Nr. 230. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. bonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz. fcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Intertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erfte( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben gählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Mach der Schablone. Von militärischer Seite wird uns geschrieben: Mittwoch, den 3. Oftober 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. ist es gleichgültig, ob sie wirklich vorhanden oder nur an- In der Revolutionsepoche nun aber, als die befreiende genommen sind. Und das, was die Verteidiger durch Bewegung das ganze russische Proletariat ergriff und es undie Herstellung von Feldbefestigungen lernen sollen, also Aus- bedingt notwendig wurde, die Massenaktionen zu ordnen, heben von Schüßengräben, Fertigung von Drahtverhauen, mußte ein Zentrum gebildet werden, um das sich die Einrichten in den Deckungen können sie sich, wie schon vorhin ganze Arbeiterklasse sowohl Mitglieder der soziaAls seiner Zeit die große Rolle, die die sogenannten erwähnt, in der Garnison und auf den Truppenübungsplägen listischen Organisationen als auch unorganisierte Arflüchtigen Feldbefestigungen( Schanzen, Drahtverhaue usw.) zu eigen machen. beiter gruppieren konnten und das die Angriffs Aktionen im ostasiatischen Kriege spielten, bekannt wurde, dachten wir Militärische Fachmänner" werden uns gewiß entgegnen, des Proletariats zu leiten imstande war. Es konnte das uns: Arme deutsche Soldaten! Denn es war mit Sicher- daß das Martieren von Feldbefestigungen nicht friegsgemäß im heutigen Rußland fein sozialdemokratisches Organ heit vorauszusehen, daß die deutschen Generale sich mit sei. Du lieber Himmel, wenn bei den Friedensübungen nicht sein; denn bei revolutionären Bewegungen muß die Masse Heftigkeit auf die Ausnügung des Spatens, wie sie mehr gegen die Kriegsgemäßheit verstoßen würde als mit an- ihre Führer gut kennen und volles Vertrauen zu ihnen haben. namentlich auf russischer Seite üblich war, stürzen und genommenen Schüßengräben, so fönnte die Armee froh sein. Wie oben aber gezeigt wurde, konnten die sozialdemokratischen Drdamit die deutsche Armee beglücken würden. Wer im deutschen Wir erinnern nur an die Ungeniertheit, mit der Kavallerie ganisationen bei den gegebenen historischen Verhältnissen diesen Heere Bescheid weiß, fonnte keinen Moment zweifeln, daß patrouillen an den Gegner heranreiten, um ihn auszufundschaften. Forderungen nicht genügen. Nur ein solches Organ aber war von nun ab der deutsche Soldat in der Erde würde graben Sie war schon vor 20 Jahren derart üppig ins Straut geschossen, daß instande, volle Autorität zu genießen, das von den müssen wie ein Totengräber, und so zu den sonstigen„ An- die Infanterie solche Heldentaten" ignorierte, auch wenn sie Arbeitern selbst erwählt war. Als solche Organe tauchten nehmlichkeiten" des militärischen Dienstes eine neue fommen genau gesehen wurden. Man wußte, daß das Schießen auf nun die Räte der Arbeiterdeputierten auf, die mithin eine folche Heldenjünglinge doch nichts half. Nach den auch vom außerhalb der Parteien stehende OrganiVorwärts" wiedergegebenen Beobachtungen, die der fation zur Leitung der Massenbewegungen Oberst a. D. Gädte auf den letzten Kaisermanövern gemacht des Proletariats darstellen.") würde. " " Die Zeit hat auch hier den Schwarzsehern recht gegeben. Die Dinge liegen jezt so, daß ein Dffizier, der nicht unbedingt an die Wunderkraft des Spatens glaubt und daher hat, scheint der Unfug inzwischen noch ärger geworden Obgleich die Mehrzahl der Wähler nicht zu den sozialnicht bei jeder Gelegenheit, die halbwegs dazu angetan ist, zu fein. Es ist schon so weit, daß Offizierspatrouillen demokratischen Organisationen gehörte, wurden doch in überfest graben ließe, in den Geruch eines schlechten Tattiters auf fünfzig Schritt Entfernung die Front befestigter wiegender Zahl Sozialdemokraten gewählt. Im tommt und, wenn er sich in den Chargen vom Hauptmann Stellungen des Gegners im Trab entlang reiten, obwohl Petersburger Rat der Arbeiterdeputierten z. B. bildeten die an aufwärts befände, mit der großen Säge Bekanntschaft sie angeschoffen werden. Wird bei Friedensübungen die Sozialdemokraten die erdrückende Mehrheit.**) Die Verdienste machen würde. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie die Aufklärung in solcher Weise betrieben, dann bliebe man besser dieses revolutionären Drgans um das russische Proletariat deutschen Generale seit einiger Zeit im Sommer wöchentlich zu Hause. Ferner verstößt es auch gegen die Kriegs- sind unschätzbar. Auf diese wies mit Recht der ehemalige mindestens zweimal zu Offizieren ihres Befehlsreiches sagen: gemäßheit, daß in den Manövern unter den Führern keinerlei Präses des Rats, Genosse Chrustaljoff, hin, der jetzt in der Meine Herren, machen Sie vom Spaten häufig Gebrauch." Verluste angenommen werden. Es wäre sehr lehrreich, wenn Gewalt der zarischen Henker ist. Er sagte:„ Der Arbeiterrat Gewiß ist die Unterweisung der Truppen in der Errichtung Detachementführer, Regiments- und Bataillonskommandeure von Petersburg, der das gesamte Proletariat der Residenz zuflüchtiger Feldbefestigungen schon im Frieden nötig. Und zwar plötzlich gefechtsunfähig würden und andere Offiziere unvermutet fanimenhielt und repräsentierte, war bemüht, das Proletariat müssen die Mannschaften solche Arbeiten nicht nur bei Tage, an ihre Stelle treten müßten. Dadurch würden die Uebungen von ganz Rußland, alle revolutionären Kräfte des Reiches zu sondern auch bei Nacht ausführen lernen, und zwar müssen wesentlich an Kriegsähnlichkeit und Nüßlichkeit gewinnen und mobilisieren. Er trat mit dem Bauernbund, dem Post- und im letzteren Falle die Erdwerke usw. möglichst geräuschloß er den höheren Offizieren würde dabei Gelegenheit geboten, fich Telegraphen- und dem Eisenbahnerverband in Beziehungen. richtet werden. Aber dieser Teil der militärischen Ausbildung rasch in die neue Situation zu finden. Der Rat, als revolutionäres Parlament des revolutionären fönnte sicher auch in der Garnison und auf den Zum Schluß eine mehr historische Betrachtung, die auf Proletariats, eröffnete und leitete nicht nur die politischen Truppenübungsplägen erledigt werden. Wenn eine die Art und Weise, in der taktische Neuerungen entstehen, ein Streits im Interesse der Volkssouveränität, der VoltsTruppe vorzügliche Feldbefestigungen in der Nähe von Potsdam Licht wirft. Im Striege 1870/71 spielten die flüchtigen Feld- herrschaft und des achtstündigen Arbeitstages, sondern er überausheben kann, so bringt sie es gewiß auch in der Umgebung befestigungen eine untergeordnete Rolle. Daher meinten die nahm auch noch andere Funktionen: der Nat schuf in den von Breslau fertig. Würde die Ausbildung in der Feld- deutschen Generale schablonenhaft, daß sie im Bewegungs- Fabriken die Organisationszellen. Die Fabritdeputiertenbefestigung in der Garnison und auf den Truppenübungs- friege überhaupt ihren Wert verloren hätten. Infolge deffen fomitees, die Rayonkomitees, die Rayonstäbe; der Rat plägen erfolgen, so könnte den Leuten nach den anstrengenden wurde bei der Infanterie und der Feldartillerie der Spaten organisierte professionellen Verbände, leitete Erdarbeiten hinreichend Ruhe gegönnt werden. so ziemlich abgedankt. Ungefähr ein- oder zweimal im Jahre ökonomischen Streifs, war als Vertragskammer bei Leider aber genügen Garnison- und Truppenübungsplatz mußten die Mannschaften der Infanterie anstandshalber einen den Konflikten zwischen Unternehmern und Arbeitern tätig, den deutschen Generalen nicht; sie fordern vielmehr die Her Schüßengraben für liegende Schüßen ausheben, und damit leistete materiellen Beistand, bewaffnete und schulte die stellung starter Feldbefestigungen auch im Mann över. war die Sache erledigt. Jezt sind die deutschen Generale, Arbeitermiliz. Der Rat begann eine große Enquete und tat Da muß dann der Mann, der tagsüber womöglich in einer wie schon erwähnt, ebenfalls schablonenhaft ins Gegenteil ver- vorbereitende Schritte zur Einberufung eines allrussischen drückenden Sonnenhite schwer bepackt marschiert und gelaufen fallen. An die Kleinigkeit haben sie anscheinend nicht gedacht, Arbeiterkongresses."( Echo" Nr. 11.) ist, in der Nacht graben und schaufeln und sobald es Tag daß im ostasiatischen Kriege der Spaten nur deswegen so Nach der Gefangennahme des Petersburger Rats beschloß wird, wieder mit gepacktem Tornister und Gewehr große Triumphe feiern konnte, weil die Eigenartigkeit der die Regierung zuerst, alle seine Mitglieder dem Gericht zu die größten Strapazen auf sich nehmen.") Rein dortigen Verhältnisse große Kriegspauseu, die reichlich Zeit überliefern! Später änderte sie ihren Beschluß, da es ihr bei hoher Temperatur Hitschläge sich zur Errichtung gewaltiger Feldwerke boten, nötig machte. nicht ungefährlich erschien, eine von 200 000 Arbeitern er massenhaft ereignen. Es ist merkwürdig, wie es manchmal Aber es gehört ja zu den charakteristischen Merkmalen wählte Institution vor Gericht zu ziehen und nun wird statt in der deutschen Armee zugeht: Einerseits sagt der deutschen Armee, daß in ihr die goldene Mittelstraße des gesamten Rates nur das Erekutivkomitee gerichtlich beman den Soldaten, daß sie den Hizschlag am besten dann überhaupt nicht eingeschlagen wird. Entweder wird etwas langt, welches zu diesem Zweck als gewöhnliche revolutionäre bermeiden können, wenn sie in der Nacht ordentlich schlafen gar nicht oder nur lässig oder mit einem derivischmäßigen Verschwörerorganisation dargestellt wird! Die Absicht ist und Liebesabenteuer sowie alkoholische Exzesse unterlassen. Fanatismus getrieben. Andererseits aber nimmt man ihnen seit neuestem in den Manövern ex officio den Schlaf. Es ist doch sehr angenehm, daß die Disziplinarstrafordnung und das Militärstrafgesetzbuch den Untergebenen jede Stritit verbietet. Wenn dem nicht so wäre, kämen die Herren Vorgesetzten aus der Verlegenheit nicht mehr heraus. Wunder, Manöver! Die russische Revolution. Der Petersburger Rat der Arbeiterdeputierten vor Gericht. die die flar: Das Proletariat soll von seinen Führern isoliert. die ganze revolutionäre Tätigkeit des einmütig und als tompakte Masse vorgehenden Proletariats seit demi historischen 17. Oftober soll einem Häuflein von Wühlern" in die Schuhe geschoben werden. Unter den 200 Verhafteten hat sich die Regierung diejenigen für die Sündenbank ausgesucht, welche sie braucht! Alle Hebräer, Polen, Grusier und Armenier wurden ganz willkürlich dem„ vollziehenden Komitee" zugezählt! Daß der Mangel an Nachtruhe die Gefahr des Hitschlages Die Sitzungen des Gerichts" über das Erekutivkomitee näherrückt, ist flar. Und in der Tat sind während der heurigen des Petersburger Rates der Arbeiterdeputierten haben also Das Petersburger Proletariat beeilte sich, in einer ganzen Manöver, wo zum erstenmal das neue Reglement maßgebend gestern( Dienstag) ihren Anfang genommen. Die unermeßliche war, in den wenigen Tagen, an denen eine heiße Witterung Bedeutung der Arbeiterausschüsse für die russische Revolution Reihe von Resolutionen sich mit dem ehemaligen, Rat" herrschte, sehr viele Higschläge gemeldet worden. Glücklicher- und speziell die große Rolle, die der Petersburger Rat seiner- vollkommen solidarisch zu erklären. Die Bemühung der Reweise sette sehr früh eine fühle Temperatur ein. Floriert zeit gespielt hat, machen es erforderlich, den Leser mit diesem gierung, die Tätigkeit der Petersburger Arbeiter als Attionen aber die Schaufelmanie weiter, so wird das deutsche Volt sein Organ bekannt zu machen und dem„ Gericht" über das Peters- einer geringen Zahl„ böswilliger Agitatoren" darzustellen, ist blaues Wunder erleben, wenn einmal ein heißer September burger vollziehende Komitee einige Worte zu widmen. ein gar zu grob- naiver Betrug. tommt. Hier nach Kräften vorzubeugen, ist Pflicht der Sozial- Die russische sozialdemokratische Partei erwuchs unter Die Gerichtsverhandlungen im Prozesse des Arbeiterrats demokratie und darum stellen wir die Forderung auf: Weg ganz abnormen Verhältnissen. In der Atmosphäre einer werden allen aufrichtigen Freunden der Volksfreiheit die bermit dem gefährlichen Schaufeln während der despotischen Staatsordnung entwickelte sich der Stapitalismus. flossenen Monate ruhmvollen Kampfes in Erinnerung bringen Rußland wurde allmählich von einem Nege von Fabriken und und der russischen Freiheitsbewegung neue Kräfte zur NiederEs wäre, wenn der gute Wille vorhanden ist, sehr leicht Manufakturen durchsponnen. Es bildete sich eine Arbeiter werfung der alten Staatsordnung verleihen. eine sozialzu entbehren. Man brauchte nur an den Zeilen der flasse und als Vertreterin ihrer Interessen Väterchens" Schuhengel. Stellungen, an welchen im Ernstfalle Befestigungen angelegt demokratische Partei. Doch in einem Polizei- und GendarmenPetersburg, 2. Dftober. Infolge eines Berichtes des Palastwürden, bestimmte Zeichen anzubringen, die dem Gegner er- staate kann die Sozialdemokratie keine gesicherte Existenz kennen lassen, daß hier befestigt ist und wie es geschah. Diese genießen. Gefängnis und Buchthaus, Einzelhaft und Ver- fommandanten Dedjulin, in welchem er alle Hofbeamte als unzuZeichen wären in Form und Farbe so zu bemessen, bannung in die sibirischen Eisfelder ließen es lange verlässig bezeichnete, ordnete der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch feinem daß sie der Gegner mit dem Feldstecher nur auf den Entfernungen Beit zu rechten Anschluß der Arbeitermassen an, daß sämtliche Hofbedienstete zu entlassen und die Leibgarde zu tassieren sei! die sozialistische Partei kommen. Nur vereinzelte genau unterscheiden kann, auf welchen Schüßengräben, Draht- an Ein Kongreß"! den sozialistischen Organiberhaue usw. erfahrungsgemäß zu erkennen sind. Dies würde Arbeiterzirkel konnten sich Petersburg, 1. Oftober. Heute wurde hier eine Sigung der sationen Unter angliedern. solchen Umständen war für die Manöver völlig genügen, denn hier handelt es sich nur darum, ob der Angreifer seine Truppen an die Ver- die russische Sozialdemokratie viele Jahre lang gezwungen, Delegierten der hiesigen Gruppe der Kadettenpartei unter dem teidigungsstellung richtig heranführt, ob er sie richtig gliedert, die dumpfe Luft einer illegalen Keller"-Existenz zu atmen. Borsige von Miljukow eröffnet. Unter den Delegierten befinden sich ob die Artillerie zweckentsprechend verwendet wird. An einen Die Arbeitermasse verhielt sich zwar den sozialdemokratischen ferner Kutler, Nabokow, Petrajizli, Hessen, Grimme, Karejet, wirklichen Kampf um die feindlichen Drahtverhaue und Stimmen gegenüber nicht abweisend, sie hielt sich jedoch von ") Jn Polen, im Kaukasus und in den baltischen Provinzen, wo Schüßengräben ist bekanntlich nicht zu denken, da wenigstens der Partei in gewisser Entfernung. Nur der ideelle vorläufig das Scharfschießen und Totschlagen im Manöver Einfluß der Sozialdemokratie war ein sehr bedeutender. die Sozialdemokratie von vornherein unter dem Proletariat große nicht erlaubt ist. Dürfen aber Drahtverhaue und Schüßen- Die Resultate einer solchen Lage der Dinge äußerten sich Autorität genoß, konnte die Partei die Leitung der revolutionären gräben nicht unter scharfes Feuer genommen und, wenn dies darin, daß die Aufrufe der sozialdemokratischen russischen Arbeiterbewegung direkt übernehmen, und da wurden denn auch vergeblich ist, nicht mit dem Bajonett genommen werden, 10 Arbeitern Wiberhall fanden, während die Leitung der Be- gemeiner, diretter, gleicher und geheimer Abstimmung gewählt. Je Drganisationen nur bei den Parteigenossen unter den feine Deputiertenausschüsse gewählt. **) Die Abgeordneten zum Rat" wurden auf Grund all*) Im Frieden müssen die Schüßengräben nach dem Gefecht wegung häufig verschiedenen parteilojen" Elementen zufiel 500 Arbeiter wählten einen Bertreter. Der Rat bildete dann aus wieder eingeworfen werden, so daß hier doppelte Arbeit entsteht. oder die Maffen aar völlio anarchisch auftraten. feiner Mitte einen Ausschuß das vollziehende Komitee". Betrunkewitsch und andere. Die Sigung wurde mit einer Sund- 1 Niederschlag, den die Affäre gefunden hätte, sich in einigen schieds- herrschen, indem sie einen Teil der Unterdrückten zu Aufsehern gebung zum Gedächtnis Herzensteins eröffnet, worauf sich die Ver- männischen Sühneverhandlungen und Beleidigungsflagen erschöpft über die Unterdrückten machen. Sie herrschen, indem sie teilen! fammlung mit der Prüfung eines Entwurfes einer Geschäftsordnung hätte. Man kann es trotzdem begreiflich finden, daß bom polizei Das einige Proletariat, das ist das Ende ihrer Herrlichkeit! für die Gruppe beschäftigte. lichen Standpunkt diese Entwickelung der Dinge nicht abgewartet Petersburg, 2. Dftober. Die den Kadettentongreß übertvachenden Polizisten haben den stritten Befeht, bei revolutionären Beschlüssen fofort sämtliche Teilnehmer zu verhaften!! Brandschriften eines Psendopatrioten. wurde. als das polizeiliche Einschreiten begann, zunächst alle Maßnahmen Die Verhandlung hat auch zweifelsfrei ergeben, daß. in außerordentlich umsichtiger, schonender und duldsamer Weise Die Sonntagsruhe in Italien. getroffen wurden. Es ist mir sehr bezeichnend, daß in diesem ersten Stadium, trotzdem schon damals eine sehr große Menschens Rom, 30. September.( Eig. Ber.) menge einem verhältnismäßig nur geringen häufchen von Schuh In Italien gibt es bis heute feine gefeßliche SonntagsUnter diefer leberschrift bringt die„ Petersburger Zeitung" den lenten gegenüberstand, bas Auseinandertreiben der Menge und das ruhe; nur das Frauen und Kinderschutzgesetz verbietet für Bericht über die Gerichtsverhandlung gegen den Wirkt. Staatsrat Freimachen des Plages ohne irgendwie erhebliche Stonflitte abging. die ihm unterstehenden die Sonntagsarbeit, läßt aber viele Lawrow, der ant 20. September wegen Aufreizung zum Klassen- Schlimm wurde die Sache Hauptsächlich, als das große Aufgebot Ausnahmen zu. und Rassenhaß vor den Schrauten stand. Wir entnehmen dem Be- berittener Schußleute in Aftion trat, und andererseits der übliche Seit langer Zeit seit 1890 besteht eine Agitation richte folgende Einzelheiten: Unfug halbwichfiger Burschen ,, der mit Feuerwerkskörpern für das Verbot der Sonntagsarbeit, die zuerst von den Seine Brandschriften... enthielten... auch noch( Kanonenschlägen) getrieben wurde, die Nervosität der Beamten Alerifalen inszeniert wurde und der in der Folge besonders schnöde Aufreizungen zum Nassenhas, vor allem systematische wie der Menge erhöhte. Wenn dann im weiteren Verlaufe Un die Privatbeamten und Handlungsgehülfen Rückhalt verliehen. Hetzereien gegen die Juden in Nußland." Es folgen einige gehörigkeiten von der einen Seite und arge Ueberschreitungen von Im März 1904 lehnte die italienische Stammer in geheimer Proben, z. B.: der anderen Seite vorgefallen sind, so kann sich niemand darüber " Ihr sollt es wissen, Brüder, Arbeiter und Bauern, daß wundern. Ich meine nur, daß der Deffentlichkeit gegenüber es Abstimmung das Gesetz des Genossen Cabrini über die die Armenier, die unser Vaterland hassen, sowie Deutschland und tattiſch richtiger gewesen wäre, nicht bedingungslos alles Ver- Sonntagsruhe ab, nachdem sie es in namentlicher AbEngland einen Bund geschlossen haben, um Rußland zugrunde schulden auf die Seite des Publikums zu wälzen. Welchem ver- ftimmung bet der erſten und zweiten Lesung anzu richten, es in einzelne Fürstentümer zu teilen und in die Gewalt nünftigen Menschen wird denn einfallen, für die Ausschreitungen genommen hatte! In der Folge wurde das Arbeitsamt Ser Feinde des russischen Reiches zu bringen. Das Land wollen fie einzelner Beamten die ganze Institution oder die Oberleitung vers beauftragt, eine Enquete über die Sonntagsruhe in Italien durch Liſt dem Bauern abloden, ihn zum Slaven der Juden antwortlich zu machen? Aber dieses prinzipielle Regieren von Vor- vorzunehmen. machen, den Geistlichen sollen die Locken abgeschnitten werden, die fällen, die eine Menge entrüsteter Zengen gefunden haben, mußte Die vom Direktor des Arbeitsamtes, Professor Monteheiligen Kirchen jedoch in jüdische Schweineställe verwandelt werden. den Widerspruch herausfordern. Auch in der Hauptverhandlung vor Um diese Ziele zu erreichen, haben die Verschworenen zu allererst der Straftammer scheint mir der Eifer, mit dem vom Staats, martini, ausgeführte Erhebung ist nun dieser Tage erdie Japaner auf uns gehezt. Während des Strieges haben sie uns anwaltstische alles und jedes Verschulden von Schußlenten entgegen schienen ein 200 Seiten starker Band, der allerdings mehr ſtündlich verraten, wodurch sich unsere Niederlagen leicht erflären. einer Anzahl beweisträftiger Beugen negiert wurde, nicht glüdlich von Sonntags arbeit als von Sonntags ru he handelt. Ihr teuflisches Werk haben sie damit begonnen, daß sie die ruffischen gewesen zu fein. Die Enquete wurde auf die ganze Industrie, auf Handel und Staufleute, Grundbesitzer und Fabrikanten dem Ruin entgegenführten, raschung beschert: eine neue Auslegung nämlich bes von denen man weiß, daß in ihr die Fest- und SonntagsDen Juristen hat die Hauptverhandlung eine gewiffe ueber Verkehr ausgedehnt unter Veifeitelaffung der Landwirtschaft, um es den Juden zu ermöglichen, alles an sich zu bringen". Wenn ihr diese Seilandsmörder seht, schlagt sie sofort nieber, viel beiprochenen§ 158 der Gewerbeordnung, mit ruhe strengstens eingehalten wird, außer wenn die Witteringsdamit ihnen die Luft vergehe, je att endh gu fomnieit" isto. der das Reichsgericht in einer zufällig ziemlich unmittelbar vor der der Druckerei des Ministeriums des Intern und später in der hatte ihre Begrlindung in hohem Grade für bedenklich. Wenn der Gerichts Sonntagsarbeit ist die Regel, Sonntagsruhe die Ausnahme. Diese Schriften wurden mit Genehmigung der Zensue zuerst in Verhandlung publizierten Entscheidung der Anklage beisprang. Ich verhältnisse dringend Sonntagsarbeit fordern. Die Ergebnisse der Erhebung sind sehr unerfreulich: Stadthauptmannschaft gedruckt!! hof sich dieser Auffassung der Verteidigung angeschlossen hätte, so hätte Lawrow bestritt in der Verhandlung, zum Rassenhaß gehetzt er von den 43 zur Aburteilung kommenden Angeklagten zirka Der Bericht unterscheidet dreierlei Gründe der Sonntagszu haben. Der Herr Staatsanwalt erflärte ihn zwar für schuldig, 30 völlig freisprechen müssen. Denn die außerdem gegen fie er arbeit: technische( Hochöfen, dem Verderben ausgesezte plädierte aber selber für mildernde Umstände mit der Begründung, bobenen Beleidigungsklagen fonnten zu einer Verurteilung nicht Rohstoffe usw.), Rücksichten auf öffentliches Interesse( Straßendaß Lawrow seine Schriften in wild bewegter Zeit verfaßt habe, führen, weil die Strafanträge, die übrigens fämtlich nicht etwa beleuchtung, Verkehr, Bäckereien) und drittens wirtschaftwo die politische Gegnerschaft leicht zu bedachten Taten führeit spontan nach den stattgefundenen Beleidigungen, sondern erst etwa Iich e. Unter letzteren scheint man das Interesse der Untervier Wochen später, gelegentlich der Vernehmung vor dem Unternehmer zu verstehen. Sicher ist, daß in unzähligen Betrieben So blieb den beiden Berteidigern nicht mehr viel zu sagen fuchungsrichter, gestellt worden waren, faft allfeitig aurlidgegogen gearbeitet wird, wo feinerlei technische oder öffentliche Rückübrig. Das Gericht billigte dem Herrn Wirl. Staatsrat a. D. worden waren. Die juristische Diskussion dürfte sich mit der neuen gearbeitet wird, wo feinerlei technische oder öffentliche Rückmildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu einer Strafe von Auslegung des§ 153 noch vielfach beschäftigen. Für die vorliegende fichten Sonntagsarbeit fordert. Im gangen fann man sagen, 100( Ginhundert) Rubeln! Sache scheint mir jedoch ein Erfolg in der Revisionsinstang ausbaß nur die gut bezahlten und hoch quali gefchloffen, weil die tatsächlichen Feststellungen, wenn sich die schrift fizierten Arbeiterkategorien Sonntagsruhe durchgesetzt lichen Urteilsgründe vollständig mit ihrer mündlichen Publitation haben, wahrscheinlich weil ihre Lohnverhältnisse ihnen erdecken, die Nevifibilität ausschließen würden. lauben, fich wenigstens einmal in der Woche einen Ruhetag Strafprozessual ist dieser Prozeß mir fehrreich gewesen, zu gönnen. In den letzten Wochen entfaltet das Berlustrationsfabinett" Jahr und Tag vertreten: Unser Borverfahren ist in hohem industrie mit Ausnahme der fizilianischen Schwefelbergindem er bestätigte, was die Verfechter einer gesunden Reform feit Sonntagsarbeit ist die Regel in der ganzen Montandes St. Petersburger Postamtes eine äußerst rege Tätigkeit im Maße reformbedürftig, und die Voraussetzungen, unter benen un Deffnen und Durchsuchen von Briefen. Es ist eine lange Lifte folcher fchuldige Menschen in Intersuchungshaft genommen werden werke. Ebenso wird am Sonntag gearbeitet an Hochöfen, Personen vorhanden, denen die Briefe mit einer Verspätung von fönnen, sind für einen die persönliche Freiheit hochhaltenden Kultur- während in den Gießereien und mechanischen Betrieben die zirka zwei Wochen zugestellt werden.