Nr. 235. Abonnements- Bedingungen: " Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 r., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. S Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Bort 10 fg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Parteigenoffen! Die Mannheimer Tagung ist vorüber. Die Vertreter der Partei find nach einer arbeitsreichen Woche wieder in die Heimat auf ihre Bosten zurückgekehrt. Jezt gilt es, das in Mannheim Beratene und Beschlossene nach Kräften in Taten umzusetzen. Dienstag, den 9. Oktober 1906. Was wir durch Lieferung von Agitationsmaterial und Gewährung von Mitteln, insbesondere für die schwächeren Orte tun können, wird bereitwilligst getan werden. folgt. Alle für uns bestimmten Zuschriften sind wie bisher mit Parteigenossen! Die Konstituierung des Parteivorstandes ist erder Adresse: J. Aner, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, zu verfehen. Der Mannheimer Parteitag hat die Jenaer Beschlüsse über Alle Geldsendungen sind dagegen nur an den Parteiden politischen Massenstreik bestätigt und mit besonderem Nachdruck taffierer: den Parteigenossen die Pflicht auferlegt, sich für die Kämpfe der A. Gerisch, Berlin Sw. 68, Lindenstraße 69, Zukunft vorzubereiten. Die tvirksamste Vorarbeit besteht darin, daß wir durch Aufklärung über unsere Bestrebungen und Ziele au richten. Zur Kontrolle des Parteivorstandes und als Beschwerdeinstanz immer neue Boltsmassen für uns gewinnen. Also: agitieren und ist die aus neun Personen bestehende in§ 24 unseres Organisationsorganisieren! Agitation ist unsere erste, Organisation unsere vornehmste Auf- statuts vorgesehene Kontrollkommission gewählt. Alle Zuſchriften, Beschwerden usw. für dieselbe sind an gabe. Sie bilden die Grundlage für alle Erfolge! Aug. Kaden, Gohlis bei Dresden, Ob es sich um Verwirklichung der Forderungen handelt, wie sie in den Referaten über„ Boltserziehung und Sozialdemokratie" niedergelegt worden sind, oder um die Durchführung von Grundfäßen, wie sie in dem Referat über„ Strafrecht, Strafprozeß und Strafvollzug" aufgestellt wurden, oder um die Eroberung neuer oder die Verteidigung erworbener Rechte durch das legte Kampfmittel, den Massenstreit: unermüdliche Agitation und Organisation bleiben das A und unser Tätigkeit. Aus dem in Mannheim gegebenen Vorstandsbericht hat die Partei erfehen, daß die Zahl der organisierten Genossen rund 400 000 beträgt. 400 000 Barteigenossen, die wissen, was sie wollen, sind eine große Macht, aber sie sind noch lange nicht, was sie sein müssen: eine unwiderstehliche Macht. Wir wissen, daß Zehntausende tüchtiger Parteigenossen, die an Eifer, Opferwilligkeit und Begeisterung hinter jenen 400 000 nicht zurückstehen, aus politischen, sozialen und ökonomischen Gründen sich öffentlich unserer Organisation nicht anschließen fönnen. Soweit diese Behinderungsgründe tatsächlich vorhanden sind, müssen sie anerkannt werden. Priffe aber auch jeder in solcher Lage befindliche Parteigenosse aufs neue, ob sie nicht doch überwindbar sind. au adreffieren. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. und sie kontrollieren" 790 Anlagen. Endlich sind noch die unabhängigen" Eisenbahngesellschaften mit einem Kapital von 380 Millionen Dollar zu nennen. Zählt man alle diese Riesengrößte Teil des amerikanischen Wirtschaftsleben gebunden ist, kombinationen zusammen, in denen heute der bei weitem so kommt man zu der enormen Ziffer von 8664,, kontrollierten" Anlagen und 20 379 Millionen Dollar nominellen Kapitals. Man denke: 85 Milliarden Mart in der Hand weniger Unternehmer vereinigt!" Nach der Theorie sollte man annehmen, daß einem so übermäßig entwickelten Kapitalismus mindestens ein ebenfalls start entwickelter Sozialismus gegenüber stehen müßte. Davon ist aber wenig oder nichts zu spüren. Man weiß, daß der Sozialismus in den Vereinigten Staaten jahrzehntelang nur vegetiert hat und daß er eben jetzt erst im Begriff ist, einen fräftigen Aufschwung zu nehmen. Wie kommt das? Ist die Theorie falsch, die besagt, daß der Kapitalismus notwendig den Sozialismus gebiert? Oder wie hängt die Sache sonst zusammen? Das ist das Problem, dem Sombart auf die Spur zu kommen sucht. " bom " Wir richten das dringende Ersuchen an die Parteigenossen, das Ergebnis der Wahlen der Vorstände der Landes- bezw. BezirksDer Professor Sombart ist unsern Lesern hinlänglich oder Kreisorganisationen, sowie die Adressen der Vertrauensleute bekannt. Erst bor furzem( in Nr. 196/197 uns zu melden. Der Umstand, daß die bisherigen Parteifunktionäre wiedergewählt werden oder deren Wahl in der Parteipreffe bekannt 24./25. Auguft d. 3.) haben wir bei der Besprechung seines gegeben wird, entbindet die Genossen nicht von der Pflicht, uns Buches Sozialismus und soziale Bewegung barüber besonders zu berichten. Ein zuverlässiges Adressenverzeichnis seine Art gekennzeichnet: jene einschmeichelnde Gesprächigkeit, die Wert darauf legt, sich den Schein außerordentlicher ist zur ordnungsgemäßen Erledigung der Parteigeschäfte für uns die Wert darauf legt, sich den Schein außerordentlicher Sozialistenfreundlichkeit zu geben. Diese unangenehme Eigenunentbehrlich. schaft tritt in dem neuen Buch weniger start hervor. Der unbefangene Leser wird sicher unter dem Eindruck stehen, daß er aus dem Buch vieles lernt. Zunächst einmal eine Fülle von Zustände der Vereinigten Staaten nicht näher kennt, findet Tatsachen und Zahlen. Wer die wirtschaftlichen und politischen sicher in dem Buch eine ganze Menge brauchbaren Materials. Aber wenn man es nicht nachprüfen kann, und wer tann das! wird einem doch unbehaglich bei dem Gedanken an die geringe Zuverlässigkeit, die der Autor anderwärts bewiesen. Und schließlich entdeckt denn auch das durch Mißtrauen geschärfte Auge Widersprüche und sogar Widersprüche gerade im wesentlichsten Punkt. Die Organisierung der Agitation in den Einzelstaaten und Provinzen ist in erster Linie Aufgabe der Landes- bezw. Bezirksorganisationen. Die Genossen der einzelnen Orte haben daher ihre auf die Betreibung der Agitation gerichteten Anträge an die zu ständigen Landesvorstände und Bezirkskomitees zu richten. Soweit deren Kräfte und Mittel nicht reichen, wird die Gesamtpartei helfend und fördernd eingreifen. Parteigenossen! Auf an die Arbeit! Beigen wir, was eine Partei leisten tann, die, getragen von der Begeisterung für ihre Biele, aus jedem Widerstand ihrer Feinde nur neue Sträfte zieht und entschlossen ist, eine Welt zu erobern! Hoch die Sozialdemokratie! Berlin, den 6. Oftober 1906. Aber es gibt noch Hunderttausende, die lediglich aus Lauheit oder Gleichgültigkeit sich einer Organisation nicht anschließen, in der Meinung, auf den einen komme es nicht an; die glauben, wenn sie bei Wahlen ihre Stimme für den Parteikandidaten abgeben, dann und wann bei einer Sammlung einen Obolus opfern und allenfalls noch ein Parteiblatt halten, ihre Pflicht und Schuldigkeit getan zu Auer. Bebel. Eberhardt. Ebert. Gerisch. Moltenbuhr. Müller. geblieben, weil es ihm unter tapitalistischem haben. Diesen muß gesagt werden, daß ihre Auffassung grundfalsch ist, daß sie unter allen Umständen einer Organisation beizutreten und alle Pflichten zu übernehmen haben, deren Erfüllung von einem Parteigenossen verlangt werden muß. Der Parteivorstand. Pfannkuch. Singer. Wengels. Um es kurz zu sagen: Professor Sombart gelangt durch eine sehr umfangreiche Analyse zu dem Schluß: der amerikanische Arbeiter ist dem Sozialismus deshalb bisher abhold Regime gut geht. Da die Untersuchung, so lange man sie nicht im einzelnen nachprüfen kann, den Eindruck großer Gründlichkeit macht, so tönnte man sich hiermit zufrieden geben, wenn nicht leider im ersten Teil, da, wo Dann, Parteigenossen, noch ein anderes, auf das wir in amerikanischen Kapitalismus zu erbringen trachtet, ganz etwas unseren früheren Zirkularen an die Vertreter und Organisationsanderes stände. Da wird( auf S. 16) mitgeteilt, daß in den Leiter der Partei schon wiederholt aufmerksam gemacht haben und Professor Werner Sombart hat eine neue Schrift, Vereinigten Staaten zu Zeiten durchschnittlicher Prosperität das, soweit unsere Winte befolgt wurden, einen ausgezeichneten Er- betitelt Warum gibt es in den Vereinigten nicht weniger als 10 Millionen Menschen unterhalb folg hatte. Staaten teinen Sozialismus?"( Verlag von der Grenze der Poverty( Armut) leben, also... in Die Partei hält jährlich im ganzen Reiche Tausende von Bolts J. C. B. Mohr, Tübingen), erscheinen lassen. Das Problem Nahrung, Kleidung und Wohnung nicht und öffentlichen Barteiversammlungen ab. Diese Versammlungen find ist sicherlich ein hochinteressantes und für das Verständnis des 6 a 8 Nötigste haben," und daß davon nicht weniger bisher nur zum fleineren Teile agitatorisch so ausgenutzt worden, Sozialismus wie des Kapitalismus ungemein wichtiges. als bier Millionen öffentliche Arme seien! Eine wie sie ausgenutzt werden könnten und sollten. Nicht nur nach der Lehre ber Sozialdemokratie, enorme Zahl bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 80 MilMan hält es meist für genügend, am Schlusse solcher Ver- sondern auch nach der der Kathedersozialisten, ja lionen! Im Jahre 1897 empfingen in New York Armensammlungen zum Beitritt zur Organisation und zum Abonnement nach der Lehre fast der ganzen modernen Soziologie unterstützung 2 Millionen Menschen*), 14 Proz. der Bevölkerung auf ein Parteiorgan aufzufordern. ist der Sozialismus der notwendige Gegenpol des Kapitalismus. derselben Stadt leben in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs Das genügt aber in feiner Weise. Er ist seine Frucht, sein ureigenstes Produkt. Ueberall da,( 1903), 20 Proz, in schlechten Zeiten( 1897) im größten Glend; Man muß die Versammelten, die bereit sind, der Aufforderung wo der Kapitalismus herrscht, muß er deshalb auch den d. h. von ihnen weiß man es; zählt man die verFolge zu leisten, auch entsprechend unterrichten, wo und wie sie der Sozialismus erzeugen. So die Theorie. Nun ist zweifellos, schämten Armen hinzu so wird die Zahl der in poverty Organisation beitreten und das Organ abonnieren können, und man daß der Kapitalismus in den Vereinigten Staaten von Nord- Lebenden in New York und anderen Großstädten selten gebe ihnen schon in der Versammlung Gelegenheit dazu, der Auf- amerika einen hohen Grad der Entwickelung erreicht hat. unter 25 Proz. sinken. In Manhattan( dem Hauptstadtteil forderung zu folgen. An Kapitaltraft, an Höhe der Kapitalaffumulation stehen New Yorks) wurden( 1903, also in einem guten" Jahre) Bon jetzt ab sollte es zur Regel werden, daß keine von der die Vereinigten Staaten heute schon- trok ihrer Jugend" 60 463 Familien, das sind 14 Proz. aller Familien, aus ihren Partei einberufene öffentliche Versammlung stattfindet, in der nicht allen übrigen Ländern weit voran die gesamte Wohnungen ermittiert. Jeder 10. Zote wird in New Yort als an alle Besucher in der Form von gedruckten Handzetteln die Ein- Kapitalfraft der Vereinigten Staaten( also Kapital, Reserven, Stadtarmer auf Potters Field beerdigt." ladung ergeht, der Parteiorganisation beizutreten und das Partei- Depositen und Umlauf) berechnet( der Controller of the cur- Das sind doch Widersprüche, die sich schlechterdings nicht organ zu abonnieren, und worin ihnen gesagt wird, wie und wo fie rency für das Jahr 1904) auf 13 826 Millionen Dollar, vereinigen lassen. Und es entspricht ganz Sombarts Art, daß beides bewerkstelligen fönnen. Es versteht sich von selbst, daß das während die entsprechende Ziffer für alle übrigen Länder der er die Tatsachen jeweils an der Stelle anführt, wo sie in neben ebenfalls die Agitation in Haus, Werkstatt und Fabrit, auf Erde zusammen nur 19 781 Millionen Dollar betragen soll." sein Schema passen, ohne sich um ihre Widersprüche zu Bauten und Werkplätzen energisch betrieben werden muß. ( Somb. p. 10-11.) fümmern. Man merkt daran, daß es ihm auch in diesem Parteigenoffen! Aus den 400 000 organisierten Genoffen, die Dazu kommt die bekannte ungeheure Konzentration des Buche wieder in der Hauptsache darauf ankommt, Effekt zu wir gegenwärtig haben, muß im Laufe des nächsten Jahres mindestens Kapitals in den Vereinigten Staaten. Es gibt( so fährt erzielen. Am Anfange sollen die gewaltigen Wirkungen des eine halbe Million werden; aus den 830 000 Abonnenten der Partei- Sombart fort) sieben größere" Industrietrusts, in denen ins- amerikanischen Riesenkapitalismus geschildert werden presse eine Million! gesamt 1528 früher selbständige Anlagen vereint find. Das paßt die Ausmalung des Elends, um den Eindruck zu ber Das können wir erreichen, wenn die Genossen alle ihre Schuldig- in ihnen fonzentrierte Rapital beträgt 2662,7 Millionen Dollar. stärken und Stimmung zu machen. Hinterher folgen dann Der größte dieser sieben Riesen ist die U. St. Steel Corporation allmählich immer rosigere Schilderungen, so daß der Leser Der Winter steht vor der Tür, der uns zur eifrigsten Agitations-( der Stahltrust) mit einem( Nominal-) Sapital von 1370 Millionen zuletzt unter dem Eindruck steht: ja natürlich, wenn's dem arbeit einladet. Das Jahr 1908 rückt heran, in dem wir- wenn Dollar, die zweitgrößte die Consolidated Tobacco- Co.( der amerikanischen Arbeiter so gut geht, dann kann man sich nicht nicht früher gegen die uns geschlossen gegenüber tretenden Tabattrust) mit 502,9 Millionen Dollar. Ihnen reihen sich wundern, daß er dem Sozialismus fremd bleibt." An Roastbürgerlichen Barteien einen Wahlkampf zu führen haben, wie wir 298 fleinere" Industrietruſts an, die 3426 Werke„ ton- beef und Apple- Pie( Apfelpastete) wurden alle sozialistischen noch keinen zu führen hatten. Wir müssen alle unsere Sträfte bis trollieren"( beherrschen) und über ein Kapital von insgesamt utopien zuschanden."( S. 126.) zum äußersten daran sezen, damit wir diesen Kampf in Ehren 4055 Millionen Dollar verfügen. 13 Industrietrusts mit Doch damit noch nicht genug der Widersprüche. Wenn 334 Werten und 528 Millionen Dollar Kapital find zurzeit schließlich das Resultat der lang ausgesponnenen Unterbestehen. In den Orten, in denen es an geschulten Rednern fehlt, möge in der Neubildung begriffen, so daß sich die Gesamt- fuchung zu Roastbeef und Apple Pie" führt, wie steht's man die grundlegenden Schriften über den Sozialismus und die zahl der Industrietruſts auf 318 ſtellt mit 5288 Werken dann mit der Theorie? Man sollte meinen, daraus müsse bekannten Agitationsschriften zur Hand nehmen, sie kapitelweise vor- und 7246 Millionen Dollar Kapital. Ihnen gesellen sich 111 folgen, daß der Kapitalismus gerade da, wo er seine riesentragen und diskutieren, damit die Parteigenossen sich in unsere Jbeen bedeutendere"" Franchise" Trusts zu( Telephon, Telegraphen-, mäßigste Ausdehnung genommen, dem Arbeiter ein ganz beund Ziele immer tiefer einleben. Gas-, Elektrizitäts- und Straßenbahnunternehmungen) mit hagliches Leben verschafft; der Verfasser müßte also nicht nur Statt fleinlicher, oft von persönlichen Streitigkeiten erfüllten 1336 Einzelanlagen und 3735 Millionen Dollar Kapital. bekennen, daß hiermit alle sozialistischen„ Utopien" widerlegt Diskussionen, mit denen man in manchen Orten die kostbare Zeit Und nun tommt erst die Pièce de résistance: die Gruppe totschlägt und neu geworbene Parteigenossen abschreckt, halte man der großen Eisenbahnkonzerns. Ihrer gibt es sechs, von*) Diese Zahl kann allerdings, wie Sombart mit Recht bemerkt, sich unsere hohen Ziele vor Augen und bereite sich auf diese großen denen feiner weniger als eine Milliarde Dollar umspannt. unmöglich stimmen. Aber lassen wir sie außer Betracht, so find die Aufgaben durch gegenseitige Belehrung und Aufklärung vor. Zusammen verfügen sie über 9017. Millionen Dollar Sapital I anderen Zahlen noch deutlich genug. Kapitalismus und Sozialismus. Gombart den Nachweis für die bolle Birtfamfeit bes feit tun! " O δα Teten, sondern er müßte auch seine eigene bisherige Ansicht revidieren und Aigeben, daß der Kapitalismus nicht not- inendig die sonalistische Anschauung unter den Arbeitern züchte. Aber das tut Sombart nun wiederum nicht. Er bleibt bei seiner soziologischen Ansicht und— vertröstet den Leser auf die Zukunft, auf weitere Bücher, die er später schreiben werde:„Ich werde später zu zeigen versuchen, daß in keinem Lande der Welt— objektiv betrachtet— der Arbeiter vom 5l'apitalismuS so ausgebeutet wird wie in den Vereinigten Staaten, daß der Arbeiter in keinem Lande der Welt sich in den Sielen des Kapitalismus so blutig reibt, sich so rasch zu Tode rackert wie dort."(s. 130/131.) Und am Schluß des Buches(S. 142) spricht er, und 'zwar gänzlich unvermittelt, als seine Persönliche Ansicht aus, „daß alle Momente, die bis heute die Entwickelung des So- zialismus in den Vereinigten Staaten aufgehalten haben, im Begriffe sind zu verschwinden oder in ihr Gegenteil ver- kehrt zu werden, so daß infolgedessen der Sozialismus in der Union im nächsten Menschenalter aller Voraussicht nach zu vollster Blüte gelangen wird". Die Begründung dieser An- ficht„hofft" er„später einmal geben zu können". Man� wird zugeben, Herr Sombart niutet der Vertrauensseligkeit des Lesers etwas viel zu. Auf den ersten 24 Seiten bringt der amerikanische Kapitalismus grauen- Haftes Elend mit sich: dann folgen zirka 120 Seiten, die des amerikanischen Arbeiters Lebenshaltung als mindestens so be- haglich schildern wie die eines wohlhabenden deutschen Bürgers aus dem Mittelstande, und zum Schluß wird ohne jede Begrün- dung behauptet, daß es im nächsten Menschenalter umgekehrt sein werde.— Herrn Sombarts wissenschaftliche Autorität müßte denn auch eine ganz andere sein, als sie in Wirklichkeit ist, wenn man ihm das alles so ohne weiteres glauben sollte. Gelöst hat also Sombart das Problem nicht, das zeigen die aufgedeckten Widersprüche. Trotzdem aber wird der kritische Leser, der nie vergißt, was für einen Verfasser er vor sich hat, aus dem Buche mehr Nutzen ziehen, als etwa aus dem inhaltsleeren Geschwätz, das Sombart unter dem Titel: „Sozialismus und soziale Bewegung" in die Welt gesetzt hat. Die Ursache, weshalb es in den Vereinigten Staaten bisher keinen nennenswerten Sozialismus gibt, behauptet Sombart in der poilitschen, der sozialen und der Wirtschaft- lichen Lage des amerikanischen Arbeiters gefunden zu haben, serner durch die ihm offenstehende Möglichkeit, durch An- siedelung im freien Westen sich der kapitalistischen Aus- beutung ganz und gar zu entziehen. Da. wie gesagt, die Lösung des Problems dem Verfasser nach unserer Ueber- Zeugung nicht gelungen ist, so liegt für uns der Wert des Buches nicht in dem, was er als Antwort auf die im Titel aufgeworfene Frage gibt, sondern in der Schilderung der tat- sächlichen Lage des amerikanischen Arbeiters und in ihrem Vergleich mit der des europäischen. WaZ zunächst die politische Stellung des amerikanischen Arbeiters anbelangt, so schildert Sombart mit großer Anschaulichkeit das Spiel der politischen „Maschine", wie es durch die völlige Demokratie drüben ent- fesselt wird. Da nicht nur der Präsident und die Mitglieder des Bundesparlaments gewählt werden, sondern auch die wichtigsten Beamten der Einzelstaaten, der Provinzen, der Kommunen und der Gerichte, so hat der gewissenhafte Bürger durchschnittlich jedes Jahr 22mal zu wählen. Das erfordert Zur Bearbeitung der Wähler einen Apparat, den nur große und reiche Parteien sich leisten können. Und dies ist, nach Sombart, ein wichtiger Grund, weshalb neben den beiden existierenden Parteien bisher keine dritte hat aufkommen können. Einen politischen Unterschied zwischen„Demo- kraten" und„Republikanern" vermag Sombart nicht zu ent- decken. Mag ein solcher früher vorhanden gewesen sein, jetzt existieren die beiden großen Parteien einfach deshalb weiter, weil sie einmal da sind und ein ungeheurer Troß von Menschen von ihnen lebt. Alle diese„Drahtzieher" haben ein persön- liches Interesse an der Existenz dieser Parteien, sei es daß sie von der Wahlarbeit leben, sei es daß sie nach Wahlerfolgen mit öffentlichen Aemtern bedacht werden. Da besteht nun erstens(immer nach Sombart) für diejenigen Arbeiter, die sich als Führer ihrer Klasse hervortun, die Aussicht, selbst in gutbezahlte Staatsämter einzurücken, und zweitens sehen die Parteien, durch keinerlei Prinzipien beschwert, kein Hindernis, alle Forderungen der Arbeiter(die sie beim gleichen Wahl- recht ja unbedingt als Arbeiter brauchen) selbst auf ihre Fahne zu schreiben, so daß diese nicht nötig hatten, eine be- sondere Arbeiterpartei zu gründen. Obgleich in dem, was Sombart hier meint, die blanke Korruption eine große Rolle spielt, so meint er doch nicht nur Korruption, �r schreibt Zum Beispiel(S. 55): „Man denke, daß es den Arbeitern Berlins möglich gewesen wäre, in der Zeit des Sozialistengesetzes den Staatsanwalt Teisendorf zu kassieren oder heute irgend eine Strafkammer in die Luft zu sprengen, die wegen ihrer drakonischen Strafen bei Streikvergehen berüchtigt ist, oder sich an einer bestimmten Nichterschaft, etwa der, die das Löbtauer Urteil gefällt hat, dadurch zu rächen, daß man ihnen in der nächsten Wahl den Lauf- patz gibt! Der amerikanische Arbeiter kann das; allerdings um einen Preis, der vielen hoch erscheinen wird: er mutz sich nämlich einer der großen Parteien anschließen, weil eS die großen sind. Denn nur mrt deren Hülfe ist eine erfolgreiche Beeinflussung des Wahlergebnisses möglich." So wurde z. B. der berüchtigte Governor(Präsident des Einzelstaats) Peabody von Colorado, dessen Eingreifen in die Streiks von 1903 noch in aller Gedächtnis ist, durch die Wahlen von 1904 gestürzt, aber nicht durch Anwachsen der sozial- demokratischen Stimmen— diese gingen vielmehr um die Hälfte zurück—, sondern indem die Arbeiter für die demo- kratische Partei stimmten, die dadurch in die Lage kam, den republikanischen Governor durchfallen zu lassen.