Nr. 237. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monati. 1,10 m., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die jechsgespaltene Rolonel. geile ober beren Raum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Politik der Verständigung, oder....? Rorrespondent" vom 28. August 1906. um Donnerstag, den 11. Oktober 1906. Ende erreicht. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. N Findet nach Ablauf von fünf Jahren eine Ver Feierabend am Sonnabend, die in fast allen anderen Berufen ständigung im Tarif- Ausschusse über die vorliegenden Anträge nicht längst Mode ist, als Arbeitszeitverkürzung bezeichnen? Die statt, dann gilt der Tarif gemäß§ 48 des Vertrages noch auf Buchdrucker werden also vermutlich im Jahre 1911 oder 1912 ein Jahr, mit welchem Zeitpunkte dann auch der Tarifvertrag fein als letzte der großen Gewerkschaften den Kampf um die Kommt außerdem der vorgesehene Vertrag von Drgani. Beseitigung des Neunstundentages führen müssen! sation zu Organisation zustande, dann erhöht sich die Tarif eine halbe Stunde wird außerdem in einer ganzen Reihe von Diese Verkürzung der Arbeitszeit" am Sonnabend um " Die Gehülfenschaft hat also ihre Forderungen dauer auf 10 Jahre ohne jede Garantie auf eine eine halbe Stunde wird außerdem in einer ganzen Reihe von nicht ins Blaue hinein erhoben. So sehr sie auch ge- Lohnerhöhung oder Arbeitszeitbertürzung Betrieben unmöglich sein und sich beispielsweise in den zwungen war, infolge der Not der Zeit ihre in diesem für unsere sprunghaft sich entwickelnden Verhältnisse 8eitungs- Druckereien, wo die Arbeit am Sonnabend sich materiellen Forderungen in der gedachten Höhe zu geradezu enorm langen Zeitabschnitt. häuft, lediglich dadurch bemerkbar machen, daß die Ueberstellen, und so sehr sie auch entschlossen ist, an ihnen festzuhalten, so hat sie trotzdem dabei nicht Dazu kommt die in dem oben mitgeteilten Beschluß vor- stunden- Entschädigung um eine halbe Stunde früher eintritt. Eine geringfügige Lohnzulage also vergessen, nach Mitteln und wegen zu forschen, um gesehene einjährige Kündigungsfrist, die den also statt einer sozialen diese Forderungen auch der Prinzipalität annehmbar und Buchdruckern im Falle einer Tariffündigung eine Niederlage Wohltat, und das gerade an einer Stelle, wo wahrhaftig die durchführbar zu machen. Die Gehülfenschaft ist bemüht a la 1891 geradezu borbereitet! berkürzte Arbeitszeit noch weit wichtiger als die fleine Eingewefen, objektiv auch die Position der Prinzipale zu Verträge in solchen Formen sind wahrlich nicht mehr fommensvergrößerung wäre. untersuchen und bietet die Hand zu einem dem ganzen Sache der Buchdrucker allein. Werden sie vorbildlich, so heben Bedauerlich ist auch, daß der neue Tarif noch Kost Gewerbe fegenbringenden Zusammengehen. Will man sie jede fruchtbare gewerkschaftliche Tätigkeit auf! und Logis(!) vorfieht, für die der Unternehmer bis zu im anderen Lager die gebotene Haud ergreifen und will man verstehen, daß die Gehülfenschaft von ihren die romantische Idee des sozialen Friedens, an die gemein- Bedürfnis vor. Möglich sind solche Verträge eben nur da, wo man an 11,50 M. in Abzug bringen darf. Dafür liegt gar kein Forderungen nicht abgehen kann, dann wird nicht famen Interessen von Unternehmertum und Arbeiterschaft als Neu eingeführt ist außerdem für die Maschinenseger nur der Friede im Gewerbe erhalten, sondern auch eine neue Hera sozialen Wirkens von vorbildlicher Bes ein Evangelium glaubt. Nur wo dieser Geist herrscht, kann die Attordarbeit und die Leistungstlaufel, die deutung für das ganze Wirtschaftsleben heranbrechen, man sein Schicksal in die Hände des Unternehmertums unseres Wissens bisher nur im Berliner Maurergewerbe beanderenfalls wird eine Zeit zerflüffender, zerrüttender legen. stand und dort in hohem Maße böses Blut erregt hat. Der Kämpfe unausbleiblich sein, eine Zeit, von der einst der große Agitator Lassalle fagte, fie fomme mit wild. Notwendigkeit gezwungen, haben die Buchdruckunternehmer Giner Kontrolle auf ihre Leistungen sollen sich auch die HandAber nicht aus sozialem Verständnis, sondern durch die Maschinenseger soll auf der Linotype 6000, auf der Monoline 5000, dem Typograph 4200 Buchstaben pro Stunde leisten. wehendem Lockenhaar und ehernen Sandalen an den sich zur gemeinsamen Arbeit mit den Gehülfen entschlossen. Füßen." Fällt der äußere Anstoß fort, wird die Tarifgemeinschaft durch feser unterziehen! die Entwickelung der Verhältnisse für das Unternehmertum zu Die Maschinenseger sind damit all' den Nachteilen ber Der Buchdrudertarif. einer ökonomischen Fessel, dann werden sie rücksichtslos die Affordarbeit unterworfen worden. Bisher hielt der Arbeitgeber Die deutschen Buchdrucker haben den in der Form am foziale Maske beiseite werfen. Und dieser Zeitpunkt ist näher, das schlechte Manuskript von der Maschine sorgfältig fern; nicht um der Seger willen so hoch bersteigt das foziale umfaffendsten ausgebauten Tarif unter allen Arbeitern. Sie als mancher glauben möchte! sind bei ihrer Zarifarbeit schnell über die Ortsgrenzen hinaus. Buchbruckern verlacht und dann wieder über die Gebühr ge Segern überlassen, sich entweder im Atford mit schlechtem Der eiserne Gehülfe, die Setmaschine- einst von den Verständnis der Buchdruck Unternehmer sich nicht. Aber die Maschine rentierte sich dann nicht! Jetzt wird man den gezogen und zu dem nationalen Zarif übergegangen, den außer ihnen nur wenige ebenfalls graphische Gewerbe und hält seinen Einzug in immer mehr Offizinen. Wie sonst nur noch die unter eigenartigen Verhältnissen arbeitenden lange noch, dann ist das Prinzip der Kalkulation nach dem Manuskript abzufinden und den widerlichen Streit wegen des Ronfumvereinsangestellten und Ortsfrankenkassenbeamten haben. Preise des Handsages nicht mehr aufrecht zu erhalten! Gerade Aufschlages zu führen oder man zwingt ihn im Gewißgeld Ronfumvereinsangestellten und Drtskrankenkassenbeamten haben. Die tapitalfräftigeren Unternehmer oder solche, die ihre Zeit zur Leistung des vorschriftsmäßigen Minimums Das liegt daran, daß sich für kein anderes Gewerbe ein gleich erkannt haben, werden den Maschinens as zur Grundlage berlockende Aussichten. zwei gleich einheitlicher Maßstab für das Arbeitsquantum findet, sowie man ihrer Berechnungen machen beim Zarifabschluß über die Feststellung des bloßen Zeitlohnes tuns wohl schon heute. die einen oder andern Die Leistungstlaufel und die Kontrolle im hinausgeht und in den Tarif auch die Akkordarbeit einbezieht. der Unternehmer an der Aufrechterhaltung des Tarifes; felben nahezu wieder weti! Was man der Gehülfenschaft Dann schwindet das Interesse neuen Tarif machen die zehnprozentige Lohnerhöhung desDie Berechnung der Arbeit nach einer gewissen Anzahl gefester es treten dieselben Verhältnisse wie in anderen Berufen ein, widerwillig mit einer Hand gab, hat man ihr eilfertig mit Buchstaben stimmt für den gewöhnlichen sogenannten Batetfat" so genau mit einem gewissen Zeitaufwand überein, daß wo zum Erstaunen so manchen Buchdruckers trotz heftigster der anderen genommen. Wir sind nicht der Meinung des Korrespondent" ber Seger bei dieser Art der Tätigkeit fast die Uhr zu ent- Bemühungen seitens der Arbeiter eine der der Buchdrucker gleichwertige Tarifinstitution sich nicht durchsetzen konnte. bom 28. August, daß lediglich die Ablehnung der behren und an dem Duantum der geleisteten Arbeit die auf- unbeschwert von sozialen Empfindungen und überflüffig ge- materiellen Forderungen der Gehülfenschaft im Buchgewendete Zeit festzustellen vermag. Es gibt teine andere poduttive Tätigkeit, bei der die wordenen Friedensgefühlen steigt dann der Ballon des druckgewerbe eine Zeit zerflüftender und zerrüttender Kämpfe Richtigkeit der Gleichung: Wert der Tagesarbeit Tages- Profits in die Höhe und die Tarifgemeinschaft wird wert der Arbeit, so augenfällig in die Erscheinung tritt unter anderem Ballast zuerst über Bord geworfen! wie bei der Arbeit der Seker, und Mary konnte des. Was bietet der Tarif materiell? wegen schon in seinem Sapital" zur Begründung des Sates, daß Stücklohn nur eine modifizierte Form des Zeitlohnes sei,„ Die Gehülfenschaft hat also ihre Forderungen nicht ins das Beispiel der Londoner und der englischen Provinzseger Blaue hinein erhoben," schrieb am 28. August der Korre. mit heranziehen, von denen die einen in der Regel nach spondent". Ganz gewiß nicht.- Ueber die Lohnhöhe der BuchStücklohn, die anderen nach Zeitlohn bezahlt türden. Dieses drucker sind die fabelhaftesten Annahmen verbreitet. Ge. Verhältnis zwischen Großstadt und Provinz ist übrigens noch wöhnlich werden die unter ganz ungewöhnlichen Umständen Die neue era sozialen Wirtens. heute die Regel. erzielten Löhne der verhältnismäßig fleinen Gruppe von Nun bringt die diesjährige Revision des Tarifes im Diese leichte Möglichkeit, den Wert der geleisteten Arbeit Zeitungssegern als Durchschnittslöhne angesehen. Diese Buchdruckgewerbe eine Neuerung, die schon lange angestrebt festzustellen, mußte schnell auch die Unternehmer zu Freunden Löhne werden aber nur in schwerer, aufreibender Nachtarbeit worden ist: den Abschluß des Tarifes von Organisation zu bestimmter im voraus festgesetter Normen für den Auf- bei dieser entsprechenden Aufschlägen und unter Berücksichtigung Organisation. wand an Arbeitslohn machen. Sie erleichterte die Kalfulation aller Vorteile des Tarifs im Afford verdient. neu eingehender Aufträge in einer Weise, wie sie kein anderes Der Durchschnittslohn der Berliner Seßer dürfte 30 m. Gewerbe tennt. Handarbeit bildete in der Seßerei immer den pro Woche betragen. " So konnte sich die Tarifgemeinschaft, das heißt die gemeinsame Gestaltung des Tarifes durch Prinzipale und Gehülfen durchsetzen. fürchtet heraufbeschwören werde; aber das jeden sozialen Verständnisses bare, lediglich den eigenen Vorteil rücksichtslos wahrende Vorgehen des Unternehmertums war es, das in den Buchbruckerversammlungen vom Sonntag den Anschein erweckte, als tomme fie auch im Buchdruckgewerbe, die Bett mit Zeit wildwehendem Lockenhaar und ehernen Sandalen an den Füßen!" Neu ist ein Abschluß in dieser Form eigentlich nur für das Buchdruckgewerbe. Im übrigen ist er in allen Berufen üblich. Darin kann man also die neue Aera sozialen Wirkens" nicht entdecken, von der der„ Korrespondent" spricht. Dber sollte die neue Aera in dem Organisations zwang liegen, den der§ 4 des Vertrages ausspricht? Er lautet: Der Tarifvertrag verpflichtet: a) die Mitglieder des Deutschen Buchdruckervereins", nut solche Gehülfen einzustellen, die dem Verbande der Deutschen Buchdruder" angehören; alleinigen Maßstab für diese Staltulation, während Betriebe Nun ist aber die Buchdruckerei- Saisonarbeit! anderer Branchen bald diese, bald jene arbeitssparende Das wird vielen unbekannt sein. Jede Druckerei hat allerMaschine in Rechnung zu stellen haben, die einmal vorhanden dings einen dauernd tätigen Stamm von Arbeitern; darüber ist, ein andermal fehlt. Der Großbetrieb, der in allen anderen hinaus besteht ein wesentlicher Teil der Buchdrucker aus AusBerufen dem Kleinbetrieb überlegen ist, ist dies in der Buch- hülfsarbeitern, von denen man in Berlin ruhig sagen kann, druckerei nur für Massenauflagen, und da der allgemeine Tarif daß sie im Jahresdurchschnitt nicht länger erwerbstätig sind, den Unternehmern eine Handhabe bot, die Produktions- als die Bauhandwerker. Erst Tod oder Invalidität bedingungen der Konkurrenz genau so zu gestalten wie die eines älteren Kollegen öffnet diesen Leuten eine„ dauernde eigene, hatte die Unternehmerschaft ein hohes ökonomisches Rondition"; bis dahin bevölkern sie die Arbeitsnachweise und b) die Mitglieder des Verbandes der Deutschen Buchbrucker", nur in solchen Buchdruckereien tätig zu werden, deren Interesse daran, an der Durchführung des nationalen Tarifes belagern die Kontor- Eingänge der Druckereien. Ursache der Inhaber dem„ Deutschen Buchdruckervereine" angehören. mitzuarbeiten. Saisontätigkeit ist, daß im Winter das politische, gesellschaft- Auch diese Bestimmungen bieten nichts Neues. Die liche und Geschäftsleben besonders pulsiert. Die Zeitungen Arbeiterschaft hat auf diesem Gebiete schon ihre Ererscheinen wegen der Parlamente stärker, haben einen größeren fahrungen gemacht und sehr bittere Erfahrungen Inseratenteil, mit Neuerscheinungen der Bühne und Literaturwollen wir hinzufügen. Tarifverträge mit gegenDie Kosten für die Durchführung des Tarifes trugen fommt man im Winter heraus und um die hohen Feste seitigem Organisationszwang haben bereits die Metallallerdings bisher immer die Gehülfen. Seine Einführung herum gruppiert sich ein großer Teil des Handelsgeschäftes. schläger in Nürnberg, Fürth, Schwabach abgeschlossen, engin den entferntesten Gegenden der Provinz war ihr Wert, Insgesamt zählte der Buchdruckerverband im vergangenen begrenzte Berufe in einem eng begrenzten Bezirt, die für das Werk ihrer Organisation. Und da machte sich März 1,04 Proz., im Juni 6,72 Proz. Arbeitslose. Das einen Vergleich mit dem Buchdrudgewerbe nicht in Betracht denn neben den Vorteilen des nationalen Tarifes auch bei der jetzigen Hochkonjunktur in allen Gewerben! fämen. Dagegen fönnte man sehr wohl den Tarif der ein Nachteil desselben bemerkbar: die lange Dauer der In den Großstädten sind die Schwankungen natürlich noch Chemigraphen zur Betrachtung heranziehen. Tarifperioden, die dadurch bedingt war, daß man seine An- viel stärker. Dieser hezte die Organisation in Rämpfe mit anständigen und tarifmäßig zahlenden Unternehmern hinein, die lediglich nicht angehören konnten und deswegen nicht angehörten. Sie waren womöglich gar in anderen Unternehmerorganisationen vollberechtigte Mitglieder, standen also dem Drganisationsgedanken selbst durchaus nicht fern. erkennung in der Provinz immer erst allmählich durchseßen Vom Einkommen der Buchdrucker ist also ein erfledlicher konnte und darum nicht in schneller Zeitfolge mit neuen Zeil für di Zeit der Arbeitslosigkeit in Abzug zu bringen. der ganzen Art ihres Betriebes nach dem Unternehmerverbande Forderungen an die Prinzipalität der Großstädte heran- Unter iesen Umständen und mit Rücksichtnahme barauf, zutreten vermochte. Mit dem Ausbau der Tariforganisation daß die ßten Tarifrevisionen den. Buchdruckern nur und der Eroberung auch der Provinz durch den Zarif ver- geringe Loh erhöhungen brachten, war ihre Forderung einer schwand allerdings auch diese Nebenwirkung, und es scheint Lohnerhöhur; von 15 Proz. gewiß gerechtfertigt. uns in der Tat im gegenwärtigen Moment kein Anlaß ge- Das sziale Verständnis" ihrer Brotherren gestand ihnen geben, einen Tarif auf sechs bis zehn Jahre ab nur eine Erweiterung ihres Hungerriemens um 10 Proz. zuschließen, wie ihn die neue Vereinbarung vorsieht. seiner Länge zu. Nach§ 42 dauert nämlich der Tarif vom 1. Januar 1907 bis 31. Dezember 1911. Ein besonderer Beschluß verlängert ihn aber, indem er sagt: In dieselbe Verlegenheit wird der Organisationsawang auch die Buchdrucker bringen. Viele größere Betriebe, die einen starken Verbrauch an Noch notwendiger war aber eine Verkürzung der Arbeits- Drucksachen haben, namentlich aber Karton- und Buchfabriken, zeit. Und in dieser Beziehung fann man fagen, ist nichts haben eigene Hausdruckereien. Auch in großen erreicht. Dder will man ernsthaft die halbe Stunde über Versandgeschäften ist das der Fall Die Gehülfen in diesen Druckereien werden teilweise besser bezahlt als in gewöhnlichen Akzidenzdruckereien, ihre Stellung ist eine selbständige, angenehme.— Nach Inkrafttreten des Vertrages werden sie dieselbe verlassen müssen oder fliegen aus dem Verbände hinaus, dem sie angehörten, um für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu kämpfen l Mehrere Gewerkschaften haben eigene Druckereien. — Der Verband deutscher Buchdrucker wird ihre Betriebe sperren, wenn ihre Leiter nicht dem Unternehmer- verbände beitreten! Hunderte von Buchdruckern, vielleicht schon Tausende arbeiten in Parteibetrieben. Mutet man auch diesen zu, die Organisation der Unternehmer verstärken zu helfen? Oder wenn man sie nun speren, die dort beschäftigten Vcrbandsmitglieder ausschliefen wollte? Es gibt doch Buchdrucker, die nebenher auch noch Partei- genossen sind! Werden diese ruhig zusehen, wenn ihre Partei- organe nicht erscheinen sollen? Wir glauben es nicht. Nicht einen Tag wird die Parteipresse ihr Erscheinen aussetzen! Dann hat man den Kampf in der Gehülfenschaft. Und lvofür? Um die Unternehmer zu orga- n i s i e r e n! Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so ver- zweifelt ernst wäre! Und wer ist der andere Kontrahent, wer ist der„Deutsche Buchdruckerverein"? Umfaßt er die Mehrheit der Be- triebe? Umfaßt er auch nur ihre Hälfte? Ach nein I Zwei Drittel der Prinzipale st e h e n ihm noch fern; die soll ihm die Gehülfen- Organisation zutreiben; das Geld, das sie spart, indem sie dem Kampfe für eine Verbesserung der Lohn- und Arbeits- bedingungen aus dem Wege geht, soll sie verpulvern, indem sie ihren Mitgliedern die Arbeitsplätze sperrt und ihnen Unter- stützungen zahlt, damit die Unternehmer organisation gedeihe I Das ist die neue Aera sozialen Wirkens! Die Arbeiterorganisation als Exekutor des Unternehmer- tums. Auch in anderer Beziehung: Der Entwurf sieht nämlich auch vor, daß die Organisationen gegenseitig haftbar sind für den Schaden, den ihre Mitglieder einander verursachen: „Der Verein, dem der Schädiger angehört, haftet dem Ge- schädigten für Ersatz des ihm entstandenen Schadens insoweit, als sein beteiligtes Mitglied gesetzlich dazu verpflichtet ist." Der Taff-Vale-Entscheid reckt vivus! Was die englischen Arbeiter mit allen Mitteln als geWerk- schaftsseindlich bekämpft haben, führt der Deutsche Buchdrucker-Verband für sich freiwillig ein! Ob d a s die neue Aera sozialen Wirkens ist?— Wird der Vertrag zwischen beiden Organisationen, so wie er vorliegt, Gesetz für die Buchdrucker, dann hat der Verband sein Erstgeburtsrecht dem Unternehmerverein verkauft. Und für weniger als ein Linsengericht. Man will mit dem Unternehmerverein einen Vertrag schließen, und er sagt verbindlich: Bitte, wenn die Gehülfenschaft zehn Jahre lang nichts fordert! Man verlangt die Anerkennung der Ge hülfen- organisation, und die Unternehmer sagen: Bitte, wenn die Gehülfenschaft uns eine Organisation schafft! Für die Verpflichtung seiner Mitglieder zur Tariftreue verlangt der Unternehmervercin Gerichtsvollzieherdienste. Ohne Schamröte erklären die Prinzipalsvertretcr sich für verpflichtet, an der Unterstützung der Arbeitslosen teil- zunehmen— eine Verkürzung der Arbeitszeit lehnen sie ab! Wird die Gehülfenschaft das Judasgeld annehmen, mit dem man sie um eine wirkliche soziale Wohltat betrog?— Der„Korrespondent" sagt in seinen Betrachtungen über den Vertrag: „Heute kann jedoch ohne Uebertreibung gesagt werden, daß die deutschen Büchdrucker dem Wirtschaftsleben gezeigt haben, wohin eine konsequent und logisch geleistete Arbeit führt, und daß nicht eine sklavische Form, sondern der Sinn, der Geist, das Wesen einer Sache das Entscheidende ist. Und weil es mit der Tarifgemein- schaft der Buchdrucker an dem ist, konnte sie zum Bannerträger einer gewerblichen Friedensära werden, immer mehr den einigenden Momenten den Vorrang sichern und aus einer Politik des Waffenstillstandes eine Politik der Verständigung machen." Auch w i r sind der Meinung, daß nicht die Form, sondern der Sinn, der Geist, das Wesen einer Sache das Entscheidende ist. Und darum erscheint uns die Tarifgemeinschaft nicht ein Waffenstillstand, noch weniger ein Akt der Verständigung zu sein, als vielmehr die Hinüberleitung des Kampfes vom offenen Schlachtfeld auf den Parkettboden der Diplomatie. Möchte der Verband deutscher Buchdrucker auf diesem glatten Boden nicht straucheln l Die russische Revolution. Der Ruin. Im Gouvernement Nishni Nowgorod, dessen Budget eine Million erreicht, konnten bis zum Ende vorigen Jahres 46t) 000 Rubel von der Semstwoverwaltung nicht eingetrieben werden. Im Peters- burger Gouvernement wurden im Laufe dieses Jahres statt dxei Millionen Rubel nur 860 006 Rubel eingetrieben, im Semstwo von Wiatka gingen bloß 26 Proz. aller'Steuern ein. Um eine richtige Idee von dem Grade des Geldmangels, an dem die Kassen der Semstwos leiden, zu erhalten, muß man an die Rückstände erinnern, die die Semstwos im vorigen Jahre zu ver- zeichnen hatten. In 34 Semstwos, deren jährliches Budget Ivo Millionen Rubel erreicht, stiegen die Rückstände am 1. Januar 1306 bis auf etwa 70 Millionen Rubel.— Die Semstwos begannen darum, aus den Versicherungskapitalien zu borgen, zinstragende Papier zu verpfänden, Anleihen bei Privat- Personen und-Anstalten zu machen. Das Semstwo von Saratow ist der Russischen Bank für auswärtigen Handel 125 000 Rubel schuldig. Der Zahlungstermin ist schon eingetreten, so daß, wenn die Bank keine Stundung bewilligt hätte, alle Einkünfte des Semstwos mit Beschlag belegt worden wären und seine Tätigkeit ganz hätte eingestellt werden müssen. Aus allen Ecken Rußlands, selbst aus den Gouvernements, deren Semstwos als sehr wohlsituiert angesehen wurden, kommen Hiobs- Nachrichten. Das Moskauer Gouvernement-Semstwo hat schon alle ihm gehörigen Kapitalien verpfändet, und dessenungeachtet reichen die ihm zur Verfügung stehenden Mittel nur, um die Gage der An- gestellten bis Januar zu zahlen. Das Saratowsche Gouvernement- Semstwo hat die Zahlungen für Versicherungsunfälle eingestellt. Das Twersche Bezirks-Semstwo zahlt den Lehrern und Aerzten schon seit einigen Monaten kein Gehalt, das Gouvernement-Semstwo hat die Verabreichung der Arzneimittel sistiert und ist außerstande, 300 000 Rubel Versicherungsprämien auszubezahlen. Im Gou- vernement Woronesh zahlt ein Semstwo den Aerzten und An- gestellten keine Gage, ein anderes schließt die Volksschulen und die ärztlichen Ambulanzstellen, ein drittes verzichtet auf die Errichtung der notwendigsten Bauten. Den Angestellten des Poltawaschen Semstwos wird nur die Hälfte der ihnen zustehenden Gehälter ge» zahlt. Das Semstwo Tscherepowetz hat den Lehrern schon seit dem Monat Mai keine Gage gezahlt. Das Kreiskrankenhaus des Semstwo von Wologda entbehrt aller Medikamente: der ihm bewilligte Kredit ist schon erschöpft, und die Moskauer Drogenhandlungen lehnen jede weitere Vcrabfolgung der Medikamente auf Konto ab. Usw. usw. bis ins Unendliche. Man wirft sogar i m E r n st die Frage auf, ob man die Schulen und Krankenhäuser nicht schließen solle! Im Gouvernement Twer hat man schon angefangen, die Schulen zu schließen. In jedem Kreise gibt es bereits einige geschlossene Schulen, im Kreise von Nowotorshsk sind sogar 22 Schulen geschlossen, und es werden dort auch die Krankenhäuser geschlossen. Also das, woran man früher nur mit Entsetzen dachte, ist Wirklichkeit geworden. Selbst die allernotwendigsten Bedürfnisse werden nur unvollständig befriedigt: in einem Orte wird die Tätig- keit der Ackerbauverbesserungsanstalten eingestellt, in einem anderen werden selbst die Gesundheitsämter ganz abgeschafft, in einem dritten die ärztliche Hülfe eingeschränkt. Jetzt ist die Reihe an das Schulressort gekommen, und bald wird auch die Existenz der Semstwos s e l b st fraglich werden.— Die„Russische Korrespondenz" bringt folgende Aeußerungen des Professors am Petersburger Polytechnikum, M. Friedmann: „Das soeben veröffentlichte Schreiben des Herrn Kokoffzew an den Ministerpräsidenten enthält das Geheimmittel, dank dem der Finanzminister die verlotterte russische Staatswirtschast vom Krache zu retten meint. Dieses Mittel ist durchaus nicht neu und wird schon lange angewandt. Es besteht im folgenden: Im Aus- lande werden energisch günstige Auskünfte über die Finanzlage Rußlands verbreitet, man scheut dabei weder die Presse zu kaufen, noch persönlich den ausländischen Korrespondenten wissentlich der Wirklichkeit unadäquate Mitteilungen zu machen; sobald der Boden solchermaßen bearbeitet ist, bemüht man sich, eine mehr oder weniger bedeutende Anleihe im Auslande abzuschließen, um damit die papierne Wohlfahrt der russischen Staatswirtschaft noch für einige Zeit aufrecht zu erhalten. Legen jedoch die unabhängigen Journalisten und Gelehrten dar, es sei angezeigt, nicht zu einer so ungesunden Entwickelung hinzustreben, sondern zur Aufrichtung des Volkswohlstandes; be- baupten sie, daß Armut und Hunger im Reiche wachsen und daß die Last der Verschuldung je länger desto stärker auf dem Volke drückt, da die durch Anleihen aufgetriebenen Gelder nicht zur Befriedi- gung der wirklichen Bedürfnisse des Voltes dienen,— dann wird das Finanzministerium schrecklich böse, und die ihm gehorsamen Reptilien, über den Widerstand gegen die Pläne des Finanz- Ministers ausgebracht, erheben ein gewaltiges Geschrei und wieder- holen die Vorwürfe des Finanzministers: die unabhängige Presse unterwühle den vaterländischen Kredit, sie bezeuge ihren Mangel an Patriotismus und ihre revolutionären Bestrebungen. Die Resultate beider Systeme erscheinen jetzt in vollem Lichte. Den ausländischen Gläubigern ist es handgreiflich geworden, daß der russische Finanzminister zwei Maße, zwei Wahrheiten hat, daß er ganz o p t i m i st i s ch angehaucht ist, so lange er sich an die Gläubiger wendet, daß ihn jedoch ein unsäglicher P e s s i m i s- m u s überwältigt, sobald er offenherzig und ohne sich zu genieren seinen M i n i st e r k o l l e g e n seine Ansichten kundtut! Wird die Enthüllung dieser„Politik", dieser Taktik nicht einen tausendmal. mehr unheilstiftcnoen Einfluß auf den Staatskredit ausüben als das aufrichtige Bekenntnis, daß die Finanzen Rußlands sich in einer schaurigen Lage befinden? Und ist denn die Wohlfahrt des Landes nicht ungeheuer bedroht von der schrecklichen Schuldenlast, zu deren Tilgung jahraus, jahrein 380 Millionen Rubel erforder- lich sind?! Es wäre doch endlich Zeit, die für unproduktive Zwecke vorgenommenen Anleihen zu sistieren und zur Einschränkung der unnötigen und schädlichen Ausgaben zu schreiten. Und wenn dessenungeachtet wieder neue Anleihen gemacht werden müssen, so sollen sie doch nur nach erfolgter Genehmigung durch die Volks- Vertreter abgeschlossen werden; diese werden als unbedingte Forde- rung aufstellen, daß die so ausgetriebenen Gelder nur zur Be- friedigung der Bedürfnisse der Hauptmasse der Steuerzahler, der Bauern, d. h. zur Verbreitung der Bildung und Erweiterung des Landbesitzes, verausgabt werden." Wuchtiger Protest. Lodz, 3. Oktober. Wegen des Tagens der Feldkriegsgerichte sind heute die Arbeiter von sämtlichen Fabriken in den Ausstand getreten. Es herrscht große Erregung, viele Straßen sind mili- tärisch abgesperrt. „Schlagt die Juden tot!" Odessa, 10. Oktober. Die reaktionären Agitatoren Dubrowin und Bulazel sind wieder abgereist. Bei der Abfahrt vom Bahnhofe ereigneten sich heftige Szenen. Die Mitglieder des Verbandes des russischen Volkes trugen Fahnen mit der Aufschrift:„Schlagt die Juden tot!". Der Passagiere auf dem Bahnhofe bemächtigte sich große Panik» da die fanatisierte Menge zu johlen und zu schießen anfing. Die Polizei verhielt sich vollständig untätig. Die„Kadetten". Helsingfors» 9. Oktober. Die Opposition gegen die vom Komitee des Kadettenkongresses beantragte Resolution teilt sich «n zwei Gruppen, deren eine die vollständige Verwirklichung des Wiborger Programms fordert, während die andere die Steuer- Verweigerung für notwendig erklärt, die Verweigerung der Rekrutengestellung aber nicht für zweckentsprechend hält, da die Rekruten nach ihrem Eintritt in die Armee die alten Soldaten ge- Winnen würden.