prinzipien und unserer Taktik informieren Bühler; Hoch; G. Reichel; Severing; C. Hoffmann; J. Adamek; ziehe. Sollte keiner der Antragsteller Widerspruch erheben, dann wollen, so müssen Sie dies auf unseren Kongressen und in unserer Dr. Alberty; R. Horter; Adolf Braun; J. Simon; A. Brandes; ziehe ich die Resolution zugunsten der Resolution der Parteileitung Presse versuchen und sich nicht nur nach einem einzelnen herausgePaul Müller; 2. Jahn; J. Bruhns. hiermit zurüc riffenen Bitat ein Urteil bilden. Singer. Es ist folgender Antrag Fischer- Berlin eingegangen: 17 Das Vereinsgesetz nicht; Ein von Ring- Offenbach begründeter und von KochRemscheid damit bekämpfter Schlußantrag, daß die Verhältnisse in Solingen noch nicht erörtert seien, wird angenommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Putli- Berlin bestreitet die Behauptung Kör stens, daß die Freie Vereinigung der Berliner Fliesenleger einen unkündbaren arifentwurf vorgeschlagen habe. Ein solcher Entwurf sei von den Unternehmern vorgelegt worden. " Warming an diejenigen, die es angeht! Es ist in letzter Zeit mehr| verbände mit ihren großen Unterstützungen sich sparen sollten. Ich fach uns gemeldet worden, daß einzelne fanatisierte Verbändler, betrachte die sogenannte Freie Vereinigung der Gewerkschaften anderes, als eine Gegenorganisation zur ZerDer Parteitag beauftragt den Parteivorstand, bis zum aufgeregt durch gewiffenlose Hetzerei, an Mitglieder der der Freien Ver- als nichts Diese Zersplitterungsnächsten Parteitag den Versuch zu machen, in Verbindung mit der einigung deutscher Gewerkschaften angeschlossenen Organisationen splitterung der Kräfte der Arbeiter. herantreten und sie durch Bedrohung mit Gewalt, Maßregelung verfuche bon Auchsozialdemokraten müssen ebenso ebenso energisch Generalkommission diese Frage im Sinne der Lübeckschen Resolution und Boykottierung zwingen wollen, den Zentralverbänden beizu bekämpft werden, wie die Organisationen der Christlichen zu regeln und geht damit über die zur Frage der lokalorgani- treten oder ihre Marken zu kaufen, und es versuchen und teilweise Wer verbürgt uns, daß diese freien Organisationen bei den fierten Gewerkschaften gestellten Anträge zur Tagesordnung über." auch erreichen, sie aus der Arbeit zu vertreiben, wenn sie ihren Zwed nicht bevorstehenden Kämpfen nicht auch ebenso arbeiterverräterisch Dieser Antrag charakterisiert sich als motivierte Tagesordnung. erreichen. Diese Fanatiker wissen sehr gut, welche schwere Strafe sie vorgehen, wie die Christlichen? Wie können diese Organisationen Er steht also mit zur Diskussion und kommt nach Schluß derselben trifft, wenn ihr Tun zur Kenntnis der Behörde kommt. Zur ihre Mitglieder bei Lohnfämpfen unterstützen, wenn sie fein Geld in zuerst zur Abstimmung. Belehrung teilen wir folgenden Fall mit.( Hört! hört!) Und mun den Taschen haben? Ich konnte es in München erleben, daß Leute, Rosa Luxemburg: tommte der Fall Machate. Weiter heißt es:„ Wir bitten unsere die schon zehn Jahre im Metallarbeiterverband organisiert waren, Parteigenossen! Ich glaube, es wird sich unter uns wohl feiner von den Verbandsfanatikern so mißhandelten Genossen also, solange durch diese Leute so verdreht gemacht wurden, daß sie aus dem Verfinden, der nicht mit dem Grundgedanken der Resolution des Partei- fie sich nicht anders helfen können, und das wird ihnen band austreten wollten. Ich kann auch nicht dem Standpunkt der vorstandes einverstanden wäre. Wir stehen ja hoffentlich allesamt auf dem in der Regel nicht schier werden, diesen Schritt nicht zu Rosa Luxemburg beitreten, die da sagte, daß diese Leute ebenso gut Standpunkt, daß die Zentralorganisation die geeignetste Form für unternehmen". Das heißt also: wenn es irgend möglich organisieren, wie wir. In dieser Zeit schwerer wirtschaftlicher den modernen gewerkschaftlichen Kampf ist, und daß der Anarchis- ist, denunziert nicht, wenn es aber nicht anders geht, dann ist Kämpfe gilt für uns das Wort: Wer nicht für uns ist, der ist gegen mus heutzutage in Deutschland wie in der gesamten kapitalistischen auch die Denunziation erlaubt. Der Vorwärts" sagte dazu: uns!( Sehr richtig!) Leute, die gewerkschaftlich auf einem anderen Welt höchstens als eine Folge der geistigen Verirrung und geistigen Diese schofle Denunziation von Arbeitsbrüdern bei den Scharf- Standpunkt stehen, gehören nicht zur Partei.( Sehr richtig!) AnDekadenz der Arbeiter betrachtet werden muß. Trotz alledem aber machern, die Aufforderung, die Klassenjustiz auf unliebſame Kollegen näherungsversuche, wie sie der Antrag Fischer will, kann dagegen begrüßen. Dem Antrag 107 fann ich zuwürde ich die Annahme der vom Parteivorstand vorgelegten zu heben, steht in einem Arbeiterblatt, das sich immer noch bis jetzt ich Resolution als einen großen Mißgriff betrachten.( Sehr richtig!) gerühmt hat, den Klassenstandpunkt schärfer zu vertreten, als irgend stimmen. Ein großer Teil unserer Genossen begreift es nicht, Vor allem kann ich mir in meinem beschränkten Untertanen- ein anderes Gewerkschaftsblatt. Ein Arbeiterblatt trägt Material daß in unseren Blättern born auf die Anarchosozialisten verstand( Heiterkeit) nicht flar machen, wie die Stellung herbei zur Zuchthausvorlage." So der„ Vorwärts" seinerzeit, und losgehauen wird und hinten stehen ihre Annoncen.( Sehr richtig!) nahme der Vertreter der Zentralverbände zu dieser Resolution da hat man den Mut hier hinzutreten und zu erklären:„ Wir Die Resolution des Parteivorstandes und der Kontrollkommission mit ihrer Haltung zu der vorhergehenden Resolution haben es niemals getan. Nachdem der Antrag Im zurückgezogen ist nicht scharf genug. Kautsty in Einklang gebracht werden kann. Dort, wo ist, kann ich mich zur Sache furz fassen. Der Antrag des Parteies sich um die selbstverständlichste Sache in der Welt handelte, vorstandes ist eigentlich nur eine Wiederholung dessen, was in Lübeck daß jeder Sozialdemokrat auch innerhalb der Gewerkschaft als und Jena beschlossen ist. Würden Sie diesen ablehnen, dann heißt Sozialdemokrat handeln und die Beschlüsse der Parteitage respektieren das, die gegenwärtige Situation noch zugunsten der Lokalisten foll, sträubte man sich mit Gewalt dagegen, weil das nach außen verbessern.( Sehr richtig!) Ich kann daher nur dem Antrage 107 hin den Eindruck hervorrufen müßte, die Gewerkschaften wären ganz zustimmen. Der Antrag des Parteivorstandes trifft noch lange am Gängelbande der Sozialdemokratie. Hier aber ist man ganz nicht, was getroffen werden soll. Es sollen die Anarchosozialisten damit einverstanden, daß die Sozialdemokratie eine scharfe Aktion getroffen werden, wo sind denn die? Sie entweichen überall da, zugunsten einer bestimmten Organisationsform der Gewerkschaft wo man zugreifen will. Heute sind sie hinter Friedeberg, morgen Körsten- Berlin beruft sich auf Mitteilungen, die ihm von zentralunternimmt. Ich befürchte, daß bei einer solchen Doppelstellung heißen sie einen Artikel von Kleinlein gut. Wenn der Vorwärts" das Verhältnis der Gewerkschaften zu der Sozialdemokratie sich heute einen Artikel schreibt, dann kommt sofort ein Artikel von organisierten Fliesenlegern geworden seien. etwa im Sinne jenes bekannten bäuerlichen Ehevertrages ge- anderer Seite: das geht uns gar nichts an, was der geschrieben im Vorwärts" Friedebergs Vorgehen und das der Anarchosozialisten staltet, tro die Frau dem Manne sagte: Es ist eben zuviel entschuldigt. Meine damalige Erklärung im„ Vorwärts" beweist das einer Frage einverstanden sind, so soll Dein Wille geschehen; Liebe in Berlin für diese alten braven Genossen.( Sehr Gegenteil. Ich habe darin erklärt, daß der Anarchosozialismus auf wenn wir auseinander gehen, soll nach meinem Sinne gehandelt richtig!) Was trennt denn die Zentralverbände noch von und die Unter- ganz unflaren Theorien aufgebaut sei, die dieselbe Wurzel hätten, werden."( Heiterkeit.) Ferner finde ich es unverantwortlich, wenn den Lokalisten? wie der Revisionismus. Ferner habe ich ausdrücklich gesagt, es sei hier die Partei gewissermaßen als Zuchtrute gegen eine bestimmte stützungseinrichtungen machen sie heute auch mit. Sie haben im höchsten Grade bedauerlich, daß die Einigungsbestrebungen des Gruppe von Gewerkschaftlern gebraucht werden soll; daß wir uns zwar formell die Wiesenthal Organisation abgelehnt mit drei im höchsten Grade bedauerlich, daß die Einigungsbestrebungen des damit innerhalb der Parteireihen Bant und Zwist auf den Hals Stimmen Mehrheit, aber Tatsache ist heute, daß die Gewerkschaft Parteivorstandes zwischen Zentralverbändlern und Lokalorganisierten Seitdem habe die Verbitterung bei den lokalladen sollen. Es ist doch kein Zweifel, daß unter den Lolalorgani- der Metallarbeiter ihre Aufträge an Herrn Wiesenthal zur Ab- fehlgeschlagen seien. sierten sehr viele brave Genossen vorhanden sind, und es wäre un- fertigung gibt. Die letzten Verhandlungen zwischen den Unter- organisierten Genossen so stark Platz gegriffen, wie nie zuvor. Aber verantwortlich, wenn wir, um den Gewerkschaften in dieser Frage nehmern und den lokalistischen Arbeitern sind teilweise von Wiesen- diese Verbitterung darf nicht so weit gehen, daß die Lokalorganisierten direkt zu dienen, den Zwist in unsere Reihen hineintrügen. Wir thal bearbeitet worden.( hört! hört!) Das zur Steuer der nicht in die Zentralverbände hineingehen wollten. Diese Erklärung ist respektieren die Ansicht, daß die Lokalisten nicht den Zwist in den Wahrheit. Dann sagen die Lokalisten, sie gehen nicht mit uns, bon v. Elm also vollständig verfälscht und verdreht worden.( Sehr richtig!) gewerkschaftlichen Organisationen soweit treiben sollen, daß sie die wegen der langfristigen Tarife. Ich habe aber hier ein Tarif- b. Elm: Nach der Erklärung Stadthagens nehme ich getvertschaftliche Organisation dadurch unterbinden; aber im Namen eremplar der Lokalisten, da heißt es sogar: Die lokalistischen Fliesen- meine Behauptung zurück. Mir haben hier eine Reihe Kongresder soviel gepriesenen Gleichberechtigung muß man doch mindestens leger in Berlin wollen einen Tarifvertrag abschließen, der un- meine Behauptung zurück. Mir haben hier eine Reihe Kongresdasselbe für die Partei anerkennen. Wenn wir die Anarchosozialisten, fündbar ist.( Große Heiterkeit.) Nur der Einwand der Unternehmer, teilnehmer gesagt, Stadthagen habe das Vorgehen der Anarchowie der Parteivorstand vorschlägt, aus der Partei direkt ausschließen, daß man doch nicht auf ewige Zeit einen Tarif abschließen sozialisten direkt entschuldigt. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Sache damit erledigt. Gegen Putlig stelle ich fest, daß die so geben wir damit ein trauriges Beispiel dafür, daß wir nur könne, hat sie davon abgehalten. So blieb den Lokalisten nur Wenn Ledebour behauptet, Bebel hat auch Einigkeit" doch denunziert hat. Energie und Entschlossenheit finden, um unsere Partei nach links noch die Neutralität als trennender Punkt übrig. abzugrenzen, daß wir nach rechts aber die Tore nach wie vor sehr auf diesem Parteitag wiederholt, was man darunter versteht, und sicher sei nicht Anarchosozialist, so erkläre ich einfach, daß weit offen lassen.( Sehr richtig!) von Elm hat hier angeführt anders haben wir es nie verstanden.( Sehr richtig!) Nachdem der Fischer die Kongreßresolution der Lokalorganisierten mit verals ein Beispiel des anarchistischen Unsinns, daß in der„ Einigkeit" Parteitag so einig auch in dieser Frage ist, wird nun ja ab- faßt hat. Stadthagen: Ich bedauere, daß v. Elm nicht einfach erklärt oder in einer Konferenz der Lokalorganisierten ausgesprochen sei: zuwarten sein, was die Lokalisten weiter machen, nachdem ihnen " Der Generalstreit wäre als das einzige Mittel des richtigen auch diefer legte Punkt weggenommen ist. Darüber besteht ja tein hat, daß das, was er behauptet hat, falsch ist. Er hat sich auf Ich revolutionären Klassenkampfes zu betrachten". Nun ist das Zweifel, daß sie heute rein gewerkschaftlich keine Bedeutung haben, Hintertreppenerzählungen von Kongreßteilnehmern berufen. selbstverständlich ein Unsinn und nichts anderes. Aber, werte aber sie benußen die Partei, um immer wieder einen Keil in die bin dadurch gezwungen, den entsprechenden Satz aus meiner mag der Parteitag Anwesende, es ſteht genau fo weit entfernt von der Bewegung zu treiben. Sie denunzieren, brauchen die ruppigsten längeren Erklärung zu verlesen, dann Sozialdemokratischen Taktik und von unseren Prinzipien, wenn Schimpfwörter, die sie schon in Anbetracht der Gegner unter- entscheiden, ob auch nur die Möglichkeit eines Irrtums vorlag: David erklärt, die gesetzlichen, parlamentarischen Mittel lassen sollten.( Sehr richtig!) Jedes Mittel ist ihnen recht, wenn an einer Stelle der Erklärung heißt es:" Ihnen hilft man nicht find die einzigen Mittel der Sozialdemokratie.( Sehr richtig!) Man fie nur einen Steil in die Arbeiterbewegung treiben fönnen. durch Fernbleiben, sondern durch Propagandierung der Einheitlichkeit sagt uns, die Lokalisten, die Anarchosozialisten untergraben auf Sie stecken sich hinter die Partei, um da hülfe zu haben, daher von Gewerkschaft und Partei innerhald der gewerkschaftlichen und Schritt und Tritt durch ihre Agitation die sozialdemokratischen dieser unsaubere Zustand in Berlin. Ich bitte Sie, einmal praktisch politischen Organisationen ab. Das ist in Berlin und der Proving Grundfäße. Aber es ist genau ebenfalls eine Untergrabung sozial zu arbeiten und nicht nur wieder platonische Beschlüsse zu fassen. Brandenburg dringend erforderlich". Weiter heißt es zum Schluß: demokratischer Grundsäge, wenn einer von den Zentralverbänden, Stimmen Sie dem Antrag 107 zu, damit jenen unsauberen Elementen Möge die beklagenswerte Annahme der Feenpalast- Resolution zu einer Stärkung der Ueberzeugung beitragen, daß zur Beschleunigung wie Bringmann auf Eurer Konferenz im Februar, sich gegen das Handwerk gelegt wird.( Lebhafter Beifall.) des Emanzipationskampfes der Arbeit dringend erforderlich Vertiefung das Prinzip des Klassenkampfes erklärte.( Widerspruch.) Der der Erkenntnis des Zusammenhanges der Dinge, Einheit auf gewerkschaftAnarchismus ist in unseren Reihen nichts anderes, als eine Reaktion lichem und politischem Gebiete ist. Hält man sich diese Ziele vor Augen, so kann auf politischem und gewerkschaftlichem Gebiete Zentralisation unter gleichzeitiger freier Entfaltungsmöglichkeit der einzelnen agitatorischen Sträfte und ein in Unterordnung unter den Willen der Partei vom Klaſſengefühl zum Klassenbewußtsein leitendes Organ in Berlin vor mancherlei Erschwerung der Aufklärungsarbeit, die und die Partei bewahren." unter so unendlichen Opfern nach vorwärts drängenden Genossen ( Hört! hört!) Beckl- Leipzig( zur Geschäftsordnung): Durch den Schluß der Debatte sind wir Leipziger verhindert, dem Genoffen von Elm au antworten und feine Angriffe auf die Leipziger Volkszeitung" zurückzuweisen. Es folgt die Abstimmung. Sie ergibt die Annahme des Antrages Fischer- Berlin auf motivierte Tagesordnung mit großer Mehrheit.( Beifall.) Damit sind alle anderen Anträge erledigt; ebenso dieser ganze Bunkt der Tagesordnung. Auf Vorschlag Bebels wird die Zeit für die Einbringung von Vorschlägen zur Wahl der Parteileitung bis nach Schluß der Nach Eine Reihe Begrüßungstelegramme ist eingelaufen, darunter eines Der Gauleiter Schlüter Bielefeld vom Tabalarbeiterverband Scheibe- Dortmund: " wird der Ledebour: von Kleinlein Vor" auszusperren.( Entrüstungsrufe.) Worms ein. nach links gegen die Ausschreitung nach rechts.( Sehr richtig!) Mit Einzelbeschwerden, die hier vorgetragen sind gegen die Wenn Sie den Anarchismus bekämpfen wollen, so bleiben Sie treu Lokalisten und Anarchosozialisten tönnen toir, mit den meisten unferem altbewährten Prinzip; wegen Ansichten wird bei uns wenigstens, durchaus einverstanden sein. Zum Beispiel erkläre ich niemand ausgeschlossen. Wir wollen die Leute dadurch unschädlich es auch für eine schofle Handlungsweise, was Körsten aus der machen, und die ganze anarchosozialistische Bewegung dadurch Einigkeit" vorgelesen hat, aber bei den Anträgen, die hier das Kardinalfehler gemacht, untergraben, daß wir gegen den Opportunimus Front machen, vorliegen, denn er ist der der eigentliche Nährvater der anarchistischen gehen gegen die Lokalisten und gegen die Anarchosozialisten Ausschreitung. Wenn wir keinen von der äußersten Rechten aus- zu fonfundieren, von dem Parteitage den Ausschluß von geschlossen haben, so haben wir jedenfalls auch kein Recht, die äußerste Parteigenoffen zu fordern, weil diese Parteigenossen irgend einer Linte auszufchließen.( Bravo! und Widerspruch.) anderen gewerkschaftlichen Formation angehören. Das ist ganz un möglich. Wir können die Lokalisten nicht als Lokalisten ausschließen, das wäre direkt ein Eingriff in die gewerkschaftliche Organisation. Die Anträge gegen die Lokalisten sind die notwendige Konsequenz( Buruf: Wo steht denn das? Wer verlangt das?") Das ist be= der Beschlüsse, die wir bei dem vorherigen Punkte der Tagesordnung ständig gewünscht. Haben Sie nicht die Rede von Körsten gehört? gefaßt haben.( Sehr richtig!) Wenn wir den Zentralverbänden die Dann müßten wir auch umgelehrt fordern, daß die Zentralverbände Beschlüsse der Parteitage aufoktrohieren wollten, so dürfen wir nicht alle Nichtsozialdemokraten ausschließen.( Widerspruch.) Wenn einzelne den Lokalisten eine Hintertür lassen.( Sehr richtig!) Ich möchte sich als Anarchosozialisten erklärende Personen der Partei anSie bitten, dem Antrage des Parteitages zuzustimmen mit gehören, so tann man gegen diese Ausschlußanträge stellen. Es der Abänderung, die ich beantragt habe, daß die Lokalisten ist aber verkehrt, die gesamten Lokalisten als Antifozialdemokraten nicht nur aufgefordert werden, sondern daß es ihnen zur Pflicht anzusprechen. Ein Beispiel dafür ist gerade Theodor Fischer, der mittagssigung verlängert. gemacht wird, sich zentralistisch zu organisieren. Was das ewige Stadtverordneter in Berlin ist und meinem Wahlkreise angehört. von blinden Parteigenossen Berlins.( Bravo!) Ersuchen nützt, haben wir ja seit Lübeck gesehen. Die Ausführungen Er hat in einer Versammlung einer Versammlung der lokalistischen Zimmerer von Buttlig flangen ja etwas versöhnlicher. Aber wenn man erklärt, daß sie die anarchosozialistischen Theorien verwerfen teilt die Absicht der dortigen Unternehmer mit, 10 000 Zabalarbeiter das Organ der Lokalisteit, dessen Redakteur er ist, liest, dann und auch den ergangenen Aufruf, wo die pfeift es aus einem ganz anderen Loch.( Sehr richtig!) Lokalisten aufgefordert werden, der Sozialdemokratie den Rücken zu Die Mannheimer und Ludwigshafener Arbeitergefangvereine Da werden ständig die schmählichsten Angriffe auf Partei- fehren. Also wie kann man Fischer als Anarchosozialisten denunzieren? laden die Delegierten für nächsten Sonntag zu einer Fahrt nach verübt. Wie tommt genossen es denn, daß gerade die Das ist ein Beweis dafür, wie beständig die Fragen durcheinander Berliner Parteigenossen sich so gegen die Annahme der Neso- geworfen werden. Wenn Elm behauptet, daß wir in Berlin die Iution des Parteivorstandes sträuben. Ich möchte fast sagen, Anarchosozialisten nicht abgeschüttelt haben, so tennt er die Vordaß hier wohl ein persönliches Freundschaftsverhältnis mit vielen gänge in Berlin nicht, denn nach jenem Pronunziamento Friedebergs Lokalisten besteht. Wir haben uns oft genug gefragt, wie es möglich für die Idee des Anarchosozialismus im Feenpalast, wo er auch die ist, daß die Lokalisten in Berlin es so treiben können und daß trop Lokalisten für den Anschluß gewann, find wir in unserem Wahlkreis dem Redakteure des Vorwärts" in Versammlungen der Lokalisten als erste sehr energisch dagegen vorgegangen, haben drei Tage lang Vorträge halten.( Hört! hört!) Ich habe schon am ersten Ver- darüber diskutiert und schließlich mit überwältigender Mehrheit eine Rehandlungstage die Art und Weise kritisiert, wie der sich als Sozial- solution angenommen, die die anarchosozialistischen Bestrebungen auf demokrat hinstellende Maurer Gehl unsere Partei in ziemlich das entschiedenste verurteilt.( hört! hört!) Also wir haben den täppischer und einfältiger Weise heruntergerissen hat, so daß die Anarchosozialisten so entschieden die Tür gewiesen, wie man das nur Wenn man aber einen moralischen Ausschlußantrag „ Tremonia", das Zentrumsorgan, ihre helle Freude daran tun kann. hatte, und der Bericht in der„ Einigkeit" stimmt beinahe annimmt für alle Lokalisten, so müßten alle diese Lokalisten überein in Schimpfereien über die Sozialdemokratie mit als Organisation fich für die neue Parteibildung des Anarchodem, was christliche und Hirsch- Dunckersche Blätter damals sozialismus erklärt haben. Das liegt nicht vor. Gegen einzelne schrieben.( Hört! hört!) Den Zentralverbänden wirft man ihre Personen wie Kleinlein würde auch ich einen Ausschlußantrag für Neutralität bor, Gehl aber hat selbst erklärt, daß die lokalistischen gerechtfertigt halten, falls er noch Parteigenoffe ist. Aber im übrigen Gewerkschaften von jeder Partei unabhängig sein müßten, das heißt würde es vollkommen den Traditionen der Partei und der Gerechtig nichts anderes, als daß die Lokalisten mit der Sozialdomokratie feit widersprechen, wenn wir einen moralischen Ausschlußantrag für nichts zu tun haben wollten, sondern ihre anarchistischen Tendenzen alle diese Leute annehmen. Deshalb möchte ich bitten, nur den Anin die Arbeiter hineintragen wollten. Auf der letzten Versammlung trag auf Tagesordnung anzunehmen. Sollten Sie den Vorstandsdes Berliner Gewerkschaftskartells erklärt Kluge: Bei uns find antrag annehmen, dann jedenfalls mit dem Amendement Dunder, Revisionisten, Radikalisten und Anarchisten vertreten. Die letteren daß den Lokalisten bei ihrem Uebertritt in die Zentralverbände überwuchern aber bald.( Hört, hört 1) Wir müssen jetzt unter allen keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt werden.( Bravo.) Umständen tabula rasa mit den Leuten machen!" Wir appellierten in den letzten Tagen an das Gefühl der Zentralverbände; jegt wollen wir an das Ehrgefühl der Lokalisten appellieren. Diejenigen, die es ehrlich mit der Sozialdemokratie meinen, mögen zu uns herüber kommen und die anderen, die es nicht sind, die sollen bleiben wo der Pfeffer wächst.( Lebhafter Beifall.) Körsten: Knieriem- München: Schluß 12 Uhr. Nachmittagsfitung. 21 Uhr. Den Vorsitz führt Dreesbach. Der Parteitag tritt in die Beratung von Punkt 6 der Tagesordnung: Maifeier. Richard Fischer als Referent legt dem Parteitage erneut die schon in Jena angenommene Resolution vor. Dieselbe lautet: Die Maifeier ist eine zur Unterstützung der Klassenforderungen und des Klassenkampfes des Proletariats sowie zur Förderung des Weltfriedens von den internationalen Arbeiterkongressen beschloffene Demonstration, deren wirksame und würdige Gestaltung gemeinſanie Aufgabe aller politisch und gewerkschaftlich organi fierten Arbeiter ist. Als solche Klassendemonstration wird sie vom Unternehmertum und den bürgerlichen Regierungen bekämpft, aber dieser Widerstand kann für die Arbeiterklasse kein Anlaß sein, von der Durchführung der Maifeier abzusehen. In Uebereinstimmung mit den internationalen Arbeiterkongressen von Paris 1889, Brüssel 1891, Zürich 1893, London 1896, Paris 1900 un Amsterdam 1904 betrachtet die deutsche Sozialdemokratie die allgemeine Arbeitsruhe als die würdigste Form der Feier. Der Parteitag macht es daher den Arbeitern und Arbeiterorganisationen zur Pflicht, neben den anderen Kundgebungen für die allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten und überall da, wo die Möglichkeit der Arbeitsruhe vorhanden ist, die Arbeit ruhen zu lassen. Durch die Annahme der Resolution Bebel- Legien hat die Arbeiterbewegung Deutschlands einen mächtigen und erfreulichen Schritt zum Zusammenschluß der beiden Kampfesorganisationen gemacht. Wir dürfen aber dabei nicht stehen bleiben, sondern müssen Auf diesen Punkt der Tagesordnung beziehen sich auch die nachsuchen, daß die Abtrennungsbestrebungen der Anarchosozialisten und folgenden Anträge, die alle genügend unterstützt sind und als Lokalisten nicht gefördert, sondern gehindert werden.( Sehr richtig!) Amendements zu der Resolution Fischer gelten: 52. Bielefeld Wiedenbrück: Der auf dem Parteitage Genosse Zubeit hat sich wieder einmal geirrt. Was er hier Es ist nahezu unglaublich, daß es noch immer Leute gibt, die fich behauptet hat, liegt lange zurück. Tischendorfer ist vor drei durch die Angriffe der Lokalisten auf die Unterstützungseinrichtungen in Jena zur Frage der Maifeier beschlossenen Resolution folgendes Jahren von seiner Organisation nicht mehr wieder gewählt worden der Zentralverbände beeinflussen lassen. Auch den Parlamentarismus hinzuzufügen: In Erwägung jedoch, daß im wirtschaftlichen Kampfe die geund sigt nicht in der Berliner Gewerkschaftskommission.( Hört! hört!) wollen die Lokalisten nicht. Kater hat selbst gesagt, daß die Leute In der Nummer 44 der„ Einigkeit" vom Jahre 1903 hieß es:" Zur die Zeit für den Parlamentarismus und das Geld für die Zentral- werkschaftlichen Organisationen die Verantwortung nur allein zu tragen A 9 ihrerseits eine Volfserziehung auf Grundlage der Naturwissens schaften in die Wege zu leiten, um den Massen den Erwerb einer geflärten Weltanschauung zu ermöglichen. Die Organisation Sieses Unterrichts hat auf einheitlicher Grundlage für ganz Deutschland von der Partei als solcher zu geschehen. b) Zweds Propaganda unter der proletarischen Jugend ist der Parteivorstand zu beauftragen, die Jugendbeilage der„ Gleichheit“ sämtlichen Parteiblättern beizugeben und sie nach Bedarf zu erweitern. e) Resolution: Der Parteitag begrüßt mit Freuden die aus der Jugend selbst heraus gewachsenen Bestrebungen, die proletarische Jugend in einer Organisation zusammenzuschließen, welche geeignet ist, die wirtschaftliche Lage der Arbeiterjugend zu heben, das Solidaritätsgefühl in den jungen Herzen zu wecken, die geistige Weiterbildung zu fördern. Er betrachtet die freie Jugendorganisation als Glied der modernen Arbeiterbewegung, welches die weitgehendste Unterstützung der erwachsenen Arbeiter fordert. Der Parteitag sagt aus diesem Grunde derselben seine vollste moralische und materielle Unterſtügung zu. and dafür zu sorgen haben, daß sie stets kampfbereit dem Unternehmer-| Antrag 55 ist ebenso selbstverständlich wie der Antrag 53. Der Antrag 55 tum gegenüberstehen, und der Kampf um die Arbeitsruhe am 1. Mai spricht die Erwartung aus, daß der Parteitag zum Auswiederum nur durch starke gewerkschaftlicheOrganisationen mit dauerndem druck bringt, daß die Sozialdemokratie an der durch Erfolg geführt werden kann, es ferner in der Natur der Sache liegt, den internationalen Arbeiterkongreß zu Paris 1889 beschlossenen daß dieser Kampf leicht zu weiteren Komplikationen mit dem Unter- Form der Maifeier festhält und energisch Propaganda für die nehmertum führen kann, und endlich der Erfolg des Kampfes um Maifeier zu machen hat. Das haben wir getan, indem wir in Jena die Arbeitsruhe am 1. Mai von der jeweiligen wirtschaftlichen Kon- die Resolution faßten, die ich ihnen heute abermals unterbreite. Zu junktur( eines oder mehrerer Berufe, eines Drtes oder ganzer In- dem, was der zweite Teil des Antrags fordert, liegt gar kein Anlaß buftriezentren) und der damit verbundenen Schlagfertigkeit der ge- vor. Der Jenaer Beschluß hat alle Gegeneinwendungen beseitigt. werkschaftlichen Organisationen abhängt, erachtet es der Parteitag Es hat sich dabei auch nicht um Bestrebungen gehandelt, sondern um als eine Pflicht der gewerkschaftlich organisierten Parteigenossen, die Auffassung eines einzelnen Genossen und es ist nicht Aufgabe fich den von den maßgebenden Instanzen der gewerkschaftlichen Dr des Parteitages, über eine persönliche Auffassung zu entscheiden, ein ganisationen in bezug auf die Arbeitsruhe am 1. Mai gefaßten Be- Jahr nachdem ein Parteitag dazu Stellung genommen hat.( Sehr fchlüffen unterzuordnen. richtig). Den Antrag 57 endlich halte ich gleichfalls für selbstver= Ebensowenig wie durch die direkte Aktion ohne entsprechende ständlich. Die Sache ist zu kleinlich, als daß ein Parteitag erst Machtstellung des klassenbewußten Proletariats in der Organisation darüber Beschluß zu fassen braucht. Wir würden der Partei damit der Achtstundentag erobert werden kann, ebensowenig ist es möglich, geradezu ein Armutszeugnis ausstellen. Ich bitte Sie also, unter bie Arbeitsruhe am 1. Mai durch planloses Einstellen der Ablehnung aller Amendements den Beschluß von Jena zu wiederArbeit an diesem Tage diese selbst der Verwirklichung näher zu holen.