— Auf diese Weise also übt der amerikanische Arbeiter dank der demo- kratischen Verfassung seines Landes einen unmittelbaren und nicht selten entscheidenden politischen Einfluß aus. Wichtiger ist indessen seine wirtschaftliche Lage. Durch umfangreiche Berechnungen kommt nämlich Sombart zu folgendem Resultat: der G e l d l o h n des amerikanischen Arbeiters ist z w e i- b i s d r e i m a l so hoch wie der des deutschen. Die W o h n u n g ist höchstens ebenso teuer wie bei uns, im Durchschnitt eher niedriger: allerdings gibt der amerikanische Arbeiter viel mehr für seine Wohnung aus als der deutsche, aber nur weil er in der Regel 3— 4 Zimmer bewohnt. In Baltimore z. B., einer Stadt von über 500 000 Einwohnern, kostet ein ganzes Familienhaus mit 4 bis ß Räumen nur 332 bis 408 M. Miete im Jahre: in St. Paul .(163.000) nur halb so viel! Beleuchtung und Heizung. DaS Petroleum kostet in New Uork etwa halb so viel wie in Mannheim oder Breslau. Die Steinkohle hat hüben wie drüben ungefähr den gleichen Preis. Die Wohnungseinrichtung(Möbel usw,) ist„in chen Vereinigten Staaten eher billiger als bei uns".(S. 103.) Die Ernährung. Die Preise der wichtigsten Lebens- mittel sind in den Vereinigten Staaten und in Deutschland im großen ganzen dieselben. Kleidung. Auf Grund längerer Berechnung schließt Sombart, daß auch die Kleidung dem amerikanischen Arbeiter nicht oder doch nur unwesentlich teurer zu stehen kommt als dem deutschen. Die Folge ist, daß der amerikanische Arbeiter weit behag- licher lebt wie der deutsche. Er spart nicht wesentlich mehr, aber er bewohnt in der Regel 4 Räume, der deutsche nicht ein- mal 2. Er richtet sich die Wohnung„komfortabel" ein. Er ißt fast dreimal so viel Fleisch, dreimal so viel Mehl, viermal so viel Zucker wie der deutsche, der sich dafür den Bauch mit Kartoffeln vollschlägt. In der Kleidung endlich unterscheidet sich der amerikanische Arbeiter und ebenso die Arbeiterin in nichts von dem wohlhabenden Mittelstande. Nebenbei be- merkt: Sombart berechnet, daß der deutsche Arbeiter, dank seiner elenden Lebenshaltung, von seinem Einkommen doch noch einen höheren Prozentsatz übrig behält als der ameri- konische.(Absolut natürlich viel weniger.) Was macht er damit? Nach Sombarts Angaben vertrinkt er ihn, während der Amerikaner viel mäßiger lebt. Dieser wirtschaftlichen Lage des amerikanischen Ar- beiters im Verein mit seinem politischen Einfluß entspricht nun auch seine s o z i a l e S t S l l u n g. d. h. die gesellschaft- liche Achtung, die er bei den anderen Klassen genießt. Der Arbeiter drüben ist„Gentleman", die Arbeiterinnen sind „Ladies" so gut wie jeder andere. Ein Ton der Gleich- berechtigung herrscht nicht nur im gesellschaftlichen und öffent- lichen Leben, sondern sogar auch innerhalb der kapitalistischen Unternehmung. Auch verstehen die Kapitalisten ihre Arbeiter am Profit zu interessieren, erstens durch Gewinnbeteiligung, sodann durch willige Aufnahme aller Anregungen zur Ver- besserung der Produktion, an deren Ertrag, wenn�sie Gewinn bringen, der Anreger ebenfalls beteiligt wird: und endlich — ein ganz„smarter" Geschäftskniff— durch Verkauf von Aktien des Unternehmens an die eigenen Arbeiter! Man muß sich fragen, wieso denn unter solchen Um- ständen der amerikanische Arbeiter in so großer Menge„in die Freiheit flieht", d. h. durch Ansiedelung auf bisher un- benutztem Boden sich dem kapitalistischen Getriebe entzieht. Wenn es ihm so gut geht, müßte er doch gerade unter dem Szepter des Kapitalismus sich außerordentlich wohl fühlen. Statt dessen sind während eines einzigen Menschenälters(bis 1900) nicht weniger als 5 Millionen Menschen aus den Ost- staaten in die westliche„Freiheit" gewandert(S. 138) und gerade hierin sieht ja Sombart einen der stärksten Gründe gegen die Entstehung des Sozialismus. Auch das ist offenbar ein klaffender Widerspruch. poUtilcbe deberficht. Berlin, den 8. Oktober. Vergebliche Mahnung zur Einkehr! Die bürgerliche Presse hat über den Verlauf des Mann- heimer Parteitages die tollsten Kapriolen geschlagen. Sie hat die blödesten Witze gerissen über Bebels„Rückzug" und die „Versöhnungskomödie", die in Mannheim agiert worden sei. Sie hat wieder einmal den klassischen Beweis für die Richtig- keit des Wortes geliefert/ daß die Götter denjenigen, den sie verderben wollen, mit Blindheit schlagen. Eine Ausnahme von diesem läppischen Treiben bildeten nur zwei kleine Gruppen: die nationalsozialen Eigenbrödler vom weiblichen Freisinn und etliche extreme Scharfmacher. Die Barth, Naumann und Gerlach beurteilten den Mann- heimer Parteitag von ihrem Standpunkte aus ganz logisch. Sie erblickten in der Mannheimer Resolution über den Massen- streik einen Sieg der gewerkschaftlichen Richtung und eine— wenn auch verschleierte— Niederlage des radikalen marxisti- schen Flügels. Das Vordringen der die praktische Gegen- wartsarbeit immer schärfer betonenden Tendenzen werde sich in Zukunft noch stärker bemerkbar machen und schließlich den Sozialismus von allen„utopischen" End- zielschlacken reinigen, so daß schließlich von der Sozial- demokratie nichts anderes als eine demokratisch- proletarische Reformpartei übrig bleiben werde. Die Paar einsichtigeren Scharfmacher deuteten das Ergebnis des Parteitages ähnlich; nur daß der Sieg der gewerkschaftlichen Richtung für sie keine Herabminderung der revolutionären Gefahr bedeutete. Ihren extremen Charakter werde die Partei auch ferner beibehalten und damit eine dauernde Bedrohung des Ordnungsstaates bleiben. Ja, der Sieg der nüchternen gewerkschaftlichen Richtung, die zurzeit vom Massenstreik nichts wissen wolle, ihn aber als alrüna ratio nach Schaffung der zu seiner Durch- führung notwendigen organisatorischen Vorbedingungen nach wie vor im Auge behalte, habe die rote Gefahr nicht ab- geschwächt, sondern im Gegenteil verschärft. In solchen Auffassungen liegt doch wenigstens System und ernstes Bemühen, die proletarische Klassenbewegung zu ver- stehen. Die trotzdem unterlaufenden Irrtümer bestehen darin, daß gerade die radikale Richtung, die sich auf das Werk der Genossin Roland-Holst bezog, seit jeher von dem frei war, was man— innerhalb und außerhalb der Partei— als Massenstreik- oder Revolutionsromantik be- zeichnet hatte. Ihr lag alles näher, als mit einem so ernsten Ding, wie dem politischen Massenstreik, zu spielen. Der Unterschied zwischen ihr und dem extremen GewerkschastS- opportunismus bestand vielmehr darin, daß dieser mit einem friedlich-idyllischen Hineinwachsen in die künstige Gesell- schaft rechnete, während die radikale Richtung aus allen ähnlichen Gesellschaftskämpfen der Geschichte. die Lehre zieht, daß auch der Uebergang vom Kapitalismus zum Sozialismus sich schwerlich ohne schärfste Konflikte mit den herrschenden, in ihren Privilegien bedrohten Klassen abspielen wird. Ein weiterer Irrtum speziell der National- sozialen besteht darin, daß sie diesen Einfluß historischen Denkens auf die breiten Massen außerordentlich unterschätzen, während doch gerade der Mannheimer Parteitag den Beweis geliefert hat, daß das Proletariat heute vielleicht mehr als je von revolutionärem— das Wort im wahren, unkarrikierten Sinne verstanden— Empfinden beseelt ist. Sieht man von diesen Einschränkungen ab, so darf zu- gestanden werden, daß der Freiherr v. Zedlitz in seiner kürzlich im„Tag" veröffentlichten Würdigung des Mann- eimer Parteitages ein viel feineres politisches Verständnis ewiesen hat als das Gros der blindlings darauf los schwatzenden bürgerlichen Zeitungsschreiber. Zedlitz meinte, daß der Parteitag eine nicht zu überschätzende Vorarbeit für die bevorstehende Reichstagswahl geleistet habe. Ueber dieser nächsten und dringlichsten Ausgabe habe man die weitere EntWickelung der Partei und ihrer Bestrebungen aber nicht vergessen. Der Massenstreik sei zwar für den Augenblick zurückgestellt, aber diese modernste Form der Revolution bleibe nach wie vor als die ultün» ratio im Arsenal der sozialdemokratischen Kampfesmittel. An dem hierzu erforderlichen Ausbau der Organisation aber werde sicher mit fieberhaftem Eifer gearbeitet werden. Glaubten Staat und bürgerliche Gesellschaft daher, daß mit Mannheim die Frage des politischen Massenstreiks endgültig erledigt sei, so würden sie sich gefährlichen Illusionen hingeben und äußerst unliebsame Ueberraschungen zu gewärtigen haben. Aehnlich wie Zedlitz äußert sich auch Max Lorenz. Wie man auch über den Charakter dieses Renegaten denken mag: er hat doch einmal des sozialdemokratischen Geistes reinen Hauch verspürt und politisch denken gelernt, wenn er auch in überraschendem Tempo zu den rabiatesten Scharf- machern hinübergewechselt ist. Es ist ihm �daher sicher bitterer Ernst, wenn er seine Kollegen von der Scharfmachereouleur in gar nicht schnteichelhafter Weise folgendermaßen apostrophiert: „Ich benutze diese höchst verdienstvolle Beurteilung des Frei- herrrn v. Zedlitz, mit der ich Zeile für Zeile übereinstimme, zu dem ganz allgemeinen Hinweis darauf, datz sich die bürgerliche Presse aller Parteien— von Ausnahmen abgesehen— der Beurteilung sozialdemolratischer Verhältnisse und einer von wahrhaft politi- schen Gesichtspunkten geleiteten Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht gewachsen zeigt. Sie arbeitet nach längst ver- brauchten Schablonen und� mit Klischees, die fast durchweg auf die Sachlage wie die Faust aufs Auge passen. Das Schema ist etwa dies: Man verunglimpfe nach Möglichkeit sowohl in moralischer wie in intellektueller Beziehung die einzelnen sozial- demokratischen Persönlichkeiten, und um dabei nicht allzu roh, sondern als„ ü b e r l e g e n e r G e i st" zu erscheinen, sei man witzig, so möglichst von oben herab wegwerfend witzig. Dabei kommt denn nun fast regelmätzig ein s e h r g e- kün st elter und aufgeblasener Witz zustande, der in Wahrheit nichts weiter ist als das intellektuelle Unvermögen, das sozialdemokratische Pro- blem gründlich zu verstehen und sachlich zube- handeln und die politischeRatlosigkeit gegenüber dem vorrückenden sozialdemokratischen Gegner, dessen umkammernde Macht man widerwillig fühlt. Diese„Witze" sind tatsächlich die Irrlichter über dem Sumpf bürgerlicher Partcipolitik, in den wir mehr und mehr hineingeraten. Ich will hiermit gegen niemand persönlich einen Vorwurf erheben, sondern ich will nur einen Fehler, ein organi- scheS und habituelles Leiden kennzeichnen, das aus einer Situation hervorgewachsen und seinerseits wieder für diese Situation charak- teristisch ist. Wenn wir uns nicht daran gewöhnen, die Sozial- demokratie sehr ernst zu nehmen und sehr fach- lich zu behandeln, wenn wir uns nicht des ganzen ungeheueren zeitgeschichtlichen Problems bewußt werden, das in der sozialdemokratischen Frage steckt, wenn wir nur irrlichterierend tänzeln und geist- reichelnd witzeln, wenn wir politischen„Zeitungsschreiber" unsere Aufgabe nicht darin sehen, mit an führender Stelle und in maß- gebender Weise Politik zu machen, sondern mehr darin, unsere Leser zu amüsieren, dann korrumpieren wir nur die ohnehin nicht überreichlichen Reste des politischen Sinnes im Bürgertum und sind nichts als die besten und dabei noch persönlich würdelosen Vorarbeiter und Wegbereiter der Sozialdemokratie." Herr Max Lorenz wird trotzdem wohl tauben Ohren predigen. Die bürgerliche Gesellschaft taumelt blindlings, freche Selbstverhöhnung auf der Lippe, einem neuen Jena entgegen.—_ Zolltarif und Grundstückspreise. Als zur Zeit der Zollkämpfe die agrarische Presse die Erhöhung der Getreidezölle mit der Begründung betrieb, daß die Landwirt- schaft wieder„rentabel" gestaltet werden müsse, haben wir wieder- holt darauf hingewiesen, daß durch die Steigerung der Getreidezölle wohl den damaligen Besitzern ländlicher Güter ein beträchtliches Ge- schenk in den Schoß geworfen würde, da die Steigerung der Ge» treidezölle eine Vermehrung der Einnahmen und diese wieder eine Preiserhöhung der Grundstücke.und Pachten zur Folge haben würden, daß aber von einer Steigerung der „Rentabilität der Landwirtschaft" nicht gesprochen werden könnte, da künstig bei einem Uebergang der Güter in andere Hände die neuen Besitzer oder Pächter entsprechend höhere Preise zahlen müßten, so datz sich für sie der Profit aus den von ihnen bewirtschafteten Grundstücken im Verhältnis zum auf- gewendeten Kapital um nichts höher stellen werde, als vor der Er- höhung der Getreidezölle. Vorteil von der Getreidezollsteigerung hätten demnach nur jene Personen, die zur Zeit dieser Steigerung im Besitz ländlicher Grundstücke seien, die Rentabilität der Landwirt« schaft aber würde dadurch nicht im geringsten geförderte Seit dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge und des Zolltarifs vom Dezember 1S02 wird denn auch aus den verschiedenen Teilen des Reiches ein starkes Steigen der Grundpreise gemeldet. Aus Mecklenburg berichtet z. B. unser Rostocker Parteiorgan, die .Mecklenburg. VolkSztg.": „Das auf der Feldmark Neubrandenburgs gelegene Gehöft Fritscheshof ist in diesen Tagen mit voller Ernte für 170 000 M. an einen Herrn Schröder aus der Gegend von Gnoien verkauft worden. Der jetzige Besitzer. Herr Kortüm, zahlte seinerzeit einen Kaufpreis von 110 000 M.— Der Berkauf der dem Orts- Vorsteher Hamann in Lüdersdorf gehörigen beiden Vollstellen an den Landmann Camens auS Abbeltorn ist zum Abschluß ge- kommen. Der Kaufpreis beträgt 112 000 M. H. kaufte die Stelle vor etwa fünf Jahren von der Schulzenwitwe Lühr für 84000 M. Und nun ein paar Zahlen, wie sie in den letzten Tagen die Pachtausschreibungen von Gütern des großherzoglich-schwerinschen Domaniums brachten. Die Pächter wissen eben, was sie dank der Zollerhöhungen leisten können: Von den sogenannten„HauSHaltspachtHöfen", die gewissermaßen die Zivilliste deS Großherzogs darstellen, brachte an Pacht- summe pro Jahr bisher M. jetzt M. Hof Toitenwinkel.. i. 13 000 18 000 Dabei ist zu bemerken, daß der Hof Toitenwinkel vor der Neuverpachtung noch um etwa 1 Last Acker ver- kleinert worden ist, so daß er jetzt nur etwa 25'/. Last Acker beträgt. Die Pachtzeit beträgt im vorliegenden Falle 21 Jahre. Es bringt also allein der Hof Toitenwinkel für die Dauer der Pachtzeit 12 600 M. mehr für den Großherzog ein oder pro Jahr 000 M. mehr. Insgesamt sind von den großherzogltchen „Haushaltspachthöfen" m diesem Jahre neu verpachtet worden: Klein-Sprenz, Gorschendorf, Peetz, Hinter-Bollhagen, Wendisch- Mulsow, Fahrenholz und Toitenwinkel. Die Pächter dieser. Höfe zusammen haben deren Pachtsumme pro Jahr um 6000 Mark erhöht. Nim sind aber in diesem Jahre auch noch sogenannte „Kameralhöfe"— das find Güter, auS deren Erträgnissen der Großherzog die Regierung bestreiten soll— neu verpachtet worden. Von diesen brachte pro Jahr: Die vorstehenden Ziffern zeigen, welche bedeutenden Vorteile den ländlichen Grundbesitzern durch die vom Reichskanzler als „ baterländisches Segenwert" gepriesene Bolltarifreform zugewendet werden. Nimmt man die obigen Bachterhöhungen als Durchschnittsziffern an, dann ergibt sich für die mecklenburgischen Güter eine Preissteigerung von nicht weniger als 25-30 Proz. Außer den vorgenannten fünf„ Kameralhöfen" sind unseres weiten Teilen Deutschlands, spezielt des Ostens, Kunst, aus Wortlaut und Begründung der Urteile allerlei un Wissens aber noch weitere acht, wenn nicht etwa noch mehr, neu waren die Schweine auf Monate vom Handel an- moralische Qualitäten des Verurteilten herauszulesen und diesen als herpachtet worden. Jene weiteren acht Stameralhöfe liefern dem gekauft". Deshalb wäre es nötig gewesen, die Schweine in ein sittlich minderwertiges Subjekt hinzustellen. Doch wenn zwet Großherzog jährlich ein Mehr an Pacht von 7300 m. mit obigen fünf zusammen, mithin alle 13, also 24 900 m. pro ganz anderen Teilen Deutschlands anzukaufen. dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. Wo wirklich etwas moralisch Jahr mehr 1" Noch schöner als diese Verteidigung, in der die Nachsäge die Berwerfliches in der Presse passiert, da findet die" D. T." tein Wort Bordersäge völlig aufheben, ist jedoch die Aeußerung, mit der die bes Tadels sofern es sich um ein bürgerliches Blatt handelt. Die„ D. T." berichtet z. B.: " Deutsche Tagesztg." auf die Bemühungen der Viehzentrale hinweiſt, Ein freigesprochener Sikredakteur. Gotha, den Sachverhalt zu verdunkeln. Das Blatt meinte nämlich: 4. Oftober. Die hiesige Straffammer verhandelte heute gegen Redakteure des„ Gothaer Tageblattes" wegen Beleidigung des Stadtrats und der Stadtverordnetenversammlung. Der tatsächliche Redakteur des genannten Blattes wurde zu einem Monat Ges fängnis berurteilt, während ein Schriftsezer, der an dem bes treffenden Tage und während mehrerer Wochen als verantwort licher Redakteur zeichnete, freigesprochen wurde. Dieser Freispruch ist einigermaßen ungewöhnlich, er wurde damit begründet, daß der eigentliche Redakteur andeutete, der Schriftseter würde sein Brot verloren haben, wenn er sich der Aufnahme des fraglichen Artikels widersetzt hätte." 