— Helsingfors, 10. Oktober. Das Exekutivkomitee der Kadetten- Partei dementiert die von der Regierung verbreiteten Gerüchte von einem bevorstehenden Verfall der Partei. Auch Miljukow erklärt, niemals die Aeußerung getan zu haben, er halte vorläufig die Schlacht für verloren. Tie Bauernagrarbank. Der Ackerbauminister a. D. N. Kutler hat in der Zeitung „Rjetsch" eine Reihe von Artikeln über die Tätigkeit der Baucrnbank veröffentlicht, deren Ergebnisse sehr interessant sind. Die Operationen der Bank, meint Kutler, haben als einziges Resultat ein Anhäufen des freien Landes. Das hätte an und für sich willkommen sein können, da es die zu- künftige Verwirklichung der Agrarreform beschleunigt hätte. Aber diese vorteilhafte Seite der Banktätigkeit wird voll- ständig annulliert durch die Bedingungen, unter denen die Bank die Privatländereien erwirbt. Die Bank bezahlt den Gutsbesitzern einen so hohen Preis, daß sie nachher nicht imstande ist, den Bauern die Güter so abzutreten, daß jene Vorteil daraus ziehen können; die Bank arbeitet also nicht daran, den Landbesitz der Bauern zu regulieren, sondern sie ist bei der Liquidation des Privatgutbesitzes behülflich. Die Preise des mit Hülfe der Bauernbank von den Bauern erworbenen Landes sind so hinaufgeschraubt, daß ein bedeutender Teil der von der Bank in der letzten Zeit den Bauern für Landankauf gewährten Anleihen ohne Zweifel unwiederbringlich verloren sein wird. Infolge der großen Landnot gehen die Bauern darauf ein, für das Land jeden beliebigen Preis zu zahlen, da sie hoffen, in der Zukunft irgend welckze Erleichterungen zu erringen. Außerdem kommt die Bank hauptsächlich den wohlhabenderen Bauern zu Hülfe. Alles in allem genommen, trägt die Bank nach der Ansicht von Kutler nicht nur nicht dazu bei, die Agrarreform vorzubereiten, sondern sie erschwert noch ihre Verwirklichung in der Zukunft.■ poUtifcbe Qeberlicbt» Berlin, den 10. Oktober. Der RückVersicherungsvertrag mit Rustland. Die„Deutsche Tageszeitung" leitartikelt über die Veröffentlichung aus dem Tagebuch Onkel Chlod- wigs. Sie bringt es in diesem Artikel fertig, die Beseitigung des famosen RückVersicherungsvertrages mit Rußland als einen„folgenschweren Schritt" zu bezeichnen, der Ruß- land in die Arme Frankreichs getrieben habe. Als der im Jahre 1890 abgelaufene Rückversiche- rungsvertrag hätte erneuert werden sollen, sei die Kanzler- krisis eingetreten. Trotzdem hätte das anfangs verschnupfte Rußland die Bereitwilligkeit gezeigt, auch mit C a p r i v i diesen famosen Vertrag von neuem abzuschließen. Zu seinem Erstaunen habe jedoch Schuwalow erfahren müssen, daß der Vertrag von deutscher Seite mit der Begründung zurück- gewiesen worden sei. daß Deutschland diese„komplizierte Politik" nach zwei Seiten hin nicht fortsetzten, sondern sich ein- fach auf sein Dreibundsverhältnis beschränken wolle. D a- durch sei denn Rußland zu einer Alliance mit Frankreich gedrängt worden. Es ist ja begreiflich, daß das Junkerorgan die damalige Zurückweisung Rußlands noch heute schmerzlich empfindet. Unglaublich ist es nur, daß das Blatt die Behauptung auf- zustellen wagt, Rußland sei durch die NichtVerlängerung des RückVersicherungsvertrages zur Alliance mit Frankreich ge- drängt worden. Diese Alliance Rußlands mit Frankreich war aber gerade das ureigen st e Werk Bismarcks, der durch die Annektion Eliaß-Lothringens die unnatürliche Verbindring der westeuropäischen Republik mit dem westasiatischen Knutenstaat herbeiführte. Bereits in den 70er Jahren begann die Annäherung zwischen Rußland und Frank- reich; der im Jahre 1879 abgeschlossene Zweibund zwischen Deutschland und Oesterreich, aus dem dann im Jahre 1883 durch den Hinzutritt Italiens ein Dreibund wurde, war er st die Folge der Annäherung zwischen Rußland und Frankreich. Wie sehr nun Bismarck selbst der Tragfähigkeit des Dreibundes mißtraute, beweist ja die Tatsache, daß er später hinter dem Rücken der verbündeten Mächte den ungeheuer- lichen Rückoersicherungsvertrag mit Ruß- land abschloß. Dieser ebenso törichten wie gewissen- losen Politik setzte der Heros des 19. Jahrhunderts dann im Jahre 1896 dadurch die Krone auf. daß er durch sein Leib- organ, die„Hamburger Nachrichten", die E x i st e n z dieses RückVersicherungsvertrages aller Welt verkünden ließ. Wenn es irgend ein Mittel gab, der Reichspolitik Knüppel zwischen die Beine zu werfen und den Dreibund zu sprengen, so war es dieser geradezu hochverräterische Akt des„großen" Kanzlers! Als im November 1896 die skandalöse Enthüllung Bis- marcks im Reichstag zur Sprache kam, übernahm es Herr von Marschall, nachzuweisen, wie vernünftig seinerzeit Caprivi gehandelt habe, als er bei seinem Amtsantritt auf die von Bismarck beliebten diplomatischen Mogeleien verzichtete. Herr von Marschall führte damals aus, daß die Ansicht, durch ein ganzes Netz von Defensivverträgen könne der allgemeine Weltfrieden dauernd gesichert werden, doch dem Zweifel be- gegenen müsse, ob mit der Mehrheit der Bündnisse und Ver- träge auch der innere Wert jedes einzelnen sich steigere oder ob nicht umgekehrt die Gefahr bestehen könne, daß unter den mehrfachen Sicherungen im entscheidenden Augen- blicke gerade die versage, auf die es an- komme. Die„hohe" Politik unseres neuen Kurses hat sich wahr- haftig niemals durch übermäßige Genialität ausgezeichnet. Durch ewiges Schwanken, durch tätschelndes Liebkosen heute und brüskierende Schärfe morgen hat unser neuer Kurs überall Mißtrauen gesät und keinen einzigen zuverlässigen Verbündeten erworben. Aber daß der neue Kurs seinerzeit die ebenso kindische wie tückische Mogelpolitik mit Rußland zurückgewiesen hat. ist vielleicht auch sein einziger diploma- tischer Ruhmestitel, der uns leider durch die neuesten Machen- schatten mit Väterchen mehr und mehr wieder verscherzt worden ist.—_ Arbeiterbewegung und Sozialismus. London, 8. Oktober.(Eig. Bcr.) England steht gegenwärtig im Zeichen sozialistischer Dis- kussionen. Der unerfahrene Leser der englischen Presse könnte glauben, wir befänden uns hier am Vorabend der sozialistischen Revolution. Die Konferenzen gewerkschaftlicher Organisationen werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die GewerkschastS- führer, die sich unter das sozialistische„Joch" nicht beugen wollen. werden als Retter der Gesellschaft gefeiert. Liberale Führer blasen Sturm und die gelbe Presse befindet sich in ihrem Elemente — im Elemente der Sensation. Man wird gut tun, sich dieser Agitation gegenüber ruhig zu verhalten. Sie bedeutet vorläufig nur soviel, daß einige arbeitcr- freundliche Liberale über den beginnenden Zusammenbruch ihrer sozialliberalen Theorien entrüstet sind. Die politische Verselbstän- digung eines Teiles der organisierten Arbeiterklasse kommt ihnen wie eine Rebellion vor. Der Lärmschläger ist der Master of Elibank(Alexander O. Murray), der parlamentarische Sekretär (Whip) der schottischen Liberalen. Murray ist Impressionist und läßt sich von momentanen Eindrücken hinreißen. Er war es auch, der während des russisch-japanischen Krieges allerlei Unheil für England prophezeite, da dieses in eine Allianz mit Japan ein- gegangen war. Ihm schlössen sich nunmehr sein Kollege I. A. Pcase, ebenfalls Whip. und der Kricgsminister Mr. Haidane an. Alle drei sprachen vor einigen Tagen in einer liberalen Ver- sammlung in Schottland. Haldane ist selbstredend für parlamen- tarische Arbeitervertreter, nur müßten sie mit den Liberalen zu- sammengehen und im Sinne der liberalen Bestrebungen und Ideale tätig sein.„Wenn sie sich aber", meint Haldane.„dem Führer der. Arbeiterpartei, Keir Hardie, anschließen und solche abstrakte Forderungen vertreten, wie Verstaatlichung des Grund und Bodens, des Kapitals usw., so mutz die liberale Partei den Kampf aufnehmen. Solange Keir Hardie indes diese Forderungen in Volksversammlungen aufstellt, so gehen sie die liberale Partei nichts an. Ich fürchte nicht, daß der Liberalismus in Sozialismus ausarten würde. Der Mann, der sozialistische Ansichten vertritt, hat einen sehr engen Gesichtskreis und kennt weder die Realitäten des Lebens noch die Bedeutung der menschlichen Natur. Ein solcher Mann ist gegen seinen eigenen Willen ein Materialist. und der Materialist hat keine Ahnung vom Menschentum oder vom Weltall." Haldane ist der Philosoph der liberalen Partei; ihm fällt also die Aufgabe zu, den Sozialismus philosophisch zu wider. legen. Nach Haldane sprach Murray, der die liberalen Arbeitcr- führer Bell Fenwick. Burt und Maddison lobte, aber den Sozia- listen, die den Liberalismus untergraben, den Krieq erklärte. Im Tommen. felben Sinne sprach Pease, der Kollege Murrays, der seine Partei| liberale Partei bei den nächsten Reichstags- 1brüdlicher Bestimmungen über die Vorgänge im aufforderte, den Sozialisten keinen Pardon zu geben.. wahlen in Westfalen teine Wahltompromisse Beratungszimmer Beugnis nicht abzulegen hat. Das folge Diesen liberalen Führern antwortet heute Genosse William mit dem Zentrum schlösse. Aber selbst zu einer der aus dem Grundsatz der Nichtöffentlichkeit der Abstimmung. Genau Thorne im Standard". Er meint, die Aufregung der Liberalen artigen Zusicherung wollten sich die„ Alten" nicht verstehen, und so steht es mit der Immunität der Abgeordneten. Hätte die„ Tägl. überraschte ihn nicht; die liberale Arbeiterfreundlichkeit mußte schließlich begnügten sich die Jungen auch ohne solches Zugeständnis Rundschau" recht, so würde beispielsweise auch ein unverantwort früher oder später ein Ende nehmen. Man könne die Arbeiter und zogen sich auf die bewährten Grundlagen" zurück. licher Souverän zur Zeugnisablegung durch Geldstrafe und Haft nicht immer unter Chloroform halten. Die Liberalen machten den Arbeitern allerlei Versprechungen, die sie nicht einlösen können, gezwungen werden können. In den Prozeßgesehen ist der Souverän Der Ausschluß der„ Cumberländer". nicht als eidesverweigerungsberechtigt aufgeführt. Es ist da mir da die herrschenden Kreise der liberalen Partei kapitalistisch seien. Die konservativen und liberalen Reichsfreunde", die in den von der Form seines Eides die Rede. Trotzdem kann auch ein nicht Solange die Arbeiter unselbständig waren, nahmen sie die liberalen letzten Wochen immer wieder versichert haben, daß im Interesse preußischer Richter gegen den preußischen Souverän wegen VerWorte für bare Münze; jetzt aber, wo die Liberalen zur Hono- der Existenz des geeinigten deutschen Vaterlandes kein Sprosse des weigerung des Zeugnisses nicht vorgehen, weil leider der rierung ihrer Wechsel gezwungen werden, schieben sie die Ursachen welfischen Königshauses den braunschweigischen Herzogsthron be- preußische Grundsatz der Unverantwortlichkeit und Unverleglichkeit ihrer Insolvenz auf die Sozialisten. Alle diese Manöver werden steigen dürfe, wenn nicht zuvor der„ Cumberländer" formell auf des preußischen Königs auch für nicht preußische Staaten auf dem nächsten Kongresse in Belfast( Januar 1907) zur Sprache den Hannoverschen Thron verzichte, haben eine Genugtuung zu ber- als der höhere Grundsatz gilt, mit dem die Zeugnispflicht nicht zu zeichnen. Die Herrschaft" über das getreue braunschweigische vereinbaren ist. Oder erachtet das Blatt einen bayerischen Richter Genosse Curran sprach gestern über dasselbe Thema in einer Volt bleibt einem einem deutschfühlenden" und deutsch für befugt, den preußischen König, dem fein Reichsgesetz öffentlichen Versammlung in Bradford. Er sagte:... Ich er- denkenden" Prinzen vorbehalten, wahrscheinlich dem Prinzen Adolf das Recht der Zeugnisverweigerung ausdrücklich innere mich an eine Vorlesung, die Mr. Haldane in der Fabian- von Schaumburg- Lippe, dem die Betätigung seiner Herrscher- einräumt, durch Zwang zur Zeugnisaussage anzuhalten? Ob Society" gegeben hat und in der er sagte, eine konstitutionelle qualitäten bisher durch die Sukzession der Biesterfelder Linie im die bürgerlichen Parteien auch in diesem Punkte vor dem EinEntwickelung zum Kollektivismus sei unvermeidlich. Jetzt aber Lippeschen Lande versagt geblieben ist. Der„ Cumberländer" hat griff in die Voltsrechte zurückweichen werden? erklärt er, diese Fragen seien unparlamentarisch. Aber wir werden zwar in einem Brief an den Kaiser und Reichskanzler sich erboten, sie trotz alledem parlamentarisch machen." daß er und sein ältester Sohn auf seine sogen.„ Rechte" auf Braunschweig verzichten wollen, wenn sein jüngster Sohn, der Prinz Ernst August, zur Thronfolge zugelassen werde; doch der Kaiser hat es abgelehnt, auf dieses Anerbieten einzugehen, da die durch den Bundesratsbeschluß vom 2. Juli 1885 geschaffene Rechtslage, solange nicht der formelle Verzicht auf Hannover erfolge, unverändert fortbestehe. Der Herzog von Cumberland hat nach Mitteilung der" Nordd. Allgem. 3tg." am 2. d. M. an den Kaiser geschrieben: . Auch die Gräfin Warwick beschäftigte sich gestern mit diesem Thema in einer Versammlung von Ladengehülfen in Leeds und wandte sich besonders gegen die Presse, die die sozialistischen Diskussionen dazu benutt, das Publikum in eine Panik zu treiben. Von den Konservativen sprachen vorläufig nur zwei: Lord Lansdowne und Lord Ridley, die sich über die Verlegenheiten der liberalen Partei lustig machten, aber doch den Ernst der Lage betonten. Es fehlt indes nicht an beschwichtigenden Stimmen. Im Taufenden Heft der liberalen Independent Review" erinnert Chiozza- Money, der liberale Abgeordnete für Paddington( WestLondon), daß nach Professor Dicey( in seinem, auch unseren Lesern bekannten Werke„ Law and Opinion") die Tendenz zum Kollektibismus in der englischen Gesetzgebung sich schon seit dem Jahre 1865 bemerkbar machte und daß während dieser ganzen Zeit sich Rollettivismus und Liberalismus gut mit einander vertrugen; auch John Stuart Mill, einer der glänzendsten liberalen Geister, neigte zum Kollektivismus. Die„ Daily News" und der„ Morning Leader" protestierten gegen die Reden von Murray und Pease. Die Whips hätten kein Recht, sich in Parteiangelegenheiten in so entschiedener Weise zu mischen. Die Aufgabe der Whips sei, die verschiedenen Elemente zu vereinigen und versöhnend zu wirken; deshalb dürften sie auch nicht dem Parteibrauche gemäß im Parlamente sprechen. Uebrigens feien sie nicht maßgebend. Solange nicht Sir Henry Campbell- Bannerman das Wort ergreife, bleibe alles beim alten. Jm ähnlichen Sinne sprach sich die Westminster Gazette" aus. Wie man sieht, ist die Diskussion über das Verhältnis zwischen Liberalismus und Sozialismus eine recht lebhafte. Unseres Erachtens befinden sich sowohl die Lärmschläger wie die Beschwichtiger im Irrtum. Wahr ist nur, daß wir gegenwärtig den Anfang einer sozialistischen Arbeiterbewegung haben. Aber eine sozialistische Arbeiterbewegung hat sehr viele innere und äußere Schwierigfeiten zu überwinden und nimmt nie einen geraden, direkten Lauf. Auch die neue britische Arbeiterpartei wird noch viele Krisen durchzumachen haben, ehe sie zu jener Macht wird, als welche sie schon jetzt von Murray und Pease betrachtet wird. Als der Liverpooler Trade- Unionskongreß eine Resolution an= nahm, die sämtliche parlamentarischen Arbeitervertreter aufforderte, sich der Arbeiterpartei anzuschließen, schrieben wir, die Resolution sei vorläufig aussichtslos. Manche englische Beobachter beschuldigten uns des Pessimismus, aber schon wenige Wochen darauf zeigte es sich, daß an eine Einigung der parlamentarischen Arbeitervertreter vorläufig nicht zu denken ist. Die wichtigste Organisation, die noch außerhalb der Partei steht, ist der Verband der Bergleute Großbritanniens. Die Bergleute sollten darüber abstimmen, ob sie sich der Arbeiterpartei anschließen sollen. Und was war das Resultat ihrer Urabstimmung? „ Es ist mein Wunsch, eine endgültige Ordnung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum Braunschweig auf dem Wege herbeigeführt zu sehen, daß ich und mein ältester Sohn Prinz Georg Wilhelm unsere Rechte auf die Regierung im Herzogtum auf meinen jüngsten, nach braunschweigischem Hausgesetz volljährigen Sohn Prinzen Ernst August übertragen, und daß dieser als Herzog die Regierung übernehme. Mir und meinem ältesten Sohne, sowie dessen Deszendenz würde die Sutzession in Braunschweig für den Fall vorbehalten bleiben, daß die Linie meines jüngsten Sohnes erlöschen sollte. Die Verzichtleistung auf den braunschweigischen Thron würden ich und mein ältester Sohn aussprechen, sobald die Gewißheit besteht, daß der Regierungsübernahme meines jüngsten Sohnes teine Hindernisse entgegenstehen." Reichskanzler gesandt worden ist, antwortete am 6. Oktober der Auf diesen Brief, von dem zugleich eine Abschrift an den Kaiser: Die Regierung in Braunschweig ist durch Bundesratsbeschluß vom 2. Juli 1885 in der, nach Lage der Verhältnisse, durch die Interessen des Reichs gebotenen Weise geregelt. Als berufener Hüter dieser Interessen muß ich Anstand nehmen zu einer Neuregelung die Hand zu bieten, solange die Sachund Rechtslage, die zu dem gedachten Bundes= ratsbeschluß geführt hat, unverändert fortbesteht. Der Inhalt Euerer Königlichen Hoheit Schreiben bietet aber keinen Grund, diese Lage als verändert anzusehen. Ich sehe mich daher außerstande, der mir von Euerer Königlichen Hoheit ausgesprochenen Bitte näher zu treten." Und in des Reichskanzlers Antwort heißt es: Was Euerer Königlichen Hoheit Wunsch nach Mitteilung dieses Schreibens an den Bundesrat betrifft, so muß ich mir eine Entschließung darüber borbehalten. Dagegen sehe ich mich zu meinem Bedauern außerstande, die gewünschte Unterstützung des von Guerer Königlichen Hoheit Sr. Majestät dem Kaiser unterbreiteten Vorschlags zuzusagen. Die Gesichtspunkte, nach welchen ich als Reichstanzler wie als preußischer Minister der auswärtigen Angelegenheiten pflichtmäßig die braunschweigische Frage zu behandeln habe, sind in zwei in dieser Eigenschaft von mir mit Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers an die Herzoglich braunschweigische Regierung gerichteten, inzwischen der Oeffentlichkeit übergebenen Schreiben dargelegt. Von dem in diesen Schreiben eingenommenen Standpunkte aus glaube ich in Euerer Königlichen Hoheit Vorschlag eine für die Reichsinteressen annehm bare Lösung nicht erbliden zu können." Die Gescheitelten gegen die Geschorenen. Bekanntlich hatte das Zentrum auf seiner Effener Parade die Parole„ Wider den Umsturz" ausgegeben und sich als zuverlässigsten Bekämpfer des Umsturzes einem verehrlichen Publiko empfohlen. Diese Reklame hat nun die Gescheitelten schwer verdrossen. Dem Umsturz sind ja auch sie nicht grün; aber daß die Geschorenen sich anmaßen, ganz allein mit den Roten fertig werden zu wollen, das den Stachel schmerzlichen Konkurrenzneides gedrückt. hat in die Brust unserer braven protestantischen Ordnungsstüzen Graudenz tagende Generalversammlung des Evange lischen Bundes hat deshalb folgenden Beschluß gefaßt: Die in Der Essener Katholikentag hat die Losung ausgegeben: Zusammenschluß der Gott- und Christusgläubigen aller Konfessionen zum Kampfe wider den Unglauben und Umsturz. Demgegenüber geben wir zur 19. Tagung des Evangelischen Bundes versammelten Protestanten folgende Erklärung ab: Mit den Christen aller Kirchen und Konfessionen, die in dem Herrn Christus allein das Heil sehen, fühlen wir uns im Geiste eins. Jene Essener Losung ist indessen nur eine Wiederholung der seit Gründung der tonfessionellen Zentrumspartei stets von ihr erlassenen Aufforderung zum politischen Zusammenschluß der„ gläubigen Christen". Dieses Ansinnen weisen wir als verhängnisvoll für unser Baterland und unsere evangelische Kirche zurück. Wir erachten es vielmehr als Gewissenspflicht, unsere evangelischen Volksgenossen und insbesondere die von jener Seite als gläubig" angesprochenen Kreise vor einem Eingehen auf das angebotene Bündnis zu warnen. Denn bei aller Anerkennung der Ehrlichkeit, mit der viele fromme Katholiken meinen, uns auf diese Weise die Hand zu bieten, können wir doch in jener Tendenz des Katholikentages nichts anderes erkennen als den geschickten Versuch, die Macht der die römischen Interessen in erster Linie vertretenden Zentrumspartei zu stärken und„ jene Freiheit der Kirche" erobern zu helfen, die unvereinbar ist mit den Grundlagen des souveränen nationalen Staates und eine beständige Bedrohung des konfessionellen Friedens bedeutet. Unsere evangelische Losung dagegen ist: Freie Entfaltung der Lebenskräfte der Reformation, welche sich von jeher als volts- und staatserhaltend erwiesen haben; Zusammenarbeiten mit allen Schaffensfreudigen, welche dem Vaterlande dienen wollen, auf allen Gebieten der christlichen Gesittung und Volkswohlfahrt. Aber kein Bündnis mit dem Zentrum und teinerlei politische Unterstützung dieser parlamentarischen Interessenbertretung der römischen Kirche. Denn die römische Kirche ist tein Bollwert gegen Revolution und Um sturz und noch jeder politische Verbündete des Ultramontanismus war schließlich der Betrogene". Uebrigens hat Wilhelm II. auf das von der Generalversammlung des Evangelischen Bundes ihm zugesandte Huldigungstelegramni folgende Antwort gegeben: Seine Majestät der Kaiser und König lassen der dort tagenden Generalversammlung des Evangelischen Bundes für den treuen Gruß und Segenswunsch bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl v. Lucanus. ähnlichen, mindestens ebenso warmen Danktelegramms Auch die Essener Zentrumsparade durfte sich eines rühmen! Wilhelm II. hat zwar seinerzeit das Wort gesprochen: Den Umsturz überlassen Sie mir", allein heute läßt er sich die Unterstügung des Zentrums gegen diesen Umsturz gern gefallen. Fleischteuerung. " Die Fleischpreise sind nach dem Ausweise der„ Stat. Korresp." Der Verband zählt ungefähr 500 000 Mitglieder; davon beteiligten sich rund 194 000 an der Urabstimmung etwa 40 Proz. Schon die geringe Beteiligung zeigt, wie gering noch das politische Die Hintertürpresse gegen die Immunität der Abgeordneten. Interesse ist. Davon stimmten 101 714 gegen, 92 222 für den Die„ Tägliche Rundschau" macht gegen die Anerkennung der Anschluß also taum ein Fünftel der Bergleute sind für politische Befreiung der Abgeordneten von der Zeugnispflicht mobil. Selbständigkeit. Die Bergleute bleiben demgemäß auch noch fernerSie behauptet„ an maßgebender, Stelle besteht kein Zweifel," im Monat September wiederum in den meisten größeren Marktorten hin außerhalb der Partei. Sie haben 9 Parlamentsabgeordnete, daß unter allen Umständen diese bereits von Windthorst im Jahre Deutschlands gestiegen; und zwar beträgt die Steigerung des von denen nur 2 mit der Arbeiterpartei zusammengehen. Die 1886 geforderte Anerkennung„ von der Reichsregierung versagt Durchschnittspreises der berücksichtigten 24 Ortschaften bei Rind- und Bergleute von Northumberland und Durham haben 5 Abgeordnete, werden wird." Und sollte der Reichstag„ troydem die Ausdehnung Schweinefleisch 3 Pf., bei Kalbfleisch 4 Pf., bei Hammelfleisch 1 Pf. von denen nur einer in Sympathie mit der Arbeiterpartei ist. der Immunität auf die Zeugnispflicht beschließen, was keineswegs pro Kilogramm. Auch die Preise für Speck und Schmalz sind um Dann hatten wir auf der Konferenz der Eisenbahner eine ausgeschlossen ist, und dazu eine Abänderung der Ver= 3 Pf. in die Höhe gegangen. Im Vergleich zu den Fleischpreisen Illustrierung der Schwierigkeiten, die der Arbeiterpartei im Wege fassung herbeizuführen beabsichtigen, so ist anzunehmen, der ersten acht Monate des laufenden Jahres fowie der Jahre 1901/05 liegen. Richard Bell, der Generalsekretär der Eisenbahner, ist einer daß die Reichsregierung einem derartigen stellten sich die Septemberpreise folgendermaßen( pro Kilogramm): der Gründer der Partei; und im Jahre 1901 unterstützte er Keir Beschluß ihre Zustimmung bersagen wird, Hardie, als dieser eine sozialistische Resolution im Unterhause zur da die Befreiung von der Zeugnispflicht dem Denunziantentum, wie Sprache brachte. Jezt aber wendet er sich gegen die Partei und es schon jetzt in höchst unerfreulicher Weise in die Erscheinung gefindet viel Unterstüßung in seiner Gewerkschaft. treten ist, noch weiter Vorschub leisten würde. Auch auf seiten der Abgeordneten liegen in dieser Frage teine so wichtigen Interessen vor, daß eine Verfassungsänderung zu rechtfertigen wäre." Man muß schließlich bedenken, daß die Trade- Unionskongresse dreißig Jahre lang unter liberalem Einflusse standen und daß ein großer Teil der Gewerkschaftsführer ihre Bildung aus der liberalen Presse und aus liberalen Schriften schöpften. Es dürfte also noch viel Propaganda und Erfahrung nötig sein, ehe wir berechtigt sein werden, von einer starken sozialistischen Arbeiterpartei in England zu sprechen. Deutfches Reich. Löbliche Unterwerfung. Rindfleisch Schweine Kalb. Hammelb. d. Keule v. Bauche fleisch fleisch fleisch September 1906 August Juli 167 143 173 169 165 164 140 170 165 164 " 161 137 166 163 160 " Juni Mai 157 133. 161 162 " 158 158 133 164 162 " 156 April 157 134 172 164 156 März 157 134 173 162 155 Februar Januar 157 134 172 161 156 " 157 135 171 162 " 154 Kalenderjahre 1905 151 129 156 153 148 1904 143 121 132 144 141 " 1903 142 121 139 143 140 " 1902 140 119 " 150 139 133 138 118 141 135 131 1901 Leider beschränkt sich die Preissteigerung nicht auf Fleisch; auch Von wem die„ Tägl. Rundschau" über die Absichten der Regierung unterrichtet ist, wird verschwiegen. Ausgerechnet die„ Tägl. Rundschau", das Blatt, dessen Hintertürinformation bei Gelegenheit des Tippelskirch- Kolonialstandals in hellstes Licht gestellt wurde, und das durch seine Heze zur Gewaltanwendung am 21. Januar seine Hinterleute deutlich gekennzeichnet hat, als Kämpfer gegen das Denunziantentum" ist eine köstliche Figur. Die„ Tägl Rundschau" hat offenbar die Aufgabe übernommen, die an sich klare Rechtslage zu verwirren. Wie liegt denn die? Ganz abDie Kritik des Goslarer nationalliberalen Parteitages zeigt, gefehen davon, ob wie mit Recht betont wird schon der die Preise für Eßbutter und Eier haben erneut angezogen. daß fast in der gesamten Presse mit Ausnahme einiger Blätter Wortlaut des Art. 30 der Verfassung den Abgeordneten von der vom Schlage des„ Berl. Tagebl." die Tagung als ein starker Sieg Zeugnispflicht in allen Dingen befreit, die sich auf seine Tätigkeit als der„ Alten" aufgefaßt wird. Die linksliberalen Zeitungen find Abgeordneter beziehen, folgt aus dem Begriff der Immunität selbst und mit dem Ergebnis denn auch wenig zufrieden, während die konser- aus allgemeinen Grundsägen, daß schon heute die Befreiung des vativen Blätter die sogen.„ Einigung" mit Genugtuung und mit Abgeordneten von der Zeugnispflicht geltendes freundlicher Anerkennung der hohen politischen Qualitäten der alten parlamentarischen Führer begrüßen. Nach den Mitteilungen der Deutschen 8tg." scheint sogar die Niederlage der Jungen" eine noch weit gründlichere zu sein, als in den Reden und vornehmlich in der Ablehnung der jung- nationals liberalen, eine erneute Festlegung der nationalliberalen Grundsätze auf dem nächsten Parteitag fordernden Resolution mit zirka 580 gegen 20 Stimmen zum Ausdruck kommt. Nach dem genannten Blatt sollen die„ alten Herren" den" Jungen" in Aussicht gestellt haben, daß, wenn sie in ihrer scharfen Opposition fortführen, man sie aus der Partei ausschließen werde. Darauf sollen die Führer der Jungen die halbe Nacht in Goslar zusammengesessen und schließlich den weisen Entschluß gefaßt haben, den Bogen nicht zu überspannen, sondern den Wünschen der„ Alten" nachzugeben! Am anderen Lage-- Sonntagvormittag- hielt dann Dr. Warwiß aus Friedenau seine schöne Rede, in der er nach einigen radikalschillernden Redensarten gehorsamst umschwentte. Interessant ist, daß gewissermaßen als Entgelt für ihre Unterwerfung die Jungen die Forderung stellten, daß die national Spotten ihrer selbst... " Der ultramontanen Saarpost" wird aus Gewerkschaftss freisen geschrieben: Die herrschende Teuerung macht es allen Saarbergleuten zur Pflicht, energisch eine Aufbefferung ihrer wirtschaftlichen Verhält nisse anzustreben. Unerschwinglich hoch sind die Preise für die notwendigsten Lebensmittel geworden. Der Saarbergmann, der früher stets sein wenn auch bescheidenes Stückchen Fleisch essen konnte, muß hente ganz oder doch teilweise infolge der Teuerung auf dieses wichtige Nahrungsmittel verzichten. Die Arbeiterschaft der übrigen Berufe sowie viele Beamtenfategorien haben durch ihre starken Drganisationen sich Lohnerhöhungen beziehungsweise Teuerungszulagen gesichert. Nur bei den Bergvölkern, die doch in erster Linie kräftiger Nahrung bedürfen, merkt man nichts von einer der Teuerung entsprechenden Lohnaufbesserung." Recht ist. Ein Recht, das aus allgemeinen Grundsäßen folgt, bedarf keiner ausdrücklichen Sagung. Das Straf- und Disziplinarverfahren darf als ein Verfahren, das auf Rechtssuchung, mit Ermittelung der Wahrheit und Sühne des Unrechts abzielt, nicht selbst auf einem Unrecht, einer Unmoral, einem Verstoß gegen Treu und Glauben, auf einer Verleitung zum Treubruch, wie die Zeugnispflicht es wäre, sich aufbauen. Das wird von Lebaud im Gegensatz zu allgemein anerkannten Rechtsgrundsägen verkannt. Mit vollem Recht deduzierte Windthorst im Jahre 1886, daß die bestehende Reichsverfassung deshalb die Zeugnispflicht bereits Um diesen und anderen Mißständen abzuhelfen, fordert das eliminiert. Die Abgeordneten, die in der Kolonialaffäre glaubten, Blatt auf zum Beitritt in den christlichen Bergarbeiterverband. Da Beugnis ablegen zu müssen, übersahen, daß diese Rechtsgrund- ist wohl die Frage erlaubt: Wer sind es denn, die als fäße allgemein anerkannten Rechtens sind. Nicht nur das ausdrücklich Schleppenträger des Zentrums, dieser auf LebensGeschriebene, sondern ebenso oder in erster Reihe das aus all- mittelwucher berpflichteten Partei, die Politit gemeinen Grundsägen folgende ist geltendes Recht. So hat z. B. der Agrarier gefördert und damit zur Ausbunge= rung der deutschen Arbeiterschaft beigetrage das Reichsgericht stets anerkamit, daß ohne geschriebenes Recht haben? Wer anders als die christlichen Gewerkschaften. der Grundjazz ne bis in idem( nicht zwei Verfahren wegen derselben und wer sind es, die an der Zersplitterung der Arbeiter wirken und Straftat) Geltung hat. Es hat auf dem Gebiete des Zeugnis- sich ihrer Einigung entgegenstemmen, zur Freude des Unternehmerrechts anerkannt, daß ein Richter tros fehlender aus- tums, das der uneinigen Arbeiterschaft die geschlossene Macht des Kapitals entgegensetzt? Wer ander? wiederum als die vom Zentrum beeinflußten Führer der christlichen Gewerkschaften! Diese Organisationen stärken heißt die Arbeiter ihren eigenen Feinden ausliefern!