( Lebhafter Beifall). bringen. Wie es eine geschichtliche Tatsache ist, daß planlose Putsche der Unterdrückten nur die Machtposition derselben schwächen und die ber Unterdrüder stärken, ebenso tann die planlose, die vorhandenen Machtfattoren nicht abwägende Einstellung der Arbeit am 1. Mai Die Anregung zu dem Antrag 52 kam nicht von einem fehr leicht zur Erschütterung der eroberten Machtstellung des or Gewerkschaftsbeamten, sondern von einem Genossen, der sich in ganisierten Broletariats führen, zum Vorteil der Kapitalistenklasse. Hervorragender Stellung in der Partei befindet. Ob die Möglichkeit Nur durch tiefgreifende Organisation der Arbeiterklasse und eingehende zur Durchführung der Arbeitsruhe am 1. Mai vorhanden ist, darüber Schulung derselben im Stampfe ist es möglich, allen politischen kann nicht die politische Organisation entscheiden, sondern nur wie gewerkschaftlichen Forderungen, und damit auch der Arbeitsruhe die Gewerkschaften. Nicht aus finanziellen Gründen haben wir am 1. Mai Geltung zu verschaffen. den Antrag gestellt, sondern um unsere Kollegen nicht in Der einen Gewissenskonflikt hineinzutreiben. Daß es an Ents schlossenheit zu kämpfen für die Arbeitsruhe am 1. Mai bei den Gewerkschaftsmitgliedern fehlt, tann wohl niemand sagen, aber die Hauptsache ist und bleibt doch die Organisation in gewerkstügung. schaftlicher und politischer Hinsicht. Vor umbesonnenen Putschen muß ganz entschieden gewarnt werden. 53. 17. fächsischer Reichstagswahlkreis. Parteitag wolle beschließen, den Parteivorstand zu beauftragen, sich mit der Generalfommission der Gewerkschaften in Verbindung zu sezen, um Mittel und Wege zu finden, der Maifeier mehr als bisher den Charakter zu verleihen, der ihrer würdig ist. 54. Teltow Beeskow Storkow Charlotten burg: a) Der Parteitag möge den Parteivorstand beauftragen, sich mit der Generalfommission der Gewerkschaften ins Einvernehmen zu fegen über die Art der Maifeierbeschlüsse, damit Differenzen, wie in diesem Jahre beim Metallarbeiterverband vermieden werden, um die Maifeier der Zukunft einheitlicher und machtvoller gestalten zu Der Parteitag verpflichtet die örtlichen Wahlvereinsvorstände, zwecks Durchführung und Regelung der Arbeitsruhe am 1. Mai mit den örtlichen Gewerkschaftskommissionen rechtzeitig in Verbindung zu treten. fönnen. b) c) Diejenigen Genossen, welche am 1. Mai troß eines regelrecht gefaßten Gewerkschaftsbeschlusses arbeiten, sind auf Antrag aus der Partei auszuschließen. 55. Hanau: Der Parteivorstand wird beauftragt, zwecks Durchführung und Regelung der Arbeitsruhe am 1. Mai mit der Generalfommission der Gewerkschaften rechtzeitig in Verbindung zu treten. 56. Nieder- Barnim: Die Versammlung erwartet, daß der Parteitag bei Punkt 4 der Tagesordnung zum Ausdrud bringt, daß die deutsche Sozialdemokratie an der durch den internationalen Arbeiterkongreß 1889 zu Paris beschlossenen Form der Maifeier festhält und energisch Propaganda für die Maifeier zu machen hat. Ferner soll jeder Parteigenosse verpflichtet sein, solchen Bestrebungen, wie sie in dem Antrage( 51a) des Genossen Robert Schmidt auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß gekennzeichnet sind, auf das entschiedenste entgegenzutreten. 57. Stuttgart: Alle redegewandten Parteigenossen haben sich zur Maifeier der Partei und den Gewerkschaften als Referenten unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. 131. Rassel- Melsungen: Versammlung beantragt folgenden Zusatz zur Maifeier: Veranstaltungen, die den Charakter der offiziellen Maifeier tragen, dürfen nach dem ersten Sonntag im Mai nicht mehr stattfinden. Berichterstatter Richard Fischer: Als wir im vorigen Jahre in Jena die Frage der Maifeier beprachen, da standen wir unter dem Eindruck, daß zwischen Partei und Gewerkschaften über die Form der Maifeier und ihren Charakter Meinungsverschiedenheiten obwalteten. Wir haben deshalb auch in Jena nach einem ausführlichen Referat eine längere Diskussion gehabt. Dies Jahr, glaube ich, liegt zu längeren Ausführungen fein Anlaß vor. Soweit Meinungsverschiedenheiten vorhanden waren, find sie durch die Jenaer Resolution, die ja einstimmig ans Die Diskussion wird eröffnet. Severing- Bielefeld: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Das Schlußwort Richard Fischer- Berlin: erhält Die Partei hat niemals beansprucht, daß diese Frage von der politischen Organisation entschieden werde, sondern sie hat das den Gewerkschaften überlassen und deshalb sind alle Schlußfolgerungen des Vorredners hinfällig. Ich kann nur wiederholen: Nehmen Sie einstimmig die Vorschläge meiner Resolution an und überlassen Sie es dem Internationalen Kongreß, das weitere zu beschließen.( Lebhafter Beifall.) Die Abstimmung ergibt die unveränderte Annahme der Resolution 159. Es folgt Punkt 7 der Tagesordnung: Sozialdemokratie und Voltserziehung. Von hierzu neben den Leitfäßen der Referenten vorliegenden Anträgen werden die folgenden genügend unterstützt: 81. Stuttgart: Der Parteitag verpflichtet die Kreisorganisationen, soweit es im Rahmen der Landesgesetzgebung möglich ist, durch Gründung von Jugendorganisationen für Schuß und Aufklärung der arbeitenden Jugend zu sorgen. 84. GIberfeld Barmen: Die Buchhandlung Vorwärts wird beauftragt, recht bald eine wöchentlich erscheinende Jugendzeitung ins Leben zu rufen. Dieselbe soll zum denkbar billigsten Preise abgegeben werden. 85. Birna: Der Parteitag wolle beschließen, der Parteis vorstand wird beauftragt, eine Jugendschrift herauszugeben, welche den zu Ostern aus der Schule entlassenen Kindern unentgeltlich überreicht werden kann. Die Anträge 78, 82 und 88 finden keine ausreichende UnterReferent H. Schulz- Bremen: die Arbeit so geteilt, daß mir die Schul- und Erziehungsfrage im Wir beiden Referenten, Genoffin Zetkin und ich, haben uns in engeren Sinne fachtechnischen Sinne zugefallen ist, während Genoffin Zetkin die Anwendung unserer pädagogischen Grundsäge auf das proletarische Elternhaus und auf die Selbsterziehung, ferner die politischen Aufgaben der Partei in bezug auf die Bildung und theoretische Festigung den Genossen darzustellen übernommen hat. Die Leitfäden meiner Ausführungen bilden deshalb die ersten drei der ihnen vorliegenden Leitfäße. Genossin Zetkin wird hernach die übrigen drei Leitfäße begründen. Zum erstenmal beschäftigt sich ein Parteitag der deutschen Sozialdemokratie mit der Erziehungsfrage. Wohl ist auf früheren Parteitagen gelegentlich über eine oder die andere Unterfrage pädagogischer Art gesprochen worden; wohl ist in den programmatischen Debatten in Erfurt und Halle die Schule gestreift worden, aber selbst hier nur recht flüchtig. So beschränkte sich Liebknecht 1890 in Salle auf die lakonische Bemerkung: Die allgemeine gleiche Voltserziehung durch den Staat ist selbstverständlich, ebenso der unentgeltliche Unterricht in allen 152. Die in 3iffer II. im Eingang des zweiten Abfazes Bildungsanstalten." In Erfurt 1891 ging Liebknecht zwar etwas stehenden Worte: da er aus diesem Grunde den Gegensatz weiter auf die im praktischen Teile des dort beschlossenen Programms zwischen Handarbeit und Kopfarbeit, zwischen Praxis und Theorie entfalteten Schulforderungen ein, begnügte sich aber auch hier aufhebt," sind zu streichen. mit einem furz gehaltenen Kommentar der Forderungen der David, unterstützt durch 21 Genossen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts in den öffentlichen Volksschulen, der 153. Der erste Absatz von Ziffer V. ist zu streichen. Verpflegung und des Aufrückens in höhere Schulen. Grundsätzliches Danach ist der Eingang des folgenden Absages wie folgt zu zur Erziehungsfrage sagte er nicht. Auch bei den späteren gelegentfassen:„ Der Sozialdemokratie erwächst die Aufgabe", usw. lichen furzen Debatten, die sich meistens um Anträge zum Parteitag, David, unterstützt durch 21 Genossen. besonders um die stetig wiederkehrenden Wünsche nach Beschaffung 154. In der dritten These, letzter Absatz, ist vor dem letzten einer sozialistischen Kinderliteratur drehten, kam man faum über Satz einzufügen: einige mehr oder weniger wichtige oder unwichtige Nebendinge Aufhebung des Lehrerinnen- Zölibats. hinaus. Wesentlich besser sind die mannigfachen Schulangelegenheiten auf den zahlreichen Landeskonferenzen und Zusammenfünften von Gemeindevertretern, die in den letzten Jahren in zunehmendem Maße Zu den Leitfäßen über: Voltserziehung und Sozialdemokratie: stattgefunden haben, darangekommen. Weil die Schule in Deutsch1. Unter Ziffer 1 im Absatz 3 den zweiten Satz dahin zu land Landessache, nicht Reichssache ist, sind die parteigenössischen ändern: Eine planmäßige Hebung der Volksschule scheitert, ob- Abgeordneten in den Einzelparlamenten vor die Aufgabe gestellt, wohl sie im Interesse der sozialen Entwickelung liegt, zunächst sich mit den Schulangelegenheiten zu befassen und sie aus diesem daran, daß die Arbeiterkinder in einem Maße, das mit den Rück Grunde auch auf ihren Landesparteitagen zur Sprache zu bringen. fichten auf die Voltserziehung nicht zu vereinbaren ist, zur Er- Aehnlich liegen die Verhältnisse bezüglich der Gemeinevertreter. Die werbsarbeit herangezogen werden. Außerdem fehlen der Aktionsprogramme unserer Parteigenossen in einzelnen Bundesstaaten herrschenden Klasse infolge der stetig wachsenden Ausgaben für enthalten deshalb auch weit mehr einzelne Forderungen in bezug Militär, Marine und Kolonialpolitit die nötigen Geldmittel zur auf die Schule nach dem Erfurter Programm. Aber auch bei planmäßigen Hebung der Volksschule. diesen Debatten und den daraus entstandenen Programmen Lily Braun, unterstützt durch 26 Genossen. 73. Genosse Hoch- Hanau: genommen wurde, beseitigt. Dazu kommt, daß die Gewerkschaften ziehung unter Ziffer 3 zwischen Absatz 5 und 6 folgenden Abjat vertreter haben es in der Hauptfache mit den praktischen Schuljeit einer Reihe von Jahren auf dem Standpunkte standen, den sie auch in Jena betonten, sich in der Maifeierfrage solange bedingungs los den Beschlüssen der Partei zu unterwerfen, bis eventuell ein nächster internationaler Kongreß zu einer neuen Form definitiv Stellung genommen hat. Die Gewerkschaften werden, nach ihren bisherigen Absichten zu schließen, auf dem nächsten internationalen Kongreß in Stuttgart diese Frage von neuem zur Beratung bringen. Da, wie gesagt, zwischen Partei und Gewerkschaften keine Meinungsverschiedenheiten obwalten, können wir uns dieses Jahr damit begnügen, daß wir die Jenaer Resolution unverändert wieder annehmen. Deshalb glaube ich von einer besonderen Begründung absehen zu fönnen. Die vorliegenden Amendements bitte ich sämtlich abzulehnen. Der Antrag 52 besagt zwar, man solle nur der Jenaer Resolution bestimmte Säße zufügen; aber diese Säge stehen in einem Gegensatz zu der Jenaer Resolution.( Sehr richtig!) Das wäre das gleiche, als wenn man einem Glas Zuckerwasser eine Portion Effig hinzufügen und dann sagen wollte: das ist auch noch Zuckerwasser.( Heiterkeit.) Der Antrag würde geradezu den alten Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft hervorrufen. Wenn es in dem Antrage heißt: die Gewerkschaften allein haben die Verantwortung zu tragen, so stimmt das nicht. In Jena hat die Partei sich bereit erklärt, eventuell für die durch die Durchführung der Arbeitsruhe am 1. Mai entstehenden Kosten mit aufzukommen, und wir haben es ja in diesem Jahre gesehen, daß da, wo die Ge werkschaften aus eigener Kraft nicht imitande waren, die Opfer der Maifeier zu tragen und sich an die Parteikasse wandten, allen diesen Gesuchen ohne Einschränkung Rechnung getragen ist. Berlin z. B. hat 100 000 m., Hamburg 6000 M. für die Opfer der Maifeier aus der Parteikasse hergegeben. Der Antrag ist auch deshalb unannehmbar, weil er einen Unterschied macht zwischen den gewerkschaftlich und den politisch organisierten Genossen. Bisher suchten wir immer eine gegenseitige Vereinbarung herbeizuführen; jetzt soll ausgesprochen werden, daß allein die gewerkschaftlichen Organisationen über die Form zu befinden haben und daß die getverk schaftlich organisierten Parteigenossen fich dem fügen müssen. Wie aber, wenn givei verschiedene Beschlüsse vorliegen? Man braucht nur diese Frage aufzuwerfen, um einzusehen, daß man den Antrag ablehnen muß. Wenn weiter darin die Rede ist von planlosen Butschen usw., so geht man darüber am besten zur Tagesordnung über.( Sehr richtig!) Den Antrag 53 halte ich für so felbstverständlich, daß es geradezu als Beleidigung aufgefaßt werden muß, wenn man verlangt, daß Parteivorstand und Generalkommission sich sozusagen noch in Unkosten stürzen sollen, um der Maifeier einen würdigeren Charakter zu verleihen. Auch der Antrag 54 muß furzer gand abgelehnt werden. Die Differenzen im Metallarbeiterverband in Berlin find Sache der Berliner; der Parteitag hat sich damit nicht zu befassen. Ueber Punkt b haben wir schon bei dem vorhergehenden Punkte entsprechende Diskussionen gepflogen und Punft c wirft ganz verschiedene Dinge durcheinander. Was die Gewerkschaften mit den Mitgliedern machen sollen, die ihren Beschlüssen nicht Folge Leisten, ist Sache der Gewerkschaften und nicht der Partei. In erster Linie müssen die Gewerkschaften dafür sorgen, daß Disziplin in ihren Reihen herrscht und glauben sie dazu der Unterstützung der Partei zu bedürfen, so muß man von Fall zu Fall entscheiden. Aber wir können nicht beschließen, daß jemand, der einen Beschluß seiner Gewerkschaft nicht refpeftiert, aus der Partei ausgeschlossen werden muß. Denn dadurch würden wir ja die Gewerkschaft als eine Instanz hinstellen, die über der Partei steht.( Sehr richtig!) Der II. Unter Ziffer 1 im Absay 3 den letzten Satz zu streichen. ist man felten bis auf den grundsätzlichen, sozialistischen Kern III. Unter Ziffer 3 dem Absatz 2 zuzufügen: unter Heran- der Erziehungsfrage gedrungen, wie das übrigens in der Natur der des Reiches zur Deckung der Kosten. Sache liegt! Die Landtagsabgeordneten und noch mehr die Gemeindes IV. einzuschalten: Verbot jeder Erwerbsarbeit schulpflichtiger Kinder, angelegenheiten zu tun. Wohl können sie gelegentlich in Anknüpfung Kontrolle und Einschränkung der Kinderarbeit im Haushalte der an den Religionsunterricht eine grundsägliche Debatte über diese Seile des Schullebens herbeiführen, aber in der Hauptsache beherrschen prakEltern unter Mitwirkung der Schule. V. Unter Ziffer 3 zwischen Absatz 6 und 7 folgenden tische und äußere Schulfragen, Schulbauten, Utensilien, Klassenfrequenz, Absatz einzuschalten: Aufsicht der Fortbildungsschule über Lehrerbesoldung und ähnliche Dinge die Debatte bei der Beratung die Beschäftigung der Schüler in den Fabriken, Werk des Schuletats. In solchen Fragen haben sich zahlreiche sozialdemo stätten usw., Pflicht der Arbeitgeber, der Fortbildungsschule die kratische Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete im Laufe der Zeit verlangten Mitteilungen über die Beschäftigung der Arbeiter unter und bei dem lebhaften Interesse der Sozialdemokraten für alle Schul18 Jahren zu machen. Einspruchsrecht der Fortbildungsschule angelegenheiten, eine hervorragende Sachkenntnis angeeignet, die mit gegen eine solche Beschäftigung der jungen Arbeiter, welche deren Freuden zu begrüßen ist, und für deren Förderung und AusFortschritte in ihrer Ausbildung nicht entspricht. Recht der breitung wir nach wie vor bestrebt sein müssen. Aber als GegenEltern zur sofortigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses in dem gewicht und auch zugleich als Nichtschnur für diese Fälle Fall, daß der Arbeitgeber nicht sofort auf Anweisung der praktischer Detailarbeit, ist es je länger je mehr zur dringenden Fortbildungsschule den jungen Arbeiter so beschäftigt, wie Notwendigkeit geworden, wieder einmal bis auf den Grund des Eres mit Rücksicht auf seine Ausbildung notwendig ist. ziehungsproblems vom Standpunkte des wissenschaftlichen Sozialismus VI. Unter giffer 3 nach dem vierten Saße einzuschalten: aus zu steigen. Wieder einmal! Denn es hat schon sozialistische Dieser Aufforderung werden die Eltern um so besser nachkommen Kongresse gegeben, auf denen die prinzipielle Seite der Erziehungskönnen, je günstigere Arbeits- und Lebensverhältnisse sich die frage mit einer so instruktiven Sicherheit und mit einer durchArbeiter dank der Erstartung ihrer gewertschaftlichen und politischen bringenden theoretischen Klarheit dargelegt worden ist, daß man Organisationen erringen, je weniger sie auf das Mitverdienen heute darüber erstaunen muß und nicht umhin kann, sich darauf zu ihrer Kinder angewiesen sind, je gründlicher sie ihre eigene Aus- stützen, sofern man das Erziehungsproblem mit den Mitteln des bildung betreiben, je mehr Zeit ihnen für die Erziehung ihrer historischen Materialismus erfassen will. Ich denke hierbei Kinder bleibt. nicht an den internationalen Sozialistentongreß in London im 74. Hannover Stadt: In Erwägung, daß mit dem Jahre 1896, wo auch über die Erziehung und über die Wachstum der Partei die theoretische Ausbildung der Partei- törperliche Entwickelung gesprochen und beschlossen genoffen nicht gleichen Schritt gehalten hat, dem Bildungsbedürfnis worden ist, aber weniger vom grundsätzlich sozialistischen, Ser Parteigenossen aber mehr entgegengekommen werden muß, be- als vom sozialpolitischen Standpunkt aus. Die Kongresse, die ich schließt der Parteitag: im Auge habe, liegen viel weiter zurück. Es sind die ersten 0 wurde 1. Den Landes- und Provinzialorganisationen ist zu empfehlen, sozialistischen Kongresse überhaupt. Die Kongresse der internatio zur Ausbildung von Agitatoren Unterrichtskurse einzurichten, nalen Arbeiterassoziation, die vom Jahre 1866 an mehrere Jahre welche zugleich als Vorschule zu der vom Parteivorstand zu er- hintereinander stattfanden. Damals, als noch die internationale richtenden Bildungsschule zu gelten haben. Arbeiterassoziation das organisatorische wie geistige Zentrum des 2. Den örtlichen Organisationen ist zu empfehlen, mehr wie jugendlich- tatendurstigen Sozialismus bildete mit Warg als dem bisher für das elementare Wissen der Genossen Sorge zu tragen. eigentlichen Kopf der Bewegung, damals haben sich die Arbeiter mit 75. Brandenburg a. H.: Der Parteitag beauftragt den großem Eifer und mit großer Lebhaftigkeit mit den theoretischen auf Grund der Leitsätze zum Thema:" Voltserziehung und Sozial- Fragen der Jugenderziehung beschäftigt. Schon auf dem ersten demokratie" eventuell zu wählenden Bildungsausschuß mit der Kongreß in Genf 1866 bildete der Punkt:„ Die Arbeit von Frauen Zusammenstellung eines Verzeichnisses guter Jugendschriften. Der und Kindern" einen Hauptteil der Verhandlungen. Und ganz im Sinne der Bildungsausschuß hat die Grundsäge, die für seine literarische, Marrschen Anschauungen über den Zusammenhang auch der Erziehungskünstlerische und wissenschaftliche Wertung von Büchern usiv. frage mit den ökonomischen Faktoren der betreffenden Zeit wurde diese besonders für die Jugend maßgebend fein sollen, scheinbar ökonomische Frage so zum Anlaß sowohl einer scharfen möglichst bald zu formulieren in der Parteipresse Stritit des herrschenden Schulsystems als auch einer flareren und zur Diskussion zu stellen. Das Verzeichnis ist, mit einer Formulierung des sozialistischen Schulideals. Man hat sich auf den entsprechenden kurzen Einleitung versehen, im Parteiverlag heraus- beiden nachfolgenden Kongressen in Lausanne 1867 und Brüssel 1868 zugeben. Den Parteiblättern wird zur Pflicht gemacht, dieses wiederum mit der Erziehungsfrage beschäftigt. Doch ist man auf Jugendschriftenverzeichnis, das fortlaufend zu erweitern ist, ihren die grundsäßliche Höhe der Genfer Entschließung, deren Text Abonnenten alljährlich im Oktober als Beilage zu liefern. zweifellos von Marg stammte, nicht wieder gelangt. Ich will jetzt 77. Redlinghausen. Die Partei richtet mehr als auf diese Beschlüsse in ihrem sachlichen Inhalt nicht eingehen; das bisher ihr Augenmerk auf die Jugenderziehung. Dort, wo es soll in einem späteren Abschnitte meiner Ausführungen geschehen. irgend möglich ist, sind Jugendorganisationen zu errichten. Letztere Es kam mir vorläufig nur auf die Konstatierung des nicht sollen bemüht sein, auf allen Gebieten des Wissens nachzuholen, uninteressanten Gegensazes an, daß die Partei in früheren was die Volksschule vernachlässigt hat, und die Jugend mit Jahren, als sie an Zahl noch klein und sich die sozialistischem Geiste zu erfüllen. praktische Mitarbeit in den Parlamenten noch nicht erzwungen hatte, 80. Teltow Beestow Storkow Charlotten- um fo eifriger in der Diskutierung unserer theoretischen burg: Grundsäge war, während in späteren Zeiten mit dem WachsP war a) Der Parteitag möge beschließen: Nach dem Attentat auf tum der praktischen Kleinarbeit die theoretische Diskussion in den die Boltsschule ist es Pflicht der Sozialdemokratie geworden, Hintergrund gedrängt worden ist. Aber wie ganz allgemein in der Bartei neuerdings ein höchst erfreuliches Wiederbesinnen auf den geführt, es soll auf Erden brauchbar und glücklich sein und im sund Stände fich danach richtet, was und wie produziert und fördernden Wert theoretischer Klarheit gerade auch für das Vielerlei Himmel selig werden. Man erkennt sehr leicht den großen Fort- wie das Produkt ausgetauscht wird. Hierin sind die letzten der praktischen Kleinarbeit plaggegriffen hat, so ist auch für jedwede schritt, den mit Comenius die pädagogische Theorie gemacht hat. Ursachen aller gesellschaftlichen Veränderungen und politischen praktische Tätigkeit auf den Gebiete der Erziehung, sei es der Klein- Es liegt nahe- ich muß aber leider in diesem Zusammenhange Umwälzungen zu suchen, nicht in den Köpfen der Menschen, in findererziehung, sei es der Schulerziehung, sei es der Erziehung im davon absehen, näher darauf einzugehen die Beziehungen ihrer zunehmenden Einsicht in die ewige Wahrheit und Gerechtigkeit, schulentwachsenen Alter, sei es schließlich der Selbsterziehung, die Comenius' zum Kommunismus der böhmischen Brüder nachzuweisen sondern in Veränderungen der Produktions- und Austauschweiſe. Kenntnis der durch den wissenschaftlichen Sozialismus geschaffenen und daraus wenn auch in christlich- mythischer Verbrämung Sie sind zu suchen nicht in der Philosophie, sondern in der Dekonomie Grundlagen und Wegweiser von größter Bedeutung. Die praktische seiner Zeit seine hochfliegenden erzieherischen Ideale abzuleiten. der betreffenden Epoche. Darum sind auch die Mittel zur Bes Beschäftigung der Parteigenossen und Genofsinnen mit den Erziehungs- Rousseau predigte die Rückkehr zur Natur. Wenn der Zögling aus feitigung entdeckter Mißstände und zur Hebung der menschlichen aufgaben ist aber in den letzten Jahren erheblich gewachsen, und seiner Hand geht, wird er weder Ratsperson noch Soldat, noch Gesellschaft nicht etwa aus dem Kopf zu erfinden, sondern verfie wird in den nächsten Jahren noch außerordentlich zunehmen. Priester sein, er wird zuerst Mensch sein. Die natürliche Erziehung mittelst des Kopfes in den verliegenden materiellen Tatsachen der Das wird zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß eine neue muß den Menschen für alle Verhältnisse geeignet machen. Aehnlicher Produktion zu entdecken. Wir haben also nicht spekulativ nach einem Generation von sozialdemokratischen Eltern herangewachsen ist, die Art waren die pädagogischen Ziele der deutschen Aufklärer, die sich Ziel der Erziehung auszuschauen, sondern wir müssen die Tatsachen ihren Kindern die an ihnen selbstgemachten Erfahrungen zu gute an Rousseau anlehnten, insbesondere der Philanthropisten. Basedow des ökonomischen Lebens zu begreifen und aus ihnen sowohl die kommen lassen wollen. Wer als Kind eines Nichtsozialdemokraten lud zu seinem Philanthropium in einem Aufruf( 1770) ein, in dem gegenwärtigen als auch die zukünftigen Wege der Erziehung zu herangewachsen ist, wird das Bedürfnis haben, seinen Kindern die es hieß: Der Zweck der Erziehung muß sein, einen Europäer zu erkennen suchen. Aus dem zeitlich begrenzten ökonomischen biele Mühe zu ersparen, die er selbst dran setzen mußte, um sich bilden, dessen Leben so unschädlich, so gemeinnützig, so zu Biel ergibt sich auch in entsprechender Ableitung das gegen den Willen seiner Eltern zum Sozialdemokraten durchzuringen. frieden sein möge, als es durch die Erziehung veranstaltet pädagogische Ziel, die Klassenerziehung der Vergangenheit. Diese Wer schon sozialdemokratische Eltern gehabt hat, wird trozdem auf werden fann." Das philosophische Ziel, dem auch das materialistische Betrachtung macht auch erklärlich, warum wir in der manche trübe Erfahrung zurückblicken, die er seinen eigenen Kindern pädagogische entsprechen sollte, war das Streben nach Glückseligkeit. menschlichen Geschichte bisher noch nie, allen Philosophen zum Trozz, ersparen möchte. Oder aber, wenn er mit Freude auf seine weit über sie hinaus ragt Pestalozzi, der nicht nur die natürlichen eine allgemeine und gleiche Volkserziehung hatten. Die bisherige eigene Kindheit zurückblicken kann, wird er seinen Kindern Verhältnisse berücksichtigt wissen will, sondern der auch den Zu- gesellschaftliche Produktion hat sie noch niemals gefordert. Es lag die gleiche liebe Erinnerung möglich machen wollen. Doch wir wären fammenhang der Erziehung mit den sozialen Zuständen zu erkennen ein wirtschaftliches Bedürfnis für sie nicht vor. Um Theorien hat ungerecht, wenn wir nicht auch unserer lieben Freunde, unserer Feinde, beginnt. Er wollte die harmonische Ausbildung aller Kräfte und sich die wirtschaftliche Entwicklung bisher noch nie gefümmert, wenn in diesem Zusammenhang gedenken wollten. Auch die politischen Anlagen des Menschen und zwar sollte die Ausbildung der Mensch- diese Theorien nicht auf ihrem Wege lagen. In den Urzeiten der Reaktionäre, insbesondere die von den verbündeten tonservativen heit durch das Wesen ihrer Natur selber bestimmt werden. In ver- menschlichen Geschichte, als die Menschen in verschiedenen Formen Krautjunkern, freitonservativen Schlotbaronen und nationalliberalen standesmäßiger Nüchternheit formuliert Rant zu abstrakten philo- tommunistischer Gemeinschaft lebten, für die die geringe Produktivität Scharfmachern unter dem zwiefachen Segen der Gescheitelten und sophischen Begriffen, was Pestalozzi im Ueberschwang des Gefühls und in der Arbeit sie nötigte, gab es taum eine gesellschaftliche Erziehung. Geschorenen fiegreich vorgedrungene preußische Schulreaktion, haben glühender Begeisterung anstrebte. Kant schätzt die Erziehung fehr Soweit man von einer solchen reden konnte, muß fie kommunistischer ihr vollgerüttelt Maß Anteil an dem gesteigerten Interesse der Arbeiter- hoch, er wollte, daß die Kinder nicht nach bloßem Herfommen für Art gewesen sein, wie auch die Kinder in jenen vorgeschichtlichen schaft an den Schul- und Erziehungsfragen. Die Arbeiter haben den gegenwärtigen, sondern gemäß der Idee der Menschheit" für Zeiten in gewissem Sinne fommunistisches Eigentum waren. In den bisher noch zu vermeiden gesucht, den latenten Konflikt zwischen einen künftigen besseren Zustand der Gesellschaft erzogen werden. Beiten der alten Familienformen, über die Näheres bei Morgan Klaffenstaatlicher Volksschule und sozialdemokratischem Elternhaus zum Aber selbst Kant, der Gott aus seinem System durch die Haupttür Engels nachzulesen ist, herrschte ein gebundener Geschlechtsverkehr; offenen Ausbruch gelangen zu lassen. Bei dem großen Respekt der hinauskomplimentiert hatte, unt ihn durch die Hintertür wenn er sich allmählich verengte, so war doch mir die Mutter eines Arbeiter vor dem Wissen haben sie selbst in der heutigen unzulänglichen wieder einzuschmuggeln, fonnte fich nicht völlig von Kindes, nicht aber der Vater genau festzustellen. Ein Kind konnte und oft genug arbeiterfeindlichen Volksschule vieles passieren lassen, was der religiösen Tradition freimachen. So war er auch für einen also nicht, wie heute, von seinen Eltern erzogen werden, sondern höchstens sie auf Grund befierer Ueberzeugung lieber bekämpft hätten. Nachdem Religionsunterricht, wenn er ihm auch einen reinen Moralunterricht von der Mutter; wahrscheinlich aber wurde es durch die Gesamtheit aber die Schulreaktion ihre in Preußen unbeschränkte Macht zu einer voranstellen wollte. Kant ist für die wissenschaftliche Pädagogik, die erzogen, soweit in jener primitiven Zeit von Erziehung überhaupt standalösen Herabwürdigung der Volksschule noch unter ihr bis- eigentlich erst im vergangenen Jahrhundert geschaffen worden ist, die Rede sein konnte. Sie wird darin bestanden haben, daß die heriges niedriges Niveau ausgenügt hat, nachdem sie vor von großer Bedeutung geworden. Seine idealistische Ethit ist in der Knaben sich zu den Männern und die Mädchen sich zu den Frauen der Volksschule und den auf sie angewiesenen Volksschichten bürgerlichen Pädagogit noch heute fast unumstritten. Auch Herbart, hielten und durch die Nachahmung allmählich die Fertigkeit der Era nicht die geringste Achtung bekundet hat, δα verdiente der als der eigentliche Beginn der wissenschaftlichen Pädagogik be- wachienen zu erlangen suchten, denn es handelte sich damals um die Klassenbewußte Arbeiterschaft fürwahr die ihr widerfahrene trachtet wird, kommt nicht darüber hinaus. Er hat Kant höchstens, Fertigteiten, die durch Uebung der Hand oder des Körpers zu Schmach, wenn sie sich das widerstandslos gefallen ließe.