11 Deutfches Reich. Worte und Taten des Zentrums. " " Die Zentrale weist durchschlagend und überzeugend nach, wie gänzlich unbegründet die Vorwürfe sind, so daß man füglich die Torheit der Leute belächeln muß, die mit der Veröffentlichung der gestohlenen Briefe den von der Zentrale vertretenen agrarischen Bestrebungen einen Schlag versetzen zu können glaubten." tratischen Breffe gibt es teine Sigredakteure. Kaiserliche Ungnade. Die Veröffentlichung der Aufzeichnungen des In der Versammlung des Provinzialwahlkomitees der lassung Bismarcks des Handlangers sollen Wilhelm II. arg verstimmt Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe über die Vorgänge bei der Ent westfälischen Zentrumspartei in Münster( siehe haben. Wie der„ Lokal- Anz." sich telegraphieren läßt, meldet die Vorwärts" vom 6. Oftober) meinte der Redner des Tages, Prager„ Bohemia", Kaiser Wilhelm habe an den Prinzen Hohenlohe Moral verstoßen worden: erstens dadurch, daß man einen wirklichen In doppelter Beziehung also ist hier gegen die Grundsäße der Freiherr v. Hertling, bezüglich der inneren Politik: sie werde nach Schloß Bodjebrab eine Depesche gerichtet des Inhalts, daß er Sigrebatteur" hatte, d. H. einen Mann, der die strafrechtliche Ber noch auf viele Jahre von der Sozialpolitik beherrscht werden von den in den Journalen gemachten Veröffentlichungen, welche sein antwortung für das Blatt übernehmen mußte, ohne doch auf dessert behufs Ausgleichs der wirtschaftlichen Interessen und Schußes Verhältnis zum Fürsten Bismarck und die Gründe von dessen Ent- Inhalt einen Einfluß zu haben. Vermutlich mußte er sich zu diesem der wirtschaftlich Schwachen. Ich bin früher", so fuhr der lassung betreffen, Kenntnis erhalten habe. Der Kaiser bezeichnete es schmachvollen Eunuchendienst hergeben, weil man ihn sonst aus Lohn Redner fort Gegner jeglichen Staatssozialismus gewesen, bin als eine grobe Tattlosigkeit, daß ohne seine vorherige Erlaubnis und Brot als Schriftsetzer gejagt hätte. In der sozialdemo aber bekehrt, denn ohne einen solchen gehts nun mal nicht angelegenheiten, die seine Berson betreffen und die unabsehbare mit Rücksicht auf die revolutionäre Partei Konsequenzen nach sich ziehen könnten, veröffentlicht werden. Trotzdem find bei unzähligen Prozessen unsere Barteigenossen von und die Sturzsichtigkeit des Unternehmertums. Die frühere Kaiser spricht aus diesem Anlaß dem Prinzen den schärften Sigredakteur" beschimpft worden; hier aber, wo ein solch schmach seiten des Dertel Blattes mit der ehrenkränkenden Bezeichnung Zeit des Absolutismus auf politischem wie wirtschaftlichem Tadel aus. Gebiete ist vorbei, ein gebildetes Bolt verträgt den Absolutisvolles Verhältnis bei einem bürgerlichen Blatt wirklich festgestellt ist, mus nicht. Die Arbeiter wollen mitreden, ein Ein Zentrumsblatt über die russische Revolution. da findet Herr Dertel nichts daran auszusetzen! wirtschaftlich gleichberechtigter Faktor sein, ihre Zudem aber zwingt man den Mann, als er wirklich einmal in Der Antisemitismus ist im Zentrum verbreiteter, als die kleri- einem bestimmten Fall der Aufnahme eines Artikels sich widersetzt, Organisationen müssen als gleichberechtigt anerkannt werden". tale Presse aus Rücksicht auf den Anzeigenteil ihrer Blätter zugeben unter Androhung der Hungerpeitsche, ihn doch zuzulassen! Diese Der Redner schloß mit einer Anklage der sozialdemokra- will. Man weiß, welche Rolle der Antisemitismus in der bayrischen freche Ausschreitung kapitalistischen Uebermuts, welche dem auf seine tischen Verführer", die dem Arbeiter mit Hirngespinsten den beides dem Zentrum nahe verwandte Strömungen, spielt; auch in völlig willenlosen Werkzeug zumutet, scheint ebenfalls bei Herrn Bauernbundsbewegung, bei den Christlich- sozialen Oesterreichs; Brotstelle angewiesenen Schriftsezer die Erniedrigung zu einem Kopf verdrehten, um ihm ein Paradies auf Erden vorzu- dem fleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Anhang des Zentrums Dertel keinen Anstoß zu erregen. Da sieht man, wie gefünftelt die gaufeln. Aber endlich werde doch der deutsche Arbeiter ein- erschöpft sich der politische Sinn vielfach im dunklen Drange des scheinbare Entrüstung der Deutschen Tageszeitung" über angebliche sehen, wer es gut mit ihm meine und für ihn schaffe. Was Antisemitismus. Das zeigt sich in der Art, wie die für diese Kreise sozialdemokratische Sigredakteure ist. sei denn jetzt auf dem sozialdemokratischen Parteitage an schreibende Zentrumspresse die russische Revolution betrachtet. Bor praktischer Arbeit für die Arbeiter geleistet? Wenn das Volk furzem brachte die Trierische Landeszeitung" einen mutlich noch nicht organisiert sein. Denn sonst hätte er sicher im Was den mißhandelten Schriftseter anbetrifft, so wird er vers erst mal einsehe, wo seine wirklichen Freunde und Artikel, worin die ganze russische Boltsbewegung als ein Werk der Buchdruckerverband einen starten Rückhalt gegen solche kapitalistischen Helfer zu finden sind, werde es besser werden. Juden hingestellt wurde. Die Verelendung der Bauern das Unverschämtheiten gefunden. das Werf jüdischer Hezer; die Greueltaten der schwarzen Banden Wert jüdischer Wucherer; die Unzufriedenheit der Bevölkerung die Schuld jüdischer Revolutionäre und so fort. Dann schreibt das und auch die Gutsbefizer Stockrussen, Galizier und Straten bes Ditmarkenpolitik? Während die rheinischen Industriellen Blatt: schäftigen dürfen, werden keine russischen Polen am Rhein geUm ganz genau zu erkennen, in welchen Punkten das Juden- duldet. Vor einiger Zeit wurde uns schon aus M.- Gladbach getum seinen schädlichen Einfluß in Rußland ausübt und wo deshalb meldet, daß dort feinen Polen, soweit sie russische Untertanen sind, der Hebel angesetzt werden muß, ist gründliche, ruhig- objektive Aufenthalt gewährt wird. Jest erhalten wir aus Erkrath im Beobachtung nötig. Der Jude als Bekenner seiner Religion muß Landkreise Düsseldorf die Nachricht, daß dort auch ein Russe selbstverständlich vollkommen unberührt bleiben. Es ist ohne polnischer Nationalität, der daselbst in einer Weberei zur Zuweiteres klar, daß Ausnahmegeseße zuungunsten des russischen friedenheit der Chefs arbeitete, ausgewiesen wurde. Diese Aus Judentums kein diskutierbares Moment bilden, von blutigen Verweisungen sollen auf Grund einer Verfügung des Oberpräsidenten folgungen ganz zu schweigen. Doch müßte die russische Regierung der Rheinproving vor sich gehen. Der Operpräsident folgte einer der jüdischen Bodenspekulation viel mehr auf die Finger sehen, Anweisung des Ministers, wonach alle Russen, soweit sie polnischer erwägen, daß die Juden sich politisch mit der Sozial- Nationalität sind, aus Preußen hinausgejagt werden sollen. Das demokratie berbrüdert haben und in der völlig zu zwei ist die neueste Phase der Ostmarkenpolitit. Drittel judaisierten Presse das Christentum Tag für Tag mit Hohn und Spott übergießen; dieser Geist fidert in die Massen, daher die Glaubensentfremdung und Em pörung des Volkes." Also die Arbeiter wollen mitreden und als gleichberechtigt anerkannt sein. Wie weit das Zentrum diesem Streben entgegenkommt, zeigte sich an demselben Tage, wo Herr b. Hertling seine Lobesrede auf das Zentrum, diese angeblich so volts- und arbeiterfreundliche Partei hielt. In derselben Versammlung wurde nämlich auch der Vorstand der westfälischen Zentrumspartei gewählt. Der neue Vorstand besteht aus zwei Grafen, einem Freiherrn, vier Geistlichen, drei Juristen, einem Gutsbesizer, einem Zeitungsverleger und einem Chefredakteur. Bezeichnend ist weiter, daß zum ersten Vorsitzenden des Vorstandes gewählt wurde der Abgeordnete Herold, der bekannte Zentrumsagrarier, zum zweiten Vorsitzenden ein Mitglied der gräflichen Sippe v. Galen. Arbeiter finden sich nicht in der Leitung der westfälischen Zentrumspartei; man hat sich begnügt, zwei Arbeiterfefretäre in den Provinzialausschuß hineinzuwählen, wo sie in der Menge der bürgerlichen Vertreter verschwinden. not an. Einer dieser Arbeitersekretäre, Gronowski aus Dortmund, schnitt in der Versammlung die Frage der Fleisch Ueber die wenigen Worten hinweg. Die Dort munder Tremonia" berichtet etwas genauer: " In einem andern Artikel des Dasbachblattes wird dieser Faden weiter gesponnen und auf die revolutionäre Rolle des Judentums auch in anderen Ländern hingewiesen. Den jüdischen Sozialisten Rußlands wird vorgeworfen, daß sie den Böbel aufreizen und den gewinnen. Aber: " Der Bierkrieg in Leipzig beendet. Leipzig, 8. Oktober.( Gig. Ber.) Nachdem sich die große Mehrzahl der kleinen Gastwirte in Leipzig in den letzten Wochen im Bierkrieg auf die Seite der Konsu menten gestellt hat, wurde die Position des Brauereirings und der Gastwirte vom alten Verein immer pretärer, fodaß sie sich der Boykottkommission selbst zu Verhandlungen anboten. Der einhellig die Zentrumspresse mit Behandlung dieser Angelegenheit geht Bauern arm zu machen versuchen, um sie für die Revolution zu auch bon bürgerlichen Kreisen durchgeführte Boykott zeigte den " " Früher oder später werden die Führer gestraft Brauereien, daß es für sie ein Vernichtungstampf werden könnte, " Herr Abgeordneter Herold, Vorsitzender der Versammlung, werden dort, wo sie gesündigt, sie werden ihren Gin- wenn sie jetzt nicht einlenkten. Nach verschiedenen Sizungen machten erkannte die Notlage sofort an und gab die Erklärung ab, daß die Vertreter des Brauereiringes am vergangenen Donnerstag der fluß verlieren, das Geheimnis, in das sie sich zu hüllen wissen, Boykottkommission den Vorschlag, die Erhöhung des Bierpreises pro das Zentrum alles tun werde, um diese Notlage blendet einstweilen noch das betrogene Volt; aber lange wird Bettoliter um 1,30 Mt. eintreten zu lassen. Das ist der durch die zu beseitigen; er. gab indes der Versammlung anheim, ob es nicht mehr dauern, die Augen der streikenden Bauern fie in der vorgerüdten Stunde- die meisten Anwesenden mußten und Arbeiter werden geöffnet werden und sie werden schred- Biersteuer und Zölle auf Gerste, Holz usw. bedingte Betrag. Die liche Rache nehmen. Das Judengemezel, das in den letzten den Preis für ein Glas Lagerbier von 13 auf 14 Pfennig zu Vertreter der Gastwirtevereinigungen schlugen ihrerseits dann vor, mit den Abendzügen wieder abreisen noch auf die Erörterung einer so schwierigen Materie eingehen wollte. Die Versammlung Tagen berichtet wurde, ist nur erst der Anfang." berneinte nach der kurzen Erklärung des Herrn Abg. Herold Das ist die Art, wie die Partei für Wahrheit, Freiheit und erhöhen, weiter wurde festgefeßt, daß weder eine Maßregelung der diese Frage, es mußte also eine weitere Grecht" ihr Gefolge über die gewaltige Bewegung im Often unter- Kampfes gestanden haben, eintreten darf, die durch den Boykott entWirte noch der Flaschenbierhändler, die im Vordertreffen des örterung der Interpellation leider unterrichtet, die einem Hundertmillionenvolte Befreiung aus dem Glend lassenen Brauereiarbeiter müssen sämtlich wieder an ihre alten und der Unterdrückung bringen soll. Nichts von den. Sünden und Das ist die Art, wie das Zentrum sich in einer das Verbrechen des Barismus, nichts von den Leiden der Masse, nichts Stellen und in ihr altes Lohnverhältnis eingestellt werden. gesamte Bolt erregenden Angelegenheit der Interessen der von Mitgefühl für die Kämpfer um Gerechtigkeit und Freiheit Arbeiter annimmt. Es ist nicht nötig, Herrn v. Hertling entur blöder und gemeiner Haß gegen die Männer und Frauen, die schläge unterbreitete, stimmten der Beilegung des Bierkrieges auf entblöder der vorgeschlagenen Basis zu und empfahlen der Parteiversammlung, zwar keinen Taufschein aufweisen können, aber doch genügend Mut dem Beschlusse beizutreten. gegenzutreten mit dem Nachweis, daß das Zentrum wohl sich und Rechtssinn haben, um ihr Leben für die Sache der Freiheit und auf die Wahrung von Agrarier- und Unternehmerinteressen Wahrheit in die Schanze zu schlagen. versteht, daß ihm aber die Rechte und das Wohl der Arbeiter gleichgültig sind. Die westfälischen Zentrumsführer haben diesen Nachweis an Drt und Stelle selber geliefert. bleiben." Agrarische Schiebungen. Die Parteifunktionäre, denen die Boykottkommission die Vor. Die am letzten Sonntag im Volkshaus" abgehaltene Parteiversammlung für den 12. und 18. Reichstagswahlkreis beschäftigte fich nun mit der Beilegung des Bierkrieges. Genosse Schöpflin referierte über die Einigungsvorschläge; er wies darauf hin, daß durch den Vorschlag der Brauereien der eigentliche Boykottgrund wegfalle und daß deshalb der Krieg beendet werden solle, denn Rache friege führe die Partei niemals. Die Brauereien hätten eingesehen, daß sie mit ihrem 2 met. Preisaufschlag nicht durchkämen, also führten Diskussion, in der teils für die Beendigung und teils für schließen wir einen ehrlichen Frieden. Nach einer sehr lebhaft gedie Weiterführung des Boykotts gesprochen wurde, stimmte die Versammlung mit überwältigender Majorität den Vorschlägen der Barteifunktionäre zu, womit der Bierkrieg in Leipzig beendet und zwar für die Konsumenten siegreich beendet ist. Ausland. Italien. Zentrumspartei und Zentrumsgewerkschaften. Unser Kölner Parteiblatt, die Rheinische Zeitung". hatte sich in der Nr. 232 mit der soeben erschienenen Broschüre des Redakteurs Imbusch vom christlichen"" Bergknappen" befaßt, In der letzten Freitagsnummer veröffentlichten wir verschiedene worin nachgewiesen werden soll, daß eine Verschmelzung der beiden Briefe des Vorsitzenden der Viehzentrale, des Herrn Landesökonomie möglich sei. Die" Rheinische Beitung" führte zum Schlusse aus, Bergarbeiterverbände wegen der prinzipiellen Gegenfäße unrats Ring, an die Landwirtschaftskammern für die Provinzen daß die Auffaugung der kleinen" christlichen Sondergewerkschaften Schlesien und Westfalen, aus denen sich mit größter Deutlichkeit er durch die mächtigen freien Gewerkschaften nicht vielen Schwierig gab, daß im Juli 1905 die Viehzentrale unter bedeutenden Ver- feiten begegnen würde, wenn das Zentrum nicht bedacht geLuften größere Schweinesendungen nach drei oberschlesischen Vieh- wesen wäre, so ziemlich sämtliche Beamtenposten in den chrift märkten dirigiert hat, um den Anschein zu erwecken, als sei in lichen Gewerkschaften mit seinen Kreaturen zu besetzen. Wie es Das eine gute hatte er zweifellos, daß die Brauereien wie bie Schlesien ein überreichliches Angebot von Schweinen vorhanden die christlichen Verbände lediglich aus christlichen Verbände lediglich aus parteipolitischen Er- Gastwirte eingesehen haben, daß sich das Publikum nicht mehr willen. und dadurch eine Erhöhung des Schweinekontingents zu wägungen geschaffen habe, so würde es Himmel und Hölle in Be- los scheren läßt. Bei den nächsten Reichstagswahlen werden sich die das über die russische Grenze in Oberschlesien welchem edlen Geschäfte es die verständnisvolle Unterstüßung der wählen, das haben die Brauereivertreter wie die Gastwirte gmal wegung sehen, alle Ginigunsbestrebungen zunichte zu machen, bei diesmal Geschädigten ihren Kandidaten genau ansehen, ehe sie ihn berhüten, eingeführt werden darf. ins fleritale Parteijoch gespannten christlichen Führer finde. Dann erklärt in den Verhandlungen, denn das eine haben sie begriffen, Zuerst versuchten einige agrarische Blätter die Authentizität dieser hieß es in der Rheinischen Zeitung" zum Schlusse: Diese daß ihnen die reaktionäre Reichstagsmehrheit die Suppe eingeBriefe zu bestreiten. Jetzt sieht sich jedoch die Viehzentrale ge- eute( also die christlichen Gewerkschaftsführer) berraten brodt hat. nötigt zuzugeben, daß tatsächlich die Briefe aus ihrem Bureau und verkaufen die Arbeiter dreimal am Tage, stammen; nur meint sie mit erkünftelter Naivität, daß ihre fofern e8 nur das Zentrumsinteresse ge= Korrespondenzleistungen ganz unverfänglich seien und durchaus nicht bietet. Siche: Bolltarif, Kommunalwahlrecht, Fleischnot und den Zweck verfolgt hätten, die öffentliche Meinung über die Lage zuletzt die erwähnten Einigungsbestrebungen." der oberschlesischen Schlachtviehmärkte zu täuschen. Wörtlich heißt Wegen dieses lebten Sates haben nun mehrere der in Köln Modugno in Freiheit! Der wegen seiner Heldentaten in China ansässigen christlichen. Gewerkschaftsführer im berüchtigte Leutnant Modugno, der im vorigen Jahre in Perugia es in der seltsamen Verteidigung: Bachemschen Lokal- Anzeiger" erklären lassen, daß sie unserem von der Anklage des Gattenmordes freigesprochen wurde, ist nunDie im Jahre 1904 auch im übrigen Deutschland sehr schlecht Barteiblatt an Gerichtsstelle Gelegenheit geben würden, mehr auch in der militärischen Voruntersuchung, von der Anklage ausgefallene Startoffelernte hatte zwar auch allgemein ungünstig feine Behauptungen zu beweisen. Hoffentlich halten die Herren wegen Plünderung, Raub und Erpressung in China freigesprochen auf die Schweinebestände eingewirkt, so daß überall die Schweine diesmal Wort. Es ist nämlich nicht das erste Mal, daß chriftliche worden, und zwar wegen mangelnden Schuldbeweises"! preise anzogen, aber immerhin war der Vorrat an Schlacht Gewerkschaftsführer ähnliche Ankündigungen in der Zentrums- Beutnant Modugno, der vier Jahre in Untersuchungshaft gesessen schweinen, wie die Genossenschaft auf Grund eingehender Prüfung preffe erließen, ohne sie nachher wahr zu machen. Die Herren hat, ist am Donnerstag enthaftet worden. Wie das in Italien der Verhältnisse sich überzeugte und wie nachträglich durch die wußten gut, warum. Unfer Bruderblatt schreibt, daß es üblich ist, kommentiert heute kein Blatt diese Freisprechung, nachdem Schlachtungsstatistit für 1905 bestätigt worden ist, innerhalb fich auf den Prozeß freue und daß es die Gelegenheit beim Schopfe man vor Jahren Spalten über Spalten mit Belastungsmaterial Deutschlands so groß, daß man auch in Desterreich nehmen werde, durch einen großen Beugenapparat gegen den Angeklagten gefüllt hatte. Modugno ist eben nicht mehr feine Veranlassung gehabt hätte, Not" in Fleisch wenigstens einen Teil jener geheimen Beziehungen altuell". erleiden. Wenn troßdem dort angeblich ein Mangel an aufzudecken, die zwischen der Bentrumspolitik und Schweinen bestehen sollte, so konnte das nur daran liegen, daß der Zattit der christlichen Gewerkschaften beder inländische Viehhandel entweder seiner Aufgabe nicht gewachsen stehen. Insbesondere will die Rheinische Zeitung" in jene Borwar, oder eine ausreichende Versorgung nicht eintreten lassen gänge zur Zeit der 8olltämpfe noch etwas mehr Klarheit wollte, um dadurch endlich die langerfehnte Deffnung der dortigen bringen, was durch Vorladung der damaligen Zollopponenten im Grenzen zu erzwingen, der dann, wie man hoffte, bald auch der christlichen Lager geschehen soll. Auf alle Fälle will die" Rheinische Fall anderer Grenzsperren gefolgt wäre. Da der Handel hier Beitung" dafür sorgen, daß aus dem Prozeß etwas also gänzlich versagte, erklärte die Genossenschaft, seine Aufgabe mehr wird als eine Justigtomödie mit der üblichen übernehmen zu wollen, selbstverständlich unter der Bedingung, daß Berdonnerung wegen formeller Verlegung zarten Ehrgefühls". ihr hieraus teine Verluste erwachsen dürften." Gepflogenheiten der bürgerlichen Presse. zu " Die Viehzentrale behauptet also, daß der Vorrat an Schlachtschweinen für die oberschlesischen Viehmärkte völlig ausgereicht Wenn ein sozialdemokratischer Redakteur verurteilt wird, so hätte. Gleich hinterher aber erklärt sie, daß sie diese Märkte nur geht in der Regel durch die Bürgerliche Presse ein Zug hämischer mit großen Werluften zu beschiden vermocht hätte: denn in Schadenfreude. Bumal die Deutsche Tageszeitung" ist groß in der 7 Dänemark. Liberale und radikale Kriecherei. Die Regierungslinke hat im Folkething folgenden Antrag eingebracht: Freude über die Thronrede zur Gröffnung des Reichstags zu be Das Folkething beschließt, Seiner Majestät dem König seine eugen, und verspricht dem Ministerium bei der Durchführung der barin erwähnten Reformen feine Unterstützung." Der Zweck des Antrages ist offenbar, dem Ministerium vom Folkething eine Art Bertrauensvotum zu ergattern, so gut oder so schlecht, wie es unter den obwaltenden Umständen möglich ist. Selbst= verständlich wandte sich die sozialdemokratische Presse sofort ent schieben gegen diesen Antrag, und selbst ein radikales Linkenorgan der Probing rerurteilt diese Kriecherei vor dem Thror und unt den Antrag verfassungswidrig, weil tjier die Person des Königs in die Debatte und Abstimmungen des Folicthing hineinge- zogen wird. Das betreffende Blatt bezeichnet den Antrag als„einzig