—_ Der„prämiierte" Volksverei«. In einer Zentrumsversammlung in Wittlich. Regierungsbezirk Trier, redete Pfarrer Rixen über den Volksverein für das katholische Deutschland. Dabei sagte er, wie wir dem Bericht der„Trier. Landeszeitung" entnehmen: „Respekt soll man vor uns haben!.Und den hat man vor dem katholischen Volksverein mit seinen mehr als*6 Million Mitgliedern. Durch diese Vi Million fällt er in die Wagschalc mit seinen Forderungen, seiner Stimme, seinem Urteil, zumal nachdem man seine herrlichen Prinzipien erkannt hat und er auf den Ausstellungen zu Paris und Brüssel prämiiert worden ist." Weiter meinte der Redner: „Den Volksverein hassen die Sozialdemokraten, weil er auf- klärt über die Schlagwörter der Gegner. Hat doch Bebel eine eigene AgitationSreise im Rheinland g e- macht gegen den Volksverein." Das stimmt nun nicht ganz. Bebel hat vor der letzten Reichs- agswahl im Sommer 1903 eine AgitationSreise durch die Rhein- rovinz gemacht. Es versteht sich, daß sich seine Reden hauptsäch. lich gegen das Zentrum richteten und daß er dabei auch der Agita- ion und dxr Flugblätter des Volksvereins gedachte. Aber mag ->er Volksverein auch auf Ausstellungen prämiiert sein, so viel Be- «utung mißt ihm die Sozialdemokratie doch nicht zu, daß sie ihm �u Ehren besondere Agitationsreisen veranstaltet. Das mögen die Moselbauern glauben, außerhalb der DaSbachschen Gefilde aber wird solches Gerede wohl nur einem Lächeln begegnen, Kuslanck. Ungarn. Die Korruption der bürgerlichen Preffe und— i der Regierung. Budapest, 10. Oktober.(Abgeordnetenhaus.) Ministerpräsident Wekerle beantwortete heute eine Interpellation des Mg. Nikolaus Szemere betreffend die Preßkorruption, in- dem er erklärte, die Zustände seien unhaltbar, da sowohl die Regierung als auch die finanziellen Etablissements allzu große Opfer für die Erl?altung der Presse bringen müßten, durch die sie gewissermaßen bcstenert seien! Die Regierung werde alles aufbieten, um die Presse von unlauteren Elementen zu säubern. Die Negierung gehe soweit, daß sie eine offiziöse Zeitung als Negierungsorgan nicht unterhalte, da sie nur auf das Urteil derjenigen Press« Wert lege, die in Wirklich- keit die öffentliche Meinung darstelle. Ter Ministerpräsident fügt hinzu, daß eine Verbesserung der Zustände in der Presse nur teilweise von der Regierung abhänge; auch die Gesellschaft und die Vertreter der Presse müßten aus eigener Ent- schließung mitwirken. Von der Antwort des Ministerpräsi- denten nahm das Haus Kenntnis.— Norwegen. Der Kampf um den Sonntag. Im Frühling dieses Jahres wurde im norwegischen Storthing von den Sozialdemokraten ein Antrag auf Abschaffung der SonntagSarbeit in den norwegischen Cellulosefabrikcn eingebracht. Bekanntlich ist gerade der Cellulosearbeiter der Gefahr aesundheit- licher Schädigung durch seine Tätigkeit in viel höhcrem Grade aus- gesetzt als der Arbeiter der meisten anderen industriellen Betriebe, und es sind z. B. in Deutschland von Staatswegen schon zahlreiche Celluloscfabriken geschlossen worden wegen Vergiftung von Luft und Wasser in einem Unikreise von vielen Kilometern. Es ist nun höchst interessant und instruktiv, zu beobachten. welches Jammergeschrei von Unternehmerscite im„freiheitlichen" Norwegen erhoben wird beim geringsten Versuch, dem Ccllulose- arbeitcr nur einen einzigen Tag in der ganzen Woche als Ruhetag von seiner aufreibenden Tätigkeit zu sichern. Man höre: Direktor Lagermark(Bönsdalens Cellulosefabrik, englisches Unternehmen) macht sich in Nr. sy des„Jarmand" vom 6. Oktober 1996 in folgendem Ergüsse Luft: „ES ist Aufgabe einer jeden Industrie, ihre kostbaren Maschinen so viel wie möglich auszunutzen und durch größt- mögliche Produktion die Generalunkosten zu vermindern. Die norwegischen Cellulosefabriken repräsentieren ein bedeutendes Kapital von nicht geringer nationalökonomischer Bedeutung und geben einer beträchtlichen Menge Arbeiter Unterhalt, deren ganze Existenz vom Wohlstand der Fabrik abhängt. Wird nun dieser Fabrik nicht Gelegenheit gegeben, vollen Nutzen aus ihren Maschinen zu ziehen, so ist damit die Fabrik resp. daS Wohl der Arbeiter sehr bedroht resp. untergraben und wankend.(!) Dies wird ja ohne Zweifel der Fall sein, wenn man der Fabrik gesetzlich verbieten sollte, die Mittel voll auszunutzen, welche ihr zu Gebote stehen, um die Produktion zu steigern resp. den Verdienst für die Arbeiter und für das ganze Land.(Unter„Arbeiter" sind hier vermutlich auch Aktionäre zu verstehen, da letztere nicht be- sonders genannt find.) Man bringt die norwegische Cellulose- industrie hierdurch dahin, daß sie in der Konkurrenz mit anderen Ländern unterliegt, wo die Arbeit intensiver und ohne Anlegen eines Hemmschuhes in bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsverhält- niste betrieben wird." Die notleidende norwegische Celluloscindustrie! Mit obiger Expektoration des Herrn Direktors vergleiche man den gegen- wartigen Stand der norwegischen Celluloseaktien und die zur Ver- t eilung gelangten Dividenden! In Nr. 38 des„Kristiania Kurs- blatt" vom 6. Oktober 1996 z. B. findet man unter der Ausbeute der Celluloseindustrieaktien Notierungen wie die folgenden: Katfos Cellulosefabrik 19 Proz., Skien 19 Proz., Skotselven 19 Proz., Mjöndalcn 2ö Proz.; der Nennwert dct Mjöndalcn-Cellulose-Aktien ist 5999 Kronen, dieselben werden indessen jetzt zu 18S99 Kronen, also für mehr als das Dreifache des Nennwerte? verkauft. Solche Zahlen sprechen für sich selbst. Trotzdem aber finden sich immer noch Leute, di« den Versuch riskieren, der nicht eingeweihten Allgemeinheit einzureden, daß 52 Ruhetage für den Arbeiter pro Jahr die norwegische Cellulose- industrie ruinieren könnten!— Amerika. Amnestie. Havanna, 19. Oktober. Taft hat eine Amnestie erlassen für alle Pergehen, die im Zusammenhang mit dem Aufstände stehen, ein- schließlich der Tötung des Kongreßmitgliedes Villucudas im Jahre 1905. Man erwartet von dieser Maßnahme eine Erleichterung der Aufgabe Magoons, der zur Uebernahme der RegiernngSgeschäfte hier eingetroffen ist.—________ GewerhfchaftUcbc� Die Kinder des Proletariats. Urbarmen kennt das Kapital nicht. Wenn es zur Er- reichung feiner Zwecke, zur Niederwerfung der Arbeiterorgani- sationen Tausende von Arbeitern aufs Pflaster wirft, dann schont es auch die unschuldigen Kinder nicht. Was scheren Weib und Kiitd des Proletars den Unternehmer, der Mehr- wert aus den Knochen seiner Kulis pressen will, was schiert ihn gar die Kinderschar derer, die sich nicht gutwillig aus- beuten ließen. Der Hunger der Kinder soll dem Unternehmer ja eine Waffe fein gegen die Eltern; zu der gräßlichen äußeren Bexantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantS-l Not des Augenblicks, welche öle Aussperrung an sich bring?. fügt er bewußt die Peinigung, die der Anblick der leidenden Kinder dem Elternherzen verursacht. Da bietet die belgische Arbeiterschaft uns ein Beispiel dafür, wie auch in solchen Zeiten der rote Riese Proletariat den Eltern die Pflicht erleichtert, ihnen ihre Last tragen hilft und die Kinder des Proletariats vor dem Elend schützt, dem sie der Kapitalismus überliefert. 20 000 Weber find nun in Verviers die dritte Woche ausgesperrt. Mit ihnen leiden ihre Kinder. Und das belgische Proletariat sammelt nicht nur für die Ausgesperrten, man nimmt sich auch in besonderer Weise der Kinder an. Hunderte von Kindern Ausgesperrter sind in verschiedenen Städten Belgiens von Parteigenossen aufgenommen worden, erhalten dort Wohming und Verpflegung, so gut man es zu bieten vermag. Auch die Genter Parteigenossen wollten es sich natürlich nicht nehmen lassen, nach besten Kräften ihr Teil dazu bei- zutragen. Am Sonntagnachmittag kam mit dem Zuge� aus Verviers eine Anzahl Kinder in Gent an. Viele Tauseude Parteigenossen und Genossinnen hatten sich am Bahnhof ver- sammelt, um sie zu empfangen. Tie Masse begleitete sie in feierlichem Zuge nach„Ons Huis", dem Volkshause, wo sie zunächst bewirtet wurden, um dann ihren Pflegeeltern über- geben zu werden. Eine Enttäuschung war es. daß nur 52 Kinder gekommen waren, obwohl sich so viele Partei- genossen zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatten, daß über 350 hätten Unterkunft finden können. So mußte mancher leer ausgehen, der gern einen oder mehrere Pfleglinge auf- genommen hätte. Das belgische Beispiel verdient sicher für ähnliche Fälle auch unsere Beachtung!_ Berlin und Umgegend. Aussperrung im Automobilbau bei Siemens u. Halske. Wegen Verweigerung von Ueberstunden sind gestern sämtliche 142 Arbeiter in der"Autoabteilung der genannten Firma ausgesperrt worden. Ter Betrieb in dieser Abteilung ruht vollständig. Streik der Werkzeugmacher. In der gestrigen Versammlung der Werkzeugmacher wurde bekannt gegeben, daß bisher nur zwei Firmen der in Betracht kommenden Spezialbetriebe die am Montag eingereichten Forderungen unterschriftlich anerkannt haben. Die übrigen Firmen erhoben mehr oder weniger weitgehende Ein- Wendungen und erklärten meistens, noch keinen endgültigen Ent- schluß gefaßt zu haben. Schroff ablehnend verhielt sich nur die Firma Zander u. Opitz in der Stallschreiberstraßc. ES ist dies ein wegen seiner ungewöhnlichen Lehrlingszüchterei allgemein be- kannter Betrieb, in welchem nur 6 Werkzeugmacher, dagegen aber 25 Lehrlinge beschäftigt sind. Bei Ueberreichung der Forderungen benahm sich der Inhaber dieser feinen Firma nicht sehr vornehm. Unter nicht wiederzugebenden Kunstausdrücken entließ er denn auch gleich drei Mann, worauf die anderen drei ebenfalls gingen. Dem etwas sehr aufgeregten Herrn dürste nunmehr wohl eine längere Zeit zur Beruhigung seiner Nerven gegeben werden, indem ihn die Werkzeugmacher vorläufig mit seinen Lehrlingen allein hausen lasten. Im übrigen beschlosten die vollzählig Versammelten wie am Sonntag einmütig, überall da, wo die Forderungen nicht anerkannt worden sind, am heutigen DonnerStagmorgen in den Streik zu treten. Lohnbewegung der Gold- und Silberarbeiter. Eine ungewöhn- lich stark besuchte Versammlung der in der Gold- und Silberwaren- industrie beschäftigten Arbeiter fand gestern abend im GeWerk- schaftshause statt. Der zweite Bevollmächtigte Handtke vom Metallarbeiterverband besprach in einem längeren Vortrage die mißliche Lage und die so wenig zeitgemäßen Verdienste der Arbeiter dieser Branche. Sind doch Wochcnlöhne von 18 M. in Berlin gar nichts seltenes, und recht häufig ereignet es sich, daß verheirateten Arbeitern noch Stundenlöhne von 35 und 49 Pf. bei elfstündiger Arbeitszeit angeboten werden. Leider hat sich ein großer Teil der Gold- und Silberarbeiter bisher aus falschem BcrufSdünkel der Organisation ferngehalten. Deshalb konnten auch nur außer- ordentlich bescheidene Forderungen aufgestellt werden, um überhaupt erst einmal zu einer einheitlichen Regelung, zu einer gewissen Grundlage auf dem Gebiet der Lohn- und Arbeits- bedingungen in der Branche zu kommen. Die Versammlung war sich denn auch klar darüber, daß endlich einmal etwas geschehen müsse, um dem nur so äußerst notdürftig übertünchten Elend dieser Arbeiterkategorie abzuhelfen. Infolgedessen wurde beschlossen, mit nachstehenden Forderungen an die Arbeitgeber heranzutreten: Ein- sührung der neunstündigen Arbeitszeit und gleichzeitiger Erhöhung der Löhne um 15 Proz. Ferner ein Minimallohn von 21 M. pro Woche für Ausgekernte und 24 M. für Gehülfen im zweiten Jahre nach beendeter Lehrzeit. Schließlich ein Ueberstundenzu- schlag von 25 resp. 59 Proz.— Im Hinblick darauf, daß in ver- schiedenen Städten Süddeutschlands bereits bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse bestehen wie in Berlin, jo beauftragte die Ver- sammlung den Metallarbeiterverband, zur Durchführung bor- stehender Forderungen die nötigen Schritte einzuleiten. Zum Streik der Zettelkleber. Gestern haben sämtliche Streikende ihre Papiere in Empfang genommen und ihre Arbeits- garderobe abgeliefert. Bemerkt sei noch, daß auch heute noch zehn Reviere, also zirka 159 Säulen, seit Freitag, den 28. September. nicht geklebt sind. Wir wissen nicht, ob dieses dem Magistrat be- kannt ist. Können aber nicht annehmen, daß unsere Kommune- Verwaltung mit dem Gelbe der Steuerzahler Verträge bezahlt, welche nicht innegehalten werden. Achtung, Steindrnckerei- HLlfSarbeiter«nd-Arbeiterinnen Teutschlands! Bei der Firma Bar nick reichten sämtlich« Schleifer die Kündigung ein. Der Grund ist darin zu suchen, daß der Oberdrucker, Herr Ehricke, der ja den Steindruckern und Lithographen sowie den Steindruckerei-HülsSarbeitern und»Ar- bei Irinnen von der Firma P r i st e r u. Eick bekannt sein wird, von den Schleifern verlangte, jetzt die Steine mit Lappen ab. zulvaschen, wohingegen dieselben 29 Jahre und darüber mit Schwämmen abgewaschen wurden. Die Ausgabe für Schwämme beträgt jährlich vielleicht 39 M. Jeder Schleifer sowie Drucker und Lithograph wird uns zugeben, daß cS nicht möglich ist, ohne einen Scknvamm einen gut gekörnten Stein zu liefern; auch Herr Ehricke wird dieses nicht fertig bringen. Wir betrachten die Ent. ziehung der Schwämme, da weder Einrichtungen zum Abspülen der Steine, noch genügendes Licht in der Schleiferei vorhanden sind, als eine Berichlechterung der Arbeitsbedingungen und ersuchen alle Steinschleiscr Berlins, bevor sie Stellung bei obiger Firma an- nehmen, Erkundigungen in unserem Bureau. Alexandrincnstraße 44, einzuziehen. Die Verwaltung. Deutsche Stahlwerke Schöneweide. Die Former obiger Gießerei haben am Dienstag wegen Preisreduzierung die Arbeit eingestellt.� Bei Keyling u. Thomas streiken seit Montag die Kern- macher. Zuzug ist fernzuhalten. Ortsverwaltung Verlin des Deutschen Metallarbeiter-DerdandeSI Deutsches Kelch. Zum neuen Buchdruckertarif nahm eine zahlreich besuchte Buchdruckerversaiumlung in Würz. bürg Stellung. Sie bedauerte in einer Resolution das geringe Entgegenkommen der Prinzipale in bczug auf die Arbeitszeit- Verkürzung und Aufbesserung der über Minimum Entlohnten und erklärte, daß sie nur durch die unverkennbaren Fortschritte, die der neue Tarif in materieller wie organisatorischer Beziehung biete, veranlaßt seien, ihm zuzustimmen. N.Glscke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, Verlagsanstalt{ MesserschleUerstreik i« Solingen. Wie die«Kölnische Volks- zcitung" meldat. hat der etwa 1999 Mitglieder starke Messer- schleifer-Verein, der in gemeinsamer Sitzung mit dem Fabrikanten- Verein ein neues Preisverzeichnis vereinbart hatte, durch das ein Preisaufschlag von 19 Proz. vorgesehen wird, heute vormittag bei 23 Firmen in Solingen, Wald, Ohligs und Höhscheid den Streik erklärt, weil diese das neue Preisverzeichnis nicht anerkannt haben. Plumper Schwindel. Aus Anlaß der Bewegung unter den Bergarbeitern wird über deren Lohnverhältnisse in den Werksblättern das tollste Zeug zu- sammenge— druckt. So schreibt z. B. die„Rh.-Wests. Ztg.": «Die Preiserhöhung von 59 Pf., welche daS Kohlenshndlkat am 1. April 1996 hat eintreten lassen, ist von den gesteigerten Löhnen fast völlig verzehrt worden...." Unter Berücksichtigung der außerordentlich gesteigerten Koks- crzeugung und der stark musgedehnten Nebenproduktion, wodurch ein erheblicher Teil der Belegschaft von der eigentlichen Kohlengewinnung abgehalten wird, stellt sich die tägliche Leistung pro Mann auf annähernd eine Tonne. Nach der Behauptung der„Rh.-Westf. Ztg." müßte demnach der Lohn um mindestens 49 Pf. gestiegen sein. Tat- sächlich beträgt die Steigerung im I. Quartal 1996 gegen IV. Onartal 1905 nach de» amtlichen Angaben aber nur 19 Pf. Da sieht man, wie geschwindell wird._ Die Hüttenarbeiter in Rote Erde hielten am Dienstag drei nach Verbänden getrennte Versammlungen ab, in welchen in ae- heimcr Abstimmung über Abbruch oder Fortsetzung des Kampfes entschieden wurde. Das Ergebnis war, daß für die Aufnahme der Arbeit nur 142 Stimmen votierten. Alle anderen stimmten daiicgen. In Frage kommen nach Äbzug der Abgereisten etwa 2699 Streikende und Ausgesperrte. Der Kampf geht also weiter. Der Ausstand der Textilarbeiter in Euskirchen, der bereits über drei Monate dauert, wurde ackiern nach langen Verhandlungen beigalcgt. Bei der Scblußadstimmung war ein großer Teil der Arbexter für eine Fortsetzung de» Ausstandes, aber die Mehrheit entschied sich für seine Beendigung. Kampf in der Osfenbacher Metallindustrie. Am Mittwochmorgen traten nach vorher erfolgter Kündigung in Offcnbach 359 Metall- schleifer iie den Ausstand, welchen am 13. Oktober noch 1299 andere Arbeiter, E>ürtler, Prester, Metalldrücker, Galvaniseure folgen, die ausgesperrt wurden. Die Forderungen sind neunstündige Arbeits- zeit, Anfaiegslöhne, generelle Lohnaufbesserung um 19 Proz. für Lohn- und Akkordarbeiler. Bezahlung der Uebcr- stunden, Dle Untenrehmer bewilligten nur Nebensächliches. Die neunstündige Arbeilszeil besteht schon in einer Reihe von Be- trieben, so daß dieses Zugeständnis den Unternehmern nicht schwer gefallen ist. Im letzten Augenblick haben sie noch 5 Proz. Lohn- unfbesserung zugesagt. Daß dadurch der Kampf noch in zwölfter Stunde vermieden wird, ist zweifelhaft, weil die Zulage nicht von Bedeutung ist, schon wegen der überall vorhandenen Akkordarbeit, ein Stundenlohn den Akkordarbeitern aber nicht garantiert ist.— Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Parteipresse wird um Abdruck gebeten. Letzte JVacbricbtcn und Dcpelcbcn, Die Forderungen der Bergarbeiter. Bochum, 19. Oktober.(W. T. B.) Die Siebenerkommission wird morgen früh dem Bergbaulichen Verein und den einzelnen Zechenverwaltungen folgende Forderungen überreichen: 1. Daß die Löhne aller unter und über Tage auf den zu- gehörigen Werken beschäftigten Arbeiter durchschnittlich um mindestens 15 Proz. erhöht werden, gegenüber dem Stand der Löhne in den letzten drei Monaten, und daß die Löhne im Gedinge eine bessere Regelung insofern erfahren, als nach erfolgter Ibprozentiger Lohnerhöhung nicht mehr so tief unter dem Durch- schnitt stehende Löhne vorkommen, als eS bisher der Fall war. 2. Daß die vielfach bestehende Sperre zwischen den betreffen- den Werken beziehungsweise Revieren aufgehoben wird, damit auch für die im Bergbau tätigen Arbeiter die durch daS Sperrshstem entzogene Freizügigkeit endlich wieder gänzlich hergestellt und garantiert wird. Diesen Forderungen, die sich mit den im Saarbrücker Kohlen- revier aufgestellten decken, wird eine kurze Begründung beigegeben. Die.chöhere Tochter". St. Johann(Saar), 19. Oktober.(B. H.) Hier schenkte dieser Tage eine kaum 14 Jahre alte„höhere Tochter" rinrm Zwillingspaar das Lrbrn. Als Vater gilt ein Unterprimaner, der Sohn eines angesehenen Kaufmannes.(„Frkft. Ztg.") Bergarbeiterlos. Langendreer. 19. Oktober.(B. H.) Auf Schacht 2 der Zeche „Iserlohn" wurde ein verheirateter Bergmann von Gesteinmassen erschlagen. Die Furcht vor den Truppen. Petersburg, 19. Oktober.(B. H.) Der Kriegs minister ordnete an, daß bei den bevorstehenden RekrutenauShcbungen mit der größten Genauigkeit vorgegangen werden solle. Personen, welche sich an Unruhen beteiligt haben, sollen nicht bei den Linien- rcgimentern eingestellt, sondern Disziplinarabteilungen überwiesen werden. Ein boykottierter Reaktionär. Petersburg, 19. Oktober.(B. H.) Die Studenten der Moskauer Universität beschlossen, den Professor Sinizyn, Präsidenten der medizinischen Prüfungskommission, angeblich wegen seines schroffen Verhaltens gegenüber Studenten und Patienten zu boykottieren. In Wirklichkeit aber richtet sich der Haß der Studenten gegen ihn wegen seiner reaktionären Gesinnung. Revolutionäre wie Hunde verscharrt. Lodz, 19. Oktober.(W, T. B.) Eine große Menge versammelte sich heute an einem Orte, an dem 5 Terroristen hingerichtet worden waren. Die Leichen wurden ausgegraben, um sie in Särgen zu begraben. Militär zerstreute die Menge mit der blanken Waffe. dann wurden die Leichen wieder am Hinrichtungsorte begraben Gastfreundschaft. Moskau, 19. Oktober.(W. T. B.) Der Gcncrakgouvcrneur hat dem Bericht deS Stadthauptmanns in betreff des Verbotes von öffentlichen Ehrungen für die hier erwartete englische und italienische Deputation zugestimmt, und der Stadthauptmann hat infolgedessen eine öffentliche Ehrung dieser Deputationen verboten. Berhaftetc Organisatoren. Wilna, 19. Oktober.(W. T. B.) Die Polizei hat heute hier das ganze Personal der Bereinigung für die revolutionäre Propa- girnda in der Armee verhastet. Unter den Verhafteten, deren Zahl 23 beträgt, befinden sich auch ein Offizicr und Z Soldaten. '..BerlinLW. Hierzu 3 Beilagen u.Untcrhaltungsdlatt Ur. 232, 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 11. Oktober 1906. Der italienische Parteitag. ( Erster Tag.) Der nicht die außergesetzliche Aftion ab, aber nur, wenn uns die Bourgeoisie, indem sie selbst den Weg der Legalität verläßt, dazu zwingt. Aber an die Gewalt als erobernde Kraft glauben wir nicht. Sozialismus reift langsam, von Tag zu Tag, allmählich, organisch, in den Eingeweiden selbst der Gesellschaft. Es kommt darauf zur Abstimmung nach Delegierten, nicht nach der Zahl der vertretenen Mitglieder. Reformisten auf der einen, Syndikalisten und Revolutionäre auf der anderen Seite stimmen zuRom, den 7. Oktober.( Eig. Ber.) Sammen. Mit knapper Mehrheit geht die Forderung der Integralisten, die Tagesordnung umzustellen, durch. Genoffe Camerini eröffnet den Parteitag, indem er den In der Nachmittagssigung spricht Robert Michels, Delegierten den Willkommensgruß der römischen Parteigenoffen te den Gruß der deutschen Genossen überbringt und sich dann furz Modigliani mit der Erklärung, daß zwischen Reformisten und Zu Morgari und zum Integralismus zurückkehrend, schließt ausspricht. Er bittet den Kongreß, nicht zu vergessen, daß die Kraft, fatt dem Zwiespalt beschäftigt, der die Partei in Italien durchzieht. Integralisten kein Unterschied besteht, seit die Gewalt der Tatsachen der Partei nicht in ihren Theorien besteht, sondern in der intuitiven er schließt mit dem Wunsche, daß die Italiener deutsche Hartnäckig- die Tagesordnung von Bologna vernichtet, zermalmt hat. Wahrheit des Sozialismus, in dem Zauber, den feine Ideale auf feit mit italienischem Schwung und italienischem Opfermut verbinden die Massen ausüben. In den Massen, sagt der Redner, liegt die möchten. Eine Möglichkeit des Zusammenlebens mit den Syndikalisten Urkraft unserer Bewegung, nur soweit sie dazu dient, das Vertrauen besteht für den Redner nur in einer völligen Autonomie Costa verliest darauf Begrüßungstelegramme ber der Organisation. Hier trenne er sich ganz und gar von Morgari. der Massen uns zu sichern, befinden wir uns auf dem rechten Wege. russischen Partei- gezeichnet Ble chanoff, der polnischen Ge- Mit sentimentalen Abschwächungen der Wirklichkeit läßt sich keine Camerini weist dann auf die Notwendigkeit der Einigkeit hin und nossen, des internationalen Bureaus in Brüssel usw. fordert den Kongreß auf, einträchtig und brüderlich zu arbeiten. Einheit schaffen. Dhne Freiheit der Organisation muß es jetzt zur Der Parteitag tritt dann in den Punkt ein: Politische Spaltung kommen. Auch in Rußland ist die revolutionäre BeAktion der Partei." wegung feine organisatorische Einheit: Raum ist für alle, für jede Leone schlägt vor, daß die Integralisten, die kein gedrucktes Energie, aber Freiheit und Autonomie, damit nicht der eine den Referat vorgelegt haben und deren Stellungnahme noch unbekannt andern hemme, ein Streben das andere erwürge.( Andauernder ist, zuerst das Wort ergreifen. Es stellt sich heraus, daß ihr Referent, Beifall.) Genosse Morgari, gar nicht zugegen ist.( Unruhe.) Während die Reformisten und Syndikalisten diese Abwesenheit kommentieren, er- greß auf morgen zur Fortsetzung der Diskussion über die politische Nach dieser mehr als zweistündigen Rede vertagt sich der Konscheint der Vermißte und ergreift, von anhaltendem Beifall begrüßt, Aktion der Partei. offenbar unvorbereitet, das Wort. Es folgt die Konstituierung des Bureaus. Ein lebhafter Beifall begrüßt unseren Genossen Andrea Costa, den man, wie stets auf den italienischen Kongressen, durch Attlamation zum Präsidenten wählt. Bei der Einnahme seines Präsidentensizes fordert Costa die Genossen auf, eingedenk zu sein, daß das Proletariat den Ausgang der Verhandlungen erwartet, nicht mehr als eine halb unbewußte Masse, sondern als der strengste Richter seiner Vertreter. Hierauf werden die Vizepräsidenten Guarini ( Syndikalist), Ciotti( Reformist), Colli und Bentini( Integralisten) gewählt sowie vier Schriftführer. Genoffin Balabanoff, als Delegierte der ruffischen Partei, wird von einem nicht endenwollenden Beifall begrüßt. Sie sagt, fie ſet weit entfernt, wähnen zu wollen, daß sie hier Vertreter sein fönne jener gewaltigen Partei, die in Rußland den ungeheuren blutigen Kampf austämpft, den größten Kampf, den bis heute die Geschichte gesehen hat. Wenn sie trotzdem das Wort ergreift, um zum Stongreß zu sprechen, so ist es, um dem italienischen Proletariat Dankesworte zu bringen für das, was es für die russische Revolution getan, mehr noch für das, was es für sie gefühlt hat. Die Seele Ses italienischen Proletariats vibriert im Einklang mit der des russischen, das italienische Volk fühlt, daß die Revolution in Rußland auch seine Sache ist, wie sie Sache ist des gesamten Proletariats. Die Genoffin schließt mit einem Gruß der russischen Sozialisten und einem Wunsch für fruchtbringende Arbeit. Es wird darauf durch Akklamation ein Sympathievotum für die russische Revolution angenommen. Rom, 10. Dftober, 6 Uhr 20 Min. nachm.