( Tolvatisch", 26. September.) staat unwürdig und unerträglich. Die Vorschriften unferer Straf Ruthe vorherrscht. In den Werkstätten zur Herstellung von prozeßordning über die Hauptverhandlung dagegen bedürfen Gas und elektrischem Licht wird am Sonntag gearbeitet, aber einer Veränderung nicht." die Arbeiter haben einen Ruhetag wöchentlich. In der " tönnte! Möchten doch auch nichtmitglieder des„ Verbandes echt russischer Männer" so milde Staatsanwälte und Nichter finden wie Herr Latrotv. Schwarzes Kabineft! Politifche Uebersicht. Berlin, den 2. Oftober. Der Urteilsspruch von Breslan vor dem Forum · Der Kritif. Die sozialdemokratische Preffe hat das Urteil als einen neuen Siegel- und Backsteinindustrie und in der LebensmittelBeleg für die Existenz der Klaffenjuftig gekennzeichnet. Unser fabrikation wird stets den ganzen Sonntag gearbeitet, in der Breslauer Parteiblatt, die Volkswacht" schrieb zu diesem Stapitel u. a.: Textilindustrie, Bekleidungs- und Reinigungsindustrie einen Das Gericht hat entschieden, daß es die Absicht Teil des Sonntags. Die Handelsangestellten fennen feine der auf dem Striegauer Plage zusammengefonunenen Ausgesperrten Sonntagsruhe, auch feinen Ruhetag in der Woche, ebenso die gewesen sein thiß, die Arbeitswilligen zur Arbeitsitteberlegung Angestellten in Hotels, Restaurants usw. Niemand ist mit dem Spruche der Brestaner Richter gegen die zu veranlassen, um so die Betriebe lahm zu legen und dadurch bie Andere Gewerbe haben Sonntagsruhe in den großen Angeklagten des Strawallprozesses recht zufrieden geivefen. Der Wiedereinstellung der Ausgesperrten und schließlich auch damit die Betriebeit, während in den fleinen gearbeitet wird, so in Scharfmacherpresse waren die Strafen nicht hoch genug; betrübten Erreichung befferer Lohn- und Arbeitsbedingungen für die streitenden Sen Gerbereien und in den Industrien zur Verarbeitung Former zu erstreben. Zwar hat der Bezirksleiter des Metallarbeiter Sinnes mußte sie den Gedanken an eine Heyze wider Sozialdemo- verbandes ausdrücklich unter seinem Gide befundet, baß bies tierischer Produkte, sowie in den Gutfabriken. fratie und Gewerkschaften aus Anlaß der Feststellungen des Prozesses nicht die Absicht der Organisation gewesen sei, zwar haben eine große In der Schuhfabrikation tritt an die Stelle der Sonntagsfahren lassen. Das Material, das er zutage gefördert hatte, lich Anzahl Arbeitswilliger" ausgefagt, daß sie nicht das Empfinden ge- ruhe einer alten Gewohnheit gemäß die Montagssich zu solchem Zivede nicht verwenden. Die neue Auslegung des habt hätten, als ob sie zur Arbeitsniederlegung gezivungen werden sollten; ruhe. Am Sonntag wird den halben Zag gearbeitet. § 153 der Gewerbe- Ordnung, die ihn auch zur Anwendung auf indes einige Arbeitswillige haben die Möglichkeit einer anderen Völlige Sonntagsruhe findet sich in den Druckereien, Aussperrungen paßlich macht, fand freilich den ungeteilten Auffaffung zugestanden, die Bertreter der Industrieffen, die in der Lurus- und Präzisionsindustrie, in der chemischen InBeifall dieser Presse, fie war aber wieder der Stein Direktoren Renmann und Glasenapp, haben dies ebenfalls getan, dustrie, in der Papierfabrikation und im Baugewerbe. des Anstoßes für die liberalen Blätter, die ihren Libera weigerung der Quellenangabe, aus der ihm sein Wissen wurde bem Tabak- und Salzmonopol zugehörigen Betrieben nie vor allem aber hat Kriminalfommissar Geßwein unter Bere Was die Staatsbetriebe betrifft, so wird in den lismus noch nicht ganz vergessen haben und die sonst mit im Sinne der Unternehmer ausgefagt, und darin eben zeigt sich dem Urteil schon zufrieden gewesen wären, da es doch weit wieder der Klassencharakter unserer Justiz, daß, sicherlich unbewußt, am Sonntag gearbeitet, ebensowenig in den Arsenalen des hinter den Anträgen des Staatsanwalts zurückblieb. Das Haupt- aber doch tatsächlich die Aussagen der Unternehmer und der Polizei- Heeres und der Marine. Die Eisenbahner haben einen gewicht dieser liberalen Kritik, wie sie das„ Verliner Tageblatt", die beamtett höher bewertet werden, als die der Arbeiter. wöchentlichen Ruhetag; dagegen hat das Post und TeleBerliner Volkszeitung" u. a. geübt haben, entfiel denn auch auf Die Worte, die von den Ausgesperrten den Weiterarbeitenden graphenpersonal am Sonntag nur eine geringe Verkürzung jenen Teil des Urteils, der die neue Auslegung des§ 153 bringt. zugerufen worden sind, wurden von den Richtern abgewogen, als der Arbeitszeit. Umfassender und von größerer Eindringlichkeit und Schärfe ist die ob sie in ihren eigenen verfeinerten, nicht in den robusteren Streifen Das Sanitätspersonal, besonders die Apotheker und Besprechung, die einer der Verteidiger der Angeklagten, der Justiz- der Arbeiter gefallen wären, der Ehrbegriff der sog. gebildeten Streise, Krankenwäster, haben zumeist einen wöchentlichen Ruhetag. rat Mamroth, in der freisinnigen Breslauer Beitung" veröffentlicht. sei, iit eben den Arbeitern fremd, noch fremder aber ist den Richtern bei den tatholischen Blättern; bei den anderen wird die von dem Justizrat Mamroth sehr mit Recht zweifelte, ob er der bessere Die Angestellten der Tageszeitungen haben Sonntagsruhe nur Mamroth schreibt: der Ehrbegriff der Arbeiter, die es als die größte Schande zu ... Es war gegen zirka 140 Angefchuldigte Boruntersuchung betrachten gelernt haben,„ Arbeitswilliger", Streifbrecher zu werden. ganze Woche mit schichtweisen wöchentlichen oder vierzehneröffnet und, soviel ich weiß, mehrere Dugend Verhaftungen vor- In den Augen des Arbeiters ist der Streifbrecher der argste Ver- tägigen Ruhetagen gearbeitet. genommen worden. Auf eigenen Antrag der Staatsanwaltschaft räter an seiner eigenen Ehre und damit ein der höchsten Berachtung Die Enquete zeigt, daß die Sonntagsruhe in Italien noch wurden nach Schlitß der Vornntersuchung 95 Personen außer Ber- würdiger Mensch, der in diesen Kreisen ebenso sehr der Aechtung sehr weit davon entfernt ist, zu einer Landesgewohnheit zu folgung gesezt; von den Berhaftungen, die teiltveise Wochen, teilweise verfällt, wie jener Mann, der in den Schichten der Gebildeten deren werden. Monate gedauert hatten, blieben bis zum Hauptverhandlungstermin Ehrbegriff verletzt. Da heutzutage die religiösen Beweggründe, die im ganzen fünf bestehen. Auch diese wurden durch das Straffammers Deshalb werden die Nichter niemals gut einer gerechten Würdigerade die Sonntagsarbeit verbieten, sehr wenig ins urteil aufgehoben, weil die Angeklagten desjenigen Delittes( Auf gung der mit sogenannten Streitbergeben in Verbindung stehenden Gewicht fallen, so ist anzunehmen, daß die Arbeiter sich durch ruhr), wegen dessen ihre Verhaftungen erfolgt waren, gar nicht angeblichen Beleidigungen kommen fönnen, um so mehr aber sollten ihre Organisation eher einen wöchentlichen Ruhetag erfämpfen, schuldig befunden wurden und insoweit, als sie wegen gering- die mit der Voruntersuchung betrauten richterlichen Drgane sich ehe von seiten der Gesetzgebung ein Verbot der Sonntagsfügigerer Delikte berurteilt wurden, die Strafe durch die hüten, den Klassencharakter unserer Justiz noch dadurch zu vet arbeit durchgesetzt wird, für das das große Publitum nur Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurde. Von den schärfen, daß sie, wie das im Krawallprozeß unter dem System geringes Interesse zeigt. 43 Angeklagten, die schließlich noch zur Aburteilung famen, Firle geschehen ist, die Stellung von Strafanträgen geradezu wurden sieben oder acht völlig freigesprochen, die übrigen mit den provozieren." schon von Ihrem Berichterstatter gemeldeten Strafen belegt. Ich Deutfches Reich. referiere diefe Zahlen, weil sie mir am besten die Bilang des ganzen brud auf die erbitternde Tatsache, daß die ganzeit blutigen Er Andere unserer Bruderblätter berweisen mit besonderem NachVerfahrens zu geben scheinen. Ich habe den Eindruck, als ob das gerichtliche Vorverfahren in ähnlicher Weise durch eine gewisse eignisse mit ihrem gerichtlichen Epilog sich nur ereignen konnten, Nervojität beeinflußt worden ist, wie das Verhalten der Polizei weil die Metallindustriellen auf die Lohnforderung der Former mit Die Zentrumspresse und die Fleischnot. behörde bei dem Vorfall am 19. April selbst. Diese Nervosität der Aussperrung der großen Mehrheit der Metallarbeiter ant In den Bentrumsblättern, die in den Industriezentren bes scheint schon längere Zeit latent gewefen zu sein. Beweis: Die in worteten. Hier liegt in der Tat ein sehr aufreizendes Moment. Westens erscheinen, vollzieht sich seit kurzem in bezug auf die der Verhandlung zur Sprache gefommene Tatsache, daß schon ge- Nicht, daß wir uns in moralischer Entrüstung über die Brutalität Fleischverforgingsfrage eine Schwenkung. Während früher diese raume Zeit vor dem 19. April infolge irgend eines einzelnen Border Unternehmer ergehen wollten, die faltbliitig mit dem Geschid Blätter der Forderung einer Deffnung der Grenzen für die Viehfalles die Säbel unserer Schußleute scharf geschliffen worden sind, und daß wir, wie allgemein befannt feht dürfte, eines Tages von Tausenden spielen, um eine fleine Schar niederautverfen, die einfuhr ebenso schroff gegenüber standen, wie die konservativen dadurch überrascht wurden, daß die stattlichen Figuren unserer an um eine verhältnismäßig geringfügige Befferung ihrer Lage kämpft. Drgane vom Schlage der„ Deutschen Tagesztg." und der„ Kreuzden Eden postierten Schußleute mit Revolvertaschen um die Die Persönlichkeit dieser Unternehmer ist uns ganz gleichgültig. Ste Beitung", findet neuerdings das Verlangen nach Einfuhrerleichterung Hüften gegürtet erschienen. Zu dieser Nervosität scheint überdies ein intereffieren uns mir als die mehr unbewußten als bewußten Träger und bei ihnen eine gewisse Befürtwortung. Ein neuer Betveis dafür, Irrtum gefommen zu sein, der die Auffassung der Polizeibehörde Bollstreder eines Systems, eines fluchwürdigen Systems, das dent Prole- wie geschmeidig die ultramontane Presse sich den Stimmungen von dem Vorfall am 19. April von vornherein beeinflußte, ein tarier zur Sache, zur Ware erniedrigt und seinem Vordringen zum Mensch ihrer Lejerkreise anzupassen versteht; Leserkreise anzupassen versteht; denn nicht der ErIrrtum, der auch weiter in das Untersuchungsverfahren hinein feinhindernisse überhindernisse entgegentürmt. Die tiefenaussperrungen, tenntnis der Fadenscheinigkeit der bisherigen Argumentation, sondern wirkte. Man glaubte einen Konflikt zwischen Arbeitswilligen und die um fleiner Lohntämpfe willen verhängt werden, find wie faum der Mißstimmung des ärmeren Teiles der Zentrumsanhängerschaft Nichtarbeitswilligen schlichten zu sollen. In Wahrheit waren diejenigen, welche die aus der Arbeit heimkehrenden Stameraben mit eine andere Erscheinung geeignet, die Proletarier fiber das Wesen über bie noch immer steigenden Fleischpreise entspringt die vers mehr oder weniger harmlosen Aeußerungen höhnten und nach der der kapitalistischen Ordnung aufzuflären. Sie hämmern ihnen bie änderte Auffassung jener Blätter: eine Tatsache, die allein schon Auffassung des Gerichts in ihrer Ehre verlegten, Ausgesperrte, Erkenntnis ein, daß in dieser Gesellschaft eine gründliche Ausfehr dadurch bewiesen wird, daß sich der Wechsel auf jene ultramontaner d. H. solche, die nicht weniger arbeitswillig waren, als ihre Rame des Elends und der Not nimmermehr möglich ist. Drgane beschränkt, die vornehmlich mit einem aus industriellen raden. Sie durften nur nicht arbeiten; man hatte ihnen am Ein anderes lehrt die Polizeiattacke, die Folge der Aussperrung. Arbeitern und Kleinbürgern bestehenden Leserkreis zu rechnen haben, Tage zuvor erklärt, daß sie die Arbeit, die sie alle gern fortgefest auf dem Striegauer Blak standen Proletarier gegen Proletarier. während die in ländlichen Gegenden erscheinenden Zentrumsblätter hätten, niederlegen müßten, und der Groll gegen die bevorzugten Nicht mir, da über die Arbeitswilligen sich die Berachtung der mit gähigkeit an den abgestandenen Nebensarten der Deutschen Kameraben entsprach deshalb mir dem Wunsche, ebenso arbeiten Ausgesperrten ergoß. Auch später, als der Schumanns Tageszeitung" festhalten. zu dürfen wie jene. Deshalb scheint mir auch von vornherein der Säbel Arbeit tat. Proletarier find auch bie Schutz Recht intereffant ist es zu verfolgen, wie bei dem Bemühen, Charakter der ganzen lärmenden Kundgebung, die in den Abend- lente. stunden des 19. April auf dem Striegauer Platz begann, ein ber Und doch haben sie inter den eigenen Klaffen ihren neuen Standpunkt zu begründen, die eine weitere Grenz hältnismäßig gutartiger gewesen zu sein, und ich fann mich dem genoffen gewütet, wie gegen ihre schlimmsten Feinde. Prole öffnung befürwortenden Blätter jetzt mit den Einwänden verfahren, Gedanken nicht verfchließen, daß, wenn man damals die Menge tarier gegen Proletarier ber Bourgeois blieb bem Getüimmel die fie selbst noch vor furzer Zeit als unanfechtbar hingestellt haben noch ein halbes Stündchen lärmen und fohlen ließ, der ganze fern. Andere müssen feine Slacht flagen! Die Herrschenden und die auch heute noch von den meisten ultramontanen Blättern und Blättchen als tiefste landwirtschaftliche Weisheit ausgespielt werden. So antwortet z. B. die„ Köln. Wolfsztg." in Nr. 843 auf die Behauptung der fonservativen Bresse, die Grenzöffnung sei zwecklos, da in den Nachbarländern die Viehpreise fast ebenso hoch ständen wie auf den deutschen Märkten, mit der treffenden Abfertigung: Sind wirklich, wie von der anderen Seite oft behauptet wird, die Preise in den Grenzstaaten nicht niedriger, so wird ein Preisrückgang nicht zu erwarten sein und eine Schädigung der Landwirte auch nicht eintreten. Warum also die Aufregung?" Hammerstein- Moral. Ordnung untergraben wollen, fo freut es mich, aus- zurzeit befonders in Pressefreisen lebhaftes Intereffe. Der sprechen zu fönnen, daß die Staatsregierung es bersteht, uns betreffende Redakteur hat die Beleidigungstlage angeffrengt, weil immer entgegenzulommen, wenn es gilt, neue Kirchen zu bauen, ihm von dem Richter in der Ausfertigung des Urteils in einer besonders in den bedrohten industriellen Ge- Privatflage ohne jede Begründung der schwere Vorwurf einer genden. Und das unter einem Kaifer, der durchdrungen ist niedrigen Gesinnung gemacht wurde. In der Sache selbst handelte von der hohen Bedeutung der Religion für Staat und Gemeinde, es sich um zwei in einem Fachblatte veröffentlichte recht harmlose der ein warmes Herz hat für alle Untertanen, namentlich für die Artikel, in denen in sartastischer Form in Wahrnehmung be unferes fatholischen Bekenntnisses. Ihm schlagen alle unfere rechtigter Interessen mitgeteilt wurde, daß ein Weinhändler, der Herzen entgegen." Präsident eines Karnevalvereins ist, sich um eine preußische Lotterieeinnahme beworben hatte, aber erfahren mußte, daß seine arnevalistische Würde als General" ihm noch kein Anrecht auf Und auf den Einwand, von einer Viehnot könne deshalb nicht die einträgliche Stellung eines preußischen Lotterieeinnehmers Die Krenzztg." beschäftigt sich in einem Leitartikel mit den gewähre. Jede beleidigende Absicht lag den Artikeln fern; der die Rede sein, weil pro Kopf der Bevölkerung berechnet die Viehmäßigkeits- und Abstinenzbestrebungen in der Sozialdemokratie. Beinhändler fühlte fich aber beleidigt, und das Schöffengericht zucht im Vergleich zu früheren Jahrzehnten zugenommen habe, ent- Sie sieht sich gezwungen anzuerkennen, daß in den letzten Jahren fam auch zu einer Verurteilung des Redakteurs in Höhe von gegnet fie: diefe Bestrebigen ftetig an Boden gewonnen haben, doch verneint 100 M. Bei der mündlichen Berfündung des Urteils wurde die beschau im Halbjahr 1906 vorgenommen wurde, ist gegen beiterschaft lauteren Motiven entspringt. die Zahl der Tiere, an denen Schlacht- und Fleisch sie natürlich, daß diese Bewegung in der sozialdemokratischen Ar- auffallende Höhe der Strafe durch die Schwere der Beleidigung begründet. Beim Eingang der von dem vorsitzenden Richter verdieselbe Zeit des Vorjahres ungeheuer zurückgegangen. Bei den Schweinen betrug der Ausfall 848 427 und bei Kälbern faßten schriftlichen Ausfertigung fand der Verurteilte jedoch 188 967 Stüd: eine Zunahme beim Rindvieh mit 34 442 folgende Begründung:„ Mit Rücksicht auf die Gröblichkeit der Bekann den Ausfall durchaus nicht decken. Unter Berüdleidigung und die in den Artikeln und ihren Motiven zum Ausfichtigung der Einfuhr ergibt sich für das Halbbruck kommende niedrige Gesinnung erschien eine Geldstrafe von 100 M. am Plaße." jahr 1906 ein Ausfall von rund 45 Millionen Es ist nicht selten in Preußen- Deutschland, daß Angeklagte Kilo im Vergleich zu 1905 für dieselbe geit. Diese Zahlen fallen um so schwerer ins Gewicht, anwälten bitter zu beklagen haben. Die Herren Richter freiben es auch Zeugen zuweilen sich über das Verhalten von Staats als auch der Ausfall im Jahre 1905 gegenüber 1904 ihon ganz gewaltig war. Wenn auch vor einigen zwar im allgemeinen nicht so toll wie die Anwälte des Staates, aber Tagen in verschiedenen Tagesblättern nachgewiesen wurde, daß auch sie sind zumeist nicht gerade von ausbündiger Freundlichkeit. Die Fälle, daß die betreffenden Angeklagten oder Zeugen sich beim Monat August an verschiedenen Hauptmärften die Viehzufuhr schweren oder gar den Klageweg beschreiten, find leider recht selten; eine stärkere gewesen ist, so beweist das nicht viel. Denn wer bürgt dafür, daß nicht das Bieh am selben Markte mehrmals oder sonst würden wir wohl tagtäglich von Prozessen wie dem jenes Refogar auf anderen Märkten nochmals aufgetrieben wurde?... batteurs zu hören bekommen. Wenn sich nunmehr", meint das Blatt, auch Sozialdemofraten daran beteiligen wollen, so fönnte man darin ein Anzeichen besserer Erkenntnis, wenigstens in einzelnen Streifen der sozialdemokratischen Partei, erbliden. Die Partei hat aber noch nie mals einen Beweis dafür geliefert, daß ihr die wirklichen Wohlfahrtsinteressen der Bevölkerung a m Herzen liegen. Die Arbeiterinteressen, die sie im Munde führt, dienen ihr nur als Mittel zur Erregung von unzufriedenheit und zur Berhebung. Es handelt sich also für die Sozialdemokratie nur um die faktische Frage, ob das Eintreten für oder gegen den Alkohol einen größeren oder geringeren Nuzen für ihre Parteibestrebungen zu bieten fcheint. Die Parteileitung befindet vorläufig noch fühle zurückbaltung und scheint also noch die Auffassung zu hegen, daß sie für Ohne Zweifel ist es verdienstlich und liegt es im Interesse der ihre revolutionären Bestrebungen von den Alkoholfreunden mehr zu erwarten hat als von den Alkoholgegnern. Vom sozial- Allgemeinheit, wenn man Staatsanwälten oder Richtern derlei demokratischen Parteistandpunkt betrachtet, erscheint diese Auffassung, breiste Uebergriffe nicht hingehen läßt. Nur fehlt es dem preußischen Normal- und Durchschnittsmann an der nötigen Courage. so unmoralisch sie auch sein mag, tonfequent, und so ist anzunehmen, daß auch in Zukunft wenigstens von den zielbewußten Unsere Parteigenossen, die ja besonders leicht in die Lage kommen, bor den Schranken des Gerichts erscheinen zu müssen, haben schon Parteiführern das Wirtshaus weiter als Bollwert der politischen vor den Schranken des Gerichts erscheinen zu müssen, haben schon Freiheit des Proletariats und der Altoholgenuß als ein innert fei nur an jenen Fall in Erfurt, wo ein Redakteur unserer der Altoholgenuß als ein öfter solchen Angriffen auf ihre Ehre zu begegnen gewußt. GrFerment für die revolutionären Defirebungen behandelt, Tribüne" boit einem Staatsanwalt gewerbsmäßiger Chrwerden wird." abschneider" tituliert wurde ein unerhörter Angriff, der dent bom Beleidigten zur Rechenschaft gezogenen Bertreter der Anklagebehörde eine Geldstrafe eintrug! Die jebigen Preise sind aber entschieden zu hoch. Die Schuld allein auf den Zwischenhandel abwälzen zu wollen, geht nicht an, denn die Preise, die den Landwirten und auch den Viehverwertungsgenossenschaften gezahlt werden, find ficher nicht als gering zu bezeichnen. Der Zwischenhandel ist jetzt nun einmal die beliebte Abladeftätte, die alles aufnehmen muß, wenn es sich um Fleischtenerung handelt. Man begreift nur nicht, daß die Herren vom Zwischenhandel nicht vor einigen Jahren schon auf diese gewinnbringende Idee gekommen find. Hat der Bivischenhandel da bielleicht nicht bestanden? Damit foll felbst- Die Aeußerung zeigt, wie sehr das Blatt tioch immer unter dem verständlich nicht gesagt sein, daß ein vertetternder und zum Teil Einfluß der Hammersteinschen Ethit steht. In feinter Senilität überflüffiger Zwischenhandel nicht bestehe, dessen Ausmerzting im scheint ihm vollständig das Verständnis dafür zu fehlen, wie lächerInteresse der Fleischkonsumenten gefordert werden muß. Es ist lich es sich mit seiner verløgenen Sittlichteitsepistel macht; ist doch immer wieder von der Ausschaltung des vertenernden Zwischen gerade die Streuzatg." das fittliche Spezialorgan ber junterlichen handels; von der Gründung von Vichverwertungsgenossenschaften, Schnapsbrenner und Fuselfabrikanten, und findet doch diese ehrfame Aufhebung der Fleischsteuer in einigen Städten und allerhand Menschenspezies nichts mehrenhaftes darin, den Konsumenten des anderen Vorschlägen geredet und geschrieben worden. Alles hat Beri hislang nicht genug. Wir zahlen eben höhere bon ihr produzierten Fufels zur Förderung der junterlichen WohlEs wird an der katholischen Industriearbeiterschaft liegen, Siefe ungefähr 43 Millionen Mart abzugwaden. Erleuchtung, die sich plötzlich eines Teils der Zentrumspresse bemächtigt hat, dadurch weiter zu befördern und zu verbreiten, daß fie ihrer Mißstimmung über den Vich- und Fleischwucher noch nachUnser Chemnizer Parteiorgan, die" Boltsstimme", hat feit haltigeren Ausdruck gibt wie bisher. Vielleicht fühlen sich dann noch Aprit dieses Jahres nicht weniger als fets Beleidigungsflagen zit manche anderen Zentrumsorgane bewogen, ihre Verseuchungstheoretit registrieren. Im Anschluß an eine der Verurteilungen, die faltzustellen.Kolonialpläne. Die Regierung scheint nicht nur die Umivandlung der Kolonialabteilung in ein selbständiges stolonialstaatssekretariat, sondern zu gleich eine starke Vermehrung der Kolonialbureaukratie zu beabsichtigen. Der Finanzminister und der Minister des Innern haben nämlich die nachgeordneten Behörden aufgefordert, ihnen Bureaubeamte, die für eine Verwendung im stolonialdienst in Frage tommen könnten, für den Schutzgebietsdienst tauglich sind und zum Uebertritt bereit sein würden, in Vorschlag zu bringen. Die Aufforderung wird damit begründet, daß die dienstlichen Berhältnisse in legter Zeit die Einbernfung einer größeren Anzahl von Bureaubeamten in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes erforderlich gemacht haben. Um bei weiter eintretendem Bedürfnis Antwärter zur Verfügung zu haben, wäre es daher der Stolonialabteilung erivünscht, wenn ihr geeignete mittlere Beamte der allgemeinen und der direkten Steuerverwaltung zur Verwendung im Kolonialdienst in Vorschlag gebracht werden würden. werden. Es ist hintieden Platz genug--" Deutsch- Ostafrikanisches. Der Gouverneur von Deutsch- Dstafrika meldet telegraphisch: Der Kriegszustand und die vorläufige Sperrung Muanza, ist bis auf zwei fleine Gebiete im Westen und Norden von der Bezirke Kilwa, Lindi, Siongea, Langenburg, Fringa, Wahenge, Siongea aufgehoben worden. Der Kampf in den füdwestafrikanischen Sandwüßten erfordert noch immer weitere Opfer. Ein Telegramm aus Windhul meldet: Am 25. September d. J. bei Tautfis verwundet: Gefreiter August Bayer, geb. am 19. 9. 80 zu Kleingaußig, Schuß linte Brust. Am 25. September d. J. bei Nautfis verwundet: Gefreiter Adam Rügheimer, geb. am 12. 9. 88 au Röslau, drei Streifschüsse Kopf, Schuß beide Oberschenkel. Ferner: Reiter Dietrich, Biggelit, geb. am 26. 10. 83 zu Gelle, am 25. September d. J. im Feldlazareit Kalkfontein Süd an Nierenentzündung gestorben. Gefreiter Hermann jenen Anklagen folgten, erlaubte sich die Voltsstimme" die Werner, geb. am 8. 11. 81 gu Altenburg, am 26. September d. J. bescheidene Anfrage bei der Staatsanwaltschaft, ob diese vielleicht auf der Station Rössing beim Rangieren von Wagen tödlich berglaube, daß die vielen Anflagen etivas helfen". Herr Dbet inglidt. Gefreiter Bruno Neumann, geb. am 21. 3. 75 zu Mittelunglückt. staatsanwalt Bohl hat jeyt auf jene bescheidene Anfrage hin eine bach, am 24. September d. Js. in Lüderiybucht tot im Bett aufAntwort erteilt. Bei der jüngsten Prozeßverhandlung gegen die gefunden, erstickt. Bollsstimme" sagte er it. a.: " Ein Postefet ernennt in der neuesten Nummer des Schleif Wir sind nicht so große Zdealisten, daß wir glaubten, die fteins die Genoffin 3etkin zur russischen Jüdin. Da wird uns Strafen wirkten bessernd bei den sozialdemokratischen Redakteuren; wohl nächstens auch Genosse Auer als Landsmann der Genossin die Staatsanwaltschaft läßt sich aber dadurch nicht beirren. Sie wird Luxemburg präsentiert werden. Anklagen erheben auf Grund eingehender Strafanträge und wenn das öffentliche Jnteresse es erfordert. Die Justiz fann es aushalten. Wir haben gerade jetzt genug Platz in den Strafanstalten." Also sprach der Oberstaatsanwalt. Er hat doch nicht etwa fagen wollen: Weil gerade genug Platz in Strafanstalten ist, deshalb erheben wir Anklagen? Vielleicht beantwortet der Herr Oberstaatsantvalt auch diese Frage.- lebrigens wird man gut tun, fich jene Antwort des Herrn Bohl zu merken. Wir werden von ihr bei passender Gelegenheit nicht übel Gebrauch machen können. " Ausland. Defterreich. Der Wahlreformansschuß des Abgeordnetenhauses verhandelte am Montag über einen von Schlegel( Bentrum) gestellten Antrag auf Ginführung der Wahlpflicht nach belgischem Muster. Im Laufe der Debatte erklärte der Minister des Innern, Frhr. v. Bienert, die Regierung verkenne keineswegs die Vorteile sowie die ethische Bedeutung des Gedankens der Wahlpflicht, da durch diese die Vorteile der einzelnen Parteien in der ablagitation aufgehoben und der Gedanke der Wahlrechtsgleichheit verwirklicht würde. Dem Gedanken ständen aber Schwierigkeiten entgegen, da zunächst durch die Wahlpflicht in der Gesetzgebung ein dem allgemeinen Rechtsgefühl wenig vertrauter Begriff Antwendung fände, und da fich ferner eine Belastung der Bevölkerung sowie zahlreiche Strafprozesse ergeben würden. Die Regierung glaube deshalb dem Ausschusse die Entscheidung überlassen zu sollen. Falls die Mehrheit des Ausschusses einer Stipulierung der Wahlpflicht geneigt wäre, würde die Regierung einem Vermittelungsantrage Geßmann den Vorzug geben, durch den das Prinzip und die Grundzüge der Wahlpflicht durch Reichsgefeß festgelegt, die Durchführung dieser Grundzüge aber den Zandtagen überlassen würde. Der Ausschuß segte einen Unterausschuß von zehn Mitgliedern zur Beratung des Antrages Schlegel ein, der binnen drei Tagen seinen Bericht zu erstatten hat. Ungarn. Herr Polonyi an der Arbeit Zur Pragis der Militärgerichte. In sinnloser Trunten in Zukunft noch weit höher im Preise stellen als bisher. Schon die heit begangene Ausschreitungen bei der Kontrollbersammlung muß geplante Loslösung des Schustruppentonmmandos von der Kolonial- Der Reservist St. mit einer Gefängnisstrafe von vier Jahren abteilung und dessen Unterstellung unter einen besonderen Divisions- büßen. Die Vorgänge, die dem Urteil zu grunde liegen, erinnern general bedingt Mehrforderungen. Dazu neue Ausgaben für die an den Fall der beiden Landwehrleute in Altona, der seinerzeit oben angekündigte Vermehrung der Kolonialbureaukratie und für allgemeines Aufsehen erregte. St. Ivar in angetrunkenem Zustande die sicherlich alsbald nachfolgenden neuen Eisen-, Hafen- und zu einer Kontrollversammlung erschienen, und als Grund für seine Brunnenanlagen! Schöne Aussichten für den Reichssäckel und die, Trunkenheit gab er an, er habe sich und seiner Braut, die die ihn füllen müffent. Herrn Dernburgs Regiment wird sehr ihm untreu geworden, nach Beendigung der Versammlung toftbar. Die Anwärter dürfen, wie es in der Aufforderung heißt, im Lebensalter noch nicht zu weit vorgeschritten sein( Altersgrenze etiva 30 Jahre) und müssen die Prüfung für den Bureaudienst der all- Die fittliche Pflicht eines Rebatteurs. Der Handelsrebatteur der gemeinen Verwaltung mit Erfolg abgeleistet haben. Die Gin Kölnischen Zeitung" wurde zunächst vom Schöffengericht zu Ham Berufung erfolgt gegeit eine Jahresremuneration von zunächst burg zu 30 M. und dann von der Verufungsinstanz zu 300 M. 1800 M. Anjährlich werden Bulagen bis zu 30 M. monatlich Geldstrafe veritrteilt, weil er in einem Animierbantiers" betietelten bis zum Höchstfage von 2520 M. jährlich gewährt. Etatsmäßige Artikel die Inhaber einer Hamburger Banffirma beleidigt haben Beamte, die bei der Einberufung in ihrer bisherigen Dienst soll, die in überschwänglichen Worten füdafrikanische Goldshares zum stellung bereits höhere Gebührniffe beziehen als jährlich 1800 m., Staufe anboten. Der Angeklagte, der gegen dieses Urteil beim erhalten eine Remuneration in Höhe ihres etatsmäßigen Hanseatischen Oberlandesgericht Revision einlegte, die vor einigen Gehalts zuzüglich des Berliner Wohnungsgeldzuschusses. Nach Tagen zur Verhandlung gelangte, bestritt die beleidigende Absicht und spätestens fünf Jahren soll die etatsmäßige Anstellung als Affiftent erklärte, nur eine sittliche Pflicht erfüllt zu haben, als er das Pumit 2100-3000 9. Gehalt und 540 M. Wohnungsgeldzufchuß er blifum vor dem Anfauf der Papiere warnte; er habe mithin nur folgen. Nach weiterer fünfjähriger Dienstzeit fönnen die Assistenten- berechtigte Interessen vertreten, weshalb er seine Freisprechung stellen in Bureaubeamtenstellen 1. Selasse mit einem Gehalt von erwarte. Das Oberlandesgericht wies die Revision als 3000-6000 und 900 M. Wohnungsgeldzuschuß umgewandelt unbegründet zurück, weil durch die Erfüllung einer fittlichen Pflicht feine berechtigte Intereffen vertreten werden."