dastehend." Leider hat sich das als ein Irrtum erwiesen, und die Radikalen selbst sind es, die jetzt mit den Regierungsliberalen in der Kriecherei von dem Throne wetteifern möchten. Sie haben durch Ritzaus Bureau einen Gegenantrag veröffentlicht, der mit den lieblichen Worten beginnt:„Eure Majestät! Mit aufrichtiger Freude hat der Folkething die gegenwärtige Reichstagssession durch den König persönlich eröffnen sehen, und das Thing dankt Eurer Maje- stät für den empfangenen Gruß." Dann werden in dem Antrag spaltenlang die verschiedenen in der Thronrede berührten Reformen aufgezählt und Ausdrücke der Freude und Hoffnung daran geknüpft — selbstverständlich alles vom„demokratischen" Standpunkt aus. Daß die ganze Art und Form ihres Antrages den demokratischen Grund- sähen genau ebenso wie die des regierungsliberalen widerspricht, schemt den radikalen Herren gar nicht klar geworden zu sein. Amerika. Die Demokraten und der Sozialismus. Die Demokraten im Staate New Dork, deren Kandidat William Randolph Hearst mit Pauken und Trompeten zum Kampfe um den Gouverneursposten ausgezogen ist, haben ein Wahlprogramm („Platform") veröffentlicht, in welchem sie sich gegen den Sozialis- muS wenden. Bisher erschien den alten Parteien, den Demokraten wie den Republikanern, der Sozialismus nicht wichtig genug, um sich mit ihm bei den Wahlen zu beschäftigen; man ignorierte ein- fach die sozialistische Strömung im Volke! Hearst nun hat sich durch vieles� Liebäugeln mit den organisierten Arbeitern bei seinen Geg- nern in den Ruf gebracht, sozialistische Tendenzen zu verfolgen, daher steht er sich veranlaßt, seine Freunde, die dadurch mißtrauisch wer- den konnten, zu beruhigen. In dem Programm der New Dorker Demokraten heißt es: "--...... Wir sprechen uns gegen den Sozialismus aus, der die Regierung als den alleinigen Produktions-Faktor aufstellen und damit Tyrannei und industrielle Sklaverei wieder herstellen möchte, schon aus dem Grunde, weil die Essenz der Demokratie das Prinzip ist, jedem Manne das Recht zuzugestehen, über seine eigene Arbeit zu verfügen und sich an deren Früchten in Ruhe und Frieden zu erlaben...... Die demokratische Partei muß immer darauf bedacht sein, alle sozialistischen Doktrinen als einen Schritt zur Wiederherstellung des Regierungs-Despotismus und der Leibeigenschaft zu betrachten, sie nach Möglichkeit zu demaskieren und schonungslos zu bekämpfen.. In dieser Weise beteuert die demokratische Partei weiter in längeren Auseinandersetzungen, daß sie gut konservativ sei und mit dem Sozialismus nichts zu tun habe. Das ist ein Zeichen der Zeit, welches die Sozialisten sich sehr günstig deuten können. Wenn man aber daraus schließen wollte, daß unserer Partei in New York nun der Kampf gegen Hearst erleichtert sei, wäre man sehr im Irrtum; denn Hearst läßt keine Gelegenheit vorübergehen, heimlich den Radi- kalen die Hand zu drücken und ihnen zuzuwinken, daß sie sich auf die Reformen, die er einführen würde, verlassen könnten. Er treibt ein schlaues politisches Spiel und hat Chancen, es zu gewinnen.— Gewerkfcbaftlicbc� „Lästig", aber unentbehrlich. Nach wiederholter Aufforderung und Androhung einer Geldstrafe hatte die Polizeibehörde in Emmerich a. Rh. von dem Pcrtrauensmann des Tabakarbeiterverbandes die Mitgliederliste erhalten. Nun sind die Emmericher Tabak- arbeiter zu gut drei Vierteln holländische Staats- angehörige; und bald nach der Aushändigung der Mit- gliederliste erhielt eine ganze Reihe derjenigen Holländer. die bei den mehrfachen Lohnbewegungen und Sperren als Vertrauensleute der Organisation, als Leiter und sonstwie hervorgetreten waren, eine Vorladung vor die Polizei. Dort wurde ihnen eröffnet, daß sie i n n e r h a l b 2 4 Stunden das preußische Staatsgebiet zu verlassen hätten: die Familien der Ausgewiesenen dürften noch acht Tage bleiben. Die weniger hervorgetretenen holländischen Gewerkschaftsmitglieder erhielten eine Verwarnung. Die Ausgewiesenen sind durchweg ruhige, nüchterne Leute, die schon jahrelang in Emmerich arbeiten und ihre Steuern pünktlich gezahlt haben. Viele sind verheiratet, andere haben kleine Aeckcr gepachtet und müssen jetzt die Früchte im Stiche lassen. Familien mit vier, fünf, ja sieben Kindern sind gezwungen, sofort ihre Habseligkeiten zusammen- zuraffen und wegzuziehen. In einer Familie kann das achte Kind jeden Augenblick eintreffen. Zum P rote st gegen dieMatznahmender Polizei haben die Emmericher Tobakarbeiter, die, wie gesagt, zum weitaus größten Teil Holländer sind, beschlossen, Emmerich zu verlassen, wenn die Polizei mit ihren Ausweisungen fortfahren sollte. � Die Fabrikanten, die ohnedies keinen Arbeiterüberfluß haben, tvürden dadurch in die größte Verlegenheit geraten! Die Polizei handelt hier also in der Rolle des Bären, der seinem Herrn den Schädel zertrümmerte, um eine lästige Fliege zu verjagen._ Berlin und Umgegend. Die Werkzeugmacher der Spezialbetriebe befinden sich gegenwärtig in einer Lohnbewegung. Am Sonntag beschloß eine voll- zählig besuchte Versammlung dieser Branche, den Arbeitgebern folgende Forderungen zu unterbreiten: Neunstündige Arbeitszeit; Bezahlung der nur in dringendsten Fällen zulässigen Ueber- stunden mit 25 resp. 50 Proz.» Aufschlag; Abschaffung der Akkordarbeit; Sicherung eines M i n d e st l o h n e s für Werkzeugmacher von 65 Pf. und für Maschinenschlosser von 60 Pf. pro Stunde. Junggesellen können mit 60 respektive 50 Pf. pro Stunde entlohnt werden. Für Hülfsarbeiter an Maschinen beträgt der Mindestlohn 50 Pf. und für sonstige Hülfs- arbeiter 45 Pf. Sämtliche Arbeiter, die diese Lohnsätze jetzt bereits haben, erhalten eine Lohnerhöhung von 10 Proz. Alle Hülfswerk- zeuge wie Schieblehren, Winkel, Mikrometerschrauben usw. sind vom Arbeitgeber zu liefern. Der Arbeitgeber hat auch für gutes Licht, ausreichende Ventilatton, genügende Waschgelegenheit und brauch- bare Garderobenräume zu sorgen. An allen Maschinen sind Schutz- Vorrichtungen anzubringen. Vorstehende Forderungen sind den Arbeitgebern am gestrigen Montag übermittelt worden mit dem Ersuchen, dieselben bis Mittwoch abend unterschriftlich anzuerkennen. Wo bis dahin die Unterschrift nicht geleistet ist. wird am Donnerstag- morgen die Arbeit nicht wieder aufgenommen. In Betracht kommen 16 Betriebe mit zirka 300 Arbeitern. Der Uebertritt beschlossen! Der Uebertritt des Vereins Berliner Haus- diene r in den Transportarbeiterverband ist am Sonntag durch die von uns angekündigte Urabstim- mung beschlossen worden. Bei der Abstimmung wurden 3309 gültige Stimmen abgegeben. Von diesen sprachen sich 1826 für den Anschluß, 1683 gegen denselben aus. Es war also eine Majorität von 143 Stimmen für den Eintritt in den Transportarbeiterverband vorhanden. Das Resultat der Abstimmung ist um so erfreulicher, als es sich hier um einen Sieg des Prinzips handelte. Die Mehrheit der im„Verein" organisierten Berliner Haus- diener suchte aus U e b e r z e u g u n g den Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung, der zu diesem letzten Schritt Ver- anlassung gab._ Die Handschuhmacher Berlins sind vor kurzem in eine Lohn- bewegung eingetreten und haben dieselbe bis auf eine Fabrik sieg- reich durchgeführt. Die Verdienste der Handschuhmacher waren bis- her außerordentlich niedrige und seit sieben Jahren ist keinerlei Lohnzulage erfolgt. Der Durchschmttsverdienst betrug 23 Mark wöchentlich und eine Statistik, die in einem außergewöhnlich guten Geschäftsgänge aufgemacht wurde, ergab einen Wochenverdienst von 26 Mark. Für das Paar Handschuhe zu schneiden wurden bisher in der Regel 25—27 Pfennig und bei besonderen Qualitäten und Ledersorten auch etwas mehr bezahlt. Die Handschuhmacher stellten an die Fabrikanten die Forderung, den Schnittpreis um 2 Pfennig pro Paar zu erhöhen. Zunächst sträubten sich die Herren Fabrikaulen gegen jede Zulage, obwohl das handschuhtragende Publikum Kreisen angehört, bei denen 2 Pf. mehr oder weniger für ein paar Handschuhe gar keine Rolle spielen, im Gegenteil, der Fabrikant erhöht seine Preise nicht um 2 Pf., sondern schlägt 25 Pf. auf und macht dabei immer noch ein feines Geschäft. Die Fabrikanten beschlossen anfänglich, den Forderungen der Handschuhmacher Widerstand entgegenzusetzen und nichts zu bewilligen. Dieses Gelöbnis hielt aber nicht lange stand. Aks die Herren sahen, daß die Gehülfen, gestützt auf die Organisation, fest auf ihrer Forderung bestanden, kani einer nach dein andern dahinter, daß es wohl besser sei, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und lieber klein beizugeben. Wie schon eingangs betont, sind die Forderungen in allen Ge- schäften Berlins und auch in einigen in der Umgebung Berlins an- erkannt und nur ein Fabrikant steht noch aus. Aber auch er wird sich zu einem Zugeständnis bequemen müssen, lvill er nicht riskieren, seine Leute zu verlieren, und im Fall er erst nach einiger Zeit die Forderung bewilligen ivill, wird er gewahr werden, daß in einem solchen Fall die Organisation es bei der jetzigen geringen Forderung nicht bewenden lassen wird. Daß die Forderungen der Handschuhmacher ohne jeden Kampf bewilligt wurden, ist nur ihrem festen Zusammenhalten und ihrer guten Organisation zu danken. Ein Beweis mehr, daß jeder Arbeiter es für seine heiligste Pflicht halten sollte, seiner gewerkschaftlichen Organisation anzugehören. Deutkebes Reich.. Zur Bergarbeiterbewegung. Am Sonntag fanden zwei Beleg schaftsversammlungen der Zechen„ Kai s er st u hl" beiDortniund statt. Schon am 2. September dieses Jahres tagte eine Belegschaftsversammlung dieser Zeche, die Wünsche und Forderungen formulierte, welche eine Kommission der Zechenverwaltung zu überreichen hatte. Die Kom- Mission ist dem Auftrage nachgekommen und die Versammlungen am Sonntag waren bestimmt, den Bericht der Kommission entgegen- zunehmen. Außerdem stand als zweiter Punkt aus der Tages- ordnung:„Die gegenwärtige günstige Konjunktur und die Auf- gaben der Bergarbeiter". Die Kommission gab von ihren Schritten Kenntnis und daß sie von der Direktion der Zeche folgendes Schreiben erhalten habe: „Im Herbst vorigen Jahres ist infolge der neuen Novelle zum Berggesetze ein Ausschuß als ständige Vertretung der Beleg- schaft der Schachtanlage.Kaiserstuhl 2" durch die Belegschaft gewählt. Diesen Ausschuß darf ich nach den gesetzlichen Be- stimmllngen lediglich als Vertretung der Belegschaft auffassen, und dieser allein darf allgemeine Wünsche der Belegschaft der Zechenverwaltung vorlegen. Die Beantwortung Ihres Schreibens beruht daher auf Entgegenkommen meinerseits. Ihrem Wunsche, die Lohntage am Anfange jeden Kalenderjahres genau festzulegen, werde ich gerne entsprechen und auch die Lohntage für den Schluß des laufenden Jahres durch Anschlag bekannt geben. Dagegen muß ich die Einführung von drei Lohn- tagen ablehnen, weil bekanntlich nach Lohntogen und nament- lich nach Abschlagstagen infolge willkürlichen Feierns eines großen Teils der Arbeiter der Förderausfall sehr erheblich ist; die Förderung geht nach Abschlagstagen fast auf die Hälfte der normalen zurück; das liegt aber nicht im Interesse des Be- triebes und auch nicht. da die Arbeiter im wesentlichen nach der Fördermenge ausgelöhnt werden, im Interesse der Arbeiter. Die Lohnzahlungen auf den 1. und 15. des Monats zu legen, ist nicht durchführbar, da die endgültige Festsetzung der Lohn- schlußsumme infolge Abnahme der geleisteten Arbeit durch die Grubenbeamten, der Anfertigung der Steigerjournale, der Prüfung und Berechnung der verdienten, einzelnen Lohn- summen keinesfalls vor dem 17. bis 18. jeden Monats beendet sein kann.' Die Anstellung eines erfahrenen Bergmannes als Lampenmeister ist nicht erforderlich; ein zuverlässiger, gewissen- hafter Mann kann ebenso gut für die Instandhaltung der Gruben- lampen sorgen als ein gelernter Bergmann. Das Gezähe den Gesteinshauern vor die Arbeit zu liefern, führt nur zu Streitig- leiten über den Empfang bezw. Richtempfang der Gezähestücke zwischen den beteiligten Personen und erschwert die Kontrolle über die Ausgabe und den Empfang der Gezähestücke,.macht diese geradezu unmöglich. Eine allgemeine Lohn- erhöhung zu gewähren, bin ich nicht in der Lage, da das Steigen und Fallen der Löhne ganz von selbst durch die Konjunktur bedingt wird. Aus- drücklich bemerke ich, daß die auf Zeche„Koi'ferstuhl" gezahlten Löhne den auf den benachbarten Zechen zur Zahlung gelangenden Löhnen mindestens gleichkommen, dieselben meistens sogar über- treffen. Im übrigen mache ich darauf aufmerksam, daß der Durchschnittslobn pro Mann und Schicht auf den Schächten „Kaiserstuhl" innerhalb der letzten zwölf Monate um über 10 Prozent gestiegen ist. Nieder st ein." Die Antwort der Direktion bedeutet kurz gesagt die Ab« lehnung aller Wünsche und Forderungen. Ehe sie hierzu Stellung nehme, wollte nun die Versammlung den Vortrag zum zlveiten Punkte der Tagesordnung hören. Die Redner ver- wiesen darauf, daß die Situation sich durch das Vorgehen der Siebenerkommission geändert habe. Das Vorgehen von einzelnen Belegschaften höre dadurch auf. Auf die ungemein flotte Konjunktur wurde verwiesen, auf den Arbeitermangel, die Kohlennot und die riesig steigenden Gewinne der Unternehmer. Andererseits profitiere der Arbeiter gar nichts an der flotten Konjunktur. Die geringe Steigerung stehe in keinem Verhältnis zu den ungeheuer- lich gesteigerten Lebensmittelpreisen. Vergleiche man die Löhne und Lebensmittelpreise der Jahre 1900 und 1906, so müßte jetzt, bei gleicher Steigerung der Durchschnittslohn der Bergleute eigentlich 5 Vi. 22'/z Pf. betragen, er betrage aber nur 4,26 M. Darum stünden die Bergleute sich heute um 96>/z Pf. pro Schicht ungünstiger gegen das Jahr 1900. Die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft be- schäflige etwa 30 000 Arbeiter, die im letzten Jahre einen Durch- schnittslohn von 1264 M. verdient hätten. Die Gesellschaft habe aber pro Kopf der Arbeiter 1121 M. verdient. Und wenn man die Gebälter aller Beamten noch zu den Betriebsunkosten rechnen wolle, auch alle übrigen Unkosten von dem Gewinn in Abzug bringe, ebenso alle Abschreibungen für Rücklagen, dann habe die Gesellschaft noch pro Kopf der Belegschaft 842 M. verdient. Achnlich stehe es mit dem Gewinn der andern Bergwerksgesellschaften. Das Verlangen der Bergleute nach Lohnerhöhung sei also voll berechtigt. Man möge sich einig sein, Disziplin wahren und Putsche verhüten. Den Anweisungen der Siebenerkommission, die in den nächsten Tagen allen Zechenverwaltungen Deutschlands die Forderungen zu- stellen werde, müsse unbedingt Folge geleistet werden. Diese Aus- sührungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen, folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die BelegschaftSversammlung der Zeche ,. Kaiserstuhl" erklärt sich nach Anhörung deS Referenten mit der Einreichung der Forderung einer löprozentigen Lohnerhöhung einverstanden, denn diese Forderung ist mit Rücksicht auf die erhöhten Lebensmittel« preise und die erzielten Staatsüberschüsie voll und ganz berechtigt, des ferneren aber auch notwendig, um das gesundheitswidrige Ueberschichtenunwesen zu beseitigen. Des weiteren fordert die Versammlung von den Bergwerksbesitzern und der Regierung Aufbebung der vielfach noch bestehenden Sperre. durch welche den Arbeitern die Freizügigkeit geraubt wird und sie zu Staatsbürgern zweiter Klasse herabgedrückt werden. Ferner erklären alle Anwesenden, mitzuhelfen, daß die große Zahl der Indifferenten für die Organisation gewonnen wird, denn nur ein starker und kräftiger Verband kann die Lage der Berg» arbeiter verbessern. Die Versammelten verpflichten sich, in allen Lagen der Lohn« bewegung nur auf die Anweisungen der Gesamtleitung zu hören und sich zu keinen unüberlegten Schritten verleiten zu lassen, denn nur durch Einmütigkeit und Disziplin kann unsere berechtigte Sache glücklich zu Ende geführt werden." Außerdem fand auch noch folgender Antrag einstimmige An« nähme: „In Anbetracht der nunmehr seitens der fünf Verbände ein» geleiteten allgemeinen Lohnforderung nimmt die Belegschaft vor« läufig von lokalen Forderungen Abstand. Die Kommision bleibt bestehen und wird zu geeigneter Zeit die etwa erforderlichen Maß» nahmen treffen." Ein Versuch des Zentrums-Stadtverordneten Blume, die Beleg« schaft zu veranlassen, den„Ausschuß" mit der Durchführung der Forderung zu betrauen und dem Ausschuß eine Art Vertrauens- votum auszustellen, wurde entschieden zurückgewiesen. Der Ausschuß wird nach wie vor von der Belegschaft nicht anerkannt. Achtung, Weber und Bandwirker! Die Rheinische Möbelstoffweberei vorm. Dahl u. Hunsche wird sehr wahrscheinlich versuchen, durch Inserieren noch einige Weber oder Bandwirker für ihren Neubau zu bekommen. Da dre Arbeiter besagter Fabrik seit 12 Wochen im Streik stehen, ersuchen wir alle Kollegen, ein offenes Auge zu haben und von jeder ihnen zu Gesicht kommenden Annonce sofort Mitteilung zu machen an das Streikbureau, Restaurant Hildebrand, Bannen, Alleestraße 42. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Rheinflößerstreik ist, wie uns aus Köln gemeldet wird. nicht völlig beendet. Es war nur stellenwerse eine Ver- ständigung zwischen den Ausständigen und den Unternehmern er- folgt. Die Glasergehülfen in Aachen befinden sich in einer Lohn» bewegung. Zuzug ist fernzuhalten. Ein Gelöbnis zum Streikbruch als Festgeschenk. In Jmmenstadt im Allgäu feierte der katholische Pfarrer sein Namenstagsfest im katholischen Arbeiterverein. Dabei entbot der Geselle des Pfarrers, der Kaplan, dem Herrn Präses „als Angebinde das Gelöbnis der Mitglieder, niemals an den Arbeiterbewegungen, die fast immer zum Schaden der Arbeiter ausfallen, teilzunehmen".