( Privat- Depesche des Vorwärts".) Der Parteitag erachtet nach der gestrigen Abstimmung alle Fragen als im Sinne der Rechten gelöst; er erledigt daher alles ohne Votum und überweist die Frage wegen der autonomen Zirkel dem neuen Parteivorstand, der aus 35 Mitgliedern- teils Reformisten, teils Integralisten besteht. Genosse Costa hielt Morgari, an dem Pressetisch schwer verständlich, illustriert die Tagesordnung der Integralisten, die erst morgen im Drud erfcheinen wird. Diese Fraktion, fagt er, ist den Wahlbündnissen mit anderen Parteien nicht abgeneigt, aber gerade, wenn die Partei Bündnisse eingeht, muß sie die charakteristischen Merkmale des Sozialismus hervorheben und betonen. Die Ultrareformisten haben dies nicht immer getan sondern vielmehr diese Merkmale zu verwischen gesucht. Die Integralisten werfen ihnen ferner vor, sich in die Schlußrede. verschiedenen Gelegenheiten scheinbar oder wirklich mit der Monarchie abgefunden zu haben. Dann geht Morgari zu Auseinandersegungen mit dem Syndikalismus über. Größer an Zahl find die Abweichungen nach links, in der Richtung des Anarchismus. bringt. Die Parteipreffe zum Parteitag. Hamburger Echo": = Wir verwerfen nicht den Generalstreit( Zwischenruf Labriolas: Ihr habt ja selbst drei geleitet). Jawohl, aber wir wollen nicht eine „ Außerordentliche Ruhe und Sachlichkeit!" Das ist das Kenn normale Waffe daraus machen, sondern nur seiner uns bedienen, falls zeichen der 1906er Tagung der deutschen Sozialdemokratie. Kaum taftet. die herrschende Klasse unsere Rechte, vor allem das Wahlrecht an- ein heftiges Wort wurde gehört. Der Form nach war der MannAber im Gebrauch des Generalstreits liegt keine Antithesis heimer Parteitag sicher einer der besten, den wir erlebt haben. Ob zu der Anschauung des allmähligen Werdens der Revolution. Auch auch nach der Sache, das wird und kann sich erst herausstellen, die direkte Aftion schließt nicht die indirekte aus; sie ist an sich nicht wenn die Masse der Parteigenossen ihre Anschauungen über die in anarchistisch sondern wird es nur, sobald sie jede parlamentarische der pfälzischen Metropole behandelten Themata zum Ausdruck Aktion verwirft. Redner weist dann die Auffassung zurück, daß die Sozialgefezgebung den nicht Stapitalprofit antaste. Auch erscheint es ihm Der Vorwärts" Konflikt", mit dessen breitester ein Rückschlag in das veraltete Nur- Gewerkschaftlertum, wenn die Syn- Behandlung die Liebhaber des Standals gerechnet haben, wurde nur dikalisten nur die als Genossen anerkennen wollen, die Schwielen auf ganz nebenbei erwähnt, und die Entschlossenheit des Parteitages, den Händen haben. Vielleicht muß der Sozialismus fich verwirk- fich keinerlei Krakeel gefallen zu lassen, zeigte sich von Anfang an lichen durch eine zeitweilige lebernahme der Produktion durch die so deutlich, daß eine etwaige Absicht, die Angelegenheit noch einmal Gewerkschaften, aber diefe Uebernahme ist noch nicht der Syndila- recht ergiebig auszuschlachten, sofort aufgegeben werden mußte. lismus selbst. Der Sozialismus ist mehr als dies. Genau so ging es mit dem am Vorabend des Parteitages gemachten Desgleichen haben die Reformistenn unrecht, sobald sie die Versuch, durch mit viel größerem Eifer als Genauigkeit zusammensozialistischen Merkmale fallen lassen, um in einer radikalen Aktion gestellte Zitate das Zentralorgan als Wetterfahne erscheinen zu aufzugehen. Beide Flügel in der Partei haben echt sozialistische lassen. Zwar gab es hierüber eine Debatte, an der sich zu beteiligen Elemente, beide weichen aber von der Richtung des Sozialismus auch dem Verantwortlichen des Vorwärts", obwohl er nicht Mitab, sobald sie nur Syndikalisten oder nur Reformisten sein glied des Parteitages war, gestattet wurde. Wohl flogen dabei wollen. einige Anzüglichkeiten und Derbheiten hinüber und herüber; aber der Parteitag bewies Tatt genug, um der Sache nicht eine wichtigkeit beizumessen, die sie nicht hat. Die notwendigen Ausführungen und Entgegnungen wurden angehört, und dann hieß es:" Genug!" Die Integralisten wollen die Einheit, aber nicht in ihrer heutigen Form, in der die verschiedenen Tendenzen einander bes schimpfen, verhöhnen, den Glauben des Proletariats und das Deforum der Partei erschüttern. Sie wollen ein wirkliches, lebendiges, fruchtbares Zusammenarbeiten der verschiedenen Tendenzen, eine Einheit, die den Frieden zur Arbeit läßt, an der jeder nach seiner Ueberzeugung mitwirken möge.( Beifall.) Als nächster Gast spricht die Genoffin Sorgue als Delegierte der französischen Partei, deren Gruß fie in französischer Sprache überbringt. Dann wird die Mandatsprüfungstommission ohne weitere Zwischenfälle gewählt, aber die Versammlung nimmt fofort eine sehr erregte Physiognomie an, sobald Modigliani für die Zulassung der autonomen Birtel spricht. Er sagt, die Birkel beanspruchten nicht, ihre Stimmenzahl in der vollen Höhe ihrer Mit glieder ins Gewicht fallen zu laffen, sondern beanspruchen mur das Minimum von zehn Stimmen für jeden Delegierten. Redner bittet, die Frage der Mandatsprüfungskommission' zu überweisen. Labriola vertritt die Ansicht, daß diese Kommission nie und nimmer die Kom petenz hat, über die Zulassung von Personen zu entscheiden, die außerhalb der Parteiorganisation stehen. Modigliani bittet, die Kommission wenigstens die Frage entscheiden zu laffen, welche autonomen Zirkel aus der Partei ausgetreten sind und welche ihr nie angehört haben. Die letzten haben auch nach Dafürhalten des Redners fein Anrecht auf Zulassung. Es sprechen unter wachsender Unruhe der Versammlung für und gegen die Zulassung Cattaneo, Berenini, Basile und Mariani. In dieser langen und gründlichen Debatte( über den MassenDer Parteitag beschließt mit geringer Mehrheit durch Erheben ftreit. R. b. V.") zeigte sich eine merkwürdige Erscheinung. Obvon den Sigen entgegen dem Vorschlag Labriola wohl im wesentlichen der Sache durchaus Ginigkeit bestand, die Frage der autonomen Zirkel der Kommission zu überweisen. wie allseitig versichert wurde, stellten sich doch erhebliche SchwierigLabriola protestiert dagegen, daß Turati, der auch Mitglied der Als nächster Redner betritt der reformistische Referent teiten heraus, als es galt, dieser Einigkeit auch formalen Ausdruck autonomen Birtel ist, an der Abstimmung teilnimmt. Turati, Modigliani die Tribüne. Er fragt zunächst, wie in aller zu geben, und zwar in der für unsere Parteitage üblichen Form der von lebhaften Beifall begrüßt, fagt, er habe geglaubt, da es sich Welt Reformisten und Integralisten sich unterscheiden? Einzelne Resolution. nicht um namentliche Abstimmung gehandelt habe, berechtigt zu sein Integralisten fönnen vielleicht Abweichungen aufstellen, aber die Differenzen waren vorhanden, sind vorhanden, und die Aufin seiner Eigenschaft als Abgeordneter mitzustimmen. Wenn der große Mehrheit und ihr Wortführer Morgari zeigt kein abweichendes gabe, fie abzuschwächen, geschweige denn aufzuheben, erschien von Parteitag andere Ansicht hege, sei er bereit, sich dem Beschluß Merkmal. Morgari, hat den Reformisten vorgeworfen, sich mit der vornherein nicht leicht. unterzuordnen. Er wolle immer duldsam, aber nie geduldet sein. Monarchie abgefunden zu haben. Welches sind nun die beiden Fälle, die Da sind die in der Partei zahlreich vertretenen Teilnehmer Das Präfidium entscheidet in dem der Auffassung Turatis dieser Anschuldigung zurunde liegen? Daß die Umanitaria" Geld am Kölner Gewerkschaftskongreß und ihre Freunde, die begreiflicherentgegengesezten Sinn. zum Königsempfang bewilligt hat und daß der Reformist Murialdi weise den Kölner Beschluß nicht furzweg aufgeben wollen, zumal fie Es folgt der Stechenschaftsbericht des 8entral- den Stönig auf einem Rundgang im Hafen von Genua begleitet hat. fich nach unserer Auffassung mit Unrecht durch die Vorgänge fetretariats, den wir bereits als Auszug aus dem ge- Das feien beides Bagatellen und individuelle Angelegenheiten. Die unmittelbar nach dem Kölner Tag bis in die jüngste Zeit verlebt druckten Referat- den Lesern übermittelt haben. Genoffe Mongini Huldigung, die die Arbeiter dem König im Hafen dargebracht haben, fühlen. Aus dieser Stimmung heraus erklärt es sich, daß eine begibt einen furzen Ueberblick über den Parteibestand und die Kassen hatte zur Folge, daß das Hafentonsortium in Genua in seiner stimmte Zurücknahme jenes Passus, der das Propagieren des Massenlage der Partei. heutigen Form verblieb.( 8wischenrufe.) Ja, für Euch ist das streits behandelt, von ihnen nicht zu erlangen ist. Und doch sehen Run tommt es zum ersten Vorstoß der Integralisten. Sie be- nichts. Für uns ist das ein Stück Sozialismus.( Dh! Oh! Unruhe.) fie gewiß alle ein, daß in wichtigen Fragen Widerspruch zwischen antragen, die Tagesordnung zu ändern und zunächst die Frage Zweitens hat Morgari den Reformisten vorgeworfen, bei den Bünd- Gewerkschafts- und Parteibeschlüssen nicht bestehen darf. Was nun? der politischen Aktion der Partei zu behandeln, zu dem offen- niffen die sozialistische Eigenart nicht gewahrt zu haben. Das heißt Das bekannte und beliebte Mittel, den Widerspruch zu lösen, ist die fundigen Zweck, die Frage des Ministerialismus und Antis die Frage verschieben. Sind Bündnisse vereinbar mit der sozialisti- Interpretation, und dagegen ist auch nichts einzuwenden, ministerialismus zurüdzudrängen, um sie vor Schluß des Parteitages fchen Methode oder nicht, darum handelt es sich. Andere Anschuldi- wenn sie vom Einigungsbedürfnis getragen wird. Aber hier ist im Handumdrehen abzutun. gungen gegen den Reformismus habe ich bei Morgari nicht gefunden. eben die Form sehr wichtig, und diese ist in der Resolution Bebel2abriola bekämpft diesen Vorschlag: Auch die Möglichkeit, für ein Ministerium zu stimmen, hat Morgari Legien sicherlich sehr anfechtbar. Vielleicht hätte schon das eine Ihr wollt doch sonst immer die akademischen Diskussionen ver nicht ausgeschlossen, sondern dies Votum nur von einem Beschluß Wort„ Erklärung" statt Feststellung" die Situation wesentlich gemeiden und praktische Fragen vorstellen? Warum will man jetzt die durch Urabstimmung abhängig gemacht. Das Referendum, das er bessert; aber dazu hat sich die eine Seite offenbar nicht verstehen Rechenschaftslage der Fraktion, die über einen Parteitagsbeschluß vorschlägt, ändert den Kern der Sache nicht. Eine Differenz zwischen wollen. Die andere Seite aber sah es als unmöglich an, einen hinweggeschritten ist, nicht entgegennehmen? Wenn der Vorschlag Reformisten und der Mehrheit besteht nicht, sondern lediglich eine Widerspruch aufzuheben durch die Feststellung", er bestehe nicht. der Umstellung angenommen wird, so bleibt der Partei nichts solche zwischen Reformisten Syndikalisten. Von wem geht die Feststellung aus? Wie und wo erfolgte sie? Soll anderes übrig, als zu denken: die Fraktion hat nicht den Mut, ihre Redner analysiert dann des längeren die verschiedenen Tages- etwa die Auffassung erzeugt werden, der Parteitag habe die Aktion vor dem Kongreß zu vertreten. Ihr, die Ihr Euch Praktiker ordnungen, die in den Sektionen als„ integralistisch" angenommen Feststellung getroffen? Das ist natürlich nicht der Fall, aber es ist nennt, warum flüchtet Ihr heute hinter die akademische Diskussion? worden sind. eine alte Erfahrung, daß der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Der Wunsch der Umstellung ist der Wunsch, die Zweideutigkeit und Diese Erwägungen veranlaßten eine nicht unbeträchtliche Minderheit Konfusion zu verlängern.( Beifall.) des Parteitages, zu diesem Bassus der Resolution Nein zu sagen. Dann gab es noch eine andere Schwierigkeit. Durch das Amendement Kautsky zur Bebelschen Resolution sollte scharf betont werden, daß die gewerkschaftliche Bewegung von sosialdemokratischem Geist erfüllt sein müsse und daß die Genossen die Verpflichtung hätten, in diesem Sinne zu wirken, was dann im letten Teil des Amendements noch deutlich ausgeführt wurde. Gegen das Amendement wurden lediglich zweckmäßigkeitsgründe ins Feld geführt, Zweckmäßigkeitsgründe, auf die wir nicht näher einzugehen brauchen. Indessen lagen nach einer redaktionellen Aenderung des ersten Teiles diese Bedenken unseres Erachtens richt mehr vor. Da von allen Seiten zugestanden wurde, daß die Darlegung des Amendements im Prinzip das Richtige, das allgemein in der Partei Anerkannte treffe, so hätte eigentlich auf eine glatte Annahme gerechnet werden müssen. Aber die Auffassung, mit dem Genossen ein Tabel ausgedrückt werden, war trop ihrer Grundlojigfeit stark verbreitet. In Wirklichkeit betraf die ganze Resolution Kautsky doch nur die künftige Betätigung aller Genossen in der Gewerkschaftsbewegung. Doch angesichts der Unmöglichkeit, die unrichtige Auffassung gründlich zu zerstören, mußte im Interesse eines einheitlichen Beschlusses der lebte Teil der Resolution zurückgezogen werden. So kam dann die Bebelsche Resolution mit dem Amendement Ver Bissolati erklärt im Namen der Reformisten, die Abgeordneten seiner Tendenz seien bereit, sofort Rede zu stehen. ( Beifall.) Gerade über das Verhalten der Fraktion förperung der reformistischen Doktrin müsse ein entscheidendes Votum fallen. und Gegen die Syndikalisten gewendet fährt Modigliani fort, daß auch ihre heutige bedingte Annahme des Parlamentarismus mit der Zeit fallen werde und allmählich der flare Anarchismus zutage treten würde. Es sei dies eine historische Notwendigkeit. Heute sei der Kampf des Proletariats in Italien nicht mehr so einfach, wie vor fünf Jahren. Die Streits find schwer zum Siege zu führen, die Zeit der leichten, glänzenden Siege, des in die Augen Die Unterstützung des Kabinetts Sonnino folle sofort diskutiert fallenden Erfolges ist vorbei. Daher haben die Syndikalisten werden: hier liege die ganze Frage der Tendenzen, hier liege der leichtes Spiel, alles zu kritisieren, alles zu verlachen und den ganze Reformismus. Wenn die Integralisten die Umstellung der periodischen Generalstreit zu predigen, der etwas vorstellt, ohne die Tagesordnung wollen, so liegt der Umstand zugrunde, daß dieser lange mühevolle Vorbereitung zu fordern, die die sozialistische Aktion Block glaubt, in akademischer Diskussion als Einheit erscheinen zu fordert. In der Theorie mögen die Syndikalisten recht haben, in tömten, während er vor der rauhen konkreten Frage auseinander- der Praxis haben sie unrecht, weil die Syndikate heute eine unfällt. Wenn hierbei der Parteitag sich in zwei Säfften spalten und politische, zum Teil unbewußte Masse bilden. Wären die Gewerkdie Reformisten die Mehrheit sein sollten, so könnte es sehr wohl ichaften sozialistisch, so fönnte man den Syndikalismus annehmen. sein, daß die unterliegende Minderheit nicht mehr das Bedürfnis Aber unvereinbar bleiben die Methoden der Syndikalisten und fühlt, die Fesseln ihr widerstrebender Methoden zu tragen. Was die der Reformisten. Gewiß, die direkte Aktion haben auch die Amendement solle einigen in den Gewerkschaften besonders tätigen ivenigstens die Reformisten betrifft, so würden sie aus ihrer Nieder- Reformisten immer angewendet. Aber die Syndikalisten sprechen lage diese Folgerung ziehen, da sie nicht Lust haben, die Ver- der Partei die Daseinsberechtigung ab.( Bwischenrufe Labriolas.) antwortung zu teilen für den Gebrauch von Methoden, die sie für Sie sprechen also auch der Eroberung der politischen Macht jede verderblich halten. positive Bedeutung ab, sie betrachten die soziale Geletzgebung mit Camerini befürwortet die Umstellung. Den Integralisten Mißtrauen. Hier liegt eine Unvereinbarkeit vor: Gure Aftion ist hätte jedes Bestreben ferngelegen, Unklarheit zu stiften oder zu ver- das Gegenteil der unseren, beide sind unvereinbar. Sozialismus ift eine allmähliche, vielgestaltige Bewegung, Syndikalismus ist eine Ferri spricht in gleichem Sinne. Es handle sich um feine plögliche, übergangslose Aktion. Die Reformisten faffen das soziale macchiavellistischen Manöver. Die Genoffen müßten nach der Werden als einen natürlichen Prozeß auf. Glücklicherweise wird der Bebel- Legien und dem verbleibenden Teil von Kautskys Amendement Langen Distussion in der Parteipreffe längst wissen, was sie wollen. Sozialismus nicht von den Sozialisten gemacht; er schreitet auch zur Annahme... Er habe nicht die Absicht, dem Urteile des Parteitages zu entfliehen, über uns fort, wenn wir ihm den Weg versperren.( Beifall.) Redner Er, der„ Avanti", hätte ja die Initiative zur Unterstützung Somminos beschäftigt sich dann mit den Beschlüssen des Kölner Gewerkschafts. Mit gerechter Genugtuung darf die deutsche Arbeiterklasse ergriffen. Er hätte dies in dem festen unerschütterlichen Glauben fongresses und des Parteitages von Jena, um daraus den Schluß auf die Tagung ihrer Vertreter in Mannheim blicken. Der feste getan, im Interesse des Proletariats zu handeln.( Andauernder zu ziehen, daß die kräftigen, gut gefügten Gewerkschaften den General- Vorfah, die störenden und das innere Parteileben schädigenden Beifall. Zwischenruf Labriolas: Ferri ist zum Reformismus streit ablehnen. Auch die italienischen Gewerkschaften haben unlängst Episoden lettvergangener Parteitage unter allen Umständen zu verübergegangen.) Darüber, lieber Labriola, sprechen wir an anderer in Mailand die Syndikalisten mit gewaltiger Mehrheit nieder meiden, ist durchgeführt worden. Die persönlichen Empfindungen Stelle. Die Umstellung habe für ihn und die anderen Jnte- gestimmt. Das Proletariat hat also nicht die Eile, die die und Interessen wurden der gemeinsamen Sache untergeordnet. Der gralisten den Zwed, gerade das zu vermeiden, was Biffolati will, Syndikalisten haben, oder es hat wenigstens nicht die Illusion, den Berein Arbeiterpresse war mit gutem Beispiele vorangegangen. Er bie Spaltung. Dies gerade sei die Aufgabe und der Zweck des Gang der Dinge beschleunigen zu können. hatte in seiner Generalversammlung, die am Gröffnungstage des Integralismus. mehren. eone bekämpft in längerer Nede die Umstellung und greift den Integralismus an als Ausfluß einer vagen Sentimentalität. ギ ., Boltsblatt für Halle": Für uns beschleunigt die sozialistische Bewegung den Gang der Parteitages stattfand, einstimmig beschlossen, feinerseits den vorgefchichtlichen Ereignisse nicht. Der menschliche Wille ist nicht der jährigen Borwärts" Konflikt nicht aufzurollen. Auch die entFaktor, sondern das Produkt der sozialen Verhältnisse. Wir lehnen lassenen Vorwärts"-Redakteure verzichteten lieber auf die Gelegen " heit, fich von den gegen ste erhovenen Vorwürfen zu reinigen, als selbst das Schiotjunertum durch die uverwaltigende pontyche Zeitung und damit überall hin, wo auch der Artikel gelesen wurde. daß sie die damit untrennbar verbundene Gefahr heraufbeschwören Macht, die das Dreiklassenwahlrecht den Landjunkern verleiht, Da bedarf es nicht mehr einer ausdrücklichen Resolution. Die Remochten, neue leidenschaftliche Auseinandersetzungen herbeizuführen, schwer geschädigt werden kann. Die Reden der Vertreter der solution enthält für uns eine Demütigung. Und wenn man in denen nicht nur der Vorwärts"-Konflikt, sondern gar manches Industrie und des Handels im preußischen Landtage können in einem Vertrauensmann eine solche Demütigung antut, dann sagt andere noch zur Sprache gekommen wäre. Nicht den Gegnern zum gewisser Einschränkung auch als Beweis dafür angeführt werden, man ihm, daß er die Tür von außen zumachen soll. Und ich wäre Gaudium sondern der Arbeiterklasse zum Vorteil sollte der Partei- daß eine flug geführte Wahlrechtsbewegung nicht notwendigerweise ein Lump und ein ehrloser Wicht, wenn ich nicht die Konsequenzen tag verlaufen. Deshalb sagte sich jeder, was vergangen sei, müsse die ganze herrschende Klasse gegen sich aufzubringen braucht, viel- zöge, sobald Sie die Resolution annehmen. bergangen und abgetan bleiben. Wer geirrt und gefehlt habe, der mehr ein Teil von ihr durch eine gewaltige in gesehlichen Genosse Haupt: Die Redakteure sollten doch nicht übersolle und werde das in Zukunft vermeiden. Jedem wurde zugute Formen sich vollziehende Volkserhebung zu Konzessionen be- empfindlich sein. gerechnet, er habe geglaubt, auf seine Art das Interesse der Partei stimmt werden kann. Genosse Vater: Die ewigen Drohungen unserer Redakteure am besten zu wahren. Irrungen und leidenschaftlichen Wallungen Es kann nun nicht bestritten werden, daß die Zahl der Dele- werden mir doch bald zu bunt. Ich bestreite, daß in meiner Refei im hißigen Streite jeder ausgesetzt; nachträglich abwägen zu gierten, die eine Fortsetzung der Wahlrechtsbewegung mit dem solution der Redaktion ein Mißtrauensvotum ausgesprochen wird. wollen, wer sich dabei am weitesten vergessen habe, sei zwecklos. Ziel des politischen Generalstreits als lettes, äußerstes Es steht nur drin, daß wir den Artikel bedauern. Ich sehe gar Das Proletariat fordere gedeihliche Arbeit von seinem Parteitage Mittel befürworteten, eine verschwindende Minderheit darstellten. feinen Grund ein, daß wir die Resolution nicht annehmen, nachdem und sehne sich nach sachlichen Beratungen und Beschlüssen. Die überwältigende Mehrheit des Parteitages sah die Wahlrechts- fast alle Redner den Artikel verurteilt haben. Wenn die Redaktion Dieser berechtigten Forderung mußte nachgeachtet werden. Und bewegung mit der ergebensten" Petition an die Junkerkammer meint, daß sie dann die Tür von außen zuzumachen hätte, so ist Mannheim hat das getan. Der einzige Zwischenfall, der aus grund- als abgeschlossen an und konnte sich für ihre Wiederaufnahme in das ihre Sache. Nehmen Sie meine Resolution an und lassen Sie fäßlichen Erwägungen zur Sprache gebracht werden mußte, nämlich verschärften Formen nicht erwärmen. Aber auch die kleine Minder- sich durch die Drohungen der Redakteure nicht abschrecken. das Verhalten des Vorwärts" gegen den Genossen Stampfer, wird heit, welche die Gegenwartsbedeutung des Generalstreits als An- Damit ist die Rednerliste erschöpft. Als erster erhält das auf Antrag Stampfers durch ein Schiedsgericht zur Entscheidung griffswaffe hochhielt, fonnte der Jenaer Resolution mit der neuen Schlußwort gebracht werden. Grundsäßlich wichtig ist dabei die Frage, ob auch Auslegung ihre Zustimmung geben, da diese den politischen Genosse Brandes: Er verstehe nicht, daß die Redakteure in Zukunft noch ein Parteigenosse von einem Parteiblatt als Fälscher- Generalstreit im Angriffskampfe nicht prinzipiell verwirft, sondern gegen die abgeänderte Resolution Vater seien, die nur das Fazit genie und dunkler Ehrenmann bezeichnet, der Perfidie soll geziehen nur für absehbare Zeit als nicht anwendbar betrachtet. Auf- der heutigen Verhandlung darstelle. Bader und Müller haben keine werden dürfen, ohne daß die, welche ein so moralisch vernichtendes geschoben ist nun bekanntlich nicht aufgehoben, und deshalb kann Ursache, hieraus irgendwelche Konsequenzen zu ziehen. Ein MißUrteil über einen Parteigenossen fällen, zugleich die Pflicht haben, auch die kleine Minderheit die begründete Zuversicht hegen, später trauen solle nicht ausgesprochen werden. Wenn ein Redakteur das seinen Ausschluß aus der Partei zu beantragen, damit die Berechti- einmal zur Mehrheit zu werden. Denn das Juntertum wird schon Recht habe, seine Meinung auszusprechen, so haben auch die Parteigung oder Nichtberechtigung der erhobenen Vorwürfe bon Un- hinreichend dafür sorgen, daß die Empörung der Massen gegen die genossen das Recht, ihre Meinung zu äußern. Er bitte, die Resolution beteiligten nachgeprüft werden kann. Da weder von der Vor- Dreiklassenschmach nicht schwindet. Früher oder später muß daher von Vater anzunehmen, allerdings mit der ausdrücklichen Versicherung, wärts"-Redaktion noch von anderer Seite ein Antrag auf Aus- der Tag kommen, wo die Frage der Anwendung des politischen daß die Versammlung damit ein Mißtrauensvotum gegen die Redakschließung Stampfers gestellt worden ist, wird Stampfer selbst eine Massenstreits im Angriffstampfe wieder auf die Tages- teure nicht aussprechen wolle. genaue Untersuchung provozieren. Er ist sicher, daß kein Schieds- ordnung eines Parteitags tommt. Bis dahin aber gilt es, das gericht, wie immer es auch zusammengesetzt sein möge, dem Urteile Proletariat mit Siegeszuversicht zu erfüllen, die Massen zu organides Vorwärts" beipflichten wird. Abgesehen von dieser einen Episode ist der Parteitag in kräfti- fieren und disziplinieren... gender und reinigender Einmütigkeit verlaufen... " Das Hauptinteresse richtete sich auf die Debatten über den Massenstreif und das Verhältnis der Gewerkschaften zur Partei. Auch der auf diesem Gebiete reichlich angehäufte Zündstoff gelangte nicht zur Explosion. Sachlich scharf, aber ohne persönliche Spizen, wurde die anderthalbtägige Diskussion geführt. Das Entgegenkommen Bebels erleichterte die beiderseitige VerAus der Partei. Vorstoß gegen den Lebensmittelwucher. Der Parteivorstand beschloß, der Fraktion zu empfehlen, Genosse Holzapfel: Wenn hier von Bader und Müller die bestimmte Erklärung abgegeben wird, daß sie bei Annahme der Resolution der Partei ihre Aemter zur Verfügung stellen, dann meine ich, das können wir nicht wollen. Alle Redner haben sich gegen den Artikel erklärt; das sollte genügen. Darum möchte ich Sie bitten, die Resolution Pistorius anzunehmen im Interesse der Parteientwickelung. Vorsitzender Genosse Thielsch: Der Vorstand ist der Meinung, daß alle Resolutionen, mit Ausnahme des zweiten Teiles der Resolution Vater, sich decken. Der Vorstand hält die Resolution Pistorius für die beste. Ich werde über sie abstimmen lassen und Abstimmung vornehmen. ständigung. Kautsky versuchte vergebens, durch ein Amendement sofort nach Zusammentritt des Reichstags eine Jnterpellation dann über den zweiten Teil der Vaterschen Resolution eine gesonderte eine der über die Lebensmittel bezw. Fleischteuerung einzu62 Stimmen fiel das Amendement in dem Teile, der neue Konflifte hätte erzeugen müssen.