-Diese wunderliche Als Bankdirektor Dernburg die Leitung des Kolonialamtes Ansicht stimmt zivar nicht mit dem Gesetz, wohl aber mit der fritifübernahm, wußten liberale Blätter zu verkünden, daß seine Be- und preßfeindlichen Rechtsprechung des Reichsgerichts überein und Ge ist etwa zwei Monate her, daß wir über die Grpressung Selbstredend wird durch des magharischen Honvedministers von Jefel- Falussy gegen seinen rufung einen Bruch mit der bureaukratischen Bielregiererei bedente. prämiiert geradezu den Schwindel. Selbstredend wird Die Aufforderung des Finanzministers und des Ministers des eine derartige Rechtsprechung die Presse sich nicht abhalten laffen, Gutsverwalter ausführlich berichtet haben. Die Klage des Gutsverwalters gegen den Minister wurde bom bürgerlichen Gericht Juntern spricht nicht für diese schönen Hoffnungen. Im Gegen ihre Pflicht zu tun. erster Instanz abgewiesen. Nun wurde auch die Kriminalteil wird allem Anschein nach der Kolonialverivaltingsapparat sich anzeige von der Staatsanwaltschaft in Komarom mit der Motivierung abgelehnt, daß fie die Staatsanwaltschaft feinen Grund finde zur Verfolgung! Die Anklage übernahm dem zufolge der Rechtsbeistand des Gutsverwalters, und die Angelegen heit wird somit nicht so leicht von der Tagesordnung verschwinden. Derartige Klassenurteile überraschen bereits niemand Ungarn; denn der Umstand, daß das Justizwesen in Händen des Herrn Polonyi liegt, erklärt alles. llebrigens wird von der oppositionellen Preffe die Schmuhwäsche des Herrn Polonyi wieder Ge werden neuerdings Briefe das Leben nehmien wollen und fich hierzu Mut angetrunken. einmal vor aller Welt entfaltet. Mit der Liebestragödie sollte es aber nichts twerden. Auf dem veröffentlicht, die ihn als einen Lügner erklären. Und Sere Controllplatz wurde den Leuten befohlen, die Zigarre fortzulegen, Bolonhi schweigt zu all' dem! Er steht ohnmächtig und hülflos da. der Angeklagte tat dies nicht. Er lief aus dem Glied heraus, störte Es wird u. a. festgestellt, daß er sogar noch als Justisminister mit die Versammlung und gebrauchte gegen den Major beleidigende dem Norddeutschen Lloyd in Bremen in reger geschäftlicher VerAls dankbarer Untertan" eriveist sich der Kardinal- Erzbischof Aeußerungen. Worauf biefer den St. durch einen Gendarmen feft bindung steht, was er vor dem Plenum des Parlaments abgeleugnet Fischer von Köln. Seit ihm des Kaisers Huld gnädigst geleuchtet, nehmen ließ. Aber erst mit Hülfe mehrerer Reservisten gelang es, hat! Die sonst so rührigen Staatsanwälte scheinen„ auf höheren fühlt er sich bemüßigt, bei jeder Gelegenheit über die Sündhaftigkeit den sich widerseßenden abzuführen. Auf dem Transport riß sich Befehl" in dieser schmutzigen Angelegenheit nichts zu unternehmen. Als Herr Polonyi feinerzeit ins Kabinett Weterle eintrat, war der ungläubigen Sozialdemokratie zu lamentieren und feine Schäf der Angeklagte los und lief wieder nach dem Kontroll Als man ihn nun wieder festnehmen wollte, gegen ihn ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung Tein zum Stampfe für die sittlichen Güter der alleinfeligmachenden platz zurück. Kirche und heilige heutige Weltordnung aufzurufen. Auch bei der warf er sich zu Boden und schlug mit Händen und Füßen um sich. eingeleitet. Nun bat Herr Bolonhi beim Herrscher erwirkt, daß Der Erzedent mußte schließlich auf einen Wagen festgebunden und jene politischen Vergehen, die während des nationalen Kampfes" borgestern abgehaltenen Einweihungsfeier der St. Michaelstirche nach der Arrestgelle transportiert werden. Dort tobte St. weiter. begangen wurden, nicht weiter berfolgt und daß die noch nicht in Stöln leistete er sich wieder dieses Spezial- Bergnügen. Er fagte: Als er am folgenden Morgent getvedt wurde, wollte er von den rechtsfräftigen Urteile außer Straft gesetzt werden. Herr Polonyi „ Auch unser Kaiser und König steht mit unserer Kirche ganzen Vorgängen nichts mehr wissen. Das Oberkriegsgericht nahm und die Koalitionshelden haben hierdurch ihre eigene Haut in engster Beziehung, wenn auch nicht birelt. Die Stirche ist für die wiederholten Gehorsamsverweigerungen, Achtungsverletzungen gesichert! nicht nur ein Haus des Gebetes und des Segens, und widersetzungen eine fortgesette, einheitliche Handlung an und sondern auch ein Bollwert zur Wahrung der erkannte auf vier Jahre Gefängnis. Gegen dieses Urteil fittlichen Güter, zum Schuge des Vaterlandes legte St. beint II. Senat des Reichs- Militärgerichts Revision ein, und der bürgerlichen Tugenden. In diesem Sinne die aber in der legten Sigung verworfen wurde. ſteht unfer erhabener Raifer und König ebenfalls in Beziehung Schutz gegen Nichter! Der gegen einen Strafrichter gestellte Kirche ein Bollivert ist gegen die, die unsere sittliche Strafantrag eines angesehenen bürgerlichen Redakteurs erregt Ein dankbarer Kirchenfürst. in Nicht so erging es unseren Genossen. Der Parteisekretär Genoffe Emanuel Buchinger z. B. schrieb während der fraglichen Zeit in der" Nepszava" einen Leitartikel, der auch auf den Straßen plakatiert wurde. Buchinger wurde von der Staatsanwaltschaft angeklagt und wegen Aufreizung", obwohl er noch nicht vorbestraft war, au acht Monaten Gefängnis verurteilt! Bom höchsten Gerichtshof wurde dieses Urteil vor einigen Tagen bestätigt. " Spanien. Der Bischof von Tuh veröffentlicht soeben wie der Boil. Bertrauensmännerversammlung aufmerksam, in welcher für unsere folvie mehrere sonstige Verbesserungen bewilligten. Hierzu nahmen 8tg." ein Privattelegrammi vom 2. Oktober meldet einen neuen Hirtenbrief mit heftigen Ausfällen gegen den Justizminister! In dem Ministerrat, der heute( Mittwoch) stattfinden soll, wollte König Alfons, wie wir am Montag lasen, den Zwischenfall" des Bischofs bon Tuh zur Erledigung bringen. Es dürfte ihm jetzt, nach Erscheinen des zweiten Hirtenbriefes, doch wohl schwer fallen, eine Versöhnung zwischen seinen Ministern und dem streitbaren Pfaffen herbeizuführen. Nach dem spanischen Strafgesetz hätte der Bischof von Tuh eine Geldstrafe verwirkt und müßte er zeitweilig seiner priesterlichen Tätigkeit enthoben werden. Madrid, 2. Oftober. Gnade". Der Generalstaatsanwalt hat gestern seine Anflage in Sachen des Attentats vom 31. Mai dem Vorsitzenden des Gerichts zugestellt. Er beantragt gegen den Attentäter sechzehn Jahre Gefängnis und gegen den Verleger Nacken neun Jahre. Ursprünglich hatte der Staatsanwalt die Todesstrafe vorgeschlagen. Australien. Die Finanzen zu regeln in den Verhältnissen der einzelnen Staaten zum Bunde, soll am 8. Oktober in Melbourne eine Konferenz der Ministerpremiers und Parteihäupter der einzelnen Staaten stattfinden. Die Bundeseinnahmen betragen 12 Millionen Pfd. Sterl., davon erhalten die Staaten etwa 7 Millionen zurück. Sie sind fämt lich arg verschuldet. Für die Verstaatlichung der Zuckerfabriken in Queensland sprach fich Dr. Maxwell, der Direktor des Amtes für Agrifultur, in einem Bericht an die Regierung aus. Dr. Marwell war mit der Untersuchung der Verhältnisse in den Buckerfabriken, die dem Staate große Summen schulden, beauftragt. Aus Induftrie und Handel. Wir machen die Kollegen noch an dieser Stelle auf die heutige Bewegung sehr wichtige Beratungen gepflogen werden. Deshalb ist es notwendig, daß jeder Betrieb einen Vertreter entsendet. Die Branchenleitung. Die Rote Erde"-Protzen. Achtung! Musikinstrumentenarbeiter des Holzarbeiterverbandes![ sationen statt, die dazu führten, daß die Unternehmer eine allgemeine Erhöhung der Löhne, eine Berkürzung der Arbeitszeit jetzt die beteiligten Arbeiter Stellung. Sie sprachen ihr Bedauern darüber aus, daß der Arbeitgeberverband die Festlegung eines Mindestlohnes, die Bezahlung der Feiertage und die Einführung von Ferien abgelehnt hat. Die von den Unternehmern gemachten ZuDie streikenden Ballschuhmacher hielten am Dienstag eine geständnisse nahmen die Arbeiter als erste Abschlagszahlung an und Versammlung ab, in der Hamacher über die Verhandlungen bevollmächtigten ihre Organisationsleitung, auf Grund der durch die mit dem Fabrikantenverband Bericht erstattete. Wie der Referent Verhandlungen erzielten Verständigung einen Vertrag von Organi hervorhob, ist es das erste Mal, daß der Fabrikantenverband, der fation Organisation zu abzuschließen. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) bisher Berhandlungen mit Vertretern der Arbeiter grundsätzlich ablehnte, sich selber an die Arbeiter wandte, um Verhandlungen einzuleiten. Es ist das ein Zeichen von der fortschreitenden Bedeutung der Arbeiterorganisation. Die Verhandlungen fanden am Sonnabend statt. Sie bezogen sich nur auf die Fabrikanten Die Direktion des Hüttenwerfe Rote Erde" hat der Lohn MeInit und Leiser, weil von den Ballschuhfabrikanten nur kommission, mit der sie am Sonnabend auf Ersuchen der letzteren diese beiden dem Fabrikantenverband angehören. Wenn bei den nochmals verhandelte, erklärt, daß im Falle der Wiederaufnahme Verhandlungen etwas erreicht worden wäre, so würde das gewiß der Arbeit auf eine Lohnerhöhung gar nicht zu sei. Die Wiederaufnahme der Arbeit müsse beauch für die übrigen bestreiften Fabrikanten, die dem Verbande rechnen fei. nicht angehören, bestimmend gewesen sein. Die Verhandlungen sind bingungslos feitens aller Abteilungen und Maschinisten erfolgen. jedoch ohne Ergebnis verlaufen. Zunächst stellte sich die Fabrikanten- Die Direktion würde dann ihrerseits etwa ein Duzend fommission auf den Standpunkt, daß sie mit" fremden Leuten", Arbeiter maßregeln, also zurückweisen. Weiter müßten sich nämlich den beiden Vertretern der Arbeiterorganisation, die neben die Arbeiter ärztlich auf ihren Gesundheitszustand den Arbeitervertretern und den beiden Fabrikanten anwesend untersuchen lassen. waren, nicht verhandele. Schließlich ließen die Fabrikanten jedoch Es war nur natürlich, daß daraufhin eine gestern vormittag in diesen Einwand fallen und die beiden Organisationsvertreter Haaren abgehaltene Versammlung von 2000 ausständigen Arbeitern wurden zugelassen. Dann aber scheiterte die Fortführung der den Beschluß faßte, im Ausstande zu verharren. Verhandlung daran, daß die Fabrikantenvertreter verlangten, die Man schätzt den durch den Ausstand beim Hüttenaktienvereint Vertreter der Arbeiter sollten das Mandat haben, bindende Ab- Note Erde" entstandenen Produktionsausfall im September auf machungen für die Streifenden zu treffen. Ein solches Mandat zirka 36 000 Tonnen, den Versandausfall auf zirka 29 000 Tonnen hatten die Vertreter der Arbeiter nicht, sie sind vielmehr der im Werte von zirka 3 700 000 m. Versandt wurden im September Meinung, daß die endgültige Entscheidung über etwaige Verein- ab Lager zirka 4700 Tonnen. In barungen den Streifenden selbst überlassen bleiben müsse. der gegenwärtigen Versammlung der Streifenden handelte es sich nun hauptsächlich darum, ob den Vertretern bei den Verhandlungen am Main, etwa 1800, haben nunmehr von seiten der Fabrikanten die Vollmacht erteilt werden solle, mit den Fabrikanten bindende Abschlüsse zu treffen. Die Versammlung sprach sich einstimmig gegen eine solche Vollmacht aus. Jedenfalls haben sich auch die Fabrikanten in dieser Hinsicht eines anderen besonnen, denn sie sind bereits mit einem erneuten Ersuchen, die Verhandlungen fortzusehen, an die Streifleitung herangetreten. Sämtliche Arbeiter in den Metallwarenfabriken zu Difenbach die Kündigung erhalten, nachdem die Schleifer ihre Stellungen am 26. September gefündigt hatten, als die Unternehmer es ablehnten, eine Tarifgemeinschaft auf Grundlage der neunstündigen Arbeitszeit und Minimallöhnen für die einzelnen Branchen abzuschließen. Da die jetzt in Kündigung Befindlichen Hauptsächlich die Metallteile für Portefeuille- Artikel, wie Beschläge, Bügel, Metallartikel für ReiseNecessaires und Koffer usw. anfertigen, so kann, falls nicht in vierHochsaison eingetreten ist, leicht in größerer Zahl zur Arbeitslosigdaß auch die Portefeuiller und Lederarbeiter, für welche jetzt die feit verurteilt werden können. Auch für eine Anzahl fleinerer Unternehmer in der Portefeuillebranche fann dieser Konflikt in der Offenbacher Metallwarenfabrikation leicht verhängnisvoll werden. 12 Prozent in Aussicht genommen. Wiederum 121 Prozent einmütiges Verhalten zu einem baldigen Erfolge zu gelangen. Die zehn Tagen eine Einigung erzielt wird, eine weitere Folge die sein, " Streitarbeiter Ausland. Die Löhne" der Aktionäre. Die Dividende der Nähmaschinenfabrik Karlsruhe soll für das letzte Jahr 17 Prozent betragen, 1 Prozent mehr als im Vorjahre. Die Kraftfahrzeugfabrik A.-G. Berlin hat eine Dividende von Die streifenden Zettelfieber, 78 an der Zahl, hoffen durch ihr bringen die Vereinigten Pinselfabriken Nürnberg zur Verteilung. Bon 6 auf 8 Prozent erhöhte sich die Dividende der Bleistiftfabrit wohleingeübte, systematisch verrichtete Arbeit kann von den neuvorm. Joh. Faber A.-G. Der Aufsichtsrat der Görlizer Maschinen- eingestellten Leuten nur unvollkommen geleistet werden. Es find fabrik beantragt, 8 Prozent Dividende auszuschütten, gegen 5 Prozent allerdings 13 von den alten Leuten in Arbeit geblieben, die je zwei im Vorjahre. Die Vittoriawerfe Nürnberg wollen diesmal neue Arbeiter mit auf die Tour nehmen und sie mühsam anlernen. werden nach der Kurstraße immer 8 Prozent Dividende herausbringen, im Vorjahre betrug die Arbeiter Dividende 6 Prozent. Die Aktionäre der Gladbacher Wollindustrie noch durch große Plakate an den Anschlagsäulen verlangt; aber es erhalten für das legte Jahr 14 Prozent, im Vorjahre mußten sie melden sich nicht so viele, als man annehmen sollte. Vor der Die Textilarbeiter- Aussperrung in Enschede. sich mit 12 Prozent bescheiden. Von 7 auf 8 Prozent stieg die Streitarbeit" schredt mancher zurüd, der zuerst nicht wußte, Dividende Das Einigungskomitee hat am Sonnabend eine gemeinsame der Süddeutschen Drahtindustrie A.-G. in Mann- um was es sich handelte. Die Neueingestellten müssen sich durch Heim- Waldhof. Die Tonindustrie A.-G. in Frechen bei Unterschrift zu einer 14tägigen Kündigungsfrist verpflichten. Die Sibung mit den Vertretern der Fabrikanten- und der ArbeiterKöln gibt 15 Prozent, gegen 12 Prozent für 1904/05. Firma will weder mit dem Verbande, noch mit Vertretern der organisationen abgehalten. Die Vertreter der Ausgesperrten Die Papierinhaber der Fabrik für Eisenindustrie A.-G. in Harpe, Streifenden aus den eigenen Reihen verhandeln. Daß die Polizei richteten zunächst die Frage an die Fabrikanten, ob sie willens feien, die im Vorjahre keine Dividende erhielten, bekommen diesmal den Streifenden Schwierigkeiten macht, darüber wird fast in jeder in Bukunft bei allen Streitigkeiten zwischen Fabrikanten und Ar8 Prozent. Eine Dividende in gleicher Höhe wie im Vorjahre, Bersammlung geflagt. Es wurde bekannt, daß der„ Lokal- Anzeiger" beitern die Vermittelung der Arbeiterorganisation zu verlangen seine Berichte über den Streit direkt von der Firma Nauck u. Hart- und nicht mehr mit den betreffenden Arbeitern allein zu ber14 Brozent, wirft der Eschweiler Bergwerksverein ab. mann bezieht. handeln. Von der Bejahung dieser Frage machten sie die BeLohnkosten Betriebsüberschuß. Nach der Abrechnung der GeDie Angestellten der Firma Bolle sind durch den Widerstand sprechung über den Streik bei de Bamshoeve" abhängig. Die werkschaft Langenbrahm, Steinkohlenbergwerk, pro Juli- August be- ihres Arbeitgebers gegen die Organisation erst recht darin bestärkt abritantenvertreter antworteten, daß sie keine Vollmacht zu einer trug die Geldeinnahme 609 915,38 M. Die Ausgabe für Gehälter worden, sich um diese Organisation, den Zentralverband folchen Erklärung hätten; man möge fich mit der Frage an ihre und Löhne wird mit 245 474,73 m. ausgewiesen, die Gesamtausgabe der Handels- und Transportarbeiter, zu be- Organisation wenden. Dies ist nun inzwischen geschehen, und zwar beläuft sich auf 397 364,56 W., so daß ein Netto- Betriebsüberschuß fümmern und den„ Hehern und Wühlern" willig Gehör zu schenken. mit dem Erfolg, daß die Fabrikantenvereinigung erklärte, sie habe bon 212 550,77 m. verbleibt. Der Betriebsüberschuß hält sich Besonders unter den jugendlichen Arbeitern herrscht ein schöner sich niemals geweigert, mit den Vorständen der Arbeiterorganidemnach mit den Ausgaben für Löhne und Gehälter annähernd die Wetteifer, Mitgliedstarten zum Verbande zu erwerben. Ein Milch- fationen zu verhandeln, und habe auch jetzt keinen Grund, solche Danach fann man, wohl erwarten, Wage. junge ohne diese Karte wird von den übrigen nicht als vollwertig Verhandlungen abzulehnen. Boden- A.- G. Berlin Nord. Nach Mitteilungen der Verwaltung angesehen. Unter den Kutschern greift die Bewegung ebenfalls daß Verhandlungen zustande kommen. Die Fabrikanten haben auch Grund genug, den Frieden an hat die Gesellschaft aus Hausverkäufen bisher 400 000 m. Nußen um sich; sie zeigen gern ihre braune Legitimationsfarte, mit dem erzielt, wobei der aus den Terrainverkäufen in der Pasteurstraße Monatsstempel versehen, wenn irgend jemand, Mann oder Frau, zustreben. Ihr brutales Vorgehen wird sogar in den reaktionärsten " Onze Kourant", ein„ antirevolutionäres" erzielte Gewinn noch nicht verrechnet ist. Von legterem Terrain der Milch kauft, es wünscht. Herr Bolle hat viele neue Leute Blättern verurteilt. wurde eine Fläche von 4700 Quadratmeter an die Stadt Berlin bes angestellt und entläßt viele von den alten, die ihm mißliebig ge- Organ, nennt ihr Vorgehen einen traurigen Machtmißbrauch" hufs Errichtung einer städtischen Oberrealschule verkauft, wodurch worden sind, weil sie durch ihre Zugehörigkeit zum Verband nach und ruft ihnen den Spruch ins Gedächtnis:" Wer Wind säet, wird Welche Aufregung in der Arbeiterbevölkerung der größte Teil der in diesem Geschäft investierten Barmittel der seiner Ansicht nur Unfrieden stiften, aber jede Entlassung erregt Sturm ernten." wieder die Aufmerksamkeit und Erbitterung der Angestellten, und von Enschede herrscht, das zeigte sich in der Nacht vom Sonntag Gesellschaft bereits bis Ende dieses Jahres wieder zufließt. auch den neuen Leuten kann Herr Bolle nicht lange trauen. Die auf Montag. Gegen tausend Personen hatten sich auf der Straße Neue Verbände. Eine in Frankfurt a. M. abgehaltene Ver- Organisationsbestrebungen des Verbandes zu unterstüßen, wird die versammelt, um einem Menschen, der mit seinen vier Kindern fammlung von Fabrikanten der Kokosmatten- und Läufer- Industrie Arbeiterschaft von Berlin gern bereit sein, und der Verband rechnet einem Fabrikanten Streifbrecherdienste leistet, das Schmähliche seines Tuns zum Bewußtsein zu bringen. Wie berichtet wird, ist erklärte sich einstimmig mit der Bildung einer Konvention ein- damit das Haus des Streifbrechers mit Steinen bombardiert worden. Der verstanden. Bürgermeister hat infolgedessen Ansammlungen von mehr als drei Personen verboten. Der Steinfegertarif und die Poliere. Wenn die Arbeiter hier gegen einen Vertreter ihrer Klasseninteressen Mittel anwandten, die an sich verwerflich sind, so ist das darauf zurückzuführen, daß sie zu einem großen Teil noch nicht Zudem ist ja die Aushungerungstaktit der organisiert sind. Fabrikanten ein weit brutaleres Mittel als das Einwerfen einiger Fensterscheiben. Bergarbeiterstreit in Sizilien. Die rheinischen Schwemmsteinfabriken beschlossen die Bildung eines Verkaufssyndikats mit dem Sitz in Neuwied. Der Vereinigung Am 30. September fand bei Wilke in der Brunnenstraße eine gehören 80 Fabriten mit einer Produktion von jährlich 280 Millionen Versammlung der Steinfeger statt, welche sich mit der Stellung der Steinen an. Steinsetzpoliere zum Tarif beschäftigte. Aus den Verhandlungen Rheinische Braunkohlenindustrie. Der Gesamtabsatz an rheinischen auf dem Einigungsamte ging hervor, daß der Verein der Poliere Brauntohlenbrifetts belief sich im Geschäftsjahre 1905/06 des Braun außer Genuß des Tarifvertrages steht. Dieses hatte zur Folge, daß tohlenbrifettverkaufsvereins auf 2112 433 Tonnen, was einer Abiaz- sich genannter Verein auflöſte. Es folgte darauf eine Versammlung zunahme um 15,41 Proz. und 76,16 Proz. der Gesamtkontingente der Steinsetzer Groß- Berlins am 23. September, welche zu folgendem Beschluß tam: Am 24. September und in den folgenden Tagen Der Vereinswerte entspricht. Der Braunkohlenbrikettverkaufsverein Beschluß, kam: hat zurzeit fast die ganze Herstellungsmöglichkeit der Vereinswerke hat auf sämtlichen Baustellen eine außerordentliche BücherWo nun Kollegen angetroffen werden, Infolge der fizilianischen Schwefeltrife traten am Montag in fest verkauft, und es ist zu erwarten, daß, sofern der Winter einiger- fontrolle stattzufinden. welche feinen Ausweis haben, daß sie den Tariforgani- Castro Giovanni 3000 Bergleute in den Ausstand. Der direkte Anmaßen zeitig einsetzt, die Braunkohlenbrikettindustrie bis zum Früh- fationen angehören, ist es Pflicht aller tariftreuen Kollegen, laß war eine Lohntürzung um 10 Prozent. Die Tumultuanten zerjahr voll beschäftigt sein wird. sich um anderweitige Arbeit zu bemühen." Um nun diesen Leuten störten ein Oftroihäuschen und leisteten der Karabinieri Widerstand, Prager Eisenindustrie Gesellschaft Wien. Das Unternehmen sofort andere Arbeit nachweisen zu können, fab sich die Schlichtungs- von denen vier verwundet wurden. Die Karabinieri antwortete, erfreut sich des allerbesten finanziellen Wohlbefindens. Auf das fommission gehalten, einen provisorischen Arbeitsnachweis bei Wilke, indem sie in die Luft schoß und dadurch die Angreifer zerstreute. Aktienkapital von 25,7 Millionen Kronen werden für das letzte Ges Brunnenstr. 188, Amit III Nr. 6325 einzurichten. Im Verlaufe der schäftsjahr 37 Proz. Dividende, gleich 9 637 500 Kronen verteilt. letzten Woche haben sich infolge dieser Maßnahmen mehrere Poliere Für die fünf Jahre vorher betrug die Dividende 35, 30, 20, 14 und der Tariforganisation der Arbeiter angeschlossen, so auch der Vors 23 Proz. Für die Jahre 1900/01 bis 1903/4 influsive wurden stand des früheren Vereins. Da nun ein Teil der Arbeiter vorgab, dem Verlaufe der am 23. September auf das bis dahin 16,5 Millionen Kronen betragende Attienkapital nicht unterrichtet gewesen zu sein, wurde in der letzten Verrund 15% Millionen Kronen Reingewinn erzielt, für die legten sammlung noch einmal auf den damaligen Beschluß hingewiesen, sechs Jahre beträgt der Reingewinn 34,8 Millionen Kronen, woraus und sollen Verstöße dagegen von der Tariforganisation der Arbeit170 Proz. Dividende verteilt worden sind. Nach den Aussichten für nehmer innerhalb derselben in geeigneter Weise gerügt werden. das laufende Jahr ist für 1906/07 ein Ergebnis zu erwarten, das Beschlossen wurde weiter, den Tarif nicht zu fündigen, sondern mur hinter dem diesjährigen nicht zurückbleibt. Die Aftionäre der Revisionsanträge zum Tarif zu stellen. Die Unterbezirke des TarifPrager Eisenindustrie Gesellschaft haben kein schlechtes Hand- bezirkes haben nun einzeln Stellung zum Tarif zu nehmen und ihre Anträge bis zum 31. Oktober der Schlichtungskommission werk erwählt. zu melden. bon Bersammlung Letzte Nachrichten und Depefchen. Neue Schiffahrtsgesellschaft. In Hamburg ist durch Zusammenschluß der chinesischen Küstenfahrtgesellschaft und der Dampfschiff- Die Jfolierer Berlins find seit Montag in den Streit getreten fahrtsgesellschaft Triton- Bremen eine neue Gesellschaft unter der und ersuchen alle. Bauhandwerker, Bauarbeiter und besonders die Firma Hamburg- Bremer Afrikalinie gegründet worden. Das Heizungsmonteure, fie in ihrem Kampfe zu unterstützen. Kapital, 9 Millionen Mark, und zwar 6 Millionen Mark Aktien- Ueber die Tarifbewegung der Stuhlpolierer, Beizer und fapital und 3 Millionen Mark Schuldverschreibungen ist bereits teils durch die alten Aktionäre der beiden Firmen, teils durch Hamburger und Bremer Banten gezeichnet worden. Bodenspekulation. Die Bodenaktiengesellschaft Bayenthal in Köln will für das abgelaufene Geschäftsjahr 15 Proz. Dividende verteilen. Der Generalversammlung soll ferner vorgeschlagen werden, eine Rückzahlung von 50 M. pro Attie vorzunehmen, wodurch der Normalbetrag der Aftien auf 1000 m. ermäßigt würde. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Former und Gießereiarbeiter befinden sich bei der Firma Siemens, Pankow, im Streit. Es ist deshalb der Zuzug fern zuhalten. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Sülfsarbeiter brachten wir in Nr. 224 einen Bericht, der in bezug auf die gegenwärtigen Lohnverhältnisse an einigen ungenauig teiten leidet. Der richtig angegebene Durchschnittsverdienst bon 25,60 m. pro Woche gestaltet sich nur dadurch günstiger, daß die Kollegen freiwillig Ueberstunden machen und somit in der Hochsaison einen Durchschnitt von 36,60 m. erzielten, welcher jedoch von nur 120 Kollegen festgestellt wurde. Ob aber diese 120 Kollegen ihren Durchschnittsverdienst mit Ueberstunden richtig angegeben haben, wurde in der Diskussion angezweifelt. Deutfches Reich. Prozeß gegen den Arbeiterdeputiertenrat vertagt. Petersburg, 2. Oktober.( W. T. B.) Die heute begonnene Prozeßverhandlung gegen den Arbeiterdeputiertenrat wurde aus formellen Gründen vertagt. „ Landstreicher". Stockholm, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Regierung wies fol. gende Finnländer als Landstreicher und gemeingefährliche Personen aus: Nyman, Berden, 2nono, Sandell, Ketela und Kahlman, Helfershelfer des Zarismus. Christiania, 2. Oktober.( B. H.) In Vardoe wurde auf Ver. langen des russischen Konsuls eine von einem russischen Studenten betriebene Druckerei für revolutionäre Schriften beschlagnahmt. Entdeckte Bombenwerkstatt. Charkow, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Polizei entdeckte in einer Vorstadt eine Bombenwerkstatt, in welcher zwei fertige Bomben, 60 Metallhülsen und Sprengmaterialier gefunden wurden. Zwei Arbeiter wurden verhaftet. Agrarunruhen. Die Lohnbewegung der Gold- und Silberarbeiter in Hanau hat Odessa, 2. Oktober.( W. T. B.) Auf dem der Fürstin vorläufig einen für die Arbeiter erfreulichen Abschluß gefunden, jazemsky gehörenden Gute Karbina im Kreise Bender ver ohne daß es zu einem Streit gekommen ist. Wie wir berichtet brannten die Bauern 27 000 Bud Weizen. Auf dem Gute Benthaben, hatte der Arbeitgeberverband auf die Forderungen der Arbeiter schewo, Kreis Tiraspol, zwangen bewaffnete Bauern den Gutszunächst mur eine geradezu höhnische Absage gehabt. Nachdem aber besitzer, ihnen 3000 Rubel auszuzahlen und verteilten die Summe die Arbeiter beschlossen hatten, daß sie einmütig die Arbeit nieder- unter die notleidenden Dorfbewohner. legen, wenn eine Verständigung mit den Unternehmern nicht zustande tommt, fanden Verhandlungen zwischen den beteiligten Organis Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.;.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 230. 23. Jahrgang. 1. Ktilaze des Jonuitts" Kerlim Jotelilatt. Mitwch. 3. Oktober IM. International Law Association. (Nachdruck verboten.) Im Festsaal der Berliner Handelskammer trat am Dienstag die Intsrnutioiral �ssooiutiov unter dem Vorsitz des Reichsdanlpräsidenten Koch zu ihrer Berliner Konferenz zusammen. Die International Law Association ist die größte internationale juristische Organisation. Zu der gestrigen Sitzung hatten sich u. a. der Staatsselretär des Reichsjustizamts Dr. Nieder- ding und der preußische Justizminister B eseler eingefunden. Das Auswärtige Amt vertrat Wirkt. Geh. RegierungSrat Frautzius. Mit drei Hammerschlägen— nach englischer Sitte— eröffnete The Hon. Sir W. Raun Kennedy, Nichter am obersten Gerichts- Hof in London die Versammlmtg und erteilte dem Staatssekretär des Reichsjustizamtes Dr. N i e b e r d i n g das Wort, der ausführte: Will in unserer so eigenartigen Zeit die Rechtspflege eines Landes ihrer Aufgabe in Wahrheit voll genügen, dann muß sie sich vor allem erfüllen mit dem Geiste des Ausgleichs unter den nationalen Gegensätzen auf denjenigen Rechtsgebieten, auf denen ein immer noch gewaltiger steigender und in seiner EntWickelung noch un- absehbarer Verkehr die Völker immer näher und näher aneinanderbringt. Im Namen de? Herrn Reichskanzlers darf ich sagen, daß seine Politik stets bereit sein wird, die in diesem Geiste geführten, auf die Versöhnung aller Kultur- Völker gerichteten Bestrebungen der International Law Association nach Kräften zu unterstützen.(Beifall.) Wir sind uns vollbewußt: jeder Sch-'.tt auf dem Wege, den Sie gehen, ist gleichbedeutend mit einer FörSerung des ivohltuenden und wohltätigen Sichverstehens unter den Völkern, ist gleichbedeutend mit einer Förderung des freundlichen, friedlichen Geistes des edlen Wettstreites unter den Völkern.(Lebhafter Beifall.) Meine Herren! Aus der Geschichte der Arbeiten Ihrer Ver- einigung ist es bekannt, daß solche Bestrebungeii nicht ohne Wider� stand durchgesetzt werden können und manche Stunde der Ein täuschung fällt auch in Ihre Arbeiten. Aber dennoch ist eS wahr, daß die Welt Ihren Bestrebungen vollen und aufrichtigen Beifall zollt. Das gilt besonders für Ihre langjährigen Bestrebungen zugunsten einer gleichmäßigen, sicheren, menschenfreundlichen Hülfe gegenüber den Gefahren der Schiffs- kollision auf hoher See, Gefahren, welche in unserer Zeit, wo die Meere von einem dichten Verkehrsnetz durchzogen sind, besondere Beachtung verdienen. Es sei erinnert an die Brüsseler Konferenz, die Ihrer Anregung entsprang, und es sei erinnert an die Be- mühungen in allen Kulturstaaten, auf Grundlage der Brüsseler An- regungen zu gemeinsamen Regeln zu kommen. Wirtschaftlich und sittlich so wichtige Probleme aus dem Gebiete der Ideen— wenn man nicht sagen will Träunie— in die Wirklichkeit überführt zu haben, das ist das unbestreitbare Verdienst der Law Association.(Lebhafte Zustimmung auf deutscher Seite.) Und ich wünsche, daß diese Tagung die Anregung geben mögt Ihren Erfolgen in der Vergangenheit neue Erfolge in der Gegem wart hinzuzufügen. Ich kann Ihnen die Versicherung geben,'daß die deusiche ReichSverwalwng Ihren Bestrebungen und Verhand- langen das lebhafteste Interesse entgegenbringt. Im Namen des Herrn Reichskanzlers und zugleich unter der Versicherung, daß mich persönlich die gleichen Gefühle beseelen, wünsche ich einen glücklichen reichen Erfolg dieser Tagung, die Sie heute beginnen.(Lebhafter Beifall.) Namens der Berliner Handelskammer begrüßte der Präsident Geheimer Kommerzienrat Herz, im Auftrage der Aeltesten der Berliner Kaufnmnnschaft der Reichstagsabgeordnete Kämpf-Berlin die Versammlung.— Reichsbankprüsideiit Koch überbrachte die Grüße der alten Juristischen Gesellschaft, die im Verein mit der internationalen Vereinigung für vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre die International Law Association nach Verlin eingeladen hat. In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Präsidenten Phillimore dankte Mister Kennedy für die freundliche» Worte der Begrüßung. Er erinnerte an die früheren Tagungen der Association in Frankfurt a. M., Köln, Bremen und Hamburg und feierte die auf eine Verständigung unter den Völkern hinaus- laufenden Ziele der Association.— An den Kaiser gelangte ein Huldigungstelegramm zur Absendung.— Nach Verlesung zahlreicher Begrüßungstelegramme von juristischen Gesellschaften des In- und Auslandes wurde in die Tagesordnung eingetreten. An erster Stelle sprach Reichsbankpräsident Koch über die Schaffung einer Rechtsgemcinschaft aller Kulturvölker. Die International Law Association verfolgt das große Ziel einer allmählichen Ausgleichung der internationalen Rechts- Verschiedenheiten, weniger in wissenschaftlicher Vertiefung als unter Hervorhebung der praktischen Gesichtspunkte. Sie will die Rechtsprechung für alle zivilisierten Völker auf gewissen Gebieten einander näherbringen und hat auch schon Erfolge erreicht. Aber noch bleibt viel zu tun übrig. Wider- stand lvird uns auch bereitet von einer mit Recht in hohem Ansehen stehenden Schule, die das Prinzip des nationalen Rechtes auf ihre Fahne geschneben hat. Das Recht hänge untrennbar zusammen mit der gesamten Vergangen- heit einer Nation und müsse aus ihrem innersten Wesen hervorgehen. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß das Leben der Völker ein großes Austausch- g e s ch ä f t ist. Wer will bestreiten, daß die Bnntheit der Be- stunmungen auf dem Gebiet deS Wechsel-, Handels- und Privat- rechts dem Handel schwere Hindernisse bereitet, Hindernisse, die wir bisher nicht zu überwinden vermochten. Deshalb sollten wir das Ideal einer Rechtsgemeinschaft aller Kulturvölker recht bald zu verwirklichen trachten.(Großer Beifall.) D a r b y- London, der Sekretär der Friedensgesellschaft, sprach hierauf über die internationalen Schiedsgerichte, die bekanntlich vom ersten Haager Kongreß eingesetzt worden sind. Der Redner gab einen Ueberblick über die im Interesse der Schieds- gerichte im setzten Jahre unternommenen Schritte. Die Sache der Schiedsgerichte stehe sehr gut(!) und viele bedeutende Mächte hätten sich schon an die Schiedsgerichte gewandt._ Der Redner schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die bevorstehende zweite Friedenskonserenz im Haag Mittel und Wege finden möge, um die Sache der Schiedsgerichte wieder einen Schritt vorwärts zu bringen. (Großer Beifall.)— Sir Thomas Barclay sprach über das gleiche Thema. Er machte detaillierte Vorschläge für die Zusammen- setzuug der Schiedsgerichte. Geheimer Oberregierungsrat Professor Dr. v. Marti tz-Berlin sprach über Minen im Seekrieg. Die Auslegung von Seeminen, führte er aus, ist nach den be» stehenden Völkerrechtsgebräuchen kein verbotenes Kriegsmittel, denn das Weltmeer ist den Kriegführenden für dte Ausübung militärischer Feindseligkeiten gegen den Kriegsgegner nicht minder offen als den Neutralen für den friedlichen Seeverkehr. Begeben sich neutrale Schiffe wissentlich in die Nähe einer dnrch unterseeische Minen gefährdeten Scezone, so handeln sie auf eigene Gefahr. Dagegen können fteitreibende Minen auf keinem Teil des Weltmeeres, auch im Küstenmeer nicht geduldet werden, da sie geeignet sind, die Sicherheit der Schiffahrt auch jenseits des eigentlichen Kriegstheaters und auch nach Beendigung des Kriegszustandes aufS höchste zu gefährden. Damit rechtfertigt sich der Wunsch, daß nach dem Vorgang der Petersburger Deklaration von 130S, die im humanitären Interesse die Verwendung explosiver Projektile unter 400 oz. für Land- und Seekrieg auSgcschloffen hat, ein allgemeines Verbot, Treibminen im Seekrieg zu ver- wenden, durch ein vertragsmäßiges Einverständnis der Seemächte ausgesprochen werde. Nach dem geltenden internationalen Recht ist die Anlegung eines Minenfeldes nicht absolut und prinzipiell versagt, insbesondere nicht für den Blockadekrieg. Doch bat dieKriegspartei, die von dieser Befugnis Gebrauch macht, schuldige Sorge dafür zu tragen, daßden sich nähernde» neutralen Schiffen von der ihnen drohenden Gefahr spezielle Notifikation gegeben werde. Sie haftet den neutralen Staaten für den Schaden, der den Schiffen derselben ohne deren Verschulden aus einer Nichtbeachtuntz dieser Pflichten erwächst. Insbesondere haftet sie für den Schaden, den neutrale Schiffe durch abtreibende Minen erleiden. Es ist von Interesse, in dieser Hinsicht das Verhalten der beiden st reite»den Mächte im jüngsten russisch- japanischen Kriege zu untersuchen. Und da kann den Japanern der Vortvurf nicht erspart werden, daß sie durch Nicht Notifikation ihrer Minensperren schwere Verantwortung auf sich luden. Sie haben sich damit der Möglichkeit beraubt, dem durch eine Seemine verunglückten Schiff den Ein- wand der Kenntnis von dem vorhandenen Verkehrshindernis entgegenzusetzen. Von den ganzen umfassenden Minenfeldern in den Gewässern von Wladiwostok ist überhaupt keine Kenntnis gegeben worden, Wohl nur der geringe Verkehr in jener Gegend hat ver- hindert, daß die Frage für sie nicht aktuell wurde. Die Russen haben das Dasein ihrer Minen kundgegeben. Nach geltendem Recht hat weiter jeder kriegführende Staat das Recht, den Zugang zu seinen Häfen und Reeden durch die Legung von Minen zu sperren. Doch hat er den neutralen Fahrzeugen Gelegenheit zu geben, vor dem Beginn der Sperre auszulaufen. Auch ist er verpflichtet, den sich annähernde» neutralen Schiffen die Tatsache der Minensperre bekanntzugeben. Er haftet für jeden Schaden, der der neutralen Schiffahrt durch Seeminen erwächst, die aus den Territorialgewässern in das offene Meer abgetrieben werden. Dem neutralen Staat dagegen kann die Befugnis nicht versagt werden, zur Aufrechterhaltung und zum Schutz feiner Neutralität den sonst dem allgemeinen Seeverkehr offenstehenden Transit durch sein Küstenmeer mittels Auslegung von Minen zu beschränken. Es kann dagegen nicht zugegeben iver'den, daß nach allgemeinem Völkev recht die räumliche Ausdehnung der Territorialgewäffer durch eine der Küste parallellaufende Zone von mehr als drei Seemeilen bestimmt wird. Allerdings ist eine solche Seegrenze durch Ver- träge und Gesetze vielfach für spezielle Verhältnisse, insbesondere die Fischereiberechtigung angenommen worden. Allein eine über diese Verhältnisse hinauSrcichende Autorität kommt ihr nicht zu und für das Knegsrecht gilt sie nicht. Vielmehr sucht jeder Küstenstaat seine Grenzen auch über drei Seemeilen hmaus ins Meer hinauszuschieben. Die äußerste Grenze, bis zu welcher hierbei gegangen werden darf, ist noch immer die Kanonenschuß- weite, also etwa 10 Seemeilen(18 Kilometer).— Der Vortrag wnrde mit großem Beifall aufgenommen.— Ucber die„Rechte der neutralen Mächte" sprach Rechtsanwalt de L e v a I- Brüssel, Mr. Stephens- London besprach das Durchsuchungsrecht der kriegführenden Mächte.— Sodann wurden die weiteren Ver Handlungen auf heute vertagt. Hus der Partei. Die italienische Partei und ihre Presse. Rom, den 27. September.(Eig. Der,) Die Berichte des Zentralsekretariats für den Parteitag von Rom, sowie das Referat Ciccotti über �die Beziehungen zwischen Partei und sozialistischer Presse geben einen Ueberblick über die Zahl der zahlenden Mitglieder und über die Preßorgane der italienifchen Partei. Am 30. Juni 1000 zählte die Partei 1249 Ab- teikungen mit 47 264 zahlenden Mitgliedern und verfügte über drei Tageszeitungen und 87 Wochenzeitungen. Was den Organisationsbestand betrifft, so hat>r seit dem 31. Dezember 1004 eine Verminderung erlitten. Die Zahl der Abteilungen sank von 1330 auf 1249, die der Mitglieder von 45 800 auf 41 264. Die Ursachen dieses Rückganges sind verschiedener Art. Vom 1. Januar 1905 an hat der Parteivorstand die ein- heitliche Mitgliedskarte für ganz Italien eingeführt, die am Beginn des Jahres gelöst werden muß und 60 Centesimi pro Kopf kostet; bisher betrug der MonatSbeitrag an die Zentralkasse 5 Centesimi und konnte monatlich entrichtet werden. Obwohl die Einführung der einheitlichen Karte mit einmaligem Beitrag administrativ sehr große Vorteile hat, erschwerte sie doch vielen kleinen Abteilungen den ersten Beitrag oder die regelmäßige Zahlung, so daß sie teils die Beitrittserklärung verzögerte», teils wegen Rückständigkeit gestrichen werden mußten. Ferner erfolgte ein Rückschritt durch den Austritt von Genossen wegen politischer Diffe- renzen, so in Genua, Mailand. Aneona und anderen Orten, wo die Reformisten außerhalb der Partei stehende Organisationen bildeten; in einigen Orten traten auch die Syndikalisten aus der Parteiorganisation aus. Schließlich mag auch der Rückgang teil- weise scheinbar sein und lediglich mit gewissenhafterer An- Meldung zusammenhängen. Die Angaben für den 31. Dezember 1904 enthalten nämllich ausschließlich runde Zahlen, so 2000 Mit- glieder für Mailand, 1000 ftir Rom, 2000 für Bologna usw.; wahrscheinlich hat man dabei recht oft nach oben abgerundet. Die einzelnen Regionen haben Organisationen von sehr ver- schiedener Stärke. Der Zahl der Organisierten nach folgen sie ein- ander in folgender Reihenfolge: E m i l i a mit 14 955, P i e m o n t mit 6240, Lombardei mit 5945, T o s c a n a mit 3770, Venezien mit 2055, Ligurien mit 1915 und Sizilien mit 1085; alle anderen Regionen haben weniger als 1000 zahlende Mitglieder. Aus dem Kassenbericht des Genossen Luiai Mongini entnehmen wir die folgenden Angaben: Der Kassenbestand belief sich am 1. Juli 1906 auf 27 030,37 Lire; die Einnahmen im ersten Halb- ihre des laufenden Jahres betrugen 25 961 Lire, denen 13 941,22 ire Ausgaben gegenüberstehen. Die Hauptposten der Ausgaben sind: Gehalt der beiden Sekretäre 2823 Lire, Spesen für Agitation 6097 Lire, Spesen für die ParlamentSftaktion 275, für dte Ein- berufung des Parteivorstandcö 570, für Post- uud Telegraphenspesen 1057 Lire. Die Geringfügigkeit der Ausgaben für Agitation erklärt sich daraus, daß diese hauptsächlich den Settionen obliegt, die weit öhere Beiträge erheben als die Zentralkasse. Z. B. erhebt die iesige Parteisektion monatlich 50 Centesimi iö 3 Lire, je nach der Vermögenslage des Ge- nassen, welche Vermögenslage nicht der Selbst- einfchätzung uittcrliegt, sondern von einer Kommission abgeschätzt lvird. Die Zentralkasse be- soldet nur zwei Propagandisten, die den Sektionen zur Verfügung gestellt werden. Daß die Parlamenisfraktion nur eine so minimale Summe gekostet hat, findet seine Er- kläruna darin, daß das Parlament in diesem Semester nur kurze Zeit getagt hat und die schwache Beteiligung der Genossen an den Sitzungen nur wenige Präsenzgelder zur Auszahlung kommen ließ. Auch bezichen ja die wohlhabenden Genossen keine Präsenz- gelber,— Die drei Tageszeitungen, von denen der Bericht über die Presse spricht, sind der„ A va n t i die„ G i u st i z i a" und das „Giornaletto" in Venedig. Dieses letzte hat seitdem wegen Mangels an Mitteln— eS hatte zu großartig angefangen— fein Erscheinen eingestellt. Außerdem bestehen— unabhängig von der Partei— drei sozialistische Tageszeitungen, nämlich der Mailänder Tempo", der einer Aktiengesellschaft gehört, der Genuescr L a v o r o Eigentum der dortigen Gewerkschaften und Genossen- schaften, und die„ P r o v i n c i a d i M a n t u a die ihr Besitzer, seit er zur sozialistischen Partei übertrat, im sozialistischen Sinne redigiert. 78 Wochenblätter stehen unter der Kontrolle der Kreis- oder Provinzialorganisation, zu der sie gehören und dienen der lokalen Agitation und Propaganda. Die meisten von ihnen enthalten eine wahrhaft bewundernswerte erzieherische und bildende Wirksamkeit. Außerhalb der Partei stehende Wochenblätter— meist reformistischer Färbung und Organe autonomer Organisationen— bestehen zur- zeit acht. Außerdem bestehen zwei Wochenblätter, die der Propa- ganda syndikalistischer Ideen dienen— die„Avanguardia S o c i a l i st a" und der„Sindacato operaio", eine 1 Centesimo kostende illustrierte Zeitung,„ I l Seme", für die Propaganda unter den Landarbeitern und eine der populären sozialistischen Propaganda dienende Wochenzeitung, der„Sempre A v a n t i". Alle diese Blätter find in ganz Italien verbreitet. Privatgriindungen wie diese Blätter sind auch die beiden wissen- schaftlichen Zeitschriften„Critica sociale" und„ D i v e n i r e sociale", ebenso das sehr verbreitete antiklerikale Witzblatt, „ l' A s i n o". Alles in allem geben beide Berichte Zeugnis von der starken Lebenskraft unserer Partei, die zwar der stiaffen Organisation ent- behrt, die die Partei in den nördlichen Ländern hat, aber an geistiger Regsamkeit, an Opfermut und auch an politischem Einfluß den Sozialisten anderer Staaten wenig nachsteht. Der eminent individualistische Charakter der Italiener macht es freilich nicht leicht, die breite und vielgestaltige sozialistische Bewegung einzugliedern und zusammen zu schließen zur sozialistischen Partei.— Vom Wormser Parteifcst, das den Abschluß des Mannheimer Parteitages bilden sollte und über das Ivir gestern schon eine kurze Meldung gebracht haben, wird in der Mannheimer„Volksstimme" berichtet,'Die Zahl d«r Rkannheimer Teilnehmer war eine sehr große. Die vereinigten Arbeitergesangvereine hatten beschlossen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Beim Verlassen des Bahnhofes in Worms wurden wir freudig überrascht durch die menschenbclebten Straßen, Vom Bahnhof ging es mit Musik an der Spitze nach dem Ge- werkschaftshause. Die Wormser Arbeiterschaft bildete, soweit sie sich nicht an dem Festzuge beteiligte, Spalier und alle Straßen waren schwarz vor Menschen. In dem geräumigen Garten und in den Sälen des GcwerkschaftShauses hatte sich eine nach Tausenden zählende Volksmenge eingefunden. Nachdem die Arbeitersänger dieselben Chöre wie zur Eröffnung des Parteitages vorgetragen hatten, begrüßte der Vorsitzende des sozialdemokratischen Vereins, Genosse Engelmann, in wenigen aber trefflichen Worten die Festgäste und teilte mit, daß die Stadtverwaltung der Stadt Worms, die leider unter dein unheilvollen Einfluß des bekannten Leder- königs und Arbeiterfeindes Hehl stehe, die Festhalle nicht zur Verfügung gestellt habe; er ermahnte deshalb die Arbeiter, in die politische Organisation einzutreten, um die Macht dieses Gewalthabers endlich zu brechen. Mt großem Jubel wurde Reichstagsabgeordneter Dreesbach aus Mannheim empfangen. Er gab einen kurzen Ueberblick über den Verlauf des Parteitages in Mannheim und schloß mit einem jubelnd auf- genommenen Hoch auf die Sozialdemokratie, dem sich der Gesang der Marseillaise anschloß. Hierauf wandten sich die Genossinnen Frau Schönfelder- Ottensen und Frau D e u b e r t- Essen an die Frauen. Es folgten die Genossen Dr. David-Mainz, Ouessel- Stettin, Anton Fendrich-Freiburg und Oskar Geck-Mannheim. Bei dem folgenden Konzert blieben die Genossen sodann zusammen. Da dem Feste noch em schöner Herbsttag mit warmem Sonnenschein beschieden war, so gestaltete sich das ganze Leben und Treiben zu einem recht frohen. Vom Fortschritt der Presse. Auch die I e n a e r Genossen haben sich nun ein eigenes Blatt geschaffen. In Jena gelangt seit Sonntag die„Weimarische VolkSzeihrng" zur Ausgabe, die ein sozialdemokratisches Organ für den III. Weimarischcn ReichstagSwahlkreiS ist. Unsere dortigen Genossen haben sich mit der„Reußischen Tribüne' in Gera vereinigt und be- ziehen ihren politischen und allgemeinen Text von der„Leipziger Volkszeitung" aus Leipzig, während der lokale Teil in Jena und Gera hergestellt wird. Die„Leipziger Volkszeitung" hat nunmehr folgende Kopfblätter:„VolkSzeitung für das Muldental" in Leipzig, „Altenburger Volkszeitung" in Altenburg,„Oberftänkische Volks- zeitung" in Hof(Bayern),„Reußische Tribüne" in Gera und „Weimarische VolkSzeitung" in Jena. Für unser neues Partei- blatt in Jena zeichnet Artur Jaeschke für die Redaktion, Genosse Otto Haas für die Geschäftsführung(Adresse: Jena, Schloß- gasse 19.) Die Genossen des Wahlkreises DuiSburg-Mülheim- Oberhausen sind bereits fest an der Werbearbeit für ihr neues Organ. Man schreibt uns aus dem Wahlkreise: Die sechstägige Agitationsausgabe der„Niederrheinischen Arbeiter- zeitung" hat den Wahlkreis Duisburg-Mülheim-Oberhausen vor- züglich beackert. Die Agitation, die am Sonntag für das junge Partciblatt unternommen wurde, zeitigte einen Ertrag von über 2000 iteuen Abonnenten. Ein stolzer Erfolg, der noch um so schwerer ins Gelvicht fällt, als die Nummern mit den Parteitagsberichten angefüllt waren und somit wenig Raum für zugkräftigen AgitationS- stoff blieb. 