„ Tu l'as wenn man will, ins Spießbürperliche übersetzt: Beiden kommt es erlangen waren. Geistige Bildung gab es noch nicht. Für sie voulu, Georges Dandin", so rufen wir der preußischen und der sich an auf die Bildung des sittlichen Willens. Dieser Wille muß, wie wurden erst die Bedingungen geschaffen, als die Menschheit den großen anderswo spreizenden Schulreaktion zu. Ihr habt es gewollt! Reiß, einer der bedeutendsten noch lebenden Theoretiker und Schritt aus der Zeit der Unkenntnis in die der Sklaverei getan Wohlan! Wir nehmen den Fehdehandschuh auf. Aber seid über- Herbartianer, es ausdrückt, der eigne Wille der Person sei hervor hatte. Es trat jetzt die Teilung der gefellschaftlich notwendigen Arbeit ein, zeugt, wir sehen auf euren einen Schelmen mindestens anderthalbe! gegangen unter der Einsicht in die absolut bindende Gültigkeit des fittlichen durch die den Massen die körperliche Arbeit zufiel, während die durch die Und so wollen wir auf diesem Parteitag denn den Anfang machen Gesetzes." Dieses Sittengesetz ist aber nach Kant über Raum und Entwickelung Bevorrechteten die Leitung dieser Arbeit, den Handel zu einer dauernden großen Aktion im Interesse unserer Jugend, so Beit erhaben, es ist absolut, für alle Zeiten gültig. Und darin und die Staatsgeschäfte besorgten. Diese bevorrechtete Klasse schuf wollen wir den Kampf mit den Mächten des Klassenstaat beginnen tommt auch der individualistische Grundcharakter der Kantschen auch für ihre Angehörigen die Möglichkeit, Kunst und Wissenschaft aus um den Besitz unserer Kinder. Das Kapital, das den Arbeitern das Philosophie wieder zum Durchbruch. Es stellt seine Forderungen ihrer Mitte heraus zu entwickeln. Hier beginnt die bis heute Mark aus den Knochen faugt und ihnen das Gehirn ausdörrt, das an den Einzelnen, nicht an die Gesellschaft. Wenn die menschliche währende unnatürliche Trennung von Theorie und Praxis, die auf ihnen jedes Familienglück vorenthält, das dem Mann die Frau, der Gesellschaft besser werden soll, so muß zunächst der Einzelne besser der einen Seite eine scheinbar um ihrer selbst willen vorhandenen Frau den Mann, den Kindern die Mutter, der Mutter die Kinder streitig werden. Zu diesem Zweck muß die Erziehung den Willen der Einzelnen Wissenschaft und Kunst schuf, während auf der anderen Seite die macht, dieses Kapital verfälscht und vergiftet von jeher in unerhörter bilden. Am schroffsten kommt die individualistische Grundtendenz törperliche Arbeit zu einer geistlosen, rohen, mühevollen Tätigkeit Vermessenheit die Denkiveise und das Gemüt der wehrlosen heran- der idealistischen Ethik Kants in ihrer Anwendung auf die Er- degradiert wurde; gut genug, nur von Sklaven und Lohnarbeitern wachsenden Generation der arbeitenden Klasse und es hat neuerdings ziehung zum Ausdruck bei Ziller, einem häufig mit Herbart zu vollführt zu werden. Borsorge getroffen, daß diese Verfälschung und Vergiftung in Bu- fammengenannten Pädagogen und Schüler Herbarts. Er sagt in Mit dieser Bildung von Klassen beginnt auch die Klassenfunft noch gründlicher und rücksichtsloser vor sich gehen kann. Dieser feiner Einleitung zur allgemeinen Pädagogik:" Wir denken nicht erziehung, und mit dem gleichzeitigen Aufkommen des Privateigen strupellosen Bersündigung der herrschenden Klasse an dem werdenden daran, den Zweck der Erziehung außerhalb des einzelnen zu suchen. tums und der damit zusammenhängenden Einnahme die FamilienGeschlecht gilt es entgegenzutreten. Dem Sozialismus und der Wir wollen diesen nicht benügen, um aus der Familie, aus dem erziehung. Aber die Klassenerziehung wie die Familienerziehung Jugend gehört die Zukunft. Je emfiger beide Hand in Hand arbeiten, Staat, aus der Menschheit etwas zu machen, um sie bestimmten gab es eigentlich nur bei der herrschenden Klasse, denn für die zu um so besser für die sozialistische Zukunft. Zielen entgegenzuführen. Die erziehende Tätigkeit muß in dem geistloser Teilarbeit zerlegte Sklavenarbeit bedurfte es keiner beDie erste Frage grundlegender Durchforschung des weiten Gebietes einzelnen ihren Ausgangspunkt, ihren Verlauf und ihr Ende haben. fonderen Vorbildung des Geistes; es genügte die mechanische Nach der Erziehung im herkömmlichen Sinne ist die Frage nach dem Ziel Eine Tätigkeit, die durch den einzelnen hindurch auf die ahmung, der in Notfällen die Peitsche zu Hülfe kam. Die Sklaven der Erziehung. Die Teleologie, die Lehre vom Zweck der Erziehung, Gesellschaft zu wirken sucht, ist feine erziehende. Dem Erzieher als bekamen ihre Arbeit zugewiesen. Ueber das Warum, Woher und bildet darum auch den ersten Hauptteil der wissenschaftlichen solchen geht gar nichts an als die Bildung, die der einzelne in sich wohin hatten sie sich keine Gedanken zu machen. Dazu waren ihr Pädagogik, wie sie heutzutage an Seminarien und Universitäten trägt und der Gesellschaft zugute kommt, die Erhebung der letzteren aber Herr und seine Beamten da; aber eben dieser Notwendigkeiten gelehrt wird. Aber über das Ziel der Erziehung sind sich die von dem einzelnen auszugehen hat. Es sind das politische Reflegionen, wegen mußten die herrschenden Klassen darauf bedacht sein, ihren bürgerlichen Theoretiker bis auf den heutigen Tag nicht einig ge- die außerhalb des pädagogischen Gesichtskreises liegen, die Sorge Nachwuchs von vornherein planmäßig zu erziehen: der Vater worden. Der eine bekämpft den andern. Die Stellungnahme hängt um die Menschheit sollte der ohnehin beschränkte Menschengeist dem wollte seinem Sohne sein Eigentum vererben. Der Sohn mußte auf beiden Seiten von den philosophischen Systemen ab, denen die höchsten Wesen überlassen." Diese Worte sind in den Jahren um darum in den Stand gesetzt werden, dieses Erbe sachgemäß verbetreffenden Theoretiker angehören. Die Philosophie, und zwar die 1857 herum, also in den Jahren nach der 49er Revolution, in einer walten zu können. Er mußte, wenn auch mit Hilfe von Beamten Ethit, soll das Ziel der Erziehung bestimmen, wobei wiederum die Ver- Zeit der schwarzen Reaktion geschrieben. Das muß ihren reaktio- die Produktion leiten, den Kauf und Verkauf von Produkten nugschiedenartigkeit der Ethik und ihrer Postulate oder doch deren abstrakte nären, unfozialen Charakter erklären. Gelangt so Biller auf der bringend bewirken können; er mußte gemeinsam mit seinesgleichen begriffliche Formulierung eine Einigung der theoretischen Pädagogen Grundlage der Kantschen Ethik zum krassesten Individualismus, so innerhalb des Staates die Geschäfte der herrschenden Klasse zu beüber das Ziel der Erziehung verhindert. In einem Puntte freilich bemüht sich eine moderne, an sich nicht unsympathische Richtung sorgen verstehen. Aus allen diesen Gründen sehen wir die Gesezherrscht eine gewisse lebereinstimmung bei allen bürgerlichen Pä in der wissenschaftlichen Pädagogit, aus derselben Kantschen geber, Staatslenker und Denker bei den alten Griechen eifrig um dagogen: die Erziehung soll religiös- jittlicher Natur sein, ihr Ziel Ethik die Notwendigkeit einer sozial gerichteten Erziehung, die die öffentliche Erziehung bemüht. Von der gefühlsrohen Methode soll von sittlichen und religiösen Faktoren bestimmt werden. Diese Sozialpädagogik abzuleiten. Natop, Universitätsprofessor in des Aussetzens der Kinder( wenn sie schwächlich waren) bis zu den Abhängigkeit der Pädagogik von religiösen und zwar christlichen Marburg, hat mit viel Scharfsinn die von ihm anerkannte pruntvollen olympischen Spielen diente alles der planmäßigen AusTendenzen ist begreiflich, wenn man berücksichtigt, daß das ganze soziale Bedingtheit der Erziehung mit dem Kantfchen Sittengejezz bildung der hellenischen Jugend- herrschenden Klasse- wie offizielle Geistesleben seit beinahe 2000 Jahren sich unter dem in organischen Zusammenhang zu bringen versucht. Er hat immer betont werden muß, damit sie gesund an Körper Zeichen des Kreuzes vollzogen hat, und daß auch die bedeutendsten dabei unübertreffliche Resultate im einzelnen zutage gefördert, und Geist, geschickt zu Kampf und Spiel und flug im Verkehr vorchristlichen Philosophen, besonders Plato, von der christlichen aber die eigentliche Aufgabe, die er sich gestellt hat, löst mit Freund und Feind heranwachsen tonnte. Zum ersten Male trennte Theologie umgemünzt und für sich mit Beschlag belegt worden er nicht. Es gelingt ihm nicht, Kant und den Sozialismus und sich hier eine Klasse los aus der Allgemeinheit, ließ diese für sich find. Kautsky zeigt in seiner Schrift über die Ethik und die die Sozialpädagogik zum unlöslichen Bunde zu vereinigen. Man arbeiten, während sie selbst den Produktionsprozeß geistig leitet und materialistische Geschichtsauffassung die Beziehungen zwischen fühlt bei ihm immer wieder heraus, daß seine Idee sozial für diesen Zweck sich auch eine besondere geistige Bildung aneignete. der antiken und christlichen Ethit auf, und er weist nach, und historisch begründet ist, daß sie seinem heißen Wunsch sehr ent- Es ist selbstverständlich, daß diese geistige Bildung sich nicht erschöpfte wie diese Verschmelzung auch die bis heute währende gegenseitige spricht, aus der heutigen materiellen Zeit heraus zu kommen und in in mittelbarer Tätigkeit für materielle Interessen, sondern daß sie Durchdringung von Ethik und Religion im Gefolge hatte, wie feit ein Reich der Wahrheit, Gerechtigkeit und Schönheit zu gelangen. auch Zeit und Muße zur Pflege der Wissenschaft und Kunst fand. dem jede ethische Frage zu einer Frage der Theologie wurde. Da Nur glaubt Natop anscheinend nicht, daß ihm der Sozialismus Dieser Zustand hat, von äußeren Unterschieden abgesehen, Tausende durch ist es auch zu erklären, daß gut christliche Pädagogen bis auf diesen Wunsch restlos erfüllen kann und darum tröstet er sich mit von Jahren gedauert. Auch im alten Rom war es ähnlich. den heutigen Tag vor Plato eine höfliche Verbeugung machen, frei der Unendlichkeit und unerschöpflichkeit der Idee", dem unbedingt und das Christentum, daß sich zwar der Sklaven annahm, forgte lich, um im nächsten Augenblicke einen Haufen von Vorbehalten Gefeßlichen. Damit hat er wie ein echter Philosoph die Welt doch nicht für deren geistige Bildung, sondern sagte ihnen im Gegengegen den kommunistischen Charakter des Plateschen Staatsideals wieder einmal interpretiert. Es tommt aber auch Mary teil:" Selig sind, die geistig arm sind, denn das Himmelreich ist und des von ihm für seine Staatszwecke vorgeschlagenen Erziehungs- darauf ant, sie zu verändern. Die materialistische Ge- ihrer". Für die herrschenden Klassen freilich wandte das Christentum ideals aufzutürmen. Plato will durch die Erziehung gute schichtsauffassung, die uns hierfür die Mittel in die diese Formel nicht an. Es hat sich ja stets den wechselnden BeStaatsbürger schaffen; der Staatszweck ist für ihn zu Hand gibt, ist in den Kreisen der Zunftpädagogen noch dürfnissen anzuschmiegen gewußt und Moral mit doppeltem Boden gleich der Erziehungszweck. Das Christentum als Welt fast ganz unbekannt. Natop hat zwar von ihr gehört, er streift sie war den christlichen Priestern niemals ein Stein des Anstoßes. So religion fonnte mit diesem Staatszweck nichts anfangen. im Vorbeigehen und ist auch flug genug, sie nicht in Bausch und fam es, daß das Christentum, als es erst zur Herrschenden Religion Sein Jdeal war nicht der Staat auf Erden, sondern das Bogen zu verwerfen, aber außer Natop hat sich taum ein bürger- sich durchgerungen hatte, auch in geistiger Beziehung die Führung Reich Gottes im Himmel. Als deshalb die Kirchenväter in licher Pädagoge mit dem Wesen dieser auch für das Verständnis der übernahm. Die Klöster wurden zu den Stätten von Kunst und Wissenschaft. den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung sich Pädagogik fo außerordentlich wichtigen Methode je beschäftigt, ge- Geistliche wurden die Lehrer von Fürsten und Adeligen. Die soziale mit der Theorie der Pädagogik zu beschäftigen begonnen, stellten sie schweige denn sie angewendet. Wohl aber gibt es Gelehrte mit be- Struttur hatte sich durch das Eingreifen der Germanen in die als Ziel der Erziehung das„ Ebenbild Gottes" auf. Dieses Ziel ist rühmten Namen, die über die wissenschaftlichen Grundlagen der geschichtliche Entwickelung geändert. Stlaverei im antifen Sinne eigentlich im Grunde bis heute das herrschende geblieben. Wenn es Sozialdemokratie und das sozialistische Bildungsideal so jämmer- gab es nicht mehr. An ihre Stelle war die Hörigkeit getreten. Der in der Auslegung sich auch die verschiedenartigsten Formulierungen lich unterrichtet sind, daß es einen Hund erbarmen könnte. Feudaladel ist im Besize der wissenschaftlichen Wacht, des Grund hat gefallen lassen müssen. Am schroffsten galt dieses Jdeal im So hat der befannte Professor Paulsen, Philosoph und und Bodens. Er hat die Bauern zinspflichtig gemacht. Er bildet Mittelalter während der unumschränkten Herrschaft des Katholizismus Pädagog seines Zeichens, in dem von dem Jenenser Professor die weltliche Vorsehung für die Bauern; er zivingt die Bauern zu und es erzeugte, wie Dittes( Geschichte der Erziehung und des Nein herausgegebenen Handbuch„ Die Pädagogit"( Band I S. 607) mühseliger Fron. Da die Kirche der größte Feudalherr jener Zeit Unterrichts", 10. Auflage, Seite 90) sich ausdrückt: In seiner leber- einen Artikel über die Bildung geschrieben, in dem es u. a. heißt: ist, so arbeitet sie mit dem Feudaladel Hand in Hand. Sitter und spannung jene Karifatur der christlichen Erziehung, die in absoluter Das alte Ideal der Demokratie ist gleiche Erziehung und Schul- Fürsten kämpfen für die Kirche mit dem blanken Schwert, die Kirche Weltverachtung und in Ertötung des Fleisches das Radikalmittel unterricht für alle, ohne Unterschied des Berufes und der Lebens- tritt für die Vorrechte der Ritter und Fürsten mit dem Schwerte des zur Beseitigung alles menschlichen Elends erblickte." Als stellung. Gegenwärtig hat sich die Sozialdemokratie diese Forderung„ Geistes" ein, indem sie die geistige Bildung des Nittertums überReformation die katholische Auffassung zurückdrängte angeeignet; sie verspricht sich ihre Erfüllung erst nach der Auf- nimmt und zugleich die Massen von unfreien Bauern in Unwissenheit und die christliche Kirche aus der Umflammerung des hebung der Klassenunterschiede überhaupt, und ist so konsequent, und geistiger Anspruchslosigkeit erhält. Im Mittelalter gibt es internationalen Bapsttums befreite, damit jeder Staat seine zugleich die Berufsunterschiede als fünftig wegfallend anzusehen und auf dem Lande noch keinerlei Anfäße zu Schulen für die breite eigene Religion haben und jeder Fürst zugleich der Papst für seine in der vollkommenen Gesellschaft der Zukunft wird jeder zu allen Masse des Landvolkes, wohl aber gibt es Schulen unter geistlicher Landestinder" fein konnte, wurde dem rein firchlichen Zweck der Aufgaben geschickt sein. Das gilt insbesondere von den bisherigen Leitung an den Fürstenhöfen, auf den Ritterburgen und hauptsäch Erziehung auch ein Staatszweck beigemischt. Die Stinder sollten nicht Regierungsberufen. Die Arbeit der Leitung bedarf besonders vor lich in den Klöstern, aber auch in den Städten des späteren Mittelmur zu frommen Stindern Gottes, sondern auch zu gehorsamen Unter- gebildeter Personen nicht mehr und wird bei allen der Reihe nach alters, wo die herrschende Klasse des städtischen Polizeistaates sich tanen ihres leiblichen Herrn erzogen werden. Die bedeutendsten umgehen können." Und auf welche grundlegende Theoretiker der Schulen schuf, um sich zur Leitung der Städtepolitit, des Handels Theoretiker der Pädagogik während der Reformation und in den Sozialdemokratie beruft sich dabei Paulsen? Etwa auf Mary oder und der Produktion zu befähigen. Kleriker waren die Leiter und darauf folgenden zwei Jahrhunderten wenden sich mit ihrer Theorie Engels oder Kautsky? nein auf Bellamy, den phantasiefrohen Lehrer, aber im Mittelalter traten doch auch schon die ersten Anund Praxis fast stets an die„ gnädigen Herren und Frauen", an die Utopisten aus dem Jahre 2000. Wir wollen Bellamy einen guten fänge der Boltsschule auf. Als sich in den Städten im Gegensatz Fürsten und Fürstinnen, und bitten um deren Unterstützung, wofür Mann sein laffen und uns dafür an diejenigen halten, die wissen zum Patriziat ein gesundes, tatkräftiges Kleinhandwerk entwickelte, fie ihnen wiederum mit ihrer Pädagogik zu Hülfe kommen wollen. müssen, was der historische Materialismus, dieje unübertroffene das felbfttätig und mit eigener Verantwortung in die Produktion eingriff, Und alle Schulordnungen werden im Auftrage der Landes- Methode sowohl zur dialektischen Erforschung der Vergangenheit, brauchte es auch geistige Bildung für diese Aufgaben. So entstanden fürstent ausgearbeitet, von ihnen bestätigt und erlassen. als auch zur praktischen Arbeit in der Gegenwart zur flaren in den großen mittelalterlichen Handels- und Handwerksstädten wie Eine energische Abkehr bon diesem engen und be- Erkenntnis der Zukunft für die Zielbestimmung der Pädagogit zu Lübeck, Hamburg, Augsburg, Bremen allmählich die deutschen schränkten Ziel der Erziehung brachte die Aufklärungs- fagen hat. Die materialistische Geschichtsauffassung geht von dem Schreibschulen, in denen besonders das Schreiben und Rechnen philosophie im 18. Jahrhundert. Zwar hält selbst Comenius formell Sab aus, so erklärt Engels in seinem Antidühring das Wesen der gelehrt wurde. noch an dem Ebenbilde Gottes fest, doch in seiner humanistischen Geschichtsauffassung furz und präzis, daß die Produktion und der Auslegung dieses Jdeals wird es gleichbedeutend mit dem Ideal Austausch der Produkte die Grundlage aller Gesellschaftsordnung allseitiger und harmonischer Menschenbildung. Das Kind soll nach ist, daß in jeder geschichtlich auftretenden Gesellschaft die Verteilung Comenius feiner irdischen und himmlischen Bestimmung entgegen- der Produkte und mit ihr die soziale Erziehung in Klassen Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin Für den Inferaterteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. die 4 " ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) Str. 27. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. September 1906. Parteitag der sozialdemokratischen nehmen kann. Der Unternehmer wird aber um so lieber zu dem Macht des Proletariats. Ich habe schon früher gelegentlich darauf ungelernten Arbeiter greifen, als dieser sich billiger anbietet. Die weitere aufmerksam gemacht, daß eine nach ökonomischer Befreiung und SelbFolge dieser Entwickelung der Technik und des kapitalistischen Arbeits- ständigkeit strebende Klasse auch stets das Bedürfnis nach geistiger Partei Deutschlands zu Mannheim. prozeſſes ist die Einstellung von Frauen und schließlich gar von Kindern, Aufklärung und Weiterbildung hat, daß es diese Bildung im ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) So war da selbst diese einen Teil der einfachen Handgriffe, die in einer Interesse seiner wachsenden ökonomischen Macht verlangt. Fabrik zu machen sind, übernehmen können und dabei den Vorzug es bei den Griechen, so war es bei dem Feudaladel des Mittelalters, Referent H. Schulz( fortfahrend): größerer Billigkeit und Willigkeit haben. Neuerdings, da durch gefeß- so war es bei den städtischen Patriziern, so war es bei dem HandDas Schreiben war die Hauptsache, einmal weil der Klein- liche Eingriffe die Ausbeutung der Frauen und Kinderarbeit ein werkertum im Mittelalter. Heutzutage bei der Aufwärtsbewegung Handwerker für seine Berufstätigkeit des Schreibens bedurfte, wenig eingeengt worden ist, fucht der Fabrikant billige Arbeitskräfte des Proletariats handelt es sich zwar nicht um die Erlangung der weiter auch, weil in jenen Zeiten die Buchdruckkunft noch nicht von außerhalb her zu bekommen. Ohne Bedenken werden in zahl- individuellen und ökonomischen Selbständigkeit des Arbeiters, die zu erfunden war, also alles geschrieben werden mußte, was gelesen reichen Betrieben polnische, russische und galiziſche Arbeiter und verlangen angesichts der kapitalistischen Riesenbetriebe ein aussichtswerden sollte. Hier zeigt sich wiederum die Erscheinung, daß eine Arbeiterinnen eingestellt, unbekümmert darum, ob sie Analphabeten loses Beginnen, ein törichter Wahn wäre, aber individuelle Klasse nach mehr Bildung verlangt, sobald ihre einzelnen Glieder sind. Für die mechanische geistlose Tätigkeit in der Fabrik sind sie Produktion zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse, ist felbsttätig im Produktionsprozeß eingreifen und die Klasse selbst auf nach einigen Stunden, Tagen oder Wochen hinlänglich eingedrillt, auch nicht das Ziel der Zukunft und des Sozialismus, die gesellschaftliche Arbeit Einfluß gewinnt. Dieser Einfluß der so daß sie an der Stelle, an die sie gestellt sind, dem Fabrikanten sondern gemeinsame Produktion, planmäßige Organisierung der Kleinhandwerker dauerte aber nicht lange und ebensowenig hatte die ebenso viel Mehrwert erschanzen, wie es ein gebildeter deutscher Produktion. So wie aber der Kapitalismus selbst schon in der wirtschaftliche Blüte des mittelalterlichen Handwerks lange Bestand. Arbeiter tun tann. Was folgt daraus für das tapitalistische Gegenwart durch Schaffung von Riesenbetrieben und auf andere In der Reformation rangen unter religiösem Deckmantel neue Schulideal in der Praxis? Ganz ohne Bildung kann man die Weise den kommenden Sozialismus ungewollte Vorarbeit leistet, so Kräfte um die politische und wirtschaftliche Wachtstellung. Durch das Maffen heute nicht mehr lassen. Schulen müssen sein, zumal sie übt auch das organisierte Proletariat schon heute einen in der MichEingreifen des Kapitals in die Produktion verdrängt der Manufaktur schon seit Jahrhunderten gewesen sind. Außerdem ist es für die tung zum Sozialismus liegenden, mehr oder minder starken ökobetrieb allmählich den Zwangsbetrieb des Mittelalters, in politischer meisten Zweige der kapitalistischen Produktion von Wert, wenn der nomischen und politischen Einfluß aus. Wo die Bewegungsfreiheit Beziehung riß der Absolutismus mit seinen Anhängseln die Macht Arbeiter wenigstens die Elemente des Wissens: Lefen, Schreiben und eine größere ist, ist auch dieser Einfluß ein ziemlich großer. Wo an sich. Dadurch wurden die Ursachen, die zur Gründung der Volks- etwas Rechnen beherrscht; auch liegt dies im Intereffe der gegen- man dem Proletariat die Bewegungsfreiheit zu unterbinden verschulen in den Städten geführt hatten, in den Hintergrund gedrängt. wärtigen Gesellschaftsorganisation. Aus diesen Gründen ist das fucht, wie in Preußen- Deutschland, tritt der Einfluß des Proletariats Die Lahmlegung der Volksschule, die im Mittelalter die Kirche ver- Kapital schulfreundlich, aus diesen Gründen fabrizieren die Landtage weniger in die Erscheinung, hier wirkt er mehr nach innen auf das geblich angestrebt hatte, wurde unter dem Drucke der wirtschaftlichen Schulgesetze und erledigen die Gemeindevertretungen die ihnen über- Proletariat zurück und verstärkt dessen Geschloffenheit, Kraft und Entwickelung nach der Reformation spielend besorgt. Das steht im tragenen Aufgaben der Schulverwaltung. Aber man sucht doch die revolutionäre Energie. Während deshalb in außerdeutschen Ländern die Gegensatz zu der beliebten Behauptung, daß die Reformation die Leistungsfähigkeit der Volksschule auf einem möglichst niedrigen flaffenbewußte Arbeiterschaft sich mehr positiv an dem freiheitlichen Boltsschule gegründet oder doch gefördert habe. Aber die bürger- Stand zu halten. Und darum schränkt man sie innerlich und Ausbau des Schulwesens beteiligen kann, wie in England und liche Geschichtsflitterung verwechselt hier Volksschule mit höherer äußerlich nach Möglichkeit ein. Das jüngste gesetzgeberische Amerika, oder durch Abwehr der fleritalen Reaktion die freie Schule, Schule. Die Reformation, Luther an der Spize, haben für Hebung Monstrum in Preußen, das Schulunterhaltungsgesetz ist dafür ein wie in Frankreich, schützen kann, ist die deutsche Arbeiterschaft in der Volksschule nichts getan; sie haben die Volksschule nur charakteristischer Beleg: Nach innen wird die Bolksschule durch die bezug auf ihr Bildungsbedürfnis vorwiegend auf Selbsthilfe an verschlechtert, indem sie in die religionslosen Volksschulen schroffe Konfeffionalisierung und durch die darin zum Ausdruck gewiesen. Aber selbst wenn die Bourgeoisie mehr Interesse an einer des Mittelalters den Religionsunterricht als oberstes und kommende höhere Wertung des Religionsunterrichts geschädigt, gut organisierten leistungsfähigen Volksschule hätte, als sie in Wirkwichtigstes Unterrichtsfach einführten und die Schulen damit äußerlich schadet der Volksschule die als Folge des lichkeit besitzt, so würde ea um das Volksschulwesen nicht zur Dienerin der Kirche degradierten. Da die Reformatoren außer- Gefeßes eintretende Zunahme leistungsfähiger Zwergschulen in viel besser bestellt sein, als heute. Jede Hebung des Schuldem die Kirche in den Dienst des Staates stellten, wurde die Volfs- Preußen. Die chronische Ueberfüllung der Schulklassen, der wesens fostet Geld, jede neue Schulklasse, die eine überschule durch die Reformation dem doppelten Zwecke gewidmet, für standalöse Bustand vieler Schulpaläste" in Breußen, in denen nach füllte Schulklasse beseitigt, jeder neue Lehrer, der angestellt Staat und Kirche wieder Magddienste zu leisten, dem ersten gehor- einem Wort des verstorbenen Kultusministers Bosse Leben und wird, um dem schreienden Lehrermangel abzuhelfen. Jedes neue fame Untertanen zu schaffen, und der zweiten demutvolle Gläubige Gesundheit der Lehrer und Schüler gefährdet sind, die jämmerliche Lehrmittel, das die ärmliche Ausstattung der Wolfsschule bereichert, zu züchten. Dagegen hat die Reformation sich der höheren Schulen Besoldung der Lehrkräfte sind ebenfalls Beweise hierfür. Man hat tostet Geld. Geld ist aber ein rarer Artikel in heutigen Klassenmit Eifer angenommen. Luthers Schulschriften handeln sämtlich nur den hierauf bezüglichen Bassus unserer Leitsätze: außerdem bewirkt staaten. Freilich, die Steuerzahler müssen Jahr für Jahr ungeheure von den höheren Schulen, denen die Aufgabe zugewiesen wurde, die zunehmende Arbeitsteilung und die dadurch entstehende Summen aufbringen, und die Staaten, insbesondere das Neich, brauchbare Leute für das christliche und weltliche Regiment heranzu Schablonisierung und Geistlosigkeit der Arbeit in vielen Industrie- wissen diese Summen auch unter die Leute zu bringen, aber für bilden. Luther lag diese Sorge im Interesse seiner fürstlichen zweigen ein Erlahmen des tapitalistischen Interesses für Kulturaufgaben, besonders besonders für die Volksschule, fällt dabei Gönner umsomehr am Herzen, als durch die Aufhebung zahlreicher die Volksschule", bestritten und ihn als unrichtig hin- sehr wenig ab. Militarismus, Marinismus, Kolonialpolitik, Klöster ebensoviele alte Bildungsstätten aufgehoben und unzähliche gestellt. Ein Antrag verlangt darum auch seine Streichung. Liebesgabenpolitik und ähnliche kulturfeindliche Zwecke verschlingen Lehrkräfte ihres Amtes entsetzt worden waren. Die Kirche verteilte Ich kann mich diesem Antrage nicht nur nicht anschließen, sondern jährlich die Hunderte und Aberhunderte der Millionen von also auch unter den veränderten Verhältnissen Licht und Schatten in muß dringend vor ihm warnen und um die Beibehaltung der Fassung Reichseinnahmen und bringen dadurch die Budgets der bezug auf die Voltsbildung in der hergebrachten Weise, indem sie unserer Leitfäge in diefem Punkte bitten. Genosse Hoch, der Ein- Einzelstaaten in Unordnung. Die Einzelstaaten wiederum haben dem Machtspruche der wirtschaftlichen Faktoren entsprechend, den bringer dieses Antrages, hat ihn in einem Artikel der Mannheimer für alle möglichen Dinge Gelder zur Hand, sei es für die Kirche, sei Herrschenden alle Bildungsmöglichkeiten eröffnete, die Beherrschten Boltsstimme" zu begründen versucht mit der Behauptung, daß das es für einen neuen Gestütshengst, aber für die Bedürfnisse der Wolksdagegen mit dem Auswendiglernen von geistlichen Gesängen und fapitalistische Interesse eine umso intelligentere Arbeiterschaft braucht. schule wird der Pfennig zehnmal in der Hand umgedreht, ehe er Bibelsprüchen und mit dem lutherischen Ratechismus ab- je länger die tapitalistische Wirtschaft dauere. In der letzten Zeit zur Ausgabe gelangt. An dieser beschämenden Tatsache ändert auch speiste. An dieser traurigen Tatsache vermochten weder die klagen die beteiligten Unternehmer ganz besonders häufig über die der Umstand nichts, daß die Summen, die die Schuletats beHumanistischen Bildungsziele eines Comenius, noch der mutige ungenügende Anständigkeit und Zuverlässigkeit gerade der ungelernten anspruchen, absolut genommen, ziemlich hoch erscheinen. Bei der Ueberschwang der Philantropisten, noch das revolutionäre Pathos eines Arbeiter. Dabei ist vielfach als Grund für die verminderte großen Zahl von schulpflichtigen Kindern kommen selbst bei geringen Pestalozzi etwas zu ändern. Selbst als unter dem Drucke der Leistungsfähigkeit der Arbeiter der Umstand angegeben, daß Leistungen doch insgesamt ganz erfledliche Summen Bus Schande von Jena, unter dem Einfluß der aufpeitschenden Reden Fichtes, ein immer größerer Teil der Arbeiter aus ländlichen sammen. Sodann muß man diese Zahlen im Verhältnis in Breußen ein zaghafter Verfuch zu einer großzügigen Schulpolitik Gemeinden stammt, in denen die Volksschule noch mehr als zu anderen Ausgabeposten prüfen, besonders muß man die gemacht wurde, blieb dieser Versuch doch in den allerersten Anfängen in den Städten vernachlässigt wird. So wirft auch jetzt Aufwendungen des Staats für die höheren Lehranstalten gegen die fteden. Erst die hochkommende