*) Die bündigen Erklärungen bringen. mehrerer Gewerkschaftsführer, die Feststellung, daß in dem Kölner Beschluß kein Gegensatz zur Jenaer Resolution gefunden werden solle, und die ausdrückliche Einschränkung, den Massenstreik nur als Abwehrwaffe, nicht auch als Angriffsmittel benutzen zu wollen, ermöglichten die Annahme der veränderten Bebelschen Resolution mit 386 gegen 5 Stimmen. Der Antrag Elm, die Lokalorganisierten als Träger der anarcho- sozialistischen Bewegung aus der Partei auszuschließen, wurde durch motivierten Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Die Anarchos werden aber damit rechnen müssen, daß sie über furz oder lang vor die Wahl gestellt sind, entweder nicht mehr den sozialdemokratischen Organisationen angehören zu dürfen, oder wieder voll unser Parteiprogramm anerkennen zu müssen." „ Volksbote"( Stettin): „ Gerade der Punkt der Tagesordnung, auf den die Gegner ihre größte Hoffnung gesetzt hatten, führte zu einer fast vollständigen Einigung, wie sie in einer taktischen Frage von solcher Tragweite nicht oft erreicht worden ist. Erzielt wurde sie dadurch, Die Parteiorganisationen und der Parteitag. Die Magdeburger Genossen haben am Sonntag die abgebrochenen Verhandlungen über den Parteitag und den unseren esern bekannten Parteitagsartikel der Voltsstimme" beendet. Zu Beginn der Diskussion gab der Vorsitzende der Preßkommission, Genosse Lüdecke, folgende Erklärung ab: Die Preßkommission hat sich gemeinsam mit der Redaktion in eingehender Aussprache mit dem Artikel„ Das Mannheimer Ergebnis" beschäftigt. Die Preßtommission hat das Erscheinen des Artikels einstimmig verurteilt. Genosse Bader hat erklärt, er hätte fich, wenn er gewußt hätte, daß der Artikel Mißstimmung in den Reihen der Magdeburger Genossen hervorrufen würde, vorher mit der Preßkommission in Verbindung gesetzt. Die Preßkommission hat Vorfehrungen getroffen, daß Mißhelligkeiten ähnlicher Art nicht wieder vorkommen. Ich möchte Sie daher ersuchen, bei der Diskussion auf diese meine Erklärung Rücksicht zu nehmen. Aus der Diskussion seien folgende Aeußerungen hervorgehoben: Genosse Deder: Er müsse in bezug auf die Erklärung Genosse Holzapfel: Die Resolution Pistorius wird mit großer Mehrheit angenommen. Vor Abstimmung über den zweiten Teil der Vaterschen Resolution beantragt Genosse Brandes folgenden Zusatz: Die Versammlung betont ausdrücklich, daß damit gegen die Redaktion kein Mißtrauensvotum ausgesprochen werden soll. Genosse Vater protestiert gegen den Zusatz; das sei von ihm und anderen Rednern bereits ausdrücklich hervorgehoben worden. Die Abstimmung ergibt die Annahme des zweiten Teiles der abgeänderten Vaterschen Resolution einschließlich des Zufazantrags Brandes. Die endgültige Resolution hat also folgenden Wortlaut: Die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für Magdeburg und Umgegend ist mit den beiden Referenten einer Meinung darüber, daß die Beschlüsse des Mannheimer Parteitags im Sinne der hiesigen Parteigenossen erfolgt sind und daß die Beschlüsse und die Verhandlungen des Parteitages von hohem Werte für die deutsche Arbeiterbewegung sein werden. Die Versammlung erklärt sich mit dem Ergebnisartikel der hiesigen Voltsstimme" nicht einverstanden und bedauert dessen Erscheinen. Die Versammlung betont ausdrücklich, daß damit gegen die Redaktion kein Mißtrauensvotum ausgesprochen werden soll." Damit war die Tagesordnung erschöpft und trat Schluß der Versammlung ein. " Die Genossen der beiden im Verbreitungsgebiete der Magdeburger Boltsstimme" liegenden Städte Schönebeck und Staßfurt haben auch bereits die Berichterstattung vom Parteitage entgegengenommen. In Schönebeck berichtete Genosse Schinkel- Thale, Ser am Schlusse ausführte: daß sich die drei Richtungen auf die Jenaer Resolution einigten, Baders, der nicht geglaubt habe, daß der Artikel Anstoß errege, deren Sinn und praktische Tragweite durch die vorangegangene Diskussion in allen Punkten erhellt worden war. Den ursprüng- sagen, daß die Redaktion nicht mit den Massen in Kontakt stehe, lichen Gegnern der Jenaer Resolution, wie Legien, R. Schmidt, sonst seien solche Artikel nicht möglich. Wir alle haben den Wunsch Störsten usw., wurde die nachträgliche Zustimmung ermöglicht durch gehabt, daß der Vorwärts"-Konflikt in Mannheim nicht zu Ausein die Erklärung Bebels, daß derjenige Teil der Jenaer Resolution, andersetzungen führen möge. Er müsse auf den Artikel, soweit er der von der Eroberung neuer Rechte mittels des Massenstreits sich auf die„ Vorwärts"-Redaktion beziehe, erklären, daß er mit der spricht, eine praktische Bedeutung vorläufig nicht habe, da der Vorwärts"-Redaktion immer einverstanden gewesen sei.... Die Massenstreit als Angriffswaffe noch nicht in Be- Revolutionsromantik habe nur in den Köpfen der Literaten gespuft, tracht kommen könne. Wir wollen die Frage unerörtert lassen, die Arbeiter haben nicht an einen Massenstreit gedacht. Darüber, daß der Parteivorstand „ Man sollte denken, der Parteitag hätte nun Ruhe geschaffen ob diese Erklärung eine Abweichung von dem ursprünglichen Sinn die von Legien verlangte Erklärung nicht abgeben wollte, herrschte und alle Streitigkeiten geschlichtet, aber leider ist es nicht der Fall, der, Jenaer Resolution darstellt oder nicht; jedenfalls ermöglichte auf dem Parteitag einmütige Zustimmung. Die Bemerkung des in Magdeburg ist man im besten Gange, den Parteitag herabzuin Magdeburg ist man im besten Gange, den Parteitag herabzusie es den ehemaligen Gegnern des Massenstreiks, nunmehr auch Artikels darüber ist daher unzutreffend.... Nicht richtig ist, daß würdigen." für die Jenenser Massenstreikresolution zu stimmen, da die Preis- vornehmlich Berliner für das Amendement Kdutskh eintraten. Es In Staßfurt wurde folgende Resolution einstimmig ans gabe des Massenstreits als Mittel zur Eroberung neuer Rechte den wichtigsten Stein des Anstoßes aus dem waren noch sehr viele andere Delegierte dafür, selbst Gewerkschaftsführer. Nur weil man annahm, daß das Amendement in der Wege geräumt hatte. praktischen Arbeit Schwierigkeiten hervorrufen könne, ist es nicht zur Annahme gelangt. Davon kann keine Rede sein, daß das eine Glied der Arbeiterbewegung sich dem andern unterordnen soll.... Die Berliner Genossen haben von je großen Dpfermut bewiesen. Das muß anerkannt werden. Der Genosse Vater hatte folgende Resolution eingebracht: Die heute im großen Saale des„ Luisenpart" tagende außer ordentliche Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins erklärt sich mit dem Ergebnis des Mannheimer Parteitages befriedigt und spricht den Delegierten Brandes und Holzapfel wegen ihrer Haltung in den einzelnen Punkten ihre Zustimmung aus. Die Versammlung erklärt sich mit dem Ergebnisartikel der hiesigen„ Boltsstimme" nicht einverstanden und bedauert dessen Erscheinen. genommen: nach links reinen Tisch machen wolle, dies auch nach rechts geschehen müßte; denn die Stänkerei von rechts sei ebenso schlimm. Nachdem er die übrigen Punkte gestreift hatte, forderte er dazu auf, die großen Referate über Voltserziehung, Volksbildung sowie über die Strafreform usw. recht genau im Protokoll nachzulesen. In der recht lebhaften Debatte stimmten die Genossen im wesentlichen mit den Beschlüssen und Arbeiten des Parteitages überein. Die am 6. Dftober tagende Versammlung der Volksvereinsfiliale Staßfurt erklärt sich für sehr befriedigt von dem Verlauf Es läßt sich aber gar nicht verkennen, daß auch die früheren des Mannheimer Parteitages und den von ihm gefaßten BeMassenstreitgegner durch das flare und unzweideutige Zugestände schlüssen. Ebenso erklärt sie sich mit der Stellungnahme des nis, Attentate gegen das Reichstagswahlrecht oder Koalitionsrecht Delegierten unseres Kreises einverstanden. Dagegen mißbilligt durch den Massenstreit abwehren zu wollen, ihren Teil zur Einidie Versammlung auf das entschiedenste den Artikel in der„ Volksgung beigetragen haben. Auch hier wollen wir nicht untersuchen, Genosse Haupt:... Wir sind alle erfreut, daß nun auch in stimme" über das Ergebnis des Mannheimer Parteitages." ob die uneingeschränkte Anerkennung des Massenstreits als ein den Kreisen der Literaten Klarheit über den Massenstreik herrscht. Mittel der energischen Verteidigung bereits vor Die Diskussion des Massenstreits, die der Kölner Gewerkschafts- ta hltreise nahmen am Dienstag abend in einer äußerst start Die Parteigenossen der beiden Leipziger Reichstags= handener Freiheitsrechte in Ginklang mit früheren Reden und fongreß verbieten wollte, sei notwendig. Schon den Friedebergern Erklärungen zu bringen ist. Jedenfalls fällt nunmehr, da auch gegenüber, die den Parlamentarismus für überflüssig, ja für schäd. besuchten Versammlung den Bericht über die Verhandlungen entdie früheren Gegner des Massenstreits erklärt haben, sie erkennen fich hielten, sei das nötig. Andererseits seien Strömungen besonders gegen. Genosse Schöpflin, der berichtete, schilderte die große den Massenstreit als ein wichtiges Mittel, um Reichstagswahlrecht in Gewerkschaftskreisen, die nach rechts drängen wollen. Redner Bedeutung des Parteitages in Mannheim. Der Hauptpunkt war oder Koalitionsrecht gegen reaktionäre Anschläge zu verteidigen, verliest zur Bekräftigung mehrere Zitate aus Artikeln Bringmanns dieser Frage fönne man einverstanden sein. das Verhältnis von Partei und Gewerkschaften. Mit der Lösung unbedingt an, jeder Grund fort, die Kölner Resolution in vom Zimmererverband und Hues vom Bergarbeiterverband. Da zwischen der Lokalorganisation und den Zentralverbänden zu schaffen, sei Der Versuch, Frieden Gegensatz zur Jenaer zu bringen, denn nicht auf den Wortlaut sei es tein Wunder, wenn selbst tüchtige Genossen zu den Lokal- zwischen der Lokalorganisation und den Zentralverbänden zu schaffen, ſei ciner Resolution, sondern auf deren unbestrittene Auslegung organisierten gehen. Ueber die Opferwilligkeit der Berliner fei gar Necht sei dabei aber auch die Meinung vertreten worden, daß, wenn man dem Parteivorstand und der Generalfommission überwiesen worden. Mit fommt es am letzten Ende an. Und so bleibt das große Werk des nicht zu reden, sie sei allerseits anerkannt. Mannheimer Parteitages, den Massenstreikresolutionen der Partei Genosse Dr. Thefing nimmt Stampfer gegen Decker, der ihn und der Gewerkschaften eine feste, übereinstimmende, klare Aus- der Fälschung geziehen, in Schutz. Er ist mit dem Artikel nicht legung gegeben zu haben. einverstanden, verteidigt aber den Verfasser, weil der Redakteur das Vielfachen Mißverständnissen war in Mannheim die Auf- Recht haben müsse, seine Meinung zu vertreten. Die Preß fassung der dritten Richtung in der Massenstreiffrage aus- fommission gehe zu weit, wenn sie selbst Stimmungen kontrollieren gesetzt, die die am 21. Januar so kraftvoll begonnene Wahlrechts- wolle. bewegung mit verschärften Mitteln fortzusehen entschlossen war. Diese Richtung, der auch die pommerschen Delegierten angehörten, charakterisiert sich dadurch, daß sie dem Massenstreit auch im Angriffstampfe eine aktuelle Bedeutung beimißt, freilich nicht in dem ihr häufig unterstellten Sinne, daß die Proklamation des Massenstreiks nun schon in diesem oder nächsten Jahre erfolgen müsse, sondern in der besonnenen Auffassung, daß man die Massen durch zeitlich beschränkte Arbeitseinstellungen, wie z. B. allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai, Demonstrationsversammlungen innerhalb der Arbeitszeit( Halbtagsstreif) usw. auf den politischen Generalstreit vorbereiten und dadurch der Sozialdemokratie eine ihrer gegenwärtigen Größe und Stärke entsprechende erhöhte Schlagfertigkeit im Angriffstampfe geben müsse. Von der ökonomischhistorischen Auffassung ausgehend, daß die an der Aufrecht- Später hat Vater den letzten Satz zurückgezogen. Die sozialdemokratische Partei des Kantons Zürich hat die in erhaltung des Dreitlassenwahlrechts am meisten interessierte Ge- Genosse Redakteur Müller erklärt sich gegen die Resolution. den Streikdebatten des Kantonsrates von unseren Genossen Greulich, sellschaftsschicht, das ostelbische Junkertum, eine an Macht und Ein- Die Versammlung fönne erklären, daß sie mit dem Artikel nicht ein- Lang, Pfarrer Pflüger und Dr. Farbstein gehaltenen Reden in fluß notwendigerweise zurückgehende Klasse ist, deren ökonomische verstanden sei, sie dürfe aber die Redaktion nicht vor dem ganzen 100 000 Flugblättern im ganzen Kanton verbreitet. Basis durch die Entwickelung Deutschlands zu einem gewaltigen Lande demütigen. Sonst mache sie den Rücktritt der Redakteure Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Industriestaate mehr und mehr geschmälert wird, hält diese dritte nötig. Bader stehe mit dem Artikel in der Redaktion allein. Richtung den Kampf gegen das preußische Junkertum feineswegs Genosse Fabian: Müller sagt, daß wir durch die Annahme Ein Wahlrechtsflugblattprozeß vorm Reichsgericht. als ein hoffnungsloses Unterfangen, da sie von der streng margi- der Resolution die Redaktion vor ganz Deutschland blamieren. Aber Das preußische Wahlrechtsflugblatt enthält keine Anreizung ber stischen Auffassung beherrscht wird, daß keine politische Gewalt ohne was für Staub hat der Artikel in ganz Deutschland aufgewirbelt! schiedener Bevölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander. ausreichende ökonomische Grundlage sich dauernd aufrechterhalten Eine große Anzahl Exemplare der Nummer mit dem Ergebnisartikel Diese für die Wahlrechtsprozesse in Preußen wichtige Entscheidung fann. Die Herrschaft des ostelbischen Junkertums über den hoch ist von Berlin aus verlangt worden für das Parteiarchiv, vom fällte am Dienstag der vierte Straffenat des Reichsgerichts. Genosse entwickelten Industriestaat Preußen- Deutschland ist bereits Parteivorstande und von der Berliner Agitationskommission. Ich Ullenbaum, Geschäftsführer der Freien Presse" in Barmen ein historischer Nonsens geworden. Freilich wissen auch die Ver- bestreite, daß die Resolution ein Mißtrauensvotum ist. Elberfeld, der 500 000 Exemplare des Flugblatts drucken ließ, treter dieser dritten Richtung, daß das ostelbische Junkertum nicht Genosse Decker: Wenn die Genossen ihrer gegenteiligen Meinung war vom Landgericht Elberfeld von der Anklage der Aufreizung zu isoliert dasteht, sondern in den Industriebaronen und Schlotjunkern Ausdruck geben, so sei kein Grund vorhanden, empfindlich zu sein. Gewalttätigkeiten freigesprochen worden. Der Staatsanwalt legte des Westens eine kraftvolle Stüße findet. Aber die Land- und Er verwahre sich dagegen, den Redakteuren vorschreiben zu wollen, Revision ein. Vor dem Senate erklärte in der Sigung am Schlotjunker bilden zusammen doch nur den kleineren Teil der wie sie schreiben sollen, aber wer den Empfindungen der Partei- 9. Oktober der Referent, daß der Oberreichsanwalt die Res herrschenden Klasse, denen die große Masse der mittleren Jndu- genossen nicht Rechnung trage, müsse sich eben eine andere Wirkungs- vision des Elberfelder Staatsanwalts nicht unterstütze. striellen, und Kaufleute in Interessenfeindschaft gegenübersteht. ftätte fuchen. Diese Revision meint nämlich, daß das Urteil auf falscher AnUebrigens hat auch der Kampf um die Kanalvorlage gezeigt, daß Genosse Bader: Die Nesolution Vater bringt zum Ausdruck, wendung des§ 130 beruhe. Das Gericht habe gemeint, daß der daß Sie mir Ihr Vertrauen entziehen. Alle Redner haben Schluß des Flugblattes keine Aufreizung bei den Lesern hervorrufen gegen den Artitel Stellung genommen. Der Bericht kommt in die müsse. Das sei irrtümlich. Es seien vor dem Flugblatt nicht Das ist ein Jrrtum des" Boltsblatt", Red. d.„ V." Die Versammlung betont ausdrücklich, daß schon im vorigen Jahre die Redaktion der Boltsstimme" mit ihrer Beurteilung des Jenaer Parteitages zu harten Auseinandersetzungen Veranlassung gegeben hat. Albert Water. " Die obligatorische Einführung der Parteipresse ist seit 1. Oktober im sozialdemokratischen Verein Bayreuth durchgeführt. Jedes Mitglied der Parteiorganisation ist verpflichtet, auch Abonnent der Parteizeitung, hier der Fränkischen Volkstribüne", zu sein. In der letzten Mitgliederversammlung fonnte berichtet werden, daß die Durchführung der Maßregel auf teine erheblichen Schwierig teiten stieß. Nur ein kleiner Bruchteil der Vereinsmitglieder verweigerte die Annahme des Barteiblattes. Die Säumigen werden nochmals in persönlicher Rücksprache zur Erfüllung ihrer Parteipflicht aufgefordert, später sollen ihre Namen veröffentlicht werden. Soziales. Beeinträchtigung der gewerkschaftlichen und politischen Betätigung in der Landesversicherungsanstalt Berlin. der des Bloß zwei leidenschaftliche Artikel in der Bergischen Arbeiter- lin der Berliner Versicherungsanstalt wie anderwärts durch den der außerordentlich starken Besetzung der Werke sind diefe in der stimme" und der Freien Presse" erschienen, die in ihrer Wirkung Geschäftsplan des Vorstandes dem Direktor zu viel Rechte ein- glücklichen Lage, sich die Aufträge auszusuchen und die Preise vorauf die Leser des Flugblattes berücksichtigt werden müßten, sondern geräumt, so wäre es an der Zeit, das Statut zu ändern und den zuschreiben. Was nicht genehm ist, wird ohne weiteres zurückin dem Flugblatt selber werde auch der Ruf zur Erhebung laut nicht beamteten Vertretern der Arbeiter und Arbeitgeber das Maß gewiesen. Auf der anderen Seite, der der Abnehmer, hat man alund zwar unter Hinweis auf Rußland, Polen und Desterreich. Es von Einwirkung einzuräumen, das einer wirklichen Selbstverwaltung gesichts der stärker auftretenden Preiserhöhungen den begreiflichen sei deshalb als natürlich anzusehen, daß der Leser das Flugblatt dem nicht beamteten Teile zukommen muß, damit die Verwaltung Wunsch, sich so viel wie möglich und auf recht lang Zeit mit Material als Aufruf zu Gewalttätigkeiten auffassen konnte. Es genüge nicht eine rein autokratische und bureaukratische werde. aber zur Erfüllung des§ 130, daß man diese Anreizungen herauszu versehen, um nicht höhere Breise anlegen zu müssen. Man ist hier froh, lesen kann. Eine direkte Aufforderung zu Gewalttätigkeiten mit wenn man seinen Bedarf untergebracht hat, und Schadenersatzpflicht des Prinzipals für gestohlene Garderobe. geht auf die Werksbedingungen gern ein. Unter solchen ausdrücklichen Worten sei im Gesetz nicht gefordert. wir Dem Expedienten Karl. H. war während seiner Tätigkeit im Auspizien treten in den Winter ein, und für Das Reichsgericht konnte sich diesen Ausführungen des Engros- Warenhause von Goldfeder u. Meyerheim in der Geschäfts- die Fortdauer der guten Konjunktur wird es wesentlich Elberfelder Staatsanwalts nicht anschließen, da sie noch weit über garderobe eine Hose gestohlen worden. Er machte in darauf ankommen, ob der Bedarf sich auch während dieser die Schlußfolgerungen des bekannten Milchmädchens hinaus phanta- der geftrigen Verhandlung einen Schadensersazanſpruch fieren, das eine Million Schadenersatz für eine umgegossene Kanne 15 Mart geltend; von Zeit auf der bisherigen Höhe halten wird. Bedeutende MaterialMilch mit der Ausführung verlangte: Durch den Milchverkauf hätte Einwand der Chef erhob hiergegen vorerst den berteuerung schränkt den Berbrauch ja bekanntlich ein und schwächt ich 20 Pf. verdient, dann abermals Milch ein- und verkauft, hierbei gerichts und fachlichen Unzuständigkeit Kaufmanns- die Unternehmungslust. Die Preise, die jetzt Platz greifen, können wies im übrigen 40 Pf. verdient, wieder Milch ein- und verkauft, 80 Pf. verdient usw. zurück. den Anspruch des Klägers zum Teil schon als teuer bezeichnet werden, und damit tritt ein Genosse Ullenbaum und damit das preußische Wahl- biel gestohlen worden. Es sei Ende vorigen Jahres im Geschäft sehr Umschwung auch schon mehr in den Gesichtskreis der nächsten ZuDie durch den Kriminalkommissar funft. Hier und da begegnet man einem gewissen Pessimismus rechtsflugblatt bleibt freigesprochen. Das war also Klinghammer geleiteten eingehenden Untersuchungen sowie die An- bezüglich der Verlängerung des Stahlwerksverbandes, und es läßt am Rhein wieder einmal eine verpuffte Staatsaktion. stellung eines Detektivs hätten nicht zur Entdeckung der sich nicht leugnen, daß der Kampf zwischen den verschiedenen MachtTäter geführt. Er habe dann eine neue sichere Garderobe bauen gruppen innerhalb des Verbandes eine nicht zu unterschätzende Belassen, die morgens, mittags und abends von Vertrauens deutung einnimmt angestellten Kontrolliert und verschlossen wurde, anßerdem Zwischen den Zeilen liest man hier die Befürchtung, daß man wurden die Angestellten selbst beim Fortgehen auf etwaige mindestens nahe dem Beginn des Abstieges sich befindet. Gegenstände hin, die ihnen nicht gehörten, beobachtet. Wagenmangel. Ueber bedenklichen Wagenmangel flagt die Der Beklagte behauptete, damit alles getan zu haben, was in seinen Mannheimer Handelskammer. In ihren Eingaben um Abhülfe hat Herr Dr. Freund, der Vorsitzende der Versicherungsanstalt Kräften stand und bestritt schließlich auch die Notwendigkeit für den die Handelskammer den Wunsch ausgesprochen, daß die GeneralBerlin, hat schon des öfteren wegen seiner Anschauungen über läger, im Geschäft die Hose zu wechseln. Die lettere Be- direktion mit Rücksicht darauf, daß in Baden der Wagenmangel politische und gewerkschaftliche Betätigung der Arbeiterklasse zur hauptung wurde durch Zeugenaussagen widerlegt. Die meisten An- einen weit größeren Umfang angenommen hat als im Bereiche des Kritik herausgefordert. Es ist noch in aller Gedächtnis, wie er gestellten, sogar die Damen, ziehen sich um, da das Personal viel preußisch- hessischen Staatsbahnverbandes, erneute Verhandlungen zum glaubte, durch die Beleihung des Berliner Gewerkschaftshauses mit mit fettigen und schmutzenden Produkten, wie Del, Petroleum, Zwecke der Bildung einer Betriebsmittelgemeinschaft der deutschen den Mitteln der Versicherungsanstalt einen Einfluß auf die politische Mehl usw. zu hantieren hat, auch wurde festgestellt, daß die Eisenbahnverwaltungen anregen möge. Haltung der Arbeiter ausüben zu können. Als das Gewerkschaftshaus Garderobe nicht immer vor der offiziellen Deffnung verschlossen war. seine Räume auch politischen Versammlungen zur Verfügung stellte Das Kaufmannsgericht erklärte sich für zuständig. Neues Syndikat. Nach der„ Kölnischen Zeitung" verlautet, daß und er einsah, daß die Arbeiter sich nicht durch eine aus ihren Der Verwahrungsvertrag der Garderobe falle mit in den Bestrebungen im Gange feien, unter den Messingwalzwerken ein Geldern gegebene Hypothek zum Verzicht auf politische Betätigung Rahmen des Dienst verhältnisses. Im übrigen wurde die be- Syndikat zu bilden, welches den Verkauf von Messingblechen, bewegen ließen, da litt es Dr. Freund nicht länger, daß der lagte Firma verurteilt, an an den Mäger 15 M. zu Drähten und Röhren nach Art des Kupferblechverbandes überMammon der Versicherungsanstalt als Hypothef auf dem Gewerkschafts- zahlen, da sie die erforderliche Sorgfalt bei Auf- nehmen soll. hause stehen bleibe. Er arbeitete so lange an der Aenderung des bewahrung der Garderobe außer acht gelassen habe. Zustandes, bis die städtische Sparkasse diese Hypothek ablöste. Angestellte müßten gegen Entwendung von Sachen geschützt Eingegangene Druckschriften. Auch in der Anstalt Lichtenberg sieht Dr. Freund auf Ordnung werden. Das hätte die Beklagte bewerkstelligen können, Von der„ Neuen Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift, Herausund politische Stubenreinheit. Nichts von Politik oder Gewerkschaften indem jeder Angestellter einen verschließbaren geber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun( Verlag: Berlin- Schöneberg. darf dort laut werden und was er aus eigener Anschauung nicht Schrank zur Garderobe erhielte. Die Beklagte ist gemäß§§ 275 Preis für das Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M.) weiß, das wird ihm von„ ordnungsliebenden" Leuten aus der und 280 des Bürgerlichen Gesetzbuches zum Ersatz des Schadens ist soeben das 2. Heft( 2. Jahrgang, 3. Band) erschienen. Anstalt bereitwilligst zugetragen. Ein Wärter der früher im verpflichtet. der früher im verpflichtet. Auch das Umziehen des Klägers im Geschäft war Alfons Ennesch. Zur Frage der reichsgesetzlichen Regelung der Gemeindearbeiterverbande organisiert war, wurde zum Renegaten angesichts der Staubentwickelung und Schmutzgefahr eine be- Bensions- und Hinterbliebenen- Versicherung der Privatbeamten. Preis 50 Pf. Verlag Karl Solich, Berlin. und versuchte dann, seine früheren Kollegen hineinzulegen", rechtigte Vorsicht. indem er sie bei der Kriminalpolizei und als das nichts Diese vom Kaufmannsgericht zutreffend entwickelten Rechtsnuzte, bei der Verwaltung der Versicherungsanstalt wegen grundsätze treffen auch auf das gewerbliche Arbeitsverhältnis zu. „ Hochverräterischer politischer" Gespräche, die man in den Pausen ausgetauscht, denunzierte. Dr. Freund, den man auf einer höheren Warte vermuten sollte, wenn es sich um Angebereien eines Uebelgesinnten handelt, hielt nun fürchterliche Musterung unter den Angestellten; einige angeblich unzufriedene Elemente wurden bei passender Gelegenheit gekündigt. Damit die anderen den Ernst der Situation begreifen konnten, wurde noch folgender Utas angeschlagen: Verfügung. " 1 Aus Induftrie und Handel. 6 Prozent Bankdiskont. Blözen, matt 29-40. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-74 pr. 100 ẞid., IIa 63-68; IIIa 58-62, IVa 52-56. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, Ia 82-88, IIa 72-81, IIIa 62-70, hol. 54-60. Hammelfleisch la 75-80, Ta 64–74. Schweinefleisch 66-73. Rehböde Ia per Bfd. 0,60-0,80, IIa 0,40-0,56. Rotwild Ia 0,30-0,48, IIa 0,20-0,28. Damwild 0,40-0,43. Wildschweine 0,15-0,35. Frischlinge 0,00. Hasen p. St. 2,00-3,00, flein Die Bank von England ist über den am 13. September be- sericenten 0,60 Betassinen 0,30-0,50. 1,00-1,90. Staninchen per Stid 0,40-0,90. Wildenten per Stüd 1,00-1,35. schlossenen Saz von 4 Prozent nicht hinausgegangen. Die deutsche junge IIa 0,50-0,70, alte 0,60-0,75, junge fleine 0,00. Rebhühner, junge la 0,85--1,00, Hühner, Reichsbank ist aber bei ihrem Sage von 5 Prozent nicht stehen ge- alte per Stüd 1,90-2,00, alte II a 0,80-1,30, junge per Stüd 0,50-0,82. blieben. Die Ansprüche an den Geldmarkt sind außerordentlich stark 1,30-2,25, alte p. Stüd 0,00, Hamburger, junge p. Stück 0,00. Gänse, Tauben, junge per Stüd 0,38-0,52, alte 0,00. Enten, junge per Stüd Jede Betätigung, Agitation usw. auf polis gewesen, doch blieben sie vor Ultimo etwas unter der vorjährigen Dderbrucher, per Pfund 0,40-0,55, dito Hamburger, junge 0,65, tischem, wie auf dem gewerkschaftlichem Ge Grenze. Im vorigen Jahre verschlechterte sich der Status der Bank Ia per Stud 2,75-3,50, IIa 1,30-2,70. Boulets per Stüd 0,80-1,10, biet ist dem Personal innerhalb der Anstalt in der legten Septemberwoche um 542 Mill. Mark, diesmal nur um land 0,00. Schleie 102-124, fleine 140-150. Bleie 0,00. Nale, groß 0,00, do. flein 0,50. Hechte per 100 Bjd. 111-118, fleine 0,00. strengstens untersagt. Bei Zuwiderhandlungen tritt 509 Mill. Mark. In der letzten Woche ist aber eine weitere Vermittel 0,00, fleinmittel 0,00, unsortiert 0,00. Entlassung ein. Dem Personal ist ferner streng verboten, schlechterung eingetreten. Der Metallbestand erfuhr in der vorigen Starpfen, unsortiert, Galizier 0,00, 50er do. 70-71, 100er do. 0,00, Vorkommnisse und dergleichen, welche sich Woche eine Zunahme von nur 839 000 m. gegen 22 960 000 m. im 40er Schlesische 0,00. Barse, groß 0,00, flein 0,00. Stavauschen 82-89. do. flein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 70, matt 0,00. Amerikanischer innerhalb der Anstalt ereignen, und an welchen Vorjahre. Damit war der Metallbestand um 79 Mill. Mark unter Lachs Ia neuer per 100 Bid. 110-130, do. Ila nener 90-100, die Anstalt interessiert ist, außerhalb der den Status des Vorjahres gesunken und ist um 123 Mill. Mark do. IIIa neuer 75. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall felben öffentlich zur Sprache zu bringen. Dertleiner als in der Vergleichszeit 1904. Es war deshalb mit einer 0,70-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schock 9,00, do. pommersche gleichen Sachen sind stets und nur im Bureau der weiteren Diskonthinauffezung zu rechnen. Die Hoffnung, daß die Bant 2-3, Hamb. Stiege 5-6, halbe Stifte 2. Büdlinge, per Wall Nieler 2-3, IIa 2-4, Kieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte Betriebsverwaltung vorzubringen. Es wird von dem Personal erwartet, daß es jederzeit und zunächst mit einem 12prozentigen Aufschlag vorgehen werde, hat sich nicht Stralsunder 2,00-3,50. Aale, groß per Pid. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, allerorts treue Anhänglichkeit an das Haus bekundet, in welchem erfüllt, man hielt die sofortige Heraussetzung auf 6 Proz. für er flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Kiste 4-5, es wirkt. Jeder muß das Ziel seines Strebens sein lassen, da s forderlich. Dieser Satz war im vorigen Jahre erst am 11. Dezember do ½ Stifte 2. Stabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anfer 95, 1904er 90, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Bollheringe Beste der Anstalt auch seinerseits nach Kräften notwendig; am 11. September 1905 erfolgte die Herauffezung von 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. zu fördern und Schaden bon derselben ab= 3 auf 4 Proz., dann folgte am 3. Oktober eine weitere Herauf- Heringe, neue Matjes, per 2, To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß zuwenden. Seine Vorgesezten muß es überall mit Achtung fegung auf 5 Proz. und am 4. November auf 5½ Proz. Wie der 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, und Vertrauen begegnen und ihnen die Erfüllung ihres Dienstes Präsident der Reichsbant, Dr. Koch, ausführte, ist die Verschlechterung Streble, per Schock, große 0,00, mittel 7,00, fleine 3,00, uniort. 0,00. Schocfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Pfd. 0,00. durch Aufmerksamkeit und Ergebenheit erleichtern. Es wird des Status lediglich auf die Ansprüche der inländischen Wirtschaft Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 3,30-4,00. Butter dann unabweislich freundliches Wohlwollen und diejenige Berücksichtigung finden, welche die Anstalt zu gewähren im zurückzuführen, die Konstellation am internationalen Geldmarkt per 100 Bio. Ia 124-127, Ifa 115-120, IIIa 110-114, abfallende 95-105. Stande ist. tomme weniger in Betracht. Die Börse hat die diesmalige Er- Saure Gurken Schock 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00 ber 100 Pjund magnum bonum 2-2,25, Dabersche 2-2,25, höhung mit ziemlichem Gleichmut aufgenommen. Das ist in der Rosen 0,00, weiße 1,75-2,00, Salattartoffeln 4,00-5,00. Spinat Hauptsache auf die optimistische Stimmung am Montanaktienmarkt| per 100 Pfund 10,00-15,00. Stavotten per Schockbund 2,50. zurückzuführen. Nur die Meldungen über die Bewegung unter der Sellerie, hiesige, per Schod 4,00-6,00. do. pommersche 4-5,00. Zwiebeln Ruhrbergarbeiterschaft wirkte etwas abflauend, Lauraaktien dagegen 30-50. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schocbd. 1,25. Stohlrabi per große, per 100 ẞfd. 3,00-3,50. do. fleine 2,50-3,00. do. hiesige( Perl-) erzielten eine Avance um 2 Proz. Schock 0,60-1,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen per Schock- Bd. 0,80-1,00. Salat, per Schod 1,50-2,00. Bobnen, grüne, Wir wollen jedoch dringend wünschen, daß die Arbeiter= Eine Jubelhymne mit ernstem Unterton. Die Rh. Weftf. 