517 neue Monnenten hat der Ouartalswechsel dem„Volks- blatt" zu K a f f e l bis-zum 1. Oktober gebracht. polizeiliebes, ßcrichtUchco ukw. „Oeffentlich wahrnehmbare Arbeit". Vier Genossen aus Broitzem(Braunschweig) erhielten je einen Strafbefehl über 3 M.. weil sie am Sonntag, den 18. Februar bezw, 18. März, in Timmerlah morgens während der Kirchzeit Flugblätter verbreitet hatten. Ihr Einspruch dagegen wurde vom Schöffen- wie Landgericht und schließlich auch vom Strafsenat deS Oberlandesgerichts verworfen mit der Be- gründung, daß die Genossen eine„öffentlich wahrnehmbare Arbeil" verrichtet hätten. Dabei hatten unsere Genossen die Flugblätter unter den Rock geknöpft oder in der Tasche gettagen. Der Einwand, daß dieses Flugblatttragen nicht mehr öffentliche Arbeit sei als das Austtagen von Visitenkarten oder das offene Tragen eines Gesangbuches zur Kirche, verschlug bei den Ge- richten nichts. Das Landgericht erklärte das Flugblottaustragen tieffinnig als„den wirtschaftlichen Zwecken des Transportes dienend". Was man sich darunter denken soll, wird wohl nur das Gericht wissen._ Verweigerte Bestätigung. Dem in Mühlheimbei Offen- b a ch zum Beigeordneten gewählten Genossen Zahn wurde durch den ProvinzialauSschuß in Darmstadt die Bestättgung Versagt. Die oberste Instanz ist daS Ministerium. Hiid der f rauenbewcgimg* Mannheim und die Frauenbewegung. Mit den beiden Tagungen der Sozialdemokratie in Mannheim dürfen die Genossinneil vollauf zufrieden sein. Die Frauenkonferenz und der Parteitag bilden Marksteine der Frauenbewegung. Und der Parteitag braucht sich der voraufgegangeneit Tagung der sozialifti- schen Frauen wahrlich nicht zu schämen. Sowohl die Verhandlungs» themen, als auch die Art ihrer Behandlung und Erledigung waren der Sozialdemokratie würdig. Die Frauenkonferenz hat oaS Ansehen der deutschen Sozialdemokratte gehoben und sicher manches noch vorhandene Vorurteil überwunden. Die Frage des Fralicustimmrechts ist erschöpfend behandelt worden; turmhoch standen Referat und Diskusston über das, was man bei bürgerlichen Tagungen über diese Materie hört. Mit der " Erörterung der Landarbeiterfrage hat sich die Konferenz ein un- gegenüber dem preußischen Feudalismus zu befunden Kraft und Mut die nachhaltige Wirkung bürgerlichen Denkens und Fühlens greifbar bestreitbares Verdienst um die Gesamtbewegung erworben. Die gehabt hätte. Aber es läßt sich für die Freiheit, den gewerblichen deutlich erkennen läßt: die Referentin besprach die Arbeit als ErBedeutung der Dienstbotenbewegung und besonders auch die Er- Arbeiter ausnüßen zu dürfen, von dem preußischen Junkertum der- zieherin und forderte dabei, daß in der sozialdemokratischen Familie ziehungsfrage, die ebenfalls verschiedendlich in den Kreis der Er- artig verhöhnen und knuten, daß das Proletariat im Kampfe gegen die Werteinschäßung der Arbeit nach Geschlechtern gesondert aufhören örterungen gezogen wurde, ist bisher sehr unterschäßt worden. den Feudalismus nicht einmal auf das Bürgertum als Hülfe müsse. Wir anerkennen die Gleichwertigkeit der Geschlechter und Daß die Landarbeiterfrage in wachsendem Maße sowohl das rechnen kann. doch konnten sich die allermeisten noch nicht von der überkommenden Interesse der Partei, als auch der Gewerkschaftsbetvegung gefangen Das Referat der Genossin Grünberg paßte sich zum Teil in das Anschauung befreien, daß die meisten von Frauen geleisteten Hausnehmen wird, unterliegt für uns feinem Zweifel. Der Frauen Gefüge der von Genossion Ziezz behandelten Materie ein; die arbeiten minderwertig und des Mannes nicht würdig seien. Solche tonferenz gebührt der Ruhm, mit dem Scheinwerfer der Kritik beiden Referate bildeten gewissermaßen ein Ganzes. Von dem rückständige Anschauung steht mit dem Prinzip der Gleichwertigkeit gründlich in das Dunkel der Landarbeiter- Idylle hineingeleuchtet, felben Grundgedanken ausgehend, gaben beide Referentinnen scharf- der Geschlechter in diametralem Widerspruch. Sie ist der Ausfluß die allgemeine Aufmerksamkeit auf diese Materie hingelenkt, und gezeichnete, in der Materialbehandlung überaus satte, in der Wirkung der Ansicht von der natürlichen Unwertigkeit und Unterordnung des damit die politische Bedeutung der Landarbeiterfrage dem Ver- erschütternde Situationsmalereien. Referate und Diskussionen werden weiblichen Geschlechtes unter den Herrn der Schöpfung. Und wie ständnis näher gebracht zu haben. zweifellos außerordentlich befruchtend wirken. biele Sozialdemokraten mag es geben, die hier Ursache und Wirkung Und nicht mit allgemeinen Rebensarten wurden die einzelnen Nicht minder zufriedenstellend für die Genoffinnen wie die schon erkannt hatten und der falschen Auffassung bewußt entgegenThemen abgetan. Eine schier unerschöpfliche Fülle von Tatsachen- Konferenz war der Parteitag. Aeußerlich trat die volle Einheitlich- arbeiteten? Betrachten die meisten Eltern es nicht als selbstvermaterial brachten Referate und Debatten zutage. Was die Ge- feit der Auffassung und der Bestrebungen, die vorbehaltlose An- ständlich, daß ihre Jungen zu stolz sein müssen, Mädchenarbeit" zu noffin Bettin in ihrem Referat über das Frauenstimmrecht, was erkennung der Gleichberechtigung der Frau im politischen Leben, in leisten? Helfen nicht die Mütter die Mißachtung des weiblichen Genoffin Bieb über Landarbeiterleben, was Genoffin Grünberg der proletarischen Emanzipationsbewegung, durch die große Anzahl Geschlechtes durch solche Art Erziehung stärken? Natürlich geschieht das über Dienstbotenverhältnisse und was in der Diskussion zu den Delegiertinnen und auch durch die Bestellung einer Genossin als unbewußt und darum war es verdienstvoll, daß Gen.Zetkin die ErziehungsReferaten noch beigesteuert wurde, das bildet für unsere übrigen Referentin in der überaus wichtigen und für die Zukunft unserer frage auch von diesem Gesichtspunkte aus beleuchtete. Leider konnte sie Genossinnen und Genoffen eine wertvolle Fundgrube bei der Agitation Bewegung bedeutungsvollen Erziehungsfrage in Erscheinung. Aber ihr Referat infolge physischer Erschöpfung nicht zu Ende bringen. in der Werkstatt, auf dem Felde und im Hause. etwas anderes war wichtiger. Es war die einmütige, begeisterte Aber das Gebotene umfaßt doch schon einen so großen Kompler von Nicht vom moralisierenden Standpunkte aus wurden die Fragen Zustimmung zu den Ausführungen der Genoffin Betfin. Und diese Einzelfragen, daß jeder sich sagen muß: das bisherige Wissen und behandelt, Referenten und fast durchweg auch die Diskussionsrednerinnen Zustimmung bedeutet für viele Genossen und für manche Genossin den Können reicht nicht aus zur Lösung der gestellten Aufgabe. Die standen auf höherer Warte. Ohne die fördernden, hemmenden, Bruch mit noch so mancher rein bürgerlichen Auffassung und Bragis, Parteiliteratur hat hier noch eine empfindliche Lücke auszufüllen, fie retardierenden Wirkungen zu übersehen, die sich ideologisch ableiten von der wir uns bisher aus Gewohnheit und Gedankenlosigkeit muß in der Hauptsache es übernehmen, den Eltern Lehrer zu fein laffen, gründete sich die Wucht der Argumente auf den historischen noch nicht emanzipiert haben. auf dem schwierigen Gebiete, das ihnen der Mannheimer Parteitag Materialismus. Diese lieferte die harten, ungermürbbaren Steine In meisterhafter Analyse zeigte Genoffin Bettin, daß, wie alle gefell- zur Beaderung zuwies. Die Genossen haben durch demonstrativen Beifall bekundet, daß der Logik, mit denen die dünnen Fensterscheibchen bürgerlicher schaftlichen Einrichtungen, auch die Erziehung von den materiellen Ideologie und pfäffischer Dogmatik eingeworfen wurden. In groß- Interessen der jeweils herrschenden Gesellschaft abhängig und fie die von der Referentin verlangte Gleichwertung der Geschlechter zügiger Weise zeigte Genoffin Bettin, wie beränderten beeinflußt wurde. Daß die Erziehung auch ein Refler der ökono- in jeder Konsequenz anerkennen. So selbstverständlich das schließlich ökonomischen Verhältnisse die Stellung der Frau bestimmte, daß die mischen Grundlage einer jeden Klaffenherrschaft war, daß die ist, der Verlauf des Mannheimer Parteitages, speziell in der Er Frau eigentlich nie unfreier, nie mehr entwürdigt war, im Gegen- heutige Volksschule in der kapitalistischen Gesellschaft wurzelt ziehungsfrage, bedeutet einen schönen Erfolg der Frauenbewegung, die Reaktion dem satz zum Manne, als unter der Herrschaft des heiligen Privateigen- und auf Gebiete der Schule, die der dieser nicht nur kräftigen Anstoß zu weiterer Arbeit geben, der tums. Das Weib sant beinahe auf die Stufe des nur Sacheigentums Politit der Finsternis und Schulverpfaffung das Ergebnis auch befruchtend auf die Gesamtbewegung wirken wird. Und darum des Mannes herab. Die Frau wird gepußt und gehätschelt, wenn der Angst vor dem aufstrebenden Proletariat ist. Daß kann die Frauenbewegung mit besonderer Freude, mit Stolz und der Besizer reich genug ist und als ihm das Vergnügen macht, die diese Politik geboren wurde aus dem Bestreben, durch weitere Genugtuung auf die Mannheimer Tagung zurückblicken. Proletarierin ist der bedauernswerteste mit Arbeit und Beschwerden und schärfere Knebelung des Geistes in unseren Kindern dem VorFrauenstimmrecht. überladene Hausstlabe, wenn der Weibbesitzer ein armer Teufel ist. marsch der Sozialdemokratie Hindernisse zu bereiten. Dieses Attentat Der Kapitalismus macht das Weib des Reichen zu einem Spielzeug, fann das Proletariat natürlich nicht tatenlos über sich und seine Der deutsche Verband für Frauenstimmrecht, Drtsgruppe Matte das tändelnd die Zeit tot schlägt, oder zu einem Arbeitstier, das Kinder ergehen lassen. Und es war u. a. die Höhe der Ausführungen heim, veranstaltete am 27. September in Mannheim eine öffent noch schlimmer ausgebeutet wird als der Mann, rechtloser ist, wie unserer Genoffin, wie sie mit zwingender Logit und Schärfe nachliche Versammlung, in der Lydia Gustava Heymann über das dieser. Nicht im Gegensatz zum Manne, sondern nur in Gemein- wies, daß unter den obwaltenden Umständen mit einer alten An- Frauenstimmrecht sprach. Zum Schluß wurde folgende Resolution schaft mit dem männlichen Lohnfronder kann das Weib aus der schauung in der Erziehungsfrage vollständig gebrochen werden muß. einstimmig angenommen: Auf Anregung der fortschrittlichen doppelten Sklaverei hinaus, in der es als Geschlechtswesen und als um den Frieden des Kindes nicht zu stören, um das Kind nicht in Frauenbewegung hat der Bund deutscher Frauenvereine in WiesMehrwertschafferin gehalten wird. Mit dem Wahlrecht will die Gewissenstonflikte hineinzutreiben, aus pädagogischen Gründen, muß baden 1902 den Beschluß gefaßt, für die Forderung des proletarische Frau nicht für sich klaffenvorteile erobern, sie will mit die Autorität der Schule gewahrt bleiben. Deshalb darf dem Kinde, Frauenstimmrechts einzutreten. Nachdem nunmehr auch die sozialdem Manne zufammen die Selassenherrschaft stürzen, zufammen mit so lange es dem Einfluß der Schule untersteht, im Hause nichts von demokratische Frauenfonferenz in Mannheim sich beschlußmäßig auf ihm abzufürzen suchen die Wehen der Zeit, die aus der tapitalistischen einer anderen, der Schulweisheit entgegenstehenden Weltauffassung die Propagierung dieses Gedankens festgelegt hat, hofften die am in die von Ausbeutung und Entrechtung befreite sozialistische Ge- gelebrt werden. Wir müssen unsere Kinder schuß- und wehrlos den 27. September im Hotel National zu Mannheim versammelten sellschaft hinüberführt. großen Lügen vom Transszendentalismus( Lehre vom Jenseits), Männer und Frauen, daß auch die organisierte konfessionelle Großzügig behandelte auch Genoffin Ziez die Landarbeiterfrage. Dualismus( Lehre vom Prinzip des Guten und Bösen, Himmel Frauenbewegung diese Forderung in ihr Programm aufnimmt. DaIhr Referat spiegelte ebenfalls die Produktions- und Verteilungs- und Hölle), Autorität, göttlicher Weltordnung usw. ausliefern. Das durch würde in der gesamten deutschen Frauenbewegung eine gegenseitige weise der Güter als den Unterbau der gesamten staatlichen, gefell- war bisher weit verbreitete Auffaffung. Nach dieser Richtung heißt Förderung und Unterstügung in einer Frage, welche die wichtigsten schaftlichen, sozialen und rechtlichen Verhältnisse, mit der Konsequenz, es sich zu einer anderen Anschauung durchzuringen, und was nicht Lebensinteressen aller arbeitenden und kämpfenden Frauen in sich daß endgültig nur durch Umformung der bürgerlichen auf der minder wichtig ist, die Fähigkeit anzueignen, mit dem richtigen schließt, herbeigeführt." tapitalistischen Produktionsweise beruhenden Gesellschaftsordnung mit Taft, mit dem richtigen Verständnis für das Gemütsleben des Daß die sozialistischen Frauen grundsäßlich auf dem Standpunkt der heutigen schrankenlosen Ausbeutung und Unterdrückung auf Stindes den in der Schule ausgestreuten Samen der Jrrlehren des gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts, nicht nur des geräumt wird. Das schließt natürlich nicht aus, daß auch schon im unschädlich zu machen, Wir müssen in der Familie bewußt und Stimmrechts stehen, war doch längst bekannt und ist im Erfurter Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft das Los der Landarbeiterschaft systematisch den Kampf gegen die geistige Verkrüppelung unserer Programm unzweideutig niedergelegt. wesentlich erheblich erleichtert werden kann. Das hätte längst ge-| Kinder aufnehmen. Aber mehr noch! In der feinen Analyse des schehen können, wenn das Bürgertum etwas mehr Selbstbewußtsein| Erziehungsproblems berührte Genossin Bettin eine Erscheinung, die Neu erschienen find die folgenden Broschüren, die wir unseren Lesern bestens empfehlen: Biele und Wege. Die neuen Reichssteuern Erläuterungen der sozialdemokratischen wie sie wurden und was sie bedeuten. Gegenwartsforderungen. Unter Mitarbeit von Hugo Lindemann, Mar Süßheim, Abolf Braun, Friedrich Stampfer, Stlara Bettin. Herausgegeben von Adolf Braun. 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Donna Diana. • Schiller N.( Friedrich WilhelmUrania. Wissenschaftliches Theater. Heute 4 Uhr nachmittags: Im Lande der Mitternachtssonne. 8 Uhr abends: Die Mosellande und ihr Weinbau. Z 00LOCISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 5 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. ftädtisches Theater). Die Hoffnung Theater des Westens. auf Segen. Neues. Der Jubiläumsbrunnen. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Die von Hochsattel. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Man kann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Im Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Ein Wintermärchen. Trianon. Der Hausfreund. Bernhard Nose früher Carl Weiß. Der Millionenbauer. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Kasino. Alerander der Große. Folies Caprice. Das Modell. Das Provinzmädel. Wintergarten. Spezialitäten. Baffage. Spezialitäten. 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Z Zirkus Busch. Zirkus Alb. Schumann. Berlin im Omnibus, mit dem Omnibus- Trick. ! Abends 7, Uhr: Bernhard Rose- Theater Monsieur Romeo! früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Der Millionenbaner. Volksstück m. Ges. in 4 Atten v. Kretzer. Morgen und folgende Lage: Der Millionenbauer. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaux. Sonntag nachm. 3 Uhr: Sonnabend: Der bürgerliche Edel- Eine Hochzeitsnacht. mann. Der Stammgast. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Man kann uie wissen. ( Der verlorene Vater.) 11 WINTER CARTEN 65 Donnerstag: Man kann nie wissen. Das neue Oktober- Programm! Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Man kann nie wissen. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Carmen. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Mittwoch, 3. Oktober, 72 Uhr: Zar und Zimmermann. 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October cr. Freitag, den Wir geben sonst bei einem Einkauf von 1 Mark 4 Sparmarken, an diesen Tagen jedoch Ausgenommen sind einige Artikel. 8 Sparmarken. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW. Br. 230. 23. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 4g, 3. Oktober 1906. Partei- Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 7. Oktober, abends 6 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine Versammlung mit Frauen statt. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammen fein. Entree inklusive Garderobe 20 Pf. Tanz frei. Rigdorf. Die Genoffen des Wahlvereins werden nochmals auf die am nächsten Sonntag, vormittags 10 Uhr, stattfindende Uraniaborstellung aufmerksam gemacht. Billetts find in der Parteispedition, Neckarstr. 2, zu haben. Der Vorstand. Spandan. Am Freitag, den 5. d. Mts., findet die Generalbersammlung des Wahlvereins bei Kumte, Schönwalderstraße statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes. Neuwahl des Vorstandes und der Parteifunktionäre. Bericht von der Provinzialfonferenz. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert zahlreiches Erscheinen der Genossen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Potsdam. Die am heutigen Mittwoch fällige monatliche Ver sammlung des Wahlvereins findet nicht an diesem Tage. sondern erst am nächst folgenden Mittwoch, den 10. Oftober cr., im Restaurant Ladenthin statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Genossen Jul. Borchardt- Berlin über, Nationalötonomie". Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die Berliner Arbeiter- Bildungsschule wird am 15. Oftober in der Grenadierstr. 37, Hof geradezu, 1 Tr., ein eigenes Heim beziehen. Nur durch unermüdliche Tätigkeit konnte dieses Ziel erreicht werden. Keine Mühe wird gescheut werden, in dem neuen Heim eine allen Ansprüchen genügende Lehrtätigkeit, soweit dies im Rahmen der Schule geschehen fann, zu entfalten. Nun muß es aber auch ernste Pflicht der Arbeiterschaft und aller derer sein, die gewillt sind, diese Bestrebungen zu unterstützen, durch regen Besuch Der Unterrichtsturse der Schule die Aufgabe, die sie sich gestellt, zu erleichtern und das begonnene Wert ausbauen zu helfen. Um den immer stärker hervortretenden Bildungsbestrebungen in der Arbeiterklasse Rechnung zu tragen, wird die Schule ihr Augenmerk vor allen Dingen auf die Befriedigung erhöhter Ansprüche auf diesem Gebiete richten. Dies zu erreichen, hängt jedoch nicht von dem Willen einzelner ab; hier muß die Unterstützung aller nach Bildung und Wissen Begehrenden in weitgehendstem Maße einsehen. Geschicht dieses, dann wird es möglich sein, die Schule zu dem zu machen, wie es einst ihr Gründer Wilhelm Liebknecht gedacht: zu einer wirklichen ,, Arbeiter- Universität". streben haben, ihr Wissen zu erweitern und ihr Bildungsbedürfnis Darum, Arbeiter und Arbeiterinnen und alle, die das Bezu befriedigen, tretet der Arbeiter- Bildungsschule bei! Der Lehrplan für das 4. Quartal 1906 ist folgender: Montag: Geschichte( Mar Maurenbrecher). Dienstag: Soziale Gefeßgebung ( Simon Rabenstein). Mittwoch: Naturerkenntnis( M. H. Baege). Donnerstag: Rednerschule( Julian Borchardt). Freitag: National ökonomie( Mar Grunwald). Sonnabend: Literaturgeschichte ( Heinrich Ströbel). Montag: Fortschrittskursus in National ofonomie( Julian Borchardt). Der Unterricht in Geschichte beginnt am Montag, den 15. Of tober; in Soziale Gesetzgebung Dienstag, den 16. Oktober; in Naturerkenntnis Mittwoch, den 17. Oftober; in Rednerschule Donnerstag, den 18. Oktober; in Nationalökonomie Freitag, den 19. Oktober; in Literaturgeschichte Sonnabend, den 20. Oktober; Fortschrittskursus in Nationalökonomie Montag, den 15. Oftober. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 20 Teilnehmer zugelassen, welche schon einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 f.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mart und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. haus gedient! Sollte das nicht für die Schulverwaltung ein für seine halbstündige Predigt einstecken darf, das entzieht sich Anlaß sein, eine fleine Jubiläumsfeier zu veranstalten? Vor- unserer Kenntnis. Aber das wissen wir, daß in dem Etat der läufig ist uns nicht bekannt geworden, daß so etwas geplant wäre. Wahl- Fortbildungsschulen für 1906 wieder ein Betrag von 6000 m. Aber vielleicht kommt es noch. Für diesen Fall möchten wir als steht, der zur„ Einrichtung von Gottesdiensten an FortbildungsThema der unentbehrlichen Festrede einen Gedanken vorschlagen, schulen und gewerblichen Unterrichtsanstalten" bestimmt ist. Bir dem wir oft in der Freisinnspresse begegnet sind. Wenn es galt, empfehlen dem Magistrat, in den Grörterungen zum nächstjährigen wieder einmal den in Berlin herrschenden Mangel an Gemeinde- Gtat anzugeben, wieviel Zuhörer im Laufe eines Jahres für diese schulhäusern zu beschönigen, dann wußten die freisinnigen Blätter 6000 M. sich an den Worten der Fortbildungsschul- Bastoren erin einzelnen Stadtteilen so plötzlich zu, daß es der Schulverwaltung einmal zu erfahren, wie teuer pro Zuhörer sich die regelmäßig zu erzählen, in Berlin nehme manchmal die Bevölkerung bauen. Die Stadtverordnetenversammlung hat ein Anrecht darauf, ganz und gar unmöglich sei, mit der Vermehrung der Gemeinde- Predigten stellen, die von den Fortbildungsschul- Pastoren vor leeren schulhäuser ebenso rasch zu folgen. Da fann dieses Haus in der Bänken gehalten werden. Weißenburgerstraße, das nun ein Bierteljahrhundert hindurch eine Schule nach der anderen hat beherbergen müssen, als ein ganz be- Die Ausdehnung der Berliner Tischlerzwangsinnung auf eine fonderes lehrreiches Beispiel dafür dienen, wie langsam manchmal Reihe von Vororten ist jetzt vom Oberpräsidenten der Provinz die Schulverwaltung hinterhergehinft kommt. Brandenburg durch folgende Verfügung genehmigt worden:„ Auf " Der wahre Jakob" Nr. 20 ist Dienstag nicht eingetroffen und Grund des§ 100 der Reichsgewerbeordnung ordne ich hiermit an, gelangt erst heute zur Ausgabe, was die Zeſer berücksichtigen daß der Bezirk der Tischlerzwangsinnung zu Berlin, der bisher nur die Stadt Berlin umfaßte, vom 1. Oktober d. J. ab auf die Ort schaften Schöneberg, Lichtenberg, Friedrichsberg, BorhagenDie Tagesordnung der Stadtverordneten Versammlung am Rummelsburg, Stralau, Hohen- Schönhausen, Heinersdorf, Pankow, Donnerstag, den 4. Oktober, enthält u. a. folgende Beratungsgegen- Nieder- Schönhausen, Reinickendorf und Tegel ausgedehnt wird, nach stände: Berichterstattung über die Vorlagen, betreffend die Erhöhung dem die Innungssversammlung dies beschlossen und die Mehrheit der Beihülfe an den Verein„ Verlin- Treptow- Sternwarte" für 1907 der in der Junung einzubeziehenden Gewerbetreibenden dem zuund die Zahlung eines Beitrages zu dem Bau der Chaussee von stimmt hat." Gütergoz nach Philippstal, Austausch von städtischen Ländereien in wollen. der Potsdamer Forst gegen fiskalisches Gelände in der Gemarkung Jm Osten Berlins erhalten die jungen Maschinenbauer, Gütergotz und Abschluß eines Vertrages wegen Pachtung bezw. Präzisions- und Elektromechaniker, Kunst- und Bauschlosser die ihrem Regulierung eines Entwässerungsgrabens in der Potsdamer Forst. Berufe entsprechende zeichnerische und wissenschaftliche Ausbildung in Vorlagen betreffend die Erhebung einer Billett- und der 5. Abteilung des Gewerbesaales, Straßmannstr. 6, wo auch die einer Luftbarkeitssteuer die Uebernahme eines Teiles Tagesfachschule für Maschinenbauer und die städtischen Uebungsder bei dem Bau von Familienhäusern für die Werkarbeiter in werkstätten sich befinden. Es wird in Abend und Sonntagsklassen Rüdersdorf entstehenden Baukosten- die Gewährung unentgeltlicher den Gehülfen und Lehrlingen Gelegenheit gegeben, außer im Desinfektion an berufsmäßiges Pflegeperfonal bei gewissen Strant- Beichnen sich an folgenden wissenschaftlichen Fächern zu beteiligen: heiten die Bauausführung und Inbetriebsetzung eines Speicher Mathematit( Rechnen, Geometrie) Mechanit, Maschinenlehre und gebäudes am Humboldthafen Schüler, denen zwei Stunden Zeichnen den Empfang der internationalen Berufskunde, Elektrotechnik. Konferenz für Funkentelegraphie. in der Pflichtfortbildungsschule nicht genügen, finden Kurse vor, die ihrem Streben nach weiterer Ausbildung entsprechen. Das Wintersemester beginnt am Donnerstag, den 11. Oktober. Anmeldungen beim Dirigenten Blog, Straßmannstr. 6. Die fozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat bei der Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag eingebracht: „ Die Versammlung wolle beschließen: 1. Die Versammlung ersucht den Magistrat, mit ihr in gemischter Deputation über eine durch die gegenwärtigen Verhältnisse dringend gebotene Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter für das nächste Etatsjahr 1907 zu beraten. 2. Inzwischen ersucht die Versammlung, den in der städtischen Einkommen haben, eine Teuerungszulage von 75 M., sahlbar in Verwaltung beschäftigten Arbeitern, die nicht mehr als 2000 M. drei Raten a 25 M., zu gewähren." Das Schiedsgericht zwischen Stadt und Straßenbahn. Die Große Straßenbahngesellschaft hat bekanntlich der Stadt das Recht bestritten, eine Untergrundbahn vom Alexanderplatz nach der Schönzüglich der Strede Botsdamerplatz- Mexanderplatz in allen Instanzen hauser Alee zu führen, obwohl sie mit dem gleichen Anspruch beabgewiesen worden ist. Die Straßenbahngesellschaft setzt diesmal ihre Hoffnung auf die Entscheidung eines Schiedsgerichts, beffen Ginfegung vertragsmäßig für alle Streitigkeiten zwischen Stadt und Straßenbahngesellschaft obligatorisch ist, zu der es aber bei dem Prozeß um die Strecke Potsdamerplaß- Aleranderplaz nicht getommen war, weil beide Parteien den ordentlichen Rechtsweg vor zogen. Der Magistrat hat jetzt, wie eine Korrespondenz mitzuteilen in der Lage ist, seine Schiedsrichter gewählt, und zwar den Stammer Die Große Berliner Straßenbahn hat ihrerseits bekanntlich den gerichtsrat Viktor Ning und den Oberverwaltungsgerichtsrat Mende. Abgeordneten Freiherrn von und zu Zedliz- Neukirch und den Regierungsrat Dr. Eger gewählt. Die Zustände im Berliner Fernsprechverkehr werden von Tag zu Tag unhaltbarer und geben zu fortgesetzten Beschwerden Veranlassung. An den einzelnen Kontrollstellen sind täglich 15 bis 20 Neflamationen zu bearbeiten und Tag für Tag laufen bei der Oberpostdirektion oder auf den Fernsprechämtern einige Hundert Bes schwerden seitens der Teilnehmer ein. Allerdings sind die VerGespräche seit der Durchführung der Erhöhung des Ortspreises für bindungsämter mit Arbeit überhäuft, da sich die Zahl der gemeldeten Postkarten nahezu verdoppelt hat. Eine große Anzahl der Gespräche tann infolgedessen nicht zustande kommen, weil häufig die sämtlichen Verbindungsleiter zu den Aemtern besetzt sind, und es gestaltet fich u einer dringenden Notwendigkeit, die Zahl dieser VerbindungsVerbindung mitunter erst nach stundenlangen Bemühungen möglich leitungen zu erhöhen. Am unhaltbarsten sind diese Zustände auf dem Fernsprechamt VII, auf welchem die Erlangung einer einzigen ist. Es wäre wünschenswert, daß die Oberpostdirektion diesen fortgesezten Massenbeschwerden gegenüber öffentlich Stellung nimmt. " # Die elektrische Hoch- und Untergrundbahn hat zur Bewältigung des steigenden Herbstverkehrs die Zahl ihrer Büge vermehrt. Ins besondere sind eine Anzahl direkter Züge zwischen dem Zoologischen Garten und der Warschauer Brücke ohne Berührung des Potsdamer Blazes eingelegt worden. Diese verkehren jezt auch während des nachmittags an bis 8.04 abends. Von der Warschauer Brücke ver ganzen Nachmittags. Sie gehen vom Zoologischen Garten von 12.04 kehren sie von 12.02 bis 8.02 abends. Auch in den Frühstunden bis 8 Uhr morgens gehen diese direkten Züge. Schon vorher sind wieder Ablenkung von 8 Linien der Straßenbahn. Die Straßenbahn fogenannte Bendelzüge zwischen dem Zoologischen Garten und dem wechselt in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, den 3. zum Potsdamer Bahnhof in den Abendstunden von 6 bis 8 Uhr ein4. Oftober die Kreuzungen in der Rosenthalerstraße am Hackeschen gelegt worden. Diese verkehren in Abständen von 10 Minuten, so Markt aus. Es müssen deshalb 8 Linien in dieser Nacht folgender- daß zwischen dem Zoologischen Garten und dem Potsdamer Bahnmaßen abgelenkt werden: 33 um 11.55 und 12.10 ab Leibnizstraße hof eine Zugfolge von 3% Minuten besteht. vom Hackeschen Markt ab nicht durch die Neue Promenade, sondern Für Leute, die ein Darlehen suchen, bestehen beim Magistrat durch die Große und Kleine Präsidentenstraße; 40 12.18, 12.33 und 12.48 ab Namlerstraße wie 33; 54 ab Savignyplatz von 11.47 abbon Berlin ein paar Stiftungen. 3u ihnen gehört die Friedrich werden wie 33 abgelenft; 55 ab Danzigerstraße von 12.32 ab, ab lichen Sinne des Wortes ist, sondern eben nur Darlehen gibt, um Wilhelm- Anstalt für Arbeitsame", die aber keine Anstalt im übnesebecstraße von 11.41 ab wie Linie 33; III ab Eisenacher der Verarmung vorzubeugen. Berücksichtigt werden hiesige EinStraße von 12.02 ab wie Linie 33; 38 ab Gesundbrunnen 11.12, wohner, die durch Unglücksfälle, durch Krankheiten oder durch Straf12.32, 12.42 und ab Streuzberg 12.10, 12.25 und 12.40 in beiden verbüßung arbeitslos geworden sind. Die Darlehen sind zins. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten Richtungen nicht durch die Spandauer, Kaiser Wilhelm-, Rosenstraße, frei und müssen in Raten zurückgezahlt werden. Mit dieser bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstr. 37, of Spandauerbrücke, Hackescher Markt, Rosenthalerstraße, sondern durch Stiftung ist verbunden eine andere, die den Namen„ v. Biederseegeradezu, 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfried die Königstraße, Alexanderplatz, Alexander, Münz- und Weinmeister Stiftung" trägt. Sie will verheirateten Handwerkern und ArSchulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lorking- straße; 47 ab Nordend 12.25, Ringbahnhof Rigdorf 12.01, 12.16, beitern sowie selbständigen Arbeiterinnen durch Gewährung von straße 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engel- Ufer 15. 12.46, 1.01 und 1.45 ab Spittelmarkt, in beiden Richtungen nicht Darlehen helfen. Ueber beide Stiftungen ist jetzt für das VerAlle Buschriften find an den Vorsitzenden Hermann Lammé, durch die Spandauer, Kaiser Wilhelm-, Rosenstraße, Spandauer- waltungsjahr 1905 der Bericht erstattet worden, den der Magistrat Berlin S. 59, Freiligrathstr. 