Bourgeoisie, erst das siegreiche Vor- noch das tapitalistische Interesie als eine Mahnung zur Besserung für die Volksschulen halten. Nur einige Zahlen aus dem jüngsten bringen des Kapitalismus in Deutschland zwang die Staaten und der Volksschule, freilich eine Wahnung, die gegenüber den anderen preußischen Schuletat: Der Staat berausgabt für zirka 19 000 StuStädte, ihrem Schulwesen in seiner Quantität und Qualität mehr Auf- volksschulfeindlichen Interessen des Kapitalismus nicht start genug benten 12,68 Millionen Mark, d. h. für den Kopf 650-700 Mart, für merksamkeit zuzuwenden und selbst die eisige Decke reaktionärster ist, um zur vollen Geltung zu gelangen. In dem letzten Satz liegt 170 000 Schüler höhrer Lehranstalten zahlt der Staat 14,58 Mill. Schulpolitik, die in Preußen eine Serie der volksschul- die Möglichkeit einer Einigung zwischen uns und dem Genossen Mark, d. h. für den Kopf durchschnittlich 85-90 Mart, für feindlichsten Kultusminister ängstlich zu erhalten bestrebt Hoch. Wir bestreiten gar nicht, daß es nicht Industrien und Unter- über 6 Millionen Boltsschüler 85 Millionen Mart, scheinbar viel, auf war und ist, wurde wenigstens vorübergehend ein wenig nehmer gibt, die besser gebildete Arbeiter brauchen könnten, als den Kopf berechnet aber nur durchschnittlich 14 M. Der Staat gibt durchbrochen. Wir sind damit an die Schwelle der Gegenwart gelangt, sie die heutige Volksschule liefert, aber andererseits halten wir auch also für die Ausbildung eines höheren Schülers, also vielleicht eines die Klassenerziehung der Gegenwart! Wenn es nach den Theoretikern an unserer Auffassung fest, daß, wie es in unseren Leitfäßen fünftigen Technikers oder Verwaltungsbeamten, ungeftihr Gmal und der Bourgeoisie ginge, ja, wenn man nur das Manchestertum finn heißt, in vielen Industriezweigen das Interesse des Kapi- für die Ausbildung eines Studenten, also vielleicht eines tünftigen gemäß auf die Erziehung anwenden wollte, so müßte das Zeitalter talismus für die Volksschule erlahmt; man denke an Ziegeleien, Staatsanwalts oder Seelsorgers, ungefähr 50mal so viel aus, wie für des Kapitalismus die besten Schulen geschaffen haben. Der Wett- Spinnereien, Webereien und gewisse Industriezweige im Ruhr die Ausbildung eines Volksschullehrers. Ich beschränke mich auf diese bewerb im freien Spiel der Kräfte sollte eo ipso voraussetzen, daß revier. Selbst auf den Werften werden viele ausländische Arbeiter wenigen Zahlen, um den Klassencharakter des heutigen öffentlichen die Kräfte jedes einzelnen Wettbewerbers vorher voll zur Ent- angestellt, die weder lesen noch schreiben noch deutsch sprechen können. Schulwesens zu zeichnen. Es liegt auf der Hand, daß der Staat mit wickelung gebracht werden müßten. Darum verlangt auch die diese Mag sein, daß die betreffenden Fabrikanten gebildete Arbeiter den wesentlich höheren Summen, die er für das höhere Schulwesen wirtschaftliche und politische Revolution der Bourgeoisie begleitende ebenso gern nähmen, wenn sie sie ebenso billig und willig bekämen, aufwendet, dieses auch mannigfältiger gliedern und besser ausrüsten pädagogische Theorie- man denke an Pestalozzi und Diester- aber da dieses nicht der Fall ist, so erlahmt eben das Interesse der tann. So wie sich die höheren Lehranstalten meistens schon in der weg 11 „ die harmonische Ausbildung aller Kräfte des Menschen" Sapitalisten an der Volksschule. Gerade diese Tatsache deckt auch inneren und äußeren Einrichtung von den Volksschulen unterscheiden, darum enthalten auch die politischen Programme der liberalen die tiefer liegenden ökonomischen Ursachen auf, die die national so wird auch für die Lehrkräfte und Lehrmittel der höheren Parteien in ihres Daseins Maienblüte die allgemeine Volksschule liberalen Fabrikanten entgegen ihrer früher( 1892) bekundeten Feind- Schulen mehr aufgewendet. Hier sind akademisch gebildete und ähnliche weitgehende schulpraktische und pädagogische Forderungen. schaft gegen die Kleritalisierung der Volksschule zu Freunden der Lehrer die Regel: Seminaristisch Gebildete werden nur in unterAber Theorie und Praxis befinden sich leider noch im Gegensatz zu jüngsten preußischen Schulverschlechterung machte. Engels drückt in geordneten Fächern beschäftigt. Die Laboratorien, Apparate und einander und so ist von dem schönen Schulideal, das auch im feiner Lage der arbeitenden Klassen in England" sich so aus: Instrumente an den höheren Lehranstalten sind aufs beste einbürgerlichen Staat verwirklicht sein könnte, nichts verwirklicht, als Wenn die Bourgeoisie ihnen( den Arbeitern) zum Leben gerichtet, und den wissenschaftlichen Unterrichtsfächern zuliebe wird hier und da einige mehr oder weniger wesentliche Anfänge und hier so viel läßt, als eben nötig ist, so dürfen wir uns nicht sogar der Religionsunterricht beschnitten was viel befagen und da fraßenhafte Karikaturen. Die Gründe hierfür zeigt uns eine wundern, wenn sie ihnen auch nur soviel Bildung gibt, als im will! Wie aber sieht es demgegenüber in der Volksschule aus! Nach materialistische Betrachtung der Sachlage auf. Bedarf der Stapitalist, Interesse der Bourgeoisie liegt, und das ist zuviel wahrlich nicht. den allgemeinen Bestimmungen vom 15. Oftober 1872 follen an Lehrder Fabrikant, der Industrielle gebildeteter Arbeiter zum Betriebe Es kann aber nicht anders sein, die Bourgeoisie hat wenig zu hoffen, mitteln in jeder Boltsschule vorhanden sein: 1. Ein Exemplar der seiner Produktion? Die Frage läßt sich nicht mit einfachem Ja oder aber manches zu fürchten von der Bildung der Arbeiter." Es ist in der Schule eingeführten Lehr- und Lernbücher. 2. Eine WandNein beantworten. Es kommt zunächst darauf an, was man unter selbstverständlich, daß die ökonomischen Interessen des Kapitals sich farte der Provinz. 3. Dito von Preußen. 4. Dito von Deutschland. » gebildeter Arbeiter" versteht; ob man seine Allgemeinbildung oder nicht überall gleich schroff und nicht immer in voller Stärke durchfeßen 5. Dito von Europa. 6. Dito von Palästina. 7. Ein Globus. feine Fachbildung im Auge hat. Es liegt auf der Hand, daß dem können. So ist auf Amerika und Frankreich verwiesen worden, wo 8. Ein Alphabet weithin erkennbarer auf Holz oder Papptäfelchen Kapitalisten in wirtschaftlicher Beziehung eine noch so hohe All- der Kapitalismus ebenso oder noch stärker herrsche als in Deutschland, geklebter Buchstaben. 9. Eine Geige. 10. Ein Lineal und Zirkel. gemeinbildung des Arbeiters nicht von Schaden sein kann. Aber es trotzdem seien dort die Volksschulen weit besser als in Deutschland. 11. Eine Rechenmaschine, in evangelischen Schulen außer liegt ebenso sehr auf der Hand, daß sie ihm in wirtschaftlicher Be- Das trifft zu. Es ist naturgemäß, daß dort, wo freiere politischere dem 12. Eine Bibel 13. Ein Gesangbuch. Für die ziehung auch von feinerlei Nußen ist. Die praktische Tätigkeit eines Verhältnisse sind und der Volkswille fich ungehinderter durchsetzen Lehrer an den Volksschulen hält man eine wissenschaftliche Ausbildung Arbeiters in einer Fabrik stellt teine Anforderungen an seine Al- fann, auch bessere Volksschulen sind. In kleineren Staaten haben wir auch nicht für notwendig. 8tvar jeder Pfarrer, und wenn er in der gemeinbildung. Es tann einem Hüttenbefizer gleichgültig sein, ob in Deutschland ähnliche Gegenfäße. In Preußen, im Lande der un fleinsten und entlegensten Dorfpfarrei sigt, muß ein jahrelanges seine Arbeiter Verständnis für Tizianische Gemälde, theoretische Ab- beschränkten reaktionären Möglichkeiten, im Lande der unbeschränkten Studium durchgemacht haben, ehe er für seine feelsorgerischen Aufhandlungen und Goethesche Gedichte haben; Allgemeinbildung kann Herrschaft der Junker und der volksfeindlichen Bureaukratie und Hier- gaben geeignet erachtet wird, ein Volksschullehrer dagegen, dem feinetwegen fehlen, wenn dadurch Kosten gespart werden. Der ver- archie, fonnte die Schulverpfaffung gegen den laut und vernehmlich die Jugend anvertraut wird, damit er sie zu tüchtigen Bürgern storbene Miquel, der es auf Grund seiner Vergangenheit und befundeten Willen der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung durch dieser Welt erzieht, wird mit der rückständigen verfilzten Siminarfeiner vielfachen Beziehungen wissen mußte, hat es einmal ehrlich gesetzt werden. In der kleinen Republik, wo Junter und Pfaffen bildung abgespeist, und wenn in einem erheblichen Teil der deutschen eingestanden( am 10. Dezember 1896 im preußischen Landtage):" nig to ſeggen" haben, Pfeffersäcke dafür freilich umsomehr, und wo Volksschullehrerschaft nicht ein echt proletarischer Drang nach aufwärts Die sogenannte allgemeine Bildung, so unentbehrlich sie auch ist, eine einheitlichere Bevölkerung vorhanden ist als in dem viel- ans Licht und an die Freiheit lebte, der sie durch eigenes Studium ist für diese Klassen, wenn man aufrichtig sein will und sich nicht gestaltigen Preußen, wurden schon die ersten geheimen Versuche eines über die Niederungen der Siminarbildung hinwegtrüge, so stände es davor fürchtet, es auszusprechen, doch weniger wichtig als Schulbureaufraten, preußische Schulsitten und preußische Orthodoxie um die Volksschuljugend noch schlimmer, als es heute schon der Fall die fachliche Ausbildung."( Sehr richtig! rechts.) Ein un- einzuführen, durch einhellige Empörung der Bevölkerung zunichte ge- ist. Von den großen, weltbewegenden Errungenschaften der Naturgemein bezeichnendes Wort: Man macht die Mode der allgemeinen macht. Die tapferen bremischen Volksschullehrer setzten außerdem wissenschaften, von Darwin und der auf ihn zurückgehenden EntBildung mit, weil es anstandshalber nicht anders geht, aber im auf den einen Schelmen des Schulbogtes anderthalbe, indem sie die wicklungslehre erfahren die Seminaristen nichts; von noch größeren Grunde seines Herzens wünscht man diese Mode zum Teufel, denn Abschaffung des Religionsunterrichtes überhaupt verlangten, weil Ereignissen und bedeutungsvollen Lehren der neuen Zeit auf histosie kostet Geld. Und wie steht es mit der fachlichen Ausbildung? mur auf diese Weise jede mißbräuchliche Ausnutzung des rischem und sozialem Gebiet erst recht nicht. Dafür wird ihnen Ist fie für den kapitalistischen Produktionsprozeß von nöten, auch Religionsunterrichts wirklich erfolgreich vermieden wird. Es ist un aber, wie einst durch die Regulative die sogenannte klassische Literatur, nur zum Teil? Es gibt natürlich bei der technischen Leistungs- nötig, zu sagen, daß wir den bremischen Lehrern in dieser Beziehung neuerdings durch Herrn Studt die Lektüre moderner Dichter, ein fähigkeit moderner Großbetriebe eine ganze Reihe von Spezial- durchaus zustimmen. In Frankreich und Amerika mit ihren viel Hauptmann und Sudermann verboten. Umso fleißiger müssen die berufen, in denen die Arbeiter Tüchtiges leisten müssen. Aber es freieren demokratischen Einrichtungen kann eine Schulreaktion wie in Seminaristen die Bibel, den Katechismus, Kirchengeschichte und ähnhandelt sich nur um verhältnismäßig wenige Arbeiter im Ver- Preußen überhaupt nicht auftommen. Aber man darf sich auch auf liche verstaubte Dinge studieren. Um so eifriger wird ihnen hältnis zum großen Ganzen, und zum Teil sind es Arbeiter, die der anderen Seite durch die begeisterten Berichte einiger Schul- patriotische Geschichtsliteratur, flotten- und kolonialschwärmerische eigentlich keine Arbeiter mehr sind: Techniker, Zeichner, Modelleure, männer und Sozialpolitiker über amerikanisches Schulwesen nicht irre- Lektüre empfohlen. Auf diese Weise will man den gesunden proleMeister, Vorarbeiter. In einzelnen Industrien und einigen Arbeits- führen lassen. nein. Es ist auch in Amerita nicht alles Gold, was tarischen Sinn der Volksschuljugend aus seiner geraden Bahn ablenken, zweigen mag auch noch für viel größere Arbeiterschichten die Tüchtigkeit glänzt, und von dem sozialistischen Schulideal, von einer systematis ihn für die Nebenzwecke der Herrschenden Gesellschaft einfangen. Der und Leistungsfähigkeit in einem Spezialberuf notwendig sein, aber für die fchen Organisierung des ganzen Bildungswesens nach pädagogischen Religionsunterricht nimmt den sechsten Teil des gesamten Volksschuluntergroße Masse der industriell beschäftigten Arbeiter liegt ein Zwang fozialen Rücksichten, statt nach dem Geldbeutel des Vaters, ist man auch in richts ein; statt Darwin führt Moses die Jugend in die Weltanschauung zur speziellen Berufsbildung kaum oder überhaupt nicht mehr vor. Amerifa und ebenso in Frankreich noch weit entfernt. Sodann muß ein, der Deutschunterricht kommt über die Elementarfächer kaum Durch die stetige Teilung der Arbeit, durch die fortwährende Aus- man sich vor der falschen Schlußfolgerung hüten, als ob der höhere hinaus. Aehnlich steht es mit den übrigen Unterrichtsfächern: Im schaltung der menschlichen Hand und ihre Erfegung durch die Stand der Boltsschule in demokratisch organisierten Staatswesen Geschichtsunterricht wird in schamloser Weise der Verlauf der WeltMaschine, durch die heutigen Fortschritte der Technik, ist die Arbeit und ebenso die gelegentlichen vereinzelten Fortschritte im deutschen geschichte dynastischen Interessen zuliebe verdreht und verfälscht darin einem großindustriellen Betriebe dermaßen in Hunderte und Schulwesen auf die herrschenden Klassen zurückzuführen find. Wo gestellt. Die Voltsschule soll auf diese Weise den Herrschaftszwecken Taufende einzelner Bestandteile zerlegt worden, daß jeder ungelernte immer Fortschritte im Schulwesen sich zeigen, find fie direkt oder der kapitalistischen Gesellschaft dienstbar gemacht werden. Man will Arbeiter den schließlich nur noch von der menschlichen Hand zu be- indirekt der modernen Arbeiterbewegung, dem klassenbewußten Prole- die Proletarierkinder, in denen das Elend ihrer Umgebung schon sorgenden Antrieb der Maschine und ihre weitere Bedienung über- tariat geschuldet. Es äußert sich darin eine Wirkung der zunehmenden in früher Jugend Erbitterung erweckt, durch ein Uebermaß on orthodoxer Religiosität, durch berlogene Geschichten Wer edle und volksfreundliche Herrscherhäuser, durch Vorenthaltung der wissenschaftlichen Wahrheit, durch lügnerische Entstellungen der Be- strebungen der modernen Arbeiterbewegung, durch eine heuchlerisch- sentimentale und überlebte Moral und nicht zuletzt durch rücksichts- lose, kaseriienniägige Disziplin unter Zuhülfenahme deö Prügels von der im Proletarierhause herrschenden revolutionären Grund- stimmung ablenken und statt dessen frühzeitig in ihnen die Gefühle des widerspruchslosen Gehorsams gegen göttliches und weltliches Gebot, der frommgläubigen' Demut, der untertänigsten Treue gegen Kaiser und Reich züchten. Im Neligions- und Geschichtsunterricht der Volksschule treten diese Tendenzen am unverhülltesten in die Erscheinung; aber auch in den anderen Unterrichtsfächern, im Deutschunterricht, im Geographie- Unterricht, selbst im Gesang- und Turnunterricht. Ferner treten bei den Schulfesten und Andachten diese arbeiterfeindlichen Bestrebungen auf. Wenn sie nicht den erwarteten Erfolg Huben, so ist das neben anderen Gründen besonders auf die Gegentendenzen deS proletarischen Elternhauses zurückzuführen, Tendenzen, die angesichts der in der preußischen Schulvorlage neuerdings und in verstärktem Maße bekundeten reaktionären Pläne der herrschenden Klasse zu ver- tiefen und zu versttirken sind. Hoffentlich gelingt es uns auf unserem jetzigen Parteitage, diesen Gegentendenzen mehr Emheitlichkeit und Kraft zu verleihen. » Nach dem Genossen Schulz sprach Genossin Zetkin, die ihre Rede nicht zu Ende führen konnte. Der Parteitag nahm ohne Debatte eine Resolution Duncker an, nach der die ganze Angelegenheit einem Bildungs- auSschuß von sieben Personen überwiesen uitd auf einem späteren Parteitag weiterberaten werden soll. Eue der Partei. Eine riesige Volksversammluw Haben die Mannheimer Genossen am Dienstag im Lokale des Parteitages, in dem riesigen Nibclungcnsaal des Rosengartens, ab- gehalten. Als Redner traten auf die Genossen Adolf Geck, der die Zoll- und Steuerpolitik im Reiche und die daraus resultierende Teuerung behandelte, Genossin Rosa Luxemburg, die über die russische Revolution sprach und Genosse Georg Ledcbour, der das Thema Kolonialpolitik behandelte. Die vieltausendköpfige, dichtgedrängte Menge— viele Hundertc mußten wegen Ueber- süllung wieder umkehren—, unter der die Frauen besonders zahl- reich vertreten loarcn, nahmen die trefflichen Ausführungen der Referenten mit stürinischcm Beifall entgegen. Besonderes Interesse beanspruchten bei der jetzigen politischen Situation die Aus- führungen der Genossin Luxemburg, deren Erscheinen ursprünglich wegen Unwohlseins abgesagt war, die dann aber doch noch während der Referate erschienen war, empfangen von den enthusiastischen Begrüßungen der Versammlung. Genossin Luxemburg sagte nach dem Bericht der Mannheimer„Volksstimme": Heute habe ich mich krank geglaubt, aber es hieß, ich solle hier erscheinen und einige Worte über die Revolution sprechen. Ich werde eS tun, soweit ich Kraft dazu besitze. Mein Vorredner hat mich am Schlüsse seiner Rede eine Märtyrerin und Dulderin der russtschen Revolution ge° nannt. Ich muß meine Ausführungen mit einem Proteste hiergegen beginnen. Wer die russische Revolution nicht von weitem betrachtet, wer selber für dieselbe gewirkt hat, der wird nicht sagen, er sei ein Dulder und Märtyrer. Ich kann Sie ohne jede Uebertreibung und mit offener Ehrlichkeit versichern, daß jene Monate, die ich in Rußland zubrachte, die glücklichsten meines Lebens sind. Ich fühle mich tief betrübt, daß ich aus Rußland heraus und herüber mußte nach Deutschland. Es ist ein völlig falsches Bild, das Sie sich von der Revolution machen auf Grund der sensationslüsternen Tele- gramme der bürgerlichen Tclegraphcnagcnturen. Man malt dem Auslande ein großes Blutmeer, unerhörte Leiden deS Volkes ohne den geringsten Lichtstrahl. Das ist die Auffassung des dekadenten Bürgertums, aber nicht der proletarischen Klasse. Jahrhundertelang hat das russische Volk geduldet, die furchtbaren Leiden im Laufe der Revolution aber, sie sind nur gering gegen die schrecklichen Leiden, die das russische Volk vor der Revolution, unter einer ruhigen Herrschaft über sich ergehen lassen mußte.(Sehr richtig!) Jahr- hunderte lebte Rußland unter dem Joch des Absolutismus; hat aber jemand danach gefragt, wie viele Taufende am Skorbut, an Hunger zugrunde geaugen sind? Hat jemand danach gefragt daß Tausende Proletarier auf dem Schlachtfelde der Arbeit gefallen sind, ohne daß sich auch nur der Statistiker darum kümmerte? Wie viele Kinder auf den russischen Dörfern verkommen oder nicht das erste Lebensjahr erreicht haben aus Mangel an Nahrung? Sic werden begreifen, daß gegen diese unzähligen Opfer die jetzigen Opfer und Leiden ganz minimal sind. Aber nun die andere Seite der Medaille. Während früher das russische Volk ohne jede Aus, ficht dahinlebte, aus seinen furchtbaren Leiden herauszukommen, weiß es jetzt, wofür es fällt, wofür es leidet, wofür es kämpft. Jeder weiß, daß er wenigstens für seine Kinder, seine Enkel an der Befreiung des Volkes mitarbeitet. Das russische Volk hat sich nur furchtbar verspätet, eS ist um ein halbes Jahrhundert in der EntWickelung hinter den anderen Nationen Europa- zurückgeblieben und kämpft nun als letzter Nachzügler für seine Befreiung durch die Revolution. Die Geschichte weiß, waL sie tut, und wenn sie uns auch hat warten lassen, wir bekommen dafür ein ganz anderes Geschenk als die anderen uns vorausgeeilten Nationen. Bei uns ist die Revolution eine ganz andere Erscheinung, als es die März- revolution in Deutschland und die große französische Revolution waren. Wohl kämpft man in Rußland um dieselben bürgerlichen Freiheiten, ein Parlament, das VereinSrccht, die Preßfreiheit usw., für die man in Deutschland schon im Jahre 1348 gekämpft und in Frankreich schon ein halbes Jahrhundert früher, aber heute steht bei unS nicht das aufstrebende Bürgertum an der Spitze dieser Bewegung, sondern es ist das Proletariat, welches die führende Rolle im Kampfe übernommen hat. Das russische Proletariat gibt sich nicht den Illusionen des Proletariats von 1848 hin, eS weiß ganz gut, daß die Einführung der Herrschaft des Sozialismus von heute auf morgen eine Unmöglichkeit ist, es weiß, daß nichts anderes als ein bürgerlicher Rechtsstaat zustande kommen kann. Aber wir wären nicht würdig des Namens von Sozialdemokraten, nicht würdig, Schüler von Marx und Engels zu sein, wenn wir an der bloßen Form kleben und nicht unterscheiden würden, daß unter ein und derselben Form verschiedener sozialer und gefchichtlichcr Inhalt stecken kann. Gerade aus dem Umstände, daß unser Rechts- staat von der schwieligen Hand des Proletariats geformt wird, wird er die festen Eindrücke erhalten, die mehr dem Proletariat als dem Bürgertum zugute kommen. Das russische Proletariat kämpft zu- nächst um die bürgerliche Freiheit, um das allgemeine Wahlrecht, die Republik, das Vereinsgesctz. die Preßfreiheit usw., aber es kämpft nicht mit den Illusionen, die das Proletariat von 1848 er- füllten, es kämpft um die Freiheiten, um sie als Kampfmittel gegen die Bourgeoisie in die Hände zu bekommen. Wer einen Einblick in russische Verhältnisse hat, der muß den Eindruck gewinnen, daß der russische Liberalismus schon zu einem Zwerg zusamengeschrumpft ist und wie das Proletariat immer lawinenartiger, immer riesiger anschwillt, der muß sich aber auf Grund dieser Erscheinung sagen, daß der Rechtsstaat Rußland etwas ganz anderes sein wird, wie das heutige Deutschland. Aus der russischen Revolution kann nimmermehr die Spottgeburt des Liberalismus hervorgehen, wie jetzt in Teutschland. Es ist eine unrichtige Auffassung, wenn man die russische Revolution nur vom Standpunkt der sogenannten Rechtsordnung betrachtet und sehnlichst darauf wartet, daß ein Parlament zu Recht besteht. Sie kennen ja die Geschichte der ersten Duma. Der Liberalismus fühlte sich schon durch den Zusammen- tritt derselben befreit von dem furchtharen Traum der Revolution, als die Vernichtung der Duma erfolgte. Die Auflösung der Duma war kein Zeichen der Macht des Absolutismus, sondern der Ohn- macht des russischen Liberalismus. Die Auflösung der Duma hat gezeigt, daß das russische Bürgertumtum tief gefallen ist. Bei jedem weiteren Versuch wird sich'S zeigen, daß ihm die Kraft zu dem Kampfe gegen den Absolutismus fehlt. AIS die Botschaft kam, daß die Duma zu Muttern gehen sollte, wußte diese nichts besseres zu tun, als nach Finnland zu fliehen und dort einen papiernen Protest für den Papierkorb der Weltgeschichte zu fabrizieren. Das russische Proletariat hat sich trotz der tiefen Stufe, auf der es sich befindet, viel reifer gezeigt als das russische Bürgertum. Es hat von vornherein begriffen, daß der Parsamentarismus ohnmächtig ist, solange der Absolutismus am Ruder ist, solange dieser nicht durch die Bestrebungen der revolutionären Klasse erdrückt wird. Wir stehen heute vor der Frage der Machtergreifung durch das revolutionäre Proletariat. Der Liberalismus hat bereits aus- gespielt, das hat die Duma gezeigt. Tie Aufgabe des Proletariats ist keine leichte, eS ist ein Kampf auf Tod und Leben zwischen dem russischen aufstrcebnden Volke und dem russischen Absolutismus. In diesem Kampfe soll sich das Schicksal der künftigen russischen Freiheit entscheiden. Es gibt wohl auch eine Reihe zaghafter Ge° Nossen, die sagen, daß durch die jetzigen Brutalitäten der Gewalt- Haber die Revolution in einem Blutmeer erstickt werden könne. Wer drüben gewesen ist, weiß, daß das nicht wahr sein kann. ES ist nichts irriger, als anzunehmen, daß die russische Freiheit gewaltsam zurückgehalten werden könne. Auch hier bewährt sich die Lehre von Marx und Engels, daß jede Gesellschaftsordnung eine historische Nctwcndigkcit ist, daß sie zur Welt kommen muß, genau wie die Frucht aus dem Rkutterleibe, auch wenn es noch so große An- strcngungen kostet. Der Kampf, der uns noch bevorsteht, ist die schwierigste Phase der ganzen Revolution. Sie müssen sich den Massen- streik als eine bloße Wiederholung nach allen Richtungen vorstellen; es war eine fortlaufende Reihe von EntWickelungen in der revolutio- nären Bewegung, die aber das Proletariat immer höher und höher gebracht hat. Es ist die regelrechte Entwickelung zur inneren Reife und Erkenntnis, die uns bis zum jetzigen Punkte der Revolution gebracht hat. Diese Erkenntnis besteht darin, daß es nicht bloß genügt, Massenstreiks durchzufuhren, um den Absolutismus zu stürzen, sondern daß man früher oder später auch die Frage eines Volksaufstandcs gegen den Träger des absolutistischen Regimes wird erwägen müssen, um die Revolution zu Ende zu führen. Der ganze Verlauf der Revolution beweist gerade, wie sie sich von allen anderen früheren Revolutionen unterscheidet— es waren kurze Straßenschlachten von wenig Stunden oder Tagen. Heutzutage, wo die Geschicke in der Hand des Volkes liegen, da ist eine Rc- volution ein langer, schwerer Prozeß; erst durch eine lange Reihe von Massenstreiks hat sich das gewaltige Heer zusammenfinden können zum letzten entscheidenden Schlag. Wer den Verlauf der Revolution in seiner inneren Lage erfaßt, der wird sich durchaus keinem Pessimisirnis hingeben. Man bewundert das Heldentum des russischen Proletariats. Ich will diese Auffassung nicht nur nicht bestreiten, sondern ich möchte darauf verweisen, daß man den Tribut der Bewunderung des Heldentums zu viel den im Vorder- grund des Kampfes stehenden Persönlichkeiten darbringt und viel zu wenig der großen Masse, die ungeheure Opfer bringt. Ich möchte Sie darauf verweisen, daß es viel wichtiger ist, aus den russischen Vorgängen sich klar zu machen, daß die Entfaltung einer revolutionären Macht nicht allein abhängig ist von der Zahl der organisierten Sozialdemokraten. Erst die Stunde des Kampfes zeigt, welch ungeheurer Idealismus im Volke steckt. Die russischen Vorgänge zeigen, daß wir uns nach der allgemeinen Situation auch in Deutschland bereit machen sollen auf solche Kämpfe, in denen die Massen den Ausschlag geben. Der politische Massenstreik bildet den Mittelpunkt der Verhandlungen des Parteitages; ein Beweis, daß das Klassenbewußtsein im Proletariat immer tiefere Wurzeln faßt. Es fühlt aus sich heraus, daß daS Proletariat sich früher oder später darauf gefaßt machen mutz, seinen Besitzstand an politischen Rechten durch den Massenstreik zu verteidigen und zu erweitern. Die russische Revolution ist für das deutsche Prole- tariat ein großer Lehrmeister. Es ist kein Zweifel, daß die russische Revolution in weitgehendstem Matze ihre Wirkung ausübt auf das Ausland. Der russische Rechtsstaat wird auch eine Verschiebung der politischen Zustände in Teutschland nach sich ziehen. Das russische Proletariat muß uns dann als Vorbild dienen, nicht nur in bezug auf den Parlamentarismus. Ich meine in bezug auf die Entschlossenheit und Kühnheit, die politischen Aufgaben so hoch zu stecken, wie es die geschichtliche Situation erfordert. Wenn wir etwas aus der russischen Revolution gewinnen, ist es nicht Pessi- mismus, sondern der größte Optimismus, daß wir mit der größten Kühnheit der Zukunft entgegensehen und mit verzehnfachter Kraft rufen: Trotz alledem und alledem werden wir Sieger bleiben! (Minutenlanger Beifall.) Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution Katzenstein an: „Die am 25. September 1906 im Nibelungensaal zu Mann- heim tagende, von mehr als 5000 deutscher Männer und Frauen besrwhtc Volksversammlung sendet dem russischen Proletariat, das unter den schwersten Opfern den hingebcndsten Heldcnkampf gegen ein schwach- und blutbedecktes Gcwaltsystem führt, den Aus- druck bewundernder Anerkennung für die Großtaten dieser Vor- kämpfcr der Völkcrfreiheit, und brüderlichen Gruß. Die Ver- sammelten geloben, das leidende und kämpfende Proletariat nach ihren Kräften zu unterstützen und aus seinem Hcldenkampf nie versiegenden Antrieb zu eigener treuer und tapferer Kampfesarbeit zu gewinnen. Die Versammlung erhebt gleichzeitig schärf st en Protest gegen die schmählichen Helfershelferdienste, die von einer Reihe deutscher Regierungen und der Reichs- rcgierung fort und fort dem schandbedcckten Zarismus ge- leistet werden. Sie erwartet zuversichtlich vom Parteitag der deutschen Sozialdemokratie und dem Parteivorstand, daß sie Ver- Wahrung einlegen werden gegen jeden Versuch, das deutsche Volk in den Plan einer Unterdrückung der russischen Freiheitsbewegung zu verstricken, und daß sie dagegen erforderlichenfalls jedes Mittel schärfster Abwehr mit rücksichtsloser Schärfe zur Anwendung bringen werden."_ Zu kräftiger Agitation wird die ParteitagSwoche von den badischen und hessischen Genossen benutzt. Am Mittwoch fanden neun Versammlungen im 11. badischen Wahlkreise statt, in denen Parteitagsdelegierte sprachen. Am kommenden Montag finden in Frankfurt a. M. fünf Volksversammlungen statt, in denen die Genossen Ledebour- Berlin, S t r ö b e l- Berlin, F l e i ß n e r- Dresden, H a v e r k a m p- Bremerhaven und W eitzmann- Karlsruhe über„Die allgemeine Weltlage und die Sozialdemokratie" sprechen werden. Ein Parteigenosse als Duellant. Rom, den 25. September. Unangenehmes Aufsehen erregt in italienischen Parteikreisen ein Duell, das ein Redakteur des „A v a n t i", T. M o n i c e l l i, mit einem bürgerlichen Journalisten gehabt hat. Es handelt sich dabei mehr noch als um ein Abweichen von der Parteidisziplin um ein Abweichen von den Gepflogenheiten, auf die die sozialistische Journalistik mit Recht stolz ist. Das Duell war nur eine logische Folge.