3tg." per 100 Pfund 20-25. Wachsbohnen 15-25. Weiße Rüben 2-6. vertreter der Versicherungsanstalt einmal mit dem Direktor beröffentlicht ein Stimmungsbild vom Eisenmarkt, das, so lichte Pfefferlinge per 100 Bfd. 10-14. Mohrrüben per 100 fd. 2,50-3. wegen seiner erbaulichen Verordnungsmanie geziemende Zwiesprache Farben es zeigt, doch eine scharfe Warnung enthält. Es heißt da: Teltower Rüben p. 100 Bfd. 6-8. Blumenkohl p. Mandel 1,50-2,50. do. führen. Bei dieser Gelegenheit mag auch aufgeklärt werden, wie es Die Erhöhung der Roheisenpreise um 10 m. geht etwas über Erfurter, Stopf 0,15-0,25. Wirfingfohl ver Schock 4,00-7,00. pr. Schod 3,00-7,00. Weißkohl pr. Schock 2,00-5,00. Rosenkohl pr. 100 ẞfб. tommt, daß bei Personalentlassungen infolge Erkrankungen ver- den feitherigen Mäßigungsrahmen hinaus, überrascht die Verbraucher 25-30. Steinpilze p. 100 Bid. 20-25. Gurken, Zerbster, Schock 0,00. schieden verfahren wird. Nichtorganisierte werden wochenlang in der und bringt, soweit dieses nicht schon geschehen, die Preise in den ab- do. Einlege-, Schod 1,50-3,00, do. Rothenburger 0,00, do. Liegniger 0,00. Anstalt verpflegt, während andere Angestellte, die zufällig organisiert hängigen Fabrikaten denjenigen der letzten Hochkonjunktur bedenklich do. Einlege-( Senf-) 8-18. Stohlrüben, Schod 2,50-4,00. Tomaten, hiesige find, gleich nach Krankmeldung entlassen werden. näher. Man murrt in den Kreisen der reinen Walzwerke und wittert 100 Bfd. 14-16. Kürbis 2-3. Birnen, ital. per 100 Bfo. 000, biefige 7-25, 3 ser Unter allen Umständen muß verlangt werden, daß in der Heil- Verhängnis. Aber schließlich möchten die Werke ohne eine richtige 20-35, böhmische 4-16. Aepfel, per 100 Bid., biefty 4-20, Gravensteiner Preißel stätte Lichtenberg den organisierten Arbeitern und Pflegern das Preishausse die gute Konjunktur doch nicht vorübergehen lassen 12-18, Tiroler 15-30, do. in Fässern 15-25, do. lose 12-13. Maß persönlicher Freiheit gewährt wird, das sie von einer sozial- und man treibt jetzt dahin, beeren 0,00, schwedische 23-24, Gebirgs- 25-30, Walnüsse per Schock um sie ganz ausnüßen zu 1,00-1,50. Pflaumen, per 100 Pfd., hiesige 2-7, Böhmische 2-4, do. große politischen Zwecken dienenden Anstalt billigerweise erwarten können. fönnen. An die eventuellen Koften denkt man dabei 8-10. Bitronen, Messina 300 Stüd 19,00-22,00, 360 Stid 12,50-20,00, Die Verwaltung der Versicherungsanstalt steht dem Vorstand nicht. Die Aussichten sind ja einstweilen noch so günstig. 200 Stüd 0,00, 420 Stüd, flein 12,00-15,00, 500 Stüd, flein 13-15. und dem Ausschuß, nicht dem bezahlten Direktor allein zu. Sind Auf allen Gebieten herrscht unverminderte Kauflust und bei Pfirsiche, Werdersche per 100 Bfd. 10-30, Tiroler 0,00, italienische 50-70. Lichtenberg, den 15. September 1906. Die Betriebsverwaltung. Dieser Utas entspricht dem, was man von Dr. Freund zu er warten berechtigt war. Die Arbeitervertreter dürften wohl im Vorstand und im Ausschuß Gelegenheit nehmen, über diesen Ukas sich zu unterhalten. ". · Teures Fleisch- Deutsche billige Seefische!! Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! 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November 19N3 gewählten Wahlmänner wieder in Funktion. In- zwischen sind aber eine große Anzahl Wahlmänner aus dem Bezirk, in dem sie gewählt waren, verzogen; manche sind ge- storben und wieder andere auf andere Weise ausgeschieden. Für diese Wahlmänner müssen neue gewählt werden und ist für diese notwendig werdenden Ersatzwahlen der Termin auf den f,., erforderlichenfalls auch auf den 7. und 8. November di.'es Jahres festgesetzt. Lange genug haben die Wähler des dritten Landtggswablkreises warten müssen, bis ihnen der Termin bekannt gegeben wurde, an dem sie für den schon im Februar verstorbenen Abgeordneten �inen anderen wählen sollen. Man hätte nun meinen müssen, daß nunmehr nach so langer Dauer auch alle Voraussetzungen erfüllt sind, um den Wählern Klarheit über das bei dieser Wahl zu befolgende Wahlverfahren zu verschaffen. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Noch heute warten die Wähler auf die Bekannt- gäbe des Wahlreglements. Als wir vor Wochen auf die Langsamkeit in dieser Angelegenheit hinwiesen, wurde berichtet, daß das Wahlreglement im Ministerium des Innern in Ausarbeitung sei und über dasselbe in einer„demnächst" stattfindenden Sitzung des Staatsministeriums Beschluß ge- faßt werde. Wir sind ja in die Geheimnisse unserer Mini- stericn nicht eingeweiht, um zu wissen, was man dort unter dem Worte„demnächst" versteht. In unserem gewöhnlichen Untertanenverstand nahmen wir an. daß unter„demnächst" die nächsten Tage oder vielleicht auch noch die nächste Woche zu verstehen wäre. Wir haben uns geirrt und müssen ge- duldig warten, hoffentlich nicht bis nach dem ausgeschriebenen Wahltermin. Vielleicht macht die Ausarbeitung dieses Wahl- reglements unseren Geheimräten großes Kopfzerbrechen und man dürfte um so neugieriger sein, wie dieses Reglement aussehen wird. Natürlich kann uns dieser Schlendrian nicht veranlassen. um Gewehr bei Fuß zu stehen. Im Gegenteil! Diese Wahl gibt uns Gelegenheit, wiederum an viele Tausende von Wählern heranzutreten und ihnen das Skandalöse des Drei- klassenwahlrechts und die Volksfeindlichkeit des reaktionären Junkerparlaments darzulegen. Das soll zunächst am nächsten Sonntag geschehen. In einem Flugblatt sollen die Wähler aufgeklärt werden über die Arbeiterfeindlichkeit des Landtages und der dort herrschenden Junkercligue. Um diesen Zweck voll zu erreichen, ist es notwendig, daß sich die politisch organisierten Genossen recht zahlreich an der Flugblattverbreitung am Sonntag beteiligen und damit die Landtagswahlbewegung zu einer tiefgehenden und wirkungsvollen gestalten. An der Wahl im dritten Landtagswahlkreis ist der ge- samte sechste Reichstagswahlkreis und die 5., 6. und 7. Ab- teilung des fünften Reichstagswahlkreises beteiligt. Die Ge- nassen des sechsten Kreises finden sich am Sonntag, früh 8 Uhr, in ihren Bezirkslokalen ein und im fünften Wahlkreise bei Wirth, Auguststraße 51, Wittchow, Elsasserstraße 68 und Kürbis. Luisenstraße 26. Genossen! Beteiligt Euch recht zahlreich an dieser Parteiarbeit. Wenn jeder seine Schuldigkeit tut, wird oie Arbeit um so schneller und besser von statten gehen. Also: Auf, zum Eintritt in die Landtagswahlbewegung im dritten Wahlkreise!_ Liberalismus und Sozialdemokratie in der Kommune. Für die Stadtverordneten-Ersatzwahl, die im 8. Kommunal-Wahlbezirk(Stadtbezirke 67—74, Teil der Tempelhofer Vorstadt, zum zweiten Reichstags-Wahlkreis gehörig) am 23. Oktober vorzunehmen ist, hatte in der vorigen Woche eine öffentliche Wählerversammlung unseren Genossen Bildhauer Paul Dupont zum Kandidaten der Sozialdemo. k r a t i e ernannt. Dupont hat jetzt vor den Wählern des 8. Wahl. bezirkS die Forderungen erörtert, die die Sozialdemokratie im roten Hause vertritt und deren Verwirklichung sie dem Liberalismus in zähem Kampf Schritt für Schritt abringt. In einer ö f f e n t lichen Wählerversammlung, die am Dienstag bei Thieme in der Blüchcrstraße unter dem Vorsitz des Genossen Werner tagte, sprach Genosse Dupont über„Unsere Kommunal- Verwaltung". Wie die Berliner Kommunalverwaltung ist, weil der Frei» sinn in ihr das entscheidende Wort zu sprechen hat, und wie sie wäre, wenn auch nur diejenigen Forderungen der Sozial» demokratie in vollem Umfange verwirklicht würden, die schon auf dem Boden der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung von einer Kommune verwirklicht werden können—, das zeigte Genosse Dupont, indem er einige besonders wichtige Zweige der Gemeinde» Verwaltung kritisch beleuchtete. Die Leistungen deS Freisinns in der Kommune Berlin präsentieren sich als„großartig", wenn man den Schilderungen glauben will, die der Freisinn selber von seiner „Wusterverwaltung" entwirft. Sie sind aber unzulänglich und dürftig, wenn sie gemessen werden an dem, was eine Großstadtkommune leisten soll und leisten kann. Es ist wahr, daß der Liberalismus früher einmal in der Berliner Gemeinde. Verwaltung dem Fortschritt die Bahn gebrochen hat. Doch gegen- über den größeren Ilufgaben, die den Kommunen durch die Wirt- schaftliche Entwickclung unserer Zeit gestellt sind, erweist sich der Einfluß deS Liberalismus, den das Dreiklassen-Wahl- recht deS Stadtparlaments ihm gesichert hat, als eine hemmende Macht. Das im wahren Sinne fortschrittliche Element in der Berliner Kommunalverwaltung ist die Sozialdcmo» kratie geworden, und lediglich ihrem Mahnen und Trängen ist zu danken, was die neueste Zeit uns an nennenswerten Reformen gebracht hat. Sehr überzeugend wies Dupont das nach an den Kämpfen, die die Sozialdemokratie im roten Hause seit einer langen Reihe von Jahren um die Ausgestaltung des VolkSschulwesenL gegen den Liberalismus zu führen gehabt hat. Die Volksschule liegt ja unseren Genossen im Stadtparlament besonders am Herzen. Sie ist die Schule nicht aller Kreise des Volkes, wie sie eö sein sollte, sondern nur der minderbemittelten Volksschichten. Dementsprechend wird sie vom Liberalismus gern als Aschenbrödel behandelt. Im Gesundheitswesen sehen wir beim Stadt- freisinn dieselbe Lässigkeit in der Erfüllung der Pflichten, die die Kommune auf diesem Gebiete hat. Wir haben jetzt daS neue Virchow-Krankcnhaus, aber ehe wir eS bekamen, hat Berlin ein Jahrzehnt hindurch unter einer Krankenhausnot zu leiden gehabt, die der Magistrat samt den Wortführern der freisinnigen Mehr- heit in der Stadtverordnetenversammlung unseren Genossen stets und ständig abzustreiten versuchte. Die Krankenhäuser der Stadt werden ja freilich gleichfalls nur von der minderbemittelten Be- völkerung benutzt. Wie wenig dem Liberalismus das werktätige Volk gilt, das zeigt sich mit besonderer Deut- lichkeit in dem Verhalten, das die Stadt ihren eigenen Arbeitern gegenüber für zulässig hält. Dupont kenn- zeichnete die echt kapitalistischen Grundsätze, die die Verwaltung unserer Stadt für die Behandlung ihrer Arbeiter aufgestellt hat und aufrecht zu halten sucht. Das wenige, was sie ihnen bisher gewährt hat, hat sie gewährt, weil die unermüdliche Kritik der von ihr so bitter gehaßten sozialdemokratischen„Hetzer" sie dazu zwang. Man kann die sozialpolitische Rückständigkeit des Berliner Stadtfreisinns nur dann völlig verstehen, wenn man sich vor Augen hält, daß die Stadtverordneten Mehrheit sich aus Geldsacksvertretern zusammensetzt. Die Rücksicht auf den Geldsack leitet sie, wenn sie über die Frage einer Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gemeindcarbeiter entscheidet, dieselbe Rücksicht ist für sie ausschlaggebend, wenn sie für die bessernde Ausgestaltung der kommunalen Einrichtungen, auf die die minderbemittelten Bevölkerungsschichten angewiesen sind, mit kurzer Hand nur das Allernötigstc hergibt. Um so mehr ist es zu wünschen, daßdieZahlderSozial- demokraten in der Stadtverordnetenversamm- lung immer mehr zunimmt, und daß der zuletzt durch einen Sozialdemokraten vertretene 8. Wahlbezirk auch dies- mal wieder einen Sozialdemokraten ins rote Haus ent- sendet. Mit dieser Mahnung schloß unser Wahlkandidat Genosse Dupont, und diese Mahnung klang heraus auch aus den Worten aller Diskussionsredner, die die Ausführungen Duponts in zu stimmendem Sinne ergänzten. Leider hatten wir nicht das Ver- gnügen, auch einen Vertreter des Freisinns zu hören; trotz Auf- forderung meldete sich kein Gegner zum Wort. Der Freisinn liebt nicht die öffentliche Diskussion, er verläßt sich lieber auf die stille Agitation, bei der ihm seine engen Beziehungen zu den Haus- besitzern wie zu den Kommunalbeamten zu statten kommen. Im 8. Wahlbezirk sind wir keineswegs sicher vor Ueberraschungen durch den Freisinn; das wurde von verschiedenen Rednern Ivarnend betont. Jedem unserer Genossen im 8. Wahlbezirk und überhaupt jedem Wähler, der von der Sozialdemokratie eine Besserung unserer kommunalen Zustände erwartet, erwächst hieraus die P f l i ch t, am 23. Oktober zur Stelle zu sein und seine Stimme abzugeben für den Kandidaten der Sozialdemokratie. Bildhauer Paul Dupont. Zugunsten der Stadt ist jetzt der bekannte Prozeß mit den An- liegern der Schönhauser Allee in erster Instanz entschieden worden. Die Stadtgemcinde nimmt das Recht in Anspruch, die Anlieger der Schönhauser Allee auf der Strecke von der Eberswalder- und der Danzigerstraße bis zur Ringbahn zu den Kosten der Regulie- rung und Entwässerung dieser Straßenstrecke im Betrage von etwa 306 000 M. heranzuziehen. Die Anlieger, die das Recht hierzu be- streiten, haben sich zusammengetan und mit ihrer Vertretung die Rechtsanwälte Justizrat Dr. von Gordon, Bergmann und von Jagow beauftragt. Es sollte zunächst ein Fall zur Entscheidung ge- bracht werden und das richterliche Urteil sollte dann auch für die anderen Eigentümer matzgebend sein. In diesem Musterfall, dem des Hauseigentümers P r i l l w i tz, fand am 9. Oktober wieder vor dem Bezirksausschuß ein Termin statt, dem natürlich eine große Zahl von Hausbesitzern der Stadtgcgend beiwohnte. Ent- gegen den Ausführungen der genannten klägerischen Vertreter hat in diesem Termine das Verwaltungsgericht mit dem Vertreter der Stadtgemeinde, Magistratsassessor Dr. Licht, für erwiesen erachtet, daß die erwähnte Straßenstreckc im Jahre 1877 noch nicht eine„vorhanden e" im Sinne des Fluchtliniengesetzes und der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts gewesen ist, und hat der Stadt das Recht zur Erhebung von Beiträgen zugesprochen._ Die Bautätigkeit ist in Berlin naturgemäß da am lebhaftesten, wo noch größere Komplexe unbebauten Landes sich vorfinden und wo durch Regulierung neuer Straßen die anliegenden Grundstücke be- bauungsfähig gemacht worden sind. Die Stadtteile, die hiev für in Betracht kommen, sind der Osten, der Nordosten, der Norden, der Nordwesten. Nachdem mehrere Jahre hindurch der Osten und der Nordosten weitaus am stärksten an der Bautätigkeit beteiligt gewesen waren, hat die letzte Zeit auch dem Norden und dem Nordwesten wieder eine sehr erhebliche Zahl von Neubauten gebracht. Ein Abbild dieser Entwicklung bietet sich uns in den Angaben über die Bauerlaubnisgesuche, die bei der Verwaltung der Straßenbau-Polizei in den letzten fünf Jahren eingegangen sind. Für ganz Berlin waren es im Jahre 1901 nur 2248, im Jahre 1905 aber 3315, also um ziemlich 50 Proz. mehr. Aus die 8. Bauinspektion, deren Bezirk im Ost e n und N o r d o st e n der Stadt liegt, entfiel im Jahre 1901 die für damals recht beträchtliche Zahl von 682 Gesuchen, annähernd ein Drittel aller. Ebenso hoch war der Anteil des 8. Jnspektionsbezirks in den Jahren 1902 und 1903, wo er mit 919 Gesuchen an der Gesamtzahl 2775 bczw. mit 1027 Gesuchen an der Gesamtzahl 3137, also beide Male mit fast einem Drittel, beteiligt war. Aber im Jahre 1904 trat hier eine Verminderung ein. und im Jahre 1905 ent- fielen dann auf die 8. Inspektion nur noch 834 Gesuche von überhaupt 3313, also nur noch ein Viertel aller. Dagegen waren auS dem 9. Jnspektionsbezirk, dem Norden der Stadt, im Jahre 1901 nur 411 Gesuche eingelaufen, das war noch lange kein Fünftel aller Gesuche aus ganz Berlin. Die Vermehrung der Bauerlaubnisgesuche, die dann in diesem Bezirk eintrat, war so bedeutend, daß er im Jahre 1905 mit 816 Gesuchen an der Gesamtzahl beteiligt war, nahezu so stark wie der 8. Jnspektionsbezirk. Aehnlich war die Vermehrung im Bezirk der 10. Bauinspektion, dem Nord- w e st c n der Stadt. Im Jahre 1901 zählte man hier nur 399 Gesuche, im Jahre 1905 aber liefen von hier 716 Ge- suche ein, nicht viel weniger als aus dem 8. Jnspektions- bezirk. Auf das Gebiet der 3., 9., 10. Inspektion zusammen entfielen im Jahre 1901 nur 1502 Bauerlaubnisgesuche, im Jahre 1905 aber 2366. Dagegen hatte die ganze übrige Stadt, also der Südosten, Süden, Südwesten. Westen samt dem Zentrum im Jahre 1901 nur 746, im Jahre 1905 nur 949 Bauerlaubnisgesuche aufzuweisen, die von der Ver- waltung der Straßenbau-Polizei zu bearbeiten waren. Die Toilettenfrauen der Aschingerlokale kriegen— wie wir in Nr. 227 mitteilten— keinen Lohn, sondern sind lediglich auf Trinkgelder angewiesen und müssen von diesen obenein noch eine Pacht für die Toilette zahlen. Wir sagten, daß die Höhe dieser Pacht sehr verschieden ist und sich wohl nach dcr�Stärke deS Verkehrs wie nach der Qualität deS Publikums richtet. Als Bei». spiel führten wir einen Vertrag an, durch den die bedienende Toilettenfrau sich verpflichtet, für die von ihr bediente Toilette pro Monat 6S M. an den„Gencralpächter" Schubring zu zahlen. Herr Schubring hat seinerseits sämtliche Toiletten der Aschinger- lokale gepachtet und zahlt hierfür eine Pauschalsumme an die Firma Aschinger. Inzwischen ist uns mitgeteilt worden, daß in den Aschingerlokalcn für die Toiletten noch ganz andere Pacht- betrüge als 65 M. pro Monat gezahlt werden. Von verschiedenen Seiten wird uns versichert, in dem Aschingerschen Ausschank Friedrichstraße Ecke Georgenstraße müsse die Toilettenfrau sogar monatlich 200 M. zahlen. 200 M. im Monat oder 2400 M. i m Jahre für die Erlaubnis, den Gästen von Aschinger das Klosett reinigen zu dürfen! Da sind wir wirklich neugierig, zu wissen, was die Toilettenfrau dieses Lokals drüberbchält. Wie gering manchmal der Reingewinn einer Toiletten- frau bei Aschinger sein kann, davon bekommen wir eine Vor- stellung aus den genauen Aufzeichnungen, die hierüber in einem Aschingerlokal mit anscheinend nicht sehr lebhaftem Verkehr ge macht worden sind. Die Pacht betrug hier„nur" 40 M. p'„ Monat, aber die Trinkgelder flössen spärlich. Eine Frau, die sich sonst mit der Nadel ernährte, hatte in der„stillen Zeit" ihrer Branche nicht feiern wollen und war dann Herrn Schubring in die Hände geraten. Ihre Einnahmen bei Aschingcr stellten sich bald als so gering heraus, daß ihr die Augen übergingen. In einem ganzen Monat hatte sie 73,50 M. T r i n k g e l de r. Dafür waren pränumerando 40 M. Pacht gezahlt worden, auch hatte sie alle Materialien(Papier, Handtücher, Seife) samt den sonst noch er- forderlichen Toilettengegenständcn vertragsgemäß aus eigener Tasche geliefert. Für den Betrag, den sie darüber behielt, hatte sie Tag für Tag, Sonntags wie Wochentags, von mittags 2 Uhr bis„Schluß des Lokals" in ihrem engen Käfig gesessen. Das Tollste ist, daß Herr Sch. noch vor Ablauf der ersten Woche ihr mitteilte, vom zweiten Monat ab erhöhe er die Pacht auf 45 M. Die Frau zog es vor, nach Ablauf des ersten Monats sich anderen Erwerb zu suchen. Sie war um eine Erfahrung reicher geworden. Sch. soll übrigens damals für sämtliche Toiletten die Pacht er- höht haben. Er war offenbar der Ansicht, daß die Frauen noch viel zu viel verdienten. Von den Käfigen, in denen die bedienenden Frauen sitzen müssen, ist einer ausgcmcssen worden. Die betreffende Frau hat Matze herausbekommen, über die mancher den Kopf schütteln wird: 156 Zentimeter Länge, 120 Zentimeter Breite, 224 Zentimeter Höhe— das würde 4'/- Kubikmeter Luftraum ausmachen. In diesem Käfig hat sie täglich von 11 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachts aushalten müssen.(„Umherstchen im Lokal" ist durch Ver- trag verboten.) Bemerkenswert ist auch, daß den Frauen kein einziger Ruhetag im Jahre gewährleistet wird. Sie sind ja nicht Angestellte, sondern„Pächterinnen", also sozusagen„selb- ständige Unternehmerinnen". Wollen sie mal einen freien Tag haben, so müssen sie Vertretung beschaffen, die sie selber bezahlen. Nebenbei bemerkt: auch Essen kriegen sie bei Aschinger nicht etwa umsonst. Was sie nicht mitbringen, müssen sie bezahlen. Wer möchte nach all dem noch bezweifeln, daß es eine„bc- neidenSwerte" Stellung ist, Toilettenfrau bei Aschingcr zu sein? Warnung vor einem Kolportagcroman. Ter„Modern populäre Verlag" macht gegenwärtig in der Presse, speziell der Arbeiter- presse, kolossale Reklame für einen Roman„Der W e l t st r e i k". der in der Zeitschrift„Das Leben" erscheint. Auch im«Vorwärts" ist vor einigen Tagen eine Annonce dieses Verlages veröffentlicht worden, in der das Opus als sensationeller sozialer Roman an- gepriesen wird. Außerdem versendet der Verlag Zirkulare, in denen er behauptet, daß die VorwärtS-Buchhandlung mit Anfang dieses Romans eine rege Tätigkeit für die Zeitschrift„DaS Leben" entwickeln werde. Es versteht sich von selbst, daß es dem Bor- Wärts-Verlag nicht eingefallen ist, dem„Modern populären Verlag" eine derartige Zusage zu machen, zumal schon die Ankündigung des Romans„Der Weltstreik" Mißtrauen erwecken muß. Wie sehr dies Mißtrauen berechtigt war, beweist uns die Nr. 40 der Zeitschrift„Das Leben", in der mit dem Abdruck des sensationellen sozialen Romans„Der Wcltstreik" begonnen wird. Der Verfasser dieses Romans ist so vorsichtig gewesen, seinen Namen zu ver- schweigen. Die Lektüre des veröffentlichten Teiles beweist, daß ma'n es mit einem literarisch durchaus wertlosen Machwerk zu tun hat, daS den Titel eines sozialen RomanS in keiner Weise verdient. Wir möchten deshalb die Arbeiter davor warnen, sich durch den Titel des Opus zu einem Abonnement auf die Zeit- schrift„Das Leben" verleiten zu lassen. Vom Dach abgestürzt. Ein Opfer seines Berufes wurde gestern der Zimmerer Schmitter aus Schöneberg. Sch. war auf dem Dache eines Neubaues in der Schönebergerstraße beschäftigt und wurde beim Verlegen von Balken nach dem Dachrand zu gedrängt. Er verlor infolgedessen das Gleichgewicht und fiel vom Dache herunter. Der Verunglückte zog sich schwere innere Verletzungen und Schenkel- bräche zu. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert, wo man an seinem Aufkommen zweifelt. Zwei Knaben unter Kohlen begraben. Zur Warnung für Schul- linder sollte ein Unglücksfall dienen, bei dem vorgestern zwei Knaben im Alter von sieben und neun Jahren schwer verletzt wurden. Die beiden waren am Kottbuser Damm unvorsichtigerweise dicht hinter einem Kohlenwagen hergelaufen; plötzlich riß die Spannkette, die das Hintere Schutzbrett befestigte, daS Brett löste sich infolgedessen und die Ladung stürzte vom Wagen herab. Beide Knaben wurden unter den Kohlenmassen begraben und mußte durch hinzueilende Passanten aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Sie hatten erhebliche Verletzungen sowie Quetschungen erlitten und erhielten die erste ärztliche Hülfe auf der Unfallstation in der Steinmetz, straßc. Ans Nahrungssorgen in den Tod gegangen ist der 41jährige Arbeiter Paul Sch. aus bcxl Fuldastratze 8. Sch. stand völlig allein da und war seit längerer Zeit arbeitslos, wodurch er in die größte Notlage geriet. Er wußte schließlich keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Gestern erhängte sich der Bedauerns- werte an seiner Stubentür. Beim Pilzes,, che» totgefahren wurde vorgestern ein unbekannter Berliner in der Nähe der Militärschießstände bei Hangelsberg. Der Unglückliche war dorthin gefahren, um Pilze sammeln und beim Ueberschreiten der Eisenbahngleise wurde er von einem heran- fahrenden Güterzug erfaßt und überfahren. Der Oberkörper wurde in zwei Teile getrennt und ein Arm abgefahren. Neben der Leiche wurde eine mit Pilzen angesiillte Lcdertasche gefunden. Die Westen- tasche enthielt ein Retourbillet nach Berlin. Der Tote zählte etwa 40 Jahre, trug blonden Schnurrbart und gehörte semer Kleidung nach den besseren Ständen an. Zwei schwere Zusammenstöße verschiedener Fuhrwerke, bei denen mehrere Per'vnen verletzt wurden, werden uns vom gestrigen Tage gemeldet. Gestern nachmittag gegen?45 Uhr bog ein Arbeits- wagen der Firma Bergmann, Schönhauser Allee 67, aus der Metzcr- straße kommend, in die Wcißenburgerstraße ein und kreuzte dabei unmittelbar vor dem Straßenbahnwagen Nr. 1324 der Linie 53 das GleiS. Der schwere Lastwagen stieß gegen die Vorderplattsorm deS Motorwaggons, welche vollständig zertrümmert wurde. Der Kutscher des Arbcitswagens, Wilhelm Groß, und der Miitfahrer Albert Retsch, wurden auf das Straßcnpslaster geschleudert.'Der erstere erlitt eine stark blutende Kopfverletzung und N. anscheinend innere Verletzungen. Beide wurden nach der Unfallstation in der Schönhauser Allee gebracht.— Ein schwerer Zusammenstoß eines Bierwagens mit einem Kraftwagen fand in Weißensee an der Ede der Königs- Chauffee und Wörtherstraße statt. Der Elektromotorwagen fuhr seitlich gegen den Faßbierwagen, an welchem die Seitenbäume zerbrochen wurden. Der Bierfahrer Hähncke wurde vom Verunglückte mußte in bedenklichem Zustande nach dem hiesigen| kommen. Dieser Angeschuldigte ist seit mehreren Jahren verheiratet Krankenhause übergeführt werden. und Vater dreier Kinder. In der Ehe kam es häufig zu allerlei Die heutige Gemeindevertretersitzung wird sich wiederum mit der Mighelligkeiten, die vor kurzer Zeit zu einem offenen Bruch führten. Frau F. lief in ihrer Erregung hierüber zur Polizei und machte Bock geschleudert und erlitt schwere innere Verlegungen. Er wurde Anstellung eines Tiefbaurates beschäftigen. Um diese Stelle sind Mitteilung von dem eigenartigen Verhältnis ihres Ehemannes zu nach dem Auguste Viktoria- Krankenhause übergeführt. 42 Bewerbungen eingelaufen, von denen Stadtbauinspektor Pasedang seiner 76jährigen Mutter. Die Behörde stellte weitere Ermittelungen aus Rirdorf die größte Aussicht haben dürfte, gewählt zu werden. an, die schließlich zu der Verhaftung der beiden Angeklagten führte. Gemeindevertreterwahl für den alten Ortsteil findet am Diens- Die Verhandlung, welche unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statttag, den 16. Oftober, von 5-8 Uhr nachmittags statt. Die Sozial- fand, erbrachte die Bestätigung, daß tatsächlich wiederholt ein derdemokratie hat den Genossen Maurer Gustav Block aufgestellt, artiger Verkehr, insbesondere am 18. Dezember 1902, stattgefunden während vermutlich die Gegner den Gärtnereibesiger Kriedemann in hatte. Das Gericht erkannte gegen die Frau F. auf die nach§ 173 für sie zulässige niedrigste Strafe von einem Jahre Zuchte Vorschlag bringen. haus, gegen Friedrich F. auf die höchste zulässige Strafe von zwei Jahren Gefängnis. Feuer auf dem Zentralviehhof alarmierte Dienstagabend um 9 Uhr die Feuerwehr. Als diese an der Brandstelle ankam, stand ein Schuppen auf dem Viehhof in Flammen. Um diese zu löschen, nahm der 7. Zug mehrere Schlauchleitungen vor, und es gelang, durch fräftiges Waffergeben eine weitere Ausdehnung des Feuers zu verhüten. Die Entstehung des Brandes wird auf Unvorsichtigkeit zurückgeführt. Pankow. Unfittliche Zumutungen. Unanständiges Verhalten gegenüber einem bei ihm arbeitenden Ein Revolverattentat wurde gestern von einem zahnärztlichen Aus der Gemeindevertretung. Nach Festlegung verschiedener Brattifanten auf seinen Chefarzt verübt. Der in der Zahnklinik Aenderungen der Baufluchtlinien einzelner Terraingesellschaften Brunnenstraße 138 tätige Brattikant Windler gab gestern vormittag wurden die Mittel zur Herstellung der Wasserleitung nach dem auf den leitenden Arzt Dr. dent. surg. Fischler zwei Revolverschüsse Gymnasialgrundstücke bewilligt, desgleichen die Mittel für Ver- jungen Mädchen hat dem Kaufmann Mar Baumann eine Anab, wodurch dieser schwer verletzt wurde. Der aus Warschau tiefung eines Hauptentwässerungsgrabens auf dem Riefelfelde; bei flage wegen Beleidigung zugezogen, die gestern die achte Strafstammende 24 Jahre alte Wincler wurde verhaftet. Veranlassung der Angelegenheit dieser Entwässerung sind seinerzeit falsche Be- kammer des Landgerichts I beschäftigte. Der Angeklagte betreibt zu dem Aufsehen erregenden Attentat gab die Weigerung des Ver- rechnungen bei der Festlegung der Firpunkte gemacht worden; dieser in der Neuen Roßstraße ein Geschäft mit Photographien, Postkarten lebten, dem Praktikanten ein Zeugnis über dessen Tätigkeit in der Spaß kostet der Gemeinde 3000 M. Die Berliner Kanalisationsverwaltung und dergleichen. Bei ihm sind mehrere junge Mädchen mit Klinit auszustellen. will awei große Druckrohre durch Pankower Gemeindegebiet legen, Retouchieren von Photographien, Abtonen photographischer Bilder Dr. Fischler ist schwer verletzt und mußte nach Anlegung eines um bei dem einen Rohre Schwierigkeiten mit weißensee aus dem ufw. beschäftigt. Eines dieser jungen Mädchen, das erst 17 Jahre Notverbandes in das Jüdische Krankenhaus gebracht werden. Wege zu gehen. Die Genehmigung wird mit der Motivierung ge- alt ist, wurde von ihm wiederholt durch unsittliche Redensarten und geben, daß die Gemeindeinteressen Berlins und Pankows derartige unfittliche Berührungen belästigt, die sich das Mädchen entschieden Die Ballonverfolgung durch Automobile. find, daß eine Gemeinde der anderen entgegenkommen muß. Die verbat. Sie getraute sich zunächst nicht, zu Hause davon Mitteilung Gestern nahmen die aeronautischen Veranstaltungen des Ber- im Etat vorgesehenen Parochiallasten in Höhe von 8300 M. sind zu machen, sondern beschränkte sich darauf, den Angeklagten zurüdliner Vereins für Luftschiffahrt aus Anlaß seines 25jährigen Be- um 3434 M. überschritten worden, es wird beantragt, diese zumeisen. Dieser ließ aber in seinen unsittlichen Attaden nicht stehens mit einer Ballonverfolgung durch Automobile ihren An- Etatsüberschreitung zu bewilligen. Bürgermeister Kuhrt be- nach. Um das Mädchen aufzuregen und seinen Wünschen gefügiger fang. Es stiegen bei der Kaserne des Luftschiffer- Bataillons in der merkt hierzu, daß es fraglich fet, об die Gemeinde zu machen, stellte er sich eines Tages dicht neben sie und nahm Jungfernheide am Schießplaz Tegel vier vom Luftschiffer- Bataillon rechtlich verpflichtet ist, die Parochiallasten zu tragen und eine Reihe höchst unsittlicher Bilder in Augenschein, so daß auch das gestellte Ballons auf, die durch 17 Automobile des Freiwilligen stellt den Antrag, im nächsten Etatsjahre den ganzen Mädchen, dem noch zugemutet wurde, sie zu übermalen, sie wohl Automobil- Korps verfolgt werden. Es waren je einem Ballon vier resp. fünf Automobile mit gleichfarbigen Flaggen zuerteilt. Das Automobil, das 30 Minuten nach erfolgter Landung des Ballons zur Stelle ist, gilt als Sieger, anderenfalls der Ballon. Natürlich werden, wie immer bei solchen Veranstaltungen, schon Unfälle gemeldet. Schon vor Beginn der Wettfahrt wurde der Hauptmann Hildebrandt von einem Unfall betroffen. Er wurde vor Beginn der Wettfahrt von einem Droschkenautomobil vor der Kaserne des Luftschiffer- Bataillons überfahren und erlitt cinen Bruch des linken Mittelfußzes. Hauptmann Hildebrandt leitete trotzdem den Aufstieg der Ballons bis zum Schluß und begab sich alsdann mittels Automobils nach seiner Wohnung. Ein anderer Unfall betrifft die Insassen des Wagens von einem Herrn Sierke- Hannover. In der zweiten Nachmittagsstunde geriet fein Automobil am Schloß Tegel infolge der Glätte der Chaussee in den Graben und schlug mit großer Wucht gegen einen Straßenbaum, fo daß die fünf Insassen in den Graben flogen und der Wagen zertrümmert wurde. Der Kaufmann Karl Hinze aus der Krausenstr. 