3, 1. Quergeb. IV, Geldsendungen an brücke, Hackescher Markt, Neue und Alte Schönhauserstraße, sondern veröffentlicht. Von der Friedrich Wilhelm Anstalt für den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hafenheide 56, zu senden. durch die Königstraße, Alexanderplatz, Alexander- und Münzstraße Arbeitsame" wurden im letzten Jahre Darlehen an 460 Pernach der Alten Schönhauserstraße; 48 ab Schönhauser Allee 12.23, fonen im Gesamtbetrage von 44 655 M. gegeben, so daß das DarDas Jubiläum" eines Berliner Gemeindeschulhauses. Draußen 12.38, 12.53, 1.08 und ab Rigdorf 11.50 wie 47. lehen sich im Durchschnitt auf 97 M. stellte. Aus diesen Angaben in Berlin- Nord steht in der Schönhauser Vorstadt ein Vereinsamte Fortbildungsschul- Pastoren. Wozu wird in ist zu ersehen, daß die Stiftung weder einer sehr erheblichen Zahl merkwürdiges Gemeindeschulhaus. Eigentlich ist es gar fein Schul- Berlin an den Sonntagen für Schüler der Wahl- Fortbildungs- von Personen beizustehen noch ihnen eine sehr erhebliche Beihülfe haus, sondern ein ganz gewöhnliches Wohnhaus, eine jener echt schulen noch ein besonderer Gottesdienst abgehalten? Vor einem zu gewähren vermag. In den letzten zehn Jahren hatte das Jahr Berliner Mietstafernen, wie sie in den von Arbeitern bewohnten Jahrzehnt wurde uns dieser Fortschritt beschert, weil nur so die 1904 die höchste Zahl unterstützter Personen aufzuweisen gehabt: Außenvierteln der Stadt üblich sind. Aber in Berlin muß ja, wie althergebrachte Unfitte, in den Fortbildungsschulen auch am Sonn- es wurden an 506 Personen 52 555 M. als Darlehen gegeben, so man weiß, so manche Mietstaserne trotz all ihrer Mängel als Heim tag zu unterrichten, konserviert werden konnte. Daß den jungen daß jede Person durchschnittlich 104 M. bekam. In denselben zehn für Gemeindeschulen dienen, weil in den neu entstehenden Stadt- Leuten durch die sonntägliche Unterrichtserteilung ihr Ruhetag Jahren entfiel auf das Jahr 1898 der höchste Durchschnittsbetrag teilen die Verwaltung unseres Gemeindeschulwesens niemals so gefürzt wurde, das war den Frommen sehr gleichgültig. Aber es pro Person: mit Darlehen unterstübt wurden damals nur 472 Perzeitig an die Vermehrung der Schulhäuser herangeht, wie das rasch verdroß sie, daß der heranwachsenden Jugend durch den Sonntags- fonen, aber der Gesamtbetrag stellte sich auf 52 224 M., so daß jede zunehmende Bedürfnis es erfordert. Die als Gemeindeschulhaus unterricht der Fortbildungsschule die Möglichkeit, in die Kirche zu Person im Durchschnitt 111 M. betam. Ueber die Höchst und benutte Mietstaserne, von der wir heute sprechen wollen, ist das gehen, genommen werde. Und so erlebten wir's, daß für die Mindestbeträge, bis zu denen hinaufgestiegen oder hinabgegangen Haus Weißenburgerstraße 36. Gegenwärtig befindet sich darin die 239. Schule, die dort& ortbildungsschüler vom Herbst 1895 ab besondere wird, steht niemals etwas in den Berichten. Die„ b. Bi edersee. Gottesdienste abgehalten werden mußten. Stiftung", die nur ein ganz kleines Kapital hat, gab im Jahre Michaelis 1900 einzog. Doch als Schulhaus diente das genannte Von dem Interesse", das dieser Einrichtung von den Schülern 1905 an 97 Personen 6210 M., also im Durchschnitt pro Person Haus nicht erst von diesem Zeitpunkte ab, sondern schon sehr viel entgegengebracht wird, haben wir gelegentlich ein paar Proben 64 M. Auch hier weisen die vorhergehenden Jahre keine wesentlich früher. Es sind jetzt genau 25 Jahre her, daßz dort zum ersten Male mitgeteilt. Trotz des mehr oder weniger sanften Druces, der von anderen Zahlen auf. Bei beiden Stiftungen erfolgt die Rückeine Gemeindeschule einquartiert wurde. Michaelis 1881 wurde im Hause Weißenburgerstraße 36 die damals neu gegründete sich dazu herbei, an den für sie bestimmten Gottesdiensten teilzu Jahre läuft ungefähr ebensoviel Geld auf Rückzahlungen ein, wie im Hause Weißenburgerstraße 36 die damals neu gegründete den Lehrern ausgeübt wird, lassen nur sehr wenige der Schüler zahlung der Darlehen durchschnittlich etwa in Jahresfrist; in jedem 121. Schule eröffnet. Fünf Jahre später, Michaelis 1886, nehmen. Im" Vorwärts" ist einmal geschildert worden, wie an als Darlehen weggegeben wird. Im Einzelfalle ist natürlich die siedelte diese Schule nach dem neu erbauten Gemeindeschulhause an einer unserer Fortbildungsschulen der Dirigent, weil er mit seiner Rückzahlungsfrist oft sehr viel kürzer oder auch sehr viel länger. der Prenzlauer Allee über, aber das frei gewordene Mietshaus wurde nun nicht etwa aufgegeben, sondern mußte sofort wieder die Empfehlung der Gottesdienste nichts ausrichtete, schließlich an die Niederschlagungen werden nur in geringem Umfange verfügt. neu gegründete 162. Schule aufnehmen, weil inzwischen das säumigen Schüler das Kommando ergehen ließ:" Bum Gottesdienst Ein Unglücksbach. Vor wenigen Tagen berichteten wir über Bedürfnis dem Baueifer der Schulverwaltung längst wieder voraus- antreten, marsch, marsch!" Heute wird uns aus einer anderen einen schweren Absturz von dem Dache eines Neubaues auf der Angeeilt war. Im April 1893 fonnte auch diese Schule ein eigenes Fortbildungsschule berichtet, daß dort am letzten Sonntag ein halter Bahn. Montag nachmittag hat sich an der gleichen Stelle Schulhaus in der Danzigerstraße beziehen, aber wieder wurde das einziger Schüler das Bedürfnis empfunden habe, schon wieder ein schwerer Unglücksfall zugetragen. Der 30 Jahre nun zum zweiten Male frei gewordene Mietshaus nicht aufgegeben, den Worten des Pastors zu lauschen. Es handelt sich alte Arbeiter Martin Sochar aus der Fruchtstr. 24 hatte ebenso wie fondern weiter als Schulhaus benutzt. Es war die neu gegründete um die in der Prinzenallee gelegene 13. Wahl- Fortbildungsschule, sein vorher verunglückter Kollege auf dem Dache gearbeitet, beugte 200. Schule, die jetzt die Annehmlichkeiten des grauen Glends" deren Schülerzahl sich auf viele Hunderte beläuft. Der vereinsamte sich dabei zu weit über die Brüstung hinweg und stürzte plößlich in in der Weißenburgerstraße zu kosten bekam. Ueber sieben Jahre Fortbildungsschul- Pastor, der auf diesen einzigen Zuhörer feine ben etwa 20 Meter tiefen Abgrund hinab. Der Unglückliche trug mußte sie darin ausharren, dann durfte im Oftober 1900 endlich Beredsamkeit wirken lassen sollte, scheint dem Dirigenten Herrn einen komplizierten Schädelbruch sowie schwere innere Verlegungen auch sie in ein eigenes Schulhaus übersiedeln, das für sie an der Schumacher leid getan zu haben. Man erzählt uns, Herr Schu- davon und wurde in hoffnungslosem Zustande in das UrbanOderbergerstraße errichtet worden war. Zum dritten Male war macher sei gekommen und habe auf die Schüler gescholten, die sich Strankenhaus eingeliefert. das Mietshaus frei geworden, aber noch immer schien es der Schul- so wenig um den Pastor und seine Predigt fümmerten. Es sei berwaltung gut genug, als Schulhaus verwendet zu werden. Es eine Schande, daß der Pastor, der der Stadt für die halbe Selbstmord eines Bankbeamten. In einem Vorortzuge erschossen wurde eben immer noch gebraucht, weil die inzwischen erbauten Stunde 13 M. fofte, bor einem einzigen Schüler reden solle, das hat sich der bei der Dresdner Bank angestellt gewesene 23 Jahre eigenen Gemeindeschulhäuser dieses Stadtteiles immer wieder nicht fei fortgeworfenes Geld. Jeder müsse sich verpflichtet fühlen, alte Beamte Hermann B. Der junge Mann hatte in dem beausreichten. Alz vierte Schule 80g die neu gegründete nicht nur seinen persönlichen Nutzen aus der Anstalt zu ziehen, nachbarten Grünheide als Sommergast gewohnt und auf der Heim239. Schule hinein, die wir schon eingangs erwähnten und die sondern auch an den Gottesdiensten teilzunehmen, zumal da sie so fahrt schoß er sich in einem Abteil zweiter Klasse eine Revolverfugel noch jetzt darin haust. tcuer seien. in den Kopf. Kurz darauf erlag er der schweren Verlegung. In Nunmehr sind volle 25 Jahre vergangen seit jenem Tage, wo Was die Kostenfrage angeht, so müssen wir dem Herrn Diri- einem hinterlassenen Briefe gibt P. als Motiv unheilbare Krankheit dieses Haus Schulkindern seine Pforten öffnete. Ein Viertel- genten darin Recht geben, daß die 13 M. weggeworfenes an und bittet, feine in Berlin wohnenden Eltern recht schonend von jahrhundert hat die Mietstafetne als Schul- Geld find. Ob es übrigens genau 13 M. sind, die der Herr Pastor dem Selbstmord in Kenntnis au fezen. 11 | Das Polizei- Präsidium teilt mit. Am 27. September b. J. ist rierte. Anlaß zu der Behandlung dieses Falles, über den wir| Leistungsfähigkeit sei seitens der Gesellschaft bis heute noch nicht in der Banke im Schloßpart zu Niederschönhausen die Leiche einer feinerzeit berichteten, bei welchem bekanntlich 4 Bauhandwerker gebracht. unbekannten Frauensperson gefunden worden. Diefelbe ist ca. 1,60 teils leichtere, teils schwerere Verlegungen davontrugen, gab Eine längere Debatte gab ein Antrag, die Spielplagdeputation bis 1,65 Meter groß, hat längliches Geficht, tiefe eingefallene Wangen, außerdem die eigenartige Behandlung des Antrages der sozial zu beauftragen, die Schulhöfe zu besichtigen und festzustellen, ob grau meliertes Haar und als besonderes Kennzeichen, vorn oben zwei demokratischen Stadtverordneten durch die bürgerlichen Stadt- dieselben im gegenwärtigen Zustande für den breite Zähne. Bekleidet ist dieselbe mit dunkelblau gestreiftem stod, verordneten. In seinen Ausführungen refapitulierte ber Referent geeignet find. In der Begründung wurde auf die Mängel der grau wollenem Unterrock, hellblau geblümter Waschbluse, schwarzen furz die Vorgänge, welche sich seinerzeit beim Neubau des Schiller- Schulhöfe hingewiesen, die in ihrem heutigen Zustande teilweise völlig Strümpfen und schwarzen halben Tuchschuhen. Bei der Leiche Theaters abgespielt und zur Einbringung des Antrages geführt ungeeignet zum Turnen und Spielen wären. Die Versammlung gab wurden zwei Schlüssel gefunden. Rekognoszenten wollen sich beim haben. Die Maurer seien bekanntlich, abgesehen von der Nicht- dem Antrage schließlich ihre Zustimmung. Der Versammlung lagen Amtsvoesteher in Niederschönhausen melden. Auskunft nimmt auch befolgung des Wunsches des Unternehmers, etwas mehr zu machen, weiter eine Reihe von Betitionen vor, die von dem Pelitionsjedes Polizei- Revier sowie die Kriminal- Polizei zu J.-Nr. 6824 IV. Da es nicht so genau darauf ankomme", am 11. März entlassen ausichuß erledigt worden sind, ohne daß die beschlußfähige Zahl von 31. 06 entgegen. worden, weil sie auch wiederholt wegen mangelhafter Rüstung, Mitgliedern in der Sigung anwesend war. In einer längeren Ges Abdeckung usw. Beschwerde geführt hatten. Der Oberbürgermeister, ichäftsordnungsdebatte wurde allseitig betont, daß man unter feinen Todessturz aus dem Fenster. Auf schreckliche Weise hat sich der Herr Schustchrus, wollte nicht verstehen, warum sich die Maurer Umständen einen derartigen Zustand einreißen lassen dürfe. Auf 28 jährige Händler W., Greifenhagenerstr. 14, das Leben genommen. über ihre Entlassung entrüsteten. Aber die von dem Unternehmer jeden Fall müsse bei den Kommissionsberatungen daran festgehalten W. litt schon seit längerer Zeit an Schwindfucht und da er nicht an herangezogenen Gründe, welche derselbe zur Rechtfertigung der werden, daß die beschlußfähige Anzahl von Mitgliedern anwesend nahm, jemals wieder Heilung zu finden, zog er es vor, in den Tod zu gehen. Der Lebensmüde stürzte sich von der vierten Etage in Aussperrung der Maurer anführte, schienen ihm plausibel genug ist. Die ganzen Petitionen wurden darauf an den Ausschuß zurückden Hof hinab und blieb mit zerschmetterten Gliedern unten zu sein, um sich zu dem Ausspruch zu versteigen:" Sie haben berwiesen. Ein Antrag, den Spielplatz an der Marstraße einzu gesehen, meine Herren, wie leicht die Männer von der Organi- zäunen, wurde abgelehnt, um denselben nicht nur den Schulen, liegen. Ein herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod festation bereit sind, one fachliche Unterlagen zu übertreiben." Und sondern auch den Erwachsenen zur Verfügung zu stellen. Einen daß nicht die einzelnen Maurer Konflikt zwischen Magistrat und Hausbesitzern brachte die Bürger so schlimm sind, sondern daß die sozialdemokratische Organisation steigregulierung. In einzelnen Straßen sind die Fahrdämme ver es ist, welche die Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeit- jamaiert worden Der Magistrat fordert nun, daß die Regulierung nehmer hineinträgt." der Bügersteige auf Kosten der beteiligten Hausbesizer erfolgen müffe, wobei er sich auf eine diesbezügliche Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts stüßt. Die Herren Hausbesizer halten nun diese Forderung für eine ungerechte, sie verlangen, daß die Regulierung auf Kosten der Stadt erfolgt. Nach längeren Auseinandersetzungen stimmte die Mehrheit der Versammlung den Wünschen der Hausbefizer zu, indem sie das Ersuchen an den Magistrat richtete, in den betreffenden Straßen die neu hinzugekommenen Bürgerſteigflächen auf städtische Kosten befestigen zu lassen. Ebenfalls angenommen wurde ein Antrag aus der Versammlung, worin der Magistrat ersucht wird, den gesundheitsschädlichen Zustand der Schuldienerwohnung in der 12. Gemeindeschule schleunigst zu beseitigen. stelien. Durch den Fahrstuhl erdrückt. Einen schrecklichen Tod hat Montag abend der 23jährige Schlächtergeselle Stanislaus Nowak, der in der Fleifchwaren- und Wurstfabrik von A. Müller, Neue Königstr. 65/66, Beschäftigt war, gefunden. N. hatte größere Posten Fleischwaren auf dem Lastenaufzug befördert und war dabei auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise zwischen den Fahrstuhl und die Schachtwand geraten. Der Körper des Unglücklichen wurde vollständig zermalmt, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ob N. den Unglücksfall selbst verschuldet hat, oder ob ein technisches Bersehen vorliegt, dürfte die polizeiliche Untersuchung ergeben. Die Leiche des jungen Mannes ist beschlagnahmt und in das Schauhaus gebracht worden. Ein schwerer Unglücksfall im Straßenbahnbetriebe hat sich auch gestern wieder zugetragen. Als der Bauwächter Franz Kochlöffel, Schwerinstr. 11, den Fahrdamm der Eisenacherstraße überschritt, um zu seiner Arbeitsstätte zu gelangen, versuchte er noch kurz vor dem Herannahen eines Straßenbahnwagens, die Gleise zu freuzen. K. wurde durch die Borderplattform umgestoßen und überfahren. Er zog sich eine Gehirnerschütterung, sowie schwere innere Verlegungen zu und fand in der Klinik in der Herbertstraße Aufnahme. Bon einem Antomobil überfahren und getötet wurde gestern gegen Mittag das siebenjährige Töchterchen des Mischhändlers Hiefeld, Proskauerstr. 2. Die Kleine war der Mutter, die Einkäufe in der Markthalle machte, entgegen gegangen, als ein Automobil in der Frankfurter Allee, Ecke Niederbarnimstraße, daher kam, das Kind umstieß und so unglücklich unter die Räder brachte, daß auf der Unfallstation, wohin es gebracht wurde, nur der bereits eingetretene Tod festgestellt werden konnte. an einer anderen Stelle: 174 " Der Unternehmer Bactge führte aus, daß er von den Maurern und Arbeitern auf seinem Bau in einer Weise drangfaliert worden sei, daß es ihm auf die Tauer unmöglich wurde, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Die Maurer werden, unbekümmert um das Urteil des Herrn Oberbürgermeisters, mit einer solchen Drangsalierung" fortfahren, bis die nötigen Garantien zum Schuße der Arbeiter gewährleistet sind. Nicht die Männer der Organisation haben übertrieben, denn er-- Lehmann hatte den Beweis für seine Behauptungen angetreten und will sie auch heute noch antreten. Im weiteren knüpfte Redner eine herbe Kritit an die Ausführungen einiger bürgerlicher Vertreter, wonach fie samt und sonders auf dem Standpunkt stehen, daß die Bautenkontrolle, Den Schluß der Sigung bildeten längere, bis Mitternacht wie sie heut ausgeführt wird, allen Anforderungen genüge. währende Debatten über die Erhöhung der Magistrats= Er zog die Möglichkeiten, welche als Ursachen des Unfalls gehälter. Dem Wunsche des Vorstehers, die Angelegenheit in anzunehmen sind, in Erwägung. Nach Lage der Sache kann nur nichtöffentlicher Sizung zu verhandeln, lehnte die Versammlung ab, unzulängliches Material zum Rüstungsbau verwendet worden sein, und so fonnten sich die Herren der bürgerlichen Parteien für und sonst hätte sich der Unfall nicht in der Weise vollziehen fönnen, als gegen die Erhöhung der Magistratsgehälter nach Herzenslust in der Eine halbständige Berkehrsstörung entstand Montagabend um wie es geschehen ist. Da sich die Unfälle von Tag zu Tag häufen Deffentlichkeit aussprechen. Besonders einige Herren von der Uns 27 Uhr am Potsdamer Platz dadurch, daß von einem Motorwagen und es nach wie vor die Arbeiter sind, welche ihr Leben der Gefahr abhängigen Bereinigung, die bei anderen Gelegenheiten sich wenig der Linie 57 der Stromabnehmer der Unterleitung in die falsche aussehen müssen, so sind sie immer wieder gezwungen, von neuem um die Interessen der Steuerzahler bekümmern, konnten sich nicht Weiche hinein ging und abbrach. Bis zur Beseitigung des Verkehrs- Die Forderung zu erheben: Anstellung von Bautentontrolleuren genug tun, gegen die Erhöhung der Magistratsgehälter zu wettern, dabei hindernisses mußten die Wagen der Linien 1, 7, 14, 15, 23, 24, 51, aus den Reihen der Arbeiter! Wollen nun die machthabenden Ber- immer wieder betonend, nur auf das Wohl der Steuerzahler bedacht zu 52, 56 und 57 abgeleitet werden. treter angesichts der Tatsachen derartigen Forderungen nicht sein. Auf der anderen Seite suchte man den Nachweis zu führen, Eine andere Störung, die ebenfalls durch Abbrechen des Strom- Rechnung tragen, so muß dafür Sorge getragen werden, daß sie baß eine Reihe von fleineren Städten höhere Magistratsgehälter als abnehmers herbeigeführt wurde, entstand in der Zeit von 11 bis ihren einflußreichen Stellungen und Aemtern entsetzt und an dessen Schöneberg zahlen. Nach langem Hin und Her einigte mar fich 3/412 Uhr nachts am Brandenburger Tor. Die Wagen der Char- Stelle Leute gesetzt werden, welche Menschenleben nicht als so dabin, daß einige Abstriche an den Vorschlägen des Etatsausläufjes lottenburger Linien, sowie der Linien 18, 51 und 57 mußten ab wohlfeil betrachten. Dies kann bei den kommenden Wahlen vorgenommen wurden. Es sollen nunmehr erhalten: Der Obergeleitet werden. geschehen. Um es aber zu erreichen, ist es nötig, daß alle Kollegen bürgermeister 18 000 m.. der Bürgermeister 12 500 M., die Bauräte sowie Arbeiter dem sozialdemokratischen Wahlverein beitreten, 12 000 M., der Kämmerer 8 500 M. und die übrigen Stadträte ein Auch muß es eine Ehrensache für sie sein, die bürgerlichen Blätter Anfangsgehalt von 7500. Die sozialdemokratische Fraktion aus dem Hause zu entfernen und die Parteipreffe, den Vor- hatte dieser Angelegenheit gegenüber Stimmenthaltung beſchloſſen. wärts", zu abonnieren. Köpenick. In der Diskussion stimmte man den Ausführungen des Referenten in allen Bunften vollständig bei. Besondere Beachtung Die lette Mitgliederversammlung des Wahlvereins bot interverdienen die Ausführungen des Kollegen W., welcher seinerzeit effante Einblide in den Stand der Parteibempegung Köpenids. beim Neubau des Schiller- Theaters als Rüfter beschäftigt war. Im Frühjahr hatte der Wahlverein eine Statistik aufgenommen, Er habe sich veranlaßt gesehen, beim Polier vorstellig zu werden über deren Resultat in der letzten Mitgliederversammlung berichtet dahingehend, daß er, wenn nicht bald Rüstzeug angefahren würde, wurde. In der Statistik find angegeben die Berufe, Zugehörigkeit nicht mehr weiter rüsten fönne; die Verantwortung scheine ihm zur gewerkschaftlichen Organisation, Zugehörigkeit zu anderen zu groß. Daraufhin habe er seine Entlassung erhalten. Folgende Vereinen, als da sind Gesangvereine, Radfahrervereine, Freie Boltsbühne, Arbeiterbildungsschule usw. Auch ist das Lefebedürf Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: Die Versammelten nehmen Kenntnis bon dem am nis genau aufgeführt, Dem Wahlberein gehören insgesamt 630 29. August stattgefundenen Gerüsteinsturz beim Neubau des Mitglieder an, von denen 594 die Fragebogen ausgefüllt haben. Schiller- Theaters. Sie bedauern die verletzten Arbeiter aufs Unter denselben befinden sich 495 gewertschaftlich Organisierte. tieffte und betrachten sie als die Opfer fapitalistischer Profitfucht Das ist jedoch von den 3600 dem Gewerkschaftskartell angeschlossenen Von den und sprechen ihre Entrüstung darüber aus, daß auch auf Gewerkschaftsmitgliedern nur ungefähr der 7. Teil. städtischen Bauten mit Menschenleben leichtsinnig umgegangen Wahlvereinsmitgliedern lesen 351 den Vorwärts" allein, 103 zu wird. indem nicht in genügendem Maße für Innehaltung der 8meien und 140 haben nicht auf den Vorwärts" abonniert, son Arbeiterschutzbestimmungen Sorge getragen wird. Die Ver- dern lefen zum geringen Teil den Jatob" und bürgerliche Beis sammelten erheben von neuem die Forderung an die Gefeß- tungen. Der politischen Organisation gehörten von den Gewerkgebung: Einführung von Baukontrolleuren aus den Reihen der schaftsmitgliedern der Hauptberufe an von 600 Metallarbeitern 67, Arbeiter." Sie fordern weiter, daß bei Bergebung städtischer 29 waren Abonnenten auf den Vorwärts", von 240 Maurern 52, Arbeiten nur solche Firmen berücksichtigt werden, welche die all- Abonnenten des Vorwärts" waren 40, von 164 Solzarbeitern 39. gemeinen Forderungen der Arbeiter anerkannt haben. Jm den Vorwärts" lafen 28, von 250 Heizern 37, auf den Vorwärts" weiteren wird der Vorstand beauftragt, die Verhandlungen über waren abonniert 8, von 170 Bauarbeitern 28, davon waren 11 die schon von der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfrattion Vorwärts" lefer und von 100 8immerern 24, wobon 19 den Vorauf den Gerüsteinsturz Bezug habende und beim Stadtparlament parts" lesen. Es gehörten dem Wahlverein bis 20 Jahre 7, von eingebrachte Interpellation zu verfolgen und in der nächsten 21-25 Jahr 74, von 26-30 Jahr 160, von 31-35 Jahr 126, von Versammlung eingehend Bericht zu erstatten." 36-40 Jahr 92, bon 41-50 Jahr 86, von 51 Jahr und darüber 31 Mitglieder an. Von den sozialdemokratischen Reichstagswählern dürften nach dem Stand der Organisation ungefähr/ politisch organisiert sein. Aus alledem hatten die Diskussionsredner allen Anlaß, darauf hinzuweisen, daß noch ein ungeheures Stück Arbeit zu leisten ist, um das gegenwärtige Verhältnis zu bessern. Eine sehr lebhafte Debatte rief der Antrag des Genossen Hilliges, den Genoffen Wilte auszuschließen, hervor. Der Antrag wurde einer fiebengliedrigen Kommission zur Weiterberatung übergeben. Genoffe Pagels- Rigdorf referierte zum ersten Punkt der Tagesordnung über die politische Lage". Das Walhalla Theater- Variété am Weinbergsweg macht alle Anstrengungen, mit den erstklassigen Variétébühnen zu wetteifern. Es hat in sein Oktoberprogramm eine Reihe neuer tüchtiger Kräfte aufgenommen. Da ist zunächst Herr Williams, der einen Miniatur- Birkus vorführt. Gut dressierte Hunde und Affen machen die drolligsten Produktionen", sogar als Seilläufer produzieren sie sich. Die drei Sisters Valentine zeigen sich als englische Sängerinnen und Tänzerinnen, während auf dem Gebiete der Afrobatik die vier Theodors und das Gärtner Trio ihre Künste vorführen und ansehnliches leisten. Musikalisch- komische Extravaganzen bringen die Serügers und Bill und Will produzieren sich als exzentrisch- akrobatische Komödianten. Außer einer Wiener und einer Berliner Soubrette wirkt noch der Humorist Brager mit, welch' letzterer zwar eine ganz gute Vortragsweise besigt, leider aber eine Anzahl recht fader und banaler Wige brachte. Herübergenommen aus dem Septemberprogramm ist Herr Thorn, der als Schwarzkünstler manchem Anwesenden etwas zu raten aufgibt. Feuerwehrbericht. Montag abend um 10 Uhr kam in der Siemensstr. 11 an der Waldstraße auf dem Boden des vierstöckigen Borderhauses Feuer aus, das, von dem Inhalt der Bodenverschläge ustv. genährt, schnell eine große Ausdehnung erlangte und den Dachstuhl des Borderhauses samt den des Seitenflügels in furzer Beit in Aiche legte. Die Feuerwehr war von vier Seiten alarmiert worden. Als sie in großer Stärte an der Brandstelle anlam, stand der Dachstuhl schon in großer Ausdehnung in Flammen. Brand meister Hammer ließ über zwei mechanische Leitern und die Treppen sechs Schlauchleitungen vornehmen und fräftig Waffer geben. Es gelang auch, eine weitere Ausdehnung zu verhüten, doch war der Dachstuhl nicht mehr zu retten. Im weiteren Teile der Tagesordnung nahm man u. a. den Bericht von der Tätigkeit des Gewerbegerichts entgegen. Zum Schluß gab der Vorsißende bekannt, daß am 17. und 24. Oftober Bersammlungen mit sehr wichtiger Tagesordnung stattfinden; das Erscheinen aller Kollegen sei besonders wichtig. " " " " " Bei einer Gasexplosion schwer verletzt wurde vorgestern abend Den Mietern ist der Rohrleger Karl Hoffmann in der Bleibtreustr. 53. Er wollte eine Menge Hausrat verbrannt. Die Entstehungsursache des eine leerstehende Wohnung im Erdgeschoß, in der es start nach Gas Feuers, das erst um 1 Uhr nachts gelöscht war, tonnte nicht mehr roch, ableuchten und zündete ein Streichholz an. Im selben Augenermittelt werden. Auf dem Dftbahnhof stand später ein Waggon blicke erfolgte eine heftige Detonation. Türen und Fenster wurden Breßlohlen fast vollständig in Flammen. Der 7. Zug mußte zur aus den Angeln gerissen, ein Teil der Dede stürzte ein und Weißensee. Beseitigung der Gefahr längere Zeit löschen. Betten und Möbel Hoffmann selbst wurde zu Boden geschleudert und von den ent- Ein beträchtliches Schadenfeuer, das leicht größere Folgen haben brannten in der Dresdenerstr. 107, Holz und anderes in einem widelten Stichflammen erfaßt. Er erlitt schwere Brandwunden im konnte, hatte die freiwillige Wehr in der Nacht vom Sonntag zum Keller der Kl. Frankfurterstr. 25 und Stroh, der Baum des Grerzier- Gesicht und an den Händen und mußte ärztliche Hülfe in Anspruch Montag zu bewältigen. Im Hause König- Chaussee 88g befinden plates usw. an der Schwedterstraße. Ferner hatte die Wehr in der nehmen. Eine zweite Person tam mit leichteren Verlegungen fich auf dem Hofe außer einer Tischlerei auch noch wohnungen Schleiermacherstr. 21 zu tun, wo durch Ausströmen von Leuchtgas davon. fleinerer Mieter. Im Keller entfaltete sich der Brandherd und im eine Explosion befürchtet wurde. Die Wehr beseitigte diese Gefahr. An die organisierte Arbeiterschaft! Gestern früh fam in der Rügenerstr. 12 Feuer aus, dem Möbel Eine umfangreiche Störung des Straßenbahnbetriebes erfolgte Nu schlugen die Flammen bis zum Dachgeschoß. Die günstige Windund anderes zum Opfer fielen. Weitere Feuermeldungen liefen dann gestern abend zwischen 8 und 9 Uhr infolge eines Resfeldefeltes in richtung und die allergrößten Anstrengungen der Wehr verschonte Sen Charlottenburger städtischen Elektrizitätswerken. Hierdurch war die Mietsräume vor dem Ueberspringen des Feuers. Ein Feuernoch aus der Luckenwalderstr. 5. Schönhauser Allee 72 und Frucht- bas Gebiet der Charlottenburger Straßenbahn innerhalb des Be- wehrmann wurde durch Stichflammen an beiden Händen verletzt. ftraße 21 ein. Man vermutet Brandstiftung und ist gestern morgen der Besizer zirkes der Kleift, Tauenzien, Augsburger, Nürnberger, Ranke, der Tischlerei Dziomba verhaftet worden. Wann endlich werden die Joachimsthalerstraße, des östlichen Teiles des Kurfürstendamms in Wohnhäusern vorhandenen Tischlereien schon mit Rücksicht auf ferner der Kant-, Leibnizstraße, der Kaiserin Augusta- Allee und Suttenstraße in der Zeit von 8 Uhr 2 Minuten bis 8 Uhr 40 Mi- die Feuersgefahr aus der Nähe der Wohnungen verschwinden? muten stromlos. Nach Hinzuschalten von Speisepunkten der Berliner Der Wochenmarkt ist jetzt von der König- Chauffee nach der Elektrizitätswerte fonnte der Betrieb im vollen Umfange wieder Charlottenburgerstraße verlegt und findet dortselbst jeden Mittwoch aufgenommen werden. und Sonnabend statt. Reinickendorf- Oft. In frischer Erinnerung ist noch der Verlauf des Parteitages. Ein wichtiger Beschluß ist der die Frage der Jugenderziehung und mit ihr eng verknüpften Organisation der Jugend betreffend. Dieser beachtenswerte Beschluß und die in den Arbeiterversammlungen ihm vorangegangene Diskussion betweisen zur Genüge, wie dringend notwendig die Aufklärung schon unter den jugendlichen ausgebeuteten Schöneberg. Proletariern ist. Ein wichtiger Faktor in diesem Streben ist die Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer letzten In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins referierte Jugendorganisation. Es ist aber notwendig, daß die Arbeiterschaft Sigung mit der Gebührenordnung für die von der städtischen Feuer- Genoffe endel über: Das fommunistische Manifeft". Dem von den Aufgaben der Jugendorganisationen genügend informiert wehr in den Theatern zu stellende Sicherheitswache. Nach dieser gemeinverständlichen, packenden Vortrage folgten die Anwesenden wird, um zu wissen, wie die Bestrebungen derselben am besten zu Gebührenordnung sollen zu der Sicherheitswache dienst freie mit großem Intereffe. Bedauerlicherweise war die Versammlung dienstfreie fördern find. Zu diesem Zwecke findet am Donnerstag, den Mannschaften der Feuerwehr herangezogen werden und es ist von nur schwach besucht, was der Vorsitzende Genosse Schönberg 4. Oftober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, den Theatern für jede Vorstellung für den Wachthabenden 8,30 m. tadelte und darauf hinwies, daß mit Eintritt des Winters das Engel llfer 15( großer Saal), eine und für den Feuermann 2,50 mi. zu zahlen, wovon der Wacht politische Leben reger zu pulsieren beginne und auch die Genossen öffentliche Bersammlung Habende 1,50 m. und der Feuermann 1 M. erhält, während der sich mehr an den zu erwartenden, alle Kräfte beanspruchenden eft dem Feuerlösch- Etat überwiesen wird. Der Oberbürgermeister Arbeiten beteiligen müssen. Im geschäftlichen Teil wurde zur wies darauf hin, daß die Ablieferung eines Teiles der Gebühren Sprache gebracht, daß zurzeit Verhandlungen der hiesigen Gemeinde an die Stadtkasse erforderlich sei, weil durch diese Theaterwachen mit der Großen Berliner Straßenbahn wegen Verbindung der beiden eine Bermehrung der Feuerwehrmannschaften notwendig fei. Die Ortsteile Dst und West schweben. Die Nachricht, daß die Große sozialdemokratische Fraktion hatte beantragt, zu den Theaterwachen Berliner für die Herstellung dieser furzen Verbindungsstrecke eine nur im Dienst befindliche Mannschaften heranzuziehen; sollte dadurch Garantie von 35 Pf. pro Wagentilometer und die Verlängerung des eine Vermehrung der Mannschaften erforderlich sein, so müßten die jetzt bestehenden nur bis zum Jahre 1937 gültigen Vertrages um Theaterdirektionen zu den Kosten herangezogen werden. weitere 90 Jahre, also bis 2027, verlangt, wurde von der Verfammlung mit Entrüftung aufgenommen. In einer der Gemeindebertretung zu übersendenden Resolution wurden diese Forderungen gebrandmarkt und die Gemeindevertretung aufgefordert, auf dieser Grundlage fein Abkommen mit der Großen Berliner zu treffen, sondern eventuell die Verbindung selbst zu schaffen. " statt, deren Tagesordnung: Arbeiterschaft und Jugendorganisation" lautet. Möge bie Berliner Arbeiterschaft durch Massenbesuch dieser Bere fammlung bezeugen, wie ernst ihr die Erziehung der Jugend ist. Agitiere also jeder erwachsene Arbeiter für Besuch dieser Berjammlung, um seiner selbst, um seiner Kinder willen. Der Einberufer. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Nach Ablehnung des fozialdemokratischen Antrages stimmte die Bersammlung dem Vorschlage des Magistrats au. Bei dieser Gelegenheit richtete der Stadtv. Moniac die Anfrage an den Magistrat, wie weit die Angelegenheit des Stadttheaters vorgeschritten sei; er bedauert, daß seit dem legten Beschluß der Die Versammlung sprach sich ferner entschieden dagegen aus, daß „ Der Gerüsteinfiurz beim Neubau des Schiller- Theaters und Stadtverordnetenversammlung feinerlei Mitteilungen an die Ber welche Lehren ziehen wir daraus?" lautete das Thema, über das fammlung gelangt wären. Der Oberbürgermeister erwiderte, daß Genossen Mitglieder von Grundbesigervereinen und sonstigen bürgerKollege Emil Lehmann in der am 26. September stattgefundenen der Magistrat ebensowenig von der Angelegenheit wisse, wie die lichen Bereinigungen sind und macht es jedem Genossen zur Pflicht, Der Nachweis der finanziellen io fchnell wie möglich diese Verbindungen zu lösen, da es eines Mitgliederversammlung des Zentralverbandes der Maurer refe- Stadtverordnetenversammlung. | fiberzeugten Genossen unwürdig, das Gebaren dieser Vereine mit- bes Borfigenden zurück. Herr Stiffe behauptete zwar, Hausarbeit täglich, oder auch nur einige Male in der Woche, haben zumachen. daß von diefen Strafgeldern franke Angestellte unterstügt werden, ihre festen Arbeitsstunden, erhalten ihren Lohn und gehen ihr An Stelle des von seinem Ante zurückgetretenen Schriftführers der Kläger betonte aber, daß er, trotzdem er an 800 Verkäufer der eigenen Wege, ohne ständig unter Aufsicht und im Dienſt einer E. Schmidt wurde Genosse Köhn gewählt. Firma fennen gelernt habe, noch nie von einem Falle gehört habe, Herrschaft zu stehen. Durch ein solches Arbeitsverhältnis ist auch die it welchem ein Angestellter aus der Strafgelderfasse Unterstügung Organisation unter den Dienstboten um sehr viel erleichtert. Wenn erhalten hatte. Der Beklagte mußte auch auf Befragen der Bei sich die Herrschaften" mehr daran gewöhnen wollten, würden sie figer zugeben, daß er selbst diese Kaffe verwalte und auch weniger Ursache haben, über die ewige Dienstbotennot" zu niemand vom Personale über Verteilung der Gelder lagen. Der Verein zählt etwa 450 Mitglieder, was bei der großen Stimme habe. Bahl der Dienstboten in Berlin sehr wenig ist, aber unsere GeVernehmung des Buchhalters als notwendig erwies. Die zweite Klagefache fiel der Bertagung anheim, da sich die nofsinnen haben auch erst begonnen, den steinigen Acker" zu bearbeiten. Nowawes Neuendorf. Die verschwundene Bratwurst. " Heute abend ist ein Schuhmann in meiner Speisekammer ge" Vermischtes. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite. rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung II. Mittwoch, den 3. Oktober, 8 Uhr, bei Donath, Schönleinstr. 6, Vortrag. Deutscher Arbeiter Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 3. Oktober, abends 29 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c, Bersammlung. Zu den bevorstehenden Gemeindewahlen, welche wegen der am 1. April nächsten Jahres stattfindenden Vereinigung beider Gemeinden im Herbst stattfinden sollen, haben, obwohl die Bestätigung der Regierung zu der Vereinigung noch nicht eingetroffen ist und deshalb auch die Wählerlisten noch nicht ausliegen können, die bürgerlichen Parteien bereits eifrig mit den Vorarbeiten zu den Wahlen begonnen. Die Hausbesitzervereine beider Orte, der Neuendorfer Gemeindeverein, ja sogar der christliche Arbeiterberein, der sich bisher stets den Gemeindewahlen gegenüber sehr passiv verhalten hat, haben diese Frage in ihren Versammlungen wefen und da ist mir eine Bratwurst gestohlen worden!" So Ueber Erberschütterungen wird aus Palermo telegraphiert: In schon auf der Tagesordnung gehabt und sind zum Teil mit einander äußerte sich in der Nacht vom 27. Mai der Schankwirt Albert Trabia wurde gestern abend 7 Uhr 15 Minuten eine ziemlich starte in Verbindung getreten, um gemeinsam gegen die Sozialdemokratie Arndt in Charlottenburg, nachdem der Schutzmann Erderschütterung gespürt, eine zweite leichtere heute morgen 7 Uhr. vorzugehen. Selbstverständlich sind auch unsere Genossen nicht un- Ruddigkeit mit einem Kollegen in jener Nacht zur Feststellung einer auch in Termini fand gestern zur selben Zeit ein starkes Erdbeben tätig gewesen; die heute abend stattfindende Wahlvereinsversamme etwaigen Uebertretung der Polizeistunde das Schantlofal in seinen statt, ein anderes heute morgen 4 Uhr; dieses verursachte den Einlung wird sich mit der Aufstellung der Kandidaten beschäftigen. Für einzelnen Räumen revidiert und auch eine Speisekammertür geöffnet sturz eines Hauses und einer Gartenmauer. Die erschreckte Beuns stehen die Aussichten bei der diesmaligen Wahl in beiden hatte. Auf den Vorhalt des Schußmannes sagte Herr Arndt zu zwei völkerung floh ins Freie, das Wetter ist schön. Drten derart günstig, daß bei intensiver Agitation unser Genossen hinzugekommenen anderen Personen: Sie sind Zeugen, daß ich be mit Sicherheit darauf zu rechnen ist, daß uns alle Mandate der Haupte, der Beamte war in der Kammer und es fehlt eine Wurst." III. Klasse zufallen werden. Ganz abgesehen von dem bedeutenden Nach seiner Behauptung will er auch den Schutzmann aufgefordert Zuzug proletarischer Wähler in Neuendorf, ist auch damit zu haben, mit zur Wache zu kommen und sich visitieren zu lassen, rechnen, daß durch die Vereinigung eine ganze Anzahl bürger- der Schußmann habe dies aber abgelehnt. Auf die gegen licher Wähler, welche bisher zur III. Abteilung gehörten, in die Herrn Arndt erhobene Anklage wegen Beleidigung machte dieser vor II. Klasse hinaufrücken; auch mit Forensenstimmen werden dem Schöffengericht geltend, daß er und feine Ehefrau in der Tat unsere Gegner diesmal nicht mehr wie früher aufwarten eine Wurst bermißt hätten, die in der Speisekammer hing. Seine fönnen; bas mag auch der Grund sein, weshalb die bürgerlichen Ehefrau bestätigte dies. Der Schußmann bestritt demgegenüber, Barteien so frühzeitig mit der Agitation einsetzen. Aber auch die überhaupt in die Speisekammer eingetreten zu sein, geschweige denn Wahlen in der I. und II. Abteilung werden sich diesmal wohl nicht efne Wurst mitgenommen zu haben; ebenso wenig sei an ihn die so glatt vollziehen wie früher, denn bei den ausgeprägten Spieß Aufforderung ergangen, zur Wache zu kommen. Das Schöffengericht, bürgertum der bürgerlichen Parteien in beiden Gemeinden wird es welches das Fehlen einer Wurst gar nicht für dargetan hielt, erwog wahrscheinlich heißen: Hie Nowawes hie Neuendorf!" Ins- gleichzeitig, daß in einem Schankbetriebe, der von mancherlei besondere um die Mandate der II. II. Klaffe wird, nach Bersonen besucht wird, die Wurst aufgebraucht oder sonst abder vorherrschenden Stimmung zut urteilen, ein scharfer handen gekommen sein könne. Jedenfalls vermisse das SchöffenKampf zwischen den bürgerlichen Parteien beider Orte entbrennen, gericht den Beweis, daß der Schuzmann die Wurst gestohlen da die I. Abteilung sowieso von den Wählern Neuendorfs beherrscht und es verurteilte den Angeklagten mit Rücksicht auf die wird. Sollten die Wahlen was sehr leicht möglich ist das Schwere der Beleidigung zu drei Wochen Gefängnis. Vei Stationen Resultat zeitigen, daß die I. Klasse von den Neuendorfern, die der geftrigen Verhandlung in der Berufungsinstanz behaupteten II. Klasse von den Nowawesern und die III. Klasse von den Sozial- mehrere Zeugen mit Bestimmtheit, daß der Schuhmann in demokraten besetzt werden, so würden die letzteren in die Lage der Speisekammer gewesen und der Angeklagte Swinemde 764 G kommen, die ausschlaggebende Partei bei vielen wichtigen Angelegen ihn aufgefordert habe, mit zur Wache zu gehen, Hamburg 761 GD heiten zu werden. Unsere Genossen müssen deshalb alles daran Herr Ruddigkeit und sein Kollege bestritten dies mit derselben Be- Berlin setzen, um die Bügerlichen aus der III. Klasse fernzuhalten. stimmtheit. Die Straffammer des Landgerichts III erkannte trop grants.a.M. 764 SSW 2 bedeckt diefer Beweisaufnahme, die für den guten Glauben des Angeklagten München sprach, auf Bestätigung der hohen in erster Instanz ausgeworfenen Bien Strafe. Potsdam. Milchpantscherei. Die Konfumgenossenschaft Hoffnung" für Potsdam und Um gegend hat ihr zweites Geschäftsjahr beendet. Aus dem in der legten Generalversammlung gegebenen Jahresbericht des Vorstandes sowohl wie des Aufsichtsrates ist eine günstige Entwickelung der Das Landgericht II in München hat am 28. Februar den Genossenschaft zu entnehmen. Der Umsatz im abgelaufenen Ge- Gütler Leonhard Frey von der Antlage des Vergehens gegen das fpäftsjahr betrug rund 43 334 M., das find 2000 m. mehr als im Nahrungsmittelgesetz freigesprochen. Ein Kübel der von ihm gevorigen Jahre. Die Unkosten erforderten 3705 M., 113 m. lieferten Milch wurde von der Polizei beanstandet, weil sie Bodensazz weniger als im Vorjahre. Hierzu kommen noch 545 M. allein für und auf der Oberfläche eine große Schmusschicht zeigte. Die die hier noch bestehende Schlacht und Fleischsteuer. Der Bruttogewinn ist von 11,5 Proz. im ersten Jahre auf 18,2 Proz. im zweiten gestiegen. Dagegen ist der Unkosten satz von 9,5 Proz. auf 8,6 Proz. heruntergegangen. Die Mitgliederzahl betrug am Schlusse des Geschäftsjahres 266. An Geschäftsguthaben derselben sind 4447 M. vorbanden. Die Haftfumme beträgt 7980 M. Beide Konten haben eine Zunahme von er angewendet hat. Die Revision des Staatsanwalts 600 resp. 691 M. erfahren. Nach Vornahme der üblichen Abschreibungen kommt eine Rüdvergütung von 4 Proz. zur Berteilung. Die Auszahlung der Dividende erfolgt vom 16. bis 19. Oktober cr., abends von 61% bis 8 Uhr, gegen Rückgabe der Bescheinigung im Geschäftslokal. Der Bericht zeigt, daß die unter recht schwierigen Verhältnissen gegründete Genossenschaft den Beweis ihrer Existenzfähigkeit erbracht hat. Das Geschäftslotal, Junterstr. 15, ist geöffnet wochentags von 71/2 bis 1 Uhr vormittags und von 2 bis 8 Uhr nachmittags. Sonntags von 7 bis 9 Uhr. Gerichts- Zeitung. " Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub Motteler" tagt heute abend 9 Uhr bei Unbehaun, Stolpischestr. 61. Sparverein für Freidenker zur Ausführung der Feuer: bestattung. Versammlung Donnerstag, den 4. Ottober, abends 8%, Uhr, Schillingſtr. 24. Witterungsübersicht vom 2. Oktober 1906, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Bind. 764SD Bumpa Windstärke Belter Temp. n. T. 5°. 4° N. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke 4 balb bd. 10 Haparanda 749 N 2 bedeckt 2 heiter 8 Petersburg 760 S 7 Scilly 8 Aberdeen 750 SSD 752 23 763 S Better 2 wollig Temp. n. G. 5 1 wollenl 4 6 bedeckt 16 2 bedeckt 2 bedeckt 10 13 767 S 2 heiter: 6 Paris Nebel 768 Still 5 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 3. Oktober 1906. Etwas. wärmer, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und lebhaften südwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Dresden Wafferftand am 2. Oftober. Ibe bei Ausfig Meter, bef 1,15 Meter, bei Magdeburg+2,89 Meter. Unstrut bei Straußfurt Meter. Dder bei Brieg+2,98 Meter, Briefkaften der Redaktion. Ober Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen Verunreinigung rührte von dem Kot der Kühe her. Der Angeklagte mündung+ 2,56 Meter. Dder bei Natibor+ 2,10 Meter. Neißes hat die Milch ziveimal geseiht und die Seihtücher doppelt genommen. bei Breslau Unterpegel+ 0,06 Weter. Nach Ansicht des Gerichts hatte der Angeklagte feine besondere Veranlassung, sich darum zu kümmern, ob auf dem Gebiete der Milchgewinnung fich etwas Neues zugetragen habe, man tönne vom Angeklagten nicht mehr Sorgfalt verlangen, als wurde vom Reichsanwalt für begründet erklärt. Das Urteil enthalte weniger eine Begründung als eine nicht ganz glückliche Verteidigung.. Das Reichsgericht hob das Urteil am Montag auf und verivics die Sache an das Landgericht I. Aus dem gleichen Anlasse war vom Landgericht II in München am 7. März der Defonom Josef upf freigesprochen worden. In diesem Falle hob das Reichsgericht das Urteil gleichfalls auf die Revision des Staatsanwalts auf und verwies die Sache an das Landgericht I. Aus dem Plaidoyer des Reichsanwalts feien hier noch einige Säße angeführt: Die Feststellung, daß der Angeklagte die Uusauberkeit der Milch nicht verschuldet habe, ist rechtsirrtümlich. Wer Nahrungsmittel in Berkehr bringt, hat die natürliche Pflicht, sich zu vergewissern, daß fie nicht gesundheitsschädlich sind. Gewohnheitsmäßige Unsauberkeit und Dentträgheit entschuldigt nicht. Hus der frauenbewegung. Ob es nützt? 8. K. A., Tapezierer. Für die Mündelsicherheit ist§ 1807 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und für Preußen Artikel 73 des Ausführungsgefeßes zum Bürgerlichen Gesetzbuch vom 20. September 1899 maßgebend. Danach ist eine Hypothet eine Grundschuld oder eine Rentenschuld an einem in Preußen belegenem Grundstüd für die Anlegung von Mündelgeld als anderes der Eintragung bedürfendes Recht im Range vorgeht oder gleichficher anzusehen, wenn sie innerhalb des fünfzehnfachen oder, sofern ihr fein steht, innerhalb des 20fachen des staatlich ermittelten Grundsteuer- Reinertrages oder bei einem ländlichen Grundstück innerhalb der ersten/ bei einem städtischen Grundstüd innerhalb der ersten Sälfte des Wertes zu stehen kommt. Der Wert ist bei ländlichen Grundstücken durch Tage einer preußischen öffentlichen Sereditanstalt, die durch Vereinigung von Grundbefizern gebildet ist und durch staatliche Verleihung Rechtsfähigkeit erlangt hat( zum Beispiel einer landschaftlichen oder ritterschaftlichen Kreditanstalt oder eines öffentlichen Pfandbriefamtes) oder durch Tage einer preußischen öffentlichen Grundkreditanstalt oder durch gerichtliche Tare, bei städtischen Grundstücken in gleicher Weise oder durch Tage einer öffentlichen Feuerversicherungsanstalt festzustellen. Beträgt in Ihrem Falle die Tare der öffentlichen Feuerversicherungsanstalt zivei Millionen und handelt es sich um ein städtisches Grundstück, so ist also der Betrag bis zu eine Million mündelsicher. Wette. Die Bundesschießen fanden statt 1861 in Gotha, 1863 in Frankfurt, 1865 in Bremen, 1872 in Hannover, 1878 in Düsseldorf, 1881 in München, 1884 in Leipzig, 1887 in Frankfurt a./M., 1890( 10.) in Berlin, 1894 in Mainz, 1897 in Nürnberg, 1900 in Dresden, 1903 in Hannover statt. und Der Biener E. Ja. urteilt werden. Der Betrag darf Ihnen aber von dem Lohn nicht ab Bolizeibezirk zählte im Jahre 1900 1 687 540 Einwohner. V. B. 26. Sie würden voraussichtlich zum Ersatz des Geldes vergezogen werden. D. 6. 8. 1. Herzfrankheit und Fettleibigkeit, die Berlin 39. " Arbeiters G. R. 84. Sie würden durch Bahnhofsbuchhändler Georg Stiffe vor dem Kaufmannsgericht. Die Stellung der Zeitungs- und Schriftenverkäufer auf den Htefigen Bahnhöfen zu dem Unternehmer gelangte fürzlich vor der bierten Kammer des hiesigen Kaufmannsgerichtes zur Verhandlung. In zwei Fällen klagten gegen den Bahnhofsbuchhändler Georg Der Magiftrat in Emden hatte im Mai dieses Jahres die AbStilte frühere Bahnhofsverkäufer auf Rückzahlung der gestellten und haltung einer von fozialdemokratischer Seite angemeldeten Frauenseitens der beklagten Firma einbehaltenen Raution. Der erste versammlung berboten. Auf die vom Einberufer erhobene Kläger verlangt außer der Herausgabe des Kautionsrestes von Beschwerde ist jetzt vom Regierungspräsidenten Prinzen 83 M. Ersatz für entgangene Provision sowie Herausgabe von 5 M. v. Ratibor folgende Antwort erteilt worden:" Ich habe den Bescheid mit einem Manto in gleicher Höhe und beruft sich dabei auf den einer öffentlichen Frauenversammlung nicht für zutreffen Strafgeldern. Die Firma begründet die Einbehaltung des Kautionsrestes des dortigen Magistrats vom 13. Mai d. J. auf Ihre Anmeldung Engagementsvertrag, in welchem der Kläger sich unterschriftlich ver- erachten tönnen und den Magistrat mit entsprechender Anweisung pflichtet hat, für entstehende Mantos in voller Höhe einzustehen. verschen." voraussichtlich von dem Dienst, mit Ausnahme des Landsturms, ausschließen. Der Kläger bestreitet seinerseits nicht, daß ein Manto bei der 2. Lagergeld kann nicht berechnet werden, die Schneiderin wäre verpflichtet, Schlußabrechnung vorhanden gewesen sei, wendet aber ein, daß bei Die Bewegung unter den Dienstboten in Berlin soll in fozial- die Sachen noch länger aufzubewahren, und kann mir auf Bahlung flagen dem Andrange auf dem Bahnhofe sehr leicht eine Beitung mehr ge- demokratische Hände geraten sein, so flagten in der letzten Zeit Eine Klage auf Schadenersatz wäre beim Amtsgericht anzustellen; sie hat und eventuell fändung in das Einbehaltene vornehmen. G. J. 37. griffen werden oder ein Buch entwendet werden kann. Er könne bürgerliche Beitungen, fügten aber zu ihrem Troste hinzu, daß unsere Aussicht auf Erfolg. 5. F. 24. Uns nicht bekannt. Boch aber unmöglich für Fehler verantwortlich gemacht werden, die Partei da einen sehr steinigen Acker" zu bearbeiten habe. Nun, recht." 1. und 2. In der Buchhandlung Vorwärts. 3. Wer über der zweite Verkäufer mache, während er Tischzeit habe. Auch der unsere Genofsinnen lassen sich die Mühe nicht verdrießen, wenn 1500 Mart Einkommen hat. 4. Wenden Sie sich an einen Arzt. Borfizzende erklärte dem persönlich geladenen Beklagten Stilte, daß auch der Ader noch so steinig ist. Sie arbeiten unermüd- G. 20. Die Reichsgerichtsentscheidung, die anerkennt, daß ein Mitglied es doch nicht mehr wie recht und billig wäre, den zweiten Verkäufer lich daran, die Dienstmädchen in eine Organisation zu eines sogenannten Lotterievereins auch dann Anrechte auf den Gewinn hat, an dem Schaden partizipieren zu lassen, wenn er Beklagter bringen, welche bestimmte Forderungen im Interesse wenn es mit dem Beitrag rädständig geblieben ist, bezieht sich nicht auf den es nicht vorzöge, dies kleine Manko selbst zu tragen. Nach langem der Dienstboten geltend macht und für die notwendige Aufklärung Fall, in dem durch Statut das Gegenteil ausgesprochen ist. In solchem Bureden erklärte sich schließlich der Beklagte bereit, dem Kläger sorgt. Es besteht hier ein Verein der Hausangestellten, der auch direkte Anfragen bei der Wertverwaltung zutreffende Auskunft erhalten. Fall ist nur das Statut maßgebend. 45 M. herauszuzahlen, so daß dieser zwei Drittel des Mantos eine Monatsschrift herausgibt. Bisher gehörten auch„ Herr2. B. 1900. Wenden Sie sich an die Handwerkerschule. W. 254. trage, erklärte aber gleich, daß das restliche Drittel dem schaften" zu Mitgliedern des Vereins; sie nahmen die Die Kosten betragen etwa gegen 10 M. monatlich. F. P. 999. Die zweiten Verkäufer unbedingt abgezogen würde. Materie selbst wird, wie schon früher, auch demnächst wieder im„ Borwärts" Den Klageanspruch für entgangene Provision begründete Kläger behandelt werden. Daten finden Sie in dem Statistischen Jahrbuch des folgendermaßen: Er war mit einem Wochengehalt von 19 M. und Deutschen Reiches, das in jeder öffentlichen Bibliothek vorhanden ist. 2. P. 21. Ihre Schwägerin tann Strafantrag direkt an die Staats2/ Proz. Provision vom Umfag feines Bahnhofsstandes anN. S. 33. Wiederholen Sie Ihre Fragen unter anwaltschaft richten. Das ist seit einigen Monaten anders geworden, dank der Ergänzungen nach folgenden Richtungen: Wann und wo ist der Bater gegestellt. Er wurde als tüchtiger Verkäufer auf Bahnhof Charlottenburg gestellt. Durch einen unglücklichen Zufall erfuhr der Beklagte, Tätigkeit unserer Genoffinnen, unterstützt von den Genossen. In den storben? Liegt ein Testament vor? Hat bereits gerichtliche oder außer daß sich der Kläger etablieren wolle. Sofort wurde er von dem Vereinsversammlungen, die jeden Monat einmal stattfinden, traten gerichtliche Erbteilung stattgefunden und wie viel Kinder sind vorhanden? Stand Charlottenburg abbeordert und unter Erteilung der Kündigung Stadthagen und andere Sozialdemokraten als Redner auf und die 2. 3. 100. Auf Antrag beim Vormundschaftsgericht fann Ihnen die „ Strafverfest", d. h. er wurde im Kontor mit Bureauarbeiten be Mitglieder schenkten ihnen große Aufmerksamkeit. Die Gesinde Erziehung des Knaben wegen des Verhaltens Shres Mannes zugesprochen Zwei Wettende, Kaiserstraße und andere. Zur standesamt schäftigt. Der Grund hierzu war natürlich sehr durchsichtig: der ordnung wurde besprochen und das Verhältnis zwischen Herrschaften werden. Kläger sollte vor allen Dingen der Provision verlustig gehen und und Dienstboten an der Hand der alltäglichen Erfahrungen be- lichen Trauung sind die Geburtsurfunden der Brautleute, die Militärpapiere damit kaltgestellt werden. Ich bitte Sie, meine Herren," wandte fich leuchtet. Ein Redaktionswechsel in der Monatsschrift fand statt, des Bräutigams sowie die Einwilligung des Baters der etwa noch nicht 21 Jahre alten Braut erforderlich. F. R. 70. 