— Der„Avanli" enthielt nämlich dieser Tage ein Entrefilet voll Anspielungen auf ein vermeintliches Liebes- Verhältnis der Königin Mutter. Unseres Dafürhaltens war dieses Entrefilet einer sozialistischen Zeitung unwürdig, da eS sich mit dem beschäftigt, was für Mann oder Weib. Königin oder Arbeiterin. Privatsache ist, soweit nicht dritte dadurch geschädigt werden. Das Durchstöbern der Privatangelegenheiten überläht die Parteipresse aller Länder den bürgerlichen Schmocks. Natürlich bemerkten die Journalisten bürgerlicher Blätter sofort, datz der„Avanti" einen Fehlgriff getan hatte. Man bauschte die Sache auf, Monicelli wurde in- sultiert und— mutzte sich schlagen, um nicht von den Journalisten, denen er ins Handwerk gepsuscht hatte, als Feigling angesehen zu werden. DaS Duell war das denkbar harmloseste und endete nach längerem Fechten mit einer Hautwunde Monicellis. Die Gegner versöhnten sich, ganz nach feudalem Ritus, und der„Avanti" mutz eine halbe Spalte mit dem Protokoll der Kartcllträger füllen. Und da wundert man sich über den Groll der Syndikalisten gegen die Akademiker in der Partei k Freilich wundert sich Monicelli nicht darüber, denn er ist selbst Syndikalist! Die ganze Sache hat sich in Abwesenheit FerriS abgespielt, den Monicelli und seine beiden Kartellträgor— auch vom„Avanti"— um ihre Demission gebeten haben. Fem hat sie aber nicht an» genommen und sich mit einigen tadelnden Worten in der Zeitung begnügt._ polizeiliches, ßmchtlicbcs ulrv. Strafkonto der Presse. Genosse L i n x w e i l e r vom„Volks- b l a t t" für Bochum wurde wegen Beleidigung eines Kriminal- Wachtmeisters vom Schöffengericht Bochum zu 50 Ml. Geldstrafe verurteilt. 100 Mk. Geldstrafe erhielt Genosse Müller vom „Sächsischen Volksblatt" in Zwickau wegen Beleidigung von Fabrikanten vom Schöffengericht Plauen zudiktiert. (5cmrkkh&ft\khc*. Stehkragen-Proletariat. Die bei den Königsbcrger Rechtsanwälten tätigen Angestellten, soweit sie im Zentralverband der Bureauangestellten Deutschlands organisiert sind, stehen schon seit langem in einer Lohnbewegung. Bereits im Frühjahr reichte die Organisation Regulative ein und ersuchte die Rechtsanwälte, zur Hebung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse korporative Tarifverträge abzufchlietzen, fand aber, wie vorauszusehen, wenig Gegenliebe. Die Herren Chefs be- zweifelten sogar die Kompetenz der Angestellten, da die Lohn- kommission nicht„a l l c" Arbeitskräfte hinter sich habe. Auch die Rnwaltslammer wurde zur Vcrmittelung angerufen. Diese er- klärte aber, nichts unternehmen zu können, da sie die Interessen der ganzen Provinz Ostpreutzen zu vertreten habe, das Vorgehen der Angestellten-Organisation aber nur Königsberg allein berühre. Der Vorsitzende der Anwaltskammer, Herr Justizrat Lange, sagte den Angestellten aber seine private Unterstützung zu und es haben denn auch einige Sitzungen der Anwälte stattgefunden, die sich mit der Lohnangelegenheit beschäftigten; leider haben sie nichts Positives zutage gefördert. Die Anwälte wählten allerdings ihrerseits eine Kommission, die über die Zustände in den Bureaus Erhebungen anstellen sollte, dabei ist es aber auch geblieben. Während des Sommers wurde nun die Lohnbewegung hingezogen, jetzt, nach Beendigung der Gcrichtsferien, ist die Sache wieder aktuell ge- worden. In der letzten Versammlung der Bureauangestellten wurde wieder zur Lohnbewegung Stellung genommen und der Vorsitzende, Genosse Härtung, gab über den Stand der Dinge einen kurzen Situationsbericht. Um dem Einwand der Anwalts- kammer begegnen zu können, daß das Vorgehen der Angestellten nur Königsberg berühre, hat die Lohnkommission für die ganze Provinz eine Berufsstatistik in die Wege geleitet, die bald ab» geschlossen toerden kann. Die Lohnkommission hat außerdem in der Provinz überall Verbindung gefunden und wird nach Be» endigung der Statistik in den verschiedenen Städten öffentliche Versammlungen abhalten, in denen die Lohnfrage der Rechts» anwaltsaugestcllten behandelt werden soll. Genosse Härtung teilte weiter mit, daß die Rechtsanwälte demnächst wieder eine Sitzung abhalten werden und die Versammlung beschließt demnach, im Hinblick darauf vor dem 1. Oktober keine neuen Maßnahmen ergreifen zu wollen. Geradezu skandalöse Zustände wurden in dieser Versammlung geschildert über die Entlohnung der Lehr, linge in einigen Rcchtsanwaltsburcaus, und es wurde beschlossen, gegen diese„Herren Arbeitgeber" beim Ehrengericht der Anwalts- kammer in einer Eingabe Beschwerde zu führen, damit die gesetz- liche Standesorganisation der Anwälte entscheiden kann, ob in diesen Bureaus nicht aller Menschlichkeit Hohn gesprochen wird. Ueber die Verhältnisse in diesen Musterbureaus gibt ein Schreiben Aufklärung, das von einem Bureauangestellten verfaßt, folgender- maßen lautet: Einige Königsberger Rechtsanwälte als Arbeit- geber oder Segen des freien Arbeitsvertrages! mit Kindern! Der Zentralverein der Bureauangestelltcn Deutschlands erstrebt durch seine hiesige Mitgliedschaft für die KönigSbcrger Bureau- angestellten die Zahlung menschenwürdiger Löhne. Er fordert u. a. für Lehrlinge im ersten Lehrjahre 25 M., im zweiten Lehrjahre 85 M., im dritten Lehrjahre 50 M. Angesichts dieser Bestrebungen, die auch jeder einigermaßen rechtlich denkende Arbeitgeber unter- stützen mühte, haben hiesige Rechtsanwälte folgende Anstellungen fertig gebracht. Es engagierten: 1. Rechtsanwalt Martin Meherowitz am 16. Juli einen am 12. Juni 1802 geborenen(14 Jahre alten) Lehrling für 8 M. 2. Rechtsanwalt Kahane am 18. Juli einen am 9. Juni 1889 geborenen(also 17-Jahre alten) Angestellten für 5 M. und einen am 18. Januar 1892 geborenen(14 Jahre alten) Angestellten für 5 M. 8. Rechtsanwälte Magnus u. Zanory am 10. August einen Lehrling, geboren 4. Jnli 1892(also 14 Jahre alt) für 5 M. 4. Justizrat Ltpmann am 1. August einen Lehrling, geboren 16. November 1891(t4?L Jahre alt) für 6 M. 5. Rechts- anwalt Aschkanasy einen Lehrling für 8 M. 6. Justizrat Heck am. 4. August einen Lehrling, geboren 22. August 1892(14 Jahre alt) für 5 M. 7. Justizrat Fuhge am 16. August einen Lehrling. geboren 27. April 1891(15 Jahre alt) für 6 M. 8. Rechtsanwalt Seelmann am 17. September einen Lehrling, geboren 17. De- zcmber 1891(14?L Jahre alt) für 8 M. 9. Justizrat Löffle am 1. September einen Lehrling, geboren 15. März 1892(14 Jahre alt) für 3 M. Monatslohn. Der letzte Arbeitgeber legt„seinem" Angestellten am Monats- fchluß für eine einmonatliche Arbeit einen harten preußischen Taler auf das Zahlbrctt. Der Lehrling trägt den blanken Taler mit der tröstenden Umschrift„Gott mit uns" nach Hause und verlangt von seinen Eltern, daß sie ihn dafür ernähren und be- kleiden sollen. 10 Pf. pro Tag Lohn hält der Herr Anwalt für eine der Würde des Anwaltsstandes entsprechende Angestellten- besoldung. Die anderen Herren glauben diese Würde mit einem Fünfviarlstück pro Monat, und wenn es hoch kommt mit 8 blanken Reichsmärkcrn ausreichend gewahrt. Sind derartige„freie" Arbeitsverträge mit jugendlichen Personen sittlich? Herr Justizrat Löffle ist, wenn wir nicht irren, kürzlich mit dem Kronenorden III. Klasse dekoriert worden. Serlin und Nmgegenck. Der Metallnrhcitcrstreit bei der Firma Schöning, Uferstraße, ist nach achtlägigcr Daner gestern beendet worden. Die Firma hat sich veranlntzr gesehen, den Forderungen der Arbeiter entgegen» zukommen und die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit zu be- willigen. Ebenfalls wurde den Lohnarbeitern eine zehnprozentige Lohnerhöhung zugesichert. Bis auf sieben Mann ist auch die Wiedereinstcllnng der Streikenden erfolgt. An der Nichtwieder- einslellung dieser sieben Mann glaubte die Fabriklcitung mit Rück- licht auf die Nantzieitzerdienste einer Anzahl Arbeitswilliger festhalten zu inüffen._ Volles Molkerei. Die Meiereiarbeiter der Firma Bolle hielten kürzlich eine Betriebsbefprechung ab, vom Transportarbeitervcrbande ein- berufen. Herr Bolle untersagte den Meiern den Besuch der Versammlung und ließ bekannt machen, datz der Ungehorsam mit üffortiger Entlassung bestraft würde. 19 Arbeiter, welche dem verbot zuwider handelten und die Versammlung als Mitglieder ihres Verbandes besuchten, wurden tatsächlich sofort entlassen, unter Auszahlung des Lohnes für drei Tage. Dieser Angriff der 115 Jahre. Für die Vorjahre 1904 und 1903 stellte sich dieses Ver- 1 zweifelt worden. Die drei Frauen, die ihre Aufnahme in die WahlFirma Bolle auf das Recht der Arbeiter, einer Organisation an- hältnis auf 487 bezw. 502 Kinder und 513 bezw. 498 Erwachsene. liste fordern, find indes anderer Meinung, sie wollen nicht abwarten, zugehören, hat in weiteren Kreisen große Entrüstung herbor- Wie bereits aus den vorstehenden Angaben ersichtlich ist, hat ob und bis die Gesetzgebung ihnen zu ihrem vermeintlichen Recht gerufen und eine energische Abwehr ist in Aussicht genommen. fich die Kindersterblichkeit im Jahre 1905 etwas vermehrt. Haupt- verhilft, sie glauben, daß das geltende Gesetz ihnen bereits dieses sächlich sind die Säuglinge, namentlich auf dem Lande, daran Recht gibt. beteiligt, denn es starben von 1000 Lebendgeborenen im ersten Lebensjahre bei den ehelichen bei den unehelichen in den in den auf dem Städten im Jahresdurchschnitte beztv. im Jahre Städten auf dem Lande Lande 211 183 403 312 211 186 398 319 210 187 895 882 203 187 385 836 195 185 374 336 195 183 377 334 162 162 305 287 188 184 342 332 172 833 339 Daß die Meiereiarbeiter allen Grund haben sich zu organifieren, zeigt ein Blick auf die miserablen Verhältnisse, unter denen fie leiden. Es sind etwa 60-80 Mann, die wie in einer Kaserne leben, nach strengen Regeln, mit Strafregister und Instruktions stunden und dem bei Bolle unvermeidlichen Kirchgang. Wer bis um 11 1hr nicht im Bett sein kann, muß eine Urlaubsfarte erbitten, sonst muß er Strafe bezahlen. 4-12 Mann werden in 1876/80 einem Raum untergebracht; die Betten stehen übereinander. Um 1881/85 3 Uhr morgens, von einigen schon um 23 Uhr, wird mit der 1886/90 Arbeit begonnen und um 4 Uhr Feierabend gemacht. Verspätungen 1891/95 ( aber nur beim Beginn der Arbeit) werden mit 5-20 f. bestraft. 1896/1900. Wer die Instruktionsstunde mit anschließendem Kirchgang ber- 1901 fäumt, muß gar 50 Pf. Strafe bezahlen. Alle drei Wochen gibt es 1902 einen freien Sonntag, und wenn der freie Mann" bis 12 Uhr 1903 abends ausbleibt, drückt Herr Bolle gnädigst ein Auge zu. Er 1904 zahlt einem Meier den hohen Lohn von 35 bis 40 M. pro Monat 1905 zum Anfang und gibt jedes Jahr eine Zulage von 5 M., sodaß Daß eine Mutterschaftsversicherung dringend not tut, demonstrieren kommen kann, und das ist natürlich der Höchstlohn. Er erhält ja ehelichen. Ueber ein Drittel von den armen Geschöpfen rafft der ein Meier im Laufe der Jahre sogar bis auf 55 M. pro Monat mit erschreckender Deutlichkeit die Sterblichkeitsziffern bei den UnKost und Logis! An der Kost haben freilich die immer unzu- Tod schon im ersten Lebensjahre dahin. Und wir nennen uns: friedenen Meier am meisten auszusetzen; sie behaupten, sie würden Kulturbolk! nicht satt und schimpfen über die Schmalzstullen und trockenen Schrippen. Früher, als die Meier sich noch nicht um den Verband fümmerten, waren sie viel zufriedener und murrten nicht so viel tie heute. Kein Wunder, daß Herr Bolle sehr grimmig auf den Verband zu sprechen ist. Deutfches Reich. Ein neuer Hafenarbeiterstreit in Stettin. Wie die„ OstseeBeitung" meldet, ist gestern auf allen Schiffen der Neuen DampferKompagnie von den Hafenarbeitern der Ausstand erklärt worden, weil man ihrem Verlangen, die dem Hafenarbeiterverbande nicht angehörenden, bisher dort beschäftigten Arbeiter zu entlassen, nicht willfahren wollte. Ein Flößerstreik. Wie die„ Ostdeutsche Presse" meldet, sind die Flößer von Nakel und Umgegend, im ganzen 300 Mann, in den Ausstand getreten. Die Lohnfrage soll bei dem Ausstande nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Streit der Lambrechter Weber und Weberinnen dauert unberändert fort. Alle Einigungsversuche feitens der Arbeiter wurden durch das Verhalten der Unternehmer illuforisch gemacht. Die Fabrikanten bemühen sich, von auswärts Streitbrecher zu bekommen, was ihnen bis jetzt noch nicht gelungen ist. Zuzug von Webern und Weberinnen ist deshalb streng fernzuhalten. liche Blätter werden um Abdruck gebeten. Husland. Arbeiterfreund Die Textilarbeiteraussperrung in Enschede. In dieser Woche sind die Textilfabriken schon am Mittwoch geschlossen worden, so daß die 7000 Arbeiter und Arbeiterinnen nur für drei Tage Lohn erhielten. Die Fabrit Lamshoeve", wo gestreift wird, darf jedoch nach dem weisen Ratschluß des Fabritantenvereins die ganze Woche über arbeiten und die nächste Woche auch. Dadurch soll dieser Fabrik Gelegenheit gegeben werden, jederzeit Ersatz für die Streifenden anzunehmen, falls sich Streitbrecher einfinden. Bisher hat die Aussperrung die Wirkung, daß der Textilarbeiterverband immer mehr Mitglieder gewinnt. Die Ausgesperrten auf die Dauer aus eigenen Mitteln zu unterstüßen ist der Verband nicht imftande; er hat sich nun an den Verband der niederländischen Gewerkschaften um Hülfe gewandt, die wohl gewiß auch nicht ausbleiben wird. Unter Mitwirkung des Bürgermeisters von Enschede ist ein bürgerliches Komitee gebildet worden, das eine Ginigung zwischen den Parteien anstreben soll. Soziales. Für den Berkehr mit Nahrungsmitteln von Bedeutung ist ein Urteil des Kammergerichts. Für rechtsgültig erklärte das Kammergericht eine für Barmen erlassene Polizeiverordnung, welche vorschreibt, daß als Holländerkäse nur Käse verkauft werden dürfe, der einen Mindestfestgehalt von 24 Proz. habe. Das Gericht führte aus, daß das Nahrungsmittelgeseß die Gültigkeit der Verordnung nicht ausschließe. Die Verordnung wolle das Publikum schüßen, indem . 179 185 188 Landarbeiterlos. 806 350 " In Hof hatte sich der Pferdeknecht Wawrzyniec Grabowski aus Rußland wegen Bergehens wider die öffentliche Ordnung zu verantworten. Der arme Mensch weinte, daß es einen Stein hätte erbarmen mögen, als ihn der Gendarm in den Gerichtssaal führte. Das Verbrechen, dessen er sich schuldig gemacht haben soll, wirft ein recht bezeichnendes Licht auf die rechtliche Stellung der Landarbeiter. Der Gutsbesizer Rudolf Echwabe in Mödlareuth, ein echter deut scher Patriot" und waschechter Agrarier, hat sich eine Anzahl galizische und russische Landarbeiter fommen lassen; durch Verträge", deren Bedeutung und Folgen die Leute nicht tannten, sind diese auf 1 Jahr ihres Selbstbestimmungsrechtes beraubt. Die Leute, die keine Ahnung von den Verhältnissen haben, die weder Sprache noch Sitten kennen, sind vollständig schutz- und rechtlos; auf Grund ihres Vertrages müssen sie bleiben, oder zu was gäbe es denn Richterfalls es ihnen einfallen sollte, den Dienst borzeitig zu verlassen, dann sind ja die Gefängnisse da. Das mußte auch der junge russische Landarbeiter erfahren. Er ist im März 1906 in Dienst getreten und hätte bis dahin 1907 bleiben müssen, hat aber schon im Juni den Kompottschüsseln des Herrn Schwabe dieu gesagt. Als er fort wollte, hat ihm Schwabe die Papiere sowie 36 M. Lohn einbehalten. Da ließ der junge Russe seinen Leidensgenossen gegenüber die Worte fallen: Wenn ich meine Papiere und mein Geld nicht bekomme, zünde ich das Gut an.'" Bur näheren Information wollen wir noch mitteilen, daß der ganze Jahreslohn des jungen Russen 216 M. betrug, und daß laut Vertrag der Gutsbesißer den Lohn für zwei Monate einbehalten konnte. Der junge Ruffe, der kein Wort Deutsch kann, so daß Herr Kauf mann Blauzwirn als Dolmetscher fungieren mußte, gab an, er fei deshalb fort, weil das Essen sehr schlecht und er Hunger hatte, auch war die Arbeit zu schwer, und überdies wurde er vom Sohn des Gutsbesizers geprügelt; er will die Aeußerung nur als Verwünschung" gebraucht haben. Der Besizer, als Zeuge vernommen, bestritt selbstredend, daß geprügelt worden sei und die Kost hm, mag sein, daß den Polen diese nicht schmecke. Weiter hatte die agrarische Staatsstüße nichts zu sagen. Das Gericht verurteilte den armen Teufel von Landarbeiter wegen Dienstentlaufens zu 8 Tagen Haft und wegen Drohung zu 3 Wochen Gefängnis; er hat nach richterlicher Deduktion durch seine Worte„ öffentlichen Frieden gestört". Der Herr Gutsbesitzer aber, der die Leute hierher geschafft hat, der hat keine Beunruhigung dadurch verursacht, der gilt auch in Zukunft als guter Deutscher" und als Patriot im Rechtsstaat Preußen- Deutschland. Aus Induftrie und Handel. " Die amerikanische Automobilindustrie nimmt einen immer größeren Aufschwung. Die Zahl der Autowagen, die gegenwärtig in den Vereinigten Staaten im Gebrauche find, wird auf wenigftens 80 000 geschäzt; New York hat davon allein 30 000 registrierte Automobile. Im letzten Jahre waren 121 Fabriken mit dem Automobilenbau tätig. Für den Automobilsport wurden während des Jahres 50 000 000 Dollar verausgabt, wie die Zeitungen schäßen, und davon dürften 40 Millionen in die Taschen der Fabrikanten geflossen sein. Die ganze Frage spitzt sich also dahin zu: Besitzen selbständige Frauen das Bürgerrecht, wenn sie ein Jahr lang in der Stadt wohnen und die übrigen Voraussetzungen des§ 5 der Städteordnung erfüllen, oder besigen sie es nicht?" Der Referent verneinte die Frage und beantragte in Uebereinstimmung mit dem Magistrat, den Einspruch zu verwerfen. Dann fam's noch besser. Wir folgen einem Bericht der Danziger N. Nachr.": Stadtv. Schmidt, der sich während des größten Teil des Referats angeregt nach allen Seiten unterhalten hat und einmal mit den Händen das Drehen eines Leierkastens imitierte, spricht dem RefeSein ausführliches renten den Dank der Stadtverordneten aus. Referat werde hoffentlich dem Druck übergeben werden und ein Wahrzeichen für die Frauen sein, sich nicht wieder hervorzuwagen. Auch er stehe auf dem Standpunkte des Referenten; denn sonst wäre im Gesetze doch wohl auch von Tanten und Cousinen die Rede gewesen. Ghre angetan.( Diesen Satz mit gehobener Stimme.) Im übrigen habe der Referent der Sache viel zu viel Später paufte Schmidt nochmals in derselben Weise los, und damit war die Sache erledigt. Die Frauen sehen da wieder, mit welcher Objektivität und von welchen Gesichtspunkten aus bürgerliche Volksvertreter" ihren berechtigten Forderungen entgegentreten. Je kräftiger die Frauen bei allen Wahlen den Sieg der sozialistischen Kandidaten fördern, desto näher kommen sie dem Ziele. Keinem Sozialdemokraten wird es einfallen, den Frauen das Wahlrecht zu verweigern. Eine Fachschule für Dienstmädchen. Kopenhagens Dienstmädchenvereinigung wird am 1. November eine Fachschule eröffnen, in der jungen Mädchen unter 20 Jahren, die Mitglieder der Organisation sind, unentgeltlich Unterricht in allgemeiner Hausarbeit, im Kochen, Waschen, Blätten usw. erteilt wird. Der Kursus dauert ein halbes Jahr. Kost und Logis wird den Teilnehmerinnen ebenfalls unentgeltlich gewährt. Gegen Entgelt fönnen auch ältere, in Stellung befindliche Dienstmädchen am Unterricht teilnehmen, und es wird den Herrschaften anheimgestellt, ihnen die dazu nötige Freizeit von 12 bis 6 Uhr zu gewähren. Für die Fachschule gilt felbstverständlich der übrigens auch von vielen Herrschaften anerkannte, von der Dienstmädchenorganisation aufDie Schülerinnen sind verpflichtet, nach Abgestellte Tarifvertrag. ichluß des Unterrichts eine Stellung durch den Arbeitsnachweis der Organisation anzunehmen. Die Kosten der Schule sollen teils durch Beiträge, teils durch Servierung und Verkauf der zubereiteten Speisen sowie durch Uebernahme von Basch- und Plättarbeit gedeckt werden. Auch erwartet man, daß Staat und Kommune das Unternehmen unterstüßen werden. In einem Vortrage über die Fachschule, den die Drganisations vorfißende Frt. Marie Christensen am Mittwoch in einer öffentlichen Versammlung hielt, bemerkte fie, baß tüchtige Dienstmädchen berbältnismäßig felten seien, so daß die Organisation manchmal feine ausgebildeten Arbeitskräfte habe vermitteln können. Das liege daran, daß die Dienstmädchen in den Hauswesen sich mit allen möglichen Arbeiten beichäftigen müßten, wobei sie sich keine be= sondere Ausbildung verschaffen könnten. Die Rednerin schloß mit den Worten: „ Die Dienstmädchen müssen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Freiheit haben, sonst werden sie untüchtig in ihrem Fach sein. Ihr Stand muß ein Gewerbe so gut wie alle anderen sein. Und auch das sollen sie in der neuen Fachschulelernen." Verfammlungen. Ueber die Antwort der Unternehmer auf die Forderungene Ber Rohrer wurde in einer Versammlung der Angehörigen dieser Branche, die Dienstag im Englischen Garten" tagte, nach einem Vortrage des Genossen Stribow folgendes berichtet: Dem Unternehmerverband ist von den vereinigten Kommissionen der lokalund zentralorganisierten Rohrer ein Tarif unterbreitet worden, der fich von dem von 1903 wesentlich nur dadurch unterscheidet, daß pro Quadratmeter 2 Pfennig Lohn mehr gefordert werden. Gine Antwort erfolgte erst gar nicht. Sie mußte durch persönliches Angehen von Kommissionsmitgliedern herausgeholt werden. Der Schriftführer Krause des Verbandes der Rohrdeckenfabrikanten gab schließlich schriftlich bekannt, daß der Verband beschlossen habe, daß es bei der augenblicklichen Lage des Bau- und Geldmarkts den Fabrifie für Waren mit bestimmten Bezeichnungen eine bestimmte Qualität Aus der Elektrizitätsindustrie. Außerordentlich rege wurden fanten unmöglich sei, die Lohnerhöhung zu bewilligen. Es entvorschreibe. Sie finde im Polizeiverordnungsrecht ihre Stüße. Ihre im laufendenJahre die Betriebe des Elektrizitätsgewerbes bon spann sich eine sehr lebhafte Debatte, in der vielfach an der AntSwedmäßigkeit habe das Gericht nicht nachzuprüfen. Die Sache des der Automobil- Industrie in Anspruch genommen. Sowohl an wort der Fabrikantenvereinigung scharfe Kritik geübt und die NotAngeklagten Wessel, den das Landgericht wegen vermeintlicher Un- ber Bahl der Automobilbaufabriken als auch der der wendigkeit der Stärkung der Organisationen betont wurde. gültigkeit der Verordnung freigesprochen hatte, wurde zu nochmaliger Automobilbetriebs- Gesellschaften, die im laufenden Jahre Schließlich wurde folgende Resolution gegen brei Stimmen anBerhandlung an die Vorinstanz zurückverwiesen. wurden, neu gegründet läßt fich ersehen, welch einen bedeutenden Aufschwung die deutsche Automobilindustrie nimmt. Die Bewegung der Bevölkerung in Preußen im Jahre 1905, Im August allein wurden fünf neue AutomobilbetriebsGeboren sind im Jahre 1905 in Breußen 659 602 Knaben und Gesellschaften gegründet. Die Gestaltung der Aussichten im 320 390 Mädchen, zufammen 1279 992 Kinder. Totgeboren waren Elektrizitätsgewerbe hängt eng zusammen mit der Fortdauer der Hochdarunter 21 564 Knaben und 16 808 Mädchen; das Verhältnis aller konjunktur im Bergbau und Eisengewerbe. In einer so günstigen Zeit wie Geborenen zu den Totgeborenen war daher, wie auch früher, bei gegenwärtig gehen die Werke verhältnismäßig leicht dazu über, eine Knaben ungünstiger als bei den Mädchen. Gegen das Vorjahr hat imgestaltung des Betriebes vorzunehmen, wobei man mehr und eine Abnahme der Geborenen um 24 705 oder um etwa 1,89 Proz mehr zur Einführung elektrischen Betriebes übergeht. Auf den stattgefunden; dem Jahre 1903 gegenüber, in welchem nur fistalischen Bergwerken im Saarrevier sind im laufenden Jahre schon 1274 666 Geborene gemeldet waren, ist immer noch ein Fortschritt bedeutende Neuanlagen geschaffen worden, um in wenigen Jahren um 5 326 Geborene oder um 0,4 Proz. zu verzeichnen. den direkten Dampfantrieb durch elektrischen zu ersetzen. Zu diesem Unehelich Geborene gab es 92 212 oder 7,20 Broz.( darunter 3wed wird ein das ganze Industriegebiet durchziehendes Netz von 3923 Totgeborene); es hat somit eine geringe Zunahme der unehelich Stabelleitungen hergestellt, an das alle wichtigeren Betriebspunkte Geborenen gegen das Vorjahr stattgefunden, in welchem deren Zahl angeschlossen werden. 7,1 Proz. betrug. Die Anzahl der Sterbefälle belief sich auf( einschließlich der Totgeborenen) 765 051; gegen das Vorjahr ist ein sehr erhebliches Ansteigen der Gestorbenen eingetreten, und zwar um 22 741 oder um etwa 3,1 Proz. Der Geburtenüberschuß stellt sich daher noch erheblich ungünstiger; er ist von 562 387 auf 514 941 oder um 47 446, gleich 8,4 Proz. gefallen. Auch gegenüber dem Jahre 1903 ergibt fich eine Zunahme der Todesfälle um 17 648, ein Herabgehen des Geburtenüberschusses um 12 322. Eheschließungen gab es im Jahre 1905 299 988 gegen 294 782 im Jahre 1904 und 285 384 im Jahre 1903. Wir bemerken also wiederum eine Zunahme der Eheschließungen, und zwar um 14 604 gegen das Jahr 1903 und um 5256 gegenüber 1904. Fälle von Mehrgeburten gab es 16 569 mit 38 292 Kindern. Die Fälle, in denen Drillinge zur Welt kamen, beliefen sich auf 148, Vierlinge gab es drei. Was das Alter der Eheschließenden anlangt, so heirateten 579 Männer im Alter unter 20 Jahren; im Alter von 20-30 Jahren schritten zur Ehe 218 836 Männer, im Alter von 30-40 58 674, im Alter von 40-50 13 788, im Alter von 50-60 5622 und selbst im Alter von über 60 Jahren gab es noch 2489 Eheschließende. Bereinigte Stahlwerke van der Zypen, A.-G. in Köln- Deut. Das letzte Geschäftsjahr erbrachte einen Rohgewinn von 2 468 605 M. gegen 179 839 M. im Vorjahre. Aus dem sich ergebenden Reingewinn bon 1 470 452 M. werden 18 Proz. Dividende verteilt; die Gewinn anteile belaufen sich auf 269 448 M. Aus der Frauenbewegung. Das Frauenstimmrecht im Danziger Stadtparlament. Gegen die Wahlliste zur Wahl der Stadtväter in Danzig hatten Fräulein Emmendörfer und Genossen Widerspruch erhoben. Sie beanspruchten als Wahlberechtigte in die Liste aufgenommen zu werden. In der Sigung vom 24. September tam die Angelegenheit zur Erörterung. Stadtverordneter Behrendt führte dazu unter anderem folgendes aus: " Es handelt sich darum, daß drei Frauen den Anspruch er heben, in die Liste aufgenommen und damit als stimmfähige Bürger anerkannt zu werden. genommen: Die Versammelten sehen in der Antwort des Unternehmerverbandes auf die bescheidene Anfrage ihrer Kommissionen eine Zurüdseßung. Sie beauftragen ihre Kommissionen, nochmals mit den Unternehmern zu verhandeln und bis zum 2. Oftober eine bindende Antwort zu verlangen. Sollte diese so ausfallen, daß sie nicht annehmbar sei, so werden die Rohrer am 3. Oktober ihre Antwort darauf erteilen." Der Tarif soll auch sofort den Unternehmern unterbreitet werden, welche nicht dem Arbeitgeberverbande angehören. Am 2. Oftober wird eine weitere Versammlung stattfinden. Eingegangene Druckfchriften. " Kommunale Praxis". Wochenschrift für Kommana lpolitik und Gemeindefozialismus. Herausgeber Dr. Albert überum. Verlag von Baul Singer, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Zum Parteitage hat die Kommunale Pragis" eine Sondernummer herausgegeben, die sich im ersten Teile mit der Erziehungsfrage beschäftigt, im zweiten Teile Berichte über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Partei in den Gemeinden enthält. Aus dem sehr reichen Inhalte heben wir besonders d.e Darstellung der Aufgaben von Staat und Gemeinde bei der förperlichen Erziehung der Jugend von Dr. Silberstein in Rigdorf, sowie eine Abhandlung von Otto Ühlig über die Jugendfürsorge in Dresden hervor. Wertvolle Fingerzeige gibt auch die programmatische Arbeit Dr. Lindemanns: Warum treiben wir Kommunalpolitit?" Gerade jett, wo die Gemeindewahlen in vielen Gegenden Deutschlands unmittelbar vor der Tür stehen, bietet sich zur Agitation brauchbarer Stoff. Probenummern der Kommunale Praxis" find jederzeit kostenlos vom. Berlage der„ Kommunalen Praxis", Berlin W. 10, zu erhalten. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um. 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. G. 5. 68. Uns nicht bekannt. G. 100. M. 1. und 2. Ja. Die eheschließenden Frauen waren durchweg jünger: im Alter Die Frage, ob dem Einspruch stattzugeben ist oder nicht, ist von unter 20 Jahren heirateten 28 850, im Alter von 20-30 225 026, von prinzipieller Bedeutung und wird, wie ich anzunehmen Ver- 3. Nein. 4. Ja. 5. Nein. 6. Sie können lediglich auf vollen Unterhalt im Alter von 80-40 33 994, im Alter von 40-50 9091. Zwischen anlassung habe, mit unserer Entscheidung taum erledigt fein, flagen und dann pfänden lassen. H. Neuendorf S. 14. 1. Nein. 50-60 Jahren heirateten nur noch 2481 und im Alter von über sondern wohl noch die höheren Instanzen beschäftigen. Ich folgere 2. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Ergänzung nach der Richtung, das aus dem Umstande, daß die drei Frauen, die den Einspruch welchen Inspektionsbezirk Sie meinen. 5. O.,. R. 73. Sa. 60 Jahren 546 Frauen. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungszutvachfes stellt sich die erhoben haben, in der Frauenbewegung tätig sind, die es sich O. B. Ohne Kenntnis des Falles selbst sind die Fragen nicht zu bes Sterblichkeit im Jahre 1905 niedriger als in den Jahren 1908 und unter anderem zur Aufgabe gestellt hat, für die Frauen das antworten. Schildern Sie den Sie interessierenden Fall und knüpfen daran zu kommunalen, R. R. 21. Uns nicht befirchlichen und politischen die Frage. Allgemeine Fragen sind zwecklos. und 1901, aber höher als 1904 und 1902. Gegenüber den früheren Stimmrecht fannt. St. 70. Dissident. R. S. 22. 1. Sie müssen den Zutritt Nach meiner Ansicht soll bei uns der Jahrfünften ist dagegen eine sehr erhebliche Besserung zu ver- Wahlen zu erreichen. ermöglichen, eventuell durch Abgabe des Schlüssels. 2. Dasselbe Glas. erste Versuch gemacht werden, die Rechtslage zu klären. 2. 10. Engel- Ufer 15. Tischler Köpenick. Sie haben nicht die merken. Von den Verstorbenen waren Kinder im Alter von unter fünf So weit ich das übersehen kann, hat bisher niemand die Rechtslage Schlöffer anzuschaffen. Es ist durchaus unrichtig, daß es gesetzlich unzu. R. N. 23. Neiu. Jahren 176 805 Knaben und 148 436 Mädchen; 9261 Knaben und für unflar gehalten, denn es hat noch nie und nirgend ein Zweifel tässig fet, daß die Fabrikleitung die Schlöffer liefere. 9506 Mädchen starben im Alter von 5-10, 5138 Knaben und 5871 darüber bestanden, daß die Frauen von der Beteiligung an den Mädchen im Alter von 10-15 Jahren. Ueberhaupt waren unter 1000 Wahlen ausgeschlossen, und daß nur die Männer dazu berufen sind. Verstorbenen 488 Kinder unter 15 Jahren und 512 Erwachsene über Das ist meines Wissens auch von den Frauen selbst bisher nicht beBerantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Grosser Porzellan Wirtschafts- Markt! " und Zum Umzug haben wir große Posten Waren zu fabelhaft billigen Preisen eingekauft, und bitten wir das kaufende Publikum, unseren Wirtschafts- Markt zu besichtigen. Jeder Käufer wird staunen, daß wir streng reelle Waren zu enorm billigen Preisen verkaufen, und können wir nur raten, diese günstige Gelegenheit zu benutzen. Waffergläser Glas. Porzellan und Steingut. Wirtschafts- Artikel. 15 Pf. Reibmaschinen 8 Pf. 1.35 M. Wirtschafts- Artikel. 1.25 M. Küchenlampen Messerpugmaschine m. Brett 6.85 M. Wirtschaftswaagen Bringmaschine 5 Pf. Speiseteller, tief oder flach 19 Pf. Likörgläser 5 Pf. Dessertteller Weingläser, crystall. 16 Pf. Terrinen 1.85 M. Küchenlampen, Rundbrenner Tischlampen 48 Pf. 1.35 M. Compottieren, 7 Stüd Saz 98 Pf. Tassen, dekorirt Paar 15 Pf. 12.50 M. Tischlampen, Dnyr, gr. Brenner 295 M. Zuckerschaalen 9 Pf. Waschbecken, groß, dekorirt 98 Pf. Kaffeemühle, Blech 78 Pf. Armlampen 48 Pf. Butterdosen 15 Pf. Waschkrüge, groß, dekorirt 98 Pf. Kaffeemühle, Holz 1.95 M. 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Linoleum- Teppiche, extra groß 12.75, 15.25 M. Linoleum- Vorleger 43, 68, 95 Pf.| Ferner: | Braune Holzwaren. Bauerntische Bauerntisch m. Goldgravierung 3.50 M. 4, 5, 6 Pf. 6 Pf. 28 Pf. Kammkasten 18 f. 28 Bf. 38 Bf Pf. 1.95 M. 48 Pf. 15, 28, 38, 45 Pf. 10 Pf. 35, 48 Pf. Waschleinen 1.15., 65, 48, 20,18 Pf. Umzugs- Artikel. Gardinenstangen 2.85 M. Portierenstangen 28, 45 Bf. Rosetten 48, 75 Bf. 3ugvorrichtungen Bürstenkasten Zeitungsmappen 95 Pf., 1.45,2.25 M. Zimmersäulen m. Goldgravier. 3.75 M. Zigarrenschränke 3.45 M. Baneelbretter, 100 cm lang 2.95 M. Konsolen, elegant 1.45 M. Bücheretageren 2.95, 4.50 M. 9,50 M. 48 Pf. Serviertisch 9 Pf. Nähkasten Gardinen und Stores. Engl. Tüll- Vitrage, weiß u. creme 11, 24, 48 Bf. Engl. Tüll- Gardinen Mtr. 26, 38, 58 Bf. Engl. Tüll- Gardinen, la. Dual., mod. Muster 75, 98 Pf. Engl.Tüll- Gardinen, ab rep.. 2 Shwals 1.45,2.95,4.25 M. Engl. Tüll- Gardinen, abgepaßt, 2 Shawls 6.95,825 M Engl. Tüll- Gardinen, hochelegant 12.50, 16.75 M. Engl. Tüll- Stores 1.95, 3.25, 5.75 M. Erbs- Tüll- u.Spachtel- Stores m.Volant5 95,8.75 M. Erbs- Tüll- u. Spachtel- Stores la. Onal. 14.50 M. Engl. Tüll- Bettdecken, div. Größen 2.25,450,8.75 M. Erbstüll- u. Spachtel- Bettdecken 12.50, 16.95 M. Spachtel- Bettdecken, eleg. Ausführung 19.50,26.00 M. 35, 48, 68 Pf. 2.15, 2.95 M. 12, 24, 35 Pf. 45, 65 Bf. Eiserne Gardinenstangen 15, 18, 25 Pf. Porzellanringe Glühstrümpfe 2 Stück 5 Pf. 18, 25, 38 Bf. Kaffeelöffel ,, Britania" Stud 6 Pf. Eklöffel ,, Britania" Stück 12 Pf. Roßhaarbesen 1.85, 2.25, 2.95 m. Borstenbesen 1.25, 1.95, 2.45 M. Borstenhandfeger 38, 65, 95 Pf. Portieren und Bettvorleger Leinen- Plüsch, 2 Shawls u. Lambr. 7,95, 9.75, 11.85 m. Leinen Plüsch mit eleg.Aplikat. 15.75, 19.50, 26.50 M. Velvet, 2 Shawls u. Lambr. 9.10, 12.50, 15,85 M. Tuch, 2 Shawls u. Lambr. 9.95, 12,50, 16,95 M. Filz- Tuch, 2 Shawls u. Lambr. 4.95, 7.50, 10.75 M. Bettvorleger, imit. Berser 95 Pf. Axminster, la Dual tat 1.10, 1.65, 1.95 m. Schiras, moderne Muster 3.25, 4.95 M. Velour, große Muster- Auswahl 2.95, 3,45, 5.25 M. Fell- Vorleger, div. Ausführungen 1.95, 2.85, 3.95 M. Eisbärfell mit Kopf 14.25, 19.75, 25.95 M. Felle, diverse Ausführungen 5.45, 6.50, 8.25 M. Unsere berühmten 95 Pfg.- Tage 1 Pfund feine Leberwurst 1 Pfund harte Mettwurst und Pfd. Th. Knoblauchwurst) Pfd. Schinkenspeck u. Pfd. Delikateß- Sülze 2 Pfund Zwiebel= Leberwurst 95 Pf. 2 Pfund Thüringer Rotwurst 95 Pf. 1 Pfund Hallesche Leberwurst 95 Pf. ½2 Pfd. Jagdwurst und 1/2 Pfd.) 2 Flaschen Rotwein ichu.) 95 Pf. 4 Packete Pudding- Pulver) 10 Bfund. Eßbirnen 95 Pf. 5 Pfund Tiroler Aepfel 10 Pfund Tafel- Aepfel ½, Bayer. Bierkäse, ½ Pfund Edamer, 1 Camembert Flasche Cognac u. ½, Flasche) Flasche) 95 Pf. verschiedene Liföre nur für Lebensmittel. nehl 95 Pf. 5 Pfund Kaiser- Auszugsmehl und 2 Erbswürfte 1 Büchse Bratheringe u. 1 Büchsel Bismarck- Heringe 95f. 95 Pf. Flasche Ia Rum 95 Pf. 2 Packete fertige Kuchenmasse u.) 95 Pf. 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September 1906, Bohl Nürnberg ist zunächst gegen eine plöbliche Erhöhung V Magdeburger Landfriedensbruchprozeß. der Unterstübungen, wie sie in verschiedenen Anträgen gewünscht worauf Knoll- Berlin die Beamten- und Gehaltsfrage vom ( Telegraphischer Bericht.) V = Bethke Berlin präzisiert seinen Standpunkt nochmals, werde. Wir sollten das Augenmerk mehr auf Erhöhung der Lohn- Standpunkt der Ansichten der Generalfommission schildert und verund Arbeitsbedingungen richten. Er empfiehlt die Anstellung von schiedene Ausführungen einiger Redner nach der Richtung wieder Magdeburg, den 28. September. zwei weiteren Beamten in der Zentrale speziell für die Agitation. auf die Füße stellt. Gegen 23 Angeklagte, die des Landfriedensbruchs und Aufruhrs Die Stojten würden durch ihre Tätigkeit reichlich gedeckt. Frizze Hamburg bekennt sich als Befürworter einer Regelung beschuldigt sind, verhandelt am Freitag und Sonnabend das MagdeBethke Berlin erklärt sich gegen eine Erhöhung der Bei- der Beamtenfrage, wünscht auch mehr System in das Kassiererwesen burger Schwurgericht. Achtzehn der Angeklagten sind Kutscher, je träge, auch gegen Staffelbeiträge und Staffelunterſtüßung. Er gebracht und will ebenfalls schlecht bezahlte Orte weniger Beiträge zwei Bauarbeiter und Arbeiter und einer Malergehülfe. Die beiden bittet auch jede weitere Erhöhung und Vermehrung der Unter- zahlen lassen. Hauptangeklagten, die als Rädelsführer bezeichnet werden, sind stüßungssäße, ausschließlich Streif und Arbeitslosen- Langner- Breslau verbreitet sich über die Massenartikelder Bauarbeiter Heinrich Buhl und der Kutscher Paul Bayer. unterstützung, die erhöht werden muß, abzulehnen. Im übrigen frage, Verkürzung der Karenzzeit, Beibehaltung der jetzigen UnterDie Angeklagten sollen die Straftaten gelegentlich des Magde- ist Redner gegen Anstellung weiterer Beamten und Erhöhung der stüßungsfäße usw. burger Kutscherstreiks, der Ende März d. J. ausbrach, begangen Gehälter, zugunsten der Bezirkskommiſſionen. Miesbach- Berlin gibt eine Darstellung von der Gehaltshaben. Der Fuhrherr Kraus haar hatte vier arbeitswillige Azmann- Berlin tritt warm für eine Verbesserung der frage des Verwalters der Berliner Filiale und gibt Aufklärung Polen eingestellt, die er am 12. April auf seinem im Stadtteil Agitationsmittel und Einführung der Umzugsunterstützung ein. über verschiedene Berliner Anträge. Er wünscht mehr finanzielle Neustadt belegenen Acker beschäftigte. Als sich die Arbeitswilligen Keine Verschlechterung der Unterstützungssäße, lieber erhebliche Er- Unterstützung der Bezirkskommissionen. nachmittags gegen 2 Uhr mit zwei Fuhrwerken an ihre Arbeit be- höhung der Beiträge! Izschorn- Dresden tritt für Erhöhung der Beiträge und gaben, folgten etwa 20 bis 30 streikende Kutscher den beiden Wagen über die Notwendigkeit von Umzugskosten an und wünscht Staffe- der jetzigen Unterstüßungsfäße in Staffelform. Königstedt Magdeburg schließt sich den Ausführungen besseren Ausbau der Organisation ein. Weiter für Beibehaltung bis an die Grenze des am Fahrdamm liegenden Ackerstücks. Den Streifenden gefellten sich allgemach mehr Menschen zu, besonders Jung der Unterſtüßungssäße, dagegen bekämpft er den StaffelFrauen und Kinder, so daß die Menge etwa 150 Stöpfe zählen beitrag. Die Streitunterſtüßung muß ausgebaut werden, ebenso mochte. Gegen die Polen und gegen Kraushaar und seinem erwach- ist die Verstärkung unserer Zentrale eine Notwendigkeit, dasselbe senen Sohn, die sich mittlerweile auch auf dem Acker eingefunden gilt für die Bezirkskommissionen, die mindestens entschädigt werden hatten, sollen nun aus der Menge heraus Drohungen und müssen. Aus alledem ergibt sich Erhöhung der Beiträge. Schimpfworte laut geworden sein. Auf Anstiftung von Bayer follen dann Schulkinder die auf dem Acker befindlichen Personen mit Steinen beworfen haben. Buhl soll die Kinder zum Werfen weiter ermutigt haben, indem er Bonbons an sie verteilte. Daß die Angeflagten sich selbst an den Steinwürfen beteiligten, hat nicht festgestellt werden können. Die Angeklagten sollen sich aber nebeneinander am Rande des Grundstücks aufgestellt haben, damit die werfenden Kinder hinter ihnen Deckung fanden. Auf Veranlassung des zum Schuße der polnischen Arbeiter bei dem Ader aufgestellten Schußmannsdoppelpost en wurde gegen 3 Uhr ein großes Schuhmannsaufgebot herbeigerufen, das die Menge„ auseinandertrieb". Die 23 Angeklagten wurden bald als Teilnehmer an der Zusammenrottung" ermittelt. Sie bestritten alle, sich schuldig gemacht zu haben und wollten größtenteils aus Neugierde sich bei der Menge aufgehalten haben. Die Angeklagten werden von den Rechtsanwälten Otto Lands berg- Magdeburg und Wolfgang Heine Berlin verteidigt. Es sind etwa 20 Zeugen geladen, darunter ein halbes Dußend Schuyleute und ebensoviel Schulkinder. 4. Generalversammlung des Zentralvereins der Bildhauer. Dritter Verhandlungstag. Vormittags- Sizung. Drake Berlin ist ebenfalls für Erhöhung der Beiträge, schon aus verschiedenen Berliner Vorgängen. Bisher hatten wir einen Zuschuß zu gewähren. Weiter ist Drake für die Umzugsdas„ Bergnügen", dem ersten Vorsitzenden und den drei Obleuten unterstübung und Erhöhung der Gehälter. Dorn Leipzig hat den Auftrag, für Erhöhung der Beiträge zu stimmen, und bittet auch die Streikunterſtüßung zu erhöhen. Königstedt- Magdeburg begründet nochmals seine Ans regungen bezüglich Anstellung von agitatorischen Kräften. Fladung- Frankfurt a. M. hat inzwischen eine genaue Uebersicht über die Mehrausgaben festgestellt, welche durch die Neuanstellungen und neuen Konferenzen bedingt sind und stellt fest, daß höhung der Streifunterſtüßung von 7500 M. pro Jahr, dazu 1000 hier etwa 12 000 M. in Betracht kommen, außerdem eine Er= Marf für Mehrausgaben für Unterstützungen in Notfällen. So Schlaucher- München ist entgegengesetter Ansicht. Er ver- dürften wir etwa 21 600 m. pro Jahr mehr ausgeben, oder pro spricht sich von einem Ausbau des Unterstützungswesens erhebliche Stopf und Woche 9 Pf. Deshalb ersucht er, den Beitrag auf 80 Pf. nach der Richtung geregelt wissen, daß Beamte für die Provinz an- richtig. So furchtbar hoch sind die Mehrausgaben nicht. Man foll Fortschritte in der Agitation. Die Anstellung von Beamten will er festzusehen. Bohl- Nürnberg hält die Rechnung des Vorredners nicht für gestellt werden und daß der Reservefonds nicht vergessen wird. Pläne, die von einzelnen vorgetragen werden. Auch das Unter- aus betrachten. Man muß hier kaufmännisch kalkulieren und be= Schmidt- Mühlhausen erklärt sich gegen die großzügigen auch alle Neuerungen nicht immer bloß vom Ausgabenstandpunkt stüßungswesen will er so belassen, wie es ist; nur mit einer Herab- denken, daß z. B. durch Anstellung eines Einkassierers das Gehalt lezung der Karenzzeit ist er einverstanden, im übrigen erklärt er durch die erhofften Einnahmen gedeckt wird. Das Beispiel trifft sich gegen die Erhöhung der Beiträge. auch auf alle anderen Beamten zu, die im Dienste der Arbeiterstüßungssäßen zu belassen. Die Umzugsunterstützung formell einFladung- Frankfurt a. M. bittet, es bei den jeßigen Unter- bewegung stehen. Tamit ist die Vormittagssizung erledigt. Da die General zuführen, bitte er abzulehnen; dagegen hält er dafür, daß mehr versammlung heute nachmittag einen Ausflug plant, fällt die Nachbei Streits getan werden kann. Ueber das Beitragssystem ent- mittagssitung aus. Die Generaldiskussion wird morgen früh fortscheidet sich dieser Redner in der Weise, daß er eine wesentliche Er- gesetzt. höhung des Einheitsbeitrages wünscht, mit dem jezigen Beitrag tönnen wir nichts leisten. Zu den vielen vorliegenden Anträgen ist ein neuer, genügend Witterungsübersicht vom 28. September 1906, morgens 8 lor. unterstützter Antrag gefommen, den Beitrag auf 80 Pf. festzusehen, der mit zur Diskussion gestellt wird. Stationen 772 Wetter Stationen 4 bedeckt Wetter Temp. n. T. o Do 4 3 bedeckt 11 2 halb bd. 10 10 Haparanda 748 NW Petersburg Scilly 4 halb bd. 2 heiter 5 lberdeen 1 wolkenl 775 WNW 2 heiter 5 Baris 8 7730 774 28 775 DND 4 halb bd. 13 1 wolkenl 2 wolkenl 9 Dupont- Berlin betont, daß die Verbesserungsvorschläge Die heutige Tagung beschäftigte sich mit der Beitragsbezüglich der Unterstüßungssäge und Erhöhung der Beiträge aus den festsetzung. Eng damit verbunden ist die Frage: An- Reihen der Kollegen gefommen sind. Er weist einige falsche Anstellung von weiteren Beamten in der Zentrale. Die fichten zurück. Ueber die Notwendigkeit einer Vermehrung der ArAnträge, die zu diesem Punkt eingegangen sind, belaufen sich auf beitskräfte in der Zentrale gibt er ausführliche Unterlagen, betont Swinemde. 764 N über 100. Es handelt sich vor allem um eine Klärung darüber, aber gleichzeitig, daß er die Anstellung von Bezirksleitern nicht für Hamburg 773 S statt des bisherigen einheitlichen Beitrages von 65 Pf. pro Woche notwendig hält. Sie ist auch ohne erhebliche Erhöhung der Beiträge Berlin in Zukunft Staffelbeiträge einzuführen. Auch das Unterstützungs- ausgeschlossen. Hinzu kommt, daß auch die Bureaufrage geregelt Franki.a. M. 776 NW wesen spielt bei der ganzen Debatte naturgemäß eine große Rolle. werden muß. München 776 S Die Generalversammlung will zunächst eine Generaldiskussion darWien Behrends- Berlin gibt zur Beamtenfrage rechnerische über stattfinden lassen, um dann die in derselben vorgetragenen Unterlagen, die ergeben, daß die neuen Vorschläge jedes Mitglied Gesichtspunkte als Material einer Kommission zu überweisen, die mit 2 Pf. pro Woche belasten. den Berg von Anträgen zu praktischen Vorschlägen ummodeln soll. Die Redezeit beträgt bei der Generaldiskussion 10 Minuten. Der Haupt- Katalog No. 30 für Herbst und Winter ist in vornehmer Ausstattung erschienen und wird auf Wunsch kostenlos und portofrei zugesandt. Allerneueste deutsche und originelle, echt englische Moden, zum grössten Teile von Mode- Künstlern entworfen, veranschaulichen die wirklich preiswerten Tausende Angebote. Unentbehrlicher Ratgeber beim Einkauf von Herren- u. Knaben- Kleidung. Klein Bromberg tritt für Erhöhung der Beiträge ein, bittet aber, solchen Orten mit niederen Löhnen Ausnahmen zu gestatten. 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Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ecke Goethestr., v. I.- Wilmersdorf- Halensee: Georg Feese, Berlinerstr. 46, Laden.- LichtenFriedrichsfelde, berg, Wilhelmsberg, Boxhagen, Stralau u. Rummelsburg: Otto Seifel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Grünan: H. Bluhme, Viktoriastr. 2. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav se a minsky, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Schöneweide: Julius Grunow, Edisonstr. 10, I. Schöneweide: Bonakowsky, Hasselwerderstr. 1 d.- Johannisthal: Franz Hünold, Bismarckstr. 7. Adlershof: Erich Steuer, Roonftr. 8, I. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Luckenwalderstr. 4b. Köpenick: Friedrich Woid, Grünftr. 4. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernsee, Schloßstr. 115, Gartenhaus I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 8, u. Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a.- Mariendorf: Paul Müller, Bergstr. 35, Hof I. 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Der Jubiläumsbrunnen. Komische Oper. Carmen. Residenz. Urania. Wissenschaftliches Theater. Im Theater nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Tierleben in der Wildnis. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinhau. OOLOCISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 5 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., b. 6 1hr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. guitivielhaus. Die von Sodfattel. Die Hochzeit v. Valeni. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Man fann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. Im = wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe platt! Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Quisen. Die Hochzeit von Valeni. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Sonntag nachm.: Jungfrau v.Orleans. Abends: Goldonkel. Montag: Eine Nacht in Berlin. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp. Zum Metropol. Der Teufel lacht dazu 39. Jm wilden Apollo. Berlin im Dmnibus. Spezialitäten. Kasino. Alexander der Große. Folies Caprice. Der GeneralKonsul. Sünden der Väter. Wintergarten. Spezialitäten. Vajiage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Irania. Taubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Male: Westen. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Uebern großen Teich." Metropol- Theater Zum 7. Male: Phila Wolff a. D. Der Teufel lacht dazu. Große humoristische Jahresrevue in 8 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Sherlock Holmes. Bild Die Sünde von Berlin. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. 2. Bild: Des Teufels Autofahrt ( Kinematographische Reise). 3. Bild: Im sündigen Berlin. 4. Bild: Am Potsdamerplatz. 5. Bild: Des jungen Zollern- Prinzen Bilderbuch. 6. Bild: Nach Algeciras. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Bilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Fran Inger von Oestrot. Tragikomödie in 3 Auszügen von Schauspiel in 5 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen. Henrik Ibsen. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Deutsch von Wilhelm Lange. Maria Stuart. Sonntagnachm. 3 Uhr: Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 Uhr: Sonntag, abends 8 11 br: Die Räuber. Die Hoffnung auf Segen. Montag, abends 8 Uhr: Montag, abends 8 Ubr: Donna Diana. Die Hoffnung auf Segen. C 1389L* Friedrichstraße 165. astans Panopticum Schreckenskammer- Hennig Berliner Allerlei. Volkstümliche Vorträge aller Art. Zirkus Busch. Sonnabend, den 29. September 1906. Auftreten! Auftreten!! ,, Monsieur Romeo"! Erstes Ueberfahren eines lebenden Menschen Sensationell mit einem 70 P.S.- Fiat- Automobil ( Gewicht 30 Zentner und 4 Insassen). Sensationell! 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Vorher das Eröffnungsprogramm. Apollo- Theater Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. 845 Der Affe als Jockey. Konzert, Theater, Spezialitäten. Ab. 8 1hr: Man kann nie wissen. Montag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Carmen. Sonntag nachm.: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Carmen. Montag zu volkstüml. Preisen: Hoffmanns Erzählungen. Driginal- Dreffurakt. 930 Die Seldoms ad der Borstellung: Gr. Tanz. plastische Darstellungen 1 Dame und 3 Herren. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. 1000 Berlin im Omnibus. Volks- Theater des Westens. Sonntag, 30. Sept., nachm. 32 Uhr: Halbe Preise. Gr. Vorstellung mit dem vollständigen Spezialitäten- Programm. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. Freitag: Die Waise aus Lowood. Residenz- Theater. Sonntag: Einakter, Kabarett. Direttion Richard Alexander. Lortzing Theater eute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Bellealliancestr. 7/8. Sonnabend, den 29. September, nachm. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends 7, Uhr: Der Freischütz. Abonnements gültig. Morgen Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Waffenschmied. Abends 7, Uhr: Fra Diavolo. Rixdorfer Theater Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Leitung: Julius Türk. Sonntag, den 30. September: 4. Vorstellung. Gastspiel des Fräulein Adele Werra: Heimat. Sudermann. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Kaffeneröffnung 6%, Anfang 7%, Uhr Theater des Westens. Sonnab. 7, Uhr: Zar und Zimmermann. Sonntag nachm. 3 Uhr( halbe Preise): Der Waffenschmied. Abends 7%, Uhr: Der Zigeunerbaron. Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaux. Sonntag, 30. Sept., nachm. 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Hasemanns Töchter. Passage- Theater. Gastspiel Bernhard Rose- Theater Josefine Dora früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Große Eröffnungs Vorstellung. Der Millionenbauer. Boltsstück m. Gef. in 4 Aften v. Kretzer. Anf. 8 Uhr. Morgen u. folg. Tage: Dieselbe Borstellung. Sonntag 3 Uhr zu halben Preisen: Gine Gefallene. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Morgen Sonntag nachmittags 3 Uhr bei voltstümlichen Preisen: Lustspielhaus. Die Rofe von Avignon. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Morgen nachm. 3 Uhr: Der Weg zur Rom. Schausp. i. 4 Att.( 6 Bildern). Abends 7 Uhr: Hölle. Abends 8 Uhr: Die von Frl. Schnabels Verlobung. Hochsattel. Zentral- Theater. ( Operette). Täglich 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Der Generalkonsul und Die Sünden der Väter. Ferdinand Grünecker im Soloteil. Dienstag, den 2. Oktober: Premiere: Sens. Poffe mit Gesang in 4 Aften. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Tagestasse im Theater. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Große Extra Borstellung. 0 Um Nancy oder: Was Gott zusammenfügt, soll der Mensch nicht scheiden. Geschichtl. Schausp.i. 5 Att v.stoberstein. Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Pf. Ball. Das Provinzmädel und Das Modell. Trianon- Theater. Unter persönlicher Anwesenheit Vorverkauf von 10-2 Uhr und Heute und folgende Tage: von Serenissimus August XXVI. Der Hausfreund. Sonntag nachhtag 3 ur: Loulou. Uhr: bei Wertheim. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. in der Komödie ,, Riecke" mit dem Schlager Emil du bist eene Pilanze". Außerdem 14 erstklassige Spezialitäten! Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 ẞi. Das Riesen- September- Programm. Franz Gorre. Leopard Truppe. Vendaro, Dreffur. Daymlers, Afrob. 8 Mandita. Hee und See. Carmanelli Duo fowie erstkl. Nummern 8 Der Sommerleutnant. Familienkarten, zum halben Stassenpreis gültig, in Barbier, Friseur- und WINTER 65 Zirkus Alb. Schumann. Verhand der Wäsche- und Heute abend präzise 72 Uhr: Zweite Grande Soirée High- Life. Gala- Programm. U. a.: Sensationelle neue Debüts z. 1. Male: Mr. George Lettl genannt der Mann mit den dreißig Pferdekräften. Ein lebendes Rätsel phänomenaler Kraftleistung. Aufhalten eines sich in voller Fahrt befindlichen 20pferdig. Automobils. Festhalten zweier in entgegengesetter Richtung in voller Fahrt sich befindlichen Automobils. Ferner: Die fliegenden Menschen. Les Rixfords Mr. Henricksens Krawattenarbeiter Deutschl. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Zuschneider Richard Garlipp am 26. September an Lungenentzündung verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. September nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Friedhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Prinzen Str. 41, größte Tiger- Gruppe. Dr. Simmel, Przer, Auf der Pußta, vorgef. v. Dir. Alb. Schumann. Mons. Guichenet, Oberbereiter Seiner Majestät des Zaren. Emir, d. musikalische Wunderpferd. Außerdem: Die großartigen neuen Spezialitäten. 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Mit Rücksicht darauf, daß es der einmütige Beschluß der Kollegen von der letzten Versammlung war, daß diese Versammlung stattfindet, erwarten wir, daß ein jeder von ihnen dafür sorgt, daß der Besuch ein guter ist. Montag, den 1. Oftober 1906, abends 7 Uhr: Versammlung aller in den Spezialbetrieben für Werkzeugbau beschäftigten Arbeiter in ,, Graumanns Festsälen", Naunynstraße 27. Tages- Ordnung: 1. Unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen." Referent: Kollege Cohen. 2. Diskussion. Kollegen! Pflicht jedes Arbeiters ist es, in diefer Versammlung zu erscheinen. Zur Beachtung! Die Zahlstelle vom Restaurant Linke, bisher Chauffeestraße 83, befindet sich jetzt Liesenstraße 3.- Nachgenannte Zahlstellen wurden neu errichtet: Im Nestaurant Bethke, Lützowstraße 7; im Restaurant Füldner, Gormannstraße 8/9 und im Zigarrengeschäft von J. König, Hennigsdorferstraße 12. 153/17 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. = Möbelpolierer.= Donnerstag, den 4. Oktober, abends 8%, Uhr, im Lokale von Wilke, Hermannst r. 213: Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frl. Kadeit über: Volksschule und Kindererzichung. 2. Distussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. J. A.: Der Obmann. 93/16 Stola, Muffen, Kolliers in allen Pelzgattungen sowie alle sonstigen Pelzwaren. Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige[ 2008L* Herren- Garderobe Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Ferdin. Kalman Julius Fabian, Dresdenerstr. 75 Kein Reisemuster. vorn II, 2. Haus schwindel. Schneidermeister, v.Thalia- Theater Große Frankfurterstraße 37, II, Verkauf auch Sonntags, und Wochentags von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends.* Eingang Straußberger Platz. Möbel- Fabrik von A. SCHULZ. 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Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Genofsinnen des Streises Niederbarnim sowie den Genossinnen und Genossen von Wilhelmsruh sage ich hiermit für die zahlreiche Beteiligung und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner geliebten Frau herzlichsten Dank. Gr. Frankfurterstr. 20. Das 29. Haupt- Breisbuch 1906 wird 16245 fostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustiveite anzugeben. 17222* Versand von 20 M. an franto. Nachdruck verboten! Der trauernde Gatte Karl Eigenbrod. Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Anhänglichkeit, welche uns bei der Beerdigung unseres geliebten Gatten und Vaters entgegengebracht wurden, sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. 16336 Ww. A. Werschke und Kinder. 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Anträge 65 m. vereinbart 65 M., monatlich pränumerando zu zahlen. wahlkreise. der sozialdemokratischen Fraktion auf Uebernahme solcher Das macht 780 M. pro Jahr! 780 M., sie stinken ihm nicht, dem Herrn Schubring. Unternehmungen und besonders der Berliner Elektrizitäts- Wie nun das wieder möglich ist? Ei, wozu hätten wir denn werke in eigene Regie wurden stets abgelehnt. Ergänzungswahlen müssen für die Wahlmänner vorgenommen werden, die in der allgemeinen Wahl am 12. November 1903 gewählt wurden, inzwischen aber durch Tod, Wegziehen aus dem Urwahlbezirke oder auf sonstige Weise ausgeschieden sind. Welche Bezirke dabei in Frage kommen, wird den Wählern noch besonders mitgeteilt werden. Der Termin für diese Ersatzwahlen ist auf Dienstag, den 6. November, erforderlichenfalls auch auf Mittwoch, den 7., und Donnerstag, den 8. November, festgesetzt. Für die Urwähler sind neue Abteilungslisten angefertigt, die drei Tage lang, und zwar von Sonntag, den 30. September, von vormittags 10 bis nachmittags 3 Uhr, Montag, den 1. Oktober, von mittags 12 bis abends 8 Uhr und am Dienstag, den 2. Oftober, von mittags 12 bis abends 8 Uhr, zur öffentlichen Einsicht ausliegen und zwar in den Turnhallen folgender Gemeindeschulen: 1. 45. Gemeindeschule, Auguststr. 67/68, Stadtbezirke: 211 bis 217, 255 und 256, 269-271; Urwahlbezirke: 778-797, 970-975, 1021-1033. 2. früheren 55., jeßigen Filiale der 171. Gemeindeschule, Chorinerstr. 74, Stadtbezirke: 218-230; Irwahlbezirke: 798-838. 3. 25./103. Gemeindeschule, Ruppinerstr. 48, Stadtbezirke: 231-236, 244, 245; Urwahlbezirke: 839-859, 898-904. 4. 162./197. Gemeindeschule, Danzigerstr. 23, Stadtbezirke: 237-243; Urwahlbezirke: 860-897. bis 1003. 5. 249./261. Gemeindeschule, Greifenhagenerstr. 78/82, Stadtbezirke: 246-250; Urwahlbezirfe: 905-933. 6. 132./142. Gemeindeschule, Demminerstr. 27, Stadtbezirke: 254 und 261A und C; Urwahlbezirke: 945-969, 991-994, 999 7. 17. Gemeindeschule, Ackerstr. 67, Stadtbezirke: 257-260, 201B, 262-268; Urwahlbezirke: 976-990, 995-998, 1004-1020. 8. 14. Gemeindeschule, Stesselstr. 3, Stadtbezirke: 272-282; Urwahlbezirke: 1034-1076. 1148-1169. 9. 113./128. Gemeindeschule, Turmstr. 86, Stadtbezirke: 285 bis 287, 300-304; Urwahlbezirke: 1091-1104, 1170-1196. 10. 172./185. Gemeindeschule, Bremerstr. 13/17, Stadtbezirke: 288-289, 293, 295-299; Urwahlbezirke: 1105-1111, 1136-1141, 11. 240./254. Gemeindeschule, Waldenserstr. 25/26, Stadtbezirke: 290-292 und 294; Urwahlbezirke: 1112-1135, 1142-1147. 12. 70./202. Gemeindeschule, Ravenéstr. 12, Stadtbezirke: 305 bis 306, 315, 317-319; Urwahlbezirke: 1197-1206, 1237-1240, 1245-1258. 13. 86./141. Gemeindeschule, Müllerstr. 48, Stadtbezirke: 307 bis 314 und 316; Urwahlbezirke: 1207-1236, 1241--1244. 14. 140./194. Gemeindeschule, Prinzenallee 8, Stadtbezirke: 320-326; Urwahlbezirke: 1259-1291. Innerhalb der genannten drei Tage ſteht es jedem frei, fowohl gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Listen als auch gegen bie Richtigkeit der darin aufgeführten Steuerbeträge(§§ 3 und 4 Reglement) feine Einwendungen im städtischen Wahlbureau, Poststraße 16 II, schriftlich oder in den obigen Auslegestellen bei den dort anwesenden Beamten zu Protokoll anzubringen. Einsprüche, welche vor Beginn oder nach Schluß der Auslegung der Urwählerlisten erhoben oder eingehen werden, finden keine Berücksichtigung. Die Legitimation kann durch Vorlegung der Steuerquittung für bas Vierteljahr Juli/ September 1906, der polizeilich bescheinigten Anmeldung für die Wohnung, unter welcher die Eintragung erfolgen foll, oder auf sonst glaubwürdige Weise geführt werden. Die Urwähler haben in denjenigen Bezirken zu wählen, in welchen sie zur Zeit der Aufstellung der Urlisten, das ist Mitte August 1906, gewohnt haben. In welcher Weise die Berliner Elektrizitätswerke den an sie herantretenden Anforderungen gerecht zu werden vermögen, mag der Inhalt eines Zirkulars beweisen, das dieser Tage an die Kundschaft versandt worden ist. In diesem Birkular heißt es: unsere moderne Trinkgelder- Wirtschaft, wenn so etwas nicht möglich wäre! Trinkgelder zu nehmen und auf Trinkgelder zu warten, gilt zwar als bettelhaft aber das trifft doch nur den, der selber die Hand aufhalten muß, um die Sechser und Groschen einzusammeln. Herr Schubring, der aus den Sechsern und Groschen seine Bacht bezieht, findet das gar nicht bettelhaft, und ebensowenig findet die Firma Aschinger es bettelhaft, wenn sie von dieser Pacht ihren Anteil fordert. Nicht überall, wo Schubring Pacht von den Frauen bezieht, ist diese so hoch, wie oben angegeben; sie wird wohl nach man wird vielleicht nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß Sch. Stärke des Verkehrs und Qualität des Publikums bemessen. Aber im Durchschnitt pro Bedürfnisanstalt jährlich 500-600 M. einkassiert. In Berlin gibt's ja wohl ein halb Schock Aschinger- Lokale. Da bleibt also dem Herrn Sch. immer noch ein recht hübscher Gewinn, selbst wenn er tatsächlich an Aschinger 6000 M. abgeben muß und noch einige Unkosten anderer Art hat. Ist das nicht für beide, Geschäft? für Aschinger wie für Schubring, ein sehr anständiges Nun wird mancher uns vorrechnen wollen, was die Aschinger ausgeben müssen, damit ihre weiblichen Gäste möglichst alles vorfinden, was eine Dame braucht, wenn sie sich in einen verschwiegenen Winkel zurückzieht. Es fehlt ja auch wirklich fast an nichts in den Damentoiletten bei Aschinger; selbst Puder und Schminke wird manchmal hingestellt zu beliebigem Gebrauch. Kostet das alles so wird man fragen nicht Geld, das die Afchinger zahlen? Oder wird etwa dem Menschenfreund, der die Bedienung liefert, auch das noch aufgepackt, daß er für Papier, Seife, Handtuch, Spiegel und so weiter selber zu sorgen hat? Die eine Annahme ist so falsch wie die andere. In den Verträgen, die wir fennen, wird es den Bedienungsfrauen auferlegt, alle Requisiten auf eigene Kosten zu beschaffen, nicht nur die zur Reinigung der Klosetts erforderlichen Materialien, sondern auch Papier( zugelassen wird nur Rollenpapier), ferner Seife, Handtuch usw., weiter auch Toilettengegenstände", und zwar sogar in eleganter Aufmachung". Man wird das nicht glauben wollen, aber so fordert's Herr Sch. durch Vertrag. Wie wenige der Damen, die bei Aschinger eine Toilette aufsuchen und dort all die Toilettengegenstände in eleganter Aufmachung vorfinden, mögen cine Ahnung davon haben, wer das Die meisten werden bewundernd denken:„ Ah, die bezahlt. Aschinger find noble Leute, auf ihre Kosten haben wir das alles unentgeltlich." Ja, wirklich ganz unentgeltlich! Eintrittsgeld wird in den Bedürfnisanstalten bei Aschinger nicht erhoben, das wäre ja nicht anständig. Aber auch das Trinkgeld, auf das die Bedienungsfrau doch angewiesen ist, wenn sie die Pacht samt den Requisiten bezahlen soll und dann auch noch ihren Lebensunterhalt bestreiten will, darf nicht etwa gefordert werden! Durch Vertrag ist ausbedungen, daß für Benutzung weder der Toilette noch der Toilettengegenstände irgend ein Entgelt vom Publikum gefordert werden bars". Und es gibt nur zu viele Damen, die nichts zahlen, auch dann nichts zahlen, wenn die Bedienung trotz Verbot sie mahnt. Die meisten meinen eben, die Frau werde ja von Aschinger dafür bezahlt, daß sie täglich bis zu 14 Stunden in ihrem engen Käfig fißen muß. Wie wenig mag so eine Frau manchmal von ihren Trinkgeldern darüber behalten? Diese Frage haben wir uns vorgelegt, als wir im Vertrag den Satz lasen:„ Ein bestimmter Verdienst ist Pächterin seitens des Generalpächters nicht zugesichert; auch ist unterbächterin keineswegs durch zureden zur Eingehung des Pachtvertrages bestimmt worden"! Herr Sch. ist ein vorfichtiger Mann; offenbar ist er durch Erfahrung gewißigt worden. Auf diesen Vertrag hin fann feine Bedienungsfrau mehr ihm vorwerfen, daß sie nichts bei ihm verdiene. Unsere Stromerzeugungsanlagen erreichen demnächst die bertraglich festgesetzte Höchstleistung und werden durch die vorliegenden, in außerordentlichem Umfange eingegangenen Anmeldungen so beansprucht, daß weitere Anträge auf Neuanlage oder Erweiterung bestehender Anlagen nicht mehr berücksichtigt werden können. Verhandlungen mit dem Magistrat von Berlin über den weiteren Ausbau unserer Werke sind eingeleitet, und werden wir nicht verfehlen, Sie zu benachrichtigen, sobald der Anschluß von Anlagen wieder aufgenommen werden kann." stallationsfirmen der Lebensfaden abgeschnitten, Tausende Durch diese Maßnahme wird Hunderten von Invon Monteuren, Arbeitern und Hülfsarbeitern werden brotlos, und all die kleinen Gewerbetreibenden Tischler, Bäcker, Schlächter, die jetzt nach dem Umzugstermin in -die ihrem neuen Geschäftsbetriebe die elektrische Kraft einführen wollen und mit dem Antrage auf Anschluß an die B. E. W. bis zum gegenwärtigen Augenblick gewartet haben, werden in der Ausübung ihres Gewerbes auf das empfindlichste getroffen. Die Bauausführenden, die ihre neuen Wohnungen oder Läden mit elektrischer Kraft vermietet haben, können ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, ihnen drohen Regreß flagen. Der Grund des Vorgehens der V. E. W. ist leicht zu finden. Die Gesellschaft, die keine Konkurrenz zu fürchten hat, steht mit dem Magistrat in Unterhandlung, um ihren alten Vertrag auf 30 bis 50 Jahre zu verlängern und sie benugt das Mittel, um so leichter ihren Zweck zu erreichen. In einer Versammlung von Interessenten wurde darauf hingewiesen, daß die Berliner Elektrizitätswerke einen Rechtsbruch begehen. Um diesem zu parieren, müsse die Stadtverwaltung angehalten werden, die neuen Verträge so abzufassen, daß auch andere Stromquellen zur Konkurrenz zugelassen würden. Besonders müsse der Magistrat die Erbauung von Blockstationen künftig erleichtern, anstatt wie bisher zu erschweren, denn nur dadurch könne das„ Vergewal tigungssystem" der Gesellschaft durchkreuzt werden. Nach dem bis 1915 geltenden Vertrage feien 450 000 Stilowattstunden Strom jährlich an die Bürgerschaft Berlins zu liefern. Inzwischen sei aber die Stromlieferung auch auf die Straßenbahn übergegangen, was namentlich bei den langen Vorortstrecken schwer ins Gewicht falle. Jest müsse einwandsfrei festgestellt werden, ob jene 450 000 Stilowattstunden mur für Berlin oder auch mit für die entfernten Vororte( sogar bis Spandau) mit verrechnet würden. Das letztere habe sicher beim Vertragsabschluß nicht im Sinne der Stadtväter gelegen. Das jessige Vorgehen der B. E. W. charakterisiere fich als ein geschicktes Manöver zur Niederhaltung ieglicher Konkurrenz. Lediglich deshalb wolle man die Verlängerung des alten Kontraktes durchießen, und zwar unter der fadenscheinigen Begründung, daß die Verlängerung Noch ein anderer Satz des Vertrages hat unsere Wißbegier rege zur Amortisation ihres vierzig Millionen betragenden AnlageFür diejenigen, welche verhindert sind, persönlich sich von fapitals unbedingt erforderlich sei. Schon vor zwei Jahren gemacht. Herr Sch. befiehlt: Mikkreditieren des Vera oder Mitteilung über das Pachtder Richtigkeit der Wählerliste zu überzeugen, haben folgende Ge- sei die Gesellschaft bestrebt gewesen, die ihr unbequem werden- berhältnis an dritte Personen ist streng unter nossen sich bereit erklärt, die Durchsicht derselben zu übernehmen: H. Raschke, Ackerstr. 36, Ecke Anklamerstraße. Ch. Hilgenfels, den, neu errichteten Blockstationen nicht hochkommen zu lassen, sagt." Was kann der Mann sich hierbei gedacht haben? Daß er Bergstr. 62. P. Obligo, Bernauerstr. 84. Fr. Agthen, Berlichingen- und zwar durch Unterbietung des Strompreises. straße 4. W. Müller, Bredowstr. 11. H. Mischke, Beusselstr. 32. Herm. Heyse, Bohenstr. 19. Frig Wilte, Brunnenstr. 188. Stanapple, Brunnenstr. 122. Friz Bergmann, Brunnenstr. 79. Willy Maaß, Brunnenstr. 96. Wilhelm Gaßmann, Badstraße, Ede Grünthaler straße. Ad. Abendroth, Badstr. 42/43. Arndt, Calvinstr. 29. Fritsch, Der Lokal- Anzeiger" weiß folgendes zu erzählen:„ Es dürfte Drontheimerstr. 4. Rudolf Hielscher, Dalldorferstr. 28. Paul Hei nur wenig bekannt sein, daß der Kaiser, der die Entwickelung des mann, Dunderstr. 79. Gustav Grobler, Dunckerstr. 83. George, Eberswalderstr. 4. Karl Schönfeld, Fehrbellinerstr. 7. Ramm, Gleimftraße 11. Joh. Döring, Gogłowstystr. 13. Schrolle, Gostowskystr. 29. das Monopol übertragen hat. Es gibt mir einen Weg, um durch eigene Beobachtung sich von gewissen Verkehrszuständen zu Jest rächt es sich bitter, daß man den B. E. W. seinerzeit Verkehrswesens in Berlin und Umgebung mit intensivem Interesse verfolgt, sich zuweilen nicht scheut, in strengstem Inkognito A. Lange, Hussitenstr. 35. Berliner Konsumberein, Havelbergerstr. 6. Karl Pinner, Hochmeisterstr. 5. Reinh. Bugge, Kastanien- Allee 95/96. aus diesem Dilemma herauszukommen und das ist der, den überzeugen. So erzählte der Kaiser in gelegentlichen Gesprächen Degener, Kopenhagenerstraße 29. Sube, Kopenhagenerstraße 74. die sozialdemokratische Fraktion immer gezeigt hat: Ueber über Verkehrsfragen, wie er eines Abends sich unerkannt auf den Potsdamer Platz hingestellt habe, um eine persönliche AnM. Babel, Liesenstr. 12. With. Wielewka, Lothringerstr. 9. Horst, nahme in städtische Negie! schauung von dem dort herrschenden Leben und gefahrvollen Lychenerstr. 18. Lamprecht, Lychenerstr. 3. Bohme, Marstr. 18, Der vom Magistrat zum Direktor des städtischen Statistischen Treiben zu gewinnen. Er fuhr nach Einbruch der Dunkelheit in Heinrich Sauerweier, Marstr. 16. Dohe, Müllerstr. 81. Wilh. Mattner, Müllerstr. 162a. Gustav Amtes gewählte Professor Dr. Silbergleit- Schöneberg hat einer Equipage, die durch keinerlei äußere Abzeichen den hohen Fr. Schuldt, Putbuserstr. 25. Stimpel, sich zur lebernahme dieses Postens bereit erklärt und wird ihn Fahrgast verraten konnte, vom Brandenburger Tor die KönigWinkelfeßer, Plantagenstr. 5. Paul Agthen, Pflugstr. 5. Betsch, Pappel voraussichtlich schon Anfang Oktober antreten, da sein baldiger gräberstraße entlang bis zum Potsdamer Play, stieg hier aus Berlebergerstr. 58. Schmidt, Pappelallee 114. Otto Bachgänger, Eintritt mit Rücksicht auf die laufenden Arbeiten, die Volkszählung und sah sich von der Ecke der Potsdamerstraße aus eine Weile den allee 10. Willh Hartig, Prenzlauer Allee 43. Prinzenallee 82. 2. Rosin, Ruppinerstr. 42. Friedrich Pilz, Rostocker und die Etatsberatungen für das Statistische Amt städtischerseits vorüberflutenden Riesenverkehr an, ohne daß die vorüberhaftenden Bassanten eine Ahnung von dem aufmerksamen Beobachter hatten. straße 27. Malinowsky, Reinickendorferstr. 36. Karl Schönberg, gewünscht wird. Lange, so bemerkte der Kaiser, hat es ihn hier nicht festgehalten. Rügenerstr. 23. Ad. Dobath, Sellerstr. 3. Karl Bachstein, Mit dem Eindruck, daß hier der Verkehr der Weltstadt geradezu Salztvedelerstr. 16. Heinrich Fiedler, Saarbrückerstr. 6. Gottlieb „ Es stinkt nicht!" sagte Kaiser Vespasian, als sein Sohn Titus furchtbare Gefahren für Leib und Leben geschaffen habe. Hoffmann, Swinemünderstr. 47. G. Dewiß, Sidingenstr. 43. Wilhelm Dahms, Schlegelstr. 9. Julius Wernau, Schwedterstr. 23. ihm vorwarf, daß er aus einer unappetitlichen Sache Geld heraus- eilte er zurück in seinen Wagen und fuhr von dannen. Der Kaiser Sauer, Schönhauser Allee 135. Reff, Schönhauser Allee 128. Gustav zuschlagen wisse. Unter die Nase hielt er dem Sohn das so er glaubt, daß auch hier nur ein:" Unten durch!" helfen könne. Sein Bommert, Schliemannstr. 42. Unbehauen, Stolpischestr. 60. Kriede- worbene Geld." Riechst Du vielleicht was? Nicht wahr, nein? besonderes Gefallen hat die neue Anlage der Charlottenburger Mar Nun, also! Es stinkt nicht!" Die Antwort jenes Römertaisers ist Bismarckstraße( Heerstraße) gefunden. Auch hier hat sich der Kaiser mann, Stargarderstr. 74. Dstar Schröder, Stromstr. 36. Faber, Stephanstr. 11. Berthold Lausch, Stephanstr. 32. Stal Rapp, zum geflügelten Wort geworden, zu einer ständigen Redensart, die durch Augenschein von den Vorzügen der Straße eine Vorstellung wir anwenden, wenn jemand aus einem Geschäft, das mancher geschaffen. Er fuhr mit semem Bruder, dem Prinzen Heinrich, Turmstr. 62. Karl Strauß, Tieckstr. 10. Wilhelm Granzow, Trescowstr. 53. Gust. Pinner, Treschowstr. 36. Friz Zieß, Wiefen andere als unappetitlich ablehnen würde, schmunzelnd Profit im Automobil die Straße entlang. Daß hier ein Brauerwagen auf dem einen Fahrdamm, die Straßenbahn auf gesondertem straße 29. Hans Honisch, Wichertstr. 3. Reinhold Schirmer, einfact. Es stinkt nicht!" denken wohl auch die Inhaber der Firma Gleis, Droschten auf gleichfalls besonderem Asphalt dahinfahren Wörtherstr. 15. Gustav Menz, Wilhelmshavenerstr. 61. Georg Pielefe, Waldstr. 8. Gust. Gundlach, Waldenserstr. 24. Gust. Achilles, schinger, wenn sie sich den Gewinn buchen, der aus der Ver- fonnten, während ein Reiter auf gut umhegtem Reitweg dahinWiclefstr. 24. Alb. Werth, Wiclefstr. 38. Otto Petrie, Zwinglistr. 15c. pachtung der Frauen- Bedürfnisanstalten ihrer zahl jagen durfte, von diesem Anblick war der Kaiser auf das lebhafteste reichen Ausschanklokale ihnen zufließt. Wie?! Gin Gewinn" aus befriedigt. Auch daß die Charlottenburger Stadtväter große Opfer Bedürfnisanstalten von Restaurants?! Bedürfnisanstalten können für neue Verkehrsanlagen bringen, hat der Kaiser durch lebhafte doch nur Unkosten verursachen, namentlich Frauenbedürfnisanstalten, Erfahrungen, die er bei anderen Körperschaften gemacht habe. eine Bedienungsfrau bereit steht, die gewiß auch anständig" bezahlt da doch in jedem anständigen Loral dafür gesorgt wird, daß dort Beifallsäußerungen anerkannt mit einem Hinweis auf gegenteilige wird! Ja, so sieht's aus; aber die Firma Aschinger ist nicht so ein anderes Mal erwähnte der Kaiser, wie er als Jüngling audumm, die Frauen zu bezahlen, die zur Bedienung ihrer weiblichen weilen im alten Omnibus von Berlin nach Charlottenburg und nur die Fahrtdauer fünfviertel Gäste in ihren Bedürfnisanstalten bereit stehen. Sie hält sich einen von Wilmersdorf unerkannt gefahren ist. Die Fahrt hatte ihn Unternehmer, der ihr diese Frauen unentgeltlich liefert und oben augenscheinlich amüsiert, habe ihm wenig behagt. Hierbei wurde die Einrichein für das Recht, sie hinstellen zu dürfen, selber noch berappen tung der neuen Automobilomnibusse besprochen. Der Kaiser be doch legen wir kein Gewicht muß. Man sagt, er entrichte dafür auf die Zahl jährlich 6000 M. an Aschinger. Der Firma zeigte lebhaftes Interesse und sprach den Wunsch aus, ihre Zahl möchte sich bald vermehren, da sie in den Verkehr enger Straßen Aschinger stinken sie nicht, diese 6000 M. Wie so etwas möglich ist? Ach, es sind noch ganz andere Dinge besser paßten als die Straßenbahnen." Wir wissen ja nicht, was von dieser Erzählung Wahrheit oder möglich! Nicht wahr, Du denkst, daß jener Menschenfreund, der Es ist aber gar nicht gut anzunehmen, daß der für Aschinger die Bedienungsfrauen liefert, er heißt A. Schub Dichtung ist. ring und wohnt Neue Roßstraße 1 ein bedauernswerter Narr Staiser von dem am Potsdamer Platz herrschenden Verkehr so entsei, der sein schönes Geld für andere Leute hingibt? I wo! Der febt gewesen sein soll, wie es hier geschildert wird. Von seinem in Berlin nehmen dieselbe Monopolstellung ein wie die Große Mann ist mindestens ebenso schlau wie die Herren Gebrüder Englandbesuch kann der Kaiser wissen, daß beispielsweise an gehinger- und auch er weiß, daß Geld nicht stinkt. Auch er zieht wissen Stellen in London ein weit größerer Verkehr herrscht als Berliner Straßenbahn. Wie der lettere die Straßen der selbstverständlich aus dem Geschäft noch seinen Nutzen sonst würde am Potsdamer Plaß, und daß dieser Verkehr sich in weit geregel Stadt zur Ausnutzung überliefert sind, so den Berliner er's nicht machen. Auch er zahlt nämlich den meisten der Be- teren Bahnen bewegt als bei uns. Dort spielt sich der Verkehr auf Elektrizitätswerken die Strom- und Lichterzeugung. Beide, dienungsfrauen keinen Lohn, auch ihm müssen die meisten der Straße ab und die Einrichtungen. die getroffen wurden, um eine Bacht durchzudafür zahlen, daß er denselben unter der Straße also:„ Unten durch" die Große Berliner Straßenbahn wie die Berliner Elektri- dieser Frauen noch aitätswerte stehen im gleichen Verhältnis zur Stadt, indem ihnen gütigst erlaubt, hinter den Gästen von Aschinger die Klosetts führen, werden vom Bublifum so gut wie nicht benutzt. Diofo Partei- Angelegenheiten. Schöneberg. Parteigenossen! Am heutigen Sonnabend hält der Artistenverein" Apollo" in E. Obsts Festsälen, Meiningerstr. 8, ein Vereinsvergnügen ab. Die Genossen werden Der Vorstand. gebeten, diesen Verein zu berücksichtigen Spandau. Am Dienstag findet der Zahlabend statt. Die Genoffen werden ersucht, der Abrechnung wegen ihre Beiträge möglichst pünktlich zu entrichten. Der Vorstand, Berliner Nachrichten. Die Elektrizitätswerke Es wurde in der Sigung beschlossen, geeignete Vorfehrungen zu treffen, damit der alte Vertrag einer genauen Prüfung unterzogen werde. Ferner soll in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung aller Interessenten einberufen werden, um die Fage zu erörtern, ob nicht jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, daß die Stadt den Betrieb der B. E. W. in eigene Regie übernehme. Es stinkt nicht. A gefürchtet hätte, es tönnte mal eine Bedienungsfrau ihn vor der Ceffentlichkeit bloßstellen, ihn am Ende gar einen Ausbeuter fchelten, das möchten wir nicht annehmen. Auf solche Gedanken tommt kein Schubring und auch kein Aschinger. Stunden Der Kaiser und der Berliner Verkehr. fahrung hat auch die erst kürzlich von der Stadt Berlin nach| wurde. Der Beamte war im Moment der höchsten Gefahr von schaftlichen Organisationen, nicht in die Kriegervereine. Das für London entsandte Deputation wieder gemacht. seinem Siz heruntergesprungen und stürzte zu Boden; er kam jedoch anscheinend ohne Verlegungen davon. von der Tilsiterstraße bis zur Litthauerstraße über Frankfurter Verloren gegangen sind am Donnerstag abend auf dem Wege Allee 40 Beitragsmarken a 65 Pf. vom Zentralverband der Maurer. Der Finder wird gebeten, dieselben auf dem Verbandsbureau der Maurer, Engelufer 15, abzugeben, Im Verfolgungswahnsinn erschossen. Auf tragische Weise hat gestern der Schuhmann F. aus der Bößowstr. 15 seine junge Frau berloren. Frau F. war vor längerer Zeit von einer Nerventrantheit befallen worden, die bald einen recht heimtückischen Charakter annahm und schließlich in Verfolgungswahnsinn ausartete. Als . gestern vom Dienst heimkehrte, flingelte er vergeblich an der Korridortür. Da ihm Nachbarsleute erzählten, daß in der Woh- In einem Anfall von geistiger Umnachtung hat die 62jährige nung Schüsse gefallen feien, ließ er die Tür gewaltsam öffnen und Ehefrau Emilie Lembke aus der Schloßstr. 23 in Charlottenburg beim Betreten des Zimmers bot sich ihm ein niederschmetternder ihrem Leben ein Ende bereitet; die Bedauernswerte erhängte sich Anblick dar. Auf dem Fußboden lag die junge Frau tot dahin- in der Wohnung. gestreckt. Die Unglückliche hatte sich mit dem Revolver ihres Mannes zwei Schüsse beigebracht. In den nächsten Tagen sollte sie ihren 26. Geburtstag feiern. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. hause verstarb die Bedauernswerte. Schmargendorf. diese gezahlte Geld, wenn sie welches übrig hätten, tönnten sie besser verwenden.... Das stimmt. Diese Treibereien der ,,, Christlichen" Die Unternehmer fürchten nur den„ Verband"; sobald die" Christ und der Kriegervereine beweisen aber auch, daß die Hirsch- Dunderschen Gewerkvereine allgemein als bedeutungslos angesehen werden. lichen" mit wirklichen Forderungen kommen, werden sie ebenso bekämpft, wie die sozialdemokratischen" Organisationen. In seinem Schlußwort führte der Referent aus, daß die Zeit hoffentlich nicht mehr fern sei, wo die Arbeiterschaft ebenso einig und geschlossen dastehen werde, wie die Unternehmer, die weder religiöse noch sonstige Rücksichten nähmen, wenn es sich um den Kampf gegen die Arbeiter handelt. Daß in diesem wirtschaftlichen Kampf nur die freien Gewerkschaften siegen können, ist ebenso sicher, wie der endliche Sieg der politisch organisierten Arbeiterklasse über den Kapitalismus überhaupt. Gerichts- Zeitung. Ein schwerer Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge mit einem Flaschenbierwagen fand in der Nacht zum Freitag an der Ecke der Alexander- und Blumenstraße statt. Der Bierwagen der Firma Sandtiewicz, Schillerstraße 34 wohnhaft. Die Frau wollte an der Vom Pferde tödlich verlegt wurde die Portierfrau Marie Louis Laschke, Blumenstr. 80/81 tam aus der Alexanderstraße und Ecke Schiller- und Krummestraße den Damm überschreiten, ohne versuchte unmittelbar vor dem aus entgegengesetter Richtung darauf zu achten, daß ein Grünkramwagen im Trabe heranfuhr. liche Angelegenheit? Diese Frage lag gestern der 8. Strafkammer Ist eine Werkstattbesprechung über die Maifeier eine öffent kommenden Straßenbahnwagen 1699 der Linie 16 das Gleis zu Der Kutscher rief der Frau zu, worauf dieselbe bei dem Versuch, kreuzen. Der Wagenführer gab zwar sofort Gefahrbremse, konnte auszuweichen, ausglitt. Im gleichen Moment fiel auch das zurüd des Landgerichts I in der Berufungsinstanz zur Beurteilung vor. aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Der Bierwagen gerissene Pferd, so daß die Frau unter die Hufe desselben geriet. Angeflagt waren die Zigarettenarbeiter Müller und Cohn. wurde von der Vorderplattform erfaßt, zur Seite gedrückt und Durch den Versuch des Pferdes, wieder auf die Beine zu kommen, eich sowie der Reſtaurateur Schütz wegen Hebertretung bee stieß infolgedessen gegen den von der Schicklerstraße kommenden wurde die Frau schwer von den Hufen verlegt. Blutüberströmi Vereinsgesetzes. Der Anklage lag folgender Tatbestand zugrunde: Straßenbahnwagen Nr. 2802 der Linie 78. Der Anprall erfolgte wurde sie hervorgeholt und nach Anlegung eines Notverbandes nach Am 21. April hatten die Arbeiter der Zigarettenfabrik Garbath mit solcher Gewalt, daß das Vordergestell des Bierwagens zer- ber Unfallstation gebracht. Auf dem Transport nach dem Kranten eine Werkstattbesprechung über innere Fabrikangelegenheiten beim trümmert und drei Räder des Gefährtes zerbrochen wurden. An Restaurateur Schütz angefeßt. Auf der Tagesordnung stand u. a. den beiden Straßenbahnwagen wurden die beiden Vorderplattauch der Buntt: Stellungnahme zur Maifeier." formen eingedrüdt. Personen wurden nicht verletzt. Es handelte sich hierbei nicht um eine Besprechung über das Wesen und den Wert der Maifeier, sondern darum, daß die Arbeiter der Firma Garbaty sich schlüssig werden sollten, ob sie den 1. Mai durch Arbeits: ruhe feiern wollten oder nicht. Nun hatte der Wirt des Versammlungslokals ganz überflüssigerweise den Leutnant Wolter des 17. Polizeireviers davon benachrichtigt, daß die Werkstattbesprechung stattfinden solle. Darauf begab sich der Polizeileutnant mit einem Schuhmann nach dem Lokal, um die Versammlung" pflichtschuldigst zu überwachen. Der Leiter der Besprechung, Berirauensmann Müller bom Tabakarbeiterberband, verwies aber den Beamten den Saal, weil er sich eine seiner Ansicht nach gefeßlich ungerechtfertigte Ueberwachung nicht gefallen zu lassen brauche, da die Versammlung nicht eine solche sei, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftige. Der Polizeileutnant war aber gegenteiliger Ansicht. Er hielt die Besprechung der Maifeier für eine öffentliche Angelegenheit und übte trotz der Aufforderung, sich zu entfernen, die Ueberwachung aus. Da die anwesenden Arbeiter der Firma Gewalt nicht anwenden mochten oder konnten, so wurde die Tagesordnung im Beisein der beiden Beamten erledigt. Bald darauf erhielten Müller, Cohnreich und Schüß dann eine Anklage, die ersteren als Leiter resp. Ginberufer einer nicht 24 Stunden vorher angemeldeten öffentlichen Bersammlung, und letzterer, weil er die Abhaltung der Versammlung in seinem Lokal geduldet hatte. Am 7. Juni sprach das Ein schwerer Unglüdsfall ereignete sich gestern nachmittag in der Hundekehlenstraße in Schmargendorf. Dortselbst wollte der Arbeiter J. Ziebode, Halensee, Brandenburgischestraße 52, wohnhaft, vor dem Hause Nr. 5 den Fahrdamm überschreiten, als ein Straßenbahnwagen der Linie B der Westlichen Berliner Vorortsbahn herannahte. 3. versuchte, unmittelbar vor dem Wagen über die Straßenbahnschienen zu gehen, wurde aber von der Plattform erfaßt, zu Boden gerissen und kam unter den Perron zu liegen. Der Verunglüdte erlitt Brüche beider Beine, Bruch des linten Unterarmes und anscheinend auch leichtere innere Verlegungen. Er wurde nach dem Kreiskrankenhause in Groß- Lichterfelde übergeführt. Nowawes- Neuendorf. In dem Artikel:„ Aus dem Oberlin- Krankenhause" ist insofern ein Irrtum vorhanden, als nicht der an einem Leistenbruch leidende Patient sich an uns gewendet hat, sondern ein anderer Patient, der durch die Veröffentlichung Besserung erhoffte. Spandau. war. Die Bleichsucht der Stenotypistin. In wie hohem Grade die Bleichsucht unter den jugendlichen Geschäftsmädchen verbreitet ist, trat in einem Gutachten zutage, welches gestern zwei in einer Streitfache als Sachverständige geladene Aerzte vor der dritten Kammer des Kaufmannsgerichtes abgaben. Die Klägerin Olga A. war bei der Aktiengesellschaft für landwirtschaftliche Maschinen, Lehnig, als Stenotypistin angestellt. Kurz nachdem ihr seitens der Direktion gekündigt wurde, erkrankte sie an Bleichsucht. Der erste Kassenarzt Dr. B. schrieb sie arbeitsunfähig und ein anderer Kaffenarzt, Dr. L., bewilligte ihr einen Landaufenthalt von drei Wochen. Die beklagte Gesellschaft verweigerte nun der Klägerin Gehaltszahlung vom Tage ihres Austrittes, indem sie die Ansicht vertritt, daß Klägerin in Wirklichkeit gar nicht arbeitsunfähig war, sondern nur an der weitverbreiteten Kündigungskrankheit" litt. Die als Gutachter vernommenen Aerzte stimmten beide darin überein, daß ihr Standpunkt, speziell den weiblichen Kassenmitgliedern gegenüber, ein äußerst schwieriger sei, zumal sie auch die Interessen der Kaffe im Auge behalten sollen. Wie man aber in der Rechtsprechung eher zehn Schuldige laufen läßt, als einen UnZu der Berichtigung des Kreisvorstandes von Potsdamschuldigen bestraft, so schrieben sie, und mit ihnen wohl jeder ver- Spandau- Osthavelland teilt Genosse Reibeholz folgendes mit: nünftige Kaffenarzt, in zweifelhaften Fällen das sich krank meldende Die Kritik, die ich am Schlusse meines Berichtes gebrauchte, war Kaffenmitglied auch wirklich frant. Bleichsucht gehöre aber zu jenen Krankheiten, bei denen die objektiven Merkmale sehr gering seien nur gerecht. Mein Bericht war vollständig wahrheitsgetreu. Allerund der Arzt auf die Angaben des Patienten angewiesen sei. Es dings glaube ich, daß die Kritik dem Kreisvorstand nicht angenehm Schöffengericht die Angeklagten jedoch frei, weil die Grörterungen Es ist nicht wahr, daß ich gesagt habe: Die Tätigkeit habe über die Stellungnahme der Arbeiter eines Fabrikbetriebes zwecks feien allerdings die meisten jugendlichen Geschäfts- barin bestanden, daß kurz vor der Kreisversammlung eine Anfrage Beteiligung an der Maifeier durch Arbeitsruhe keine öffentliche mädchen in der Großstadt bleichsüchtig. Daß die an die Redaktion( foll wohl heißen Breßkommission) gerichtet Angelegenheit sei und infolgedessen eine Anmeldepflicht nicht vore Klägerin fimuliert habe, wurde von beiden Sachverständigen worden sei, was eine Extrabeilage für Spandau fosten würde.lag, mithin auch die polizeiliche Ueberwachung ungefeßlich gewesen für ausgeschlossen gehalten. Das Kaufmannsgericht verurteilte die beklagte Gesellschaft Wahr ist, daß ich in Spandau so gut wie in Nauen gesagt habe: war. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung zur Zahlung des Restgehaltes von 90 Mart. Es lägen feine Be- ns in Spandau kommt es vor, als hätte der Kreisvorstand in eingelegt. In dem gestrigen Termin wurde nun festgestellt, daß weise dafür vor, daß sich die Klägerin nur durch den Vorwand einer dieser Sache sehr wenig getan und nicht den Beschluß der Kreis- außer dem Vertrauensmann Müller nur Arbeiter der Firma Erkrankung der Tätigkeit in den letzten Wochen entziehen wollte. bersammlung vom 14. Januar mit der nötigen Konsequenz durch Garbath in der Versammlung anwesend waren, wenigstens hatte Die Aussagen der beiden Aerzte ergäben gleichfalls, daß die geführt; es scheint, als ob man erst kurz vor der Nauener Ver- der Vertrauensmann vorher die Aufforderung ergehen lassen, daß sammlung auf unser wiederholtes Anbohren beim Kreisvorstand etwaige nicht bei der Firma beschäftigten Arbeiter den Saal zu Klägerin in Wirklichkeit arbeitsunfähig war und nicht etwa jich genötigt sah, sich mal an die Berliner zu wenden. Es muß verlassen hätten. Ferner ist nur über die etwaige Beteiligung an fimuliert habe. einem komisch anwandeln, wenn man, wie im Veltener Bericht und der Arbeitsruhe gesprochen worden, Propagandareden wurden nicht Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich gestern morgen auch in Nauen, sagt, das Zusammentreten der Konferenz erfolgte gehalten. Auffallenderweise sagte der mitangeklagte Restaurateur gegen 6 Uhr in der Maaßenstraße. Der Vorarbeiter Dinse, welcher auf Grund des Antrages vom 14. Januar( also obiger Antrag). Schütz bei seiner Vernehmung aus, er mache immer von eine Kolonne Bahnarbeiter beaufsichtigte, trat unmittelbar vor dem Es ist klipp und klar in Nauen vom Genossen Pieser nachgewiesen je der auch nicht anmeldepflichtigen Werkstattherannahenden Straßenbahnwagen Nr. 1715 der Linie 3 auf das und vom Genossen Staab bestätigt, daß diese Konferenz nur eine besprechung, die bei ihm abgehalten werde, der Gleis, wurde umgestoßen und geriet unter die Vorderplattform. Besprechung der Berichterstatter mit den betreffenden Redakteuren Polizei Mitteilung. Der Reviervorstand habe Der Wagenführer gab zwar sofort Gegenstrom, konnte aber nicht war, wozu die Ortsvorstände eingeladen waren, und nicht die Preß- den Wunsch nach derartigen Mitteilungen ihm mehr verhindern, daß D. mit den Beinen unter den Schußrahmen tommiffion. In diesem Sinne habe ich auch in Spandau berichtet. gegenüber seinerzeit geäußert, und so sei er geschoben wurde. Um den Berunglückten zu befreien, mußte der Daß der Vorstand mit der Angelegenheit nicht ganz im Reinen war, den diesbezüglichen Wünschen der Polizei auch Motorwaggon angehoben werden. Dinse, welcher außer Ver- geht doch daraus hervor, daß er auf meine Angriffe betreffs der stets prompt nachgekommen! Polizeileutnant Wolter legungen an den Beinen Zerrung der Rückenmuskeln und Ver- Prinzipienverlegung gar nicht einging. Betreffs der Flugblätter als Zeuge bestätigte diese Aussage und gab der Meinung Ausdruck, legung der Wirbelsäule erlitten hatte, wurde zunächst nach der ist die Kommission allerdings nicht zustande gekommen. Sie wird daß Herr Schüß eigentlich zu Unrecht angeklagt jei, weil dieser der Unfallstation Zoologischer Garten und von dort nach dem Elisabeth- es aber noch, wenn auch vielleicht schwer. Die Spandauer fassen Bolizei gegenüber stets bereitwilligst seine Schuldigkeit getan habe. Krankenhause gebracht. den letzten Absatz des Antrages Liebknecht selbstverständlich und Auch der Staatsanwalt hielt ein Vergehen des Angeklagten Schütz mit Recht als eine Bevormundung auf. nicht für vorliegend, beantragte aber die Verurteilung der beiden anderen Angeklagten, denn die Grörterung der Maifeier sei zweifellos eine öffentliche Angelegenheit. Wenn sich hunderte oder tausende von Arbeitern einer Fabrik darüber besprechen, ob sie durch Arbeitsruhe an der Maifeier teilnehmen wollen, so habe das doch sicher eine Einwirkung auf die Oeffentlichkeit zur Folge, denn Die Ortskrankenkassen haben es mit dem Spandauer Tage- alles, was eine größere Masse von Fabrik. blatt" verdorben. Warum? Weil sie nicht nur nicht im Spandauer arbeitern angehe, wirte auf die Oeffentlich= Tageblatt", sondern auch im„ Vorwärts" die Bekanntmachungen der feit. Rechtsanwalt Dr. Heinemann, der Verteidiger der Krankenkassen veröffentlichen wollen. Das konservative Organ Angeklagten, bemerkte demgegenüber u. a., wenn man sich dieser wittert dadurch eine Unterstützung des sozialdemokratischen Partei- unhaltbaren Deduktion des Staatsanwalts anschließen wolle, dann blattes, berechnet aber nicht, daß die Vorwärts"-Leser und zugleich féi es auch eine öffentliche Angelegenheit, wenn ein Fabrikant sich Mitglieder der Kaffe ein gewisses Recht haben, zu verlangen, daß mit seinem Direttor im stillen Kontor über eine vorzunehmende die Angelegenheiten ihrer Kasse in ihrer Tageszeitung bekannt ge- Lohnreduktion schlüssig werde. Das wirke dann schließlich mindestens macht werden. Die konservative Verbohrtheit macht selbst vor dem in demselben Maße auf die Oeffentlichkeit. Folglich müßte dann loyalsten Recht nicht halt. Daß das Blatt Fragen rein geschäft auch eine derartige Besprechung zweier Fabrikleiter polizeilich anlicher Natur im redaktionellen Teil behandelt, charakterisiert es noch gemeldet und überwacht werden. Nach kurzer Beratung schloß ganz besonders. Den Mitgliedern der Krankenkassen dürfte auch die fich das Gericht den rechtlichen Ausführungen des Verteidigers an Mitteilung des Spandauer Tageblatt" etwas Selbstverständliches und erkannte in Anlehnung an die erstinstanzliche Urteilssein, daß Inserate im Vorwärts" teurer sind; denn daß ein Organ begründung auf Freisprechung aller drei Angeklagten. wie der Vorwärts" nach dieser Richtung mit einem Wurstblatt nicht konkurrieren kann, setzt selbst ein Laie nicht voraus. Ertrunken ist gestern nachmittag gegen 3 Uhr unweit der Schillingsbrücke der bei dem Kahneigentümer Liebert beschäftigt gewesene Bootsmann Karl Gräulich aus Gosen. Gräulich war im Begriff, den Kahn nach der anderen Seite zu schieben und rutschte dabei mit seinem Staten aus, so daß er topfüber ins Wasser fiel. Kollegen, die den Vorfall bemerkten, eilten mit ihren Handfähnen zur Unglüdsstelle, um Hülfe zu bringen. Jedoch zu spät. Nach längerem Suchen fanden sie seine Leiche; dieselbe wurde nach dem Schauhause übergeführt. Im Anschluß hieran erhalten wir auch vom Genossen Bieser eine umfangreiche Richtigstellung, deren Inhalt zum großen Teil nur eine Bestätigung der vorstehenden ist und den Irrtum des Kreisvorstandes über die fragliche Konferenz aufklärt. " Ein überaus trauriges Bild einer Ehe entrollte eine Verhandlung, die gestern unter Vorsitz des Landgerichtsrats Hellwig das Schwurgericht am Landgericht II beschäftigte. Jugendliche Opfer des Straßenverkehrs. Drei Kinder sind vorgestern abend im Straßenverkehr schwer verunglückt. Giner der Unfälle wurde durch die Rücksichtslosigkeit eines Mörtelkutschers in der Bellermannstraße herbeigeführt. An der Kreuzung der Brinzenallee überschritten die beiden zehn und drei Jahre alten Geschwister Lisbeth und Otto Kahle, deren Eltern in der Prinzenallee 77 wohnen, Hand in Hand den Fahrdamm. Plöglich bog in voller Karriere ein Mörtelwagen um die Straßenede und fuhr direkt auf die Kinder los. Schreiend flüchteten die Kleinen nach dem Bürgersteig zu, doch sie konnten ihn nicht mehr erreichen. Beide wurden sie von den Pferden niedergetreten und von dem Wagen überfahren. Das Hinterrad ging dem Knaben über den Schädel und dem Mädchen über Ober- und Unterschenkel hinweg. Potsdam. Der Zustand des kleinen N. ist hoffnungslos. Das unglückliche Kind hatte einen komplizierten Schädelbruch davongetragen. Auch Zu einer gründlichen Abrechnung der freien Gewerkschaften Wegen Körperverlegung mit tötlichem Ausgange mußte sich der die schweren Verlegungen der Schwester geben zu Besorgnissen An- mit den Hirsch- Dunderschen" und" Christlichen" führte die hier 25jährige Oberkellner Artur Möbius aus Magdeburg vor laß. Der Mörteltutscher soll angetrunken gewesen sein. An der abgehaltene öffentliche. Schneiderversammlung, in der J. Fulfs- den Geschworenen verantworten. Die Anklagebehörde vertrat Ede der Göben und Potsdamerstraße wurde der neunjährige Köln das einleitende Referat hielt. Nach Erledigung des Themas: Staatsanwaltschaftsrat Mundry, die Verteidigung führte Der am 22. Januar 1881 " Der Deutsche Schneiderverband, seine Leistungen und Errungen Rechtsanwalt Dr. Werthauer. Schüler Wilhelm Polksdorf, Möckernstr. 70 wohnhaft, von einem Geschäftswagen überfahren und schwer verletzt. Der Knabe hatte schaften im Gegensatz zu den bestehenden Konkurrenzorganisationen" zu Magdeburg geborene Angeklagte wurde beschuldigt, in der gemeinsam mit seinem dreizehnjährigen Bruder einen Handwagen tamen die örtlichen Machinationen der„ Chriftlichen" an die Reihe, Nacht zum 27. Mai d. J. gegen drei Uhr morgens in der Blüchergeschoben und als die Pferde eines hinterdrein fahrenden Ge- die als Hülfstruppe der Kriegervereine mit diesen zusammen gegen straße seine Ehefrau Auguste M., geb. Franke mittelst eines Messers schäftsfuhrwerts vor einem vorüberfausenden Automobil scheuten, die freien Gewerkschaften hetzen und schüren. Die von einem derartig mißhandelt zu haben, daß diese an den Folgen der Vergingen sie durch und jagten auf die beiden los. Dem dreizehn Hirsch- Dunderschen Redner wieder vorgebrachte Legende von den legungen verstarb. Der schon verschiedentlich vorbestrafte An jäh..gen P. gelang es, sich zu retten, dagegen wurde der jüngere 3ei unglücklichen Familienvätern, die weinenden Auges sich über geklagte, welcher in einem größeren Etablissement in Magdeburg Bruder umgerissen und überfahren. Er trug einen komplizierten den Terrorismus" ihrer Gewerkschaft beklagt" haben sollen, wurde tätig war, lernte Ende des Jahres 1902 in seinem Geburtsort seine Oberschenkelbruch und schwere Kopfverlegungen davon und fand als das gezeichnet, was sie ist: jesuitische Verleumdung. Der von spätere Ehefrau kennen, die damals Kellnerin war. Im März den Zentralorganisationen gestellten Aufforderung an unsere 1904 heiratete M. Die erste Zeit der Ehe verlief verhältnismäßig im Krankenhaus Bethanien Aufnahme. Gegner, ihre rührseligen Geschichten vom Terrorismus" gegen glücklich, wenn auch der junge Ehemann bald erkannte, daß eine zwei angebliche Holzarbeiter in den betreffenden Berufsversamms gewiffe leichtsinnige Veranlagung bei seiner Frau vorhanden war. lungen vorzubringen und zu beweisen, sind die Lügenpeter bisher Als dann die Frau M. auch noch mit dem Wirtschaftsgeld leichtDagegen gab der Ver- sinnig umging und einem jungen Bautechniker wiederholt Geldnoch nicht gefolgt. Warum nicht? sammlungsleiter, Genosse P. Ziemann, ein Kapitel vom wirt beträge zuſtedte, tam es das erste Mal zu Streit. Frau M. ver lichen Terrorismus zur allgemeinen Kenntnis. Er brachte das ließ schließlich die Wohnung und nahm eine Stellung als BüfettSchreiben eines hiesigen Kriegervereinsvorsitzenden zur Verlesung, dame an. Auf Veranlassung des Angeklagten tehrte sie jedoch nach worin dieser die Mitglieder auf den vom Kreiskriegerberband furzer Zeit zurüd. Dieser Vorgang wiederholte sich mehrere Male Potsdam" gefaßten Beschluß hinweist, daß die Mitglieder der und immer wieder holte M. die Leichtsinnige zurück. Erst Anfang Eine von Radfahrern viel geübte Unfitte führte gestern am( unpolitischen"?!) Kriegervereine, welche freien Gewerkschaften dieses Jahres tam es zu einem ernsten Zerwürfnis. Ende Januar .Büßomplatz zu einem heftigen Zusammenstoß eines Straßenbahn- angehören, bis zum 1. Oftober cr. ihren Austritt aus diesen volls hatte M. eine zehntägige Gefängnisstrafe verbüßt. Nach seiner wagens mit einem Dreirade. Ein Postbeamter fuhr auf einem zogen haben müssen. Anderenfalls würden sie aus dem Krieger- Entlassung erfuhr er, daß seine Ehefrau mit jenem Bautechniker, Postdreirade die Lüßowstraße entlang, hielt sich mit der linken Hand berein ausgeschlossen.... Hierüber waren selbst die Hirsch während er im Gefängnis saß, im Kristallpalast" in Magdeburg an der Hinterplattform des Straßenbahnwagens Nr. 1482 der Dunderschen überrascht. Der Vorsitzende des in Potsdam feinen gewesen war und sich dort in einer Loge sehr zärtlich benommen Linie 54 fest und ließ sich in dieser Weise mitschleifen. In der Sitz habenden Gewerkvereins der Schneider, Schwertfeger, sagte hatte. Um eine gewiffe Kontrolle über seine Ehefrau zu haben, Sturve an der Maaßenstraße, Ecke Lüßomplaz, schleuderte das Fahr- dazu, daß er von diesem Schreiben bisher nichts gewußt habe, das vermietete M. ein Zimmer seiner Wohnung an den Kellner Richard rad und stieß gegen den aus entgegengesetter Richtung kommenden selbe auch nicht billige. Schärfer sprach sich noch sein Hirsch- Dunder- Heinz, den er im Gefängnis gesprochen hatte und mit dem er Straßenbahnmotorwagen Nr. 2344 der Linie 80. Der Anprall er- fcher Kollege Krüger Danzig gegen diese eigenartige Betätigung schon lange Zeit befreundet war. Schon nach wenigen Wochen folgte mit solcher Gewalt, daß das Postdreirad total zertrümmert des Kriegervereins" aus. Die Arbeiter gehörten in die gewerk- mußte der Angeklagte die Entdeckung machen, daß er in der Person Von einem schredlichen Unglücksfall ist der Schiffseigentümer Hermer, der mit seinem Fahrzeug auf dem Schiffahrtskanal vor Anker lag, betroffen worden. Während H. dabei war, den Mittelmast hochzuwinden, verfing sich das rechte Bein in den Drahtsei! und ehe es gelang, die Winde wieder abzustellen, war dem Unglücklichen der Fuß vollständig abgeschnitten worden. H. wurde einem hiesigen Strankenhause zugeführt. 5c8 Heinß den Bock zum Gärtner gesetzt fyitte. Das Verhältnis zwischen den Eheleuten gestaltete sich immer trüber. Am S. Mai dieses Jahres kam M. unerwartet in seine Wohnung und fand hier seine Ehefrau in einer ziemlich verdächtigen Situation. An demselben Abend noch war Frau M. spurlos verschwunden. Alle Anzeichen deuteten darauf hin. daß die Flucht unter Beihülfe des Hcinß von statten gegangen war. Einige Tage später war auch H. nach einem vorausgegangenen Wortwechsel mit dem Angeklagten verschwunden. Am 21. Mai erhielt M. aus Berlin eine Karte, in welcher er von seiner Ehefrau aufgefordert wurde, sie zu besuchen, »falls er sie noch etwas lieb hätte". Der Angeklagte schrieb ihr zurück, daß er ihr trotz der letzten Ereignisse verzeihe und sie sehn- süchtig erwarte. Es kam zu einer längeren Korrespondenz, durch welche M. schließlich zu der Ueberzeugung kam, daß seine Frau mit ihrem Liebhaber Heinß in Berlin zusammenlebe. Am 26. Mai fuhr der Angeklagte, ohne seine Ankunft anzumelden, nach Berlin und erfuhr hier in der Wohnung seiner Ehefrau in der Blücher- straße, daß diese in einem Lokal in der Blumcnstraße als Kellnerin tätig sei. Er wartete zunächst in dem im Hause befindlichen Re- staurant bis 1 Uhr nachts und ging dann auf der anderen Straßen- scite auf und ab. Gegen 3 Uhr morgens endlich erschien Frau M. Arm in Arm mit Heinß und beide etwas angeheitert. Der An- geklagte trat aus sie zu und forderte die Treulose auf, mit ihm nach Magdeburg zurück zu kommen, da ihre alte Mutter schwerkrank liege. Die„liebevolle" Gattin hatte nur höhnische Redens- arten für ihn übrig, während sie von ihrem Begleiter mit den Worten:„Laß doch den Strolch laufen" am Arme weitergezogen wurde. Als der Angeklagte hierbei bemerkte, daß Heinß ver- schiedene Ringe am Finger trug, die er iMöbius) seiner Frau zum Geschenk gemacht hatte, überkam den Betrogenen eine furchtbare Wut. In einem Moment der höchsten seelischen Erregung zog M. fein Taschenmesser heraus, stürzte sich mit einem Wutschrei auf seine Frau und stach blindlings auf sie ein. Im nächsten Augen- blick wälzte sich die Getroffene in ihrem Blute, ehe jemand da- zwischen springen konnte. Als ein Schutzmann erschien, ließ er sich willenlos abführen. Die schwerverletzte Frau wurde sofort in das Krankcnbaus am Urban geschafft. Hier verstarb sie am 4. Juli, da sich durch die Stiche in den Hals eine eitrige Zerstörung der Lunge herausgestellt hatte, die dann durch Einschmelzung der Blutgefäße zum Tode durch Verblutung führte.— Vor Gericht war der Angeklagte der Tat geständig. Ihn habe infolge der ganzen traurigen Vorgänge mit seiner Frau, die er leidenschaftlich ge- liebt habe, eine unbezähmbare Wut gepackt, als er sie an jenem Abend mit ihrem Liebhaber sah und von diesem noch schwer be- leidigt wurde.— Staatsanwaltschaftsrat M u n d r y trat selbst für Zubilligung mildernder Umstände ein, da nian die Tat vom menschlichen Standpunkt erheblich milder beurteilen müsse. Dem auf Schuldig lautenden Wahrspruch der Geschworenen gemäß be- antragte der Vertreter der Anklagebchörde eine Gefängnis- st r a f e von 2 Jahren. Der Gerichtshof erkannte auch nur auf 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von noch drei Monaten der Untersuchungshaft. Der Angeklagte erklärte, die Strafe sofort antreten zu wollen. ES gibt noch Richter in Prcussen. Wegen Bedrohung und Be- lcidigung hatten sich vor einigen Tagen zwei Maurer aus Mcmel vor dem Memeler Schöffengericht zu verantworten. Im Frühjahr dieses Jahres befanden sich die Maurer in Mcmel in einem hef- tigen Lohnkampfe. Am 4. Juni sollen die Angeklagten drei Ar- bcitSwillige aus Bommelsvitte mit„Totschlag bedroht" und durch die Worte:„G c l b f ü ß l e r". Streikbrecher usw. beleidigt haben. Die beiden Angeklagten bestritten jede Schuld. Die Arbeitswilligen bekundeten als Zeugen, daß sie von einer Bedrohung nichts wüßten. Nur durch den Ausdruck:„Gelb- füßler" fühlten sie sich beleidigt. Der Staatsanwalt hatte sich wohl berufen gefühlt,„im öffentlichen Interesse" Anklage zu erheben, doch der Amtsanwalt erklärte das ganze Vorkommnis als eine »lächerliche Kinderei". Der Amtsrichter stimmte ihm bei und die beiden Sünder kamen mit je fünf Mark Geldstrafe hinweg. Ein Glück, daß die Angeklagten nicht in Königsberg, Breslau, Magdeburg aus der Anklagebank standen, sonst wären sie wahrscheinlich zu harten Gefängnisstrafen verurteilt worden, Vermischtes. Ucbcr ein entsetzliches Grubenunglück wird aus Herne, den 27. September berichtet: Auf der zur Harpeuer Bergbaugesellschaft gehörigen Zeche„Julia" in Baukau ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Am Montag, den 24. d. M. brach im Schacht ein Pfeiler. Infolgedessen stürzten bedeutende Kohlenmassen hernieder und schnitten dem vor Ort befindlichen Bergmann Johann Walschewski aus Holster- hausen den Rückweg ab. Das Rettungswerk wurde sofort auf- genommen. Unter Leitung des Grubenverwalters und Betriebsführers Schmitz begannen vierzig Kameraden des Verschütteten mit der Weg- räumung der Kohlcnmassen. Sie wurden in ihrem aufopferungsvollen Werk ermuntert durch Klopfen und Rufen Walschewskis. Tag und Nacht wurde ununterbrochen eine fast übermenschliche Arbeit ge- leistet. Leider hat diese Arbeit nicht den erhofften Erfolg gehabt. Gestern abend waren noch Lebenszeichen des Verschütteten zu ver- nehmen; dann hörte man plötzlich nichts mehr. Als man heute früh gegen 8 Uhr auf Walschewski stieß, fand man ihn bereits als Leiche. Er hatte einen Schädelbruch und andere Verletzungen erlitten, die offenbar seinen Tod herbeigeführt hatten. Der auf so tragische Weise ums Leben Gekommene hinterläßt eine Witwe und fünf Kinder. Das jüngste Kind war ihm vor zehn Tagen geboren worden. lieber Unwetter, dessen Ausläufer'auch in Algier Verheerungen an- gerichtet haben, wird in folgenden Telegrammen gemeldet: Madrid, 28. September, lieber die Katastrophe in Santo- inera laufen zahlreiche, schreckliche Einzelheiten ein. Ganze Familien sind umgekommen, andere obdachlos. Zahlreiche Häuser drohen ein- zustürzen. Ein ganzes Viertel liegt bereits in Trümmern. Auch aus den Provinzen Valencia, Castellon und Cuenca laufen Hiobs- Posten ein. Algier, 23. September. Ein heftiger Zyklon verheerte Ne- mours: er vernichtete die Gärten und zerstörte zahlreiche Gebäude, darunter auch mehrere der Militärverwaltung gehörende. Der an- gerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. Soweit bisher bekannt wurde, sind drei Personen umgekommen, doch befürchtet man, daß die Zahl der Verunglückten eine höhere ist.— Die schweren Stürme im Süden der Vereinigten Staaten von Nord- Amerika geben zu den ernstesten Befürchtungeil für die Sicherheit der Stadt New Orleans Anlaß. Die Drahtverbindungen sind zerstört. Der Sturm treibt mit furchtbarer Gewalt mächtige Wassermassen aus. Lissabon, 27. September. Aus ganz Portugal, besonders aus den Bergen bei Cintra, werden heftige Stürme gemeldet, die bedeutenden Schaden anrichteten.— New Dork, 28. September. Aus New Orleans Ivird über die Ueberschwemmungeil noch berichtet, daß zahlreiche Opfer zu ver- zeichnen sind. Die Eisenbahn nach Louisville ist in der Nähe des Katharinensees gänzlich unter Wasser gesetzt. Viele Eisenbahn- brücken sind weggerissen. Der Pontohartrainsee hat meilenweite Strecken überschwemmt. P c n s a c o l a(Florida), 28. September. Durch den Sturm sind hier alle Häuser beschädigt: bei vielen wurde das Dach fortgerissen. Die Küste ist besät mit Trümmern der Landungsdämme und Schiffe. Mehrere Dampfer sowie zahlreiche Segelschiffe wurden von der Flut weit aufs Land getrieben und liegen jetzt auf dem Trockenen in den Straßen. Der in Pensacola und Umgegend angerichtete Schaden beträgt mehr als zwei Millionen Dollar. Der Getreideelevator und der Landungsdamm der Louisville-Nashville-Eisenbahn sind stark beschädigt. freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. September, vormittags tO Uhr, in Kellers Festsälcn, Koppcnstr. 29: Feier der Jugendausnahme. Festrede des Herrn Dr. Bruno Wille. Gäste willkommen. Nach B e- ginn der Feier kein Zutritt mehr. Zlllgemeine Kranken- und Stcrbekasse der Metallarbeiter. (E. H. 29, Haniburg.) Filiale Baumschulenwcg. Heute abend 81/, Uhr im Restaurant W. ktleinschivagcr, Baumschulcnstr. 67: Mitgliederversamm- lung. Sozialdemokratischer Lese- und Diskntierklub»freie Zu- sainmenknnft«. Heute abend 9 Uhr im Gewerlschastshaus, Zimmer 16: Sitzung. Vortrag. Berel» der Buchdrucker und Schriftgietzer für Rixdorf-Britz. Sonntag, den 30. September 1906, nachmittags 2 Uhr, Im Lokale des Herrn Vollmer, Hermann- und Ziethenstraßcn-Ccke: Vcrcmsversammlung. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städttschen Markthallcn-Direktioii.(Großhandel.) Rindfleisch la 71—76 pr. 100 Psd., IIa 65-70, lila 60-64, IVa 54-58. Kalbfleisch, Doppclländer 105-115, la 84-90, IIa 74-83. IHa 61—73, Holl. 0,00. Hammelfleisch la 77-82, Na 67—76. Schweinefleisch 67—74. Rchböcke la per Psd. 0,80-1,07, IIa 0,40-0,75. Rotwild la 0,15-0.58. IIa 0,30-0,40. Damwild 0,43-0,60. Wildschweine pcrPsund 0,21-0.56. Frischlinge 0,40—0,66. Kaninchen per Stück 0,60-1,05. Wildenten per Stück 1,25—1,60. Rebhühner, junge la 1,20—1,40, junge IIa 0,80—1,18, alte 0,80—0,92, junge kleine 0,50—0,70. Hühner, alte per Stück 1,50—2,90, alte IIa 1,20—1,40, junge per Stück 0,70—1,35. Tauben, junge per Stück 0,10—0,53, alte 0,00. Enten, junge per Stück 1,75—2,60, alte per Stück 0,00.- Hamburger, junge per Stück 3,00. Gänse, la per Pfund 063—0,65, Na 010—0,50, Hamburger, junge 0,66, la per Stück 3,00—4,10, IIa 1,30—2,90. Poülcts per Stück 0,80—1,45, do. llein 0,70. Hechte per 100 Psd. 76—93. Zander 78. Aland 00-00. Schleie 115—134. Bleie 50— 62. Aale, groß 88-89, mittel 79-83, klein-mittel 00-00, unsortiert«3—70 Plötzen, matt 00,00. Karpfen, 30cr 0,00, 25er Galizter 89—90, 60er Lausitzer 79—84, 40er Schlesische 00—00. Barsc. matt 67, klein 00—00. Karauschen 71—72* do. klein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 51—60, malt 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. NIa neuer 75. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,50, Danztger, Wall 0,50—0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 9,00, do. pommersche Na 2—4, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel der Kiste 2—3, do. klein per Kiste 0,00. Bücklinge, per Wall Kieler 2—3, Stralsunder 2,00— 3,50. Aale, groß per Psd. 1,l0— 1,50, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3,00, do.>/z Kiste 2. Kabliau. per 100 Psd. 20. Hetlbutt 00. Sardellen, 19v2cr per Anker 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Vollhcringe 1905 0,00, large 40-44, fuU. 36-38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per ff, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(1 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Faß 11, kleine 5—6, Niesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00—0,00. Krebse, per Schock, große tl, mittel 8, kleine 2,50—3,50, unsort. 5. Galizier, groß 0,00, mittet 0,00. Eier, Land-, per Schock 3,50—4,50. Butter per 100 Psd. la 124—126. IIa 118—120. lila 112—116, abfallend- 95-110. Saure Gurken schock 3,50—4,00, Pseffcrgurkcn 3,50—4,00. Kartosjcln per 190 Pfund magnum bonurn 2—2,25, Dabcrschc 2— 2,25, Rosen 1,50—1,75, weiße 1,75—2,00, Salatkartoffeln 4,00—5,00. Spinat pa*' 100 Pfd. 5,00—10,00. Karotten per Schockbund 2,00—3,00. Sellerie, hiesige, per Schock 1,50—6,00. do. pommersche 4—6,00. Zwiebeln große, per I00P!d. 3,25- 4,50. do. kleine 2,75—3,25. do. hiesige(Perl») 30—50. Charlotten 50—60. Petersilie, grün, Schockbd. 1,25. Kohlrabi per Schock 0,75—1,00. Retlig, bahr., pr. Schock 2,40—4,80. Radieschen per schock°Bd. 0,60—0,80. Salat, pr. Schock 1,50—1,75. Bohnen, grüne, per 100 Mund 8—12. Wachsbohncn 3—15. Schoten per 100 Psund 00-00. Pscffcrlillge pr. 100 Psd. 10-18. Mohrrüben pr. 100 Psd. 2—3. Teltowcr Rüben p. 100 Psd. 8—12. Blumenkohl p. Mandel 1,50—2,50. do. Erfurter, Kops 0,22—0,25. Wirsingkohl per Schock 4,00—7,00. Rotkohl pr. Schock 3,00-7,00. Weißkohl pr. Schock 2,00-5.00. Rosenkohl pr. 100 Pfd. 30—35. Steinpilze p. 100 Pfd. 40-60. Gurken, Zcrbstcr, Schock 0,00. do. Einlege-, Schock 1,50—3,00, do.Rothcnburger 1,50—2,00, do.LIegnitzer 0,00. do. Einlege-(«ens-) 3—18. Kohlrüben, Schock 3—4,00. Tomaten, hiesige tOOPsd. 10-15. Kürbis 2-3. Birnen, ital. per 100Psd. 0,00,hiesige3— le.Tiroler 20—35, böhmische 4—16. Aepsel, per 100 Pfd., hiesige 5—15, Gravenfteincr 12—18, Tiroler 15—30, Tiroler in Fässern 14—23. Prelßclbeeren 0,00, schwedische 17—24. Wallnüsfe per schock 1,00—1,50. Pflaumen, per 100 Pfd., hiesige 2—3, Böhmische 4—6, Böhmische, große 3—13. Zitronen, Mcssina 300 Stück 19,00-22.00, 360 Stück 12.50-22,00, 200 Stück 0,00, 420 Stück, klein 12,00—15,00, 500 Stück, klein 13—15. Pswstche, Werdersche per 100 Psd. 10—35, Tiroler 40—50. Adreßbuch Berlin und M seine Vororte Vir/• 1907. Vie Hauslisten für den Jahrgang 1907 sind nunmehr den Herren Hauseigentümern kzw. Verwaltern zur Weitergabe an die verehrlichen Haushaltungsvorstände zugegangen. Die letzteren werden hiermit gebeten, die erforderlichen Angaben recht genau und deutlich in die Hallslisten einzutragen und diese so schnell wie möglich weiterzugeben. Selbst- ständige Gewerbetreibende, denen eine besondere Eintragungskarte für ihr Gewerbe nicht zugestellt ist, mögen vor allem auf sorgfältige Ausfüllung der einzelnen Rubriken in der Hausliste achten, weil diese nunmehr als Grundlage für die Aufnahme im Gewerbenachweis benutzt wird. Da die Abholung der Hausliften Dienstag, den Z. Oktober, beginnt, so richte ich an diejenigen Haushaltungsvorstände in Verlin, denen die Hauslisten bisher noch nicht vorgelegt wurden, das Ersuchen, bei ihren Herren Hauseigentümern oder Verwaltern wegen der Liste Nachfrage zu halten und für die schleunige Eintragung der erforderlichen Angaben Sorge zu tragen oder mir diese unverzüglich direkt zugehen zu lassen. Im Hinblick darauf, daß die Bewohner der Reichshauptstadt das größte Interesse an einem vollkommenen und zuverlässigen Adreßbuch haben, darf ich wohl erwarten, daß alle Einwohner durch recht genaue Ausfüllung der Hauslisten und durch deren schleunige Weitergabe die mühevolle und kostspielige Zusammenstellung des Adreßbuchs unterstützen werden. B e r li n. den 28. September 1906. M j c* i i SW. 68, Zimmerstr. 37.41. AltgUSt öCtlGtL Warenhaus J. Hirschweh Frankfurter Allee 191/192 Ecke Kronprinzenstraße, am Ringbahnhof. Wrangelstraße 53 Ecke Falckensteinstraße. Geschenk- Woche. Von Sonnabend, den 29. September, nachmittags 4 Uhr, bis inkl. Montag, den 8. Oktober cr., erhält jeder Kunde beim Einkauf von 2 Mark an ein praktisches Geschenk nach eigener Wahl im Werte von zirka 5% des Einkaufsbetrages. Sämtliche Geschenkartikel sind im Parterrelokal übersichtlich zur Ansicht ausgestellt. gewähren auf fast alle Waren noch 5% Rabatt! 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