2 wurde schwer, der Führer des Wagens, Gustav Brandt aus Hannover, leichter verletzt; die übrigen drei Herren tamen mit unerheblichen Quetschungen davon. Titel zu streichen. Genosse Freiwaldt gibt seiner Genugtuung Ausdruck, daß die Sozialdemokraten bei allen Etatsberatungen der Gemeinde Pankow diese Auffassung stets vertreten haben und beantragt, auch die Etatsüberschreitung nicht zu bewilligen. Nach längerer Debatte, in welcher hervorgehoben wird, daß dann die Kirchensteuern folossal steigen und keiner mehr nach Pankow ziehen würde, wird die Etatsüberschreitung genehmigt. wie der oder übel sehen mußte. Nunmehr teilte das Mädchen der Mutter diese Vorkommnisse mit. Die Mutter nahm sie sofort aus der Beschäftigung beim Angeklagten heraus und der Vormund stellte den Strafantrag. Das Schöffengericht hatte bezüglich der unsittlichen Redensarten und Berührungen den Antrag für verspätet erachtet und deshalb nur wegen der Beleidigung durch die unzüchtigen Bilder auf 100 Mart Geldstrafe erkannt. HierDer Antrag, im nächsten Etatsjahre den Titel„ Parochiallasten" gegen war von beiden Seiten Berufung eingelegt worden. Der zu streichen, wird mit allen gegen drei Stimmen angenommen. Nach Staatsanwalt beantragte gestern vier Wochen Gefängnis. Bewilligung einiger Etatsüberschreitungen werden die Preise für die Rechtsanwalt ahn berief sich auf den Arzt des Angeklagten, um im Krankenhause zu verabfolgenden Bäder festgesezt, desgleichen die zu beweisen, daß letzterer infolge nervöser Erkrankung ein geistig der medico- mechanischen Behandlung. Bei der Festsetzung der Preise für minderwertiger Mensch sei. Das Gericht unterstellte dies als Desinfektion wird von der Sozialdemokratie beantragt, daß denjenigen, wahr, vertrat aber dennoch mit dem Staatsanwalt die Ansicht, daß welche nicht imstande sind, die im Interesse der allgemeinen Hygiene die vom Schöffengericht erkannte Strafe zu gering sei. Der Anvorzunehmende Desinfektion zu zahlen, es nicht als Armenunterstügung getlagte, der sich in einer autoritativen Stellung dem Mädchen anzurechnen. Derselbe wird angenommen. Von unseren Genoffen gegenüber befunden, sei mit seinen unjittlichen Attacken ganz wurde feinerzeit der frühere Kanalisationsdezernent angegriffen, ohne systematisch vorgegangen. Ein solch gemeingefährliches Beginnen Eltern und Vormünder, festgelegten Etatstitel in der Schloßstraße einen Tageswasserkanal fönne nicht leichthin genommen werden. gelegt und gleichzeitig die Erhöhung der Schloßstraße sorgenommen die im Vertrauen darauf, daß der Sittlichkeit ihrer Kinder fein zu haben, der Antrag besagte ferner, den Betreffenden privatrechtlich Schaden zugefügt werde, ihre Kinder bezw. Mündel in Geschäfte verantwortlich zu machen. Die Untersuchung hat ergeben, geben, dürfen in ihrem Vertrauen nicht in dieser Weise getäuscht daß für die Umlegung der Kanalisationsröhren zwölftausend werden. Nur mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte infolge seiner Mark ausgeworfen waren. Die Erhöhung der Schloß Nervosität seinen Lüften und Sinnlichkeitsgefühlen nicht so mag Zu refognoszieren. Am 6. d. Mts. wurde auf einer Bank auf straße und das Versezen der Vorgartengitter war weder entgegen wirken können, wie ein normaler Mensch, hat dem Alexanderplaß eine etwa 40 Jahre alte unbekannte Frauensnoch beschlossen worden. Die oben genannten Vorsißende verkündete das Gericht nur auf zwei Wochen person tot aufgefunden. Dieselbe ist 1,70 Meter groß, schlank, hat vorgesehen Gefängnis erkannt. rundes Gesicht, blondes Haar und ist bekleidet mit braunem Um- 12.000. find laut Kommissionsbeschluß zur Einröhrung der an Hangetuch, braunem Rock, einem schwarzen, einem braungestreiften, beiden Seiten gelegenen Gräben verwendet worden; also nicht zu einem roten und einem grautveißgestreiften Unterrod, schwarzen den ursprünglichen Zweden. Diese selbstherrliche Bestimmung fostet In der Nacht vom 30. Oftober 1905, um 2 Uhr, fuhr der UnterStrümpfen, roten Filzschuhen, blau und weiß großfarierter der Gemeinde 24 400 M., so daß noch 12 400 M. zu decken sind. wollener Bluse, weißem Hemd, blauem Korsett mit Spißen. Zweck- Genoffe Freiwaldt konstatiert die Richtigkeit seiner Behauptungen. nehmer Hippold mit seiner Frau in einer Droschte von Halen. dienliche Angaben über die Person der im Leichenschauhause be- Die Vertretung beschließt, die noch fehlenden 12 400 W. nach- see bei Berlin nach seiner Wohnung in Schmargendorf. Als hier H. die Fahrt bezahlte, ging seine Frau einige Schritte voraus. findlichen Toten nimmt jedes Polizeirevier und Zimmer 324 des zubewilligen. Der Student Müller, der mit den beiden anderen Angeklagten Polizeipräsidiums entgegen zu Nr. 7515 II/ 41. 06. und Studenten aus dem Ratskeller fam die Studenten hatten selbst" Damen" bei sich folgte nun der Frau Hippold, faßte sie um den Hals und wollte sie an sich ziehen. Der hinzueilende Ehemann verbat sich ein solches Benehmen mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß die Dame seine Frau sei. Da tam er aber bei den drei akademisch gebildeten" jungen Leuten schön an. Was will der Lausejunge?" schrie Müller, und schlug mit seinem Stode auf hippold ein. Als der Angeklagte sich zur Wehr sehen wollte, entris man ihm seinen Stock, warf ihn zu Boden und alle drei Akademifer" prügelten nun auf den Wehrlosen los. Damit nicht genug. Der eine dieser Rowdys stach mit einem Stoddegen, die beiden anderen prügelten mit ihren Spazierstöden nicht nur den Mann, sondern auch die Frau, die die Hände schützend über den Kopf ihres Mannes hielt und fortwährend flehte, doch von ihrem Manne abzulassen, sie hätten kleine Kinder zu Hause. Aber diese drei rohen Burschen ließen erst von dem gefährlich verletzten Ghemann ab, als dieser laut um Hülfe rief. Das Landgericht Berlin II verurteilte am 20. Februar 1906 wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung Müller und Freund zu je 10 Monaten und Becker zu 6 Monaten Gefängnis. Feuerbericht. Ein gefährlicher Brand kam gestern in der Linienstraße 242 in einem Trockenraum zum Ausbruch; Hölzer brannten und der 1. Löschzug mußte energisch vorgehen, um die Flammen, die schon eine große Ausdehnung erlangt hatten, zu löschen. Ganz in der Nähe, in der Dragonerstraße 6a, brannten Breßfohlen im steller und in der Linienstraße 45 Matraßen usw. Nach der Neuen Hochstraße wurde die Wehr gerufen, um ein Feuer zu löschen, das in einer chemischen Waschanstalt ausgekommen war. Kleider und anderes brannten dort. In der Wriezenerstraße 7 brannten Hobelspäne in einer Tischlerei, und Lumpen usw. im 1. Stock des Quergebäudes Lindenstraße 23. Außerdem liefen noch Alarme aus der Bücklerstraße 42, Fischerstraße 33( Nahrungsmittelamt) und anderen Stellen ein. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Die nächste Gemeindevertretersizung wird sich wahrscheinlich mit einem Antrag beschäftigen, der von der Gemeindeverwaltung die Einrichtung von Automobilomnibuslinien fordert. Pankwitz. Bernau. Nach langem Bemühen ist es dem Transportarbeiterverband gelungen, auch die Bier-, Speditions-, Last- und Geschäftskutscher zum Teil für die Organisation zu gewinnen. Damit sich die Bernauer Arbeiterschaft über die Organisationszugehörigkeit orientieren fann, find braune Karten herausgegeben worden. Wer nicht im Besize dieser Starte ist, ist nicht organisiert; auch muß dieselbe jeden Monat abgestempelt sein, nicht abgestempelte Karten haben teine Gültigkeit. M Unter Gerichts- Zeitung. Der Unteroffizier ohne Tressen! " Akademisch gebildete Rowdys. Dies erschien den drei jungen Herren zu viel Strafe für ihre Tapferkeit. Sie legten Revision beim Reichsgericht ein. Ihr Verteidiger begründete die Revision unter anderem so: Der Vorderrichter habe die Persönlichkeiten der jungen Leute nicht genügend gewürdigt. Sie feien aus den besten sozialen amilienkreisen und deshalb könnten die Angeklagten eine solche, allerdings nicht zu entschuldigende Tat, nur in sinnloser Betrunkenheit verübt haben. Der II. Straffenat des Reichsgerichts verwarf am Dienstag aber die Revision der drei jungen Leute aus den besten sozialen Familienkreisen". Es bleibt also bei dem Urteil. Werkstattversammlung und Vereinsgefeh. Einer großen Gefahr ist das in Dieuze im Elsaß stationierte Unter Elsässische Infanterieregiment Nr. 138 foeben noch mit knapper Not entgangen, nämlich der Gefahr, sozialistisch verseucht zu werden. Unsere Militärs der heutigen Schablone müssen starr werden vor Schrecken, wenn sie erfahren, daß das genannte Regiment einen leibhaftigen Sozialdemo Die letzte Generalversammlung befaßte sich mit der Feststellung fraten zum Unteroffizier befördert hat. Daß dieser neugebackene Stelldes Bebauungsplanes für das an der Ringbahn gelegene, der Terrain vertreter Gottes" aber trotz seiner Beförderung die Tressen nicht gesellschaft Berlin- Südwesten gehörige Gelände. Das Gelände, auf bekam, dies Verdienst kann das militärische Deutschland der braven Dortmund auf Konto schreiben, dem ein neues Villenviertel erstehen soll, wird von zwei schräg Polizeibehörde in Tinigen Straßen, der Barzinerstraße und der Straße Südwestforso durch derselben staatsretterischen Polizei, unter dem Regime des liberalen" schnitten. Außerdem entstehen noch drei große Blaganlagen, der Herrn Schmieding, die ja im Kampfe gegen die Hydra Rüdersheimer, Wiesbadener und Homburger Platz. Einem Vertrage Sozialismus schon so mancherlei humoristisches Material geliefert mit der Berliner Bodengesellschaft, wonach dieselbe das erforderliche hat. Die nicht nur interessante, sondern auch recht lehrreiche Straßengelände am Olivaer Platz zum Preise von 250 M. für die Avancementsangelegenheit verhält sich folgendermaßen: Quadratrute abtritt, wurde zugestimmt. Auch wurde die Vorlage Bei der 7. Kompagnie des genannten Regiments waren vom betreffend die Verlängerung der Straßenbahnlinien 89 und 90 4. bis zum 24. vorigen Monats Reservisten zu einer Uebung einbis nach Charlottenburg hinein aufzuheben und für die durch gezogen. ihnen befand sich auch der als Unterdas Verhalten der Großen Berliner hervorgerufenen offiziers- Aspirant entlassene Gefreite M., der im bürgerDie Arbeiter des Engelswerks bei Elberfeld waren zusammenDifferenzen ein Schiedsgericht zu berufen, angenommen. Des lichen Leben dem schlichten Berufe eines Formers nachgeht. Nun berufen worden durch eine vom Verbandsbeamten Sendler herweiteren wurden 10 000 Wt. zu den Vorarbeiten für den Bau von ist es üblich, den geweienen Soldaten ist das nichts Neues, daß die gestellte und ausgegebene Einladung, welche als Gegenstand der Schnellbahnen, durch die ein Verkehr nach dem Stadtinuern Berlins mit dem Prädikat„ Unteroffizier- Aspirant" entlassenen Reſervisten Verhandlung aufführte: Organisations- und Unterstüßungsfragen. geschaffen werden soll, bereit gestellt. bei der nächsten Uebung, falls sie dienstlich und moralisch einwand- Sendler erschien nicht in der Versammlung, dagegen die Berfrei dastehen, zum Unteroffizier befördert werden. In dieser Situation trauensleute Did, Storsberg, Groß und Ortlieb, welche als Redner befand sich auch der Gefreite M. Am Tage vor der Entlassung, Sonntag auftraten. Es wurden Mißstände des Engelswerks, also interne den 23. September zum Mittag gab der diensttuende Feldwebel in Angelegenheiten der Versammelten besprochen, außerdem forderten der üblichen Form bekannt, daß der Gefreite M. laut Regiments- aber die Redner auch zum Anschluß an den Metallarbeiterverband befehl zum Unteroffizier befördert sei. Der Herr auf. Demnächst wurden auf Grund der§§ 1 und 12 des VereinsFeldwebel gratulierte, die übrigen Unteroffiziere folgten dem gefezes angeflagt Sendler als Unternehmer" und die vier geBeispiel. So weit war alles gut und schön. Einige nannten Vertrauensleute als Redner einer Versammlung, die Stunden später wurde der neue Herr Unteroffizier" zum öffentliche Angelegenheiten erörtern sollte und erörtert habe, und bestellt, der dem feine neue Würde Feldwebel mit die deshalb der Polizei hätte angemeldet werden müssen, aber nicht größter Seelenruhe Ertragenden dann die Frage vorlegte:" Db angemeldet worden sei. Die Angeklagten bestritten, strafbar zu er wohl früher in Dortmund im sozialdemokratijem. Es wären gar keine öffentlichen Angelegenheiten erörtert schen Verein gewesen sei?" Der also lleberraschte bejahte worden. Man habe nur private Angelegenheiten der Arbeiter die Frage, worauf der Feldwebel nichts weiter als„ Na, es ist gut" tes Engelswerks besprochen: die Frage der Ueberstunden und die Verschwunden ist seit dem 3. d. M. aus der elterlichen Wohnung erwiderte. Der junge Stellvertreter Gottes" glaubte aber zu bedes Mitbestimmungsrechtes der Arbeiter bei Verwendung von der Mechanikerlehrling Erich Zierrath. Derselbe ist 16 Jahre merken, daß die Worte erheblich fühler flangen, wie einige Strafgeidern. Die Aufforderung zur Organisation sei nur nebenbei alt und war bekleidet mit grünem Lodenhut, grauer Joppe, schwarzer Stunden vorher die Gratulation aus demselben Munde. Anderen erfolgt. Sendler insbesondere machte noch geltend, daß er nicht Kammgarnhose und grau gestreiftem Serviteur mit Kragen. Etwaige Tages bei der Entlassung, als die übrigen Reservisten ihre als Einberufer beziehungsweise Unternehmer der Versammlung Angaben über den Verbleib des Verschwundenen sind an die Eltern Bässe erhielten, konnte der junge Unteroffizier ohne Paß in die gelten könne. Er sei gar nicht dort gewesen und habe die Zettel N. Zierrath, Türrschmidtstr. 16, oder an das nächste Polizeirevier zu Heimat reisen, sein Baß solle ihm nachgesandt werden, be- nur im Auftrage der Arbeiter des Engelswerks herstellen lassen. merkte der Feldwebel. Der Paß ist nun nachträglich zwar ein- Das Landgericht Elberfeld als Berufungsinstanz verurteilte getroffen, aber es fehlt die Beförderungsklausel jedoch sämtliche Angeklagte zu Geldstrafen. Es nahm an, daß es Sarin! Ist der Mann nun Unteroffizier oder ist er immer sich doch um eine Versammlung mit dem Zwecke der Grörterung noch Aspirant? offentlicher Angelegenheiten handelte. Auf der Einladung seien jchon„ Organisationsfragen" genannt worden und in der Versammlung selbst habe jeder Redner den Beitritt zum Metallarbeiterverbande empfohlen. Dieser bezweckte aber eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten. Somit sei anzunehmen, es habe eine Erörterung solcher Angelegenheiten stattgefunden, denn es berühre erheblich soziale Interessen, wenn der Anschluß an den MetallDas arbeiterverband als notwendig hingestellt werde. Sammergericht verwarf die hiergegen eingelegte Revision mit der Begründung, daß die tatsächlichen Feststellungen des Landgerichts ausreichten, eine Versammlung im Sinne des§ 1 des Ver. einsgesetzes anzunehmen. Auch sei Sendler mit Recht als Unter Die Gemeindevertretung beschloß in der letzten Sizung die Aufnahme einer Anleihe von einer Million Mark bei der Kreissparkasse des Kreises Teltow zu einem Zinsfuß von 4 Proz. und 1 Proz. Amortisation. Die Anleihe soll namentlich für das im Bau begriffene Realgymnasium und für Gemeindeschulbauten verwendet Iverden. Rummelsburg. machen. Weißensee. Trotz der Wertzuwachssteuer geht der Umsatz von Grundstücken flott von statten. Gerade die Einführung dieser Steuer wird es ermöglichen, den Kommunalzuschlag schon im nächsten Jahre herabzusetzen. Die hiesige Rennbahn ist mit einer Million Mart Gewinn an eine Aktiengesellschaft verkauft worden. Im Jahre 1903 ist das Terrain für 850 000 Mark erstanden worden, während es jetzt für 1 800 000 Mark verkauft wurde. Mutter und Sohn. Ein kaum glaubliches Sittenbild tam in einer Verhandlung zur Sprache, die gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II stattfand. Wegen schweren Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des§ 173 Str.-G.-B. war die 76 jährige Witwe Karoline • Ein heftiger Zusammenstoß eines Straßenbahnwvages mit einem Frante und deren Sohn, der 46jährige Arbeiter Friedrich Brauerwagen der Firma Gabriel u. Richter erfolgte am Dienstag& rante, angeflagt. Den beiden Angeschuldigten wurde zur Last auf der König- Chaussee. Durch den Anprall wurde der Fahrer des gelegt, seit dem Jahre 1902 miteinander in sträflichem Verkehr geBrayerwagens, Jähnide, vom Bod geschleudert und schwer verleßt, standen zu haben. Diese Verirrung ist durch die eigene Ehefrau wäbrend am Motorwagen eine Fensterscheibe zerbrochen wurde. Der des Angeklagten Friedrich Franke zur Kenntnis der Behörde gee nehmer der Versammlung behandelt worden. Daß er in der Ver-| daß, wenn man die logisch und rechtlich freilich total unhaltbare fammlung nicht anwesend war, sei unerheblich. fammergerichtliche Anschauung für richtig hält, daß FlugblattDies landgerichtliche und kammergerichtliche Urteil widerspricht verteilung eine verbotene, weil öffentlich bemerkbare Arbeit" sein dem Gesetz. Wäre es zutreffend, so müßten beispielsweise sämtliche fönne, auch das Wasserholen strafbar wäre. Vielleicht kehrt das Richter, Staatsanwälte, Beamte, konservative Handlanger angeklagt Kammergericht nunmehr zu seiner alten richtigen Ansicht zurück, werden, die ohne polizeiliche Anmeldung am Biectisch den Beitritt nachdem es sich davon überzeugt hat, daß seine in neuerer Zeit zu dem Juristenverein, in die kriminalistische Vereinigung, in einen betätigte Braris zur Verjudung auf dem Gebiete der SabbattStriegerverein oder dergleichen für wünschenswert erklärt haben. arbeitsauslegung und zu geradezu unsinnigen Folgerungen führen Denn alle diese Vereine bezweden Einwirkungen auf öffentliche muß. Angelegenheiten. Oder ist in Preußen mit zweierlei Maß das Recht des Arbeiters und des Nichtarbeiters zu messen? Wir können nur dringend empfehlen, unbekümmert um die mitgeteilte Entscheidung, jede Gelegenheit zu benutzen, um zum Beitritt in gewertschaftliche und politische Organisationen aufzufordern. Grober Unfug? Verfammlungen. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Rigdorf. Donnerstag, den 11. Oftober, abends 9%, Uhr, bei Schmidt, Berlinerstr. 14: Generalversammlung. Vermischtes. Aristokratische Rowdys. In einer Zuschrift an die" Frankfurter Zeitung" auf einen Sportartikel des Frankfurter Automobilklubs schreibt der Oberamtmann zu Kehl in Baden über das Benehmen der Autler: ,, Von, friedlichem" und„ rücksichtsvollem" Verhalten der Fahrer war vielfach recht wenig zu bemerken. Speziell in dem Orte Bodersweier( Amt Kehl) benahm sich eine große Anzahl der FahrtMit dem Streit in der Pianofabrik von Bell u. Co. beschäftigte teilnehmer derart, wie man es von gesitteten Menschen sich am Dienstag eine öffentliche Versammlung der Musikinstrumenten- nicht hätte erwarten sollen. Als einige Kraftwagen arbeiter. Piepenhagen empfahl im Einverständnis mit den wegen das erlaubte Maß weit übersteigenden zu schnellen Fahrens Streifenden, daß in dem nunmehr 14 Wochen währenden Lohn-( in der fortwährend sich windenden Ortsstraße) gestellt wurden, Grober Unfug durch Verspottung eines tirch- tampfe eine Aenderung der Taktik insofern eingeschlagen werde, als umringten die Automobilisten die doch lediglich ihre Pflicht und lichen Begräbnisses und eines Kirchenliedes der Streif offiziell aufgehoben werde, die Firma aber gesperrt bleibe Schuldigkeit tuenden Gendarmen, lärmend, schreiend und brüllend, wurde dem Lehrling Eismann und zwei anderen ebenfalls noch und die Sperre mit aller Strenge durchgeführt werde. Der Streit so daß ein großer Menschenauflauf entstand. Einer der Fahrtnicht 18 Jahre alten Leuten Namens Goldhart und Richter ist seinerzeit erklärt worden, weil bei Einführung neuer Maschinen teilnehmer spielte sich als Generalstabsoffizier auf. Ein in Stenn zur Last gelegt. Das Landgericht 3 wickau hat sie für Differenzen mit den Umbaumachern entstanden und infolge- anderer schrie den Gendarmen Krebs an: Sie sind der meineidige schuldig erkannt und am 15. Mai jeden von ihnen zu 3 Wochen dessen legten nicht nur diese, sondern aus Solidarität Krebs, der die Automobilfahrer so schifaniert; ich werde Ihre Haft verurteilt. In einer vielbesuchten Wirtschaft verkehrt ein mit ihnen auch die anderen Arbeiter die Arbeit nieder. Pensionierung beantragen; nein, entlassen werden Sie ohne geistig beschränkter Pantoffelmacher B., der sich von den Gästen Brauchbare Arbeitskräfte hat die Firma nicht erhalten, Bension! Morgen stehen Sie nicht mehr auf Ihrem Bosten!" hänseln läßt. Einer der jungen Leute machte den Vorschlag, B. zu sie ist durch den Streik geschäftlich erheblich benachteiligt worden, Braunbed- Berlin rief:" Da seht den Krebs, der schon die vielen begraben. Der Mann wurde angeputzt, auf den Boden gelegt und da sie aber jedenfalls von anderer Seite gegen die Ausständigen Meineide geleistet hat! Wo sind die Apparates Photographiert mit Zeitungspapier bedeckt. Dann nahmen die Anwesenden Kerzen unterstützt wird und keine Neigung zeigt, sich mit den Arbeitern zu ihn!" Später rief Braunbeck noch:" Wir sind ertra hierher ge= in die Hand und sangen" Jesus meine Zuversicht" sowie einen verständigen, so war die vorgeschlagene Aenderung der Taktik ge- fommen, um diese Falle aufzuheben und dieser Sache ein Ende zu anderen Choral. Richter hielt eine Predigt. Im Zimmer war viel boten. Die Versammlung stimunte dem Vorschlage des Referenten bereiten. Prinz Heinrich wird in acht Tagen selbst hier durchfahren Bärm, Klavierspiel, Mundharmonikamusik und Gelächter. Später durch einstimmige Annahme der nachstehenden Resolution zu: und sich die Falle ansehen." wurde das Begräbnis wiederholt, wobei Goldhart den Choral Die stark besuchte Versammlung der Berliner Musikinstrumenten- Die Bewohner von Bodersweier wurden beschimpft und mit " Jesus meine Zuversicht" mit parodistischem Text fang und Eis- arbeiter nimmt Kenntnis von dem Stande des vierzehnwöchentlichen Ausdrücken bedacht wie„ Saubauern"," Dreckbauern" usiv. Bei der mann eine Rede hielt. Eine Verhöhnung der Kirche hat das Gericht Abwehrkampfes gegen die rigoros verschlechterten Arbeitsbedingungen Weiterfahrt erhob sich in einem Automobil eine Dame, hob den nicht angenommen, sondern nur groben Unfug. Auf die Revision bei der Firma Bell u. Co. Mit Entrüstung verzeichnet die Versammlung Schleier hoch, spie nach einem friedlich dastehenden der Angeklagten Eismann und Goldhart( Richter hat sich bei dem die Tatsache, daß die Inhaber der Firma noch vor 10 Jahren zu Bauernmädchen und rief dabei:„ Saubauern"," Dreckbauern!" Urteile beruhigt) hob am Dienstag das Reichsgericht das denen gehörten, die nicht laut genug die Schmugtonfurrenz in unserem Nur durch das umsichtige Verhalten der Gendarmen wurde den Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, Berufe bekämpfen konnten. Die Bersammelten sind mit der von der Automobilisten eine tüchtige Prügelsuppe seitens der hochgradig soweit die beiden Beschwerdeführer in Frage kommen. Aus den Streilleitung eingeschlagenen veränderten Taktik des Kampfes einver- erbitterten Bodersweier erspart. Am anderen Tage verursachte festgestellten Tatsachen ergibt sich nicht, daß durch die Handlungen standen und sind der Auffassung, daß der Kampf gegen die immer der Frankfurter Automobilklub in Bodersweier wieder einen Aufder Angeklagten der Bestand der öffentlichen Ordnung brutaler sich geberdende Firma auf äußerste weitergeführt wird in der lauf. Auf die Aufforderung des stellvertretenden Bürgermeisters, unmittelbar gefährdet werden konnte. Die dem Urteil bei- Form, daß fein auf Ehre und Achtung Anspruch erhebender Kollege die Herren möchten sich doch ruhig verhalten und den Gottess gegebene Begründung erweckt den Verdacht, daß das Gericht schon diesen Betrieb betritt. Die Versammlung empfiehlt dringend den dienst in der Nähe( es war Sonntag vormittag!) nicht in der Verletzung des fittlichen und religiösen Empfindens der An- beteiligten Organisationen diesbezügliche ſtrengstens durchzuführende stören, wurde erst recht gelärmt und der erwähnte Gewesenden allein die Gefährdung der öffentlichen Ordnung erblickt Beschlüsse, damit die Firma dauernd ohne brauchbare Arbeitsträfte meindebeamte verhöhnt. hat. Das würde aber als ein Rechtsirrtum anzusehen sein. bleibt, damit sie die Macht der Arbeiterorganisation fühlen lernt und die berechtigten Forderungen der Arbeiter zur Anerkennung gelangen. Wenn das Arbeiter sich erlaubt hätten, so könnten sie sicher sein, lange Zeit hinter schwedischen Gardinen über ihre Freveltaten nachdenken zu müssen. So aber waren es Herren und Damen der Aristokratie, die können sich das erlauben. Gesetze und Verordnungen gelten nur für den Plebs! Durch Holen eines Topfes Wasser der Sabbat geschändet? Die berüchtigten Verfrommungsverordnungen erfahren allmählich Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Gasglühlichtgesellschaft ourch Gerichte eine Auslegung, die manche Anklagebehörde dazu an-( Auer u. Co.) beschäftigten sich am Dienstag in einer zahlreich bereizt, in der Auslegung der Sabbatsruhe noch über die suchten Betriebsversammlung erneut mit den verschiedenartigen Ueber eine Versuchsfahrt des Grafen Zeppelin mit seinem fentrabulistischsten Auslegungen der alttestamentarischen Sabbatsruhe Mißständen im Werk. Anwesend waren auch mehrere Vertreter baren Luftballon wird aus Friedrichshafen vom 9. Oktober hinauszugehen. Der Stammergerichtsrat Havenstein setzte noch durch, der Direktion, die sich ebenfalls an der Aussprache beteiligten. berichtet: Nach dem Urteil aeronautischer Fachleute ist die heutige daß die Verfrommungsverordnungen, als dem Geseze widersprechend, Natürlich beschönigten die Herren die Verhältnisse in der Fabrik Verfuchsfahrt mit dem neuen Ballon des Grafen Zeppelin vollzum größten Teile für ungültig erklärt wurden. Er wurde darauf nach Kräften und suchten sich den Anschein hervorragender Arbeiter- ständig gelungen. Die Stabilität des langen Flugkörpers war dank gegen seinen Wunsch der Tätigkeit als Strafrichter enthoben. freundlichkeit zu geben. Bei allen fleineren Beschwerden wurde den verbesserten Steuerflächen eine tadellose, da s Luftschiff Seitdem hat das Kammergericht den Verfrommungsverordnungen bereitwilligst Abhülfe zugesagt und den Anwesenden wiederholt aus- gehorchte dem Steuer völlig. Der Graf fuhr zunächst einen immer größeren Wirkungskreis zugeschrieben freilich nur so drücklich versichert, daß der Geschäftsleitung geradezu alles an einem dem herrschenden Wind von etwa 2 Metern in der Sekunde entweit Arbeiter in Betracht kamen. Es sind im Gegensaße zu früher hier guten Einvernehmen mit ihren Arbeitern liege. Infolgedessen sei gegen in der Richtung auf Konstanz, drehte dann auf das Schweizer und da von diesem Gerichte, in dessen Ratssaal der alte Friß das Gemälde es doch auch völlig überflüssig, Beschwerden irgendwelcher Art in die Ufer zu und fuhr nun en ganzen Umriß des Sees in der Richtung eines wegen ungerechten Richterspruchs geschundenen Richters zur Oeffentlichkeit zu bringen, weil das der Direktion selbstverständlich Romanshorn, Arbon, Rorschach, Rheinmündung, Wasserburg, Warnung aufhängen ließ, Urteile als nicht auf Rechtsirrtum be- peinlich sein müsse. Man möge sich nur stets vertrauensvoll an die Langenargen, Friedrichshafen ab. rubend" bestätigt, die es fertig brachten, das Tragen von Flugblatt- Meister und Abteilungschefs wenden, dann würde auch allen be- Bei der Fahrt wurden mehrfache Schwenkungen ausgeführt, die pateten und Verteilen von Flugblättern in Häusern als„ öffentlich rechtigten Wünschen der Arbeiter und Arbeiterinnen gerne Rechnung Söhensteuerung funktionierte ebenfaus gut, durch ihre Schrägbemerkbare Arbeit" tatsächlich festzustellen". Dasselbe Kammer- getragen werden. In dieser Weise plauderten die Direktionsvertreter stellung fonnte die Höhenlage des Ballons beliebig geändert werden. gericht erachtete freilich das Tragen eines zehnfach schwereren Ge- recht nett und liebenswürdig nach bekannter Litanei. Als aber die Der Ballon erreichte nach Messungen von verschiedenen Seiten fangbuches oder Aftenstücks sowie das Tragen eines hundertmal schlechten Löhne und das Ueberstundenunwesen von den Arbeitern eine Geschwindigkeit von 42 Kilometern in der Stunde. Vor dem schwereren Jagdgewehrs und das Schießen mit demselben mit Recht berührt wurde, da versagten die Herren etwas plöglich. Der Königlichen Schlosse beschrieb der Graf eine Kurve und landete dann nicht als Arbeit. Kein Wunder, daß bei dieser dem Begriff einer Organisationsvertreter Mahle stellte nämlich auf Grund authen- nach zweistündiger Fahrt bei seinem Ausgangspunkte in der Nähe Arbeit widersprechenden Auslegung Anklagebehörden allmählich auf tischer Lohnlisten fest, daß bei der Auergesellschaft noch Arbei- des Abfahrtflosses auf dem See. Von anwesenden aeronautischen eine Auslegung tamen, die der frommer Juden gleicht. Bekanntlich terinnenlöhne von 13, 11, ja sogar 10 und 9 M. üblich seien, ganz Sachverständigen wird die Landung als ein neuerlicher Beweis enthalten sehr fromme Juden sich jeder Tätigkeit am Sabbat, abgesehen von einem antreiberischen und widerlichen Gratifikations- dafür angesehen, wie leicht derartige Fahrzeuge auf eine Wasser= lehnen es deshalb selbst ab, am Sonnabend zu schreiben, zu kochen, system. Erst kürzlich ist eine Kommission bei der Betriebsleitung flache absteigen können. Die Versuche werden morgen fortgesetzt Wasser zu holen, Licht anzuzünden usw. Was Talmudtüftelei und u. a. auch wegen Aufbesserung der Löhne und Abschaffung der werden. geschäftliche Vorsicht auf religiösem Gebiete da zuwege gebracht, ist Gratifikationsschmiererei vorstellig geworden. Die Antwort lautete Massenerkrankungen infolge Fleischgenusses. Nach dem Genuffe schließlich Privatsache und geht andere deshalb nichts an. Anders jedoch kurz und bündig:„ Die Fabrikleitung ist durch die von gehacktem Fleisch sind in Hildesheim 37 Personen cr steht es, wenn die Praxis des Kammergerichts schließlich dazu führt, Art der Arbeit gezwungen, bei dem derzeitigen frankt; unter diesen befinden sich auch zwei Kinder des Schlächters, den Versuch zu machen, im Anschluß an den Wortlaut von Kammer- Lohn system bis auf weiteres zu bleiben." Ganz der das Fleisch geliefert hat. gerichtsurteilen die Rechtsprechung bezüglich der Sabbatheiligung ähnlich so steht es mit der Arbeitszeit. Laut Arbeitsordnung soll Eine Scharlachepedemie hat in London große Ausdehnung völlig in diesem talmudistisch- jüdischen Sinn einer Identifizierung die Arbeitszeit eine neunstündige sein. Als ganz selbst- angenommen und fordert viele Opfer. Gestern find 150 neue von Arbeit mit Beschäftigung auszulegen. Dieser durch die verständlich wird es von den Meistern und Abteilungschefs aber be- Stranke in den Spitälern aufgenommen worden. Insgesamt werden Kammergerichtspraxis bewirkten Verjudung ist jüngst eine Anflage- trachtet, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen zehn und elf Stunden augenblicklich 4700 Personen an dieser Krankheit behandelt. behörde bei Halle zum Opfer gefallen. Eine Frau Adermann aus täglich fronden müssen, und zwar ohne Ueberstundenzuschlag. Wer dem Dorfe Sennewitz bei Halle holte sich fürzlich eines Sonntags fich weigert, länger zu arbeiten, als wie er bei Anerkennung der Zugentgleisung. Mannheim, 10. Oktober. Gestern abend während des Hauptgottesdienstes" einen Topf Arbeitsordnung unterschrieben hat, der hat Schikanen aller Art resp.| entgleisten vom Zuge Nr. 29, der 6 Uhr 35 Minuten vom Nebenboll wasser von der Pumpe, um damit Effen zu bereiten. Entlassung zu erwarten. Hat doch der Direktor Remané einem Fahnhof Neckarvorstadt nach Weinheim abfährt, bei der Einfahrt Der Ortsgendarm hielt dies für strafbar, erblickte darin Kommissionsmitglied rund heraus erklärt, daß er erst in einer in die Haltestelle Käferthal, wahrscheinlich infolge vorzeitiger Umeine öffentlich bemerkbare Arbeit", durch welche die Arbeitsleistung nach 8 Uhr abends eine Ueberstundenarbeit erblicken stellung der Weiche, die letzten drei Wagen. Von den Reisenden ist Sonntagsruhe entheiligt werde und erstattete Anzeige. Darauf fönne. Da nun laut Arbeitsordnung der neunstündige Arbeitstag ein junges Mädchen leicht verletzt; der Materialschaden ist uns erhielt die Frau von dem Amtsvorsteher das übliche um 6 Uhr abends beendet sein soll, so huldigt dieser Direktor dem bedeutend. Strafmandat. Auf beantragte gerichtliche Entscheidung hatte etwas sehr altertümlichen Grundsaß, daß erst nach einer elfstündigen nun auch noch das Schöffengericht darüber zu befinden, ob Arbeitszeit Ueberstunden angerechnet werden dürften. Alles, was die Frau befugt sei, sich einen Topf Wasser, den sie notwendig die Direktion in dieser Hinsicht getan hat, ist, daß sie eine Regelung brauchte, von der Pumpe zu holen. Der Staatsanwalt des Ueberstundenunfuges in spätere gütige Aussicht gestellt hat. Es waltete seines Amtes, tam jedoch zu der Ansicht, daß die Frau frei- ergab sich also auch hier wieder, daß wie bei fast allen„ arbeiter zusprechen sei, da Arbeiten zur Befriedigung der häuslichen Be- freundlichen" Unternehmern, so auch bei der Auergesellschaft nach dürfnisse nach der angezogenen Verordnung noch gestattet wären. dem bekannten Prinzip verfahren wird:„ Alles, was feine Unkosten Nach einigen mehr heiteren als ernsten Bemerkungen seitens der verursacht, kann man den Arbeitern gewähren; sobald aber der Verteidigung wurde die Frau freigesprochen. heilige Profit in Frage kommt, heißt es einfach: Hand auf den Beutel!" Den Versammelten wurde denn auch dringend geraten, sich der Organisation anzuschließen, um gegebenenfalls auch in der Lohnfrage einen sanften Druck auf die Firma ausüben zu können. " Also darf im Reich der Klassenjustiz am Sonntag doch noch Wasser vom Brunnen geholt werden. Das ist zwar nicht viel, aber doch etwas. Dem Amtsvorsteher wird man darin beipflichten müssen, Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 11. Ottober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Hamlet, Prinz v. Dänemark.( Anfang 7 Uhr.) T Deutsches. Erdgeist. Westen. Alessandro Stradella. Die schöne Galalhee. Lorking. Der Troubadour, Anfang 8 Uhr. Peifing. Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0. Waline Theater.) Der Herrgottswarter. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. Donna städtisches Theater). Diana. Neues. Die Hochzeit von Boel. Komische Oper. Carmen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Die von Hochfattel. Zentral. Laufend und eine Nacht. Kleines. Man fann nie wissen. Dentsch Amerikanisches. wilden Westen. sm 3m Thalia. Wenn die Bombe platt! Luifen. Else vom Erlenhof. Trianon. Der Hausfreund. Bernhard Rose früher Carl Weik. Der Millionenbauer. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Dmnibus. Spezialitäten. Rasino. Alexander der Große. Folies Caprice. Das Modell. Das Provinzmädel. Wintergarten. Spezialitäten. Vassage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Arania. Taubenstrasse 48/49. Abends 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Hörsaal 6 Uhr: Dr. C. Thefing: Die Zellenlehre. Hörjaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Das Wissen vom Leben. | Eingegangene Druckfchriften. Geschäftsbericht des Konsumvereins Leipzig- Plagwig und Umgegend. 22. Geschäftsjahr 1905/06. 32 Seiten. Leipziger Buchdruckerei, Attien Gesellschaft. Franz Mehring. Jena und Tilfit. Ein Stapitel ostelbischer Junkers geschichte. Preis 1 M. Leipziger Buchdruckerei, Leipzig. Prof. Dr. E. Kraus. Tschechische Revue, Monatsschrift. 1. Jahrgang. 96 Seiten. Verlagsbuchhandlung Großmann u. Oktober 1906. Heft 1. Svoboda, Prag. Th. Newest. Vom Kometentrug zur Wirklichkeit der lekten Dinge. Einige Weltprobleme. Preis 2,50 WR. 3 Kronen. Verlagsbuchhandlung C. Konegen( E. Stülpnagel). Neues Theater. Theater des Westens Lortzing- Theater Urania. Anfang 8 Uhr. Die Hochzeit von Poël. Morgen und folgende Tage: Die Hochzeit von Poël. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Bellealliancestr. 7/8. Heute: Stradella. Sierauf: Die schöne Galathée. Anfang 7 Uhr. Freitag: Die Fledermaus. Anfang Kleines Theater. 7% Uhr. Gutscheinhefte ungültig. Abends 8 Uhr: Man kann nie wissen. Dr. Valentine Harry Walden. Freitag z. 95. Male: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Man kann nie wissen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Sternwarte, Invalidenſtr. 57/62. Lustspielhaus. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Zentral- Theater. Zentral- Theater. ( Operette). 3 Uhr: Tausend und eine Nacht. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Morgen abend 8 Uhr zum erstenmal: Verwehte Spuren. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Die schöne Ungarin. Bosse mit Gesang in 4 Aften. Ebren- und Vorzugskarten gültig. Anf. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Pf. Greitag gum legemmal: Um Nancy. Sonnabend: Extra- Vorstellung. Heute abend 72 Uhr: Der Troubadour. Abonnements gültig. Morgen Freitag: Fra Diavolo. Komische Oper. Rixdorfer Theater Heute abend 8 Uhr: Carmen. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Else vom Erlenhof. Sonnabend nachm. 4 Uhr KinderFreitag: Ein Wintermärchen. borstellung. Abends: Die Hochzeit von Baleni. Sonntag nachm.: Ein Wintermärchen. Abends: Else vom Erlenhof. Montag: Die Hochzeit von Valeni. Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Sonntag, den 14. Oktober: Die Notbrücke. Lustsp. in 3 Akten v. Grefac u. Croisset. Staffeneröffnung 62, Anf. 7 Uhr. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Hörsaal 6 Uhr: Dr. C. Thesing: Die Zellenlehre. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Das Wissen vom Leben. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Jeden Abend 8 Uhr: Zum" Der große Erfolg" 51. Male: Jm wilden Westen. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe OOLOGISCHER Preise: Er und Ich. CARTEN Trianon- Theater. Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M., b. 5 Uhr ab 50 ẞf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Berliner Felix Scheuer U lk- Trio. Stralsunderstr. 1. Zirkus Busch. Abends 7, Uhr: Mons. Romeo! Ueberfahren eines lebenden Menschen mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gew. 30 Zentner u. 4 Insassen.) Die größte Tiger- und Löwengruppe Ringtampf zwischen dem Dompteur Willy Peters und zwei wilden Tigern. Aus der Pußta. Original- Bantomime des Zirkus Busch. Zirkus Alb. Schumann. Heute abend präzise 72 Uhr: Elite Abend. Gala- Progr. und die gegenwärtig größte Sensation! Noch nie gesehen: Ein Automobil in rasender Fahrt aufhalten. Mr. George Lettl, genannt der Mann mit den 30 Pferdekräften. Mr. Henricksens größte Tiger Gruppe. = Wilde Dressur. 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Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaug. Bicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Serenissimus August XXVI. Das Modell und Das Provinzmädel. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf bei A, Wertheim und an der Theaterkasse 10-2 Uhr. WINTER CARTEN 6 Das neue Oktober- Programm! Ein glänzender Erfolg! Bros. Permane, Exzentriks. Charlene und Charleno, musik. Akt. Robert Steldl, Humorist. Launceston Elliot, Kraftproduktion. Das Erntefest, englisches Ballett. Les Mas- Andrés, Pariser Duettisten. De Vry's lebende MarmorKolossal- Gruppen. Maria Vinent, portugies. Sängerin. Bros. Spissel und Mack, amerikanische Exzentriks. Radfahrer. Jongleuse. Jackson- Truppo, Kitty Traney, Der Biegraph. Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. In Zivil. 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Kapelle des Mozartsaals 50 Musiker. 8./9. Abteilung. Weh dem, der lügt. 19. Kunstabend Mittwoch, den 5. Dezember Goethe- Beethoven. Generalversammlung Freitag, den 26. Oktober, im Gewerkschaftshaus, abends 8, Uhr: Vortragu.Geschäftsbericht. Neue Mitglieder können sich noch melden in den Zahlstellen von Roloff, Ramm, Charlet, Friedr. Schulz, Börner, Sellger. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Freies Kunstheim Flugblätter u. Antwortkarten liegen in allen Zahlstellen aus. Die Mitglieder werd. ersucht, schleunigst Gebr. dav. z. mach. 229/18 Metropol- Theater Täglich: Das Sortiren von türkischem Blättertabak eine weitere sorgfältige Auswahl des geschmackhaftesten Gewächses. losseum Passage- Theater. Col Der Teufel lacht dazu. Josefine Dora Große Jahresrevue in 9 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. J. Giampietro. H. Bender. J. Josephi. Fritzi Massary. Phila Wolff a. D. usw. Anfang 8 Uhr. 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Sozialreformatorische Quacksalbereien. sondern nur nach der Rente, dem Profit, die sie dem Unternehmer Auf dem evangelisch- sozialen Kongreß in Jena ist wieder mit bringt. honigsüßen Worten bedauert worden, daß die verheiratete Frau durch Nicht die Halbtagsschicht der Frau, sondern die Verkürzung der ausgedehnte Fabrikarbeit der Familie leider auf 10 oder 11 Stunden Arbeitszeit für alle Arbeitskräfte bedeutet Förderung des Familienarbeitstages hat daher, um das Familienleben des Proletariats wertige Menschen, die alle das gleiche Recht auf Verkürzung der täglich entzogen werde. Der Referent zur Frage des Marimal- lebens und Erhöhung der Löhne. Männer und Frauen sind gleichneu zu beleben", die Forderung der fakultativen Halbtagsschicht für Arbeitszeit und auskömmlichen Lohn haben. Das Kapital zwingt verheiratete Frauen gestellt. Dr. Schomerus hat diese Frage in Männer und Frauen zu gemeinsamen Leiden und Entbehrungen; einer Broschüre behandelt. Betont wird besonders, daß dem Unter- als Glieder einer ausgebeuteten Klasse haben daher Männer und nehmertum feine Schmälerung des Profits aus der Einführung der Frauen auch gemeinsam den Kampf gegen Not und Unterdrückung Halbtagsschicht von 5 Stunden erwachsen werde. Das ist die Sorge in der modernen Arbeiterbewegung zu führen. dieser Sozialpolitiker". Wir haben jetzt etwa eine halbe Million verheirateter Fabrit. arbeiterinnen. Würde für diese die Fünfstundenschicht eingeführt, würden viele Arbeiterinnen mehr gebraucht werden, um die Arbeit zu bewältigen, die sonst von der halben Million im Zehn- oder Elfstundentege geleistet wird. Ohne Zweifel würden sich die Arbeitsfräfte finden, da ja die Frau infolge der miserablen Löhne der Männer und der künstlichen Teuerung der notwendigsten Lebensmittel zum Mitverdienen gezwungen ist. Die verheiratete Frau geht ja nicht zu ihrem Vergnügen in die Fabrik Not zwingt sie hinein. Den bürgerlichen Sozialreformern aber rufen wir zu: Fort mit Gueren Quadsalbereien! Die Männer und Frauen der Arbeit werden sich die Verkürzung der Arbeitszeit und die Erhöhung der Löhne erkämpfen trotz aller Hemmnisse. Briefkaften der Redaktion. Der Genoffin Lily Braun beliebte es bekanntlich, die Zeitung der Frauenkonferenz der Parteilichkeit zu be= zichtigen; ferner behauptete fie, die Delegiertinnen hätten in ein zichtigen; ferner behauptete fie, die Delegiertinnen hätten in„ eingewurzeltem Autoritätsglauben“„ alles Gesagte fritiflos" hingenommen, sie seien den Ausführungen der Referenten mit stummstaunender Bewunderung" gefolgt. Lediglich diese Art unsachlicher Kritik wiesen wir als ungehörig zurück. Genossin Braun unternahm daraufhin den Versuch, in derselben Weise im Vorwärts" die Polemik fortzusetzen. Wir wiesen ihren Beitrag zurück mit dem Ersuchen, fich auf fachliche Kritik zu beschränken. Für solche Ansprüche scheint sie aber kein Verständnis zu haben. An der Veröffentlichung ihrer fachlichen Einwände hat sie wohl kein Interesse. In der„ Neuen Gesellschaft" gibt sie dafür eine neue Probe neugesellschaftlicher Kritik. Sie behauptet zunächst, wir hätten ihre Auslassungen nicht vollständig wiedergegeben und fährt dann fort: Daraufhin sandte ich ihm( dem„ Vorwärts") eine Entgegnung, Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9 Uhr in der ich zunächst die einzelnen Punkte meiner Stritit der Mannabends statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um Detmer Frauenkonferenz furz zusammenfaßte und sodann gegen 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen feine Verdrehungen und Verdächtigungen energisch protestierte Für den Arbeitgeber könnte die Einführung der Halbtagsschicht beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Um zunächst zu zeigen, wie peinlich genau die Genoffin Braun allerdings sehr profitabel werden, da zwei Frauen in je 5 Stunden E. M. Die Firma fann Ersatz verlangen, den Betrag aber nicht vom es mit der Wahrheit nimmt, drucken wir hier jezt ab, was sie tat- icher mehr leisten als eine in 10 Stunden. Und je lohnender die ohn abziehen. J. H. Uns nicht bekannt, wenden Sie sich an die Ihr Schreiben Frauenarbeit, desto mehr Frauen werden eingestellt und die höher haft. Wo nichts ist, da hat der Kaiser und der Fiskus sein Recht verloren. sächlich in ihrer Entgegnung zunächst schrieb. m. S. 100. 1. An Stelle der Gerichtstoften tritt feineswegs beginnt: bewertete Männerarbeit noch mehr als schon heute verdrängt oder 2. Die Eltern haften feineswegs für die dem minderjährigen Sohn auf" In den beiden Nrn. 231 und 232 vom Donnerstag und im Preise heruntergedrückt. Dadurch würde für den Unternehmer erlegte Strafe oder für die Kosten. M. 2. 48. Die Umschreibung auf Freitag dieser Woche hat der Vorwärts" sich mit meinem in der keine Schmälerung, sondern eine Steigerung des Profits erwachsen. Ihren Namen erfolgt bei der Verheiratung. Bei der Verheiratung erklären Neuen Gesellschaft" erschienenen Artikel über die Mannheimer Um so mehr, als die Teilnehmer des evangelisch- sozialen Kongresses Sie dem Standesbeamten, daß Sie das Kind als das Ihre anerkennen Frauenkonferenz befaßt und ihn, wie ich ja das nicht anders betonen, daß durch Einführung einer besonderen Klasse in den und die Umschreibung beantragen. E. M. 84 a. 1. Die Steuer wird erwarten konnte, völlig falsch dargestellt.. Krankenkassen für Halbtagsschichten die Beiträge zur Sozialgesetz- geringer oder fällt ganz weg. 2. Wenn Sie nicht aufgefordert sind, brauchen gebung dem reduzierten Verdienste gemäß verringert werden werden. J. B. 75. Nein, nur bis zum 1. Januar 1907. Sie sich nicht einzuschäßen. Es kann aber eine Nachforderung erhoben A. W. 7. müßten. Nur der Vater ist zum Unterhalt der Enfel, nicht der Schwiegertochter verpflichtet. T. 10. Dagegen liegen feine Bedenken vor. Wahlbez. 173. Sie fönnten reflamieren, wenn Sie aber den Verlust der Karten nicht beweisen können, so wäre die Mühe vergeblich und zur alsbaldigen Zahlung zu raten. " In der„ Neuen Gesellschaft" sagt sie nunmehr weiter: " Der Vorwärts" sandte mir meine Entgegnung mit folgender Ermahnung zurück:" Ihre Zuſchrift fann nur aufgenommen werden, wenn Sie auf die unsachliche Polemik verzichten"! Dazu läßt sie dann noch folgenden Geistesblig los: Wäre es nicht an der Zeit, folgende Preisfrage den Parteigenossen vorzulegen: " Was ist unter fachlicher Kritik" zu verstehen, wenn Se. aposto lische Majestät der Vorwärts" sie ausübt, und was, wenn ein ganz gewöhnlicher Parteigenosse sich unterfängt, dasselbe tun zu wollen?" Wir schrieben: " 1 Wir möchten unsererseits dazu beitragen, den Parteigenossen die Antwort zu erleichtern, indem wir das von uns an Genoffin Braun gefandte Schreiben vollständig abdrucken. Genoffin Braun hielt es nämlich für gut, ihre Entgegnung der„ Neuen Geſellſchaft" vorzu enthalten und die Hauptsache aus unserem Schreiben zu unterdrücken. " Ihre Zuschrift kann nur aufgenommen werden, wenn Sie auf die unfachliche Polemik verzichten. In unseren Artikeln sind Ihre Auslassungen, auf welche wir den Vorwurf unsachlicher Kritik gründen, wörtlich mitgeteilt; die Leser können demnach wohl beurteilen, ob wir Sie ungerechtfertigterweise belastet haben. Selbstverständlich würden dadurch auch die Unterstützungsfäße, die bei Krankheiten und Unglücksfällen bezahlt werden, wesentlich erniedrigt werden. Aus alledem geht hervor, daß die Einführung der Halbtagsschicht nicht zur Förderung des Familienlebens, nicht zum Segen der Nation, sondern lediglich dem Interesse der Kapitalisten dienen wird. Charité. Witterungsübersicht vom 10. Oktober 1906, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke 772 SD Die industrielle und wirtschaftliche Entwickelung zwingt beide Geschlechter in die Fabrik. Das Kapital fragt nicht danach, ob es Raubbau an der Arbeitskraft des Mannes, des Weibes oder des jugendlichen Arbeiters treibt, sondern es schreit nach Profit, und Gesichtspunkte aus betrachtet, können die Arbeiterinteressen nicht swinemde. 773 SD wenn der Weg dazu auch über Menschenleiber geht. Von diesem nach Geschlechtern getrennt werden, sondern es gilt, die gemein Bamburg 770 D samen Interessen der arbeitenden Klasse zu wahren und zu schützen. Berlin Die Verkürzung der Arbeitszeit ist für alle Arbeiter von gleich Frantj.a. M. 765 NO hohem Werte. Seit 1867 fordert die Sozialdemokratie die gefeßliche Verkürzung der Arbeitszeit und seitdem haben die Arbeiter in manchem harten Kampfe mit dem organisierten Unternehmertum in den meisten Industrien den Zehnstundentag errungen, ja zum Teil Was Sie vom Vorwärts" erwarten, ist u. E. für Beurteilung ist der neunstündige Arbeitstag durchgeführt. Und im Jahre 1906 der sachlichen Meinungsverschiedenheit ganz belanglos. fommen bürgerliche Jdeologen und glauben, die Volksmassen durch Falls es Ihnen um Förderung fachlicher Stritit und um sach- Einführung der Halbtagsschicht für verheiratete Frauen glücklich liche Aufklärung zu tun ist, werden Sie jedenfalls unserem Ber- machen zu können unter gleichzeitiger Betonung, daß eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit der Männer in hygienisch einwandsfreien Langen entsprechen." Betrieben sich nicht empfehle! " Nun haben wir unsere Strafe dafür, daß wir bei der Genoffin Braun ein brennendes Verlangen nach sachlicher Aufklärung vorausfetzten. Wir werden unser Schicksal zu tragen wissen. Der evangelisch- soziale Kongreß hat die Arbeit an sich höchst eigenartig beurteilt und nicht nach ihrem Kulturwerte geschätzt, Sacco- Anzüge Viele Tausende Exemplare neuester vornehmster Moden Nur eigene Erzeugnisse. 50,- 45.- 40.- 36,- 33.30.27.- 24.21.- 18, 15 Mk. Trau- Anzüge Moderne Gehrock- Formen, Kammgarn, Drapé u. s. w. Nur eigene Erzeugnisse. 70.- 60.- 55,- 50.45,- 40,- 36.33.Vornehme Mass- Anfertigung. 27 Mk Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a/ 25* 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Der Haupt- Katalog No. 30( neueste Winter- Moden) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Neu erschienen find folgende Schriften, die wir unseren Refern bestens empfehlen: Jena und Tilfit. Ein Kapitel ostelbischer Junker geschichte von Franz Mehring. Preis 1,00 M. Geschichte des Sozialismus in den Vereinigten Staaten bon Morris Hillquit. Autorisierte Uebersetzung von Karl Müller Wernberg. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. 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Oktober 1906, abends pünktlich 8 Uhr, bei Franke, Sebastianstraße 39: General- Versammlung. Unserem Freunde und Genossen August Rohleder und Frau, Schenkendorfstr 3, zur filbernen Hochzeitsfeier unsere besten Glückwünsche. 26242 Die Bezirksführer der 6. Abteilung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und Kranzspenden bei dem Begräbnis meines lieben Mannes, Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal 1906. 2. Die Fenster- und Kokskorbfrage. 3. Wie ist unseres guten Vaters, des Reſtaurateurs eine Zentralisation der Berliner Krankenkassen anzustreben? Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Ernst Schwarz sagen wir den Mitgliedern des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands, welche meinem Manne die legte Ehre erwiesen, unseren Den Mitgliedern zur Erinnerung, daß vom 15. Oktober bis 15. November die Arbeitszeit auf Bauten nur 8 Stunden beträgt. Anfang 7%, Frühstüd 9-9, Mittag 12-12%, Feierabend 4%, Uhr. An dem Zeichenunterricht, welcher heute im Kleinen Saale bei Frante beginnt, können herzlichsten Dank. noch einige Kollegen teilnehmen. Anfang Punkt 8 Uhr. 181/7 Die Ortsverwaltung. 1971b Witwe Schwarz nebst Kindern. Orts Krankenkasse Arbeiter- Bildungsschule Berlin General- Versammlung für das Gewerbe d. Verfertigung ' Hente Donnerstag, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Donnerstag, 11. Oktober, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal VIII): Versammlung der Einsetzer Berlins und Umgegend. General- Versammlung. Zages Drdnung: Der Tarif. Die Mitgliedsbücher des Verbandes, des Gewerkvereins und des Vereins Der Einsetzer legitimieren. 94/12 Die Kommission. Arbeiter, Arbeiterinnen Weißensees! Freitag, den 12. Oktober, abends 8½ Uhr: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Die bevorstehenden Krankenkassenwahlen, und welchen Wert haben die Strankenkassen für die Arbeiter? Referent: K. Koblenzer. Das Erscheinen zu dieser wichtigen Versammlung wird jedem Das Gewerkschaftskartell. J. A.: Franz Content.] zur Pflicht gemacht. 269/18 Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Frankfurter * Tages- Ordnung: 2. Wahl von zwei 3. Schul 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. Revisoren, drei Bibliothekaren und sechs Unterrichtsvertretern. angelegenheiten und Verschiedenes. 5/4 Diejenigen Mitglieder, welche am Fortschrittskurfus für Nationalökonomie teilnehmen wollen, müssen ihre Meldung zur Generalversammlung beim Borsigenden M. Lammé, S. 59 Freiligrathstr. 3, bewirkt haben. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge bezahlen. Sonntag, den 14. Oktober, abends 7 Uhr, in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstraße 75: Vortrag des Genossen Julian Borchardt über: Der Wert der Bildung für den Arbeiter. Nach dem Vortrag: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. Garderobe frei. der Kranken- Unterstützungs- und von Musikinstrumenten. Begräbniskasse der Lederzurichter Bekanntmachung. Berlins( E. H. Nr. 50) am Sonntag, den 21. Oftober, vorm. 10 Uhr, bei Feind, Weinstraße. Tages Ordnung: 1. Rechnungslegung vom dritten Quartal 1906. 2. Geschäftliches. Der Vorstand. 1965b J. A.: Gustav Busse, Vorsteher. Die von der Generalversammlung vom Bezirksausschuß am 21. Juli 1906 am 29. April 1906 beschlossene und genehmigte erste Abänderung des Statuts( Bahlung des Krankengeldes auch für Sonntage) tritt am Sonntag, den 14. Dktober 1906 in Straft. 276/13 Der Vorstand. Zentralverband der Dachdecker. Verwaltungsstelle Berlin. Die Kollegen feien nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht, daß die achtstündige Arbeitszeit am Montag, den 15. Oktober, beginnt. Es ist durchaus unstatthaft, über den 15. Oktober hinaus noch länger als acht Stunden zu arbeiten. Dieses gilt besonders für die Werkstellen, in denen am Freitag Wochenschluß ist. Der Vorstand. J. A.: Karl Görnit. 54/ 18* Kleine Anzeigen Teppiche!( jeblerbaste) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. 268/ 14* Möbeltischlerei liefert gediegene Bunte Küchen. Reelle Arbeit. Wohnungseinrichtungen äußerst billig. fichtigung meines staunend großen Lagers erbeten. Auch Ratenzahlung. unterricht. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Startonfabrit war und auch nieten Junger Mann, der schon in einer versteht, wird gesucht. Bedert, SchmidPackerinnen Achtung! Achtung! Quadratrute zehn Mark! Hoch- Tanzunterricht! 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