— WaS diese katholischen Arbeiter zu der Ab- gäbe dieses Gelöbnisses, wozu sie sicher eine Vollmacht nicht gegeben hatten, gedacht haben, wissen wir nicht, nur das ist bekannt geworden, daß, als der Kaplan kurz vor seiner Rede zur Linderung des Unbehagens infolge über» fiillten Magens ein Gläschen SchnapS trank, einer der katholischen Arbeiter zu einem Kameraden sagte:„I brauch koan SchnapS zur Verdauung; uns sind geschtern wieder zwoa Mark abzoga worda." HustancL Der Ausstand der griechischen Eisenbahnangrstrlltm ist beendet. Letzte]\achnchtcn und Depefcbcn, Ein feines Geschäft. Posen, 3. Oktober.. Nun, beste Grüße für heute. Gott gebe einen günstigen Verlauf der Untersuchung und behüte uns vor einer Neuwahl. Sie selbst persönlich können auf alle Fälle ruhig sein. Ihr erg. Wittemann. Vernichten Sie, bitte« diesen Brief nach Lesung!" Am 7. Januar richtete Pfarrer Gaisert folgenden Brief an den Malermeister Kram er: „Geehrter Herr Kramer! Nächsten Mittwoch wird hochnotpeinliche Untersuchung sein von wegen meiner staatsgcfährlichen Wahlagitation. Ihr Name steht unter dem Wahlprotest. Sie können sich dafür bedanken bei den roten Brüdern in Bonndors. — Sollten Sie gefragt werden, was ich zu Wirt Faller im nebenanstoßenden Kontor gesagt habe, um ihn zur Wahl aufzu- muntern, während Sie mit Ihren Leuten zu Mittag gegessen haben, so können Sie dem Fragesteller und Untersuchungsrichter(gemeint ist der Wahlkommissär. D. Red.) ruhig sagen:„Ich habe nicht darauf geachtet; was der Pfarrer von Gündelwangen mit seinen Leuten verhandelt, geht mich nichts an. Ich habe zu Mittag gegessen und meine Aufmerksamkeit war auf dieses Geschäft hingerichtet. Damit ist die Sache für Sie abgetan." Mit freundlichem Gruß M. Gaisert, Pfarrer." Angeklagter behauptet, er habe damals weder gewußt noch daran gedacht, daß die Zeugen, und damit auch Kramer. vereidigt würden. Dieser Gedanke sei ihm erst später gekommen. Am 20. Januar sei er dann auks Rathaus geholt worden, wo Staatsanwalt Kuenzer von Waloshut Ver- nehmungen vornahm. Hier in diesem ersten Verhör hat Gaisert nach dem Protokoll zugegeben� daß er mit der Möglichkeit gerechnet habe, die Zeugen, also auch Kramer, würden bei ihrer Vernehmung vereidigt werden. Auf Vorhalt des Vorsitzenden bestreitet der Angeklagte tmjer Schluchzen, das zugegeben zu haben. Er habe nur gesagt, er hätte wohl an diese Möglichkeit gedacht, aber nicht mit ihr gerechnet. Auch dieses Zugeständnis habe er nur gemacht in der Angst wegen der Drohung des Staatsanwalts, der ihn fortwährend zum Sprechen gedrängt und genötigt habe. Irriger Weise habe der Staatsanwalt das Protokoll dann so gefaßt, daß er(Gaisert) mit der Möglichkeit der Vereidigung Kramers gerechnet habe. Dies Protokoll hat der Angeklagte damals ohne Widerspruch an- erkannt und unterschrieben. Gaisert erklärt, bei der Protokollicrung ruhiger Ueberlegung nicht fähig gewesen zu sein. Am andern Tag nach Verhaftung des Angeklagten erfolgte die Vernehmung Gaiserts durch Amtsrichter Kiefer in Bonndorf, wobei er dieselbe Aussage machte wie vor dem Staatsanwalt. Der Vorsitzende wies darauf besonders hin, worauf Gaisert erwiderte, er sei auch dann noch in einer Gemütsverfassung gewesen, in der er nicht ruhig habe über- legen können. Zur eingehenden Besprechung kommt nun der Vorgang vom 19. Oktober, am Wahltage, in der Wirtschaft Faller in Gündelwangen. wo Gaisert im Nebenzimmer eine Unterredung mit Faller hatte wegen des Wählens, während draußen im Gast- zimmer Maler Kramer mit seinen Gehülsen beim Essen saß. Gaisert hatte den Leuten beim Betreten des Lokals: Guten Appetit! zugerufen. Er kannte also ihre Anwesenheit. Gaisert hat bei dieser Gelegenheit Faller aufgefordert, „recht" zu wählen, und zwar soll er ihn unter Handschlag verpflichtet haben, den Zentrumskandidaten zu wählen. Er habe absichtlich gedämpft gesprochen, damit die Leute im Gastzimmer es nicht hören sollten. Er glaubt auch nicht, daß die Leute ihn verstanden haben. Pfarrer Gaisert will, als er den Brief an Kramer schrieb, nicht gewußt haben, daß die Zeugen, also auch Kramer, vereidigt werden könnten. Er habe aus Aeußerungen Kramers gegenüber Dritten entnehmen müssen, daß Krämer überhaupt nichts wisse, daß er ihm mit dem Briefe also einen Gefallen erweise und ihn als Zeugen ausschalten könne. Krämer habe zu Vikar Fehrenbach gesagt, es sei ihm unangenehm, daß sein Name unter dem Wahl- Protest stehe und daß er gegen Gaisert ausgespielt werde. Wie der Vorsitzende hierzu bemerkt, stelli Kramer in Abrede, diese Acußerung zu Fehrenbach getan zu haben. Pfarrer Gaisert er- widert, das sei ihm so mitgeteilt worden. Wenn man auf dem Schwarzwald sage: ich weiß nicht viel, so heiße das konstant soviel wie: ich weiß nichts. Die Frage des Vorsitzenden, ob ihm nicht doch der Gedanke ge- kommen sei, Kramer könne etwas gehört haben, verneint Gaisert. Vors.: Erklären Sie uns doch einmal, wie Sie sich Ihren moralischen Rückzug eigentlich denken: man könne auch unter Eid eine ausweichende Antwort geben, wenn man nur nichts Positives falsch beschwöre. Der A n- geklagte ist nicht in der Lage, dem Verlangen des Präsidenten entsprechend ein Beispiel eines solchen Falles namhaft zu machen oder zu konstruieren. Der Vorsitzende gibt auch seiner Ver- wunderung darüber Ausdruck, daß der Angeklagte in einer Zeit, in der so sehr über die Mißachtung der Eidespflicht, über die Eidesnot geklagt werde, nicht auch an eine Vereidigung gedacht habe wie Fahrenbach. Zeugenvernehmung. Als erster Zeuge wurde Oberamtmann Kapferer- Säckingen vernommen, der seinerzeit nach Beanstandung der Wahl Wittcmanns im Wahlkreise Bonndorf-Waldshut im Auf« trage des Ministeriums die erforderlichen Erhebungen wegen der einzelnen Punkte des Wahlprotestes zu machen hatte. Er teilt mit, was Wirt Faller, Malermeister Kramer und die Maler- gehülfen Wolf und Kratz über die Vorgänge am Wahltage(19. Ok- tober) aussagten, speziell über die Beeinflussung Fallers durch Gaisert. An Fallcr sei ihm die Zurückhaltung in den Aussagen aufgefallen. F. habe nicht recht mit der Sprache herausrücken »vollen. Pfarrer Gaisert habe bei der Vernehmung bestrstten, Wahlagitation so betrieben zu haben, wie sie ihm vorgeworfen werde. Gaisert habe präzis und frisch gesvrochen und seine Aussagen schienen vorsichtig und wohlüberlegt zu sein. Den Brief Gaiserts habe ihm Krämer auf sein Ersuchen freiwillig zur Verfügung gestellt. Zeuge Hirschenwirt Fall er erzählt, daß der An- geklagte am 19. Oktober zu ihm gekommen sei und ihn im Neben- zimmer unter Handschlag aufgefordert habe, den ZentrumSabgeordnetcn Wittemann zu wählen. Pfarrer Gaisert habe so gesprochen, daß Malermeister Kramer und seine Gehülsen, die im Gastzimmer das Mittagessen einnahmen, es wohl hören konnten. Ob sie aber auch alles verstehen konnten, könne er nicht sagen. Das zweitemal sei Gaisert zwei Tage vor der Vernehmung durch den Wahlkommissär am 8. Januar zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, wie sein Name in den Wahl- Protest komme. F. will dies nicht wissen. Gaisert habe ihm dann gesagt, er könne das Zeugnis(in Sachen des Wahlprotestes) ver- weigern und am folgenden Tage, dcni vor der Vernehmung, sei er wieder gekommen und habe ihm erklärt, er könne die Aussagen doch nicht verweigern, er werde vereidigt werden. Er habe den Eindruck gehabt. Gaisert habe ihn bei dieser letzten Unter- redung veranlassen wollen, die Wahrheit zu sagen. Zeuge Malermeister Kramer, an den Gaisert den der Anklage zugrunde liegenden Brief geschrieben hat: Gaisert habe, wie er(Zeuge) deutlich hörte, zu Faller gesagt, er solle gut wählen und ihin die Hand darauf geben. Mehr will der Zeuge nicht verstanden haben. Auf die Frage des Vorsitzenden, was er sich beim Empsang des Briefes von Pfarrer Gaisert gedacht habe, erwiderte Krämer, er habe den Eindruck gehabt. Gaisert wolle ihn zu einer u«wahren Aus- sage verleiten. Nachdem er aber über die Auffassung GaisertS unterrichtet gewesen sei, habe er nicht mehr glauben können, daß er ihn zu einem Meineide habe verleiten wollen. Die Malergehülfen Wolf und Kratz, die bei Kramer in Arbeit stehen, bestätigten die Worte Gaiserts gegenüber Faller. Gefängnisvfarrcr Merta, auf Antrag der Ber- teidigung geladen, kam vor etwa 11 Jahren in seiner beruflichen Tätigkeit mit dem in der Nachbarschaft wirkenden Pfarrer Gaisert häufig zusammen. G. habe ihn oft um Rat gefragt in allen möglichen Fragen der Pastoration und dabei auch in kleinlichen Dingen eine fast ängstliche Gewissenhaftigkeit gezeigt. Pfarrverweser Fehrenbach von Furtwangen war zur Zeit der Landtagswahl bis in dieses Frühjahr Vikar in Bonn- dors. Er erzählt zunächst die Geschichte der Bonndorfer Wahl und ihrer Anfechtung. Er habe, nachdem er von dem Protest Kenntnis erhalten hatte, aus eigenem Antriebe den Maler Kramer gefragt, wie es komme, daß sein Name ini Wahlprotcst genannt sei. K. habe erwidert, er wisse es nicht. Zeuge will den Eindruck erhalten haben, daß Kramer die Sache sehr unangenehm sei.(Das be- streitet der nochmals vorgerufene Kramer.) Am 19. Dezember hat der Zeuge Pfarrer Gaisert in G. besucht und dabei mit ihm auch über die Wahlveeinflussung gegenüber Faller gesprochen, ein Ge- spräch, das G. sehr unangenehm gewesen und deshalb abgebrochen worden sei. Daß die Zeugen bei der Vernehmung durch Ober- amtmann Kapferer vereidigt wurden, hat Fchrenbach, wie er er- klärt, nicht bestimmt gewußt, er will nur mit der Möglichkeit ge- rechnet haben. Bemerkenswert ist noch die Mitteilung des Zeugen. daß der G e g e n p r o t e st gegen die liberalen Wahlprotest vom Zentrumsabgeordneten Wittemann selbst abgefaßt wurde. StaatsanwaltDr. Kuenzer berichtet über die Verneh- mungen, die er am 20. Januar in Bonndorf und Gündelwangen vor- genommen hat. Gaisert habe bei der Vernehmung in ruhigen und vorsichtigen Aussagen zunächst zugegeben, daß Kramer und seine Gehilfen schon hätten hören können, denn das Lokal sei ja klein. Ebenso gab er zu, daß er von der Vereidigung der Zeugen Kenntnis gehabt habe. Man vereidige doch sonst die Zeugen, warum soll es denn bei diesen Leuten anders sein?— so etwa lautete die Aussage des Pfarrers Gaisert zum Punkte der Vereidigung. Als ihm nun der Staatsanwalt eröffnete, daß unter diesen Un, ständen ihm ein Verbrechen im Sinne des§ 159 zur Last falle, dessen Tatbestand ihm erklärt wurde, entgegnete Pfarrer Gaisert, eine Verleitung zum Meineid liege nicht vor; der Zeuge könne doch eine ausweichende Antwort geben, ohne dabei eine direkte Unwahrheit zu sagen. Diese Auffassung habe der Angeklagte wiederholt vertreten. Nachdem das umfassende Geständnis vorgelegen hat, eröffnete der StaatSan- Walt dem Angeklagten die Verhaftung. Auf der Fahrt nach Bonn- dorf habe Gaisert geftagt, ob er denn wegen der Sache wirklich ins Zuchthaus müsse, ob es dafür nicht auch Gefängnis oder Geldstrafe gäbe. Er habe doch nichts böses gewollt, erHabe nurzucin er ausweich cn den Antwort verleiten wollen. In Bonndorf erfolgte dann auf besonderen Wunsch des Zeugen noch die Vernehmung des Beschuldigten durch Amtsrichter Kiefer. Hier wiederholte Pfarrer Gaisert nach dem staatsanwalt- schaftlichen Protokoll das Geständnis in allen Punkten. Der Staats- anwalt hatte für den Fall, daß der Verdacht hinfällig wurde, sofor- tige Freilassung in Aussicht gestellt. Diese war nun nach wiederholtem Geständnis ausgeschlossen. Als durchaus unrichtig bezeichnet der Staatsanwalt die Acußerung des Pfarrers Gaisert, er(Zeuge) habe ihm sofort mit Verhaftung ge- droht, wenn G. kein Geständnis ablege. Der Angeklagte bleibt darauf bestehen, während die Versickierung des Staatsanwalts durch den Zeugen Aktuar R ö ß le r bestätigt wird. Amtsrichter Kiefer berichtet über die am gleichen Abend durch ihn erfolgte Vernehmung des Angeklagten. Dieser habe seine Aus- sage vor dem Staatsanwalt in allen Punkten aufrechterhalten. Der- selbe sei zwar niedergedrückt, aber nicht erregt gewesen. Die Ant- Worten seien ihm als der Ausdruck der inneren Gesinnung erschienen. G. habe sich auch bei ihm nach dem Strafmaß erkundigt. Am interessantesten gestaltete sich die Vernehmung des Oberamtsrichters Wittemann-Donaueschingen des ultramontanen Landtagsabgcordneten für den Wahlkreis Bonn-, dorf-Jnstetten. Bei der Abfassung eines Gegenprotestes gegen den Wahlprotest, der sein Mandat anging, ließ er sich das Material durch die Vertrauensmänner sammeln, mit denen er in Briefwechsel trat. Zu diesen gehört auch Pfarrer Gaisert. An Gaisert schrieb W. zwei Briefe, von denen der oben wiedergcgebene in mehr als einer Be- ziehung doppelt merkwürdig ist, wenn man berücksichtigt, daß der Verfasser Richter ist. Nun zur Vernehmung des Zeugen Wittemann. Derselbe er- zählt zunächst die Vorgänge nach der Wahl, Protest und Gegen- Protest, Briestvcchscl mit den Vertrauensmännern. V o r s.: Sie haben damals auch zwei Briefe an den Angeklagten geschrieben? Zeuge: Ja. Vors.: Der zweite Brief enthält doch ganz eigentümliche Wen- düngen, die ich Ihnen nicht vorenthalten kann.(Der Vorsitzende las nun den Brief, der schon bei der Vernehmung des Angeklagten bc- kannt gegeben war, nochmals vor, wobei der Vorsitzende die oben ge- sperrten Sätze langsamer und mit besonderem Nachdruck betonte.) Dann fragte der Vors.: Haben sich bei Abfassung dieses Briefes bei Ihnen keine Bedenken geltend gemacht? Es sind doch eigenartige Dinge, die da zu lesen sind und in denen man eigentümliche Andeutungen finden könnte. Es ist ja auch im Landtag deutlich darüber gesprochen worden. Zeuge: Wenn man allerdings schlecht will, kann man das. Sein Gedankengang sei anders gewesen, als er hier im Briefe zum Ausdruck gekommen sei. Er habe sagen wollen: Hoffentlich wissen diese zwei nicht mehr, als was Sie sagten usw. Im Landtag habe er diese Erklärung ebenfalls abgegeben(Ispsus calami nannte damals Wiftemann die eigentümliche Auffassung). Vors.: Auffällig ist aber auch die folgende Wendung. Kann man nicht aus dem Briefe lesen, daß Aussagen, wie Sie sie andeuten, umgeändert werden sollen? Zeuge bestreitet, derartiges gewollt zu haben, kann aber doch leine plausible Erklärung dafür abgeben. Vors.: Warum bitten Sie denn dann am Schlüsse um Vernichtung des Briefes? Zeuge: Gaisert wollte einen Zeitungsartikel schreiben und darin hätten die Mitteilungen in seinen, Briefe möglicherweise ungc- schickte Verwendung finden können. Damit das nicht geschehe und den Gegnern nicht Gelegenheit gegeben werde, den Inhalt gegen ihn auszuschlachten, weil auch von Nazzen und Sozzen die Rede sei, habe er in einem Nachsatz um Vernichtung des Briefes ersucht. Vors.: Das bestätigt doch eigentlich die oben ausgesprochene Vermutung. Der Zusatz ist doch eigentümlich. Sie haben zwar eben eine Erklärung dafür versucht... Zeuge: Kein Versuch! Ich habe aus dem angegebenen Ge- dankengang heraus den Zusatz geschrieben. Staatsanw.: Im ersten Briefe war doch auch von Block- sozzen die Rede, ohne daß nachher um Vernichtung des Briefes gebeten wird. Z e u g e: Ich habe in jener Zeit so viele Briefe geschrieben, daß ich mich in den Gedankengang nicht mehr recht zu setzen vermag. Bei der Generalversammlung der Akt.-Gcs.„Bonndorfer Volks. blatt" sprach Wittemann einen Llugenblick mit Gaisert, der ihm da- mals wegen der Vereidigung gefragt habe. Wittemann erwiderte damals auf eine Frage des Angeklagten— er selbst kann sich an die Antwort nicht mehr genau erinnern, diese wurde aber aus einem früheren Protokoll festgestellt—, er(Gaisert) käme für die Beeidigung nicht inbctracht, denn er gelte als der Beschuldigte. Damit war die sehr bemerkenswerte Einvernahme des Zeugen Witteinann beendet. Aus den weiteren Zeugcnvernehmungcn, daß der Unter. suchungsrichter Gut erklärte, er halte es für ausgeschlossen. daß Gaisert beim Schreiben des Briefes an die Vereidigung dächte. Aus den weiteren Zeugenvernehmungen ist bemerkenswert, daß der Untersuchungsrichter Gut erklärte, er halte es für ausgeschlossen, daß Gaisert beim Schreiben des Briefes an die Ver- eidigung dachte. Mentolreservation. Die Verteidigung beantragte, den Prof. Mayer als Sachverständigen in seiner Eigenschaft als Professor der Moraltheo- logie über Streitfragen auf dem Gebiete der Eidespflicht zu verneh- men. Der Staatsanwalt bat mit Rücksicht darauf, daß es sich hler um den Zibileid, den Eid bor bürgerlichen Gerichten, handle, den Antrag abzulehnen. Das Gericht beschließt die Vernehmung. Prof Mayer erklärt, daß alte Moralwerke aus der Jnquisi- tionszeit die Mentalrestriktion(M. oder Mentalreservation nennt man den in Gedanken gemachten selbstredend ungültigen Vorbehalt, z. B. bei einer eidlichen Behauptung„daß weiß ich nicht", den ge- danklichen Vorbehalt„wenn ich vergesse, was ich weiß" D. R.) beim Eid dann gestattet hätten, wenn der Richter nicht in gesetzmäßiger Weise seine Funktion ausübe. Diese Werke sind aber heute gegen- standsloS, bei unseren Eiden ist eine Mcntalrestriktion völlig ausgeschlossen. Immerhin sei möglich, daß der Angeklagte in einem Irrtum in dieser Richtung befangen war. Nach den Plaidoyers— der Staatsanwalt plaidiert auf schuldig, der Verteidiger auf Freispruch— beantragte der Angeklagte seinen Freispruch. Der Brief an Kramer sei ein dummer Streich, den er schon oft bereut habe. Nach längerer Beratung wird nach 1 Uhr nachts das Urteil dahin verkündet: Der Angeklagte Michael Gaisert von Lautenbach wird wegen Verbrechens nach§ 159 R. St. G.(Unternehmen der Ver- leitung zum Meineid) zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und zu den Kosten verurteilt. 1 Monat der Untersuchungshaft wird angerechnet. Zur Begründung des Urteils hob der Vorsitzende nach ..inigen rechtlichen Ausführungen über den Tatbestand des§ 159 hervor, der Gerichtshof sei zu dem Ergebnis gelangt, der Angeklagte habe mit dem Briese bezweckt, daß Krämer vor dem Wahlkommissär bewußt objektiv unwahres aussage. Gaisert habe dabei mit der Möglichkeit der Beeidigung des Zeugen rechnen müssen. Bei der Strafausmessung habe der Gerichtshof die Aufregung der Wahlzeit. aber auch die Persönlichkeit des Angeklagten inbetracht gezogen. Tie Verhaftung wird nicht ausgesprochen. partci- Hngclegcnhcitm Zweiter Wahlkreis. Für den 8. Kommunalwahlbezirk findet aeute abend 8'/z Uhr in ThiemS Festsäle». Blücherstr. Ol, eine Wählerversammlung statt, in welcher der Kandidat P. D u p o n t über: Unsere Kommunalverwaltung sprechen wird. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Sozialdemokratischer Wahlverein Groß- Lichterfelde- Lankwitz. Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, Vereinsversammlung bei Reisen, Chausseestr. 194. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags- abgeordneten Genossen Zubeil. Diskussion. Vereinsangelegen- Helten. Friedenau. Die Genossen werden nochmals auf die Volks« Versammlung im Rheinschloß aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Schmargendorf. Am Mittwoch, den 19. Oktober, abends SVa Uhr. findet im Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Jeder Genosse ist verpflichtet pünktlich zu erscheinen. Spandau. Heute abend findet im Lokal von Köpnick, Pichelsdorferstr. 39. eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Borchardt über Nationalökonomie sprechen wird. Die Wichtigkeit dieses Themas erfordert zahlreiches Er- scheinen der Arbeiterschaft. Auch für die Frauen dürste der Vortrag von großem Interesse sein. Potsdam. Der Wahlverein hält am Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8'/z Uhr, seine monatliche Versammlung bei L a d e n t h i n ab. Tagesordnung: 1. Neuaufnahme. 2. Abrechnung. 8. Vortrag des Genossen Jul. Borchardt-Berlin. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Berliner JVacbrichten« Die„zufriedenen" Gemeindearbeitl.. Dem Berliner Stadtfreisinn ist gegenwärtig gar nicht wohl zumute. Die Zunahme der Unzufriedenheit, die bei den Gemeindearbeitern Berlins in der letzten Zeit bemerkbar geworden ist, hat die freisinnigen Machthaber des Rathauses allmählich einsehen gelehrt, daß die Mehrzahl der Gemeindearbeiter mit ihrer Geduld so ziem- lich zu jTnde ist. Schon wird im Rathause mit der Möglich- keit gerechnet, daß eines Tages die Gemeindearbciter vor den Magistrat hintreten könnten, um ihm und der freisinnigen Stadtverordnctenmehrheit zu erklären:„Wir wollen nun nicht länger mit uns Schindluder spielen lassen!" Was in solcher Lage ein privater Arbeitgeber zu tun pflegt, das tut jetzt auch der Kommunalfreistnn, der sich als Brotherr" der Gemeindearbeiter fühlt: er schimpft über die „H e tz e r". die an a I l e m s ch u l d seien. Die Rathaus- gewaltigen besorgen dieses Geschimpfe nicht selber, sondern halten sich hierzu ihren Offiziosus, der in der Eigenschaft eines Magistratsberichterstatters den Zeitungen mitzuteilen hat, was der Kommunalfreisinn einem gläubigen Lese- Publikum vorgesetzt zu sehen wünscht. Ein Opus dieser Art. das vom Rathause aus versandt worden ist, behandelt das „gute Verhältnis", das zwischen der Gemeinde- Verwaltung und den Gcmeindearbeitern bisher bestanden habe. Es lautet so: „Unter den städtischen Arbeitern wird seit einiger Zeit eine ganz besonders lebhafte Agitation betriebe», die geeignet er- scheint, das bisher bestandene gute Verhältnis zwischen Arbeitern und der städtischen Verwaltung zu gefährden. Die Agitation, die kein �Mittel unversucht läßt, um die Arbeiter unzufrieden zu machen, hat gezeigt, daß zahlreiche Arbeiter von derselben nichts wiffen wollen. Die Arbeiter, besonders die in den Ar- beiterausschüssen. wissen, daß die städtische Verwaltung bestrebt ist, die Wünsche der AuSschuffe zu prüfen und wohlwollend zu behandeln. So hat z. B. die Direktion der Gaswerke eine aber- malige Verkürzung der Arbeitszeit für die Retorten- und Hof- arbeiter in Vorschlag gebracht, die voraussichtlich schon in Kürze durchgeführt werden kann, ohne daß es erst Forderungen, Drohungen mit Ausständen bedurft hätte." Also die Gemeindearbeiter sind zufrieden! Sie wollen Nichts wissen von der Agitation, die sie„unzufrieden machen" möchte und„das bisher bestandene gute Verhältnis ge- fährdet"! Die Gemeindeverwaltung ist bestrebt, alle Wünsche „zu prüfen und wohlwollend zu behandeln", sie gewährt frei- willig Verkürzungen der Arbeitszeit und läßt sich nicht erst durch„D r o h u n g e n m i t A u s st ä n d e n" dazu drängen! Ob das B e r u h i g u n g s p u l v e r, das der Rathausfrei- siim da den unruhig gewordenen Gemeindearbeitern reicht. seine Wirkung tun wird? Im Rathaus werden sie nichts sehn- licher wünschen als das— und nicht nur um der Berliner Gemeindeverwaltung willen, sondern vor allem im Interesse der Prwatindustrie. Denn das ist das Charakteristische für unseren Rathaus- freisinn, daß er bei Entscheidungen über Lohn- und Arbeits- Verhältnisse der G c m e i n d e a r b e i t e r es für seine Pflicht hält, auf die P r i v a t i n d u st r i e zu blicken. Der private Arbeitgeber, der seinen Arbeitern so wenig wie möglich gewährt, ist der Stadtgemeinde das Muster, nach dem s i e alä Arbeitgeberin sich richtet. Und auch sie selber will schon deshalb ihren Arbeitern so wenig wie möglich gewähren, weil sie ihrerseits wieder dem privaten Arbeitgeber hierin ein Muster sein möchte, nach dem e r sich richten kann. So be- wegen Gemeindeverwaltung und Privatindustrie sich mit- einander in einem Kreislauf, der zwar sinnlos ist, dem aber beide es verdanken, daß sie Arbeiterforderungen kühl mit dem Hinweis auf das„Muster" abtun können. Den letzten Fall, der hierher gehört, haben wir im Mai dieses Jahres erlebt. Da hatte die Stadtverordneten- Versammlung Stellung zu nehmen zu jenem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die„Ein- sührung von Bestimmungen über die Arbeits- und Lohn- Verhältnisse der städtischen Arbeiter Berlins" forderte. Alle freisinnigen Fraktionen einigten sich dahin, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Der Redner, den sie gemeinschaftlich mit der Begründung dieses ihres Be- fchlusfes betraut hatten, gab die Erklärung ab:„Sie(die drei Fraktionen) erblicken in diesem Antrage nicht nur eine Schädi- gung der städtischen Verwaltungsverhältnisse, sie erblicken darin auch eine Gefahr für die gesamte industrielle Welt Berlins." So urteilt die Unternehmerlogik der frei- sinnigen Stadtverordnetenmehrheit! Da- mit die Privatindustrie nichts zu gewähren braucht, darf die Stadtgemeinde nichts gewähren. Und damit die Stadt- gemeinde dabei verharren kann, nichts zu gewähren, wird jetzt vom Rathause aus erklärt, daß die Gemeindearbeiter ja ganz zufrieden sind und es gar nicht anders haben wollen. * Der Antrag Dr. Arons und Genossen betreffend Erhöhung der Löhne städtischer Arbeiter und Bewilligung einer Teuerungszulage an diejenigen städtischen Arbeiter, die nicht mehr als 2909 M. Ein- kommen haben, steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Stadtverordneten-Bersammlung am Donnerstag, den 11. Oktober. Magistrat und B. E. W. Eine Kommission des Magi- strats beschäftigte sich, wie angekündigt, am Sonnabend unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner mit dem durch die Stromerschöpfting der B. E. W. geschaffenen Verhältnis zwischen Stadt und Gesellschaft. Die Verhandlung war sehr eingehend, ohne daß man zu einem endgültigen Beschluß ge- langte. Bestimmte Anträge oder Vorschläge von den B. E. W. lagen nicht vor. Die Kommission ging daher bei ihren Beratungen von den durch die Interessen der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung gebotenen Gesichtspunkten aus. Inwieweit Aenderungen des bestehenden Vertrages zwischen Stadt und B. E. W. notwendig sein werden, wird sich erst im Verlauf der Unterhandlungen mit der Gesellschaft er- geben. Die Beratungen im Schöße des Magistrats dauern noch an. Erst wenn ein gewisses Einverständnis mit den B. E. W. erlangt sein wird, dürfte sich die Stadtverordneten- Versammlung mit der Frage befassen. Die von der Stadt Berlin beschlossene Nnterzrundbahn Nord— Süd (Seestraße— Kreuzberg) hat iu mehreren Vororten den Wunsch er- weckt, an diese Bahn angeschlossen zu werden. Der Magistrat von Berlin ist diesem Wunsche entgegengekommen. Unter dem Vorsitz des Stadtrats Böhm fanden gestern im Beisein des Oberbürger- meisters K i r s ch n e r und des Stadtbaurat Krause im Rathause mit Vertretern der Städte Schöneberg und Wilmersdorf unverbind- liche Besprechungen statt, an der sich besonders Baurat G e r l a ch, die Stadträte E r l e r und Peters, der Beigeordnete L a m p e r t u. a. rege beteiligten. Sie zeitigten zunächst ein unbedingtes Wer- trauen in die Absichten der genannten drei Gemeinden, den Plan einer Weiterführung der Untergrundbahn vom Kreuzberg aus nach dem Westen durch Schöncberg nach Wilmersdorf tatkräftig zu fördern und sich nach jeder Richtung entgegenkommend zu ver- halten. Im Falle die zuständigen Gemeindebehörden von den- selben Gefühlen sich leiten lassen wie ihre Vertreter, dürfte es zu einer allseitigen zufriedenstellenden Einigung über den Bau. die Trace und die Verwaltung der geplanten Untergrundbahn Kreuzberg— Schöneberg— Wilmersdorf im Anschluß an die Nord-Südbahn kommen. Eine Fühlung verkrüppelter Kinder unter 15 Jahren findet am 19. Oktober statt, um eine zuverlässige Unterlage für den Ausbau der praktischen Krtippelfürsorge zu gewinnen, deren Erweiterung und Neugestaltung mit Hülfe der orthopädischen Chirurgie und durch die besondere Art des Unterrichtes in geeigneten Krüppclanstaltcn an- gestrebt wird. Grenzenloser Luxus gepaart mit Nichtstun und Massenelend trotz intensiver Arbeit, das ist das Signum unserer heutigen von„Gott gewollten" Gesellschaftsordnung. Der Arbeiter muß alle Werte schaffen. während die Drohnen dem Genuß und der Verschwendung frönen. Einen kleinen Einblick in die Bedürfnisse unserer besitzenden Klasse gewährt folgende kurze Mitteilung: „Die Firma C. A. Herpich Söhne, Berlin. Leipzigerstraße. zeigt zurzeit ein Schaufenster mit Pelzkonfektion, das, wie dem „Konfektionär" berichtet wird, einen Wert von 129999 M. rcprä- sentiert. Es sind nur wenige, dafür aber ausgesuchte Stücke auS- gestellt, dazwischen auf kleinen Ständern oder auf der Erde kleine Muffen und Stolas. In der Mitte ist ein Abendmantel aus sibirischem Zobel ausgestellt, der mit 39 299 M. ausgezeichnet ist, ein Cape t r a v e r S, gearbeitet aus Kronen- zobel, soll 19 999 M. kosten, eine hermelmgefütterte Stola aus demselben edelsten Material 12 999 M., eine andere Stola aus feinstem sibirischen Zobel 6299 M. Außerdem sind noch einige Sachen auö echtem Hermelm von besonderer Kostbarkeit. Der Inhalt des ganzen Fensters wird von Sachkennern auf 129 999 M. geschätzt." Ein einziger Abendmantel für 39 299 M. Gerade so viel wie der Jahresarbeitslohn von nahezu 39 Arbeitern aus- macht. Die Kreise, die sich das leisten können, sind dieselben, die ich nicht genug über die„Begehrlichkeit" der Arbeiter entrüsten iönnen. Es ist das zwar ganz natürlich, denn nur aus dem Schweiße der Arbeiter können die Besitzenden sich solchen Luxus erlauben. Für die Schiffahrt gesperrt— bis auf weitere? ist die zweite, nördliche Durchfahrt der SchillingLbrücke beim Schlesischen Bahnhof. — Ein mit Steinkohlen beladener Sprcekahn versank infolge einer Kollision mit einem Spreedampfer an der steinernen Bogendrücke gestern morgen dergestalt, daß daS Fahrzeug genau in der Bogen- axe der zweiten Durchfahrt unter dem Brückengewölbe zum Sinken kam, so daß sowohl das Vorderteil des Schiffes als auch das Heck mit dem Steuerruder an der westlichen bezw. östlichen Stirnseite der Brücke zu liegen kam und das Schiff vollkommen von der ganzen Breite der Brücke überdeckt wird. Schon ist man damit beschäsligt, die Ladung des untergegangenen Kahne?, welcher nur mit Bug und Heck au? dem Fahrwasser ragt, in einen anderen Spreekahn zu bergen. Die Besatzung des untergegangenen Lastkahnes konnte sich mit einem Boote retten. Das gesunkene Fahrzeug wird bald ge- hoben und der Schiffahrtsweg wieder frei sein. Diejeiiigcu Gewerbetreibenden des LandeSpolizeibezirks Berlin, welche beabsichtigen, auf Grund eineö nach§ 55 Str. 4 der Gewerbeordnung ausgestellten Wandergewerbescheines öffentliche Schau« Stellungen, Musikauffllhrmigen, theatralische Vorstellungen und sonstige Lustbarkeiten im Jahre 1997 sowohl außerhalb wie innerhalb des LandeSpolizeibezirks Berlin darzubieten oder zu veranstalten. werden gut tun, entweder zeitlich getrennte Scheine je. für den auswärtigen Bezirk, in dem sie das Gewerbe betreiben wollen, und für den Landespolizeibezirk Berlin zu lösen, oder einen Jahres- schein nur für den Landespolizeibezirk zu beantragen und seinerzeit dessen Ausdehnung auf den auswärtigen Bezirk nachzusuchen, da eine Ausdehnung auswärts erteilter Scheine dieser Art auf den Landespolizeibezirk Berlin bekanntlich nicht stattfindet. Bei Be- antragung zeitlich getrennter Scheine wird der Zeitraum, auf welchen der Schein für den betreffenden Bezirk gebraucht wird, genau be- zeichnet und zur Vermeidung voller Besteuerung hervorgehoben werden müssen, daß und für welchen Teil des Jahres anderwärts ein Schein beantragt ist. Der Magistrat hat dem Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz für die fernere Tätigkeit zugunsten des südwest- afrikanischen Expeditionskorps 1999 M. bewilligt. Verlegung von 18 Straßenbahnlinien. Die Straßenbahn muß in dieser Woche eine Reihe von Linien umlenken, um die Aus» wechselung der Kreuzungsanlage mit Kurvenerweiterung auf dem Spittelmarkt an der Ecke der Kurstraße vornehmen zu können. Um einschneidendere Betriebsabweichungen zu vermeiden, soll die Arbeit und damit die Umlenkung auf die Zeit von 19 Uhr abends bis 6 Uhr früh beschränkt und der Einbau der Gleise derart geregelt werden, daß in der Nacht vom 19. zum 11. nur die Fahrtrichtung nach dem Molkenmarkt, in der folgenden Nacbt die Fahrtrichtung nach der Leipzigerstraße gesperrt ist, während die Wagen in entgegen- gesetzter Richtung ungehindert verkehren. Dagegen wird es nötig, die Endhaltestelle Spittelmarkt am Spindlerbrunnen bis zum 13. nachmittags 4 Uhr außer Betrieb zu setzen. Die Linie 79 wird deshalb am 12. und 13. bis zum Dönhoffplatz, Endhaltestelle in der Krauscnstraße, geftihrt. Im übrigen beschränkt sich die Aenderung auf die beiden Nächte vom_ 19. zum 12. und betrifft je in einer Richtung folgende Linien: Linie 64, 78 und 79, die durch die Jerusalemerstraße über den Hausvogteiplatz. durch die Oberwall-. Jäger- und Knrstraße, über den Werderschen Markt, die Schleusenbrllcke und den Schloßplatz durch die Breitestraße abgelenkt werden: sodann die Linien 47. 48 und 65, die sich durch die Kommandanten-, Krausen- und Jerusalemer- straße dem Ablenkungswege der vorigen anschließen: serner die Linien 38, 59, 66, 67, 69, 71, 72 und 74, die vom Spittelmarkt durch die Seydelstrnße. die Alte und Neue Jakobstraße und die Brückenstraße über die Jannowitzbrücke, die Straße an der Stralauer Brücke den fahrplanmäßigen Weg erreichen: schließlich die Linien 62 und 79 sowie die Fahrten der Linie 66 von 19,27 bis 11,57 ab Lichtenberg, die vom Dönhoffplatz und Spittelmarkt bis zum Molken- markt eingezogen werden. Zu dem schweren Bauunfall auf dem Bau de-s KriegervercinS- Hauses in der Chauffeestraße wird uns von einem dort tätigen Arbeiter mitgeteilt, daß der Putzer Heinze nicht durch Herabstürzen verunglückt ist, sondern dadurch, daß ihm eine schwere Bohle auf den Kopf fiel, die dem über ihm arbeitenden Burschen eines SchlossermeisterS aus den Händen geglitten war. Dieser Schloffer- meister soll sich durch übermäßiges Antreiben bei der Arbeit sowie durch besondere Vorliebe für jugendliche Arbeitskräfte auszeichnen. Wie uns weiter berichtet wird, war auch die Rüstung nicht vollständig abgedeckt. Liegt die Sache so, dann ist jedenfalls eine gründliche Unter- suchung über die Ursachen des Unfalls notwendig. Aus dem städtischen Asyl für Obdachlose in der Fröbelstraße wird uns ein Vorfall berichtet, der sich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag zugetragen hat und der eine eingehende Untersuchung erfordert.. In der besagten Nacht wurde ein Asyiist von Krämpfen befallen, wobei sich derselbe an der Ecke einer Pritsche ein Auge ausschlug. Der Mann blutete schrecklich und andere Ashlisten machten daraufhin dem Aufseher von dem Unglück Mitteilung. Der Aufseher erklärte, den Obcraufsehcr rufen zu müssen. Dieser aber soll sich nicht gemüßigt gesehen haben, zu kommen, und so verging eine längere Zeit, in der der Unglückliche in seinem Blute lag. Ein Arzt wurde auch nicht zu Rate gezogen, obwohl das Auge heraushing und bei jedem größeren Atemzug Blut der Augen- höhle entströmte. Nach einiger Zeit brachten drei Aufseher den Aermsten nach einem anderen Saal, dem Saal l, und Asylisten wurden aufgefordert, ihm~5ä8 Blut abzuwaschen. Anfangs sollen die sich geweigert haben unter Hinweis daraus, doch einen Arzt zu Rate zu ziehen, schließlich aber doch der Aufforderung nachgekommen sein. Was aus dem Manne geworden ist, wissen wir nicht. Be- stätigen sich diese Angaben, die wir unter aller Reserve wieder- geben, so wäre eS dringend notwendig, festzustellen, wen an der Verzögerung, einen Arzt sofort zu Rate zu ziehen, die Schuld trifft, Auch Asylisten sollte man im gegebenen Falle nicht ohne sofortige Hülfe lassen. Für Unglücksfälle muß unter allen Umständen Vor, sorge getroffen werden. Selbstmord eines Studenten. Drei Tage tot in seinem Zimmer gelegen hat der Studierende der Berg-Akademie Heinrich Fließ aus Hamburg, der bei der Witwe Sch. in der Pflugstr. 6 wohnte. F. stand erst im 19. Lebensjahre und hatte ein Semester in Berlin studiert. Während seines hiesigen Aufenthaltes hatte er sich ein Leiden geholt, dessen UnHeilbarkeit ihm kürzlich vom Arzt verkündet wurde. Ter junge Mann faßte nun den Entschluß, frei- willig aus dem Leben zu scheiden. Am Freitag abend schloß er sich in sein Zimmer ein, schnitt sich dann die Pulsadern auf und trank obendrein noch eine Flasche Lysol aus. Da Fr. sich an den folgenden Tagen nicht sehen ließ, nahm seine Wirtin an, daß er auf kurze Zeit verreist sei und achtete nicht weiter darauf. Sonn- tag mittag sah eine Nachbarin vom Nebenbalkon aus den Studenten in seinem Zimmer auf einem Stuhle als zusammengesunkene Leiche sitzen. Es wurde nun die Polizei benachrichtigt, die vom Balkon aus durch das Fenster in das Zimmer gelangte und den Toten nach dem Schauhause bringen ließ. Drei schwere Zusammenstöße im Straßcnbahnbetriebe werden vom Sonntag gemeldet. Nachmittags fuhr am Brandenburger Tor ein auS zwei Wagen bestehender Straßcnbahnzug der Linie 5b mit solcher Gewalt auf einen an der Haltestelle stehenden Zug der Linie 56 auf, daß der Anhängewagen Nr. 315 des letzteren auf die Plattform des Motorwagens hinausgeschoben wurde. Der Hinterperron des Motorwagens sowie die beiden PcrronS des An- Hängewagens wurden zertrümmert. Von den Fahrgästen wurden ein Kaufmann Prinz und eine Frau Blank leicht verletzt.— Ferner fand ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge der Westlichen Berliner Vorortbahn am Kurfürstcndamm statt, bei welchem nur geringer Materialschaden herbeigeführt wurde.— Ein dritter Zu- sammenstoß fand gegen 7 Uhr abends an der Ecke des Kurfürsten- dammS und der Schlüterstratze statt. Das scheugewordene Pferd eines Privatfuhrwerks rannte gegen die Vorderplattform eines Motorwagens der Linie A, wobei die Plattform zum Teil be- schädigt wurde. Dem Pferde wurde bei dem Anprall die Brust aufgerissen. Das schwerverletzte Tier wurde durch die Charlotten- burger Feuerwehr fortgebracht. Wegen Heiratsschwindeleien ist der Kaufmann P. verhaftet worden. Vor etwa anderthalb Jahren lernte er, auf einer Ge- schäftSreise begriffen, in Bromberg ein Fräulein B. kennen, ver» lobte sich mit derselben und veranlaßte sie, nach Berlin über» zusiedeln. Hier lockte er dem Mädchen unter verschiedenen Vor- spiegelungen ihre Ersparnisse ab und ließ dann die B., als sich Folgen des Verhältnisses bemerkbar machten, sitzen. Inzwischen hatte P. eine Freundin seiner früheren Braut kennen gelernt, mit der er ebenfalls in Verkehr trat und sie in der gleichen Weise wie die B. betrog. Jetzt ermittelten die beiden Mädchen, daß P. verheiratet und Familienvater sei und anderthalb Jahre von dem Gelde, daS er den„Bräuten" abgeschwindelt, gelebt hatte. Auf Grund der gegen den Betrüger erstatteten Strafanzeige erfolgte dessen Verhaftung. Beim Spielen ertrunken ist das vierjährige Töchterchen Ella des Schiffseigentümers Schütt aus der Wrangelstraße 62. Sch. liegt gegenwärtig mit seinem Kahn an der Stralauer-Allee in der Spree vor Anker. Gestern hatten seine beiden kleinen Kinder am Ofetianb gespielt und plötzlich war daS Mädchen verschwunden Niemand hatte bemerkt, wo es hingeraten war. Nichts Gutes ahnend, nahm der Vater sofort mit anderen Schiffern eine Ab suchung der Spree vor und nach etwa einer Stunde wurde auf der Oberfläche des Wassers der Körper des Kindes entdeckt. Alle Wiederbelebungsversuche nützten nichts. Die Kleine war beim Spielen unbemerkt in die Spree gestürzt und ertrunken. Das geheimnisvolle Verschwinden eines siebzehnjährigen Mädchens veranlaßt die Rixdorfer Polizei zu umfangreichen Nach forschungen. Es handelt sich um die Verkäuferin Helene Jank, eine hübsche und stattliche Blondine. Erst vor wenigen Tagen war sie mit ihren Eltern aus der Provinz nach Berlin gekommen; sie wohnte bei ihnen in der Hermannstratze 66 zu Rixdorf. Am 3. Oktober hat sie früh morgens auf Bahnhof Hermannstratze einen Stadtbahnzug bestiegen, um nach dem Schlcsischcn Bahnhof zu fahren und sich von dort nach der Andreasstratze 28 zu begeben, wo sie in einem Putzgcschäft Anstellung gefunden hatte. Auf dieser Fahrt ist sie verschwunden; niemand hat sie seitdem wieder gesehen, Die Angehörigen Helene Janks vermuten, datz sie vielleicht gar einem Mädchenhändler oder sonst einem Verbrechen zum Opfer ge fallen ist. Das Mädchen war in der Grotzstadt noch völlig fremd. Die Vermißte ist 1,65 Meter groß, hat blaue Augen, blühendes Gesicht. Sie war bekleidet mit schwarzem Jackett und Rock, weih und rot karierter Bluse, dunkelblauem Strohhut, Schnürschuhen. Etwaige Nachrichten über die Vermißte wolle man an die Rixdorfer Kriminalpolizei(Zimmer 61) richten. Ein heftiger Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem Geschäftswagcn, bei welchem vier Personen verletzt wurden, fand gestern mittag in der Friedrichstraßc statt. Gegen%12 Uhr kam aus dem Hause Friedrichstraße 231 ein führerloses Gespann der Delmenhorster Linoleumfabrik, dessen Pferd scheu geworden war, herausgejagt und rannte gegen die Seitenwand des gerade vorüberfahrenden Straßenbahnwagens Nr. 1481 der Linie 97. Durch den Anprall wurden die Scheiben dcS Motorwagens zer. trümmert und die Insassen durch die umherfliegenden Glas, splittcr überschüttet. Der Kaufmann Ruthnick, Brunnenstraße 54. erlitt durch Glassplitter eine Verletzung am Knie, Frau Krenz, Werdcrstraße 1, und Frau Mutzke, Stollbergerstratze 2, trugen Schnittwunden im Gesicht und Frau Bild, Chausseestraße 23, Schnittwunden an der linken Hand davon. Die Verletzten ließen sich auf der Unfallstation, Tempelhofer Ufer, verbinden. Das Pferd des Geschäftswagens hatte eine Verletzung am Kopf davongetragen. Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde gestern nachmittag ein unbekannter etwa 45jähriger Mann, als er gegen 2 Uhr den Potsdamer Platz überschreiten wollte. Vor dem nördlichen Insel, perron hielt ein Straßenbahnzug der Stadtring-Linic und der Herr versuchte nun zwischen dem Motor- und dem Anhängewagen des Straßenbahnzuges hindurch zu gehen. Als der Unbekannte über die Verkuppelung hinübertreten wollte, stolperte er und fiel so unglücklich, daß er unter die Vorderplattform des Anhänge, Wagens geriet. Der Mann wurde im besinnungslosen Zustande unter dem Wagen hervorgezogen und mittels Droschke nach der Charite gebracht. Er hatte, wie dort festgestellt wurde, eine schwere Brustquetschung erlitten. Radrennen zu Steglitz. Wieder einmal hat der Sportpark zu Steglitz einen Unglücksfall zu verzeichnen, indem im„Großen Herbstpreis', einem internationalen 100 Kilometer- Dauerrennen, der wackere D e m k e durch den Zusammenprall seines Motors mit dem Dickentmanschen Tandem schwer zu Fall kam und sein Schritt- macher Krüger, der Brandwunden erlitten hat. von der Bahn ge- tragen werden mußte. Und gerade in diesem Rennen schienen die SiegesauSsichten des Berliners besonders günstig zu sein, was seine schöne Fahrweise bewies und die Leichtigkeit, mit welcher er gegen den führenden Dickentman aufholte. In der 51. Runde lagen beide Rad an Rad und schon jubelte die vieltausendköpfige Menge dem vermeintlichen Sieger zu, als im Bruchteil einer Sekunde sich ein Knäuel von Menschen und Maschinen in dcm Jnnenraum wälzte und die Flammen hoch aufloderten. Demke selbst überschlug sich mehreremal, konnte aber humpelnd die Bahn verlassen, während Dickentman un- versehrt, von seinem zweiten Tandem geführt, das Rennen fortsetzen konnte, das aber wenige Runden danach eines heftig einsetzenden Regens wegen abgebrochen wurde und auf Montagabend verschoben werden soll. Auch die drei anderen Teilnehmer im Rennen: Guignard, Contenet und Robl hatten unter allerlei Mißgeschick zu leidcu und waren bis zum 20. Kilometer schon über vier Runden zurück, so daß ihnen wohl die Unterbrechung nicht unlieb war.— DaS vorangegangene 50 Kilometer-Rennen, der„Brennabor-Preis war ebenfalls nicht frei von Ungemach für die Fahrer, denn etwa S Kilometer vor dem Ziele erlitt der bis dahin schön fiihrcnde R y s e r an seinem Rade einen Bruch der Lenkstange, so daß S ch i p k e, der allerdings mächtig aufgeholt hatte, den Schweizer passieren und 30 Meter vor ihm das Ziel als Sieger passieren konnte. Goor und Stellbrink, die das Quartett vervollständigten, hatten gegen Schluß ebenfalls allerlei Schaden an ihren Führungs- Maschinen, so daß sie beide, die beim 40. Kilometer erst vier bezw. sechs Runden eingebüßt hatten, zum Schluß elf und dreizehn Runden zurück endeten. Schipke hatte anfänglich durch seinen Motor zu leiden und erst, nachdem er seine Führung gewechselt, kann er sein Können zeigen und fahrt in schöner, leichter Weise zu dem führenden Ryser auf und wäre es sicher zum Kampf gekommen, wenn das er- wähnte Mißgeschick nicht dazwischen getreten wäre. Das Endresultat war: 1. S ch i p k e 37 Min. I?� Sek.; 2. Ryser 30 Meter; 3. Goor 11 Runden; 4. Stellbrink 13 Stunden zurück. Der Besuch der Rennbahn war über alle Maßen günstig und können an 16 000 bis 18 000 Menschen die Bahn umsäumt habe,». Radrennen in Treptow. Auch hier ein verregneter Renntag, so daß das Programm, welches zwei Dauerrennen aufwies, ebenfalls nicht erledigt werden konnte. Das 20 Kilometerrennen wurde von E. Wie wer all in 13 Min. S1>/. Sek. gegen W. Huber(920) und E. Puhlmann(3350 Meter zurück) gewonnen. Orgelkonzert. Mittwoch, den 1V. Oktober, abends 7'/, bis 8'/z Uhr, veranstaltet der königl. Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frl. Therese Funck(Alt), Herrn Hans Mühlhausen (Tenor) und Frl. Wally Paasch(Violine). Orgeltomposittonen von Bach und LiSzt(Choralphantasie über ack hol, ad saiutarern irndarn). Der Eintritt ist frei. Gesperrt wird die Schulzendorferstraße behufs Verlegung etneS Gasrohres vom 8. d. M. ab bis auf weiteres. Der Verband der Wäsche- und Krawattenarveiter teilt uns mit: Vorige Woche ist ein Abrechnungsbuch mit 20 Pf.- und 40 Pst Beitragsmarken in der Straßburgerstraße verloren worden. Der Finder wird gebeten, das Buch im Bureau Neue Königstr. 7 ab zugeben. Feuerwehrbericht. Wegen eine» großen KellerbrandeS wurde der 16. Zug in der Nacht zum Montag nach der Prinzen-Allee 24 ge- rufen. Der Keller stand schon in großer'Ausdehnung in Flammen. und hatte die Wehr bis um 1 Uhr zu tun. um die Gefahr zu be- seitigen, was durch kräftiges Wassergeben mit mehreren Schlauch- leitungen gelang. In dem Omnibusdepot in der Ufedomstr. 24/25 (alter Viehhof) geriet Petroleum beini Reinigen der Automobil- omnibusse in Brand, wodurch ein Omnibus bcichädigt wurde. Fast gleichzeitig wurde der 1. Zug bvswilligerweise nach dem ArnSwalder Play gerufen. Der Täter ist leider in der Dunkelheit unerkannt entkommen. Holz und anderes brannte in einem Keller in der Ackerstraße 164. Es gelang nach tüchttgem Spritzen den Brand auf den Keller zu beschränken. Schwefel brannte in der Danzigerstraße und Säuren in einem Treppenhause einer Fabrik in der Mllllerstraße 30, wo ein Ballon Salpeiersäure aus- gelaufen war. Ferner hatte die Wehr in der Langcstr. 93, Königs- bergerstr. 1, Kleine Alexanderstr. 32, am Elisabeth-User 5/6, in der Lausitzerstt. 39, auf dem Potsdamer Güterbahnhof und anderen Stellen zu tun, wo Betten, Balken, Fußböden, Wäsche, Kleider, Läufer usw. brannten. An der Ecke der Lübecker- und Perleberger- sttaße hatte sich eine Taube m den Drähten der Fernsprechleitung versangen. Die Feuerwehr befreite das zappelnde Tierchen. Markus und Kopien, mann, die aus Vorort- l�ackmcbtern Rixdorf. Zwischen der Rixdorfer politischen Gemeinde und der evange tischen Kirchengemeinde Deutsch- Rixdorf ist wegen des Eigentums des alten Friedhofs an der Bergstraße ein Rechtsstreit ausgebrochen. Jahrzehntelang hat die polittsche Gemeinde den Begräbnisplatz ver- waltet, ohne datz die Kirchengemeinde irgend ein Recht auf denselben beansprncht hätte. Erst neuerdings machte sie ihre Eigentumsrechte geltend und hat auf Grund einer anscheinend nicht ganz klaren Bestimmung in dem Rezeß über die Separation von Deutsche Rixdorf die Eintragung ihres Eigentums beim Grundbuchamt durchgesetzt. Dagegen hat der Magistrat beim Gruudbuchamte den Antrag gestellt, daß sein Widerspruch gegen die Einwägung eben- falls im Grundbuche vermerkt werde. Das Gericht hat diesem An- trage auch stattgegeben. Nun hat die Kirchengemeindc auf An- erkennung ihres Eigentums an dem Friedhofsgelände gegen die politische Gemeinde beim Landgericht II Klage erhoben. Die Klage- schrift füllt mit ihren Anlagen schon jetzt einen stattlichen Band aus und enthält für die Geschichte Rixdorfs recht interessante Mit- teilungen. Der Rixdorfer Bürgermeister Voigt hat die Wahl als erster Bürgermeister in Barmen angenommen. Die nun frei werdende Stelle wird öffentlich ausgeschrreben. Das Anfangsgehalt des neu zu wählenden Bürgermeisters soll 9—11 000 M. mit dreijähriger Steigerung um je 500 M. betragen. Charlottenbnrg. Am Dienstag finden für die verstorbenen Stadtverordneten sowie für die Herren Dr. Mommsen und Hei- lottenburg verzogen sind, Ersatzwahlen statt. Sämtliche Herren, von denen die drei erstgenannten der liberalen Frattion, Herr Heimann der Freien Vereinigung angehört, waren in der ersten Abteilung gewählt. Zwischen den Liberalen und der Freien Vereinigung, die im vorigen Jahre innige Freundschaft geschlossen hatten, um gemeinsam die Sozialdemokraten aus dem Stadtparlament zu verdrängen, ist heftige Fehde entbrannt. Dabei wird um prinzipielle Fragen überhaupt nicht gekämpft, denn in allen wichtigen Fragen besteht in der Stadtverordnetensammlung zwischen den beiden Frakttonen auch nicht der geringste Unterschied. Es handelt sich lediglich darum, ob die Liberalen die absolute Mehrheit im Stadtparlamcnt haben sollen oder nicht. Hieran fehlen ihnen noch einige wenige Sttmmen und sie machen die verzweifeltsten Anstrengungen, dies Ziel zu erreichen. Der Sozialdemokratie kann der Ausgang des Kampfes zienilich gleichgültig sein, beeinflussen kann sie ihn doch nicht, da ihre Wähler nicht in der ersten Klasse wählen. Bis zu den nächsten Ergänzungs- wählen werden die feindlichen Brüder sich schon wieder aus- gesühnt haben. Der Stadtbaurat Professor Schmalz, der erst zu Beginn dieses Jahres sein Amt angetreten hat, ist im Alter von 45 Jahren ge- starben. Der Verstorbene hatte in feiner kurzen Amtstätigkeit keme Gelegenheit, sozialpolitisch hervorzutteten. Als Fachmann' besaß er einen außerordentlichen Ruf, er war, als er in sein neues Amt be- rufen wurde, als Dozent an der Technischen Hochschule tätig und hat mit Erlaubnis der Gemeindebehörden auch als Mitglied des Magisttats noch weiter Vorlesungen gehalten. Steglitz. Einen schrecklichen Selbstmord unternahm die 64jährige Ehefrau Thea F., die bei ihrer verheirateten Tochter in der Düppelstt. 89A in Steglitz wohnte. Frau F. war hochgradig nervös und als sie mit ihrer Tochter in der Nachmittagstunde von einem Spaziergang in die Wohnung zurückgekehrt war, eilte sie Plötzlich an das geöffnete Fenster und stürzte sich, ehe sie daran gehindert werden konnte, auf die Straße hinab. Mit zerschmetterten Gliedern blieb die Ungliick- liche tot liegen. Frau F. hatte sich in einem Anfall von geistiger Umnachtung daS Leben genommen. Nordend. Die letzte Mitgliederversammlung de? Wahlvereins beschäftigte sich mit einer Vorlesung der Kautskyschen Broschüre„Am Tage nach der sozialen Revolution." Nach stattgehabter Diskussion wurde eine Resolution einstimmig angenommen, worin die Entschuldigungs gründe des Genossen Böske zu seinem Nichterscheinen in der am 12. September bei Schüßler stattgefundenen öffentlichen Versamin lung als nicht stichhaltig erachtet werden. Der Referent hätte sich wenigstens vor Beginn der Versammlung entschuldigen müssen. Adlershof. Die Parteitagsliste Nr. 3504 ist verloren gegangen. Es wird Sebeten, bei evenwellem Borzeigen diese anzuhalten und an den lenossen Aug. Beck, Hackenbergstr. 29, einzusenden. Tasdorf. Mit einer schwere» Verletzung wurde am Sonnabendnachmittag die achtjährige Tochter des Sattlers Meyer aus Tasdorf in das Krankenhaus Bethanien eingeliefert. Die Kleine spielte in der Nähe des Grundstücks ilires Vaters und versuchte eine eiserne Garten- umfricdigung zu übersteigen. Hierbei glitt das Mädchen ab und iel so unglücklich mit dem Oberkörper auf den Zaun, daß sich zwei der eisernen Spitzen in ihren Körper einbohrten. Zwar wurde die Kleine sofort aus ihrer furchtbaren Lage befteit, doch hatte sie be reitS so schwere Verletzungen erlitten, daß die Verunglückte in fast hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause Bethanien über geführt werden mußte. Nieder-Schönhausen. Die Revolvrraffäre, deren Opfer, wie wir am Sonntag bereits berichteten, der Tischler Koch wurde, hat ihre Auffläruna gefunden. Die Kriminalpolizei hat den im Verdacht der Täterschaft stehenden Wächter Stritzke festgenommen, und dieser hat bereits vor dem Untersuchungsrichter die Tat zugestanden. Stritzke behauptet jedoch, daß Koch auf ihn losgegangen sei und ihn berauben wollte. Die Tatsache jedoch, daß Koch mit der linken Hand in der Hose auf- gefunden wurde, läßt eine solche Behauptung als wenig glaub- würdig erscheinen. Die Leiche des Erschossenen ist von der Staats- anwaltschaft beschlagnahmt worden. Nownwes- Neuendorf. Ein regelmäßiger Sonn» und FeiertagSnachmittagdienst und zwar von 1 Uhr bis den anderen Morgen 6 Uhr ist von den Aerzten Nowawes-Neuendorf eingeführt. Durch diese Neuerung ist einem schon längst empfundenen Uebelstand abgeholfen. Bei Bedarf kann sich jetzt jeder Pattent an seinen Arzt wenden, von dem dann der diensthabende Arzt benachrichttgt wird. Vermifcbtes. Risiko der Arbeit. Beim Einsturz eines Neubaues der Papier« fabrik von Gutter u. Ko. in Neustadt im Schwarzwald wurde ein Arbeiter getötet, zwei schwer und mehrere leicht verletzt. Die Chronik der Eiscnbahnunfälle ist heute sehr reichlich. Es liegen folgende Meldungen vor: Köln, 7. Oktober. Gestern abend fuhr gegen 7 Uhr auf Bahn- Hof Mehlem der Güterzug 8217 infolge falscher Weichenstellung auf einen Prellbock. Die Lokomotive, der Packwagen und vier Güter- wagen entgleisten und wurden zum Teil zertrümmert. Ein Bremser war sofort tot, ein anderer wurde leicht verletzt. Der Material- schaden ist erheblich. Die Strecke Köln— Koblenz war bis 9 Uhr 40 Minuten nach beiden Richtungen gesperrt. Bon dieser Zeit ab erfolgte eingleisiger Betrieb. Die Aufräumungsarbeiten dauern fort. Zürich, 7. Okiober. Der Nachzug B e r l i n- M a i l a n d ist bei Ölten mit einem Güterwagen zusaiumengcstoßen. Der Heizer blieb tot, die Paffagiere kamen mit dem Schrecken davon. Nach Inständiger Verspätung konnte der Zug weiterfahren. Paris, 7. Oktober. Ein aus Nancy kommender Personenzug stieß auf dem Bahnhof von Vitry le Francois mit einem anderen Zuge zusammen. Sechs Personen wurden verletzt, mehrere Wagen zertrümmert. Rom, 7. Oktober. Der gestern abend 8 Uhr 40 Minuten von Mailand nach Rom abgegangene Expreßzug ist bei der Pobrücke von Viacenca entgleist. Dem„Messagero" zufolge wurden bei dem Unfall 6 Personen getötet und etwa 50 verletzt. Die Identität von 5 Getöteten konnte bisher nicht festgestellt werden. Unter den Ver- letzten befindet sich ein Amerikaner Namens Motte und ein gewisser Wiaz, wahrscheinlich ein Ausländer. Demselben Blatte zufolge sprang der vierte Wagen des Zuges aus dem Gleise und geriet mit sechs Wagen, die er mitzog, auf ein anderes Gleis. Eine auf diesem Gleise kommende Lokomotive fuhr in die Wagen hinein und zer- trümmerte dieselben. Rom, 8. Oktober. Wie nunmehr amtlich festgestellt ist, sind bei dem Eisenbahnunglück bei Piacensa vier Personen getötet und 28 schwer verletzt worden. Zwei der Toten konnten noch nicht identifiziert werden. Unter den Verwundeten befindet sich nur ein Ausländer, der 30 jährige Amerikaner White. Madrid, 7. Ottober. Wie aus Palma? gemeldet wird, ist in der Station Psotinow ein Personenzug mit einem Lastzuge zusammengestoßen, wobei 35 Personen verletzt wurden, darunter mehrere schwer._ Die Wiener Straßcniahn. Eine Lokalkorrespondenz aus Wien meldet, daß gestern nachmittag infolge der durch Regen verursachten Schlllpftigkeit der Schienen an fast der gleichen Stelle drei Zusammen- stöße zwiichen Zügen der elektrischen Straßenbahn erfolgten, wobei 17 Personen leicht verletzt lvurden. Opfer der Bcnzinttis. Aus New Dork wird unterm 7. Oktober berichtet: Bei dem Rennen um den Vanderbilt-PreiS waren mehrere Unfälle zu verzeichnen. Einer der Wagen stürzte infolge Versagens der Lenkvorrichtung in einen Graben, wobei ein Zuschauer getötet wurde. Der Wagen Weilshotts rannte gleichfalls mfolge Defektes an der Lenkborrichtung in eine Ecke; hierbei wurde ein junger Mann tödlich verletzt, mehrere andere Zuschauer leichter. Die beiden Insassen wurden auS dem Wagen geschleudert und blieben besinimngslvs liegen. Der Wagen Tracys überfuhr einen jungen Mann, der einen Beinbruch und innere Verletzungen erlitt. Sozialdemokratischcr Zeutral-Wahlverein für den Reichstags- Wahlkreis Züllichau- Tckstviebus-Crossen- Somuierfeld.(Ortsverein Berlin.) Dienstag, den 9. Oktober, abends 81/« Uhr, bei Patt, Dragoner- straße 15: Mttgliedcroersammlung. „Nowawes-Neuendorfer Tageblatt" heißt eine neue Zeitung, die am Sonnabend zum erstenmal erschienen ist. Herausgegeben und redigiert wird dieselbe von dem Buchhändler Möller m Potsdam, welcher vor kurzem hier ein Geschäft etabliert hat. In dem Geleit- wart der Probenummer heißt es:„DaS Blatt soll der deutschen Arbeit gewidmet sein, nicht dem Arbeiter stände, überhaupt keinem Stande, sondern jedem Deutschen, von deutschem Empfinden und von deutscher Tatkraft; das Blatt soll nattonal sein usw.". Durch dieses Programm dürfte das Blatt genügend charakterisiert sein. Ein ähnliches Blatt besteht bereits 20 Jahre in der„Nowawes- Neuendorfer Zeitung", die jedoch für die Oeffentlichkeit ohne jede Bedeutung geblieben ist, deren Ausstattung und Inhalt auch nicht den bescheidensten Ansprüchen genügen. Derartige Organe zn unterstützen hat die Arbeiterschaft gar keine Veranlassung; für diese ist es viel- mehr Ehrenpflicht, durch unablässige Agitation dafür zu sorgen, daß die sozialdemokratische Presse immer mehr an Ausbreitung gewinnt, da nur diese die Interessen der Arbeiterschaft mit allem Nachdruck I vertritt. Singegangene Druckschriften. Von der»Neuen Zeit'(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 1. Hest des 25. Jahrganges erschienen. ES hat folgenden Inhalt: Jena.— Der Parteitag von Mannheim. Von K. Kauisky.— Der Sorgesche Briefwechsel. Von Franz Mehring.— Die französische Presse in den ersten Jahren der großen Revolution. Von Heinrich Cunow.— Wandlungen in der Heilkunde und ihre Bedeutung sür daS Proletariat. Von Dr. Hermann Weyl.— Die Ausbeutung der Arbeiter und Arbeite- rinnen in der HerwgSfischerei. Von Richard Wagner.— Internationales Sozialistisches Bureau.— Literarische Rundschau: Paul Jlg, LebenSdrang. Von Franz Diedeiich. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandluugen, Postanftalten mid Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu bezichen; jedoch kaim dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. DaS einzelne Hest kostet 25 Ps. Probenummern stehen jederzeit zur Versügluig. Berliner Marktpreise. AuS dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel) Rindfleisch la 69—74 pr. 100 Pfd.. IIa 63—68, lHa 58—62, IVa 52—56. Kalbfleisch, Doppelländer 105— 115, la 82—88. Ha 72-81, INa 62-70, Holl. 54-60. Sanimelfleifch la 75—80, IIa 64—74. Schweinefleisch 66—73. Rcbböcke la per Pfd. 0,70—0,90, IIa 0,55—0,70. RotwUd la 0,30-0,40, Na 0,25-0,30. Damwild 0,38—0,50. Wildschweine 0,15—0,40. Frischlinge 0,40. Hasen per Stück 2,50—3,00, klein 1.00—2,00. Kaninchen per Stück 0,30—0,90. Wildente» per Stück 1,00—1,40. Krickenten 0,60. Bekassinen 0,00. Rebhühner, junge la 0,85—1,10, junge Na 0,50—0,80, alte 0,60—0,75, junge kleine 0,00. Hühner, alle per«tück 1,40— 2,00, alte Na 0,75—1,00, junge per Stück 0,50—1.20. Tauben, junge per Stück 0,80—0,58, alte 0,00. Enten, junge per Stück 1,80—2,60, alte per Stück 0,00, Hamburger, junge per Stück 3,10. Gönje, Odcrbrucher, per Psund 0,45— 0,58, dito Hamburger, junge la per Stück 3,00—1,00, Na 1,25-2,00. PouleiS"" do. klein 0,70—1,00, Hechte per 100 Pfd. 85, mittel Aland 0,00. Schleie 109-115. Bleie 0,00. Aale, gro 0,00, llew« mittel 0,00, unsortiert 0,00. Plötzen, Karpfen, unsortiert, Galizier 0,00, 50cr do, 0,00, 1 40er Schlesische 0,00. Barst, groß 0,00, klein 0,00. K do. klein 0,00. Weis 0.00. Bunte Fische 76, matt 0,00. Lach» la neuer per 100 Psd. 110—130, do. Na n do. NIa neuer 75. Sprotten. Kieler, Wall 0,75—1,: 0,70—0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 9,0 Na 2—4, Kieler, Stiege la 4—6, 2-3, do. Nein per Kiste 0,00. Bücklinge, Sttalsunder 2,00—3,50. Aale, groß per Psd. l.iO— l.i Nein 0,50—0,60. Heringe per«schock 4—5. do. V, Kiste 2. Kabliau. p. 100 Pfd. 20-25. Hcildi per Anker 95, 1904er 95, 1905cr 90. 1906cr 70../ 1906 0,00, large 40-44, fall. 38—38, med. Heringe, neue MatjeS, per'/, To. 60— 1200 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50— 4/75. Neunaugen, aß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Hummern, Netne, per Psd. 0,00. rcbse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, Neine 0.00,, miott. 0,00. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Scholl 3,30—4,00. Butter per 100 Psd. la 124—127, IIa 115—120, INa 110—114. abfallende 95-105. saure Gurken schock 8,50—4,00. Pfeffergurken 3,50—4,00. Kartoffeln per 100 Pfund magnum bonum 2—2,25, Dabersche 2—2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salatkarloffein 4,00—5,00. Spinat per 100 Psund 4,00—7,00. Karotten per; Schockbund 2,00. Sellerie, hiesige, per Schock 1,50—6,00. do, pommersche) 4—5,00. Zwiebeln große, per 100 Psd, 3,25—4,00, do, Neine 2,50—3,00.. do. hiesige(Perl.) 30—50. Charlotten 50—60. Petersilie, grün, Schockbd. Ü.OO. Kohlrabi per Schock 0,60—1,00. Rettig, bahr,, per Schock 2,40—4,80. Radieschen per chock-Bd. 0,60—0.80. Salat, per Schock 1,50—2,00. Bohnen, grüne, per 100 Psund 5-16. Wachsbohncn 10-20. Weiß? Rüben 6—7. Pscfferlinge per 100 Psd, 10—12, Mohrrüben per 100 Psd, 2—3. Teltower Rüben p. 100 Pfd. 10—11. Blumenkohl p. Mandel 1.50—2.50. do. Erfurter, Kops 0,20—0,2«. Wirsingkohl ver Schock 4,> pr. Schock 3,00—7,00. Weißkohl pr. Schock 2,00—5,00. Ros 25—30. Steinpllze p. 100 Pfd. 15—25. Gurken, Zer do. Einlege-, Schock 1,50—3,00, do. Rothenburger 0.00—0,5 do. Einlege«(sens-) 8—18. Kohlrüben, Schock 2, 50— 4,i 100 Psd, 14— 16. Kürbis 2-3, Birnen, ital. pei 100Pjd, 0,00, 20-35, böhmische 4-16. Aepsel, per 100 Pfd.. hiesige: 12—18, Tiroler 15— 30, do. in Fässern 14—28, do, lose beeren 0,00, schwedische 18—20, GcbirgS- 25—27, Wa 1,00—1,50. Pslaumcu, per 100 Psd., hiesige 5—7, Böhmisi 8—10. Zitronen, Messina 300 Stück 19,00-22.00, 360 Stü 1 200 Stück 0,00, 420 Stück, klein 12,00—15,00, 500 Stück. ' Pfirsiche. Werdersche per 100 Pjd. 10-30, Tiroler 40-50, ttal! Rotkohl �" Psd. 0,00. 0,00. iesige ' olcr Lachmann& Scholz Turmstr. 76 Warenhaus Moabit. Ottostr. L Besondere Vergünstigung: Doppelte Rabattmarken. Peues Klub- Haus N 72. Kommandantenstr..72. Sonnabende noch zu vergeben. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag auch auf Lebensmittel. SPE koftet eine Galle reine delikate Fleischbrühe Quaglio's Bouillonkapfeln Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gar F. August Schmidt, Köpenickerstr. 116, Tabakfabrik+ Billigste Bezugsquelle für alle Sorten Schnupf-, Rauch- und Kautabake Cigarren, Cigaretten. Gegründet 1883. Kleine Anzeigen Petrolenmkronen, Singerbobbin, Ringschiffchen, 25,00, gutnähend, Alexanderstraße 12. Federbett, zweischläfrig, fünfzehn, Michel, Dresdenerstraße 38. 19355* Parteigenossen. vom Fachmann. Nehme alte Ma0 Amt IV, 7300. 2206L* Leihhaus Berlin, Anklamerstr. 2 Charlottenburg, Friedrich Karlplab 12. Hohe Beleihung von Gold-, Silberfachen u. Kleidungsstüden 2c. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. 1919 Orts- Krankenkasse für den In obiger Kaffe ist die Stelle des Rendanten um 1. April 1907 neu zu besetzen; das Anfangsgehalt beträgt 3000 m. Geeignete Bewerber, welche mit der einschlägigen sozialen Gesetzgebung genau bewandert und solche Stellung bereits bekleidet haben, wollen Offerten gefälligst schriftlich mit der Bemerkung Rendant" bis zum 15. November cr. an die Ortskrankenkasse einsenden. Lichtenberg, den 8. 10. 06. 276/11 Gastronen, Platina, alte Goldsachen, Silber, Automobilführer! Jedermann Woche 1 Mart, Fabrikpreise. Große Bruchgold, Treffen, alte Uhren, Stehr wird zu erstklassigem Chauffeur theoFrankfurterstraße 92 und Ravené gold, Brillanten sowie sämtliche gold- retisch und praktisch ausgebildet. straße 6( Wedding). 1852 und filberhaltigen Abfälle kauft Gold Lehrpläne tostenlos. Glänzendste ErRäumungs- Ausverkauf! und Silberschmelze Broh, Wrangel- Autotechnikum Damenjacketts, Paletots, Havedinen, Stores, 10 Proz. Rabatt, locks, hochelegante Reisemuster, teils Vergrößerung Berlin Wilmersdorf, Pfandleihe Schönhauser Allee 35, HildegardFenſter 1,15, 1,65, 1,85, 2,45, 2,95, auf Geide, 9 Marl, Poſten hochfeine aller Syfteme tauft man am besten ſtraße 4. Telephon IV, 6958. 167/3" folge bebetender in Berlin". In Gemeindebezirk Lichtenberg. Fenster 1,15, 1,65, 1,85, 2,45, 2,95, Steppdeden, durchweg 3,75. Julius schinen Bahlung. Bahle für Käufer Fransedistraßen- Ede 3,85, 4,75, 5,75 usw. Weißenbergs Neumann, Bellealliancestraße 105. 1 oder Nachweis bis 18 Mart. Mar + 60* ftraße 13( neben Schramm). 275/11 Teppichhaus, Große FrankfurterWer Stoff hat, fertige Herrenanzug, Tüchtigen Mechaniker auf elektrostraße 125, nahe Koppenstraße.* Frettchen, Neke, Maulförbchen Thiele, Schulstraße 104, Hugo Schrei- ohne Konkurrenz, feinste Zutaten, zwei medizinische Apparate suchen Reiniger, Tüllbettdecken 2,15, 2,25, 2,45, billig. Schnelle, Große Frankfurter- ber, Karlstraße 14, Mechaniker. Post- Anproben. Für guten Sitz bekam Gebbertu. Schall, Friedrichstraße 131c, 2,95, 3,25, 3,35, 4,50 usw. Borziehstraße 13. 1918. farte genügt. +102 goldene Medaille. Ludwig Engel, 1 Treppe. gardinen, weiß, creme, rot und goldMöbelangebot. Im Anhalter Gute Brotstelle, Wasch- und Plätt- Brenzlauerstraße 23 II, Alexanderplat. Kunstfchmiede und Schloffer auf farbig in allen Preislagen 10 Broz. Bahnspeicher, Mödernstraße 25, An- anstalt verkäuflich. Erfragen Ebers- Gegründet 1892. 75/ 10* Baubeschlag verlangt Blume, CharRabatt. Weißenbergs Teppichhaus. halter Innenbahnhof, direkt Hochstraße 40, Laden. +102 18805 Aufpolsterung. Matraße 5,00, lottenburg, Schillerstraße 97. Räumungs- Ausverkauf! Möbel- bahnstation Mödernbrüde, stehen ver- Garantiert gutgehendes Restau- Sofa 6,00. Roller, Neue König- Arbeiter werden eingestellt Straße 8 rant verkäuflich Blumenstraße 21a. straße 2. 168/ 9* Verbindungskanal, hinter Gebauers +74 Altes Kleiderspind, Wäschespind, Fabrik. Polier Behrendt. Schankgeschäft mit mehreren Zahlftellen billig zu verkaufen bei Mars, Kommode, Schreibtisch kauft Verwalter, Tüchtige Rahmentischler für dauernd 168/ 10* berlangen Wagner- Kemmler, LinienLychenerstraße 123. +67 Balisadenstraße 95. Nähmaschinen, 10,00, 15,00, 20,00, Voltshumorist Gerhardy, Wrangelstraße 214. 25,00, Garantie. Unglaube, Brunnen- ftraße 22. +2 Vulkaniseur und Abformer, durch straße 90. aus tüchtiger, per sofort gesucht. Stempelfabrik Karl Lehne, Neue In der Pianofabrit von Bell& Schönhauſerſtraße 16. Co., Andreasstr. 32, haben sämtDirigent zu Mittwoch, Gesang liche Stollegen wegen Lohndifferenzen berein. Offerten: Glon, Weißensee, die Arbeit niedergelegt. 141/16 Elsaßstraße 58. +123 Zuzug ist fernzuhalten. Ein träftiger Lehrling wird gesucht Vereinigung der MusikinstrumentenMaschinenbauanstalt J. Wild, Berlin, Strögel am Moltenmarkt. 19296 stoffe, Möbelplüsche und Reste für ganze Bezüge 15 Broz. Rabatt. Japaner: und Berser- Teppiche, 2 Meter lang 3,85; 2,35 Meter lang 18938 5,90. 18968* Biblio+ 102* Tanzunterricht Liepolt( Sophien säle), Sophienstraße 18. Tanzlehrfurse beginnen! Damen 3,00, Herren 6,00. Anmeldungen jederzeit straße 160( Privatwohnung) erbeten. Ehrenerklärung. Die gegen Herrn Roedel, Uhlandstraße 185/186, aus gestoßenen Beleidigungen nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Mar Staeger, Uhlandstraße 185/186. 1936b Vereine! Saal, Vereinszimmer Sonnabende frei.( Weißbier!) Klubhaus, Annenstraße 16. 246/ 18* straße 16, zweimonatliche AnfängerTanzunterricht! Grupe, AnnenSonntagsture, Herren 4,0 Damen 3,00 monatlich. Speziell Walzer schiedene Einrichtungen zum Vertauf. Darunter befinden sich hochmoderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Galongarnituren, Paneelfofas, thefen ,, Ankleideschränke, NußbaumGroße Posten echte Plüschteppiche büfette, Bronzetronen, Delgemälde, mit Fehlern, nur so lange Vorrat Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit 10 Broz. Rabatt. Weißenbergs prachtvoller Diwandede 22,50, wun- Verzugshalber nach außerhalb Teppichhaus, Große Frankfurter derschöne Säulentrumeaus 30,00, an Private Plüschgarnitur, Schreibftraße 125. Brunnen 1894K* bochelegante Salonteppiche schon 14,00 tisch, Vertito, Teppich, Plüschdecken, Räumungs. Ausverkauf! Einen bis zu allergrößten Saalteppichen, alles gut erhalten, Invalidenstraße 37, Posten Zuchtischbeden 1,65, 1,95, 2,45, allerliebste Bimmerteppiche 8,00, Restaurant. 168/11 2,95, 3,50, 4,35 usw. 18958 reichgeftidte Uebergardinen, SpachtelVierrädriger Handwagen billig Plüschtischdecken, wert das Dop- Salonbilder, Standuhren, prachtvolle stores, Süllgardinen, Steppdecken, verkäuflich. Kubikti, Kleine Andreas pelte: jett 6,85, 7,50, 8,75, 9,75, straße 21 III. +48 Plüschtischdecken 5,00, verschiedene 11,00: 10 Broz. Rabatt. Gelegenheiten. Uebernahme vollDamenbüsten, Bügeleisen spott Steppdecken, mir so lange Vorrat ständiger Warenlager, Wirtschaften, billig. Laegel, Kreuzigerstraße 14/15 I. 2,85, 3,85, 4,85, 5,85, 6,85. 18978 tonfursmassen, Nachlässe zum schnellen Nähmaschinen, ohne Anzahlung, Otto wöchentlich 1,00. Wienerstraße 1-6, Verkauf und Versteigerung. Tuch und Plüschvorhänge mit Querbehang 3,85, 4,50, 5,00, 7,85, Lidekes Anhalter Bahnspeichereien.* Warschauerstraße 67, Aderstraße 111. 9,50, 10,50 ust. mit 10 Proz. Rabatt. Kinderwagen, Kinderbettstellen, Gelegenheitskäufe: Baletots, AnWeißenbergs Teppichhaus Große Sportwagen, gebrauchte, zurüdgejezte züge, Hosen, Stoffer, Revolver, Frankfurterstraße 125, Haltestelle nahe spottbillig. Schneider, Kurfürsten- Leschings, Uhren, Goldsachen, Kessel, Koppenstraße. 1898 ftraße 172. 9625* spottbillig. Lude, Dranienstraße 131. Fahrräder, Zubehör, Reparaturen. Reifegläser, Operngläser, ReißRosenthalerstraße 16/17. 18156* zeuge, Stegulatoren, Freischwinger, Kinderwagen, Kinderbettstellen, Harmonitas, Geigen, Bithern, Bilder, gebrauchte, zurückgesette, spottbillig. Zeppiche, spottbillig. Lude, DranienSommer, Wienerstraße 51. 17956 ftrage 131. Nähmaschinen- Zeilzahlung bergüte 10 Mart, wer fauft oder nach weist. Bartsch, Vinetaplag 7. 18235* Deckbett, Unterbett, Seissen mit glattrotem Inlett, 10,50, Pfandleihe Andreasstraße achtunddreißig. 17748* Jehn * berkauf, Tischdecken, Teppichlager, staunenerregend, Weidenweg neun+ 41* Bettenverkauf, Wanduhren, Taschenuhren, Uhrketten, Fest dente, Pfandleibhaus Weidenweg neunzehn 19256* Nähmaschinen! Zahle bis 15,00, wer Teilzahlung kauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Postkarte. Brauser, Tilsiterstraße 90. + 48* 1922* unterricht. 246/ 17* Vermietungen. Wohnungen. 15996* 269/2 Achtung! 268/20 Der Vorstand. Achtung! Klavierarbeiter! arbeiter. Schlofferlehrling verlangt Greifs. Achtung! Kürschner! 19276* walderstraße 20. Buchbinderlehrling verlangt Emil Der Verein selbständiger Kürschner Jagert, Georgenstraße 23. 19246 ( Belzbranche) hat über die Firma Junger Mensch, Christ, welcher Lust Joka u. Co. mir sofort in die Lehre treten. Freie die selbständigen Kürschner, sich streng hat, Kaufmann zu werden, kann bei die Sperre verhängt. Wir ersuchen Station im Hause. Selbstgeschriebene an den Beschluß zu halten. Offerten an Otto Meyer, Zehdenick 103/ 2* Der Vorstand. a. Havel, Kaufhaus für Manufaktur, Modewaren und Garderoben. 1939b Kürschnerverbandes ersucht die MitDie Zahlstelle Berlin des Deutschen Farbigmacher, Pacer und Be- glieder, diese Werkstelle streng zu legerin verlangt Leistenfabrik, Sturmeiden, da felbige ebenfalls die fürstenstraße 7. 168/12 Sperre verhängt hat über die Firma. Grundierer verlangt Raschig, Die Ortsverwaltung. 19316 Engelufer 1c. Schleifer auf Baubeschläge verlangt Oudenarderstraße 36, 37, 38 billige Wohnungen sofort. Tüchtigen Bilderrahmenmacher Quergebäude 3 Treppen große Stube, Küche, Korridor, Klosett für 22 Mart zu vermieten. Näheres beim Birt, Geestraße 68 h, 2 Treppen lints. Achtung! Speck, Lützowstraße 2. 246/6 Rahmenmacher, Tischler, sucht Mar Nipprasch, Ritterstraße 8. Polierer, Vergolder, Buchbinder u. Hülfsarbeiter. Koksaschen Wände zu vergeben. Material liefert felbft. Reimann, 1920 O. 112, Weserstraße 4. Zimmer. Möbliertes Zimmer an 1 oder benutzung Schlesischestraße 41, born III +2 lints. Mietsgesuche. Rotrosa- gestreiftes Dedbett, Unter. bett, atvei Stiffen, 18,00, Andreasstraße achtunddreißig. Pfandleihe. Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Stiffen, 27,00. Große Laken 1,00. Gelegenheit. Möbelwirtschaft, neu, Leihhaus Andreasstraße achtund- Trumeau, Sofas, Schreibtisch, Chaises Monatsanzüge, Winterpaletots, dreißig. Elektrische nach überall. longue, Biermöbel verkäuflich. Bankow, wenig getragene, bon 5 Mart an, Gardinenhaus Große Frantjurter. Brehmestraße 52. Hauswirt.+ 137* große Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe aus erfter ftraße 9, parterre. 1+ Räumungshalber sofort mehrere Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie Zimmer, Möbel, Säulentrumeau, Bettenlageret, Gardinenverkauf, elegant, 35,-, Blüschsofa 45,-, Muschel meister Paul Fürstenzelt, mur Rosenim Laden, direkt vom SchneiderSteppdecken, spottbillig Pfandleibhauspiegel 6,- Schränke 27, Beidenweg neunzehn. Bronze- thalerstraße 10. Habe teine Filialen. + 41* tronen, Bilder, Küchenmöbel, SpiegelGardinen! Restbestände von 1 bis Bauernbetten, Garderobenlagen, vertito, Büffett, Pianino, mehreres, Aussteuerwäsche, spottbillig Weidenweg Linienstraße 115 I lints( Händler ver 4 Fenstern billigst Gardinenhaus 2 Herren mit Klavier und Badeneunzehn. † 41 belen). + 113* Rosenthalerstraße 2, am Tor. 1921 Plüschdecken! Entzückende Muster. Wichtig für Klempner! AbfantBrautbetten, Bettinlette, Gardinenmaschine, Rundmaschine, Streisschere 9,75, 7,50, 6,75, 5,75 das Stüd. billig. Adalbertstraße 96, Schroeder. Teppichhaus Joseph, Rosenthaler straße 2, am Tor. Herr sucht möbliertes Zimmer bei Pianino, gebrauchtes, gut erhalten, billigst verkäuflich Bücklerstraße 33 I, Steppdecken! in allen Farben, ruhigen Leuten, nahe Brückenstraße, lints. bedeutende Ermäßigung, rot, Stüd unter Preisangabe. A. J., Bost thalerstraße 2, am Tor. +126 2,85. Teppichhaus Joseph, Rosen- amt 87. 1923* Anständiger junger Mann sucht Dame verkauft Muscheltleiderspind 15. Oktober fleines möbliertes Zimmer iche!( jehlerhafte) in allen dingungen. Homburger, Spandauer- ziehtisch 16, Bettstellen mit Feder- inklusive, in anständiger Familie, Nähe 28 Mart, moderne Küchenmöbel, Aus- oder Schlafstelle allein, bis 15,00 Geopen für die Hälfte des Wertes fin Zeppitylager Brünn, Hackescher matraßen und Keillissen 29, Ruhe- Schönhauser Bahnhof oder Wedding. Marti 4thof Börje. 268/ 14* Gaskocherhaus! Geschlossene Zwei- bett 25, Waschtoilette, Nachttisch, Sofa„ K. H. 25" Lochgastocher 5,00. Gasbratöfen! 7,00. tisch 15, Kommode, Muschelspiegel 12, Lychenerstraße 123. Stepper pottbillig, Fabrit Gasbügelapparat billig! Gastronen! Paneelsofa 75, Taschensofa 50, RohrGroße Fransferstraße 60. 1842 6,00. Gaslyren! 1. Wohlauer, Wall lehnstühle, Stand Betten 20, Bilder, Herrenfahrt Damenfahrrad, nertheaterstraße 32. 889* Gardinen, Teppich 8, Steppdecken 7. wie neu, 45,00 Bolg, Blumen- Leihhaus Prinzenstraße 28, 1Treppe, Dresdenerstraße 38, born II links.* ftraße 36 b. ATO 18148 Ede Ritterstraße. Berfallene Pfänder, Kleiderspind 20 Mart, Kommode Gelegenheitskäufe, Goldsachen jeder 21, Bertito 29, furniertes KleiderGeschäftsbrein äußerst stabil, Art, goldene. Uhren, verkauft spott- spindvertiko, modern 40, Säulen50,00. Holz, Blumenstraße 36 b.* billig. 16628 schränke 54, Garderobenschränke 38, Federbetten, Stand 10,50, große Hochvornehme Herrenhofen aus Baschtoiletten 21, Ruhebett 27, Schlaf16,00, Gardinen, Wäsche, Uhren, feinsten Maßstoffen Muschelbettstelle, englische 9-12 Mart. fofa 38. Schlafzimmer, Küchenmöbel. Auch Teppiche, Deden, Garderobe, Gold- Verkauf Sonnabend und Sonntag. fachen, spottbillig. Pfandleibhaus Bersandhaus Germania, Unter den Teilzahlung. Transport frei. WallKüftrinerplatz 7. 1877 Linden 21. Steine Filialen. 1714* ftraße 81. 168/ 15* +1 Steppdecken billigst Febril Große +1 Frankfurterstraße 9, parterre. + 42* Strickmaschinen, günstige Be brüde 2. 17248* 116, 18858* neue fofa 27. +131 Botenfrauen finden sehr lohnende und dauernde Beschäftigung Stönig straße 56/57. 168/ 17* Die Arbeiter der Photographierahmenfabrik Pfriemer, Alexan drinenstraße, befinden sich im Streit. 92/ 17* Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltungen. Deutsch. Buchbinderverband Herrenkragen- Vornäherin, Bor richterin, Stepperin verlangt Günther, Bankow, Kaiser Friedrichstraße 45 III. Lehrfräulein, Zuarbeiterin für Damenschneiderei verlangt Frau Die Firma Mag Bech, Karton Genthe, Reichenbergerstraße 161. fabrik, Adalbertstraße, ist für Presser Gute Näherinnen auf Arbeiter- und Präger auf Reklamekartons wegen hemden und Sporthemden sucht, Lohndifferenzen gesperrt. dauernde Beschäftigung, S. Stant, 26/1 Die Ortsverwaltung. Neue Friedrichstraße 22. 269/1 Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Borwärts"-Spedition Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. +67 Mädchen, 15 Jahre, sucht anständige Schlafstelle nebst tost. Preisofferten Expedition Prinzenstraße 31. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad ftraße 27. 14685 Flickschneider, spottbillig, gutVerschiedenes. fibend, schnell, geübt, Aenderungen, Reparaturen, Garderobenreinigung, sucht Kundschaft. Ebert, Frucht + 119* +48 Putzuarbeiterinnen zum sofortigen Antritt gesucht. Meldungen 1-2 Uhr mittags oder 8-9 Uhr abends. A. Jandorf& Co., Rottbuserdamm 1/2. Aenderinnen für unsere Damenkonfektion zum sofortigen Antritt gesucht. Meldungen 1-2 Uhr mittags oder 8-9 Uhr abends. A. Jandorf& Co., Rottbuserdamm 1/2. LichtpauspapierTeppiche mit Farbenfehlern Fabril. Möbelfabrik, Dranienstraße 58, niederlage Große Frantjurterstraße 9, direkt Morigplak. In meinen fünf parterre. +1 Etagen stehen komplette WohnungsArbeiter, tüchtiger, fleißiger, nüchterner einrichtungen in jeder Preislage vom Gastronen, Petroleumfronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Louis Böttcher Besondere Gelegenheit biete ich in Einfachsten bis zum Elegantesten. Mann, der große Erfahrungen bePatentanwalt Wessel, Gitschiner- straße 31, born. ( selbst). Spezialhäuser: Borhagenerfitt, wird für das Ausland gesucht. verliehen gewesenen, fast neuen straße 94a. Straße 32( Bahnverbindung Warschauer- Möbeln, die bedeutend herabgesett 9275* Offerte mit Gehaltsansprüchen und ftraße) Reinickendorferstraße Stellenangebote. Nigdorf, Bruses Festsäle, SeneseZeugnisabschriften sub S. 3 an die Schönhauser Allee 80, Potsdamer find. Besichtigung erbeten, ohne Stauf- bedstraße 113, Restaurant, Garten, Deckenrohrer verlangt Richard Expedition des„ Vorwärts" zu richten. ftrace 81, Nigdorf, Kaiser Friedrich- awang. Auffallend billig verkaufe ich Vereinszimmer, Barkettsaal( 600 Ber- Arendt, Hohenstaufenstraße 28. Straße 247( ermannplak.) Chaiselongues 17, Schlafsonen). Sonntags Ball. Satteltaschensofa 45, Wir suchen eine Anzahl Möbelihlerei liefert gediegene Baneelfofa 55, hochelegante Plüsch- Pfandleihe, Brinzenstraße 63, Wohnungsteigen äußerst billig. garnitur 75, Säulentrumeau 29, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 1667 Bunte Ridge Reelle Arbeit. Be- Bettstelle mit Matrage 16, Ausziehfichtigung eines staunend großen tisch 16. Muschelspind, Bertiko 27. Lager's exbeten Auch Ratenzahlung. Getaufte Möbel tönnen drei Monate Nur Steller und Hinterräume. tostenfrei lagern. Teilzahlung ge Feuer, Lebens, Einbruch, Dieb- zu fofortigem Eintritt und dauernder Beschäftigung. Harnad Tischlermeister, Dresdener stattet. Kein Laden, dirett Fabrit. stahl, Kinderversicherung. Paul, Dra ftrabe 124 zwischen Oranienplatz und Auch Sonntags geöffnet. Muster- nienstraße 191, Rost, Nirdorf, ReuterStollbyfer Zor. 1768 bud) gratis. 1523K* ftraße 8. Berantwortlicher Redakteur: Kunststopferei von Frau Kolosty, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* 16675 Zigaretten- Hand- Arbeiterinnen Waldorf- Astoria- Zigarettenfabrik, Stuttgart, Cannstatterstr. 97. Deutscher HolzarbeiterVerband. Wegen Streit und Lohndifferenzen find gesperrt: Für Tischler, Polierer und Maschinenarbeiter: Ohmann, Zurusmöbelfabrik Lausitzerplas 13/14. Becker, Stalizerstraße. Brämer, Warschauerstr. 70. Für Knopfarbeiter: Abramowsky, Röpenicker. ftraße 33a. Für Bürstenmacher: Der Jnnungsnachweis Brunnens ftraße 154. Für Drechsler: Krohn, Andreasstraße. Sklanie, Wienerstraße. Reimann, Palisadenstraße. Müller, Adalbertstraße. Zwarg, Friedenstraße. Heßler, Manteuffeljtrake. Laborenz, Nixdorf, Knesebec straße. Panitsch, Brunnenstraße. Walter, Nüdersdorferstraße. Berthold, Stralauerstraße. Hoffmann, Landwehrstraße. Knoche, Adalbertstraße. Richter, Fehrbellinerstraße. Schwarz, Stallschreiberstraße. Feldner, Weißenfee. Eichhorn, Weißensee. Wagemann, Brunnenstraße. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW