Nr. 238. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungse Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raunt 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Allerhöchste Herrschaften " im Tegligé. Freitag, den 12. Oftober 1906. futieren tönne, der des Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. und wurde durch Hofequipage nach dem Marmorpalais gefahren. habe ihn dann geschnitten. ihn dann geschnitten. Die Wahrheit ist, daß Bald tam der Kaiser und lud mich ein, in einem daneben befindlichen Eulenburg durch Kanit und Blumenthal Herbert in die Nähe des Salon mich zu ihm zu sehen. Ich fand ihn unbefangen, wohlwollend Kaisers hat bringen lassen. Wenn der Kaiser mit ihm gesprochen und freundlich. Ich fragte ihn zunächst nach der Proklamation und hätte, so würden die Gegner Caprivis dies für sich ausgebeutet Yob er eine solche an die Elsaß- Lothringer richten wolle, bemerkte aber haben. Der Kaiser war heute bei Marschall und gleich, daß ich dieselbe nur dann für nüßlich hielte, wenn man gleich- schimpfte über Herbert. Trotzdem hat er gleichWir haben gestern das Telegramm des Kaisers wieder zeitig mildere Maßregeln treffen wollte. Gine Proklamation zeitig einen Adjutanten mit Wein nach gegeben, in dem er sich über die Veröffentlichung der Auf- bann aber keine wohlwollenden Entschließungen folgten, so wäre die Freude aussprechen lassen über seine Genesung. müsse doch immer etwas Wohlwollen des enthalten. Wenn Friedrichsruh geschickt und dem Fürsten seine zeichnungen des" Onkel Chlodwig" beschwerte. Die Ent rüstung Wilhelm II. wird vermutlich nicht beschwichtigt Broklamation damit im Widerspruch und unterbliebe besser. Ich Bismarck hat in einem verbindlichen Schreiben geantwortet und werden, wenn ihm die weiteren Aufzeichnungen des Tagebuchs bemerkte, daß sich der Kaiser darüber kein Urteil gebildet hatte und gesagt, er werde nach dem Geburtstage hierher kommen, um dem zu Gesicht kommen werden, die nunmehr in zwei stattlichen ich nicht traute, eine von Reichs Kaiser persönlich zu danken. Darüber nun wieder große AufBänden der Deffentlichkeit übergeben worden sind. Der Heraus- anzlers abweichende Ansicht zu äußern. Nach regung. Meine Freunde im Auswärtigen Amt sind etwas begeber des Tagebuches, Prof. Friedrich Curtius, teilt einigem Zögern meinte er, daß er ja schon eine Proklamation er- unruhigt, weil sie fürchten, daß Bismard dem Kaiser raten könnte, über die Entstehung des Werkes mit, daß ihn am 31. März 1901 lassen habe, welche die Elsaß- Lothringer auf sich beziehen könnten, einen andern Reichskanzler zu wählen, und Holstein meinte sogar, Fürst Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst mit der Frage in welchen Elsaß- Lothringen vertreten sei. Ich ging dann zur empfinge! Das werde ich aber natürlich nicht tun. Hätte ich und außerdem werde er eine Thronrede an den Reichstag halten, ich solle dem Kaiser raten, mich mitzuzuziehen, wenn er Bismarck überrascht habe: Wollen Sie mir helfen, meine Kaiserin, die mich sehr freundlich empfing, von der Krankheit des Gelegenheit, den Kaiser zu sprechen, so könnte ich ihm vielleicht Memoiren zu schreiben?" Leider sei es zu dem ge- verstorbenen Kaisers und von anderem sprach. Es scheint, daß in raten, einen Zeugen beizuziehen. Aber jedenfalls ist planten Zusammenarbeiten nicht gekommen, da Onkel Chlodwig den letzten Tagen der Geruch furchtbar war, so daß auch für die Vorsicht nötig. Räme ein Bismardsches Regime, so würde bereits im Juli 1901 verstorben sei. Es habe sich nun für Umgebung der Tod eine Wohltat war. den Prinzen Alexander, dem der Fürst die Verfügung allerlei. Die Kaiserin erzählte, daß ihre Tante Amalie müßte einem Freunde Bismards Play machen. Wir sprachen dann von ich natürlich nicht mehr lange in Straßburg bleiben, sondern über seinen schriftlichen Nachlaß übergeben habe, darum ge- jetzt in Paris sei und ihr entrüstete Briefe über den Für das Zustandekommen des russischen Handelsvertrags ist jedenhandelt, mit ihm, Curtius, den letzten Willen des Fürsten Baß3 wang schreibe. Sie sagte unter anderem:„ Wenn falls die Bismarcksche Annäherung von entscheidender Bedeutung. soweit als möglich auszuführen. Bei der Veröffentlichung ihr, wie ihr jagt, teinen Krieg wollt, warum Die Konservativen und Caprivi- Gegner triumphieren heute abend. der hinterlassenen Aufzeichnungen habe es sich darum macht ihr folchen Unsinn?" Dabei fiel dann doch der Ich glaube aber immer noch, daß die Sache nicht so schlimm vergehandelt, die hinterlassenen Dokumente gemäß dem Willen Saiferin ein, mit wem sie sprach, und sie wurde rot. Ich belaufen wird, wie sie aussieht. Jedenfalls ist es gut, daß ich jetzt des Entschlafenen weiteren Streifen bekannt zu machen, so- ruhigte sie aber, indem ich ihr sagte, ich sei mit ihrer Tante hier bin. weit sie zur Veröffentlichung geeignet ge- ganz einverstanden. Im Laufe der Konversation erfuhr ich, wesen seien. daß sich die Kaiserin Augusta bei Kaiser und Kaiserin ganz be- es schlecht aus. Wir haben zwar heute wenigstens so viel erreicht, Berlin, 17. August 1899. Mit der Kanalvorlage sieht Die interessantesten, charakteristischsten Dokumente haben sonders günstig über mich ausgesprochen habe und daß ihr also dieser daß die Vorlage in die dritte Lesung kommt, das hilft uns aber danach einstweilen ihre Veröffentlichung noch günstige Umschwung zu danken ift. Von den kaiserlichen Herr nichts, da diese schon Samstag stattfindet. Das gewisse Kompronicht gefunden. Aus den veröffentlichten Aufzeichnungen schaften verabschiedet, begab ich mich nach dem„ Einsiedler", wo ich miß zwischen Zentrum und Nationalliberalen, wodurch das Zentrum aber kann man sich bereits einen Begriff davon machen, wie frühstückte und dann um 3 Uhr nach dem Schloß Friedrichskron. bestimmt werden sollte, in dritter Lesung für den Kanal einzujene Indiskretionen ausgesehen haben mögen, die vom Heraus Dort empfing mich Sedendorff und führte mich hinauf in den ersten treten, nachdem das Kommunalwahlgesetz zustande gekommen wäre, geber als zur Veröffentlichung ungeeignet unterdrückt worden Stock, wo ich die Kaiserin Vittoria fand. Sie ist sehr nieder- ist ins Wasser gefallen. Der Kaiser will nun nicht find. Besonderen historischen Wert dürfen die Aufzeichnungen gebeugt, sehr angegriffen, und ich überzeugte mich, daß sie die ganze auflösen, weil ihm mehr an dem Zuchthausgeseh als an dent Hohenlohes wohl schwerlich beanspruchen, immerhin sind sie nicht letzte Beit, das ganze lehte Jahr hindurch künstliche Heiterkeit zur Stanal liegt, und zu dem Zuchthausgefes braucht er uninteressant aus dem Grunde, weil sie uns jene allerhöchsten Schau getragen hat. Denn jetzt fand ich sie tieftraurig. Sie konnte bie Konservativen im Reichstag. Ich würde vorHerrschaften, die nach den naiven Vorstellungen des beschränkten vor Weinen anfangs nicht sprechen. Erst sprachen wir von den Untertanenverstandes auf der Menschheit Höhen" wandeln, ein- legten Tagen des Kaisers, dann belebte sie sich und sprach über die ziehen, daß man auflöfte. Wenn aber der Kaiser tein liberales mal im Negligé vorführen. Wenn es noch eines Beweises Bosheit und Gemeinheit der Menschen, womit sie bestimmte Persön- Ministerium zusammenstellt und das tut er nicht, dann bedurft hätte, daß auch diese regierenden Herrschaften menschlichkeiten meinte. Man wolle das Andenken des Kaisers verdunkeln ist die Auflösung eher schädlich. ist die Auflösung eher schädlich. lichen Schwächen in menschlicher, häufig allzu menschlicher und sage jetzt, er sei eigentlich gar nicht fähig gevejen, zu regieren Agrariern sprach und das Bedenkliche hervorhob, daß einmal in Berlin, 7. März 1900. Als ich gestern abend mit den Beise unterworfen sind, so böten dafür die Denkwürdigkeiten und habe gar nichts getan, während er doch angestrengt gearbeitet dem Hereintragen des Prohibitionssystems in unsere ZollgesetzOnkel Chlodwigs einen neuen Beweis. und selbständige Entschlüsse gefaßt habe. Herbert Bismard Einem Auszug aus den Aufzeichnungen, den die habe die Frechheit gehabt, dem Prinzen von gebung( durch das Fleischbeschaugesetz) und dann in der VerVossische Zeitung" veröffentlicht, entnehmen wir folgende Wales zu sagen, daß ein Kaiser, der nicht bis. teuerung des Fleisches im Hinblick auf die Waffe liege, Stellen: die wir damit den Sozialdemokraten bei den Wahlen eigentlich nicht regieren Berlin, 2. Juni 1880. Um 24 Uhr fuhr ich zum Bahnhof. dürfe usw. Der Prinz habe gesagt, wenn er nicht Wert auf die geben, wurde mir von W. entgegengehalten, die Landbevölkerung Dort traf ich Fürst und Fürstin Bismard, wir sehten uns in das- guten Beziehungen zwischen England und Deutschland legte, so würde ebenso erbittert sein, wenn man ihr die Möglichkeit der selbe Coupé und fuhren nach Potsdam und von da im Wagen nach würde er ihn zur Tür hinausgeworfen haben. Erhöhung der Viehpreise abschneide, wie die Sozialdemokraten, Dort fanden wir Redern, die Hofmarschälle, die Von dem Vater Bismard sagte sie, er habe nun zwanzig Babelsberg. wenn sie kein Fleisch mehr zu essen bekämen. Ich finde, daß Adjutanten und Hofdamen. Bald darauf erschien der Hausminister Jahre unumschräntt regiert und habe es nicht ertragen bies irrig ist. Die Zahl der Sozialdemokraten und aller Schleinitz und verkündete feierlich, daß die Verlobung des Prinzen fönnen, einem Willen bei dem Monarchen zu begegnen. Der leinen Leute, welche durch die Verteuerung des Fleisches geWilhelm mit der Prinzessin Augusta Vittoria von Schleswig- junge Kaiser sei ganz in seinen Händen. Man schädigt werden, ist größer als die durch den Bund der Landwirte Holstein- Sonderburg- Augustenburg soeben stattgefunden habe. Bald fönne noch nicht wissen, was er tun werde. Der Buttkamersche Fall aufgeregte Landbevölkerung. Es war, als Seine Majestät die Aufdarauf kamen auch die höchsten Herrschaften. Die Braut gefiel sehr sei vom Kaiser, nicht von ihr hervorgerufen worden. Bismarck lösung des Landtags verwarf, beschlossen worden, den Beamten die gut. Der Kronprinz beklagte sich bei mir über die Unfreund- habe Butttamer selbst los sein wollen wollen und Teilnahme an dem Bunde der Landwirte und dessen Begünstigung lichkeit, mit der die Verlobung von den anderen habe das Odium der Entlassung auf den Kaiser durch die Behörden zu verbieten. Das ist nicht geschehen. preußischen Prinzen und Prinzessinnen auf- übertragen, wie er es denn überhaupt verstehe, das Odium Diese Aufzeichnungen bedürfen keines eingehenden Komgenommen worden sei. Nach Tisch sprach ich noch mit der dessen, was er tue, auf andere abzuladen. Als die Nede auf mentars; sie sprechen für sich selbst. Wir begnügen uns desBraut, die sich, seit ich sie nicht gesehen habe, sehr herausgemacht hat. Wa Idersee kam, sagte fie, er fei ein falscher, ge- halb mit einigen wenigen Randglossen. Sie war in dieser für sie sehr schwierigen Situation sehr nett und wissenloser Mensch, dem es nicht darauf ankommen werde, In der Aufzeichnung vom 22. Juni 1888 erzählt Onkel tattvoll. Als wir zur Bahn fuhren, ich im Wagen mit AlbedyII, sein Vaterland ins Verderben zu stürzen, wenn sein persön- Chlodwig, wie ihm die Kaiserin Auguste Vittoria mitgeteilt habe, Wilnowski und Lehndorff, erklärten die Herren, sie licher Ehrgeiz befriedigt werde. Auch Kaiser Friedrich habe daß ihre damals in Paris weilende ,, Tante Amalie" entrüstete seien jest mit der Heirat ausgeföhnt. Ich fuhr ihm nicht getraut und ihn für falsch angesehen. Zum Schluß trug Briefe über den Paßzwang geschrieben habe. Sie habe wieder mit dem Fürsten und der Fürstin Bismard. Der Fürst be- sie mir auf, Thesh und Amalie für ihre Briefe zu danken. Ich ging u. a. geäußert: Wenn Ihr, wie Ihr sagt, teinen trachtete und besprach Schonungen und Kornfelder, und dann sang noch zum Prinzen von Wales, der vorsichtig sprach, aber Krieg wollt, warum macht Ihr solchen Unsinn?" er vor sich hin. Wir waren alle müde und vermieden ernste Ge- über die Grobheit der Familie Bismard, Vater und Sohn, Der Kaiserin sei dann plötzlich eingefallen, mit wem sie spräche. entsekt ist. Den Paßzwang und das System, Frankreich zu eigentlich spreche, und sie sei errötet. Er, Hohenlohe, habe sie Berlin, 20. Mai 1881. Am 16. Hier eingetroffen. Abends irritieren, begreift er nicht. aber damit beruhigt, daß er mit der Tante Amalie bei Bismarck zum Diner. Es wurde nicht viel Politik gesprochen, Straßburg, 26. Ottober 1889. Gestern fuhr ich nach Baden, ganz einverstanden sei. da ein alter Herr von Dewik, Universitätsfreund von Bismard, biel wohin ich zur Kaiserin zum Essen geladen war. Ich fand sie Hier zeigt sich Onkel Chlodwig selbst einmal im Negligé. von Göttinger Kneipereien sprach. Er hatte sich bei Tisch an- wohler als sonst, ihre Stimme heller und verständlicher. Sie Fürst Hohenlohe war damals Statthalter der Reich 3getrunken und hörte nicht auf, von seinen früheren Räuschen zu sagte mir allerhand Schmeichelhaftes und meinte, meine Stellung and e. Unter seiner Statthalterschaft war damals der Paßsprechen. Die übrigen Tage vergingen in Konversation mit Styrum im allgemeinen wachsen". Ueber die Politit äußerte fie fich wie zwang für alle über die deutsch- französische Grenze in das und Holstein und in Visiten und Reichstagssitzungen. Am Donners- immer sehr vorsichtig, mißbilligt aber doch das gar Reichsland kommenden Ausländer eingeführt worden. Man tag mit Hermann in Botsdam. Merkwürdig ist, daß Prinz zu viele Herumreisen des Kaisers und hält die wollte dadurch die französischen Aufwiegler" fernhalten. In Wilhelm ein etwas jugendlich rüdsichtsloser Reise nach Athen,( die, wie ich von Fürstin Betsy hörte, den Wirklichkeit aber schädigte man durch diese Maßregel mur junger Mann ist, vor dem seine Mutter sich griechischen Hof ruiniert), für überflüssig. Nach Tisch die Verkehrsverhältnisse der Reichslande auf das schwerste. fürchtet, und der auch mit dem Kronprinzen, seinem hatte ich ein längeres Gespräch mit dem Großherzog, der sich Auf diesen Baßzwang spielte spielte die ,, Tante Amalie" Water, Konflikte hat. Die Frau soll eine milbernde über Bismard betlagte. Dieser fei gegen ihn erbittert, in ihrem Briefe an. Sie erklärte ihn für überflüssig und Wirkung ausüben. Die Kronprinzessin sprach viel über weil er dem Kaifer Gelegenheit gegeben habe, sich über die Schweiz lächerlich, wenn man nicht einen Strieg mit Frankreich wolle. Rußland, auch der Kronprinz. Sie sind beide entsetzt günstig auszusprechen, und noch wegen anderer Dinge. Der Groß- Und Onkel Chlodwig, der Statthalter der Reichslande, der über die dortigen Zustände, und die Kronprinzessin herzog sagte dann:" Der Kaiser hat den Fürsten bis wenn nicht Miturheber, so doch mitverantwortlicher teilt ganz meine Anschauungen, daß nur das hierher"- dabei zog er die Linie nicht am Hals, wie dies für diese Paßschikanen war, versicherte die Kaiserin, daß er tonstitutionelle System helfen kann. Daß der gewöhnlich bei dieser Redensart geschieht, sondern an den Augen über diesen Paßzwang ganz so dente wie Reichskanzler fürchtet, eine gesetzgebende Versammlung werde den Ebenso sei ihm erbert zuwider. Ich meinte:" Ja, er hat die Tante Amalie! Kaiser nur dazu veranlassen, gute Redner zu Ministern zu machen, ihn ja nach Athen mitgenommen", worauf der Großherzog Diese reichsländischen Paßschikanen erregten in Frankreich sagte ich ihr nicht. Der Kronprinz sagt, der Kaiser habe sich ihm sagte:" Ja, er ist nun einmal da!" Der Kaiser wolle sich jetzt, begreiflicherweise böses Blut. Der Boulangismus, der eine gegenüber sehr freundlich ausgesprochen, Großfürst Wladimir sei so lange er ihn noch für die Bewilligung der Militärvorlage brauche, Zeitlang zurückgetreten war, gewann durch dieses Vorgehen durch seinen öfteren Aufenthalt in Deutschland ganz deutschfreundlich nicht mit ihm überwerfen. Später werde er ihn nicht mehr wieder Oberwasser. Als nun gar französische Chauvinisten geworden. Der Kaiser habe sich gegen eine Konstitution aushalten. durch Belästigung deutscher Studenten sich für die Paßschikanen gesprochen. Berlin, 22. Januar 1894. Die gestrige Anwesenheit Herbert revanchierten, als gar ein Geisteskranker gegen den BureauPotsdam, 22. Juni 1886. Nachdem ich gestern telegraphisch Bismards beim Ordensfest läßt die Gemüter noch nicht zur Ruhe diener der deutschen Botschaft in Paris ein läppisches Attentat benachrichtigt war, daß ich heute um 12 Uhr von dem Kaijer und kommen. Im Kasino wird dem Kaiser vorgeworfen, er habe Herbert unternahm, erging sich die offiziöse Nordd. Allg. der Kaiserin empfangen werden würde, fuhr ich um 11 Uhr hierher Bismard sagen laffen er malte ihn sprechen, und18eitung" in den wüstesten Ausfällen gegen die wilde " " Nation jenseits des Rheins. So schrieb die„Nordd. Mg. Zeitung" am 25. Oktober 1888, daß das Vorgehen der Chauvinisten in Frankreich„einen weiteren Belveis für die Verwilderung und Roheit des französischen Volkes" liefere, das nach und nach von., d e r h o h c n Stufe der Zivilisation immer tiefer herabgesunken fei. Frankreich schließe sich dadurch selb st aus dem Kreise der gesitteten Nationen aus. Und als nun gar Frankreich in einem Fremdengesetz Revanche nahm für die Paßschikanen in den Reichslanden, tobte sich der halbamtliche Furor der„Nordd. Allg. Ztg." in einer noch stärkeren Forin aus. Frankreich, so hieß es, sei aus der .Kultur in die Barbarei zurückgefallen und zu wilden Bräuchen und Instinkten zurückgekehrt. Hätte Fürst Hohenlohe, der ja nach seinen eigenen Aufzeichnungen die Paßschikanen in den ReichSIanden selbst verurteilte, dieser seiner wahren Meinung selbst nachdrücklich Ausdruck verliehen, so wäre es möglicherweise zu der ganzen chauvinistischen Hetze zwischen den beiden Nachbarstaaten nicht gekomnwn. Aber Onkel Chlodwig deckte alle Maßregeln, die man von ihm verlangte, willfährig mit feiner Person. Interessant ist auch die Aufzeichnung vom 17. August 1899. Zwar wollten die Junker die Kanalvorlage nicht schlucken, doch wagte der Kaiser den Landtag nicht aufzulösen, u m d i e e unker nicht zu einer Rache gegenüber seiner uchthausvorlage zu veranlassen. Gleichwohl wurde bekanntlich die Zuchthausvorlage. die bereits zwei Jahre zuvor in einer Bielefelder Kaiserrede angekündigt war, im November dieses Jahres 1899 in den Orkus versenkt. Alle diese Dinge rufen dem Leser das bekannte Wort Oxenstiernas ins Gedächtnis! poUtifchc dcbcrficbt Berlin, den 11. Oktober. Lehren von Jena. Im„Tag" äutzert sich Generalmajor Bigge, indem er auf einen „Biribi" überschriebenen Artikel aus Nr. 4ög deS„Tag", den wir in Nr. 21S deS„Vorwärts" schon besprochen haben, Bezug nimmt, über Soldatenmitzhandlungen im deutschen und französischen Heere. Durch die systematisch betriebene Kritik im Reichstage wie durch die peinlich genaue Registrierung aller bekannt gewordenen MijzHandlnngS- fälle in der sozialistischen Tagespresse ist erreicht worden, datz die berufenen Vertreter des preußischen Gamaschendrills es nicht mehr wagen, das Bestehen der planmäßigen und rohen Soldatenmißhandlungen im Reichsheere einfach weg- zulengnen. Generalmajor Bigge meint:„unbekannt sind nun zwar die Fälle groben Mißbrauchs der militärischen Dienstgewalt auch in Frankreich gerade nicht, man tritt sie dort nur nicht mit solchem Behagen in Presse und Parlament breit wie bei uns.... Aber immerhin, es hat schon seine Nichtigkeit: rohe fortgesetzte Mißhand- lungen der Mannschaften sind selten in der französischcn Armee." Der Herr General glaubt nun diese für die deutsche Armee so äußerst be- schämende Tatsache dadurch beschönigen zu können, daß er ausfuhrt. der„innere Dienst" werde in der französischcn Armee lange nicht mit der Schärfe gchandhabt wie bei uns; der französische Unteroffizier drücke in puncto Kasernen-, Stuben- und Spindordnung gern ein Auge zu. während der deutsche Unteroffizier gerade diese Nebendienstzweige als seine Hauptaufgabe betrachte. Dieser für die Kriegsausbildung nur in ganz beschränktem Maße in Betracht kommende„innere Dienst" ist es in der Tat, der sämtlichen Hauptdienstarten sein Gepräge ausdrückt und so den an- geblichen Zweck der Ausbildung, die Kriegsfertigkeit gegen den äußeren Feind, immer mehr beiseite schiebt. Schärfer und treffender kann kein Sozialdemokrat das preußische Drillsystcm kritisieren und vor aller Welt bloßstellen, als dieser Fachmann, toenn auch ungewollt, getan hat mit dem Geständnis. daß bei uns die Nebensächlichkeiten als die wichtigeren Hauptaufgaben betrachtet werden, und zwar systematisch als solche betrachtet werden. So nahe der uns in dieser Frage sehr angenehme und will- konnnene Verbündete, Herr General Bigge, den eigentlichen Ursachen der Soldatenschindereien gekommen ist: er haut am Ende doch noch daneben. Er glaubt, die Mißhandlungen dadurch einschränken zu können, daß man die Unteroffiziere mit einer beschränkten Straf- befug nis ausstartet, wie eS in Frankreich der Fall ist. Also der Teufel soll durch Beelzebub ausgetrieben werden. Abgesehen davon, daß dieser Vorschlag selbst an maßgebender Stelle aus Zweckmäßig- keitsgründen als undiskntnbel bezeichnet werden dürfte; wie denkt sich Herr General Bigge die Ausführung? Soll dem Unter- offizicr da» Prügeln gesetzlich konzessioniert werden, etwa durch Wiedereinführen des Korporalstockes, oder soll ihm daS Recht der kurzzeitigen Freiheitsentziehung, etwa durch Schmälern der dienst- freien Stunden, wie in Frankreich, zugestanden lverden? DaL crstere wäre ein Rückschritt, den selbst der reaktionärste junkerliche Kriegs- minister nicht zu befürworten wagen würde, und das zweite ist eine direkte Unmöglichkeit, da der preußische Soldat, besonders im ersten Jahre, von einigen Ausnahmen abgesehen, keine freie Zeit mehr hat, die ihm noch entzogen werden könnte. Der schon oben angezogene „innere Dienst" mit seinen als wichtige Hauptaufgaben aufgefaßten Nebensächlichkeiten hat schon alle Stunden, mit Ausnahme der Schlaf- zeit, erfaßt. So viel höhere Offiziere, die mitunter vielleicht die besten Ab- sichten haben, sich schon an die Ergründung und Beseitigung dieses großen Schandfleckes der Armee herangemacht haben, so ivernge sind doch,»ach den getroffenen Maßnahmen und Ratschlägen zu urteilen, bis auf den eigentlichen Grund der Sache gelangt. Noch nie ist ein höherer Befehl ergangen, den unseligen Putz- dämon zu beseitigen, die unsinnig steifen Formen des Gamaschendrills einzuschränken oder gar eine tägliche mehrstündige absolute Freizeit der Mannschaften einzuführen. Alle gehaltenen Reden, erlassenen Orders und Befehle, ja alle Beispiele von höheren Stellen: sie iviesen stets kurz und bündig auf die Erhaltung der Disziplin durch den Drill, auf altpreußische Schneidig» keit hin. So lange man aber nicht mit dieser Tradition bricht, so lange werden auch die Soldatenschindereien nicht zu beseitigen sein. Je mehr aber der Geist der Aufklärung und deS Selbstbewußtseins unter den Volksmassen um sich greift, desto mehr wird dieser Drill das Gegenteil von dem erreichen, was erreicht werden soll. Daß der forcierteste Drill keine soldatischen Tugenden zu er- zeugen vermag, daß die Begeisterung für die zu ver- tretende Sache einer Truppe erst den rechten Elan verleiht, das hat Preußen ja schon einmal im Jahre 180g erlebt. Fährt man wie bisher fort, die Armee dem Volke zu entfremden und durch Kadavergehorsam daS Selbstgefühl der Mannschaften zu ersticken, so könnte man leicht noch einmal ein neues, vielleicht nur noch viel schlimmeres Jena erlebe»!—_ „Königliche" Kauflente. Der„Reichsvote" behandelt im Anschluß an die Meldung, daß tn Esten 40 000 Mark„für die russischen Juden", dagegen nur 15 Mark und einige Pfennige für die Truppen in Südwestafrika gesammelt worden sind, die Opferwilligkeit der Kapitalisten für die von ihnen geforderte und in ihrem besonderen Jntereste betriebene Welt- und Kolonialpolitik: „Und der königlicheKaufmann? Er, der die Erfolge in der Wcltpolitik am ehesten umsetzt in solide Besitz» t i t e l? Ach, dieser königliche Kaufmann! Ein Stöhnen und Klagen geht durch die Reihen der deutschen Diplomaten, wenn da« Thema:.Opferwilligkeit des deutschen Kapitals" an- geschnitten wird. In den liberalen Kapitalsblättern lärmt Herr Chauvin alle Tage, daß andere Rationen Fortschritte machen, Deutschland nicht, da wird dem armen Muschik, der als Pionier des Deutschtums irgendwo in Afrika oder im Orient sitzt, vor- geworfen, daß er im Kampfe gegen das Fremde nicht zähe genug sei: wenn es aber darauf ankommt, diesen armen Kleinen in seinem schweren Kampfe zu unterstützen, dann versagen Kapital und Kapitalistenpresse. Benehmen sich überall so hervorragend. wie den Kämpfern in Südwest gegenüber. 15 Mark für sie»md 40 000 für die russischen' Juden: an dies Er- gebnis der Essener Sammlungen erinnert lebhaft die letzte vor ivenigen Tagen im„Neichsanzeiger" veröffentlichte Gabcnliste des Königreichs Preußen für die Südweftasrikauer. Die Liste von Gaben umfaßt die Nummern 1786 bis 1823. In einem nicht unbeträchtlichen Zeitraum sind im ganzen im Königreich Preußen also 3 7 Gaben zu s am in engekommen, und was für Gaben I Es werden aufgeführt: vier Ballen und zwei Kisten Drucksachen, ein Ballen Zeitungen, eine Holzkiste Bücher, zwei Kisten Unter- haltungSblätter und ein Ballen Zeitungen. Dann kommen acht Nummern von Sendungen einzelner Zeitungen und Zeitschriften. Was an weiterem in mehreren Wochen Sammeltätigkeit zusammen» gekommen ist, so haben vier Nordhäuser Firmen 14 nisten Brannt- wein und 50 Kisten Fruchtsäfte geschickt, die herzogliche Mineral- wasserverwaltung in Salzbrumt lechs Kisten Mineralwasser. Ein Berliner Kaufmann sandte eine Kiste Zigaretten, der Vater- ländische Frauenverein in Iserlohn ein Achtel Pipe Wein. Dann find eine Zwiebacksendung und zwei Ballen Wäsche noch er- wähnenswert, sowieS5'0 Marli nbaremGelde. Das ist alles...." Das fromme Blatt hat nicht unrecht. Zieht man in Betracht, in welcher Weise tagtäglich die Presse der rheinisch- westfälischen Schlotbarone, der Hochfinanz und der hanseatischen königlichen Kauf- leute den Arndtschen Vers variiert:„Mein Vaterland muß g r ö ß e r s e i n", wie sie in pathetischer Begeisterung von der Rot- wendigkeit der Kolonialerwerbspolitik für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft faselt: zieht man ferner in Betracht, welche Riesenprofite diese Kapitalistenkreise an den Schiffsbauten, den Proviantlieferungen, den Schiffsftnchten, den Truppentransporten, den kolonialen An- lagen usw.„verdienen", dann machen die winzigen Taschen- gelder, die diese großen Patrioten für„Deutschlands Zukunft und Ehre" übrig haben, einen geradezu widerlich-kläglichcn Eindruck, besonders wenn man damit die privaten Leistungen der englischen und holländischen Handels- und Kolonialkapitalisten zur Unterstützung der in ihrem Interesse geführten Kolonialkämpfe vergleicht. Die Millionensnmmen, die den deutschen königlichen Kaufleuten und Reedern durch die Kolonialpolitik in den Schoß geworfen werden,— stecken sie willig ei»: die Kosten dieser Politik aufzubringen, das über- lassen sie willig dem deutschen Volk, und schimpfen noch obendrein in ihrer Presse, wenn dieses sich dagegen wehrt, daß ihm die er- forderlichen Riescnsummen durch Verteuerung der notwendigsten Lebens- und Genußmittel abgezwackt werden, statt daß sie durch Steuern jenen abgenonunen werden, für welche sich die Welt- und Kolonialpolitik in„solide Besitztitel' umsetzt.>- Deutfches Reich. Freisinnige Verdrehungen. Die ehemalige„Freisinnige Zeitung", spätere„Freie Deutsche Presse" hat jüngst in der seltsamen Meinung, daß die Etikette den Mangel des Inhalts decken muß. wieder den Titel„Freisinnige Zeitung" angenommen: doch an dem Gehalt der geistigen Kost, die sie täglich ihrem spärlichen Leserkreise bietet, hat der Etikettenlvechsel nichts geändert. Es ist noch immer derselbe Abspülicht liberalen Aufklärichts mit Müllerscher verdünnter Mehlsauce, den sie serviert. In seiner Nummer 339* Scherl brachte am Donnerstag folgendes Privat-Tclegramm: Rom, 10. Oktober, 3 Uhr bb Min. abends. Auf dem«ozia» listenkongrcß wurde heute über den Antimilitarismus verhandelt. Die sindäcalistischen(gewerkschaftlichen) Redner traten ohne jede Reserve für die anti militari st is che Propaganda im Heere ein, die besonders durch die sozialistischen Jugendvereine betrieben werden soll. Die Jutegralisten und Reformisten auf dein Kongresse, das heißt die überwiegende Mehrheit, sprachen sich dagegen unumwunden gegen die unpatriotischc Tendenz dieser Vorschläge aus. Die integralistischcn Redner wollten unter Anti» militarisnius eine Propaganda verstanden wissen, die darauf hin- zielt, die Soldaten dahin zu bringen, daß sie bei Arbeiterkonflikten keinen Gebrauch von ihren Waffen machen und sich während eines Streikes nicht als Ersatzarbciter verwenden lassen. Die mili- tärischcn Einrichtungen bezeichneten sie als notwendig für die Verteidigung des Vaterlandes. Die Reformisten be- kämpften nicht nur �cn anarchistischen Antimilitarismus der Sindacalist�n, sondern erklärten auch, daß jede Propaganda im Heere unverantwortlich sei, weil man durch sie nur die jungen Leute ins Zuchthaus und in die Strafkompagnicn bringen werde. Man solle dem Heere den Charakter eines Klasseninstrumentcs rauben, aber man solle nicht die Liebe zum Vaterlande und die Notwendigkeit der Verteidigung des Vaterlandes verleugiien. Auf eine Abstimmung wurde verzichtet. Gewerkschaft nnd Politik. Londoi», 10. Oktober. Die Jahreskonferenz der Eisenbahner in Cardiff gestaltete sich in den ersten zwei Tagen zu einer bestigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der selbständigen Arbeiter- Partei und der liberalen Arbeiterpolitik. Unter den 60 Konferenz- delegierten hatten die Anhänger der Arbeiterpartei die Mehrheit, aber es ist zweifelhaft, ob ihre Idee unter den 60 000 organisierten Eisenbahnern die Mehrheit biutcr sich habe. Der Mittelpunkt des Kampfes ist, wie bereits berichtet, der Generalsekretär und Parlamentöabgeordnete Richard Bell, der sich der Arbeiterftaktiou nicht anschließen will und init der liberalen Partei zusammengeht. Der Verbandsvorstand stellte folgenden Antrag:„Alle Parlaments- kandidaten des Verbandes sollen sich den Statuten und dem IVbip (parlamentarischen Sekretär) der Arbeiterpartei unterwerfen." Der Antrag wurde mit&7 gegen 22 Stimmen angenommen. Run kam eine Resolution einiger Zwcigvereine, die Bell vor- pflichten sollte, sich der Arbeiterfraktion anzuschließen, d.h. Bell sollte sich jeden Zusammengehens mit den Liberalen enthalten. Eigentlich war diese Resolution nicht nötig, da sie dasselbe ber- langt, was im angenommenen VorstandSantragc gesagt wurde. Sie wurde aber auch nur zu dem Zwecke eingebracht, uni Bell zur Rechenschaft ziehen zu können. Die Resolution wurde infolge ihres persönlichen Charakters mit 47 gegen 9 Stimmeil abgelehnt, aber ihr Zweck wurde erreicht; die Debatte fand statt und'»ahm einen recht lebhaften Verlauf. Bell rechtfertigte sich in einer längeren, vielfach durch heftige Unruhe unterbrochenen Rede, aus der folgende Stellen interessant sein dürften: „Ich bin zur Ucberzeugung gekommen, daß diese ganze Aktion nicht mehr und nicht weniger als eine sozialistische Verfolgung eine? Mannes ist, der die sozialistische Lehre nicht verschlingen will... Die Sozialisten glauben, sie würden imstande sein, die intelligenten Arbeiter dieses Landes in ihr Netz zu fangen.... Wenn ich wieder in meinem Wahlkreise(Derby) kandidiere, werde ich Lord Ribblesdales Sohn oder Dr. Stanton Eoit(beide Sozialisten»d Mitglieder der Unabhängigen Arbeiterpartei) als Gegenkandidaten haben. Diese Leute haben also das Recht, sich Arbeiterkandidaten zu nennen, während ich als Eisenbahner und Generalsekretär einer Gewerkschaft kein Recht haben soll, als Arbeiterkandidat aufzutreten.... Ihr schimpft auf John Burns, weil er sich für 2000 Pfund Sterling der Bourgeoisie bcrkanft habe, aber Euer Arbeitcrabgcordneter Philip Snowden(Sozialist und Mitglied der Unabhängigen Arbeiterpartei), der nicht oft im Unterhanse zu sehen ist. erhalt für journalistische Arbeiten etwa 1500 bis 2000 Pfd. Stcrl. jährlich. Und I. R. Mac- donald, der Sekretär der Arbeiterpartei und Parlamcntsabgeordncter für Leicester, ging während der Ferien nach den Kolonien unier Kontrakt mit der„Daily Ehronicle" und dem„Manchester Guardian", um ihnen Berichte zu liefern.(Widerspruch.) Wer dies nicht glauben will, kann es von den Redakteuren der beiden Blättern erfahren. Ich werde verfolgt, weil ich von den Liberalen gewählt wurde. Und wie wurden denn I. R. Macdonald und Richards gewählt? Mit Hülfe der liberalen Partei. In Leicester wurden Macdonald und Broadhurst auf demselben Plakat den Wählern empfohlen(Macdonald war Kandidat der Arbeiterpartei, Broadhurst der Kandidat der liberalen Partei).... Ich verlange, dasz über die Frage meines Anschlusses an die Arbeiterpartei nicht die Konferenz, sondern die Mitgliedschaft des Verbandes entscheidet." Der Vorsitzende hielt diesen Antrag für nicht in Ordnung, da die Konferenz durch ihre Annahme des Vorstandsantrages die par- lamentarischen Vertreter zum Anschluß an die Arbeiterpartei der- pflichtet hat. Hierauf nahm die Konserenz einen Antrag an, Genossen I. Holmes bei einer vorkommenden und aussichtsvollen Nachwahl als Parlamentskandidaten aufzustellen.— Die JahrcSkonferenz der Bergleute in Swansea nahm einen ruhigem Verlauf. Es sind 97 Delegierte anwesend, die 518 500 organisierte Bergleute vertreten. Der Präsident ist E n o ch Edwards, der parlamentarische Vertreter der Bergleute. In seiner Eröffnungsrede gab er eine Uebersicht über die gesetzgeberische Arbeit der letzten Parlamentssession, soweit sie die Gewerkschafts- interessen betraf und gab am Schlüsse zu verstehen, daß alle Arbeiter- führer eine einheitliche Arbeiterpartei ivllnschten, aber eS sei nicht leicht, dieses Ziel zu erreichen. Vorläufig sollten die verschiedenen Arbettergruppen friedlich und freundschaftlich mit einander arbeiten. Eine längere Debatte rief die Achtstundenbill hervor, in der mehrere Redner die Besorgnis ausdrückten, daß die Regierung nicht gewillt sei, weiter als die zweite Lesung zu gehen und daß deshalb den Bergleuten noch schwere Kämpfe bevorständen. Die Minen- besitzer verschmähten kein Mittel, um gegen die Bill zu intrigieren und sie fänden mich Hülfsgenossen innerhalb der Regierung.— Der französische Gewerkschaftskongreß. 1. Verhandlungstag. A m i e n S, 9. Oktober.(Eig. Ber.) Der Vorsitzende David- Grenoble eröffnet die Sitzung/ Die Mandatsprüfungskommission erstattet ihren Bericht. Da die Dele- gierten einer doppelten Legitimation bedürfen— seitens der Föde- rationen und der Arbeiterbörsen— ist die Virifikation ziemlich kom- pliziert. Wegen 12 verspätet angemeldeter Mandate entspinnt sich eine Debatte, die mit der— vom Berichterstatter bekämpften— Zulassung endet.— Die Kommission hat gestern den ganzen Tag gearbeitet und der Kongreß hat deshalb keine Sitzung abgehalten. Trotzdem bleiben strittige Punkte. Im ganzen sind für die Föderationen 984 Mandate zugelassen, die sich auf 55 Föderationen verteilen. 47 Mandate sind zurückgewiesen, darunter 25 von Lyon. Von den Arbeitsbörsen sind 90 zugelassen, 1 zurückgewiesen.— Unter den Delegierten sind einige Frauen. Guöry-Lyon bringt den Lyoner Streitfall zur Sprache. In dieser Stadt bestehen zwei gewerkschaftliche Organisationen, die eine innerhalb, die andere außerhalb der munizipalen Arbcitsbörse. Guöry erklärt, daß die Organisationen der Arbeitsbörse gute ge- werkschastliche Arbeit, nur eben keine antiparlamentarische Politik betrieben hätten. C h a y o t von der unabhängigen GewerkschaftSunion er- tvidert sehr heftig, daß es ehrenhaften Gewerkschaften unmöglich sei, das Reglement der munizipalen Arbeitsbörse anzunehmen. Die Ausfälle des Redners rufen stürmische Proteste in der Versammlung hervor, und der Gegensatz zwischen den eigentlichen Gewerkschaftlern und den Antiparlamentarienr tritt deutlich zutage. ES ist übrigens zu bemerken, daß die Sozialisten in dem Konflikt nicht engagiert sind. Genosse L a r a u d hat sogar eine Einigung herbeizuführen gesucht, kam aber nicht zum Ziel.— Die Debatte zieht sich lange hin. V V e t o t, der Sekretär der Sektion der Arbeitsbörsen, ist gegen die Zulassung det Arbcitsbörse von Lyon. Man dürfe sich nicht von Gefühlen, sondern nur von den Statuten der Kon- föderation leiten lassen. Sonst komme man aus� derartigen Streitigkeiten nicht heraus. Griffuelhes ist derselben Mei- nung.' Nach den Statuten kann es an einem Orte nur eine Arbcitsbörse geben. Die neue Gewerkschaftsunion in Lyon gehört der Konföderation an und zahlt ihre Beiträge. Es ist unmöglich, die andere Arbeitsbörse zuzulassen, die außerhalb der Konföderation steht. Ein Gegenredner sagt, wenn die Konföderation die Statuten genau anwenden wollte, lvürden nicht viele Arbeitsbörsen übrig bleiben. Der Bericht der Verifikationskommission wird mit allen gegen 14 Stimmen genehmigt. Der Antrag, den Lyoner Streit einer Kommission zur Schlichtung zu überlassen, wird nnt einer großen Mehrheit angenommen. Der Kongreß spricht den russischen Freiheitskämpfern seine Sympathien aus. Vor Schluß der Vormittagssitzung kommt es noch zu einem heftigen Tumult. Ein Delegierter hat eine Entrüstunasresolution gegen das Tageblatt„Reveil du Nord" beantragt. Dieses in Lille ericheinende Blatt nennt sich sozialistisch, hat Beziehungen zum Deputterten B a s l y, steht aber in keinem Verhältnis zur geeinigten Partei. Während des BergarbeitcrstreikS hat es die Konföderation. die bekanntlich gegen den alten Bergarbeiterverband agitierte, scharf befehdet und dabei— bei der Behandlung der Clemenceanschen Verschwörungskomödie— in das Horn der RegicrunaSpresse ge- stoßen. Die Befürworter des Entrüstnngsbeschlusses benutzen die Gelegenheit, um die„Politiker" anzugreifen. Ein altes Mitglied der guesdistischen Partei bemüht sich vergeblich zu Worte zu kommen. Die Majorität schreit und pfeift. Unter großen, Lärm wird die Sitzung geschlossen._ Die Gewerkschaftspresse 511m Parteitag. Ter„Grundstein": „... Wir glauben sagen zu dürfen, daß der Verlauf und das Resultat dieser Verhandlungen(über Massenstreik und Partei und Gewerkschaften. Red. d.„Vorw.") in den Hauptsachen befriedigend sind.... Im allgemeinen trugen die Debatten den Charakter strenger Sachlichkeit; sie waren bestimmt und beherrscht von dem entschiedenen guten Willen der erdrückenden Mehrheit des Partei- tage», die unangenehmen Differenzen, die sich in der Frage des politischen Massenstreiks und der Stellung der Partei zu den Ge- werkschaften entwickelt hatten, beizulegen und zu klarer und bündiger Auffassung zu gelangen. Vereinzelt machte sich leidenschaftlich» Erregung oder ein Anflug davon bemerkbar. Dem Genossen Bebel, der sich als erster Referent in etwa dreistündiger Rede über die streitigen Punkte verbreitete, gebührt Anerkennung dafür, daß er von vornherein die Aufmerksamkeit des Parteitages auf die ent- scheidenden rein sachlichen Erwägungen konzentrierte. Einer der wichtigsten Teile seiner Ausführungen begreift sich in der unbedingten energischen Absage an die Re- volutionsrom antik, die von feiten partcigenössischcr Kreise mit der Frage des politischen Massenstreiks verknüpft werden. Genau so, wie wir die betreffende Jenaer Resolution aufgefaßt haben, legte auch Bebel ihren Sinn und ihre Bedeutung dar: der Politische Massenstreik soll das ä u ß erst e Mittel zur Verteidigung der Rechte und Freiheiten der Arbeiterklasse gegenüber Unter- drückungsversuchen der reaktionären Gewalten sein. Und die An- Wendung dieses Mittels soll nur erfolgen auf Grund reiflichster Er- wägung aller in Betracht kommenden Umstände und Verhältnisse. Aber viel klarer als vor einem Jahre in Jena vertrat Bebel jetzt den Standpunkt, daß es sich lediglich um eine prinzipielle Anerkennung des Massenstreiks, nicht aber um u n- bedingte Festlegung der Partei und der Gewerkschaften auf dieses Kampfmittel handeln könne.„Flaumacher",„Verräter", „Verbrecher an der Arbeiterklasse" usw. usw. haben sanatische Ele- mente bekanntlich im Verlaufe des Jahres diejenigen genannt, die falscher, hyperradikaler Ausdeutung der Jenaer Resolution ent- gegentraten im Interesse der Partei und der Arbeiterklasse. Diesen so gehässig angegriffenen Parteigenossen hat der Mannheimer Parteitag volle Rechtfertigung und Genugtuung gebracht... „... Nach unserem Dafürhalten hätte der Kautskhsche Zusatz ganz wegbleiben können. Denn was er besagt, erledigt nicht etwa einen Streitpunkt, sondern ist etwas durchaus Selb st- v e r st ä n d l i ch e s, das die klare Tendenz des Hauptteiles der Resolution wirklich nicht mehr zu verschärfen geeignet ist. Noch nie ist von feiten der hier in Betracht kommenden Gewerkschaften der Sozialdemokratie entgegengewirkt worden; stets habe nsiesich im Geiste der Sozialdemokratie betätigt, wenn auch« nicht immer nach Wunsch einiger Theoretiker. Die in dem Kautskyschen Zusatz enthaltene Mahnung ist also mindestens über- flüssig. Aber eine andere Mahnung möchten wir aussprechen. Wer jetzt noch meint, das Verhältnis zwischen Parte, und Gewcrk- schaften sei„immer noch nicht genügend geklärt" ist ein Tor. Klarer und bündiger, als es in Mannheim geschehen, kam, nicht ausgesprochen werden, daß Partei und Gewerkschaften eines Wesens sind; daß sie die proletarische Kampfpartei bilden; daß sie prinzipiell und taktisch auf- einander angewiesen sind. Mögen nun endlich die klein- lichen und ungerechten Angriffe aufhören, die der Geist des Hyper- radikalismus gegen die Gewerkschaften und ihre Führer so oft ge- richtet hat, möge mit dem Geiste der Solidarität, der in Mannheim ohne Zweifel eine erhebliche Stärkung erfahren hat, sich der Geist der Harmonie verbinden, der vorwärtsdrängendes Vertrauen zu der geistigen Kraft der Arbeiterklasse in sich begreift! Wir werden nach wie vor unsere Pflicht für die sozialdemokratische Partei tun! Möge aber auch jeder Parteigenosse seiner Pflicht gegen die GeWerk- schaften genügen!" Der„Zimmerer": „Es gehörte die ganze Selbstverleugnung, das ganze Unter- ordnen der persönlichen Interessen unter die gemeinsame Sache dazu, daß in Mannheim die Verletzten geschwiegen haben, daß aus den Debatten das persönliche Moment fast völlig ausgeschaltet wurde. Den Anfang dazu machte der Verein Arbeiterpresse, der am Eröffnungstage des Parteitages in seiner Generalversammlung bc- schloß/ seinerseits den„Vorp>ärts"-Konflikt nicht aufzurollen. Lieber wollen die zunächst beteiligten entlassenen Redakteure es auf sich nehmen, daß sie auch fernerhin in den Augen gar mancher Partei- genossen als Schuldige gelten, als daß sie vor dem Parteitage und damit vor der ganzen Ocsfcntlichkeit ihre Angelegenheit nochmals zum Gegenstände von Erörterungen machten, die ohne Zweifel zu den leidenschaftlichsten Debatten hatte führen müssen; denn es hätte sich, waren die Schleusen einmal geöffnet, gar nicht vermeiden lassen, daß dann auch die Kampfeswcise einzelner Parteiblättcr gegen Parteigenossen und Gewerkschaftsführer mit berührt worden wäre. Nach dem demokratischen Grundsatze,„die Sache über die Person zu stellen", wurde das vermieden. Der einzige Fall, der aus grundsätzlichen Erwägungen zur Sprache gebracht werden mußte, nämlich das Verhalten des„Vorwärts" gegen Genossen Stampfer, wird Gegenstand schiedsgerichtlicher Verhandlung und das Urteil seinerzeit den Parteigenossen unterbreitet werden. Im übrigen aber waren die gesamten Verhandlungen des Mannheimer Parteitages getragen von dem' alten, guten Geiste. Bei den Debatten über das Verhältnis der Gewerksdfaften zur Partei versuchten zwar einige Redner, die Methode des Verketzerns fortzusetzen; es gelang ihnen jedoch nicht, ein Echo zu wecken. Hatte schon Bebel in seiner Resolution den Weg des Entgegen- kommens gefunden und lehnte er ganz entschieden den Zusatzantrag von Kautsky und Rosa Luxemburg ab, so wurde der feste Entschluß des zukünftigen einmütigen Handinhandarbeitens zwischen Partei und Gewerkschaft in der Massenstrcikfrage noch sinnenfälliger, als Bebel den ersten Absatz seiner Resolution Zugunsten einer von Lcgien und den anderen Gewerkschaftsführern vorgeschlagenen Fassung zurückzog, mit Legten die neue Fassung unierzeichnete. Bebel war nicht schlecht beraten, als.er das tat. Und Kautsky hat scheu müssen, daß sein verschärfendes Amendement, das die Konflikt- stimmung verewigt haben würde, mit 322 gegen 62 Stimmen ab- gelehnt wurdet) „... Diese Resolution klärt die Frage über den Massenstreik. In den Debatten wurde ausdrücklich und wiederholt betont, daß der Massenstreik nicht als Angriffswaffe, beispielsweise zur Erringung des gleichen und geheimen Landtagswahlrechts, benutzt werden solle, sondern zunächst nur als Abwchrnnttel gedacht ist. Dringend mahnt die Resolution den Gewerkschaftler, auch der politischen Organi- sation beizutreten und das Parteiblatt seines Kreises zu hakten und zu lesen. Auf diesem Gebiet« ist noch unendlich viel zu tun. Und die Aufgabe wird um so leichter gelöst werden können, je voll- ständiger die Reibungen zwischen Partei und Gewerkschaften auf- hören und je mehr man sich davon entwöhnt, alle Augenblicke die Gewerkschaften schulmeistern zu wollen. Die Gewerkschaften haben nun einmal in der Hauptsache Gegcnwartsarbcit zu leisten. Viel häufiger als die Partei kommen sie in die Zwangslage, Zugeständnisse dem Gegner machen zu müssen. Diese Konzessionen sind jedoch nicht das Ergebnis verwässerter Prinzipien oder des Aufgebens der sozialdemokratischen Gesinnung, sondern sie sind die notwendige Folge der noch zu gering entwickelten gewerkschaftlichen Macht, wie ja auch die Partei im Parlamente wie in den Gemeindeverwaltungen bei ihren Arbeiten gar oft Zugeständnisse macht, gezwungen durch die Verhältnisse, aber ohne auch uur einen Augenblick daran zu denken, ihre weitergehenden Forderungen nun fallen zu lassen." Hiiö der Partei. Die Zuluiist der„Humanitö". In der DicnStagS-Numincr der„Humanitö" teilt JaurvS folgendes mit: „Die Hülfe einiger Freunde, die tätige Sympathie der Arbeiter- klaffe haben uns in der harten Krise, die unsere Zeitung durchmacht, einige Tage Frist verschafft. Der Verkauf an Einzelnummern hat sich in Paris, seitdem wir unseren Alarmruf ausgestoßen haben, um 600 Exemplare gehoben. Die Abonnements sind, hauptsächlich dank der Bemühungen der großen Koopcrativgesellschaften, um 700 ge- stiegen. Sie betragen also jetzt im ganzen 4300. Ich möchte den Sozialisten, den Pariser Arbeitern sagen, wie es mir möglich scheint, die Zeitung zu retten, wobei der sozialistischen *) Derselbe Irrtum wie in dem gestern von uns im Auszug wicdcrgegebenen Artikel des Hallenser„Volksblattes", mit dessen Gedankengang der Artikel des„Zimmerer" im wesentlichen überein. stimmt. Kautsky hat den zweiten Teil seines Amendements be» kaimtlich zurückgezogen. Mit 322 gegen 62 Stimmen wurde das Amendement Bebcl-Lcgicn, die Feststellung, daß die Resolution von Köln der von Jena nicht widerspricht, angenommen. lieber die Ansichten deS zweiten, zurückgezogenen Teiles des Amendements auf dem Parteitage haben verschiedene Delegierte in verschiedenen Städten erklärt, daß es voraussichtlich die Mehrheit erlangt hätte, falls es zur Abstimmung gestellt worden wäre. (Red. d.„V»rw."ji Partei und der Arbeiterklasse alle Garantien gegeben werben sollen, die mit den Schtvierigkeiten der gegenwärtigen Situation vereinbar sind. Ich bitte die Kämpfer, die Delegierten der politischen und Wirt- schaftlichen Gruppen, Sonnabend, den 13. d. Mts., zur öffentlichen Versammlung im Saale Saint-Paul zu kommen, wo ich die Frage der sozialistischen Presse und der Zeitung„Humanitö" behandeln und gleichzeitig versuchen werde, die politische und parlamentarische Situation darzulegen." � � Die Seine-Föderation der Partei hat einstimmig eine Resolution angenommen, worin sie die hohe Wichtigkeit des Blattes für die Bewegung im Seine-Dcpartement feststellt und die Sektionen und die einzelnen Mitglieder auffordert, sosort alle praktischen Mittel, die zur schnellen Ueberlvindung der materiellen Schwierigkeiten der „Humanitö" führen können, zu prüfen. Die Frage wird außerdem auf die Tagesordnung des Föderationskongresses gesetzt, der am 15. Oktober stattfindet. « �» Der Redaktion gehen zahlreiche Zuschriften aus Parteikreisen zu, die alle die Hoffnung aussprechen, daß Mittel und Wege gefunden werden, das Blatt zu erhalten. Einige Föderationen im Seine- Departement und in der Provinz haben beschlossen, ihre Mitglieder dringend aufzufordern, die„Humanitö" zu abonnieren; die sozialisttsche Gruppe von R o u e n beschloß außerdem, eine Sammlung zugunsten des Blattes vorzunehmen. In der Montagnummer der„Humanitö" schrieb Xavier Guillemin, einer der hervorragendsten Vertreter der Kooperattvgenossenschaften, einen Artikel, in dem er aufs ttefste be- dauert, daß die einzige sozialistische Tageszeitung gerade jetzt, wo die Redaktion, auch den Genossenschaften und Gewerkschaften die Gelegenheit gegeben habe, sich mit ihren Ideen täglich an die Massen zu wenden, ihre Meinungen in freiester Weise zum Ausdruck zu bringen, wieder eingehen sollte. Er macht den Vorschlag, Jaurös müsse Massenmeetings der Pariser Arbeiter einberufen, ferner solle man die Vertreter der Gewerkschaften und Genossenschaften zusammen- berufen. Diese würden die Möglichkeit schaffen, die einzige wirklich sozialistische Tageszeitung Frankreichs zu erhalten. Die Parteiorganisationen zum Parteitag. Im zweiten Hamburger Wahlkreise erstatteten am Dienstag die Genossen Stengele und P. Hoffmann Bericht. Ersterer behandelte hauptsächlich den Teil der Verhandlungen, die sich mit dem Massenstreik und dem Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften befaßt. Von einer Seite, mit der er sonst nicht sympathisiere, sei ganz zutreffend gesagt worden, daß. was die Ausführungen Bebels über den Massenstreik anlangt, aus der Fan- fare von Jena eine Chamade von Mannheim geworden sei. Das komme daher, daß Bebel in die Rolle des Diplomaten und Kom- promißlers gedrängt worden sei, die ihm durchaus nicht stehe. Ob- wohl an den einzelnen Sätzen nicht nachweisbar, sei der Eindruck dieser Reden ein grundverschiedener; ganz unwillkürlich sagten sich viele, der Grundgedanke gehe dahin, daß der Massenstreik nicht mehr als Angriffs-, sondern nur noch als Defcnsivwaffe in Frage komme. Durch eine sogenannte„Feststellung", daß die Resolution von Köln nicht im Widerspruch zu der von Jena stehe, könnten Widersprüche nicht beseitigt werden. Redner anerkennt die loyale Erklärung Bömelburgs, ist aber nicht zufrieden mit dem Amendement Bebel- Legten, gegen das er und die Delegierten aus der nordwestlichen Ecke Deutschlands gestimmt hätten. Auch hätte man unter keinen Umständen der im zweiten, leider zurückgezogenen Teil der Reso- lution Kautsky enthaltenen klipp und klaren Prinzipienerklärunz aus dem Wege gehen dürfen. In Hamburg seien Partei und Ge- werkschaften eins, hier werde im Sinne der ganzen Resolution deS Genossen Kautsky gehandelt. Hoffmann bemerkte u. a., eS wäre besser gewesen, wenn auch ein Vertreter der Generalkommission eine Erklärung im Sinne des Genossen Bönielburg abgegeben hätte, daß zwischen Köln und Jena kein Widerspruch bestehe. Deshalb hätten die Hamburger und andere Delegierten zunächst aus prin- zipiellen Gründen gegen das Amendement Bebel-Legien, dann aber in der Gesamtabstimmung für die Resolution gestimmt. Beide Delegierte empfahlen die Annahme folgender Resolution: „Der sozialdemokratische Verein für Hamburg II anerkennt die Beschlüsse des Parteitages und wird für ihre Durchführung eifrig tätig sein. Der Verein erklärt sich ferner mit der Haltung der Delegierten einverstanden und billigt insbesondere ihre Ab- stimmung über das Amendement Bebel-Legien bezüglich des Massenstreiks. In der Resolution Kautsky erblickt der Verein den korrekten Ausdruck des Verhältnisses der Sozialdemokratie zur Gcwerk- schaftsbcwcgung, bedauert aber, daß der letzte Teil der Resolution aus taktischen Gründen zurückgezogen werden mutzte, hofft aber. daß dennoch die im Antrag Kautsky niedergelegten Grundsätze allseitig von den Parteigenossen als maßgebend betrachtet werden." v. Elm erklärt, das Resultat des Parteitages sei ein solches, daß man ohne Hinterhalt sich damit einverstanden erklären könne; deshalb ersuche er. nur dem Teil der Resolution zuzustimmen, der das Einverständnis mit den Beschlüssen des Parteitages ausdrückt. In Jena hätte Bebel anders reden müssen, als in Mannheim; dort empfahl er den Massenstreik als Waffe im proletarischen Kampfe, hier galt es, irrtümliche Auffassungen zu widerlegen. Daher die scheinbare Divergenz. Kein Parteitag vor dem Mannheimer habe ihn so befriedigt, als dieser, der den Konfliktsstoff beseitigt habe, so daß die Arbeiterschaft geeint gegen den gemeinsamen Feind marschieren könne. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen, wurde die Resolution in allen Teilen angenommen. Im sozialdemokratischen Verein Nürnberg schloß sich an die Berichte der Delegierten eine rege Debatte, in der u. a. auch die Frage der finanziellen Leistungen an die Gcsamtpartei besprochen und betont wurde, daß der Zustand, wie er durch die bekannten Be- schlösse des bayerischen Parteitages in Schweinfurt herbeigeführt wurde, ganz unhaltbar sei und daß sobald als möglich eine Aenderung eintreten müsse. Die Leistungen müßten dem ent- sprechen, was die Jenaer Beschlüsse bezwecken wollten. Es wurde beschlossen, demnächst in einer Mitgliederversammlung zur Frage einer Beitragserhöhung Stellung zunehmen, damit die entsprechenden Beiträge nach Berlin abgeführt werden können. Außerdem kam es in der Diskussion zu mehrstündigen AuL- cinandersctzungen mit den n a r ch o s o z i a l i st c n. Die Wort- führer der Lokalorganisiertcn suchten nachzuweisen, daß. während der vorjährige Parteitag einen Ruck nach links machte, der heurige ein paar große Schritte nach rechts gemacht habe. Zwischen der Resolution des Jenaer Parteitages und der des Kölner Gcwcrk- schaftskongresses bestehe die Differenz noch immer; die Kluft zwischen Partei und Gewerkschaft sei trotz der goldenen Brücke, die man den Gewerkschaften gebaut habe, noch genau so breit wie zuvor. Die Lokalisten könnten nicht zugeben, daß ihre Richtung sich außerhalb der Partei stelle, und jie müßten sich gegen die Bezeichnung„Anarcho- sozialisten" wehren. Die sie betreffenden Beschlüsse deS Mann- heimcr Parteitages wurden„Anarchosozialistcngcsctz" genannt! Sie fanden jedoch wenig Anklang. Alle übrigen Redner hielten ihnen vor, daß sie, die immer die Worte„Radikalismus" und„Demo- kratie" im Munde führen, selbst des demokratischen Gefühls er- mangeln, weil sie sich außerhalb der zentralisierten Gewerkschaften stellten, nachdem sie dort mit ihren Ansichten in der Minderheit blieben. Wenn sie nunmehr einsehen, daß sie mit ihrem Vorgehen nur die Geschäfte deS Kapitalismus besorgen, und wenn sie wieder mit unS zusammenarbeiten wollen, so seien sie willkommen. Wenn sie aber im Laufe dieses Jahres nicht zur Besinnung kommen, so müsse der nächste Parteitag glatte Arbeit mit ihnen machen! Eine Resolution, in der sich die Versammlung mit den Mannheimer Bc- schlössen einverstanden erklärt und die Stellungnahme ihrer Dele« gierten billigt, wurde gegen wenige Stimmen angenommen, " " Die Bank von England erhöhte heute( Donnerstag) ihren Diskont 3m fozialdemokratischen Verein Bayreuth| Grunbe faufte vor einigen Monaten ein Herr Stern aus Königsberg Zweifellos gestatten solche Gewinne Lohnaufbesserungen. Die wurde ebenfalls der Parteitagsbericht entgegengenommen. In der im Dorfe Sansleszowen, Kreis Goldap, dicht an der ruffischen Arbeiter bedanken sich dafür, mit einigen kräftigen Posaunentönen Diskussion tam allgemein die Freude über die Mannheimer Be- Grenze, ein etwas verwahrlostes Gut, welches er durch gute Bewirt gegen die begehrlichen Junker abspeisen zu lassen. schlüsse zum Ausdruck. schaftung hoch zu bringen gedachte. Nun machte ihm aber die verdammte Leutenot einige Sorgen. Freie Wanderbibliothek. Denn für schlechte BeGenosse Südekum teilt mit, daß Behandlung und niedrigen Lohn finden sich auch an der russischen von 4 auf 5 Prozent. stellungen auf Bücher aus der Bibliothek bis auf weiteres nicht Grenze nicht genügend Ausbeutungsobjekte für die Landwirtmehr angenommen werden können, da der Bücherbestand er- schaft. Herr Stern aus Königsberg wußte sich aber zu helfen. Bodenwucher. Der Komplex der Weißenseer Rennbahn ist im schöpft ist. Er suchte Wirtschaftsinspektoren durch Zeitungsinserate. Die Jahre 1903 für 860 000 M. erworben worden. Nunmehr ist das Bom Fortschritt der Presse. Die Nordhäuser„ Volks- Landarbeiter sind wohl knapp, aber Wirtschafts- Terrain zum Preise von 1800 000 M. in den Besitz einer Gesellzeitung", eines unserer jüngsten Barteiorgane, hat alle Er- inspektoren sind so viel, daß man Schweine schaft übergegangen. Der Vorbesizer hat mithin in der kurzen Zeit wartungen ihrer Gründer übertroffen. Die Erfurter„ Tribüne" war damit mästen fann"; so ungefähr äußerte sich der Besitzer ohne irgend welche gesellschaftliche Leiſtung annähernd eine Million in etwa 800 Exemplaren in Nordhausen und Umgegend verbreitet zu einigen Dorfbewohnern. Es meldete sich auf die Inserate unter Mark verdient. Das Terrain soll parzelliert und als Baustellen verund die Genossen erwarteten, daß das neue Parteiblatt anfänglich anderen auch ein stellenloser Inspektor aus Königsberg. Auf seine äußert werden, natürlich wiederum mit ordentlichem Aufschlag. So höchstens 2000 Abonnenten erhalten werde. Tatsächlich wurde schon Meldung erhielt dieser einen Brief von Herrn Stern, indem er wird mit Grund und Boden gewuchert, die Mieter müssen nachher in der zweiten Erscheinungswoche ein Abonnentenstand von 2800 mitteilte, daß er zwar schon einen Inspektor habe, dieser dafür bluten. Das ist für die Plusmacher die erhaltenswerte Geerreicht. Die Volkszeitung" soll nunmehr mindestens sechsfeitig aber noch zu jung und unerfahren sei. Er brauche aber, sellschaftsordnung. täglich erscheinen. Zu diesem Zweck gelangt in allernächster Zeit da er meistens bei seiner Familie und in seinem Geschäft Charlottenburger Wasserwerke. Laut Beschluß der Aufsichtsratsnoch eine Segmaschine zur Aufstellung. Das günstige Resultat in Königsberg sich aufhalte, eine tüchtige Kraft, die das zurück- fizung soll der Generalversammlung vorgeschlagen werden, aus dem wurde allerdings nur durch die angespannteste Tätigkeit der Partei- gebliebene Gut wieder aufhelfe, überall nach dem Rechten sehe und Erlös für die Abstoßzung der Anteile der Charlottenburger Wassergenossen und durch eine vorzüglich eingerichtete Abonnenten- überhaupt zuverlässig in der Wirtschaft sei. Fühle er( der Inspektor) werke G. m. b. H. zirka 30 Proz. in bar auszuschütten und den organisation erzielt. sich diesen Anforderungen gewachsen, dann möge er in den nächsten Aktionären 5 000 000 m. vollgezahlte Aktien, welche bis zum sprechen und feste Vereinbarungen zu treffen. Trotz seiner schlechten nehmen, im Verhältnis von 3: 1 gratis auszufolgen. Tagen zu ihm nach dem Gute kommen, um das Nähere zu be- 30. September 1908 an der Dividende nur bis zu 4 Proz. teilVermögenslage Zeit ohne Stelle der Inspektor war verheiratet und schon längere Die noch nicht abgestoßenen 2,7 Millionen Mark der 4 prozentigen stellte machte sich der Inspektor auf die Reise und Obligationsanleihe werden pro 1. Juli 1907 gefündigt. Aus dem vor. sich dem Herrn Stern daß der neue Inspektor mit seiner Familie und seiner Wirtschaft 162 Proz. geschäßte Dividende zu erwarten. wurde verabredet, Ergebnis des letzten Betriebsjahres haben die Aktionäre eine auf am Sonnabend, den 29. September, nach Sansleszowen übersiedeln sollte und zwar bis zur letzten Bahnstation auf Kosten des Inspektors. Als dann am Montag früh der Inspektor seine Arbeit vom Eine aufmerksame Justiz. Vom Schöffengericht zu Düssel- Befiger zugeteilt erhalten wollte, schickte dieser, der offenbar eine dorf mußte am Mittwoch der Genosse Scholte( Volts- neue Methode zur Abhülfe des Arbeitermangels entdeckt hatte, zeitung") freigesprochen werden, weil er die Nummer, in die feinen neuen Inspektor als Gespannknecht zum nach Ansicht des Staatsanwalts eine abgelehnte Berichtigung hätte Pflügen nach dem Felde. In der Annahme, es handele sich um eine aufnehmen müssen, gar nicht verantwortlich gezeichnet hatte. Staats- augenblickliche Aushülfe, verrichtete der Inspektor diese Arbeit. anwaltschaft und Richter hatten das Verfahren aufgenommen, ohne aber auch am nächsten Tage dieselbe und ähnliche gewöhn sich vorher zu informieren, wer der Verantwortliche war. liche Feldarbeiten bon ihm verlangt wurden und der Besizer gar nicht daran dachte, ihm die ihm zu= Personalien. Für den Genossen Müller- Görlig, der zum Mitglied des Parteivorstandes gewählt ist und daher aus der Redaktion der Görliger, Voltszeitung" austritt, hat die Breßkommission des Blattes den Genossen Taubadel- Görlig zum Redakteur gewählt. Genosse Taubadel war bereits für die Chemnizer Volksstimme" engagiert, hat aber nach der Wahl in Görlig den Chemnizer Genossen wieder abgeschrieben. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. er Es Als Das Kohlensyndikat als Marktregulator. fie vom Kohlensyndikat nicht die vertraglich abgeschlossenen Mengen In Kreisen der reinen Werke herrscht Mißstimmung darüber, daß erhalten können. Kohlenmangel scheint dabei aber eine weniger Die große Rolle zu spielen, als eine eigenartige Geschäftspraxis. bom Syndikat vernachlässigten Werke erhalten schließlich Kohlen, sogar von bestimmten Zechen, aber nicht von diesen selbst, sondern durch Händler. Das wäre, abgesehen von der größeren Umständlichkeit und Unregelmäßigkeit in der Anlieferung, ja nicht so gefährlich, Ein tapferer Kriegerverein ist der zu Güste biese in der Neu- tommenden Wirtschaftsarbeiten zu übertragen, weigerte sich natür- aber die Werke müssen bei den Händlern erhöhte Preise zahlen. mart, wo unsere Genossen bekanntlich um die Benutzung ihres selbstlich der Inspektor, weiterhin Knechtarbeiten zu verrichten. Dadurch schränken, den Konsumenten das Produkt möglichst zu verteuern. Als Die regelnde Tätigkeit des Syndikats scheint sich darauf zu beerbauten Bereinshauses einen lebhaften Kleinkrieg mit der Behörde erregte er den Zorn des genialen Besizers. Dieser jagte ihn vom wirkjames Mittel dazu dient das Gespenst des Kohlenmangels, führen. Der Kriegerverein hat ebenfalls den Kampf gegen den Um Hofe und befahl, die Wohnung sofort zu räumen. Das letztere sturz aufgenommen und bereits große Siege erfochten. Er hat fonnte der Inspektor nicht tun, weil er fein anderes Obdach hatte das mant nicht verschwinden läßt. Die Außenhandelsziffern nämlich alle seine Mitglieder, die dem fürzlich gegründeten und von und auch vollständig mittellos war, da er seine letzten Barmittel zu Sozialdemokraten geleiteten Konsumverein beigetreten sind, der kostspieligen Uebersiedelung verbraucht hatte. Ausfuhr zugunsten der Inausgeschlossen und hat diese forsche Maßregel selbst auf die sein, durch Steigerung der Ausfuhr die Möglichkeit weiterer Preislandskonsumenten. Und das Syndikat scheint darauf bedacht zu Lieferanten des Vereins ausgedehnt. Das nennt man Kon erhöhungen zu schaffen. Wie dem„ B. T." gemeldet wurde, unterbot sequenz. Unsere Genossen zu Güstebiese sind sehr vergnügt und sehen der weiteren Entwickelung des Konsumvereins mit gestärktem fontraft für die dänischen Staatsbahnen für 112 000 Tonnen und das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat Newcastle für den JahresVertrauen entgegen. für den Kontrakt auf 250 000 Tonnen Kokskohle für die Altos HornosSoziales. Schmutkonkurrenz durch Gefängnisarbeit. schwätz über Einschränkung der widerlegen, wie wir schon mehrfach nachwiesen, das GeWerke in Bilbao. Um nun den Inspektor, der ihm die fehlenden Landarbeiter nicht ersezen wollte, los zu werden, wandte der Besizer nun eine Reihe eigenartiger Gewalttätigkeiten an. Erst holte er den Gendarm und mutete diesem zu, die Familie auf die Straße zu setzen. Als der sich dazu nicht veranlaßt fühlte, denunzierte er den Inspektor wegen Diebstahls. Dieser konnte aber sofort seine Unschuld daran nachweisen. Dann zeigte der Besizer ihn an wegen Bedrohung mit Totschlag. Auch diese falsche Anzeige brachte den Inspektor etwa um Gewinnung eines dauernden Abfazmarktes. Andererseits Es handelt sich hier um relativ kurze Lieferfristen, nicht nicht aus der Wohnung. Hierauf ging der Besizer zu Gewalttätig wird aber auch gemeldet, daß die meisten konsumierenden deutschen feiten über. Er befahl einigen Männern, die Fenster und Türen werke bis in die Mitte des nächsten Jahres hinein mit ihrer ganzen Ihre Mittelstands- und Arbeiterfeindlichkeit beweisen die bürger- aus der Wohnung des Inspektors zu entfernen. Dagegen schritt Die Ansprüche an den lichen Parteien unter anderem auch dadurch, daß sie die seit Jahr- der herbeigeholte Gemeindevorsteher ein, der den Befizer einen Produktionsmöglichkeit verpflichtet sind. zehnten seitens der Sozialdemokratie auf Beseitigung der Schmutz- Bilden" nannte, der zum Hängen reif sei. Diefer ließ aber von den jetzigen Anforderungen nicht genügen zu können Kohlenmarkt fönnen deshalb nicht nachlassen, das Syndikat erklärt, und ber konkurrenz durch Gefängnisarbeit gerichteten Anträge ablehnen. Es feinem Vorhaben nicht ab. Am Freitag, den 5. Oftober, erschien er Und einer solchen sei an die im Januar 1903 erfolgte Ablehnung des von der sozial- abends um 7 Uhr vor der Wohnung des Inspektors mit einem pflichtet sich zu erhöhten Auslandslieferungen. demokratischen Fraktion im Reichstage gestellten Antrages erinnert: Mann, dem er befahl, sämtliche Fensterscheiben einzuschlagen. Der Politik gegenüber sind die Konsumenten machtlos. „ Den Herrn Neichskanzler zu ersuchen, einen Gesetzentwurf Befehl wurde prompt ausgeführt. In wenigen Minuten waren die Die Großen gegen die Kleinen. Ein ganz eigenartiges Vorbaldigst vorzulegen, durch den untersagt wird, in Straf, vier Fenster der zwei Stuben vollständig demoliert. Der Beirat Versorgungs- und Beschäftigungsanstalten, welche Mit dieser Heldentat begnügte sich dieser Musteragrarier aber fommnis wird aus dem Stahlwerksverband berichtet. aus öffentlichen Mitteln unterhalten oder unterstützt werden, noch nicht. Am Sonnabend morgen schickte er einen Arbeiter in die hatte beschlossen, für die Zeit vom 1. Oftober bis 31. Dezember 1906 andere gewerbliche Arbeiten als solche für den ärmliche Inspektorwohnung und ließ dort sämtliche Türen absolute Quote gelieferte Tonne Halbzeug 5 M. über den Tabellenpreis den Stahltverksbesitzern für jede für Verbandsrechnung über die eigenen Bedarf, für den Bedarf des Reiches, eines ausheben und fort tragen. Der Gemeindevorsteher verdeutschen Staats- oder Gemeindeverbandes auszuführen und mochte diese Roheit nicht zu verhindern. Der im Nachbardorfe zu gewähren. Diese Maßnahme sollte der Materialnot der reinen Werfe den Berkauf gewerblicher Erzeugnisse für eigene Rechnung, für wohnende Amtsvorsteher war vor 10 Uhr nicht zu sprechen. Auch entgegenwirken. Aus den Kreisen der gemischten Werke ist wiederholt Rechnung des Reiches, eines deutschen Staates oder eines Gemeindes der Pfarrer des Dorfes, den man um Schuß anrief, war vor 10 Uhr behauptet worden, es bestehe gar nicht die Absicht, die reinen Werke an die Wand zu drücken. Nun kommt aber der obige Beschluß nicht berbandes zu niedrigeren als den marktmäßigen Preisen stattfinden nicht zu sprechen. zu lassen." So fand der sich auf einer Agitationsreise befindende sozial zur Ausführung, weil verschiedene Werte Protest eingelegt haben. Im Reiche bringen die Konservativen, Antisemiten, National- demokratische Parteisekretär die Familie rat- und hülflos in der bau- elchen Zweck kann das haben, wenn nicht den, den reinen Werken liberalen und das Zentrum die Einrede, diese Verhältnisse feien fälligen Wohnung, deren Decken durch fünf Pfähle gestützt sind und das Leben sauer zu machen. Sache der Einzelstaaten. In den Landtagen der Einzelstaaten wird nun noch vollständig demoliert war, vor. Die ganze Wohnung glich Gute Ernte. Die Weizenernte West- Kanadas wird in einem erklärt: was hilft es, wenn wir einschreiten, da der größte Staat einer alten Ruine. Die Dorfbewohner sind über diese Gewalttat Telegramm vom kandischen Minister des Innern auf 85 Millionen Preußen nicht mitmacht. Im preußischen, auf dem Dreillajsenwahl- empört. Die Staatsanwaltschaft ist telegraphisch von den Straf- Bushels beziffert. 4 500 000 Ader find angebaut, und es wird errecht beruhenden, sogenannten Landtag wird dann wohl hier und taten in Kenntnis gesezt. Daß dieser Musteragrarier nicht gewaltsam wartet, daß 80 Proz. der Ernte von hoher Qualität sein werden. da mal gegen einzelne gar zu offentsichtlich den Mittelstand vom Inspektor und den Dorfbewohnern in die Schranken gewiesen Die Ausbeute an Mineralien in ganz Kanada im Jahre 1905 wird schädigenden Gefängnisarbeiten geredet, der Tat aber wurde, zeigt, wie rückständig die Landleute jener Gegend leider mit 68 574 707 Dollar angegeben, 8 500 000 Dollar mehr als im gegen diese lediglich im Interesse der Großẞindustrie liegende noch sind. Vorjahre. Die Gesamterzeugung an Roheifen in ganz Kanada schwere Schädigung nichts unternommen. Im Gegenteil! Die während der ersten sechs Monate des laufenden Jahres betrug Agrarier verlangten gar, man solle die Arbeitskraft Gefangener auch 282 010 Tonnen, gegen 257 494 Tonnen in der gleichen Zeit des zur Schmußkonkurrenz gegen ländliche Arbeiter mißbrauchen und Vorjahres. haben mit diesem gefeßwidrigen Ansuchen leider Erfolg. Wiederholt haben wir über die Ausnußung der Arbeitskraft von Gefangenen Nicht die Löhne, aber die Dividenden gehen kräftig in die Höhe, für ländliche Arbeiten zu Schleuderpreisen berichtet. Diese Schmutzkonkurrenz ist jetzt schon bis an die Tore Berlins gedrungen. In wie eine Reihe in den letzten Tagen bekannt gewordener Geschäftsder Weißenseer Zeitung" wird bekannt gemacht, daß bei dem abschlüsse pro 1905/06 aufs neue belegt. Die Rhein.- Westf. Btg." dortigen Gerichtsgefängnis„ folgende Außenarbeiten zur Einführung gab nach Information bei verschiedenen maßgebenden Bergwerksgelangt sind und zwar bei einem Tagelohn pro Stopf: a) Garten- direktoren ihr Urteil über die soziale Lage der Bergarbeiter dahin arbeit 130 f.; b) Erntearbeiten 160 Pf., bei diesen Arbeiten ab, daß die von diesen erlangte Lohnaufbesserung mit der Verdürfen unter fünf Gefangene nicht gestellt werden; c) Erdarbeiten teuerung der Lebenshaltung nicht im Einklang stehe, in manchen und sonstige Außenarbeiten 150 Bf.; d) Kohlenausladen 150 Pf.; Fällen das Lohnmehr unter der Lebensmittelberteuerung bleibe. Das e) Holzzerkleinern 130 Pf.; f) Transport von Möbeln 130 Bf.; fagt ein Unternehmerorgan und das Urteil betrifft eine Arbeiterschaft, die g) Eispacken 160 Bf.; h) Garten-, Erd-, Erntearbeiten, Kohlenausladen, Möbeltransport, Eispaden bei Beschäftigung von vier Ge- absolut besser bezahlt wird, wie viele andere Berufsgruppen. Da- firma Ceballos u. Co. in New York hat Insolvenz angemeldet. fangenen und weniger 100 Pf., die Mehrausgaben für Aufsicht sind mit, daß die Herrschaften nun kräftig auf die Agrarier schimpfen, wie die Frantf. 3tg." berichtet, ist der Zusammenbruch die Folge bei vorstehend h besonders vom Arbeitgeber zu erheben; i) Meliorations- find sie ihrer Verpflichtung, die Arbeiter an der guten Konjunktur einer Defraudation des Partners Manuel Silveira in Havanna, der arbeit 40 Pf. Bu e und f sind keine Zulagen bewilligt nur zu i. Die wirklich Anteil nehmen zu lassen, nicht entbunden. Die Arbeiter vier Millionen Mark unterschlug und auf seinem eigenen Dampfer Mehrkosten für Aufsicht, Verpflegung, Transport, Vorhalt von Arbeits- haben an dem neuen Zolltarif nicht mitgearbeitet, gegen deren angeblich nach New York fuhr. Der Defraudant nahm Frau und geräten usw. sind besonders zu berechnen. Die näheren Be- willen haben die Industriellen, speziell die Magnaten in der Kinder mit. Die Verbindlichkeiten der Firma Ceballos u. Co. be dingungen fönnen von Interessenten bei der Gefängnisinspektion Montanindustrie, bei der Durchdrüdung des Tarifes Handlanger- laufen sich auf fünf Millionen Dollar. eingesehen werden. Die Befizer ländlicher Grundstücke sind bei Be- dienste geleistet; da ist es eitel Schaumschlägerei, sich mit Hinweis darf auf diese Arbeitskräfte aufmerksam gemacht." Nach§ 16 des Strafgesetzbuchs ist eine Beschäftigung von Ge- auf die agrarische Verteuerungspolitik der Verpflichtung entfangenen außerhalb der Anstalt nur mit ihrer Zustimmung zulässig, sprechender Lohnzuschläge entziehen zu wollen. Daß es möglich ist, Daß die freie Gefangenen zu solcher die Löhne nach aufwärts gehen zu lassen, bezeugt folgende Zustimmung eines Schmutzkonkurrenz oft erteilt wird, dürfte billig zu be- Es verteilten Dividende: zweifeln sein. Fehlt die Zustimmung oder ist sie nicht frei erteilt, fo liegt in der Verwendung eines zu Gefängnis Berurteilten zu Außenarbeiten die Vollstreďung einer anderen nämlich der Zuchthausstrafe. Solche Verwendung bedroht § 345 des Strafgesetzbuchs mit Zuchthaus, bei fahrlässigem Handeln mit Gefängnis, Festungshaft oder Geldstrafe. Mit allem Nachdruck muß gegen jede Vergebung der Arbeitskraft Gefangener zu unter dem ortsüblichen Tagelohn stehenden Preisen protestiert werden. Die Gefängnisse sind nicht dazu da, dem freien Arbeiter bei dem harten Kampf ums Brot behördliche Hindernisse zu bereiten. Ein oftelbischer Gutsherr. Bei der gegentvärtig herrschenden guten Konjunktur in der Landwirtschaft eignet sich der Kauf eines Gutes sehr gut zu einer Kapitalsanlage, besonders an der russischen Grenze. Aus diesem Aus Induftrie und Handel. Wie sie steigen! Gesellschaften 1901/02 1900/01 Tabelle. 1904/05 1905/06 1903/04 in Prozent Seifentrust. Die Gründung des britischen Seifentrusts mit 12 Millionen Pfund Sterling Kapital, über die seit einiger Zeit verhandelt wird, gilt als gesichert. 6 Millionen Pfund Sterling werden allein für die„ Sunlight"-Gesellschaft gerechnet. Gewaltige Ersparnisse sollen durch die Gründung ermöglicht werden. Die Ersparnisse allein im technischen und kaufmännischen Betrieb der Trustgesellschaften berechnet, was gar nicht so hoch erscheint, wenn man sich erinnert, an Reklameausgaben werden auf 1 Million Pfund Sterling jährlich daß die Reklame der Seifenfabriken sprichwörtlich ist. Die gleiche Summe gedenkt man im Reise- und Filialbetrieb zu ersparen. Eine amerikanische Pleite. Die feit 50 Jahren bestehende BankRonzentration in der Kohlenindustrie. Wie das Reutersche Bureau meldet, sind Verhandlungen im Gange zum Verkaufe von fünf im Swansea- Tale belegenen Kohlengruben, darunter zwei im Besitze der Pontardawe Collieries Company befindlichen Gruben, an ein französisches Syndikat. Man nimmt an, daß die Angelegenheit in den nächsten Tagen endgültig geregelt wird. Das Kapital foll nominal 250 000 Pfund betragen. Man glaubt, daß es sich um ein ausgedehntes Projeft handelt, das später andere Unternehmen im gleichen Bezirk umfassen wird. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite0 6 11 12 14 16 rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Charlottenburg. Sonnabend, 16 16 16 18 18 18 den 13. Oktober, abends 8 Uhr, im Voltshause, Rosinenstr. 3: Abteilungs. 8 12 12 12 versammlung. Sächsische Webstuhlfabrik Chemnit Deutsche Spizenfabrik Leipzig- Lindenau Leipziger Spizenfabrit Leipzig- Blagwik Porzellanfabrit in Hohenberg a. d. Eger Ber. Metallwarenfabrik in Mehlis Ammendorfer Papierfabrit zu Stadevell Concordia, chemische Fabrik Leopoldshall 11 9 15 15 16 16 Panzer A.-G., Berlin- Wolgast Dillinger Hüttenwerke Sächsische Gußstahlfabrik Döhlen 9 11 5 6 8 10 12 12 10 10 10 12 15 17 Eingegangene Druckschriften. Berlag in Bien und Leipzig, 1906. Johannes Schlaf. Christus und Sophie. 302 Seiten. Akademischer 3 0 0 0 5 10 Friedrich Hentrich. Weltprobleme. Die Kreisquadratur und die 18 18 17 19 14 18 iedergeburt der Wissenschaft. Preis 1,50 M. Erster Teil. Verlag Friedrich 5 1 9 12 15 20 gentrich, Koblenz. „ Schlafe patent" Wenn die Kinder größer werden follen wir alle schlafen?" eine der brennendſten im Betriebe des Haushalts. Alle, die in eine oder Logierbesuch in Aussicht steht, wachsen die Schwierigkeiten der Hausfrau, dann wird die Frage ,, Wo derartige Lage kommen, sollten sich der mit der fortschreitenden Industrie zu einer ungeahnten Vollkommenheit herausgebildeten verwandelbaren Patent- Schlaf- Möbel bedienen und sich von der vielseitigen Verwendung derselben, auch in den niedrigsten Preislagen bis zu Ausstattungen für den Salon, Kenntnis verschaffen. Die größten Erfolge auf diesem Gebiete durch vorzügliche Konstruktionen Berlin, Markgrafen- Straße 20, München, Sonnen- Straße 23, aufzuweisen, deren illustrierter Katalog I ,, Schlafe patent" jür jedes Familienhaupt ein wichtiger Ratgeber bildet. Man fordere denselben gratis und franto. Beamten werden kulante Bedingungen bewilligt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. und fortgefeßte Neuerungen hat unſizeitig R. Jaekel's Patent- Möbel- Fabrik, Nr. 288. 23. Jahrgang. 2. Knlxge des Jormiitls" Snliiier Polliülilutt. Freitag, 12. Oktober 1906. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am Sonnabend, den 13. Oktober, feiert die „Nieder-Schonhmisener Turnerschaft" ihr 20. Stiftungsfest in dem gesperrten Lokal„Schloß Schvnhausen"(früher Donat). Wir ersuchen die Parleigenossen, alle etwa angebotenen Billetts entschieden zurückzuweisen. Die Lokalkommission. Jvhaiiiiisthal. Am Sonnabend, den 13. Oktober feiert der Wahlverein sein 13. Stiftungsfest im Lokal von Krüger, Friedrich- ftraße 10. Die Genossen werden ersucht, für regen Besuch Sorge zu tragen, da das Komitee alles aufgeboten hat, den Abend zu einem genußreichen zu gestalten. Der Vorstand. Pankow. Denjenigen Genossen, welche die vom Verbände der sozialdemokiatischen Wahlvereine arrangierten Lichtbildervorträge des Genossen Baege im Böhmischen Branhause, Landsberger Allee 11— 13 besuchen wollen, zur Nachricht, daß die Teilnehmerkarten zum Preise von 60 Pf. beim Genossen Abendroth, Mühlenstr. 25, gegen Vor- zeigung des Mitgliedsbuches zu haben sind. Der Vorstand. Schildom-Blankcnsclde. Die fällige Wahlvereinsversammlung findet diesen Sonntag, den 14. Oktober, in M v n ch s in ü h l e, nachmittags pünktlich 3 Uhr statt. Genosse M. Kiesel- Berlin hält einen Vortrag über den Mannheimer Parteitag und seine Bedeutung. Die Nieder-Schönhausener Ge- nossen treffen sich 1 Uhr inittags bei D ü ck e r, Eichenstr. 70. Rege Beteiligung ist erwünscht. berliner Nachrichten. Des Freisinns„Wohlwollen" für die Gemeindearbeiter. Dem Magistrat und der freisinnigen Mehrheit der Stadt verordnetenvcrsammlung hat die sozialdemokratische Fraktion bitteres Unrecht getan, als sie annahm, es bedürfe erst noch einer Mahnung, um die notwendige Aufbesserung der LöhnederGemeiudearbeiterin Fluß zu bringen. In der gestrigen Stadtvcrordnetensitzung erfuhr man's: die Beratungen sind längst im Gange, nur ein bißchen brauchen die Arbeiter der Stadtgemeinde noch zu warten, nur ein ganz kl.ines Weilchen müssen sie sich noch gedulden— dann wird der Magistrat für sie bei der Stadwerordneten- versainmlung beantragen, was er für„nötig" hält, und die freisinnige Mehrheit wird es ihnen gewähren. Ten Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der als Mahnung dienen sollte, hatte unser Genosse H i n h e mit etilem Bewcismaterial begründet, gegen das keine Einwendung möglich schien. Konnte jemand bestreiten, daß gegenwärtig eine Teuerung aller Lebens- mittel herrscht? Oder wollte man behaupten, daß bei solcher Höhe der Lebensmittelpreise der Minimal- I o h n v o n 3,5(1 M., an dem die Berliner Gemeindeverwal- tung bisher immer noch festgehalten hat, ausreichend sei? Hinhe erinnerte auch daran, daß vor gar nicht langer Zeit von Herrn Oberbürgermeister Kirschner selber die Notwendig- keit einer allgemeinen Aufbesserung der Arbeiterlöhne zu- gegeben worden ist. Und unter lännenden Zurufen der frei- sinnigen Mehrhest schloß der sozialdemokratische Redner mit der Warnung, daß die Gemeindearbeiter, wenn Bitten nicht mehr hilft, zum Ausstand als ihrem letzten Mittel zu schreiten bereit sind. Doch so leicht läßt ein Oberbürgermeister Kirschner sich nicht aus der Fassung bringen. In indigniertem Tone erzählte er der Versammlung, es seien ja erst im letzten Jahre mancherlei Lohnaufbesserungen gewährt worden, wenn auch keine Erhöhung des Minimallohnes. Neue Aufbesserungen seien geplant, man solle den Magistrat nur machen lassen und ihn nicht in seinen Beratungen stören, wie es von dem in dem Antrag gemachten Vorschlag der Einsetzung einer ge- mischten Deputation zu befürchten sei. Der Magistrat sei erfüllt von Wohlwollen für die Arbeiter und wolle gern ihren Bitten Gehör schenken, obwohl man bei ihnen schon nicht mehr von„Bitten", sondern— die Versammlung vernahm es mit Entrüstung— nur noch von„Forde- r u n g e ff" reden könne. Aber durch„Drohungen" mit einem Ausstand lasse sich im Rathause niemand schrecken. Nach dieser Erklärung kam, was von vornherein zu er- warten gewesen war: ein Antrag der Mehrheitsfrak- t i o n e n aus Uebergangz urTagesordnung. Die Begründung wurde von Herrn Cassel, dem Redner der „Alten Linken", gegeben. Wer wäre auch geeigneter als er, unter einem Wortschwall dröhnender Phrasen die faden- scheinigen Gründe vorzutragen, mit denen die freisinnige Mehrheit solche Abwürgungsmanöver zu verteidigen pflegt. Die Haltlosigkeit der Ausführungen des MehrheitSredners wurde vom Genossen Singer nachgewiesen. Singer geißelte die Manier des Magistrats und der freisinnigen Stadtver- ordnetenmehrhcit. die berechtigten Forderungen der Arbeiter mit der Versicherung des„Wohlwollens" a b z u t u n und die Bewilligung auf die lange Bank zu schieben: gerade das sei ein Hauptgrund für die Unzufrieden- heit der Arbeiter, daß man für sie immer nur platonische „Wohlwollens�-Erklärungcn übrig habe. Auf den richtigen Ton wurde die bis in die zehnte Stunde hincindauernde Debatte erst gestimmt, als auch Herr M o m m s e n noch das Wort ergriff, um zu versichern, er und seinesgleichen seien mindestens ebenso arbeitersreundlich wie die Sozialdemokratie, aber es sei zu bedenken, daß die für den kleinen Kreis der Gemeindcarbeitcr geforderten Lohn- ausbesserungcn aus dem allgemeinen Stadtsäckel genommen werden müßten, den die gesamte Bürgerschaft fülle. Daß dasHerrnMommsenundseinesglcichen nicht schon damals ein- gefallen ist, als sie den Beamten der Stadt die Gehälter aufbesserten— und selbst damals nicht, als sie Herrn Kirsch- uer WXK) M. zulegten und anderen Magistratsmit- gliedern ähnliche Zulagen bewilligten! Das Schicksal des sozialdemokratischen Antrages war be- siegelt: mit 75 Stimmen gegen 43 wurde der Ueber- gang zur Tagesordnung beschlossen. Auch der zweite Teil des Antrages, der einstweilen eine nochmalige Teuerungszulage forderte, wurde auf diese Weise mit,- erledigt. Nicht einmal für den Vorschlag des Herrn Rosenow, es mit einer Beratung im Ausschuß zu versuchen, war die Mehrheit zu gewinnen, obwohl dabei nichts weiter zu ris- kieren war und wahrscheinlich nur ein etwas anständigeres Begräbnis herausgekommen wäre. So äußert sich des Frei- sinns„Wohlwollen" für die Gemeindearbeiter! Eine Zentralisation der elektrischen Batterien des Kernsprech- netzeS wird für Berlin zur Einführung gelangen und ist bei den neu gebauten Aemtern>Vl und VII bereits der beabsichtigten I Aenderung Rechnung getragen. Die Unterhaltung einer selb- s ständigen Batterie für jede Fernsprechstelle hat sich nicht nur als verhältnismäßig teuer, fondern auch als sehr unbequem erwiesen. Diese Einzclbattcrien erfordern viel Reparaturen, auch wird die Anbringung der zur Aufnahme der Vorrichtung erforderlichen Kästen bei dem Publikum manchmal störend empfunden. Auf den neugcbautcn Aemtern sind große Sammelakkumulatoren angelegt, aus denen schon jetzt der erforderliche Strom für die Aemter selbst entnommen wird und welche später den Strom für sämtliche Fern- sprechteilnehmerstellen liefern sollen. Die Zentralisation der Batterien macht jedoch die Beschaffung einer großen Menge neuer Apparate erforderlich, deren Anlieferung erst nach und nach er- folgen kann. Die Umwandlung des Systems muß jedoch einheit- lich, bei sämtlichen Teilnehmern eines Netzes gleichzeitig geschehen, und so dürfte es wohl noch ein Jahr dauern, bevor die geplante Neuerung zur Durchführung gelangen kann. Die Speisung der Sammelakkumulatoren erfolgt durch Dynamos, welche an die Berliner Elektrizitätswerke angeschlossen sind. Beratungen über die Wertzuwachs- und Umsatzsteuer. Der Stadtverordneten-Ausschuß zur Vorberatung der großen Realsteuervorlagen hielt am Mittwoch seine erste Sitzung ab. Die Vorlage besteht aus zwei Abschnitten: der neuen Grund- steuerordnung und der Ordnung für die Erhebung einer Gemeinde- steuer bei dem Erwerb von Grundstücken, welche letztere wieder in zwei Teile zerfällt: die Umsatz- und die Wertzuwachssteuerordnung. Die neue Grundsteuerordnung, durch welche die bis jetzt bei uns erhobene Steuer vom Nuyerttag der Grundstücke in eine Steuer nach dem gemeinen Wert umgewandelt werden soll, bringt die Durchführung von Anträgen. welche die sozial- demokratische Fraktion seit nunmehr zehn Jahren zu oft wieder- holten Malen gestellt hat. Der schroffe Widerstand, der Stadt- verordneten-Versammlung und Magistrat diesen Anträgen zuerst entgegensetzten, verringerte sich von Jahr zu Jahr in dem Maße, in welchem aus anderen Kommunen über die Erfahrungen mit dieser neuen Stcuerform die günstigsten Berichte eingingen, bis es im vorigen Jahre gelang, die Anträge zur Annahme zu bringen. Hindert auch jene bekannte Bestimmung des Kommunalabgabengesetzes, durch die das Gcsamtaufkommen aus den Realsteuern kontingentiert wird, die Klasse der Grundbesitzer schärfer als bisher zu den Lasten der Gemeinde heranzuziehen, so gibt die neue Steuerform doch die Möglichkeit, die unbebauten Grundstücke, die bisher fast ganz steuerfrei blieben, steuerlich zu fassen und die Häuser nnt kleinen Wohnungen zu entlasten, da diese einen im Verhältnis zu ihrem Verkaufswert sehr hohen Nutzungswert zu haben Pflegen. Die Umsatzsteuerordnung bringt in ihrer neuen Fassung in der Hauptsache gegen den bestehenden Zustand nur redaktionelle Aende- rungen, die sich durch die inzwischen ergangene Judikatur als wünschenswert erwiesen haben. Ganz neu ist die Wertzuwachs- steuer, um die wie im Plenum so auch im Ausschuß der Hauptkampf entbrennen wird. Die Magistratsvorlagen gingen der Versammlung am 11. Januar dieses Jahres zu. am 17. Mai d. I. war die erste Lesung im Plenum, am 10. Oktober fand die erste Sitzung des mit der Durchberatung be- trauten Ausschusses statt. Schon diese Art der geschäftlichen Be- Handlung läßt erkennen, welche Wertschätzung die Hausbesitzer- Majorität der so wichtigen Vorlagen zumißt, ist es doch bereits fast ausgeschlossen, daß die neuen Steuerarten im koinmenden Etats- jähr noch zur Einführung gelangen. Die erste Beratung des Ausschusses am Mittwoch beschäftigte sich ausschließlich mit der Grundsteuer nach dem gemeinen Wert, zu der von Herrn Wallach eine Reihe von Anträgen gestellt sind, die bezwecken, die Abschätzung so günstig wie möglich für die Haus- besitzer zu gestalten. Den Hauptstreitpunkt in der Debatte bildete die Frage, ob eS sich empfiehlt, möglichst feste Normen für die Abschätzung nach dem gemeinen Wert in der Steuerordnung aufzunehmen oder, wie der Magistrat wünscht, sich genau an die ministerielle Mustersteuerordnung zu halten. Diese sieht von der Aufzählung solcher Normen gänzlich ab, um keine schematische Abschätzungspraxis in den Abschätzungs- kommissioncn aufkommen zu lassen und um die Möglichkeit zu geben, jede Abschätzung möglichst individuell zu gestalten. Man beschloß schließlich, die Steuerordnungen mehrerer Kommunen einzufordern, in denen die Abschätzung der Grundstücke nach dem gemeinen Wert schon seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt ist, und die weitere Beratung und Beschlußfassung bis dahin zu vertagen. lieber die Person des neuen Stadtschulrats wird von einem hiesigen Lokalblatt eine Notiz verbreitet, die ein eigentümliches Licht wirft auf die Art, wie von Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung oder des Magistrats Diskretion in Fragen persönlicher Natur geübt wird. In dieser Notiz wird ge- sagt, daß als Berliner Stadtschulrat der bisherige Stadtschul- inspektor Dr. H. Fischer in erster Linie in Frage komme. Zu- gleich wird versucht, für Herrn Dr. Fischer Reklame zu machen, indem auf seine Verdienste hingewiesen wird, die er sich erworben habe durch die von ihm arrangierten Gesangsaufführungen von 2000 Gemeindeschulkindern im Zirkus Busch. Unserer Meinung nach scheinen die Freunde des Herrn Dr. Fischer seiner Kandidatur keinen guten Dienst zu erweisen, wenn gerade auf diese Verdienste hingewiesen wird. Herr Dr. Fischer mag sich wohl durch diese Ver- anstaltungen„oben" recht beliebt gemacht haben, allein eine„soziale Tat" waren sie nicht, wie der Herr dieselben im Ucberschwang be- zeichnete. Ein anderes Blatt, das„Deutsche Blatt", geht in seiner Emp- fehlung für Herrn Dr. Fischer so weit, zu sagen, daß der Herr vor nicht langer Zeit sich dahin ausgesprochen habe, daß die mit dem Amte verknüpfte Arbeitslast für einen Mann zu groß sei, und nimmt deshalb an, daß die von ihm mehrfach betonte Not- wendigkeit der Errichtung einer besonderen Stadtschulratsstelle für das Fach- und Fortbildungsschulwesen inzwischen von unseren städtischen Behörden anerkannt worden sei. Das Blatt berichtet über kommunale Vorgänge, wie der Blinde über die Farbe urteilt. In Wirklichkeit hat sich die Stadtverord- netenversammlung seit Jahren mit der Frage der Trennung des Fach- und FortbildungsschulwescnS von dem Gemeindeschul- Wesen beschäftigt, und es handelte sich nur um die Form, in der das am besten möglich sei. Da bedurfte es nicht der Aeußerung des Herrn Fischer, wenn er überhaupt so unvorsichtig war, sich so zu äußern, und noch weniger des„Deutschen Blattes"; da bätte es schon einige Jahre früher ausstehen müssen. Tie Tunnelstrasie unter der Potsdamer Bali». Die Kommission zur Prüfung der Angelegenheit betreffend die Anlage eines Fahrtunnels unter den Gleisen der Potsdamer Bahn tagte am Mittwoch im Rathause unter deni Vorsitz des Stadtbaurales Krause. Von den beiden zu diesem Zwecke angefertigten Plänen konnte nur der- jenige zur Beratung kommen, der durch einen solchen Tunnel eine Verbindung der Schöncbergcr und Kurfürstenstraße vorsieht. Die Tunnelstraße soll für Fußgänger- und Wagcnvcrkchr eingerichtet werden und eine Breite von insgesamt 12% Meter erhalten. Da der Tunnel mit Rücksicht auf die Betriebssicherheit der Eisenbahn ziemlich tief angelegt werden miitz, sind zu Verden Seiten des Tunnels, dessen Länge nach diesem Projekt auf 265 Meter berechnet ist, Rampen von etwa 105 Meter anzulegen. Aus diesem Grunde wird sich die Ausführung des Fahrtunnels sehr schwierig gestalten, da in dieser Tiefe mit dem Grundwasser gerechnet werden muß. Die Kommission erklärte sich mit diesem Projekt, dessen Kosten sich auf etwa 2% Millionen Mark belaufen würden, einverstanden und beschloß, mit der Eisenbahnverwaltung deswegen in Verbindung zu treten. Erst von dem Ausfall dieser Verhandlungen wird es ab- hängen, ob das Projekt dieser Tunnclstraße, die im Interesse deZ Verkehrs zwischen Berlin VV. und SW, außerordentlich erwünscht ist, ausgeführt werden kann. Ein ansgcsctztcs Kind. Am 1. Oktober wurde im Hausflur Alexanderstr. 24 ein drei Monate altes Mädchen in rotem Stechkissen ausgesetzt aufgefunden. Das Kind befindet sich im Waisenhause Alte Jakobstr.'33. Angaben über die Persönlichkeit des Kindes und der Mutter nimmt jedes Polizeirevier und Zimmer 324 des Polizei- Präsidiums zu Tagebuch Nr. 7416 IV/41 06 entgegen. Auf der Stadtbahn beraubt wurde gestern der Treppenbauer Otto Raschkowski aus der Hermannstr. 175. R. hatte auf dem Schlesischen Bahnhof einen Ringbahnzug bestiegen, um nach Rix- dors zu fahren. Mit ihm zugleich betrat ein unbekannter Mann das Coupe und setzte sich an seine linke Seite. R. schlief bald ein und als er in Rixdorf wieder auswachte, mußte er die unangenehme Entdeckung machen, daß er während der Fahrt vollständig aus- geraubt worden war. Sein Reisegefährte hatte ihm aus der Westen- tasche die Uhr gestohlen und das Beinkleid aufgeschnitten. Aus der Hosentasche war ihm das Portemonnaie mit 42 M., ein Trauring und ein silberner Rosenkranz geraubt. Unter einer Last von 16 Zentnern begraben wurde am Mitt- woch der Arbeiter Mehl. Vom Jndustriehaus„Hackescher Hof" in der Rosenthalerstraße sollte ein 16 Zentner schwerer Geldschrank transportiert werden, und vier Arbeiter waren dabei tätig, den auf Holzrollen gelegten Kasten auf den Wagen hinaufzuschieben. Aus irgend welchem Versehen rutschte der Schrank, der sich schon fast auf dem Gefährt befand, plötzlich zurück. Die vier Männer versuchten sich dadurch in Sicherheit zu bringen, daß sie zur Seite sprangen, was auch dreien gelang. Mehl aber glitt aus, fiel zu Boden, und im nächsten Augenblick fiel die schwere Last auf sein linkes Bein. Der Verunglückte wurde sofort aus seiner entsetz- lichcn Lage befreit und in bewußtlosem Zustande nach dem Hedwigs-Krankenhause übergeführt. Wie hier festgestellt wurde, war dem Aermsten der Unterschcnkelknochen total zertrümmert worden. Dem Arbeiter mußte das verletzte Glied abgenommen werden. „Ein Kind gegen hohe Entschädigung z» vergeben". Die Sehn- sucht nach einem Kinde hat sich ein Schwindler mit reichem klingenden Erfolge nutzbar gemacht, der jetzt auf Veranlassung der Berliner Kriminalpolizei in London festgenommen wurde. ES ist ein Mensch, der sich G. Brown, James Hill, Alfred Labori oder Kerst nennt, von dem man aber auch jetzt noch nicht weiß, wie er wirklich heißt. Der Schwindler zeigte eine Zeitlang in deutschen Zeitungen an, daß er gegen eine einmalige hohe Ent- schädigung ein Kind zu vergeben habe. Viele meldeten sich, die das Kind gern gehabt hätten, vielleicht noch mehr, denen besonders an der hohen Entschädigung gelegen war. Allen schrieb Brown,/ er zweifle nicht im geringsten daran, daß sich das Kind bei ihnen in guten Händen befinden würde. Aber sein Auftraggeber sei ein vorsichtiger Mann und verlange von ihm Auskunft über die Bewerber. Für diese verlangte er dann einen Vorschuß von 12 bis 20 Mark und erhielt ihn auch in den meisten Fällen, weil sich die Bewerber sagten, daß der hohen Entschädigung gegenüber eine solche Kleinigkeit nicht in Betracht komme. Sobald er das Geld hatte, ließ er nichts mehr von sich hören. In der letzten Zeit gab Brown seinem Schwindel einen etivas anderen Anstrich. Er zeigte jetzt an, daß ein englisches Kind in Deutschland erzogen werden solle. Natür- lich sollte das auch wieder sehr gut bezahlt werden. Leute, die sich bewarben, sollten 70 Mark für Eiiflösung des Gepäcks zahlen. Auch auf diesen Schwindel fielen viele hinein. Ein tödlicher Bauunfnll hat sich gestern auf dem Grundstück Müllerstraße 13 zugetragen. Dort befinden sich gegenwärtig die Seitenflügel und das Qucrgcbäude im Abriß, während das Vorder« haus bereits niedergelegt ist und an dieser Stelle mit der Errichtung des Neubaues begonnen wird. Als gestern Nachmittag der 35 Jahre alte Maurer Josef Lewandowski, Langestr. 46, beim Hochführen der Grundmauern beschäftigt war, stürzte plötzlich von dem alten Ge» bäude ein schwerer Balken mit solcher Wucht auf ihn herab, daß er leblos zusammenbrach. Der Schädel war dem Unglücklichen voll» ständig zerschmettert worden. Der sofort hinzugerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen._ Das Automobil. Einen verhängnisvollen Abschluß nahm die Probefahrt mit einem neuen Automobil, die gestern morgen von zwei Ingenieuren und einem Werkmeister der A.S.-G. unter- nommen worden war. Es handelte sich dabei um die Prüfung von Geschwindigkeiten, und in der Hussitenstrahe nahm der Kraft- wagen ein derartiges Tempo an, daß dem Werkmeister, der 40 Jahre alte Emil Borrel, Feldstr. 0 wohnhaft, plötzlich schwindlig wurde und er aus dem Automobil herausstürzte. Das Hinterrad ging ihm über den Körper hinweg und in bedenklichem Zustande wurde B. nach dem Lazarus-Krankenhaus gebracht. Er hatte mehrere Rippenbrüche, eine Gehirnerschütterung und andere schwere Ver- lctzungen davongetragen.— Das Opfer eines schweren A u t o m o b i l u n f a l l S wurde gestern abend der 60 Jahre alte Rentier August Fuchs, der in einem Pensionat in der Motzstr. 70 wohnt. Der alte Herr war auf dem Heimwege begriffen und wurde am Nollcndorfplatz von einem„Bcdag"-Wagcn zu Boden geworfen und überfahren. Er hatte schwere Rippenquctschungcn erlitten und wurde, nachdem er auf der nahen Rettungswache die erste Hülfe erhalten, in einein Krankenwagen nach seiner Wohnung übergeführt.— Von einem Automobil umgerannt wurde gestern auf der Oranienburger Chaussee der 52jährigc Arbeiter Krause. Er erlitt jedoch glücklicherweise nur leichtere Verletzungen. Der Besitzer deS Automobils entzog sich seiner Feststellung durch die Flucht. Die Wettfahrt zwischen Luftschiff und Automobil, über die wir gestern berichteten, hat damit geendet, daß die meisten AutoS die Verfolgung nach einiger Zeit aufgaben. Nur ein Automobil, das vom Oberleutnant de la Croix geführte, holte den Ballon„Lerche" (blau) vorschriftsmäßig nördlich von Wusterhausen ein. Die Wind- Verhältnisse bei der.Fahrt, welche die Ballons nach Norden respektive Nordivesten triebe», waren für die Ballons, wie für die Verfolger günstig: die herrschende Windgeschwindigkeit betrug 20 Meter pro Sekunde. Die Landung des ersten Ballons(weiß) erfolgte in der Rossower Heide, südwestlich von Wittstock. Der Ballon „Nachtigall"(rot. Führer Hauptmann Neumann) landete eben- falls sehr glatt um 2,20 Uhr im Zechliner Forst bei Wittstock. Auch der letzte Ballon„Möwe" hatte um 2,48 Uhr bei Buschhof bei Wusterhausen eine sehr glatte Landung und wurde vom gelben Automobil nicht erreicht. Sieger sind sonach die Ballonführer Hanptmann v. Schulz(weiß, 1. Ballon), Hauptmann Neumann(Ballon„Nachtigall", rot), Oberleutnant George(Ballon „Möwe", gelb), sowie die Führer des vierten Automobils Oberleutnant de la Croix, der den Ballon„Lerche"(Führer Ober- leutnant Schoos, blau) einholte. Die Preise, welche den Siegern überreicht wurden, bestehen in einem reizenden auf schwarzem Marmor ruhenden Ballonkorbe und dem Zubehör zu einen, fertigen Ballon. Außerdem erhielten alle Ballon- und Automobilführer eine silberne Erinnerungsmedaille. Eine internationale Wettfahrt von Luft- ballons findet am Sonntag um 3 Uhr bei der Gasanstalt Tegel statt. Von der städtischen Gasanstalt sind große Vorbereitungen ge- troffen. Zur Füllung der 20 gemeldeten Ballons ist eines der großen Haupttohre mit 12 seitlichen Füllrohren versehen worden, so daß es möglich wird, in einer halben Stunde 12 Ballons, die je 1200 Kubilineter Gas enthalten, zu füllen. Die Jnftandsetnmo der große» 2300 Kubikmeter-VallonS wird eine Stunde in Anspruch nehmen. Die Tegeler Polizeibehörde hat umfangreiche Vor bereihingen für einen Massenandrang, der am Sonnlag erwartet wird, getroffen. Die Privatfnhrwerke müssen auf der westlichen Seite der Berlincrstraße, nach der Richtung der Borsigwerke, Auf- stellung nehnien, Ivährend die Mietsfuhrwerke in der Bernauerstratze bis jjum Berliner Wasserwerk hin Platze angewiesen erhalten werden. Es rst autzerdem eine Tribüne für Zuschauer hergestellt worden. Groszfeuer kam gestern früh 3Vj Uhr in der Fruchtstr. 61 aus und beschäftigte die Wehr bis in die Nachmittagsstunden hinein. Auf dem umfang- reichen Grundstücke befinden sich große Nutz- und Brennholznieder- lagen, sowie verschiedene Fabrikbetriebe. In welcher von diesen Abteilungen der Brand entstanden ist, konnte nicht mit Sicherheit ermittelt werden, da er so rapide um sich griff, daß der zuerst ein- getroffene Löschzug aus der Memelerstraße sich einem grohen Flammenmeere gegenübersah. Brandmeister Runge zog daher schleunigst durch die Meldung„Mittelfeuer" noch Verstärkung heran, so daß in kurzer Zeit die Löschzüge 1, 2, 5, 6 und 7 zur Stelle waren und mit acht Dampfspritzen vorgingen. Das Feuer ivar auch bereits nach dem angrenzenden Grundstücke Rüders- dorferstr. 21 übergesprungen und hatte hier einen mit 30 Pferden besetzten Stall des Fuhrherrn Oberländer ergriffen. Es gelang jedoch noch, alle Pferde unversehrt in Sicherheit zu bringen. Haus- hohe Flammen loderten vom Holzhofe empor und warfen eigen starken Funkcnregen über die umliegenden Straßen und Häuser. Trotz der enormen Hitze drangen die Löschmannschaften immer wieder vor, um nanicntlich zu verhüten, daß das verheerende' Ele- ment auch auf den Hof des Nachbargrundstücks 62 überspringe, da sich dort auch eine große Holzhandlung befindet. Nach stunden- langem Ringen war man gegen 7 Uhr früh Herr deS Feuers. Dieses hat jedoch eine arge Verwüstung angerichtet. Der Holzhof bildet einen einzigen Trümmerhaufen. Am schwersten betroffen ist die Nutzholzhandlung von Zabel, die Kistenfabrik von Fellmcr, die Brcnnholzschneidcrei von Tscharntke, die Drechslerei von Ludwig und das Fuhrgcschäft von Krüger, dem IS Droschken völlig vernichtet wurden. Die Höhe des Schadens läßt sich noch nicht fest- stellen. Um acht Uhr wurden die erschöpften Mannschaften durch andere Löschzüge abgelöst. Die vollständige Ablöschung und die Aufräumungsarbeiten dauerten bis Nachmittag. Ein zweites Grotzfeuer, ein Dachstuhlbrand, wütete gestern mittag in der Schönhauser Allee 109. Hierbei wurden die Dachgeschosse von einem Ouergebäude und von zwei Seitenflügeln total eingeäschert. Gegen �11 Uhr sahen Haus bewohner Rauch durch das Dach des zweiten linken Seitenflügels dringen, und sie alarmierten die Feuerwehr. Nun war aber der zunächstliegcnde Löschzug 3 aus der Oderbcrgerstratze nicht in seinem Depot, sondern als Ablösung zur Aufräumung in der Fruchtstraße. Als später Brandmeister Steiner mit dem secfy zehnten Zuge aus der Pankstcaße zuerst auf der Brandstelle ein- traf, stand der Dachstuhl des zweiten Seitenflügels bereits in Hollen Flammen. Schleunigst wurde„Mittelfeuer" nachgemeldet, woraus acht Löschzüge herbeieilten. Branddirektor Reichel über nahm die Leitung. Bevor aber noch ein Gesamtangrifs mit zwölf Rohren über vier mechanische Leitern und die Treppen hinweg ordentlich zur Ausführung gelangte, hatte das Feuer auch das Quergebäude und den ersten Seitenflügel erfaßt. Man war hier bei geneigt, anzunehmen, daß das Feuer an verschiedenen Stellen zugleich angelegt worden sei, doch klärte sich später die Ursache der rapiden Ausdehnung auf. Die einzelnen in die Brandmauern ein- gelassenen feuersicheren Türen waren sämtlich nur angelehnt ge. Wesen und dann durch die Hitze vollständig aufgeschlagen worden. Die Feuerwehr hatte einen harten Stand, um wenigstens das Vorderhaus z/l halten. Drei volle Stunden kämpfte die Wehr, bevor die Hauptgefahr beseitigt war. Die Brandoffiziere ließen Bier herbeischaffen, um die erschöpften Leute zu erfrischen. Der feuermann Saul vom 16. Zuge erlitt, als er auf der mechanischen eiter stand» durch Stichflammen starke Brandwunden. Ueber die Entstehungsursache ist nichts ermittelt. Die Feuerwehr wurde Mittwoch abend nach dem Schiffbauer» dämm 42 gerufen, wo ein Automobil vollständig in Flammen stand. Um die Flammen, die am Benzin reiche Nahrung gefunden hatten, zu löschen, mußte der 13. Löschzug eine Schlauchleitung vornehmen und kräftig Waffer geben. Eine große Menschenmenge hatte sich emgefunden, die mit großem Vergnügen dem ungewohnten Schau spiele zusah. Eine traurige Aufklärung hat jetzt das Verschwinden zweier Personen gefunden. Vor mehreren Tagen hatte sich der Händler H., Neue Hochstr. 38, von seinen Angehörigen entfernt, und gestern ist der Vermißte am Bundesratsufer als Leiche aus der Spree gelandet worden. Die Hinterbliebenen des H. können sich nicht erklären, aus welcher Veranlassung der Lebensmüde in den Tod gegangen ist.— Mit Salzsäure vergiftet hat sich der 3Sjährige Diener Edmund L., der bei einem höheren Offizier in Stellung war. L war seit einigen Tagen von seiner Herrschaft vermißt worden, und gestern haben die Nachforschungen nach ihm ergeben, daß er an den Folgen einer Salzsäurevergiftung in einem Krankenhause gestorben war. Der Lebensmüde hatte in einem Anfall von Ver> folgungswahnsinn das Gift genommen. In der Ortskrankenkaffe für Konditoren haben dieser Tage Neu- Wahlen von 92 Vertretern der Arbeitnehmer zur Generalversamm- lung stattgefunden. ES siegte die Liste des Zentralverbandes, für die 1S9 Stimmen abgegeben wurden. Die Gegenliste, die vom tirsch-Dunckerschen Gewerkverein in Gemeinschaft mit dem nationalen onditorgehülsenverband aufgestellt war, erhielt 11V Stimmen. Es hat nichts genützt, daß die Hirsche in Flugblättern von dem„Partei- politischen Tummelplatz der sozialdemokratischen Verbändler" faselten. Als sie sahen, daß ihre Liste unterlag, machten die Herren Skandal. Weil das Wahllokal etwas klein war, wollen die Unterlegenen die Wahl anfechten. Im Bernhard Rose-Theater, früher Carl Weiß-Theater, geht heute, Freitagabend,„Die B l u t h o ch z e i t", mit Direktor Rose in der Rolle Karl IX., in Szene. Morgen, Sonnabendnachmittag 4 Uhr, wird„Dornröschen" bei kleinen Preisen gegeben. während abends„Berliner Kinder" erstmalig zur Auf» führung gelangt. Sonntagnachmittag 3 Uhr:„Der Millionen- bau er", abends:„Berliner Kinder". In Vorbereitung »st Karl Böttchers soziales Drama„Ausgewiesen". Im Sportpark Treptow findet am Sonntag das letzte Rennen dieser Saison statt. Im Metropol-Theater beginnt mit der jetzigen neuen Spiel- zeit auch die neue Einrichtung eigener Sonntagnachmittags- Vorstellungen zu ermäßigten Preisen. Am kommenden Sonntag, den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr, gelangt zunächst die Revue: r-Avk in§. M e t r o p o l" zur Ausführung. Im Kabarett. In Berlin ist für Vergnügen und Amüsement nach jeder Richtung reichlich gesorgt. Man kommt hier nicht in Verlegenheit, die Zeit totzuschlagen und Geld loszuwerden— wenn man über beides verfügt. Diejenigen, die tagaus, tagein schwer standen müssen, um nm das nackte Leben zu stiften, müffen es sich versagen, noch abends nach dem Theater oder einem Vergnügungsetablissement zu gehen. Die Mittel langen nicht und die Zeit ist auch nicht vorhanden. Aber eS gibt eine ganze Menge Leute, die über Zeit und Geld genug verfügen, um sich, jeder nach seiner Art, Vergnügen und Abwechselung zu verschaffen. Und da genügen vielen die Vergnügungsstätte» noch nicht, die bereits um 11 Uhr ihre Pforten schließen. WaS! Uni 11 Uhr schon nach Hause? Das ist zu früh! Um diesem„dringenden" Bedürfnis abzuhelfen, haben sich die Kabaretts aufgetan, in denen I Automaten ein Billett IH. Klaffe abgekauft hatte. Der Zug nach das Leben und Treiben sich erst nach 11 Uhr abends entwickelt, j Tempelhof. mit dem der Fahrgast zu fahren beabfichttgte, war gerade Wir haben in Berlin eine ganze Anzahl solcher Kabaretts. Das Eintrittsgeld beträgt 2 bezw. 3 M. Vielfach finden wir in diesen Museutempeln die Künstler der verschiedenen Etablissements wieder, oft kommen sie direkt von den Brettern. wo sie ihre Schlager einem anderen Publikum vorgettagen Aber auch auf diesem Gebiete macht sich eine„Reform" geltend In den meisten Kabaretts herrscht der W e i n z w a n g. Um dem abzuhelfen, hat sich jetzt ein Bierkabarett aufgetan. Von der Behrenstr. 20 aus gelangt man zu demselben und in einen Raum, der an Pracht und Originalität kaum überttoffen werden dürste. Es ist hier ein System der Beleuchtung in Anordnung gekommen, welches dem Saale je nach der Stimmung, welche herrschen soll, das betreffende Licht in der passenden Farbe spendet. Vom reinen Kristallweitz bis zum Purpurrdt. Vom tiefsten Blau bis zu den gebrochenen Tinten der violetten Strahlen sind alle Spektrumfarbcn vertreten. Einen besonderen Reiz bilden die aus taufenden glitzernden Tropfen bestehenden großen Saaltronen. Auch die Decken- beleuchtung der beiden Schenkelscle mit ihren originellen Farben� ringen erzengen noch nie gesehene Lichtwunder. Ganz eigentümlich wirken die Wandfüllungen, welche nach den bekannten Frohsinns karten des„Simplicissimus"-MalerS Reznicek ausgeschmückt sind An Künstlern wirken unter anderen die Damen Josefine Dora, die Operettcusängerin Ella Milardi, die Kunswfeiferin Bebfiori, die Sängerin Lulu Doröe, sowie die Herren Hofoperitsänger Biberti, Opernsänger S. Jrnerio di Mario, der Improvisator Steinitz die Humoristen Perfersen und Mödlinger mit. Am Mittwoch wurde dieses neue Institut, das unter Leitung des Direktors Rosenfeld steht, festlich eröffnet._ Feucrwehrbericht. Wegen eines Kellerbrandes wurde die Feuerwehr gestern nach der Hufelandstr. 6 gerufen, wo Kohlen u. a. brannten. Ein zweiter Kellerbrand wurde aus der Neuen Königstr. 40 gemeldet. In der Zionskirchstr. 29 mußte ein Brand gelöscht werden, der auf einem Hängeboden ausgekommen war. Eine Schießbude stand auf dem Tummelplatz in der Orthstraße in Flammen. Aus der Nordbahn an der Bernauerstraße kam in einem Keller Feuer aus. Holz u. a. brannte dort. In derWisbyer straße 5 hatte die Wehr mit der Löschung eines Brandes zu tun. der beim Teerkochcn auf einem Dache ausgekommen war. Fleisch brannte in der Möckernstr. 110. Außerdem wurde die Wehr gestern noch nach der Pücklerstr. 4, Dunkerstr. 69 und anderen Orten ge rufen._ Vorort- JVachncbten. Die Borortpresse. DaS rasche Wachstum unserer Vororte, von denen sich einzelne im letzten Jahrzehnt zu Großstädten entwickelt haben, ist auf die größte Anzahl unserer Vorortblätter nur von ganz geringer Rück' Wirkung gewesen. Eine ganze Anzahl derselben führen nur noch ein Scheindasein, so daß sie höchstens als Publikationsorgan der Behörden oder aber als Verfechter der Interessen einzelner Gruppen in Frage kommen. Vergeblich bemühen sich eine ganze Reihe derselben unter der immer mehr anschwellenden Arbeiterschaft in den Vororten Abonnenten zu werben. Vor jedem neuen Quartal wird die Werbetrommel gerührt, um neue Leser zu gewinnen. Die einen erscheinen unter der Flagge der Unabhängigkeit, einzig und allein das Bestreben verfolgend, den„allgemeinen Interessen" zu dienen. Der Begriff„allgemeine Interessen" spielt mitunter eine ganz absonderliche Rolle. Andere wieder legen sich den Charakter vollständiger Unparteilichkeit an, Ivieder andere— und das sind noch die für die Arbeiterschaft ungefährlichsten— ge- fallen sich in der Rolle des SozialiftenbekämpferS. Das Matena! für diesen Kampf wird ihnen zum Teil von dem nicht unbekannten „Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" auf den Redaktionstisch gelegt. Hand in Hand mit der Werbung von Abonnenten geht das Werben von Inseraten. Der niedrige AbonnementspretS reicht bei weitem nicht aus, um den Lesern selbst nur Notdürftiges zu bieten. Den Inserenten wird das größt möglichste Entgegenkommen gezeigt. Von Zeit zu Zeit erscheint eine AbonnemeiitSemladung, in der zugleich ein erneutes Anschwellen der Abonnenten verkündet wird. Lasen wir doch vor kurzer Zeit in einem der Blätter, daß an einem Tage ein beispielloser Abonnentenzuwachs von bO und Jnseratenaufträge von 350 M. eingegangen feien. Recht schmeichelhaft muß es für die Abonnenten eines solchen Blattes sein, wenn sich die Redaktion bei den neuen Abonnenten bedankt. Gleich dem Vorsitzenden eines Vcrgnügungsklubs, der die neuen Mitglieder willkommen heißt, beginnt auch der Redakteur eines solchen Vorortblattes die neuen Abonnenten also zu begrüßen: „Wir danken allen bisherigen Abonnenten für ihre Treue und heißen die neu hinzutretenden an dieser Stelle herzlich willkommen in der Hoffnung, daß die Lektüre unseres Blattes sie in jeder Hinsicht be friedigen und daß dasselbe auch in sonstiger Beziehung sich ihnen stets nutzbar erweisen wird. Wir bitten jeden unserer verehrten Leser, im Werben neuer Bezieher unseres Blattes weiter eifrig tätig zu sein, dann wird uns unsere Aufgabe ebenfalls erleichtert." Solche Worte sind weKiger ein Ansporn für eine ernste und für die Allgemeinheit nützliche und heilige Sache, als vielmehr der letzte Hiilferuf eines untergehenden Wurstblattes. Fast durchweg haben diese Blätter, da sie ja zum großen Teil zugleich Publikationsorgane der Amis- und Gemeindeverwaltungen sind, zum Prinzip, einen mitunter geradezu widerlichen Lokalpatriotismus zu fördern und in dieser Rolle gefallen sie namentlich dem eingesessenen Spießer und Kleinkrämer. Die Arbeiterschaft, die in ständigem Kontrakt mit der Großstadt steht und schon durch ihre Bestrebungen eine ganz andere Politik treibt, ist für de» Lokalpatriotismus nicht zu haben. Unter ihr findet auch diese Vorortpresse weniger Absatz. Besonders sucht die Presse bei Wahlen oder sonsttgen Anlässen in offener oder mehr versteckter Form die Gcldsacksintereffen zu vertreten. Kämpft ein solches Blatt nicht mit offenem Visier— da es ja sonst sich des unparteiischen Charakters entkleiden würde— so findet man in der Regel, daß in der Rubrik des„freien Wortes" die Interessen des Grundbesitzes und der Bevorrechteten vertreten werden. Für diese Rubrik übernimmt die Redaktion, um nirgends anzuecken, keine Verantwortung. Dieser Dualismus ist notwendig, um ein solches Blatt noch lebensfähig zu erhalten. Aus alledem geht hervor, daß unsere Genossen in den Vororten alles anzuwenden haben, um nicht nur das Feld von der zroßen bürgerlichen und Klatschpresse zu säubern, sondern auch ihr Augenmerk auf die schädlichen Einflüsse der kleinen Vorortprcssc zu richten. An ihre Stelle muß immer mehr die sozialistische TagcS- presse, der„Vorwärts", treten._ Rixdorf. Ein Opfer des Verkehrs wurde gestem ein etwa 65 Jahre alter unbekannter Mann. Er war im Begriff gewesen, in der Nähe des Ringbahnhofes' den Fahrdamm der Bergstraße zu überschreiten, als llötzlich der Wagen Nr. 66 der„Zentrale für Milchverwertung" in 'chnellstem Trabe aus der Emser- in die Bergstraße einbog. Der Alte verniochte sich nicht mehr auf den Bürgersteig zu retten, er wurde umgerissen und überfahren. Die Verletzungen, die er sich bei dem Unglücksfall zuzog, waren so schwere, daß er bereits auf dem Transport nach dem Krankenhause starb. Die Personalien des Toten konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Charlottcnbnrg. Freie Volksbühne Charlotteuburg. Morgen Sonnabend, abends 8 Uhr, findet im Schiller-Theater dl. die Vorstellung von HeijermannS Schifferdrama„Die Hoffnung auf Segen" statt. Alle Mitglieder müffen spätestens heute geklebt haben.— Zur Wieder» holung dieses Stückes am 20. Ottober siud noch einige Gastlatten 80 Pf. in den Zahlstellen zu haben. Schöneberg. Nicht die besten Erfahrungen mit einem Billettautomatcn machte am Mittwoch ein Fahrgast auf dem Bahnhof Schöneberg, der dem weg, weshalb der Betreffende die 20 Minuten, die er noch warten mußte, zur Besorgung dringender Angelegenheiten ausnutzte. Das Billett mußte, nach Rücksprache mit dem Schaffner, abgegeben werden. Nach der Rückkehr wurde eS wieder ausgehändigt. Als der Fahrgast in Tempelhof den Ausgang passierte, wurde ihm be- deutet, daß das Billett den Stempel vom 9. 10. trage, weshalb man ihn zur Aufklärung der Sache ins Bureau zum Stationsvorsteher führte. Derselbe setzte sich nun mit Schöueberg in Verbindung. Der Fahrgast bestand nun darauf, dem Schaffner in Schöneberg gegenübergestellt zu werden, welchem Verlangen man auch nachkam. Im Dienstcoupo fuhr ein Beamter mit ihm nach Schöneberg zurück, und hier erklärte der betreffende Schaffner, daß es dasselbe Billett ist, welches er bereits in den Händen gehabt. Der Fahrgast ist nun gespannt, ob er außer der Zeit, die ihm das ominöse Billett gekostet hat, noch mit 6 M. Strafe bedacht werden wird. Die Absicht, die Bahn zu betrügen, hat er sicher nicht gehabt. Steglitz. Bei einem verhängnisvollen Unglücksfall hat der Arbeiter Kutt Schmidt, der bei einem Steinsetzmeister in der Südendstraße be» schäftigt war, den Tod gefunden. Sch. hatte in der fünften Etage eines Neubaues Steinmetzarbeiten verrichtet und als er einen Sand- stein von seinem Standort verschieben wollte, verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in uie Tiefe. Auf dem Trauspott nach dem Krankenhause erlag der Bedauernswerte den schweren Ver» letzungen. Wilmersdorf. Ans dem gestrigen Gemeindebcricht hat uns der DnickfeHlerteufel einen Generalversammlungsbericht gemacht. Die Uiirichtigkeit dürste den Lesern wohl aufgefallen sein. Weißenfee. „Die bevorstehenden Krankenkassenwahlen und welchen Wett haben die Krankenkassen ftir die Arbeiter?" ist das Thema einer zu heute abend 8Va Uhr vom Gewerkschaftskartell in den„Prälaten", Lehder- straße 122, einberufenen öffentlichen Versammlung, Die Wichtigkeit des Themas erfordert zahlreichen Besuch der Versammlung. Zu warnen ist vor einem dreisten Gesellen, der am Mittwoch eine Arbeiterfamilie in Abwesenheit der Mutter um das Geld, welches sich dieselbe für die Winterfeuerung zurückgelegt hat, be- stöhlen hat. Der Gauner, ein Angestellter des Handtuch- Verleihgeschäfts sR.) hatte in der Familie Handtücher umzutauschen und traf die Kinder allein an. Diese Gelegenheit benutzte er, um zu fragen, ob die Mutter eine Uhr hat. Die Kinder zeigten ihm die Stelle, wo dieselbe aufbewahrt war, hierbei stahl er das Geld und verschwand eiligst damit. Hangelsberg. Das Opfer eines Verbrechens ist anscheinend der Vahnarbeiter Domke aus Hangelsberg geworden, welcher seit Freitag voriger Woche verschwunden ist. D. hatte sich am Freitag abend von seiner an der schlesischen Bahnstrecke belegenen Arbeitsstätte entfernt, um nach Hause zu gehen, traf jedoch in seiner Wohnung nicht ein, und die am folgenden Tage ausgenommenen Nachforschungen nach dem Verbleib des Arbeiters blieben zunächst erfolglos. Am Sonn- tag fanden Ausflügler am User der Spree zwischen Erkner und Hangelsberg eine Kaffeekanne und eine Mütze, Gegenstände, die später als Eigentum des vermißten Domle erkannt wurden. Ueber den Verbleib des letzteren selbst war jedoch nichts zu ermitteln. Nach den polizeilichen Feststellungen hat D„ der eine Frau und vier Kinder hinterläßt, seine Arbeitsstätte in nüchternem Znstande ver- lassen. Es erscheint ausgeschlossen, daß der Mann Selbstmord ver- übt hat, da hierzu keinerlei Mottve vorhanden waren. Mit einem Unglücksfalle aber ist umsoweniger zu rechnen, als Domke bei seinem Wege die Stelle des Spreeufers, an welcher die Sachen gesunden worden sind, nicht zu berühren hatte. Es ist au« diesen, Grmide nur anzunehmen, daß der Vermißte das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Spandau. In nur schwach besuchter öffentlicher Versammlung referierte am Mittwochabend Genosse Dr. Borchardt über das Thema„Warum sind wir arm?" Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht statt. Der Vorsitzende ermahnte hierauf die Versammelten, bei solch wichtigen Votträaen für besseren Besuch Sorge zu tragen, desgleichen wies er auf die schädlichen Einflüsse der bürgerlichen Preffe hin, die die Arbeiterschaft immer mehr aus den Familien zu verdrängen be- ürebt sein müsse. Nach kurzem Appell zum Eintritt in die Organi» ation und Abonnement auf die Arbeiterpresse erfolgte Schluß der Versammlung. Ja seiner Wohnung erhängt aufgefunden. wurde der Arveiter Meyer. Selbiger war in letzter Zeit immer mehr dem Trünke ver» 'allen, kein Wunder, wenn das Faniilienleben bedenkliche Riffe er» hielt. Am Sonntag suchte er die von ihm getrennt lebende Frau auf und verletzte fie so, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Meyer wurde noch denselben Abend verhaftet, jedoch von der Polizei wieder auf fteien Fuß gesetzt: Nach Rücklehr in seine in der Schönewaldersttaße gelegene Wohnung erhängte er sich an einem Gardinenhaken. Gerichte-Zeitung, Eine Anklage wegen versuchter Erpressung und Vergehens gegen tz 153 der Gewerbeordnung beschäftigte gestern die vierte Strafkammer des Landgerichts I. Die Anklage richtete sich gegen den Vorsitzenden des Vorstandes der Berliner Filiale des Senefelder-BundeS. Steindrucker Johannes Haß. Die Druckereifirma O. F. Schaefer Nächst, hatte an« 23. Dezember einige ältere organisierte Arbeiter entlassen und angedeutet, daß sie nur»inorganisierte Arbeiter einstellen würde. Einige Tage später wurde der Steindrucker Karl Krüpfgans ein- gestellt. Es soll versucht sein, Krüpfgans zum Beitritt zum Bunde zu nötigen. Die Verhandlung verfiel der Vertagung. Ei» mißlungener Dcnunziantensttcich! DieBadefrauundKassiererin Frau G. in der Schorn» weberstraße wurde im Februar plötzlich auf ihrer Arbeitsstelle verhaftet, nach drei Tagen aber wieder auf fteien Fuß gesetzt. Eine Anklage wegen Beihülfe zur Abtreibung führte die Beschuldigte jetzt vor die zweite Sttafkammer beim Landgericht II. Nach kurzer Verhandlung, in der sich die Hebamme Geftom besonders bemühte, als Schwester des Ehemannes der Beschuldigten die Rolle einer zätt- lichen Verwandten zu spielen, beantragte der öffentliche An» ' l ä g e r s e l b st die kostenlose Freisprechung der Be- ch u l d i g t e n. Das Gericht setzte die so schwer geprüfte und geschädigte Frau— gegen die auch der inzwischen von ihr geschiedene und in dem Urteil als allein schuldiger Teil erklärte Ehemann aussagen wollte— als 'chuldlos auker Verfolgung. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß die Hebamme !? r a u Schwenke. O., Kronpriuzeustratze, sich der Beschuldigten unter der MaSke einer unter brutaler Behandlung eines Trunkenboldes schwer leidenden Mutter von sechs Kindern, die Ivieder 'chwonger sei, näherte und sie unter Tränen und Geldvcrsprcchungen zur Begehung des Verbrechens der Abtreibung zu bestimmen suchte. Die verführerische Dame, die weder schwanger war, noch ver- heiratet ist, veranlaßte dann, obwohl die Angeschuldigte standhaft blieb, die Verbaftung der Angeklagten. In den politische oder Arbeitsverhältnisse nicht berührenden Strafsachen bewertet das Gericht einen axsnt provocateur auch weiblichen Geschlechts zu- treffend._ Durch einen Zaunpfahl getötet. In der Nacht vom 6. Mai d. I. nahm bei einer Schlägerei zwischen den Dirilstknechten Block und Schuhe im Dörfchen Söfgen bei Jüterbog Ferdinand Binte für Blod, der Landwirt und nach vorheriger Reinigung der Hand oder mit nur Eisenbahnzusammenstoß. Karl Henze für Schuhe Partei. Bei der Hauerei schlug Binte einmal zu gebrauchender Wattebausche abgewaschen werden. den Henze mit einem Baumpfahl so unglücklich auf den Hinterkopf, Von Effen, 11. Oktober. Heute vormittag 9 Uhr überfuhr Zug 9219 ber Anklage ber Uebertretung dieser Bestimmung von Kirchhellen das auf Halt stehende Einfahrtssignal auf Bahnhof daß Henze umfant und nach einigen Stunden an den Folgen des hatte das Landgericht Hagen den Barbier Schwabenbach Dorsten und fuhr in voller Fahrt auf den etwa 300 Meter weiter Schlages verschied. Zinke wurde gestern vom Potsdamer Schwur- freigesprochen. Der erste Straffenat des se ammergerichts in Gleis 1( West) stehenden Zug 6523. Lokomotive und 11 Wagen gericht wegen Körperverlegung mit tödlichen Folgen unter Annahme verwarf die von der Staatsanwaltschaft hiergegen eingelegte wurden stark beschädigt, ein Lokomotivheizer leicht verlegt. Der milbernder Umstände zu zwei Jahren neun Monaten Gefängnis Revision mit folgender Begründung: Die Polizeiverordnung vom Personenbetrieb wird mit geringer Verspätung durch Umleiten nach berurteilt. 8. Oftober 1904 sei ungültig, weil ihre Gristenz dem Reichs- der Ostseite aufrecht erhalten. Menschenfeuchen- Gesez widerspreche. Dieses Gesetz vom 28. August 1905 Klassenjustiz und Gerechtigkeit ist zweierlei. befeitige alle anderweiten Bestimmungen auf dem von ihm geregelten Fine Briefkaften der Redaktion. D -O Je notwendiger leider infolge der Kurzsichtigkeit des Unter- Gebiete. Dazu gehörten auch entsprechende Polizeiverordnungen. nehmertums und der künstlichen Erschwerung der Lebenshaltung durch Die Polizeiverordnung vom 8. Oktober 1904, die die Reinlichkeit im die Gesetzgebung Streite werden, desto lebhafter wenden sich gelehrte Barbier- und Friseurgewerbe sichern wolle, bezwecke damit die abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstnude um Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr Gerichte gegen alles, was mit dem Begriff des Koalitionsrechts, des Vermeidung der lebertragung von ansteckenden Krankheiten, 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen Streifs, des Rechts des Arbeiters, bessere Arbeitsbedingungen zu er- 3. B. Bartflechte. Sie fönne Deshalb nicht neben beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. fämpfen, in Verbindung steht. Bei Anklagen, die auf dem Aus- dem Reichs Menschenfeuchen Gesetz bestehen, das dieselbe R. K. und H. O. 48. Der Wirt hat die Kosten für die durch Streichen nahmegesetz des§ 153 der Gewerbe- Ordnung aufgebaut werden, Materie( nämlich Maßnahmen gegen die Verbreitung an der Fassade fortgestrichene Schrift zu tragen, falls nicht etwa Jhr Vertrag verschwinden für den gelehrten Richter aus dem Spektrum alle steckender Krankheiten zu treffen) regele. Es täte ja dem Straf- Gegenteiliges bejagt. Rig. 100. Wenn Sie Ihre Forderung nicht noch Farben mit Ausnahme des Not. Zahllos ist die Reihe der Arbeiter, fenat sehr leid, so entscheiden zu müssen, denn es handele sich in diesem Jahre einklagen, jo liegt die Gefahr der Berjährung vor. Die die infolge dieser durch die Klasseninteressen des gelehrten Richter- augenscheinlich bei der Verordnung um sehr praktische Vorschriften, Berjährungsfrist beträgt zwei Jahre, die mit Ablauf des Jahres laufen, in tums hervorgerufenen Farbenblindheit unschuldig angeklagt und un- es sei aber im Hinblick auf die neuere Gesetzgebung nicht anders denen die Forderung zuletzt anerkannt ist. Den Beweis der Anerkennung haben Sie aber zu führen. schuldig verurteilt oder wegen Lappalien zu exorbitantt hohen Strafen möglich. P. B. 100. Auf Erfordern der Behörde muß der Arbeitgeber nach der Einkommensteuernovelle über das Einberurteilt worden. Dringend notwendig ist die Beseitigung des im Bei der Beratung des Reichsgefeges über gemeingefährliche tommen der Arbeiter Auskunft geben. Die Arbeiter sind in der Auf§153 Gewerbe- Ordnung ausgesprochenen Ausnahmegesetzes und der Krankheiten war von der Sozialdemokratie hervorgehoben, daß das forderung namentlich zu bezeichnen. M. 2. 1006. Sie tönnen erneut Erfaz gelehrter Richter durch solche, die von und aus allen Teilen Gesez völlig unzulänglich sei und daß zu einer wirklichen Vor- eine Unfallrente verlangen, wenn Folgen des Unfalls nach dem Dezember der Bevölkerung auf Grund eines allgemeinen, gleichen, geheimen beugung gegen gemeingefährliche Krankheiten unter denen keines- 1905 aufgetreten sind. Otto Freyer. Wenn Sie Jahresmiete vereinbart Wahlrechts gewählt find. Vei der Fülle der irrigen Verurteilungen wegs in erster Linie etwa die Bartflechte oder dgl. steht weit haben, so gilt der mündliche Vertrag auf ein Jahr. Ist eine andere Ver auf diesem Gebiet läßt sich nur bereinzelt über solche Fälle be- umfassendere praktische, soziale Maßregeln, insbesondere auf dem einbarung getroffen, so wiederholen Sie Ihre Anfragen unter genauer richten. Ein solcher Fall wird uns aus Dresden berichtet. Gebiete des Wohnungswesens und der Kommunalverfassungen Angabe aller mündlichen Vereinbarungen. M. K. 76. 1 und 2: Ja. Anläßlich des Metallarbeiterstreits standen vor der Fabrik von erforderlich seien. Es ist bekannt, daß die von der gemeinBiesold u. Locke in Meißen zwei Streifposten. Zu ihnen tam vom gefährlichen Junkerschaft mit Berliner Marktpreise. unbeschränkter Raffgier be= Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Wachtposten der Schlosser F. und teilte den beiden mit, daß er herrschte Gebiete Regierung auch auf diesem Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-74 pr. 100 fd., bor Sen la 63-68, IIa 58-62, IVa 52-56. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, unwohl sei und sich frank melden müsse. Anschließend daran tat er Forderungen der Junker zurückgewichen ist. Erinnert sei nur la 85-92, IIa 74-82, a 64-72, holl. 55-62. Hammelfleisch Ia 75-80, die Aeußerung:" Pfui Teufel, mir wirds ganz schwül!" 8wei an das von den Junkern geforderte und bom preußischen a 64-74. Schweinefleisch 67-74. Rehböcke Ia per Pfd. 0,60-0,87, vorübergehende Arbeitswillige bezogen diese Aeußerung auf sich und Landtag bewilligte Privilegium, Stadtverwaltungen die Verhinderung IIa 0,40-0,56. totwild Ia 0,30-0,50, IIa 0,20-0,28. Damwild 0,35-0,45. die Direktion der Fabrik erstattete gegen F. Anzeige. Dann tam der Einfuhr verseuchten Fleisches aus Juntergefilden unmöglich zu Wildschweine 0,15-0,35. Frislinge 0,30-0,60. Hafen p. St. 2,00-3,35, flein höhnisch lächelnd ein anderer Arbeitswilliger vorüber, der in der machen. Wenn das Kammergericht mit Recht die ungültigkeit der 1,00-1,90. Staninchen per Stüd 0,30-0,85. Wildenten per Stid 1,00-1,85. Fabrit allgemein„ Quatschweib" benannt wurde. F. sagte:" Da kommt ja der Schönste!" und fügte die Bezeichnung Quatschweib gesprochen bat, so kann man sein Bedauern nur in dem Sinne alte per Stüd 1,40-2,40, alte II a 0,80-1,30, junge per Stüd 0,55-1,55. Hühner, hinzu. Für beide Aeußerungen erhielt F. vom Schöffengericht in teilen, daß die Reichsgefeßgebung auf diesem Gebiete Halt gemacht Tauben per Stüd 0,30-0,55, alte 0,00. Enten, junge per Stüd Meißen zwei Monate Gefängnis auf Grund des§ 153. hat, statt soziale Forderungen zu erfüllen. Nicht Strafgesetze, 1,40-2,50, alte p. Stid 0,00, Hamburger, junge p. Stüd 3,00-3,10. Gänse, Unter Eid bekundeten in der Berufungsinstanz vor dem Bolizeiverordnungen und derlei schöne Bflästerchen zur Beruhigung Dderbrucher, per Pfund 0,45-0,60, bito Hamburger, junge 0,64, Landgericht zwei Beugen den Zusammenhang der ersten eines schlechten Gewissens, sondern positive Taten, soziale Ein- Ia per Stüd 3,00-3,80, IIa 1,30-2,90. Boulets per Stüd 0,80-1,25, Aeußerung F. mit seinem Unwohlfein. Auch der Staatsrichtungen sind auf dem Gebiete der Gesundheitspflege erforderlich. do. Klein 0,00. echte per 100 Pfd. 93-107, groß 65, flein 106. anwalt war davon überzeugt und enthielt sich in diesem Falle eines Antrages. Da die zweite Aeußerung von F. selbst zugegeben, aber von ihm als übliche Uzerei erklärt wurde, beantragte der Staatsanwalt nur für den zweiten Fall Verwerfung der Berufung. Das Gericht ging über den gewiß schon zu weit gehenden Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, verwarf auch im ersten Falle die Berufung und ließ die zwei Monate Gefängnis bestehen Es sei erwiesen, daß F. die Arbeitswilligen durch beide Aeußerungen zur Teilnahme am Streit bewegen wollte! Je mehr gestohlen wird, desto niedriger die Strafe. und labet Polizeiverordnung mit Rücksicht auf die Reichsgesetzgebung aus- junge IIa 0,50-0,70, alte 0,60-0,70, junge fleine 0,00. Stridenten 0,60. Betassinen 0,65. Rebhühner, junge Ia 0,85-1,10, Hus der Frauenbewegung. Berichtigung. In der Fränk. Tagespost" lesen wir folgendes: Frau Minna Cauer schreibt uns: In dem Bericht der Fränkischen Tagespost" vom 5. Oktober über die Tagung des Bundes deutscher Frauenvereine steht folgender Gaz: Minna Cauer- Berlin ist auch gegen die Resolution, sie ist der Ansicht, daß eher gegen die Greueltaten der Revolution ein Protest notwendig ist." PR Aland 52. Schleie 108-114, leine 136-143. Blefe 58-61. Aale, groß 0,00, mittel 81-86, flein mittel 0,00, unfortiert 63-70. Blögen 40-58. Karpfen, unsortiert 66-72, do. 50er Galizier 0,00, 100er do. 0,00, 40er Schlesische 0,00. Barse, groß 0,00, matt 45. Sarauschen 69-80. do. flein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00, matt 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer per 100 Bfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall 0,60-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schod 9,00, do. pommersche 2-3, Hamb. Stiege 5-6, halbe Stifte 2. Büdlinge, per Wall Stieler 2-3, IIa 2-4, Kieler, Stiege Ia 4-6, 50. mittel ber Stifte Stralsunder 2,00-3,50. Male, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Kiste 3-4, do 1, Kifte 2. Stablian, p. 100 Bfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Vollberinge 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Sardinen, ruff., Faß Rotkohl Zu diesem ganz widersinnigen Resultat führte das königl. fächsische Forst- und Feldstrafgefeßbuch. gwei Es ist gerade das Gegenteil deffen, was hier berichtet ist, der Bauern fahren mit ihren Gespannen im Morgengrauen an einem Fall. Ich habe meiner Entrüstung Ausdruck gegeben, daß man über- Seringe, neue Matjes, per ½, To. 60-120. 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Sonntage durch den fistalischen Wald und sehen in Abteilung 10 des haupt über die Annahme oder Nichtannahme diskutieren könne, eine Schodjaß 11, fleine 5-8,' Riesen- 14, Hummern, fleine, per Bid. 0,00. Reviers vier Raummeter Nuzholz aufbereitet stehen; das reizte sie solche Sympathiekundgebung bedürfe keiner Debatte, sondern müsse Streble, per Schod, große 0,00, mittel 5,00-7,00, fleine 3,00, unfort. 0,00. zum Mitnehmen. Bauer Albin Vogelsang ist bescheidener als fofort allseitige Zustimmmmst finden." Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 3,30-4,00. Butter fein Gefährte Bitterlich. Er entwendet nur für höchstens 7 M. Da uns der gleiche Bericht wie der Fränk. Tagespost" zu- per 100 Bid. Ia 124--127, IIa 115-120, IIIa 110-114, abfallende 95-105. Holz, Bitterlich meint aber: Ach was, Albin, wenn ich mal maufe, gegangen und von uns veröffentlicht worden ist, halten wir uns Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln 100 Pfund bonum magnum 21 natürlich verflichtet, den Irrtum unseres Korrespondenten zu be- ber so nehme ich gleich mehr", 2-2,25, Dabersche 2-2,25, sich für Rosen 0,00, Holz auf. Als beide Bauern gerade weiter fahren wollen, richtigen. weiße 1,60-1,80, Salatfartoffeln 4,00-5,00. Spinat per 100 Pfund 10,00-15,00. Karotten per Schockbund 2,50. überrascht sie der Gendarm und bringt sie zur Anzeige. Die schwedischen Wahlrechts- ,, Kämpferinnen" haben, nachdem sie Sellerie, hiefige, per Schod 4,00-5,00. do. pommerfche 4-5,00. Zwiebeln Beide Missetäter werden verurteilt. Das Ergebnis der am am Sonnabend beim Staatsminister waren, am Dienstag den König große, per 100 pfd. 3,00-3,50. bo. Kleine 2,50-3,00. do. hiesige( Berl) Mittwoch stattgefundenen Hauptverhandlung ist besucht und sich an ihn mit der untertänigen Bitte" gewandt, daß 30-50. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schockbd. 1,25. Stohlrabi per für die beiden Angetlagten geradezu berblüffend. er feinen Namen mit einem Vorschlage über gleiche Staatsbürger- Schod- Bb. 0,80-1,00, Schock 0,60-1,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen per Der bescheidene Albin Bogelfang erhält wegen Forstdiebstahls rechte der Frauen verknüpfen möge und daß das Frauenwahlrecht per 100 Pfund 15-25. Salat, per Schod 1,50-2,00. Bohnen, grüne, fünf Wochen Gefängnis, der mitangeklagte Bitterlich in den zu erwartenden Wahlrechtsvorschlag aufgenommen werde. Bfefferlinge per 100 pfb. 10-12. Wachsbohnen 15-25. Weiße Rüben 2-6. Mohrrüben per 100 fb. 2-3. hingegen wegen einfachen Diebstahls eine Woche Gefängnis, ob- Der König zeigte sich, wie gewöhnlich wenn er dergleichen Besuch Teltower Rüben p. 100 Pfd. 6-8. Blumenkohl p. Mandel 1,50-2,50. do. gleich er dreimal so viel Holz gestohlen hatte, als empfängt, fehr liebenswürdig, nahm aber den Frauen alle Hoffnung, Erfurter, Stopf 0,15-0,20. Birfingfohl ber Schod 4,00-7,00. Vogelsang. Wie ist das nur möglich, das tann nicht in dem Wahlrechtsvorschlage berücksichtigt zu werden. Er meinte, pr. Schock 3,00-7,00. Weißkohl pr. Schock 2,00-6,00. Rosenkohl pr. 100 Bfb. mit rechten Dingen zugegangen sein." Fast sollte man es glauben, die Frage fei sehr wichtig, fie müsse erst gründlich erwogen werden. bo. Einlege-, Schod 1,50-3,00, do. Rothenburger 0,00, do. Liegniger 0,00. 25-30. Steinpilze p. 100 Bfd. 15-20. Gurken, Zerbster, Schod 0,00. und dennoch, es ist alles streng gesetzmäßig zugegangen. Der Grund Die Mitglieder der Deputation gewannen trog aller Liebenswürdig- bo. Einlege-( Senf-) 8-18. Kohlrüben, Schod 2,50-4,00. Tomaten, hiesige für dies ungleiche Strafmaß liegt in der Bestimmung des Forst teit Ostars den Eindruck, daß er keine besonders starken Sympathien und Feldstrafgefegbuches. Wenn der Wert des gestohlenen Gegen- für ihre Wünsche hegt. Er hat sich übrigens großen politischen Restandes mehr als 9 M. beträgt, so kommen allein die Bestimmungen formen nie besonders geneigt gezeigt. des Reichsstrafgesetzbuches über den Diebstahl(§ 242) in Anwendung, beträgt er 9 M. und weniger, so verfällt der Täter den drakonischen Bestimmungen des sächsischen Sondergesetzes. Zur Nachprüfung sei im Falle Vogelsang die Strafberechnung nach dem Forst Berlin. Sonntag, 14. Oktober: Besichtigung der Arbeiterwohlfahrts und Feldstrafgesetzbuche hierher gefeßt: Wert des gestohlenen Holzes 7 Mart, nach der Strafabmessung sind, wenn der Wert des gestohlenen Gutes 6 bis 9 Mart beträgt, nach Artikel 1 drei Wochen Gefängnis als Strafe einzusetzen. Hinzu kommen nach Artikel 4 die Erschwerungsgründe, nach denen die Einsatzstrafe erhöht werden kann bezw. muß, nämlich 1. die Holzentwendung ist an einem Sonntage begangen, 2. fie ist vor Sonnenaufgang verübt worden, 8. es ist bereits gefälltes Sola weggenommen worden, 4. der Täter hat sich zur Wegschaffung eines Spannfuhrwerts bedient. Für alle diese Nebenumstände, die bei beiden Angeklagten zutreffen, muß allein der bescheidene Albin Vogelsang büßen, während fie bei Bitterlich nicht in Anrechnung kommen. Ungültige Sanitätspolizeiverordnung über den Gewerbebetrieb der Barbiere und Friseure. Versammlungen- Veranstaltungen. ausstellung in Charlottenburg, Frauenhoferstr. 11/12. Beginn der Führung 2 Uhr. Montag, 15. Oftober, 8 Uhr, Stommandantenstr. 77: Versammlung. Vortrag des Herrn Holzamer: „ Die Epigonen". Adlershof. Montrag, 15. Oktober, bei Wöllstein: Vortrag.„ Die Frauenfrage". 100 Bfd. 10-20. Kürbis 2-3. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 7-25, Tiroler 20-35, böhmische 4-16. epfel, per 100 Bfd., hiesige 4-20, Gravensteiner 12-18, Tiroler 15-30, do. in Fäffern 15-25, do. lose 12-13. Preißel beeren, schwedische 23-24, Gebirgs 25-30, Wallnüsse per Schock 1,00-1,50. Pflaumen, per 100 Bfd., biefige 2-5, Böhmische 2-4, do. große 8-10. Zitronen, Messina 300 Stüd 19,00-22,00, 360 Stüd 12,50-20,00, 200 Stüd 0,00, 420 Stüd, Hein 12,00-15,00, 500 Gtüd, Hein 13-10 Pfirsiche, Werdersche per 100 Pfd. 10-30, Tiroler 0,00, italienische 50-70. Witterungsübersicht vom 11. Oftober 1906, morgens 8 1hr. Barometer. stand mm Wind Lichtenberg. Montag, 15. Oftober, 8 Uhr, bei Gebr. Arnholdt, Stationen Frankfurter Chauffee 5: Vortrag des Herrn Dr. Sorecht:„ Ursachen Charlottenburg. Mittwoch, 17. Oktober, 8% Uhr, im Voltshause. Swinemde 768 D und Bekämpfung der Schwindsucht". Rosinenstr. 3: Generalversammlung. Vortrag des Herrn Berg: Hamburg 765 SD Die Bedeutung der Alkoholfrage für die Arbeiterfrau". Wahl Berlin des Vorstandes. Am 3. November: Stiftungsfest im Volts- Frankj.a.M. 763 NO Hause. München 19/8220 Vermischtes. Die Höllenmaschine. Für den Regierungsbezirk Arnsberg war unter dem 8. Oftober 1904 eine jener auch sonst noch im Reiche vielfach bestehenden Polizeiverordnungen erlassen worden, die die Ausübung des Barbier, Friseur und Haarschneidegewerbes betreffen und eine Reihe Vor- In Riga ließen atvei junge Frauen in einem Straßenbahntvagen schriften enthalten, welche namentlich ein reinliches Verein Paket liegen, das sich bei näherer Untersuchung als eine mit fahren fordern zu dem Zwecke, der Verbreitung gewisser Haut- Dynamit geladene Höllenmaschine erwies. Durch Anhalten des Uhrund Haarkrankheiten vorzubeugen. Unter anderem bestimmt fie: werks wurde eine Explosion verhütet. Nach dem Rasieren darf das Gesicht nur mit reinem Wasser Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Berantwortung. Theater. Freitag, den 12. Ottober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Die Fledermaus. Lorying. Fra Diavolo.. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0. Walner Theater.) Der Herrgottswarter. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Donna Diana. Neues. Die Hochzeit von Boel. Komische Oper. Figaros Hochzeit. Residenz. Triplepatie. Lustspielhaus. Berwehte Spuren. Zentral. Tausend und eine Nacht. a Sm Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Thalia. Wenn die Bombe platt! Luisen. Ein Wintermärchen. Trianon. Der Hausfreund. Bernhard Rose früher Carl Weik. Die Bluthochzeit. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Dmnibus. Spezialitäten. Kasino. Alexander der Große. Bolies Caprice. Das Modell. Das Provinzmädel. Wintergarten. Spezialitäten. Vassage. Spezialitäten. Theater des Westens Kleines Theater. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Heute: Die Fledermaus. Anj. 7, Uhr. Gutscheinhefte ungültig. Sonnabend nachm. 3 Uhr Schüler vorstellung zu fleinen Breisen: Der Waffenschmied. Abends 7 Uhr: Der Bettelstudent. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Die Hochzeit von Poël. Irania. Taubenstraße 48/49. Sonnabend, Sonntag: Dieselbe bom Borstellung. Abends 8 Uhr: Die Ballonfüllgafe. Nachher: Bilder Besuvausbruch 1906. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Montag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Rixdorfer Theater Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Sonntag, den 14. Oftober: Zum 95. Male: Ein idealer Gatte. Lord Goring Harry Walden. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Man kann nie wissen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasy!. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Verwehte Spuren. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Gin Wintermärchen. Abends: Die Hochzeit von Baleni. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinderborstellung. Hänsel und Gretel. Sonntag nachm.; Ein Wintermärchen. Abends: Else vom Erlenhof. Raffeneröffnung 6%, Anf. 7%, Uhr. I Montag: Die Hochzeit von Balent. Die Notbrücke. Sustip. in 8 Utten v. Grefac u. Groiffet. Wien 767D richtung Windfiarte Better 4 heiter Temp. n. C. 5°.4° R. Stallonen 6 2 wolfen! 6 3 wolfen! 5 Scilly Barometer stand mm Wind richtung Windstarle Better Zemp. n. G. 7 12 13 Haparanda 760 S 2wollen! 7 Petersburg 769 1 Rebel 755 DSD 1wolfig 759 SD 2 Rebel 757 DSD 2halb bd. 16 1 wolkenl 6 Aberdeen 1 wolkenl 4 Baris 1 wollen! 6 239 764 ND 769 SD Wetter- Prognose für Freitag, den 12. Oftober 1906. Etwas wärmer bei mäßigen südöstlichen Winden und langsam zue nehmender Bewölfung; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Wafferstand am 11. Oktober. Elbe bei Auffig Meter, bei Dresden 0,35 Meter, bei Magdeburg+ 2,60 Meter.- Unstrut bei Strangfurt Meter. Oder bei Ratibor+ 1,84 Meter. Neiße. mündung+2,22 Meter. Dder bei Brieg+ 2,68 Meter. Oder bei Breslau Unterbegel 0,34 Meter. --O Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 Ubr: Der Herrgottswarter. Ein Drama in 3 Aufz. v. H. Lilienfein. Sonnabend, abends 8 Uhr: Donna Diana. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Komische Oper. Heute abend 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachm.: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Carmen. Freitag, abends 8 Uhr: Donna Diana. Lustspiel in 8 Aufzügen von Moreto. Sonnabend, abends 8 Ubr: Die Hoffnung auf Segen. Sonntag, nach m. 3 1 br: Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 Uhr: Donna Diana. 3entral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Deutsch- Amerikanisches Lortzing Theater THEATER, Köpenickerstr. 67-68. Bellealliancestr. 7/8. Heute abend 7%, Uhr: Fra Diavolo. Abonnements gültig. Morgen Sonnabend z. erstenmal: Der Wildschütz. Jeden Abend 8 Uhr: Zum Der große Erfolg" 52. Jm wilden Westen. Male: Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: Er und Ich. Urania. 6. Wahlkreis. 6.Wahlkreis, Schönhauſer Vorfadt Heute im Theater 8 Uhr: Prof. Dr. Nass: Die Ballonfüllgase. Sonntag, den 14. Oktober 1906, abends 6 Uhr, in Raabe's Salon, Nachher: Dr. Schwahn: Bilder vom Vesuvausbruch 1906. Kolbergerstr. 23: Oeffentl. Versammlung DOLOGISCHER Oeffentl. CARTEN Ze Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert Eintritt 1 M., v. 5 Uhr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. 1 für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen O. Mai über: Björnsons Drama ,, Ueber unsere Kraft". 2. Diskussion. Es ladet freundlichst ein Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Der Einberufer. 264/ 6* Metropol- Theater Verband der Sattler Täglich: Zirkus Alb. Schumann Der Teufel lacht dazu. Heute abend präzise 72 Uhr: Benefiz für Signor Luigi Rossi mit seinem mujikalischen Wunderpferd Ortsverwaltung Berlin. 14. 6 Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee Nr. 28: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 264/ 4* Vortrag des Genoffen Paul John über: Hundert Jahre Junkerfeigheit und Junkerfrechheit." Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Die nächsten Branchen- Versammlungen Achtung! Einsetzer. Achtung! Große Jahresrevue in 9 Bildern finden an nachfolgenden Tagen statt: von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. Emir. Ganz erquisites Programm In Szene gesetzt vom Direktor und die phänomenalen Straftleistungen Richard Schultz. des Mr. George Lettl. 1. a. H. Bender. Aufhalten eines in J. Josephi. J. Giampietro. Fritzi Massary. voller Fahrt befind- Phila Wolff a. D. usw. lichen Automobils. Ferner: Die fliegenden Menschen Les Rixfords. Löwen- Baron, der Ur Brothers Philippi. komische. Mons. Alberto. Auf der Puẞta, Anfang 8 Uhr. Rauchen in allen Räumen gest. Voranzeige. Sonntag- Nachmittags- Vorst. borgef. v. Dir. Alb. Schumann. recht zu werden, beginnen wir Um zahlreichen Wünschen geDie einzig dastehende wilde Dressur nächsten Sonntag, 14. Okt., m. d. Nachmittagsvorstellungen. der größten Tiger- Gruppe bon Mr. Henricksen. Sonntag 2 Borst., nachm. 3, Uhr ( ein Kind frei) und abends 72 Uhr. Zirkus Busch. Abends 72 Uhr: Mons. Romeo! Ueberfahren eines lebenden Menschen mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gew. 30 Zentner u. 4 Insassen.) Die größte Tiger- und Löwengruppe Ringlampf zwischen dem Dompteur Willy Peters und zwei wilden Tigern. Aus der Pußta. Driginal- Pantomime des Zirkus Busch. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum letztenmal: Um Nancy oder: Was Gott zusammenfügt, soll der Mensch nicht scheiden. Sonntag, 14. Oktober, nachm. 3 Uhr Auf ins Metropol mit Bender, Giampietro, Josephi, Massary usw. Preise der Plätze auf den Anschlagsäulen. Apollo- Theater. Bum 100. Male: Geschirrbrauche: Mittwoch, den 17. Dktober. Treibriemenbranche: Sonnabend, den 13. Oktober. Taschen, Koffer- und Galanteriebranche: Donnerstag, den 18. Oktober. Militärbranche: Sonnabend, den 13. Oktober. Sonntag vormittag 9 Uhr finden in den unten benannten Lokalen die Bezirkssitzungen statt und werden die Kollegen zu zahlreichem Besuch aufgefordert. Auch sind in diesen Sigungen die noch nicht abgelieferten roten Tarife mitzubringen. 1. Bezirk: Blumenstr. 38. 94/14 6. Bezirk: Mix, Stalizerstr. 59. Boltshaus", Charlotten2. " 3. n 4. " Hube, Kopenhagenerstr.74. 7. Müller, Bredowstr. 11.| Preil, Rigdorf, Rosenstr. 24. 8. Wiemers, Bülowstr. 58. a burg, Rosinenstr. 3. Zietz, Wiesenstr. 29. Linoleumleger und Teppichnäher: Donnerstag, 18. Oktober. 5. Wagenbranche: Mittwoch, den 17. Oftober. Eisenmöbel Branche: Mittwoch, den 17. Oktober. Sektion Charlottenburg: Montag, den 15. Oktober. Zahlreichen Besuch dieser Branchenversammlungen erwartet Die Ortsverwaltung. 157/18 Sonnabend, den 20. Oktober 1906, in Louis Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: 18. Stiftungs- fest Unter Mitwirkung von Horsts Quartettsängern Quartettsängern. Possenensemble. Konzert. Turnerische Aufführungen. Nach der Borstellung: Ball. Serren, welche daran teilnehmen, Anfang 8%, Ubr. zahlen 50 Pf. nach. Eintritt 30 Pf. Die Adresse der Obleute ist: Wilhelm Kuschke,| Paul Thomalske, Potsdamerstr. 84. 1 Oppelnerstr. 14. Zur Beachtung! Auf folgenden neu eingerichteten Zahlstellen werden Sonnabends von 8-10 Uhr Beiträge entgegengenommen: Zahlstelle 61 Annenstr. 1, Ede Franzstraße, bei Heinze. " 62 Kleine Andreasstr. 15, bei Pöhlke. 63 Laufiperplaz 13, bei Gräf. 64 Hagelsbergerstr. 2, bei Werner. 65 Gogtowskystr. 13, bei Döring. 66 Gleimstr. 63, bei Lerche. Die Abonnementsbeiträge für die Fachzeitung werden auf allen Bahlstellen und auf dem Bureau Engel- Ufer 15 entgegengenommen. Montag, den 15. Oktober cr., abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftss hause, Engel- Ufer 15, Saal 4: Billetts find im Bureau und bei den Werkstattvertrauensleuten zu haben. Branchenversammlung der Maschinenarbeiter Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. Berlin im Omnibus. Zentralverband der Dachdecker. Jm 3m Der Omnibus- Trick. Im Spezialitätenteil: Liane d'Eve die Original Matschiche- Tänzerin. Sonntag, den 14. Oftober, nachm. 31, Uhr: Familienvorstellung. Verwaltungsstelle Berlin. Die Kollegen seien nachdrücklichst darauf aufmerksam gemacht, daß die achtstündige Arbeitszeit am Montag, den 15. Oktober, beginnt. Es ist durchaus unstatthaft, über den 15. Oktober hinaus noch länger als acht Stunden zu arbeiten. Dieses gilt besonders für die Werkstellen, in denen am Freitag Wochenschluß ist. 54/ 18* Der Vorstand. J. A.: Karl Görnik. WINTER CARTEN Rolden- Cheater. 7 Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Anf. 8 Uhr. Enfree 30 bis 75 1. Das neue Oktober- Programm! Gwant in 5 Atten v. Tristan Bernard Ehren- und Borzugsfarten gültig. Bernhard Rose- Theater früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Die Bluthochzeit. Morgen nachmittag 4 Uhr: Dorn röschen. Abends 8 Uhr z. erstenmal: Berliner Kinder. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Ein glänzender Erfolg! Bros. Permane, Exzentriks. Charlene und Charlene, musik. Akt. Robert Steidl. Humorist. Launceston Elliot, Kraftproduktion. Das Erntefest, englisches Ballett. Les Mas- Andrés, Pariser Duettisten. lebende MarmorDe Vry's Kolossal- Gruppen. Maria Vinent, portugies. Sängerin. Bros. Spissel und Mack, und André Godfernaux. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Wa ValhallaVarieté- Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Täglich abends 8 Uhr: Die lustigen Spezialitäten. Tagesordnung: 1. Die Einrichtungen des Holzarbeiter- Verbandes Referent: Kollege Richard Leopold. 2. Wahl der Obmänner und des Branchenleiters. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: gimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonntag, den 14. Oktober, vormittags 9, Uhr, im großen Saale des Vereins Berliner Musiker", Kaiser Wilhelmstr. 18m: Branchen- Versammlung Der Eisen-, Metall- und Revolverdreher. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten A. Körsten über: 8eit oder Stüdlohn?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Emmi Kröchert, Willy Prager, Da diese Angelegenheit jedenfalls für spätere Zeit auch durch die Gewerbeder weibl. Kom. neue akt.Coupl. Colosseum Chevalier Thorn. Das brillante amerikanische Exzentriks. Oktober- Programm. Jackson- Truppe, Kitty Traney, Der Biograph. Radfahrer. NO Jongleuse. Spezialitäten und Volks- Kabarett Die Tochter des Herrn Fabricius. Folies Caprice Schauspiel in 3 Atten von Wilbrandt. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf, 8 Uhr. Billettvorverkauf von 11-1 Uhr an der Theaterkaffe. Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Serenissimus August XXVI. Sonntag, 14. Oftober, nahm. 3 Uhr: Das Modell und Das Provinzmädel. volkstümliche Preise: Die Tochter des Herrn Fabricius. Abends 7 Uhr: Frl. Schnabels Verlobung. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf bei A. Wertheim und an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Kasino- Theater Passage- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Neu! Fehér- Duett in ihrem Repertoir. Klara Antonie X Fred u. Carman. Sonntag 4 Uhr: Madame Bonivard. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Das Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Rieke" mit dem Schlager Emil du bist eene Pflanze ist wegen d. außerord.Erfolges und der tägl. ausverk. Häuser für Oktober prolongiert. Außerdem 14 neue Nummern. Reichshallen. Täglich: Stettiner Neue verblüffende Illusionen. Rauchen überall gestattet. Mit diesem Vortrag wird eine Angelegenheit zur Erörterung gebracht, die für unsere Kollegen von wichtiger Bedeutung ist. Auch der vor kurzer Beit stattgefundene Deutsche Juristentag" hat sich mit diesem Thema befaßt. gerichte eine offizielle Richtung erhält, so ist jeder Stollege verpflichtet, dieser Versammlung beizuwohnen. 154/8 Ein Teil der Vertrauenslente hat die ausgegebenen Fragebogen noch nicht abgeliefert. Wir ersuchen die Kollegen, welche noch Fragebogen haben, diese in der Versammlung abzugeben. Gustav Sonntag, den 14. Oftober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Behrens Engel- Ufer 15( Saal V): Allgemeine Allgemeine Versammlung = Theater, der in Emaillir- Werken beschäftigten Arbeiter und Berlin O., Frankfurter Allee 85. Sänger Kolossaler Erfolg Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntg., Montg.Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger Neu! Im Manöver. Neu! Sonntags Beginn 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. J.Dienstag: Theaterabend. des sensationellen neuen Oktober- Programms. 22 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Sonntag, den 14. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Gustav Tempel, Alt- Borhagen 56: Bezirks- Versammlung für Rummelsburg und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wuschit. 2. Diskussion. 3. Neuwahl det Bezirksleitung. 4. Verbandsangelegenheiten. Theater bender Achtung! Bauanschläger! Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß Verbindung mit größter Films- laut Tarif vom 15. Oktober ab nur bei 24 Fabrik Frankreichs, daher täglich Fenstern gearbeitet werden darf. neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. In Borbereitung: Adele.( ad Otto Pritzkow, Münzstr. 16. d. gleichn. Nom. d.„ Berl. Lokal- Anz.") 26292* Fröbels Alleriel- Theater Palast- Theater. ArbeiterSchönhauser Allee Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Borstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. In Zivil. Sant Hierauf: in 1 Aft. Pension Schöller. Schwank in drei Aften. Anfang 6 Uhr. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Blanche Dorée, Borzellan- Imitationen. Chatérine Hegino, als: I. Sflavin. II. Salome. 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Arbeiter- Radfahrerverein„, Frisch auf!", Britz. Mitglied des Arbeiter- Radfahrerbundes Solidarität". elzwaren. Herren- u. Knaben- Hüte. Mützen. tag, 11. tuber 1908 Herbst- Vergnügen, Großes Lager, nur neueste Façons. Einzelverkauf zu Engrospreisen. Kolliers, Stolas in all. Pelzarten. Steife u. weiche Hüte in Haar u. Wolle. Zylinder u. chapeau claques. Mützen für Radfahrer, Yachtklub, Jockey, Sport etc. Vereins- u. Damon-, Mädchenmützen. im Lokale von Hübner, Rudowerstr. 51 verbunden mit Reigenfahren, Tanz, Verlosung, unter Mitwirkung des Arbeiter- Sport und Vergnügungsvereins„ Eintracht", Brit. Anf. 4 Uhr. Entree 20 Bf. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Bf. nach.[ 28/3 räumungshalber fehr billig zu verkaufen. Uhrenagentur An der Schleuse 8 I ( Medefind) 3-8, Sonntag 12-2. Albert Friedländer, nur eine Treppe rechts. NO., Landsberger- Str. 90. Wanduhren Berantwortli r Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 238. 23. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. reitag, 12. Oktober 1906. Die Nürnberger Krawalle vor Gericht. Körperverlegung zur Laſt gelegt. hervorgingen. Verfammlungen. teilte. Während der eine Teil der Versammelten den Standpunkt " zwei, Wohlleben und Beitengruber je ein Vergehen der gefährlichen Straße hätten sich Knäuel von Personen gebildet, da cinzelne Arbeitswillige von den sie mißhandelnden Streifenden umringt Die Ursache des Streifs war folgende: Der Direktor der worden seien. Bei dieser Gelegenheit sollen die fünf Angeklagten Nürnberg, 11. Oktober.( Eig. Ber.) Unionwerke, ein ungemein nervöser Mensch, zu dessen Charakteri- verschiedene Arbeitswillige verletzt haben, Fleischmann soll auf den Das Jahr 1906 war auch in Nürnberg ungemein reich an fahrer der Fahrschein entzogen ist, hatte schon ein ganzes Jahr Rocktasche trug, das Wurfgeschoß habe aber nicht getroffen. Als ftit die Tatsache beitragen mag, daß ihm als rücksichtslosen Auto- Schlosser Eisinger eine Bierflasche geworfen haben, die er in der Streitbewegungen, die sich durch Schärfe und Hartnäckigkeit aus- lang die Arbeiterschaft seines Betriebes durch die ungerecht- nun der Schlosser Dewey und der Sattler Thiel vorbeikamen, zeichneten, wie noch keine ähnliche Bewegung zuvor. ftießen die Arbeiter bei ihrem Bestreben, ihre Einnahmen mit den empört usw. Mehr als einmal standen die Arbeiter dicht vor der blutig geschlagen und ihm den Hut zerrissen haben. Unter den Ueberall fertigsten Entlassungen beunruhigt, durch Handgreiflichkeiten sollen sich die Streifenden dem letzteren zugewendet, ihn umringt, durch die verrückte Wirtschaftspolitik der herrschenden Klaffen ge- Arbeitsniederlegung, aber immer wieder gelang es, die Erregung Bedrängern des Thiel sollen sich Fleischmann, Müller, Odörfer und steigert. Ausgaben für die notwendigsten Lebensbedürfnisse in zu dämpfen. Gerade der erschossene Fleischmann spielte dabei eine Beitengruber befunden haben. In dieser Lage habe Thiel auf seine Einklang zu bringen, auf den heftigsten Widerstand des Unter- hervorragende Vermittlerrolle zwischen seinen Kollegen und dem Angreifer drei Revolverschüsse abgegeben, die nehmertums, das nunmehr ebenfalls den Wert einer starken Or- Direktor. Fleischmann ganisation erkannt hat. Die Kämpfe wurden daher auf beiden unter einer gänzlich unwahren Begründung auf das Pflaster geAls aber in der Pfingstwoche wiederum zwei Arbeiter trafen und am 19. August dessen Tod herbeiführten. Seiten mit der größten Erbitterung geführt. Die streikenden worfen wurden, da war das Maß voll. Die Arbeiter ließen sich 70 Zeugen hat laden lassen. Ebenso viele Zeugen sind von den Soweit die Anklage, zu deren Bekräftigung der Staatsanwalt Arbeiter hatten schon von vornherein alles gegen sich; die Unter- nicht mehr halten und traten in den Streik ein. Das war am drei Verteidigern geladen. nehmer, die bürgerliche Presse, die christlichen und anderen Auch- 2. Juni. Der Streik wurde in der größten Ruhe geführt, troh arbeiterorganisationen entfalteten die wüsteſte Heße gegen die aller Herausforderungen durch den Direktor Maurer ist sein freiorganisierten Arbeiter, die im Kampfe um bessere Lebensver- Name hältnisse standen. Man stachelke die Arbeitswilligen zu Provoka- Werkstätten füllen und den Betrieb aufrecht erhalten konnte. und seiner Streitbrecher, mit denen er einen Teil seiner tionen gegen fie auf, machte die Polizei gegen sie mobil. Daß da- Während der ganzen Dauer des Streits kamen keinerlei Zudurch die Situation immer gespannter wurde, ist nicht zu ver- sammenstöße vor, bis zum 17. August, nachdem am Tage vorher Der Zentralverband der Zimmerer beschäftigte sich in einer wundern; je ruhiger und entschiedener die Streifenden ihre Sache der Streit für beendet erklärt war. Am Abend dieses Tages er- außerordentlichen Zahlstellenversammlung( Delegiertenversammlung) führten, desto mehr steigerte sich das herausfordernde Auftreten der eignete sich der Vorfall, bei dem Fleischmann sein Leben lassen mit der Schreibweise des Zimmerer". Die Meinung der VerVerbündeten des Unternehmertums, das schließlich zu Zusammen- mußte und aus dem dann die späteren Krawalle am 24. Auguſt ſammlung über die Schreibweise des Verbandsorgans war eine gestößen führen mußte. Diese Streifbewegungen haben auch eine ungeheure Anzahl von Prozessen zur Folge gehabt, von denen bereits ein großer Teil durch die Schöffengerichte abgewandelt wurde. feien hinreichend verdächtig, an einer öffentlichen Zusammen- die Grenze des Zweckmäßigen überschritten habe, war der andere Teil In dem Eröffnungsbeschluß heißt es nun, die Angeklagten vertrat, daß der" Zimmerer" in der Polemit gegen den Vorwärts" Kein einziger dieser Prozesse hat auch nur den kleinsten Beleg rottung teilgenommen zu haben, die zu dem Zwecke unternommen der Meinung, daß die Art und Weise, wie der" Vorwärts" gegen dafür geliefert, daß von den Streifenden solch ein unerträglicher wurde, mit vereinten Kräften gegen Personen Gewalttätigkeiten anders denkende Partei- und Gewerkschaftsgenossen polemisiert, nicht Terrorismus" ausgeübt worden sei, wie die bürgerliche Presse zu begehen, und selbst solche Gewalttätigkeiten gegen Personen be- zu billigen sei. Dieser geteilten Ansicht entsprachen auch die vorfortgefeht geflunkert hat. Es wurde nur erwiesen, daß allerdings gangen zu haben. Außerdem sollen sie in den bereits angeführten liegenden Anträge. Die Abstimmung hierüber zeitigte folgendes von einem Terrorismus gesprochen werden kann, den aber nicht die Fällen gemeinschaftlich mit anderen mittels gefährlichen Werkzeugs Resultat: Ein Antrag, welcher die Polemik eingestellt wissen will, erhielt Streifenden, sondern, wie ſchon oben bemerkt, die vereinigten andere vorsätzlich und rechtswidrig mißhandelt haben, indem sie in 20 Stimmen. Der Antrag, welcher die Schreibweise des Zimmerer" Gegner der modernen Arbeiterbewegung ausgeübt haben. Die bisher verhandelten Angeklagten mußten zu einem kleinen Teile Unionwerfe zur Niederlegung der Arbeit hätten zwingen wollen." heit auf Grund der Erklärung der Preßkommission des" Zimmerer" Ausführung eines gemeinsam gefaßten Vorsatzes die Arbeiter der mißbilligt, erhielt 61, während ein anderer Antrag, diese Angelegenfreigesprochen werden, weil sich die Anzeige gegen sie als durchaus Die Begründung der Anklage verweist zunächst darauf, daß am als erledigt anzusehen, 43 Stimmen erhielt. Alsdann wurde vom frivol erwies, die meiſten wurden zu kurzen Freiheits- oder ge- 16. August die Beendigung des Streits beschlossen wurde- was Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß die Gültigkeit des bestehenden ringen Geldstrafen verurteilt, weil sie sich durch die unausgesetzten aber nicht recht zu der Anschuldigung stimmt, daß die Arbeitenden Tarifvertrages am 31. März 1907 abläuft, und daß AbänderungsHerausforderungen zu irgend einer Aeußerung hinreißen ließen, zur Niederlegung der Arbeit hätten gezwungen werden sollen anträge den Arbeitgebern vor dem 1. November d. J. mitgeteilt die man unter den berühmten§ 153 der Gewerbeordnung bringen mittels förperlichen Zwanges". Dann wird eine Schilderung der werden müſſen. Sein der Versammlung gemachter Vorschlag, Außer diesen kleineren Prozessen harren auch noch einige in dem Kopfe des Staatsanwalts malen. Vorgänge gegeben, wie sie sich auf Grund der Streifbrecherberichte in allen Zahlstellenbezirken zur Vertragsverlängerung Stellung Im nehmen, so Am Morgen des zu des Mitgliedern Verbandes schwerere ihrer Erledigung, die die höheren Gerichte beschäftigen 17. August sei unter den Streifenden das Gerücht gegangen, daß Gelegenheit zu geben, ihre diesbezüglichen Wünsche zum Ausdruck werden. Der erste beschäftigt heute und in den nächsten zwei Tagen heute etwas kommen werde. Man wolle die Bude stürmen und zu bringen, wurde einstimmig akzeptiert. Hierauf wurden Friedrich das Schwurgericht Nürnberg. Es handelt sich um die die Arbeiter mit Gewalt verjagen." Im„ Braunen Hirschen", einer e II sow und Richard Kauschte als Kandidaten zu den Wahlen Vorgänge, die sich am 17. August in der Nähe der Motorfahrzeuge- Wirtschaft in der Nähe der Fabrit, wo die Streitenden verkehrten, der Beisiger zum Berliner Gewerbegericht aufgestellt. Da einer fabrik" union" abspielten und wobei der Streitführer Fleischmann sei es an diesem Tage sehr lebhaft zugegangen. Die Streifenden der Revisoren feinen Posten niedergelegt hat, war eine Ersatzwahl bon dem Streitbrecher Julius Thiel, einem Burschen von hätten sich in erheblicher Anzahl versammelt gehabt und zu den notwendig. Gewählt wurde Gustav Golze. Nachdem dann noch 22 Jahren, durch drei Revolverschüsse niedergestreckt wurde. Der Tönen einer Harmonika Spottlieder auf die die Straße passierenden eine Reihe interner Angelegenheiten erledigt waren, erfolgte Schluß Mörder wurde zwar verhaftet, aber alsbald wieder auf freien Fuß Arbeitswilligen gesungen. Sowohl am 16. wie am 17. Auguft seien der Versammlung. gefeht; dagegen wurden nach dieser Mordtat fünf Streifende ins Streifbrecher auf der Straße überfallen und geschlagen worden. Gefängnis geschleppt; sie befinden sich seit dieser Zeit in Haft, Am Abend des letzteren Tages hätten die Streifenden, unter ihnen während der Revolverheld ungehindert entweichen konnte und jetzt Fleischmann und die fünf Angeklagten, in der Wirtschaft auf die nicht mehr aufzufinden ist. Arbeitswilligen gewartet. Als es in der Fabrik zum Arbeitsschluß pfiff, habe Fleischmann in der Wirtschaft gerufen: Jeßt müssen wir hinausgehen, jezt ist's Beit!" Sie hätten dann die Wirtschaft berlassen und sich auf der Straße in einer Ausdehnung von etwa Dr. Karl Volkmann. Flitterwochen. Nüzliche Ratschläge für die 17 Schritten aufgestellt, vor ihnen, als Führer, Fleischmann, mit Jungen von einem Alten. Preis 1,20 M. Verlag W. Krüger, BerlinSteglit. einem Schlauch oder etwas ähnlichem bewaffnet. Als die Arbeiter Ernest Seillières. Der demokratische Imperialismus, Rousseau der Unionwerfe kamen, hätten die Streifenden zuerst geschimpft, Proudhon Karl Mary. Autorisierte deutsche Ausgabe von Theodor dann losgeschlagen. Fleischmann habe als erster zugeschlagen und Schmidt. Groß Oktav- Format. 446 Seiten. Eleg. broschiert 7 M., Leindamit gleichsam das Signal zu Gewalttätigkeiten gegeben. In der wandband 8,50 M. Berlag von H. Barsdorf in Berlin W. 30. konnte. Die Namen der fünf Angeklagten find: Konrad Braun, Gisendreher, Georg Müller, Schlosser, Friedrich Odörfer, Schlosser, Adolf Wohlleben, Schlosser, Friedrich Beitengruber, Schlosser. Sie sind beschuldigt des Verbrechens des Landfriedens bruchs, außerdem werden Braun vier, Müller und Odörfer je Paletots, Ulster und Anzüge für Knaben und Jünglinge in einer Auswahl von Tausenden Exemplaren und geradezu staunenerregender Vielseitigkeit an Stoffen und Fassons. Nur eigene Erzeugnisse, daher höchste Leistungsfähigkeit. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a/ 25. 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Der Haupt- Katalog Nr. 30( neueste Winter- Moden) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. für allen Eingegangene Druckschriften. " Friedrich von Müller. Erinnerungen aus den Kriegszeiten 1806 bis 1813. Hamburgische Hausbibliothek. Preis 80 Pi. Verlag Alfred Sanßen, Hamburg I, Kaiser Wilhelmstr. 76. Bildschön ist ein zartes, reines Gesicht mit rosigem, jugendfrischen Aussehen, weißer, sammetweicher Haut und blendend schönem Teint! 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Die Beerdigung des Genossen Walter findet heute, Freitag, nachmittags 4 Uhr, bon Halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. der Die Beerdigung des Genossen Beyer findet Sonnabend nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Adolfstr. 12b, aus nach dem neuen Nazareth- Kirchhof in ReinickendorfWest, Berlinerstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 264/5 Der Vorstand. Vereinigung der Musikinstrumenten- Arheiter Berlins und Umgegend. Todesanzeige. Den Mitgliedern die traurige Mitteilung, daß unser Kollege Rudolf Koch ( bei der Firma Stubla beschäftigt gewefen) auf tragische Weise erfchoffen durch einen Straßenwächter in Wilhelmsruh in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend, den 6. Oktober, das Leben eingebüßt hat. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Oftober, nachmittags 334 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Nieders Schönhausen, Buchholzerstraße, aus statt. Uni rege Beteiligung ersucht 142/11 Der Vorstand. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 137/13 Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Gustav Beyer am 9. Oktober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Adolfstr. 12b, aus nach dem neuen Nazareth- Kirchhof in Reinickendorf, Berlinerstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 94/15 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Konrad Walter am 6. Oftober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 94/14 Die Ortsverwaltung. Statt besonderer Meldung! Heute vormittag 103, Uhr starb nach turzem schweren Krankenlager im 48. Lebensjahre meine inniggeliebte Frau 19926 Anna Staehr. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr von meiner Wohnung, Triftstr. 43, aus nach dem Sebastians Kirchhofe, Reinidendorf, Humboldtstr. 68, statt. Heinr. Staehr, Bäckermeister. Hüte in allen Preislagen. R. Weidner, Hutmacher an der Haut- und Harnleiden. Dresdenerst.100, Prinzenstr. 10-2, 5-7. Somtags 10-12, 2-4.1 Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 1+ Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Mehling am 9. Dktober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. Oktober, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. neuen Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 54/19 Arbeit.- RadfahrerVerein Rixdorf. Mitglied des Arbeit.- Radf.- Bund." Solidarität". Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sportgenosse Wilhelm Mehling am 9. Dktober verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 13. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 28/2 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Baters und Schwiegervaters, des Klempners Wilh. Bergemann sagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Chef und den Kollegen der Firma Heinrich, den Genossen des 698. Bezirks, den! Kollegen der Allg. Kranten und Sterbekasse, Filiale 7, und dem Gesangberein„ Weddinger Harmonie" unseren aufrichtigsten Dant. 19906 Marie Bergemann ut. Kinder. Am 8. Oftober verstarb unser Kollege Sofort mehrere tüchtige, selbständige Abzieher and Polierer Ernst Böder. für Zink- u. Kupferplatten Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. Oftober, nachm. 5 Uhr, vom Hedwigs Krankenhause aus nach dem Kirchhofe der Sophiengemeinde in der Freienwalderstraße statt. 1978b * gegen hohe Alfordpreise gesucht Annenstr. 48, part. Die außerordentliche General: versammlung der Möbel- Fabrik ,, Einigkeit" findet statt am 28. Oktober, vormittags 9 Uhr, in unserem Kontor, 19835 Köpenickerstr. 154a. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl des Berliner Arbeiter- Borstandes. 2. Geschäftliches. Radfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes " Solidarität“. Touren zum Sonntag, den 14. Oktober. Der Aufsichtsrat. Ernst Herrmann. Kein Reisemusterschwindel. Stola, Muffen, Kolliers in allen Pelzgattungen sowie alle sonstigen Pelzwaren. Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Kein Zwischenhändler, daher Fa brikpreise. Ferdin. Kalman Dresdenerstr. 75 vorn II, 2. Haus v.Thalia- Theater. Verkauf auch Alle Bekannte, Freunde und Ge- Sonntags, und Wochentags von nossen lade ich hiermit zu meinem am 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends.* Sonntag, den 14. Oktober, statt- Oscar Arnold findenden ersten diesjährigen 1. Abt. früh 7 Uhr nach Nedlit. Wurstnachmittags 1, Uhr nach Nowawes. Starts: Bülowstr. 59. 2. Abt. früh 7%, Uhr nach Trebbin ganz ergebent Rublsdorf( Herold). Starts: Urban Alex Kieburg, ( Schulz), nachmittags 1%, Uhr nach straße 7. 3. Abt. früh 8 Uhr nach Senzig, nachmittags 1 Uhr nach Eichwalde ( Witte). Starts: Mariannenplay. 4. Abt. früh 8 Uhr nach Bernau, nachm. 14 Uhr nach Buch( SchloßRestaurant). Starts: Küftrinerplak. 5. Abt. nachmittags 2 Uhr nach Start: Johannisthal( Krüger). „ Elysium". 6. Abt. nachmittags 1, Uhr nach Alt- Glienice. Start: Oderbergerstr. 30 ( Genossenschaft). Cigarren 28/1 in feder Preislage von 25.00-450.00 M. p. mille zu Engros- Preisen. Reinhard Hellmich, jetzt Friedrichstr. 108, 1. Illustrierte Preisliste gratis und franko. Kein Laden. unter Mitwirkung der Hauskapelle Essen Mint IV, 8801. Adalbertstraße 86. Amt Anigepaßt! Noch immer die bill. Bezugsquelle für Monats- Anzüge, Winter Paletots u. 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Den Bewerbungen ist die Angabe der bisherigen Tätigkeit und eine Arbeit über die Aufgaben eines Gewerkschaftssekretärs beizufügen. Arbeit üb Die Besoldung ergibt sich nach den Beschlüssen des Stuttgarter Gewerkschaftskongresses. 300/ 6* Bewerbungen sind unter der Aufschrift:" Betrifft Anstellung eines Berliner Gewerkschaftssekretärs", bis zum 31. Oktober d. J. an den Genossen Wilhelm Börner, S., Ritterstr. 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Snferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Carwärts