1. Der beigelegte Brief der Kläger an die Beifizer, ich konnte doch nicht mit 19 m. Wochen- und bald wehte auch da ein frischerer Wind. Die Abschaffung läßt nicht ertennen, wo denn die Betreffende Hebamme werden will. Sie verdienst Frau und vier unmündige Kinder ernähren! Dabei mußte der Gesindeordnung, die durch einen freien Dienst- oder Arbeits- muß, wie wir wiederholt dargelegt haben, sich in Berlin an das Polizei. ich von früh 6 Uhr bis in die Nacht hinein arbeiten und hatte nur vertrag ersetzt werden soll, wurde gefordert. Das alles gefiel den präsidium wenden, später einen Kursus durchmachen, der 300 M. Kosten fünf Stunden Beit zum Schlafen." bürgerlichen Damen gar nicht mehr; an eine Abschaffung der verursacht. Wenn die Hebammenlustige älter als 27 Jahre alt ist, wäre die 2. Eine unentgeltliche Erlernung gibt es nicht. Der Beklagte berief sich dagegen auf den§ 5 der Geschäfts- Gesindeordnung hatten sie nie gedacht. Als nun sogar in den Vor- Meldung zwedlos, ordnung, in dem es heißt: stand die Genossinnen Einzug hielten und im Verein offenbar. M. 23. Es ist unmöglich, über Rechte und Pflichten, die aus TestaAngestellte haben nicht Anspruch auf eine Beschäftigung an an Einfluß gewannen, zogen sich die Gnädigen eine folgte menten oder Berträgen folgen, ohne Einsicht in die Urfunden Auskunft zu der andern mit getränkter Miene zurück und meldeten ihren K. 23. 66. So weit ersichtlich, fönnen Sie nicht auf Scheidung, son einem bestimmten Stande, sondern müssen da arbeiten, wo sie hin- Austritt an. Dieser Berlust wird gern getragen werden; er muß dern lediglich auf Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft flagen. Die gestellt werden. Eine Weigerung, das zu erfüllen, ist einer Arbeitssogar zu einem Gewinn umschlagen, denn der Verein erhält erst Klage ist durch einen Anivalt beim Landgericht anzustellen. Der Klage hat berweigerung gleich zu erachten." feine eigene Bewegungsfreiheit, wenn seine Mitglieder nur aus ein Sühnetermin bei dem Amtsgericht vorauszugehen. Bestimmte Anwälte A. J. S. 87. Dhne Da der Kläger gegen die Geschäftsordnung beim Engagements- Dienstboten bestehen, die gewillt sind, ihre Intereffen gegenüber zu empfehlen, müssen wir grundfäßlich ablehnen. antritt nichts eingewandt hatte und sich nicht darauf berufen konnte, den Herrschaften wahrzunehmen. Es ist bemerkt worden, daß genaue Kenntnis des Gerichtsbeschluffes oder des Gerichtsurteils, welches daß ihm die Tragweite des§ 5 entgangen sei, so fonnte ihm das der Unabhängigkeitsdrang unter den Dienstmädchen immer größer Auskunft in juristischen Angelegenheiten erhalten Sie in der juristischen die Zwangserziehung anordnet, ist eine Auskunft nicht möglich. Die schnellste Gericht teine Provision zubilligen. wird was sich besonders darin geigt, daß die Mädchen Sprechstunde. 21. 100. Sie müssen sich an das Polizeipräsidium wenden, Die Strafgelder, die für Berspätungen von 5-10 Minuten es häufig vorziehen, ihre Arbeitsfraft, 3. B. dann erfolgt eine Prüfung im Sehen, Hören, Lesen, Rechnen beim Physilus. eingezogen wurden, zahlte der Beklagte auf Anraten als Hausfrauenunterstügung, au vermieten. Sie fommen zur Nach bestandener Prüfung werden Sie in die Liste der Bewerberinnen eins leitenden Stellungen ein, und die gnädigen Frauen" taten sich nicht wenig darauf zugute, daß fie für das Wohl ihrer Mädchen sorgten und daß eine schöne Harmonie in dem Verein herrsche, natürlich ganz im Sinne der Gnädigen. nur erteilen. getragen. Da sehr viele Anmeldungen erfolgt sind, ist faum anzunehmen, 12. 2. 37. Wenden Ste fich an den Magistrat Stiftungsdeputation. vier Wochen nach der Endigung der Uebung gestellt ist. Die Höhe der daß Sie vor drei Jahren dann zum Kursus in der Charitee, der A. 2. Wie die Amtsvorsteher der von Ihnen benannten Örte heißen und Unterstüßung beträgt 30 Prozent des ortsüblichen Tagelohns für erwachsene fechs Monate dauert und 300 Mart Tostet, zugelassent werden. zu welchen Amtsbezirken fie gehören, ist uns nicht bekannt, Sie erfahren es männliche Arbeiter am Aufenthaltsort des Einberufenen für die Ehefrau. Nach Absolvierung des Kursus werden Sie zur Hebammenprüfung zu- durch die Gemeindeverwaltung der betreffenden Orte. Sch. 71. 1. Den Ferner ist für jedes unterstützungsbedürftige Kind 10 Prozent gelassen und nach bestandenem Examen zur Hebamme ernannt. Da eine Antrag auf Ersatz der verloren gegangenen Invalidenkarte richten Sie an die zu zahlen, jedoch darf der Gesamtbetrag der Unterstüßung 60 ProHebamme bei ihrer Ernennung das 30. Jahr nicht überschritten haben Polizeibehörde 2. und 3. Derartige Einrichtungen sind uns nicht bekannt, zent des ortsüblichen Tagelohns nicht übersteigen. 3. Ruppin. 3. 2. 90. darf, so ist eine Meldung zwecklos, wenn Sie jest älter als 27 Jahre sind. vielleicht erfahren Sie solche auf der dortigen Gemeindeverwaltung. J. K. 20. Sie würden nunmehr, wenn Sie flagen wollen, die H. F. 41. Ihre Darlegungen lassen nicht erkennen, aus welchem W. A. Sie können lediglich von der Gesellschaft, mit der Sie einen Beleidigungsklage bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Beklagte Grunde das tarifmäßig festgelegte Fahrgeld nicht gezahlt werden sollte. Vertrag geschlossen haben, etwas verlangen. Ob Sie mehr als die ein- wohnte, anzustellen haben. R.. 23. Die Klage ist bei dem GewerbeP. F. 1. Uebergeben Sie den Schlüssel dem Wirt und sehen Sie mit gezahlte Summe beanspruchen können, ist ohne Einsicht in den Vertrag un gericht mit Aussicht auf Erfolg anhängig zu machen. H. N. Sie er Ruhe einer Klage des Wirtes entgegen. Der Birt hätte zu beweisen, daß möglich zu beantworten. A. P. 160. Setzen Sie sich direkt mit einem halten am besten Auskunft durch Anfrage bei der Ihnen zunächst gee der ihm übergebene Schlüssel ein anderer oder minderwertiger ist als der Buchdruckerverein oder direkt mit dem Vorsitzenden des Buchdruckerverbandes legenen Fortbildungsschule. A. D. 65. In Stiftungsangelegenheiten Schlüssel, den Sie erhalten haben. Zwei Streitende. Eine solche Aus- in Verbindung. Treptow. Die Anordnung des Rektors würde zu wenden Sie sich direkt an die Stiftungsdeputation des Magistrats. tunft erteilen Berufsgenossenschaften nicht. E. R. 102. Keineswegs. befolgen sein. M. H., Bernauerstraße. Sie sind zur Zahlung 5. G. 1000. Kulturbilder:" Pfaffenherrschaft" und" Hohenzollerns 5. P. 66. 1. Ihren Anspruch können Sie mit Aussicht auf Erfolg beim nicht verpflichtet. Es müßte Ihnen bewiesen werden, daß der Anzug legende", gebunden je 16 M. in Halbfranz, 14 M. in Leinen oder in Amtsgericht flagend geltend machen. 2. Strankenversicherungspflichtig sind von Ihnen gekauft ist oder daß Sie schriftlich gutgejagt haben. 50 Heften a 20 Pf. 9. 11. 20. 1. Der von Ihnen angegebene Grund Sie nicht. 3. Die Invalidenversicherungspflicht lag dem Betreffenden ob. K. 20. Die Familien der aus der Reserve, Landwehr oder Seewehr berechtigt nicht zur Aufhebung des Vertrages. Sie können lediglich auf A. D. 100. Nein, Sie können lediglich dem Birt androhen, daß Sie zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften erhalten auf Grund des Unterlassung derartiger Schädigungen klagen. Ist kein schriftlicher Vertrag auf seine Kosten die Reparatur vornehmen lassen würden und die Drohung Reichsgesetzes vom 10. Mai 1892 auf ihren Antrag eine Unterstüßung. Der geschlossen, so endigt das Bachtverhältnis mit Ablauf des Jahres. 2. Auch ausführen. A. K. 50. Jm Klagefalle würden Sie voraussichtlich ver- Antrag ist bei der Gemeindebehörde des Ortes anzubringen, an dem der Ihr Vertrag endigt mit Ablauf des Jahres. Wenn Sie nicht noch durch urteilt werden. 2. R. J. Nach Ihrer Darstellung ist die Kündigung Gingezogene zurzeit des Beginns des Unterstüßungsanspruches seinen ge- schriftlichen Bertrag( hierzu gehört auch Briefwechsel) eine längere Vertragszum 1. Oftober sowie die neue Vereinbarung dem Gesetz entsprechend. wöhnlichen Aufenthaltsort hat und erlischt, wenn der Antrag nicht spätestens dauer herbeiführen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften Mittwoch, den 3. Oktober 1906, abends 812 Uhr, bei Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57: Vertrauensmänner- Versammlung der Bürstenmacher. Jede Werkstatt muß durch einen Kollegen vertreten sein. Die Branchenkommission. Möbelpolierer. Mittwoch, den 3. Oktober 1906, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Sitzung. Bezirk 0.: Buchwald, Gr. Frankfurterstr. 133. SO.: Krumbein, Staligerstr. 22. 99 99 N.: Maß, Brunnenstr. 96. Bekanntmachung! Das Bureau der Geschäftskommission der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften", des Verlages, der Redaktion nnd Expedition„ Die Einigkeit" befindet sich: Berlin C. 54, Alte Schönhauserstr. 20 1. Folgende Bureaus befinden sich Berlin C. 54, Steinstr. 38 I. Telephon: Amt III, 8574. 1. Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend. 2. Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands. 3. Verband der Isolierer, Steinholzleger und verwandte Berufsgenossen Deutschlands. 4. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Deutschlands und des Ortsvereins Berlin. 5. Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands( Verein Berlin), Redaktion und Expedition der Solidarität“. 94/1 Weiter: NB. Die Bibliothek ist wieder eröffnet und wird rege Beteiligung gewünscht. Adtung! Drechsler. Weberstraße 17: Achtung! zu nehmen. 6. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands und des Ortsverein Berlin. Telephon: Amt III, 3100. 7. Bauhandwerker- Kranfenfasse für Berlin und Umgegend. 269/9 Alle Interessenten werden dringend gebeten, von vorstehender Bekanntmachung gefälligst Notiz Mittwoch, den 3. Oktober 1906, abends 8%, Uhr, bei Booker, Geschäftskommiffion der Freien Vereinigung Der Ausschuß des Berliner GewerkschaftsBranchen- Versammlung der Drechsler Berlins und der Vororte. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlung mit der Freien Stollegen! Es ist Eure Pflicht, alle in dieser Versammlung zu erscheinen. Vereinigung der Drechslermeister Deutschlands. 2. Diskussion. Die Kommission. Branche der Musikinstrumentenarbeiter. Mittwoch, den 3. Oftober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal V): Vertrauensmänner- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Bertragsbewegung der Tischler. 2. Streits und Differenzen in unserem Berufe. 3. Bericht der Kommission und Verschiedenes. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Branchenkommiffion. Donnerstag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, bei Mauschke, Blumenstr. 38 Versammlung aller in der deutscher Gewerkschaften. Danksagung. insbesondere den Inhabern und Arbeitern der Firma Nesener, Segert u. Scholz bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters Rudolf Scholz Men Verwandten und Bekannten, Kartells. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines teuren Mannes, des Schloffers[ 17945 Orts- Krankenkasse der Graveure, Ziseleure u. and. künstl. Gewerbebetriebe. Berlin SO. 16, Engel- Ufer 15. ( Vom 5. Oktober 1906 ab: Berlin SO. 26, Waldemarstraße 26.) Am Montag, 15. Oktober 1906, fage ich hiermit meinen herzlichsten den so zahlreich erschienenen Kollegen im Restaurant, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Wahlversammlung. Abends 6-8 Uhr im gr. Saal: Wahl für Arbeitnehmer. Wahl von 153 Arbeitnehmer- Vertretern für das Jahr 1907. Abends 7-8 11hr im fleinen Saal: BE Wahl für Arbeitgeber. Wahl von 72 Arbeitgeber- Bertretern für das Jahr 1907. ( Ueber Wahlberechtigung und Wählbarkeit siehe§ 49 des Statuts.) Der Vorstand. Näh- und Damenschreibtisch- Branche 276/5 beschäftigten Kollegen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen unbedingt notwendig. Die Kommission. Die Bibliothek des Verbandes ist wieder eröffnet. Die Ausgabe der Bücher erfolgt von 11 bis 1 Uhr vormittags und von 4 bis 7 Uhr nachmittags, Montags und Freitags bis 8 Uhr. Die Kollegen werden ersucht, die Bibliothek fleißig zu benußen. Die Ortsverwaltung. Achtung! Rohrer! G. Haelbig, 1. Borsitzender. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Bum möglichst sofortigen Eintritt ein durchaus solider, tüchtiger u. selbständiger Werkzeugmacher gesucht, welcher mit der Anfertigung aller modernen Werkzeuge Donnerstag, den 4. Oktober 1906, abends S Uhr: Angabe der bisherigen Tätigkeit, Oeffentliche Versammlung im Englischen Garten", Alexanderstr. 27c. Tages- Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung und die weitere Stellungnahme dazu. 2. Diskussion. NB. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Rohrers, in dieser Versammlung zu erscheinen. 145/12 Die Kommission. Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Baudeputierten- Versammlung. Tages Drdnung: Der Tarifvertrag und seine Bedeutung. bertreten ist. Sorge jeder Kollege dafür, daß sein Bau in dieser Versammlung Ebenfalls findet eine Baudeputierten- Versammlung für die westlichen Vororte( an demselben Abend mit derselben Tagesordnung im Lokale von Schellhase, Steglitz, statt. Auch hoffen wir, daß hier jeder Bau vertreten ist. 46/10 Der Zweigvereins- Vorstand. Oktobertagung 1906 der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin. D vom 6.- 14. Oftober in Berlin N., Seestraße( Institut für Gärungsgewerbe). Brauerei Maschinen- Ausstellung. Gersten- u. Hopfen- Ausstellung nebft Abteilung für Brauweizen. Pferde- Ausstellung. Eröffnung: Sonnabend, den 6. Oktober, mittags 1 Uhr. Täglich geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags. Vorführung der Pferde im Ring: täglich 1 Uhr. Die Pferde- Aussellung schließt am 10. Oktober. Eintrittskarten: Dauerkarten 10 M., Tageskarten 2 M., Sonntagskarten 50 Pf. Volkstümliche Vorträge: nachmittags 2 Uhr. Näheres an den Säulenanschlägen. Weidenweg 12 1 Laden m. Wohn. 75 M. u. fl. Wohn. frei durch Tröllsch I. gründlich vertraut ist, bei hohem Lohn für dauernde Arbeit. Dfferten mit Beugnis abschriften und Lohnansprüche unter F. 4 W. 4325 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. 165/16 Dant. 17765 Witwe Martha Scholz nebst Kindern. Dampfbettfedern- Reinigungs- Anstalt. Große Betten n.10.50 bestehend in Deckbett, Unterbett, 2 Kiffen. Beffere Ausführung: 12, 15, 18, 22, 24, 27 M. Daunen- Betten 30, 33, 36, 42, 45 M. Richard Günther fage ich allen Beteiligten, besonders meinen aufrichtigsten Dank. Witwe Margarete Günther nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres Bruders und Schwagers, des Zuschneiders Richard Garlipp jagen wir allen Verwandten und Bekannten, besonders den Kollegen und Kolleginnen der Firma Wolf u. Glaserfeld sowie dem Verbande der deutschen Wäsche und Kravattenarbeiter unseren 1775b Im Namen der Hinterbliebenen Berta Drosin geb. Garlipp und Geschwister. Füllkräftige Bettfedern herzlichsten Dant pro Pfund 37 Pfennig. Mandarinen- Daunen pf. pro Pfund 2 m. 25 f. 3-4 Bfb. genüg. 3. groß. Dedbett. in jeder Abholung und Zusendung frei Haus. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines innig geliebten Mannes, des Tischlers Karl Robert, sage ich hiermit allen Bekannten, insbesondere den Kollegen von G. Kunert, 1791b meinen herzlichsten Dank. Gänsefedern Breistage. Freunden Kinder- und Metallbettstellen, Matratzen, Keilkissen in größter Auswahl. Bettfedern- u. Bettenfabrik E. Becker, Berlin, Landsbergerstr.41. Tel. Amt VIIa, 7805. Ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für Säuglinge, welche teine Mutterbruſt erhalten oder von derselben entwöhnt werden sollen, bildet Kufetes Kindermehl mit Zusatz von Kuhmilch. Kufetes Kindermehl erhöht durch seinen Gehalt an Eiweiß- und Mineralstoffen nicht nur die Nährkraft der verdünnten Kuhmilch, sondern es macht dieselbe durch die im Magen des Kindes erzeugte feinflodige Gerinnung leichter verdaulich; es ist sehr wohlschmeckend, so daß es von allen Kindern gern genommen wird, sehr ausgiebig und daher billig, gut haltbar, immer gleichmäßig zusammengesetzt und fann, da es teine unveränderte Stärke enthält, den Kindern schon vom ersten Monate an gegeben werden. Die mit Stufetes Kindermehl und Milch ernährten Kinder gedeihen zur großen Freude der Eltern vorzüglich. Die Erfahrung hat gelehrt dass der echte AuerGlühstrumpf DEGEA unerreicht an Leuchtkraft und Haltbarkeit ist. Nur echt bei den Gasanstal ten sowie den einschlägigen Geschäften, welche durch unser Plakat mit dem roten Auer- Löwen kenntlich sind. Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft ( Auergesellschaft) Berlin und Witwe Elise Robert nebst Kindern. Sozialdemokratischer Verein im Berliner Reichstagswahlkreis. Unser Mitglied, der Genosse Adolf Wulsch ist am Sonntag verschieden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des BartholomäusKirchhofes in Weißensee aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Nordost. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Mitglied Adolf Wulsch am Sonnabend, den 29. Septemb., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 3. Ditober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus- Kirchhofs in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. 46/11 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallschleifer Hermann Mayer gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Oktober, nachmittags 2, Uhr, vom Trauerhause, Gerichtstr. 22, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 154/1 Die Ortsverwaltung. Am Sonntag, 30. September, verstarb mein lieber Mann, unser guter Bruder und Schwager, der Tischlermeister Karl Meier im 43. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Oftober, nachOrts- Krankenkasse mittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe, für Friedenau. Bekanntmachung. Das Geschäftslokal der Kasse befindet sich vom Sonnabend, 6. Dktober, ab im Hause Rheinftr. 9, part. Seitenfl. rechts. 076/ 6* Der Vorstand. Herm. Schölzel, Borsitzender. Schnell- Dampf Waschfrau® Waschmaschine Montag Mittwoch freitag Probewaschen AMarker Berlin C anunds Englischen Unterricht( Uebersetzungen), französischen, deut schen Unterricht erteilt G. Swienty- Liebknecht. Schöneberg, Sedanstr. 57 III. Kranz- und Blumenbinderei vou Robert Meyer, . Jungstr. 41, aus nach dem BiusKirchhof in Wilhelmsberg statt. Um stilles Beileid bitten 784b Die trauernden Hinterbliebenen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am Montag, den 1. Dftober 1906 verstarb unser Mitglied Karl Hoffmann 147/7 im 51. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet am Donnerstag, den 4. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des neuen St. Pauls- Kirchhofes in Plößensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 147/13 Der Vorstand. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 13, Charlottenburg.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Otto Teichwedel am 30. September an der Lungenschwindsucht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am nur Mariannen- Straße 2. Donnerstag, den 4. d. M., nachBruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Dris- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin C., 24552* 30. Linien- Straße 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm u. weich am Störper mittags 5%, uh, von der Leichenhalle am Fürstenbrunner Weg aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Bezirksleitung. Peues Klub- Haus 72. Kommandantenstr. 72. Sonnabende noch zu bergeben. Berantwortlicher Redakteur; Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Br. 230. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt., 3. Oktober 1906. festgestellt. Es wird nunmehr zu den Wahlen geschritten: Als Aus den Bergen wird über ein Touristenunglück gemeldet: Les 4. Generalversammlung des Zentralvereins der Bildhauer. 1. Borsigender und Redakteur wird wiedergewählt Dupont- Plans( bei Ber, Kanton Waadt), 2. Oktober. Die Namen der verSechster Verhandlungstag. Vormittags= Sizung. Berlin, als Kassierer Behrens- Berlin, als Hauptverwalter unglückten Touristen sind Hans Arnold Haller von Bern, Silefius Stahl Berlin. Für den von der Generalversammlung neu- Schärer von Bern, Walther Kleinert von Affoltern( Kanton Zürich) geschaffenen Posten des vierten Beamten wird Kollege Welker und Henri Gachet von Grandcourt bei Payerne. Die Verunglückten und beschlossen, die nächste Generalversammlung in Magdeburg und gingen von dort nach der Tête Pacheu, dabei müssen sie den Berlin gewählt. Der Ausschuß wird wieder nach Leipzig verlegt waren am Sonnabendabend nach der Dent- de- Morcles aufgebrochen abzuhalten. Als Zeit wird Mai bezw. Juni 1909 festgelegt. Hier- rechten Weg verfehlt haben. Die beiden zu ihrer Bergung ab auf wird das Gesamtstatut einstimmig in seiner neuen Fassung gesandten Kolonnen sind bereits auf der Unglüdsstelle eingetroffen. Eine weitere Mitteilung besagt: Die Leichen der an der Bascheuund Boenig- Berlin delegiert. Damit ist die Generalversamm- gegen mittag hierher gebracht worden. Die vier Touristen scheinen, Auf den nächsten Gewerkschaftstongreß werden Dupont spige verunglückten Touristen sind heute vormittag geborgen und lung am Ende ihrer Beratung angelangt. statt dem Couloir zu folgen, von diesem Wege abgegangen, auf ver Leichen waren noch zusammengeseilt, von der vierten war das Seil eistes Felsgebiet geraten und dann abgestürzt zu sein. Drei der losgeriffen. angenommen. Heute werden zunächst alle vorliegenden, noch nicht erledigten Anträge behandelt, soweit sie sich mit dem Zentralvorstand, der Geschäftsführung und der Bezirkseinteilung befassen. Hierzu werden verschiedene Anträge erledigt. Von wesentlichem Interesse ist folgender Antrag, der einstimmig angenommen wurde:„ Nachdem die aus Anlaß der vierten ordentlichen Generalversammlung in Frankfurt a. M. stattgefundene Bezirksobmännerkonferenz sich als notwendig und förderlich im Interesse des Verbandes, insbesondere der Agitation erwiesen hat, wird der Zentralvorstand ermächtigt, neut dem Zentralvorstand bewiesen worden sei und bittet um rege Dupont dankt für das Vertrauen, das durch die Wahl erzwischen den jeweiligen Generalversammlungen eine Bezirfs- Mitarbeit für die Zukunft; er dankt allen Delegierten, der Frant obmännerfonferenz einzuberufen." Weiter wird den Bezirts- furter Arbeiterschaft und ihrer Presse, vor allen Dingen für das obmännern das Recht eingeräumt, solche Filialverwalter, die ihren Interesse und die Mitarbeit. Er resumiert nochmals die ganzen Pflichten nicht nachkommen, zu kontrollieren. Ueber die not- Verhandlungen und schließt mit dem Wunsche, dem Arbeitgeberwendigen Statistiken werden bestimmte Richtlinien festgelegt und verband mit einer stärkeren Waffe entgegenzutreten. Nachdem sollen dieselben in Zukunft unter Mitwirkung der Bezirks- noch Königstedt- Magdeburg dem Zentralvorstand und den tommissionen vorgenommen werden. Ferner wird beschlossen, gesperrte Geschäfte in der Bildhauer. Frankfurter Kollegen den Dank der Delegierten ausgesprochen, Dampfers Liga" berichtet, daß er bei Oporto ein großes Schiff Beitung" nicht zu veröffentlichen, sondern die arbeitsuchenden Kollegen an die örtlichen Verwalter zu weisen, da mit den ge= sperrten Geschäften schlechte Erfahrungen gemacht worden sind. werden. Ein Antrag, die bei Streiks und Aussperrungen anderer Berufe in Mitleidenschaft gezogenen Mitglieder gleichfalls zu unterftüßen, wird mit 13 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Ferner wird beschlossen, daß die Reisegelder als Unterstübungsgelder angerechnet Ein Antrag Bremen, durch Ur abstimmung die Unterstübungsfäße festzulegen, wird abgelehnt. Bezüglich der Maifeier erklärt Dupont, seine Ausführungen am Mittwoch seien falsch aufgefaßt worden; er stehe nur auf dem Standpunkt, daß die Forderung des 1. Mai nicht in einen Tarif gehört. Es werden noch verschiedene Anregungen betreffend die Bildhauer- Zeitung" erledigt. Damit sind alle Anträge über das Verwaltungsreglement durchberaten. Der Siz des Vereins bleibt Berlin. Die Festsetzung der Tagegelder für die Agitation und die Delegierten für die General bersammlung ergibt den Satz von 12 M. pro Tag. Das Gehalt des Hauptverwalters wird auf 2400 M. erhöht, ebenso das des Berliner Verwalters um 200 m. Die gestern beschlossene Gehaltsstala tritt am 1. Oktober 1906 in Kraft. Das Grundgehalt des neu anzustellenden Beamten wird auf 2000 M. WIN Vermischtes. " von Hongtong mit dem japanischen Dampfer Hongkongnaru" zu Schiffsunglücke. Der deutsche Dampfer Sillberg" ist im Hafen ſammengestoßen. Der japanische Dampfer erlitt schwere Beschädi gungen und mußte ins Trockendock gebracht werden. Madrid, Der Kapitän des hier aus Barcelona eingetroffenen 2. Oftober. gesehen habe, welches auf Grund gelaufen war. In der Nähe des Schiffes fonnte man zahlreiche schwimmende Leichen bemerken. Stürme am Mittelmeer. Aus Biskra in Algier wird uns tele In der Luftballonwettfahrt um den Gordon- Benett- Becher siegte graphiert: Infolge starken Regens trat der Biskrabach über seine der von Lahm gesteuerte amerikanische Ballon United Ufer. Bei dem Versuche, fortgeschwemmtes Holz zu retten, ertranten States". Die drei deutschen Ballons waren Düsseldorf", 2250 fieben Eingeborene. Aus Spanien liegen jezt nähere Berichte Raummeter, Luftschiffer Hauptmann Hugo v. Abercron, Gehülfe über die Stürme vor, die wegen Unterbrechung der telegraphischen Ostar Erbsloch( Niederrheinischer Verein für Luftschiffahrt); Verbindung mit Madrid eine Verspätung erfahren haben. Ballon Schwaben"( Augsburger V. f. 2.), 1500 Raum- Diese Berichte melden über fürchterliche Sturmverheerungen. meter, Luftschiffer Ingenieur Fabrikbefizer Scherle, Gehülfe Die fleine Stadt Santomera in der Provinz Murcia Dr. Schmeck; Ballon Bommern"( Berliner V. f. 2.), wurde fast ganz zerstört. In der ersten Sturmnacht 2200 Raummeter, Luftschiffer Baron Mar v. Sewald, stürzten 200 Häufer ein. Ganze Familien sind verschwunden. Man Gehülfe Dr. Stehrer. Der Gordon Benett- Preis besteht fischte aus dem geschwollenen Flusse 28 Leichen auf. Die Mehrzahl in einem Kunstgegenstand aus massivem Silber, den der siegreiche der Ertrunkenen wurde aber durch die Strömung weggeführt. Luftschiffer klub erhält und der einen lenkbaren Luftballon dar- Pferde, Schafe, Schweine und Kühe ertranken zu Hunderten. Die ſtellt. Letzterer wird von vergoldeten Wollen getragen und auf Regierung bewilligte den Notleidenden sofort 150 000 Pesetas, und seiner Fahrt von einer geflügelten Frauengestalt geleitet, die eine die verschont gebliebenen Provinzen sind ebenfalls hülfsbereit. Die Fackel hält: der Wissenschaft. Außer diesem Sammelpreis erhält Spanische Bank gab 50 000 Besetas. Die Regenstürme haben immer der Sieger persönlich 12 500 Frank, zu dem noch ein Teil des Ein- noch nicht aufgehört; die Verbindung mit der Küste ist vollständig trittsgeldes fommt. Der Preis fällt demjenigen Ballon zu, der die unterbrochen. In Villena stürzte ein Haus ein und begrub seine weiteste Fahrt zurücklegt. fünf Insassen unter seinen Trümmern. Warenhaus Hermann Tietz LEIPZIGERSTRASSE Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend Soweit der Vorrat reicht ALEXANDERPLATZ Grosser Verkauf Glas, Porzellan und Wirtschaftsartikel Im Lichthof Extra- Verkauf aussergewöhnlich preiswerter Artikel. 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